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Full text of "Deutsche und oesterreichische bibliothekzeichen exlibris;"

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DEUTSCHE UND OESTERREICHISCHE 



BIBLIOTHEKZEICHEN 



EXLIBRIS 



EIN HANDBUCH FÜR SAMMLER 
BÜCHER- U-ND KUNSTFREUNDE 



VON 



K. E. GRAF ZU LEININGEN-WESTERBURG 

PREUSS. RITTMEISTER a.D., EHRENMITGLIED DES „HISTO- 
RISCHEN VEREINS DER PFALZ", DES VEREINS „HEROLD" 
ZU BERLIN, DES„HERALDISCHENVEREINS DER SCHWEIZ", 
DES DEUTSCHEN „EXLIBRIS-VEREINS", EHREN-VICE- 
PRÄSIDENT DER ENGLISCHEN „EXLIBRIS-GESELLSCHAFT", 

EHRENBÜRGER etc. 



JULIUS HOFFMANN 
VERLAG, STUTTGART. 

MCMI 



Pnick der Hoffnianiischen Bnclulriickeroi. 
Felix Krais. in Stuttgart. 



VORWORT. 




Inter folia fructus*). 

ichstehendes Buch, das vom Verlag G. Bell 
and Sons, London, als Fortsetzung der Serie 
über englische, französische, amerikanische 
und Damen-Exlibris vor mehreren Jahren an- 
gekündigt wurde, sollte von Herrn Dr. Heinrich Pall- 
mann zu München verfasst werden. Als dieser im 
Sommer 1899 wegen Ueberhäufung mit anderen histo- 
rischen Arbeiten zurücktrat, übernahm ich auf Ansuchen 
der Verlaijsfirma diese Monographie. 

Als das für England bestimmte Buch bereits be- 
gonnen war, erhielt ich vom Verlag Julius Hoffmann in 
Stuttgart die Einladung, meine Arbeit auch deutsch in 
gen. Verlage erscheinen zu lassen, ein Wunsch, dem 
ich gerne Folge leistete. In der Einteilung und im 
grössten Teile des Textes sind beide Handbücher sich 
gleich, jedoch enthält das ir/t'«/.T£//t' Buch eine Reihe von(ao) 
Abbildmigen mehr und ist in seinen Künstler- Listen von 



') Ein auf Exlibris oft vorkommender Spruch, 



363768 



IV Vorwort. 

1871 an erheblich timfangreichcr und genauer, da im 
englischen Buche nur die hauptsächlichsten, im deutschen 
aber alle mir bekannt gewordenen Exlibris- Verfertiger 
— Künstler, Handwerker und Dilettanten — ange- 
geben sind. 

Da ich in meiner, nun im April 1901 über 
20500 Stück zählenden Exlibris - Sammlung , die die 
grösste des Kontinents ist, allein rund 10300 alte und 
neue deutsche Exlibris besitze und in der deutschen 
Exlibris-Zeitschrift sowie in deutschen Kunstzeitschriften 
und Zeitungen vieles über den Exlibris-Stoff veröffent- 
licht habe , so hoffe ich , dass es mir gelang , im Fol- 
genden eine übersichtliche Geschichte der deutschen 
Bibliothekzeichen gegeben zu haben. 

Die Illustrationen sind hauptsächlich nach Blättern 
meiner Sammlung hergestellt; nur einige wenige sind 
anderen entnommen. Alle Sammlungen heranzuziehen, 
war nicht nötig, da einerseits die Warnecke'sche in Berlin, 
die von Berlepsch'sche zu Wolfenbüttel und die des Buch- 
händler-Börsen -Vereins zu Leipzig bereits ihre, haupt- 
sächlich illustrative Veröffentlichung gefunden haben, 
andrerseits meine Sammlung die Mehrzahl der Exlibris 
der anderen hier nicht weiter genannten Exlibris -Samm- 
lungen, einige Unika und wenige andere ausgenommen, 
ebenfalls enthält. Manchmal mag es auch vielleicht vor- 
kommen, dass ein anderer Sammler von einem Exlibris 
z. B. 5 statt meiner 4 Varietäten besitzt, doch ist das 
im Allgemeinen wie Besonderen wohl reichlich neben- 
sächlich. 

Es sei hier gleich betont, dass dieses Buch keines- 
wegs eine vollständige Liste mit allen deutschen Exlibris 
zu bringen beabsichtigt, sondern dass nur stets das 



Vorwort. V 

Wichtigste, allerdings mit annähernder Vollzähligkeit, 
besprochen wurde. 

Es ist möglichst vermieden worden, schon ander- 
weitig abgebildete Blätter nochmals hier wiederzugeben, 
doch war dies z. B. bei einigen Unikas oder interes- 
santeren Blättern nicht ganz zu vermeiden; auch ist zu 
bedenken, dass dieses Buch nicht in erster Linie nur 
für Exlibris-Sammler geschrieben ist, sondern auch für 
weitere Kunstkreise. 

Die deutsch- schweizerischen Exlibris fanden« hier 
keine Berücksichtigung, weil diese in L. Gersters Werke 
über »die schweizerischen Bibliothekzeichen« bereits ein- 
gehendst behandelt worden sind; somit umfasst der hier 
verarbeitete Stoff nur deutsche Exlibris, unter gleich- 
zeitiger Berücksichtigung der nah verwandten öster- 
reichischen Blätter ; elsässcr Exlibris sind mit besprochen, 
wenn sie aus der alt- oder neudeutschen Zeit stammen, 
sowie solche auch aus der französischen Zeit, wenn sie 
deutsche Namen aufweisen, oder deutscher Familien- 
abstammung oder deutscher künstlerischer Herkunft sind. 
Es kommen somit nicht nur die Blätter des geographisch- 
pohtischen Begriffs »Deutsch« in Betracht, sondern all- 
gemein die deutscher Zunge. 

Da ich im Interesse derjenigen, die die Quellen nach- 
schlagen und selbst die Illustrationen und Texte anderer 
Werke studieren wollen, die deutsche Exlibris -Zeitschrift, 
diese besonders reiche Fundgrube, öfters als Nachweis 
anführe, so kürzte ich folgendermassen ab: »E. L. Z.« 

Ausser den in »Heraldik« (Seite 17) und in der 
»deutschen Exlibris - Litteratur« (Seite 566) und im 
sonstigen Texte genannten Quellen sind noch u. a. fol- 
gende benützt worden: 



VI Vorwort. 

. Dr. G. K. Naglcr^ Neues allgemeines Künstlerlexikon, 
München, 1835 — 52. 
H. W. Singer y Allgemeines Ktinstlerlexikon , Frank- 
furt a. M., 1895 — 1900. 
R. von Retbergy Dürers Kupferstiche und Holzschnitte, 

München, 1871. 
H. S. Schmid, Kunststilunterscheidung, München, 1897. 
Dr. M. Hcimbucher , die Orden und Kongregationen 
der katholischen Kirche, Paderborn, 1896. 
Der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek München, und 
dem Kgl. Kupferstich -Kabinett -München, sowie den 
Herren Dr. H. Pallmann-München, G. von Volckamer- 
München, K. Burger-Leipzig, K. Koch- Wien, F. J. Thairl- 
wall-London, die mich mit gefälligen Auskünften unter- 
stützten, femer denjenigen, die mir gütigst Clich^s zur 
Verfügung stellten, sei hiermit aufs verbindlichste ge- 
dankt. 

Zu Auskünften über deutsche u. a. Exlibris bin ich 
stets gern bereit. 

Villa Magda, 

Neupasing-München, April 1901. 

K. E. Graf zu Leiningen -Westerburg. 



Vorwort . 

Abbildungen 

Einli'itmig : 

Bo/cichnunc , Supcri-xlibris, fin^ravicrlc, f;<;sehrie- 
bcne Exlibris; Zweck, datierte lixiiliris 

/. TV//; Allgejiiaiics 

I. Kapitel ; Ucrsidhiussarkn 

1 iolzschnitt , bemalte K\libris ; Kupferstich, Radierunj;. 
Stahlstich; Steindruck; moderne Verfahren . . . 

II. Kapitel: L'ehcr die deutsche mid ciislischc Ikiatdik; deren 

Verschiedenheiten; Haupttt'ap]>eiistilc; Schild, Helm, 
Zimier, Decken; Ranj,'kronen , Schildhalter , Banner; 
Ursprung des Wappeiiwescns, Hausmarken, Karben, 
SchraflierunK- Damascieruni;, redende \Vap|ien, Mono- 
gramme ; deutsches Künstlerwappen 

III. Kapitel: Jiisckrißeti auf Exlibris 

A. Name 

B. KiyenCumsbezeichnuu^en 

C. Vorschrifleii 

D. Warnungen, Mahnungen 

E. Drohunjjen. Bücheriluch 

¥. Sprüche, Verse 

G. Sinn-, Wahl-, Wappeiisprüt-lie ....... 

H. Anfangsbuchstaben 

I. Datierungen 

K. Stecher-, Zeichnernamen 

L. Abgekürzte Titel 

M. Abgekürzte Worte 

N. Durcheinander tieworfeno Buchstaben .... 



VIII Inhalt. 



* 



Seite 

IV. Kapitel: Grössefi der Exlibris 66 

A. Grösste Exlibris 67 

a. Alte handgezeichnete 67 

b. Alte mechanisch hergestellte 67 

c. Aus der Neuzeit 67 

H. Kleinste Exlibris 68 

V. Kapitel: VerschicdenheitC7i, Varietäten 70 

A. Grössenvarietäten 70 

B. Zeichnungs- und Darstellungsvarictäten .... 73 

C. Stichvarietäten 79 

D. Namens-, Wappen- u. dgl. Varietäten .... 82 

E. P'arbenvarietäten 94 

F. Papiervarietäten 94 

VI. Kapitel: /-r. und [6. Jahrhundert 98 

A. Die ältesten deutschen Exlibris 100 

B. Die ältesten Datierungen iio 

C. Exlibris von Albrecht Dürer 11 1 

D. Exlibris aus Dürers Werkstätte oder Schule . . 117 

E. Exlibris von bekannten Nürnberger Kleinmeistern 

aus Dürers Schule 122 

F. Sonstige Exlibris des 16. Jahrhunderts, von be- 
kannteren Meistern 129 

G. Exlibris von unbekannten Meistern 146 

VII. Kapitel: 77. Jahrhundert 165 

A. Bekanntere Exlibris-Meister 166 

B. Minder bekannte und weniger bedeutende Stecher 185 

C. Nichtsignierte Exlil.>ris von unbekannten Ver- 
fertigern 188 

VIII. Kapitel: /.V. Jahrhundert 201 

A. Wappenblätter ohne Rokoko und Allegorien . . 201 

a. Stecher 205 

b. Nichtsignierte heraldische Exlibris 214 

H. Rokoko 223 

a. Die besseren Stecher 227 

b. Nichtsignierte Rokok(.»-Exlil)ri.s 236 

('. Alleg(>rien, Allerlei 245 

;i. Stecher . . 250 

1). Nichtsignierte allegorische Mxlibri.s .... 272 

]). Hibliothek-lnnen-Ansichl(!n 277 

a. Stecher 279 

b. Nichtsignierte Exlibris 2S7 



Inhalt. IX 

Seite 

IX. Kaf>itel: Exlibris von Klöstern und Geistlichen, 15. bis 

19. Jahrhundert 290 

A. Verfertiger dieser Exlibris 292 

a. Klöster 292 

b. Geistliche 293 

B. Kloster-Exlibris 295 

a. Benediktiner 301 

b. Camaldulenser 303 

c. Cisterzienser 303 

d. Praemonstratenser 304 

e. Reguliertc Chorherren 308 

f. Trinitarier 311 

g. Dominikaner 312 

h. Franziskaner 316 

i. Kapuziner ' . 316 

k. Minimen 316 

1. Karmeliten 317 

m. Augustiner 317 

n. Hieronymiten 317 

o. Karthäuser 317 

p. Serx'iten 318 

q. Barmherzige Brüder 318 

r. Piaristen 318 

s. Theatiner 319 

t. Jesuiten 319 

u. Johanniter 321 

V. Deutschorden 321 

\v. Sonstige 324 

C. Exlibris geistlicher Personen 330 

D. Typograi)hische Exlibris von Klöstern und Geist- 
lichen 349 

X. Kapitel: Xcuzeit, nj. Jahrhundert bis iSyi 353 

A. Exlibris-Verfertiger 357 

B. Nichtsignicrte Exlibris 361 

C. Weitere beachtenswerte Exlibris 362 

a. mit Wappen 362 

b. mit anderen Darstellungen 364 

XI. Kapitel: Neuzeit iS-ji—njoi 369 

A. Reinheraldische Exlibris 376 

a. Die hervorragendsten Zeichner 379 

aa. Berufskünstler 379 

bb. Nichtbcrufskünstler, Dilettanten .... 394 

b. Nichtsignicrte heraldische Exlibris .... 398 



I 



X Inhalt. 

Seite 

B. In der Hauptsache nicht heraldische Exlibris mit 
allegorischen und anderen Darstellungen . . . 401 

a. Verfertiger dieser Exlibris 408 

aa. Berufskünstler 408 

bb. Nichtberufskünstler, Dilettanten .... 477 

b. Erwähnenswerte von nichtsignierten Exlibris 482 

C. Rein typographische Exlibris 483 

//. Teil: Spezialitäten 485 

1. Doppel-Exlibris 485 

2. Memorien- und Donatoren-Exlibris 487 

3. Widmungs-Exlibris 489 

4. Historische Exlibris 489 

•5. Ritterschafts-Exlibris 494 

6. Fürsten-Exlibris 495 

7. Exlibris berühmter oder bekannterer Personen 505 

8. Exlibris öffentlicher Bibliotheken 512 

9. Militär-Exlibris 517 

10. Porträt-Exlibris 521 

11. Monogramm-Exlibris 529 

12. Universal-Exlibris 530 

13. ExHbris von Bühnenangehörigen und Musik- 
künstlern 533 

14. Kinder-Exlibris 535 

15. Damen-Exlibris 537 

16. Musik- und Landschafts-Exlibris 540 

17. Allerlei 543 

18. Notariatssignete und Visitenkarten 547 

///. Teil 550 

1. Deutsche Exlibris-Sammlungen 550 

2. Anlage von Exlibris-Sammlungen 558 

3. Deutsche Exlibris-Gesellschaft und -Zeitschrift 561 

4. Verschiedenes (Ausstellungen, Vorträge, Wett- 
bewerbe, Versteigerungen) 563 

5. Deutsche Exlibris-Litteratur 566 

Schluss 574 

Wie ein Bibliothekzeichen aussehen soll 574 

Nachtrag 579 

Sach- und Exlibris-Register 581 

Namensregister der Exlibris-X'crlcrtiger 599 



ABBILDUNGEN. 



Seile 

Titelblatt: lüldebrand Brandenburg, c. i47t>- 

Super-Exlibris Peter Vock von Roscnbcrg, 1608 .... 5 

Koloriertes Blatt: Jakob Hainrichinann, C. 1520 .... 12 
Ta/el mit 30 Wappen abbildun gen, gezeichnet von Professor 

A. M. Hiklcbrandt 2^ 

Dr. Georg Seefried von Wolfg, Kilian, c. 1650 (klein) . . 30 

... (Ero«) . . 31 

Christof Hicron. Krcss von Kressenstein, c. if>50 ... 37 

St. Moritz, Niederalteich, 1622 40 

Sixtus Kapsser, Dr. m,, 1560 (Porträt) 53 

, (Wappen) 53 

Universität Tübingen, c. 1560 55 

Christian A. Gugel von Brand, v, J. Amman, c. 1583 . . 56 

Johann Hebenstreit, I6ij 58 

Seyfricd Pfinzing von Hcnfenfeld, v. M. Zündt, 156g . . 59 

Johann Wilh. Kress von Krcssenstein, c. 1650 60 

Georg Ruprecht, Magister, c. 1770 61 

Adam Birkncr, c. 1740 63 

Rcusch, c. 1757 64 

Christof Krcss von Kressenstein, nach 1530 63 

Johann Baptist Zeyll, v. P. Opel, 1593 71 

Johann Demschwam de Ilradiczin, c. isfiS 74 



Albert Kirchmayer, v. J. P. V. Rauschmayr, c. 1790 ... Si 
Gottlieb Ettlirg, v. J, A. 1-ridrich, 17 «5 



XII Abbildungen. 

Seite 

D. Chr. August Stoelzer, c. 1800 87 

Adolf Schiel, v. E. Doepler d. J. 1893 89 

Oskar von Hase, v. A. von Zahn bezw. L. Nieper, 1875 • 9^ 

K. E. Graf zu Leiningen- Westerburg, V. E. Krahl, 1893 . . 93 

Heinrich Toebing, c. 1498 99 

Unbekannt, c. 1495— 1500 105 

„ M. G. B. H., 1495— 1500 106 

Heyberger, c. 1500 107 

Willibald Pirckheimer, v. A. Dürer, vor 1503 112 

Michael Behaim von Schwarzpach, v. A. Dürer, c. 1509 . 113 

Lazarus Spengler, v. A. Dürer, 1515 115 

Hektor Poemer, aus Dürers Schule, 1525 . . . . . . . 118 

Sebastian von Rotenhan, aus Dürers Schule, 15 18 . . . 121 

Hieronymus Baumgartncr, v. B. Bcham, c. 1530 .... 123 

Hans Scbald Beham, v. ihm, 1544 124 

Wolfgang Pfalzgraf v. Veldenz, Herzog von Bayern, v. V. 

Solis, c. 1559 125 

Veit August Holzschuher, v. J. Amman, 1580 127 

Johann Jakob Märtz, Dr. th., v. J. Amman, c. 1590 . . . 128 

Johann Maicr gen. Eck, Dr. th., v. H. Springinkleer, c. 1518 130 

C. G. Tengler, v. H. Springinklec?, c. 1516 131 

Georg Tannstetter, Magister, v. W. H. Springinklec?, vor 

1516 .133 

Stadtbibliothek Oehringcn, v. L. Cranach, c. 1536—43 . . 135 

Universitätsbibliothek Wittenberg, v. L. Cranach, c. 1536 137 

Stift Benediktbeuern, v. H. Burgkmairr, 15 139 

Hans (oder Fritz) Stromer, v. Chr. Stimmer, c. 1575 . . 140 

Willibald Pirckheimer, v. J. B., 1529 141 

Graf Trapp, v. T. H. V. B., 1569 143 

Heinrich Vogtherr, von ihm, c. 1537 144 

Wolf Chr. von Enzcstorf, v. M. Rota, 1575 145 

Gregor Angrer, Dr. th., v. H. R. 1521 147 

Johann Grcmper, c. 1525 148 

Reinhard Graf zu Leiningen-Westcrljurg, c. 1530 .... 149 

Matthias Bicchner, c. 1542 151 

Wolfgang Seidl, 1543 152 



-Abbildungen. XIII 

Seite 

Isaak Jcger, 1553 153 

Kloster Tegernsee, c. 1556 154 

„ Weissenau, c. 1568 155 

Helmhart J. Freiherr zu Toller, 1571 157 

Sebastian Miliner von Zwairaden, c. 1579 158 

Karl Agricola, Dr. jr., v. J. B., 1588 159 

Wolfgang Andr. Rem von Ketz, 1588 160 

Johann Hektor Zum Jungen, c. 1590 161 

Seitz, 15 162 

Georg Hellwich, 15 163 

von Oelhafen, v. H. Ullrich, 16 167 

Georg Rehm, „ ,, „ c. 1600 168 

Joh. Wilh. Kress von Kressenstein, v. H. Troschel und H. 

Hauer, 16 19 169 

Veit August Holzschuher, v. H. Sibmachcr, c. 1600 . . . 171 

Herzogliche Bibliothek München, v. R. Sadeler, c. 1623 . 172 

Arnold von Reygcr, v. Aeg. Sadeler, 1604 173 

Johann von Liskirchen, v. Cr. v. d. Passe, c. 1602 . . . 174 

Johann Georg von Werdenstein, v. D. Custos, c. 1600 . . 175 

Wilhelm und Klara Kress von Kressenstein, v. R. Custos, 1645 177 

Beilage: (Stich) Kloster Chiemsce, v. L. Kilian, 1637 . . 178 

Kloster Chicmsee, v. W. Kilian, 1654 179 

Pfinzing-Gründlach, v. A. Khol, c. 1650 180 

Sigmund von Birken, Floridan, v. J. v. Sandrart, c. 1670 . 181 

Kloster Tegernsee, v. Chr. J. Stenglin, 1700 182 

Georg Christof von Volckamcr, v. D. Krüger, 1674 . . . 183 

Kloster Seeon, v. J. Chr. Schmischeck, 1634 184 

Freiherr von Landsee, v. I. H. Fickwirtt, 16 185 

Poemer, v. I. G. F. D., 16 186 

Herzogliche Bibliotkek München, 1618 187 

n n „ I618 188 

Joh. Chr. von Engelshofen, 1623 189 

Erhard von Muckenthal, 1634 190 

Christof Fürer von Haimendorf, 1641 191 

Joh. Christof Wolfskeel, 1643 192 

Poemer, 1648 193 

Hans Martin Löffelholz, c. 1650 194 



XIV Abbildungen. 

Seite 

Schcurl, i6 195 

Georg Schroeder, 16 196 

Rittershaus, 16 197 

Georg Christof Holzschuher, 1660 198 

Balthasar von Löwenfeld, 16 199 

Johann Georg Starckmann, Dr. ph. m., 16 200 

Johann Christof Wagenseil, Professor, 16 202 

Konrad Franz Reibelt, J. V. L., c. 1690 203 

Eucharius Gottlieb Rink, Professor, c. 1692 204 

Herzogliche Bibliothek, München, v. J. M. Söckler, 1779 . 208 

Heinrich Christof von Ochsenstein, v. M. Rössler, 17 . . . 209 

Frau von Jeetze, v. S. T. Gericke, 17 210 

J. C. Graf Cobenzl, v. J. A. Schmuzer, 17 211 

Herzog Joh. Wilh. von Sachsen-Eisenach, c. 1722 . . . 213 

Ambrosius Graf von Virmont, c. 1710 214 

Aloys Graf von Harrach, c. 1710 215 

Fürst Philipp Lobkowitz, c. 1725 217 

Fr. L. A. Freiherr von Lerchenfeld, 17 218 

F. W. Baibach von Gastel, 17 219 

Joh. Lconhard von Behr, c. 1728 220 

Chr. Fr. J. von Pauli (1699) 17 221 

von Krafft, 17 222 

Achilles August Lersner, 17 223 

Beruh. Friedr. Rudolf Lauhn, c. 1770 224 

Bartholomeus Jakob Neuss, v. J. E. Nilson, 1752 .... 226 

Johann Reis, Dr. in., v. J. E. Nilson, 1756 227 

Erhard Ricdlin, v. J. A. Fridrich, c. 1750 229 

M. A. Gräfin Fugger, v. J. E. Bclling. c. 1750 230 

J. F. M. Graf von Salcrn, v. J. N. Maag, c. 1780 .... 231 
Stadtbibliothek Kaufl>euren, v. C. F. Hörmann von Guten- 
berg, c. 1740 232 

Bergbibliothek Glücksbrunn, v. J. H. Mcil, 17 233 

H. S. = Hieronymus Schultz, v. J. R. Strachowsky, 1780 . 235 

H. M. von Günderode, v. J. Striedbeck, 17 236 

J. Friedemann Graf von Werthern, c. 1765 237 

K. O. Freiherr von Gymnich, c. 1770 238 

? Schütz von Pfcilstadt, c. 1770 239 



Abbildungen. XV 

Seite 

Johann Daniel Schöpflin, v. J. Weis, c. 1765 240 

Karl Werner Curtius, Dr. m., c. 1760 241 

G. H. A. Koch, c. 1770 242 

Thomas Heinrich Gadebusch, c. 1770 243 

Orientalische Akademie, Wien, c. 1775 244 

Aloys Welfinger, S. J., 1775 245 

Gg. Wilh. Friedrich Löffelholz, c. 1775 246 

A. Chr. Im. Seidl, c. 1770 247 

Evangelisches Kolleg Augsburg, v. L. M. Steinbergcr, c. 1760 249 

Fr. J. F. Brentano, v. J. G. Thelot, c. 1740 251 

Alfons Kennedy, v. Graf La Rosc^e, c. 1769 253 

Johann David Köhler, v. M. Tyroff, c. 1730 254 

L. Fr. A. Freiherr von Lützerode, v. J. F. Volckart, 178. 255 

Joh. Josef Reuss, Dr. m., v. J. G. von Müller, 1779 . . . 256 

Franz Kern, gen. Humser, v. J. F. Beer, c. 1790 .... 257 

Friedrich Karl von Moser, v. H. Cöntgen, c. 1765 . . . 259 

Käth'chen Schönkopf, v. J. W. von Goethe, 1767 . . . 260 

Weller, v. J. M. Bernigeroth, c. 1760 261 

Karl Benjamin Lengnich, Archidiakon, v. K. L. Crusius, 179 . 262 

Luise Gottschedin, v. J. M. Stock, c. 1750 — 60 .... 263 

Daniel Chodowiecki, von ihm, 1777 265 

Alexander Meyer, v. J. W. Meil, c. 1795 267 

J. H. S. Formey, v. J. E. Gcrickc, c. 1760 268 

Jamerai Du Val, v. J. Chr. Winkler, c. 1750 270 

AdmiraUtät und Licentkollcgium Königsberg i. Pr., v. W. P. 

Kilian, c. 1726 271 

Josef Paul von Cobres, c. 1782 274 

Johann Peter Cerroni, c. 1795 — 1800 275 

J. L. Schmucker, Dr. m., c. 1785 276 

Ferdinand von Ilosson, Reichsherold, v. B. J. Weyss, c. 1780 279 

Heinrich Braun, Kanonikus, v. J. M. Soeckler, c. 1770 . . 281 

Joh. Chr. Harrer, Dr. m., v. J. G. Fridrich, c. 1767 . . . 282 

Johann Michael von Loen, v. P. Fehr, 1725 283 

Kloster Mallersdorf, v. Mayr, 17 300 

„ Wessobrunn, v. J. E. Belling. 17 301 

„ St. Blasien, 17 302 

„ Eberbach, 17 305 



• I 



1» 



1» 



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1» 



1> 



XVI Abbildungen. 

Seite 

Kloster Mönchsroth, v. J. H. StÖrcklin, 17 306 

Ursperg, 17 307 

Oberzeil a. M., 175 308 

Sayn, v. E. G., c. 1775 309 

Schlögl, 1698 310 

Diessen, v. A. Schön, 1755 311 

Högelwörth, 1725 312 

Fölling, V. Jungwirth, 1744 313 

Wengen, 1785 314 

„ der Dominikaner, Regensburg, v.J. A. Fridrich, 17 . . 315 
,, der Jesuiten, Mainz, Donatoren-Exlibris des Erz- 
bischofs Daniel Brendel von Hohenburg, 1558 . . . 320 
Deutsch-Orden, Linz, J. Ph. Graf von Harrach, 16 . . . . 322 

St. Peter, Fritzlar, 16 323 

Frauenstift Buchau, M. Th. Gräfin Montfort, 17 325 

Erzbischöfliches Stift- und Regulhaus, Innsbruck, 17 . . . 327 

Stift Thierhaupten, 1587 • . . . . 329 

J. E. von Knöringen, Bischof von Augsburg, c. 1574 . . 337 

O. G. von Gutmann, Suffragan von Köln, 1624 .... 338 

Seb. Dcnich, Bischof, 1672 339 

Sigmund von Kollonitz, Kardinal, Erzbischof von Wien, 

c. 1730 340 

G. Langwert von Simmern, Suffragan von Regensburg, 

1728 341 

Jos. Klem. Herzog von Bayern, Kurfürst, Erzbischof von 

Köln, c. 1710 342 

Klem. Wenz. Herzog zu Sachsen, Kurfürst, Erzbischof von 

Trier, c. 1785 347 

Jesuiten-Kolleg Würzburg, c. 1634 351 

Hans Hübner, Professor, v. J. Hübner, 1868 359 

Bernhard Koehne, 18 365 

Deutscher Exlibris-Verein, von A. M. Hildebrandt, 1892 . 380 
K. E. Graf und M. Gräfin zu Leiningen -Wcsterburg, v. E. 

Doepler d^ J., 1899 381 

Otto Haak, v. G. Otto, 1898 383 

Stift Kremsmünstcr, v. G. Otto, 1893 384 

Oskar Roick, von ihm, 1S99 385 



Abbildungen. XVII 

Seite 

Arthur von Osterroth, v. O. Hupp, 1895 387 

P'reiherr von Lipperheide, v. K. Rickelt, 1894 388 

S. M. Freiherr von Bethmann, v. K. L. Becker, 1889 . . 390 

Heraldische Gesellschaft Adler, Wien, v. E. Krahl, 1887 . 392 

Lydia Freifrau v. Sterneck, v. H. G. Ströhl, 1899 . . . 393 
K. E. Graf zu Leiningen -Westerburg, v. A. Freiherr von 

Fölkersam, 1899 395 

Alfred Freiherr von Dachenhausen, v. Alexander Freiherr 

von Dachenhausen, 1900 397 

Eduard Lorenz Meyer, von ihm, 1894 399 

Philippine Kuhn, v. M. Esterle, 1899 410 

Max Ostenrieder, v. J. Diez, 1901 411 

Dr. Georg Hirth, v. J. Diez, 1899 412 

Margarethe Strauss, v. B. Pankok, 1899 4 '3 

Alois Balmer, von ihm, 1898 414 

Franz Xaver Zettlcr, v. A. Pacher, 1890 416 

Richard Schmidt, v. Helene Varges, 1901 421 

M. A. Klausner, v. Elli Hirsch, 1900 422 

Otto Eckmann, von ihm, 1898 • . . . 424 

Dr. m. Hans Curschmann, v. J. Sattler, 1898 427 

Max Hinterlach, v. P. Voigt, 1898 428 

Beilage (Stich) P. Voigt, von ihm, 1898 428 

Walter von Zur Westen, Assessor, v. K. Schönberger, 1899 431 

E. Uhles, V. R. Knötcl, 1900 432 

F. Altmann, v. G. Barloesius, 1900 435 

Willibald Franke, v. G. Barloesius, 1899 436 

K. G. F. Langenscheidt, v. H. Hirzel, 1900 437 

R. Oldenbourg, v. M. J. Gradl, 1898 440 

Fanny Pfennig, v. Ed. Pfennig, 1900 441 

August Rasor, v. H. Thoma, 1898 443 

B. Lorch, V. F. Schumacher, 1900 445 

Klara und Eduard von Gebhardt, von ihm, 1897 .... 447 

Sigmund Hinrichsen, v. O. Schwindrazhcim, c. 1892 . . . 449 
Ludwig Freiherr von Türcke, v. Francis (Oppenheimer) 

1900 452 

Alfred Heymel, v. H. Vogeler, 1899 456 

H. Schwabe, von ihm, 1901 458 



XVIII Abbildungen. 

Seite 

P, Hugo Schmid, v. B. Wenig, 1899 459 

Brunegger Bibliothek, v. W. W. Sturtzkopf, 1897 .... 460 

Julius Hoffmann, v. A. Erdmann, 1898 461 

Dr. K. G. Bockenheimer, v. Kl. Kissel, 1890 463 

Max Klinger, von ihm, 1896 465 

Dr. W. Erhardt, v. O. Greiner, 1899 467 

Gustav Drobner, v. H. Feldmann, 1897 468 

Konrad Burger, v. Lina Burger, 1898 469 

Richard Grimm, von ihm, 1900 470 

Dr. Hans Löschnigg, v. D. Pauluzzi, 1898 472 

R. M. Rilke, v. E. Orlik, 1897 474 

Magda Gräfin zu Leiningen-Westerburg, v. E. L. Meyer, 

1896 478 

Friedrich Wolf, von ihm, 1862 484 

Bibliothcca Palatina, v. R. Sadeler, 1623 490 

Wilhelm IL, Deutscher Kaiser, v. E. Doeplcr d. J., 1896 . 496 
Kl. Aug. Kurfürst-Erzbischof von Köln, v. B. H. de Brockes, 

1760 499 

Konrad Peutinger, 1516 506 

O. Fürst Bismarck, v. L. Burger, 1895 507 

Histor. Verein der Pfalz, v. A. M. Hildebrandt, 1893 . . 515 

G. Hobsinger, 1539 524 

J. Vennitzer, v. G. D. Heumann, 1730 ........ 525 

Universal-Exlibris, 1489 531 

W. H. u. G. Buderus von Carlshausen, v. P. Voigt, 1897 . 536 

Alice Meyer, v. E. L. Meyer, 1895 539 

Caecilie Wolbrandt, v. K. Wolbrandt, 1898 541 

Hans Lukas von Cranach, v. G. Barlocsius, 1900 .... 543 

Warmholtz, c. 1790 546 

Notariats-Signet W. M., 16 S49 




EINLEITUNO. 

i Schlüsse des 19. Jahrhunderts blickt die 
|in dieser Zeit entstandene, äusserst starke 
iEzlibris-Bewegung, die in historisch- 
1 litterarischer Beziehung Frankreich, Eng- 
land, Deutschland, Oesterreich, Schweden, Amerika, 
Holland, Italien und die Schweiz umfasst, auf eine etwa 
25jährige Entwicklung zurück, deren letzte 10 Jahre 
von besonderem Erfolg gekrönt waren. 

Diese, über 400 Jahre alte, in Deutschland auf- 
gekommene Sitte, seine Bücher mit „Exlibris" zu sichern 
und zu zieren, ist heutzutage allenthalben wieder auf- 
gelebt, und so geziemt es sich wohl, den Ursprung, die 
Blütezeit, den Niedergang und das erneute Wieder- 
Inkrafttreten des alten praktischen Gebrauchs heute 
eingehender zu untersuchen, zumal ein gut Teil Kultur- 
und Kunstgeschichte damit verbunden ist- 

Wieviele, die sich jetzt ein Exlibris machen lassen, 
ahmen nur nach, was sie beim nächsten Bekannten 
sahen oder in Zeitschriften abgebildet fanden, und ver- 
hältnismässig nur Wenige wissen, dass sie damit einer 



2 Einleitung. 

Sitte huldigen, der bereits ihre Vorfahren im 15. Jahr- 
hundert folgten, und die infolge ihrer nützHchen wie 
zierenden Eigenschaften volle Daseinsberechtigung hat. 
Wird die jetzt gerade rapide Steigerung in der An- 
schaffung eigener Exlibris naturgemäss wie bei allen 
epidemisch auftretenden Moden auch sicher wieder ihre 
Minderung finden, so wird doch im Allgemeinen der so 
nützliche Gebrauch, zu neuem kräftigem Leben erwacht, 
nunmehr für alle Zeiten fortbestehen, solange wir Bücher 
und namentlich Privatbibliotheken haben w^erden. Die 
gebräuchlichen und einzig richtigen Bezeichnungen für 
unsere Blätter sind: 

I) „BIBLIOTHEKZEICHEX^S welcher Ausdruck 
seine Erklärung deutlich in sich birgt und den wir, latinisiert, 
schon im 18. Jahrhundert als ,,signum bibhothecae^' vor- 
finden (Exlibris Magister Christian Gottlieb Steinberg, 
Breslau, 1762); im ,, Tagebuch eines deutschen Freiheits- 
kämpfers^' von 18 13— 15 (E. L. Z. VII. S. 67) kommt 
dieser Ausdruck um 1840 zum ersten Mal in der Litte- 
ratur vor; auch der erste deutsche Exlibris-Schriftsteller 
Heinrich Lempertz d. Ae., 1853 — 65, gebraucht ihn aus- 
schliesslich. 

Der manchmal vorkommende Ausdruck „Bücher- 
zeichen" ist eine moderne, ungenaue Erfindung, die 
sehr oft zu Verwechslungen mit ,, Buchzeichen = „Lese- 
oder Merkzeichen'' führt, womit man diejenigen Blätter 
bezeichnet, welche man in ein Buch da einlegt, wo man 
beim Lesen stehen geblieben ist. 

In früheren Zeiten sagte man: Sich ein ,,Wappen" 
oder ein „Kupfer" (— Kupferplatte, Kupferstich) machen 
lassen. Hans Imhof sagt in seinem „Theatrum virtutis 
et honoris" oder „Tugendbüchlein" Willibald Pirck- 



Einleitung. 3 

heimers*' 1606: ,)Dann er sich ein schönes Emblema 
erdacht und aufs Kupfer bringen lassen (von J. B. 1529), 
welches er vielen seinen Büchern nach Gelegenheit 
vomen und hinten inseriert" (E. L. Z. V. S. 43). Alle 
jetzi^^en Exlibris-Schriftsteller von Bedeutung gebrauchen 
nur mehr das Wort „Bibliothekzeichen", oder sagen : 

2) „EXLIBRIS". Dieser Ausdruck rührt daher, dass 
die Inschrift auf diesen Besitzzeichen mit den Worten 
,, Exlibris" — folgt der Name des Besitzers im Genitiv — 
„aus den Büchern des . . . ., aus der Bibliothek des . . . ." 
beginnt. Diese kurze und praktische Bezeichnung ist 
international geworden, auch sie findet sich in den Titeln 
der drei bestehenden Exlibris -Vereine, des englischen, 
deutschen und französischen, sowie in den Antiquariats- 
katalogen. 

3) Als richtige Bezeichnung findet man auch hier und 
da: „BESITZZEICHEN" und „BUCHEIGNERZEICHEN". 

4) Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, 
dass auf 8 Exlibris der Familie von Hase in Leipzig der 
altdeutsche Ausdruck „BUCH-ALMER" erscheint, da dieses 
Wort dem Dr. Oskar von Hase bei seiner Beschäftigung 
mit dem mittelalterlichen Bibliothekswesen für Bibliothek- 
zeichen wiederholt vorgekommen war; „Almer" entstand 
aus armarium, eigentlich Bücherschrank, soviel als 
„wissenschaftlicher Waffenbehälter", Hauptausdruck für 
die mittelalterliche Bibliothek. 

Im Englischen sagt man ausser Exlibris: Bookplates; 
im Französischen: Exlibris und marque de posscssion 
oder de bibliotheque, im Holländischen : Exlibris, Boek- 
merken und Bibliotheck merken. 

Man darf die Exlibris oder Bibliothekzeichen nicht 
mit den teils allegorisch, teils heraldisch ausgestatteten 



4 Einleitung. 

„Buchdrucker- oder Verlegerzeichen" oder „Signeten" 
verwechseln, die meistens auf den Buch t i t e 1 blättern, 
bei alten Werken auch manchmal am Schluss des Buches 
eingedruckt sind ; sie bilden das persönliche Zeichen des 
Druckers oder Verlegers oder das seiner Anstalt und 
gehören zu jedem aus der gleichen Officin hervor- 
gegangenen Buche. 

Auch darf man die meist kleinen typographischen 
Zettelchen, die in den oberen oder unteren Ecken des 
inneren vorderen oder hinteren Einbands kleben, nicht 
für Exlibris halten; dies sind Adressen angaben des Buch- 
binders, der das betreffende Buch gebunden hat. 

Dagegen sind bei den Exlibris mit einschlägig die 
sogen. „SUPEREXLIBRIS" = Aussenbibliothekzeichen, 
die auf der äusseren Seite eines Bandes den Besitzer 
dadurch nennen, dass man dessen Wappen oder Namen 
oder Anfangsbuchstaben in Golddruck, Blinddruck oder 
polychrom in den äusseren Deckel einpresste ; künstlerisch 
stehen die älteren Superexlibris meist nicht so hoch als 
manche Bibliothekzeichen des i6. und 17. Jahrhunderts; 
die Blütezeit der Deckelpressungen fällt in Deutschland 
ins 15. und 16. Jahrhundert, in Frankreich standen und 
stehen heute noch diese „reliures" oder „fer de reliures" 
in hohem Ansehen. Als gutes Beispiel sei hier (S. 5) das 
Superexlibris des Peter Vock von Rosenberg von 1608 
abgebildet, das den Besitzer in Rüstung mit dem 
Schildbild auf dem Brustpanzer und der Rose als Helm- 
zier zeigt. 

Nicht immer sind jedoch diese Deckelpressungen, 
z. B. im 16. Jahrhundert, auch Besitzzeichen ; denn oft- 
mals, besonders bei Büchereinbänden Leipziger Herkunft, 
verzierte man die Deckel der Ledereinbände mit Porträts 



Einleitung. g 

und Wappen hervorragender Fürstlichkeiten (z. B. Sachsen) 
oder Zeitgenossen (Luther etc.), deren Metallstempel vor- 
rätig gehalten und beliebig als Buchschmuck verwendet 




Superexlibtis von PctcrVock von Rosenberg (I60S). 



wurden. Solche Deckelpressungen sind dann natürlich 
nur Verzierungen und keine Superexlibris. 

Eine eigentümliche Art von Eigentumsbezeichnung 
findet sich im 1 6. Jahrhundert in Rostock; es sind 4 Bei- 



Einleitung. 



&â–  



spiele davon erhalten (E. L. Z. IV. S. 6 u. 89), dass 
man den Namen in die oberen und unteren Metall- 
schliessen des Einbands eingravierte; diese Sitte scheint 
sich aber über Rostock hinaus nicht weiter verbreitet 
zu haben. 

Mit der Hand ^^j^Är^VÄ^«^ Eigentumsvermerke finden 
sich schon im 14. Jahrhundert; doch sind diese im 
Allgemeinen ohne besonderes IntereSse, ausgenommen 
sie rühren von einer historisch bekannteren Person her, 
oder sie sind mit Wappen oder künstlerischen Initialen 
versehen. 

Die ZWECKE eines Bibliothekzeichens oder Exlibris 
lassen sich genau bezeichnen; in erster Linie soll es das 
Buch sichern, d. h. das in einem Buch klebende Ex- 
libris verkündet dokumentartig den rechtmässigen Besitzer 
und es soll den Entleiher beim Oeffnen des Deckels 
mahnend erinnern, dieses Buch seinem rechtmässigen 
Besitzer, den eben das Exlibris nennt, zurückzugeben. 
Sieht man von den berüchtigten absichtlichen Bücher- 
räubern ab, so weiss Jedermann, dass entliehene Bücher 
oft lange in einem Bücherschranke des Entleihers ohne 
dessen schlechte Absicht vergessen ruhen ; befindet sich 
ein Exlibris im Deckel, so ist die frühere oder spätere 
Rückgabe des Buchs leicht ausführbar; ist dies aber 
nicht der Fall, so wird Jemand, der z. B. zu Studien- 
zwecken viele Bücher zu gleicher Zeit zu entleihen 
pflegt, oft schon nach einem halben oder ganzen Jahre 
vielleicht nicht mehr genau wissen, wohin er ein oder 
das andere Buch zurückzugeben hat. Aus Versehen in 
andere Bibliotheken gekommene, bei Revisionen oder in 
Nachlässen gefundene fremde Bücher können durch die 
Beweiskraft eines Exlibris wieder an den richtigen Ort 



Einleitung. 7 

zurückgeleitet werden ; oder bei Bücherdiebstählen bildet 
das Bibliothekzeichen, wenn es noch nicht entfernt ist, 
eine Art Beweis gegen den Büchermarder zu Gunsten 
des rechtmässigen Eigentümers. 

Aus dem vorstehend Gesagten erhellt einerseits der 
Nutzen und der Vorteil eines Bibliothekzeichens, anderer- 
seits aber auch die (nicht immer beachtete) Notwendig- 
keit, dass sich auf jedem Exlibris in erster Linie der 
Name des Besitzers und nicht nur allgemeine Darstell- 
ungen oder anonyme Wappen befinden sollen. Die 
Nennung des Namens auf dem Exlibris sichert ein 
Buch am besten. 

Der zweite Zweck ist der, ein Werk zu zieren; 
wer, wie jeder Bibliophile, seine Bücher liebt, wird in 
jedem Bande ein individuell zu seiner Person passendes 
kleines Kunstwerkchen vorziehen, an Stelle eines meist 
schlecht geschriebenen Namenszugs oder gar eines häufig 
nicht genau oder nicht deutlich eingedruckten Schwarz- 
oder Blau-Stempels, welch letzterer wohl für eine Staats- 
bibliothek von über lo oder looooo Bänden passen mag, 
nicht aber für eine Privatbüchersammlung, die nur selten 
über einige tausend Bände hinausgehen wird. Ein nach 
den besonderen Wünschen des Bestellers ausgeführtes 
Exlibris knüpft, wenn es erst in ein Buch eingeklebt 
ist, kraft der Art der bestellten Zeichnung und der 
mannigfachen, in letztere hineingelegten Beziehungen, 
ein enges Band zwischen Buch und Besitzer, das 
sich sogar auf erbende Familienangehörige und 
Freunde ausdehnt. Es liegt eine gewisse Intimität 
sowie eine Individualisierung vor, die die Bücher einer 
Bibliothek und den Eigentümer enge vereinigt und 
auch oft nach langer Zeit Schlüsse auf den Charak- 



8 Einleitung. 

ter, den Geschmack und das Studium des Exlibris- 
besitzers zulässt. 

Eine Gefahr für die Schönheit eines Blattes liegt 
vor, wenn die Zeichnung einem minder fortgeschrittenen 
Dilettanten überlassen wird, der es vielleicht recht gut 
meint, dem aber das Können oder die Anerziehung 
künstlerisch feineren Geschmackes fehlt. Verzeichnungen, 
Ueberladungen , unschöne Anordnung, Fehler werden 
die Folge sein. Anders liegt die Sache, wenn be- 
rufene Zeichner und Künstler das Exlibris auszuführen 
haben; dann werden diese Blätter wirkliche „Zier- 
den" eines damit versehenen Buches sein; ich er- 
innere nur an Namen wie Dürer bis Doepler, Cranach 
bis Klinger! 

Signierte, d. h. mit dem Namen oder Monogramm 
des Stechers oder Zeichners versehene Blätter werden 
jedem Kunsthistoriker und Sammler willkommener sein, 
als nicht bezeichnete, bei denen man nur auf Vermutungen 
oder Vergleiche mit Blättern ähnlichen Charakters an- 
gewiesen ist. Die Signierungen sind meist sichere Beweise 
für die Autorschaft eines Blattes, das, wenn es z. B. 
von einem bekannteren Meister oder Kleinmeister 
herrührt, nicht nur höheren pekuniären, sondern viel- 
mehr höheren künstlerischen, ideellen und Schönheits- 
Wert hat. 

So sind auch datierte Blätter sympathischer als 
undatierte. Wenn ein in Stilperioden erfahrener Kenner 
wohl fast jedes Blatt bis auf lo — 20 Jahre seiner Zeit 
wird taxieren können, so fällt dies dem Laien schon 
erheblich schwerer; auch zieht man einen sicheren, 
gewissermassen urkundlichen Beweis einer Berechnung 
und Vermutung vor. 



Einleitung. 9 

Der Platz, an dem man die Exlibris eingeklebt 
findet, ist verschieden : Hauptsächlich im inneren Vorder- 
deckel, doch auch hie und da im inneren Hinterdeckel, 
bei Doppel- Exlibris in beiden; femer auf dem Vorsatz- 
blatt, oder auf der Rückseite des Titelblatts, sowie ein- 
gedruckt auf der Rückseite desselben, sowohl mittels 
Holzstöcken, als auch Kupferplatten; weiters auch als 
besonderes Blatt ntiteingebunden. 

Was sonst alles über Exlibris zu sagen bleibt, ist 
in den nachfolgenden Einzelabteilungen behandelt, wes- 
halb auf diese verwiesen sei. 




1. TEIL. 
ALLGEMEINES. 




I. KAPITEL. 

HERSTELLUNGSARTEN. 

rünglich wurden die, die späteren Exlibris 
] vertretenden Eigentumsvermerke, ausser ge- 
wöhnlichen Einschreibungen vorwiegend Wap- 
I pen, mit der Hand einzeln eingezeichnet und 
eingemalt; als nach Erfindung der Buchdruckkunst durch 
Johannes Gutenberg, Mainz, um 1450, eine Vervielfältigung 
auf mechanischem Wege möglich und gegeben war, tritt 
zunächst der Holzschnitt, die Formschneidekunst hervor. 
Diese älteste Art ist bis heute die empfehlenswerteste 
geblieben, da sie eine Darstellung in flottem und deutlichem 
Strich bei kräftigen Umrissen ermöglicht und den ursprüng- 
lichen Charakter der aufs Holz gezeichneten Original- 
zeichnung, die Manier und das Charakteristische des 
Künstlers am besten wiedergiebt. Der Holzschnitt kommt 
zwar schon im 10. Jahrhundert bei den Chinesen und 
in Deutschland im 14. Jahrhundert vor, der älteste dalirie 
ist von 1423; es wird auch an die BlockbUcher des 



Herstellungsarten. I I 

15. Jahrhunderts erinnert; doch wurde der Holzschnitt 
erst im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts von Be- 
deutung und erreichte seine höchste künstlerische Aus- 
bildung am Anfang des 16. Jahrhunderts unter Albrecht 
Dürer. Zeichner und Holzschneider waren manchmal 
eine Person, doch dürfte die Regel gewesen sein, dass 
ein besonderer Holzschneider die Zeichnung eines Anderen, 
des Malers oder Zeichners, ausführte. Für den Holzschnitt 
besonders thätig waren Albrecht Dürer, Hans Holbein 
d. J., Lukas Cranach, Hans Burgkmair, Hans Baidung 
Grün, der Engländer Bewick, der Eriinder des modernen 
Holzschnitts, bis herauf zu Ludwig Richter und Hugo 
Bürkner, von denen Allen Exlibris herrühren. 

Die Holzschnitt-Exlibris kommen hauptsächlich in 
schwarzem, seltener in braunem Abdruck vor, jedoch 
auch — und dies gilt insbesondere für Deutschland — 
häufig ;;/// der Hand bemalt; teils roh und flüchtig von 
unkundiger Hand, teils sauber und mit künstlerischem 
Gefühl. 

Am meisten wurde der Holzschnitt bei Exlibris im 
15. und 16. Jahrhundert angewandt; neuerdings finden 
sich ebenfalls wieder in Holz geschnittene Bibliothek- 
zeichen *). 

*) Prächtige Beispiele alter Holzschnitt - Exlibris sehen wir in der 
deutschen Exlibris-Zeitschrift, Jahrgang I— XI, wo zahlreiche hand- 
bemalte und schwarze Exemplare in tadelloser Treue wiedergegeben 
sind, so z. B. in II. 2 Radigunda Gossenbrot, geb. Eggenberger c. 1502, 
in II. 3 Christof Scheurl c. 1500, und Wiguleus Hundt von Lauterpach 
1556, im III. I Joh. Ras gen. Koester 149 1, Propst Georg von Heilig- 
kreoz, Augsburg 1567, in III. 2 Tannstetter c. 1485, in III. 4 Vitus 
Tuthsenhauser 1542, in IV. 3 W. Hering 1536 und K. Peutinger 15 16, 
in IV. I und V. 4 Weihbischof M. Vatli von Konstanz 1529, Johann 



1 2 Allgemeines. 

Hier folgt ein gutes Beispiel aus der Sammlung des 
Verfassers: Jakob Hainrichmann, Kanonikus zu Augsburg, 
c. 1520, dessen kräftiger, sauber kolorierter Holzschnitt 
seinen Wappenschild zeigt; »S. M. C.« auf dem Täfel- 
chen bedeutet die Anfangsbuchstaben seines Wahlspruchs 
»Spes Mea Christus«; »D. V. I. H.« löst sich in Jako- 
bus Hainrichmann, Divini Verbi auf. 

Die nächstwichtigen Arten der Herstellung von 
Exlibris sind Kupferstich und Radierung^ welche bereits 
seit Anfang des 16. Jahrhunderts gefährliche Neben- 
buhler der Formschneidekunst wurden und die eine viel 
feinere Ausführung des Gegenstandes ermöglichten. Der 
Kupferstich ist um 1440 in Südwestdeutschland erfunden 
und das älteste bekannte datierte Blatt (kein Exlibris) 
ist von 1446. In dieser sog. Kleinkunst ragen, eben- 
falls mit Bezug auf Exlibris: Albrecht Dürer, Barthel 
und Sebald Beham*) hervor, dann Virgil Solis, J. Am- 
man, H. Ullrich, H. Troschel, M. Zündt, A. Khol, die 
Custos, die Sadeler, H. Sibmacher, J. E. Ridinger, die 
Familie Kilian , ferner G. D. Heumann, J. E. Nilson, 
M. Bernigeroth, J. W. Meil, J. Striedbeck, D. Chodo- 
wiecki, die Cöntgen, die Fridrich, M. Tyroff, J. G. von 
Mueller, bis herauf zu W. Unger, C. L. Becker, M. Gube, 
F. Halm, M. Klinger, O. Greiner, H. Vogeler. 



Stabius c, 1530, K. Kentmann 1532, in V. 2 Augsburger Siadtbiblio- 
thek c. 1530, in V. 3 Bischof Urban von Gurk 1572, in V. 4 Bischof 
Hugo von Konstanz c. 1520, in VI. 3 Hektor Poemer c 1520, in VII. 
4 J. C. Scherb 1598, in VIII. 3 M. Pfintzing d. Aelt. 1548, in VIII. 
4 ü. Byrgl c. 1560. 

*) Der bedeutendste englische Exlibris-Kupferstecher C \V. Sher- 
born in London richtete sich in seinen hervorragenden Exlibris oft nach 
den deutschen Meistern Dürer, H. S. Beham, Aldegrever, M. Le Blond, 
Virgil Solis etc. Auch G. W, Eve hat an ihnen mit Erfolg gelernt. 



Herstellungsarten. 1 3 

Neben dem Holzschnitte blühte der Kupferstich am 
künstlerischsten im 16. Jahrhundert; er wurde auch im 

17. und 18. fast ausschliesslich angewandt. Wenn er 
auch im Anfang des 19. Jahrhunderts noch oft vorkommt, 
so ist doch ein Rückgang in der Zahl wie in der Technik 
und in der Schönheit der Ausführung zu verzeichnen. 
Nach 187 1 griff man auch bei den Exlibris wieder auf 
den neuerdings hochgeschätzten Kupferstich und die 
Radierung zurück, wenngleich diesen beiden Arten in 
den billigeren modernen Vervielfaltigungsmanieren er- 
folgreiche Rivalen entstanden sind. Doch ist immerhin 
seit 1871 eine stattliche Anzahl moderner und hervor- 
ragender Stiche zu verzeichnen, die nur in Einem, näm- 
lich in der Zahl, von England übertrofFen werden*). 

Der verwandte Stahlstich ist nur bei ganz wenigen 
Exlibris nachzuweisen, während Steindruck^ Lithographie, 
bei vielen Bibliothekzeichen des 19. Jahrhunderts, be- 
sonders in letzer Zeit benützt wurde. Am Schluss des 

18. Jahrhunderts von AI. Senefelder-München erfunden, 
ist der Steindruck heute auf eine sehr hohe Stufe der 



*) An ausgezeichneten Abdrücken von den altoi Originalplalien 
bringt die deutsche Kxlibris-Zeiischrift gute IJeispicle , so in VI. 4 II. 
liaumgarlner c. 1530 (von B. Keham), I\'. 4 Ilaller von Raitenbuch 
c. 1600, III. 4 G. S. Cloler d. Aelt. und d. J. c. 1617 und 1643, IV. 

1 M. Gerum c. 1640, V. 3 S. von Birken c. 1670 und Fr. l-'rhr. von 
Ncsselrode c. 1695, IV. i J. M. von Slall)urg c. 1719, VI. 3 Stift 
Kaisern 1S74 etc. An modernen Stichen, ebenfalls von <len Original- 
platten: HI. 4 C. L. Becker (von diesem) 1S93, III, 3 Adolf und 
Albertine Bichofen von Kcht, i'iS'j und 1S03 (^von C. L. Becker). IV, 

2 und IV, 3: 8 Exlil)ris der kai'ierlichen Keichsdruckerei Berlin, 1894 
(von \\ Voigt), Vir. I \V. Bode, ivS<)7 (^von M. Klinger), IX. i W. 
Feising, 1S9S (von Fr. Stassen), IX. 4 Helene Schuesslcr, iSuy (^von 
L. Kühn). 



1 4 Allgemeines. 

Vollendung gebracht. Die beiden Firmen Dr. C. Wolf 
und Sohn, Hof- und Universitätsbuchdruckerei, München, 
und Hoflieferant C. A. Starke, Görlitz, haben eine Reihe 
sehr schöner Bibliothekzeichen in dieser Technik ge- 
fertigt. 

In der Neuzeit werden ausser den vorgenannten 
Verfahren noch alle neueren Erfindungen des 19. Jahr- 
hunderts zur Herstellung von Exlibris benützt, so 
Photographic , Photolithographic , Chromolithographie^ 
Heliogravüre y Glich es von Zinkätzung, Phototypie-Strich- 
ätzungy Autotypie 'Netzätzung u. s. v^\ 

Auch einige ganz neue Techniken seien noch kurz 
erwähnt: Das direkte Eindrucken der Exlibriszeichnung 
auf die inneren Buchdeckel oder das Vorsatzblatt ver- 
mittelst Schablonen^ d. h. geätzter Patronen^ welche Ernst 
Berger, München , für eine Reihe Münchener Exlibris 
(Betty Adler, Dr. Keyssner, Dr. Stieler etc.) anwandte 
(vergl. E. L. Z. VIII. 2). Die ältesten mir bekannten, 
mit ausgeschnittener Schablone ausgeführten Exlibris 
sind drei Blätter aus Frankreich oder der französischen 
Schweiz oder dem Elsass, in Rot- und Schwarzdruck, 
Dr. j. E. Hardy, 1747, ferner ein ebenso schabloniertes 
in Rot- und Gründruck, Dr. j. G. J. de Bridoul, c. 1750, 
und ein Exlibris Duch6, Frankreich, c. 1770; neuerdings, 
1899, sind solche Schablonen in Dorpat von Anna von 
Wahl für Familienmitglieder ausgeführt worden; Muster 
für Scliablonen-Exlibris, 1897, von Miss Waldron, linden 
sich in der deutschen Zeitschrift »Dekorative Künste 
(München, I. 2. S. 87). 

F'erner schuf der bekannte Maler Hans Thoma in 
Frankfurt a. M., nun Direktor der Kunsthalle in Karls- 
ruhe i. B., sowie Otto Köhler, Berlin, nach dem Vor- 



Herstellungsarten. I ^ 



"o 



bilde des Steindrucks Exlibris, deren Originalzeichnungen 
auf Aluminiumplatten — Algraphie — hergestellt wur- 
den, Fräulein M. Fiedler, Dresden, solche ^wi Zinkplatten y 
und O. Schwindrazheim, Hamburg, ätzte sogar eine 
Exlibris-Zeichnung auf Glas, 

Auf alle Techniken vom Holzschnitt bis zum Zink- 
clich6, bezw. auf deren genaue Beschreibung näher ein- 
zugehen, verbietet der Raum ; man findet das Einschlägige 
in jedem Kunsthandbuch. Es sei nur bemerkt, dass der 
Kupferstich das Teuerste, das Zinkclich^ das Billigste 
zur Herstellung von Exlibris ist. 

Für die hier genannten Arten finden sich in den 
1 1 Jahrgängen der deutschen Exlibris-Zeitschrift zahl- 
reiche Beispiele, die hier nicht alle einzeln erwähnt 
werden können. Ausserdem bietet dieses Buch selbst 
in seinen Abbildungen genügendes Material zum Ver- 
gleichen. 

Schliesslich sei noch der Vollständigkeit halber er- 
wähnt, dass in Deutschland im 17., wie in England im 
18. Jahrhundert Beispiele vorkommen, dass Personen 
Oblatsiegel mit ihren Ringen in ihre Bücher druckten; 
sogar Siegellacksiegel fanden sich. War der Grund auch 
manchmal der Mangel an einem eigenen Exlibris, so 
trifft sich der Fall eines Oblatsiegelstempels bei dem 
deutschen Exlibris »J. F. J. D.«, 18. Jahrhundert, auch 
neben und zugleich mit dem in Kupfer gestochenen 
Wappen - Exlibris. Der Betreffende glaubte wohl da- 
durch die Beweiskraft des Eigentums zu erhöhen. Ein- 
gebürgert hat sich diese unpraktische und unschöne 
Sitte nicht. 

Auch schwarze Abdrücke von Eisenschnitten (17. 
Jahrhundert) und schwarze und blaue von Messing- 



1 6 Allgemeines. 

stempelt], den Vorläufern unserer heutigen Gummistempel, 
giebt es ; man hat sogar die für Abdrücke auf die Aussen- 
seiten der Ledereinbände bestimmten Metallstempel der 
Super-Exlibris auch schwarz auf Papier abgedruckt und 
dieses eingeklebt, z. B. Erhart Volt, Abt zu KremsmUnster 
1587. Solche Metall-, Gummi- etc. Abdrücke sind aber 
meist unkünstlerisch, unschön und undeutlich. 

Schliesslich seien noch die Prägestempel unserer 
Zeit genannt, die man selbst mit einer Stanze ins Vorsatz- 
blatt einschlug; z. B. : Dom Pedro August Prinz von 
Sachsen-Coburg-Gotha , c. 189a, Krone mit Umschrift, 
die wie bei Briefbogen erhaben aus dem Papier hervor- 
traten; oder man stellte geprägte Exlibris auf kleinen 
quadratischen Zetteln her, die man dann einklebte, z. B. : 
F. Berg, 1900 (in Blau auf Weiss, und in Gold auf Weiss). 




11. KAPITEL. 

ÜBER DEUTSCHE UND ENGLISCHE 
HERALDIK*). 




jl a die deutschen Exlibris vom 15. Jahrhun- 
Idert an bis zur neusten Zeit zu einem sehr 
I beträchtlichen Teile mit Wappen geschmückt 
jjsind, so ist es unerlässlich, die deutsche 
Heraldik hier mit zu berühren; ein Vergleich mit 
der nahverwandten , doch aber verschiedenen eng- 
lischen Heraldik wird auch manchen deutschen Leser 
interessieren. 

Das Wappen wesen dürfte wohl in Frankreich 
seinen Ursprung genommen haben und war dort 
in hohem Maasse ausgebildet. Was heute dort da- 
von übrig blieb, ist nur mehr ein Schatten der alt- 
mittelalterlichen, heraldischen, schönen Komposition von 
Siegeln und Wappen. Wenn auch, trotz der republi- 
kanischen Staatsform, heutzutage noch eine fast auffallende 

•) UenUiile Quellen: Professor Ad. M. Hildebrandls Wappcnfibel, 
F. Warneckes und Professor E. Doeplers d. J. heraldisches Handbuch, 
H. G. Siioehia Heraldischer Alias, H. G, Strochls AtiLkel in „Kunst 
und Handwerk", Wien 1899. 11. 7. 



1 8 Allgemeines. 

Freude an Wappen {gerade in Frankreich herrscht, so 
werden doch dort bei der Zeichnung eines alten oder 
neuen Wappens jetzt viele Fehler gemacht und Stile, 
Perioden und Jahrhunderte so durcheinander gemengt, 
dass man von einer Beachtung heraldischer Hauptregeln 
in Frankreich nicht mehr oder nur in Ausnahmefällen 
reden kann. Der Grund hiefür ist in erster Linie in 
dem Mangel eines inodernen heraldischen guten Hand- 
buchs in Frankreich zu suchen, das die altcji^ guten 
Muster und Hauptregeln wieder zu allgemeinerer Kennt- 
nis bringt und den Ballast hässlicher, jüngerer Zuthaten 
über Bord wirft. Man hält sich dort zu sehr an zopfige 
Regeln und vernachlässigt dabei die künstlerische und 
stilistische Seite der Heraldik. Anders liegt dies in 
Deutschland und England ^ deren Heraldik viel Ver- 
wandtes in sich birgt. Namentlich in den Hauptregeln 
und in denen des Mittelalters ähnelt sich das Wappen- 
wesen beider Länder sehr. Nur in den letzten zwei Jahr- 
hunderten ist die englische Heraldik in engere Fesseln 
gelegt worden, und viele nun feststehende Regeln sind 
hinzugekommen, während hierin in Deutschland mehr 
Freiheit geblieben ist und es hier genügt, die alten 
Hauptgrundsätze im Auge zu behalten. Beide Länder 
haben im Wappenwesen Ende des i8. und Anfang des 
19. Jahrhunderts gleichzeitig einen Niedergang in der 
Schönheit der Wappendarstellung und im Geschmack zu 
verzeichnen, was eben der Mode und dem Zeitgeist jener 
Periode entspricht. Und bei beiden Ländern ist auch, bei 
Deutschland etwas früher als England, im letzten Viertel- 
jahrhundert eine gemeinsame Rückkehr zum guten alten 
Geschmack, zum älteren Stil bemerkbar, was der 
Schönheit der Darstellung nur nützlich ist; ich erinnere 



über deutsche und englische Heraldik. 19 

bezüglich Englands nur an Namen wie Father An- 
selm Baker, C. W. Sherborn , G. W. Eve, J. Vin}»^- 
comb etc. 

Um auf Einzelheiten und Verschiedenheiten deutscher 
und englischer Heraldik einzugehen, sei bemerkt, dass es 
nicht deutsche — das Gleiche gilt für Oesterreich und die 
Schweiz — , aber speziell englische Sitte ist, das Zimier 
(Helmzierde), Crest mit Wulst gleich auf den Schild zu 
setzen; in Deutschland gilt als logische Regel, dass ein 
Zimier, eine Helmzier, nicht allein steht und nicht 
ohne Helm und Helmdecken darzustellen ist, da es auf 
dem Helme, wie es in Wirklichkeit war^ festgebunden, 
festgeschraubt oder festgenietet zu denken ist. Ausnah- 
men, und zwar nach englischem Vorbild, sind natürlich 
auch auf deutschen Wappenzeichnungen und Exlibris 
festzustellen; jedoch lässt sich der Grund hiefür meist 
leicht nachweisen; denn einesteils war es zu Anfang des 
19. Jahrhunderts in Deutschland oft beliebt, etwas Aus- 
ländisches nachzumachen, nur weil es ausländisch war, 
— ein Fehler, der in den letzten 30 Jahren immer mehr 
.schwand — andernteils verrät die Herkunft und Heimat 
der Blätter die Gründe der Nachahmung auswärtiger 
Mode; so wurden z. B. hamburger und hannoversche 
Exlibris aus Rücksichten der Verwandtschaft oder der 
Handelsverbindung und infolge der dadurch bedingten 
Reisen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts oft in 
London hergestellt, daher die englische Mode auf deut- 
schen Bibliothekzeichen innerhalb der ersten 60 Jahre 
des 19. Jahrhunderts. Dies sind aber Ausnahmen, und 
»Ausnahmen bestätigen die Regel« bekanntlich. 

Das Vorhergesagte gilt auch für das in England oft 
vorkommende »/;/ der Luft Schweben^ des Ziiniers = 



20 Allgemeines. 

Crests über dem Schilde, während die deutsche Sitte 
dessen Festsitzen auf dem Helm verlangt. 

Eigenartige, rein englische Schildformen sind ferner 
der oben dreispitzige Dreiecksschild (late Georgian oder 
spadeshield, die englische Pelta) und die Eisenhutform 
(modern oder die sinker), welche es, ausgenommen in 
der Nachahmungsperiode in der ersten Hälfte des 19. Jahr- 
hunderts, in Deutschland nie gab. 

Die Stellung der Helme ist in Deutschland ohne 
Bedeutung und Unterschied für besondere Stände. In 
England dagegen gelten in der Neuzeit folgende Regeln, 
die aber auch in der guten alten englischen Heraldik, 
auf alten dortigen Monumenten, noch nicht massgebend 
waren : 

Königliches Haus: Goldener Helm, vorwärts ge- 
richtet, mit 6 bars oder Spangen. 

Herzog : Silberner Helm mit Gold geziert, seitwärts, 
mit 5 bars oder Spangen. 

Marquis (Earl, Graf), Viscount u. Baron : Seitwärts 
gewendet, mit 5 bars oder Spangen. 

Baronet, Knight: Stahlhelm mit Silber dekoriert, 
vorwärts, mit offenem Visier, ohne bars (Spangen). 

Esquire: Stahlhelm, seitwärts, mit geschlossenem 
Visier. 

Diese Unterschiede in der Richtung des Helms 
kennt die deutsche Heraldik nicht. Sie hat hier nur 
zwei Regeln: a. Sind mehrere Helme vorhanden, so sieht 
der mittelste (Haupthelm) geradeaus, die zwei oder meh- 
reren äusseren nach dem mittelsten, also die rechts- 
stehenden nach links oder halblinks, die linksstehenden 
nach rechts oder halbrechts; und b, Helm und Zimier 
richten sich in der Zeichnung nacheinander, d. h. lässt 



über deutsche und englische Heraldik. 2 I 

sich das Zimier zeichnerisch nicht seitwärts darstellen, 
so muss der Helm geradeaus gerichtet sein und umge- 
kehrt. Jedenfalls ist es in Deutschland heraldisch und 
logisch unzulässig, einen Helm geradeaus und das Zimier 
darauf seitwärts zu richten; denn das Zimier sitzt auf 
dem Helm fest und dreht sich 7nit diesem! Die deutsche 
Regel verlangt : Helm und Helmzierde müssen eine Rich- 
tung haben. 

Sonst ist es dem Besteller oder Zeichner überlassen, 
dem Helm eine Stellung zu geben, die ihm für die 
Schönheit und den Stil der Zeichnung erforderlich er- 
scheint; aus einem offenen Adlerflug, d. h. mit zwei Flü- 
geln, bei vorwärts gekehrtem Helm wird bei der Seit- 
wärtsrichtung desselben ein geschlossener Flug, d. h. 
man sieht nur einen Flügel oder den zweiten dahinter 
nur halb. 

Man kann für Deutschland nur von einem feststehen- 
den Helm reden, dem sog. Königshelm, der golden und 
mit offenem Visier dargestellt wird; diese französische 
Erfindung kam jedoch erst im i8. Jahrhundert nach 
Deutschland, wurde aber von Kaiser Friedrich III. als 
Kronprinz — mit Recht — nicht mehr befolgt, dessen 
Reitersiegel einen Stechhelm zeigt, und ebensowenig von 
Kaiser Wilhelm IL, dessen von ihm bestimmter Helm 
(mit Helmschmuck) der alte deutsche Spangenhelm ist. 
Auch bei Bayern und Sachsen sieht man diesen Helm 
nicht mehr. 

Die Zahl der Spangen am Spangenhelm ist in 
Deutschland keine feststehende und wechselt je nach 
Platz und Grösse beliebig zwischen 5 und 7 Spangen. 

Die Zahl der Helme bedeutet in Deutschland keinen 
bestimmten Rang, sondern sie ist eine historische Folge 



-? ^ 



Allgemeines. 



der zum Stammbesitz durch Eroberung, Erbschaft, Hei- 
rat, Kauf etc. hinzugekommenen neueren Besitzungen 
und deren Wappen. Ebenso bedeuten in Deutschland 
z//V/feIdrige Schilde nur in geringerem Masse, d. h. in 
zweiter Linie, Abstammungen und Verwandtschaften; 
sie besagen vielmehr die Mehrung im Besitz durch 
hinzugekommene Güter, Herrschaften und Provinzen, 
deren ursprüngliche, meist Familien-Wappen zum alten 
Stammwappen vom 15. Jahrhundert an hinzugefügt 
wurden. 

Beim sog. niederen Adel kommen vielfeldrige Schilde 
fast nur in Diplomwappen vor, ohne Beziehung auf Ab- 
stammung etc., bei gräflichen und freiherrlichen be- 
ziehen sich die Figuren in mehrgeteilten Schilden bis- 
weilen auf die Familie der Mutter des Begnadeten oder 
auf irgend eine der Erhebung zu Grunde liegende That- 
sache, oder sie bilden einen Teil des landesherrlichen 
Wappens (sog. Gnadenzeichen). Zuweilen sind sie ganz 
willkürlich. Während z. B. der Schild eines Esquires 
in England oft 30 und mehr Felder enthält, zeigen in 
Deutschland nur einzelne Wappen von Staaten und einige 
von älteren, besitzreichen Familien mehr als vier und 
fünf Felder. 

Alte deutsche Familien greifen heutzutage mit Vor- 
liebe zur Darstellung nur ihres alten Stammwappens, 
unter Weglassung der erst in den letzten Jahrhunderten 
hinzugekommenen (oft wieder verlorenen) Besitzungen. 
Die alte Regel gilt heutzutage wieder: Je einfacher das 
Wappen, desto älter und desto schöner sieht es aus. 

Während in England der Erstgeborene seinem 
väterlichen Schilde als Zeichen seiner Erstgeburt einen 
Turnierkragen (französisch : lambel , englisch : label) 



Ober deutsche und englische Heraldik. 23 

beifügt*), d. h. dem Schilde auflegt, gilt der Turnier- 
kragen, ein sogen, Beizeichen, in Deutschland, einer 
rheinischen Sitte folgend, als Zeichen der jüngeren Linie 
eines Hauses; er wird aber heutzutage fast gar nicht 
mehr angewandt. 

Die Schildhalter sind in Deutschland — ausgenom- 
men in denjenigen Wappen, in denen sie in der neueren 
Zeit ausdrücklich mitverliehen wurden — nicht unbe- 
dingt feststehend, vor allem aber nicht so mannigfaltig, 
wie in England, wo der Kolonialbesitz manches auslän- 
dische Tier zum Schildhalter schuf. In England dagegen 
sind zu Schildhaltern nur die Peers, Knights of the garter 
(Orden), Knigths grand-cross of the Bath (Orden), Baro- 
nets of Nova Scotia und einige wenige Familien berech- 
tigt, denen sie ausdrücklich verliehen sind oder die sie 
schon aus alter Zeit überkommen haben. 

Etwas, das die englische Heraldik, nicht aber die 
deutsche kennt, sind die Badges^ cognizances oder Er- 
kennungszeichen, wappenmässige Figuren, welche keinen 
unbedingt integrierenden Bestandteil des Wappens aus- 
machen, jedoch als besonderes Zeichen oft an dessen 
Stelle treten; die Badges sind freischwebende Figuren, 
die als Dekorationsmotive leichter zu handhaben waren, 
als die komplizierten Wappenbilder. Sie wurden früher 
auf Aermeln, Brust oder Rücken der Diener oder Krie- 



•) Der Zweitgeborene einen Halbmond (cresceni), der Drittgeborene 
einen Stern (muUct), der Viertgeborene einen Vogel (martlei), der 
Fünfte einen Ring (annuelt), der Sechste eine Lilie (fleur de lys), der 
Siebente eine Rose (rose) , der Achte ein Kreuz (cross moline) , der 
Neunte ein doppeltes Vierblatt (double quatrefoil). Beim Tode des 
Vaters legt der älteste Sohn den Tournierkragen ab, jedoch die anderen 
Söhne nebst ihrer Descendenz gebrauchen ihre Unterscheidungen weiter. 



24 Allgemeines. 

ger angebracht, auch auf Standarten oder Lanzenfähn- 
chen. Heute finden wir sie auch auf Briefbogen, Hof- 
und Firmenschildern etc. Als Beispiele seien erwähnt: 

Die drei in den Kronreif gesteckten Straussfedern 
mit dem Band und dem altdeutschen Motto »Ich dien« 
des Prinzen von Wales, die rote Rose des Hauses Lan- 
caster, die weisse Rose von York, die halb rote, halb 
weisse Rose von Tudor; die rote linke Hand in Silber, 
das Badge von Ulster, das Zeichen der Baronetswürde. 
Seit den ersten Jahren des i8. Jahrhunderts (Königin 
Anna) sind die Badges des königlichen Hauses fest- 
stehend, so die (Tudor-) Rose für England, die Distel 
für Schottland, das Kleeblatt für Irland und neuerdings 
die Lotosblume für Indien. 

Diese englische Badges-Einrichtung fehlt in Deutsch- 
land; dennoch besteht insofern etwas Aehnliches in der 
deutschen Heraldik, als man Teile des Wappenschildes, 
richtiger einzelne Schildfiguren, oder des Helmschmuckes 
als Wappenhauptmotiv auch einzeln zu dekorativen 
Zwecken verwendet, z. B. in Malereien, Schnitzereien, 
Stickereien, auf Schmuckgegenständen u. dergl. 

Eine vollkommene Verschiedenheit herrscht in den 
beiderseitigen Rangkronen. 

Abgesehen von der einbügeligen Krone des alten 
Deutschen Reichs, der dreibügeligen der deutschen Kaiser 
seit 1871, der deutschen Kaiserin und des deutschen 
Kronprinzen, sowie der österreichischen Kaiser-, ungari- 
schen Königs- und der englischen Königskrone und der 
des Prinzen von Wales, die ihre bestimmten, festgesetz- 
ten Formen haben imd die jedermann kennt, gelten für 
Deutschland bezw. Oesterreich folgende Formen, die 
zwar nie gesetzlich, wohl aber durch langjährigen Usus 



über deutsche und englische Heraldik. 25 

feststehen, anerkannt sind und so gebraucht werden; 
hier sei gleich folgendes bemerkt: -^^r^^kronen treten 
allgemeiner erst seit etwa 200 Jahren auf; sie dürfen 
nicht mit der alten dreiblättrigen He/mkrone verwechselt 
werden, die früher auf den Helmen fürstlicher und 
adeliger Wappen vorkam; ferner ist es nach deutschen 
heraldischen Regeln ein Unding, eine moderne, erst 200 
Jahre alte RangVxon^ auf einen alten^ 3-, 4- und shun- 
dertj ährigen Helm zu setzen, da die Entstehungszeiten 
nicht zusammenpassen; auf einen mittelalterlichen Helm 
gehört auch nur die alte dreiblättrige Helmkrone, die 
nicht einen höheren oder einen niedrigeren Adelsrang 
andeutet, sondern nur besagt, dass der Inhaber dieses 
gekrönten Helms, wie man früher sagte, »zu Schild imd 
Helm geborene, also adelig ist. Diese Helmkrone wird 
in den Diplomen des 16. und 17. Jahrhunderts nach 
dem damaligen Kanzleistil fälschlich »Königliche Krone« 
genannt. 

Die deutschen «radeligen Familien führten ursprüng- 
lich gar keine Helmkrone; erst durch die ^r/V/adeligen 
Geschlechter, denen in Diplomen gekrönte Helme ver- 
liehen wurden, fanden die Helmkronen weitere Ver- 
breitung. Aus dem Vorhergesagten ergiebt sich von 
selbst, dass auf den Helm eines bürgerlichen Wappens 
eine Krone nicht gehört; man gebraucht hier entweder 
als Verbindung zwischen Helm und Zimier den Wulst 
oder lässt die Helmzier direkt aus dem Helm und den 
Decken emporsteigen. 

Der Wulst wird in Deutschland nicht torpedoförmig, 
wie in England, sondern in Form einer mehrfach ver- 
schlungenen Tuchbinde gezeichnet. Ebenso entspricht 
es guter deutscher Heraldik nicht — obwohl es in der 



26 Allgemeines. 

Neuzeit manchmal verliehen wurde — , über dem Schilde 
eine Rangkrone und gleichzeitig über dieser auch noch 
einen (oder mehrere) Helme anzubringen; in Wirklich- 
keit » tragen € könnte man nur eines, entweder nur die 
Rangkrone oder nur den Helm, aber nicht beide zugleich, 
unten die moderne Rangkrone und darüber den alten 
Helm. Will man also durchaus durch die Rangkrone 
den Stand des Wappenherren andeuten, so muss man 
Helm, Helmzier und Helmdecken weglassen und setze 
die Rangkrone (nicht in der Luft schwebend) direkt auf 
den oberen Schildrand; da die Rangkronen nur etwa 
200 Jahre alt sind, darf daher der zur Rangkrone dar- 
zustellende Schild nicht frühmittelalterlich romanisch 
oder gotisch sein ; man wählt am besten zur Rangkrone 
die letzte wirkliche Schildform, den unten runden, oben 
rechtwinkligen Schild. 

Die deutschest Rangkronen sind folgende; 

a, Königskrone (Fig. i): 5 (sichtbare) Spangen, innen 
offen, ausgenommen bei Preussen, deren innerer 
Teil von einer Purpurmütze ausgefüllt ist; auch 
von den königlichen Prinzen und den österreichi- 
schen Erzherzogen geführt (Titulatur; »Majestät«, 
bezw. »königliche«, bezw. »kaiserliche Hoheit«). 

b, Grossherzog skr 07ie : 5 Spangen, innen halbhohe Pur- 
purmütze (»königliche Hoheit«); sie existiert fak- 
tisch nicht mehr, da sämmtliche Grossherzöge jetzt 
ungefütterte Königskronen führen. 

c, Herzogskrone (Fig. 2): 5 Spangen, innen volle 
Mütze; der ältere Herzogshut hat statt des Metall- 
stirnreifs Hermelin (»Hoheit«), 

d, Fürstenhut (Fig. 4) : Der mediatisierten Fürsten des 
sog. hohen Adels (ehedem reichsunmittelbar): Her- 



über deutsche und englische Heraldik. 2/ 




Allgemeines. 

, Romanisch und Frühgotik: 12, — 15. Jahrhundert; 

Dreiecksschild, Topf- (Fig. 16) u. Kübelhelm (Fig. 17). 
. Spätgotik: 15.— 16. Jahrhundert, Tartsche (Fig. 18), 

unten halbrunder Schild (Fig. 19), Stechhelm (Fig. 




Von WoKea 



18) und Spangenhelm (Fig. 19), Seit dem 16. Jahr- 
hundert wurde es — fälschlicherweise! ^ Üblich, 
den spangenlosen Stechhelm (nur mit Sehschlitz) 
den bürgerlichen, den Spangenhelm dagegen den 



über deutsche und englische Heraldik. 3 ' 

adeligen Wappen zuzuteilen. Der Widersinn liegt 
dariuj dass gerade der Stechhelm derjenige war, 
den in erster Linie der turnierfähige Adelige in 
dem ursprünglich nur ihm zustehenden Turniere 
trug. Ein Beispiel dafür, dass man im 16. und 
17. Jahrhundert auf diese Helmunterschiede Wert 
legte, sind die Exlibris des Dr. med. Gg. Seefried 
von Nürnberg, von Wolfgang Kilian, c. 1650. Zuerst 
führte Seefried den damals bürgerlichen Stechhelm 
auf seinen 2 Exlibrisgrössen (s. S. 30) und Hess dann 
später auf der Kupferplatte den Stechhelm in den als 
vornehm geltenden Spangenhelm umstechen (s.S. 32); 
die hervortretende untere Spitze des Augenschlitzes 
vom Stechhelm sieht man auf der abgeänderten 
Platte noch zwischen Spangen visier und vorderer 
Helmdecke. Wer heutzutage in der Heroldskunst 
Bescheid weiss, macht daher jetzt auch keinen 
Standesunterschied mehr zwischen Stech- und Span- 
genhelm, sondern verwendet sie je nach dem Stil 
der Zeichnung und dem Wunsch des Bestellers. 

c, Renaissance: 16.— 17. Jahrhundert; Phantasieschilde 
mit auf beiden Seiten gleichen Einschnitten, Aus- 
kerbungen und aufgerollten Ecken, sog. Kartuschen 
(cartouches), mit Spangen oder mit phantastischen 
Helmen (Fig. 20). 

d, Barock (\^\o\ Rokoko {i^^o), Zopf : 17. — 19. Jahr- 
hundert; Schilde in krausester Willkür, meist ohne 
Gleichmässigkeit der Umrahmung; Phantasiehelme 
oder hauptsächlich Kronen statt der Helme (Fig. 
21, 22); Empire: Zeit Napoleons I. 

e, Hetitige Zeit: 19. — 20. Jahrhundert. Seit 1871 
herrscht die neuste Wiedergeburt der Stile, d. h. 



über deutsche und englische Heraldik. 33 

man kehrte zu den guten alten Stilen und Mustern 
zurück und wird auch, trotz Japanismus und des 
modernen Blumen- oder Schnörkelstils, daran fest- 
halten müssen, da Wappen heutzutage nur mehr 
als Ausfluss des Familiensinns, als äusseres Zeichen 
der Zusammengehörigkeit und zu dekorativen 
Zwecken verwendet werden. Neue Schildformen 
lassen sich schlechterdings nicht erfinden, da man 
den Armschild nicht mehr in Kampf und Turnier 
trägt. Dies gilt auch für die, verflossenen Zeiten 
angehörigen Helmformen, denn es wird keinem 
Verständigen wegen der Verschiedenheit der Zeiten 
einfallen, einen modernen Infanterie-, Kavallerie- 
oder Tropenhelm auf einen, einem längst vergan- 
genen Jahrhundert angehörigen Schild zu setzen. 
Die deutschen guten Heraldiker, wie die Professoren 
E. Doepler d. J. und Ad. M. Hildebrandt in Berlin, oder 
H. G.Stroehl und E. Krahl in Wien, haben jedoch oft schon 
den Beweis geliefert, dassman auch alt dargestellte Wappen 
recht gut mit der modernen Stilrichtung oder Anlage eines 
Blattes vereinigen kann ; es gehört hiezu nur etwas, das 
dem einen viel, dem anderen wenig ist: Feines Gefühl. 
Die Hauptsache eines Wappens ist der Schild mit 
seinen Bildern, der ursprünglich als Wappen allein in 
Siegeln etc. erscheint und auch heute wieder vielfach 
allein angebracht wird. Im Mittelalter und heute wieder 
neigt man den Schild gern, statt ihn gerade zu stellen, 
nach rechts*), wie wenn er schräg am Schildbande an 
einem Nagel aufgehängt wäre. 

*) Heraldisch rechts und links gilt nicht vom Beschauer aus ; man 
hat sich den Schild an der Brust oder an der Sohulter des Schildträgers zu 
denken ; das Rechts des Schildes entspricht also seinem rechten Arm etc. 

3 



34 Allgemeines. 

Stehen zwei Schilde sich gegenüber, wie z. B. bei 
Ehe Wappen, so verlangt die alte^ auch heute wieder 
angenommene Regel »heraldischer Courtoisie«, dass der 
vordere Schild (des Mannes) mit seinen Bildern, die 
nach rechts sehen, herumgedreht wird, so dass diese 
nach dem Inhalt des hinteren Schildes (der Frau) hin- 
blicken, d. h. dass der Mannes-Schild nicht dem Frauen- 
schild gewissermassen unhöflich den Rücken hindreht, 
sondern dass die Schildinhalte sich ansehen. 

Die heraldischen Schildbilder und deren Sprache 
hier näher zu berühren, verbietet Raum und Zweck 
dieses Buches; es sei nur kurz erwähnt, dass Adler und 
Löwe die in Deutschland am häufigsten vorkommenden 
Wappenbilder sind. 

Das nächstwichtige ist Helm, Helmzier (Zimier) u. 
Helmdecken. Mit dem Schilde müssen diese im Stile 
selbstredend übereinstimmen ; denn man kann nach deut- 
scher Regel nicht einen gotischen Schild mit Renaissance- 
Helm und -Decken vereinigen. 

Ueber die Stellung der Helme und Helmzierden ist 
schon oben die Rede gewesen (S. 20). 

Der Helm soll auf dem Schild fest aufsitzen, also 
nicht in der Luft schweben oder nur mit der untersten 
Spitze auf dem oberen Schildrand balancieren. Ist der 
Schild schräg gestellt, ruht der Helm auf der oben be- 
findlichen Schildecke. Sind mehrere Helme vorhanden, 
muss der Schild gerade gestellt sein, und alle Helme 
ruhen auf dem oberen Schildrand. Helme können Schild- 
haltern, Menschen wie Tieren, auf den Kopf gestülpt 
werden. 

Die ältesten Helmzierden oder Zivilere waren Adler- 
flügel, Stierhörner, Lindenzweige u. s. w. und waren teils 



über deutsche und englische Heraldik. 3 5 

wirkliche Flügel, Hörner und Zweige oder aus Leder, 
Holz, Tuch, Blech etc. hergestellt. Später kamen noch 
Figuren, Hüte, Mützen, Schirmbretter etc. hinzu, ur- 
sprünglich waren die Zimiere wechselnd, d. h. ein und 
dieselbe Person, sowie andere Familienmitglieder trugen 
nickt immer gleichen Helmschmuck; erst in der zweiten 
Hälfte des 14. Jahrhunderts werden die Helmzierden 
erblich und für ein Geschlecht oder eine Linie gleich- 
massig. 

Ein im deutschen Wappenwesen oft vorkommendes 
Zimier sind die Stierhörner^ die oft falsch beurteilt wer- 
den (z. B. im englischen Exlibris-Journal, Dezemberheft 
1893). Sie sind weder Elefantenrüssel, proboscides, noch 
chalumeaux (wie Warrens Guide sagt), noch Blashörner, 
sondern die Hörner des Auerochsen und des gewöhn- 
lichen Stiers, die schon bei den alten Germanen in der 
ältesten Zeit mitsamt der Kopfschwarte auf dem Helme 
getragen wurden, um ein martialisches Aussehen her- 
vorzurufen und dem Kopfe mehr Schutz gegen Hiebe 
zu bieten. Erst in der Verfallzeit der Heraldik gab 
man den Hornspitzen oben Mundlöcher, in die man 
Federn, Fähnchen etc. steckte. Man hatte die ursprüng- 
liche Bedeutung des Stierhorns vergessen und bildete 
diesen Schmuck Jagdhörnern nach. Wer aber auf seinem 
Familienhelm Stierhörner vererbt erhalten hat, bilde sie 
auch als solche mit spitzigen Enden dar und lasse die 
fehlerhaften Mundlöcher weg. 

Wulst und Helm kröne vermittelten die Verbindung 
von Helm und Zimier. 

Die ältesten Helmdecken waren ein kurzes Tucli, 
das wirklich als Nackenschutz gegen Hitze und Regen 
getragen worden ist; gezeichnet wurde es hängend oder 



36 Allgemeines. 

fliegend ausgebreitet; später ward es teils wirklich in 
gewissen Formen ausgeschnitten, »gezaddelt«, teils nur 
so gezeichnet. Mitte des 15. Jahrhunderts sieht man 
sie auf Darstellungen bereits blattartig ausgeschnitten, 
teils bandartig, teils mit Enden wie die gotische Kreuz- 
blume. Ende des 15. und im 16., auch im 17. Jahr- 
hundert sind die Helmdecken akanthusartig gezeichnet 
und werden, nachdem man auch hier den ursprünglichen 
Zweck aus dem Auge verloren hatte, immer schwülstiger 
und üppiger. Die Decken zeigen in der Regel die 
Schildfarben. Die dekorativ wirksame englische Sitte, 
die Helmdecken mit heraldischen Figuren (Lindenblättern, 
Sternen, Herzen) zu bestreuen, ist in Deutschland nicht 
bekannt. 

Stellt man den Schild ;;/// Helm dar, so gehören 
auch unbedingt Helmzier und Helmdecken zum Helme. 

Schildhalter (auch Schildwächter) sind kein not- 
wendiger Bestandteil eines deutschen Wappens, sie 
waren willkürlich und nicht notwendig erblich und kom- 
men schon frühzeitig vor (bei bürgerlichen Wappen erst 
um 1456). In Deutschland kann man, wenn man über- 
haupt Schildhalter wählt, — eine Verleihung ausgenom- 
men — je nach Belieben, Stil der Darstellung und Raum 
sein Wappen von einem oder zwei Schildhaltern halten 
lassen. Am meisten findet man in Deutschland als 
Schildhalter Löwen, doch auch Hirsche, Greife, Bären, 
Hunde, Einhorne, ferner Engel, Heilige, wilde Männer 
und Frauen, Landsknechte, Ritter, Jungfrauen etc. In 
den Fällen der Neuzeit, in denen bei der Wappenver- 
leihung, im Gegensatz zu früher, bestimmte Schildhalter 
ausdrücklich mit verliehen werden, führen die betreffen- 
den Familien meist nur mehr diese. 



Über deutsche und enftlischc Heraldik. 



Wie man z, B. Heilige als Schildwächter verwandte, 
zeigt hier das Exlibris des Christophorus Hieronyir 




38 Allgemeines. 

Kress von Kressenstein, Nürnberg, Kupferstich, c. 1650, 
auf dem die Namenspatrone, der heilige Christophorus und 
der heilige Hieronymus neben den Schild gestellt sind. 

Mit dem Vorstehenden ist die ältere Art des 
»Wappens« erschöpft. 

iVifw^r^Zuthaten sind die oben(S. 24 ff.) schon erwähn- 
ten Rangkronen und die verschiedenen Hüte der geistlichen 
Würdenträger; in Deutschland und Oesterreich hat der 
Kardinalshut beiderseits unten je 5 Quasten, der Erz- 
bischofshut je 4, der Bischofshut je 3; ferner vielerlei 
Orden und Ehrenzeichen, Wappenmäntel und Wappen- 
zelte, Devisen und Wahlsprüche, 

Aus den ursprünglichen, mit dem Wappen oder den 
Schildfarben nicht zusammenhängenden Lanze nfähnchen 
wurden später die Banner und Standarten, welche oft 
Wappenbilder ohne Schild oder Teile des Wappens ent- 
hielten ; Fahnenbildei sollen stets nach der Fahnenstange 
hinsehen; erst die modernen Kavallerie-Lanzenfahnen 
des deutschen Reichs zeigen feststehend die betreffenden 
Landesfarben. 

Der Ursprung des Wappenwesens fällt in die Zeit 
um 1 1 50, nach welchem Jahre auch die ältesten be- 
kannten deutschen Siegel erscheinen. Der älteste be- 
kannte Helmschmuck ist der des Königs Richard L 
von England. 

Die seit dem 14. Jahrhundert erscheinenden Haus- 
marken waren zuerst persönlich, dann erblich : Sie sind 
aus Stäbchen, Kreuzchen und überhaupt geometrischen 
Figuren zusammengesetzt, waren ohne Umrahmung und 
bilden kein »Wappen«; doch können sie, wenn man sie 
in einen Schild stellt und mit Farben versieht, ein 
Wappen vertreten. 



über deutsche und englische Heraldik. 39 

Die alten heraldischen Tinkturen (vgl. S. 27) sind: 

a. Gold oder Gelb, b. Silber oder Weiss, a und b 
werden »Metalle« genannt; 

c. Rot, d. Blau, e. Grün, f. Schwarz; neueren Da- 
tums, aber in Schilden kaum mehr gebräuchlich sind: 

g. Purpur, h. Braun, i. Eisenfarbe. 

Man darf nie Metall auf Metall, oder Farbe auf 
Farbe setzen ; Metall muss immer auf farbigem Grunde 
und umgekehrt stehen. Wird ein Wappen nicht mit 
wirklichen Farben dargestellt, so gebraucht man die sog. 
Schraffierung oder Farbenbezeichnung, welche seit i6j8 
besteht; dieselbe ist zu vorstehenden Punkten a — g auf 
der Tafel der Seite 27 unter Figur 23 dargestellt. Bei 
besonders inhaltsreichen Wappen oder sehr kleinen 
Zeichnungen lässt man die Schraffirung am besten weg, 
um nicht zu überfüllen ; ebenso bei plastisch ausgeführten 
Wappen, nichtminder bei Wappen, die im mittelalterlichen 
Stile gezeichnet werden, weil um diese Zeit die feststehende 
Schraffierung von 1638 noch nicht erfunden war. 

Da man es in der Zeit der guten Heraldik nicht 
liebte, grosse leere Schildflächen vor sich zu sehen, so 
benützte man gern zur Ausfüllung des Schildes die 
Damascierung oder Musterung, die eine grössere, leere 
Fläche mit ornamentalen Verzierungen, Ranken, Schnör- 
keln bedeckt, die aber kein besonderer Teil eines Wappens 
war und ebensogut auch wieder weggelassen werden 
konnte. (Vgl. S. 40 Niederaltaich, Abbildung.) 

Sog. redende Wappen sind solche, deren Figuren 
mit dem Namen des Wappenherrn deutlich oder mehr 
versteckt übereinstimmen, z. B. : Rote Burg im Schilde 
= Rotenburg, Fisch im Schild = Fischer, Hose im 
Schild = Hos, u. s. w. 



40 



Allgcm 



Gänzlich unheraidisch ist es, die hauptsächlich, im 
allgemeinen erst in der Neuzeit vorkommenden Mono- 
grammc in einen Schild zu setzen. 

Zum Schlüsse sei noch ein oft auf deutschen Ex- 
Ubris vorkommender Schild erwähnt, der des deutscluti 
Künstlenvappens , welcher (im Gegensatz zu Holland 
und Frankreich) in rotem (nicht blauem) Felde 3 silberne 
oder weisse Schiidlein enthält (S. 27, Fig. 24); die Helm- 
zier dazu ist eine wachsende Jungfrau in rotsilbernem oder 
weissem Gewände zwischen 2 Damhirschstangen; Helm- 
decken: rot silbern oder rot-weiss. 




111. KAPITEL. 



INSCHRIFTEN AUF EXLIBRIS. 




e uotwt:udi};ste f>isc//n/t aui einem Bibliothek- 
icichen ist des Besitzers Namen. Fehlt 
J dieser, so erfüllt das Blatt seinen Haupt- 
weck nicht; denn man muss wissen, wem 
das mit dem Exlibris versehene Buch gehört und 
wem man es zurückzugeben hat. Aus gleichem Grunde 
genügen Anfang.sbuchstaben, Monogramme oder nanien- 
lo.se Wappen auch nicht. Es ist daher schon aus prak- 
tischen Gründen dringendst anzuraten, nie Vor- und 
Zunamen auf einem Exlibris wegzulassen, mag die sonstige 
zeichnerische Darstellung sein, wie sie will. 

Dieser Nützlichkeitsregel folgten bereits die ältesten 
Exlibrisbesitzer, und vom 15. bis 18. Jahrhundert findet 
man verhältnismässig seltener ein Blatt ohne den Namen 
des Buchbesitzers. Erst im 18. Jahrhundert begegnet 
man öfters Blättern, auf denen sich nur eine Wappen- 
oder symbolische Darstellung ohne Namen befindet. 
Hier zum namenlosen Wappen etc. den dazu gehörigen 
Familiennamen zu finden, ist oft recht schwierig und 



4-2 Allgemeines. 

höchstens vermöge Suchens in den zahlreichen deutschen 
Wappenbüchern oder in Wappenbilderlexikons nur bei 
zwei Dritteilen möglich; die betreffende Person selbst 
aber oder deren Vornamen festzustellen, ist meist ganz 
ausgeschlossen; und doch wüsste man oft gern, welcher 
bestimmten Person einer Familie Exlibris und Buch gehört 
hat, oder noch gehört. Anonymität ist wie im allgemeinen 
Leben so auch hier in unserem Falle entschieden zu 
verwerfen. 

B. Ausser den Namen finden wir vielfache, höchst 
verschiedene Eigentumsbezeichnungen*) und zwar in 
Deutsch^ wie auch in dem, besonders den Gelehrten 
früherer Zeiten naheliegenden Latein] seltener in 
Griechisch, Hebräisch, manchmal auch in Französisch, 
welche Sprache im i8. Jahrhundert wiederholt auf deut- 
schen Exlibris zu finden ist. 

Ohne hier alle Arten erschöpfend mitteilen zu wollen, 
sei hier eine Auslese von Eigentumsbezeichnungen ge- 
bracht : 

Deutsch : 

Für meine Freunde und mich (Schwarzkopf 1791). 

Gropius und seinen Freunden (18 . .), 

Für mich und mein Haus (v. Reiberg 186 .). 

Bibliothek des (von Neufville 1891). 

Zur Bibliothek (ICreuzschule 18 . .). 

Zur Leihebibliothek (Waisenhausbuchhandlung Braunschweig 17..). 

Der (Heideloff 'sehen) Bibliothek gehörig (18 . .). 

Aus der Bibliothek der (Gräfin Hahn 1890). 

Die Bibliothek von mir gestifft, 

Im Lorenzer Pfarrhof aufgericht (Vennitzer 161 8). 



*) Vgl. zu B.— N.: E. L. Z. II. 2. S. 3-7, II. 4. S. 19-21^ 
V. S. 59—60. 



Inschriften auf Exlibris. 43 

Bibliothekzeichen des (P. Hilden 1894). 

Bücherei (Jansfelde 18 . .). 

Aus der Bücherei (Stetten 18 . .). 

's Bücher (Milhauser 17 . . )• 

Zu den Büchern (Hegner 17..)- 

Aus den Büchern (Bredelin 17 , .). 

Gehörig zu denen Büchern (Georgii Bögner 17 . . ). 

Büchersammlung (Reinecke I7.0* 

Aus der \ 

Zu meiner l Büchersammlung (17..). 

No. der j 

Aus dem (Orthischen) Büchervorraih (17. . ). 

Eigenthum von (Thurn und Taxis, 18..). 

Der Hochschule zu (Strassburg 1S7 . , Heidelberg 188 . ). 

Aus dem Vermächt niss (Jasche 1787). 

Das puch und der schilt ist ... . (Universalexlibris 14S9). 

Drei Kleeblättlein, solches ist der Seyler Wappenzier, 
Drum schützt es auch dies Büchel hier (Seyler 1891). 

Keine Leihebibliothek (v. Gaudy 18..). 

Mir und Dir! (v. Hase 1876). 

Gehört nach Wettbergen (v. Retberg 1S6.). 

Dass mein Andenken bleib in dieser Bücherei, 
Stell ich auch dieses Buch den Herrschaftsbüchern bei, 
Die „Hohe Lohe'* gönn' ihm ein Gnadenstrahl, 
So stets zu ihrem Dienst, mir zum Gedächtnismahl (Gräflich Hohen- 
lohe'scher Rat Wolff 170S). 

Was du hier siehst, ist mein und dein, 

Die Kunst wird dich wie mich erfrcun. 

Nähmst Du was mit, hätt' ich's gar gern, 

Wenn's geistig; handlich bleib's dir fern (H. Lempertz 18..). 

Um jedem anzuzeigen, 

Dass dieses Buch mein eigen, 

Fügt ich dies Zeichen ein (Lütcke 189.). 

Dies Buch gehört in meine Hand, 

Elise Hausen bin ich genannt, 

Francke bin ich geboren, 

Wer's find't, ich hab's verloren (Freifrau v. Hausen 1893). 



44 Allgemeines. 

Elisabeih, Heilige, Rosengeheiiigte, 

Schütze das Wenige, was mir gehört (Elisabeth v. Hausen 1894). 

Latein : 

Ex bibliotheca und ad biblioihecam (sehr oft!). 

Signum bibliothecae (Steinberg 1762). 

Signetum ^ (Magdeburg 1597). 

Symbolum „ (Nack 1759). 

Insigne, Insignia bibliothecae, oder librorum. 

Ex catalogo bibliothecae. 

Ex bibliophylacio (Altmann 17..). 

Sum bibliothecae fratrum (Hammelburg 1762). 

Liber (Ebner 1516). 

Ex libris, ad libros, ex libris bibliothecae (sehr oft !). 

Ex libris . . . ab . . . colleclis (Deutschordenskommende Wien und 

Linz 16 . .) 
Ex collectione librorum (Harscher 17..), 
Unus ex collectione librorum (Eimbecken 1720). 
Inscr. Catal. librorum (Graf Enzenberg 17 . . ) 
Patronus libri (Bischof Melchior von Konstanz 1529). 
Iste liber est (Flüml 1492, Fölling 1560). 
Librorum signum (L. Clerici 18..). 
Possessor hujus libri (Filser 1725). 
Proprium (Frisingense, Freising 1727). 

Ex libria, ex libraria, ex suppelleciile libraria (Zahn 17..)* 
Suppellex librorum (Schmidner c. 1670). 
Pro ejusdem bibliotheca (Domkapitel Eichstätt 16..). 
Ex museo (Schöpf lin 17..)' 
Ex fructibus (Barkhaus 17 . . ). 
In usum, ad usum (Teubern, Eder 17..). 

Me possedit 

Verus possessor (Högger 170.). 

Sum Joannis Cunei. Sors olim licet nonnunquam reccdat redit 

(Keil 155.). 
Wessofontani proba sum possessio claustri (Wessobrunn 1706). 
Meque Hirostephani bibliotheca tenct (Weihenstephan 1 7 • . )• 
Hie liber spectat ad monasterium Benedictbeurn (15..)* 
Patriae et amicis (Pfmzlng 1569). 
Sibi et amicis (Pirckheimer 1503). 



Inschriften auf Exlibris. 45 

Sibi et suis (Schurer 15 . . )• 
Amico amicus (Prcw 16 . . ). 
Gleimii et amiconim (17 . . ).| 
Musis et amicis (Baur 17..). 
Amicis et mihi (D'Oench 18. . )• 

Bibliothecae amiconim. 

Nostnim et amiconim. 

NoD mihi, sed aliis (Savigny 17 . . )• 

Amicorum, haud omnium. 

Nunquam amicorum. 

Ex hereditate, ex dono. 

C Ferner enthalten manche Exlibris Vorschriften 
wegen der Rückgabe des Buches, z. B. : 

Deutsch : 

Man bittet um baldige Rückgabe dieses Buches (Kissel 18S6). 
Man bittet um gütige Schonung der entliehenen Bücher, sowie um 

deren baldige Zurückgabe (Adamy 1891). 
Wer binnen . . . das Buch nicht zurückbringt, bezahlt für jeden 

ferneren Tag . . . Pfennige (Bibliothek des Vereins vom heiligen 

Karl Boromaeus 18..). 
Bücher schonen, baldigst zurückgeben! (v. Garczynski 1893). 
Ersuche um baldige Zurückgabe (Geissler c. 1860). 
Um bestmöglichste Conservirung der Bücher wird freundlichst 

gebeten (L. Vaterloss c. 1840). 

Gieb stets zurück zur rechten Frist 

Mein Buch, das nicht das Deine ist (A. Zschuppe 1895). 

Hah! 3 fein Buch! (R. Benkard 1895). 

Lies und gieb zurück (Hannchen Föhm, 19CX)). 

Entleiher von Büchern aus dieser Sammlung werden ersucht, 
jene Bücher sorgsam in Acht zu nehmen und sie binnen 14 
Tagen wieder zurück zu liefern (A. Hertwig c. 1860). 

Niemand darf mich einverleiben, 

Ich mnss beim Zum Felde bleiben (Zum Felde 1897). 

Liebes Büchlein lass dir sagen, 
Wenn Dich Jemand weg will tragen, 



46 Allgemeines. 

Sag, lass mich in meiner Ruh^ 
Ich gehöre Rös'chen Sperling zu. 

(1802; dieser Spruch kommt in der Mark wiederholt vor.) 

Kehr wieder! (A. Weinhagen 1900). 

Latein: 

Heus! Domino me redde meo: sie jura reposcunt (Wessobrunn 1706). 

Lege et redde. 

Lex bibliothecae: Int er 14 dies commodatum ni reddideris, neque 
belle custodieris, alio tempore dominus: Non habeo, dicam 
(auch dicet ; C. Y, Hommel 1762, 67). 

Iste liber pertinet ad S. Nazarium in Laurissa, redde sibi! 

Üiere concesso, sed nuUus abuiere libro; 

Lilia non roaculat sed modo tangit apis (M. und Th. C. Lilien- 
thal 1700 und 1750). 

(Vgl. auch unter E die beiden Gerhardschen Inschriften.) 

D. Warnungen und Mahnungen, bei denen auch 
das Ehrgefühl indirekt angerufen wird, sind ebenfalls 
auf Exlibris wiederholt enthalten. 

Deutsch : 

Johannes Gremperii bin ich, 

Wiltu was lesen? brich nicht mich, 

Auch thue mich heimlich nit verhalten, 

Dass Gott der Ewig dein muess walten (J. Gremper 1500.) 

Anton Mirtschink bin ich genannt, 

Gröditz ist mein Vaterland, 

Wer diess Buch stiehlt, der ist schlecht, 

Er sei Herr oder Knecht (Gesangbuch 1795). 

Dieses HUchlein ist mir lieb, 

Wer mir's nimmt, der ist ein Dieb, 

Wer mir's aber wiedergiebt, 

Den hab' ich lieb (In Schulbüchern 17..)- 

Leih ich dich hinaus 

Bleib nicht zu lange aus; 

Komm zurück nach Haus; 

Nicht mit Flecken oder Ohren, 



Inschriften auf Exlibris. 47 

Wie sie machen nur die Thoren, 

Und geh ja nicht mir verloren (A. Stöber 187 . und Sir Thomas 
Dick Laude r, Baronet 1900). 

Der Gottlose borgt und giebt nicht wieder (Psalm 37, 21; Pfeil- 
slücker 1889). 

Latein : 

Me sibi jure suum. Dominus propriumque paravit; 

Usum concessit sponte cuique bono. 

Sed tu, si bonus es, Domino me reddito, gratus, 

Si retines, malus es, nee bonus usus erit (A. Hedio, Königsberg 

c. 1650). 
Caesaris sum, noli me längere (J. (\ Kcisser, 1706). 

E, Aus den Mahnungen werden Drohungen, die 
11. a. die Nichtrückgabe eines Buches geradezu als 
Diebstahl erklären und oft einen Bücherfluch in sich 
enthalten : 

Aus diesem Ort, wer etwas raubt, 

Dem bleib der Fluch, den Gott getrau! (WüUwarih 16..). 

Dieses Buch ist mir lieb. 

Wer es stiehlt, der ist ein Dieb' 

Er sei Herr oder Knecht, 

Der Galgen ist sein Recht. 

Kommt er in ein Haus, 

So jagt man ihn hinaus; 

Kommt er an einen Graben, 

So fressen ihn die Raben ; 

Kommt er an einen Stein, 

So bricht er Hals und Bein (Familienbibel 17..)* 

Wer das puch stehl, desselben chel 

Muzze sich ertoben, hoch an eim Galgen oben (14,.). 

Dyt bock hört Metken vam Holte; 

De dat vind, de do dat wedder. 

Edder de Düvel vorbrennt em dat ledder; 

Hoet dy! (17.. oder 18..). 



48 Allgemeines. 

Die Pest auf ihn, der mir das Buch nicht wiedergiebt (Marie von 

Geyso 1899). 
Wer stiehlt das Buch, den trifft mein Fluch (17 .) 

Bücher-Borg-Regul : 

So du vom Nächsten dir eyn Buch borgst aus», 

Verwahr es wol in deynem Hauss! 

Auff dass es sauber bleyb wie kaum benutzt, 

Insonderheyt vor Staub und Licht {geschützt ; 

Auch leg nicht Butterkrapfen drauff, 

Denn eyn Pfund Silber kostet jeder Kauff; 

Selbst Dintenflecken streng vermeyd 

Damit hat keyn Verborger Freud, 

Ingleichen lasse Esels-Ohren seyii, 

Leg nur eyn Pergamentstttck eyn ! 

Vor Allem gib zurück das Buch! 

Ansonsten fällt auf dich mein Fluch. 

Also hiermit Euch kundgethan 

Von Eduard Dillmann, Bttchermann. 

(E. Dillmunn, Korneuburg, 1901.) 

Deutsch und Latein: 

Hie Über est mein, 

Ideo nomen meum scripsi drein; 

Si vis hunc librum stehlen, 

Pendebis an der Kehlen; 

Tunc veniunt die Raben 

Et volunt tibi oculos ausgraben. 

Tunc clamabis : Ach, ach, ach! 

Ubique tibi recte geschach (Germanisches Museum, Papierhandschrift). 

Französisch : 

Honny soit qui ne me rcnd pas (Wegener, 1S99). 

Französisch und Latein. 

Aspice Pierrot pendu, 

Quod librum n'a pas rendu, 

Pierrot pendu non fuisset, 

Si librum reddidtsset (A. Stoeber iS..). 



Inschriften auf Exlibris. 49 



Latein 



Est liber ille meus, caveas deponere loco, 

Si mihi sostuleris, für tibi nomen erit (Hartmann, 15S1). 

Inspector quare libris his abstine palmas 

Ni pravi furis nomen habere velis (Tulpen c. 1675). 

Sdto: Ultra Septimanae spatium e dicta bibliotheca ne me tecum 

retineto. Quisquis me furto abstuleris, ne Deum iratum sentias, 

Caveto! (Gerhard 17..)- 
D. O. S. Bibliothecae Gerhardinae pars sura, Cave, ne macules, 

ne laceres, ultra mensem ne e dicta bibliotheca apud te re- 

tineas^ furari noli (Gerhard 17..)' 
Privatae commodidati; publicae utilitati; non furtum facies; ite 

potius ad vendentes (Matth. 25; Oberzell 175.)" 
Qui te furetur, cum Juda dampnificetur (Mittelalter). 
Sor \ f super \ f scrip \ f ^M fP^^* 1 

Mor 1 '"^ \ süperb T"^" { rap TM ^ 1 ^" l"^ori } ^^^^ 

(Mittelalter). 

Qui te furetur, hie demonis ense secetur, 
Iste sit in banno qui te furetur in anno (Lorsch i ^ . . ). 
Si rapis hunc librum, prodit te fulminis ales (J. E. Kayser 17. . 
zur Darstellnng passend: Adler mit Blitzen). 

Ans der Neuzeit sei eine handschriftliche Exlibris- 
Drohung mitgeteilt, die eine in jeder Beziehung beredte 
Sprache spricht: 

Dieses Buch das ist mein eigen, 
Wer es anfa^st, kriegt Ohrfeigen. 
Wer es wegnimmt, der kriegt Keile, 
Das sage ich jetzt alleweile. 
Bei meinem Herrn hab' ich's gut gehabt, 
Das danke ich ihm tausendmal, 
Bei dem da bin ich gern gewesen, 
Das thut man in dem Buche lesen. 

(Alwin Starke, Soldat der 4. Kompagnie des Regiments 104, 

Bursche des Herrn Leutnants Erich Freiherrn von Hausen, 

Chemnitz 1881.) 

4 



50 Allgemeines. 

Der sog. -^ Bücherfluch « bezog sich nicht nur auf das 
Verleihen der Bücher, sondern auch auf die, welche bei 
der Benützung Titel änderten, Texte kürzten oder fälsch- 
ten, oder Irrtümer, z. B. in die Heilige Schrift ein- 
schmuggelten. Bücherflüche sind schon sehr alt ; so er- 
scheint ein solcher schon um 410 im Rufinus; dann von 
Seiten des Verfassers des Sachsenspiegels, um 1240; 
auch gegen Nachdrucker und Uebersetzer wenden sich 
Bücherflüche im 17. und 18. Jahrhundert in deutscher 
und hebräischer Schrift. 

Gegen Bücherdiebe lautete in der Vaticana der 
päpstliche Bann: »Si quis secus fecerit, libros partemve 
aliquam abstulerit, extraxerit, clepserit, rapseritque, carp- 
serit, corruperit dolo malo, ille a fidelium communione 
ejectus, maledictus anathematis vinculo colligatus esto. 
A quoquam praeterquam Romano Pontifice ne absolvitor ! « 

Das handschriftliche Exlibris der Mönche vom be- 
rühmten Berg Athos bedrohte Bücherdiebe mit dem 
Fluch der 12 Apostel und aller Mönche*). 

Eine Excommunicationsandrohung gegen Bücher- 
diebe durch Spezialbulle Papst Clemens' VI. enthält 
das Exlibris des Benediktinerklosters St. Peter in Salz- 
burg von c. 1706**); eine andre Excommunications- 
androhung das Exlibris der Brüder Johann G. D. Grott- 
fried und Aegidius Gelen, Geistliche zu Köln 16 . .***). 

F, Dass auf Exlibris auch allgemeinere y sich auf den 
Inhalt und Nutzen der Bücher beziehende Sentenzen^ 
Sprüche und Verse als Inschriften angebracht wurden, 

*) Vgl. „Zeitschrift für Bücherfreunde**, 1897, 2. S. lOi und E. 
L. Z. VIII. S. 127. 

**) Wortlaut: E. L. Z. VI. S. 46. 
***) Wiedergegeben in Lempertz, Bilderhefte, Exlibris, Tafel IV. 3. 



Inschriften auf Exlibris. 5 I 

ist naheliegend. Eigene und fremde Poesie, Sprüche 
von Klassikern etc. wurden hierzu benützt. Aus der 
Fülle solcher Inschriften seien nur einige wenige er- 
wähnt : 

Deutsch : 

Gleichwie die Bien' aus Blumen saugt, 

Was zu dem süssen Honig taugt, 

Also bedient Herr Kissling sich 

Der guten Bücher nutzbarlich (J. Kissling 1664). 

Geliehene Bücher wiedergeben 

Wird oft versäumt von Jung und Alten; 

Denn leichter ist's, die Bücher selbst, 

Als was darin steht, zu behalten (Johanna Kessler 1895). 

Wer seine Bücher lieb hat, verborgt sie nicht. 

(Caroline Arnous 1896.) 
So nahrhaft für den Geist, wie für die Sinnen süsse. 

(Traltner 1766.) 
In jedem Buche liegt ein eigen Wesen, 
Es sind gar schlimme Leut, die nur ein Buch gelesen (Jacobsen 1883). 

Französisch : 

A mes livres: 

Plaisants, je vous aime, 

S^rieux aussi. 

Frivoles, de mfime, 

P6dants — merci (J. Flach, Strassburg 18..). 

A mes livres: 

Chores d^lices de mon dme, 

Gardez vous bien, de me quitter, 

Quoiqu'on vienne vous emprunier. 

Chacun de vous m'est une femme, 

Qai peut se laisser voir sans bldme 

Et ne se doit jamais pröter (Ch. Mehl, Strassburg iS..). 

Latein: 

Bonitatem et disciplinam et scientiam doce me (Miller 16..). 
Haurit aquam cribris, qui discere vult sine libris (Seyringer 1692). 



D«a* nobis luiec otU fecit (*. Loün t7>s). 

Scienliae ips*e, ignonntiae doeItm teile« (*. Lo€ti 1725). 

Aut prodeuc voknt, aul delectare (OhlcDschlager 17..) 1 




Exlibris Sixtiis Kapsscr, IJ60. 



[nschhften auf Exlibris. 



G- Eine Art von Inschriften, die der Sinn-, Wdhi- 
und Wappensprücke , sei nur in ihrer Gesammtheit kurz 




erwähnt, da es zu weit führen würde, die vielen Sen- 
tenzen alle zu nennen. Man liebte es in der Ver- 



54 AlJgcmcincs, 

gangeiiheit ebenso, wie in der Jetztzeit« solche Sprüche 
der Lebensweisheit, Gelehrsamkeit, des religiösen Ge- 
fühls ond der Vererbung, teils ans innerer Ueberzeagang, 
teils des besseren Eindrucks wegen, meist auf Inschrüts- 
bändem oder auf Tafeln anzubringen. 

H, Oft finden sich auf Bändem oder freistehend 
über oder unter dem Wappen Anfangsbuckstahen; diese 
beziehen sich zum Teil auf Vor- und Zunamen der Ex- 
librisbesitzer, z. B.: S. K. D. und D. S. R. auf dem S. 52, 53 
abgebildeten Doppelexlibris, Holzschnitten von 1 560, be- 
deutet den Namen Sixtus Kapsser^ Doctor, München; 
W. R. V. R. auf einem Holzschnitt-Exlibris von c 1540, 
ebenfalls Vor- und Zuname: Wolf Reklinger van Reh- 
lingen, Augsburg; V. T. auf dem S. 55 abgebildeten Holz- 
schnitt-Exlibris von c. 1560: Universitatis Tuebingensis 
^ Universität Tübingen, 

Zu einem anderen Teil aber sind es die Anfangs- 
buchstaben von Sinn- und Wahlsprüchen, z. B. : Bei folgen- 
dem Exlibris (S. 56) Chr. A. Gugel von Brand, Nürnberg, 
Kupferstich von J. Amman, von nach 1583, auf dem 
C. F. (irrtümlich stach der Meister: E.) I. den Spruch 
bedeutet: Consilium Fortunam Inhibeat (Vernunft muss 
dem Glück Einhalt thun); oder G. G. G. auf dem nach- 
folgenden Exlibris (S. 58) J. Hebenstreit, Kupferstich von 
1613, bedeutet Gott Gebe Gnade; oder N. O. O. P. auf dem 
Exlibris Johann Georg von Werdenstein^ Eichstätt, Holz- 
schnitt c. 1560 = Non Omnibus Omnia Piacent; oder 
A. B. C. D. E. F. auf dem Exlibris Johann Georg Mayr^ 
Kanonikus, Augsburg, c 16 10, eine Spielerei mit den 
Anfangsbuchstaben des Alphabets, bedeutet: Allein Bei 
Christus Die Ewige Freude. 

Wieder andere Anfangsbuchstaben weisen zugleich 



Inschriften auf Exlibris. 55 

auf die Vor- und Zunamen des Besitzers, wie auch auf 
den absichtlich bezüglich der Anfangsbuchstaben dazu 




passend gewählten Spruch hin , z. B. : Beim Exlibris 
Seyfried Pfinzing von Henfenfeld, Nürnberg, Kupferstich 
von Matthias ZUndt, 1569 (S. 59), heisst S. P. V. H,: 



56 Allgemeines. 

Seyfried Pfinzing von Henfeofeld und Saluti Patriae 
Vixisse Honestat; ferner: Johann Wilhelm Kress von 
Kressenstein, Nürnberg, Kupferstich, c. 1 650 (S. 60), bei 




dem J. W, C. A. C, auf die Namen wie auf den oberen 
Band-Spruch weist. Ebenso bei Christof Friedrich Kress 
von Kressenstein, Nürnberg, Kupferstich, c. 1690, bei 
dem die Anfangsbuchstaben C. F. C. A. C. S. sowohl 



Inschriften auf Exlibris. 57 

Christophorus Fridericus Cress A Cressenstein Scabinus 
(= Schöffe), als auch dessen Spruch: Christi ana Fides 
Crescit Ad Caelorum Salutem bedeuten. 

Eine ähnliche im 17. und 18. Jahrhundert nicht 
seltene Spielerei führte auch Magister und Pfarrer G. 
Ruprecht von Augsburg auf seinem Kupferstich-Exlibris 
von c. 1770 aus, indem im Worte MiGRAnDVM die 
grossen Buchstaben mit den Anfangsbuchstaben der 
Unterschrift Magistri Georgii Ruprechti Augustani Divini 
Verbi Ministri übereinstimmen (S. 61). 

Eine dem Geschmacke des 18. Jahrhunderts ent- 
sprechende originelle Doppel Verwendung von Buchstaben 
führte Chr. Heinrich Andreas Gcret, Geistlicher und Rat 
zu Thom c. 1750 aus, der auf seinem Exlibris den 3. 
bis 6. Buchstaben in »Heinrich« gross stechen Hess, wo- 
durch die Kreuzesinschrift I. N. R. I. hervortritt, was 
ihm als einem Geistlichen besonders passend erschien. 

Auch ein scheinbar rätselhaftes Monogramm kommt 
schon frühzeitig vor und zwar auf zwei verschiedenen 
Exlibris des Luther-Gegners Dr. th. Professor Johann 
Maier genannt Eck^ Ingolstadt, zwei kolorierten Holz- 
schnitten, wahrscheinlich von Hans Springinklee , von 
1518 und 22; auf einem Exemplar der Hof- und Staats- 
bibliothek München erklärt Eck selbst handschriftlich 
das Monogramm J. M. E. T. mit Johannes Maioris (für 
Maier) Eckius Theologus; Abbildung im VI. Kapitel. 

/. Sehr häufig findet man auf alten und neuen Ex- 
libris die Datierung der Anfertigung durch Jahreszahlen 
ausgedrückt, was für die Forschung äusserst angenehm 
ist, weil man dann nicht ausschliesslich auf Taxieren 
und Vergleichen mit anderen Blättern angewiesen ist. 
Doch machten unsere Exlibris auch eine Sitte ihrer Zeit 



58 



mit, die versteckte Anbringung des Datums in einer In- 
schrift, im sogen. Ckronogramm, — wenn Vers: Chrono- 




[nschriften auf Exlibris. 




Inschriften auf Exlibris. 



MiGRAnDVM: 

J{ch^ xm j^J^on fiabemits die GpLtaUnl 
jxJ-manentein. fedfuturam mquinnux^- 




M. Geor^üRuprechll, Aug j 
Dmni VerbiMmtdri. 

Exlibris Magi^lpT Qeorg Ruprecht 
(«>,- 1770). 



02 Allgemeines. 

stickon — , ein Schriftscherz, wie man ihn über Kirchen- 
portalen und an Monumenten des i8. Jahrhunderts, so- 
wie noch auf Denkmünzen des 19. sehen kann. In der 
Inschrift sind einzelne Buchstaben, die auch für Zahlen 
gelten, gross geschrieben, gedruckt oder gemeisselt; 
zählt man diese zusammen, so ergiebt sich die Jahres- 
zahl, in der das betreffende Blatt gestochen, die Kirche 
vollendet oder restauriert, die Münze gegossen wurde. 
Ein gutes Beispiel liefern die Exlibris des Benediktiner- 
stifts Raigern in Mähren, Kupferstiche von 1784 und 
1789. An den Schrankseiten sind folgende zwei Strophen 
mit grossen und kleinen Buchstaben angebracht: 

Vorn: OflFICIna Librarla stVDIIs 

sVttVIorlbusqVe MVsIs saCra, 

Hinten: Cura et stVDIo OlhMarl praepositl 

NoVIs CopIosIsqVe LIbrIs eXornata. 

Addiert man die Zahlenbuchstaben, so geben beide 
Strophen jedesmal die Jahreszahl 1784; das gleich- 
geartete kleinere Format ist von 1789; denn in beiden 
Versen ist in suavioribusque bezw. in cura ein weiteres 
u = V = 5 grossgedruckt. 

Ein gleiches Chronogramm weist das Exlibris des 
Plebanus Lorenz Kellner in Wittislingen von 1772 auf, 
dessen typographische Inschrift lautet: ^>eX testaMento 
D :LaVrentII KeLLner PLebanlln WIttlsLIngen« = 1772. 

K, Eine weitere Art von Inschrift ist die des Stecher-^ 
Zeichner- etc. -Namens. Derselbe steht meistens klein 
am unteren Rande rechts oder links, oder versteckter 
in einem Winkel der Zeichnung, sei es voll ausgeschrieben, 
oder nur mit Künstler-Monogramm oder Anfangsbuch- 
staben. Es ist schade, dass bei so vielen Blättern des 
15., 16. und 17. Jahrhunderts kein Verfertigername an- 



Inschriften auf Exlibris. 



gebracht ist. Man ist so bei manchem selteneren, bes- 
seren Blatte, das sicher von einem bedeutenderen Meister 




64 Allgemeines. 

herrührt, nur auf Vermutungen angewiesen. Daraus 
geht für unsere heutigen Künstler die Lehre hervor, 
ihren Namen oder ihr Monogramm auf ihren Exlibris- 
Zeichnungen ebensogut anzubringen, wie auf grossen 
Gemälden ! 

L. Manche in Exlibris-Inschriften vorkommende 
Einzelbuchstaben sind Abkürzungen von Titeln u. dergl. ; 




so z. B. : J. U. L. = Juris utriusque licentiatus ; D. V. M, 
= Divini verbi minister; S, R. I. = Sacri Romani 
Imperii etc. 

M. Bei den Künstlernamen stehen oft abgekärste 
Worte, wie sc. = sculpsit, d. h. N. N. stach es, f. ^ fecit, 
machte, del, = delineavit, zeichnete, gez. = gezeichnet, 
exe. = excudit, schnitt in Holz, pinx. = pinxit. malte, 
inv. = invenit, erfand, entwarf, calcogr. = calcogravit, 
stach in Kupfer, imp. = impressit, druckte. 

Auch der Verfertigungsort ist oft abgekürzt unten 
angegeben , z. B. : A. V. = Augustae Vindelicorum, 
Augsburg. 



Inschriften auf Exlibris. 65 

N. Einer sonderbaren Art von Exlibris-Inschriften 
sei noch gedacht, der durcheinandergeworfenen Buch- 
staden, die Ende des 18. und Anfang des 19. Jahr- 
hunderts vorübergehend Mode war. Man sieht grosse 
Buchstaben teils innerhalb anderer Darstellung, teils 
allein, scheinbar zufällig durch-, über- und nebeneinander 
geworfen; da man das Wort, den Hauptnamen, den sie 
ergaben, nur mit einiger Mühe herausbekommt, so wohnt 
dieser eigentümlichen Sitte kein praktischer Nutzen, 
sondern mehr die Idee einer Spielerei, eines Scherzes inne. 
Die Buchstaben des Seite 63 abgebildeten Wappenblatts, 
gezeichnet von Johann Jakob Schübler, gestochen von 
Martin TyroiF, ergeben den mit dem Wappen überein- 
stimmenden Namen Birkner, Adam, Licentiat der Rechte, 
Nürnberg, c. 1740; ein gleichartiges Blatt ist das Ex- 
libris ^^«j'^/z, Nürnberg, anonymer Kupferstich, c. 1757, 
den man auch Martin Tyroff als Stecher zuteilen möchte 
(S. 64); hier ist ^Reusch« leicht lesbar. Andere der- 
artige Exlibris sind die von Keiner^ Kupferstich, circa 
1780, und Fröhlich, Steindruck, c. 1840. 





IV. KAPITEL. 

GRÖSSEN DER EXLIBRIS. 

ie Grössen Verhältnisse der einzelnen Blätter 
sind sehr verschieden ; sie richten sich nach 
dem Format der Bücher, für die sie bestimmt 
waren oder sind. In der ersten Zeit nach 
Erfindung der Buchdruckerkunst, in der auch die Folianten 
oft von stattlicher Grösse waren, gab es auch dem- 
entsprechend grosse Exlibris; die Bückerformate, die 
nach der Zahl der Blätter benannt sind, welche ei» 
Bogen ergiebt, sind folgende: Grossfolio und Folio, 
Quart, Oktav, Duodez, Sedez; d. h. Grossfolio ergiebt 
bei einem Buche i Blatt -= 2 Seiten, Folio: 2 Blätter 
= 4 Seiten, Quart; 4 == 8, Oktav: 8 = 16, Duodez: 
13 = 24, Sedez: 16 = 32; man kann diese Benennungen 
auch auf die Exlibrisgrössen anwenden. 

Wahrscheinlich sind die grössten bekannten Blätter, 
ausgenommen das unter b. nachbenannte Graf Brei n ersehe, 
das ausdrücklich mit »Exlibris« bezeichnet ist, nicht 
immer besonders als Bibliothekzeichen bestellt, sondern 
als Prunk-Wappen ; doch hat man sie in seltenen Fällen 
bei einem oder dem anderen Riesenfolianten als Exlibris 
mitbenutzt. 



Grössen der Exlibris. 67 

A. Die der Höhe (Länge) nach gross ten Exlibris sind: 

a. Alte freihändig gezeichnete, handbemalte: 

Benedikt Klinkervogdf Wappen, Inschriften, 1581; 245 mm breit, 

380 mm hoch. 
Heinrich II. — Töbing, Lüneburg, Wappen, c. 1498 (vgl. später 

VI. Kap. Anfang). 278 : 344 mm, 
Georg Gwandschncider , Nürnberg, Wappen, Inschriften, 1585; 

182 : 343 mm. 

b. Alte mechanisch hergestellte: 

Ferdinand Barth V07i Ifarmating, München, Kupferstich, Wappen 
zwischen Schriftbändern, c. 1690; 316:423 mm (wird auch 
als Exlibris bestritten). 

Sebald Alillner von Zweyraden, von P. W., Kupferstich, Wappen 
in Blätterkranz, c. 1560; 260:373 mm. 

Pfinzing'G rund lach, Nürnberg, von A. Khol, Kupferstich, Wappen 
in architektonischem Aufbau, c. 1650; 247:356 mm. 

Max Ludwig Reichsgraf Breiner (Brenner), wirklicher Geheimer 
Rat, Kämmerer, General feldmarschall, Generalkriegskommissär, 
Wien und Mailand, von Josef Petrarca, Mailand, Kupferstich, 
Wappen in Trophäenumrahmung, c. 1700; 240:352 mm. Es 
ist nachgewiesen, dass, wenn sich bei manchem Buche dieses 
Exlibris zu gross erwies, man einfach den äusseren Trophäen- 
rand wegschnitt und das Wappen innerhalb des inneren 
Rahmens als so verkleinertes Exlibris einklebte*). 

Christof Kress von Kressenstein, Nürnberg, nicht von Dürer, aber 
aus seiner Schule ; Holzschnitt, Voliwappen ohne Namen; nach 
1530; 270:332 mm. (Abgebildet S. 68.) 

Graf von Hanau- Lichtenberg, handbemalter Holzschnitt, Wappen, 
c. 1570; 258 : 308 mm. 

^:. Aus der Neuzeit', 

Theodor Hennig, Berlin, von diesem; Pflanzenornamentik, Stein- 
druck, 1895; 217 : 325 mm. 

Franz Freiherr von Lipperheide, Berlin, von Karl Rickelt, Holz- 
schnitt, Wappen mit Ritter als Schildhalter, zwischen zwei In- 
schriften, 1894; 189:295 mm. 



') E. L. Z. V. S. 38, 10. 



68 Allgemeines. 

B. Die kleinsten Exlibris sind nichtdeutschen Ur- 
sprangs : 

Comte yaquel, Bar le Duc, Frankreich, typographisch, Golddruck 
1 Glanipapier ; circa lS6o; 13:6 mm; E, C. G., 




is Chrislot Krtss i-on Kressenstein {ein 



ftaniÖBiBch, 1900, 10: 14 mm; Dr, A. Warmont, Parii, 188., 
10 mm Dnrehmesier ; de Biotüre. 14 mm; Universitäts- 
bibliothek Gtni. Belgien, Wappenlöwe mi( Umschritl, Stein- 



Grössen der Exlibris. 69 

druck, c. 1860, 16 mm im Durchmesser ; Jac. Manzonif Italien, 
Zimier und Krone, Kupferstich, c. 1860, 1772:9 mm^O^Ker- 
rins Hyde, irländischer Emigrant, Frankreich, Wappen, c. i88o, 
ii:iSY« ron™ ; Hirzel , Zürich, Wappen, Gold auf Silber- 
papier, c. 1S60, 13 Vj: 15 mm; E. C. G., französisch, 1900, 
10 : 14 mm. 

Das kleinste deutsche Exlibris ist das des Presby- 
ters Johann Baptist Gadncr, Wappen, c. 1700, Stich, 
16 : 19 mm. 

Zwischen diesen bedeutenden Grössen-Unterschieden 
wechselt die der einzelnen Exlibrisgrössen in mannig- 
faltigster Weise zwischen Folio und Sedez. Bald sind 
sie höher als breit, bald umgekehrt; Vorschrift giebt es 
hier keine andere, als den Wunsch des Bestellers. Das 
allgemein üblichste war und ist Oktav und Duodez. 
Für verschiedene Bücherformate Hessen sich manche 
auch mehrere Exlibrisgrössen anfertigen, die im nächsten 
Kapitel (V. A.)' besprochen werden. 





VERSCHIEDENHEITEN, VARIETÄTEN. 

A. GRÖSSENVARIETÄTEN. 

Sollte ein Besitzer für seine Bücher nicht ein 
1 gleiches Exlibris verwenden, so Hess ersieh 
■ für verschiedene Haaptformate auch ver- 
Sschiedene Grössen anfertigen. Zunächst be- 
trachten wir die mit dem gleichen, auf allen wieder- 
kehrenden Zeichnungsmotiv. In der älteren, man möchte 
sagen : Vorphotographischen Zeit ist es entschieden merk- 
würdig, wenn der Besitzer sich eine Darstellung drei- 
oder viermal ganz gleichmässig, nur immer wieder klei- 
ner, anfertigen Hess; denn die Arbeit wäre fast dieselbe 
gewesen, wenn der Holzschneider oder Stecher ein Motiv 
viermal oder deren vier verschiedene geschnitten oder 
gestochen hätte. Die Gründe für Beibehaltung einer 
Zeichnung in frllherer Zeil waren einerseits der konser- 
vative Sinn unserer Altvordern, andrerseits, dass dem Be- 
steller entweder die eine Zeichnung so gut gefiel, dass 
er keine andere mehr wünschte oder dass er für ver- 
schiedene Ausführungen nicht genug verschiedene Zeich- 
ner oder nicht genügend Geld für drei oder vier neue 



Verschiedenheiten, Varietäten. 




Exlibris Johann Baptist Zeyll. Oeiclchnel von P. Opel, IW1. 



J2 Allgemeines. 

Zeichnungen zur Verfügung hatte. In der Neuzeit ist 
dies etwas anderes: Seit Erfindung der Photographie 
lässt man, besonders bei Zinkätzung, geringerer Kosten 
halber einfach eine Zeichnung zwei-, drei- oder viermal 
auf photographischem Wege verkleinern und hat da- 
durch für mehrere Bücherformate auch mehrere Exlibris- 
g^össen von genau gleicher Zeichnung; dies verbilligt 
die Anschaffung, zumal die besseren Künstler heutzutage 
für Originalzeichnungen oft hohe Preise stellen, die jetzt 
in Deutschland zwischen 20 und 200 Mark (ohne Stich) 
wechseln. 

Als Beispiel für mehrere gleiche Darstellungen sind 
die Exlibris Johann Baptist Zeyll, Zeichnung von P. 
Opel, Holzschnitt von C. L., 1593, zu nennen, die in 
drei Grössen (154 : 210, 102 : 162, 62 : 83 mm) herge- 
stellt sind, gleiche Zeichnung aufweisen und nur mini- 
male, durch den geringer werdenden Raum und den damit 
schwierigeren Holzschnitt hervorgerufene Abweichungen 
enthalten; abgebildet ist hier (S. 71) die mittlere Grösse. 
Ferner: Waisenhausbibliothek zu Halle ^ Kupferstiche, 
c. 1750, drei Grössen (129 : 109, 92 : 76, 70 : 54), drei 
fast gleiche Perspektiven ins Innere der Bibliothek; nur 
in der Rokoko-Umrahmung sind kleine, durch die ge- 
ringer werdende Stichgrösse bedingte Abweichungen. 
Aehnliches trifft zu bei vier Grössen, Kupferstich-Exlibris 
Johann Max Zum Jungen^ Frankfurt a. M., c. 1599; ^^i 
zwei Exlibris des Domherrn Johann Georg von Werden- 
stein, Kupferstichen von 1569; des Benediktinerstifts 
Lambachy zwei Kupferstichen von c. 1720; des mähri- 
schen Bibliophilen und Landesadvokaten Wilhelm Ale- 
xander Balaus^ Brunn, zwei Kupferstichen von Martin 
Tyroff, c. 1750; des mährischen Benediktinerstifts Rai- 



Verschiedenheiten, Varietäten. 73 

gern^ zwei Kupferstichen von 1784 und 89; und des 
Zacharias Konrad von Uffenbacky Frankfurter Senators, 
vier Kupferstichen von J. U. Kraus, von c. 1770 u. a. 

In der Neuzeit gilt als Regel nur eine Grösse, doch 
kommen auch zwei und drei Grössen mit gleicher Zeich- 
nung vor. Beispiele für zwei Grössen: Kaiser Wil- 
heim ILy Kaiserin Auguste Viktoria^ Kaiserin Fried- 
rich ^ Viktoria Melitta Grossherzogin von Hessen, Histori- 
scher Verein der Pfalz^ Speyer, Verein Herold, Berlin, 
Kunstgewerbe-Museum, Berlin, H. M. Graf Brühig E. 
HeuserSpeyex^ Marcella Seinbrich, fast alle von Hans 
Zi(7w/öJ-Karlsruhe gezeichneten und viele andere. 

Beispiele für drei Grössen gleichen Inhalts: Fried- 
rich Franz III., Grossherzog von Mecklenburg, Eugen, 
Erzherzog von Oesterreich^ Fedor vo7i Zobeltitz-Berliriy 
Bogislaw von Kleist-Gebersdorf, Albert Andreae-Königs- 
stein etc. 



B. ZEICHNUNGS- U. DARSTELLUNGSVARIETÄTEN. 

Wollte jemand nicht in allen Bücherformaten die 
gleiche Darstellung haben, so Hess er für jede weitere 
Grösse eine neue Zeichnung ausführen, was mehr Ab- 
wechslung, aber auch mehr Kosten brachte. 

Alte Beispiele hiefür sind die vier Grössen der 
Wittenberger Universitätsbibliothek mit dem Bilde des 
Kurfürsten Johann Friedrich des Grossmütigen von Sachsen, 
c. 1536, Holzschnitte von Lucas Cranach; Grösse I und 
II, 133 : 255, 127 : 196 mm, haben das Porträt mit 14 
Wappenschilden, Grösse I mit 18 Zeilen Unterschrift 
und langem Gedicht, II nur mit 6 Verszeilen ; Grösse III, 




Exlibris Johann Dernschv-nm de Hradlczln (nVt 



Verschiedenheiten, Varietäten. 



88 : 140 mm, und IV, 66 : 110 mm: Porträt mit nur 
ft Wappenschilden, gleichen 6 Versen, mit zwei ahn- 




lOANNES DERNSCHWAN 
DBHRADICZIN* 



liehen, aber nicht ganz gleichen Bildnissen (vgl. Abbil- 
dung im VI. Kap. F,). 



76 Allgemeines. 

Ferner: Die vier Exlibris des Böhmen Johann /?(TW- 
schwam de Hradiczin, Holzschnitte, vor 1569; sie zeigen 
zwar alle vier nur das Wappen, Grösse IV mit land- 
schaftlichem Beiwerk, aber drei ganz verschiedene Zeich- 
ner-Holzschneider sind erkennbar: nur Grösse II und III 




sind von der gleichen Hand. I, 145 : 216; II, 127 : 185; 
m, 81 : 118; IV, 65 : 78 mm. Das kleinste, IV, ist jeden- 
falls das älteste und wertvollste der vier; II, III u. IV 
zeigen Dürer'schen Einfluss; IV stammt jedenfalls aus 
Dürers Schule und ist vielleicht von Hans Springinklee, 
Nürnberg, oder Peter Floetner, Nürnberg ; II u. III sind 



Verschiedenheiten, Varietäten. 'J'J 

sich fast gleich und haben nur verschiedene Schildränder; 
I, III u. IV sind hier Seite 74, 75, 76 abgebildet. 

Da es nicht möglich ist, alle Darstellungsvarietäten 
der Exlibris Einzelner hier abzubilden oder einzeln auf- 
zuführen, so seien hier nur einige mitgeteilt, z. B.: 

5 verschiedene Grössen und Darstellungs Varietäten 
des Dr. Christof Hos^ Prokurator, Speyer und V^orms, 
Holzschnitte, 1520 — 28; 4 verschiedene Grössen und 15 
Darstellungs Varietäten des Exlibris Dr. Martin Eisengrein^ 
Ingolstadt, Holzschnitte, 1560 — 70; 6 Grössen und 7 Dar- 
stellungsvarietäten Sebald Miliner von Zweyraden^ Holz- 
schnitte und Kupferstiche, 1560 — 74; 4 Grössen und 
7 Darstellungsvarietäten Johann Aegolph von Knoeringen^ 
Bischof von Augsburg, Holzschnitte, 1565 — 73; 3 Grössen 
und 3 Darstellungsvarietäten Zacharias Geizkoflerv, Gailen- 
bach^ Oesterreich, Kupferstiche von D. Gustos u. S. C. 
(Corbinian Säur), 1603 — 5; 3 Grössen und 3 Darstellungs- 
varietäten Joachim Frhr, v. Windhag, Rat, Wien, Kupfer- 
stiche, 1654 — 61 ; Hof- und Staats-Bibliothek München^ im 
Laufe der Zeit 161 8 — 1870, Kupferstiche und Steindrucke, 
23 verschiedene Grössen und Zeichnungs Varietäten, wobei 
die zahlreichen Stichvarietäten nicht mitgezählt sind; 
Dr. Christof Jakob Treu, Anatom, Leibarzt, Nürnberg, 
c. 1760, 9 verschiedene Exlibris, davon 8 Grössen und 
7 Darstellungs- nebst 3 Stichvarietäten; Franz Gregor 
Reichsgraf Giannini, Prälat zu Olmütz, Breslau und 
Znaim, Protonotar, hatte 6 Darstellungsvarietäten, Kupfer- 
stiche, c. 1740; Josef Anton hnhof von Spielberg ^ Propst, 
Augsburg, 1700—24, 3 Stich- und Darstellungs Varietäten. 

Dann die Klöster infolge Wechsels der Aebte, so 
Andechs, 7 Holzschnitte und Stiche von 1590 — 1790; 
Baumburg, 8 Stiche von c. 1580 — 1763; Chiemsee, 13 



jH Aligemeines. 

Stiche von 1637 — 1764; Fölling. 9 Holzschnitte und 
Stiche c. 1560 — 1744: Würzburg, St Stephan, 3 Holz- 
schnitte von 1522, 48 u, 58; St. Paul im Lavantthal, 
4 Stiche von c. 1600 — 1730 etc. 

Au» der Neuzeit: Prälat Dr. Friedrich Schneider^ 
Mainz, der im ganzen 16 Exlibris führt, davon 13 Zeich- 
nungsvarietäten bei gleichem, aber zeichnerisch immer 
verändertem Motiv (Kreuz mit >Dux<), 3 Radierungen, 
13 Zinkätzungen, von den Meistern Otto Hupp u. Peter 
Halm, 1891 — 95; ferner Karl Emich Graf zu Leiningen- 
Westerburgj Neupasing-München, mit 21 Zeichnungs- 
varietäten, sowie Magda Gräfin zu Leiningen-Westerburg, 
ebenda, mit 8 Zeichnungsvarietäten, deren beider Exlibris 
gezeichnet sind von A. M. Hildebrandt, E. Doeplerd. J., 
E. Freiherrn von Hausen, E. Krahl, W. Schulte vom 
Brühl, M. von Weitenhiller, W. Behrens, G. Otto, Ed. 
Lor.-Meyer, J. W. Simpson, G. Barloesius, A. Freiherm 
von Foelkersam, A. Graf Du Chastel, E. Bengough- 
Ricketts, J. C. Maess, P. Voigt, L. M. Rheude, Henry- 
Andr6; Zinkätzungen, Steindrucke, Radierungen von 
1888— 1900, zum grössten Teil Dedikationen der Künst- 
ler; ferner Paul Nicolaus Ratajczak, Berlin, mit 14 
Zeichnungsvarietäten von E. Doepler d. J., A. M. Hilde- 
brandt, Gg. Barloesius, H. Hirzel, M. J. Gradl, W. Schulte 
vom Brühl, J. C. Maess, G. Otto, W. Horstmeyer, P. 
Voigt, Th. Hennig, L. M. Rheude; ferner: Markus 
Schuesslcr , Nürnberg, mit fünf Zeichnungs- (ein- 
schliesslich eines Exlibris der Frau H. Schuessler) und 
8 Grössenvarietäten , von L. Kuehn, K. Hammer, P. 
Ritter, H. Kellner, 1895 — 99; ferner Karl G. F. Z.a;/§^^«- 
scAeidt'BerVm^ 8, Frau Margarethe Stratiss, Magdeburg, 
4, u. s. w. 



Verschiedenheiten, Varietäten. 79 

Bei den sechs letztgenannten war nicht das Bedürf- 
nis für mehrere Exlibris massgebend, als vielmehr der 
Wunsch, auf den einzelnen Exlibris immer wieder andere 
Zeichnungen zu besitzen, die von den verschiedensten 
Exlibris- Künstlern herrühren, — jedenfalls später ein 
interessanter Beitrag zur Kunstgeschichte unserer Tage, 
wie eine eigenartige Zierde der Bücher einer Bibliothek. 



C STICHVARIETÄTEN. 

Diese sind aus mehreren Gründen entstanden. Ein- 
mal dadurch, dass eine Kupferplatte abgenützt war; 
wollte man sie ferner gebrauchen, so musste man sie 
nachstechen lassen; dadurch kamen absichtliche oder 
zufällige kleine Aenderungen vor, die eine Stich- und 
Abdruckvarietät ergeben. Heutzutage fällt dies weg, 
wenn man die Kupferplatte verstählen lässt, ein Ver- 
fahren, das erheblich mehr Abdrücke gestattet, als eine 
nicht verstählte Platte. 

Ein Beispiel gleich für vier solcher Stich Varietäten 
sind die vier Exlibris Dr. Johann Karl Seyringer^ Advo- 
kat in Oberösterreich, 1692, von J. de Lespier, die sich 
scheinbar gleich sind, aber zweierlei Wortstellungen im 
oberen Vers und viermal andere Schatten striche auf- 
weisen; ferner die 3 Stichvarietäten Stift Diessen^ I755) 
und die 16 Stich- (2 Grössen- und eine Reihe nicht 
genau zu scheidender Färb-) Varietäten Friedrich August 
Herzog von Brauns ckweig-OelSy c. 1789. 

Femer rufen die verschiedenen »Zustände« vor 
(»avant la lettrec) und mit der Schrift Stichvarietäten 
hervor, so z. B. beim Exlibris Koenig von Koenigsthal^ 



8o Allgemeines. 

das vor der Schrift ein leeres Inschriftsband zeigt, auf 
dem sich Eberhard Jodocus Koenig 1763 handschriftlich 
einschrieb; das Blatt mit der eingestochenen Schrift 
zeigt auf dem Bande der Platte: »Ex Musaeo Gustavi 
Georgii Koenigii de Koenigsthal«, ein Beweis, dass vor 
der Schrift absichtlich eine Anzahl Blätter zur hand- 
schriftlichen Benützung für ein anderes Familienmitglied 
abgezogen worden ist. 

Ein weiterer Grund für Stichvarietäten ist die Aen- 
derung der Unterschrift bei Titelmehrungen, während 
sonst die Platte die gleiche blieb; so hat C. F. J. N. A. 
von Bertrand Graf von Perusa^ München, c. 1760, der 
4 Wappen-Exlibris besass, — von denen je 2 sich im 
Wappen und in der Umrahmung ganz gleich waren — 
3mal die Unterschrift umstechen lassen, je nachdem 
immer noch etwas hinzukam; dabei stammte die Origi- 
nalplatte aus dem bayrischen Georgi-Ritter-Ordenskalen- 
der und wurde erst nach der in diesem erfolgten Ver- 
öffentlichung als Exlibris benützt. 

Eine vierte Erklärung für Stichvarietäten erhellt 
aus dem Umstand, dass ein Besitzer sich auf einer 
grossen Kupferplatte 4 Exlibris mit gleichem Motiv, zwei 
oben, zwei unten neben einander stechen Hess, um so 
auf einmal gleich je 4 Abzüge zusammen zu bekommen. 
Dass hiebei alle vier Stiche nicht aufs kleinste überein- 
stimmen, sondern geringe Abweichungen in unwesent- 
lichen Nebendingen aufweisen, ist naheliegend. Nach 
dem Drucke wurde das eine grosse Blatt an den mitt- 
leren Trennungslinien mit der Schere auseinanderge- 
schnitten und ergab dann vier einzelne Exlibris, wodurch 
die grösseren Kosten einer grossen Platte und der vier 
Einzelstiche durch geringere Druckkosten wieder etwas 



Verschiedenheiten, Varietäten. 



8i 



eingebracht wurden. Beweis für ein solches Verfahren 
ist ein noch nicht auseinandergeschnittenes vierblättriges 
Exemplar des Kanonikus und Professors der Rhetorik 







82 Allgemeines. 

Albert Kirchmayer aus Südbayem, gezeichnet von Wink, 
gestochen von J. P. P, Rauschmayer, Kupferstecher, Dom- 
pfarrer zu Augsburg, c. 1790. Die Hauptunterschiede 
des hier (S. 81) abgebildeten Vierblatts sind der kleine 
Busch am Fusse der Apollofigur und die viererlei Grössen 
des Zeichner- und Stechernamens, die jedesmal kleiner 
gestochen sind. Die auseinandergeschnittenen, einzeln 
eingeklebten Blätter wurden um 1892 — 95 öfters in 
Büchern vorgefunden. 



a NAMENS-, WAPPEN- U. DGL VARIETÄTEN. 

Diese entstanden dadurch, dass ein und dasselbe 
Zeichnungsmotiv oder auch die gleiche Kupferplatte von 
zwei verschiedenen Personen beibehalten und benützt, 
und nur der Name oder das Wappen abgeändert wurde. 
Man kann diese fast gleichen Blätter in absichtliche und 
unabsichtliche Plagiate unterscheiden, je nachdem der 
Besteller um die Nachahmung eines schon bestehenden 
Blattes durch den Stecher oder neuen Zeichner gewusst, 
ja vielleicht ein schon bestehendes Exlibris als Muster 
hergegeben hat, oder dass der Besteller die Vorlage, 
nach der sein Zeichner oder Stecher gearbeitet hat, gar 
nicht kannte. Es ist in vielen Fällen sogar sicher an- 
zunehmen, dass Besteller und Zeichner sich gar nicht 
bewusst waren, dass sie mit dem sklavischen Kopieren 
der Urzeichnung eines anderen sich des geistigen Eigen- 
tums des letzteren bemächtigten. Man fand Gefallen an 
einem Motiv und zeichnete es nach; etwas Schlimmes 
dachte man sich nicht hiebei. Immerhin aber empfiehlt 
es sich dringendst, einen eigenen Gedanken zu Grunde 



Verschiedenheiten, Varietäten. 83 

2u legen und dem Zeichner anzugeben, anstatt andere 
zu kopieren. 

Besonders stark im »Anlehnen« an die Zeichnung 
anderer waren einige Nürnberger Kleinmeister am 
Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts. Teils 
waren gleichmässige Aufträge eines Bestellers an zwei 
Künstler daran schuld, wie z. B. bei Veit August Holz- 
schuker^ der bei Jost Amman und Hans Sibmacher Ex- 
libris (1580 und 1600) machen Hess, teils verkehrten die 
Nürnberger Stecher wie Amman und Sibmacher zwischen 
1560 und 1591 vielfach miteinander und handelten als 
Schüler und Kunstnachkommen Dürers in einem Sinne 
nach gleichen, oft unter sich besprochenen Ideen, Vor- 
lagen und Kopien. Man wird bei den meisten Blättern 
jener Zeit fast nie nachweisen können, wer der erste 
Zeichner und wer der erste Kopist war; auch hat man- 
cher Kleinmeister seine eigenen Skizzen wiederholt für 
verschiedene benützt; Schüler haben einfach Muster ihres 
Meisters nachgezeichnet oder oft das von letzterem Be- 
gonnene in dessen Sinn und Manier vollendet. Ferner 
war das reiche Nürnberger Patriciat unter sich eng ver- 
wandt und verschwägert; dadurch ergab sich vielfache 
Gelegenheit, solche V^appen und Exlibris bei einem 
Vetter zu sehen und danach Aufträge zu gleichen Blät- 
tern, z. B. mit anderem Wappen, aber derselben Um- 
rahmung, zu erteilen, wodurch sich die Wiederholung 
eines Motivs oder einer ganzen Zeichnung in vielen 
Fällen erklären lässt. Aus vorgenannten Gründen ist 
auch zu vermuten, dass manche treif liehe Exlibrisstiche 
jener Zeit keine Künstlermonogramme tragen; für ganz 
eigene Arbeit konnte und wollte man solch eine Kopie 
nicht immer ausgeben. 



84 Allgemeines. 

Als Beweis für diese beliebten »Anleihen« dienen 
die Exlibris V. A. Holzschuher^ Nürnberg, Stich von Jost 
Amman (»J. A.«), 1580 und Pfaudt, Nürnberg, Stich 
von H. Sibmacher (»H. S.«), von c. 1600, auf welchen 
die oberen Putten die gleiche Form und Stellung haben ; 
ferner gleicht dieses /ya«^//-Exlibris von H. Sibmacher 
im ganzen Aufbau wiederum dem Exlibris Julius Geudefj 
Nürnberg, Stich von J. Amman, ausserdem ähneln H. 
Sibmachers Exlibris Heugel und Bekam in der ganzen 
Anlage stark den J. Ammanschen Exlibris Märtz^ Weller 
und Haller, Das Gesagte gilt auch für Ammans 
Schüler H. Troschfel und H. Hauer. 

Andresen sagt in seinem »Deiftschen Peintregraveur^, 
1864, JI, S. 332: »Einzelne Produkte Ammans und Sib- 
machers kommen in der Nadelarbeit einander so nahe, 
dass es schwer, ja fast unmöglich ist, sie zu scheiden, 
wenn sie nicht bezeichnet sind.« j 

Da wir Bibliothekzeichen dieser Kleinmeister später 
noch kennen lernen, sind hier aus dieser Periode noch 
keine Abbildungen gegeben. An jüngeren Beispielen 
seien hier einige herausgegriffen: 

2 Exlibris des Praemonstratenserklosters Oberzell 
bei Würzburg des Abts Georg VI. Fasel (1738 — 47) und 
des Abts Oswald Loschert (1747 — 85), von Gutwein, sind 
sich in allem ganz gleich, ausgenommen im Mittelschild; 
der zweitgenannte Abt hat die Exlibris-Kupferplätte 
seines Vorgängers im Mittelschild (Personalwappen: Klee 
und Stern) auskratzen und sein eigenes Wappen (Pap- 
pelbäume unter Sonne) hineinsetzen lassen. 

Ein Motiv: Knabe mit Buch und Feder an Rokokp- 
untersatz, darauf Wappen, Kupferstich, ist »nur« Smal 
bei 5 verschiedenen Besitzern des 18. Jahrhunderts nach- 



Verschiedenheiten. Varietäten. 85 

zuweisen, i. bei Gottlieb Eltling, Rechtsgelehrter, von 
J, A. Friedrich, Augsburg; 2. bei Chr. C. L. von Sa- 
vigny (mit dem bekannten >Non mihi sed aliisi), ohne 
Stechernamen ; 3. bei J. F. A. C. Nmratk, Oberappel- 




lati onsgerichtsrat, Darmstadt, ohne Stecher; 4. bei Hein- 
rich Wilhelm Leknemann, Dr. der Rechte, Schöffe, Frank- 
furt a. M., von J. J. Schnapper in Offenbach a. M.; und 
5. bei Jobann Friedrich Miller, Minden und Bremen, 
obne Stecher, mit ein wenig veränderter Stellung des 



86 Allgemeines. 

Knaben. Diese Darstellung muss den Bestellern oder 
Stechern besonders zugesagt haben. Das Ettling-Fried- 
rich'sche ist von diesen 5 Exlibris die beste Ausführung 
und daher hier (S. 85) abgebildet. 

Eine andere Gruppe, alte Männer (Lehrer), junge 
Bäumchen (Schüler) pflanzend und giessend, 1772, von 
Daniel Chodowiecki, Berlin, {Vlt^ sExlibris des französtscken 
Seminars zu Berlin (Besprechung siehe unter VIII. Kap. c.) 
gestochen, wurde einige Jahre nachher von dem ihm 
befreundeten Johann Rudolf Schellenberg für die Stadi- 
bibliothek Winterthur zweimal kopiert, zwar nicht Linie 
für Linie, jedoch mit dem gleichen Motiv: Alte Männer, 
junge Bäumchen pflanzend und begiessend*). 

Fast gleich, ausgenommen Wappen und Inschrift» 
sind die Exlibris mit Innenansichten: Fr. D. Haeberlin 
aus Ulm, Staatsrechtslehrer in Helmstaedt, Stich von 
c. 1750, und Amadeus Lulin, Professor, Genf, Stich von 
B. Picart, 1722; ebenso J. M. von Loen^ Geheimrat und 
Schriftsteller, Frankfurt a. M., I. Grösse, Stich von P. 
Fehr, 1725, und C. S. Jordan^ Geheimrat, Berlin, Stich 
wohl auch von P. Fehr, aus gleicher Zeit, bei welch 
beiden nicht nur die ganze Anordnung, sondern auch 
der Sinnspruch »Deus nobis, haec otia fecitc überein- 
stimmen. Bei den Exlibris der beiden Freunde Johann 
Lorenz Blessig^ Professor und Theolog, Strassburg i. E., 
und Friedrich Rudolf (von) Salzmann^ Strassburg i. E., 
beide Stiche von Ferdinand Wachsmuth, Paris, c. 1775, 
ist augenscheinlich ein und dieselbe Kupferplatte für 
beide Personen benützt worden, mit dem einzigen Unter- 
schiede, dass beim ersteren das untere Oval mit dem 



♦; Abgebildet E. L. Z. II. i, S. 14, IV. S. 17, VIII. S. 37. S«- 



Verschiedenheiten, Varietäten. 87 

Namen, beim zweiten mit dem Wappen ausgefüllt ist, 
und bei letzterem der Name im äusseren Ova! steht. 
Die Exlibris P. J, Sckamo, Christian Gottlieb Joecher, 
Universitäts-Bibliothekar, Leipzig, und Johann Christof 
Gottsched, Gelehrter, Schriftsteller, Dichter, Leipzig, drei 
Stiche, c. 1760, weisen zwar 3 verschiedene Manieren, 
aber ein Motiv auf: Bücherschränke zweimal über Eck, 
sitzende Minerva mit Lanze, Wappen. Gleiche Schriften- 




behälter, Tmtenzeuge und Tafeln haben die Exlibris D. 
Chr. Aug. Stoelser u. C. Jos. von Hopffgarten^ Stiche, 
c. 1800. 

Ebenfalls ein und dieselbe Kupferplatte benutzten zu 
ihren Exlibris zuerst Friedrich Karl von Moser, Darmstadt 
und Ludwigsburg, und dann seine Freundin Susanna Ka- 
tharina von Kkttenberg, Frankfurt a. M., Goethes »Schöne 
Seele«, der es der erstere zur Benützung überlassen 
hatte (Abbildung vgl. VIII. Kap. c); Zeichnung von J. A. 
B, Nothnagel, Kupferstich von H. Cöntgen, Mainz, circa 



88 Allgemeines. 

1765; nur die Namensinschriften sind verschieden. Die 
gleiche Kupferplatte wurde auch von Luise Adelgunde 
Viktoria Gottsched^ geb. Kulmus (die »Gottschedin«), 
Leipzig*), und dann von G. E. Weinland^ c. 1750 — 60, 
benützt, von letzterem vielleicht nach' dem Tode der 
ersteren, 1762; an Stelle des Ehewappens trat der 
Namenszug; die Bandinschrift wurde ausgemerzt. Die 
Abänderung rührt von Johann Michael Stock, Leipzig, 
her, wahrscheinlich auch die Originalplatte der Gott- 
schedin. Ein weiteres Beispiel für Nachahmung findet 
sich bei den Exlibris G. H. A. Koch (VIIL Kap. B. b.) und 
F. D. Haeberlin. 

Die Urnen-Exlibris J. C. G. Reuss, J. F. Reuss und 
J. Fr. Haakh^ Ende des 18. Jahrhunderts, zeigen die- 
selbe Urne, erstere beide mit dem Reuss'schen, letzteres 
mit dem Haakh sehen Schild; Exlibris J. F. Reuss ist 
Spiegelbild von Exlibris J. Fr. Haakh. 

Die Exlibris Bernhard Heinrich Wilhelm Koehne^ 
Berlin und St. Petersburg, und Karl Bernhard Wilhelm 
Koehne, Berlin, Steindrucke, c. 1850, sind gleich in der 
Darstellung, Bienenstöcke auf Steinbank vor Gebüsch; 
nur die Vornamen sind verändert; dass zwei Nah ver- 
wandte eine Zeichnung benützen, sei es aus Intimität 
oder aus Ersparnissgründen, ist naheliegend. 

Auch aus der neuesten Zeit sind Beispiele beizu- 
bringen: So wurde das von E. Doepler d. J., Berlin 
1888, gezeichnete Exlibris Otto Freiherr von Aufsess^ 
Berlin (Regensburg), Wappen von Inschriftsbändem um- 
geben, noch dreimal für Exlibris kopiert: Für J. C. Al- 
brechty Basel, 1894, für käioM Geudcr zum Heroldsberg, 



♦) Abbildung : E. L. Z. II. 4. S. 22. 



Verschiedenheiten, Varietäten. 



NUrnbei^, 1898, von A. Steinbrüche!, für J. Baedeker, 
Iserlohn, von W. Baedeker, Berlir; bei allen vier sind 
nur Schildinhalt und Zimiere jedesmal abgeändert. 

Das Exhbris Friedrich Warnecke, Berlin, 1893, 
Büchei^estell mit Wappenschild, von E. Doepler d. J., 



Billbri* Obcnt 




Berlin, kommt auch in den Namens- und Wappenvarie- 
täten Adolf Schiel, Oberst in Transvaal (Geschenk 
"Wameckes, 1893, an Schiel), sowie Friedrich Altrnann, 
Niederelbert, 1899, von ihm, und Johann Nepomuck Eser, 
Buchloe, 1899, von Professor Ferdinand Lotz, Würz- 



QO Allgemeines. 

bürg, vor, die alle vier gleiche Zeichnung und nur 
anderen Schildinhalt und andere Namen aufweisen. 

Die 5 farbigen Exlibris van Hertzberg^ 1893, von 
C. A. Starke, Wappen, sind vollkommen gleich, nur die 
5 Vornamen sind verschieden: Sieg ward, Kurt, Erich 
Rüdiger, Rüdiger und Gertzlaif. 

Das Exlibris Hermann Freiherr von Watter^ Würt- 
temberg, Wappen, 1880, von Adolf M, Hildebrandt, 
wurde ohne dessen Veranlassung auch für M. von Wed- 
derkopp, 1889, benützt. 

Die Exlibris Nathalie, verwittwete Herzogin Elimar 
von Oldenburg, geb. Freiin Vogl von Friesenhof, Schloss 
Erlaa, gezeichnet von deren Tochter, Friederike von 
Oldenburg, Gräfin von Welsburg, mit der Aussicht auf 
Schloss Brogyan, und das von Dr. Hans Schulz^ Berlin, 
1900, von ihm, mit Aussicht ins Saalethal bei Jena, sind 
nach dem Vorbilde des von W. Schulte vom Brühl ge- 
fertigten Exlibris Karl Emich Graf zu Leiningen- Wester- 
burg^ mit der Aussicht auf Burg Neuleiningen, gezeichnet» 

Das Exlibris des Professors O. Jahn, Bonn, be- 
nützte der bekannte Dichter und Publizist Gustav Frey- 
tag (f), Siebleben, für das Exlibris seiner dritten Frau 
Anna, von ihm Ilse genannt, indem er bei gleicher Zeich- 
nung nur in seiner Schrift »Ilsec und zwischen Blättern 
Früchte hinzufügen Hess; 1896 wurde das Motiv auch 
für das Exlibris des Hauptmanns von Oidtmann, Span- 
dau, benutzt. Exlibris O. Augstein, Berlin, 1897, O. A. 
mit Apfelbaum, von P. Voigt, wurde in Schweden 
zweimal nachgezeichnet: Für A. Landgreen, Stock- 
holm, 1899 und A. Lindstedt, Stockholm, 1899; gleiche 
Darstellung wie beim Augsteinschen Exlibris, nur 
statt O. A. nun A. L., wobei beim Landgreenschen 



Verschiedenheiten, Varietäten. Ql 

auch das »Auge« im »Steine, das dem Namen Augstein 
entspricht, verblieben ist. Die zwei Kopien behielten 
sogar den auch sonst oft gebräuchlichen Spruch des 
Originals »Inter folia fructus« bei. Das Exlibris Ernst 
Rosenfeld^ 1900, von P. K., wurde aus zwei im Studio, 
Wintemummer 1898/99, S. 57 u. 77, abgebildeten Ex- 
libris N. H. Laughton, von T. B. Hapgood (Amerika), 
und F. Donnet, von E. Pellens (Belgien), zusammengefügt. 
Als Ausdruck innigen Familiensinns ist der Ge- 
brauch einer Zeichnung für die 12 Exlibris von einem 
Grossvater bis zu Enkeln zu verzeichnen. Der berühmte 
protestantische Theolog und Kirchenhistoriker Karl August 
van Hase, f 1890 in Jena, führte ein von Albert von 
Zahn (nach ihm von L. Nieper) gezeichnetes Exlibris: 
Vor architektonischem Aufbau Wappenschild mit Hase, 
rechts und links zwei allegorische Figuren, oben zwei 
Engel, einen Kranz mit Luthers (Wappen-) Kreuzrose; 
der Sohn, Oskar von Hase, Inhaber der Firma Breit- 
kopf u. Härtel, Leipzig, dessen Exlibris hier (S. 92) abgebildet 
ist, behielt die gleiche Darstellung bei und setzte nur unten 
seinen Namen und oben in den Kranz sein 1870/71 erwor- 
benes eisernes Kreuz ein, 1875; das Original des letzteren 
hat er in den Grundstein des deutschen Buchhändlerhauses 
eingeschlossen ; Johanna, seine Gemahlin, geb. Zarncke, 
fügte in das gleiche von ihr benützte Blatt oben den 
Bienenkorb des Fleisses ein, und die Enkel Karl Augusts 
und Kinder Oskars: Margarethe, Viktor, Georg, Hermann, 
Karl Wilhelm, Anna, Hellmuth von Hase behielten von 
1894 an alle das gleiche Motiv bei und änderten nur 
die Namensunterschriften unten und den Wahlspruch 
nebst Inhalt des Kranzes oben; letzterer änderte sich 
der Reihe nach in: Buch, Friedenstaube, Geige, Kunst- 



lerschild, Anker, Frauenkopf, Bienenstock, Hase, Blume. 
Das Exlibris Viktors von Hase hat statt der Inschrift: 
»In Viridi Vita< : »Mir und Dir* u. s. w. 




Is Oskar von Kate. Von L, Nlcp«r (IS75). 



Ein Beispiel, dass ein altes Exlibris f(lr ein neues zum 
Muster diente, ist das S. 93 abgebildete Exlibris K, E. Graf 
SU Leinittgen-Wisterburg, Neupasing-MUnchen, 1893, von 
E. Krahl, Wien, welch letzterem das Exlibris des Pfalz- 



Verschiedenheiten, Varietäten. 



grafen Wolfgang von Veldenz, Herzens von Bayern, von 
Virgil Solis, c, 1559 (abgebildet: VI. Kap. E), wegen 
der interessanten heraldischen Zeichnung als Vorbild 




Exlibris Karl Emi 



(isgs). 



angegeben war; ferner hat der bekannte Dürer-Forscher 
Raüt von Retberi^-lVettbirgin , München, seine grösseren 
Exlibris alle nacli Dürersclien Vorlagen gezeichnet, was 
bei seinen Dürerstudien leicht begreiflich erscheint. 



94 Allgemeines. 

Weitere Nachbildungen sind: Exlibris Heinrich 
Freiherr von Gudenus^ Waidhofen a. d. Th., Stich, 1891, 
von Jauner, Wien, nach dem des Valentin Ferdinand 
Freiherrn von Gudenus, Stich, 1732, von A. Reinhard; 
Max Josef von Baumgarten, München, 1892, gezeichnet 
von Fr. Steinbrüchel, Steindruck, nach einem alten ano- 
nymen Universal -Exlibris, Holzschnitt, c. 1489 (vergl. 
unten VI. Kap, A. d. und II. Teil 12.); nach einem 
bekannten Wappen von M. Schongauer, 15. Jahrhundert, 
ist das Exlibris der M, Schongauer -Gesellschaft zu 
Kolmar i. Eis., Lichtdruck, von A. Waltz 1894 ge- 
zeichnet worden; die Exlibris Fr. Goldschmidt^ Wien, 
1882, von C. Lambotte, und Simon Moritz Freiherr von 
Bethmann, Frankfurt a. M., Stich, 1889 von H. Goetz, 
bezw, C, L. Becker, abgebildet unten im XI. Kap. A. a, 
sowie Dr. H. Kabdebo von Kapri, Wien, 1883, sind fast 
genau nach Blättern von H. S. Beham, c, 1 540 und 43, 
P. von Baldingery Stuttgart, Holzschnitt von G. Dreher, 
1899, nach einem M. Schongauerschen Wappen aus- 
geführt; das Exlibris Max von Lerchenfeld , Heiners- 
reuth, Stich, 1873, nach dem Wappenblatt Haimeran von 
Lerchenfeld von 1620 u. s. w. 



E. FARBEN- UND F. PAPIERVARIETÄTEN. 

Diese entstehen dadurch, dass die Abzüge derselben 
Holzstöcke, Kupferplatten, Clich^s etc. beim ersten Druck 
oder bei Neuauflagen jedesmal in einer anderen Druck- 
farbe hergestellt wurden. Die Gründe hiefür sind Lust 
an Abwechslung oder die Absicht, die verschiedenen 
Abteilungen einer Gesammtbibliothek durch je eine andere 



Verschiedenheiten, Varietäten. Qc 

Farbe des sonst gleichen Exlibris zu unterscheiden; 
ferner spricht heutzutage auch der Wunsch mit, mehrere 
Farben deshalb zur Verfügung zu haben, damit man je 
nach dem im inneren Deckel befindlichen Papiere eine 
zu diesem passende Farbe wählen kann; ein weiterer 
Grund, namentlich auf die neueste Zeit passend, ist der 
Umstand, dass vom Drucker sowohl im Auftrage, als 
auch freiwillig eine Reihe von Druckproben mit ver- 
schiedenen Farben auf verschiedenem Papiere angefertigt 
wurde, damit der Besteller das ihm Geeignetste aus- 
wählen konnte; diese Probedrucke werden selten ver- 
nichtet, dagegen teils in Büchern verwendet, teils beim 
Exlibris-Tausch ausgegeben. Alle diese angeführten 
Gründe gelten für die T>r\ic\i' Farbenvarietäten wie für 
die Papiervarietäten. 

Von den Farbenvarietäten seien nur einige genannt: 
2 Kanonikus Ruprecht, Dillingen, Stich, 1678 ; schwarz 
und rot. 

2 von Rehm, Augsburg, Stiche, c. 1730; schwarz 
und rot. 

2 Fürstin Eleonore von Stolberg-Gedern, Stiche, 
c. 1760; schwarz und rot. 

3 Johann W. Donner, Stiche, 1770; schwarz, grün, rot. 
2 Karl Friedrich von Ditten, Stiche, c. 1760; schwarz 

und rot. 

2 Kaspar Kindsvatter, Stiche, c. 1780; schwarz 
und blau. 

3 Johann Josef Reuss, Stadt- und Hofarzt, Stuttgart, 
Stiche von J. G. von Müller, Stuttgart, 1779; schwarz, 
braun, rot. 

2 K. G. Rieder, Dechant, München, Stiche, c. 1790; 
schwarz und rot. 



96 Allgemeines. 

5 Johann Nepomuk Baron von Rehlingen, Stiche 
von C. Schneeweis, c. 1800 (auch Visitenkarten), 2 Dar- 
stellungsvarietäten, schwarz, blau, rot, braun. 

4 Kloster St. Bonifaz, München, Steindrucke, von 
Herwegen, 1864, 72, 2 Zeichnungs-, 2 Farben-, 4 Papier- 
varietäten. 

Von Papiervarietäten seien genannt: 
2 Andreas Cph. Im. Seid(t)el, München, Stiche, 
c. 1750; weiss und rot. 

2 Dr. J. Heckenstaller , Domkapitular, München^ 
c. 1790; weiss und blau. 

3 Dr. G. H. J. Stoeckhardt, Glauchau, Buchdruck^ 
c. 1800; rot, blau, gelb. 

5 Fröhlich, Steindrucker, c. 1840; 2 blau, 2 grün, 
I weiss. 

6 Dr.Ed.Böcking, Bonn, Steindrucke, c. 1860; 4 Dar- 
stellungs-, 3 Farbenvarietäten; 2 weiss, 3 gelb, i grün. 

3 J. G. A. (von) Szalatnay, Pfarrer, Kuttelberg, 
Steindrucke, c. 1895; i dunkel-, i hellgelb, i rot. 

Bezüglich der neuesten Zeit gilt als Regel, dass, 
sowie es mehr als 3 oder 4 Farben- oder Papiervarietäten 
giebt, es sich nur um erhalten gebliebene Druckproben 
handelt. 

4 Farbenvarietäten hat Johann Graf Oppersdorf, 
Thomaswaldau, v. G. Otto, 1896, sowie: 

4 Emanuel Baron von KorfF , Berlin , von G. 
Otto, 1890. 

Je 8 Papiervarietäten: C. Selzer, München, Dr. Ad. 
Preyss, Berchtesgaden , L. Wenig, Berchtesgaden, alle 
von Bernhard Wenig, 1897. 

8 Färb- und Papiervarietäten: Erich, Berlin, von 
P. Voigt, 1896. 



Verschiedenheiten, Varietäten. 



97 



17 Farben- und Papiervarietäten: A. Zglioitzki, 
Gross-Uchterfelde, von A. M. Hildebrandt, 1896. 

31 (richtiger 50; 19 vernichtet): K, E. Graf ru 
Leioingen-Westerburg, Neupasing- München, von E. 
Doepler d. J., 1899. 

38 W. Mecklenburg, Berlin, von A. M. Hildebrandt, 
1893. 

40 Dr. R. Lothar, Wien,, von E. Doepler d. J., 1896. 





Vr. KAPITEU 

15. UND 16. JAHRHUNDERT. 

I eben wir nun zur Geschickte der Bibliotkek' 
^zeichen über, so beg^nen wir dem ältes- 
%ten Exlibris schon in sehr früher Zeit und 

«zwar in Aegypten vor rund 3300 Jahren, 

1400 vor Christus! Es ist eine kleine hellblaue 
Fayencetafel mit dunkelblauer Inschrift (Britisches 
Museum, London, No. 22878), ein Etikett, wie es in 
Bücher- und Papyrus-Kästen eingelegt wurde und laut 
Inschrift aus der Bibliothek Amenophis' Ilf. stammt 
(E. L. Z. VIII. S. 124 und X. S. 98, VUI., bezw. Zeit- 
schrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde, 
XXXni., 1895, S. 72). 

In S. R. Köhlers Katalog der Exlibris-Ausstellung 
im Museum of fine arts in Boston, Mass., V. St. A., 1898, 
S. XI., wird erwähnt, dass es, einem unkontrollierbaren 
Berichte zufolge, in Japan Exlibris schon im 10. Jahr- 
hundert gegeben haben soll. 

/« Europa erscheinen erst im Mittelalter die nächsten 
Eigentumsbezeichnungen, indem nicht nur der Name des 
Besitzers in einem Codex eingeschrieben, sondern auch 
das Wappen desselben auf eine der ersten Seiten mit 



I5> und I&. Jahrhundert. 99 

tUr Hand eti^emalt wurde. In jener Zeit ging dieses 
noch leicht, da die Bibliotheken damals noch nicht eine 




Exlibris Heinrich Toebing (riV« HgS). 

solch hohe Zahl von Bänden wie heutzutage aufwiesen, 
und weil ja alle Codices selbst noch ganz mit der Hand 
geschrieben und mit Miniaturen geziert wurden. 



lOO Allgemeines. 

Von diesen handgezeichneten Exlibris sind aui 
der Zeit vor 1500 mehrere bekannt, z. ^.: Tf^ölsiaiU, 
Artistenbibliothek, 1482*), Johannes Ras of (= alias) 
Koester^ in Emmerich, 1491**), Bischof Johann 
W. Rotk von Breslau, 1494***), anonymes Wappen, 
Halbmond auf Dreiberg, c. 1485 — 90 f), von Deizisau^ 
Esslingen, I499f-j-), Memorien - Exlibris von Tegemsee 
(Johann Eythlinger von Toelz), I493"t*ff) etc., doch ist 
ihre genauere Beschreibung überflüssig, da es sich bei 
unserer Betrachtung um die Geschichte der mecha- 
nisch hergestellten, durch den Druck vervielfältigten 
Bibliothekzeichen handelt. Nur ein interessantes Beispiel 
eines handgezeichneten und bemalten Exlibris sei hier 
(S. 99) als Probe wiedergegeben, dasjenige Heinrichs II. 
Töbing, Bürgermeisters von Lüneburg, von c. I498§). 

Die Geburt unseres heute noch bestehenden Bibliothek- 
Zeichens fällt in die Zeit kurz nach Erfindung der Buch- 
dnickerkunst y welch letztere wir bekanntlich Johann 
Gutenberg (Strassburg, Mainz), 1440 — 1450 verdanken. 



A. DIE ÄLTESTEN DEUTSCHEN EXLIBRIS. 

Als die ältesten^ bis jetzt bekannten deutschen Ex- 
libris noch vor 1500, die auf mechanischem Wege her- 



*) Exlibris-Sammlung der Bibliothek des Buchhändler- Börsen- 
Vereins, I. c. 

**) E. L. Z. III. S. 2. 

*♦*) Ebenda III. S. 47- 

t) Ebenda III. S. 26. 

tt) Ebenda IV. S. 42. 

ttt) Ebenda VII. S. 79. 

§) Ebenda VI. S. 40. 






15- und i6* Jahrhundert. lOt 

ge3tellt sind -^ mittels Holzschnitt — und noch den 
gotischen Charakter (deutschen oder Spitzbogenstil) tragen^ 
sind zu nennen; 

a, Das Exlibris des Hildebrand Brandenburg aus. 
Biberach -.(Württemberg), Mönchs der Karthause 
Buxheim bei Memmingen (schwäbisch Bayern), der 
dieser Karthause Bücher schenkte; Engel mit 
Wappenschild; in Biberach oder Ulm entstanden, 
um 1470. Häufig ist dieses Exlibris auf der Rück- 
seite bedruckt, was mit der Sparsamkeit des gen. 
Mönches zu erklären ist, der bei den teuren Papier- 
preisen jener Zeit ein bereits benutztes, aber auf 
einer Seite. noch weisses Papier verwandte. 

b, das des Domicellus (Junker) Wilhelm von Zell aus 
der bayerischen, erloschenen Familie Zeller von 
Kaltenberg, der der gleichen Karthause Buxheim 
ein Buch schenkte; Ehewappen; um 1470. 

c, das des Kaplans Hans Igler genannt Knabensberg 
(Bayern); Igel mit Inschriftsband, um 1470. 

Das Alter und die Entstehungsjahre dieser j ältesten 
Exlibris werden sich, mangels historischer Nachrichten, 
wohl nie genau feststellen lassen. 

Warnecke in seinem Exlibris-Buche, S. 40, sagt 
vom H. Brandenburg 'Y.yX'^TiS', »Um 1480«, Seyler in 
seinem Exlibris-Taschenbuch, S. 9: 1 Letztes Viertel des 
15. Jahrhunderts«, also 1475 — 1500, E. Castle, english 
bookplates, London, 1893, S. 32/33: »Um 1480«. 

Vom W. von Zell- Blatte sagt Wamecke, S. 237: 
»Um 1479«, Seyler, S. 8: 1475 — 1500. 

Vom Igler'Knabensberg'BldXt sagt Wamecke S. 1 1 : 
^Vor 1450«; Seyler, S. 9: »Dessen Alter meines Er- 
achtens bisher «Ä^rschätzt worden ist« (welcher Be- 



1 02 Allgemeines. 

hauptung unbedingt zuzustimmen ist), also jünger als 
1450, vielleicht etwa 1470; ein Auktionskatalog eines 
Münchener Antiquars von 1891 sagt: »Um 1470«, 
Schreiber (in diesem Falle wohl der ^^j/^ Sachverständige!), 
manuel de l'amateur de la gravure sur bois et m6tal 
au 15. si^cle, Berlin, 1890, setzt dieses Exlibris in die 
Zeit von 1470— -80. 

Man wird kaum fehlgehen, wenn man die j ältesten 
deutschen Exlibris H. Brandenburg, W. von Zell und 
H. Igler-Knabensberg am richtigsten mit: »Um 1470c 
datiert, mag auch das eine ein oder ein paar Jahre vor 
dem anderen entstanden sein. Ein grösserer Zeitabschnitt 
kann keinenfalls zwischen ihnen liegen. 

Zu a: Das Exlibris H. Brandenburg ist wiederholt 
abgebildet, so zuerst in H. Lempertz' Bilderheften 
(1853 ff.), Tafel I. I, dann in der Zeitschrift des 
Münchner Altertums- Vereins (1887), S. 38, in War- 
neckes Exlibris-Werk (1890), S. 8, danach in Seylers 
Exlibris-Taschenbuch (1895), S. 8, sowie in E. 
Castle, english bookplates (1893), S. 33. Da je- 
doch alle diese Abbildungen nach Zeichnungs^ö//V« 
ausgeführt und daher nicht ganz genau sind, wurde hier 
— siehe Titelblatt — eine Reproduktion nach einem 
Original-Exlibris einschliesslich des handschriftlichen 
Eintrags ausgeführt. Der Holzschnitt ist bemalt: 
Schild blau, Kleid braunrot, Haare gelbblond, 
Flügel innen grün, aussen rot, — und auf das 
Buch Vorsatzblatt aufgeklebt; der Schildinhalt ist 
nach dem Inhalt des Buches^ nach heraldisch links, 
gewendet; die Inschrift lautet oben: »T(itulus) 
Suma virtutQ Wilhelmi lugd (lugdunensis) Epi 
(episcopi)« und »Contentacj unten: »Liber Car- 



15- und i6. Jahrhundert« 103 

tusien In Buchshaim ppe (prope) Memingen 
püeniens (proveniens) a cfre (confratre) nro dnö 
(nostro domino) hilprando Brandenbg de Bibraco 
Donato sacerdote ctinens (continens) ut s (supra) 
Oret (oretur) p (pro) eo et p qbs (pro quibiis) 
Desideravit.« 

Zu b: Das Exlibris des Wilhelm von Zell und seiner 
Ehefrau zeigt deren 2 sich zugeneigte Vollwappen 
(2 Schilde, Helme, Decken, Zimiere); der Holz- 
schnitt ist unbemalt und einem Vorsatzblatte auf- 
geklebt, der fast die gleiche Inschrift von derselben 
Hand des Buxheimer Bibliothekars trägt, wie das 
H. Brandenburgsche. Abgebildet in Warneckes 
Exlibris-Buch, S, 9. 

Zu c: Das Igler- Knabensberg'^xWhris zeigt auf blu- 
migem Rasen einen Igel mit Blume im Maul, darüber 
ein Band mit der Inschrift: »Hanns Igler das dich 
ein Igel küs« ; braunfarbiger Holzschnitt; hand- 
schriftliche Zusätze besagen: ilste libellus attinet 
Johannem Knabensperg, alias Igler, das dich ain 
Igel ktiss« ; ferner: »Johannes Knabensperg alias 
Igler cappelanus illorum schonstett Das dich ain 
Igel küss« und »Igler Cappelanus illorum schon- 
stett Das dich ain Igel küss«. Dieser letztere 
Zusatz, der dreimal wiederkehrt, ist ein Scherz- 
und Wortspiel, zugleich ein »Symbolum«, das an 
den Beinamen Igler anknüpft. 

Zwei Exemplare dieses alten, aber wenig schönen 
und kimstarmen Blattes wurden 1896 nach Eng- 
land verkauft; 2 andere, gleiche befinden sich im 
kgL Kupferstichkabinett zu München; Holzschnitte, 
Reiberdrucke, leicht übermalt. Abgebildet u. a. in 



t04 Allgemeines. 

Wameckes Exlibrisbuch, Tafel i und in der eng- 
lischen Exlibris-Zeitsehrift, November, 1893. 
' In Wameckes Exlibrisbuch , S. 1 1 , und danach im 
S^lerschen Handbuch, S. 10, ist zwar ein Blatt als 
Exlibris erwähnt, das die Ehewappen B. von Rohrbach 
(f 1482) und E. voft Holzhausen (f 1501), von c. 1466 
aufweist und von B. S. = Barthel Schoen?, von Ulm, 
(nicht von • Bartholomaeus Zeitblom) herrührt; aber so 
sehr schön dasselbe auch gezeichnet und gestochen ist, 
dürfte es doch bestimmt nie ein Bibliothekzeichen ge- 
wesen sein; auch ist es bisher noch in keinem alten 
Exemplare in einem Buche nachzuweisen gewesen. 

Aus dem 15, Jahrhundert sind nicht viele auf 
mechanischem Wege hergestellte Exlibris erhalten ge- 
blieben; jedenfalls war der Gebrauch eines Exlibris zu 
jener Zeit ein noch vereinzelter und nicht allgemeiner. 
Die wenigen bekannten, mechanisch gefertigten Exlibris 
vor 1500^ sämmtlich Holzschnitte, die alle in die 
Zeit »um 1480^ — 1500« zu setzen sein dürften, sind 
folgende : 

d. Ein sog. Universal- Exlibris : Leerer Schild mit Vs 
leerem Schriftband, auf dessen Anfang steht: >Das 
puch vnd der schilt ist« ; auf einem Münchener 
Exemplar, das der Nürnberger Verleger 1489 gleich 
mit in die Bücher einer Auflage an deren Schluss 
hineindrucken Hess, steht auf dem Rest des Bandes 
der Name Anna Geuder (wahrscheinlich geborene 
Kleiber; Nürnberg) handschriftlich eingeschrieben; 
auf einem gleichen Exemplar zu Leipzig hat sich 
ein Michel Lorber mit Namen und seinen Wappen- 
lilien eingetragen; Holzschnitt; abgebildet unten 
im IL Teil 12. 



i5> und i6. Jahrhundert. 105 

e, En anderes Uriiversal-ExUbris Frau, einen Teeren 
Schild haltend, beide heraldisch links nach dem 




I Allgemeines. 

Buche gewendet; aus einem Ingolstädter Verlags- 
werk; im Leipziger Bnchhändlerhaus; Holzschnitt, 
1 497 *) ; auf einem gleichen Exemplar der MOnchener 
Hof- undStaatsbibliothekhatsich einMagister Albertus 
Gloss aus Leonberg 1504 mit Wappen eingezeichnet. 




Unbekanntes Exlibrii 



/. Ein unbekanntes Wappenblatt., wahrscheinlich aus 
Sudwestdeutschland, Lilie im Schild, als Zimier 
Mann mit Helmbarte, zwischen Zweigumrahmung; 
aus der Zeit 1495—1 500**) ; hier (S. 105) abgebildet. 

g, Thomas Wolpkius (Wolf), pontificii juris doctor; 
bemalter Holzschnitt, Wappen zwischen Inschriften; 
aus der Zeit 1483 — 90. (Im Besitz des Verfassers). 



â–  5. und i6. Jahrhundert. 



107 



. Ein HHbekanntes ff^//«(i/flff, Ochsenkopf mit Sichel 
in einem von 2 gelben LOwen gehaltenen rot- 
bemalten Schild; oben Band mit >M, G. B. H.c (in 
4 Exemplaren als Exlibris bekannt). Nach Schreiber: 
Vielleicht aus dem Elsass? Hier (S. 106) abgebildet. 




Exlibris Hcybcrger {eirca 1500). 



i. Ruprecht Muntzinger, Suddeutschland, vielleicht 
von M. Wohlgemuth, dem Lehrer Dürers?') Setzte 
man dieses Blatt auch bisher in die Zeit von 
1505 — 10, so dürfte es doch seiner Zeichnung 

•) AbgebUdetr E. L. Z. V. S. 79. 



I08 Allgemeines. 

nach aus den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts 

stammen. 
k. M.Reickarty bemalter Holzschnitt; Wappen mit 

Ueberschrift. Abgebildet: Exlibris-Sammlung des 
' Leipziger Buchhändler-Börsen-Vereins, Leipzig 1 897, 

L B. 
/. Das der Radigunda, geborenen Eggmberger , von 

Füssen, Witwe (1502) des Domicellus (Junkers) 

Georg Gossenbrot von Hohenfriberg ; vielleicht um, 

oder noch vor 1500 entstanden*). 
Aus der Zeit um die Wende des 15. zum 16. Jahr- 
hundert, also ^unt 1500% y ist ein charakteristisches Ex- 
libris erhalten, das der Familie Hey berger ^ Niederöster- 
reich, bemalter Holzschnitt; redendes Wappen (Hey = 
Gehege, Hecke, Zaun, französisch: Haie, englisch: hay; 
und Berge), mit sog. wildem Mann und wilder Frau als 
Wappenhalter; hier (S. 107) abgebildet. 

Bemerkt muss hier noch werden, dass von Aretin, 
Beiträge zur Kunstgeschichte, 1804, S. 72, Heller, Ge- 
schichte der Holzschneidekunst , 1833, S. 36, b,, Libri, 
monuments in^dits, 1863 — 64, Tafel 51, Schreiber, manuel 
de l'amateur de la gravure, etc., 1890, IL S. 343 und 
Exlibris Ana, 1895, S. 13 und Tafel 4, einer nach der 
Quelle des anderen y folgendes als Exlibris erwähnen: 
»Johannes Plebanus ad S. Mauritium in Augusta«, d. h. 
Johannes Pfarrer bei St. Moritz in Augsburg ^ mit der 
Jahreszahl 1407. Wäre es ein wirkliches Exlibris, so 
würde dieses das älteste bekannte sein; doch ist es 
thatsächlich kein wirkliches Exlibris, sondern nur ein 
Siegel y ein Stempel gewesen, der einige wenige Male 



*) Abgebildet: E. L. Z. II. 2., besprochen X. i. 



15. und 1 6. Jahrhundert. IO9 

vom Besitzer an Stelle eines Exlibris nickt auf ein be- 
sonderes Blatt y sondern direkt auf eine Textseite als 
Besitzzeictien hinaufgedruckt, gestempelt wurde, wie ein 
solcher Abdruck in einem Beiband, Folio, Incunabula 
sitfe anno- 137. a. (Tract. artis moriendi) von c. 1475 
der kgl. Hof- und Staatsbibliothek zu München beweist. 
Dieser Stempel in seiner spitzovalen Form charakteri- 
siert sich in Uebereinstimmung mit unzähligen ähnlichen 
Siegeln geistlicher Personen deutlich als das Siegel des 
Pfarrers, zumal auch am Anfang der Legende das übliche 
»S« = Sigillum steht; dieses Siegel ist analog vielen 
gleichgearteten Siegeln unter die sog. » Porträtsiegel c 
einzureihen, da die unten knieende Figur den Pfarrer 
Johann darstellt, der vor dem Patron seiner Kirche, dem 
oben befindlichen heiligen Moritz, kniet. 

Gilhofer und Ranschburg, Wien, nennt in seinem 
54. Katalog, No. 471, den Abdruck, nach oben ange- 
gebenen Quellen, den ältesten Formschnitt mit Datum; 
einige andere Quellen sprechen ebenfalls direkt von 
Holzschnitt. Dieser Stempel ist merkwürdigerweise auch 
im Original erhalten geblieben, was bisher allgenjein nicht 
bekannt war; er befindet sich auf der kgl. Hof- und 
Staatsbibliothek München und ist thatsächlich ein sauber 
geschnittener, gut erhaltener Holzstock. 

Ueber die Zeit herrscht trotz der Datierung eben- 
falls Uneinigkeit, da Schreiber »1507« statt »1407 c ver- 
mutet, Gilhofer und Ranschburg »c. 1472« datiert und 
Exlibris Ana a. a. O. »1470— 1480« annehmen. Nach 
Schreiber soll der Pfarrer Johann der Familie von Schellen- 
berger entstammen, nach den Exlibris Ana soll der dar- 
gestellte heilige Moritz das Wappenbild der Schellen- 
berger sein; doch Hess sich hiefür kein Beleg finden, 



I IQ Allgemeines. 

und jeder Siegelverständige wird wissen, dass nach vielen 
anderen Siegelbeispielen aus der Zeit von 1400 — 1500 
die obere Fig^r nichts anderes ist, als der heilige Moritz 
als Patron der gen. Augsburger Kirche. Zu alldem kommt 
noch hinzu, dass nach von Murr, Journal II. 107, um 
1407 gar kein Pfarrer dieses Namens bei St. Moritz in 
Augsburg war, wohl aber 1507, und nach oben ange- 
gebener Münchener Inkunabel-Quelle der schwarze Siegel- 
Stempel-Abdruck sich in einem Werke von c. 1475 be- 
findet. 



B. DIE ÄLTESTEN DATIERTEN EXLIBRIS. 

Hier dürfte es an der Zeit sein, die ältesten Da- 
tierungen auf Exlibris zu erwähnen: 

Während die überhaupt ältesten deutschen Exlibris 
undatiert um 1470 erscheinen, kommt das älteste fran- 
zösische Exlibris erst c. 60 Jahre später, 1529, das älteste 
englische erst 100 Jahre später, 1574, vor; Schweden, 
Holland j Belgien folgen mit Exlibris ebenfalls im 16., 
Italien^ Spanien und Amerika im 17. und Russland und 
Dänemark im 18. Jahrhundert nach. 

Die ältesten datierten Exlibris sind: 

Schweiz: 1502. Balthasar Brennwald, Bischof, 

Deutschland: 15 16, Hieronymus Ebner, 

Frankreich: 1529, Jean Bertaud de Latourblanche ; bisher 1574, 

Ch. Ailleboust d'Autun, 
England: 1574, Nie. Bacon, 
Schweden: 1595, Thure Bielke, 
Holland: 1597, Anna van der Aa, 
Italien: 1622, Anonjrm, Cibo ? 
Amerika: 1679, John Williams. 



i6. Jahrhundert. III 



C EXLIBRIS VON ALBRECHT DURER. 

Kehren wir zu den deutschen Exlibris nach t^oo 
zurück — und damit kommen wir in das Gebiet der 
Renaissance (Wiedergeburt der antiken Kunst, haupt- 
sächlich der römischen), auch altdeutscher Stil genannt, 
mit reicher Anordnung des dekorativen Schmucks, Aus- 
bauchungen, aufgerollten Rändern etc. — so tritt hier 
gleich der bedeutendste Exlibris-Meister Albreckt Dürer 
zu Nürnberg auf den Plan, allerdings nicht mit einer so 
grossen Anzahl, wie man früher glaubte. 

Sicher als von Albrecht Dürer selbst herrührend 
sind beglaubigt: 

a. Exlibris Willibald Pirckheimer^ Rat Kaiser Karls V., 
Nürnberg, Holzschnitt, nach R. von Retberg (Dürers 
Kupferstiche und Holzschnitte, München 187 1), der 
bedeutenden Dürer- Autorität, »vor 1503« (v. Ret- 
l>crg 50, Bartsch Appendix 52, Heller 2139). Das 
Blatt enthält den bekannten Spruch >Sibi et ami- 
cis«, ausserdem das Ehewappen Willibald Pirck- 
heimers und seiner Ehefrau Crescentia, geb. Rieter, 
unter dem Pirckheimerschen Helm. Es giebt 
2 Varietäten hie von, ohne und mit Spruch oben in 
hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache, 
der später oben hinzugedruckt wurde, während der 
Holzschnitt der Wappen- etc. Darstellung der 
gleiche blieb. Obgleich dieses Blatt schon wieder- 
holt abgebildet wurde (z. B. in Lempertz, Warnecke, 
Warren etc.), sei es dennoch als das wohl inter- 
essanteste deutsche Exlibris hier nochmals (S. 112) 
wiedergegeben. 



6. Wappen, auch als Exlibris gebraucht, des Michael VII, 
Bekaim von Schwarzbach, Senators und Baumeisters, 




Von Dürer {vt 



Nürnberg, Holzschnitt, nach von Ketberg >um 1509« 
(Bartsch 159, Heller 1937); Wappen über leerer 
InschrifEtafel ; hier (S. 113) abgebildet. 



114 Allgemeines. 

c, Wappen, auch Exlibris, Johann Stab (Stabius) kaiser- 
licher Geschichtsschreiber, Mathematiker, gekrönter 
Poet, Freund Dürers, u. a. Nürnberg; ohne Um- 
schrift mit Lorbeerkranz (Retberg 243, Bartsch 166, 
Heller 1945), »um 1521«. Es giebt noch 2 Blätter 
Stabs, die jedoch M. Thausing, eine weitere be- 
deutende Dürer- Autorität , in seinem »Dürer«, 11. 
S. 1 24, 1 884 und E. Doepler d. J. in der Exlibris- 
Zeitschrift V. S. 34 — 35 als nicht von Dürer her- 
rührend bezeichnen. 

d, Exlibris des Lazarus Spengler^ Ratsschreiber, Ge- 
lehrter, Dichter, mit Willibald Pirckheimer der 
nächste Freund Dürers, Nürnberg, Holzschnitt (Ret- 
berg A. 59, Bartsch app. 58, Heller 2149), 15 15. 
In Bogen Wappen auf Totenschädel über Spruch 
(S. 1 1 5). Eine violette Originalfederzeichnung Dürers 
von 1 5 1 5 zu diesem Exlibris, jedoch mit den Figuren 
eines Satyrs und einer Nymphe, befindet sich in der 
Albertina zu Wien; das Wappen ist in Schwarz, 
Rot und Gold gemalt. 

c, Hieronymus Ebner von Eschenbach, Reichsschult- 
heiss, bedeutender Förderer der Reformationsbe- 
wegung, Nürnberg, Holzschnitt (Retberg A. 53, 
Bartsch app. 45, Heller 1940), von 15 16; Ehe- 
wappen der Ebner und Führer; Retberg sagt: »Viel- 
leicht nach einer Skizze Dürers, doch schwerlich 
von ihm selbst« ; dagegen sagt Thausing (IL Kapitel 
S. 125): »Doch ist kein Zweifel, dass Dürer dem 
ihm befreundeten Ratsherren eigenhändig die 
Zeichnung auf den Holzstock gebracht habe.« 
Abgebildet u. a. bei H. Bouchot, les Exlibris, 
Paris, 1891. 




Eilibns Lazarus Spengler. 
Von Dürer (1515). 



I l6 Allgemeines. 

Es kommen nach Thausing, Dürer, IL S. 124, noch 
folgende federgezeichnete Exlibris- Entwürfe von Dürers 
Hand vor: 

f, Johann T scherte ^ kaiserlicher Bau- und Brücken- 
meister, Wien, Holzschnitt (Retberg 244, Bartsch 
170, Heller 1948), »um 1521«. Wappen mit Wald- 
teufel und 2 Hunden; redendes Wappen, da das 
böhmische Wort Tschert (Czert) Teufel oder Wald- 
gott bedeutet. 

g. Kolorierte Federzeichnung: Geflügelter Kessel auf 
Gänsefüssen, darüber ein wütender Löwe, aus einer 
Krone wachsend, Bandrolle mit Inschrift: Portes 
fortuna juvat, 151 3. Im Berliner Museum. 

h. Kolorierte Federzeichnung : Glücksrad mit 4 Männern, 
oben Glücksgöttin mit Scepter und Krone; in den 
Ecken Weinreben, um 151 5. Eine spätere Hand- 
schrift auf der Rückseite besagt: »Albrecht Dürer 
hat dies in Melchior Pfinzing Buch gemohlt.« Im 
Berliner Museum. 

;. Federzeichnung: Wilder Mann als Wappenhalter, 
von Aehren und Weinranken umgeben. Im Pariser 
Louvre. 

Dr. F. Lippmann in seinen »Zeichnungen von 
Albrecht Dürer in Nachbildungen« (Berlin 1883) er- 
wähnt noch: 

k, (S. 17, No. 82) Entwurf zu einem Exlibris des 
Willibald Pirckheimer, Genius mit kurz ausgebrei- 
teten Flügeln, den Kopf etwas gegen die rechte 
Schulter geneigt, hält in der Linken einen auf dem 
Boden stehenden Wappenschild, auf dem ein Baum 
— Wappenfigur Pirckheimers — gezeichnet ist. 



i6. Jahrhundert. I I 7 

Oben das Monogramm, Federzeichnung in schwarzer 

Tinte*). 

Wamecke nennt in seinen Exlibris des 15. und 
16, Jahrhunderts noch einige Blätter, die zwar unzweifel- 
haft von A. Dürer herrühren, die jedoch nie Exlibris 
gewesen sein dürften. 



D. AUS DÜRERS WERKSTÄTTE ODER SCHULE. 

Aus dieser rühren her: 
a. Das grosse Exlibris des Rektor Poemer^ Propst zu 
St. Lorenz, Nürnberg, Holzschnitt (Retberg A. 21, 
Bartsch 163, Heller 2140), von 1525. Monogramm 
»R A. 1525«, was »Resch (Roesch) — der Form- 
schneider — Anno 1 525« heisst**). Zwischen Säulen 
und Bogen der heilige Lorenz mit Schild, geviert 
vom Rost des heiligen Lorenz und Poemer; Zimier: 
Poemer; in den Ecken 4 Ahnenwappen, oben 
Poemer und Rummel, unten Schmiedmaier und 
Ferkmeister. Warnecke in seinen heraldischen 
Kunstblättern, L S. 5, No. 39, schreibt: »Die Zeich- 
nung aller Wahrscheinlichkeit nach von Dürer 
selbst.« Hier (S. 118) abgebildet. 



'^) Im britischen Museum zu London befindet sich eine von Dürer 
sig;nierte Zeichnung — allegorische, weibliche Figuren in einem Rund, 
— die entweder eine Skizze zum Pirckheimer - Exlibris des Mono- 
grammisten „I. B." (siehe hier unter F.) oder eine Konkurrenzarbeit 
war; vergl. Abbildung in Cust's „Dürers Paintings and Drawings", 
1897, S. 99. 

♦♦) Vgl. Adler, Wien, 1872, 8, Seite 122. 




FANTA KA©\PX TDiS KAO^PdlX** 
OMNIAMVNDAMVNDIS 
D.H ECTOR POMER PRtPCÄ S. lAVR. 



Exlibris Helltor Pöir 



. Diircrsche Schule (1525). 



i6. Jahrhundert. 




Exlibris Hcktor Tönicr. Dürcrsclw Schule (r/r™ 1521). 



1 20 Allgemeines. 

b. Das mittlere Exlibris Hektor Poem er y Holzschnitt 
(Retberg A. 55, Bartsch app. 53, Heller 2141) um 
1521. Wappen in Bogen mit den eben genannten 
4 Ahnenwappen; unten leer, von 2 Engelsköpfen 
beseitete Tafel; nach von Retberg S. 124, A. 55: 
Von H. S. Beham*). 

c. Das kleine Exlibris Hektor Poemer y Holzschnitt, 
um 1521. Ueber leerer Inschrifttafel Wappen zwi- 
schen Fruchtguirlanden mit den unter a. genannten 
4 Ahnenwappen. Nach Grenser, Adler 1872, 9, 
S. 135, von H. S. Beham. Hier (S. 119) abgebildet. 

d. Stephan RosinuSy Kanonikus, Passau, Holzschnitt, 
c. 1530. Zwischen Säulen -Wappen, oben Altar 
mit Jesusbild**). 

e. Albrecht V. Schcurl und seine Frau Anna, geb. 
Zingl, Nürnberg, c. 1523, Holzschnitt. Kranz mit 
Vierpass, Ehewappen; unten Engelsknabe mit 
Schrifttafel. Danach: Das Exlibris Christof EI. 
Schetirl von Defersdorf und seine Ehefrau Sabine, 
geb. Geuder zum Heroldsberg, Nürnberg, Holz- 
schnitt (Bartsch 164), c. 1560; »nach Dürerc 
Holzstock jedenfalls vererbt; 3 der nicht mehr zu- 
treffenden Ahnenwappen sind bei letzterem Blatte 
aus dem Holzstock entfernt, 

/. Sebastian von Rotenhan^ Würzburg, Dr. jur., Kur- 
mainzer Geheimrat, fürstlich würzburgscher und 
kaiserlicher Rat, würzburgscher Oberhofmeister; 
Kupferstich, 1518; Ritter, Porträt, mit Schild und 
Fahne, vor ihm sein Helm, knieend in Halle, oben 



•) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 78—79. 
♦♦) Abgebildet: Ebenda IV. S. 4, 5. 



die Sophia. Nach Heller, Kunstblatt, 1847, S. 47, 
von Dürer selbst ; nach Naglet, Monogrammisten, I. 




Eilibris Scta9tian vor RoUnhan. Dürersch« Schule (ISIS). 



122 Allgemeines. 

S. 207, aus Dürers Schule; das. Münchner kgl. 
Kupferstichkabinett bezeichnet das Blatt als von Hans 
Springinklee herrührend; hier (S. 121) abgebildet. 
Es Hesse sich noch eine Reihe von Holzschnitt- 
Exlibris aus Dürers Schule beschreiben, doch würde dies 
hier zu weit führen ; es seien daher nur kurz die Namen 
angeführt : 

g. Die oben Seite 74 — 77 genannten Grössen IL, III. 

und IV. des Johann Demsckwam de Hradiczin, 

Grösse IV. von H. Springinklee oder P. Flötner, 15... 

h, Behaim von Schwarzbach , Nürnberg, 15.., nach 

Retberg, A. 58, von H. S. Beham. 
/. — n. 5 Exlibris Christof Scheurl von Defersdorf, Nürn- 
berg, c. 1540; die Darstellung ist jedenfalls ur- 
sprünglich nicht für ein Exlibris bestimmt gewesen, 
sondern erst später durch Hinzudrucken der Rand- 
sprüche und der Unterschrift »Liber Christ. 
Scheurli etc.« zu einem Bibliothekzeichen um- 
gewandelt worden. 
0, Anonymes Blatt der Kress von Kressenstein, Nürn- 
berg (Retberg, A. 19, Bartsch 161, Heller 1941, 
Warren S. 131), nach 1530 u. s. w. 



E. EXLIBRIS VON BEKANNTEN NÜRNBERGER 
KLEINMEISTERN AUS DÜRERS SCHULE. 

Das leuchtende Beispiel eines Albrecht Dürer, seine 
Schule und seine prächtigen Muster wirkten besonders 
in Nürnberg gewissermassen ansteckend, und dieses kam 
der Exlibris-Kleinkunst sehr zu gute, zumal das reiche 
und kunstverständige Patriciat der alten Reichsstadt 



i6. Jahrhundert. 



123 



gerade in dieser Richtung viele Aufträge erteilte. Der 
Holzschnitt trat nach Dürers Tod mehr in den Hinter- 
grund, der Kupferstich bllthte empor, doch der Einfluss 
Dürerischer Zeichnung wirkte fort, und so sehen wir auch 
auf dem Ex Hbris- Gebiete eine stattliche Anzahl von 





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kleinen Kunstwerken entstehen, die damals bereits in 
grossem Ansehen standen und heute noch in künstlerischer 
wie pekuniärer Beziehung von hohem Werte sind. Die 
Exlibris der Nürnberger Kleinmeister aus der Zeit der 
deutschen FrUhrenaissance (1530 — 60) und Hochrenais- 
sance (1560 — 1600) sind so zahlreich, dass sie /«Vr nicht 



124 Allg, 

alle aufgeführt werden können; daher seien nur die 

wichtigeren genannt: 

Von Bartkel Bekam: Hieronymus Baumgartner, be- 
rühmter Senator und Rechtsgelehrter, Freund Luthers 
und Melanchthons, Nürnberg, c. 1530, mit und ohne 
Inschriftsrand ; das seltene mit Schriftrand hier (S. 1 23) 




abgebildet. Ferner: Melchior Pfinzing, Propst zu 
St. Alban, Mainz, c. 1530; Wappen mit Umschrift. 
Von Hans Sebald Beham: Dr. Hektor Poemer, Propst 
zu St. Lorenz, Nürnberg; um 1521; erwähnt oben 
Seite 120, b, c; Behaim von Schwarzbach, Nürn- 
berg 15..; wilder Mann mit 2 Schilden (vergl. 
oben Seite 122 h). Sebald Beham, Nürnberg und 
Frankfurt a. M., 1544, sein eigenes; sein Wappen, 




Exlibris WoKguiE P[al!gial von Veldeni, Herzog von Bayern. 
Von Virgll Solls (cirta 1J»). 



126 Allgemeines. 

das ausser einem Sparren auch die 3 Künstler- 
schildlein enthält; hier (S. 124) abgebildet. 

Von V^irgil Solls: Gundlach, Nürnberg, 1555, Pomona 
mit Wappen Gundlach und Fürleger in Landschaft; 
besonders zierlich; Andreas I. Imhof, Nürnberg, 
1555, Wappen mit Landschaft; Erasmus Rauch- 
schnabel, Nürnberg, 1562, Wappen mit wildem 
Mann und wilder Frau als Schildwächter; Straub, 
Nürnberg, W^appen in Kranz, c. 1560; Wolfgang 
Pfalzgraf bei Rhein und Veldenz, Herzog von Bayern, 
c. 1559, hier (S. 125) abgebildet. 

Von Matthias Zündt: 4 Wappen-Exlibris der Familie 
Pfinzing , Nürnberg , von denen das eine oben 
Seite 59 abgebildet ist; Hermann von Guttenberg, 
1530» Wappen, in den Ecken 4 Figuren; Hübner, 
c. 1550, Wappen, Karyatiden ; Melchior Peundtner, 
Nürnberg, 1 568, Wappen zwischen Säulen ; Wimphe- 
ling, Speyer, 1568, Wappen, in den Ecken 4 musi- 
cierende Engel ; Hans Imhof, Nürnberg, 1571, Ehe- 
wappen in Landschaft ; Demier, Ulm, c. 1570, Wappen 
in Umrahmung; ein unbekanntes Wappen in ovaler 
Rahme, Blumen in den Ecken *) , Fabritz und Frau, 
geb. Ehen, c. 1570, Ehewappen über Landschaft 
in Umrahmung mit leeren Tafeln, nach Hirths 
Formenschatz, 1883, von V. Solis. 

Von yost Amman : Dessen Exlibris zeigen fast durch- 
weg das Vollwappen in der Mitte, umgeben von 
reicher Renaissance-Umrahmung, in der Kar3''atiden 
und allegorische Figuren und hauptsächlich Eck- 
figuren, meist Engel, sowie Gruppen von Musik- 



*) Von Heinemann, Wolfenbüttler Exlibris-Sammlung, Tafel 35. 



instnimenten und Waffen vorkommen: Ftlrer von 
Heimendorf, Nürnberg, ca. 1570, E, Behem von 




Behemstein, 1570, Melchior Schede), Nürnberg, 
c. 1570*), Johann Aegolf von Knoeringen, Bischof 



•) Abgebildel: ZeilBChiifl tllr BUcheirreuDde, .1 9. S. 474 fi. 



von Augsburg, c. 1570, Kress von Kressenstein, 
c. 1570, Haller von Hallerstein, Nürnberg, c. 1580, 




Veit August Holzschuher, Nürnberg 1580, hier{S. 127) 
abgebildet, Job. Fischart genannt Mentzer, c. 1580, 
dessen Buchstaben J. F. G. M. sowohl seinen vollen 



16. Jahrhundert. I2g 

Namen, als auch dessen Spruch >Jove fovente gigni- 
tur Minervac bedeutet, Christ. Andreas Gugel von 
Brand, Nürnberg, c. 1583, abgebildet S. 56, Johann 
Georg Schwingshärlein , Nürnberg, 1589*), Johann 
Jakob Märtz, Dr. theol., Ingolstadt, c. 1590, hier 
(Seite 128) abgebildet, Julius Geuder zum Herolds 
berg, Nürnberg, c. 1590, Hans Rieter von Korn 
bürg, Nürnberg, 1 591, Baumgärtner, Nürnberg, 15 , . 
Martin Pfinzing von Henfenfeld, Nürnberg, 15.. 
Scheurl, Nürnberg, 15.., von Welser, Nürnberg 
15.., Salomon Schweigger aus Sultz, 15... 

Von Konrad Saldörfer (wahrscheinlich Schüler des 
Virgil Solis) : 2 Exlibris Sigmund Held von Hagels- 
heim, Nürnberg, c. 1570, Wappen mit Schildhalter, 
und Wappen in Umrahmung mit 6 allegorischen 
Figuren; beide Exlibris mit den Frauenschilden 
Roemer und Ebner. 

Von Georg Huepschmann : Schortz, Nürnberg, c. 1 590, 
Wappen mit 5 allegorischen Figuren und 2 Engeln. 



F. SONSTIGE EXLIBRIS DES 16. JAHRHUNDERTS 
VON BEKANNTEREN MEISTERN- 

Von yoerg Breu, Augsburg, beeinflusst von Hans 
Burgkmair: Exlibris Hugo von Hohenlandenberg, 
Bischof von Konstanz, koloriert und schwarz, Holz- 
schnitt, 1504; Maria und Jesuskind, St. Konrad und 
St. Pelagius, oben Adam und Eva**). 

*) Abgebildet: E. L. Z. IIL S. 52. 
*♦) Abgebildet: E. L. Z. V. 8. 96. 




Exlibrit Dr. Johann Eck. Von Hans SpringlnhlM? irirea 151S). 



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Edibrii C. O. Tmngler. Von Hans SpHnglakln? {rirca 1516). 



132 Allgemeines. 

Von Hans Baidung Grün^ Dürers Freund, Strass- 
bürg i. Eis. : Nicht beglaubigt ; jedoch teilt Lempertz 
in seinen Bilderheften und danach Wamecke in 
seinem Exlibris-Buche (No. 423, 425) '2 kolorierte 
Exlibris des Dr. theol. Johann Maier genannt Eck> 
Professor, Rektor, Prokanzler, Pfarrer und aposto- 
lischer Nuntius in Ingolstadt, Gegner Luthers, Holz- 
schnitte von c. 1518 und c. 1522, diesem Meister 
Hans Baidung Grün mit einem »?« zu, während 
das kgl. Kupferstichkabinett München das eine dort 
vorhandene, hier (S. 130) abgebildete Blatt von 1518 
(siehe oben Seite 57) dem Nürnberger Dürerschüler 
Hans Springinklee zuschreibt, was mehr Wahr- 
sckcinlichkcit hat; das II. und ein III. (?) des Dr. 
Eck ist unten im IX. Kap. C. erwähnt. 

Hans Springinklee y Nürnberg: Nicht beglaubigt. 
Ausser dem oben Seite 76 genannten kleinsten Ex- 
libris Johann Dernschwam de Hradiczin und dem 
eben angeführten einen Dr. Eckschen Exlibris wer- 
den seitens des kgl. Kupferstich kabinetts München 
die folgenden Exlibris diesem Meister zugeteilt: 
C. G. Tenngier (ein Ulrich Tengler war Stadtschreiber 
zu Nördlingen) c. 1516; hier (S. 131) abgebildet; teil- 
weise redendes Wappen, da die Hämmer aufs sogen. 
:> Dengeln« = Hämmern und Schärfen der Sensen 
hinweisen; Georg Tannstetter, Magister, Astronom, 
Leibarzt, Wien, vor 1516; hier (S. 133) abgebildet. 
Zweifellos sind das eine, oben wiedergegebene Exlibris 
Dr. Eck, sowie die des Tenngier und Tannstetter 
von einem und demselben Meister gefertigt; dafür 
sprechen sowohl die einheitliche Manier in der 
Zeichnung und Linienführung, als auch die gleich- 



134 Allgemeines. 

artige Anordnung: Namenstafel unten, Wappen, 
Hinweis auf die Thätigkeit (bei Eck, Theologe — 
Gottvater, bei Tenngier, vielleicht Geograph — Welt- 
kugel, bei Tannstetter, Astronom — Himmelskugel 
und Sterne) und bei jedem der drei Blätter an der- 
selben Stelle die gleichmässig zusammengesetzten 
Monogramme der Besitzer (Eck: J, M. E. T. = Jo- 
hann Majoris Eckius Theologus; Tenngier: C. G. T. 
— C. G. Tengler; Tannstetter: M. G. T. = Magister 
Georg Tannstetter). Bemerkt sei ferner, dass alle 
diese drei Blätter mit dem oben Seite 114 er- 
wähnten Exlibris Hieronymus Ebner von Eschen- 
bach von oder nach Dürer starke Verwandtschaft in 
der Zeichnung haben. 
Springinklee wohnte im Hause Dürers; M. Thausing 

sagt in seinem Dürer<, IL, S. 132: »Keiner auch folgte 

den Spuren des Meistersso getreulich nach wie Springinklee. 

Er zehrt ganz unbefangen von Dürers Motiven, sowohl 

in der Ornamentik wie in den Figuren.« 

Lucas Cranach d. At\, Wittenberg, Weimar: Prädi- 
katur Oehringen (Württemberg), Holzschnitt, 1509, 
beglaubigt durch Cranachs ül)lichen Schild mit den 
sächsischen Kurschwertern; St. Paulus mit Buch 
und Schwert; Stadtbibliothek Oehringen, früher 
Orngau, Holzschnitt, c. 1536 — 43, beglaubigt durch 
Cranachs Schild mit den sächsischen Kurschwertern; 
St. Petrus mit Schlüssel und Buch; der Holzstock 
selbst ist von 1 509 und ursprünglich ohne die Stadt- 
inschrift, im Wittenberger Heiligtumsbuch Cranachs 
von 1509 abgedruckt, dann veräussert und einige 
Jahre später für obiges Exlibris wieder verwendet 
worden; es passte für Oehringen vortrefflich, da 



t6. Jahrhundert. 13$ 




Cxlibrii der StadlbiblioUiclt Orngaii (Ochringen). Von Lucas Crinach Ir-irca 1536-13). 



136 . Allgemeines. 

diese Stadt in ihrem Wappenschild ebenfalls den 
heiligen Petrus mit Schlüssel und Buch führte; hier 
(S. 135) abgebildet. Dr. m. Dietrich Block, Wittenberg, 
Holzschnitt, c. 1520, Wappen (redend: Block), da- 
neben die 2 Schutzpatrone der Aerzte, die Heiligen 
Cosmas und Damianus ; nicht beglaubigt *). Christof I. 
Scheurl von Defersdorf und seine Ehefrau Helena 
geb. Tucher, Nürnberg; unter Inschrift Schildhalterin 
mit den 2 Wappen des Ehepaars, Holzschnitt, 
c. 151 5; nicht signiert, aber sicher von Cranach; 
Universitätsbibliothek Wittenberg, von 1548 an in 
Jena, mit dem Bildnis des Kurfürsten Johann Fried- 
rich des Grossmütigen von Sachsen (* 1503, •{• 1554); 
4 Grössen, Holzschnitte, c. 1536, die beiden grössten 
mit 14 Schilden, die 2 kleinsten mit 6 Schilden, 
alle 4 Exlibris mit längeren bezw. kürzeren latei- 
nischen Gedichten; die 2. Grösse hier (S. 137) abge- 
bildet; nicht beglaubigt, aber wohl ziemlich sicher von 
L. Cranach. Herzog Ulrich von Mecklenburg (* 1527, 
f 1603), Holzschnitt, c. 1552; ursprünglich das 
Schlusswappen der mecklenburgschen »Kirchen- 
Ordnungen« von 1552 und 57, wurde es erst 1559 
zu einem Exlibris umgewandelt und als solches mit 
den Jahreszahlen 1559, 1573 und 1579 benützt**); 
einen Nachschnitt, um 1590, ohne Inschrift, benutzte 
der Herzog auch als Exlibris. 
Hans Holdem, geboren zu Augsburg; Basel, London: 
2 unbeglaubigte Exlibris, Holzschnitte, die Warnecke 



*) E. L. z. H. 3. S. 10-15. 

**) vgl. C. Teske, das mecklenburgsche Wappen von L. Cra- 
nach etc, Berbn 1894. 




Ec patiis, 8f patrui, (amam, vimttfbus, xquar. 

Olli pi er» Sf patnii,no b ilc no mtn habet, 
Adrcrit^nui^co diut'num peiftore vctbum, 

EtMufas omnidennftitefinnt. 
HincedainadproimitosftudiorumcontuUtvrin, 

(ntptdi taocpndou quod modo Lt&ot opus. 



138 * Allgemeines. 

diesem Meister zuteilt, D. G. Hauer*) und D. L. 
Marstaller, Holzschnitte, c. 1540; beide gleich in 
der Anordnung: In Portal beflügelter Knabe mit 
Schild, oben 2 Genien, unten 2 Knaben in üppiger 
Ornamentik; kleine Zeichnungsabweichungen, ver- 
schiedene Schildinhalte; beim Hauerschen Blatte 
sieht der Engel links, beim Marstal 1 ersehen rechts. 

Hans Schacufelin , Nördlingen, Nürnberg: Christof 
Bruno, Licentiat, Lehrer der Dichtkunst, München, 
Holzschnitt, 1542; nicht beglaubigt; nach Hirths 
Formenschatz, 1885, wäre die Einfassung von Hans 
Burgkmair; Wappen mit Vers in Umrahmung. 

Hans Burgkmair y Augsburg: Martin Graf von Oet- 
tingen, Holzschnitt, 1526; fraglich, ob Exlibris? 
Ueber Inschrift Wappen in Umrahmung; nicht be- 
glaubigt. Johann Saganta, Holzschnitt, c. 1540; 
Wappen unter Inschriftsband; nicht beglaubigt. 
Melchior?, Holzschnitt 15 . . ; zwischen Säulen Wap- 
pen, nicht beglaubigt. Unbekanntes Wappen, blasen- 
der Kopf eines Windes, in Nische, Holzschnitt, 15 . . , 
nicht beglaubigt. Benediktinerstift Benediktbeuem, 
Holzschnitt, 15.., unter zweierlei Inschrift Stifts- 
wappen, nicht beglaubigt, wird in Hirths Formen- 
schatz, 1883, No. 87 Burgkmair zugeteilt; doch 
unwahrscheinlich; hier (S. 139) abgebildet. 

Christof Stimmer^ SchafFhausen : Hans IV., Richter, oder 
Fritz, Rat, Stromer, Nürnberg, Kupferstich, c. 1575; 
Wappen in überladener Umrahmung; hier abgebildet. 

Meister, J. B.: Willibald Pirckheimer (vergl. Seite 
iii), Nürnberg, Kupferstich, 1529; dieses Blatt 



♦) AbijebiK'.et: Seyler, Exlibris, 1895, S. 63. 




Exlibris d« Klosters von Bdiedikl 
Von H. Btir^limair? 



hat Pirckheimer nach Hans tmlioffs Theatrum vir- 
tutis et honoris oder TugendbOchlein Pirckheymers 
(1506) als »EiDbleina«. in vielen seiner Bücher vom 




142 Allgemeines. 

und hinten eingeklebt gehabt ; die Tolerantia, Ge- 
duld, trägt geduldig einen Amboss mit dem Pirck- 
heimerschen Wappen, einer Birke; dielnvidia, Miss- 
gunst, hält ein Herz auf den Amboss ins Feuer, 
auf welches die Tribulatio, Anfechtung, mit einem 
Hammer schlägt, indessen die Spes, Hoffnung, dabei 
steht und gen Himmel deutet, aus dem Erquickung 
in Gestalt von Tropfen aufs Herz herabfällt ; Pirck- 
heimer benützte es nur ein Jahr; denn er starb 
bereits 1530*); hier (S. 141) abgebildet**). 

Meister T. H. V. B., Konstanz (?): Graf Trapp, 
Oesterreich, 1569***) (S. S. 143); Jakob Eliner, Suffragan, 
Konstanz, c. i570-[-); Dr. Bartholomaeus Mätzler, Kano- 
nikus, Konstanz, circa i57off); alle drei Kupferstiche, 
Wappen in architektonischer Umrahmung. 

Meister C, B.: von Roggenbach, Kupferstich, 1543, 
Wappen. 

Heinrick Vogtherr, Augsburg: Sein eigenes, Holz- 
schnitt, um 1537, Wappen mit Inschriftsband; hier 
(S. 144) abgebildet. 

Martin Rota, von Sebenico, Dalmatien, von 1586 
an in Venedig: Wolf Christof von Enzestorf, berühmter 
Musiker, Oesterreich, 1575; Wappen mit zierlicher Um- 
rahmung. Hier (S. 145) abgebildet. 



•) Besprochen: E. L. Z., V., S. 43 — 44; abgebildet: v. Heine- 
manns Wolffenbüiiler Exlibris-Sammlung, Tafel 9, 
**) Vgl. oben S. 117 Anmerkung zu k. 
*♦*) Abgebildet: E. L. Z. IX. S. 123. 

t) AbgebUdet: E. L. Z. IX. S. 70. 
tt) Abgebildet: Warnecke's Exlibris des 15. und 16. Jahrhunderts, 
V. S. 86. 



David Kandel, Maler, Strassburg i, E.: Exlibris 
Georg Kandel, Nürnberg, 15.., Wappen in Portal. 




Exlibris Qraf Ttapp. Von T. H. V. B. H5«i. 



1 44 Allgemeines. 

Anton Wierix u. a. in Antwerpen: Exlibris Nikols- 
burg, fromme Schüler, Kupferstich, c. 1585. 

Eine Reihe anderer Exlibris von Kleinmeistem des 
16. Jahrhunderts wurden in Warneckes heraldischen Kunst- 
blättern, 1876 und 1891, in seinem Exlibris- Buche, 1890, 




üxllbrlg Heinrich Vogthet 



in seinen Exlibris des 15. und 16. Jahrhunderts, 1894, 
in V. Heinemanns Wolfenbüttler ExHbris-Sammlung, 189S, 
;. Seyler's Exlibris, 1895, in K. Burger's Exlibris- 
Sammlung des Buchhändler- Börsen- Vereins, 1897, etc. 
abgebildet, daher sind sie hier, Raummangels halber, 
nicht weiter besprochen und sei nur hiemit für solche 



i6. Jahrhundert. 

die sie studieren wollen, darauf hin 
sei jedoch, dass in gen. Exlibris des 
hunderts ^einige Blätter von August 



145 

bemerkt 
16. Jahr- 

Hirschvogel, Hans 




Exlibris Wolf Christoph von Enzestorf. Von Martin RoU (1W 



I ^6 Allgemeines. 

Sebald Lautensack, Hans Schäufelin und Hans Burgk- 
mair als Exlibris bezeichnet sind, die weder als Exlibris 
erwiesen noch als solche sehr wahrscheinlich sind. 



O. SONSTIGE EXLIBRIS DES 16. JAHRHUNDERTS 
VON UNBEKANNTEN MEISTERN. 

In den hier vorstehend am Schluss genannten Werken 
findet sich auch eine Reihe von Exlibris aus dem l6, 
Jahrhundert, die hier zum grösseren Teil nicht mehr 
erwähnt sind, da dies zu weit führen würde. Imfolgen- 
den sei, ohne auch nur alle bedeutenderen nennen zu 
wollen, nur auf hervorragendere Blätter aufmerksam ge- 
macht, die besonders charakteristisch oder weniger be- 
kannt sind; einige davon sind in der deutschen Exlibris- 
Zeitschrift publiciert, was bei den einzelnen in Klammer 
angegeben ist: 

Hugo von Hohenlandenberg, Bischof von Konstanz, 
II. Exlibris, c. 1504; Wappen, Maria mit Jesus, St. Kon- 
rad, St. Pelagius (E. L. Z. V. S. 98). 

Johann Cuspinian, zu deutsch: Spiessheimer, Dr. m., 
Humanist, Dichter, Schriftsteller, Geschichtsschreiber, 
Wien, Holzschnitt; Porträt mit Versen, c. 1520 (E. L. 
Z. IV. S. 112). 

Christof Hos, Dr. jur., Speyer, Worms, 3 Holz- 
schnitte, 1520 u. 28, nebst 2 handgemalten Wappen- 
Exlibris; redendes Wappen (E. L. Z. IV. S. 9, VL 
S. 44 und 104). 

Dr. Gregor Angrer, Kanonikus, Brixen und Wien, 
4 Holzschnitte, 1521, mit flott gezeichneten Helmdecken 
(i, von H. R., E. L. Z. IL 4. S. 5); hier (S. 147) abgebildet. 



Dr. August Marius, \Veihl>ischof, WiJrzbiirg, 2 Hoh- 
KClinitte von 1521 u. 22. 

Dr. Paul von Oberstain, Propst, Archidiakon, kaiser- 




Eilibri) Dr. Otegor Angrcr. Von H. R. ll52l). 



I4-S Allgemeines. 

ADLECTOBJEM. 

Siqatnsdotninumprfrenn'snofcelibelhV 
Gretnperiinomenhoc tnonogrämadoca 

Hunc ^cü<Ii uidcs;aut perlegis uUaiuueio 
Ne maculcsifurtüfit procul ac(]iribi. 

Nonaliaguotn me abfluleris muldlabere p{tut: 
Confcix fublan' mens tibi fetnper erit. 




3oaiiiri9 ßrcmpcrii' bin kh. 
WAtu was Idiijf blich nit inicb, 
Suclj rtjucmifb I7lii[iiI[cI:> m vcrhalren. 
lbaeßo(^sr£»iß odiinuK^ivalreii. 




Exlibris Johuin Qrcinpcr ( 



licher Rat, Kanzler der Universität, Wien; 
und I schwarzer Holzschnitt, 1516 u. 28. 



149 

bemalter 




Exlibris Reinhard, Qof 



St, Stephanskloster, Würzburg, 3 Holzschnitte, 152a, 
48, 58 (E. L. Z. X. S. 32 ff.). 

Johann Gremper, Bayern, Holzschnitt, c. 1525, in- 
teressant wegen des Inhalts der zwei Verse; die Buch- 



1 50 Allgemeines. 

Stäben in den 4 Ecken lauten: Sum, eram, fio cinis (E 
L. Z. II. 4. S. 8); hier (S. 148) abgebildet. 

Dr. Jakob Spiegel, Schlettstadt, Rat Kaiser Karls V. 
und Ferdinands I. ; bemalter Holzschnitt, c. 1530. 

Helfrich, Nürnberg, Holzschnitt, Wappen, c. 1530. 

Augsburg, Stadtbibliothek, 5 bemalte Holzschnitte, 
1530—44 (i: E. L. Z. V. S. 42). 

Johann Alexander Brassicanus, zu deutsch: Koel, 
Magister, Dichter, Tübingen und Wien, Holzschnitt, c. 
1 530 (E. L. Z. VIT. S. 82). 

Heinrich Kurz, SufFragan, Passau, Holzschnitt, 1 530. 

Reinhard Graf zu Leiningen- Westerburg, Kanonikus zu 
Köln, Mainz und Trier, Domdechant zu Köln, Kupferstich, 
niederrheinische feine Arbeit, c. 1530; (S. 149) abgebildet. 

Sebastian Theuritz, gen. Keller von Loewenberg, 
Holzschnitt, 1530. 

Kaspar von Schöneich (Schonei), bemalter Holz- 
schnitt, 1535 (E. L. Z. X. S. 63). 

W. Hering, Bayern, bemalter Holzschnitt, 1536 (E. 
L. Z. IV. S. 78 u. 125). 

Dr. med. Georg Hobsinger, Regensburg, 2 Holzschnitte, 

1 redendes Wappen- und i Porträt-Exlibris (s. unten im 
IL Teil), 1536 u. 39 (E. L. Z. II. 4. S. 7 u. III. S. 34). 

Dr. theol. Sebastian Linck, Dichter, Ingolstadt und 
Freising, Holzschnitt, c. 1540 (E. L. Z. IV. S. 113). 

von Gottesheim, Elsass, Holzschnitt, c. 1540 (E. L. 
Z. IV. S. 84). 

Johann Faber, Bischof, Wien, 2 Holzschnitte, 1540; 

2 typographische Memorienzeichen (eines abgebildet in 
Warneckes Exlibrisbuch S. 6). 

Dr. med. Johann Peter Merenda, Wien, 2 Holz- 
schnitte, einer bemalt, 1540 u. 48. 



i6. Jahrhundert. 1 5 I 

Dr. Matthias Biechner, Bruder des Abts von Zwie- 
falten (Württemberg), Holzschnitt, c. 1 542 ; hier abgebildet. 

Jan z, Lipeho, Böhmen, Holzsdinitt, 1541, von^E. K. 

Dr. Vitus Tuchsenhauser, Pfarrer, Straubing, bemalter 
Holzschnitt, 1541 (E. L. Z. III. S. 75). 




Wolfgang Seldl (Sedelius), Benediktiner, Gelehrter, 
München, Salzburg, Tegernsee, Holzschnitt, 1543; hier 
(S. 152) abgebildet. Die 2 Zirkel und das S bilden 
W(ol(gang) S{eidl). 

Johann Ecker, Propst, Schäftlarn, 1545, bemalter Holz- 
schnitt, redendes Wappen : Egge im Schild,(Burger,Taf.2 1 li.) 




Eulibris Wolfgang Seidl (IMJ). 



i6. Jahrhundert, 153 

Johann Baidinger, Kanonikus, Freising, Holzschnitt, 
1547 (E.L.Z. VIII. S. 72). 

Dr. theo!. Johann Marbach aus Lindau, Strassburg 
i. Eis,, Holzschnitt, wahrscheinlich von Anton Woensam 
von Worms, c. 1550; symbolische Darstellung von David 
und Goliath (David = Marbach als siegreicher Glaubens- 
streiter; E. L. Z. VIII. S. 32). 




Exlibris Isaac Jeger (lä53j. 

Konrad Wolfhardt, gen. Lycosthenes, aus Ruffach, 
Diakon zu St. Leonhardt, Elsass, Wappen, Holzschnitt, 
c. 1550 (Abgebildet A. Stoeber, Titelblatt). 

Isaac Jeger, redendes Wappen, Holzschnitt, 1553; 
hier abgebildet. 

Dr. Wiguleus Hundt von Lauterpach, Rechtsgelehrter, 
Kanzler, Hofratspräsident, Mdnchen, bemalter Holzschnitt, 
1556 (E. L. Z. II. 3. S. iS). 

Benediktinerabtei Tegernsee, Holzschnitt, c. 1556: 
die Buchstaben lösen sich auf in: Walthasar Abt zu 
Tegernsee; hier (S. 154) abgebildet. 



Jakob Christof von Uttenheim zu Ramstein, Elsass, 1559; 
Holzschnitt, Wappen nebst wildem Mann im Kampf mit 
einem Wolf (E. L. 2. II. i. S. 9). 




s des Kloslcrs Ttgei 



Dr. med. Sixtus Kapsser, Leibarzt, München, 1560, 
Porträt- und Wappen- Exlibris, 2 Holzschnitte (bisher 



i6. Jahrhundert. I55 

irrtümlich: S. Kercher benannt); abgebildet oben Seite 
52- 53- 

Dr. jur. David Byrgl, Bayern, 3 bemalte Holz- 
schnitte, c. 1560 (E. L. Z. 11. 4. S. 6 und Vin. S. 105). 




Dr. W. Lazius, Professor, Hofhistoriograph, Wien, 
2 Kupferstiche, 1559 u. c. 1560. 

Martin von Schaum bürg, Fürstbischof, Eichstädt, 
bemalter Wappen hol zschnitt, c. 1560. 

Weissenau, Praemonslratenser - Abtei im Allgäu, 
Kupferstich, c. 1568; siehe obige Abbildung. 



156 Allgemeines. 

Dr. Martin Eisengrein, Vicekanzler, Ingolstadt, 14 
Holzschnitte, 1564—70. 

Erasmus Vend, bayrischer Rat, Holzschnitt, 1567 
(E. L. Z. X. S. 8, 9). 

Anton Heckhel, Magister, Ingolstadt, bemalter Holz- 
schnitt 1569. 

Karl Apian, Amberg, Holzschnitt, c. 1570 (E. L. Z. 

V. S. 112). 

Lüneburg, Ratsbibliothek, Holzschnitt, 1570 — 80, 
vielleicht von Albert von Soest (Zeitschrift für Bücher- 
freunde II. 5/6). 

Freiherr Helmhart Jörger zu Toller und Köppach, 
kaiserlicher Rat etc., Wien, Kupferstich, 1571; hier 
(S. 157) abgebildet; an den 4 Ecken Darstellungen der 
Liebe, des Glaubens, der Massigkeit und Hoffnung. 

Urban Sagstetter, Bischof, Gurk, bemalter Holz- 
schnitt, 1572 (E. L. Z. V. S. 68 u. 123). 

Johann Rumel, Diakon, Nördlingen, Holzschnitt, 
1573 (E. L. Z. VIL 45). 

Sebastian Miliner von Zwairaden, redendes Wappen, 
1560 — 79, 7 Exlibris, davon ein bemalter Holzschnitt 
hier (S. 158) abgebildet. 

Michael Heumair, Rechtsgelehrter, München, drei 
Kupferstiche, c. 1580 (Warnecke, Tafel IX). 

Hieronymus Hyrsen, Vikar, Oepfingen, Holzschnitt, 
vor 1581 (E. L. Z. VI. S. 9). 

Balthasar Dorner, Pfarrer, Munderkingen, 2 Holz- 
schnitte, 1581 u. 83 (E. L. Z. VL 8, 10). 

Chorherrn-Stift Baumburg, 4 Kupferstiche, 1 580 — 87. 

Benediktinerabtei Thierhaupten, 2 Holzschnitte, 1587, 
96; das B. G. A. im ersten Schild heisst Benedikt Gan- 
genrieder Abt. (Abgebildet unten im IX. Kap. B.) 




Exlihri« Helmhart Jörger, Freiherr lU Toller und KÖppach (1571). 



158 




Exlibris Sebastian Miliner von Zwairadm (1579). 




Exlibris Dr. Karl Agricüla. Von J. 13.. I; 



REVERENDVS ET NO- 
bilis Dominus VVol^angus 
AndreasRem ä Ketz,Cathc- 
dralis Ecciefix Auguft: Sum: 
PrspoHtus, librum hunc vnä 
cum miUc & cribus ah]s,vari- 
jfq-, inftrumentis Matncma- 
ticis, Bibliochecx Monafteri j 
S. Crucis Auguftae, ad pcrpc- 
tuumCöuencualium vfum, 
Anno Chrifti M. D- LXXX 
VlII.Tcftamcnto Icgauit. 



PI« 

mm 



Zucignungsblatl Woltging Andreas Rem von Keti (15881. 



i6. Jahrhundert. 



i6i 



Dr. Karl Agricola, Rechtsgelehrter, Hamburg, 3 Ex- 
libris, davon ein bemalter Holzschnitt vonJ.B., 1588, hier 
al^ebildet; in den 4 Ecken die 4 Jahreszeiten (S. 159). 

Benediktinerabtei Andechs, 2 Wappenholzschnitte, 
c. 1588 u. 90. 



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Exlibris Johann Htktor Zum Jun 



1 02 Allgemeines. 

Wolfgang Andreas Rem von Ketz, Propst, Augsburg, 
2 Holzschnitte, 1588; das eine, ein Donatoren- Exlibris, 
hier (S. 160) abgebildet. 

Johann Hektor Zum Jungen, Frankfurt a. M., Kupfer- 
stich, c. 1590; hier (S. 161) abgebildet. 

Johann Schwaegerl, Pfarrer , Alburg, 2 Wappen- 
Holzschnitte, 1592. 

Benediktiner- Abtei Oclisenhausen, Wappen -Holz- 
schnitt, c. 1593 (E. L. Z. VI. S. 110). 




Christof Freiherr von Wolckenstein-Rodnegg, Oester- 
reich, drei Wappen-Holz.schnitte, 1594, 5, 7. 

Johann Max Zum Jungen, Frankfurt a. M,, 4 Kupfer- 
stiche, c. 1599. 

Konrad Witzmann, Magister, Bayern, zwei bemalte 
Holzschnitte, zweierlei Wappen, 1 5 - . 

Seitz, Patrizier, Augsburg, Kupferstich, 15.., hier 
oben abgebildet. 

Thomas Knoll, Rechtsgelehrter, Oesterreich, 2 Wap- 
penholzschnitte, 15 . . 

Halbmeister, bemalter Wappenholzschnitt, 15.. 



163 




Eülibria Oeorg Hrlwich (15 . .). 



1 64 Allgemeines. 

Leonhard Hoermann, Augsburg, bemalter Kupfer- 
stich, 15., 

Georg Helwich, Vikar, Mainz, Holzschnitt, 15,.; 
so wenig schön das jedenfalls eingesetzte, von anderer 
Hand herrührende Wappen gezeichnet ist, so bemerkens- 
wert ist die Umrahmung; hier (S. 163I abgebildet. 

IVeiUre Beispiele des 16. Jahrhunderts, sowie für 
die folgenden Jahrhunderte können in den verschiedenen 
deutschen ExHbris-Publikationen nachgesehen werden 
(vergl. Seite 144 und hinten im II. Teil 7, 10, 12 und 
III. Teil 5). 





17. JAHRHUNDERT. 

1 Zahl der Exlibris übertrifft die Zeit 
1600 bis 1700, welche hauptsächlich 
|den Barockstil (Perückenstil) — mit starker 
j Schwerfälligkeit der Zeichnung, mit grotesk 
gekrümmten Voluten, Festons, Guirlanden, geschweif- 
ten Durcheinandersteckungen — aufweist, die vor- 
hergegangene erste Periode der Exlibris-Kleinkunst 
bedeutend, nicht aber immer an schöner Zeichnung, 
künstlerischer Komposition und Ausführung sowie stilisti- 
schem Werte. Kommen auch noch im 17. Jahrhundert 
manche vortrefflich ausgeführte Exlibris vor, so ist doch 
die Gesammtzahl der charakteristisch besonderen, künst- 
lerisck hochstehenden Blätter eine geringere geworden, 
trotzdem Dürer und seine Zeit auch hier noch in ihren 
Folgen erkennbar sind. Der Grund ist in den Folgen 
des 30jährJgen Krieges und in der Schwerfälligkeit des 
Barockstils zu suchen. 

Der Holzschnitt tritt nunmehr in den Hintergrund, 
<^'%cgen blüht der Kupferstich allmählich mächtig auf. 
Nürnberg liefert noch viele Blätter, doch macht sich 
nun auch Augsburgs Kleinkunst bemerkbar, indes Nord- 
deutschland noch ziemlich zurücksteht. 



1 66 Allgemeines. 

Auch im 17. Jahrhundert bildet das Wappen noch 
den Hauptschmuck des Bibliothekzeichens, teils allein 
mit und ohne Inschrift, teils mit Ahnenwappen, teils in 
oft recht überladenen Umrahmungen. Auch Inschrifts- 
Ovale kommen nun öfters vor. 

Während wir auf den Bibliothekzeichen des 16. Jahr- 
hunderts mit Vorliebe die Wappen in Portalen, Nischen 
und insbesondere zwischen Karyatiden und innerhalb von 
symbolischen Eckfiguren sehen, finden wir im 17. Jahr- 
hundert die Wappen sehr häufig umgeben von runden 
oder ovalen Lorbeer- u. a. Kränzen^ eine Mode, die all- 
gemein mitgemacht wurde und die vielleicht zum Teil 
auf Johann Sibmachers »Wappenbüchlein« von 1596*) 
zurückzuführen ist, in dem diese Kranzumrahmungen 
vielfach vorkommen. Natürlich schliesst dies nicht aus, 
dass diese auch schon im 16. Jahrhundert vorkommen. 

An Steckern findet sich im 17. Jahrhundert bereits 
eine grosse Anzahl, deren ältere noch unter dem Ein- 
flüsse Dürerscher und Alt-Nürnbergscher Kunst stehen. 
Da die Blätter, namentlich die jüngeren, zwischen 1600 
und 1 700 im allgemeinen nicht mehr so viel Hochkünst- 
lerisches und Charakteristisches bieten, sind in diesem 
Abschnitte die Abbildungen nur auf besonders interes- 
sante beschränkt worden. 



A. DIE BEKANNTEREN EXLIBRIS-MEISTER DES 

17. JAHRHUNDERTS**). 

a, Heinrich Ullrich, Nürnberg: Mehrere Exlibris der 
Familie von Oelhafen, Nürnberg, von denen das 

*) «Johan Sibmacher fccit, Friedrich Dürer excud.« 
**) Von diesen arbeiteten auch einige noch Ende des 16. Jahrhunderts. 



17. Jahrhundert. 167 




^-,T-A«*i !>*-*<*■. 



^^ 



I. Oclhafoi. Von Hnnrich Ullrich (16..). 



1 68 Allgemeines. 

grösste hier (S. 167) abgebildet ist; es ist zwar hand- 
schriftlich mit 1614 datiert, könnte aber noch Ende 




( fnw sMm^.'ni p;d\-mi ineUicn: jjalT'u^i- 
-^ 'Ja/K. Qu^cs iiLTp >^£etuf wiora CaSon.. 



GtiW, J^ 



■'raicf y.A.lC '^ät. 



des 16. Jahrhunderts oder um 1600 gefertigt sein; 
Holzschnitt; auch von Wolf Hieronymus Oelhafen 



i69 




F.<libris Johann Wilhelm Krcss v. Kmscnstein. 
:nel von Hins Mauti, gestochtn von Hans Troschcl (16IQ). 



I yo Allgemeines. 

benützt; ein Teil des schön stilisierten Wappens 
mit seinen flotten Helmdecken ist redend, da der 
Löwe einen Oelhafen trägt; ferner: Baumgärtner, 
Nürnberg, 159. — 1600; Fürer von Heimendorf, 
Nürnberg , 159. — 1 600 ; Gabriel Schlüsselberger, 
Nürnberg, 1594; Klemens Resen, 16..; von Imhof, 
Nürnberg, 16..; Georg Rehm, Augsburg, c. 1600, 
wegen seines fein gestochenen Blumenkranzes hier 
(S. 168) abgebildet. 

b, Hans Trosckely Nürnberg: Berenhard, 16. .; Johann 
Wilhelm Kress von Kressenstein, Nürnberg, 1619, 
das als Troschelsches Beispiel wie als das des 
folgenden H. Hauer hier (S. 169) abgebildet ist; ein 
sauber gezeichnetes, fein gestochenes Blatt ohne 
und mit Spruch neben dem Zimier. 

c, Hans Hauer^ Nürnberg : Vorstehend (S. 1 69) abgebil- 
detes Exlibris J. W. Kress, da^ Hauer gezeichnet und 
H. Troschel gestochen hat; ferner ist das Exlibris 
Georg Seyfried Coler d. J. , 1643, wahrscheinlich 
von H. Hauer*). Das Exlibris Georg Seyfried d. Ae., 
c. 161 7*), das nach einem Geuderschen Exlibris 
von J. Amman gestochen ist, kann ebensogut 
H. Troschel wie H. Hauer zugeteilt werden. 

d, Hans Sibmacher^ Nürnberg, der sich oft stark an 
Amman hielt, war der bekannte Verfasser des 
Wappenbuchs von 1604 und 1609: Exlibris Dilherr 
von Thumenberg, Nürnberg c. 1592**); Andreas 
Beham d. Ae., Nürnberg, 1595; Paul Heugel 159.; 
Flechtner, Windsheim, 159.; von Hülss, 16..; 



*) Neuabdruck von der allen PlaUe: E. L. Z. III. S. 79. 
*♦) Abgebildet: E. 1,. Z. II. 4. S. 10— 11. 



17- Jahrhundert. 



I/l 



BauoigärtnerOertel, Nürnberg, i6..; Pfaudt (irr- 
tümlich Pessler), Nürnberg, i6..; Veit August Holz- 
schuher, Nürnberg, c. 1600, hier abgebildet: 




â–  Veit August Hol 



. Johann Sadeler jr. , München : Johann Georg Her- 
warth, München (Forstenried) 1630; Ferdinand von 
und zu Hagenau, bei St. Peter, München, 1646. 



â–  7' Jahrhundert. 



1/3 



f. Raphael Sadder, München : Kurfürstliche Bibliothek 
der Herzöge beider Bayern, München, c. 1623, drei 
Grössen mit Stichvarietäten ; die grösste hier ,S. 1 72) 




Rtygcr. Von AtKidiii; 



^cclcsüc^ 




j\.Beat'i£imo Sit nülianqiiaiitas -«-©© 

jamnsfiiekt, et «— '■J—^*-*— -^~ ■ — -— j — i— - 



Exlibris Johann vi 
Von Crispln vui den 




Exlibris Johann Ocorg von ICcrdenstein. Von Dominik Custos 



1 76 Allgemeines. 

abgebildet; Bibliotheca Palatina, Pfälzer Bibliothek 
zu Heidelberg und Rom, 1623 ; (vgl. unten II. Teil 4). 

g, Aegidius SadeleVy München : Arnold von Reyger, 1 604, 
hier (S. 173) abgebildet; die Buchstaben Z. G. M. Z. 
bedeuten die deutsche Uebersetzung des lateinischen 
oberen Spruchs: Ad deum refugium = Zu Gott 
meine Zuflucht; 3 Exlibris Peter Vok Fürst Ursini 
Graf von Rosenberg, 1609. Siehe: Warren, S. 199 
bis 200, abgebildet Warnecke, Tafel 16. 

//. Crispin van den Passe, Vater, Köln (auch London 
und Paris): Dr. Johann Stiger, 1602*); Johann von 
Liskirchen, Köln, c. 1602, hier (S. 174) abgebildet. 

/. Anton Eisenkoity Warburg: Theodor von Fürsten- 
berg, Bischof von Paderborn, 1603. Abgebildet: 
E. L. Z. II. I. S. II. 

k, Johann Ffann (wohl der jüngere), Nürnberg: 
Bibliothek des Pfarrhofs St. Lorenz, Nürnberg 
( 1 1 200 Bände), errichtet vom Messerschmied Johann 
Vennitzer, Nürnberg ; mit dessen Porträt, Stiftungs- 
vers, Wappen der Messerschmiede und 2 allegori- 
schen Figuren der Fides und Charitas (abgebildet 
unten im II. Teil 10)**); Behaim von Schwarz- 
bach, Nürnberg, 1635. 

/. Dominik Custos , Augsburg: Johann Georg von 
Werdenstein, Domherr zu Augsburg und Eichstätt, 

1 von 1592, 2 von c. 1600, das eine von diesen 

2 hier ;Seite 175) abgebildet; 2 (der 5) Exlibris 
Zacharias Geizkofler von Gailenbach, Pfalzgraf, 
kaiserlicher Rat, 1603***). 

♦) Abgebildet; E. L. Z. III. S. 81, 82. 
*♦) „ E. L. Z. I. I, S. 9. 

**♦) „ E. L. Z. in. S. 84. 



â–  7. Jahrhundert. 



177 



m. Raphael Custos, Augsburgi Wilhelm und Klara 
Kress von Kressenstein, Nürnberg, 1645, mit 31 
Ahnenwappen ; hier abgebildet ; nicht signiert ; 




Warnecke teilt dieses Blatt diesem Stecher zu; 
ein anonymes Wappen-Exlibris, Löwe mit Säule, 
signiert, 1650. 
«. Jakob Custos, Augsburg: Hoser, Augsburg, c. 1650; 



1 78 Allgemeines. 

Dr. jur. Ph. H. Rether, 1664, beide signiert; die 
folgenden sind nicht signiert, wohl aber vielleicht 
diesem Stecher zuzuteilen: Joachim von Donners- 
perg, 1606; Dr. Georg Sigismund Miller, 16..; 
Chr. Gobel, von Hofgiebing, 1640; Balthasar Ran- 
peck, Geheimer Rat, München, 1642; Georg Amon, 
Geheimsekretär, München, 1643, Johann Schmidt, 
c. 1643, Albert Lerch, Kaplan, München, 1650, 
Dr. jur. Franz Maralt, 1650; Fr. Melchior Säur, 
Rechtsgelehrter, 1650 u. a. 
0, Lukas Kilian, Augsburg, Schüler seines Stiefvaters 
Dominik Gustos: Frhr. v. Hurckhaus, 1664; Propst 
Arsen von Chiemsee, 1637, Kloster- und Abts wappen, 
bemerkenswert wegen des Todtengerippes ; vgl. die 
von der alten Platte abgedruckte Beilage. 

/. Wolfgang Kiliaji, Augsburg, Schüler des Dominik 
Gustos: 3 Johann Georg Seefried, Dr. m., Nürn- 
berg, 16 . .; abgebildet oben unter S. 30, 32. Fugger, 
Augsburg, 16..; Sebastian Myller, Bischof, Augs- 
burg, 1635*); Johann Adam Spizhofer, 1649; Propst 
Rupert von Chiemsee, 1654, "^^^ di^vci heiligen 
Rupert, dem Stifts- und dem Salzburger Schilde, 
hier (S. 179) abgebildet; dieselbe Darstellung wurde 
später 1688 und 91 von 

q. Johann Ulrich Frank, Augsburg, für die Pröpste 
Sebastian und Jakob von Chiemsee nachgestochen. 

r. Alexander Mair y Augsburg: Kloster Heiligkreuz 
Augsburg, Propst Johann, 1606 ; Johann Wildenroder, 
München, 1610; Bischof Georg Roesch, Eichstätt, 
' ^ ' 5 j Johann Heinrich Hybsmann von Biberach, 16... 



* 



) Abgebildet in Warren, S. 192, No. 14. 



17- Jahrhundert. 1/9 

. Andreas Khol, Nürnberg, einer der besten Künstler 
. seinerzeit: Pfinzing-Gründlach, Nürnberg, c. 1650; 
oben mit Mutius Scaevola und dem schönen Spruche: 
Patriae et amicis; hier S. 180) abgebildet. 




JnJficmihss Uormnijmief mii^.Bj--^ 3 nVif 



A Joachim von Sandrai t, Mitglied der fruchtbringen- 
den Gesellschaft (Palmen-Orden), Maler, Stecher 
und Kunstschriftsteller, Schüler des Aegidius Sadeler, 
Nürnberg: 2 Exlibris für sich selbst, c. 1680. (Das eine 
abgebildet in der französische 11 Exlibris-Zeitschrift 
>Archives» I, 1894, 9. S. 139, das andere in Burgers 




Exlibris Pfiniing-Oründlach. Von Andrea? Khol C«Vm 1650). 



17- Jahrhundert. l8l 

Leipziger Exlibris-Sammlung, 1897, No. 46); 
Floridan = Sigmund von Birken, Dichter, Nürnberg, 
um 1670, hier abgebildet; »Floridan« war dessen 




Exlibris Sigmnnd v< 



Birken. Von Joadi 



Beiname, und die gegenüberstehende Blume: Tau- 
sendschOn (Floramor) sein Bei zeichen im Nürn- 
berger »Pegnesischen Blumen-Orden«; oben sieht 
man das Ordenssinnbild, die Grenadille oder Pas- 



sionsblume, und unten das Gesellschaftszeichen, 
die Pans-Rohrpfeife *). 




a. Johann Stridbeck , Augsburg: Magister Johann 
B. Renz, Pastor, Augsburg, Porträt-Exlibris, 1697**). 



•j Vgl. E. L. Z. V, 1895, S. 69-75. 
•») AbbilduDg: K, I„ Z. II. 3. S. 19. 



17- Jahrhundert. 183 

V. Christof]. Stenglin, München; Patricius I. Mandl 
von Deutenhofen, Propst von Baumburg, 1658; 




Quirin IV. Milon, Abt von Tegernsee, 1700, mit 
den Kirchenpatronen; hier (S. 182) abgebildet. 
W. Martin Hailler, Frankfurt a. Main : Vacha, Hessen, 
Kirchenbibliothek, 1672. 



1 84 Allgemeines. 

X. D. Kruegeri Georg Christof 11. Volckamer, Obrist- 

haup tm an n, Nürnberg, 1674; hier (S. 1 83) abgebildet. 

y. Moritz Lang, Wien : Georg Szelepcheny, Erzbischof 




J. C. Schmischfck 0634). 



von Gran, ungarischer Primas, Porträt-Exlibris, 
c. 1670. 
. Johann Chr. Schmischeck , Prag: Abt Honoratus 
von Seeon, 1634, mit den Kirchenpatronen; hier 
oben abgebildet. 



'85 



B. MINDER BEKANNTERE UND WENIGER 
BEDEUTENDE EXLIBRIS-STECHER DES 17. JAHR- 
HUNDERTS: 

Corwinian Säur, Goldschmied, Augsburg: Exlibris 
Zacharias und Maria Geizkofler, 1605. L. Eberle, t6oo; 
H, Dirr, 1625; Matthaeus von Sommer, Nürnberg, 1650; 
Georg'^Koeler, Nürnberg?; P. Kueffner, Nürnberg; Johann 




Exlibris Freiherr vi) 



Wilhelm Stoer, Nürnberg; Lukas Schnitzer, Nürnberg, 
c. 1650 ; Johann Baptist Homann, Nürnberg, 1695; Matthias 
Kuesel, München, 1658 ; F. Graasanter, 1672 ; Andreas Eh- 
mann, Augsburg; J, Leonhard Beil, 1690; Ja. de Lespier, 
1692; sowie sämtlich 16 , .: J. D, Albrecht; Le Clerc, ent- 
weder David in Frankfurt a. M., Darmstadt und Kassel, oder 
sein Bruder Isaac in Kassel; Johann Baptist Tezl, P. Cru- 
sius; J. C. Sturn, Jakob Jezl; Jakob Lindnitz, (f in 
Weitzendorf, Oesterreich) ; I. H. Fickwtrtt, von dem hier 
oben das eine der 2 Exlibris Freiherr von Landsce, 16 . , , 



abgebildet ist ; ferner: Elias Wide mann, Augsburg, 1640 
bis 1660 Wien, auch Prag und Pressburg; J, G. Bahre; 




Exlibris d«r Bibli 



Manasser, wahrscheinlich Johann Kaspar zu Prag, 1627 
(vielleicht Daniel zu Augsburg); sowie ein Monogrammist 



L G. F. D., dessen Exlibris Poemer, Nürnberg, l6. 
mit Ahnenschilden, hier (S. 186) wiedergegeben ist. 




C NICHTSIGNIERTE EXLIBRIS 
VON UNBEKANNTEN VERFERTIGERN. 

Im 17. Jahrhundert ist ferner eine grosse Anzahl 
von Exil bris -Stichen entstanden, die von den Verfertigern 
nicht signiert wurden; ein Teil, namentlich Nürnberger 
Blätter, ist wohl sicher auch den Nürnberger bekann- 



i7> Jahrhundert. 189 

teren Kleinmeistern zuzuteilen , wie Ullrich , Troschel, 
Pfann, Khol u. s. w. , ein anderer al^er rührt von un- 
bekannten und unbedeutenderen Stechern her, deren 




Engchhoffli (1623). 



Name wie der Beweis ihrer Autorschaft in Dunkel gehüllt 
bleiben wird. 

Einige bessere oder interessantere Exlibris des 1 7. Jahr- 
hunderts von unbekannten oder niekt nachweisbaren 
Stechern seien hier angeführt'. 




s Mtliard von Muckcnthal 116341. 




Exlibris Chrislot Fiirer von Haimcndorl 



Herzoglich bayrische Bibliothek, Mfincben, $ Stich- 
varietäten des grossen , 4 des mittleren Exlibris nebst 




Johann Chr staf Wolfsknl <1M3). 



einem kleinen von 1618; vornehme, « 
dige Blätter; 2 abgebildet S. 187, 18 



i Fürsten wür- 



NietJeraltaich , Benediktinerstift St. Moritz, Bayern, 
Stich, 1622; die Damascierung der sonst leeren Fläche 




Über dem Dreiberg ist besonders zierlich ; oben am Schluss 
des n, Kapitels (S. 40) abgebildet. 

Johann Christof von Engelshofen, Stich, 1623; hier 
(S. 189) abgebildet. 



1 94 Allgemeines. 

Johann Albrecht II. Herzog von Mecklenburg, Koad- 
jutor zu Ratzeburg, Holzschnitt, c. 1625. 

Erhard von Muckenthal, auf Haecksenacker , Holz- 
schnitt, 1634; hier abgebildet (S. igo). 




Christof Fürer von Haimendorf, Duumvir, Schloss- 
hauptmann, Nürnberg, Stich, 1641, mit Ahnenwappen, 
siehe Abbildung (S. 191). 

Johann Christof Wolfskeel, kaiserlicher Notar, Stich, 
1643, siehe Abbildung (S. 192). 

Poemer, Nürnberg, Stich, 1648; Wappen in Kranz: 
siehe Abbildung (S. 193). 



17- Jahrhundert. 195 

Hans Martin Loeffelholz von Kolberg, Nürnberg, 
Stich, c. 1650; siehe Abbildung (S. 194). 

Scheurl, Nürnberg, Stich, 16..; hier abgebildet. 




Georg Schroeder, Magister, Stich, 16..; redendes 
Wappen, da dieser Käfer »Schroeder« genannt wird; 
hier abgebildet (S. 196), 



196 Allgemeines. 

Rittershaus, Stich, 16,.; redendes Wappen: Ritter 
und (befestigtes) Haus; siehe Abbildung (S. 197). 

Holzschuher, Nürnberg, Stich, 1660; wegen der 
Darstellung des Besitzers als Ritter St. Georg mit dem 
Holzschuherschen Schilde und wegen des heiligen Christo- 
phorus an der Pferdebrust jedenfalls Georg Christof Holz- 
schuher (1623 — 73), Komet im kaiserhchen Blierischen 




Ktlrassierregiment ; hinten Jungfrau und Burg, die auf 
fast allen St. Georg-Bildern wiederkehren; hier abge- 
bildet (S. 198). 

Balthasar von Loewenfeld , Tyrol , Stich , 16..; 
redendes Wappen ; in ausgesprochenem Barockstil ; hier 
abgebildet (S. 199). 

Das Exlibris Dr. phil. und med. Johann Georg Starck- 
mann, 16,., ist bemerkenswert, sowohl wegen seines 
indirekt redenden Wappens: Herkules = Starker Mann, 
als auch wegen seines Spruches, der dem II. Brief an 
die Mackabaer, 2. Kapitel, Vers 13 (Nehemias) ent- 
nommen ist; hier abgebildet (S. 200). 

Originell ist das Ornament tm Schilde des Exlibris des 



Johann Christof Wagenseil, Professors und Bibliothekars 
der Universität Altdorf, i6 . ., das jedenfalls ursprünglich 




aus einem verschlungenen (Wagen-) Seile bestand (ab- 
gebildet S. 202). 



igB 



Allgi 



Während im 1 7. Jahrhundert noch immer die Wapj)en 
den Hauptschmuck eines Exlibris ausmachen, finden sich 
in dieser Zeit vereinzelt auch schon rein allegorische 
Darstellungen ohne auffallendere Wappenbeigabe; Bei- 
spiele : 

Konrad Franz Reibelt, Licentiat der Rechte, fürst- 




is Georg Chi 



^sdiuhcr (IMOl. 



lieber Hofrat, Würzburg, Holzschnitt, c. 1690, mit sym- 
bolischen Figuren in üppiger Barockrahme ; hier ab- 
gebildet (S. 203). 

Eucharius Gottlieb Rink, Professor, Rechtsgelehrter, 
Geschichtsschreiber, Münz- und Wappensammler, Alt- 
dorf bei Nürnberg, Stich, c. 1692; oben 2 Denkmünzen, 
imten sein Namenszug und Wappen: der Adler dürfte 



17. Jahrhundert, 199 

sich sowohl in Verbindung mit dem Spruche, als auch 
im Hinblick auf das Schildbild des Rinkschen Wappens 
darauf beziehen, dass Adler wie Besitzer zu Lande wie 
zu Wasser Bescheid wissen ; hier abgebildet (S. 204). 




Dr. Christian Johann Lange, Arzt, c, 1685; in einem 
von einer (Aeskulap — :) Schlange gebildeten Oval der 
Name, den ein von einer Taube gehaltener Lorbeer- 



200 Allgemeines. 

oder Oel zweig und eine von der Schlange gefasste 
Domenranke umgiebt. 

Johann Caspar Reichsfreiherr von Dornsperg, Steyer- 
mark, i6..; redendes Wappen, Domen im Schilde, in 
reicher ovaler Kartusche. 







Exlibris Dr. Johann Oeorg SUrckmuin (16..). 




VUI. KAPITEL 

18. JAHRHUNDERT. 

A. WAPPENBLÄTTER, OHNE ROKOKO UND 
ALLEGORIEN. 

jl a die Rokokoblätter und die mit Allegorien 
y u. dgl. des i8. Jahrhunderts in eigenen Ka- 
I piteln (VIII. B. u. C.) behandelt werden , so 

I ergiebt sich ein besonderer Abschnitt, der 

die Wappen -Exlibris umfasst , die ohne weitere 
dekorative und stilistische Beigaben nur das betreffende 
Wappen enthalten, eine Art der Exlibris, wie sie 
zwischen 1700 und 1800 noch immer sehr beliebt 
war. Meistens steht der Name, häufig der Titel des 
Besitzers, manchmal der Ort der Bibliothek und die 
Jahreszahl dabei. Daneben aber tauchen mm auch viele 
anonyme Wappen ohne jede Beischrift auf, die den 
Zweck des Bibliothekzeichens, den Besitzer des Buchs 
deutlich zu nennen, nicht mehr erfüllen und sonst keine 
Auskunft über den Buchinhaber erteilen. Diese, einer 
sehr unpraktischen Mode entstammenden Blätter sind 
der Schrecken jeder Exlibris -Sammlung; denn eine grosse 
Anzahl solcher anonymer Wappen lässt sich absolut 



202 



Allgemeines, 



nicht mehr feststellen, zumal, wenn das betreffende 
Wappen nur von einer einzigen Person geführt wurde, 
ohne weitervererbt worden zu sein. Immerhin sind zahl- 
reiche Exlibris mit namenlosen Wappen durch die von 
Herrn H. Freiherm von Linstow (â– ["), Herrn G. A. Seyler 







rvNSf CEciiWRVTrr luui iv fbjuhJ^Sus â–  
JOH. CHRlSTOPfTORV;? 
'WAGENSEILTVS . 



Eilibns Johann Chrislol WagenBei! {16 . .;. 

und Herrn Grafen Renesse angelegten Wappenbilder- 
lexica, sowie durch Nachsuchen in den Sibmacherschen, 
Ritstapschen etc. Wappenbüchern im Laufe der Zeit 
festgestellt worden ; die meisten mit Namen bestimmten 
anonymen Wappen-Exlibris , besonders des i8. Jahr- 
hunderts, berinden sich in der Sammlung des Ver- 
fassers, der auch viele Anonyma anderer Sammlungen 
weiter zu bestimmen vermochte. 



Die Sitte, nur mehr das Wappen allein anzubringen, 
spiegelt sich im Rückschritt der Kunst und des Ge- 




CONRADUS FRANCISCUS R.EIBELT J. U. L' 

Exlibris Konrad Franz Reibt» (r/r-.-.i l(KX>). 

schmackes im l8. Jahrhundert, welcher Rückgang zum 
Teil noch auf die Folgen des 30jährigen Krieges ziirück- 
zufUhren ist; man hatte, bis die weitere Entwicklung 



des le chtleb gen Rokoko begann nicht mehr allzuviel 
Sinn für dekorative Ausstattung und man war — bis 




E bns Eu hanus Qi 



i8. Jahrhundert. 205 

zum Rokoko — in jeglicher Ausschmückung steifer, 
kälter und nüchterner geworden. Dazu kam, dass — 
ausschliesslich Rokoko und Allegorien — wirklich her- 
vorragende Kleinmeister kaum im 18. Jahrhundert vor- 
kommen und die Mehrzahl der einfachen Blätter von 
unbedeutenden Stechern ausgeführt wurden, die eben 
gerade nur stechen konnten, ohne von tieferer Kunst 
durchdrungen zu sein. Es war mehr Dutzendwaare, die 
geliefert wurde, und zwar zum guten Teil deshalb, 
weil die Nachfrage nach wirklich Künstlerischem und 
das Verständniss hiefür bei Auserwählten wie bei der 
Masse des Publikums erheblich geringer geworden war. 
Dies eben Gesagte bezieht sich, wie schon bemerkt, auf 
die reine Exlibris-Wappen-Zeichnung, ausschliesslich der 
Periode des Rokoko, in der Kunstverständniss , Nach- 
frage und Technik sich wieder gebessert hatten. Die 
Vorherrschaft Nürnbergs hört auf und wir treffen 
Stecher allerorten, namentlich in Süddeutschland und 
Oesterreich. 

a. Stecher von Wappen-Exlibris, 

Während die Zahl hervorragenderer Künstler der 
Wappen-Exlibris zwischen 1700 und 1800 abnahm, 
wuchs in dieser Zeit die Zahl derjenigen, die über- 
haupt solche Exlibris stachen, bedeutend, sowohl die 
der professionellen Stecher, als auch die der Ama- 
teure. 

Ohne alle^ z. B. die minderwertigen Exlibris- Är^A^r 
anführen zu wollen, seien hier folgende genannt, die 
zwischen 1700 und 1800 reine Wappen-Exlibris geliefert 
haben ; wo Vorname oder Wohnort nicht genannt sind, 
waren diese nicht genauer zu ermitteln. 



206 Allgemeines. 

Deutschland: 

Georg Daniel Heumantty Nürnberg, Brandenburgscher 
Hof kupferstecher ; ein Exlibris, Johann F(V)ennitzer, 
St. Lorenzer Pfarrhof bibliothek, Nürnberg, c. 1750, 
abgebildet unten im II. Teil lo;J. F( V)ennitzer war 1565 
geboren und 1629 verstorben ; dass dieses Exlibris post 
mortem entstanden ist, geht ausser dem Stecher- 
namen auch daraus hervor, dass das Porträt eine 
Rose in der Hand hält, der Abgebildete somit »selig« 
ist. Von diesem Johann F(V)ennitzer giebt es ein 
zweites Exlibris aus dessen Lebzeiten, von J. Pfann, 
1618, das oben S. 176 unter k. beschrieben ist. 

Josef Erasmus Bellingy Augsburg. 

Josef Sebastian oder Johann Baptist Klauber, Augsburg. 

Johannes Striedbeck, d. Ae., Augsburg. 

Johannes Striedbeck, d. J., Frankfurt a. M., Augs- 
burg und Strassburg (sein Exlibris -Werk, vgl. 
E. L. Z. VIL S. 85 und X. 2.). 

J. H. Störe kliuy Augsburg. 

Josef Moerl, wahrscheinlich Augsburg. 

Philipp Andreas Kiliafty Augsburg. 

Georg Christof KiliaUy Augsburg. 

Jakob Andreas Fridrich, württembergischer Hof kupfer- 
stecher, Augsburg. 

Josef Anton ZimmermanUy Hofkupferstecher, Augs- 
burg, der u. a. auch eines der vielen Exlibris der 
Hof- und Staatsbibliothek München, 1746, gestochen 
hat (mit und ohne Stechernamen), das unter Weg- 
lassung der Fruchtgehänge und Hinzufügung eines 
IL Ordens sonst genau dem von Rafael Sadeler 
(abgebildet oben S. 172) nachgeahmt ist, ohne 
jedoch dessen Feinheit zu erreichen. 



i8. Jahrhundert. 20/ 

Johann Georg Pintz^ Augsburg. 

Johann Nepomuck Maag^ München. 

Josef Heinleth y wahrscheinlich München. 

Johann Michael Soeckler^ München; sein üppiges Ex- 
libris der herzoglichen Bibliothek München, von 1779 
(3 Grössen) hier (S. 208) abgebildet; es ist ein gutes 
Beispiel für die Steifheit des Geschmackes jener 
Zeit ; die schildhaltendenLöwen gleichen Karrikaturen. 

Franz Xaver Jungwirth, München. 

De la HayCy wahrscheinlich München; auch in Fon- 
taineblau; fraglich, ob ein und derselbe? 

Andreas Leonhard Motglichy Nürnberg. 

Johann Wilhelm Stoer^ Nürnberg. 

Martin Tyroff^ Nürnberg. 

Johann David Tyroff, Nürnberg. 

Georg LichtensttgC7\ Nürnberg. 

Johann Georg Ebcrsbcrgcr^ Nürnberg. 

Johann Michael ZclU Nürnberg. 

Rocsslcr^ wohl Michael, Nürnberg und Frankfurt a. M., 
dessen Exlibris Heinrich Christophorus von Ochsen- 
stein, 17 . . , hier (S. 209) abgebildet ist. 

Georg Jakob Schneider, wahrscheinlich Regensburg. 

Johann Georg Fridrichy Regensburg. 

Bernhard Gottlieb Fridrichy Regensburg. 

Johann Baptist Gutwein, Würzburg. 

Peter Fekr^ Frankfurt a. M. 

Johann Christof Bernd t^ Frankfurt a. M. 

Johann Heinrich IVicker, ,, 

Anna Rosalia Wicker^ ^ 

J. C. Back^ Frankfurt a. M. 

Andreas Rei^ihardt, Augsburg und Frankfurt a. M. 

J. G. Holdcnrieder, Mainz; Franck^ Mainz. 



iS. Jahrhundert. 

Johann Michael Stock, Leipzig, 

Rosmäsler, vielleicht Johann Friedrich, Leipzig. 

Feller, lena. 




»10 Allgemeines. 

Samuel Theodor Gericke, Hofmaler und Akademie- 
direktor, Berlin , dessen Exlibris der Frau Sophie 
Marie Charlotte von Jeetze, geb. von Lattorff, Berlin, 



/jSSottedeTeet=f 


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Ai-i^^e^/ii S^.'^'^^i 





n S. T. Oericke (IT. 



17.., mit seiner damals oft gebräuchlichen fran- 
zösischen Inschrift hier abgebildet ist. 

S. Halle, Berlin. 

Christian Winckler, Breslau, 




Exlibris Onf Cobcnzl. 



212 Allgemeines. 

Bartholomäus Strahowsky^ Breslau. 

G. F. Pingeling ^ Hamburg. 

Franz Xaver (vielleicht Josef Michael) Laporterie^ Köln. 

Erhard und F. von Hahn^ Amateure, Basedow. 

P. Kueffner, J. G. Scopp, G. F. Weiss, F. A. Lohr- 

mann^ A. Sckoen, G. F. Mandhoffy Bodenehr , Ckovin,, 

Paul Maassen etc. 

esterreich: 

Johann Adam Sch^nuzer, Wien, dessen reiches mit 
dem goldenen Vliess geschmücktes Wappen-Exlibris 
des Reichsgrafen J. C. Cobenzl, 17 . . , hier (S. 211) 
abgebildet ist. 

Anton Josef Schindler, Olmütz. 

Andreas (?) Nicolai^ Wien. 

Christof Dietelly Graz. 

Anton Birckhardt, Prag. 

Anton Mansfelt, Prag. 

Johann Berka, Prag. 

Martin Theophil Polak^ geboren in Polen, thätig in 
Tirol, Hofmaler des Erzherzogs Leopold. 

August Meyer, A. Brost, F. L. Schnulner, J. A. Prechler 
(vielleicht Prag?). 

An Ausländern, die für Deutschland und Oesterreich 
Wappen-Exlibris gearbeitef haben, seien genannt: 

Franz Pilsen, Gent. 

Jakob van der Spyk, Leiden. 

Reinier Vinkeles, Amsterdam. 

Johann Georg Seiller, Sohn, Schaffhausen. 

Barthelemy Roger ^ Paris. 

Bernhart Picart, Paris. 




:hseii (.-iVm 17221. 



214 



Allg. 



b. Niclitsignicrte heraldische Exlibris. 
All Beispielen von Wappen- Exlibris unbekannter 
Stecher seien hier einige abgebildet: 
Johann Wilhelm Herzog zuSachen-Eisenach (2 Varietäten, 
ohne und mit Orden), c. 1722 (S. 213); die Buch- 





Cnlibria Ambrosius, Oral von Virmont und Nerwn (--'r^a ITIO) 



2 1 6 Allgemeines. 

Stäben oben lösen sich auf: Dei Gratia Johannes 
Wilhelmus Dux Saxoniae Isenacensis, Juliacensis 
(Jülich), Cliviae (Kleve), Montium (Berg), Angrariae 
(Engem), Westfaliae. 

Ambrosius Graf von Virmont, Bretzenheim und 
Nersen, kaiserlicher Geheim rat, Präsident des west- 
fälischen Grafen-Kollegiums (1722 ausgestorben) ; 
die Bibliothek war nach dem Vornamen benannt ; 
circa 17 10 (S. 214). 

Aloys Graf von Harrach, Gesandter in Spanien, Land- 
marschall in Oesterreich u. d. Enns, österreichischer 
Vicekönig in Neapel, Konferenzminister Kaiser 
Karls VI. und der Kaiserin Maria Theresia, Wien, 
c. 17 10 (S. 215). Der vordere gestürzte Schild ent- 
hält in I und 4 das Wappen der Tiroler Grafen von 
Thannhausen, in 2 und 3 das der erloschenen Familie 
von Aeckerlin, aus der Conrad von Thannhausen 
im 15. Jahrhundert die letzte Aeckerlin zur Frau 
nahm; Anfang des 18. Jahrhunderts starb auch das 
Thannhauser Geschlecht im Mannsstamm aus und 
die Erbtochter, Gräfin Marie Cäcilie, heiratete den 
gen. Grafen Aloys von Harrach ; das Erlöschen des 
Thannhauser Geschlechts deutet die Stürzung des 
vorderen (Thannhauser) Schildes an, über den 2 
Engel einen Trauermantel breiten; derselbe Schild, 
jedoch mit dem aufgelegten Harrachschen Federn- 
schild, ist daneben wieder aufrecht gestellt, zum 
Zeichen, dass das Erbe der Familie Thannhausen 
an die Harrachs übergegangen ist und so fortlebt. 
Die Unterschriften deuten in der damals beliebten, 
symbolischen Sprache das Unter- und Aufgehen der 
Sonne, bezw. hier des Geschlechts an. 



1. Jahrhundert. 



217 
Sagan, 



Philipp Fürst von Lobkowitz, Herzog 

Wien, c. 1725; hier abgebildet, 
Franz Ludwig Anton Freiherr von Lerchen feld-Prenn - 

berg, bayerischer Kammerlierr und Rat der obersten 




Exlibris Philipp Pürsl von Lobkovitz, Herzog v< 

Revisionsinstanz, München, I7.., mit 2 Fahnen, 
die sich auf die Herrschaft Prennberg (redend!) und 
auf das Protektorat über das Marienkloster Zell be- 
ziehen; hier abgebildet (S. 218). 
F. W, B. V. G. = F. W. Baibach von Gastel, Baden 
und Bayern, 17 . . , hier abgebildet (S. 219), 



2l8 Allgemeines. 

Johann Leonhard von Behr, fürstbischöflich augsburg- 
scher Geheimrat und Hofkammerdirektor, Augs- 
burg, c, 1728. Die Symbolik des Wappens ist höchst 




'on Lerchenttid-Premiberg (17..). 



merkwürdig und für den Geschmack jener Zeit be- 
zeichnend: Der Besitzer Behr, durch einen Bären 
{redendes Wappen) dargestellt, wird vom Landes- 
fürsten, Fürstbischof Alexander Sigmund Herzog 



;. Jahrhundert. 



219 



von Bayern — Löwe — , wegen seiner Treue — 3 — 
und seiner 3 Haupttugenden fidelitas, Treue, so- 
brietas, Mässigunj];, assiduitas, Fleiss, — hierauf 



T^W — 



— BV^ 




I c pf r-ii. fr Ti i<j 



bezieht sich auch der obere deutsche Vers und der 
lateinische Spruch; »Per haec Tria» = durch diese 
Drei — mit der adeligen Krone begabt, d. h. ge- 
adelt; hier (S. 220) abgebildet. 



!20 Aligemeines. 

Christof Franzjosef von Pauli, Oesterreich(S. 221); trotz 
derlnsclirift»i699« dUrftedas Blatt >i7..t zu datieren 
sein, da die 3 gleichumränderten, vom gleichen 
unbekannten Stecher herrührenden Exlibris Johann 




Eslibris Johann Leonh 



Leopolds Grafen von Trautson, desselben als Fürsten 
Trautson und der Maria Theresa Gräfin von Traut- 
son, geb. Gräfin von Weissenwolff auf den Stichen 
selbst mit 17 . . datiert und um 1705 — 1711 zu setzen 
sind; der Stil spricht auch mehr für den Anfang 
des 18., als für das Ende des 17. Jahrhunderts. 



Familie von Krafft, Ulm, 1 7 . . (S. 222) ; auffallend für jene 
Zeit ist die Darstellung des Wappens in frühmittelalter- 




lichem Stile innerhalb einer der Zeit des Exlibris 
entsprechenden Barockrahme ; das Muster für die 
Wappendarstellung dürfte sicher auf einem der zahl- 



122 Allgemeines. 

reichen alten Todtenschilde im Ulmer MUnster zu 
suchen sein. 
Das Exlibris Achilles Augustus Lersner, Senators zu 
Frankfurt a. M., 17.-, zeigt noch um den ovalen 




Schild die aus der Renaissance hervorg^angene 
Barockrahme, die nicht mehr fern von den Schnörkeln 
des Rokoko ist (S. 223). 
Das wafTen- und wappenretche, namenlose Bibliothek- 
zeichen aufS. 324 ist das deskaiserlichenHofpfalzgrafen 



i8. Jahrhundert. 223 

Lauhn, wahrscheinlich Bernhard Friedrich Rudolf 
Lauhn, Dr. jur., kursächsischen Hofrats, Bautzen und 
Weimar, c. 1770, das unten dessen persönliches Wap- 
pen enthält, während oben, von vorn angefangen, 
folgende Wappen angebracht sind : Kur-Trier, Kur- 
Köln, Kur-Mainz, Königreich Ungarn, Deutsches 




Exlibris Achilles Augustus Lersnec (IT..). 



Reich mit dem österreichischen Binden-Schild und 
goldenem Vliess-Orden, Königreich Böhmen, Kur- 
pfalz, Kur-Sachsen, Kur- Branden bürg. 



B. ROKOKO. 

VonRocaille=Muschelwerk; Muschelstil, 1700 — 1780; 
am Schlüsse 1780 — 1800 auch Zopfstil genannt, daneben 
bereits schliesslich etwas Empire. 

Die heitere Dekorationsstilart des Rokoko, die sich 
auf denjenigen Bibliothekzeichen des 18. Jahrhunderts, 



224 Allgemeines. 

die nicht nur das Wappen allein aufweisen, besonders 
häufig und zierlich ausgeprägt findet, erfordert eine be- 
sondere Betrachtung. Das Rokoko entstand zwar in 




Frankreich, hat aber in seiner Art auch prächtige Denk- 
male an Gebäuden, Innendekorationen u. s. w. in der 
Mark Brandenburg, in und bei München, Stuttgart und 



i8. Jahrhundert. 22 5 

Dresden, in südbayrischen Klöstern, in Franken — Bay- 
reuth, Bamberg, Würzburg — , am Rhein — Brühl etc. — , 
in und bei Wien etc. gezeitigt. Es ist natürb'ch, dass 
die Formen dieser Periode auch auf die Kleinkunst und 
somit auch auf die Stiche dieser Zeit allenthalben in 
Deutschland und Oesterreich einwirkten. Das Ornament 
des Rokoko ist unsymmetrisch, muschelartig und phan- 
tastisch; Blattwerk, Blumen, Palmen sind muschelartig 
stilisiert, das Rahmenwerk ist reich zerklüftet, alles ist 
geschweift und wellenförmig; reiche Trophäen und ein- 
fache Stillleben sind sehr beliebt; Körperformen sind 
möglichst üppig, die Glieder und die Figur oft wie 
verrenkt; Draperien werden gern angebracht, — alles 
ist aber trotz manchen Uebermaasses meist leicht, flott 
und graziös, — ein richtiges Spiegelbild jener leicht- 
lebigen Zeit. 

Erst der Schluss des Rokoko, der langweiligere 
»Zopf«, wird steifer, altmodischer und ernstklassisch, 
bis er allmählich zum kalten, nüchternen Empire an der 
Wende vom i8. zum 19. Jahrhundert überleitet. 

Eine nationa]'Cng/isc//c Abart des Rokoko ist — von 
1740 — 1770 — der C/ii/>/>enda/esti\ y nebst seiner zier- 
lichen Unterart, dem schottischen Chippendale, so be- 
nannt nach Thomas Chippendale, Kunst- und Möbel- 
tischler, Tapezierer von St. Martins Lane, London, der 
diese Stilart in der Holzschnitzerei und Tapezierkunst 
pflegte und einbürgerte. Der Chippendalestil findet sich 
auf zahlreichen englischen Exlibris und zeichnet sich 
durch graziöse Feinheit im Rahmenwerk der Zeichnung 
und im Stich durch besonders üppiges Schnörkelwerk 
und durch seine reichhaltige Blumen- und Pflanzen- 
ornamentik aus, 

15 



Die Zahl der deutschen Rokoko-Exlibris ist ansehn- 
lich und bei der grossen Fülle reizender Blätter war 



.ÄÄ--^ 




s D.inliotomeus Jakob Ntuss, Von J, F.. Nilson (ITSJi. 



die Auswahl der Abbildungen ziemlich schwer; manch 
flottgezeichnetes Blatt dieser Periode musste Raummangels 



halber zurückgestellt werden ; doch geben die nach- 
folgenden Illustrationen immerhin einen Begriff der 
deutschen Rokokokleinkunsl. 




is Johannes Reis. Von ]. E. Ni 



228 Allgemeines. 

a. Die bedeutenderen Exlibris- Kleinmeister des Rokoko, 

Deutschland: 

Obenan steht als Meister dieser Stilart Johann Esaias 
Nilsony kurpfälzer Hofmaler, Direktor der Stadt- 
zeichnungs- Akademie zu Augsburg, von dem sehr viele 
Ornament- etc. Stiche, darunter auch eine Reihe zier- 
licher Exlibris herrühren *) ; als Beispiele seien hier 
(S. 226, 227) 2 wiedergegeben: Bartholomeus Jakob 
Neuss, Augsburg, 1752; der Neuss'sche Wappen- 
schild enthält einen von 2 Sternen beseiteten Rechts- 
balken mit 3 Rosen; gänzlich unheraldisch, aber 
dem Charakter seiner Zeit, sowie dem damaligen 
Verfall der Heraldik ganz entsprechend, hat Nilson 
diese Wappenbilder meisterhaft seinen Zwecken 
nutzbar gemacht; aus dem Rechtsbalken wird der 
Mittelteil des Neuss'schen Anfangsbuchstabens N, 
die Rosen und die zu Lilien gewordenen Sterne 
wachsen aus Sträuchern neben dem Schilde; aus 
dem 6 eckigen Stern des Zimiers wird ein wirk- 
licher, leuchtender Stern. Ferner: Johannes Reis, 
Chirurg, Augsburg, 1756; die Instrumente, Bücher, 
Töpfe etc. und der Schädel weisen auf den Arzt 
und Botaniker hin; J. R. sind die Anfangsbuchstaben 
des Namens. 
Jakob Andreas Fridrich^ württembergischer Hofkupfer- 
stecher, Augsburg, hat eine grösseren Reihe von 
Exlibris gestochen ; dessen charakteristisches Exlibris 
Erhard Riedlin, c. 1750, hier (S. 229) abgebildet; die 
Damascierung des Schildes ist, dem Ganzen ent- 
sprechend, auch im Rokokogeschmack ausgeführt; 
auch die Helmdecken passen sich dem Ganzen an. 

*) Sein Exlibris-Werk: E. L. Z. VI. S. 117, 118 u. VII. S. 29—31. 



i8. Jahrhundert, 



229 



Leonhard Michael Steinberger, Augsburg. 
Josef Erasmus Belling, Augsburg, dessen Exlibris der 
Gräfin Fugger, Augsburg, c. 1750, hier (S. 330) ab- 




Exlibris Erhard Ritalin. Von J. A. Fridrich (. 



gebildet ist; die Buchstaben oben lösen sich auf in: 
Maria Anna Gräfin Fugger von Kirchberg und Weissen- 
hom, geb. Gräfin von Welsberg; das A. V. unten 
beisst: Augustae Vindelicorum = in Augsburg. 



O Allgemeines. 

Johann Georg Pintz, Augsburg. 
Johann Nepomuk Maagy München; sein trophäen- 
reiches Exlibris des Grafen Josef Ferdinand Maria 
von Salern, kurbayrischen Generals der Infanterie, 
München, c, 1780, hier (S. 331) abgebildet. 




Eilibri) Otäfin Fugget. Von J. E. B*lli 



Georg Sigmund Roesch, Hofkupferstecher, MOnchen. 

Fran(;ois de Cuvillies d. J., Hauptmann im Geniekorps 
und kurbayerischer Hof baumeister , München (der 
Sohn des bekannten Rokokoarchitekten Fran^ois 
Cuvillies d. Ae.), dessen reiches Exlibris Graf Sigis- 
mund Spreti, bayrischer Geheimrat, Regierungs- 
präsident zu Nürnberg, Vicepräsident der Akademie 
der Wissenschaften zu München, c. 1765, den Grafen 



iS. Jahrhundert. 



231 



in Ordenstracht unter seinem von Amoretten um- 
gebenen Wappen zeigt. 
Adam Ludwig tVirsing, Nürnberg. 




F.i.libri5 Jowf Ferdinand Maria, Qraf von Salern 



Martin Tyroff, Xilrnberg*), 
Georg Lichtenstfger, Nürnberg. 



•J Sein Ejclibtis-Werk ; E. L. Z. VILI. S. 105 und IX. S. 14. 




Exilbris der SUdtbibUothek Kaufbeuem. 
Von C, F. Hörniann von Qutcnbcrg (ciri^ 1740), 



i8. Jahrhundert. 233 

Johann Georg Ebers perger, Nürnberg. 
Georg Daniel Heumann, brandenburgscher Hofkupfer- 
stecher, Nürnberg und Göttingen. 




Eibnsde Be e1> b hek TU O Ocksbrunn Von J H Mi 



Christof Friedrich Hocrmann on Guhnbirg Kupfer- 
stecher in Kaufl euern Augsburg und Ulm dessen 



234 Allgemeines. 

vornehmes Exlibris der Bibliothek der Reichsstadt 
Kaufbeuern, c. 1740, hier (S. 232) abgebildet ist; 
sein eigenes Exlibris ist nach diesem Vorbild, jedoch 
verkleinert, gestochen. 

Johann Georg Fridrich^ Regensburg. 

Johann Christof Berndty Frankfurt a. M. 

Johann Heinrich Wich er ^ » » » 

Andreas Reinhardt^ » » » 

Johann Michael Zell^ » "* ^ 

Johann Michael Eben^ Augsburg und Frankfurt a. M. 

Gustav von Traiteur^ Mannheim. 

Johann Michael Stock, Leipzig. 

Karl Gottfried Nestler, Inspektor des Kupferstichkabi- 
netts Dresden. 

Johann Heinrich y]/^/7 (Bruder des Johann Wilhelm Meil), 
Berlin, dessen anmutiges Exlibris der Bergbibliothek 
zu Glücksbrunn (jedenfalls das Kobalt-Bergwerk in 
Sachsen-Meiningen) mit dem von Putten in Betrieb 
gesetzten Bergwerk und der einfach-graziösen Um- 
rahmung, 17.., hier (S. 233) abgebildet ist. 

Johann Christof Sysang, Halle, Dresden und Leipzig. 

Johann Bartholomeus Stra(c)howsky^ Sohn, Breslau, 
dessen eigenartiges, für Rokoko flott gezeichnetes 
Exlibris H. S. = Hieronymus Scholtz, Diakonus und 
Ecclesiastes bei St. Elisabeth in Breslau, 1780, hier 
(S. 235) wiedergegeben ist; von H. Scholtz giebt es 
II Stich-, Inschrifts- und Papiervarietäten, 7 von 
Strachowsky, 4 von unbekanntem Stecher. 

Charles Dupuis, kurfürstlicher Artillerieleutnant und 
Kabinettszeichner der Kurfürsten Max Friedrich und 
Max Franz von Köln; Bonn und Köln. 

Johann Striedbeck'yc.^ geborener Frankfurter, aus Augs- 



i8. Jahrhundert. 235 

bürg stammend, Strassburg i. E.; eines seiner vielen 
Exlibris hier {S. 236) abgebildet: Hieronymus Max 
von Günderode, Frankfurt a. M,, 17 . ,, das französi- 
schen Einfluss zeigt*). 
Johann IVeis, Strassburg i. Eis. 



1"^^*^' 




Exlibris Hieranymus Schollz. Van J. B. StrachoTsky (1760). 



Femer: J. L. Herr, B. de la Rocque, C. Kocrner (Mün- 
chen?), Werner, Reusmann, Sprengel u. a. 
Oesterreich : 

Johann Veit Kauperz, Professor, Wien und Graz. 

Franz Xaver Walter, Wien. 

Anton (vielleicht Karl?) Birckhart, Prag. 

Josef Petrarca, Mailand (damals zur österreichischen 
Lombardei gehörig); er stach das trophäengezierte 

•) Striedbecks Exlibiii-Wetk : E. L. Z. VII. S. 87 u. X. 2. 



236 



riesige Exlibris Max Ludwig Reichsgraf B reiner, 
Wien und Mailand, c. 1700 (vgl. oben S. 67, b); 
auch dessen II. Extibris-Grösse. 




Von Johan 



ö. Nicktsignierte Rokoko- Exlibris. 
Von diesen seien nachstehende als mehr oder min- 
der charakteristisch mitgeteilt: 
Jakob Friedemann Graf von Werthern, Eythra bei 
Leipzig und Beichhngen, kursächsischer wirklicher 
Geheimrat (eines seiner 5), c. 1765, bei dem be- 



iE. Jahrhundert. 



237 



sonders die Haltung der schildhaltenden Löwen echt 
Rokoko ist; hier abgebildet. 
Karl Otto Freiherr von Gymnich, Gymnich, Köln und 
Harff, c. 1770, wohl von einem Kölner gestochen 







.s lakab Frii 



nn, Otaf vi 



(eines seiner 3), das ein gutes Beispiel des üppigen 
rheinischen Rokoko ist; hier(S. 238) abgebildet; nach 
diesem wurden sowohl die Exlibris P.S. = P. Schnelt- 
gen, Köln, c, 1780, gefertigt, die die gleiche Um- 
rahmung, jedoch einen rokokomässig auseinander- 



238 







i8. Jahrhundert. 239 

gezogenen Hirsch als Wappen und >P, S.« auf- 
weisen*), als auch das Exlibris Ludwig Freiherr 
von Bongart, auf Pfaffendorf, c. 1898. 




Ein sauber und fein gestochenes, unbekanntes, anonymes 
Rokokoblatt, c. 1770; (vielleicht) Schutz von Pfeil- 
stadt, Bayern? Hier vorstehend abgebildet. 

Johann Daniel Schoepflin, Geschichts- und Altertums- 
forscher, Strassburg i. Eis., geboren zu Sulzburg im 

•) Vgl. B. L. Z. VIJ. S. 93. 



Allgemeines. 

Breisgau (Baden), französischer Historiograph (Lud- 
wigs XV.), der Verfasser der Alsatia illustrata et 
diplomatlca und der Historia Zaringo-Badensis ; seine 
reiche Bibliothek ging bei der Beschiessung Strass- 




Eilibiis Johann Daniel Schäpflin 



burgs, 24. August 1870, mit der Stadtbibliothek in 
Flammen auf, daher Schoepflins Exlibris sehr selten 
Kind! Der Stecher des etwas schwerfälligen, aber 
für den Muschelstil bemerkenswerten Bibliothek- 



I. Jahrhundert. 



241 



Zeichens ist*) Johann Weis in Strassburg i. Eis., 
c. 1765. 
Karl Werner CurtJus, Dr. m., Gelehrter, Lübeck; ge- 
boren zu Narwa, Livland, daher iNarvalivonusc ; 




da Curtius ausser in Halle auch in Paris studierte 
und sein Exlibris (Helm, Decken) stark französischen 
Charakter aufweist, so könnte es in Paris gestochen 
sein; c. 1760'*) (hier vorstehend abgebildet). 



*) Nach A. Benoiti «Les Exlibiii de SchoepClin 
♦♦) Vgl, E. L. Z. IX. S, 58, 



1883, : 



J4.2 Allgemeines. 

G. H. A. Koch, Braunschweig, c. 1770, hier abgebildet; 
auffallend durch seine schwulstige Rahme um das be- 
scheidene Wappen ; oben Genius mit Leyer; Rahme und 

Genius sind die gleichen wie beim einen Exlibris Franz 
Dominik Haeberlin aus Ulm, Staatsrechtslehrer in 




EiUbris O. H. A. Koch (nV.a J770I. 

Helmstädt. Wessen Exlibris das ursprüngliche ist, 
lässt sich kaum entscheiden. 
Einen graciösen Entwurf, sowie feinen Stich, einem 
vergoldeten Bilderrahmen jener Zeit vergleichbar, 
weist das Exlibris auf, das Thomas Heinrich Gade- 
busch, der pomm ersehe Geschichtsschreiber und 
Universitätslehrer zu Greifswald, c. 1770, filhrte; 



i8. Jahrhundert. 



243 



der Stecher könnte Johann Martin Bemigeroth, Leip- 
zig, sein; vgl. Abbildung hier unten. 
Das Exlibris der orientalischen Akademie zu Wien, c. 1 7 7 5, 
— siehe Abbildung S. 244 — enthält in Rokoko- 
umrahmung die lateinische Inschrift: »Ad Caesaream 
regiam academiam linguarum orientalium. Societatis 




Exlibris Thomas Heinrich Oadebusch {circa 1770). 



Jesu«, sowie in persischer Inschrift die sog. Devise 
dieser Akademie: »Für Gott und den Padischah«, 
d. h. den Kaiser. 

Eine echte Rokokorahme zeigt das Exlibris des Jesuiten 
Alois Welfinger, München, 1775; S. J. heisst Socie- 
tatis Jesu (abgebildet S. 245). 

Eine Wappen-Rokokoumrahmung sehen wir auf dem 
Exlibris Georg Wilhelm Friedrich Loeffelholz von 
Kolberg, Nürnberg, c. 1755, das man vielleicht Mar- 
tin Tyroff zuschreiben könnte (Abbildung S. 246). 

Ein richtiger Rokoko-Muschel-Aufbau, mit der Figur 



244 Allgemeines. 

der Hoffnung, ist auf dem Exlibris des Andreas 
Christof Imanuel Seidel (wohl zu München; auch 
mit >t«) zu sehen; c. 1770 (abgebildet S. 247). 




Exlibris der Wiener Orientalischen Akademie (circa 1775). 

Ein Beispiel für »Zopf« ist das Bibliothekzeichen 
Warmholtz, c. 1790, das man wegen des brennen- 
den »warmen Holzes« ein redendes Exlibris nennen 
kann; Abbildung siehe unten im IL Teil 17. e. 



i8. Jahrhundert. 245 



C ALLEGORIEN, ALLERLEI. 

Unter diesen Abschnitt fällt alles aus dem 18. Jahr- 
hundert, was nicht einfach heraldisch (8. Kap. A) oder 
vorherrschend Rokoko (8. Kap. B) ist. 

Die Mode, auch auf den Exlibris zu symbolisieren 
oder durch allegorische Darstellungen in mehr oder 
minder klassischer Weise etwas ganz oder halb ver- 




Exlibris Alois Welfinger, S. J. (1775). 

schleiert auszudrücken, begann in der Hauptsache um 
c. 1750, erreichte ihre Höhe am Ende des 18. Jahrhun- 
derts und |rriff noch in den Anfang des 19. hinein. Das 
Beste hierin wurde am Ende des 18. geleistet. 

Man liebte es sehr, eine Reihe von Göttern des 
Olymps ebensogut wie christliche Kardinaltugenden in 
Figuren darzustellen. Idealgestalten zu schaffen und 
Genien, Amoretten und Putten in niedlichen Kinder- 
figürchen zu verwenden. An Göttern finden wir beson- 
ders: Minerva (Pallas Athene) als Göttin der Künste, 



246 Allgemeines. 

Wissenschaften etc. und Merkur (Hermes) als Götter- 
boten, Beschützer des Handels und Verkehrs, der Kauf- 
leute, der rhetorischen Kunst u. s. w.; an sonstigen klas- 
sischen Figuren Mars, Herkules, Aeskulap und Hygaea 
(bei Medizinern), Chronos, Musen; an Idealgestalten die 



Exlibris Oeorg 




.on Koiberg lein 



der Wahrheit, Wissenschaft, Geschichte, Gelehrsamkeit, 
Gerechtigkeit (Justitia, besonders bei Rechtsgelehrten), 
Weisheit, Musik, des Glücks, der Tugenden, dann Glaube, 
Liebe, Hoffnung, Engel, Pegasus u. s. w. Femer: Innen- 
ansichten von Bibliothekräumen, Durchblicke durch Bib- 



i8. Jahrhundert. 247 

liotheksäle, Büchergestelle, BUchergruppen , Urkunden, 
offene Schriften, architektonische und militärische Pläne, 
Tintenzeuge, Kielfedern, Zirkel und Messinstrumente, 
StudJerlampen, altrömische Lämpchen, Stundengläser, 
Femrohre; Globen (diese besonders oft), Paletten {bei 
Kflnstlem), Rutenbündel (fasces der Liktoren) und Ge- 




rechtigkeitswaagen (bei Juristen), Münzen (bei Münz- und 
Altertumssammlern), Waarenballen, Schilfe. 

Auf Exlibris von Aerzten finden wir mit Vorliebe 
Todtengerippe, Todtenschädel, Retorten, Mikroskope und 
viele ärztliche Instrumente angebracht. 

Dem Zuge der Zeit entsprechend, ist auch noch 
folgendes zur Ausschmückung von Bibliothekzeichen ver- 
wendet worden: Pyramiden, alte Denkmäler, Denksteine, 
griechische, römische und christliche Tempel, ganze und 



248 Allgemeines. 

gebrochene Säulen, Kapitelle, Ruinen, Urnen, Büsten, 
Sphinxe, Gedenktafeln; Landschaften, Ortsansichten, 
Gärten, Baumgruppen, Blumenvasen, Blumen, einzelne 
und in Guirlanden, Lorbeer, Palmen, Gartengeräte, Blu- 
menkörbe, Früchte, Muscheln ; Schäferflöten, Schäfer- 
stäbe; Musikinstrumente aller Art, namentlich Harfen 
und Leyern; Waffen- und Fahnentrophäen. 

Das Tierreich ist natürlich reichlich zur Ausstattimg 
der kleinen Stiche mit herangezogen, so insbesondere 
die Eule als Symbol des unermüdlichen Studiums, der 
Weisheit und des Glücks, der Kranich*) für Wachsam- 
keit und Vorsicht bei Exlibris von Medizinern, die Biene 
für emsigen Fleiss etc. 

Die ganze Art der Blätter dieser Periode ist einer- 
seits, dem Geschmack der Zeit entsprechend, oft schwül- 
stig in der Idee, geziert in der Auswahl der Allegorie 
und nach unsern heutigen Begriffen etwas >ungeniess- 
bar« und überschwenglich, andererseits aber in ihrer 
Gesammtheit ein hochinteressanter Abschnitt einer Ex- 
libris-Sammlung und des ganzen Exlibris-Stoffes. Trotz- 
dem in dieser Zeit ausser sehr vielen^ meist recht un- 
bekannten Stechern nur sehr wenige ^bedeutendere^ 
Meister an den zahlreichen Blättern dieser Art gearbeitet 
haben, so ist doch eine ziemlich grosse Anzahl von die- 
sen Exlibris-Stichen gut gestochen und zeichnerisch wie 
technisch ganz beachtenswert; es findet sich manche 
zierliche Darstellung, namentlich, wenn noch etwas Ro- 
koko mit hineinspielt; nähert sich aber ein Blatt mehr 



*) Nach der Sage, dass beim Zuge der Kraniche einer Wache 
hält; um nicht zu schlafen, steht er auf nur einem Fuss und hält mit 
dem andern einen Stein, dessen eventuelles Herabfallen ihn, wenn er 
eingeschlafen, wieder ermuntert. (Vgl. Iconolog. Lexicon, Nürnberg 1793.) 



:. Jahrhundert. 



249 



dem Empire, so mehrt sich auch die Steifheit und Lange- 
weile in der Komposition. Man kann weder den Rokoko- 
zeichnem noch den Allegorien- und Empire-Kleinmeistern 




15 des Evangelisrhcn Kollecs iu Augsburg, 
Von 1.. M. Slnnheiger {.cina 1760). 



aus der jeweiligen Art ihrer zeichnerischen Anordnung 
einen Vorwurf machen; sie standen eben alle unter dem 
Banne und Geschmack ihrer Zeit, unter der gerade herr- 
schenden Mode und Manier und unter dem, was sie in 
ihrer Umgebung sahen. Thatsache ist, dass unter den 



250 Allgemeines. 

Exlibris dieses Kapitels eine ganze Reihe wenn auch 
nicht > hervorragender« Stiche in der Art früherer Meister, 
aber sonst recht guter Blätter zu finden ist. Wäre die 
Zahl der Illustrationen dieses Buchs nicht eine be- 
grenzte, so hätten sich gerade hier noch weit mehr 
Beispiele von Abbildungen finden lassen. 

a, Stecher allegorischer Exlibris: 

Ohne auch hier wieder alle Exlibris verfertiger an- 
geben zu können, seien folgende Stecher genannt: 

Leonhard Michael Steinbergery Augsburg, Exlibris des 
evangelischen Kollegs, Augsburg, c. 1760, hier 
(S. 249) abgebildet, eine nach einem älteren Bilde 
ausgeführte Darstellung einer Predigt im Hofe des 
Kollegs, der heute noch so besteht und mit zum 
protestantischen Gymnasium St. Anna gehört. 

Jakob Andreas Fridrich^ württembergscher Hofkupfer- 
stecher, Augsburg, von dem eine Reihe von Ex- 
libris herrührt. 

Christof Andreas PfautZy Ulm und Augsburg. 

Emanuel Eichel, Zeichenmeister des protestantischen 
Kollegs, Augsburg, von dem das reich mit Putten, 
Plänen, einer Festungsansicht, Globus, Zirkeln, 
Wappen etc. ausgestattete Exlibris Johann Konrad 
Beuther herrührt; c. 1770*). 

Jakob Gottlieb Thelot, Augsburg; sein eigentümliches 
Exlibris Franz Josef Fidel Brentano, Augsburg, c. 
1 740, hier abgebildet. Die Darstellung ergiebt sich 
aus dem obersten lateinischen Spruch ; das umrahmte 
Bild stellt den heiligen Nepomuk vor. 



*) Abgebildet E. L. Z. X. S. 93. 



Johann C. Stet^lin, Georg Christof Kilian, 

Kauffer, alle drei in Augsburg. 
Franz R. F, oder R. Bricket, Aiigsburg(?). 




;1 Brentano. Von J. Q. Thdol [firca 1740). 

Franz Karl Heisig, Wien und Augsburg, 
Der bekannte Tier-Stecher Johann Elias Ridingi'r, 
Augsburg, hat sich selbst ein Blatt gestochen: Knabe 
mit Tafel: »Nulla dies sine linea*, am Boden liegen 
Bücher, eine Kupferplatte, Stecherinstrumente, Pa- 
lette, Pinsel etc.; hinten Büste und Buschwerk; als 



252 Allgemeines. 

Exlibris war es bis jetzt nicht nachweisbar; es 
dürfte auch nur eine Geschäftskarte gewesen sein. 

Paul Jakob oder Johann Georg Laminit^ Augsburg. 

Johann Nepomuk Maag^ Johann Michael Soeckler^ 
Josef Anton Zimmermann^ Hofkupferstecher, alle 
3 in München. 

Josef Peter Paul Rauschmeyer^ Priester und Kupfer- 
stecher, München und Augsburg (Exlibris Albert 
Kirchmayer; abgebildet oben S. 81). 

Egidius Vereist^ Hofkupferstecher, Mannheim (bis 1802) 
und München (Schüler Johann Georg Willes, Paris), 
von dem das Exlibris der historisch-litterarischen 
Gesellschaft zu Heidelberg mit der Ansicht von 
Schloss und Stadt, c. 1762, herrührt*). 

Aloys Graf von La Roset\ Kammerherr, Staatsrat, 
München, der als Amateur ausser seinen eigenen, 1769, 
und dem für Theodor Graf von Morawitzky (Bibliothek- 
Inneres), 1770, auch das hier (S. 253) abgebildete 
Exlibris für seinen Freund Alfons Kennedy stach, 
einen Physiker und gelehrten Benediktiner vom 
Schottenkloster zu Regensburg, bayrischen geist- 
lichen Rat und Mitglied der Akademie der Wissen- 
schaften zu München, c. 1769**). 

Johann Michael Mettenleitner^ später Litographie-Inspek- 
tor, München. 

Ernst Karl Gottlieb Theiotty München u. Düsseldorf. 

Johann Karl oder Karl Schieich, Felix (?) Hahn, Georg 
Michael IVcissenhakn , Kupferstecher, alle drei in 
München. 



*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 27. 
**) Vgl. englische Exlibris-Zeitschrift VIL S. 30. 



i8. Jahrhundert. 253 

Michael Rentz, Nürnberg und Kukusbad. 
J. P. Funck u. Andreas Leonhard Möglich, Nürnbei^. 
Martin Tyroff, Nürnberg, dessen Exlibris Johann David 
Köhler, Professor, Historiker, Numismatiker, Altdorf 




ax) etu-s JB'tbliotkccam- 

Exlibris Alfons Kennedy. Von Qraf von La Ro5*e {circa 1769). 

und Göttingen, c, 1730, hier (S. 254) wiedergegeben 
ist; die nackte Wahrheit Überreicht der Klio, der 
Muse der Geschichte, die Feder zum Aufzeichnen; 
daneben Chronos, darüber ein Genius mit dem 



Kählerschen Wappen auf dem Posaunentuch die 
Symbol k besagt dass Köhler die Geschichte in 





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bxlibns Johann David Köhler, Vnn Martin Tyroff {'ina 1730). 



wahrheitsgetreuer Darstellung zu verkünden be- 
strebt ist. 



i8, Jahrhundert. 



255 

â–  Hofkupfer- 



Georg Daniel Heumantt, brandenburgschei 

Stecher, Nürnberg und Göttingen. 
Johann Adam Dehenbachy Adam Ludwig Wirsing-, J. 

C. Zick, Johann Ludwig Stahl, alle 4 in Nürnberg, 
lohann Friedrich Volckart, Nürnberg, dessen stark 

klassisch angehauchtes Exlibris Lothar Friedrich 




Exlibris Lothar Fn 



Adam Freiherr von Lützerode, Landrat des See- 
kreises in der Rh ein pro vi nz, Bonn, Ende des 18. Jahr- 
hunderts, mit Minerva und dem Kolosseum zu Rom 
(sie beziehen sich auf seine klassischen Studien) 
hier wiedergegeben ist ; dieses ist das zweite Ex- 
libris von Lützerode, das derselbe an Stelle des minder 
guten ersten (von Dardenen, Bonn) stechen liess. 



256 Allgemeines. 

Nikolaus Gabler, Rothgerber, Miniaturmalerund Kupfer- 
stecher, Nürnberg, 

Johann Georg Fridrich und Meyr, Regensburg. 

Christof Friedrich Hoermann von Gutenberg, Kupfer- 
stecher in Kaufbeuren, Augsburg und Ulm, ein 




Exlibris Johann Josef Rcuss. Von J. Q. von Mütlrr (IT7Q). 

guter Klein meist er , von dem oben S. 332 das vor- 
nehme Exlibris der Stadt Kaufbeuren abgebildet ist. 

Johann Gottfried Koeppd, Regle rungs-Kanzleünspektor, 
Ansbach, der das Exlibris des Karl- Alexander •Gym- 
nasiums Onoldini = Ansbach, c. 1780, stach. 

Johann Gotthard von Müller, bekannter Kupferstecher, 
Stuttgart, Mitglied der Akademie der KQnste zu Paris; 



iS. Jahrhundert. 



257 



das von ihm 1779 seinem Freunde Johann Josef 
Reuss, Stadtarzt, herzoglich wUrttembergischen Hof- 
rat, Stuttgart, gestochene Exlibris (3 Farbenvarie- 



^^f-J-/ 


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258 Allgemeines. 

täten) hier (S. 256) abgebildet; Aeskulapschlange und 
Mikroskop deuten auf den ärztlichen Beruf. 

Ludwig Gabriel Necker ^ Hof kupferstecher , Stuttgart. 

Johann Jakob Koller^ Frankfurt a. M. und Amsterdam. 

Friedrich Ludwig Neubauer, Frankfurt a. M. 

Josef (auch »J. D.«) von Montalegre, Frankfurt a. M., 
Nürnberg und Zittau, von dem mehrere bemerkens- 
wertere Exlibris gestochen wurden ; so u. a. Gottfried 
Polycarp Mueller, Professor der Beredsamkeit und 
Poesie, Rektor des Gymnasiums zu Zittau und Bischof 
der Herrenhuter Gemeinden, Leipzig, Zittau, Marien- 
born in der Wetterau und Herrenhut, c. 1725, 
Namenszug G. P. M. an Stein postament , Minerva 
mit Lanze und Eule, und Wahrheit; 2 Grössen. 

Johann Heinrich Wicker, Anna Rosalia Wicker, Gott- 
lieb Welte^ Johann Christof Bentdt, diese 3 : Frank- 
furt a. M. 

Johann Friedrich Beer^ Frankfurt a. M. , dessen un- 
schönes aber originelles Exlibris Franz Kern genannt 
Humser hier (S. 257) abgebildet ist; die Darstellung 
hängt mit dem oberen Spruch »Not without danger« 
zusammen: Der Weg zum sicheren Hafen — dieser 
durch einen Turm mit ausgestecktem Leuchtfeuer 
(oder Fahne?) angedeutet — ist für das Segelschiff 
(hier symbolisch für Lebensschiff) wegen der rechts 
und links überhängenden gefahrdrohenden Felsen 
»nicht ohne Gefahr«; c. 1790. 
• Isaac J. Schnapper, Hoffaktor, Offenbach a. M. 

C. (Johann Conrad?) Susemihl, Darmstadt. 

Heinrich Cöntgen, Mainz; das von ihm nach einer 
Zeichnung von Johann Andreas Benjamin Noth- 
naQ[el in Frankfurt a. M. gestochene Exlibris Friedrich 



i. Jahrhundert. 



259 



Karl von Moser, hessend arm städtischer Regierungs- 
präsident, c. 1765, hier unten abgebildet; die Kupfer- 
platte wurde von Moser seiner Freundin Susanna 
Katharina von Klettenberg übergeben., deren Vor- 
und Zuname an die Stelle des »Ex Museo Frid. Car. 




de Moser« gesetzt wurde; sonst sind sich beide 
Exlibris genau gleich. Das Fräulein von Kletten- 
berg war die Freundin der Mutter Goethes, der 
»Frau Rat«, und übte auf den Dichter in seiner 
Jugend manchen Einfluss aus; er schilderte sie in 
»Wilhelm Meisters Lehrjahren^ in den >Bekennt- 



36o Allgemeines. 

nissen einer schönen Seele«*). Spruch und Motiv 
hängen in ihrer Symbolik — Streben nach dem 
Besten — auch hier zusammen ; Aus der schCnsten 
Blume des Gartens saugen die Bienen das Beste 
heraus. 
Johann Wolfgang von Goethe y der deutsche Dichter- 
fürst, 1767 als Student in Leipzig, radierte um diese 
Zeit für Kaethchen Schoenkopf, Leipzig, ein kleines 
Bibliothekzeichen. Postament , darauf 2 Bücher, 
daran angelehnt eine ovale Tafel mit >S" (Schoen- 



Exlibris lathchen Sdiönkopf. Van J. W. von Qoethc (176T». 

köpf) mit kleiner Rosenguirlande ; hier abgebildet. 
Goethes Radierung für ihren Vater C. G, Schoen- 
kopf, Weinwirt, Leipzig, das man für ein Exlibris 
hielt, ist kein Exlibris, sondern eine Geschäfts- 
etikette**). 
Johann Martin Bcmigerotk, Leipzig; von dessen 4 oder 
5 zierlich -süsslich gezeichneten, aber sauber und fein 
gestochenen Exlibris ist hier (S. 261) das der Weller- 

*) Abbildung des Exlibris von Kletlenherg und Besprechnng 
Ei«he E. L. Z. VII. S. 13—15 i"><l S. 62—63. 

**) Vgl, datUber F. L. Z. IX. S. 95 und S, 50—51. 



iS. Jahrhundert. 201 

sehen Bibliothek, c. 1760, abgebildet, das gleich- 
zeitig wieder ein gutes Beispiel für deutsches Ro- 
koko ist; der Spruch auf dem aufgeschlagenen Buche 
bezieht sich auf den Nutzen der Bücher. Eün gut- 
gestochenes aber zeichnerisch stark überladenes Ex- 




Von J. M. Bemigetolh (1 



libris ist Bernigeroths Exlibris August Scholtz, Kano- 
nikus zu Magdeburg , auf dem sich alles Folgende 
befindet : Berg mit Tempel, Minerva mit Schild und 
Lanze, 5 Putten, darunter ein kleiner Apollo auf 
Wolken, Bücher, Spruchband, Inschriftstafel, Palette, 
Pinsel, Münzkästen, Fernrohre, Zirkel, Konchylien, 
Getreidegarbe, Hacken, Rechen, Schaufel etc. 



!62 Allgemeines. 

Christian Gottlieb August Liebe, Leipzig und Halle. 

C. G. W. Behrisck, J. G. Brükl, Wilhelm Arndt, 
alle 3; Leipzig. 

Karl Lebrecht Crusius, Leipzig; sein Exlibris Karl 
Benjamin Lengnich, Archidiakon, Danzig, Numis- 
matiker, Ende 18. Jahrhunderts, hier abgebildet: 




Exlibris Kari Btniamin Lengnich Von K L Cni! 



Gestalt der Geschichte, von der der Schleier ge- 
nommen wird; davor 2 Knaben, die Münzen dar- 
reichen; Lengnich hatte noch ein zweites Exlibris 
von dem hier folgenden Geyser, mit ähnlichem 
Motiv. 
Christian Gottlieb oder Friedrich Christian Gottlieb 
Geyser, Leipzig. 



lä. Jahrhundert. 



263 



Johanna Dorothea Pkilippin, geb. Sysang, Leipzig, 
die 4 Exlibris stach. 

Johann Michael Stock, Leipzig, Goethes Aetzlehrer, 
von dem u. a. Exlibris G. E. Weinland, Leipzig, 
und wahrscheinlich auch das der Vorbesitzerin der 




V. Onttsclied. Von], M. Stock (<■,>■-« ]750-60), 



Kupferplatte, der »Gottschedin« — Luise Adelgunde 
Viktorie Gottsched, geb. Kulmus, Leipzig, c. 1750 
bis 1 760*), herrührt; vgl, vorstehende Abbildung ; weib- 
liche Figur, als Sinnbild für Studium oder als Lehr- 
meisterin alles Guten und Schönen — Musik , Geo- 



•) Vgl. E. ].. Z. II. . 



264 Allgemeines. 

graphie, Geschichte, Schriftstellerei — mit Putten; 
unten das Gottsched'sche und Kulmus'sche Ehe- 
wap j>en. Beide Exlibris sind im Motiv dem Exlibris 
Erhard Friedrich Weinland, Senator, Oberjustizrat, 
Esslingen, c. 1750, nachgebildet. 

Johann Stephan CapietiXy Leipzig. 

Gotthelf Wilhelm Weise und Karl Friedrich Holtz- 
majin^ Dresden. 

Karl Gottfried Nestler, Inspektor des Kupferstich- 
Kabinetts, Dresden, der mehrere Exlibris stach. 

Ephraim Gottlieb Krüger , Professor, Dresden. 

Johann Georg Böhm, Dresden, 5 gräflich Chotecksche 
Exlibris. 

Christian Friedrich BoetiuSy Dresden, von dem die ver- 
schiedenen 5 Exlibris Moritz Karl Christian Woog, 
Diakon zu Oschatz und Dresden herrühren , der 
eine stattliche Bibliothek besass ; Todtengerippe mit 
Waage (Wortspiel mit i^Woogt), 

Johann Christof Sysang jr., Halle, Dresden, Leipzig, 
der u. a. das feingestochene Landschafts -Exlibris 
Clauser schuf. 

Johann Heinrich Tischbein (jr. und Mueller)^ Kassel; 
evangelisch-lutherisches Waisenhaus, Kassel, c. 1 790. 

A. Beck, Braunschweig; eines der 5 Exlibris Franz 
Dominik Haeberlin, aus Ulm, Staatsrechtslehrer in 
Helmstaedt. 

Johann Philipp Ganz ^ Hofkupferstecher, Hannover; 
3 Varietäten Christian Friedrich Schnauss, Gotha. 

Dardenne , Bonn ; erstes Exlibris Lothar Friedrich 
Adam Freiherr von Lützerode, Landrath des See- 
kreises in der Rheinprovinz, Bonn, mit dem Kolos- 
seum in Rom. 



i8. Jahrhundert. 265 

Maria Elisabeth VVyon, vermählte Lamblotte, Köln. 

Von Mettelj, Köln. 

Charles Duptiis, Artillerieleutnant und Kabinettszeichner 

der Kurfürsten Max Friedrich und Max Franz von 

Köln; Bonn und Köln. 




Exlibris Dinlct Chodoviccki. Von ihm selbst (1777). 



Daniel CAiJf/öitvVc^/.der bekannte Kupferstecher, Direktor 
der Kunst 'Akademie, Berlin*); sein hier vorstehend 
abgebildetes Exlibris, 1777, ist vollkommen sjm- 
bolisch: Der Genius der Kunst ftihrt einen Kunst- 
schüler an die Brüste der als Halbfigur dargestellten 



•j S«in Exlibris-Werk s. E. L. Z. 11. 1. 
III. S. gi, IV. S. 16 und iiS, VIII, S. 34—45. 



. S. 24, 



266 Allgemeines. 

Mutter Natur, damit dieser dort sich die ihm nötige 
künstlerische Nahrung hole. Von Chodowiecki stam- 
men noch folgende Exlibris : Französisches Seminar 
zu Berlin, 1772, junge Bäume pflanzende und be- 
giessende Philosophen, Sinnbild für Erziehung der 
Jugend (kopiert vom Schweizer Johann Rudolf 
Schellenberg für 2 Exlibris der Stadtbibliothek Winter- 
thur); David Fridländer, Kaufmann, Schriftsteller, 
Berlin, 1774, Merkur und Apollo; Dr. m. Christof 
Salomon Schinz, Zürich , 1 793 , Aeskulap vertreibt 
den Tod von einem Kranken ; ein Chodowieckischer 
Stich von 1788, Minerva und Viktoria, nebst Sokrates, 
diesem im Schilde sein Antlitz zeigend, war ur- 
sprünglich kein Exlibris, sondern eine Vignette, und 
ist erst später vom Frankfurter Schöffen Dr. Fried- 
rich Philipp Usener, einem Chodowiecki-Sammler, 
durch Aufgravierung seines Namens, zu einem Ex- 
libris umgewandelt worden. 
Johann Wilhelm Meil^ Direktor der Kunst-Akademie, 
Berlin, hat mindestens 16 Bibliothekzeichen ge- 
stochen, die, ohne gerade bedeutende Leistungen 
zu sein, ganz im Geschmacke seiner Zeit gehalten 
sind, und die in dieser Periode beliebte Feinheil der 
Zeichnung und des Stichs aufweisen ; hier (S. 267), als 
Beispiel, sein Exlibris Alexander Meyer, c. 1795, 
abgebildet ; hier finden wir das ganze beliebte Rüst- 
zeug damaliger Symbolik: Merkur, Putten, Bücher, 
Karten, Globus, Kranich mit seinem Stein in der 
Klaue, Obelisk ; ein gutes Blatt J. W. Meils ist auch 
das statiöse Exlibris Immanuel Johann Gerhard Scheller, 
bekannter Philologe und Schulmann zu Lübben, Pro- 
fessor und Rektor zu Brieg, c. 1790, mit Minerva, 



i8. Jahrhundert. 



267 



Eule, Bienenkorb, Kränzen, Baum vor römischer 
Ruine. 
Johann Ernst Gericke (auch Gerke), Berlin, der auch 
mehrere Bibliothekzeichen stach; siehe (S. 268) sein 




Exlibris Johann Heinrich Samuel Formey, Professor, 
Geheimrat, Mitglied der preussischen Akademie der 
Wissenschaften, historischer und theologischer Schrift- 



268 Allgemeines. 

Steller, Berlin, c. 1760, in schwerfälligem Muschel- 
stil mit mannigfachen Instrumenten der Gelehrsam- 
keit; Johann Konrad Krägtrr, Berlin; 2 Exlibris Pfalz- 
graf Cothenius, Berlin. 




is Johann Heinrich Samuel Fi 



]. E. Oeric 



Daniel Berger, Professor, Vicedirektor der Kunst- 
Akademie Berlin; Stecher mehrerer Exlibris. 
Anton IVac/ismaiin und Wolff, Berlin. 
Michael Siegfried Loewe, Berhn und Dresden. 



i8. Jahrhundert. 269 

E. Kinne (?), Kleinschönebeck. 

H. Westphalen^ Hamburg. 

Johann Dietrich Fos^ Hamburg, der das eine der 

2 Exlibris des Rigaer Ratsherren Johann Heinrich 

von Hollander, c. 1780, stach. 
Isaak Saal^ Danzig. 

Ferner: Bendix (Exlibris F. L. Bouvier, Erzieher des 
Prinzen Karl von Preussen, Berlin, c. 1795, Chronos 
giesst Oel auf eine brennende antike Lampe; auch 
sein J. Euchelsches Exlibris weist dieses Motiv, nur 
in anderer Darstellung, auf), C. Graf^ J. A. Feuer- 
bach^ O. G. Noder^ Matthias Pock^ Karl Gustav 
von Hille^ Weber, de St, Hilairc^ Andreas Hoeger^ 
Johann Balthasar Wening ^ Karl Hein(n?)pel ^ C. 
Scholcke (oder Scholtze?), F. de Bukker^ Steinbergy 
Rausch^ Nathe^ J. Marianus. 

Zu erwähnen ist noch Balthasar Anton Dunker , der 
in Saal bei Stralsund geboren, also ein Deutscher 
gewesen ist; er hat zahlreiche Exlibris gestochen, 
doch, da er hauptsächlich in Bern und für Schweizer 
arbeitete, sei er hier nur genannt und kann in 
L. Gersters »Schweizerische Bibliothekzeichen«, 
S. 323 etc., nachgesehen werden. 

esterreich : 

Josef A. Schtnuzer^ Kilian Ponheiiner^ Johann Kaspar 
Weinrauchy alle: Wien. 

Johann Christof Winkler^ München und Wien: Exlibris 
Jamerai du Val, Bibliothekar des Kaisers, Wien, 
c. 1750, S. 270 abgebildet; der Besitzer ist 4mal dar- 
gestellt: Vor seinem Münzschrank, einen Baum be- 
schneidend, Vieh hütend, und ackernd; im Hinter- 



70 Allgemeines. 

tjrund sein Gutshof; oben Schäfer- und Merkurstab ; 

Gartengerät und wissenschaftliche Instrumente. 
Karl Schneeweis, Salzburg und Mailand. 
Philipp Binder, Budapest, der das klassische Exlibris 




der königlichen Universität Budapest mit Apollo, 
Globus, Büchern etc., c. 1790, gestochen hat*). 

Johann Berka, Prag. 

Johann Boi'hm, J. Gleich. 

*) Abgebildet: Zeitschriri Rlt Bücherfreunde, April, 1900. 



i8, Jahrhundert. 27I 

Ausland : 

Ferdinand Wac/ismutk, Paris: Exlibris Friedrich 

Rudolf Salzmann, siehe oben S. S6, und Johann 




272 Allgemeines. 

Lorenz Blessig, beide zu Strassburg i. Eis., c. 1774. 
Sebastian Le Clerc und Lebert, Paris. 
Johann Georg Wille ^ Sohn, Paris; Exlibris Johann 

Valentin Meyerj Senator, Hamburg, 1766, gestochen 

von Halm. 
Pieter Tanje und Simon Fokke^ Amsterdam. 
S. G. Kütner (Samuel? In Mitau?; 

b. Nichtsignierte allegorische Exlibris, 

An Beispielen seien hier folgende genannt: 

Für Freunde der Marine interessant ist das hier wieder- 
gegebene Exlibris der Königlich Preussischen Ad- 
miralität und des Licent-Kollegiums (Zoll- und Schiff- 
fahrtsgericht) zu Königsberg i. Pr. , c. 1726, mit 
seinen Schüfen und dem der Sonne zustrebenden 
preussischen Wappenadler; höchstwahrscheinlich 
vom ehemals Augsburger und Nürnberger, dann 
Königsberger Stecher Wolfgang Philipp Kilian 
(t 1732 zu Königsberg i. Pr.) gestochen*). 

5 gräflich Zinzendorfsche Exlibris von c. 1770. 

10 gräflich Schaffgotsch'e Exlibris von c. 1725 — 1800. 

Das graziöse Exlibris Ernst Adam Levin von Trotta, 
genannt Treyden (4 Papier- , 2 Plattengrössen, 
2 Stichvarietäten), das man J. W. Meil zuschreiben 
möchte, c. 1770. 

Die 9 verschiedenen Exlibris des Professors, Anatomen 
und Leibarzts Christof Jakob Treu, Nürnberg, c. 1760, 
mit Wappen der kaiserlich Leopoldinischen Aka- 
demie, Füllhörnern und den die Treue — Namens- 
anspielung — versinnbildlichenden Hunden. 



*) Vgl. E. L. Z. X. S. 76, 77. 



i8. Jahrhundert. ^Ti 

Das Exlibris der Herzogin Luise Dorothea von Sachsen- 
Gotha, der Freundin König Friedrichs des Grossen, 
c. 1760; dadurch merkwürdig, dass sie auf dem 
Stiche 2 Putten mit Schild, auf diesem aus Ver- 
ehrung für den grossen König :>F. R. (Fridericus 
Rex) Vivat« anbringen Hess. 

Das Exlibris Karl Gottlieb von Guichard, genannt 
Quintus Icilius, preussischer Oberst, ein gelehrter und 
studierter Offizier, der sogar Syrisch und Chaldäisch 
verstand, ein gern gesehenes Mitglied der Tafel- 
runde Friedrichs des Grossen, von diesem wegen 
einer Streitfrage über den Centurio Quintus Caeci- 
lius bezw. Icilius, »Quintus Icilius« genannt, c. 1763; 
neben Palme Rokokoschild mit Inschrift, 2 Putten, 
Leyer, Schwert, Lanze, Schild, Helm ; dieses Exlibris 
wurde für die dem Offizier vom König geschenkte 
ehemalige Bibliothek von Hubertusburg gemacht, 
welches sächsische Schloss Guichard plündern 
musste, als Vergeltung für Verwüstungen durch 
sächsische Truppen in den königlichen Schlössern 
bei Berlin. 

Ein weniger schönes, als durch seine Technik inter- 
essantes Exlibris ist das Schabkunstblatt der Familie 
von Stromer, Nürnberg, des 18. Jahrhunderts, Minerva 
mit dem Stromerschen Vollwappen. 

Das Bibliothekzeichen Johann Siegfried Breu, Senator, 
Strassburg i. Eis., c. 1 745 ; neben Spruchband die 
nackte Glücksgöttin mit Segel auf geflügelter Welt- 
kugel. 

Exlibris Christof Friedrich Nicolai, Buchhändler, Schrift- 
steller, Berlin (2 Grössen-, 5 Stich Varietäten) ; vor 

Baumstumpf und Gesträuchern Bücher mit Genien. 

18 



i. Jahrhundert. 



275 



Exlibris Josef Paul Edler von Cobres, Reichsritter, 
Ehrenmitglied der Akademien Berlin, Danzig und 
Halle, Wechsler, Hauptmann der Stadtmiliz zu Augs- 
burg, 1780 geadelt, wahrschemhch exspanischer 
laraelite; Wappenbaum mit gepfropftem Reis, das 
sich auf die Nobilitierung bezieht, diese erfolgte 




m 

f''7,mnnL. 'itri Cfrroni 
cT CSiUaft Secrataru 

Exlibris Joliann Prter Cerroni { •■ a 1795-1800) 

unter Beifügung der sonst seltenen Bedingung, dass 
seine Nachkommen, falls sie in den Handelsstand 
treten sollten, sich dieser Standeserhöhung nicht 
bedienen dürften; c. 1782; hier (S. 274) abgebildet. 
Exlibris Johann Peter Cerroni, kaiserlicher Sekretär, 
mährischer Bibliophile, Geschichtsforscher, Wien, 
c- 1795 — 1800; oben abgebildet; Namenszug, Büste 



276 



Allgem 



der etwas anrüchigen Aspasia, die hier jedenfalls 
das Sinnbild für Rednergabe darstellt. 
Exlibris Friedrich Anton Gallisch, Professor, Arzt, 
Leipzig, 1768, von M. F. B. ; unter Rokokokartusche 
Wappen mit Merkur, Hygaea, Waarenballen, Wage. 




Exlibris I. L. Schmucker (riVra 1785). 

Jakob Brentano-Mezzegra in Rebdorf, Gartenansicht 
mit Tempel, Säulen etc. 

Anton von Bretfeld, Universitätsprofessor, Jurist, Prag, 
c. 1795, wahrscheinlich von Johann Berka, Prag. 

Als Beispiel für Exlibris mit ausgeschmückten Inschrifts- 
tafeln, deren es eine grosse Anzahl giebt, diene obiges 
Exlibris J. L. Schmucker, preuss. Militärarzt, c. I785. 



i8. Jahrhundert. 277 



D. BIBLIOTHEK-INNENANSICHTEN. 

Eine eigenartige Spezialität von Exlibris des i8. 
Jahrhunderts bilden die, einen Durchblick durch mehrere 
Bibliotheksäle oder eine Ansicht eines einzigen Bibliothek- 
raums oder einen Teil eines solchen mit Büchergestellen 
aufweisenden Bibliothekzeichen. Die Hauptsache für 
diese Gruppe ist die Wiedergabe von Bücherschränken 
oder -Regalen mit Bücherreihen; bei einigen Blättern 
entspricht der abgebildete Saal der Wirklichkeit, bei 
der Mehrzahl der Phantasie. Wie sehr auch diese Art 
der Mode und dem Nachahmungstrieb entsprang, be- 
weist der Umstand, dass diese Exlibris, die Blätter der 
Neuzeit ausgenommen ^ hauptsächlich nur vom Anfang 
bis Ende des i8. Jahrhunderts vorkommen. Einigen 
Sinn hatten sie, wenn die genaue Ansicht einer wirklich 
bestehenden Stadt-, Schloss- oder Hausbibliothek wieder- 
gegeben wurde; im allgemeinen aber machen sie den 
Eindruck der Einförmigkeit und Langweile. Andrerseits 
entsprachen sie dem Geschmack und der Steifheit der 
Zeit, und sind, was rühmend anerkannt werden muss, 
mit grosser Sorgfalt im Detail, technischer Feinheit und 
staunenswerter Geduld gestochen. Der grosse Zug des 
wahrhaft Künstlerischen fehlt aber fast durchweg, — 
ebenfalls eine Folge der Zeit und des Mangels an da- 
maligen bedeutenden Kleinmeistern in diesem Fach. 

Wer diese Art von Exlibris in besonderer Abteilung 
seiner Sammlung vereinigt, wird nicht leugnen, dass 
diese Unterabteilung einen originellen Anblick darbietet 
und grosse Anziehungskraft äussert, wie auch thatsäch- 
lich diese Blätter sehr gesucht sind. 



278 Allgemeines. 

Ausser den mit Büchern gefüllten Fächern sieht man 
noch eine Menge Gegenstände, die auf die Gelehrsam- 
keit des Besitzers oder auf die Richtung seines Studiums 
hindeuten sollen. Ausser aufgeschlagenen und ge- 
schlossenen, in Ordnung aufgestellten oder unordentlich 
herumliegenden Büchern gehören als »dringend nötiger« 
gelehrter Apparat hinzu: Tintenzeuge, Federn, Globen, 
Zirkel, Winkel u. a. Maasse, Lineale; Münzkästen, Pläne, 
Konchylien, Pflanzen, Früchte, Fernrohre, Stammbäume, 
Waarenballen, Musikinstrumente, Urnen, Büsten, Stand- 
bilder, Wandporträts, Waff^en, Wappen, Altertümer, Ge- 
rippe, Aeskulapschlangen, die Eule der Weisheit, Pegasus, 
Attribute der Gerechtigkeit, Heilige, Götter, Idealfiguren, 
studierende Engelchen; perspektivische Durchblicke in 
Gärten, auf Tempel, Schlösschen, Burgen und charakte- 
ristische Türme, auf Flüsse und Meer. 

Man wird nicht fehl gehen, wenn man die deutschen 
und (wenigen) österreichischen Exlibris mit Bibliothek- 
Innenansichten auf über 100 verschiedene alte angiebt; 
hiezu kommen noch zahlreiche der neuesten Zeit, die 
freilich nicht mehr so ängstlich genau, sondern mehr 
realistisch und flotter ausgeführt sind. 

Hier nicht mit berücksichtigt sind die vielen Ex- 
libris, die, ohne einen Innenraum zu zeigen, mit Bücher- 
gnippen ausgestattet sind; diese fallen unter das vorige 
VIII. Kapitel C, wo auch Beispiele angeführt sind. 

Ueber das Thema »Bibliothek-Innenansichten« giebt 
es eine eigene sorgfältig aufgestellte Monographie von 
Sir Arthur Vicars: »Library interior bookplates«, 1893, 
die 283 verschiedene solcher Exlibris, darunter 78 deutsche, 
aufzählt; 12 Abbildungen, darunter 7 deutsche^ sind 
beigefügt; einige 20, die erst später bekannt wurden, 



i8, Jahrhundert. 



279 



fehlen in dieser Liste, ebenso die seit Ersclieinen der- 
selben, 1893, neu entstandenen vielen modernen. Die 
meisten Exlibris mit Bibliothek-Innenansichten dürften 
in den Sammlungen des Verfassers und des f Sir A. 
W. Franks {diese nun im britischen Museum) sein. 




a. Stecher von Exlibris mit Bibliothek- Ansichten. 

Johann Ulrich Kraus, Augsburg, der die 4 Exlibris- 
grösaen Dr. jur. Zacharias Konrad von Uffenbach, 
Schöffe, Jungbilrger meist er, Bibliophile, Kunst- und 
MUnzsammler, Frankfurt a. M., c- 1718, sauber ge- 
stochen hat*); mit tiefer Saalperspektive und sehr 
feiner Rosenumrahmung. 



; Abgebildei: Warnecks? Kxlihrisl.u. 



28o Allgemeines. 

Einer der vielen Klauber ^ wahrscheinlich Ignaz Se- 
bastian, Augsburg. 

Bartholomäus Ignaz Weyss , München: Eines der 3 
Exlibris Ferdinand Reichsedler von Hosson, kur- 
bayrischer wirklicher Hofrat, Reichsherold, Sekretär 
des St. Georgs-Ritter-Ordens, München (geadelt 1775), 
c. 1 780 ; hier (S. 279) abgebildet ; die Stammbäume und 
Ahnenproben deuten auf den Reichsherold hin, seine 
Supraweste zeigt den pfälzischen Löwen, die Tisch- 
decke die bayrischen Rauten, der Schild der Minerva 
den Georgs-Ritter-Orden ; das Blatt ist weniger schön 
als durch die angedeuteten Beziehungen interessant. 
Hossons zweites Exlibris mit Bibliothek-Innerem 
und einem Fernblick aufs Meer, ein Schiff und 
eine Burg, ist erheblich feiner gestochen und 
dürfte dem hier folgenden Stecher J. M. Soeckler 
zuzuschreiben sein. 

Johann Michael Soeckler, München, Schüler Jungwirths; 
sein Exlibris Heinrich Braun, Kanonikus und kur- 
bayrischer geistlicher Rat, Reformator des Schul- 
wesens Bayerns, München, c. 1770, mit 2 Sälen, 
Minerva, Eule, Putten, Wappen und der einfach- 
zierlichen Rokokoumrahmung, hier (S. 281) abgebildet. 

Josef Anton Zimtnertnann^ kurbayrischer Hofkupfer- 
stecher, München. 

Aloys Graf La Rosee^ Kammerherr, Staatsrat, Präsi- 
dent etc., München, ein Amateur, der u. a. für seinen 
Verwandten Graf Theodor Morawitzky, München, 
1770, ein Exlibris stach: Die übliche Minerva 
mit Wappen in einer Bibliothek. 

Martin Tyroff^ Nürnberg, von dem die Exlibris mit 
Innenansicht Wilhelm Alexander Baiaus, Landes- 



i8. Jahrhundert. 2öl 

advokat, mährischer Bibliophile, Brunn, c. 1750, 
herrühren *). 
Hermann Jakob Tyroff, Schiller seines Vaters Martin, 
Nümbei^, 




Eilibris Heinrich Braun. \'on J. M. Socckler 



. P. Ftmck, Nürnberg: Exlibris Heinrich Hartlib, 
Stadtpfarrer zu St. Sebald, Nürnberg, 1780; der 
GeistHche vor Tisch und Kruzifix, Blick in seine 
Bibhothek in Rokokoumrahmung. 



*) Abgebildet: i 
Tafel 136. 



\Y«lfeabUitler ExUtiris-SiminlunE. 



282 



Allgem 



Johann Baptist Homann, Johann Adam SchweUkart, 
Georg Christof Walwert, diese drei: Nürnberg. 

Georg Daniel Heumann, Nürnberg und Göttingen; 
u. a. eines der 3 Exlibris Johann Michael von Loen, 




preussischer Geheimrat, Schriftsteller, Frankfurt a.M., 
c. 1725; Durchblick durch Bibliotheksaai und Loggia 
auf Park und G arten seh lüsschen. 
Josef von Montakgrc, Frankfurt a. M., Nürnberg und 
Zittau. 



iS. Jahrhundert. 2S3 

Johann Georg Fridrick, Regensburg; sein Exlibris Jo- 
hann Christof Harrer, Dr. med., Physiku.s, Gamisoiis- 
arzt, Regensburg, c. 1767, hier (S. 282) abgebildet, ist 
wegen der Hinweise auf den Arzt interessant- 

Christof Friedrich Hoermatin von Gutenberg, Kauf- 
beuem, Augsburg und Ulm, der u. a. auch ein Ex- 




Eulibris Johann Michad von Loen. Von Peter Pehr 11725). 



libris für einen Verwandten, Sebastian Wolfgang 
Ludwig Hoermann von Gutenberg, c, 1775, stach; 
vor BUchergestellJustitia, die leges divinae studierend, 
rechts Bücher mit jus civile und jus publicum, unten 
Bücher mit leges naturales, criminales, Germaniae, 
feudales; die Anfangsbuchstaben des Spruches oben 
entsprechen denen des Namens, wobei W für V steht. 



284 Allgemeines. 

Johann Heinrich Wicker, Frankfurt a. M., von ihm 
Exlibris Heinrich Wilhelm Lehnemann, Dr. jur., 
Frankfurt a. M., Zimmer mit Büchergestellen, durch 
Inschriften bezeichnete Lieblingsbücher und Porträt- 
sammlungen; c. 1730; sowie das eine Exlibris Jo- 
hann Bernhard Nack, Kaufmann, Frankfurt a. M., 
nach 1759; Nack besass 2 andere von de St. Hilaire, 
1759 unschön gestochen nach der Zeichnung von 
Dr. Osterlaender, die augenscheinlich dem Nack — 
begreiflicherweise — nicht mehr gefielen, weshalb er 
das gleiche Motiv — Kaufmann vor Minerva, Mer- 
kur, Meer, Hafenstadt — von Wicker neu und feiner 
stechen liess. Sparsamkeitshalber sind diese Wicker- 
schen, leichtkolorierten Stiche auf der Papierrück- 
seite St. Hilairescher Stiche abgedruckt, ein gewiss 
seltener Fall! 

Peter Fehry Frankfurt a. M., stach zweierlei Exlibris 
für Johann Michael von LoSn, preussischen Geheim- 
rat, Regierungspräsident, Jurist, Bibliophile und 
Schriftsteller, Grossoheim Goethes, Frankfurt a. M., 
deren eines, von 1725, S. 283 abgebildet; hier ist der 
Inhalt der von Loenschen Bibliothek dargestellt : In 
der Mitte die theologischen, juristischen, historischen 
und philosophischen Werke, links ein Schrank mit 
der Kupferstichsammlung (bibliotheca calcographica) 
und rechts ein solcher mit einem Manuskripten- 
archiv; die Thätigkeit der 3 Figuren ist durch die 
Unterschriften colligendum. Sammeln, eligendum, 
Auswahl, multiplicandum, Vermehrung der Biblio- 
thek und des Wissens, erklärt. Das zweite Loen- 
sche Exlibris ist seinem dritten von G. D. Heumann, 
Nürnberg,(S.282)mitderSaal-undGartenansichtnach- 



i8. Jahrhundert. 285 

gebildet und besser als dieses ausgeführt. Diese 
Durchsicht durch Saal und Loggia findet sich, nicht 
signiert, ganz ähnlich noch einmal beim Exlibris 
Dr. jur. Johann Daniel (von) Olenschlager, Advokat, 
kursächsischer und kgl. polnischer Rat, kaiserlicher 
wirklicher Rat, Schöffe von Frankfurt a. M. und 
Publicist, Frankfurt a. M., c. 1730, dürfte aber bei 
gleicher Manier und gleichem Motiv auch von Peter 
Fehr sein. 

Von >H. O. und H. A. Cocntgen<, Mainz, rührt das 
Exlibris Johann Philipp Burggrave, Arzt, Frank- 
furt a. M., erstes Drittel des 18. Jahrhunderts, her; 
gewölbte Bibliothekhalle mit Bildern, Statuen und 
Porträtmedaillons; in der Umrahmung haben die 
vorgenannten P. Fehrschen Blätter starke Ver- 
wandtschaft mit diesem Coentgenschen Stiche. 

Johann Martin Bejitigeroth^ Leipzig, Exlibris E. L. 
von Danckelmann, 1745; Wappen auf Postament 
im Bibliotheksaal. 

Johanna Dorothea Philippin ^ geb. Sysang, Leipzig. 

Karl Gottfried N c stier , Inspektor des Kupferstich- 
kabinetts, Dresden; ^liberalium artium cultor«, wie 
er sich nannte. 

Die Brüder Johann Friedrich und Johann David Sckleuen^ 
Berlin, arbeiteten gemeinsam und signierten meist 
nur »Schienen« ; sie stachen das mit »Gleimii et ami- 
corum« bezeichnete Innen-Exlibris des deutschen 
Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim*), Erms- 
leben, Berlin und Halberstadt, Ende i S.Jahrhunderts. 



*) Abgebildci: v. Heinemann, Wolfenbüttler Exlibris-Sammlung, 
Tafel 149. 



286 Allgemeines. 

Johann Ernst Gericke^ Berlin, stach das ziemhch grosse 
Porträt- und Innenansichts-Exlibris Johann Karl Wil- 
helm Moehsen, Leibarzt, Numismatiker, Berlin, 
1757*); links deutet eine Anzahl in Flammen auf- 
gehender Bücherreihen an, dass — nach dem an- 
gegebenen Datum: i. September 1753 — die erste 
Bibliothek verbrannte ; die Neueinrichtung der zweiten 
schuf Moehsen nach der Jahreszahl über der Thüre : 
1756; er besass von Gericke auch ein zweites Ex- 
libris, von 1756, Rokokotafel mit Putten**). 

Christian Benjamin Glassbach^ Magdeburg, von dem 
das eine historische Exlibris Johann Georg Heinrich 
Oelrichs, Rektor der Rats- und Friedrichsschule zu 
Küstrin, dann Prorektor am Friedrichs werder Gym- 
nasium zu Berlin, gestochen wurde, das oben die 
Beschiessung Küstrins durch die Russen 1758 und 
die Zerstörung der Bibliothek durch eine Bombe, 
und unten die Wiederaufrichtung der Bibliothek in 
Berlin 1759 zeigt; wahrscheinlich ist das eben ge- 
nannte Exlibris Moehsens von J. E. Gericke in der 
Idee für dieses Blatt Oelrichs vorbildlich gewesen***). 

J. J. Mucllcr^ Hannover. 

Ferner rühren noch Exlibris mit Bibliothekansichten 
her von : G. Haupt (anonym), Johann Gottlob Bmch- 
Jiolz (Exlibris Gottlob), Andreas Hocgcr (G. C. Oe, 
mit dem studierenden Besitzer, Münzkästchen und 
einem grossen Bilde Christi am Kreuz, 1741), 
Strganozvsky ^ wohl ein Pole oder Böhme (Quirin 
Josef Chylik) und von Ausländern: 

*) Abgebildet: von Heinemann, Tafel 139. 
♦*) Abgebildet : E. I.. Z. V. S. 52. 
*♦*) Abgebildet: Warneckes Exlibris-Buch, Tafel XIX. 



i8. Jahrhundert. 287 

Gerard Scotin d. Ac, Paris: er stach das stattliche 
Exlibris des Dr. med. Johann Heinrich Burckhard, 
braunschweigschen Leibarzts, Parisund Braunschweig, 
171 5; Halle mit Statue der Hygaea und vielen 
Hinweisen auf seinen Peruf als Arzt und Sammler. 

Ferdinand Wachsviuth^ Paris, der die 2 fast gleichen 
(s. oben S. 86) Exlibris Johann Lorenz Blessig, 
Professor, Theolog, Strassburg i. Eis., und Friedrich 
Rudolf (von) Salzmann, Publizist, Jurist, Strassburg 
i. Eis., c. 1775, stach. Letzterer war 1774 Er- 
zieher des nachmaligen Ministers von Stein in Göt- 
tingen und gab 1776-77 in Strassburg mit dem 
ihm befreundeten Blessig eine Wochenschrift in 
nationalelsässischem Sinn heraus. Die Freundschaft 
der beiden erklärt die gemeinsame Benützung ein 
und derselben Platte. 

b, Nichtsignicrtc Exlibris mit Bibliothek- Ansichten: 

Auch unter diesen Blättern befindet sich manches 
fleissig gestochene bemerkenswertere Exlibris; sie alle 
zu besprechen, führt zu weit; daher seien nur einige 
interessantere hier erwähnt: 

Die 2 Grössen Benediktinerstift Raigern (Rayhra- 
densis) bei Brunn in Mähren*), mit dem studierenden 
Mönche und den Chronostichen von 1784 u. 89 (vgl. 
oben S. 62) ; die 3 Exlibris Karl Ferdinand Hom- 
mel, Rechtsgelehrter, Leipzig, 1762 u. 67, mit Apollo- 
statue und der (oben S. 46 angegebenen) drohen- 
den Lex bibliothecae : ?Jntra 14 dies etc.«^; Konrad 
Edler von Albrecht, kaiserlicher Rat und Resident am 

*) Von der Originalplatte abgedruckt in E. L. Z. VI. S, 76/77. 



288 Allgemeines. 

portugiesischen Hofe, Wien, mit Minerva, Pegasus, Wap- 
pen, Globus und 2 Putten, die die Helme und Zimiere 
auf den Köpfen tragen; Josef Wratislaw (Edler von) 
Monse, Dr. jur., Advokat, kaiserlicher Rat, Brunn und 
Olmütz, mit Eule, Lampe, Waage, Schwert und Lorbeer, 
mit Fuss- und Handschelle bezw. Ehrenkette — Strafe und 
Belohnung — , Bienenkorb, Bienen mit Blumen; Waisen- 
haus zu Halle a. S., mit tiefer Perspektive an 9 dop- 
pelten und beiderseitigen Bücherfachem vorüber und 
den preussischen Adlern; Leihbibliothek der fürstlichen 
Waisenhausbuchhandlung zu Braunschweig, mit 6 emsig 
beschäftigten Putten und einem Studierenden im Haus- 
rock; Johann Anton Reichsgraf Schaffgotsch, wirklicher 
Geheimrat, Oberamtsrichter in Schlesien, nach seinem 
Tode 1742, mit W-appen, Todtenkopf und 4 allegorischen 
Figuren der Justiz und des Studiums; Jesuiten-Exercitien- 
haus, München, mit dem heiligen Aloysius von Gonzaga, 
S. J. (= Societatis Jesu) mit Kruzifix als Symbol der 
Selbstverleugnung, der Lilie, dem Symbol der Keusch- 
heit, und der Madonna; Bibliothek der Schöffen zu 
Leipzig mit der Justitia; J. H. Flick, Lehrer, Homburg 
V. d. Höhe, mit einer ara scientiarium und Instrumenten, 
Dilettantenarbeit; Charles Louis de Magis, fürstbischöf- 
lich Lüttichscher Gesandter am deutschen Reichstag zu 
Regensburg, wahrscheinlich von Johann Georg Fridrich, 
Regensburg, Wappen, schildhaltende Löwen und Putte; 
Bibliotheca Fregiana, Urne, Waarenballen, Merkurstab, 
Blick auf Schiffe etc. 

Besonders sauber gestochen sind ausser schon man- 
chen genannten das Exlibris Martin Reinhardt, Pastor, 
Augsburg, mit dem studierenden Besitzer, Fenster und 
offener Thüre; Johann Erhard Schiffauer, apostolischer 



i8. Jahrhundert 289 

und kaiserlicher Notar zu Freising, 17771 wahrschein- 
lieh von Johann Michael Soeckler, MUnchen, Buch auf 
Tisch in Bibliothek; Endter, Nürnberg, Figur der auf- 
zeichnenden Geschichte, u. s. w. 

Alle hier vorgen. Exlibris mit Bibliothek-Innen- 
ansichten gehören dem 18. Jahrhundert an. 





IX. KAPITEL 

EXLIBRIS VON KLÖSTERN UND GEIST- 
UCHEN, 15.— 19. JAHRHUNDERT. 

lueh in den vorigen Kapiteln schon man- 
ijches Exlibris von KlSstem und Geistlichen 
M besprochen und abgebildet, so sei doch hier 
â–  dieses Thema besonders behandelt, da diese 
Art im allgemeinen Exlibris-Stoff, wie in jeder grösseren 
Sammlung eine ausserordentlich interessante Abteilung 
bildet, deren Schwerpunkt zwar vielleicht weniger nach 
der künstlerischen, desto mehr aber nach der histori- 
schen Seite zu liegt. 

In früher Zeit schon, als es noch keine Universi- 
täten und nur selten einmal einen Privatgelehrten gab, 
ging die hauptsächlichste geistige Bildung von den 
Klöstern aus, und zwar auf Grund der in ihnen ange- 
häuften Manuskripte und Bücherschätze; seltene wert- 
volle, mit der Hand geschriebene und miniaturen- 
geschmückte Codices hütete jedes Kloster mit Soi^alt 
und Eifersucht; gegen Diebstahl sicherten ausser festen 
Mauern und Thüren merkwürdige Vorläufer unserer 
auch der Sicherung dienenden Exlibris, nämlich starke, 
angeschmiedete eiserne Ketten, die Buch und Lesepult 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen^ 15.— 19. Jahrh. 29 1 

oder Bücherschrank verbanden. Ungern lieh man solche 
Cimelien aus; sie mussten an Ort und Stelle benützt 
werden; eine Ausnahme machte man höchstens, wenn 
ein schriftkundiger Mönch ein seltenes Werk eines aus- 
wärtigen Klosters für sein Heimatkloster in oft monate- 
und jahrelanger Mühe sorgfältig abschrieb — die einzige 
Manier, in der vor Erfindung der Buchdruckkunst Bücher 
vervielfältigt, und so manche litterarische Schätze auf 
unsere Tage gerettet wurden. Damals schrieb man mit 
der Feder den Namen des besitzenden Klosters auf den 
inneren Deckel oder aufs Vorsatzblatt, auch malte man 
das Kloster- oder Abtswappen zierlich-fein oder mit 
kräftigen Konturen ein. Da nun bis zu Gutenbergs Er- 
findung alle Bücher mit der Hand geschrieben wur- 
den, war die Zahl derselben in einer Klosterbibliothek 
eine beschränkte und nicht allzugrosse; nach jener alles 
umwälzenden Neuerung aber Hessen sich diese Bücher- 
sammlungen erweitem und die Zahl der nun gedruckten 
Folianten oder kleineren Bände leicht vermehren. 

Wir sahen oben, dass bald nach Auftreten des 
ersten Buchdrucks auch das gedruckte Bibliothekzeichen 
auftaucht, und unter den drei ältesten bekannten (siehe 
oben S. IOC if.) sind zwei davon, die Exlibris Hilde- 
brand Brandenburgs Mönch der Karthause Buxheim bei 
Memmingen, Bayern, und Hans Igler genannt Knabens- 
bergy Kaplan aus Bayern, beide von c. 1470, die von zwei 
gelehrten Geistlichen bezw. Klosterbrüdern. In Kloster- 
bibliotheken fanden die gedruckten, in Holz geschnitte- 
nen oder in Kupfer gestochenen Exlibris erst später, im 
16. Jahrhundert, Eingang, um dann aber in diesen häufig 
zu erscheinen und sich hier bis in unsere Tage zu erhalten. 



292 Allgemeines. 

A. EXLIBRIS-VERFERTIGER. 

Bevor auf die hier einschlägigen Blätter näher ein- 
gegangen wird, seien deren Vetfertiger^ soweit sie sig- 
niert haben, genannt: 

a, Kloster-Exlibris: 

Deutschland: Augsburg', Lukas Kilian: Kloster Chiem- 
see, 1637. 

Wolfgang Kilian: Chiemsee, 1654. 

Johann Ulrich Frank: Chiemsee, 16.. 

Georg Andreas Wolfgang : Kremsmtinster, 17.. 

Andreas Ehmann, Augsburg, Heilig Kreuz, 16 . . 

Josef Sebastian und Johann Baptist Klauber: Münster- 
Schwarzach, 1746. 

Josef Erasmus Belling: Mönchsroth, Wessobrunn, 
Ettal, 17.. 

Georg Konr^d Bodenehr: Wiblingen, 17.. 

Johann Heinrich Störcklin: Mönchsroth, Roggenburg, 
Au, 17 .. 

Leonhard Michael Steinberger: Kolleg Augsburg, 17.. 

Matthias Sigmund Salmus Müller: Andechs, 17.. 

Jakob Andreas Fridrich: Regensburg, Dominikaner, 17.. 
München: Christof J. Stenglin: Tegernsee, Baumburg, 17. . 

Josef Moerl : Weihenstephan, 17.. 

Franz Xaver Jungwirth : Fölling, 17.. 

Johann Nepomuck Maag: Fölling, 17 . . 

Feter Herwegen: Schäftlam, St. Bonifaz-München, 
186., 1872. 
Freising: M. U. Hittinger: Weihenstephan, 16.. 
^egensburg: Bernhard Gottlieb Fridrich: St.Emmeram, 17.., 

Mayr: Mallersdorf, 17 . . 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 293 

St. Nikolaus bei Passau: Franz Buchholzer: St. Niko- 
laus, 17 . . 
Würzburg: Johann Baptist oder Balthasar Gutwein, Uni- 
versitätskupferstecher: Oberzeil, 1764. 
Wiesbaden: Walter Schulte vom Brühl: Offenburg, 1896. 
Neuwied: E. G.: Sayn, c. 1775. 
Berlin: Georg Otto: Kremsmünster, 1893. 

Karl Leonhard Becker, nun Bonn : Nonnenwerth, 1 896. 
UnbekannterWoknort: Matthias Küsel : Wettenhausen, 1 658. 

H. Franck: Wengen, 1682. 

Alexander Maur: Au, 17 . . 

A. Schoen: Diessen, 1755. 

F. Grassanter: Mönchsroth, 17.. 
Oesterreick: Wien: Friedrich Schaur: Seitenstetten, 17.. 

Josef A. Schmuzer: Herzogenburg, c. 1730. 

Hugo Gerard Stroehl: Geras, 1895. 
Olmütz: Anton Josef Schindler: Olmütz, 17 . . 
Prag: Johann Christof Schmischeck: Seeon, 17 . . 

Anton Birckhardt: Neudorf, 17.. 

Johann Berka: Mariabrunn bei Saar, 17 . . 

Anton Wierix (u. a. in Antwerpen) : Nikolsburg, c. 1585. 

A. Brost : St. Paul im Lavantthal, 17.. 

F. Meyer: Seitenstetten, 17 . . 

b. Exlibris geistlicher Personen : 

Deutschland: Nürnberg: Albrecht Dürer: Dr. H. Poemer, 
Nürnberg, 1525. 
Resch oder Roesch, Formschneider: Dr. H. Poemer, 

1525. 
Dürers Schule : Stephan Rosinus, Passau, 15.. 

Johann David Tyroff : Erhard Christof Bezzel, Poppen- 

reuth bei Nürnberg, c. 1720. 



294 Allgemeines. 

Augsburg: Dominik Custos: Johann Georg von Werdea- 
stein: Eichstätt, 1592. 
Wolfgang Kilian: Sebastian Myller, Sufifragan von 

Augsburg, 1635. 
Johann Striedbeck : Johann Baptist Renz, Augsburg, 1 697. 
München : ]o\idinn Sadeler: Ferdinand von und zu Hagenau, 
München, 1646. 
Franz Ertinger (München?): Wilhelm Oswald, Mün- 
chen, 1688. 
Josef Moerl: Gelasius Hieber, Augsburg, 17. • 
August Hess: J. J. I. von Doellinger, München, 18.. 
Peter Halm: Friedrich Schneider, Mainz, 1891 — ^.92. 
Hans Beat Wieland: Emil Veesenmayer, Wiesbaden, 
1899. 
Schieisskeim \ Otto Hupp: Friedrich Schneider, Mainz, 

1891 — 92. 
Berchtesgaden: Bernhard Wenig: P. Hugo Schmid, Krems- 
münster, 1899. 
Würzburg: Johann A. Salver: Johann Philipp von Greif- 
fenclau, Würzburg, c. 1700. 
Karl Behrens: Johann Hartmann (Dalherda), Würzburg, 
1896, u. Dr. Jakob von Kuehles, Würzburg, 1896. 
Konstanz (?): T. H. V. B.: Jakob Eliner, Suffragan von 
Konstanz u. Dr. Bartholomaeus Maetzler, Konstanz, 
c. 1570. 
Mainz: Jakob Holdenrieder: Franz Anton Xaver von 
Scheben, Mainz, 17 . . 
Klemens Kissel: Dr. Johann Michael Raich, Mainz, 
1893, und Dr. Franz Falk, Kleinwinternheim, 1892. 
Köln: B. H, de Brockes, kurfürstlicher Rat: Klemens 
August Herzog von Bayern, Erzbischof und Kurfürst 
von Köln, 1760. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 295 

IVarburg: Anton Eisenhoit: Theodor von Fürstenberg, 
Fürstbischof, Paderborn, 1603. 

Breslau (?): Jakob Landnitz: Karl Franz Neander von 
Petersheidau, Suffragan von Breslau, 16.. 

Görlitz: Georg Starke: Propst Adolf Treblin, Breslau, 
1894, u. Karl Ernst: Wilhelm Sauber sr., Guten- 
germendorf, 1895. 

Strassburg /'. Eis,: Lithograph E. Simon: Bischof An- 
dreas Raess, Strassburg, 188 . 

Hantburg: H. Rickers: John Nicolassen, Hamburg, 1899. 

Bertkeimingen (Deutschlothringen): Arthur Benoit: Dr. 
Hermann Kuhn, Brudersdorf, 1 88 . 

Unbekannter Wohnort: L. Eberle, Studiosus (Ingolstadt?): 
Johann Oswald von Zimmern, Dr., Professor, Ingol- 
stadt, 1600, Porträt-Exlibris. 
P. H. HüiFner: Erhard Christof Bezzel, Poppenreuth, 
c. 1720. 

Oesterreich: Wien: Moritz Lang: Georg Szelepcheny, 
Erzbischof von Gran, c. 1670, Porträt-Exlibris. 
Andreas Nicolai: Franz Paul von Smitmer, Erzbischof 

von Wien, c. 1772. 
Franz Leopold Schmitmer: Johann Michael Franz von 

Velhorn, Dekan, Wien, 17.., 18.. 
Christof Dietell, Graz: Dr. Johann Baptist Kursky, 

Archidiakon, Voran und Graz, 17 . . 
J. A. Prechler: Christof Reinbaldt von Royach, Bene- 
diktiner, Garsten, 17.. 



B. KLOSTER-EXLIBRIS. 

Sind, wie es am zweckmässigsten ist, die Kloster- 
Exlibris von ihren ältesten Beispielen bis zur Neuzeit 



•296 Allgemeines. 

in einer Abteilung vereinigt, so übersieht man eine ganz 
eigene Welt im Kleinen, die das Material für ein eigenes 
Buch, nur über dieses Thema allein, liefern würde. Man 
ersieht aus den vielen Kloster-Exlibris und aus der Zahl 
der verschiedenen Exlibris eines und desselben Klosters 
eine Menge kulturhistorisch interessanter Dinge, so u. a. 
die grosse Menge der Klöster selbst, besonders in Süd- 
deutschland, namentlich in Bayern, dann die Zahl und 
Art der einzelnen Mönchsorden, die Bedeutung und 
Macht einzelner Klöster, ihren Kunstsinn u. s. w.; kurz, 
Gelegenheit zu vielseitigem Studium bieten die in ihrer 
Art fast einzig dastehenden deutschen und österreichi- 
schen (und deutsch-schweizerischen) Exlibris in Hülle 
und Fülle. 

Auffallend ist, dass von der ältesten bis zur jüngsten 
Zeit der Hauptgegenstand der Darstellung auf Kloster- 
Exlibris fast ausschliesslich Wappen sind, teils das des 
Klosters oder Abtes allein, teils beide nebeneinander in 
2 Schilden oder in einem einzigen Schilde vereinigt; die 
Art der Wappenumrahmung wechselt nach Periode imd 
Stil. Fast immer stehen die Schilde unter einem oder 
zwei gekreuzten Krummstäben, Der Krummstab (das 
Pedum) ist eigentlich der Bischofsstab und bei Aebten 
und Aebtissinnen nur ein Ehrenzeichen : er ist das Zeichen 
der Hirtenpfiicht (Hirtenstab), aber auch der bischöflichen 
Gewalt. Oft sieht man am Stabe ein Tüchelchen, das 
Sudarium, auch Velum (ursprünglich ein Abtrocknungs- 
tuch), das Erkennungszeichen des Abbatialstabs. Ferner 
sieht man fast immer über dem Schilde die Abtsmützey 
Mitra oder Inful\ die Mitra ist ebenfalls eigentlich die 
bischöfliche Auszeichnung; doch konnte der Papst auch 
Aebte und Pröpste »infulieren«, d. h. ihnen das Tragen 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. -19. Jahrh. 297 

der Bischofsmütze gestatten, daher »infulierte Aebte«. 
Die Mitren der Aebte sind meist einfacher in der Stickerei; 
die zwei Spitzen der Mitra gelten als Symbole für das alte 
und neue Testament. Die Mitren sind in der Verzienmg 
ihrer Vorderseiten sehr mannigfaltig und enthalten ent- 
weder aufgestickte einfache Kreuze aus Seide, Tuch, 
Perlen, Edelsteinen oder Arabesken, Blatt- und Ranken- 
werk oder Figuren der Madonna mit dem Jesuskind, von 
Engeln, Heiligen, Märtyrern, z. B. beim Exlibris des 
Benediktinerstifts St. Veit, bei dem der heilige Vitus 
in seinem Blei- und Pechkessel auf der Mitra dar- 
gestellt ist. 

Bei denjenigen Klöstern, wie z. B. Buchau, Würt- 
temberg, St. Blasien, Baden, und Salem, Baden, die den 
»Blutbann«, d. h. das Recht über Leben und Tod der 
Kloster-Unterthanen hatten, kreuzt sich auch ein Schwert 
mit dem Krummstab; auch Stab- und Vortragskreuze 
sieht man hinter den Schilden; das einarmige ist eigent- 
lich das erzbischöfliche, das honoris causa zufolge päpst- 
lichen Indults auch manchem Bischof vorgetragen wird ; 
das mit zwei parallelen Querbalken und Kleeblattenden 
ist das Kardinal- oder Patriarchenkreuz, das mit drei 
das Papstkreuz (vgl. z. B. 2 Wessobrunner Exlibris mit 
St, Peter). Die Symbolik ist, dass diese geistlichen 
Würdenträger Stellvertreter Christi sind und daher auch 
das »Kreuz« ihres Amtes zu tragen haben nach den 
Worten der heiligen Schrift: »ToUat crucem suam«. 
Dieser Grund ist der gleiche, warum wir das einarmige 
Kreuz auch bei Exlibris und Wappen von Aebten und 
Klöstern sehen. 

Bei gefürsteten Reichsabteien, z. B. Buchau und St. 
Blasien, versäumte man nicht, diese hohe Würde durch 



298 Allgemeines. 

eine fürstliche Krone über dem Schilde anzudeuten; 
ein Palmzweig weist auf einen Märtyrer hin. 

Im 18. Jahrhundert wird die Beigabe v^n Engeln 
beliebt, sowohl zum Zweck des Schildhaltens als auch 
namentlich in Gestalt von geflügelten Engelsköpfcheii 
mit Abtsmütze auf dem Haupte und über dem einzelnen 
Klosterschilde oder in der Mitte über diesem und dem 
Abtsschilde an Stelle einer Krone oder eines Helmes; 
sie deuten auf den Himmel und die religiöse Thätigkeit 
des Klosters hin , und sind oft ungemein fein und ge- 
fällig gestochen. 

Ferner finden sich die verschiedensten Darstellungen 
der Madonna mit Jesus, der Schutzheiligen und Patrone, 
denen das Kloster geweiht ist und nach denen es heisst, 
Todtengerippe (Vergänglichkeit des Irdischen), St. Michael 
als Drachentödter (Ueberwindung des Bösen), Idealfiguren 
wie JZeit und Ewigkeit ; selbt die beliebte Göttin Minerva 
fehlt auf einem Kloster-Exlibris (Weihenstephan) nicht; 
auch St. Peter als erster Apostel Jesu, mit der Papst- 
tiara (Wessobrunn, dem heiligen Petrus geweiht); ebenso 
seine 2 Schlüssel, der eine golden, der andere silbern, 
die auch Himraelsschlüssel genannt werden, die »öffnen 
und schliessen, binden und lösen c können und sich auch 
auf die kirchliche Weihgewalt wie die kirchliche Re- 
gierungsgewalt beziehen. 

Ferner Namenszüge und Buchstabemjereinigungen 
der Worte Jesus und Maria, dann das bekannte Zeichen 
der Jesuiten: >J. H. S.« mit dem Kreuz über dem H 
und den drei Nägeln Christi darunter. »J. H. S.« sind 
die 3 ersten — griechischen — Buchstaben des Namens 
Jesu; sie fanden im Laufe der Zeit verschiedene Deu- 
tungen, wie Jesus Hominum Salvator, Jesus Hortator Sanc- 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 299 

torum. In Hoc Salus, In Hoc Signo (vinces), Jesum Ha- 
bemus Socium, Jesus Hyos Soter (griechisch), Jesus 
Heiland Seligmacher u. s. w. 

Kommt S. P. vor, so weist es, wie z. B. beim St, 
Peterskloster Salzburg, auf den heiligen Petrus hin; 
O. S. B. bedeutet Ordinis Sancti Benedicti — Vom Orden 
des heiligen Benedikt, Benediktiner; P. = Praepositus, 
Propst, auch Pater; A. = Abbas, Abt; B. V. M. = Beatae 
Virg^nis Mariae, der seligen Jungfrau Maria; D. G. = 
Del Gratia, Durch Gottes Gnade; S. R. I. = Sacri Ro- 
mani Imperii, des heiligen römischen Reichs, steht bei 
Reichsabteien etc.; I. O. G. D. = In Omnem Gloriam 
Dei , zu allem Ruhme Gottes ; F. F. = fratrum , der 
Brüder; P. P. = Patrum = der Väter, Patres, hier der 
Mönche; i. p. i. = in partibus infidelium, in den Ge- 
bieten der Ungläubigen u. s. w. 

Manche Klöster hatten nicht nur i Exlibris, sondern 
Hessen andere anfertigen, wenn ein neuer Abt zur Re- 
gierung kam oder dieser besondere Neuanschaffungen 
an Büchern machte. Dann setzte man an Stelle des 
alten Abtswappens das neue oder wählte eine neue An- 
ordnung. Die meisten Exlibris dürfte das Schweizer 
Kloster St. Urban haben, nämlich mindestens 30 ver- 
schiedene ; aber auch bayrische Klöster weisen grössere 
Serien auf, z. B. Chiemsee 13, Polling 9, Baumburg 8, 
Augsburg Heiligkreuz 8, Andechs 7, Mönchsroth 6, 
Thierhaupten 5 u. s. w. 

Dass andrerseits nicht jedes, z. B. ein armes Kloster 
eine Büchersammlung oder gar ein Bibliothekzeichen 
hatte, ist einleuchtend; diejenigen zahlreichen Klöster 
aber, von denen Exlibris vom 15. Jahrhundert bis zur 
Jetztzeit nachgewiesen sind, seien hier, nach Orden ein- 



300 



Allgemein 



geteilt, nebst Alter und Wappen*) der letzteren an- 
g^eben; in nachstehender Liste dürften kaum oder nur 
äusserst wenige fehlen. 




Exlibris des Klosters Mallersdorf Oes ochen von Ma> (IT ) 



*) Quelle: H. G. Stroh], Einiges übet die Wappen der griillicheii 
OrdcD. — ZuBiimceastelluDgeD der bis jetzt bekannten Kloster-Exlibrii 
and von A. v. Eisenhart und dem Verfasser dieses Baches in dec 
E. L. Z. 1S94— 1900 gegeben: In IV. S. 11, 4S, gz; V. S. 9S1 VL 
S. 33. «. 9S, 109; VU, S. 7, 78; IX, S. 103. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 30* . 

a. Benediktiner-Orden: 
Vom heiligen Benedikt 529 auf dem Mons Cassinus, 
Monte Cassino, bei Neapel gegründet; kam im 
8. Jahrhundert nach Deutschland; ein der Wissen- 




Exllbrij de) Kloiler» Wejsobrunii Von] E B*lling (17..). 

Schaft besonders ergebener Orden, von dem es zur 
Zeit des Konstanzer Konzils (Anfang des 15. Jahr- 
hunderts) 15000 Abteien gab. 

Wappen (die Farbenangaben sind, als hier un- 
wichtig, absichtlich weggelassen): Patriarchen kreuz 



302 Allgemeines. 

auf Dreiberg (das Kreuz . auf dem Monte Cassino), 
darüber der Friedensgruss Christi: »Pax!* 

Deutschland: In Bayern: Altomünster, Andechs, Attl, 
Benediktbeuem, Blankstetten, Ettal, Hugshofen, Irrsee, 
Mallersdorf — siehe Abbildung S, 300 — , Metten, 
München (St. Bonifaz), Nieder- (abgebildet S. 40) 
und Oberaltaich, Regensburg (St. Emmeram), Rott 
a. Inn, Schäftlarn, Scheyern, Seeon, Tegemsee, Thier- 
haupten, Weihenstephan, Weltenburg a. D., Wesso- 
brunn (aus dem das berühmte Wessobrunner Gebet 
aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, nun in 
München, stammt) — siehe Abbildung S. 301 ; St. Peter 
mit Papsttiara und Kreuzstab samt den Himmels- 
schlüsseln. 

In Schwaben: Augsburg (St. Ulrich und Afra), Donau- 
wörth (Werden, Heiligkreuz), Elchingen, Neresheim, 
Ochsenhausen, Weingarten, Wiblingen. 

In Franken; Amorbach, Banz, Münster-Schwarzach, 
Neustadt a. Main, Würzburg, (St, Stephan und 
Schottenkloster). 

Sonst: St. Blasien im Schwarzwald, Abt Martin Ger- 
bert von Hornau; siehe Abbildung S. 303; S. Q. R. 
I. P. bedeutet Simulueq Romani Imperii Princeps = 
Und auch des römischen Reiches Fürst ; Kloster und 
Abtswappen ; St. Peter im Schwarzwald ; Ebersheim- 
münster im Elsass, Fritzlar, Fulda und Seligenstadt 
in Hessen, Mainz am Rhein (St. Jakob). 

Gestenreich: Admont, Garsten, Krerasmünster, Lam- 
bach. Melk, Maria Zell, Raigern, Salzburg (St. Peter), 
St. Lambrecht, St. Paul im Lavantthal, St. Veit, 
Seitenstetten, Wien (Schottenkloster). 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— ig. Jahrh. 303 

h. Catnaldulenser-Orden: 
Abzweigung der Benediktiner, gestiftet vom heiligen 
Romuald aus Ravenna zu Camaldoli in Toskana, 
â– l- 1027. 

Wappen: Kreuz aus Krone auf Dreiberg. 
Oesterreich : Josefsberg, auf dem Kahlenberg bei Wien. 




Exlibris des Klosters St. Bluiiüi {IT 



c. Cislersienser-Orden: 
Gestiftet von Robert Abt zu Molesme 1098 in einer 
Einöde Namens Cisteaux (Cisterzium) bei Dtjon; der 
heilige Bernhard erwarb sich grosse Verdienste um 



304 Allgemeines. 

den Orden, der allein 72 Klöster gründete; im 
ganzen gab es 2000 Abteien der Cisterzienser. 

Wappen: (Lilienschild von Frankreich, belegt mit 
Herzschild Altburgunds, sechsfach schrägrechts ge- 
streift, bordiert). Meist nur der geschachte Rechts- 
balken der Cisterzienser. 

Deutschland: Aldersbach und Raitenhaslach in Bayern, 
Waldsassen in der Oberpfalz, Bildhausen in Franken, 
Salem in Baden, Lützel imElsass, Eberbach im Rhein- 
gau — siehe Abbildung S. 305 ; in einem Schilde die 
Wappen der Cisterzienser, des Klosters und des 
Abts; Altenberg im Herzogtum Berg, Lockum in 
Hannover, Heinrichau und Leubus in Schlesien. 

Oesterreich: Hohenfurt, Heiligkreuz im Wienerwald, 
Neuberg, Plass, Mariabrunn bei Saar, Reun, Säusen- 
stein (Gottesthal). 

d. Praemonstratenser-Orden (auch Norbertiner). 

Gestiftet 1121 vom heiligen Norbert, Chorherm aus 
Xanten, auf einer ihm vom Himmel vorbezeichneten 
Wiese, Kloster Pr^montrd — pratum monstratum 

— in der Nähe von Coucy, Frankreich; einst 1500 
Abteien. 

Wappen : 2 gekreuzte Abtsstäbe — auch Kreuze 

— in lilienbestreutem Feld. 

Deutschland: In Bayern: Neustift (Neuzell), Oster- 
hofen a. d. D., St. Salvator bei Passau, Schäftlam, 
Steingaden; in Schwaben: Kirchbirlingen, Roggenburg, 
Roth (Mönchsroth) — siehe Abbildung S. 306; Greif 
und Fisch bilden das Klosterwappen, während der 
Abt, Hermann Vogler, nach einem zweiten Exlibris 
einen Falkonier mit Falken auf der Hand (reden- 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— iq. Jahrh. 305 




Exlibris D. Michael Schnock von Kiedcrich. Abt von Ebeibacb (17. 



306 Allgemeines. 

des Wappen) im Schilde führt, welchen Vogel der 
Stecher in ganz unheraldischer, aber damals zeit- 
entsprechender Weise an einem Bande ins erste 




Feld fliegen lässt, um so 4 Schildfelder herauszu- 
bekommen; Ursperg — vgl. Abbildung S. 307, Kloster- 
(Urs = ursus = Bär, auf Berg = Ursperg) und Abts- 
schild — ; Weissenau — Abbildung oben S. 155 — ; 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 307 

in Franken : Oberzeil a. Main — vgl. Abbildung 
S. 308, mit originellen Sprüchen, die sich auf das 
Bucherausleihen beziehen, Kloster-, Abts- und Ordens- 
schild — ; Sayn — vgl. Abbildung S. 309; die Säge 




Ursperg (17 • •). 



bezieht sich auf den heiligen Simon, von dem die 
Sayner Kirche eine Reliquie, einen Arm, besitzt; 
Steinfeld im Rheinland. 
Oesterreich : Geras, Klosterbruck (Luca), Schloegl 
— vgl. Abbildung S. 310; die Schlägel im 3. Felde 
sind redende Wappenbilder, 



308 



Allgemeines. 



rf. Regulierte Chorherren vom heiligen Augustin. 
Sie führen meist ihren Ursprung auf den heiligeo 
Augustin, \ 430, zurück; von Papst Alexander IL 
Ende des 11. Jahrhunderts nach Rom, Archibasilika 




Lateranensis, berufen, bezw. von Papst Benedikt XU. 
1359 mit Vorschriften versehen. 

Wappen: Das am Giebel der Laterankirche zu 
Rom befindliche Mosaikbild, das Haupt des Erlösers 
in einer Raute auf quergestreiftem Schilde. 



Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15, — 19. Jahrh. 3^9 

Deutschland : In Bayern : Au (München), Augsburg (St. 
Georg), Baumburg, Diessen — s. Abbildung S. 311; 
Kloster- (Schildbilder umgekehrt wie im Schild des 




nahen Klosters Andechs) und Abtsschild ; Dietramszell, 
Herren-Chiemsee, Högelwörth — s. Abbildung S. 312; 
Kloster- und Abtsschild, J. B. P. H. = Johannes 
Baptista Praepositus H oegel werden sis ; Fölling — 



310 



s. AbbildungS. 313; eine der bedeutendsten Klosterbib- 
liotheken, umfasste So 000 Bände, selbst spaniscbei 




Exlibris des Klosters Schlögl (I69S). 

und porti^iesischer Litteratur, Kloster- (sieb aui 
eine Sage beziehend) und Abtsschild ; Rebdorf, Rohr, 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, '5-— 19. .lahrh. 3 1 1 

Rothenbuch (Raitenbuch), St. Nikolaus bei Passau, 
Stadtamhof, Weyarn. 
In Schwaben: Augsburg (Heiligkreuz und St. Georg), 
Wengenbei Ulm — s. AbbildungS. 3 1 4, mit dem Spruch 
des heihgen Augustin: »Tolle, lege* = Nimm und 
lies!, und den Wappen: i. Abt Nikolaus I. Bucher 
(Buch, redend), 2. Grafen von Werdenberg, 3. Grafen 



Adßibliatliecain CanoniaReeularumDiefleii. 




Exlibris des Klosters Diessen. Von 



von Helfenstein; Wettenhausen; ferner: Breslau, 
Schlesien, und Offenburg in Baden, Chorfrauen. 
Oesterreich: Gars, Graz, Herzogenburg, Neustift bei 
Brixen, Olmütz (Stift Allerheiligen), St. Andrä a. d. 
Traisen, St. Florian, Pöllau, Vorau, Wien (St. Se- 
bastian und Rochus, sowie Abtei St, Anton). 

/. Trinitarier, den regulierten Chorherren zuzuzählen, 
jedoch eigener Orden; beschuhte Trinitarier. 
Gestiftet 11 98 von französischen Einsiedlern Johann 
von Matha und Felix von Valois; Orden zur Los- 



kaufung und Befreiung christlicher Gefangener aus 
der Sklaverei der Ungläubigen. Eine Abzweigung, 
ärbarfüsser, erfolgte 1594 durch eine Reform 




HÖEclwörtli (L725). 



des Johanu Baptist de la Conception unter den 
spanischen Trinitariern. 

Wappen: Kein besonderes (Kreuz). 
Oesterreich: Pressburg und Wien. 
g. Dominikaner, fratres praedicatores, Predigermönche. 
Gestiftet vom Spanier Dominicus (Domingo) de Guz- 
man 12 15 zu Toulouse; die Dominikaner waren 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — tg.Jahrh. 3'3 




Exlibris des Klosters Polling. Von F. X. Jungwirlh (17«|. 



4 Allgemeines. 

überall als treue und bissige »Hunde des Herrent 
— domini canes — gefürchtet und respektiert; zur 
Zeit der Inquisition spielten sie eine blutige Rolle. 




WengEn (1785). 



Wappen : Schwarze Cappa (Mantel, Ordenstracht) 
in weissem Feld (häufig nur wie eine weisse Spitze 
in schwarzem Feld), belegt mit Stern ; unten ein 
Hund, mit brennender Fackel im Maul auf einem 
Buch ; Hund und Fackel beziehen sich auf eine 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 3 I 5 

Vision der Mutter des heiligen Dominik, der träumte, 
dass sie einem HUndlein (domini canis) das Leben 
schenken werde, das eine brennende Fackel im 
Maul trage, womit es die Welt erleuchten werde. 
Deutachland: In Bayern: Eichstätt, Mediingen, Regensburg 
— vgl. nachstehende Abbildung, Dominikanerwappen 




Regensburg. Von J. i 



Fridrich (IT..). 



unter Papsttiara , Kardinalshut , Erzbischofsmütze, 
Papstkreuz und Kreuzstab — ; in Schwaben: Augs- 
burg, Kirchheim a. d. Mindel ; in Franken : Würzburg ; 
in Württemberg: Wimpfen; in Schlesien: Breslau. 
Oesterreich: Bozen und Neudorf (Neovilla), 



3 1 6 Allgemeines. 

//. Franziskaner y auch Minoriten. 

Gestiftet 1240 von Giovanni Bernardone, dem heiligen 
Franz von Assissi (wegen seiner Gewandtheit in der 
französischen Sprache: Franzesco, daraus Franziscus). 
Wappen: Aus Wolken ein nackter Arm (Christi) 
mit dem bekleideten Arm (des heiligen Franziscus) 
sich kreuzend, dazwischen strahlendes Kreuz. 

Deutschland : In Bayern : Ingolstadt, Landshut, München, 
Regensburg, Würzburg; in Franken: Brückenau 
(heiliger Berg Sinai), Hammelburg ; in Baden : Rastatt ; 
in Hessen: Fulda, Frauenberg; im Rheinland: 
Nonnenwerth; in Schlesien: Breslau, Goldberg; im 
Elsass: St. Ottilien (Frauenkloster). 

Oesterreich: Bozen. 

/. Kaptiziner: 

Abzweigung der Franziskaner (gegründet vom heiligen 
Franz von Assissi), gestiftet 1525 von Matthaeus 
B aschin in Urbino; die Kapuziner bilden das Prole- 
tariat unter den Mönchen. 

Wappen: Wie das der Franziskaner. 

Deutschland: Breslau. 

Oesterreich : Innsbruck. 

k. Minimen (die Geringsten, Mindesten) oder Paulaner. 

Gestiftet 1435 vom heiligen Franz de Paula, einem 

kalabresischen Franziskaner. 

Wappen: Des Stifters Hauptwort »Charitas«, das 

ihm Engel vom Himmel gebracht haben sollen, in 

Strahlenkranz. 
Deutschland: München. 
Oesterreich-Ungarn : Pest. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 3 17 

/. Karmeliten (Discalceati = Unbeschuhte; doch gab es 

auch beschuhte). 

Gestiftet 11 56 vom Kreuzfahrer Berthold Graf von 
Limoges in der Höhle des Propheten Elias auf dem 
Berg Karmel in Palästina. 

Wappen: Kreuz aus Spitze, beseitet von 3 Sternen. 

Deutschland: Augsburg, Metz, München, Regensburg, 
Würzburg in Bayern; Wohlau in Schlesien. 

m, Augustiner (= Eremiten). 

Geschaffen von Papst Innocenz IV. 1244 durch Ver- 
einigung mehrerer in Italien bestehender Einsiedler- 
genossenschaften nach der Regel des heiligen Au- 
gustin. Aus der sächsischen Kongregation dieser 
Augustiner stammt bekanntlich Dr. Martin Luther. 
Wappen: Attribute des heiligen Augustin, wie 
Buch mit »T. L.« — Tolle, lege (Nimm und lies!), 
Herz, Hirtenstab, Pfeil, Gürtel. 

Deutschland: In Bayern: Aufkirchen und München. 

Oesterreich: Korneuburg und MüUn in Salzburg. 

n. HieronymitcHy Eremitenkongregation. 

Einsiedler unter dem Schutze des heiligen Hieronymus ; 
gestiftet c. 1370 vom portugiesischen Franziskaner 
Vasco und dem Spanier Pater Ferdinand Pacha in 
der Nähe von Toledo. 
Wappen: Keines. 

Deutschland: München. 

0. Karthäuser, 

Strengster Einsiedlerorden, gestiftet vom heiligen Bruno, 
Kanonikus zu Köln, 1084, in einer Einöde des 



3 1 8 . Allgemeines. 

Departements Is^re, die berühmte Chartreuse (Kar- 
thause) bei Grenoble. 

Wappen: Unter 7 Sternen Weltkugel mit Kreuz 
(auch Reichsapfel). 

Deutschland: Buxheim in Schwaben, woher die 
ältesten deutschen Exlibris stammen. 

p. Servilen. 

Servi Mariae Virginis, Knechte der Jungfrau Maria; 
gestiftet 1233 von 7 reichen Kaufleuten von Florenz 
auf dem Monte Senatorio. 

Wappen: S M = Sancta Maria, unter Krone, 
aus der 7 Lilien (bezugnehmend auf die 7 Stifter) 
hervorkommen. 

O esterreich : Volders in Tirol, und Wien in der 
Rossau. 

q. Barmherzige Brüder^ auch Hospitaliter. 

Dieser barmherzige Krankenpfleger-Orden wurde vom 
heiligen Juan de Dio (Johannes von Gott) 1540 zu 
Granada, Spanien, gestiftet. 

Wappen : Granatapfel mit Kreuz (nach der Legende, 
die Stimme Gottes habe gesprochen: Granada wird 
dein Kreuz sein) ; ersterer ist das Sinnbild für barm- 
herzige Liebe, und bezieht sich zugleich auf den 
Stiftungsort Granada. 

Oesterreich: Wien. 

r. Piaristen. 

Patres scholarum piarum, Väter der frommen Schulen. 
Gestiftet 1 597 zu Rom vom heiligen Josef von Cala- 
sanza, einem grossen Verehrer Marias. 

Wappen: Namenszug Marias unter Krone und 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 3^9 

Kreuz; unten 2 Monogramme, eine Kürzung der 
griechischen Worte: »Mutter Gottes«. 
Oesterreich: Nikolsburg und Krakau. 

s. Theatiner^ auch Cajetaner. 
Gestiftet von Johann Peter von Caraffa, Bischof von 
Theate, und Cajetan von Thilene (Venedig), 1524. 
Wappen: Kreuz auf Dreiberg. 
Deutschland: München. 
Oesterreich: Salzburg. 

/. Jesuiten^ Gesellschaft Jesu. 
Gegründet von Don Inigo Lopez de Recalde aus dem 
Hause Loyola, Spanien, 1538, bestätigt 1540. 

Wappen: In Strahlenkranz Namenszug Christi, 
J. H. S., mit Kreuz und den 3 Nägeln aus dem 
Leiden desselben ; Erklärung der Buchstaben J. H. S. 
vorstehend S. 298, 299. 

Deutschland: Ingolstadt, München in Bayern, 
Würzburg in Franken, Mannheim in Baden, Mainz 
in Hessen — vgl. Abbildung S. 320; Donatoren-Exlibris 
zur Bücherschenkung des Mainzer Erzbischofs Daniel 
Brendel von Hohenburg, 1558; oben Jesuitenzeichen, 
unten Wappen des Erzbischofs, geviert von Mainz 
und Brendel von Hohenburg, aussen 4 Ahnenschilde : 
Brendel von Hohenburg, von Riedesel, von Knigge (?), 
von Carben — , Fulda in Hessen, Strassburg im 
Elsass, Leipzig in Sachsen, sowie St. Cyrillus und 
Methodius, unbekannt wo? 

Oesterreich-Ungarn: Linz(Freinberg) und Pressburg. 

Anmerkung: Eine Spezialität hinsichtlich der Kennzeichnung 
von Jesuitenbibliotheken findet sich in München, Augsburg und 
WürzbuTg, indem sämmtliche Bücherrücken von oben bis unten mit 
weissem Kalk überstrichen wurden, eine Uniformität, die auch mit 
dem Prinzip der Jesuiten: »Ut omnes unum« zusammenhängt. 




Ex libcraliraccReuercndils. atq^ 

lUultrik CXiinini, Domi.Da&iclis Arcbirpifa^ 
& Pnnapis£lBftorisAl<^;nmuu^&c 

Eillbris des Jesuiten -Kl osters zu Mainz. 
Doiutorcncxlibns Daniel Brendel von Hohenburg. Enbisdiof von Mainz {155S). 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 32 I 

Vorstehend gen. Orden gehören zu den Möncks-Orden; 
von geistlichen Ritter-Orden sind jedoch ebenfalls 
Exlibris zu verzeichnen: 

. Der souveräne Ordert des heiligen Johannes von 
'erusalem, Johanniter y Hospitaliter y Malteser; Jeru- 
salem, Cypern, Rhodus, Malta, Rom und Wien. 

Gegründet zu Jerusalem 1048 von Kaufleuten aus 
Amalfi, seit 11 19 geistlicher Ritter-Orden. 

Wappen : In Rot ein silbernes Kreuz, hinter dem 
Schilde ein 8 spitziges silbernes Kreuz. 

2 Exlibris der Bibliothek der Kanzlei dieses Ordens 
in Wien, sowie für das Grosspriorat von Böhmen, 
1899 und 1900; von Ernst Krahl, Wien. 

V, Der hohe deutsche Ritter-Orden, 

Gegründet von frommen Deutschen 11 28 als Pilger- 
haus, »Deutsches Haus« in Jerusalem; bei der Be- 
lagerung und Eroberung von Ptolemais (Acca, Accon) 
erwarben sich deutsche Kaufleute aus Lübeck und 
Bremen grosse Verdienste um die Pflege verwun- 
deter und kranker Landsleute; bestätigt als geist- 
licher Ritter-Orden von Kaiser Heinrich VL und 
Papst Coelestin IIL 1191. Hauptsitze: Marienburg 
in Preussen, Mergentheim und Wien. 

Wappen : Schwarzes Kreuz in Silber, bezw. Jeru- 
salemerkreuz und der alte deutsche Reichsadler auf 
der Herzstelle des Schilds ; das Jerusalemer Krücken- 
kreuz verwandelte sich allmählich in ein Lilien- 
stabkreuz. 

Kommende Wien; Bibliothek, gesammelt vom 

Kommendator Karl Borromeus Reichsgraf von CoUo- 

21 



redo; Kommende Linz; gesammelt vom Kommen- 
dator Johann Josef Philipp Reichsgraf von Harrach 

€oc Hbris Commenda j[ncer]Sis 
Ordinis öeutomd 




(Xprimo hi^ CommerAcäore 

Joanne Sosepho9'h^poS.3i.(I. 

Cotnxte Je JfarracKetXorau 

Collect« . 



— vgl. vorstehende Abbildung; der Harrachsche 
Schild auf dem Deutschordenskreuz — ; beide Ex- 
libris vom 17. Jahrhundert, 



Exlibris von Klöstern u, Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 323 

Land komm ende Gumpoldskirchen, 1894, von Hugo 
Gerard Stroehl, Moedling-Wien ; Simson, den Löwen 
zerreissend. 



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is der Collcgiat- Kirche i 



Ordensbibliothek zu Wien, sowie für die der 
Deutschordensschulen , Spitäler , Konvente und 
Schwesterhäuser; Geschenk -Exlibris des Hoch- und 
DeutschmeistersErzherzogEugenv. Oesterreich, 189S. 



324 Allgemeines. 

IV, Sonstige geistliche Institute und Gemeinschaften j die 

Exlibris hatten: 

Deutschland : 

Berlin: Konsistorium der französischen Kirche zu 

Berlin, 189^. 
Magdeburg: Metropolitankirche St. Moritz, 1597. 
Breslau: Matthias-Stift 17..; St. Vincenzstift 17..; 

Bibliothek zu St. Maria Magdalena, Memorien- 

zeichen, 1579. 
Stralsund: Kirchenbibliothek St. Nicolai, 18.. 
Culm-Pelplin^ Westpreussen : Priesterseminar, 18 . . 
Lüneburg: St. Michael, katholische Abtei bis 1532, 

protestantische Abtei bis 16 = 5, Ritterschule bis 

1850; 17 .. 
Halle: Tholuck, evangelisches Theologenstift. 
Fritzlar: St. Peter, ursprünglich Benediktinerkloster, 

dann weltliches Chorhermstift, 16 . .; siehe Abbildung 

S. 323; St. Peters Papsttiara und Himmelsschlüssel. 
Aachen: Kollegiatstift der heiligen Jungfrau, 17.. 
Mariaberg: am Rhein oder in Tirol, 17.. 
München: Gregorianum, 1636; Bibliothek des kgl. 

bayrischen Oberkonsistoriums, 18 . . 
Augsburg: Domkapitel 16..; evangelisches Kolleg, 

c. 1760 — Abbildung oben S. 249 — ; grössere 

lateinische Kongregation der heiligen Jungfrau Maria, 

I7-.*)- 
Eichstätt: Domkapitel, c. 1680. 

Freising: Domkapitel, 1770; erzbischöfliches Klerikal- 

Seminar, 17..; erzbischöfliches Priester-Seminar, 17.. 

Dillingen: Seminar St. Franz Sales, 17 . . 



*) Abgebildet: E, L. Z. VI. S. 46. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh 325 

Wiirsöurg: Klerikal-Semioar zum guten Hirten, 17.. 
Schwabhausen bei Kaufering: Kapitel der Welt- 
kleriker dieses Dekanats, c. 1790. 




Speyer: Bischöfliche UibHothek, 17.. 
Ellwangen, gefürstete Propstei, Ritterstift, 17 . . 
Buc/iau, freiweltliches Frauenstift, 17.., vgl. obige Ab- 



3 20 Allgemeines. 

bildung: Familienwappen der Reichsfürstäbtissin 
Maria Theresia, gebomen Gräfin von Montfort (1693 
bis 1 730), mit Fürstenkrone der Abtei und Schwert 
des Blutbanns. 

Amlishagen : Kirchenbibliothek, 17.. 

Freiburg /. Br.r: Kollegium St. Rosarius, 17.. 

Vacha^ Hessen: Kirchenbibliothek, 1672, von Martin 
Hailler, Frankfurt a. M. 

Oesterreich : 

Wien: St. Dorotheen, 1624 (lateranensisches Chor- 
herrenstift). Erzbischöfliches Klerikal-Seminar, 17.., 
18 . . 

Maria Taferl^ 17 • • 

Spital am Pyrrhn , weltliches Kollegiatstift, 17.. 

Trient: St. Bernhard ausserhalb Trient, 17 . . 

Brixen: Geistliche Hofbibliothek, c. 1580. 

Innsbruck: Erzbischöfliches Stift und Regulhaus; vgl. 
Abbildung S. 327; österreichischer Schild; 17 . . 

Hall in Tirol: Adeliges Damenstift, 16 . . 

Prag: Kollegium St. Bernhard, c. 1725. 

Kolocza: Kapitel der Metropolitankirche, 17 . . 

Schweden: Stockholm: Deutsche St. Gertrudsgemeinde, 
189 . . 

Anmerkung: Die Exlibris von Athten und Aehtissinen sind, 
weil nicht direkt persönlich, sondern dem Kloster angehörig, hier 
unter »B. Kloster-Exlibris« zu zählen, und nicht unter >C. Exlibris 
geistlicher Personen«. 

Eine Reihe von Abbildungen von Kloster-Exlibris 
sind in den vorhergehenden Kapiteln III. bis VIII. ge- 
geben, weshalb hier nur darauf verwiesen wird: S. 40 
Nieder- Altaich, S. 139 Benediktbeuern, S. 154 Tegern- 



Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15.-19. Jahrh. 327 

see, S. 155 Weissenau. S. 178 — 179 Beilage und 179: 
2 Chiemsee, S. 1S2 Tegernsee, S. 184 Seeon, S. 249 
Koileg Augsburg*). 

An sonstigen Kloster-Exlibris können wegen ihrer 
Darstellung noch folgende erwähnt werden: 

Würeburg, Benediktinerabtei St. Stefan, Abt Jodocus 

Zimmermann ; 3 Holzschnitt - VVappenexlibris von 

1522, 1548 und 1558 mit Versen**). 




Sthäftlarn^ Benediktinerkloster, Propst Johann Ecker, 
Holzschnitt , 1 545 ; redendes Wappen : Egge im 
Schild. 

•) In der E. U Z. I.— X. sind ebentalls zahlreiche Kloitet. 
Exlibris abgebildci. 

'») Alle drei abgebildel: E. L. 7.. X. S. 34—36. 



328 Allgemeines. 

Augsburgs heilig Kreuz, regulierte Chorherren, Propst 
Georg, c. 1567; 2 kolorierte Holzschnitte; 2 Engel 
mit Wappen und dem Schweisstuch der heiligen 
Veronika *). 

Thierhaupten^ Benediktinerstift, Bayern, 1587; knieen- 
der Engel mit Abtsschild (B. G. A. = Benedikt 
Gangenrieder Abbas), Kreuz in Herz und dem 
redenden Klosterschild, Haupt eines »Tieres« 
(== weibliches Rotwild); hier abgebildet (S. 329). 

MainZj Benediktinerkloster St. Jakob, Abt Jakob Keim, 
Kupferstich, 1608; Wappen unter Mitra, Krumm- 
stab, Pilgerstab mit Pilgermuschel; letztere beide, 
weil der Träger eine Pilgerfahrt nach Jerusalem 
unternommen hatte. Abgebildet : In K. Burgers Leip- 
ziger Exlibrissammlung 41. 

Bozen, Franziskanerkloster, 16.., auf dem dargestellt 
ist, wie von einem Kruzifix in den Wolken die 
Wundmale Christi durch Linien mit den entspre- 
chenden Körperstellen des knieenden heiligen Fran- 
ziskus verbunden sind. 

St, Josef sberg , Camaldulenser , auf dem Kahlenberg 
über Wien, c. 1680; Ordenswappen nebst Josef 
und Maria, das Christuskind in der Mitte, mit 
Glorien. 

Häusefistein (Vallis Dei = Gottesthal), Cisterzienser- 
stift , Niederösterreich , 17.., Seitens tetten , Bene- 
diktinerstift, Oberösterreich (3 Exlibris) und Ebers- 
heimmünster^ Eenediktinerstift, Elsass, 17 . ., sind 
besonders gut in ihren Rokokorahmen und Engels- 
köpfchen mit Mitra. 

*) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 16. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 329 

Augsburg, Domkapitel, 16.., und Freising, Dom- 
kapitel, c. 1770, enthalten auf einem Halbmond die 
Madonna mit Jesuskind in Strahl englorie. 




(libris Thicrhaupten, Abt Benedikt Oangenrieder 



Auf den Exlibris der Benediktinerslifte Secon und 
Tegernsee in Bayern, 1634 und 1700 (Abbildungen 
S. 184 u. 182), und Augsburg, Reichsabtei St. Ulrich 



330 Allgemeines. 

und Afra, 17 . ., sieht man die Ortsheiligen St. Lam- 
bertus und St. Benedictus, St. Benedictus und St. 
Quirinus, St. Ulrich und St. Afra. 

Salzburgs Benediktinerstift St. Peter, 2 Exlibris von 
1636; ein Gärtner begiesst einen Pflanzengarten, 
worauf sich auch der Spruch »Conservando cresco« 
bezieht. 

Die Exlibris des Prämonstratenser-Reichsklosters Roggen- 
burgy Schwaben, von 17 13 und 1735, weisen be- 
sonders reiche Barockrahmen auf; bei dem von 1753 
sieht die Madonna mit Sternkranz und Lilien nach 
oben durch eine offene Krone. 

Die 3 Exlibris St. Florian , Benediktinerstift, Ober- 
österreich, c. 1754, 55 und 66, sind besonders fein 
gestochen; Kloster- und Abtswappen. 

Die Exlibris Kremsmünster ^ Benediktinerstift, Ober- 
österreich, von 1893, geben die dortigen prächtigen 
Rokoko-Bibliotheksäle genau wieder. 



C. EXLIBRIS GEISTLICHER PERSONEN. 

Gleich der vorigen Abteilung bieten die Personal- 
Exlibris deutscher und österreichischer Geistlicher vom 
Erzbischof bis zum einfachen Pfarrer und Mönche ein 
überaus reiches Feld zur Betrachtung. Ist hier die Ab- 
wechslung in der Darstellung auch keine allzugrosse, so 
ist doch auch hier wieder Gelegenheit genug, die Tech- 
niken und Zeichenmanieren von 4 Jahrhunderten zu 
studieren, sowie die Verfeinerung und das Sinken des 
Geschmacks mit den Einflüssen der Zeit zu beobachten. 

Das Wappen ist bei Geistlichen vom Ende des 15. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 33 ^ 

bis zu dem des 19. Jahrhunderts der Hauptschmuck des 
Exlibris geblieben, sowohl als ererbtes Familien- oder 
als von der einzelnen Person erst neuangenommenes, 
meist nicht erst ausdrücklich verliehenes Personalzeichen ; 
liegt hierin einerseits ein gewisser Stolz, so muss auch 
anderseits bedacht w^erden, dass sich nichts dekorativ 
so gut verwenden Hess, als ein mehr oder weniger reich 
ausgestattetes Wappen ; auch wirkte es z. B. bei Kirchen-, 
Kapellen-, Kloster- oder Annexbauten über Portalen, 
an Triumphbögen und Pfeilern im Kircheninnern , an 
Kirchengestühl, in Glasfenstern, als Zeugnis für den be- 
treffenden geistlichen Bauherrn jedenfalls besser, wie eine 
nüchterne alleinige Buchstabeninschrift, die weit weniger 
gelesen, als solch ein Wappenzierstück besehen wurde. 
Was lag näher, als dieses dankbare Motiv des Schmucks 
der Umgebung auch auf die den Besitz oder Spender 
und Käufer meldenden Bibliothekzeichen auszudehnen, 
die noch nach Jahrzehnten und Jahrhunderten den geist- 
lichen Besitzer eines Buches verkündeten. Da zu allen 
Zeiten ein grosser Teil der Geistlichkeit sich weniger 
mit Seelsorge, als mit tiefem, eifrigem Studium bcfasste, 
so kann man auch schon aus den zahlreich erhalten ge- 
bliebenen Exlibris derselben ersehen, wie viele Privat- 
bibliotheken in diesem Stande vorhanden waren. Häufig 
gingen diese Büchersammlungen nach dem Tode der Be- 
sitzer als Erbe an Klöster, und nach deren Säculari- 
sation an Staatsbibliotheken über ; doch wurden sie auch 
an Verwandte vererbt oder an Bücherhändler, Biblio- 
philen etc. verkauft. Die Worte »Habent sua fata libellii: 
treffen besonders bei den IHlchern von Geistlichen zu; 
denn erstere haben oft merkwürdige Wanderungen im 
Laufe der Jahrhunderte hinter sich. 



33^ Allgemeines. 

Aus den frühen Zeiten, in denen mancher Kirchen- 
fürst noch selbst bewehrt in den Kampf zog, blieb es 
anfangs noch Sitte, dass sogar bei geistlichen Personen 
der Wappenschild noch vom Helme überragt wurde; 
Theologen, von denen man annehmen kann, dass sie 
nur mit Mund und Feder, aber nie mit Helm und Schild 
gekämpft haben, führten nach alter Wappensitte getrost 
den Turnier-, Stech- oder Spangenhelm über dem Schilde. 
Im i6. Jahrhundert machte man insofern Konzessionen 
an die Ausdrucksweise des geistlichen Standes, dass 
man als Zimier einen geistlichen Hinweis anbrachte; so 
führt das Exlibris Martin von Schaumburg, Fürstbischof 
von Eichstätt, c. 1560, über dem vom Bistums- und 
Familienwappen gevierten Schild ausser dem Familien- 
helm noch den Bistumshelm, einen Arm, der einen 
Krummstab emporhält. 

Doch kam bereits Anfang des 16. Jahrhunderts die 
Sitte auf, an Stelle des alt- und reinritterlichen Helms, 
die mehr zum Stande passende Mitra über dem Schild 
anzubringen , oder man setzte neben oder zwischen die 
Helme des Familienwappens die Mitra des geistlichen 
Standes. 

Die Bischofs- oder Erzbisch ofsmitra ist oft sehr 
kostbar dargestellt und mit Edelsteinen, Perlen, Pilger- 
muscheln, Stickereien, Heiligenfiguren, Madonnen u. s. w. 
geziert. 

Anstatt der Helme sieht man auch manchmal merk- 
würdige Stellvertreter, nämlich Todtenschädel, die auf die 
Vergänglichkeit des Irdischen hinweisen; als Zimier 
findet man hier die Sinnbilder für Zeitlichkeit und 
Ewigkeit, Stundenglas und Schlange, die sich in den 
Schweif beisst. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh- 333 

Um aber die Würde eines höheren Geistlichen ge- 
nauer erkennen zu lassen, brachte man auch schon An- 
fang des 16. Jahrhunderts an Stelle der Helme oder 
Mitren oder oberhalb der letzteren die breitkrämpigen 
Hüte an, wie sie in Wirklichkeit bei besonderen Ge- 
legenheiten von höheren Geistlichen getragen wurden, und 
die sich durch die Anzahl der von ihnen beiderseits herab- 
hängenden Quasten unterscheiden. Wie oben schon S. 38 
bemerkt, hat in der Regel (Ausnahmen giebt es bei 
Allem) der (rote) Kardinalshut unten auf beiden Seiten 
je 5 (Summa: je 15 rote) Quasten, .^Fiocci*, der (grüne) 
Erzbischofshut je 4 (Summa: je 10 grüne), der (grüne) 
Bischofshut (auch meist der der apostolischen Proto- 
notare, hier violett) je 3 (Sa: je 6 grüne). Hat diese 
Gruppierung auch etwas Einförmiges, so war sie doch 
ein augenfälligeres Erkennungszeichen der Würde des 
geistlichen Wappenherrn. 

Der der Geistlichkeit gebotenen Demut entsprach 
es zwar nicht, wenn das Gesammtwappen auch noch mit 
— den auch auf Exlibris vorkommenden — stolzen 
Wappenmänteln, Wappenzelten, Kronen, die sich auf 
die weltliche Würde bezogen, nebst den zugehörigen 
geistlichen Mitren, Hüten, Stäben, Kreuzen u. s. w. aus- 
gestattet war; man muss aber dabei an den zeitgeviässen 
Prunk und Glanz geistlicher Höfe denken, der im 17. 
und besonders im 18. Jahrhundert entfaltet wurde, und 
mit dem die Kirchenfürsten damab auftreten mussten. 

Mit dem Personalwappen wurde häufig in einem 
Schilde geviert oder in 2 Schilden nebeneinander das 
Diöcesanwappen vereinigt; meistens stammten die höhe- 
ren geistlichen Würdenträger aus altadeligen Familien, 
deren zweit- und drittgeborene Söhne, mangels der Erb- 



334 Allgemeines. 

Schaftsgelegenheit in der Besitznachfolge, in den geist- 
lichen Stand eintraten; hatte es ein solcher adeliger 
Kanonikus schliesslich weit gebracht, so finden wir um 
sein Wappen herum auch noch 4 oder mehr Almen- 
Wappen; waren ja viele Stiftsstellen von Ahnenproben 
abhängig. 

Kronen, namentlich bei kurftirstlich-erzbischöflichen 
Wappen-Exlibris, sowie Orden fehlen ebenfalls nicht als 
Ausschmückung. 

Zuthaten, wie wir sie schon bei den Kloster-Exlibris 
kennen lernten, wie Krummstäbe, Vortragskreuze, das 
Schwert des Blutbanns hinter dem Schilde, erhöhten den 
Gesammteindruck der Darstellung; Krummstäbe allein 
wurden durch die Mitren hindurchgesteckt; diese Krumm- 
stäbe sind in ihrem oberen Teil äusserst mannigfaltig 
gestaltet, je nach dem herrschenden Stile, und für den 
Kunsthistoriker recht interessant; üppiges Blatt- und 
Ranken werk wechselt mit hineingeschnitzten oder ge- 
triebenen Figuren, z. B. Madonna mit Jesus, Kreuz- 
gruppen etc. 

Da, wo man einmal aus der einfachen Wappendar- 
stellung heraustrat, namentlich im 18. Jahrhundert, findet 
man auch Heilige als Schildwächter oder in der Um- 
rahmung des Wappens wiederum die Mutter Gottes, 
die Kreuzigungsgruppe, Engel und symbolische Figuren, 
doch letztere verhältnismässig seltener als bei Exlibris 
von Privatpersonen. Auch Porträt-Exlibris geistlicher 
Herren sind bekannt, von katholischen wie protestantischen. 

Allegorien sind natürlich auch anzutreffen, so das 
Herz auf dem Amboss und unter dem Hammer, Sonne 
und Sonnenblume u. s. w., und namentlich in den 
Schilden der selbstgewählten, für die betreffende Person 



Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 335 

allein angenommenen Wappen: Herzen, Lamm Gottes, 
Taube mit Oelzweig (Friede), Weintrauben (Frucht), ein- 
fache, weinumrankte Kreuze, Anker (Hoffnung), Phönix 
(Wiedererstehung), Fische, Kleeblätter, Blumen, Palm- 
zweige (Sieg, Märtyrer), Madonnen, Kruzifixe, Schlüssel 
(Petri), Kraniche (Wachsamkeit), Monogramme, wie J. H. 
(Jesus Heiland) u. s. w. 

Putten und Engelchen spielen auch auf einigen Ex- 
libris Geistlicher im 18. Jahrhundert eine Rolle; auf den 
Bibliothekzeichen der Münchner Theatinerpatres von 
Thoma und Don Ferdinand Sterzinger, 17.., hat die 
eine leyerspielende, sonst nackte Putte, um nicht zu 
weltlich zu erscheinen, sogar ein geistliches Barett auf. 

Auf einigen wenigen Exlibris sind Kirchen abge- 
bildet, zu denen der betreffende Exlibris-Besitzer in Be- 
ziehung stand. 

So Hesse sich noch manches aus den vieles reden- 
den Blättern herauslesen, doch genügt das Vorstehende. 

In den früheren Kapiteln sind Exlibris geistlicher 
Personen ebenfalls schon abgebildet, die als Illustration 
des Gesagten nachgeschlagen werden können; so auf 
S. 12: Jakob Hainrichmann^ Kanonikus, Augsburg, c. 
1520; S. 10 1 — 103 — siehe Titelblatt -— : Hiltebrand 
Brandenburgs Mönch der Karthause Buxheim, Schwaben, 
c. 1470; S. 118, 119: 2 Hektor Poemer, Propst, Nürnberg, 
c. 1521, 25; S. 128: Johann Jakob jl/^r/!e, Dr. theol., Ingol- 
stadt, c. 1590; S. i2iO:]6hdinn Maier y genannt Eck, Dr. theol. 
etc., Ingolstadt, 1 5 18; S. 149: Reinhard Graf zu Leiningen- 
Westerburg, Kanonikus, Köln, c. 1530; S. 152: Wolf- 
gang Seidl (Sedelius), Benediktiner, München, Salzburg 
und Tegernsee, 1543; S. 163: Georg Helwich, Vikar, 
Mainz, 15 . .; S. 253: Alfons Kennedy , geborener Schotte, 



5^6 Allgemeines. 

Physiker, Benediktiner vom Schottenkloster Regensburg, 
herzoglich bayrischer geistlicher Rat, Mitglied der Aka- 
demie der Wissenschaften, München, c. 1769; S. 281 : 
Heinrich Braun ^ Kanonikus, kurbayrischer geistlicher Rat, 
München, c. 1770. 

Als weitere Beispiele mögen die folgenden Abbild- 
ungen dienen : 
Johann Aegolf (Eginolf) von Knoeringefi , Bischof von 
Augsburg (S. 337), Holzschnitt, c. 1574; Feld i u. 4, 
Helm I : Bistum Augsburg, Feld 2 u. 3, Helm II : von 
Knoeringen ; Bischofsmitra mit Krummstab ; aussen vier 
Ahnenwappen: I (Vater): von Knoeringen, II (Mutter): 
von Westerstetten, III (Grossmutter väterlicherseits): 
von Seh wen dy, IV (Grossmutter mütterlicherseits): 
von Freiberg. 
Das Grossfolioblatt (135 : 211 mm) Dr. th. Otto Gereon 
von Gtitmann^ kurfürstlicher Rat und Suffragan- 
bischof, Köln, 1624 (S. 338), in eleganter Form, 
lässt auf einen guten Stecher schliessen. 
Exlibris Sebastian Denich^ Bischof i. p. i. von Almira, 
Kupferstich, 1672 (S. 339), ist ein Memorien- oder 
Gedächtniszeichen, da die mit diesem Exlibris ver- 
sehenen Bücher aus der von diesem Bischof her- 
rührenden Erbschaft (Haereditas) stammen. 
Das Exlibris des Kardinals und Erzbischofs von Wien, 
Sigismund von Kollonitz^ Kupferstich, c. 1730 (S. 340), 
zeigt die Anordnung der 30 Quasten (beiderseits je 
15, unten je 5) eines Kardinalshuts. 
Das eine der 2 Exlibris Gottfried Langwert von Sim- 
jfiern^ Suffragan, Administrator zu Regensburg (Ra- 
tisbonia), 1728 (S. 341), mit schönem Spruch und 
charakteristischem Aufbau im Barockstil. 



Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15.-19. Jahrh. 337 

Das Exlibris Klemens August Herzog von Bayern, 
Kurfürst-Erzbisckof von Köln, ist unten im 11. Theil 6. 
abgebildet und besprochen. 




JOANNES EGOLPHVS 

EX FAMILIA NOBILIVM 

A Kmoekincen, Electvs 

sc confirmatus Epifcopus 

Auguftanus. 

Exlibri» Johann Aegolf von Knöringen, Bischof von Augsburg {.circa 157«. 



Das Grossfolio-Exlibris (145 : 230 mm) Josef Klemens 
Hersog von Bayern, Kurfürst-Ersbischof von Köln 



338 







Eilibris Dr. Ollo Gereon 



, Suffraean- Bischof von Köln (1624). 



Exlibris von Klüstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 339 

(1688), Bischof von Freising {1685), von Regens- 
burg (1695), von Lüttich (1694), Hildesheim {1702), 




Kupferstich, c 1710,(8.342) enthält unter Kurfürsten- 
krone (»Kurhut«) im Herzschiid die gevierten Felder 



Allgemeines. 



\ 







I, Enblschof von Wicr 



n Klöstern u. Gciatlichei 



Bayern und Pfalz, im Rückschild die Felder: i : Kur- 
köln, 2 : Herzogtum Westfalen, 3 : Herzogtum Engern, 




4; Grafschaft Ahrensberg; das Original dieses Bib - 
liothekzeichens rührt aus einem Prachtbande her. 




I05EPHVS CLEMENT DEI GPATIA 
E.LECTÜB. CÜLONLC 

Eilibris Josff Klcmrn*. Hfriof: von Bavcm, Kurfürst iintl Enbi 
von Köln (rtrCB 17mi, 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 343 

den einst König Ludwig XIV. von Frankreich die- 
sem Kurfürsten schenkte. 

Sonst noch eriuähnefisiuerte Exlibris geistlicher Per- 
sonen sind, ohne auch nur annähernd alle nennen zu 
wollen, folgende: 

Otto IV.j Truchsess von Waldburg, Graf von Sonnen- 
berg, Bischof von Konstanz, Holzschnitt, c. 1485 
bis 90; Madonna mit Jesuskind zwischen St. Kon- 
rad und St. Pelagius, oben Wappen von Konstanz, 
Sonnenberg und Waldburg, nebst 4 Ahnenwappen 
Sonnenberg -Waldburg, Werdenberg, Abendsberg 
und Heiligenberg. 
2 Exlibris Hugo von Hohenlandenberg, Bischof von 
Konstanz, 1504» von Jörg Breu, Augsburg, und c. 
1504, mit Maria, Jesuskind, St. Konrad, St. Pelagius, 
davor Wappen Konstanz und Hohenlandenberg 
geviert*). 
Johann Maier, genannt Eck (auch Eckius, aus Eck in 
Schwaben), Professor, Rektor, Prokanzler, Pfarrer 
und päpstlicher Nuntius, Gegner Luthers und grosser 
Disputator, Ingolstadt; sein erstes Exlibris von c. 
151 8 ist oben S. 130, 132 abgebildet und besprochen; 
vermutlich von Dürers Schüler Hans Springinklee; 
vielleicht vom gleichen Meister ist Ecks zweites 
handkoloriertes Exlibris, Holzschnitt von c. 1522, 
Wappen unter Nuntiushut; oben unter Guirlande 
Gott -Vater unter der Sonne, sowie Ecks Mono- 
gramm, J. M. E. T. = Johannes Majoris (für Maier) 
Eckius Theologus (oben S. 57 erwähnt); ein drittes 
— sehr fragliches — Exlibris Ecks, Holzschnitt von 

*) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 96 u. 98. 



344 Allgemeines. 

1522, enthält das Vollwappen in reich verziertem 
Renaissanceportal *). 

2 Exlibris Dr. Augustinus Marius, Weihbischof von 
Würzburg, Holzschnitte, 1521, 1522, ohne und mit 
Mitra und Krummstäben; auf Kreuz Rosenkranz, 
darin Namenszug Marius\ unten Wappen; zahlreiche 
Beigaben. 

Dr. Paul von Oberstain^ Propst, Kanzler der Univer- 
sität Wien, Archidiakon, kaiserlicher Rat, Wien, 
2 Holzschnitte, bemalt und schwarz, 1516, 1528, 
2 Schilde unter Mitra und Krummstab. 

3 Exlibris Melchior Vatli^ SufFragan-Bischof von Kon- 
stanz, kolorierte Holzschnitte, 2 von 1529, i c. 1529; 
in Nischen Wappen unter Mitra und Krummstab, 
mit Inschrift: Patronus Libri, Herr des Buchs**). 

Gregor Attgrer, Bischof von Wiener Neustadt, Propst 
zu Brixen, bemalte Holzschnitte, c. 1530***). 

Dr. th. Johann Mar back aus Lindau; Strassburg i. E., 
Holzschnitt, wahrscheinlich von Anton Woensam von 
Worms, c. 1550; symbolische Darstellung von David 
(Marbach, Glaubensstreiter) und Goliath "[*). 

Johann Baidinger , Kanonikus zu St. Andreas, Freising, 
und Seelsorger in Schierling bei Mallersdorf, kolo- 
rierter Holzschnitt, I547"i"f). 

4 Exlibris Johann Georg von Werdens tein^ Domherr 
zu Augsburg und Eichstätt; i bemalter Holzschnitt 
von c. 1558, 3 Kupferstiche, diese von Dominik 



*) Abgebildet in Warneckes Exlibris-Buch, Tafel VI, Nr. 424. 
**) Abgebildet : E. L. Z. V. S. 4 u. 1 26. 
***) Abgebildet in K, Burgers Leipziger Exlibris-Sammlang 12. 
t) Abgebildet: E. L. Z. VIII. S. 32. 
tt) Abgebildet: E. L. Z. VIII. S. 72. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 345 

Custos, 1592 u. c. 1600; Wappen; 2 davon mit 4 
(Werdenstein, Grünenstein, Argen und Freibnrg), 
bezw. 8 Ahnen Wappen. 

Johann Kaspar Neubeck^ von Freiburg, Bischof von 
Wien, Kupferstich, c. 1585; Wappen in Fruchtoval 
zwischen Maria und Johannes. 

Exlibris der Brüder Johann Hochreuter ^ Pfarrer zu 
Rothbach (bei Brück bei München), und Georg 
Hochreuter ^ Geistlicher in Passau ; Kupferstich, 1 583 ; 
in reicher Umrahmung redendes Wappen, St. Georg 
= hoher Reiter*). 

Hieronymus Hyrsen, Vikar, Oepfingen, Holzschnitt, 
vor 1581; Wappen**). 

2 Exlibris Balthasar Dorner ^ Konventuale zu March- 
thal und Pfarrer zu Munderkingen, Holzschnitte, 
1581, 1583; das von 1583 mit dem gekreuzigten 
Heiland, Sonne, Mond, 3 Engeln, dem knieenden 
Exlibris-Herren (Porträt), Wappen und den Ansichten 
von Munderkingen, Marchthal und der Altenburg; 
das von 1581: Wappen in Blattranken***). 

Melchior Kiesel^ Propst, Kardinal, Minister des Kaisers 
Matthias, Wien, 1623 ; Grossfolioholzschnitt; Wappen 
mit St. Peter und St. Paul, zwischen Inschrifts- 
tafeln f). 

Albert Lerch, Kaplan bei Unserer Lieben Frau, Mün- 
chen, Kupferstich, 1650, Wappen in engelgeschmück- 
ter Rahme. 



♦) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 53- 
♦*) Abgebüdet: E. L. Z. VI. S. 9, 10. 
*♦♦) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 8. 
t) Abgebildet in Warneckes Exlibris des 15. und 16. Jahrhun- 
derts V. Tafel ICO. 



346 Allgemeines. 

Maximilian Heinrich Herzog von Bayern^ Erzbischof 
von Köln^ Kupferstich, vielleicht von Emanuel von 
Wehrbrunn, c. 1650; unter Kurhut bayrisch-pfälzi- 
sches Wappen in Barockrahme mit Putten*). 

Georg Szelepcheny^ Erzbischof von Gran, ungarischer 
Primas, Gegenreformator, Kupferstich, c. 1670; 
Porträt in Rahme mit Wappen u. Exlibris-Inschrift. 

Heinrich Tulpen^ von Kupferberg, Dekan zu Forch- 
heim, Kupferstich, c. 1680; Wappen mit Ort und 
Bergwerk Kupferberg im Fichtelgebirge**). 

Augustiny Bischof von Spiga (i. p. i., Mysien), Haus- 
prälat des Papstes Klemens XI., apostolischer Vikar, 
Abt zu Lepsing, kurpfälzer Geheimrat etc., Kupfer- 
stich, 17 . .; Wappen mit Mitra, Hut, Stab und 
Aehrenbündeln. 

Dr. Jodocus Hermann Nunning, kurkölner Kirchenrat, 
Scholaster, dann Senior des Stifts Vreden, Historiker, 
Genealoge, Numismatiker, Topograph; Kupferstich 
von A. B., c. 1720; in Barockrahme Wappen des 
Vaters und der Mutter, einer Rabe von Canstein. 

2 Exlibris Anton Ignaz Graf von Fugger-Kirckberg- 
Weissenhorn^ Propst zu Ellwangen, Reichsfttrst, 
Kupferstiche, c. 1760; Wappen mit Inschrift, die 
seine Bücher ausdrücklich als »Bibliotheca privata« 
bezeichnet. 

Kardinal Graf von Schönborn y Kupferstich, c. 1720, 
Wappen mit guter Barockumrahmung. 

Klemens Wenzel Herzog zu Sachsen, kgl. Prinz von 
Polen, Kurfürst-Erzbischof von Trier, Bischof von 

*) Abgebildet in K. Burgers Leipziger Exlibris-Sammlung 45. 
**) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 105. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.-19, Jahrh. 347 

Augsburg; Trier; Kupferstich, c. 1785; im Herz- 
schild das Stammwappen Sachsen, im Mittelschild 
Polen; im Rfickschild Trier und Augsburg; hier 
unten abgebildet. 
Franz Gregor Reichsgraf Giannini, Markgraf Carpineti, 
Kanonikus, Propst, apostolischer Protonotar, Olraütz, 




ilibri» Wemens Wendel, H«i 



Breslau und Znaim, -[â–  1758, hatte 6 verschiedene 
Exlibris mit Schildhaltern, Schild, Krone, Helmen, 
Lanzen, Mitra, Hut, Krummstab. 
Frater Wolfgang Eder, Augustiner, München (?), Kupfer- 
stiche, c. 1720; in Barockrahme zierlich gestochene 
Landschaft, darin eine sich nach der Sonne wen- 



348 Allgemeines. 

dende Sonnenblume; oben Engelsköpfchen; statt 
»Exlibris«: »Ad usum«, zum Gebrauch, 

2 Exlibris Christof Graf Migazzi von Waal und Son- 
nenthurm, Kardinal, Erzbischof von Wien; Kupfer- 
stiche, c. 1765; Wappen auf Mantel, Krone, Hut, 
Kreuz, Orden, mit langer Angabe aller Titel. 

Johann Nepomuck von Pernat, kurbayrischer geist- 
licher Rat, Kanonikus bei Unserer Lieben Frau, 
München, Kupferstich, 17..; Wappen, Schlüssel, 
Tintenzeug, Bücher, römischer Tempel, die Frauen- 
kirche zu München. 

Martin Reinhardt , Pastor, Nürnberg, Kupferstich, 17 . .; 
der Besitzer in seiner Bibliothek. 

Adrian Rauch , Piaristenscholar, Kupferstich, 17..; 
unter dem Ordenszeichen (Maria, Mutter Gottes) 
Bibliothek-Inneres mit Tisch. 

Magister Gottfried Balthasar Scharff, Archidiakon zur 
heiligen Dreieinigkeit, Schweidnitz, Kupferstich mit 
zweierlei Unterschriften; Tisch mit Uhr, Blatt, Glo- 
bus, in Bibliothek. 

Benjamin Stabenau^ Diakon, Danzig, Kupferstich von 
Martin Tyroff, Nürnberg, 17..; zwischen den Fi- 
guren des Glaubens mit Kreuz und Kelch und der 
Hoffnung mit Anker ein Obelisk mit Auge Gottes 
und der Arche Noah nebst Taube in Rokokorahme. 

2 Georg Christof Wilder^ Dekan bei St. Lorenz, Nürn- 
berg; Dichter, Radierer; von ihm 1806. Beide Ex- 
libris auf einer Platte, dann nach dem Druck in der 
Mitte entzweigeschnitten; gebrochenes Kreuz, Stein- 
denkmal mit Inschrift, bezw. Inschriftsstein an Quelle. 

Dr. Leonhard Nussbaufn, geistlicher Rat, München, 
c. 1840, Wappen auf Ordensstern. 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 14. — 19. Jahrh. 349 

Dr. Johann Josef Ignaz von Doellinger^ Stiftspropst 
bei St. Kajetan, Reichsrat, Vorstand der Akademie 
der Wissenschaften, München, von August Hess, 
Holzschnitt, 1866; sitzende Figur der Geschichte*). 

Friedrich Schneider^ Domkapitular , geistlicher Rat, 
Mainz, 16 verschiedene Exlibris von O. Hupp, 
Schieissheim, und P. Halm, München; Hauptmotiv 
aller: Das Kreuz. 

2 Dr. Josef Danko, Titularbischof, Dompropst zu St. 
Martin, Pressburg; Zinkätzungen von L. Rauscher, 
Wien, 1893; Wappen in Renaissancebordüren. 

Dr. Adolf Franz, Prälat, aus Breslau, Gmunden; von 
Professor Wilhelm Behrens, Nürnberg, Zinkätzung, 
1895 (Schriftvarietät 1899); zwischen 2 allegorischen 
Figuren, Glaube und Geschichte, über Mitra Ma- 
donnenbild, 2 Putten mit Krone, Strahlenhinter- 
grund. 

Pater Hugo Schmid, Bibliothekar des Benediktinerstifts 
Kremsmünster, (+), von Bernhard Wenig, Berchtes- 
gaden: Zinkätzung, 1899; oben: Geburtsort Pfarr- 
kirchen, Oberösterreich, nebst Vaterhaus, und Stifts- 
wappen ; Abbildung siehe unten im XI. Kapitel B. a. 



D. TYPOGRAPHISCHE EXLIBRIS VON KLÖSTERN 
UND GEISTLICHEN PERSONEN. 

Diese vom 16. bis 1 9. Jahrhundert üblich gewesene 
Art ist zwar jeglicher künstlerischen Ausstattung bar, 
darf aber wenigstens, da sie viel im Gebrauch war, 

*) Abgebildet: E. L. Z. IX. S. 24. 



350 Allgemeines. 

nicht unerwähnt bleiben. Die Billigkeit der Herstellung, 
sowie Armut und Sparsamkeit des Klosters oder der 
Geistlichen, sind die Gründe der Entstehung dieser ein- 
fachen Exlibris, die auch ohne künstlerische oder zeich- 
nerische Beigabe ihren Zweck, das Buch zu sichern, 
erfüllten. 

Die meist kleinen Blättchen dieser Art enthalten 
nur eine gedruckte Inschrift, die höchstens noch von 
einem Bändchen aus geraden, gebrochenen oder ge- 
wundenen Linien umgeben ist. Es dürfte von dieser 
Art vom i6. bis 19. Jahrhundert ungefähr 200 von 
Klöstern und Geistlichen geben. 

Da es sich hier nur um Inschriften handelt, seien 
einige Anfänge derselben mitgeteilt: Exlibris, sum ex 
libris, liber, hie über pertinet, sum bibliothecae, biblio- 
theca, ex bibliotheca, ad bibHothecam, spectat ad biblio- 
thecam, nunc bibliothecae, est (mit Genitiv), ex testa- 
mento, ad usum, Zur Bibliothek, Aus der Büchersamm- 
lung, Dies Buch ist gehörig dem etc., Eigentum u. s. w. 
Häufig sind Jahreszahlen beigefügt, manchmal auch 
Titulus (Titel), Series (Abteilung), Numerus (Nummer). 
Als Beispiel sei ein solches Blatt hier (S. 351) wieder- 
gegeben, das zugleich ein historisches Exlibris ist: 
Würzburgy Jesuitenkolleg, Buchdruck, c. 1634, 4 
Grössen, bezw. Druckvarietäten; auf demselben wird 
berichtet: Im 30jährigen Krieg erbeuteten die 
Schweden nach der Einnahme Würzburgs 1631 die 
Bibliothek der Universität und des Jesuitenkollegs, 
die König Gustav Adolf für Upsala bestimmte. In- 
folge der Schlacht bei Nördlingen, 1634, eroberte 
General Melchior von Hatzfeld, der Bruder des 
Würzburg- Bamberger Fürstbischofs, Franz von Hatz- 



Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 35 I 

feld, Würzburg zurück, und nun kaufte letzterer den 
siegreichen kaiserlichen Soldaten aus deren Beute 
6000 der noch nicht fortgebrachten Bücher ab, die 
er dem Jesuitenkolleg als Ersatz für den bereits 
nach Schweden geschafften Teil schenkte*). 
Sonst erwähnenswert aus dieser Gattung sind noch: 

FRANCISCVS D.G.Bambcrg.& 

Herb. EpifcopusjFranconiae Dux, hunc cum 
aliis fex circicer librorum millibus, plerosq; a 
Suecis hello rapcos> a Cxfan milite icer um c- 
repcos>& 2ere S. C. redemcos , munificenäfli- 
me clementiffimequc donabat CoUegij So- 
cictatis Ie SU Hcrbip.BibliothecXjVcrusillius 
Reftauracor. Deus a^ternüm bcnefaciat. 

Exlibris des Jesuiten-Kollegiums zu Würzburg {circa 1634). 

Salzburgs St. Peter, Benediktinerkloster; Buchdruck, 
c. 1706; mit Excomvmnicationsandrohung gegen 
diejenigen, die Bücher des Klosters nicht zurück- 
geben, durch Specialbulle des Papsts Clemens XI**). 

Die 3 Exlibris Karl Freiherr von Dalberg^ Erzbischof 
und letzter Kurfürst von Mainz, Fürstprimas des 
Rheinbunds und Grossherzog von Frankfurt (dies 
18 IG — 13) enthalten, was bei diesem Napoleons- 
schwärmer und seiner traurigen Zeit nicht ver- 
wundert, eine französische Inschrift, die noch dazu 
falsch ist; sie lautet auf allen 3 Exlibris: »Biblio- 



*; VgL E. L. Z. III. 5 und VI. IX I— 112, Abbildung des grössten 
Formats. 

♦♦) Wortlaut: E. L. Z. VI. S. 46. 



2 Aligemeines. 

theque de S. E. Mr. Le Duc de Dalberge; er war 
aber, wenn er auch ab und zu so genannt wurde, 
nie 'Herzog«, sondern > Grossherzog*, auch nie 
»Herzog von Dalberg*, sondern »Freiherr von Dal- 
berg, Grossherzog von Frankfurtc. 





NEUZEIT, 19. JAHRHUNDERT BIS 1871. 

ijl er geringe Geschmack und die Steifheit in 
II Allem, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts 
J herrschten , spiegeln sich auch auf den Er- 
jl Zeugnissen der Kleinkunst dieser Periode 
wider, und man kann wohl sagen , dass die un- 
schönsten Exlibris , die wir kennen , und denen an 
Langweiligkeit der Ausdrucks weise nichts fehlt, aus der 
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Man hört 
oft, dass zwischen 1800 und 1871 die Exlibris-Sitte ein- 
geschlafen sei und aus dieser Zeit nicht viele Bibliothek- 
zeichen vorhanden seien; das ist insofern ein Irrtum, 
als der Gebrauch der Exlibris sich zwar verringert, aber 
keineswegs aufgehört hat. Sind doch in der Sammlung 
des Verfassers aus der Zeit von 1800 bis 1871 aus fast 
allen deutschen und österreichischen Landen allein c. 700 
Exlibris vorhanden, so dass man vielleicht auf c. 800 
rechnen kann, die in dieser Zeit entstanden sind*). 

*) In England sind gerade io dieser Periode fast die meiiten 
dortigen Exlibris entstanden, voiwiegend siilislisch nicht hochstehende, 
■her uDber gestochene Blätter, nur den Schild mit CretI odet da« 
Voll wippen zeigend, 

"3 



354 Allgemeines. 

Auch hier könnte man wiederum die Einteilung in 
rein heraldische, allegorische und typographische Ex- 
libris machen, doch verlohnt es sich im allgemeinen nicht, 
die Unschönheiten dieser Zeit zu eingehend zu behandeln; 
es genügt der Chronistenpflicht, Einzelnes hervorzuheben 
und, da der Charakter der Blätter vielfach ein gleich- 
gearteter ist, nur einige zu besprechen. 

Sind auch in diesem Zeitabschnitt die noch häufigen 
Kupferstiche, einige Stahlstiche und die wenigen, neu 
aufgekommenen Steindrucke (Lithographien) meist pein- 
lich sauber und fein ausgeführt, so zeigt doch die Zeich- 
nung selbst in Motiv und Komposition wenig schöne, 
nüchterne, sentimentale Bilder, deren Formen fast immer 
eine grosse Steifheit, oft auch übertriebene zu süsse 
Zierlichkeit aufweisen. Dies trifft namentlich auf die 
Jahre zwischen 1800 und 1850 zu, die zuerst unter der 
Einwirkung des Empirestils (1800 — 20) und der t» Bieder- 
meier ^-Veriode (Spätzeit des Empire, 1820 — 40) stand. 
Reizlose Einfachheit, Schmucklosigkeit und Bescheiden- 
heit sind die Hauptcharakteristiken dieser Zeit, denen 
wir auch auf den Exlibris begegnen. In der Mitte des 
19. Jahrhunderts erstand der moderne Klassicismus^ der, 
nachdem Renaissance und Barock sich auf römischer 
Kunst aufgebaut hatten, sich nun an griechischer Kunst 
bildete (Neugriechisch , N6o-Grec) ; König Ludwig L von 
Bayern und Schinkel-Berlin pflegten diesen Stil besonders. 

Um 1860 bessern sich die Erzeugnisse der Klein- 
kunst und somit auch unsere Bibliothekzeichen, um dann 
in der neudeutschen Zeit nach 1871 wieder mächtig 
aufzublühen. 

Betrachten wir die reinhcraldischen Exlibris nach 
1800 — und diese bilden zunächst wiederum das Haupt- 



Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 1871. 355 

kontingent aller Exlibris dieser Zeit — , so finden wir, 
dass sich besonders viele »unmögliche« Formen breit 
machen, die es nie in Wirklichkeit gegeben hat, in 
Deutschland, wie in England, von denen z. B. der oben 
^/mspit2ige Dreieckschild (late Georgian, Spateshield, die 
englische Pelta), sowie der eisenhutähnliche Schild (modern 
oder Die-Sinker) übernommen und nachgeahmt wurden ; 
ebenso das in Wirklichkeit unmögliche In -der -Luft- 
Schweben des Zimiers (Helmschmucks, Crests); doch 
finden sich auch Schilde, die noch etwas an die Formen 
der Renaissance erinnern, ferner vieleckige Schilde ohne 
Umrollungen der Ecken, eiförmige, runde, dann griechisch 
und römisch angehauchte Schilde und Formen, die sich 
überhaupt kaum beschreiben lassen und die nur dem 
Geiste stil- und geschmackloser Zeichner entsprungen 
waren. 

Auch kamen nunmehr die ebenfalls »unmöglichen* 
Helme auf, die sich durch wespentaillenähnliche Hälse 
auszeichnen, während man doch bedenken muss, dass 
ein Helmträger von unten in den Helm hinein schlupfte, 
also durch diese nun beliebten engen Helmhälse nie 
hindurchgekommen wäre; die Visiere sind wiederholt so, 
dass man nimmermehr hätte hindurchsehen können, der 
für den Kopf selbst bestimmte Teil wird unsäglich breit 
und viel zu niedrig. Die Helmdecken sind im allge- 
meinen noch am besten, arten aber zuweilen in Schnör- 
kel, gewundene Fäden, Guirlanden oder Zöpfe aus, auch 
fehlen sie trotz Anwesenheit eines Helmes oft ganz. 

Die Kronen sind hie und da reine Erfindungen oder 
irgend einer ausländischen Form nachgebildet. 

Die Gründe für diesen Niedergang in der heraldischen 
Darstellung sind u. a. darin zu suchen, dass damals gute 



356 Allgemeines. 

Vorbilder unbekannt waren; zweckdienliche Museen gab 
es fast noch nirgends, oder sie wurden vom Volke oder 
vom Zeichner und Handwerker noch nicht besucht; 
unsere zahlreichen modernen Lehr- und Musterbücher 
waren auch noch nicht vorhanden, und so schuf die 
Phantasie jeden »Meisters« sich selbst Formen, die es 
zuvor nie gegeben hat und die daher dem Gebildeten 
und Wissenden von heute so abschreckend hässlich er- 
scheinen. 

Was die nichtheraldischen Exlibris dieser Periode 
mit allegorischen Motiven anbelangt, deren Zahl keine 
sehr grosse ist, so wirkte der geringe Geschmack der Zeit 
natürlich auch auf deren Komposition. Die Figuren 
haben etwas unendlich Weichliches, die Symbolik ist 
gesucht, die Darstellung nüchtern und zu einfach, — 
kurz, allgemein ist ein Rückgang bemerkbar. Während 
in früheren Zeiten schlechte Blätter die Ausnahme bil- 
deten, sind nun die guten in der Minderzahl, und die 
heute unschön zu nennenden bilden die Regel; doch war 
dies in anderen Ländern durchschnittlich ebenso. 

Ueber die typographischen Exlibris dieser Zeit ist 
nur wenig zu sagen, trotzdem sie vielfach im Gebrauche 
waren; sie zeigen längere Inschriften oder nur Namen 
und sind vorwiegend von einer Zierleiste umgeben. 

Die sogen. Stempel kommen auch bereits auf und 
deren Abdrücke sind ebenso schmucklos, wie oft undeut- 
lich und unrein. 

Trotzdem in dieser Periode noch eine Menge von 
Stechern die Exlibris-Kleinkunst ausübte, haben nur ver- 
hältnismässig wenige mit ihren Namen oder Zeichen 
signiert ; wenn auch Sachverständige mitunter den Stecher 
feststellen können, ist man doch bei vielen Blättern über 



Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 187 1. 357 

den Verfertiger gänzlich im Unklaren oder auf Ver- 
mutungen angewiesen. Wirklich bedeutende Künstler 
beteiligten sich nur ausnahmsweise an der Herstellung 
eines Exlibris, und der Rest der Exlibris macht zumeist den 
Eindruck der Dutzend waare. Manche Blätter wurden auch 
in Anstalten und Grossdruckereien ausgeführt, die ihre 
Firma noch nicht wie heutzutage angaben. 

Erwähnt muss hier werden, dass in diese Zeit die 
erste deutsche Exlibris-Publikation fällt:. Heinrich Lem- 
pertz d. Ae., der ehemalige Buch- und Kunsthändler zu 
Köln, brachte in seinen »Bilderheften zur Geschichte 
des deutschen Buchhandels«, Köln 1853 — 65, ein nur 
den > Bibliothekzeichen« gewidmetes Kapitel mit 20 Ex- 
libris-Abbildungen — I Exlibris des 15., 16 des 16., 
3 des 17. Jahrhunderts — und wies damit zum ersten- 
mal litterarisch auf Exlibris hin*). 



A. EXLIBRIS-VERFERTIGER VON 1800-1871. 

München: Otto Titan von Hefner und sein heraldisches 

Institut (6 Exlibris); ein Heraldiker, der zwar noch 
unsauber, aber bereits nach älteren, richtigen Mustern 
arbeitete. 

Franz Graf Pocci, Zeichner und Radierer (sein eigenes 

Exlibris). 
Dr. Karl Wolf und Sohn, lithographische Anstalt, Hof- 

und Universitätsbuchdruckerei. 
Nürnberg^: Georg Christof Wilder^ Diakon bei St. 

Lorenz, Dichter, Radierer. 



♦) Näheres; E. L. Z. VI. S. 57—63. 



358 Allgemeines. 

Johann Ludwig Stahl, 

Eugen Freiherr Löffelholz von Colbergy Professor, 
Heraldiker, Miniaturkünstler, Nürnberg, Ansbach 
und München, der bereits in den 60er Jahren gut 
heraldisch, in den 80er aber vollendet zeichnete. 

Regensburg: Franz Anton Niedermeyer^ Steindrucker, 
von dem einige Inkunabeln (Erstlingsdrucke) der 
Lithographie herrühren. 

Frankfurt a. Main: Geiler. 

Halle: Moritz Voigt. 

Strassburg i. Elsass: Benjamin Zix^ Maler. 

Dresden: Karl Friedrich Holzmann, 

Adrian Ludwig Richter^ der das niedliche Exlibris 
Otto Jahn, Professor, archäologischer Litteratur- 
historiker, Musikgelehrter, Bonn, mit Kindern unter 
Fruchtbäumen schnitt, dessen Zeichnung 1894 von 
Gustav Fre5'tag für das Exlibris seiner dritten Frau 
Anna (Ilse), und 1896 für Hauptmann von Oidtmann, 
Spandau, neu benützt wurde. 

Eduard BendemanUy Professor der Kunstakademie 
Dresden und Direktor der Kunstakademie Düsseldorf: 
3 Exlibris Friedländer: Benoni F., Numismatiker, 
Berlin, c. 1850; Dr. Julius F., Direktor des Münz- 
kabinetts, Berlin, 1860; Ernst F., Geheimer Archiv- 
rat, c. 1882; diese 3 Exlibris schnitt bezw. radierte 
Professor Hugo Bürkner, Dresden. 

Julius Hübner^ Professor und Direktor der Gemälde- 
gallerie, Schwager Eduard Bendemanns; Hübner 
zeichnete für seine 4 Söhne Franz H., Geheimer 
Oberregierungsrat, Berlin, Dr. Emil H., Professor, 
Gelehrter, Mitarbeiter Mommsens, Berlin (f), Hans 
H., Professor der Chemie der Universität Göttingen 



Neuzeit, \g. Jahrhundert bis rS7i. 



359 



und Martin H., Bankier, Berlin, 1868, 54, 68, 4 Ex- 
libris, die Professor Hugo BUrkner, Dresden, äusserst 
fein radierte; das humoristische Blatt Hans Hübner, 
hier abgebildet, zeigt in zwei menschlichen Hirn- 
schalen als Waagschalen eine Flasche Hochheimer 




Von Julius Hfibnct (1 



und in einer Retorte einen bezopften, schlafenden 
Trinker mit Fläschchen; diese zweite Waagschale 
steigt, nachdem der Genius entwichen, als leichter 
in die Höhe ; in der Mitte das Hilbnersche Wappen. 
Hugo Bürkner, Professor, Holzschnittkünstler und 
Radierer, schnitt und radierte Exlibris-Zeichnungen 



360 Allgemeines. 

der vorgen. Maler Eduard Bendemann und Julius 
Hühner^ sowie des Karl Ludwig Theodor Graff^ 
Geheimen Hofrats, Professors, Direktors der Kunst- 
gewerbeschule , Dresden; Btirkners Exlibris bilden 
eine rühmenswerte Ausnahme schön ausgeführter 
Exlibris aus der Zeit vor 1871*). 

Meissen: O. E. Goedsche^ lithographische Anstalt. 

Berlin: Josef Caspar ^ der das Exlibris Gustav Parthey, 
Buchhändler, Philolog, Archäolog, Orientalist, Kunst- 
gelehrter, Berlin, c. 1826, sauber in Stahl stach; 
Siegesgöttin mit Viergespann vor Palme**). 

Friedrich Genelly und Johann Samuel Otto^ Professor. 

S. Halle y von dem das Exlibris des preussischen 
Generals Friedrich Boguslaw Emanuel Graf Tau- 
entzien von Wittenberg, Breslau und Berlin, Kupfer- 
stich, herrührt. 

Ludwig ClericuSy Berlin und Magdeburg; 12 Exlibris 
vor und nach 1871. 

Hannover: Julius Giere, 

Sagan: Leonhard Dorst von Schatzberg ^ Heraldiker, 
Architekt. 

D ober an: F. Rosmäsler ^ Hamburg und. 18 16 in 
Doberan. 

Hamburg: Gustav Adolf Forsmann, 

Wien: Klemens Kohl und Jakob HyrtL 

Prag: Johann Berka. 

Paris: Georges oder Mucius Malbeste: Exlibris Fürst 
Friedrich Salm-Kyrburg, 1827. 

London: Richard Silvester ^ der das Hamburgische Ex- 
libris Peter Godefroy stach. 



*) Sein Exlibris- Werk besprochen in der E. L. Z. Vll. S. 46 — 49. 
**) Abgebildet: Warneckes Exlibris- Buch, TafcJ XXI. 



Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 187 1. 36 1 

Ferner: L. Rausch^ Rudolf von Busse^ J. E. Lohrenz^ 
Christian Hammer^ Neubauer ^ Hans (?) A^(?) Fincke^ 
J. Marianus y M. Balker ^ Christof Nathe (Wien?) 
Ripamonti Carpano^ Papierfabrikant, Lithograph, 
Mailand (Exlibris Anton Thomas, Mailand, f in 
Venedig). 



B. NICHTSIONIERTE EXLIBRIS. 

Von diesen erwecken folgende Blätter teils wegen 
der Person des Besitzers, teils sonst Interesse. 

Deutschland: 

Johann Wolfgang von Goethe ^ der deutsche Dichter- 
fürst, sachsen-weimarscher Staatsminister, Dr. jur., 
Weimar, hatte zwar kein eigenes Bibliothekzeichen, 
obwohl er, wie wir oben Seite 260 gesehen, 
zufolge des von ihm für Käthchen Schönkopf in 
Leipzig , c. 1 767 , radierten Exlibris diese Sitte 
kannte; doch giebt es 2 Blätter, die hier zu nennen 
sind, aus den 1840er Jahren (Goethe -|- 1832), als man 
wegen des Verkaufs seiner Bibliothek und Samm- 
lungen unterhandelte und diese Exlibris in die 
Bücher einklebte; beide sind rein typographisch mit 
verschiedenen Randleisten: a. »Aus der Bibliothek 
Johann Wolfgang von Goethes«; b. »Aus dem Nach- 
lasse des Staatsministers Dr. Johann Wolfgang von 
Goethe«. 

Vom Sohne Goethes, Julius August Walther von Goethe^ 
giebt es 2 Exlibris: a. Kupferstich, 1809, das in 
Linieneinfassung oben die Inschrift >J. A.W. v. Goethe« , 
danmter das Sternwappen und hierunter >i8o9«; 



362 Allgemeines. 

zeigt; b. ein Nachlass-Exlibris : In Randverzierung: 
»Aus dem Nachlasse des Geheimen Kammerrats und 
Kammerherren Julius August Walther von Goethec; 
nur typographisch; c. 1840. 
Von einem Enkel Goethes, Wolfgang Maximilian 
von Goethe^ giebt es ein Exlibris, Kupferstich, 18..; 
in Eierstab- und Linienumrahmung oben: »M. W. 
V. Göthe«, darunter das Stern wappen und »i8..€; 
dieses Blatt ist ein Rätsel; denn es müsste min. 
destens W. M. statt M. W. als Anfangsbuchstaben 
der Vornamen zeigen ; femer war die Schreibweise 
Göthe statt Goethe der Familie verhasst; gebrauchte 
Exemplare finden sich nicht, wohl aber ungebrauchte. 
Möglichenfalls handelt es sich hier um eine Dedi- 
kation der Platte und der Abdrücke durch einen 
das Stechen als Amateur betreibenden Verehrer 
Goethes oder seines Sohnes? 

Alle diese 5 Goethe-Bibliothekzeichen dürften sicher 
in Weimar gefertigt worden sein. 

Hier sei noch das von einer Randzierleiste umgebene, 
sonst typographische, Exlibris von c. 1840 erwähnt, 
das die Inschrift trägt: »Henriette Freifrau von Pog- 
wisch, geb. Gräfin Henckel von Donnersmarck« ; 
sie war die Mutter der Ottilie Freiin von Pogwisch, 
die Goethes Sohn Julius August Walther von Goethe 
geheiratet hatte. 



C WEITERE BEACHTENSWERTE EXLIBRIS: 

a. Mit Wappen: 

Georg Ernst Levin Graf von Wintzingerode y Staats- 
und Konferenzminister, Stuttgart, c. 181 5. 



Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 1871. 363 

Rudolf Graf Stillfried von Alcantara und Rattonitz, 
preussischer Oberceremonienmeister , Kunstschrift- 
steller, Genealoge, Heraldiker; dreierlei heraldische 
Exlibris, davon i in 3 Farbvarietäten, c. 1849. 

Leonhard Dorst von Schatzberg ^ Architekt, Heral- 
diker, Sagan; viererlei heraldische Exlibris, circa 
1844 und 46. 

August von Kotzebue ^ deutscher Lustspieldichter, rus- 
sischer Staatsrat, erdolcht 1819 zu Mannheim; 
Kupferstich. 

Dietrich Heinrich Ludwig von Ompteda, hannoverscher 
und kurbraunschweigscher Minister, Völkerrechts- 
schriftsteller. 

Ludwig Friedrich Viktor Hans Graf von Biilow^ west- 
fälischer und preussischer Staatsmann. 

Eugen Reichsfreikerr von Maucler, württembergischer 
Gesandter in Wien, Oberherrhngen, 1839. 

Johann Gottlob von Quandt^ Kunstsammler und Schrift- 
steller, Dietersbach in Sachsen und Dresden. 

Georg Heinrich Krieg von Hochfelden^ badischer 
General, Militär- und Burgen-Schriftsteller. 

Gottfried Kellner^ deutscher Konsul in Odessa. 

Georg von Kochy braunschweigischer Minister, Heral- 
diker. 

Karl von Heideloff, Architekt, Maler, Nürnberg und 
Hassfurt. 

Karl Alfred von Graefe, Augenarzt, Halle. 

Christian Karl (Freiherr von) Bunsen^ Gelehrter, Staats- 
mann, Bonn. 

Karl Peter Lepsius^ Geheimrat, Archäolog, Naumburg. 

Dr. Karl Ritter Mayer von Mayerfels^ Heraldiker, 
München. 



364 Allgemeines. 

Dr. Georg Wilhelm von Räumer ^ Geheimrat, Direktor 

der Staatsarchive, Historiker, Berlin. 
Dr. Henry Bethel Strousherg (ursprünglich Baruch 

Hirsch Strausberg), Eisenbahnunternehmer, London 

und Berlin. 

b. Mit anderen Darstellungen: 

Heinrich Oswald Theodor Freiherr Tschatnmer 
von Osten^ Schlaupe, Schlesien, preussischer Land- 
wehroffizier, zu Tode verwundet 181 3 bei Leipzig; 
in Rahme Palme mit unten angelehntem Wappen; 
seitwärts Büchergruppe. 

Dr. Eduard Böcking, Professor, Bonn; 4 Exlibris, 
I mit Ulrich von Huttens Porträt, i mit gotischer, 
umrankter Nische, i mit 4 Schilden, i in 3 Papier- 
varietäten mit der Justitia. 

Kreuzlschule ^ städtisches Gymnasium, Dresden (1300 
zuerst erwähnt, katholisches, 1539 protestantisches 
Gymnasium); in Epheuumrahmung Tafel, darüber 
Globus, Bibel und Leyer. 

Bernhard (Freiherr von) Köhne ^ Archäolog, Numis- 
matiker, Heraldiker, Berlin, 1844 Konservator des 
Münzkabinetts der Eremitage St. Petersburg; unter 
Namen brandenburgische Münze in Vorder- und 
Rückansicht; hier (S. 365) abgebildet. (Es giebt 
noch 2 Exlibris, von Bernhard Heinrich Wilhelm 
Köhne und Karl Bernhard Wilhelm Köhne, beide 
mit Bienenkörben.) 

Eduard Gerhard^ Archäolog, Berlin; 2 Exlibris, so- 
wohl Wappen allein, als auch Wappen unter klassi- 
scher Darstellung: Kandelaber, Mann mit Greif, 
Romulus und Remus mit der Wölfin. 



Neuzeit. 19. Jahrhundert bis 1871. 3^5 

Dr. Friedrich Philipp Useiier , Syndikus, Geschichts- 
schreiber, Ridinger- und Chodowiecki-Sammler, 
Frankfurt a. M.; Name zwischen 5 Landschäftchen. 

Freimaurerloge su den 3 We/th/ge/n, Berün, c, 1840, 
medaillenartig ; preussischer Adler über 3 Globen. 



E BiblioUieca 
Bernardi 

KCEHNE. 




Loge Leopold siir Treue, Karlsruhe in Baden; Winkel 
mit Kette, innen >L. Z. T.« und der Spruch »Sehen, 
Hören, Schweigen«. 

Lege zur Einigkeit, Frankfurt a. M.; über Inschrift 
in Sternenkranz I.olh, Zirkel, Kelle, Winkel. 



366 Allgemeines. 

Ludwig Cavalli^ Darmstadt; Minerva krönt Merkur, 
Wappen. 

Adam Walter Ströbele elsässer Geschichtsschreiber, 
Professor, Strassburg im Elsass, c. 1840; 2 Exlibris 
mit dem Strassburger Münster. 

Johann Georg Schnalzer^ Zimmermeister, 1775 SchöfFel 
(Beisitzer am Stadtgericht) Mülhausen im Elsass; 
eine der ersten lithographischen Arbeiten von Gott- 
fried Engelmann, Mülhausen i. Eis., einem Schüler 
Sennefelders in München; Engelmann führte die 
Lithographie in Frankreich ein; Gruppe von Loth, 
Linealen, Zirkel, Messketten etc. 

Johann Gottfried Sckweighäuser^ Professor und Schrift- 
steller des Ottilienbergs und der Heidenmauer, 
Strassburg im Elsass, c. 1843; gezeichnet von Paste) 
Johann Ringel in Allmannsweyer und Uelzach; Fels- 
mauer des St. Ottilienbergs. 

Dr. Wilhelm Gesenius^ protestantischer Theolog, Pro- 
fessor, Orientalist, Halle; nur typographisch. 

Geschichtlich merkwürdig sind die 3 Grossfolio-Exlibris 
(2 Stichvarietäten, i in 2 Färb Varietäten) des Erz- 
herzogs Ferdinand von Oesterreich^ Grossherzogs 
von Toskana^ von 1802 — ^ weltlicher Kurfürst von 
Salzburg (Bruder Kaiser Franz L von Oesterreich). 
Diese Exlibris wurden von der kurfürstlichen Re- 
gierung behufs Eigentumsbezeichnung für Bücher 
bestellt; die rauhe Weltgeschichte hatte jedoch 
diesem Kurfürstentum Salzburg (es kam 1805 an 
Oesterreich) nur eine allzu kurze Lebensdauer 
])estimmt, als dass alle Exemplare hätten auf- 
gebraucht werden können. Der Rest ging, dem 
Schicksal der kurfürstlichen und erzbischöflichen 



Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 1871. 367 

Bibliothek folgend, in den Besitz des k. k. Haus-, 
Hof- und Staatsarchivs Wien über. Kupferstiche, 
Wappen mit Orden auf Wappenmantel unter Krone, 
c. 1803. 

Geschichtlich ebenfalls bemerkenswert ist das Exlibris 
Beidaels de Zittaert, letzter roy d'armes = Wappen - 
könig, Herold bei der niederländischen Hofkanzlei 
in Wien. Nach dem Verlust der Niederlande (1795, 
18 10, 1815) hörte die niederländische Hofkanzlei 
in Wien auf, die niederländischen Adelsakten blieben 
noch einige Zeit in Beidaels de Zittaerts Verwahrung, 
bis auch sie ans k. k. Haus-, Hof- und Adelsarchiv 
Wien kamen; ebendahin kam auch c. 1825 die zu- 
gehörige Handbibliothek, deren Bestand das hier 
genannte Exlibris trug; massiger Kupferstich; kaiser- 
licher Doppeladler mit österreichisch-lothringisch- 
burgundischem Brustschild und Orden zwischen 
2 Inschriften: »Appartient ä la biblioth^quec und 
>Donn^ par le Conseiller premier roy d'armes 
Beydaels de Zittaert« (die 2. Inschrift meist weg- 
geschnitten), c. 181 5. 

Ferner ist geschichtlich interessant : Venedig , k, k. 
Bibliothek von San Marco, unter der österreichischen 
Herrschaft, 181 5 — 66 im Gebrauch; Kupferstich, 
c. 1850, 2 Grössen. Ueber Inschrift: >Imp.(erialis) 
R.(egia) D.(ivi) Marci Venetiarum Bibliotheca« ; 
7 Bücher, deren eines der geflügelte Markus-Löwe 
mit der linken Vorderpranke hält; mit der rechten 
schwingt er ein Schwert, um das sich ein Band mit 
den Worten »Gustos vel ultor« (Wächter oder Rächer) 
schlingt, die sich sowohl auf Venedig, als auch auf 
die Bücher beziehen. 



368 Allgemeines; 

Max Graf von Merveldt, General der Kavallerie, Bot- 
schafter in London, Wien; Wappen. 

Georg Andreas Freiherr Bajzath von Peszak^ k. k. Rat, 
Ungarn; 4 grosse Wappen-Exlibris. 

Franz Ritter von Hauslab ^ Feldmarschallleutnant, 
Wien; AA'appen. 

Freiherr von London (Laudon), Schloss Bistritz am 
Hostein, Mähren; Wappen. 

Theodor von Karajan, Germanist, Geschichtsforscher, 
Wien; Wappen. 

Alfred Grenser ^ Heraldiker, Wien; i Exlibris mit 
Wappen, 2 mit Inschriftschild an Palme auf Schnecke. 

Universität Krakau^ Galizien, Jagellonen-Bibliothek; 
Wappen. 

Nikolaus (Miklos) Jankovich von Wadas, Assessor, 
Schriftsteller und Sammler, Pest, 1830; seine Biblio- 
thek bildete 1832 den Grundstock der Landes- 
bibliothek Budapest; Wappen in Raute. 





XI. KAPITEL. 

NEUZEIT, 1871—1900. 

jl ie Errichtuni^ des neuen Deutschen Reichs 
fl blieb auch auf dem Gebiete der Kunst nicht 
H ohne Folgen, und wir Itenaerken selbst in 
il der Exlibris-Kleinkunst einen sichtbaren und 
merklichen Aufschwung; das Steife, Kalte und Nüchterne 
der 50er und 60er Jahre wird abgestreift, und ein flottes, 
kräftiges Aufstreben, eine neueste Renaissance auf Grund 
der alten K'^S namentlich unter der Führung Münchens 
von etwa 1S75 an durch alle .Ateliers der Kunst und des 
neuerwachten Kunst h and werks. 

Die Wiedergeburt deutscher Kunstrichtung begann 
zunächst nicht mit dem selbständigen Schaffen eines 
neuen Stils, sondern sie baute sich auf den Werken 
unserer Vorfahren der Renaissancezeit auf, die sie 
kopierte und imitierte. Seitdem das Wort »Deutschs 
au%ehört hatte, nur ein allgemeiner Sammelname von 
Einzelstämmen zu .sein und wieder ein geographisch- 
politischer Begriff voll innerer Kraft und Stärke gewor- 
den war, streljte man, halb unbewusst, allenthalben in 
deutschen Landen danach, dieses neuerstandene Deutsch- 
tum überall zum .\usdruck zu bringen. So schloss man 



3 yo Allgemeines. 

sich von selbst an die glänzendste Periode deutscher 
Kunst, an die deutsche Renaissance, an, und nun wurde 
alles in »altdeutschem Stile« aufgeführt, Bauten und 
Paraden so gut wie Zimmereinrichtungen, Möbel und 
Gebrauchsgegenstände, Dekorationsmalereien wie Sticke- 
reien, Schmuckgegenstände u. s. w. Bald jedoch ging 
man in der, rascher pulsierenden Neuzeit zum Barock^ 
dann zur Imitation des Rokoko und des Empire über, 
und wozu unsere Ahnen über 300 Jahre der Entwick- 
lung gebraucht hatten, wurde nun in kurzen 15 Jahren 
von 1875 — 1890 erledigt und durchgemacht. H. S. Schmid 
nennt diese Zeit in seiner »Kunststilunterscheidungc 
ganz richtig die riRepetitionszeiU, Es ist in derselben 
unendlich viel Treffliches geschaffen worden; man hat 
nicht nur hervorragende alte Werke der Kunst meister- 
haft nachgeahmt, sondern sich auch in den Geist unserer 
Altvordern hineingefühlt und in deren Sinne neue Meister- 
werke in altem Stile geformt, die sich dem Besten aus 
den Zeiten Dürers und seiner Kunstnachfolge an die 
Seite stellen lassen. 

Da man in dieser Periode auch gern alte Gebräuche 
wieder aufnahm und seine Umgebung, auch die klein- 
sten Dinge derselben und die des Alltagslebens, künst- 
lerisch auszustatten begann, so blieb es nicht aus, dass 
die 400 Jahre alte Exlibris-Sitte und mit ihr auch die 
Exlibris-Kleinkunst wieder zu neuem frohen Leben er- 
wachte. 

Zuerst sehen wir wieder das Wappen als einzigein 
Schmuck des Exlibris, jedoch erfreulicherweise wieder 
mehr nach alten, richtigen Mustern; dann folgen Renais- 
sance-, Barock- und Rokokoumrahmungen und bald sym- 
bolisch-allegorische Darstellungen. 



Neuzeit, 1871 — 1900. ^^l 

Als alle Stilunterarten von der Renaissance bis zum 
Empire nach 15 Jahren durchkopiert waren, gewann der 
sog. 9 Neue f lg/t sc Ae Sti/« die Oberhand, der, wie in 
anderen Ländern, auch in Deutschland Eingang fand. 
Er entwickelte sich aus dem Streben, die Umgebung 
des Menschen auf einfachem Wege praktisch und bequem 
zu gestalten und sie nebenbei, nicht aufdringlich oder 
übermässig, mit künstlerischem Schmuck zu versehen. 
Dieser letztere setzte sich namentlich aus einer reichen 
und vielfältigen Verwendung von Blumen-, Blatt- und 
Pflanzenornamentik zusammen und erstreckte sich auf 
Skulptur und Malerei, Metall- und Möbel-Schmuck, ins- 
besondere aber auf alle zeichnerische Darstellung — 
und damit auch auf die Exlibris-Komposition. 

Der besonders in England zu starkem Blühen ge- 
kommene Praeraphaelismiis mit seinen faltenreichen 
Gewändern und antik angehauchten Figuren, ferner der 
plötzlich auftauchende und neu in die Erscheinung 
tretende Japanisvtus blieben auch in Deutschland nicht 
ohne Einwirkung, was wir nicht nur im grossen und 
ganzen auf fast allen Gebieten der Kunst, sondern auch 
wieder auf den Zeichnungen unserer Exlibris beobachten 
können. 

Inrwischen sind wir — neben einem Umherirren in 
allen möglichen Stilen und einem Anlehnen an dieselben 
— in den letzten 5 Jahren vor 1900 in die rintodernev. 
Richtung eingetreten, die sich in Anpassung an einfache 
Linien, in einem Streben nach Bequemlichkeit aller 
Möbel und Gebrauchsgegenstände, in Ornamentik von 
gewundenen Linien und Schnörkeln und namentlich in 
mannigfachster Anwendung und Stilisierung von Blumen 
und Pflanzen gefällt, die sich aber noch in der Entwick- 



^y2 Allgemeines« 

lung befindet und noch zu keinem Abschluss gekommen 
ist. Sie wird in allen deutschen Kunstcentren, in Mün- 
chen, Berlin, Dresden, Stuttgart, Karlsruhe, Darmstadt, 
Hamburg und besonders eigenartig in Wien etc. gepflegt, 
und die so überaus zahlreichen deutschen und öster- 
reichischen Kunstzeitschriften vermitteln den Austausch 
der Ideen, Phantasien und Geschmacksrichtungen. Ein 
uneingeschränktes Lob oder einen vollen Tadel, sowie 
überhaupt eine abgeschlossene Kritik jetzt schon defini- 
tiv auszusprechen, wäre verfrüht, da sich diese moderne 
Richtung noch im Zustande des Werdens befindet; als 
Vermutung kann man höchstens aussprechen, dass sie 
nicht von allzulanger Lebensdauer sein wird. 

Selbstverständlich liefern die Bibliothekzeichen der 
Jetztzeit, im Anschluss an den nunmehr wieder mehr 
gepflegten Buchschmuck, sowie in Verfolg der gegen- 
wärtigen Stilrichtung ebenfalls wieder ein getreues Spie- 
gelbild dieser letzteren, und besonders unsere jüngeren 
Künstler schwelgen oft üppig in der »Modernen« auf 
dem Felde des so bescheidenen Exlibris, das, wenn es 
so recht der neusten Richtung entsprechend ausfiel, 
zeichnerisch gewaltig von seinem Ahnherrn, dem Ex- 
libris des 15. Jahrhunderts, absticht. 

Man kann aber, nachdem im Vorstehenden alle Ex- 
librisperioden bis zur Jetztzeit behandelt sind, ersehen, 
tiass das Studium einer grösseren Exlibris-Samtnlung, 
die Beispiele von c. i^yo—igoo in sich birgt ^ von höch- 
stem Interesse und Nutzen ist; ist eine solche Samm- 
lung nach Zeitperioden eingeteilt, so zeigt sie, wie ein 
klargehaltenes Nachschlagewerk, bildlich alle Wand- 
lungen der einzelnen Stile, Moden und Geschmacks- 
richtungen, den Aufschwung, den Niedergang, die Wieder- 



Neuzeit, 1871 — 1900. 373 

geburt der Kunst, alle Arten von Techniken und die 
Fortschritte in den Herstellungsarten und Verfahren. 

Letztere sind im Gegensatz zu früher in unseren 
Tagen äusserst vielseitig; der alte, beliebte Holzschnitt^ 
sowie Kupferstich und Radierung — diese beiden ein- 
zeln oder mit einander vermischt — blühen erfreulicher- 
weise noch immer; zwischen 187 1 und 1890 sind ge- 
stochene oder radierte Exlibris noch vereinzelt; in letzter 
Zeit aber, als eine Folge zahlreicher Radiervereine und 
der dadurch hervorgerufenen öfteren und fleissigeren 
Beschäftigung mit der Radiernadel finden wir wieder 
eine reiche Zahl von gestochenen und radierten Exlibris 
in Deutschland, weniger noch in Oesterreich. 

Bedeutende Rivalen sind dem Stich und der Radie- 
rung im Steindruck und in der Zinkätzung (Photogra- 
phie, Zinkclich6) entstanden. Beide Verfahren haben 
den Vorzug grösserer Billigkeit gegenüber der müh- 
seligeren, langwierigeren und teureren Nadelarbeit in 
Kupfer; ausserdem lieben es jetzt viele Künstler, die 
Uebertragung ihrer Zeichnung auf den Stein selbst aus- 
zuführen, um ihre Arbeiten originell und individuell zu 
erhalten und sie nicht durch nicht so künstlerische, leicht 
anders empfindende Handwerkshände beeinflussen und 
beeinträchtigen zu lassen. 

Dass die Photographie und deren Uebertragung auf 
das Zinkclichd die Originalzeichnung jedenfalls getreu 
wiedergiebt, ist einleuchtend; schädlich können hiebei 
nur etwa die Ausführung der Originalzeichnung in zu 
kleinem Format oder die nicht genügende sog. Zurich- 
tung der Clich^s seitens des Druckers wirken. 

Eine ganz besonders deutsche Eigenart in der 
ältesten wie nun wieder in der neuesten Zeit finden wir 



374 Allgemeines. 

in den zahlreichen farbigen deutschen Exlibris; hat doch 
der Deutsche eine besondere Vorliebe für Farbe imd 
farbigen Schmuck, wie die vielen deutschen Trachten, 
bemalten HäuserfaQaden, Innendekorationen etc. beweisen. 
In keinem anderen Lande stossen wir auf so viele Bib- 
liothekzeichen, die bunten Schmuck tragen, wenn sie 
auch vereinzelt immerhin auch auswärts vorkommen. 
Im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Holzschnitt mit 
der Hand bemalt, in der Neuzeit hat man den Stein- 
und Farbendruck; es ist nicht zu leugnen, dass das Ge- 
sammtbild durch die bunte Darstellung gewinnt und, 
falls die Töne nicht zu grell sind, das kleine Blatt im 
Buche einen freundlicheren, einen farbenfrohen Eindruck 
macht, der das oft weisse innere Deckel- oder Vorsatz- 
papier angenehm belebt. 

Das Wiederaufblühen der Exlibris-Sitte nach 1871 
ist, wie erwähnt, in erster Linie auf die Wiederaufnahme 
alter Gebräuche und das Neuaufleben deutscher Kunst 
zurückzuführen; allein nicht minder auch auf die rege 
litterarische Thätigkeit in Wort und Bild, die in grösseren 
Exlibris- Werken, in kleineren Exlibris-Künstler-Monogra- 
phien und in zahlreichen Exlibris-Artikeln in Fachzeit- 
schriften und in der Tagespresse ganz Deutschlands und 
Oesterreichs Ausdruck fand. 

Die allererste litterarische Anregting über Bibliothek- 
zeichen im ig. Jahrhundert brachte, wie oben S. 357 
angegeben, Heinrich LefPipertzA, Ae., Köln, c. 1 853,in seinen 
»Bilderheften zur Geschichte des deutschen Buchhandelsc, 
1853 — 65. Ihm folgten im Auslande Maurice Tourneux 
mit einem Artikel über die Exlibris-Sammlung Aglaiis 
Bouvenne im »Amateur d'autographes«, April 1872, dann 
A. Potdet'Malassis mit seinem trefflichen Buche »Les 



Neuzeit, 1871 — 1900. 375 

Exlibris fran^ais^^, 1874 u. 75, hierauf J. I^icester Warren 
(Lord de Tabley), mit seinem nicht minder hervorragenden 
Werke >A guide to the study of bookplates (Exlibris)«, 
London, 1880, das auch eine ganze Reihe deutscher Ex- 
libris bespricht. Hierauf folgt der Elsässer Geschichts- 
forscher, Dichter, Professor und Oberstadtbibliothekar 
August Stoebery Mülhausen i. Eis., 1881, dessen »Petite 
revue d'Exlibris alsaciens« elsässer Bibliothekzeichen aus 
der altdeutschen, französischen und neudeutschen Zeit 
bespricht, und Arthur Benoit, Berthelmingen in Deutsch- 
Lothringen, der die 2 Exlibris des elsässischen, badischen 
und französischen Geschichtsschreibers Johann Daniel 
Schöpf lin, Strassburg, behandelt; Paris, 1883. 

Zeitlich schliesst sich nun der erste grössere deutsche 
Exlibris-Artikel der Neuzeit an, den der bayrische 
Reichsherold Gottfried van Böhm in der »Zeitschrift des 
Münchner Altertumsvereins«, 1887, Heft 2 — 4, schrieb 
und damit bahnbrechend für die vielen folgenden deut- 
schen Exlibrispublikationen wirkte. 

1889 verfasste hierauf C. M. Carlander in Stock- 
holm ein Buch über schwedische Exlibris, und 1890 er- 
schien das erste grössere deutsche Exlibris-Werk aus 
der Feder des Geheimen Rats Friedrich Warnecke^ Berlin, 
das ausser einer Einführung in das Exlibris-Thema eine 
Liste von 2566 Exlibris enthielt, in der wegen der deutsch 
klingenden Namen ausser österreichischen Exlibris einige 
elsässer Exlibris aus der französischen Zeit, sowie einige 
schweizer, holländer und schwedische enthalten sind; 
heute, 10 Jahre nach Erscheinen dieses Buches, sind 
bereits an 4500 alte und c. 5800 neue deutsche und 
österreichische Exlibris bekannt! 

Die nun rasch sich folgenden zahlreichen deutschen 



376 Allgemeines. 

Exlibris - Monographien und -Artikel können unten im 
III. Teil 5 > Deutsche Exlibris-Litteratur« nachgesehen 
werden. 

Die Einteilung und gesonderte Betrachtung der Ex- 
libris der Neuzeit seit 1871, an deren Ausführung sich 
jetzt wiederum Künstler ersten Ranges gleich einem 
Dürer*), sowie sonstige bekannte Vertreter der Malerei, 
des Kunsthandwerks, Lehrer wie Schüler und Dilettanten 
beteiligen, könnte nach verschiedenen Gesichtspunkten 
erfolgen, so nach Techniken, Manieren, Schulen u. s. w., 
doch ergiebt sich die einfachste Einteilung im Anschluss 
an die früheren Kapitel aus den beiden Exlibris-Haupt- 
arten, A. den r einher aldischen^ nur mit Wappen, und 
B. den in der Hauptsache nichtheraldischen mit ihren 
allerlei Arten der Darstellung; anzugliedern bleiben dann 
nur noch kurz C. die rein typographischen Exlibris. 



A. REINHERALDISCHE EXLIBRIS, NUR MIT 

WAPPEN. 

Wie es vor 400 Jahren in Deutschland bereits all- 
gemeiner Brauch war, und wie man dies heute auch in 
England und Frankreich reichlich antrifft, bildet das 
Familien- oder Personalwappen auch in Deutschland 
und Oesterreich jetzt noch den entweder einzigen oder 
wenigstens hauptsächlichsten Schmuck des Exlibris, ein 
Brauch, der seine volle Berechtigung hat; denn nichts 



*) Leider fehlen noch in der Reihe der Exlibris-Künstler Kory- 
phäen wie Menzel, Lenbach, Stuck etc. 



Neuzeit, 187 1—1900. 377 

anderes, als höchstens etwa das Porträt, ist so geeignet, 
den adeligen wie bürgerlichen Besitzer eines Buches zu 
kennzeichnen und zu vertreten, als sein Wappen, das 
individuell nur mit ihm und den Seinigen eng zusam- 
menhängt. Da nicht jedermann all die vielen Wappen 
kennen kann, ist es ein Gebot der Logik und erhöhten 
Buchsicherung, dass unbedingt der Name beigefügt wird ; 
sonst aber genügt in erster Linie Wappen und Name. 
Von diesem Grundsatz ausgehend, ist in Deutschland 
und Oesterreich etwa die Hälfte aller Exlibris der 
neusten Zeit reinheraldisch y wobei noch höchstens 
Zierrandleisten oder architektonische Umrahmungen zur 
Belebung des Gesammtbildes und zum abschliessenden 
Schmuck des Blattes mit verwandt sind. 

Die Konzession einer berechtigten Forderung der 
jüngsten Zeit, der das Wappen allein zu einförmig er- 
scheint, und die es teils in vollkommen zulässiger, ja 
ratsamer Weise mit anderen Darstellungen in Verbin- 
dung bringt oder zu gunsten der letzteren ganz weg- 
lässt, werden wir weiter unten (in B.) kennen lernen. 

Bis 1871 trifft man häufig unglaubliche Missgeburten 
von Wappenzeichnungen, weil die alten, guten Vorbilder 
nicht genügend bekannt waren, trotzdem manche Heral- 
diker, wie Dr. Hermann G^r^/^-Hannover, Leopold Frei- 
herr von Leäedur-BerVmy Otto Titan von He/ner-MVinchen^ 
Karl Ritter Mayer von Mayerfels-München, Ralf von Ret- 
^^r^-München, Fürst Friedrich Karl von Hohenlohe- 
Waidenburg zu Kupferzell vor 1870 mit ihren Schriften 
an die Oeffentlichkeit getreten waren. 

Die früheren Wappenbücher des 18. Jahrhunderts 
waren verzopft und hatten das Wesen des an sich ein- 
fachen, alten und guten Wappenbrauches ganz aus dem 



378 Allgemeines. 

Auge verloren; man legte auf Kleinigkeiten Wert und 
machte dabei in den alten, einfachen Hauptregeln Fehler 
über Fehler. Die Forschungsergebnisse der eben ge- 
nannten Heraldiker vor 1870 waren aber noch zu wenig 
in die Allgemeinheit gedrungen, und erst nach 1871 
wurde es besser, als fachmännisch gebildete Heraldiker 
musterreiche Lehrbücher herausgaben, und damit die 
heraldische Hilfswissenschaft einerseits, wie die heral- 
dische Kunst andererseits wieder zu Ehren kamen und 
in immer weitere Kreise drangen. Professor Ad. M. 
Hi/dedramÜ'Ber\in gab 1872 sein ^Heraldisches Muster- 
buchs, mit 48 Tafeln und Geheimer Rat Friedrich War- 
necke-Berlin 1880 sein n Heraldisches Handbuchs mit 
Zeichnungen des Professors Emil Doepler d. J.- Berlin, 
34 Tafeln, heraus, welch beide Werke schon eine ganze 
Reihe von Auflagen erlebten und am meisten zur Wieder- 
verbreitung guter Heraldik beitrugen. Femer zu nennen 
sind noch die treffliche kleine » WappenfibeU von Vxo- 
fessor Ad. M. Hildebrandt'BeTlin^ 1887, zahlreiche heral- 
disch-sphragistische Schriften von Gustav A. Seyler- 
Berlin, insbesondere dessen hervorragende i* Geschichte 
der Heraldik^ ^ sowie seine Fortsetzung von r^Sieb- 
ntachers Wappenbiich^ etc., und die r* Heraldische Ter- 
minologien bezw. die n Grundsätze der Wappenkunst^ 
von Maximilian Gritzner-B^x\\n^ 1878 und 1889. Aus 
der neusten Zeit: Hugo G. 5/r^Ä/- Mödling - Wien, 
1» Heraldischer Atlas ^^ 1899, ein überaus reichhaltig 
ausgestattetes und viele farbige Tafeln enthaltendes 
Werk. 

Dass man neben den prächtigsten Wappenzeich- 
nungen der Jetztzeit noch immer auch schlecht und un- 
richtig ausgeführte Wappen antrifft, ist einleuchtend. 



Neuzeit, 1 871 — 1900. 379 

wenn man die riesige Anzahl derer bedenkt, die über- 
haupt heutzutage in Farbe und Tusche arbeiten; sieht 
man ja auch ebensowohl schlecht gezeichnete Land- 
schaften, Porträts etc. 

a. Die hirvorragendsten Zeichner gänzlich oder in der 
Hauptsache heraldischer Bibliothekzeichen: 

aa. Berufskünstler: 
Deutsches Reich: 

Berlin: Professor Adolf M. Hildebrandt: Er ist der- 
jenige deutsche Exlibris-Zeichner, der die meisten 
Exlibris, teils in Federzeichnung, teils in farbiger 
Darstellung ausgeführt hat; anfangs ausschliesslich 
heraldisch, mit omamentalen Umrahmungen, in 
jüngster Zeit auch mit modernen Motiven, die manch- 
mal den Schildbildern entnommen sind, z. B. Pflanzen 
und Blumen, zur Ausschmückung der sonst heral- 
dischen Blätter. Bewundernswert ist die Mannig- 
faltigkeit in der Darstellung; keines seiner 140 Ex- 
libris gleicht dem anderen, und in heraldischer Be- 
ziehungsind sie, sozusagen, unanfechtbar. Als Beispiel 
ist hier (S. 380) das Exlibris des deutschen Exlibris- 
Vereins , Berlin , mit den 3 Künstlerschildlein und 
Büchern, abgebildet ; ein zweites vgl. im II. Teil 8. 
Besonders gut sind seine Exlibris der Luther- 
bibliothek der Wartburg, Regierungsrat Hubert Frei- 
herr von Gumppenberg, Würzburg, Rittmeister 
Emmo Freiherr Grote, Neustrelitz, 3 fürstlich Stol- 
berg- Wernigerode'sche, 2 Gustav A. Seyler, Geheimer 
Rat, Berlin, Archiv des fürstlichen Hauses Leiningen, 
Amorbach, Chs. Howard Viscount Morpeth etc.; 



380 



von Hildebrandt rühren auch 6 englische ExHbris 
her*). 



,^>Nr>^V;iC^ 




Exlibris di-s Exlibris- Vereins. Von Ad. M. Ilildcbnndt (18921. 

•; Sein Exlibris-Werk: E. L. Z. VII. S. 112-120; 189z, 94 und 

98 erschienen bei J. A. Siargardt, Berlin, 3 Hefte mit je 1$ Hildc- 
brnndt'schcn Exlibtis, 



Neuzeit, 1871—1900, 381 

Professor Emil Doepler der Jüngere, Vorsitzender des 
deutschen Exlibris- Vereins , der im Anschluss an 
gute alte deutsche Vorbilder, z. B. Dürer, so manche 
schöne, in nichts zu beanstandende, echt deutsche 
Wappenzeichnung geliefert hat Er schuf bis jetzt 
55 Exlibris, darunter das Seiner Majestät des deutschen 






•£-3->a'. 



Kaisers , Königs von Preussen , Wilhelm II. , das 
unter dem deutschen Reichswappen mit dem hohen 
Orden des schwarzen Adlers ein aus Büchern ge- 
bildetes W zeigt; abgebildet im II. Teil 6. Doeplers 
Exlibris enthalten ebenso unbedingt richtigen heral- 
dischen, wie häuüg auch figürlichen Schmuck. Von 
seinen Exhbris ragen besonders hervor: Kaiser- 



382 Allgemeines. 

Wilhelm-Bibliothek Posen, 6 Exlibris Bachofen von 
Echt- Wien, Verein Herold-Berlin, Kunstgewerbe- 
Museum-Berlin, Hermann F. Giesecke-Berlin , Otto 
Freiherr von Aufsess-Regensburg , Oberpräsident 
Wilhelm (Bill) Bismarck-Königsberg, Leutnant Kurt 
Auer von Herrenkirchen-Berlin, Heliogravüre, das 
farbige von Armin Freiherr von Foelckersam-Riga, 
Paul Nikolaus Ratajczak-Berlin, Heliogravüre, Archi- 
tekt Max Ravoth-Berlin, Alfred Bovet('j*)-Valentigney. 
Als Beispiel Doepler'scher heraldischer Exlibriszeich* 
nung sei hier (S. 381) das Exlibris des Verfassers 
dieser Zeilen und seiner Gemahlin abgebildet*). 

Georg OttOy ein Doepler-Schüler, der in der Wappen- 
zeichnung gute und richtige Formen aufweist, öfters 
auch nichtheraldische Darstellungen (Porträts, Land- 
schaften etc.) wählt und bis jetzt iio Exlibris ge- 
zeichnet hat. Sein Exlibris Otto Haak, Berlin, 1898, 
und Kremsmtinster, 1893 (vgl. S. 330) hier (S. 383 
und 384) abgebildet; besonders zu nennen sind Ottos 
Exlibris : Irmaos da verdade-Rio de Janeiro, Oskar 
Lessing, Berlin, H. von Eckardt - Konstantinopel, 
Deutscher Graveur - Verein - Berlin , Oberleutnant 
Kurd Warnecke - Berlin , Harry de Forest -Smith- 
Gardiner, Otto Boas-Berlin, Goetheforscher Erich 
Schmidt - Berlin , von Transehe - Neuschwanenburg, 
Max von Wedel- Berlin, Freiherr von Korif-Pree- 
kuln etc. 

Rudolf Otto^ Hofgraveur, Berlin ; Exlibris Professor und 
Geheimer Rat Franz Reuleaux, Berlin 1882. 

Oskar Roick, Berlin; 25 Exlibris; in Wappen ebenfalls 



*) Doeplers Exlibris-Werk: E. L. Z. Vlll. S. 77— 82; S. 121; auch 
111. S. 4, 5, 37, 41; IV. S. 16, 67; V. S. 12; IX. S. 21, 124. 



Neuieit, 1871—1900. 383 

sehr korrekt; sein eigenes, 1899, hier (S. 385) ab- 
gebildet; die 3 Künstlerschildlein innerhalb der 
deutschen Farben Schwarz-Weiss-Rot. 




Exlibris Otio Haik. Von Qtorg Otto 11W8). 



Paul Voigt, Abteüungsvorsteher der kaiserlichen Reichs- 
druckerei, von dem die 4 Exlibris der kaiserlichen 
Reichsdruckerei und die 2 des kaiserlichen Reichs- 
postamts, vorzüglich gedruckte, getönte Radierungen 



384 



Allgemeint 



mit schön stilisierten Reichsadlern*), herrühren, 
31 Exlibris; vgl. unten unter B. 
Emil Marzahn; feiner Stich des von A, M. Hilde- 
brandt gezeichneten Exlibris Dr. Stephan Kektäe 
von Stradonitz, Gross-Lichterfelde 1901. 




Bibliolhek des Siills Krci 



O. Ono (1893), 



Emil Zellner, Baumeister, 12 Exlibris. 
Heinrich Nakdc, Hofwappenmaler*'). 



) Ein Teil abgebildet : E. L. Z. IV. S. 54 und 90. 
) % »bgebildei: E. L. Z. 11. 2. S. 8—9. 



Neuzeit, 1871—1900. 385 

Hermann Hcling, Hofwappenmaler. 

Johann Sauber, Inhaber der Armand Lammschen litho- 
graphischen und Gravier-Anstalt, 

Robert Mielke, Zeichenlehrer. 

München: 

Otto Hupp, Schieissheim -München, der Meister der 
weitverbreiteten »Münchner Kalenderc {1885 — 1901), 
der in gotischer und Renaissance -Wappenzeichnung 




Exlibris Oskar Roick. Von ihm $elbst IIS99). 

ebenso Hervorragendes wie ganz Eigenartiges leistet 
und Wappentiere, Helmdecken, Blatt- und Zier- 
Ornamentik im Gefühl des sog. «altdeutschen!: Stils 
ausgezeichnet trifft. Von seinen 20 teils farbigen, 
teils schwarz- weissen Exlibris sind besonders zu 
nennen-. Gabriel Seidl, Architekt, München, Holz- 
schnitt 1880, Arthur von Osterroth, Schloss Schön - 
berg) 1895, das hier (S. 387) als Probe wiedergegeben 



386 Allgemeines. 

ist, M. von Wilmersdörffer, Bankier, München, 
1897, Professor Dr. Max Kirmis, Neumtinster, 1899, 
Rosa und Heinrich Kronenberger , München, 1900, 
Cornelius von Hey!, Worms, 1900. 

Otto Titan von Hefner (-j-), Heraldiker, München, dem 
schon vor 1871 zusammen mit seinem Antipoden 
Dr. Karl Mayer von Mayerfels die Wiederaufnahme 
heraldischer Kunstpflege zu danken ist; von Hefher 
zeichnete noch keineswegs schön und war sogar 
unsauber in der farbigen Darstellung, ging aber 
möglichst wieder auf alte Muster zurück; 10 Exlibris. 

Eugen Freiherr Löffel holz von Colberg (f), Professor, 
Miniaturmaler; ein Nürnberger an Familie wie an 
künstlerischem Empfinden und Können. 

Karl Rickelt ^ dessen schönes Exlibris Freiherrlich 
von Lipperheide'sche Büchersammlung, Berlin, 1894 
(6 Grössen), hier (S. 388) abgebildet ist. 

Karl Josef Zwerschina, Kunstrestaurator; schönes far- 
biges Exlibris Hugo Helbing, München, 1900. 

Josef Widmanft; Ferdinand Barths Professor; Ludwig 
Eduard von Harnier; Eduard Förster y Dr. Karl 
Wolf; Max von Baumgarten. 

Max Gube, Hofgraveur; 15 Exlibrisradierungen, vor- 
wiegend gut heraldischen Charakters. 

Karl Oehringy Hofgraveur. 

Karl BelZy Graveur; Seligmann Sturmband^ Graveur. 

Wilhelm Standke^ Graveur. 

Starnberg: Georg von Urlaub; Radierung Exlibris 
Antonie von Pannwitz, München. 

Regensburg: Lorenz M. Rheude, 38 zum Teil farbige 
Wappen-Exlibris guten heraldischen Stils. 

Würzburg: Karl Behrens^ Bildhauer. 




Neuzeit, 1871 — 1900. 387 

Nürnberg: Ludwig Kühn, Professor, dessen Exlibris- 
Radierung C. Freiherr Heyl zu Herrnsheim, Worms, 
1 891 , vomehm-einfacb von vorzüglicher alter Wirkung 




EnUbris AHhur von Osterroth. Von OKo Hupp 11W5). 



388 



ist. Friedrich Wanderer, Professor; Exlibris der 
Albrecht-Dürerhaus-Stiftung (nach dem Vorbild des 




FREIHERRLvLiPPERHElDE'scHE 

BHCHERSAMMLUNG 
Nr. 

Eülibris Freiherr van Lippcrhcide. Von KJu-1 Rickilt (1W4), 



Neuzeit, 1 871— 1900. 389 

Dürer-Exlibris Willibald Pirckheimer) , 189., Holz- 
schnitt. 

Stuttgart: Gustaf Adolf CiosSy ein sehr guter heral- 
discher Kunstmaler, der sich hervorragend in den 
Geist der Züricher Wappenrolle (13. — 14.) und des 
Konrad Grünenbergschen Wappenbuches (15. Jahr- 
hundert) hineingearbeitet hat; 4 gute Exlibris. 

Karlsruhe: Karl Eith^ Professor. 

Konstanz: Heinrich Schmidt- Pecht, 

Freiburg /. Br.: Heinrich Jantzen. 

Mannheim: Josef Esswein^ früher Mainz; Exlibris des 
Prinzen Friedrich Sayn -Wittgenstein , jetzt Graf 
von Altenkirchen, Kassel, 1890, und Karl GrafzuEltz, 
Eltz und Vukowar, 1891; Wappen in Umrahmung. 

Strassburg i. Eis,: Alfred Erdmann. Abbildung siehe 
unten im XI. Kapitel B. a. aa. 

Miilhausen i. Eis,: Louis Schönhaupi; sein eigenes, 
1882. 

Frankfurt a, Main: Gottfried Theissinger; Otto Lind- 
heimer und Professor Eugen Klinisch (f ). 

Weimar: Dr. Adolf von den Velden\ sein eigenes. 

Kahla: A. Wellers Verlag. 

Bonn: Karl Leonhardt Becker^ der deutsche Sherborn, 
wenn auch nicht an Zahl der Exlibris, wohl aber 
an Güte und Feinheit des Stichs und der heral- 
dischen Zeichnung; 7 Exlibris von künstlerischer 
Bedeutung, davon 5 meisterhafte Kupferstiche; be- 
sonders zu rühmen sind die Exlibris: Therese Gräfin 
Hahn-Basedow, 1890 nach E. Doepler d. J., Schild- 
halterin mit Ehewappen; Simon Moritz Freiherr von 
Bethmann, Frankfurt a. M,, 1889, Wappen nach Hans 
Sebald Beham, hier (S. 390) abgebildet; Adolf Bach- 



190 Allgemeines. 

ofen von Echt, Wien, 1889, Albertine Bachofen 
von Echt, Wien, 1893, Schildhalterin mit Ehe- 
wappen; sein eigenes Porträt-Exlibris 1893*). 

Düsseldorf: Hans Deiters. 

Magdeburg: \Mdi^\gClericus, Heraldiker, â– )â– ; 10 weniger 
bedeutende Exlibris. 




L. Becker (1S$9), 



Hannover: Ferdinand Goedecke: Nicht gebrauchtes, 
heraldisch gut gezeichnetes Exlibris Graf von Burg- 
haus; Albert Brager: Wappenreiches Exlibris 
Dr. Theodor Röscher, Rechtsanwalt, Hannover, 1895. 

Schwerin: Karl Teske, f ; 4 Exlibris, darunter die der 
-J- Grossherzogin Sophie von Sachsen, des ^ Gross- 

♦) Die leuien 3 abgebildel ; E. L. Z. III. S. 63, 67, 89. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 39^ 

herzogs Friedrich Franz III. und des Herzogs- 
Regenten Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin; 
korrekt im Wappenstil. 

Hamburg: Hugo Grootkoff, Architekt. 

Altona: Gustav Hogetop ^ 4 Exlibris mit fingierten 
Namen*). 
Oesterreich: Wien: Ernst Kraki, Hofwappenmaler**), 
aus Dresden, Schüler E. Doeplers d. J., Berlin. Krahl 
war bis jetzt in Oesterreich am meisten für Biblio- 
thekzeichen thätig; 37 Exlibris in vorwiegend gutem 
heraldischen Charakter, ab und zu mit neuzeitlichen 
dekorativen Beigaben. Sein Exlibris der k. k. öster- 
reichischen heraldischen Gesellschaft »Adler«, Wien, 
1887, hier (S. 392) abgebildet; Krahls Exlibris des 
Verfassers siehe oben S. 93. Besonders gut sind seine 
Exlibris Karl Krahl, Wien, Georg, Maria und Hanna 
von Hütterot t, Triest, Adolf Graf von Fürstenstein, 
Ullersdorf, Max Freiherr von Imhof, Steyr, Bailli 
Fra Rudolf Graf von Hardegg, Wien. 

Hugo Gerard Strohig Mödling-Wien***), der Verfasser 
und Zeichner des in deutscher (und englischer) Ausgabe 
erschienenen ausgezeichneten Prachtwerks »Heral- 
discher Atlas« (»The Art and Practice of Heraldry«, 
T. C. and E. C. Jack, Edinburgh); 15 Exlibris, 
unter denen die von Alexander Freiherrn von Dachen- 
hausen, München, Oskar Guttmann, London, Helio- 
gravüre, in London ausgeführt, und sein eigenes 

*) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 16. 
♦♦) Sein Exlibris- Werk, mit 1 3 Abbildungen : E. L. Z. IX. 112— 118, 
X. 44, 65. 

♦**) Sein Exlibris- Werk in .Blätter für Kunstgewerbe« 1899, IX., 
Wien. 



farbiges hervorragen, ebenso das hier (S. 393} 
abgebildete Exlibris Lydia Freifrau von Stemeck, 
Wien, 1899. 




Milan Sunko, mehrere Exlibris, darunter das schfine 
des Rats Josef Leidinger, f, Wien, 1886 bezw. 1896; 
Wappen mit Seh ildh alterin, Lichtdruck. 



Neuzeit, 1871 — igoo. 393 

Heinrich Jauner, Hof- und Kammergraveur: U. a. 
Exlibrisstich Heinrich Freiherr von Gudenus, Käm- 
merer, Waidhofen a. d. Theya, 1891 nach altem 
Muster von Andreas Reinhardt. 

Johsxia ScÄwerdimr, kaiserlicher Rat, Graveur: U. a. 
2 saubere Radierungen, Wappen, Ernst Graf Mar- 




Exlibris Lydia Freifrau von Stemeclt. Von H. O. StrÖhl (1899). 



schall und Camillo Freiherr von Althaus, c. 1880 
und 1898. 

Karl Boess , Wappenmaler, Vincenz Katsler, Maler, 
Leopold Geiste , Holzschneider , Oskar Grüner, 
Camillo Lnmbotte. 

Thcycr und Hartmuth, Papierwaarengeschäft. 

C. Angcrer und Gösckl, Kunstanatalt, die die eigen- 
artigen, aber sehr passenden Exlibris A. Anthony 
von Siegenfeldt, Wien, in Chromolithographie aus- 



394 Allgemeines. 

führten: Grünes und rotes Wachssiegel auf Perga- 
ment, 1897. 

Salzburg: Raimund Günther; Exlibris Eduard Dill- 
mann, Korneuburg, 1900. 

Bludenz: Jakob Ichey; Exlibris Douglass of Tilguhillie, 
farbiges Wappen. 

Ausland: Paris: Die Graveure Hirsch und Stern^ die 
einige wenige deutsche Exlibris stachen. Alexis 
Davidy eines der beiden Exlibris Eduard Grisebach, 
General-Konsul , Dichter , Berlin , 1 88 1 . Henry- 
Andre^ ein Exlibris Karl Emich Graf zu Leiningen- 
Westerburg, Neupasing-München, 1899. 

Nancy: Claude E. Thierry, Exlibris Nikolaus Ehrsam, 
Verfassers des Livre d'or, Bürger- und Wappenbuchs 
von Mülhausen im Elsass, 188.. 

bb. NichtberufskiiJistlcr^ Dilettanten: 

Deutsches Reich: 

Berlin: Armin Freiherr voft Foelkersam ^ Ritterguts- 
besitzer, nun St. Petersburg; 29 Exlibris von hohem 
Talent, guten Ideen und künstlerisch feingefühlter 
Ausführung. Seine Exlibris sind vorherrschend 
heraldisch, doch auch im Geschmacke der Jetztzeit. 
Dessen frühmittelalterlich gehaltenes Exlibris Karl 
Emich Graf zu Leiningen- Westerburg, Neupasing- 
München, 1 899, hier (S. 395) abgebildet; in Form eines 
gestickten Wandteppichs, unter der Krone und auf den 
Leiningen'schen Lindenblättern des Zimiers innerhalb 
der 4 Anfangsbuchstaben K. E. L. W. die Kreuze von 
Westerburg und Adler von Leiningen*). 



*) 2 Foelkersamsche Exlibris abgebildet: E. L. Z. IX. S. 49. 



Neu/eit, 1871— 1 900. 



395 



Adolf Schonbeck, preussischer Hauptmann a. D. 

Arthur von Oerlzen, preussischer Leutnant a. D. ; Bern- 
hard Körner, Jurist; Dr. Theodor Toecke- Mittler; 
Theodor Hennig. 




[3gai5I3S3r^? 



Münc/ien: 

Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck , Geheimer Rat, 
Kunst- und Kulturhistoriker, Verfasser des berühmten 
Trachten werk es etc.; seine eigenen 5 Exlibris in 



39Ö Allgemeines. 

Dürers Manier; 3 Clich^drucke, schwarz und hand- 
bemalt; 2 Kupferstiche, nach seiner Zeichnung von 
Johann Klipplian in Aschaffenburg und Nürnberg. 

Ralf 7 w/ Retberg' Wettbergen , Dürerforscher, f. Seine 17 
eigenen Exlibris sind fast alle nach Dürer sehen Vor- 
lagen gezeichnet, dessen Charakter sie genau treffen. 

Irene Freiin Reichlin- Meidegg, Oberhofmeisterin a. D.; 
Exlibris Wilhelm Herzog von Urach Graf von 
Württemberg, Stuttgart, 1899; siegelförmig mit 
Wappen. 

Sigmund Friedrich von Praun, bayrischer Oberst- 
leutnant a. D.; 2 Exlibris-Radierungen in der Art 
Nürnberger Todtenschilde. 

Alexander Freiherr von Dachenhausen , preussischer 
Premierleutnant a. D. ; 42 Exlibris, einzelne in leuch- 
tenden Farben und von tadelloser heraldisch-richtiger 
Zeichnung; hervorzuheben sind sein eigenes, 1893*), 
Albert Bock, Rudolstadt, 1895, George H. Falkiner- 
Nuttall, Dr. m., Cambridge, 1898, Alfred Freiherr 
von Dachenhausen, Rittmeister, Radymno, 1900, hier 
(S. 397) abgebildet, und 4 der Freiherrlich von Schoen- 
berg'schen Familie, Thammenhain, 1898 — 1900. 

Nilrnherg: Ernst Ferdinand Karl Kirchner, Zollamts- 
assistent. 

Kassel: Otto Kleemann, Kaufmann, ein Zeichner von 
gutem heraldischen Gefühl. 

Trebschen: Heinrich VII. Prinz Reuss, preussischer 
General der Kavallerie, kaiserlicher Botschafter a. D., 
eine Exlibris-Radierung für seine Gemahlin, Prin- 
zessin Alexandrine, c. 1885; Wappen in Band. 

*) Original in E. L. Z. 111. S. 70. 



Neuzeit, 1871— 1900. 397 

Havix^ecA'-Uünster i. W. : Maria Freitn von Twickel. 
Naumburg: Julius von Loewenfeld, Generalmajor z. D. 
Aachen: Frau Theodora von Rommel, geh, Kirsch. 
St, Johann a. d. Saar: Alwin Ziehme. 




398 Allgemeines. 

Hamburg: Eduard Lorenz Meyer ^ Handelsherr; 
guter heraldischer und moderner Künstler voll 
Eigenart und besonderer Richtung, Verfasser und 
Zeichner trefflicher Hamburgischer heraldischer 
Werke. Von ihm rühren 37 Exlibris, von denen 
das seinige, 1894, hier (S. 399) abgebildet ist. 

Altona: Fritz von Bronsarty preussischer Hauptmann. 

Pirna: Erich Freiherr von Hauseji, sächsischer Major; 
21 Wappen-Exlibris in altem Stil. 

Sonders hausen: Karl Kurt von Blödau^ Assessor, 
II Wappen-Exlibris. 

A'ur/^r; Martin Taubert^ Oberleutnant a. D., Postdirektor. 

Oesterreich : 

Wien: Moriz 7'on Weittenhiller^ Hofrat und Kanzler, 
Doebling-Wien; ein stilgerechter Wappenzeichner, 
der auch das Radieren mit Geschick betreibt. 

Dr. Richard Rosenbaum, sein eigenes, c. 1889. 

Ausland: 

Punta- Arena s : Bernhard Osenbrügg, aus Hamburg; 
sein eigenes, koloriert, in O. Hupp'scher Manier. 

b. Nicht signierte heraldische Exlibris von i8yi — igoo: 

Hugo Sholto Freiherr von Douglas, preussischer Major 
a. D. , Aschersleben (von Heinrich Nahde-Berlin) : 
In gotischem Vierpass Wappen auf schottischem, 
blaugrünkariertem Stoff; Farbendruck. 

Hugo von Donop, Oberhofmeister, -J-, Weimar, 1885; 
Wappen in Ornamentumrahmung. 

Hermann Freiherr von Müllenheim, Kammerherr und 
preussischer Major a. D., Strassburg i. Eis. ; 2 farbige 
Wappen-Exlibris. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 



Willy von Hardt, preussischer Major, Kassel, 1893, 
Wappen in Raute. 




Exlibris Eduard Larci 



. Von Ihm selbsl (1S94). 



Gräflich von Mirbachsche Fideikommissbibliothek zu 

Harff, 1888; Wappen in Siegelform. 
Gräflich Fugger- Glöttsche Bibliothek, Kirchheim, 1 897, 



400 Allgemeines. 

Nachbildung eines Schlossportal- Wappens von 1628 
mit Putten und Trophäen. 

Gräflich Werthern 'sehe Bibliothek Beichlingen, c. 1880, 
Wappen mit 4 Ahnenwappen. 

Ludwig Frhr. v. Bongart, Pfaffendorf, c. 1 895 ; Nachbildung 
der Rokoko-Exlibris von Gymnich und P. Schneltgen. 

4 Wappen-Exlibris Mumm von Schwarzenstein, Johannis- 
berg, 188 . ; (i von Stern, Paris). 

Friedrich Zarncke, ausgezeichneter Germanist, Leipzig, 
•j-, Stich, c. 1875; Wappen in Barockumrahmung. 

Barbara Freifrau von Plessen, geb. Prinzessin Gaga- 
rine, "}*, Baden-Baden, 188 . . 

Stanislaus von Leszczynski, preussischer Generalmajor, 
Berlin, c. 1898; Vollwappen auf eisernem Kreuz in 
Mandorla; (nicht signiert, jedoch gezeichnet von 
Dr. Theodor Toeche-Mittler, Berlin). 

Paulus-Museum, Worms; Stadtschild vom Nibelungen- 
drachen gehalten, 1891. 

Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg , Risstissen, 
Parlamentarier, 188 . ; Wappen in Portal nach altem 
Signet; ebenso: Bibliothek Napoleon Vecchioni, 
Redakteur, Politiker, München. 

Fürstlich Auersperg'sche Fideikommissbibliothek, Lay- 
bach, 1 89 . ; Wappen in Inschriftsrund. 

Dr. Heinrich Käbdebo von Kapri, f 1886, Kunst- 
schriftsteller, Bibliograph der Türkenbelagerungen, 
Wien, c. 1880; Wappen im Stil des H. S. Beham; 
(vermutlich von Wappenmaler Carl Boess, Wien, f). 

George Graf Hoyos, Fiume, 1898, Stich, Wappen. 

Julius Graf von Falkenhayn, k. k. Geheimer Rat, öster- 
reichischer Ackerbauminister, -J- 1899, Wien 188.; 
Wappen. Etc. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 401 



B. IN DER HAUPTSACHE NICHT HERALDISCHE 
EXLIBRIS MIT ALLEGORISCHEN UND ANDEREN 

DARSTELLUNGEN. 

Diese letzte Abteilung deutscher Exlibris ist wegen 
ihrer bedeutenden Vielseitigkeit äusserst interessant. Sehen 
wir auch wiederholt einige Zeichner einem gemeinsamen 
Vorbilde nachstreben, und sind auch einzelne Lehrer 
massgebend für einen Teil ihrer Schüler, so finden wir 
doch unter den Zeichenmanieren einzelner, und damit 
auch auf dem Exlibris-Gebiete, eine so grosse Menge 
individuellster Eigenart, wie kaum je zuvor. \y\e be- 
deutendsten deutschen Künstler voll eigenster künstle- 
rischer Ueberzeugung haben sich fast sämmtlich auch 
ihre besondere Manier geschaffen, die jeden deutlich 
vom andern unterscheidet, und ein Sachverständiger 
wird die Zeichnungen der vielen hervorragenden Meister 
der Gegenwart, auch ohne aufs Künstlermonogramm zu 
sehen, sofort erkennen und dem Richtigen zuteilen. So 
stehen die besten deutschen Exlibris-Künstler^ die Klein- 
meister und Kunstmaler, wie Max Klinker-Leipzig, Otto 
Greiner-Rom, Heinrich fV^^/^r- Worpswede, Otto Eck- 
mann-Berliriy Hans 77/<?w^/-Karlsruhe , vofi Gebhardt- 
Düsseldorf u. s. w. unerreicht und voller Eigenart da, 
wenn gleich sie hie und da Schule gemacht haben und 
mancher jüngere Künstler dem Vorbild nahe zu kommen 
sucht. 

Ferner sind besondere Gruppen beachtenswert, die 
in einer Richtung neben einander schaffen, so z. B. die 
archaisierenden^ die gemeinsam hauptsächlich von Dürer 
ausgehen, wie Georg i^ar/^^jm-Charlottenburg, Josef 

26 



402 Allgemeines. 

Satt/er 'Berlin, Paul Voi^t -Berlin, Karl SpindUr-S^i. 
Leonhardt i. Eis., auch der Gotiker Melchior Lechter- 
Berlin; dann Künstlergruppen^ wie die Münchner und 
Wiener Sezessionen, Künstlerkolonien von Worpswede 
bei Bremen, Dachau bei München, Darmstadt, die > Kunst 
im Handwerk« in München etc., ferner die ^modernen^ 
Zeichner, die für die stark Schule machende Münchner 
illustrierte Wochenschrift r^Jugend^ arbeiten, die von 
starkem Einfluss auf die heutige jüngere Künstler- 
generation ist. In diese vorgenannten Gruppen gehören 
Namen wie Julius Diez^ Bernhard Pankok, Paul Rieth^ 
Walter Caspar i^ Albert Weisgerber y Fritz Erler- 
München, Erich Otto -fw^^'Z-Dachau, Paul ÄÄrtr^-Darm- 
stadt, Emil Orlik-Prag etc. 

Als mehr selbständige Naturen unter den' Exlibris- 
zeichnern sind zu nennen Otto UöieloAde-MiXnchen, Franz 
Stassen-Berlin, Bernhard W^«/^-Berchtesgaden, Hermann 
///'r^r^Z-Charlottenburg, Handelsherr Eduard Lorenz Meyer- 
Hamburg, Anton Kaiser-V^ien u. A. 

Mancher hält sich aus eigenem Triebe oder infolge 
des Auftrags, wie schon angedeutet, an alte Vorbilder, 
Muster und Stile und komponiert entweder ein rein 
»altdeutsch« gehaltenes Blatt, oder er vereinigt alte 
Motive mit Einflüssen der Neuzeit^ oder er arbeitet aus- 
schliesslich in ganz fnodernem Geschmack unserer Tage. 
Der letzteren Richtung, die aus der momentanen Zeit- 
strömung entsprang, huldigt eine grosse Zahl der 
neuesten Exlibriszeichner. 

Der »aus Japan geborene« Naturalismus hat zur 
Zeit viele Anhänger sowohl überhaupt in der allgemeinen 
Kunst, als auch im besonderen im Buchschmuck und 
im Kunsthandwerk; die »stilisierte Pflanze« findet sich 



Neuzeit, 187 1 — 1900. 403 

ebenso auf Schmuckgegenständen, Möbeln, Stoffen, in 
der Glasindustrie, wie auf Bucheinbänden, bei Buch- 
illustrationen und bei unseren jüngsten Bibliothekzeichen. 

Was den Gegenstand der Darstellung anbelangt, 
so ist die Vielseitigkeit derselben bisher ohne Beispiel 
und enorm abwechslungsreich. Die Beziehungen zum 
Exlibrisbesitzer werden natürlich in mannigfachster Weise 
ausgedrückt, und diese für ein Exlibris notwendige Regel 
der Bezugnahme sollte nie ausser acht gelassen werden; 
doch finden sich auch genug Blätter, auf denen eine 
bezuglose, allgemeine, künstlerische Darstellung ausgeführt 
ist, die ebensogut etwas anderes als gerade ein Exlibris 
vorstellen könnte. Symbolik und Allegorien sind heut- 
zutage äusserst bevorzugt; es fehlt auch nicht an derartig 
mystischen Kompositionen, dass man ohne dazu gegebene 
Erklärung oft kaum oder gar nicht hinter den Sinn der 
Darstellung kommt, — eine Sache, die dem Zweck des 
Bibliothekzeichens nicht mehr recht entspricht; das der 
Buchsicherung und der Buchzierung dienende Exlibris 
sollte immerhin kein unauflösliches Rätsel sein, das in 
50, icx) und 200 Jahren kein Mensch mehr verstehen 
oder erklären kann. 

Ueber die angewandten Techniken und Verviel- 
fältigungsverfahren ist oben bereits S. 10 ff. gesprochen wor- 
den, doch sei hier noch darauf hingewiesen, dass der alte 
Holzschnitt und die alte Holzschnittmanier ebenfalls heute 
ihre künstlerische Wiedergeburt fanden und manche Exlibris 
wieder in Holz, zum Teil auch von den Künstlern wieder 
selbst geschnitten oder wenigstens in Holzschnittmanier 
kräftig gezeichnet werden; ferner ist die Radierung bei 
Exlibris wieder sehr beliebt geworden, nicht minder die 
Heliogravüre, in welch beiden Arten in den letzten fünf 



404 Allgemeines. 

Jahren zahlreiche Bibliothekzeichen entstanden sind. 
Der Steindruck in Schwarz wie in Farben hat in Deutsch- 
land einen derartigen Grad von Vollendung erreicht, 
dass er kaum mehr übertrofFen werden kann; er wird 
daher auch sehr oft bei Exlibris angewandt. Manche 
Künstler führen, wie schon oben bemerkt, ihre Litho- 
graphien gleich selbst auf den Stein aus. Die grösste 
Anzahl von Exlibris aber wird in Deutschland und 
Oesterreich — wie überall heutzutage — in Zinkätzimg 
und Glicht ausgeführt, die die Vorzüge getreuer photo- 
graphischer Wiedergabe und grösster Billigkeit haben. 
Mit Recht jedoch greifen Bessersituierte auf die zwar 
teureren, aber künstlerisch höherstehenden Verfahren 
zurück ; Holzschnitt, Kupferstich, Radierung, Heliogravüre, 
Lichtdruck und Steindruck wirken immer am besten. 

Was nun den Gegenstand der Darstellung und die 
vom Besteller oder dem Ausführenden gewählten Sujets 
anbelangt, so ist deren Zahl und Verschiedenheit heut- 
zutage so gross, wie nie zuvor, und so mannigfaltig, dass 
sie ganz erschöpfend überhaupt kaum mitgeteilt werden 
kann. Die wirklich gute, wie die ausschweifende Phan- 
tasie sind jetzt derartig erfindungsreich, dass man nicht 
mehr alle Ideen berichten und klassificieren kann. Ein 
grosser Teil wenigstens von Motiven, die auf Exlibris 
der Jetztzeit vorkommen, ist im Nachstehenden mitgeteilt : 
Figtiren: Der Olymp mit seinen Göttern, Göttinnen 
und Halbgöttern, wie Zeus — Jupiter, Athene — Minerva, 
Aphrodite — Venus , Ares— Mars , Hermes — Merkur, 
die Musen und Grazien; Pan, Faune; Kassandra, 
Polyhymnia, Nike; Wotan, Walküren, Parsifal; Ma- 
donnen mit und ohne Jesus, Heilige, z. B. St. 
Georg, St. Lukas, St. Caecilia, St. Katharina, St. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 405 

Barbara, St. Elisabath, Engel, Teufel ; Idealfiguren für 
Religion , Geschichte, Kunst, Malerei, Skulptur, für 
Architektur, Poesie, Wahrheit, Licht, Glück, Frei- 
heit; Germania, Hygaea, Krieg, Sieg, Ruhm, alte 
Germanen, Ritter, Landsknechte, Soldaten, Gelehrte 
und Ratsherren in alter Tracht, Mönche, Schalks- 
narren ; Männer, Frauen, Kinder, in alten und neuen 
Kostümen und allen möglichen Beschäftigungen; 
ganze und Halbfiguren klassischen Charakters; 
Trachtenbilder, männliche und weibliche Akte, 
junge Mädchen, Jünglinge; säende Männer, Baum- 
pflanzer, lesende und studierende Personen beim 
Lampenschein, nach der Sonne strebende Gestalten; 
Märchen- und Sagenfiguren, wilde Männer, Zwerge, 
Gnomen, Putten; Büsten, Porträts des Bibliothek- 
besitzers; Porträtmedaillons mit den Köpfen von 
historisch hervortretenden Personen, wie von Kaisem, 
Dichtern, Staatsmännern, Komponisten etc. 

Militär: Waffen, wie Schwert, Säbel, Lanzen, Helme, 
Kürasse, Schilde, Gewehre, Kanonen, Kugeln, 
Granaten, Trommeln, Fahnen, Standarten, Kasernen, 
Landsknechte, Angehörige bestimmter Truppenteile, 
Mars, Kriegsgöttin, St. Barbara. 

Marine: Schiffe aller Art vom Segelboot bis zum 
Panzer, Anker, Flaggen, Wimpel, Kompass. 

Theologen: Kreuz, Bibel, Kelche, Kirchen. 

Juristen: Schwert, Waage, Gesetzbücher, Göttin der 
Gerechtigkeit, Rolandsfigur. 

Medianer: Aeskulapschlange , Hygaea, Mikroskope, 
Thermometer, Medicinflaschen , Schalen, Spiegel, 
Instrumente, Skelette, Schädel, Todtenhände, Sensen- 
männer. 



406 Allgeraeines. 

Chemiker: Retorten, Fläsch'chen, Waagen. 

Schriftsteller^ Dichter y Theaterdichter ^ Schauspieler: 
Feder, Hefte, Bücher, Leyer, Theatermasken, Lorbeer. 

Architekten: Säulen, Kapitelle, architektonische Auf- 
bauten, Gebäude, Pläne, Zirkel, Lineal, Winkel. 

Künstler: Künstlerschild und -Wappen, Malutensilien, 
Pinsel, Paletten, Malkästen, Zeichenfeldstuhl; Skulp- 
turen, Büsten ; Maler, Malerinnen, Bildhauer, Sticke- 
rinnen in Thätigkeit, St, Lukas. 

Kunsthandwerk: Hammer, Ambos, Winkel, mit und 
ohne Künstlerschild. 

Handwerk: Hammer, Lineal, Säge; Maschinenteile. 

Studenten: Abzeichen, wie Schläger, Rapier, Degen, 
Verbindungszirkel. 

Musikliebhaber: Musikhefte, Noten, Violinschlüssel, 
Bass, Musikinstrumente wie Klavier, Harfe, Leyer, 
Laute, Flöte, Geige, Zither ; Polyhymnia, St. Caecilia. 

Bergfreunde: Steigeisen, Pickel, Bergstock, Rucksack, 
Seile, Alpenflora (Alpenrose und Edelweiss etc.) und 
Alpenfauna. 

Damen: Lieblingsblumen, -Beschäftigungen, -Bücher, 
Noten, Stickereien. 

Landschaften: Städte-, Fluss-, Thal-, Gebirgs- Ansichten, 
See- und Meeresblicke, Ansichten von Wald- und Park- 
partien, Gärten, Aecker, Wiesen; Tempel, Altäre, 
Kirchen, Pagoden; Burgen, Ruinen, Schlösser, Villen, 
Türme, Rathäuser, Privathäuser, Gymnasien, Biblio- 
thekgebäude, Faktoreien, Einzelhöfe, malerische 
Innenhöfe, Mühlen. 

Innenansichten: Wohnzimmer, Studierstuben, trauliche 
Zimmerecken, Kaminplätze, Ateliers, Säle, Hallen, 
Bibliothekräume. 



Neuzeit, 1 871 — 1900. 4O7 

Tiere : Eulen , Lieblingstiere wie Hunde , Katzen ; 
ferner Hirsche, Schwäne, Tauben, Hasen, Schlangen, 
Schnecken, Schildkröten, Spinnen mit Gewebe, 
Frösche, Affen; ferner Drachen, Pegasus, Sphinxe, 
Buchdruckergreif. 

Blumen : Getreu kopiert oder stilisiert, Lieblingsblumen, 
insbesondere Rosen, Lilien, Veilchen, Maiglöckchen, 
Chrysanthemen etc.; Wappenblumen; Blume der Ro- 
mantik; Pflanzen, Bäume wie Eiche, Linde, Birke; 
Lorbeer, Akanthus, Kränze. 

Sammler: Bibliophile — Bücher, Numismatiker — 
Münzen und Münzkästen, Heraldiker — Wappen, 
Genealoge — Urkunden, Exlibrissammler — Exlibris, 
Conchiliensammler — Muscheln. 

Geistiges Rüstzeug: Einzelne Bücher, Folianten, Bücher- 
gruppen, Manuskripte, Urkunden, Tintenzeuge, Fe- 
dern, Globen, altrömische Lampen, Studierlampen, 
Lichte ; Bücherschränke, -Tische, -Stellagen ; Schreib- 
pulte. 

Schiffe: grosse, kleine, alte und moderne, Handels- 
und Kriegsschiife, Kähne; Schiffe mit Büchern im 
Innern, Bücher als Schiffe. 

Allgemeine und verschiedene Ausrüstungsgegenstände: 
Stundengläser, Uhren, Schachspiel, brennendeFackeln, 
Sportembleme, elektrische Glühkörper, Röntgenstrah- 
len, Buchdruckerpressen, Merkurstäbe, Bienenkörbe, 
Statuen, Büsten, Vasen, Figürchen, Runen, Fratzen- 
köpfe, Kartuschen, Zierornamente; sog. Liebesseile 
und -Knoten, Kinderspielzeug; Todtenschädel und 
Gerippe; stilisierte Monogramme mit und ohne Krone. 

Wappen: Hier nicht als Hauptschmuck der Blätter, 
sondern mehr als nebensächliche Beigaben ; Wappen- 



408 Allgemeines. 

teile, Hausmarken, Staats-, Stadt-, Gewerkschafts-, 

Gesellschaftswappen; Künstlerschild. 

Man sieht aus Vorstehendem, wie unendlich viele 
Motive heutzutage zur Ausschmückung eines Bibliothek- 
zeichens herangezogen, und welche Orgien heutzutage 
grübelnde Phantasie, künstlerische Eingebungen und in- 
dividuelle Wünsche manchmal feiern. Eine Steigerung in 
der Mannigfaltigkeit der Darstellungsweise auf Exlibris 
ist kaum mehr möglich; wenngleich vorstehende Liste 
sich vielleicht hie und da noch um einen oder den 
anderen Gegenstand vermehren liesse, so werden schwer- 
lich viele fehlen, und der Ideenreichtum dürfte ziemlich 
erschöpfend angegeben sein. 

Es ist unmöglich, sämmtliche Exlibris-Zeichner der 
Gegenwart hier in bestimmte Gruppen oder Schulen ein- 
zuteilen und sie alle ohne Ausnahme zu nennen; einige 
wenige sind dem Verfasser nicht bekannt geworden oder 
die Zeichner sind nicht näher nachzuweisen gewesen; 
die überwiegende Mehrzahl aber ist im Nachstehenden, 
nach Kunstzentren und Wohnorten geordnet, aufgeführt. 

Da vorliegendes Werk auch keine erschöpfende 
Liste bringen sollte, war es auch unthunlich, all die oft 
vielen Exlibris jedes einzelnen Zeichners anzugeben; es 
sind somit nur die bedeutenderen genannt. 

a. Die Verferti^er in der Hauptsache nichtheraldischer 
Exlibris mit allegorischen tmd anderen Darstellungen. 

aa, Berufskünstler : 

Detitsches Reich: 

München^ als »erste unter gleichen«: 
Professor Rudolf Seitz und Anton Seitz (f ), von denen 
leider nur je ein Exlibris herrührt; Dr. Georg Hirth, 



» » 



Neuzeit, 1871 — 1900. 4O9 

Verleger, 1878, bezw. August von Eisenhart, Staats- 
rat a. D., München, 1895. 

Professor Peter Halm^ der treffliche Radierer; 10 Ex- 
libris, darunter das farbige der Grossherzogin Vik- 
toria Melita von Hessen, 1895 (2 Grössen). 

Otto Ubbelohdey der bekannte Landschafter; 8 Ex- 
libris, darunter die edle Radierung seines eigenen 
Exlibris *). 

Karl Schmoll von Eisenwerth; 2 Exlibris, u. a. eine 
sehr originelle, interessante und echt moderne Radie- 
rung Richard Hölscher, Darmstadt, 1899, eine Sym- 
bolik auf den Bücherdiebstahl**). 

Wilhelm Volz, 2 Exlibris; besonders gut das Exlibris 
Heinrich Schmidt- Pecht, Konstanz, 1898, das in 
seiner altgehaltenen Zeichnung sehr zum berühmten 
alten >»Haus zur Katz^ in Konstanz passt**). 

Max Esterle, aus Cortina d'Ampezzo in Südtirol, bis 
Herbst 1900 in Paris, ein äusserst talentvoller 
Zeichner jetziger Richtung, der meist mit wenigen 
Strichen ein charakteristisches Bild von grosser 
Feinheit und flotter Komposition liefert; 21 Exlibris 
mit ganzen, meist weiblichen Figuren, Brustbildern, 
Köpfen ; besonders gut sind : Exlibris Pauline vonKnoll, 
Bozen, 1899**), Emilia Wittouck, Brüssel, 1899**), 
Jules Claretie, Direktor der Com^die fran9aise, Paris, 
und Georges Claretie, Advokat, Paris, 1899, sein 
eigenes, Paris, 1899, und ein IL Exlibris der Frau 
Philippine Kuhn, Innsbruck, 1899; dieses hier (S. 410) 
abgebildet; ferner die Radierungen: Sein eigenes 
und das von Frau Fiffi Kuhn, Innsbruck, beide 1900. 

*; Abgebildet: Z. f. B. IV. S. 363. 

**) „ Dekor. Kunst, III. S. 342, 343. 



1.10 Allgemeines. 

Albert Welti, Schweizer; 2 Exlibrisradierungen Franz 
Rose-Döhlau, 1899, 1900. 

Julius Diee, ein besonders durch die >Jugend« be- 
kannter Zeichner; 16 Exlibris; sehr gut sind die 
des Kunstgewerbe Vereins München, 1898*), Luise 
Riggauer, 1899, Adolf Bermann, Bildhauer, München, 
1900, Gustav Wolf, Halle, 1900, Max Ostenrieder, 
Architekt, 1901, München das hier{S. 411) abgebildet 




Exlibris Frau Pliilippinc Kuhn. Von Max Eslerle (1699). 

ist, Richard Hildebrandt, Berlin, 1899; das von Dr. 
Georg Hirth, Verleger, München, 1S99, hier (S. 412) 
wiedergegeben. 
Bernhard Pankok, ein durch die 'Jugend«, durch 
moderne Zimmereinrichtung und den Buchschmuck 
des amtlichen Katalogs des Deutschen Reichs für 
•) Abgebildei: E. L. Z. VIII. S. 83. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 411 

die Pariser Weltausstellung bekannter Künstler; 
7 Exlibris, davon i Radierung und 4 Holzschnitte; 
das der Frau Margarethe Strauss, Magdeburg, 1899, 
mit dem Wotanskopf, hier (S. 413) abgedruckt*). 




Walther Caspari; 4 Exlibris,- darunter ein stimmungs- 
volles für den Dichter Wilhelm von Sc holz- München 
und 1 fUr Mr. Cushing, Galesbury, HL, V. S. A. 

■) Vgl. auch Sludio, Wimernummer 1S9S— 99, Beilage, S.66-67. 



1. 1 2 Allgemeines. 

Maximilian Dasio; i8 Exlibris mit einfachen und wür- 
digen klassischen Anklängen, davon 14 ausgeführt*). 

Alois Balmer, Schweizer, der es versteht, alte gute 
Heraldik mit moderner Ornamentik in glückliche 
Vereinigung zu bringen; 14 Exlibris; sein eigenes 
mit redendem Wappenschild (Stechpalme) und dem 
geflügelten Stier des heiligen Lukas, Patrons der 
Maler, 1898/1900, hier (8,414) abgebildet. 




5 Dr. OeorE Hi 



Hans Beatus Wieland, Schweizer; 7 gut moderne 
Exlibris. 

Ernst Berger, der Exlibris mittels geätzter Patronen 
(Kupfer- und Messingschablonen) direkt in den 
inneren Buchdeckel oder aufs Vorsatzblatt mit Farbe 
oder Tinte und Pinsel eindruckte; 9 Exlibris (vergl. 



*) ' 



abgebildet in > Kunst u. Handwerk', München, 49. Heft 1 



Neuzeit, 1871- 



413 



oben S. 14 und in der E. L. Z. VIU, S. 48, mit 

Abbildung, und S. 51). 
Adolf Hftigeler, der köstliche Humorist der »Fli^en- 

denBlätter«, Exlibris Johann Leichtle, Kempten, 1883. 
Fritz Erler, bekannt durch die »Jugend» und moderne 

Zimmereinrichtungen; 18 Exlibris, von denen die 

des Komponisten Hugo Wolf - Wien '), Privatdocent 




Exlibris Frau Margarrtlii 



1. Von Bernhard Pankok (1899). 



Dr. Karl Mayr-München, Frau Clementine Schön- 
tield- München, Konzertsängerin, Kunsthändler Ulrich 
Putze-München*), Buchhändler Gustav Eberius-Mün- 
chen {^; nach einem »Jugendt-Titelblatt) die sym- 
pathischsten sind. 
Arthur Halmi\ Exlibris Siegfried Hirth ; redendes Exlibris, 
Hirte mit Heerde, im Hintergrund München; 189g, 

*) Abgebildet: Dekor. Kunst Hl. S. 343. 



tI4 Alleemcincs. 

Theodor Sch»nt'; Exlibris Professor H. Eckstein (f), 
Zittau, 1884, Holzschnitt. 

Ferdinand Barth, Professor, der u. a. eine hübsche, 
leider zu stark verkleinerte Serie Exlibris fQr die 
freiherrlich von Cramer-KIett'sche Hausbibliothek, 



fSäwi- 




München, 1891, fertigte; Wappen, mit 7 verschie- 
denen Umrahmungen mit Landschaften, Figuren etc. 
Ludwig Seyfried; 1 gefällige Exlibris im Geschmack 
Ende des 18. Jahrhunderts Fürst und Fürstin Oet- 
tingen, München, und Bibhothek Aulendorf, Graf 
KÖnigsegg, 1899. 



Neuzeit, 1 871— 1900. 4^5 

Anna May^ 3 Exlibris, darunter das der Prinzessin 
Rupprecht von Bayern, 1900. 

Otolia Gräfin Kraszcwska; ein klassisch-modernes, 
edles Exlibris Lily von Poschinger, München, 
1899. 

Julie Kurzbaiicr; Exlibris Johanna Gräfin Morozzo, 
Victring, Kärnthen, 1899. 

Adolf Gordon (■[-); Exlibris Otto Falkenberg, München, 
1899 

Alois Gebhart; sein eigenes Porträt-Exlibris, 1899. 

Hans Stand har d inger ; sein eigenes, 1899. 

Ernst Kreidolf^ Schweizer, ein ausgezeichneter Künst- 
ler für Kinderbilderbücher und Blumenomamente; 
2 Exlibris, Steindrucke, das für Lili Burger, Klavier- 
virtuosin, München, 1897: 2 Hände auf Tasten 
nebst symbolisch ausgedrücktem Allegro*), und sein 
eigenes, 1901. 

Robert Weise; 2 litographierte Exlibris Adolf Spemann, 
Stuttgart, 1899, und Peter Hubert Becker, Schrift- 
steller, München, 1900. 

Julius Widnmann^ 4 Exlibris. 

Josef Widmann, i Exlibris Dr. F. Haushalter, Mün- 
chen, 1900, siegeiförmig, redend. 

Paul Stöltingy 4 Exlibris. 

Hans von Hayeck; Holzschnitt-Exlibris Ernst Fischer, 
Dr. m., Buchloe, 1900. 

Eugen SpandoWy gutes Porträt-Exlibris Ludwig August 
Reuling, München, 1901. 

Kunz Meyer; 4 gute Exlibris, darunter ein hübsches 
Exlibris Dr. m. Oswald Schmidt, München, 1900. 



♦) Abgebildet: E, L. Z. VII. S. 50 und Dekor. Kunst III. S. 344. 



4-16 



Allgemeines, 



Balthasar Schmitt, Professor, Bildhauer, 

Rudolf Bemdt, München, 1901. 
Agnes Haekn; ihr eigenes, 1899. 



Exlibris 

rRANC^X.EETTLEB^ 




ti Augusl Fächer (1S«0). 



Hermann Brunncr, Aquatinta -Exlibris M. A. H. U. v. 
B., München, 1896. 

August Packer; Exlibris Franz Xaver Zettlet, Korn- 
merztenrat, berühmte Glasmalerei, München, 1890, 
in der Manier von Johann Esaias Nilson, Augsburg, 



Neuzeit, 187 1 — 1900. 4^7 

mit Münchner Türmen im Hintergrund; hier (S. 416) 
abgebildet. 

Faul RietA; Heliogravüre (auch Zinkätzung) Sammlung 
Dr. M. Schubart, München, 1899*). 

Albert Weisgerber , SchülerStucks, Zeichner der »Jugend c ; 
meist recht gute Exlibris moderner Richtung**). 

Otto Porsche^ hübsches, einfaches Exlibris Dr. Paul 
Parey, Verleger, Oberleutnant a. D. (f), Berlin; 
Buch, Feder, Degen mit dem eisernen Kreuz***). 

James Bieberkraut; 2 Radierungen Dr. m. Rudolf Stein- 
häuser und Frau, München, 1899 und 1900. 

Hilda Lodevian^ eine Amerikanerin; 2 Exlibris Dr. ph. 
Richard Wedel, Privatgelehrter, München, 1899, 
wovon das eine eine sehr gute Radierung (Bücher 
und Todtenschädel). 

Otto Voigt, 2 Exlibris Gustav Drobner, Leipzig, und 
Louis Graf, München, 1900. 

Ida Stroever^ 3 farbige Selbstlithographien. 

Adolf Schmidt 'C^\\^\ Radierung Dr. Karl Borinski, 
München, 1900. 

Hermann Kellner; Exlibris Markus Schüssler, Nürn- 
berg, 1897, mit dem heiligen Markus und der Nürn- 
berger Burg. 

Richard Sc/iaupp, Schweizer, u. a. guter Heraldiker; 
2 Exlibris. 

Rudolf Sckiestl; 2 Exlibris. 

Ernst Neumann, Zweifarbenholzschnitt Dr. W. Rosen- 
thal - München ; 1 900. 



*) Abgebüdet: E. L. Z. X. S. 24. 
**) 5 Exlibris abgebildet: Kumt u. Handwerk, 50, Heft 7. 
♦♦*) Abgebüdet : E. L. Z. X. S. 66. 

27 



4 1 8 Allgemeines. 

Christian ^^;/^r, Historienmaler; Exlibris K. W. Geiger, 
Oberbibliothekar, Tübingen, 1895; Gelehrter mit 
Schalksmütze in seiner Bücherei*). 

Oskar Adam; 2 niedliche Exlibris Franz Xaver Zett- 
1er, München, 1899. 

Max Reinitz; Radierung Exli])ris Frau Sofie Menzler, 
München, 1900. 

Richard Kaiser, Landschafter, Radierung eigenes Ex- 
libris, 1900. 

Hermann Torggler^ aus Graz; 4 sehr gute Exlibris, 
darunter Dr. Max Maas, München, 1900, und Jakob 
H. Schiff, New York, 1900. 

Willy Ehringhausen; Exlibris Dr. Siegfried Graf Pück- 
ler-Limpurg, München, 1900. 

Margarethe Stall \ 3 Radierungen: Arthur Oelwein, 
Dr. j., Wien, 1900; A. O. W. und Alfons von Huze, 
Wien, 1900. 

Hermann Konsbrueck, eigene Exlibris-Radierung, 1901. 

Wilhelm Roegge; Exlibris des Schriftstellers Richard 
Zoozmann, Berlin, 1900. 

Erich Sieg er y sein eigenes nach Bildhauer Waderd, 
1901. 

Egon Josef Kossut, aus Troppau, Stuckschüler, Por- 
trät-Exlibris Dr. E. W. Braun, Troppau, 1901. 

Max Alexis Freiherr von der Ropp; 2 Exlibris Max 
Freiherr von der Ropp, Bixten, und Gräfin Alexan- 
drine Medem, geb. Fürstin Lieven, Grünhof, 1899. 

Karl Kostialy aus Eger; 2 Steindruck-Exlibris, 1900. 

Karl Wolf^ Georg Graf^ Ferdinand Goets**)^ Adalbert 

*) Abgebüdet: E. L. Z. VI. S. 56. 
*'^) 2 Exlibris abgebildet: Deutsche Kunst und Dekoration, 111. 7. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 4^9 

Nicmeyn\ Emil Reinicke^ Frank Kirchbach^ Gustav 
Wiistmann^ Wilhelm Menzler, Fritz Hegenbart, Georg 
HensingeTy Walther Magnussen^ Albrecht Bieder- 
mann^ Robert Nissig Hermann Wütige Alois Brunner ^ 
Wilhelm Beyer ^ Max Feldbaur, Hans Schlickt^ Hed- 
wig Linde mann, Maria Weiftland (Radierung), Molly 
Denzinger , Roman Kochanowsky , Georg Netmer, 
Josef Andres, Victor Tobler, Josef Damberger, Willy 
Oertely Adolf von Grundherr, Karl Julius Peer, Paul 
Bach, Arpad Schmidthammer, 

Heinrich Kronenberger, Architekt, 7 Exlibris. 

Theodor Fischer^ Architekt, der Schöpfer des gewal- 
tigen Bismarckdenkmals am Starnberger See, vier 
Exlibris. 

Sigmund von Suchodolski, Architekt; 4 gute Exlibris. 

Ludwig Hohlivein, Architekt, 8 hochmoderne Exlibris. 

Hugo M. Rö'ckly Architekt, 2 Exlibris, 1901. 

Willi JVeige/y Architekt; ein modernes eigenes, 1901. 

Friedrich Person, Lithograph. 

Offizin Dr. C. JVo// u, Sohn, Hof- und Universitäts- 
Buchdruckerei, in der schon viele gute Exlibris ent- 
standen sind. 

Offizin Knorr u. Hirth, 

Offizin E. J. Ge nasch, Schriftgiesserei, die 1900 und 
1901 9 sehr gefällige Exlibris aus Einzelornamenten 
und Schriftsatz (von Otto Hupp) gesetzt hat (durch 
Reinhold Ba7nmeSy München), eine Neuheit auf dem 
Exlibris-Gebiete *). 

Otto Tragy, Pasing - München , 5 Exlibris, darunter 
das des Hauptmanns Emil Heuser, Speyer, 1898 



*) Vgl. E. L. Z. X. S. 71. 



420 Allgemeines. 

und das der Frau Josefine Tragy, ein besonders 

schönes farbiges Blatt. 
Erich Otto Engel, Tiermaler, Dacbau-München, der 

ein stimmungsvolles Bibliothekzeichen für Dr. Max 

Halbe, Schriftsteller, München, radierte. 
Maximilian Kleiter, Tutzing-Mtinchen. 
Paul Wilhelm AV/Z^r-Reutlingen , Ftirstenfeldbruck- 

München. 
Hermann Keriiy München- Wien ; humoristisches Exlibris 

Rat Otto Weber, München, 1897. 

Berlin : 

Ludwig Burger (f ), fleissiger und bekannter Illustrator 
und Maler, 9 Exlibris, Lithographien und Holzschnitte. 

August von Hey den, Professor (f ), der bekannte Maler 
und Kostümzeichner; 2 militärische Exlibris, für 
Generalleutnant Ernst von Prittwitz, Karlsruhe, und 
das hessische Feld- Artillerie-Regiment No. 25, Darm- 
Stadt, 1886, mit Geschützen und Fahnenträgem. 

Ferdinand Graf von Harrach, wirklicher Geheimer 
Rat, Professor; 3 fein gezeichnete Exlibris; sein 
eigenes 1893 (Heliogravüre), Graf Ernst Harrach (f), 
Kleinkrichen, 1896, Ulrich Graf von Schwerin, Bel- 
grad, 1899. 

Emil Doepler d. J., Professor, Lehrer an der könig- 
lichen Kunstgewerbeschule, der oben unter den 
heraldischen Exlibris (S. 38 1 ) bereits genannt ist ; 55 be- 
merkenswerte Exlibris mit teils heraldischem, teils 
figürlichem Schmuck, von denen ein Teil oben an- 
gegeben und ein Exlibris S. 381 abgebildet ist. 
Von den Schülern E. Doeplers d. J. , die Exlibris 
gezeichnet haben, sind zu nennen: 



Neuzeit, 1871 — 1900. 





Eulibris M.A. Klausner. Von Elli Hirsch dW]). 



Neuzeit, 1871 — 1900. 4-3 

Helene l^ar^cs -Berlin, 9 sehr sauber gezeichnete eigen- 
artige Exlibris voll feinen Empfindens, von denen 
das ' Exlibris Richard Schmidt, Berlin, 1901 , hier 
(S. 421) abgebildet ist. 

Elli HtrscA-Berlm, 4 gute Exlibris; das für einen Re- 
dakteur sehr passende Exlibris M. A. Klausner, Ber- 
lin, 1901, hier (S. 422) abgebildet. 

Ferner: Anna Kess/i^r-Plaxien i. V., 6 Exlibris, davon 
5 für Damen; in Berlin: Gertrud Getto , Elisabeth 
Cogho^ Natalie Wichmann ^ Susanne Licht ^ Anna 
Kretschmar^ Else Kaiser^ Gertrud Btirdach, Luise 
Dietrich^ Else Scydcl^ Gertrud Wölkc^ Gertrud Kih^ 
Frieda Tctsci, Albert Schoits, Otto Koehier, Elfride 
Wcndtlandt^ Tine Kühner^ L. Küster mann ^ Martha 
Feckner, Fritz Helmut E/imcke; aus der Mehrzahl 
der Exlibriszeichnungen dieser Doeplerschüler merkt 
man den günstigen Einfluss des Lehrers heraus. 

Otto Eckmann , Professor, ein genialer Bahnbrecher 
der dekorativen Kunst und des Kunstgewerbes, 
ein Symboliker und bedeutender Ornamentkünstler 
in Blumen, Blättern, Tieren, Wasser, linearen Gebil- 
den etc., von dem gutmoderne, schöne Farbenholz- 
schnitte und Arbeiten für Buchschmuck, Textilindu- 
strie, Metall- und Glaswaaren, Möbelindustrie, Tapeten 
etc. herrühren *). 1 5 Exlibris, aus denen besonders die 
4 Blätter (davon 3 farbige Steindrucke) des Kammer- 
gerichtsrats Emil Uhles, Berlin 1898 — 99, für dessen 
Bücher über schöne Litteratur, Sozialpolitik, Fische etc. 
hervorragen. Eckmanns eigenes, einfaches aber 

*) 2 Monographien, reich illustriert, auch mit Exlibrisabbildungen, 
in: Deutsche Kunst und Dekoration, 111. 7. (April 1900). 



1.24 Allg< 

flott und kräftig wirkendes Monogramin-Exlibris, 1898, 
hier unten abgebildet. 
Hans Meyer, Professor an der königlichen akademi- 
schen Hochschule für die bildenden Künste; 2 Ex- 
libris-Radierungen, sein eigenes, 1882, mit den 
7. Putten von Andrea del Sarto, Florenz, und Georg 




\% Otto Eckniann, Von Ihm selbst <I84B|. 

Bancroft, amerikanischer Ge-sandter in Berlin und 
Schriftsteller (f), 1874 (nach Rafael). 
Franz Stasseii, ein talentvoller, vielversprechender Ex- 
libriskUnstler in symbolistisch -klassischen Zeich- 
nungen mit modernem Einfluss, zum Teil Radierungen ; 
1 1 Exlibris, von denen die für Dr. Josef Poppelreuter, 
Berlin 1 8g6*), Eduard Stucken, Dichter, Berlin, 1 899**), 
Museum zu Magdeburg, 1900, Musik-Exlibris der Frau 

•} Abgebildei: Z. f. B. IV. S. 367. 
"*) , Dekor. Kunst III, S. 341. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 4^5 

Margarethe Strauss, Magdeburg, 1900, Max Stein- 
thal, Berlin, 1900, und Horst Kretschmann Winckel- 
mann, München, 1901, besonders schön sind*). 

Friedrich von Sckennis , Schweizer; sein eigenes 
radiertes Exlibris vereinigt günstig alte Heraldik mit 
modern gehaltener Sphynx**). 

Hans am Ende^ ein Worps weder; radiertes Exlibris 
Wilhelm Feising, Berlin, 1898. 

Melchior Lechter, Gotiker, bekannt u. a. durch seine 
Zeichnungen für Glasgemälde etc.; 3 Exlibris goti- 
schen Stils Konsul Auerbach, Berlin, 1896, Baurat 
Karl von Grossheim, Berlin, 1897, und Dr. Leopold 
Levy, 1900. 

Alexander Liebmann; 5 Exlibris (3 Radierungen***). 

Hans Baluscheck ; 8 Exlibris, von denen das von Heinz 
Tovote, Schriftsteller, Berlin, 1895, Motiv nach 
dessen Roman > Fallobst, wurmstichige Geschichten « , 
und das des Oberpostassistenten Alfred Schröder, 
Berlin, 1901, mit Berliner Typen und Grunewald, 
hervorzuheben. 

Josef Sattier, Meister in Buchbilderschmuck in archai- 
sierendem Geschmack, der hauptsächlich im Geiste 
des 16. Jahrhunderts schafft, jedoch von bedeuten- 
der Eigenart; unendlich fleissig in der Kleinarbeit 
der Zeichnung, im Motiv oft gemütvoll, doch auch 
manchmal grotesk und bizarr; in der Phantasie sehr 
vielseitig. Da Sattler unter den jetzigen Zeichnern 
eine hervorragende Stellung einnimmt, ist es interes- 



*} Abbildungen: E, L. Z, X. S. 42, 43, und dekorative Kunst, 
München, Juni 1900. 

**) Abgebildet: Dekor. Kunst III. S. 345. 
***) Seine Exlibris vgl. E. L. Z. X. S. 13, 14. 



426 Allgemeines. 

sant, die objektive Beurteilung des 1 Allgemeinen 
Künstlerlexikons« wiederzugeben, wo eine Autorität 
ersten Ranges schreibt: »Sattler erneuerte eine be- 
wusste archaisierende Zeichnungsweise und schlug 
aus der zur Mode erhobenen Parole Dürer etwas 
Kapital, doch hat er ausgezeichnete Zeichnungen 
geliefert, namentlich dort, wo er nur illustriert, 
weniger dort, wo er in gesuchter Weise geist- 
reichelt, z. B. in Meine Harmonie, Die Wiedertäufer 
und Todtentanzbilder. Seine »Exlibris« leiden auch 
an gesuchter Originalität, die im Grunde genommen 
nur mehr oder weniger verstandene Wiederbelebung 
alter Motive sind.« Von ihm existiert eine Mappe, 
die ebengen. 42 »Exlibris« in tadellosem Farben- 
druck, die teils wirkliche Exlibris, teils nur Ent- 
würfe für solche enthält; in thatsächlichem Ge- 
brauche ist von diesen 42 Exlibris etwa ein Dutzend; 
als Beispiel aus dieser Serie ist in der englischen 
Ausgabe dieses Buches das »redende« Exlibris Fried- 
rich Karl Haupt (1893) wiedergegeben; der Zeich- 
ner hat jedoch ausser den genannten noch 6 andere 
Exlibrisentwürfe und 22 wirkliche Exlibris gefertigt, 
von denen 2 des Archäologen Dr. Robert Forrer, 
Strassburg i. Eis., 1892 (Sattlers erste Exlibris), 
Eberhard Freiherr von Bodenhausen, Berlin, 1895, 
Georg Haehl, Robertsau, 1895, Anton und Hedwig 
Woworsky, Berlin, 1898, Fritz und Hans Curschmann, 
letzteres als besonders gut hier (S. 427) abgebildet, 
Dresden, 1898, Hermann Heinrich Alexander Wen- 
tzel, Baumeister ("{â– ), Berlin, 189 ., Daisy Neumann, 
1899, Rudolf Warburg, Berlin, 1900, die besten 
sind. — Da obengenannte Publikation auch in Eng- 



187"- 



427 



land und Amerika Verbreitung fand, andere deutsche 
Bibliothekzeichen aber nur ausnahmsweise und nicht 
allgemein dortbin kamen, so glaubte man dort lange, 
Sattler wäre der einzige deutsche Exlibris-Zeichner, 




was die hier gegebene Liste der deutschen Exlilms- 
Kleinkünstler nunmehr widerlegt. 
Paul Voigt, AbteiUingsvorsteher der Reichsdruckerei, 
Berlin(s. 5,383), der bei einigen seiner 31 Exlibris zum 
Teil in Sattlcrscher .Manier arbeitete und einige gute 



428 Allg..mei»os. 

Interieurs lieferte ; hervorzuheben sind seine Exlibris 
Julius Wulff, Dichter, Berlin, 1894, Max Hinterlach. 
Assessor, Itzehoe, 1898, das hier unten abgebildet ist, 
Karl Koesler, Anclam, 1895, sein eigenes, Kupfer- 
stich, 1 898, das hier (s. Beilage) von der Originalplatte 




.wmp^WM. 



VoiBl {]»m. 



abgedruckt ist. \'on Voigts Hand rtlhren auch die 
feinen Kupferstiche der 4 Exlibris der Reichs- 
druckerci und die 2 des Reichspostamts Berlin, 
Dr. Paul Fischer, Reichpostamt Berlin, Geheime 
Oberregierungsrat Kar! Busse, Direktor der Reichs- 




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Neuzeil, 187 1 — 1900. 4-9 

druckerei Berlin, C. Schwartz, Berlin, umgeändert 
für Stephan Wiesand, alle 1891 — 1900. her*). 

Fidus = Hugo Höppener; 4 Exlibris; sein bestes: 
Exlibris Hermann von Kissling, Riva, 1900. 

Gustav Rietschely Berlin-Paris; 3 Radierungen Karl 
SchmitzdorfF, Brandenburg a. H., 1895, davon i aus- 
gewählt und 2 Proben. 

Ernst Fischer- Cörlht: 6 äusserst sauber gezeichnete 
Exlibris, Lichtdrucke, zumeist in klassischem Ge- 
schmack und griechischem Vasenstil, von denen die 
Fixlibris Karl Koch, Berlin, Karl Breitbach, Professor, 
Berlin, 1899 und F^aul und Helene Souchay, Kunst- 
maler, Berlin, 1900, besonders hervorzuhel)en sind. 

Franz Lippisch : Exlibris E. von Wangenheim, Kammer- 
herr, Berlin, 1899, Heliogravüre, klassisch-modern. 

Franz Weitlich; gutes Exlibris Dr. j. Max Wagner, 
Assessor, Berlin, 1899. 

Franz Kruse \ allegorisches Exlibris Elsa Heymann, 
Berlin. 1899. 

Ferdinand Nigg, aus Vaduz, Zeichenlehrer; u. a.: 6 
Exlibris M. v. B., München, 1S95, 97, 1901**). 

Julius Klinger und Albert Knab (Atelier Knab-Klinger), 
4 bezw. 2 moderne Exlibris. 

Eduard Liesen'. 6 Exlibris, darunter ein modernes 
C. H. Oskar Lange, Buchhändler, Berlin, 1899, und 
ein gutes Exlibris Wilhelm Arndt, Ciseleur, Berlin, 
1900. 

Anna von Wahl ^ aus üorpat: 7 Exlibris, darunter 2 
gute Blätter: Charles von Wahl, Dorpat, 1897, 

♦) Vgl. E. I... Z. IV. S. 53, 54 und 90, 91 und Studio, Winter- 
nummer 1898 — 99, S. 64 — 65, Beilage (3 Voigt-ExUbriii). 

**) 2 andere abgebildet in > Deutsche Kunst und Dekoration >' 111. 7. 



43 O Allgemeines. 

F31umenvase mit Buch, und Mercedes Zuologa, 
spanische Südamerikanerin, Hamburg, 1899, weib- 
licher Kopf mit Rosen und Dornenkranz, sowie 3 Ex- 
libris-Schablonendrucke. 

Sophie Bernhard^ Malerin und Hildhauerin, 2 Exlibris: 
Max Harrwitz, Antiquar, Berlin, c. 1895, und 
Dr. Ernst Oberwarth, Berlin, 1899; gut modern. 

Käthe Schönberger; 5 Exlibris, teils humoristischen, 
teils ernsten Charakters, mit originellen Einfällen*); 
das eine der 3 Exlibris Walther von Zur Westen, 
Assessor, Berlin, 1899, hier (S. 431) abgebildet. 

Luise Clason ; gut modernes Exlibris Mathilde von Treu, 
Nieder-Kosen, 1 899. 

Dora Hits; Radierung E. T. V. 1899. 

Marie StHler-lValdi\ 4 moderne Exlibris. 

Max Zambony\ hübsches Landschafts- und Musik- 
l^xlibris Otto Lüstner, Essen, 1896, mit dem Weil- 
burger Schlosse, einer Melodie, Geige und Büchern. 

Georg Wagner y farbiges Exlibris Margarethe Erich, 
Berlin, 1898: Garteneingang. 

Otto Protzen', Radierung Frida Sobernheim, Berlin, 
1894, sowie eine treffliche Radierung Karl G. F. 
Langenscheidt, Verlagsbuchhändler, Berlin, 1900. 

Efraim Mose Lilien: 11 ICxlibris, meist nackte, weib- 
liche Figuren**); hervorzuheben ist das Universal- 
exlibris vom Ball der BerHner Presse, 1901***). 

Franz Wiese; farbiges Exlibris Karl G. F. Langen- 
scheidt, \'erlagsbuchhändler, Berlin, 1897; Sphinx. 



*) I Exlibris abgebildet in Zeitschrift für Bücherfreunde, V. i. 
**) 4 Abbildungen in der Zeitschrift für Bücherfreunde, 111. 7. 
♦**) Abgebildet : K. L, Z. XI. S. 23. 



Neuzeil, 1871- igo«- 43' 

Richard Ä'«iJVf/, bekannter Militär-Zeichner; i Exlibris 
Emil Uhles, Berlin, Militärbibliothek, 1900, hier (S. 433 ) 
abgebildet; ausserdem ist eine von ihm herrührende 





1 


^ 


SarirJunQ von ^ 
VvZur'O.sten. 


{IL 




IMi~ 


Emp[öngen- . . . 
Künstler ;..... 



Exlibris Walther von Zur Wcsicn. Von Käthe Schönbcr^r (18W|. 

Ansicht Breslaus mit Wappen zu einem Exlibris 
»H. J.( (Jacobsohn) verwendet worden. 

Hans Krause; Exlibris Dr. m. Richard Paasch, Berlin, 
1896. 

Alexander Zi'ck ^ Professor; Universal - Exlibris für 



1.32 Allgemeines. 

Velhagen & Klasings Verlag, Leipzig, Jugendschrißen, 
1899*). 
Richard BSkland, der talentvolle Maler der Fa^aden 
des prachtigen deutschen Hauses auf der Pariser 
Wettausstellung 1900; Muster für ein Exlibris eines 
Artil lerie- R ^ments ** ) . 




Martin Ränike; habsches Exlibris Friedrich Pfeil- 
stücker, Buchhändler, Berlin, 1889. 
Willy Blecke: 2 Exlibris. 



*) AbgebUdet E. L. Z. X. 10. 
•*) Al^ebildet E. L. /.. IV. ,S. 67. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 433 

Albert Scholtz^ Wappenmaler der königl. Porzellan- 
Manufaktur: Exlibris Karl Engel, Stadtmissionar, 
Dortmund, 1898, u. A. Steuk, Polizeioffizier, Berlin. 

Hans Teichen (auch München); 21 Exlibris. 

Arthur Lehmann^ Schüler von Georg Barloesius. 

Kurt Stoevingy Arthur Fahlberg ^ Martin Spicker^ 
Albert Krüger ^ Georg Heil^ Atelier Pronberger^ 
Heinrich Schmidt-Sorrent ^ Richard Rucktäschel, 
F. Betmekensteiity Karl Leistikow^ A. Kratz^ M. Veity 
A. Hermann y Karl Valentin Kannengiesser ^ Georg 
Schiller y Hans Koberstein (gute Exlibris-Entwürfe), 
Aloys Edgar Ratte henegge r y Fritz Rumpfe Klara 
RodenwcUdty Hans Anker ^ Hans Lindenstädty Rudolf 
Westphaly Frau Camilla Wandrey^ geb. Bahr, Willy 
Werner y Illustrator, Maximilian Moddey Julie Wolf- 
Thonty Theodor Wendisch y Alexander Katzschy 
Theodor JohannseHy Theodor Luffty Armand Lainniy 
Josef Engelharty M. Koepp-Susemihl, 

Ludwig Manzely Bildhauer; Hans Latt ^ Bildhauer. 

Emil Zellner y Baumeister; 12 Exlibris; guter Heral- 
diker und Gotiker. 

Georg Königs berge ry Architekt. 

Alfred KtihnOy Architekt. 

Ernst Horstmeyer y lithographische Anstalt. 

N. Goldschmidt' Tissot. 

Reichsdruckerei, die die S. 383, 428 unter Paul Voigt 
erwähnten, vortrefflich radierten Exlibris, sowie die 
von E. Doepler d. J. gezeichneten Exlibris der 
Kaiser-Wilhelm-Bibliothek Posen ausgeführt hat. 

Charlottenburg bei Berlin : 

Georg Barloesius^ Lehrer an der städtischen Berliner 

Kunstgewerbeschule, ein talentvoller Künstler und 

28 



434 Allgemeines. 

Buchillustrator, der, als Zeichner älter als J. Sattler, 
auf Exlibris in ähnlichem archaisierenden Geschmacke 
wie dieser Künstler und in Anlehnung an Dürer 
und den Stil des i6. Jahrhunderts arbeitet, reich an 
Ideen ist und sauber und fleissig zeichnet. Von 
seinen 25 Exlibris (19 ausgeführt) sind besonders zu 
rühmen : Die farbigen Exlibris Anna Kruse, Lietzen- 
burg, 1898 (landschaftlich), Klementine Böhm, Wil- 
mersdorf, 1898, Karl G. F. Langenscheidt , Ver- 
lagsbuchhändler, Wannsee-Berlin, 1900 (landschaft- 
lich) und das des Verfassers dieser Zeilen, 1898 
(landschaftlich)*), sowie in Schwarz: Friedrich Gott- 
heiner, Charlottenburg, 1899, Hans Denecke, Ober- 
lehrer, Braunschweig, 1898, mit Richard Wagners 
Porträt und Noten, Friedrich Altmann, Frankfurt a. M.- 
Sachsenhausen , 1900, mit dem Frankfurter Dom, 
hier (S. 435) abgebildet, Dorfbibliothek Grosslüse- 
witz, 1900, Hans Lukas von Cranach, Schlosshaupt- 
mann, Wartburg, 1900, abgebildet unten im II, Teil 
16, Viktor Graf Schlieflfen, Weimar, 1900, L. B. 
von Carlshausen, Stuttgart, 1901**), Dr. Richard 
Schröder, Berlin, 1901, Willibald Franke, Verlags- 
buchhändler, Berlin, 1899; dieses letztere Blatt, ein 
sehr passendes Bibliothekzeichen, hier (S. 436) eben- 
falls abgebildet. 
Adolf Antberg, modernes symbolisches Exlibris Ar- 
thur Holitscher, Schriftsteller, München, Holzschnitt, 
1897. 



*) Abgebildet £. L. Z. IX. 14, englisches Exlibris- Journal IX. 5, 
Mai 1899 und im Katalog der Antwerpener Exlibris- Ansstellang 1900. 
♦*) Abgebildet: E. L. Z. XI. S. 12. 



Neuzeit, i87r - 1900. 



Hermann Hirsel, Schweizer; eigenartige, moderne 
Blätter, mit stimmungsvoller landschaftlicher Aus- 




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Von OeorK Barlösms (l«00). 



stattung und stihsiertem Blumen- und Pflanzen- 
Rchmuck; neuerdings auch ein guter Radierer; von 



436 Allgemeines. 

seinen 89 Exlibris sind besonders zu nennen: Alfred 
Doren, Berlin, mit Ansicht von Frankfurt a. M., 
i8<)7, Stanislaus Cauer, Bildhauer, Rom, mit dem 
MonteCavo, 1897, Otto Graumann, Assessor, Breslau, 




Exlibris WillibaW Franke. Von Qeorg Barrösius (IBM). 

Altar in Landschaft, 1898, H. Emest Opdenhoff, 
Brüssel, Landschaft, 1898, Nelly Brodmann, Hof- 
opernsängerin, Wiesbaden, Waldwiese mit Appollo- 
statue, iSgS, Hans Hermann, Berlin, Landschaft mit 
Götteraltar, 1899, Walther von Zur Westen, Assessor. 



Waldwiese, 1899, 2 Ktiennc Baud, Rechtsanwalt, 
Genf, Zinkographie und Radierung, Blumen, Land- 
schaften, 1897 und 1900, Dr. Friedrich Imhoof- 




lEoii^chcidt. Von Hermann Hiritl (1900). 



438 Allgemeines. 

Blumer, Winterthur, 2 Zinkographien, i Radierung, 
2 Landschaften (Megara und Akropolis zu Athen) 
bezw. Baum in Wiese, Münzen, 1899*), Dr. m. 
Felix Gattel, Berlin, 1899, Zinkographie und Ra- 
dierung, 1899, Buch in Wiese mit Bäumen, Hirzel, 
Charlottenburg, 1900, Karl G. F. Langenscheidt, 
Berlin, 1900, hier(S. 437) abgebildet, Sulzer-Steiner, 
Winterthur, 1900, Dr. med. Kessler, Berlin, 1900, 
Mathilde Schulz, Berlin, 1900, Viktor Blüthgen, 
Berlin, 1900, P. N. Ratajczak, Berlin, 1901, Robert 
Haberland, 1901. 

Alfred Drews -Thiele; Exlibris Karl Richter, Post- 
sekretär, Berlin, 1899. 

Karl Spilling, 

Wilhelm Freiherr von Tettau ^ Architekt, 7 Exlibris. 

C. J. Klein^ Architekt, 1894. 

FriedenaU'Berlin : Julius C. Maess; 20 meist feine Ex- 
libris, davon 6 Radierungen ; zu rühmen sind : Sein 
eigenes Exlibris, 1895, Dr. Otto Braun, Schrift- 
steller (f), München, 1895, Magda Gräfin zu Lei- 
ningen- Westerburg, Neupasing-München, 1 896, 2 Karl 
G. F. Langenscheidt, Verlagsbuchhändler, Berlin, 
1897, Otto Rau, Berlin, 1898. 

Grosslichterfeldc'Berlin: Georg Kehlender y Architekt. 

GrosS'Zehlendorf 'Berlin: Karl Behr, 

Grunewald-Berlin: Meinhard Jacoby; 4 moderne Ex- 
libris, darunter 3 Radierungen; besonders gutes 
Porträtexlibris Else Benndorf, Wien, 1897, sowie ein 
originelles Exlibris eines Arztes, Dr. Flesch, Frank- 



*) 6 Abbildungen: Zeitschrift für Bücherfreunde, III. ti und 
4 Abbildungen: E. L. Z. VIII. S. 46, 47. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 439 

fort a. M., 1898, dessen kräftige Hand einer Todten- 

hand die Sichel entwindet. 
Karl Wagner: Exlibris Dr. H. Thiel, Berlin, 1894. 
Bodo Ebhardty Architekt; 3 eigene 1900. 
Friedrichsber^'Berlin: Paul Ellinger, Lithograph und 

Zeichner. 
Schöneberg' Berlin: Franz Christophe^ 2 Exlibris. 

Potsdam: 

Lucy Du BoiS' Raymond y Tochter des berühmten 
Physiologen : 7 Exlibris, meist Radierungen, darunter 
eines für Paul Hensel, Professor, Nationalökonom, 
Strassburg i. Elsass, 1896. 

Fritz Rumpf. 

Stuttgart: 

Richard Herdtle: guter Buchillustrator; Exlibris der 
Dorfbibliothek Fachsenfeid, 1899*). 

Adolf Fischer; sehr gefälliges Exlibris Dr. Friedrich 
Hauff, Feuerbach-Stuttgart, 1899, mit Wappen und 
Durchblick durch ein romanisches Fenster auf Stutt- 
gart. 

Hermann Plener; Exlibris Dr. Franz Freiherr Koenig- 
Fachsenfeld, Geheimer Legations-Sekretär, Stutt- 
gart, 1898. 

Edmund Schäfer; 10 gute Exlibris. 

Gustav Halmhuber, Professor, Maler, Architekt. 

Felix Hollenberg; radiertes Exlibris des Freiherrn 
Koenig-Fachsenfeld, 1898; Bibhothek-Inneres. 



*) Abgebildet : E. L. Z., IX. S.. 82. 



|.40 Allgemeines. 

Franz Keller-Leitzinger, Professor (f ) ; Universalexlibris 
der Kollektion Spemann, Stuttgart, c. 1891. 

Maximilian Josef Gradl, 10 Exlibris, in modernem Ge- 
schmack*); sein (redendes) Exlibris Rudolf Olden- 
bourg, Verlagsbuchhändler, München, i8g8, hier 
unten abgebildet : 




Oldenbourg. Von MnKimillan Jos«t Otadi {IS93). 



Eduard Pfennig; sein originelles, gutes Exlibris seiner 
Mutter (in Hamburg, 1900), hier (S. 441) abgebildet; 
es drückt aus, dass sich die fleissige Hausfrau auch 
fllr Musik und Malerei interessiert. 



) 5 Eriibri» »bgebildet : E. L. Z. VI. S. i 



Neuzeit, 1871 — 1900. 

Walter Strich-Chapell. 

Fritz Berner, Architekt, 8 Exlibris. 

Richard Ernst Kepler. 




FANNV PFENNfQ 



Exlibris Fanny Pfennig. Von Eduard Pfennig (] 



E. Bafetti, (c. 1891 in Stuttgart). 

G.Dreher, xylographische Anstalt; schönes Holzschnitt- 

exlibris Paul von Baidinger, Hofmarschall, Stuttgart, 

1899, nach Schongauer. 



44^ Allgemeines. 

Karlsruhe in Baden: 

Hans T^Ä^w^, Professor, Direktor der Kunsthalle, früher in 
Frankfurt a. M. Dieser bekannte Maler von eigen- 
artigem künstlerischen Sonderleben und oft echt 
deutscher Poesie der Empfindung, wurde zum Ex- 
libriszeichnen durch den Verfasser dieses Buches 
angeregt und hat seit 1895 bis jetzt 22 Exlibris 
gezeichnet*); Landschaften, Kindergestalten, Figuren 
der deutschen Sage, Fabeltiere etc. finden sich auf 
seinen Exlibris, die zum Teil in Algraphie, Druck 
von Aluminiumplatten, ausgeführt sind. Sein Ex- 
libris August Rasor, Kaufmann, Frankfurt a. M., 
1898, hier (S. 443) abgebildet; die Perlen, die 
die Knäbchen aus den Muscheln entnehmen, be- 
ziehen sich sowohl auf die Perlenschneiderei des 
Besitzers, als auch auf die in Büchern zu finden- 
den Perlen, den Nutzen der Lektüre. 

Emil Rudolf Weiss; 2 moderne Exlibris Otto Julius 
Bierbaum, Schriftsteller und Herausgeber der »Insel«, 
München, 1896, und Dr. Richard Knittel, Karlsruhe, 
1898. 

Hans Richard von Volkmann; eigenes Exlibris, 1897, 
mit wildem Mann in weiter Landschaft. 

Max Lieber; 2 eigene moderne in Holzschnitt, 1899. 

Edgar Michahelles; 2 moderne, farbige Holzschnitte, 
1899. 

Karl Biese ^ Grötzingen-Karlsruhe ; 4 moderne Exlibris, 
bemalte Selbstlithographien, 1900, 

Johann Lorenzen; 3 Exlibris, darunter ein sinniges 



) 3 abgebildet: Studio, Winternummer 189S — 1899, S. 62—63. 



Neuzeit, 1871—1900. 



Blatt Dr. Alfred und Margarethe Pöschmann, Leipzig, 
1900'). 




ügu?! R3!or. Von Hans Thoma (1898). 



Darmstadt: Pnal Bürci; sein eigenes (redendes : Birke), 
1899**), 2 des Buchgew erbe- Vereins, Leipzig, 1900, 

•) Abgebildei: E. L. Z. XI. S. 25. 

") Abgebildet : E. L. Z. IX. S, 9?. 



t 



444 Allgemeines. 

Ludwig Sang, Darmstadt, 1900, sowie einige Ex- 
librismuster in modernem Geschmack. 

Wilhelm Bader; 6 Exlibris, davon eine Radierung 
Rudolf Bosselt. 

Kurt Kempiftf Theatermaler ; Exlibris Hermann Knispel, 
Hofschauspieler, 1 899, Todtenschädel auf Buch, Stein- 
druck. 

Auguste Kichler; 16 Exlibrisentwürfe, davon 7 aus- 
geführt; vorwiegend: Blumenausstattung*). 

Anna Becker; 2 Radierungen Alex und Vicky von 
Frankenberg-Ludwigsdorff, Darmstadt, 19CX). 

Gustav Schmoll von Eisenwertky Architekt; Exlibris 
Erika Klaas, Darmstadt, 1900. 

Karl Siegrist y Lithograph; Bruno Schulz^ Graveur. 

Dresden : 

Albert von Zahn (f) ; Exlibris des berühmten Kirchen- 
historikers Karl August Hase (f), Jena, 1873; da- 
nach 1 1 Exlibris der Familie von Hase , Leipzig, 
1875 — 1898; allegorische Figuren mit Wappen; 
Schi uss- Ausführung von Ludwig Nieper, Leipzig 
(vgl. oben S. 91, 92). 

Hugo Bürknery Professor, und Karl Ludwig Theodor 
Graff: Die Exlibris Georg Hermann Quincke, 
Professor, Heidelberg, 1877 und Josef Edler von 
Latour - Thurnburg , Feldmarschall - Leutnant , Wien, 
1877**). 

Fritz Schumacher y Professor, Architekt, ein vortreff- 
licher Exlibris-Zeichner von guter Phantasie, origi- 



*) I abgebildet : Studio, Vol. 20. No. 87, Frau Marie Voss, Mttnchen. 
**) Abgebildet: E. L. Z. VII. S. 49. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 



445 



nellen Gedanken, sowie feiner und anmutiger Zeich- 
nung in gut modernem Geschmack ; 14 Exlibris 
{5 Entwürfe); hiervon hier unten abgebildet Ex- 
libris Frau Bertha Lorch, Leipzig, 1900*). 




Frili Schumacher ([900). 



Johann Vincenz Cissars, ein guter Buchschmuck- 
künstler; Exlibris Buchhändler Robert Voigtländer 
und Frau, Leipzig, 1899, und Ludwig Löffler, Berlin, 
1901. 



•) 3 Abbildungen: E. L. Z. XI. S. a6. 37, 



446 Allgemeines. 

Walther Witting; 2 Exlibris Friedrich Preller jr., 
Dresden, 1900, mit der Wartburg, und das 
eigene, 1901. 

Karl Heffner, Professor, (auch Florenz) ein Exlibris 
Hugo Rasch, Düsseldorf, 1901. 

Erich Böttcher^ Porzellanmaler; Gottlob Klemm; Hans 
Pf äff ] Marianne Fiedler^ Weisser Hirsch bei Dres- 
den; 7 Exlibris, deren Zeichnimgen auf Zinkplatten 
ausgeführt sind und wie Steindrucke wirken ; deren 
bestes ist das Exlibris des Anwalts Wilfried Blaydes, 
London, 1899. 

Düsseldorf: 

Ernst Forberg^ Professor; Exlibris W. Spemann, Ge- 
heimer Kommerzienrat, Stuttgart, c. 1876; äusserst 
feiner Kupferstich nach einer Bronze von Peter 
Vischer, Nürnberg, bezw. einem Entwurf von Pro- 
fessor Friedrich von Thiersch^ München. 

Eduard von Gebhardt^ Professor, bekannter Historien- 
maler; 15 Exlibris voll deutschen Gemüts; beson- 
ders gut sind : Das sinnige von ihm und seiner Frau, 
1897, hier (S. 447) abgebildet; Betty von Gebhardt, 
Düsseldorf, 1898; Rochus Freiherr von Liliencron, 
der Schöpfer der »Allgemeinen deutschen Biographie«, 
Schleswig, 1898; Klara Poensgen, Düsseldorf, 1899, 
ein besonders gutes Blatt, das Siegfried zeigt, wie 
er den Drachen erschlagen hat und nun dem Vogel- 
sang lauscht, den er versteht, seit er sich mit dem 
Drachenblut benetzt hat; oben das Vogelmotiv aus 
Wagners Siegfried; Oskar und Anna Volkmann, 
Düsseldorf 1 898, Ehepaar in Waldlandschaft ; Greorg 
Freiherr von Rheinbaben, Minister, Berlin, 1899, 



Neuzeit, 1871—1900. 447 

St. Georg mit dem Drachen; Walther und Klara 
Preyss, Düsseldorf, 1899, Hans Sachs. 
Johannes Gekrts, sehr hübsches Exlibris Arnold Hirth, 
Verleger, Leipzig, 1896, Porträt, und eine Radierung 
Eduard Lorenz Meyer, Handelsherr, Han^burg, 1895, 
Porträt •). 




Friedrich Sckaarsckmidt, Konservator der kgl. Kunst- 
Akademie; eigenes, modern -allegorisch es Kxlibris, 
1899. 

Willy Spats; 2 Exlibris, darunter Wilhelm Pfeiffer, 
Düsseldorf, 1897. 



44^ Allgemeines. 

Alexander Frenz; modernes Exlibris mit Blumen und 
Halbfigur, Martha Poensgen, Düsseldorf, 1897. 

Otto Bayer; 2 Exlibris Karl Heine, Rechtsanwalt, 
Düsseldorf, 1898, mit Innenraum und Fensteraussicht, 
und Johanna von Cramatzki, Düsseldorf, 1 899, römi- 
scher Altar mit Blick auf Burg am Meer. 

Georg Oedery Professor; 4 Exlibris, Steindrucke mit 
Fröschen, Aflfe, Blumen. 

Peter Janssen^ Direktor der Akademie. 

Ludwig Keller, 2 Exlibris Lenzberg, Düsseldorf, 1901. 

Heinrich Otto; Alfred Graf von Brühig Friedrich Schüz, 
Willem van den Arendt Frau Hermine Schmitz- 
Wünnenbtrg^ Peter Philippi^ Theodor Reiser^ Gustav 
Ahns, Benno Hiddemann , Dr. med. und Kunst- 
maler; Mechthild Buschmann^ Düsseldorf-Paris, 2 
Damen-Exlibris. 

Hamburg . 

Emil Horst; sehr feines Exlibris Johannes Merck, Ham- 
burg, 1898, Heliogravüre; Don Quixote in Um- 
rahmung von spanischer Gotik. 

Hermann de Bruycker; ausgezeichnetes Exlibris Dr. jur. 
Adolf Lenert Wex, Rechtsanwalt, Hamburg, 1898; 
Heliogravüre, mit Wappen, Landschaft, Justitia und 
Aussicht auf Hamburg. 

Oskar Schwindrazheim ; 2 1 Exlibris, 1 2 Exlibrismuster *) ; 
hervorzuheben : Exlibris Oskar L. Tesdorpf, Hamburg, 
1892, Siegmund Hinrichsen, Präsident der Bürger- 
schaft, Hamburg, c. 1892, hier (S. 449) abgebildet, 



♦) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 57, 58, in den >Liebhabcrkttnsten, 
München, 1896, und in > Beiträgen zu einer Volkskunst«, Hamburg, II. 20. 



Neuzeit, 1871— 1900. 



449 



Hermann Lange jr., Hamburg, iS()7, Dr.Emil Tüngel, 
Hamburg, 1897, 4 Kinderexlibris der Familie Schiff, 
London, 1900, und Musikexlibris der 3 Schwestern 
Schiff, Hamburg, 1900. 




Adele Lippert; 6 meist zierliche Damenexlibris. 
Max Droi'ge; 6 Exlibris. 
Robert Baur; 3 Exlibris. 

Arthur lUics. Hugo SchwindrazlieUn, Adolf Eckhardt^ 
Hugo Ismberg, Hans Spechter (-[â– ). Wilhelm Weimar^ 



450 Allgemeines. 

Architekt, Georg Hulbe, Lederplastiker, Karl Drews^ 
sowie folgende Schüler des Architekten Karl Wol- 
brandt^ dieser bis 1899 in Hamburg, nun in Krefeld; 
sämmtlich in Hamburg: Julius Svenssan^ John 
Troischt^ Johann Jakobsen^ Johann Härder^ Hugo 
Ambergy Hugo Klugt^ Albert Mönkemeyer^ Wilhelm 
Eberhardt, Alexander DiewüscA^ Andreas M. Oisen]r.^ 
Gustav Doretiy Karl Blender^ Wilhelm yenner^ Emil 
Todty Oskar Nauhaus^ Ernst Volbrecht^ Friedrich 
NiebukTy Wilhelm Z,t?Ä^^, Willy Theut^ August Nie/sen, 
Richard Ho/st*). 

Altana: Alfred Mohrbutter; 5 hochmoderne Damen- 
exlibris. 

Magdeburg : Karl Wegner, Professor, 2 Exlibris ; Adolf 
Rettelbusch; O. Wilde. 

Halle: Heinrich Kopp; Exlibris des Kunstgewerbe- 
Vereins Halle, 1900. 

Breslau: Moriz Heymann y Exlibris des akademisch- 
litterarischen Vereins Breslau; Erich £'r/^r-Samaden ; 
Hermann Völkerling\ Richard Pfeiffer (München). 

Görlitz: Georg Starke, in Firma C. A. Starke, Hof- 
lieferant, Görlitz; der Drucker und Schatzmeister 
des deutschen Exlibris- Vereins ; eine Anstalt, in der 
schon zahlreiche Exlibris entstanden sind. Von 
Georg Starke selbst : 1 5 ExHbris. Karl Ernst, 2 
Exlibris. 

Frankfurt a. M. : Bernhard Mannfeld, der bekannte 
Radierer ; 2 Exlibris- Radierungen Dr. Hermann Kletke, 
Berlin, und Dr. R. Dohme, Berlin. 



*) Besprochen und 12 abgebildet unter »Hamburgische Exlibris« 
in E. L. Z. IX. S. 76—82. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 45^ 

Bertha Bagge^ eine gute Radiererin; 5 Exlibris, von 
denen ihr eigenes mit dem Eschenheimer Turm zu 
Frankfurt*), 1895, und A. Lask^, Rechtsanwalt, Frank- 
furt, mit Pflanzen und dem Dome in der Ferne, 
1895, besonders gut sind. 

Annette Versel; 3 fein radierte Exlibris Eduard Riesser, 
Frankfurt a. M. , 1899, mit Dom, Main, Brücke; 
Marie und Luitpold Rosenthal, Würzburg, 1 899, mit 
dem »Kürschnerhöfchen« ; Jakob und Kate Rieder, 
Wesserling, 1900, Schlossansicht. 

Ottilie Röderstein; sehr gutes Exlibris Ferdinand und 
Anna Hirsch, Frankfurt a. M., 1898, mit Porträts 
und allegorischen Figuren Merkur und Charitas. 

Frau Kathinka Ochs^ geb. Schlenker; 4 Exlibris, von 
denen die Exlibris Karl Eller, Karlsruhe, 1893, 
Wappen mit dem Edelweiss des deutsch-österreichi- 
schen Alpenvereins und der Justitia, sowie Exlibris 
Siegfried Ochs, Kapellmeister, Berlin, 1899, mit 
Engelsköpfchen als Noten**) sehr ansprechen. 

Ferdinand Luthmer^ Professor; Universal-Exlibris und 
2 Radierungen Moritz von Kuffner, Wien, 1895, 
Putte mit Wappen, Bibliothekschrank und Stefans- 
turm, und Alfred Hahn, Bankdirektor. Frankfurt a. M. 
1898, Hahn, Buch, Sportgegenstände. 

Francis = Francis Oppenheimer, Frankfurt a. M. und 
Paris, geboren in London; ein Zeichner und Ra- 
dierer von hohem Talent und trefflicher Eigenart; 
13 gutmodern gezeichnete Exlibris, darunter ein eng- 
lisch modernes Sir Chs. Oppenheimer (Frankfurt), 



*) Abgebildet in Laboucherr, Ladies' bookpUites, S. 190. 
**) Abgebildet: Dekorative Kunst, Bruckmann, Manchen, Juni- 
Nummer 1900. 



junger Wanderer auf Wald wiese, Crests und Badges; 
Frank Kirch bach, München, Wappen ; G. L. Sand, Bild- 




Eiil bns Ludw g Kte lierr von Turcke Von Francis Oppcnheiiner (1900), 



Neuzeit, 1871 — 1900. 453 

hauer, München, Nikestatue mit Büchern; Stella B., 
junges Weib mit Blumen; Alberta von Puttkamer, 
Strassburg i. Eis., weibliche Figur in Landschaft (Motto : 
Die müde Menschheit erfrischt sich an den Blüten 
der Poesie); Mary B. Brittan, San Francisco etc.; 
Ludwig Freiherr von Türke, Assessor, Strassburg 
i. Eis., dessen Blatt mit der Justitia hier (S. 452) 
abgebildet ist; alle von 1899 und 1900; ganz vor- 
trefflich ist das Exlibris Rufus Isaacs, Rat, Jurist, 
London, 1901, mit dem Sinnbild: Krönung der 
Arbeit = Ein Baumeister setzt die Giebelfigur der 
Viktoria auf des Turmes Spitze. 

Alexander Linnemamty Albert Lüthi^ Schweizer, Archi- 
tekt und Glasmaler, Oskar Somtner^ Bildhauer (*{"), 
C. Naumanns Druckerei August Reichard^ 4 Exlibris. 

Wiesbaden: Walther Schulte vom Brühig Redakteur, 
Schriftsteller, Illustrator; 49 Exlibris, davon 40 in 2, 
1895 und 1899 erschienenen Heften »20 Exlibris« 
veröffentlicht *) ; hervorzuheben sind : Exlibris Albrecht 
Wittlinger, Zürich, 1895, Waltrud Schulte vom Brühl, 
Wiesbaden, 1894**), Adolf Neuendorf, Wiesbaden, 
1894, Kloster Notre Dame, Offenburg, 1895***), 
Rudolf Benkard, Paris, 1895 (humoristisch), Hedwig 
Lange, Schauspielerin, München, 1897, Josef Lauff, 
Major a. D., Dichter, Dramaturg, Wiesbaden, 1899 
(mit dem Vogel Phantasus und der Blume der Ro- 
mantik). Ludwig Schellenberg^chQ Hofl^uchdruckerei. 

Berleburg: Richard Winckel. 



*) E. L. Z. II. 3. S. 15 (4 Abbildungen) und X. S. 22. 
**) Abgebildet in Labouchere, Ladies' bookplates, S. 229. 
***) Ebenda S. 230. 



454 Allgemeines. 

Krefeld: Karl Wolbrandt, Architekt, Direktor der Ge- 
werbeschulen ; 1 6 meist gefällige Exlibris*) mit stilisier- 
ten Blumen, musikalsichen Anklängen, Wappen etc. 

Heinrich Nauen. Agnes Kaiser. J. B. K/einsche 
Buchdruckerei M. Buscher. 

Hüls bei Krefeld: Hermann Thoeren, 

Barmen: Heinrich Hoenigy Deutschböhme; Exlibris Dr. 
Rudolf Neumann, Reichenberg i. Böhmen, 1900**). 

Neuss a. Rhein: Klaus Röhlinger^ Architekt. 

Köln: Josef Passavanti; Exlibris F. R. Meyer, Köln, 
1899, altdeutsch gehaltene Darstellung eines Münz- 
sammlers. 

Wiedensahl: Wilhelm Buscky der bekannte Humorist; 
Exlibris Friedrich Warnecke, Geheimer Rat ("j"), 
Berlin, Lithographie, 1 889 ; Eule auf Baumstamm. 

Bremen: Anton Albers; 3 originelle Holzschnittexlibris 
moderner Richtung. 

Worpswede bei Bremen: Heinrich Vogeler; derselbe 
ist als deutscher Exlibriskünstler würdig, nach Klinger 
und Greiner genannt zu werden ; während sich diese 
beiden trotz ihrer modernen Richtung hinsichtlich des 
Gegenstandes der Darstellung mehr auf klassischem 
Boden bewegen, ist Vogeler in seiner vollen Eigenart 
Meister in feintönigen Heidelandschaften mit tiefen 
Stimmungen, friesischen Anklängen, Parks, Blumen, 
Fruchtbäumen, Birken u. s. w., und dabei ein mo- 
derner Märchenpoet, sowohl in seinen Radierungen, 
wie in seinen Dichtungen; 21 Exlibris, die Mehr- 
zahl Radierungen. Besonders zu rühmen sind: Die 



*) Besprochen und 12 abgebildet: £. L. Z. IX. S. 108— in. 
♦*) S. E. L. Z. XI. S. 13. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 455 

Exlibris Margarethe Herwig (Frau Dr. Schuchardt, 
Hannover), 1896, mit Anspielungen auf den alt- 
germanischen Namen Herwig und Flusslandschaft; 
Schotteck , Woldesches Landgut bei Bremen, 

1898, Parkscenerie *) ; Frau Adele Wolde, geb. 
von Knoop, Bremen 1898, lesende Frauengestalt, 
Blick auf Kirche, Wappen, Rosenumrahmung; 
Johann Baron Knoop, St. Magnus-Bremen, 1898, in 
Blumenumrahmung Parkteil mit Geige, Wappen und 
Lyra; Alfred Heymel, Redakteur der xlnselc, München, 

1899, Parkbrunnen, Faun und Nymphe, hier (S. 456) 
abgebildet; Wilhelm Oelze, Bremen, 1900, Schiff, 
Goethemedaillon in Baumumrahmung; Vogelers 2 
eigene KxlibrisBarken-Hoff, lesendes Mädchen, Birken, 
Hof, bezw. Buch mit Rose, Denkmal unter Baum; 
Luise Wolde, Bremen, 1900, Kind im Garten, 
Georg Wolde, Bremen, 1900, Schiff vor Bremen, 
Frau Bertha Bienert, Plauen, Blick in Wald, 1901 **). 

Hildesheim: Lilli Wille, Döplerschülerin, 6 gute Ex- 
libris. 

Regensburg: Eugen Wiedamann^ Zinngiesser und Gra- 
veur; sein eigenes, sehr originelles und gutes; 1900; 
Bleischnitt. 

Nürnberg: Ludwig Kühn^ Professor; 3 ausgezeichnete 
Radierungen: Markus Schüssler, Nürnberg, 1895, 
Porträt und Vaterhaus; Frau Helene Schüssler, 
Nürnberg, 1899, Porträt und Kadolzburg***), beide 



*) Abgebildet: Dekorative Kunst, Bruckmann, München, Juni- 
heft 1900, 

**) 9 Exlibris Vogelers abgebildet : Deutsche Kunst und Dekoration, 
Koch, Darmstadt, IT. 7. 

*♦♦) Originaldruck: E. L. Z. IX. S. 108. 



456 



Blätter von künstlerischer Darstellung und vortreff- 
licher Technik; ferner: Freiherr Cornelius Heyl zu 




Exlibris Alfred Hcyniel. Von Heinrich Vogeler (IBW). 



Neuzeit, 1871 — 1900. 457 

Herrnsheim, Worms, 1891, Wappen in Frucht- 
umrahmung, von prächtiger, alter Wirkung. 

Wilhelm Behrens^ Professor; 10 Exlibris von feiner 
Zeichnung und geschmackvoller Komposition in ver- 
schiedenen Stilen. Besonders gut sind: Exlibris 
Rudolf Benkard, Paris, 1893, die Gestalt eines Sie- 
gers im Fechten und Turnen; Magda Gräfin zu 
Leiningen -Westerburg, Neupasing- München, 1892, 
Ehewappen in dem 1892 sehr beliebten Rokoko*); 
Ernst Graf Mirbach, HariF, 1894, Schlossansicht in 
Renaissance-Umrahmung; Pauline von Henzler-Leh- 
nensburg, München, 1894, Ehewappen, Rokoko; 
Reinhold Köhler, Oberbibliothekar (f), Weimar, 
Sagensammlung, Frau Sage in Rheinlandschaft; 
Maria Theresia und Hedwig Gräfinen Droste zu 
Vischering von Nesselrode-Reichenstein, Münster i.W., 
1895, Wappen, Rokoko; Valerie Brettauer, Triest, 
1898, Klavier in Rokoko und Blumenumrahmung mit 
Putte**); die letzten 4 Exlibris sind besonders reizvoll. 

Friedrich Wanderer, Professor; Exlibris Universität 
Heidelberg. 

Hermann Schwabe; 2 Exlibris, davon ein eigenes, 1901, 
hier (S. 458) abgebildet, und ein Exlibris Gustav 
Drobner, Leipzig, 1901. 

Georg Kellner\ 2 Exlibris des Germanischen National- 
Museums, Nürnberg, 1898. 

Karl Hammer (f), Professor; Paul Ritter, Professor; 
Karl Daumerlang^ Fedor Falkeisen, 



♦) Abgebüdet: E. L. Z. VIII. S. 52. 

•*) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde, III. i und englische 
Exlibris-Zeitschrift X. 86. 



458 



Allgemeines. 



Aschaffenburg: Paul Kersten, Buchschmuckzeichner. 

Wurzbut^: Friedrich Gaab, Zeichenlehrer; Ferdinand 
Lotz, Peter Würtk; August Stoehr, Architekt, 4 Ex- 
libris; Bonitas Bauer, lithographische Anstalt. 




Berchtesgaden : Bernhard Wenig, ein guter und ge- 
mässigter Moderner von grossem Talent und guten 
Ideen, dessen Exlibris wie kräftigeHolzschnitte wirken; 
37 Exlibris mit Halbfiguren, Blumen, Landschaften 
etc.; hier (S. 459) das des Paters Hugo Schmid ("l-), 
Kremsmünster, 1899, abgebildet; sehr gut sind 
femer: Wenigs eigenes Exlibris, 1897, Gräfin Sofie 



Neuzeit, 1871 -1900. 



459 



Du Moulin, München, 1897, Dr. Adolf Preyss, Berch- 
tesgaden, 1897, Karl Selzer, Maler, München, 1897, 
3 Johann Nepomuk Eser, Buchloe, 1899, 2 Dr. Hein- 
rich Stümcke, Berlin, 1898; Hermann von Sicherer, 



/^^^Ä' 



EX-LOIBIßllS 

PHUGONIS' 
SCHAXID 

Q [^ -/HONA ST E B? Q © 



Exlibris Palcr Hugo Schmid. Von Bmifiird Wenig {18M). 

Professor, München, 1898; Julie Speyer, Wien, 1898; 
Louis Ring, Berlin, 1899; Dr. Hans Lichtenfeit, Bonn, 
1900; Dr.L.Merck, Darmstadt, igoo, Radierung;Gustav 
Drobner, Leipzig, und das des Verfassers, igoi*). 
•)3«bgebildet: E.L.Z.Vn. S. 136-138; 1: VIII.S. iS; i:IX.S. 11. 



46o 



Kaiserslautem: Eduard Sack, 2 Exlibris; Wilhelm 
Linder, Professor, 6 Entwürfe. 




iCBB, Von VC. W. Sfiirtzko|)f |1S97). 



Konstanz: Walter W. Sturtzkopf (t), geschätzter 
Pferde- und Wildmaler; 6 Exlibris mit Landschaften, 



Neuzeit, 1871—1900. 461 

Burgen, Wappen*); von seinen gefälligen Blättern 
ist hier (S. 460) das Brunegger Exlibris al^ebildet, 
Kloster Brunegg, Schweiz, im Besitz des Dr. Bins- 
wanger, Konstanz, 1897. 




Exlibris Julius Moffmann. Von AI 

Domhan: R. Julius Hartmann; Exlibris Dr. Richard 
Schwinger, Heidelberg, 1900. 

Strassburg i. Eis, : Alfred Erdmann, Exlibris Julius Hoff- 
mann, Verlagsbuchhändler, Stuttgart, 1898, hier ab- 
gebildet; Marianne Knapp; Leo Schnug (5 Exlibris); 
Edmund Ostermann^ Architekt; Karl Emil Mattkis; 
Paul Beguin. 

•) Sein Exlibriswerk; E. L. Z, IX. S. 73-76- 



462 Allgemeines. 

St. Leonhardt i. Eis.: Karl Spindler y vortrefflicher 
Illustrator, der manchmal in Sattlerischer Manier 
arbeitet ; 4 Exlibris, von denen die Exlibris Städtische 
Kunstsammlung, Strassburg, 1895, Moritz Himly, 
Strassburg, 1895, Albert Rieder, Ingenieur, Mül- 
hausen i. Eis., 1899, besonders rühmenswert sind. 

Logelbach: Jean Jacques Waltz; 3 Radierungen für 
Andr6 Waltz, Kolmar, 1895. 

Kaysersberg (u. Paris): Karl Wipff. 

Mainz: Bruno Panitz^ Lehrer der Kunstgewerbeschule, 
Exlibris Rudolf Opfer mann, Mainz, 19CX); IVallausche 
Kunstanstalt. 

Klemens Kissel^ Zeichner*), grossherzoglich hessische 
Kunstanstalt; 47 Exlibris mannigfaltigster Darstel- 
lung mit Figuren, Wappen, Landschaften, Innen- 
räumen ; zu nennen sind : Sein eigenes mit hessischen) 
Wappen, 1896, Dr. K. G. Bockenheimer, Mainz, 
1890, hier (S. 463) abgebildet, John Morgan, Aber- 
deen, 1896, Alphons von Steiger, Kolmar, 1894, 
Fritz Mouths, Rüttenscheid-Essen, 1896, Otto von 
Brentano-Tremezzo, Offenbach a. M., 1897. 

Leipzig: Max Klinger ^ Professor, Maler, Radierer, Bild- 
hauer**), einer der eigenartigsten, vielseitigsten und 
phantasievollsten Künstler und unstreitig der her- 
vorragendste ^ genialste und interessanteste Meister 
der Exlibris- Kleinkunst der Jetztzeit^ das Ausland 
nicht ausgenommen. Von ihm rühren folgende 10 



*) 25 seiner Exlibris erschienen in einem Heft 1894 bei J. A. Star- 
gardt, Berlin. 

**) Sein Exlibris- Werk, ausschliesslich zweier später entstandener 
Blätter: E. L. Z. VII. S. 15—19 mit 2 Abbildungen. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 4^3 

Bibliothekzeichen, sämmtlich Radierungen, her, die 
hier alle genannt sein mögen : 2 Exlibris Leo Liep- 
mannssohn, Antiquar, Berlin, 1878, Löwe vor L L, 
bezw. Löwe, lesend, und Adler zwischen L L; Dr. 




H. Klinger, Professor, Königsberg i. Pr., 1879, vor 
einer Lampe zwischen Hut (Retorten vorläge) und 
Retorte Minerva mit Kranz und chemischem Thermo- 
meter statt der Lanze, unten Monogramm H. K. ; 



464 Allgemeines. 

Exlibris Fritz Gurlitt, Hofkunsthändler, Berlin, 1887, 
ein auf Felsen am Meeresgestade auf eine Burg zu- 
schreitender nackter Mann, auf dem Meere nackte 
weibliche Figur mit Dreizack auf einer Kugel*); die 
Allegorie bedeutet : Trotz Versuchung (Weib = Kunst) 
zielbewusstes, festes Vorwärtsschreiten aufs Beste 
los, ohne Abweichen vom Wege; IL Exlibris Fritz 
Gurlitt, 1887: Vor Säulengang an Wasser mit 
Spiegelung 2 nackte, weibliche Figuren; oben 
Karyatide mit Maske; Symbolik: In der Kunst wie 
in der Natur ist das Schönste die Reife; Exlibris 
Dr. W. Bode, Geheimer Regierungsrat, Direktor der 
Gemälde-Gallerie, Berlin, 1894**); vor femer Berg- 
landschaft trägt ein Mann 3 weibliche Wesen in 
den Kostümen der altklassischen, der Renaissance- 
und der Jetzt-Zeit durchs Wasser; Symbolik: Ein 
herkulischer Vertreter der Kunstgeschichte — An- 
spielung auf Dr. Bodes Stellung — führt die Ver- 
treterinnen der 3 Hauptkunstepochen durch den 
Sumpf der barbarischen und banausischen Zeit; 
Musikbibliothek Peters, Leipzig, 1896, Porträt Beet- 
hovens***). Max Klingers eigenes Bibliothekzeichen, 
1 896, wohl sein bestes Exlibris, daher (S. 465) wieder- 
gegeben; nackte Frauengestalt, die personifizierte 
Schönheit, vor weiter Landschaft mit Meer, felsigen 
Klippen und Ufer; das Blatt zeigt Klingers Vorliebe 
für klassisch-schöne Darstellung der Natur und des 
formvollendeten menschlichen Körpers. Reinhold 



*) Abbildung: Studio, Winternummer 1898—99. S. 66. 
**) Abdruck von der Originalplatte: E. L. Z. VII. S. 18—19. 



*** 



) Abbildung: Studio, Winternummer 1898—99, S. 64. 



Neuzeit, 1871- 1900. 




466 Allgemeines. 

Richter, Berlin- Wannsee, 1898, nackter junger Mann 
mit Buch am Meeresufer. Frau Elsa Asenijeff- 
Nestoroff, Schriftstellerin, Leipzig, 1899; am Meeres- 
ufer mit weiter Fernsicht auf Berge, ein nacktes 
Weib, das einem Manne das Knie auf den Nacken 
setzt, Sinnbild für die alles überwindende Schön- 
heit*). 
Otto Gr einer ^ zur Zeit in Rom; ein Meister in edler 
klassischer Darstellung wie in der Exlibris-Klein- 
kunst, der seinem ihm künstlerisch verwandten Kol- 
legen Max Klinger sehr nahe kommt; von ihm 
rühren 5 Exlibris (4 Lithographien, i Radierung) 
in antikem Geschmack und klassisch-schönem Stil 
her, die sämmtlich in nur wenigen Exlibris-Samm- 
lungen vorhanden sind; 2 Exlibris Wilhelm Wei- 
gand, Schriftsteller, München, 1895, Titanenkampf**), 
bezw. Athene entspringt dem Haupte des Zeus; 
Dr. Paul Hartwig, vom deutschen archäologischen 
Institut, Rom, 1895, der Exlibris-Besitzer, beschäf- 
tigt mit der Zusammensetzung griechischer Vasen, 
oben 2 symbolische Figuren des ästhetischen und 
lebensfreudigen Hellenentums mit der fertig zusam- 
mengesetzten Schale***); Dr. Wolfgang Erhardt, deut- 
scher Botschaftsarzt, Rom, 1899, mit der Versinn- 
bildlichung seines Wahlspruches »Non frangorc, hier 
S. 467 abgebildet; Marianne Brockhaus, Leipzig, 
1899, ruhende, träumende, weibliche Gestalt in einer 
von Faunen belebten Rosenumrahmung. 



*) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde IV, S. 364. 
**) Abgebildet; Studio, Winternummer 1898 — 99, S. 68—69. 
***) Abgebildet: Studio, Winternummer 1898 — 99, S. 66, und Zeil- 
schrift für Bücherfreunde IV. S. 366. 



\ 



Neuzeit. 1871 — 1900. 4^7 

Bruno Hertmx, ein sehr guter graphischer Künstler; 
2 eigene Exlibris in Steindruck und Holzschnitt*). 

Max Honegger, Professor; 2 Exlibris, darunter ein 
kräftig und flott gezeichnetes der Typographischen 
Gesellschaft, Leipzig, 1898, mit dem Buchdrucker- 
greif**). 

Hermann Feldmann; originelles Exlibris Gustav Drob- 
ner, Leipzig, 1897, hier (S, 468) abgebildet. 



/x rx. 




Frau Lina Burger; 10 Exlibris, von denen ausser den 
eigenen, 1896, 98, und dem von Ludwig Volkmann, 
Leipzig, 1894, besonders das des Fürsten Otto Bis- 
marck zu nennen ist, das der Verein der Buchhänd- 
ler zu Leipzig zum 80jährigen Geburtstag des Fürsten 



•) Vgl, E. L. Z. XI. S. 24. 
") AbKebildei: E. L. Z. IX. S. 52, 



468 Allgemeines. 

diesem i8(}5 in einer Anzahl von Büchern Über- 
reichte (abgebildet im ü. Teil 7.); hier {S. 46g) 
abgebildet das Exlibris ihres Gatten Konrad Burger, 
Bibliothekar, Leipzig, 1898. 




Van Hermann Fddmann (1397). 



John Jack Vriesländer; 10 Exlibris, darunter 2 origi- 
nelle moderne, farbige des Dr. Hans H. Ewers, 
Schriftsteller, Düsseldorf", und Frau Georgia M. 
Ovington, Düsseldorf, 1900, sowie einige humoristi- 
sche Exlibris. 



Neuzeit, 1871—1900, 469 

Richard Grimm, ein geschickter BuchkUnstler; 4 gut 

moderne Exlibris, von denen das eigene hier (S. 

470) abgebildet ist, 1901. 
Walter Tiemann, Buchschmuckzeichner; Exlibris Dr. 

Paul Kühn, Leipzig, 1898. 
Johann Graf; Exlibris Dr. Raymund Schmidt, Leipzig, 

1901. 
Ludwig Nieper, Professor, Direktor der Kunstakademie', 

Horst Schätze, 4 Exlibris; Hans Kozel {avs Wien)*); 




Eulibris Konrad Burgtt. Vun Li 



Paul W. Ehrkardt; Friedrich Lerpi', Karl Drechs- 
ler; Rudolf Koch; Karl Hasse; Alfred Büchner; 
Reinhold Karl; A. Felix Schulze; S. S. Drescher; 
Otto Sebald; Breitkopf u. Härte! , Verlag u. Druckerei; 
J. G. Scheiter u. Giesecke, Schriftgiesserei ; G. Röders 
Buch- und Stetndruckerei. 
Meissen: Oskar Zwint scher. 



') Vgl. E. L. Z. XI. S, 24. 



1-70 Allgemeines. 

Niederlösstätz: Oskar Fletsch, Professor (t), der be- 
rühmte Kinderzeichner, benutzte als Exlibris seine 
von ihm gezeichnete Visitenkarte mit 2 Kinderchen, 
Katze und Vögeln. 

Weimar: Helene und Frieda Spielberg; 5 Exlibris, 
davon 4 filr Damen. 



GX-lslBl(IS 




Klibrii Wdiard Orimm. Von ihm stlbit (IWU. 



Giulio Aristide Sartorio, Professor, Weimar, nun in 
Rom; 2 eigene Exlibris*) und eines für Onorato 
Carlandi, 1895 und 99, davon 2 Radierungen. 

Georg Heil; Exlibris Thomas Ewing Moore, amerika- 
nischer Konsul, Weimar, 1896. 

Oesterreich : 

Wien: William Unger, Professor, bekannter Radierer; 
gutes und passendes Exlibris Hugo Thimig, vom 

•) Eines «bgjebildei; Dekoraiive Kunst, Juai-Nummer 1900. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 47^ 

Hofburgtheater, c. 1898, Radierung, Rollen, Maske, 
Pritsche etc. 

Alfred Cossmann^ Schüler des Vorigen; Exlibris Nico- 
laus Dumba, Geheimer Rat, bekannter Mäcen, der einst 
Hans Makarts Stellung in Wien begründete (f 1900); 
Radierung, Wiener Parlamentsgebäude, davor Genius, 
der vor einer Minervabüste Lorbeer niederlegt*). 

Koloman Mos er ^ Professor; Fritz und Grete Schwartz, 
München, 1900; Rudolf Steindl, Wien, 1901; Super- 
Exlibris Dr. Rudolf Neumann, Reichenberg i. B., 
19CX); nach Koloman Mosers Einbandschmuck der 
»Handzeichnungen alter Meister« : Exlibris Raoul 
Allgayer, Wien, 19CX). 

Hans Machte Professor; Exlibris Josef Lewinsky, be- 
rühmter Tragöde vom Burgtheater, Wien, 1892, 
Maske, Lorbeer, die 3 Ringe aus Lessings Nathan 
dem Weisen, Krone in architektonischem Aufbau. 

Anton Kaiser; 3 feinradierte Exlibris, besonders reizend 
das Exlibris, die Radierung Karl Koch, Liquidator, 
Wien, 1901; sehr gut auch Exlibris des Dr. m. Karl 
Becher, Karlsbad, 1900. 

FeHcian Baron Myrbach^ Direktor der Kunstgewerbe- 
schule, Wien; Exlibris der Theresianischen Militär- 
Akademie Wiener Neustadt, 1901 (noch unvollendet). 

Marianne Schreder; 7 Exlibris, von denen Wilhelm 
Hegeler, Haiensee, 1899, und Ethel Gillmor, Creston, 
Iowa, 1899, Berthe Jouvin, Paris, 1899, Abbie Mar- 
garet Strong, St. Paul, 1900, hervorzuheben sind. 

Eugenie Munk; Exlibris Agnes Guttmann, London, 
und Professor Rudolf Fischer, Innsbruck, 1900. 



♦) Abgebildet E. L. Z. X. S. 52. 



Konrad Mautner, redendes Exlibris Dr. 
Winter, Wien, 1896, Holzschnitt. 



Josef 




Exlibris Dr. Hinns LSsdinigE. Von Dinld Pauluzzi (1898). 



Josef Hoff mann, Professor, Architekt; 2 Exlibris, davon 
ein echt modernes EJtlibrisAlmaSchindler, Wien, I901. 



Neuzeit, 1 871 — 1900. 473 

Alfred Roller, 2 Exlibris*). 

Ru^dioM Harwitz\ Edusird Doecker}T,\ ]3koh Fkel-Fiscker, 
2 Exlibris; Adolf Porsche; Alexander Goltz \ Rudolf 
Reinimer, Stecher; Franz Cizek; Fritz Ilg. 

Graz: Daniel Pauluzzi; anmutiges Exlibris Dr. med. 
Hanns Löschnigg, Graz, 1898, mit der allegorischen 
Figur des Märchens, dem steyrischen Wappenpanther, 
der Eule des Gelehrtenstandes, dem Grazer Uhr- 
turm, dem ärztlichen Berufsembleme, Aeskulap- 
schlange mit Becher, und einem Tanagrafigürchen 
als Repräsentanten für Kunstgeschichte; hier (S. 472) 
abgebildet. 

August Ortwein^ Professor, Architekt, einer der ersten 
deutschen Omamentisten, früher Professor in Nürn- 
berg (f 1900); waidmännisch-alpines Exlibris Josef 
Bullmann, Baumeister, Graz, 1899**). 

Emil Moser, Professor, Miniaturmaler, Kunstsammler; 

2 Exlibris, darunter Dr. Anton Schlossar, Kustos 
der Universitätsbibliothek, Historiker, Graz, 1899. 

Ferdinand Wüst; Exlibris Dr. J. B. Holzinger, Advo- 
kat, Graz, c. 1885. 

August Rath, Adjunkt am Landesmuseum; Exlibris 
Dr. Arnold Luschin von Ebengreuth, Professor, Graz, 
1895; Gelehrter in Bibliothek. 

Troppau: Adolf Zdrasila, Landschafter, Graphiker; 

3 Exlibris, davon 2 Holzschnitte Dr. E. W. Braun 
und Graf Razoumovsky, Troppau, 1900; ein Ex- 
libris Kaiser- Franz-Josef-Museum, Troppau, 1901. 

Pest: Ludwig Liuek. 



♦) Abbildungen in Pol de Mont, Vlaamse School XIV. i, 2. 
*•) Abgebüdet: E. L. Z. X. S. 98. 



474 



Allgemeines. 



Prag: Emil Oriik (zur Zeit in Japan); 24 Exlibris 
meist modernen Geschmacks, mit originellen und 
geistreichen Ideen ; 2 Radierungen, die Übrigen 
farbige Lithographien. Hervorzuheben sind: Sein 




EKlibris R. M. Rilkt. Von Emil Orlili <1S07). 



eigenes humoristisches, 1 897 ; Dr. Anton WöIf ler, Prag, 
1898; E. Zaufal, Professor, Prag, 1898; Dr. Hugo 
Salus, Dichter, Prag, 1898; Rainer M. Rilke, Dichter, 
Berlin-Schmai^endorf, 1897, hier oben abgebildet; 
Otto Erich Hartleben, Schriftsteller, Berlin, 1898; 



Neuzeit, 187 1 — 1900. 475 

Professor Max Lehrs, Dresden, 1899; Dr. Hans 
W. Singer, Dresden, 1899*). 

Josef Manes (f); Exlibris Adalbert Ritter von Lanna, 
Kunstsammler, Prag, 1871. 

Karel Hlavdcek (f); 6 eigengeartete Exlibris**). 

Hugo Steiner; 8 moderne Exlibris, zum Teil Litho- 
graphien. 

Max Svabinsky ; 4 Exlibris: Jaroslav Vrschlicky (Emil 
Frida), Dichter, Professor, Prag, 1900; VoitaNaprstek, 
Prag, 1900; Dr. m. Ferdinand Pecirka, Prag, 1901; 
Ztnih Elsky Vejrychovy, Prag, 1901. 

Ladislav Novdk; Karel Är^^; Johann Benes; Josef Sir; 
A. Botidovd; H. Boettinger; Emil M. /////, Prag (?); 
A. Haase^ lithographische Anstalt. 

Ausland: 

Rom: Otto Greiner; siehe oben (S. 466) unter Leipzig. 

Venedig: Michelangelo Gtiggenheimer; 2 Exlibris Lud- 
wig und Valerie Brettauer, Triest, 1898. 

St. Gallen: Salomon Schlatter^ Architekt; u. a. zwei 
deutsche Exlibris. 

Basel: Marie La Roche; Exlibris Andreas Heusler, Pro- 
fessor, Berlin, 1899. 

Bern : Hans Steiner\ Exlibris Johann Blanke, Konstanz, 
1897. 

Paris: Edgar Walther ^ Amerikaner, Bildhauer; Ex- 
libris Elsa Rau, Pianistin, Berlin, 1900. 

Hans Heise; Henry- Andre ^ ein Exlibris für den Ver- 
fasser; Raoul Tkomen. 



*) 2 Abbildungen: Ver sacrum, Wien, 11. 9. 
*♦) Vgl. E. L. Z. XL Nro. 2. 



476 Allgemeines. 

Ferner radierten Aglaiis Bouvenne^ Paris, 1883, und 
Claude E. Thierry, Nancy, 1884, je ein Exlibris für 
Arthur Benoit("|-), Berthelmingen, Deutsch-Lothringen; 
Gaston Save in St. Di6 zeichnete ebenfalls ein Ex- 
libris Arthur Benoit. 

Lyon: Andr6 Steyert, 

Brüssel: Ferdinand Kknopff; Exlibris M. v. B., Mün- 
chen, 1896, Frauenantlitz in einem Rund. Georges 
Lemmen; 4 Exlibris, davon 3 Harry Graf Kessler, 
Berlin, 1 899. 

London: Reinhold Thiele^ Maler und Illustrator, 
Zeichner des »Graphic« im Transvaalkriege; Exlibris 
Georg Pflümer, Hameln, 1894, Innenraum und An- 
sicht der Rattenfängerstadt Hameln. 

Charles W. Sherbom^ der treffliche Kupferstecher, der 
viel in der Manier Hans Sebald Behams, Aldegrevers, 
M. Le Blonds, Virgil Solis', Albrecht Dürers arbeitet : 
Franz Herzog von Teck, White Lodge, 1896; Mary 
Adelheid Herzogin von Teck, 1890, beides Mono- 
gramme unter Kronen; Curt und Lilli Sobemheim, 
Berlin, 1894, Putte, Blumen, Hermes, Ornamentik, 
besonders fein gestochen. 

Edinburg: Josef W. Simpson; Exlibris Karl Emich 
Graf zu Leiningen- Westerburg, Neupasing-München, 
1898, mit der heiligen Katharina, der Patronin der 
Litteratur*); Exlibris Olga Barbara Meyer, Ham- 
burg, 1901. 



*) Simpsonsche Exlibris- Abbildungen: £. L. Z. VIII. S. 99, loi 
und IX. S. 15, 20, 21. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 477 

bb, Nicktberufskünstler^ Dilettanten: 

Deutsches Reich: 

München: Gustav Kneeserty Geheimer Kanzleirat; Frau 
Giulia Knoezinger; Oberleutnant Karl und Fred 
Haushofer. 

München - Neupasing : Frau Josefine Tragy - Heuser ; 
gutes Exlibris Georg Nauen, München, 1900. 

Berlin: Felix Lorenz ^ Schriftsteller; Isaac van Taack- 
Trakraneny Druckereibesitzer; Walther Bädeker^ 
aus Danzig, Buchhändler, 8 meist moderne Exlibris ; 
Johann Joachim Hildebrandt ^ Sohn des Heraldikers 
und Professors, talentvoller junger Zeichner, 6 Ex- 
libris; Max Laurence^ Recitator; Dr. Hans Schulz; 
Helene Blau, Exlibris Adolf Schüddekopf, Köln, 1900; 
Karl Schur jr., Buchhändler; Karl Berkhan^ stud. 
mach.; Ernst Francke; Wilhelm Feising; K. A. Emil 
il/«//^r, Buchhändler; Ilsez^^« Cotta; Helene Schwarz ; 
Freifrau Klara von Biedermann, geb. May, Steglitz ; 
Adolf Neumann; H. Fleck, Architekt; Karl Rossius 
vom Rhyn, Architekt, Wilmersdorf. 

Charlottenburg: Margarethe Simrock- Michael, 

Stuttgart: Karl Rosner, Redakteur der Gartenlaube; 
2 eigene Exlibris; Hermann Koeve , Buchhändler; 
F. Schuster-^digoXd^ Architekt. 

Darmstadt: Ludwig Prinz von Battenberg, hessischer 
Oberst und englischer Kapitän zur See, 5 Exlibris, 
c. 1896: Prinz und Prinzessin Heinrich von Preussen, 
sein eigenes, Prinzessin Viktoria Battenberg, Prin- 
zessin Beatrice Battenberg. 

Alexander von Frankenberg- Ludwig sdotf^ Kammerherr; 
Heinrich Freiherr von Senarclens-Grancy; Hans 



478 Alle« 

Pieper, Student, 17 Exlibris, darunter Radierungen; 
LilH Keil, Konzertsängerin. 

Dresden: Dr. Gustav Pauli; Frau Dr. Klara Hübler. 

Meissen (auch München): Melchior von Hugo, Ober- 
leutnant, g Exlibris. 

Zwickau: Frau Dr. Elsbeth Reinhard, geb. Keil. 




Düsseldorf : Adolf von Perbandt, Baurat a. D.; Otto 
von La Valette, Rittmeister; 5 Exlibris. 

Hamburg .Eduard Lorenz jl/<;'W, Handelsherr; er ist oben 
schon (S. 398, 399) unter den heraldischen Zeichnern 
angeführt, muss aber w^en seiner eigenartigen und 
meist gefälligen Damen-, Blumen- und Musik -Exlibris 
im Geschmacke derjetztzeit auch hier genannfwerden; 



Neuzeit, 1871 — 1900. 479 

36 Exlibris, meist farbige oder schwarze Steindrucke, 
von denen namentlich folgende zu nennen sind: 
Alice Meyer, Hamburg, 1895, abgebildet unten im 
II. Teil 15.; Magdalene Merck, Hamburg, 1895; Meta 
Baur, Hamburg, 1895; Mary Reincke, Hamburg, 
1896; Lili Merck, Hamburg, 1897; Magda Gräfin 
zu Leiningen-Westerburg, Neupasing-München, 1895; 
diese 5 Exlibris mit Blumen, Noten und Wappen ; ein 
weiteres der zuletzt Genannten, 1896, hier (S. 478) 
abgebildet; Elsa von Ohlendorff, Hamburg, 1898, mit 
Stechpalme; Anita Brockmann, Bangkok, 1898, mit 
einem Tempel-Pavillon der Wat-Cherig in Bangkok; 
Marie Woermann, Hamburg, 1899, ^^^ Palme und 
dem Schiffe »Marie Woermann« vor Zanzibar. 

Frau Amalie BttgeZ-Reimers; 11 Holzschnitt- Exlibris, 
von denen die des Johanneums, Hamburg, 1 894, in 
altchristlichem Stile, und Ernst Rose, Bergedorf, 
1895, Rose und Käfer, besonders gut sind. 

Frau Dr. Olga ScAramm-O^Swald] 3 Exlibris, von 
denen das für Theo Behrens, Hamburg, 1895, 
Blumen und Blick auf Hamburg, sehr gut ist. 

Frau Toni O'Swa/d-HaWer., Exlibris Alfred O'Swald, 
Hamburg, 1895, mit dessen Faktorei in Zanzibar; 
Exlibris Maggie Haller, Hamburg, 1899. 

Frau Anna Harriet Kannengüsser-Sauher; 4 Exlibris, 
darunter Eduard Kannengiesser, Amtsrichter, Ham- 
burg, 1896, Innenraum mit Ausblick. 

Frau Marie Zackarias; Edith Goldenberg; Ernestine 
Ferber; Sophie Döbner\ Heinrich J. Merck. 

Friedrich Friedrichs, Archäolog; mit Runeninschrift. 

Dockenhuden bei Blankenese: Robert Wegener; feines 
larftischaftliches Exlibris Wegener, 1899. 



480 Allgemeines. 

Laegerdorf in Holstein : Dr. m. Eduard Hanssen. 

Burg: Frau Anna Aly-Lochte. 

Halle: Johanna Rauckfuss. 

Jena: Frau Professor Anna Auerbach, 

Göttingen: Anna Fehler, Radierung Wilhelm Fehler, 
Referendar, Göttingen, 1899, mit Ansicht Marburgs. 

Breslau: Dr. Moritz Rosenstein. 

Mannheim : Josef August Beringer. 

Wiesbaden: Dr. Emil Pfeiffer; eigenes Exlibris, farbig 
nach mittelalterlicher Miniatur. 

Bingen: Frau Ida Coblenz. 

Berleburg: Richard WinckeL 

Hachenburg: Alexander Graf voti Hachenburg. 

Krefeld: Frau Hedwig von der Leyen; 2 Exlibris; 
Heinrich Creutzburg, Buchhändler. 

Steterburg: Irmelis Gräfin Görtz-Wrisberg. 

Danzig: Dr. Wilhelm Korella, Gymnasiallehrer. 

Frankfurt a. Main: Friedrich Altmann. 

Würzburg: Wilhelm Förtsch, Bauamtsassessor; Frau 
Idi Teichmann. 

Augsburg: O. Roger, Dr. m. 

Kempten: Adolf Leichtle. 

Frankenthal: August Ries. 

Heilbronn: Alfred Schliz, Dr. m. 

Ueberlingen: Richard Dehmel^ Schriftsteller. 

Heidelberg: Ernst Darmstädter, Chemiker. 

Strassburg i. Eis.: Rerroff, Pseudonym = Dr. Robert 
Forrer, Archäolog; 12 Exlibris in meist altem Stil; 
zu nennen: Ein Dedications-Exlibris an Fürst Otto 
Bismarck, 1898, Faust mit Schwert, Wappen und 
Tintenfass; Kloster St. Ottilien, Elsass, 1898, mit 
Haidenmauer, St. Ottilia und Ottilienberg. 



Neuzeit, 1871 — 1900. 48 1 

Paul Reiher^ sein und seines Vaters Ferdinand Exlibris, 
Radierungen. Edmund Förster, Mediziner. 

Kolmar: Andrd WaltZy Stadtbibliothekar; Exlibris 
der Schongauer-Gesellschaft, Kolmar, 1894, nach 
M. Schongauer. 

Berthelmingen: Arthur Benoit ("f); 2 eigene, c. 1885 
und 1892, und Dr. Hermann Kuhn, Geistlicher, 
Brudersdorf, 188 . 

Leipzig: Ernst Goetz, Fabrikbesitzer und Haupt- 
mann d. L., eigenes Exlibris (vgl. unter »Histo- 
rische Exlibris« , II. Teil 4. i.). Hans Bluntsckliy 
cand. med. 

Lübeck: Wilhelm Bandelow, Hauslehrer. 

Schwerin : Frau Elisabeth von Bülow, geb. Scharlach; 
6 Exlibris. 

Rostock: Frau Elsa von Blume , geb. Freiin von See- 
bach; Erwin Volckmann, 7 Exlibris. 

Oesterreich, 

Wien: Emil Hütter , Liquidator (f); 2 Radierungen, 
sein eigenes, 1872, und Julius Kaschnitz Edler von 
Weinberg, Wien 1872. 

Viktor Christ, Mitglied des Hofopernorchesters, 4 gut- 
gezeichnete Exlibris. 

Dr. Hans Przibraju, 4 gutgezeichnete Exlibris. 

Ilse Conraty 2 Damen-Exlibris. 

Mizi Schlesinger y ein Exlibris Leonie Hock, 1901. 

Döbling'Wien: Moritz von Weittenhiller , Hofrat, 
Kanzler des deutschen Ritterordens; 13 Exlibris, 
davon 9 meist feine Radierungen, dovon 4 noch 
unvollendet. 

Emil von Rochefort, Oberleutnant a. D. 

31 



482 Allgemeines. 

StockeraU'Wien : Frau Emestine Gräfin von Cauden- 
hove^ geb. Gräfin Breuner; 2 Exlibris der Fürstin 
Eleonore Auersperg, Goldegg, 1899. 

Wiener Neustadt: Eduard von Zambaur^ Hauptmann, 
Professor der Militär- Akademie ; eigenes in arabischer 
Schrift mit Koranspruch, 1900. 

Graz: Luise von Drasenovich, 2 Exlibris. 

Elbogen: Dr. Georg Gindely, Exlibris Dr. Adolf Hauffen, 
Professor, Germanist, Prag, 1898. 

Erlaa : Friederike von Oldenburgs Gräfin von Welsberg, 
Exlibris ihrer Mutter Nathalie Herzogin von Olden- 
burg. 

Stadt Ried: Ferdinand Weiss. 

Triest: Dr. Vitale Laudi, Professor, Exlibris Valerie 
Brettauer, Triest, 1899, mit nach Art eines Rebus 
verstecktem Namen. 

Ausland : 

Lottdon: Meno Haas y deutscher Buchhändler; sein 

eigenes. 
Hollingboume : Ernst Bengough Ricketts, Major; ausser 

zahlreichen englischen Exlibris 4 Exlibris für den 

Verfasser, 1898. 

b. Von anderen und nichtsignierten Exlibris sind noch 

kurz folgende erwähnenswert: 

Frau Dr. Helene Zorn, Heidelberg, 1898, mit dem 

bekannten Bilde Arnold Böcklins »Dichtung und 

Malereif. 
Ludwig August Reuling, Inspektor, München, 1898, 

Porträt- Exlibris (L ; sein IL siehe oben unter München, 

Eugen Spandow). 



Neuzeit, 187 1— 1900. 4^3 

Dr. m. Adolf Magnus-Levy, Berlin 1894, mit Michel- 
angelos Prophet Zacharias der sixtinischen Kapelle 
zu Rom. 

Dr. Salomon Fuld, Justizrat, Frankfurt a. M. , 1895, 
mit einer Nachbildung eines Raphaelschen Freskos 
in der Stanza della Segnatura im Vatikan. 

Martin Schwarzschild, Frankfurt a. M., 1896, Interieur. 

Ferdinand Reiber, Strassburg i. Eis., Radierung, 1879, 
»R«, mit Ranke und Strassburger Münster (siehe 
vorstehend S. 481). 

Dr. E. Schneegans, Heidelberg, c. 1895, mit Strass- 
burger Fahnenbild. 

Kgl. National-Gallerie, Berlin, 1895. 

Anton Einsle, Buchhändler und Komponist, Wien, 
c. 1885; Harfe mit Noten. 

Dr. A. Kornfeld, Wien, c. 1890, mit dem Kopf der 
Murilloschen Justina, Wien. 

Georg Eckl, Bibliophile, Wien, c. 1898, 2 Exlibris. 



C REINTYPOORAPHISCHE EXLIBRIS. 

Da diese Art mit künstlerisch-bildlicher Ausstattung 
nichts zu thun hat, so genügt es, zu bemerken, dass auch 
in der neusten Zeit diese Sitte, nur seinen Namen und 
ev. Stand auf einen Zettel drucken zu lassen und diesen 
einzukleben, fortbesteht, und zwar aus praktischen Spar- 
samkeitsgründen, oder, weil der Besitzer kein Bedürfnis 
hat, seine Bücher nicht nur zu sichern, sondern auch zu 
zieren. Oeffentliche Bibliotheken sind, wenn sie keinen 
Farbstempel anwenden, besonders geneigt, solche schmuck- 



484 



Allgem 



lose, nur typographisch hergestellte Exlibris, z. B. bei 
BUchererbschaften, zu verwenden. 

Bemerkenswerte Blätter tinden sich in dieser Periode 
nicht; die Mehrzahl enthält nur die Inschrift, manchmal 
findet sich um diese ein Rändchen aus geraden oder ge- 
wundenen Linien, Eowie besten Falls eine Kartusche 
oder lorbeer ahn liehe Einfassungen und Kränze. 




Eulibiii Friedrich 



Von ihm selbst (1862). 




sächlicli g 



II. TEIL. 
SPEZIALITÄTEN. 

il usser der historischen und stilistischen Ein- 
jl teilung, der wir bisher folgten, lässt sich der 
I Exlibrisstoff noch in besonderen Unterabtei- 
llungen, in Spezialitäten, betrachten. That- 
iebt es Exlibris-Sammler, die nur einzelne dieser 
Sparten sammeln oder sich nur für diese interessieren. 
Da manche hier einschlägige Exlibris schon in vor- 
hergehenden Kapiteln berührt wurden , so kann über 
manches kürzer hinweggegangen werden, zumal viele 
bereits im Titel genügende Erklärung finden. 

/. Doppel-Exlibris. 
Sie kommen nur in der älteren Zeit vor und ent- 
sprangen, abgesehen von den Doppel-Exlibris von Ehe- 
paaren, der Absicht, das damit versehene Buch doppelt 
zu sichern; man findet sie zugleich im inneren Vorder- 
und im hinteren Hinterdeckel eingeklebt und zwar ein 
Porträt- Exlibris vom und das zugehörige Wappen-Exlibris 
hinten oder umgekehrt ; geschnitten waren sie, nach einem 
Exemplar der Hof- und StaatsbibUothek München zu 
urteilen, auf einem Holzstock und wurden erst nach dem 



486 Allgemeines. 

auf ein Stück Papier erfolgten Druck in der Mitte ge- 
trennt* 

Die Sitte der Doppel-Exlibris hat sich nicht allgemein 
eingebürgert; einige wenige Beispiele seien hier genannt: 

Melchior Schneider und Frau Barbara, geb. Schöner, 
Augsburg, vermählt 15 14*); 2 kolorierte Wappen- 
holzschnitte, beide nach innen zum Buchinhalt ge- 
wendet. 

Dr. Sixtus Kapsser (früher irrtümlich mit S. Kercher 
bezeichnet), Herzog Albrechts V. von Bayern Physicus, 
1560, Holzschnitte, Porträt und Wappen**). 

Dr. Franz Pfeil^ Stadtsyndicus, Hamburg und Magde- 
burg, 1564, Holzschnitte, Porträt und Wappen***). 

Magister Hieronymus Wolf^ Dr. th., Rektor, Stadt- 
bibliothekar, Augsburg, 1574, Holzschnitte, Porträt 
und Wappen f). 

Johann Schwanberg^ Pfarrer, Frankfurt a. M. , 1580, 

Kupferstiche, Porträt und Wappen f"j-). 
ohann Friedrich derGrossmütige, Kurfürst von Sachsen, 
und seine Gemahlin Sibylle von Jülich-Kleve, 15.., 
2 Porträts mit Wappenfff). 

Michael Aschenbrenner ^ Hofapotheker, Münzmeister, 
und Frau Christiana, geb. Musculus, Berlin I588> 
Wappenholzschnitte §). 



*) Abgebildet : Leipziger Exlibris -Sammlung, Taf. 5. 
•*) Abgebildet : Seyler, Exlibris-Taschenbuch, S. 42 ; vgl. E. L. Z. 
X. S. 76, sowie hier oben S. $2, 53. 

***) Abgebildet: Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 25. 

t) Abbildung: E. L. Z. IV. S. 46. 
ff) Abbildung: Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 35. 
fff) Abbildung: Lempertz, Bilderhefte, Exlibris, V. Blatt, A. 
§) Abbildung: Lempertz, Bilderhefte, Exlibris, IV. BlaU, 4, 5. 



Spezialitäten. 4^7 

Kempter von Rietburgy Tirol, c. 1650, 2 fast gleiche 

Wappen-Holzschnitte '^). 
Johann Baptist Gadner^ Presbyter, Bayern, 17.., Stiche, 

Wappen und typographisches Blatt**). 
Georg Christof Wilder ^ Dekan, Nürnberg, 1806, Stiche 
von ihm ; Denksteine. 

Solche Doppel-Exlibris können heutzutage Eheleute, 
die nicht gemeinsame, sondern getrennte Exlibris führen, 
oder Besitzer mehrerer eigener Exlibris leicht anwenden, 
indem sie das eine Exlibris in den vorderen, das andere 
in den hinteren Deckel des Buches einkleben. 

2. Memorien- und Donatoren- (Geschenk-) Exlibris. 

Memorienzeichen sind diejenigen Exlibris, die durch 
Inschriften, Wappen und Porträts Verstorbener das An- 
denken an den vorherigen Besitzer einer Bibliothek bezw. 
einzelner Bücher, oder an einen Testator wach erhalten 
sollen ; ebenso verhält es sich mit den Donatoren-Exlibris 
bezüglich des Geschenkgebers. Durch Erbschaft, Schen- 
kung, Stiftungsgelder, Kauf kamen ja häufig kleinere 
Büchersammlungen in den Besitz anderer Bibliotheken, 
und diese einzelnen Thatsachen vermelden hauptsächlich 
in ihrem Inschriftsteile die Memorien- und Donatoren- 
Exlibris. Dadurch, dass sie manchmal historische Nach- 
weise enthalten, decken sie sich zuweilen mit den histo- 
rischen Exlibris (siehe 4, S. 489). 

Derartige Exlibris sind z. B. : 
2 des Kollegiums St. Nikolaus in Wien für die von 

Bischof Johann Faber von Wien 1540 gestifteten 



*) Abbildung: E. L. Z. VI. S. 115 bezw. VII. S. 32, VI. 
**) Abbildung: Seyler, Exlibris-Taschenbuch, S. 41. 



488 Allgemeines. 

Bücher*); die Exlibris der Bücherschenkung des 
Mainzer Erzbischofs Daniel Brendel von Hohenburg 
an die Jesuiten zu Mainz, 1555, 1558**), 1570, 
Wappen, dann des Fuldaer Abts Balthasar von Dem- 
bürg an die Jesuiten in Fulda^ I573> I574> Wappen; 
Markus Swyn, Landvogt Norderdithmarschens, 
schenkte 1582 seine Bücher der Kirche der Stadt 
Lundeny was das Exlibris der Vorsatzblätter be- 
richtet***). Kloster Heiligkreuz , Augsburg, erhielt 
1588 von Wolfgang Andreas Rem von Ketz, Propst 
zu Augsburg, über looo Bücher nebst mathemati- 
schen Instrumenten testamentarisch vermacht, was 
die Inschrift über dem Remschen Wappen besagt (ab- 
gebildet oben S. 160); die Kirchenbibliothek von 
St, Maria Magdalena zu Breslau, Donatorenzeichen 
Breslauer Bürger von 1579, Inschrift mit Hausmarke, 
Handmalerei f ); 2 Exlibris des Pfarrhofs zu St, Lorenz, 
Nürnberg, 1 6 1 8 und c. 1 7 1 8 melden in einem Verse die 
Stiftung eines Bücherfonds durch Messerschmid Johann 
Vennitzer, Nürnberg, 2 Porträtstiche ff) ; Universität 
Marburg, Stiftung ihres Kanzlers Johann Georg Estor, 
1768, 2 Kupferstiche, Wappen auf Postament ; Deut- 
scher Ritter-Orden, Wien, Büchergeschenk des Hoch- 
und Deutschmeisters Erzherzog Eugen von Oester- 
reich, 1898, Deutschordens - Wappen mit Inschrift. 



*) Abgebildei: Warneckes Exlibris- Buch, S, 6 und Seylers Ex- 
libris-Taschenbuch S. 36. 

*♦) AbgebUdet : E. L. Z. VII. S. 80. 
*♦♦) AbgebUdet: E. L. Z. IV. S. 82 

t) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 14 und S. 26, III. 
tt) Abgebildet: E. L. Z. I. i. S. 8; vgl. II. 4. S. 24. 2; und 
hier im II. Teil 10. 



Spezialitäten. 4^9 

Diese Beispiele mögen genügen, obwohl sich noch 
einige andere anführen Hessen. 

j. Widmungs-Exlibris. 

Diese sind solche Bibliothekzeichen, deren eigene 
Zeichnung und Stich, bezw. Platte, Glicht und Drucke 
vom Künstler oder einem Freunde der damit begabten 
Bibliothek dieser für ihre Bücher verehrt wurden; vgl. 
z. B. oben S. 253 Exlibris Alfons Kennedy von Graf La 
Ros6e (c. 1769) und im II. Teil 8 das Exlibris des histo- 
rischen Vereins der Pfalz. Ein solches Widmungs-Exlibris 
ist auch das vom damaligen Oberst von Prittwitz dem 
hessischen Feld-Artillerie -Regiment No. 25 dedicierte 
Exlibris, 1 886, gezeichnet von August von Heyden, Berlin, 
sowie die drei Exlibris Gushing, Galesbury, 1896, Wil- 
helm von Scholz und Kurt Martens, München, 1897, von 
Walter Gaspari, München. 

Die Zahl dieser Gattung ist keine grosse. 

4. Historische Exlibris. 

Auch diese sind nicht zahlreich ; es finden sich aber 
einige sehr interessante Blätter darunter. Man rechnet 
unter diese meist seltenen Blätter diejenigen, welche in 
und durch Inschriften eine historische Thatsache ver- 
melden, die mit der betreffenden Bibliothek in engem 
Zusammenhang steht. Bei den älteren Beispielen ist 
dies stets ein kriegerisches Ereigniss; einige Exemplare 
der Memorienzeichen sind hier einschlägig. Unter die 
historischen Exlibris sind folgende zu zählen: 

a. Exlibris der Bibliotheca Palatina, Heidelberg und 
Rom, Kupferstich, 2 Grössen, von Rafael Sadeler, 
München, 1623, hier (S. 490) abgebildet. Nach der 



490 



Sum de Bibliotheca, quam Heidelbei:ga 

capta, Spolium fecit,& 

P. M. 

GREGORIO XV 

trophzeum misit. 

Maximilianus Vti-iusqs Bauarise Diix te 

S. R.I .Archidapifer^et Princeps Elector. 




Spezialitäten. 49 ^ 

Einnahme Heidelbergs durch die ligistische Armee 
unter Tilly, 1622, schenkte Kurfürst Maximilian 
von Bayern die wertvolle Heidelberger Bibliothek 
(im Wert von damals 80000 Kronen; u. A. 3500 
Handschriften) dem Papst Gregor XV. und liess 
dieses Exlibris stechen und in die Bücher kleben, 
worauf die ganze Sammlung in 196 Kisten auf 
Maultieren über die Alpen nach Rom geschafft 
wurde, wo heute noch das Meiste im Vatikan vor- 
handen ist; nur ein kleiner Teil befindet sich seit 18 15 
wieder in Heidelberg. Dieses Exlibris dürfte wohl, 
neben dem Willibald Pirckheimerschen Exlibris von 
Albrecht Dürer (S. 1 1 2) das interessanteste Bibliothek- 
zeicke7i sein, das überhaupt auf der Welt existiert*). 

b. Würzburg, Je suitenkolleg, 1634; nur typographisch, 
4 Grössen bezw. Druckvarietäten; Abbildung und 
Geschichte siehe oben S. 350, 351**). 

c. Johann Karl Wilhelm Moehsen, Leibarzt, Numis- 
matiker, Berlin, 1757; das eine seiner 2 Bibliothek- 
zeichen, von Johann Ernst Gericke, Berlin, Porträts- 
und Bibliothekansichts-Exlibris, enthält links durch 
brennende Bücherreihen mit dem Datum des Brandes 
1753 einen Hinweis auf dieses Unglück, während 
der Rest des Blattes, mit Datum 1756, die wieder 
eingerichtete neue Bibliothek zeigt. Dieses Blatt ***) 
war jedenfalls vorbildlich für die 2 folgenden (S. 286). 

d. und e. 2 Exlibris Johann Georg Heinrich Oelricks, 
Rektor zu Küstrin, Prorektor zu Berlin; das 



*) Abbildung und Geschichte: E. L. Z. II. 4. S. 12. 
*•) Abbildung und Geschichte auch: E. L. Z. VI. S. in, 112. 
***) Abbildung: in von Heinemanns Wolfenbüttler Exlibris-Samm- 
lung, Taf. 139; ygl, auch die E. L. Z. V. S. 52. 



492 Allgemeines. 

eine, gestochen von Christian Benjamin Glass- 
bach, Magdeburg; Landschafts- und Bibliotheks- 
ansicht, bezw. Wappen; beide mit Inschriften 1759. 
Das Ansichtsblatt zeigt oben einen Teil Küstrins 
mit einer Batterie der 1758 die Stadt beschiessen- 
den Russen, sowie eine in die Oelrichssche Biblio- 
thek einschlagende und zündende Bombe, unten 
die wieder in Berlin 1759 neuerstandene Bibliothek 
desselben Besitzers*) (S. 286). 

f, Prinz und Prinzessin Wilhelm von Preussen (heute 
Kaiser und Kaiserin), zu deren Hochzeit 1881 von 
der Korporation Berliner Buchhändler gestiftet, ge- 
zeichnet von Emil Doepler d. J., Berlin; Engel mit 
Ehewappen **). 

g. Exlibris der f Gross Herzogin Sofie van Sachsen^ 
geb. Prinzessin der Niederlande, zu deren goldenen 
Hochzeit, 8. Oktober 1892, von KarlTeske, Schwerin, 
gefertigt ; Steindruck in Grau und Gold ; Ehewappen, 
Bildnisse von Goethe und Schiller; Datum der 
goldenen Hochzeit. 

k. Exlibris Marie Gabriele, Prinzessin Ruprecht von 
Bayern,, geb. Herzogin in Bayern, zur Hochzeit, 
10. Juli 1900, gezeichnet von Anna May, München; 
auf Sockel mit Inschrift und 2 bayrischen Wappen 
weibliche Gestalt mit Griffel, zwischen Rosen, vor 
2 mit Flammenschalen gekrönten Pfeilern. 

/. Ernst Goetz^ Fabrikbesitzer, Hauptmann d. L., 
Leipzig; von ihm selbst, 1895; mit Beethoven- 
motiv, Goethefigur und Bismarckbrief (Hinweise aut 



*) Abbildung: in Warneckes Exlibrisbucb, Taf. XIX. 
♦*) Abbildung: in Warneckes Exlibrisbuch, Tuf. XXV. 



Spezialitäten. 493 

die 3 bedeutendsten Deutschen des 19. Jahrhunderts, 
deren Werke in seiner Bibliothek vertreten sind), 
sowie dem Schlussvers der am Leipziger Sieges- 
denkmal befindlichen Inschriften, die Ernst Goetz 
verfasst hat*). 

k. Lothar Buderus von Carlshausen^ württembergscher 
Rittmeister, Stuttgart, 1897, zur Erinnerung an die 
deutsche Centenarfeier Kaiser Wilhelm des Grossen 
mit dessen Porträt nach Franz von Lenbach; von 
Gustav Alms, Düsseldorf**). 

/.—«.; 3 Exlibris des ^Kaiser Wilhelm-Danks^ Vereins 
der Soldatenfreunde ^, Berlin, 1898 und 99; /. mit 
deutschem Ritter, m, mit Porträt Kaiser Wilhelms 
des Grossen, deutschem Ritter und der Germania, 
n. mit Porträt Kaiser Wilhelms IL ; /. erstes Kolonial- 
Exlibris für die Bibliothek der »deutschen Be- 
satzung in Kiautschou« mit einem Satz aus einer 
Rede Kaiser Wilhelms II, d, d. 16. 12. 1897; 
n, Stiftung deutscher Verleger zum 10 jährigen 
Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms IL, »Kaiser- 
bücherei« ***). Die Ritter von /. u. m. sind nach 
Skizzen S. M. des Kaisers Wilhelm If. 

o. Exlibris der »Kiautschou-Bibliothek«, zweites Ko- 
lonial- Exlibris ^ 1898, Stiftung des »Kiautschou- 
Bibliothek-Komitees« zu Berlin für die Büchersamm- 
lung im Artillerielager zu Tsintau; Schiff mit Um- 
schrift f). 



*) Abbildung: E. L, Z. VIII. S. 76, 
**) Abbildung: E. L. Z. XI. S. 11. 
♦**) Abbildung: 1.— n.: E. L. Z. IX. S. 50—53. 

f) Abbildung': Ebenda, 



494 Allgemeines. 

p. Das folgende ist zwar kein deutsches Exlibris, je- 
doch infolge des Ausdrucks treuer Erinnerung an 
die unvergessliche Heimat und des dargestellten 
Wappens hier zu nennen: Exlibris der historischen 
Gesellschaft der reformierten Kirche in den ver- 
einigten Staaten Amerikas, Lancaster, Pennsylvania, 
V. S. A., 1881. Dieses, einer Republik angehörende 
Blatt enthält das Wappen des Kurfürsten Friedrich III. 
von der Pfalz von 1 563 ; die Begründer der gen. 
Gesellschaft, meist Nachkommen von Auswanderern 
aus der alten Kurpfalz (heutige bayrische Rhein- 
pfalz und das Heidelberger Land), wählten für ihr 
Exlibris das Wappen jenes pfälzischen Fürsten, der 
der reformierten Auffassung zuneigte und dem Cal- 
vinismus in Kurpfalz Eingang verschaffte ; das Datum 
der Unterschrift, 1563, weist auf die Herausgabe 
des Heidelberger Katechismus hin, der das sym- 
bolische Buch der Reformierten ist. Die gleiche 
Anordnung der 3 Wappenschilde Pfalz, Bayern 
und Spanheim sieht man oft auf pfälzer Siegeln 
wie am Heidelberger Schlosse*). 

5. Ritter schaftS'Exlibris, 

Die deutsche » Reichsritterschaft c bestand aus solchen 
Adeligen, die dem Kaiser und Reich unmittelbar unterstan- 
den, jedoch nicht wie die anderen Reichsunmittelbaren Sitz 
und Stimme auf dem Reichstage hatten; verschiedene 
Ritterbünde vereinigten sich unter Kaiser Maximilian 11. 
zur geschlossenen Reichsritterschaft. Diese teilte sich in 
den fränkischen, schwäbischen und rheinischen Ritterkreis, 



*) Abbildung und Geschichte: D. E. L. III. S. 7. 



Spezialitäten. 495 

und jeder von diesen zerfiel wieder in »Kantonec oder 
>Orte« (15). 1806 fand die Reichsritterschaft durch die 
Mediatisierung ihr Ende. 

Bei einzelnen Kantonen bestanden an den Haupt- 
sitzen gemeinschaftliche Bibliotheken und von diesen 
hatten die folgenden auch Bibliothekzeichen : 

a. Odenwa/d (Oitenvfald): Reichsadler mit Brustschild: 

Pferd vor Bäumen, Unterschrift; 3 Varietäten. 
d. Steigerwald: Springendes Einhorn vor Bäumen in 
Rokokorahme. 

c. Schwaben (Allgäu, Högau, Bodensee): Reichsadler 
mit Brustschild: Unter Kreuzschild Falke mit 
Scepter, Fisch mit Schwert. 

d. Breisgau (Vorderösterreich) : In üppiger Kartusche 
St. Georg mit dem Drachen. 

e. Mittelrhein\ Gevierter Schild zwischen Lorbeer- 
und Palmzweigen. 

/. Oberrhein (Orttenau): Reichsadler mit Brustschild: 
St. Georg mit dem Drachen. 

Alle diese Exlibris sind Kupferstiche des 18. Jahr- 
hunderts. 

6. Fürsten- Exlibris, 

Da die deutschen Fürstlichkeiten häufig viel auf 
Wissenschaft, Litteratur und damit indirekt auf reich- 
haltige Bibliotheken gaben, so ist auch eine ziemliche 
Anzahl von Exlibris aus den Kreisen der deutschen 
Fürsten vorhanden. Da sich solche Bibliotheken vor- 
wiegend noch im Besitz der Nachkommen oder staat- 
licher Bibliotheken befinden, so ist diese ob des hohen 
Standes oder der Berühmtheit des Besitzers interessante 
Art von Exlibris auch zu den selteneren zu zählen, zu- 



49^ Allgemeines. 

mal deren Exlibris schwieriger erhältlich und daher nicht 
in jeder Sammlung zu ünden sind. Ohne auch hier allt 
Fürsten-Exhbris nennen zu wollen, seien folgende aus 
regierenden, souveränen Häusern angeführt; wo nichts 
anderes angegeben ist, enthält die Darstellung haupt- 
sächlich nur das Wappen*). 




Kaisers. Von E. Doepler d. J. (1896). 



a. Deutsches Reich: 
Wilhelm IL, deutscher Kaiser, König von Preussen, 
1896, von Emil Doepler d. J., hier abgebildet; 
Reichswappen mit dem hohen Orden des schwarzen 

•) Ueber FOrelen-Exlibris vgl. E. L. Z. III. .1. 58—63 n. 81—86. 



Spezialitäten. 49^ 

Adlers und ein aus Büchern gebildetes »W« (2 
Grössen). 

2 Exlibris Auguste Viktoria^ deutsche Kaiserin^ Kömgin 
van Preusseny geb. Prinzessin zu Schleswig-Holstein, 
1893, von Georg Otto, Engel mit Ehewappen*), 
und 1896 von Josef Sattler, Ehewappen auf Kreuz 
(2 Grössen). 

Friedrich IIL^ deutscher Kaiser^ König von Preussen; 
noch als Kronprinz; »F.« mit deutscher Kronprinzen- 
krone und Inschrift; c. 1880. 

2 Exlibris Viktoria y deutsche Kaiserin ^ verwittwete 
Kaiserin Friedrich, geb. kgl. Prinzessin von Gross- 
britannien und Irland, noch als Prinzessin, c. 1857; 
»V« unter Krone; sowie als Kaiserin-Wittwe, 1897, 
von Josef Sattler; Ehewappen (2 Grössen). 

b. Preussen: 

Ein Markgraf von Brandenburg, 15.., nach Albrecht 
Dürer. 

Johann Friedrich Herzog von Pommern, 1596. 

Prinz und Prinzessin Wilhelm von Preussen ; vgl. vor- 
stehend S. 492, f.**). 

Prinzessin Wilhelm , geb. Prinzessin zu Schleswig-Hol- 
stein, 1881, Engel mit Ehewappen. 

Prinz Heinrich, Vice-Admiral, 1896; preussischer Adler 
in Vierpass; Entwurf von Prinz Ludwig von Bat- 
tenberg. 

Prinzessin Irene, geb. Prinzessin von Hessen, 1896; 
preussischer Adler und hessischer Löwe; Entwurf 
von Prinz Ludwig von Battenberg. 



*) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 76/77. 
**) Abgebildet : Warneckes Exlibris-Buch, Tafel XXV. 

32 



498 Allgemeines. 

Prinz Joachim Albrecht, 1899. 

Prinz Adalbert, Admiral, 18 . . ; typographisch mit Krone. 
Prinz Adalbert, Prinz August Wilhelm u. Prinz Oskar, 
Söhne Kaiser Wilhelms IL, 1900. 

c. Bayern: 

Wolfgang Pfalzgraf bei Rhein und Veldenz, Herzog 
von Bayern, 1559, von Virgil Solis*). 

Herzoglich bayrische Hofbibliothek, 16 18, in zahl- 
reichen Grössen- und Stichvarietäten**). 

2 Exlibris Herzog Albrecht Sigismund, Bischof von 
Freising und Regensburg, 1650. 

Herzog Max Philipp und seine Gemahlin Maria Febro- 
nia, geb. de la Tour d'Auvergne, 1670; Ehewappen. 

Herzog Max Heinrich, Kurfürst -Erzbischof von Köln, 
16 . . 

2 Exlibris Herzog Josef Klemens, Kurfiirst-Erzbischof 
von Köln, c. 171 5***). 

Maria Anna Karoline Pfalzgräfin bei Rhein, Herzogin 
von Bayern, geb. Pfalzgräfin, c. 171 8. 

Herzog Johann Theodor, Bischof von Freising, 1727. 

Karl Philipp Kurfürst von der Pfalz, I726f). 

2 Exlibris Kurfürstin Maria Anna, geb. Prinzessin von 
Polen, c. 1770. 

Herzog Klemens August, Kurfürst-Erzbischof von Köln, 
1760, einer der prachtliebendsten, reichsten, reise- 



'*') Abgebildet hier S. 125 und in Zeitschrift für Bttcherfreunde 
I* 6.; vgl. ebenda 9. 

**) Abgebildet oben S. 172, 187, 188, 208 u. in v. Heinemanns 
WolfenbUttler Exlibris-Sammlung Tafel • 4. 
*♦*) Abgebildet oben.S. 342, 

t) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 59. 



und jagdlustigsten Fürsten seiner Zeit; gestochen 
von seinem Rat Bartholomeus Heinrich de Brockes, 




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1760; hier oben at^ebildet; es zeigt im Anschluss 
an eine von Ludwig XIV. von Frankreich, dem »roi 
soleilt, herrührende Sitte, den Namenszug von 



500 Aligemeines. 

Strahlen umgeben, als ob sonnengleicher Glanz von 
ihm und seinem Träger ausginge. Da dieser Kölner 
Kirchenfürst (1723) auch Bischof von R^ensburg 
(17 16), Münster und Paderborn (17 19), Hildesheim 
(1724), Osnabrück (1728) und Deutschmeister (1732) 
war, so sieht man auch diese Bistums- etc. -Wappen 
auf den Wolken schweben. 

Otto Prinz von Bayern, König von Griechenland, c. 
1860; 3 Farbvarietäten. 

2 Geschenkexlibris König Ludwigs I. und IL, c. 1848 
und c. 1870; typographisch. 

Prinz-Regent Luitpold, c. 1890; typographisch. 

Marie Gabriele, Prinzessin Rupprecht, geb. Herzogin 
in Bayern, 1900; vgl. vorstehend S. 492, h. 

d. Württemberg: 

2 Exlibris Herzog Karl Christian Erdmann von Würt- 
temberg-Oels, c. 1780. 

Königin Olga, geb. russische Grossfürstin, 187 ., Mono- 
gramm, Krone. 

Herzogin Wera, geb. russische Grossfürstin, 187 .; 
Monogramm, Krone. 

Herzog Philipp, 1892. 

2 Exlibris Prinz August, preussischer Generaloberst, 
18 . .; typographisch. 

Herzog Robert, 1901. 

Herzog Wilhelm von Urach, Graf von Württemberg, 
1899. 

Hier sind noch zu nennen die Exlibris Herzog Franz 
und Herzogin Mary Adelheid von Teck, White Lodge, 
1896 und 1890, beide von Charles W. Sherbom, 
London, gestochen; Monogramme unter Krone. 



Spezialitäten. 5 O I 

e. Sachsen: 

Kurfürstin Magdalena Sibylla, geb. Markgräfin von 
Brandenburg, c. 1630; Monogramm*). 

Johann Ernst VIÜ., Herzog von Sachsen-Saalfeld, c. 
1680; Monogramm. 

Sophie Hedwig, Gemahlin des Vorigen, geb. Herzogin 
von Sachsen-Merseburg, c. 1680; Monogramm. 

4 Exlibris Herzog Ernst Friedrich Karl von Sachsen- 
Hildburghausen, zum Teil von Martin TyrofF, Nürn- 
berg, 17.. 

2 Exlibris Herzog Johann Wilhelm zu Sachsen-Eisen ach, 
1722**). 

Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha, geb. 
Herzogin von Sachsen-Meiningen, c. 1760, mit »F. R. 
(= Fridericus Rex = König Friedrich der Grosse, 
dessen Verehrerin sie war) Vivat!« 

Herzog Klemens Wenzel, Kurfürst-Erzbischof von 
Trier, c. 1790. 

König Friedrich August L, 18 . . 

König Friedrich August IL, Kupferstichsammlung, 18 . . 

Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, 18. . 

Peter (Dom Pedro) August Prinz von Sachsen-Coburg- 
Gotha, c. 1892 (vgl. oben S. 16). 

Grossherzog Karl Alexander, Wartburg, Lutherbiblio- 
thek, 1895, von Ad. M. Hildebrandt, Berlin***). 

Grossherzogin Sophie, geb. Prinzessin der Niederlande, 
1892, von Karl Teske; vgl. vorstehend S. 492, g. 



*) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 15. 
*^) Eines abgebildet : v. HeiDemann, WolfenbUttler Exlibris-Samm- 
lung, Tafel 126. 

***) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 119. 



502 Allgemeines. 

Herzog Ernst zu Sachsen-Altenburg, 1887, von Ad. 
M. Hildebrandt. 

Herzogliche Bibliothek zu Koburg, Herzog Alfred, 
189.; 2 Färb- und 2 Wappen Varietäten. 

Prinz Ferdinand von Sachsen-Koburg, Fürst von Bul- 
garien, 1892, 6 Farbvarietäten*). 

f, Baden: 

Ein Markgraf, 17.. 

Markgräfin Karoline Luise, geb. Landgräfin zu Hessen- 
Darmstadt, c. 1780; typographisch; deutsch und 
französisch. 

Markgraf Wilhelm, 187 .; typographisch. 

g. Mecklenburg-Schwerin: 

6 Exlibris Herzog Ulrich, nach Lukas Cranach d. Ae., 
1559, 73, 82, 90**) (s. S. 136). 

Herzog Johann Albrecht IL, c. 1620**), 

Herzogin Luise Friederike, geb, Herzogin von Würt- 
temberg 1 7 . .**). 

Grossherzog Friedrich Franz L, 1816, von F. Ross- 
raäsler **). 

Herzog Friedrich, c. 1780, Ludwigslust**). 

Grossherzog Friedrich Franz IIL, 1894, von Karl Teske 
und W, Behrens. 

2 Exlibris Herzog Johann Albrecht, Regent, 1 888, von 
Ad. M. Hildebrandt und 1892 von Karl Teske. 

Erbgrossherzogin Auguste, geb. Prinzessin von Hessen- 
Homburg; (nach ihrem Tode) 1898. 



*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 43; von der OriginalplaUe. 
**) Vgl« K. Teskes Monographie über Mecklenburgische Wappen 
und Exlibris, sowie E. L. Z. X. S- 88, 



Spezialitäten. 5^3 

//. Braunschweig: 

3 Exlibris Herzog Ludwig Rudolf, Lüneburg, c. 1730. 

Herzogin Elisabeth Sophie Marie, Lüneburg, geb. Prin- 
zessin von Holstein-Norburg, c. 1760. 

Herzog Karl, Lüneburg, c. 1760. 

Herzöge Karl und August, Oels, 17 . . 

Herzog Friedrich August, Oels, 17.. (2 Grössen, zahl- 
reiche Stich- und Farbvarietäten). 

Herzog Friedrich Franz, 17.. 

/. Hessen: 

2 Landgraf Friedrich, c. 1795. 

Landgraf Karl, 17.. 

Prinzessin Luise, c. 1800. 

Landgraf Gustav Adolf, Homburg, noch als Prinz von 
Hessen, c. 1845. 

Grossherzogin Viktoria Melitta, geb. Herzogin von 
Sachsen, 1895, von Peter Halm, München. 

»Fürstlich Battenbergsche Bibliothek«, vorübergehend 
gebraucht von Alexander Prinz von Battenberg, 
Fürst von Bulgarien, Graf von Hartenau, 187 .; sie- 
geiförmig. 

Ludwig Alexander Prinz von Battenberg, 1 89 . ; dem 
vorigen fast gleich. 

Viktoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, geb. Prin- 
zessin von Hessen, 1 89 , 

Heinrich Prinz von Battenberg, 1 88 . 

Beatrix, Prinzessin Heinrich von Battenberg, geb. 
Prinzessin von Grossbritannien und Irland, 189. 

Heinrich Fürst von Hanau, 18..; typographisch. 

Fürstin von Hanau, 18..; typographisch. 



504 Allgemeines. 

k. Anhalt. 

Fürstin Henriette Katharina, 1 7 . .*). 
Elisabeth, Erbprinzessin Leopold, geb. Prinzessin von 
Hessen, 1898, von Georg Otto, Berlin. 

/. Oldenburg: 

Natalie, geb. Freiin Vogel von Friesenhof; gezeichnet 
von ihrer Tochter Friederike von Oldenburg, Gräfin 
von Welsburg, 1898; Ansicht von Schloss Brogyan. 

m. Schwarzburg: 

Ludwig Friedrich, Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt, 
179 .; (2 Exlibris), typographisch. 

n. Sc hie szv ig' Holstein : 

Herzog Ferdinand Leopold, Dekan zu Breslau, c. 1690. 
2 Exlibris Herzog Friedrich Karl Ludwig von Holstein- 
Beck, c. 1790. 

0. Nassau: 

Fürstlich Nassau-Dillenburgsche Bibliothek, 17 . .; typo- 
graphisch. 

p, Oesterrcich: 

Kaiserin Maria Anna, geb. Herzogin von Bayern, 16..; 

Monogramm, Kronen**). 
Erzherzogin Elisabeth, c. 1770; Rokoko***). 
Erzherzog Max Franz, Kurfürst-Erzbischof von Köln, 

c. 1785, von Charles Dupuis, Köln. 



*) Abgebildet: v. Heinemann, Wolfenbüttler Exlibris-Sammlung, 
Tafel 117. 

♦♦) Abgebildet : E, L. Z. IIL S. 76. 
♦♦♦) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde, III. i. S. 24. 



Spezialitäten. 505 

3 Exlibris Erzherzog Ferdinand, Grossherzog von Tos- 
kana, Kurfürst von Salzburg, c. 1803; vgl. oben 
S. 366. 

Erzherzog Anton, c. 1834; Monogramm. 

Erzherzog Friedrich, c. 1840; typographisch. 

Erzherzog Maximilian, Kaiser von Mexiko, c. 1866. 

Erzherzog Rudolf, Kronprinz, 188.; R mit Krone. 

Erzherzog Franz Ferdinand Este, c. 1896. 

Erzherzog Leopold, 189 . 

Erzherzog. Eugen, 1899, von E. Krahl, Wien. 
Zu erwähnen ist noch: 

q, Sophie Albertine Prinzessin von Schweden, c. 1825, 
als Aebtissin von Quedlinburg; Wappen. 

Aus nicht souveränen, ehemals reichsunmittelbaren 
fürstlichen, bezw. gräflichen Familien des sog. hohen 
Adels giebt es aus folgenden Häusern Exlibris: 

Auersperg, Castell, Erbach, Fugger, Harrach, Hohen- 
lohe, Isenburg, Khevenhüller, Königsegg, Leiningen, 
Leiningen-Westerburg, Oettingen, Rosenberg, Salm, 
Sayn- Wittgenstein, Schlitz gen. von Görtz, Schön- 
bom, Schwarzenberg, Solms, Stolberg, Thurn und 
Taxis, Törring. 

7. Exlibris berühmter oder bekannterer Personen: 

In früheren Kapiteln sind schon manche Exlibris 
historisch bedeutsamer oder auch nur bekannterer Per- 
sonen besprochen worden; ohne Berühmtheiten aus 
hochfürstlichem Stande (vgl. Seite 495 ff.) und ohne 
wieder alle angeben zu können, seien hier einzelne nur 
dem Namen nach genannt; 



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Spezialitäten. 



50; 



Konrad Peutinger, Dr. j., kaiserlicher Rat, Gelehrter, 
Augsburg, 1516; sein schön gezeichnetes Exlibris 
hier (S. 506) abgebildet*). 




Sebastian von Roten/tan, Humanist, Würzburg, 1 5 . .**). 
Hieronymus Baumgartner, Rechtsgelehrter, Nürnberg, 

'53-*** ). 

•) Abgebildet: E. L. 7.. IV. S. 79, 80. 
**) Abgebildet oben S. 111. 
•••) Abgebildel oben S. 113. 



508 Allgemeines. 

Staatsmänner: 

Willibald Pirckkeimer, Nürnberg, c. 1503; 3 Exlibris*). 

Christian Ernst Graf zu Stolberg, 1721; Wilhelm 2^(7« 
Humboldt, Berlin, Gelehrter, 18..; Georg E. L. 
Graf von Wintzingerode, c. 181 5; Otto Fürst Bis- 
marck, deutscher Reichskanzler, Berlin und Fried- 
richsruh, 3 Exlibris, dessen eines, von Frau Lina 
Burger, Leipzig, 1895, von den Leipziger Buchhänd- 
lern in Büchern überreicht, hier(S. 507) abgebildet ist; 
Eiche und Klee des alten Bismarckschen Wappens 
sind zur Darstellung mit verwendet; das ü. Exlibris 
des Fürsten, in den von Paul Parey, Verlag, Berlin, 
geschenkten Büchern, zeigt das fürstliche Wappen 
auf Fürstenmantel, 188.; ein IIL ist gezeichnet imd 
gewidmet von Dr. R. Forrer (Rerroff), Strassburg 
i. Eis., 1898: Faust mit Schwert, Schild, Tintenfass, 
Sonne. Philipp Fürst (Graf) zu Etäenburg, deutscher 
Botschafter, Wien, 1896, von J. Sattler. 

Geschichtsschreiber : 

Wiguleus Hundt von Lauterpachy bayrischer Kanzler, 
München, 1556**); Dr. W. LaziuSy Wien, 1559, 60 
Thomas Heinrich Gadebusch, Greifswald, 1770***) 
Heinrich Kohlrausch, Schulmann, Hannover, 18 . . 
Johann Daniel Schöpf lin, Strassburg i. Eis., 2 Ex- 
libris, 17 . .f); Dr. Johann Gustav Droysen^ Berlin, 
18,.; Dr. Anton Scklossar: Graz, 1899. 



♦) Abgebildet oben S. 112, 142, 
♦♦) AbgebUdet: E. L. Z. II. 3. S. 8 bezw^ 18. 
***) Abgebildet oben S. 243. 
f) Abgebildet oben S. 240. 



Spezialitäten. 509 

Geistliche und Kirchenhistoriker'. 

Dr. Johann Maier gen. Eck, Professor, Pfarrer, päpst- 
licher Nuntius, Gegner Luthers, Ingolstadt, c. 1518, 
22*); Dr. Johann Marbach, Strassburg i. Eis., c. 
1550**); Karl Freiherr von Dalberg, Erzbischof und 
letzter Kurfürst von Mainz, Fürstprimas des Rhein- 
bunds, Grossherzog von Frankfurt, c. 1810 — 13; 
Karl August vofi Hase, Jena, 1873; Dr. Johann Josef 
Ignaz von Döllingery Stiftspropst, München, 1866***). 

Dichter: Johann Cttspinian-Spiessheimer^ Wien, c. 
I520-J-); Johann Alexander Brassicanus-Koel , Tü- 
bingen, Wien, c. I530"i*"i*); Dr. th. Sebastian Lincky 
Ingolstadt, Freising, c. i540-j-i"j-); Sigmund voft Birken 
(Floridan)^ Nürnberg, c. i670§); Nikolaus Graf 
Zrinyiy Feldherr und Dichter, Ungarn, 1646; Johann 
Wilhelm Ludwig Gleim^ Berlin, 17..; August von 
Kotzebue^ Mannheim, 181 .; Eduard Grisebach, Berlin, 
1881; Rainer Marie Rilke ^ Berlin, i897§§); Otto 
Julius Bierbativiy München, 1896; W^ilhelm von 
Scholz y München, 1897; Eduard Stucken, Berlin, 
i899§§§); Oskar Wiener, Prag, 1900; Dr. Friedrich 
Adler y Prag, 1900; Dr. Hugo Salus, Prag, 1898; 



*) Abgebildet oben S. 130. 
♦♦) Abgebildet: E. L. Z. VIII. S. 32. 
♦♦♦) Abgebildet : E. L. Z. IX. S. 24. 
t) Abgebildet: E. L. Z. IV, S. 112. 
tt) Abgebildet: E. L. Z. VII. S. 83. 
ttt) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 113. 
§) Abgebildet oben S. iSi. 
Abgebildet oben S. 474. 
Abgebildet: E. L. Z. X. S. 42. 



5 I O Allgemeines. 

Jaroslav Vrchlicky, Prag, 1900; Marie Aubin, Reichen- 
berg i. B., 1901. 
Schriftsteller-. Johann Fischart gen. Mentzcr^ Strass- 
burg i. Eis., Forbach, 15..*); Johann Heinrich 
Fonney, Berlin, 17..; Johann Christof Gottsched 
und Luise Adelgunde Viktoria Gottschedin ^ geb. 
Kulmus, Leipzig, 17 . .**); Christof Friedrich iV/Wfl/, 
Berlin, 17..; T>div'iA Friedländer, Berlin, 17..; Paul 
Lindau, Berlin, 1877; Dr. Max Halbe, München, 
1900; Otto Erich Hartleben, Berlin, 1898; Hermann 
Sudermann, Berlin, 1894; Dr. Otto Braun, München 
(f), 1895; ]osei Laicff, Major a. D. und Dramaturg, 
Wiesbaden, 1899; Heinz Tovote, Berlin, I895; Lud- 
wig Jacobowsky, Berlin (f), 1897; Karl Busse, 
Berlin, 1897; Hans Müller-Brauel, Zeven, c. 1897; 
V^texYiMhert Becker, München, 1899; Frau Dr. Anna 
Spier, Frankfurt a. M, 1895; Dr. Hans Ewers, 
Düsseldorf, 1900; Fehx Lorenz, Berlin, 1900; Hilde- 
gard Weg scheider- Ziegler, Berlin, 1900 ; ILwitMartens^ 
München, 1897; krihwr Holitzscher, München, 1897; 
Alfred Heymel, München, 1899 ; Wolf Graf Baudis sin 
(Freiherr von Schlicht), Dresden, 1900; Dr. Felix 
Poppenberg, Charlottenburg, 1895; Richard Zooz- 
mann, Berlin, 1900; Dr. Hermann Oeser, Karlsruhe 
i. B., 1900; Peter Ha^necher, Lechenich, 1900; Otto- 
mar Enking, Wismar, 1900; Dr. Rudolf Lothar^ Wien, 
1896; Gustav Baron Sutt7ter (-j*), Wien, c. 1865; 
Wolfgang von Wurzbach, Wien, 1900; Arthur von 
Wallpach, Innsbruck, 1900; Paul Leppin, Prag, 1900. 



*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 44. 
♦*) Abgebildet oben S. 263, 



Spezialitäten. 5 ^ ^ 

Goetheforscher : 

Michael BemaySy (f), Professor, Karlsruhe i. B., c. 1892; 
Erich Schmidt, Professor, Berlin, 1896. 

Kunsthistoriker ; 

Gustav Friedrich Konstantin Parthey, Berlin, 18..; 
Jakob Heinrich von Hefner- Alteneck , Geheim-Rat, 
München 18..; ^dM von Retberg-Wettbergen, Mün- 
chen, 18..; Rudolf Graf von Stillfried- Alcantara, 
Oberzeremonienmeister, Berlin 18..; Dr. Heinrich 
Kapdebo von Kapri, Wien, c. 1880; Dr. Karl 
Mayer von Mayerfels, München, 18..; Friedrich 
Warnecke, Geheimer Rat , Berlin , 187 . — 188 . ; 
Dr. Henry Thode, Professor, Heidelberg, 1895. 

Architekten! : Karl von Heideloff, Nürnberg, Hassfurt, 
18..; Gabriel Seidl, München, 1880; Bernhard 
Sehring, Berlin, 1894; Heinrich Kro7ienberger, Mün- 
chen, 1895, 99; Theodor Fischer, München, 1899; 
Max Ostenrieder, München (s. S. 411), 1900; Bodo 
Ebhardt, Grunewald, 1900, 1901. 

Künstler-, Hans Sebald Beham, Nürnberg, Frankfurt a. 
M.; 1544*); Joachim von Sandrarty Nürnberg, 15 . .; 
Georg Christian Kilian , Augsburg , 17..; Daniel 
Chodowiecki, Berlin, 17..**); Max Klinger, Professor, 
Leipzig, 1896***); Hans Thoma, Professor, Karls- 
ruhe, 1896; Ferdinand Graf Harrach^ Berlin, 1893. 
Stefan Cauer, Bildhauer, Rom, 1897. 



*) Abgebildet: Oben S. 124. 
**) p „ S. 265 und E. L. Z. VIH. 41. 

***) r r, S. 465. 



512 Allgemeines. 

Femer: Der Philosoph Arthur Schopenhauer ^ Frank- 
furt a. M., i8. .*); Susanne Katharina von Kletten- 
berg y Goethes »schöne Seele«, Frankfurt a. M., 
17..**); Käthchen Schönkopf, Leipzig, c. 1767***); 
der Germanist und Litteraturhistoriker Friedrich 
Zamcke, Leipzig, c. 1875; der Orientalist Dr. Wil- 
helm GeseniuSy Halle, 18..; der Mineralog L. Rit- 
tinger, Bergrat, Wien, 18..; Rudolf Eiielberger 
Ritter von Edelberg, Professor, Direktor des öster- 
reichischen Museums für Kunst und Industrie, Schrift- 
steller, Kunstforscher, 187.; der Komponist Hugo 
Wolf, Wien, 1897. 

8, Exlibris öffentlicher Bibliotheken, 

Im Allgemeinen führen diese in Deutschland und 
Oesterreich keine bildlich ausgestatteten Exlibris, sondern 
wegen der meist grösseren Zahl an Bänden, nur Bibliotheks- 
stempel in blauer, roter, violetter oder schwarzer Farbe, die 
in der Regel nur den Namen der betreffenden Bibliothek 
enthalten. Dennoch ist eine Reihe von Exlibris öffent- 
licher staatlicher oder städtischer Bibliotheken bekannt, 
von denen ich hier einige nebst solchen von staat- 
lichen Instituten, Gesellschaften und Vereinen, die ja 
auch oft allgemeinen Zwecken dienen, anführe: 

Berlin: Französisches Seminar -[•), Gesellschaft natur- 
forschender Freunde, 1873*1-^); kollegialer Verein von 



*) Abgebildet: E. L. Z. VI. 65. 
♦♦) „ E. L. Z. VII. 13; vgl. S. 259. 

♦*♦) „ E. L. Z. X. 51 und oben S. 260. 

t) „ E. L. Z. II. I. S. 14 und VIIJ. 36. 

tt) „ E. L. Z. V. 118. 



Spezialitäten. 5^3 

praktischen Aerzten, 1837; Loge zu den 3 Welt- 
kugeln, c. 1840; kgl. Bibliothek 1850, 53; Verein 
der Berliner, 1886; Verein Berliner Künstler, 18..; 
Reichsjustizamt, 189.; Reichs versicherungsamt, 189.; 
Reichsdruckerei, 1893; Reichspostamt, 1893, 99; 
Reichspostmuseum, 189.; Verein Herold, 1891, 
Exlibris-Verein, 1892; Deutscher Graveur-Verein, 
1893; BibHothek der Stadt Berlin, 1895; National- 
Gallerie, 1895; Kunstgewerbe-Museum, 1895; Jahn- 
Verein, 1897; Volksbibliothek- Verein Wilmersdorf, 
1897; Gesellschaft Nordwest-Kamerun, 1899; Dis- 
konto-Gesellschaft, 1900; Deutscher Offiziers- Verein, 
1900; Berliner Bau- und Spar- Verein, 1899; Amts- 
gericht I., 1900. 

Münche7t: Hof- und Staatsbibliothek, 17. bis 19. Jahr- 
hundert, grosse Anzahl von Darstellungs- , Stich- 
und Grössen Varietäten ; Akademie derW^issenschaften, 
1750 und 72; Deutsche Schulbibliothek, 17..; 
Kurpfalz-bayrisches Geheimes Landes- Archiv, 1 803 ; 
Stadtarchiv 188.; städtisches Museum, 188.; Mail- 
linger - Sammlung , 188.; Kunstbibliothek , 18..; 
Kupferstich kabinet , 1 86 . ; Maximilianeum 187.; 
Aerztlicher Verein, 1 89 . ; Malschule der Stadt, 1 892 ; 
Kunstgewerbe- Verein, 1 899. 

Dresden-, Kurfürstliche öffentliche Bibliothek, 17.., 
4 Grössen, Kreuzschule, 18 . . 

Frankfurt a. NL: Mitteldeutscher Kunstgewerbe- Verein, 
188.; Stadtbibliothek, 1894; Rothschildsche öffent- 
liche Bibliothek, 1897. 

Eppstein i. 7\: Evangelische Gemeinde, 1895. 

Pose?i: Kaiser-Wilhelm-Bibliothek, 1898. 

Breslau: Kunstgewerbe-Museum, 1900. 

33 



514 Allgemeines. 

Kassel: Evangelisch-lutherisches Waisenhaus, 17 . . 

Halle a, S, : Waisenhausbibliothek, 17..; Studenten- 
konvikt Tholuk, 1899; Kunstgewerbe- Verein, 1900. 

Frankfurt a. 0.: Akademie, 16.. 

Marburg: Universität 1768. 

Wernigerode: Harzverein, 18 . . 

Hannover-. Englisch Book-Society, c. 1820; Heraldi- 
scher Verein zum Kleeblatt, 1897. 

Lüneburg: Ratsbibliothek, 1570 und 16.. 

Düsseldorf: Künstler- Verein Malkasten 1899. 

Greifswald: Gemeinnützige Lesebibliothek, 17..; 
Universität 188 . . 

Meldorf: Museum Dithmarsischer Altertümer, 1900. 

Kiel: Deutscher Volksbund, 1896. 

Stralsund: Stadtbibliothek 18.. 

Danzig: Rats- und Senatsbibliothek, 16.. und 17.. 

Königsberg i. F.: Admiralität und Licentkollegium, 
c. 1726*). 

Augsburg: Stadtbibliothek, 1544 etc.; Akademie, 17 . . 

Nürnberg: Stadtbibliothek, 16..; Germanisches National- 
museum, 1898; Künstlerklause, 1897; Bibliothek der 
Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung, 189 . 

Neuburg a, D.: Stadtbibliothek 188. 

Kempten: Stadtbibliothek, 1880. 

Kaufbeuren ; Stadtbibliothek, c. 1 740 ; Lesegesellschaft, 
1821. 

Lindau: Stadtbibliothek, c. 1600. 

Eichstätt: Kgl. Bibliothek, 1900. 

Nördlingen: Stadt- und Ratsbibliothek, 1602. 

Ansbach : Karl- Alexander-Gymnasium, 17.. 



^) Abbildung: Oben S. 271. 



Spezialitäten. 5^5 

Erlangen: Bamberger Baderschule, 187 .; Universität, 
188. 

Speyer: Historischer Verein der Pfalz, 1893; hier ab- 
gebildet; mit den Schilden Deutsches Reich (Adler), 
Bayern (Rauten), Pfalz (Löwe) in romanischer Um- 
gebung (wegen zahlreicher romanischer Baureste in 
der Pfalz), gezeichnet von Professor Ad. M. Hilde- 




. M. Hildebrandl (1893). 



brandt, Berlin. Pfälzische Gesellschaft für Pharmazie, 
Technik und deren Grundwissenschaften, c, 1860 
(Speyer). 

Frankentkai: Altertums-Verein, 1896. 

Kaiserslautem: Pfälzisches Gewerbe- Museum, 1895. 

Kolmar: Litterarische Gesellschaft, c. I780; Schon- 
gau ergesellschaft, 1894. 

Strassburg i. Eis.: Stadtbibliothek, 18..; städtische 
Kunstsammlung, 1895. 



5 1 6 Allgemeines. 

Zabcrn: Museum, i88.. 

Stuttgart (München, Berlin): Gesellschaft der Biblio- 
philen, I899, 1900. 

Tübingen : Universität, 15.. 

Oekringen: Stadtbibliothek, 1509, c. 1536*). 

Fachsenf eld: Dorfbibliothek, 1899**). 

Heidelberg: Bibliotheca Palatina, 1623 (vgl. vorstehend 
S. 490); Historisch-Litterarische Gesellschaft, c. 1760, 
Hochschule 1888, 

Freiburg i. Er,: Universität und Konvikte Collegium 
Pacis und Sapienz, alle 3: 1756. 

Worms: Paulus-Museum, 1891. 

Leipzig: Stadtbibliothek, 1582 und 1899, Schöffen- 
bibliothek, 17..; typographische Gesellschaft, 
1898***); Buchgewerbe- Verein, 1900. 

Eldena: Staats- und landwirtschaftliche Akademie, 
c. 1840. 

Freiburg a. U,\ Jahnmuseum, 1899. 

Wittenberg bezw. Jena: Universität, c. I536f). 

Weimar: Hof bibliothek , Sagenbibliothek Reinhold 
Köhler, 1894. 

Eisenach: Regierungsbibliothek, c. 1820. 

Wartburg: Lutherbibliothek, 1895 ff). 

Magdeburg: Museum, 1900. 

Brauns chzv eig : Waisenhausbuchhandlung, 17 . . 

Hainburg: Stadtarchiv 1 8 . . ; Johanneum, 1894; Ver- 
band von Schülern der staatlichen Kunstgewerbe- 

♦) Abgebildet: E. L. Z. Vlll. S. 4 und oben S. 135. 
**) - E. L. Z. IX. S. 82. 

***) „ E. L. Z. IX. S. 52, 53. 

t) Abgebildet: E. I.. Z. Vll. S. 76 und oben S. 137. 
ff) r F. L. ^- V. S. 119. 



Spezialitäten. 5^7 

schule, 1897; Verein TreflFass, 1898; öffentliche 
Bücherhalle, 1899. 

Schwerin: Grossherzogl. Regierungsbibliothek, c. 1885. 

Rostock : Landwirtschaftliche Bibliothek, 17.. 

Gross-Lüsewitz : Dorfbibliothek, 1900. 

Britische und ausländische Bibelgesellschaft^ 1883. 

PFiV«; Orientalische Akademie, 17 . .*); Stadtbibliothek, 
18 . . ; Verein Adler, 1887**); polytechnisches Institut, 
188 .; Bibliothek und Historisches Museum der Stadt, 
189.; Verein österreichischer Handels- Angestellter, 
1 89 . ; Ministerium des Aeussern, 189.; Administrations- 
bibliothek des Ministeriums des Innern, 1 86 . ; Kaiser 
Franz Josef I. Jubiläums-Stiftung für Volks Wohnungen 
und Wohlfahrtsein richtungen , 1899; Niederöster- 
reichische Landesbibliothek, 189.; Gesellschaft für 
allgemeine Geschichtsforschung, 1900. 

Troppau: Kaiser Franz-Josef-Museum, 1901. 

/Vj/; Universität, 17..***). 

Prag: Universität, c. 1850 und 1875; Kunstgewerb- 
liches Museum (nur 6 Entwürfe), 1900; Lese- und 
Redehalle der deutschen Studenten, 189 . 

Krakau: Jagellonenbibliothek, 18 . . 

Venedig, unter österreichischer Herrschaft, Bibliothek 
S. Markus, c. 1850 (vgl. oben S. 367). 

9. Militär-Exlibris: 

Die meisten deutschen Regimenter benützen für 
ihre zahlreichen Bibliotheken keine Exlibris, sondern nur 



*) Abgebildet : Oben S. 244. 
**) „ Oben unter I. 11. A. 

***) „ Zeitschrift für Bücherfreunde IV. i. 



5 1 8 Allgemeines. 

schwarze Stempel. Immerhin sind von einigen Truppen- 
teilen Bibliothekzeichen vorhanden, die hier genannt seien, 
wobei natürlich solche militärischer Personen nicht mit- 
gezählt sind, da es zu weit führen würde, hier auch 
die Exlibris von Offizieren mit aufzuzählen. Dass die 
Hauptausstattung der Exlibris von Truppenteilen (wie 
Offizieren) aus militärischen Emblemen besteht, ist nahe- 
liegend; bei Marine-Exlibris treffen wir maritime An- 
klänge; doch findet sich auch wiederum das rein typo- 
graphische Exlibris. 

Einige wenige Militär-Exlibris sind von Italien, der 
Schweiz*), Frankreich, Russland, Schweden, England 
und Amerika bekannt; von Deutschland seien — unter 
Weglassung der vielen Druckstempel — folgende er- 
wähnt : 

Deutsches Reich, Preusscn: 

Kgl. Kriegsministerium, Berlin, 1894, von Emil 
Doepler d. J., Marsbüste, Aehrenfeld, Fahnen, Kanonen- 
rohr, Schwert, Bücher. 

Regiment der Gardes du Corps, Potsdam, 1894, von 
Emil Doepler d. J.; Standarte, Pauken, Kürasse, 
Helme etc., Namenszug Kaiser Wilhelms II. (an 
Stelle des zuerst gezeichneten Brustbilds desselben**). 

Westfälisches UIanen-Regime7it No. 5, Düsseldorf, 1899, 
von Rittmeister Otto von La Valette, Düsseldorf; 
Trophäen, allegorische Figuren, Kampfscene etc. 



'*') Erwähnenswert ist der passende Spruch auf einem Schweizer 
Militär-Exlibris der Berner MUitär-Bibliothek von c. 1830: „Discat 
miles in otio, quod perficere possit in hello. " 

^) Vgl. E. L. Z. IV. S. 67. 



*♦' 



Spezialitäten. 5^9 

Offiziercorps des Brandenburgschen Train-Bataillons 
No, j, Spandau, 1901, von Georg Barloesius, Char- 
lottenburg; Bücherregal, Adler, Eichbaumstumpf, 
darauf militärische Werke, Trainoffizier von 1790 
und 1901, Standartentuch mit Inschrift, Karabiner, 
Säbel, Pferdeköpfe, Sattel. 

Artillerie- und Ingenieur-Schule, Charlottenburg, 1 89 . , 
von V. C; Feld- und Belagerungsgeschütze, Tafel, 
Schanzzeug, Wappen, Fahnen. 

Vereinigung ehemaliger Angehöriger des kgL Feuer- 
Werkspersonals, Berlin, 1894; seit 1897 Exlibris; 
von Emil Doepler d. J.; brennende Bombe in Schild; 
Umschrift. 

Bayern: 

Kurfürstliches Generalfeldmarschallleutnant GrafHoln- 
'Steins che s Infanterie -Regiment (Herzog Kiemen t), 
heute 7. Infanterie -Regiment Prinz Leopold von 
Bayern, Bayreuth, c. 1775; typographisch. 

KgL j. Linien- Infanterie-Regiment Herzog Karl, Augs- 
burg, c. 1806; älteres königliches Wappen, in Oval 
mit Umschrift. 

Dasselbe Regiment, mit Inschrift Prinz Karl, c. 1825; 
älteres königliches Wappen auf Palm- und Eichen- 
zweig; Inschrift unten. 

/. Kürassier-Regiment Prinz Karl, München, c. 1840, 
jetziges I. schweres Reiter-Regiment; neueres könig- 
liches Wappen über Unterschrift. 

Kriegsarchiv, München, 1892; auf blauem bezw. rosa 
Papier, von Gustav Kneesert, geheimen Kanzleirat, 
München; Umrahmung, oben königliches Wappen, 
unten die Schilde Bayern und Pfalz. 



5 20 Allgemeines. 

Hessen: 

Grossherzogliches hessisches Feldartillerie - Regiment 
No. 25 (Hessisches Artillerie -Corps), Darmstadt, 
1886; von August von Heyden, Berlin; Kanonier 
mit Geschütz und Fahne. 

Ehemaliges Königreich Hannover: 

Offizierbibliothek des VH, Kavallerie-Regiments Dra- 
goner, Nienburg a. W., 1792; hannoversches Pferd 
unter Krone; Unterschrift. 

Artillerie-Schule y Hannover, c. 1825, von Johann Philipp 
Ganz, Hannover; Zelt, davor Pauken, Mörser, Pe- 
tarde, Bomben, Geschütz, Schanzkorb, Putte mit 
Lorbeerkranz; Inschrift und oben: »G. R.« = Geor- 
gius (IV.) Rex. 

Ehemalige freie Stadt Frankfurt a, Main : 

Bibliothek der Offiziere des Linien-Infanterie-Bataillons 
Frankfurt a. Main, c. 1850; Wappen auf Waffen- 
und Fahnengruppe; Inschrift oben und unten. 

Kaiserliche Marine: 

Deckoffiziersschule y Kiel, 1 894, von Georg Otto, Berlin, 
vor Felsen und Schilf Neptun mit moderner Schiffs- 
schraube; Reichs- und technische Anker- Wappen- 
schilde. 

Deutsch-China : 

Die beiden oben S. 493 erwähnten Kiautschou-Exlibris 
im Artillerielager von Tsintau, 1898. 

Deutscher Offizier-Verein: 

Büchersammlung, Berlin, 1900; Fahnenträger in alter 
Rüstung, Wappenschild; Band mit Inschrift. 



Spezialitäten. 5^1 

Entwürfe für Militär-Exlibris existieren für daspreussische 
Infanterie-Regiment Nr. 24, Neu-Ruppin, Wappen 
und Inschriften, von Ad. M. Hildebrandt, Berlin; 
für ein Artillerie-Regiment, Geschütz, Mörser, Bombe, 
Granaten etc. mit Adler, von Richard Böhland, 
Berlin; für die kaiserliche Marine-Akademie, Ge- 
bäude an Wasser, Anker, Schiffsfahne, Ruder, Wappen, 
oben Delphine, von Georg Otto, Berlin; alle 3 von 
1894*); ausserdem fürs Leib - Garde - Husaren- 
Regiment, Potsdam, 189., von Emil Doepler d. J., 
Berlin. 

esterreich : 

Ingenieur- Akadeynie^ Wien, 17..; Offiziers-Bibliothek 
in Verona, als dieses österreichisch war, c. 1850, 
nur typographisch ; Theresianische Militär- Akademie, 
Wiener Neustadt, 1901 (noch nicht vollendet). 

10. Porträt- Exlibris**). 

Die Sitte, sein eigenes Bildniss auf dem Bibliothek- 
zeichen anzubringen, ist sehr alt ; denn wir finden Porträt- 
Exlibris schon Anfang des 16. Jahrhunderts. In dieser 
Zeit benützte man behufs erhöhter Sicherung (die oben 
S. 485 ff. erwähnten) Doppel-Exlibris, indem man das 
Porträt-Exlibris in den inneren vorderen, das dazu gehörige 
Wappen-Exlibris in den inneren hinteren Deckel (oder 
umgekehrt) einklebte; später gebrauchte man nur mehr 
Porträt-Exlibris allein. Unter diese darf man jene Blätter 
nicht zählen, die zwar ein Porträt zeigen und manchmal 
in Bücherdeckel eingeklebt wurden, die aber kein Zeichen 



*) Abbildungen; E. L. Z. IV. S. 67. 
♦♦) Vgl. E. L. Z. ir. 3. S. 20 und HI. S. 35. 



522 Allgemeines. 

des Besitzers sind und nur als Erinnerungsblätter an eine 
im Buch vorkommende Person oder an einen Ahnen 
dienten. Das Charakteristischste für die Bezeichnung 
»Porträt-Exlibris« ist, dass das betreffende Exlibris das 
Bildniss des Buchbesitzers zeigt. 

Bei manchem, der sich ein Exlibris mit seinem Eben- 
bild machen liess, mag das Motiv etwas Eitelkeit oder 
der Wunsch gewesen sein, sich auf lange Zeit bildlich 
zu verewigen ; doch giebt das Exlibris des Johann Spiess- 
heimer gen. Cuspinianus *), von Schweinfurt, von c. 1520 
selbst den Grund für ein Porträt-Exlibris früherer Zeit 
an: »Cuspinianus ut fures, si posset, arceat, hie suam 
imaginem posuit«, also die Absicht, mit grösserem Nach- 
druck »in effigie« an die Buchrückgabe zu mahnen und 
die Nichtrückgabe oder den Bücherdiebstahl zu ver- 
hindern. Direkten oder indirekten Erben einer 
Büchersammlung wird es immer interessant sein, das 
Bildniss des früheren, verwandten oder bekannten Biblio- 
thekbesitzers aus den Büchern herausblicken zu sehen. 
In England und Amerika findet man ebenfalls öfters 
Porträt-Exlibris, in Frankreich auch, jedoch weniger. 

Bei Bestimmung von Porträt-Exlibris muss man vor- 
sichtig sein; denn besonders Exlibris der Neuzeit ent- 
halten häufig Brustbilder oder Köpfe, die der Phantasie 
entsprungen sind und nur einem allgemeinen bildnerischen 
Schmuck dienen. Eine Unterabteilung liesse sich aus 
denjenigen Exlibris bilden, die Porträts von historLsch 
hervortretenden Personen aufweisen, die Bezug auf die 
betreffende Fachbibliothek haben, den Besitzer selbst 
nicht darstellen und nur mit zur Ausstattung des Ex- 



*) E. L. Z. II. 3. S. 20 u. m. .35. 



Spezialitäten. 5^3 

libris herangezogen wurden; so sind z. B. auf deutschen 
Exlibris angebracht: Die Bildnisse Kaiser Karls des 
Grossen, Kurfürst Johann Friedrich des Grossmütigen 
von Sachsen, des grossen Kurfürsten, der Kaiser Wilhelm I. 
und IL, Hütten, Dante, Goethe, Schiller, Bismarck, Guten- 
berg, Pestalozzi, Beethoven, Bach, Wagner, Andersen, 
Gabelsberger, Nietzsche, Heine, Newton, Napoleon I., 
Homer, Sokrates etc. 

Folgende Porträt-Exlibris seien angegeben: 
Dr. m. Johann Spiessheimer ^ CuspinianuSy Humanist, 

Dichter, Schriftsteller, c. 1520*). 
Dr. m. Georg Hobsinger y Regensburg, 1539**); hier 

(S. 524) abgebildet. 
Dr. Christof Scheurl, nebst Söhnen Georg und Christof, 

Nürnberg, c. 1540***). 
Dr. m. Sixtus Kapsser, Leibarzt, München, 1560-]-). 
Dr. Franz Pfeil ^ Stadtsyndicus, Hamburg und Magde- 
burg, I564tt)- 
Dr. th. Hieronymus Wolf^ Magister, Augsburg, 1 574ttt). 
Johann Schwanberg^ Pfarrer, Frankfurt a. M., i58o§). 
Balthasar Dorner, Pfarrer, Munderkingen , I583§§). 
Konrad von Ofenbach, Jurist, Frankfurt a. M. und 
Worms, I583§§§). 



♦) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 112, 113; vgl. II. 3, S. 20. 

♦*) „ E. L. Z. III. S. 34. 

♦♦*) „ E. L. Z. II. 3. S. 4 u. 4. S. 24. 

t) „ oben S. 52, 53. 

ff) „ Bürgers Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 25. 

fff) „ E. L. Z. IV. S. 46, 47. 

§) „ Bargers Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 35. 

§§) „ E. L. Z. VI. S. 8, 9. 

§§§) „ E. L. Z. VI. S. 13, 13. 



;34 Allgemeines. 

Ulrich Herzog von Mecklenburg, Schwerin, Holzschnitte 

von 1582, 86, Kupferstich von c. 159O*). 
A. V. Hering, 1596. 




l 



HOBsiNffEB. Anno. 

ETATIS- SVE * 

•f ÖO* 



Exlibris Dr. ürarn Hobsi 



•) Abeebildel : F. 1 . 7. X, 88. 8 




^. 



pu nilJriOTtlECi.ntimr;3„„| 



526 Allgemeines. 

Nikolaus Ochsenbach , Schlosshauptmann , Tübingen, 

1598*). 
Johann Dietrich Freiherr von Muggenthal^ Domherr zu 

Salzburg, 15... 

Sebastian von Rotenhan^ Humanist, Würzburg, 15.. **). 

Janus von Holtz, Breslau 15.. 

Johann Christalntk, aus Kärnthen, Geistlicher ,' 1 5 . . 

Dr. J. Oswald von Zimmern, Professor, Ingolstadt, 
1600. 

Peter Vok Fürst Ursini Graf von Rosenberg ^ 1609. 

Johann Vennitzer, Messerschmied, Nürnberg (Pfarrhof 
zu St. Lorenz) 161 8***) und 1730; letzteres hier 
(S. 525) abgebildet; Johann Vennitzer, geboren 
I5^5> f 1629; dass dieses Exlibris nach seinem 
Tode entstanden ist, geht ausser aus dem Stecher- 
namen auch daraus hervor, dass das Porträt eine 
Rose in der Hand hält, der Abgebildete somit 
»selige ist. 

Johann Hoefelius Ufenheim^ Jurist, Schweinfurt, 1635. 

Nikolaus Graf Zrinyi, Banus von Kroatien, ungarischer 
Dichter, Türkenbezwinger, c. 1646. 

Johann Kissling von Weissenstadt, 1664. 

Bernhard Middendorp, Jurist, Mathematiker, Lübeck, 
1667. 

Georg Friedrich Seuferheld, Bürgermeister, Schwä- 
bisch Hall, 1668. 

Georg Szelepchenyy Erzbischof von Gran, Primas von 
Ungarn, c. 1670. 



*) Abgebildet: E. L. Z. VI, 74, 75. 
**) „ oben S. 121. 



9(1**' 



n 



E. L. Z. I. I. S. 9. 



Spezialitäten. 5^7 

Polycarp Graf Kuenburg, Bischof von Gurk, c. 1674. 

Johann Baptist RenZy Pastor, Augsburg, 1697*). 

Johann Burchard Menken, polnischer Rat, Historio- 
graph, nach 1708. 

C. G. OCy 1741. 

Dr. m. Johann Karl Wihelm Moehsen, Leibarzt, Numis- 
niatiker, Berlin, 1757**). 

Johann Bernhard iVa^^, Kaufmann, Frankfurt a. M., 1759. 

Dr. Johann Georg Kryniz^ 1769. 

Friedrich Roth-Scholz, Verleger, Nürnberg, 17.. 

Quirin Josef Chylik, 17... 

Martin Reinhardt, Pastor, Augsburg, 17.. 

2 Ferdinand von Hosson, Reichsherold, München; 17 . . ; 
(fraglich, ob Porträt?) (s. S. 279). 

Sjgismund Graf von Spreti, München, 17.. (desgl.). 

Christof Heinrich von Watzdorf, kursächsischer und 
polnischer Kabinettsminister, 17.. ***) (desgl.), 

Dr. Anton Ruland, Vorstand der Universitäts-Biblio- 
thek Würzburg, 1874. 

Friedrich Wamecke, Geheimer Rat, Berlin, 1878 (f) f). 

Ludwig ClericuSy Heraldiker, Magdeburg, c. 1885 ("f) ff). 

Therese Gräfin Hahn-Basedow , geb. Gräfin Henckel 
von Donnersmark, Basedow, 1890. 

Karl Leonhard Becker, Kupferstecher, Bonn, 1893. 

Albertine Bachofen von Echt d. Ae., Wien, i893fff). 

Klemens Kissel, Zeichner, Mainz 1893. 



♦) Abgebildet: E. L. Z. U. 3. S. 19. 
**) „ V. Heinemann, Taf. 139. 

***) n , Taf. 130. 

t) „ Warneckes ExUbrisbuch, Taf. XXVI. 

tt) « E. L. Z. ni. S. 41, 42. 

ttt) n V. Heinemann, Taf, 159 u. E. L. Z. III. S. 67, 68. 



528 Allgemeines. 

Friedrich Franz III. , Grossherzog von Mecklenburg, 
Schwerin, 1894. 

Georg Pflümer, Hameln, 1894*). 

Hermann Moennich, Langensee, 1895. 

August von Eisenhart, Staatsrat a. D., München, 1895. 

Arnold Hirth, Verleger, Leipzig, 1896. 

Hans Müller-Brauel, Schriftsteller, Zeven, c. 1896. 

Dr. Hans Brendicke, Berlin, 1896. 

Dr. Rudolf Lothar, Schriftsteller, Wien, 1896. 

Else Benndorf {^X2M Reiche), Wien, 1897. 

Markus Schüssler, Nürnberg, 1897. 

Hedwig Lange, Schauspielerin, München, 1897. 

Rosa Adamus, Wien, 1898. 

Isabella Maess, Friedenau, 1898. 

Frau Caecilie Wolbrandt, Krefeld, 1898**). 

Georg Otto, Maler, Graveur, Berlin, 1898. 

Gertrud Otto, Berlin, 1898. 

Ludwig August Reuling, Inspektor, München, 2 Por- 
trät-Exlibris 1898 und 1900. 

Ferdinand und Anna Hirsch, Frankfurt a. M., 1898. 

Alois Gebkart, Maler, München, 1899. 

Frau Helene Scküssler, Nürnberg, 1899***). 

Adolf Porscke, Maler, Wien, 1899. 

Eduard F. Elkan, Hamburg, 1899. 

Dr. Hermann Kluge, Professor, Altenburg 1900. 

F. Böttcker^ Bildhauer und Holzschnitzer, Dresden, iqcx). 

Alfred Ritleng, Notar, Strassburg i. Eis., 3 Porträt- 
Exlibris, 18.., 1900 und 1901. 



*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 121, 122. 
**) r unten unter Musik-Exlibris II. Teil 16. 



*♦♦ 



) „ E. L. Z. IX. S. 108, 109. 



Spezialitäten. 5^9 

Hans Lukas von Cranach^ Schlosshauptmann, Wart- 
burg, 1900 (abgebildet S. 543). 

Eduard «Lorenz Meyer, Handelsherr, Hamburg, (1895) 
1900 (s. S. 447). 

Richard Zooztnann, Dichter, Berlin, 1900; Porträt des 
Vaters (s. S. 418). 

Dr. E. W. Braun, Direktor, Troppau, 1901. 

/ / . Monografmn- Exlibris, 

Diese, nur Buchstabenverschlingungen aufweisenden 
Bibliothekzeichen können zwar zur Not zur Ausschmückung 
eines Blattes verwandt werden, erfüllen aber den anderen 
Hauptz^NeoVy das Buch zu sichern, d. h. den Besitzer 
deutlich zu nennen, nichts oder nur beschränkt, und sind 
daher bei Neuanschaffung eines Exlibris keineswegs 
empfehlenswert; Monogramme passen auf Fächer, Brief- 
bogen, Karten und Cigarrentaschen, Wagenschläge etc., 
aber zu Exlibris eignen sie sich aus dem angegebenen 
Grund nicht; dekorativ wirken sie auch nicht immer und 
bilden oft unauflösbare Rätsel. 

Immerhin finden sich auch für diese Abart Beispiele 
vom 16. — 19. Jahrhundert; einige wenige seien hier 
herausgegriffen : 

Dr. Johann Maier genannt Eck, Ingolstadt 15 18, 22 
— vgl. oben S. 130 — dessen J.M.E.T.-Monogramm 
sich in Johannes Majoris (Maier) Eckius Theologus 
auflöst ; vgl. noch 2 andere, Tengler und Tannstetter 
oben unter S. 131 — 134. 
Kaiserin Maria Anna, M. A., c. 16 10*). 



*) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 15. 

34 



530 Allgemeines. 

Magdalene Sybille Kurfürstin von Sachsen, M. S. D., 

c. 1630*). 
Johann Ernst VIII. Herzog von Sacks en-Saalfeld und 

seine Gemahlin Sophie Hedwig, J. E. D. S. und 

D. S. H., c. 1682. 
Herzog Ernst Friedrich Karl von Sachsen- Hildburg- 

hausen, E. F. C, c. 17 14. 
Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig, L. R., 

c. 1730, etc. 

12. Universal'Exlibris **). 

Sie dienen nicht einer einzelnen Person allein, son- 
dern können, da namenlos, durch Einschreibung des 
Namens oder Einzeichnen des Wappens von jedermann, 
der sich eine Anzahl solcher unausgefüllter Blätter kauft, 
benützt werden. Natürlich sind persönliche, individuell 
gehaltene Exlibris den der Allgemeinheit dienenden 
Universal-Exlibris vorzuziehen ; doch bleiben letztere für 
alle, die sich kein eigenes anschaffen können oder wollen, 
ein geeigneter Ersatz. Bemerkenswert ist, dass unter 
den 12 ältesten Exlibris vor 1500 bereits 2 Universal- 
Exlibris sind; das Bedürfnis danach war also frühzeitig 
vorhanden. Von den bis jetzt bekannten 25 Blättern 
dieser Art ist hier das interessanteste und älteste von 
1489 abgebildet***), in dem die Worte, »das puch und 
der schilt ist«, mit in den Holzstock eingeschnitten und 
abgedruckt, die Wappenlilien und der Name >michel 



♦) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 76. 
**) vgl. E. L. Z. X. S. 6— II mit 4 Abbildungen und XI. S. 32. 
***) vgl. auch oben S. 104, 105. 



Lorben mit Tinte eingezeichnet sind. Das nächstälteste, 
auch vom Ende des 15. Jahrhunderts, zeigt einen leeren 




Univtml-EKlibris (1M9). 



532 Allgemeines. 

Schild nebst Frau als Schildhalterin*); eine Randleiste 
mit 20 verschiedenen Musikinstrumenten hat dasjenige, 
in dessen Mitte der bayrische Hofrat Erasmus Vend, 
München, 1567**), sowie bei einem anderen, Franz 
Mandl von Deutenhofen, Günzburg 1 5 . .***), ihre Wappen 
setzen Hessen; ferner eine Randleiste mit architektonischem 
Aufbau, Säulen und imitierter Intarsia, das dreimal in 
Nördlingen benützt nachgewiesen ist, nämlich vom Stadt- 
schreiber Wolfgang Vogelmann, I533"j"), von Johann 
Christof Scherb, I598ff) und von der Ratsbibliotfaek 
Nördlingen, 1602. Ein Frankfurter Blatt, von c. 1886, 
wurde wiederholt dort benützt, so vom Kunstgewerbe- 
Verein, von der Stadtbibliothek und von August Oster- 
rieth-Laurin, 1891. In neuester Zeit haben die Verlags- 
firmen Spemann, Stuttgart, 1882, 86, 91, 1900, Paul 
Parey, Berlin, von 1880 an, S. Fischer, Berlin, 1898, 
Velhagen & Klasings Jugendschriften, Leipzig, i899-J-^), 
Union, Stuttgart, in »Bibliothek der Unterhaltung und 
des Wissens«, 1899, ^^ »Jugendgarten c, 1899, in der 
» Kamerad- Bibliothek « , 1899, in der »Kränzchen- 
Bibliothek«, 1899, R. Voigtländer, Leipzig, 1901 , 
Universal - Exlibris in den inneren Vorderdeckel der 
Bücher ihres Verlags mit eingebunden; auch die »Ge- 
sellschaft der Bibliophilen«, Stuttgart, Berlin, München, 
hat in ihren beiden Publikationen ein hier ein- 



*) Abgebildet: E. L. Z. X. S. 8. 
} y, . E. L. Z. X. S. 0| 9* 

♦**) „ E. L. Z. IV. S. 116, 117 und Seylers Exlibris- 

handbuch S. 54. 

t) Abgebildet: Burgers Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 14. 
tt) « E. L. Z. VII. S. wo, III. 

ttt) V E. L- Z. X. S. IG. 



Spezialitäten. 533 

schlägiges, gleichmässiges Rokoko-Exlibris (1899), bezw. 
ein Exlibris mit stilisierten Blumen (1900), in die nur 
der Name des betreffenden Mitglieds eingefügt wird. 
Femer verteilte der Verein »Berliner Presse« am Ball- 
fest des 26. Januar 1901 als Damenspende ein Universal- 
Exlibris in einem Band »Jungbrunnen«*). 

ij, Exlibris von Bühnenangehörigen und Musik-Künstlern, 

Solche sind nur aus der Neuzeit bekannt geworden. 
Zur Darstellung ist meist die Theatermaske verwendet, 
doch auch Leyer, Rollenhefte, Bücher und der erstrebte, 
oft verdiente Lorbeer. Da die Mehrzahl der Bühnen- 
angehörigen dem Wechsel des Wohnorts unterworfen 
ist, so besitzt sie auch meistens keine eigenen Bücher- 
sammlungen oder Exlibris. Daher gehören auch letztere 
hier zu den selteneren Erscheinungen. Einige seien hier 
genannt : 

Anton — und Hedwig — Woworsky , Opernsänger, 
Berlin, 1898; von Josef Sattler ; 2 Musiker in einem 
Buche**). 
Emil Gerhäuser^ Kammersänger, München, 1896; von 

Fritz Erler; nackte Harfenspielerin. 
Matthieu Lützenkirchen, Schauspieler, München, 1 897 ; 

von Emil Orlik; Buch, Maske, Eule. 
Paul Hilden, Schauspieler (*}â– ), 1894 in Augsburg; von 
Klemens Kissel; weibliche Figur mit 2 Schilden 
einer Loge und der Schlaraffia. 
Hermann Knispel, Hofschauspieler, Darmstadt, i8Qq; 



*) Abgebildet: E. L. Z. XI. S. 23. 

**) Abgebildet: Archiv für Buchgewerbe XXXVII.. 11-12, S. 444 
und 445. 



534 Allgemeines. 

von Kurt Kempin; Todtenschädel mit Lorbeer auf 
Büchern. 

Josef Lezvinsky , der bekannte Tragöde vom Burg- 
theater, Wien, 1892, von Hans Macht; Nische mit 
Krone, Maske, Kissen mit den 3 Ringen aus Lessings 
Nathan dem Weisen (einer der Hauptrollen Lewinskys), 
Schwert und Lorbeerzweig. 

Hugo Thimigy Schauspieler vom Burgtheater, Wien, 
c. 1890; von William Unger; Rolle, Maske, 
Pritsche etc. 

Nelly Brodmann, Hofopernsängerin, Wiesbaden, 1898, 
von Hermann Hirzel; Waldblösse mit Apollostatue, 
Lyra, stilisierte Pflanzen. 

Hedwig Lange ^ Schauspielerin, München, 3 ICxlibris, 
davon 2 von Walter Schulte vom Brühl, 1897, 
a. ein langes, anspielend auf den Namen, Vase mit 
Blumen, b. Buch mit Maske, umgeben von Köpfen, 
die die Besitzerin in verschiedenen Rollen dar- 
stellen, c, Lyra aus Lorbeer, darin 2 Masken, Spiegel 
mit vVeritas«. 

Rudi Stehle, Schauspielerin, Wiesbaden 1900; von 
Walther Schulte vom Brühl ; Vers, Maske, Lorbeer, 
Blumen. 

Luise Linden, Hofopernsängerin, München, von Sig- 
mund von Suchodolski, 1900, Genius, Maske, Lor- 
beer etc. 
Hier seien ferner noch die Exlibris genannt von: 

Wolf Christof von Enzestorf, Musiker, Gestenreich, 
1575» von Martin Rota*); Hermann Levi, Hofkapell- 
meister (f), München und Partenkirchen, 1898, von 



') Abgebildet: Oben S. 145. 



Spezialitäten. 535 

Hans Thoma; Jüngling mit Buch, Schlange, Löwe; 
Konzertsängerin Marcella (Stengel-) Sembrich, Dres- 
den, 1892, von Ad. M. Hildebrandt, über 3 Schilden 
mit Frankfurter Adler, Harfe und Leyer: Melodie 
und singender Vogel, Lorbeer- und Palmzweig; 
Konzertsängerin Frau Klementine (Mayr-) Schönfield, 
München, 1896, von Fritz Erler, weiblicher Kopf, 
singender Vogel, Rosenzweig; Pianistin Elsa Rati, 
Berlin, von E. Walther (Amerikaner, Paris, 1900), 
weibliche Halbfigur. 

7^. Kinder- Exlibris : 

Auch in Deutschland ist es, wie in England und 
Amerika, in der Neuzeit aufgekommen, eigene Exlibris 
für Kinderbibliotheken zu schaffen und so in der Jugend 
bereits den Sinn für Bücher und Kunst zu wecken. 
Von den wenigen Kinder-Exlibris seien hier erwähnt: 
Walter, Hildegard und Götz Buderus von Carlshausen, 
Stuttgart, 1897, von Paul Voigt; hier (S. 536) abge- 
bildet ; Arbeitspult und Weihnachtsbaum mit Spielzeug. 
Isabella Maess, Friedenau, 1890; von ihrem Vater 
Julius ; Mädchen mit Buch, Maiglöckchen, Schmetter- 
ling. 
Hedwig Warnecke, Berlin, 1893, von Josef Sattler; 

lesender Bauer. 

Waltrud Schulte vom Brühl, Wiesbaden, 1895, von 

deren Vater Walther ; Mädchen am Arbeitstisch mit 

Bilderbuch *). 

Karl Egon vofi Heinz, Berlin, 1 898 ; stilisierte Blume. 

Heinrich und Peter Wolbrandt, Krefeld, 1899, ^^^ 



^) Abgebildet: Labouchere, ladies bookplates, S. 229. 



536 



Allgemein 



Luise Wolörandt, 1 900 ; von deren Vater Karl, 
stilisierte Blumen. 
Leo und Rudolf Löffler, Frankfurt a. M„ 1899 nach 
Skizzen von Frau Madeleine Hofünann, Frankfurt a. M., 
Knaben, auf Büchern sitzend. 



HvsDeRBiBuoTTieK,)^vnseReR-KinDeR- 




s Waltet, Hildegard und Götz Budcrus von Carlihauscn. 
Von Paul VoiKt <1897). 



Renata, Benita, Verena Freiinen von Fölkersam, Riga, 
Mitau und Libau, 1899, von Armin Freiherrn von 



Spezialitäten. 537 

Fölkersam; Kinderköpfe bezw. Halbfiguren mit 

Wappenschild. 
Universal-Exlibris der Jugendschriften von Vclhagen 

und Klasingy Leipzig, 1899, von Alexander Zick; 

lesender Knabe neben Spielzeug. 
Catherine Josefine Lucile, Charlie B. und Martin Noöl 

Schiffe London, 1900, von Oskar Schwindrazheim, 

Hamburg. 
Wolf und Hans Freiherren von Dachenhausen^ Radymno, 

1900, von ihrem Vetter Alexander. 
Lisi Reinherz^ München, 1901, von Hugo M. Roeckl. 

75. Damen-Exlilnis, 

Ueber dieses Thema Hesse sich eine eigene Mono- 
graphie schreiben, da es etwa 500 deutsche und einige 
österreichische Damen-Exlibris giebt, die reich an Viel- 
seitigkeit der Darstellung sind. Ein genaueres Eingehen 
an dieser Stelle verbietet der Raum; daher sei hier nur 
folgendes bemerkt: 

Das älteste Frauenexlibris ist das mit Ehewappen 
des Wilhelm von Zell und seiner Frau, deren Vor- und 
Geburtsname unbekannt ist*). Die nächstältesten Frauen- 
exlibris sind das der Wittwe Radigunda Gossenbroty geb. 
Eggenberger, zu Füssen, c, 1500, 1502, Ehewappen in 
geviertem Schild**), und das der Frau Barbara Schneider 
geb. Schöner, Augsburg, c. 15 14, 20, koloriertes Wap- 
pen***). Die ältesten datierten sind das des Martin 



*) Abgebildet: Warnecke, Exlibrisbuch, S. 9. 
♦♦) Abgebildet: E. L. Z. II. 2. S. 2, 3; vgl. ebenda S. 10 und X. 
S. 23. Vgl. Labouchere, ladys-bookplates, S. 206, 207. 

***) Abgebildet; K. Burger, Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 5 b. 



538 Allgemeines. 

Pfinzing d. Ae. und seiner Frau Anna, geb. Löffelholz 
von Colberg, Nürnberg, 1543, koloriertes Ehewappen in 
Kranz, sowie das Wappenexlibris der Frau Christiana 
Aschenbrenner, geb. Musculus, Berlin, 1588*). Im 17. 
Jahrhundert sind c. 5, im 18. c. 40, im 19. bis 1870 
c. 15 Damenexlibris bekannt; der Rest von c. 440 fällt 
auf die Neuzeit von 1871 — 1901. Die Mehrzahl der 
Exlibris aus dem 18. Jahrhundert gehörte Damen aus 
fürstlichem und hochadeligem Geblüt. 

In diesem Buche sind verschiedene Damenexlibris 
abgebildet, die hier mit als Illustrationen betrachtet 
werden mögen, so S. 177 Klara Kress von Kressenstein, 
Nürnberg, 1645; S. 210 Sophie Marie Charlotte van 
Jeetze, Berlin, 17..; S. 230 Maria Anna Gräfin von 
Fugger^ Augsburg, 17..; S. 263 Luise Adelgunde Vic- 
torie Gottsched, Leipzig, c. 1750 — 1760; S. 411 bezw. 413 
Margarethe Strauss^ Magdeburg, 1899, Philippine Kuhn, 
Innsbruck, 1899 ; S. 393 Lydia Freifrau v, Stemeciy S. 381, 
478; Magda Gräfin zu Leiningen-Westerburg, 1896 u. 99. 

Um auch hier eine Abbildung zu bringen, sei das 
Exlibris der Frau Alice Meyer, Hamburg, 1895, gezeich- 
net von ihrem Gatten Eduard Lorenz Meyer, hier (S. 539) 
wiedergegeben. 

Ueber »Damenexlibris« hat Fräulein NornR Labouchere^ 
London, 1895, ein eigenes, vortreffliches Buch geschrie- 
ben, das folgende Abbildungen deutscher Damenexlibris 
brachte: S. 22 lEliseFreiinKoenig, Stuttgart, 1873; 22401ga 
Königin von Württemberg, 18 . .; 225 Gräfin Marie Anna 
Przehorsowsky 17 . .*, 226 Herzogin von Kurland 18 . .; 
227 Deutsche Kaiserin Auguste Viktoria, 1893; 228 Gräfin 



*) Abgebildet in H. Lempertz' Bilderheften. 




Spezialitäten. 539 

Seinsheim, München, i8..; 228 Ilse Warnecke, Berlin, 
1893; 229 Waltrud Schulte, Wiesbaden, 1895; 230 
Nonnenkloster Notre Dame, Offenburg, 1895; 233 Camilla 
Freifrau von Mirbach, Berlin, 1891; 334 Albertine Bach- 






Eilibris Alice Meyer. Von Eduard l.oren! Meytr (ISilij, 

ofen von Echt d. J., Wien, 1891, d. Ae., Wien, 1893; 
341 Magda Gräßn zu Leiningen-Westerbui^, Neupasing- 
München, 1892. 

In diesem Buche des Fräuleins Labouchere sind 
von den 21 14 angegebenen Damenexlibris 1912 eng- 
lische, 202 nichtenglische, darunter tio deutsche und 
österreichische aufgeführt. 



540 Allgemeines. 

Die zeichnerische Ausstattung der Damenexlibris 
besteht aus Stamm- und Ehewappen, Innenräumen, Land- 
schaften, Liebhngsblumen, -Beschäftigungen, -Büchern, 
Noten, Stickereien etc. 

i6. Musik- und Landschaf ts-Exlibris, 

Auch über diese Arten Hessen sich Sonderabhand- 
lungen schreiben; hier sei jedoch nur folgendes bemerkt: 

Zu den Musik- Exlibris zählt man diejenigen Blätter, 
die als Hauptgegenstand oder in der Ornamentierung 
musikalische Instrumente, wie Klaviere, Harfen, Leyem, 
Flöten, Geigen,Trommeln,Trompeten,Zithern, Glocken etc., 
oder Noten enthalten; die Zahl solcher Musikexlibris in 
Deutschland-Oesterreich beträgt c. 220; vom 16. Jahr- 
hundert c. 6, vom 17. c. 6, vom 18. c. 27; der Rest 
von c. 170 entstammt der Neuzeit. 

In diesen Zahlen sind natürlich die vielen Exlibris 
nicht mitgerechnet, die in ihren Wappen Musikinstru- 
mente enthalten ; da diese nur Bestandteile des Wappens y 
sog. Wappenbilder sind und nicht zur Ausschmückung 
der Exlibriszeichnung selbst dienen, so fallen sie nicht 
unter die Rubrik »Musikexlibris«. 

Auch die Musikexlibris sind bereits in einer Mono- 
graphie behandelt; J. F. f Vrj/^r- Amsterdam gab 1897 
ein Heft mit 40 Abbildungen von Musikexlibris heraus. 
Seine Spezialsammlung von solchen beträgt — hier In- 
strumente in Wappen /////gerechnet — 11 50, davon 1 86 
deutsche, 658 englische. 

Das merkwürdigste Musikexlibris — wohl auch das 
älteste — ist jedenfalls das oben unter II. 12. genannte 
Universal-Exlibris von c. 1567, dessen Randleiste 20 
verschiedene Musikinstrumente jener Zeit aufweist, die 



Spezialitäten. 54 1 

kulturhistorisch hochinteressant sind*)- Bemerkenswert 
ist das Musikexlibris Johann Friedrich von Uffenbach, 
Rat und Schöffe, Frankfurt a. M., von ihm selbst, 1733, 




EiUbrii Caccilie Wolbrandl. Vnn Karl Wolbrandt <IS9S). 

mit Spinet, Lied, Violine, Bassgeige, Cello, Mandoline 
und Büchern**). Ein reizendes modernes ist das der 

•) Abgebildet: E, L. Z. X. S. 8, 9. 
•♦) AbgebUdei: EnglUche E. L. Z. 1896, VI. 8. 



542 Allgemeines. 

Frau Valerie Brettauer^ Triest, von W. Behrens, Nürn- 
berg, 1898, mit Klavier*). Als Probe eines Musikexlibris 
ist hier (S. 541) das Exlibris Frau Caecilie Wolbrandt, 
Krefeld, von ihrem Gatten Karl, 1898, abgebildet; Leyer 
und Lilie als Symbol der Patronin der Musik, der hei- 
ligen Caecilie. Besonders erwähnenswert ist das präch- 
tige, grosse und figurenreiche Musikexlibris der Frau 
Margarethe StrausSy Magdeburg, 1900, radiert von Franz 
Stassen, Berlin (Polyhymnia; musikalische Inspiration 
durch den Kuss des Genius). 

An Landschaf tS' Exlibris giebt es in Deutschland 
und Oesterreich etwas über 200, die wirklich bestehende 
Ortsansichten wiedergeben; die Zahl der mit Phantasie- 
Landschaften ist eine weit grössere. 

Das älteste Exlibris mit Wiedergabe einer wirk- 
lichen Landschaft ist das des Pfarrers Balthasar Dorner, 
Munderkingen, 1583, auch Porträtexlibris**), mit Ansichten 
von Munderkingen und Kloster Marchthal. Bemerkens- 
wert ist auch das des »Conventus Societatis Litter ariae <^ 
(C. S. L.) = der litterarischen Gesellschaft zu Heidel- 
bergs c. 1760—64, mit Heidelberg, Neckar und dem 
1690 von Melac verbrannten Schlosse, von Egidius 
Vereist, Mannheim und München***). 

Als Beispiel eines Landschaftsexlibris ist (S. 543) das 
Exlibris des Schlosshauptmanns der Wartburg, Hans 
Lukas von Cranach, Majors, 1900, — auch Porträt- 
Exlibris — von Georg Barloesius, Charlottenburg, mit 



♦) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde IV. 1. und Eng- 
lische E. L. Z. 1900 X. S. 86. 

**) Abgebildet: E. L. Z. VI. 8, 9. 

♦**) Ein Teü der LandichaftsexlibrU besprochen: E. L. Z. IV. 
S. 24 — 33, mit 6 Abbildungen, und ebenda S. 63. 



^ 



Spezialitäten. 



543 



dem Landgrafen-Palas und dem Thorbau der Wart- 
burg, abgebildet. 

Von nicht deutschen Exlibris sei das für Louis Blum- 
feld, London, 1897, von Edgar Berclay, London, mit 
verschiedenen Türmen Nürnbergs kurz erwähnt. 




Exlibris Hans Luku von Craiuch. Von Qtorg Barlonius (1400). 



ly. Allerlei. 
Vom Standpunkt des Sammeins wie von dem der 
Betrachtung liessen sich die Bibliothekzeichen noch nach 
manchen Gruppen zusammenstellen, und thatsächlicb 



544 Allgemeines. 

sind über einzelne solche schon Listen erschienen. Sie 
aber hier näher zu besprechen, würde zu weit führen^ 
Es genügt die Bemerkung, dass es einerseits ausser den 
in vorigen Absätzen genannten Spezialsammlungen von 
Ritter Schafts-, Fürsten-^ Universal-, Z>aw^«-Exlibris und 
solchen von öffentlichen Bibliotheken, ferner von sig- 
nierten und datierten auch noch besondere Sammlungen 
und Listen giebt von Exlibris von Medizinern, mit 
Urnen, Trophäen, Todtengerippen, Todtenköpfen{6\e Zahl 
der Exlibris mit solchen Symbolen der Vergänglichkeit, 
der Selbsterkenntnis und des ärztlichen Studiums ist 
äusserst gross!) — andererseits noch folgende Abtei- 
lungen gemacht werden könnten: 

a. Nach Ständen: Exlibris von Offizieren, Architekten, 
Juristen, Chemikern, Malern und Bildhauern; auch 
Exlibris von mehreren Sozialdemokraten giebt es 
bereits. 

b. Nach Fachstudien y wie Numismatikern, Heral- 
dikern etc. 

c. Mit Schiffen, überhaupt mit maritimem Charakter*). 

d. Humoristische Exlibris, eine Erscheinung der 
neueren Zeit, deren Darstellung ein witziges oder 
heiteres Motiv enthält, wie z. B. die Exlibris Rudolf 
Benkar d, Paris, 1895, auf dem eine Hand nach 
einem Bücherräuber greift und eine Stimme ruft: 
»Halt! Mein Buch!«; Otto Dom, Musikdirektor, 
Wiesbaden 1895, kleine Figürchen tanzen und 



*) Von Exlibris von Schiff sbihliothekcn seien kurz 2 erwähnt: 
Das des englischen Schiffs »Oceanic» 1899 und das der amerikanischen 
Yacht »Sovereign« 1896; son Eisenbahn- Exlibris', das der amerikani. 
sehen Chicago und Alton Railroad auf den »Alton Limited «-Ztigen 
zwischen Chicago und St. Louis, 1900. 




Spezialitäten. 545 

springen auf Klaviertasten herum ; Dr. Felix Poppen-- 
bergy Schriftsteller, Charlottenburg, 1895, nackter 
Genius mit Monocle, sowie weissen und schwarzen 
Kielfedern der guten und der schlechten Kritik; 
Dr. med. Peter Janssen y Düsseldorf, 1900, die 
stolz und triumphierend auf den Tod herab- 
blickende Hygaea; Otto KoehlcTy Berlin, 1899, 
eine ein Buch schützende Bulldogge; Ludwig 
Eilhauer y München, 1900, von Georg Hensinger, 
München, anti-Lex Heinze-Blatt, etc. 
e. Redende Exlibris: So gut es »redende« Wappen 
giebt, die den Namen des Wappenherm deutlich 
oder versteckt nennen, so finden sich auch Exlibris, 
die den des Exlibrisbesitzers wörtlich oder ver- 
schleiert angeben; hier seien nur 8 herausgegriffen, 
obwohl es mehr giebt: 
Bibliotheca Warmholtzianay c. 1790; ein zierlicher 
Sticli; den Namen giebt hier brennendes = »war- 
mes Holz« an; hier (S. 546) abgebildet. 
Josef Ignatz Quirin Schelkopfy Pfarrer in Reichkirchen, 

1728; Kopf, der »schel sieht« = schielt. 
Bernhard Sekringy Architekt, Berlin, 1894, von Emil 
Doepler d. J., Buch mit St. Lukas und Schild, darin 
ein »S«, gehalten von einer Hand mit Ehering 
(S-Ehring). 
F. Haushalter y Oberzollrat, München, 1900, von 
Josef Widmann ; siegelfbrmig ; ein, ein Haus halten- 
der Ritter. 
Agnes Engehauseny Hamburg, 1898, von Karl Wol- 
brandt, zwischen Büchern enge (schmale) Häuser. 
Otto Augsteiny Berlin, 1897, von Paul Voigt; ausser 
O A und Apfelbaum ein Auge im Gestein, 

35 



546 



AUgemein 



Emil Veesenmeyer, Pfarrer, Wiesbaden, 1S99, von 
Hans Beat Wieland; schwarzwälder Bauer = Meyer 
mit Veesen = Aehren. 

Wilhelm Vogel, Pfarrer, Darmstadt, 1901, von Auguste 
Kichler, Darmstadt; zahlreiche singende Vögel an, 
in und vor einer Gartenlaube mit Kosen etc. 




Exlibris der Bibliothek Wirmholtz 



/. Sogar Rätsel-Exlibris giebt es; z. B. das der Frau 
Valerie Brettauer, Triest, 1 899, von Dr. Vitale Laudi ; 
Buchstaben und Zahlen korrespondieren ; be^nnt 
man bei i zu lesen, so erhält man den Namen. 



Spezialitäten. 547 

g. Sog. abgekürzte Exlibris erdachte Professor Adolf 
M. Hildebrandt, Berlin, indem er statt des oft 
umfang- und inhaltsreichen Vollwappens nur ein- 
zelne charakteristische Hauptteile desselben in Ver- 
einigung mit Inschriften etc. anbrachte, um den oft 
nur kleinen Raum nicht zu überladen; sie wirken 
wie Silhouetten und Flachmuster*). 

k. Auch ein Toilettenzeichen^ „Exrobiis", auf Leinwand 
gedruckt, (scherzhaft) giebt es nach dem Vorbild 
von Exlibris; Frau Wanda Thewalt, Würzen, 1901. 

§ 

ig. Notariatssignete und Visitenkarten, 

In Ermangelung eines eigenen Bibliothekzeichens 
wurden diese beiden im 17., 18. imd Anfang des 19. 
Jahrhunderts häufig durch Einkleben in Bücher als Ex- 
libris verwendet und müssen daher hier mit erwähnt 
werden. 

Notariats Signete**) sind schon im 13. Jahrhundert 
nachgewiesen; im Laufe der Zeit galt als gesetzliche 
Bestimmung, dass alle Notare ihre Handschrift und ihr 
Signet beim Kammergericht einreichen mussten; nach 
der Notariatsordnung Kaiser Maximilians von 1512 wurde 
sogar befohlen, dass die Notare ihr Signet nicht will- 
kürlich ändern durften. Die Signete hatten die Bedeu- 
tung eines Notariatssiegels und wurden der Urkunde 
aufgezeichnet, aufgedruckt oder aufgeklebt. Bis Ende 
des 16. Jahrhunderts wurden sie frei gezeichnet, vom 
17. an mittels Schablone aufgestempelt; im 18. kommen 



*) Vgl. E. L. Z. VII. 118, 119. 
**) Vgl. Dr. Fr. Leist, Notariatssignete, 1896 und £• L. Z. VII, 



55-60. 



54^ Allgemeines. 

sie als Kupferstiche vor und wurden unten auf die Ur- 
kunde aufgeklebt; die letztere Art ist es, die oft als Ex- 
libris benützt wurde. Diese Notariatssignete, kleine 
Oktavblättchen, im Aussehen allegorischen Exlibris des 
1 8. Jahrhunderts sehr ähnlich, enthalten meist symbolische 
Motive, deren Inhalt sich auf den juristischen Beruf des 
Signet-Führers beziehen, wie Figuren der Themis oder 
Justitia, Gesetzestafeln und -Bücher, Urkunden, Waagen, 
Schwerter, Altäre und Tische mit Gesetzbuch, Be- 
ziehungen auf die Linde, den alten deutschen Gerichts- 
baum, u. s. w.; doch auch sonstige Allegorien, Landschafts- 
bildchen, Hoffhungsanker, Palmbäume, Weinstöcke, Kro- 
nen, geschmackvolle und geschmackarme, schwülstige 
Sinnbilder, lateinische Sprüche und stets der Name und 
Titel; die oft vorkommenden Buchstabenabkürzungen 
N. C. P. J. und N. A. bedeuten Notarius Caesareus 
Publicus Juratus und Notarius Apostolicus. 

Als Beispiel ist (S. 549) das als Exlibris benützt ge- 
wesene Notariatssignet W. M., Bayern, 16 . ., abgebildet; 
J. V. D. = Juris utriusque doctor; Spruch und Darstel- 
lung besagen, dass Gesetz und Schwert die Welt regieren. 

Im 18. Jahrhundert liebte man es auch, wenn man 
kein besonderes Exlibris besass, Visitenkarten *) an Stelle 
der Exlibris in Bücher zu kleben; dies lag ebenfalls 
sehr nahe, da die Visitenkarten**) jener Zeit oft mit 
Zierleisten, omamentalen Umrahmungen, Laubgewinden^ 
Blumenranken, Amoretten, Figuren, kleinen Allegorien, 
Landschäftchen, Parks, Ruinen, Trophäen, Greifen, 
Sphinxen, Säulen, Vasen, kurz: Künstlerisch geschmückt 
und oft sorgfältig in Kupfer gestochen waren. So man- 

*) Vgl. E. L. Z. Vlll. 109 -112. 
**) Es giebt auch hie von Sammlungen. 



Spezialitäten. 549 

eher Hess sich im 18. Jahrhundert nicht ausdrücklich 
ein » Bibliothekzeichen t oder ein »Signett oder eine 
> Visitenkarte < stechen, sondern ein >Kupferc, wie man 
damals sagte, das er dann beliebig verwendete. 

Gänzlich schmucklose Visitenkarten der Neuzeit, 
nur mit Schrift, sind auch, jedoch selten, als Exlibris 





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eingeklebt zu finden. Sogar eine gestochene Wein- 
flaschenetiquette : »Freiherrlich von Borsch und Bor- 
scholdsche Weingebirge*, von c. 1830, Wappen, In- 
schriftsband, Weinreben Umrahmung, ist in der Samm- 
lung des Verfassers und zeigt sich als Besitzzeichen ge- 
braucht, da über das Wort »Weingebirge« die Worte 
»Kupferstich -Sammlung« geschrieben sind. 



. DEUTSCHE EXLIBRIS-SAMMLUNGEN. 




i| er Standpunkt, von dem Exlibris gesammelt 
werden, ist höchst verschieden; die Einen 
I sammeln aus reiner Lust an den so ver- 
I schieden- und eigenartigen Blättern, die 
Zweiten gewissermassen aus Sport, um es anderen nach- 
zumachen, die Dritten im Sinne der Briefmarken- und 
Postkartensammler, Ein grosser Teil aber hat tiefere 
Ziele! Künstlerische und kunsthistorische Studien sind 
bei diesen die Hauptmotive, und eine halbwegs grössere 
Exlibris- Sammlung birgt bereits einen ähnlichen ästhe- 
tischen und belehrenden Wert in sich, wie eine ent- 
sprechende allgemeine Kupferstichsamnüung. 

Wer Ornamentik studiert, sei's zum Lernen oder 
Kopieren, wird in den oft künstlerisch ausgeführten 
Exlibris-Zeichnungen eine wahre Fundgrube entdecken ; 
dem Künstler und Dilettanten bieten sich zahllose gute 
Vorbilder, Muster und neue Anregungen; der Heraldiker 
begegnet nicht selten ihm neuen Wappen, sowie — 
neben hässlichen, fehlerhaften — auch tadellos stilisierten 
Zeichnungen; Aer Historiker, Kunsthistoriker, auch der 



Deutsche Exlibris-Sammlungen. 55^ 

Genealoge finden auf Bibliothekzeichen vielfach Auf- 
schlüsse über Daten, Personen, historische Thatsachen, 
über den wahren oder zur Schau getragenen Charakter 
des Exlibris- und Buchbesitzers, über die Richtung seiner 
Studien etc., Beiträge zur Geschlechts- und Heimats*- 
künde, sowie Belehrungen über die verschiedensten 
Techniken. 

Eine Exlibris-Sammlung nützt auch wesentlich bildend 
dem Stilistiker und denen, die es werden wollen; denn 
nichts zeigt die einzelnen Stil arten und Geschmacks- 
änderungen von der Gotik bis heute so deutlich, wie 
eine chronologisch geordnete, grössere Exlibris-Sammlung, 
und nicht nur der Fachtechniker ^ sondern auch jeder 
Gebildete unserer Tage muss heute von solchen Dingen 
etwas verstehen. Kurz: Eine gutgeordnete Exlibris- 
Sammlung ist ein wertvoller Formenschatz und ein reich- 
haltiges Musterbuch der letzten 4 Jahrhunderte. So er- 
giebt sich denn eine Fülle von Gründen und Gesichts- 
punkten , von denen aus betrachtet es erklärlich ist, 
warum heutzutage so viele Exlibris - Sammlungen in 
Deutschland, Oesterreich, Schweiz, England, Frank- 
reich , Italien , Holland , Belgien , Portugal , Schweden, 
Dänemark , Russland, Nordamerika, sogar in Chile und 
Australien bestehen. 

Die älteste Exlibris-Sammlung dürfte eine in Irland 
um 1750 angelegte irische Kollektion sein (heute in 
London); die nächsten englischen sind die der Miss 
Jensons in Bath von 1820 und die des Geistlichen Daniel 
Parsons in der Abtei Downside, begonnen vor 1833, 
In England und Frankreich bestand in den 60 er und 
70 er Jahren des 19. Jahrhunderts schon eine Reihe von 
Sammlungen; 1874 gab es in Paris bereits deren 20. 



552 Allgemeines. 

Die älteste deutsche Exlibris-Sammlung ist eine am 
Ende des 1 8. Jahrhunderts zu Augsburg angelegte Exlibris- 
und Wappensammlung von 191 Stück, darunter 112 Ex- 
libris des 16. — 18. Jahrhunderts, meist Augsburger Ur- 
sprungs, heute grösstenteils im Besitz der Frau Marga- 
rethe Strauss in Magdeburg*); die nächstälteste ist die 
des Gottlob Günther August Heinrich Karl Freiherrn 
von Berlepsch auf Gross-Stöckheim bei Wolfenbüttel, be- 
gonnen 1826; sie erreichte 2443 Stück vom 15. — 18. Jahr- 
hundert und gehört heute der herzoglichen Bibliothek 
zu Wolfenbüttel**). Um 1850 sanunelte Heinrich Lern- 
pertz d. Ae. in Köln Exlibris; dessen Sammlung wurde 
mit der des Dr. Albrecht Kirchhoff y Leipzig, 1875, und 
der des Antiquars A. F. Butsch, Augsburg, 1887, ver- 
einigt, und diese 3 an alten Exlibris reichen Exlibris- 
Sammlungen sind heute im Besitz der Bibliothek des 
Börsen- Vereins Deutscher Buchhändler***) zu Leipzig; 
zusammen c. 3000 Stück. 

In den 70 er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden 
die Sammlungen Gottfried von Böhm, München, c. 250 
Stück, August von Eisenhart, München, heute c. 10 000, 
H. E. Stiebely Frankfurt a. M., c. 14000 und Friedrich 
Wamecke, Berlin, c. 2000. 

1895 waren in Deutschland, esterreich und der 
Schweiz c. 45 Exlibris-Sammlungen, 1898: 92, 1899 
über 100 und 1900: rund 300, die dem Verfasser be- 
kannt geworden sind. Immerhin dürften noch einige 
kleinere mehr vorhanden sein, die im Stillen blühen 



*) Vgl. E. L. Z. X. S. 92. 

**) Veröffentlicht 1895 von Dr. O. von Heinemann. 
**♦) Veröflfentlicht 1897 von K. Burger, 



Deutsche Exlibris-Sammlungen. 553 

und noch nicht bekannter sind. Selbstredend sind sog. 
»Kupferstichsammlungen«, die zwar unter allgemeinen 
Kupferstichen hie und da auch Exlibris enthalten, letztere 
aber nicht ausschliesslich sammeln, nicht mitgerechnet. 
So manche von diesen 300 Sammlungen umfasst nur 
einige Hundert und befindet sich noch im Stadium des 
Beginns; einzelne sind absichtlich begrenzt. Der Eine 
sammelt nur alte, der Andere nur neue, der Dritte nur 
künstlerisch hochstehende neue; andere nur Damen- 
Exlibris, solche von Medizinern, nur heraldische, nur 
Musik-Exlibris etc.; bei einzelnen ist nur ein kleiner 
Umfang beabsichtigt, dessen Inhalt nur eine Probe des 
ganzen Stoffs abgeben soll ; manche streben weniger 
nach der Masse, als mehr nach Gutem und bei einigen 
bleibt die Sammlung nach einigen Hundert im Keime 
stecken, wenn Eifer und Ausdauer nachlassen. 

Die grösste und inhaltlich bedeutendste Exlibris- 
Sammlung des Kontinents ist die von Karl Emich Graf 
zu Leiningen-Westerburg y preuss. Rittmeister a. D. in 
Neupasing - München , begonnen 1888; sie zählte im 
April 1901: 20567 Stück von 1470 — 1901 aller 
Länder und enthält 10342 deutsche, österreichische und 
schweizerische, 9274 von anderen Ländern, 49 Exlibris- 
Originalzeichnungen, 902 Nachbildungen. 

Es giebt natürlich weit mehr Exlibris, namentlich 
z. B. englische, aber sehr viel mehr deutsche dürften 
nicht existieren, sodass man vielleicht auf rund 11 bis 
12000 deutsche Exlibris rechnen kann. 

Da die Zahlen dieser Sammlung immerhin Anhalts- 
punkte über zeitliche, stilistische u. a. Exlibrisverteilung 
geben, seien sie als Beispiel der grössten kontinentalen 
Exlibris-Sammlung hier mitgeteilt: April 1901: 



554 Allgemeines. 

Deutschland^ Oesterreicky deutsche Schweiz: 

c. 1470— 1600: 204; 16 — 1700: 412; 17 — 1800: 
II 62; geistliche Personen: 421; Klöster: 51 1; Rokoko: 
484; alte Bibliothek- Ansichten : 142; alte Allegorien mit 
Büchern: 158; alte sonstige Allegorien: 748; Neuzeit 
1800 — 1871 ohne Allegorien: 542; Neuzeit 1871 — 1901: 
4949; Neuzeit, nur Schrift: 313; Hof und Staat Bayern : 
81 ; Diverse: 215. 

Italien: 512; Frankreich: 1928; England: 4295; 
Schweden: 216; Dänemark: 82; Spanien und Portugal: 
54; Griechenland: 4; Holland: 268; Belgien: 365; Russ- 
land: 206. 

Aegypten: i; Amerika: 1274, Canada: ^6; Austra* 
lien: 22; Brasilien: 2; Japan: 9 etc. 

Die Damen-Exlibris dieser Sammlung betragen 
1109 Stück, darunter 507 deutsche, österreichische und 
schweizerische, 389 englische, 156 amerikanische etc. 

Die C. W. Scherborn-Serie dieser Sammlung: 295 
Stück (einschliesslich Varietäten), darunter 269 ver- 
schiedene Exlibrisstiche; die E. D. French'^tTi&\ 210, 
darunter 173 verschiedene; die R. A. BellSen^ 85, 
darunter 54 verschiedene; H, S. Marks: 29; G. W. Eve: 
40* etc. 

Die deutschen Exlibris-Zeichner der Jetztzeit sind 
fast alle mit vollständigen Serien in dieser Sammlung. 

Die inhaltlich nächstbedeutende deutsche Sammlung 
ist die von Staatsrat a. D. August von Eisenhart^ Mün- 
chen, c. 10000 Stück mit vielen alten und Kloster- 
Exlibris; deutsche: c. 3500 bis 1800, c. 3700 von 1800 
an, fremde: c. 2600 etc. Etwas mehr (c. 14000) zählt 
eine Frankfurter Privatsammlung H. E. Stiebel, die der 



Deutsche Exlibris-Sammlungen. 555 

Verfasser nicht näher kennt. Inhaltlich sehr interessant 
ist die Exlibris-Sammlung Rudolf Benkard^ aus Frank- 
furt a. M., in Paris: 9500 Stück, davon 1500 moderne, 
der Rest alte; 3500 deutsche, 4000 französische, 1000 
englische, 500 italienische etc. Femer diejenige des 
Verlagsbuchhändlers Karl G. F. Langenscheidt y Berlin, 
8000 Stück, die besonders gut katalogisiert ist, mit 
1600 deutschen, 800 englischen, 2000 französischen etc.; 
die Exlibris-Sammlung Karl Koch ^ Liquidator, Wien, 
c. 6000 mit vielen alten (3300 Stück und 520 Bänden 
mit Superexlibris); diejenige des Benediktinerstifts Krems- 
münstcr in Oberösterreich, c. 4900, mit vielen alten. 

Ausserdem sind folgende Exlibris - Sammlungen 
nennenswert : 

Dr. Rudolf Neumann y Reichenberg in Böhmen, 
c. 3000 ; Frau Margarethe StrausSy Magdeburg, c. 3000 
mit guten alten Exlibris; Frau Ilse Warnecke y Berlin, 
c. 2800, mit hauptsächlich alten; Amtsgerichtsrat Dr. 
Richard BeringuieVy Berlin, c. 2500 alte und neue; Frau 
Ernestine Gräfin CotidcnkovCy Stockerau-Wien, c. 2500 
hauptsächlich alte ; Professor Adolf M. Hildebrandt nebst 
Sohn Johann Joachim, Berlin, c. 2200 in- und ausländische, 
hauptsächlich künstlerische; Rittmeister Lothar Buderus 
vofi Carlshausen, Stuttgart, c. 2100, davon 450 alt; 
Staatsanwaltssubstitut Eduard Dillmann y Korneuburg, 
c. 2100 (300 alte); Fritz MouthSy Hauptmann d. R., 
Rüttenscheidt -Essen, 2000 meist neue; Frau Valerie 
Brettauery Triest, c. 1800, davon 500 alte; Dr. Hans 
Ewers y Düsseldorf, c. 1800; Oberstadtsekretär Markus 
Scküsslery Nürnberg, c. 1500, davon 300 alte; Faktor 
Gustav Drolyner y Leipzig, c. 1600, meist neue; Hof- 
wappenmaler Ernst Krahly Wien, c. 1500, davon 



556 Allgemeines. 

500 alte; Oberstleutnant von Wallmenich, München (zur 
Zeit in China), c. 1400, davon 700 alte; Hauptmann von 
Heinz (;\)y Alton a, 1300 meist neue; Faktor Franz Fleisch- 
mann, München, c. 1300 meist neue; Direktor Karl Wol- 
brandt, Krefeld, c. 1200 meist neue; Bibliotheksekretär 
Dr. Ernst Freys y München, 1200, davon 700 alte; 
Assessor Walter von Zur Westen ^ Berlin, c. 1200 nur 
moderne, bessere Blätter ; Oberpostassistent Alfred Schrö- 
der, Berlin, 1300; Dr. Brendicke^ Berlin, c. iioo. Klein, 
aber reich an alten seltenen Exlibris ist die Sammlung 
Johann Graf Wilczek, Sebarn, c. 600, davon 360 alte. 
Die Mehrzahl der anderen Exlibris-Sammlungen hat um 
oder unter 1000 Stück. 

An staatlichen Instituten haben die Kupferstich- 
kabinette zu Berlin, München, Dresden, Wien etc. 
Exlibris in ihren Beständen. 

Von sonstigen öffentlichen Bibliotheken haben fol- 
gende besondere Exlibris-Sammlungen: 

Kunstgewerbe-Museum Berlin besitzt die ansehnlich 
vermehrte ehemalige Dr. Heinrich Pallmannsche , dann 
Rudolf Springersche Exlibris-Sammlung von 4000 Stück 
mit meist alten aber auch besseren modernen, auch eng- 
lischen Blättern; Summa: c. 5000; Hof- und Staats- 
bibliothek München, hauptsächlich alte interessante Ge- 
lehrten- und Kloster-Exlibris, c. 1500 Stück; Herzogliche 
Bibliothek Wolfenbüttel, c. 2500, vorwiegend alte; 
Bibliothek des Börsen-Vereins deutscher Buchhändler ^ 
Leipzig, c. 3000, meist deutsche des 15. — 18. Jahr- 
hunderts, darunter viele alte interessante; Stadtbibliothek 
Frankfurt a. Main, 2800, viele gute alte, darunter die 
ehedem Alfred von Neufvillesche Exlibris -Sammlung 
(2103 Stück; Schenkung); Universitäts-Bibliothek Würz- 



Deutsche Exlibris-Sammlungen. 557 

^^gy c. 700 meist alte. Ferner kleinere Sammlungen: 
Germanisches National-Museum Nürnberg, Universitäts- 
bibliothek Göttingen, Landesgewerbe-Museum Stuttgart, 
Museum für Kunst und jGewerbe Hamburg, Kunstgewerbe- 
Verein München, Historischer Verein von Oberbayern 
München, Rothschildsche öffentliche Bibliothek Frank- 
furt a. M. , Deutscher Exlibris- Verein Berlin, Kaiser- 
Wilhelm-Museum Krefeld, Museiun Magdeburg, Kunst- 
gewerbeverein Halle a. S., Mannheimer Altertums- Verein, 
Typographische Gesellschaft Leipzig, Mährisches Gewerbe- 
Museum Brunn, Kaiser Franz -Josef- Museum, Troppau, 
Landes-Museum Prag, Sammlung Naprstek, Prag etc. 

Im Ausland werden deutsche und österreichische Ex- 
libris vielfach gesammelt; so hat J. F. Verster, Amster- 
dam, in seinen 8100 Exlibris 962 deutsche, von seinen 
1151 Musik-Exlibris 186 deutsche; Pfarrer L. Gerster, 
Kappelen, hat in seinen 3640 Exlibris 516 alte und 700 
neue deutsche, sowie 1850 schweizerische; Miss Emma 
C. Chamberlayne, London, hat unter ihren 1450 Damen- 
Exlibris c. 350 deutsche; John W. Singer, Frome, be- 
sitzt 1 3 000 Exlibris, davon c. 2000 deutsche ; unter seinen 
1 200 Damen-Exlibris c. 320 deutsche ; Adolf Geering, Basel, 
von seinen 2600 sind 1 200 deutsche, 600 schweizer etc. ; 
Emilio Conte Budan, Mestre, 1950, davon c. 1300 deutsche. 

Ferner sind deutsche Exlibris in noch etwa 50 bis 
60 anderen ausländischen Exlibris-Sammlungen, so — 
ohne alle nennen zu wollen — in denen der englischen 
und französischen Exlibris - Vereine ; Armin Freiherr 
von Fölkersam, St. Petersburg (c. 1600 vorwiegend nur 
künstlerische moderne); Alexei Feirowitsch B ach rouschine, 
Moskau; C. M. Carlander, Stockholm; Frederik Hey- 
mann (f) und Numa Fränkel, Kopenhagen; August 



558 Allgemeines. 

Sassen y Heimond; Dr. Achille Bertarelli, Mailand; 
Dr. L. Bouland, Paris; E. Engelmann ^ Paris; Edmond 
des Robert, Nancy ; Pierre Dor und Charles de Sartorio, 
Marseille; Benjamin Linnig (550), Pol de Mont^ Frau 
Van de Vin, diese 3 in Antwerpen ; Ad. LureirOy Lissabon ; 
C. W. SherborHy G. R. Dennis, F. J. Thairlwall, J. R. 
Brown, diese 4 in London; E. B. Ricketts , Holling- 
bourne ; Miss Edith Anne Greene, Clifton Bristol : W. H. 
K. Wrigkt, Plymouth; S. A. Grundy-Newmann, Wal- 
sall; G. M. Elwood, Rochester (c. 4800, davon c. 2400 
amerikanische, c. 500 deutsche); E. D. French, Saranak 
Lake (c. 1600, davon c. 500 amerikanische, c. 300 
deutsche, c. 60 Sherboms); Miss M. Van Zandt, New- 
York (c. iioo, darunter c. 600 Damen-Exlibris); Miss 
M. G. Messenger, New- York (c. 9000, darunter c. 1900 
amerikanische und c. 950 Damen Exlibris); VJ,0. Pres- 
cott, Newton Highlands; Dr. A. W. Clark, Lawrence; 
Museum of fine arts Boston etc. 

In den Sammlungen der verstorbenen Sir Augustus 
W. Franks (nun im britischen Museum zu London) und 
Lord de Tabley (Leicester Warren) sind ebenfalls viele 
deutsche Exlibris. 



2. ANLAGE VON EXLIBRIS-SAMMLUNGEN. 

Die zahlreichen Sammlungen fanden in der Haupt- 
sache zweierlei Einteilung: Die alphabetische und die 
chronologisch-stilistische, Erstere empfiehlt sich nur bei 
kleineren, letztere bei grösseren Sammlungen. 

Die alphabetische erleichtert das Auffinden eines be- 
stimmten Blatts, hat aber den Nachteil der UnÜbersicht- 



Anlage von Exlibris-Sammlungen. 559 

lichkeit, da alte und neue, schöne und unschöne Blätter 
durcheinander kommen und die Gegensätze zu gross 
sind; die chronologisch-stilistische dagegen erlaubt die 
Zusammenstellung gleichgearteter und gleichzeitiger Ex- 
libris und bietet dem Beschauer, dem Studierenden und 
Lernenden eine vortreffliche stilistische Uebersicht sowie 
höheren künstlerischen Genuss ; ein Beispiel einer solchen 
in 12 Jahren bewährten Anordnung nach zeitlichen und 
anderen Gruppen bietet die oben Seite 554 gegebene 
Zahleneinteilung über die Sammlung des Verfassers. 
Stimmt auch die Dauer der Stilperioden nicht genau mit 
dem Jahrhundert- Anfang und Ende überein , so reprä- 
sentiert diese Einteilung doch im allgemeinen die Epoche, 
und eine solche Begrenzung ist zur besseren Auffindung 
gesuchter Blätter sehr praktisch. Hervorgehoben sei, 
dass In- und Ausland unbedingt zu trennen sind, ebenso 
mindestens ältere und moderne Blätter. 

Bis jetzt wenig beachtet, aber durchaus empfehlens- 
wert, ist das Sammeln von 'Eyslihris- Reproduktioneny 
namentlich älterer Blätter; denn in Fällen, in denen 
z. B. Unica oder ganz seltene Exlibris reproduciert sind, 
müssen viele auf die alten Originale verzichten, und 
wohl jede grössere Sammlung hat einige Unica, die in 
keiner anderen vorkommen. Es ist immer erfreulich, 
wenn man dann wenigstens die oft bemerkenswerte oder 
schöne Komposition durch solch eine Kopie in der Samm- 
lung vertreten hat. Natürlich darf man Reproduktionen, 
um den Gesammteindruck nicht zu stören, nicht mitten 
unter Originale einreihen; man fügt sie am besten in 
einer Sonderabteilung oder am Schlüsse einer Zeit- 
gruppe ein. Das eben hier Gesagte gilt auch sinn- 
entsprechend für Neuabdrilcke von erhalten gebliebenen, 



5 60 Allgemeines. 

alten Holzstöcken und Kupfer platten^ welch erstere un- 
bedingt mit in eine Sammlung aufgenommen gehören; 
sie haben nur geringeren Altertumswert oder sind wegen 
Abnützung der Platte weniger scharf im Abdruck. 

Was die Aufbewahrung der Exlibris anbelangt, so 
giebt es verschiedene Arten, die je nach Belieben des 
Besitzers modificiert werden können; die hauptsäch- 
lichsten Arten sind: 

a. Auf weissen Kartons von c. 31 cm Länge und 
23 V2 cm Breite; seltenere und schöne Blätter, besserer 
Wirkung halber allein auf einer Seite, minder gute oder 
kleinere zu 4, 6 und 9 Stück; diese Kartons, perioden- 
weise vereinigt, auf einer dickeren Pappunterlage mit 
2 Bändern, die sich oben über dem Pack verschnüren 
lassen, oder diese Kartonspakete in besonderen Papp- 
schachteln, die sie besser vor Staub schützen, 

b. Stets nur je ein Exlibris auf dünnerem Karton- 
papier in einer Oktavgrösse von c. 20 cm Länge und 14 cm 
Breite, in der Zahl von 100 oder 200 Blättern in Käst- 
chen, die äusserlich einem geschlossenen Buche gleichen. 

c. wie bei Ä., nur iii oben offenen Pappschachteln. 
Die Befestigung geschieht bei dickerem Papier mit 
Charnieren aus Briefmarkenrändem, bei dünnerem Papier, 
das leicht durchschlägt, mit sogen. Transparentpapier 
(»papier gomm6«); bei grossen Blättern an den 2 oberen 
Ecken, bei kleineren oben in der Mitte oder auch an 
einem der Seiten ränder. 

Zwei Dinge, vor denen sich jeder Sammler hüten 
muss, sind: Vollständiges Aufkleben der Blätter, sowie 
Vereinigung derselben in gebundenen Alben ; bei ersterem 
kann man nie umgruppieren oder ein später erhaltenes 
besseres Blatt gegen ein gleiches schlechteres von früher 




Anlage von Exlibris-Sammlungen. 56 1 

umtauschen ; bei letzteren ist ein Erweitem von Gruppen 
unmöglich. 

In die Mitte unter die Blätter schreibe man mit 
Bleistift, soweit sie bekannt sind, Vornamen, Zunamen, 
Stand, Wohnort des Exlibrisbesitzers, Vornamen, Zu- 
namen, Wohnort des Zeichners oder Stechers und genaue 
oder annähernd bestimmte Jahrszahl ; unter die eine Ecke 
den allenfalls gezahlten Preis, unter die andere den 
eventuellen Hinweis auf das Vorkommen des Blatts in 
der litteratur, oder, wenn die Blätter numeriert sind, 
deren Nummer. 

Ein geschriebener alphabetischer Katalog ist, beson- 
ders bei grösseren Sammlungen, empfehlenswert ; man findet 
dann zu suchende oder zu vergleichende Blätter z. B. bei 
Offerten, Anfragen etc. schneller; Name und No. der Abtei- 
lung, des Packs, vielleicht noch Karton-No., genügen hier. 

Ein ernsthafter Exlibris-Sammler wird sich auch 
stets die oft so nötige, schon recht reichhaltige und bis 
jetzt vorwiegend sehr interessante Exlibris -Litteratur 
des In- und Auslands als Fachbibliothek neben seiner 
Sammlung anschaffen. 



3. DEUTSCHE EXLIBRIS-GESELLSCHAFT UND 

ZEITSCHRIFT. 

Beide wurden im Mai 1891 von Geheimerat Friedrich 
Wamecke zu Berlin begründet; die Gesellschaft hatte 
im zweiten Jahre 61 Mitglieder. Die Zeitschrift er- 
scheint vierteljährlich, ist reich illustriert und enthält 
namentlich prachtvolle und getreue Faksimile-Repro- 
duktionen alter bemalter und schwarzer Holzschnitte, 

36 



562 Allgemeines. 

Kupferstiche etc. ; sie berücksichtigt jedoch ebensogut 
auch moderne Blätter, sowie Exlibris des Auslandes, 
namentlich solche aus England ; nebenbei ist sie auch 
der Bibliothekenkunde und Gelehrtengeschichte gewidmet. 
Vorsitzender ist seit 1895 Professor und Historienmaler 
Emil Doepler d. J., Berlin W., Redakteur: Dr. Hans 
Brendicke, Berlin W. 30,. Frobenstrasse 31 ; Druck, Ver- 
sendung und Schatzmeisteramt: Hoflieferant C. A. Starke, 
Görlitz, Salomonstrasse 39. Der Jahresbeitrag ist 12 Mark, 
wofür man die Zeitschrift erhält (für Nichtmitglieder und 
im Buchhandel: 15 Mark). 

Heute nach 10 jährigem Bestehen hat der Verein 
290 Mitglieder und ist in seiner Zusammensetzung sehr 
international; selbst einige, die der deutschen Sprache 
nicht mächtig sind, zählen wegen des koken künstlerischen 
Standes der Zeitschrift und ikrer Illustrationen und 
wegen des regen Tauschverkehrs (Tauschlisten in jeder 
Nummer) zu den Mitgliedern des deutschen Exlibris- 
Vereins. Im Mai 1900 waren unter den damaligen 278 
Mitgliedern (seitdem starben einige) der Nationalität nach : 
170 Deutsche, 31 O esterreicher, i Italiener, 10 Schweizer, 
4 Holländer, 5 Belgier, 2 Schweden, 4 Dänen, 8 Russen, 
6 Franzosen, 25 Engländer, 14 Amerikaner und im 
Ganzen 30 Damen. I. M. die Kaiserin und Königin 
Auguste Viktoria erweist dem Vereine die Ehre, die 
Zeitschrift zu beziehen. 

Letztere erscheint nunmehr 1901 im elften Bande; 
die ersten Jahrgänge sind bereits vergriffen; ob ihres 
kunsthistorisch und künstlerisch wertvollen Inhalts wird 
sie später ein willkommenes, brauchbares Quellen- und 
Nachschlagewerk^ sowie ein von Bibliophilen und Kupfer- 
stichsammlern sehr gesuchtes Objekt sein. 



Verschiedenes. 563 



4. VERSCHIEDENES. 

a, Exlibris-Ausstellungen. 

Ständige Exlibris-Ausstellungen hat die berühmte 
Hof- und Staatsbibliothek München seit 1895; c. 160 
ihrer interessantesten alten Kloster- und Gelehrten- 
Exlibris. Femer die Universitätsbibliothek Würzburg, 
c. 50. Das Kunstgewerbe-Museum Berlin stellt hin und 
wieder unter dekorativ-graphischen Blättern auch Ex- 
libris im Lesesaal der Bibliothek aus. 

In den letzten Jahren sind auf allen grösseren Kunst- 
ausstellungen (Berlin, München, Dresden etc.) einzelne 
Exlibrisentwürfe oder ausgeführte Exlibris vertreten ge- 
wesen ; ebenso in den ständig wechselnden kleinen Aus- 
stellungen von Kunst- und Kunstgewerbe- Vereinen. Doch 
waren auch besondere Exlibrisausstellungen: Im Kunst- 
gewerbe-Museum Berlin 1897, im Glaspalast München 
1895 — 1900, in den Museen zu Krefeld 1899, Magdeburg 
1900, in der Berliner Plakatausstellung 1899, in der 
Troppauer Exlibrisausstellung 1901; ferner fanden sich 
Exlibris auf der Gewerbeausstellung Berlin 1896, auf 
den lithographischen Ausstellungen Hamburg 1896, 
Düsseldorf 1897, auf der Landesausstellung Nürnberg 
1896, auf den heraldischen Ausstellungen des »Herold« 
Berlin 1894, des 't Kleeblatts 4 Hannover 1897 und 1898, 
auf der zu Halle 1897, auf der Buchdruckausstellung zu 
Breslau 1900, auf der Buchausstellung Brunn 1898, im 
Künstlerheim der neuen Ausstellung Wien 1900, im 
Kunstsalon Riga 1899. Ferner waren zahlreiche deutsche 
Exlibris ausgestellt auf der Antwerpener Exlibrisausstellung 



564 Allgemeines. 

19CX), auf den Londoner Exlibrisausstellungen der eng- 
lischen Exlibris-Gesellschaft 1892 — 1901, auf der inter- 
nationalen Ausstellung des modernen Buchgewerbes 
in Paris 1896, auf der Weltausstellung zu Paris 1900» 
auf den Ausstellungen des Caxton-Clubs Chicago 1898 
und des Clubs of odd volumes Boston 1899. 

b, Vorträge. 

Um Vereinsmitglieder wie weitere Kreise, die noch 
nicht über Exlibris Bescheid wussten, anzuregen, fanden 
wiederholt Vorträge über Geschichte und Aussehen der 
Bibliothekzeichen statt, wobei stets zur Erläuterung Ex- 
libris ausgestellt waren, so 1893 im historischen Verein 
von Oberbayem und 1897 im Kunstgewerbe -Verein 
München (vom Verfasser), 1897 im Museum für Kunst 
und Gewerbe Hamburg (Dr. Brinckmann), in der kunst- 
historischen Gesellschaft Graz (Dr. Schlossar), 1898 im 
Wiener Altertums- Verein (M. von Weittenhiller), 1899 
in der Gesellschaft Hamburger Kunstfreunde (Ed. Lor. 
Meyer), 1899 im Verein für Rostocks Altertümer (E. 
Volkmann), 1898 in der typographischen Gesellschaft 
München (F. Fleischmann), 1900 im Verein für Buch- 
arbeit Krefeld (K. Wolbrandt), 1900 im Wiener Buch- 
händlergehilfen-Verein (K. Koch), 1900 im Kunstgewerbe- 
Verein Berlin, im Buchhändler- Verein Berlin, im Kunst- 
gewerbe-Verein Halle (W. V. Zur Westen), 1901 in der 
historischen Gesellschaft des Künstler -Vereins Bremen 
(Hauptmann K. J. von Zwehl). 

c, Wettbewerbe, 

Um Zeichnungen fi5r ein Exlibris wurden Wett- 
bewerbe von den Kunstgewerbe- Vereinen München, Halle, 



Verschiedenes. 565 

Breslau, dem Kunstgewerbe-Museum Prag und der Zeit- 
schrift »Deutsche Kunst und Dekoration« (Alexander 
Koch) Darmstadt (1897— 1900) ausgeschrieben. 

d, Exlibris- Versteigermigcn 

fanden durch Kunsthandlungen und Antiquariate in 
Berlin, München, Stuttgart, Dresden, Strassburg und 
Wien statt; handelte es sich um Blätter von Klein- 
meistern des 16. Jahrhunderts, so waren die Preise stets 
hoch; bei anderen Blättern waren sie ungleichmässig 
und ohne bestimmten Anhaltspunkt für den wirklichen 
Wert des Blatts, eine Erscheinung, die auch auf Lon- 
doner Auktionen beobachtet wurde. 

Die Exlibris-Pr^/Je? der Bücherantiquare waren in 
den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts mit seltenen Aus- 
nahmen äusserst niedrig, stiegen jedoch in den 90er 
Jahren gewaltig, bei einigen Antiquaren sogar ins Ueber- 
triebene; die Folge war, dass die Kauflust für alte 
Blätter alsbald bedeutend zurückging, und heute seitens 
der meisten Sammler überhaupt nicht mehr viel für Exlibris 
ausgegeben wird; dadurch ist auch im allgemeinen der 
Preis bereits wieder zurückgegangen; eine Folge der früher 
zu hohen Preise, aber auch der eine Zeit lang starken 
Nachfrage ist es, dass die jüngeren Sammlungen haupt- 
sächlich nur Exlibris der Neuzeit enthalten. Diese 
kann man häufig durch Tausch erhalten, seltener 
Stiche und Radierungen; nur Blätter von Klinger, 
Greiner, Hirzel, Orlik und Erler kommen hie und da 
im Kunsthandel vor und sind dann hinsichtlich der 
ersteren drei teuer. 



566 Allgemeines. 



5. DEUTSCHE EXLIBRIS-LITTERATUR. 

Sie beginnt mit einer heute selten gewordenen 
Publikation in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts 
von H. Lempertz d. Ae., Köln, und blühte besonders 
stark in den 10 Jahren von 1890— 19CX), anfangs in 
einzelnen Monographien, dann in Zeitungen und Kunst- 
zeitschriften ; die Zahl der abgebildeten alten und neuen 
Exlibris ist eine bedeutende, zumal meist Wert darauf 
gelegt wurde, nur bessere oder interessantere Blätter 
zur Wiedergabe zu bringen. 

Das Wichtigste an deutscher und österreichischer 
Exlibris-Litteratur ist folgendes: 

a. Exlibris-Werke: 

Heinrich Lempertz^ Bilderhefte zur Geschichte des 
Buchhandels; Bibliothekzeichen, Köln, 1853 — 65. 

August Stoeber^ Petite revue d'Exlibris alsaciens, Mül- 
hausen i. Eis., 1881. 

Arthur Benoit^ Les Exlibris de Schöpf lin, Paris, 1883, 

Friedrich Warne cke, Die deutschen Bücherzeichen» 
Exlibris, Berlin, 1890. 

Adolf M. Hildebrandt, 3 Hefte zu je 25 Exlibris, Berlin, 
1892, 94, 98. 

Karl Teske, Das Mecklenburgische Wappen und die 
Exlibris des Herzogs Ulrich von Mecklenburg, Berlin, 
1894. 

Georg Otto, 20 Exlibris, Berlin, 1893. 

Friedrich War necke, Exlibris des 15. und 16. Jahr- 
hunderts, 5 Hefte, Berlin, 1894. 

Klemens Kissel, 25 Exlibris, Berlin, 1894. 



Deutsche Exlibris-Litteratur. 5^7 

Josef Sattler ^ 42 Exlibris, deutsche Kleinkunst, Berlin, 

1894. 
Gustav A. Seyler^ Exlibris, illustriertes Taschenbuch, 

Berlin, 1895. 
Dr. O. von Heinemann^ Die Exlibris-Sammlung der 

herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Berlin, 1895. 
W. Schulte vom Brühl, 2 Hefte, I. und II. Folge, zu 

je 20 Exlibris, Wiesbaden, 1895, 99. 
(Konrad Burger), Exlibris-Sammlung des Börsen- Vereins 

der deutschen Buchhändler, Leipzig, 1897. 
Exlibris, 3 Folgen, B. Wenig, G. Barloesius, H. Hirzel, 

Berlin, 1901 (in Vorbereitung). 

b. Andere Werke, in denen Exlibris vorkommen: 

F. Warnecke, Heraldische Kunstblätter, Görlitz, 1876, 
Berlin, 1898, 4 Mappen. 

A. Demminy Studien über die stofflich bildenden Künste 
und Kunsthandwerke, und: Papier und andere Be- 
schreibstoflfe, Schreibgerät, Buchdrucker- u. Bücherei- 
zeichen, Initialen etc., Wiesbaden, 1890. 

O. Mühlbrecht , Bücherliebhaberei, L Auflage 1896, 
II. 1898, Bielefeld und Leipzig. 

J. Sattler, Durcheinander, Berlin, 1897. 

E. A. Seemann, Deutsche Kunstgewerbezeichner, Leip- 
zig, IV. Reihe. 

A. M. Hildebrandt, Heraldisches Musterbuch, III. Auf- 
lage, Berlin, 1898. 

H. G. Ströhl, Heraldischer Atlas, Stuttgart, 1899. 

Am Ende des Jahrhunderts^ Band VI., K. Rosner: Die 
dekorative Kunst im 19. Jahrhundert, S. 109 ff., 1899. 

Berlin vor 100 Jahren, i8cx); Säkularheft vom 
Berliner Leben, 1900. 



^68 Allgemeines. 

. Bücker und Wege zu Büchern^ Berthold; Jessen, 
S. 487, 1900. 

c. Exlibris- Artikel und -Abbildungen in Zeitschriften: 

Zeitschrift für Bücherfreunde y Leipzig, i. i, 3, 5, 7, 

8, 9; n. I, 5, 6, 7, 8, 9, 12; IIL 1—4, 7, 11; 

IV. I, 4—8, 10, 11; V. I. 
Zeitschrift des Münchner Alter tums-Ver eins y 1887, 

2 — 4, 1891, S. 48. 
Kunstgewerbeblatt y Seemann, Leipzig, VL 2, 1894; 

VII. II, 1896. 
Zeitschrift für bildende Kunst , Seemann, Leipzig, 

VIL, 2, 4, 5, 11; Vm. 7, 8, 16; IX. 4, 12; X. 4, 

8, 10; XI. 2. 
Kunst für Alle, Bruckmanh, München, XII. 14, 1897, 

XVI. 13. 
Dekorative Kunst , Bruckmann, München, I. 2, II. 12, 

in. 9 (übersetzt in L'art d6coratif, Paris, II. No. 21). 
Kunst, Bruckmann, München, I. 8, 9. 
Kunst unserer Zeit^ Hanfstängl, München, VI. i ; VII. 2 ; 

X. 6, 7; XL 6. 
Kunst und Handwerk, München, XXXXVI. 5, 7 ; 

XXXXVII. 7; XLIX. 8, II ; L. I, 4, 7; 1897— iqcxj. 
Deutsche Kunst und Dekoration, Koch, Darmstadt, 

L 4, 6; n. 5, 7, 8; HL 2, 3, 7. 
Liebhaberkünste, Oldenbourg, München, 1895, 10, 13, 

15; 1896, 4, 5. 
Pan, Berlin, Prospektbuch, 1895 u. I. 4, II. i. 
Jugend, Hirth, München, III. 6, IV. 13, IV. 19, V. 3. 
Kunsthalle ^ Berlin, IV. 4, 10. 
Gesellschaft Hamburgischer Kunstfreunde, Jahrbuch, 

1895-97. 



Deutsche Exlibris-Litteratur. 569 

Die Rheinlande, I. 5. Febr. 1901, S. 47. 
Kunstchronik, Leipzig, 1891 — 92, III. 12. 
Sammler, Dr. Brendicke, Berlin, 1890, 16; VII. 2r, 

22; xn. 22; xm. 10, 11; XX. 17; xxi. i. 

Antiquitäten-Zeitschrift, Dr. Forrer, Strassburg i. Eis., 

1890, 33, 34; 1891, 49, 50. 
Wegweiser für Sammler, Leipzig, IX. 14, 16, 18; 

X. I, 3, 5-15. 

Antiquitäten-Zeitung, Dr. Jaeckh, Stuttgart, IIL 22; 

V. 2, 6; VI. 28; vn. 52; vm. 3, 12, 46. 

Umschau, Frankfurt a. M., 1898, II. 20. 

Mitteilungen für Autographen-Sammlery 1890, No. 12. 

Gartenlaube, 1896, Beilage zu No. 3; 1900, No. 41,8. 710. 

Daheim, XXVIII. 23; XXX. 30; XXXIH. 48, Beilage. 

Vom Fels zum Meer, 1895, XIV, 17. 

Grenzboten, 1890, XXXXIX, 45. 

Gegenwart, XXXXI, 9; LV. 22. 

Deutsches Wochenblatt, 1899, XII, 18. 

Jugend-Garten, Stuttgart, 1899, XXIV.; 1900, XXV. 

Der Verlag, Leipzig, 1896, 18. 

Anzeiger des Germanischen National-Museums, Nürn- 
berg, 1892, I. 

Monatsschrift des historischen Vereins von Oberbayern, 
München, 1892; 1898, VIL 5—8. 

Pfälzisches Museum, Speyer, 1895, XII. 4; 1898, 
XV. 10. 

Monatsschrift des Frankenthaler Altertums-Vereins, 
VL 10. 

Centralblatt für Bibliothekswesen, I. 8, IL 8, XII. 5, 6. 

Litterarisches Centralblatt^ 1891, No. 53. 

Quartalblätter des historischen Vereins fürs Gross- 
herzogtum Hessen, I. 14. 



5 JO Allgemeines. 

Illustrierte elsässische Rundschau^ 1900; II. 4. 
Hildebrandtsche Geschichtsblätter ^ 1897; 8. 
Wiesbadener litter arisches Feuilleton y Schulte vom 

Brühl, I. 8. 
Gewerbeblatt aus Württemberg, XXXXIX, No. 50, 

1897. 
Deutscher Herold, Berlin, 1895, 7; 1896, 11; 1897, 

2, 3, 11; 1898, 12; 1899, 12; 1900, 6, II, 12. 
Heraldische Mitteilungen des Vereins zum Kleeblatt, 

Hannover, 1890, No. 283; VI. 10; VIII. 6, 8, 9. 
Der Wappensammler, Kahla, 1900, I. i — 5, 7, 9. 
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des 

Judentums, XXXXII. n. 
Buchgewerbeblatt, Leipzig, 1895; 7 und 8. 
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 1896, 225; 

1897, lOO) 24; 1901, 41, 70, 80. 
Archiv für Buchgewerbe, 1899, XXXVI. 6; 1900, 

XXXVII. II, 12. 
Buchhändlet warte, Berlin, 1899/ 1900, No. 25. 
Journal für Buchdruckerkunst, Uamburg, 1896; 1898, 

25—27, 30. 
Archiv für Buchdruckkunst, 1 899, XXXVI. 
Nachrichten aus dem Buchhandel, 1895, No. 74, 181, 

183, 185. 
Deutscher Buch- und Steindrucker, Berlin, 1898, V. i. 

Ratgeber für die gesammte Druckindustrie, Leipzig, 

1900, V. 2, 9, IG, 13. 
Illustrierte Zeitung für Buchbinderei, Berlin, XXXI., 

LV. 21—24. 
Graphische Post, Frankfurt a. M., XIL 285; XIII. 

303, 321. 
Detitsche Littcratur-Zeitung, 1901, No. 10, S. 595. 



Deutsche Exlibris-Litteratur. 57^ 

Meyer' s und Brockhaus* Konversationslexika, 1900 

und 1901. 
Allgemeine Kunstchronik ^ Wien, 1891, No. a. 
Graphische Künste^ Wien, 1899, 2 Beilagen, XXIL 3. 
Blätter für Kunstgewerbe, Wien, 1899, IX. 
Ver sacrum, Wien, 11. 

Kunst und Kunsthandwerk , Artaria, Wien, I. 7. 
Freie Künste, Wien, XVII. 6, 7; XX. 5; XXU. 16. 
Allegorien^ Gerlach & Schenk, Wien, 19—20, Tafel 89. 
Mitteilungen des Mährischen Gewerbe-Museums, Brunn, 

1898; 5, 7. 
Jahrbuch des Adler, Wien, 1883. 
Monatsblatt des Adler ^ Wien, 1898,1V. 25—27; 1890, 

No. 118. 
Svetozor, Prag, 1898, XXXII, 49, 51. 
Novy Kult, Prag, 1899, IL 8. 
Volne Smery, Prag, 19CX), IV. 
Modemi Revue, Prag, VII. 3. 

d, Exlibris- Artikel in Zeitungen: 

Staatsbürger-Zeitung^ Berlin, 1895, XXXI, No. 536. 
Allgemeine Zeitung, München, 1890, No. 301; i?95, 

No. 289, Beilage. 
Münchner Neunte Nachrichten, 1897, No. 47. 
Frankfurter Zeitung, 1899, No. 338. 
Hamburger Nachrichten, 1894, No. 9, Beilage; 1897, 

No. 30. 
Neue Hamburger Zeitung, 1898, No. 84% 
Leipziger Tageblatt und Anzeiger, 1891, No. 21 ; 

i?95, No. 604, I. Beilage. 
Weimarsche Zeitung^ 1896, No. 10, 12, 16. 
Krefelder Zeitung, 1899, No. 42; 1900, No. 26. 



572 Allgemeines. 

HcUlesche Zeitung vom 17. XL 1900. 

Magdeburgische Zeitung vom 29. XI. 1900, No. 607. 

Wiesbadener Tageblatt, 1892, No. 365, 1895, No. 130- 

Rostocker Anzeiger, 1899, No. 293. 

Rostocker Zeitung, 1899, No. 584. 

Kolmarer Journal, 1892, No. 74. 

Bremer Nachrichten, 1901, No. 63. 

Bremer Kourier, 1901, No. 65. 

Weser-Zeitung, 1901, No. 19507. 

Wiener Zeitung, 1899, No. 277. 

Tagespost Graz^ 1898, No. 58. 

Düna-Zeitung, Riga, 13. III. 1899, Beilage. 

^. Kataloge: 

München, Glaspalast- Ausstellung, 1 899. 

Krefeld, Buchausstellung im Kaiser Wilhelm-Museum, 
1899. 

Brunn, Buchausstellung, 1898, und Orlikausstellung, 
1900. 

Breslau und Antwerpen, Exlibrisausstellungen, 1900. 

London, Ausstellungen der englischen Exlibrisgesell- 
schaft, 1892 — 1901. 

Boston, Ausstellung des Museum of fine arts, 1893. 

AuktionS' Kataloge : U. A. : Amsler und Ruthard, Berlin, 
1899; Noiriel, Strassburg i. Eis., Alsatica, J. Deger- 
mann, 1899; Dorman, sowie Puttick und Simpson, 
London , letztere stets mit vielen Fehlern in der 
Schreibweise deutscher Namen, etc. 

/. Deutsche Exlibris in Publikationen des Auslands: 

Schweizer graphische Mitteilungen, St. Gallen, 1 899, 
1900; XVIIL 12—15. 



Deutsche Exlibris-Litteratur. 573 

Jahrbuch 1895 für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 

der Kurländiscken Gesellschaft für Litteratur und 

Kunsty Mitau, 1896. 
Englisches Exlibris Journal^ 1891 — 1901, London. 
Archives de la Soci6t6 fran9aise des coUectionneurs 

d'Exlibris, Paris. 
J. Leicester Warren ^ a guide to the study of book- 

plates, London, 1880, und Manchester, 1900. 
A. VicarSy series, library-interiors and literary book- 

plates, Plymouth, 1893. 
W. J. Hardy, bookplates, London, 1893. 
Norna Labouchere^ ladies-bookplates, London, 1895. 
The Daily Chronicle, 18. Mai 1896. 
The Ludgate, London, IV., No. 20, June 1897. 
E. Bengough Ricke tts, Composite bookplates, London, 

1897— 98. 
The Studio, London, Winternummer, 1898 — 99. 
The Book of bookplates, London und Edinburg, 1900. 
Repertoire des Ventes, Paris, 1895 IL, I. No. 26. 
L Estampe et V Affiche, Paris 1898, II. 78. 
ÜArt dccoratif, Paris, 1900, IF., 21, Les Exlibris 

allemands. 
J. F. Verstcr, Muzikale Boekmerken, Amsterdam, 1897. 
Neerlands Druckkunst en Boekhandel, Hengelo, 1898, 

No. 4. 
De Vlaamse School^ Antwerpen, 1901, I., Pol de Mont, 

Over Boekmerken. 
Emporiuniy Bergamo, 1897, V. 28. 
Varia, Stockkolm, 1899, IL 5. 
The Sunday Herald, Boston, 23. IV. 1890. 
Chs. Dexter Allen, American bookplates, London, 1895. 
W. G. Bowdoin^ the Rise of the bookplate, Newyork, 1 901 . 



SCHLUSS. 




WIE EIN BIBLIOTHEKZEICHEN AUSSEHEN SOLL. 

um Schlüsse empfiehlt es sich, die llaupt- 
regdn für das Aussehen eines normalen Ex- 
libris anzugeben, wie sie den Regeln der 
Vergangenheit und Gegenwart und den Prin- 
zipien der Nützlichkeit und Schönheit entsprechen. 

Unter allen Umständen muss auf einem Exlibris, 
dessen Ilauptzwecke entsprechend, der volle Vor- uiid 
Zunavie des Buchbesitzers genannt sein; weniger wichtig, 
aber empfehlenswert ist die Anbringung des Standes, 
des Wohnorts bezw, des Standorts der Bibliothek; ferner 
der Name oder das KUnstlermonogramm oder Zeichen 
des Exlibris -Zf/c/zwcrj, sowie das Jahr der .Anfertigung. 

Womit ein Exlibris bildlich ausgestattet werden soll, 
hängt allein von den Wünschen des Bestellers oder vom 
Künstler, wenn diesem das Motiv überlassen wird, ab; 
die Vielseitigkeit der Ideen wird nur durch guten Ge- 
schmack begrenzt. 

Das Blatt kann reinhcraldisch oder rnnaltegorisch- 
symbolisch gehalten oder beides miteinander vereinigt 
sein. Der Stil, sei er nun mehr altertümlich oder mehr 
modern, bleibt ebenfalls dem Besteller überlassen. 



Wie ein Bibliothekzeichen aussehen soll. 575 

Die Hauptsache ist, dass die Darstellung Beziehungen 
zur Person des Buchbesitzers oder zu seiner Bibliothek 
aufweist und nicht überladen ist; vor einem i^Zuvieh 
in Anbringung von Beziehungen muss man sich 
hüten; auch ist es gut, das Motiv der Zeichnung 
nicht zu symbolisch-dunkel, unklar und unverständlich 
zu halten. 

An Wappen lassen sich verwerten: Bei Adel wie 
Bürgertum das eigene ererbte Familienwappen oder bei 
denjenigen Bürgerfamilien, die bisher kein eigenes 
führten, ein selbstangenommenes Personal- oder künf- 
tiges Familienwappen, das z. B. an den Namen oder 
Stand des Betreffenden anknüpft und nur einem schon 
bestehenden Geschlechtswappen nicht genau gleichen 
darf; femer Staats-, Stadt-, Vereins-, Zunft-, Innungs-, 
Gewerkschafts-, Kloster- etc. -Wappen. Will man nicht 
ein ganzes Vollwappen zeichnen, so kann man auch 
Teile, d. h. einzelne besonders charakteristische Bilder 
desselben, wie Adler, Löwe, Linde, Kreuze, Sterne etc. 
zur Ausschmückung der Zeichnung verwenden. 

Bezüglich derjenigen Exlibris, die mit mehr genre- 
hafter oder allegorischer Darstellung ausgestattet wer- 
den sollen, wird auf die unendlich vielseitigen Motive 
verwiesen , die oben S. 404 ff. angegeben sind. Hier 
ist allein der Wunsch der Exlibris -Besteller, deren 
eigene Idee oder der Vorschlag des Künstlers mass- 
gebend. Es sei nur erwähnt, dass ausser der eigent- 
lichen, z. B. hauptsächlich figürlichen Zeichnung sich 
auch ferner anbringen lassen : Ansichten von Städten oder 
kleinen Orten (Heimat), Burgen, Schlössern, Villen, Land- 
schaften, Lieblings-, Park- und Waldplätzen, Bibliothek- 
gebäuden, Innenräumen, sowie Büchergruppierungen, 



576 Allgemeines. 

Standesembleme, Musikalien, Noten, Instrumente, Blumen, 
eigene Porträts und solche von Klassikern etc., Devisen, 
eigene Verse, Dichterworte, Mahnworte hinsichtlich der 
Bücherrückgabe, Aussparungen für Katalog- oder Ab- 
teilungs-Nummer etc. 

Nicht empfehlenswert sind rätselhafte Monogramme 
oder namenlose Wappen, da sie den Besitzer nicht deut- 
lich nennen. 

Für alle Arten von Büchern genügt im allgemeinen 
eine Grösse des Exlibris; doch kann man sich für ver- 
schiedene Bücherformate auch 2 oder 3 verschiedene 
Exlibrisgrössen gleicher oder verschiedener Zeichnung 
herstellen lassen. 

Selbstverständlich genügt auch für sämmtliche Bücher 
einer Bibliothek auch eine einzige Darstellung-, doch 
lassen sich auch viele Fälle anführen, in denen ein Bib- 
liothekbesitzer für die verschiedenen Büchergrössen oder 
Unterabteilungen seiner Büchersammlung auch verschie- 
dene Fachexlibris führte, deren Zeichnung sich auf die 
einzelnen Fachinhalte bezieht. Es gab von jeher viele 
Personen, die mehrere Bibliothekzeichen nebeneinander 
besassen; die Gründe hiefür sind mannigfaltig: Entweder 
das zuerst entstandene gefiel dem Besitzer nicht mehr, 
oder eine Standeserhöhung, Vermählung, Namensände- 
rung durch Erbschaft etc. waren die Veranlassung zu 
einem zweiten und dritten Blatte, oder, wie schon be- 
merkt, die verschiedenen Wissenschaften ein und der- 
selben Bibliothek sollten durch anders geartete Exlibris 
gekennzeichnet sein. Oder reger Kunstsinn, sowie der 
Wunsch, von den verschiedensten Künstlern auch ver- 
schiedene Blätter in seiner Büchersammlung zu haben, 
veranlassten manchen Bücherfreund zu mehreren Auf- 



Wie ein Bibliothekzeichen aussehen soll. 577 

trägen; auch Dedikationen riefen eine Mehrzahl von Ex- 
libris hervor. 

Die Originalzeichnung lasse man nicht zu sehr ver- 
kleinern, sonst wird die Wiedergabe undeutlich. Ein 
zu grosses Exlibris passt andrerseits nicht in kleine 
Bücher oder füllt den inneren Deckel oder das Vorsatz- 
blatt unschön, d. h. zu sehr aus. 

Als Papier wähle man, wenn irgend möglich, holz- 
freies Papier, das im Gegensatz zum allgemein üblichen 
der Jetztzeit dauerhaft ist und nicht bereits in einem 
Menschenalter verdirbt. 

Auch lasse man sich vor der endgültigen Ausfüh- 
rung vom Drucker verschiedene Farbenproben machen, 
sowohl bezüglich des Papiers als auch des Druckes; 
denn bei einer zierlichen, feinen Zeichnung wirkt manch- 
mal schwarzer Druck auf weissem Papier hart, kalt und 
nüchtern, während oft zarte, nicht grelle Farben und 
Töne den Gesammteindruck erhöhen. Auch hat man 
für verschiedenfarbige Vorsatzpapiere gerne verschiedene, 
zu diesen passende Papierfarben. 

Als vornehmste Vervielfältigungsarten empfehlen 
sich Kupferstich, Heliogravüre und Holzschnitt] erstere 
beide sind zwar teurer, allein der Bessersituierte sollte 
nicht versäumen, sowohl die Kunst zu unterstützen, als 
auch durch Dienstbarmachung derselben sein Heim auch 
im Kleinsten zu verschönern. Wer ausserdem in der 
pekuniären Lage ist, sich eine bedeutende Bibliothek 
anzuschaffen, wird und sollte auch noch etwas Beson- 
deres für ein schöneres und auf besserem Wege verviel- 
fältigtes Exlibris übrig haben. 

Sehr gut wirken auch Blätter, die in Lithographie, 
Chromolithoqraphie und Dreifarbendruck hergestellt sind. 

37 



578 Allgemeines. 

Am billigsten ist Federzeichnung und danach Ver- 
vielfältigung mittels eines Gliche s in Zinkätzung, wel- 
ches Verfahren das heutzutage üblichste ist und die 
Originalzeichnung getreu kopiert, das auch eine enorme 
Anzahl von gleichwertigen Abdrücken gestattet ? ist das 
Gliche gut gelungen und dieses beim Drucker sorgfältig 
»zugerichtet«, so sind die auf diesem Wege herge- 
stellten Exlibris jedenfalls vollauf genügend und oft von 
bester Wirkung. 

Als hier einschlägige besonders gute und in Exlibris 
bewährte Anstalten für all diese Verfahren sind — ohne auch 
hier wieder alle angeben zu wollen — u. a. zu nennen: 

Dr. C. Wolf u. Sohn, Hof- und Universitätsbuch - 
druckerei, München. 

C. A. Starke, Hoflieferant, Görlitz. 

Meisenbach y Riffarth n. Co., graphische Kunstanstalten, 
Berlin-Schöneberg, München und Leipzig. 

(F.) H. Briickmanu, Verlagsanstalt, München. 

Dr. Eugen Albert u. Go., Kunst- und Verlagsanstalt, 
München-Schwabing. 

Gebrüder Wetteroth, Kunstkupferdruckerei, München. 

O. Felsitig, Hof-Kunstkupferdruckerei, Berlin SW. 

Gustav Fischer, Kunstkupferdruckerei, Berlin SW. 

Julius Sittenfeld, Buchdruckerci, Berlin W. 8. 

Breitkopf u. Hart ei, X'erlag und Druckerei, Leipzig. 

Ferdinand Wulffs Senatsbuchdrucker, Hamburg. 

Klemens Kissel, Hofkunstanstalt, Mainz. 

Albert Frisch, Hoflieferant, Berlin W. 

Karl Schütte, graphische Kunstanstalt, Berlin W. 

G. .Ifigerer //. Göschel, Kunstanstalt, Wien XVI. 

Fliilipp n. Kramer, Kunstverlag, Wien VI. u. s. w. 



NACHTRAG. 



Während des Druckes ergaben sich noch folgende 
Nachträge : 

Zu Seite 47 — 50: Bücher fluch. »Wer dies Buch 
wegträgt, den sollen tausend Peitschenhiebe treffen und 
Lähmung und Aussatz dazu.«^ Aus Scheffels »Ekke- 
hards V. Kapitel. 

Zu Seite 235: Stecher: Johann Andreas Pfeffel^ 
Hofkupferstecher, Wien; Exlibris Ferdinand Ernst Graf 
von Mollarth, 17... 

Zu Seite 360: Berlin: Eriedrich Wilhelm Sabitz; 
Holzschnitt-Exli!)ris Dr. med. H. Lode, Berlin, 1814—60. 

Zu wSeite 389: Dresden: P. Gründel. 

Zu Seite 389: Strassburg: P. Heiligensteiny Graveur. 

Zu Seite 409: Otto Ubbelohde ^ nun Gossfelden ; 
10 Exlibris. 

Zu Seite 418: Egon Josef Kossuth zeichnete ferner 
die Exlibris Frau Carr}' Brachvogel und Dr. Hans Holz- 
schuher, München (unvollendet), Wiesner, Prag, 1901. 

Zu Seite 433, bezw. Seite 510: Berlin: Max Mackott; 
Exlibris Paul W^alter, Schriftsteller; F. Scherz. 

Zu Seite 455: Nördlingen: Julius Heller^ Professor, 
Zeichenlehrer. 



^^ 



5 80 Nachtrag. 

Zu Seite 467 zu Frau Lina Burger : Nun 1 2 Exlibris. 

Zu Seite 471 zu Koloman Moser: Neuestes Exlibris 
Rudolf Steindl, Wien, 1901; hochmodern. 

Zu Seite 477: München, Frau Giulia Knoezinger 
gehört auf Seite 419 oben. 

Zu Seite 479 zu Frau /Tä^^/- Reimers : Exlibris 
Johanneum und E. Rose sind von ihr nach Zeichnungen 
Eduard Lorenz Meyers (s. S. 478) in Holz geschnitten. 

Zu Seite 482 — 483: Exlibris Frau Wally Rauch" 
fuss^ Altona, 1901; nach Paul Tkumann, 

Zu Seite 483 : Exlibris Emilio Conte Budan, Mestre, 
nach Arnold Böcklins Kritikermaske im Museum zu 
Basel (von Ed. Lor. Meijer, S. 478). 

Zu Seite 516: Leipzig, Börsenverein der deutschen 
Buchhändler 1901. 

Zu Seite 555 : Sammlung Arthur Benoit (f) c. 5000. 

Zu Seite 567 — 568: N. BoXy Notice biographique 
de M. Arthur Benoit, Metz, 1900; Seite 21 ff. A. Benoits 
Exlibris. 

Zu Seite 570 (letzte Zeile): Meggendorfer Blätter 
XLV, 4, No. 539, S. 40 Exlibris- Witz mit Abbildung. 

Zu Seite 573: Deutsche Exlibris sind auch abge- 
bildet in W. G. Bowdoin^ The rise of the Bookplate^ 
New York, 1901. 



SACH- UND EXLIBRIS-REGISTER. 



Notiz: Hier ist alles enthalten, ausschliesslich der 
Stecher- und Zeichner-Namen, die im Namens -Register der 
„Exlibris- Verfertiger" aufgeführt sind. 

Auch sind die Namen des II. und III. Teils hier, als un- 
nötig, nicht noch einmal mit anEegcl)en. 

Abkürzungen; Exl. = Exlibris, v. = von, Frh. ^ Frei- 
herr, Baron, Ern. =; Ereiin, Frfr. ;= PVeifrau, Gf- ^ Graf, Gfn. =^ 
Gräfin, Pr. = Prinz. Prs. = Prinzessin, Est. =: Fürst. Fstn. = 
Fürstin. Hzg. =^ Herzog. Hzgn. ^ Herzogin, Grhzg. = Gross- 
herzog, Grhzgn. = Grossherzogin. 



Aa, A. V. d. HO. 
Aachen 324. 
Abgekürzte Exl. 547. 
Abkürzungen 64. 29S. 299. 

343- 
Adler 391. 392. 
Admont 302. 
Acgyptisches Exl. 98. 
Aeltestc Exl. :oo. ito. 
Agricola 159. 161. 
Afbrccht. J. C. 88. 
Albrecht, K. v. 287. 
Aldersbach 304, 
Algraphic 15. 
Allegorien 245. 298. 334. 

401. 
Allerlei 543. 
Allgeyer. R. 471- 
Altenburg 304. 
Altenkirchen, F, Gf. 389. 
Althaus. C. Fth. 393. 
Altmann, F. 89. 434. 435. 
Altomünstcr 303. 



Amlishagen 316. 

Amon, G. 178. 

Amorbach 302. 

Andcchs 77. 161, 292. 299. 303. 

Angrer, G. 146- i47- 344- 

Anlage von Exl. â–  Sammlungen 

558. 
Anonyme Wappen-Exl. 105-107. 



An.sbacii, K. A.-Gymnasium 256. 
Anthony v. Siegenfcld, A. 393. 
Apian, K. 156. 
Architekten 511. 
Arndt, W. 529. 
Artillerie-Regiment, Hessisches 

Asenijeff, E. 466. 
Attl 302. 

Au 292. 293. 309. 
Auer, K. v. 382, 
Auerbach 425. 
Auersperg, Est. 400. 
— E., Fstn. 382. 



582 



Sach- und Exlibris-Register. 



Aufkirchen 317. 
Aufsess, O.. Krh. 88. 382. 
Augsburg, Dominikaner 315. 
-— IDomkapitcl 324. 329. 

— Eyangel. Kolleg 249. 250. 292. 

324- 

— Heilig Kreuz 178. 292. 299. 

311. 328. 

— Karmeliten 317. 

— Marienkongregation 324. 

— Stadtbibliothek 150. 

— St. Georg 309. 311. 

— St. Ulrich u. Afra 302. 329. 
Augstein, O. 90. 

Auguste Viktoria, Kaiserin 73, 

497- 
Augustin, Bischof 346. 

Augustiner 308. 

— Eremiten 317. 
Aulendorf 414. 
Aussehen eines Exl. 574. 
Ausstellungen 563. 

Bachofen v. Echt 382. 389. 390. 
Bacon, N. 110. 
Bädeker, J. 89. 

— W. 89. 
Bagge, B. 451. 

Bajzath v. Peszak, G. A., Frh. 

368. 
Baiaus, W. A. 72. 280. 
Baibach v. Gastel, F. W. 217. 

219. 
Baidinger, J. 153. 344. 

— P. V. 94. 441. 
Bancroft, G. 424. 
Banz 302. 
Barkenhoff 455. 
Barmherzige Brüder 318. 
Barockstil 105. 370. 
Barth, F. 67. 
Battenberg. B., Vrs. 477. 

1-., 1 r. 477* 

— V., Prs. 477. 
Baud, E. 437. 

Baumburg 77. 156. 183. 292. 

299. 309. 
Baumgarten, M. J. v. 94. 



Baumgartner, H. 123. 124. 

Baumgärtner 129. 170. 171. 

Baur, M. 479. 

Bayern, Prs. Rupprecht 415. 

Becher, K. 471. 

Becker, K. L. 374. 390. 

— P. H. 415. 

Behaim, M. 112. 113. 122. 124. 

176. 
Beham, A. 84. 170. 
Behem, E. 127. 
Behr, J. L. v. 218. 220. 
Behrens, T. 479. 
Beidaels de Zittacrt 367. 
Benediktbeuern 138. 139. 302. 
Benediktiner 301. 327 — 330. 
Benkard, R. 453. 457- 555- 
Benndorf, E. 438. 
Benoit, A. 375. 476. 481. 
Beringuics, R. 555. 
Berlepsch, G. G. A. H. K., Frl:. 

552. 
Berlin, französ. Kirche 324. 

— französ. Seminar 86. 2b6. 

— Graveur V'erein ^82. 

— Kunstgewerbe-Museum 3S2. 

— National-Gallerie 483. 

— Press-Ball-Exl. 430. 
Bermann, A. 410. 
Berühmte und bekanntere Per- 
sonen 505. 

Besitzzeichen 3. 

B., S. 453. 

Bethmann, S. M., Frh. 94. 389. 

390- 
Beuther, J. K. 250. 

Bezeichnungen 2. 3. 

Bezzel, E. C. 293. 295. 

Bibliotheca Palatina 176. 489. 

490. 

Bibliothekzeichen 2. 

Bibliothekinnenansichten 277 ff. 

Biechner, M. 151. 

Biedermeier-Periode 354. 

Bielke, T. iio. 

Bienert, B. 455. 

FJierbaum, O. J. 442. 

Bildhausen 304. 



Sach- und Exlibris-Register. 



583 



Binswanger 461. 
Birken, S. v. (Floridan) 181. 
Birkner, A. 63. 65. 
Bismarck, O., Fst. 467. 480. 
507. 508. 

— W., Gf. 382. 
Blanke, J. B. 475. 
Blankstetten 302. 
Blaydes, W. 446. 
Bleischnitt 455. 

Blessig, J. L. 86. 272. 287. 

Block, D. 136. 

Blüthgcn, V. 438. 

Boas, O. 382. 

I5ock, A. 396. 

Bockenheimer, K. G. 462. 463. 

Bode, W. 464. 

Bodenhausen, E., Frh. 426. 

Böcking, E. 3()4. 

Böhm, G. V. 375. 552. 

— K. 434. 

Böhn. M. V. 416. 429. 476. 
Börsen- Verein der Buchhändler 

552. 
Bongart, L., Krh. 239. 400. 
Borinski, K. 417. 
Bosselt, R. 444. 
Bouvier, K. L. 269. 
Bovet, A. 382. 
]5ozcn, Dominikaner 315. 

— Franziskaner 316. 328. 
Brandenburg, H. loi — 103. 291. 



■» -» r 



Brassicanus, J. A. 150. 
Braun, E. W. 418. 473. 

— H. 2S0. 281. 336. 

— O. 43S. 
Braunschweig. F. A., Hzg. 79. 

— Waisenhaus 288. 
Breitbach, K. 429. 

Brendel v. Hohenburg, 1). 319. 

320. 
Brendicke, H. 556. 562. 
Brennvvald, B. iio. 
Brentano, F. J. F. 250. 251. 

— -Mezzegra, J. 276. 

— -Tremezzo, O. v. 462. 
Breslau, Akad. litter. Verein 450. 



Breslau, Dominikaner 315. 

— Franziskaner 316. 

— Kapuziner 316. 

— Regulierte Chorherren 311. 

— St. Maria Magdalena 324. 

— St. Matthias-Stift 324. 
-- St. Vincenz-Stift 324. 
Bretfeld, A. v. 276. 
Brettauer, V. und L. 457. 475. 

482. 555. 
Breu, J. S. 273. 
Brenner, M. L.. Gf. 67. 236. 
Bridoul. G. J. de 14. 
Brittan, M. B. 453. 
Brixen 326. 
Brockhaus, M. 466. 
Brockmann, A. 479. 
Brodmann, N. 436. 
Brückenau 316. 
Bruncgg 460. 461. 
Bruno. C. 138. 
Buchalmer 3. 
Buchau 297. 325. 
Bucheignerzeichen 3. 
Büchertlüche 47. 50. 
Bühnenangehörige 533. 
Bülow, L. F. V. IL, Gf. 363. 
Bürck, P. 443. 
lUillmann, J. 473. 
Burckhard, J. 11. 287. 
Burckhaus, Frh. 178. 
Burger, K. 467 — 469. 

— L. 415. 467. 
Burggrave, J. P. 285. 
Burghaus, Gf. 390. 
Bunsen, C. K., Frh. 363. 
Busse, K. 428. 
Buxheim 318. 

Byrgl D. 155. 

Cajetaner 319. 
Camaldulenser 303. 328. 
Carlander, C. M. 375. 
Carlandi, O. 470. 
Carlshausen, l.. B. v. 434. 555. 

— W. u. H. u. G. V. 536. 
Cauer, S. 436. 

Cavalli, L. 366. 



584 



Sach- und Exlibris-Register. 



Ccrroni, J. P. 275. 

Chiemsee 77. 178. 179. 292. 299. 

309. 
Chippcndalestil 225. 

Chodowiecki, D. 265. 

Chotek, Gf. 264. 

Chronogramm 58. 

Chronostichon 58. 

Chylik, Q. J. 286. 

Cibo? HO. 

Cistcrzienser 303. 328. 

Claretie, J. und G. 409. 

Clauser 264. 

Cobenzl, J. C. Gf. 211. 212. 

Cobres, J. P. v. 274, 275. 

Coler, G. S. 170. 

Colloredo, K. B. Gf. 321. 

Cothenius 228. 

Coudcnhove, E. Gfn. 555. 

Cramatzky, J. v. 448. 

Cramer-Klett, Frh. 414. 

Cranach, H. L. v. 434. 542. 543. 

Culm-Pclplin 324. 

Curschmann, F. u. H. 426. 427. 

Curtius, K. \V. 241. 

Cushing 411. 

Cuspinian, J. 146. 

Cyrillus und Methodius 319. 

D., J. G. F. 186. 188. 
Dachenhausen, A. Frh. 391. 

396. 397. 
Dalberg, K. Frh. 351. 
Damen-Exl. 537. 
Danckclmann, E. L. v. 285. 
Danko, J. 349. 
Datierte Exl. 8. 57. iio. 
Deizisau, v. 100. 
Demier 126. 
Denecke, H. 434. 
Denich, S. 339. 

DernschwamJ. 74 — 77. 122. 132. 
Deutsch-Orden 321. 322. 
Dichter 509. 

Diessen 79. 293. 309. 311. 
Dietramszell 309. 
Dillherr 170. 
Dillingen 324. 



Dillmann, E. 394. 555. 
Discalceati 317. 
Döllinger, J. J. I. v. 294. 349. 
Doepler, E., d. J. 562. 
Dohme, R. 450. 
Dominikaner 312. 
Donauwörth 302. 
Donatoren-Exl. 487. 
Donnersperg, J. v. 17S. 
Donop, H. V. 398. 
Doppel-Exl. 9. 485. 
Doren, A. 436. 
Dorfbibliotheken 434. 439. 
Dorner, B. 156. 34$. 
Dornsperg, J. C. Frh. 200. 
Dorst, L, 360. 363. 
Douglas, H. S. Frh. 39S. 
— of Tilquhillie 394. 
Drobner, G. 417. 457. 459. 467. 

468. 555. 
Drohungen 47. 
Duche 14. 
Dumba, N. 471. 
Du Moulin, S. Gfn. 459. 
Dürer-Haus-Stiftung 388. 
DurcheinandergeworfeneBuch- 

staben 65. 

Eberbach 304. 305. 

Eberius, G. 413. 

Ebers, H. H. 468. 

Ebersheimmünster 302. 328. 

Ebhardt, B. 439. 

Ebner, H. iio. 114. 134. 

Eck (Maier), J. $7. 130. 132. 

134. 335- 343- 
Eckardt, H. v. 382. 

Ecker, J. 151. 327. 

Eckl, G. 483. 

Eckmann, O. 399. 423. 424. 

Eckstein, H. 414. 

Eder, W. 347. 

Eggenberger, R. 108. 

Ehrsam, N. 394. 

Eichstätt 315, 324. 

Eigentums-Bezeichnungen 42. 

Einsle, A. 483. 

Eisenbahn-Exl. 544. 



k 



Sach- und Exlibris-Register. 



585 



Eisengrein, M. 77. 156. 

Eisenhart, A. v. 409. 552. 554. 

Eisenschnitt 15. 

Elchingen 302. 

Eliner, J. 142. 294. 

Eller, K. 451. 

Ellw^ngen 325. 

Eltz, K. Gf. 389. 

Empirestil 354. 370. 

Endter 289. 

Engel, K. 433. 

Engelshofen, J, C. v. 189. 193. 

Enzestorf, W. C. v. 142. 145. 

Erhardt, W. 466. 467. 

Erich, M. 4^0. 

Eser, J. N. 89. 459. 

Esterle, M. 409. 

Ettal 292. 302. 

Ettling, G. 85. 

Euchel, J. 269. 

Ewers, H. 555. 

Exlibris 3 

Littcratur 144. 357. 374. 

375- 5^6. 

Sammlungen 550. 

Verein 3. 379- 3^0- S^i. 

— -Zeitschrift 561. 

Fabriz-Ehen 126. 
Faber, J. 150. 
P'achsenfeld, Dorfbibliothek 

439. 
Falk, F. 294. 

Falkenbcrg, O. 415. 

Falkenhayn, J. Gf. 400. 

Falkiner-Nuttall, G. H. 396. 

Farbenvarietäten 94 ff. 

Farbige Exl. 11. 67. 99. 100. 

374. 430. 434. 

Fehler, \V. 480. 

Feising, W. 425. 

Fischart-Mcntzcr, J. 128. 

Fischer, E. 415. 

— R. 471. 
Flechtner, 170. 
Fleischmann, F. 556. 
Flesch 438. 

Flick, J. H. 288. 



Floridan (S. v. Birken) 181. 
Fölkersam, A. Frh. 382. 
Forest-Smith, H. de 382. 
Formey, J. H. S. 267. 268. 
Forrer, R. 426. 
Franke, W. 434. 436. 
Frankenberg, A. u. V. v. 444. 
Franz, A. 349. 
Franziskaner 316. 328. 
Französ. Kirche, Berlin 324. 
Französ. Seminar, Berlin 86. 266. 
Frauenberg 316. 
Freimaurerlogen Berlin, Karls- 
ruhe, Frankfurt 365. 
Frege 288. 
Freiburg i. B. 326. 
Freinberg 319. 
Freising 324. 329. 
Freytag, G. u. A. [}.) 90. 358. 
Freys, E. 556. 
P'ridländer, D. 266. 
Friedrich der Grosse 273. 

— III., Kaiser 497. 

— Kaiserin 73. 497. 
Fricdländcr, B. 358. 

— E. 358. 

— J. F. 358. 
Friedrichs, F. 479. 
Fritzlar 302. 323. 324. 
Fröhlich 65. 

Fürer 127. 170. 

— C. 191. 194. 
Fürstenberg, T. v. 176. 295. 
Fürsten-Exl. 495. 
Fürstenstein, A. Gf. 391. 
Fugger 178. 

— A. I. Gf. 346. 
Glött, Gf. 399. 

— M. A. Gfn. 229. 230. 
Fuld, S. 483. 

Fulda, Benediktiner 302. 

— Franziskaner 316. 

— Jesuiten 319. 

Gadebusch, T. II. 242. 243. 
Gadner, J. B. 69. 
Gallisch, F. A. 276. 
Gangenrieder, B. 328. 329. 



586 



Sach- und Exlibris-Register. 



Gars 311. 

Garsten 302. 

Gattcl, F. 438. 

Gebhardt, E. u. B. v. 446. 447. 

Gebhart 415. 

Geiger, K. W. 418. 

Geistliche 290 ff. 330 ff. 509. 

— Ritterorden 321. 
Geizkofler, Z. 77. 176. 185. 
Gent 68. 

Geras 293. 307. 
Geret, C. H. A. 57. 
Gerhard, E. 364. 
Geschichte der Exl. 98. 
Geschichtsschreiber 508. 
Geschriebene Exl. 6. 
Gesenius, W. 366. 
Geuder, A, 88. 

— J. 84. 129, 

Giannini, F. G. Gf. 77. 347. 
Giesecke, H. F. 382. 
Gillmor, E. 471. 
Glasätzun^ 15. 
Glcim, J. W. L. 285. 
Glücksbrunn , Bergbibliothek 

233. 234. 
Gobel, C. 178. 
Godefroy, P. 360. 
Goetheforscher 511. 
Goethe, J. A. \V. v. 361. 

— J. W. V. 259. 260. 361. 

— W. M. V. 362. 
Goetz, E. 481. 
Goidberg 316. 
Goldschmidt, F. 94. 
Gossenbrot -Ei;genl)cr<;er, R. 

108. 
Gottesheim, v. 150. 
Gottheimcr, F. 434. 
Gottlob 286. 
Gottsched, J. C. 87. 

— L. A. V. 88. 263. 
Graefe, K. A. v. 363. 
Graf, L. 417. 
Graumann, O. 436. 
Gravcur-VcTcin Berlin 382. 
Gravierte Exl. 6. 

Graz 3u. 



I 



Greiffenclau, J. P. v. 294. 
Gremper, J. 148. 149. 
Grenser, A. 368. 
Grimm, B. 469. 470. 
Grisebach, E. 394. 
Gritzner, M. 378. 
Grössen der Exl. 66. 

Varietäten 70. 

Grösste Exl. 67. 
Grossheim, K. v. 425. 
Gross-Lüsewitz 434. 
Grote, E. Frh. 379. 

— H. 377. 

Gudenus, Frh. H. 94. 393. 
(jugel, Ch. A. 54. 56. 129. 
Guichard, K. G. v. 273. 
Gummistempel 16. 
Gumpolzkirchen, Deutsch- 
Orden 323. 
Gumppenberg, H. Frh. 379. 
Günderode, H. M. v. 235. 236. 
Gundlach 126. 
Gurlitt, F. 464. 
Guttenberg, H. v. 126. 

— J. 100. 

Gutmann, O. G. v. 336. 338. 
Guttmann, A. 471. 

— O. 391. 

Gwandschneidcr, G. 67. 
Gymnich, K. O. Frh. 237. 238. 

H., M. G. B. 106. 

llaak, O. 382. 383. 

Haakh, J. F. 88. 

Haas, M. 482. 

Haberland, R. 438. 

Häberhn, F. D. 86. 88. 242. 264. 

Haehl. G. 426. 

Hahn, A. 416. 

Hagenau, F. v. 171. 294. 

Hahn, A. 451. 

— Th. Gfn. 389. 
Hainrichmann, J. 12. 335. 
Halbe, M. 420. 
Halbmeister 162. 

Hall i. T. 326. 

Halle , Kunst-Gewerbe-Verein 

450' 



Sach- und Exlibris-Register. 



587 



o' 



Halle, Tholuck 324. 

— Waisenhaus 72. 288. 
Haller 84. 128. 

— M. 479. 

Hamburg, johanncum 479. 
HammelburjT ^16. 
Hanau, Gf. 67- 
Harclegfj. R. Gf. 391. 
Hariit, W. V. 399. 
Hardv, K. 14. 
Harrach, A. (if. 215. 216. 

— K. Gf. 420. 

— F. (if. 420. 

— J. P. Gf. 322. 
Harrer, J. C. 282. 2S 
Harrwitz, M. 430. 
Hartleben, O. E. 474. 
Hartlib. H. 281. 
Hartmann. J. 294. 

lartwi^, P. 406. 
läse, K. A. 91. 444. 

— C). V. 3. 91. <)2. 444. 

lauer. \). d. 138. 
lauff, F. 439. 
lautTen. A. 4S2. 
laupt, F. K. 426. 
laushalter, F. 415. 
i auslab, F. v. 36S. 
lebenstreit, J. 54. 58. 
leckhel. A. 156. 
lefner-Alteneck, J. H. v. 396. 
- (). T. V. 377. 
le^eler, W. 471. 
leidelberg, Hist.-Litt. Gesell- 
schaft 252. 

— Universität 457. 
Heideloff, K. v. 363. 
Heüiijkreuz i. \V. 304. 
Heine, K. 448. 
Heinrichau 304. 
llell)ing, H. :^Si), 
Held, S. 129. 
Helfrich 150. 
Heliogravüre 403. 577. 
Helwich, G. 163. 164. 335. 
Hennig, Th. 67. 
Hensel, P. 439. 
Henzler, P. v* 457. 



Heraldik, deutsche und eng- 
lische 17 ff. 355. 378. 

Hering, W. 150. 

Hermann, H. 436. 

Herold 73. 382. 

Heroux, B. 467. 

Herstellungsarten 10. 

Hertzberg, v. 90. 

Herwarth, J. G. 171. 

Herwig, M. 455. 

Herzogenburg 293. 311. 

Hessen, Vikt. Mel. Ghzgn. 73. 
409. 

Heugel 84. 170. 

Heumaier, M. 156. 

Heuser, E. 419. . 

Heusler, A. 475. 

Hevberger 107. 108. 

Heyl, C. Frh. 386. 387. 455- 

Heymann, E. 429. 

Heymel, A. 455. 456. 

Hieber, G. 294. 

Hieronymiten 317. 

Hildebrandt, A. M. 378. 555. 

— R. 4 10. 
Himly, M. 462. 
Hinrichsen, S. 448. 449. 
Hinterlach, M. 428. 
Hirsch, F. und A. 451. 
Hirth, A. 447. 

— (j. 408. 410. 412. 

— S. 413. 
Hirzel, H. 69. 438. 
Historische Exl. 489. 
Historischer Verein der Pfalz 

515- 
Hobsinger, G. 150. 524. 

Hochreuter, J. und G. 345. 

Högelwörth 309. 312. 

Hölscher, R. 409. 

Hörmann, L. 164. 

— S. W. L. V. 283. 
Hoffmann, .J. 461. 
Hohenfurt 304. 
Hohenlandenberg , H. v. 129. 

M^- 343- 
Hohenlohe, F. K. Fst. 377. 

Holitscher, A. 434. 



588 



Sach- und Exlibris-Register. 



Hollander, J. IL v. 269. 
Holzschuhcr, G. C. 196. 198. 

— V. A. 84. 127. 128 171. 
Holzinger, J. B. 473. 
Holzschnitt 10. 373. 403. 577. 
Hommel, K. F. 287. 
Hopflfgarten. C. J. v. 87. 
Hos, C. 77. 146. 

Hoser 177. 
Hospitaliter 318. 
Hosson, F. V. 279. 280. 
Hoyos, G. Gf. 400. 
Hübner, 126. 

— E. u. F. u. H. u. M. 358. 359. 
Hülss, V. 170. 

Hütter, E. 481. 

Hütterott, G. u. M. u. H. 391. 
Hugshofen 302. 
Humoristische Exl. 420. 544. 
Hundt, W. 153. 
Huze, A. V. 418. 
Hybsmann, J. H. 178. 
Hyrsen, H. 156. 345. 

Icilius, Quintus 273. 

Igler, gen. Knabensberg, H. 

loi — 103. 291. 
Imhoflf, A. 126. 

— H. 126. 

— M. Frh. 391. 

— von 170. 

Imhoof-Blumcr, F. 437. 
Ingolstadt, Bibliothek 100. 

— Franziskaner 316. 

— Jesuiten 319. 
Innsbruck, Kapuziner 316. 

— Stift und Rcgulhaus 326. 327. 
Inschriften auf Exl. 41. 
Irmaos da Verdade 382. 
Irrsec 302. 

Isaacs, R. 453. 

Jacobsohn, H. 431, 
Jacquet, Gf. 68. 
Jahn, O. 90. 358. 
Jamerai du Val 269. 270. 
Jankovich, N. M. 368. 
Japanismus 371. 



Japanisches Exl. 98. 

Jeetze, S. M. C. v. 210. 

Jeger, I. 153. 

Jesuiten 298. 319. 

Joecher, C. G. 87. 

Joerger, H. 156. 157. 

Johannes, Plcbanus. Augsburg 

108— HO. 
Johanniter-Orden 321. 
Jordan, C. S. 86. 
Jouvin, B. 471. 
Jugend, München 402. 

Kabdebo, H. 94. 400. 
Kaiser, R. 418. 
Kandel, G. 143. 
Kannengiesser, E. 479. 
Kapsser, S. 52—54. 154. 
Kapuziner 316. 
Karajan, T. v. 368. 
Karmeliter 317. 
Karthäuser 317. 
Kaschnitz v. W., J. 481. 
Kassel , Evang. Luth. Waisen- 
haus 264. 
Kauf beuern, Stadtbibl. 232. 234. 
Keim, J. 328. 

Kekule v. Stradonitz, S. 384. 
Kellner, G. 363. 

— L. 62. 
Keiner 65. 

Kennedy, A. 252. 253. 335. 
Kern-Humser, F. 257. 258. 
Kessler 438. 

— H., Gf. 476. 
Kinder-Exl. 449. 535. 
Kirchbach, F. 452. 
Kirchbirlingen 304. 
Kirchenhistoriker 509. 
Kirchheim a. M. 315. 
Kirchmayer, A. 80 — 82. 252. 
Kirmis, M. 386. 

Kissel, Kl. 462. 
Kissling, H. v. 429. 
Klaas, E. 444. 

Klassicismus, moderner 354. 
Klausner, M. A. 422. 423. 
Kleinste Exl. 68, 



. i 



Sach- und Exlibris-Register. 



589 



Kiesel, M. 345. 
Klctke, H. 450. 
Klcttenberg, S. K. v. 87. 259. 
Klinger, H. 463. 

— M. 464. 465. 
Klinkervogel, B. 67. 
Klostcrbruck 307. 
KIostcr-Exl. 290 ff. 295 ff. 
Knabensberg (Iglcr), H. 10 1 bis 

103. 291. 
Knispel, H. 444. 
Knittel, R. 442. 
Knöringen, J. Ae. v. 77. 127. 

336. 
Knoll, P. V, 409. 

— T. 162. 
Knoop, J. Frh. 455. 
Koch, G. H. A. 88. 242. 

— G. V. 363. 

— K. 429. 471. 555. 
Koel, J. A. 150. 
Köhler, J. B. 253. 254. 

— K. 457. 

Köhne, ß. Frh. 364. 365. 

— B. H. W. 88. 364. 

— K. B. W. 88. 364. 
Köln, J. K. 337. 342. 

— K. A. 294. 337. 

— M. H. 346. 
König 79. 80. 

— F., Frh. 439. 
Königsberg, Admiralität u. Lic. 

Kofi. 271. 272. 
Königsegg, Gf. 414. 
Kollonitz, S. V. 336. 341. 
Kolocza 326. 
Konsbrueck, H. 418. 
Konstanz, Otto, Bischof 343. 

— Hugo, Bischof 343. 
Korff, Frh. 382. 
Korneuburg 317. 
Kornfeld, A. 483. 
Kotzebue, A. v. 363. 
Krafft, V. 221. 222. 
Krahl, E. 555. 

— K. 391. 

Krakau, Jagellonen-Bibl. 368, 

— Piaristen 319. 



Kreidolf, E. 415. 
Kremsmünster 292. 293. 302. 

330. 382. 384. 555. 
Kress 122. 128. 

— Ch. 67. 68. 

— Ch. F. 56. 

— Ch. H. 37. 

— J. \V. 56. 60. 169. 170. 

— \V. u. K. 177. 
Kreuzschule Dresden 364. 
Krieg v. Hochfelden, G. H. 363. 
Kronenberger, R. u. H. 386. 
Kruse, A. 434. 

Kühles, J. V. 294. 
Kühn, P. 469. 
Künstler 511. 

Künstler - Kolonieen , Dachau, 
Darmstadt, Worpswede 402. 
Kuffner, M. v. 451. 
Kuhn, F. 409. 410. 

— H. 295. 481. 
Kunsthistoriker 511. 
Kupferstich 12. 373. 404. 577. 
Kursky, J. ß. 295. 

Kurz, H. 150. 

Lambach 72. 302. 
Landgreen, A. 90. 
Landschafts-Exl. 430. 540. 
Landsee, Frh. 185. 
Landshut, Franziskaner 316. 
Lange, C. H. O. 429. 

— C. J. 199. 

— H. 449. 453. 
Langenscheidt, K. G. F. 78. 406. 

408. 430. 434. 437. 438. 555. 
Langvverth v. Simmern, G. 336. 

341- 
Lanna, A. v. 475. 

Lask6, A. 451. 

Latour, J. v. 444. 

Laudon, Frh. 368. 

Lauff, J. 453. 

Lauhn, B. F. R. 223. 224. 

Lazius, W. 155. 

Ledebur, L., Frh. 377. 

Lehnemann, H. W. 85. 284. 

Lehrs, M. 475. 



590 



Sach- und Exlibris-Register. 



Leichtle, J. 413. 
Lcidingcr, J. 392. 
Leiningen, Fst. 379. 
Lciningcn -Wcstcrburg , K. E., 
Gf. 78. 90. 92. 93. 381. 391. 

394- 395- 434- 459- 475- 476. 
482. 553. 

— M. Gfn. 78. 381. 438. 457. 
478. 479. 

— - R. Gf. 149. 150. 335. 
Leipzig , Buchgewerbe -Verein 

443- 

— Jesuiten 319. 

— Schöffen ^288. 

— Typogr. Gesellschaft 467. 
Lempertz, H. 357. 374. 552. 
Lengnich, K. H. 262. 
Lenzberg 448. 

Lepsius, K. P. 363. 
Lerch, A. 178. 345. 
Lerchenfcld, F. L. A., Frh. 217. 
218. 

— M. V. 94. 

Lersner, A. A. 222. 223. 
Lessing, (). 382. 
Leszczynski, S. v. 400. 
Leubus 304. 
Levy, L. 425. 
Lewinksy. |. 471. 
Lichtdruck 404. 
Lichtenfeit, 11. 459. 
Lieber, M. 442. 
Liliencron, R.. Frh. 446. 
Linck, S. 150. 
Lindstcdt. A. 00. 
Linz, Deutsch-Orden 322. 

— Jesuiten 319. 
Lipeho, J. z. 151. 
Lipperheide, F. Frh. 67. ^86. 

388. 
Lip])manssohn, L. 463. 
Liskirchen, J. v. 174. 176. 
Lithographie 13. 373. 404. 577. 
Litteratur über K\\. 144, 357. 

374- 375- 5^»<» 
Lobkowitz, r. Fst. 217. 

Lockuni 304. 

Löffelholz, G. W. F. 243. 24(). 



Lüffelholz, H. M. 194. 195. 

Lüffler, L. 445. 

Loen, J. M. v. 86. 282. 283. 284. 

Löschnigg, H. 472. 473. 

Lövvenfeld, B. v. 196. 199. 

Lorch, B. 445. 

Luca 307. 

Lüneburg, Ratsbibliothek 156. 

— St. Michael 324. 
Lüstner, O. 430. 
Lützel 304. 
Lützerode, L. F. A., Frh. 255. 

264. 
LuUn, A. 86. 

Luschin v. Kbengreuth, A. 473. 
Lycosthenes 153. 

Maas, M. 41 8. 
Märtz, J. J. 84. 128. 335. 
Mass, J. C. 438. 
Mätzler, B. 142. 294. 
Magdeburg, Museum 424. 

— St. Moritz 324. 
Magis. C. L. de 288. 
Magnus-Levy, A. 483. 
Mahnungen 46. 
Maier-Eck, J. 57. 130. 132. 134. 

335- 343. 
Mainz, Jesuiten 319. 320. 

— St. Jakob 302. 328. 
Mallersdorf 292. 300. 302. 
.Malteser-Orden 321. 

Mandl, P. 183. 
Mannheim, Jesuiten 319. 
Manzoni, J. 68. 
Maralt. F. 178. 
Marbach, j. 153. 344. 
^lariaberg 324. 
^lariabrunn 293. 304. 
Maria-Taferl 326. 
Mariazeil 302. 
Marine-Exl. 544. 
Marius, A. 147. 344. 
Marschall, E. Gf. 393. 
Marstaller, D. L. 138. 
Maucler, E. Frh. 363. 
Maver von Maycrfcls 363. 377. 
386. 



Sach- und Exlibris-Register. 



591 



Mayr, J. (1. 54. 

— K. 413. 

Mccklcnhurg, K. K. III. Ghzg. 

73. 391- 

— J. A. Hzg. 194. 391. 

- LI. Hz^. 136. 
Mcdcm, A. Gfn. 41S. 
Mcdlinjycn 315. 
Melchior 138. 
Melk, 302. 

Memoricn-Kxl. 336. 487. 
Menzler, S. 418. 
Merck. J. 448. 

— Lili 479. 

— Louis 459. 

— M, 479. 
Merenda. J. I\ 150. 
I^Icrveldt, M. (;f.*36S. 
Messingstempel 15. 10. 
Metallstempel 5. ib. 
Metten 302. 

Metz, Karmeiiten 317. 
Meyer, A. 479. 539. 

— Alex. 2()6. 267. 

— E. L. 399. 447. 

— F. R. 454. 

— 11. 424. 

— J. V. 272. 

— ( ). U. 476. 
Migazzi, (!. (if. 348. 
Militär-Exl, 420. 517. 
Miller, G. S. 178. 

— J. F. S5. 

Miliner. S. b-j. 77. 156. 15S. 

Minimen 31h. 

Minoriten 316. 

Mirhach, E. Gf. y)(). 457. 

Moderne Richtung 371. 402. 

— I>h()t()gr. Methoden 14. 
Mühsen. K. W. 28(u 
Mönchs-Orden 301 — 320. 
Mönchsroth 292. 293. 299. 304. 

^rontjgramm-Exl. 52<). 
Monse, J. W. v. 2S8. 
Montfort. M. T. Gfn. 325. 
Moore, T. E. 470. 
Moravitzky. T. Tif. 252. 280. 



Morgan. J. 402. 
Morozzo, J. (ifn. 415. 
Morpeth, G. H. Vct. 379. 
Moser, F. K. v. 87. 259. 
Motive 245 ff. 278 ff. 298. 334. 

404 (T. 
Mottos 50. 
Mouths, F. 462. 555. 
Muckenthal, E. v. 190. 194. 
Müller, (i. P. 258. 
-- J. F. 85. 

Müllenheim, II. Frh. 398. 
Mülln 317. 
München, Eremiten 317. 

— Franziskaner 316. 

— Gregorianum 324. 

— Herzog]. Hibl. 172. 173. 187. 
188. 192. 206. 208. 

— Ilioronymiten 317. 

— Ilüf- u. Staats-Bibl. 77. 206 
bis 208. 

Jesuiten 2S8. 319. 

— Jugend 402. 
- karmeiiten 317. 

— Kunst-Gewerbe- Verein 410. 

— Kunst im Handwerk 402. 

— Minimen 316. 

j — ( )bLT-Konsistorium 324. 
; — St. 15onifaz 292. 302. 
'. — Theatiner 319. 

>rünchener Kalender 385. 

Münster-Schwarzach 292. 302. 
i Mumm, von 400. 

Muntzinger, R. 107. 

Musik-Exl. 415. 424. 430. 449. 
451. 540. 
- -Künstler 533. 

.\ryller, S. 178. 294. 

Nack, J. 15. 284. 

Xamens-Varietäten 82. 

Xa]>rstek. V. 475. 

Nauen, G. 477. 

Nrresheim 302. 

Nesselrode. M. T. u. H. Gfn. 457. 
, Xeubeck, J. K. 345. 

Neuberg 304. 
, Neudorf 293. 31 :^. 



592 



Sach- und Exlibris-Register. 



Neuendorf, A. 453. 
Ncuenglischer Stil 371. 
Neumann, D. 426. 

— R. 454. 471. 555. 
Neurath, J. V. A. C. 85. 
Neuss, B. J. 226. 228. 
Neustadt a. M. 302. 
Neustift 304. 311. 
Neuzeil 304. 

Nicolai, C. V, 273. 
Nicolassen, J. 295. 
Niederaltaich 40. 193. 302. 
Nikolshurg 144. 293. 319. 
Nonnenwerth 293. 316. 
Notariatssignete 547. 
Nürnberg, Germanisches Mu- 
seum 457. 

— St. Lorenz 176. 525. 526. 
Nürnberger Kleinmeister 83. 

117. 122. 
Nunning, J. II. 346. 
Nussbaum, L. 348. 

Oberaltaich 302. 
Oberstain, P. v. 147. 344. 
Oberwarth, E. 430. 
Oberzell 84. 293. 307. 308. 
Oblatsiegel 15. 
Ochs, S. 451. 
Ochsenhausen 162. 302. 
Ochsenstein, IL C. v. 207. 209. 
Oe, Cf. r. 286. 

Oefl'entlichc Hibliotheken 512. 
Oehringcn, Stadtbibliothek 134. 

135. 

— Prädikatur 134. 

Oclhafen, v. 166. 167. 
Oelrichs, J. (i. H. 286. 
Oclvvcin, A. 418. 
Oelze, \V. 455. 
Oesterreich, Eugen, Ehzg. 1,2 -i, 

— Ferdinand, Ehzg. 366. 
Oettingen, M. Gf. 138. 

— Est., Estn. 414. 
Offenburg 203. 311. 453. 
OhlendorfT, E. v. 47g. 
Oidtmann, v. «jo. 358. 
O'Kerins-IIvdc 68. 



i 



Oldenbourg, R. 440. 
Oldenburg, N. Hzgn. 90. 482. 
Olenschlager, J. D. v. 285. 
Olmütz 293. 311. 
Ompteda, H. D. L. v. 363. 
Opdenhoff, H. E. 436. 
Opfermann, R. 462. 
Oppenheimer, C. 451. 
Oriental. Akademie, Wien 243. 

244. 
Orlik, E. 474. 
Orngau 134. 135. 
Ostenrieder, M. 410, 411. 
Osterhofen 304. 
Osterroth, A. v. 385. 387. 
O'Swald, A. 479. 
Oswald, W. 294. 
Ovington, G. M. 468. 

Paasch, R. 431. 

Palatina Bibliothcca 176. 489. 

490. 
Pannwitz, A. v. 386. 
Papiervarietäten 94 ff. 
Parey, P. 417. 
Parthey, G. 360. 
Paulaner 316. 

Pauli, C. E. J. V. 220. 221. 
Paulus-Museum, Worms 400. 
Pecirka, F. 475. 
Pegnesischer Blumen - Orden 

181. 
Pernat, J. N. v. 348. 
Perusa, Gf. 80. 
Pest, Minimen 316. 

— Universität 270. 
Petersheidau, K. E. N. v. 295. 
Peters, Musik-Exl. 464. 
Peundtner, N. 126. 
Peutinger, K. 506. 507. 

Pfalz, Histor. Verein 73. 515. 
Pfalzgraf Wolfgang 93. 125. 126. 
Pfaudt 84. 171. 
Pfeiffer, E. 480. 

— W. 447. 
Pfeilstücker, F. 432. 
Pfennig, ¥, 440. 441. 
Pfinzing 67. 126. 179. 180. 



Sach- und Exlibris-Register, 



593 



Pfinzing, M. ii6. 124. 129. 

— S. 55. 59. 
Pflümer, G. 476. 
Photographische Verfahren 14. 

373. 
Piaristen 318. 

Pirckheimer, W. in. 112. 116. 

117. 138. 141. 389. 

Plass 304. 

Plessen, B. Frfr. 400. 

Pletsch, O. 470. 

PöIIau 311. 

Pömer 186. 188. 193. 194. 

— H. 117 — 120. 124. 293. 335. 
Pönsgen, K. 446. 

— M. 448. 

Pöschmann, A. und M. 443. 
Pogwisch, H. Frfr. 362. 
Polling 78. 292. 299. 309. 313. 
Poppelreuter, J. 424. 
Porträt-Exl. 52. 121. 176. 184. 

295- 334- 346. 415- 418. 438. 

447. 451. 455. 521—529. 543. 
Poschinger, L. v. 415. 
Posen,Kaiscr-Wilhelm-Bibl.382. 

433- 438. 
Poulet-Malassis, A. 374. 
Praemonstratenser 304. 330. 
Praeraphaclismus 371. 
Prag, St. Bernhard 326. 
Prediger-Mönche 312. 
Preise 565. 
Prellcr, F. 446. 
Press!)urg 312. 319. 
Preussen, Prz., Przn. Heinrich 

477. 
Preyss, A. 459. 

— W. und K. 447. 
Prittwitz, E. v. 420. 
Pückler, S. Gf. 418. 
Puttkamer, A. v. 453. 
Putze, U. 413. 

Quandt, J. G. v. 363. 
Quincke, G. H. 444. 

Radierung 12. 373. 403. 
Racss, A. 295. 



Rätsel 546. 

Raich, J. M. 294. 

Raigern 62. 72. 287. 302. 

Raitenhaslach 304. 

Ranpeck, B. 178. 

Ras of Köstcr, J. 100. 

Rasch, H. 446. 

Rasor, A. 442. 443. 

Rastatt 316. 

Ratajczak, P. N. 78.382. 438. 

Rau, E. 475. 

— O. 438. 
Rauch, A. 348. 
Rauchschnabel, E. 126. 
Raumer, G. W. v. 364. 
Ravoth, M. 382. 
Razoumovsky, Gf. 473. 
Rebdorf 310. 

Redende Exlibris 415. 472. 545. 

Redende Wappen 39. 107. 108. 

116. 130. 132. 146. 151. 153. 

'73' 195« 196. 197. 200. 202. 

217. 218. 220. 327. 328. 345. 

440. 443. 
Regulierte Chorherren 308. 328. 
Regensburg, Dominikaner 292. 

315. 

— Franziskaner 316. 

— Karmeliten 317. 

— St. Emmeram 292. 302. 
Rehlingen, W. 54. 
Rehm, G. 168. 170. 
Reibelt, K. F. 198. 203. 
Reiber, F. und P. 481. 483. 
Reichart, M. 108. 
Reichsdruckerei 383. 428. 
Reichspostamt 383. 428. 
Reincke, M. 479. 
Reinhardt, M. 288. 348. 
Reis, J. 227. 228. 

Rem, A. 160. 162. 
Renaissancczeit 369. 
Rcnz, J. B. 182. 294. 
Repetitionszeit 370. 
Resen, K. 170. 
Retberg, R. v. 93. 377. 396. 
Rether, P. H. 178. 
Reuleaux, F. 382. 

38 



Sach- und Exlibris -Register. 



Kculin};, L. A. 415. 482. 
Kcun, 304. 
Rcusch 64. 65. 
Rciiss. J. C. G. 88. 

— J- J-'^Sö. »S7. 

— l'rzn. A. 3<)fi- 
Reyiicr, A. v. 173. 176. 
RhcinbalHin. G. Prh. 446. 
Richter, K. 438. 

— R. 466. 
Ricdcr, A. 462. 

— J. und K. 4JI. 
Ricdlin, E. 338. 339. 
RiesstT. ?:. 4SI. 
Ritter, H. 129. 
KißGaticr, L. 410. 
Rilke, R. M. 474. 
Ring. L. 459. 

Riiik. E. G. 198. 204, 
Kitlerschafts-Exlibris 494. 
Eittershiiu li|fi. 177. 
Rokoko 333 ff. 370. 
Rösch, G. 17S. 
Kti.s!er K. 428. 
RojjRcnbach, v. 143- 
Rougcnburu 292. 104. 330. 
Rohr, iio. 

Rohrbach-Holzhauscn.U.v. ic 
Ro].!., M. Frh. 418. 
Roschcr, T. 390. 
R.,so. K. 479. 

— F. 410. 
Roscnteld, li. 91. 
Roscnthnl. M. und I., 451. 



- W- 

Kosinu.s, S. i 
Rosn.-r. K. 477- 
Rolinhan. S. v. 
Roth -,04. 
- J. \V. 100. 
KotliL-n)>uch 311. 
Kott a. I, 303. 
Rovach, C. R. V. 
Ruincl. J. i5''>- 
Ru|irecht, (i. 57. 

San;:. L. 444. 



o. 393. 



Säusenstein 304. 328. 

Saganta, J. 138. 

SaEstelter. U. 156. 

Salem 297. 304. 

Salern, J. V. M., Gf. 330. 231. 

Salm, V. Est. 360. 

Salus, H. 474. 

Saiilmrß, Kurfürst 36G. 

- St. Peter 399. 302. 330. 351. 

- Theatiner 319. 
Salzmann. E. R. 86. 371. 2S7. 
Sammluni^cn 550. 

Sand, G. L. 453. 

Sartorio, G. A. 470. 

Sauber. W. 295. 

Säur. F. M. 178. 

Savigny, C C. L. v. 85. 

Sachsen, Dom Pedro, "Prz. 16. 

- J. W. Hzfi. 313. 214. 

- L. D. ».gn. 273. 

- Sophie Grhzgn. 390. 
Sayn 393. 307. 309. 

- -Wittgenstein. V.. I'rz. 389. 
Schaarschmidt, F. 447. 
Schablonen !>■ 430« 
Schäftlarn 393 302. 304. 327, 
Schaffgotsch, Gf. 272. 

— J. A.. Gf. 388. 
.Scharff, G. B. 348. 
Scharnu, P, J. 87. 
Schaumburg, M, v. 15^. 
Schcbcn, E. A. X. v." 254. 
Schedfl, M, 137. 
SchcHcnberg, L. 451. 
Schellcr, I. J. G. 366. 
Scheniiis, F. v. 425. 
Scheurl 129. 195. 



Schcycm 303. 
Schiel, A. 89. 
Schiff 418. 449. 
Schiffs-Exl. 544. 
Schiffauer, J. E. 388. 
Schindler, A. 47a, 
Schheffen, V., Gf. 434. 
Sehlossar, A. 473, 
Schlügl 307. 310. 



Sach- und Exlibris-Register. 



595 



Schlüsselberger, G. 170. 
Schmalzcr, J. G. 366. 
Schmid, P. H. 294. 349- 558. 559- 
Schmidt, E. 382. 

— J. 178. 

— O. 415. 

— R. 421. 423. 469. 

Pecht, H. 409. 

Schmitzdorf, K. 429. 
Schmucker, J. L. 276. 
Schnauss, C. F. 264. 
Schneegans, E. 483. 
Schneider, V. 78. 294. 349. 
Schneltgen, P. 237. 
Schnock, M. 305. 
Schönberg, Frh. 396. 
Schönborn, Gf. 346. 
Schöneich, K. v. 150. 
Schönfield, C. 413. 
Schönhaupt, L. 389. 
Schönkopf, K. 260. 361. 
Schöpflin 239. 240. 375. 
Schultz, A. 261. 

— H. 234. 235. 
Scholz, W. V. 411. 
Schongaucr-Gesellsch. Kolmar 

94. 481. 
Schortz 129. 
Schotteck 455. 
Schriftsteller 510. 
Schröder, A. 425. 556. 

— G. 195. 196. 

— R. 434. 
Schubart, M. 417. 
Schüddekoi)f, A. 477. 
Schüsslcr, H. 455. 

— M. 78. 417. 455. 555. 
Schütz V. Pfcilstadt 239. 
Schulte vom Brühl, \V. 453. 
Schulz, li. 90. 

— M. 438. 

Schwabe, H. 457. 458. 
Schwabhausen, 325. 
Schwartz, K. u. G. 471. 
Schwarz, C. 429. 
Schwarzschild, M. 483. 
Schwägerl, J. 162. 
Schweigger, S. 129. 



Schweighäuser, J. G. 366. 
Schwinger, R. 461. 
Schwingshärlein, J. G. 129. 
Schwerin, U., Gf. 420. 
Seefried, G. 30 — 32. 178. 
Seeon 184. 293. 302. 329. 
Seidel, C. J. 244. 247. 
Seidl, G. 385. 

— W. 151. 152. 335. 
Seitenstetten 293. 302. 328. 
Seitz 162. 

Seligenstadt 302. 
Selzer, K. 459. 
Serviten 318. 
Seyler, G. A. 378. 379. 
Seyringer, J. K. 79. 
Sicherer, H. v. 459. 
Siegel 15. 
Sieger, E. 418. 
Signierte Exl. 8. 
Singer, H. \V. 475. 
Smitmer, F. P. v. 295. 
Sobernheim, C. u. L. 476. 

— F. 430. 

Souchay, P. u. II. 429. 
Spcmann, A. 415. 

— W. 446. 

Si)cngler, L. 114. 115. 
Speyer, bischöfl. Bibl. 32. 

-- J- 459. 
Spiegel, J. 150. 

Spiessheimer, J. 146. 

Spital am Pyrrhn 326. 

Spitzhofer, J. A. 178. 

Spreti, S., Gf. 230. 

Sprüche 50. 53. 

St. Andrä a. T. 311. 

St. Blasicn 297. 302. 303. 

St. Cyrillus u. Methodius 319. 

St. Florian 311. 330. 

St. Josefsberg 303. 328. 

St. Lambrecht 302. 

St. Nikolaus 293. 311. 

St. Ottilien 316. 480. 

St. Paul i. L. 78. 293. 302. 

St. Salvator 304. 

St. Urban 299. 

St. Veit 297. 302. 



596 



Sach- und Exlibris-Register. 



Staatsmänner 508. 
Stab, J. 114. 
Stabenau, B. 348. 
Stadtamhof 311. 
Stahlstich 13. 
Standhardinger, H. 415. 
Starke, C. A. 562. 
Starkmann, J. G. 196. 200. 
Stauffenberg, F. Seh., Frh. 400. 
Steiger, A. v. 462. 
Steindruck 13. 373. 404. 
Steinfeld 307. 
Steingaden 304. 
Steinhäuser, R. 417. 
Steinthal, M. 425. 
Stempel 15. 356. 
Sterneck, L., Frfr. 392. 393. 
Steuk, A. 433. 
Stichvarietäten 79. 
Stiebcl, H. E. 552. 554. 
Stiger, J. 176. 
Stillfried, R., Gf. 363. 
Stockholm, St. Gertrud 326. 
Stöber, A. 375. 
Stolzer, C. A. 87. 
Stolberg, Fst. 379. 
Stralsund, St. Nicolai 324. 
Strassburg, Jesuiten 319. 
— Stadt. Kunstsammlung 462. 
Straub 126. 

Strauss, M. 78. 4 11. 413. 425. 555. 
Strobel, A. W. 366. 
Ströhl, H. G. 378. 391. 
Stromer 138. 140. 273. 
Strong, A. M. 471. 
Strousbcrg, H. B. 364. 
Stucken, E. 424. 
Stümcke, IL 459. 
Sulzer-Steiner 438. 
Super-Exl. 4. 5. 
Szelepcheny, G. 184. 295. 346. 

Tannstcttcr, G. 132 — 134. 
Taucntzien, F. B. E., Gf. 360. 
Teck, Hzg., Hzgn. 476. 
Tegcrnsee 100. 153. 182. 183. 

292. 302. 329. 
Tenngier, C. G. 131. 132, 134. 



Tesdorpf, O. L. 448. 

Theatiner 319. 

Theuritz, S. 150. 

Thiel, H. 439. 

Thierhaupten 156. 299. 302. 

328. 329. 
Thimig, H. 470. 
Thomas, A. 361. 
Töbing, H. 67. 99. 100. 
Toilettenzeichen 547. 
Tourneux, M. 374. 
Tovote, H. 425. 
Tragy, J. 420. 
Transehe, v. 382. 
Trapp, Gf. 142. 143. 
Trautson, J. L., Gf. 220. 

— M. T., Gfn. 220. 
Trcblin, A. 295. 
Treu, C. J. 77. 272. 

— M. V. 430. 
Trient 326. 

Trier, K. W. Kurfürst 346. 347. 
Trinitarier 311. 

Troppau, K. F. J. Museum 473. 
Trotta, E. A. L. v. 272. 
Tschammer, H. O. T., Frh. 364. 
Tschertc, J. 116. 
Tuchsenhauser, V. 151. 
Tübingen, Universität 54. 55. 
Tüngel, E. 449. 
Türkq, L., Frh. 452. 453. 
Tulpen, H. 346. 

Typographische Exl. 349. 356. 
483. 

Ubbelohde, O. 409. 
Uffenbach, Z. K. v. 73. 279. 
Uhles, E. 423. 431. 432. 
Unbekannte Exl. 105 — 107. 
Universal - Exl. 104. 105. 430. 

431. 440. 451. 530—533. 
Urach, W., Hzg. 396. 
Ursperg 306. 307. 
Usener, ¥, P. 266. 365, 
Uttenheim, J. C. v. 154. 

Vacha, Kirche 183. 326. 
Varietäten 70 ff. 



Sach- und Exlibris-Register. 



597 



Vatli, M. 344. 
Vecchioni, N. 400. 
Veesenmaycr, E. 294. 
Vejrychovy, Z. E. 475. 
Vclden, A. v. d. 389. 
Vclhagen und Klasing 432. 
Vclhorn, J. M. F. v. 295. 
Vcnd, E. 156. 

Venedig, K.K.Bibl. S.Marco 367. 
Vennitzer, J. 176. 202. 525. 526. 
Verse 50. 

Versteigerungen 565. 
Vicars, S. A. 278. 
Viktoria, Kaiserin 73. 497. 
Virmont, A. Gf. 214. 216. 
Visitenkarten 547. 548. 
Vogeler, H. 455. 
Vogtherr, H. 142. 
Voigt, P. 428. 

Voigtländer, R. und Frau 445. 
Vock Rosenberg, P. 4. 5. 176. 
Volckamer, G. C. 183. 184. 
Volders 318. 
Volkmann, L. 467. 

— O. und A. 446. 

— R. V. 442. 
Voran 311. 

Vorschriften auf Exl. 45. 
Vorträge 564. 
Vrschlicky, J. 475. 

Wagenseil, J. C. 197. 202. 
Wagner, M. 429. 
Wahl, C. V. 429. 
Waldsassen 344. 
Waltz, A. 462. 
Wangenheim, E. v. 429. 
Wappen-Exl. 201. 354. 376. 
Wai)pen- Varietäten 82. 
Warburg, R. 426. 
Warmholtz 244. 545. 546. 
Warnungen 46. 

Warnecke, F. 89. 375. 378. 
454- 552. 

— ^- 555- 

— K. 382. 

Warren, J. Leicester 375. 
Wartburg, Luther-Bibl. 379. 



Watter, H. Frh. 90. 
Weber, O. 420. 
Wedderkopp, M. v. 90. 
Wedel, M v. 382. 

— R. 417. 
W^egener 479. 
Weigand, W. 466. 
Weigel, W. 419. 
Weihenstephan 292. 302. 
Weingarten 302. 
Weinland, E. F. 264. 

— G. E. 88. 263. 
Weissenau 155. 306. 
Welfinger, A. 243. 245. 
Weller 84. 261. 
Weltenburg a. D. 302. 
Welser, v. 129. 
Wengen 293. 311. 314. 
Wenig, B. 458. 
Wentzel, H. H. A. 426. 
Werden 302. 
Werdenstein , J. G. v. 54. 72. 

175. 176. 294. 344. 
Werthern, Gf. 400. 

— J. F. Gf. 236. 237. 
Wessobrunn 292. 301. 302. 
Wettbewerbe 564. 
Wettenhausen 293. 311. 
Wcx, A. L. 448. 
Weyarn 311. 
Widmungs-Exl. 489. 
Wiblingen 292. 302. 
Wiedamann, E. 455. 

Wien, Barmherzige Brüder 318. 

— Deutsch-Orden 321. 323. 

— in der Rossau 318. 

— Klerikal-Seminar 326, 

— Malteser 321. 

— Oriental. Akademie 243. 244. 

— Schottenkloster 302. 

— St. Anton 311. 

— St. Dorotheen 326. 

— St. Sebastian u. Rochus 311. 

— Trinitarier 312. 
Wiesand, S. 429. 
Wilczeck, J. Gf. 356. 
Wildenroder, J. 178. 
Wilder, G. C. 348. 



598 



Sach- und Exlibris-Register. 



Wilhelm IL, Kaiser 73. 381. 496. 
Williams, J. iio. 
Wilmcrsdörffer, M. v. 386. 
Wimpfen 315. 
Wimpheling 126. 
Winckelmann, H. Kr. 425. 
Windhag, J. Frh. 77. 
Winter, J. 472. 

Winterthur, Stadt-Bibl. 86. 266. 
Wintzingerode, G. E. L. Gf. 362. 
Wittenberg, Universität 73. 136. 

137- 
Witting, W. 446. 

Wittlinger, A. 453- 
Wittouck, E. 409. 
Witzmann, K. 162. 
Wöltter, A. 474. 
Wörmann, M. 479. 
Wohlau 317. 
Wolbrandt, Caecilic 541. 

— Karl 556. 

Wolkenstein, C. Frh. 162. 
Woldc, A. u. L. u. G. 455. 
Wolf, F. 484. 

— G. 410. 

— H. 413. 
Wolff, J. 428. 
Wolfhardt(Lycosthenes)K. 153. 
Wolfskeel, J. C. 192. 194. 
Wolphius, Th. 106. 
Woüg, M. K. C. 264. 



Woworsky, A. und H. 426. 
Würzburg, Dominikaner 315. 

— Franziskaner 316. 

— Jesuiten 319. 350. 351. 491. 

— Karmclitcn 317. 

— Klerikal-Seminar 325. 

— Schottenkloster 302. 

— St. Stephan 78. 149. 302. 327. 

Zambaur, E. v. 482. 
Zarncke, F. 400. 
Zaufal, E. 474. 
Zeichnungs- Varietäten 73. 
Zell, W. V. loi — 103. 
Zcttler, F. X. 416. 418. 
Zeyll, J. B. 71. 72. 
Zimmermann, J. 327. 
Zimmern, J. O. v. 295. 
Zinzendorf, Gf. 272. 
Zinkätzung, Clich^s 14. 15. 373. 

404. 578. 
Zittaert, Beidaels de 367. 
Zoozmann, R. 418. 
Zopfstil 225. 244. 
Zorn, H. 482. 
Zum Jungen, J. H. 161. 162. 

— J. M. 72. 162. 
Zuologa, M. 430. 

Zur Westen, W. v. 430. 431. 

436. 556. 
Zwecke des Exl. 6. 



NAMENS -REGISTER DER EXLIBRIS- 
VERFERTIGER. 



Aiiam. O. 418. 


Battenberg, i'n. L. 477. 


Albers. A. 454. 


Bauer, B. 458- 


Albrecht, J. D. 185. 


Baumgarten. M, v, 3S6. 


Alms, G. 448. 


Baur, R. 44<j. 


Altmann, h\ 480. 


B.. C. 141. 


Aly. A. 480. 


Bädeker, \V. 477. 


AmLcrg, A. 434- 


Beck, A. 264. 


Am Emk. H. 4J5, 


Becker, A. 444, 


Amman, 1. la. S4. 126— 12K. 
Andres, f. 4H). 


- K. I.. 29.1. 389- 


Beer. J. !■■. .57. ^5«. 


Anker, H. 4.13. 


BeHuiu, i". 4'ii. 


Anderer u. Oöschl .ig.i. 


Beham, B. 12. 121. 124. 


Anscim, I'atcr 19. 


- H. S. 12. 120. 122. 


Arend, W. v. d. 448. 


3S9. 400. 


Arndt. W. 262. 


Behr. K. 438. 


Auerbach, A, 4S0. 


Behrens, K. 294. .(86. 




- \V. 340. 457. 


Bach, P. 4i<). 


Behrisch. C. G. W. 262. 


Back. J. (.. 207. 


Beil, 1. L. i8v 


Badt-r, W. 444- 


B.. J. .38. Mi. 


Itafc-tti. !â– :. 441. 


Bellicij; , J. E. 2ofi. 229, 


Ba-Re, B. 45'- 


21)2. 101, 


Bahre. J. t.. 1S7. 


Bei/. K. 38'J- 


Balker. M. j6i. 


Hendemann. K. 3";«. 


Balmcr, A. 412. 414. 


Bendix 2(>9. 


Baluscheck, H. 425. 


Bcius. J. 475- 


Bammcs. K. 419. 


Beiineckenstci». V. 4il. 


BandeloM-, \V. 4S1. 


Henuit. A. 2'>s. 4S1. 


Barluesius, G. 401. 43,1—4.1''. 


Berber, 1). ;6S. 


54,1- 


- K. M. 412. 


Barth, F. 3S6. 414. 


Berka, J. 212. 270. 276. 293 



6oo 



Namcns-Rcgister der Exlibris-Vcrfcrtigcr. 



Bcrkhan, K. 477. 
Beringer, J. A. 480. 
Berndt, J. C. 207. 234. 258. 
Berncr, F. 441. 
Bernhard, S. 430. 
Bernigeroth, J. M. 12. 243. 260, 

261. 285. 
Bewick 11. 
Beyer, W. 419. 
Bieberkraut, J. 417. 
Biedermann, A. 419. 

— K., Frfr. 477. 
Biese, K. 442. 
Binder, P. 270. 
Birckhardt, A. 212. 235. 293. 
Blau, H. 477. 

Blecke, W. 432. 
Blender, K. 450. 
Blüdau, K. K. v. 398. 
Blume, E. v. 481. 
Bluntschli, H. 481. 
Bodenehr, G. K. 212. 292. 
Böcklin, A. 4S2. 
Bühland, R. 432. 
Böhm, J. G. 264. 270. 
Boss, K. 393. 400. 
Boetius, C. F. 264. 
Böttcher, E. 446. 
Böttinger, H. 475. 
Boudova, A. 475. 
Bouvcnne, A. 476. 
Boycr, O. 448. 
Brager, A. 390. 
Breitkopf & Ilärtcl 469. 
Breu, J. 129. 343. 
Brichet, F. R. F. 251. 
Bruckes, B. II. de 294. 
Bronsart, F. v. 398. 
Bruchholz, J. (i. 286. 
Brühl, A., GL v. 448. 

— J. G. 262. 
Brunncr. A. 419. 

— IL 416. 
Bruykcr, II. de 448. 

B., T. II. V. 142. 143. 294. 
Buchholzcr, F. 293. 
Büchner, A. 469. 
Bülüw, E. V. 481. 



Bürck, P. 402. 443. 

Bürkner, H. 11. 358. 359. 444. 

Bukker, F. de 269. 

Burdach, G. 423. 

Burger, Lina 467. 469. 580. 

— Ludwig 420. 

Burgkmair, H. 11. 13S. 139. 146. 
Busch, \V. 454. 
Buscher, M. 454. 
Buschmann, M. 448. 
Busse, R. V. 361. 

Capieux, J. S. 264. 
Carpano, R. 361. 
Caspar, J. 360. 
Caspari, W. 402. 411. 
Chodowiecki, D. 86. 265. 
Chovin 212. 
Christ, V. 481. 
Christophe, F. 439. 
Cissarz, J. V. 445. 
Cizek, F. 473. 
Clason, L. 430. 
Clericus, L. 360. 390, 
Closs, G. A. 389. 
Coblenz, J. 480. 
('öntgen, H. 12. 258. 259. 

— H. O. u. B. A. 12. 285. 
Cogho, E. 423. 

Conrat, I. 481. 
Cossmann, A. 471. 
Cotta, L V. 477. 
Coudenhove, E. Gfn. 482. 
Cranach, L. 11. 134 — 137. 
Creutzburg, H. 480. 
Crusius, K. L. 262. 

— P. 185. 

Custos, D. 12. 175. 176. 294. 

345- 

— J. 12. 177. 

— R. 12. 177. 
Cuvillies, F. de 230. 

Dachenhausen, A. Frh. 396. 397. 
Damberger, J. 419. 
Dardcnne 255. 264. 
Darmstädter, E. 480. 
Dasio, M. 412. 



Namens-Registcr der Exlibris-Vcrfertiger. 



60 1 



Daumerlang, K. 457. 

David, A. 394. 

Dehmel, R. 480. 

Deiters, IL 390. 

Delsenbach, J. A. 255. 

Dcnzinger, M. 419. 

Dictell, C. 212. 295. 

Dietrich, L. 423. 

Diewitsch, A. 450. 

Diez, J. 402. 410. 411. 

Dirr, II. 185. 

Doebncr, S. 479. 

Doecker, E. 473. 

Doepler, E., d. J. 17. 33. 378. 

381. 389. 420. 496. 

Schüler 420 — 423. 455. 

Dorcn, G. 450. 
Dorst, L. 360. 363. 
Drasenovich, L. v. 482. 
Dreher, G. 94. 441. 
Drechsler, K. 469. 
Drescher, S. S. 469. 
Drews, K. 450. 

Thiele, A. 438. 

Droege, M. 449- 

Drost. A. 212. 293. 

Du Bois-Reymond. L. 439. 

Dürer, A. 11. 12. in ff. 134. 

293. 401. 

Schule 117 ff. 293. 

Werkstätte 117 ff. 

Zeichnungen 116. 117. 

Dunker, H. A. 269. 
Dupuis, C. 234. 265. 

Eben, J. M. 234. 
Eberhardt, W. 250. 
El)erle, L. 185. 295. 
Ebersberger, J. G. 207. 233, 
Ebhardt, B. 439. 
Eckhardt, A. 449. 
Eckmann, O. 401. 423. 424. 
Ehmann, A. 185. 292. 
Ehmcke, F. II. 423. 
Ehrhardt, P. \V. 469. 
Ehringhausen, \V. 418. 
Eichel. E. 250. 
Eisenhoit, A. 176. 295. 



Eith, K. 389. 
Ellinger, P. 439. 
Engel, A. 479- 580. 

— E. O. 402. 420. 
Engelhart, J. 433. 
Engelmann, G. 366. 
Erdmann, A. 389. 461. 
Erler, E. 450. 

— F. 402. 413. 
Ernst, K. 295. 450. 
Ertinger, F. 294. 
Esswein, J. 389. 
Esterle, M. 409. 410. 
Eve, G. \V. 12. 19. 

Fahlbcrg, A. 433. 
Falkei.sen, F. 457. 
Fechner, j\I. 423. 
Fehler, A. 480. 
Fehr, P. 207. 283 — 285. 
Feldbaur, M. 419. 
Fcldmann, H. 467. 468. 
Feller 209. 
Fclsing, W. 477. 
Ferber, E. 479. 
Feuerbach. J. A. 269. 
Fhel-Fischer, J. 473. 
Fickwirtt, I. H. 185. 
Fidus (llöppener, H.) 429. 
Fiedler, M. 15. 446. 
Fincke, II. N. 361. 
Fischer, A. 439. 

— -('örlin. E. 429. 

— T. 419 
Fleck, H. 477. 
Fölkersam, A. Frh. 394. 
Förster, E. 386. 
Förtsch. \V. 480. 
Fokke, S. 272. 
Forberg. E. 446. 
Forrer, R. (Rerroff) 480. 
Forsmann, G. A. 360. 
Forster, E. 481. 

Fos, J. D. 269. 

Francis (Oppenhcimerj 451 bis 

453- 
Franck 207. 

— II. 293- 



602 



Namcns-Registcr der Exlibris-Verfertiger. 



F'ranck, J. U, 178, 292. 
Francke, E. 477. 
Frankenberg, A. v. 477. 
Frcnch, E. D. 554. 
Frenz, A. 448. 
Fridrich, B. G. 12. 207. 292. 

— J. A. 12. 206. 228. 229. 250. 
292. 

— J. G. 12. 207. 234. 256. 282. 
283. 288. 

Friedrichs, F. 479. 
Funck, J. P. 252. 281. 

Gaab, F. 458. 

Gabler, N. 255. 

Ganz, J. P. 264. 

Gebhardt, E. v. 401. 446. 447. 

Gebhart, A. 415. 

Gehrts, J. 447. 

Geiler 358. 

Geisbc, L. 393. 

Genelly, F. 360. 

Genzsch, E. J. 419. 

Gericke, S. T. 210. 

— J. E. 267. 268. 286. 
Gette, G. 423. 
Gcyser C G. 262. 
Giere, J. 360. 
Gindcly, G. 482. 
Glassbach, C. B. 286. 
Gleich, J. 270. 
Goedccke, F. 390. 
Güdschc, O. E. 360. 
Görtz, I. Gfn. 480. 
Goethe, J. \V. V. 260. 361. 
Götz, E. 481. 

— F. 418. 

GoUlcnbcr^, E. 479« 
GüUlschmidt-Tissot, N. 433. 
Goltz, A. 473. 

Gordon, A. 415. 
Gradl, M. J. 440. 
Graf. C. 269. 

— G. 418. 

— J. 4<^9- 

(iralT. K. L. T. 360. 444. 
Grassanter, F. 1S5. 293. 
Grcincr, (). 12.401.466.467.475. 



Grimm, R. 469. 470. 
Groothoff, H. 391. 
Grün, H. B. 11. 132. 
Grüner, O. 393. 
Grundherr, A. v. 419. 
Gube, M. 12. 386. 
Günther, R. 394. 
Guggenheimer, M. 475. 
Guttwein, J. B. 207. 293. 

Haas, M. 482. 
llaase, A. 475- 
Hachenburg, A. Gf. 480. 
Hahn, E. u. F. v. 212. 
Ilähn, A. 416. 
Hailler, M. 183, 326. 
Halle, S. 210. 360. 
Halm 272. 

— F. 252. 

— P. 12. 294. 349* 409. 
Halmhuber, G. 439. 
Halmi, A. 413. 
Hammer, C. 361. 

— K. 457- 
Hanssen, E. 480. 
Hapgood, T. B. 91. 
Härder, J. 450. 
Harnier, E. v. 386. 
Harrach, F. Gf. 420. 
Hartmann, R. J. 461. 
Harwitz, R. 473. 
Hasse, K. 469. 
Hauer, H. 169. 170. 
Haupt, G. 286. 
Hausen, E. Frh. 398. 
Haushofer, K. u. F. 477. 
Haye, de la 207. 
Hayek, H. v. 415» 
Hcffner, K. 446. 

Hefner-AItencck, J. H. v. 395, 
Hefner, O. T. v. 357. 377. 3S6. 
Hegenbart, F. 419. 

Heil. G. 433« 47o« 
lleinleth, J. 207. 
Heise, H. 475. 
Hcisig, F. K. 251. 
Heling. H. 385. 
Hcmi)el, K. 269. 



Namens-Registcr der Exlibris-Verfertiger. 



603 



HcngelcT, A. 413. 

Ilennig, Th. 67. 395. 

Henry-Andre, 394. 475- 

Hensinger, G. 419. 

Herdtle, R. 439. 

Hermann, A. 433. 

HOroux. B. 467. 

Herr, J. L. 235. 

Herwegen, P. 292. 

Hess, A. 294. 349. 

Heumann, G. I). 12. 206. 233. 

254. 282. 284. 525. 526. 
Heyden, A. v. 420. 
Heymann, M. 450. 
Hiddemann, h. 448. 
Hildebrandt, A. M. 17. 33. 379. 

380. 515. 

— J- J. 477. 

Hille, K. G. V. 269. 

Hirsch 394. 
-— K. 422. 423. 
Hirschvogel, A. 145. 
Hirzel, H. 402. 435 — 438. 
Hittinger, M. U. 292. 
Hitz, D. 4.^0. 
Hlavcizek K. 475. 
Hoeger, A. 2(u). 286. 
Hoenig, H. 454. 
Hoeppener, II. (Kidus) 429. 
Hoermann, ('. V. v. 232 — 234. 

256. 2S3. 
Hoffmann, J. 472. 
Hogetop, G. 391. 
Hohl wein. L. 419. 
Holbein, H. 11. 136. 138. 
Holdcnrieder. J. (i. 207. 294. 
Hollenberg, F. 439. 
Holst, R. 450. 

Hollzmann, K. F. 264. 358. 
Homann, J. Ii. 1S5. 282. 
Honegger, M. 467. 
Horst, E. 44S. 
Horstmeyer, K. 433. 
Hübler, K. 47^. 
Hübner, J. 35S. 359. 
Hüffner. 1*. H. 295. 
Hulbe, G. 450. 
Hüpschmann. (i. 129. 



• Hütter. E. 481. 
Hugo, M. V. 478. 
Hupp, O. 294. 349- 385- 419. 
Hyrtl, J. 360. 

Ichey, J. 394. 

IJg. Jt^'- 473- 
Illies, A. 449. 
Isenberg, H. 449- 

Jacobsen, J. 450. 

Jacoby, äI. 438. 

Janssen, V. 448. 

Jantzen, H. 389. 

Jauner, H. 393. 

Jenner, \V. 450. 

Jezl. J. 185. 

Johannsen, T. 433. 

Jugend, München 402. 

Jungwirth, F. X. 207. 292. 313, 

Kaiser, Agnes 454. 
! — Anton 471. 

— E. 423. 

— R. 418. 
Kandcl. I). 143. 
Kannengiesser. A. H. 479. 
-- K. V. 433. 

Karl, R. 4(>(). 
Katzler, V. 393. 
Katzsch, A. 433. 
KautTer, M. 250. 
Kau])ertz, J. V. 235. 
Keil, L. 478. 
Keller, I,. 44S. 

— -Leuzinger, F. 440. 

— P. W. 420. 
Kellner, (i. 457. 

H. 417. 

Kempin. K. 444. 

Kepler, R. E. 441. 

Kern, II. 420. 
, Kersten, P. 458. 
; Kesskfr. A. 423. 

KhnoptT, F. 476. 

Khol, A. 12. 179. 180. 189. 
' Kichler, A. 444. 
. Kilian. G. (.'. 12. 206. 250. 



604 



Namens-Register der Exlibris- Verfertiger. 



Kilian L, 12. 17S. 292. 

— P. A. 12. 206. 

— W. 12. 178. 179, 192. 294. 

— W. P. 13. 271. 272. 

Kilz, fi, 423. 
Kinne, F.. 269. 
Kirchbach, !â– '. 411;. 
Kirchner, E. V. K. 396. 
Kissel, K. 194. 462. 463. 
Klauber, I. S. oder J. B. 206. 

Kleemann, O. 396. 
Klein, C. J. 438. 

— J. B. 45<. 
Kleitcr, M. 420. 
Klemm, G. 446. 
Kllmsch, E, 38g. 
Klinger, J. 429. 



- M. 



—466. 



Klipphahn, J. 396. 
Klufit, H. 450. 
Knab, A. 429. 
Knapp, M. 461. 
Kneesert, G. 477. 
Knoetel, R. 43i- 
Knoezingcr, G. 477. 580. 
Knorr & llirth, 419. 
K oberstein, H. 433. 
Koch, R. 4(>9. 
Kochanou'sky, R. 419. 
Kühler, O. 14. 423. 
Köler, G. 185. 
KöniKsbergcr, G. 433. 
Koepp-Suscmihl, M. 433, 
Koppel, J. G. 256. 
Körner, It. 395. 



Köv< 



235- 



, 11. 477- 
Kohl, K. %<<o. 
Koller, J. J. 258. 
Konsbrucck. II. 41.S. 
Kopp, H. 4:;o, 
KorHla. \V. 4«o. 
Kossulh. K. J. 41S. 579 
Kostial, K. 41S. 
Ki.iKcl. 1 f. 469. 
Krahl, E. 33. 93, 391. 
Kras:!ewska, Ü. Gfii. 41 



Kratz, A. 433. 
Kraus. J, U, 279. 
Krause. H. 431. 
Kreidolf, E. 415. 
Krctschmar, A. 423. 
Kronenberger, H. 419. 
KrüEcr, A. 433- 

— D. 183. 184. 

— E. G. 264. 

— J. K. 268. 
Kruse, F, 429. 
Küffner. P. 185. 312. 
Kühn, L, 387 455. 
Kühner T. 423- 
Küscl, M. iSj. Z93. 
Küstcrmann, L. 423. 
Kütncr, S. G. 27a. 
Kuhno, A. 433- 
Kurzbauer, J. 415. 

Lambottc, C. 393. 



Lar 



25a- 



A. 385. 433- 
Landnitz, J. 295. 
Lang, M, 1S4. 295. 
Laporteric, F. X. 212. 
La Roche, M. 475. 
La Rosec, A. Gf. 252. 25 
Latt, II. 433- 
Laudi, V. 482. 
Laurcnce, M. 477. 
Lautensack, H. S. 146. 
La Valette, O. v. 478. 
Lebcrt 272. 
Lcchter. M. 402. 425. 
Lc Clerc, S. 1S5. 272. 
Lehmann. A. 433. 
Lcichtle, A. 480. 
Leistikow. K. 433, 
Lemmenz, G. 476. 
Lerpö, F. 469. 
Lcyen, H. v. d. 480. 
I.espier, J. de 185. 
Licht. S. 423. 
Lichtensteger, G. Z07. 2 
Liebe, C. ü. A. 262. 
Lieber, M. 442. 
Liebmann, A. 425. 



Namcns-Re^istcr der Exlibris-Verfertiger. 



605 



Liesen, E. 429. 
Lilien, E. M. 440. 
Lindemann, H. 419. 
Lindenstedt, II. 433. 
Linder, W. 460. 
Lindheimer, O. 389. 
Lindnitz, J. 185. 
Linncmann, A. 453. 
Lippert, A. 449. 
Lippisch, F. 429. 
Liuek, L. 473. 
Lodemann. II. 417. 
Löffelholz, K. Frh. 358. 386. 
Löwe, M. S. 268. 
Löwenfeld, J. v. 397. 
Lohrenz, J. E. 361. 
Lohrmann, F. A. 212. 
Lohse, \V. 450. 
Lorenzen, J. 442. 
Lorenz, F. 477. 
Lotz, F. 458. 
Lüthi, A. 453. 
Lufft, T. 433. 
Luthmer, F. 451. 

Maag, J. N. 207. 220. 231. 252. 

292. 
Maassen, P. 212. 
Macht, H. 471. 
Mass, J. C. 438. 
Magnussen, W. 419. 
Mair, Alexander 178. 
Malbeste, G. oder M. 360. 
Manasser 187. 
Mandhoff, G. F. 212. 
Manes, J. 475. 
Mannfeld, B. 450. 
Mansfelt, A. 212. 
Manzel, L. 433. 
Marianus, J. 269. 361. 
Marzahn. E. 438. 
Matthis, K. E. 461. 
Maur, A. 293. 
Mautner, K. 472. 
May, A. 415. 
Meil, J. H. 233. 234. 
— J. W. 12. 266. 267. 272. 
Menzler, W. 419. 



Merck, H. J. 479. 
Mettelj 265. 

Mettenleitner, J. M. 252. 
Mever, A. 212. 

— E. L. 398. 399. 402. 478. 

479- 539. 

— F. 293. 

— H. 424. 

— K. 415. 
Michahelles, E. 442. 
Michelangelo 383. 
Mielke, R. 385. 
Modde, M. 433- 
Möglich, A. L. 207. 252. 
Mönkemeyer, A. 450. 
Mörl, J. 206. 292. 294. 
Mohrbutter, A. 450. 
Montalegre, J. v. 258. 282. 
Moser, E. 473. 

— K. 471. 

Müller, J. G. v. 12. 256. 

— J. J. 286. 

— K. A. E. 477. 

— M. S. S. 292. 

München, Kunst im Handwerk. 

402. 
Munk, E. 471. 
Murillo 483. 
Myrbach, F. Frh. 471. 

Nahde, H. 384. 398. 
Nathe, C. 269. 461. 
Nauen, H. 454. 
Nauhaus, O. 450. 
Naumann, ('. 453. 
Necker, L. G. 258. 
Nestler, K. G. 234. 264. 285. 
Neubauer, 361. 

— F. L. 258. 
Neumann, A. 477, 

— E. 417- 
Neuner, G. 419. 
Nicolai, A. 212. 295. 
Niebuh r, F. 450. 
Nietiermcyer, F. A. 358. 
Nielsen, A. 450. 
Niemeyer, A. 419. 
Nieper, L. 91. 92. 444. 469. 



6o6 



Namens-Rcgistcr der Exlibris-Verfertiger. 



Nigg, F. 429. 

Nilson, J. E. 12. 226—228. 416. 

Nissl, R. 41g. 

Noder, O. G. 269. 

Nothnagel, J. A. B. 258. 259. 

Novak, L. 475. 

Ochs, K. 451. 
Ocder, G. 448. 
Ochring, K. 386. 
Oertel, W. 419. 
Oertzcn, A. v. 395. 
Olsen, A. M. 450. 
Opel, P. 71. 72. 
Oppenheimer, F. 451—453. 
Orlik, E. 402. 474. 
Ort wein, A. 473. 
Osenbrügg 398. 
Ostcrländcr 284. 
Ostermann, E. 461. 
O'Swald, T. 479. 
Otto, G. 293. 382. 
-- H. 448. 

— J. S. 360. 
-- R. 382. 

Fächer, A. 416. 
Panitz, B. 462. 
Pankok, B. 402. 410. 413. 
Passavanti, J. 454. 
Passe, C. V. d. 174. 176. 
Pauli, G. 478. 
Pauluzzi, D. 472. 473. 
Peer, K. J. 419. 
Pollens, E. 91. 
Pcrbandt. A. v. 478. 
Person, F. 419. 
Petrarca, J. 2^5. 
Pfaff, h\. 446/ 
Pfann, J. 176. 1S9. 
Pfautz, C. A. 250. 
PfeifTcr, E. 480. 

— R. 450. 

Pfenni«;, E. 440. 441. 
Phili])pin, J. D, 263. 285. 
Picarl, H, 212. 

Pie]»cr, H. 47S. 
Pilsen, F. 212. 



Pingelin, G. F. 212. 
PintX, J. G. 207. 230. 
Plener, H. 439. 
Pletsch, O. 470. 
Pocci, F. Gf. 357. 
Pock, M. 269. 
Polak, M. T. 212. 
Ponheimer, K. 269. 
Porsche, A. 473. 

— O. 417. 

Praun, S. F. v. 396. 
Prechler, J. A. 212. 295. 
Pronberger 433. 
Protzen, O. 430. 
Przibram, H. 481. 

Ränicke, M. 432. 
Raphael 483. 
Rath, A. 473. 

Rauchenegger, A. E. 433. 
Rauchfuss, J. 480. 
Rausch 269. 

— L. 361. 
Rauscher, L. 349. 
Rauschmeyer, J. P. P. 81. 252. 
Rehlender, G. 438. 

Reiber, P. 481. 

Reichlin, J. v. 396. 

Reichsdruckerei 433. 

Reinicke, E. 419. 

Reinitz, M. 418. 

Reinhard, E. 478. 

Reinhardt, A. 207. 234, 393. 

Reiser, T. 448. 

Rentz, M. 2^2. 

Rerroff (Forrer, R.) 480. 

Rcsch 117. 293. 

ketberg. R. v. 93. 377. 396. 

Rettelbusch. A. 450. 

Reusmann 235. 

Reuss, H. Prz. 396. 

R., H. 146. 147. 

Rheude, L. M. 386. 

Richter, A. L. 11. 358. 

Rickelt, K. 386. 388. 

Rickers, II. 295. 

Ricketts, E. B. 482. 

Ridinger, J. E. 12. 251. 



Namens-Registcr der Exlibris-Vcrfcrtiger. 



607 



Ries, A. 4S0. 
Ricth, P. 402. 417. 
Rietschel, (i. 429. 
Ringel, J. 366. 
Ritter, 1*. 457. 
Rochefort, E. v. 4S1. 
RoC(iuc, B. de la 235. 
Rodenwaldt, K. 433. 
RückI, 11. M. 419. 
Röder, (j. 4(')9. 
Rödcrstcin, O. 451. 
Rögge. \V. 41S. 
Rnhlinger, K. 454. 
Rösch, (1. S, 230. 
Rössler, M. 207. 209. 
Roger, 1^ 212. 

— O. 4S0. 

Roick, (). 382. 385. 
Roller. A. 473. 
Rommel, T. v. 397. 
Roi»]>, M. A. Frh. 41S. 
R()senl)aum, R. 39S. 
Rosenstein, M. 4S0. 
Rosmäslcr, J. K. 209. 360. 
Rosner, K. 477. 
Rossius V. K, 477. 
Rota. M. 142. 145. 
Rucktäschel, R. 433. 
Rumpf, F. 433. 439. 

Saal. I. 269. 

Sack, K. 4r)ü. 

SatU-ler. K. 12. 173. 170. 

— J. 12. 171. 2i)4. 

— K. 12. 172. 173. 490. 
Saldörfer, K. 129. 
Salver. J. A. 294. 
Sandrart. J. v. 179. 181. 
Sartorio, (i. A. 470. 
Sattler, J. 402. 425—427. 
Sauber, J. 3S5. 

Säur. ('. 1S5. 
Save. G. 47'». 
Schaarschmidt. K. 447. 
SchäfiT. K. 439. 
Schäufelin. H. 138. 14^». 
Schaur. K. 293. 
Schauj)]), R. 417. 



Schellenherg, J. R. 86. 266. 
Schelter & (iieseckc, J. G. 469. 
.Schcnnis, V. v. 425. 
Schiestl, R. 417. 
Schiller, G. 433. 
Schindler, A. J. 212. 293. 
Schlatter, S. 475. 
Schleich, J. K. 252. 
Schlesinger, M. 48 1. 
Schlcuen. J. V. und J. I). 285. 
Schlicht. H. 419. 
Schliz, A. 480. 
Schmidt-Pecht. IL 389. 
Schmidt-Sorrent, II. 433. 
Schmidt-Zelle, A. 417. 
Schmidlhammer. A. 419. 
Schmischeck, J. C. 184. 293. 
Schmitmer, V. L. 295. 
Schmitt. H. 416. 
Schmitz-Wünnenberg, H. 448. 
Schmoll von Eisenwcrth , G. 

und K. 409. 444. 
Schmuz. T. 414. 
Schmutzer, J. A. 211. 212. 269. 

293- 
Schnaj)|)er, I. J. 258. 

Seh nee weiss, K. 270. 

Schneider. (\. J. 207. 

Schnitzer, L. 185. 

Schnulner, F. L. 212. 

Schnug. L. 461. 

Schön. A 212. 293. 311. 

— H. 104. 

Schönbeck, A. 395. 

Schönberger. K. 430. 431. 

Schönhaupt, L. 389. 

vScholcke. (*. 269. 

Schnitz. A. 423. 433. 

Schramm, (.). 479. 

Schreder, M. 471. 

Schüz. !''. 44S. 

Schulz. II. 477. 

Schultz^. II. 469. 

Schulz, r». 444. 

Schulze. A. F. 46«). 

Schur, K. 477. 

Schuster. F. 477. 

Schulte vom Hrühl, W. 293. 453. 



6o8 



Namens-Register der Exlibris-Verfertigcr. 



Schumacher, F. 444. 445. 
Schwabe, H. 457. 
Schwarz, H. 477. 
Schweickhardt, J. A. 282, 
Schwcrdtner, J. 393. 
Schwindrazhcim, H. 449. 

— O. 15. 448. 449. 
Scopp, J. G. 212. 
Scotin, G. 237. 
Sebald, O. 469. 
Sezessionen, München, Wien 

402. 
Seiller, J. G. 212. 
Seitz, A. und R. 408. 
Senarclens-Grancy,H.Frh. 477. 
Seydel, E. 423. 
Seyfried, L. 414. 
Sherborn, C. W. 12. 19. 476. 554. 
Sibmacher, H. 12. 84. 166. 170. 

171. 
Sieger, E. 418. 
Siegrist, K. 444. 
Silvester, R. 360. 
Simon, E. 295. 
Simrock, M. 477. 
Simpson, J. W. 476. 
Sir, J. 475. 
Söckler, J. M. 207. 252. 280. 

281. 289. 
Soest, Albert von 156. 
Solis, V. 12. 125. 126. 
Sommer, M. v. 185. 

— O. 453- ^ 
Spandow, E. 415. 
Spatz, \V. 447- 
Spechter, H. 449« 
Speyer, C. 418. 
Spicker, M. 433- 
Spielberg, IL und F. 470. 
SpiUing, K. 438. 
Spindler, K. 402. 462. 
Sprengel 235. 
Springinklee, H. 76. 122. 130. 

bis 133. 343. 
Spyk, J. V. d. 212. 
Stahl, J. L. 255. 358. 
Stall, iM. 418. 
Standhartinger, II. 415. 



250. 292. 



Standke, W. 386. 
Starke, C. A. 14. 450. 

— G. 295. 450. 
Stassen, F. 402. 424. 
Steinberg 269. 
Steinberger, L. M. 229. 249. 

250. 292. 
Steiner, Hans 475. 

— Hugo 47J. 
Stenglin, C.J. 182. 183. 
St, Hilaire 269. 284. 
Stern 384. 394. 
Steyert, A. 476. 
Stimmer, C. 138. 140. 
Stock, J. M. 200. 234. 263. 
Stölting, P. 415. 
Stör, A. 458. 

— J. W. 185. 207. 
Störcklin, J. H. 206. 292. 306.. 
Stöving, K. 433. 
Strahowsky, B. 212. 234. 235. 
Strganowsky 286. 
Strich-Chapell, W. 441. 
Striedbeck, J. 12. 182. 206. 234 

bis 236. 294. 
Stroehl, H. G. 17. 33. 293. 423. 

378. 391. 393- 
Stroever, S. 417. 

Stroff, K. 475. 

Sturmband, S. 386. 

I Stüler-Walde, M. 430. 

Sturm, J. C. 185. 

Sturtzkopf, W. W. 460. 461. 

Suchodolsky, S. v. 419. 

Susemihl, C. 258. 

Sunko, M. 392. 

Svabinsky, M. 475. 

Svenson, J. 450. 

Sysang, J. C. 234. 264. 

Taack, J. v. 477. 
Tanje, P. 272. 
Taubert, M. 398. 
Teichen, H. 433. 
Teske, K. 390, 
Tettau, W. Frh. 438. 
Tetzel, F. ^2^. 
Tezel, J. B. 185. 



Namens-Register der Exübris-VcrfertiEer. 



609 



Teichraann, I. 480. 
Theissinger, G- 589. 
Thelot, J. G. 250. 25:. 
Thclott, E. K. G. 25*. 
Thcut. W. 450. 
ThcytT und Hardtmuth 393. 
Thiele, R. 476- 
Thicrry, C. E. 394. 476. 
Thiersch, F. v. 446. 
Thoeren, H. 454. 
Thoma, H. 11. 401. 44'- 443- 
Thomen, R. 475- 
Tiemann, \V. 46g, 
Tischbein, J. H. 164. 
Tobicr, V. 419, 
Toeche-Miltier, 395- 400- 
Todt, E. 450. 
Torgg!er. H, 418. 
Tragy, J. 477- 

— Ö. 4.9. 
Traittour, G. v. 134, 
Troischt, J. 450. 

Troschcl, H, ii. 169. 170. 189. 
Twickci, M. Frn. 397. 
Tyroff, H. . a8i. 

— r. I). ao7. 193. 

— M. II. 6j. 65. 207. 231. 343- 
246. 253. 154- 280. 

Ubbclohde, O. 402. 409. 579. 
Ullrich, H. 12, 166-168. 189. 
Unger, \V, 12. 470. 
Urlaub, G. v. 386. 



Veit 



M. . 



Vcldcn, 
Vereist, E. 252. 
Versel, A. 45 !â–  
Vinkeics, R. 212. 
Vinvcomi-, J. 19 
Völüeriiiig. H, 4 = 
Vügeler, H. ij," 
Vogtherr, H. 142 
Voißt, M. 358. 

— r. 3S3. 402. 4 



I Volbrecht. E. 450. 

Volckart. J. V. 255. 

VflIckmann, £.481. 
I Vdkmann, R. v. Ai^- 

Volz. VV. 409. 

Vriesländer, J. J. 468. 

Wachsmann, A. 168. 
Wachsmuth, F. 271. 287 
Wagner, G. 430. 

— K. 439. 
Wahl, A. V. 14- 419- 
Waldron, Miss 14. 
Wallau 46 a. 
Walter, F. X. 235. 
Wallhcr E. 475- 
Waitz, A. 481. 

— J- J. 462. 
Walwert. G. C. 28J. 
Wanderer, F. 388. 557. 
Wandrey, C. 433- 
Weber 269. 
Wegener, R. 479, 
Wcgncr, K. 450. 
Wchrbrunn, E. ' 
Wcigel, \V. 419. 
Weimar, W. 449. 
Weinland, M. 419. 
Weinrauch, J. K. 2()9. 
Weis, J. 235. 341. 
Weise, G. W, 264. 

— R. 415- 

Wuisgerber, A. 401. 417, 
Wtiss, E. K. 442. 

— F. 482. 

— G. F. 2(2. 

Wcisaenhahn, G. M. 252. 

WcitiiCh, K. 4!y, 

Wciltenhiller. M. v. 398. 481. 

Weller 189. 

Welsiberg, F. Gfn. 482. 

Weite, G. 258. 

Welti, A. 410. 

Wendisch, T, 433- 

Wcndtlandt, E, 4*3- 

Wenig, B. 294. 349- A02. 4S' 

459- 
Wcning, J. B. 269. 

39 



. 346.