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DEUTSCHE UND OESTERREICHISCHE
BIBLIOTHEKZEICHEN
EXLIBRIS
EIN HANDBUCH FÜR SAMMLER
BÜCHER- U-ND KUNSTFREUNDE
VON
K. E. GRAF ZU LEININGEN-WESTERBURG
PREUSS. RITTMEISTER a.D., EHRENMITGLIED DES „HISTO-
RISCHEN VEREINS DER PFALZ", DES VEREINS „HEROLD"
ZU BERLIN, DES„HERALDISCHENVEREINS DER SCHWEIZ",
DES DEUTSCHEN „EXLIBRIS-VEREINS", EHREN-VICE-
PRÄSIDENT DER ENGLISCHEN „EXLIBRIS-GESELLSCHAFT",
EHRENBÜRGER etc.
JULIUS HOFFMANN
VERLAG, STUTTGART.
MCMI
Pnick der Hoffnianiischen Bnclulriickeroi.
Felix Krais. in Stuttgart.
VORWORT.
Inter folia fructus*).
ichstehendes Buch, das vom Verlag G. Bell
and Sons, London, als Fortsetzung der Serie
über englische, französische, amerikanische
und Damen-Exlibris vor mehreren Jahren an-
gekündigt wurde, sollte von Herrn Dr. Heinrich Pall-
mann zu München verfasst werden. Als dieser im
Sommer 1899 wegen Ueberhäufung mit anderen histo-
rischen Arbeiten zurücktrat, übernahm ich auf Ansuchen
der Verlaijsfirma diese Monographie.
Als das für England bestimmte Buch bereits be-
gonnen war, erhielt ich vom Verlag Julius Hoffmann in
Stuttgart die Einladung, meine Arbeit auch deutsch in
gen. Verlage erscheinen zu lassen, ein Wunsch, dem
ich gerne Folge leistete. In der Einteilung und im
grössten Teile des Textes sind beide Handbücher sich
gleich, jedoch enthält das ir/t'«/.T£//t' Buch eine Reihe von(ao)
Abbildmigen mehr und ist in seinen Künstler- Listen von
') Ein auf Exlibris oft vorkommender Spruch,
363768
IV Vorwort.
1871 an erheblich timfangreichcr und genauer, da im
englischen Buche nur die hauptsächlichsten, im deutschen
aber alle mir bekannt gewordenen Exlibris- Verfertiger
— Künstler, Handwerker und Dilettanten — ange-
geben sind.
Da ich in meiner, nun im April 1901 über
20500 Stück zählenden Exlibris - Sammlung , die die
grösste des Kontinents ist, allein rund 10300 alte und
neue deutsche Exlibris besitze und in der deutschen
Exlibris-Zeitschrift sowie in deutschen Kunstzeitschriften
und Zeitungen vieles über den Exlibris-Stoff veröffent-
licht habe , so hoffe ich , dass es mir gelang , im Fol-
genden eine übersichtliche Geschichte der deutschen
Bibliothekzeichen gegeben zu haben.
Die Illustrationen sind hauptsächlich nach Blättern
meiner Sammlung hergestellt; nur einige wenige sind
anderen entnommen. Alle Sammlungen heranzuziehen,
war nicht nötig, da einerseits die Warnecke'sche in Berlin,
die von Berlepsch'sche zu Wolfenbüttel und die des Buch-
händler-Börsen -Vereins zu Leipzig bereits ihre, haupt-
sächlich illustrative Veröffentlichung gefunden haben,
andrerseits meine Sammlung die Mehrzahl der Exlibris
der anderen hier nicht weiter genannten Exlibris -Samm-
lungen, einige Unika und wenige andere ausgenommen,
ebenfalls enthält. Manchmal mag es auch vielleicht vor-
kommen, dass ein anderer Sammler von einem Exlibris
z. B. 5 statt meiner 4 Varietäten besitzt, doch ist das
im Allgemeinen wie Besonderen wohl reichlich neben-
sächlich.
Es sei hier gleich betont, dass dieses Buch keines-
wegs eine vollständige Liste mit allen deutschen Exlibris
zu bringen beabsichtigt, sondern dass nur stets das
Vorwort. V
Wichtigste, allerdings mit annähernder Vollzähligkeit,
besprochen wurde.
Es ist möglichst vermieden worden, schon ander-
weitig abgebildete Blätter nochmals hier wiederzugeben,
doch war dies z. B. bei einigen Unikas oder interes-
santeren Blättern nicht ganz zu vermeiden; auch ist zu
bedenken, dass dieses Buch nicht in erster Linie nur
für Exlibris-Sammler geschrieben ist, sondern auch für
weitere Kunstkreise.
Die deutsch- schweizerischen Exlibris fanden« hier
keine Berücksichtigung, weil diese in L. Gersters Werke
über »die schweizerischen Bibliothekzeichen« bereits ein-
gehendst behandelt worden sind; somit umfasst der hier
verarbeitete Stoff nur deutsche Exlibris, unter gleich-
zeitiger Berücksichtigung der nah verwandten öster-
reichischen Blätter ; elsässcr Exlibris sind mit besprochen,
wenn sie aus der alt- oder neudeutschen Zeit stammen,
sowie solche auch aus der französischen Zeit, wenn sie
deutsche Namen aufweisen, oder deutscher Familien-
abstammung oder deutscher künstlerischer Herkunft sind.
Es kommen somit nicht nur die Blätter des geographisch-
pohtischen Begriffs »Deutsch« in Betracht, sondern all-
gemein die deutscher Zunge.
Da ich im Interesse derjenigen, die die Quellen nach-
schlagen und selbst die Illustrationen und Texte anderer
Werke studieren wollen, die deutsche Exlibris -Zeitschrift,
diese besonders reiche Fundgrube, öfters als Nachweis
anführe, so kürzte ich folgendermassen ab: »E. L. Z.«
Ausser den in »Heraldik« (Seite 17) und in der
»deutschen Exlibris - Litteratur« (Seite 566) und im
sonstigen Texte genannten Quellen sind noch u. a. fol-
gende benützt worden:
VI Vorwort.
. Dr. G. K. Naglcr^ Neues allgemeines Künstlerlexikon,
München, 1835 — 52.
H. W. Singer y Allgemeines Ktinstlerlexikon , Frank-
furt a. M., 1895 — 1900.
R. von Retbergy Dürers Kupferstiche und Holzschnitte,
München, 1871.
H. S. Schmid, Kunststilunterscheidung, München, 1897.
Dr. M. Hcimbucher , die Orden und Kongregationen
der katholischen Kirche, Paderborn, 1896.
Der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek München, und
dem Kgl. Kupferstich -Kabinett -München, sowie den
Herren Dr. H. Pallmann-München, G. von Volckamer-
München, K. Burger-Leipzig, K. Koch- Wien, F. J. Thairl-
wall-London, die mich mit gefälligen Auskünften unter-
stützten, femer denjenigen, die mir gütigst Clich^s zur
Verfügung stellten, sei hiermit aufs verbindlichste ge-
dankt.
Zu Auskünften über deutsche u. a. Exlibris bin ich
stets gern bereit.
Villa Magda,
Neupasing-München, April 1901.
K. E. Graf zu Leiningen -Westerburg.
Vorwort .
Abbildungen
Einli'itmig :
Bo/cichnunc , Supcri-xlibris, fin^ravicrlc, f;<;sehrie-
bcne Exlibris; Zweck, datierte lixiiliris
/. TV//; Allgejiiaiics
I. Kapitel ; Ucrsidhiussarkn
1 iolzschnitt , bemalte K\libris ; Kupferstich, Radierunj;.
Stahlstich; Steindruck; moderne Verfahren . . .
II. Kapitel: L'ehcr die deutsche mid ciislischc Ikiatdik; deren
Verschiedenheiten; Haupttt'ap]>eiistilc; Schild, Helm,
Zimier, Decken; Ranj,'kronen , Schildhalter , Banner;
Ursprung des Wappeiiwescns, Hausmarken, Karben,
SchraflierunK- Damascieruni;, redende \Vap|ien, Mono-
gramme ; deutsches Künstlerwappen
III. Kapitel: Jiisckrißeti auf Exlibris
A. Name
B. KiyenCumsbezeichnuu^en
C. Vorschrifleii
D. Warnungen, Mahnungen
E. Drohunjjen. Bücheriluch
¥. Sprüche, Verse
G. Sinn-, Wahl-, Wappeiisprüt-lie .......
H. Anfangsbuchstaben
I. Datierungen
K. Stecher-, Zeichnernamen
L. Abgekürzte Titel
M. Abgekürzte Worte
N. Durcheinander tieworfeno Buchstaben ....
VIII Inhalt.
*
Seite
IV. Kapitel: Grössefi der Exlibris 66
A. Grösste Exlibris 67
a. Alte handgezeichnete 67
b. Alte mechanisch hergestellte 67
c. Aus der Neuzeit 67
H. Kleinste Exlibris 68
V. Kapitel: VerschicdenheitC7i, Varietäten 70
A. Grössenvarietäten 70
B. Zeichnungs- und Darstellungsvarictäten .... 73
C. Stichvarietäten 79
D. Namens-, Wappen- u. dgl. Varietäten .... 82
E. P'arbenvarietäten 94
F. Papiervarietäten 94
VI. Kapitel: /-r. und [6. Jahrhundert 98
A. Die ältesten deutschen Exlibris 100
B. Die ältesten Datierungen iio
C. Exlibris von Albrecht Dürer 11 1
D. Exlibris aus Dürers Werkstätte oder Schule . . 117
E. Exlibris von bekannten Nürnberger Kleinmeistern
aus Dürers Schule 122
F. Sonstige Exlibris des 16. Jahrhunderts, von be-
kannteren Meistern 129
G. Exlibris von unbekannten Meistern 146
VII. Kapitel: 77. Jahrhundert 165
A. Bekanntere Exlibris-Meister 166
B. Minder bekannte und weniger bedeutende Stecher 185
C. Nichtsignierte Exlil.>ris von unbekannten Ver-
fertigern 188
VIII. Kapitel: /.V. Jahrhundert 201
A. Wappenblätter ohne Rokoko und Allegorien . . 201
a. Stecher 205
b. Nichtsignierte heraldische Exlibris 214
H. Rokoko 223
a. Die besseren Stecher 227
b. Nichtsignierte Rokok(.»-Exlil)ri.s 236
('. Alleg(>rien, Allerlei 245
;i. Stecher . . 250
1). Nichtsignierte allegorische Mxlibri.s .... 272
]). Hibliothek-lnnen-Ansichl(!n 277
a. Stecher 279
b. Nichtsignierte Exlibris 2S7
Inhalt. IX
Seite
IX. Kaf>itel: Exlibris von Klöstern und Geistlichen, 15. bis
19. Jahrhundert 290
A. Verfertiger dieser Exlibris 292
a. Klöster 292
b. Geistliche 293
B. Kloster-Exlibris 295
a. Benediktiner 301
b. Camaldulenser 303
c. Cisterzienser 303
d. Praemonstratenser 304
e. Reguliertc Chorherren 308
f. Trinitarier 311
g. Dominikaner 312
h. Franziskaner 316
i. Kapuziner ' . 316
k. Minimen 316
1. Karmeliten 317
m. Augustiner 317
n. Hieronymiten 317
o. Karthäuser 317
p. Serx'iten 318
q. Barmherzige Brüder 318
r. Piaristen 318
s. Theatiner 319
t. Jesuiten 319
u. Johanniter 321
V. Deutschorden 321
\v. Sonstige 324
C. Exlibris geistlicher Personen 330
D. Typograi)hische Exlibris von Klöstern und Geist-
lichen 349
X. Kapitel: Xcuzeit, nj. Jahrhundert bis iSyi 353
A. Exlibris-Verfertiger 357
B. Nichtsignicrte Exlibris 361
C. Weitere beachtenswerte Exlibris 362
a. mit Wappen 362
b. mit anderen Darstellungen 364
XI. Kapitel: Neuzeit iS-ji—njoi 369
A. Reinheraldische Exlibris 376
a. Die hervorragendsten Zeichner 379
aa. Berufskünstler 379
bb. Nichtbcrufskünstler, Dilettanten .... 394
b. Nichtsignicrte heraldische Exlibris .... 398
I
X Inhalt.
Seite
B. In der Hauptsache nicht heraldische Exlibris mit
allegorischen und anderen Darstellungen . . . 401
a. Verfertiger dieser Exlibris 408
aa. Berufskünstler 408
bb. Nichtberufskünstler, Dilettanten .... 477
b. Erwähnenswerte von nichtsignierten Exlibris 482
C. Rein typographische Exlibris 483
//. Teil: Spezialitäten 485
1. Doppel-Exlibris 485
2. Memorien- und Donatoren-Exlibris 487
3. Widmungs-Exlibris 489
4. Historische Exlibris 489
•5. Ritterschafts-Exlibris 494
6. Fürsten-Exlibris 495
7. Exlibris berühmter oder bekannterer Personen 505
8. Exlibris öffentlicher Bibliotheken 512
9. Militär-Exlibris 517
10. Porträt-Exlibris 521
11. Monogramm-Exlibris 529
12. Universal-Exlibris 530
13. ExHbris von Bühnenangehörigen und Musik-
künstlern 533
14. Kinder-Exlibris 535
15. Damen-Exlibris 537
16. Musik- und Landschafts-Exlibris 540
17. Allerlei 543
18. Notariatssignete und Visitenkarten 547
///. Teil 550
1. Deutsche Exlibris-Sammlungen 550
2. Anlage von Exlibris-Sammlungen 558
3. Deutsche Exlibris-Gesellschaft und -Zeitschrift 561
4. Verschiedenes (Ausstellungen, Vorträge, Wett-
bewerbe, Versteigerungen) 563
5. Deutsche Exlibris-Litteratur 566
Schluss 574
Wie ein Bibliothekzeichen aussehen soll 574
Nachtrag 579
Sach- und Exlibris-Register 581
Namensregister der Exlibris-X'crlcrtiger 599
ABBILDUNGEN.
Seile
Titelblatt: lüldebrand Brandenburg, c. i47t>-
Super-Exlibris Peter Vock von Roscnbcrg, 1608 .... 5
Koloriertes Blatt: Jakob Hainrichinann, C. 1520 .... 12
Ta/el mit 30 Wappen abbildun gen, gezeichnet von Professor
A. M. Hiklcbrandt 2^
Dr. Georg Seefried von Wolfg, Kilian, c. 1650 (klein) . . 30
... (Ero«) . . 31
Christof Hicron. Krcss von Kressenstein, c. if>50 ... 37
St. Moritz, Niederalteich, 1622 40
Sixtus Kapsser, Dr. m,, 1560 (Porträt) 53
, (Wappen) 53
Universität Tübingen, c. 1560 55
Christian A. Gugel von Brand, v, J. Amman, c. 1583 . . 56
Johann Hebenstreit, I6ij 58
Seyfricd Pfinzing von Hcnfenfeld, v. M. Zündt, 156g . . 59
Johann Wilh. Kress von Krcssenstein, c. 1650 60
Georg Ruprecht, Magister, c. 1770 61
Adam Birkncr, c. 1740 63
Rcusch, c. 1757 64
Christof Krcss von Kressenstein, nach 1530 63
Johann Baptist Zeyll, v. P. Opel, 1593 71
Johann Demschwam de Ilradiczin, c. isfiS 74
Albert Kirchmayer, v. J. P. V. Rauschmayr, c. 1790 ... Si
Gottlieb Ettlirg, v. J, A. 1-ridrich, 17 «5
XII Abbildungen.
Seite
D. Chr. August Stoelzer, c. 1800 87
Adolf Schiel, v. E. Doepler d. J. 1893 89
Oskar von Hase, v. A. von Zahn bezw. L. Nieper, 1875 • 9^
K. E. Graf zu Leiningen- Westerburg, V. E. Krahl, 1893 . . 93
Heinrich Toebing, c. 1498 99
Unbekannt, c. 1495— 1500 105
„ M. G. B. H., 1495— 1500 106
Heyberger, c. 1500 107
Willibald Pirckheimer, v. A. Dürer, vor 1503 112
Michael Behaim von Schwarzpach, v. A. Dürer, c. 1509 . 113
Lazarus Spengler, v. A. Dürer, 1515 115
Hektor Poemer, aus Dürers Schule, 1525 . . . . . . . 118
Sebastian von Rotenhan, aus Dürers Schule, 15 18 . . . 121
Hieronymus Baumgartncr, v. B. Bcham, c. 1530 .... 123
Hans Scbald Beham, v. ihm, 1544 124
Wolfgang Pfalzgraf v. Veldenz, Herzog von Bayern, v. V.
Solis, c. 1559 125
Veit August Holzschuher, v. J. Amman, 1580 127
Johann Jakob Märtz, Dr. th., v. J. Amman, c. 1590 . . . 128
Johann Maicr gen. Eck, Dr. th., v. H. Springinkleer, c. 1518 130
C. G. Tengler, v. H. Springinklec?, c. 1516 131
Georg Tannstetter, Magister, v. W. H. Springinklec?, vor
1516 .133
Stadtbibliothek Oehringcn, v. L. Cranach, c. 1536—43 . . 135
Universitätsbibliothek Wittenberg, v. L. Cranach, c. 1536 137
Stift Benediktbeuern, v. H. Burgkmairr, 15 139
Hans (oder Fritz) Stromer, v. Chr. Stimmer, c. 1575 . . 140
Willibald Pirckheimer, v. J. B., 1529 141
Graf Trapp, v. T. H. V. B., 1569 143
Heinrich Vogtherr, von ihm, c. 1537 144
Wolf Chr. von Enzcstorf, v. M. Rota, 1575 145
Gregor Angrer, Dr. th., v. H. R. 1521 147
Johann Grcmper, c. 1525 148
Reinhard Graf zu Leiningen-Westcrljurg, c. 1530 .... 149
Matthias Bicchner, c. 1542 151
Wolfgang Seidl, 1543 152
-Abbildungen. XIII
Seite
Isaak Jcger, 1553 153
Kloster Tegernsee, c. 1556 154
„ Weissenau, c. 1568 155
Helmhart J. Freiherr zu Toller, 1571 157
Sebastian Miliner von Zwairaden, c. 1579 158
Karl Agricola, Dr. jr., v. J. B., 1588 159
Wolfgang Andr. Rem von Ketz, 1588 160
Johann Hektor Zum Jungen, c. 1590 161
Seitz, 15 162
Georg Hellwich, 15 163
von Oelhafen, v. H. Ullrich, 16 167
Georg Rehm, „ ,, „ c. 1600 168
Joh. Wilh. Kress von Kressenstein, v. H. Troschel und H.
Hauer, 16 19 169
Veit August Holzschuher, v. H. Sibmachcr, c. 1600 . . . 171
Herzogliche Bibliothek München, v. R. Sadeler, c. 1623 . 172
Arnold von Reygcr, v. Aeg. Sadeler, 1604 173
Johann von Liskirchen, v. Cr. v. d. Passe, c. 1602 . . . 174
Johann Georg von Werdenstein, v. D. Custos, c. 1600 . . 175
Wilhelm und Klara Kress von Kressenstein, v. R. Custos, 1645 177
Beilage: (Stich) Kloster Chiemsce, v. L. Kilian, 1637 . . 178
Kloster Chicmsee, v. W. Kilian, 1654 179
Pfinzing-Gründlach, v. A. Khol, c. 1650 180
Sigmund von Birken, Floridan, v. J. v. Sandrart, c. 1670 . 181
Kloster Tegernsee, v. Chr. J. Stenglin, 1700 182
Georg Christof von Volckamcr, v. D. Krüger, 1674 . . . 183
Kloster Seeon, v. J. Chr. Schmischeck, 1634 184
Freiherr von Landsee, v. I. H. Fickwirtt, 16 185
Poemer, v. I. G. F. D., 16 186
Herzogliche Bibliotkek München, 1618 187
n n „ I618 188
Joh. Chr. von Engelshofen, 1623 189
Erhard von Muckenthal, 1634 190
Christof Fürer von Haimendorf, 1641 191
Joh. Christof Wolfskeel, 1643 192
Poemer, 1648 193
Hans Martin Löffelholz, c. 1650 194
XIV Abbildungen.
Seite
Schcurl, i6 195
Georg Schroeder, 16 196
Rittershaus, 16 197
Georg Christof Holzschuher, 1660 198
Balthasar von Löwenfeld, 16 199
Johann Georg Starckmann, Dr. ph. m., 16 200
Johann Christof Wagenseil, Professor, 16 202
Konrad Franz Reibelt, J. V. L., c. 1690 203
Eucharius Gottlieb Rink, Professor, c. 1692 204
Herzogliche Bibliothek, München, v. J. M. Söckler, 1779 . 208
Heinrich Christof von Ochsenstein, v. M. Rössler, 17 . . . 209
Frau von Jeetze, v. S. T. Gericke, 17 210
J. C. Graf Cobenzl, v. J. A. Schmuzer, 17 211
Herzog Joh. Wilh. von Sachsen-Eisenach, c. 1722 . . . 213
Ambrosius Graf von Virmont, c. 1710 214
Aloys Graf von Harrach, c. 1710 215
Fürst Philipp Lobkowitz, c. 1725 217
Fr. L. A. Freiherr von Lerchenfeld, 17 218
F. W. Baibach von Gastel, 17 219
Joh. Lconhard von Behr, c. 1728 220
Chr. Fr. J. von Pauli (1699) 17 221
von Krafft, 17 222
Achilles August Lersner, 17 223
Beruh. Friedr. Rudolf Lauhn, c. 1770 224
Bartholomeus Jakob Neuss, v. J. E. Nilson, 1752 .... 226
Johann Reis, Dr. in., v. J. E. Nilson, 1756 227
Erhard Ricdlin, v. J. A. Fridrich, c. 1750 229
M. A. Gräfin Fugger, v. J. E. Bclling. c. 1750 230
J. F. M. Graf von Salcrn, v. J. N. Maag, c. 1780 .... 231
Stadtbibliothek Kaufl>euren, v. C. F. Hörmann von Guten-
berg, c. 1740 232
Bergbibliothek Glücksbrunn, v. J. H. Mcil, 17 233
H. S. = Hieronymus Schultz, v. J. R. Strachowsky, 1780 . 235
H. M. von Günderode, v. J. Striedbeck, 17 236
J. Friedemann Graf von Werthern, c. 1765 237
K. O. Freiherr von Gymnich, c. 1770 238
? Schütz von Pfcilstadt, c. 1770 239
Abbildungen. XV
Seite
Johann Daniel Schöpflin, v. J. Weis, c. 1765 240
Karl Werner Curtius, Dr. m., c. 1760 241
G. H. A. Koch, c. 1770 242
Thomas Heinrich Gadebusch, c. 1770 243
Orientalische Akademie, Wien, c. 1775 244
Aloys Welfinger, S. J., 1775 245
Gg. Wilh. Friedrich Löffelholz, c. 1775 246
A. Chr. Im. Seidl, c. 1770 247
Evangelisches Kolleg Augsburg, v. L. M. Steinbergcr, c. 1760 249
Fr. J. F. Brentano, v. J. G. Thelot, c. 1740 251
Alfons Kennedy, v. Graf La Rosc^e, c. 1769 253
Johann David Köhler, v. M. Tyroff, c. 1730 254
L. Fr. A. Freiherr von Lützerode, v. J. F. Volckart, 178. 255
Joh. Josef Reuss, Dr. m., v. J. G. von Müller, 1779 . . . 256
Franz Kern, gen. Humser, v. J. F. Beer, c. 1790 .... 257
Friedrich Karl von Moser, v. H. Cöntgen, c. 1765 . . . 259
Käth'chen Schönkopf, v. J. W. von Goethe, 1767 . . . 260
Weller, v. J. M. Bernigeroth, c. 1760 261
Karl Benjamin Lengnich, Archidiakon, v. K. L. Crusius, 179 . 262
Luise Gottschedin, v. J. M. Stock, c. 1750 — 60 .... 263
Daniel Chodowiecki, von ihm, 1777 265
Alexander Meyer, v. J. W. Meil, c. 1795 267
J. H. S. Formey, v. J. E. Gcrickc, c. 1760 268
Jamerai Du Val, v. J. Chr. Winkler, c. 1750 270
AdmiraUtät und Licentkollcgium Königsberg i. Pr., v. W. P.
Kilian, c. 1726 271
Josef Paul von Cobres, c. 1782 274
Johann Peter Cerroni, c. 1795 — 1800 275
J. L. Schmucker, Dr. m., c. 1785 276
Ferdinand von Ilosson, Reichsherold, v. B. J. Weyss, c. 1780 279
Heinrich Braun, Kanonikus, v. J. M. Soeckler, c. 1770 . . 281
Joh. Chr. Harrer, Dr. m., v. J. G. Fridrich, c. 1767 . . . 282
Johann Michael von Loen, v. P. Fehr, 1725 283
Kloster Mallersdorf, v. Mayr, 17 300
„ Wessobrunn, v. J. E. Belling. 17 301
„ St. Blasien, 17 302
„ Eberbach, 17 305
• I
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XVI Abbildungen.
Seite
Kloster Mönchsroth, v. J. H. StÖrcklin, 17 306
Ursperg, 17 307
Oberzeil a. M., 175 308
Sayn, v. E. G., c. 1775 309
Schlögl, 1698 310
Diessen, v. A. Schön, 1755 311
Högelwörth, 1725 312
Fölling, V. Jungwirth, 1744 313
Wengen, 1785 314
„ der Dominikaner, Regensburg, v.J. A. Fridrich, 17 . . 315
,, der Jesuiten, Mainz, Donatoren-Exlibris des Erz-
bischofs Daniel Brendel von Hohenburg, 1558 . . . 320
Deutsch-Orden, Linz, J. Ph. Graf von Harrach, 16 . . . . 322
St. Peter, Fritzlar, 16 323
Frauenstift Buchau, M. Th. Gräfin Montfort, 17 325
Erzbischöfliches Stift- und Regulhaus, Innsbruck, 17 . . . 327
Stift Thierhaupten, 1587 • . . . . 329
J. E. von Knöringen, Bischof von Augsburg, c. 1574 . . 337
O. G. von Gutmann, Suffragan von Köln, 1624 .... 338
Seb. Dcnich, Bischof, 1672 339
Sigmund von Kollonitz, Kardinal, Erzbischof von Wien,
c. 1730 340
G. Langwert von Simmern, Suffragan von Regensburg,
1728 341
Jos. Klem. Herzog von Bayern, Kurfürst, Erzbischof von
Köln, c. 1710 342
Klem. Wenz. Herzog zu Sachsen, Kurfürst, Erzbischof von
Trier, c. 1785 347
Jesuiten-Kolleg Würzburg, c. 1634 351
Hans Hübner, Professor, v. J. Hübner, 1868 359
Bernhard Koehne, 18 365
Deutscher Exlibris-Verein, von A. M. Hildebrandt, 1892 . 380
K. E. Graf und M. Gräfin zu Leiningen -Wcsterburg, v. E.
Doepler d^ J., 1899 381
Otto Haak, v. G. Otto, 1898 383
Stift Kremsmünstcr, v. G. Otto, 1893 384
Oskar Roick, von ihm, 1S99 385
Abbildungen. XVII
Seite
Arthur von Osterroth, v. O. Hupp, 1895 387
P'reiherr von Lipperheide, v. K. Rickelt, 1894 388
S. M. Freiherr von Bethmann, v. K. L. Becker, 1889 . . 390
Heraldische Gesellschaft Adler, Wien, v. E. Krahl, 1887 . 392
Lydia Freifrau v. Sterneck, v. H. G. Ströhl, 1899 . . . 393
K. E. Graf zu Leiningen -Westerburg, v. A. Freiherr von
Fölkersam, 1899 395
Alfred Freiherr von Dachenhausen, v. Alexander Freiherr
von Dachenhausen, 1900 397
Eduard Lorenz Meyer, von ihm, 1894 399
Philippine Kuhn, v. M. Esterle, 1899 410
Max Ostenrieder, v. J. Diez, 1901 411
Dr. Georg Hirth, v. J. Diez, 1899 412
Margarethe Strauss, v. B. Pankok, 1899 4 '3
Alois Balmer, von ihm, 1898 414
Franz Xaver Zettlcr, v. A. Pacher, 1890 416
Richard Schmidt, v. Helene Varges, 1901 421
M. A. Klausner, v. Elli Hirsch, 1900 422
Otto Eckmann, von ihm, 1898 • . . . 424
Dr. m. Hans Curschmann, v. J. Sattler, 1898 427
Max Hinterlach, v. P. Voigt, 1898 428
Beilage (Stich) P. Voigt, von ihm, 1898 428
Walter von Zur Westen, Assessor, v. K. Schönberger, 1899 431
E. Uhles, V. R. Knötcl, 1900 432
F. Altmann, v. G. Barloesius, 1900 435
Willibald Franke, v. G. Barloesius, 1899 436
K. G. F. Langenscheidt, v. H. Hirzel, 1900 437
R. Oldenbourg, v. M. J. Gradl, 1898 440
Fanny Pfennig, v. Ed. Pfennig, 1900 441
August Rasor, v. H. Thoma, 1898 443
B. Lorch, V. F. Schumacher, 1900 445
Klara und Eduard von Gebhardt, von ihm, 1897 .... 447
Sigmund Hinrichsen, v. O. Schwindrazhcim, c. 1892 . . . 449
Ludwig Freiherr von Türcke, v. Francis (Oppenheimer)
1900 452
Alfred Heymel, v. H. Vogeler, 1899 456
H. Schwabe, von ihm, 1901 458
XVIII Abbildungen.
Seite
P, Hugo Schmid, v. B. Wenig, 1899 459
Brunegger Bibliothek, v. W. W. Sturtzkopf, 1897 .... 460
Julius Hoffmann, v. A. Erdmann, 1898 461
Dr. K. G. Bockenheimer, v. Kl. Kissel, 1890 463
Max Klinger, von ihm, 1896 465
Dr. W. Erhardt, v. O. Greiner, 1899 467
Gustav Drobner, v. H. Feldmann, 1897 468
Konrad Burger, v. Lina Burger, 1898 469
Richard Grimm, von ihm, 1900 470
Dr. Hans Löschnigg, v. D. Pauluzzi, 1898 472
R. M. Rilke, v. E. Orlik, 1897 474
Magda Gräfin zu Leiningen-Westerburg, v. E. L. Meyer,
1896 478
Friedrich Wolf, von ihm, 1862 484
Bibliothcca Palatina, v. R. Sadeler, 1623 490
Wilhelm IL, Deutscher Kaiser, v. E. Doeplcr d. J., 1896 . 496
Kl. Aug. Kurfürst-Erzbischof von Köln, v. B. H. de Brockes,
1760 499
Konrad Peutinger, 1516 506
O. Fürst Bismarck, v. L. Burger, 1895 507
Histor. Verein der Pfalz, v. A. M. Hildebrandt, 1893 . . 515
G. Hobsinger, 1539 524
J. Vennitzer, v. G. D. Heumann, 1730 ........ 525
Universal-Exlibris, 1489 531
W. H. u. G. Buderus von Carlshausen, v. P. Voigt, 1897 . 536
Alice Meyer, v. E. L. Meyer, 1895 539
Caecilie Wolbrandt, v. K. Wolbrandt, 1898 541
Hans Lukas von Cranach, v. G. Barlocsius, 1900 .... 543
Warmholtz, c. 1790 546
Notariats-Signet W. M., 16 S49
EINLEITUNO.
i Schlüsse des 19. Jahrhunderts blickt die
|in dieser Zeit entstandene, äusserst starke
iEzlibris-Bewegung, die in historisch-
1 litterarischer Beziehung Frankreich, Eng-
land, Deutschland, Oesterreich, Schweden, Amerika,
Holland, Italien und die Schweiz umfasst, auf eine etwa
25jährige Entwicklung zurück, deren letzte 10 Jahre
von besonderem Erfolg gekrönt waren.
Diese, über 400 Jahre alte, in Deutschland auf-
gekommene Sitte, seine Bücher mit „Exlibris" zu sichern
und zu zieren, ist heutzutage allenthalben wieder auf-
gelebt, und so geziemt es sich wohl, den Ursprung, die
Blütezeit, den Niedergang und das erneute Wieder-
Inkrafttreten des alten praktischen Gebrauchs heute
eingehender zu untersuchen, zumal ein gut Teil Kultur-
und Kunstgeschichte damit verbunden ist-
Wieviele, die sich jetzt ein Exlibris machen lassen,
ahmen nur nach, was sie beim nächsten Bekannten
sahen oder in Zeitschriften abgebildet fanden, und ver-
hältnismässig nur Wenige wissen, dass sie damit einer
2 Einleitung.
Sitte huldigen, der bereits ihre Vorfahren im 15. Jahr-
hundert folgten, und die infolge ihrer nützHchen wie
zierenden Eigenschaften volle Daseinsberechtigung hat.
Wird die jetzt gerade rapide Steigerung in der An-
schaffung eigener Exlibris naturgemäss wie bei allen
epidemisch auftretenden Moden auch sicher wieder ihre
Minderung finden, so wird doch im Allgemeinen der so
nützliche Gebrauch, zu neuem kräftigem Leben erwacht,
nunmehr für alle Zeiten fortbestehen, solange wir Bücher
und namentlich Privatbibliotheken haben w^erden. Die
gebräuchlichen und einzig richtigen Bezeichnungen für
unsere Blätter sind:
I) „BIBLIOTHEKZEICHEX^S welcher Ausdruck
seine Erklärung deutlich in sich birgt und den wir, latinisiert,
schon im 18. Jahrhundert als ,,signum bibhothecae^' vor-
finden (Exlibris Magister Christian Gottlieb Steinberg,
Breslau, 1762); im ,, Tagebuch eines deutschen Freiheits-
kämpfers^' von 18 13— 15 (E. L. Z. VII. S. 67) kommt
dieser Ausdruck um 1840 zum ersten Mal in der Litte-
ratur vor; auch der erste deutsche Exlibris-Schriftsteller
Heinrich Lempertz d. Ae., 1853 — 65, gebraucht ihn aus-
schliesslich.
Der manchmal vorkommende Ausdruck „Bücher-
zeichen" ist eine moderne, ungenaue Erfindung, die
sehr oft zu Verwechslungen mit ,, Buchzeichen = „Lese-
oder Merkzeichen'' führt, womit man diejenigen Blätter
bezeichnet, welche man in ein Buch da einlegt, wo man
beim Lesen stehen geblieben ist.
In früheren Zeiten sagte man: Sich ein ,,Wappen"
oder ein „Kupfer" (— Kupferplatte, Kupferstich) machen
lassen. Hans Imhof sagt in seinem „Theatrum virtutis
et honoris" oder „Tugendbüchlein" Willibald Pirck-
Einleitung. 3
heimers*' 1606: ,)Dann er sich ein schönes Emblema
erdacht und aufs Kupfer bringen lassen (von J. B. 1529),
welches er vielen seinen Büchern nach Gelegenheit
vomen und hinten inseriert" (E. L. Z. V. S. 43). Alle
jetzi^^en Exlibris-Schriftsteller von Bedeutung gebrauchen
nur mehr das Wort „Bibliothekzeichen", oder sagen :
2) „EXLIBRIS". Dieser Ausdruck rührt daher, dass
die Inschrift auf diesen Besitzzeichen mit den Worten
,, Exlibris" — folgt der Name des Besitzers im Genitiv —
„aus den Büchern des . . . ., aus der Bibliothek des . . . ."
beginnt. Diese kurze und praktische Bezeichnung ist
international geworden, auch sie findet sich in den Titeln
der drei bestehenden Exlibris -Vereine, des englischen,
deutschen und französischen, sowie in den Antiquariats-
katalogen.
3) Als richtige Bezeichnung findet man auch hier und
da: „BESITZZEICHEN" und „BUCHEIGNERZEICHEN".
4) Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt,
dass auf 8 Exlibris der Familie von Hase in Leipzig der
altdeutsche Ausdruck „BUCH-ALMER" erscheint, da dieses
Wort dem Dr. Oskar von Hase bei seiner Beschäftigung
mit dem mittelalterlichen Bibliothekswesen für Bibliothek-
zeichen wiederholt vorgekommen war; „Almer" entstand
aus armarium, eigentlich Bücherschrank, soviel als
„wissenschaftlicher Waffenbehälter", Hauptausdruck für
die mittelalterliche Bibliothek.
Im Englischen sagt man ausser Exlibris: Bookplates;
im Französischen: Exlibris und marque de posscssion
oder de bibliotheque, im Holländischen : Exlibris, Boek-
merken und Bibliotheck merken.
Man darf die Exlibris oder Bibliothekzeichen nicht
mit den teils allegorisch, teils heraldisch ausgestatteten
4 Einleitung.
„Buchdrucker- oder Verlegerzeichen" oder „Signeten"
verwechseln, die meistens auf den Buch t i t e 1 blättern,
bei alten Werken auch manchmal am Schluss des Buches
eingedruckt sind ; sie bilden das persönliche Zeichen des
Druckers oder Verlegers oder das seiner Anstalt und
gehören zu jedem aus der gleichen Officin hervor-
gegangenen Buche.
Auch darf man die meist kleinen typographischen
Zettelchen, die in den oberen oder unteren Ecken des
inneren vorderen oder hinteren Einbands kleben, nicht
für Exlibris halten; dies sind Adressen angaben des Buch-
binders, der das betreffende Buch gebunden hat.
Dagegen sind bei den Exlibris mit einschlägig die
sogen. „SUPEREXLIBRIS" = Aussenbibliothekzeichen,
die auf der äusseren Seite eines Bandes den Besitzer
dadurch nennen, dass man dessen Wappen oder Namen
oder Anfangsbuchstaben in Golddruck, Blinddruck oder
polychrom in den äusseren Deckel einpresste ; künstlerisch
stehen die älteren Superexlibris meist nicht so hoch als
manche Bibliothekzeichen des i6. und 17. Jahrhunderts;
die Blütezeit der Deckelpressungen fällt in Deutschland
ins 15. und 16. Jahrhundert, in Frankreich standen und
stehen heute noch diese „reliures" oder „fer de reliures"
in hohem Ansehen. Als gutes Beispiel sei hier (S. 5) das
Superexlibris des Peter Vock von Rosenberg von 1608
abgebildet, das den Besitzer in Rüstung mit dem
Schildbild auf dem Brustpanzer und der Rose als Helm-
zier zeigt.
Nicht immer sind jedoch diese Deckelpressungen,
z. B. im 16. Jahrhundert, auch Besitzzeichen ; denn oft-
mals, besonders bei Büchereinbänden Leipziger Herkunft,
verzierte man die Deckel der Ledereinbände mit Porträts
Einleitung. g
und Wappen hervorragender Fürstlichkeiten (z. B. Sachsen)
oder Zeitgenossen (Luther etc.), deren Metallstempel vor-
rätig gehalten und beliebig als Buchschmuck verwendet
Superexlibtis von PctcrVock von Rosenberg (I60S).
wurden. Solche Deckelpressungen sind dann natürlich
nur Verzierungen und keine Superexlibris.
Eine eigentümliche Art von Eigentumsbezeichnung
findet sich im 1 6. Jahrhundert in Rostock; es sind 4 Bei-
Einleitung.
&â–
spiele davon erhalten (E. L. Z. IV. S. 6 u. 89), dass
man den Namen in die oberen und unteren Metall-
schliessen des Einbands eingravierte; diese Sitte scheint
sich aber über Rostock hinaus nicht weiter verbreitet
zu haben.
Mit der Hand ^^j^Är^VÄ^«^ Eigentumsvermerke finden
sich schon im 14. Jahrhundert; doch sind diese im
Allgemeinen ohne besonderes IntereSse, ausgenommen
sie rühren von einer historisch bekannteren Person her,
oder sie sind mit Wappen oder künstlerischen Initialen
versehen.
Die ZWECKE eines Bibliothekzeichens oder Exlibris
lassen sich genau bezeichnen; in erster Linie soll es das
Buch sichern, d. h. das in einem Buch klebende Ex-
libris verkündet dokumentartig den rechtmässigen Besitzer
und es soll den Entleiher beim Oeffnen des Deckels
mahnend erinnern, dieses Buch seinem rechtmässigen
Besitzer, den eben das Exlibris nennt, zurückzugeben.
Sieht man von den berüchtigten absichtlichen Bücher-
räubern ab, so weiss Jedermann, dass entliehene Bücher
oft lange in einem Bücherschranke des Entleihers ohne
dessen schlechte Absicht vergessen ruhen ; befindet sich
ein Exlibris im Deckel, so ist die frühere oder spätere
Rückgabe des Buchs leicht ausführbar; ist dies aber
nicht der Fall, so wird Jemand, der z. B. zu Studien-
zwecken viele Bücher zu gleicher Zeit zu entleihen
pflegt, oft schon nach einem halben oder ganzen Jahre
vielleicht nicht mehr genau wissen, wohin er ein oder
das andere Buch zurückzugeben hat. Aus Versehen in
andere Bibliotheken gekommene, bei Revisionen oder in
Nachlässen gefundene fremde Bücher können durch die
Beweiskraft eines Exlibris wieder an den richtigen Ort
Einleitung. 7
zurückgeleitet werden ; oder bei Bücherdiebstählen bildet
das Bibliothekzeichen, wenn es noch nicht entfernt ist,
eine Art Beweis gegen den Büchermarder zu Gunsten
des rechtmässigen Eigentümers.
Aus dem vorstehend Gesagten erhellt einerseits der
Nutzen und der Vorteil eines Bibliothekzeichens, anderer-
seits aber auch die (nicht immer beachtete) Notwendig-
keit, dass sich auf jedem Exlibris in erster Linie der
Name des Besitzers und nicht nur allgemeine Darstell-
ungen oder anonyme Wappen befinden sollen. Die
Nennung des Namens auf dem Exlibris sichert ein
Buch am besten.
Der zweite Zweck ist der, ein Werk zu zieren;
wer, wie jeder Bibliophile, seine Bücher liebt, wird in
jedem Bande ein individuell zu seiner Person passendes
kleines Kunstwerkchen vorziehen, an Stelle eines meist
schlecht geschriebenen Namenszugs oder gar eines häufig
nicht genau oder nicht deutlich eingedruckten Schwarz-
oder Blau-Stempels, welch letzterer wohl für eine Staats-
bibliothek von über lo oder looooo Bänden passen mag,
nicht aber für eine Privatbüchersammlung, die nur selten
über einige tausend Bände hinausgehen wird. Ein nach
den besonderen Wünschen des Bestellers ausgeführtes
Exlibris knüpft, wenn es erst in ein Buch eingeklebt
ist, kraft der Art der bestellten Zeichnung und der
mannigfachen, in letztere hineingelegten Beziehungen,
ein enges Band zwischen Buch und Besitzer, das
sich sogar auf erbende Familienangehörige und
Freunde ausdehnt. Es liegt eine gewisse Intimität
sowie eine Individualisierung vor, die die Bücher einer
Bibliothek und den Eigentümer enge vereinigt und
auch oft nach langer Zeit Schlüsse auf den Charak-
8 Einleitung.
ter, den Geschmack und das Studium des Exlibris-
besitzers zulässt.
Eine Gefahr für die Schönheit eines Blattes liegt
vor, wenn die Zeichnung einem minder fortgeschrittenen
Dilettanten überlassen wird, der es vielleicht recht gut
meint, dem aber das Können oder die Anerziehung
künstlerisch feineren Geschmackes fehlt. Verzeichnungen,
Ueberladungen , unschöne Anordnung, Fehler werden
die Folge sein. Anders liegt die Sache, wenn be-
rufene Zeichner und Künstler das Exlibris auszuführen
haben; dann werden diese Blätter wirkliche „Zier-
den" eines damit versehenen Buches sein; ich er-
innere nur an Namen wie Dürer bis Doepler, Cranach
bis Klinger!
Signierte, d. h. mit dem Namen oder Monogramm
des Stechers oder Zeichners versehene Blätter werden
jedem Kunsthistoriker und Sammler willkommener sein,
als nicht bezeichnete, bei denen man nur auf Vermutungen
oder Vergleiche mit Blättern ähnlichen Charakters an-
gewiesen ist. Die Signierungen sind meist sichere Beweise
für die Autorschaft eines Blattes, das, wenn es z. B.
von einem bekannteren Meister oder Kleinmeister
herrührt, nicht nur höheren pekuniären, sondern viel-
mehr höheren künstlerischen, ideellen und Schönheits-
Wert hat.
So sind auch datierte Blätter sympathischer als
undatierte. Wenn ein in Stilperioden erfahrener Kenner
wohl fast jedes Blatt bis auf lo — 20 Jahre seiner Zeit
wird taxieren können, so fällt dies dem Laien schon
erheblich schwerer; auch zieht man einen sicheren,
gewissermassen urkundlichen Beweis einer Berechnung
und Vermutung vor.
Einleitung. 9
Der Platz, an dem man die Exlibris eingeklebt
findet, ist verschieden : Hauptsächlich im inneren Vorder-
deckel, doch auch hie und da im inneren Hinterdeckel,
bei Doppel- Exlibris in beiden; femer auf dem Vorsatz-
blatt, oder auf der Rückseite des Titelblatts, sowie ein-
gedruckt auf der Rückseite desselben, sowohl mittels
Holzstöcken, als auch Kupferplatten; weiters auch als
besonderes Blatt ntiteingebunden.
Was sonst alles über Exlibris zu sagen bleibt, ist
in den nachfolgenden Einzelabteilungen behandelt, wes-
halb auf diese verwiesen sei.
1. TEIL.
ALLGEMEINES.
I. KAPITEL.
HERSTELLUNGSARTEN.
rünglich wurden die, die späteren Exlibris
] vertretenden Eigentumsvermerke, ausser ge-
wöhnlichen Einschreibungen vorwiegend Wap-
I pen, mit der Hand einzeln eingezeichnet und
eingemalt; als nach Erfindung der Buchdruckkunst durch
Johannes Gutenberg, Mainz, um 1450, eine Vervielfältigung
auf mechanischem Wege möglich und gegeben war, tritt
zunächst der Holzschnitt, die Formschneidekunst hervor.
Diese älteste Art ist bis heute die empfehlenswerteste
geblieben, da sie eine Darstellung in flottem und deutlichem
Strich bei kräftigen Umrissen ermöglicht und den ursprüng-
lichen Charakter der aufs Holz gezeichneten Original-
zeichnung, die Manier und das Charakteristische des
Künstlers am besten wiedergiebt. Der Holzschnitt kommt
zwar schon im 10. Jahrhundert bei den Chinesen und
in Deutschland im 14. Jahrhundert vor, der älteste dalirie
ist von 1423; es wird auch an die BlockbUcher des
Herstellungsarten. I I
15. Jahrhunderts erinnert; doch wurde der Holzschnitt
erst im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts von Be-
deutung und erreichte seine höchste künstlerische Aus-
bildung am Anfang des 16. Jahrhunderts unter Albrecht
Dürer. Zeichner und Holzschneider waren manchmal
eine Person, doch dürfte die Regel gewesen sein, dass
ein besonderer Holzschneider die Zeichnung eines Anderen,
des Malers oder Zeichners, ausführte. Für den Holzschnitt
besonders thätig waren Albrecht Dürer, Hans Holbein
d. J., Lukas Cranach, Hans Burgkmair, Hans Baidung
Grün, der Engländer Bewick, der Eriinder des modernen
Holzschnitts, bis herauf zu Ludwig Richter und Hugo
Bürkner, von denen Allen Exlibris herrühren.
Die Holzschnitt-Exlibris kommen hauptsächlich in
schwarzem, seltener in braunem Abdruck vor, jedoch
auch — und dies gilt insbesondere für Deutschland —
häufig ;;/// der Hand bemalt; teils roh und flüchtig von
unkundiger Hand, teils sauber und mit künstlerischem
Gefühl.
Am meisten wurde der Holzschnitt bei Exlibris im
15. und 16. Jahrhundert angewandt; neuerdings finden
sich ebenfalls wieder in Holz geschnittene Bibliothek-
zeichen *).
*) Prächtige Beispiele alter Holzschnitt - Exlibris sehen wir in der
deutschen Exlibris-Zeitschrift, Jahrgang I— XI, wo zahlreiche hand-
bemalte und schwarze Exemplare in tadelloser Treue wiedergegeben
sind, so z. B. in II. 2 Radigunda Gossenbrot, geb. Eggenberger c. 1502,
in II. 3 Christof Scheurl c. 1500, und Wiguleus Hundt von Lauterpach
1556, im III. I Joh. Ras gen. Koester 149 1, Propst Georg von Heilig-
kreoz, Augsburg 1567, in III. 2 Tannstetter c. 1485, in III. 4 Vitus
Tuthsenhauser 1542, in IV. 3 W. Hering 1536 und K. Peutinger 15 16,
in IV. I und V. 4 Weihbischof M. Vatli von Konstanz 1529, Johann
1 2 Allgemeines.
Hier folgt ein gutes Beispiel aus der Sammlung des
Verfassers: Jakob Hainrichmann, Kanonikus zu Augsburg,
c. 1520, dessen kräftiger, sauber kolorierter Holzschnitt
seinen Wappenschild zeigt; »S. M. C.« auf dem Täfel-
chen bedeutet die Anfangsbuchstaben seines Wahlspruchs
»Spes Mea Christus«; »D. V. I. H.« löst sich in Jako-
bus Hainrichmann, Divini Verbi auf.
Die nächstwichtigen Arten der Herstellung von
Exlibris sind Kupferstich und Radierung^ welche bereits
seit Anfang des 16. Jahrhunderts gefährliche Neben-
buhler der Formschneidekunst wurden und die eine viel
feinere Ausführung des Gegenstandes ermöglichten. Der
Kupferstich ist um 1440 in Südwestdeutschland erfunden
und das älteste bekannte datierte Blatt (kein Exlibris)
ist von 1446. In dieser sog. Kleinkunst ragen, eben-
falls mit Bezug auf Exlibris: Albrecht Dürer, Barthel
und Sebald Beham*) hervor, dann Virgil Solis, J. Am-
man, H. Ullrich, H. Troschel, M. Zündt, A. Khol, die
Custos, die Sadeler, H. Sibmacher, J. E. Ridinger, die
Familie Kilian , ferner G. D. Heumann, J. E. Nilson,
M. Bernigeroth, J. W. Meil, J. Striedbeck, D. Chodo-
wiecki, die Cöntgen, die Fridrich, M. Tyroff, J. G. von
Mueller, bis herauf zu W. Unger, C. L. Becker, M. Gube,
F. Halm, M. Klinger, O. Greiner, H. Vogeler.
Stabius c, 1530, K. Kentmann 1532, in V. 2 Augsburger Siadtbiblio-
thek c. 1530, in V. 3 Bischof Urban von Gurk 1572, in V. 4 Bischof
Hugo von Konstanz c. 1520, in VI. 3 Hektor Poemer c 1520, in VII.
4 J. C. Scherb 1598, in VIII. 3 M. Pfintzing d. Aelt. 1548, in VIII.
4 ü. Byrgl c. 1560.
*) Der bedeutendste englische Exlibris-Kupferstecher C \V. Sher-
born in London richtete sich in seinen hervorragenden Exlibris oft nach
den deutschen Meistern Dürer, H. S. Beham, Aldegrever, M. Le Blond,
Virgil Solis etc. Auch G. W, Eve hat an ihnen mit Erfolg gelernt.
Herstellungsarten. 1 3
Neben dem Holzschnitte blühte der Kupferstich am
künstlerischsten im 16. Jahrhundert; er wurde auch im
17. und 18. fast ausschliesslich angewandt. Wenn er
auch im Anfang des 19. Jahrhunderts noch oft vorkommt,
so ist doch ein Rückgang in der Zahl wie in der Technik
und in der Schönheit der Ausführung zu verzeichnen.
Nach 187 1 griff man auch bei den Exlibris wieder auf
den neuerdings hochgeschätzten Kupferstich und die
Radierung zurück, wenngleich diesen beiden Arten in
den billigeren modernen Vervielfaltigungsmanieren er-
folgreiche Rivalen entstanden sind. Doch ist immerhin
seit 1871 eine stattliche Anzahl moderner und hervor-
ragender Stiche zu verzeichnen, die nur in Einem, näm-
lich in der Zahl, von England übertrofFen werden*).
Der verwandte Stahlstich ist nur bei ganz wenigen
Exlibris nachzuweisen, während Steindruck^ Lithographie,
bei vielen Bibliothekzeichen des 19. Jahrhunderts, be-
sonders in letzer Zeit benützt wurde. Am Schluss des
18. Jahrhunderts von AI. Senefelder-München erfunden,
ist der Steindruck heute auf eine sehr hohe Stufe der
*) An ausgezeichneten Abdrücken von den altoi Originalplalien
bringt die deutsche Kxlibris-Zeiischrift gute IJeispicle , so in VI. 4 II.
liaumgarlner c. 1530 (von B. Keham), I\'. 4 Ilaller von Raitenbuch
c. 1600, III. 4 G. S. Cloler d. Aelt. und d. J. c. 1617 und 1643, IV.
1 M. Gerum c. 1640, V. 3 S. von Birken c. 1670 und Fr. l-'rhr. von
Ncsselrode c. 1695, IV. i J. M. von Slall)urg c. 1719, VI. 3 Stift
Kaisern 1S74 etc. An modernen Stichen, ebenfalls von <len Original-
platten: HI. 4 C. L. Becker (von diesem) 1S93, III, 3 Adolf und
Albertine Bichofen von Kcht, i'iS'j und 1S03 (^von C. L. Becker). IV,
2 und IV, 3: 8 Exlil)ris der kai'ierlichen Keichsdruckerei Berlin, 1894
(von \\ Voigt), Vir. I \V. Bode, ivS<)7 (^von M. Klinger), IX. i W.
Feising, 1S9S (von Fr. Stassen), IX. 4 Helene Schuesslcr, iSuy (^von
L. Kühn).
1 4 Allgemeines.
Vollendung gebracht. Die beiden Firmen Dr. C. Wolf
und Sohn, Hof- und Universitätsbuchdruckerei, München,
und Hoflieferant C. A. Starke, Görlitz, haben eine Reihe
sehr schöner Bibliothekzeichen in dieser Technik ge-
fertigt.
In der Neuzeit werden ausser den vorgenannten
Verfahren noch alle neueren Erfindungen des 19. Jahr-
hunderts zur Herstellung von Exlibris benützt, so
Photographic , Photolithographic , Chromolithographie^
Heliogravüre y Glich es von Zinkätzung, Phototypie-Strich-
ätzungy Autotypie 'Netzätzung u. s. v^\
Auch einige ganz neue Techniken seien noch kurz
erwähnt: Das direkte Eindrucken der Exlibriszeichnung
auf die inneren Buchdeckel oder das Vorsatzblatt ver-
mittelst Schablonen^ d. h. geätzter Patronen^ welche Ernst
Berger, München , für eine Reihe Münchener Exlibris
(Betty Adler, Dr. Keyssner, Dr. Stieler etc.) anwandte
(vergl. E. L. Z. VIII. 2). Die ältesten mir bekannten,
mit ausgeschnittener Schablone ausgeführten Exlibris
sind drei Blätter aus Frankreich oder der französischen
Schweiz oder dem Elsass, in Rot- und Schwarzdruck,
Dr. j. E. Hardy, 1747, ferner ein ebenso schabloniertes
in Rot- und Gründruck, Dr. j. G. J. de Bridoul, c. 1750,
und ein Exlibris Duch6, Frankreich, c. 1770; neuerdings,
1899, sind solche Schablonen in Dorpat von Anna von
Wahl für Familienmitglieder ausgeführt worden; Muster
für Scliablonen-Exlibris, 1897, von Miss Waldron, linden
sich in der deutschen Zeitschrift »Dekorative Künste
(München, I. 2. S. 87).
F'erner schuf der bekannte Maler Hans Thoma in
Frankfurt a. M., nun Direktor der Kunsthalle in Karls-
ruhe i. B., sowie Otto Köhler, Berlin, nach dem Vor-
Herstellungsarten. I ^
"o
bilde des Steindrucks Exlibris, deren Originalzeichnungen
auf Aluminiumplatten — Algraphie — hergestellt wur-
den, Fräulein M. Fiedler, Dresden, solche ^wi Zinkplatten y
und O. Schwindrazheim, Hamburg, ätzte sogar eine
Exlibris-Zeichnung auf Glas,
Auf alle Techniken vom Holzschnitt bis zum Zink-
clich6, bezw. auf deren genaue Beschreibung näher ein-
zugehen, verbietet der Raum ; man findet das Einschlägige
in jedem Kunsthandbuch. Es sei nur bemerkt, dass der
Kupferstich das Teuerste, das Zinkclich^ das Billigste
zur Herstellung von Exlibris ist.
Für die hier genannten Arten finden sich in den
1 1 Jahrgängen der deutschen Exlibris-Zeitschrift zahl-
reiche Beispiele, die hier nicht alle einzeln erwähnt
werden können. Ausserdem bietet dieses Buch selbst
in seinen Abbildungen genügendes Material zum Ver-
gleichen.
Schliesslich sei noch der Vollständigkeit halber er-
wähnt, dass in Deutschland im 17., wie in England im
18. Jahrhundert Beispiele vorkommen, dass Personen
Oblatsiegel mit ihren Ringen in ihre Bücher druckten;
sogar Siegellacksiegel fanden sich. War der Grund auch
manchmal der Mangel an einem eigenen Exlibris, so
trifft sich der Fall eines Oblatsiegelstempels bei dem
deutschen Exlibris »J. F. J. D.«, 18. Jahrhundert, auch
neben und zugleich mit dem in Kupfer gestochenen
Wappen - Exlibris. Der Betreffende glaubte wohl da-
durch die Beweiskraft des Eigentums zu erhöhen. Ein-
gebürgert hat sich diese unpraktische und unschöne
Sitte nicht.
Auch schwarze Abdrücke von Eisenschnitten (17.
Jahrhundert) und schwarze und blaue von Messing-
1 6 Allgemeines.
stempelt], den Vorläufern unserer heutigen Gummistempel,
giebt es ; man hat sogar die für Abdrücke auf die Aussen-
seiten der Ledereinbände bestimmten Metallstempel der
Super-Exlibris auch schwarz auf Papier abgedruckt und
dieses eingeklebt, z. B. Erhart Volt, Abt zu KremsmUnster
1587. Solche Metall-, Gummi- etc. Abdrücke sind aber
meist unkünstlerisch, unschön und undeutlich.
Schliesslich seien noch die Prägestempel unserer
Zeit genannt, die man selbst mit einer Stanze ins Vorsatz-
blatt einschlug; z. B. : Dom Pedro August Prinz von
Sachsen-Coburg-Gotha , c. 189a, Krone mit Umschrift,
die wie bei Briefbogen erhaben aus dem Papier hervor-
traten; oder man stellte geprägte Exlibris auf kleinen
quadratischen Zetteln her, die man dann einklebte, z. B. :
F. Berg, 1900 (in Blau auf Weiss, und in Gold auf Weiss).
11. KAPITEL.
ÜBER DEUTSCHE UND ENGLISCHE
HERALDIK*).
jl a die deutschen Exlibris vom 15. Jahrhun-
Idert an bis zur neusten Zeit zu einem sehr
I beträchtlichen Teile mit Wappen geschmückt
jjsind, so ist es unerlässlich, die deutsche
Heraldik hier mit zu berühren; ein Vergleich mit
der nahverwandten , doch aber verschiedenen eng-
lischen Heraldik wird auch manchen deutschen Leser
interessieren.
Das Wappen wesen dürfte wohl in Frankreich
seinen Ursprung genommen haben und war dort
in hohem Maasse ausgebildet. Was heute dort da-
von übrig blieb, ist nur mehr ein Schatten der alt-
mittelalterlichen, heraldischen, schönen Komposition von
Siegeln und Wappen. Wenn auch, trotz der republi-
kanischen Staatsform, heutzutage noch eine fast auffallende
•) UenUiile Quellen: Professor Ad. M. Hildebrandls Wappcnfibel,
F. Warneckes und Professor E. Doeplers d. J. heraldisches Handbuch,
H. G. Siioehia Heraldischer Alias, H. G, Strochls AtiLkel in „Kunst
und Handwerk", Wien 1899. 11. 7.
1 8 Allgemeines.
Freude an Wappen {gerade in Frankreich herrscht, so
werden doch dort bei der Zeichnung eines alten oder
neuen Wappens jetzt viele Fehler gemacht und Stile,
Perioden und Jahrhunderte so durcheinander gemengt,
dass man von einer Beachtung heraldischer Hauptregeln
in Frankreich nicht mehr oder nur in Ausnahmefällen
reden kann. Der Grund hiefür ist in erster Linie in
dem Mangel eines inodernen heraldischen guten Hand-
buchs in Frankreich zu suchen, das die altcji^ guten
Muster und Hauptregeln wieder zu allgemeinerer Kennt-
nis bringt und den Ballast hässlicher, jüngerer Zuthaten
über Bord wirft. Man hält sich dort zu sehr an zopfige
Regeln und vernachlässigt dabei die künstlerische und
stilistische Seite der Heraldik. Anders liegt dies in
Deutschland und England ^ deren Heraldik viel Ver-
wandtes in sich birgt. Namentlich in den Hauptregeln
und in denen des Mittelalters ähnelt sich das Wappen-
wesen beider Länder sehr. Nur in den letzten zwei Jahr-
hunderten ist die englische Heraldik in engere Fesseln
gelegt worden, und viele nun feststehende Regeln sind
hinzugekommen, während hierin in Deutschland mehr
Freiheit geblieben ist und es hier genügt, die alten
Hauptgrundsätze im Auge zu behalten. Beide Länder
haben im Wappenwesen Ende des i8. und Anfang des
19. Jahrhunderts gleichzeitig einen Niedergang in der
Schönheit der Wappendarstellung und im Geschmack zu
verzeichnen, was eben der Mode und dem Zeitgeist jener
Periode entspricht. Und bei beiden Ländern ist auch, bei
Deutschland etwas früher als England, im letzten Viertel-
jahrhundert eine gemeinsame Rückkehr zum guten alten
Geschmack, zum älteren Stil bemerkbar, was der
Schönheit der Darstellung nur nützlich ist; ich erinnere
über deutsche und englische Heraldik. 19
bezüglich Englands nur an Namen wie Father An-
selm Baker, C. W. Sherborn , G. W. Eve, J. Vin}»^-
comb etc.
Um auf Einzelheiten und Verschiedenheiten deutscher
und englischer Heraldik einzugehen, sei bemerkt, dass es
nicht deutsche — das Gleiche gilt für Oesterreich und die
Schweiz — , aber speziell englische Sitte ist, das Zimier
(Helmzierde), Crest mit Wulst gleich auf den Schild zu
setzen; in Deutschland gilt als logische Regel, dass ein
Zimier, eine Helmzier, nicht allein steht und nicht
ohne Helm und Helmdecken darzustellen ist, da es auf
dem Helme, wie es in Wirklichkeit war^ festgebunden,
festgeschraubt oder festgenietet zu denken ist. Ausnah-
men, und zwar nach englischem Vorbild, sind natürlich
auch auf deutschen Wappenzeichnungen und Exlibris
festzustellen; jedoch lässt sich der Grund hiefür meist
leicht nachweisen; denn einesteils war es zu Anfang des
19. Jahrhunderts in Deutschland oft beliebt, etwas Aus-
ländisches nachzumachen, nur weil es ausländisch war,
— ein Fehler, der in den letzten 30 Jahren immer mehr
.schwand — andernteils verrät die Herkunft und Heimat
der Blätter die Gründe der Nachahmung auswärtiger
Mode; so wurden z. B. hamburger und hannoversche
Exlibris aus Rücksichten der Verwandtschaft oder der
Handelsverbindung und infolge der dadurch bedingten
Reisen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts oft in
London hergestellt, daher die englische Mode auf deut-
schen Bibliothekzeichen innerhalb der ersten 60 Jahre
des 19. Jahrhunderts. Dies sind aber Ausnahmen, und
»Ausnahmen bestätigen die Regel« bekanntlich.
Das Vorhergesagte gilt auch für das in England oft
vorkommende »/;/ der Luft Schweben^ des Ziiniers =
20 Allgemeines.
Crests über dem Schilde, während die deutsche Sitte
dessen Festsitzen auf dem Helm verlangt.
Eigenartige, rein englische Schildformen sind ferner
der oben dreispitzige Dreiecksschild (late Georgian oder
spadeshield, die englische Pelta) und die Eisenhutform
(modern oder die sinker), welche es, ausgenommen in
der Nachahmungsperiode in der ersten Hälfte des 19. Jahr-
hunderts, in Deutschland nie gab.
Die Stellung der Helme ist in Deutschland ohne
Bedeutung und Unterschied für besondere Stände. In
England dagegen gelten in der Neuzeit folgende Regeln,
die aber auch in der guten alten englischen Heraldik,
auf alten dortigen Monumenten, noch nicht massgebend
waren :
Königliches Haus: Goldener Helm, vorwärts ge-
richtet, mit 6 bars oder Spangen.
Herzog : Silberner Helm mit Gold geziert, seitwärts,
mit 5 bars oder Spangen.
Marquis (Earl, Graf), Viscount u. Baron : Seitwärts
gewendet, mit 5 bars oder Spangen.
Baronet, Knight: Stahlhelm mit Silber dekoriert,
vorwärts, mit offenem Visier, ohne bars (Spangen).
Esquire: Stahlhelm, seitwärts, mit geschlossenem
Visier.
Diese Unterschiede in der Richtung des Helms
kennt die deutsche Heraldik nicht. Sie hat hier nur
zwei Regeln: a. Sind mehrere Helme vorhanden, so sieht
der mittelste (Haupthelm) geradeaus, die zwei oder meh-
reren äusseren nach dem mittelsten, also die rechts-
stehenden nach links oder halblinks, die linksstehenden
nach rechts oder halbrechts; und b, Helm und Zimier
richten sich in der Zeichnung nacheinander, d. h. lässt
über deutsche und englische Heraldik. 2 I
sich das Zimier zeichnerisch nicht seitwärts darstellen,
so muss der Helm geradeaus gerichtet sein und umge-
kehrt. Jedenfalls ist es in Deutschland heraldisch und
logisch unzulässig, einen Helm geradeaus und das Zimier
darauf seitwärts zu richten; denn das Zimier sitzt auf
dem Helm fest und dreht sich 7nit diesem! Die deutsche
Regel verlangt : Helm und Helmzierde müssen eine Rich-
tung haben.
Sonst ist es dem Besteller oder Zeichner überlassen,
dem Helm eine Stellung zu geben, die ihm für die
Schönheit und den Stil der Zeichnung erforderlich er-
scheint; aus einem offenen Adlerflug, d. h. mit zwei Flü-
geln, bei vorwärts gekehrtem Helm wird bei der Seit-
wärtsrichtung desselben ein geschlossener Flug, d. h.
man sieht nur einen Flügel oder den zweiten dahinter
nur halb.
Man kann für Deutschland nur von einem feststehen-
den Helm reden, dem sog. Königshelm, der golden und
mit offenem Visier dargestellt wird; diese französische
Erfindung kam jedoch erst im i8. Jahrhundert nach
Deutschland, wurde aber von Kaiser Friedrich III. als
Kronprinz — mit Recht — nicht mehr befolgt, dessen
Reitersiegel einen Stechhelm zeigt, und ebensowenig von
Kaiser Wilhelm IL, dessen von ihm bestimmter Helm
(mit Helmschmuck) der alte deutsche Spangenhelm ist.
Auch bei Bayern und Sachsen sieht man diesen Helm
nicht mehr.
Die Zahl der Spangen am Spangenhelm ist in
Deutschland keine feststehende und wechselt je nach
Platz und Grösse beliebig zwischen 5 und 7 Spangen.
Die Zahl der Helme bedeutet in Deutschland keinen
bestimmten Rang, sondern sie ist eine historische Folge
-? ^
Allgemeines.
der zum Stammbesitz durch Eroberung, Erbschaft, Hei-
rat, Kauf etc. hinzugekommenen neueren Besitzungen
und deren Wappen. Ebenso bedeuten in Deutschland
z//V/feIdrige Schilde nur in geringerem Masse, d. h. in
zweiter Linie, Abstammungen und Verwandtschaften;
sie besagen vielmehr die Mehrung im Besitz durch
hinzugekommene Güter, Herrschaften und Provinzen,
deren ursprüngliche, meist Familien-Wappen zum alten
Stammwappen vom 15. Jahrhundert an hinzugefügt
wurden.
Beim sog. niederen Adel kommen vielfeldrige Schilde
fast nur in Diplomwappen vor, ohne Beziehung auf Ab-
stammung etc., bei gräflichen und freiherrlichen be-
ziehen sich die Figuren in mehrgeteilten Schilden bis-
weilen auf die Familie der Mutter des Begnadeten oder
auf irgend eine der Erhebung zu Grunde liegende That-
sache, oder sie bilden einen Teil des landesherrlichen
Wappens (sog. Gnadenzeichen). Zuweilen sind sie ganz
willkürlich. Während z. B. der Schild eines Esquires
in England oft 30 und mehr Felder enthält, zeigen in
Deutschland nur einzelne Wappen von Staaten und einige
von älteren, besitzreichen Familien mehr als vier und
fünf Felder.
Alte deutsche Familien greifen heutzutage mit Vor-
liebe zur Darstellung nur ihres alten Stammwappens,
unter Weglassung der erst in den letzten Jahrhunderten
hinzugekommenen (oft wieder verlorenen) Besitzungen.
Die alte Regel gilt heutzutage wieder: Je einfacher das
Wappen, desto älter und desto schöner sieht es aus.
Während in England der Erstgeborene seinem
väterlichen Schilde als Zeichen seiner Erstgeburt einen
Turnierkragen (französisch : lambel , englisch : label)
Ober deutsche und englische Heraldik. 23
beifügt*), d. h. dem Schilde auflegt, gilt der Turnier-
kragen, ein sogen, Beizeichen, in Deutschland, einer
rheinischen Sitte folgend, als Zeichen der jüngeren Linie
eines Hauses; er wird aber heutzutage fast gar nicht
mehr angewandt.
Die Schildhalter sind in Deutschland — ausgenom-
men in denjenigen Wappen, in denen sie in der neueren
Zeit ausdrücklich mitverliehen wurden — nicht unbe-
dingt feststehend, vor allem aber nicht so mannigfaltig,
wie in England, wo der Kolonialbesitz manches auslän-
dische Tier zum Schildhalter schuf. In England dagegen
sind zu Schildhaltern nur die Peers, Knights of the garter
(Orden), Knigths grand-cross of the Bath (Orden), Baro-
nets of Nova Scotia und einige wenige Familien berech-
tigt, denen sie ausdrücklich verliehen sind oder die sie
schon aus alter Zeit überkommen haben.
Etwas, das die englische Heraldik, nicht aber die
deutsche kennt, sind die Badges^ cognizances oder Er-
kennungszeichen, wappenmässige Figuren, welche keinen
unbedingt integrierenden Bestandteil des Wappens aus-
machen, jedoch als besonderes Zeichen oft an dessen
Stelle treten; die Badges sind freischwebende Figuren,
die als Dekorationsmotive leichter zu handhaben waren,
als die komplizierten Wappenbilder. Sie wurden früher
auf Aermeln, Brust oder Rücken der Diener oder Krie-
•) Der Zweitgeborene einen Halbmond (cresceni), der Drittgeborene
einen Stern (muUct), der Viertgeborene einen Vogel (martlei), der
Fünfte einen Ring (annuelt), der Sechste eine Lilie (fleur de lys), der
Siebente eine Rose (rose) , der Achte ein Kreuz (cross moline) , der
Neunte ein doppeltes Vierblatt (double quatrefoil). Beim Tode des
Vaters legt der älteste Sohn den Tournierkragen ab, jedoch die anderen
Söhne nebst ihrer Descendenz gebrauchen ihre Unterscheidungen weiter.
24 Allgemeines.
ger angebracht, auch auf Standarten oder Lanzenfähn-
chen. Heute finden wir sie auch auf Briefbogen, Hof-
und Firmenschildern etc. Als Beispiele seien erwähnt:
Die drei in den Kronreif gesteckten Straussfedern
mit dem Band und dem altdeutschen Motto »Ich dien«
des Prinzen von Wales, die rote Rose des Hauses Lan-
caster, die weisse Rose von York, die halb rote, halb
weisse Rose von Tudor; die rote linke Hand in Silber,
das Badge von Ulster, das Zeichen der Baronetswürde.
Seit den ersten Jahren des i8. Jahrhunderts (Königin
Anna) sind die Badges des königlichen Hauses fest-
stehend, so die (Tudor-) Rose für England, die Distel
für Schottland, das Kleeblatt für Irland und neuerdings
die Lotosblume für Indien.
Diese englische Badges-Einrichtung fehlt in Deutsch-
land; dennoch besteht insofern etwas Aehnliches in der
deutschen Heraldik, als man Teile des Wappenschildes,
richtiger einzelne Schildfiguren, oder des Helmschmuckes
als Wappenhauptmotiv auch einzeln zu dekorativen
Zwecken verwendet, z. B. in Malereien, Schnitzereien,
Stickereien, auf Schmuckgegenständen u. dergl.
Eine vollkommene Verschiedenheit herrscht in den
beiderseitigen Rangkronen.
Abgesehen von der einbügeligen Krone des alten
Deutschen Reichs, der dreibügeligen der deutschen Kaiser
seit 1871, der deutschen Kaiserin und des deutschen
Kronprinzen, sowie der österreichischen Kaiser-, ungari-
schen Königs- und der englischen Königskrone und der
des Prinzen von Wales, die ihre bestimmten, festgesetz-
ten Formen haben imd die jedermann kennt, gelten für
Deutschland bezw. Oesterreich folgende Formen, die
zwar nie gesetzlich, wohl aber durch langjährigen Usus
über deutsche und englische Heraldik. 25
feststehen, anerkannt sind und so gebraucht werden;
hier sei gleich folgendes bemerkt: -^^r^^kronen treten
allgemeiner erst seit etwa 200 Jahren auf; sie dürfen
nicht mit der alten dreiblättrigen He/mkrone verwechselt
werden, die früher auf den Helmen fürstlicher und
adeliger Wappen vorkam; ferner ist es nach deutschen
heraldischen Regeln ein Unding, eine moderne, erst 200
Jahre alte RangVxon^ auf einen alten^ 3-, 4- und shun-
dertj ährigen Helm zu setzen, da die Entstehungszeiten
nicht zusammenpassen; auf einen mittelalterlichen Helm
gehört auch nur die alte dreiblättrige Helmkrone, die
nicht einen höheren oder einen niedrigeren Adelsrang
andeutet, sondern nur besagt, dass der Inhaber dieses
gekrönten Helms, wie man früher sagte, »zu Schild imd
Helm geborene, also adelig ist. Diese Helmkrone wird
in den Diplomen des 16. und 17. Jahrhunderts nach
dem damaligen Kanzleistil fälschlich »Königliche Krone«
genannt.
Die deutschen «radeligen Familien führten ursprüng-
lich gar keine Helmkrone; erst durch die ^r/V/adeligen
Geschlechter, denen in Diplomen gekrönte Helme ver-
liehen wurden, fanden die Helmkronen weitere Ver-
breitung. Aus dem Vorhergesagten ergiebt sich von
selbst, dass auf den Helm eines bürgerlichen Wappens
eine Krone nicht gehört; man gebraucht hier entweder
als Verbindung zwischen Helm und Zimier den Wulst
oder lässt die Helmzier direkt aus dem Helm und den
Decken emporsteigen.
Der Wulst wird in Deutschland nicht torpedoförmig,
wie in England, sondern in Form einer mehrfach ver-
schlungenen Tuchbinde gezeichnet. Ebenso entspricht
es guter deutscher Heraldik nicht — obwohl es in der
26 Allgemeines.
Neuzeit manchmal verliehen wurde — , über dem Schilde
eine Rangkrone und gleichzeitig über dieser auch noch
einen (oder mehrere) Helme anzubringen; in Wirklich-
keit » tragen € könnte man nur eines, entweder nur die
Rangkrone oder nur den Helm, aber nicht beide zugleich,
unten die moderne Rangkrone und darüber den alten
Helm. Will man also durchaus durch die Rangkrone
den Stand des Wappenherren andeuten, so muss man
Helm, Helmzier und Helmdecken weglassen und setze
die Rangkrone (nicht in der Luft schwebend) direkt auf
den oberen Schildrand; da die Rangkronen nur etwa
200 Jahre alt sind, darf daher der zur Rangkrone dar-
zustellende Schild nicht frühmittelalterlich romanisch
oder gotisch sein ; man wählt am besten zur Rangkrone
die letzte wirkliche Schildform, den unten runden, oben
rechtwinkligen Schild.
Die deutschest Rangkronen sind folgende;
a, Königskrone (Fig. i): 5 (sichtbare) Spangen, innen
offen, ausgenommen bei Preussen, deren innerer
Teil von einer Purpurmütze ausgefüllt ist; auch
von den königlichen Prinzen und den österreichi-
schen Erzherzogen geführt (Titulatur; »Majestät«,
bezw. »königliche«, bezw. »kaiserliche Hoheit«).
b, Grossherzog skr 07ie : 5 Spangen, innen halbhohe Pur-
purmütze (»königliche Hoheit«); sie existiert fak-
tisch nicht mehr, da sämmtliche Grossherzöge jetzt
ungefütterte Königskronen führen.
c, Herzogskrone (Fig. 2): 5 Spangen, innen volle
Mütze; der ältere Herzogshut hat statt des Metall-
stirnreifs Hermelin (»Hoheit«),
d, Fürstenhut (Fig. 4) : Der mediatisierten Fürsten des
sog. hohen Adels (ehedem reichsunmittelbar): Her-
über deutsche und englische Heraldik. 2/
Allgemeines.
, Romanisch und Frühgotik: 12, — 15. Jahrhundert;
Dreiecksschild, Topf- (Fig. 16) u. Kübelhelm (Fig. 17).
. Spätgotik: 15.— 16. Jahrhundert, Tartsche (Fig. 18),
unten halbrunder Schild (Fig. 19), Stechhelm (Fig.
Von WoKea
18) und Spangenhelm (Fig. 19), Seit dem 16. Jahr-
hundert wurde es — fälschlicherweise! ^ Üblich,
den spangenlosen Stechhelm (nur mit Sehschlitz)
den bürgerlichen, den Spangenhelm dagegen den
über deutsche und englische Heraldik. 3 '
adeligen Wappen zuzuteilen. Der Widersinn liegt
dariuj dass gerade der Stechhelm derjenige war,
den in erster Linie der turnierfähige Adelige in
dem ursprünglich nur ihm zustehenden Turniere
trug. Ein Beispiel dafür, dass man im 16. und
17. Jahrhundert auf diese Helmunterschiede Wert
legte, sind die Exlibris des Dr. med. Gg. Seefried
von Nürnberg, von Wolfgang Kilian, c. 1650. Zuerst
führte Seefried den damals bürgerlichen Stechhelm
auf seinen 2 Exlibrisgrössen (s. S. 30) und Hess dann
später auf der Kupferplatte den Stechhelm in den als
vornehm geltenden Spangenhelm umstechen (s.S. 32);
die hervortretende untere Spitze des Augenschlitzes
vom Stechhelm sieht man auf der abgeänderten
Platte noch zwischen Spangen visier und vorderer
Helmdecke. Wer heutzutage in der Heroldskunst
Bescheid weiss, macht daher jetzt auch keinen
Standesunterschied mehr zwischen Stech- und Span-
genhelm, sondern verwendet sie je nach dem Stil
der Zeichnung und dem Wunsch des Bestellers.
c, Renaissance: 16.— 17. Jahrhundert; Phantasieschilde
mit auf beiden Seiten gleichen Einschnitten, Aus-
kerbungen und aufgerollten Ecken, sog. Kartuschen
(cartouches), mit Spangen oder mit phantastischen
Helmen (Fig. 20).
d, Barock (\^\o\ Rokoko {i^^o), Zopf : 17. — 19. Jahr-
hundert; Schilde in krausester Willkür, meist ohne
Gleichmässigkeit der Umrahmung; Phantasiehelme
oder hauptsächlich Kronen statt der Helme (Fig.
21, 22); Empire: Zeit Napoleons I.
e, Hetitige Zeit: 19. — 20. Jahrhundert. Seit 1871
herrscht die neuste Wiedergeburt der Stile, d. h.
über deutsche und englische Heraldik. 33
man kehrte zu den guten alten Stilen und Mustern
zurück und wird auch, trotz Japanismus und des
modernen Blumen- oder Schnörkelstils, daran fest-
halten müssen, da Wappen heutzutage nur mehr
als Ausfluss des Familiensinns, als äusseres Zeichen
der Zusammengehörigkeit und zu dekorativen
Zwecken verwendet werden. Neue Schildformen
lassen sich schlechterdings nicht erfinden, da man
den Armschild nicht mehr in Kampf und Turnier
trägt. Dies gilt auch für die, verflossenen Zeiten
angehörigen Helmformen, denn es wird keinem
Verständigen wegen der Verschiedenheit der Zeiten
einfallen, einen modernen Infanterie-, Kavallerie-
oder Tropenhelm auf einen, einem längst vergan-
genen Jahrhundert angehörigen Schild zu setzen.
Die deutschen guten Heraldiker, wie die Professoren
E. Doepler d. J. und Ad. M. Hildebrandt in Berlin, oder
H. G.Stroehl und E. Krahl in Wien, haben jedoch oft schon
den Beweis geliefert, dassman auch alt dargestellte Wappen
recht gut mit der modernen Stilrichtung oder Anlage eines
Blattes vereinigen kann ; es gehört hiezu nur etwas, das
dem einen viel, dem anderen wenig ist: Feines Gefühl.
Die Hauptsache eines Wappens ist der Schild mit
seinen Bildern, der ursprünglich als Wappen allein in
Siegeln etc. erscheint und auch heute wieder vielfach
allein angebracht wird. Im Mittelalter und heute wieder
neigt man den Schild gern, statt ihn gerade zu stellen,
nach rechts*), wie wenn er schräg am Schildbande an
einem Nagel aufgehängt wäre.
*) Heraldisch rechts und links gilt nicht vom Beschauer aus ; man
hat sich den Schild an der Brust oder an der Sohulter des Schildträgers zu
denken ; das Rechts des Schildes entspricht also seinem rechten Arm etc.
3
34 Allgemeines.
Stehen zwei Schilde sich gegenüber, wie z. B. bei
Ehe Wappen, so verlangt die alte^ auch heute wieder
angenommene Regel »heraldischer Courtoisie«, dass der
vordere Schild (des Mannes) mit seinen Bildern, die
nach rechts sehen, herumgedreht wird, so dass diese
nach dem Inhalt des hinteren Schildes (der Frau) hin-
blicken, d. h. dass der Mannes-Schild nicht dem Frauen-
schild gewissermassen unhöflich den Rücken hindreht,
sondern dass die Schildinhalte sich ansehen.
Die heraldischen Schildbilder und deren Sprache
hier näher zu berühren, verbietet Raum und Zweck
dieses Buches; es sei nur kurz erwähnt, dass Adler und
Löwe die in Deutschland am häufigsten vorkommenden
Wappenbilder sind.
Das nächstwichtige ist Helm, Helmzier (Zimier) u.
Helmdecken. Mit dem Schilde müssen diese im Stile
selbstredend übereinstimmen ; denn man kann nach deut-
scher Regel nicht einen gotischen Schild mit Renaissance-
Helm und -Decken vereinigen.
Ueber die Stellung der Helme und Helmzierden ist
schon oben die Rede gewesen (S. 20).
Der Helm soll auf dem Schild fest aufsitzen, also
nicht in der Luft schweben oder nur mit der untersten
Spitze auf dem oberen Schildrand balancieren. Ist der
Schild schräg gestellt, ruht der Helm auf der oben be-
findlichen Schildecke. Sind mehrere Helme vorhanden,
muss der Schild gerade gestellt sein, und alle Helme
ruhen auf dem oberen Schildrand. Helme können Schild-
haltern, Menschen wie Tieren, auf den Kopf gestülpt
werden.
Die ältesten Helmzierden oder Zivilere waren Adler-
flügel, Stierhörner, Lindenzweige u. s. w. und waren teils
über deutsche und englische Heraldik. 3 5
wirkliche Flügel, Hörner und Zweige oder aus Leder,
Holz, Tuch, Blech etc. hergestellt. Später kamen noch
Figuren, Hüte, Mützen, Schirmbretter etc. hinzu, ur-
sprünglich waren die Zimiere wechselnd, d. h. ein und
dieselbe Person, sowie andere Familienmitglieder trugen
nickt immer gleichen Helmschmuck; erst in der zweiten
Hälfte des 14. Jahrhunderts werden die Helmzierden
erblich und für ein Geschlecht oder eine Linie gleich-
massig.
Ein im deutschen Wappenwesen oft vorkommendes
Zimier sind die Stierhörner^ die oft falsch beurteilt wer-
den (z. B. im englischen Exlibris-Journal, Dezemberheft
1893). Sie sind weder Elefantenrüssel, proboscides, noch
chalumeaux (wie Warrens Guide sagt), noch Blashörner,
sondern die Hörner des Auerochsen und des gewöhn-
lichen Stiers, die schon bei den alten Germanen in der
ältesten Zeit mitsamt der Kopfschwarte auf dem Helme
getragen wurden, um ein martialisches Aussehen her-
vorzurufen und dem Kopfe mehr Schutz gegen Hiebe
zu bieten. Erst in der Verfallzeit der Heraldik gab
man den Hornspitzen oben Mundlöcher, in die man
Federn, Fähnchen etc. steckte. Man hatte die ursprüng-
liche Bedeutung des Stierhorns vergessen und bildete
diesen Schmuck Jagdhörnern nach. Wer aber auf seinem
Familienhelm Stierhörner vererbt erhalten hat, bilde sie
auch als solche mit spitzigen Enden dar und lasse die
fehlerhaften Mundlöcher weg.
Wulst und Helm kröne vermittelten die Verbindung
von Helm und Zimier.
Die ältesten Helmdecken waren ein kurzes Tucli,
das wirklich als Nackenschutz gegen Hitze und Regen
getragen worden ist; gezeichnet wurde es hängend oder
36 Allgemeines.
fliegend ausgebreitet; später ward es teils wirklich in
gewissen Formen ausgeschnitten, »gezaddelt«, teils nur
so gezeichnet. Mitte des 15. Jahrhunderts sieht man
sie auf Darstellungen bereits blattartig ausgeschnitten,
teils bandartig, teils mit Enden wie die gotische Kreuz-
blume. Ende des 15. und im 16., auch im 17. Jahr-
hundert sind die Helmdecken akanthusartig gezeichnet
und werden, nachdem man auch hier den ursprünglichen
Zweck aus dem Auge verloren hatte, immer schwülstiger
und üppiger. Die Decken zeigen in der Regel die
Schildfarben. Die dekorativ wirksame englische Sitte,
die Helmdecken mit heraldischen Figuren (Lindenblättern,
Sternen, Herzen) zu bestreuen, ist in Deutschland nicht
bekannt.
Stellt man den Schild ;;/// Helm dar, so gehören
auch unbedingt Helmzier und Helmdecken zum Helme.
Schildhalter (auch Schildwächter) sind kein not-
wendiger Bestandteil eines deutschen Wappens, sie
waren willkürlich und nicht notwendig erblich und kom-
men schon frühzeitig vor (bei bürgerlichen Wappen erst
um 1456). In Deutschland kann man, wenn man über-
haupt Schildhalter wählt, — eine Verleihung ausgenom-
men — je nach Belieben, Stil der Darstellung und Raum
sein Wappen von einem oder zwei Schildhaltern halten
lassen. Am meisten findet man in Deutschland als
Schildhalter Löwen, doch auch Hirsche, Greife, Bären,
Hunde, Einhorne, ferner Engel, Heilige, wilde Männer
und Frauen, Landsknechte, Ritter, Jungfrauen etc. In
den Fällen der Neuzeit, in denen bei der Wappenver-
leihung, im Gegensatz zu früher, bestimmte Schildhalter
ausdrücklich mit verliehen werden, führen die betreffen-
den Familien meist nur mehr diese.
Über deutsche und enftlischc Heraldik.
Wie man z, B. Heilige als Schildwächter verwandte,
zeigt hier das Exlibris des Christophorus Hieronyir
38 Allgemeines.
Kress von Kressenstein, Nürnberg, Kupferstich, c. 1650,
auf dem die Namenspatrone, der heilige Christophorus und
der heilige Hieronymus neben den Schild gestellt sind.
Mit dem Vorstehenden ist die ältere Art des
»Wappens« erschöpft.
iVifw^r^Zuthaten sind die oben(S. 24 ff.) schon erwähn-
ten Rangkronen und die verschiedenen Hüte der geistlichen
Würdenträger; in Deutschland und Oesterreich hat der
Kardinalshut beiderseits unten je 5 Quasten, der Erz-
bischofshut je 4, der Bischofshut je 3; ferner vielerlei
Orden und Ehrenzeichen, Wappenmäntel und Wappen-
zelte, Devisen und Wahlsprüche,
Aus den ursprünglichen, mit dem Wappen oder den
Schildfarben nicht zusammenhängenden Lanze nfähnchen
wurden später die Banner und Standarten, welche oft
Wappenbilder ohne Schild oder Teile des Wappens ent-
hielten ; Fahnenbildei sollen stets nach der Fahnenstange
hinsehen; erst die modernen Kavallerie-Lanzenfahnen
des deutschen Reichs zeigen feststehend die betreffenden
Landesfarben.
Der Ursprung des Wappenwesens fällt in die Zeit
um 1 1 50, nach welchem Jahre auch die ältesten be-
kannten deutschen Siegel erscheinen. Der älteste be-
kannte Helmschmuck ist der des Königs Richard L
von England.
Die seit dem 14. Jahrhundert erscheinenden Haus-
marken waren zuerst persönlich, dann erblich : Sie sind
aus Stäbchen, Kreuzchen und überhaupt geometrischen
Figuren zusammengesetzt, waren ohne Umrahmung und
bilden kein »Wappen«; doch können sie, wenn man sie
in einen Schild stellt und mit Farben versieht, ein
Wappen vertreten.
über deutsche und englische Heraldik. 39
Die alten heraldischen Tinkturen (vgl. S. 27) sind:
a. Gold oder Gelb, b. Silber oder Weiss, a und b
werden »Metalle« genannt;
c. Rot, d. Blau, e. Grün, f. Schwarz; neueren Da-
tums, aber in Schilden kaum mehr gebräuchlich sind:
g. Purpur, h. Braun, i. Eisenfarbe.
Man darf nie Metall auf Metall, oder Farbe auf
Farbe setzen ; Metall muss immer auf farbigem Grunde
und umgekehrt stehen. Wird ein Wappen nicht mit
wirklichen Farben dargestellt, so gebraucht man die sog.
Schraffierung oder Farbenbezeichnung, welche seit i6j8
besteht; dieselbe ist zu vorstehenden Punkten a — g auf
der Tafel der Seite 27 unter Figur 23 dargestellt. Bei
besonders inhaltsreichen Wappen oder sehr kleinen
Zeichnungen lässt man die Schraffirung am besten weg,
um nicht zu überfüllen ; ebenso bei plastisch ausgeführten
Wappen, nichtminder bei Wappen, die im mittelalterlichen
Stile gezeichnet werden, weil um diese Zeit die feststehende
Schraffierung von 1638 noch nicht erfunden war.
Da man es in der Zeit der guten Heraldik nicht
liebte, grosse leere Schildflächen vor sich zu sehen, so
benützte man gern zur Ausfüllung des Schildes die
Damascierung oder Musterung, die eine grössere, leere
Fläche mit ornamentalen Verzierungen, Ranken, Schnör-
keln bedeckt, die aber kein besonderer Teil eines Wappens
war und ebensogut auch wieder weggelassen werden
konnte. (Vgl. S. 40 Niederaltaich, Abbildung.)
Sog. redende Wappen sind solche, deren Figuren
mit dem Namen des Wappenherrn deutlich oder mehr
versteckt übereinstimmen, z. B. : Rote Burg im Schilde
= Rotenburg, Fisch im Schild = Fischer, Hose im
Schild = Hos, u. s. w.
40
Allgcm
Gänzlich unheraidisch ist es, die hauptsächlich, im
allgemeinen erst in der Neuzeit vorkommenden Mono-
grammc in einen Schild zu setzen.
Zum Schlüsse sei noch ein oft auf deutschen Ex-
Ubris vorkommender Schild erwähnt, der des deutscluti
Künstlenvappens , welcher (im Gegensatz zu Holland
und Frankreich) in rotem (nicht blauem) Felde 3 silberne
oder weisse Schiidlein enthält (S. 27, Fig. 24); die Helm-
zier dazu ist eine wachsende Jungfrau in rotsilbernem oder
weissem Gewände zwischen 2 Damhirschstangen; Helm-
decken: rot silbern oder rot-weiss.
111. KAPITEL.
INSCHRIFTEN AUF EXLIBRIS.
e uotwt:udi};ste f>isc//n/t aui einem Bibliothek-
icichen ist des Besitzers Namen. Fehlt
J dieser, so erfüllt das Blatt seinen Haupt-
weck nicht; denn man muss wissen, wem
das mit dem Exlibris versehene Buch gehört und
wem man es zurückzugeben hat. Aus gleichem Grunde
genügen Anfang.sbuchstaben, Monogramme oder nanien-
lo.se Wappen auch nicht. Es ist daher schon aus prak-
tischen Gründen dringendst anzuraten, nie Vor- und
Zunamen auf einem Exlibris wegzulassen, mag die sonstige
zeichnerische Darstellung sein, wie sie will.
Dieser Nützlichkeitsregel folgten bereits die ältesten
Exlibrisbesitzer, und vom 15. bis 18. Jahrhundert findet
man verhältnismässig seltener ein Blatt ohne den Namen
des Buchbesitzers. Erst im 18. Jahrhundert begegnet
man öfters Blättern, auf denen sich nur eine Wappen-
oder symbolische Darstellung ohne Namen befindet.
Hier zum namenlosen Wappen etc. den dazu gehörigen
Familiennamen zu finden, ist oft recht schwierig und
4-2 Allgemeines.
höchstens vermöge Suchens in den zahlreichen deutschen
Wappenbüchern oder in Wappenbilderlexikons nur bei
zwei Dritteilen möglich; die betreffende Person selbst
aber oder deren Vornamen festzustellen, ist meist ganz
ausgeschlossen; und doch wüsste man oft gern, welcher
bestimmten Person einer Familie Exlibris und Buch gehört
hat, oder noch gehört. Anonymität ist wie im allgemeinen
Leben so auch hier in unserem Falle entschieden zu
verwerfen.
B. Ausser den Namen finden wir vielfache, höchst
verschiedene Eigentumsbezeichnungen*) und zwar in
Deutsch^ wie auch in dem, besonders den Gelehrten
früherer Zeiten naheliegenden Latein] seltener in
Griechisch, Hebräisch, manchmal auch in Französisch,
welche Sprache im i8. Jahrhundert wiederholt auf deut-
schen Exlibris zu finden ist.
Ohne hier alle Arten erschöpfend mitteilen zu wollen,
sei hier eine Auslese von Eigentumsbezeichnungen ge-
bracht :
Deutsch :
Für meine Freunde und mich (Schwarzkopf 1791).
Gropius und seinen Freunden (18 . .),
Für mich und mein Haus (v. Reiberg 186 .).
Bibliothek des (von Neufville 1891).
Zur Bibliothek (ICreuzschule 18 . .).
Zur Leihebibliothek (Waisenhausbuchhandlung Braunschweig 17..).
Der (Heideloff 'sehen) Bibliothek gehörig (18 . .).
Aus der Bibliothek der (Gräfin Hahn 1890).
Die Bibliothek von mir gestifft,
Im Lorenzer Pfarrhof aufgericht (Vennitzer 161 8).
*) Vgl. zu B.— N.: E. L. Z. II. 2. S. 3-7, II. 4. S. 19-21^
V. S. 59—60.
Inschriften auf Exlibris. 43
Bibliothekzeichen des (P. Hilden 1894).
Bücherei (Jansfelde 18 . .).
Aus der Bücherei (Stetten 18 . .).
's Bücher (Milhauser 17 . . )•
Zu den Büchern (Hegner 17..)-
Aus den Büchern (Bredelin 17 , .).
Gehörig zu denen Büchern (Georgii Bögner 17 . . ).
Büchersammlung (Reinecke I7.0*
Aus der \
Zu meiner l Büchersammlung (17..).
No. der j
Aus dem (Orthischen) Büchervorraih (17. . ).
Eigenthum von (Thurn und Taxis, 18..).
Der Hochschule zu (Strassburg 1S7 . , Heidelberg 188 . ).
Aus dem Vermächt niss (Jasche 1787).
Das puch und der schilt ist ... . (Universalexlibris 14S9).
Drei Kleeblättlein, solches ist der Seyler Wappenzier,
Drum schützt es auch dies Büchel hier (Seyler 1891).
Keine Leihebibliothek (v. Gaudy 18..).
Mir und Dir! (v. Hase 1876).
Gehört nach Wettbergen (v. Retberg 1S6.).
Dass mein Andenken bleib in dieser Bücherei,
Stell ich auch dieses Buch den Herrschaftsbüchern bei,
Die „Hohe Lohe'* gönn' ihm ein Gnadenstrahl,
So stets zu ihrem Dienst, mir zum Gedächtnismahl (Gräflich Hohen-
lohe'scher Rat Wolff 170S).
Was du hier siehst, ist mein und dein,
Die Kunst wird dich wie mich erfrcun.
Nähmst Du was mit, hätt' ich's gar gern,
Wenn's geistig; handlich bleib's dir fern (H. Lempertz 18..).
Um jedem anzuzeigen,
Dass dieses Buch mein eigen,
Fügt ich dies Zeichen ein (Lütcke 189.).
Dies Buch gehört in meine Hand,
Elise Hausen bin ich genannt,
Francke bin ich geboren,
Wer's find't, ich hab's verloren (Freifrau v. Hausen 1893).
44 Allgemeines.
Elisabeih, Heilige, Rosengeheiiigte,
Schütze das Wenige, was mir gehört (Elisabeth v. Hausen 1894).
Latein :
Ex bibliotheca und ad biblioihecam (sehr oft!).
Signum bibliothecae (Steinberg 1762).
Signetum ^ (Magdeburg 1597).
Symbolum „ (Nack 1759).
Insigne, Insignia bibliothecae, oder librorum.
Ex catalogo bibliothecae.
Ex bibliophylacio (Altmann 17..).
Sum bibliothecae fratrum (Hammelburg 1762).
Liber (Ebner 1516).
Ex libris, ad libros, ex libris bibliothecae (sehr oft !).
Ex libris . . . ab . . . colleclis (Deutschordenskommende Wien und
Linz 16 . .)
Ex collectione librorum (Harscher 17..),
Unus ex collectione librorum (Eimbecken 1720).
Inscr. Catal. librorum (Graf Enzenberg 17 . . )
Patronus libri (Bischof Melchior von Konstanz 1529).
Iste liber est (Flüml 1492, Fölling 1560).
Librorum signum (L. Clerici 18..).
Possessor hujus libri (Filser 1725).
Proprium (Frisingense, Freising 1727).
Ex libria, ex libraria, ex suppelleciile libraria (Zahn 17..)*
Suppellex librorum (Schmidner c. 1670).
Pro ejusdem bibliotheca (Domkapitel Eichstätt 16..).
Ex museo (Schöpf lin 17..)'
Ex fructibus (Barkhaus 17 . . ).
In usum, ad usum (Teubern, Eder 17..).
Me possedit
Verus possessor (Högger 170.).
Sum Joannis Cunei. Sors olim licet nonnunquam reccdat redit
(Keil 155.).
Wessofontani proba sum possessio claustri (Wessobrunn 1706).
Meque Hirostephani bibliotheca tenct (Weihenstephan 1 7 • . )•
Hie liber spectat ad monasterium Benedictbeurn (15..)*
Patriae et amicis (Pfmzlng 1569).
Sibi et amicis (Pirckheimer 1503).
Inschriften auf Exlibris. 45
Sibi et suis (Schurer 15 . . )•
Amico amicus (Prcw 16 . . ).
Gleimii et amiconim (17 . . ).|
Musis et amicis (Baur 17..).
Amicis et mihi (D'Oench 18. . )•
Bibliothecae amiconim.
Nostnim et amiconim.
NoD mihi, sed aliis (Savigny 17 . . )•
Amicorum, haud omnium.
Nunquam amicorum.
Ex hereditate, ex dono.
C Ferner enthalten manche Exlibris Vorschriften
wegen der Rückgabe des Buches, z. B. :
Deutsch :
Man bittet um baldige Rückgabe dieses Buches (Kissel 18S6).
Man bittet um gütige Schonung der entliehenen Bücher, sowie um
deren baldige Zurückgabe (Adamy 1891).
Wer binnen . . . das Buch nicht zurückbringt, bezahlt für jeden
ferneren Tag . . . Pfennige (Bibliothek des Vereins vom heiligen
Karl Boromaeus 18..).
Bücher schonen, baldigst zurückgeben! (v. Garczynski 1893).
Ersuche um baldige Zurückgabe (Geissler c. 1860).
Um bestmöglichste Conservirung der Bücher wird freundlichst
gebeten (L. Vaterloss c. 1840).
Gieb stets zurück zur rechten Frist
Mein Buch, das nicht das Deine ist (A. Zschuppe 1895).
Hah! 3 fein Buch! (R. Benkard 1895).
Lies und gieb zurück (Hannchen Föhm, 19CX)).
Entleiher von Büchern aus dieser Sammlung werden ersucht,
jene Bücher sorgsam in Acht zu nehmen und sie binnen 14
Tagen wieder zurück zu liefern (A. Hertwig c. 1860).
Niemand darf mich einverleiben,
Ich mnss beim Zum Felde bleiben (Zum Felde 1897).
Liebes Büchlein lass dir sagen,
Wenn Dich Jemand weg will tragen,
46 Allgemeines.
Sag, lass mich in meiner Ruh^
Ich gehöre Rös'chen Sperling zu.
(1802; dieser Spruch kommt in der Mark wiederholt vor.)
Kehr wieder! (A. Weinhagen 1900).
Latein:
Heus! Domino me redde meo: sie jura reposcunt (Wessobrunn 1706).
Lege et redde.
Lex bibliothecae: Int er 14 dies commodatum ni reddideris, neque
belle custodieris, alio tempore dominus: Non habeo, dicam
(auch dicet ; C. Y, Hommel 1762, 67).
Iste liber pertinet ad S. Nazarium in Laurissa, redde sibi!
Üiere concesso, sed nuUus abuiere libro;
Lilia non roaculat sed modo tangit apis (M. und Th. C. Lilien-
thal 1700 und 1750).
(Vgl. auch unter E die beiden Gerhardschen Inschriften.)
D. Warnungen und Mahnungen, bei denen auch
das Ehrgefühl indirekt angerufen wird, sind ebenfalls
auf Exlibris wiederholt enthalten.
Deutsch :
Johannes Gremperii bin ich,
Wiltu was lesen? brich nicht mich,
Auch thue mich heimlich nit verhalten,
Dass Gott der Ewig dein muess walten (J. Gremper 1500.)
Anton Mirtschink bin ich genannt,
Gröditz ist mein Vaterland,
Wer diess Buch stiehlt, der ist schlecht,
Er sei Herr oder Knecht (Gesangbuch 1795).
Dieses HUchlein ist mir lieb,
Wer mir's nimmt, der ist ein Dieb,
Wer mir's aber wiedergiebt,
Den hab' ich lieb (In Schulbüchern 17..)-
Leih ich dich hinaus
Bleib nicht zu lange aus;
Komm zurück nach Haus;
Nicht mit Flecken oder Ohren,
Inschriften auf Exlibris. 47
Wie sie machen nur die Thoren,
Und geh ja nicht mir verloren (A. Stöber 187 . und Sir Thomas
Dick Laude r, Baronet 1900).
Der Gottlose borgt und giebt nicht wieder (Psalm 37, 21; Pfeil-
slücker 1889).
Latein :
Me sibi jure suum. Dominus propriumque paravit;
Usum concessit sponte cuique bono.
Sed tu, si bonus es, Domino me reddito, gratus,
Si retines, malus es, nee bonus usus erit (A. Hedio, Königsberg
c. 1650).
Caesaris sum, noli me längere (J. (\ Kcisser, 1706).
E, Aus den Mahnungen werden Drohungen, die
11. a. die Nichtrückgabe eines Buches geradezu als
Diebstahl erklären und oft einen Bücherfluch in sich
enthalten :
Aus diesem Ort, wer etwas raubt,
Dem bleib der Fluch, den Gott getrau! (WüUwarih 16..).
Dieses Buch ist mir lieb.
Wer es stiehlt, der ist ein Dieb'
Er sei Herr oder Knecht,
Der Galgen ist sein Recht.
Kommt er in ein Haus,
So jagt man ihn hinaus;
Kommt er an einen Graben,
So fressen ihn die Raben ;
Kommt er an einen Stein,
So bricht er Hals und Bein (Familienbibel 17..)*
Wer das puch stehl, desselben chel
Muzze sich ertoben, hoch an eim Galgen oben (14,.).
Dyt bock hört Metken vam Holte;
De dat vind, de do dat wedder.
Edder de Düvel vorbrennt em dat ledder;
Hoet dy! (17.. oder 18..).
48 Allgemeines.
Die Pest auf ihn, der mir das Buch nicht wiedergiebt (Marie von
Geyso 1899).
Wer stiehlt das Buch, den trifft mein Fluch (17 .)
Bücher-Borg-Regul :
So du vom Nächsten dir eyn Buch borgst aus»,
Verwahr es wol in deynem Hauss!
Auff dass es sauber bleyb wie kaum benutzt,
Insonderheyt vor Staub und Licht {geschützt ;
Auch leg nicht Butterkrapfen drauff,
Denn eyn Pfund Silber kostet jeder Kauff;
Selbst Dintenflecken streng vermeyd
Damit hat keyn Verborger Freud,
Ingleichen lasse Esels-Ohren seyii,
Leg nur eyn Pergamentstttck eyn !
Vor Allem gib zurück das Buch!
Ansonsten fällt auf dich mein Fluch.
Also hiermit Euch kundgethan
Von Eduard Dillmann, Bttchermann.
(E. Dillmunn, Korneuburg, 1901.)
Deutsch und Latein:
Hie Über est mein,
Ideo nomen meum scripsi drein;
Si vis hunc librum stehlen,
Pendebis an der Kehlen;
Tunc veniunt die Raben
Et volunt tibi oculos ausgraben.
Tunc clamabis : Ach, ach, ach!
Ubique tibi recte geschach (Germanisches Museum, Papierhandschrift).
Französisch :
Honny soit qui ne me rcnd pas (Wegener, 1S99).
Französisch und Latein.
Aspice Pierrot pendu,
Quod librum n'a pas rendu,
Pierrot pendu non fuisset,
Si librum reddidtsset (A. Stoeber iS..).
Inschriften auf Exlibris. 49
Latein
Est liber ille meus, caveas deponere loco,
Si mihi sostuleris, für tibi nomen erit (Hartmann, 15S1).
Inspector quare libris his abstine palmas
Ni pravi furis nomen habere velis (Tulpen c. 1675).
Sdto: Ultra Septimanae spatium e dicta bibliotheca ne me tecum
retineto. Quisquis me furto abstuleris, ne Deum iratum sentias,
Caveto! (Gerhard 17..)-
D. O. S. Bibliothecae Gerhardinae pars sura, Cave, ne macules,
ne laceres, ultra mensem ne e dicta bibliotheca apud te re-
tineas^ furari noli (Gerhard 17..)'
Privatae commodidati; publicae utilitati; non furtum facies; ite
potius ad vendentes (Matth. 25; Oberzell 175.)"
Qui te furetur, cum Juda dampnificetur (Mittelalter).
Sor \ f super \ f scrip \ f ^M fP^^* 1
Mor 1 '"^ \ süperb T"^" { rap TM ^ 1 ^" l"^ori } ^^^^
(Mittelalter).
Qui te furetur, hie demonis ense secetur,
Iste sit in banno qui te furetur in anno (Lorsch i ^ . . ).
Si rapis hunc librum, prodit te fulminis ales (J. E. Kayser 17. .
zur Darstellnng passend: Adler mit Blitzen).
Ans der Neuzeit sei eine handschriftliche Exlibris-
Drohung mitgeteilt, die eine in jeder Beziehung beredte
Sprache spricht:
Dieses Buch das ist mein eigen,
Wer es anfa^st, kriegt Ohrfeigen.
Wer es wegnimmt, der kriegt Keile,
Das sage ich jetzt alleweile.
Bei meinem Herrn hab' ich's gut gehabt,
Das danke ich ihm tausendmal,
Bei dem da bin ich gern gewesen,
Das thut man in dem Buche lesen.
(Alwin Starke, Soldat der 4. Kompagnie des Regiments 104,
Bursche des Herrn Leutnants Erich Freiherrn von Hausen,
Chemnitz 1881.)
4
50 Allgemeines.
Der sog. -^ Bücherfluch « bezog sich nicht nur auf das
Verleihen der Bücher, sondern auch auf die, welche bei
der Benützung Titel änderten, Texte kürzten oder fälsch-
ten, oder Irrtümer, z. B. in die Heilige Schrift ein-
schmuggelten. Bücherflüche sind schon sehr alt ; so er-
scheint ein solcher schon um 410 im Rufinus; dann von
Seiten des Verfassers des Sachsenspiegels, um 1240;
auch gegen Nachdrucker und Uebersetzer wenden sich
Bücherflüche im 17. und 18. Jahrhundert in deutscher
und hebräischer Schrift.
Gegen Bücherdiebe lautete in der Vaticana der
päpstliche Bann: »Si quis secus fecerit, libros partemve
aliquam abstulerit, extraxerit, clepserit, rapseritque, carp-
serit, corruperit dolo malo, ille a fidelium communione
ejectus, maledictus anathematis vinculo colligatus esto.
A quoquam praeterquam Romano Pontifice ne absolvitor ! «
Das handschriftliche Exlibris der Mönche vom be-
rühmten Berg Athos bedrohte Bücherdiebe mit dem
Fluch der 12 Apostel und aller Mönche*).
Eine Excommunicationsandrohung gegen Bücher-
diebe durch Spezialbulle Papst Clemens' VI. enthält
das Exlibris des Benediktinerklosters St. Peter in Salz-
burg von c. 1706**); eine andre Excommunications-
androhung das Exlibris der Brüder Johann G. D. Grott-
fried und Aegidius Gelen, Geistliche zu Köln 16 . .***).
F, Dass auf Exlibris auch allgemeinere y sich auf den
Inhalt und Nutzen der Bücher beziehende Sentenzen^
Sprüche und Verse als Inschriften angebracht wurden,
*) Vgl. „Zeitschrift für Bücherfreunde**, 1897, 2. S. lOi und E.
L. Z. VIII. S. 127.
**) Wortlaut: E. L. Z. VI. S. 46.
***) Wiedergegeben in Lempertz, Bilderhefte, Exlibris, Tafel IV. 3.
Inschriften auf Exlibris. 5 I
ist naheliegend. Eigene und fremde Poesie, Sprüche
von Klassikern etc. wurden hierzu benützt. Aus der
Fülle solcher Inschriften seien nur einige wenige er-
wähnt :
Deutsch :
Gleichwie die Bien' aus Blumen saugt,
Was zu dem süssen Honig taugt,
Also bedient Herr Kissling sich
Der guten Bücher nutzbarlich (J. Kissling 1664).
Geliehene Bücher wiedergeben
Wird oft versäumt von Jung und Alten;
Denn leichter ist's, die Bücher selbst,
Als was darin steht, zu behalten (Johanna Kessler 1895).
Wer seine Bücher lieb hat, verborgt sie nicht.
(Caroline Arnous 1896.)
So nahrhaft für den Geist, wie für die Sinnen süsse.
(Traltner 1766.)
In jedem Buche liegt ein eigen Wesen,
Es sind gar schlimme Leut, die nur ein Buch gelesen (Jacobsen 1883).
Französisch :
A mes livres:
Plaisants, je vous aime,
S^rieux aussi.
Frivoles, de mfime,
P6dants — merci (J. Flach, Strassburg 18..).
A mes livres:
Chores d^lices de mon dme,
Gardez vous bien, de me quitter,
Quoiqu'on vienne vous emprunier.
Chacun de vous m'est une femme,
Qai peut se laisser voir sans bldme
Et ne se doit jamais pröter (Ch. Mehl, Strassburg iS..).
Latein:
Bonitatem et disciplinam et scientiam doce me (Miller 16..).
Haurit aquam cribris, qui discere vult sine libris (Seyringer 1692).
D«a* nobis luiec otU fecit (*. Loün t7>s).
Scienliae ips*e, ignonntiae doeItm teile« (*. Lo€ti 1725).
Aut prodeuc voknt, aul delectare (OhlcDschlager 17..) 1
Exlibris Sixtiis Kapsscr, IJ60.
[nschhften auf Exlibris.
G- Eine Art von Inschriften, die der Sinn-, Wdhi-
und Wappensprücke , sei nur in ihrer Gesammtheit kurz
erwähnt, da es zu weit führen würde, die vielen Sen-
tenzen alle zu nennen. Man liebte es in der Ver-
54 AlJgcmcincs,
gangeiiheit ebenso, wie in der Jetztzeit« solche Sprüche
der Lebensweisheit, Gelehrsamkeit, des religiösen Ge-
fühls ond der Vererbung, teils ans innerer Ueberzeagang,
teils des besseren Eindrucks wegen, meist auf Inschrüts-
bändem oder auf Tafeln anzubringen.
H, Oft finden sich auf Bändem oder freistehend
über oder unter dem Wappen Anfangsbuckstahen; diese
beziehen sich zum Teil auf Vor- und Zunamen der Ex-
librisbesitzer, z. B.: S. K. D. und D. S. R. auf dem S. 52, 53
abgebildeten Doppelexlibris, Holzschnitten von 1 560, be-
deutet den Namen Sixtus Kapsser^ Doctor, München;
W. R. V. R. auf einem Holzschnitt-Exlibris von c 1540,
ebenfalls Vor- und Zuname: Wolf Reklinger van Reh-
lingen, Augsburg; V. T. auf dem S. 55 abgebildeten Holz-
schnitt-Exlibris von c. 1560: Universitatis Tuebingensis
^ Universität Tübingen,
Zu einem anderen Teil aber sind es die Anfangs-
buchstaben von Sinn- und Wahlsprüchen, z. B. : Bei folgen-
dem Exlibris (S. 56) Chr. A. Gugel von Brand, Nürnberg,
Kupferstich von J. Amman, von nach 1583, auf dem
C. F. (irrtümlich stach der Meister: E.) I. den Spruch
bedeutet: Consilium Fortunam Inhibeat (Vernunft muss
dem Glück Einhalt thun); oder G. G. G. auf dem nach-
folgenden Exlibris (S. 58) J. Hebenstreit, Kupferstich von
1613, bedeutet Gott Gebe Gnade; oder N. O. O. P. auf dem
Exlibris Johann Georg von Werdenstein^ Eichstätt, Holz-
schnitt c. 1560 = Non Omnibus Omnia Piacent; oder
A. B. C. D. E. F. auf dem Exlibris Johann Georg Mayr^
Kanonikus, Augsburg, c 16 10, eine Spielerei mit den
Anfangsbuchstaben des Alphabets, bedeutet: Allein Bei
Christus Die Ewige Freude.
Wieder andere Anfangsbuchstaben weisen zugleich
Inschriften auf Exlibris. 55
auf die Vor- und Zunamen des Besitzers, wie auch auf
den absichtlich bezüglich der Anfangsbuchstaben dazu
passend gewählten Spruch hin , z. B. : Beim Exlibris
Seyfried Pfinzing von Henfenfeld, Nürnberg, Kupferstich
von Matthias ZUndt, 1569 (S. 59), heisst S. P. V. H,:
56 Allgemeines.
Seyfried Pfinzing von Henfeofeld und Saluti Patriae
Vixisse Honestat; ferner: Johann Wilhelm Kress von
Kressenstein, Nürnberg, Kupferstich, c. 1 650 (S. 60), bei
dem J. W, C. A. C, auf die Namen wie auf den oberen
Band-Spruch weist. Ebenso bei Christof Friedrich Kress
von Kressenstein, Nürnberg, Kupferstich, c. 1690, bei
dem die Anfangsbuchstaben C. F. C. A. C. S. sowohl
Inschriften auf Exlibris. 57
Christophorus Fridericus Cress A Cressenstein Scabinus
(= Schöffe), als auch dessen Spruch: Christi ana Fides
Crescit Ad Caelorum Salutem bedeuten.
Eine ähnliche im 17. und 18. Jahrhundert nicht
seltene Spielerei führte auch Magister und Pfarrer G.
Ruprecht von Augsburg auf seinem Kupferstich-Exlibris
von c. 1770 aus, indem im Worte MiGRAnDVM die
grossen Buchstaben mit den Anfangsbuchstaben der
Unterschrift Magistri Georgii Ruprechti Augustani Divini
Verbi Ministri übereinstimmen (S. 61).
Eine dem Geschmacke des 18. Jahrhunderts ent-
sprechende originelle Doppel Verwendung von Buchstaben
führte Chr. Heinrich Andreas Gcret, Geistlicher und Rat
zu Thom c. 1750 aus, der auf seinem Exlibris den 3.
bis 6. Buchstaben in »Heinrich« gross stechen Hess, wo-
durch die Kreuzesinschrift I. N. R. I. hervortritt, was
ihm als einem Geistlichen besonders passend erschien.
Auch ein scheinbar rätselhaftes Monogramm kommt
schon frühzeitig vor und zwar auf zwei verschiedenen
Exlibris des Luther-Gegners Dr. th. Professor Johann
Maier genannt Eck^ Ingolstadt, zwei kolorierten Holz-
schnitten, wahrscheinlich von Hans Springinklee , von
1518 und 22; auf einem Exemplar der Hof- und Staats-
bibliothek München erklärt Eck selbst handschriftlich
das Monogramm J. M. E. T. mit Johannes Maioris (für
Maier) Eckius Theologus; Abbildung im VI. Kapitel.
/. Sehr häufig findet man auf alten und neuen Ex-
libris die Datierung der Anfertigung durch Jahreszahlen
ausgedrückt, was für die Forschung äusserst angenehm
ist, weil man dann nicht ausschliesslich auf Taxieren
und Vergleichen mit anderen Blättern angewiesen ist.
Doch machten unsere Exlibris auch eine Sitte ihrer Zeit
58
mit, die versteckte Anbringung des Datums in einer In-
schrift, im sogen. Ckronogramm, — wenn Vers: Chrono-
[nschriften auf Exlibris.
Inschriften auf Exlibris.
MiGRAnDVM:
J{ch^ xm j^J^on fiabemits die GpLtaUnl
jxJ-manentein. fedfuturam mquinnux^-
M. Geor^üRuprechll, Aug j
Dmni VerbiMmtdri.
Exlibris Magi^lpT Qeorg Ruprecht
(«>,- 1770).
02 Allgemeines.
stickon — , ein Schriftscherz, wie man ihn über Kirchen-
portalen und an Monumenten des i8. Jahrhunderts, so-
wie noch auf Denkmünzen des 19. sehen kann. In der
Inschrift sind einzelne Buchstaben, die auch für Zahlen
gelten, gross geschrieben, gedruckt oder gemeisselt;
zählt man diese zusammen, so ergiebt sich die Jahres-
zahl, in der das betreffende Blatt gestochen, die Kirche
vollendet oder restauriert, die Münze gegossen wurde.
Ein gutes Beispiel liefern die Exlibris des Benediktiner-
stifts Raigern in Mähren, Kupferstiche von 1784 und
1789. An den Schrankseiten sind folgende zwei Strophen
mit grossen und kleinen Buchstaben angebracht:
Vorn: OflFICIna Librarla stVDIIs
sVttVIorlbusqVe MVsIs saCra,
Hinten: Cura et stVDIo OlhMarl praepositl
NoVIs CopIosIsqVe LIbrIs eXornata.
Addiert man die Zahlenbuchstaben, so geben beide
Strophen jedesmal die Jahreszahl 1784; das gleich-
geartete kleinere Format ist von 1789; denn in beiden
Versen ist in suavioribusque bezw. in cura ein weiteres
u = V = 5 grossgedruckt.
Ein gleiches Chronogramm weist das Exlibris des
Plebanus Lorenz Kellner in Wittislingen von 1772 auf,
dessen typographische Inschrift lautet: ^>eX testaMento
D :LaVrentII KeLLner PLebanlln WIttlsLIngen« = 1772.
K, Eine weitere Art von Inschrift ist die des Stecher-^
Zeichner- etc. -Namens. Derselbe steht meistens klein
am unteren Rande rechts oder links, oder versteckter
in einem Winkel der Zeichnung, sei es voll ausgeschrieben,
oder nur mit Künstler-Monogramm oder Anfangsbuch-
staben. Es ist schade, dass bei so vielen Blättern des
15., 16. und 17. Jahrhunderts kein Verfertigername an-
Inschriften auf Exlibris.
gebracht ist. Man ist so bei manchem selteneren, bes-
seren Blatte, das sicher von einem bedeutenderen Meister
64 Allgemeines.
herrührt, nur auf Vermutungen angewiesen. Daraus
geht für unsere heutigen Künstler die Lehre hervor,
ihren Namen oder ihr Monogramm auf ihren Exlibris-
Zeichnungen ebensogut anzubringen, wie auf grossen
Gemälden !
L. Manche in Exlibris-Inschriften vorkommende
Einzelbuchstaben sind Abkürzungen von Titeln u. dergl. ;
so z. B. : J. U. L. = Juris utriusque licentiatus ; D. V. M,
= Divini verbi minister; S, R. I. = Sacri Romani
Imperii etc.
M. Bei den Künstlernamen stehen oft abgekärste
Worte, wie sc. = sculpsit, d. h. N. N. stach es, f. ^ fecit,
machte, del, = delineavit, zeichnete, gez. = gezeichnet,
exe. = excudit, schnitt in Holz, pinx. = pinxit. malte,
inv. = invenit, erfand, entwarf, calcogr. = calcogravit,
stach in Kupfer, imp. = impressit, druckte.
Auch der Verfertigungsort ist oft abgekürzt unten
angegeben , z. B. : A. V. = Augustae Vindelicorum,
Augsburg.
Inschriften auf Exlibris. 65
N. Einer sonderbaren Art von Exlibris-Inschriften
sei noch gedacht, der durcheinandergeworfenen Buch-
staden, die Ende des 18. und Anfang des 19. Jahr-
hunderts vorübergehend Mode war. Man sieht grosse
Buchstaben teils innerhalb anderer Darstellung, teils
allein, scheinbar zufällig durch-, über- und nebeneinander
geworfen; da man das Wort, den Hauptnamen, den sie
ergaben, nur mit einiger Mühe herausbekommt, so wohnt
dieser eigentümlichen Sitte kein praktischer Nutzen,
sondern mehr die Idee einer Spielerei, eines Scherzes inne.
Die Buchstaben des Seite 63 abgebildeten Wappenblatts,
gezeichnet von Johann Jakob Schübler, gestochen von
Martin TyroiF, ergeben den mit dem Wappen überein-
stimmenden Namen Birkner, Adam, Licentiat der Rechte,
Nürnberg, c. 1740; ein gleichartiges Blatt ist das Ex-
libris ^^«j'^/z, Nürnberg, anonymer Kupferstich, c. 1757,
den man auch Martin Tyroff als Stecher zuteilen möchte
(S. 64); hier ist ^Reusch« leicht lesbar. Andere der-
artige Exlibris sind die von Keiner^ Kupferstich, circa
1780, und Fröhlich, Steindruck, c. 1840.
IV. KAPITEL.
GRÖSSEN DER EXLIBRIS.
ie Grössen Verhältnisse der einzelnen Blätter
sind sehr verschieden ; sie richten sich nach
dem Format der Bücher, für die sie bestimmt
waren oder sind. In der ersten Zeit nach
Erfindung der Buchdruckerkunst, in der auch die Folianten
oft von stattlicher Grösse waren, gab es auch dem-
entsprechend grosse Exlibris; die Bückerformate, die
nach der Zahl der Blätter benannt sind, welche ei»
Bogen ergiebt, sind folgende: Grossfolio und Folio,
Quart, Oktav, Duodez, Sedez; d. h. Grossfolio ergiebt
bei einem Buche i Blatt -= 2 Seiten, Folio: 2 Blätter
= 4 Seiten, Quart; 4 == 8, Oktav: 8 = 16, Duodez:
13 = 24, Sedez: 16 = 32; man kann diese Benennungen
auch auf die Exlibrisgrössen anwenden.
Wahrscheinlich sind die grössten bekannten Blätter,
ausgenommen das unter b. nachbenannte Graf Brei n ersehe,
das ausdrücklich mit »Exlibris« bezeichnet ist, nicht
immer besonders als Bibliothekzeichen bestellt, sondern
als Prunk-Wappen ; doch hat man sie in seltenen Fällen
bei einem oder dem anderen Riesenfolianten als Exlibris
mitbenutzt.
Grössen der Exlibris. 67
A. Die der Höhe (Länge) nach gross ten Exlibris sind:
a. Alte freihändig gezeichnete, handbemalte:
Benedikt Klinkervogdf Wappen, Inschriften, 1581; 245 mm breit,
380 mm hoch.
Heinrich II. — Töbing, Lüneburg, Wappen, c. 1498 (vgl. später
VI. Kap. Anfang). 278 : 344 mm,
Georg Gwandschncider , Nürnberg, Wappen, Inschriften, 1585;
182 : 343 mm.
b. Alte mechanisch hergestellte:
Ferdinand Barth V07i Ifarmating, München, Kupferstich, Wappen
zwischen Schriftbändern, c. 1690; 316:423 mm (wird auch
als Exlibris bestritten).
Sebald Alillner von Zweyraden, von P. W., Kupferstich, Wappen
in Blätterkranz, c. 1560; 260:373 mm.
Pfinzing'G rund lach, Nürnberg, von A. Khol, Kupferstich, Wappen
in architektonischem Aufbau, c. 1650; 247:356 mm.
Max Ludwig Reichsgraf Breiner (Brenner), wirklicher Geheimer
Rat, Kämmerer, General feldmarschall, Generalkriegskommissär,
Wien und Mailand, von Josef Petrarca, Mailand, Kupferstich,
Wappen in Trophäenumrahmung, c. 1700; 240:352 mm. Es
ist nachgewiesen, dass, wenn sich bei manchem Buche dieses
Exlibris zu gross erwies, man einfach den äusseren Trophäen-
rand wegschnitt und das Wappen innerhalb des inneren
Rahmens als so verkleinertes Exlibris einklebte*).
Christof Kress von Kressenstein, Nürnberg, nicht von Dürer, aber
aus seiner Schule ; Holzschnitt, Voliwappen ohne Namen; nach
1530; 270:332 mm. (Abgebildet S. 68.)
Graf von Hanau- Lichtenberg, handbemalter Holzschnitt, Wappen,
c. 1570; 258 : 308 mm.
^:. Aus der Neuzeit',
Theodor Hennig, Berlin, von diesem; Pflanzenornamentik, Stein-
druck, 1895; 217 : 325 mm.
Franz Freiherr von Lipperheide, Berlin, von Karl Rickelt, Holz-
schnitt, Wappen mit Ritter als Schildhalter, zwischen zwei In-
schriften, 1894; 189:295 mm.
') E. L. Z. V. S. 38, 10.
68 Allgemeines.
B. Die kleinsten Exlibris sind nichtdeutschen Ur-
sprangs :
Comte yaquel, Bar le Duc, Frankreich, typographisch, Golddruck
1 Glanipapier ; circa lS6o; 13:6 mm; E, C. G.,
is Chrislot Krtss i-on Kressenstein {ein
ftaniÖBiBch, 1900, 10: 14 mm; Dr, A. Warmont, Parii, 188.,
10 mm Dnrehmesier ; de Biotüre. 14 mm; Universitäts-
bibliothek Gtni. Belgien, Wappenlöwe mi( Umschritl, Stein-
Grössen der Exlibris. 69
druck, c. 1860, 16 mm im Durchmesser ; Jac. Manzonif Italien,
Zimier und Krone, Kupferstich, c. 1860, 1772:9 mm^O^Ker-
rins Hyde, irländischer Emigrant, Frankreich, Wappen, c. i88o,
ii:iSY« ron™ ; Hirzel , Zürich, Wappen, Gold auf Silber-
papier, c. 1S60, 13 Vj: 15 mm; E. C. G., französisch, 1900,
10 : 14 mm.
Das kleinste deutsche Exlibris ist das des Presby-
ters Johann Baptist Gadncr, Wappen, c. 1700, Stich,
16 : 19 mm.
Zwischen diesen bedeutenden Grössen-Unterschieden
wechselt die der einzelnen Exlibrisgrössen in mannig-
faltigster Weise zwischen Folio und Sedez. Bald sind
sie höher als breit, bald umgekehrt; Vorschrift giebt es
hier keine andere, als den Wunsch des Bestellers. Das
allgemein üblichste war und ist Oktav und Duodez.
Für verschiedene Bücherformate Hessen sich manche
auch mehrere Exlibrisgrössen anfertigen, die im nächsten
Kapitel (V. A.)' besprochen werden.
VERSCHIEDENHEITEN, VARIETÄTEN.
A. GRÖSSENVARIETÄTEN.
Sollte ein Besitzer für seine Bücher nicht ein
1 gleiches Exlibris verwenden, so Hess ersieh
■für verschiedene Haaptformate auch ver-
Sschiedene Grössen anfertigen. Zunächst be-
trachten wir die mit dem gleichen, auf allen wieder-
kehrenden Zeichnungsmotiv. In der älteren, man möchte
sagen : Vorphotographischen Zeit ist es entschieden merk-
würdig, wenn der Besitzer sich eine Darstellung drei-
oder viermal ganz gleichmässig, nur immer wieder klei-
ner, anfertigen Hess; denn die Arbeit wäre fast dieselbe
gewesen, wenn der Holzschneider oder Stecher ein Motiv
viermal oder deren vier verschiedene geschnitten oder
gestochen hätte. Die Gründe für Beibehaltung einer
Zeichnung in frllherer Zeil waren einerseits der konser-
vative Sinn unserer Altvordern, andrerseits, dass dem Be-
steller entweder die eine Zeichnung so gut gefiel, dass
er keine andere mehr wünschte oder dass er für ver-
schiedene Ausführungen nicht genug verschiedene Zeich-
ner oder nicht genügend Geld für drei oder vier neue
Verschiedenheiten, Varietäten.
Exlibris Johann Baptist Zeyll. Oeiclchnel von P. Opel, IW1.
J2 Allgemeines.
Zeichnungen zur Verfügung hatte. In der Neuzeit ist
dies etwas anderes: Seit Erfindung der Photographie
lässt man, besonders bei Zinkätzung, geringerer Kosten
halber einfach eine Zeichnung zwei-, drei- oder viermal
auf photographischem Wege verkleinern und hat da-
durch für mehrere Bücherformate auch mehrere Exlibris-
g^össen von genau gleicher Zeichnung; dies verbilligt
die Anschaffung, zumal die besseren Künstler heutzutage
für Originalzeichnungen oft hohe Preise stellen, die jetzt
in Deutschland zwischen 20 und 200 Mark (ohne Stich)
wechseln.
Als Beispiel für mehrere gleiche Darstellungen sind
die Exlibris Johann Baptist Zeyll, Zeichnung von P.
Opel, Holzschnitt von C. L., 1593, zu nennen, die in
drei Grössen (154 : 210, 102 : 162, 62 : 83 mm) herge-
stellt sind, gleiche Zeichnung aufweisen und nur mini-
male, durch den geringer werdenden Raum und den damit
schwierigeren Holzschnitt hervorgerufene Abweichungen
enthalten; abgebildet ist hier (S. 71) die mittlere Grösse.
Ferner: Waisenhausbibliothek zu Halle ^ Kupferstiche,
c. 1750, drei Grössen (129 : 109, 92 : 76, 70 : 54), drei
fast gleiche Perspektiven ins Innere der Bibliothek; nur
in der Rokoko-Umrahmung sind kleine, durch die ge-
ringer werdende Stichgrösse bedingte Abweichungen.
Aehnliches trifft zu bei vier Grössen, Kupferstich-Exlibris
Johann Max Zum Jungen^ Frankfurt a. M., c. 1599; ^^i
zwei Exlibris des Domherrn Johann Georg von Werden-
stein, Kupferstichen von 1569; des Benediktinerstifts
Lambachy zwei Kupferstichen von c. 1720; des mähri-
schen Bibliophilen und Landesadvokaten Wilhelm Ale-
xander Balaus^ Brunn, zwei Kupferstichen von Martin
Tyroff, c. 1750; des mährischen Benediktinerstifts Rai-
Verschiedenheiten, Varietäten. 73
gern^ zwei Kupferstichen von 1784 und 89; und des
Zacharias Konrad von Uffenbacky Frankfurter Senators,
vier Kupferstichen von J. U. Kraus, von c. 1770 u. a.
In der Neuzeit gilt als Regel nur eine Grösse, doch
kommen auch zwei und drei Grössen mit gleicher Zeich-
nung vor. Beispiele für zwei Grössen: Kaiser Wil-
heim ILy Kaiserin Auguste Viktoria^ Kaiserin Fried-
rich ^ Viktoria Melitta Grossherzogin von Hessen, Histori-
scher Verein der Pfalz^ Speyer, Verein Herold, Berlin,
Kunstgewerbe-Museum, Berlin, H. M. Graf Brühig E.
HeuserSpeyex^ Marcella Seinbrich, fast alle von Hans
Zi(7w/öJ-Karlsruhe gezeichneten und viele andere.
Beispiele für drei Grössen gleichen Inhalts: Fried-
rich Franz III., Grossherzog von Mecklenburg, Eugen,
Erzherzog von Oesterreich^ Fedor vo7i Zobeltitz-Berliriy
Bogislaw von Kleist-Gebersdorf, Albert Andreae-Königs-
stein etc.
B. ZEICHNUNGS- U. DARSTELLUNGSVARIETÄTEN.
Wollte jemand nicht in allen Bücherformaten die
gleiche Darstellung haben, so Hess er für jede weitere
Grösse eine neue Zeichnung ausführen, was mehr Ab-
wechslung, aber auch mehr Kosten brachte.
Alte Beispiele hiefür sind die vier Grössen der
Wittenberger Universitätsbibliothek mit dem Bilde des
Kurfürsten Johann Friedrich des Grossmütigen von Sachsen,
c. 1536, Holzschnitte von Lucas Cranach; Grösse I und
II, 133 : 255, 127 : 196 mm, haben das Porträt mit 14
Wappenschilden, Grösse I mit 18 Zeilen Unterschrift
und langem Gedicht, II nur mit 6 Verszeilen ; Grösse III,
Exlibris Johann Dernschv-nm de Hradlczln (nVt
Verschiedenheiten, Varietäten.
88 : 140 mm, und IV, 66 : 110 mm: Porträt mit nur
ft Wappenschilden, gleichen 6 Versen, mit zwei ahn-
lOANNES DERNSCHWAN
DBHRADICZIN*
liehen, aber nicht ganz gleichen Bildnissen (vgl. Abbil-
dung im VI. Kap. F,).
76 Allgemeines.
Ferner: Die vier Exlibris des Böhmen Johann /?(TW-
schwam de Hradiczin, Holzschnitte, vor 1569; sie zeigen
zwar alle vier nur das Wappen, Grösse IV mit land-
schaftlichem Beiwerk, aber drei ganz verschiedene Zeich-
ner-Holzschneider sind erkennbar: nur Grösse II und III
sind von der gleichen Hand. I, 145 : 216; II, 127 : 185;
m, 81 : 118; IV, 65 : 78 mm. Das kleinste, IV, ist jeden-
falls das älteste und wertvollste der vier; II, III u. IV
zeigen Dürer'schen Einfluss; IV stammt jedenfalls aus
Dürers Schule und ist vielleicht von Hans Springinklee,
Nürnberg, oder Peter Floetner, Nürnberg ; II u. III sind
Verschiedenheiten, Varietäten. 'J'J
sich fast gleich und haben nur verschiedene Schildränder;
I, III u. IV sind hier Seite 74, 75, 76 abgebildet.
Da es nicht möglich ist, alle Darstellungsvarietäten
der Exlibris Einzelner hier abzubilden oder einzeln auf-
zuführen, so seien hier nur einige mitgeteilt, z. B.:
5 verschiedene Grössen und Darstellungs Varietäten
des Dr. Christof Hos^ Prokurator, Speyer und V^orms,
Holzschnitte, 1520 — 28; 4 verschiedene Grössen und 15
Darstellungs Varietäten des Exlibris Dr. Martin Eisengrein^
Ingolstadt, Holzschnitte, 1560 — 70; 6 Grössen und 7 Dar-
stellungsvarietäten Sebald Miliner von Zweyraden^ Holz-
schnitte und Kupferstiche, 1560 — 74; 4 Grössen und
7 Darstellungsvarietäten Johann Aegolph von Knoeringen^
Bischof von Augsburg, Holzschnitte, 1565 — 73; 3 Grössen
und 3 Darstellungsvarietäten Zacharias Geizkoflerv, Gailen-
bach^ Oesterreich, Kupferstiche von D. Gustos u. S. C.
(Corbinian Säur), 1603 — 5; 3 Grössen und 3 Darstellungs-
varietäten Joachim Frhr, v. Windhag, Rat, Wien, Kupfer-
stiche, 1654 — 61 ; Hof- und Staats-Bibliothek München^ im
Laufe der Zeit 161 8 — 1870, Kupferstiche und Steindrucke,
23 verschiedene Grössen und Zeichnungs Varietäten, wobei
die zahlreichen Stichvarietäten nicht mitgezählt sind;
Dr. Christof Jakob Treu, Anatom, Leibarzt, Nürnberg,
c. 1760, 9 verschiedene Exlibris, davon 8 Grössen und
7 Darstellungs- nebst 3 Stichvarietäten; Franz Gregor
Reichsgraf Giannini, Prälat zu Olmütz, Breslau und
Znaim, Protonotar, hatte 6 Darstellungsvarietäten, Kupfer-
stiche, c. 1740; Josef Anton hnhof von Spielberg ^ Propst,
Augsburg, 1700—24, 3 Stich- und Darstellungs Varietäten.
Dann die Klöster infolge Wechsels der Aebte, so
Andechs, 7 Holzschnitte und Stiche von 1590 — 1790;
Baumburg, 8 Stiche von c. 1580 — 1763; Chiemsee, 13
jH Aligemeines.
Stiche von 1637 — 1764; Fölling. 9 Holzschnitte und
Stiche c. 1560 — 1744: Würzburg, St Stephan, 3 Holz-
schnitte von 1522, 48 u, 58; St. Paul im Lavantthal,
4 Stiche von c. 1600 — 1730 etc.
Au» der Neuzeit: Prälat Dr. Friedrich Schneider^
Mainz, der im ganzen 16 Exlibris führt, davon 13 Zeich-
nungsvarietäten bei gleichem, aber zeichnerisch immer
verändertem Motiv (Kreuz mit >Dux<), 3 Radierungen,
13 Zinkätzungen, von den Meistern Otto Hupp u. Peter
Halm, 1891 — 95; ferner Karl Emich Graf zu Leiningen-
Westerburgj Neupasing-München, mit 21 Zeichnungs-
varietäten, sowie Magda Gräfin zu Leiningen-Westerburg,
ebenda, mit 8 Zeichnungsvarietäten, deren beider Exlibris
gezeichnet sind von A. M. Hildebrandt, E. Doeplerd. J.,
E. Freiherrn von Hausen, E. Krahl, W. Schulte vom
Brühl, M. von Weitenhiller, W. Behrens, G. Otto, Ed.
Lor.-Meyer, J. W. Simpson, G. Barloesius, A. Freiherm
von Foelkersam, A. Graf Du Chastel, E. Bengough-
Ricketts, J. C. Maess, P. Voigt, L. M. Rheude, Henry-
Andr6; Zinkätzungen, Steindrucke, Radierungen von
1888— 1900, zum grössten Teil Dedikationen der Künst-
ler; ferner Paul Nicolaus Ratajczak, Berlin, mit 14
Zeichnungsvarietäten von E. Doepler d. J., A. M. Hilde-
brandt, Gg. Barloesius, H. Hirzel, M. J. Gradl, W. Schulte
vom Brühl, J. C. Maess, G. Otto, W. Horstmeyer, P.
Voigt, Th. Hennig, L. M. Rheude; ferner: Markus
Schuesslcr , Nürnberg, mit fünf Zeichnungs- (ein-
schliesslich eines Exlibris der Frau H. Schuessler) und
8 Grössenvarietäten , von L. Kuehn, K. Hammer, P.
Ritter, H. Kellner, 1895 — 99; ferner Karl G. F. Z.a;/§^^«-
scAeidt'BerVm^ 8, Frau Margarethe Stratiss, Magdeburg,
4, u. s. w.
Verschiedenheiten, Varietäten. 79
Bei den sechs letztgenannten war nicht das Bedürf-
nis für mehrere Exlibris massgebend, als vielmehr der
Wunsch, auf den einzelnen Exlibris immer wieder andere
Zeichnungen zu besitzen, die von den verschiedensten
Exlibris- Künstlern herrühren, — jedenfalls später ein
interessanter Beitrag zur Kunstgeschichte unserer Tage,
wie eine eigenartige Zierde der Bücher einer Bibliothek.
C STICHVARIETÄTEN.
Diese sind aus mehreren Gründen entstanden. Ein-
mal dadurch, dass eine Kupferplatte abgenützt war;
wollte man sie ferner gebrauchen, so musste man sie
nachstechen lassen; dadurch kamen absichtliche oder
zufällige kleine Aenderungen vor, die eine Stich- und
Abdruckvarietät ergeben. Heutzutage fällt dies weg,
wenn man die Kupferplatte verstählen lässt, ein Ver-
fahren, das erheblich mehr Abdrücke gestattet, als eine
nicht verstählte Platte.
Ein Beispiel gleich für vier solcher Stich Varietäten
sind die vier Exlibris Dr. Johann Karl Seyringer^ Advo-
kat in Oberösterreich, 1692, von J. de Lespier, die sich
scheinbar gleich sind, aber zweierlei Wortstellungen im
oberen Vers und viermal andere Schatten striche auf-
weisen; ferner die 3 Stichvarietäten Stift Diessen^ I755)
und die 16 Stich- (2 Grössen- und eine Reihe nicht
genau zu scheidender Färb-) Varietäten Friedrich August
Herzog von Brauns ckweig-OelSy c. 1789.
Femer rufen die verschiedenen »Zustände« vor
(»avant la lettrec) und mit der Schrift Stichvarietäten
hervor, so z. B. beim Exlibris Koenig von Koenigsthal^
8o Allgemeines.
das vor der Schrift ein leeres Inschriftsband zeigt, auf
dem sich Eberhard Jodocus Koenig 1763 handschriftlich
einschrieb; das Blatt mit der eingestochenen Schrift
zeigt auf dem Bande der Platte: »Ex Musaeo Gustavi
Georgii Koenigii de Koenigsthal«, ein Beweis, dass vor
der Schrift absichtlich eine Anzahl Blätter zur hand-
schriftlichen Benützung für ein anderes Familienmitglied
abgezogen worden ist.
Ein weiterer Grund für Stichvarietäten ist die Aen-
derung der Unterschrift bei Titelmehrungen, während
sonst die Platte die gleiche blieb; so hat C. F. J. N. A.
von Bertrand Graf von Perusa^ München, c. 1760, der
4 Wappen-Exlibris besass, — von denen je 2 sich im
Wappen und in der Umrahmung ganz gleich waren —
3mal die Unterschrift umstechen lassen, je nachdem
immer noch etwas hinzukam; dabei stammte die Origi-
nalplatte aus dem bayrischen Georgi-Ritter-Ordenskalen-
der und wurde erst nach der in diesem erfolgten Ver-
öffentlichung als Exlibris benützt.
Eine vierte Erklärung für Stichvarietäten erhellt
aus dem Umstand, dass ein Besitzer sich auf einer
grossen Kupferplatte 4 Exlibris mit gleichem Motiv, zwei
oben, zwei unten neben einander stechen Hess, um so
auf einmal gleich je 4 Abzüge zusammen zu bekommen.
Dass hiebei alle vier Stiche nicht aufs kleinste überein-
stimmen, sondern geringe Abweichungen in unwesent-
lichen Nebendingen aufweisen, ist naheliegend. Nach
dem Drucke wurde das eine grosse Blatt an den mitt-
leren Trennungslinien mit der Schere auseinanderge-
schnitten und ergab dann vier einzelne Exlibris, wodurch
die grösseren Kosten einer grossen Platte und der vier
Einzelstiche durch geringere Druckkosten wieder etwas
Verschiedenheiten, Varietäten.
8i
eingebracht wurden. Beweis für ein solches Verfahren
ist ein noch nicht auseinandergeschnittenes vierblättriges
Exemplar des Kanonikus und Professors der Rhetorik
82 Allgemeines.
Albert Kirchmayer aus Südbayem, gezeichnet von Wink,
gestochen von J. P. P, Rauschmayer, Kupferstecher, Dom-
pfarrer zu Augsburg, c. 1790. Die Hauptunterschiede
des hier (S. 81) abgebildeten Vierblatts sind der kleine
Busch am Fusse der Apollofigur und die viererlei Grössen
des Zeichner- und Stechernamens, die jedesmal kleiner
gestochen sind. Die auseinandergeschnittenen, einzeln
eingeklebten Blätter wurden um 1892 — 95 öfters in
Büchern vorgefunden.
a NAMENS-, WAPPEN- U. DGL VARIETÄTEN.
Diese entstanden dadurch, dass ein und dasselbe
Zeichnungsmotiv oder auch die gleiche Kupferplatte von
zwei verschiedenen Personen beibehalten und benützt,
und nur der Name oder das Wappen abgeändert wurde.
Man kann diese fast gleichen Blätter in absichtliche und
unabsichtliche Plagiate unterscheiden, je nachdem der
Besteller um die Nachahmung eines schon bestehenden
Blattes durch den Stecher oder neuen Zeichner gewusst,
ja vielleicht ein schon bestehendes Exlibris als Muster
hergegeben hat, oder dass der Besteller die Vorlage,
nach der sein Zeichner oder Stecher gearbeitet hat, gar
nicht kannte. Es ist in vielen Fällen sogar sicher an-
zunehmen, dass Besteller und Zeichner sich gar nicht
bewusst waren, dass sie mit dem sklavischen Kopieren
der Urzeichnung eines anderen sich des geistigen Eigen-
tums des letzteren bemächtigten. Man fand Gefallen an
einem Motiv und zeichnete es nach; etwas Schlimmes
dachte man sich nicht hiebei. Immerhin aber empfiehlt
es sich dringendst, einen eigenen Gedanken zu Grunde
Verschiedenheiten, Varietäten. 83
2u legen und dem Zeichner anzugeben, anstatt andere
zu kopieren.
Besonders stark im »Anlehnen« an die Zeichnung
anderer waren einige Nürnberger Kleinmeister am
Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts. Teils
waren gleichmässige Aufträge eines Bestellers an zwei
Künstler daran schuld, wie z. B. bei Veit August Holz-
schuker^ der bei Jost Amman und Hans Sibmacher Ex-
libris (1580 und 1600) machen Hess, teils verkehrten die
Nürnberger Stecher wie Amman und Sibmacher zwischen
1560 und 1591 vielfach miteinander und handelten als
Schüler und Kunstnachkommen Dürers in einem Sinne
nach gleichen, oft unter sich besprochenen Ideen, Vor-
lagen und Kopien. Man wird bei den meisten Blättern
jener Zeit fast nie nachweisen können, wer der erste
Zeichner und wer der erste Kopist war; auch hat man-
cher Kleinmeister seine eigenen Skizzen wiederholt für
verschiedene benützt; Schüler haben einfach Muster ihres
Meisters nachgezeichnet oder oft das von letzterem Be-
gonnene in dessen Sinn und Manier vollendet. Ferner
war das reiche Nürnberger Patriciat unter sich eng ver-
wandt und verschwägert; dadurch ergab sich vielfache
Gelegenheit, solche V^appen und Exlibris bei einem
Vetter zu sehen und danach Aufträge zu gleichen Blät-
tern, z. B. mit anderem Wappen, aber derselben Um-
rahmung, zu erteilen, wodurch sich die Wiederholung
eines Motivs oder einer ganzen Zeichnung in vielen
Fällen erklären lässt. Aus vorgenannten Gründen ist
auch zu vermuten, dass manche treif liehe Exlibrisstiche
jener Zeit keine Künstlermonogramme tragen; für ganz
eigene Arbeit konnte und wollte man solch eine Kopie
nicht immer ausgeben.
84 Allgemeines.
Als Beweis für diese beliebten »Anleihen« dienen
die Exlibris V. A. Holzschuher^ Nürnberg, Stich von Jost
Amman (»J. A.«), 1580 und Pfaudt, Nürnberg, Stich
von H. Sibmacher (»H. S.«), von c. 1600, auf welchen
die oberen Putten die gleiche Form und Stellung haben ;
ferner gleicht dieses /ya«^//-Exlibris von H. Sibmacher
im ganzen Aufbau wiederum dem Exlibris Julius Geudefj
Nürnberg, Stich von J. Amman, ausserdem ähneln H.
Sibmachers Exlibris Heugel und Bekam in der ganzen
Anlage stark den J. Ammanschen Exlibris Märtz^ Weller
und Haller, Das Gesagte gilt auch für Ammans
Schüler H. Troschfel und H. Hauer.
Andresen sagt in seinem »Deiftschen Peintregraveur^,
1864, JI, S. 332: »Einzelne Produkte Ammans und Sib-
machers kommen in der Nadelarbeit einander so nahe,
dass es schwer, ja fast unmöglich ist, sie zu scheiden,
wenn sie nicht bezeichnet sind.« j
Da wir Bibliothekzeichen dieser Kleinmeister später
noch kennen lernen, sind hier aus dieser Periode noch
keine Abbildungen gegeben. An jüngeren Beispielen
seien hier einige herausgegriffen:
2 Exlibris des Praemonstratenserklosters Oberzell
bei Würzburg des Abts Georg VI. Fasel (1738 — 47) und
des Abts Oswald Loschert (1747 — 85), von Gutwein, sind
sich in allem ganz gleich, ausgenommen im Mittelschild;
der zweitgenannte Abt hat die Exlibris-Kupferplätte
seines Vorgängers im Mittelschild (Personalwappen: Klee
und Stern) auskratzen und sein eigenes Wappen (Pap-
pelbäume unter Sonne) hineinsetzen lassen.
Ein Motiv: Knabe mit Buch und Feder an Rokokp-
untersatz, darauf Wappen, Kupferstich, ist »nur« Smal
bei 5 verschiedenen Besitzern des 18. Jahrhunderts nach-
Verschiedenheiten. Varietäten. 85
zuweisen, i. bei Gottlieb Eltling, Rechtsgelehrter, von
J, A. Friedrich, Augsburg; 2. bei Chr. C. L. von Sa-
vigny (mit dem bekannten >Non mihi sed aliisi), ohne
Stechernamen ; 3. bei J. F. A. C. Nmratk, Oberappel-
lati onsgerichtsrat, Darmstadt, ohne Stecher; 4. bei Hein-
rich Wilhelm Leknemann, Dr. der Rechte, Schöffe, Frank-
furt a. M., von J. J. Schnapper in Offenbach a. M.; und
5. bei Jobann Friedrich Miller, Minden und Bremen,
obne Stecher, mit ein wenig veränderter Stellung des
86 Allgemeines.
Knaben. Diese Darstellung muss den Bestellern oder
Stechern besonders zugesagt haben. Das Ettling-Fried-
rich'sche ist von diesen 5 Exlibris die beste Ausführung
und daher hier (S. 85) abgebildet.
Eine andere Gruppe, alte Männer (Lehrer), junge
Bäumchen (Schüler) pflanzend und giessend, 1772, von
Daniel Chodowiecki, Berlin, {Vlt^ sExlibris des französtscken
Seminars zu Berlin (Besprechung siehe unter VIII. Kap. c.)
gestochen, wurde einige Jahre nachher von dem ihm
befreundeten Johann Rudolf Schellenberg für die Stadi-
bibliothek Winterthur zweimal kopiert, zwar nicht Linie
für Linie, jedoch mit dem gleichen Motiv: Alte Männer,
junge Bäumchen pflanzend und begiessend*).
Fast gleich, ausgenommen Wappen und Inschrift»
sind die Exlibris mit Innenansichten: Fr. D. Haeberlin
aus Ulm, Staatsrechtslehrer in Helmstaedt, Stich von
c. 1750, und Amadeus Lulin, Professor, Genf, Stich von
B. Picart, 1722; ebenso J. M. von Loen^ Geheimrat und
Schriftsteller, Frankfurt a. M., I. Grösse, Stich von P.
Fehr, 1725, und C. S. Jordan^ Geheimrat, Berlin, Stich
wohl auch von P. Fehr, aus gleicher Zeit, bei welch
beiden nicht nur die ganze Anordnung, sondern auch
der Sinnspruch »Deus nobis, haec otia fecitc überein-
stimmen. Bei den Exlibris der beiden Freunde Johann
Lorenz Blessig^ Professor und Theolog, Strassburg i. E.,
und Friedrich Rudolf (von) Salzmann^ Strassburg i. E.,
beide Stiche von Ferdinand Wachsmuth, Paris, c. 1775,
ist augenscheinlich ein und dieselbe Kupferplatte für
beide Personen benützt worden, mit dem einzigen Unter-
schiede, dass beim ersteren das untere Oval mit dem
♦; Abgebildet E. L. Z. II. i, S. 14, IV. S. 17, VIII. S. 37. S«-
Verschiedenheiten, Varietäten. 87
Namen, beim zweiten mit dem Wappen ausgefüllt ist,
und bei letzterem der Name im äusseren Ova! steht.
Die Exlibris P. J, Sckamo, Christian Gottlieb Joecher,
Universitäts-Bibliothekar, Leipzig, und Johann Christof
Gottsched, Gelehrter, Schriftsteller, Dichter, Leipzig, drei
Stiche, c. 1760, weisen zwar 3 verschiedene Manieren,
aber ein Motiv auf: Bücherschränke zweimal über Eck,
sitzende Minerva mit Lanze, Wappen. Gleiche Schriften-
behälter, Tmtenzeuge und Tafeln haben die Exlibris D.
Chr. Aug. Stoelser u. C. Jos. von Hopffgarten^ Stiche,
c. 1800.
Ebenfalls ein und dieselbe Kupferplatte benutzten zu
ihren Exlibris zuerst Friedrich Karl von Moser, Darmstadt
und Ludwigsburg, und dann seine Freundin Susanna Ka-
tharina von Kkttenberg, Frankfurt a. M., Goethes »Schöne
Seele«, der es der erstere zur Benützung überlassen
hatte (Abbildung vgl. VIII. Kap. c); Zeichnung von J. A.
B, Nothnagel, Kupferstich von H. Cöntgen, Mainz, circa
88 Allgemeines.
1765; nur die Namensinschriften sind verschieden. Die
gleiche Kupferplatte wurde auch von Luise Adelgunde
Viktoria Gottsched^ geb. Kulmus (die »Gottschedin«),
Leipzig*), und dann von G. E. Weinland^ c. 1750 — 60,
benützt, von letzterem vielleicht nach' dem Tode der
ersteren, 1762; an Stelle des Ehewappens trat der
Namenszug; die Bandinschrift wurde ausgemerzt. Die
Abänderung rührt von Johann Michael Stock, Leipzig,
her, wahrscheinlich auch die Originalplatte der Gott-
schedin. Ein weiteres Beispiel für Nachahmung findet
sich bei den Exlibris G. H. A. Koch (VIIL Kap. B. b.) und
F. D. Haeberlin.
Die Urnen-Exlibris J. C. G. Reuss, J. F. Reuss und
J. Fr. Haakh^ Ende des 18. Jahrhunderts, zeigen die-
selbe Urne, erstere beide mit dem Reuss'schen, letzteres
mit dem Haakh sehen Schild; Exlibris J. F. Reuss ist
Spiegelbild von Exlibris J. Fr. Haakh.
Die Exlibris Bernhard Heinrich Wilhelm Koehne^
Berlin und St. Petersburg, und Karl Bernhard Wilhelm
Koehne, Berlin, Steindrucke, c. 1850, sind gleich in der
Darstellung, Bienenstöcke auf Steinbank vor Gebüsch;
nur die Vornamen sind verändert; dass zwei Nah ver-
wandte eine Zeichnung benützen, sei es aus Intimität
oder aus Ersparnissgründen, ist naheliegend.
Auch aus der neuesten Zeit sind Beispiele beizu-
bringen: So wurde das von E. Doepler d. J., Berlin
1888, gezeichnete Exlibris Otto Freiherr von Aufsess^
Berlin (Regensburg), Wappen von Inschriftsbändem um-
geben, noch dreimal für Exlibris kopiert: Für J. C. Al-
brechty Basel, 1894, für käioM Geudcr zum Heroldsberg,
♦) Abbildung : E. L. Z. II. 4. S. 22.
Verschiedenheiten, Varietäten.
NUrnbei^, 1898, von A. Steinbrüche!, für J. Baedeker,
Iserlohn, von W. Baedeker, Berlir; bei allen vier sind
nur Schildinhalt und Zimiere jedesmal abgeändert.
Das Exhbris Friedrich Warnecke, Berlin, 1893,
Büchei^estell mit Wappenschild, von E. Doepler d. J.,
Billbri* Obcnt
Berlin, kommt auch in den Namens- und Wappenvarie-
täten Adolf Schiel, Oberst in Transvaal (Geschenk
"Wameckes, 1893, an Schiel), sowie Friedrich Altrnann,
Niederelbert, 1899, von ihm, und Johann Nepomuck Eser,
Buchloe, 1899, von Professor Ferdinand Lotz, Würz-
QO Allgemeines.
bürg, vor, die alle vier gleiche Zeichnung und nur
anderen Schildinhalt und andere Namen aufweisen.
Die 5 farbigen Exlibris van Hertzberg^ 1893, von
C. A. Starke, Wappen, sind vollkommen gleich, nur die
5 Vornamen sind verschieden: Sieg ward, Kurt, Erich
Rüdiger, Rüdiger und Gertzlaif.
Das Exlibris Hermann Freiherr von Watter^ Würt-
temberg, Wappen, 1880, von Adolf M, Hildebrandt,
wurde ohne dessen Veranlassung auch für M. von Wed-
derkopp, 1889, benützt.
Die Exlibris Nathalie, verwittwete Herzogin Elimar
von Oldenburg, geb. Freiin Vogl von Friesenhof, Schloss
Erlaa, gezeichnet von deren Tochter, Friederike von
Oldenburg, Gräfin von Welsburg, mit der Aussicht auf
Schloss Brogyan, und das von Dr. Hans Schulz^ Berlin,
1900, von ihm, mit Aussicht ins Saalethal bei Jena, sind
nach dem Vorbilde des von W. Schulte vom Brühl ge-
fertigten Exlibris Karl Emich Graf zu Leiningen- Wester-
burg^ mit der Aussicht auf Burg Neuleiningen, gezeichnet»
Das Exlibris des Professors O. Jahn, Bonn, be-
nützte der bekannte Dichter und Publizist Gustav Frey-
tag (f), Siebleben, für das Exlibris seiner dritten Frau
Anna, von ihm Ilse genannt, indem er bei gleicher Zeich-
nung nur in seiner Schrift »Ilsec und zwischen Blättern
Früchte hinzufügen Hess; 1896 wurde das Motiv auch
für das Exlibris des Hauptmanns von Oidtmann, Span-
dau, benutzt. Exlibris O. Augstein, Berlin, 1897, O. A.
mit Apfelbaum, von P. Voigt, wurde in Schweden
zweimal nachgezeichnet: Für A. Landgreen, Stock-
holm, 1899 und A. Lindstedt, Stockholm, 1899; gleiche
Darstellung wie beim Augsteinschen Exlibris, nur
statt O. A. nun A. L., wobei beim Landgreenschen
Verschiedenheiten, Varietäten. Ql
auch das »Auge« im »Steine, das dem Namen Augstein
entspricht, verblieben ist. Die zwei Kopien behielten
sogar den auch sonst oft gebräuchlichen Spruch des
Originals »Inter folia fructus« bei. Das Exlibris Ernst
Rosenfeld^ 1900, von P. K., wurde aus zwei im Studio,
Wintemummer 1898/99, S. 57 u. 77, abgebildeten Ex-
libris N. H. Laughton, von T. B. Hapgood (Amerika),
und F. Donnet, von E. Pellens (Belgien), zusammengefügt.
Als Ausdruck innigen Familiensinns ist der Ge-
brauch einer Zeichnung für die 12 Exlibris von einem
Grossvater bis zu Enkeln zu verzeichnen. Der berühmte
protestantische Theolog und Kirchenhistoriker Karl August
van Hase, f 1890 in Jena, führte ein von Albert von
Zahn (nach ihm von L. Nieper) gezeichnetes Exlibris:
Vor architektonischem Aufbau Wappenschild mit Hase,
rechts und links zwei allegorische Figuren, oben zwei
Engel, einen Kranz mit Luthers (Wappen-) Kreuzrose;
der Sohn, Oskar von Hase, Inhaber der Firma Breit-
kopf u. Härtel, Leipzig, dessen Exlibris hier (S. 92) abgebildet
ist, behielt die gleiche Darstellung bei und setzte nur unten
seinen Namen und oben in den Kranz sein 1870/71 erwor-
benes eisernes Kreuz ein, 1875; das Original des letzteren
hat er in den Grundstein des deutschen Buchhändlerhauses
eingeschlossen ; Johanna, seine Gemahlin, geb. Zarncke,
fügte in das gleiche von ihr benützte Blatt oben den
Bienenkorb des Fleisses ein, und die Enkel Karl Augusts
und Kinder Oskars: Margarethe, Viktor, Georg, Hermann,
Karl Wilhelm, Anna, Hellmuth von Hase behielten von
1894 an alle das gleiche Motiv bei und änderten nur
die Namensunterschriften unten und den Wahlspruch
nebst Inhalt des Kranzes oben; letzterer änderte sich
der Reihe nach in: Buch, Friedenstaube, Geige, Kunst-
lerschild, Anker, Frauenkopf, Bienenstock, Hase, Blume.
Das Exlibris Viktors von Hase hat statt der Inschrift:
»In Viridi Vita< : »Mir und Dir* u. s. w.
Is Oskar von Kate. Von L, Nlcp«r (IS75).
Ein Beispiel, dass ein altes Exlibris f(lr ein neues zum
Muster diente, ist das S. 93 abgebildete Exlibris K, E. Graf
SU Leinittgen-Wisterburg, Neupasing-MUnchen, 1893, von
E. Krahl, Wien, welch letzterem das Exlibris des Pfalz-
Verschiedenheiten, Varietäten.
grafen Wolfgang von Veldenz, Herzens von Bayern, von
Virgil Solis, c, 1559 (abgebildet: VI. Kap. E), wegen
der interessanten heraldischen Zeichnung als Vorbild
Exlibris Karl Emi
(isgs).
angegeben war; ferner hat der bekannte Dürer-Forscher
Raüt von Retberi^-lVettbirgin , München, seine grösseren
Exlibris alle nacli Dürersclien Vorlagen gezeichnet, was
bei seinen Dürerstudien leicht begreiflich erscheint.
94 Allgemeines.
Weitere Nachbildungen sind: Exlibris Heinrich
Freiherr von Gudenus^ Waidhofen a. d. Th., Stich, 1891,
von Jauner, Wien, nach dem des Valentin Ferdinand
Freiherrn von Gudenus, Stich, 1732, von A. Reinhard;
Max Josef von Baumgarten, München, 1892, gezeichnet
von Fr. Steinbrüchel, Steindruck, nach einem alten ano-
nymen Universal -Exlibris, Holzschnitt, c. 1489 (vergl.
unten VI. Kap, A. d. und II. Teil 12.); nach einem
bekannten Wappen von M. Schongauer, 15. Jahrhundert,
ist das Exlibris der M, Schongauer -Gesellschaft zu
Kolmar i. Eis., Lichtdruck, von A. Waltz 1894 ge-
zeichnet worden; die Exlibris Fr. Goldschmidt^ Wien,
1882, von C. Lambotte, und Simon Moritz Freiherr von
Bethmann, Frankfurt a. M., Stich, 1889 von H. Goetz,
bezw, C, L. Becker, abgebildet unten im XI. Kap. A. a,
sowie Dr. H. Kabdebo von Kapri, Wien, 1883, sind fast
genau nach Blättern von H. S. Beham, c, 1 540 und 43,
P. von Baldingery Stuttgart, Holzschnitt von G. Dreher,
1899, nach einem M. Schongauerschen Wappen aus-
geführt; das Exlibris Max von Lerchenfeld , Heiners-
reuth, Stich, 1873, nach dem Wappenblatt Haimeran von
Lerchenfeld von 1620 u. s. w.
E. FARBEN- UND F. PAPIERVARIETÄTEN.
Diese entstehen dadurch, dass die Abzüge derselben
Holzstöcke, Kupferplatten, Clich^s etc. beim ersten Druck
oder bei Neuauflagen jedesmal in einer anderen Druck-
farbe hergestellt wurden. Die Gründe hiefür sind Lust
an Abwechslung oder die Absicht, die verschiedenen
Abteilungen einer Gesammtbibliothek durch je eine andere
Verschiedenheiten, Varietäten. Qc
Farbe des sonst gleichen Exlibris zu unterscheiden;
ferner spricht heutzutage auch der Wunsch mit, mehrere
Farben deshalb zur Verfügung zu haben, damit man je
nach dem im inneren Deckel befindlichen Papiere eine
zu diesem passende Farbe wählen kann; ein weiterer
Grund, namentlich auf die neueste Zeit passend, ist der
Umstand, dass vom Drucker sowohl im Auftrage, als
auch freiwillig eine Reihe von Druckproben mit ver-
schiedenen Farben auf verschiedenem Papiere angefertigt
wurde, damit der Besteller das ihm Geeignetste aus-
wählen konnte; diese Probedrucke werden selten ver-
nichtet, dagegen teils in Büchern verwendet, teils beim
Exlibris-Tausch ausgegeben. Alle diese angeführten
Gründe gelten für die T>r\ic\i' Farbenvarietäten wie für
die Papiervarietäten.
Von den Farbenvarietäten seien nur einige genannt:
2 Kanonikus Ruprecht, Dillingen, Stich, 1678 ; schwarz
und rot.
2 von Rehm, Augsburg, Stiche, c. 1730; schwarz
und rot.
2 Fürstin Eleonore von Stolberg-Gedern, Stiche,
c. 1760; schwarz und rot.
3 Johann W. Donner, Stiche, 1770; schwarz, grün, rot.
2 Karl Friedrich von Ditten, Stiche, c. 1760; schwarz
und rot.
2 Kaspar Kindsvatter, Stiche, c. 1780; schwarz
und blau.
3 Johann Josef Reuss, Stadt- und Hofarzt, Stuttgart,
Stiche von J. G. von Müller, Stuttgart, 1779; schwarz,
braun, rot.
2 K. G. Rieder, Dechant, München, Stiche, c. 1790;
schwarz und rot.
96 Allgemeines.
5 Johann Nepomuk Baron von Rehlingen, Stiche
von C. Schneeweis, c. 1800 (auch Visitenkarten), 2 Dar-
stellungsvarietäten, schwarz, blau, rot, braun.
4 Kloster St. Bonifaz, München, Steindrucke, von
Herwegen, 1864, 72, 2 Zeichnungs-, 2 Farben-, 4 Papier-
varietäten.
Von Papiervarietäten seien genannt:
2 Andreas Cph. Im. Seid(t)el, München, Stiche,
c. 1750; weiss und rot.
2 Dr. J. Heckenstaller , Domkapitular, München^
c. 1790; weiss und blau.
3 Dr. G. H. J. Stoeckhardt, Glauchau, Buchdruck^
c. 1800; rot, blau, gelb.
5 Fröhlich, Steindrucker, c. 1840; 2 blau, 2 grün,
I weiss.
6 Dr.Ed.Böcking, Bonn, Steindrucke, c. 1860; 4 Dar-
stellungs-, 3 Farbenvarietäten; 2 weiss, 3 gelb, i grün.
3 J. G. A. (von) Szalatnay, Pfarrer, Kuttelberg,
Steindrucke, c. 1895; i dunkel-, i hellgelb, i rot.
Bezüglich der neuesten Zeit gilt als Regel, dass,
sowie es mehr als 3 oder 4 Farben- oder Papiervarietäten
giebt, es sich nur um erhalten gebliebene Druckproben
handelt.
4 Farbenvarietäten hat Johann Graf Oppersdorf,
Thomaswaldau, v. G. Otto, 1896, sowie:
4 Emanuel Baron von KorfF , Berlin , von G.
Otto, 1890.
Je 8 Papiervarietäten: C. Selzer, München, Dr. Ad.
Preyss, Berchtesgaden , L. Wenig, Berchtesgaden, alle
von Bernhard Wenig, 1897.
8 Färb- und Papiervarietäten: Erich, Berlin, von
P. Voigt, 1896.
Verschiedenheiten, Varietäten.
97
17 Farben- und Papiervarietäten: A. Zglioitzki,
Gross-Uchterfelde, von A. M. Hildebrandt, 1896.
31 (richtiger 50; 19 vernichtet): K, E. Graf ru
Leioingen-Westerburg, Neupasing- München, von E.
Doepler d. J., 1899.
38 W. Mecklenburg, Berlin, von A. M. Hildebrandt,
1893.
40 Dr. R. Lothar, Wien,, von E. Doepler d. J., 1896.
Vr. KAPITEU
15. UND 16. JAHRHUNDERT.
I eben wir nun zur Geschickte der Bibliotkek'
^zeichen über, so beg^nen wir dem ältes-
%ten Exlibris schon in sehr früher Zeit und
«zwar in Aegypten vor rund 3300 Jahren,
1400 vor Christus! Es ist eine kleine hellblaue
Fayencetafel mit dunkelblauer Inschrift (Britisches
Museum, London, No. 22878), ein Etikett, wie es in
Bücher- und Papyrus-Kästen eingelegt wurde und laut
Inschrift aus der Bibliothek Amenophis' Ilf. stammt
(E. L. Z. VIII. S. 124 und X. S. 98, VUI., bezw. Zeit-
schrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde,
XXXni., 1895, S. 72).
In S. R. Köhlers Katalog der Exlibris-Ausstellung
im Museum of fine arts in Boston, Mass., V. St. A., 1898,
S. XI., wird erwähnt, dass es, einem unkontrollierbaren
Berichte zufolge, in Japan Exlibris schon im 10. Jahr-
hundert gegeben haben soll.
/« Europa erscheinen erst im Mittelalter die nächsten
Eigentumsbezeichnungen, indem nicht nur der Name des
Besitzers in einem Codex eingeschrieben, sondern auch
das Wappen desselben auf eine der ersten Seiten mit
I5> und I&. Jahrhundert. 99
tUr Hand eti^emalt wurde. In jener Zeit ging dieses
noch leicht, da die Bibliotheken damals noch nicht eine
Exlibris Heinrich Toebing (riV« HgS).
solch hohe Zahl von Bänden wie heutzutage aufwiesen,
und weil ja alle Codices selbst noch ganz mit der Hand
geschrieben und mit Miniaturen geziert wurden.
lOO Allgemeines.
Von diesen handgezeichneten Exlibris sind aui
der Zeit vor 1500 mehrere bekannt, z. ^.: Tf^ölsiaiU,
Artistenbibliothek, 1482*), Johannes Ras of (= alias)
Koester^ in Emmerich, 1491**), Bischof Johann
W. Rotk von Breslau, 1494***), anonymes Wappen,
Halbmond auf Dreiberg, c. 1485 — 90 f), von Deizisau^
Esslingen, I499f-j-), Memorien - Exlibris von Tegemsee
(Johann Eythlinger von Toelz), I493"t*ff) etc., doch ist
ihre genauere Beschreibung überflüssig, da es sich bei
unserer Betrachtung um die Geschichte der mecha-
nisch hergestellten, durch den Druck vervielfältigten
Bibliothekzeichen handelt. Nur ein interessantes Beispiel
eines handgezeichneten und bemalten Exlibris sei hier
(S. 99) als Probe wiedergegeben, dasjenige Heinrichs II.
Töbing, Bürgermeisters von Lüneburg, von c. I498§).
Die Geburt unseres heute noch bestehenden Bibliothek-
Zeichens fällt in die Zeit kurz nach Erfindung der Buch-
dnickerkunst y welch letztere wir bekanntlich Johann
Gutenberg (Strassburg, Mainz), 1440 — 1450 verdanken.
A. DIE ÄLTESTEN DEUTSCHEN EXLIBRIS.
Als die ältesten^ bis jetzt bekannten deutschen Ex-
libris noch vor 1500, die auf mechanischem Wege her-
*) Exlibris-Sammlung der Bibliothek des Buchhändler- Börsen-
Vereins, I. c.
**) E. L. Z. III. S. 2.
*♦*) Ebenda III. S. 47-
t) Ebenda III. S. 26.
tt) Ebenda IV. S. 42.
ttt) Ebenda VII. S. 79.
§) Ebenda VI. S. 40.
15- und i6* Jahrhundert. lOt
ge3tellt sind -^ mittels Holzschnitt — und noch den
gotischen Charakter (deutschen oder Spitzbogenstil) tragen^
sind zu nennen;
a, Das Exlibris des Hildebrand Brandenburg aus.
Biberach -.(Württemberg), Mönchs der Karthause
Buxheim bei Memmingen (schwäbisch Bayern), der
dieser Karthause Bücher schenkte; Engel mit
Wappenschild; in Biberach oder Ulm entstanden,
um 1470. Häufig ist dieses Exlibris auf der Rück-
seite bedruckt, was mit der Sparsamkeit des gen.
Mönches zu erklären ist, der bei den teuren Papier-
preisen jener Zeit ein bereits benutztes, aber auf
einer Seite. noch weisses Papier verwandte.
b, das des Domicellus (Junker) Wilhelm von Zell aus
der bayerischen, erloschenen Familie Zeller von
Kaltenberg, der der gleichen Karthause Buxheim
ein Buch schenkte; Ehewappen; um 1470.
c, das des Kaplans Hans Igler genannt Knabensberg
(Bayern); Igel mit Inschriftsband, um 1470.
Das Alter und die Entstehungsjahre dieser j ältesten
Exlibris werden sich, mangels historischer Nachrichten,
wohl nie genau feststellen lassen.
Warnecke in seinem Exlibris-Buche, S. 40, sagt
vom H. Brandenburg 'Y.yX'^TiS', »Um 1480«, Seyler in
seinem Exlibris-Taschenbuch, S. 9: 1 Letztes Viertel des
15. Jahrhunderts«, also 1475 — 1500, E. Castle, english
bookplates, London, 1893, S. 32/33: »Um 1480«.
Vom W. von Zell- Blatte sagt Wamecke, S. 237:
»Um 1479«, Seyler, S. 8: 1475 — 1500.
Vom Igler'Knabensberg'BldXt sagt Wamecke S. 1 1 :
^Vor 1450«; Seyler, S. 9: »Dessen Alter meines Er-
achtens bisher «Ä^rschätzt worden ist« (welcher Be-
1 02 Allgemeines.
hauptung unbedingt zuzustimmen ist), also jünger als
1450, vielleicht etwa 1470; ein Auktionskatalog eines
Münchener Antiquars von 1891 sagt: »Um 1470«,
Schreiber (in diesem Falle wohl der ^^j/^ Sachverständige!),
manuel de l'amateur de la gravure sur bois et m6tal
au 15. si^cle, Berlin, 1890, setzt dieses Exlibris in die
Zeit von 1470— -80.
Man wird kaum fehlgehen, wenn man die j ältesten
deutschen Exlibris H. Brandenburg, W. von Zell und
H. Igler-Knabensberg am richtigsten mit: »Um 1470c
datiert, mag auch das eine ein oder ein paar Jahre vor
dem anderen entstanden sein. Ein grösserer Zeitabschnitt
kann keinenfalls zwischen ihnen liegen.
Zu a: Das Exlibris H. Brandenburg ist wiederholt
abgebildet, so zuerst in H. Lempertz' Bilderheften
(1853 ff.), Tafel I. I, dann in der Zeitschrift des
Münchner Altertums- Vereins (1887), S. 38, in War-
neckes Exlibris-Werk (1890), S. 8, danach in Seylers
Exlibris-Taschenbuch (1895), S. 8, sowie in E.
Castle, english bookplates (1893), S. 33. Da je-
doch alle diese Abbildungen nach Zeichnungs^ö//V«
ausgeführt und daher nicht ganz genau sind, wurde hier
— siehe Titelblatt — eine Reproduktion nach einem
Original-Exlibris einschliesslich des handschriftlichen
Eintrags ausgeführt. Der Holzschnitt ist bemalt:
Schild blau, Kleid braunrot, Haare gelbblond,
Flügel innen grün, aussen rot, — und auf das
Buch Vorsatzblatt aufgeklebt; der Schildinhalt ist
nach dem Inhalt des Buches^ nach heraldisch links,
gewendet; die Inschrift lautet oben: »T(itulus)
Suma virtutQ Wilhelmi lugd (lugdunensis) Epi
(episcopi)« und »Contentacj unten: »Liber Car-
15- und i6. Jahrhundert« 103
tusien In Buchshaim ppe (prope) Memingen
püeniens (proveniens) a cfre (confratre) nro dnö
(nostro domino) hilprando Brandenbg de Bibraco
Donato sacerdote ctinens (continens) ut s (supra)
Oret (oretur) p (pro) eo et p qbs (pro quibiis)
Desideravit.«
Zu b: Das Exlibris des Wilhelm von Zell und seiner
Ehefrau zeigt deren 2 sich zugeneigte Vollwappen
(2 Schilde, Helme, Decken, Zimiere); der Holz-
schnitt ist unbemalt und einem Vorsatzblatte auf-
geklebt, der fast die gleiche Inschrift von derselben
Hand des Buxheimer Bibliothekars trägt, wie das
H. Brandenburgsche. Abgebildet in Warneckes
Exlibris-Buch, S, 9.
Zu c: Das Igler- Knabensberg'^xWhris zeigt auf blu-
migem Rasen einen Igel mit Blume im Maul, darüber
ein Band mit der Inschrift: »Hanns Igler das dich
ein Igel küs« ; braunfarbiger Holzschnitt; hand-
schriftliche Zusätze besagen: ilste libellus attinet
Johannem Knabensperg, alias Igler, das dich ain
Igel ktiss« ; ferner: »Johannes Knabensperg alias
Igler cappelanus illorum schonstett Das dich ain
Igel küss« und »Igler Cappelanus illorum schon-
stett Das dich ain Igel küss«. Dieser letztere
Zusatz, der dreimal wiederkehrt, ist ein Scherz-
und Wortspiel, zugleich ein »Symbolum«, das an
den Beinamen Igler anknüpft.
Zwei Exemplare dieses alten, aber wenig schönen
und kimstarmen Blattes wurden 1896 nach Eng-
land verkauft; 2 andere, gleiche befinden sich im
kgL Kupferstichkabinett zu München; Holzschnitte,
Reiberdrucke, leicht übermalt. Abgebildet u. a. in
t04 Allgemeines.
Wameckes Exlibrisbuch, Tafel i und in der eng-
lischen Exlibris-Zeitsehrift, November, 1893.
' In Wameckes Exlibrisbuch , S. 1 1 , und danach im
S^lerschen Handbuch, S. 10, ist zwar ein Blatt als
Exlibris erwähnt, das die Ehewappen B. von Rohrbach
(f 1482) und E. voft Holzhausen (f 1501), von c. 1466
aufweist und von B. S. = Barthel Schoen?, von Ulm,
(nicht von • Bartholomaeus Zeitblom) herrührt; aber so
sehr schön dasselbe auch gezeichnet und gestochen ist,
dürfte es doch bestimmt nie ein Bibliothekzeichen ge-
wesen sein; auch ist es bisher noch in keinem alten
Exemplare in einem Buche nachzuweisen gewesen.
Aus dem 15, Jahrhundert sind nicht viele auf
mechanischem Wege hergestellte Exlibris erhalten ge-
blieben; jedenfalls war der Gebrauch eines Exlibris zu
jener Zeit ein noch vereinzelter und nicht allgemeiner.
Die wenigen bekannten, mechanisch gefertigten Exlibris
vor 1500^ sämmtlich Holzschnitte, die alle in die
Zeit »um 1480^ — 1500« zu setzen sein dürften, sind
folgende :
d. Ein sog. Universal- Exlibris : Leerer Schild mit Vs
leerem Schriftband, auf dessen Anfang steht: >Das
puch vnd der schilt ist« ; auf einem Münchener
Exemplar, das der Nürnberger Verleger 1489 gleich
mit in die Bücher einer Auflage an deren Schluss
hineindrucken Hess, steht auf dem Rest des Bandes
der Name Anna Geuder (wahrscheinlich geborene
Kleiber; Nürnberg) handschriftlich eingeschrieben;
auf einem gleichen Exemplar zu Leipzig hat sich
ein Michel Lorber mit Namen und seinen Wappen-
lilien eingetragen; Holzschnitt; abgebildet unten
im IL Teil 12.
i5> und i6. Jahrhundert. 105
e, En anderes Uriiversal-ExUbris Frau, einen Teeren
Schild haltend, beide heraldisch links nach dem
I Allgemeines.
Buche gewendet; aus einem Ingolstädter Verlags-
werk; im Leipziger Bnchhändlerhaus; Holzschnitt,
1 497 *) ; auf einem gleichen Exemplar der MOnchener
Hof- undStaatsbibliothekhatsich einMagister Albertus
Gloss aus Leonberg 1504 mit Wappen eingezeichnet.
Unbekanntes Exlibrii
/. Ein unbekanntes Wappenblatt., wahrscheinlich aus
Sudwestdeutschland, Lilie im Schild, als Zimier
Mann mit Helmbarte, zwischen Zweigumrahmung;
aus der Zeit 1495—1 500**) ; hier (S. 105) abgebildet.
g, Thomas Wolpkius (Wolf), pontificii juris doctor;
bemalter Holzschnitt, Wappen zwischen Inschriften;
aus der Zeit 1483 — 90. (Im Besitz des Verfassers).
â– 5. und i6. Jahrhundert.
107
. Ein HHbekanntes ff^//«(i/flff, Ochsenkopf mit Sichel
in einem von 2 gelben LOwen gehaltenen rot-
bemalten Schild; oben Band mit >M, G. B. H.c (in
4 Exemplaren als Exlibris bekannt). Nach Schreiber:
Vielleicht aus dem Elsass? Hier (S. 106) abgebildet.
Exlibris Hcybcrger {eirca 1500).
i. Ruprecht Muntzinger, Suddeutschland, vielleicht
von M. Wohlgemuth, dem Lehrer Dürers?') Setzte
man dieses Blatt auch bisher in die Zeit von
1505 — 10, so dürfte es doch seiner Zeichnung
•) AbgebUdetr E. L. Z. V. S. 79.
I08 Allgemeines.
nach aus den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts
stammen.
k. M.Reickarty bemalter Holzschnitt; Wappen mit
Ueberschrift. Abgebildet: Exlibris-Sammlung des
' Leipziger Buchhändler-Börsen-Vereins, Leipzig 1 897,
L B.
/. Das der Radigunda, geborenen Eggmberger , von
Füssen, Witwe (1502) des Domicellus (Junkers)
Georg Gossenbrot von Hohenfriberg ; vielleicht um,
oder noch vor 1500 entstanden*).
Aus der Zeit um die Wende des 15. zum 16. Jahr-
hundert, also ^unt 1500% y ist ein charakteristisches Ex-
libris erhalten, das der Familie Hey berger ^ Niederöster-
reich, bemalter Holzschnitt; redendes Wappen (Hey =
Gehege, Hecke, Zaun, französisch: Haie, englisch: hay;
und Berge), mit sog. wildem Mann und wilder Frau als
Wappenhalter; hier (S. 107) abgebildet.
Bemerkt muss hier noch werden, dass von Aretin,
Beiträge zur Kunstgeschichte, 1804, S. 72, Heller, Ge-
schichte der Holzschneidekunst , 1833, S. 36, b,, Libri,
monuments in^dits, 1863 — 64, Tafel 51, Schreiber, manuel
de l'amateur de la gravure, etc., 1890, IL S. 343 und
Exlibris Ana, 1895, S. 13 und Tafel 4, einer nach der
Quelle des anderen y folgendes als Exlibris erwähnen:
»Johannes Plebanus ad S. Mauritium in Augusta«, d. h.
Johannes Pfarrer bei St. Moritz in Augsburg ^ mit der
Jahreszahl 1407. Wäre es ein wirkliches Exlibris, so
würde dieses das älteste bekannte sein; doch ist es
thatsächlich kein wirkliches Exlibris, sondern nur ein
Siegel y ein Stempel gewesen, der einige wenige Male
*) Abgebildet: E. L. Z. II. 2., besprochen X. i.
15. und 1 6. Jahrhundert. IO9
vom Besitzer an Stelle eines Exlibris nickt auf ein be-
sonderes Blatt y sondern direkt auf eine Textseite als
Besitzzeictien hinaufgedruckt, gestempelt wurde, wie ein
solcher Abdruck in einem Beiband, Folio, Incunabula
sitfe anno- 137. a. (Tract. artis moriendi) von c. 1475
der kgl. Hof- und Staatsbibliothek zu München beweist.
Dieser Stempel in seiner spitzovalen Form charakteri-
siert sich in Uebereinstimmung mit unzähligen ähnlichen
Siegeln geistlicher Personen deutlich als das Siegel des
Pfarrers, zumal auch am Anfang der Legende das übliche
»S« = Sigillum steht; dieses Siegel ist analog vielen
gleichgearteten Siegeln unter die sog. » Porträtsiegel c
einzureihen, da die unten knieende Figur den Pfarrer
Johann darstellt, der vor dem Patron seiner Kirche, dem
oben befindlichen heiligen Moritz, kniet.
Gilhofer und Ranschburg, Wien, nennt in seinem
54. Katalog, No. 471, den Abdruck, nach oben ange-
gebenen Quellen, den ältesten Formschnitt mit Datum;
einige andere Quellen sprechen ebenfalls direkt von
Holzschnitt. Dieser Stempel ist merkwürdigerweise auch
im Original erhalten geblieben, was bisher allgenjein nicht
bekannt war; er befindet sich auf der kgl. Hof- und
Staatsbibliothek München und ist thatsächlich ein sauber
geschnittener, gut erhaltener Holzstock.
Ueber die Zeit herrscht trotz der Datierung eben-
falls Uneinigkeit, da Schreiber »1507« statt »1407 c ver-
mutet, Gilhofer und Ranschburg »c. 1472« datiert und
Exlibris Ana a. a. O. »1470— 1480« annehmen. Nach
Schreiber soll der Pfarrer Johann der Familie von Schellen-
berger entstammen, nach den Exlibris Ana soll der dar-
gestellte heilige Moritz das Wappenbild der Schellen-
berger sein; doch Hess sich hiefür kein Beleg finden,
I IQ Allgemeines.
und jeder Siegelverständige wird wissen, dass nach vielen
anderen Siegelbeispielen aus der Zeit von 1400 — 1500
die obere Fig^r nichts anderes ist, als der heilige Moritz
als Patron der gen. Augsburger Kirche. Zu alldem kommt
noch hinzu, dass nach von Murr, Journal II. 107, um
1407 gar kein Pfarrer dieses Namens bei St. Moritz in
Augsburg war, wohl aber 1507, und nach oben ange-
gebener Münchener Inkunabel-Quelle der schwarze Siegel-
Stempel-Abdruck sich in einem Werke von c. 1475 be-
findet.
B. DIE ÄLTESTEN DATIERTEN EXLIBRIS.
Hier dürfte es an der Zeit sein, die ältesten Da-
tierungen auf Exlibris zu erwähnen:
Während die überhaupt ältesten deutschen Exlibris
undatiert um 1470 erscheinen, kommt das älteste fran-
zösische Exlibris erst c. 60 Jahre später, 1529, das älteste
englische erst 100 Jahre später, 1574, vor; Schweden,
Holland j Belgien folgen mit Exlibris ebenfalls im 16.,
Italien^ Spanien und Amerika im 17. und Russland und
Dänemark im 18. Jahrhundert nach.
Die ältesten datierten Exlibris sind:
Schweiz: 1502. Balthasar Brennwald, Bischof,
Deutschland: 15 16, Hieronymus Ebner,
Frankreich: 1529, Jean Bertaud de Latourblanche ; bisher 1574,
Ch. Ailleboust d'Autun,
England: 1574, Nie. Bacon,
Schweden: 1595, Thure Bielke,
Holland: 1597, Anna van der Aa,
Italien: 1622, Anonjrm, Cibo ?
Amerika: 1679, John Williams.
i6. Jahrhundert. III
C EXLIBRIS VON ALBRECHT DURER.
Kehren wir zu den deutschen Exlibris nach t^oo
zurück — und damit kommen wir in das Gebiet der
Renaissance (Wiedergeburt der antiken Kunst, haupt-
sächlich der römischen), auch altdeutscher Stil genannt,
mit reicher Anordnung des dekorativen Schmucks, Aus-
bauchungen, aufgerollten Rändern etc. — so tritt hier
gleich der bedeutendste Exlibris-Meister Albreckt Dürer
zu Nürnberg auf den Plan, allerdings nicht mit einer so
grossen Anzahl, wie man früher glaubte.
Sicher als von Albrecht Dürer selbst herrührend
sind beglaubigt:
a. Exlibris Willibald Pirckheimer^ Rat Kaiser Karls V.,
Nürnberg, Holzschnitt, nach R. von Retberg (Dürers
Kupferstiche und Holzschnitte, München 187 1), der
bedeutenden Dürer- Autorität, »vor 1503« (v. Ret-
l>crg 50, Bartsch Appendix 52, Heller 2139). Das
Blatt enthält den bekannten Spruch >Sibi et ami-
cis«, ausserdem das Ehewappen Willibald Pirck-
heimers und seiner Ehefrau Crescentia, geb. Rieter,
unter dem Pirckheimerschen Helm. Es giebt
2 Varietäten hie von, ohne und mit Spruch oben in
hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache,
der später oben hinzugedruckt wurde, während der
Holzschnitt der Wappen- etc. Darstellung der
gleiche blieb. Obgleich dieses Blatt schon wieder-
holt abgebildet wurde (z. B. in Lempertz, Warnecke,
Warren etc.), sei es dennoch als das wohl inter-
essanteste deutsche Exlibris hier nochmals (S. 112)
wiedergegeben.
6. Wappen, auch als Exlibris gebraucht, des Michael VII,
Bekaim von Schwarzbach, Senators und Baumeisters,
Von Dürer {vt
Nürnberg, Holzschnitt, nach von Ketberg >um 1509«
(Bartsch 159, Heller 1937); Wappen über leerer
InschrifEtafel ; hier (S. 113) abgebildet.
114 Allgemeines.
c, Wappen, auch Exlibris, Johann Stab (Stabius) kaiser-
licher Geschichtsschreiber, Mathematiker, gekrönter
Poet, Freund Dürers, u. a. Nürnberg; ohne Um-
schrift mit Lorbeerkranz (Retberg 243, Bartsch 166,
Heller 1945), »um 1521«. Es giebt noch 2 Blätter
Stabs, die jedoch M. Thausing, eine weitere be-
deutende Dürer- Autorität , in seinem »Dürer«, 11.
S. 1 24, 1 884 und E. Doepler d. J. in der Exlibris-
Zeitschrift V. S. 34 — 35 als nicht von Dürer her-
rührend bezeichnen.
d, Exlibris des Lazarus Spengler^ Ratsschreiber, Ge-
lehrter, Dichter, mit Willibald Pirckheimer der
nächste Freund Dürers, Nürnberg, Holzschnitt (Ret-
berg A. 59, Bartsch app. 58, Heller 2149), 15 15.
In Bogen Wappen auf Totenschädel über Spruch
(S. 1 1 5). Eine violette Originalfederzeichnung Dürers
von 1 5 1 5 zu diesem Exlibris, jedoch mit den Figuren
eines Satyrs und einer Nymphe, befindet sich in der
Albertina zu Wien; das Wappen ist in Schwarz,
Rot und Gold gemalt.
c, Hieronymus Ebner von Eschenbach, Reichsschult-
heiss, bedeutender Förderer der Reformationsbe-
wegung, Nürnberg, Holzschnitt (Retberg A. 53,
Bartsch app. 45, Heller 1940), von 15 16; Ehe-
wappen der Ebner und Führer; Retberg sagt: »Viel-
leicht nach einer Skizze Dürers, doch schwerlich
von ihm selbst« ; dagegen sagt Thausing (IL Kapitel
S. 125): »Doch ist kein Zweifel, dass Dürer dem
ihm befreundeten Ratsherren eigenhändig die
Zeichnung auf den Holzstock gebracht habe.«
Abgebildet u. a. bei H. Bouchot, les Exlibris,
Paris, 1891.
Eilibns Lazarus Spengler.
Von Dürer (1515).
I l6 Allgemeines.
Es kommen nach Thausing, Dürer, IL S. 124, noch
folgende federgezeichnete Exlibris- Entwürfe von Dürers
Hand vor:
f, Johann T scherte ^ kaiserlicher Bau- und Brücken-
meister, Wien, Holzschnitt (Retberg 244, Bartsch
170, Heller 1948), »um 1521«. Wappen mit Wald-
teufel und 2 Hunden; redendes Wappen, da das
böhmische Wort Tschert (Czert) Teufel oder Wald-
gott bedeutet.
g. Kolorierte Federzeichnung: Geflügelter Kessel auf
Gänsefüssen, darüber ein wütender Löwe, aus einer
Krone wachsend, Bandrolle mit Inschrift: Portes
fortuna juvat, 151 3. Im Berliner Museum.
h. Kolorierte Federzeichnung : Glücksrad mit 4 Männern,
oben Glücksgöttin mit Scepter und Krone; in den
Ecken Weinreben, um 151 5. Eine spätere Hand-
schrift auf der Rückseite besagt: »Albrecht Dürer
hat dies in Melchior Pfinzing Buch gemohlt.« Im
Berliner Museum.
;. Federzeichnung: Wilder Mann als Wappenhalter,
von Aehren und Weinranken umgeben. Im Pariser
Louvre.
Dr. F. Lippmann in seinen »Zeichnungen von
Albrecht Dürer in Nachbildungen« (Berlin 1883) er-
wähnt noch:
k, (S. 17, No. 82) Entwurf zu einem Exlibris des
Willibald Pirckheimer, Genius mit kurz ausgebrei-
teten Flügeln, den Kopf etwas gegen die rechte
Schulter geneigt, hält in der Linken einen auf dem
Boden stehenden Wappenschild, auf dem ein Baum
— Wappenfigur Pirckheimers — gezeichnet ist.
i6. Jahrhundert. I I 7
Oben das Monogramm, Federzeichnung in schwarzer
Tinte*).
Wamecke nennt in seinen Exlibris des 15. und
16, Jahrhunderts noch einige Blätter, die zwar unzweifel-
haft von A. Dürer herrühren, die jedoch nie Exlibris
gewesen sein dürften.
D. AUS DÜRERS WERKSTÄTTE ODER SCHULE.
Aus dieser rühren her:
a. Das grosse Exlibris des Rektor Poemer^ Propst zu
St. Lorenz, Nürnberg, Holzschnitt (Retberg A. 21,
Bartsch 163, Heller 2140), von 1525. Monogramm
»R A. 1525«, was »Resch (Roesch) — der Form-
schneider — Anno 1 525« heisst**). Zwischen Säulen
und Bogen der heilige Lorenz mit Schild, geviert
vom Rost des heiligen Lorenz und Poemer; Zimier:
Poemer; in den Ecken 4 Ahnenwappen, oben
Poemer und Rummel, unten Schmiedmaier und
Ferkmeister. Warnecke in seinen heraldischen
Kunstblättern, L S. 5, No. 39, schreibt: »Die Zeich-
nung aller Wahrscheinlichkeit nach von Dürer
selbst.« Hier (S. 118) abgebildet.
'^) Im britischen Museum zu London befindet sich eine von Dürer
sig;nierte Zeichnung — allegorische, weibliche Figuren in einem Rund,
— die entweder eine Skizze zum Pirckheimer - Exlibris des Mono-
grammisten „I. B." (siehe hier unter F.) oder eine Konkurrenzarbeit
war; vergl. Abbildung in Cust's „Dürers Paintings and Drawings",
1897, S. 99.
♦♦) Vgl. Adler, Wien, 1872, 8, Seite 122.
FANTA KA©\PX TDiS KAO^PdlX**
OMNIAMVNDAMVNDIS
D.H ECTOR POMER PRtPCÄ S. lAVR.
Exlibris Helltor Pöir
. Diircrsche Schule (1525).
i6. Jahrhundert.
Exlibris Hcktor Tönicr. Dürcrsclw Schule (r/r™ 1521).
1 20 Allgemeines.
b. Das mittlere Exlibris Hektor Poem er y Holzschnitt
(Retberg A. 55, Bartsch app. 53, Heller 2141) um
1521. Wappen in Bogen mit den eben genannten
4 Ahnenwappen; unten leer, von 2 Engelsköpfen
beseitete Tafel; nach von Retberg S. 124, A. 55:
Von H. S. Beham*).
c. Das kleine Exlibris Hektor Poemer y Holzschnitt,
um 1521. Ueber leerer Inschrifttafel Wappen zwi-
schen Fruchtguirlanden mit den unter a. genannten
4 Ahnenwappen. Nach Grenser, Adler 1872, 9,
S. 135, von H. S. Beham. Hier (S. 119) abgebildet.
d. Stephan RosinuSy Kanonikus, Passau, Holzschnitt,
c. 1530. Zwischen Säulen -Wappen, oben Altar
mit Jesusbild**).
e. Albrecht V. Schcurl und seine Frau Anna, geb.
Zingl, Nürnberg, c. 1523, Holzschnitt. Kranz mit
Vierpass, Ehewappen; unten Engelsknabe mit
Schrifttafel. Danach: Das Exlibris Christof EI.
Schetirl von Defersdorf und seine Ehefrau Sabine,
geb. Geuder zum Heroldsberg, Nürnberg, Holz-
schnitt (Bartsch 164), c. 1560; »nach Dürerc
Holzstock jedenfalls vererbt; 3 der nicht mehr zu-
treffenden Ahnenwappen sind bei letzterem Blatte
aus dem Holzstock entfernt,
/. Sebastian von Rotenhan^ Würzburg, Dr. jur., Kur-
mainzer Geheimrat, fürstlich würzburgscher und
kaiserlicher Rat, würzburgscher Oberhofmeister;
Kupferstich, 1518; Ritter, Porträt, mit Schild und
Fahne, vor ihm sein Helm, knieend in Halle, oben
•) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 78—79.
♦♦) Abgebildet: Ebenda IV. S. 4, 5.
die Sophia. Nach Heller, Kunstblatt, 1847, S. 47,
von Dürer selbst ; nach Naglet, Monogrammisten, I.
Eilibris Scta9tian vor RoUnhan. Dürersch« Schule (ISIS).
122 Allgemeines.
S. 207, aus Dürers Schule; das. Münchner kgl.
Kupferstichkabinett bezeichnet das Blatt als von Hans
Springinklee herrührend; hier (S. 121) abgebildet.
Es Hesse sich noch eine Reihe von Holzschnitt-
Exlibris aus Dürers Schule beschreiben, doch würde dies
hier zu weit führen ; es seien daher nur kurz die Namen
angeführt :
g. Die oben Seite 74 — 77 genannten Grössen IL, III.
und IV. des Johann Demsckwam de Hradiczin,
Grösse IV. von H. Springinklee oder P. Flötner, 15...
h, Behaim von Schwarzbach , Nürnberg, 15.., nach
Retberg, A. 58, von H. S. Beham.
/. — n. 5 Exlibris Christof Scheurl von Defersdorf, Nürn-
berg, c. 1540; die Darstellung ist jedenfalls ur-
sprünglich nicht für ein Exlibris bestimmt gewesen,
sondern erst später durch Hinzudrucken der Rand-
sprüche und der Unterschrift »Liber Christ.
Scheurli etc.« zu einem Bibliothekzeichen um-
gewandelt worden.
0, Anonymes Blatt der Kress von Kressenstein, Nürn-
berg (Retberg, A. 19, Bartsch 161, Heller 1941,
Warren S. 131), nach 1530 u. s. w.
E. EXLIBRIS VON BEKANNTEN NÜRNBERGER
KLEINMEISTERN AUS DÜRERS SCHULE.
Das leuchtende Beispiel eines Albrecht Dürer, seine
Schule und seine prächtigen Muster wirkten besonders
in Nürnberg gewissermassen ansteckend, und dieses kam
der Exlibris-Kleinkunst sehr zu gute, zumal das reiche
und kunstverständige Patriciat der alten Reichsstadt
i6. Jahrhundert.
123
gerade in dieser Richtung viele Aufträge erteilte. Der
Holzschnitt trat nach Dürers Tod mehr in den Hinter-
grund, der Kupferstich bllthte empor, doch der Einfluss
Dürerischer Zeichnung wirkte fort, und so sehen wir auch
auf dem Ex Hbris- Gebiete eine stattliche Anzahl von
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kleinen Kunstwerken entstehen, die damals bereits in
grossem Ansehen standen und heute noch in künstlerischer
wie pekuniärer Beziehung von hohem Werte sind. Die
Exlibris der Nürnberger Kleinmeister aus der Zeit der
deutschen FrUhrenaissance (1530 — 60) und Hochrenais-
sance (1560 — 1600) sind so zahlreich, dass sie /«Vr nicht
124 Allg,
alle aufgeführt werden können; daher seien nur die
wichtigeren genannt:
Von Bartkel Bekam: Hieronymus Baumgartner, be-
rühmter Senator und Rechtsgelehrter, Freund Luthers
und Melanchthons, Nürnberg, c. 1530, mit und ohne
Inschriftsrand ; das seltene mit Schriftrand hier (S. 1 23)
abgebildet. Ferner: Melchior Pfinzing, Propst zu
St. Alban, Mainz, c. 1530; Wappen mit Umschrift.
Von Hans Sebald Beham: Dr. Hektor Poemer, Propst
zu St. Lorenz, Nürnberg; um 1521; erwähnt oben
Seite 120, b, c; Behaim von Schwarzbach, Nürn-
berg 15..; wilder Mann mit 2 Schilden (vergl.
oben Seite 122 h). Sebald Beham, Nürnberg und
Frankfurt a. M., 1544, sein eigenes; sein Wappen,
Exlibris WoKguiE P[al!gial von Veldeni, Herzog von Bayern.
Von Virgll Solls (cirta 1J»).
126 Allgemeines.
das ausser einem Sparren auch die 3 Künstler-
schildlein enthält; hier (S. 124) abgebildet.
Von V^irgil Solls: Gundlach, Nürnberg, 1555, Pomona
mit Wappen Gundlach und Fürleger in Landschaft;
besonders zierlich; Andreas I. Imhof, Nürnberg,
1555, Wappen mit Landschaft; Erasmus Rauch-
schnabel, Nürnberg, 1562, Wappen mit wildem
Mann und wilder Frau als Schildwächter; Straub,
Nürnberg, W^appen in Kranz, c. 1560; Wolfgang
Pfalzgraf bei Rhein und Veldenz, Herzog von Bayern,
c. 1559, hier (S. 125) abgebildet.
Von Matthias Zündt: 4 Wappen-Exlibris der Familie
Pfinzing , Nürnberg , von denen das eine oben
Seite 59 abgebildet ist; Hermann von Guttenberg,
1530» Wappen, in den Ecken 4 Figuren; Hübner,
c. 1550, Wappen, Karyatiden ; Melchior Peundtner,
Nürnberg, 1 568, Wappen zwischen Säulen ; Wimphe-
ling, Speyer, 1568, Wappen, in den Ecken 4 musi-
cierende Engel ; Hans Imhof, Nürnberg, 1571, Ehe-
wappen in Landschaft ; Demier, Ulm, c. 1570, Wappen
in Umrahmung; ein unbekanntes Wappen in ovaler
Rahme, Blumen in den Ecken *) , Fabritz und Frau,
geb. Ehen, c. 1570, Ehewappen über Landschaft
in Umrahmung mit leeren Tafeln, nach Hirths
Formenschatz, 1883, von V. Solis.
Von yost Amman : Dessen Exlibris zeigen fast durch-
weg das Vollwappen in der Mitte, umgeben von
reicher Renaissance-Umrahmung, in der Kar3''atiden
und allegorische Figuren und hauptsächlich Eck-
figuren, meist Engel, sowie Gruppen von Musik-
*) Von Heinemann, Wolfenbüttler Exlibris-Sammlung, Tafel 35.
instnimenten und Waffen vorkommen: Ftlrer von
Heimendorf, Nürnberg, ca. 1570, E, Behem von
Behemstein, 1570, Melchior Schede), Nürnberg,
c. 1570*), Johann Aegolf von Knoeringen, Bischof
•) Abgebildel: ZeilBChiifl tllr BUcheirreuDde, .1 9. S. 474 fi.
von Augsburg, c. 1570, Kress von Kressenstein,
c. 1570, Haller von Hallerstein, Nürnberg, c. 1580,
Veit August Holzschuher, Nürnberg 1580, hier{S. 127)
abgebildet, Job. Fischart genannt Mentzer, c. 1580,
dessen Buchstaben J. F. G. M. sowohl seinen vollen
16. Jahrhundert. I2g
Namen, als auch dessen Spruch >Jove fovente gigni-
tur Minervac bedeutet, Christ. Andreas Gugel von
Brand, Nürnberg, c. 1583, abgebildet S. 56, Johann
Georg Schwingshärlein , Nürnberg, 1589*), Johann
Jakob Märtz, Dr. theol., Ingolstadt, c. 1590, hier
(Seite 128) abgebildet, Julius Geuder zum Herolds
berg, Nürnberg, c. 1590, Hans Rieter von Korn
bürg, Nürnberg, 1 591, Baumgärtner, Nürnberg, 15 , .
Martin Pfinzing von Henfenfeld, Nürnberg, 15..
Scheurl, Nürnberg, 15.., von Welser, Nürnberg
15.., Salomon Schweigger aus Sultz, 15...
Von Konrad Saldörfer (wahrscheinlich Schüler des
Virgil Solis) : 2 Exlibris Sigmund Held von Hagels-
heim, Nürnberg, c. 1570, Wappen mit Schildhalter,
und Wappen in Umrahmung mit 6 allegorischen
Figuren; beide Exlibris mit den Frauenschilden
Roemer und Ebner.
Von Georg Huepschmann : Schortz, Nürnberg, c. 1 590,
Wappen mit 5 allegorischen Figuren und 2 Engeln.
F. SONSTIGE EXLIBRIS DES 16. JAHRHUNDERTS
VON BEKANNTEREN MEISTERN-
Von yoerg Breu, Augsburg, beeinflusst von Hans
Burgkmair: Exlibris Hugo von Hohenlandenberg,
Bischof von Konstanz, koloriert und schwarz, Holz-
schnitt, 1504; Maria und Jesuskind, St. Konrad und
St. Pelagius, oben Adam und Eva**).
*) Abgebildet: E. L. Z. IIL S. 52.
*♦) Abgebildet: E. L. Z. V. 8. 96.
Exlibrit Dr. Johann Eck. Von Hans SpringlnhlM? irirea 151S).
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Edibrii C. O. Tmngler. Von Hans SpHnglakln? {rirca 1516).
132 Allgemeines.
Von Hans Baidung Grün^ Dürers Freund, Strass-
bürg i. Eis. : Nicht beglaubigt ; jedoch teilt Lempertz
in seinen Bilderheften und danach Wamecke in
seinem Exlibris-Buche (No. 423, 425) '2 kolorierte
Exlibris des Dr. theol. Johann Maier genannt Eck>
Professor, Rektor, Prokanzler, Pfarrer und aposto-
lischer Nuntius in Ingolstadt, Gegner Luthers, Holz-
schnitte von c. 1518 und c. 1522, diesem Meister
Hans Baidung Grün mit einem »?« zu, während
das kgl. Kupferstichkabinett München das eine dort
vorhandene, hier (S. 130) abgebildete Blatt von 1518
(siehe oben Seite 57) dem Nürnberger Dürerschüler
Hans Springinklee zuschreibt, was mehr Wahr-
sckcinlichkcit hat; das II. und ein III. (?) des Dr.
Eck ist unten im IX. Kap. C. erwähnt.
Hans Springinklee y Nürnberg: Nicht beglaubigt.
Ausser dem oben Seite 76 genannten kleinsten Ex-
libris Johann Dernschwam de Hradiczin und dem
eben angeführten einen Dr. Eckschen Exlibris wer-
den seitens des kgl. Kupferstich kabinetts München
die folgenden Exlibris diesem Meister zugeteilt:
C. G. Tenngier (ein Ulrich Tengler war Stadtschreiber
zu Nördlingen) c. 1516; hier (S. 131) abgebildet; teil-
weise redendes Wappen, da die Hämmer aufs sogen.
:> Dengeln« = Hämmern und Schärfen der Sensen
hinweisen; Georg Tannstetter, Magister, Astronom,
Leibarzt, Wien, vor 1516; hier (S. 133) abgebildet.
Zweifellos sind das eine, oben wiedergegebene Exlibris
Dr. Eck, sowie die des Tenngier und Tannstetter
von einem und demselben Meister gefertigt; dafür
sprechen sowohl die einheitliche Manier in der
Zeichnung und Linienführung, als auch die gleich-
134 Allgemeines.
artige Anordnung: Namenstafel unten, Wappen,
Hinweis auf die Thätigkeit (bei Eck, Theologe —
Gottvater, bei Tenngier, vielleicht Geograph — Welt-
kugel, bei Tannstetter, Astronom — Himmelskugel
und Sterne) und bei jedem der drei Blätter an der-
selben Stelle die gleichmässig zusammengesetzten
Monogramme der Besitzer (Eck: J, M. E. T. = Jo-
hann Majoris Eckius Theologus; Tenngier: C. G. T.
— C. G. Tengler; Tannstetter: M. G. T. = Magister
Georg Tannstetter). Bemerkt sei ferner, dass alle
diese drei Blätter mit dem oben Seite 114 er-
wähnten Exlibris Hieronymus Ebner von Eschen-
bach von oder nach Dürer starke Verwandtschaft in
der Zeichnung haben.
Springinklee wohnte im Hause Dürers; M. Thausing
sagt in seinem Dürer<, IL, S. 132: »Keiner auch folgte
den Spuren des Meistersso getreulich nach wie Springinklee.
Er zehrt ganz unbefangen von Dürers Motiven, sowohl
in der Ornamentik wie in den Figuren.«
Lucas Cranach d. At\, Wittenberg, Weimar: Prädi-
katur Oehringen (Württemberg), Holzschnitt, 1509,
beglaubigt durch Cranachs ül)lichen Schild mit den
sächsischen Kurschwertern; St. Paulus mit Buch
und Schwert; Stadtbibliothek Oehringen, früher
Orngau, Holzschnitt, c. 1536 — 43, beglaubigt durch
Cranachs Schild mit den sächsischen Kurschwertern;
St. Petrus mit Schlüssel und Buch; der Holzstock
selbst ist von 1 509 und ursprünglich ohne die Stadt-
inschrift, im Wittenberger Heiligtumsbuch Cranachs
von 1509 abgedruckt, dann veräussert und einige
Jahre später für obiges Exlibris wieder verwendet
worden; es passte für Oehringen vortrefflich, da
t6. Jahrhundert. 13$
Cxlibrii der StadlbiblioUiclt Orngaii (Ochringen). Von Lucas Crinach Ir-irca 1536-13).
136 . Allgemeines.
diese Stadt in ihrem Wappenschild ebenfalls den
heiligen Petrus mit Schlüssel und Buch führte; hier
(S. 135) abgebildet. Dr. m. Dietrich Block, Wittenberg,
Holzschnitt, c. 1520, Wappen (redend: Block), da-
neben die 2 Schutzpatrone der Aerzte, die Heiligen
Cosmas und Damianus ; nicht beglaubigt *). Christof I.
Scheurl von Defersdorf und seine Ehefrau Helena
geb. Tucher, Nürnberg; unter Inschrift Schildhalterin
mit den 2 Wappen des Ehepaars, Holzschnitt,
c. 151 5; nicht signiert, aber sicher von Cranach;
Universitätsbibliothek Wittenberg, von 1548 an in
Jena, mit dem Bildnis des Kurfürsten Johann Fried-
rich des Grossmütigen von Sachsen (* 1503, •{• 1554);
4 Grössen, Holzschnitte, c. 1536, die beiden grössten
mit 14 Schilden, die 2 kleinsten mit 6 Schilden,
alle 4 Exlibris mit längeren bezw. kürzeren latei-
nischen Gedichten; die 2. Grösse hier (S. 137) abge-
bildet; nicht beglaubigt, aber wohl ziemlich sicher von
L. Cranach. Herzog Ulrich von Mecklenburg (* 1527,
f 1603), Holzschnitt, c. 1552; ursprünglich das
Schlusswappen der mecklenburgschen »Kirchen-
Ordnungen« von 1552 und 57, wurde es erst 1559
zu einem Exlibris umgewandelt und als solches mit
den Jahreszahlen 1559, 1573 und 1579 benützt**);
einen Nachschnitt, um 1590, ohne Inschrift, benutzte
der Herzog auch als Exlibris.
Hans Holdem, geboren zu Augsburg; Basel, London:
2 unbeglaubigte Exlibris, Holzschnitte, die Warnecke
*) E. L. z. H. 3. S. 10-15.
**) vgl. C. Teske, das mecklenburgsche Wappen von L. Cra-
nach etc, Berbn 1894.
Ec patiis, 8f patrui, (amam, vimttfbus, xquar.
Olli pi er» Sf patnii,no b ilc no mtn habet,
Adrcrit^nui^co diut'num peiftore vctbum,
EtMufas omnidennftitefinnt.
HincedainadproimitosftudiorumcontuUtvrin,
(ntptdi taocpndou quod modo Lt&ot opus.
138 * Allgemeines.
diesem Meister zuteilt, D. G. Hauer*) und D. L.
Marstaller, Holzschnitte, c. 1540; beide gleich in
der Anordnung: In Portal beflügelter Knabe mit
Schild, oben 2 Genien, unten 2 Knaben in üppiger
Ornamentik; kleine Zeichnungsabweichungen, ver-
schiedene Schildinhalte; beim Hauerschen Blatte
sieht der Engel links, beim Marstal 1 ersehen rechts.
Hans Schacufelin , Nördlingen, Nürnberg: Christof
Bruno, Licentiat, Lehrer der Dichtkunst, München,
Holzschnitt, 1542; nicht beglaubigt; nach Hirths
Formenschatz, 1885, wäre die Einfassung von Hans
Burgkmair; Wappen mit Vers in Umrahmung.
Hans Burgkmair y Augsburg: Martin Graf von Oet-
tingen, Holzschnitt, 1526; fraglich, ob Exlibris?
Ueber Inschrift Wappen in Umrahmung; nicht be-
glaubigt. Johann Saganta, Holzschnitt, c. 1540;
Wappen unter Inschriftsband; nicht beglaubigt.
Melchior?, Holzschnitt 15 . . ; zwischen Säulen Wap-
pen, nicht beglaubigt. Unbekanntes Wappen, blasen-
der Kopf eines Windes, in Nische, Holzschnitt, 15 . . ,
nicht beglaubigt. Benediktinerstift Benediktbeuem,
Holzschnitt, 15.., unter zweierlei Inschrift Stifts-
wappen, nicht beglaubigt, wird in Hirths Formen-
schatz, 1883, No. 87 Burgkmair zugeteilt; doch
unwahrscheinlich; hier (S. 139) abgebildet.
Christof Stimmer^ SchafFhausen : Hans IV., Richter, oder
Fritz, Rat, Stromer, Nürnberg, Kupferstich, c. 1575;
Wappen in überladener Umrahmung; hier abgebildet.
Meister, J. B.: Willibald Pirckheimer (vergl. Seite
iii), Nürnberg, Kupferstich, 1529; dieses Blatt
♦) AbijebiK'.et: Seyler, Exlibris, 1895, S. 63.
Exlibris d« Klosters von Bdiedikl
Von H. Btir^limair?
hat Pirckheimer nach Hans tmlioffs Theatrum vir-
tutis et honoris oder TugendbOchlein Pirckheymers
(1506) als »EiDbleina«. in vielen seiner Bücher vom
142 Allgemeines.
und hinten eingeklebt gehabt ; die Tolerantia, Ge-
duld, trägt geduldig einen Amboss mit dem Pirck-
heimerschen Wappen, einer Birke; dielnvidia, Miss-
gunst, hält ein Herz auf den Amboss ins Feuer,
auf welches die Tribulatio, Anfechtung, mit einem
Hammer schlägt, indessen die Spes, Hoffnung, dabei
steht und gen Himmel deutet, aus dem Erquickung
in Gestalt von Tropfen aufs Herz herabfällt ; Pirck-
heimer benützte es nur ein Jahr; denn er starb
bereits 1530*); hier (S. 141) abgebildet**).
Meister T. H. V. B., Konstanz (?): Graf Trapp,
Oesterreich, 1569***) (S. S. 143); Jakob Eliner, Suffragan,
Konstanz, c. i570-[-); Dr. Bartholomaeus Mätzler, Kano-
nikus, Konstanz, circa i57off); alle drei Kupferstiche,
Wappen in architektonischer Umrahmung.
Meister C, B.: von Roggenbach, Kupferstich, 1543,
Wappen.
Heinrick Vogtherr, Augsburg: Sein eigenes, Holz-
schnitt, um 1537, Wappen mit Inschriftsband; hier
(S. 144) abgebildet.
Martin Rota, von Sebenico, Dalmatien, von 1586
an in Venedig: Wolf Christof von Enzestorf, berühmter
Musiker, Oesterreich, 1575; Wappen mit zierlicher Um-
rahmung. Hier (S. 145) abgebildet.
•) Besprochen: E. L. Z., V., S. 43 — 44; abgebildet: v. Heine-
manns Wolffenbüiiler Exlibris-Sammlung, Tafel 9,
**) Vgl. oben S. 117 Anmerkung zu k.
*♦*) Abgebildet: E. L. Z. IX. S. 123.
t) AbgebUdet: E. L. Z. IX. S. 70.
tt) Abgebildet: Warnecke's Exlibris des 15. und 16. Jahrhunderts,
V. S. 86.
David Kandel, Maler, Strassburg i, E.: Exlibris
Georg Kandel, Nürnberg, 15.., Wappen in Portal.
Exlibris Qraf Ttapp. Von T. H. V. B. H5«i.
1 44 Allgemeines.
Anton Wierix u. a. in Antwerpen: Exlibris Nikols-
burg, fromme Schüler, Kupferstich, c. 1585.
Eine Reihe anderer Exlibris von Kleinmeistem des
16. Jahrhunderts wurden in Warneckes heraldischen Kunst-
blättern, 1876 und 1891, in seinem Exlibris- Buche, 1890,
üxllbrlg Heinrich Vogthet
in seinen Exlibris des 15. und 16. Jahrhunderts, 1894,
in V. Heinemanns Wolfenbüttler ExHbris-Sammlung, 189S,
;. Seyler's Exlibris, 1895, in K. Burger's Exlibris-
Sammlung des Buchhändler- Börsen- Vereins, 1897, etc.
abgebildet, daher sind sie hier, Raummangels halber,
nicht weiter besprochen und sei nur hiemit für solche
i6. Jahrhundert.
die sie studieren wollen, darauf hin
sei jedoch, dass in gen. Exlibris des
hunderts ^einige Blätter von August
145
bemerkt
16. Jahr-
Hirschvogel, Hans
Exlibris Wolf Christoph von Enzestorf. Von Martin RoU (1W
I ^6 Allgemeines.
Sebald Lautensack, Hans Schäufelin und Hans Burgk-
mair als Exlibris bezeichnet sind, die weder als Exlibris
erwiesen noch als solche sehr wahrscheinlich sind.
O. SONSTIGE EXLIBRIS DES 16. JAHRHUNDERTS
VON UNBEKANNTEN MEISTERN.
In den hier vorstehend am Schluss genannten Werken
findet sich auch eine Reihe von Exlibris aus dem l6,
Jahrhundert, die hier zum grösseren Teil nicht mehr
erwähnt sind, da dies zu weit führen würde. Imfolgen-
den sei, ohne auch nur alle bedeutenderen nennen zu
wollen, nur auf hervorragendere Blätter aufmerksam ge-
macht, die besonders charakteristisch oder weniger be-
kannt sind; einige davon sind in der deutschen Exlibris-
Zeitschrift publiciert, was bei den einzelnen in Klammer
angegeben ist:
Hugo von Hohenlandenberg, Bischof von Konstanz,
II. Exlibris, c. 1504; Wappen, Maria mit Jesus, St. Kon-
rad, St. Pelagius (E. L. Z. V. S. 98).
Johann Cuspinian, zu deutsch: Spiessheimer, Dr. m.,
Humanist, Dichter, Schriftsteller, Geschichtsschreiber,
Wien, Holzschnitt; Porträt mit Versen, c. 1520 (E. L.
Z. IV. S. 112).
Christof Hos, Dr. jur., Speyer, Worms, 3 Holz-
schnitte, 1520 u. 28, nebst 2 handgemalten Wappen-
Exlibris; redendes Wappen (E. L. Z. IV. S. 9, VL
S. 44 und 104).
Dr. Gregor Angrer, Kanonikus, Brixen und Wien,
4 Holzschnitte, 1521, mit flott gezeichneten Helmdecken
(i, von H. R., E. L. Z. IL 4. S. 5); hier (S. 147) abgebildet.
Dr. August Marius, \Veihl>ischof, WiJrzbiirg, 2 Hoh-
KClinitte von 1521 u. 22.
Dr. Paul von Oberstain, Propst, Archidiakon, kaiser-
Eilibri) Dr. Otegor Angrcr. Von H. R. ll52l).
I4-S Allgemeines.
ADLECTOBJEM.
Siqatnsdotninumprfrenn'snofcelibelhV
Gretnperiinomenhoc tnonogrämadoca
Hunc ^cü<Ii uidcs;aut perlegis uUaiuueio
Ne maculcsifurtüfit procul ac(]iribi.
Nonaliaguotn me abfluleris muldlabere p{tut:
Confcix fublan' mens tibi fetnper erit.
3oaiiiri9 ßrcmpcrii' bin kh.
WAtu was Idiijf blich nit inicb,
Suclj rtjucmifb I7lii[iiI[cI:> m vcrhalren.
lbaeßo(^sr£»iß odiinuK^ivalreii.
Exlibris Johuin Qrcinpcr (
licher Rat, Kanzler der Universität, Wien;
und I schwarzer Holzschnitt, 1516 u. 28.
149
bemalter
Exlibris Reinhard, Qof
St, Stephanskloster, Würzburg, 3 Holzschnitte, 152a,
48, 58 (E. L. Z. X. S. 32 ff.).
Johann Gremper, Bayern, Holzschnitt, c. 1525, in-
teressant wegen des Inhalts der zwei Verse; die Buch-
1 50 Allgemeines.
Stäben in den 4 Ecken lauten: Sum, eram, fio cinis (E
L. Z. II. 4. S. 8); hier (S. 148) abgebildet.
Dr. Jakob Spiegel, Schlettstadt, Rat Kaiser Karls V.
und Ferdinands I. ; bemalter Holzschnitt, c. 1530.
Helfrich, Nürnberg, Holzschnitt, Wappen, c. 1530.
Augsburg, Stadtbibliothek, 5 bemalte Holzschnitte,
1530—44 (i: E. L. Z. V. S. 42).
Johann Alexander Brassicanus, zu deutsch: Koel,
Magister, Dichter, Tübingen und Wien, Holzschnitt, c.
1 530 (E. L. Z. VIT. S. 82).
Heinrich Kurz, SufFragan, Passau, Holzschnitt, 1 530.
Reinhard Graf zu Leiningen- Westerburg, Kanonikus zu
Köln, Mainz und Trier, Domdechant zu Köln, Kupferstich,
niederrheinische feine Arbeit, c. 1530; (S. 149) abgebildet.
Sebastian Theuritz, gen. Keller von Loewenberg,
Holzschnitt, 1530.
Kaspar von Schöneich (Schonei), bemalter Holz-
schnitt, 1535 (E. L. Z. X. S. 63).
W. Hering, Bayern, bemalter Holzschnitt, 1536 (E.
L. Z. IV. S. 78 u. 125).
Dr. med. Georg Hobsinger, Regensburg, 2 Holzschnitte,
1 redendes Wappen- und i Porträt-Exlibris (s. unten im
IL Teil), 1536 u. 39 (E. L. Z. II. 4. S. 7 u. III. S. 34).
Dr. theol. Sebastian Linck, Dichter, Ingolstadt und
Freising, Holzschnitt, c. 1540 (E. L. Z. IV. S. 113).
von Gottesheim, Elsass, Holzschnitt, c. 1540 (E. L.
Z. IV. S. 84).
Johann Faber, Bischof, Wien, 2 Holzschnitte, 1540;
2 typographische Memorienzeichen (eines abgebildet in
Warneckes Exlibrisbuch S. 6).
Dr. med. Johann Peter Merenda, Wien, 2 Holz-
schnitte, einer bemalt, 1540 u. 48.
i6. Jahrhundert. 1 5 I
Dr. Matthias Biechner, Bruder des Abts von Zwie-
falten (Württemberg), Holzschnitt, c. 1 542 ; hier abgebildet.
Jan z, Lipeho, Böhmen, Holzsdinitt, 1541, von^E. K.
Dr. Vitus Tuchsenhauser, Pfarrer, Straubing, bemalter
Holzschnitt, 1541 (E. L. Z. III. S. 75).
Wolfgang Seldl (Sedelius), Benediktiner, Gelehrter,
München, Salzburg, Tegernsee, Holzschnitt, 1543; hier
(S. 152) abgebildet. Die 2 Zirkel und das S bilden
W(ol(gang) S{eidl).
Johann Ecker, Propst, Schäftlarn, 1545, bemalter Holz-
schnitt, redendes Wappen : Egge im Schild,(Burger,Taf.2 1 li.)
Eulibris Wolfgang Seidl (IMJ).
i6. Jahrhundert, 153
Johann Baidinger, Kanonikus, Freising, Holzschnitt,
1547 (E.L.Z. VIII. S. 72).
Dr. theo!. Johann Marbach aus Lindau, Strassburg
i. Eis,, Holzschnitt, wahrscheinlich von Anton Woensam
von Worms, c. 1550; symbolische Darstellung von David
und Goliath (David = Marbach als siegreicher Glaubens-
streiter; E. L. Z. VIII. S. 32).
Exlibris Isaac Jeger (lä53j.
Konrad Wolfhardt, gen. Lycosthenes, aus Ruffach,
Diakon zu St. Leonhardt, Elsass, Wappen, Holzschnitt,
c. 1550 (Abgebildet A. Stoeber, Titelblatt).
Isaac Jeger, redendes Wappen, Holzschnitt, 1553;
hier abgebildet.
Dr. Wiguleus Hundt von Lauterpach, Rechtsgelehrter,
Kanzler, Hofratspräsident, Mdnchen, bemalter Holzschnitt,
1556 (E. L. Z. II. 3. S. iS).
Benediktinerabtei Tegernsee, Holzschnitt, c. 1556:
die Buchstaben lösen sich auf in: Walthasar Abt zu
Tegernsee; hier (S. 154) abgebildet.
Jakob Christof von Uttenheim zu Ramstein, Elsass, 1559;
Holzschnitt, Wappen nebst wildem Mann im Kampf mit
einem Wolf (E. L. 2. II. i. S. 9).
s des Kloslcrs Ttgei
Dr. med. Sixtus Kapsser, Leibarzt, München, 1560,
Porträt- und Wappen- Exlibris, 2 Holzschnitte (bisher
i6. Jahrhundert. I55
irrtümlich: S. Kercher benannt); abgebildet oben Seite
52- 53-
Dr. jur. David Byrgl, Bayern, 3 bemalte Holz-
schnitte, c. 1560 (E. L. Z. 11. 4. S. 6 und Vin. S. 105).
Dr. W. Lazius, Professor, Hofhistoriograph, Wien,
2 Kupferstiche, 1559 u. c. 1560.
Martin von Schaum bürg, Fürstbischof, Eichstädt,
bemalter Wappen hol zschnitt, c. 1560.
Weissenau, Praemonslratenser - Abtei im Allgäu,
Kupferstich, c. 1568; siehe obige Abbildung.
156 Allgemeines.
Dr. Martin Eisengrein, Vicekanzler, Ingolstadt, 14
Holzschnitte, 1564—70.
Erasmus Vend, bayrischer Rat, Holzschnitt, 1567
(E. L. Z. X. S. 8, 9).
Anton Heckhel, Magister, Ingolstadt, bemalter Holz-
schnitt 1569.
Karl Apian, Amberg, Holzschnitt, c. 1570 (E. L. Z.
V. S. 112).
Lüneburg, Ratsbibliothek, Holzschnitt, 1570 — 80,
vielleicht von Albert von Soest (Zeitschrift für Bücher-
freunde II. 5/6).
Freiherr Helmhart Jörger zu Toller und Köppach,
kaiserlicher Rat etc., Wien, Kupferstich, 1571; hier
(S. 157) abgebildet; an den 4 Ecken Darstellungen der
Liebe, des Glaubens, der Massigkeit und Hoffnung.
Urban Sagstetter, Bischof, Gurk, bemalter Holz-
schnitt, 1572 (E. L. Z. V. S. 68 u. 123).
Johann Rumel, Diakon, Nördlingen, Holzschnitt,
1573 (E. L. Z. VIL 45).
Sebastian Miliner von Zwairaden, redendes Wappen,
1560 — 79, 7 Exlibris, davon ein bemalter Holzschnitt
hier (S. 158) abgebildet.
Michael Heumair, Rechtsgelehrter, München, drei
Kupferstiche, c. 1580 (Warnecke, Tafel IX).
Hieronymus Hyrsen, Vikar, Oepfingen, Holzschnitt,
vor 1581 (E. L. Z. VI. S. 9).
Balthasar Dorner, Pfarrer, Munderkingen, 2 Holz-
schnitte, 1581 u. 83 (E. L. Z. VL 8, 10).
Chorherrn-Stift Baumburg, 4 Kupferstiche, 1 580 — 87.
Benediktinerabtei Thierhaupten, 2 Holzschnitte, 1587,
96; das B. G. A. im ersten Schild heisst Benedikt Gan-
genrieder Abt. (Abgebildet unten im IX. Kap. B.)
Exlihri« Helmhart Jörger, Freiherr lU Toller und KÖppach (1571).
158
Exlibris Sebastian Miliner von Zwairadm (1579).
Exlibris Dr. Karl Agricüla. Von J. 13.. I;
REVERENDVS ET NO-
bilis Dominus VVol^angus
AndreasRem ä Ketz,Cathc-
dralis Ecciefix Auguft: Sum:
PrspoHtus, librum hunc vnä
cum miUc & cribus ah]s,vari-
jfq-, inftrumentis Matncma-
ticis, Bibliochecx Monafteri j
S. Crucis Auguftae, ad pcrpc-
tuumCöuencualium vfum,
Anno Chrifti M. D- LXXX
VlII.Tcftamcnto Icgauit.
PI«
mm
Zucignungsblatl Woltging Andreas Rem von Keti (15881.
i6. Jahrhundert.
i6i
Dr. Karl Agricola, Rechtsgelehrter, Hamburg, 3 Ex-
libris, davon ein bemalter Holzschnitt vonJ.B., 1588, hier
al^ebildet; in den 4 Ecken die 4 Jahreszeiten (S. 159).
Benediktinerabtei Andechs, 2 Wappenholzschnitte,
c. 1588 u. 90.
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Exlibris Johann Htktor Zum Jun
1 02 Allgemeines.
Wolfgang Andreas Rem von Ketz, Propst, Augsburg,
2 Holzschnitte, 1588; das eine, ein Donatoren- Exlibris,
hier (S. 160) abgebildet.
Johann Hektor Zum Jungen, Frankfurt a. M., Kupfer-
stich, c. 1590; hier (S. 161) abgebildet.
Johann Schwaegerl, Pfarrer , Alburg, 2 Wappen-
Holzschnitte, 1592.
Benediktiner- Abtei Oclisenhausen, Wappen -Holz-
schnitt, c. 1593 (E. L. Z. VI. S. 110).
Christof Freiherr von Wolckenstein-Rodnegg, Oester-
reich, drei Wappen-Holz.schnitte, 1594, 5, 7.
Johann Max Zum Jungen, Frankfurt a. M,, 4 Kupfer-
stiche, c. 1599.
Konrad Witzmann, Magister, Bayern, zwei bemalte
Holzschnitte, zweierlei Wappen, 1 5 - .
Seitz, Patrizier, Augsburg, Kupferstich, 15.., hier
oben abgebildet.
Thomas Knoll, Rechtsgelehrter, Oesterreich, 2 Wap-
penholzschnitte, 15 . .
Halbmeister, bemalter Wappenholzschnitt, 15..
163
Eülibria Oeorg Hrlwich (15 . .).
1 64 Allgemeines.
Leonhard Hoermann, Augsburg, bemalter Kupfer-
stich, 15.,
Georg Helwich, Vikar, Mainz, Holzschnitt, 15,.;
so wenig schön das jedenfalls eingesetzte, von anderer
Hand herrührende Wappen gezeichnet ist, so bemerkens-
wert ist die Umrahmung; hier (S. 163I abgebildet.
IVeiUre Beispiele des 16. Jahrhunderts, sowie für
die folgenden Jahrhunderte können in den verschiedenen
deutschen ExHbris-Publikationen nachgesehen werden
(vergl. Seite 144 und hinten im II. Teil 7, 10, 12 und
III. Teil 5).
17. JAHRHUNDERT.
1 Zahl der Exlibris übertrifft die Zeit
1600 bis 1700, welche hauptsächlich
|den Barockstil (Perückenstil) — mit starker
j Schwerfälligkeit der Zeichnung, mit grotesk
gekrümmten Voluten, Festons, Guirlanden, geschweif-
ten Durcheinandersteckungen — aufweist, die vor-
hergegangene erste Periode der Exlibris-Kleinkunst
bedeutend, nicht aber immer an schöner Zeichnung,
künstlerischer Komposition und Ausführung sowie stilisti-
schem Werte. Kommen auch noch im 17. Jahrhundert
manche vortrefflich ausgeführte Exlibris vor, so ist doch
die Gesammtzahl der charakteristisch besonderen, künst-
lerisck hochstehenden Blätter eine geringere geworden,
trotzdem Dürer und seine Zeit auch hier noch in ihren
Folgen erkennbar sind. Der Grund ist in den Folgen
des 30jährJgen Krieges und in der Schwerfälligkeit des
Barockstils zu suchen.
Der Holzschnitt tritt nunmehr in den Hintergrund,
<^'%cgen blüht der Kupferstich allmählich mächtig auf.
Nürnberg liefert noch viele Blätter, doch macht sich
nun auch Augsburgs Kleinkunst bemerkbar, indes Nord-
deutschland noch ziemlich zurücksteht.
1 66 Allgemeines.
Auch im 17. Jahrhundert bildet das Wappen noch
den Hauptschmuck des Bibliothekzeichens, teils allein
mit und ohne Inschrift, teils mit Ahnenwappen, teils in
oft recht überladenen Umrahmungen. Auch Inschrifts-
Ovale kommen nun öfters vor.
Während wir auf den Bibliothekzeichen des 16. Jahr-
hunderts mit Vorliebe die Wappen in Portalen, Nischen
und insbesondere zwischen Karyatiden und innerhalb von
symbolischen Eckfiguren sehen, finden wir im 17. Jahr-
hundert die Wappen sehr häufig umgeben von runden
oder ovalen Lorbeer- u. a. Kränzen^ eine Mode, die all-
gemein mitgemacht wurde und die vielleicht zum Teil
auf Johann Sibmachers »Wappenbüchlein« von 1596*)
zurückzuführen ist, in dem diese Kranzumrahmungen
vielfach vorkommen. Natürlich schliesst dies nicht aus,
dass diese auch schon im 16. Jahrhundert vorkommen.
An Steckern findet sich im 17. Jahrhundert bereits
eine grosse Anzahl, deren ältere noch unter dem Ein-
flüsse Dürerscher und Alt-Nürnbergscher Kunst stehen.
Da die Blätter, namentlich die jüngeren, zwischen 1600
und 1 700 im allgemeinen nicht mehr so viel Hochkünst-
lerisches und Charakteristisches bieten, sind in diesem
Abschnitte die Abbildungen nur auf besonders interes-
sante beschränkt worden.
A. DIE BEKANNTEREN EXLIBRIS-MEISTER DES
17. JAHRHUNDERTS**).
a, Heinrich Ullrich, Nürnberg: Mehrere Exlibris der
Familie von Oelhafen, Nürnberg, von denen das
*) «Johan Sibmacher fccit, Friedrich Dürer excud.«
**) Von diesen arbeiteten auch einige noch Ende des 16. Jahrhunderts.
17. Jahrhundert. 167
^-,T-A«*i !>*-*<*■.
^^
I. Oclhafoi. Von Hnnrich Ullrich (16..).
1 68 Allgemeines.
grösste hier (S. 167) abgebildet ist; es ist zwar hand-
schriftlich mit 1614 datiert, könnte aber noch Ende
( fnw sMm^.'ni p;d\-mi ineUicn: jjalT'u^i-
-^ 'Ja/K. Qu^cs iiLTp >^£etuf wiora CaSon..
GtiW, J^
■'raicf y.A.lC '^ät.
des 16. Jahrhunderts oder um 1600 gefertigt sein;
Holzschnitt; auch von Wolf Hieronymus Oelhafen
i69
F.<libris Johann Wilhelm Krcss v. Kmscnstein.
:nel von Hins Mauti, gestochtn von Hans Troschcl (16IQ).
I yo Allgemeines.
benützt; ein Teil des schön stilisierten Wappens
mit seinen flotten Helmdecken ist redend, da der
Löwe einen Oelhafen trägt; ferner: Baumgärtner,
Nürnberg, 159. — 1600; Fürer von Heimendorf,
Nürnberg , 159. — 1 600 ; Gabriel Schlüsselberger,
Nürnberg, 1594; Klemens Resen, 16..; von Imhof,
Nürnberg, 16..; Georg Rehm, Augsburg, c. 1600,
wegen seines fein gestochenen Blumenkranzes hier
(S. 168) abgebildet.
b, Hans Trosckely Nürnberg: Berenhard, 16. .; Johann
Wilhelm Kress von Kressenstein, Nürnberg, 1619,
das als Troschelsches Beispiel wie als das des
folgenden H. Hauer hier (S. 169) abgebildet ist; ein
sauber gezeichnetes, fein gestochenes Blatt ohne
und mit Spruch neben dem Zimier.
c, Hans Hauer^ Nürnberg : Vorstehend (S. 1 69) abgebil-
detes Exlibris J. W. Kress, da^ Hauer gezeichnet und
H. Troschel gestochen hat; ferner ist das Exlibris
Georg Seyfried Coler d. J. , 1643, wahrscheinlich
von H. Hauer*). Das Exlibris Georg Seyfried d. Ae.,
c. 161 7*), das nach einem Geuderschen Exlibris
von J. Amman gestochen ist, kann ebensogut
H. Troschel wie H. Hauer zugeteilt werden.
d, Hans Sibmacher^ Nürnberg, der sich oft stark an
Amman hielt, war der bekannte Verfasser des
Wappenbuchs von 1604 und 1609: Exlibris Dilherr
von Thumenberg, Nürnberg c. 1592**); Andreas
Beham d. Ae., Nürnberg, 1595; Paul Heugel 159.;
Flechtner, Windsheim, 159.; von Hülss, 16..;
*) Neuabdruck von der allen PlaUe: E. L. Z. III. S. 79.
*♦) Abgebildet: E. 1,. Z. II. 4. S. 10— 11.
17- Jahrhundert.
I/l
BauoigärtnerOertel, Nürnberg, i6..; Pfaudt (irr-
tümlich Pessler), Nürnberg, i6..; Veit August Holz-
schuher, Nürnberg, c. 1600, hier abgebildet:
â– Veit August Hol
. Johann Sadeler jr. , München : Johann Georg Her-
warth, München (Forstenried) 1630; Ferdinand von
und zu Hagenau, bei St. Peter, München, 1646.
â– 7' Jahrhundert.
1/3
f. Raphael Sadder, München : Kurfürstliche Bibliothek
der Herzöge beider Bayern, München, c. 1623, drei
Grössen mit Stichvarietäten ; die grösste hier ,S. 1 72)
Rtygcr. Von AtKidiii;
^cclcsüc^
j\.Beat'i£imo Sit nülianqiiaiitas -«-©©
jamnsfiiekt, et «— '■J—^*-*— -^~ ■— -— j — i— -
Exlibris Johann vi
Von Crispln vui den
Exlibris Johann Ocorg von ICcrdenstein. Von Dominik Custos
1 76 Allgemeines.
abgebildet; Bibliotheca Palatina, Pfälzer Bibliothek
zu Heidelberg und Rom, 1623 ; (vgl. unten II. Teil 4).
g, Aegidius SadeleVy München : Arnold von Reyger, 1 604,
hier (S. 173) abgebildet; die Buchstaben Z. G. M. Z.
bedeuten die deutsche Uebersetzung des lateinischen
oberen Spruchs: Ad deum refugium = Zu Gott
meine Zuflucht; 3 Exlibris Peter Vok Fürst Ursini
Graf von Rosenberg, 1609. Siehe: Warren, S. 199
bis 200, abgebildet Warnecke, Tafel 16.
//. Crispin van den Passe, Vater, Köln (auch London
und Paris): Dr. Johann Stiger, 1602*); Johann von
Liskirchen, Köln, c. 1602, hier (S. 174) abgebildet.
/. Anton Eisenkoity Warburg: Theodor von Fürsten-
berg, Bischof von Paderborn, 1603. Abgebildet:
E. L. Z. II. I. S. II.
k, Johann Ffann (wohl der jüngere), Nürnberg:
Bibliothek des Pfarrhofs St. Lorenz, Nürnberg
( 1 1 200 Bände), errichtet vom Messerschmied Johann
Vennitzer, Nürnberg ; mit dessen Porträt, Stiftungs-
vers, Wappen der Messerschmiede und 2 allegori-
schen Figuren der Fides und Charitas (abgebildet
unten im II. Teil 10)**); Behaim von Schwarz-
bach, Nürnberg, 1635.
/. Dominik Custos , Augsburg: Johann Georg von
Werdenstein, Domherr zu Augsburg und Eichstätt,
1 von 1592, 2 von c. 1600, das eine von diesen
2 hier ;Seite 175) abgebildet; 2 (der 5) Exlibris
Zacharias Geizkofler von Gailenbach, Pfalzgraf,
kaiserlicher Rat, 1603***).
♦) Abgebildet; E. L. Z. III. S. 81, 82.
*♦) „ E. L. Z. I. I, S. 9.
**♦) „ E. L. Z. in. S. 84.
â– 7. Jahrhundert.
177
m. Raphael Custos, Augsburgi Wilhelm und Klara
Kress von Kressenstein, Nürnberg, 1645, mit 31
Ahnenwappen ; hier abgebildet ; nicht signiert ;
Warnecke teilt dieses Blatt diesem Stecher zu;
ein anonymes Wappen-Exlibris, Löwe mit Säule,
signiert, 1650.
«. Jakob Custos, Augsburg: Hoser, Augsburg, c. 1650;
1 78 Allgemeines.
Dr. jur. Ph. H. Rether, 1664, beide signiert; die
folgenden sind nicht signiert, wohl aber vielleicht
diesem Stecher zuzuteilen: Joachim von Donners-
perg, 1606; Dr. Georg Sigismund Miller, 16..;
Chr. Gobel, von Hofgiebing, 1640; Balthasar Ran-
peck, Geheimer Rat, München, 1642; Georg Amon,
Geheimsekretär, München, 1643, Johann Schmidt,
c. 1643, Albert Lerch, Kaplan, München, 1650,
Dr. jur. Franz Maralt, 1650; Fr. Melchior Säur,
Rechtsgelehrter, 1650 u. a.
0, Lukas Kilian, Augsburg, Schüler seines Stiefvaters
Dominik Gustos: Frhr. v. Hurckhaus, 1664; Propst
Arsen von Chiemsee, 1637, Kloster- und Abts wappen,
bemerkenswert wegen des Todtengerippes ; vgl. die
von der alten Platte abgedruckte Beilage.
/. Wolfgang Kiliaji, Augsburg, Schüler des Dominik
Gustos: 3 Johann Georg Seefried, Dr. m., Nürn-
berg, 16 . .; abgebildet oben unter S. 30, 32. Fugger,
Augsburg, 16..; Sebastian Myller, Bischof, Augs-
burg, 1635*); Johann Adam Spizhofer, 1649; Propst
Rupert von Chiemsee, 1654, "^^^ di^vci heiligen
Rupert, dem Stifts- und dem Salzburger Schilde,
hier (S. 179) abgebildet; dieselbe Darstellung wurde
später 1688 und 91 von
q. Johann Ulrich Frank, Augsburg, für die Pröpste
Sebastian und Jakob von Chiemsee nachgestochen.
r. Alexander Mair y Augsburg: Kloster Heiligkreuz
Augsburg, Propst Johann, 1606 ; Johann Wildenroder,
München, 1610; Bischof Georg Roesch, Eichstätt,
' ^ ' 5 j Johann Heinrich Hybsmann von Biberach, 16...
*
) Abgebildet in Warren, S. 192, No. 14.
17- Jahrhundert. 1/9
. Andreas Khol, Nürnberg, einer der besten Künstler
. seinerzeit: Pfinzing-Gründlach, Nürnberg, c. 1650;
oben mit Mutius Scaevola und dem schönen Spruche:
Patriae et amicis; hier S. 180) abgebildet.
JnJficmihss Uormnijmief mii^.Bj--^ 3 nVif
A Joachim von Sandrai t, Mitglied der fruchtbringen-
den Gesellschaft (Palmen-Orden), Maler, Stecher
und Kunstschriftsteller, Schüler des Aegidius Sadeler,
Nürnberg: 2 Exlibris für sich selbst, c. 1680. (Das eine
abgebildet in der französische 11 Exlibris-Zeitschrift
>Archives» I, 1894, 9. S. 139, das andere in Burgers
Exlibris Pfiniing-Oründlach. Von Andrea? Khol C«Vm 1650).
17- Jahrhundert. l8l
Leipziger Exlibris-Sammlung, 1897, No. 46);
Floridan = Sigmund von Birken, Dichter, Nürnberg,
um 1670, hier abgebildet; »Floridan« war dessen
Exlibris Sigmnnd v<
Birken. Von Joadi
Beiname, und die gegenüberstehende Blume: Tau-
sendschOn (Floramor) sein Bei zeichen im Nürn-
berger »Pegnesischen Blumen-Orden«; oben sieht
man das Ordenssinnbild, die Grenadille oder Pas-
sionsblume, und unten das Gesellschaftszeichen,
die Pans-Rohrpfeife *).
a. Johann Stridbeck , Augsburg: Magister Johann
B. Renz, Pastor, Augsburg, Porträt-Exlibris, 1697**).
•j Vgl. E. L. Z. V, 1895, S. 69-75.
•») AbbilduDg: K, I„ Z. II. 3. S. 19.
17- Jahrhundert. 183
V. Christof]. Stenglin, München; Patricius I. Mandl
von Deutenhofen, Propst von Baumburg, 1658;
Quirin IV. Milon, Abt von Tegernsee, 1700, mit
den Kirchenpatronen; hier (S. 182) abgebildet.
W. Martin Hailler, Frankfurt a. Main : Vacha, Hessen,
Kirchenbibliothek, 1672.
1 84 Allgemeines.
X. D. Kruegeri Georg Christof 11. Volckamer, Obrist-
haup tm an n, Nürnberg, 1674; hier (S. 1 83) abgebildet.
y. Moritz Lang, Wien : Georg Szelepcheny, Erzbischof
J. C. Schmischfck 0634).
von Gran, ungarischer Primas, Porträt-Exlibris,
c. 1670.
. Johann Chr. Schmischeck , Prag: Abt Honoratus
von Seeon, 1634, mit den Kirchenpatronen; hier
oben abgebildet.
'85
B. MINDER BEKANNTERE UND WENIGER
BEDEUTENDE EXLIBRIS-STECHER DES 17. JAHR-
HUNDERTS:
Corwinian Säur, Goldschmied, Augsburg: Exlibris
Zacharias und Maria Geizkofler, 1605. L. Eberle, t6oo;
H, Dirr, 1625; Matthaeus von Sommer, Nürnberg, 1650;
Georg'^Koeler, Nürnberg?; P. Kueffner, Nürnberg; Johann
Exlibris Freiherr vi)
Wilhelm Stoer, Nürnberg; Lukas Schnitzer, Nürnberg,
c. 1650 ; Johann Baptist Homann, Nürnberg, 1695; Matthias
Kuesel, München, 1658 ; F. Graasanter, 1672 ; Andreas Eh-
mann, Augsburg; J, Leonhard Beil, 1690; Ja. de Lespier,
1692; sowie sämtlich 16 , .: J. D, Albrecht; Le Clerc, ent-
weder David in Frankfurt a. M., Darmstadt und Kassel, oder
sein Bruder Isaac in Kassel; Johann Baptist Tezl, P. Cru-
sius; J. C. Sturn, Jakob Jezl; Jakob Lindnitz, (f in
Weitzendorf, Oesterreich) ; I. H. Fickwtrtt, von dem hier
oben das eine der 2 Exlibris Freiherr von Landsce, 16 . , ,
abgebildet ist ; ferner: Elias Wide mann, Augsburg, 1640
bis 1660 Wien, auch Prag und Pressburg; J, G. Bahre;
Exlibris d«r Bibli
Manasser, wahrscheinlich Johann Kaspar zu Prag, 1627
(vielleicht Daniel zu Augsburg); sowie ein Monogrammist
L G. F. D., dessen Exlibris Poemer, Nürnberg, l6.
mit Ahnenschilden, hier (S. 186) wiedergegeben ist.
C NICHTSIGNIERTE EXLIBRIS
VON UNBEKANNTEN VERFERTIGERN.
Im 17. Jahrhundert ist ferner eine grosse Anzahl
von Exil bris -Stichen entstanden, die von den Verfertigern
nicht signiert wurden; ein Teil, namentlich Nürnberger
Blätter, ist wohl sicher auch den Nürnberger bekann-
i7> Jahrhundert. 189
teren Kleinmeistern zuzuteilen , wie Ullrich , Troschel,
Pfann, Khol u. s. w. , ein anderer al^er rührt von un-
bekannten und unbedeutenderen Stechern her, deren
Engchhoffli (1623).
Name wie der Beweis ihrer Autorschaft in Dunkel gehüllt
bleiben wird.
Einige bessere oder interessantere Exlibris des 1 7. Jahr-
hunderts von unbekannten oder niekt nachweisbaren
Stechern seien hier angeführt'.
s Mtliard von Muckcnthal 116341.
Exlibris Chrislot Fiirer von Haimcndorl
Herzoglich bayrische Bibliothek, Mfincben, $ Stich-
varietäten des grossen , 4 des mittleren Exlibris nebst
Johann Chr staf Wolfsknl <1M3).
einem kleinen von 1618; vornehme, «
dige Blätter; 2 abgebildet S. 187, 18
i Fürsten wür-
NietJeraltaich , Benediktinerstift St. Moritz, Bayern,
Stich, 1622; die Damascierung der sonst leeren Fläche
Über dem Dreiberg ist besonders zierlich ; oben am Schluss
des n, Kapitels (S. 40) abgebildet.
Johann Christof von Engelshofen, Stich, 1623; hier
(S. 189) abgebildet.
1 94 Allgemeines.
Johann Albrecht II. Herzog von Mecklenburg, Koad-
jutor zu Ratzeburg, Holzschnitt, c. 1625.
Erhard von Muckenthal, auf Haecksenacker , Holz-
schnitt, 1634; hier abgebildet (S. igo).
Christof Fürer von Haimendorf, Duumvir, Schloss-
hauptmann, Nürnberg, Stich, 1641, mit Ahnenwappen,
siehe Abbildung (S. 191).
Johann Christof Wolfskeel, kaiserlicher Notar, Stich,
1643, siehe Abbildung (S. 192).
Poemer, Nürnberg, Stich, 1648; Wappen in Kranz:
siehe Abbildung (S. 193).
17- Jahrhundert. 195
Hans Martin Loeffelholz von Kolberg, Nürnberg,
Stich, c. 1650; siehe Abbildung (S. 194).
Scheurl, Nürnberg, Stich, 16..; hier abgebildet.
Georg Schroeder, Magister, Stich, 16..; redendes
Wappen, da dieser Käfer »Schroeder« genannt wird;
hier abgebildet (S. 196),
196 Allgemeines.
Rittershaus, Stich, 16,.; redendes Wappen: Ritter
und (befestigtes) Haus; siehe Abbildung (S. 197).
Holzschuher, Nürnberg, Stich, 1660; wegen der
Darstellung des Besitzers als Ritter St. Georg mit dem
Holzschuherschen Schilde und wegen des heiligen Christo-
phorus an der Pferdebrust jedenfalls Georg Christof Holz-
schuher (1623 — 73), Komet im kaiserhchen Blierischen
Ktlrassierregiment ; hinten Jungfrau und Burg, die auf
fast allen St. Georg-Bildern wiederkehren; hier abge-
bildet (S. 198).
Balthasar von Loewenfeld , Tyrol , Stich , 16..;
redendes Wappen ; in ausgesprochenem Barockstil ; hier
abgebildet (S. 199).
Das Exlibris Dr. phil. und med. Johann Georg Starck-
mann, 16,., ist bemerkenswert, sowohl wegen seines
indirekt redenden Wappens: Herkules = Starker Mann,
als auch wegen seines Spruches, der dem II. Brief an
die Mackabaer, 2. Kapitel, Vers 13 (Nehemias) ent-
nommen ist; hier abgebildet (S. 200).
Originell ist das Ornament tm Schilde des Exlibris des
Johann Christof Wagenseil, Professors und Bibliothekars
der Universität Altdorf, i6 . ., das jedenfalls ursprünglich
aus einem verschlungenen (Wagen-) Seile bestand (ab-
gebildet S. 202).
igB
Allgi
Während im 1 7. Jahrhundert noch immer die Wapj)en
den Hauptschmuck eines Exlibris ausmachen, finden sich
in dieser Zeit vereinzelt auch schon rein allegorische
Darstellungen ohne auffallendere Wappenbeigabe; Bei-
spiele :
Konrad Franz Reibelt, Licentiat der Rechte, fürst-
is Georg Chi
^sdiuhcr (IMOl.
lieber Hofrat, Würzburg, Holzschnitt, c. 1690, mit sym-
bolischen Figuren in üppiger Barockrahme ; hier ab-
gebildet (S. 203).
Eucharius Gottlieb Rink, Professor, Rechtsgelehrter,
Geschichtsschreiber, Münz- und Wappensammler, Alt-
dorf bei Nürnberg, Stich, c. 1692; oben 2 Denkmünzen,
imten sein Namenszug und Wappen: der Adler dürfte
17. Jahrhundert, 199
sich sowohl in Verbindung mit dem Spruche, als auch
im Hinblick auf das Schildbild des Rinkschen Wappens
darauf beziehen, dass Adler wie Besitzer zu Lande wie
zu Wasser Bescheid wissen ; hier abgebildet (S. 204).
Dr. Christian Johann Lange, Arzt, c, 1685; in einem
von einer (Aeskulap — :) Schlange gebildeten Oval der
Name, den ein von einer Taube gehaltener Lorbeer-
200 Allgemeines.
oder Oel zweig und eine von der Schlange gefasste
Domenranke umgiebt.
Johann Caspar Reichsfreiherr von Dornsperg, Steyer-
mark, i6..; redendes Wappen, Domen im Schilde, in
reicher ovaler Kartusche.
Exlibris Dr. Johann Oeorg SUrckmuin (16..).
VUI. KAPITEL
18. JAHRHUNDERT.
A. WAPPENBLÄTTER, OHNE ROKOKO UND
ALLEGORIEN.
jl a die Rokokoblätter und die mit Allegorien
y u. dgl. des i8. Jahrhunderts in eigenen Ka-
I piteln (VIII. B. u. C.) behandelt werden , so
I ergiebt sich ein besonderer Abschnitt, der
die Wappen -Exlibris umfasst , die ohne weitere
dekorative und stilistische Beigaben nur das betreffende
Wappen enthalten, eine Art der Exlibris, wie sie
zwischen 1700 und 1800 noch immer sehr beliebt
war. Meistens steht der Name, häufig der Titel des
Besitzers, manchmal der Ort der Bibliothek und die
Jahreszahl dabei. Daneben aber tauchen mm auch viele
anonyme Wappen ohne jede Beischrift auf, die den
Zweck des Bibliothekzeichens, den Besitzer des Buchs
deutlich zu nennen, nicht mehr erfüllen und sonst keine
Auskunft über den Buchinhaber erteilen. Diese, einer
sehr unpraktischen Mode entstammenden Blätter sind
der Schrecken jeder Exlibris -Sammlung; denn eine grosse
Anzahl solcher anonymer Wappen lässt sich absolut
202
Allgemeines,
nicht mehr feststellen, zumal, wenn das betreffende
Wappen nur von einer einzigen Person geführt wurde,
ohne weitervererbt worden zu sein. Immerhin sind zahl-
reiche Exlibris mit namenlosen Wappen durch die von
Herrn H. Freiherm von Linstow (â– ["), Herrn G. A. Seyler
rvNSf CEciiWRVTrr luui iv fbjuhJ^Sus â–
JOH. CHRlSTOPfTORV;?
'WAGENSEILTVS .
Eilibns Johann Chrislol WagenBei! {16 . .;.
und Herrn Grafen Renesse angelegten Wappenbilder-
lexica, sowie durch Nachsuchen in den Sibmacherschen,
Ritstapschen etc. Wappenbüchern im Laufe der Zeit
festgestellt worden ; die meisten mit Namen bestimmten
anonymen Wappen-Exlibris , besonders des i8. Jahr-
hunderts, berinden sich in der Sammlung des Ver-
fassers, der auch viele Anonyma anderer Sammlungen
weiter zu bestimmen vermochte.
Die Sitte, nur mehr das Wappen allein anzubringen,
spiegelt sich im Rückschritt der Kunst und des Ge-
CONRADUS FRANCISCUS R.EIBELT J. U. L'
Exlibris Konrad Franz Reibt» (r/r-.-.i l(KX>).
schmackes im l8. Jahrhundert, welcher Rückgang zum
Teil noch auf die Folgen des 30jährigen Krieges ziirück-
zufUhren ist; man hatte, bis die weitere Entwicklung
des le chtleb gen Rokoko begann nicht mehr allzuviel
Sinn für dekorative Ausstattung und man war — bis
E bns Eu hanus Qi
i8. Jahrhundert. 205
zum Rokoko — in jeglicher Ausschmückung steifer,
kälter und nüchterner geworden. Dazu kam, dass —
ausschliesslich Rokoko und Allegorien — wirklich her-
vorragende Kleinmeister kaum im 18. Jahrhundert vor-
kommen und die Mehrzahl der einfachen Blätter von
unbedeutenden Stechern ausgeführt wurden, die eben
gerade nur stechen konnten, ohne von tieferer Kunst
durchdrungen zu sein. Es war mehr Dutzendwaare, die
geliefert wurde, und zwar zum guten Teil deshalb,
weil die Nachfrage nach wirklich Künstlerischem und
das Verständniss hiefür bei Auserwählten wie bei der
Masse des Publikums erheblich geringer geworden war.
Dies eben Gesagte bezieht sich, wie schon bemerkt, auf
die reine Exlibris-Wappen-Zeichnung, ausschliesslich der
Periode des Rokoko, in der Kunstverständniss , Nach-
frage und Technik sich wieder gebessert hatten. Die
Vorherrschaft Nürnbergs hört auf und wir treffen
Stecher allerorten, namentlich in Süddeutschland und
Oesterreich.
a. Stecher von Wappen-Exlibris,
Während die Zahl hervorragenderer Künstler der
Wappen-Exlibris zwischen 1700 und 1800 abnahm,
wuchs in dieser Zeit die Zahl derjenigen, die über-
haupt solche Exlibris stachen, bedeutend, sowohl die
der professionellen Stecher, als auch die der Ama-
teure.
Ohne alle^ z. B. die minderwertigen Exlibris- Är^A^r
anführen zu wollen, seien hier folgende genannt, die
zwischen 1700 und 1800 reine Wappen-Exlibris geliefert
haben ; wo Vorname oder Wohnort nicht genannt sind,
waren diese nicht genauer zu ermitteln.
206 Allgemeines.
Deutschland:
Georg Daniel Heumantty Nürnberg, Brandenburgscher
Hof kupferstecher ; ein Exlibris, Johann F(V)ennitzer,
St. Lorenzer Pfarrhof bibliothek, Nürnberg, c. 1750,
abgebildet unten im II. Teil lo;J. F( V)ennitzer war 1565
geboren und 1629 verstorben ; dass dieses Exlibris post
mortem entstanden ist, geht ausser dem Stecher-
namen auch daraus hervor, dass das Porträt eine
Rose in der Hand hält, der Abgebildete somit »selig«
ist. Von diesem Johann F(V)ennitzer giebt es ein
zweites Exlibris aus dessen Lebzeiten, von J. Pfann,
1618, das oben S. 176 unter k. beschrieben ist.
Josef Erasmus Bellingy Augsburg.
Josef Sebastian oder Johann Baptist Klauber, Augsburg.
Johannes Striedbeck, d. Ae., Augsburg.
Johannes Striedbeck, d. J., Frankfurt a. M., Augs-
burg und Strassburg (sein Exlibris -Werk, vgl.
E. L. Z. VIL S. 85 und X. 2.).
J. H. Störe kliuy Augsburg.
Josef Moerl, wahrscheinlich Augsburg.
Philipp Andreas Kiliafty Augsburg.
Georg Christof KiliaUy Augsburg.
Jakob Andreas Fridrich, württembergischer Hof kupfer-
stecher, Augsburg.
Josef Anton ZimmermanUy Hofkupferstecher, Augs-
burg, der u. a. auch eines der vielen Exlibris der
Hof- und Staatsbibliothek München, 1746, gestochen
hat (mit und ohne Stechernamen), das unter Weg-
lassung der Fruchtgehänge und Hinzufügung eines
IL Ordens sonst genau dem von Rafael Sadeler
(abgebildet oben S. 172) nachgeahmt ist, ohne
jedoch dessen Feinheit zu erreichen.
i8. Jahrhundert. 20/
Johann Georg Pintz^ Augsburg.
Johann Nepomuck Maag^ München.
Josef Heinleth y wahrscheinlich München.
Johann Michael Soeckler^ München; sein üppiges Ex-
libris der herzoglichen Bibliothek München, von 1779
(3 Grössen) hier (S. 208) abgebildet; es ist ein gutes
Beispiel für die Steifheit des Geschmackes jener
Zeit ; die schildhaltendenLöwen gleichen Karrikaturen.
Franz Xaver Jungwirth, München.
De la HayCy wahrscheinlich München; auch in Fon-
taineblau; fraglich, ob ein und derselbe?
Andreas Leonhard Motglichy Nürnberg.
Johann Wilhelm Stoer^ Nürnberg.
Martin Tyroff^ Nürnberg.
Johann David Tyroff, Nürnberg.
Georg LichtensttgC7\ Nürnberg.
Johann Georg Ebcrsbcrgcr^ Nürnberg.
Johann Michael ZclU Nürnberg.
Rocsslcr^ wohl Michael, Nürnberg und Frankfurt a. M.,
dessen Exlibris Heinrich Christophorus von Ochsen-
stein, 17 . . , hier (S. 209) abgebildet ist.
Georg Jakob Schneider, wahrscheinlich Regensburg.
Johann Georg Fridrichy Regensburg.
Bernhard Gottlieb Fridrichy Regensburg.
Johann Baptist Gutwein, Würzburg.
Peter Fekr^ Frankfurt a. M.
Johann Christof Bernd t^ Frankfurt a. M.
Johann Heinrich IVicker, ,,
Anna Rosalia Wicker^ ^
J. C. Back^ Frankfurt a. M.
Andreas Rei^ihardt, Augsburg und Frankfurt a. M.
J. G. Holdcnrieder, Mainz; Franck^ Mainz.
iS. Jahrhundert.
Johann Michael Stock, Leipzig,
Rosmäsler, vielleicht Johann Friedrich, Leipzig.
Feller, lena.
»10 Allgemeines.
Samuel Theodor Gericke, Hofmaler und Akademie-
direktor, Berlin , dessen Exlibris der Frau Sophie
Marie Charlotte von Jeetze, geb. von Lattorff, Berlin,
/jSSottedeTeet=f
3^ö\
l\W^
P
l^^äi
Wl
^^^^
1
^^M
Ai-i^^e^/ii S^.'^'^^i
n S. T. Oericke (IT.
17.., mit seiner damals oft gebräuchlichen fran-
zösischen Inschrift hier abgebildet ist.
S. Halle, Berlin.
Christian Winckler, Breslau,
Exlibris Onf Cobcnzl.
212 Allgemeines.
Bartholomäus Strahowsky^ Breslau.
G. F. Pingeling ^ Hamburg.
Franz Xaver (vielleicht Josef Michael) Laporterie^ Köln.
Erhard und F. von Hahn^ Amateure, Basedow.
P. Kueffner, J. G. Scopp, G. F. Weiss, F. A. Lohr-
mann^ A. Sckoen, G. F. Mandhoffy Bodenehr , Ckovin,,
Paul Maassen etc.
esterreich:
Johann Adam Sch^nuzer, Wien, dessen reiches mit
dem goldenen Vliess geschmücktes Wappen-Exlibris
des Reichsgrafen J. C. Cobenzl, 17 . . , hier (S. 211)
abgebildet ist.
Anton Josef Schindler, Olmütz.
Andreas (?) Nicolai^ Wien.
Christof Dietelly Graz.
Anton Birckhardt, Prag.
Anton Mansfelt, Prag.
Johann Berka, Prag.
Martin Theophil Polak^ geboren in Polen, thätig in
Tirol, Hofmaler des Erzherzogs Leopold.
August Meyer, A. Brost, F. L. Schnulner, J. A. Prechler
(vielleicht Prag?).
An Ausländern, die für Deutschland und Oesterreich
Wappen-Exlibris gearbeitef haben, seien genannt:
Franz Pilsen, Gent.
Jakob van der Spyk, Leiden.
Reinier Vinkeles, Amsterdam.
Johann Georg Seiller, Sohn, Schaffhausen.
Barthelemy Roger ^ Paris.
Bernhart Picart, Paris.
:hseii (.-iVm 17221.
214
Allg.
b. Niclitsignicrte heraldische Exlibris.
All Beispielen von Wappen- Exlibris unbekannter
Stecher seien hier einige abgebildet:
Johann Wilhelm Herzog zuSachen-Eisenach (2 Varietäten,
ohne und mit Orden), c. 1722 (S. 213); die Buch-
Cnlibria Ambrosius, Oral von Virmont und Nerwn (--'r^a ITIO)
2 1 6 Allgemeines.
Stäben oben lösen sich auf: Dei Gratia Johannes
Wilhelmus Dux Saxoniae Isenacensis, Juliacensis
(Jülich), Cliviae (Kleve), Montium (Berg), Angrariae
(Engem), Westfaliae.
Ambrosius Graf von Virmont, Bretzenheim und
Nersen, kaiserlicher Geheim rat, Präsident des west-
fälischen Grafen-Kollegiums (1722 ausgestorben) ;
die Bibliothek war nach dem Vornamen benannt ;
circa 17 10 (S. 214).
Aloys Graf von Harrach, Gesandter in Spanien, Land-
marschall in Oesterreich u. d. Enns, österreichischer
Vicekönig in Neapel, Konferenzminister Kaiser
Karls VI. und der Kaiserin Maria Theresia, Wien,
c. 17 10 (S. 215). Der vordere gestürzte Schild ent-
hält in I und 4 das Wappen der Tiroler Grafen von
Thannhausen, in 2 und 3 das der erloschenen Familie
von Aeckerlin, aus der Conrad von Thannhausen
im 15. Jahrhundert die letzte Aeckerlin zur Frau
nahm; Anfang des 18. Jahrhunderts starb auch das
Thannhauser Geschlecht im Mannsstamm aus und
die Erbtochter, Gräfin Marie Cäcilie, heiratete den
gen. Grafen Aloys von Harrach ; das Erlöschen des
Thannhauser Geschlechts deutet die Stürzung des
vorderen (Thannhauser) Schildes an, über den 2
Engel einen Trauermantel breiten; derselbe Schild,
jedoch mit dem aufgelegten Harrachschen Federn-
schild, ist daneben wieder aufrecht gestellt, zum
Zeichen, dass das Erbe der Familie Thannhausen
an die Harrachs übergegangen ist und so fortlebt.
Die Unterschriften deuten in der damals beliebten,
symbolischen Sprache das Unter- und Aufgehen der
Sonne, bezw. hier des Geschlechts an.
1. Jahrhundert.
217
Sagan,
Philipp Fürst von Lobkowitz, Herzog
Wien, c. 1725; hier abgebildet,
Franz Ludwig Anton Freiherr von Lerchen feld-Prenn -
berg, bayerischer Kammerlierr und Rat der obersten
Exlibris Philipp Pürsl von Lobkovitz, Herzog v<
Revisionsinstanz, München, I7.., mit 2 Fahnen,
die sich auf die Herrschaft Prennberg (redend!) und
auf das Protektorat über das Marienkloster Zell be-
ziehen; hier abgebildet (S. 218).
F. W, B. V. G. = F. W. Baibach von Gastel, Baden
und Bayern, 17 . . , hier abgebildet (S. 219),
2l8 Allgemeines.
Johann Leonhard von Behr, fürstbischöflich augsburg-
scher Geheimrat und Hofkammerdirektor, Augs-
burg, c, 1728. Die Symbolik des Wappens ist höchst
'on Lerchenttid-Premiberg (17..).
merkwürdig und für den Geschmack jener Zeit be-
zeichnend: Der Besitzer Behr, durch einen Bären
{redendes Wappen) dargestellt, wird vom Landes-
fürsten, Fürstbischof Alexander Sigmund Herzog
;. Jahrhundert.
219
von Bayern — Löwe — , wegen seiner Treue — 3 —
und seiner 3 Haupttugenden fidelitas, Treue, so-
brietas, Mässigunj];, assiduitas, Fleiss, — hierauf
T^W —
— BV^
I c pf r-ii. fr Ti i<j
bezieht sich auch der obere deutsche Vers und der
lateinische Spruch; »Per haec Tria» = durch diese
Drei — mit der adeligen Krone begabt, d. h. ge-
adelt; hier (S. 220) abgebildet.
!20 Aligemeines.
Christof Franzjosef von Pauli, Oesterreich(S. 221); trotz
derlnsclirift»i699« dUrftedas Blatt >i7..t zu datieren
sein, da die 3 gleichumränderten, vom gleichen
unbekannten Stecher herrührenden Exlibris Johann
Eslibris Johann Leonh
Leopolds Grafen von Trautson, desselben als Fürsten
Trautson und der Maria Theresa Gräfin von Traut-
son, geb. Gräfin von Weissenwolff auf den Stichen
selbst mit 17 . . datiert und um 1705 — 1711 zu setzen
sind; der Stil spricht auch mehr für den Anfang
des 18., als für das Ende des 17. Jahrhunderts.
Familie von Krafft, Ulm, 1 7 . . (S. 222) ; auffallend für jene
Zeit ist die Darstellung des Wappens in frühmittelalter-
lichem Stile innerhalb einer der Zeit des Exlibris
entsprechenden Barockrahme ; das Muster für die
Wappendarstellung dürfte sicher auf einem der zahl-
122 Allgemeines.
reichen alten Todtenschilde im Ulmer MUnster zu
suchen sein.
Das Exlibris Achilles Augustus Lersner, Senators zu
Frankfurt a. M., 17.-, zeigt noch um den ovalen
Schild die aus der Renaissance hervorg^angene
Barockrahme, die nicht mehr fern von den Schnörkeln
des Rokoko ist (S. 223).
Das wafTen- und wappenretche, namenlose Bibliothek-
zeichen aufS. 324 ist das deskaiserlichenHofpfalzgrafen
i8. Jahrhundert. 223
Lauhn, wahrscheinlich Bernhard Friedrich Rudolf
Lauhn, Dr. jur., kursächsischen Hofrats, Bautzen und
Weimar, c. 1770, das unten dessen persönliches Wap-
pen enthält, während oben, von vorn angefangen,
folgende Wappen angebracht sind : Kur-Trier, Kur-
Köln, Kur-Mainz, Königreich Ungarn, Deutsches
Exlibris Achilles Augustus Lersnec (IT..).
Reich mit dem österreichischen Binden-Schild und
goldenem Vliess-Orden, Königreich Böhmen, Kur-
pfalz, Kur-Sachsen, Kur- Branden bürg.
B. ROKOKO.
VonRocaille=Muschelwerk; Muschelstil, 1700 — 1780;
am Schlüsse 1780 — 1800 auch Zopfstil genannt, daneben
bereits schliesslich etwas Empire.
Die heitere Dekorationsstilart des Rokoko, die sich
auf denjenigen Bibliothekzeichen des 18. Jahrhunderts,
224 Allgemeines.
die nicht nur das Wappen allein aufweisen, besonders
häufig und zierlich ausgeprägt findet, erfordert eine be-
sondere Betrachtung. Das Rokoko entstand zwar in
Frankreich, hat aber in seiner Art auch prächtige Denk-
male an Gebäuden, Innendekorationen u. s. w. in der
Mark Brandenburg, in und bei München, Stuttgart und
i8. Jahrhundert. 22 5
Dresden, in südbayrischen Klöstern, in Franken — Bay-
reuth, Bamberg, Würzburg — , am Rhein — Brühl etc. — ,
in und bei Wien etc. gezeitigt. Es ist natürb'ch, dass
die Formen dieser Periode auch auf die Kleinkunst und
somit auch auf die Stiche dieser Zeit allenthalben in
Deutschland und Oesterreich einwirkten. Das Ornament
des Rokoko ist unsymmetrisch, muschelartig und phan-
tastisch; Blattwerk, Blumen, Palmen sind muschelartig
stilisiert, das Rahmenwerk ist reich zerklüftet, alles ist
geschweift und wellenförmig; reiche Trophäen und ein-
fache Stillleben sind sehr beliebt; Körperformen sind
möglichst üppig, die Glieder und die Figur oft wie
verrenkt; Draperien werden gern angebracht, — alles
ist aber trotz manchen Uebermaasses meist leicht, flott
und graziös, — ein richtiges Spiegelbild jener leicht-
lebigen Zeit.
Erst der Schluss des Rokoko, der langweiligere
»Zopf«, wird steifer, altmodischer und ernstklassisch,
bis er allmählich zum kalten, nüchternen Empire an der
Wende vom i8. zum 19. Jahrhundert überleitet.
Eine nationa]'Cng/isc//c Abart des Rokoko ist — von
1740 — 1770 — der C/ii/>/>enda/esti\ y nebst seiner zier-
lichen Unterart, dem schottischen Chippendale, so be-
nannt nach Thomas Chippendale, Kunst- und Möbel-
tischler, Tapezierer von St. Martins Lane, London, der
diese Stilart in der Holzschnitzerei und Tapezierkunst
pflegte und einbürgerte. Der Chippendalestil findet sich
auf zahlreichen englischen Exlibris und zeichnet sich
durch graziöse Feinheit im Rahmenwerk der Zeichnung
und im Stich durch besonders üppiges Schnörkelwerk
und durch seine reichhaltige Blumen- und Pflanzen-
ornamentik aus,
15
Die Zahl der deutschen Rokoko-Exlibris ist ansehn-
lich und bei der grossen Fülle reizender Blätter war
.ÄÄ--^
s D.inliotomeus Jakob Ntuss, Von J, F.. Nilson (ITSJi.
die Auswahl der Abbildungen ziemlich schwer; manch
flottgezeichnetes Blatt dieser Periode musste Raummangels
halber zurückgestellt werden ; doch geben die nach-
folgenden Illustrationen immerhin einen Begriff der
deutschen Rokokokleinkunsl.
is Johannes Reis. Von ]. E. Ni
228 Allgemeines.
a. Die bedeutenderen Exlibris- Kleinmeister des Rokoko,
Deutschland:
Obenan steht als Meister dieser Stilart Johann Esaias
Nilsony kurpfälzer Hofmaler, Direktor der Stadt-
zeichnungs- Akademie zu Augsburg, von dem sehr viele
Ornament- etc. Stiche, darunter auch eine Reihe zier-
licher Exlibris herrühren *) ; als Beispiele seien hier
(S. 226, 227) 2 wiedergegeben: Bartholomeus Jakob
Neuss, Augsburg, 1752; der Neuss'sche Wappen-
schild enthält einen von 2 Sternen beseiteten Rechts-
balken mit 3 Rosen; gänzlich unheraldisch, aber
dem Charakter seiner Zeit, sowie dem damaligen
Verfall der Heraldik ganz entsprechend, hat Nilson
diese Wappenbilder meisterhaft seinen Zwecken
nutzbar gemacht; aus dem Rechtsbalken wird der
Mittelteil des Neuss'schen Anfangsbuchstabens N,
die Rosen und die zu Lilien gewordenen Sterne
wachsen aus Sträuchern neben dem Schilde; aus
dem 6 eckigen Stern des Zimiers wird ein wirk-
licher, leuchtender Stern. Ferner: Johannes Reis,
Chirurg, Augsburg, 1756; die Instrumente, Bücher,
Töpfe etc. und der Schädel weisen auf den Arzt
und Botaniker hin; J. R. sind die Anfangsbuchstaben
des Namens.
Jakob Andreas Fridrich^ württembergischer Hofkupfer-
stecher, Augsburg, hat eine grösseren Reihe von
Exlibris gestochen ; dessen charakteristisches Exlibris
Erhard Riedlin, c. 1750, hier (S. 229) abgebildet; die
Damascierung des Schildes ist, dem Ganzen ent-
sprechend, auch im Rokokogeschmack ausgeführt;
auch die Helmdecken passen sich dem Ganzen an.
*) Sein Exlibris-Werk: E. L. Z. VI. S. 117, 118 u. VII. S. 29—31.
i8. Jahrhundert,
229
Leonhard Michael Steinberger, Augsburg.
Josef Erasmus Belling, Augsburg, dessen Exlibris der
Gräfin Fugger, Augsburg, c. 1750, hier (S. 330) ab-
Exlibris Erhard Ritalin. Von J. A. Fridrich (.
gebildet ist; die Buchstaben oben lösen sich auf in:
Maria Anna Gräfin Fugger von Kirchberg und Weissen-
hom, geb. Gräfin von Welsberg; das A. V. unten
beisst: Augustae Vindelicorum = in Augsburg.
O Allgemeines.
Johann Georg Pintz, Augsburg.
Johann Nepomuk Maagy München; sein trophäen-
reiches Exlibris des Grafen Josef Ferdinand Maria
von Salern, kurbayrischen Generals der Infanterie,
München, c, 1780, hier (S. 331) abgebildet.
Eilibri) Otäfin Fugget. Von J. E. B*lli
Georg Sigmund Roesch, Hofkupferstecher, MOnchen.
Fran(;ois de Cuvillies d. J., Hauptmann im Geniekorps
und kurbayerischer Hof baumeister , München (der
Sohn des bekannten Rokokoarchitekten Fran^ois
Cuvillies d. Ae.), dessen reiches Exlibris Graf Sigis-
mund Spreti, bayrischer Geheimrat, Regierungs-
präsident zu Nürnberg, Vicepräsident der Akademie
der Wissenschaften zu München, c. 1765, den Grafen
iS. Jahrhundert.
231
in Ordenstracht unter seinem von Amoretten um-
gebenen Wappen zeigt.
Adam Ludwig tVirsing, Nürnberg.
F.i.libri5 Jowf Ferdinand Maria, Qraf von Salern
Martin Tyroff, Xilrnberg*),
Georg Lichtenstfger, Nürnberg.
•J Sein Ejclibtis-Werk ; E. L. Z. VILI. S. 105 und IX. S. 14.
Exilbris der SUdtbibUothek Kaufbeuem.
Von C, F. Hörniann von Qutcnbcrg (ciri^ 1740),
i8. Jahrhundert. 233
Johann Georg Ebers perger, Nürnberg.
Georg Daniel Heumann, brandenburgscher Hofkupfer-
stecher, Nürnberg und Göttingen.
Eibnsde Be e1> b hek TU O Ocksbrunn Von J H Mi
Christof Friedrich Hocrmann on Guhnbirg Kupfer-
stecher in Kaufl euern Augsburg und Ulm dessen
234 Allgemeines.
vornehmes Exlibris der Bibliothek der Reichsstadt
Kaufbeuern, c. 1740, hier (S. 232) abgebildet ist;
sein eigenes Exlibris ist nach diesem Vorbild, jedoch
verkleinert, gestochen.
Johann Georg Fridrich^ Regensburg.
Johann Christof Berndty Frankfurt a. M.
Johann Heinrich Wich er ^ » » »
Andreas Reinhardt^ » » »
Johann Michael Zell^ » "* ^
Johann Michael Eben^ Augsburg und Frankfurt a. M.
Gustav von Traiteur^ Mannheim.
Johann Michael Stock, Leipzig.
Karl Gottfried Nestler, Inspektor des Kupferstichkabi-
netts Dresden.
Johann Heinrich y]/^/7 (Bruder des Johann Wilhelm Meil),
Berlin, dessen anmutiges Exlibris der Bergbibliothek
zu Glücksbrunn (jedenfalls das Kobalt-Bergwerk in
Sachsen-Meiningen) mit dem von Putten in Betrieb
gesetzten Bergwerk und der einfach-graziösen Um-
rahmung, 17.., hier (S. 233) abgebildet ist.
Johann Christof Sysang, Halle, Dresden und Leipzig.
Johann Bartholomeus Stra(c)howsky^ Sohn, Breslau,
dessen eigenartiges, für Rokoko flott gezeichnetes
Exlibris H. S. = Hieronymus Scholtz, Diakonus und
Ecclesiastes bei St. Elisabeth in Breslau, 1780, hier
(S. 235) wiedergegeben ist; von H. Scholtz giebt es
II Stich-, Inschrifts- und Papiervarietäten, 7 von
Strachowsky, 4 von unbekanntem Stecher.
Charles Dupuis, kurfürstlicher Artillerieleutnant und
Kabinettszeichner der Kurfürsten Max Friedrich und
Max Franz von Köln; Bonn und Köln.
Johann Striedbeck'yc.^ geborener Frankfurter, aus Augs-
i8. Jahrhundert. 235
bürg stammend, Strassburg i. E.; eines seiner vielen
Exlibris hier {S. 236) abgebildet: Hieronymus Max
von Günderode, Frankfurt a. M,, 17 . ,, das französi-
schen Einfluss zeigt*).
Johann IVeis, Strassburg i. Eis.
1"^^*^'
Exlibris Hieranymus Schollz. Van J. B. StrachoTsky (1760).
Femer: J. L. Herr, B. de la Rocque, C. Kocrner (Mün-
chen?), Werner, Reusmann, Sprengel u. a.
Oesterreich :
Johann Veit Kauperz, Professor, Wien und Graz.
Franz Xaver Walter, Wien.
Anton (vielleicht Karl?) Birckhart, Prag.
Josef Petrarca, Mailand (damals zur österreichischen
Lombardei gehörig); er stach das trophäengezierte
•) Striedbecks Exlibiii-Wetk : E. L. Z. VII. S. 87 u. X. 2.
236
riesige Exlibris Max Ludwig Reichsgraf B reiner,
Wien und Mailand, c. 1700 (vgl. oben S. 67, b);
auch dessen II. Extibris-Grösse.
Von Johan
ö. Nicktsignierte Rokoko- Exlibris.
Von diesen seien nachstehende als mehr oder min-
der charakteristisch mitgeteilt:
Jakob Friedemann Graf von Werthern, Eythra bei
Leipzig und Beichhngen, kursächsischer wirklicher
Geheimrat (eines seiner 5), c. 1765, bei dem be-
iE. Jahrhundert.
237
sonders die Haltung der schildhaltenden Löwen echt
Rokoko ist; hier abgebildet.
Karl Otto Freiherr von Gymnich, Gymnich, Köln und
Harff, c. 1770, wohl von einem Kölner gestochen
.s lakab Frii
nn, Otaf vi
(eines seiner 3), das ein gutes Beispiel des üppigen
rheinischen Rokoko ist; hier(S. 238) abgebildet; nach
diesem wurden sowohl die Exlibris P.S. = P. Schnelt-
gen, Köln, c, 1780, gefertigt, die die gleiche Um-
rahmung, jedoch einen rokokomässig auseinander-
238
i8. Jahrhundert. 239
gezogenen Hirsch als Wappen und >P, S.« auf-
weisen*), als auch das Exlibris Ludwig Freiherr
von Bongart, auf Pfaffendorf, c. 1898.
Ein sauber und fein gestochenes, unbekanntes, anonymes
Rokokoblatt, c. 1770; (vielleicht) Schutz von Pfeil-
stadt, Bayern? Hier vorstehend abgebildet.
Johann Daniel Schoepflin, Geschichts- und Altertums-
forscher, Strassburg i. Eis., geboren zu Sulzburg im
•) Vgl. B. L. Z. VIJ. S. 93.
Allgemeines.
Breisgau (Baden), französischer Historiograph (Lud-
wigs XV.), der Verfasser der Alsatia illustrata et
diplomatlca und der Historia Zaringo-Badensis ; seine
reiche Bibliothek ging bei der Beschiessung Strass-
Eilibiis Johann Daniel Schäpflin
burgs, 24. August 1870, mit der Stadtbibliothek in
Flammen auf, daher Schoepflins Exlibris sehr selten
Kind! Der Stecher des etwas schwerfälligen, aber
für den Muschelstil bemerkenswerten Bibliothek-
I. Jahrhundert.
241
Zeichens ist*) Johann Weis in Strassburg i. Eis.,
c. 1765.
Karl Werner CurtJus, Dr. m., Gelehrter, Lübeck; ge-
boren zu Narwa, Livland, daher iNarvalivonusc ;
da Curtius ausser in Halle auch in Paris studierte
und sein Exlibris (Helm, Decken) stark französischen
Charakter aufweist, so könnte es in Paris gestochen
sein; c. 1760'*) (hier vorstehend abgebildet).
*) Nach A. Benoiti «Les Exlibiii de SchoepClin
♦♦) Vgl, E. L. Z. IX. S, 58,
1883, :
J4.2 Allgemeines.
G. H. A. Koch, Braunschweig, c. 1770, hier abgebildet;
auffallend durch seine schwulstige Rahme um das be-
scheidene Wappen ; oben Genius mit Leyer; Rahme und
Genius sind die gleichen wie beim einen Exlibris Franz
Dominik Haeberlin aus Ulm, Staatsrechtslehrer in
EiUbris O. H. A. Koch (nV.a J770I.
Helmstädt. Wessen Exlibris das ursprüngliche ist,
lässt sich kaum entscheiden.
Einen graciösen Entwurf, sowie feinen Stich, einem
vergoldeten Bilderrahmen jener Zeit vergleichbar,
weist das Exlibris auf, das Thomas Heinrich Gade-
busch, der pomm ersehe Geschichtsschreiber und
Universitätslehrer zu Greifswald, c. 1770, filhrte;
i8. Jahrhundert.
243
der Stecher könnte Johann Martin Bemigeroth, Leip-
zig, sein; vgl. Abbildung hier unten.
Das Exlibris der orientalischen Akademie zu Wien, c. 1 7 7 5,
— siehe Abbildung S. 244 — enthält in Rokoko-
umrahmung die lateinische Inschrift: »Ad Caesaream
regiam academiam linguarum orientalium. Societatis
Exlibris Thomas Heinrich Oadebusch {circa 1770).
Jesu«, sowie in persischer Inschrift die sog. Devise
dieser Akademie: »Für Gott und den Padischah«,
d. h. den Kaiser.
Eine echte Rokokorahme zeigt das Exlibris des Jesuiten
Alois Welfinger, München, 1775; S. J. heisst Socie-
tatis Jesu (abgebildet S. 245).
Eine Wappen-Rokokoumrahmung sehen wir auf dem
Exlibris Georg Wilhelm Friedrich Loeffelholz von
Kolberg, Nürnberg, c. 1755, das man vielleicht Mar-
tin Tyroff zuschreiben könnte (Abbildung S. 246).
Ein richtiger Rokoko-Muschel-Aufbau, mit der Figur
244 Allgemeines.
der Hoffnung, ist auf dem Exlibris des Andreas
Christof Imanuel Seidel (wohl zu München; auch
mit >t«) zu sehen; c. 1770 (abgebildet S. 247).
Exlibris der Wiener Orientalischen Akademie (circa 1775).
Ein Beispiel für »Zopf« ist das Bibliothekzeichen
Warmholtz, c. 1790, das man wegen des brennen-
den »warmen Holzes« ein redendes Exlibris nennen
kann; Abbildung siehe unten im IL Teil 17. e.
i8. Jahrhundert. 245
C ALLEGORIEN, ALLERLEI.
Unter diesen Abschnitt fällt alles aus dem 18. Jahr-
hundert, was nicht einfach heraldisch (8. Kap. A) oder
vorherrschend Rokoko (8. Kap. B) ist.
Die Mode, auch auf den Exlibris zu symbolisieren
oder durch allegorische Darstellungen in mehr oder
minder klassischer Weise etwas ganz oder halb ver-
Exlibris Alois Welfinger, S. J. (1775).
schleiert auszudrücken, begann in der Hauptsache um
c. 1750, erreichte ihre Höhe am Ende des 18. Jahrhun-
derts und |rriff noch in den Anfang des 19. hinein. Das
Beste hierin wurde am Ende des 18. geleistet.
Man liebte es sehr, eine Reihe von Göttern des
Olymps ebensogut wie christliche Kardinaltugenden in
Figuren darzustellen. Idealgestalten zu schaffen und
Genien, Amoretten und Putten in niedlichen Kinder-
figürchen zu verwenden. An Göttern finden wir beson-
ders: Minerva (Pallas Athene) als Göttin der Künste,
246 Allgemeines.
Wissenschaften etc. und Merkur (Hermes) als Götter-
boten, Beschützer des Handels und Verkehrs, der Kauf-
leute, der rhetorischen Kunst u. s. w.; an sonstigen klas-
sischen Figuren Mars, Herkules, Aeskulap und Hygaea
(bei Medizinern), Chronos, Musen; an Idealgestalten die
Exlibris Oeorg
.on Koiberg lein
der Wahrheit, Wissenschaft, Geschichte, Gelehrsamkeit,
Gerechtigkeit (Justitia, besonders bei Rechtsgelehrten),
Weisheit, Musik, des Glücks, der Tugenden, dann Glaube,
Liebe, Hoffnung, Engel, Pegasus u. s. w. Femer: Innen-
ansichten von Bibliothekräumen, Durchblicke durch Bib-
i8. Jahrhundert. 247
liotheksäle, Büchergestelle, BUchergruppen , Urkunden,
offene Schriften, architektonische und militärische Pläne,
Tintenzeuge, Kielfedern, Zirkel und Messinstrumente,
StudJerlampen, altrömische Lämpchen, Stundengläser,
Femrohre; Globen (diese besonders oft), Paletten {bei
Kflnstlem), Rutenbündel (fasces der Liktoren) und Ge-
rechtigkeitswaagen (bei Juristen), Münzen (bei Münz- und
Altertumssammlern), Waarenballen, Schilfe.
Auf Exlibris von Aerzten finden wir mit Vorliebe
Todtengerippe, Todtenschädel, Retorten, Mikroskope und
viele ärztliche Instrumente angebracht.
Dem Zuge der Zeit entsprechend, ist auch noch
folgendes zur Ausschmückung von Bibliothekzeichen ver-
wendet worden: Pyramiden, alte Denkmäler, Denksteine,
griechische, römische und christliche Tempel, ganze und
248 Allgemeines.
gebrochene Säulen, Kapitelle, Ruinen, Urnen, Büsten,
Sphinxe, Gedenktafeln; Landschaften, Ortsansichten,
Gärten, Baumgruppen, Blumenvasen, Blumen, einzelne
und in Guirlanden, Lorbeer, Palmen, Gartengeräte, Blu-
menkörbe, Früchte, Muscheln ; Schäferflöten, Schäfer-
stäbe; Musikinstrumente aller Art, namentlich Harfen
und Leyern; Waffen- und Fahnentrophäen.
Das Tierreich ist natürlich reichlich zur Ausstattimg
der kleinen Stiche mit herangezogen, so insbesondere
die Eule als Symbol des unermüdlichen Studiums, der
Weisheit und des Glücks, der Kranich*) für Wachsam-
keit und Vorsicht bei Exlibris von Medizinern, die Biene
für emsigen Fleiss etc.
Die ganze Art der Blätter dieser Periode ist einer-
seits, dem Geschmack der Zeit entsprechend, oft schwül-
stig in der Idee, geziert in der Auswahl der Allegorie
und nach unsern heutigen Begriffen etwas >ungeniess-
bar« und überschwenglich, andererseits aber in ihrer
Gesammtheit ein hochinteressanter Abschnitt einer Ex-
libris-Sammlung und des ganzen Exlibris-Stoffes. Trotz-
dem in dieser Zeit ausser sehr vielen^ meist recht un-
bekannten Stechern nur sehr wenige ^bedeutendere^
Meister an den zahlreichen Blättern dieser Art gearbeitet
haben, so ist doch eine ziemlich grosse Anzahl von die-
sen Exlibris-Stichen gut gestochen und zeichnerisch wie
technisch ganz beachtenswert; es findet sich manche
zierliche Darstellung, namentlich, wenn noch etwas Ro-
koko mit hineinspielt; nähert sich aber ein Blatt mehr
*) Nach der Sage, dass beim Zuge der Kraniche einer Wache
hält; um nicht zu schlafen, steht er auf nur einem Fuss und hält mit
dem andern einen Stein, dessen eventuelles Herabfallen ihn, wenn er
eingeschlafen, wieder ermuntert. (Vgl. Iconolog. Lexicon, Nürnberg 1793.)
:. Jahrhundert.
249
dem Empire, so mehrt sich auch die Steifheit und Lange-
weile in der Komposition. Man kann weder den Rokoko-
zeichnem noch den Allegorien- und Empire-Kleinmeistern
15 des Evangelisrhcn Kollecs iu Augsburg,
Von 1.. M. Slnnheiger {.cina 1760).
aus der jeweiligen Art ihrer zeichnerischen Anordnung
einen Vorwurf machen; sie standen eben alle unter dem
Banne und Geschmack ihrer Zeit, unter der gerade herr-
schenden Mode und Manier und unter dem, was sie in
ihrer Umgebung sahen. Thatsache ist, dass unter den
250 Allgemeines.
Exlibris dieses Kapitels eine ganze Reihe wenn auch
nicht > hervorragender« Stiche in der Art früherer Meister,
aber sonst recht guter Blätter zu finden ist. Wäre die
Zahl der Illustrationen dieses Buchs nicht eine be-
grenzte, so hätten sich gerade hier noch weit mehr
Beispiele von Abbildungen finden lassen.
a, Stecher allegorischer Exlibris:
Ohne auch hier wieder alle Exlibris verfertiger an-
geben zu können, seien folgende Stecher genannt:
Leonhard Michael Steinbergery Augsburg, Exlibris des
evangelischen Kollegs, Augsburg, c. 1760, hier
(S. 249) abgebildet, eine nach einem älteren Bilde
ausgeführte Darstellung einer Predigt im Hofe des
Kollegs, der heute noch so besteht und mit zum
protestantischen Gymnasium St. Anna gehört.
Jakob Andreas Fridrich^ württembergscher Hofkupfer-
stecher, Augsburg, von dem eine Reihe von Ex-
libris herrührt.
Christof Andreas PfautZy Ulm und Augsburg.
Emanuel Eichel, Zeichenmeister des protestantischen
Kollegs, Augsburg, von dem das reich mit Putten,
Plänen, einer Festungsansicht, Globus, Zirkeln,
Wappen etc. ausgestattete Exlibris Johann Konrad
Beuther herrührt; c. 1770*).
Jakob Gottlieb Thelot, Augsburg; sein eigentümliches
Exlibris Franz Josef Fidel Brentano, Augsburg, c.
1 740, hier abgebildet. Die Darstellung ergiebt sich
aus dem obersten lateinischen Spruch ; das umrahmte
Bild stellt den heiligen Nepomuk vor.
*) Abgebildet E. L. Z. X. S. 93.
Johann C. Stet^lin, Georg Christof Kilian,
Kauffer, alle drei in Augsburg.
Franz R. F, oder R. Bricket, Aiigsburg(?).
;1 Brentano. Von J. Q. Thdol [firca 1740).
Franz Karl Heisig, Wien und Augsburg,
Der bekannte Tier-Stecher Johann Elias Ridingi'r,
Augsburg, hat sich selbst ein Blatt gestochen: Knabe
mit Tafel: »Nulla dies sine linea*, am Boden liegen
Bücher, eine Kupferplatte, Stecherinstrumente, Pa-
lette, Pinsel etc.; hinten Büste und Buschwerk; als
252 Allgemeines.
Exlibris war es bis jetzt nicht nachweisbar; es
dürfte auch nur eine Geschäftskarte gewesen sein.
Paul Jakob oder Johann Georg Laminit^ Augsburg.
Johann Nepomuk Maag^ Johann Michael Soeckler^
Josef Anton Zimmermann^ Hofkupferstecher, alle
3 in München.
Josef Peter Paul Rauschmeyer^ Priester und Kupfer-
stecher, München und Augsburg (Exlibris Albert
Kirchmayer; abgebildet oben S. 81).
Egidius Vereist^ Hofkupferstecher, Mannheim (bis 1802)
und München (Schüler Johann Georg Willes, Paris),
von dem das Exlibris der historisch-litterarischen
Gesellschaft zu Heidelberg mit der Ansicht von
Schloss und Stadt, c. 1762, herrührt*).
Aloys Graf von La Roset\ Kammerherr, Staatsrat,
München, der als Amateur ausser seinen eigenen, 1769,
und dem für Theodor Graf von Morawitzky (Bibliothek-
Inneres), 1770, auch das hier (S. 253) abgebildete
Exlibris für seinen Freund Alfons Kennedy stach,
einen Physiker und gelehrten Benediktiner vom
Schottenkloster zu Regensburg, bayrischen geist-
lichen Rat und Mitglied der Akademie der Wissen-
schaften zu München, c. 1769**).
Johann Michael Mettenleitner^ später Litographie-Inspek-
tor, München.
Ernst Karl Gottlieb Theiotty München u. Düsseldorf.
Johann Karl oder Karl Schieich, Felix (?) Hahn, Georg
Michael IVcissenhakn , Kupferstecher, alle drei in
München.
*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 27.
**) Vgl. englische Exlibris-Zeitschrift VIL S. 30.
i8. Jahrhundert. 253
Michael Rentz, Nürnberg und Kukusbad.
J. P. Funck u. Andreas Leonhard Möglich, Nürnbei^.
Martin Tyroff, Nürnberg, dessen Exlibris Johann David
Köhler, Professor, Historiker, Numismatiker, Altdorf
ax) etu-s JB'tbliotkccam-
Exlibris Alfons Kennedy. Von Qraf von La Ro5*e {circa 1769).
und Göttingen, c, 1730, hier (S. 254) wiedergegeben
ist; die nackte Wahrheit Überreicht der Klio, der
Muse der Geschichte, die Feder zum Aufzeichnen;
daneben Chronos, darüber ein Genius mit dem
Kählerschen Wappen auf dem Posaunentuch die
Symbol k besagt dass Köhler die Geschichte in
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bxlibns Johann David Köhler, Vnn Martin Tyroff {'ina 1730).
wahrheitsgetreuer Darstellung zu verkünden be-
strebt ist.
i8, Jahrhundert.
255
â– Hofkupfer-
Georg Daniel Heumantt, brandenburgschei
Stecher, Nürnberg und Göttingen.
Johann Adam Dehenbachy Adam Ludwig Wirsing-, J.
C. Zick, Johann Ludwig Stahl, alle 4 in Nürnberg,
lohann Friedrich Volckart, Nürnberg, dessen stark
klassisch angehauchtes Exlibris Lothar Friedrich
Exlibris Lothar Fn
Adam Freiherr von Lützerode, Landrat des See-
kreises in der Rh ein pro vi nz, Bonn, Ende des 18. Jahr-
hunderts, mit Minerva und dem Kolosseum zu Rom
(sie beziehen sich auf seine klassischen Studien)
hier wiedergegeben ist ; dieses ist das zweite Ex-
libris von Lützerode, das derselbe an Stelle des minder
guten ersten (von Dardenen, Bonn) stechen liess.
256 Allgemeines.
Nikolaus Gabler, Rothgerber, Miniaturmalerund Kupfer-
stecher, Nürnberg,
Johann Georg Fridrich und Meyr, Regensburg.
Christof Friedrich Hoermann von Gutenberg, Kupfer-
stecher in Kaufbeuren, Augsburg und Ulm, ein
Exlibris Johann Josef Rcuss. Von J. Q. von Mütlrr (IT7Q).
guter Klein meist er , von dem oben S. 332 das vor-
nehme Exlibris der Stadt Kaufbeuren abgebildet ist.
Johann Gottfried Koeppd, Regle rungs-Kanzleünspektor,
Ansbach, der das Exlibris des Karl- Alexander •Gym-
nasiums Onoldini = Ansbach, c. 1780, stach.
Johann Gotthard von Müller, bekannter Kupferstecher,
Stuttgart, Mitglied der Akademie der KQnste zu Paris;
iS. Jahrhundert.
257
das von ihm 1779 seinem Freunde Johann Josef
Reuss, Stadtarzt, herzoglich wUrttembergischen Hof-
rat, Stuttgart, gestochene Exlibris (3 Farbenvarie-
^^f-J-/
s
VIm
WM 1/
»
H
258 Allgemeines.
täten) hier (S. 256) abgebildet; Aeskulapschlange und
Mikroskop deuten auf den ärztlichen Beruf.
Ludwig Gabriel Necker ^ Hof kupferstecher , Stuttgart.
Johann Jakob Koller^ Frankfurt a. M. und Amsterdam.
Friedrich Ludwig Neubauer, Frankfurt a. M.
Josef (auch »J. D.«) von Montalegre, Frankfurt a. M.,
Nürnberg und Zittau, von dem mehrere bemerkens-
wertere Exlibris gestochen wurden ; so u. a. Gottfried
Polycarp Mueller, Professor der Beredsamkeit und
Poesie, Rektor des Gymnasiums zu Zittau und Bischof
der Herrenhuter Gemeinden, Leipzig, Zittau, Marien-
born in der Wetterau und Herrenhut, c. 1725,
Namenszug G. P. M. an Stein postament , Minerva
mit Lanze und Eule, und Wahrheit; 2 Grössen.
Johann Heinrich Wicker, Anna Rosalia Wicker, Gott-
lieb Welte^ Johann Christof Bentdt, diese 3 : Frank-
furt a. M.
Johann Friedrich Beer^ Frankfurt a. M. , dessen un-
schönes aber originelles Exlibris Franz Kern genannt
Humser hier (S. 257) abgebildet ist; die Darstellung
hängt mit dem oberen Spruch »Not without danger«
zusammen: Der Weg zum sicheren Hafen — dieser
durch einen Turm mit ausgestecktem Leuchtfeuer
(oder Fahne?) angedeutet — ist für das Segelschiff
(hier symbolisch für Lebensschiff) wegen der rechts
und links überhängenden gefahrdrohenden Felsen
»nicht ohne Gefahr«; c. 1790.
• Isaac J. Schnapper, Hoffaktor, Offenbach a. M.
C. (Johann Conrad?) Susemihl, Darmstadt.
Heinrich Cöntgen, Mainz; das von ihm nach einer
Zeichnung von Johann Andreas Benjamin Noth-
naQ[el in Frankfurt a. M. gestochene Exlibris Friedrich
i. Jahrhundert.
259
Karl von Moser, hessend arm städtischer Regierungs-
präsident, c. 1765, hier unten abgebildet; die Kupfer-
platte wurde von Moser seiner Freundin Susanna
Katharina von Klettenberg übergeben., deren Vor-
und Zuname an die Stelle des »Ex Museo Frid. Car.
de Moser« gesetzt wurde; sonst sind sich beide
Exlibris genau gleich. Das Fräulein von Kletten-
berg war die Freundin der Mutter Goethes, der
»Frau Rat«, und übte auf den Dichter in seiner
Jugend manchen Einfluss aus; er schilderte sie in
»Wilhelm Meisters Lehrjahren^ in den >Bekennt-
36o Allgemeines.
nissen einer schönen Seele«*). Spruch und Motiv
hängen in ihrer Symbolik — Streben nach dem
Besten — auch hier zusammen ; Aus der schCnsten
Blume des Gartens saugen die Bienen das Beste
heraus.
Johann Wolfgang von Goethe y der deutsche Dichter-
fürst, 1767 als Student in Leipzig, radierte um diese
Zeit für Kaethchen Schoenkopf, Leipzig, ein kleines
Bibliothekzeichen. Postament , darauf 2 Bücher,
daran angelehnt eine ovale Tafel mit >S" (Schoen-
Exlibris lathchen Sdiönkopf. Van J. W. von Qoethc (176T».
köpf) mit kleiner Rosenguirlande ; hier abgebildet.
Goethes Radierung für ihren Vater C. G, Schoen-
kopf, Weinwirt, Leipzig, das man für ein Exlibris
hielt, ist kein Exlibris, sondern eine Geschäfts-
etikette**).
Johann Martin Bcmigerotk, Leipzig; von dessen 4 oder
5 zierlich -süsslich gezeichneten, aber sauber und fein
gestochenen Exlibris ist hier (S. 261) das der Weller-
*) Abbildung des Exlibris von Kletlenherg und Besprechnng
Ei«he E. L. Z. VII. S. 13—15 i"><l S. 62—63.
**) Vgl, datUber F. L. Z. IX. S. 95 und S, 50—51.
iS. Jahrhundert. 201
sehen Bibliothek, c. 1760, abgebildet, das gleich-
zeitig wieder ein gutes Beispiel für deutsches Ro-
koko ist; der Spruch auf dem aufgeschlagenen Buche
bezieht sich auf den Nutzen der Bücher. Eün gut-
gestochenes aber zeichnerisch stark überladenes Ex-
Von J. M. Bemigetolh (1
libris ist Bernigeroths Exlibris August Scholtz, Kano-
nikus zu Magdeburg , auf dem sich alles Folgende
befindet : Berg mit Tempel, Minerva mit Schild und
Lanze, 5 Putten, darunter ein kleiner Apollo auf
Wolken, Bücher, Spruchband, Inschriftstafel, Palette,
Pinsel, Münzkästen, Fernrohre, Zirkel, Konchylien,
Getreidegarbe, Hacken, Rechen, Schaufel etc.
!62 Allgemeines.
Christian Gottlieb August Liebe, Leipzig und Halle.
C. G. W. Behrisck, J. G. Brükl, Wilhelm Arndt,
alle 3; Leipzig.
Karl Lebrecht Crusius, Leipzig; sein Exlibris Karl
Benjamin Lengnich, Archidiakon, Danzig, Numis-
matiker, Ende 18. Jahrhunderts, hier abgebildet:
Exlibris Kari Btniamin Lengnich Von K L Cni!
Gestalt der Geschichte, von der der Schleier ge-
nommen wird; davor 2 Knaben, die Münzen dar-
reichen; Lengnich hatte noch ein zweites Exlibris
von dem hier folgenden Geyser, mit ähnlichem
Motiv.
Christian Gottlieb oder Friedrich Christian Gottlieb
Geyser, Leipzig.
lä. Jahrhundert.
263
Johanna Dorothea Pkilippin, geb. Sysang, Leipzig,
die 4 Exlibris stach.
Johann Michael Stock, Leipzig, Goethes Aetzlehrer,
von dem u. a. Exlibris G. E. Weinland, Leipzig,
und wahrscheinlich auch das der Vorbesitzerin der
V. Onttsclied. Von], M. Stock (<■,>■-« ]750-60),
Kupferplatte, der »Gottschedin« — Luise Adelgunde
Viktorie Gottsched, geb. Kulmus, Leipzig, c. 1750
bis 1 760*), herrührt; vgl, vorstehende Abbildung ; weib-
liche Figur, als Sinnbild für Studium oder als Lehr-
meisterin alles Guten und Schönen — Musik , Geo-
•) Vgl. E. ].. Z. II. .
264 Allgemeines.
graphie, Geschichte, Schriftstellerei — mit Putten;
unten das Gottsched'sche und Kulmus'sche Ehe-
wap j>en. Beide Exlibris sind im Motiv dem Exlibris
Erhard Friedrich Weinland, Senator, Oberjustizrat,
Esslingen, c. 1750, nachgebildet.
Johann Stephan CapietiXy Leipzig.
Gotthelf Wilhelm Weise und Karl Friedrich Holtz-
majin^ Dresden.
Karl Gottfried Nestler, Inspektor des Kupferstich-
Kabinetts, Dresden, der mehrere Exlibris stach.
Ephraim Gottlieb Krüger , Professor, Dresden.
Johann Georg Böhm, Dresden, 5 gräflich Chotecksche
Exlibris.
Christian Friedrich BoetiuSy Dresden, von dem die ver-
schiedenen 5 Exlibris Moritz Karl Christian Woog,
Diakon zu Oschatz und Dresden herrühren , der
eine stattliche Bibliothek besass ; Todtengerippe mit
Waage (Wortspiel mit i^Woogt),
Johann Christof Sysang jr., Halle, Dresden, Leipzig,
der u. a. das feingestochene Landschafts -Exlibris
Clauser schuf.
Johann Heinrich Tischbein (jr. und Mueller)^ Kassel;
evangelisch-lutherisches Waisenhaus, Kassel, c. 1 790.
A. Beck, Braunschweig; eines der 5 Exlibris Franz
Dominik Haeberlin, aus Ulm, Staatsrechtslehrer in
Helmstaedt.
Johann Philipp Ganz ^ Hofkupferstecher, Hannover;
3 Varietäten Christian Friedrich Schnauss, Gotha.
Dardenne , Bonn ; erstes Exlibris Lothar Friedrich
Adam Freiherr von Lützerode, Landrath des See-
kreises in der Rheinprovinz, Bonn, mit dem Kolos-
seum in Rom.
i8. Jahrhundert. 265
Maria Elisabeth VVyon, vermählte Lamblotte, Köln.
Von Mettelj, Köln.
Charles Duptiis, Artillerieleutnant und Kabinettszeichner
der Kurfürsten Max Friedrich und Max Franz von
Köln; Bonn und Köln.
Exlibris Dinlct Chodoviccki. Von ihm selbst (1777).
Daniel CAiJf/öitvVc^/.der bekannte Kupferstecher, Direktor
der Kunst 'Akademie, Berlin*); sein hier vorstehend
abgebildetes Exlibris, 1777, ist vollkommen sjm-
bolisch: Der Genius der Kunst ftihrt einen Kunst-
schüler an die Brüste der als Halbfigur dargestellten
•j S«in Exlibris-Werk s. E. L. Z. 11. 1.
III. S. gi, IV. S. 16 und iiS, VIII, S. 34—45.
. S. 24,
266 Allgemeines.
Mutter Natur, damit dieser dort sich die ihm nötige
künstlerische Nahrung hole. Von Chodowiecki stam-
men noch folgende Exlibris : Französisches Seminar
zu Berlin, 1772, junge Bäume pflanzende und be-
giessende Philosophen, Sinnbild für Erziehung der
Jugend (kopiert vom Schweizer Johann Rudolf
Schellenberg für 2 Exlibris der Stadtbibliothek Winter-
thur); David Fridländer, Kaufmann, Schriftsteller,
Berlin, 1774, Merkur und Apollo; Dr. m. Christof
Salomon Schinz, Zürich , 1 793 , Aeskulap vertreibt
den Tod von einem Kranken ; ein Chodowieckischer
Stich von 1788, Minerva und Viktoria, nebst Sokrates,
diesem im Schilde sein Antlitz zeigend, war ur-
sprünglich kein Exlibris, sondern eine Vignette, und
ist erst später vom Frankfurter Schöffen Dr. Fried-
rich Philipp Usener, einem Chodowiecki-Sammler,
durch Aufgravierung seines Namens, zu einem Ex-
libris umgewandelt worden.
Johann Wilhelm Meil^ Direktor der Kunst-Akademie,
Berlin, hat mindestens 16 Bibliothekzeichen ge-
stochen, die, ohne gerade bedeutende Leistungen
zu sein, ganz im Geschmacke seiner Zeit gehalten
sind, und die in dieser Periode beliebte Feinheil der
Zeichnung und des Stichs aufweisen ; hier (S. 267), als
Beispiel, sein Exlibris Alexander Meyer, c. 1795,
abgebildet ; hier finden wir das ganze beliebte Rüst-
zeug damaliger Symbolik: Merkur, Putten, Bücher,
Karten, Globus, Kranich mit seinem Stein in der
Klaue, Obelisk ; ein gutes Blatt J. W. Meils ist auch
das statiöse Exlibris Immanuel Johann Gerhard Scheller,
bekannter Philologe und Schulmann zu Lübben, Pro-
fessor und Rektor zu Brieg, c. 1790, mit Minerva,
i8. Jahrhundert.
267
Eule, Bienenkorb, Kränzen, Baum vor römischer
Ruine.
Johann Ernst Gericke (auch Gerke), Berlin, der auch
mehrere Bibliothekzeichen stach; siehe (S. 268) sein
Exlibris Johann Heinrich Samuel Formey, Professor,
Geheimrat, Mitglied der preussischen Akademie der
Wissenschaften, historischer und theologischer Schrift-
268 Allgemeines.
Steller, Berlin, c. 1760, in schwerfälligem Muschel-
stil mit mannigfachen Instrumenten der Gelehrsam-
keit; Johann Konrad Krägtrr, Berlin; 2 Exlibris Pfalz-
graf Cothenius, Berlin.
is Johann Heinrich Samuel Fi
]. E. Oeric
Daniel Berger, Professor, Vicedirektor der Kunst-
Akademie Berlin; Stecher mehrerer Exlibris.
Anton IVac/ismaiin und Wolff, Berlin.
Michael Siegfried Loewe, Berhn und Dresden.
i8. Jahrhundert. 269
E. Kinne (?), Kleinschönebeck.
H. Westphalen^ Hamburg.
Johann Dietrich Fos^ Hamburg, der das eine der
2 Exlibris des Rigaer Ratsherren Johann Heinrich
von Hollander, c. 1780, stach.
Isaak Saal^ Danzig.
Ferner: Bendix (Exlibris F. L. Bouvier, Erzieher des
Prinzen Karl von Preussen, Berlin, c. 1795, Chronos
giesst Oel auf eine brennende antike Lampe; auch
sein J. Euchelsches Exlibris weist dieses Motiv, nur
in anderer Darstellung, auf), C. Graf^ J. A. Feuer-
bach^ O. G. Noder^ Matthias Pock^ Karl Gustav
von Hille^ Weber, de St, Hilairc^ Andreas Hoeger^
Johann Balthasar Wening ^ Karl Hein(n?)pel ^ C.
Scholcke (oder Scholtze?), F. de Bukker^ Steinbergy
Rausch^ Nathe^ J. Marianus.
Zu erwähnen ist noch Balthasar Anton Dunker , der
in Saal bei Stralsund geboren, also ein Deutscher
gewesen ist; er hat zahlreiche Exlibris gestochen,
doch, da er hauptsächlich in Bern und für Schweizer
arbeitete, sei er hier nur genannt und kann in
L. Gersters »Schweizerische Bibliothekzeichen«,
S. 323 etc., nachgesehen werden.
esterreich :
Josef A. Schtnuzer^ Kilian Ponheiiner^ Johann Kaspar
Weinrauchy alle: Wien.
Johann Christof Winkler^ München und Wien: Exlibris
Jamerai du Val, Bibliothekar des Kaisers, Wien,
c. 1750, S. 270 abgebildet; der Besitzer ist 4mal dar-
gestellt: Vor seinem Münzschrank, einen Baum be-
schneidend, Vieh hütend, und ackernd; im Hinter-
70 Allgemeines.
tjrund sein Gutshof; oben Schäfer- und Merkurstab ;
Gartengerät und wissenschaftliche Instrumente.
Karl Schneeweis, Salzburg und Mailand.
Philipp Binder, Budapest, der das klassische Exlibris
der königlichen Universität Budapest mit Apollo,
Globus, Büchern etc., c. 1790, gestochen hat*).
Johann Berka, Prag.
Johann Boi'hm, J. Gleich.
*) Abgebildet: Zeitschriri Rlt Bücherfreunde, April, 1900.
i8, Jahrhundert. 27I
Ausland :
Ferdinand Wac/ismutk, Paris: Exlibris Friedrich
Rudolf Salzmann, siehe oben S. S6, und Johann
272 Allgemeines.
Lorenz Blessig, beide zu Strassburg i. Eis., c. 1774.
Sebastian Le Clerc und Lebert, Paris.
Johann Georg Wille ^ Sohn, Paris; Exlibris Johann
Valentin Meyerj Senator, Hamburg, 1766, gestochen
von Halm.
Pieter Tanje und Simon Fokke^ Amsterdam.
S. G. Kütner (Samuel? In Mitau?;
b. Nichtsignierte allegorische Exlibris,
An Beispielen seien hier folgende genannt:
Für Freunde der Marine interessant ist das hier wieder-
gegebene Exlibris der Königlich Preussischen Ad-
miralität und des Licent-Kollegiums (Zoll- und Schiff-
fahrtsgericht) zu Königsberg i. Pr. , c. 1726, mit
seinen Schüfen und dem der Sonne zustrebenden
preussischen Wappenadler; höchstwahrscheinlich
vom ehemals Augsburger und Nürnberger, dann
Königsberger Stecher Wolfgang Philipp Kilian
(t 1732 zu Königsberg i. Pr.) gestochen*).
5 gräflich Zinzendorfsche Exlibris von c. 1770.
10 gräflich Schaffgotsch'e Exlibris von c. 1725 — 1800.
Das graziöse Exlibris Ernst Adam Levin von Trotta,
genannt Treyden (4 Papier- , 2 Plattengrössen,
2 Stichvarietäten), das man J. W. Meil zuschreiben
möchte, c. 1770.
Die 9 verschiedenen Exlibris des Professors, Anatomen
und Leibarzts Christof Jakob Treu, Nürnberg, c. 1760,
mit Wappen der kaiserlich Leopoldinischen Aka-
demie, Füllhörnern und den die Treue — Namens-
anspielung — versinnbildlichenden Hunden.
*) Vgl. E. L. Z. X. S. 76, 77.
i8. Jahrhundert. ^Ti
Das Exlibris der Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-
Gotha, der Freundin König Friedrichs des Grossen,
c. 1760; dadurch merkwürdig, dass sie auf dem
Stiche 2 Putten mit Schild, auf diesem aus Ver-
ehrung für den grossen König :>F. R. (Fridericus
Rex) Vivat« anbringen Hess.
Das Exlibris Karl Gottlieb von Guichard, genannt
Quintus Icilius, preussischer Oberst, ein gelehrter und
studierter Offizier, der sogar Syrisch und Chaldäisch
verstand, ein gern gesehenes Mitglied der Tafel-
runde Friedrichs des Grossen, von diesem wegen
einer Streitfrage über den Centurio Quintus Caeci-
lius bezw. Icilius, »Quintus Icilius« genannt, c. 1763;
neben Palme Rokokoschild mit Inschrift, 2 Putten,
Leyer, Schwert, Lanze, Schild, Helm ; dieses Exlibris
wurde für die dem Offizier vom König geschenkte
ehemalige Bibliothek von Hubertusburg gemacht,
welches sächsische Schloss Guichard plündern
musste, als Vergeltung für Verwüstungen durch
sächsische Truppen in den königlichen Schlössern
bei Berlin.
Ein weniger schönes, als durch seine Technik inter-
essantes Exlibris ist das Schabkunstblatt der Familie
von Stromer, Nürnberg, des 18. Jahrhunderts, Minerva
mit dem Stromerschen Vollwappen.
Das Bibliothekzeichen Johann Siegfried Breu, Senator,
Strassburg i. Eis., c. 1 745 ; neben Spruchband die
nackte Glücksgöttin mit Segel auf geflügelter Welt-
kugel.
Exlibris Christof Friedrich Nicolai, Buchhändler, Schrift-
steller, Berlin (2 Grössen-, 5 Stich Varietäten) ; vor
Baumstumpf und Gesträuchern Bücher mit Genien.
18
i. Jahrhundert.
275
Exlibris Josef Paul Edler von Cobres, Reichsritter,
Ehrenmitglied der Akademien Berlin, Danzig und
Halle, Wechsler, Hauptmann der Stadtmiliz zu Augs-
burg, 1780 geadelt, wahrschemhch exspanischer
laraelite; Wappenbaum mit gepfropftem Reis, das
sich auf die Nobilitierung bezieht, diese erfolgte
m
f''7,mnnL. 'itri Cfrroni
cT CSiUaft Secrataru
Exlibris Joliann Prter Cerroni { •■a 1795-1800)
unter Beifügung der sonst seltenen Bedingung, dass
seine Nachkommen, falls sie in den Handelsstand
treten sollten, sich dieser Standeserhöhung nicht
bedienen dürften; c. 1782; hier (S. 274) abgebildet.
Exlibris Johann Peter Cerroni, kaiserlicher Sekretär,
mährischer Bibliophile, Geschichtsforscher, Wien,
c- 1795 — 1800; oben abgebildet; Namenszug, Büste
276
Allgem
der etwas anrüchigen Aspasia, die hier jedenfalls
das Sinnbild für Rednergabe darstellt.
Exlibris Friedrich Anton Gallisch, Professor, Arzt,
Leipzig, 1768, von M. F. B. ; unter Rokokokartusche
Wappen mit Merkur, Hygaea, Waarenballen, Wage.
Exlibris I. L. Schmucker (riVra 1785).
Jakob Brentano-Mezzegra in Rebdorf, Gartenansicht
mit Tempel, Säulen etc.
Anton von Bretfeld, Universitätsprofessor, Jurist, Prag,
c. 1795, wahrscheinlich von Johann Berka, Prag.
Als Beispiel für Exlibris mit ausgeschmückten Inschrifts-
tafeln, deren es eine grosse Anzahl giebt, diene obiges
Exlibris J. L. Schmucker, preuss. Militärarzt, c. I785.
i8. Jahrhundert. 277
D. BIBLIOTHEK-INNENANSICHTEN.
Eine eigenartige Spezialität von Exlibris des i8.
Jahrhunderts bilden die, einen Durchblick durch mehrere
Bibliotheksäle oder eine Ansicht eines einzigen Bibliothek-
raums oder einen Teil eines solchen mit Büchergestellen
aufweisenden Bibliothekzeichen. Die Hauptsache für
diese Gruppe ist die Wiedergabe von Bücherschränken
oder -Regalen mit Bücherreihen; bei einigen Blättern
entspricht der abgebildete Saal der Wirklichkeit, bei
der Mehrzahl der Phantasie. Wie sehr auch diese Art
der Mode und dem Nachahmungstrieb entsprang, be-
weist der Umstand, dass diese Exlibris, die Blätter der
Neuzeit ausgenommen ^ hauptsächlich nur vom Anfang
bis Ende des i8. Jahrhunderts vorkommen. Einigen
Sinn hatten sie, wenn die genaue Ansicht einer wirklich
bestehenden Stadt-, Schloss- oder Hausbibliothek wieder-
gegeben wurde; im allgemeinen aber machen sie den
Eindruck der Einförmigkeit und Langweile. Andrerseits
entsprachen sie dem Geschmack und der Steifheit der
Zeit, und sind, was rühmend anerkannt werden muss,
mit grosser Sorgfalt im Detail, technischer Feinheit und
staunenswerter Geduld gestochen. Der grosse Zug des
wahrhaft Künstlerischen fehlt aber fast durchweg, —
ebenfalls eine Folge der Zeit und des Mangels an da-
maligen bedeutenden Kleinmeistern in diesem Fach.
Wer diese Art von Exlibris in besonderer Abteilung
seiner Sammlung vereinigt, wird nicht leugnen, dass
diese Unterabteilung einen originellen Anblick darbietet
und grosse Anziehungskraft äussert, wie auch thatsäch-
lich diese Blätter sehr gesucht sind.
278 Allgemeines.
Ausser den mit Büchern gefüllten Fächern sieht man
noch eine Menge Gegenstände, die auf die Gelehrsam-
keit des Besitzers oder auf die Richtung seines Studiums
hindeuten sollen. Ausser aufgeschlagenen und ge-
schlossenen, in Ordnung aufgestellten oder unordentlich
herumliegenden Büchern gehören als »dringend nötiger«
gelehrter Apparat hinzu: Tintenzeuge, Federn, Globen,
Zirkel, Winkel u. a. Maasse, Lineale; Münzkästen, Pläne,
Konchylien, Pflanzen, Früchte, Fernrohre, Stammbäume,
Waarenballen, Musikinstrumente, Urnen, Büsten, Stand-
bilder, Wandporträts, Waff^en, Wappen, Altertümer, Ge-
rippe, Aeskulapschlangen, die Eule der Weisheit, Pegasus,
Attribute der Gerechtigkeit, Heilige, Götter, Idealfiguren,
studierende Engelchen; perspektivische Durchblicke in
Gärten, auf Tempel, Schlösschen, Burgen und charakte-
ristische Türme, auf Flüsse und Meer.
Man wird nicht fehl gehen, wenn man die deutschen
und (wenigen) österreichischen Exlibris mit Bibliothek-
Innenansichten auf über 100 verschiedene alte angiebt;
hiezu kommen noch zahlreiche der neuesten Zeit, die
freilich nicht mehr so ängstlich genau, sondern mehr
realistisch und flotter ausgeführt sind.
Hier nicht mit berücksichtigt sind die vielen Ex-
libris, die, ohne einen Innenraum zu zeigen, mit Bücher-
gnippen ausgestattet sind; diese fallen unter das vorige
VIII. Kapitel C, wo auch Beispiele angeführt sind.
Ueber das Thema »Bibliothek-Innenansichten« giebt
es eine eigene sorgfältig aufgestellte Monographie von
Sir Arthur Vicars: »Library interior bookplates«, 1893,
die 283 verschiedene solcher Exlibris, darunter 78 deutsche,
aufzählt; 12 Abbildungen, darunter 7 deutsche^ sind
beigefügt; einige 20, die erst später bekannt wurden,
i8, Jahrhundert.
279
fehlen in dieser Liste, ebenso die seit Ersclieinen der-
selben, 1893, neu entstandenen vielen modernen. Die
meisten Exlibris mit Bibliothek-Innenansichten dürften
in den Sammlungen des Verfassers und des f Sir A.
W. Franks {diese nun im britischen Museum) sein.
a. Stecher von Exlibris mit Bibliothek- Ansichten.
Johann Ulrich Kraus, Augsburg, der die 4 Exlibris-
grösaen Dr. jur. Zacharias Konrad von Uffenbach,
Schöffe, Jungbilrger meist er, Bibliophile, Kunst- und
MUnzsammler, Frankfurt a. M., c- 1718, sauber ge-
stochen hat*); mit tiefer Saalperspektive und sehr
feiner Rosenumrahmung.
; Abgebildei: Warnecks? Kxlihrisl.u.
28o Allgemeines.
Einer der vielen Klauber ^ wahrscheinlich Ignaz Se-
bastian, Augsburg.
Bartholomäus Ignaz Weyss , München: Eines der 3
Exlibris Ferdinand Reichsedler von Hosson, kur-
bayrischer wirklicher Hofrat, Reichsherold, Sekretär
des St. Georgs-Ritter-Ordens, München (geadelt 1775),
c. 1 780 ; hier (S. 279) abgebildet ; die Stammbäume und
Ahnenproben deuten auf den Reichsherold hin, seine
Supraweste zeigt den pfälzischen Löwen, die Tisch-
decke die bayrischen Rauten, der Schild der Minerva
den Georgs-Ritter-Orden ; das Blatt ist weniger schön
als durch die angedeuteten Beziehungen interessant.
Hossons zweites Exlibris mit Bibliothek-Innerem
und einem Fernblick aufs Meer, ein Schiff und
eine Burg, ist erheblich feiner gestochen und
dürfte dem hier folgenden Stecher J. M. Soeckler
zuzuschreiben sein.
Johann Michael Soeckler, München, Schüler Jungwirths;
sein Exlibris Heinrich Braun, Kanonikus und kur-
bayrischer geistlicher Rat, Reformator des Schul-
wesens Bayerns, München, c. 1770, mit 2 Sälen,
Minerva, Eule, Putten, Wappen und der einfach-
zierlichen Rokokoumrahmung, hier (S. 281) abgebildet.
Josef Anton Zimtnertnann^ kurbayrischer Hofkupfer-
stecher, München.
Aloys Graf La Rosee^ Kammerherr, Staatsrat, Präsi-
dent etc., München, ein Amateur, der u. a. für seinen
Verwandten Graf Theodor Morawitzky, München,
1770, ein Exlibris stach: Die übliche Minerva
mit Wappen in einer Bibliothek.
Martin Tyroff^ Nürnberg, von dem die Exlibris mit
Innenansicht Wilhelm Alexander Baiaus, Landes-
i8. Jahrhundert. 2öl
advokat, mährischer Bibliophile, Brunn, c. 1750,
herrühren *).
Hermann Jakob Tyroff, Schiller seines Vaters Martin,
Nümbei^,
Eilibris Heinrich Braun. \'on J. M. Socckler
. P. Ftmck, Nürnberg: Exlibris Heinrich Hartlib,
Stadtpfarrer zu St. Sebald, Nürnberg, 1780; der
GeistHche vor Tisch und Kruzifix, Blick in seine
Bibhothek in Rokokoumrahmung.
*) Abgebildet: i
Tafel 136.
\Y«lfeabUitler ExUtiris-SiminlunE.
282
Allgem
Johann Baptist Homann, Johann Adam SchweUkart,
Georg Christof Walwert, diese drei: Nürnberg.
Georg Daniel Heumann, Nürnberg und Göttingen;
u. a. eines der 3 Exlibris Johann Michael von Loen,
preussischer Geheimrat, Schriftsteller, Frankfurt a.M.,
c. 1725; Durchblick durch Bibliotheksaai und Loggia
auf Park und G arten seh lüsschen.
Josef von Montakgrc, Frankfurt a. M., Nürnberg und
Zittau.
iS. Jahrhundert. 2S3
Johann Georg Fridrick, Regensburg; sein Exlibris Jo-
hann Christof Harrer, Dr. med., Physiku.s, Gamisoiis-
arzt, Regensburg, c. 1767, hier (S. 282) abgebildet, ist
wegen der Hinweise auf den Arzt interessant-
Christof Friedrich Hoermatin von Gutenberg, Kauf-
beuem, Augsburg und Ulm, der u. a. auch ein Ex-
Eulibris Johann Michad von Loen. Von Peter Pehr 11725).
libris für einen Verwandten, Sebastian Wolfgang
Ludwig Hoermann von Gutenberg, c, 1775, stach;
vor BUchergestellJustitia, die leges divinae studierend,
rechts Bücher mit jus civile und jus publicum, unten
Bücher mit leges naturales, criminales, Germaniae,
feudales; die Anfangsbuchstaben des Spruches oben
entsprechen denen des Namens, wobei W für V steht.
284 Allgemeines.
Johann Heinrich Wicker, Frankfurt a. M., von ihm
Exlibris Heinrich Wilhelm Lehnemann, Dr. jur.,
Frankfurt a. M., Zimmer mit Büchergestellen, durch
Inschriften bezeichnete Lieblingsbücher und Porträt-
sammlungen; c. 1730; sowie das eine Exlibris Jo-
hann Bernhard Nack, Kaufmann, Frankfurt a. M.,
nach 1759; Nack besass 2 andere von de St. Hilaire,
1759 unschön gestochen nach der Zeichnung von
Dr. Osterlaender, die augenscheinlich dem Nack —
begreiflicherweise — nicht mehr gefielen, weshalb er
das gleiche Motiv — Kaufmann vor Minerva, Mer-
kur, Meer, Hafenstadt — von Wicker neu und feiner
stechen liess. Sparsamkeitshalber sind diese Wicker-
schen, leichtkolorierten Stiche auf der Papierrück-
seite St. Hilairescher Stiche abgedruckt, ein gewiss
seltener Fall!
Peter Fehry Frankfurt a. M., stach zweierlei Exlibris
für Johann Michael von LoSn, preussischen Geheim-
rat, Regierungspräsident, Jurist, Bibliophile und
Schriftsteller, Grossoheim Goethes, Frankfurt a. M.,
deren eines, von 1725, S. 283 abgebildet; hier ist der
Inhalt der von Loenschen Bibliothek dargestellt : In
der Mitte die theologischen, juristischen, historischen
und philosophischen Werke, links ein Schrank mit
der Kupferstichsammlung (bibliotheca calcographica)
und rechts ein solcher mit einem Manuskripten-
archiv; die Thätigkeit der 3 Figuren ist durch die
Unterschriften colligendum. Sammeln, eligendum,
Auswahl, multiplicandum, Vermehrung der Biblio-
thek und des Wissens, erklärt. Das zweite Loen-
sche Exlibris ist seinem dritten von G. D. Heumann,
Nürnberg,(S.282)mitderSaal-undGartenansichtnach-
i8. Jahrhundert. 285
gebildet und besser als dieses ausgeführt. Diese
Durchsicht durch Saal und Loggia findet sich, nicht
signiert, ganz ähnlich noch einmal beim Exlibris
Dr. jur. Johann Daniel (von) Olenschlager, Advokat,
kursächsischer und kgl. polnischer Rat, kaiserlicher
wirklicher Rat, Schöffe von Frankfurt a. M. und
Publicist, Frankfurt a. M., c. 1730, dürfte aber bei
gleicher Manier und gleichem Motiv auch von Peter
Fehr sein.
Von >H. O. und H. A. Cocntgen<, Mainz, rührt das
Exlibris Johann Philipp Burggrave, Arzt, Frank-
furt a. M., erstes Drittel des 18. Jahrhunderts, her;
gewölbte Bibliothekhalle mit Bildern, Statuen und
Porträtmedaillons; in der Umrahmung haben die
vorgenannten P. Fehrschen Blätter starke Ver-
wandtschaft mit diesem Coentgenschen Stiche.
Johann Martin Bejitigeroth^ Leipzig, Exlibris E. L.
von Danckelmann, 1745; Wappen auf Postament
im Bibliotheksaal.
Johanna Dorothea Philippin ^ geb. Sysang, Leipzig.
Karl Gottfried N c stier , Inspektor des Kupferstich-
kabinetts, Dresden; ^liberalium artium cultor«, wie
er sich nannte.
Die Brüder Johann Friedrich und Johann David Sckleuen^
Berlin, arbeiteten gemeinsam und signierten meist
nur »Schienen« ; sie stachen das mit »Gleimii et ami-
corum« bezeichnete Innen-Exlibris des deutschen
Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim*), Erms-
leben, Berlin und Halberstadt, Ende i S.Jahrhunderts.
*) Abgebildci: v. Heinemann, Wolfenbüttler Exlibris-Sammlung,
Tafel 149.
286 Allgemeines.
Johann Ernst Gericke^ Berlin, stach das ziemhch grosse
Porträt- und Innenansichts-Exlibris Johann Karl Wil-
helm Moehsen, Leibarzt, Numismatiker, Berlin,
1757*); links deutet eine Anzahl in Flammen auf-
gehender Bücherreihen an, dass — nach dem an-
gegebenen Datum: i. September 1753 — die erste
Bibliothek verbrannte ; die Neueinrichtung der zweiten
schuf Moehsen nach der Jahreszahl über der Thüre :
1756; er besass von Gericke auch ein zweites Ex-
libris, von 1756, Rokokotafel mit Putten**).
Christian Benjamin Glassbach^ Magdeburg, von dem
das eine historische Exlibris Johann Georg Heinrich
Oelrichs, Rektor der Rats- und Friedrichsschule zu
Küstrin, dann Prorektor am Friedrichs werder Gym-
nasium zu Berlin, gestochen wurde, das oben die
Beschiessung Küstrins durch die Russen 1758 und
die Zerstörung der Bibliothek durch eine Bombe,
und unten die Wiederaufrichtung der Bibliothek in
Berlin 1759 zeigt; wahrscheinlich ist das eben ge-
nannte Exlibris Moehsens von J. E. Gericke in der
Idee für dieses Blatt Oelrichs vorbildlich gewesen***).
J. J. Mucllcr^ Hannover.
Ferner rühren noch Exlibris mit Bibliothekansichten
her von : G. Haupt (anonym), Johann Gottlob Bmch-
Jiolz (Exlibris Gottlob), Andreas Hocgcr (G. C. Oe,
mit dem studierenden Besitzer, Münzkästchen und
einem grossen Bilde Christi am Kreuz, 1741),
Strganozvsky ^ wohl ein Pole oder Böhme (Quirin
Josef Chylik) und von Ausländern:
*) Abgebildet: von Heinemann, Tafel 139.
♦*) Abgebildet : E. I.. Z. V. S. 52.
*♦*) Abgebildet: Warneckes Exlibris-Buch, Tafel XIX.
i8. Jahrhundert. 287
Gerard Scotin d. Ac, Paris: er stach das stattliche
Exlibris des Dr. med. Johann Heinrich Burckhard,
braunschweigschen Leibarzts, Parisund Braunschweig,
171 5; Halle mit Statue der Hygaea und vielen
Hinweisen auf seinen Peruf als Arzt und Sammler.
Ferdinand Wachsviuth^ Paris, der die 2 fast gleichen
(s. oben S. 86) Exlibris Johann Lorenz Blessig,
Professor, Theolog, Strassburg i. Eis., und Friedrich
Rudolf (von) Salzmann, Publizist, Jurist, Strassburg
i. Eis., c. 1775, stach. Letzterer war 1774 Er-
zieher des nachmaligen Ministers von Stein in Göt-
tingen und gab 1776-77 in Strassburg mit dem
ihm befreundeten Blessig eine Wochenschrift in
nationalelsässischem Sinn heraus. Die Freundschaft
der beiden erklärt die gemeinsame Benützung ein
und derselben Platte.
b, Nichtsignicrtc Exlibris mit Bibliothek- Ansichten:
Auch unter diesen Blättern befindet sich manches
fleissig gestochene bemerkenswertere Exlibris; sie alle
zu besprechen, führt zu weit; daher seien nur einige
interessantere hier erwähnt:
Die 2 Grössen Benediktinerstift Raigern (Rayhra-
densis) bei Brunn in Mähren*), mit dem studierenden
Mönche und den Chronostichen von 1784 u. 89 (vgl.
oben S. 62) ; die 3 Exlibris Karl Ferdinand Hom-
mel, Rechtsgelehrter, Leipzig, 1762 u. 67, mit Apollo-
statue und der (oben S. 46 angegebenen) drohen-
den Lex bibliothecae : ?Jntra 14 dies etc.«^; Konrad
Edler von Albrecht, kaiserlicher Rat und Resident am
*) Von der Originalplatte abgedruckt in E. L. Z. VI. S, 76/77.
288 Allgemeines.
portugiesischen Hofe, Wien, mit Minerva, Pegasus, Wap-
pen, Globus und 2 Putten, die die Helme und Zimiere
auf den Köpfen tragen; Josef Wratislaw (Edler von)
Monse, Dr. jur., Advokat, kaiserlicher Rat, Brunn und
Olmütz, mit Eule, Lampe, Waage, Schwert und Lorbeer,
mit Fuss- und Handschelle bezw. Ehrenkette — Strafe und
Belohnung — , Bienenkorb, Bienen mit Blumen; Waisen-
haus zu Halle a. S., mit tiefer Perspektive an 9 dop-
pelten und beiderseitigen Bücherfachem vorüber und
den preussischen Adlern; Leihbibliothek der fürstlichen
Waisenhausbuchhandlung zu Braunschweig, mit 6 emsig
beschäftigten Putten und einem Studierenden im Haus-
rock; Johann Anton Reichsgraf Schaffgotsch, wirklicher
Geheimrat, Oberamtsrichter in Schlesien, nach seinem
Tode 1742, mit W-appen, Todtenkopf und 4 allegorischen
Figuren der Justiz und des Studiums; Jesuiten-Exercitien-
haus, München, mit dem heiligen Aloysius von Gonzaga,
S. J. (= Societatis Jesu) mit Kruzifix als Symbol der
Selbstverleugnung, der Lilie, dem Symbol der Keusch-
heit, und der Madonna; Bibliothek der Schöffen zu
Leipzig mit der Justitia; J. H. Flick, Lehrer, Homburg
V. d. Höhe, mit einer ara scientiarium und Instrumenten,
Dilettantenarbeit; Charles Louis de Magis, fürstbischöf-
lich Lüttichscher Gesandter am deutschen Reichstag zu
Regensburg, wahrscheinlich von Johann Georg Fridrich,
Regensburg, Wappen, schildhaltende Löwen und Putte;
Bibliotheca Fregiana, Urne, Waarenballen, Merkurstab,
Blick auf Schiffe etc.
Besonders sauber gestochen sind ausser schon man-
chen genannten das Exlibris Martin Reinhardt, Pastor,
Augsburg, mit dem studierenden Besitzer, Fenster und
offener Thüre; Johann Erhard Schiffauer, apostolischer
i8. Jahrhundert 289
und kaiserlicher Notar zu Freising, 17771 wahrschein-
lieh von Johann Michael Soeckler, MUnchen, Buch auf
Tisch in Bibliothek; Endter, Nürnberg, Figur der auf-
zeichnenden Geschichte, u. s. w.
Alle hier vorgen. Exlibris mit Bibliothek-Innen-
ansichten gehören dem 18. Jahrhundert an.
IX. KAPITEL
EXLIBRIS VON KLÖSTERN UND GEIST-
UCHEN, 15.— 19. JAHRHUNDERT.
lueh in den vorigen Kapiteln schon man-
ijches Exlibris von KlSstem und Geistlichen
M besprochen und abgebildet, so sei doch hier
â– dieses Thema besonders behandelt, da diese
Art im allgemeinen Exlibris-Stoff, wie in jeder grösseren
Sammlung eine ausserordentlich interessante Abteilung
bildet, deren Schwerpunkt zwar vielleicht weniger nach
der künstlerischen, desto mehr aber nach der histori-
schen Seite zu liegt.
In früher Zeit schon, als es noch keine Universi-
täten und nur selten einmal einen Privatgelehrten gab,
ging die hauptsächlichste geistige Bildung von den
Klöstern aus, und zwar auf Grund der in ihnen ange-
häuften Manuskripte und Bücherschätze; seltene wert-
volle, mit der Hand geschriebene und miniaturen-
geschmückte Codices hütete jedes Kloster mit Soi^alt
und Eifersucht; gegen Diebstahl sicherten ausser festen
Mauern und Thüren merkwürdige Vorläufer unserer
auch der Sicherung dienenden Exlibris, nämlich starke,
angeschmiedete eiserne Ketten, die Buch und Lesepult
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen^ 15.— 19. Jahrh. 29 1
oder Bücherschrank verbanden. Ungern lieh man solche
Cimelien aus; sie mussten an Ort und Stelle benützt
werden; eine Ausnahme machte man höchstens, wenn
ein schriftkundiger Mönch ein seltenes Werk eines aus-
wärtigen Klosters für sein Heimatkloster in oft monate-
und jahrelanger Mühe sorgfältig abschrieb — die einzige
Manier, in der vor Erfindung der Buchdruckkunst Bücher
vervielfältigt, und so manche litterarische Schätze auf
unsere Tage gerettet wurden. Damals schrieb man mit
der Feder den Namen des besitzenden Klosters auf den
inneren Deckel oder aufs Vorsatzblatt, auch malte man
das Kloster- oder Abtswappen zierlich-fein oder mit
kräftigen Konturen ein. Da nun bis zu Gutenbergs Er-
findung alle Bücher mit der Hand geschrieben wur-
den, war die Zahl derselben in einer Klosterbibliothek
eine beschränkte und nicht allzugrosse; nach jener alles
umwälzenden Neuerung aber Hessen sich diese Bücher-
sammlungen erweitem und die Zahl der nun gedruckten
Folianten oder kleineren Bände leicht vermehren.
Wir sahen oben, dass bald nach Auftreten des
ersten Buchdrucks auch das gedruckte Bibliothekzeichen
auftaucht, und unter den drei ältesten bekannten (siehe
oben S. IOC if.) sind zwei davon, die Exlibris Hilde-
brand Brandenburgs Mönch der Karthause Buxheim bei
Memmingen, Bayern, und Hans Igler genannt Knabens-
bergy Kaplan aus Bayern, beide von c. 1470, die von zwei
gelehrten Geistlichen bezw. Klosterbrüdern. In Kloster-
bibliotheken fanden die gedruckten, in Holz geschnitte-
nen oder in Kupfer gestochenen Exlibris erst später, im
16. Jahrhundert, Eingang, um dann aber in diesen häufig
zu erscheinen und sich hier bis in unsere Tage zu erhalten.
292 Allgemeines.
A. EXLIBRIS-VERFERTIGER.
Bevor auf die hier einschlägigen Blätter näher ein-
gegangen wird, seien deren Vetfertiger^ soweit sie sig-
niert haben, genannt:
a, Kloster-Exlibris:
Deutschland: Augsburg', Lukas Kilian: Kloster Chiem-
see, 1637.
Wolfgang Kilian: Chiemsee, 1654.
Johann Ulrich Frank: Chiemsee, 16..
Georg Andreas Wolfgang : Kremsmtinster, 17..
Andreas Ehmann, Augsburg, Heilig Kreuz, 16 . .
Josef Sebastian und Johann Baptist Klauber: Münster-
Schwarzach, 1746.
Josef Erasmus Belling: Mönchsroth, Wessobrunn,
Ettal, 17..
Georg Konr^d Bodenehr: Wiblingen, 17..
Johann Heinrich Störcklin: Mönchsroth, Roggenburg,
Au, 17 ..
Leonhard Michael Steinberger: Kolleg Augsburg, 17..
Matthias Sigmund Salmus Müller: Andechs, 17..
Jakob Andreas Fridrich: Regensburg, Dominikaner, 17..
München: Christof J. Stenglin: Tegernsee, Baumburg, 17. .
Josef Moerl : Weihenstephan, 17..
Franz Xaver Jungwirth : Fölling, 17..
Johann Nepomuck Maag: Fölling, 17 . .
Feter Herwegen: Schäftlam, St. Bonifaz-München,
186., 1872.
Freising: M. U. Hittinger: Weihenstephan, 16..
^egensburg: Bernhard Gottlieb Fridrich: St.Emmeram, 17..,
Mayr: Mallersdorf, 17 . .
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 293
St. Nikolaus bei Passau: Franz Buchholzer: St. Niko-
laus, 17 . .
Würzburg: Johann Baptist oder Balthasar Gutwein, Uni-
versitätskupferstecher: Oberzeil, 1764.
Wiesbaden: Walter Schulte vom Brühl: Offenburg, 1896.
Neuwied: E. G.: Sayn, c. 1775.
Berlin: Georg Otto: Kremsmünster, 1893.
Karl Leonhard Becker, nun Bonn : Nonnenwerth, 1 896.
UnbekannterWoknort: Matthias Küsel : Wettenhausen, 1 658.
H. Franck: Wengen, 1682.
Alexander Maur: Au, 17 . .
A. Schoen: Diessen, 1755.
F. Grassanter: Mönchsroth, 17..
Oesterreick: Wien: Friedrich Schaur: Seitenstetten, 17..
Josef A. Schmuzer: Herzogenburg, c. 1730.
Hugo Gerard Stroehl: Geras, 1895.
Olmütz: Anton Josef Schindler: Olmütz, 17 . .
Prag: Johann Christof Schmischeck: Seeon, 17 . .
Anton Birckhardt: Neudorf, 17..
Johann Berka: Mariabrunn bei Saar, 17 . .
Anton Wierix (u. a. in Antwerpen) : Nikolsburg, c. 1585.
A. Brost : St. Paul im Lavantthal, 17..
F. Meyer: Seitenstetten, 17 . .
b. Exlibris geistlicher Personen :
Deutschland: Nürnberg: Albrecht Dürer: Dr. H. Poemer,
Nürnberg, 1525.
Resch oder Roesch, Formschneider: Dr. H. Poemer,
1525.
Dürers Schule : Stephan Rosinus, Passau, 15..
Johann David Tyroff : Erhard Christof Bezzel, Poppen-
reuth bei Nürnberg, c. 1720.
294 Allgemeines.
Augsburg: Dominik Custos: Johann Georg von Werdea-
stein: Eichstätt, 1592.
Wolfgang Kilian: Sebastian Myller, Sufifragan von
Augsburg, 1635.
Johann Striedbeck : Johann Baptist Renz, Augsburg, 1 697.
München : ]o\idinn Sadeler: Ferdinand von und zu Hagenau,
München, 1646.
Franz Ertinger (München?): Wilhelm Oswald, Mün-
chen, 1688.
Josef Moerl: Gelasius Hieber, Augsburg, 17. •
August Hess: J. J. I. von Doellinger, München, 18..
Peter Halm: Friedrich Schneider, Mainz, 1891 — ^.92.
Hans Beat Wieland: Emil Veesenmayer, Wiesbaden,
1899.
Schieisskeim \ Otto Hupp: Friedrich Schneider, Mainz,
1891 — 92.
Berchtesgaden: Bernhard Wenig: P. Hugo Schmid, Krems-
münster, 1899.
Würzburg: Johann A. Salver: Johann Philipp von Greif-
fenclau, Würzburg, c. 1700.
Karl Behrens: Johann Hartmann (Dalherda), Würzburg,
1896, u. Dr. Jakob von Kuehles, Würzburg, 1896.
Konstanz (?): T. H. V. B.: Jakob Eliner, Suffragan von
Konstanz u. Dr. Bartholomaeus Maetzler, Konstanz,
c. 1570.
Mainz: Jakob Holdenrieder: Franz Anton Xaver von
Scheben, Mainz, 17 . .
Klemens Kissel: Dr. Johann Michael Raich, Mainz,
1893, und Dr. Franz Falk, Kleinwinternheim, 1892.
Köln: B. H, de Brockes, kurfürstlicher Rat: Klemens
August Herzog von Bayern, Erzbischof und Kurfürst
von Köln, 1760.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 295
IVarburg: Anton Eisenhoit: Theodor von Fürstenberg,
Fürstbischof, Paderborn, 1603.
Breslau (?): Jakob Landnitz: Karl Franz Neander von
Petersheidau, Suffragan von Breslau, 16..
Görlitz: Georg Starke: Propst Adolf Treblin, Breslau,
1894, u. Karl Ernst: Wilhelm Sauber sr., Guten-
germendorf, 1895.
Strassburg /'. Eis,: Lithograph E. Simon: Bischof An-
dreas Raess, Strassburg, 188 .
Hantburg: H. Rickers: John Nicolassen, Hamburg, 1899.
Bertkeimingen (Deutschlothringen): Arthur Benoit: Dr.
Hermann Kuhn, Brudersdorf, 1 88 .
Unbekannter Wohnort: L. Eberle, Studiosus (Ingolstadt?):
Johann Oswald von Zimmern, Dr., Professor, Ingol-
stadt, 1600, Porträt-Exlibris.
P. H. HüiFner: Erhard Christof Bezzel, Poppenreuth,
c. 1720.
Oesterreich: Wien: Moritz Lang: Georg Szelepcheny,
Erzbischof von Gran, c. 1670, Porträt-Exlibris.
Andreas Nicolai: Franz Paul von Smitmer, Erzbischof
von Wien, c. 1772.
Franz Leopold Schmitmer: Johann Michael Franz von
Velhorn, Dekan, Wien, 17.., 18..
Christof Dietell, Graz: Dr. Johann Baptist Kursky,
Archidiakon, Voran und Graz, 17 . .
J. A. Prechler: Christof Reinbaldt von Royach, Bene-
diktiner, Garsten, 17..
B. KLOSTER-EXLIBRIS.
Sind, wie es am zweckmässigsten ist, die Kloster-
Exlibris von ihren ältesten Beispielen bis zur Neuzeit
•296 Allgemeines.
in einer Abteilung vereinigt, so übersieht man eine ganz
eigene Welt im Kleinen, die das Material für ein eigenes
Buch, nur über dieses Thema allein, liefern würde. Man
ersieht aus den vielen Kloster-Exlibris und aus der Zahl
der verschiedenen Exlibris eines und desselben Klosters
eine Menge kulturhistorisch interessanter Dinge, so u. a.
die grosse Menge der Klöster selbst, besonders in Süd-
deutschland, namentlich in Bayern, dann die Zahl und
Art der einzelnen Mönchsorden, die Bedeutung und
Macht einzelner Klöster, ihren Kunstsinn u. s. w.; kurz,
Gelegenheit zu vielseitigem Studium bieten die in ihrer
Art fast einzig dastehenden deutschen und österreichi-
schen (und deutsch-schweizerischen) Exlibris in Hülle
und Fülle.
Auffallend ist, dass von der ältesten bis zur jüngsten
Zeit der Hauptgegenstand der Darstellung auf Kloster-
Exlibris fast ausschliesslich Wappen sind, teils das des
Klosters oder Abtes allein, teils beide nebeneinander in
2 Schilden oder in einem einzigen Schilde vereinigt; die
Art der Wappenumrahmung wechselt nach Periode imd
Stil. Fast immer stehen die Schilde unter einem oder
zwei gekreuzten Krummstäben, Der Krummstab (das
Pedum) ist eigentlich der Bischofsstab und bei Aebten
und Aebtissinnen nur ein Ehrenzeichen : er ist das Zeichen
der Hirtenpfiicht (Hirtenstab), aber auch der bischöflichen
Gewalt. Oft sieht man am Stabe ein Tüchelchen, das
Sudarium, auch Velum (ursprünglich ein Abtrocknungs-
tuch), das Erkennungszeichen des Abbatialstabs. Ferner
sieht man fast immer über dem Schilde die Abtsmützey
Mitra oder Inful\ die Mitra ist ebenfalls eigentlich die
bischöfliche Auszeichnung; doch konnte der Papst auch
Aebte und Pröpste »infulieren«, d. h. ihnen das Tragen
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. -19. Jahrh. 297
der Bischofsmütze gestatten, daher »infulierte Aebte«.
Die Mitren der Aebte sind meist einfacher in der Stickerei;
die zwei Spitzen der Mitra gelten als Symbole für das alte
und neue Testament. Die Mitren sind in der Verzienmg
ihrer Vorderseiten sehr mannigfaltig und enthalten ent-
weder aufgestickte einfache Kreuze aus Seide, Tuch,
Perlen, Edelsteinen oder Arabesken, Blatt- und Ranken-
werk oder Figuren der Madonna mit dem Jesuskind, von
Engeln, Heiligen, Märtyrern, z. B. beim Exlibris des
Benediktinerstifts St. Veit, bei dem der heilige Vitus
in seinem Blei- und Pechkessel auf der Mitra dar-
gestellt ist.
Bei denjenigen Klöstern, wie z. B. Buchau, Würt-
temberg, St. Blasien, Baden, und Salem, Baden, die den
»Blutbann«, d. h. das Recht über Leben und Tod der
Kloster-Unterthanen hatten, kreuzt sich auch ein Schwert
mit dem Krummstab; auch Stab- und Vortragskreuze
sieht man hinter den Schilden; das einarmige ist eigent-
lich das erzbischöfliche, das honoris causa zufolge päpst-
lichen Indults auch manchem Bischof vorgetragen wird ;
das mit zwei parallelen Querbalken und Kleeblattenden
ist das Kardinal- oder Patriarchenkreuz, das mit drei
das Papstkreuz (vgl. z. B. 2 Wessobrunner Exlibris mit
St, Peter). Die Symbolik ist, dass diese geistlichen
Würdenträger Stellvertreter Christi sind und daher auch
das »Kreuz« ihres Amtes zu tragen haben nach den
Worten der heiligen Schrift: »ToUat crucem suam«.
Dieser Grund ist der gleiche, warum wir das einarmige
Kreuz auch bei Exlibris und Wappen von Aebten und
Klöstern sehen.
Bei gefürsteten Reichsabteien, z. B. Buchau und St.
Blasien, versäumte man nicht, diese hohe Würde durch
298 Allgemeines.
eine fürstliche Krone über dem Schilde anzudeuten;
ein Palmzweig weist auf einen Märtyrer hin.
Im 18. Jahrhundert wird die Beigabe v^n Engeln
beliebt, sowohl zum Zweck des Schildhaltens als auch
namentlich in Gestalt von geflügelten Engelsköpfcheii
mit Abtsmütze auf dem Haupte und über dem einzelnen
Klosterschilde oder in der Mitte über diesem und dem
Abtsschilde an Stelle einer Krone oder eines Helmes;
sie deuten auf den Himmel und die religiöse Thätigkeit
des Klosters hin , und sind oft ungemein fein und ge-
fällig gestochen.
Ferner finden sich die verschiedensten Darstellungen
der Madonna mit Jesus, der Schutzheiligen und Patrone,
denen das Kloster geweiht ist und nach denen es heisst,
Todtengerippe (Vergänglichkeit des Irdischen), St. Michael
als Drachentödter (Ueberwindung des Bösen), Idealfiguren
wie JZeit und Ewigkeit ; selbt die beliebte Göttin Minerva
fehlt auf einem Kloster-Exlibris (Weihenstephan) nicht;
auch St. Peter als erster Apostel Jesu, mit der Papst-
tiara (Wessobrunn, dem heiligen Petrus geweiht); ebenso
seine 2 Schlüssel, der eine golden, der andere silbern,
die auch Himraelsschlüssel genannt werden, die »öffnen
und schliessen, binden und lösen c können und sich auch
auf die kirchliche Weihgewalt wie die kirchliche Re-
gierungsgewalt beziehen.
Ferner Namenszüge und Buchstabemjereinigungen
der Worte Jesus und Maria, dann das bekannte Zeichen
der Jesuiten: >J. H. S.« mit dem Kreuz über dem H
und den drei Nägeln Christi darunter. »J. H. S.« sind
die 3 ersten — griechischen — Buchstaben des Namens
Jesu; sie fanden im Laufe der Zeit verschiedene Deu-
tungen, wie Jesus Hominum Salvator, Jesus Hortator Sanc-
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 299
torum. In Hoc Salus, In Hoc Signo (vinces), Jesum Ha-
bemus Socium, Jesus Hyos Soter (griechisch), Jesus
Heiland Seligmacher u. s. w.
Kommt S. P. vor, so weist es, wie z. B. beim St,
Peterskloster Salzburg, auf den heiligen Petrus hin;
O. S. B. bedeutet Ordinis Sancti Benedicti — Vom Orden
des heiligen Benedikt, Benediktiner; P. = Praepositus,
Propst, auch Pater; A. = Abbas, Abt; B. V. M. = Beatae
Virg^nis Mariae, der seligen Jungfrau Maria; D. G. =
Del Gratia, Durch Gottes Gnade; S. R. I. = Sacri Ro-
mani Imperii, des heiligen römischen Reichs, steht bei
Reichsabteien etc.; I. O. G. D. = In Omnem Gloriam
Dei , zu allem Ruhme Gottes ; F. F. = fratrum , der
Brüder; P. P. = Patrum = der Väter, Patres, hier der
Mönche; i. p. i. = in partibus infidelium, in den Ge-
bieten der Ungläubigen u. s. w.
Manche Klöster hatten nicht nur i Exlibris, sondern
Hessen andere anfertigen, wenn ein neuer Abt zur Re-
gierung kam oder dieser besondere Neuanschaffungen
an Büchern machte. Dann setzte man an Stelle des
alten Abtswappens das neue oder wählte eine neue An-
ordnung. Die meisten Exlibris dürfte das Schweizer
Kloster St. Urban haben, nämlich mindestens 30 ver-
schiedene ; aber auch bayrische Klöster weisen grössere
Serien auf, z. B. Chiemsee 13, Polling 9, Baumburg 8,
Augsburg Heiligkreuz 8, Andechs 7, Mönchsroth 6,
Thierhaupten 5 u. s. w.
Dass andrerseits nicht jedes, z. B. ein armes Kloster
eine Büchersammlung oder gar ein Bibliothekzeichen
hatte, ist einleuchtend; diejenigen zahlreichen Klöster
aber, von denen Exlibris vom 15. Jahrhundert bis zur
Jetztzeit nachgewiesen sind, seien hier, nach Orden ein-
300
Allgemein
geteilt, nebst Alter und Wappen*) der letzteren an-
g^eben; in nachstehender Liste dürften kaum oder nur
äusserst wenige fehlen.
Exlibris des Klosters Mallersdorf Oes ochen von Ma> (IT )
*) Quelle: H. G. Stroh], Einiges übet die Wappen der griillicheii
OrdcD. — ZuBiimceastelluDgeD der bis jetzt bekannten Kloster-Exlibrii
and von A. v. Eisenhart und dem Verfasser dieses Baches in dec
E. L. Z. 1S94— 1900 gegeben: In IV. S. 11, 4S, gz; V. S. 9S1 VL
S. 33. «. 9S, 109; VU, S. 7, 78; IX, S. 103.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 30* .
a. Benediktiner-Orden:
Vom heiligen Benedikt 529 auf dem Mons Cassinus,
Monte Cassino, bei Neapel gegründet; kam im
8. Jahrhundert nach Deutschland; ein der Wissen-
Exllbrij de) Kloiler» Wejsobrunii Von] E B*lling (17..).
Schaft besonders ergebener Orden, von dem es zur
Zeit des Konstanzer Konzils (Anfang des 15. Jahr-
hunderts) 15000 Abteien gab.
Wappen (die Farbenangaben sind, als hier un-
wichtig, absichtlich weggelassen): Patriarchen kreuz
302 Allgemeines.
auf Dreiberg (das Kreuz . auf dem Monte Cassino),
darüber der Friedensgruss Christi: »Pax!*
Deutschland: In Bayern: Altomünster, Andechs, Attl,
Benediktbeuem, Blankstetten, Ettal, Hugshofen, Irrsee,
Mallersdorf — siehe Abbildung S, 300 — , Metten,
München (St. Bonifaz), Nieder- (abgebildet S. 40)
und Oberaltaich, Regensburg (St. Emmeram), Rott
a. Inn, Schäftlarn, Scheyern, Seeon, Tegemsee, Thier-
haupten, Weihenstephan, Weltenburg a. D., Wesso-
brunn (aus dem das berühmte Wessobrunner Gebet
aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, nun in
München, stammt) — siehe Abbildung S. 301 ; St. Peter
mit Papsttiara und Kreuzstab samt den Himmels-
schlüsseln.
In Schwaben: Augsburg (St. Ulrich und Afra), Donau-
wörth (Werden, Heiligkreuz), Elchingen, Neresheim,
Ochsenhausen, Weingarten, Wiblingen.
In Franken; Amorbach, Banz, Münster-Schwarzach,
Neustadt a. Main, Würzburg, (St, Stephan und
Schottenkloster).
Sonst: St. Blasien im Schwarzwald, Abt Martin Ger-
bert von Hornau; siehe Abbildung S. 303; S. Q. R.
I. P. bedeutet Simulueq Romani Imperii Princeps =
Und auch des römischen Reiches Fürst ; Kloster und
Abtswappen ; St. Peter im Schwarzwald ; Ebersheim-
münster im Elsass, Fritzlar, Fulda und Seligenstadt
in Hessen, Mainz am Rhein (St. Jakob).
Gestenreich: Admont, Garsten, Krerasmünster, Lam-
bach. Melk, Maria Zell, Raigern, Salzburg (St. Peter),
St. Lambrecht, St. Paul im Lavantthal, St. Veit,
Seitenstetten, Wien (Schottenkloster).
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— ig. Jahrh. 303
h. Catnaldulenser-Orden:
Abzweigung der Benediktiner, gestiftet vom heiligen
Romuald aus Ravenna zu Camaldoli in Toskana,
â– l- 1027.
Wappen: Kreuz aus Krone auf Dreiberg.
Oesterreich : Josefsberg, auf dem Kahlenberg bei Wien.
Exlibris des Klosters St. Bluiiüi {IT
c. Cislersienser-Orden:
Gestiftet von Robert Abt zu Molesme 1098 in einer
Einöde Namens Cisteaux (Cisterzium) bei Dtjon; der
heilige Bernhard erwarb sich grosse Verdienste um
304 Allgemeines.
den Orden, der allein 72 Klöster gründete; im
ganzen gab es 2000 Abteien der Cisterzienser.
Wappen: (Lilienschild von Frankreich, belegt mit
Herzschild Altburgunds, sechsfach schrägrechts ge-
streift, bordiert). Meist nur der geschachte Rechts-
balken der Cisterzienser.
Deutschland: Aldersbach und Raitenhaslach in Bayern,
Waldsassen in der Oberpfalz, Bildhausen in Franken,
Salem in Baden, Lützel imElsass, Eberbach im Rhein-
gau — siehe Abbildung S. 305 ; in einem Schilde die
Wappen der Cisterzienser, des Klosters und des
Abts; Altenberg im Herzogtum Berg, Lockum in
Hannover, Heinrichau und Leubus in Schlesien.
Oesterreich: Hohenfurt, Heiligkreuz im Wienerwald,
Neuberg, Plass, Mariabrunn bei Saar, Reun, Säusen-
stein (Gottesthal).
d. Praemonstratenser-Orden (auch Norbertiner).
Gestiftet 1121 vom heiligen Norbert, Chorherm aus
Xanten, auf einer ihm vom Himmel vorbezeichneten
Wiese, Kloster Pr^montrd — pratum monstratum
— in der Nähe von Coucy, Frankreich; einst 1500
Abteien.
Wappen : 2 gekreuzte Abtsstäbe — auch Kreuze
— in lilienbestreutem Feld.
Deutschland: In Bayern: Neustift (Neuzell), Oster-
hofen a. d. D., St. Salvator bei Passau, Schäftlam,
Steingaden; in Schwaben: Kirchbirlingen, Roggenburg,
Roth (Mönchsroth) — siehe Abbildung S. 306; Greif
und Fisch bilden das Klosterwappen, während der
Abt, Hermann Vogler, nach einem zweiten Exlibris
einen Falkonier mit Falken auf der Hand (reden-
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— iq. Jahrh. 305
Exlibris D. Michael Schnock von Kiedcrich. Abt von Ebeibacb (17.
306 Allgemeines.
des Wappen) im Schilde führt, welchen Vogel der
Stecher in ganz unheraldischer, aber damals zeit-
entsprechender Weise an einem Bande ins erste
Feld fliegen lässt, um so 4 Schildfelder herauszu-
bekommen; Ursperg — vgl. Abbildung S. 307, Kloster-
(Urs = ursus = Bär, auf Berg = Ursperg) und Abts-
schild — ; Weissenau — Abbildung oben S. 155 — ;
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 307
in Franken : Oberzeil a. Main — vgl. Abbildung
S. 308, mit originellen Sprüchen, die sich auf das
Bucherausleihen beziehen, Kloster-, Abts- und Ordens-
schild — ; Sayn — vgl. Abbildung S. 309; die Säge
Ursperg (17 • •).
bezieht sich auf den heiligen Simon, von dem die
Sayner Kirche eine Reliquie, einen Arm, besitzt;
Steinfeld im Rheinland.
Oesterreich : Geras, Klosterbruck (Luca), Schloegl
— vgl. Abbildung S. 310; die Schlägel im 3. Felde
sind redende Wappenbilder,
308
Allgemeines.
rf. Regulierte Chorherren vom heiligen Augustin.
Sie führen meist ihren Ursprung auf den heiligeo
Augustin, \ 430, zurück; von Papst Alexander IL
Ende des 11. Jahrhunderts nach Rom, Archibasilika
Lateranensis, berufen, bezw. von Papst Benedikt XU.
1359 mit Vorschriften versehen.
Wappen: Das am Giebel der Laterankirche zu
Rom befindliche Mosaikbild, das Haupt des Erlösers
in einer Raute auf quergestreiftem Schilde.
Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15, — 19. Jahrh. 3^9
Deutschland : In Bayern : Au (München), Augsburg (St.
Georg), Baumburg, Diessen — s. Abbildung S. 311;
Kloster- (Schildbilder umgekehrt wie im Schild des
nahen Klosters Andechs) und Abtsschild ; Dietramszell,
Herren-Chiemsee, Högelwörth — s. Abbildung S. 312;
Kloster- und Abtsschild, J. B. P. H. = Johannes
Baptista Praepositus H oegel werden sis ; Fölling —
310
s. AbbildungS. 313; eine der bedeutendsten Klosterbib-
liotheken, umfasste So 000 Bände, selbst spaniscbei
Exlibris des Klosters Schlögl (I69S).
und porti^iesischer Litteratur, Kloster- (sieb aui
eine Sage beziehend) und Abtsschild ; Rebdorf, Rohr,
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, '5-— 19. .lahrh. 3 1 1
Rothenbuch (Raitenbuch), St. Nikolaus bei Passau,
Stadtamhof, Weyarn.
In Schwaben: Augsburg (Heiligkreuz und St. Georg),
Wengenbei Ulm — s. AbbildungS. 3 1 4, mit dem Spruch
des heihgen Augustin: »Tolle, lege* = Nimm und
lies!, und den Wappen: i. Abt Nikolaus I. Bucher
(Buch, redend), 2. Grafen von Werdenberg, 3. Grafen
Adßibliatliecain CanoniaReeularumDiefleii.
Exlibris des Klosters Diessen. Von
von Helfenstein; Wettenhausen; ferner: Breslau,
Schlesien, und Offenburg in Baden, Chorfrauen.
Oesterreich: Gars, Graz, Herzogenburg, Neustift bei
Brixen, Olmütz (Stift Allerheiligen), St. Andrä a. d.
Traisen, St. Florian, Pöllau, Vorau, Wien (St. Se-
bastian und Rochus, sowie Abtei St, Anton).
/. Trinitarier, den regulierten Chorherren zuzuzählen,
jedoch eigener Orden; beschuhte Trinitarier.
Gestiftet 11 98 von französischen Einsiedlern Johann
von Matha und Felix von Valois; Orden zur Los-
kaufung und Befreiung christlicher Gefangener aus
der Sklaverei der Ungläubigen. Eine Abzweigung,
ärbarfüsser, erfolgte 1594 durch eine Reform
HÖEclwörtli (L725).
des Johanu Baptist de la Conception unter den
spanischen Trinitariern.
Wappen: Kein besonderes (Kreuz).
Oesterreich: Pressburg und Wien.
g. Dominikaner, fratres praedicatores, Predigermönche.
Gestiftet vom Spanier Dominicus (Domingo) de Guz-
man 12 15 zu Toulouse; die Dominikaner waren
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — tg.Jahrh. 3'3
Exlibris des Klosters Polling. Von F. X. Jungwirlh (17«|.
4 Allgemeines.
überall als treue und bissige »Hunde des Herrent
— domini canes — gefürchtet und respektiert; zur
Zeit der Inquisition spielten sie eine blutige Rolle.
WengEn (1785).
Wappen : Schwarze Cappa (Mantel, Ordenstracht)
in weissem Feld (häufig nur wie eine weisse Spitze
in schwarzem Feld), belegt mit Stern ; unten ein
Hund, mit brennender Fackel im Maul auf einem
Buch ; Hund und Fackel beziehen sich auf eine
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 3 I 5
Vision der Mutter des heiligen Dominik, der träumte,
dass sie einem HUndlein (domini canis) das Leben
schenken werde, das eine brennende Fackel im
Maul trage, womit es die Welt erleuchten werde.
Deutachland: In Bayern: Eichstätt, Mediingen, Regensburg
— vgl. nachstehende Abbildung, Dominikanerwappen
Regensburg. Von J. i
Fridrich (IT..).
unter Papsttiara , Kardinalshut , Erzbischofsmütze,
Papstkreuz und Kreuzstab — ; in Schwaben: Augs-
burg, Kirchheim a. d. Mindel ; in Franken : Würzburg ;
in Württemberg: Wimpfen; in Schlesien: Breslau.
Oesterreich: Bozen und Neudorf (Neovilla),
3 1 6 Allgemeines.
//. Franziskaner y auch Minoriten.
Gestiftet 1240 von Giovanni Bernardone, dem heiligen
Franz von Assissi (wegen seiner Gewandtheit in der
französischen Sprache: Franzesco, daraus Franziscus).
Wappen: Aus Wolken ein nackter Arm (Christi)
mit dem bekleideten Arm (des heiligen Franziscus)
sich kreuzend, dazwischen strahlendes Kreuz.
Deutschland : In Bayern : Ingolstadt, Landshut, München,
Regensburg, Würzburg; in Franken: Brückenau
(heiliger Berg Sinai), Hammelburg ; in Baden : Rastatt ;
in Hessen: Fulda, Frauenberg; im Rheinland:
Nonnenwerth; in Schlesien: Breslau, Goldberg; im
Elsass: St. Ottilien (Frauenkloster).
Oesterreich: Bozen.
/. Kaptiziner:
Abzweigung der Franziskaner (gegründet vom heiligen
Franz von Assissi), gestiftet 1525 von Matthaeus
B aschin in Urbino; die Kapuziner bilden das Prole-
tariat unter den Mönchen.
Wappen: Wie das der Franziskaner.
Deutschland: Breslau.
Oesterreich : Innsbruck.
k. Minimen (die Geringsten, Mindesten) oder Paulaner.
Gestiftet 1435 vom heiligen Franz de Paula, einem
kalabresischen Franziskaner.
Wappen: Des Stifters Hauptwort »Charitas«, das
ihm Engel vom Himmel gebracht haben sollen, in
Strahlenkranz.
Deutschland: München.
Oesterreich-Ungarn : Pest.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 3 17
/. Karmeliten (Discalceati = Unbeschuhte; doch gab es
auch beschuhte).
Gestiftet 11 56 vom Kreuzfahrer Berthold Graf von
Limoges in der Höhle des Propheten Elias auf dem
Berg Karmel in Palästina.
Wappen: Kreuz aus Spitze, beseitet von 3 Sternen.
Deutschland: Augsburg, Metz, München, Regensburg,
Würzburg in Bayern; Wohlau in Schlesien.
m, Augustiner (= Eremiten).
Geschaffen von Papst Innocenz IV. 1244 durch Ver-
einigung mehrerer in Italien bestehender Einsiedler-
genossenschaften nach der Regel des heiligen Au-
gustin. Aus der sächsischen Kongregation dieser
Augustiner stammt bekanntlich Dr. Martin Luther.
Wappen: Attribute des heiligen Augustin, wie
Buch mit »T. L.« — Tolle, lege (Nimm und lies!),
Herz, Hirtenstab, Pfeil, Gürtel.
Deutschland: In Bayern: Aufkirchen und München.
Oesterreich: Korneuburg und MüUn in Salzburg.
n. HieronymitcHy Eremitenkongregation.
Einsiedler unter dem Schutze des heiligen Hieronymus ;
gestiftet c. 1370 vom portugiesischen Franziskaner
Vasco und dem Spanier Pater Ferdinand Pacha in
der Nähe von Toledo.
Wappen: Keines.
Deutschland: München.
0. Karthäuser,
Strengster Einsiedlerorden, gestiftet vom heiligen Bruno,
Kanonikus zu Köln, 1084, in einer Einöde des
3 1 8 . Allgemeines.
Departements Is^re, die berühmte Chartreuse (Kar-
thause) bei Grenoble.
Wappen: Unter 7 Sternen Weltkugel mit Kreuz
(auch Reichsapfel).
Deutschland: Buxheim in Schwaben, woher die
ältesten deutschen Exlibris stammen.
p. Servilen.
Servi Mariae Virginis, Knechte der Jungfrau Maria;
gestiftet 1233 von 7 reichen Kaufleuten von Florenz
auf dem Monte Senatorio.
Wappen: S M = Sancta Maria, unter Krone,
aus der 7 Lilien (bezugnehmend auf die 7 Stifter)
hervorkommen.
O esterreich : Volders in Tirol, und Wien in der
Rossau.
q. Barmherzige Brüder^ auch Hospitaliter.
Dieser barmherzige Krankenpfleger-Orden wurde vom
heiligen Juan de Dio (Johannes von Gott) 1540 zu
Granada, Spanien, gestiftet.
Wappen : Granatapfel mit Kreuz (nach der Legende,
die Stimme Gottes habe gesprochen: Granada wird
dein Kreuz sein) ; ersterer ist das Sinnbild für barm-
herzige Liebe, und bezieht sich zugleich auf den
Stiftungsort Granada.
Oesterreich: Wien.
r. Piaristen.
Patres scholarum piarum, Väter der frommen Schulen.
Gestiftet 1 597 zu Rom vom heiligen Josef von Cala-
sanza, einem grossen Verehrer Marias.
Wappen: Namenszug Marias unter Krone und
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 3^9
Kreuz; unten 2 Monogramme, eine Kürzung der
griechischen Worte: »Mutter Gottes«.
Oesterreich: Nikolsburg und Krakau.
s. Theatiner^ auch Cajetaner.
Gestiftet von Johann Peter von Caraffa, Bischof von
Theate, und Cajetan von Thilene (Venedig), 1524.
Wappen: Kreuz auf Dreiberg.
Deutschland: München.
Oesterreich: Salzburg.
/. Jesuiten^ Gesellschaft Jesu.
Gegründet von Don Inigo Lopez de Recalde aus dem
Hause Loyola, Spanien, 1538, bestätigt 1540.
Wappen: In Strahlenkranz Namenszug Christi,
J. H. S., mit Kreuz und den 3 Nägeln aus dem
Leiden desselben ; Erklärung der Buchstaben J. H. S.
vorstehend S. 298, 299.
Deutschland: Ingolstadt, München in Bayern,
Würzburg in Franken, Mannheim in Baden, Mainz
in Hessen — vgl. Abbildung S. 320; Donatoren-Exlibris
zur Bücherschenkung des Mainzer Erzbischofs Daniel
Brendel von Hohenburg, 1558; oben Jesuitenzeichen,
unten Wappen des Erzbischofs, geviert von Mainz
und Brendel von Hohenburg, aussen 4 Ahnenschilde :
Brendel von Hohenburg, von Riedesel, von Knigge (?),
von Carben — , Fulda in Hessen, Strassburg im
Elsass, Leipzig in Sachsen, sowie St. Cyrillus und
Methodius, unbekannt wo?
Oesterreich-Ungarn: Linz(Freinberg) und Pressburg.
Anmerkung: Eine Spezialität hinsichtlich der Kennzeichnung
von Jesuitenbibliotheken findet sich in München, Augsburg und
WürzbuTg, indem sämmtliche Bücherrücken von oben bis unten mit
weissem Kalk überstrichen wurden, eine Uniformität, die auch mit
dem Prinzip der Jesuiten: »Ut omnes unum« zusammenhängt.
Ex libcraliraccReuercndils. atq^
lUultrik CXiinini, Domi.Da&iclis Arcbirpifa^
& Pnnapis£lBftorisAl<^;nmuu^&c
Eillbris des Jesuiten -Kl osters zu Mainz.
Doiutorcncxlibns Daniel Brendel von Hohenburg. Enbisdiof von Mainz {155S).
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 32 I
Vorstehend gen. Orden gehören zu den Möncks-Orden;
von geistlichen Ritter-Orden sind jedoch ebenfalls
Exlibris zu verzeichnen:
. Der souveräne Ordert des heiligen Johannes von
'erusalem, Johanniter y Hospitaliter y Malteser; Jeru-
salem, Cypern, Rhodus, Malta, Rom und Wien.
Gegründet zu Jerusalem 1048 von Kaufleuten aus
Amalfi, seit 11 19 geistlicher Ritter-Orden.
Wappen : In Rot ein silbernes Kreuz, hinter dem
Schilde ein 8 spitziges silbernes Kreuz.
2 Exlibris der Bibliothek der Kanzlei dieses Ordens
in Wien, sowie für das Grosspriorat von Böhmen,
1899 und 1900; von Ernst Krahl, Wien.
V, Der hohe deutsche Ritter-Orden,
Gegründet von frommen Deutschen 11 28 als Pilger-
haus, »Deutsches Haus« in Jerusalem; bei der Be-
lagerung und Eroberung von Ptolemais (Acca, Accon)
erwarben sich deutsche Kaufleute aus Lübeck und
Bremen grosse Verdienste um die Pflege verwun-
deter und kranker Landsleute; bestätigt als geist-
licher Ritter-Orden von Kaiser Heinrich VL und
Papst Coelestin IIL 1191. Hauptsitze: Marienburg
in Preussen, Mergentheim und Wien.
Wappen : Schwarzes Kreuz in Silber, bezw. Jeru-
salemerkreuz und der alte deutsche Reichsadler auf
der Herzstelle des Schilds ; das Jerusalemer Krücken-
kreuz verwandelte sich allmählich in ein Lilien-
stabkreuz.
Kommende Wien; Bibliothek, gesammelt vom
Kommendator Karl Borromeus Reichsgraf von CoUo-
21
redo; Kommende Linz; gesammelt vom Kommen-
dator Johann Josef Philipp Reichsgraf von Harrach
€oc Hbris Commenda j[ncer]Sis
Ordinis öeutomd
(Xprimo hi^ CommerAcäore
Joanne Sosepho9'h^poS.3i.(I.
Cotnxte Je JfarracKetXorau
Collect« .
— vgl. vorstehende Abbildung; der Harrachsche
Schild auf dem Deutschordenskreuz — ; beide Ex-
libris vom 17. Jahrhundert,
Exlibris von Klöstern u, Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 323
Land komm ende Gumpoldskirchen, 1894, von Hugo
Gerard Stroehl, Moedling-Wien ; Simson, den Löwen
zerreissend.
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is der Collcgiat- Kirche i
Ordensbibliothek zu Wien, sowie für die der
Deutschordensschulen , Spitäler , Konvente und
Schwesterhäuser; Geschenk -Exlibris des Hoch- und
DeutschmeistersErzherzogEugenv. Oesterreich, 189S.
324 Allgemeines.
IV, Sonstige geistliche Institute und Gemeinschaften j die
Exlibris hatten:
Deutschland :
Berlin: Konsistorium der französischen Kirche zu
Berlin, 189^.
Magdeburg: Metropolitankirche St. Moritz, 1597.
Breslau: Matthias-Stift 17..; St. Vincenzstift 17..;
Bibliothek zu St. Maria Magdalena, Memorien-
zeichen, 1579.
Stralsund: Kirchenbibliothek St. Nicolai, 18..
Culm-Pelplin^ Westpreussen : Priesterseminar, 18 . .
Lüneburg: St. Michael, katholische Abtei bis 1532,
protestantische Abtei bis 16 = 5, Ritterschule bis
1850; 17 ..
Halle: Tholuck, evangelisches Theologenstift.
Fritzlar: St. Peter, ursprünglich Benediktinerkloster,
dann weltliches Chorhermstift, 16 . .; siehe Abbildung
S. 323; St. Peters Papsttiara und Himmelsschlüssel.
Aachen: Kollegiatstift der heiligen Jungfrau, 17..
Mariaberg: am Rhein oder in Tirol, 17..
München: Gregorianum, 1636; Bibliothek des kgl.
bayrischen Oberkonsistoriums, 18 . .
Augsburg: Domkapitel 16..; evangelisches Kolleg,
c. 1760 — Abbildung oben S. 249 — ; grössere
lateinische Kongregation der heiligen Jungfrau Maria,
I7-.*)-
Eichstätt: Domkapitel, c. 1680.
Freising: Domkapitel, 1770; erzbischöfliches Klerikal-
Seminar, 17..; erzbischöfliches Priester-Seminar, 17..
Dillingen: Seminar St. Franz Sales, 17 . .
*) Abgebildet: E, L. Z. VI. S. 46.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh 325
Wiirsöurg: Klerikal-Semioar zum guten Hirten, 17..
Schwabhausen bei Kaufering: Kapitel der Welt-
kleriker dieses Dekanats, c. 1790.
Speyer: Bischöfliche UibHothek, 17..
Ellwangen, gefürstete Propstei, Ritterstift, 17 . .
Buc/iau, freiweltliches Frauenstift, 17.., vgl. obige Ab-
3 20 Allgemeines.
bildung: Familienwappen der Reichsfürstäbtissin
Maria Theresia, gebomen Gräfin von Montfort (1693
bis 1 730), mit Fürstenkrone der Abtei und Schwert
des Blutbanns.
Amlishagen : Kirchenbibliothek, 17..
Freiburg /. Br.r: Kollegium St. Rosarius, 17..
Vacha^ Hessen: Kirchenbibliothek, 1672, von Martin
Hailler, Frankfurt a. M.
Oesterreich :
Wien: St. Dorotheen, 1624 (lateranensisches Chor-
herrenstift). Erzbischöfliches Klerikal-Seminar, 17..,
18 . .
Maria Taferl^ 17 • •
Spital am Pyrrhn , weltliches Kollegiatstift, 17..
Trient: St. Bernhard ausserhalb Trient, 17 . .
Brixen: Geistliche Hofbibliothek, c. 1580.
Innsbruck: Erzbischöfliches Stift und Regulhaus; vgl.
Abbildung S. 327; österreichischer Schild; 17 . .
Hall in Tirol: Adeliges Damenstift, 16 . .
Prag: Kollegium St. Bernhard, c. 1725.
Kolocza: Kapitel der Metropolitankirche, 17 . .
Schweden: Stockholm: Deutsche St. Gertrudsgemeinde,
189 . .
Anmerkung: Die Exlibris von Athten und Aehtissinen sind,
weil nicht direkt persönlich, sondern dem Kloster angehörig, hier
unter »B. Kloster-Exlibris« zu zählen, und nicht unter >C. Exlibris
geistlicher Personen«.
Eine Reihe von Abbildungen von Kloster-Exlibris
sind in den vorhergehenden Kapiteln III. bis VIII. ge-
geben, weshalb hier nur darauf verwiesen wird: S. 40
Nieder- Altaich, S. 139 Benediktbeuern, S. 154 Tegern-
Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15.-19. Jahrh. 327
see, S. 155 Weissenau. S. 178 — 179 Beilage und 179:
2 Chiemsee, S. 1S2 Tegernsee, S. 184 Seeon, S. 249
Koileg Augsburg*).
An sonstigen Kloster-Exlibris können wegen ihrer
Darstellung noch folgende erwähnt werden:
Würeburg, Benediktinerabtei St. Stefan, Abt Jodocus
Zimmermann ; 3 Holzschnitt - VVappenexlibris von
1522, 1548 und 1558 mit Versen**).
Sthäftlarn^ Benediktinerkloster, Propst Johann Ecker,
Holzschnitt , 1 545 ; redendes Wappen : Egge im
Schild.
•) In der E. U Z. I.— X. sind ebentalls zahlreiche Kloitet.
Exlibris abgebildci.
'») Alle drei abgebildel: E. L. 7.. X. S. 34—36.
328 Allgemeines.
Augsburgs heilig Kreuz, regulierte Chorherren, Propst
Georg, c. 1567; 2 kolorierte Holzschnitte; 2 Engel
mit Wappen und dem Schweisstuch der heiligen
Veronika *).
Thierhaupten^ Benediktinerstift, Bayern, 1587; knieen-
der Engel mit Abtsschild (B. G. A. = Benedikt
Gangenrieder Abbas), Kreuz in Herz und dem
redenden Klosterschild, Haupt eines »Tieres«
(== weibliches Rotwild); hier abgebildet (S. 329).
MainZj Benediktinerkloster St. Jakob, Abt Jakob Keim,
Kupferstich, 1608; Wappen unter Mitra, Krumm-
stab, Pilgerstab mit Pilgermuschel; letztere beide,
weil der Träger eine Pilgerfahrt nach Jerusalem
unternommen hatte. Abgebildet : In K. Burgers Leip-
ziger Exlibrissammlung 41.
Bozen, Franziskanerkloster, 16.., auf dem dargestellt
ist, wie von einem Kruzifix in den Wolken die
Wundmale Christi durch Linien mit den entspre-
chenden Körperstellen des knieenden heiligen Fran-
ziskus verbunden sind.
St, Josef sberg , Camaldulenser , auf dem Kahlenberg
über Wien, c. 1680; Ordenswappen nebst Josef
und Maria, das Christuskind in der Mitte, mit
Glorien.
Häusefistein (Vallis Dei = Gottesthal), Cisterzienser-
stift , Niederösterreich , 17.., Seitens tetten , Bene-
diktinerstift, Oberösterreich (3 Exlibris) und Ebers-
heimmünster^ Eenediktinerstift, Elsass, 17 . ., sind
besonders gut in ihren Rokokorahmen und Engels-
köpfchen mit Mitra.
*) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 16.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 329
Augsburg, Domkapitel, 16.., und Freising, Dom-
kapitel, c. 1770, enthalten auf einem Halbmond die
Madonna mit Jesuskind in Strahl englorie.
(libris Thicrhaupten, Abt Benedikt Oangenrieder
Auf den Exlibris der Benediktinerslifte Secon und
Tegernsee in Bayern, 1634 und 1700 (Abbildungen
S. 184 u. 182), und Augsburg, Reichsabtei St. Ulrich
330 Allgemeines.
und Afra, 17 . ., sieht man die Ortsheiligen St. Lam-
bertus und St. Benedictus, St. Benedictus und St.
Quirinus, St. Ulrich und St. Afra.
Salzburgs Benediktinerstift St. Peter, 2 Exlibris von
1636; ein Gärtner begiesst einen Pflanzengarten,
worauf sich auch der Spruch »Conservando cresco«
bezieht.
Die Exlibris des Prämonstratenser-Reichsklosters Roggen-
burgy Schwaben, von 17 13 und 1735, weisen be-
sonders reiche Barockrahmen auf; bei dem von 1753
sieht die Madonna mit Sternkranz und Lilien nach
oben durch eine offene Krone.
Die 3 Exlibris St. Florian , Benediktinerstift, Ober-
österreich, c. 1754, 55 und 66, sind besonders fein
gestochen; Kloster- und Abtswappen.
Die Exlibris Kremsmünster ^ Benediktinerstift, Ober-
österreich, von 1893, geben die dortigen prächtigen
Rokoko-Bibliotheksäle genau wieder.
C. EXLIBRIS GEISTLICHER PERSONEN.
Gleich der vorigen Abteilung bieten die Personal-
Exlibris deutscher und österreichischer Geistlicher vom
Erzbischof bis zum einfachen Pfarrer und Mönche ein
überaus reiches Feld zur Betrachtung. Ist hier die Ab-
wechslung in der Darstellung auch keine allzugrosse, so
ist doch auch hier wieder Gelegenheit genug, die Tech-
niken und Zeichenmanieren von 4 Jahrhunderten zu
studieren, sowie die Verfeinerung und das Sinken des
Geschmacks mit den Einflüssen der Zeit zu beobachten.
Das Wappen ist bei Geistlichen vom Ende des 15.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 33 ^
bis zu dem des 19. Jahrhunderts der Hauptschmuck des
Exlibris geblieben, sowohl als ererbtes Familien- oder
als von der einzelnen Person erst neuangenommenes,
meist nicht erst ausdrücklich verliehenes Personalzeichen ;
liegt hierin einerseits ein gewisser Stolz, so muss auch
anderseits bedacht w^erden, dass sich nichts dekorativ
so gut verwenden Hess, als ein mehr oder weniger reich
ausgestattetes Wappen ; auch wirkte es z. B. bei Kirchen-,
Kapellen-, Kloster- oder Annexbauten über Portalen,
an Triumphbögen und Pfeilern im Kircheninnern , an
Kirchengestühl, in Glasfenstern, als Zeugnis für den be-
treffenden geistlichen Bauherrn jedenfalls besser, wie eine
nüchterne alleinige Buchstabeninschrift, die weit weniger
gelesen, als solch ein Wappenzierstück besehen wurde.
Was lag näher, als dieses dankbare Motiv des Schmucks
der Umgebung auch auf die den Besitz oder Spender
und Käufer meldenden Bibliothekzeichen auszudehnen,
die noch nach Jahrzehnten und Jahrhunderten den geist-
lichen Besitzer eines Buches verkündeten. Da zu allen
Zeiten ein grosser Teil der Geistlichkeit sich weniger
mit Seelsorge, als mit tiefem, eifrigem Studium bcfasste,
so kann man auch schon aus den zahlreich erhalten ge-
bliebenen Exlibris derselben ersehen, wie viele Privat-
bibliotheken in diesem Stande vorhanden waren. Häufig
gingen diese Büchersammlungen nach dem Tode der Be-
sitzer als Erbe an Klöster, und nach deren Säculari-
sation an Staatsbibliotheken über ; doch wurden sie auch
an Verwandte vererbt oder an Bücherhändler, Biblio-
philen etc. verkauft. Die Worte »Habent sua fata libellii:
treffen besonders bei den IHlchern von Geistlichen zu;
denn erstere haben oft merkwürdige Wanderungen im
Laufe der Jahrhunderte hinter sich.
33^ Allgemeines.
Aus den frühen Zeiten, in denen mancher Kirchen-
fürst noch selbst bewehrt in den Kampf zog, blieb es
anfangs noch Sitte, dass sogar bei geistlichen Personen
der Wappenschild noch vom Helme überragt wurde;
Theologen, von denen man annehmen kann, dass sie
nur mit Mund und Feder, aber nie mit Helm und Schild
gekämpft haben, führten nach alter Wappensitte getrost
den Turnier-, Stech- oder Spangenhelm über dem Schilde.
Im i6. Jahrhundert machte man insofern Konzessionen
an die Ausdrucksweise des geistlichen Standes, dass
man als Zimier einen geistlichen Hinweis anbrachte; so
führt das Exlibris Martin von Schaumburg, Fürstbischof
von Eichstätt, c. 1560, über dem vom Bistums- und
Familienwappen gevierten Schild ausser dem Familien-
helm noch den Bistumshelm, einen Arm, der einen
Krummstab emporhält.
Doch kam bereits Anfang des 16. Jahrhunderts die
Sitte auf, an Stelle des alt- und reinritterlichen Helms,
die mehr zum Stande passende Mitra über dem Schild
anzubringen , oder man setzte neben oder zwischen die
Helme des Familienwappens die Mitra des geistlichen
Standes.
Die Bischofs- oder Erzbisch ofsmitra ist oft sehr
kostbar dargestellt und mit Edelsteinen, Perlen, Pilger-
muscheln, Stickereien, Heiligenfiguren, Madonnen u. s. w.
geziert.
Anstatt der Helme sieht man auch manchmal merk-
würdige Stellvertreter, nämlich Todtenschädel, die auf die
Vergänglichkeit des Irdischen hinweisen; als Zimier
findet man hier die Sinnbilder für Zeitlichkeit und
Ewigkeit, Stundenglas und Schlange, die sich in den
Schweif beisst.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh- 333
Um aber die Würde eines höheren Geistlichen ge-
nauer erkennen zu lassen, brachte man auch schon An-
fang des 16. Jahrhunderts an Stelle der Helme oder
Mitren oder oberhalb der letzteren die breitkrämpigen
Hüte an, wie sie in Wirklichkeit bei besonderen Ge-
legenheiten von höheren Geistlichen getragen wurden, und
die sich durch die Anzahl der von ihnen beiderseits herab-
hängenden Quasten unterscheiden. Wie oben schon S. 38
bemerkt, hat in der Regel (Ausnahmen giebt es bei
Allem) der (rote) Kardinalshut unten auf beiden Seiten
je 5 (Summa: je 15 rote) Quasten, .^Fiocci*, der (grüne)
Erzbischofshut je 4 (Summa: je 10 grüne), der (grüne)
Bischofshut (auch meist der der apostolischen Proto-
notare, hier violett) je 3 (Sa: je 6 grüne). Hat diese
Gruppierung auch etwas Einförmiges, so war sie doch
ein augenfälligeres Erkennungszeichen der Würde des
geistlichen Wappenherrn.
Der der Geistlichkeit gebotenen Demut entsprach
es zwar nicht, wenn das Gesammtwappen auch noch mit
— den auch auf Exlibris vorkommenden — stolzen
Wappenmänteln, Wappenzelten, Kronen, die sich auf
die weltliche Würde bezogen, nebst den zugehörigen
geistlichen Mitren, Hüten, Stäben, Kreuzen u. s. w. aus-
gestattet war; man muss aber dabei an den zeitgeviässen
Prunk und Glanz geistlicher Höfe denken, der im 17.
und besonders im 18. Jahrhundert entfaltet wurde, und
mit dem die Kirchenfürsten damab auftreten mussten.
Mit dem Personalwappen wurde häufig in einem
Schilde geviert oder in 2 Schilden nebeneinander das
Diöcesanwappen vereinigt; meistens stammten die höhe-
ren geistlichen Würdenträger aus altadeligen Familien,
deren zweit- und drittgeborene Söhne, mangels der Erb-
334 Allgemeines.
Schaftsgelegenheit in der Besitznachfolge, in den geist-
lichen Stand eintraten; hatte es ein solcher adeliger
Kanonikus schliesslich weit gebracht, so finden wir um
sein Wappen herum auch noch 4 oder mehr Almen-
Wappen; waren ja viele Stiftsstellen von Ahnenproben
abhängig.
Kronen, namentlich bei kurftirstlich-erzbischöflichen
Wappen-Exlibris, sowie Orden fehlen ebenfalls nicht als
Ausschmückung.
Zuthaten, wie wir sie schon bei den Kloster-Exlibris
kennen lernten, wie Krummstäbe, Vortragskreuze, das
Schwert des Blutbanns hinter dem Schilde, erhöhten den
Gesammteindruck der Darstellung; Krummstäbe allein
wurden durch die Mitren hindurchgesteckt; diese Krumm-
stäbe sind in ihrem oberen Teil äusserst mannigfaltig
gestaltet, je nach dem herrschenden Stile, und für den
Kunsthistoriker recht interessant; üppiges Blatt- und
Ranken werk wechselt mit hineingeschnitzten oder ge-
triebenen Figuren, z. B. Madonna mit Jesus, Kreuz-
gruppen etc.
Da, wo man einmal aus der einfachen Wappendar-
stellung heraustrat, namentlich im 18. Jahrhundert, findet
man auch Heilige als Schildwächter oder in der Um-
rahmung des Wappens wiederum die Mutter Gottes,
die Kreuzigungsgruppe, Engel und symbolische Figuren,
doch letztere verhältnismässig seltener als bei Exlibris
von Privatpersonen. Auch Porträt-Exlibris geistlicher
Herren sind bekannt, von katholischen wie protestantischen.
Allegorien sind natürlich auch anzutreffen, so das
Herz auf dem Amboss und unter dem Hammer, Sonne
und Sonnenblume u. s. w., und namentlich in den
Schilden der selbstgewählten, für die betreffende Person
Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 335
allein angenommenen Wappen: Herzen, Lamm Gottes,
Taube mit Oelzweig (Friede), Weintrauben (Frucht), ein-
fache, weinumrankte Kreuze, Anker (Hoffnung), Phönix
(Wiedererstehung), Fische, Kleeblätter, Blumen, Palm-
zweige (Sieg, Märtyrer), Madonnen, Kruzifixe, Schlüssel
(Petri), Kraniche (Wachsamkeit), Monogramme, wie J. H.
(Jesus Heiland) u. s. w.
Putten und Engelchen spielen auch auf einigen Ex-
libris Geistlicher im 18. Jahrhundert eine Rolle; auf den
Bibliothekzeichen der Münchner Theatinerpatres von
Thoma und Don Ferdinand Sterzinger, 17.., hat die
eine leyerspielende, sonst nackte Putte, um nicht zu
weltlich zu erscheinen, sogar ein geistliches Barett auf.
Auf einigen wenigen Exlibris sind Kirchen abge-
bildet, zu denen der betreffende Exlibris-Besitzer in Be-
ziehung stand.
So Hesse sich noch manches aus den vieles reden-
den Blättern herauslesen, doch genügt das Vorstehende.
In den früheren Kapiteln sind Exlibris geistlicher
Personen ebenfalls schon abgebildet, die als Illustration
des Gesagten nachgeschlagen werden können; so auf
S. 12: Jakob Hainrichmann^ Kanonikus, Augsburg, c.
1520; S. 10 1 — 103 — siehe Titelblatt -— : Hiltebrand
Brandenburgs Mönch der Karthause Buxheim, Schwaben,
c. 1470; S. 118, 119: 2 Hektor Poemer, Propst, Nürnberg,
c. 1521, 25; S. 128: Johann Jakob jl/^r/!e, Dr. theol., Ingol-
stadt, c. 1590; S. i2iO:]6hdinn Maier y genannt Eck, Dr. theol.
etc., Ingolstadt, 1 5 18; S. 149: Reinhard Graf zu Leiningen-
Westerburg, Kanonikus, Köln, c. 1530; S. 152: Wolf-
gang Seidl (Sedelius), Benediktiner, München, Salzburg
und Tegernsee, 1543; S. 163: Georg Helwich, Vikar,
Mainz, 15 . .; S. 253: Alfons Kennedy , geborener Schotte,
5^6 Allgemeines.
Physiker, Benediktiner vom Schottenkloster Regensburg,
herzoglich bayrischer geistlicher Rat, Mitglied der Aka-
demie der Wissenschaften, München, c. 1769; S. 281 :
Heinrich Braun ^ Kanonikus, kurbayrischer geistlicher Rat,
München, c. 1770.
Als weitere Beispiele mögen die folgenden Abbild-
ungen dienen :
Johann Aegolf (Eginolf) von Knoeringefi , Bischof von
Augsburg (S. 337), Holzschnitt, c. 1574; Feld i u. 4,
Helm I : Bistum Augsburg, Feld 2 u. 3, Helm II : von
Knoeringen ; Bischofsmitra mit Krummstab ; aussen vier
Ahnenwappen: I (Vater): von Knoeringen, II (Mutter):
von Westerstetten, III (Grossmutter väterlicherseits):
von Seh wen dy, IV (Grossmutter mütterlicherseits):
von Freiberg.
Das Grossfolioblatt (135 : 211 mm) Dr. th. Otto Gereon
von Gtitmann^ kurfürstlicher Rat und Suffragan-
bischof, Köln, 1624 (S. 338), in eleganter Form,
lässt auf einen guten Stecher schliessen.
Exlibris Sebastian Denich^ Bischof i. p. i. von Almira,
Kupferstich, 1672 (S. 339), ist ein Memorien- oder
Gedächtniszeichen, da die mit diesem Exlibris ver-
sehenen Bücher aus der von diesem Bischof her-
rührenden Erbschaft (Haereditas) stammen.
Das Exlibris des Kardinals und Erzbischofs von Wien,
Sigismund von Kollonitz^ Kupferstich, c. 1730 (S. 340),
zeigt die Anordnung der 30 Quasten (beiderseits je
15, unten je 5) eines Kardinalshuts.
Das eine der 2 Exlibris Gottfried Langwert von Sim-
jfiern^ Suffragan, Administrator zu Regensburg (Ra-
tisbonia), 1728 (S. 341), mit schönem Spruch und
charakteristischem Aufbau im Barockstil.
Exlibris von Klöstern U.Geistlichen, 15.-19. Jahrh. 337
Das Exlibris Klemens August Herzog von Bayern,
Kurfürst-Erzbisckof von Köln, ist unten im 11. Theil 6.
abgebildet und besprochen.
JOANNES EGOLPHVS
EX FAMILIA NOBILIVM
A Kmoekincen, Electvs
sc confirmatus Epifcopus
Auguftanus.
Exlibri» Johann Aegolf von Knöringen, Bischof von Augsburg {.circa 157«.
Das Grossfolio-Exlibris (145 : 230 mm) Josef Klemens
Hersog von Bayern, Kurfürst-Ersbischof von Köln
338
Eilibris Dr. Ollo Gereon
, Suffraean- Bischof von Köln (1624).
Exlibris von Klüstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 339
(1688), Bischof von Freising {1685), von Regens-
burg (1695), von Lüttich (1694), Hildesheim {1702),
Kupferstich, c 1710,(8.342) enthält unter Kurfürsten-
krone (»Kurhut«) im Herzschiid die gevierten Felder
Allgemeines.
\
I, Enblschof von Wicr
n Klöstern u. Gciatlichei
Bayern und Pfalz, im Rückschild die Felder: i : Kur-
köln, 2 : Herzogtum Westfalen, 3 : Herzogtum Engern,
4; Grafschaft Ahrensberg; das Original dieses Bib -
liothekzeichens rührt aus einem Prachtbande her.
I05EPHVS CLEMENT DEI GPATIA
E.LECTÜB. CÜLONLC
Eilibris Josff Klcmrn*. Hfriof: von Bavcm, Kurfürst iintl Enbi
von Köln (rtrCB 17mi,
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 343
den einst König Ludwig XIV. von Frankreich die-
sem Kurfürsten schenkte.
Sonst noch eriuähnefisiuerte Exlibris geistlicher Per-
sonen sind, ohne auch nur annähernd alle nennen zu
wollen, folgende:
Otto IV.j Truchsess von Waldburg, Graf von Sonnen-
berg, Bischof von Konstanz, Holzschnitt, c. 1485
bis 90; Madonna mit Jesuskind zwischen St. Kon-
rad und St. Pelagius, oben Wappen von Konstanz,
Sonnenberg und Waldburg, nebst 4 Ahnenwappen
Sonnenberg -Waldburg, Werdenberg, Abendsberg
und Heiligenberg.
2 Exlibris Hugo von Hohenlandenberg, Bischof von
Konstanz, 1504» von Jörg Breu, Augsburg, und c.
1504, mit Maria, Jesuskind, St. Konrad, St. Pelagius,
davor Wappen Konstanz und Hohenlandenberg
geviert*).
Johann Maier, genannt Eck (auch Eckius, aus Eck in
Schwaben), Professor, Rektor, Prokanzler, Pfarrer
und päpstlicher Nuntius, Gegner Luthers und grosser
Disputator, Ingolstadt; sein erstes Exlibris von c.
151 8 ist oben S. 130, 132 abgebildet und besprochen;
vermutlich von Dürers Schüler Hans Springinklee;
vielleicht vom gleichen Meister ist Ecks zweites
handkoloriertes Exlibris, Holzschnitt von c. 1522,
Wappen unter Nuntiushut; oben unter Guirlande
Gott -Vater unter der Sonne, sowie Ecks Mono-
gramm, J. M. E. T. = Johannes Majoris (für Maier)
Eckius Theologus (oben S. 57 erwähnt); ein drittes
— sehr fragliches — Exlibris Ecks, Holzschnitt von
*) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 96 u. 98.
344 Allgemeines.
1522, enthält das Vollwappen in reich verziertem
Renaissanceportal *).
2 Exlibris Dr. Augustinus Marius, Weihbischof von
Würzburg, Holzschnitte, 1521, 1522, ohne und mit
Mitra und Krummstäben; auf Kreuz Rosenkranz,
darin Namenszug Marius\ unten Wappen; zahlreiche
Beigaben.
Dr. Paul von Oberstain^ Propst, Kanzler der Univer-
sität Wien, Archidiakon, kaiserlicher Rat, Wien,
2 Holzschnitte, bemalt und schwarz, 1516, 1528,
2 Schilde unter Mitra und Krummstab.
3 Exlibris Melchior Vatli^ SufFragan-Bischof von Kon-
stanz, kolorierte Holzschnitte, 2 von 1529, i c. 1529;
in Nischen Wappen unter Mitra und Krummstab,
mit Inschrift: Patronus Libri, Herr des Buchs**).
Gregor Attgrer, Bischof von Wiener Neustadt, Propst
zu Brixen, bemalte Holzschnitte, c. 1530***).
Dr. th. Johann Mar back aus Lindau; Strassburg i. E.,
Holzschnitt, wahrscheinlich von Anton Woensam von
Worms, c. 1550; symbolische Darstellung von David
(Marbach, Glaubensstreiter) und Goliath "[*).
Johann Baidinger , Kanonikus zu St. Andreas, Freising,
und Seelsorger in Schierling bei Mallersdorf, kolo-
rierter Holzschnitt, I547"i"f).
4 Exlibris Johann Georg von Werdens tein^ Domherr
zu Augsburg und Eichstätt; i bemalter Holzschnitt
von c. 1558, 3 Kupferstiche, diese von Dominik
*) Abgebildet in Warneckes Exlibris-Buch, Tafel VI, Nr. 424.
**) Abgebildet : E. L. Z. V. S. 4 u. 1 26.
***) Abgebildet in K, Burgers Leipziger Exlibris-Sammlang 12.
t) Abgebildet: E. L. Z. VIII. S. 32.
tt) Abgebildet: E. L. Z. VIII. S. 72.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrh. 345
Custos, 1592 u. c. 1600; Wappen; 2 davon mit 4
(Werdenstein, Grünenstein, Argen und Freibnrg),
bezw. 8 Ahnen Wappen.
Johann Kaspar Neubeck^ von Freiburg, Bischof von
Wien, Kupferstich, c. 1585; Wappen in Fruchtoval
zwischen Maria und Johannes.
Exlibris der Brüder Johann Hochreuter ^ Pfarrer zu
Rothbach (bei Brück bei München), und Georg
Hochreuter ^ Geistlicher in Passau ; Kupferstich, 1 583 ;
in reicher Umrahmung redendes Wappen, St. Georg
= hoher Reiter*).
Hieronymus Hyrsen, Vikar, Oepfingen, Holzschnitt,
vor 1581; Wappen**).
2 Exlibris Balthasar Dorner ^ Konventuale zu March-
thal und Pfarrer zu Munderkingen, Holzschnitte,
1581, 1583; das von 1583 mit dem gekreuzigten
Heiland, Sonne, Mond, 3 Engeln, dem knieenden
Exlibris-Herren (Porträt), Wappen und den Ansichten
von Munderkingen, Marchthal und der Altenburg;
das von 1581: Wappen in Blattranken***).
Melchior Kiesel^ Propst, Kardinal, Minister des Kaisers
Matthias, Wien, 1623 ; Grossfolioholzschnitt; Wappen
mit St. Peter und St. Paul, zwischen Inschrifts-
tafeln f).
Albert Lerch, Kaplan bei Unserer Lieben Frau, Mün-
chen, Kupferstich, 1650, Wappen in engelgeschmück-
ter Rahme.
♦) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 53-
♦*) Abgebüdet: E. L. Z. VI. S. 9, 10.
*♦♦) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 8.
t) Abgebildet in Warneckes Exlibris des 15. und 16. Jahrhun-
derts V. Tafel ICO.
346 Allgemeines.
Maximilian Heinrich Herzog von Bayern^ Erzbischof
von Köln^ Kupferstich, vielleicht von Emanuel von
Wehrbrunn, c. 1650; unter Kurhut bayrisch-pfälzi-
sches Wappen in Barockrahme mit Putten*).
Georg Szelepcheny^ Erzbischof von Gran, ungarischer
Primas, Gegenreformator, Kupferstich, c. 1670;
Porträt in Rahme mit Wappen u. Exlibris-Inschrift.
Heinrich Tulpen^ von Kupferberg, Dekan zu Forch-
heim, Kupferstich, c. 1680; Wappen mit Ort und
Bergwerk Kupferberg im Fichtelgebirge**).
Augustiny Bischof von Spiga (i. p. i., Mysien), Haus-
prälat des Papstes Klemens XI., apostolischer Vikar,
Abt zu Lepsing, kurpfälzer Geheimrat etc., Kupfer-
stich, 17 . .; Wappen mit Mitra, Hut, Stab und
Aehrenbündeln.
Dr. Jodocus Hermann Nunning, kurkölner Kirchenrat,
Scholaster, dann Senior des Stifts Vreden, Historiker,
Genealoge, Numismatiker, Topograph; Kupferstich
von A. B., c. 1720; in Barockrahme Wappen des
Vaters und der Mutter, einer Rabe von Canstein.
2 Exlibris Anton Ignaz Graf von Fugger-Kirckberg-
Weissenhorn^ Propst zu Ellwangen, Reichsfttrst,
Kupferstiche, c. 1760; Wappen mit Inschrift, die
seine Bücher ausdrücklich als »Bibliotheca privata«
bezeichnet.
Kardinal Graf von Schönborn y Kupferstich, c. 1720,
Wappen mit guter Barockumrahmung.
Klemens Wenzel Herzog zu Sachsen, kgl. Prinz von
Polen, Kurfürst-Erzbischof von Trier, Bischof von
*) Abgebildet in K. Burgers Leipziger Exlibris-Sammlung 45.
**) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 105.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.-19, Jahrh. 347
Augsburg; Trier; Kupferstich, c. 1785; im Herz-
schild das Stammwappen Sachsen, im Mittelschild
Polen; im Rfickschild Trier und Augsburg; hier
unten abgebildet.
Franz Gregor Reichsgraf Giannini, Markgraf Carpineti,
Kanonikus, Propst, apostolischer Protonotar, Olraütz,
ilibri» Wemens Wendel, H«i
Breslau und Znaim, -[â– 1758, hatte 6 verschiedene
Exlibris mit Schildhaltern, Schild, Krone, Helmen,
Lanzen, Mitra, Hut, Krummstab.
Frater Wolfgang Eder, Augustiner, München (?), Kupfer-
stiche, c. 1720; in Barockrahme zierlich gestochene
Landschaft, darin eine sich nach der Sonne wen-
348 Allgemeines.
dende Sonnenblume; oben Engelsköpfchen; statt
»Exlibris«: »Ad usum«, zum Gebrauch,
2 Exlibris Christof Graf Migazzi von Waal und Son-
nenthurm, Kardinal, Erzbischof von Wien; Kupfer-
stiche, c. 1765; Wappen auf Mantel, Krone, Hut,
Kreuz, Orden, mit langer Angabe aller Titel.
Johann Nepomuck von Pernat, kurbayrischer geist-
licher Rat, Kanonikus bei Unserer Lieben Frau,
München, Kupferstich, 17..; Wappen, Schlüssel,
Tintenzeug, Bücher, römischer Tempel, die Frauen-
kirche zu München.
Martin Reinhardt , Pastor, Nürnberg, Kupferstich, 17 . .;
der Besitzer in seiner Bibliothek.
Adrian Rauch , Piaristenscholar, Kupferstich, 17..;
unter dem Ordenszeichen (Maria, Mutter Gottes)
Bibliothek-Inneres mit Tisch.
Magister Gottfried Balthasar Scharff, Archidiakon zur
heiligen Dreieinigkeit, Schweidnitz, Kupferstich mit
zweierlei Unterschriften; Tisch mit Uhr, Blatt, Glo-
bus, in Bibliothek.
Benjamin Stabenau^ Diakon, Danzig, Kupferstich von
Martin Tyroff, Nürnberg, 17..; zwischen den Fi-
guren des Glaubens mit Kreuz und Kelch und der
Hoffnung mit Anker ein Obelisk mit Auge Gottes
und der Arche Noah nebst Taube in Rokokorahme.
2 Georg Christof Wilder^ Dekan bei St. Lorenz, Nürn-
berg; Dichter, Radierer; von ihm 1806. Beide Ex-
libris auf einer Platte, dann nach dem Druck in der
Mitte entzweigeschnitten; gebrochenes Kreuz, Stein-
denkmal mit Inschrift, bezw. Inschriftsstein an Quelle.
Dr. Leonhard Nussbaufn, geistlicher Rat, München,
c. 1840, Wappen auf Ordensstern.
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 14. — 19. Jahrh. 349
Dr. Johann Josef Ignaz von Doellinger^ Stiftspropst
bei St. Kajetan, Reichsrat, Vorstand der Akademie
der Wissenschaften, München, von August Hess,
Holzschnitt, 1866; sitzende Figur der Geschichte*).
Friedrich Schneider^ Domkapitular , geistlicher Rat,
Mainz, 16 verschiedene Exlibris von O. Hupp,
Schieissheim, und P. Halm, München; Hauptmotiv
aller: Das Kreuz.
2 Dr. Josef Danko, Titularbischof, Dompropst zu St.
Martin, Pressburg; Zinkätzungen von L. Rauscher,
Wien, 1893; Wappen in Renaissancebordüren.
Dr. Adolf Franz, Prälat, aus Breslau, Gmunden; von
Professor Wilhelm Behrens, Nürnberg, Zinkätzung,
1895 (Schriftvarietät 1899); zwischen 2 allegorischen
Figuren, Glaube und Geschichte, über Mitra Ma-
donnenbild, 2 Putten mit Krone, Strahlenhinter-
grund.
Pater Hugo Schmid, Bibliothekar des Benediktinerstifts
Kremsmünster, (+), von Bernhard Wenig, Berchtes-
gaden: Zinkätzung, 1899; oben: Geburtsort Pfarr-
kirchen, Oberösterreich, nebst Vaterhaus, und Stifts-
wappen ; Abbildung siehe unten im XI. Kapitel B. a.
D. TYPOGRAPHISCHE EXLIBRIS VON KLÖSTERN
UND GEISTLICHEN PERSONEN.
Diese vom 16. bis 1 9. Jahrhundert üblich gewesene
Art ist zwar jeglicher künstlerischen Ausstattung bar,
darf aber wenigstens, da sie viel im Gebrauch war,
*) Abgebildet: E. L. Z. IX. S. 24.
350 Allgemeines.
nicht unerwähnt bleiben. Die Billigkeit der Herstellung,
sowie Armut und Sparsamkeit des Klosters oder der
Geistlichen, sind die Gründe der Entstehung dieser ein-
fachen Exlibris, die auch ohne künstlerische oder zeich-
nerische Beigabe ihren Zweck, das Buch zu sichern,
erfüllten.
Die meist kleinen Blättchen dieser Art enthalten
nur eine gedruckte Inschrift, die höchstens noch von
einem Bändchen aus geraden, gebrochenen oder ge-
wundenen Linien umgeben ist. Es dürfte von dieser
Art vom i6. bis 19. Jahrhundert ungefähr 200 von
Klöstern und Geistlichen geben.
Da es sich hier nur um Inschriften handelt, seien
einige Anfänge derselben mitgeteilt: Exlibris, sum ex
libris, liber, hie über pertinet, sum bibliothecae, biblio-
theca, ex bibliotheca, ad bibHothecam, spectat ad biblio-
thecam, nunc bibliothecae, est (mit Genitiv), ex testa-
mento, ad usum, Zur Bibliothek, Aus der Büchersamm-
lung, Dies Buch ist gehörig dem etc., Eigentum u. s. w.
Häufig sind Jahreszahlen beigefügt, manchmal auch
Titulus (Titel), Series (Abteilung), Numerus (Nummer).
Als Beispiel sei ein solches Blatt hier (S. 351) wieder-
gegeben, das zugleich ein historisches Exlibris ist:
Würzburgy Jesuitenkolleg, Buchdruck, c. 1634, 4
Grössen, bezw. Druckvarietäten; auf demselben wird
berichtet: Im 30jährigen Krieg erbeuteten die
Schweden nach der Einnahme Würzburgs 1631 die
Bibliothek der Universität und des Jesuitenkollegs,
die König Gustav Adolf für Upsala bestimmte. In-
folge der Schlacht bei Nördlingen, 1634, eroberte
General Melchior von Hatzfeld, der Bruder des
Würzburg- Bamberger Fürstbischofs, Franz von Hatz-
Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15.— 19. Jahrh. 35 I
feld, Würzburg zurück, und nun kaufte letzterer den
siegreichen kaiserlichen Soldaten aus deren Beute
6000 der noch nicht fortgebrachten Bücher ab, die
er dem Jesuitenkolleg als Ersatz für den bereits
nach Schweden geschafften Teil schenkte*).
Sonst erwähnenswert aus dieser Gattung sind noch:
FRANCISCVS D.G.Bambcrg.&
Herb. EpifcopusjFranconiae Dux, hunc cum
aliis fex circicer librorum millibus, plerosq; a
Suecis hello rapcos> a Cxfan milite icer um c-
repcos>& 2ere S. C. redemcos , munificenäfli-
me clementiffimequc donabat CoUegij So-
cictatis Ie SU Hcrbip.BibliothecXjVcrusillius
Reftauracor. Deus a^ternüm bcnefaciat.
Exlibris des Jesuiten-Kollegiums zu Würzburg {circa 1634).
Salzburgs St. Peter, Benediktinerkloster; Buchdruck,
c. 1706; mit Excomvmnicationsandrohung gegen
diejenigen, die Bücher des Klosters nicht zurück-
geben, durch Specialbulle des Papsts Clemens XI**).
Die 3 Exlibris Karl Freiherr von Dalberg^ Erzbischof
und letzter Kurfürst von Mainz, Fürstprimas des
Rheinbunds und Grossherzog von Frankfurt (dies
18 IG — 13) enthalten, was bei diesem Napoleons-
schwärmer und seiner traurigen Zeit nicht ver-
wundert, eine französische Inschrift, die noch dazu
falsch ist; sie lautet auf allen 3 Exlibris: »Biblio-
*; VgL E. L. Z. III. 5 und VI. IX I— 112, Abbildung des grössten
Formats.
♦♦) Wortlaut: E. L. Z. VI. S. 46.
2 Aligemeines.
theque de S. E. Mr. Le Duc de Dalberge; er war
aber, wenn er auch ab und zu so genannt wurde,
nie 'Herzog«, sondern > Grossherzog*, auch nie
»Herzog von Dalberg*, sondern »Freiherr von Dal-
berg, Grossherzog von Frankfurtc.
NEUZEIT, 19. JAHRHUNDERT BIS 1871.
ijl er geringe Geschmack und die Steifheit in
II Allem, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts
J herrschten , spiegeln sich auch auf den Er-
jl Zeugnissen der Kleinkunst dieser Periode
wider, und man kann wohl sagen , dass die un-
schönsten Exlibris , die wir kennen , und denen an
Langweiligkeit der Ausdrucks weise nichts fehlt, aus der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Man hört
oft, dass zwischen 1800 und 1871 die Exlibris-Sitte ein-
geschlafen sei und aus dieser Zeit nicht viele Bibliothek-
zeichen vorhanden seien; das ist insofern ein Irrtum,
als der Gebrauch der Exlibris sich zwar verringert, aber
keineswegs aufgehört hat. Sind doch in der Sammlung
des Verfassers aus der Zeit von 1800 bis 1871 aus fast
allen deutschen und österreichischen Landen allein c. 700
Exlibris vorhanden, so dass man vielleicht auf c. 800
rechnen kann, die in dieser Zeit entstanden sind*).
*) In England sind gerade io dieser Periode fast die meiiten
dortigen Exlibris entstanden, voiwiegend siilislisch nicht hochstehende,
■her uDber gestochene Blätter, nur den Schild mit CretI odet da«
Voll wippen zeigend,
"3
354 Allgemeines.
Auch hier könnte man wiederum die Einteilung in
rein heraldische, allegorische und typographische Ex-
libris machen, doch verlohnt es sich im allgemeinen nicht,
die Unschönheiten dieser Zeit zu eingehend zu behandeln;
es genügt der Chronistenpflicht, Einzelnes hervorzuheben
und, da der Charakter der Blätter vielfach ein gleich-
gearteter ist, nur einige zu besprechen.
Sind auch in diesem Zeitabschnitt die noch häufigen
Kupferstiche, einige Stahlstiche und die wenigen, neu
aufgekommenen Steindrucke (Lithographien) meist pein-
lich sauber und fein ausgeführt, so zeigt doch die Zeich-
nung selbst in Motiv und Komposition wenig schöne,
nüchterne, sentimentale Bilder, deren Formen fast immer
eine grosse Steifheit, oft auch übertriebene zu süsse
Zierlichkeit aufweisen. Dies trifft namentlich auf die
Jahre zwischen 1800 und 1850 zu, die zuerst unter der
Einwirkung des Empirestils (1800 — 20) und der t» Bieder-
meier ^-Veriode (Spätzeit des Empire, 1820 — 40) stand.
Reizlose Einfachheit, Schmucklosigkeit und Bescheiden-
heit sind die Hauptcharakteristiken dieser Zeit, denen
wir auch auf den Exlibris begegnen. In der Mitte des
19. Jahrhunderts erstand der moderne Klassicismus^ der,
nachdem Renaissance und Barock sich auf römischer
Kunst aufgebaut hatten, sich nun an griechischer Kunst
bildete (Neugriechisch , N6o-Grec) ; König Ludwig L von
Bayern und Schinkel-Berlin pflegten diesen Stil besonders.
Um 1860 bessern sich die Erzeugnisse der Klein-
kunst und somit auch unsere Bibliothekzeichen, um dann
in der neudeutschen Zeit nach 1871 wieder mächtig
aufzublühen.
Betrachten wir die reinhcraldischen Exlibris nach
1800 — und diese bilden zunächst wiederum das Haupt-
Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 1871. 355
kontingent aller Exlibris dieser Zeit — , so finden wir,
dass sich besonders viele »unmögliche« Formen breit
machen, die es nie in Wirklichkeit gegeben hat, in
Deutschland, wie in England, von denen z. B. der oben
^/mspit2ige Dreieckschild (late Georgian, Spateshield, die
englische Pelta), sowie der eisenhutähnliche Schild (modern
oder Die-Sinker) übernommen und nachgeahmt wurden ;
ebenso das in Wirklichkeit unmögliche In -der -Luft-
Schweben des Zimiers (Helmschmucks, Crests); doch
finden sich auch Schilde, die noch etwas an die Formen
der Renaissance erinnern, ferner vieleckige Schilde ohne
Umrollungen der Ecken, eiförmige, runde, dann griechisch
und römisch angehauchte Schilde und Formen, die sich
überhaupt kaum beschreiben lassen und die nur dem
Geiste stil- und geschmackloser Zeichner entsprungen
waren.
Auch kamen nunmehr die ebenfalls »unmöglichen*
Helme auf, die sich durch wespentaillenähnliche Hälse
auszeichnen, während man doch bedenken muss, dass
ein Helmträger von unten in den Helm hinein schlupfte,
also durch diese nun beliebten engen Helmhälse nie
hindurchgekommen wäre; die Visiere sind wiederholt so,
dass man nimmermehr hätte hindurchsehen können, der
für den Kopf selbst bestimmte Teil wird unsäglich breit
und viel zu niedrig. Die Helmdecken sind im allge-
meinen noch am besten, arten aber zuweilen in Schnör-
kel, gewundene Fäden, Guirlanden oder Zöpfe aus, auch
fehlen sie trotz Anwesenheit eines Helmes oft ganz.
Die Kronen sind hie und da reine Erfindungen oder
irgend einer ausländischen Form nachgebildet.
Die Gründe für diesen Niedergang in der heraldischen
Darstellung sind u. a. darin zu suchen, dass damals gute
356 Allgemeines.
Vorbilder unbekannt waren; zweckdienliche Museen gab
es fast noch nirgends, oder sie wurden vom Volke oder
vom Zeichner und Handwerker noch nicht besucht;
unsere zahlreichen modernen Lehr- und Musterbücher
waren auch noch nicht vorhanden, und so schuf die
Phantasie jeden »Meisters« sich selbst Formen, die es
zuvor nie gegeben hat und die daher dem Gebildeten
und Wissenden von heute so abschreckend hässlich er-
scheinen.
Was die nichtheraldischen Exlibris dieser Periode
mit allegorischen Motiven anbelangt, deren Zahl keine
sehr grosse ist, so wirkte der geringe Geschmack der Zeit
natürlich auch auf deren Komposition. Die Figuren
haben etwas unendlich Weichliches, die Symbolik ist
gesucht, die Darstellung nüchtern und zu einfach, —
kurz, allgemein ist ein Rückgang bemerkbar. Während
in früheren Zeiten schlechte Blätter die Ausnahme bil-
deten, sind nun die guten in der Minderzahl, und die
heute unschön zu nennenden bilden die Regel; doch war
dies in anderen Ländern durchschnittlich ebenso.
Ueber die typographischen Exlibris dieser Zeit ist
nur wenig zu sagen, trotzdem sie vielfach im Gebrauche
waren; sie zeigen längere Inschriften oder nur Namen
und sind vorwiegend von einer Zierleiste umgeben.
Die sogen. Stempel kommen auch bereits auf und
deren Abdrücke sind ebenso schmucklos, wie oft undeut-
lich und unrein.
Trotzdem in dieser Periode noch eine Menge von
Stechern die Exlibris-Kleinkunst ausübte, haben nur ver-
hältnismässig wenige mit ihren Namen oder Zeichen
signiert ; wenn auch Sachverständige mitunter den Stecher
feststellen können, ist man doch bei vielen Blättern über
Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 187 1. 357
den Verfertiger gänzlich im Unklaren oder auf Ver-
mutungen angewiesen. Wirklich bedeutende Künstler
beteiligten sich nur ausnahmsweise an der Herstellung
eines Exlibris, und der Rest der Exlibris macht zumeist den
Eindruck der Dutzend waare. Manche Blätter wurden auch
in Anstalten und Grossdruckereien ausgeführt, die ihre
Firma noch nicht wie heutzutage angaben.
Erwähnt muss hier werden, dass in diese Zeit die
erste deutsche Exlibris-Publikation fällt:. Heinrich Lem-
pertz d. Ae., der ehemalige Buch- und Kunsthändler zu
Köln, brachte in seinen »Bilderheften zur Geschichte
des deutschen Buchhandels«, Köln 1853 — 65, ein nur
den > Bibliothekzeichen« gewidmetes Kapitel mit 20 Ex-
libris-Abbildungen — I Exlibris des 15., 16 des 16.,
3 des 17. Jahrhunderts — und wies damit zum ersten-
mal litterarisch auf Exlibris hin*).
A. EXLIBRIS-VERFERTIGER VON 1800-1871.
München: Otto Titan von Hefner und sein heraldisches
Institut (6 Exlibris); ein Heraldiker, der zwar noch
unsauber, aber bereits nach älteren, richtigen Mustern
arbeitete.
Franz Graf Pocci, Zeichner und Radierer (sein eigenes
Exlibris).
Dr. Karl Wolf und Sohn, lithographische Anstalt, Hof-
und Universitätsbuchdruckerei.
Nürnberg^: Georg Christof Wilder^ Diakon bei St.
Lorenz, Dichter, Radierer.
♦) Näheres; E. L. Z. VI. S. 57—63.
358 Allgemeines.
Johann Ludwig Stahl,
Eugen Freiherr Löffelholz von Colbergy Professor,
Heraldiker, Miniaturkünstler, Nürnberg, Ansbach
und München, der bereits in den 60er Jahren gut
heraldisch, in den 80er aber vollendet zeichnete.
Regensburg: Franz Anton Niedermeyer^ Steindrucker,
von dem einige Inkunabeln (Erstlingsdrucke) der
Lithographie herrühren.
Frankfurt a. Main: Geiler.
Halle: Moritz Voigt.
Strassburg i. Elsass: Benjamin Zix^ Maler.
Dresden: Karl Friedrich Holzmann,
Adrian Ludwig Richter^ der das niedliche Exlibris
Otto Jahn, Professor, archäologischer Litteratur-
historiker, Musikgelehrter, Bonn, mit Kindern unter
Fruchtbäumen schnitt, dessen Zeichnung 1894 von
Gustav Fre5'tag für das Exlibris seiner dritten Frau
Anna (Ilse), und 1896 für Hauptmann von Oidtmann,
Spandau, neu benützt wurde.
Eduard BendemanUy Professor der Kunstakademie
Dresden und Direktor der Kunstakademie Düsseldorf:
3 Exlibris Friedländer: Benoni F., Numismatiker,
Berlin, c. 1850; Dr. Julius F., Direktor des Münz-
kabinetts, Berlin, 1860; Ernst F., Geheimer Archiv-
rat, c. 1882; diese 3 Exlibris schnitt bezw. radierte
Professor Hugo Bürkner, Dresden.
Julius Hübner^ Professor und Direktor der Gemälde-
gallerie, Schwager Eduard Bendemanns; Hübner
zeichnete für seine 4 Söhne Franz H., Geheimer
Oberregierungsrat, Berlin, Dr. Emil H., Professor,
Gelehrter, Mitarbeiter Mommsens, Berlin (f), Hans
H., Professor der Chemie der Universität Göttingen
Neuzeit, \g. Jahrhundert bis rS7i.
359
und Martin H., Bankier, Berlin, 1868, 54, 68, 4 Ex-
libris, die Professor Hugo BUrkner, Dresden, äusserst
fein radierte; das humoristische Blatt Hans Hübner,
hier abgebildet, zeigt in zwei menschlichen Hirn-
schalen als Waagschalen eine Flasche Hochheimer
Von Julius Hfibnct (1
und in einer Retorte einen bezopften, schlafenden
Trinker mit Fläschchen; diese zweite Waagschale
steigt, nachdem der Genius entwichen, als leichter
in die Höhe ; in der Mitte das Hilbnersche Wappen.
Hugo Bürkner, Professor, Holzschnittkünstler und
Radierer, schnitt und radierte Exlibris-Zeichnungen
360 Allgemeines.
der vorgen. Maler Eduard Bendemann und Julius
Hühner^ sowie des Karl Ludwig Theodor Graff^
Geheimen Hofrats, Professors, Direktors der Kunst-
gewerbeschule , Dresden; Btirkners Exlibris bilden
eine rühmenswerte Ausnahme schön ausgeführter
Exlibris aus der Zeit vor 1871*).
Meissen: O. E. Goedsche^ lithographische Anstalt.
Berlin: Josef Caspar ^ der das Exlibris Gustav Parthey,
Buchhändler, Philolog, Archäolog, Orientalist, Kunst-
gelehrter, Berlin, c. 1826, sauber in Stahl stach;
Siegesgöttin mit Viergespann vor Palme**).
Friedrich Genelly und Johann Samuel Otto^ Professor.
S. Halle y von dem das Exlibris des preussischen
Generals Friedrich Boguslaw Emanuel Graf Tau-
entzien von Wittenberg, Breslau und Berlin, Kupfer-
stich, herrührt.
Ludwig ClericuSy Berlin und Magdeburg; 12 Exlibris
vor und nach 1871.
Hannover: Julius Giere,
Sagan: Leonhard Dorst von Schatzberg ^ Heraldiker,
Architekt.
D ober an: F. Rosmäsler ^ Hamburg und. 18 16 in
Doberan.
Hamburg: Gustav Adolf Forsmann,
Wien: Klemens Kohl und Jakob HyrtL
Prag: Johann Berka.
Paris: Georges oder Mucius Malbeste: Exlibris Fürst
Friedrich Salm-Kyrburg, 1827.
London: Richard Silvester ^ der das Hamburgische Ex-
libris Peter Godefroy stach.
*) Sein Exlibris- Werk besprochen in der E. L. Z. Vll. S. 46 — 49.
**) Abgebildet: Warneckes Exlibris- Buch, TafcJ XXI.
Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 187 1. 36 1
Ferner: L. Rausch^ Rudolf von Busse^ J. E. Lohrenz^
Christian Hammer^ Neubauer ^ Hans (?) A^(?) Fincke^
J. Marianus y M. Balker ^ Christof Nathe (Wien?)
Ripamonti Carpano^ Papierfabrikant, Lithograph,
Mailand (Exlibris Anton Thomas, Mailand, f in
Venedig).
B. NICHTSIONIERTE EXLIBRIS.
Von diesen erwecken folgende Blätter teils wegen
der Person des Besitzers, teils sonst Interesse.
Deutschland:
Johann Wolfgang von Goethe ^ der deutsche Dichter-
fürst, sachsen-weimarscher Staatsminister, Dr. jur.,
Weimar, hatte zwar kein eigenes Bibliothekzeichen,
obwohl er, wie wir oben Seite 260 gesehen,
zufolge des von ihm für Käthchen Schönkopf in
Leipzig , c. 1 767 , radierten Exlibris diese Sitte
kannte; doch giebt es 2 Blätter, die hier zu nennen
sind, aus den 1840er Jahren (Goethe -|- 1832), als man
wegen des Verkaufs seiner Bibliothek und Samm-
lungen unterhandelte und diese Exlibris in die
Bücher einklebte; beide sind rein typographisch mit
verschiedenen Randleisten: a. »Aus der Bibliothek
Johann Wolfgang von Goethes«; b. »Aus dem Nach-
lasse des Staatsministers Dr. Johann Wolfgang von
Goethe«.
Vom Sohne Goethes, Julius August Walther von Goethe^
giebt es 2 Exlibris: a. Kupferstich, 1809, das in
Linieneinfassung oben die Inschrift >J. A.W. v. Goethe« ,
danmter das Sternwappen und hierunter >i8o9«;
362 Allgemeines.
zeigt; b. ein Nachlass-Exlibris : In Randverzierung:
»Aus dem Nachlasse des Geheimen Kammerrats und
Kammerherren Julius August Walther von Goethec;
nur typographisch; c. 1840.
Von einem Enkel Goethes, Wolfgang Maximilian
von Goethe^ giebt es ein Exlibris, Kupferstich, 18..;
in Eierstab- und Linienumrahmung oben: »M. W.
V. Göthe«, darunter das Stern wappen und »i8..€;
dieses Blatt ist ein Rätsel; denn es müsste min.
destens W. M. statt M. W. als Anfangsbuchstaben
der Vornamen zeigen ; femer war die Schreibweise
Göthe statt Goethe der Familie verhasst; gebrauchte
Exemplare finden sich nicht, wohl aber ungebrauchte.
Möglichenfalls handelt es sich hier um eine Dedi-
kation der Platte und der Abdrücke durch einen
das Stechen als Amateur betreibenden Verehrer
Goethes oder seines Sohnes?
Alle diese 5 Goethe-Bibliothekzeichen dürften sicher
in Weimar gefertigt worden sein.
Hier sei noch das von einer Randzierleiste umgebene,
sonst typographische, Exlibris von c. 1840 erwähnt,
das die Inschrift trägt: »Henriette Freifrau von Pog-
wisch, geb. Gräfin Henckel von Donnersmarck« ;
sie war die Mutter der Ottilie Freiin von Pogwisch,
die Goethes Sohn Julius August Walther von Goethe
geheiratet hatte.
C WEITERE BEACHTENSWERTE EXLIBRIS:
a. Mit Wappen:
Georg Ernst Levin Graf von Wintzingerode y Staats-
und Konferenzminister, Stuttgart, c. 181 5.
Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 1871. 363
Rudolf Graf Stillfried von Alcantara und Rattonitz,
preussischer Oberceremonienmeister , Kunstschrift-
steller, Genealoge, Heraldiker; dreierlei heraldische
Exlibris, davon i in 3 Farbvarietäten, c. 1849.
Leonhard Dorst von Schatzberg ^ Architekt, Heral-
diker, Sagan; viererlei heraldische Exlibris, circa
1844 und 46.
August von Kotzebue ^ deutscher Lustspieldichter, rus-
sischer Staatsrat, erdolcht 1819 zu Mannheim;
Kupferstich.
Dietrich Heinrich Ludwig von Ompteda, hannoverscher
und kurbraunschweigscher Minister, Völkerrechts-
schriftsteller.
Ludwig Friedrich Viktor Hans Graf von Biilow^ west-
fälischer und preussischer Staatsmann.
Eugen Reichsfreikerr von Maucler, württembergischer
Gesandter in Wien, Oberherrhngen, 1839.
Johann Gottlob von Quandt^ Kunstsammler und Schrift-
steller, Dietersbach in Sachsen und Dresden.
Georg Heinrich Krieg von Hochfelden^ badischer
General, Militär- und Burgen-Schriftsteller.
Gottfried Kellner^ deutscher Konsul in Odessa.
Georg von Kochy braunschweigischer Minister, Heral-
diker.
Karl von Heideloff, Architekt, Maler, Nürnberg und
Hassfurt.
Karl Alfred von Graefe, Augenarzt, Halle.
Christian Karl (Freiherr von) Bunsen^ Gelehrter, Staats-
mann, Bonn.
Karl Peter Lepsius^ Geheimrat, Archäolog, Naumburg.
Dr. Karl Ritter Mayer von Mayerfels^ Heraldiker,
München.
364 Allgemeines.
Dr. Georg Wilhelm von Räumer ^ Geheimrat, Direktor
der Staatsarchive, Historiker, Berlin.
Dr. Henry Bethel Strousherg (ursprünglich Baruch
Hirsch Strausberg), Eisenbahnunternehmer, London
und Berlin.
b. Mit anderen Darstellungen:
Heinrich Oswald Theodor Freiherr Tschatnmer
von Osten^ Schlaupe, Schlesien, preussischer Land-
wehroffizier, zu Tode verwundet 181 3 bei Leipzig;
in Rahme Palme mit unten angelehntem Wappen;
seitwärts Büchergruppe.
Dr. Eduard Böcking, Professor, Bonn; 4 Exlibris,
I mit Ulrich von Huttens Porträt, i mit gotischer,
umrankter Nische, i mit 4 Schilden, i in 3 Papier-
varietäten mit der Justitia.
Kreuzlschule ^ städtisches Gymnasium, Dresden (1300
zuerst erwähnt, katholisches, 1539 protestantisches
Gymnasium); in Epheuumrahmung Tafel, darüber
Globus, Bibel und Leyer.
Bernhard (Freiherr von) Köhne ^ Archäolog, Numis-
matiker, Heraldiker, Berlin, 1844 Konservator des
Münzkabinetts der Eremitage St. Petersburg; unter
Namen brandenburgische Münze in Vorder- und
Rückansicht; hier (S. 365) abgebildet. (Es giebt
noch 2 Exlibris, von Bernhard Heinrich Wilhelm
Köhne und Karl Bernhard Wilhelm Köhne, beide
mit Bienenkörben.)
Eduard Gerhard^ Archäolog, Berlin; 2 Exlibris, so-
wohl Wappen allein, als auch Wappen unter klassi-
scher Darstellung: Kandelaber, Mann mit Greif,
Romulus und Remus mit der Wölfin.
Neuzeit. 19. Jahrhundert bis 1871. 3^5
Dr. Friedrich Philipp Useiier , Syndikus, Geschichts-
schreiber, Ridinger- und Chodowiecki-Sammler,
Frankfurt a. M.; Name zwischen 5 Landschäftchen.
Freimaurerloge su den 3 We/th/ge/n, Berün, c, 1840,
medaillenartig ; preussischer Adler über 3 Globen.
E BiblioUieca
Bernardi
KCEHNE.
Loge Leopold siir Treue, Karlsruhe in Baden; Winkel
mit Kette, innen >L. Z. T.« und der Spruch »Sehen,
Hören, Schweigen«.
Lege zur Einigkeit, Frankfurt a. M.; über Inschrift
in Sternenkranz I.olh, Zirkel, Kelle, Winkel.
366 Allgemeines.
Ludwig Cavalli^ Darmstadt; Minerva krönt Merkur,
Wappen.
Adam Walter Ströbele elsässer Geschichtsschreiber,
Professor, Strassburg im Elsass, c. 1840; 2 Exlibris
mit dem Strassburger Münster.
Johann Georg Schnalzer^ Zimmermeister, 1775 SchöfFel
(Beisitzer am Stadtgericht) Mülhausen im Elsass;
eine der ersten lithographischen Arbeiten von Gott-
fried Engelmann, Mülhausen i. Eis., einem Schüler
Sennefelders in München; Engelmann führte die
Lithographie in Frankreich ein; Gruppe von Loth,
Linealen, Zirkel, Messketten etc.
Johann Gottfried Sckweighäuser^ Professor und Schrift-
steller des Ottilienbergs und der Heidenmauer,
Strassburg im Elsass, c. 1843; gezeichnet von Paste)
Johann Ringel in Allmannsweyer und Uelzach; Fels-
mauer des St. Ottilienbergs.
Dr. Wilhelm Gesenius^ protestantischer Theolog, Pro-
fessor, Orientalist, Halle; nur typographisch.
Geschichtlich merkwürdig sind die 3 Grossfolio-Exlibris
(2 Stichvarietäten, i in 2 Färb Varietäten) des Erz-
herzogs Ferdinand von Oesterreich^ Grossherzogs
von Toskana^ von 1802 — ^ weltlicher Kurfürst von
Salzburg (Bruder Kaiser Franz L von Oesterreich).
Diese Exlibris wurden von der kurfürstlichen Re-
gierung behufs Eigentumsbezeichnung für Bücher
bestellt; die rauhe Weltgeschichte hatte jedoch
diesem Kurfürstentum Salzburg (es kam 1805 an
Oesterreich) nur eine allzu kurze Lebensdauer
])estimmt, als dass alle Exemplare hätten auf-
gebraucht werden können. Der Rest ging, dem
Schicksal der kurfürstlichen und erzbischöflichen
Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 1871. 367
Bibliothek folgend, in den Besitz des k. k. Haus-,
Hof- und Staatsarchivs Wien über. Kupferstiche,
Wappen mit Orden auf Wappenmantel unter Krone,
c. 1803.
Geschichtlich ebenfalls bemerkenswert ist das Exlibris
Beidaels de Zittaert, letzter roy d'armes = Wappen -
könig, Herold bei der niederländischen Hofkanzlei
in Wien. Nach dem Verlust der Niederlande (1795,
18 10, 1815) hörte die niederländische Hofkanzlei
in Wien auf, die niederländischen Adelsakten blieben
noch einige Zeit in Beidaels de Zittaerts Verwahrung,
bis auch sie ans k. k. Haus-, Hof- und Adelsarchiv
Wien kamen; ebendahin kam auch c. 1825 die zu-
gehörige Handbibliothek, deren Bestand das hier
genannte Exlibris trug; massiger Kupferstich; kaiser-
licher Doppeladler mit österreichisch-lothringisch-
burgundischem Brustschild und Orden zwischen
2 Inschriften: »Appartient ä la biblioth^quec und
>Donn^ par le Conseiller premier roy d'armes
Beydaels de Zittaert« (die 2. Inschrift meist weg-
geschnitten), c. 181 5.
Ferner ist geschichtlich interessant : Venedig , k, k.
Bibliothek von San Marco, unter der österreichischen
Herrschaft, 181 5 — 66 im Gebrauch; Kupferstich,
c. 1850, 2 Grössen. Ueber Inschrift: >Imp.(erialis)
R.(egia) D.(ivi) Marci Venetiarum Bibliotheca« ;
7 Bücher, deren eines der geflügelte Markus-Löwe
mit der linken Vorderpranke hält; mit der rechten
schwingt er ein Schwert, um das sich ein Band mit
den Worten »Gustos vel ultor« (Wächter oder Rächer)
schlingt, die sich sowohl auf Venedig, als auch auf
die Bücher beziehen.
368 Allgemeines;
Max Graf von Merveldt, General der Kavallerie, Bot-
schafter in London, Wien; Wappen.
Georg Andreas Freiherr Bajzath von Peszak^ k. k. Rat,
Ungarn; 4 grosse Wappen-Exlibris.
Franz Ritter von Hauslab ^ Feldmarschallleutnant,
Wien; AA'appen.
Freiherr von London (Laudon), Schloss Bistritz am
Hostein, Mähren; Wappen.
Theodor von Karajan, Germanist, Geschichtsforscher,
Wien; Wappen.
Alfred Grenser ^ Heraldiker, Wien; i Exlibris mit
Wappen, 2 mit Inschriftschild an Palme auf Schnecke.
Universität Krakau^ Galizien, Jagellonen-Bibliothek;
Wappen.
Nikolaus (Miklos) Jankovich von Wadas, Assessor,
Schriftsteller und Sammler, Pest, 1830; seine Biblio-
thek bildete 1832 den Grundstock der Landes-
bibliothek Budapest; Wappen in Raute.
XI. KAPITEL.
NEUZEIT, 1871—1900.
jl ie Errichtuni^ des neuen Deutschen Reichs
fl blieb auch auf dem Gebiete der Kunst nicht
H ohne Folgen, und wir Itenaerken selbst in
il der Exlibris-Kleinkunst einen sichtbaren und
merklichen Aufschwung; das Steife, Kalte und Nüchterne
der 50er und 60er Jahre wird abgestreift, und ein flottes,
kräftiges Aufstreben, eine neueste Renaissance auf Grund
der alten K'^S namentlich unter der Führung Münchens
von etwa 1S75 an durch alle .Ateliers der Kunst und des
neuerwachten Kunst h and werks.
Die Wiedergeburt deutscher Kunstrichtung begann
zunächst nicht mit dem selbständigen Schaffen eines
neuen Stils, sondern sie baute sich auf den Werken
unserer Vorfahren der Renaissancezeit auf, die sie
kopierte und imitierte. Seitdem das Wort »Deutschs
au%ehört hatte, nur ein allgemeiner Sammelname von
Einzelstämmen zu .sein und wieder ein geographisch-
politischer Begriff voll innerer Kraft und Stärke gewor-
den war, streljte man, halb unbewusst, allenthalben in
deutschen Landen danach, dieses neuerstandene Deutsch-
tum überall zum .\usdruck zu bringen. So schloss man
3 yo Allgemeines.
sich von selbst an die glänzendste Periode deutscher
Kunst, an die deutsche Renaissance, an, und nun wurde
alles in »altdeutschem Stile« aufgeführt, Bauten und
Paraden so gut wie Zimmereinrichtungen, Möbel und
Gebrauchsgegenstände, Dekorationsmalereien wie Sticke-
reien, Schmuckgegenstände u. s. w. Bald jedoch ging
man in der, rascher pulsierenden Neuzeit zum Barock^
dann zur Imitation des Rokoko und des Empire über,
und wozu unsere Ahnen über 300 Jahre der Entwick-
lung gebraucht hatten, wurde nun in kurzen 15 Jahren
von 1875 — 1890 erledigt und durchgemacht. H. S. Schmid
nennt diese Zeit in seiner »Kunststilunterscheidungc
ganz richtig die riRepetitionszeiU, Es ist in derselben
unendlich viel Treffliches geschaffen worden; man hat
nicht nur hervorragende alte Werke der Kunst meister-
haft nachgeahmt, sondern sich auch in den Geist unserer
Altvordern hineingefühlt und in deren Sinne neue Meister-
werke in altem Stile geformt, die sich dem Besten aus
den Zeiten Dürers und seiner Kunstnachfolge an die
Seite stellen lassen.
Da man in dieser Periode auch gern alte Gebräuche
wieder aufnahm und seine Umgebung, auch die klein-
sten Dinge derselben und die des Alltagslebens, künst-
lerisch auszustatten begann, so blieb es nicht aus, dass
die 400 Jahre alte Exlibris-Sitte und mit ihr auch die
Exlibris-Kleinkunst wieder zu neuem frohen Leben er-
wachte.
Zuerst sehen wir wieder das Wappen als einzigein
Schmuck des Exlibris, jedoch erfreulicherweise wieder
mehr nach alten, richtigen Mustern; dann folgen Renais-
sance-, Barock- und Rokokoumrahmungen und bald sym-
bolisch-allegorische Darstellungen.
Neuzeit, 1871 — 1900. ^^l
Als alle Stilunterarten von der Renaissance bis zum
Empire nach 15 Jahren durchkopiert waren, gewann der
sog. 9 Neue f lg/t sc Ae Sti/« die Oberhand, der, wie in
anderen Ländern, auch in Deutschland Eingang fand.
Er entwickelte sich aus dem Streben, die Umgebung
des Menschen auf einfachem Wege praktisch und bequem
zu gestalten und sie nebenbei, nicht aufdringlich oder
übermässig, mit künstlerischem Schmuck zu versehen.
Dieser letztere setzte sich namentlich aus einer reichen
und vielfältigen Verwendung von Blumen-, Blatt- und
Pflanzenornamentik zusammen und erstreckte sich auf
Skulptur und Malerei, Metall- und Möbel-Schmuck, ins-
besondere aber auf alle zeichnerische Darstellung —
und damit auch auf die Exlibris-Komposition.
Der besonders in England zu starkem Blühen ge-
kommene Praeraphaelismiis mit seinen faltenreichen
Gewändern und antik angehauchten Figuren, ferner der
plötzlich auftauchende und neu in die Erscheinung
tretende Japanisvtus blieben auch in Deutschland nicht
ohne Einwirkung, was wir nicht nur im grossen und
ganzen auf fast allen Gebieten der Kunst, sondern auch
wieder auf den Zeichnungen unserer Exlibris beobachten
können.
Inrwischen sind wir — neben einem Umherirren in
allen möglichen Stilen und einem Anlehnen an dieselben
— in den letzten 5 Jahren vor 1900 in die rintodernev.
Richtung eingetreten, die sich in Anpassung an einfache
Linien, in einem Streben nach Bequemlichkeit aller
Möbel und Gebrauchsgegenstände, in Ornamentik von
gewundenen Linien und Schnörkeln und namentlich in
mannigfachster Anwendung und Stilisierung von Blumen
und Pflanzen gefällt, die sich aber noch in der Entwick-
^y2 Allgemeines«
lung befindet und noch zu keinem Abschluss gekommen
ist. Sie wird in allen deutschen Kunstcentren, in Mün-
chen, Berlin, Dresden, Stuttgart, Karlsruhe, Darmstadt,
Hamburg und besonders eigenartig in Wien etc. gepflegt,
und die so überaus zahlreichen deutschen und öster-
reichischen Kunstzeitschriften vermitteln den Austausch
der Ideen, Phantasien und Geschmacksrichtungen. Ein
uneingeschränktes Lob oder einen vollen Tadel, sowie
überhaupt eine abgeschlossene Kritik jetzt schon defini-
tiv auszusprechen, wäre verfrüht, da sich diese moderne
Richtung noch im Zustande des Werdens befindet; als
Vermutung kann man höchstens aussprechen, dass sie
nicht von allzulanger Lebensdauer sein wird.
Selbstverständlich liefern die Bibliothekzeichen der
Jetztzeit, im Anschluss an den nunmehr wieder mehr
gepflegten Buchschmuck, sowie in Verfolg der gegen-
wärtigen Stilrichtung ebenfalls wieder ein getreues Spie-
gelbild dieser letzteren, und besonders unsere jüngeren
Künstler schwelgen oft üppig in der »Modernen« auf
dem Felde des so bescheidenen Exlibris, das, wenn es
so recht der neusten Richtung entsprechend ausfiel,
zeichnerisch gewaltig von seinem Ahnherrn, dem Ex-
libris des 15. Jahrhunderts, absticht.
Man kann aber, nachdem im Vorstehenden alle Ex-
librisperioden bis zur Jetztzeit behandelt sind, ersehen,
tiass das Studium einer grösseren Exlibris-Samtnlung,
die Beispiele von c. i^yo—igoo in sich birgt ^ von höch-
stem Interesse und Nutzen ist; ist eine solche Samm-
lung nach Zeitperioden eingeteilt, so zeigt sie, wie ein
klargehaltenes Nachschlagewerk, bildlich alle Wand-
lungen der einzelnen Stile, Moden und Geschmacks-
richtungen, den Aufschwung, den Niedergang, die Wieder-
Neuzeit, 1871 — 1900. 373
geburt der Kunst, alle Arten von Techniken und die
Fortschritte in den Herstellungsarten und Verfahren.
Letztere sind im Gegensatz zu früher in unseren
Tagen äusserst vielseitig; der alte, beliebte Holzschnitt^
sowie Kupferstich und Radierung — diese beiden ein-
zeln oder mit einander vermischt — blühen erfreulicher-
weise noch immer; zwischen 187 1 und 1890 sind ge-
stochene oder radierte Exlibris noch vereinzelt; in letzter
Zeit aber, als eine Folge zahlreicher Radiervereine und
der dadurch hervorgerufenen öfteren und fleissigeren
Beschäftigung mit der Radiernadel finden wir wieder
eine reiche Zahl von gestochenen und radierten Exlibris
in Deutschland, weniger noch in Oesterreich.
Bedeutende Rivalen sind dem Stich und der Radie-
rung im Steindruck und in der Zinkätzung (Photogra-
phie, Zinkclich6) entstanden. Beide Verfahren haben
den Vorzug grösserer Billigkeit gegenüber der müh-
seligeren, langwierigeren und teureren Nadelarbeit in
Kupfer; ausserdem lieben es jetzt viele Künstler, die
Uebertragung ihrer Zeichnung auf den Stein selbst aus-
zuführen, um ihre Arbeiten originell und individuell zu
erhalten und sie nicht durch nicht so künstlerische, leicht
anders empfindende Handwerkshände beeinflussen und
beeinträchtigen zu lassen.
Dass die Photographie und deren Uebertragung auf
das Zinkclichd die Originalzeichnung jedenfalls getreu
wiedergiebt, ist einleuchtend; schädlich können hiebei
nur etwa die Ausführung der Originalzeichnung in zu
kleinem Format oder die nicht genügende sog. Zurich-
tung der Clich^s seitens des Druckers wirken.
Eine ganz besonders deutsche Eigenart in der
ältesten wie nun wieder in der neuesten Zeit finden wir
374 Allgemeines.
in den zahlreichen farbigen deutschen Exlibris; hat doch
der Deutsche eine besondere Vorliebe für Farbe imd
farbigen Schmuck, wie die vielen deutschen Trachten,
bemalten HäuserfaQaden, Innendekorationen etc. beweisen.
In keinem anderen Lande stossen wir auf so viele Bib-
liothekzeichen, die bunten Schmuck tragen, wenn sie
auch vereinzelt immerhin auch auswärts vorkommen.
Im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Holzschnitt mit
der Hand bemalt, in der Neuzeit hat man den Stein-
und Farbendruck; es ist nicht zu leugnen, dass das Ge-
sammtbild durch die bunte Darstellung gewinnt und,
falls die Töne nicht zu grell sind, das kleine Blatt im
Buche einen freundlicheren, einen farbenfrohen Eindruck
macht, der das oft weisse innere Deckel- oder Vorsatz-
papier angenehm belebt.
Das Wiederaufblühen der Exlibris-Sitte nach 1871
ist, wie erwähnt, in erster Linie auf die Wiederaufnahme
alter Gebräuche und das Neuaufleben deutscher Kunst
zurückzuführen; allein nicht minder auch auf die rege
litterarische Thätigkeit in Wort und Bild, die in grösseren
Exlibris- Werken, in kleineren Exlibris-Künstler-Monogra-
phien und in zahlreichen Exlibris-Artikeln in Fachzeit-
schriften und in der Tagespresse ganz Deutschlands und
Oesterreichs Ausdruck fand.
Die allererste litterarische Anregting über Bibliothek-
zeichen im ig. Jahrhundert brachte, wie oben S. 357
angegeben, Heinrich LefPipertzA, Ae., Köln, c. 1 853,in seinen
»Bilderheften zur Geschichte des deutschen Buchhandelsc,
1853 — 65. Ihm folgten im Auslande Maurice Tourneux
mit einem Artikel über die Exlibris-Sammlung Aglaiis
Bouvenne im »Amateur d'autographes«, April 1872, dann
A. Potdet'Malassis mit seinem trefflichen Buche »Les
Neuzeit, 1871 — 1900. 375
Exlibris fran^ais^^, 1874 u. 75, hierauf J. I^icester Warren
(Lord de Tabley), mit seinem nicht minder hervorragenden
Werke >A guide to the study of bookplates (Exlibris)«,
London, 1880, das auch eine ganze Reihe deutscher Ex-
libris bespricht. Hierauf folgt der Elsässer Geschichts-
forscher, Dichter, Professor und Oberstadtbibliothekar
August Stoebery Mülhausen i. Eis., 1881, dessen »Petite
revue d'Exlibris alsaciens« elsässer Bibliothekzeichen aus
der altdeutschen, französischen und neudeutschen Zeit
bespricht, und Arthur Benoit, Berthelmingen in Deutsch-
Lothringen, der die 2 Exlibris des elsässischen, badischen
und französischen Geschichtsschreibers Johann Daniel
Schöpf lin, Strassburg, behandelt; Paris, 1883.
Zeitlich schliesst sich nun der erste grössere deutsche
Exlibris-Artikel der Neuzeit an, den der bayrische
Reichsherold Gottfried van Böhm in der »Zeitschrift des
Münchner Altertumsvereins«, 1887, Heft 2 — 4, schrieb
und damit bahnbrechend für die vielen folgenden deut-
schen Exlibrispublikationen wirkte.
1889 verfasste hierauf C. M. Carlander in Stock-
holm ein Buch über schwedische Exlibris, und 1890 er-
schien das erste grössere deutsche Exlibris-Werk aus
der Feder des Geheimen Rats Friedrich Warnecke^ Berlin,
das ausser einer Einführung in das Exlibris-Thema eine
Liste von 2566 Exlibris enthielt, in der wegen der deutsch
klingenden Namen ausser österreichischen Exlibris einige
elsässer Exlibris aus der französischen Zeit, sowie einige
schweizer, holländer und schwedische enthalten sind;
heute, 10 Jahre nach Erscheinen dieses Buches, sind
bereits an 4500 alte und c. 5800 neue deutsche und
österreichische Exlibris bekannt!
Die nun rasch sich folgenden zahlreichen deutschen
376 Allgemeines.
Exlibris - Monographien und -Artikel können unten im
III. Teil 5 > Deutsche Exlibris-Litteratur« nachgesehen
werden.
Die Einteilung und gesonderte Betrachtung der Ex-
libris der Neuzeit seit 1871, an deren Ausführung sich
jetzt wiederum Künstler ersten Ranges gleich einem
Dürer*), sowie sonstige bekannte Vertreter der Malerei,
des Kunsthandwerks, Lehrer wie Schüler und Dilettanten
beteiligen, könnte nach verschiedenen Gesichtspunkten
erfolgen, so nach Techniken, Manieren, Schulen u. s. w.,
doch ergiebt sich die einfachste Einteilung im Anschluss
an die früheren Kapitel aus den beiden Exlibris-Haupt-
arten, A. den r einher aldischen^ nur mit Wappen, und
B. den in der Hauptsache nichtheraldischen mit ihren
allerlei Arten der Darstellung; anzugliedern bleiben dann
nur noch kurz C. die rein typographischen Exlibris.
A. REINHERALDISCHE EXLIBRIS, NUR MIT
WAPPEN.
Wie es vor 400 Jahren in Deutschland bereits all-
gemeiner Brauch war, und wie man dies heute auch in
England und Frankreich reichlich antrifft, bildet das
Familien- oder Personalwappen auch in Deutschland
und Oesterreich jetzt noch den entweder einzigen oder
wenigstens hauptsächlichsten Schmuck des Exlibris, ein
Brauch, der seine volle Berechtigung hat; denn nichts
*) Leider fehlen noch in der Reihe der Exlibris-Künstler Kory-
phäen wie Menzel, Lenbach, Stuck etc.
Neuzeit, 187 1—1900. 377
anderes, als höchstens etwa das Porträt, ist so geeignet,
den adeligen wie bürgerlichen Besitzer eines Buches zu
kennzeichnen und zu vertreten, als sein Wappen, das
individuell nur mit ihm und den Seinigen eng zusam-
menhängt. Da nicht jedermann all die vielen Wappen
kennen kann, ist es ein Gebot der Logik und erhöhten
Buchsicherung, dass unbedingt der Name beigefügt wird ;
sonst aber genügt in erster Linie Wappen und Name.
Von diesem Grundsatz ausgehend, ist in Deutschland
und Oesterreich etwa die Hälfte aller Exlibris der
neusten Zeit reinheraldisch y wobei noch höchstens
Zierrandleisten oder architektonische Umrahmungen zur
Belebung des Gesammtbildes und zum abschliessenden
Schmuck des Blattes mit verwandt sind.
Die Konzession einer berechtigten Forderung der
jüngsten Zeit, der das Wappen allein zu einförmig er-
scheint, und die es teils in vollkommen zulässiger, ja
ratsamer Weise mit anderen Darstellungen in Verbin-
dung bringt oder zu gunsten der letzteren ganz weg-
lässt, werden wir weiter unten (in B.) kennen lernen.
Bis 1871 trifft man häufig unglaubliche Missgeburten
von Wappenzeichnungen, weil die alten, guten Vorbilder
nicht genügend bekannt waren, trotzdem manche Heral-
diker, wie Dr. Hermann G^r^/^-Hannover, Leopold Frei-
herr von Leäedur-BerVmy Otto Titan von He/ner-MVinchen^
Karl Ritter Mayer von Mayerfels-München, Ralf von Ret-
^^r^-München, Fürst Friedrich Karl von Hohenlohe-
Waidenburg zu Kupferzell vor 1870 mit ihren Schriften
an die Oeffentlichkeit getreten waren.
Die früheren Wappenbücher des 18. Jahrhunderts
waren verzopft und hatten das Wesen des an sich ein-
fachen, alten und guten Wappenbrauches ganz aus dem
378 Allgemeines.
Auge verloren; man legte auf Kleinigkeiten Wert und
machte dabei in den alten, einfachen Hauptregeln Fehler
über Fehler. Die Forschungsergebnisse der eben ge-
nannten Heraldiker vor 1870 waren aber noch zu wenig
in die Allgemeinheit gedrungen, und erst nach 1871
wurde es besser, als fachmännisch gebildete Heraldiker
musterreiche Lehrbücher herausgaben, und damit die
heraldische Hilfswissenschaft einerseits, wie die heral-
dische Kunst andererseits wieder zu Ehren kamen und
in immer weitere Kreise drangen. Professor Ad. M.
Hi/dedramÜ'Ber\in gab 1872 sein ^Heraldisches Muster-
buchs, mit 48 Tafeln und Geheimer Rat Friedrich War-
necke-Berlin 1880 sein n Heraldisches Handbuchs mit
Zeichnungen des Professors Emil Doepler d. J.- Berlin,
34 Tafeln, heraus, welch beide Werke schon eine ganze
Reihe von Auflagen erlebten und am meisten zur Wieder-
verbreitung guter Heraldik beitrugen. Femer zu nennen
sind noch die treffliche kleine » WappenfibeU von Vxo-
fessor Ad. M. Hildebrandt'BeTlin^ 1887, zahlreiche heral-
disch-sphragistische Schriften von Gustav A. Seyler-
Berlin, insbesondere dessen hervorragende i* Geschichte
der Heraldik^ ^ sowie seine Fortsetzung von r^Sieb-
ntachers Wappenbiich^ etc., und die r* Heraldische Ter-
minologien bezw. die n Grundsätze der Wappenkunst^
von Maximilian Gritzner-B^x\\n^ 1878 und 1889. Aus
der neusten Zeit: Hugo G. 5/r^Ä/- Mödling - Wien,
1» Heraldischer Atlas ^^ 1899, ein überaus reichhaltig
ausgestattetes und viele farbige Tafeln enthaltendes
Werk.
Dass man neben den prächtigsten Wappenzeich-
nungen der Jetztzeit noch immer auch schlecht und un-
richtig ausgeführte Wappen antrifft, ist einleuchtend.
Neuzeit, 1 871 — 1900. 379
wenn man die riesige Anzahl derer bedenkt, die über-
haupt heutzutage in Farbe und Tusche arbeiten; sieht
man ja auch ebensowohl schlecht gezeichnete Land-
schaften, Porträts etc.
a. Die hirvorragendsten Zeichner gänzlich oder in der
Hauptsache heraldischer Bibliothekzeichen:
aa. Berufskünstler:
Deutsches Reich:
Berlin: Professor Adolf M. Hildebrandt: Er ist der-
jenige deutsche Exlibris-Zeichner, der die meisten
Exlibris, teils in Federzeichnung, teils in farbiger
Darstellung ausgeführt hat; anfangs ausschliesslich
heraldisch, mit omamentalen Umrahmungen, in
jüngster Zeit auch mit modernen Motiven, die manch-
mal den Schildbildern entnommen sind, z. B. Pflanzen
und Blumen, zur Ausschmückung der sonst heral-
dischen Blätter. Bewundernswert ist die Mannig-
faltigkeit in der Darstellung; keines seiner 140 Ex-
libris gleicht dem anderen, und in heraldischer Be-
ziehungsind sie, sozusagen, unanfechtbar. Als Beispiel
ist hier (S. 380) das Exlibris des deutschen Exlibris-
Vereins , Berlin , mit den 3 Künstlerschildlein und
Büchern, abgebildet ; ein zweites vgl. im II. Teil 8.
Besonders gut sind seine Exlibris der Luther-
bibliothek der Wartburg, Regierungsrat Hubert Frei-
herr von Gumppenberg, Würzburg, Rittmeister
Emmo Freiherr Grote, Neustrelitz, 3 fürstlich Stol-
berg- Wernigerode'sche, 2 Gustav A. Seyler, Geheimer
Rat, Berlin, Archiv des fürstlichen Hauses Leiningen,
Amorbach, Chs. Howard Viscount Morpeth etc.;
380
von Hildebrandt rühren auch 6 englische ExHbris
her*).
,^>Nr>^V;iC^
Exlibris di-s Exlibris- Vereins. Von Ad. M. Ilildcbnndt (18921.
•; Sein Exlibris-Werk: E. L. Z. VII. S. 112-120; 189z, 94 und
98 erschienen bei J. A. Siargardt, Berlin, 3 Hefte mit je 1$ Hildc-
brnndt'schcn Exlibtis,
Neuzeit, 1871—1900, 381
Professor Emil Doepler der Jüngere, Vorsitzender des
deutschen Exlibris- Vereins , der im Anschluss an
gute alte deutsche Vorbilder, z. B. Dürer, so manche
schöne, in nichts zu beanstandende, echt deutsche
Wappenzeichnung geliefert hat Er schuf bis jetzt
55 Exlibris, darunter das Seiner Majestät des deutschen
•£-3->a'.
Kaisers , Königs von Preussen , Wilhelm II. , das
unter dem deutschen Reichswappen mit dem hohen
Orden des schwarzen Adlers ein aus Büchern ge-
bildetes W zeigt; abgebildet im II. Teil 6. Doeplers
Exlibris enthalten ebenso unbedingt richtigen heral-
dischen, wie häuüg auch figürlichen Schmuck. Von
seinen Exhbris ragen besonders hervor: Kaiser-
382 Allgemeines.
Wilhelm-Bibliothek Posen, 6 Exlibris Bachofen von
Echt- Wien, Verein Herold-Berlin, Kunstgewerbe-
Museum-Berlin, Hermann F. Giesecke-Berlin , Otto
Freiherr von Aufsess-Regensburg , Oberpräsident
Wilhelm (Bill) Bismarck-Königsberg, Leutnant Kurt
Auer von Herrenkirchen-Berlin, Heliogravüre, das
farbige von Armin Freiherr von Foelckersam-Riga,
Paul Nikolaus Ratajczak-Berlin, Heliogravüre, Archi-
tekt Max Ravoth-Berlin, Alfred Bovet('j*)-Valentigney.
Als Beispiel Doepler'scher heraldischer Exlibriszeich*
nung sei hier (S. 381) das Exlibris des Verfassers
dieser Zeilen und seiner Gemahlin abgebildet*).
Georg OttOy ein Doepler-Schüler, der in der Wappen-
zeichnung gute und richtige Formen aufweist, öfters
auch nichtheraldische Darstellungen (Porträts, Land-
schaften etc.) wählt und bis jetzt iio Exlibris ge-
zeichnet hat. Sein Exlibris Otto Haak, Berlin, 1898,
und Kremsmtinster, 1893 (vgl. S. 330) hier (S. 383
und 384) abgebildet; besonders zu nennen sind Ottos
Exlibris : Irmaos da verdade-Rio de Janeiro, Oskar
Lessing, Berlin, H. von Eckardt - Konstantinopel,
Deutscher Graveur - Verein - Berlin , Oberleutnant
Kurd Warnecke - Berlin , Harry de Forest -Smith-
Gardiner, Otto Boas-Berlin, Goetheforscher Erich
Schmidt - Berlin , von Transehe - Neuschwanenburg,
Max von Wedel- Berlin, Freiherr von Korif-Pree-
kuln etc.
Rudolf Otto^ Hofgraveur, Berlin ; Exlibris Professor und
Geheimer Rat Franz Reuleaux, Berlin 1882.
Oskar Roick, Berlin; 25 Exlibris; in Wappen ebenfalls
*) Doeplers Exlibris-Werk: E. L. Z. Vlll. S. 77— 82; S. 121; auch
111. S. 4, 5, 37, 41; IV. S. 16, 67; V. S. 12; IX. S. 21, 124.
Neuieit, 1871—1900. 383
sehr korrekt; sein eigenes, 1899, hier (S. 385) ab-
gebildet; die 3 Künstlerschildlein innerhalb der
deutschen Farben Schwarz-Weiss-Rot.
Exlibris Otio Haik. Von Qtorg Otto 11W8).
Paul Voigt, Abteüungsvorsteher der kaiserlichen Reichs-
druckerei, von dem die 4 Exlibris der kaiserlichen
Reichsdruckerei und die 2 des kaiserlichen Reichs-
postamts, vorzüglich gedruckte, getönte Radierungen
384
Allgemeint
mit schön stilisierten Reichsadlern*), herrühren,
31 Exlibris; vgl. unten unter B.
Emil Marzahn; feiner Stich des von A, M. Hilde-
brandt gezeichneten Exlibris Dr. Stephan Kektäe
von Stradonitz, Gross-Lichterfelde 1901.
Bibliolhek des Siills Krci
O. Ono (1893),
Emil Zellner, Baumeister, 12 Exlibris.
Heinrich Nakdc, Hofwappenmaler*').
) Ein Teil abgebildet : E. L. Z. IV. S. 54 und 90.
) % »bgebildei: E. L. Z. 11. 2. S. 8—9.
Neuzeit, 1871—1900. 385
Hermann Hcling, Hofwappenmaler.
Johann Sauber, Inhaber der Armand Lammschen litho-
graphischen und Gravier-Anstalt,
Robert Mielke, Zeichenlehrer.
München:
Otto Hupp, Schieissheim -München, der Meister der
weitverbreiteten »Münchner Kalenderc {1885 — 1901),
der in gotischer und Renaissance -Wappenzeichnung
Exlibris Oskar Roick. Von ihm $elbst IIS99).
ebenso Hervorragendes wie ganz Eigenartiges leistet
und Wappentiere, Helmdecken, Blatt- und Zier-
Ornamentik im Gefühl des sog. «altdeutschen!: Stils
ausgezeichnet trifft. Von seinen 20 teils farbigen,
teils schwarz- weissen Exlibris sind besonders zu
nennen-. Gabriel Seidl, Architekt, München, Holz-
schnitt 1880, Arthur von Osterroth, Schloss Schön -
berg) 1895, das hier (S. 387) als Probe wiedergegeben
386 Allgemeines.
ist, M. von Wilmersdörffer, Bankier, München,
1897, Professor Dr. Max Kirmis, Neumtinster, 1899,
Rosa und Heinrich Kronenberger , München, 1900,
Cornelius von Hey!, Worms, 1900.
Otto Titan von Hefner (-j-), Heraldiker, München, dem
schon vor 1871 zusammen mit seinem Antipoden
Dr. Karl Mayer von Mayerfels die Wiederaufnahme
heraldischer Kunstpflege zu danken ist; von Hefher
zeichnete noch keineswegs schön und war sogar
unsauber in der farbigen Darstellung, ging aber
möglichst wieder auf alte Muster zurück; 10 Exlibris.
Eugen Freiherr Löffel holz von Colberg (f), Professor,
Miniaturmaler; ein Nürnberger an Familie wie an
künstlerischem Empfinden und Können.
Karl Rickelt ^ dessen schönes Exlibris Freiherrlich
von Lipperheide'sche Büchersammlung, Berlin, 1894
(6 Grössen), hier (S. 388) abgebildet ist.
Karl Josef Zwerschina, Kunstrestaurator; schönes far-
biges Exlibris Hugo Helbing, München, 1900.
Josef Widmanft; Ferdinand Barths Professor; Ludwig
Eduard von Harnier; Eduard Förster y Dr. Karl
Wolf; Max von Baumgarten.
Max Gube, Hofgraveur; 15 Exlibrisradierungen, vor-
wiegend gut heraldischen Charakters.
Karl Oehringy Hofgraveur.
Karl BelZy Graveur; Seligmann Sturmband^ Graveur.
Wilhelm Standke^ Graveur.
Starnberg: Georg von Urlaub; Radierung Exlibris
Antonie von Pannwitz, München.
Regensburg: Lorenz M. Rheude, 38 zum Teil farbige
Wappen-Exlibris guten heraldischen Stils.
Würzburg: Karl Behrens^ Bildhauer.
Neuzeit, 1871 — 1900. 387
Nürnberg: Ludwig Kühn, Professor, dessen Exlibris-
Radierung C. Freiherr Heyl zu Herrnsheim, Worms,
1 891 , vomehm-einfacb von vorzüglicher alter Wirkung
EnUbris AHhur von Osterroth. Von OKo Hupp 11W5).
388
ist. Friedrich Wanderer, Professor; Exlibris der
Albrecht-Dürerhaus-Stiftung (nach dem Vorbild des
FREIHERRLvLiPPERHElDE'scHE
BHCHERSAMMLUNG
Nr.
Eülibris Freiherr van Lippcrhcide. Von KJu-1 Rickilt (1W4),
Neuzeit, 1 871— 1900. 389
Dürer-Exlibris Willibald Pirckheimer) , 189., Holz-
schnitt.
Stuttgart: Gustaf Adolf CiosSy ein sehr guter heral-
discher Kunstmaler, der sich hervorragend in den
Geist der Züricher Wappenrolle (13. — 14.) und des
Konrad Grünenbergschen Wappenbuches (15. Jahr-
hundert) hineingearbeitet hat; 4 gute Exlibris.
Karlsruhe: Karl Eith^ Professor.
Konstanz: Heinrich Schmidt- Pecht,
Freiburg /. Br.: Heinrich Jantzen.
Mannheim: Josef Esswein^ früher Mainz; Exlibris des
Prinzen Friedrich Sayn -Wittgenstein , jetzt Graf
von Altenkirchen, Kassel, 1890, und Karl GrafzuEltz,
Eltz und Vukowar, 1891; Wappen in Umrahmung.
Strassburg i. Eis,: Alfred Erdmann. Abbildung siehe
unten im XI. Kapitel B. a. aa.
Miilhausen i. Eis,: Louis Schönhaupi; sein eigenes,
1882.
Frankfurt a, Main: Gottfried Theissinger; Otto Lind-
heimer und Professor Eugen Klinisch (f ).
Weimar: Dr. Adolf von den Velden\ sein eigenes.
Kahla: A. Wellers Verlag.
Bonn: Karl Leonhardt Becker^ der deutsche Sherborn,
wenn auch nicht an Zahl der Exlibris, wohl aber
an Güte und Feinheit des Stichs und der heral-
dischen Zeichnung; 7 Exlibris von künstlerischer
Bedeutung, davon 5 meisterhafte Kupferstiche; be-
sonders zu rühmen sind die Exlibris: Therese Gräfin
Hahn-Basedow, 1890 nach E. Doepler d. J., Schild-
halterin mit Ehewappen; Simon Moritz Freiherr von
Bethmann, Frankfurt a. M,, 1889, Wappen nach Hans
Sebald Beham, hier (S. 390) abgebildet; Adolf Bach-
190 Allgemeines.
ofen von Echt, Wien, 1889, Albertine Bachofen
von Echt, Wien, 1893, Schildhalterin mit Ehe-
wappen; sein eigenes Porträt-Exlibris 1893*).
Düsseldorf: Hans Deiters.
Magdeburg: \Mdi^\gClericus, Heraldiker, â– )â– ; 10 weniger
bedeutende Exlibris.
L. Becker (1S$9),
Hannover: Ferdinand Goedecke: Nicht gebrauchtes,
heraldisch gut gezeichnetes Exlibris Graf von Burg-
haus; Albert Brager: Wappenreiches Exlibris
Dr. Theodor Röscher, Rechtsanwalt, Hannover, 1895.
Schwerin: Karl Teske, f ; 4 Exlibris, darunter die der
-J- Grossherzogin Sophie von Sachsen, des ^ Gross-
♦) Die leuien 3 abgebildel ; E. L. Z. III. S. 63, 67, 89.
Neuzeit, 1871 — 1900. 39^
herzogs Friedrich Franz III. und des Herzogs-
Regenten Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin;
korrekt im Wappenstil.
Hamburg: Hugo Grootkoff, Architekt.
Altona: Gustav Hogetop ^ 4 Exlibris mit fingierten
Namen*).
Oesterreich: Wien: Ernst Kraki, Hofwappenmaler**),
aus Dresden, Schüler E. Doeplers d. J., Berlin. Krahl
war bis jetzt in Oesterreich am meisten für Biblio-
thekzeichen thätig; 37 Exlibris in vorwiegend gutem
heraldischen Charakter, ab und zu mit neuzeitlichen
dekorativen Beigaben. Sein Exlibris der k. k. öster-
reichischen heraldischen Gesellschaft »Adler«, Wien,
1887, hier (S. 392) abgebildet; Krahls Exlibris des
Verfassers siehe oben S. 93. Besonders gut sind seine
Exlibris Karl Krahl, Wien, Georg, Maria und Hanna
von Hütterot t, Triest, Adolf Graf von Fürstenstein,
Ullersdorf, Max Freiherr von Imhof, Steyr, Bailli
Fra Rudolf Graf von Hardegg, Wien.
Hugo Gerard Strohig Mödling-Wien***), der Verfasser
und Zeichner des in deutscher (und englischer) Ausgabe
erschienenen ausgezeichneten Prachtwerks »Heral-
discher Atlas« (»The Art and Practice of Heraldry«,
T. C. and E. C. Jack, Edinburgh); 15 Exlibris,
unter denen die von Alexander Freiherrn von Dachen-
hausen, München, Oskar Guttmann, London, Helio-
gravüre, in London ausgeführt, und sein eigenes
*) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 16.
♦♦) Sein Exlibris- Werk, mit 1 3 Abbildungen : E. L. Z. IX. 112— 118,
X. 44, 65.
♦**) Sein Exlibris- Werk in .Blätter für Kunstgewerbe« 1899, IX.,
Wien.
farbiges hervorragen, ebenso das hier (S. 393}
abgebildete Exlibris Lydia Freifrau von Stemeck,
Wien, 1899.
Milan Sunko, mehrere Exlibris, darunter das schfine
des Rats Josef Leidinger, f, Wien, 1886 bezw. 1896;
Wappen mit Seh ildh alterin, Lichtdruck.
Neuzeit, 1871 — igoo. 393
Heinrich Jauner, Hof- und Kammergraveur: U. a.
Exlibrisstich Heinrich Freiherr von Gudenus, Käm-
merer, Waidhofen a. d. Theya, 1891 nach altem
Muster von Andreas Reinhardt.
Johsxia ScÄwerdimr, kaiserlicher Rat, Graveur: U. a.
2 saubere Radierungen, Wappen, Ernst Graf Mar-
Exlibris Lydia Freifrau von Stemeclt. Von H. O. StrÖhl (1899).
schall und Camillo Freiherr von Althaus, c. 1880
und 1898.
Karl Boess , Wappenmaler, Vincenz Katsler, Maler,
Leopold Geiste , Holzschneider , Oskar Grüner,
Camillo Lnmbotte.
Thcycr und Hartmuth, Papierwaarengeschäft.
C. Angcrer und Gösckl, Kunstanatalt, die die eigen-
artigen, aber sehr passenden Exlibris A. Anthony
von Siegenfeldt, Wien, in Chromolithographie aus-
394 Allgemeines.
führten: Grünes und rotes Wachssiegel auf Perga-
ment, 1897.
Salzburg: Raimund Günther; Exlibris Eduard Dill-
mann, Korneuburg, 1900.
Bludenz: Jakob Ichey; Exlibris Douglass of Tilguhillie,
farbiges Wappen.
Ausland: Paris: Die Graveure Hirsch und Stern^ die
einige wenige deutsche Exlibris stachen. Alexis
Davidy eines der beiden Exlibris Eduard Grisebach,
General-Konsul , Dichter , Berlin , 1 88 1 . Henry-
Andre^ ein Exlibris Karl Emich Graf zu Leiningen-
Westerburg, Neupasing-München, 1899.
Nancy: Claude E. Thierry, Exlibris Nikolaus Ehrsam,
Verfassers des Livre d'or, Bürger- und Wappenbuchs
von Mülhausen im Elsass, 188..
bb. NichtberufskiiJistlcr^ Dilettanten:
Deutsches Reich:
Berlin: Armin Freiherr voft Foelkersam ^ Ritterguts-
besitzer, nun St. Petersburg; 29 Exlibris von hohem
Talent, guten Ideen und künstlerisch feingefühlter
Ausführung. Seine Exlibris sind vorherrschend
heraldisch, doch auch im Geschmacke der Jetztzeit.
Dessen frühmittelalterlich gehaltenes Exlibris Karl
Emich Graf zu Leiningen- Westerburg, Neupasing-
München, 1 899, hier (S. 395) abgebildet; in Form eines
gestickten Wandteppichs, unter der Krone und auf den
Leiningen'schen Lindenblättern des Zimiers innerhalb
der 4 Anfangsbuchstaben K. E. L. W. die Kreuze von
Westerburg und Adler von Leiningen*).
*) 2 Foelkersamsche Exlibris abgebildet: E. L. Z. IX. S. 49.
Neu/eit, 1871— 1 900.
395
Adolf Schonbeck, preussischer Hauptmann a. D.
Arthur von Oerlzen, preussischer Leutnant a. D. ; Bern-
hard Körner, Jurist; Dr. Theodor Toecke- Mittler;
Theodor Hennig.
[3gai5I3S3r^?
Münc/ien:
Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck , Geheimer Rat,
Kunst- und Kulturhistoriker, Verfasser des berühmten
Trachten werk es etc.; seine eigenen 5 Exlibris in
39Ö Allgemeines.
Dürers Manier; 3 Clich^drucke, schwarz und hand-
bemalt; 2 Kupferstiche, nach seiner Zeichnung von
Johann Klipplian in Aschaffenburg und Nürnberg.
Ralf 7 w/ Retberg' Wettbergen , Dürerforscher, f. Seine 17
eigenen Exlibris sind fast alle nach Dürer sehen Vor-
lagen gezeichnet, dessen Charakter sie genau treffen.
Irene Freiin Reichlin- Meidegg, Oberhofmeisterin a. D.;
Exlibris Wilhelm Herzog von Urach Graf von
Württemberg, Stuttgart, 1899; siegelförmig mit
Wappen.
Sigmund Friedrich von Praun, bayrischer Oberst-
leutnant a. D.; 2 Exlibris-Radierungen in der Art
Nürnberger Todtenschilde.
Alexander Freiherr von Dachenhausen , preussischer
Premierleutnant a. D. ; 42 Exlibris, einzelne in leuch-
tenden Farben und von tadelloser heraldisch-richtiger
Zeichnung; hervorzuheben sind sein eigenes, 1893*),
Albert Bock, Rudolstadt, 1895, George H. Falkiner-
Nuttall, Dr. m., Cambridge, 1898, Alfred Freiherr
von Dachenhausen, Rittmeister, Radymno, 1900, hier
(S. 397) abgebildet, und 4 der Freiherrlich von Schoen-
berg'schen Familie, Thammenhain, 1898 — 1900.
Nilrnherg: Ernst Ferdinand Karl Kirchner, Zollamts-
assistent.
Kassel: Otto Kleemann, Kaufmann, ein Zeichner von
gutem heraldischen Gefühl.
Trebschen: Heinrich VII. Prinz Reuss, preussischer
General der Kavallerie, kaiserlicher Botschafter a. D.,
eine Exlibris-Radierung für seine Gemahlin, Prin-
zessin Alexandrine, c. 1885; Wappen in Band.
*) Original in E. L. Z. 111. S. 70.
Neuzeit, 1871— 1900. 397
Havix^ecA'-Uünster i. W. : Maria Freitn von Twickel.
Naumburg: Julius von Loewenfeld, Generalmajor z. D.
Aachen: Frau Theodora von Rommel, geh, Kirsch.
St, Johann a. d. Saar: Alwin Ziehme.
398 Allgemeines.
Hamburg: Eduard Lorenz Meyer ^ Handelsherr;
guter heraldischer und moderner Künstler voll
Eigenart und besonderer Richtung, Verfasser und
Zeichner trefflicher Hamburgischer heraldischer
Werke. Von ihm rühren 37 Exlibris, von denen
das seinige, 1894, hier (S. 399) abgebildet ist.
Altona: Fritz von Bronsarty preussischer Hauptmann.
Pirna: Erich Freiherr von Hauseji, sächsischer Major;
21 Wappen-Exlibris in altem Stil.
Sonders hausen: Karl Kurt von Blödau^ Assessor,
II Wappen-Exlibris.
A'ur/^r; Martin Taubert^ Oberleutnant a. D., Postdirektor.
Oesterreich :
Wien: Moriz 7'on Weittenhiller^ Hofrat und Kanzler,
Doebling-Wien; ein stilgerechter Wappenzeichner,
der auch das Radieren mit Geschick betreibt.
Dr. Richard Rosenbaum, sein eigenes, c. 1889.
Ausland:
Punta- Arena s : Bernhard Osenbrügg, aus Hamburg;
sein eigenes, koloriert, in O. Hupp'scher Manier.
b. Nicht signierte heraldische Exlibris von i8yi — igoo:
Hugo Sholto Freiherr von Douglas, preussischer Major
a. D. , Aschersleben (von Heinrich Nahde-Berlin) :
In gotischem Vierpass Wappen auf schottischem,
blaugrünkariertem Stoff; Farbendruck.
Hugo von Donop, Oberhofmeister, -J-, Weimar, 1885;
Wappen in Ornamentumrahmung.
Hermann Freiherr von Müllenheim, Kammerherr und
preussischer Major a. D., Strassburg i. Eis. ; 2 farbige
Wappen-Exlibris.
Neuzeit, 1871 — 1900.
Willy von Hardt, preussischer Major, Kassel, 1893,
Wappen in Raute.
Exlibris Eduard Larci
. Von Ihm selbsl (1S94).
Gräflich von Mirbachsche Fideikommissbibliothek zu
Harff, 1888; Wappen in Siegelform.
Gräflich Fugger- Glöttsche Bibliothek, Kirchheim, 1 897,
400 Allgemeines.
Nachbildung eines Schlossportal- Wappens von 1628
mit Putten und Trophäen.
Gräflich Werthern 'sehe Bibliothek Beichlingen, c. 1880,
Wappen mit 4 Ahnenwappen.
Ludwig Frhr. v. Bongart, Pfaffendorf, c. 1 895 ; Nachbildung
der Rokoko-Exlibris von Gymnich und P. Schneltgen.
4 Wappen-Exlibris Mumm von Schwarzenstein, Johannis-
berg, 188 . ; (i von Stern, Paris).
Friedrich Zarncke, ausgezeichneter Germanist, Leipzig,
•j-, Stich, c. 1875; Wappen in Barockumrahmung.
Barbara Freifrau von Plessen, geb. Prinzessin Gaga-
rine, "}*, Baden-Baden, 188 . .
Stanislaus von Leszczynski, preussischer Generalmajor,
Berlin, c. 1898; Vollwappen auf eisernem Kreuz in
Mandorla; (nicht signiert, jedoch gezeichnet von
Dr. Theodor Toeche-Mittler, Berlin).
Paulus-Museum, Worms; Stadtschild vom Nibelungen-
drachen gehalten, 1891.
Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg , Risstissen,
Parlamentarier, 188 . ; Wappen in Portal nach altem
Signet; ebenso: Bibliothek Napoleon Vecchioni,
Redakteur, Politiker, München.
Fürstlich Auersperg'sche Fideikommissbibliothek, Lay-
bach, 1 89 . ; Wappen in Inschriftsrund.
Dr. Heinrich Käbdebo von Kapri, f 1886, Kunst-
schriftsteller, Bibliograph der Türkenbelagerungen,
Wien, c. 1880; Wappen im Stil des H. S. Beham;
(vermutlich von Wappenmaler Carl Boess, Wien, f).
George Graf Hoyos, Fiume, 1898, Stich, Wappen.
Julius Graf von Falkenhayn, k. k. Geheimer Rat, öster-
reichischer Ackerbauminister, -J- 1899, Wien 188.;
Wappen. Etc.
Neuzeit, 1871 — 1900. 401
B. IN DER HAUPTSACHE NICHT HERALDISCHE
EXLIBRIS MIT ALLEGORISCHEN UND ANDEREN
DARSTELLUNGEN.
Diese letzte Abteilung deutscher Exlibris ist wegen
ihrer bedeutenden Vielseitigkeit äusserst interessant. Sehen
wir auch wiederholt einige Zeichner einem gemeinsamen
Vorbilde nachstreben, und sind auch einzelne Lehrer
massgebend für einen Teil ihrer Schüler, so finden wir
doch unter den Zeichenmanieren einzelner, und damit
auch auf dem Exlibris-Gebiete, eine so grosse Menge
individuellster Eigenart, wie kaum je zuvor. \y\e be-
deutendsten deutschen Künstler voll eigenster künstle-
rischer Ueberzeugung haben sich fast sämmtlich auch
ihre besondere Manier geschaffen, die jeden deutlich
vom andern unterscheidet, und ein Sachverständiger
wird die Zeichnungen der vielen hervorragenden Meister
der Gegenwart, auch ohne aufs Künstlermonogramm zu
sehen, sofort erkennen und dem Richtigen zuteilen. So
stehen die besten deutschen Exlibris-Künstler^ die Klein-
meister und Kunstmaler, wie Max Klinker-Leipzig, Otto
Greiner-Rom, Heinrich fV^^/^r- Worpswede, Otto Eck-
mann-Berliriy Hans 77/<?w^/-Karlsruhe , vofi Gebhardt-
Düsseldorf u. s. w. unerreicht und voller Eigenart da,
wenn gleich sie hie und da Schule gemacht haben und
mancher jüngere Künstler dem Vorbild nahe zu kommen
sucht.
Ferner sind besondere Gruppen beachtenswert, die
in einer Richtung neben einander schaffen, so z. B. die
archaisierenden^ die gemeinsam hauptsächlich von Dürer
ausgehen, wie Georg i^ar/^^jm-Charlottenburg, Josef
26
402 Allgemeines.
Satt/er 'Berlin, Paul Voi^t -Berlin, Karl SpindUr-S^i.
Leonhardt i. Eis., auch der Gotiker Melchior Lechter-
Berlin; dann Künstlergruppen^ wie die Münchner und
Wiener Sezessionen, Künstlerkolonien von Worpswede
bei Bremen, Dachau bei München, Darmstadt, die > Kunst
im Handwerk« in München etc., ferner die ^modernen^
Zeichner, die für die stark Schule machende Münchner
illustrierte Wochenschrift r^Jugend^ arbeiten, die von
starkem Einfluss auf die heutige jüngere Künstler-
generation ist. In diese vorgenannten Gruppen gehören
Namen wie Julius Diez^ Bernhard Pankok, Paul Rieth^
Walter Caspar i^ Albert Weisgerber y Fritz Erler-
München, Erich Otto -fw^^'Z-Dachau, Paul ÄÄrtr^-Darm-
stadt, Emil Orlik-Prag etc.
Als mehr selbständige Naturen unter den' Exlibris-
zeichnern sind zu nennen Otto UöieloAde-MiXnchen, Franz
Stassen-Berlin, Bernhard W^«/^-Berchtesgaden, Hermann
///'r^r^Z-Charlottenburg, Handelsherr Eduard Lorenz Meyer-
Hamburg, Anton Kaiser-V^ien u. A.
Mancher hält sich aus eigenem Triebe oder infolge
des Auftrags, wie schon angedeutet, an alte Vorbilder,
Muster und Stile und komponiert entweder ein rein
»altdeutsch« gehaltenes Blatt, oder er vereinigt alte
Motive mit Einflüssen der Neuzeit^ oder er arbeitet aus-
schliesslich in ganz fnodernem Geschmack unserer Tage.
Der letzteren Richtung, die aus der momentanen Zeit-
strömung entsprang, huldigt eine grosse Zahl der
neuesten Exlibriszeichner.
Der »aus Japan geborene« Naturalismus hat zur
Zeit viele Anhänger sowohl überhaupt in der allgemeinen
Kunst, als auch im besonderen im Buchschmuck und
im Kunsthandwerk; die »stilisierte Pflanze« findet sich
Neuzeit, 187 1 — 1900. 403
ebenso auf Schmuckgegenständen, Möbeln, Stoffen, in
der Glasindustrie, wie auf Bucheinbänden, bei Buch-
illustrationen und bei unseren jüngsten Bibliothekzeichen.
Was den Gegenstand der Darstellung anbelangt,
so ist die Vielseitigkeit derselben bisher ohne Beispiel
und enorm abwechslungsreich. Die Beziehungen zum
Exlibrisbesitzer werden natürlich in mannigfachster Weise
ausgedrückt, und diese für ein Exlibris notwendige Regel
der Bezugnahme sollte nie ausser acht gelassen werden;
doch finden sich auch genug Blätter, auf denen eine
bezuglose, allgemeine, künstlerische Darstellung ausgeführt
ist, die ebensogut etwas anderes als gerade ein Exlibris
vorstellen könnte. Symbolik und Allegorien sind heut-
zutage äusserst bevorzugt; es fehlt auch nicht an derartig
mystischen Kompositionen, dass man ohne dazu gegebene
Erklärung oft kaum oder gar nicht hinter den Sinn der
Darstellung kommt, — eine Sache, die dem Zweck des
Bibliothekzeichens nicht mehr recht entspricht; das der
Buchsicherung und der Buchzierung dienende Exlibris
sollte immerhin kein unauflösliches Rätsel sein, das in
50, icx) und 200 Jahren kein Mensch mehr verstehen
oder erklären kann.
Ueber die angewandten Techniken und Verviel-
fältigungsverfahren ist oben bereits S. 10 ff. gesprochen wor-
den, doch sei hier noch darauf hingewiesen, dass der alte
Holzschnitt und die alte Holzschnittmanier ebenfalls heute
ihre künstlerische Wiedergeburt fanden und manche Exlibris
wieder in Holz, zum Teil auch von den Künstlern wieder
selbst geschnitten oder wenigstens in Holzschnittmanier
kräftig gezeichnet werden; ferner ist die Radierung bei
Exlibris wieder sehr beliebt geworden, nicht minder die
Heliogravüre, in welch beiden Arten in den letzten fünf
404 Allgemeines.
Jahren zahlreiche Bibliothekzeichen entstanden sind.
Der Steindruck in Schwarz wie in Farben hat in Deutsch-
land einen derartigen Grad von Vollendung erreicht,
dass er kaum mehr übertrofFen werden kann; er wird
daher auch sehr oft bei Exlibris angewandt. Manche
Künstler führen, wie schon oben bemerkt, ihre Litho-
graphien gleich selbst auf den Stein aus. Die grösste
Anzahl von Exlibris aber wird in Deutschland und
Oesterreich — wie überall heutzutage — in Zinkätzimg
und Glicht ausgeführt, die die Vorzüge getreuer photo-
graphischer Wiedergabe und grösster Billigkeit haben.
Mit Recht jedoch greifen Bessersituierte auf die zwar
teureren, aber künstlerisch höherstehenden Verfahren
zurück ; Holzschnitt, Kupferstich, Radierung, Heliogravüre,
Lichtdruck und Steindruck wirken immer am besten.
Was nun den Gegenstand der Darstellung und die
vom Besteller oder dem Ausführenden gewählten Sujets
anbelangt, so ist deren Zahl und Verschiedenheit heut-
zutage so gross, wie nie zuvor, und so mannigfaltig, dass
sie ganz erschöpfend überhaupt kaum mitgeteilt werden
kann. Die wirklich gute, wie die ausschweifende Phan-
tasie sind jetzt derartig erfindungsreich, dass man nicht
mehr alle Ideen berichten und klassificieren kann. Ein
grosser Teil wenigstens von Motiven, die auf Exlibris
der Jetztzeit vorkommen, ist im Nachstehenden mitgeteilt :
Figtiren: Der Olymp mit seinen Göttern, Göttinnen
und Halbgöttern, wie Zeus — Jupiter, Athene — Minerva,
Aphrodite — Venus , Ares— Mars , Hermes — Merkur,
die Musen und Grazien; Pan, Faune; Kassandra,
Polyhymnia, Nike; Wotan, Walküren, Parsifal; Ma-
donnen mit und ohne Jesus, Heilige, z. B. St.
Georg, St. Lukas, St. Caecilia, St. Katharina, St.
Neuzeit, 1871 — 1900. 405
Barbara, St. Elisabath, Engel, Teufel ; Idealfiguren für
Religion , Geschichte, Kunst, Malerei, Skulptur, für
Architektur, Poesie, Wahrheit, Licht, Glück, Frei-
heit; Germania, Hygaea, Krieg, Sieg, Ruhm, alte
Germanen, Ritter, Landsknechte, Soldaten, Gelehrte
und Ratsherren in alter Tracht, Mönche, Schalks-
narren ; Männer, Frauen, Kinder, in alten und neuen
Kostümen und allen möglichen Beschäftigungen;
ganze und Halbfiguren klassischen Charakters;
Trachtenbilder, männliche und weibliche Akte,
junge Mädchen, Jünglinge; säende Männer, Baum-
pflanzer, lesende und studierende Personen beim
Lampenschein, nach der Sonne strebende Gestalten;
Märchen- und Sagenfiguren, wilde Männer, Zwerge,
Gnomen, Putten; Büsten, Porträts des Bibliothek-
besitzers; Porträtmedaillons mit den Köpfen von
historisch hervortretenden Personen, wie von Kaisem,
Dichtern, Staatsmännern, Komponisten etc.
Militär: Waffen, wie Schwert, Säbel, Lanzen, Helme,
Kürasse, Schilde, Gewehre, Kanonen, Kugeln,
Granaten, Trommeln, Fahnen, Standarten, Kasernen,
Landsknechte, Angehörige bestimmter Truppenteile,
Mars, Kriegsgöttin, St. Barbara.
Marine: Schiffe aller Art vom Segelboot bis zum
Panzer, Anker, Flaggen, Wimpel, Kompass.
Theologen: Kreuz, Bibel, Kelche, Kirchen.
Juristen: Schwert, Waage, Gesetzbücher, Göttin der
Gerechtigkeit, Rolandsfigur.
Medianer: Aeskulapschlange , Hygaea, Mikroskope,
Thermometer, Medicinflaschen , Schalen, Spiegel,
Instrumente, Skelette, Schädel, Todtenhände, Sensen-
männer.
406 Allgeraeines.
Chemiker: Retorten, Fläsch'chen, Waagen.
Schriftsteller^ Dichter y Theaterdichter ^ Schauspieler:
Feder, Hefte, Bücher, Leyer, Theatermasken, Lorbeer.
Architekten: Säulen, Kapitelle, architektonische Auf-
bauten, Gebäude, Pläne, Zirkel, Lineal, Winkel.
Künstler: Künstlerschild und -Wappen, Malutensilien,
Pinsel, Paletten, Malkästen, Zeichenfeldstuhl; Skulp-
turen, Büsten ; Maler, Malerinnen, Bildhauer, Sticke-
rinnen in Thätigkeit, St, Lukas.
Kunsthandwerk: Hammer, Ambos, Winkel, mit und
ohne Künstlerschild.
Handwerk: Hammer, Lineal, Säge; Maschinenteile.
Studenten: Abzeichen, wie Schläger, Rapier, Degen,
Verbindungszirkel.
Musikliebhaber: Musikhefte, Noten, Violinschlüssel,
Bass, Musikinstrumente wie Klavier, Harfe, Leyer,
Laute, Flöte, Geige, Zither ; Polyhymnia, St. Caecilia.
Bergfreunde: Steigeisen, Pickel, Bergstock, Rucksack,
Seile, Alpenflora (Alpenrose und Edelweiss etc.) und
Alpenfauna.
Damen: Lieblingsblumen, -Beschäftigungen, -Bücher,
Noten, Stickereien.
Landschaften: Städte-, Fluss-, Thal-, Gebirgs- Ansichten,
See- und Meeresblicke, Ansichten von Wald- und Park-
partien, Gärten, Aecker, Wiesen; Tempel, Altäre,
Kirchen, Pagoden; Burgen, Ruinen, Schlösser, Villen,
Türme, Rathäuser, Privathäuser, Gymnasien, Biblio-
thekgebäude, Faktoreien, Einzelhöfe, malerische
Innenhöfe, Mühlen.
Innenansichten: Wohnzimmer, Studierstuben, trauliche
Zimmerecken, Kaminplätze, Ateliers, Säle, Hallen,
Bibliothekräume.
Neuzeit, 1 871 — 1900. 4O7
Tiere : Eulen , Lieblingstiere wie Hunde , Katzen ;
ferner Hirsche, Schwäne, Tauben, Hasen, Schlangen,
Schnecken, Schildkröten, Spinnen mit Gewebe,
Frösche, Affen; ferner Drachen, Pegasus, Sphinxe,
Buchdruckergreif.
Blumen : Getreu kopiert oder stilisiert, Lieblingsblumen,
insbesondere Rosen, Lilien, Veilchen, Maiglöckchen,
Chrysanthemen etc.; Wappenblumen; Blume der Ro-
mantik; Pflanzen, Bäume wie Eiche, Linde, Birke;
Lorbeer, Akanthus, Kränze.
Sammler: Bibliophile — Bücher, Numismatiker —
Münzen und Münzkästen, Heraldiker — Wappen,
Genealoge — Urkunden, Exlibrissammler — Exlibris,
Conchiliensammler — Muscheln.
Geistiges Rüstzeug: Einzelne Bücher, Folianten, Bücher-
gruppen, Manuskripte, Urkunden, Tintenzeuge, Fe-
dern, Globen, altrömische Lampen, Studierlampen,
Lichte ; Bücherschränke, -Tische, -Stellagen ; Schreib-
pulte.
Schiffe: grosse, kleine, alte und moderne, Handels-
und Kriegsschiife, Kähne; Schiffe mit Büchern im
Innern, Bücher als Schiffe.
Allgemeine und verschiedene Ausrüstungsgegenstände:
Stundengläser, Uhren, Schachspiel, brennendeFackeln,
Sportembleme, elektrische Glühkörper, Röntgenstrah-
len, Buchdruckerpressen, Merkurstäbe, Bienenkörbe,
Statuen, Büsten, Vasen, Figürchen, Runen, Fratzen-
köpfe, Kartuschen, Zierornamente; sog. Liebesseile
und -Knoten, Kinderspielzeug; Todtenschädel und
Gerippe; stilisierte Monogramme mit und ohne Krone.
Wappen: Hier nicht als Hauptschmuck der Blätter,
sondern mehr als nebensächliche Beigaben ; Wappen-
408 Allgemeines.
teile, Hausmarken, Staats-, Stadt-, Gewerkschafts-,
Gesellschaftswappen; Künstlerschild.
Man sieht aus Vorstehendem, wie unendlich viele
Motive heutzutage zur Ausschmückung eines Bibliothek-
zeichens herangezogen, und welche Orgien heutzutage
grübelnde Phantasie, künstlerische Eingebungen und in-
dividuelle Wünsche manchmal feiern. Eine Steigerung in
der Mannigfaltigkeit der Darstellungsweise auf Exlibris
ist kaum mehr möglich; wenngleich vorstehende Liste
sich vielleicht hie und da noch um einen oder den
anderen Gegenstand vermehren liesse, so werden schwer-
lich viele fehlen, und der Ideenreichtum dürfte ziemlich
erschöpfend angegeben sein.
Es ist unmöglich, sämmtliche Exlibris-Zeichner der
Gegenwart hier in bestimmte Gruppen oder Schulen ein-
zuteilen und sie alle ohne Ausnahme zu nennen; einige
wenige sind dem Verfasser nicht bekannt geworden oder
die Zeichner sind nicht näher nachzuweisen gewesen;
die überwiegende Mehrzahl aber ist im Nachstehenden,
nach Kunstzentren und Wohnorten geordnet, aufgeführt.
Da vorliegendes Werk auch keine erschöpfende
Liste bringen sollte, war es auch unthunlich, all die oft
vielen Exlibris jedes einzelnen Zeichners anzugeben; es
sind somit nur die bedeutenderen genannt.
a. Die Verferti^er in der Hauptsache nichtheraldischer
Exlibris mit allegorischen tmd anderen Darstellungen.
aa, Berufskünstler :
Detitsches Reich:
München^ als »erste unter gleichen«:
Professor Rudolf Seitz und Anton Seitz (f ), von denen
leider nur je ein Exlibris herrührt; Dr. Georg Hirth,
» »
Neuzeit, 1871 — 1900. 4O9
Verleger, 1878, bezw. August von Eisenhart, Staats-
rat a. D., München, 1895.
Professor Peter Halm^ der treffliche Radierer; 10 Ex-
libris, darunter das farbige der Grossherzogin Vik-
toria Melita von Hessen, 1895 (2 Grössen).
Otto Ubbelohdey der bekannte Landschafter; 8 Ex-
libris, darunter die edle Radierung seines eigenen
Exlibris *).
Karl Schmoll von Eisenwerth; 2 Exlibris, u. a. eine
sehr originelle, interessante und echt moderne Radie-
rung Richard Hölscher, Darmstadt, 1899, eine Sym-
bolik auf den Bücherdiebstahl**).
Wilhelm Volz, 2 Exlibris; besonders gut das Exlibris
Heinrich Schmidt- Pecht, Konstanz, 1898, das in
seiner altgehaltenen Zeichnung sehr zum berühmten
alten >»Haus zur Katz^ in Konstanz passt**).
Max Esterle, aus Cortina d'Ampezzo in Südtirol, bis
Herbst 1900 in Paris, ein äusserst talentvoller
Zeichner jetziger Richtung, der meist mit wenigen
Strichen ein charakteristisches Bild von grosser
Feinheit und flotter Komposition liefert; 21 Exlibris
mit ganzen, meist weiblichen Figuren, Brustbildern,
Köpfen ; besonders gut sind : Exlibris Pauline vonKnoll,
Bozen, 1899**), Emilia Wittouck, Brüssel, 1899**),
Jules Claretie, Direktor der Com^die fran9aise, Paris,
und Georges Claretie, Advokat, Paris, 1899, sein
eigenes, Paris, 1899, und ein IL Exlibris der Frau
Philippine Kuhn, Innsbruck, 1899; dieses hier (S. 410)
abgebildet; ferner die Radierungen: Sein eigenes
und das von Frau Fiffi Kuhn, Innsbruck, beide 1900.
*; Abgebildet: Z. f. B. IV. S. 363.
**) „ Dekor. Kunst, III. S. 342, 343.
1.10 Allgemeines.
Albert Welti, Schweizer; 2 Exlibrisradierungen Franz
Rose-Döhlau, 1899, 1900.
Julius Diee, ein besonders durch die >Jugend« be-
kannter Zeichner; 16 Exlibris; sehr gut sind die
des Kunstgewerbe Vereins München, 1898*), Luise
Riggauer, 1899, Adolf Bermann, Bildhauer, München,
1900, Gustav Wolf, Halle, 1900, Max Ostenrieder,
Architekt, 1901, München das hier{S. 411) abgebildet
Exlibris Frau Pliilippinc Kuhn. Von Max Eslerle (1699).
ist, Richard Hildebrandt, Berlin, 1899; das von Dr.
Georg Hirth, Verleger, München, 1S99, hier (S. 412)
wiedergegeben.
Bernhard Pankok, ein durch die 'Jugend«, durch
moderne Zimmereinrichtung und den Buchschmuck
des amtlichen Katalogs des Deutschen Reichs für
•) Abgebildei: E. L. Z. VIII. S. 83.
Neuzeit, 1871 — 1900. 411
die Pariser Weltausstellung bekannter Künstler;
7 Exlibris, davon i Radierung und 4 Holzschnitte;
das der Frau Margarethe Strauss, Magdeburg, 1899,
mit dem Wotanskopf, hier (S. 413) abgedruckt*).
Walther Caspari; 4 Exlibris,- darunter ein stimmungs-
volles für den Dichter Wilhelm von Sc holz- München
und 1 fUr Mr. Cushing, Galesbury, HL, V. S. A.
■) Vgl. auch Sludio, Wimernummer 1S9S— 99, Beilage, S.66-67.
1. 1 2 Allgemeines.
Maximilian Dasio; i8 Exlibris mit einfachen und wür-
digen klassischen Anklängen, davon 14 ausgeführt*).
Alois Balmer, Schweizer, der es versteht, alte gute
Heraldik mit moderner Ornamentik in glückliche
Vereinigung zu bringen; 14 Exlibris; sein eigenes
mit redendem Wappenschild (Stechpalme) und dem
geflügelten Stier des heiligen Lukas, Patrons der
Maler, 1898/1900, hier (8,414) abgebildet.
5 Dr. OeorE Hi
Hans Beatus Wieland, Schweizer; 7 gut moderne
Exlibris.
Ernst Berger, der Exlibris mittels geätzter Patronen
(Kupfer- und Messingschablonen) direkt in den
inneren Buchdeckel oder aufs Vorsatzblatt mit Farbe
oder Tinte und Pinsel eindruckte; 9 Exlibris (vergl.
*) '
abgebildet in > Kunst u. Handwerk', München, 49. Heft 1
Neuzeit, 1871-
413
oben S. 14 und in der E. L. Z. VIU, S. 48, mit
Abbildung, und S. 51).
Adolf Hftigeler, der köstliche Humorist der »Fli^en-
denBlätter«, Exlibris Johann Leichtle, Kempten, 1883.
Fritz Erler, bekannt durch die »Jugend» und moderne
Zimmereinrichtungen; 18 Exlibris, von denen die
des Komponisten Hugo Wolf - Wien '), Privatdocent
Exlibris Frau Margarrtlii
1. Von Bernhard Pankok (1899).
Dr. Karl Mayr-München, Frau Clementine Schön-
tield- München, Konzertsängerin, Kunsthändler Ulrich
Putze-München*), Buchhändler Gustav Eberius-Mün-
chen {^; nach einem »Jugendt-Titelblatt) die sym-
pathischsten sind.
Arthur Halmi\ Exlibris Siegfried Hirth ; redendes Exlibris,
Hirte mit Heerde, im Hintergrund München; 189g,
*) Abgebildet: Dekor. Kunst Hl. S. 343.
tI4 Alleemcincs.
Theodor Sch»nt'; Exlibris Professor H. Eckstein (f),
Zittau, 1884, Holzschnitt.
Ferdinand Barth, Professor, der u. a. eine hübsche,
leider zu stark verkleinerte Serie Exlibris fQr die
freiherrlich von Cramer-KIett'sche Hausbibliothek,
fSäwi-
München, 1891, fertigte; Wappen, mit 7 verschie-
denen Umrahmungen mit Landschaften, Figuren etc.
Ludwig Seyfried; 1 gefällige Exlibris im Geschmack
Ende des 18. Jahrhunderts Fürst und Fürstin Oet-
tingen, München, und Bibhothek Aulendorf, Graf
KÖnigsegg, 1899.
Neuzeit, 1 871— 1900. 4^5
Anna May^ 3 Exlibris, darunter das der Prinzessin
Rupprecht von Bayern, 1900.
Otolia Gräfin Kraszcwska; ein klassisch-modernes,
edles Exlibris Lily von Poschinger, München,
1899.
Julie Kurzbaiicr; Exlibris Johanna Gräfin Morozzo,
Victring, Kärnthen, 1899.
Adolf Gordon (■[-); Exlibris Otto Falkenberg, München,
1899
Alois Gebhart; sein eigenes Porträt-Exlibris, 1899.
Hans Stand har d inger ; sein eigenes, 1899.
Ernst Kreidolf^ Schweizer, ein ausgezeichneter Künst-
ler für Kinderbilderbücher und Blumenomamente;
2 Exlibris, Steindrucke, das für Lili Burger, Klavier-
virtuosin, München, 1897: 2 Hände auf Tasten
nebst symbolisch ausgedrücktem Allegro*), und sein
eigenes, 1901.
Robert Weise; 2 litographierte Exlibris Adolf Spemann,
Stuttgart, 1899, und Peter Hubert Becker, Schrift-
steller, München, 1900.
Julius Widnmann^ 4 Exlibris.
Josef Widmann, i Exlibris Dr. F. Haushalter, Mün-
chen, 1900, siegeiförmig, redend.
Paul Stöltingy 4 Exlibris.
Hans von Hayeck; Holzschnitt-Exlibris Ernst Fischer,
Dr. m., Buchloe, 1900.
Eugen SpandoWy gutes Porträt-Exlibris Ludwig August
Reuling, München, 1901.
Kunz Meyer; 4 gute Exlibris, darunter ein hübsches
Exlibris Dr. m. Oswald Schmidt, München, 1900.
♦) Abgebildet: E, L. Z. VII. S. 50 und Dekor. Kunst III. S. 344.
4-16
Allgemeines,
Balthasar Schmitt, Professor, Bildhauer,
Rudolf Bemdt, München, 1901.
Agnes Haekn; ihr eigenes, 1899.
Exlibris
rRANC^X.EETTLEB^
ti Augusl Fächer (1S«0).
Hermann Brunncr, Aquatinta -Exlibris M. A. H. U. v.
B., München, 1896.
August Packer; Exlibris Franz Xaver Zettlet, Korn-
merztenrat, berühmte Glasmalerei, München, 1890,
in der Manier von Johann Esaias Nilson, Augsburg,
Neuzeit, 187 1 — 1900. 4^7
mit Münchner Türmen im Hintergrund; hier (S. 416)
abgebildet.
Faul RietA; Heliogravüre (auch Zinkätzung) Sammlung
Dr. M. Schubart, München, 1899*).
Albert Weisgerber , SchülerStucks, Zeichner der »Jugend c ;
meist recht gute Exlibris moderner Richtung**).
Otto Porsche^ hübsches, einfaches Exlibris Dr. Paul
Parey, Verleger, Oberleutnant a. D. (f), Berlin;
Buch, Feder, Degen mit dem eisernen Kreuz***).
James Bieberkraut; 2 Radierungen Dr. m. Rudolf Stein-
häuser und Frau, München, 1899 und 1900.
Hilda Lodevian^ eine Amerikanerin; 2 Exlibris Dr. ph.
Richard Wedel, Privatgelehrter, München, 1899,
wovon das eine eine sehr gute Radierung (Bücher
und Todtenschädel).
Otto Voigt, 2 Exlibris Gustav Drobner, Leipzig, und
Louis Graf, München, 1900.
Ida Stroever^ 3 farbige Selbstlithographien.
Adolf Schmidt 'C^\\^\ Radierung Dr. Karl Borinski,
München, 1900.
Hermann Kellner; Exlibris Markus Schüssler, Nürn-
berg, 1897, mit dem heiligen Markus und der Nürn-
berger Burg.
Richard Sc/iaupp, Schweizer, u. a. guter Heraldiker;
2 Exlibris.
Rudolf Sckiestl; 2 Exlibris.
Ernst Neumann, Zweifarbenholzschnitt Dr. W. Rosen-
thal - München ; 1 900.
*) Abgebüdet: E. L. Z. X. S. 24.
**) 5 Exlibris abgebildet: Kumt u. Handwerk, 50, Heft 7.
♦♦*) Abgebüdet : E. L. Z. X. S. 66.
27
4 1 8 Allgemeines.
Christian ^^;/^r, Historienmaler; Exlibris K. W. Geiger,
Oberbibliothekar, Tübingen, 1895; Gelehrter mit
Schalksmütze in seiner Bücherei*).
Oskar Adam; 2 niedliche Exlibris Franz Xaver Zett-
1er, München, 1899.
Max Reinitz; Radierung Exli])ris Frau Sofie Menzler,
München, 1900.
Richard Kaiser, Landschafter, Radierung eigenes Ex-
libris, 1900.
Hermann Torggler^ aus Graz; 4 sehr gute Exlibris,
darunter Dr. Max Maas, München, 1900, und Jakob
H. Schiff, New York, 1900.
Willy Ehringhausen; Exlibris Dr. Siegfried Graf Pück-
ler-Limpurg, München, 1900.
Margarethe Stall \ 3 Radierungen: Arthur Oelwein,
Dr. j., Wien, 1900; A. O. W. und Alfons von Huze,
Wien, 1900.
Hermann Konsbrueck, eigene Exlibris-Radierung, 1901.
Wilhelm Roegge; Exlibris des Schriftstellers Richard
Zoozmann, Berlin, 1900.
Erich Sieg er y sein eigenes nach Bildhauer Waderd,
1901.
Egon Josef Kossut, aus Troppau, Stuckschüler, Por-
trät-Exlibris Dr. E. W. Braun, Troppau, 1901.
Max Alexis Freiherr von der Ropp; 2 Exlibris Max
Freiherr von der Ropp, Bixten, und Gräfin Alexan-
drine Medem, geb. Fürstin Lieven, Grünhof, 1899.
Karl Kostialy aus Eger; 2 Steindruck-Exlibris, 1900.
Karl Wolf^ Georg Graf^ Ferdinand Goets**)^ Adalbert
*) Abgebüdet: E. L. Z. VI. S. 56.
*'^) 2 Exlibris abgebildet: Deutsche Kunst und Dekoration, 111. 7.
Neuzeit, 1871 — 1900. 4^9
Nicmeyn\ Emil Reinicke^ Frank Kirchbach^ Gustav
Wiistmann^ Wilhelm Menzler, Fritz Hegenbart, Georg
HensingeTy Walther Magnussen^ Albrecht Bieder-
mann^ Robert Nissig Hermann Wütige Alois Brunner ^
Wilhelm Beyer ^ Max Feldbaur, Hans Schlickt^ Hed-
wig Linde mann, Maria Weiftland (Radierung), Molly
Denzinger , Roman Kochanowsky , Georg Netmer,
Josef Andres, Victor Tobler, Josef Damberger, Willy
Oertely Adolf von Grundherr, Karl Julius Peer, Paul
Bach, Arpad Schmidthammer,
Heinrich Kronenberger, Architekt, 7 Exlibris.
Theodor Fischer^ Architekt, der Schöpfer des gewal-
tigen Bismarckdenkmals am Starnberger See, vier
Exlibris.
Sigmund von Suchodolski, Architekt; 4 gute Exlibris.
Ludwig Hohlivein, Architekt, 8 hochmoderne Exlibris.
Hugo M. Rö'ckly Architekt, 2 Exlibris, 1901.
Willi JVeige/y Architekt; ein modernes eigenes, 1901.
Friedrich Person, Lithograph.
Offizin Dr. C. JVo// u, Sohn, Hof- und Universitäts-
Buchdruckerei, in der schon viele gute Exlibris ent-
standen sind.
Offizin Knorr u. Hirth,
Offizin E. J. Ge nasch, Schriftgiesserei, die 1900 und
1901 9 sehr gefällige Exlibris aus Einzelornamenten
und Schriftsatz (von Otto Hupp) gesetzt hat (durch
Reinhold Ba7nmeSy München), eine Neuheit auf dem
Exlibris-Gebiete *).
Otto Tragy, Pasing - München , 5 Exlibris, darunter
das des Hauptmanns Emil Heuser, Speyer, 1898
*) Vgl. E. L. Z. X. S. 71.
420 Allgemeines.
und das der Frau Josefine Tragy, ein besonders
schönes farbiges Blatt.
Erich Otto Engel, Tiermaler, Dacbau-München, der
ein stimmungsvolles Bibliothekzeichen für Dr. Max
Halbe, Schriftsteller, München, radierte.
Maximilian Kleiter, Tutzing-Mtinchen.
Paul Wilhelm AV/Z^r-Reutlingen , Ftirstenfeldbruck-
München.
Hermann Keriiy München- Wien ; humoristisches Exlibris
Rat Otto Weber, München, 1897.
Berlin :
Ludwig Burger (f ), fleissiger und bekannter Illustrator
und Maler, 9 Exlibris, Lithographien und Holzschnitte.
August von Hey den, Professor (f ), der bekannte Maler
und Kostümzeichner; 2 militärische Exlibris, für
Generalleutnant Ernst von Prittwitz, Karlsruhe, und
das hessische Feld- Artillerie-Regiment No. 25, Darm-
Stadt, 1886, mit Geschützen und Fahnenträgem.
Ferdinand Graf von Harrach, wirklicher Geheimer
Rat, Professor; 3 fein gezeichnete Exlibris; sein
eigenes 1893 (Heliogravüre), Graf Ernst Harrach (f),
Kleinkrichen, 1896, Ulrich Graf von Schwerin, Bel-
grad, 1899.
Emil Doepler d. J., Professor, Lehrer an der könig-
lichen Kunstgewerbeschule, der oben unter den
heraldischen Exlibris (S. 38 1 ) bereits genannt ist ; 55 be-
merkenswerte Exlibris mit teils heraldischem, teils
figürlichem Schmuck, von denen ein Teil oben an-
gegeben und ein Exlibris S. 381 abgebildet ist.
Von den Schülern E. Doeplers d. J. , die Exlibris
gezeichnet haben, sind zu nennen:
Neuzeit, 1871 — 1900.
Eulibris M.A. Klausner. Von Elli Hirsch dW]).
Neuzeit, 1871 — 1900. 4-3
Helene l^ar^cs -Berlin, 9 sehr sauber gezeichnete eigen-
artige Exlibris voll feinen Empfindens, von denen
das ' Exlibris Richard Schmidt, Berlin, 1901 , hier
(S. 421) abgebildet ist.
Elli HtrscA-Berlm, 4 gute Exlibris; das für einen Re-
dakteur sehr passende Exlibris M. A. Klausner, Ber-
lin, 1901, hier (S. 422) abgebildet.
Ferner: Anna Kess/i^r-Plaxien i. V., 6 Exlibris, davon
5 für Damen; in Berlin: Gertrud Getto , Elisabeth
Cogho^ Natalie Wichmann ^ Susanne Licht ^ Anna
Kretschmar^ Else Kaiser^ Gertrud Btirdach, Luise
Dietrich^ Else Scydcl^ Gertrud Wölkc^ Gertrud Kih^
Frieda Tctsci, Albert Schoits, Otto Koehier, Elfride
Wcndtlandt^ Tine Kühner^ L. Küster mann ^ Martha
Feckner, Fritz Helmut E/imcke; aus der Mehrzahl
der Exlibriszeichnungen dieser Doeplerschüler merkt
man den günstigen Einfluss des Lehrers heraus.
Otto Eckmann , Professor, ein genialer Bahnbrecher
der dekorativen Kunst und des Kunstgewerbes,
ein Symboliker und bedeutender Ornamentkünstler
in Blumen, Blättern, Tieren, Wasser, linearen Gebil-
den etc., von dem gutmoderne, schöne Farbenholz-
schnitte und Arbeiten für Buchschmuck, Textilindu-
strie, Metall- und Glaswaaren, Möbelindustrie, Tapeten
etc. herrühren *). 1 5 Exlibris, aus denen besonders die
4 Blätter (davon 3 farbige Steindrucke) des Kammer-
gerichtsrats Emil Uhles, Berlin 1898 — 99, für dessen
Bücher über schöne Litteratur, Sozialpolitik, Fische etc.
hervorragen. Eckmanns eigenes, einfaches aber
*) 2 Monographien, reich illustriert, auch mit Exlibrisabbildungen,
in: Deutsche Kunst und Dekoration, 111. 7. (April 1900).
1.24 Allg<
flott und kräftig wirkendes Monogramin-Exlibris, 1898,
hier unten abgebildet.
Hans Meyer, Professor an der königlichen akademi-
schen Hochschule für die bildenden Künste; 2 Ex-
libris-Radierungen, sein eigenes, 1882, mit den
7. Putten von Andrea del Sarto, Florenz, und Georg
\% Otto Eckniann, Von Ihm selbst <I84B|.
Bancroft, amerikanischer Ge-sandter in Berlin und
Schriftsteller (f), 1874 (nach Rafael).
Franz Stasseii, ein talentvoller, vielversprechender Ex-
libriskUnstler in symbolistisch -klassischen Zeich-
nungen mit modernem Einfluss, zum Teil Radierungen ;
1 1 Exlibris, von denen die für Dr. Josef Poppelreuter,
Berlin 1 8g6*), Eduard Stucken, Dichter, Berlin, 1 899**),
Museum zu Magdeburg, 1900, Musik-Exlibris der Frau
•} Abgebildei: Z. f. B. IV. S. 367.
"*) , Dekor. Kunst III, S. 341.
Neuzeit, 1871 — 1900. 4^5
Margarethe Strauss, Magdeburg, 1900, Max Stein-
thal, Berlin, 1900, und Horst Kretschmann Winckel-
mann, München, 1901, besonders schön sind*).
Friedrich von Sckennis , Schweizer; sein eigenes
radiertes Exlibris vereinigt günstig alte Heraldik mit
modern gehaltener Sphynx**).
Hans am Ende^ ein Worps weder; radiertes Exlibris
Wilhelm Feising, Berlin, 1898.
Melchior Lechter, Gotiker, bekannt u. a. durch seine
Zeichnungen für Glasgemälde etc.; 3 Exlibris goti-
schen Stils Konsul Auerbach, Berlin, 1896, Baurat
Karl von Grossheim, Berlin, 1897, und Dr. Leopold
Levy, 1900.
Alexander Liebmann; 5 Exlibris (3 Radierungen***).
Hans Baluscheck ; 8 Exlibris, von denen das von Heinz
Tovote, Schriftsteller, Berlin, 1895, Motiv nach
dessen Roman > Fallobst, wurmstichige Geschichten « ,
und das des Oberpostassistenten Alfred Schröder,
Berlin, 1901, mit Berliner Typen und Grunewald,
hervorzuheben.
Josef Sattier, Meister in Buchbilderschmuck in archai-
sierendem Geschmack, der hauptsächlich im Geiste
des 16. Jahrhunderts schafft, jedoch von bedeuten-
der Eigenart; unendlich fleissig in der Kleinarbeit
der Zeichnung, im Motiv oft gemütvoll, doch auch
manchmal grotesk und bizarr; in der Phantasie sehr
vielseitig. Da Sattler unter den jetzigen Zeichnern
eine hervorragende Stellung einnimmt, ist es interes-
*} Abbildungen: E, L. Z, X. S. 42, 43, und dekorative Kunst,
München, Juni 1900.
**) Abgebildet: Dekor. Kunst III. S. 345.
***) Seine Exlibris vgl. E. L. Z. X. S. 13, 14.
426 Allgemeines.
sant, die objektive Beurteilung des 1 Allgemeinen
Künstlerlexikons« wiederzugeben, wo eine Autorität
ersten Ranges schreibt: »Sattler erneuerte eine be-
wusste archaisierende Zeichnungsweise und schlug
aus der zur Mode erhobenen Parole Dürer etwas
Kapital, doch hat er ausgezeichnete Zeichnungen
geliefert, namentlich dort, wo er nur illustriert,
weniger dort, wo er in gesuchter Weise geist-
reichelt, z. B. in Meine Harmonie, Die Wiedertäufer
und Todtentanzbilder. Seine »Exlibris« leiden auch
an gesuchter Originalität, die im Grunde genommen
nur mehr oder weniger verstandene Wiederbelebung
alter Motive sind.« Von ihm existiert eine Mappe,
die ebengen. 42 »Exlibris« in tadellosem Farben-
druck, die teils wirkliche Exlibris, teils nur Ent-
würfe für solche enthält; in thatsächlichem Ge-
brauche ist von diesen 42 Exlibris etwa ein Dutzend;
als Beispiel aus dieser Serie ist in der englischen
Ausgabe dieses Buches das »redende« Exlibris Fried-
rich Karl Haupt (1893) wiedergegeben; der Zeich-
ner hat jedoch ausser den genannten noch 6 andere
Exlibrisentwürfe und 22 wirkliche Exlibris gefertigt,
von denen 2 des Archäologen Dr. Robert Forrer,
Strassburg i. Eis., 1892 (Sattlers erste Exlibris),
Eberhard Freiherr von Bodenhausen, Berlin, 1895,
Georg Haehl, Robertsau, 1895, Anton und Hedwig
Woworsky, Berlin, 1898, Fritz und Hans Curschmann,
letzteres als besonders gut hier (S. 427) abgebildet,
Dresden, 1898, Hermann Heinrich Alexander Wen-
tzel, Baumeister ("{â– ), Berlin, 189 ., Daisy Neumann,
1899, Rudolf Warburg, Berlin, 1900, die besten
sind. — Da obengenannte Publikation auch in Eng-
187"-
427
land und Amerika Verbreitung fand, andere deutsche
Bibliothekzeichen aber nur ausnahmsweise und nicht
allgemein dortbin kamen, so glaubte man dort lange,
Sattler wäre der einzige deutsche Exlibris-Zeichner,
was die hier gegebene Liste der deutschen Exlilms-
Kleinkünstler nunmehr widerlegt.
Paul Voigt, AbteiUingsvorsteher der Reichsdruckerei,
Berlin(s. 5,383), der bei einigen seiner 31 Exlibris zum
Teil in Sattlcrscher .Manier arbeitete und einige gute
428 Allg..mei»os.
Interieurs lieferte ; hervorzuheben sind seine Exlibris
Julius Wulff, Dichter, Berlin, 1894, Max Hinterlach.
Assessor, Itzehoe, 1898, das hier unten abgebildet ist,
Karl Koesler, Anclam, 1895, sein eigenes, Kupfer-
stich, 1 898, das hier (s. Beilage) von der Originalplatte
.wmp^WM.
VoiBl {]»m.
abgedruckt ist. \'on Voigts Hand rtlhren auch die
feinen Kupferstiche der 4 Exlibris der Reichs-
druckerci und die 2 des Reichspostamts Berlin,
Dr. Paul Fischer, Reichpostamt Berlin, Geheime
Oberregierungsrat Kar! Busse, Direktor der Reichs-
* i
«
:*
k
Neuzeil, 187 1 — 1900. 4-9
druckerei Berlin, C. Schwartz, Berlin, umgeändert
für Stephan Wiesand, alle 1891 — 1900. her*).
Fidus = Hugo Höppener; 4 Exlibris; sein bestes:
Exlibris Hermann von Kissling, Riva, 1900.
Gustav Rietschely Berlin-Paris; 3 Radierungen Karl
SchmitzdorfF, Brandenburg a. H., 1895, davon i aus-
gewählt und 2 Proben.
Ernst Fischer- Cörlht: 6 äusserst sauber gezeichnete
Exlibris, Lichtdrucke, zumeist in klassischem Ge-
schmack und griechischem Vasenstil, von denen die
Fixlibris Karl Koch, Berlin, Karl Breitbach, Professor,
Berlin, 1899 und F^aul und Helene Souchay, Kunst-
maler, Berlin, 1900, besonders hervorzuhel)en sind.
Franz Lippisch : Exlibris E. von Wangenheim, Kammer-
herr, Berlin, 1899, Heliogravüre, klassisch-modern.
Franz Weitlich; gutes Exlibris Dr. j. Max Wagner,
Assessor, Berlin, 1899.
Franz Kruse \ allegorisches Exlibris Elsa Heymann,
Berlin. 1899.
Ferdinand Nigg, aus Vaduz, Zeichenlehrer; u. a.: 6
Exlibris M. v. B., München, 1S95, 97, 1901**).
Julius Klinger und Albert Knab (Atelier Knab-Klinger),
4 bezw. 2 moderne Exlibris.
Eduard Liesen'. 6 Exlibris, darunter ein modernes
C. H. Oskar Lange, Buchhändler, Berlin, 1899, und
ein gutes Exlibris Wilhelm Arndt, Ciseleur, Berlin,
1900.
Anna von Wahl ^ aus üorpat: 7 Exlibris, darunter 2
gute Blätter: Charles von Wahl, Dorpat, 1897,
♦) Vgl. E. I... Z. IV. S. 53, 54 und 90, 91 und Studio, Winter-
nummer 1898 — 99, S. 64 — 65, Beilage (3 Voigt-ExUbriii).
**) 2 andere abgebildet in > Deutsche Kunst und Dekoration >' 111. 7.
43 O Allgemeines.
F31umenvase mit Buch, und Mercedes Zuologa,
spanische Südamerikanerin, Hamburg, 1899, weib-
licher Kopf mit Rosen und Dornenkranz, sowie 3 Ex-
libris-Schablonendrucke.
Sophie Bernhard^ Malerin und Hildhauerin, 2 Exlibris:
Max Harrwitz, Antiquar, Berlin, c. 1895, und
Dr. Ernst Oberwarth, Berlin, 1899; gut modern.
Käthe Schönberger; 5 Exlibris, teils humoristischen,
teils ernsten Charakters, mit originellen Einfällen*);
das eine der 3 Exlibris Walther von Zur Westen,
Assessor, Berlin, 1899, hier (S. 431) abgebildet.
Luise Clason ; gut modernes Exlibris Mathilde von Treu,
Nieder-Kosen, 1 899.
Dora Hits; Radierung E. T. V. 1899.
Marie StHler-lValdi\ 4 moderne Exlibris.
Max Zambony\ hübsches Landschafts- und Musik-
l^xlibris Otto Lüstner, Essen, 1896, mit dem Weil-
burger Schlosse, einer Melodie, Geige und Büchern.
Georg Wagner y farbiges Exlibris Margarethe Erich,
Berlin, 1898: Garteneingang.
Otto Protzen', Radierung Frida Sobernheim, Berlin,
1894, sowie eine treffliche Radierung Karl G. F.
Langenscheidt, Verlagsbuchhändler, Berlin, 1900.
Efraim Mose Lilien: 11 ICxlibris, meist nackte, weib-
liche Figuren**); hervorzuheben ist das Universal-
exlibris vom Ball der BerHner Presse, 1901***).
Franz Wiese; farbiges Exlibris Karl G. F. Langen-
scheidt, \'erlagsbuchhändler, Berlin, 1897; Sphinx.
*) I Exlibris abgebildet in Zeitschrift für Bücherfreunde, V. i.
**) 4 Abbildungen in der Zeitschrift für Bücherfreunde, 111. 7.
♦**) Abgebildet : K. L, Z. XI. S. 23.
Neuzeil, 1871- igo«- 43'
Richard Ä'«iJVf/, bekannter Militär-Zeichner; i Exlibris
Emil Uhles, Berlin, Militärbibliothek, 1900, hier (S. 433 )
abgebildet; ausserdem ist eine von ihm herrührende
1
^
SarirJunQ von ^
VvZur'O.sten.
{IL
IMi~
Emp[öngen- . . .
Künstler ;.....
Exlibris Walther von Zur Wcsicn. Von Käthe Schönbcr^r (18W|.
Ansicht Breslaus mit Wappen zu einem Exlibris
»H. J.( (Jacobsohn) verwendet worden.
Hans Krause; Exlibris Dr. m. Richard Paasch, Berlin,
1896.
Alexander Zi'ck ^ Professor; Universal - Exlibris für
1.32 Allgemeines.
Velhagen & Klasings Verlag, Leipzig, Jugendschrißen,
1899*).
Richard BSkland, der talentvolle Maler der Fa^aden
des prachtigen deutschen Hauses auf der Pariser
Wettausstellung 1900; Muster für ein Exlibris eines
Artil lerie- R ^ments ** ) .
Martin Ränike; habsches Exlibris Friedrich Pfeil-
stücker, Buchhändler, Berlin, 1889.
Willy Blecke: 2 Exlibris.
*) AbgebUdet E. L. Z. X. 10.
•*) Al^ebildet E. L. /.. IV. ,S. 67.
Neuzeit, 1871 — 1900. 433
Albert Scholtz^ Wappenmaler der königl. Porzellan-
Manufaktur: Exlibris Karl Engel, Stadtmissionar,
Dortmund, 1898, u. A. Steuk, Polizeioffizier, Berlin.
Hans Teichen (auch München); 21 Exlibris.
Arthur Lehmann^ Schüler von Georg Barloesius.
Kurt Stoevingy Arthur Fahlberg ^ Martin Spicker^
Albert Krüger ^ Georg Heil^ Atelier Pronberger^
Heinrich Schmidt-Sorrent ^ Richard Rucktäschel,
F. Betmekensteiity Karl Leistikow^ A. Kratz^ M. Veity
A. Hermann y Karl Valentin Kannengiesser ^ Georg
Schiller y Hans Koberstein (gute Exlibris-Entwürfe),
Aloys Edgar Ratte henegge r y Fritz Rumpfe Klara
RodenwcUdty Hans Anker ^ Hans Lindenstädty Rudolf
Westphaly Frau Camilla Wandrey^ geb. Bahr, Willy
Werner y Illustrator, Maximilian Moddey Julie Wolf-
Thonty Theodor Wendisch y Alexander Katzschy
Theodor JohannseHy Theodor Luffty Armand Lainniy
Josef Engelharty M. Koepp-Susemihl,
Ludwig Manzely Bildhauer; Hans Latt ^ Bildhauer.
Emil Zellner y Baumeister; 12 Exlibris; guter Heral-
diker und Gotiker.
Georg Königs berge ry Architekt.
Alfred KtihnOy Architekt.
Ernst Horstmeyer y lithographische Anstalt.
N. Goldschmidt' Tissot.
Reichsdruckerei, die die S. 383, 428 unter Paul Voigt
erwähnten, vortrefflich radierten Exlibris, sowie die
von E. Doepler d. J. gezeichneten Exlibris der
Kaiser-Wilhelm-Bibliothek Posen ausgeführt hat.
Charlottenburg bei Berlin :
Georg Barloesius^ Lehrer an der städtischen Berliner
Kunstgewerbeschule, ein talentvoller Künstler und
28
434 Allgemeines.
Buchillustrator, der, als Zeichner älter als J. Sattler,
auf Exlibris in ähnlichem archaisierenden Geschmacke
wie dieser Künstler und in Anlehnung an Dürer
und den Stil des i6. Jahrhunderts arbeitet, reich an
Ideen ist und sauber und fleissig zeichnet. Von
seinen 25 Exlibris (19 ausgeführt) sind besonders zu
rühmen : Die farbigen Exlibris Anna Kruse, Lietzen-
burg, 1898 (landschaftlich), Klementine Böhm, Wil-
mersdorf, 1898, Karl G. F. Langenscheidt , Ver-
lagsbuchhändler, Wannsee-Berlin, 1900 (landschaft-
lich) und das des Verfassers dieser Zeilen, 1898
(landschaftlich)*), sowie in Schwarz: Friedrich Gott-
heiner, Charlottenburg, 1899, Hans Denecke, Ober-
lehrer, Braunschweig, 1898, mit Richard Wagners
Porträt und Noten, Friedrich Altmann, Frankfurt a. M.-
Sachsenhausen , 1900, mit dem Frankfurter Dom,
hier (S. 435) abgebildet, Dorfbibliothek Grosslüse-
witz, 1900, Hans Lukas von Cranach, Schlosshaupt-
mann, Wartburg, 1900, abgebildet unten im II, Teil
16, Viktor Graf Schlieflfen, Weimar, 1900, L. B.
von Carlshausen, Stuttgart, 1901**), Dr. Richard
Schröder, Berlin, 1901, Willibald Franke, Verlags-
buchhändler, Berlin, 1899; dieses letztere Blatt, ein
sehr passendes Bibliothekzeichen, hier (S. 436) eben-
falls abgebildet.
Adolf Antberg, modernes symbolisches Exlibris Ar-
thur Holitscher, Schriftsteller, München, Holzschnitt,
1897.
*) Abgebildet £. L. Z. IX. 14, englisches Exlibris- Journal IX. 5,
Mai 1899 und im Katalog der Antwerpener Exlibris- Ansstellang 1900.
♦*) Abgebildet: E. L. Z. XI. S. 12.
Neuzeit, i87r - 1900.
Hermann Hirsel, Schweizer; eigenartige, moderne
Blätter, mit stimmungsvoller landschaftlicher Aus-
000 fm^w
» ■^^■■■n_j..M.iHia..
Von OeorK Barlösms (l«00).
stattung und stihsiertem Blumen- und Pflanzen-
Rchmuck; neuerdings auch ein guter Radierer; von
436 Allgemeines.
seinen 89 Exlibris sind besonders zu nennen: Alfred
Doren, Berlin, mit Ansicht von Frankfurt a. M.,
i8<)7, Stanislaus Cauer, Bildhauer, Rom, mit dem
MonteCavo, 1897, Otto Graumann, Assessor, Breslau,
Exlibris WillibaW Franke. Von Qeorg Barrösius (IBM).
Altar in Landschaft, 1898, H. Emest Opdenhoff,
Brüssel, Landschaft, 1898, Nelly Brodmann, Hof-
opernsängerin, Wiesbaden, Waldwiese mit Appollo-
statue, iSgS, Hans Hermann, Berlin, Landschaft mit
Götteraltar, 1899, Walther von Zur Westen, Assessor.
Waldwiese, 1899, 2 Ktiennc Baud, Rechtsanwalt,
Genf, Zinkographie und Radierung, Blumen, Land-
schaften, 1897 und 1900, Dr. Friedrich Imhoof-
lEoii^chcidt. Von Hermann Hiritl (1900).
438 Allgemeines.
Blumer, Winterthur, 2 Zinkographien, i Radierung,
2 Landschaften (Megara und Akropolis zu Athen)
bezw. Baum in Wiese, Münzen, 1899*), Dr. m.
Felix Gattel, Berlin, 1899, Zinkographie und Ra-
dierung, 1899, Buch in Wiese mit Bäumen, Hirzel,
Charlottenburg, 1900, Karl G. F. Langenscheidt,
Berlin, 1900, hier(S. 437) abgebildet, Sulzer-Steiner,
Winterthur, 1900, Dr. med. Kessler, Berlin, 1900,
Mathilde Schulz, Berlin, 1900, Viktor Blüthgen,
Berlin, 1900, P. N. Ratajczak, Berlin, 1901, Robert
Haberland, 1901.
Alfred Drews -Thiele; Exlibris Karl Richter, Post-
sekretär, Berlin, 1899.
Karl Spilling,
Wilhelm Freiherr von Tettau ^ Architekt, 7 Exlibris.
C. J. Klein^ Architekt, 1894.
FriedenaU'Berlin : Julius C. Maess; 20 meist feine Ex-
libris, davon 6 Radierungen ; zu rühmen sind : Sein
eigenes Exlibris, 1895, Dr. Otto Braun, Schrift-
steller (f), München, 1895, Magda Gräfin zu Lei-
ningen- Westerburg, Neupasing-München, 1 896, 2 Karl
G. F. Langenscheidt, Verlagsbuchhändler, Berlin,
1897, Otto Rau, Berlin, 1898.
Grosslichterfeldc'Berlin: Georg Kehlender y Architekt.
GrosS'Zehlendorf 'Berlin: Karl Behr,
Grunewald-Berlin: Meinhard Jacoby; 4 moderne Ex-
libris, darunter 3 Radierungen; besonders gutes
Porträtexlibris Else Benndorf, Wien, 1897, sowie ein
originelles Exlibris eines Arztes, Dr. Flesch, Frank-
*) 6 Abbildungen: Zeitschrift für Bücherfreunde, III. ti und
4 Abbildungen: E. L. Z. VIII. S. 46, 47.
Neuzeit, 1871 — 1900. 439
fort a. M., 1898, dessen kräftige Hand einer Todten-
hand die Sichel entwindet.
Karl Wagner: Exlibris Dr. H. Thiel, Berlin, 1894.
Bodo Ebhardty Architekt; 3 eigene 1900.
Friedrichsber^'Berlin: Paul Ellinger, Lithograph und
Zeichner.
Schöneberg' Berlin: Franz Christophe^ 2 Exlibris.
Potsdam:
Lucy Du BoiS' Raymond y Tochter des berühmten
Physiologen : 7 Exlibris, meist Radierungen, darunter
eines für Paul Hensel, Professor, Nationalökonom,
Strassburg i. Elsass, 1896.
Fritz Rumpf.
Stuttgart:
Richard Herdtle: guter Buchillustrator; Exlibris der
Dorfbibliothek Fachsenfeid, 1899*).
Adolf Fischer; sehr gefälliges Exlibris Dr. Friedrich
Hauff, Feuerbach-Stuttgart, 1899, mit Wappen und
Durchblick durch ein romanisches Fenster auf Stutt-
gart.
Hermann Plener; Exlibris Dr. Franz Freiherr Koenig-
Fachsenfeld, Geheimer Legations-Sekretär, Stutt-
gart, 1898.
Edmund Schäfer; 10 gute Exlibris.
Gustav Halmhuber, Professor, Maler, Architekt.
Felix Hollenberg; radiertes Exlibris des Freiherrn
Koenig-Fachsenfeld, 1898; Bibhothek-Inneres.
*) Abgebildet : E. L. Z., IX. S.. 82.
|.40 Allgemeines.
Franz Keller-Leitzinger, Professor (f ) ; Universalexlibris
der Kollektion Spemann, Stuttgart, c. 1891.
Maximilian Josef Gradl, 10 Exlibris, in modernem Ge-
schmack*); sein (redendes) Exlibris Rudolf Olden-
bourg, Verlagsbuchhändler, München, i8g8, hier
unten abgebildet :
Oldenbourg. Von MnKimillan Jos«t Otadi {IS93).
Eduard Pfennig; sein originelles, gutes Exlibris seiner
Mutter (in Hamburg, 1900), hier (S. 441) abgebildet;
es drückt aus, dass sich die fleissige Hausfrau auch
fllr Musik und Malerei interessiert.
) 5 Eriibri» »bgebildet : E. L. Z. VI. S. i
Neuzeit, 1871 — 1900.
Walter Strich-Chapell.
Fritz Berner, Architekt, 8 Exlibris.
Richard Ernst Kepler.
FANNV PFENNfQ
Exlibris Fanny Pfennig. Von Eduard Pfennig (]
E. Bafetti, (c. 1891 in Stuttgart).
G.Dreher, xylographische Anstalt; schönes Holzschnitt-
exlibris Paul von Baidinger, Hofmarschall, Stuttgart,
1899, nach Schongauer.
44^ Allgemeines.
Karlsruhe in Baden:
Hans T^Ä^w^, Professor, Direktor der Kunsthalle, früher in
Frankfurt a. M. Dieser bekannte Maler von eigen-
artigem künstlerischen Sonderleben und oft echt
deutscher Poesie der Empfindung, wurde zum Ex-
libriszeichnen durch den Verfasser dieses Buches
angeregt und hat seit 1895 bis jetzt 22 Exlibris
gezeichnet*); Landschaften, Kindergestalten, Figuren
der deutschen Sage, Fabeltiere etc. finden sich auf
seinen Exlibris, die zum Teil in Algraphie, Druck
von Aluminiumplatten, ausgeführt sind. Sein Ex-
libris August Rasor, Kaufmann, Frankfurt a. M.,
1898, hier (S. 443) abgebildet; die Perlen, die
die Knäbchen aus den Muscheln entnehmen, be-
ziehen sich sowohl auf die Perlenschneiderei des
Besitzers, als auch auf die in Büchern zu finden-
den Perlen, den Nutzen der Lektüre.
Emil Rudolf Weiss; 2 moderne Exlibris Otto Julius
Bierbaum, Schriftsteller und Herausgeber der »Insel«,
München, 1896, und Dr. Richard Knittel, Karlsruhe,
1898.
Hans Richard von Volkmann; eigenes Exlibris, 1897,
mit wildem Mann in weiter Landschaft.
Max Lieber; 2 eigene moderne in Holzschnitt, 1899.
Edgar Michahelles; 2 moderne, farbige Holzschnitte,
1899.
Karl Biese ^ Grötzingen-Karlsruhe ; 4 moderne Exlibris,
bemalte Selbstlithographien, 1900,
Johann Lorenzen; 3 Exlibris, darunter ein sinniges
) 3 abgebildet: Studio, Winternummer 189S — 1899, S. 62—63.
Neuzeit, 1871—1900.
Blatt Dr. Alfred und Margarethe Pöschmann, Leipzig,
1900').
ügu?! R3!or. Von Hans Thoma (1898).
Darmstadt: Pnal Bürci; sein eigenes (redendes : Birke),
1899**), 2 des Buchgew erbe- Vereins, Leipzig, 1900,
•) Abgebildei: E. L. Z. XI. S. 25.
") Abgebildet : E. L. Z. IX. S, 9?.
t
444 Allgemeines.
Ludwig Sang, Darmstadt, 1900, sowie einige Ex-
librismuster in modernem Geschmack.
Wilhelm Bader; 6 Exlibris, davon eine Radierung
Rudolf Bosselt.
Kurt Kempiftf Theatermaler ; Exlibris Hermann Knispel,
Hofschauspieler, 1 899, Todtenschädel auf Buch, Stein-
druck.
Auguste Kichler; 16 Exlibrisentwürfe, davon 7 aus-
gefà ¼hrt; vorwiegend: Blumenausstattung*).
Anna Becker; 2 Radierungen Alex und Vicky von
Frankenberg-Ludwigsdorff, Darmstadt, 19CX).
Gustav Schmoll von Eisenwertky Architekt; Exlibris
Erika Klaas, Darmstadt, 1900.
Karl Siegrist y Lithograph; Bruno Schulz^ Graveur.
Dresden :
Albert von Zahn (f) ; Exlibris des berühmten Kirchen-
historikers Karl August Hase (f), Jena, 1873; da-
nach 1 1 Exlibris der Familie von Hase , Leipzig,
1875 — 1898; allegorische Figuren mit Wappen;
Schi uss- Ausführung von Ludwig Nieper, Leipzig
(vgl. oben S. 91, 92).
Hugo Bürknery Professor, und Karl Ludwig Theodor
Graff: Die Exlibris Georg Hermann Quincke,
Professor, Heidelberg, 1877 und Josef Edler von
Latour - Thurnburg , Feldmarschall - Leutnant , Wien,
1877**).
Fritz Schumacher y Professor, Architekt, ein vortreff-
licher Exlibris-Zeichner von guter Phantasie, origi-
*) I abgebildet : Studio, Vol. 20. No. 87, Frau Marie Voss, Mttnchen.
**) Abgebildet: E. L. Z. VII. S. 49.
Neuzeit, 1871 — 1900.
445
nellen Gedanken, sowie feiner und anmutiger Zeich-
nung in gut modernem Geschmack ; 14 Exlibris
{5 Entwürfe); hiervon hier unten abgebildet Ex-
libris Frau Bertha Lorch, Leipzig, 1900*).
Frili Schumacher ([900).
Johann Vincenz Cissars, ein guter Buchschmuck-
künstler; Exlibris Buchhändler Robert Voigtländer
und Frau, Leipzig, 1899, und Ludwig Löffler, Berlin,
1901.
•) 3 Abbildungen: E. L. Z. XI. S. a6. 37,
446 Allgemeines.
Walther Witting; 2 Exlibris Friedrich Preller jr.,
Dresden, 1900, mit der Wartburg, und das
eigene, 1901.
Karl Heffner, Professor, (auch Florenz) ein Exlibris
Hugo Rasch, Düsseldorf, 1901.
Erich Böttcher^ Porzellanmaler; Gottlob Klemm; Hans
Pf äff ] Marianne Fiedler^ Weisser Hirsch bei Dres-
den; 7 Exlibris, deren Zeichnimgen auf Zinkplatten
ausgeführt sind und wie Steindrucke wirken ; deren
bestes ist das Exlibris des Anwalts Wilfried Blaydes,
London, 1899.
Düsseldorf:
Ernst Forberg^ Professor; Exlibris W. Spemann, Ge-
heimer Kommerzienrat, Stuttgart, c. 1876; äusserst
feiner Kupferstich nach einer Bronze von Peter
Vischer, Nürnberg, bezw. einem Entwurf von Pro-
fessor Friedrich von Thiersch^ München.
Eduard von Gebhardt^ Professor, bekannter Historien-
maler; 15 Exlibris voll deutschen Gemüts; beson-
ders gut sind : Das sinnige von ihm und seiner Frau,
1897, hier (S. 447) abgebildet; Betty von Gebhardt,
Düsseldorf, 1898; Rochus Freiherr von Liliencron,
der Schöpfer der »Allgemeinen deutschen Biographie«,
Schleswig, 1898; Klara Poensgen, Düsseldorf, 1899,
ein besonders gutes Blatt, das Siegfried zeigt, wie
er den Drachen erschlagen hat und nun dem Vogel-
sang lauscht, den er versteht, seit er sich mit dem
Drachenblut benetzt hat; oben das Vogelmotiv aus
Wagners Siegfried; Oskar und Anna Volkmann,
Düsseldorf 1 898, Ehepaar in Waldlandschaft ; Greorg
Freiherr von Rheinbaben, Minister, Berlin, 1899,
Neuzeit, 1871—1900. 447
St. Georg mit dem Drachen; Walther und Klara
Preyss, Düsseldorf, 1899, Hans Sachs.
Johannes Gekrts, sehr hübsches Exlibris Arnold Hirth,
Verleger, Leipzig, 1896, Porträt, und eine Radierung
Eduard Lorenz Meyer, Handelsherr, Han^burg, 1895,
Porträt •).
Friedrich Sckaarsckmidt, Konservator der kgl. Kunst-
Akademie; eigenes, modern -allegorisch es Kxlibris,
1899.
Willy Spats; 2 Exlibris, darunter Wilhelm Pfeiffer,
Düsseldorf, 1897.
44^ Allgemeines.
Alexander Frenz; modernes Exlibris mit Blumen und
Halbfigur, Martha Poensgen, Düsseldorf, 1897.
Otto Bayer; 2 Exlibris Karl Heine, Rechtsanwalt,
Düsseldorf, 1898, mit Innenraum und Fensteraussicht,
und Johanna von Cramatzki, Düsseldorf, 1 899, römi-
scher Altar mit Blick auf Burg am Meer.
Georg Oedery Professor; 4 Exlibris, Steindrucke mit
Fröschen, Aflfe, Blumen.
Peter Janssen^ Direktor der Akademie.
Ludwig Keller, 2 Exlibris Lenzberg, Düsseldorf, 1901.
Heinrich Otto; Alfred Graf von Brühig Friedrich Schüz,
Willem van den Arendt Frau Hermine Schmitz-
Wünnenbtrg^ Peter Philippi^ Theodor Reiser^ Gustav
Ahns, Benno Hiddemann , Dr. med. und Kunst-
maler; Mechthild Buschmann^ Düsseldorf-Paris, 2
Damen-Exlibris.
Hamburg .
Emil Horst; sehr feines Exlibris Johannes Merck, Ham-
burg, 1898, Heliogravüre; Don Quixote in Um-
rahmung von spanischer Gotik.
Hermann de Bruycker; ausgezeichnetes Exlibris Dr. jur.
Adolf Lenert Wex, Rechtsanwalt, Hamburg, 1898;
Heliogravüre, mit Wappen, Landschaft, Justitia und
Aussicht auf Hamburg.
Oskar Schwindrazheim ; 2 1 Exlibris, 1 2 Exlibrismuster *) ;
hervorzuheben : Exlibris Oskar L. Tesdorpf, Hamburg,
1892, Siegmund Hinrichsen, Präsident der Bürger-
schaft, Hamburg, c. 1892, hier (S. 449) abgebildet,
♦) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 57, 58, in den >Liebhabcrkttnsten,
München, 1896, und in > Beiträgen zu einer Volkskunst«, Hamburg, II. 20.
Neuzeit, 1871— 1900.
449
Hermann Lange jr., Hamburg, iS()7, Dr.Emil Tüngel,
Hamburg, 1897, 4 Kinderexlibris der Familie Schiff,
London, 1900, und Musikexlibris der 3 Schwestern
Schiff, Hamburg, 1900.
Adele Lippert; 6 meist zierliche Damenexlibris.
Max Droi'ge; 6 Exlibris.
Robert Baur; 3 Exlibris.
Arthur lUics. Hugo SchwindrazlieUn, Adolf Eckhardt^
Hugo Ismberg, Hans Spechter (-[â– ). Wilhelm Weimar^
450 Allgemeines.
Architekt, Georg Hulbe, Lederplastiker, Karl Drews^
sowie folgende Schüler des Architekten Karl Wol-
brandt^ dieser bis 1899 in Hamburg, nun in Krefeld;
sämmtlich in Hamburg: Julius Svenssan^ John
Troischt^ Johann Jakobsen^ Johann Härder^ Hugo
Ambergy Hugo Klugt^ Albert Mönkemeyer^ Wilhelm
Eberhardt, Alexander DiewüscA^ Andreas M. Oisen]r.^
Gustav Doretiy Karl Blender^ Wilhelm yenner^ Emil
Todty Oskar Nauhaus^ Ernst Volbrecht^ Friedrich
NiebukTy Wilhelm Z,t?Ä^^, Willy Theut^ August Nie/sen,
Richard Ho/st*).
Altana: Alfred Mohrbutter; 5 hochmoderne Damen-
exlibris.
Magdeburg : Karl Wegner, Professor, 2 Exlibris ; Adolf
Rettelbusch; O. Wilde.
Halle: Heinrich Kopp; Exlibris des Kunstgewerbe-
Vereins Halle, 1900.
Breslau: Moriz Heymann y Exlibris des akademisch-
litterarischen Vereins Breslau; Erich £'r/^r-Samaden ;
Hermann Völkerling\ Richard Pfeiffer (München).
Görlitz: Georg Starke, in Firma C. A. Starke, Hof-
lieferant, Görlitz; der Drucker und Schatzmeister
des deutschen Exlibris- Vereins ; eine Anstalt, in der
schon zahlreiche Exlibris entstanden sind. Von
Georg Starke selbst : 1 5 ExHbris. Karl Ernst, 2
Exlibris.
Frankfurt a. M. : Bernhard Mannfeld, der bekannte
Radierer ; 2 Exlibris- Radierungen Dr. Hermann Kletke,
Berlin, und Dr. R. Dohme, Berlin.
*) Besprochen und 12 abgebildet unter »Hamburgische Exlibris«
in E. L. Z. IX. S. 76—82.
Neuzeit, 1871 — 1900. 45^
Bertha Bagge^ eine gute Radiererin; 5 Exlibris, von
denen ihr eigenes mit dem Eschenheimer Turm zu
Frankfurt*), 1895, und A. Lask^, Rechtsanwalt, Frank-
furt, mit Pflanzen und dem Dome in der Ferne,
1895, besonders gut sind.
Annette Versel; 3 fein radierte Exlibris Eduard Riesser,
Frankfurt a. M. , 1899, mit Dom, Main, Brücke;
Marie und Luitpold Rosenthal, Würzburg, 1 899, mit
dem »Kürschnerhöfchen« ; Jakob und Kate Rieder,
Wesserling, 1900, Schlossansicht.
Ottilie Röderstein; sehr gutes Exlibris Ferdinand und
Anna Hirsch, Frankfurt a. M., 1898, mit Porträts
und allegorischen Figuren Merkur und Charitas.
Frau Kathinka Ochs^ geb. Schlenker; 4 Exlibris, von
denen die Exlibris Karl Eller, Karlsruhe, 1893,
Wappen mit dem Edelweiss des deutsch-österreichi-
schen Alpenvereins und der Justitia, sowie Exlibris
Siegfried Ochs, Kapellmeister, Berlin, 1899, mit
Engelsköpfchen als Noten**) sehr ansprechen.
Ferdinand Luthmer^ Professor; Universal-Exlibris und
2 Radierungen Moritz von Kuffner, Wien, 1895,
Putte mit Wappen, Bibliothekschrank und Stefans-
turm, und Alfred Hahn, Bankdirektor. Frankfurt a. M.
1898, Hahn, Buch, Sportgegenstände.
Francis = Francis Oppenheimer, Frankfurt a. M. und
Paris, geboren in London; ein Zeichner und Ra-
dierer von hohem Talent und trefflicher Eigenart;
13 gutmodern gezeichnete Exlibris, darunter ein eng-
lisch modernes Sir Chs. Oppenheimer (Frankfurt),
*) Abgebildet in Laboucherr, Ladies' bookpUites, S. 190.
**) Abgebildet: Dekorative Kunst, Bruckmann, Manchen, Juni-
Nummer 1900.
junger Wanderer auf Wald wiese, Crests und Badges;
Frank Kirch bach, München, Wappen ; G. L. Sand, Bild-
Eiil bns Ludw g Kte lierr von Turcke Von Francis Oppcnheiiner (1900),
Neuzeit, 1871 — 1900. 453
hauer, München, Nikestatue mit Büchern; Stella B.,
junges Weib mit Blumen; Alberta von Puttkamer,
Strassburg i. Eis., weibliche Figur in Landschaft (Motto :
Die müde Menschheit erfrischt sich an den Blüten
der Poesie); Mary B. Brittan, San Francisco etc.;
Ludwig Freiherr von Türke, Assessor, Strassburg
i. Eis., dessen Blatt mit der Justitia hier (S. 452)
abgebildet ist; alle von 1899 und 1900; ganz vor-
trefflich ist das Exlibris Rufus Isaacs, Rat, Jurist,
London, 1901, mit dem Sinnbild: Krönung der
Arbeit = Ein Baumeister setzt die Giebelfigur der
Viktoria auf des Turmes Spitze.
Alexander Linnemamty Albert Lüthi^ Schweizer, Archi-
tekt und Glasmaler, Oskar Somtner^ Bildhauer (*{"),
C. Naumanns Druckerei August Reichard^ 4 Exlibris.
Wiesbaden: Walther Schulte vom Brühig Redakteur,
Schriftsteller, Illustrator; 49 Exlibris, davon 40 in 2,
1895 und 1899 erschienenen Heften »20 Exlibris«
veröffentlicht *) ; hervorzuheben sind : Exlibris Albrecht
Wittlinger, Zürich, 1895, Waltrud Schulte vom Brühl,
Wiesbaden, 1894**), Adolf Neuendorf, Wiesbaden,
1894, Kloster Notre Dame, Offenburg, 1895***),
Rudolf Benkard, Paris, 1895 (humoristisch), Hedwig
Lange, Schauspielerin, München, 1897, Josef Lauff,
Major a. D., Dichter, Dramaturg, Wiesbaden, 1899
(mit dem Vogel Phantasus und der Blume der Ro-
mantik). Ludwig Schellenberg^chQ Hofl^uchdruckerei.
Berleburg: Richard Winckel.
*) E. L. Z. II. 3. S. 15 (4 Abbildungen) und X. S. 22.
**) Abgebildet in Labouchere, Ladies' bookplates, S. 229.
***) Ebenda S. 230.
454 Allgemeines.
Krefeld: Karl Wolbrandt, Architekt, Direktor der Ge-
werbeschulen ; 1 6 meist gefällige Exlibris*) mit stilisier-
ten Blumen, musikalsichen Anklängen, Wappen etc.
Heinrich Nauen. Agnes Kaiser. J. B. K/einsche
Buchdruckerei M. Buscher.
Hüls bei Krefeld: Hermann Thoeren,
Barmen: Heinrich Hoenigy Deutschböhme; Exlibris Dr.
Rudolf Neumann, Reichenberg i. Böhmen, 1900**).
Neuss a. Rhein: Klaus Röhlinger^ Architekt.
Köln: Josef Passavanti; Exlibris F. R. Meyer, Köln,
1899, altdeutsch gehaltene Darstellung eines Münz-
sammlers.
Wiedensahl: Wilhelm Buscky der bekannte Humorist;
Exlibris Friedrich Warnecke, Geheimer Rat ("j"),
Berlin, Lithographie, 1 889 ; Eule auf Baumstamm.
Bremen: Anton Albers; 3 originelle Holzschnittexlibris
moderner Richtung.
Worpswede bei Bremen: Heinrich Vogeler; derselbe
ist als deutscher Exlibriskünstler würdig, nach Klinger
und Greiner genannt zu werden ; während sich diese
beiden trotz ihrer modernen Richtung hinsichtlich des
Gegenstandes der Darstellung mehr auf klassischem
Boden bewegen, ist Vogeler in seiner vollen Eigenart
Meister in feintönigen Heidelandschaften mit tiefen
Stimmungen, friesischen Anklängen, Parks, Blumen,
Fruchtbäumen, Birken u. s. w., und dabei ein mo-
derner Märchenpoet, sowohl in seinen Radierungen,
wie in seinen Dichtungen; 21 Exlibris, die Mehr-
zahl Radierungen. Besonders zu rühmen sind: Die
*) Besprochen und 12 abgebildet: £. L. Z. IX. S. 108— in.
♦*) S. E. L. Z. XI. S. 13.
Neuzeit, 1871 — 1900. 455
Exlibris Margarethe Herwig (Frau Dr. Schuchardt,
Hannover), 1896, mit Anspielungen auf den alt-
germanischen Namen Herwig und Flusslandschaft;
Schotteck , Woldesches Landgut bei Bremen,
1898, Parkscenerie *) ; Frau Adele Wolde, geb.
von Knoop, Bremen 1898, lesende Frauengestalt,
Blick auf Kirche, Wappen, Rosenumrahmung;
Johann Baron Knoop, St. Magnus-Bremen, 1898, in
Blumenumrahmung Parkteil mit Geige, Wappen und
Lyra; Alfred Heymel, Redakteur der xlnselc, München,
1899, Parkbrunnen, Faun und Nymphe, hier (S. 456)
abgebildet; Wilhelm Oelze, Bremen, 1900, Schiff,
Goethemedaillon in Baumumrahmung; Vogelers 2
eigene KxlibrisBarken-Hoff, lesendes Mädchen, Birken,
Hof, bezw. Buch mit Rose, Denkmal unter Baum;
Luise Wolde, Bremen, 1900, Kind im Garten,
Georg Wolde, Bremen, 1900, Schiff vor Bremen,
Frau Bertha Bienert, Plauen, Blick in Wald, 1901 **).
Hildesheim: Lilli Wille, Döplerschülerin, 6 gute Ex-
libris.
Regensburg: Eugen Wiedamann^ Zinngiesser und Gra-
veur; sein eigenes, sehr originelles und gutes; 1900;
Bleischnitt.
Nürnberg: Ludwig Kühn^ Professor; 3 ausgezeichnete
Radierungen: Markus Schüssler, Nürnberg, 1895,
Porträt und Vaterhaus; Frau Helene Schüssler,
Nürnberg, 1899, Porträt und Kadolzburg***), beide
*) Abgebildet: Dekorative Kunst, Bruckmann, München, Juni-
heft 1900,
**) 9 Exlibris Vogelers abgebildet : Deutsche Kunst und Dekoration,
Koch, Darmstadt, IT. 7.
*♦♦) Originaldruck: E. L. Z. IX. S. 108.
456
Blätter von künstlerischer Darstellung und vortreff-
licher Technik; ferner: Freiherr Cornelius Heyl zu
Exlibris Alfred Hcyniel. Von Heinrich Vogeler (IBW).
Neuzeit, 1871 — 1900. 457
Herrnsheim, Worms, 1891, Wappen in Frucht-
umrahmung, von prächtiger, alter Wirkung.
Wilhelm Behrens^ Professor; 10 Exlibris von feiner
Zeichnung und geschmackvoller Komposition in ver-
schiedenen Stilen. Besonders gut sind: Exlibris
Rudolf Benkard, Paris, 1893, die Gestalt eines Sie-
gers im Fechten und Turnen; Magda Gräfin zu
Leiningen -Westerburg, Neupasing- München, 1892,
Ehewappen in dem 1892 sehr beliebten Rokoko*);
Ernst Graf Mirbach, HariF, 1894, Schlossansicht in
Renaissance-Umrahmung; Pauline von Henzler-Leh-
nensburg, München, 1894, Ehewappen, Rokoko;
Reinhold Köhler, Oberbibliothekar (f), Weimar,
Sagensammlung, Frau Sage in Rheinlandschaft;
Maria Theresia und Hedwig Gräfinen Droste zu
Vischering von Nesselrode-Reichenstein, Münster i.W.,
1895, Wappen, Rokoko; Valerie Brettauer, Triest,
1898, Klavier in Rokoko und Blumenumrahmung mit
Putte**); die letzten 4 Exlibris sind besonders reizvoll.
Friedrich Wanderer, Professor; Exlibris Universität
Heidelberg.
Hermann Schwabe; 2 Exlibris, davon ein eigenes, 1901,
hier (S. 458) abgebildet, und ein Exlibris Gustav
Drobner, Leipzig, 1901.
Georg Kellner\ 2 Exlibris des Germanischen National-
Museums, Nürnberg, 1898.
Karl Hammer (f), Professor; Paul Ritter, Professor;
Karl Daumerlang^ Fedor Falkeisen,
♦) Abgebüdet: E. L. Z. VIII. S. 52.
•*) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde, III. i und englische
Exlibris-Zeitschrift X. 86.
458
Allgemeines.
Aschaffenburg: Paul Kersten, Buchschmuckzeichner.
Wurzbut^: Friedrich Gaab, Zeichenlehrer; Ferdinand
Lotz, Peter Würtk; August Stoehr, Architekt, 4 Ex-
libris; Bonitas Bauer, lithographische Anstalt.
Berchtesgaden : Bernhard Wenig, ein guter und ge-
mässigter Moderner von grossem Talent und guten
Ideen, dessen Exlibris wie kräftigeHolzschnitte wirken;
37 Exlibris mit Halbfiguren, Blumen, Landschaften
etc.; hier (S. 459) das des Paters Hugo Schmid ("l-),
Kremsmünster, 1899, abgebildet; sehr gut sind
femer: Wenigs eigenes Exlibris, 1897, Gräfin Sofie
Neuzeit, 1871 -1900.
459
Du Moulin, München, 1897, Dr. Adolf Preyss, Berch-
tesgaden, 1897, Karl Selzer, Maler, München, 1897,
3 Johann Nepomuk Eser, Buchloe, 1899, 2 Dr. Hein-
rich Stümcke, Berlin, 1898; Hermann von Sicherer,
/^^^Ä'
EX-LOIBIßllS
PHUGONIS'
SCHAXID
Q [^ -/HONA ST E B? Q ©
Exlibris Palcr Hugo Schmid. Von Bmifiird Wenig {18M).
Professor, München, 1898; Julie Speyer, Wien, 1898;
Louis Ring, Berlin, 1899; Dr. Hans Lichtenfeit, Bonn,
1900; Dr.L.Merck, Darmstadt, igoo, Radierung;Gustav
Drobner, Leipzig, und das des Verfassers, igoi*).
•)3«bgebildet: E.L.Z.Vn. S. 136-138; 1: VIII.S. iS; i:IX.S. 11.
46o
Kaiserslautem: Eduard Sack, 2 Exlibris; Wilhelm
Linder, Professor, 6 Entwürfe.
iCBB, Von VC. W. Sfiirtzko|)f |1S97).
Konstanz: Walter W. Sturtzkopf (t), geschätzter
Pferde- und Wildmaler; 6 Exlibris mit Landschaften,
Neuzeit, 1871—1900. 461
Burgen, Wappen*); von seinen gefälligen Blättern
ist hier (S. 460) das Brunegger Exlibris al^ebildet,
Kloster Brunegg, Schweiz, im Besitz des Dr. Bins-
wanger, Konstanz, 1897.
Exlibris Julius Moffmann. Von AI
Domhan: R. Julius Hartmann; Exlibris Dr. Richard
Schwinger, Heidelberg, 1900.
Strassburg i. Eis, : Alfred Erdmann, Exlibris Julius Hoff-
mann, Verlagsbuchhändler, Stuttgart, 1898, hier ab-
gebildet; Marianne Knapp; Leo Schnug (5 Exlibris);
Edmund Ostermann^ Architekt; Karl Emil Mattkis;
Paul Beguin.
•) Sein Exlibriswerk; E. L. Z, IX. S. 73-76-
462 Allgemeines.
St. Leonhardt i. Eis.: Karl Spindler y vortrefflicher
Illustrator, der manchmal in Sattlerischer Manier
arbeitet ; 4 Exlibris, von denen die Exlibris Städtische
Kunstsammlung, Strassburg, 1895, Moritz Himly,
Strassburg, 1895, Albert Rieder, Ingenieur, Mül-
hausen i. Eis., 1899, besonders rühmenswert sind.
Logelbach: Jean Jacques Waltz; 3 Radierungen für
Andr6 Waltz, Kolmar, 1895.
Kaysersberg (u. Paris): Karl Wipff.
Mainz: Bruno Panitz^ Lehrer der Kunstgewerbeschule,
Exlibris Rudolf Opfer mann, Mainz, 19CX); IVallausche
Kunstanstalt.
Klemens Kissel^ Zeichner*), grossherzoglich hessische
Kunstanstalt; 47 Exlibris mannigfaltigster Darstel-
lung mit Figuren, Wappen, Landschaften, Innen-
räumen ; zu nennen sind : Sein eigenes mit hessischen)
Wappen, 1896, Dr. K. G. Bockenheimer, Mainz,
1890, hier (S. 463) abgebildet, John Morgan, Aber-
deen, 1896, Alphons von Steiger, Kolmar, 1894,
Fritz Mouths, Rüttenscheid-Essen, 1896, Otto von
Brentano-Tremezzo, Offenbach a. M., 1897.
Leipzig: Max Klinger ^ Professor, Maler, Radierer, Bild-
hauer**), einer der eigenartigsten, vielseitigsten und
phantasievollsten Künstler und unstreitig der her-
vorragendste ^ genialste und interessanteste Meister
der Exlibris- Kleinkunst der Jetztzeit^ das Ausland
nicht ausgenommen. Von ihm rühren folgende 10
*) 25 seiner Exlibris erschienen in einem Heft 1894 bei J. A. Star-
gardt, Berlin.
**) Sein Exlibris- Werk, ausschliesslich zweier später entstandener
Blätter: E. L. Z. VII. S. 15—19 mit 2 Abbildungen.
Neuzeit, 1871 — 1900. 4^3
Bibliothekzeichen, sämmtlich Radierungen, her, die
hier alle genannt sein mögen : 2 Exlibris Leo Liep-
mannssohn, Antiquar, Berlin, 1878, Löwe vor L L,
bezw. Löwe, lesend, und Adler zwischen L L; Dr.
H. Klinger, Professor, Königsberg i. Pr., 1879, vor
einer Lampe zwischen Hut (Retorten vorläge) und
Retorte Minerva mit Kranz und chemischem Thermo-
meter statt der Lanze, unten Monogramm H. K. ;
464 Allgemeines.
Exlibris Fritz Gurlitt, Hofkunsthändler, Berlin, 1887,
ein auf Felsen am Meeresgestade auf eine Burg zu-
schreitender nackter Mann, auf dem Meere nackte
weibliche Figur mit Dreizack auf einer Kugel*); die
Allegorie bedeutet : Trotz Versuchung (Weib = Kunst)
zielbewusstes, festes Vorwärtsschreiten aufs Beste
los, ohne Abweichen vom Wege; IL Exlibris Fritz
Gurlitt, 1887: Vor Säulengang an Wasser mit
Spiegelung 2 nackte, weibliche Figuren; oben
Karyatide mit Maske; Symbolik: In der Kunst wie
in der Natur ist das Schönste die Reife; Exlibris
Dr. W. Bode, Geheimer Regierungsrat, Direktor der
Gemälde-Gallerie, Berlin, 1894**); vor femer Berg-
landschaft trägt ein Mann 3 weibliche Wesen in
den Kostümen der altklassischen, der Renaissance-
und der Jetzt-Zeit durchs Wasser; Symbolik: Ein
herkulischer Vertreter der Kunstgeschichte — An-
spielung auf Dr. Bodes Stellung — führt die Ver-
treterinnen der 3 Hauptkunstepochen durch den
Sumpf der barbarischen und banausischen Zeit;
Musikbibliothek Peters, Leipzig, 1896, Porträt Beet-
hovens***). Max Klingers eigenes Bibliothekzeichen,
1 896, wohl sein bestes Exlibris, daher (S. 465) wieder-
gegeben; nackte Frauengestalt, die personifizierte
Schönheit, vor weiter Landschaft mit Meer, felsigen
Klippen und Ufer; das Blatt zeigt Klingers Vorliebe
für klassisch-schöne Darstellung der Natur und des
formvollendeten menschlichen Körpers. Reinhold
*) Abbildung: Studio, Winternummer 1898—99. S. 66.
**) Abdruck von der Originalplatte: E. L. Z. VII. S. 18—19.
***
) Abbildung: Studio, Winternummer 1898—99, S. 64.
Neuzeit, 1871- 1900.
466 Allgemeines.
Richter, Berlin- Wannsee, 1898, nackter junger Mann
mit Buch am Meeresufer. Frau Elsa Asenijeff-
Nestoroff, Schriftstellerin, Leipzig, 1899; am Meeres-
ufer mit weiter Fernsicht auf Berge, ein nacktes
Weib, das einem Manne das Knie auf den Nacken
setzt, Sinnbild für die alles überwindende Schön-
heit*).
Otto Gr einer ^ zur Zeit in Rom; ein Meister in edler
klassischer Darstellung wie in der Exlibris-Klein-
kunst, der seinem ihm künstlerisch verwandten Kol-
legen Max Klinger sehr nahe kommt; von ihm
rühren 5 Exlibris (4 Lithographien, i Radierung)
in antikem Geschmack und klassisch-schönem Stil
her, die sämmtlich in nur wenigen Exlibris-Samm-
lungen vorhanden sind; 2 Exlibris Wilhelm Wei-
gand, Schriftsteller, München, 1895, Titanenkampf**),
bezw. Athene entspringt dem Haupte des Zeus;
Dr. Paul Hartwig, vom deutschen archäologischen
Institut, Rom, 1895, der Exlibris-Besitzer, beschäf-
tigt mit der Zusammensetzung griechischer Vasen,
oben 2 symbolische Figuren des ästhetischen und
lebensfreudigen Hellenentums mit der fertig zusam-
mengesetzten Schale***); Dr. Wolfgang Erhardt, deut-
scher Botschaftsarzt, Rom, 1899, mit der Versinn-
bildlichung seines Wahlspruches »Non frangorc, hier
S. 467 abgebildet; Marianne Brockhaus, Leipzig,
1899, ruhende, träumende, weibliche Gestalt in einer
von Faunen belebten Rosenumrahmung.
*) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde IV, S. 364.
**) Abgebildet; Studio, Winternummer 1898 — 99, S. 68—69.
***) Abgebildet: Studio, Winternummer 1898 — 99, S. 66, und Zeil-
schrift für Bücherfreunde IV. S. 366.
\
Neuzeit. 1871 — 1900. 4^7
Bruno Hertmx, ein sehr guter graphischer Künstler;
2 eigene Exlibris in Steindruck und Holzschnitt*).
Max Honegger, Professor; 2 Exlibris, darunter ein
kräftig und flott gezeichnetes der Typographischen
Gesellschaft, Leipzig, 1898, mit dem Buchdrucker-
greif**).
Hermann Feldmann; originelles Exlibris Gustav Drob-
ner, Leipzig, 1897, hier (S, 468) abgebildet.
/x rx.
Frau Lina Burger; 10 Exlibris, von denen ausser den
eigenen, 1896, 98, und dem von Ludwig Volkmann,
Leipzig, 1894, besonders das des Fürsten Otto Bis-
marck zu nennen ist, das der Verein der Buchhänd-
ler zu Leipzig zum 80jährigen Geburtstag des Fürsten
•) Vgl, E. L. Z. XI. S. 24.
") AbKebildei: E. L. Z. IX. S. 52,
468 Allgemeines.
diesem i8(}5 in einer Anzahl von Büchern Über-
reichte (abgebildet im ü. Teil 7.); hier {S. 46g)
abgebildet das Exlibris ihres Gatten Konrad Burger,
Bibliothekar, Leipzig, 1898.
Van Hermann Fddmann (1397).
John Jack Vriesländer; 10 Exlibris, darunter 2 origi-
nelle moderne, farbige des Dr. Hans H. Ewers,
Schriftsteller, Düsseldorf", und Frau Georgia M.
Ovington, Düsseldorf, 1900, sowie einige humoristi-
sche Exlibris.
Neuzeit, 1871—1900, 469
Richard Grimm, ein geschickter BuchkUnstler; 4 gut
moderne Exlibris, von denen das eigene hier (S.
470) abgebildet ist, 1901.
Walter Tiemann, Buchschmuckzeichner; Exlibris Dr.
Paul Kühn, Leipzig, 1898.
Johann Graf; Exlibris Dr. Raymund Schmidt, Leipzig,
1901.
Ludwig Nieper, Professor, Direktor der Kunstakademie',
Horst Schätze, 4 Exlibris; Hans Kozel {avs Wien)*);
Eulibris Konrad Burgtt. Vun Li
Paul W. Ehrkardt; Friedrich Lerpi', Karl Drechs-
ler; Rudolf Koch; Karl Hasse; Alfred Büchner;
Reinhold Karl; A. Felix Schulze; S. S. Drescher;
Otto Sebald; Breitkopf u. Härte! , Verlag u. Druckerei;
J. G. Scheiter u. Giesecke, Schriftgiesserei ; G. Röders
Buch- und Stetndruckerei.
Meissen: Oskar Zwint scher.
') Vgl. E. L. Z. XI. S, 24.
1-70 Allgemeines.
Niederlösstätz: Oskar Fletsch, Professor (t), der be-
rühmte Kinderzeichner, benutzte als Exlibris seine
von ihm gezeichnete Visitenkarte mit 2 Kinderchen,
Katze und Vögeln.
Weimar: Helene und Frieda Spielberg; 5 Exlibris,
davon 4 filr Damen.
GX-lslBl(IS
Klibrii Wdiard Orimm. Von ihm stlbit (IWU.
Giulio Aristide Sartorio, Professor, Weimar, nun in
Rom; 2 eigene Exlibris*) und eines für Onorato
Carlandi, 1895 und 99, davon 2 Radierungen.
Georg Heil; Exlibris Thomas Ewing Moore, amerika-
nischer Konsul, Weimar, 1896.
Oesterreich :
Wien: William Unger, Professor, bekannter Radierer;
gutes und passendes Exlibris Hugo Thimig, vom
•) Eines «bgjebildei; Dekoraiive Kunst, Juai-Nummer 1900.
Neuzeit, 1871 — 1900. 47^
Hofburgtheater, c. 1898, Radierung, Rollen, Maske,
Pritsche etc.
Alfred Cossmann^ Schüler des Vorigen; Exlibris Nico-
laus Dumba, Geheimer Rat, bekannter Mäcen, der einst
Hans Makarts Stellung in Wien begründete (f 1900);
Radierung, Wiener Parlamentsgebäude, davor Genius,
der vor einer Minervabüste Lorbeer niederlegt*).
Koloman Mos er ^ Professor; Fritz und Grete Schwartz,
München, 1900; Rudolf Steindl, Wien, 1901; Super-
Exlibris Dr. Rudolf Neumann, Reichenberg i. B.,
19CX); nach Koloman Mosers Einbandschmuck der
»Handzeichnungen alter Meister« : Exlibris Raoul
Allgayer, Wien, 19CX).
Hans Machte Professor; Exlibris Josef Lewinsky, be-
rühmter Tragöde vom Burgtheater, Wien, 1892,
Maske, Lorbeer, die 3 Ringe aus Lessings Nathan
dem Weisen, Krone in architektonischem Aufbau.
Anton Kaiser; 3 feinradierte Exlibris, besonders reizend
das Exlibris, die Radierung Karl Koch, Liquidator,
Wien, 1901; sehr gut auch Exlibris des Dr. m. Karl
Becher, Karlsbad, 1900.
FeHcian Baron Myrbach^ Direktor der Kunstgewerbe-
schule, Wien; Exlibris der Theresianischen Militär-
Akademie Wiener Neustadt, 1901 (noch unvollendet).
Marianne Schreder; 7 Exlibris, von denen Wilhelm
Hegeler, Haiensee, 1899, und Ethel Gillmor, Creston,
Iowa, 1899, Berthe Jouvin, Paris, 1899, Abbie Mar-
garet Strong, St. Paul, 1900, hervorzuheben sind.
Eugenie Munk; Exlibris Agnes Guttmann, London,
und Professor Rudolf Fischer, Innsbruck, 1900.
♦) Abgebildet E. L. Z. X. S. 52.
Konrad Mautner, redendes Exlibris Dr.
Winter, Wien, 1896, Holzschnitt.
Josef
Exlibris Dr. Hinns LSsdinigE. Von Dinld Pauluzzi (1898).
Josef Hoff mann, Professor, Architekt; 2 Exlibris, davon
ein echt modernes EJtlibrisAlmaSchindler, Wien, I901.
Neuzeit, 1 871 — 1900. 473
Alfred Roller, 2 Exlibris*).
Ru^dioM Harwitz\ Edusird Doecker}T,\ ]3koh Fkel-Fiscker,
2 Exlibris; Adolf Porsche; Alexander Goltz \ Rudolf
Reinimer, Stecher; Franz Cizek; Fritz Ilg.
Graz: Daniel Pauluzzi; anmutiges Exlibris Dr. med.
Hanns Löschnigg, Graz, 1898, mit der allegorischen
Figur des Märchens, dem steyrischen Wappenpanther,
der Eule des Gelehrtenstandes, dem Grazer Uhr-
turm, dem ärztlichen Berufsembleme, Aeskulap-
schlange mit Becher, und einem Tanagrafigürchen
als Repräsentanten für Kunstgeschichte; hier (S. 472)
abgebildet.
August Ortwein^ Professor, Architekt, einer der ersten
deutschen Omamentisten, früher Professor in Nürn-
berg (f 1900); waidmännisch-alpines Exlibris Josef
Bullmann, Baumeister, Graz, 1899**).
Emil Moser, Professor, Miniaturmaler, Kunstsammler;
2 Exlibris, darunter Dr. Anton Schlossar, Kustos
der Universitätsbibliothek, Historiker, Graz, 1899.
Ferdinand Wüst; Exlibris Dr. J. B. Holzinger, Advo-
kat, Graz, c. 1885.
August Rath, Adjunkt am Landesmuseum; Exlibris
Dr. Arnold Luschin von Ebengreuth, Professor, Graz,
1895; Gelehrter in Bibliothek.
Troppau: Adolf Zdrasila, Landschafter, Graphiker;
3 Exlibris, davon 2 Holzschnitte Dr. E. W. Braun
und Graf Razoumovsky, Troppau, 1900; ein Ex-
libris Kaiser- Franz-Josef-Museum, Troppau, 1901.
Pest: Ludwig Liuek.
♦) Abbildungen in Pol de Mont, Vlaamse School XIV. i, 2.
*•) Abgebüdet: E. L. Z. X. S. 98.
474
Allgemeines.
Prag: Emil Oriik (zur Zeit in Japan); 24 Exlibris
meist modernen Geschmacks, mit originellen und
geistreichen Ideen ; 2 Radierungen, die Übrigen
farbige Lithographien. Hervorzuheben sind: Sein
EKlibris R. M. Rilkt. Von Emil Orlili <1S07).
eigenes humoristisches, 1 897 ; Dr. Anton WöIf ler, Prag,
1898; E. Zaufal, Professor, Prag, 1898; Dr. Hugo
Salus, Dichter, Prag, 1898; Rainer M. Rilke, Dichter,
Berlin-Schmai^endorf, 1897, hier oben abgebildet;
Otto Erich Hartleben, Schriftsteller, Berlin, 1898;
Neuzeit, 187 1 — 1900. 475
Professor Max Lehrs, Dresden, 1899; Dr. Hans
W. Singer, Dresden, 1899*).
Josef Manes (f); Exlibris Adalbert Ritter von Lanna,
Kunstsammler, Prag, 1871.
Karel Hlavdcek (f); 6 eigengeartete Exlibris**).
Hugo Steiner; 8 moderne Exlibris, zum Teil Litho-
graphien.
Max Svabinsky ; 4 Exlibris: Jaroslav Vrschlicky (Emil
Frida), Dichter, Professor, Prag, 1900; VoitaNaprstek,
Prag, 1900; Dr. m. Ferdinand Pecirka, Prag, 1901;
Ztnih Elsky Vejrychovy, Prag, 1901.
Ladislav Novdk; Karel Är^^; Johann Benes; Josef Sir;
A. Botidovd; H. Boettinger; Emil M. /////, Prag (?);
A. Haase^ lithographische Anstalt.
Ausland:
Rom: Otto Greiner; siehe oben (S. 466) unter Leipzig.
Venedig: Michelangelo Gtiggenheimer; 2 Exlibris Lud-
wig und Valerie Brettauer, Triest, 1898.
St. Gallen: Salomon Schlatter^ Architekt; u. a. zwei
deutsche Exlibris.
Basel: Marie La Roche; Exlibris Andreas Heusler, Pro-
fessor, Berlin, 1899.
Bern : Hans Steiner\ Exlibris Johann Blanke, Konstanz,
1897.
Paris: Edgar Walther ^ Amerikaner, Bildhauer; Ex-
libris Elsa Rau, Pianistin, Berlin, 1900.
Hans Heise; Henry- Andre ^ ein Exlibris für den Ver-
fasser; Raoul Tkomen.
*) 2 Abbildungen: Ver sacrum, Wien, 11. 9.
*♦) Vgl. E. L. Z. XL Nro. 2.
476 Allgemeines.
Ferner radierten Aglaiis Bouvenne^ Paris, 1883, und
Claude E. Thierry, Nancy, 1884, je ein Exlibris für
Arthur Benoit("|-), Berthelmingen, Deutsch-Lothringen;
Gaston Save in St. Di6 zeichnete ebenfalls ein Ex-
libris Arthur Benoit.
Lyon: Andr6 Steyert,
Brüssel: Ferdinand Kknopff; Exlibris M. v. B., Mün-
chen, 1896, Frauenantlitz in einem Rund. Georges
Lemmen; 4 Exlibris, davon 3 Harry Graf Kessler,
Berlin, 1 899.
London: Reinhold Thiele^ Maler und Illustrator,
Zeichner des »Graphic« im Transvaalkriege; Exlibris
Georg Pflümer, Hameln, 1894, Innenraum und An-
sicht der Rattenfängerstadt Hameln.
Charles W. Sherbom^ der treffliche Kupferstecher, der
viel in der Manier Hans Sebald Behams, Aldegrevers,
M. Le Blonds, Virgil Solis', Albrecht Dürers arbeitet :
Franz Herzog von Teck, White Lodge, 1896; Mary
Adelheid Herzogin von Teck, 1890, beides Mono-
gramme unter Kronen; Curt und Lilli Sobemheim,
Berlin, 1894, Putte, Blumen, Hermes, Ornamentik,
besonders fein gestochen.
Edinburg: Josef W. Simpson; Exlibris Karl Emich
Graf zu Leiningen- Westerburg, Neupasing-München,
1898, mit der heiligen Katharina, der Patronin der
Litteratur*); Exlibris Olga Barbara Meyer, Ham-
burg, 1901.
*) Simpsonsche Exlibris- Abbildungen: £. L. Z. VIII. S. 99, loi
und IX. S. 15, 20, 21.
Neuzeit, 1871 — 1900. 477
bb, Nicktberufskünstler^ Dilettanten:
Deutsches Reich:
München: Gustav Kneeserty Geheimer Kanzleirat; Frau
Giulia Knoezinger; Oberleutnant Karl und Fred
Haushofer.
München - Neupasing : Frau Josefine Tragy - Heuser ;
gutes Exlibris Georg Nauen, München, 1900.
Berlin: Felix Lorenz ^ Schriftsteller; Isaac van Taack-
Trakraneny Druckereibesitzer; Walther Bädeker^
aus Danzig, Buchhändler, 8 meist moderne Exlibris ;
Johann Joachim Hildebrandt ^ Sohn des Heraldikers
und Professors, talentvoller junger Zeichner, 6 Ex-
libris; Max Laurence^ Recitator; Dr. Hans Schulz;
Helene Blau, Exlibris Adolf Schüddekopf, Köln, 1900;
Karl Schur jr., Buchhändler; Karl Berkhan^ stud.
mach.; Ernst Francke; Wilhelm Feising; K. A. Emil
il/«//^r, Buchhändler; Ilsez^^« Cotta; Helene Schwarz ;
Freifrau Klara von Biedermann, geb. May, Steglitz ;
Adolf Neumann; H. Fleck, Architekt; Karl Rossius
vom Rhyn, Architekt, Wilmersdorf.
Charlottenburg: Margarethe Simrock- Michael,
Stuttgart: Karl Rosner, Redakteur der Gartenlaube;
2 eigene Exlibris; Hermann Koeve , Buchhändler;
F. Schuster-^digoXd^ Architekt.
Darmstadt: Ludwig Prinz von Battenberg, hessischer
Oberst und englischer Kapitän zur See, 5 Exlibris,
c. 1896: Prinz und Prinzessin Heinrich von Preussen,
sein eigenes, Prinzessin Viktoria Battenberg, Prin-
zessin Beatrice Battenberg.
Alexander von Frankenberg- Ludwig sdotf^ Kammerherr;
Heinrich Freiherr von Senarclens-Grancy; Hans
478 Alle«
Pieper, Student, 17 Exlibris, darunter Radierungen;
LilH Keil, Konzertsängerin.
Dresden: Dr. Gustav Pauli; Frau Dr. Klara Hübler.
Meissen (auch München): Melchior von Hugo, Ober-
leutnant, g Exlibris.
Zwickau: Frau Dr. Elsbeth Reinhard, geb. Keil.
Düsseldorf : Adolf von Perbandt, Baurat a. D.; Otto
von La Valette, Rittmeister; 5 Exlibris.
Hamburg .Eduard Lorenz jl/<;'W, Handelsherr; er ist oben
schon (S. 398, 399) unter den heraldischen Zeichnern
angeführt, muss aber w^en seiner eigenartigen und
meist gefälligen Damen-, Blumen- und Musik -Exlibris
im Geschmacke derjetztzeit auch hier genannfwerden;
Neuzeit, 1871 — 1900. 479
36 Exlibris, meist farbige oder schwarze Steindrucke,
von denen namentlich folgende zu nennen sind:
Alice Meyer, Hamburg, 1895, abgebildet unten im
II. Teil 15.; Magdalene Merck, Hamburg, 1895; Meta
Baur, Hamburg, 1895; Mary Reincke, Hamburg,
1896; Lili Merck, Hamburg, 1897; Magda Gräfin
zu Leiningen-Westerburg, Neupasing-München, 1895;
diese 5 Exlibris mit Blumen, Noten und Wappen ; ein
weiteres der zuletzt Genannten, 1896, hier (S. 478)
abgebildet; Elsa von Ohlendorff, Hamburg, 1898, mit
Stechpalme; Anita Brockmann, Bangkok, 1898, mit
einem Tempel-Pavillon der Wat-Cherig in Bangkok;
Marie Woermann, Hamburg, 1899, ^^^ Palme und
dem Schiffe »Marie Woermann« vor Zanzibar.
Frau Amalie BttgeZ-Reimers; 11 Holzschnitt- Exlibris,
von denen die des Johanneums, Hamburg, 1 894, in
altchristlichem Stile, und Ernst Rose, Bergedorf,
1895, Rose und Käfer, besonders gut sind.
Frau Dr. Olga ScAramm-O^Swald] 3 Exlibris, von
denen das für Theo Behrens, Hamburg, 1895,
Blumen und Blick auf Hamburg, sehr gut ist.
Frau Toni O'Swa/d-HaWer., Exlibris Alfred O'Swald,
Hamburg, 1895, mit dessen Faktorei in Zanzibar;
Exlibris Maggie Haller, Hamburg, 1899.
Frau Anna Harriet Kannengüsser-Sauher; 4 Exlibris,
darunter Eduard Kannengiesser, Amtsrichter, Ham-
burg, 1896, Innenraum mit Ausblick.
Frau Marie Zackarias; Edith Goldenberg; Ernestine
Ferber; Sophie Döbner\ Heinrich J. Merck.
Friedrich Friedrichs, Archäolog; mit Runeninschrift.
Dockenhuden bei Blankenese: Robert Wegener; feines
larftischaftliches Exlibris Wegener, 1899.
480 Allgemeines.
Laegerdorf in Holstein : Dr. m. Eduard Hanssen.
Burg: Frau Anna Aly-Lochte.
Halle: Johanna Rauckfuss.
Jena: Frau Professor Anna Auerbach,
Göttingen: Anna Fehler, Radierung Wilhelm Fehler,
Referendar, Göttingen, 1899, mit Ansicht Marburgs.
Breslau: Dr. Moritz Rosenstein.
Mannheim : Josef August Beringer.
Wiesbaden: Dr. Emil Pfeiffer; eigenes Exlibris, farbig
nach mittelalterlicher Miniatur.
Bingen: Frau Ida Coblenz.
Berleburg: Richard WinckeL
Hachenburg: Alexander Graf voti Hachenburg.
Krefeld: Frau Hedwig von der Leyen; 2 Exlibris;
Heinrich Creutzburg, Buchhändler.
Steterburg: Irmelis Gräfin Görtz-Wrisberg.
Danzig: Dr. Wilhelm Korella, Gymnasiallehrer.
Frankfurt a. Main: Friedrich Altmann.
Würzburg: Wilhelm Förtsch, Bauamtsassessor; Frau
Idi Teichmann.
Augsburg: O. Roger, Dr. m.
Kempten: Adolf Leichtle.
Frankenthal: August Ries.
Heilbronn: Alfred Schliz, Dr. m.
Ueberlingen: Richard Dehmel^ Schriftsteller.
Heidelberg: Ernst Darmstädter, Chemiker.
Strassburg i. Eis.: Rerroff, Pseudonym = Dr. Robert
Forrer, Archäolog; 12 Exlibris in meist altem Stil;
zu nennen: Ein Dedications-Exlibris an Fürst Otto
Bismarck, 1898, Faust mit Schwert, Wappen und
Tintenfass; Kloster St. Ottilien, Elsass, 1898, mit
Haidenmauer, St. Ottilia und Ottilienberg.
Neuzeit, 1871 — 1900. 48 1
Paul Reiher^ sein und seines Vaters Ferdinand Exlibris,
Radierungen. Edmund Förster, Mediziner.
Kolmar: Andrd WaltZy Stadtbibliothekar; Exlibris
der Schongauer-Gesellschaft, Kolmar, 1894, nach
M. Schongauer.
Berthelmingen: Arthur Benoit ("f); 2 eigene, c. 1885
und 1892, und Dr. Hermann Kuhn, Geistlicher,
Brudersdorf, 188 .
Leipzig: Ernst Goetz, Fabrikbesitzer und Haupt-
mann d. L., eigenes Exlibris (vgl. unter »Histo-
rische Exlibris« , II. Teil 4. i.). Hans Bluntsckliy
cand. med.
Lübeck: Wilhelm Bandelow, Hauslehrer.
Schwerin : Frau Elisabeth von Bülow, geb. Scharlach;
6 Exlibris.
Rostock: Frau Elsa von Blume , geb. Freiin von See-
bach; Erwin Volckmann, 7 Exlibris.
Oesterreich,
Wien: Emil Hütter , Liquidator (f); 2 Radierungen,
sein eigenes, 1872, und Julius Kaschnitz Edler von
Weinberg, Wien 1872.
Viktor Christ, Mitglied des Hofopernorchesters, 4 gut-
gezeichnete Exlibris.
Dr. Hans Przibraju, 4 gutgezeichnete Exlibris.
Ilse Conraty 2 Damen-Exlibris.
Mizi Schlesinger y ein Exlibris Leonie Hock, 1901.
Döbling'Wien: Moritz von Weittenhiller , Hofrat,
Kanzler des deutschen Ritterordens; 13 Exlibris,
davon 9 meist feine Radierungen, dovon 4 noch
unvollendet.
Emil von Rochefort, Oberleutnant a. D.
31
482 Allgemeines.
StockeraU'Wien : Frau Emestine Gräfin von Cauden-
hove^ geb. Gräfin Breuner; 2 Exlibris der Fürstin
Eleonore Auersperg, Goldegg, 1899.
Wiener Neustadt: Eduard von Zambaur^ Hauptmann,
Professor der Militär- Akademie ; eigenes in arabischer
Schrift mit Koranspruch, 1900.
Graz: Luise von Drasenovich, 2 Exlibris.
Elbogen: Dr. Georg Gindely, Exlibris Dr. Adolf Hauffen,
Professor, Germanist, Prag, 1898.
Erlaa : Friederike von Oldenburgs Gräfin von Welsberg,
Exlibris ihrer Mutter Nathalie Herzogin von Olden-
burg.
Stadt Ried: Ferdinand Weiss.
Triest: Dr. Vitale Laudi, Professor, Exlibris Valerie
Brettauer, Triest, 1899, mit nach Art eines Rebus
verstecktem Namen.
Ausland :
Lottdon: Meno Haas y deutscher Buchhändler; sein
eigenes.
Hollingboume : Ernst Bengough Ricketts, Major; ausser
zahlreichen englischen Exlibris 4 Exlibris für den
Verfasser, 1898.
b. Von anderen und nichtsignierten Exlibris sind noch
kurz folgende erwähnenswert:
Frau Dr. Helene Zorn, Heidelberg, 1898, mit dem
bekannten Bilde Arnold Böcklins »Dichtung und
Malereif.
Ludwig August Reuling, Inspektor, München, 1898,
Porträt- Exlibris (L ; sein IL siehe oben unter München,
Eugen Spandow).
Neuzeit, 187 1— 1900. 4^3
Dr. m. Adolf Magnus-Levy, Berlin 1894, mit Michel-
angelos Prophet Zacharias der sixtinischen Kapelle
zu Rom.
Dr. Salomon Fuld, Justizrat, Frankfurt a. M. , 1895,
mit einer Nachbildung eines Raphaelschen Freskos
in der Stanza della Segnatura im Vatikan.
Martin Schwarzschild, Frankfurt a. M., 1896, Interieur.
Ferdinand Reiber, Strassburg i. Eis., Radierung, 1879,
»R«, mit Ranke und Strassburger Münster (siehe
vorstehend S. 481).
Dr. E. Schneegans, Heidelberg, c. 1895, mit Strass-
burger Fahnenbild.
Kgl. National-Gallerie, Berlin, 1895.
Anton Einsle, Buchhändler und Komponist, Wien,
c. 1885; Harfe mit Noten.
Dr. A. Kornfeld, Wien, c. 1890, mit dem Kopf der
Murilloschen Justina, Wien.
Georg Eckl, Bibliophile, Wien, c. 1898, 2 Exlibris.
C REINTYPOORAPHISCHE EXLIBRIS.
Da diese Art mit künstlerisch-bildlicher Ausstattung
nichts zu thun hat, so genügt es, zu bemerken, dass auch
in der neusten Zeit diese Sitte, nur seinen Namen und
ev. Stand auf einen Zettel drucken zu lassen und diesen
einzukleben, fortbesteht, und zwar aus praktischen Spar-
samkeitsgründen, oder, weil der Besitzer kein Bedürfnis
hat, seine Bücher nicht nur zu sichern, sondern auch zu
zieren. Oeffentliche Bibliotheken sind, wenn sie keinen
Farbstempel anwenden, besonders geneigt, solche schmuck-
484
Allgem
lose, nur typographisch hergestellte Exlibris, z. B. bei
BUchererbschaften, zu verwenden.
Bemerkenswerte Blätter tinden sich in dieser Periode
nicht; die Mehrzahl enthält nur die Inschrift, manchmal
findet sich um diese ein Rändchen aus geraden oder ge-
wundenen Linien, Eowie besten Falls eine Kartusche
oder lorbeer ahn liehe Einfassungen und Kränze.
Eulibiii Friedrich
Von ihm selbst (1862).
sächlicli g
II. TEIL.
SPEZIALITÄTEN.
il usser der historischen und stilistischen Ein-
jl teilung, der wir bisher folgten, lässt sich der
I Exlibrisstoff noch in besonderen Unterabtei-
llungen, in Spezialitäten, betrachten. That-
iebt es Exlibris-Sammler, die nur einzelne dieser
Sparten sammeln oder sich nur für diese interessieren.
Da manche hier einschlägige Exlibris schon in vor-
hergehenden Kapiteln berührt wurden , so kann über
manches kürzer hinweggegangen werden, zumal viele
bereits im Titel genügende Erklärung finden.
/. Doppel-Exlibris.
Sie kommen nur in der älteren Zeit vor und ent-
sprangen, abgesehen von den Doppel-Exlibris von Ehe-
paaren, der Absicht, das damit versehene Buch doppelt
zu sichern; man findet sie zugleich im inneren Vorder-
und im hinteren Hinterdeckel eingeklebt und zwar ein
Porträt- Exlibris vom und das zugehörige Wappen-Exlibris
hinten oder umgekehrt ; geschnitten waren sie, nach einem
Exemplar der Hof- und StaatsbibUothek München zu
urteilen, auf einem Holzstock und wurden erst nach dem
486 Allgemeines.
auf ein Stück Papier erfolgten Druck in der Mitte ge-
trennt*
Die Sitte der Doppel-Exlibris hat sich nicht allgemein
eingebürgert; einige wenige Beispiele seien hier genannt:
Melchior Schneider und Frau Barbara, geb. Schöner,
Augsburg, vermählt 15 14*); 2 kolorierte Wappen-
holzschnitte, beide nach innen zum Buchinhalt ge-
wendet.
Dr. Sixtus Kapsser (früher irrtümlich mit S. Kercher
bezeichnet), Herzog Albrechts V. von Bayern Physicus,
1560, Holzschnitte, Porträt und Wappen**).
Dr. Franz Pfeil^ Stadtsyndicus, Hamburg und Magde-
burg, 1564, Holzschnitte, Porträt und Wappen***).
Magister Hieronymus Wolf^ Dr. th., Rektor, Stadt-
bibliothekar, Augsburg, 1574, Holzschnitte, Porträt
und Wappen f).
Johann Schwanberg^ Pfarrer, Frankfurt a. M. , 1580,
Kupferstiche, Porträt und Wappen f"j-).
ohann Friedrich derGrossmütige, Kurfürst von Sachsen,
und seine Gemahlin Sibylle von Jülich-Kleve, 15..,
2 Porträts mit Wappenfff).
Michael Aschenbrenner ^ Hofapotheker, Münzmeister,
und Frau Christiana, geb. Musculus, Berlin I588>
Wappenholzschnitte §).
*) Abgebildet : Leipziger Exlibris -Sammlung, Taf. 5.
•*) Abgebildet : Seyler, Exlibris-Taschenbuch, S. 42 ; vgl. E. L. Z.
X. S. 76, sowie hier oben S. $2, 53.
***) Abgebildet: Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 25.
t) Abbildung: E. L. Z. IV. S. 46.
ff) Abbildung: Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 35.
fff) Abbildung: Lempertz, Bilderhefte, Exlibris, V. Blatt, A.
§) Abbildung: Lempertz, Bilderhefte, Exlibris, IV. BlaU, 4, 5.
Spezialitäten. 4^7
Kempter von Rietburgy Tirol, c. 1650, 2 fast gleiche
Wappen-Holzschnitte '^).
Johann Baptist Gadner^ Presbyter, Bayern, 17.., Stiche,
Wappen und typographisches Blatt**).
Georg Christof Wilder ^ Dekan, Nürnberg, 1806, Stiche
von ihm ; Denksteine.
Solche Doppel-Exlibris können heutzutage Eheleute,
die nicht gemeinsame, sondern getrennte Exlibris führen,
oder Besitzer mehrerer eigener Exlibris leicht anwenden,
indem sie das eine Exlibris in den vorderen, das andere
in den hinteren Deckel des Buches einkleben.
2. Memorien- und Donatoren- (Geschenk-) Exlibris.
Memorienzeichen sind diejenigen Exlibris, die durch
Inschriften, Wappen und Porträts Verstorbener das An-
denken an den vorherigen Besitzer einer Bibliothek bezw.
einzelner Bücher, oder an einen Testator wach erhalten
sollen ; ebenso verhält es sich mit den Donatoren-Exlibris
bezüglich des Geschenkgebers. Durch Erbschaft, Schen-
kung, Stiftungsgelder, Kauf kamen ja häufig kleinere
Büchersammlungen in den Besitz anderer Bibliotheken,
und diese einzelnen Thatsachen vermelden hauptsächlich
in ihrem Inschriftsteile die Memorien- und Donatoren-
Exlibris. Dadurch, dass sie manchmal historische Nach-
weise enthalten, decken sie sich zuweilen mit den histo-
rischen Exlibris (siehe 4, S. 489).
Derartige Exlibris sind z. B. :
2 des Kollegiums St. Nikolaus in Wien für die von
Bischof Johann Faber von Wien 1540 gestifteten
*) Abbildung: E. L. Z. VI. S. 115 bezw. VII. S. 32, VI.
**) Abbildung: Seyler, Exlibris-Taschenbuch, S. 41.
488 Allgemeines.
Bücher*); die Exlibris der Bücherschenkung des
Mainzer Erzbischofs Daniel Brendel von Hohenburg
an die Jesuiten zu Mainz, 1555, 1558**), 1570,
Wappen, dann des Fuldaer Abts Balthasar von Dem-
bürg an die Jesuiten in Fulda^ I573> I574> Wappen;
Markus Swyn, Landvogt Norderdithmarschens,
schenkte 1582 seine Bücher der Kirche der Stadt
Lundeny was das Exlibris der Vorsatzblätter be-
richtet***). Kloster Heiligkreuz , Augsburg, erhielt
1588 von Wolfgang Andreas Rem von Ketz, Propst
zu Augsburg, über looo Bücher nebst mathemati-
schen Instrumenten testamentarisch vermacht, was
die Inschrift über dem Remschen Wappen besagt (ab-
gebildet oben S. 160); die Kirchenbibliothek von
St, Maria Magdalena zu Breslau, Donatorenzeichen
Breslauer Bürger von 1579, Inschrift mit Hausmarke,
Handmalerei f ); 2 Exlibris des Pfarrhofs zu St, Lorenz,
Nürnberg, 1 6 1 8 und c. 1 7 1 8 melden in einem Verse die
Stiftung eines Bücherfonds durch Messerschmid Johann
Vennitzer, Nürnberg, 2 Porträtstiche ff) ; Universität
Marburg, Stiftung ihres Kanzlers Johann Georg Estor,
1768, 2 Kupferstiche, Wappen auf Postament ; Deut-
scher Ritter-Orden, Wien, Büchergeschenk des Hoch-
und Deutschmeisters Erzherzog Eugen von Oester-
reich, 1898, Deutschordens - Wappen mit Inschrift.
*) Abgebildei: Warneckes Exlibris- Buch, S, 6 und Seylers Ex-
libris-Taschenbuch S. 36.
*♦) AbgebUdet : E. L. Z. VII. S. 80.
*♦♦) AbgebUdet: E. L. Z. IV. S. 82
t) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 14 und S. 26, III.
tt) Abgebildet: E. L. Z. I. i. S. 8; vgl. II. 4. S. 24. 2; und
hier im II. Teil 10.
Spezialitäten. 4^9
Diese Beispiele mögen genügen, obwohl sich noch
einige andere anführen Hessen.
j. Widmungs-Exlibris.
Diese sind solche Bibliothekzeichen, deren eigene
Zeichnung und Stich, bezw. Platte, Glicht und Drucke
vom Künstler oder einem Freunde der damit begabten
Bibliothek dieser für ihre Bücher verehrt wurden; vgl.
z. B. oben S. 253 Exlibris Alfons Kennedy von Graf La
Ros6e (c. 1769) und im II. Teil 8 das Exlibris des histo-
rischen Vereins der Pfalz. Ein solches Widmungs-Exlibris
ist auch das vom damaligen Oberst von Prittwitz dem
hessischen Feld-Artillerie -Regiment No. 25 dedicierte
Exlibris, 1 886, gezeichnet von August von Heyden, Berlin,
sowie die drei Exlibris Gushing, Galesbury, 1896, Wil-
helm von Scholz und Kurt Martens, München, 1897, von
Walter Gaspari, München.
Die Zahl dieser Gattung ist keine grosse.
4. Historische Exlibris.
Auch diese sind nicht zahlreich ; es finden sich aber
einige sehr interessante Blätter darunter. Man rechnet
unter diese meist seltenen Blätter diejenigen, welche in
und durch Inschriften eine historische Thatsache ver-
melden, die mit der betreffenden Bibliothek in engem
Zusammenhang steht. Bei den älteren Beispielen ist
dies stets ein kriegerisches Ereigniss; einige Exemplare
der Memorienzeichen sind hier einschlägig. Unter die
historischen Exlibris sind folgende zu zählen:
a. Exlibris der Bibliotheca Palatina, Heidelberg und
Rom, Kupferstich, 2 Grössen, von Rafael Sadeler,
München, 1623, hier (S. 490) abgebildet. Nach der
490
Sum de Bibliotheca, quam Heidelbei:ga
capta, Spolium fecit,&
P. M.
GREGORIO XV
trophzeum misit.
Maximilianus Vti-iusqs Bauarise Diix te
S. R.I .Archidapifer^et Princeps Elector.
Spezialitäten. 49 ^
Einnahme Heidelbergs durch die ligistische Armee
unter Tilly, 1622, schenkte Kurfürst Maximilian
von Bayern die wertvolle Heidelberger Bibliothek
(im Wert von damals 80000 Kronen; u. A. 3500
Handschriften) dem Papst Gregor XV. und liess
dieses Exlibris stechen und in die Bücher kleben,
worauf die ganze Sammlung in 196 Kisten auf
Maultieren über die Alpen nach Rom geschafft
wurde, wo heute noch das Meiste im Vatikan vor-
handen ist; nur ein kleiner Teil befindet sich seit 18 15
wieder in Heidelberg. Dieses Exlibris dürfte wohl,
neben dem Willibald Pirckheimerschen Exlibris von
Albrecht Dürer (S. 1 1 2) das interessanteste Bibliothek-
zeicke7i sein, das überhaupt auf der Welt existiert*).
b. Würzburg, Je suitenkolleg, 1634; nur typographisch,
4 Grössen bezw. Druckvarietäten; Abbildung und
Geschichte siehe oben S. 350, 351**).
c. Johann Karl Wilhelm Moehsen, Leibarzt, Numis-
matiker, Berlin, 1757; das eine seiner 2 Bibliothek-
zeichen, von Johann Ernst Gericke, Berlin, Porträts-
und Bibliothekansichts-Exlibris, enthält links durch
brennende Bücherreihen mit dem Datum des Brandes
1753 einen Hinweis auf dieses Unglück, während
der Rest des Blattes, mit Datum 1756, die wieder
eingerichtete neue Bibliothek zeigt. Dieses Blatt ***)
war jedenfalls vorbildlich für die 2 folgenden (S. 286).
d. und e. 2 Exlibris Johann Georg Heinrich Oelricks,
Rektor zu Küstrin, Prorektor zu Berlin; das
*) Abbildung und Geschichte: E. L. Z. II. 4. S. 12.
*•) Abbildung und Geschichte auch: E. L. Z. VI. S. in, 112.
***) Abbildung: in von Heinemanns Wolfenbüttler Exlibris-Samm-
lung, Taf. 139; ygl, auch die E. L. Z. V. S. 52.
492 Allgemeines.
eine, gestochen von Christian Benjamin Glass-
bach, Magdeburg; Landschafts- und Bibliotheks-
ansicht, bezw. Wappen; beide mit Inschriften 1759.
Das Ansichtsblatt zeigt oben einen Teil Küstrins
mit einer Batterie der 1758 die Stadt beschiessen-
den Russen, sowie eine in die Oelrichssche Biblio-
thek einschlagende und zündende Bombe, unten
die wieder in Berlin 1759 neuerstandene Bibliothek
desselben Besitzers*) (S. 286).
f, Prinz und Prinzessin Wilhelm von Preussen (heute
Kaiser und Kaiserin), zu deren Hochzeit 1881 von
der Korporation Berliner Buchhändler gestiftet, ge-
zeichnet von Emil Doepler d. J., Berlin; Engel mit
Ehewappen **).
g. Exlibris der f Gross Herzogin Sofie van Sachsen^
geb. Prinzessin der Niederlande, zu deren goldenen
Hochzeit, 8. Oktober 1892, von KarlTeske, Schwerin,
gefertigt ; Steindruck in Grau und Gold ; Ehewappen,
Bildnisse von Goethe und Schiller; Datum der
goldenen Hochzeit.
k. Exlibris Marie Gabriele, Prinzessin Ruprecht von
Bayern,, geb. Herzogin in Bayern, zur Hochzeit,
10. Juli 1900, gezeichnet von Anna May, München;
auf Sockel mit Inschrift und 2 bayrischen Wappen
weibliche Gestalt mit Griffel, zwischen Rosen, vor
2 mit Flammenschalen gekrönten Pfeilern.
/. Ernst Goetz^ Fabrikbesitzer, Hauptmann d. L.,
Leipzig; von ihm selbst, 1895; mit Beethoven-
motiv, Goethefigur und Bismarckbrief (Hinweise aut
*) Abbildung: in Warneckes Exlibrisbucb, Taf. XIX.
♦*) Abbildung: in Warneckes Exlibrisbuch, Tuf. XXV.
Spezialitäten. 493
die 3 bedeutendsten Deutschen des 19. Jahrhunderts,
deren Werke in seiner Bibliothek vertreten sind),
sowie dem Schlussvers der am Leipziger Sieges-
denkmal befindlichen Inschriften, die Ernst Goetz
verfasst hat*).
k. Lothar Buderus von Carlshausen^ württembergscher
Rittmeister, Stuttgart, 1897, zur Erinnerung an die
deutsche Centenarfeier Kaiser Wilhelm des Grossen
mit dessen Porträt nach Franz von Lenbach; von
Gustav Alms, Düsseldorf**).
/.—«.; 3 Exlibris des ^Kaiser Wilhelm-Danks^ Vereins
der Soldatenfreunde ^, Berlin, 1898 und 99; /. mit
deutschem Ritter, m, mit Porträt Kaiser Wilhelms
des Grossen, deutschem Ritter und der Germania,
n. mit Porträt Kaiser Wilhelms IL ; /. erstes Kolonial-
Exlibris für die Bibliothek der »deutschen Be-
satzung in Kiautschou« mit einem Satz aus einer
Rede Kaiser Wilhelms II, d, d. 16. 12. 1897;
n, Stiftung deutscher Verleger zum 10 jährigen
Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms IL, »Kaiser-
bücherei« ***). Die Ritter von /. u. m. sind nach
Skizzen S. M. des Kaisers Wilhelm If.
o. Exlibris der »Kiautschou-Bibliothek«, zweites Ko-
lonial- Exlibris ^ 1898, Stiftung des »Kiautschou-
Bibliothek-Komitees« zu Berlin für die Büchersamm-
lung im Artillerielager zu Tsintau; Schiff mit Um-
schrift f).
*) Abbildung: E. L, Z. VIII. S. 76,
**) Abbildung: E. L. Z. XI. S. 11.
♦**) Abbildung: 1.— n.: E. L. Z. IX. S. 50—53.
f) Abbildung': Ebenda,
494 Allgemeines.
p. Das folgende ist zwar kein deutsches Exlibris, je-
doch infolge des Ausdrucks treuer Erinnerung an
die unvergessliche Heimat und des dargestellten
Wappens hier zu nennen: Exlibris der historischen
Gesellschaft der reformierten Kirche in den ver-
einigten Staaten Amerikas, Lancaster, Pennsylvania,
V. S. A., 1881. Dieses, einer Republik angehörende
Blatt enthält das Wappen des Kurfürsten Friedrich III.
von der Pfalz von 1 563 ; die Begründer der gen.
Gesellschaft, meist Nachkommen von Auswanderern
aus der alten Kurpfalz (heutige bayrische Rhein-
pfalz und das Heidelberger Land), wählten für ihr
Exlibris das Wappen jenes pfälzischen Fürsten, der
der reformierten Auffassung zuneigte und dem Cal-
vinismus in Kurpfalz Eingang verschaffte ; das Datum
der Unterschrift, 1563, weist auf die Herausgabe
des Heidelberger Katechismus hin, der das sym-
bolische Buch der Reformierten ist. Die gleiche
Anordnung der 3 Wappenschilde Pfalz, Bayern
und Spanheim sieht man oft auf pfälzer Siegeln
wie am Heidelberger Schlosse*).
5. Ritter schaftS'Exlibris,
Die deutsche » Reichsritterschaft c bestand aus solchen
Adeligen, die dem Kaiser und Reich unmittelbar unterstan-
den, jedoch nicht wie die anderen Reichsunmittelbaren Sitz
und Stimme auf dem Reichstage hatten; verschiedene
Ritterbünde vereinigten sich unter Kaiser Maximilian 11.
zur geschlossenen Reichsritterschaft. Diese teilte sich in
den fränkischen, schwäbischen und rheinischen Ritterkreis,
*) Abbildung und Geschichte: D. E. L. III. S. 7.
Spezialitäten. 495
und jeder von diesen zerfiel wieder in »Kantonec oder
>Orte« (15). 1806 fand die Reichsritterschaft durch die
Mediatisierung ihr Ende.
Bei einzelnen Kantonen bestanden an den Haupt-
sitzen gemeinschaftliche Bibliotheken und von diesen
hatten die folgenden auch Bibliothekzeichen :
a. Odenwa/d (Oitenvfald): Reichsadler mit Brustschild:
Pferd vor Bäumen, Unterschrift; 3 Varietäten.
d. Steigerwald: Springendes Einhorn vor Bäumen in
Rokokorahme.
c. Schwaben (Allgäu, Högau, Bodensee): Reichsadler
mit Brustschild: Unter Kreuzschild Falke mit
Scepter, Fisch mit Schwert.
d. Breisgau (Vorderösterreich) : In üppiger Kartusche
St. Georg mit dem Drachen.
e. Mittelrhein\ Gevierter Schild zwischen Lorbeer-
und Palmzweigen.
/. Oberrhein (Orttenau): Reichsadler mit Brustschild:
St. Georg mit dem Drachen.
Alle diese Exlibris sind Kupferstiche des 18. Jahr-
hunderts.
6. Fürsten- Exlibris,
Da die deutschen Fürstlichkeiten häufig viel auf
Wissenschaft, Litteratur und damit indirekt auf reich-
haltige Bibliotheken gaben, so ist auch eine ziemliche
Anzahl von Exlibris aus den Kreisen der deutschen
Fürsten vorhanden. Da sich solche Bibliotheken vor-
wiegend noch im Besitz der Nachkommen oder staat-
licher Bibliotheken befinden, so ist diese ob des hohen
Standes oder der Berühmtheit des Besitzers interessante
Art von Exlibris auch zu den selteneren zu zählen, zu-
49^ Allgemeines.
mal deren Exlibris schwieriger erhältlich und daher nicht
in jeder Sammlung zu ünden sind. Ohne auch hier allt
Fürsten-Exhbris nennen zu wollen, seien folgende aus
regierenden, souveränen Häusern angeführt; wo nichts
anderes angegeben ist, enthält die Darstellung haupt-
sächlich nur das Wappen*).
Kaisers. Von E. Doepler d. J. (1896).
a. Deutsches Reich:
Wilhelm IL, deutscher Kaiser, König von Preussen,
1896, von Emil Doepler d. J., hier abgebildet;
Reichswappen mit dem hohen Orden des schwarzen
•) Ueber FOrelen-Exlibris vgl. E. L. Z. III. .1. 58—63 n. 81—86.
Spezialitäten. 49^
Adlers und ein aus Büchern gebildetes »W« (2
Grössen).
2 Exlibris Auguste Viktoria^ deutsche Kaiserin^ Kömgin
van Preusseny geb. Prinzessin zu Schleswig-Holstein,
1893, von Georg Otto, Engel mit Ehewappen*),
und 1896 von Josef Sattler, Ehewappen auf Kreuz
(2 Grössen).
Friedrich IIL^ deutscher Kaiser^ König von Preussen;
noch als Kronprinz; »F.« mit deutscher Kronprinzen-
krone und Inschrift; c. 1880.
2 Exlibris Viktoria y deutsche Kaiserin ^ verwittwete
Kaiserin Friedrich, geb. kgl. Prinzessin von Gross-
britannien und Irland, noch als Prinzessin, c. 1857;
»V« unter Krone; sowie als Kaiserin-Wittwe, 1897,
von Josef Sattler; Ehewappen (2 Grössen).
b. Preussen:
Ein Markgraf von Brandenburg, 15.., nach Albrecht
Dürer.
Johann Friedrich Herzog von Pommern, 1596.
Prinz und Prinzessin Wilhelm von Preussen ; vgl. vor-
stehend S. 492, f.**).
Prinzessin Wilhelm , geb. Prinzessin zu Schleswig-Hol-
stein, 1881, Engel mit Ehewappen.
Prinz Heinrich, Vice-Admiral, 1896; preussischer Adler
in Vierpass; Entwurf von Prinz Ludwig von Bat-
tenberg.
Prinzessin Irene, geb. Prinzessin von Hessen, 1896;
preussischer Adler und hessischer Löwe; Entwurf
von Prinz Ludwig von Battenberg.
*) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 76/77.
**) Abgebildet : Warneckes Exlibris-Buch, Tafel XXV.
32
498 Allgemeines.
Prinz Joachim Albrecht, 1899.
Prinz Adalbert, Admiral, 18 . . ; typographisch mit Krone.
Prinz Adalbert, Prinz August Wilhelm u. Prinz Oskar,
Söhne Kaiser Wilhelms IL, 1900.
c. Bayern:
Wolfgang Pfalzgraf bei Rhein und Veldenz, Herzog
von Bayern, 1559, von Virgil Solis*).
Herzoglich bayrische Hofbibliothek, 16 18, in zahl-
reichen Grössen- und Stichvarietäten**).
2 Exlibris Herzog Albrecht Sigismund, Bischof von
Freising und Regensburg, 1650.
Herzog Max Philipp und seine Gemahlin Maria Febro-
nia, geb. de la Tour d'Auvergne, 1670; Ehewappen.
Herzog Max Heinrich, Kurfürst -Erzbischof von Köln,
16 . .
2 Exlibris Herzog Josef Klemens, Kurfiirst-Erzbischof
von Köln, c. 171 5***).
Maria Anna Karoline Pfalzgräfin bei Rhein, Herzogin
von Bayern, geb. Pfalzgräfin, c. 171 8.
Herzog Johann Theodor, Bischof von Freising, 1727.
Karl Philipp Kurfürst von der Pfalz, I726f).
2 Exlibris Kurfürstin Maria Anna, geb. Prinzessin von
Polen, c. 1770.
Herzog Klemens August, Kurfürst-Erzbischof von Köln,
1760, einer der prachtliebendsten, reichsten, reise-
'*') Abgebildet hier S. 125 und in Zeitschrift für Bttcherfreunde
I* 6.; vgl. ebenda 9.
**) Abgebildet oben S. 172, 187, 188, 208 u. in v. Heinemanns
WolfenbUttler Exlibris-Sammlung Tafel • 4.
*♦*) Abgebildet oben.S. 342,
t) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 59.
und jagdlustigsten Fürsten seiner Zeit; gestochen
von seinem Rat Bartholomeus Heinrich de Brockes,
^jei.2i
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5 Augiis
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k:1i« (1760}
1760; hier oben at^ebildet; es zeigt im Anschluss
an eine von Ludwig XIV. von Frankreich, dem »roi
soleilt, herrührende Sitte, den Namenszug von
500 Aligemeines.
Strahlen umgeben, als ob sonnengleicher Glanz von
ihm und seinem Träger ausginge. Da dieser Kölner
Kirchenfürst (1723) auch Bischof von R^ensburg
(17 16), Münster und Paderborn (17 19), Hildesheim
(1724), Osnabrück (1728) und Deutschmeister (1732)
war, so sieht man auch diese Bistums- etc. -Wappen
auf den Wolken schweben.
Otto Prinz von Bayern, König von Griechenland, c.
1860; 3 Farbvarietäten.
2 Geschenkexlibris König Ludwigs I. und IL, c. 1848
und c. 1870; typographisch.
Prinz-Regent Luitpold, c. 1890; typographisch.
Marie Gabriele, Prinzessin Rupprecht, geb. Herzogin
in Bayern, 1900; vgl. vorstehend S. 492, h.
d. Württemberg:
2 Exlibris Herzog Karl Christian Erdmann von Würt-
temberg-Oels, c. 1780.
Königin Olga, geb. russische Grossfürstin, 187 ., Mono-
gramm, Krone.
Herzogin Wera, geb. russische Grossfürstin, 187 .;
Monogramm, Krone.
Herzog Philipp, 1892.
2 Exlibris Prinz August, preussischer Generaloberst,
18 . .; typographisch.
Herzog Robert, 1901.
Herzog Wilhelm von Urach, Graf von Württemberg,
1899.
Hier sind noch zu nennen die Exlibris Herzog Franz
und Herzogin Mary Adelheid von Teck, White Lodge,
1896 und 1890, beide von Charles W. Sherbom,
London, gestochen; Monogramme unter Krone.
Spezialitäten. 5 O I
e. Sachsen:
Kurfürstin Magdalena Sibylla, geb. Markgräfin von
Brandenburg, c. 1630; Monogramm*).
Johann Ernst VIÜ., Herzog von Sachsen-Saalfeld, c.
1680; Monogramm.
Sophie Hedwig, Gemahlin des Vorigen, geb. Herzogin
von Sachsen-Merseburg, c. 1680; Monogramm.
4 Exlibris Herzog Ernst Friedrich Karl von Sachsen-
Hildburghausen, zum Teil von Martin TyrofF, Nürn-
berg, 17..
2 Exlibris Herzog Johann Wilhelm zu Sachsen-Eisen ach,
1722**).
Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha, geb.
Herzogin von Sachsen-Meiningen, c. 1760, mit »F. R.
(= Fridericus Rex = König Friedrich der Grosse,
dessen Verehrerin sie war) Vivat!«
Herzog Klemens Wenzel, Kurfürst-Erzbischof von
Trier, c. 1790.
König Friedrich August L, 18 . .
König Friedrich August IL, Kupferstichsammlung, 18 . .
Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, 18. .
Peter (Dom Pedro) August Prinz von Sachsen-Coburg-
Gotha, c. 1892 (vgl. oben S. 16).
Grossherzog Karl Alexander, Wartburg, Lutherbiblio-
thek, 1895, von Ad. M. Hildebrandt, Berlin***).
Grossherzogin Sophie, geb. Prinzessin der Niederlande,
1892, von Karl Teske; vgl. vorstehend S. 492, g.
*) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 15.
*^) Eines abgebildet : v. HeiDemann, WolfenbUttler Exlibris-Samm-
lung, Tafel 126.
***) Abgebildet: E. L. Z. V. S. 119.
502 Allgemeines.
Herzog Ernst zu Sachsen-Altenburg, 1887, von Ad.
M. Hildebrandt.
Herzogliche Bibliothek zu Koburg, Herzog Alfred,
189.; 2 Färb- und 2 Wappen Varietäten.
Prinz Ferdinand von Sachsen-Koburg, Fürst von Bul-
garien, 1892, 6 Farbvarietäten*).
f, Baden:
Ein Markgraf, 17..
Markgräfin Karoline Luise, geb. Landgräfin zu Hessen-
Darmstadt, c. 1780; typographisch; deutsch und
französisch.
Markgraf Wilhelm, 187 .; typographisch.
g. Mecklenburg-Schwerin:
6 Exlibris Herzog Ulrich, nach Lukas Cranach d. Ae.,
1559, 73, 82, 90**) (s. S. 136).
Herzog Johann Albrecht IL, c. 1620**),
Herzogin Luise Friederike, geb, Herzogin von Würt-
temberg 1 7 . .**).
Grossherzog Friedrich Franz L, 1816, von F. Ross-
raäsler **).
Herzog Friedrich, c. 1780, Ludwigslust**).
Grossherzog Friedrich Franz IIL, 1894, von Karl Teske
und W, Behrens.
2 Exlibris Herzog Johann Albrecht, Regent, 1 888, von
Ad. M. Hildebrandt und 1892 von Karl Teske.
Erbgrossherzogin Auguste, geb. Prinzessin von Hessen-
Homburg; (nach ihrem Tode) 1898.
*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 43; von der OriginalplaUe.
**) Vgl« K. Teskes Monographie über Mecklenburgische Wappen
und Exlibris, sowie E. L. Z. X. S- 88,
Spezialitäten. 5^3
//. Braunschweig:
3 Exlibris Herzog Ludwig Rudolf, Lüneburg, c. 1730.
Herzogin Elisabeth Sophie Marie, Lüneburg, geb. Prin-
zessin von Holstein-Norburg, c. 1760.
Herzog Karl, Lüneburg, c. 1760.
Herzöge Karl und August, Oels, 17 . .
Herzog Friedrich August, Oels, 17.. (2 Grössen, zahl-
reiche Stich- und Farbvarietäten).
Herzog Friedrich Franz, 17..
/. Hessen:
2 Landgraf Friedrich, c. 1795.
Landgraf Karl, 17..
Prinzessin Luise, c. 1800.
Landgraf Gustav Adolf, Homburg, noch als Prinz von
Hessen, c. 1845.
Grossherzogin Viktoria Melitta, geb. Herzogin von
Sachsen, 1895, von Peter Halm, München.
»Fürstlich Battenbergsche Bibliothek«, vorübergehend
gebraucht von Alexander Prinz von Battenberg,
Fürst von Bulgarien, Graf von Hartenau, 187 .; sie-
geiförmig.
Ludwig Alexander Prinz von Battenberg, 1 89 . ; dem
vorigen fast gleich.
Viktoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, geb. Prin-
zessin von Hessen, 1 89 ,
Heinrich Prinz von Battenberg, 1 88 .
Beatrix, Prinzessin Heinrich von Battenberg, geb.
Prinzessin von Grossbritannien und Irland, 189.
Heinrich Fürst von Hanau, 18..; typographisch.
Fürstin von Hanau, 18..; typographisch.
504 Allgemeines.
k. Anhalt.
Fürstin Henriette Katharina, 1 7 . .*).
Elisabeth, Erbprinzessin Leopold, geb. Prinzessin von
Hessen, 1898, von Georg Otto, Berlin.
/. Oldenburg:
Natalie, geb. Freiin Vogel von Friesenhof; gezeichnet
von ihrer Tochter Friederike von Oldenburg, Gräfin
von Welsburg, 1898; Ansicht von Schloss Brogyan.
m. Schwarzburg:
Ludwig Friedrich, Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt,
179 .; (2 Exlibris), typographisch.
n. Sc hie szv ig' Holstein :
Herzog Ferdinand Leopold, Dekan zu Breslau, c. 1690.
2 Exlibris Herzog Friedrich Karl Ludwig von Holstein-
Beck, c. 1790.
0. Nassau:
Fürstlich Nassau-Dillenburgsche Bibliothek, 17 . .; typo-
graphisch.
p, Oesterrcich:
Kaiserin Maria Anna, geb. Herzogin von Bayern, 16..;
Monogramm, Kronen**).
Erzherzogin Elisabeth, c. 1770; Rokoko***).
Erzherzog Max Franz, Kurfürst-Erzbischof von Köln,
c. 1785, von Charles Dupuis, Köln.
*) Abgebildet: v. Heinemann, Wolfenbüttler Exlibris-Sammlung,
Tafel 117.
♦♦) Abgebildet : E, L. Z. IIL S. 76.
♦♦♦) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde, III. i. S. 24.
Spezialitäten. 505
3 Exlibris Erzherzog Ferdinand, Grossherzog von Tos-
kana, Kurfürst von Salzburg, c. 1803; vgl. oben
S. 366.
Erzherzog Anton, c. 1834; Monogramm.
Erzherzog Friedrich, c. 1840; typographisch.
Erzherzog Maximilian, Kaiser von Mexiko, c. 1866.
Erzherzog Rudolf, Kronprinz, 188.; R mit Krone.
Erzherzog Franz Ferdinand Este, c. 1896.
Erzherzog Leopold, 189 .
Erzherzog. Eugen, 1899, von E. Krahl, Wien.
Zu erwähnen ist noch:
q, Sophie Albertine Prinzessin von Schweden, c. 1825,
als Aebtissin von Quedlinburg; Wappen.
Aus nicht souveränen, ehemals reichsunmittelbaren
fürstlichen, bezw. gräflichen Familien des sog. hohen
Adels giebt es aus folgenden Häusern Exlibris:
Auersperg, Castell, Erbach, Fugger, Harrach, Hohen-
lohe, Isenburg, Khevenhüller, Königsegg, Leiningen,
Leiningen-Westerburg, Oettingen, Rosenberg, Salm,
Sayn- Wittgenstein, Schlitz gen. von Görtz, Schön-
bom, Schwarzenberg, Solms, Stolberg, Thurn und
Taxis, Törring.
7. Exlibris berühmter oder bekannterer Personen:
In früheren Kapiteln sind schon manche Exlibris
historisch bedeutsamer oder auch nur bekannterer Per-
sonen besprochen worden; ohne Berühmtheiten aus
hochfürstlichem Stande (vgl. Seite 495 ff.) und ohne
wieder alle angeben zu können, seien hier einzelne nur
dem Namen nach genannt;
506
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Spezialitäten.
50;
Konrad Peutinger, Dr. j., kaiserlicher Rat, Gelehrter,
Augsburg, 1516; sein schön gezeichnetes Exlibris
hier (S. 506) abgebildet*).
Sebastian von Roten/tan, Humanist, Würzburg, 1 5 . .**).
Hieronymus Baumgartner, Rechtsgelehrter, Nürnberg,
'53-*** ).
•) Abgebildet: E. L. 7.. IV. S. 79, 80.
**) Abgebildet oben S. 111.
•••) Abgebildel oben S. 113.
508 Allgemeines.
Staatsmänner:
Willibald Pirckkeimer, Nürnberg, c. 1503; 3 Exlibris*).
Christian Ernst Graf zu Stolberg, 1721; Wilhelm 2^(7«
Humboldt, Berlin, Gelehrter, 18..; Georg E. L.
Graf von Wintzingerode, c. 181 5; Otto Fürst Bis-
marck, deutscher Reichskanzler, Berlin und Fried-
richsruh, 3 Exlibris, dessen eines, von Frau Lina
Burger, Leipzig, 1895, von den Leipziger Buchhänd-
lern in Büchern überreicht, hier(S. 507) abgebildet ist;
Eiche und Klee des alten Bismarckschen Wappens
sind zur Darstellung mit verwendet; das ü. Exlibris
des Fürsten, in den von Paul Parey, Verlag, Berlin,
geschenkten Büchern, zeigt das fürstliche Wappen
auf Fürstenmantel, 188.; ein IIL ist gezeichnet imd
gewidmet von Dr. R. Forrer (Rerroff), Strassburg
i. Eis., 1898: Faust mit Schwert, Schild, Tintenfass,
Sonne. Philipp Fürst (Graf) zu Etäenburg, deutscher
Botschafter, Wien, 1896, von J. Sattler.
Geschichtsschreiber :
Wiguleus Hundt von Lauterpachy bayrischer Kanzler,
München, 1556**); Dr. W. LaziuSy Wien, 1559, 60
Thomas Heinrich Gadebusch, Greifswald, 1770***)
Heinrich Kohlrausch, Schulmann, Hannover, 18 . .
Johann Daniel Schöpf lin, Strassburg i. Eis., 2 Ex-
libris, 17 . .f); Dr. Johann Gustav Droysen^ Berlin,
18,.; Dr. Anton Scklossar: Graz, 1899.
♦) Abgebildet oben S. 112, 142,
♦♦) AbgebUdet: E. L. Z. II. 3. S. 8 bezw^ 18.
***) Abgebildet oben S. 243.
f) Abgebildet oben S. 240.
Spezialitäten. 509
Geistliche und Kirchenhistoriker'.
Dr. Johann Maier gen. Eck, Professor, Pfarrer, päpst-
licher Nuntius, Gegner Luthers, Ingolstadt, c. 1518,
22*); Dr. Johann Marbach, Strassburg i. Eis., c.
1550**); Karl Freiherr von Dalberg, Erzbischof und
letzter Kurfürst von Mainz, Fürstprimas des Rhein-
bunds, Grossherzog von Frankfurt, c. 1810 — 13;
Karl August vofi Hase, Jena, 1873; Dr. Johann Josef
Ignaz von Döllingery Stiftspropst, München, 1866***).
Dichter: Johann Cttspinian-Spiessheimer^ Wien, c.
I520-J-); Johann Alexander Brassicanus-Koel , Tü-
bingen, Wien, c. I530"i*"i*); Dr. th. Sebastian Lincky
Ingolstadt, Freising, c. i540-j-i"j-); Sigmund voft Birken
(Floridan)^ Nürnberg, c. i670§); Nikolaus Graf
Zrinyiy Feldherr und Dichter, Ungarn, 1646; Johann
Wilhelm Ludwig Gleim^ Berlin, 17..; August von
Kotzebue^ Mannheim, 181 .; Eduard Grisebach, Berlin,
1881; Rainer Marie Rilke ^ Berlin, i897§§); Otto
Julius Bierbativiy München, 1896; W^ilhelm von
Scholz y München, 1897; Eduard Stucken, Berlin,
i899§§§); Oskar Wiener, Prag, 1900; Dr. Friedrich
Adler y Prag, 1900; Dr. Hugo Salus, Prag, 1898;
*) Abgebildet oben S. 130.
♦♦) Abgebildet: E. L. Z. VIII. S. 32.
♦♦♦) Abgebildet : E. L. Z. IX. S. 24.
t) Abgebildet: E. L. Z. IV, S. 112.
tt) Abgebildet: E. L. Z. VII. S. 83.
ttt) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 113.
§) Abgebildet oben S. iSi.
Abgebildet oben S. 474.
Abgebildet: E. L. Z. X. S. 42.
5 I O Allgemeines.
Jaroslav Vrchlicky, Prag, 1900; Marie Aubin, Reichen-
berg i. B., 1901.
Schriftsteller-. Johann Fischart gen. Mentzcr^ Strass-
burg i. Eis., Forbach, 15..*); Johann Heinrich
Fonney, Berlin, 17..; Johann Christof Gottsched
und Luise Adelgunde Viktoria Gottschedin ^ geb.
Kulmus, Leipzig, 17 . .**); Christof Friedrich iV/Wfl/,
Berlin, 17..; T>div'iA Friedländer, Berlin, 17..; Paul
Lindau, Berlin, 1877; Dr. Max Halbe, München,
1900; Otto Erich Hartleben, Berlin, 1898; Hermann
Sudermann, Berlin, 1894; Dr. Otto Braun, München
(f), 1895; ]osei Laicff, Major a. D. und Dramaturg,
Wiesbaden, 1899; Heinz Tovote, Berlin, I895; Lud-
wig Jacobowsky, Berlin (f), 1897; Karl Busse,
Berlin, 1897; Hans Müller-Brauel, Zeven, c. 1897;
V^texYiMhert Becker, München, 1899; Frau Dr. Anna
Spier, Frankfurt a. M, 1895; Dr. Hans Ewers,
Düsseldorf, 1900; Fehx Lorenz, Berlin, 1900; Hilde-
gard Weg scheider- Ziegler, Berlin, 1900 ; ILwitMartens^
München, 1897; krihwr Holitzscher, München, 1897;
Alfred Heymel, München, 1899 ; Wolf Graf Baudis sin
(Freiherr von Schlicht), Dresden, 1900; Dr. Felix
Poppenberg, Charlottenburg, 1895; Richard Zooz-
mann, Berlin, 1900; Dr. Hermann Oeser, Karlsruhe
i. B., 1900; Peter Ha^necher, Lechenich, 1900; Otto-
mar Enking, Wismar, 1900; Dr. Rudolf Lothar^ Wien,
1896; Gustav Baron Sutt7ter (-j*), Wien, c. 1865;
Wolfgang von Wurzbach, Wien, 1900; Arthur von
Wallpach, Innsbruck, 1900; Paul Leppin, Prag, 1900.
*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 44.
♦*) Abgebildet oben S. 263,
Spezialitäten. 5 ^ ^
Goetheforscher :
Michael BemaySy (f), Professor, Karlsruhe i. B., c. 1892;
Erich Schmidt, Professor, Berlin, 1896.
Kunsthistoriker ;
Gustav Friedrich Konstantin Parthey, Berlin, 18..;
Jakob Heinrich von Hefner- Alteneck , Geheim-Rat,
München 18..; ^dM von Retberg-Wettbergen, Mün-
chen, 18..; Rudolf Graf von Stillfried- Alcantara,
Oberzeremonienmeister, Berlin 18..; Dr. Heinrich
Kapdebo von Kapri, Wien, c. 1880; Dr. Karl
Mayer von Mayerfels, München, 18..; Friedrich
Warnecke, Geheimer Rat , Berlin , 187 . — 188 . ;
Dr. Henry Thode, Professor, Heidelberg, 1895.
Architekten! : Karl von Heideloff, Nürnberg, Hassfurt,
18..; Gabriel Seidl, München, 1880; Bernhard
Sehring, Berlin, 1894; Heinrich Kro7ienberger, Mün-
chen, 1895, 99; Theodor Fischer, München, 1899;
Max Ostenrieder, München (s. S. 411), 1900; Bodo
Ebhardt, Grunewald, 1900, 1901.
Künstler-, Hans Sebald Beham, Nürnberg, Frankfurt a.
M.; 1544*); Joachim von Sandrarty Nürnberg, 15 . .;
Georg Christian Kilian , Augsburg , 17..; Daniel
Chodowiecki, Berlin, 17..**); Max Klinger, Professor,
Leipzig, 1896***); Hans Thoma, Professor, Karls-
ruhe, 1896; Ferdinand Graf Harrach^ Berlin, 1893.
Stefan Cauer, Bildhauer, Rom, 1897.
*) Abgebildet: Oben S. 124.
**) p „ S. 265 und E. L. Z. VIH. 41.
***) r r, S. 465.
512 Allgemeines.
Femer: Der Philosoph Arthur Schopenhauer ^ Frank-
furt a. M., i8. .*); Susanne Katharina von Kletten-
berg y Goethes »schöne Seele«, Frankfurt a. M.,
17..**); Käthchen Schönkopf, Leipzig, c. 1767***);
der Germanist und Litteraturhistoriker Friedrich
Zamcke, Leipzig, c. 1875; der Orientalist Dr. Wil-
helm GeseniuSy Halle, 18..; der Mineralog L. Rit-
tinger, Bergrat, Wien, 18..; Rudolf Eiielberger
Ritter von Edelberg, Professor, Direktor des öster-
reichischen Museums für Kunst und Industrie, Schrift-
steller, Kunstforscher, 187.; der Komponist Hugo
Wolf, Wien, 1897.
8, Exlibris öffentlicher Bibliotheken,
Im Allgemeinen führen diese in Deutschland und
Oesterreich keine bildlich ausgestatteten Exlibris, sondern
wegen der meist grösseren Zahl an Bänden, nur Bibliotheks-
stempel in blauer, roter, violetter oder schwarzer Farbe, die
in der Regel nur den Namen der betreffenden Bibliothek
enthalten. Dennoch ist eine Reihe von Exlibris öffent-
licher staatlicher oder städtischer Bibliotheken bekannt,
von denen ich hier einige nebst solchen von staat-
lichen Instituten, Gesellschaften und Vereinen, die ja
auch oft allgemeinen Zwecken dienen, anführe:
Berlin: Französisches Seminar -[•), Gesellschaft natur-
forschender Freunde, 1873*1-^); kollegialer Verein von
*) Abgebildet: E. L. Z. VI. 65.
♦♦) „ E. L. Z. VII. 13; vgl. S. 259.
♦*♦) „ E. L. Z. X. 51 und oben S. 260.
t) „ E. L. Z. II. I. S. 14 und VIIJ. 36.
tt) „ E. L. Z. V. 118.
Spezialitäten. 5^3
praktischen Aerzten, 1837; Loge zu den 3 Welt-
kugeln, c. 1840; kgl. Bibliothek 1850, 53; Verein
der Berliner, 1886; Verein Berliner Künstler, 18..;
Reichsjustizamt, 189.; Reichs versicherungsamt, 189.;
Reichsdruckerei, 1893; Reichspostamt, 1893, 99;
Reichspostmuseum, 189.; Verein Herold, 1891,
Exlibris-Verein, 1892; Deutscher Graveur-Verein,
1893; BibHothek der Stadt Berlin, 1895; National-
Gallerie, 1895; Kunstgewerbe-Museum, 1895; Jahn-
Verein, 1897; Volksbibliothek- Verein Wilmersdorf,
1897; Gesellschaft Nordwest-Kamerun, 1899; Dis-
konto-Gesellschaft, 1900; Deutscher Offiziers- Verein,
1900; Berliner Bau- und Spar- Verein, 1899; Amts-
gericht I., 1900.
Münche7t: Hof- und Staatsbibliothek, 17. bis 19. Jahr-
hundert, grosse Anzahl von Darstellungs- , Stich-
und Grössen Varietäten ; Akademie derW^issenschaften,
1750 und 72; Deutsche Schulbibliothek, 17..;
Kurpfalz-bayrisches Geheimes Landes- Archiv, 1 803 ;
Stadtarchiv 188.; städtisches Museum, 188.; Mail-
linger - Sammlung , 188.; Kunstbibliothek , 18..;
Kupferstich kabinet , 1 86 . ; Maximilianeum 187.;
Aerztlicher Verein, 1 89 . ; Malschule der Stadt, 1 892 ;
Kunstgewerbe- Verein, 1 899.
Dresden-, Kurfürstliche öffentliche Bibliothek, 17..,
4 Grössen, Kreuzschule, 18 . .
Frankfurt a. NL: Mitteldeutscher Kunstgewerbe- Verein,
188.; Stadtbibliothek, 1894; Rothschildsche öffent-
liche Bibliothek, 1897.
Eppstein i. 7\: Evangelische Gemeinde, 1895.
Pose?i: Kaiser-Wilhelm-Bibliothek, 1898.
Breslau: Kunstgewerbe-Museum, 1900.
33
514 Allgemeines.
Kassel: Evangelisch-lutherisches Waisenhaus, 17 . .
Halle a, S, : Waisenhausbibliothek, 17..; Studenten-
konvikt Tholuk, 1899; Kunstgewerbe- Verein, 1900.
Frankfurt a. 0.: Akademie, 16..
Marburg: Universität 1768.
Wernigerode: Harzverein, 18 . .
Hannover-. Englisch Book-Society, c. 1820; Heraldi-
scher Verein zum Kleeblatt, 1897.
Lüneburg: Ratsbibliothek, 1570 und 16..
Düsseldorf: Künstler- Verein Malkasten 1899.
Greifswald: Gemeinnützige Lesebibliothek, 17..;
Universität 188 . .
Meldorf: Museum Dithmarsischer Altertümer, 1900.
Kiel: Deutscher Volksbund, 1896.
Stralsund: Stadtbibliothek 18..
Danzig: Rats- und Senatsbibliothek, 16.. und 17..
Königsberg i. F.: Admiralität und Licentkollegium,
c. 1726*).
Augsburg: Stadtbibliothek, 1544 etc.; Akademie, 17 . .
Nürnberg: Stadtbibliothek, 16..; Germanisches National-
museum, 1898; Künstlerklause, 1897; Bibliothek der
Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung, 189 .
Neuburg a, D.: Stadtbibliothek 188.
Kempten: Stadtbibliothek, 1880.
Kaufbeuren ; Stadtbibliothek, c. 1 740 ; Lesegesellschaft,
1821.
Lindau: Stadtbibliothek, c. 1600.
Eichstätt: Kgl. Bibliothek, 1900.
Nördlingen: Stadt- und Ratsbibliothek, 1602.
Ansbach : Karl- Alexander-Gymnasium, 17..
^) Abbildung: Oben S. 271.
Spezialitäten. 5^5
Erlangen: Bamberger Baderschule, 187 .; Universität,
188.
Speyer: Historischer Verein der Pfalz, 1893; hier ab-
gebildet; mit den Schilden Deutsches Reich (Adler),
Bayern (Rauten), Pfalz (Löwe) in romanischer Um-
gebung (wegen zahlreicher romanischer Baureste in
der Pfalz), gezeichnet von Professor Ad. M. Hilde-
. M. Hildebrandl (1893).
brandt, Berlin. Pfälzische Gesellschaft für Pharmazie,
Technik und deren Grundwissenschaften, c, 1860
(Speyer).
Frankentkai: Altertums-Verein, 1896.
Kaiserslautem: Pfälzisches Gewerbe- Museum, 1895.
Kolmar: Litterarische Gesellschaft, c. I780; Schon-
gau ergesellschaft, 1894.
Strassburg i. Eis.: Stadtbibliothek, 18..; städtische
Kunstsammlung, 1895.
5 1 6 Allgemeines.
Zabcrn: Museum, i88..
Stuttgart (München, Berlin): Gesellschaft der Biblio-
philen, I899, 1900.
Tübingen : Universität, 15..
Oekringen: Stadtbibliothek, 1509, c. 1536*).
Fachsenf eld: Dorfbibliothek, 1899**).
Heidelberg: Bibliotheca Palatina, 1623 (vgl. vorstehend
S. 490); Historisch-Litterarische Gesellschaft, c. 1760,
Hochschule 1888,
Freiburg i. Er,: Universität und Konvikte Collegium
Pacis und Sapienz, alle 3: 1756.
Worms: Paulus-Museum, 1891.
Leipzig: Stadtbibliothek, 1582 und 1899, Schöffen-
bibliothek, 17..; typographische Gesellschaft,
1898***); Buchgewerbe- Verein, 1900.
Eldena: Staats- und landwirtschaftliche Akademie,
c. 1840.
Freiburg a. U,\ Jahnmuseum, 1899.
Wittenberg bezw. Jena: Universität, c. I536f).
Weimar: Hof bibliothek , Sagenbibliothek Reinhold
Köhler, 1894.
Eisenach: Regierungsbibliothek, c. 1820.
Wartburg: Lutherbibliothek, 1895 ff).
Magdeburg: Museum, 1900.
Brauns chzv eig : Waisenhausbuchhandlung, 17 . .
Hainburg: Stadtarchiv 1 8 . . ; Johanneum, 1894; Ver-
band von Schülern der staatlichen Kunstgewerbe-
♦) Abgebildet: E. L. Z. Vlll. S. 4 und oben S. 135.
**) - E. L. Z. IX. S. 82.
***) „ E. L. Z. IX. S. 52, 53.
t) Abgebildet: E. I.. Z. Vll. S. 76 und oben S. 137.
ff) r F. L. ^- V. S. 119.
Spezialitäten. 5^7
schule, 1897; Verein TreflFass, 1898; öffentliche
Bücherhalle, 1899.
Schwerin: Grossherzogl. Regierungsbibliothek, c. 1885.
Rostock : Landwirtschaftliche Bibliothek, 17..
Gross-Lüsewitz : Dorfbibliothek, 1900.
Britische und ausländische Bibelgesellschaft^ 1883.
PFiV«; Orientalische Akademie, 17 . .*); Stadtbibliothek,
18 . . ; Verein Adler, 1887**); polytechnisches Institut,
188 .; Bibliothek und Historisches Museum der Stadt,
189.; Verein österreichischer Handels- Angestellter,
1 89 . ; Ministerium des Aeussern, 189.; Administrations-
bibliothek des Ministeriums des Innern, 1 86 . ; Kaiser
Franz Josef I. Jubiläums-Stiftung für Volks Wohnungen
und Wohlfahrtsein richtungen , 1899; Niederöster-
reichische Landesbibliothek, 189.; Gesellschaft für
allgemeine Geschichtsforschung, 1900.
Troppau: Kaiser Franz-Josef-Museum, 1901.
/Vj/; Universität, 17..***).
Prag: Universität, c. 1850 und 1875; Kunstgewerb-
liches Museum (nur 6 Entwürfe), 1900; Lese- und
Redehalle der deutschen Studenten, 189 .
Krakau: Jagellonenbibliothek, 18 . .
Venedig, unter österreichischer Herrschaft, Bibliothek
S. Markus, c. 1850 (vgl. oben S. 367).
9. Militär-Exlibris:
Die meisten deutschen Regimenter benützen für
ihre zahlreichen Bibliotheken keine Exlibris, sondern nur
*) Abgebildet : Oben S. 244.
**) „ Oben unter I. 11. A.
***) „ Zeitschrift für Bücherfreunde IV. i.
5 1 8 Allgemeines.
schwarze Stempel. Immerhin sind von einigen Truppen-
teilen Bibliothekzeichen vorhanden, die hier genannt seien,
wobei natürlich solche militärischer Personen nicht mit-
gezählt sind, da es zu weit führen würde, hier auch
die Exlibris von Offizieren mit aufzuzählen. Dass die
Hauptausstattung der Exlibris von Truppenteilen (wie
Offizieren) aus militärischen Emblemen besteht, ist nahe-
liegend; bei Marine-Exlibris treffen wir maritime An-
klänge; doch findet sich auch wiederum das rein typo-
graphische Exlibris.
Einige wenige Militär-Exlibris sind von Italien, der
Schweiz*), Frankreich, Russland, Schweden, England
und Amerika bekannt; von Deutschland seien — unter
Weglassung der vielen Druckstempel — folgende er-
wähnt :
Deutsches Reich, Preusscn:
Kgl. Kriegsministerium, Berlin, 1894, von Emil
Doepler d. J., Marsbüste, Aehrenfeld, Fahnen, Kanonen-
rohr, Schwert, Bücher.
Regiment der Gardes du Corps, Potsdam, 1894, von
Emil Doepler d. J.; Standarte, Pauken, Kürasse,
Helme etc., Namenszug Kaiser Wilhelms II. (an
Stelle des zuerst gezeichneten Brustbilds desselben**).
Westfälisches UIanen-Regime7it No. 5, Düsseldorf, 1899,
von Rittmeister Otto von La Valette, Düsseldorf;
Trophäen, allegorische Figuren, Kampfscene etc.
'*') Erwähnenswert ist der passende Spruch auf einem Schweizer
Militär-Exlibris der Berner MUitär-Bibliothek von c. 1830: „Discat
miles in otio, quod perficere possit in hello. "
^) Vgl. E. L. Z. IV. S. 67.
*♦'
Spezialitäten. 5^9
Offiziercorps des Brandenburgschen Train-Bataillons
No, j, Spandau, 1901, von Georg Barloesius, Char-
lottenburg; Bücherregal, Adler, Eichbaumstumpf,
darauf militärische Werke, Trainoffizier von 1790
und 1901, Standartentuch mit Inschrift, Karabiner,
Säbel, Pferdeköpfe, Sattel.
Artillerie- und Ingenieur-Schule, Charlottenburg, 1 89 . ,
von V. C; Feld- und Belagerungsgeschütze, Tafel,
Schanzzeug, Wappen, Fahnen.
Vereinigung ehemaliger Angehöriger des kgL Feuer-
Werkspersonals, Berlin, 1894; seit 1897 Exlibris;
von Emil Doepler d. J.; brennende Bombe in Schild;
Umschrift.
Bayern:
Kurfürstliches Generalfeldmarschallleutnant GrafHoln-
'Steins che s Infanterie -Regiment (Herzog Kiemen t),
heute 7. Infanterie -Regiment Prinz Leopold von
Bayern, Bayreuth, c. 1775; typographisch.
KgL j. Linien- Infanterie-Regiment Herzog Karl, Augs-
burg, c. 1806; älteres königliches Wappen, in Oval
mit Umschrift.
Dasselbe Regiment, mit Inschrift Prinz Karl, c. 1825;
älteres königliches Wappen auf Palm- und Eichen-
zweig; Inschrift unten.
/. Kürassier-Regiment Prinz Karl, München, c. 1840,
jetziges I. schweres Reiter-Regiment; neueres könig-
liches Wappen über Unterschrift.
Kriegsarchiv, München, 1892; auf blauem bezw. rosa
Papier, von Gustav Kneesert, geheimen Kanzleirat,
München; Umrahmung, oben königliches Wappen,
unten die Schilde Bayern und Pfalz.
5 20 Allgemeines.
Hessen:
Grossherzogliches hessisches Feldartillerie - Regiment
No. 25 (Hessisches Artillerie -Corps), Darmstadt,
1886; von August von Heyden, Berlin; Kanonier
mit Geschütz und Fahne.
Ehemaliges Königreich Hannover:
Offizierbibliothek des VH, Kavallerie-Regiments Dra-
goner, Nienburg a. W., 1792; hannoversches Pferd
unter Krone; Unterschrift.
Artillerie-Schule y Hannover, c. 1825, von Johann Philipp
Ganz, Hannover; Zelt, davor Pauken, Mörser, Pe-
tarde, Bomben, Geschütz, Schanzkorb, Putte mit
Lorbeerkranz; Inschrift und oben: »G. R.« = Geor-
gius (IV.) Rex.
Ehemalige freie Stadt Frankfurt a, Main :
Bibliothek der Offiziere des Linien-Infanterie-Bataillons
Frankfurt a. Main, c. 1850; Wappen auf Waffen-
und Fahnengruppe; Inschrift oben und unten.
Kaiserliche Marine:
Deckoffiziersschule y Kiel, 1 894, von Georg Otto, Berlin,
vor Felsen und Schilf Neptun mit moderner Schiffs-
schraube; Reichs- und technische Anker- Wappen-
schilde.
Deutsch-China :
Die beiden oben S. 493 erwähnten Kiautschou-Exlibris
im Artillerielager von Tsintau, 1898.
Deutscher Offizier-Verein:
Büchersammlung, Berlin, 1900; Fahnenträger in alter
Rüstung, Wappenschild; Band mit Inschrift.
Spezialitäten. 5^1
Entwürfe für Militär-Exlibris existieren für daspreussische
Infanterie-Regiment Nr. 24, Neu-Ruppin, Wappen
und Inschriften, von Ad. M. Hildebrandt, Berlin;
für ein Artillerie-Regiment, Geschütz, Mörser, Bombe,
Granaten etc. mit Adler, von Richard Böhland,
Berlin; für die kaiserliche Marine-Akademie, Ge-
bäude an Wasser, Anker, Schiffsfahne, Ruder, Wappen,
oben Delphine, von Georg Otto, Berlin; alle 3 von
1894*); ausserdem fürs Leib - Garde - Husaren-
Regiment, Potsdam, 189., von Emil Doepler d. J.,
Berlin.
esterreich :
Ingenieur- Akadeynie^ Wien, 17..; Offiziers-Bibliothek
in Verona, als dieses österreichisch war, c. 1850,
nur typographisch ; Theresianische Militär- Akademie,
Wiener Neustadt, 1901 (noch nicht vollendet).
10. Porträt- Exlibris**).
Die Sitte, sein eigenes Bildniss auf dem Bibliothek-
zeichen anzubringen, ist sehr alt ; denn wir finden Porträt-
Exlibris schon Anfang des 16. Jahrhunderts. In dieser
Zeit benützte man behufs erhöhter Sicherung (die oben
S. 485 ff. erwähnten) Doppel-Exlibris, indem man das
Porträt-Exlibris in den inneren vorderen, das dazu gehörige
Wappen-Exlibris in den inneren hinteren Deckel (oder
umgekehrt) einklebte; später gebrauchte man nur mehr
Porträt-Exlibris allein. Unter diese darf man jene Blätter
nicht zählen, die zwar ein Porträt zeigen und manchmal
in Bücherdeckel eingeklebt wurden, die aber kein Zeichen
*) Abbildungen; E. L. Z. IV. S. 67.
♦♦) Vgl. E. L. Z. ir. 3. S. 20 und HI. S. 35.
522 Allgemeines.
des Besitzers sind und nur als Erinnerungsblätter an eine
im Buch vorkommende Person oder an einen Ahnen
dienten. Das Charakteristischste für die Bezeichnung
»Porträt-Exlibris« ist, dass das betreffende Exlibris das
Bildniss des Buchbesitzers zeigt.
Bei manchem, der sich ein Exlibris mit seinem Eben-
bild machen liess, mag das Motiv etwas Eitelkeit oder
der Wunsch gewesen sein, sich auf lange Zeit bildlich
zu verewigen ; doch giebt das Exlibris des Johann Spiess-
heimer gen. Cuspinianus *), von Schweinfurt, von c. 1520
selbst den Grund für ein Porträt-Exlibris früherer Zeit
an: »Cuspinianus ut fures, si posset, arceat, hie suam
imaginem posuit«, also die Absicht, mit grösserem Nach-
druck »in effigie« an die Buchrückgabe zu mahnen und
die Nichtrückgabe oder den Bücherdiebstahl zu ver-
hindern. Direkten oder indirekten Erben einer
Büchersammlung wird es immer interessant sein, das
Bildniss des früheren, verwandten oder bekannten Biblio-
thekbesitzers aus den Büchern herausblicken zu sehen.
In England und Amerika findet man ebenfalls öfters
Porträt-Exlibris, in Frankreich auch, jedoch weniger.
Bei Bestimmung von Porträt-Exlibris muss man vor-
sichtig sein; denn besonders Exlibris der Neuzeit ent-
halten häufig Brustbilder oder Köpfe, die der Phantasie
entsprungen sind und nur einem allgemeinen bildnerischen
Schmuck dienen. Eine Unterabteilung liesse sich aus
denjenigen Exlibris bilden, die Porträts von historLsch
hervortretenden Personen aufweisen, die Bezug auf die
betreffende Fachbibliothek haben, den Besitzer selbst
nicht darstellen und nur mit zur Ausstattung des Ex-
*) E. L. Z. II. 3. S. 20 u. m. .35.
Spezialitäten. 5^3
libris herangezogen wurden; so sind z. B. auf deutschen
Exlibris angebracht: Die Bildnisse Kaiser Karls des
Grossen, Kurfürst Johann Friedrich des Grossmütigen
von Sachsen, des grossen Kurfürsten, der Kaiser Wilhelm I.
und IL, Hütten, Dante, Goethe, Schiller, Bismarck, Guten-
berg, Pestalozzi, Beethoven, Bach, Wagner, Andersen,
Gabelsberger, Nietzsche, Heine, Newton, Napoleon I.,
Homer, Sokrates etc.
Folgende Porträt-Exlibris seien angegeben:
Dr. m. Johann Spiessheimer ^ CuspinianuSy Humanist,
Dichter, Schriftsteller, c. 1520*).
Dr. m. Georg Hobsinger y Regensburg, 1539**); hier
(S. 524) abgebildet.
Dr. Christof Scheurl, nebst Söhnen Georg und Christof,
Nürnberg, c. 1540***).
Dr. m. Sixtus Kapsser, Leibarzt, München, 1560-]-).
Dr. Franz Pfeil ^ Stadtsyndicus, Hamburg und Magde-
burg, I564tt)-
Dr. th. Hieronymus Wolf^ Magister, Augsburg, 1 574ttt).
Johann Schwanberg^ Pfarrer, Frankfurt a. M., i58o§).
Balthasar Dorner, Pfarrer, Munderkingen , I583§§).
Konrad von Ofenbach, Jurist, Frankfurt a. M. und
Worms, I583§§§).
♦) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 112, 113; vgl. II. 3, S. 20.
♦*) „ E. L. Z. III. S. 34.
♦♦*) „ E. L. Z. II. 3. S. 4 u. 4. S. 24.
t) „ oben S. 52, 53.
ff) „ Bürgers Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 25.
fff) „ E. L. Z. IV. S. 46, 47.
§) „ Bargers Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 35.
§§) „ E. L. Z. VI. S. 8, 9.
§§§) „ E. L. Z. VI. S. 13, 13.
;34 Allgemeines.
Ulrich Herzog von Mecklenburg, Schwerin, Holzschnitte
von 1582, 86, Kupferstich von c. 159O*).
A. V. Hering, 1596.
l
HOBsiNffEB. Anno.
ETATIS- SVE *
•f ÖO*
Exlibris Dr. ürarn Hobsi
•) Abeebildel : F. 1 . 7. X, 88. 8
^.
pu nilJriOTtlECi.ntimr;3„„|
526 Allgemeines.
Nikolaus Ochsenbach , Schlosshauptmann , Tübingen,
1598*).
Johann Dietrich Freiherr von Muggenthal^ Domherr zu
Salzburg, 15...
Sebastian von Rotenhan^ Humanist, Würzburg, 15.. **).
Janus von Holtz, Breslau 15..
Johann Christalntk, aus Kärnthen, Geistlicher ,' 1 5 . .
Dr. J. Oswald von Zimmern, Professor, Ingolstadt,
1600.
Peter Vok Fürst Ursini Graf von Rosenberg ^ 1609.
Johann Vennitzer, Messerschmied, Nürnberg (Pfarrhof
zu St. Lorenz) 161 8***) und 1730; letzteres hier
(S. 525) abgebildet; Johann Vennitzer, geboren
I5^5> f 1629; dass dieses Exlibris nach seinem
Tode entstanden ist, geht ausser aus dem Stecher-
namen auch daraus hervor, dass das Porträt eine
Rose in der Hand hält, der Abgebildete somit
»selige ist.
Johann Hoefelius Ufenheim^ Jurist, Schweinfurt, 1635.
Nikolaus Graf Zrinyi, Banus von Kroatien, ungarischer
Dichter, Türkenbezwinger, c. 1646.
Johann Kissling von Weissenstadt, 1664.
Bernhard Middendorp, Jurist, Mathematiker, Lübeck,
1667.
Georg Friedrich Seuferheld, Bürgermeister, Schwä-
bisch Hall, 1668.
Georg Szelepchenyy Erzbischof von Gran, Primas von
Ungarn, c. 1670.
*) Abgebildet: E. L. Z. VI, 74, 75.
**) „ oben S. 121.
9(1**'
n
E. L. Z. I. I. S. 9.
Spezialitäten. 5^7
Polycarp Graf Kuenburg, Bischof von Gurk, c. 1674.
Johann Baptist RenZy Pastor, Augsburg, 1697*).
Johann Burchard Menken, polnischer Rat, Historio-
graph, nach 1708.
C. G. OCy 1741.
Dr. m. Johann Karl Wihelm Moehsen, Leibarzt, Numis-
niatiker, Berlin, 1757**).
Johann Bernhard iVa^^, Kaufmann, Frankfurt a. M., 1759.
Dr. Johann Georg Kryniz^ 1769.
Friedrich Roth-Scholz, Verleger, Nürnberg, 17..
Quirin Josef Chylik, 17...
Martin Reinhardt, Pastor, Augsburg, 17..
2 Ferdinand von Hosson, Reichsherold, München; 17 . . ;
(fraglich, ob Porträt?) (s. S. 279).
Sjgismund Graf von Spreti, München, 17.. (desgl.).
Christof Heinrich von Watzdorf, kursächsischer und
polnischer Kabinettsminister, 17.. ***) (desgl.),
Dr. Anton Ruland, Vorstand der Universitäts-Biblio-
thek Würzburg, 1874.
Friedrich Wamecke, Geheimer Rat, Berlin, 1878 (f) f).
Ludwig ClericuSy Heraldiker, Magdeburg, c. 1885 ("f) ff).
Therese Gräfin Hahn-Basedow , geb. Gräfin Henckel
von Donnersmark, Basedow, 1890.
Karl Leonhard Becker, Kupferstecher, Bonn, 1893.
Albertine Bachofen von Echt d. Ae., Wien, i893fff).
Klemens Kissel, Zeichner, Mainz 1893.
♦) Abgebildet: E. L. Z. U. 3. S. 19.
**) „ V. Heinemann, Taf. 139.
***) n , Taf. 130.
t) „ Warneckes ExUbrisbuch, Taf. XXVI.
tt) « E. L. Z. ni. S. 41, 42.
ttt) n V. Heinemann, Taf, 159 u. E. L. Z. III. S. 67, 68.
528 Allgemeines.
Friedrich Franz III. , Grossherzog von Mecklenburg,
Schwerin, 1894.
Georg Pflümer, Hameln, 1894*).
Hermann Moennich, Langensee, 1895.
August von Eisenhart, Staatsrat a. D., München, 1895.
Arnold Hirth, Verleger, Leipzig, 1896.
Hans Müller-Brauel, Schriftsteller, Zeven, c. 1896.
Dr. Hans Brendicke, Berlin, 1896.
Dr. Rudolf Lothar, Schriftsteller, Wien, 1896.
Else Benndorf {^X2M Reiche), Wien, 1897.
Markus Schüssler, Nürnberg, 1897.
Hedwig Lange, Schauspielerin, München, 1897.
Rosa Adamus, Wien, 1898.
Isabella Maess, Friedenau, 1898.
Frau Caecilie Wolbrandt, Krefeld, 1898**).
Georg Otto, Maler, Graveur, Berlin, 1898.
Gertrud Otto, Berlin, 1898.
Ludwig August Reuling, Inspektor, München, 2 Por-
trät-Exlibris 1898 und 1900.
Ferdinand und Anna Hirsch, Frankfurt a. M., 1898.
Alois Gebkart, Maler, München, 1899.
Frau Helene Scküssler, Nürnberg, 1899***).
Adolf Porscke, Maler, Wien, 1899.
Eduard F. Elkan, Hamburg, 1899.
Dr. Hermann Kluge, Professor, Altenburg 1900.
F. Böttcker^ Bildhauer und Holzschnitzer, Dresden, iqcx).
Alfred Ritleng, Notar, Strassburg i. Eis., 3 Porträt-
Exlibris, 18.., 1900 und 1901.
*) Abgebildet: E. L. Z. IV. S. 121, 122.
**) r unten unter Musik-Exlibris II. Teil 16.
*♦♦
) „ E. L. Z. IX. S. 108, 109.
Spezialitäten. 5^9
Hans Lukas von Cranach^ Schlosshauptmann, Wart-
burg, 1900 (abgebildet S. 543).
Eduard «Lorenz Meyer, Handelsherr, Hamburg, (1895)
1900 (s. S. 447).
Richard Zooztnann, Dichter, Berlin, 1900; Porträt des
Vaters (s. S. 418).
Dr. E. W. Braun, Direktor, Troppau, 1901.
/ / . Monografmn- Exlibris,
Diese, nur Buchstabenverschlingungen aufweisenden
Bibliothekzeichen können zwar zur Not zur Ausschmückung
eines Blattes verwandt werden, erfüllen aber den anderen
Hauptz^NeoVy das Buch zu sichern, d. h. den Besitzer
deutlich zu nennen, nichts oder nur beschränkt, und sind
daher bei Neuanschaffung eines Exlibris keineswegs
empfehlenswert; Monogramme passen auf Fächer, Brief-
bogen, Karten und Cigarrentaschen, Wagenschläge etc.,
aber zu Exlibris eignen sie sich aus dem angegebenen
Grund nicht; dekorativ wirken sie auch nicht immer und
bilden oft unauflösbare Rätsel.
Immerhin finden sich auch für diese Abart Beispiele
vom 16. — 19. Jahrhundert; einige wenige seien hier
herausgegriffen :
Dr. Johann Maier genannt Eck, Ingolstadt 15 18, 22
— vgl. oben S. 130 — dessen J.M.E.T.-Monogramm
sich in Johannes Majoris (Maier) Eckius Theologus
auflöst ; vgl. noch 2 andere, Tengler und Tannstetter
oben unter S. 131 — 134.
Kaiserin Maria Anna, M. A., c. 16 10*).
*) Abgebildet: E. L. Z. VI. S. 15.
34
530 Allgemeines.
Magdalene Sybille Kurfürstin von Sachsen, M. S. D.,
c. 1630*).
Johann Ernst VIII. Herzog von Sacks en-Saalfeld und
seine Gemahlin Sophie Hedwig, J. E. D. S. und
D. S. H., c. 1682.
Herzog Ernst Friedrich Karl von Sachsen- Hildburg-
hausen, E. F. C, c. 17 14.
Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig, L. R.,
c. 1730, etc.
12. Universal'Exlibris **).
Sie dienen nicht einer einzelnen Person allein, son-
dern können, da namenlos, durch Einschreibung des
Namens oder Einzeichnen des Wappens von jedermann,
der sich eine Anzahl solcher unausgefüllter Blätter kauft,
benützt werden. Natürlich sind persönliche, individuell
gehaltene Exlibris den der Allgemeinheit dienenden
Universal-Exlibris vorzuziehen ; doch bleiben letztere für
alle, die sich kein eigenes anschaffen können oder wollen,
ein geeigneter Ersatz. Bemerkenswert ist, dass unter
den 12 ältesten Exlibris vor 1500 bereits 2 Universal-
Exlibris sind; das Bedürfnis danach war also frühzeitig
vorhanden. Von den bis jetzt bekannten 25 Blättern
dieser Art ist hier das interessanteste und älteste von
1489 abgebildet***), in dem die Worte, »das puch und
der schilt ist«, mit in den Holzstock eingeschnitten und
abgedruckt, die Wappenlilien und der Name >michel
♦) Abgebildet: E. L. Z. III. S. 76.
**) vgl. E. L. Z. X. S. 6— II mit 4 Abbildungen und XI. S. 32.
***) vgl. auch oben S. 104, 105.
Lorben mit Tinte eingezeichnet sind. Das nächstälteste,
auch vom Ende des 15. Jahrhunderts, zeigt einen leeren
Univtml-EKlibris (1M9).
532 Allgemeines.
Schild nebst Frau als Schildhalterin*); eine Randleiste
mit 20 verschiedenen Musikinstrumenten hat dasjenige,
in dessen Mitte der bayrische Hofrat Erasmus Vend,
München, 1567**), sowie bei einem anderen, Franz
Mandl von Deutenhofen, Günzburg 1 5 . .***), ihre Wappen
setzen Hessen; ferner eine Randleiste mit architektonischem
Aufbau, Säulen und imitierter Intarsia, das dreimal in
Nördlingen benützt nachgewiesen ist, nämlich vom Stadt-
schreiber Wolfgang Vogelmann, I533"j"), von Johann
Christof Scherb, I598ff) und von der Ratsbibliotfaek
Nördlingen, 1602. Ein Frankfurter Blatt, von c. 1886,
wurde wiederholt dort benützt, so vom Kunstgewerbe-
Verein, von der Stadtbibliothek und von August Oster-
rieth-Laurin, 1891. In neuester Zeit haben die Verlags-
firmen Spemann, Stuttgart, 1882, 86, 91, 1900, Paul
Parey, Berlin, von 1880 an, S. Fischer, Berlin, 1898,
Velhagen & Klasings Jugendschriften, Leipzig, i899-J-^),
Union, Stuttgart, in »Bibliothek der Unterhaltung und
des Wissens«, 1899, ^^ »Jugendgarten c, 1899, in der
» Kamerad- Bibliothek « , 1899, in der »Kränzchen-
Bibliothek«, 1899, R. Voigtländer, Leipzig, 1901 ,
Universal - Exlibris in den inneren Vorderdeckel der
Bücher ihres Verlags mit eingebunden; auch die »Ge-
sellschaft der Bibliophilen«, Stuttgart, Berlin, München,
hat in ihren beiden Publikationen ein hier ein-
*) Abgebildet: E. L. Z. X. S. 8.
} y, . E. L. Z. X. S. 0| 9*
♦**) „ E. L. Z. IV. S. 116, 117 und Seylers Exlibris-
handbuch S. 54.
t) Abgebildet: Burgers Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 14.
tt) « E. L. Z. VII. S. wo, III.
ttt) V E. L- Z. X. S. IG.
Spezialitäten. 533
schlägiges, gleichmässiges Rokoko-Exlibris (1899), bezw.
ein Exlibris mit stilisierten Blumen (1900), in die nur
der Name des betreffenden Mitglieds eingefügt wird.
Femer verteilte der Verein »Berliner Presse« am Ball-
fest des 26. Januar 1901 als Damenspende ein Universal-
Exlibris in einem Band »Jungbrunnen«*).
ij, Exlibris von Bühnenangehörigen und Musik-Künstlern,
Solche sind nur aus der Neuzeit bekannt geworden.
Zur Darstellung ist meist die Theatermaske verwendet,
doch auch Leyer, Rollenhefte, Bücher und der erstrebte,
oft verdiente Lorbeer. Da die Mehrzahl der Bühnen-
angehörigen dem Wechsel des Wohnorts unterworfen
ist, so besitzt sie auch meistens keine eigenen Bücher-
sammlungen oder Exlibris. Daher gehören auch letztere
hier zu den selteneren Erscheinungen. Einige seien hier
genannt :
Anton — und Hedwig — Woworsky , Opernsänger,
Berlin, 1898; von Josef Sattler ; 2 Musiker in einem
Buche**).
Emil Gerhäuser^ Kammersänger, München, 1896; von
Fritz Erler; nackte Harfenspielerin.
Matthieu Lützenkirchen, Schauspieler, München, 1 897 ;
von Emil Orlik; Buch, Maske, Eule.
Paul Hilden, Schauspieler (*}â– ), 1894 in Augsburg; von
Klemens Kissel; weibliche Figur mit 2 Schilden
einer Loge und der Schlaraffia.
Hermann Knispel, Hofschauspieler, Darmstadt, i8Qq;
*) Abgebildet: E. L. Z. XI. S. 23.
**) Abgebildet: Archiv für Buchgewerbe XXXVII.. 11-12, S. 444
und 445.
534 Allgemeines.
von Kurt Kempin; Todtenschädel mit Lorbeer auf
Büchern.
Josef Lezvinsky , der bekannte Tragöde vom Burg-
theater, Wien, 1892, von Hans Macht; Nische mit
Krone, Maske, Kissen mit den 3 Ringen aus Lessings
Nathan dem Weisen (einer der Hauptrollen Lewinskys),
Schwert und Lorbeerzweig.
Hugo Thimigy Schauspieler vom Burgtheater, Wien,
c. 1890; von William Unger; Rolle, Maske,
Pritsche etc.
Nelly Brodmann, Hofopernsängerin, Wiesbaden, 1898,
von Hermann Hirzel; Waldblösse mit Apollostatue,
Lyra, stilisierte Pflanzen.
Hedwig Lange ^ Schauspielerin, München, 3 ICxlibris,
davon 2 von Walter Schulte vom Brühl, 1897,
a. ein langes, anspielend auf den Namen, Vase mit
Blumen, b. Buch mit Maske, umgeben von Köpfen,
die die Besitzerin in verschiedenen Rollen dar-
stellen, c, Lyra aus Lorbeer, darin 2 Masken, Spiegel
mit vVeritas«.
Rudi Stehle, Schauspielerin, Wiesbaden 1900; von
Walther Schulte vom Brühl ; Vers, Maske, Lorbeer,
Blumen.
Luise Linden, Hofopernsängerin, München, von Sig-
mund von Suchodolski, 1900, Genius, Maske, Lor-
beer etc.
Hier seien ferner noch die Exlibris genannt von:
Wolf Christof von Enzestorf, Musiker, Gestenreich,
1575» von Martin Rota*); Hermann Levi, Hofkapell-
meister (f), München und Partenkirchen, 1898, von
') Abgebildet: Oben S. 145.
Spezialitäten. 535
Hans Thoma; Jüngling mit Buch, Schlange, Löwe;
Konzertsängerin Marcella (Stengel-) Sembrich, Dres-
den, 1892, von Ad. M. Hildebrandt, über 3 Schilden
mit Frankfurter Adler, Harfe und Leyer: Melodie
und singender Vogel, Lorbeer- und Palmzweig;
Konzertsängerin Frau Klementine (Mayr-) Schönfield,
München, 1896, von Fritz Erler, weiblicher Kopf,
singender Vogel, Rosenzweig; Pianistin Elsa Rati,
Berlin, von E. Walther (Amerikaner, Paris, 1900),
weibliche Halbfigur.
7^. Kinder- Exlibris :
Auch in Deutschland ist es, wie in England und
Amerika, in der Neuzeit aufgekommen, eigene Exlibris
für Kinderbibliotheken zu schaffen und so in der Jugend
bereits den Sinn für Bücher und Kunst zu wecken.
Von den wenigen Kinder-Exlibris seien hier erwähnt:
Walter, Hildegard und Götz Buderus von Carlshausen,
Stuttgart, 1897, von Paul Voigt; hier (S. 536) abge-
bildet ; Arbeitspult und Weihnachtsbaum mit Spielzeug.
Isabella Maess, Friedenau, 1890; von ihrem Vater
Julius ; Mädchen mit Buch, Maiglöckchen, Schmetter-
ling.
Hedwig Warnecke, Berlin, 1893, von Josef Sattler;
lesender Bauer.
Waltrud Schulte vom Brühl, Wiesbaden, 1895, von
deren Vater Walther ; Mädchen am Arbeitstisch mit
Bilderbuch *).
Karl Egon vofi Heinz, Berlin, 1 898 ; stilisierte Blume.
Heinrich und Peter Wolbrandt, Krefeld, 1899, ^^^
^) Abgebildet: Labouchere, ladies bookplates, S. 229.
536
Allgemein
Luise Wolörandt, 1 900 ; von deren Vater Karl,
stilisierte Blumen.
Leo und Rudolf Löffler, Frankfurt a. M„ 1899 nach
Skizzen von Frau Madeleine Hofünann, Frankfurt a. M.,
Knaben, auf Büchern sitzend.
HvsDeRBiBuoTTieK,)^vnseReR-KinDeR-
s Waltet, Hildegard und Götz Budcrus von Carlihauscn.
Von Paul VoiKt <1897).
Renata, Benita, Verena Freiinen von Fölkersam, Riga,
Mitau und Libau, 1899, von Armin Freiherrn von
Spezialitäten. 537
Fölkersam; Kinderköpfe bezw. Halbfiguren mit
Wappenschild.
Universal-Exlibris der Jugendschriften von Vclhagen
und Klasingy Leipzig, 1899, von Alexander Zick;
lesender Knabe neben Spielzeug.
Catherine Josefine Lucile, Charlie B. und Martin Noöl
Schiffe London, 1900, von Oskar Schwindrazheim,
Hamburg.
Wolf und Hans Freiherren von Dachenhausen^ Radymno,
1900, von ihrem Vetter Alexander.
Lisi Reinherz^ München, 1901, von Hugo M. Roeckl.
75. Damen-Exlilnis,
Ueber dieses Thema Hesse sich eine eigene Mono-
graphie schreiben, da es etwa 500 deutsche und einige
österreichische Damen-Exlibris giebt, die reich an Viel-
seitigkeit der Darstellung sind. Ein genaueres Eingehen
an dieser Stelle verbietet der Raum; daher sei hier nur
folgendes bemerkt:
Das älteste Frauenexlibris ist das mit Ehewappen
des Wilhelm von Zell und seiner Frau, deren Vor- und
Geburtsname unbekannt ist*). Die nächstältesten Frauen-
exlibris sind das der Wittwe Radigunda Gossenbroty geb.
Eggenberger, zu Füssen, c, 1500, 1502, Ehewappen in
geviertem Schild**), und das der Frau Barbara Schneider
geb. Schöner, Augsburg, c. 15 14, 20, koloriertes Wap-
pen***). Die ältesten datierten sind das des Martin
*) Abgebildet: Warnecke, Exlibrisbuch, S. 9.
♦♦) Abgebildet: E. L. Z. II. 2. S. 2, 3; vgl. ebenda S. 10 und X.
S. 23. Vgl. Labouchere, ladys-bookplates, S. 206, 207.
***) Abgebildet; K. Burger, Leipziger Exlibris-Sammlung, Taf. 5 b.
538 Allgemeines.
Pfinzing d. Ae. und seiner Frau Anna, geb. Löffelholz
von Colberg, Nürnberg, 1543, koloriertes Ehewappen in
Kranz, sowie das Wappenexlibris der Frau Christiana
Aschenbrenner, geb. Musculus, Berlin, 1588*). Im 17.
Jahrhundert sind c. 5, im 18. c. 40, im 19. bis 1870
c. 15 Damenexlibris bekannt; der Rest von c. 440 fällt
auf die Neuzeit von 1871 — 1901. Die Mehrzahl der
Exlibris aus dem 18. Jahrhundert gehörte Damen aus
fürstlichem und hochadeligem Geblüt.
In diesem Buche sind verschiedene Damenexlibris
abgebildet, die hier mit als Illustrationen betrachtet
werden mögen, so S. 177 Klara Kress von Kressenstein,
Nürnberg, 1645; S. 210 Sophie Marie Charlotte van
Jeetze, Berlin, 17..; S. 230 Maria Anna Gräfin von
Fugger^ Augsburg, 17..; S. 263 Luise Adelgunde Vic-
torie Gottsched, Leipzig, c. 1750 — 1760; S. 411 bezw. 413
Margarethe Strauss^ Magdeburg, 1899, Philippine Kuhn,
Innsbruck, 1899 ; S. 393 Lydia Freifrau v, Stemeciy S. 381,
478; Magda Gräfin zu Leiningen-Westerburg, 1896 u. 99.
Um auch hier eine Abbildung zu bringen, sei das
Exlibris der Frau Alice Meyer, Hamburg, 1895, gezeich-
net von ihrem Gatten Eduard Lorenz Meyer, hier (S. 539)
wiedergegeben.
Ueber »Damenexlibris« hat Fräulein NornR Labouchere^
London, 1895, ein eigenes, vortreffliches Buch geschrie-
ben, das folgende Abbildungen deutscher Damenexlibris
brachte: S. 22 lEliseFreiinKoenig, Stuttgart, 1873; 22401ga
Königin von Württemberg, 18 . .; 225 Gräfin Marie Anna
Przehorsowsky 17 . .*, 226 Herzogin von Kurland 18 . .;
227 Deutsche Kaiserin Auguste Viktoria, 1893; 228 Gräfin
*) Abgebildet in H. Lempertz' Bilderheften.
Spezialitäten. 539
Seinsheim, München, i8..; 228 Ilse Warnecke, Berlin,
1893; 229 Waltrud Schulte, Wiesbaden, 1895; 230
Nonnenkloster Notre Dame, Offenburg, 1895; 233 Camilla
Freifrau von Mirbach, Berlin, 1891; 334 Albertine Bach-
Eilibris Alice Meyer. Von Eduard l.oren! Meytr (ISilij,
ofen von Echt d. J., Wien, 1891, d. Ae., Wien, 1893;
341 Magda Gräßn zu Leiningen-Westerbui^, Neupasing-
München, 1892.
In diesem Buche des Fräuleins Labouchere sind
von den 21 14 angegebenen Damenexlibris 1912 eng-
lische, 202 nichtenglische, darunter tio deutsche und
österreichische aufgeführt.
540 Allgemeines.
Die zeichnerische Ausstattung der Damenexlibris
besteht aus Stamm- und Ehewappen, Innenräumen, Land-
schaften, Liebhngsblumen, -Beschäftigungen, -Büchern,
Noten, Stickereien etc.
i6. Musik- und Landschaf ts-Exlibris,
Auch über diese Arten Hessen sich Sonderabhand-
lungen schreiben; hier sei jedoch nur folgendes bemerkt:
Zu den Musik- Exlibris zählt man diejenigen Blätter,
die als Hauptgegenstand oder in der Ornamentierung
musikalische Instrumente, wie Klaviere, Harfen, Leyem,
Flöten, Geigen,Trommeln,Trompeten,Zithern, Glocken etc.,
oder Noten enthalten; die Zahl solcher Musikexlibris in
Deutschland-Oesterreich beträgt c. 220; vom 16. Jahr-
hundert c. 6, vom 17. c. 6, vom 18. c. 27; der Rest
von c. 170 entstammt der Neuzeit.
In diesen Zahlen sind natürlich die vielen Exlibris
nicht mitgerechnet, die in ihren Wappen Musikinstru-
mente enthalten ; da diese nur Bestandteile des Wappens y
sog. Wappenbilder sind und nicht zur Ausschmückung
der Exlibriszeichnung selbst dienen, so fallen sie nicht
unter die Rubrik »Musikexlibris«.
Auch die Musikexlibris sind bereits in einer Mono-
graphie behandelt; J. F. f Vrj/^r- Amsterdam gab 1897
ein Heft mit 40 Abbildungen von Musikexlibris heraus.
Seine Spezialsammlung von solchen beträgt — hier In-
strumente in Wappen /////gerechnet — 11 50, davon 1 86
deutsche, 658 englische.
Das merkwürdigste Musikexlibris — wohl auch das
älteste — ist jedenfalls das oben unter II. 12. genannte
Universal-Exlibris von c. 1567, dessen Randleiste 20
verschiedene Musikinstrumente jener Zeit aufweist, die
Spezialitäten. 54 1
kulturhistorisch hochinteressant sind*)- Bemerkenswert
ist das Musikexlibris Johann Friedrich von Uffenbach,
Rat und Schöffe, Frankfurt a. M., von ihm selbst, 1733,
EiUbrii Caccilie Wolbrandl. Vnn Karl Wolbrandt <IS9S).
mit Spinet, Lied, Violine, Bassgeige, Cello, Mandoline
und Büchern**). Ein reizendes modernes ist das der
•) Abgebildet: E, L. Z. X. S. 8, 9.
•♦) AbgebUdei: EnglUche E. L. Z. 1896, VI. 8.
542 Allgemeines.
Frau Valerie Brettauer^ Triest, von W. Behrens, Nürn-
berg, 1898, mit Klavier*). Als Probe eines Musikexlibris
ist hier (S. 541) das Exlibris Frau Caecilie Wolbrandt,
Krefeld, von ihrem Gatten Karl, 1898, abgebildet; Leyer
und Lilie als Symbol der Patronin der Musik, der hei-
ligen Caecilie. Besonders erwähnenswert ist das präch-
tige, grosse und figurenreiche Musikexlibris der Frau
Margarethe StrausSy Magdeburg, 1900, radiert von Franz
Stassen, Berlin (Polyhymnia; musikalische Inspiration
durch den Kuss des Genius).
An Landschaf tS' Exlibris giebt es in Deutschland
und Oesterreich etwas über 200, die wirklich bestehende
Ortsansichten wiedergeben; die Zahl der mit Phantasie-
Landschaften ist eine weit grössere.
Das älteste Exlibris mit Wiedergabe einer wirk-
lichen Landschaft ist das des Pfarrers Balthasar Dorner,
Munderkingen, 1583, auch Porträtexlibris**), mit Ansichten
von Munderkingen und Kloster Marchthal. Bemerkens-
wert ist auch das des »Conventus Societatis Litter ariae <^
(C. S. L.) = der litterarischen Gesellschaft zu Heidel-
bergs c. 1760—64, mit Heidelberg, Neckar und dem
1690 von Melac verbrannten Schlosse, von Egidius
Vereist, Mannheim und München***).
Als Beispiel eines Landschaftsexlibris ist (S. 543) das
Exlibris des Schlosshauptmanns der Wartburg, Hans
Lukas von Cranach, Majors, 1900, — auch Porträt-
Exlibris — von Georg Barloesius, Charlottenburg, mit
♦) Abgebildet: Zeitschrift für Bücherfreunde IV. 1. und Eng-
lische E. L. Z. 1900 X. S. 86.
**) Abgebildet: E. L. Z. VI. 8, 9.
♦**) Ein Teü der LandichaftsexlibrU besprochen: E. L. Z. IV.
S. 24 — 33, mit 6 Abbildungen, und ebenda S. 63.
^
Spezialitäten.
543
dem Landgrafen-Palas und dem Thorbau der Wart-
burg, abgebildet.
Von nicht deutschen Exlibris sei das für Louis Blum-
feld, London, 1897, von Edgar Berclay, London, mit
verschiedenen Türmen Nürnbergs kurz erwähnt.
Exlibris Hans Luku von Craiuch. Von Qtorg Barlonius (1400).
ly. Allerlei.
Vom Standpunkt des Sammeins wie von dem der
Betrachtung liessen sich die Bibliothekzeichen noch nach
manchen Gruppen zusammenstellen, und thatsächlicb
544 Allgemeines.
sind über einzelne solche schon Listen erschienen. Sie
aber hier näher zu besprechen, würde zu weit führen^
Es genügt die Bemerkung, dass es einerseits ausser den
in vorigen Absätzen genannten Spezialsammlungen von
Ritter Schafts-, Fürsten-^ Universal-, Z>aw^«-Exlibris und
solchen von öffentlichen Bibliotheken, ferner von sig-
nierten und datierten auch noch besondere Sammlungen
und Listen giebt von Exlibris von Medizinern, mit
Urnen, Trophäen, Todtengerippen, Todtenköpfen{6\e Zahl
der Exlibris mit solchen Symbolen der Vergänglichkeit,
der Selbsterkenntnis und des ärztlichen Studiums ist
äusserst gross!) — andererseits noch folgende Abtei-
lungen gemacht werden könnten:
a. Nach Ständen: Exlibris von Offizieren, Architekten,
Juristen, Chemikern, Malern und Bildhauern; auch
Exlibris von mehreren Sozialdemokraten giebt es
bereits.
b. Nach Fachstudien y wie Numismatikern, Heral-
dikern etc.
c. Mit Schiffen, überhaupt mit maritimem Charakter*).
d. Humoristische Exlibris, eine Erscheinung der
neueren Zeit, deren Darstellung ein witziges oder
heiteres Motiv enthält, wie z. B. die Exlibris Rudolf
Benkar d, Paris, 1895, auf dem eine Hand nach
einem Bücherräuber greift und eine Stimme ruft:
»Halt! Mein Buch!«; Otto Dom, Musikdirektor,
Wiesbaden 1895, kleine Figürchen tanzen und
*) Von Exlibris von Schiff sbihliothekcn seien kurz 2 erwähnt:
Das des englischen Schiffs »Oceanic» 1899 und das der amerikanischen
Yacht »Sovereign« 1896; son Eisenbahn- Exlibris', das der amerikani.
sehen Chicago und Alton Railroad auf den »Alton Limited «-Ztigen
zwischen Chicago und St. Louis, 1900.
Spezialitäten. 545
springen auf Klaviertasten herum ; Dr. Felix Poppen--
bergy Schriftsteller, Charlottenburg, 1895, nackter
Genius mit Monocle, sowie weissen und schwarzen
Kielfedern der guten und der schlechten Kritik;
Dr. med. Peter Janssen y Düsseldorf, 1900, die
stolz und triumphierend auf den Tod herab-
blickende Hygaea; Otto KoehlcTy Berlin, 1899,
eine ein Buch schützende Bulldogge; Ludwig
Eilhauer y München, 1900, von Georg Hensinger,
München, anti-Lex Heinze-Blatt, etc.
e. Redende Exlibris: So gut es »redende« Wappen
giebt, die den Namen des Wappenherm deutlich
oder versteckt nennen, so finden sich auch Exlibris,
die den des Exlibrisbesitzers wörtlich oder ver-
schleiert angeben; hier seien nur 8 herausgegriffen,
obwohl es mehr giebt:
Bibliotheca Warmholtzianay c. 1790; ein zierlicher
Sticli; den Namen giebt hier brennendes = »war-
mes Holz« an; hier (S. 546) abgebildet.
Josef Ignatz Quirin Schelkopfy Pfarrer in Reichkirchen,
1728; Kopf, der »schel sieht« = schielt.
Bernhard Sekringy Architekt, Berlin, 1894, von Emil
Doepler d. J., Buch mit St. Lukas und Schild, darin
ein »S«, gehalten von einer Hand mit Ehering
(S-Ehring).
F. Haushalter y Oberzollrat, München, 1900, von
Josef Widmann ; siegelfbrmig ; ein, ein Haus halten-
der Ritter.
Agnes Engehauseny Hamburg, 1898, von Karl Wol-
brandt, zwischen Büchern enge (schmale) Häuser.
Otto Augsteiny Berlin, 1897, von Paul Voigt; ausser
O A und Apfelbaum ein Auge im Gestein,
35
546
AUgemein
Emil Veesenmeyer, Pfarrer, Wiesbaden, 1S99, von
Hans Beat Wieland; schwarzwälder Bauer = Meyer
mit Veesen = Aehren.
Wilhelm Vogel, Pfarrer, Darmstadt, 1901, von Auguste
Kichler, Darmstadt; zahlreiche singende Vögel an,
in und vor einer Gartenlaube mit Kosen etc.
Exlibris der Bibliothek Wirmholtz
/. Sogar Rätsel-Exlibris giebt es; z. B. das der Frau
Valerie Brettauer, Triest, 1 899, von Dr. Vitale Laudi ;
Buchstaben und Zahlen korrespondieren ; be^nnt
man bei i zu lesen, so erhält man den Namen.
Spezialitäten. 547
g. Sog. abgekürzte Exlibris erdachte Professor Adolf
M. Hildebrandt, Berlin, indem er statt des oft
umfang- und inhaltsreichen Vollwappens nur ein-
zelne charakteristische Hauptteile desselben in Ver-
einigung mit Inschriften etc. anbrachte, um den oft
nur kleinen Raum nicht zu überladen; sie wirken
wie Silhouetten und Flachmuster*).
k. Auch ein Toilettenzeichen^ „Exrobiis", auf Leinwand
gedruckt, (scherzhaft) giebt es nach dem Vorbild
von Exlibris; Frau Wanda Thewalt, Würzen, 1901.
§
ig. Notariatssignete und Visitenkarten,
In Ermangelung eines eigenen Bibliothekzeichens
wurden diese beiden im 17., 18. imd Anfang des 19.
Jahrhunderts häufig durch Einkleben in Bücher als Ex-
libris verwendet und müssen daher hier mit erwähnt
werden.
Notariats Signete**) sind schon im 13. Jahrhundert
nachgewiesen; im Laufe der Zeit galt als gesetzliche
Bestimmung, dass alle Notare ihre Handschrift und ihr
Signet beim Kammergericht einreichen mussten; nach
der Notariatsordnung Kaiser Maximilians von 1512 wurde
sogar befohlen, dass die Notare ihr Signet nicht will-
kürlich ändern durften. Die Signete hatten die Bedeu-
tung eines Notariatssiegels und wurden der Urkunde
aufgezeichnet, aufgedruckt oder aufgeklebt. Bis Ende
des 16. Jahrhunderts wurden sie frei gezeichnet, vom
17. an mittels Schablone aufgestempelt; im 18. kommen
*) Vgl. E. L. Z. VII. 118, 119.
**) Vgl. Dr. Fr. Leist, Notariatssignete, 1896 und £• L. Z. VII,
55-60.
54^ Allgemeines.
sie als Kupferstiche vor und wurden unten auf die Ur-
kunde aufgeklebt; die letztere Art ist es, die oft als Ex-
libris benützt wurde. Diese Notariatssignete, kleine
Oktavblättchen, im Aussehen allegorischen Exlibris des
1 8. Jahrhunderts sehr ähnlich, enthalten meist symbolische
Motive, deren Inhalt sich auf den juristischen Beruf des
Signet-Führers beziehen, wie Figuren der Themis oder
Justitia, Gesetzestafeln und -Bücher, Urkunden, Waagen,
Schwerter, Altäre und Tische mit Gesetzbuch, Be-
ziehungen auf die Linde, den alten deutschen Gerichts-
baum, u. s. w.; doch auch sonstige Allegorien, Landschafts-
bildchen, Hoffhungsanker, Palmbäume, Weinstöcke, Kro-
nen, geschmackvolle und geschmackarme, schwülstige
Sinnbilder, lateinische Sprüche und stets der Name und
Titel; die oft vorkommenden Buchstabenabkürzungen
N. C. P. J. und N. A. bedeuten Notarius Caesareus
Publicus Juratus und Notarius Apostolicus.
Als Beispiel ist (S. 549) das als Exlibris benützt ge-
wesene Notariatssignet W. M., Bayern, 16 . ., abgebildet;
J. V. D. = Juris utriusque doctor; Spruch und Darstel-
lung besagen, dass Gesetz und Schwert die Welt regieren.
Im 18. Jahrhundert liebte man es auch, wenn man
kein besonderes Exlibris besass, Visitenkarten *) an Stelle
der Exlibris in Bücher zu kleben; dies lag ebenfalls
sehr nahe, da die Visitenkarten**) jener Zeit oft mit
Zierleisten, omamentalen Umrahmungen, Laubgewinden^
Blumenranken, Amoretten, Figuren, kleinen Allegorien,
Landschäftchen, Parks, Ruinen, Trophäen, Greifen,
Sphinxen, Säulen, Vasen, kurz: Künstlerisch geschmückt
und oft sorgfältig in Kupfer gestochen waren. So man-
*) Vgl. E. L. Z. Vlll. 109 -112.
**) Es giebt auch hie von Sammlungen.
Spezialitäten. 549
eher Hess sich im 18. Jahrhundert nicht ausdrücklich
ein » Bibliothekzeichen t oder ein »Signett oder eine
> Visitenkarte < stechen, sondern ein >Kupferc, wie man
damals sagte, das er dann beliebig verwendete.
Gänzlich schmucklose Visitenkarten der Neuzeit,
nur mit Schrift, sind auch, jedoch selten, als Exlibris
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eingeklebt zu finden. Sogar eine gestochene Wein-
flaschenetiquette : »Freiherrlich von Borsch und Bor-
scholdsche Weingebirge*, von c. 1830, Wappen, In-
schriftsband, Weinreben Umrahmung, ist in der Samm-
lung des Verfassers und zeigt sich als Besitzzeichen ge-
braucht, da über das Wort »Weingebirge« die Worte
»Kupferstich -Sammlung« geschrieben sind.
. DEUTSCHE EXLIBRIS-SAMMLUNGEN.
i| er Standpunkt, von dem Exlibris gesammelt
werden, ist höchst verschieden; die Einen
I sammeln aus reiner Lust an den so ver-
I schieden- und eigenartigen Blättern, die
Zweiten gewissermassen aus Sport, um es anderen nach-
zumachen, die Dritten im Sinne der Briefmarken- und
Postkartensammler, Ein grosser Teil aber hat tiefere
Ziele! Künstlerische und kunsthistorische Studien sind
bei diesen die Hauptmotive, und eine halbwegs grössere
Exlibris- Sammlung birgt bereits einen ähnlichen ästhe-
tischen und belehrenden Wert in sich, wie eine ent-
sprechende allgemeine Kupferstichsamnüung.
Wer Ornamentik studiert, sei's zum Lernen oder
Kopieren, wird in den oft künstlerisch ausgeführten
Exlibris-Zeichnungen eine wahre Fundgrube entdecken ;
dem Künstler und Dilettanten bieten sich zahllose gute
Vorbilder, Muster und neue Anregungen; der Heraldiker
begegnet nicht selten ihm neuen Wappen, sowie —
neben hässlichen, fehlerhaften — auch tadellos stilisierten
Zeichnungen; Aer Historiker, Kunsthistoriker, auch der
Deutsche Exlibris-Sammlungen. 55^
Genealoge finden auf Bibliothekzeichen vielfach Auf-
schlüsse über Daten, Personen, historische Thatsachen,
über den wahren oder zur Schau getragenen Charakter
des Exlibris- und Buchbesitzers, über die Richtung seiner
Studien etc., Beiträge zur Geschlechts- und Heimats*-
künde, sowie Belehrungen über die verschiedensten
Techniken.
Eine Exlibris-Sammlung nützt auch wesentlich bildend
dem Stilistiker und denen, die es werden wollen; denn
nichts zeigt die einzelnen Stil arten und Geschmacks-
änderungen von der Gotik bis heute so deutlich, wie
eine chronologisch geordnete, grössere Exlibris-Sammlung,
und nicht nur der Fachtechniker ^ sondern auch jeder
Gebildete unserer Tage muss heute von solchen Dingen
etwas verstehen. Kurz: Eine gutgeordnete Exlibris-
Sammlung ist ein wertvoller Formenschatz und ein reich-
haltiges Musterbuch der letzten 4 Jahrhunderte. So er-
giebt sich denn eine Fülle von Gründen und Gesichts-
punkten , von denen aus betrachtet es erklärlich ist,
warum heutzutage so viele Exlibris - Sammlungen in
Deutschland, Oesterreich, Schweiz, England, Frank-
reich , Italien , Holland , Belgien , Portugal , Schweden,
Dänemark , Russland, Nordamerika, sogar in Chile und
Australien bestehen.
Die älteste Exlibris-Sammlung dürfte eine in Irland
um 1750 angelegte irische Kollektion sein (heute in
London); die nächsten englischen sind die der Miss
Jensons in Bath von 1820 und die des Geistlichen Daniel
Parsons in der Abtei Downside, begonnen vor 1833,
In England und Frankreich bestand in den 60 er und
70 er Jahren des 19. Jahrhunderts schon eine Reihe von
Sammlungen; 1874 gab es in Paris bereits deren 20.
552 Allgemeines.
Die älteste deutsche Exlibris-Sammlung ist eine am
Ende des 1 8. Jahrhunderts zu Augsburg angelegte Exlibris-
und Wappensammlung von 191 Stück, darunter 112 Ex-
libris des 16. — 18. Jahrhunderts, meist Augsburger Ur-
sprungs, heute grösstenteils im Besitz der Frau Marga-
rethe Strauss in Magdeburg*); die nächstälteste ist die
des Gottlob Günther August Heinrich Karl Freiherrn
von Berlepsch auf Gross-Stöckheim bei Wolfenbüttel, be-
gonnen 1826; sie erreichte 2443 Stück vom 15. — 18. Jahr-
hundert und gehört heute der herzoglichen Bibliothek
zu Wolfenbüttel**). Um 1850 sanunelte Heinrich Lern-
pertz d. Ae. in Köln Exlibris; dessen Sammlung wurde
mit der des Dr. Albrecht Kirchhoff y Leipzig, 1875, und
der des Antiquars A. F. Butsch, Augsburg, 1887, ver-
einigt, und diese 3 an alten Exlibris reichen Exlibris-
Sammlungen sind heute im Besitz der Bibliothek des
Börsen- Vereins Deutscher Buchhändler***) zu Leipzig;
zusammen c. 3000 Stück.
In den 70 er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden
die Sammlungen Gottfried von Böhm, München, c. 250
Stück, August von Eisenhart, München, heute c. 10 000,
H. E. Stiebely Frankfurt a. M., c. 14000 und Friedrich
Wamecke, Berlin, c. 2000.
1895 waren in Deutschland, esterreich und der
Schweiz c. 45 Exlibris-Sammlungen, 1898: 92, 1899
über 100 und 1900: rund 300, die dem Verfasser be-
kannt geworden sind. Immerhin dürften noch einige
kleinere mehr vorhanden sein, die im Stillen blühen
*) Vgl. E. L. Z. X. S. 92.
**) Veröffentlicht 1895 von Dr. O. von Heinemann.
**♦) Veröflfentlicht 1897 von K. Burger,
Deutsche Exlibris-Sammlungen. 553
und noch nicht bekannter sind. Selbstredend sind sog.
»Kupferstichsammlungen«, die zwar unter allgemeinen
Kupferstichen hie und da auch Exlibris enthalten, letztere
aber nicht ausschliesslich sammeln, nicht mitgerechnet.
So manche von diesen 300 Sammlungen umfasst nur
einige Hundert und befindet sich noch im Stadium des
Beginns; einzelne sind absichtlich begrenzt. Der Eine
sammelt nur alte, der Andere nur neue, der Dritte nur
künstlerisch hochstehende neue; andere nur Damen-
Exlibris, solche von Medizinern, nur heraldische, nur
Musik-Exlibris etc.; bei einzelnen ist nur ein kleiner
Umfang beabsichtigt, dessen Inhalt nur eine Probe des
ganzen Stoffs abgeben soll ; manche streben weniger
nach der Masse, als mehr nach Gutem und bei einigen
bleibt die Sammlung nach einigen Hundert im Keime
stecken, wenn Eifer und Ausdauer nachlassen.
Die grösste und inhaltlich bedeutendste Exlibris-
Sammlung des Kontinents ist die von Karl Emich Graf
zu Leiningen-Westerburg y preuss. Rittmeister a. D. in
Neupasing - München , begonnen 1888; sie zählte im
April 1901: 20567 Stück von 1470 — 1901 aller
Länder und enthält 10342 deutsche, österreichische und
schweizerische, 9274 von anderen Ländern, 49 Exlibris-
Originalzeichnungen, 902 Nachbildungen.
Es giebt natürlich weit mehr Exlibris, namentlich
z. B. englische, aber sehr viel mehr deutsche dürften
nicht existieren, sodass man vielleicht auf rund 11 bis
12000 deutsche Exlibris rechnen kann.
Da die Zahlen dieser Sammlung immerhin Anhalts-
punkte über zeitliche, stilistische u. a. Exlibrisverteilung
geben, seien sie als Beispiel der grössten kontinentalen
Exlibris-Sammlung hier mitgeteilt: April 1901:
554 Allgemeines.
Deutschland^ Oesterreicky deutsche Schweiz:
c. 1470— 1600: 204; 16 — 1700: 412; 17 — 1800:
II 62; geistliche Personen: 421; Klöster: 51 1; Rokoko:
484; alte Bibliothek- Ansichten : 142; alte Allegorien mit
Büchern: 158; alte sonstige Allegorien: 748; Neuzeit
1800 — 1871 ohne Allegorien: 542; Neuzeit 1871 — 1901:
4949; Neuzeit, nur Schrift: 313; Hof und Staat Bayern :
81 ; Diverse: 215.
Italien: 512; Frankreich: 1928; England: 4295;
Schweden: 216; Dänemark: 82; Spanien und Portugal:
54; Griechenland: 4; Holland: 268; Belgien: 365; Russ-
land: 206.
Aegypten: i; Amerika: 1274, Canada: ^6; Austra*
lien: 22; Brasilien: 2; Japan: 9 etc.
Die Damen-Exlibris dieser Sammlung betragen
1109 Stück, darunter 507 deutsche, österreichische und
schweizerische, 389 englische, 156 amerikanische etc.
Die C. W. Scherborn-Serie dieser Sammlung: 295
Stück (einschliesslich Varietäten), darunter 269 ver-
schiedene Exlibrisstiche; die E. D. French'^tTi&\ 210,
darunter 173 verschiedene; die R. A. BellSen^ 85,
darunter 54 verschiedene; H, S. Marks: 29; G. W. Eve:
40* etc.
Die deutschen Exlibris-Zeichner der Jetztzeit sind
fast alle mit vollständigen Serien in dieser Sammlung.
Die inhaltlich nächstbedeutende deutsche Sammlung
ist die von Staatsrat a. D. August von Eisenhart^ Mün-
chen, c. 10000 Stück mit vielen alten und Kloster-
Exlibris; deutsche: c. 3500 bis 1800, c. 3700 von 1800
an, fremde: c. 2600 etc. Etwas mehr (c. 14000) zählt
eine Frankfurter Privatsammlung H. E. Stiebel, die der
Deutsche Exlibris-Sammlungen. 555
Verfasser nicht näher kennt. Inhaltlich sehr interessant
ist die Exlibris-Sammlung Rudolf Benkard^ aus Frank-
furt a. M., in Paris: 9500 Stück, davon 1500 moderne,
der Rest alte; 3500 deutsche, 4000 französische, 1000
englische, 500 italienische etc. Femer diejenige des
Verlagsbuchhändlers Karl G. F. Langenscheidt y Berlin,
8000 Stück, die besonders gut katalogisiert ist, mit
1600 deutschen, 800 englischen, 2000 französischen etc.;
die Exlibris-Sammlung Karl Koch ^ Liquidator, Wien,
c. 6000 mit vielen alten (3300 Stück und 520 Bänden
mit Superexlibris); diejenige des Benediktinerstifts Krems-
münstcr in Oberösterreich, c. 4900, mit vielen alten.
Ausserdem sind folgende Exlibris - Sammlungen
nennenswert :
Dr. Rudolf Neumann y Reichenberg in Böhmen,
c. 3000 ; Frau Margarethe StrausSy Magdeburg, c. 3000
mit guten alten Exlibris; Frau Ilse Warnecke y Berlin,
c. 2800, mit hauptsächlich alten; Amtsgerichtsrat Dr.
Richard BeringuieVy Berlin, c. 2500 alte und neue; Frau
Ernestine Gräfin CotidcnkovCy Stockerau-Wien, c. 2500
hauptsächlich alte ; Professor Adolf M. Hildebrandt nebst
Sohn Johann Joachim, Berlin, c. 2200 in- und ausländische,
hauptsächlich künstlerische; Rittmeister Lothar Buderus
vofi Carlshausen, Stuttgart, c. 2100, davon 450 alt;
Staatsanwaltssubstitut Eduard Dillmann y Korneuburg,
c. 2100 (300 alte); Fritz MouthSy Hauptmann d. R.,
Rüttenscheidt -Essen, 2000 meist neue; Frau Valerie
Brettauery Triest, c. 1800, davon 500 alte; Dr. Hans
Ewers y Düsseldorf, c. 1800; Oberstadtsekretär Markus
Scküsslery Nürnberg, c. 1500, davon 300 alte; Faktor
Gustav Drolyner y Leipzig, c. 1600, meist neue; Hof-
wappenmaler Ernst Krahly Wien, c. 1500, davon
556 Allgemeines.
500 alte; Oberstleutnant von Wallmenich, München (zur
Zeit in China), c. 1400, davon 700 alte; Hauptmann von
Heinz (;\)y Alton a, 1300 meist neue; Faktor Franz Fleisch-
mann, München, c. 1300 meist neue; Direktor Karl Wol-
brandt, Krefeld, c. 1200 meist neue; Bibliotheksekretär
Dr. Ernst Freys y München, 1200, davon 700 alte;
Assessor Walter von Zur Westen ^ Berlin, c. 1200 nur
moderne, bessere Blätter ; Oberpostassistent Alfred Schrö-
der, Berlin, 1300; Dr. Brendicke^ Berlin, c. iioo. Klein,
aber reich an alten seltenen Exlibris ist die Sammlung
Johann Graf Wilczek, Sebarn, c. 600, davon 360 alte.
Die Mehrzahl der anderen Exlibris-Sammlungen hat um
oder unter 1000 Stück.
An staatlichen Instituten haben die Kupferstich-
kabinette zu Berlin, München, Dresden, Wien etc.
Exlibris in ihren Beständen.
Von sonstigen öffentlichen Bibliotheken haben fol-
gende besondere Exlibris-Sammlungen:
Kunstgewerbe-Museum Berlin besitzt die ansehnlich
vermehrte ehemalige Dr. Heinrich Pallmannsche , dann
Rudolf Springersche Exlibris-Sammlung von 4000 Stück
mit meist alten aber auch besseren modernen, auch eng-
lischen Blättern; Summa: c. 5000; Hof- und Staats-
bibliothek München, hauptsächlich alte interessante Ge-
lehrten- und Kloster-Exlibris, c. 1500 Stück; Herzogliche
Bibliothek Wolfenbüttel, c. 2500, vorwiegend alte;
Bibliothek des Börsen-Vereins deutscher Buchhändler ^
Leipzig, c. 3000, meist deutsche des 15. — 18. Jahr-
hunderts, darunter viele alte interessante; Stadtbibliothek
Frankfurt a. Main, 2800, viele gute alte, darunter die
ehedem Alfred von Neufvillesche Exlibris -Sammlung
(2103 Stück; Schenkung); Universitäts-Bibliothek Würz-
Deutsche Exlibris-Sammlungen. 557
^^gy c. 700 meist alte. Ferner kleinere Sammlungen:
Germanisches National-Museum Nürnberg, Universitäts-
bibliothek Göttingen, Landesgewerbe-Museum Stuttgart,
Museum für Kunst und jGewerbe Hamburg, Kunstgewerbe-
Verein München, Historischer Verein von Oberbayern
München, Rothschildsche öffentliche Bibliothek Frank-
furt a. M. , Deutscher Exlibris- Verein Berlin, Kaiser-
Wilhelm-Museum Krefeld, Museiun Magdeburg, Kunst-
gewerbeverein Halle a. S., Mannheimer Altertums- Verein,
Typographische Gesellschaft Leipzig, Mährisches Gewerbe-
Museum Brunn, Kaiser Franz -Josef- Museum, Troppau,
Landes-Museum Prag, Sammlung Naprstek, Prag etc.
Im Ausland werden deutsche und österreichische Ex-
libris vielfach gesammelt; so hat J. F. Verster, Amster-
dam, in seinen 8100 Exlibris 962 deutsche, von seinen
1151 Musik-Exlibris 186 deutsche; Pfarrer L. Gerster,
Kappelen, hat in seinen 3640 Exlibris 516 alte und 700
neue deutsche, sowie 1850 schweizerische; Miss Emma
C. Chamberlayne, London, hat unter ihren 1450 Damen-
Exlibris c. 350 deutsche; John W. Singer, Frome, be-
sitzt 1 3 000 Exlibris, davon c. 2000 deutsche ; unter seinen
1 200 Damen-Exlibris c. 320 deutsche ; Adolf Geering, Basel,
von seinen 2600 sind 1 200 deutsche, 600 schweizer etc. ;
Emilio Conte Budan, Mestre, 1950, davon c. 1300 deutsche.
Ferner sind deutsche Exlibris in noch etwa 50 bis
60 anderen ausländischen Exlibris-Sammlungen, so —
ohne alle nennen zu wollen — in denen der englischen
und französischen Exlibris - Vereine ; Armin Freiherr
von Fölkersam, St. Petersburg (c. 1600 vorwiegend nur
künstlerische moderne); Alexei Feirowitsch B ach rouschine,
Moskau; C. M. Carlander, Stockholm; Frederik Hey-
mann (f) und Numa Fränkel, Kopenhagen; August
558 Allgemeines.
Sassen y Heimond; Dr. Achille Bertarelli, Mailand;
Dr. L. Bouland, Paris; E. Engelmann ^ Paris; Edmond
des Robert, Nancy ; Pierre Dor und Charles de Sartorio,
Marseille; Benjamin Linnig (550), Pol de Mont^ Frau
Van de Vin, diese 3 in Antwerpen ; Ad. LureirOy Lissabon ;
C. W. SherborHy G. R. Dennis, F. J. Thairlwall, J. R.
Brown, diese 4 in London; E. B. Ricketts , Holling-
bourne ; Miss Edith Anne Greene, Clifton Bristol : W. H.
K. Wrigkt, Plymouth; S. A. Grundy-Newmann, Wal-
sall; G. M. Elwood, Rochester (c. 4800, davon c. 2400
amerikanische, c. 500 deutsche); E. D. French, Saranak
Lake (c. 1600, davon c. 500 amerikanische, c. 300
deutsche, c. 60 Sherboms); Miss M. Van Zandt, New-
York (c. iioo, darunter c. 600 Damen-Exlibris); Miss
M. G. Messenger, New- York (c. 9000, darunter c. 1900
amerikanische und c. 950 Damen Exlibris); VJ,0. Pres-
cott, Newton Highlands; Dr. A. W. Clark, Lawrence;
Museum of fine arts Boston etc.
In den Sammlungen der verstorbenen Sir Augustus
W. Franks (nun im britischen Museum zu London) und
Lord de Tabley (Leicester Warren) sind ebenfalls viele
deutsche Exlibris.
2. ANLAGE VON EXLIBRIS-SAMMLUNGEN.
Die zahlreichen Sammlungen fanden in der Haupt-
sache zweierlei Einteilung: Die alphabetische und die
chronologisch-stilistische, Erstere empfiehlt sich nur bei
kleineren, letztere bei grösseren Sammlungen.
Die alphabetische erleichtert das Auffinden eines be-
stimmten Blatts, hat aber den Nachteil der UnÜbersicht-
Anlage von Exlibris-Sammlungen. 559
lichkeit, da alte und neue, schöne und unschöne Blätter
durcheinander kommen und die Gegensätze zu gross
sind; die chronologisch-stilistische dagegen erlaubt die
Zusammenstellung gleichgearteter und gleichzeitiger Ex-
libris und bietet dem Beschauer, dem Studierenden und
Lernenden eine vortreffliche stilistische Uebersicht sowie
höheren künstlerischen Genuss ; ein Beispiel einer solchen
in 12 Jahren bewährten Anordnung nach zeitlichen und
anderen Gruppen bietet die oben Seite 554 gegebene
Zahleneinteilung über die Sammlung des Verfassers.
Stimmt auch die Dauer der Stilperioden nicht genau mit
dem Jahrhundert- Anfang und Ende überein , so reprä-
sentiert diese Einteilung doch im allgemeinen die Epoche,
und eine solche Begrenzung ist zur besseren Auffindung
gesuchter Blätter sehr praktisch. Hervorgehoben sei,
dass In- und Ausland unbedingt zu trennen sind, ebenso
mindestens ältere und moderne Blätter.
Bis jetzt wenig beachtet, aber durchaus empfehlens-
wert, ist das Sammeln von 'Eyslihris- Reproduktioneny
namentlich älterer Blätter; denn in Fällen, in denen
z. B. Unica oder ganz seltene Exlibris reproduciert sind,
müssen viele auf die alten Originale verzichten, und
wohl jede grössere Sammlung hat einige Unica, die in
keiner anderen vorkommen. Es ist immer erfreulich,
wenn man dann wenigstens die oft bemerkenswerte oder
schöne Komposition durch solch eine Kopie in der Samm-
lung vertreten hat. Natürlich darf man Reproduktionen,
um den Gesammteindruck nicht zu stören, nicht mitten
unter Originale einreihen; man fügt sie am besten in
einer Sonderabteilung oder am Schlüsse einer Zeit-
gruppe ein. Das eben hier Gesagte gilt auch sinn-
entsprechend für Neuabdrilcke von erhalten gebliebenen,
5 60 Allgemeines.
alten Holzstöcken und Kupfer platten^ welch erstere un-
bedingt mit in eine Sammlung aufgenommen gehören;
sie haben nur geringeren Altertumswert oder sind wegen
Abnützung der Platte weniger scharf im Abdruck.
Was die Aufbewahrung der Exlibris anbelangt, so
giebt es verschiedene Arten, die je nach Belieben des
Besitzers modificiert werden können; die hauptsäch-
lichsten Arten sind:
a. Auf weissen Kartons von c. 31 cm Länge und
23 V2 cm Breite; seltenere und schöne Blätter, besserer
Wirkung halber allein auf einer Seite, minder gute oder
kleinere zu 4, 6 und 9 Stück; diese Kartons, perioden-
weise vereinigt, auf einer dickeren Pappunterlage mit
2 Bändern, die sich oben über dem Pack verschnüren
lassen, oder diese Kartonspakete in besonderen Papp-
schachteln, die sie besser vor Staub schützen,
b. Stets nur je ein Exlibris auf dünnerem Karton-
papier in einer Oktavgrösse von c. 20 cm Länge und 14 cm
Breite, in der Zahl von 100 oder 200 Blättern in Käst-
chen, die äusserlich einem geschlossenen Buche gleichen.
c. wie bei Ä., nur iii oben offenen Pappschachteln.
Die Befestigung geschieht bei dickerem Papier mit
Charnieren aus Briefmarkenrändem, bei dünnerem Papier,
das leicht durchschlägt, mit sogen. Transparentpapier
(»papier gomm6«); bei grossen Blättern an den 2 oberen
Ecken, bei kleineren oben in der Mitte oder auch an
einem der Seiten ränder.
Zwei Dinge, vor denen sich jeder Sammler hüten
muss, sind: Vollständiges Aufkleben der Blätter, sowie
Vereinigung derselben in gebundenen Alben ; bei ersterem
kann man nie umgruppieren oder ein später erhaltenes
besseres Blatt gegen ein gleiches schlechteres von früher
Anlage von Exlibris-Sammlungen. 56 1
umtauschen ; bei letzteren ist ein Erweitem von Gruppen
unmöglich.
In die Mitte unter die Blätter schreibe man mit
Bleistift, soweit sie bekannt sind, Vornamen, Zunamen,
Stand, Wohnort des Exlibrisbesitzers, Vornamen, Zu-
namen, Wohnort des Zeichners oder Stechers und genaue
oder annähernd bestimmte Jahrszahl ; unter die eine Ecke
den allenfalls gezahlten Preis, unter die andere den
eventuellen Hinweis auf das Vorkommen des Blatts in
der litteratur, oder, wenn die Blätter numeriert sind,
deren Nummer.
Ein geschriebener alphabetischer Katalog ist, beson-
ders bei grösseren Sammlungen, empfehlenswert ; man findet
dann zu suchende oder zu vergleichende Blätter z. B. bei
Offerten, Anfragen etc. schneller; Name und No. der Abtei-
lung, des Packs, vielleicht noch Karton-No., genügen hier.
Ein ernsthafter Exlibris-Sammler wird sich auch
stets die oft so nötige, schon recht reichhaltige und bis
jetzt vorwiegend sehr interessante Exlibris -Litteratur
des In- und Auslands als Fachbibliothek neben seiner
Sammlung anschaffen.
3. DEUTSCHE EXLIBRIS-GESELLSCHAFT UND
ZEITSCHRIFT.
Beide wurden im Mai 1891 von Geheimerat Friedrich
Wamecke zu Berlin begründet; die Gesellschaft hatte
im zweiten Jahre 61 Mitglieder. Die Zeitschrift er-
scheint vierteljährlich, ist reich illustriert und enthält
namentlich prachtvolle und getreue Faksimile-Repro-
duktionen alter bemalter und schwarzer Holzschnitte,
36
562 Allgemeines.
Kupferstiche etc. ; sie berücksichtigt jedoch ebensogut
auch moderne Blätter, sowie Exlibris des Auslandes,
namentlich solche aus England ; nebenbei ist sie auch
der Bibliothekenkunde und Gelehrtengeschichte gewidmet.
Vorsitzender ist seit 1895 Professor und Historienmaler
Emil Doepler d. J., Berlin W., Redakteur: Dr. Hans
Brendicke, Berlin W. 30,. Frobenstrasse 31 ; Druck, Ver-
sendung und Schatzmeisteramt: Hoflieferant C. A. Starke,
Görlitz, Salomonstrasse 39. Der Jahresbeitrag ist 12 Mark,
wofür man die Zeitschrift erhält (für Nichtmitglieder und
im Buchhandel: 15 Mark).
Heute nach 10 jährigem Bestehen hat der Verein
290 Mitglieder und ist in seiner Zusammensetzung sehr
international; selbst einige, die der deutschen Sprache
nicht mächtig sind, zählen wegen des koken künstlerischen
Standes der Zeitschrift und ikrer Illustrationen und
wegen des regen Tauschverkehrs (Tauschlisten in jeder
Nummer) zu den Mitgliedern des deutschen Exlibris-
Vereins. Im Mai 1900 waren unter den damaligen 278
Mitgliedern (seitdem starben einige) der Nationalität nach :
170 Deutsche, 31 O esterreicher, i Italiener, 10 Schweizer,
4 Holländer, 5 Belgier, 2 Schweden, 4 Dänen, 8 Russen,
6 Franzosen, 25 Engländer, 14 Amerikaner und im
Ganzen 30 Damen. I. M. die Kaiserin und Königin
Auguste Viktoria erweist dem Vereine die Ehre, die
Zeitschrift zu beziehen.
Letztere erscheint nunmehr 1901 im elften Bande;
die ersten Jahrgänge sind bereits vergriffen; ob ihres
kunsthistorisch und künstlerisch wertvollen Inhalts wird
sie später ein willkommenes, brauchbares Quellen- und
Nachschlagewerk^ sowie ein von Bibliophilen und Kupfer-
stichsammlern sehr gesuchtes Objekt sein.
Verschiedenes. 563
4. VERSCHIEDENES.
a, Exlibris-Ausstellungen.
Ständige Exlibris-Ausstellungen hat die berühmte
Hof- und Staatsbibliothek München seit 1895; c. 160
ihrer interessantesten alten Kloster- und Gelehrten-
Exlibris. Femer die Universitätsbibliothek Würzburg,
c. 50. Das Kunstgewerbe-Museum Berlin stellt hin und
wieder unter dekorativ-graphischen Blättern auch Ex-
libris im Lesesaal der Bibliothek aus.
In den letzten Jahren sind auf allen grösseren Kunst-
ausstellungen (Berlin, München, Dresden etc.) einzelne
Exlibrisentwürfe oder ausgeführte Exlibris vertreten ge-
wesen ; ebenso in den ständig wechselnden kleinen Aus-
stellungen von Kunst- und Kunstgewerbe- Vereinen. Doch
waren auch besondere Exlibrisausstellungen: Im Kunst-
gewerbe-Museum Berlin 1897, im Glaspalast München
1895 — 1900, in den Museen zu Krefeld 1899, Magdeburg
1900, in der Berliner Plakatausstellung 1899, in der
Troppauer Exlibrisausstellung 1901; ferner fanden sich
Exlibris auf der Gewerbeausstellung Berlin 1896, auf
den lithographischen Ausstellungen Hamburg 1896,
Düsseldorf 1897, auf der Landesausstellung Nürnberg
1896, auf den heraldischen Ausstellungen des »Herold«
Berlin 1894, des 't Kleeblatts 4 Hannover 1897 und 1898,
auf der zu Halle 1897, auf der Buchdruckausstellung zu
Breslau 1900, auf der Buchausstellung Brunn 1898, im
Künstlerheim der neuen Ausstellung Wien 1900, im
Kunstsalon Riga 1899. Ferner waren zahlreiche deutsche
Exlibris ausgestellt auf der Antwerpener Exlibrisausstellung
564 Allgemeines.
19CX), auf den Londoner Exlibrisausstellungen der eng-
lischen Exlibris-Gesellschaft 1892 — 1901, auf der inter-
nationalen Ausstellung des modernen Buchgewerbes
in Paris 1896, auf der Weltausstellung zu Paris 1900»
auf den Ausstellungen des Caxton-Clubs Chicago 1898
und des Clubs of odd volumes Boston 1899.
b, Vorträge.
Um Vereinsmitglieder wie weitere Kreise, die noch
nicht über Exlibris Bescheid wussten, anzuregen, fanden
wiederholt Vorträge über Geschichte und Aussehen der
Bibliothekzeichen statt, wobei stets zur Erläuterung Ex-
libris ausgestellt waren, so 1893 im historischen Verein
von Oberbayem und 1897 im Kunstgewerbe -Verein
München (vom Verfasser), 1897 im Museum für Kunst
und Gewerbe Hamburg (Dr. Brinckmann), in der kunst-
historischen Gesellschaft Graz (Dr. Schlossar), 1898 im
Wiener Altertums- Verein (M. von Weittenhiller), 1899
in der Gesellschaft Hamburger Kunstfreunde (Ed. Lor.
Meyer), 1899 im Verein für Rostocks Altertümer (E.
Volkmann), 1898 in der typographischen Gesellschaft
München (F. Fleischmann), 1900 im Verein für Buch-
arbeit Krefeld (K. Wolbrandt), 1900 im Wiener Buch-
händlergehilfen-Verein (K. Koch), 1900 im Kunstgewerbe-
Verein Berlin, im Buchhändler- Verein Berlin, im Kunst-
gewerbe-Verein Halle (W. V. Zur Westen), 1901 in der
historischen Gesellschaft des Künstler -Vereins Bremen
(Hauptmann K. J. von Zwehl).
c, Wettbewerbe,
Um Zeichnungen fi5r ein Exlibris wurden Wett-
bewerbe von den Kunstgewerbe- Vereinen München, Halle,
Verschiedenes. 565
Breslau, dem Kunstgewerbe-Museum Prag und der Zeit-
schrift »Deutsche Kunst und Dekoration« (Alexander
Koch) Darmstadt (1897— 1900) ausgeschrieben.
d, Exlibris- Versteigermigcn
fanden durch Kunsthandlungen und Antiquariate in
Berlin, München, Stuttgart, Dresden, Strassburg und
Wien statt; handelte es sich um Blätter von Klein-
meistern des 16. Jahrhunderts, so waren die Preise stets
hoch; bei anderen Blättern waren sie ungleichmässig
und ohne bestimmten Anhaltspunkt für den wirklichen
Wert des Blatts, eine Erscheinung, die auch auf Lon-
doner Auktionen beobachtet wurde.
Die Exlibris-Pr^/Je? der Bücherantiquare waren in
den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts mit seltenen Aus-
nahmen äusserst niedrig, stiegen jedoch in den 90er
Jahren gewaltig, bei einigen Antiquaren sogar ins Ueber-
triebene; die Folge war, dass die Kauflust für alte
Blätter alsbald bedeutend zurückging, und heute seitens
der meisten Sammler überhaupt nicht mehr viel für Exlibris
ausgegeben wird; dadurch ist auch im allgemeinen der
Preis bereits wieder zurückgegangen; eine Folge der früher
zu hohen Preise, aber auch der eine Zeit lang starken
Nachfrage ist es, dass die jüngeren Sammlungen haupt-
sächlich nur Exlibris der Neuzeit enthalten. Diese
kann man häufig durch Tausch erhalten, seltener
Stiche und Radierungen; nur Blätter von Klinger,
Greiner, Hirzel, Orlik und Erler kommen hie und da
im Kunsthandel vor und sind dann hinsichtlich der
ersteren drei teuer.
566 Allgemeines.
5. DEUTSCHE EXLIBRIS-LITTERATUR.
Sie beginnt mit einer heute selten gewordenen
Publikation in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts
von H. Lempertz d. Ae., Köln, und blühte besonders
stark in den 10 Jahren von 1890— 19CX), anfangs in
einzelnen Monographien, dann in Zeitungen und Kunst-
zeitschriften ; die Zahl der abgebildeten alten und neuen
Exlibris ist eine bedeutende, zumal meist Wert darauf
gelegt wurde, nur bessere oder interessantere Blätter
zur Wiedergabe zu bringen.
Das Wichtigste an deutscher und österreichischer
Exlibris-Litteratur ist folgendes:
a. Exlibris-Werke:
Heinrich Lempertz^ Bilderhefte zur Geschichte des
Buchhandels; Bibliothekzeichen, Köln, 1853 — 65.
August Stoeber^ Petite revue d'Exlibris alsaciens, Mül-
hausen i. Eis., 1881.
Arthur Benoit^ Les Exlibris de Schöpf lin, Paris, 1883,
Friedrich Warne cke, Die deutschen Bücherzeichen»
Exlibris, Berlin, 1890.
Adolf M. Hildebrandt, 3 Hefte zu je 25 Exlibris, Berlin,
1892, 94, 98.
Karl Teske, Das Mecklenburgische Wappen und die
Exlibris des Herzogs Ulrich von Mecklenburg, Berlin,
1894.
Georg Otto, 20 Exlibris, Berlin, 1893.
Friedrich War necke, Exlibris des 15. und 16. Jahr-
hunderts, 5 Hefte, Berlin, 1894.
Klemens Kissel, 25 Exlibris, Berlin, 1894.
Deutsche Exlibris-Litteratur. 5^7
Josef Sattler ^ 42 Exlibris, deutsche Kleinkunst, Berlin,
1894.
Gustav A. Seyler^ Exlibris, illustriertes Taschenbuch,
Berlin, 1895.
Dr. O. von Heinemann^ Die Exlibris-Sammlung der
herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Berlin, 1895.
W. Schulte vom Brühl, 2 Hefte, I. und II. Folge, zu
je 20 Exlibris, Wiesbaden, 1895, 99.
(Konrad Burger), Exlibris-Sammlung des Börsen- Vereins
der deutschen Buchhändler, Leipzig, 1897.
Exlibris, 3 Folgen, B. Wenig, G. Barloesius, H. Hirzel,
Berlin, 1901 (in Vorbereitung).
b. Andere Werke, in denen Exlibris vorkommen:
F. Warnecke, Heraldische Kunstblätter, Görlitz, 1876,
Berlin, 1898, 4 Mappen.
A. Demminy Studien über die stofflich bildenden Künste
und Kunsthandwerke, und: Papier und andere Be-
schreibstoflfe, Schreibgerät, Buchdrucker- u. Bücherei-
zeichen, Initialen etc., Wiesbaden, 1890.
O. Mühlbrecht , Bücherliebhaberei, L Auflage 1896,
II. 1898, Bielefeld und Leipzig.
J. Sattler, Durcheinander, Berlin, 1897.
E. A. Seemann, Deutsche Kunstgewerbezeichner, Leip-
zig, IV. Reihe.
A. M. Hildebrandt, Heraldisches Musterbuch, III. Auf-
lage, Berlin, 1898.
H. G. Ströhl, Heraldischer Atlas, Stuttgart, 1899.
Am Ende des Jahrhunderts^ Band VI., K. Rosner: Die
dekorative Kunst im 19. Jahrhundert, S. 109 ff., 1899.
Berlin vor 100 Jahren, i8cx); Säkularheft vom
Berliner Leben, 1900.
^68 Allgemeines.
. Bücker und Wege zu Büchern^ Berthold; Jessen,
S. 487, 1900.
c. Exlibris- Artikel und -Abbildungen in Zeitschriften:
Zeitschrift für Bücherfreunde y Leipzig, i. i, 3, 5, 7,
8, 9; n. I, 5, 6, 7, 8, 9, 12; IIL 1—4, 7, 11;
IV. I, 4—8, 10, 11; V. I.
Zeitschrift des Münchner Alter tums-Ver eins y 1887,
2 — 4, 1891, S. 48.
Kunstgewerbeblatt y Seemann, Leipzig, VL 2, 1894;
VII. II, 1896.
Zeitschrift für bildende Kunst , Seemann, Leipzig,
VIL, 2, 4, 5, 11; Vm. 7, 8, 16; IX. 4, 12; X. 4,
8, 10; XI. 2.
Kunst für Alle, Bruckmanh, München, XII. 14, 1897,
XVI. 13.
Dekorative Kunst , Bruckmann, München, I. 2, II. 12,
in. 9 (übersetzt in L'art d6coratif, Paris, II. No. 21).
Kunst, Bruckmann, München, I. 8, 9.
Kunst unserer Zeit^ Hanfstängl, München, VI. i ; VII. 2 ;
X. 6, 7; XL 6.
Kunst und Handwerk, München, XXXXVI. 5, 7 ;
XXXXVII. 7; XLIX. 8, II ; L. I, 4, 7; 1897— iqcxj.
Deutsche Kunst und Dekoration, Koch, Darmstadt,
L 4, 6; n. 5, 7, 8; HL 2, 3, 7.
Liebhaberkünste, Oldenbourg, München, 1895, 10, 13,
15; 1896, 4, 5.
Pan, Berlin, Prospektbuch, 1895 u. I. 4, II. i.
Jugend, Hirth, München, III. 6, IV. 13, IV. 19, V. 3.
Kunsthalle ^ Berlin, IV. 4, 10.
Gesellschaft Hamburgischer Kunstfreunde, Jahrbuch,
1895-97.
Deutsche Exlibris-Litteratur. 569
Die Rheinlande, I. 5. Febr. 1901, S. 47.
Kunstchronik, Leipzig, 1891 — 92, III. 12.
Sammler, Dr. Brendicke, Berlin, 1890, 16; VII. 2r,
22; xn. 22; xm. 10, 11; XX. 17; xxi. i.
Antiquitäten-Zeitschrift, Dr. Forrer, Strassburg i. Eis.,
1890, 33, 34; 1891, 49, 50.
Wegweiser für Sammler, Leipzig, IX. 14, 16, 18;
X. I, 3, 5-15.
Antiquitäten-Zeitung, Dr. Jaeckh, Stuttgart, IIL 22;
V. 2, 6; VI. 28; vn. 52; vm. 3, 12, 46.
Umschau, Frankfurt a. M., 1898, II. 20.
Mitteilungen für Autographen-Sammlery 1890, No. 12.
Gartenlaube, 1896, Beilage zu No. 3; 1900, No. 41,8. 710.
Daheim, XXVIII. 23; XXX. 30; XXXIH. 48, Beilage.
Vom Fels zum Meer, 1895, XIV, 17.
Grenzboten, 1890, XXXXIX, 45.
Gegenwart, XXXXI, 9; LV. 22.
Deutsches Wochenblatt, 1899, XII, 18.
Jugend-Garten, Stuttgart, 1899, XXIV.; 1900, XXV.
Der Verlag, Leipzig, 1896, 18.
Anzeiger des Germanischen National-Museums, Nürn-
berg, 1892, I.
Monatsschrift des historischen Vereins von Oberbayern,
München, 1892; 1898, VIL 5—8.
Pfälzisches Museum, Speyer, 1895, XII. 4; 1898,
XV. 10.
Monatsschrift des Frankenthaler Altertums-Vereins,
VL 10.
Centralblatt für Bibliothekswesen, I. 8, IL 8, XII. 5, 6.
Litterarisches Centralblatt^ 1891, No. 53.
Quartalblätter des historischen Vereins fürs Gross-
herzogtum Hessen, I. 14.
5 JO Allgemeines.
Illustrierte elsässische Rundschau^ 1900; II. 4.
Hildebrandtsche Geschichtsblätter ^ 1897; 8.
Wiesbadener litter arisches Feuilleton y Schulte vom
Brühl, I. 8.
Gewerbeblatt aus Württemberg, XXXXIX, No. 50,
1897.
Deutscher Herold, Berlin, 1895, 7; 1896, 11; 1897,
2, 3, 11; 1898, 12; 1899, 12; 1900, 6, II, 12.
Heraldische Mitteilungen des Vereins zum Kleeblatt,
Hannover, 1890, No. 283; VI. 10; VIII. 6, 8, 9.
Der Wappensammler, Kahla, 1900, I. i — 5, 7, 9.
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des
Judentums, XXXXII. n.
Buchgewerbeblatt, Leipzig, 1895; 7 und 8.
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 1896, 225;
1897, lOO) 24; 1901, 41, 70, 80.
Archiv für Buchgewerbe, 1899, XXXVI. 6; 1900,
XXXVII. II, 12.
Buchhändlet warte, Berlin, 1899/ 1900, No. 25.
Journal für Buchdruckerkunst, Uamburg, 1896; 1898,
25—27, 30.
Archiv für Buchdruckkunst, 1 899, XXXVI.
Nachrichten aus dem Buchhandel, 1895, No. 74, 181,
183, 185.
Deutscher Buch- und Steindrucker, Berlin, 1898, V. i.
Ratgeber für die gesammte Druckindustrie, Leipzig,
1900, V. 2, 9, IG, 13.
Illustrierte Zeitung für Buchbinderei, Berlin, XXXI.,
LV. 21—24.
Graphische Post, Frankfurt a. M., XIL 285; XIII.
303, 321.
Detitsche Littcratur-Zeitung, 1901, No. 10, S. 595.
Deutsche Exlibris-Litteratur. 57^
Meyer' s und Brockhaus* Konversationslexika, 1900
und 1901.
Allgemeine Kunstchronik ^ Wien, 1891, No. a.
Graphische Künste^ Wien, 1899, 2 Beilagen, XXIL 3.
Blätter für Kunstgewerbe, Wien, 1899, IX.
Ver sacrum, Wien, 11.
Kunst und Kunsthandwerk , Artaria, Wien, I. 7.
Freie Künste, Wien, XVII. 6, 7; XX. 5; XXU. 16.
Allegorien^ Gerlach & Schenk, Wien, 19—20, Tafel 89.
Mitteilungen des Mährischen Gewerbe-Museums, Brunn,
1898; 5, 7.
Jahrbuch des Adler, Wien, 1883.
Monatsblatt des Adler ^ Wien, 1898,1V. 25—27; 1890,
No. 118.
Svetozor, Prag, 1898, XXXII, 49, 51.
Novy Kult, Prag, 1899, IL 8.
Volne Smery, Prag, 19CX), IV.
Modemi Revue, Prag, VII. 3.
d, Exlibris- Artikel in Zeitungen:
Staatsbürger-Zeitung^ Berlin, 1895, XXXI, No. 536.
Allgemeine Zeitung, München, 1890, No. 301; i?95,
No. 289, Beilage.
Münchner Neunte Nachrichten, 1897, No. 47.
Frankfurter Zeitung, 1899, No. 338.
Hamburger Nachrichten, 1894, No. 9, Beilage; 1897,
No. 30.
Neue Hamburger Zeitung, 1898, No. 84%
Leipziger Tageblatt und Anzeiger, 1891, No. 21 ;
i?95, No. 604, I. Beilage.
Weimarsche Zeitung^ 1896, No. 10, 12, 16.
Krefelder Zeitung, 1899, No. 42; 1900, No. 26.
572 Allgemeines.
HcUlesche Zeitung vom 17. XL 1900.
Magdeburgische Zeitung vom 29. XI. 1900, No. 607.
Wiesbadener Tageblatt, 1892, No. 365, 1895, No. 130-
Rostocker Anzeiger, 1899, No. 293.
Rostocker Zeitung, 1899, No. 584.
Kolmarer Journal, 1892, No. 74.
Bremer Nachrichten, 1901, No. 63.
Bremer Kourier, 1901, No. 65.
Weser-Zeitung, 1901, No. 19507.
Wiener Zeitung, 1899, No. 277.
Tagespost Graz^ 1898, No. 58.
Düna-Zeitung, Riga, 13. III. 1899, Beilage.
^. Kataloge:
München, Glaspalast- Ausstellung, 1 899.
Krefeld, Buchausstellung im Kaiser Wilhelm-Museum,
1899.
Brunn, Buchausstellung, 1898, und Orlikausstellung,
1900.
Breslau und Antwerpen, Exlibrisausstellungen, 1900.
London, Ausstellungen der englischen Exlibrisgesell-
schaft, 1892 — 1901.
Boston, Ausstellung des Museum of fine arts, 1893.
AuktionS' Kataloge : U. A. : Amsler und Ruthard, Berlin,
1899; Noiriel, Strassburg i. Eis., Alsatica, J. Deger-
mann, 1899; Dorman, sowie Puttick und Simpson,
London , letztere stets mit vielen Fehlern in der
Schreibweise deutscher Namen, etc.
/. Deutsche Exlibris in Publikationen des Auslands:
Schweizer graphische Mitteilungen, St. Gallen, 1 899,
1900; XVIIL 12—15.
Deutsche Exlibris-Litteratur. 573
Jahrbuch 1895 für Genealogie, Heraldik und Sphragistik
der Kurländiscken Gesellschaft für Litteratur und
Kunsty Mitau, 1896.
Englisches Exlibris Journal^ 1891 — 1901, London.
Archives de la Soci6t6 fran9aise des coUectionneurs
d'Exlibris, Paris.
J. Leicester Warren ^ a guide to the study of book-
plates, London, 1880, und Manchester, 1900.
A. VicarSy series, library-interiors and literary book-
plates, Plymouth, 1893.
W. J. Hardy, bookplates, London, 1893.
Norna Labouchere^ ladies-bookplates, London, 1895.
The Daily Chronicle, 18. Mai 1896.
The Ludgate, London, IV., No. 20, June 1897.
E. Bengough Ricke tts, Composite bookplates, London,
1897— 98.
The Studio, London, Winternummer, 1898 — 99.
The Book of bookplates, London und Edinburg, 1900.
Repertoire des Ventes, Paris, 1895 IL, I. No. 26.
L Estampe et V Affiche, Paris 1898, II. 78.
ÜArt dccoratif, Paris, 1900, IF., 21, Les Exlibris
allemands.
J. F. Verstcr, Muzikale Boekmerken, Amsterdam, 1897.
Neerlands Druckkunst en Boekhandel, Hengelo, 1898,
No. 4.
De Vlaamse School^ Antwerpen, 1901, I., Pol de Mont,
Over Boekmerken.
Emporiuniy Bergamo, 1897, V. 28.
Varia, Stockkolm, 1899, IL 5.
The Sunday Herald, Boston, 23. IV. 1890.
Chs. Dexter Allen, American bookplates, London, 1895.
W. G. Bowdoin^ the Rise of the bookplate, Newyork, 1 901 .
SCHLUSS.
WIE EIN BIBLIOTHEKZEICHEN AUSSEHEN SOLL.
um Schlüsse empfiehlt es sich, die llaupt-
regdn für das Aussehen eines normalen Ex-
libris anzugeben, wie sie den Regeln der
Vergangenheit und Gegenwart und den Prin-
zipien der Nützlichkeit und Schönheit entsprechen.
Unter allen Umständen muss auf einem Exlibris,
dessen Ilauptzwecke entsprechend, der volle Vor- uiid
Zunavie des Buchbesitzers genannt sein; weniger wichtig,
aber empfehlenswert ist die Anbringung des Standes,
des Wohnorts bezw, des Standorts der Bibliothek; ferner
der Name oder das KUnstlermonogramm oder Zeichen
des Exlibris -Zf/c/zwcrj, sowie das Jahr der .Anfertigung.
Womit ein Exlibris bildlich ausgestattet werden soll,
hängt allein von den Wünschen des Bestellers oder vom
Künstler, wenn diesem das Motiv überlassen wird, ab;
die Vielseitigkeit der Ideen wird nur durch guten Ge-
schmack begrenzt.
Das Blatt kann reinhcraldisch oder rnnaltegorisch-
symbolisch gehalten oder beides miteinander vereinigt
sein. Der Stil, sei er nun mehr altertümlich oder mehr
modern, bleibt ebenfalls dem Besteller überlassen.
Wie ein Bibliothekzeichen aussehen soll. 575
Die Hauptsache ist, dass die Darstellung Beziehungen
zur Person des Buchbesitzers oder zu seiner Bibliothek
aufweist und nicht überladen ist; vor einem i^Zuvieh
in Anbringung von Beziehungen muss man sich
hüten; auch ist es gut, das Motiv der Zeichnung
nicht zu symbolisch-dunkel, unklar und unverständlich
zu halten.
An Wappen lassen sich verwerten: Bei Adel wie
Bürgertum das eigene ererbte Familienwappen oder bei
denjenigen Bürgerfamilien, die bisher kein eigenes
führten, ein selbstangenommenes Personal- oder künf-
tiges Familienwappen, das z. B. an den Namen oder
Stand des Betreffenden anknüpft und nur einem schon
bestehenden Geschlechtswappen nicht genau gleichen
darf; femer Staats-, Stadt-, Vereins-, Zunft-, Innungs-,
Gewerkschafts-, Kloster- etc. -Wappen. Will man nicht
ein ganzes Vollwappen zeichnen, so kann man auch
Teile, d. h. einzelne besonders charakteristische Bilder
desselben, wie Adler, Löwe, Linde, Kreuze, Sterne etc.
zur Ausschmückung der Zeichnung verwenden.
Bezüglich derjenigen Exlibris, die mit mehr genre-
hafter oder allegorischer Darstellung ausgestattet wer-
den sollen, wird auf die unendlich vielseitigen Motive
verwiesen , die oben S. 404 ff. angegeben sind. Hier
ist allein der Wunsch der Exlibris -Besteller, deren
eigene Idee oder der Vorschlag des Künstlers mass-
gebend. Es sei nur erwähnt, dass ausser der eigent-
lichen, z. B. hauptsächlich figürlichen Zeichnung sich
auch ferner anbringen lassen : Ansichten von Städten oder
kleinen Orten (Heimat), Burgen, Schlössern, Villen, Land-
schaften, Lieblings-, Park- und Waldplätzen, Bibliothek-
gebäuden, Innenräumen, sowie Büchergruppierungen,
576 Allgemeines.
Standesembleme, Musikalien, Noten, Instrumente, Blumen,
eigene Porträts und solche von Klassikern etc., Devisen,
eigene Verse, Dichterworte, Mahnworte hinsichtlich der
Bücherrückgabe, Aussparungen für Katalog- oder Ab-
teilungs-Nummer etc.
Nicht empfehlenswert sind rätselhafte Monogramme
oder namenlose Wappen, da sie den Besitzer nicht deut-
lich nennen.
Für alle Arten von Büchern genügt im allgemeinen
eine Grösse des Exlibris; doch kann man sich für ver-
schiedene Bücherformate auch 2 oder 3 verschiedene
Exlibrisgrössen gleicher oder verschiedener Zeichnung
herstellen lassen.
Selbstverständlich genügt auch für sämmtliche Bücher
einer Bibliothek auch eine einzige Darstellung-, doch
lassen sich auch viele Fälle anführen, in denen ein Bib-
liothekbesitzer für die verschiedenen Büchergrössen oder
Unterabteilungen seiner Büchersammlung auch verschie-
dene Fachexlibris führte, deren Zeichnung sich auf die
einzelnen Fachinhalte bezieht. Es gab von jeher viele
Personen, die mehrere Bibliothekzeichen nebeneinander
besassen; die Gründe hiefür sind mannigfaltig: Entweder
das zuerst entstandene gefiel dem Besitzer nicht mehr,
oder eine Standeserhöhung, Vermählung, Namensände-
rung durch Erbschaft etc. waren die Veranlassung zu
einem zweiten und dritten Blatte, oder, wie schon be-
merkt, die verschiedenen Wissenschaften ein und der-
selben Bibliothek sollten durch anders geartete Exlibris
gekennzeichnet sein. Oder reger Kunstsinn, sowie der
Wunsch, von den verschiedensten Künstlern auch ver-
schiedene Blätter in seiner Büchersammlung zu haben,
veranlassten manchen Bücherfreund zu mehreren Auf-
Wie ein Bibliothekzeichen aussehen soll. 577
trägen; auch Dedikationen riefen eine Mehrzahl von Ex-
libris hervor.
Die Originalzeichnung lasse man nicht zu sehr ver-
kleinern, sonst wird die Wiedergabe undeutlich. Ein
zu grosses Exlibris passt andrerseits nicht in kleine
Bücher oder füllt den inneren Deckel oder das Vorsatz-
blatt unschön, d. h. zu sehr aus.
Als Papier wähle man, wenn irgend möglich, holz-
freies Papier, das im Gegensatz zum allgemein üblichen
der Jetztzeit dauerhaft ist und nicht bereits in einem
Menschenalter verdirbt.
Auch lasse man sich vor der endgültigen Ausfüh-
rung vom Drucker verschiedene Farbenproben machen,
sowohl bezüglich des Papiers als auch des Druckes;
denn bei einer zierlichen, feinen Zeichnung wirkt manch-
mal schwarzer Druck auf weissem Papier hart, kalt und
nüchtern, während oft zarte, nicht grelle Farben und
Töne den Gesammteindruck erhöhen. Auch hat man
für verschiedenfarbige Vorsatzpapiere gerne verschiedene,
zu diesen passende Papierfarben.
Als vornehmste Vervielfältigungsarten empfehlen
sich Kupferstich, Heliogravüre und Holzschnitt] erstere
beide sind zwar teurer, allein der Bessersituierte sollte
nicht versäumen, sowohl die Kunst zu unterstützen, als
auch durch Dienstbarmachung derselben sein Heim auch
im Kleinsten zu verschönern. Wer ausserdem in der
pekuniären Lage ist, sich eine bedeutende Bibliothek
anzuschaffen, wird und sollte auch noch etwas Beson-
deres für ein schöneres und auf besserem Wege verviel-
fältigtes Exlibris übrig haben.
Sehr gut wirken auch Blätter, die in Lithographie,
Chromolithoqraphie und Dreifarbendruck hergestellt sind.
37
578 Allgemeines.
Am billigsten ist Federzeichnung und danach Ver-
vielfältigung mittels eines Gliche s in Zinkätzung, wel-
ches Verfahren das heutzutage üblichste ist und die
Originalzeichnung getreu kopiert, das auch eine enorme
Anzahl von gleichwertigen Abdrücken gestattet ? ist das
Gliche gut gelungen und dieses beim Drucker sorgfältig
»zugerichtet«, so sind die auf diesem Wege herge-
stellten Exlibris jedenfalls vollauf genügend und oft von
bester Wirkung.
Als hier einschlägige besonders gute und in Exlibris
bewährte Anstalten für all diese Verfahren sind — ohne auch
hier wieder alle angeben zu wollen — u. a. zu nennen:
Dr. C. Wolf u. Sohn, Hof- und Universitätsbuch -
druckerei, München.
C. A. Starke, Hoflieferant, Görlitz.
Meisenbach y Riffarth n. Co., graphische Kunstanstalten,
Berlin-Schöneberg, München und Leipzig.
(F.) H. Briickmanu, Verlagsanstalt, München.
Dr. Eugen Albert u. Go., Kunst- und Verlagsanstalt,
München-Schwabing.
Gebrüder Wetteroth, Kunstkupferdruckerei, München.
O. Felsitig, Hof-Kunstkupferdruckerei, Berlin SW.
Gustav Fischer, Kunstkupferdruckerei, Berlin SW.
Julius Sittenfeld, Buchdruckerci, Berlin W. 8.
Breitkopf u. Hart ei, X'erlag und Druckerei, Leipzig.
Ferdinand Wulffs Senatsbuchdrucker, Hamburg.
Klemens Kissel, Hofkunstanstalt, Mainz.
Albert Frisch, Hoflieferant, Berlin W.
Karl Schütte, graphische Kunstanstalt, Berlin W.
G. .Ifigerer //. Göschel, Kunstanstalt, Wien XVI.
Fliilipp n. Kramer, Kunstverlag, Wien VI. u. s. w.
NACHTRAG.
Während des Druckes ergaben sich noch folgende
Nachträge :
Zu Seite 47 — 50: Bücher fluch. »Wer dies Buch
wegträgt, den sollen tausend Peitschenhiebe treffen und
Lähmung und Aussatz dazu.«^ Aus Scheffels »Ekke-
hards V. Kapitel.
Zu Seite 235: Stecher: Johann Andreas Pfeffel^
Hofkupferstecher, Wien; Exlibris Ferdinand Ernst Graf
von Mollarth, 17...
Zu Seite 360: Berlin: Eriedrich Wilhelm Sabitz;
Holzschnitt-Exli!)ris Dr. med. H. Lode, Berlin, 1814—60.
Zu wSeite 389: Dresden: P. Gründel.
Zu Seite 389: Strassburg: P. Heiligensteiny Graveur.
Zu Seite 409: Otto Ubbelohde ^ nun Gossfelden ;
10 Exlibris.
Zu Seite 418: Egon Josef Kossuth zeichnete ferner
die Exlibris Frau Carr}' Brachvogel und Dr. Hans Holz-
schuher, München (unvollendet), Wiesner, Prag, 1901.
Zu Seite 433, bezw. Seite 510: Berlin: Max Mackott;
Exlibris Paul W^alter, Schriftsteller; F. Scherz.
Zu Seite 455: Nördlingen: Julius Heller^ Professor,
Zeichenlehrer.
^^
5 80 Nachtrag.
Zu Seite 467 zu Frau Lina Burger : Nun 1 2 Exlibris.
Zu Seite 471 zu Koloman Moser: Neuestes Exlibris
Rudolf Steindl, Wien, 1901; hochmodern.
Zu Seite 477: München, Frau Giulia Knoezinger
gehört auf Seite 419 oben.
Zu Seite 479 zu Frau /Tä^^/- Reimers : Exlibris
Johanneum und E. Rose sind von ihr nach Zeichnungen
Eduard Lorenz Meyers (s. S. 478) in Holz geschnitten.
Zu Seite 482 — 483: Exlibris Frau Wally Rauch"
fuss^ Altona, 1901; nach Paul Tkumann,
Zu Seite 483 : Exlibris Emilio Conte Budan, Mestre,
nach Arnold Böcklins Kritikermaske im Museum zu
Basel (von Ed. Lor. Meijer, S. 478).
Zu Seite 516: Leipzig, Börsenverein der deutschen
Buchhändler 1901.
Zu Seite 555 : Sammlung Arthur Benoit (f) c. 5000.
Zu Seite 567 — 568: N. BoXy Notice biographique
de M. Arthur Benoit, Metz, 1900; Seite 21 ff. A. Benoits
Exlibris.
Zu Seite 570 (letzte Zeile): Meggendorfer Blätter
XLV, 4, No. 539, S. 40 Exlibris- Witz mit Abbildung.
Zu Seite 573: Deutsche Exlibris sind auch abge-
bildet in W. G. Bowdoin^ The rise of the Bookplate^
New York, 1901.
SACH- UND EXLIBRIS-REGISTER.
Notiz: Hier ist alles enthalten, ausschliesslich der
Stecher- und Zeichner-Namen, die im Namens -Register der
„Exlibris- Verfertiger" aufgeführt sind.
Auch sind die Namen des II. und III. Teils hier, als un-
nötig, nicht noch einmal mit anEegcl)en.
Abkürzungen; Exl. = Exlibris, v. = von, Frh. ^ Frei-
herr, Baron, Ern. =; Ereiin, Frfr. ;= PVeifrau, Gf- ^ Graf, Gfn. =^
Gräfin, Pr. = Prinz. Prs. = Prinzessin, Est. =: Fürst. Fstn. =
Fürstin. Hzg. =^ Herzog. Hzgn. ^ Herzogin, Grhzg. = Gross-
herzog, Grhzgn. = Grossherzogin.
Aa, A. V. d. HO.
Aachen 324.
Abgekürzte Exl. 547.
Abkürzungen 64. 29S. 299.
343-
Adler 391. 392.
Admont 302.
Acgyptisches Exl. 98.
Aeltestc Exl. :oo. ito.
Agricola 159. 161.
Afbrccht. J. C. 88.
Albrecht, K. v. 287.
Aldersbach 304,
Algraphic 15.
Allegorien 245. 298. 334.
401.
Allerlei 543.
Allgeyer. R. 471-
Altenburg 304.
Altenkirchen, F, Gf. 389.
Althaus. C. Fth. 393.
Altmann, F. 89. 434. 435.
Altomünstcr 303.
Amlishagen 316.
Amon, G. 178.
Amorbach 302.
Andcchs 77. 161, 292. 299. 303.
Angrer, G. 146- i47- 344-
Anlage von Exl. â– Sammlungen
558.
Anonyme Wappen-Exl. 105-107.
An.sbacii, K. A.-Gymnasium 256.
Anthony v. Siegenfcld, A. 393.
Apian, K. 156.
Architekten 511.
Arndt, W. 529.
Artillerie-Regiment, Hessisches
Asenijeff, E. 466.
Attl 302.
Au 292. 293. 309.
Auer, K. v. 382,
Auerbach 425.
Auersperg, Est. 400.
— E., Fstn. 382.
582
Sach- und Exlibris-Register.
Aufkirchen 317.
Aufsess, O.. Krh. 88. 382.
Augsburg, Dominikaner 315.
-— IDomkapitcl 324. 329.
— Eyangel. Kolleg 249. 250. 292.
324-
— Heilig Kreuz 178. 292. 299.
311. 328.
— Karmeliten 317.
— Marienkongregation 324.
— Stadtbibliothek 150.
— St. Georg 309. 311.
— St. Ulrich u. Afra 302. 329.
Augstein, O. 90.
Auguste Viktoria, Kaiserin 73,
497-
Augustin, Bischof 346.
Augustiner 308.
— Eremiten 317.
Aulendorf 414.
Aussehen eines Exl. 574.
Ausstellungen 563.
Bachofen v. Echt 382. 389. 390.
Bacon, N. 110.
Bädeker, J. 89.
— W. 89.
Bagge, B. 451.
Bajzath v. Peszak, G. A., Frh.
368.
Baiaus, W. A. 72. 280.
Baibach v. Gastel, F. W. 217.
219.
Baidinger, J. 153. 344.
— P. V. 94. 441.
Bancroft, G. 424.
Banz 302.
Barkenhoff 455.
Barmherzige Brüder 318.
Barockstil 105. 370.
Barth, F. 67.
Battenberg. B., Vrs. 477.
1-., 1 r. 477*
— V., Prs. 477.
Baud, E. 437.
Baumburg 77. 156. 183. 292.
299. 309.
Baumgarten, M. J. v. 94.
Baumgartner, H. 123. 124.
Baumgärtner 129. 170. 171.
Baur, M. 479.
Bayern, Prs. Rupprecht 415.
Becher, K. 471.
Becker, K. L. 374. 390.
— P. H. 415.
Behaim, M. 112. 113. 122. 124.
176.
Beham, A. 84. 170.
Behem, E. 127.
Behr, J. L. v. 218. 220.
Behrens, T. 479.
Beidaels de Zittacrt 367.
Benediktbeuern 138. 139. 302.
Benediktiner 301. 327 — 330.
Benkard, R. 453. 457- 555-
Benndorf, E. 438.
Benoit, A. 375. 476. 481.
Beringuics, R. 555.
Berlepsch, G. G. A. H. K., Frl:.
552.
Berlin, französ. Kirche 324.
— französ. Seminar 86. 2b6.
— Graveur V'erein ^82.
— Kunstgewerbe-Museum 3S2.
— National-Gallerie 483.
— Press-Ball-Exl. 430.
Bermann, A. 410.
Berühmte und bekanntere Per-
sonen 505.
Besitzzeichen 3.
B., S. 453.
Bethmann, S. M., Frh. 94. 389.
390-
Beuther, J. K. 250.
Bezeichnungen 2. 3.
Bezzel, E. C. 293. 295.
Bibliotheca Palatina 176. 489.
490.
Bibliothekzeichen 2.
Bibliothekinnenansichten 277 ff.
Biechner, M. 151.
Biedermeier-Periode 354.
Bielke, T. iio.
Bienert, B. 455.
FJierbaum, O. J. 442.
Bildhausen 304.
Sach- und Exlibris-Register.
583
Binswanger 461.
Birken, S. v. (Floridan) 181.
Birkner, A. 63. 65.
Bismarck, O., Fst. 467. 480.
507. 508.
— W., Gf. 382.
Blanke, J. B. 475.
Blankstetten 302.
Blaydes, W. 446.
Bleischnitt 455.
Blessig, J. L. 86. 272. 287.
Block, D. 136.
Blüthgcn, V. 438.
Boas, O. 382.
I5ock, A. 396.
Bockenheimer, K. G. 462. 463.
Bode, W. 464.
Bodenhausen, E., Frh. 426.
Böcking, E. 3()4.
Böhm, G. V. 375. 552.
— K. 434.
Böhn. M. V. 416. 429. 476.
Börsen- Verein der Buchhändler
552.
Bongart, L., Krh. 239. 400.
Borinski, K. 417.
Bosselt, R. 444.
Bouvier, K. L. 269.
Bovet, A. 382.
]5ozcn, Dominikaner 315.
— Franziskaner 316. 328.
Brandenburg, H. loi — 103. 291.
■» -» r
Brassicanus, J. A. 150.
Braun, E. W. 418. 473.
— H. 2S0. 281. 336.
— O. 43S.
Braunschweig. F. A., Hzg. 79.
— Waisenhaus 288.
Breitbach, K. 429.
Brendel v. Hohenburg, 1). 319.
320.
Brendicke, H. 556. 562.
Brennvvald, B. iio.
Brentano, F. J. F. 250. 251.
— -Mezzegra, J. 276.
— -Tremezzo, O. v. 462.
Breslau, Akad. litter. Verein 450.
Breslau, Dominikaner 315.
— Franziskaner 316.
— Kapuziner 316.
— Regulierte Chorherren 311.
— St. Maria Magdalena 324.
— St. Matthias-Stift 324.
-- St. Vincenz-Stift 324.
Bretfeld, A. v. 276.
Brettauer, V. und L. 457. 475.
482. 555.
Breu, J. S. 273.
Brenner, M. L.. Gf. 67. 236.
Bridoul. G. J. de 14.
Brittan, M. B. 453.
Brixen 326.
Brockhaus, M. 466.
Brockmann, A. 479.
Brodmann, N. 436.
Brückenau 316.
Bruncgg 460. 461.
Bruno. C. 138.
Buchalmer 3.
Buchau 297. 325.
Bucheignerzeichen 3.
Büchertlüche 47. 50.
Bühnenangehörige 533.
Bülow, L. F. V. IL, Gf. 363.
Bürck, P. 443.
lUillmann, J. 473.
Burckhard, J. 11. 287.
Burckhaus, Frh. 178.
Burger, K. 467 — 469.
— L. 415. 467.
Burggrave, J. P. 285.
Burghaus, Gf. 390.
Bunsen, C. K., Frh. 363.
Busse, K. 428.
Buxheim 318.
Byrgl D. 155.
Cajetaner 319.
Camaldulenser 303. 328.
Carlander, C. M. 375.
Carlandi, O. 470.
Carlshausen, l.. B. v. 434. 555.
— W. u. H. u. G. V. 536.
Cauer, S. 436.
Cavalli, L. 366.
584
Sach- und Exlibris-Register.
Ccrroni, J. P. 275.
Chiemsee 77. 178. 179. 292. 299.
309.
Chippcndalestil 225.
Chodowiecki, D. 265.
Chotek, Gf. 264.
Chronogramm 58.
Chronostichon 58.
Chylik, Q. J. 286.
Cibo? HO.
Cistcrzienser 303. 328.
Claretie, J. und G. 409.
Clauser 264.
Cobenzl, J. C. Gf. 211. 212.
Cobres, J. P. v. 274, 275.
Coler, G. S. 170.
Colloredo, K. B. Gf. 321.
Cothenius 228.
Coudcnhove, E. Gfn. 555.
Cramatzky, J. v. 448.
Cramer-Klett, Frh. 414.
Cranach, H. L. v. 434. 542. 543.
Culm-Pclplin 324.
Curschmann, F. u. H. 426. 427.
Curtius, K. \V. 241.
Cushing 411.
Cuspinian, J. 146.
Cyrillus und Methodius 319.
D., J. G. F. 186. 188.
Dachenhausen, A. Frh. 391.
396. 397.
Dalberg, K. Frh. 351.
Damen-Exl. 537.
Danckclmann, E. L. v. 285.
Danko, J. 349.
Datierte Exl. 8. 57. iio.
Deizisau, v. 100.
Demier 126.
Denecke, H. 434.
Denich, S. 339.
DernschwamJ. 74 — 77. 122. 132.
Deutsch-Orden 321. 322.
Dichter 509.
Diessen 79. 293. 309. 311.
Dietramszell 309.
Dillherr 170.
Dillingen 324.
Dillmann, E. 394. 555.
Discalceati 317.
Döllinger, J. J. I. v. 294. 349.
Doepler, E., d. J. 562.
Dohme, R. 450.
Dominikaner 312.
Donauwörth 302.
Donatoren-Exl. 487.
Donnersperg, J. v. 17S.
Donop, H. V. 398.
Doppel-Exl. 9. 485.
Doren, A. 436.
Dorfbibliotheken 434. 439.
Dorner, B. 156. 34$.
Dornsperg, J. C. Frh. 200.
Dorst, L, 360. 363.
Douglas, H. S. Frh. 39S.
— of Tilquhillie 394.
Drobner, G. 417. 457. 459. 467.
468. 555.
Drohungen 47.
Duche 14.
Dumba, N. 471.
Du Moulin, S. Gfn. 459.
Dürer-Haus-Stiftung 388.
DurcheinandergeworfeneBuch-
staben 65.
Eberbach 304. 305.
Eberius, G. 413.
Ebers, H. H. 468.
Ebersheimmünster 302. 328.
Ebhardt, B. 439.
Ebner, H. iio. 114. 134.
Eck (Maier), J. $7. 130. 132.
134. 335- 343-
Eckardt, H. v. 382.
Ecker, J. 151. 327.
Eckl, G. 483.
Eckmann, O. 399. 423. 424.
Eckstein, H. 414.
Eder, W. 347.
Eggenberger, R. 108.
Ehrsam, N. 394.
Eichstätt 315, 324.
Eigentums-Bezeichnungen 42.
Einsle, A. 483.
Eisenbahn-Exl. 544.
k
Sach- und Exlibris-Register.
585
Eisengrein, M. 77. 156.
Eisenhart, A. v. 409. 552. 554.
Eisenschnitt 15.
Elchingen 302.
Eliner, J. 142. 294.
Eller, K. 451.
Ellw^ngen 325.
Eltz, K. Gf. 389.
Empirestil 354. 370.
Endter 289.
Engel, K. 433.
Engelshofen, J, C. v. 189. 193.
Enzestorf, W. C. v. 142. 145.
Erhardt, W. 466. 467.
Erich, M. 4^0.
Eser, J. N. 89. 459.
Esterle, M. 409.
Ettal 292. 302.
Ettling, G. 85.
Euchel, J. 269.
Ewers, H. 555.
Exlibris 3
Littcratur 144. 357. 374.
375- 5^6.
Sammlungen 550.
Verein 3. 379- 3^0- S^i.
— -Zeitschrift 561.
Fabriz-Ehen 126.
Faber, J. 150.
P'achsenfeld, Dorfbibliothek
439.
Falk, F. 294.
Falkenbcrg, O. 415.
Falkenhayn, J. Gf. 400.
Falkiner-Nuttall, G. H. 396.
Farbenvarietäten 94 ff.
Farbige Exl. 11. 67. 99. 100.
374. 430. 434.
Fehler, \V. 480.
Feising, W. 425.
Fischart-Mcntzcr, J. 128.
Fischer, E. 415.
— R. 471.
Flechtner, 170.
Fleischmann, F. 556.
Flesch 438.
Flick, J. H. 288.
Floridan (S. v. Birken) 181.
Fölkersam, A. Frh. 382.
Forest-Smith, H. de 382.
Formey, J. H. S. 267. 268.
Forrer, R. 426.
Franke, W. 434. 436.
Frankenberg, A. u. V. v. 444.
Franz, A. 349.
Franziskaner 316. 328.
Französ. Kirche, Berlin 324.
Französ. Seminar, Berlin 86. 266.
Frauenberg 316.
Freimaurerlogen Berlin, Karls-
ruhe, Frankfurt 365.
Frege 288.
Freiburg i. B. 326.
Freinberg 319.
Freising 324. 329.
Freytag, G. u. A. [}.) 90. 358.
Freys, E. 556.
P'ridländer, D. 266.
Friedrich der Grosse 273.
— III., Kaiser 497.
— Kaiserin 73. 497.
Fricdländcr, B. 358.
— E. 358.
— J. F. 358.
Friedrichs, F. 479.
Fritzlar 302. 323. 324.
Fröhlich 65.
Fürer 127. 170.
— C. 191. 194.
Fürstenberg, T. v. 176. 295.
Fürsten-Exl. 495.
Fürstenstein, A. Gf. 391.
Fugger 178.
— A. I. Gf. 346.
Glött, Gf. 399.
— M. A. Gfn. 229. 230.
Fuld, S. 483.
Fulda, Benediktiner 302.
— Franziskaner 316.
— Jesuiten 319.
Gadebusch, T. II. 242. 243.
Gadner, J. B. 69.
Gallisch, F. A. 276.
Gangenrieder, B. 328. 329.
586
Sach- und Exlibris-Register.
Gars 311.
Garsten 302.
Gattcl, F. 438.
Gebhardt, E. u. B. v. 446. 447.
Gebhart 415.
Geiger, K. W. 418.
Geistliche 290 ff. 330 ff. 509.
— Ritterorden 321.
Geizkofler, Z. 77. 176. 185.
Gent 68.
Geras 293. 307.
Geret, C. H. A. 57.
Gerhard, E. 364.
Geschichte der Exl. 98.
Geschichtsschreiber 508.
Geschriebene Exl. 6.
Gesenius, W. 366.
Geuder, A, 88.
— J. 84. 129,
Giannini, F. G. Gf. 77. 347.
Giesecke, H. F. 382.
Gillmor, E. 471.
Glasätzun^ 15.
Glcim, J. W. L. 285.
Glücksbrunn , Bergbibliothek
233. 234.
Gobel, C. 178.
Godefroy, P. 360.
Goetheforscher 511.
Goethe, J. A. \V. v. 361.
— J. W. V. 259. 260. 361.
— W. M. V. 362.
Goetz, E. 481.
Goidberg 316.
Goldschmidt, F. 94.
Gossenbrot -Ei;genl)cr<;er, R.
108.
Gottesheim, v. 150.
Gottheimcr, F. 434.
Gottlob 286.
Gottsched, J. C. 87.
— L. A. V. 88. 263.
Graefe, K. A. v. 363.
Graf, L. 417.
Graumann, O. 436.
Gravcur-VcTcin Berlin 382.
Gravierte Exl. 6.
Graz 3u.
I
Greiffenclau, J. P. v. 294.
Gremper, J. 148. 149.
Grenser, A. 368.
Grimm, B. 469. 470.
Grisebach, E. 394.
Gritzner, M. 378.
Grössen der Exl. 66.
Varietäten 70.
Grösste Exl. 67.
Grossheim, K. v. 425.
Gross-Lüsewitz 434.
Grote, E. Frh. 379.
— H. 377.
Gudenus, Frh. H. 94. 393.
(jugel, Ch. A. 54. 56. 129.
Guichard, K. G. v. 273.
Gummistempel 16.
Gumpolzkirchen, Deutsch-
Orden 323.
Gumppenberg, H. Frh. 379.
Günderode, H. M. v. 235. 236.
Gundlach 126.
Gurlitt, F. 464.
Guttenberg, H. v. 126.
— J. 100.
Gutmann, O. G. v. 336. 338.
Guttmann, A. 471.
— O. 391.
Gwandschneidcr, G. 67.
Gymnich, K. O. Frh. 237. 238.
H., M. G. B. 106.
llaak, O. 382. 383.
Haakh, J. F. 88.
Haas, M. 482.
Haberland, R. 438.
Häberhn, F. D. 86. 88. 242. 264.
Haehl. G. 426.
Hahn, A. 416.
Hagenau, F. v. 171. 294.
Hahn, A. 451.
— Th. Gfn. 389.
Hainrichmann, J. 12. 335.
Halbe, M. 420.
Halbmeister 162.
Hall i. T. 326.
Halle , Kunst-Gewerbe-Verein
450'
Sach- und Exlibris-Register.
587
o'
Halle, Tholuck 324.
— Waisenhaus 72. 288.
Haller 84. 128.
— M. 479.
Hamburg, johanncum 479.
HammelburjT ^16.
Hanau, Gf. 67-
Harclegfj. R. Gf. 391.
Hariit, W. V. 399.
Hardv, K. 14.
Harrach, A. (if. 215. 216.
— K. Gf. 420.
— F. (if. 420.
— J. P. Gf. 322.
Harrer, J. C. 282. 2S
Harrwitz, M. 430.
Hartleben, O. E. 474.
Hartlib. H. 281.
Hartmann. J. 294.
lartwi^, P. 406.
läse, K. A. 91. 444.
— C). V. 3. 91. <)2. 444.
lauer. \). d. 138.
lauff, F. 439.
lautTen. A. 4S2.
laupt, F. K. 426.
laushalter, F. 415.
i auslab, F. v. 36S.
lebenstreit, J. 54. 58.
leckhel. A. 156.
lefner-Alteneck, J. H. v. 396.
- (). T. V. 377.
le^eler, W. 471.
leidelberg, Hist.-Litt. Gesell-
schaft 252.
— Universität 457.
Heideloff, K. v. 363.
Heüiijkreuz i. \V. 304.
Heine, K. 448.
Heinrichau 304.
llell)ing, H. :^Si),
Held, S. 129.
Helfrich 150.
Heliogravüre 403. 577.
Helwich, G. 163. 164. 335.
Hennig, Th. 67.
Hensel, P. 439.
Henzler, P. v* 457.
Heraldik, deutsche und eng-
lische 17 ff. 355. 378.
Hering, W. 150.
Hermann, H. 436.
Herold 73. 382.
Heroux, B. 467.
Herstellungsarten 10.
Hertzberg, v. 90.
Herwarth, J. G. 171.
Herwig, M. 455.
Herzogenburg 293. 311.
Hessen, Vikt. Mel. Ghzgn. 73.
409.
Heugel 84. 170.
Heumaier, M. 156.
Heuser, E. 419. .
Heusler, A. 475.
Hevberger 107. 108.
Heyl, C. Frh. 386. 387. 455-
Heymann, E. 429.
Heymel, A. 455. 456.
Hieber, G. 294.
Hieronymiten 317.
Hildebrandt, A. M. 378. 555.
— R. 4 10.
Himly, M. 462.
Hinrichsen, S. 448. 449.
Hinterlach, M. 428.
Hirsch, F. und A. 451.
Hirth, A. 447.
— (j. 408. 410. 412.
— S. 413.
Hirzel, H. 69. 438.
Historische Exl. 489.
Historischer Verein der Pfalz
515-
Hobsinger, G. 150. 524.
Hochreuter, J. und G. 345.
Högelwörth 309. 312.
Hölscher, R. 409.
Hörmann, L. 164.
— S. W. L. V. 283.
Hoffmann, .J. 461.
Hohenfurt 304.
Hohenlandenberg , H. v. 129.
M^- 343-
Hohenlohe, F. K. Fst. 377.
Holitscher, A. 434.
588
Sach- und Exlibris-Register.
Hollander, J. IL v. 269.
Holzschuhcr, G. C. 196. 198.
— V. A. 84. 127. 128 171.
Holzinger, J. B. 473.
Holzschnitt 10. 373. 403. 577.
Hommel, K. F. 287.
Hopflfgarten. C. J. v. 87.
Hos, C. 77. 146.
Hoser 177.
Hospitaliter 318.
Hosson, F. V. 279. 280.
Hoyos, G. Gf. 400.
Hübner, 126.
— E. u. F. u. H. u. M. 358. 359.
Hülss, V. 170.
Hütter, E. 481.
Hütterott, G. u. M. u. H. 391.
Hugshofen 302.
Humoristische Exl. 420. 544.
Hundt, W. 153.
Huze, A. V. 418.
Hybsmann, J. H. 178.
Hyrsen, H. 156. 345.
Icilius, Quintus 273.
Igler, gen. Knabensberg, H.
loi — 103. 291.
Imhoflf, A. 126.
— H. 126.
— M. Frh. 391.
— von 170.
Imhoof-Blumcr, F. 437.
Ingolstadt, Bibliothek 100.
— Franziskaner 316.
— Jesuiten 319.
Innsbruck, Kapuziner 316.
— Stift und Rcgulhaus 326. 327.
Inschriften auf Exl. 41.
Irmaos da Verdade 382.
Irrsec 302.
Isaacs, R. 453.
Jacobsohn, H. 431,
Jacquet, Gf. 68.
Jahn, O. 90. 358.
Jamerai du Val 269. 270.
Jankovich, N. M. 368.
Japanismus 371.
Japanisches Exl. 98.
Jeetze, S. M. C. v. 210.
Jeger, I. 153.
Jesuiten 298. 319.
Joecher, C. G. 87.
Joerger, H. 156. 157.
Johannes, Plcbanus. Augsburg
108— HO.
Johanniter-Orden 321.
Jordan, C. S. 86.
Jouvin, B. 471.
Jugend, München 402.
Kabdebo, H. 94. 400.
Kaiser, R. 418.
Kandel, G. 143.
Kannengiesser, E. 479.
Kapsser, S. 52—54. 154.
Kapuziner 316.
Karajan, T. v. 368.
Karmeliter 317.
Karthäuser 317.
Kaschnitz v. W., J. 481.
Kassel , Evang. Luth. Waisen-
haus 264.
Kauf beuern, Stadtbibl. 232. 234.
Keim, J. 328.
Kekule v. Stradonitz, S. 384.
Kellner, G. 363.
— L. 62.
Keiner 65.
Kennedy, A. 252. 253. 335.
Kern-Humser, F. 257. 258.
Kessler 438.
— H., Gf. 476.
Kinder-Exl. 449. 535.
Kirchbach, F. 452.
Kirchbirlingen 304.
Kirchenhistoriker 509.
Kirchheim a. M. 315.
Kirchmayer, A. 80 — 82. 252.
Kirmis, M. 386.
Kissel, Kl. 462.
Kissling, H. v. 429.
Klaas, E. 444.
Klassicismus, moderner 354.
Klausner, M. A. 422. 423.
Kleinste Exl. 68,
. i
Sach- und Exlibris-Register.
589
Kiesel, M. 345.
Klctke, H. 450.
Klcttenberg, S. K. v. 87. 259.
Klinger, H. 463.
— M. 464. 465.
Klinkervogel, B. 67.
Klostcrbruck 307.
KIostcr-Exl. 290 ff. 295 ff.
Knabensberg (Iglcr), H. 10 1 bis
103. 291.
Knispel, H. 444.
Knittel, R. 442.
Knöringen, J. Ae. v. 77. 127.
336.
Knoll, P. V, 409.
— T. 162.
Knoop, J. Frh. 455.
Koch, G. H. A. 88. 242.
— G. V. 363.
— K. 429. 471. 555.
Koel, J. A. 150.
Köhler, J. B. 253. 254.
— K. 457.
Köhne, ß. Frh. 364. 365.
— B. H. W. 88. 364.
— K. B. W. 88. 364.
Köln, J. K. 337. 342.
— K. A. 294. 337.
— M. H. 346.
König 79. 80.
— F., Frh. 439.
Königsberg, Admiralität u. Lic.
Kofi. 271. 272.
Königsegg, Gf. 414.
Kollonitz, S. V. 336. 341.
Kolocza 326.
Konsbrueck, H. 418.
Konstanz, Otto, Bischof 343.
— Hugo, Bischof 343.
Korff, Frh. 382.
Korneuburg 317.
Kornfeld, A. 483.
Kotzebue, A. v. 363.
Krafft, V. 221. 222.
Krahl, E. 555.
— K. 391.
Krakau, Jagellonen-Bibl. 368,
— Piaristen 319.
Kreidolf, E. 415.
Kremsmünster 292. 293. 302.
330. 382. 384. 555.
Kress 122. 128.
— Ch. 67. 68.
— Ch. F. 56.
— Ch. H. 37.
— J. \V. 56. 60. 169. 170.
— \V. u. K. 177.
Kreuzschule Dresden 364.
Krieg v. Hochfelden, G. H. 363.
Kronenberger, R. u. H. 386.
Kruse, A. 434.
Kühles, J. V. 294.
Kühn, P. 469.
Künstler 511.
Künstler - Kolonieen , Dachau,
Darmstadt, Worpswede 402.
Kuffner, M. v. 451.
Kuhn, F. 409. 410.
— H. 295. 481.
Kunsthistoriker 511.
Kupferstich 12. 373. 404. 577.
Kursky, J. ß. 295.
Kurz, H. 150.
Lambach 72. 302.
Landgreen, A. 90.
Landschafts-Exl. 430. 540.
Landsee, Frh. 185.
Landshut, Franziskaner 316.
Lange, C. H. O. 429.
— C. J. 199.
— H. 449. 453.
Langenscheidt, K. G. F. 78. 406.
408. 430. 434. 437. 438. 555.
Langvverth v. Simmern, G. 336.
341-
Lanna, A. v. 475.
Lask6, A. 451.
Latour, J. v. 444.
Laudon, Frh. 368.
Lauff, J. 453.
Lauhn, B. F. R. 223. 224.
Lazius, W. 155.
Ledebur, L., Frh. 377.
Lehnemann, H. W. 85. 284.
Lehrs, M. 475.
590
Sach- und Exlibris-Register.
Leichtle, J. 413.
Lcidingcr, J. 392.
Leiningen, Fst. 379.
Lciningcn -Wcstcrburg , K. E.,
Gf. 78. 90. 92. 93. 381. 391.
394- 395- 434- 459- 475- 476.
482. 553.
— M. Gfn. 78. 381. 438. 457.
478. 479.
— - R. Gf. 149. 150. 335.
Leipzig , Buchgewerbe -Verein
443-
— Jesuiten 319.
— Schöffen ^288.
— Typogr. Gesellschaft 467.
Lempertz, H. 357. 374. 552.
Lengnich, K. H. 262.
Lenzberg 448.
Lepsius, K. P. 363.
Lerch, A. 178. 345.
Lerchenfcld, F. L. A., Frh. 217.
218.
— M. V. 94.
Lersner, A. A. 222. 223.
Lessing, (). 382.
Leszczynski, S. v. 400.
Leubus 304.
Levy, L. 425.
Lewinksy. |. 471.
Lichtdruck 404.
Lichtenfeit, 11. 459.
Lieber, M. 442.
Liliencron, R.. Frh. 446.
Linck, S. 150.
Lindstcdt. A. 00.
Linz, Deutsch-Orden 322.
— Jesuiten 319.
Lipeho, J. z. 151.
Lipperheide, F. Frh. 67. ^86.
388.
Lip])manssohn, L. 463.
Liskirchen, J. v. 174. 176.
Lithographie 13. 373. 404. 577.
Litteratur über K\\. 144, 357.
374- 375- 5^»<»
Lobkowitz, r. Fst. 217.
Lockuni 304.
Löffelholz, G. W. F. 243. 24().
Lüffelholz, H. M. 194. 195.
Lüffler, L. 445.
Loen, J. M. v. 86. 282. 283. 284.
Löschnigg, H. 472. 473.
Lövvenfeld, B. v. 196. 199.
Lorch, B. 445.
Luca 307.
Lüneburg, Ratsbibliothek 156.
— St. Michael 324.
Lüstner, O. 430.
Lützel 304.
Lützerode, L. F. A., Frh. 255.
264.
LuUn, A. 86.
Luschin v. Kbengreuth, A. 473.
Lycosthenes 153.
Maas, M. 41 8.
Märtz, J. J. 84. 128. 335.
Mass, J. C. 438.
Mätzler, B. 142. 294.
Magdeburg, Museum 424.
— St. Moritz 324.
Magis. C. L. de 288.
Magnus-Levy, A. 483.
Mahnungen 46.
Maier-Eck, J. 57. 130. 132. 134.
335- 343.
Mainz, Jesuiten 319. 320.
— St. Jakob 302. 328.
Mallersdorf 292. 300. 302.
.Malteser-Orden 321.
Mandl, P. 183.
Mannheim, Jesuiten 319.
Manzoni, J. 68.
Maralt. F. 178.
Marbach, j. 153. 344.
^lariaberg 324.
^lariabrunn 293. 304.
Maria-Taferl 326.
Mariazeil 302.
Marine-Exl. 544.
Marius, A. 147. 344.
Marschall, E. Gf. 393.
Marstaller, D. L. 138.
Maucler, E. Frh. 363.
Maver von Maycrfcls 363. 377.
386.
Sach- und Exlibris-Register.
591
Mayr, J. (1. 54.
— K. 413.
Mccklcnhurg, K. K. III. Ghzg.
73. 391-
— J. A. Hzg. 194. 391.
- LI. Hz^. 136.
Mcdcm, A. Gfn. 41S.
Mcdlinjycn 315.
Melchior 138.
Melk, 302.
Memoricn-Kxl. 336. 487.
Menzler, S. 418.
Merck. J. 448.
— Lili 479.
— Louis 459.
— M, 479.
Merenda. J. I\ 150.
I^Icrveldt, M. (;f.*36S.
Messingstempel 15. 10.
Metallstempel 5. ib.
Metten 302.
Metz, Karmeiiten 317.
Meyer, A. 479. 539.
— Alex. 2()6. 267.
— E. L. 399. 447.
— F. R. 454.
— 11. 424.
— J. V. 272.
— ( ). U. 476.
Migazzi, (!. (if. 348.
Militär-Exl, 420. 517.
Miller, G. S. 178.
— J. F. S5.
Miliner. S. b-j. 77. 156. 15S.
Minimen 31h.
Minoriten 316.
Mirhach, E. Gf. y)(). 457.
Moderne Richtung 371. 402.
— I>h()t()gr. Methoden 14.
Mühsen. K. W. 28(u
Mönchs-Orden 301 — 320.
Mönchsroth 292. 293. 299. 304.
^rontjgramm-Exl. 52<).
Monse, J. W. v. 2S8.
Montfort. M. T. Gfn. 325.
Moore, T. E. 470.
Moravitzky. T. Tif. 252. 280.
Morgan. J. 402.
Morozzo, J. (ifn. 415.
Morpeth, G. H. Vct. 379.
Moser, F. K. v. 87. 259.
Motive 245 ff. 278 ff. 298. 334.
404 (T.
Mottos 50.
Mouths, F. 462. 555.
Muckenthal, E. v. 190. 194.
Müller, (i. P. 258.
-- J. F. 85.
Müllenheim, II. Frh. 398.
Mülln 317.
München, Eremiten 317.
— Franziskaner 316.
— Gregorianum 324.
— Herzog]. Hibl. 172. 173. 187.
188. 192. 206. 208.
— Ilioronymiten 317.
— Ilüf- u. Staats-Bibl. 77. 206
bis 208.
Jesuiten 2S8. 319.
— Jugend 402.
- karmeiiten 317.
— Kunst-Gewerbe- Verein 410.
— Kunst im Handwerk 402.
— Minimen 316.
j — ( )bLT-Konsistorium 324.
; — St. 15onifaz 292. 302.
'. — Theatiner 319.
>rünchener Kalender 385.
Münster-Schwarzach 292. 302.
i Mumm, von 400.
Muntzinger, R. 107.
Musik-Exl. 415. 424. 430. 449.
451. 540.
- -Künstler 533.
.\ryller, S. 178. 294.
Nack, J. 15. 284.
Xamens-Varietäten 82.
Xa]>rstek. V. 475.
Nauen, G. 477.
Nrresheim 302.
Nesselrode. M. T. u. H. Gfn. 457.
, Xeubeck, J. K. 345.
Neuberg 304.
, Neudorf 293. 31 :^.
592
Sach- und Exlibris-Register.
Neuendorf, A. 453.
Ncuenglischer Stil 371.
Neumann, D. 426.
— R. 454. 471. 555.
Neurath, J. V. A. C. 85.
Neuss, B. J. 226. 228.
Neustadt a. M. 302.
Neustift 304. 311.
Neuzeil 304.
Nicolai, C. V, 273.
Nicolassen, J. 295.
Niederaltaich 40. 193. 302.
Nikolshurg 144. 293. 319.
Nonnenwerth 293. 316.
Notariatssignete 547.
Nürnberg, Germanisches Mu-
seum 457.
— St. Lorenz 176. 525. 526.
Nürnberger Kleinmeister 83.
117. 122.
Nunning, J. II. 346.
Nussbaum, L. 348.
Oberaltaich 302.
Oberstain, P. v. 147. 344.
Oberwarth, E. 430.
Oberzell 84. 293. 307. 308.
Oblatsiegel 15.
Ochs, S. 451.
Ochsenhausen 162. 302.
Ochsenstein, IL C. v. 207. 209.
Oe, Cf. r. 286.
Oefl'entlichc Hibliotheken 512.
Oehringcn, Stadtbibliothek 134.
135.
— Prädikatur 134.
Oclhafen, v. 166. 167.
Oelrichs, J. (i. H. 286.
Oclvvcin, A. 418.
Oelze, \V. 455.
Oesterreich, Eugen, Ehzg. 1,2 -i,
— Ferdinand, Ehzg. 366.
Oettingen, M. Gf. 138.
— Est., Estn. 414.
Offenburg 203. 311. 453.
OhlendorfT, E. v. 47g.
Oidtmann, v. «jo. 358.
O'Kerins-IIvdc 68.
i
Oldenbourg, R. 440.
Oldenburg, N. Hzgn. 90. 482.
Olenschlager, J. D. v. 285.
Olmütz 293. 311.
Ompteda, H. D. L. v. 363.
Opdenhoff, H. E. 436.
Opfermann, R. 462.
Oppenheimer, C. 451.
Oriental. Akademie, Wien 243.
244.
Orlik, E. 474.
Orngau 134. 135.
Ostenrieder, M. 410, 411.
Osterhofen 304.
Osterroth, A. v. 385. 387.
O'Swald, A. 479.
Oswald, W. 294.
Ovington, G. M. 468.
Paasch, R. 431.
Palatina Bibliothcca 176. 489.
490.
Pannwitz, A. v. 386.
Papiervarietäten 94 ff.
Parey, P. 417.
Parthey, G. 360.
Paulaner 316.
Pauli, C. E. J. V. 220. 221.
Paulus-Museum, Worms 400.
Pecirka, F. 475.
Pegnesischer Blumen - Orden
181.
Pernat, J. N. v. 348.
Perusa, Gf. 80.
Pest, Minimen 316.
— Universität 270.
Petersheidau, K. E. N. v. 295.
Peters, Musik-Exl. 464.
Peundtner, N. 126.
Peutinger, K. 506. 507.
Pfalz, Histor. Verein 73. 515.
Pfalzgraf Wolfgang 93. 125. 126.
Pfaudt 84. 171.
Pfeiffer, E. 480.
— W. 447.
Pfeilstücker, F. 432.
Pfennig, ¥, 440. 441.
Pfinzing 67. 126. 179. 180.
Sach- und Exlibris-Register,
593
Pfinzing, M. ii6. 124. 129.
— S. 55. 59.
Pflümer, G. 476.
Photographische Verfahren 14.
373.
Piaristen 318.
Pirckheimer, W. in. 112. 116.
117. 138. 141. 389.
Plass 304.
Plessen, B. Frfr. 400.
Pletsch, O. 470.
PöIIau 311.
Pömer 186. 188. 193. 194.
— H. 117 — 120. 124. 293. 335.
Pönsgen, K. 446.
— M. 448.
Pöschmann, A. und M. 443.
Pogwisch, H. Frfr. 362.
Polling 78. 292. 299. 309. 313.
Poppelreuter, J. 424.
Porträt-Exl. 52. 121. 176. 184.
295- 334- 346. 415- 418. 438.
447. 451. 455. 521—529. 543.
Poschinger, L. v. 415.
Posen,Kaiscr-Wilhelm-Bibl.382.
433- 438.
Poulet-Malassis, A. 374.
Praemonstratenser 304. 330.
Praeraphaclismus 371.
Prag, St. Bernhard 326.
Prediger-Mönche 312.
Preise 565.
Prellcr, F. 446.
Press!)urg 312. 319.
Preussen, Prz., Przn. Heinrich
477.
Preyss, A. 459.
— W. und K. 447.
Prittwitz, E. v. 420.
Pückler, S. Gf. 418.
Puttkamer, A. v. 453.
Putze, U. 413.
Quandt, J. G. v. 363.
Quincke, G. H. 444.
Radierung 12. 373. 403.
Racss, A. 295.
Rätsel 546.
Raich, J. M. 294.
Raigern 62. 72. 287. 302.
Raitenhaslach 304.
Ranpeck, B. 178.
Ras of Köstcr, J. 100.
Rasch, H. 446.
Rasor, A. 442. 443.
Rastatt 316.
Ratajczak, P. N. 78.382. 438.
Rau, E. 475.
— O. 438.
Rauch, A. 348.
Rauchschnabel, E. 126.
Raumer, G. W. v. 364.
Ravoth, M. 382.
Razoumovsky, Gf. 473.
Rebdorf 310.
Redende Exlibris 415. 472. 545.
Redende Wappen 39. 107. 108.
116. 130. 132. 146. 151. 153.
'73' 195« 196. 197. 200. 202.
217. 218. 220. 327. 328. 345.
440. 443.
Regulierte Chorherren 308. 328.
Regensburg, Dominikaner 292.
315.
— Franziskaner 316.
— Karmeliten 317.
— St. Emmeram 292. 302.
Rehlingen, W. 54.
Rehm, G. 168. 170.
Reibelt, K. F. 198. 203.
Reiber, F. und P. 481. 483.
Reichart, M. 108.
Reichsdruckerei 383. 428.
Reichspostamt 383. 428.
Reincke, M. 479.
Reinhardt, M. 288. 348.
Reis, J. 227. 228.
Rem, A. 160. 162.
Renaissancczeit 369.
Rcnz, J. B. 182. 294.
Repetitionszeit 370.
Resen, K. 170.
Retberg, R. v. 93. 377. 396.
Rether, P. H. 178.
Reuleaux, F. 382.
38
Sach- und Exlibris -Register.
Kculin};, L. A. 415. 482.
Kcun, 304.
Rcusch 64. 65.
Rciiss. J. C. G. 88.
— J- J-'^Sö. »S7.
— l'rzn. A. 3<)fi-
Reyiicr, A. v. 173. 176.
RhcinbalHin. G. Prh. 446.
Richter, K. 438.
— R. 466.
Ricdcr, A. 462.
— J. und K. 4JI.
Ricdlin, E. 338. 339.
RiesstT. ?:. 4SI.
Ritter, H. 129.
KißGaticr, L. 410.
Rilke, R. M. 474.
Ring. L. 459.
Riiik. E. G. 198. 204,
Kitlerschafts-Exlibris 494.
Eittershiiu li|fi. 177.
Rokoko 333 ff. 370.
Rösch, G. 17S.
Kti.s!er K. 428.
RojjRcnbach, v. 143-
Rougcnburu 292. 104. 330.
Rohr, iio.
Rohrbach-Holzhauscn.U.v. ic
Ro].!., M. Frh. 418.
Roschcr, T. 390.
R.,so. K. 479.
— F. 410.
Roscnteld, li. 91.
Roscnthnl. M. und I., 451.
- W-
Kosinu.s, S. i
Rosn.-r. K. 477-
Rolinhan. S. v.
Roth -,04.
- J. \V. 100.
KotliL-n)>uch 311.
Kott a. I, 303.
Rovach, C. R. V.
Ruincl. J. i5''>-
Ru|irecht, (i. 57.
San;:. L. 444.
o. 393.
Säusenstein 304. 328.
Saganta, J. 138.
SaEstelter. U. 156.
Salem 297. 304.
Salern, J. V. M., Gf. 330. 231.
Salm, V. Est. 360.
Salus, H. 474.
Saiilmrß, Kurfürst 36G.
- St. Peter 399. 302. 330. 351.
- Theatiner 319.
Salzmann. E. R. 86. 371. 2S7.
Sammluni^cn 550.
Sand, G. L. 453.
Sartorio, G. A. 470.
Sauber. W. 295.
Säur. F. M. 178.
Savigny, C C. L. v. 85.
Sachsen, Dom Pedro, "Prz. 16.
- J. W. Hzfi. 313. 214.
- L. D. ».gn. 273.
- Sophie Grhzgn. 390.
Sayn 393. 307. 309.
- -Wittgenstein. V.. I'rz. 389.
Schaarschmidt, F. 447.
Schablonen !>■430«
Schäftlarn 393 302. 304. 327,
Schaffgotsch, Gf. 272.
— J. A.. Gf. 388.
.Scharff, G. B. 348.
Scharnu, P, J. 87.
Schaumburg, M, v. 15^.
Schcbcn, E. A. X. v." 254.
Schedfl, M, 137.
SchcHcnberg, L. 451.
Schellcr, I. J. G. 366.
Scheniiis, F. v. 425.
Scheurl 129. 195.
Schcycm 303.
Schiel, A. 89.
Schiff 418. 449.
Schiffs-Exl. 544.
Schiffauer, J. E. 388.
Schindler, A. 47a,
Schheffen, V., Gf. 434.
Sehlossar, A. 473,
Schlügl 307. 310.
Sach- und Exlibris-Register.
595
Schlüsselberger, G. 170.
Schmalzcr, J. G. 366.
Schmid, P. H. 294. 349- 558. 559-
Schmidt, E. 382.
— J. 178.
— O. 415.
— R. 421. 423. 469.
Pecht, H. 409.
Schmitzdorf, K. 429.
Schmucker, J. L. 276.
Schnauss, C. F. 264.
Schneegans, E. 483.
Schneider, V. 78. 294. 349.
Schneltgen, P. 237.
Schnock, M. 305.
Schönberg, Frh. 396.
Schönborn, Gf. 346.
Schöneich, K. v. 150.
Schönfield, C. 413.
Schönhaupt, L. 389.
Schönkopf, K. 260. 361.
Schöpflin 239. 240. 375.
Schultz, A. 261.
— H. 234. 235.
Scholz, W. V. 411.
Schongaucr-Gesellsch. Kolmar
94. 481.
Schortz 129.
Schotteck 455.
Schriftsteller 510.
Schröder, A. 425. 556.
— G. 195. 196.
— R. 434.
Schubart, M. 417.
Schüddekoi)f, A. 477.
Schüsslcr, H. 455.
— M. 78. 417. 455. 555.
Schütz V. Pfcilstadt 239.
Schulte vom Brühl, \V. 453.
Schulz, li. 90.
— M. 438.
Schwabe, H. 457. 458.
Schwabhausen, 325.
Schwartz, K. u. G. 471.
Schwarz, C. 429.
Schwarzschild, M. 483.
Schwägerl, J. 162.
Schweigger, S. 129.
Schweighäuser, J. G. 366.
Schwinger, R. 461.
Schwingshärlein, J. G. 129.
Schwerin, U., Gf. 420.
Seefried, G. 30 — 32. 178.
Seeon 184. 293. 302. 329.
Seidel, C. J. 244. 247.
Seidl, G. 385.
— W. 151. 152. 335.
Seitenstetten 293. 302. 328.
Seitz 162.
Seligenstadt 302.
Selzer, K. 459.
Serviten 318.
Seyler, G. A. 378. 379.
Seyringer, J. K. 79.
Sicherer, H. v. 459.
Siegel 15.
Sieger, E. 418.
Signierte Exl. 8.
Singer, H. \V. 475.
Smitmer, F. P. v. 295.
Sobernheim, C. u. L. 476.
— F. 430.
Souchay, P. u. II. 429.
Spcmann, A. 415.
— W. 446.
Si)cngler, L. 114. 115.
Speyer, bischöfl. Bibl. 32.
-- J- 459.
Spiegel, J. 150.
Spiessheimer, J. 146.
Spital am Pyrrhn 326.
Spitzhofer, J. A. 178.
Spreti, S., Gf. 230.
Sprüche 50. 53.
St. Andrä a. T. 311.
St. Blasicn 297. 302. 303.
St. Cyrillus u. Methodius 319.
St. Florian 311. 330.
St. Josefsberg 303. 328.
St. Lambrecht 302.
St. Nikolaus 293. 311.
St. Ottilien 316. 480.
St. Paul i. L. 78. 293. 302.
St. Salvator 304.
St. Urban 299.
St. Veit 297. 302.
596
Sach- und Exlibris-Register.
Staatsmänner 508.
Stab, J. 114.
Stabenau, B. 348.
Stadtamhof 311.
Stahlstich 13.
Standhardinger, H. 415.
Starke, C. A. 562.
Starkmann, J. G. 196. 200.
Stauffenberg, F. Seh., Frh. 400.
Steiger, A. v. 462.
Steindruck 13. 373. 404.
Steinfeld 307.
Steingaden 304.
Steinhäuser, R. 417.
Steinthal, M. 425.
Stempel 15. 356.
Sterneck, L., Frfr. 392. 393.
Steuk, A. 433.
Stichvarietäten 79.
Stiebcl, H. E. 552. 554.
Stiger, J. 176.
Stillfried, R., Gf. 363.
Stockholm, St. Gertrud 326.
Stöber, A. 375.
Stolzer, C. A. 87.
Stolberg, Fst. 379.
Stralsund, St. Nicolai 324.
Strassburg, Jesuiten 319.
— Stadt. Kunstsammlung 462.
Straub 126.
Strauss, M. 78. 4 11. 413. 425. 555.
Strobel, A. W. 366.
Ströhl, H. G. 378. 391.
Stromer 138. 140. 273.
Strong, A. M. 471.
Strousbcrg, H. B. 364.
Stucken, E. 424.
Stümcke, IL 459.
Sulzer-Steiner 438.
Super-Exl. 4. 5.
Szelepcheny, G. 184. 295. 346.
Tannstcttcr, G. 132 — 134.
Taucntzien, F. B. E., Gf. 360.
Teck, Hzg., Hzgn. 476.
Tegcrnsee 100. 153. 182. 183.
292. 302. 329.
Tenngier, C. G. 131. 132, 134.
Tesdorpf, O. L. 448.
Theatiner 319.
Theuritz, S. 150.
Thiel, H. 439.
Thierhaupten 156. 299. 302.
328. 329.
Thimig, H. 470.
Thomas, A. 361.
Töbing, H. 67. 99. 100.
Toilettenzeichen 547.
Tourneux, M. 374.
Tovote, H. 425.
Tragy, J. 420.
Transehe, v. 382.
Trapp, Gf. 142. 143.
Trautson, J. L., Gf. 220.
— M. T., Gfn. 220.
Trcblin, A. 295.
Treu, C. J. 77. 272.
— M. V. 430.
Trient 326.
Trier, K. W. Kurfürst 346. 347.
Trinitarier 311.
Troppau, K. F. J. Museum 473.
Trotta, E. A. L. v. 272.
Tschammer, H. O. T., Frh. 364.
Tschertc, J. 116.
Tuchsenhauser, V. 151.
Tübingen, Universität 54. 55.
Tüngel, E. 449.
Türkq, L., Frh. 452. 453.
Tulpen, H. 346.
Typographische Exl. 349. 356.
483.
Ubbelohde, O. 409.
Uffenbach, Z. K. v. 73. 279.
Uhles, E. 423. 431. 432.
Unbekannte Exl. 105 — 107.
Universal - Exl. 104. 105. 430.
431. 440. 451. 530—533.
Urach, W., Hzg. 396.
Ursperg 306. 307.
Usener, ¥, P. 266. 365,
Uttenheim, J. C. v. 154.
Vacha, Kirche 183. 326.
Varietäten 70 ff.
Sach- und Exlibris-Register.
597
Vatli, M. 344.
Vecchioni, N. 400.
Veesenmaycr, E. 294.
Vejrychovy, Z. E. 475.
Vclden, A. v. d. 389.
Vclhagen und Klasing 432.
Vclhorn, J. M. F. v. 295.
Vcnd, E. 156.
Venedig, K.K.Bibl. S.Marco 367.
Vennitzer, J. 176. 202. 525. 526.
Verse 50.
Versteigerungen 565.
Vicars, S. A. 278.
Viktoria, Kaiserin 73. 497.
Virmont, A. Gf. 214. 216.
Visitenkarten 547. 548.
Vogeler, H. 455.
Vogtherr, H. 142.
Voigt, P. 428.
Voigtländer, R. und Frau 445.
Vock Rosenberg, P. 4. 5. 176.
Volckamer, G. C. 183. 184.
Volders 318.
Volkmann, L. 467.
— O. und A. 446.
— R. V. 442.
Voran 311.
Vorschriften auf Exl. 45.
Vorträge 564.
Vrschlicky, J. 475.
Wagenseil, J. C. 197. 202.
Wagner, M. 429.
Wahl, C. V. 429.
Waldsassen 344.
Waltz, A. 462.
Wangenheim, E. v. 429.
Wappen-Exl. 201. 354. 376.
Wai)pen- Varietäten 82.
Warburg, R. 426.
Warmholtz 244. 545. 546.
Warnungen 46.
Warnecke, F. 89. 375. 378.
454- 552.
— ^- 555-
— K. 382.
Warren, J. Leicester 375.
Wartburg, Luther-Bibl. 379.
Watter, H. Frh. 90.
Weber, O. 420.
Wedderkopp, M. v. 90.
Wedel, M v. 382.
— R. 417.
W^egener 479.
Weigand, W. 466.
Weigel, W. 419.
Weihenstephan 292. 302.
Weingarten 302.
Weinland, E. F. 264.
— G. E. 88. 263.
Weissenau 155. 306.
Welfinger, A. 243. 245.
Weller 84. 261.
Weltenburg a. D. 302.
Welser, v. 129.
Wengen 293. 311. 314.
Wenig, B. 458.
Wentzel, H. H. A. 426.
Werden 302.
Werdenstein , J. G. v. 54. 72.
175. 176. 294. 344.
Werthern, Gf. 400.
— J. F. Gf. 236. 237.
Wessobrunn 292. 301. 302.
Wettbewerbe 564.
Wettenhausen 293. 311.
Wcx, A. L. 448.
Weyarn 311.
Widmungs-Exl. 489.
Wiblingen 292. 302.
Wiedamann, E. 455.
Wien, Barmherzige Brüder 318.
— Deutsch-Orden 321. 323.
— in der Rossau 318.
— Klerikal-Seminar 326,
— Malteser 321.
— Oriental. Akademie 243. 244.
— Schottenkloster 302.
— St. Anton 311.
— St. Dorotheen 326.
— St. Sebastian u. Rochus 311.
— Trinitarier 312.
Wiesand, S. 429.
Wilczeck, J. Gf. 356.
Wildenroder, J. 178.
Wilder, G. C. 348.
598
Sach- und Exlibris-Register.
Wilhelm IL, Kaiser 73. 381. 496.
Williams, J. iio.
Wilmcrsdörffer, M. v. 386.
Wimpfen 315.
Wimpheling 126.
Winckelmann, H. Kr. 425.
Windhag, J. Frh. 77.
Winter, J. 472.
Winterthur, Stadt-Bibl. 86. 266.
Wintzingerode, G. E. L. Gf. 362.
Wittenberg, Universität 73. 136.
137-
Witting, W. 446.
Wittlinger, A. 453-
Wittouck, E. 409.
Witzmann, K. 162.
Wöltter, A. 474.
Wörmann, M. 479.
Wohlau 317.
Wolbrandt, Caecilic 541.
— Karl 556.
Wolkenstein, C. Frh. 162.
Woldc, A. u. L. u. G. 455.
Wolf, F. 484.
— G. 410.
— H. 413.
Wolff, J. 428.
Wolfhardt(Lycosthenes)K. 153.
Wolfskeel, J. C. 192. 194.
Wolphius, Th. 106.
Woüg, M. K. C. 264.
Woworsky, A. und H. 426.
Würzburg, Dominikaner 315.
— Franziskaner 316.
— Jesuiten 319. 350. 351. 491.
— Karmclitcn 317.
— Klerikal-Seminar 325.
— Schottenkloster 302.
— St. Stephan 78. 149. 302. 327.
Zambaur, E. v. 482.
Zarncke, F. 400.
Zaufal, E. 474.
Zeichnungs- Varietäten 73.
Zell, W. V. loi — 103.
Zcttler, F. X. 416. 418.
Zeyll, J. B. 71. 72.
Zimmermann, J. 327.
Zimmern, J. O. v. 295.
Zinzendorf, Gf. 272.
Zinkätzung, Clich^s 14. 15. 373.
404. 578.
Zittaert, Beidaels de 367.
Zoozmann, R. 418.
Zopfstil 225. 244.
Zorn, H. 482.
Zum Jungen, J. H. 161. 162.
— J. M. 72. 162.
Zuologa, M. 430.
Zur Westen, W. v. 430. 431.
436. 556.
Zwecke des Exl. 6.
NAMENS -REGISTER DER EXLIBRIS-
VERFERTIGER.
Aiiam. O. 418.
Battenberg, i'n. L. 477.
Albers. A. 454.
Bauer, B. 458-
Albrecht, J. D. 185.
Baumgarten. M, v, 3S6.
Alms, G. 448.
Baur, R. 44<j.
Altmann, h\ 480.
B.. C. 141.
Aly. A. 480.
Bädeker, \V. 477.
AmLcrg, A. 434-
Beck, A. 264.
Am Emk. H. 4J5,
Becker, A. 444,
Amman, 1. la. S4. 126— 12K.
Andres, f. 4H).
- K. I.. 29.1. 389-
Beer. J. !■■. .57. ^5«.
Anker, H. 4.13.
BeHuiu, i". 4'ii.
Anderer u. Oöschl .ig.i.
Beham, B. 12. 121. 124.
Anscim, I'atcr 19.
- H. S. 12. 120. 122.
Arend, W. v. d. 448.
3S9. 400.
Arndt. W. 262.
Behr. K. 438.
Auerbach, A, 4S0.
Behrens, K. 294. .(86.
- \V. 340. 457.
Bach, P. 4i<).
Behrisch. C. G. W. 262.
Back. J. (.. 207.
Beil, 1. L. i8v
Badt-r, W. 444-
B.. J. .38. Mi.
Itafc-tti. !â– :. 441.
Bellicij; , J. E. 2ofi. 229,
Ba-Re, B. 45'-
21)2. 101,
Bahre. J. t.. 1S7.
Bei/. K. 38'J-
Balker. M. j6i.
Hendemann. K. 3";«.
Balmcr, A. 412. 414.
Bendix 2(>9.
Baluscheck, H. 425.
Bcius. J. 475-
Bammcs. K. 419.
Beiineckenstci». V. 4il.
BandeloM-, \V. 4S1.
Henuit. A. 2'>s. 4S1.
Barluesius, G. 401. 43,1—4.1''.
Berber, 1). ;6S.
54,1-
- K. M. 412.
Barth, F. 3S6. 414.
Berka, J. 212. 270. 276. 293
6oo
Namcns-Rcgister der Exlibris-Vcrfcrtigcr.
Bcrkhan, K. 477.
Beringer, J. A. 480.
Berndt, J. C. 207. 234. 258.
Berncr, F. 441.
Bernhard, S. 430.
Bernigeroth, J. M. 12. 243. 260,
261. 285.
Bewick 11.
Beyer, W. 419.
Bieberkraut, J. 417.
Biedermann, A. 419.
— K., Frfr. 477.
Biese, K. 442.
Binder, P. 270.
Birckhardt, A. 212. 235. 293.
Blau, H. 477.
Blecke, W. 432.
Blender, K. 450.
Blüdau, K. K. v. 398.
Blume, E. v. 481.
Bluntschli, H. 481.
Bodenehr, G. K. 212. 292.
Böcklin, A. 4S2.
Bühland, R. 432.
Böhm, J. G. 264. 270.
Boss, K. 393. 400.
Boetius, C. F. 264.
Böttcher, E. 446.
Böttinger, H. 475.
Boudova, A. 475.
Bouvcnne, A. 476.
Boycr, O. 448.
Brager, A. 390.
Breitkopf & Ilärtcl 469.
Breu, J. 129. 343.
Brichet, F. R. F. 251.
Bruckes, B. II. de 294.
Bronsart, F. v. 398.
Bruchholz, J. (i. 286.
Brühl, A., GL v. 448.
— J. G. 262.
Brunncr. A. 419.
— IL 416.
Bruykcr, II. de 448.
B., T. II. V. 142. 143. 294.
Buchholzcr, F. 293.
Büchner, A. 469.
Bülüw, E. V. 481.
Bürck, P. 402. 443.
Bürkner, H. 11. 358. 359. 444.
Bukker, F. de 269.
Burdach, G. 423.
Burger, Lina 467. 469. 580.
— Ludwig 420.
Burgkmair, H. 11. 13S. 139. 146.
Busch, \V. 454.
Buscher, M. 454.
Buschmann, M. 448.
Busse, R. V. 361.
Capieux, J. S. 264.
Carpano, R. 361.
Caspar, J. 360.
Caspari, W. 402. 411.
Chodowiecki, D. 86. 265.
Chovin 212.
Christ, V. 481.
Christophe, F. 439.
Cissarz, J. V. 445.
Cizek, F. 473.
Clason, L. 430.
Clericus, L. 360. 390,
Closs, G. A. 389.
Coblenz, J. 480.
('öntgen, H. 12. 258. 259.
— H. O. u. B. A. 12. 285.
Cogho, E. 423.
Conrat, I. 481.
Cossmann, A. 471.
Cotta, L V. 477.
Coudenhove, E. Gfn. 482.
Cranach, L. 11. 134 — 137.
Creutzburg, H. 480.
Crusius, K. L. 262.
— P. 185.
Custos, D. 12. 175. 176. 294.
345-
— J. 12. 177.
— R. 12. 177.
Cuvillies, F. de 230.
Dachenhausen, A. Frh. 396. 397.
Damberger, J. 419.
Dardcnne 255. 264.
Darmstädter, E. 480.
Dasio, M. 412.
Namens-Registcr der Exlibris-Vcrfertiger.
60 1
Daumerlang, K. 457.
David, A. 394.
Dehmel, R. 480.
Deiters, IL 390.
Delsenbach, J. A. 255.
Dcnzinger, M. 419.
Dictell, C. 212. 295.
Dietrich, L. 423.
Diewitsch, A. 450.
Diez, J. 402. 410. 411.
Dirr, II. 185.
Doebncr, S. 479.
Doecker, E. 473.
Doepler, E., d. J. 17. 33. 378.
381. 389. 420. 496.
Schüler 420 — 423. 455.
Dorcn, G. 450.
Dorst, L. 360. 363.
Drasenovich, L. v. 482.
Dreher, G. 94. 441.
Drechsler, K. 469.
Drescher, S. S. 469.
Drews, K. 450.
Thiele, A. 438.
Droege, M. 449-
Drost. A. 212. 293.
Du Bois-Reymond. L. 439.
Dürer, A. 11. 12. in ff. 134.
293. 401.
Schule 117 ff. 293.
Werkstätte 117 ff.
Zeichnungen 116. 117.
Dunker, H. A. 269.
Dupuis, C. 234. 265.
Eben, J. M. 234.
Eberhardt, W. 250.
El)erle, L. 185. 295.
Ebersberger, J. G. 207. 233,
Ebhardt, B. 439.
Eckhardt, A. 449.
Eckmann, O. 401. 423. 424.
Ehmann, A. 185. 292.
Ehmcke, F. II. 423.
Ehrhardt, P. \V. 469.
Ehringhausen, \V. 418.
Eichel. E. 250.
Eisenhoit, A. 176. 295.
Eith, K. 389.
Ellinger, P. 439.
Engel, A. 479- 580.
— E. O. 402. 420.
Engelhart, J. 433.
Engelmann, G. 366.
Erdmann, A. 389. 461.
Erler, E. 450.
— F. 402. 413.
Ernst, K. 295. 450.
Ertinger, F. 294.
Esswein, J. 389.
Esterle, M. 409. 410.
Eve, G. \V. 12. 19.
Fahlbcrg, A. 433.
Falkei.sen, F. 457.
Fechner, j\I. 423.
Fehler, A. 480.
Fehr, P. 207. 283 — 285.
Feldbaur, M. 419.
Fcldmann, H. 467. 468.
Feller 209.
Fclsing, W. 477.
Ferber, E. 479.
Feuerbach. J. A. 269.
Fhel-Fischer, J. 473.
Fickwirtt, I. H. 185.
Fidus (llöppener, H.) 429.
Fiedler, M. 15. 446.
Fincke, II. N. 361.
Fischer, A. 439.
— -('örlin. E. 429.
— T. 419
Fleck, H. 477.
Fölkersam, A. Frh. 394.
Förster, E. 386.
Förtsch. \V. 480.
Fokke, S. 272.
Forberg. E. 446.
Forrer, R. (Rerroff) 480.
Forsmann, G. A. 360.
Forster, E. 481.
Fos, J. D. 269.
Francis (Oppenhcimerj 451 bis
453-
Franck 207.
— II. 293-
602
Namcns-Registcr der Exlibris-Verfertiger.
F'ranck, J. U, 178, 292.
Francke, E. 477.
Frankenberg, A. v. 477.
Frcnch, E. D. 554.
Frenz, A. 448.
Fridrich, B. G. 12. 207. 292.
— J. A. 12. 206. 228. 229. 250.
292.
— J. G. 12. 207. 234. 256. 282.
283. 288.
Friedrichs, F. 479.
Funck, J. P. 252. 281.
Gaab, F. 458.
Gabler, N. 255.
Ganz, J. P. 264.
Gebhardt, E. v. 401. 446. 447.
Gebhart, A. 415.
Gehrts, J. 447.
Geiler 358.
Geisbc, L. 393.
Genelly, F. 360.
Genzsch, E. J. 419.
Gericke, S. T. 210.
— J. E. 267. 268. 286.
Gette, G. 423.
Gcyser C G. 262.
Giere, J. 360.
Gindcly, G. 482.
Glassbach, C. B. 286.
Gleich, J. 270.
Goedccke, F. 390.
Güdschc, O. E. 360.
Görtz, I. Gfn. 480.
Goethe, J. \V. V. 260. 361.
Götz, E. 481.
— F. 418.
GoUlcnbcr^, E. 479«
GüUlschmidt-Tissot, N. 433.
Goltz, A. 473.
Gordon, A. 415.
Gradl, M. J. 440.
Graf. C. 269.
— G. 418.
— J. 4<^9-
(iralT. K. L. T. 360. 444.
Grassanter, F. 1S5. 293.
Grcincr, (). 12.401.466.467.475.
Grimm, R. 469. 470.
Groothoff, H. 391.
Grün, H. B. 11. 132.
Grüner, O. 393.
Grundherr, A. v. 419.
Gube, M. 12. 386.
Günther, R. 394.
Guggenheimer, M. 475.
Guttwein, J. B. 207. 293.
Haas, M. 482.
llaase, A. 475-
Hachenburg, A. Gf. 480.
Hahn, E. u. F. v. 212.
Ilähn, A. 416.
Hailler, M. 183, 326.
Halle, S. 210. 360.
Halm 272.
— F. 252.
— P. 12. 294. 349* 409.
Halmhuber, G. 439.
Halmi, A. 413.
Hammer, C. 361.
— K. 457-
Hanssen, E. 480.
Hapgood, T. B. 91.
Härder, J. 450.
Harnier, E. v. 386.
Harrach, F. Gf. 420.
Hartmann, R. J. 461.
Harwitz, R. 473.
Hasse, K. 469.
Hauer, H. 169. 170.
Haupt, G. 286.
Hausen, E. Frh. 398.
Haushofer, K. u. F. 477.
Haye, de la 207.
Hayek, H. v. 415»
Hcffner, K. 446.
Hefner-AItencck, J. H. v. 395,
Hefner, O. T. v. 357. 377. 3S6.
Hegenbart, F. 419.
Heil. G. 433« 47o«
lleinleth, J. 207.
Heise, H. 475.
Hcisig, F. K. 251.
Heling. H. 385.
Hcmi)el, K. 269.
Namens-Registcr der Exlibris-Verfertiger.
603
HcngelcT, A. 413.
Ilennig, Th. 67. 395.
Henry-Andre, 394. 475-
Hensinger, G. 419.
Herdtle, R. 439.
Hermann, A. 433.
HOroux. B. 467.
Herr, J. L. 235.
Herwegen, P. 292.
Hess, A. 294. 349.
Heumann, G. I). 12. 206. 233.
254. 282. 284. 525. 526.
Heyden, A. v. 420.
Heymann, M. 450.
Hiddemann, h. 448.
Hildebrandt, A. M. 17. 33. 379.
380. 515.
— J- J. 477.
Hille, K. G. V. 269.
Hirsch 394.
-— K. 422. 423.
Hirschvogel, A. 145.
Hirzel, H. 402. 435 — 438.
Hittinger, M. U. 292.
Hitz, D. 4.^0.
Hlavcizek K. 475.
Hoeger, A. 2(u). 286.
Hoenig, H. 454.
Hoeppener, II. (Kidus) 429.
Hoermann, ('. V. v. 232 — 234.
256. 2S3.
Hoffmann, J. 472.
Hogetop, G. 391.
Hohl wein. L. 419.
Holbein, H. 11. 136. 138.
Holdcnrieder. J. (i. 207. 294.
Hollenberg, F. 439.
Holst, R. 450.
Hollzmann, K. F. 264. 358.
Homann, J. Ii. 1S5. 282.
Honegger, M. 467.
Horst, E. 44S.
Horstmeyer, K. 433.
Hübler, K. 47^.
Hübner, J. 35S. 359.
Hüffner. 1*. H. 295.
Hulbe, G. 450.
Hüpschmann. (i. 129.
• Hütter. E. 481.
Hugo, M. V. 478.
Hupp, O. 294. 349- 385- 419.
Hyrtl, J. 360.
Ichey, J. 394.
IJg. Jt^'- 473-
Illies, A. 449.
Isenberg, H. 449-
Jacobsen, J. 450.
Jacoby, äI. 438.
Janssen, V. 448.
Jantzen, H. 389.
Jauner, H. 393.
Jenner, \V. 450.
Jezl. J. 185.
Johannsen, T. 433.
Jugend, München 402.
Jungwirth, F. X. 207. 292. 313,
Kaiser, Agnes 454.
! — Anton 471.
— E. 423.
— R. 418.
Kandcl. I). 143.
Kannengiesser. A. H. 479.
-- K. V. 433.
Karl, R. 4(>().
Katzler, V. 393.
Katzsch, A. 433.
KautTer, M. 250.
Kau])ertz, J. V. 235.
Keil, L. 478.
Keller, I,. 44S.
— -Leuzinger, F. 440.
— P. W. 420.
Kellner, (i. 457.
H. 417.
Kempin. K. 444.
Kepler, R. E. 441.
Kern, II. 420.
, Kersten, P. 458.
; Kesskfr. A. 423.
KhnoptT, F. 476.
Khol, A. 12. 179. 180. 189.
' Kichler, A. 444.
. Kilian. G. (.'. 12. 206. 250.
604
Namens-Register der Exlibris- Verfertiger.
Kilian L, 12. 17S. 292.
— P. A. 12. 206.
— W. 12. 178. 179, 192. 294.
— W. P. 13. 271. 272.
Kilz, fi, 423.
Kinne, F.. 269.
Kirchbach, !â– '. 411;.
Kirchner, E. V. K. 396.
Kissel, K. 194. 462. 463.
Klauber, I. S. oder J. B. 206.
Kleemann, O. 396.
Klein, C. J. 438.
— J. B. 45<.
Kleitcr, M. 420.
Klemm, G. 446.
Kllmsch, E, 38g.
Klinger, J. 429.
- M.
—466.
Klipphahn, J. 396.
Klufit, H. 450.
Knab, A. 429.
Knapp, M. 461.
Kneesert, G. 477.
Knoetel, R. 43i-
Knoezingcr, G. 477. 580.
Knorr & llirth, 419.
K oberstein, H. 433.
Koch, R. 4(>9.
Kochanou'sky, R. 419.
Kühler, O. 14. 423.
Köler, G. 185.
KöniKsbergcr, G. 433.
Koepp-Suscmihl, M. 433,
Koppel, J. G. 256.
Körner, It. 395.
Köv<
235-
, 11. 477-
Kohl, K. %<<o.
Koller, J. J. 258.
Konsbrucck. II. 41.S.
Kopp, H. 4:;o,
KorHla. \V. 4«o.
Kossulh. K. J. 41S. 579
Kostial, K. 41S.
Ki.iKcl. 1 f. 469.
Krahl, E. 33. 93, 391.
Kras:!ewska, Ü. Gfii. 41
Kratz, A. 433.
Kraus. J, U, 279.
Krause. H. 431.
Kreidolf, E. 415.
Krctschmar, A. 423.
Kronenberger, H. 419.
KrüEcr, A. 433-
— D. 183. 184.
— E. G. 264.
— J. K. 268.
Kruse, F, 429.
Küffner. P. 185. 312.
Kühn, L, 387 455.
Kühner T. 423-
Küscl, M. iSj. Z93.
Küstcrmann, L. 423.
Kütncr, S. G. 27a.
Kuhno, A. 433-
Kurzbauer, J. 415.
Lambottc, C. 393.
Lar
25a-
A. 385. 433-
Landnitz, J. 295.
Lang, M, 1S4. 295.
Laporteric, F. X. 212.
La Roche, M. 475.
La Rosec, A. Gf. 252. 25
Latt, II. 433-
Laudi, V. 482.
Laurcnce, M. 477.
Lautensack, H. S. 146.
La Valette, O. v. 478.
Lebcrt 272.
Lcchter. M. 402. 425.
Lc Clerc, S. 1S5. 272.
Lehmann. A. 433.
Lcichtle, A. 480.
Leistikow. K. 433,
Lemmenz, G. 476.
Lerpö, F. 469.
Lcyen, H. v. d. 480.
I.espier, J. de 185.
Licht. S. 423.
Lichtensteger, G. Z07. 2
Liebe, C. ü. A. 262.
Lieber, M. 442.
Liebmann, A. 425.
Namcns-Re^istcr der Exlibris-Verfertiger.
605
Liesen, E. 429.
Lilien, E. M. 440.
Lindemann, H. 419.
Lindenstedt, II. 433.
Linder, W. 460.
Lindheimer, O. 389.
Lindnitz, J. 185.
Linncmann, A. 453.
Lippert, A. 449.
Lippisch, F. 429.
Liuek, L. 473.
Lodemann. II. 417.
Löffelholz, K. Frh. 358. 386.
Löwe, M. S. 268.
Löwenfeld, J. v. 397.
Lohrenz, J. E. 361.
Lohrmann, F. A. 212.
Lohse, \V. 450.
Lorenzen, J. 442.
Lorenz, F. 477.
Lotz, F. 458.
Lüthi, A. 453.
Lufft, T. 433.
Luthmer, F. 451.
Maag, J. N. 207. 220. 231. 252.
292.
Maassen, P. 212.
Macht, H. 471.
Mass, J. C. 438.
Magnussen, W. 419.
Mair, Alexander 178.
Malbeste, G. oder M. 360.
Manasser 187.
Mandhoff, G. F. 212.
Manes, J. 475.
Mannfeld, B. 450.
Mansfelt, A. 212.
Manzel, L. 433.
Marianus, J. 269. 361.
Marzahn. E. 438.
Matthis, K. E. 461.
Maur, A. 293.
Mautner, K. 472.
May, A. 415.
Meil, J. H. 233. 234.
— J. W. 12. 266. 267. 272.
Menzler, W. 419.
Merck, H. J. 479.
Mettelj 265.
Mettenleitner, J. M. 252.
Mever, A. 212.
— E. L. 398. 399. 402. 478.
479- 539.
— F. 293.
— H. 424.
— K. 415.
Michahelles, E. 442.
Michelangelo 383.
Mielke, R. 385.
Modde, M. 433-
Möglich, A. L. 207. 252.
Mönkemeyer, A. 450.
Mörl, J. 206. 292. 294.
Mohrbutter, A. 450.
Montalegre, J. v. 258. 282.
Moser, E. 473.
— K. 471.
Müller, J. G. v. 12. 256.
— J. J. 286.
— K. A. E. 477.
— M. S. S. 292.
München, Kunst im Handwerk.
402.
Munk, E. 471.
Murillo 483.
Myrbach, F. Frh. 471.
Nahde, H. 384. 398.
Nathe, C. 269. 461.
Nauen, H. 454.
Nauhaus, O. 450.
Naumann, ('. 453.
Necker, L. G. 258.
Nestler, K. G. 234. 264. 285.
Neubauer, 361.
— F. L. 258.
Neumann, A. 477,
— E. 417-
Neuner, G. 419.
Nicolai, A. 212. 295.
Niebuh r, F. 450.
Nietiermcyer, F. A. 358.
Nielsen, A. 450.
Niemeyer, A. 419.
Nieper, L. 91. 92. 444. 469.
6o6
Namens-Rcgistcr der Exlibris-Verfertiger.
Nigg, F. 429.
Nilson, J. E. 12. 226—228. 416.
Nissl, R. 41g.
Noder, O. G. 269.
Nothnagel, J. A. B. 258. 259.
Novak, L. 475.
Ochs, K. 451.
Ocder, G. 448.
Ochring, K. 386.
Oertel, W. 419.
Oertzcn, A. v. 395.
Olsen, A. M. 450.
Opel, P. 71. 72.
Oppenheimer, F. 451—453.
Orlik, E. 402. 474.
Ort wein, A. 473.
Osenbrügg 398.
Ostcrländcr 284.
Ostermann, E. 461.
O'Swald, T. 479.
Otto, G. 293. 382.
-- H. 448.
— J. S. 360.
-- R. 382.
Fächer, A. 416.
Panitz, B. 462.
Pankok, B. 402. 410. 413.
Passavanti, J. 454.
Passe, C. V. d. 174. 176.
Pauli, G. 478.
Pauluzzi, D. 472. 473.
Peer, K. J. 419.
Pollens, E. 91.
Pcrbandt. A. v. 478.
Person, F. 419.
Petrarca, J. 2^5.
Pfaff, h\. 446/
Pfann, J. 176. 1S9.
Pfautz, C. A. 250.
PfeifTcr, E. 480.
— R. 450.
Pfenni«;, E. 440. 441.
Phili])pin, J. D, 263. 285.
Picarl, H, 212.
Pie]»cr, H. 47S.
Pilsen, F. 212.
Pingelin, G. F. 212.
PintX, J. G. 207. 230.
Plener, H. 439.
Pletsch, O. 470.
Pocci, F. Gf. 357.
Pock, M. 269.
Polak, M. T. 212.
Ponheimer, K. 269.
Porsche, A. 473.
— O. 417.
Praun, S. F. v. 396.
Prechler, J. A. 212. 295.
Pronberger 433.
Protzen, O. 430.
Przibram, H. 481.
Ränicke, M. 432.
Raphael 483.
Rath, A. 473.
Rauchenegger, A. E. 433.
Rauchfuss, J. 480.
Rausch 269.
— L. 361.
Rauscher, L. 349.
Rauschmeyer, J. P. P. 81. 252.
Rehlender, G. 438.
Reiber, P. 481.
Reichlin, J. v. 396.
Reichsdruckerei 433.
Reinicke, E. 419.
Reinitz, M. 418.
Reinhard, E. 478.
Reinhardt, A. 207. 234, 393.
Reiser, T. 448.
Rentz, M. 2^2.
Rerroff (Forrer, R.) 480.
Rcsch 117. 293.
ketberg. R. v. 93. 377. 396.
Rettelbusch. A. 450.
Reusmann 235.
Reuss, H. Prz. 396.
R., H. 146. 147.
Rheude, L. M. 386.
Richter, A. L. 11. 358.
Rickelt, K. 386. 388.
Rickers, II. 295.
Ricketts, E. B. 482.
Ridinger, J. E. 12. 251.
Namens-Registcr der Exlibris-Vcrfcrtiger.
607
Ries, A. 4S0.
Ricth, P. 402. 417.
Rietschel, (i. 429.
Ringel, J. 366.
Ritter, 1*. 457.
Rochefort, E. v. 4S1.
RoC(iuc, B. de la 235.
Rodenwaldt, K. 433.
RückI, 11. M. 419.
Röder, (j. 4(')9.
Rödcrstcin, O. 451.
Rögge. \V. 41S.
Rnhlinger, K. 454.
Rösch, (1. S, 230.
Rössler, M. 207. 209.
Roger, 1^ 212.
— O. 4S0.
Roick, (). 382. 385.
Roller. A. 473.
Rommel, T. v. 397.
Roi»]>, M. A. Frh. 41S.
R()senl)aum, R. 39S.
Rosenstein, M. 4S0.
Rosmäslcr, J. K. 209. 360.
Rosner, K. 477.
Rossius V. K, 477.
Rota. M. 142. 145.
Rucktäschel, R. 433.
Rumpf, F. 433. 439.
Saal. I. 269.
Sack, K. 4r)ü.
SatU-ler. K. 12. 173. 170.
— J. 12. 171. 2i)4.
— K. 12. 172. 173. 490.
Saldörfer, K. 129.
Salver. J. A. 294.
Sandrart. J. v. 179. 181.
Sartorio, (i. A. 470.
Sattler, J. 402. 425—427.
Sauber, J. 3S5.
Säur. ('. 1S5.
Save. G. 47'».
Schaarschmidt. K. 447.
SchäfiT. K. 439.
Schäufelin. H. 138. 14^».
Schaur. K. 293.
Schauj)]), R. 417.
Schellenherg, J. R. 86. 266.
Schelter & (iieseckc, J. G. 469.
.Schcnnis, V. v. 425.
Schiestl, R. 417.
Schiller, G. 433.
Schindler, A. J. 212. 293.
Schlatter, S. 475.
Schleich, J. K. 252.
Schlesinger, M. 48 1.
Schlcuen. J. V. und J. I). 285.
Schlicht. H. 419.
Schliz, A. 480.
Schmidt-Pecht. IL 389.
Schmidt-Sorrent, II. 433.
Schmidt-Zelle, A. 417.
Schmidlhammer. A. 419.
Schmischeck, J. C. 184. 293.
Schmitmer, V. L. 295.
Schmitt. H. 416.
Schmitz-Wünnenberg, H. 448.
Schmoll von Eisenwcrth , G.
und K. 409. 444.
Schmuz. T. 414.
Schmutzer, J. A. 211. 212. 269.
293-
Schnaj)|)er, I. J. 258.
Seh nee weiss, K. 270.
Schneider. (\. J. 207.
Schnitzer, L. 185.
Schnulner, F. L. 212.
Schnug. L. 461.
Schön. A 212. 293. 311.
— H. 104.
Schönbeck, A. 395.
Schönberger. K. 430. 431.
Schönhaupt, L. 389.
vScholcke. (*. 269.
Schnitz. A. 423. 433.
Schramm, (.). 479.
Schreder, M. 471.
Schüz. !''. 44S.
Schulz. II. 477.
Schultz^. II. 469.
Schulz, r». 444.
Schulze. A. F. 46«).
Schur, K. 477.
Schuster. F. 477.
Schulte vom Hrühl, W. 293. 453.
6o8
Namens-Register der Exlibris-Verfertigcr.
Schumacher, F. 444. 445.
Schwabe, H. 457.
Schwarz, H. 477.
Schweickhardt, J. A. 282,
Schwcrdtner, J. 393.
Schwindrazhcim, H. 449.
— O. 15. 448. 449.
Scopp, J. G. 212.
Scotin, G. 237.
Sebald, O. 469.
Sezessionen, München, Wien
402.
Seiller, J. G. 212.
Seitz, A. und R. 408.
Senarclens-Grancy,H.Frh. 477.
Seydel, E. 423.
Seyfried, L. 414.
Sherborn, C. W. 12. 19. 476. 554.
Sibmacher, H. 12. 84. 166. 170.
171.
Sieger, E. 418.
Siegrist, K. 444.
Silvester, R. 360.
Simon, E. 295.
Simrock, M. 477.
Simpson, J. W. 476.
Sir, J. 475.
Söckler, J. M. 207. 252. 280.
281. 289.
Soest, Albert von 156.
Solis, V. 12. 125. 126.
Sommer, M. v. 185.
— O. 453- ^
Spandow, E. 415.
Spatz, \V. 447-
Spechter, H. 449«
Speyer, C. 418.
Spicker, M. 433-
Spielberg, IL und F. 470.
SpiUing, K. 438.
Spindler, K. 402. 462.
Sprengel 235.
Springinklee, H. 76. 122. 130.
bis 133. 343.
Spyk, J. V. d. 212.
Stahl, J. L. 255. 358.
Stall, iM. 418.
Standhartinger, II. 415.
250. 292.
Standke, W. 386.
Starke, C. A. 14. 450.
— G. 295. 450.
Stassen, F. 402. 424.
Steinberg 269.
Steinberger, L. M. 229. 249.
250. 292.
Steiner, Hans 475.
— Hugo 47J.
Stenglin, C.J. 182. 183.
St, Hilaire 269. 284.
Stern 384. 394.
Steyert, A. 476.
Stimmer, C. 138. 140.
Stock, J. M. 200. 234. 263.
Stölting, P. 415.
Stör, A. 458.
— J. W. 185. 207.
Störcklin, J. H. 206. 292. 306..
Stöving, K. 433.
Strahowsky, B. 212. 234. 235.
Strganowsky 286.
Strich-Chapell, W. 441.
Striedbeck, J. 12. 182. 206. 234
bis 236. 294.
Stroehl, H. G. 17. 33. 293. 423.
378. 391. 393-
Stroever, S. 417.
Stroff, K. 475.
Sturmband, S. 386.
I Stüler-Walde, M. 430.
Sturm, J. C. 185.
Sturtzkopf, W. W. 460. 461.
Suchodolsky, S. v. 419.
Susemihl, C. 258.
Sunko, M. 392.
Svabinsky, M. 475.
Svenson, J. 450.
Sysang, J. C. 234. 264.
Taack, J. v. 477.
Tanje, P. 272.
Taubert, M. 398.
Teichen, H. 433.
Teske, K. 390,
Tettau, W. Frh. 438.
Tetzel, F. ^2^.
Tezel, J. B. 185.
Namens-Register der Exübris-VcrfertiEer.
609
Teichraann, I. 480.
Theissinger, G- 589.
Thelot, J. G. 250. 25:.
Thclott, E. K. G. 25*.
Thcut. W. 450.
ThcytT und Hardtmuth 393.
Thiele, R. 476-
Thicrry, C. E. 394. 476.
Thiersch, F. v. 446.
Thoeren, H. 454.
Thoma, H. 11. 401. 44'- 443-
Thomen, R. 475-
Tiemann, \V. 46g,
Tischbein, J. H. 164.
Tobicr, V. 419,
Toeche-Miltier, 395- 400-
Todt, E. 450.
Torgg!er. H, 418.
Tragy, J. 477-
— Ö. 4.9.
Traittour, G. v. 134,
Troischt, J. 450.
Troschcl, H, ii. 169. 170. 189.
Twickci, M. Frn. 397.
Tyroff, H. . a8i.
— r. I). ao7. 193.
— M. II. 6j. 65. 207. 231. 343-
246. 253. 154- 280.
Ubbclohde, O. 402. 409. 579.
Ullrich, H. 12, 166-168. 189.
Unger, \V, 12. 470.
Urlaub, G. v. 386.
Veit
M. .
Vcldcn,
Vereist, E. 252.
Versel, A. 45 !â–
Vinkeics, R. 212.
Vinvcomi-, J. 19
Völüeriiiig. H, 4 =
Vügeler, H. ij,"
Vogtherr, H. 142
Voißt, M. 358.
— r. 3S3. 402. 4
I Volbrecht. E. 450.
Volckart. J. V. 255.
VflIckmann, £.481.
I Vdkmann, R. v. Ai^-
Volz. VV. 409.
Vriesländer, J. J. 468.
Wachsmann, A. 168.
Wachsmuth, F. 271. 287
Wagner, G. 430.
— K. 439.
Wahl, A. V. 14- 419-
Waldron, Miss 14.
Wallau 46 a.
Walter, F. X. 235.
Wallhcr E. 475-
Waitz, A. 481.
— J- J. 462.
Walwert. G. C. 28J.
Wanderer, F. 388. 557.
Wandrey, C. 433-
Weber 269.
Wegener, R. 479,
Wcgncr, K. 450.
Wchrbrunn, E. '
Wcigel, \V. 419.
Weimar, W. 449.
Weinland, M. 419.
Weinrauch, J. K. 2()9.
Weis, J. 235. 341.
Weise, G. W, 264.
— R. 415-
Wuisgerber, A. 401. 417,
Wtiss, E. K. 442.
— F. 482.
— G. F. 2(2.
Wcisaenhahn, G. M. 252.
WcitiiCh, K. 4!y,
Wciltenhiller. M. v. 398. 481.
Weller 189.
Welsiberg, F. Gfn. 482.
Weite, G. 258.
Welti, A. 410.
Wendisch, T, 433-
Wcndtlandt, E, 4*3-
Wenig, B. 294. 349- A02. 4S'
459-
Wcning, J. B. 269.
39
. 346.