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Full text of "Die Arachniden. Getreu nach der Natur abgebildet und beschrieben"

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Getreu nach der Natur abgebildet und beschrieben. 



Von 



C. L. KOCH, 



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König! Beyer. Kreis -Fofstavitu in Regeusburg. 

Neunter Band. 



> • 



• ' •• • • 






Mit sechs und dreissig fein ausgemalten Tafeln. 



NÜRNBERG, 

in der C. H. Zeh'schen Buchhandlung. 

1842. 






\ 



V 













v ampetchei Di in k. 



% 












B u t h u s Imperator. 

Tab. CCLXXXIX. Fig. 695. 



Rostfarbig-, die Hände, das Endglied des Schwan- 
zes und die Beine gelb; die Rande sehr breit, am 
Innenrande stark gerundet und flach, dicht gekörnt; 
die Schwanzglieder mit gezähnten Kielen, das End- 
glied sehr dick, kurz, mit gekrümmtem Stachel. 

Länge des Kopfes 10y 2 '", des Körpers 24"', des 
Schwanzes 36"', im Ganzen beinahe 6". 

Der Kopf und die Rückenschilde glänzend, erster vor 
den Augen etwas flach, in der Mitte des Vorderrandes 
stark ausgekerbt, daher vorn zweilappig, die Lappen gerun- 
det und mit Randhökerchen; die über den Kopt ziehende 
Mittelfurche fein, und nicht stark vertieft; der Hinterkopf 
in ein grosses, etwas flaches Dreiek auslaufend und nahe 
am Augenhügel beginnend 5 der Hinterthorax stark erwei- 
tert; die Seitenfalten ziemlich tief und geschwungen; der 
Seitenumschlag wellig und ziemlich breit. Der Augenhügel 
nieder, breit und nicht lang, daher die Augen mehr als 
bei andern Arten aufwärts sehend. Die Fresszanccn sehr 
stark, glänzend, mit starken gezähnten Fingern. Das erste 
Glied der Taster sehr breit, mit geschwungenen Spitzen- 
rändern, an letztem aber Zahnhökcrclren und steife Bor- 
sten; das zweite, dritte und vierte Glied ziemlich wie hei 
B. Afer, die obere Fläche des dritten aber viel weitschich- 
tiger und nur einzeln gekörnt; die Hände breiter als lang, 
oben flach gewölbt, an der Innenseite stark gerundet, da- 
her viel breiter als bei B. Afer, die obere Fläche ohne 
IX. 1. 1 



Längsrippen, ziemlich gleichmässig und nicht gedrängt ge- 
körnt, die Körnchen nicht hoch und unrecelmässie; die 
Finger wie bei B. Afer. Die Brust breiter als bei diesem; 
die Kamme mit sechszehn Lamellen. Der Hinterleib der 
Quer nach gewölbt, die Ringe länger als bei B. Afer, 
übrigens eben so gestaltet; der Schwanz wie bei diesem 
gestaltet, die Kiele aber etwas schärfer gezähnt; das End- 
glied mit dem Stachel wie bei diesem. Die Bauchschilde 
gewölbt, glatt, mit sehr grossen Luftritzen und mit einem 
Längseindruck einwärts vor diesen. Die Beine wie bei 
B. Afer. 

Kopf, Thorax, Körper, Schwanz und Taster rostroth, 
aufs Rostbraune ziehend, das Endglied des Schwanzes un- 
ten gelb, oben mit rostfarbigem Anstriche und mit rost- 
braunem Stachel; die Hände oben an der Innenhälfte gelb, 
an der äussern verloren rostbräunlich ; die Finger dunkel- 
braun, in die hellere Handfarbe übergehend. Die Fress- 
zangen hellgelb mit rostfarbigen Fingern. Brust und Bauch- 
schilde gelb, der Vordertheil der erstem und der Endschild 
der letztern mit rostbräunlichem Anstriche ; die Brustschildc 
hellgelb, die Beine gelb mit rostbräunlichem Anstriche. 

Vaterland. Unbekannt. In der Sammlung der Uni- 
versität Erlangen ist ein ganz vollständiges Exemplar zu 
sehen, von welchem ich gegenwärtige Beschreibung mit 
Abbildung entnommen habe. 




1 



Ja 



$ 









Buthus Bengale nsis. 

Tab. CCXC. Fig. 696. 



Rothbraun, Taster und Schwanz heller als der 
Körper; Taster lang, mit flach gewölbten, dicht körnig 
runzeligen, an der Innenseite gezähnten Händen, ge- 
zähnten Kielen des Schwanzes, und dickem, unten scharf 
zähnigem, grossstacheligem Endglied des letztern. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 1" S'", des 
Schwanzes 1" 10'". 

Klug. Königl. Sammlung in Berlin. 

Der ganze Scorpion durchaus glänzend, wie lakirt. 
Der Kopf in der Länge 6 J / 2 " messend, hinten eben so 
breit; Vorder- und Hinterleib massig hoch gewölbt, der 
Kopf vorn fast etwas flach, in der Mitte des Vorderrandes 
stark ausgebogen, die dadurch sich bildenden Vorderrands- 
lappen gerundet; der Augenhügel nicht gross, in der Mitte 
der Kopflänge, mit einer tiefen Rinne umgeben, letztere 
in die Ausbiegung am Vorderrande auslaufend; die gewöhn- 
liche Beule am Hinterkopfe dreieckig, flach, von der über 
den Augenhügel ziehenden Längsfurche durchschnitten, vom 
Hinterrande durch eine Querfurche, aber nicht länger als 
die Beule selbst, abgeschnitten 5 die Seitenfalte sehr gross 
und tief; der Seitenumschlag ziemlich hoch, mit einer durch- 
ziehenden seichten Längsrinne; die Seiten des Vorderleibes 
gekörnt, hinten etwas dichter und Jfeiner als vorn. Die 
Augen massig gross, in ganz geregelter Stellung. Die Schild- 
ringe des Hinterleibes nicht lang, vor dem Hinterrande et- 
was schwielig der Quer nach erhöht, in der Mitte des 
Rückens eingedruckt, mit einer niedern Längsbeule; die 
Seitenumschläge und die Vorderrandsumschläge von gewöhn- 

1* 



lieber Gestalt, etwas schmal ; die Schildfläche in den Sei- 
ten deutlich gerieselt; auf dem Endschilde eine grössere, 
hinten gerundete Beule und oben beiderseits nahe am Hin- 
terrand eine eekörnle Ecke : die Seiten rauher als die der 
übrigen Schilde. Der Schwanz nicht sehr dick, die vor- 
dem Glieder etwas breiter als die hintern, das erste oben 
aufgeblasen, mit einer grossen Längsrinne, das zweite Glied 
oben ziemlich wie das erste, die folgenden stufenweise 
niederer, alle bis zum Endgliede stufenweise länger, das 
vorletzte, von oben gesehen, ziemlich gleichbreit, alle oben 
mit spitzen ziemlich reihenweise gestellten Hökerchen, die 
zwei oberen Kiele bis zum Endgliede scharf gezähnt, die 
unteren der zwei vordem nicht gezähnt, am dritten die 
Kielzähnchen noch undeutlich, am vierten deutlich, am fünf- 
ten ziemlich gross und scharf; das Endglied fast breiter als 
das vorletzte, oben flach herzförmig, unten bauchig aufge- 
blasen, nicht viel länger als dick, mit glatten Längsrinnen 
und scharfzahnigen Kielen zwischen den Pvinnen ; der Sta- 
chel gross, nicht dick, stark gebogen, mit eiförmiger Gift- 
ritze. Die Taster über 2 Zoll lang, massig dick, die zwei 
vordem Glieder von gewöhnlicher Gestalt, eben so der 
Vorder- und Hinterarm, erster mit scharfen Kantenzähnen 
und spitzen Flöckern auf der obern Fläche; der Vorderarm 
runzelig, mit geschärften Zähnen an der Ecke der Innen- 
seite; die Hand lang, mit den Fingern so lang als Vorder- 
und Hinlerarm zusammen, die obere Fläche nieder gewölbt, 
durchaus dicht nieder gekörnt, die Körner zum Thcil zu- 
sammenfliessend, und drei ziemlich deutliche Längserhöh- 
ungen bildend • die Innenseite der Hand mit scharfen Zäh- 
nen versehen; die Finger flach, etwas gebogen, ungleich 
eingestochen punktirt, mit den gewöhnlichen Zahnausbuch- 
tungen an der Innenseite; unten die Hand mit drei star- 



keil, ungleich zahnhöckerigen Lä'ngsrippen. Die Bruststücke 
und die Hüften unten flach; 13 Lamellen an den Brust- 
kämmen. Die Bauchschilde flach gewölbt, mit zwei Längs- 
furchen und weit auseinanderstehenden, paarweisen Punkt- 
grübchen, und schmalen langen Luftlöchern. Die Beine 
von gewöhnlicher Grösse und Gestalt, die Schenkel des 
ersten Paars unten etwas höckerig. 

Der Vorder- und Hinterleib gleichfarbig dunkel roth- 
braun, oder dunkel kastanienbraun, der Schwanz braunroth, 
an den Kielen und Zahnchen etwas dunkler, das Endglied 
oben etwas heller und auf's Gelbliche ziehend, der Stachel 
dunkler, an der Spitze in's Schwarze übergehend. Die 
Presszangen olivengelb, an der Spitze vertrieben olivenbraun 
mit rostbraunen Zangenfingern. Die Taster rothbraun, et- 
was dunkler als der Schwanz, die Kiele und Zähne an dem 
Vorder- und Hinterarm ebenfalls verdunkelt, ebenso die 
Zähne an der innern Handkante; die Finger der Hände 
in's Schwarze übergehend. Die Unterseite, die Hüften und 
die Beine gelbbräunlich, die Brustkämme und die Tarsen 
ockergelb. 

Das andere Geschlecht hat merklich breitere und ge- 
wölbtere, auch etwas kürzere Hände, doch nicht ganz so 
breit als lang. Der Schwanz ist bei diesem etwas kürzer, 
alles Uebrige nicht abweichend. Fig. a. zeigt den Umriss 
einer solchen Hand mit den Fingern. 

Vaterland. Ostindien, Bengalen. 



6 



Buthus Caesar. 



Tab. CCXCI. Fig. 697. 



Schwarz, die Hände der Taster aufs ßraunröth- 
liehe ziehend, das Tarsenglied gelb; die Hände fast 
breiter als lang, das Endglied des Schwanzes kaum 
so dick als das vorletzte, unten scharfzahnig. 

Länge des Kopfes 6y 3 '", des Hinterleibes 13%'", 
des Schwanzes 1" 7 Vi'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Das ganze Thier mit Ausnahme der obern Handfläche 
glänzend. Der "Vorderleib merklich länger als breit, die 
Scheitelaugen in der Mitte der Länge; der Hintertheil der 
Quer nach ziemlich halbrund gewölbt, vorn an den zwei 
Vorderrandslappen niedergedrückt und flach, auf dieser Fläche 
unordentlich zerstreute ungleichgrosse kleine Körnchen; 
der Vorderrand in der Mitte stark ausgekerbt, daher die 
Vorderrandslappen ziemlich gross; die Mittelfurche über 
den Augenhügel bis zum Hinterrande des Kopfes durch- 
ziehend; die zwei Beulen am Hinterkopfe etwas dick, ge- 
glättet, glänzender als die übrige Fläche, an dem Innen- 
winkel abgerundet, an dem äussern etwas geschärft, von 
der obern Schwingung der Seitenfalte an mit einem seich- 
ten Quereindrucke; die Seitenfalte tief und stark geschwungen, 
die Seiten ziemlich weitschichtig gerieselt, mit etwas schmalem 
Umschlage, auf der obern Kante des Umschlages eine sehr 
feine Körnerlinie; der Hinterrand des Thorax hinter den 
Hinterkopfsbeulen und in der Breite dieser aufgeworfen, 
geglättet und stärker glänzend, an beiden Enden ein run- 



des Höckerchen mit einem Grübchen auf der Spitze; der 
Augenhügel nicht gross, tief liegend, kurz oval, die zwei 
Kiele glatt und glänzender; die Seitenaugen fast so gross 
als die Scheitelaugen. Der Hinterleib ziemlich gewölbt, in 
den Seiten etwas grob gerieselt, mit geglätteten Umschlä- 
gen ; auf dem Rücken der Ringschilde zwei Eindrücke, und 
am Ende, ohngefähr in der Hälfte der Ringlä'nge, eine nie- 
dere Beule, und am Hinterrande oben etwas weiter ausein- 
ander zwei Höckerchen; überdiess die hintere Ringhälfte 
schwielenartig erhöht; der Endschild von gewöhnlicher 
Gestalt, grober gerieselt, auf dem Rücken eine grosse, et- 
was unebene, hinten abgerundete, breite Längsbeule, und 
mit zwei Seiteneckchen vor dem Hinterrande sich in die 
Fläche kurz verlierend; auf dem Hinterrande aller Ringe 
eine sehr feine Körnerreihe. Der Schwanz im Verhält- 
niss zum Körper etwas kurz, nicht dick, die Glieder, von 
oben gesehen, stufenweise etwas dünner, alle oben mit zwei 
mehr erhöhten Län^sbeulen und einer tiefen Rinne dazwi- 
sehen, die zwei obern Seitenkiele der vier vordem Ringe 
ungleich, die übrigen geschärft, am vierten schwach gezähnt, 
mit hohlen Zwischenflächen, zuweilen auf den Kielen ein 
Punktgrübchen; das fünfte Glied mit scharfzahnigen Kielen, 
die Zähne an den Kielen der Unterseite grösser und sta- 
chelförmig, am Seitenwinkel des Endrandes ein grosser ke- 
gelförmiger Dornzahn; das Endglied länglich eiförmig, oben 
flach, mit langem massig gebogenem Stachel, unten die Blase 
längsrippig und scharf gezähnt; das vorletzte und das End- 
glied unten borstig. Die Fresszangen gross, mit langen Fin- 
gern von ganz gewöhnlicher Gestalt, letztere oben mit Punkt- 
grübchen und mit einer Borste in solchen. Die Taster 
gross, die Glieder bis zur Hand von ganz gewöhnlicher 
Gestalt, der Hinterarm an der obern Kante mit kleinen, an 



der unlcrn mit grössern ungleichen Zähnen, auf der Vor- 
derseile zerstreute kleine und grössere Körnchen; der Hin- 
terarm etwas runzelig* das Endglied gross, sehr breit, ^ i / 2 
Linien lang und fast 5 i / 2 Linien breit, hinten der Ballen- 
rand ziemlich regelmässig gerundet, die Finger etwas ge- 
bogen, sehr flach, breit, mit den gewöhnlichen Längsrip- 
pen, der bewegliche, von dem äussern Einlenkungswinkel 
an gemessen, etwas mehr als die halbe Länge t\es Gliedes 
einnehmend, der unbewegliche kürzer, die obere Handfläche 
nieder gewölbt, bis zu den Fingern ziemlich gleichmässig 
gekörnt, die Körner von den Fingerrippen aus In Reihen, 
doch wenig bemerkbar fortsetzend. Die Unterseite und 
die Hüften unten glatt und sehr glänzend, die Brustkämme 
mit 13 oder 14 etwas dicken, nach Innen zu stufenweise 
kürzern Lamellen. Die Bauchschilde gross, mit zwei Längs- 
rinnen und sehr langen, schmalen Luftlöchern, auf dem 
Endschilde bloss die Spuren von vier Längskielen. Die 
Deine ohne besonderes Merkmal, die Schenkel der vier 
Hinterbeine an der Vorderseite fein gerieselt, an der Kante 
der Unterseite sehr feine, nur in gewisser Richtung zu 
sehende Zahnhöckerchcn. 

Der Vorderleib, der Hinterleib und der Schwanz sammt 
dem Endglied dunkel braunschwarz, der Hinlcrrand t\es vier- 
ten, fünften und sechsten Ringes bräunlichgelb, der Stachel 
des Endgliedes braunroth mit schwarzer Spitze. Die Au- 
gen bernsteinfarbig; die Seilenaugen etwas dunkler als die 
Schcitelaugen. Die Fresszangen gelbbraun , an der Spitze 
und die Finger dunkler. Die Taster dunkel rothbraun, bis 
zur Hand fast schwarz; das Endglied mehr. auf's Rraunrothe 
ziehend, an den Fingern heller als an der Hand, letztere 
mit röthlichen Fingerspitzen; die Unterseile aller Taster- 
glieder gelblich braunroth. Die Hüften unten, die Brust- 



ccxa 







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stücke, und die Bauchschilde olivenbraun, die Brustkä'mme 
und die liintern Bruststücke olivengelb ; die Beine dunkel 
rothbraun, fast schwarz, mit gelben Kniespitzen und gel- 
bem Tarsengliede. 

Vaterland. Ostindien. 

In dem Berliner Museum befinden sich sehr schon 
erhaltene in Weingeist aufbewahrte Exemplare; alle von 
ziemlich gleicher Grösse. 



B u t h u s C e v 1 o n i c u s. 

Tab. CCXCI. Fig. 698. 



Bräunlich rostgelb, die Taster etwas dunkler, mit 
flachgewölbteji gekörnten langen Händen, langem an 
der Wurzel verdicktem Schwänze und mit langem 
gelben Endgliede des letztern. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 1" 4'", des 
Schwanzes 1" 7"'. 

Scorpio ceylonicus Herbst. Nat. d. ungefl. Ins. IV. p. 85. 
n. 15. Tab. V. Fig. 1. 

Vorder- und Hinterleib ziemlich zylindrisch gewölbt, 
erster lang, mit tief eingedrückter fast gerader Seitenfahe ; 
der Kopf vorn auf dem Rücken ilach, mit tiefer Kerbe in 
der Mitte am Vorderrande, daher vorn beiderseits etwas 
breit rundlappig* die Seitenfläche fein gekörnt, hinter den 
Augen eine etwas geglättete Beule; der Augenhügel schmal, 
mit einer tiefen Rinne umgeben, vorn und hinten verlän- 
gert, die vordere Verlängerung spitz auslaufend, mit über 
den Hügel durchziehender Längsfurche ; am Hinlerkopfe 



10 



die gewöhnlichen Beulen flach, ziemlich gross und dreieckig, 
seitwärts scharfkantig, vom Hinterrande durch eine Quer- 
furche abgeschnitten und von der Längsfurche durchschnit- 
ten j der Seitenumschlag nicht breit, wenig erhöht und an 
den Hinterrandswinkeln nicht hoch hinauf steigend. Die 
Augen in regelmässiger Lage und von massiger Grösse. 
Die Fresszangen gross , sehr glänzend, mit scharfzahnigen 
Fingern und dichter Franse an der Innenseite. Die Taster 
bis zur Hand massig lang, nicht sehr dick, von nicht un- 
gewöhnlicher Gestalt, der Hinterarm weitschichtig nieder 
gekörnt und mit ungleich gekörnten Längskanten ; der Vor- 
derarm nicht gekörnt, nur etwas uneben, auf dem Rücken 
zwei Längsrippen; die Hände lang, dabei hinten ziemlich 
breit, gegen die Finger allmälig schmäler, auf dem Rücken 
sehr flach gewölbt, nieder gekörnt, die Körnchen selten 
zusammenfliessend, überdiess mit niedern, doch deutlichen 
Längsrippen; die Finger flach, an der Spitze glänzender, 
etwas breit, mit den gewöhnlichen Zahnausbuchtungen an 
der Innenseite und feinen Zähnchen an der Innenkante ; 
die Unterseite der Hände mehr aufgetrieben, an dem in- 
nern Einlenkungswinkel des beweglichen Fingers in ein Eck 
erhöht, in diesem zwei Handkiele zusammentreffend, ein 
dritter Kiel in der Mitte der Hand, die Kiele etwas zahn- 
artig gekörnt. Die Ringschilde des Hinterleibes etwas länger 
als gewöhnlich, mit sehr niedern, geglätteten, geschwunge- 
nen Vorderrandsumschlägen. Der Schwanz ziemlich lang, 
etwas dünn, das Wurzelglied am breitsten, die folgenden 
stufenweise etwas schmäler, auf der obern Fläche etwas 
aufgeblasen, mit dem gewöhnlichen rinnenförmigen Längs- 
eindruck, die Kiele geschärft und ziemlich hoch, die zwei 
obern fein gezähnelt, die drei untern des vorletzten Gliedes 
schärfer gezähnt, die untern Seitenwinkel am Endrande des 



11 



letztern in einen spitzen Zahn erweitert; das Endglied so 
dick als das vorletzte, lang birnförmig, oben länglich herz- 
förmig flacher, glänzend, an den Seiten eine Längsrinne, 
unten vier niedere, fein höckerige Längsrippen, das Ganze 
sanft in den langen, an der Spilze massig gekrümmten 
Stachel übergehend. Hüften und Brusttheile unten flach 
und sehr glänzend j die Brustkämme mit 17 Lamellen. Die 
Bauchschilde sehr glänzend, mit zwei Längsringen und sehr 
schmalen, langen Luftlöchern. Die Beine von gewöhnli- 
cher Gestalt und ohne besonderes Merkmal. Die Haare 
unten am Endgliede des Schwanzes länger als gewöhnlich. 

Vorder- und Hinterleib sammt dem Schwänze und den 
Beinen gelblichbraun, oder dunkel ockergelb auf's Bräun- 
liche ziehend, die Beine und der Schwanz etwas heller als 
der Körper, das Tarsenglied der Beine gelb, das Endglied 
des Schwanzes hellgelb, an der Wurzel des Stachels in's 
Rostgelbe, an der Spitze nach und nach ins Dunkelrostrothe 
übergehend. Die Fresszangen gelb mit rostrothen Fingern 
und hellgelber Franse. Die Taster rostbräunlich, die Finger 
etwas dunkler als die Hand, mit gelbrother Spitze der Finger. 
Die Unterseite des Körpers und der Hüften ockergelb, et- 
was auf's Olivengelbe ziehend; die Kammlamellen heller gelb. 

Vaterland. Ostindien, Ceylon. 



12 



Myrmecia xanthopus. 

Tab. CCXCI1. Fig. 699. 



Schwarz, der Mittel- und Hinterthorax verengt, 
die Scliildflecken vor den Luftlöchern »ross und rost 
gelb; die Beine gelb, die Schenkel des Endpaars an 
der Spitze schwarz. 

Länge 5%/" 

Fi lug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Kopf in den Vorderthorax übergehend und wenig 
merklich von diesem getrennt j beide ziemlich gleichbreit, 
fast walzenförmig, über den Küken nach hinten zu etwas, 
aber verloren abfallend; Mittel- und Hinterthorax sehr 
verengt, zwischen den Beinen stark eingedruckt oder aus- 
gebogen, hinter dem Endpaar der Beine stielartig verlängert; 
der ganze Vorderleib fein gerieselt und glanzlos. I)ie Fress- 
zangen lang, stark, wenig gewölbt, am Innenrande der 
Spitze gezahnt, die Fläche fein gerieselt, an den Seiten ein 
feiner Längskiel. Die Taster ziemlich dick, massig lang, 
die zwei vorletzten Glieder kurz, das Endglied länglich 
birnförmig, mit stielartig verlängerter Spitze, die kleinen, 
schwach höckerigen Genitalien von oben deckend. Der 
Hinterleib an der Wurzel gestielt, länglich, fast walzen- 
förmig, vorn mit einem gewölbten Rückenschilde, und gros- 
sen, glänzenden Schildflecken vor den Luftlöchern. Die 
Beine lang und sehr dünn, das Endpaar am längsten, die 
übrigen stufenweise etwas kürzer, das Vorderpaar etwas 
dicker als die andern. 



^// CCXCE. 




iz:.j. 






//./. 



13 



Die vier Mittelaugen nicht ganz Im Quadrat stehend, 
die vordem etwas mehr einander genähert und nicht in 
Augenbreite von einander entfernt, auch merklich grösser 
als die hintern : die Seitenaugen von der Grösse der hin- 
tern Mittelaugen, die vordem in der Reihe der vordem 
Mittelaugen und diesen sehr genähert, das hintere Seiten- 
aug entfernt, weiter rlikwärts stehend. 

Vorder- und Hinterleih sammt den Fresszangen braun- 
schwarz, der Rückenschild des Hinterleibes mit gelblich- 
grauen sehr kurzen Schuppenhärchen bedeckt, die Schilde 
vor den Luftlöchern rostgelb. Die Taster schwarzbraun, 
die zwei vordem Glieder In's Ockergelbe übergehend. Die 
Beine ockergelb, die Endhäifte der Schenkel des Hinter- 
paares und unten an der Spitze der Fersen dieser ein kur- 
zes Haarbürstchen schwärzlich. 

Das Weibchen ist noch nicht bekannt. 

Vaterland. Brasilien. 



Myrmecia vertebrata, 

Tab. CCXCII. Fig. 700. 



Gelbroth, fast mennigrot!], Hinterleib braun- 
schwarz, vorn mit rostruthem Rückenschilde und roth- 
gelben Seitenschilden ; Taster und ßeine rothgelb, die 
drei Endglieder der erstem und die Spitze der Schen- 
kel des Endpaars der Beine schwarz. 

Länge 6'". 

ff'alck. S. ä Buff. apt. I. p. 386. n. 3- 



14 



Die Gestalt von M. xanthopus, der Kopf aber deutli- 
cher unterschieden; unten an der Spitze der Fersen eine 
längliche Bürste kurzer Härchen. 

Kopf, Thorax, Fresszangen und Brust rostroth, fast 

 

mennigroth, ein Fleckchen zwischen den Mittelaugen braun, 
die Augen schwarz. Die zwei vordem Glieder der Taster 
gelbroth, das zweite an der äussersten Spitze und die fol- 
genden Glieder schwarz, auf dem dritten Glied ein Fleck 
rostroth. Die männlichen Genitalien schwarz. Der Hin- 
terleib braunschwarz, der Rlickenschild rostroth, hinten braun 
gemischt; die Schildchen vor den Luftlöchern rostgelb, am 
Rande dunkler, sehr glänzend. Die Beine gelbroth, etwas 
heller als der Vorderleib, nur ein breiter Ring an der 
Spitze der Schenkel des Endpaars und das Haarbiirstchen 
unten an den Fersen schwarz, auch die Spitze der Fersen, 
so weit das Bürstchen reicht, braun. 

Auch von dieser schönen Spezies ist mir nur die männ- 
liche Spinne bekannt, von welcher ich ein sehr gut erhal- 
tenes Exemplar vor mir habe. 

Vaterland. Brasilien. 



15 



Myrmccia nigra. 

Tab. CCXCIII. Fig. 701. 



Braunschwarz, oben mit ockergelben Schuppen- 
härchen bedeckt; der Kopf gewölbt, am Hinterkopf 
vertieft, der schmale Thorax an den Seiten mit drei 
Ausschnitten; Hinterleib gestielt, der Vordertheil ei- 
cheiförmig verdickt. 

Länge 7'", davon der Kopf 1%, der Thorax 2%, 
der Hinterleib 3%'". 

Perty. Delect. anim. artic. p. 199. Tab. 39. Fig. 9. 
fValch. S. ä Buff. apt. I. p. 386. n. 2. 

Der Kopf am Vorderrande gerade, mit einem geschärf- 
ten Seiteneck, etwas länger als breit, gewölbt, hinten ziem- 
lich kugelig abfallend. Die zwei vordem Mittelaugen ziem- 
lich gross, kaum in Augenbreite von einander, und in et- 
was mehr als in Augenbreite von dem Vorderrande ent- 
fernt; die übrigen merklich kleiner und gleichgross; die 
vordem Seitenaugen etwas höher als die mittlem stehend, 
und fast eben so weit von diesen entfernt als die zwei 
mittlem von einander abstehen; die hintern Mittelaugen 
weiter auseinander als die vordem und fast etwas weiter 
von den vordem als unter sich entfernt; die hintern Seiten- 
augen an einem Hügelchen weiter zurückstehend, seitwärts 
sehend und mit den mittlem einen Bogen beschreibend. 
Die Fresszangen sehr stark, dick, ziemlich lang, oben flach, 
matt glänzend, behaart, mit kleiner Fangkralle. Die Taster 
von nicht ungewöhnlicher Form, das Endglied länger als 
die zwei vorhergehenden zusammen , und dichter behaart. 



16 



Der Thorax etwas schmäler als der Kopf, vorn oben tief 
eingedrückt und einen kurzen Hals vorstellend, aber so 
breit als der Kopf hinten \ von hier an der Thorax gewölbt, 
gegen den Hinterrand verloren abfallend, an den Seiten, 
steil abgedacht und mit drei Eindrücken, daher drei Aus- 
schnitte am Rande 5 die Fläche des Thorax und des Kopfes 
oben mit Schuppcnhärchen bedeckt, die Haut aber durch- 
scheinend. Die Lrust lang, der Quer nach gewölbt, hin- 
ten sehr verengt, mattglänzend. Der Hinterleib gestielt, 
das Stielchen fast so lang als die Breite des Thorax in der 
Mitte, von dem hintern Thcil des Slielchen an auf einmal 
kugelig verdickt, hinten aber abgerundet, daher der Vor- 
derlheil ziemlich die Form der Kapsel einer Eichel erhält; 
der Hintcrtheil ohngefähr doppelt so lang als der vordere 
Theil, dünner, gebogen kegelförmig 5 die Fläche des Hin- 
terleibes oben ebenfalls mit Schuppenhärchen belegt. Die 
Beine dünn, mit etwas geschwungenen, oben von der Wur- 
zel aus gewölbten Schenkeln; die vordem Glieder sehr we- 
nig behaart, Fersen und Tarsen etwas stärker; unten an 
den Schienbeinen und Fersen dünne aber ziemlich lange 
Stachelborsten. Spinnwarzen zwar frei, aber kurz. 

Kopf, Thorax und Hinterleib schwarzbraun, auf allen 
diesen Theilen die Schuppenhärchen ockergelb, die braune 
Hautfarbe aber besonders am Kopfe durchscheinend; vorn 
am Vorderthorax ein tief schwarzer, sammetartiger Mond- 
fleck, an diesem der Halstheil seitwärts weisslich. Fress- 
zangen schwärzlich kastanienbraun. Taster rothbraun. Brust 
schwarz. Alle Beine rothbraun. Die Fersen und Tarsen 
heller als die vordem Glieder. 

Es ist mir bisher nur ein weibliches Individuum vor- 
gekommen, welches in vollständig erhaltenem Zustande sich 
in dem Königlichen Museum in München befindet; es ist 



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17 



dasselbe welches Perty bei seiner Beschreibung und Ab- 
bildung dieser Art vor sich hatte. 

Vaterland: Brasilien, aus der Gegend von Se- 
bastianopel. 



Corinna rubripes. 

Tab. CCXCI1I. Fig. 702. 



Vorderleib rostbraun, mattglänzend, nadelrissig •, 
Fresszangen röthlich schwarz; Hinterleib gelblich, 
der Rückenschild rostroth mit gelber Einfassung. 
Die Beine rostgelb. 

Länge fast 5'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin, 

Der Vorderleib dick, mit der Länge nach gewölbtem 
Kopfe, die hintere Abdachung des Thorax verloren bis zum 
Hinterrande des letztern, die Seiten des Thoras aber sich 
rund und etwas verloren abdachend, mit schwachen Falten 
und wellenförmig ausgebogenem Seitenrande ; die ganze 
Fläche dicht und deutlich nadelrissig. Die Augen in zwei 
Querreihen stehend, die vordere Reihe etwas schwach, die 
hintere stärker gebogen, die Mittclaugen der Vorderreihe 
grösser als die hintern, die übrigen ziemlich gleichgross. 
Die Fresszangen ziemlich lang, dick, fast gleichdick, an der 
Wurzel knieartig gewölbt, glänzend, rauh, dicht kleinhök- 
kerig. Die männlichen Taster von massiger Länge , das 
dritte Glied gewölbt, das vierte kurz, seitwärts mit einem 
hakenförmigen Fortsatze; das Endglied länglich birnförmig, 
die höckerigen Genitalien von oben deckend. Die Brust 
ziemlich herzförmig. Der Hinterleib länglich, nur an der 
IX. 1. 2 



18 



Spitze behaart, mit länglich ovalem, mattglänzendem Rücken- 
schilde auf der vordem Hälfte, und grossen etwas gewölb- 
ten Schilden vor den Luftlöchern. Die Reine etwas stäm- 
mig, übrigens von nicht ungewöhnlicher Gestalt : das Vor- 
der- und Endpaar ziemlich gleichlang, die beiden Miltel- 
paare stufenweise kürzer; die gewöhnlichen Stachelborsten 
dünn, die Behaarung fein und sehr licht. 

Der Vorderleib oben dunkelbraun, aufs Rostbraune 
ziehend. Die Fresszangen von derselben Farbe, aber dunk- 
ler, fast schwarz. Die Taster und die Brust rostgelb, aufs 
Rostrothe ziehend; das Endglied der erstem dunkler: die 
Genitalien kastanienbraun, stellenweise röthlich. Der 
Hinterleib gelblich, der Rückenschild und die Schilde vor 
den Luftlöchern rostroth, erster mit gelber Einfassung. Ein 
Männchen. 

Vaterland: Brasilien, Bahia. 

Anmerkung. Die Gattung Corinna enthält zierliche 
Spinnchen, welche in mancher Hinsicht mit den Myrme- 
cien in Verwandtschaft stehen, und sich mit diesen gut in 
eine Familie vereinigen lassen. Die Stellung der Augen 
ist ziemlich wie bei der Gattung Melanophora und deutet 
auf zwei Abtheilungen der Gattung, woran die vier Mittel- 
augen bei der ersten Abtheilung im Quadrat stehen, und 
die zwei vordem grösser als die andern sind, bei der zwei- 
ten Abtheilung stehen die vier Mittelaugen, welche ziem- 
lich gleichgross sind, im Trapez, nämlich die zwei hintern 
mehr merklich auseinander als bei der ersten Abtheilung j 
bei beiden befindet sich, wie bei den Mvrmecien, vorn auf 
dem Pxücken des Hinterleibes ein länglicher, hornartiger, 
glänzender, etwas gewölbter, ziemlich grosser Schildfleck. 
Die Taster weichen von denen der Mvrmecien nicht we- 
sentlich ab. 



19 



In die erste Abtheilung reihen sich Cor. rubripes und 
nigricans, in die zweite Cor. memnonia t cingulata, amoena 
und Iricolor. 



Corinna nigricans. 

Tab. CCXCIII. Fig. 703. 



Vorderleib dick, kurz, braunschwarz, gelblich be- 
stäubt; Hinterleib braun mit braunschwarzem gelblich 
bestäubtem Rückenschilde. Fresszangen und Beine 
rothbraun, die Taster dunkel rostroth mit kastanien- 
braunen Genitalien. 

Länge 3%"'. 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Ziemlich von der Gestalt der vorhergehenden; der 
Vorderleib aber kürzer und fast etwas niederer, dicht fein 
gerieselt und mit kurzen Haarschuppen bedeckt. Die Augen 
in derselben Stellung, die mittlem der Vorderreihe aber 
nicht grösser als die äussern. Die Taster und Fresszangen 
wie hei jener. Der Rückenschild des Hinterleibes breiter 
und gewölbter, und wie der Thorax mit Haarschuppen be- 
deckt. Die Stachelborsten der Beine dicker und kurz. 

Der Vorderleib durchaus braunschwarz, mil gelblicher 
Bedeckung. Die Fresszangen rbthlichschwarz. Die Brust 
gerieselt und von Farbe rostroth. Die Taster rostroth, das 
Häkchen am vierten Gliede und die Genitalien kastanien- 
braun. Der Hinterleib braun, gelblich staubig, der Bücken- 
schild dunkler, mit gelblicher Bedeckung; die Schildchen vor 
den Luftlöchern rostgelb. Alle Beine rothbraun mit grau- 
gelblichem Anfluge. 

2* 



20 

Das Weibchen sieht dem Männchen ganz gleich; des- 
rastcr sind gelb. 
Vaterland: Mexico. 



Corinna memnoni a. 

Tab. CCXC1V. Fig. 704. 



Vorderleib schwarzbraun, eiförmig-, an den Sei- 
tenkanten wellenrandig; Hinterleib kurz gestielt, läng- 
lichoval, vorn mit einem gewölbten, glänzenden, run- 
den Ilückenschilde. Beine bräunlich gelb, an den End- 
gliedern heller. 

Länge 2%'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Kopf und Thorax gleichhoch, beide durch eine deut- 
liche Scheidungsfaltc getrennt, oben sanft in einander über- 
gehend, beide nur matt glänzend* der Thorax vorn erwei- 
tert, hinten etwas spitz ausgehend, an den Seiten nach den 
Beineinlenkungen ausgebogen, daher wellenrandig, durchaus 
mit allmäliger Abdachung, dem Umrisse nach eiförmig. Die 
Fresszangen ziemlich dick, fast gleichdick, an der Wurzel 
etwas winkelig vorstehend, übrigens auf dem Rücken der 
Länge nach fast gerade. Die Taster dünn, ziemlich lang, 
schwach behaart. Die Brust eiförmig, an den Seiten eckig, 
ziemlich gewölbt. Der Hinterleib an der Einlenkung kurz 
kegelförmig verengt, und mit einem kurzen Stielchen ein- 
gefügt, übrigens länglich oval , vorn auf dem Rücken mit 
einem länglich-runden, gewölbten, ungemein glänzenden 



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21 



Schildfleck. Die Spinnwarzen etwas dünn, massig lang und 
vorstehend. Die Beine dünn, auf den Schenkeln ein wenig 
eingedrückt, ohne sichtbare Borstchen oder Härchen, das 
Endpaar merklich länger als die zwei vordem, die übrigen 
nach ihrer Folge stufenweise etwas kürzer. 

Kopf, Thorax, Fresszangen und Brust schwarzbraun, 
die Taster gelbbraun mit hellerm mehr bräunlichgelbem End- 
gliede. Hinterleib braunschwarz, der Schildfleck des Rückens 
sattschwarz. Die Beine gelbbräunlich, Schienbeine, Fersen 
und Tarsen der vier vordem, und Fersen und Tarsen der 
vier hintern ockergelb. 

Das Männchen ist nicht bekannt. 

Vaterland: Columbien. 



Corinna a m o e n a. 



Tab. CCXC1V. Fig. 705. 



Vorderleib und der Hintertheil des Hinterleibes 
feuerroth, der Hinterleib vorn aschgrau mit schmalen 
schwarzen Querbändern ; die Beine mennigrot!], theil- 
vveise schwarz geringelt. 

Länge 3%"'. 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib schmal, lang, ziemlich hoch, über den 
Rücken der Länge nach ziemlich gerade, die hintere Ab- 
dachung steil, die ganze Fläche dicht mit Haarschuppen be- 
deckt. Die Augen in geregelter Stellung. Fresszangen und 
Taster ohne Auszeichnung. Der Hiuterleib länglichoval, 
durchaus mit Haarschuppen bedeckt. Die Beine etwas dünn, 



22 



das Vorderpaar etwas kürzer als das zweite, das Endpaar 
merklich länger als dieses. 

Der Vorderleib ganz und der Hinterleib auf der Hin- 
terhälfte feuerroth, die Augen schwarz • der Hinterleib vorn 
aschgrau, in den Seiten in die rothe Farbe vertrieben, auf dem 
Rücken drei schwarze in den Seiten sich vereinigende Quer- 
streifen schwarz, der hintere in der Mitte durchbrochen ; die 
Spinnwarzen schwarz. Die Taster und die Fresszangen rost- 
roth, ebenso die Brust. Die Beine mennigroth, oben von gelb- 
lichweissen Schuppenhärchen weisslich spielend, die Schen- 
kel der vier Vorderbeine vor der Spitze und oben, ein 
Fleck vor der Spitze der vier Hinterbeine, und ein Fleck- 
chen auf der Mitte, ein Fleckchen auf den Knieen, ein 
Ring in der Mitte der Schienbeine der vier Hinterbeine, 
die Spitze der Fersen dieser Beine und an der Wurzel 
der Fersen des Endpaars ein Ring schwarz. 

Nur das Weibchen ist bekannt. 

Vaterland: Carolina. 



Corinna cingulata. 

Tab. CCXCIV. Fig. 706. 



Vorder- und Hinterleib braunschwarz, auf letz- 
term zwei Querstreifen goldgelb, über den Spinn- 
warzen solche Querstreifen einander genähert und 
schwach ausgedrückt. Beine ockergelb, die Schenkel 



23 



der zwei Vorderpaare an der Wurzel braun, die zwei 
Endpaare mit schwarzen Längsstreifen. 
Länge 3%'". 

Klag. Königliche Sammlung in Berlin. 

Gestalt ganz wie bei C. amoena, nur die Beine ver- 
hältnissmäsig länger. 

Kopf und Thorax gleichfarbig röthlichschwarz, fast 
glanzlos ; die Fresszangen dunkel rothbraun, kaum ein we- 
nig glänzend; die Brust rostgelblich, bräunlich getrübt. 
Der Hinterleib röthlichschwarz, fast schwarz, in der Mitte 
ein auf dem Bauche durchbrochener schmaler Gürtel gelb; 
zwischen diesem und dem Vorderrande ein gleicher, aber 
schon in den Seiten abgekürzt und in der Mitte von dem 
rÖthlichbraunen Schildflecken etwas bedeckt; der Schildfleck 
fast kreisrund; über der Einlenkung ein Fleckchen röthlich 
und über den Spinnwarzen genäherte Querstreifen gelblich, 
aber sehr schwach ausgedrückt; die Schilde vor den Luft- 
löchern glänzend und von Farbe rostgelb. Die Spinnwar- 
zen schwarz. Die Taster unten schwarz, oben gelblich. 
Die Beine ockergelb, die Hüften und die Wurzel der 
Schenkel des ersten Paars braun, ebenso die Schenkel des 
zweiten Paars, aber schwächer; die des dritten Beinpaars 
mit schwarzen Längsstreifen, ebenso die Schenkel des End- 
paares; die Kniee, Schienbeine und folgende Glieder des- 
selben Paars unten braunschwarz, oben roströthlich. 

Das Männchen fehlt noch. 

Vaterland: Pensylvanien. 



24 

Corinna tricolor. 

Tab. CCXC1V. Fig. 707. 



Vorderleib olivengelb, weisslich bereift; Hinter- 
leib oben schwarz, vorn der Länge nach aschgrau 
gefleckt, hinten ein grosser Längsfleck dunkel feuer- 
roth , die Seiten aschgrau, unten schwarz*, Taster 
und Beine ockergelb. 

Länge 3%'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

In der Gestalt mit C. amoena übereinstimmend, die 
Beine etwas länger. 

Der Vorderleib einfarbig olivengclb, durchsichtig mit 
graugelblichen Schuppenhärchen bedeckt. Die Fresszangen 
rostbraun , nur wenig glänzend. Die Taster ockergelb. 
Der Hinterleib oben schwarz, auf der Vorderhälfte zwei 
Gabeinecken, hintereinander liegend, aschgrau; nahe hinter 
diesen ein bis zu den Spinnwarzen ziehender breiter Längs- 
fleck dunkelfeuerroth ; die Seiten aschgrau, in der Mitte 
ein abgekürzter Schieffleck, mit dem Rückenfeld zusammen- 
hängend schwarz; der Bauch schwarz. Die Beine dunkel 
ockergelb, die vier hintern mit braunen Längsstreifen. 

Das Männchen ist nicht bekannt. 

Vaterland. Pensylvanien. 



25 

M y g a 1 e K 1 u g i l 

Tab. CCXCV. Fig. 708. 



Sammetartig dunkelbraun, unten dunkelkaffebraun> 
der Vorderleib breiter als lang, dessen Fransenein- 
fassung ziegelröthlicli , vorn und in den Seiten zim- 
raetroth. Die längern Haare des Hinterleibes zie- 
gelroth mit heilem Spitzen. Taster und Beine des 
Mannen sehr lang, die Schienbeine des Vorderpaares 
mit doppeltem Sporn ; die männlichen Genitalien mit 
etwas kurzem dickem Haken. 

Länge des Mannes ohne Fresszangen 2" 1'", des 
Thorax für sich 12%'", dessen Breite 13 %"'. 

Vorder- und Hinterleib, Fresszangen, Taster und 
Beine mit einem dichten kurzen Sammet bedeckt; der 
Vorderleib des Mannes sehr nieder gewölbt, breiter als 
lang, mit grosser Rückengrube und breiten Seitenfalten; 
der Kopf hoher als der Thorax und mehr als dieser ge- 
wölbt, mit dichter ziemlich langer Vorderrandsfranse und 
mit hohem ovalem Augenhügel; die Augen in regelmässiger 
Stellung, die zwei mittlem in Augenbreite auseinander ge- 
stellt und in keiner Seitenvertiefung, auch die vordem 
Seitenaugen in derselben Entfernung von den mittlem 
liegend ; der Thorax dem Seitenumfange nach fast kreisrund, 
mit langem Haaren, am Rande eine etwas ungleiche Fran- 
seneinfassung vorstellend. Die Fresszangen sehr stark, auf 
dem Rücken ein breiter Streif und seitwärts ein schmaler 
mit borstenartigen Haaren besetzt. Die männlichen Taster 
ziemlich lang und dick, licht zottig behaart, das vorletzte 
Glied unten dicht behaart; die Genitalien nicht sehr gross, 
IX. 2. 3 



26 



fast kugelförmig, sich aber birnförmig in den etwas kurzen 
Haken verlängernd; letzter dick, gebogen, kurz aber scharf 
zugespitzt^ die Spitze ein wenig seitwärts gewunden und 
flach ausgehöhlt. Die Brust länglich , ziemlich oval und 
flach. Der Hinterleib eiförmig, nicht so dick als der 
Vorderleib, gewölbt, mit langen, weit über den Hinterleib 
aufwärts vorstehenden, etwas dünnen Spinnwarzen. Die 
Beine licht zottig behaart, sehr lang, mit dicken Schenkeln 
und einem langen gebogenen Sporn unten vor der Spitze 
der Scbienbeine des Vorderpaars und einem kurzen zwei- 
ten zur Seite, beide mit kurzen Haaren bedeckt ; die Sohle 
der Fersen und Tarsen dicht und nicht besonders breit. 

Der Vorderleib dunkel kaffebraun, aufs dunkelgelbbraune 
ziehend, mit ziegelrother Haareinfassung, die Härchen der 
letztern an der Spitze heller oder weisslich ; die Fransen- 
härchen am Vorderrande des Kopfes von derselben Farbe, 
nur heller und an der "Wurzel mit braunen kurzen Här- 
chen zart gemischt. Die Fresszangen von der Farbe des 
Vorderlcibes, nur etwas mehr aufs Dunkelgelbbraune ziehend, 
die lngern Borstenhaare der Längsstreifen blass ziegel- 
röthlich, an der Spitze weisslich. Der Sammet des Hin- 
terleibes ebenfalls von der Favbe des Vorderleibes, aber 
zart röthlichgelb spielend, die Borstenhaare des vordem 
Theiles des Hinterleibes und in den Seiten dicht gestellt 
und von Farbe ziegelroth, an der Spitze heller, die licht- 
gestellten Borstenhaare auf dem übrigen Theil des Rückens 
weit heller und mehr röthlichweiss. Die Spinnwarzen dun- 
kelbraun. Die Beine dunkelbraun, oben aufs Dunkclgelb- 
braune, unten aufs Braunschwarze ziehend, der Sammet der 
Schenkel des Endpaars an der hintern Seite gelbbraun, 
oben mit einem schwarzen Längsstrich und ohne Mischung 
längerer Haare ; die längern Haare aller Beine weisslich, 



27 



mit schwach röthlichem oder bräunlichem Grunde; die 
gewöhnlichen zwei Linienstriche auf den Schenkeln, Knieen 
und Schienbeinen heller als die Grundfarbe und in schwa- 
chem Ausdrucke. 

Vaterland: Brasilien, ßahia. 

In dem Berliner Museum befinden sich zwei weibliche 
Spinnen dieser Art aus St. Catharina in Brasilien. Diese 
sind kleiner als der Mann. Der Thorax ist weniger breit 
und der Kopf gewölbter , der Augenhügel etwas kürzer 
oval, die Stellung der Augen jedoch dieselbe. Die Fär- 
bung ist überhaupt dunkler und der Hinterleib durchaus 
zottig ziegelroth behaart. Die Sohle der Tarsen und der 
Füsse ist breiter und von Farbe dunkler. 

Bei der geringen Abweichung, die auf ähnliche Weise 
auch bei andern Mjgalidenarten vorkommen, möchte es 
keinem Zweifel unterliegen, dass diese Weibchen als sol- 
che zu dem oben beschriebenen und hier abgebildeten 
Männchen gehören. Als nahe verwandte Art können sie 
nicht wohl angesehen werden. 

Anmerkung. Ich benutze bei gegenwärtigem Vor- 
trage der Mvgaliden die Gelegenheit, den beiden rühmlichst 
bekannten Naturforschern, dem Herrn Geheimenrathe Dok- 
tor Klug und dem Herrn Doktor Erichson für die überaus 
grosse Gefälligkeit so vieler Mittheilungen von Naturalien, 
die mir während eines Aufenthaltes von mehreren Wochen 
in Berlin zu Theil geworden ist, und für spätere Nach- 
sendungen hiermit meinen ergebensten und herzlichsten 
Dank öffentlich zu erstatten und zu bemerken, dass sowohl 
die hier vorgetragene Beschreibung und Abbildung der 
Mygale Klugii als auch der folgenden Myg. EricJisonti, 
so wie jener grossen Anzahl von Arachniden, welche nach 
den Etiquetten des Königlichen Museums in Berlin zitirt 

3* 



2S 



erscheinen werden, aus diesen sehr geehrten Mittheilungen 
hervorgegangen sind. 

Auch Herrn v. Kollar in Wien und Herrn J. Sturm 
in Nürnberg wiederhole ich meinen innigsten Dank in glei- 
cher Beziehung und glaube nicht erinnern zu dürfen, dass 
das Arachnidenwerk diesen zuvorkommenden Mitwirkungen 
allein den hohen Grad von Vollständigkeit der Artenauf- 
zählung, welchen dasselbe in mancher Hinsicht bereits er- 
halten hat und noch erhalten wird, verdanke. 



Mygale Erich so n i i. 

Tab. CCXCVI. Fig. 709. 



Dunkelolivenbraun, die Haare an der Einfassung 
des Thorax, auf den Hüften und Schenkeln zum Theil 
rosenroth spielend ; die Jüngern Haare des Hinterleibes 
ziegelroth, der braune Grund blos durchsehend. Ta- 
ster und Beine des Mannes lang; die Schienbeine des 
Vorderpaars mit doppeltem Sporn, die männlichen 
Genitalien mit langem, dünnem, etwas gewundenem 
Haken. 

Länge des Mannes ohne Fresszangen 1" 5'", des 
Thorax für sich 10"', dessen Breite 9y 2 '"*, Länge des 
Weibes 1" 10'". 

Der Vorderleib der männlichen Spinne kaum ein we- 
nig länger als breit, nieder gewölbt, der Kopf nicht 
viel höher als der Thorax, beide mit dichtem sammetartigem 
Filze bedeckt; die Rückengrube des Thorax gross und tief, 
die Seitenfalten ziemlich deutlich ; an dem Seitenrande und 



29 



an dem Hinterrande eine wollige Einfassung, am Vorder- 
rande des Kopfes eine gleichlange dichte Haarfranse. Der 
Augenhügel oval, hoch, sammetartlg behaart; die Augen 
in regelmässiger Stellung, die zwei mittlem ohngefahr in 
Augenbreite auseinander stehend. Die Fresszangen sehr stark, 
mit einem dichten Haarfilze bedeckt, auf dem Rücken und an 
der Spitze längere Haare. Der Hinterleib klein, oval, mit ei- 
nem dichten seidenartigen Filze bedeckt, und langzottig 
ziemlich dicht behaart. Die Spinnwarzen lang, besonders 
das Endglied und nicht sehr dick. Die Beine der männ- 
lichen Spinne lang , mit einem seidenartigen Filze dicht 
bedeckt, die Schenkel licht zottig, die übrigen Glieder et- 
was dichter behaart, unten vor der Spitze der Schienbeine 
des Vorderpaars ein langer gebogener Sporn, ein zweiter 
kleinerer einwärts an diesem; die Sohlen an den Fersen 
und Tarsen nicht besonders dick und breit. Die männli- 
chen Taster etwas lang, wie die Beine behaart; die Geni- 
talien ziemlich eiförmig, nicht besonders gross, mit langem, 
dünnem, gebogenem, an der Spitze etwas gewundenem 
Haken. 

Der Kopf und Thorax gelblich olivenbraun, erster an 
den Seiten zuweilen mit rosenrothen Seidenhärchen ge- 
mischt, auch auf dem Thorax mitunter solche Mischung, 
die Randwolle und die Vorderrandsfranse rosenroth. Die 
Augen bernsteinfarbig, die Iris der Mittelaugen heller. 
Die Fresszangen olivenbraun mit röthlichem Anstriche in 
den Seiten , und zimmetrothen 1 Fransenhaaren unten 
und an der Innenkante der Hüfte. Der Hinterleib auf dem 
Grunde dunkelbraun, die längern Haare ziegelroth, der 
braune Grund mehr oder weniger durchsehend. Die Spinn- 
warzen braun. Taster und Beine dunkelbraun, unten dunk- 
ler, fast schwarz, die Hüften oben und die Schenkel oben 



30 



mit rosenrothen Härchen mehr oder weniger gemischt; 
die längern gelblich, die meisten an der Wurzel dunkler 
oder ins Braune übergehend • die Rückenlinicn und die 
Spitze der Schenkel, Kniee, Schienbeine und Fersen röth- 
lichweiss ; die Fusssohlen gelbbraun, mit wenig grünlichem 
Schimmer. 

Das Weibchen hat einen gewölbtem, längern und et- 
was schmälern Vorderleib und verhältnissmässig kürzere 
und dickere Beine, auch sind letztere stärker behaart. Die 
Sohle der Taster und Beine ist dicker und breiter. Die 
Farbe ist etwas heller als beim Manne und die Randwolle 
des Thorax gelblichroth mit weniger rosenrothem Anstriche. 

Vaterland: St. Domingo, Port au Prince. 

Sehr schöne Exemplare beiderlei Geschlechtes befinden 
sich in dem Königl. Museum in Berlin. 

Fig a. stellt den Umriss des Vorder- und Hinterleibes 
des Mannes, Fig. b. dessen Taster mit den Genitalien in 
natürlicher Grösse vor. 



Mygale Reichii. 

Tab. CCXCVII. Fig. 710. 



Dunkelbraun mit ockergelbem seidenartigem An- 
striche, die Langem Borsthaare auf dem Rücken und 
hinten an dem Hinterleibe ziegeiroth; der Sporn an 
den Vorderbeinen doppelt; die männlichen Genitalien 
etwas versteckt, mit gewundenem über die Taster- 
wolle vorstellendem Haken. 

Länge ohne Fresszangen 1" 6"V 




-' 



31 



Aus der Sammlung des Herrn Professor Doktor Reic h 
in Berlin, in welcher sich ein schönes männliches Exem- 
plar vorfindet. 

Diese Mygalide ist nicht ohne Verwandtschaft mit den 
beiden vorhergehenden Arten, jedoch wesentlich verschieden. 

Der Vorderleib ist etwas langer als breit, der Kopf 
mit dem Thorax in gleicher Höhe, beide dicht mit Seiden- 
wolle bedeckt; der Kopf vorn nicht sehr breit mit einer 
auf den Fresszangen aufliegenden Haarfranse ; die Seiten- 
falten zwischen Kopf und Thorax und auf den Seiten des 
letztern deutlich und etwas breit, die Seiten den Kanten 
nach oval gerundet. Die Fresszangen nicht sehr stark, von 
oben gesehen nicht breit, an der Innenseite der Riicken- 
wölbung nach ziemlich scharfkantig, die Fläche dicht mit 
Seidenhaaren bedeckt und mit längern gebogenen Borsten- 
haaren oben gemischt. Der Augenhiigel hoch, der Quer 
nach kurz oval, der Seiteneindruck der zwei Mittelaugen 
kaum bemerkbar, die Augen in regelmässiger, aber etwas 
gedrängter Stellung. Der Hinterleib klein, viel schmäler 
als der Vorderleib, dicht seidenartig behaart und ziemlich 
dicht von langen Borstenhaaren zottig rauh. Die Spinn- 
warzen lang und dünn, weit über den Hinterleib vorstehend 
Taster und Beine lang, beide dicht seidenartig behaart, die 
Haare oben auf den Hüften und Schenkeln wollig, übrigens 
Taster und Beine zugleich mit längern Haaren gemischt 
und ziemlich dicht damit versehen ; das Endglied der Ta- 
ster sehr kurz, die männlichen Genitalien in der Wolle 
versteckt und nur mit dem Haken vortretend, letzter nicht 
sehr lang, spitz und gewunden; unten vor der Spitze der 
Schienbeine des vordem Beinpaars zwei stark gekrümmte 
Sporen; die Sohle der Fersen und Tarsen sehr dicht, nicht 
sehr breit und schimmernd. 



32 



Die ganze Spinne oben sainmt Tastern und Beinen 
dunkelbraun, der Vorderleib, die Fresszangen seitlich, die 
Hüften und Schenkel oben mit ockergelblichem seidenar- 
tigem Glänze, die nakten Linien auf den Schenkeln und 
Knieen etwas unter der Beinwolle versteckt und schwärz- 
lich ; die Fransen am Vorderrande des Kopfes braun, seit- 
wärts gelblich spielend; der Augenhügel dunkelbraun, die 
Augen bernsteingelb, die zwei mittlem mit brauner Pu- 
pille; die Sohle der Fersen und Tarsen ockerbraun, regen- 
bogenfarbig grün und roth (aber nur sanft) spielend; die 
langem Fransenhaare unten an der Innenseite des ersten 
Tastergliedes etwas dunkelbraunroth, übrigens die Hüften 
unten, die Brust und die Unterseite der Schenkel dunkel- 
schwarzbraun ; die längern Haare auf dem Rücken und an 
der hintern Hälfte des Hinterleibes dunkel ziegelroth, die- 
selben vorn an den Seiten schwärzlich. Die Spinnwarzen 
dunkelbraun. 

Das Weib zu dem hier beschriebenen Manne ist 
noch nicht zu uns gebracht worden. 

Vaterland. Unbekannt. 



Mygale fusca. 

Tab. CCXCVIII. Fig. 711. 



Rostbraun, unten dunkler, mit hohem ovalem Au- 
genhügel, leicht behaarten Beinen mit rostgelblichen 
Spitzen der Fersen und Tarsen. 



Länge ohne Fresszangen 13'". 



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33 



Eine in den Sammlungen sehr selten vorkommende 
Art, von welcher bis jetzt nur die weibliche Spinne be- 
kannt ist. Das einzige Exemplar, welches ich vor mir 
habe, gehört der Königlichen Sammlung in München. 

Der Vorderleib ist 7 Linien lang und 5 */ 2 Linien 
breit, der Hinterleib kaum so lang als der Vorderleib und 
nicht so breit als dieser. Der Kopf ist vorn hoch, gegen 
den Hinterkopf bis zur Riickengrube verloren abfallend, 
am Vorderrande fast halbzirkelförmig gewölbt, in den Sei- 
ten der Mitte der Länge mit einer deutlichen , breiten 
Grube, durch welche die flache Scheidungsfalte zieht; der 
Thorax ziemlich nieder oder flach gewölbt, mit tiefer, et- 
was mondförmig gebogener Quergrube auf dem Rücken 
und mit deutlichen Querfalten; die ganze Fläche sammet- 
artig behaart. Der Augenhügcl hoch , oval ; die Mittelau- 
gen mit den vordem Seitenaugen in einem Logen und in 
gleichen Entfernungen von einander liegend und kaum in 
Augenbreite von einander abstehend, das innere der hin- 
tern Augen nahe an den Mittelaugen und eben so dem 
äussern der hintern genähert. Die Fresszangen sehr stark 
und gross, dicht mit borstenartigen Haaren bedeckt; die 
Fangkralle lang und sehr stark. Die Brust etwas schmal 
länglichoval und wie die Hüften unten seidenartig wollig. 
Der Hinterleib oval, dicht behaart, die Haare seidenartig 
und ziemlich lang. Die Spinnwarzen etwas kurz, ziemlich 
dick, mit kurzen Haaren besetzt. Die Beine und die Ta- 
ster nicht lang, stämmig, filzarlig behaart und mit lichter 
stehenden etwas langern Haaren untermischt. Die Fer- 
sen und Tarsen so wie das Endglied der Taster nicht brei- 
ter als die Schienbeine, unten mit dem gewöhnlichen 
dichten sammetartigen Filze, ohne merklichen Farben- 
schiller. 



34 



Der Vorderleib braun, stellenweise aufs heller Rost- 
braune spielend, die Fresszangen oben und an den Seiten 
von derselben Farbe, nur etwas heller und deutlicher rost- 
braun, unten dunkel braunroth; die Fangkrallen braunschwarz, 
an der Wurzel schmal röthlich. Der Hinterleib rostbraun, 
oben auf der Hinterhälfte dunkler und mehr dunkelbraun, 
ebenso die Spinnwarzen. Taster und Beine rostbraun, von 
den Knieen an bis zur Spitze etwas heller; die Kniee oben 
an der Spitze schmal hellockergclblich, an der Spitze der 
Schienbeine zwei solcher Fleckchen und die Spitze der 
Fersen von derselben Farbe, aber etwas breiter und deut- 
licher; der Filz unten an den Fersen und Tarsen gelblich 
rostfarbig, nach gewissen Richtungen heller und dunkler 
schillernd. 

Vaterland: Brasilien. 



Mygale olivacea. 

Tab. CCXCVIII. Fig. 712. 



Dunkel olivenbraun mit langen Beinen uud dün- 
nen langen Spinnwarzen. 

Länoe ohne Fresszanj>en 1". 

Der Gestalt nach mit Myg. Zebra Walck. in ziemlich 
naher Verwandtschaft. 

Der Vorderleib ist 6 Linien lang und 4 2 / 3 Linien 
breit, vorn über die Einfügung der Fresszangen gewölbt, 
fast so breit als hinten , den Seitenkanten nach schwach 
oval erweitert, die ganze Fläche atlasartig mit Seidenhär- 
chen dicht bedeckt, am Saume hin die Haare länger; der 



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35 



Kopf etwas höher als der Thorax, beide flach gewölbt, 
letzter mit tiefer Quergrube auf dem Rücken und mit brei- 
ten, doch deutlichen Seitenfalten. Der Augenhügel ziemlich 
hoch ; die Stellung der Augen ziemlich wie bei M. Zehra. 
Die Fresszangen stark, lang, dick und dicht behaart 5 die 
Fangkrallen sehr stark. Der Hinterleib klein, filzartig be- 
haart, überdiess mit längern borstenartigen Haaren ziemlich 
dicht versehen. Die Spinnwarzen lang und im Verhältniss ähn- 
licher Arten sehr dünn und weit vorstehend. Die Beine 
lang, etwas dünn, filzartig behaart und mit längern Haa- 
ren untermischt : der bürstenartige Filz unten am Endglied 
der Taster und der Tarsen der Beine zwar dicht aber etwas 
zerrissen und uneben und ohne merklichen Farbenschiller 

Die ganze Spinne dunkel olivenbraun, mit seidenarti- 
gem Glänze* die längern Härchen am Rande des Thorax 
und an dem Hinterleibe, sowie an den Beinen roströthlich; 
die Unterseite nur wenig dunkler als die obere. Die 
Fangkralle der Fresszangen braunschwarz, an der Wurzel 
ins Rolhe übergehend; die Haare unten an den Fresszangen 
schön dunkel ziegelroth. Die Augen bernsteinfarbig, die 
Iris der mittlem rostbräunlich. 

Vaterland: Acgjpten. 



Mygale brunnipes. 

Tab. CCXCIX. Fi£. 713. 



Röthlich olivenbraun, die Kniee und folgenden 
Glieder der Beine und die Fresszangen rostrot!] , die 
Sohle der Tarsen rostbräunlich. 

Länge ohne Fresszangen 11"'. 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 



36 



Der Vorderleib länglich, etwas schmal, der Quer nach 
ziemlich gewölbt; der Kopf etwas höher als der Thorax, 
wie dieser filzig behaart, mit hohem Augenhügel und mit 
regelmässiger Augenstellung; die Seitenfalten des Thorax 
schwach eingedruckt. Die Fresszangen ziemlich lang, mas- 
sig dick, filzig behaart und licht mit steifen Borsten be- 
setzt. Der Hinterleib länglich, fast so dick als der Vor- 
derleib wie dieser filzig behaart und licht borstig. Die 
Taster und Beine etwas dünn nnd lang, filzig behaart, 
überdiess licht mit längern Haaren und Borsten besetzt, 
aber nicht zottig 5 die Sohle der Fersen und Tarsen schmal 
und dicht sammetartig. 

Der Vorder- und Hinterleib röthlich olivenbraun mit 
rostgelben Härchen gemischt. Die Fresszangen gelblich 
rostroth, mit schwarzen, an der Wurzel rolhen Fangkrallen. 
Der Hinterleib ganz von der Farbe des Vorderleibes. Die 
Hüften der Taster und der Beine oben und das Schenkel- 
glied beider gelblich olivenbraun, alle folgende Glieder 
gelblich rostroth, fast mennigroth, die Sohle der Fersen 
und Tarsen von derselben Farbe , in gewisser Richtung 
bräunlich spielend; die Hüften der Taster und Beine un- 
ten braunroth, ziemlich dunkel. Alle Augen gelb, die äus- 
sern der Vorder- und Hinterreihe bräunlich verdunkelt. 
Ein Weib. 

Ausser dem einzigen Exemplare des Berliner Museums 
habe ich diese schöne Mygalide noch nirgends gesehen. 
Diesem fehlen die Spinnwarzen. 

Vaterland: Brasilien. 



37 

M y g a 1 e c o r a c i n a. 

Tab. CCXCIX. Fiir- 714. 



Schwarz, mit schmalen braunen Fusssohlen, die 
eingemischten langem Haare auf dem Hinterleibe roth. 
Länge ohne Fresszangen 12'". 

Hing. Königliche Sammlung in Berlin. 

Kopf und Thorax ziemlich gleichhoch, ziemlich ge- 
wölbt, dicht mit kurzem Haarhlze bedeckt, etwas länger als 
breit, mit tiefer Rückengrube, deutlichen Seitenfalten und 
etwas wellenförmig gerundeten, mit einer Haarfranse gezier- 
ten Seitenkanten j der Augenhiigel hoch, schmal, daher fast 
kugelförmig; die Augen etwas klein, die zwei mittlem so 
weit von einander entfernt, als der Durchmesser eines Au- 
ges ausmacht j das vordere Seitenaug etwas weiter als ge- 
wöhnlich vorgeschoben, die zwei hintern einander fast dicht 
genähert. Die Fresszangen ziemlich lang, massig dick, dicht 
etwas zotlig behaart, mit sehr scharfen langen Fangkrallen. 
Die Brust ziemlich schmal, tief liegend, flach, dicht behaart. 
Der Hinterleib mit dichtem Haarfilze bedeckt und mit langen 
Haaren ziemlich stark gemischt, daher etwas zottig, mit 
massig langen Spinnwarzen. Die Taster etwas lang, nicht 
sehr dick, wie die Beine dicht filzig und zugleich etwas 
zottig behaart, mit kugelförmigen männlichen Genitalien, 
und etwas gewundnem, feinem, ziemlich langem Haken. 
Die Beine lang, massig dick, mit wenig erweiterten Sohlen 
der Fersen und Tarsen und mit einer Längsrinne auf diesen. 

Durchaus schwarz, die Fransen unten an den Fress- 
zangen und an dem ersten Hiiftengliede der Taster ziegel- 
roth, die Sohle der Fersen und Tarsen gelbbraun, dunke- 
ler braun und etwas purpurroth spielend; der Spitzenrand 



38 



der Schienbeine oben schmal, ein Pünktchen an der Spitze 
der Kniee und zwei solche an der Spitze der Schienbeine 
röthlichweiss, die Spitze der Tarsen kaum ein wenig weiss- 
lich heller. Die Augen gelb, das vordere Seitenaug bern- 
steinfarbig dunkler. Ein Weibchen, zu welchem das Männ- 
chen noch nicht entdeckt ist. 

Vaterland: Kap der guten Hoffnung. 



M y g a 1 e macrura. 

Tab. CCC. Fig. 715. 



Vorderleib mennigroth, Hinterleib, Taster und 
Beine braunschwarz; die Spinnwarzen so lang als der 
Hinterleib. 

Länge ohne Fresszangen und ohne Spinnwar- 
zen 6%'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib länger als breit, fein filzig behaart; 
der Kopf etwas schmal, etwas höher als der Thorax, deut- 
lich unterschieden ; der Thorax an den Seiten gerundet, 
sehr flach gewölbt, mit ovaler Riickengrube und seichten 
Seitenfalten. Der Augenhügel ziemlich hoch, oval, vorn 
mit einem runden Vorsprung in den Vorderarm des Kopfes 
greifend ; die zwei Mittel - ußd Seitenaugen ziemlich gross, 
ziemlich gleichgross, in gewöhnlicher Lage und kaum in 
Augenbreite von einander entfernt, die zwei Hinteraugen 
einander genähert und kleiner. Die Fresszangen nicht gross 
und von gewöhnlicher Gestalt. Die Taster massig lang, 
durchsichtig behaart, mit kugelförmigen Genitalien, das 
Häkchen an diesen fein und wenig gebogen. Die Brust 



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39 



schmal, fast nakt, länglich eiförmig. Der Hinterleib nicht 
länger als der Vorderleib, dünner als solcher, zottig be- 
haart, mit sehr langen, dünnen Spinnwarzen, die Glieder 
stufenweise dünner. Die Keine etwas lang, etwas licht 
und nicht zottig behaart, das Tarsenglied unten ohne er- 
weiterte sammetartige Sohle. 

Kopf und Thorax rostgelb, fast mennigroth, nur der 
Augenhügel bräunlich verdunkelt. Die Fresszangen rost- 
farbig, an der Innenseite und an der Spitze braun. Die 
Brust rostgelb. Der Hinterleib sammt den Spinnwarzen 
braunschwarz, die Schilde vor den Luftlöchern rostgelb. 
Die Hüften der Taster und Beine rostgelb, bräunlich an- 
gelaufen, die folgenden Glieder braunschwarz, die Schen- 
kel an der Wurzel verloren roströthlich, das Tarsenglied 
trüb rostgelb. 

Nur das Männchen ist bekannt. 

Vaterland: Westindien, von St. Juan. 



M y g a 1 e seladonia. 

Tab. CCC. Fig. 716. 



Vorderleib grün; Hinterleib braun, roth gefleckt: 
der Taster und Beine mennigroth, alle folgende Glie- 
der blau. 

Länge ohne Fresszangen 6'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Kopf ziemlich hoch und gewölbt, merklich höher 
als der Thorax, letzter nieder, mit gerundeten Seiten, die 
Fläche beider dicht mit Schuppenhärchen bedeckt, die Sei- 
ten des Thorax überdiess langwollig behaart; der Augen- 



40 



hügel nieder, dem Umfange nach gross, die Augen in nicht 
ungewöhnlicher Stellung ; die \ier der vordem Reihe in 
ziemlich gleichen Entfernungen von einander liegend, auch 
fast gleichgross. Die Fresszangen gross, stark, wie der 
Kopf mit Schuppenhä'rchen dicht bedeckt und überdiess 
kurzborstig. Der Hinterleib klein, mit Schuppenhärchen 
dicht bedeckt, in den Seiten und an der Spitze weichwol- 
lig langhaarig. Die Beine massig lang, auch mit Schuppen- 
härchen dicht bedeckt und etwas zottig lichthaarig, die 
Sohlen der Fersen und Tarsen breit. 

Vorderleib und Fresszangen papagaigrün, metallisch 
glänzend, die eingemischten Borsten schwarz, die Wolle 
an den Seiten des Thorax fahlgelb. Der Hinterleib braun, 
auf dem Rücken vorn zwei Flecken dunkelkarminroth, ne- 
beneinander liegend, hinter diesen mehrere Flecken men- 
nigroth, in den Seiten streifartig; die Wollhaare fahlgelb; 
der braune Bauch blau gemischt. Die Hüften der Taster 
und Beine oben und die Schenkel gelblich mcnnigroth, 
weiss behaart, die folgenden Glieder rostroth, azurblau be- 
schuppt, die Haare gelblich mit braun gemischt, die Soh- 
len der Tarsen und Fersen gelbbräunlich. Die vier innern 
Augen gelb, die vier äussern braun. 

Man kennt von dieser ungemein schönen Mjgalide 
nur das Weibchen. 

Vaterland: Brasilien, Bahia. 



4I_ 

Mygale fasciata. 

Tab. CCC1. Fig. 717. 



Vorderleib lang mit ovalen Seiten , grauweiss 
mit zwei schattenbraunen Rückenstreifen ; Hinterleib 
braun, ein zackiger Rückenstreif weisslich, im Innern 
braun verdunkelt; Beine braun, weiss gefleckt und 
geringelt. 

Länge des Weibes ohne Fresszangen 2" bis 2" 3'". 

j Mygale fasciee. WalckenaerT&veX. nat. d. Aran. Fase. IV. n. 1. 
Mygale fasciata. Hahn Monog. d. Spinnen. H. 1. T. 1. 
„ „ ffalcken. Tabl. d. aran. p. 5. n. 1. 

„ „ tValcken. Suites ä Buff. apt. I. p. 209. n. 1. 

Eine der schönsten Arten der Mygaliden. Der Vor- 
derleib bei einer Länge' von einem Zolle nur neun Linien 
über den Thorax breit, also merklich länger als gewöhnlich, 
der Quer nach ziemlich regelmässig über Kopf und Thorax 
gewölbt, am Vorderrande des Kopfes etwas gerundet und 
an den Seiten des Thorax mit ovaler Rundung, sich kaum 
merklich in den Kopfrand schwingend; die Rückengrube 
sehr schmal, weit zurück, über zwei drittel der Länge lie- 
gend ; der Kopf sehr lang, mit schwacher Falte zwischen 
diesem und dem Thorax und mit schwachen Seitenfalten 
auf letzterm ; die Bedeckung auf beiden kurz filzartig. Der 
Augenhügel der Quer nach oval, massig hoch, die grössern 
Mittelaugen in einem grossen Seitencindrnck, zwischen die- 
sen der Raum kielartig erhöht, vorn und hinten in der 
Mitte eine kleine Kerbe, aber nur im abgeriebenen Zu- 
stande sichtbar; die Augen in ziemlich gewöhnlicher Stel- 
lung, die zwei mittlem gross und in Augenbreite von ein- 
ander entfernt, die zwei äussern |Augen ziemlich gleichgross* 
IX. 3. 4 

- 



4'2 



die hintern innern klein , eiförmig und mit der vorwärts 
stehenden Spitze schief seitwärts liegend. Die Fresszangen 
ausserordentlich stark, lang und dick, dicht behaart, mit sehr 
langen kräftigen Fangkrallen. Die weiblichen Taster von 
gewöhnlicher Gestalt, etwas länger als der Thorax, mit 
sehr breiter, gewölbter, dicht sammetartiger Sohle des 
Endgliedes. Die Brust länglich und flach. Der Hinterleib 
oval, ziemlich gross, filzig dicht behaart, mrt nicht sehr 
langen Spinnwarzen. Die Beine lang, das erste Paar drei- 
mal so lang als der Thorax , alle dicht filzig und zugleich 
zottig behaart; die Sohle der Fersen und Tarsen dicht 
sammetartig, der Quer nach gewölbt und ziemlich breit. 

Die Grundfarbe des Vorderleibes zieht aufs erdfarbig 
Gelblichweisse, auf dem Rücken befinden sich zwei schat- 
tige dunkelbraune, seitwärts etwas schattig eckige Längs- 
streifen, bis zum Hinterrande, und vorn, mit Vereinigung 
beider, durch den Augenhügel ziehend, der Augenhügel 
aber wieder gelblich ; hinter diesen zwei sehr genäherte, 
hinten spitz ausgehende Streifen und dunklere Schiefstrei- 
fen gegen die Rückengrube ziehend , braun. Die Augen 
gelb, die mittlem mit brauner Pupille, die innern Hinter- 
augen heller gelb. Die Fresszangen dunkel kaffebraun, auf 
dem Rücken gelblichweiss. Brust und Hüften dunkel kaf- 
febraun. Der Hinterleib kaffebraun, oben dunkler als in 
den Seiten , ein ziemlich scharfzackiger Längsstreif weiss, 
schwärzlich begrenzt, im innern der Länge nach verloren 
braun schattig verdunkelt ; die Spinnwarzen dunkelkaffebraun. 
Die Beine schwarzbraun oder dunkel kaffebraun, ein gros- 
ser Seitenfleck und ein schiefer Ring an der Spitze der 
Schenkel weiss; die zwei vordem Beinpaare an der Vor- 
derseite und unten ockergelb, sich auch über die weissen 
Zeichnungen der folgenden Glieder verloren verbreitend ; 




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\ 



43 



die Wurzel und die Spitze der Kniee, ein Ring an der 
Wurzel und Spitze der Schienbeine und ein Fleck oben 
an der Wurzel und Spitze der Fersen , so wie ein Fleck- 
chen vor der Spitze der Tarsen weiss \ die Sohlen der 
Tarsen und Fersen bräunlich ockergelb mit sehr schönem 
spangrünem Schiller. 

Die männliche Spinne ist mir noch nicht vorgekom- 
men, scheint auch noch nnbekannt zu seyn, wenigstens fin- 
det man ihrer mit Bestimmtheit nirgends erwähnt. 

Vaterland. Ostindien, Ceylon. 



Mygale geniculata, 

Tab. CCCII. Fig. 718. 



Dunkelkaffebraun , der Hinterleib zottig zimmet- 
roth, oben an den Gliederspitzen der Beine ein Fleck 
röthlich weiss; die männlichen Genitalien unten an 
der Spitze muschelförmig ausgeschnitten. 

Länge des Mannes 1" 6'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Sehr ansehnlich ; der Vorderleib etwas flach gewölbt, 
mit sammetartigem Filze bedeckt, etwas länger als breit, 
an den Seiten massig gerundet, mit tiefer grosser Rücken- 
grube, deutlichen Seitenfalten und rundum mit einer Haar- 
franse ; der Kopf ziemlich breit, höher als der Thorax, et- 
was mehr gewölbt, mit hohem ovalem Augenhügel; die 
Augen in geregelter Stellung, ziemlich gross , die zwei 
mittlem kaum in Augenbreite auseinander stehend. Die 

Fresszangen stark, ziemlich gross, auf dem Rücken ein 

4 * 



44 



breiter Streif längerer vorwärts liegender Borsten. Die 
Taster lang, fast so dick als die Beine, wie diese mit sam- 
metartigem Filze bedeckt, oben licht, unten dicht langhaa- 
rig, übrigens von gewöhnlicher Form ; an dem vorletzten 
Gliede der männlichen Taster, von der Spitze seitwärts, 
ein dicker Zahn ; die männlichen Genitalien kurz , unten 
rund kugelich verdickt, mit gebogenem breitem Haken, die- 
ser mit stumpfer, fast muschelförmig ausgeschnittener Spitze, 
in solcher Form der Untertheil derselben abwärts vorste- 
hend, der obere mit zwei Ecken. Die Brust länglich, 
flach, dicht filzig. Der Hinterleib klein, eiförmig, langzot- 
tig behaart, mit langen, dünnen Spinnwarzen. Die Beine 
lang nicht sehr dick; die Schienbeine des Vorderpaars des 
Mannes mit einem geraden vorwärts stehenden Dorn ein- 
wärts von der Spitze \ die Sohlen der Fersen und Tarsen 
dicht sammetartig und nicht sehr breit. 

Der Grund des ganzen Thieres tief kaffebraun, die 
Fransen des Vorderleibes blass weisslichroth , fast rosen- 
roth, die Haare auf dem Rücken der Fresszangen ziegel- 
roth, unten braunroth; die zottigen Haare des Hinterleibes 
zimmetroth , vorn dunkler als hinten ', die Hüften der Ta» 
ster und der Beine oben ziegelroth behaart, auf den Schen- 
keln , Knieen und Schienbeinen die gewöhnlichen Längsli- 
nien schwarz, der Spitzenrand der Schenkel schmal, die 
drei folgenden Glieder breit röthlichweiss , an den drei 
letztern in einen Fleck erweitert; die Sohlen gelbbraun 
mit schwachem Purpurschimmer ; die längern Haare an den 
Tastern und Beinen ziegelroth; die männlichen Genitalien 
braunroth, mit schwarzem Haken. 

Eine sehr selten vorkommende Art, von der bis jetzt 
nur die männliche Spinne bekannt ist. 
Vaterland. Amerika. 



45 



Mygale testacea. 



Tab. CCCIU. Fig. 719. 



Vorder- und Hinterleib rostgelb , letzterer aufs 
llostrothe ziehend , ersterer ziemlich kreisrund und 
flachgewölbt*, Fresszangen etwas schwach; Taster 
und Beine lang, bleich rostgelb, dicht langzottig be- 
haart. 

Länge des Mannes ohne Fresszangen 1" 4'". 

Mit M. fervida sehr verwandt. Kopf, Thorax, Fress- 
tangen, Augenhügel und Augenstellung sind dieselben wie 
bei jener Art. Das Endglied der männlichan Taster ist 
kurz , ziemlich von der Form der Pfote einer Katze ; die 
Genitalien sind lang, stopselzieherartig gewunden, an der 
Wurzel stark verdickt, an der langen Endhälfte oben bor- 
stenförmig verdünnt und sehr spitz. Die Beine sind lang, 
sehr stark und langzottig behaart, auf den Schenkeln zwei 
kurzfilzige Längslinien und zwei solche, wie gewöhnlich 
mit der Spitze zusammentreffende , auf den Knieen ; die 
zwei Hinterbeine sind die längsten und messen bei obiger 
Länge des Thiers, ohne die Hüften 2" 5"'. Die Spinn- 
warzen sind etwas dünn und ebenfalls behaart. 

Der Vorderleib mit den Fresszangen und der Hinterleib 
rostgelb, oben aufs Rostrothe ziehend, besonders der Hin- 
terleib ; Brust, Hüften, Taster und Beine ziemlich gleich- 
massig hellrostgelb, fast ockergelb, nur die Spitzen der 
Fersen und Tarsen grauweisslich heller ; die Sohlen der 
Fersen und Tarsen ockergelb, etwas blätterig und ohne 
Schimmer irgend einer Regenbogenfarbe. Die Genitalien 
braunroth. 



46 



Ein ganz vollständiges Exemplar, das einzige das mir 
vorgekommen ist, befindet sich in der Sammlung der Uni- 
versität Erlangen. Es findet sich nicht bemerkt , in wel- 
cher Weltzone diese Spinne vorkommt. 



Mygale Walckenaerii. 

Tab. CCCIV. Fig. 720. 



Kaftebraun, die langem Haare an der Spitze 
graugelblich ; die Beine langzottig behaart, Fersen 
und Tarsen breit, zwei Fleckchen an der Spitze der 
Schienbeine und ein halbrunder Fleck an der Spitze 
der Fersen und Tarsen schön orangeroth. 

Länge ohne Fresszange 1". 

Perty Delect. anim. artic. p. 191. t. 38. f. 3- 
Walcl<enaer Suit. ä Buff. Ins. ap. I. p. 217. n. 12. 

Ein schönes Thier, von welchem nur das Weib be- 
kannt ist, und wovon die Königliche Sammlung in Mün- 
chen nur ein Exemplar besitzt, vielleicht das einzige, wel- 
ches bisher nach Europa gebracht worden ist. 

Der Vorderleib hat eine Länge von 6 Linien und ist 
ebensolang als der Hinterleib; seine Breite beträgt 5 Li- 
nien. Er ist sehr flach gewölbt, der Kopf kaum etwas 
höher als der Thorax, beide mit wolligen Haaren belegt; 
die Quergrube auf dem Rücken tief und gerade, mit ge- 
rundetem Rande ; die Querfalten des Thorax breit und 
ziemlich tief, übrigens ganz in gewöhnlicher Lage. Der 
Augenhügel nieder, vorn und hinten wenig gerundet; die 
Beule hinter den Mittelaugen sich zwischen diesen etwas 
ausspitzend, an den Seiten etwas eingedrückt, und in die- 



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47 



sen Eindrücken die Mittelaugen liegend; diese ziemlich 
gross und so weit von einander entfernt als der Durchmes- 
ser eines Auges beträgt; in gleicher Entfernung liegen die 
vordem Seitenaugen, weiter vorwärts, und mit den mitt- 
lem eine Hogenreihe bildend; die hintern Augen einander 
sehr genähert, schmal, doch deutlich vorstehend. Die 
Fresszangen lang, stark, dicht behaart; die Fangkralle sehr 
stark. Die Taster 10V 2 Linien lang, die vordem Glieder 
von gewöhnlicher Form , das vorletzte länger behaart, da- 
her breiter, das Endgelenk sehr breit. Der Hinterleib oval, 
nicht so dick als der Vorderleib, zottig behaart. Die Spinn- 
warzen dick und ziemlich lang. Die Beine von mittlerer 
Länge; Hüften, Schenkel, Kniee und Schienbeingelenke 
von gewöhnlicher Form, alle zottig mit langen Haaren dicht 
bedeckt; die Fersen und Tarsen breit, merklich breiter 
als die vorhergehenden Glieder und dichter behaart, oben 
flach, mit gerundeten Spitzen, unten der bürstenartige Filz 
sehr dicht, dick und schillerfarbig. 

Der ganze Vorderleib sammt den Fresszangen dunkel- 
braun, erster mit erdfarbig graugelblichen Haaren bedeckt, 
die dichtem, vorwärts stehenden , borstenartigen , längern 
Haare des letztern röthlichbraun , gegen die Spitzen ins 
grauweissliche übergehend ; die Haare unten an den Fress- 
zangen dunkelziegelroth ; die Fangkralle an der Wurzel 
roth, übrigens schwarz. Der Hinterleib schön dunkelbraun, 
die längern Haare ins Rostrothe übergehend, die Haare 
auf dem Bauche, wie die der Spinnwarzen, der Brust und 
der Hüften uuten tiefer braunschwarz. Taster und Beine 
kaffebraun, die längern Haare an der Spitze graugelb, 
1 heil weise weisslich , das Kniegelenk der Tarsen und Bei- 
ne an der Spitze oben schmal orangegelb, eben so die 
Spitze des vorletzten Gelenkes der Taster , nur brei- 



48 



ter, die Spitze des Endgelenkes aber mit einem aufs Oran- 
genrothe ziehenden halbrunden grössern Fleck ; von der- 
selben orangegelben Farbe zwei Fleckchen an der Spitze 
der Schienbeine, ein halbrunder Fleck an der Spitze der 
Fersen und ein solcher an der Spitze der Tarsen , letzter 
aber mit mehr rothem Anstriche. Der dichte Filz unten 
an den Fersen schillert in gewisser Richtung bald aufs 
Grüne, bald aufs Gelbe, bahl aufs Bräunliche, seltener aufs 
Pupurrothliche. Die Augen sind bernsteinfarbig, die der 
vordem Reihe dunkler als die hintern , die zwei mittlem 
mit rothbrauner Pupille. 

Vaterland. Brasilien. 



Mygale ochracea. 

Tab. CCCIV. Fig. 721. 



Oben bräunlich rostgelb, unten dunkler, ein Fleck 
vorn auf dem Hinterleib verloren rostroth, die Spitze 
der Fersen und Tarsen schmal gelblich. 

Länge 1". 

Perty Delect. anim. artic. p. 191. t. 38. f. 2. 

JValckenaer Suit. ä Buff. Ins. apt, I. p. 215. n.Q. 

Der Form nach in einiger Verwandtschaft mitM. JVal- 
ckenaerii, der Vorderleib aber etwas schmäler, die Beine 
bei weitem weniger zottig behaart, und die Endglieder die- 
ser nicht breiter als die Schienbeine. Der Vorderleib hat 
eine Länge von 5% und eine Breite von 4% Linie. Die- 
ser ist flach gewölbt, vorn so breit als hinten, den Seiten- 
kanten nach oval erweitert ; der Kopf höher als der Thorax 
gewölbter, mit ziemlich hohem Augenhügel und etwas klci- 



49 



nen Augen; die Augen der vordem Reihe einen starken 
Bogen beschreibend , die zwei der hintern genähert und 
mit den mittlem ziemlich denselben, doch einen etwas tie- 
fem Bogen in entgegengesetzter Richtung bildend. Der 
ganze Vorderleib mit dichter, seidenartiger Wolle bedeckt, 
doch die etwas breiten Seitenfalten sichtbar. Die Fress- 
zangen nicht stark, etwas zusammengedrückt, nicht lang, 
stark gebogen und dicht mit Haaren bedeckt ; die Fang- 
kralle stark. Der Hinterleib gewölbt, oval, dicht filzartig 
bebaart und mit langen Haaren untermischt. Die Spinn- 
warzen von mittlerer Länge, dicht behaart, von den länge- 
ren Riickenhaaren ziemlich bedeckt. Die Beine von mitt- 
lerer Länge und wie die Taster ziemlich stark bebaart; 
das Endglied der Taster und der Vorderbeine etwas breit, 
das der Hinterbeine schmäler, der bürstenartige Filz unten 
am Endglied der Taster und an den Fersen und Tarsen 
der Beine sehr dicht und mit nicht besonders bemerkba- 
rem Farbenschiller. 

Das ganze Thier bräunlich ockergelb , die Brust und 
die Hüften unten so wie der Bauch stark aufs Röstbraune 
ziehend; die Spinnwarzen braun; vorn auf dem Hinterleibe 
über der Einfügung ein in die Grundfarbe vertriebener 
Fleck roströ'thlich 5 die Fresszangen unten wie gewöhnlich 
mit dunkelziegelrothen Haaren besetzt. Die Spitze der 
Kniee und der Schienbeine schmal gelblich , die der Fer- 
sen und Tarsen mit einem röthlichgelben, an der äusser- 
sten Spitze ins Weissliche übergehenden Fleck, aber eben- 
falls nicht gross. 

Vaterland. Brasilien. 

Auch von dieser Art ist nur das Weib bekannt. Das 
einzige Exemplar, das mir bis jetzt vorgekommen ist, befin- 
det sich in der König!. Sammlung in München. 



50 



M y g ; a I e f i m b r i a t a. 

Tab. CCCV. Fig. 722. 



üickbeinig, durchaus sammetartig schwarz, die 
Fransen um den Vorderleib ziegelroth, die langem 
Haare auf dem Hinterleibe dunkelroth. 

Länge ohne Fresszangen 1" 5'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib länglich, fast '/ 5 langer als breit, flach 
gewölbt, der Kopf etwas höher als der Tborax und ziem- 
lich breit, letzter mit oval gerundeten Seiten, grosser Rük- 
kengrubc und deutlichen Seitenfalten. Der Augenhügel hoch, 
mit nicht sehr grossen Augen, die zwei mittlem fast in 
Augenbreite von einander liegend , die zwei äussern ziem- 
lich gleichgross, das innere hintere klein. Die Fresszangen 
gross, dick und stark, sammetartig behaart und mit Borsten 
gemischt. Die Brust flach , ziemlich oval , vorn stumpf, 
dicht wollig behaart. Der Hinterleib nicht länger als der 
Vorderleib, nicht so dick als dieser, dicht sammetartig be- 
haart und von langen Haaren etwas zottig. Die Spinn- 
warzen dick und von sehr massiger Länge. Taster und 
Beine ziemlich lang und dick , dicht sammetartig behaart 
und licht mit längern Haaren gemischt, die Sohlen an bei- 
den breit und dick. 

Das ganze Thier oben und unten tief sammetartig 
schwarz, der Vorderleib in gewisser Richtung etwas aufs 
Schwarzrothliche spielend * die Fransen am Rande des Tho- 
rax und am Vorderrande des Kopfes rosenroth, ebenso die 
wolligen Haare oben auf den Hüften. Die langen Haare 
des Hinterleibes dunkel karminroth , auf dem Vordertheil 
über der Einlenkung dunkler als die des übrigen Körpers; 



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51 



die Haarbedeckung der Brust und der Hüften unten aufs 
RötbÜche, die der Beine von den Knieen an etwas aufs 
Weisliche, die längern Haare aufs Röthliche spielend. Die 
Sohlen der Taster und Beine dunkelbraun. Alle Augen 
gelb. Ein Weib. 

Vaterland. Brasilien. 

Ein schönes Exemplar, welches sich im König!. Mu- 
seum zu Berlin befindet, ist mit einem Transport von Blau- 
holz dahin gebracht worden. 



Mygale rufidens. 

Tab. CCCV. Fig. 723. 



Gelbbraun, der Hinterleib aufs Roströthliche 
ziehend ; die Fangkrallen der Fresszangen hellrotb. 
Länge ohne Fresszangen S"\ 

Hlug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib nieder gewölbt, der Kopf nur wenig 
höher als der Thorax, beide wollig behaart, letzter fast 
kreisrund, mit wenig deutlichen Seitenfalten und mit tiefer, 
schmaler Rückengrube; der Kopf breit, mit etwas hohem 
fast rundem Augenhügel ; die Augen etwas gedrängt stehend, 
die zwei mittlem nicht in Augenbreite von einander ent- 
fernt. Die Fresszangen gross, dicht behaart, und mit stei- 
fen gebogenen Borsten licht besetzt. Die Brust länglich, 
etwas flach, mit kurzen Härchen bedeckt, vorn stumpf, 
hinten nach der Einlenkung der Hinterbeine beiderseits 
etwas ausgebogen. Der Hinterleib klein, langzottig dicht 
behaart, mit mässiglangen etwas dicken Spinnwarzen. Ta- 



52 

ter und Beine ziemlich dick, massig lang, ziemlich zottig 
behaart, mit breiten , dichten Sohlen. 

Kopf und Thorax gelbbraun, die Wolle aufs Ocker- 
gelbe ziehend; die Fresszangen von derselben Farbe, an 
der Spitze heller, die längern Borsten gelb; die Fangkral- 
len gelblichroth, an der Spitze dunkler als an der Wurzel, 
die Haarfranse unten an den Fresszangen hellrostroth, aufs 
Röthlichgelbe ziehend. Der Hinterleib gelblich rostroth, 
der gelbbraune Grund kaum durchstechend. Brust, Taster 
und Beine gelbbraun ; die zwei Linien auf den Tastern 
und Beinen gelblich weiss ; die Fransen an der Spitze der 
Schenkel, Kniee und Schienbeine hellockergelblich, die 
Spitze der Tarsen graubraun; die Sohle der Fersen und 
Tarsen bräunlich ockergelb, ohne andern Farbenschimmer. 

Ein Weibchen. Das Manchen fehlt noch. 

Vaterland. Brasilien. 



Mygale annulipes. 

Tab. CCCVI. Fig. 724. 



Braun , Beine und Taster braunroth mit einem 
schwarzen Ringe an der Spitze der Schenkel, an der 
Wurzel und Spitze der Schienbeine und an der Spitze 
der Fersen. 

Länge ohne Fresszangen 9"'. 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib länglich , fast um l /^ länger als breit, 
ziemlich gewölbt, mit deutlichen Querfalten des Thorax 



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53 



und schmaler Quergrube auf dem Rucken ; der Kopf merk- 
lich höher als der Thorax, hinten schmal, der Länge nach 
etwas gewölbt. Der Augenhügel oval , massig hoch ; die 
Augen der vordem Reihe ziemlich gross und in glei- 
chen Entfernungen nicht ganz in Augenbreite von einan- 
der abstehend*, die zwei hintern Augen mehr beisammen 
und gegeneinander schief liegend, das äussere ziemlich 
gross, das innere klein, beide länglich oval. Der Hinterleib 
dicker und länger als der Thorax, fast oval. Taster massig 
lang, etwas dick, von gewöhnlicher Gestalt. Die Fresszan- 
gen im Verhältniss zum Vorderleib, gross und stark. Die 
Beine massig lang, ziemlich dick, kurzhaarig, mit nicht er- 
weiterten Sohlen. 

Der Grund des Vorderleibes dunkel kastanienbraun, 
erdgelblich behaart. Die Fresszangen schwarz mit braunen 
Längsstreifen, unten die Haare dunkel zimmetroth. Der 
Hinterleib dunkelbraun und wie der Thorax mit erdgelben 
Haaren belegt. Taster und Beine braunroth mit gelbbrau- 
nen Sohlen; vor der Spitze der Schenkel, Kniee und 
Schienbeine, und an der Wurzel der letztern ein Ring 
braunschwarz, auch die Spitze der Fersen braun verdun- 
kelt; die Behaarung der Beine bräunlichgelb. Ein Weib. 

Vaterland. Neu-Holland, Van Diemensland. 



54 



M y g a 1 c scoparia. 

Tab. CCCV1. Fig. 725. 



Vorder- und Hinterleib dunkel olivenbraun, letz- 
ter gelblich rauhborstig ; ' Taster und Beine hellröth- 
lichgeib, zottig behaart, das Endglied der erstem und 
das Tarseng^lied der letztern braunschwarz. 

Länge ohne Fresszangen 3'". 

Klug. Königl. Sammlung in Berlin. 

Die kleinste der mir bekannten Arten, von welcher 
sich mehrere , in der Grösse ziemlich gleiche Exemplare 
in dem Königl. Museum in Berlin vorfinden • sie stehen 
mit keiner der andern Arten in Verwandtschaft, und kön- 
nen somit auch nicht als das junge Thierchen zu irgend 
einer derselben angesehen werden; alle vorhandenen Stücke 
sind Weibchen. 

Der Vorderleib mit Inbegriff des Kopfes fast kreis- 
rund, glänzend, nieder, doch mit deutlichen Seitenfalten 
und deutlicher Unterscheidung des Kopfes, letzter nicht 
höher als der Thorax. Die Augen in regelmässiger Stel- 
lung, der Augenhügel nieder. Die Fresszangen stark, sehr 
glatt und glänzend, gegen die Spitze zu behaart. Die Brust 
breit, flach gewölbt, glänzend, licht mit Härchen versehen. 
Taster und Beine von gewöhnlicher Gestalt, ziemlich lang, 
zottig langhaarig, die Sohle des Endgliedes der Taster und 
der Tarsen der Beine etwas breit, und dicht bürstenartig 
behaart. 

Kopf und Thorax einfarbig dunkelbraun, etwas aufs 
Olivenbraune ziehend. Die Augen dunkelbernsteinfarbig, 
die zwei mittlem mit brauner Pupille. Die Fresszangen 
pechbraun, etwas aufs Gelbröthliche ziehend. Die Brust dun- 



55 



kelbraun. Taster nnd Beine hellockergelb , Hautfarbe und 
Haare bis zum Endgliede ganz gleichfarbig, das Endglied 
der Taster und alle Beine, sowohl die Hautfarbe als die 
der Haare, schwarzbraun, eben so die der Sohle, letztere 
etwas aufs Gelbbrä'unliche ziehend und ohne Schiller von 
Irisfarben. Der Hinterleib braun, die zottigen Haare röth- 
lichgelb , dunkler als die der Reine. Die langen Spinn- 
warzen braun. 

Vaterland. Brasilien, Para. 



M y g a 1 e I e p o r i n a. 

Tab. CCCVI. Fig. 726. 



Vorderleib braun, am Rande gelblich behaart; 
Fresszangen rostgelb ; Hinterleib braun , aufs Blaue 
spielend, röthlichweiss borstig; Taster und Beine 
braun, an den vordem Gliedern gelblich, alle braun 
und gelblich zottig behaart. 

Lauge 4% bis 4%"'. 
Hlug. Königl. Sammlung in Berlin. 

In dem Berliner Museum befinden sich mehrere Exem- 
plare, alle weiblich, ziemlich gleichgross und von gleicher 
Färbung. 

Der Thorax nieder, breit, an den Seiten wenig ge- 
rundet und etwas zottig behaart; der Kopf höher als der 
Thorax, gewölbt, glänzend, lichter behaart. Der Augen- 
hügel deutlich, doch nicht hoch, oval, an der Vordcrfands- 
kante beginnend; die Augen in ganz regelmässiger Stel- 
lung. Die Fresszangen stark, gewölbt, glänzend, licht bor- 






56 _ 

stig. Die Brust sehr flach gewölbt, gross, fast oval, matt- 
glänzend, licht mit Härchen belegt. Taster und Beine 
ziemlich lang, zottig behaart und borstig, die Sohle des 
Endgliedes der erstem, so wie der Fersen und Tarsen, 
besonders der der vier Vorderbeine ziemlich breit und 
dicht sammethaarig. Der Hinterleib klein, dicht behaart, 
überdiess in den Seiten und hinten mit langen, zottigen 
Borstenhaaren versehen. Die Spinnwarzen klein. 

Der Vorderleib oben braun, am Rande die Wollhär- 
chen gelblich. Die Augen bernsteinfarbig. Die Fress- 
zangen rostgelb mit braunrothen Fangkrallen. Die Brust, 
die Hüften und die vordere Hälfte der Schenkel ocker- 
gelb, der übrige Theil der Schenkel ins Braune überge- 
hend, alle folgende Glieder der Beine braun mit feinen 
gelblichen Spitzenrändern; die Sohle der Fersen und Tar- 
sen braun, gelblich spielend ; die Taster ganz wie die Beine 
gefärbt. Der Hinterleib braun, die kürzere Haarbedeckung 
bläulich schillernd, die längern Haare und Borsten gelb- 
lich, aufs Ziegelrothe ziehend. Die Borstenhaare der Bei- 
ne von der Wurzel aus dunkelbraun, an der Endhälfte 
blass gelblich. 

Vaterland. Brasilien, Bahia. 










~- 



57 



Mygale versicolor. 

Tab. CCCVII. Fig. 727. 



Vorderleib sammetartig schwarzbraun, flach, fast 
kreisrund; Hinterleib zottig', klein, ziegelroth ; Taster 
und Beine lang, schwarzbraun, ziegelrot!] behaart; 
an der Spitze der Schienbeine des Vorderbeinpaars 
des Mannes zwei gebogene Sporen. 

Länge des Vorderleibes 8% bis 9"', des Hinter- 
leibes 7 bis 8", der Vorderbeine 2" 3'", der Hinter- 
beine 2" 6 '. 

fValch. Suit. ä Buff. Ins. apt. I. p. 211. n. 4. 

Der Kopf ziemlich hoch, hinten gegen die Kückengrube 
spitz auslaufend, auf dem Rücken flach gewölbt; der Tho- 
rax so breit als Kopf und Thorax zusammengenommen lang, 
dem Umrisse nach ziemlich kreisrund, doch in den Seiten 
fast in ein gerundetes Eck erweitert, kaum ein wenig ge- 
wölbt, eher flach, mit breiten, tiefen Seitenfalten und ei- 
ner tiefen, ziemlieh grossen Quergrube auf dem Rücken; 
die ganze Fläche des Vorderleibes mit einem gleichförmi- 
gen Sammet bedeckt, und mit langen Randfransen verse- 
hen. Der Augenhügel fast kreisrund oder halbkugelförmig 
und hoch ; die zwei Mittelaugen der vordem Reihe gross, 
kaum so weit von einander als der Durchmesser eines Au- 
ges ausmacht; das äussere Auge der -vordem Reihe von 
gewöhnlicher Gestalt und Grösse, etwas nahe bei den mitt- 
lem, die mittlem hintern Augen ziemlich von der Grösse 
der äussern, länglich oval, und nahe bei diesen liegend. 
Die Fresszangen lang und sehr stark, dicht mit vorwärts 
liegenden Haaren bedeckt und mit kräftigen Fangkrallen. 
IX. 4. 5 



58 



Die männlichen Taster mit ihrer Spitze bis über das Knie- 
gelenk der Vorderbeine reichend, etwas dünner als die 
Vorderbeine, von gewöhnlicher Gestalt und wie die Keine 
behaart, das Endglied mit dichtem Filze bedeckt. Die 
männlichen Genitalien sehr glänzend, eiförmig, mit nicht 
sehr langem, wie ein Stopselzieher gewundenem, Haken. 
Die behaarte Brust nicht gross. Der Hinterleib des Man- 
nes klein, weit kürzer als der Vorderleib, oval, stark zot- 
tig behaart, mit langen, kurzhaarigen Spinnwarzen. Die 
Beine etwas dünn und lang, übrigens von nicht ungewöhn- 
licher Gestalt, alle mit einem dichten Sammet bedeckt und 
überdiess lang zottig behaart* der Sammet unter der Sohle 
der Tarsen und der Schienbeine dicht, schwach schim- 
mernd und die Tarsen wenig erweiternd ; unten vor der 
Spitze der Schienbeine des ersten Beinpaars zwei haken- 
förmige, lange, gebogene Sporen, der eine etwas kleiner 
als der andere, beide behaart. 

Der ganze Vorderleib dunkel schwarzbraun, die Haar- 
franse an den Seiten fleischroth oder ziegelroth. Alle Au- 
gen bernsteingelb, das Sehloch der mittlem der vordem 
Reihe sebwarz. Die schwarzbraunen Fresszangen ziegel- 
roth behaart. Der Hinterleib dunkelbraun, die. zottigen 
Haare ziegelroth und unter diesen die braune Farbe nur 
durchstechend; die Spinnorgane dunkelbraun. Die Beine 
und Taster schwarzbraun, die längern Haare ziegelroth, auf 
den Schienbeinen und Tarsen braun gemischt; die Sohlen 
der Tarsen und Schienbeine bräunlich ockerfarbig, und 
ohne Schimmer von Regenbogenfarben. Die männlichen 
Genitalien rothbraun, mit kastanienbraunem, fast schwarzem 
Haken. 

Die weibliche Spinne ist mir noch nicht vorgekom- 
men; nach IValck. führt der Vorderleib einen bouteillen- 



59 



grünen und der Hinterleib einen violetten Schiller; sie ist 
etwas kleiner als die männliche. 

Vaterland. Brasilien; nach IValck. auch auf Gua- 
deloupe und Martinique. 



Mygale rosea. 

Tab. CCCV111. Fig. 728. 



Vorderleib nieder gewölbt, fast kreisrund, sammt 
den Fresszangen ziegelroth, Hinterleib und Beine 
ziemlich von derselben Farbe, mit braunem Grunde 
und schwarzbraunen Tarsen ; Brust und Hüften unten 
schwarz; Fusssohle gelbbraun. 

Länge ohne die Fresszangen 1" 5'". 
Walch. Suit. ä Buff. Ins. apt. I. p. 213. n. 6. 

Rücksichtlich der Gestalt in grosser Verwandtschaft 
mit Myg. versfcolor, der Vorderleib aber an dem Kopfe 
etwas schmäler und die Augen mehr von einander entfernt, 
auch die Spinnwarzen länger. Die männlichen Genitalien 
birnförmig, lang, mit langem, dünnem, weniger gewunde- 
nem Haken 

Der ganze Vorderleib sammt den Fresszangen ziegel- 
roth, rosenroth spielend, alle Augen gelb, die vier hintern 
heller als die Mittelaugen. Die Brust und die Hüften der 
Beine und Taster unten schwarz, mit rothem Spitzensaume, 
der Vordertheil des ersten Hüftengliedes der Taster braun- 
roth, die Fransen an diesem und die der Fresszangen un- 
ten wie gewöhnlich roth. Der Hinterleib zottig, ziegel 

5* 



60 



roth, auf dem Bauche ins Braunschwarze übergehend. Ta- 
ster und Beine auf dem Grunde braun, durchaus ziegel- 
rot!) langzottig behaart, der braune Grund nur durchste- 
chend, die Haarfranse an der Spitze der Glieder heller, 
fast rosenroth, das Tarsenglied braunschwarz, die licht ste- 
henden längern Haare röthlich; die Sohle an den Fersen 
und Tarsen dicht sammetartig, dunkelgelbbraun, und ohne 
Schimmer von Regenbogenfarben; auf den Schenkeln, 
Knieen und Schienbeinen die gewöhnlichen zwei Längs- 
linien sehr deutlich und von röthlichweisser Farbe. Die 
männlichen Genitalien braunroth, am Haken ins Schwarze 
übergehend. 

Die weibliche Spinne ist noch unbekannt. 

Vaterland. Chili. 



Mygale Zebra. 

Tab. CCCIX. Fig. 729. 



Dunkelbraun mit langen Spinn warzen, auf dem 
Hinterleibe sechs bogige Querbänder rostroth, die 
vordem davon in der Mitte durchbrochen. 

Länge ohne die Fresszangen 1" 3'". 

Mygale zebrata JValch. Annales de la Societe entomol. IV. 

p. 637. pl. 19. 
Mygale Zebra fValch. Suit. ä Buff. Ins. apt. I. p. 221. n. 17- 

Eine der schönern Arten dieser Gattung, von welcher 
bis jetzt nur die weibliche Spinne bekannt ist. Ihr et- 
was schlanker Körperbau und ihre langen, etwas dünnen 
Beine machen sie der Form nach vor vielen andern Arten 
kenntlich. 



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IX. 4-. 



61 



Der Vorderleib hat eine Länge von 8'", und eine 
Breite von 6%-, dem Zuge der Seitenkanten nach ist er 
ziemlich oval, und im Ganzen flach gewölbt. Die Quer- 
grube auf dem Rucken befindet sich 4%'" vom Vorder- 
rande, also merklich hinter der Mitte der Länge; die Sei- 
tenfalten liegen strahlenförmig, sind tief und laufen am 
Ende in ein Längsgrübchen aus, das besonders an der hin- 
tern Falte sich deutlich ausnimmt. Der Kopf ist höher 
und gewölbter als der Thorax. Der Augenhügel nieder, 
die zwei Mittelaugen an einer eiförmigen, eben so weit 
vor- als rückwärts sich verlängernden, etwas deutlicher 
ausgedrückten Erhöhung liegend; die Augen etwas klein, 
die zwei mittlem nicht in Augenbreile von einander ent- 
fernt, die vordem Seitenaugen ziemlich gleich weit von 
diesen, von derselben Grösse, aber oval und mit diesen 
einen nicht besonders starken Bogen beschreibend; die 
hintern Augen eben so weit von den vordem äussern 
entfernt, beide eiförmig, kleiner, einander genähert, und 
nur durch einen schmalen Zwischenraum von einander un- 
terschieden. Die Fresszangen gross, sehr stark, aufliegend 
behaart, oben seitwärts mit einem nackten Streif der Länge 
nach. Die Taster fast doppelt so lang als der Thorax, et- 
was dünn, die Hüftenglieder frei, die drei folgenden Glie- 
der wie die Schenkel, Kniee und Schienbeingelenke der 
Beine geformt, etwas dünn behaart, oben mit den zwei 
nackten Längsstreifen wie bei diesen j das Endglied gera- 
de, kaum so dick als das vorhergehende, oben etwas licht 
behaart, an den Seiten dichter, der Filz der Unterseite 
dichter als an den Tarsen der Beine. Der Hinterleib ei- 
förmig, gewölbt, nicht länger als der Vorderleib und nicht 
so dick als dieser, mit sammetartigem Filze bedeckt und 
mit längern feinen Härchen untermischt. Die Spinnwarzen 



m 



im Verhältniss anderer Arten sehr lang, ziemlich dick, 
licht etwas zotlig behaart. Die Beine lang, mit ziemlich 
dicken, etwas gebogenen Schenkeln, die folgenden Glieder 
stufenweise dünner, das Tarsenglied aller Beine dünner 
als das Fersenglied; die Hüften unten dicht etwas filzartig 
behaart, die Beine etwas schwächer behaart, auf den Schen- 
keln, Knieen und Schienbeinen oben zwei nackte Lä'ngs- 
striche, die der Kniee geschwungen gebogen und an der 
Spitze zusammentreffend; der gewöhnliche bürstenartige 
Filz unten an den Fersen und Tarsen zwar dicht, aber 
ohne hohem Farbenschiller. 

Vorderlcib, Fresszangen, Hinterleib und Beine oben 
schwarzbraun oder vielmehr dunkelkaffeebraun, in gewis- 
ser Richtung mit roströthlichem Anstrich, auf den Fress- 
zangen oben seitwärts ein nackter Längsstreif dunkler und 
glänzend 5 auf dem Hinterleibe oben und über die Seiten 
hinabziehend sechs Querbänder schön rostroth; die vor- 
dem in der Mitte durchbrochen, die hintern stärker als 
die vordem gebogen. Die Unterseite dunkler, fast schwarz, 
die Fresszangen aber unten mit der gewöhnlichen dunkel- 
rostrothen Wolle ; die nackten Striche auf den Beinen et- 
was heller als die Haare, der Filz unten an den Fersen 
und Tarsen mit ockerbräunlichem Anstriche. Die Spinn- 
warzen schwarzbraun. Alle Augen bernsteinfarbig. 

Sie scheint in Hinsicht der Rückenbänder des Hinter- 
leibes zu variiren, wenigstens sind die des Walckenärschen 
Exemplars den braunen Zwischenräumen in Ansehung der 
Breite gleich, bei meinem Exemplare aber sind die rost- 
rothen Bänder kaum halb so breit als diese. 

Vaterland. Brasilien. 

Anmerk. Baron Walckenär kennt nur das Weib- 
chen. Auch mir ist noch keine männliche Spinne vorge- 



G3 



kommen, obwohl die weibliche in den grössern Museen 
keine Seltenheit ist. 



Mygale cancerides. 

Tab. CCCIX. Fig. 730. 



Gelblich graubraun, Brust und Bauch brandschwarz. 
Die Sohlen des Endglieds der Taster und der Tarsen 
der Beine wenig erweitert. 

Länge ohne die Fresszangen kaum 10'". 

Lcttr. Gen. crust. et ins. I. p. 83. n. 2. 

Der Vorderleib nieder, der Thorax kaum so hoch als 
der Kopf, beide dicht wollig behaart, die Seitenfalten doch 
deutlich sichtbar, an den ovalen Seitenrändern eine dichte 
Haarfranse und auf dem Rücken die gewöhnliche tiefe 
Quergrube. Der Augenhügel ziemlich hoch und oval, die 
vordere Augenreihe stark gebogen, nämlich die zwei Mit- 
telaugen dieser Reihe mehr als gewöhnlich zurückstehend, 
am Vorderrande des Augenhügels einige lange, rückwärts 
über den Hügel gebogene Borsten. Die Fresszangen stark 
behaart, übrigens von gewöhnlicher Gestalt. Die Brust 
länglich, etwas breit, ziemlich flach, vorn und hinten stumpf, 
daher etwas viereckig, licht behaart, raaüglänzend und fein 
runzelig. Der Hinterleib klein, oval v lang behaart, mit 
ziemlich langen dünnen Spinnwarzen. Taster und Beine 
etwas stämmig und behaart \ die Sohle unten an dem End- 
gliede der Taster dicht sammetartig nnd etwas erweitert, 
die der Fersen und Tarsen der Beine von derselben Be- 
schaffenheit, aber weniger breit. 



64 



Kopf und Thorax gleichfarbig gelblich graubraun oder 
hirschbraun, die Fresszangsn von derselben Farbe, an der 
Aussenseite aber aufs Weissliche ziehend, die Fransen un- 
ten an diesen und an der vordem Seiteukante der Taster 
etwas dunkelroth Die Brust und die Hüften unten braun- 
schwarz. Der Hinterleib oben von der Farbe des Thorax, 
nur etwas mehr aufs Gelbliche ziehend, unten auf dem 
Bauche aber schwarz ; die Spinnwarzen braun. Die Augen 
der vordem Reihe mit dunkelbrauner Iris, die hintern 
braun. Taster und Beine von der Farbe des Thorax, oben 
und an den Seiten aufs Weissliche in gewisser Richtung 
spielend, unten bräunlich dunkler* die Sohle des Endglie- 
des der Taster, so wie der Fersen und Tarsen der Beine 
ockerfarbig braun, nur wenig und nur in gewisser Rich- 
tung aufs Purpurrothe schimmernd. 
Vaterland. Brasilien. 

Anmerk, Das einzige Exemplar, welches sich in 
dem Münchner Museum befindet, ist ein Weibchen, und 
sebeint vollständig erwachsen und ausgebildet zu seyn, in- 
dem der Leib sehr eingetrocknet ist, und wahrscheinlich 
die Eier beim Fange schon abgesetzt hatte. 

Latreille macht uns mit dieser Art in seinen Gen. 
crust. et ins., ohne Bezeichnung irgend eines Synonyms 
von andern Autoren bekannt. Seine Beschreibung ist kurz 
und lautet: M. fusca, hirta, pectore abdomineque infra ni- 
gricantibus. — Ich zweifle nicht, dass meine hier beschrie- 
bene und abgebildete Spinne dieselbe ist, welche Latreille 
vor sich hatte. Allein M. cancerides Hahn und dieselbe 
von Walckenär bezeichnen eine von Pallisot bekannt 
gemachte Mvgalide, die nicht die geringste Verwandtschaft 
mit der Latreilleschen hat, und doch findet sich auch La- 
treille bei der Hahnschen Spinne zitirt. Der Umstand, 




, ////'. rrcx. 




uy ./, 3/  - // zina/e 



7 





eA.jcoetm _' /ia ./&£* - /f . taefa Ar/// 



65 



dass das Exemplar, das ich vor mir habe, in Brasilien zu 
Hause ist, wird um so weniger- zu einem Irrthume Ver- 
anlassung geben können, als ich auch ein Exemplar von 
Myg. cancerides Walck. erhalten habe, bei welchem als 
Wohnort ebenfalls Brasilien angegeben ist, sohin diese so- 
wohl da, als auch in St. Domingo angetroffen wird. 



ygale diversipes. 

Tab. CCCX. Fig. 731. 



Dunkelkaffebraun, die langem Haare des Hinter- 
leibes, die Linien auf den Schenkeln, Knieen, Schien- 
beinen und Fersen, so wie ein Längsfleck auf dem 
Tarsengliede blutroth ; die Fufssohlen gelbbraun. 

Länge ohne die Fresszangen 1" 4"'. 

Klug. Königl. Sammlung in Berlin. 

Eine mit Mygale avicularia sehr verwandte Art. Der 
Vorderleib hat dieselbe Bildung, nur ist der Augenhügel 
bei derselben Augenstellung etwas schmäler oval und der 
Kopf etwas hoher. Taster und Beine haben dasselbe Län- 
genverhältniss, sind eben so dick und führen dieselbe zot- 
tige Behaarung; die gewöhnlichen Linien auf den Beinen 
sind deutlich ausgedrückt. 

Das ganze Thier in Pxücksicht der Grundfarbe dunkel- 
kaffebraun oder schwarzbraun, die Franseneinfassung des 
Vorderleibes, die längern Haare auf den Fresszangen und 
des Hinterleibes roth, die der Beine dunkelziegelroth mit 
kaffebraunen Haaren gemischt, die Haare unten an den 
Knieen und Schienbeinen, so wie die der Schenkel der 



66 



vier Vorderbeine an der Innenseite aber schwarz, ein 
schmaler Spitzenrand der Schenkel und Kniee, zwei Fleck- 
chen an der Spitze der Schienbeine, ein etwas grösseres 
Fleckchen an der Spitze der Fersen und die Spitze der 
Tarsen röthlicbgelb ; die gewöhnlichen zwei Linien auf den 
Schenkeln, Knieen und Schienbeinen der Taster und Bei- 
ne, eine Linie auf den Fersen und ein Längsdeck oder 
breiter Längsstreif auf dem Tarsengliede blutroth. Die 
Sohle des Endgliedes der Taster, der Fersen und Tarsen 
der Beine bräunlichockerfarbig , mit wenig grünem und 
rothem Schimmer. 

Vaterland. Brasilien, Bahia. 



Mygale laeta. 

Tab. CCCX. Fig. 732. 



Mäusegrau, die langem Haare des Hinterleibes 
ziegelroth, weiss spielend; die Unterseite braun- 
schwarz, die Sohle der Beine dick und breit, grün 
und roth schimmernd • die Spitzen der Beinglieder 
gelb roth. 

Länge ohne die Fresszangen fast 1". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib länglich, l / b länger als breit, ziemlich 
gewölbt, der Kopf wenig höher als der Thorax, beide stark 
seidenartig wollig, die schmale Bückengrube und die Sei- 
tenfalten fast ganz bedeckend ; der Augenhügel nieder, eben- 
falls wollig; die Augen m ganz geregelter, Stellung. Die 
Fresszangen stark, dick, filzig behaart und borstig. Die 



'a/y. CCCM. 











67 



Brust flach. Der Hinterleib zottig behaart, oval, mit kur- 
zen Spinnwarzen. Taster und Beine massig lang, zottig 
behaart, die Sohle des Endgliedes der erstem und die der 
Fersen und Tarsen der letztern dick, breit und dicht sam- 
metartig. 

Kopf und Thorax gelbgrau, die Seitenwolle gelblich 
schimmernd, die Randwolle blass röthlich. Die Fresszan- 
gen röthlichgrau. Der Hinterleib röthlichgrau, die langern 
Haare ziegelroth, auf dem Vordertheii des Rückens, beson- 
ders vorn in den Seiten weisslich spielend. Die Brust, das 
erste Hü'ftenglied unten, und der Bauch braunschwarz. Ta- 
ster und Beine mäusegrau, die Rückeniinien sehr fein und 
röthlichweiss, zwei Haarbü'scbchen an der Spitze der Schien- 
beine, und die Spitze der Fersen und Tarsen gelblichroth 
oder blass mennigroth; die Sohle der Taster und Beine 
hauptsächlich grün, in gewisser Richtung aber auch pur- 
purroth und gelbroth sehr schön schillernd. 

Vaterland. Porto-Rico. 



M y g a 1 e p 1 u m i p e s . 

Tab. CCCXI. Fig. 733. 



Ockerfarbig bräunlichgelb, schwach rosenröthlich 
spielend, an den Seiten der Beine eine lange mäh- 
nenartige Haarfranse. 

Länge des Mannes 1 ". 

Hing. Königliche Sammlung in Berlin. 



08 

Der Vorderleib etwas länger als breit, sehr flach ge- 
wölbt, an den Seiten etwas oval gerundet und mit einer 
dichten Franse rundum versehen j der Kopf nur sehr we- 
nig höher als der Thorax, mit nicht sehr hohem aber gros- 
sem ovalen Augenhügel; die zwei Mittelaugen gross, ohn- 
gefähr in ihrer Breite von einander entfernt, die übrigen 
nahe an diesen etwas zusammengehäuft und von gewöhn- 
licher Gestalt. Die Fresszangen dünn, etwas kurz und 
nicht sehr stark, oben zottig behaart. Der Hinterleib klein, 
stark zottig behaart, mit behaarten, ziemlich langen Spinn- 
warzen. Die Taster und die Beine etwas lang, nicht be- 
sonders dick, stark behaart, die Haare an den Seiten aller 
Glieder eine lange Franse oder Mähne vorstellend. Die 
männlichen Genitalien fast kugelförmig, mit dünnem, sehr 
langem, blos sanft gebogenem Haken. 

Kopf, Thorax, Fresszangen und Hinterleib erdfarbig 
hellbräunlichgelb, die Hinterleibshaare an der Spitze weiss- 
lieh. Die Brust und die Hüften unten schwarzbraun. Ta- 
ster und Beine von der Farbe des Vorderleibes, aber an 
der Haarfahne mit etwas rosenröthlichem Schimmer. Die 
Fusssohlen gelbbraun, der Länge nach bald grün bald pur- 
purroth spielend, aber nicht besonders deutlich. 

Ich kenne nur das eine im Berliner Museum aufbe- 
wahrte, ganz vollständige Exemplar. Es ist ein Männchen. 

Vaterland. Surinam. 



-•-, 




V. 



er cm. 




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7 






69 



Mygale drassiformis. 

Tab. CCCX1. Fig. 734. 



Gelbbraun, Taster und Beine dünn und etwas 
lang, alle mit ockergelbem Tarsengliede. 
Länge des Weibchens 9'". 

Klag. Königliche Sammlung in Berlin. 

Thorax und Kopf in gleicher Höhe, beide massig aber 
regelmässig gewölbt, mit nicht sehr starken Seitenfalten; 
im Ganzen der Vorderleib etwas länglich mit oval gerun- 
deten Seiten, und durchsichtiger Behaarung. Die Fress- 
zangen etwas dünn, massig lang, durchsichtig behaart. Die 
Brust flach, etwas glänzend, schwach behaart, ziemlich 
gross, vorn stumpf, hinten herzförmig zugespitzt. Der Hin- 
terleib länglich, seidenartig mit etwas kurzen Haaren be- 
deckt und fast so dick als der Vorderleib. Die Spinnwar- 
zen dünn und lang. Taster und Beine etwas lang, dünn, 
nur die Schenkel etwas verdickt, alle Glieder kurz seiden- 
artig behaart, mit einzelnen langem, feinen Borstchen ; die 
Sohle der Fersen und Tarsen kurz und schmal. Der Au- 
genhügel nieder: die Augen in etwas gedrängter Stellung, 
die zwei mittlem kaum in Augenbreite von einander ent- 
fernt. 

Die Hautfarbe des Thorax rostbraun, die Haarbelegung 
durchsichtig und ockergelblich ; alle Augen gelb. Der Hin- 
terleib gelbbraun, unten mit stärkerm ockergelblichen Schim- 
mer 5 die Spinnwarzen braun, an der Spitze ins Ockergelbe 
übergehend. Die Brust und die Hüften rostgelb. Die 



70 



Fresszangen, Taster und Beine gelbbraun, das Endglied 
der Taster und das Tarsenglied der Beine ockergelb, die 
Sohle an den Fersen und Tarsen heller ockergelb, mit ei- 
nem rostgelben, dunklern Längsstreif auf der Mitte. 

Das Männchen ist etwas grösser als das Weibchen, 
von derselben Gestalt und Farbe. Dessen Taster sind lanj>, 
eben so behaart, die Genitalien dünn, länglich eiförmig, in 
einen langen, doppelt gewundenen Haken sich verlängernd. 

Vaterland. St. Thomas. 



Mygale incana. 

Tab. CCCXII. Fiff. 735. 



Röthlichbraungrau, die Fransen am Vorderrande 
des Kopfes und am Rande des Thorax, sodann die 
gewöhnlichen Linien auf den Beinen zart rosenröth- 
lich, die längern Haare des Hinterleibes ziegelroth. 

Länge ohne die Fresszangen 1" 1'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Eine sanft gefärbte, schöne Mygalide. 

Der Kopf ziemlich hoch und breit, mit ovalem, ziem- 
lich hohem Augenhügel; die Augen in ganz geregelter Stel- 
lung, die zwei Mittelaugen fast in Augenbreite von einan- 
der entfernt * 3 der Thorax merklich niederer als der Kopf, 
hinten fast flach, vorn breiter als hinten, mit wenig ge- 
rundeten Seiten, tiefer Rückengrube und deutlichen Sei- 
tenfalten ; Kopf und Thorax zusammen fast x t \ länger als 
breit, beide mit einem kurzen, zarten Filze dicht bedeckt. 
Der Hinterleib gewölbt, etwas dick, oval, mit demselben 



71 



Filze wie der Thorax bedeckt und licht mit längern Haa- 
ren gemischt. Die Spinnwarzen nicht sehr lang, das End- 
glied dünn und nur zur Hälfte über den Hinterleib vor- 
stehend. Die Fresszangen sehr gross, filzartig dicht be- 
haart und kurzborstig. Die Taster und Beine von massi- 
ger Länge, nicht sehr dick, mit kurzem Filze dicht bedeckt 
und licht borstig behaart; die Fusssohlen wenig erweitert. 

Der Vorderleib sammt Fresszangen und Tastern, der 
Hinterleib und die Beine röthlichbraungrau, oder zart mäu- 
segrau ; die langen Fransen am Vorderrande des Kopfes 
und die Fransen an dem Rande des Thorax weisslichrosen- 
roth, eben so die Haare oben auf den Hüften und vorn 
in den Seiten des Hinterleibes, letztere in die graue Gründ- 
farbe übergehend; die Borsten der Fresszangen ziegelroth ; 
die längern Haare des Hinterleibes mennigroth, der graue 
Grund stark dazwischen vorstechend ; die zwei Längslinien 
auf den Schenkeln, Knieen und Schienbeinen und ein ab- 
gekürzter Strich vorn auf den Fersen blass rosenroth, eben 
so die Spitzen dieser Glieder oben. Die Fusssohlen gelb- 
braun. Die Augen gelb, die vordem Seitenaugen ein we- 
nig dunkler als die andern. 

Der Mann ist noch unbekannt, 

Vaterland. St. Thomas. 



Mygale plantaris. 

Tab. CCCXII. Fig. 736. 



Ockergelb mit rosenfarbigem Anstriche, die Fran- 
sen um den Thorax, die längern Haare des Hinter- 



72 



leibes und die Spitzen der Tarsen und Fersen rosen- 
roth : die Fusssohlen sehr breit und dick, graubraun 
mit purpurfarbigem und grünem Schiller. 
Länge ohne die Fresszangen 6 % '". 

Bing. Königliche Sammlung in Berlin. 

In der Gestalt hat sie grosse Aehnlichkelt mit Mfg. 
aviculan'a, auch führt sie dieselbe Behaarung. 

Kopf und Thorax dunkel ockergelb, mit rosenrothen, 
ziemlich langen Fransen an dem Seitenrande des Thorax. 
Die Fresszangen etwas dunkler ockergelb, die Borsten auf 
diesen in dichter Stellung und ziegelroth. Die zottigen lan- 
gen Haare des Hinterleibes dicht gestellt, rosenroth, vorn 
in den Seiten heller als hinten; die Spinnwarzen braun; 
der Bauch braunschwarz, eben so die Brust und das erste 
Hüftenglied der Beine unten, letzteres an der Spitze ins 
Rosenröthliche übergehend. Taster und Beine dunkelocker- 
gelb, die längern Haare an beiden rosenröthlich, an der 
Spitze der Schienbeine oben zwei Fleckchen, ein grösse- 
res an der Spitze der Fersen, und die Franse der Spitze 
der Tarsen rosenroth, etwas aufs Gelbliche ziehend. Die 
Sohle des Endgliedes der Taster und solche der Fersen 
und Tarsen der Beine graubraun, sehr schon grün und 
purpurroth nach gewisser Richtung schillernd. 

Ein Weibchen, wozu das Männchen noch abgeht. 
Vaterland. Brasilien. 



I 



% 





j 



73 



Mygale avicularia. 

Tab. CCCX1II. Fig. 737. 



Dunkel kaffehraun, dicht zottig behaart, die 
Spitzen der Tarsen ziegelroth ; der Filz unten an den 
Fersen und Tarsen dicht sammetartig, heller braun, 
nur wenig aufs liothe und Grüne spielend. 

Läiig-e des Weibes 22, des Mannes 17'". 

Aranea avicularia Linn, Syst. nat. I. II. p. 1034. n. 31. 

Fabr. Ent. syst. II. p. 424. n. 63- 
Aranea vestiaria Ddgeer Uebers. VII. p. 122. tab. 38 fig. 8- 
Mygale avicularia JLatr. Gen. crust. et ins. I. p. 82. 
tralck. Suit ä Buff. ins. apt. I. p. 217. n. 13. 

Im fünften Hefte des ersten Bandes gegenwärtigen 
Werkes Seite 101 ist von dieser Art eine kurze Defini- 
tion gegeben und in dieser Charaktere bezeichnet, welche 
vielen Mjgalearten zukommen, auch die Abbildung Tab. 
XXV. Fig. 75. ist etwas mangelhaft, wenigstens, nicht so 
ausgefallen, dass damit Vergleichungen mehrerer ähnlicher 
Arten, was nicht wohl zu umgehen ist, Statt finden kön- 
nen. Letzteres hat mich veranlasst, eine Abbildung des 
dem Werke noch abgehenden Weibes dieser Art hier bei- 
zufügen. 

Der Vorderleib ist (lach gewölbt, breit, nur wenig 
länger als breit, an den Seiten gerundet und mit einem 
dichten Ilaarfilze bedeckt, an den Seitenkanten aber fran- 
senartig stehende, längere, feine Haare; der Kopf höher 
als der lirustrücken, mehr gewölbt, im Verhältniss des 
letztern nicht gross, hinten in einer tiefen Quergrube spitz 
auslaufend; an den Seiten, gegen die Quergrube strahlen- 
IX. 5. 6 



74 



artig Hegen Je, ziemlich deutliche, faltenarlige Eindrucke, 
aber den Seitenrand nicht erreichend : der Au£>enhücel 
nicht dicht am Vorderrande des Kopfes beginnend, viel- 
mehr ein wenig, ohngefähr eine Viertellinie davon entfernt, 
der Quere nach ziemlich ein Oval vorstellend, etwas grös- 
ser als bei den meisten Arten, nicht besonders hoch, und 
um die Mittelaugen etwas eingedruckt. Die Fresszangen 
stark und fast so lang als die Breite des Kopfes am Vor- 
derrande, überall von der Wurzel an dicht mit vorwärts 
stehenden und nach der obern Wölbung sich vorwärts 
krümmenden Borsten bedeckt j die Fangkralle lang, ge- 
krümmt, nicht besonders dick, sehr spitz. Die Taster lang, 
dick, nur wenig dünner als die Beine, dicht langzottig be- 
haart, das Schenkelglicd etwas einwärts gekrümmt, das 
Tarscnglied mit breiter, sammetartiger Sohle. Die weich- 
haarige, meistens abgeriebene, glänzende Brust flach, etwas 
länger als breit, ziemlich gross und ohne Eindrücke. Der 
Hinterleib eiförmig, gewölbt, dicht behaart, die Haare lang 
und zottig. Die Spinnwarzen lang, ziemlich dick, kurzbor- 
stig. Die Hüften der Beine unten fein und dicht seiden- 
artig filzhaarig' die Beine lang, die zwei vordem ohnge- 
fähr dreimal so lang als 3er Vorderleib, die zwei Hinter- 
beine etwas länger als diese, das zweite und dritte Paar 
etwas kürzer, alle ziemlich gleichdick, durchaus mit dicht 
stehenden, langen Haaren bedeckt und zottig; der Filz un- 
ten an dem Fersen- und Tarsengliede dicht, sammetartig, 
meistens, doch nur zufällig, mehr oder weniger blätterig. 

Der Mann hat verhältnissmässig etwas dünnere und 
längere Beine, unten vor der Spitze an den Schienbeinen 
des ersten Paars mit einem dicken, hakenförmig einwärts 
gekrümmten, borstigen Sporn. Die Taster etwas dünner 
als beim Weibe, das Endglied kurz, dicht, etwas filzartig 



75 



behaart, und sich vorn etwas theilend ; die Genitalien nicht 
gross, einwärts gewölbt, auswärts etwas ausgehöhlt, mit 
sehr langem, dünnem, gebogenem Haken. 

Der Vorderleib mit den Seitenfransen kaffebraun, die 
Haarbedeckung der Fresszangen von derselben Farbe, ge- 
wöhnlich etwas dunkler, unten eine lange, doppelte Haar- 
franse dunkel ziegelroth. Der Hinterleib dunkeler kaffe- 
braun, auf dem Bauch ins Schwarze übergehend, oben bei- 
derseits fuchsroth schimmernd; die Spinnwarzen schwarz- 
braun. Die Brust und die Hüften unten schwärzlich kaffe- 
braun, das erste Hüftenglied der Taster vorn braunroth, 
mit ziegelrother, langer Haarfranse. Die Taster und Beine 
kaffebraun, die längern Haare an den Schienbeinen, Fer- 
sen und Tarsen, in gewisser Richtung, etwas fuchsröthlich 
spielend, die Spitzen der Tarsen, sowohl der Beine als 
Taster, röthel- oder ziegelroth, der Filz unten an den Fer- 
sen und Tarsen heller braun, gewöhnlich ockerbraun und 
nur bei ganz unverdorbenen Exemplaren etwas weniges 
aufs Blaue oder Rothe spielend. 

Der Mann hat ganz dieselbe Färbung wie das Weib, 
ist aber meistens etwas dunkeler. 

Die vorkommenden Abarten beschränken sich auf die 
Färbung der Haare, welche zuweilen ins Hellbraune über- 
gehen, manchmal einen ockergelben Anstrich annehmen, 
selten ganz hellfarbig erscheinen, welches letztere nur dann 
der Fall zu sejn scheint, wenn die Spinne ockerartige 
Erde bewohnt, mit welcher sich sowohl der Grund als 
auch die Haare ockergelb färben. 

Vaterland. Südamerika. 



6* 



76 



M y g a 1 e h i r s u t i s s i m a. 

Tab. CCCXIV. Fig. 738. 

CT 



Vorderleib braun, Länger als breit, flachgevvölbt, 
Hinterleib und Beine dicht und langzottig behaart, 

gelbbraun, die Tarsen breit, braun, mit braungelben 
Fusssohlen. 

Länge des Vorderleibes 9'", Breite desselben 8"', 
Länge des Hinterleibes 8 bis 9'", der Vorderbeine 
1" 11'", der Hinterbeine 2" 3". 

Mit Myg. avjculan'a nahe verwandt, der Vorderleib 
aber etwas länger und etwas gewölbter, der Augenhügel 
merklich höher, und hinten stärker kerbartig eingedrückt, 
zwischen den dadurch sich bildenden Backen eine rinnen- 
artige tiefe Furche; die Augen in derselben Stellung, das 
äussere der Hinteraugen aber grösser und das innere nä- 
her bei diesem. Die Beine wie bei jener Art, fast noch 
zottiger behaart. 

Vorderieib und Fresszangen braun, braungelb behaart. 
Der Hinterleib ebenfalls braun, die Haare mit ockergelbem 
Anstriche. Beine und Taster braun , ebenfalls mit ocker- 
gelbem Anstriche, die Haare auf der Brust und den Hüf- 
ten aufs Schwärzliche ziehend; die Fusssohlen blatterig, 
gelbbraun, ohne Schimmer; die Spitzen der Tarsen schwärz- 
lich braun mit etwas hellerem Rande. Die Augen braun- 
gelb; das innere der hintern Reihe heller als die andern, 
das Sehloch der Mittelaugen schwarz. 

Vaterland. Südamerika. 

Anmerkung. Ich habe bisher nur ein weibliches 
Exemplar zu untersuchen Gelegenheit erhalten, wovon ich 






J 









^s 




*, 



77 



die beigegebene Abbildung entnommen habe. Dasselbe be- 
findet sich in der Sammlung des Herrn J. Sturm in Nürn- 
berg, vielleicht das einzige, das nach Europa gebracht wor- 
den ist. Sie darf mit M. avicularia, mit welcher sie in 
grosser Verwandtschaft steht, nicht verwechselt werden. 



Mygale anthracina. 

Tab. CCCXV. Fig. 739. 



Schwarz, grauschimmernd, mit breiten braunen 
Sohlen, der Vorderleib nieder, fast so breit als lang. 
Länge ohne Fresszangen 1" 9'". 

Klug. Königliche Sammlung in Berlin. 

Der breite, niedere, gewölbte Kopf höher als der Tho- 
rax und wie dieser dicht sammetartig behaart, am Vorder- 
rande des Kopfes eine lange, dichte, auf den Fresszangen 
< fliegende Haarfranse ; der Thorax fast so breit als Kopf 
und dieser zusammengenommen, an den Seiten wenig ge- 
rundet und mit einer Randfranse versehen. Die Riicken- 
grube gross, mit gerundetem Rande, im Innern behaart; 
die Seitenfalten ziemlich tief und breit. Die Fresszangen 
sehr stark, dicht mit Haaren bedeckt, an der Spitze die 
Haare länger und die Fangkrallen bedeckend. Die Brust 
flach und behaart. Der Hinterleib fast-so dick als der Vor- 
derleib, ohngefähr so lang als dieser, mit einem dichten 
Haarfilze bedeckt, sammetartig schimmernd und mit langern 
Haaren gemischt. Die Spinnwarzen etwas kurz, ziemlich 
dick, dicht behaart. Die Taster und die Beine dick, mit 
dichtem Filze bedeckt und etwas zottig behaart, auf den 



78 



Knieen die gewöhnlichen zwei geschwungenen nackten 
Längsstreifen und auf den Schienheinen die zwei gewöhn- 
lichen geraden Längslinien, aber undeutlich; die Sohle der 
Fersen und Tarsen breit, sehr dicht sammetartig filzig, 
ohne Schimmer von Regenbogenfarben. 

Das ganze Thier schwarz, in gewissen Richtungen 
grauweiss sammetartig schimmernd; die Franse am Vorder- 
rande des Kopfes wcisslichgrau, auch die an den Seiten- 
kanten von derselben Farbe ; die Augen in nicht unge- 
wöhnlicher Stellung, alle gelb, die zwei mittlem mit schwar- 
zer Pupille. Das erste Hüftcnglied der Taster unten und 
die Haare an der Spitze der Fresszangen rostroth. Die 
Sohle an den Fersen und Tarsen dunkelgelbbraun, heller 
und dunkler spielend. 

Eine schöne Mjgalide, von welcher nur das Weib be- 
kannt ist. 

Vaterland. Südamerika, Montevideo. 



Mygale fervida. 

Tab. CCCXVI. Fig. 740. 



Rostgelb, aufs Mennigrothe ziehend, eben so die 
Fresszangen, Taster und Beine, letztere an der Spitze 
des Tarsengliedes heller rothgelb. 

Länge ohne Fresszangen 14 '". 

Mygale cancerides Pcdllsot de Beauvois Ins. I. 8. Liv. 35. 

apt. PI. III. Fig. 1. 
Hahn Monogr. I. 4. 
fValch. Suit ä Buff. [ns. apt. I. p. 214. n. 8- 

Der Vorderleib breit, fast so breit als lang, wenig 

gewölbt, filzartig behaart, auf dem Rücken des Thorax eine 



/ cccm. 




79 



grosse, tiefe Quergrube mit ziemlich tiefen Falten an den 
Seiten, die Seiten den Kanten nach ziemlich gerundet; der 
Kopf etwas breit, etwas hoher als der Thorax, mit gros- 
sem Augenhügel ; letzter ziemlich oval, mit seichter Kerb- 
linie hinten in der Mitte; die Augen etwas klein, die der 
vordem Reihe in regelmässiger Stellung, nur etwas weit 
auseinander, die hintern Augen paarweise einander genä- 
hert, schmal und gleichgross. Die Fresszangen gross und 
stark, mit sehr starken Fangkrallen, oben mit langen ge- 
bogenen Haaren bedeckt. Die weiblichen Taster lang, 
ganz von der Form der Beine, stark behaart; die Sohle 
des Endgliedes breit, unten seitwärts etwas blatterig. Der 
Hinterleib länger als der Vorderleib, oval und langhaarig; 
die Spinnwarzen nicht sehr lang, von nicht ungewöhnlicher 
Form. Die Beine ziemlich lang und dick, das Endpaar am 
längsten, 1 % Zoll lang, die zwei Vorderpaare etwas kür- 
zer und ziemlich gleichlang, das dritte am kürzesten, alle 
stark behaart, die Sohle der Fersen, besonders der Tarsen 
breit, und unten stellenweise blatterig. 

Das ganze Thicr mit den Fresszangen, Tastern und 
Reinen rostgelb, etwas aufs Mennigrothe ziehend; der Rauch 
dunkler, aufs Bräunliche gehend; die Spitzenfransen der 
Tarsen zuerst rolhlichgelb, an der Spitze ins Gelblichweisse 
übergehend ; die Sohle des Endgliedes der Taster, der Fer- 
sen und Tarsen der Reine ockergelb. Die Augen hell 
bernsteingelb, die Pupille der vier Augen der vordem 
Reihe dunkler als die Iris. 

In dem ersten Rande hat Hahn eine kurze Beschrei- 
bung der männlichen Spinne, begleitet mit der Abbildung 
Fig. 57. gegeben An letzter ist manches verfehlt und die 
Art nicht wohl zu erkennen. Die Hahnische Abbildungt 
ist angeblich von einem Exemplar aus der Sturmischen 



so 



Sammlung in Nürnberg entnommen, allein die gegenwar- 
tige Art befindet sich in der bezeichneten Sammlung nicht, 
sondern eine ähnliche, welche bei der Abbildung mit Zu- 
handnahme der Pallisotischen Figur benutzt worden ist. In 
dem Berliner Museum befindet sich diese Spinne zu meh- 
reren Individuen, alle Weiber und einander gleichsehend; 
auch in dem Münchner Museum ist ein solches aufbewahrt, 
von welchem ich die hier beigegebene Abbildung entnom- 
men habe. Die männliche Spinne habe ich noch nie ge- 
sehen. 

Vaterland. Südamerika, Brasilien. 



ygale Cafreriana. 

Tab. CCCXVI. Fig. 741. 



Feuerfarbig gelbroth, unten braunschwarz, die 
Sohle der Fersen und Tarsen braun. 
Län^e des Mannes 1" 1'". 

Walck. Suit ä Buff. Ins. apt. I. p. 225. n. 21. 

Der Vorderleib schmal, lang, ziemlich hoch, mit fast 
dachförmig abfallenden Seiten; der Kopf nur wenig hoher 
als der Thorax, hinten stark verschmälert und wie der 
Thorax dicht mit glänzenden Seidenhärchen bedeckt. Der 
Augcnhügel hoch, fast kugelförmig* die zwei Mittelaugen 
ziemlich gross, mit ihrer Augenbreite von einander ent- 
fernt, alle übrigen Augen diesen sehr genähert. Die Fress- 
zangen etwas schmal, lang, wie der Vorderleib mit Seiden- 
härchen dicht bedeckt und gegen die Spitze zu mit wei- 



Cfca.743 




8! 



clien Borsten gemischt. Die Taster lang, das Endglied 
sehr klein, mit kleinen kugelförmigen männlichen Genita- 
lien und mit etwas gewundenem feinem Haken an diesen. 
Die Brust länglich, flach und dicht behaart. Der Hinler- 
leib klein, von gewöhnlicher Gestalt, etwas länglich und 
zottig behaart. Die Beine lang, dicht mit Sammethärchen 
bedeckt und zugleich licht, etwas zottig behaart, die End- 
glieder stufenweise dünner, die Sohle der Fersen und Tar- 
sen dicht sammetartig, nicht erweitert, und durch eine 
Rinne der Länge nach getheilt. 

Kopf, Thorax, Fresszangen, Taster, Hinterleib und 
Beine ungemein schön gelbroth, fast feuerroth ; die Hüf- 
ten unten, die Brust und der Bauch brandfarbig braun- 
schwarz; die längern Haare auf dem Hinterleibe, an den 
Tastern und Beinen weisslicb, auch bräunlich spielend ; die 
Sohle des Endgliedes der Taster, der Fersen und Tarsen 
der Beine gelbbraun, letztere grün und purpurfarbig spie- 
lend. Alle Augen gelb. 

Nach JValck ist das Weibchen von Farbe heller als 
das Männchen. Mir ist solches nicht bekannt. 

Vaterland. Kap der guten Hoffnung. 



Mygale funebris. 

Tab. CCCXY1I. Fig. 742 foem. 743 pull. 



Dunkelbraun mit hellem Seitenfransen am Tho- 
rax; der Vorderleih länglich, mit gewölbtem, ziemlich 
hohem Kopfe: die Beine massig stark behaart, mit 
massig breiten, dichtfilzigen Sohlen der Fersen und 



82 



Tarsen , letztere ockerfarbig braun mit grünem 
Schiller. 

Lcänge ohne Fresszangen 12 bis 13'". 

Walch. Suit ä Buff. Ins. apt. I. p. 22G- n. 23. 

Der Vonlerleib merklich langer als breit, an den Sei- 
ten oval gerundet, am Vorderrande so breit als am Hintcr- 
rande; der Kopf länglich, ziemlich hoch, gewölbt, um den 
Augenhügel etwas flach gedrückt; der Thorax niederer als 
der Kopf, mit der gewohnlichen gleichbreiten Quergrube 
und mit deutlichen Seitenfalten ; der Seitenrand ziemlich 
langfransig. Der Augenhügel fast kreisrund, ziemlich hoch, 
fast einer Halbkugel gleich gestaltet, etwas weit vom Vor- 
derrande liegend; die zwei Mitlelaugen gross, an einem 
etwas schwachen Seiteneindruck, und kaum in Augenbreile 
von einander entfernt; die vordem und hintern Seiten- 
augen in der Länge dem Durchmesser der mittlem gleich, 
schmal und ganz seitwärts sehend, die hintern Mittelaugen 
klein und schmal länglich. Die Fresszangen sehr stark, 
gross, dicht borstig behaart, mit sehr starken Fangkrallen. 
Die Brust oval, vorn stumpf, licht behaart, kleinhöckerig 
runzelig, an den Seiten nach der Kinlenkung der Hüften 
eckig. Die Taster und Beine massig lang und massig dick, 
nicht sehr zottig, doch dicht behaart, die Sohle der End- 
glieder sowohl an den Tastern als Beinen sehr dicht sam- 
metartig, der Quer nach gewölbt und von massiger Breite. 
Der Hinterleib schmaler als der Vorderleib, länglich oval. 

Vordcrleib, Fresszangen, Taster und Beine oben gleich- 
farbig dunkelbraun, die Fransen an den Seitenkantcn des 
Thorax aufs Grauweissliche ziehend; die Brust, die Hüf- 
ten und die vordem Glieder der Beine unten dunkler 
braun, fast dunkelrostbraun ; die längern Fransen unten an 



83 

der Vorderseite der Taster und unten an den Fresszangen 
ziegelroth; die Sohle des Endgliedes der Taster, der Fer- 
sen und Tarsen der Beine ockerfarbigbrnun, in gewisser 
Richtung mit spangrünem Schiller, mel r an den Seiten als 
auf der Mitte. Der Hinterleib dunkelbraun mit rostrothen 
Haaren gemischt. Die Augen bernsteingelb, die vordem 
Seitenaugen und die Pupille der Mittelaugen dunkler. 

Die junge Spinne ist von Farbe viel heller und zieht 
aufs Ockerfarbige, der Hinterleib etwas aufs Ockcrgelb- 
liche. Die Augen sind schwarz, nur die schmale Iris der 
vordem Mittelaugen und die hintern Mittelaugen gelb. 

Vaterland. Kap der guten Hoffnung. 



Mygale caesia. 

Tab. CCCXVIl. Fig. 744. 



Blau, die längeren Haare an den Beinen gelblich, 
auf dem Hinteileibe drei Querbänder bläulichweiss, 
ein Haarbuschchen über den Spinnwarzen rostgelb. 

Länge 6'". 

Klug. Königl. Sammlung in Berlin. 

Sehr schön, aber nur das Weibchen bekannt, von 
welchem sich mehrere Exemplare in o'em Berliner Museum 
vorfinden ; sie sind gleichgross und gleich gezeichnet. 

Der Vorderleib etwas nieder gewölbt, der Kopf hö- 
her als der Thorax, beide ohne Glanz und mit weichen 
Härchen bedeckt; die Seitcnfalten etwas derb ausgedrückt, 
die Rückengruben tief; der Thorax kurz oval, Kopf und 



84 



Thorax zusammen ohngefähr 1 V^mal so lang als breit. Der 
Augenhügel ziemlich hoch, oval, am Vorderrande des Ko- 
pfes beginnend; die Augen in ganz regelmässiger Stellung. 
Die Fresszangen gewölbt, massig lang, mit zarten Härchen 
bedeckt, und dicht borstig; die Fangkralle stark. Taster 
und Beine von nicht ungewöhnlicher Gestalt und Grösse, 
mit zarten Härchen belegt, und licht zottig borstenhaarig, 
die Sohle des Endgliedes der Taster und der Tarsen, be- 
sonders der vier Vorderbeine breit und dicht sammetartig. 
Der Hinterleib länglich, nicht dicker als der Vorderleib, 
dicht behaart, hinten etwas borstig; die Spinnwarzen mas- 
sig lang. 

Die Haarbedeckung des Vorderleibes, nämlich die klei- 
nen Härchen der Fresszangen, Taster und Beine hellblau, 
überall die bräunliche Hautfarbe etwas durchscheinend ; die 
Borstenhaare an den Tastern und Leinen, so wie auch an 
den Fresszangen von der Wurzel aus braun, an der End- 
hälftc aber gelblich ; die Sohle des Endgliedes der Taster, 
der Fersen und Tarsen der Beine blaubräunlich mit blauem 
ins Purpurfarbige spielendem Schiller. Die Augen bern- 
steinfarbig. Der Hinterleib blau, oben mit drei bläulich- 
weissen Querbändern, und hinten noch die Spuren eines 
vierten, aber von einem länglichen rostgelben Haarbüscn- 
chen durchschnitten • der Bauch einfarbig dunkler blau, 
eben so die Spinnwarzen, letztere weisslich spielend. 

Vaterland. Westindien, Portorico. 



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Mygale ly cosiformis. 

Tab. CCCXVIII. Fig. 745. 



Vorder- und Hinterleib, Fresszangen, Taster und 
Beine bräunlich rostgelb : die Fusssoblen der Tarsen 
nicht erweitert: die Augenreihen schmal hintcrein- 
ander. 

Länge ohne Fresszangen 10'". 

Perty. Königl. Sammlung in München. 

Der Vorderleib im Ganzen genommen ziemlich läng- 
lich, mit oval gerundeten Seiten des Thorax, durchaus filz- 
artig behaart* der Kopf der Quer nach gewölbt. Der Au- 
genhügel ziemlich ein Oval bildend ; die Augen der vor- 
dem Reihe gross, in gewöhnlicher Lage und von gewöhn- 
licher Form, die hintern klein, nahe an den vordem, be- 
sonders die zwei Innern. Die Fresszangen gross, sehr 
stark, von gewöhnlicher Form und ziemlich langborstig. 
Die Taster lang, so dick als das dritte Beinpaar, behaart, 
die Sohle des Endgliedes schmal und über die Breite des 
Gliedes kaum vorstehend. Der Hinterleib oval, wenig län- 
ger als der Vorderleib, ziemlich langhaarig. Die Beine 
massig lang, nicht dicht, filzartig behaart, mit lichtem län- 
gern Härchen gemischt; die Sohle der Tarsen, wie bei 
den Tastern, nicht erweitert. 

Der ganze Vorderleib bräunlich rostgelb, die Haut- 
farbe rostroth durchstechend. Die Fresszangen rostroth, 
aufs Fuchsrothe ziehend. Der Hinterleib röthlich rostgelb, 
unten fast etwas heller als oben. Die Augen der vordem 
Reihe mit gelber Iris und schwarzer Pupille, die vier hin- 



86 

tern bernsteinfarbig. Taster und Beine gleichfarbig, rost- 
rötblich, die Kniee, Schienbeine und Fersen oben an der 
Spitze schmal weisslichgelb ; die Sohle unten an den Fer- 
sen und Tarsen rostgelb. 

Vaterland. Brasilien. 

Anmerk. Gegenwärtige Art scheint mit M. Pumilio 
Perty Del. animal. nahe verwandt zu seyn, Grosse und 
Färbung der Augen, hauptsächlich aber der Umstand, dass 
Perty beide Arten selbst unterschieden und benannt hat, las- 
sen keinen Zweifel über die richtige Trennung beider übrig. 
Das Exemplar von 71/. Pumilio ist nicht mehr vorhanden. 



Mygale detrita. 

Tab. CCCXVJ1I. Fig. 746. 



Vorderleib, Taster und Beine dunkelbraun, letz- 
tere unten ockergelb behaart, die Fransen unten an 
den Fresszangen und an den Hüften der Taster men- 
nigrotli ; Hinterleib oben gelbiöthlich, unten brand- 
braun. 

Länge ohne Fresszangen 10%'". 

Perty. Königl. Sammlung in München. 

Von dieser in mancher Beziehung sich auszeichnen- 
den Art kenne ich nur die männliche Spinne, von wel- 
cher sich in dem Königl. Münchner Kabinette ein aufge- 
stecktes Exemplar vorfindet. Wenn Thorax, Fresszangen, 
Taster und Beine nicht zufällig abgerieben und besonders 
oben von der Behaarung entblösst sind, so ist das Thier 
fol»endermassen beschaffen. 



87 



Kopf und Thorax flach gewölbt und gleich hoch; er- 
ster nach hinten zu an den Seiten verschmälert und ein- 
gedrückt, der Eindruck eine mit Filzhaaren ausgefüllte 
schiefe Grube vorstellend; der Thorax dem Umrisse nach 
ziemlich kreisrund, mit einer Quergrube auf dem Rücken 
und mit ziemlich starken, mit Filzhaaren ausgefüllten Sei- 
tenfalten und mit Haarfransen an den Seitenkanten, aber 
nur tlieilweise vorhanden. Die Augen in ganz regelmässi- 
ger Stellung an dem ziemlich grossen Augenhügel, letzter 
hinten deutlich kerbartig eingedrückt. Die Fresszangen 
lang, stark und mit liegenden Maaren bedeckt, oben et- 
was abgerieben. Die Taster dünn, 10 Linien lang, oben 
an den vordem Gliedern abgerieben, unten zottig behaart, 
das Endglied kurz, bürstenartig behaart, die Genitalien 
breit kugelförmig, mit langem, sehr dünnem und sehr 
spitzem, etwas gewundenem Ilaken. Der Hinterleib nicht 
länger als der Vorderleib, oval, lang zottig behaart. (Die 
Spinnwarzen fehlen.) Die Beine lang und dünn, das Vor- 
derpaar 1 3 /a Zoll lang, hierauf das Endpaar, dann das 
zweite und dritte stufenweise etwas kürzer, alle oben auf 
den Schenkeln, Knieen und Schienbeinen abgerieben, un- 
ten ziemlich langhaarig* die seidenartigen Borsten unten 
an den Tarsen und Fersen dicht und etwas breit, oben 
mit fransenartigen Haaren dicht bedeckt, in welchen die 
Krallen versleckt sind ; an der Spitze der Schienbeine des 
Vorderpaars ein gekrümmter Sporn. 

Die Hautfarbe des Kopfes, Thorax, der Taster und 
Beine schwarzbraun, die der Heine aufs Röthliche ziehend , 
die Filzhä'rchen in den Falten des Vorderleibes blassgelb- 
lich, unten an den Tastern und Beinen die Haare gelb- 
bräunlich, von oben gesehen aufs Röthliche ziehend, die 
Spitzen der Tarsen mennigroth. Die Fresszangen bräun- 



88 



lichgelb behaart, unten die dichten Fransen, so wie an der 
Vorderseite der Hüften mennigroth. Die Brust und die 
Hüften unten dunkelbrandbraun. Der Hinterleib oben und 
in den Seiten röthlichgelb, eigentlich hell fuchsroth , vorn 
an den Seiten etwas heller* der Bauch braun. Die Iris 
der vier Vorderaugen und des hintern Seitenauges dunkel- 
braun, das innere Auge der vier hintern und das Sehloch 
der äussern bräunlichgelb, das der vier vordem schwarz. 
Der in den Haaren etwas versteckte Sporn der Vorder- 
beine braun. 

Vaterland. Brasilien. 




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89 



Mygale Javanensis. 

Tab. CCCXIX. Fig. 747. 



Der Thorax kreisrund, flachgewölbt, Hinterleib 
oval, die Beine lang mit dicken Schenkeln, die ganze 
Spinne mit einem dichten Sammet bedeckt und von 
Farbe gelbbraun ; die männlichen Genitalien stielar- 
tig, mit einer löffeiförmigen Vertiefung oben an der 
Spitze. 

Länge des Mannes ohne Fresszangen 2 % bis 
2% Zoll. 

fValch. Suit a Buff. Ins. apt. p. 216. n. 10. 

Der Kopf etwas hoher als der Thorax und etwas ge- 
wölbter, der Thorax kreisrund, am Hinterrande wie ge- 
wöhnlich ausgebogen, über den Rücken flach gewölbt, mit 
seichten aber breiten Seitenfalten. Der Augenhügel ziem- 
lich kreisrund, etwas hochgewölbt, die zwei Mittelaugen 
der vordem Reihe kaum weiter von einander als der 
Durchmesser eines dieser Augen, die vordem Seitenaugen 
oval, am Rande des Hügels und mit den mittlem eine 
stark gebogene Reihe vorstellend; die vier Hinteraugen 
ziemlich gleichgross, die innern nur wenig kleiner, alle 
schmal und schief gegen einander liegend, das äussere am 
Rande des Augenhügcls. Am Vorderraude des Kopfes eine 
lange, und an den Seitenrändern des Thorax eine kurze 
Haarfranse. Die Fresszangen lang und sehr stark, gegen 
die Spitze hin langborstig; die Fangkrallen sehr lang und 
sehr stark, eingezogen fast ganz zwischen die langen Fran- 
sen der untern Kanten versteckt. Die Brust ziemlich rund. 
IX. 6. 7 



90 



Die Taster lang, merklich länger als Kopf und Fresszan- 
gen zusammen, von gewöhnlicher Gestalt, nur etwa« stäm- 
mig ; die männlichen Genitalien vom Fudgliede der Taster 
aus vorwärtsstehend, fast 4 Linien lang, dick, etwas wal- 
zenförmig, an der Spitze von unten aufwärts gehogen, 
ohen etwas seitwärts schief abgeschnitten und eine löffei- 
förmige Vertiefung mit scharfem Rande bildend. Der Hin- 
terleib nicht länger als der Vorderleib, oval, hinten mit 
langen borstenartigen Haaren dicht besetzt. Die Heine 
lane und stämmig, mit dicken, an den Seiten etwas ein- 
gedrückten Schenkeln, das Endpaar etwas dünner als die 
andern, besonders Schienbeine und Fersen* unten an den 
Tarsen und an den Hüften, Schenkeln und Schienbeinen 
der zwei vordem Beinpaare längere Haare, eben so unten 
an der Spitze dieser Glieder der vier Hinterbeine; der 
dichte Filz unten an den Fersen und Tarsen ohne merk- 
lichen Schimmer höherer Farben. Das ganze Thier sammt 
den Beinen mit einem gleichartigen dichten, sehr schönen 
Sammet bedeckt, und sammetartig schimmernd, nur die 
männlichen Genitalien und die Fangkrallen der Fresszan- 
gen nackt. 

Vorder- nnd Hinterleib, Fresszangen, Taster und Heine 
gleichfarbig gelbbraun, der Fransensaum am Thorax etwas 
heller, die langen Fransen unten an den Fresszangen und 
an den Hüften der Taster dunkel weinroth, der Hlz un- 
ten an den Fersen und Tarsen vom Gelbbraunen aufs 
Ockergelbe ziehend. Die zu ei Mittelaugen dunkelbern- 
steinfarbig mit hellerer Iris, die übrigen Augen gelb. Die 
männlichen Genitalien dunkelrothbraun. 

Vaterland. Java. 




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91 



Mygale B 1 o n d i i . 

Tab. CCCXX. Fig. 748. 



Vorderleib röthlicli gelbbraun, der Kopf etwas 
dunkler; Hinterleib gelbbräunlich, in den Seiten hel- 
ler* Fresszangen dunkel braunroth; Beine und Taster 
ockergelb mit röthlichem Anstriche, an den Schen- 
keln und Hüften ins Braunrothe übergehend. 

Länge ohne die Fresszangen 1" 10"'. 

JLatr. Gen. crust. et ins. I. p. 83- n. 3. t. 5. f. 1. 
fValck. Suit ä Buff. Ins. apt. I. p. 210- n. 3. 

Der Kopf breit und gewölbt, mit ziemlich hohem Au- 
genhügel ; der Thorax breit, ziemlich gewölbt, an den Sei- 
ten gerundet, auf dem Rücken die Quergrube tief und fast 
oval, die Seitenkanten und der Vorderrand des Kopfes 
mit weichen Härchen fransenartig gesäumt. Der Hinter- 
leib gross, verkehrt eiförmig, ohngefä'hr so dick als die 
Breite des Vorderleibes, durchaus mit weichen Haaren und 
Borsten dicht besetzt; die Spinnwarzen lang, nicht behaart. 
Die Fresszangen sehr stark, mit sehr langer Fangkralle, 
auf dem Rücken mit langen Borsten belegt. Taster und 
Beine von massiger Länge, nicht besonders dick, mit wei- 
chen Haaren und Borsten dicht besetzt. Brust und Hüf- 
ten ebenfalls weichhaarig. 

Der Vorderleib röthlichbraun, aufs Gelbliche ziehend, 
der Kopf verloren dunkler, mit einem breiten, hellgelb- 
lichen Saume am Vorderrande. Brust und Fresszaugen 
dunkel rothbraun, letztere auf dem Rücken heller als an 
den Seiten. Der Hinterleib braun, in den Seiten heller, 
ins Gelbliche übergehend; der Bauch bra'unlichgelb; die 

7* 



92 



Spinnwarzen gelblich, auf dem Rücken bräunlich. Hüften 
und Schenkel braunroth, letztere unten verloren gelblich 5 
Kniegelenke und die folgenden Beinglieder ockergelb, mit 
etwas röthlichem Anstriche. Alle längeren Borsten und 
Haare weisslich. 

Vaterland. Südamerika. Das hier abgebildete Ex- 
emplar ist aus Brasilien. 

Anmerk. Ich bin ungewiss, ob nicht M. Javanensis 
und 717. Blondii eine und dieselbe Art sind, und ob nicht 
vielleicht das irrig aufgezeichnete Vaterland der einen oder 
der andern zu einer Trennung Veranlassung gegeben hat. 
Es ist mir von jeder dieser beiden Arten nur ein Exem- 
plar vorgekommen, wovon sich das eine, nämlich das von 
M. Javanensis, in der schönen Sammlung des Herrn J. 
Sturm in Nürnberg, das andere in dem Königlichen Mu- 
seum in München befindet, ersteres ist aufgesteckt, das an- 
dere in Weingeist aufbewahrt. In eine genaue Verglei- 
chung dieser ausserordentlich verwandten Spinnen konnte 
ich mich nicht einlassen, indem ich solche nicht zu glei- 
cher Zeit vor mir und die erstere mehrere Jahre später 
zu uniersuchen und abzubilden Gelegenheit hatte. Was in- 
dessen meine Aufzeichnung der Augenstellung angeht, so 
stehen diese mit den von Herrn v. TValckenatr bezeichne- 
ten Charakteren in umgekehrtem Verhältniss. Merkwürdig 
ist die Bildung der männlichen Genitalien, die mit keiner 
der übrigen Mjgalidenarten übereinstimmt, vielmehr we- 
sentlich davon abweicht, und, besonders wenn sich beide 
Arten als wirklich verschieden bestätigen sollten, auf ein 
neues Genus hindeuten. 

J)as von Hahn unter Fig. 22. abgebildete Weibchen 
gehört nicht hierher, sondern zur folgenden Art. 



93 



Mygale ursina. 

Tab. CCCXXI. Fig. 749. 



Herr Doktor Hahn hat die weibliche Spinne dieser 
Art im ersten Bande Seite 25. unter der Benennung My- 
gale Blondii nur mit zwei Zeilen beschrieben und un- 
ter Fig. 22. eine Abbildung davon gegeben. Die männ- 
liche Spinne weicht etwas ab und ist folgendermassen be- 
schaffen : 

Sie ist schlanker gebaut, hat einen kleinern Hinter- 
leib und verhältnissmässig weit längere Beine. Der Vor- 
derleib ist mit einem sammetbraunen, gelblich schimmern- 
den, seidenartigen Filze bedeckt, an den Seitenrändern und 
an dem Vorderrande des Kopfes aber befindet sich ein 
Saum fransenartiger fuchsrother Haare. Die starken Fress- 
zangen sind mit vorwärts liegenden, nach dem Rücken ge- 
krümmten, langen, braunen, oben aufs Fuchsröthliche zie- 
henden, borstenartigen Haaren dicht bedeckt, unten an der 
Scheide aber mit rostrothen Haaren eben so dicht besetzt, 
zwischen welchen die Fangkralle etwas versteckt ist. Die 
Brust ist dunkelkaffebraun, der Hinterleib langhaarig, oben 
fuchsroth : unten sind die Haare länger und heller fuchs- 
roth, an der Spitze ins Ockergelbliche übergehend, die 
langen Spinnwarzen dunkelbraun. Die Taster und die 
Beine haben eine gleichmässig braune Farbe, und einen 
schmalen weisslichen Spitzenrand der Glieder, die längern 
Haare aber ziehen aufs Fuchsröthliche; die untere Haar- 
bedeckung der Hüften und Schenkel sind kaffebraun, die 
sammetartige Sohle der Fersen und Schienbeine dunkel- 
rostbraun, und der die innere Seite der Schenkel der Hin- 



91 



terbeine bedeckende sammetartige Filz von derselben Farbe, 
nur etwas heller; unten vor der Spitze der Schienbeine 
des vordem Beinpaars befinden sich zwei dicke gebogene 
Sporen, wovon der kleinere in den Horsten versteckt ist. 
Das kurze Endglied der Taster ist braunroth, mit ziemlich 
freien Genitalien; diese sind röthlichschwarz und führen 
an der Innenseite einen rüthlichen Streif; der Haken ist 
ziemlich lang, gewunden und sehr spitz. 

Die Grösse ist ansehnlich, sie beträgt in der Länge, 
ohne Einrechnung der Fresszangen, 2 Zoll. 

Vaterland. Noch ungewiss, wahrscheinlich Süd- 
amerika. 



Mygale convexa. 

Tab. CCCXX1I. Fig. 750. 



Vorderleib an den Seiten wellenrandig, andert- 
halbmal so lang als breit, kastanienbraun, meist mit 
gelbbraunem Filze bedeckt; Hinterleib gelbbraun; 
Beine lang, kastanienbraun, ebenfalls gelbbraun fil- 
zig und behaart. Die Augen gelb. 

Länge des Vorderleibes 9'", dessen Breite 7'", 
der Spinne ohne Fresszangen 1" S"\ 

Das einzige mir bisher vorgekommene Individuum die- 
ser Art befindet sich in der Sammlung des Herrn Profes- 
sors Martius in Erlangen; es ist eine weibliche Spinne, 
*n alt und stellenweise abgerieben. 



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95 



Der Vorderleib ist im Verhältnis.«; zur Breite sehr lang, 
ziemlich gleich breit, an den Seiten wellenrandig einge- 
drückt. Der Kopf ist lang, der Länge nach gewölbt, mit 
einer Längsfalte an den Seiten, mit der Scheidungsfalte 
gleichlaufend, daher der Rücken schmäler als gewöhnlich; 
der Thorax ist ebenfalls ziemlich gewölbt, doch nicht so 
hoch als der Kopf, mit breiten und ziemlich tiefen Seiten- 
falten, gegen die halbmondförmige Rückengrube ziehend. 
Der Augenhügel formirt der Quere nach ein Oval, ist 
ziemlich hoch, hinter den Mitlelaugen kugelförmig gewölbt, 
mit einer hinten und vorn abgekürzten schwachen Längs- 
kerbe, der Vordertheil der Fläche sich in den Vorderrand 
des Kopfes verlierend; die zwei Mittelaugen stehen ohn- 
gefähr so weit auseinander, als ihr halber Durchmesser 
ausmacht ,* die Seitenaugen haben die gewöhnliche Stellung 
und Form, die iunern hintern Augen aber sind sehr fein 
und länglich, fast strich form ig. Die Fresszangen sind stark, 
an den Seiten schmal, gedrückt, hochgewölbt und mit Filze 
bedeckt, dabei kurzborstig, unten die Haare länger. Die 
Brust ist flach und mit kurzem Filze bedeckt. Der Hin- 
lerleib führt unten denselben Filz, er ist dicker und län- 
ger als der Vorderleib, gewölbt, eiförmig, mit langen, et- 
was dünnen Spinnwarzen. Die Beine und die Taster ha- 
ben nichts Ungewöhnliches, <las erste und Endpaar der 
Beine ziemlich gleiche Län^e, das zweite und dritte sind 
stufenweise etwas länger als die vordem* die Sohle der 
Tarsen und Fersen ist theilweise etwas blatterig und ziem- 
lich breit. 

Die Bedeckung, in Filz und Haaren bestehend, ist 
ein ockerfarbiges Braun, überall gleich, nur an der Spitze 
der Fresszangen und unten an diesen aufs Dunkelweinro- 
the ziehend. Die Hautfarbe zeigt sich überall gleich dun- 



96 



kel rothbraun, scheint aber bei nicht verletzten Exempla- 
ren durchaus mit dem gelbbraunen Filze bedeckt zu sevn. 
Vaterland. Unbekannt. 



Mygale felina. 

Tab. CCCXXII. Fig. 751. a. 



Vorderleib länger als breit, auf dem Kopfe eine 
Grube, und hinten auf dem Augenhügel eine herz- 
förmige Beule- die Filzbedeckung geiblichbraun, der 
Hinterleib oben ockergelblich, in den Seiten und un- 
ten dunkler. 

Länge des Vorderleibes 4'", dessen Breite 3%, 
der Spinne ohne Fresszangen 9'". 

Aus der Sammlung der Universität Erlangen, worin 
die einzige weibliche Spinne, die ich kenne, sich aufbe- 
wahrt vorfindet. 

Eine der kleinsten Vogelspinnen und vielleicht das 
Junge zu irgend einer unbekannten Art. Der Vorderleib 
ist etwas länger als breit, in den Seiten dem Umrisse nach 
wenig gerundet, fast gerade und gegen den Hinterrand 
und gegen den Kopf etwas einwärts gerundet; der Kopf 
ist merklich höher als der Thorax, an den Seiten einge- 
drückt, oben hinter dem Augenhügel etwas flach und mit 
einer muschelförmigen Rückengrube versehen; der Thorax 
wölbt sich ziemlich, und ist nach der Richtung der etwas 
tiefen Seitenfalten etwas rippig; die schmale, tiefe Rücken- 
grube ist mit einer Aushöhlung umgeben. Der Augen- 



97 



hügel verliert sich yorn in den Vorderrand des Kopfes, 
ist im Uebrigen ziemlich oval und hoch; hinter den Mit- 
telaugen liegt eine herzförmige Keule, mit der Spitze zwi- 
schen die Augen eingreifend. Die Augen stehen regel- 
mässig, die zwei mittlem so weit von einander, als der 
Durchmesser eines Mittelaugcs ausmacht. Die Fresszangen 
sind zw?r stark, aber von massiger Länge und mit Bor- 
sten dicht belebt. Der Hinterleib ist oval, dicht mit Filz 
bedeckt, und mit etwas kurzen Spinnwarzen versehen. Ta- 
ster und Beine sind nicht sehr lang, zottig behaart, die 
Sohle des Endgliedes der Taster und der Tarsen der 
Beine, so wie die der Fersen der vier Vorderbeine sehr 
breit und dicht sammetartig. 

Dem Vorderleibe fehlt die Filzbedeckung, sie ist dem 
Anscheine nach abgerieben, und von Farbe glänzend rost- 
roth. Der Filz des Hinterleibes ist ockergelb, in den Sei- 
ten und unten, so wie auch auf der Brust bräunlich ver- 
dunkelt. Die Bedeckung der Fresszangen und der Beine 
sammt den zottigen Haaren zieht aufs Gelbbraune, die 
Sohlen der Fersen und Tarsen sind oben etwas dunkler, 
unten ziemlich einfarbig ockergelb. 

Vaterland. Unbekannt. 



98 



Actinopus Caffrus. 

Tab. CCCXX1II. Fig. 751. b. 



Glänzend, kastanienbraun, unten bräunlichgelb, 
die Schienbeine des dritten Beinpaars sehr kurz, nicht 
so lang: als dick. 

Länge ohne Fresszangen 12'". 

Klug. Königl. Sammlung' in Berlin. 

Der Kopf gross, hoch, der Länge nach gewölbt, und 
sehr glänzend, vor und hinter den Augen mit steifen Bor- 
sten besetzt; der Augenhügel sehr nieder, kaum von der 
Kopffläche unterschieden • die vier Vorderaugen und die 
vier Hinteraugen in geraden Reihen liegend, die vordem 
in dem Durchmesser eines Mittelauges w> n einander ent- 
fernt ; die vordere Reihe nahe über dem Vorderrande, die 
hintern den vordem in kaum Augenbreite genähert. Der 
Thorax niederer als der Kopf, ebenfalls sehr glänzend, mit 
einer mondfö'rmigen, tiefen Rückengrube. Der Hinterleib 
ohne besonderes Merkmal. Die Brust glänzend, lang, drei- 
eckig, vorn in einen kegelförmigen Fortsatz verlängert, am 
Hinterrande etwas gerundet. Die Beine dick, glänzend, 
das Endpaar am längsten, die Schienbeine des dritten 
Paars sehr kurz, nur halb so lang als dick, die Schien- 
beine und Fersen der zwei Vorderpaare an der vordem 
Seite und unten dicht gekörnt. Fresszangen und Taster 
etwas dick, glänzend, übrigens ohne Auszeichnung. 

Vorderleib, Taster, Fresszsngen und Beine kastanien- 
braun oder rothbraun; die Brust, die Hüften unten und 
die Schenkel unten braungelb, in die kastanienbraune Farbe 



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72/ 



99 



nach oben übergehend. Der Hinterleib braun, die Augen 
gelb. Ein Weibchen. 

Vaterland. Das Ca» der guten Hoffnung. 



Actinopus loricatus. 

Tab. CCCXX11I. Fig. 752. 



Vorderleib, Taster und Beine dunkel kastanien- 
braun, Hinterleib schwarz, auf dem Rücken kurz oval 
schildförmig, mit Fransen an dem Schildrande, der 
Schild dicht strahlig gerippt, die Rippen an den Sei- 
ten fortsetzend. 

Länge ohne Fresszangen 10 Vi'". 
Klug. Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib ziemlich vom Baue wie bei A. caf- 
frus, aber der Thorax etwas breiter, und die Augen auf 
sehr niederm Hügel weit vom Vorderrande des Kopfes 
entfernt und merklich weiter der Quere nach auseinander- 
liegend. Die Fresszangen wie bei jenem, nur stärker und 
zwar von der Wurzel an bis zur Spitze behaart. Die Brust 
lang, vorn ebenfalls in eine kegelförmige Spitze verlängert, 
hinten beiderseits schief ausgebogen und spitz ausgehend. 
Taster und Beine etwas kurz und stämmig, die Schien- 
beine der zwei Vorderpaare unten gezähnelt, die des drit- 
ten Paars etwas länger als dick, oben an der Wurzel tief 
eingedrückt. Der Hinterleib dick, auf dem Rücken schief 
abgeschnitten, die Abschniltsfläche dem Umrisse nach kurz 
oval, fast rund, am Bande etwas geschärft und mit einer 
Haarfranse rundum versehen, im Innern fast halbkugelför- 



100 



mig gewölbt, in der Mitte zwei ovale, in ihrer Tiefe ebene 
Gruben neben einander liegend, hinter diesen in dersel- 
ben Richtung zwei kleinere, und hinten nahe an letztern 
wieder zwei kleinere durch eine Linie gewissermassen ver- 
bunden; die übrige Fläche strahlenartig gerippt, die Rip- 
pen über die Seiten bis zum Rauchrande fortsetzend. Die 
Spinnwarzen dick, glänzend, kurz, breit gedrückt. 

Vorderleib, Fresszangen, Taster und Beine dunkel ka- 
stanienbraun, die Brust, die Hüften unten und die Beine 
unten bra'unlichgelb, an den Seiten der letztern in die 
Grundfarbe übergehend. Der Hinterleib braunschwarz, am 
Vorderrande und auf dem Bauche gelblichbraun ; die Spinn- 
warzen gelb. — Ein Weibchen. 

Vaterland. Mexico. 



101 



Actin opus tarsalis. 

Tab. CCCXXIII. Fig. 753. 



Vorderleib sammt Fresszangen braunschwarz, 
Hinterleib braun ; Taster und Beine lang, rostbraun, 
mit rotherelben Fersen und Tarsen : die drei Seiten- 
äugen weit von den zwei Mittelaugen. 

Länge ohne Fresszangen 2 2 / 3 '". 

Perty. Delect. anira. art. p. 199- tab. 39- f. 6- 

In Ansehung der Gestalt mit A. longipalpis in ziem- 
lich naher Verwandtschaft, der Vorderleib aber kürzer und 
breiter, die drei Seitenaugen bei weitem weiter von den 
zwei mittlem entfernt, und die Beine nicht so lang. 

Kopf, Thorax und Fresszangen pechschwarz, ßrust, 
Taster und Beine gelbbraun, mit etwas rostgelbem Anstri- 
che, das Kniegelenk und das Schienbcingelcnk der Taster 
heller als die vordem Gelenke; die männlichen Genitalien 
rostroth ; das Endglied der vier Hinterbeine, Fersen und 
Tarsen aller Beine rostgelb. Alle Augen gelb. Der Hin- 
terleib gelblich graubraun. 

Vaterland. Brasilien, Montevideo. 



102 



A c t i n o p u s 1 o n g i p a 1 p i s . 

Tab. CCCXXIV. Fig. 754. 



Braunschwarz mit langen Beinen; die Taster fast 
so lang als die Vorderbeine, die zwei Endglieder der 
Taster aufs Rostrothe ziehend. 

Lallte ohne die Fresszan^en 6'". 

Ring. König]. Sammlung in Berlin. 

Der Kopf vorn sehr hoch, der Quere nach gewölbt, 
von den Augen an rückwärts bis zur Rückengrube stark 
abfallend und glänzend wie der Thorax, dieser sehr nieder 
und flach, mit erhöheter Randkante und stark mond förmig 
gebogener schmaler Rückengrube, hinten der Thorax , merk- 
lich schmäler als vorn*, mit welligen, doch fast geraden 
Seiten. Die Fresszangen sehr stark und gross, glänzend, 
an der Spitze schwach behaart. Die männlichen Kresszan- 
gen sehr lang, fast so lang als die Vorderbeine, dünn, das 
vorletzte Glied verkehrt keulenförmig und dicker als die 
vordem, das Endglied sehr kurz \ die Genitalien frei, dick 
gestielt, birnförmig, mit gewundenen, langen, dünnen Ha- 
ken. Die Brust gross, flach, glänzend, an den Seiten oval 
gerundet, vorn und hinten stumpf. Der Hinterleib klein, 
an der Spitze etwas behaart. Die Beine dünn und lang, 
glänzend, schwach behaart. 

Kopf, Thorax, Fresszangen, Taster und Beine braun- 
schwarz, die Brust und die Hüften unten gelbbraun, die 
zwei vorletzten Tasterglieder mit rostrothem Anstriche ; die 



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103 



männlichen Genitalien braunroth; die Sohle der Tarsen 
rostgelb; alle Augen bernsteinfarbig. 

Es ist mir nur das Männchen bekannt. 

Vaterland. Südamerika, Montevideo. 



Terato des dcprcssus. 

Tab. CCCXX1V. Fig. 755. 



Ockergelb, ohne Zeichnungen, die Sohlen der 
Tarsen braun. 
Länge 3%'". 

Klug. Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Kopf schmal, fast allein den Augenhügel ausma- 
chend, hinten schmal und spitz in die Rückengrube aus- 
laufend, vor dem Augenhügel etwas über die Fresszangen 
verlängert; der Augenhügel hoch, fast kugelförmig; die 
Mittelaugen sehr genähert, vorn auf der Höhe des Hügels 
liegend, die vordem Seitenaugen grösser als die Mittel- 
augen, vorn unten an den Seiten des Hügels sich befin- 
dend, die Hinteraugen hinten an der Seitenabdachung, klei- 
ner als die Mittelaugen, das innere diesen, das äussere dem 
vordem Seitenauge genähert' der Thorax länglich, fast 
oval, an den Seilen rund abgedacht, auf dem Rücken flach, 
mit ziemlich tiefer Rückengrube und feinen Seitenfalten. 
Der Hinterleib schmal, dicht mit Schuppenhärchen bedeckt, 
mit kurzen Spinnwarzen. Die Fresszangen etwas dünn, 
fast walzen form fg. Die männlichen Taster lang, das zweite 
und vierte Glied fast gleichlang, fast so lang als die Sehen- 



104 



kel des dritten Heinpaars, das dritte Glied und das End- 
glied sehr kurz; die Genitalien des letztern klein, kugel- 
förmig, frei, mit korkzieherartig gewundenem Haken. Die 
Beine lang, im Verhältniss des Körpers nicht dünn, fein 
behaart, mit Stachelborsten auf den Schenkeln, unten an 
den Schienbeinen und Fersen, die Sohle der Tarsen, wie 
überhaupt bei den Mjgaliden, auch hier, aber schmal, übri- 
gens dicht sammetartig. Die Brust flach, kurzoval, und 
kurz behaart. 

Vorderleib, Taster, Fresszangen, Brust nnd Beine ziem- 
lich gleichfarbig ockergelb, die Fersen und Tarsen der letz- 
tern etwas dunkler als die vordem Glieder, die Sohle der 
Tarsen dunkelgelbbraun. Die Augen bernsteingelb. Der 
Hinterleib einfarbig ockergelb, etwas dunkler als der Vor- 
derleib. 

Das Weibchen zu diesem Männchen kenne ich nicht. 

Vaterland. Ungewiss, wahrscheinlich Südamerika. 



Verzeiclinisü 



der im IX. Bande 



beschriebenen und abgebildeten Arten. 



Pag. Tab. Fig. 
A c t ino p u s 

Caffrus Klug 98 CCCXX11I 751 b. 

longipalpis Klug 102 CCCXXIV 754 

loricatus Klug 99 CCCXXIII 752 

tarsalis Perty 101 CCCXXIII 753 

Aranea 

avicularia Linn. 73 • • • • • • 

vestiaria Degecr 73 • • • 

Buth us 

Bengalensis Klag 3 CCXC 696 

Caesar Klug 6 CCXC1 697 

Ceylonicus 9 CCXCI 69S 

Imperator 1 CCLXXXIX 695 

IX. 6. 8 



106 

Pag. 
Corinna 

amoena Klug 21 

cingulata Klug 22 

inemnonia Klug 20 

nigricans Ring 19 

rubripes Hing 17 

tricolor King 24 

Mygale 

annulipos Klug 52 

anthracina Klug 77 

avicnlaria Lalr 73 

Blondii Latr. Walck 91 

brunnipes Klug 35 

caesia Klug 8-3 

Cafrcriana JValcU 80 

cancerides Lalr 63 

cancerides Palisot. JValch. . . 78 

convexa 94 

coracina Klug 37 

detrita Perty 86 

diversipes Klug 65 

drassiformis Klug 69 

Erichsonii 28 

fasciata fVakk 41 

fclina 96 

fervida 78 

fimbriata Klug 50 

funebri» If'alck 81 



Tab. 



Fig. 



CCXC1V 


705 


CCXC1V 


706 


CCXC1V 


704 


CCXC1I1 


703 


CCXCI1I 


702 


CCXC1V 


707 



CCCVI 


727 


cccxv 


739 


CCCX1II 


737 


cccxx 


748 


CCXCIX 


713 


CCCXVI1 


744 


CCCXVI 


741 


CCC1X 


730 


cccxxn 


 • • 

750 


CCXCIX 


714 


CCCXVIII 


746 


CCCX 


731 


CCCXT 


734 


CCXCVI 


709 


CCCI 


717 


CCCXXII 


751 a. 


CCCXVI 


740 


CCCV 


722 


CCCXV1I 


742, 743 



107 



Pag. 
Mygale 

fusca 32 

«jeniculata Pilug 43 

hirsutissima 70 

Javanensis Walch 89 

incana Klug 70 

Klugii 25 

laeta Klug 66 

leporina Klug 55 

lycosiforniis Perty 85 

maerura Klug 38 

oclnacca Perty 48 

olivacea 34 

plantaris Klug 71 

plunüpes Klug 67 

Reichii 30 

rosea tJ'ahk 59 

rufidens Klug 51 

scoparia Klug 54 

seladonia Klug 39 

testacea Klug 45 

ursina 93 

versicolor fJ'cdch 57 

Wakkenaerii Perty 4t5 

Zebra ff'alck 60 

-Jj y rrne c ia 

nigra Perty 15 

vertcbrata fJ'alck 13 

xanthopus Klug 12 



Tab. 



Fig. 



CCXCV1H 


711 


CCCIT 


718 


CCCXIV 


738 


CCCXIX 


747 


CCCXII 


735 


ccxcv 


708 


cccx 


732 


CCCVI 


726 


CCCVIII 


745 


ccc 


715 


ccciv 


721 


CCXCV111 


712 


CCCXII 


736 


CCCX1 


733 


CCXCV1I 


710 


CCCVUI 


728 


CCCV 


723 


CCCVI 


725 


CCC 


716 


CCCIII 


719 


CCCXXI 


749 


CCCVII 


727 


CCCIV 


720 


CCCIX 


729 


CCKCI1I 


701 


CCXC1I 


700 


CCXCII 


699 



108 

Pag. Tab. 



»-• 



S corp io 

Ceylonicus Herbst 



Terat ode s 

deprcssus Fdug 103 CCCXXIV 755 



V 



BOS 



ON PUBLIC LIBRARY 



3 9999 03197 526 9 



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