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Full text of "Die Arachniden. Getreu nach der Natur abgebildet und beschrieben"

PRESENTED TO THE 







Die 













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Getreu nach der Natur abgebildet und beschrieben. 



Von 



C. L. KOCH, 

Königl. Bayer. Kreis -Forstrath in Regensburg. 






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Zehnter Band, v 






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Mit sechs und dreissig fem' ausgemalten Tafeln. 



NÜRNBERG, 

in der C. H. Zeh'schen Buchhandlung. 

1843. 



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Ischnurus melampus. 

Tab. CCCXXV. Fig. 756. 



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gekörnt, eben so die Rückenschilde des Hinterleibes; 
auf den Vorderrandsumschlägen und auf den Schilden 
zwei Grübchen; der Schwanz dünn, stark zusam- 
mengedrückt; Taster lang, mit glänzenden flachen, 
am Rande gezähnelten Händen. 

Länge des Vorderleibes 5%'", des Hinterleibes 
1" 5'", des Schwanzes 1" 9"'. 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib glänzend und nicht gekörnt, nur sehr 
fein gerieselt, hinten breiter als die ganze Länge dessel- 
ben, flach, kaum ein wenig gewölbt, am Vorderrande stark 
ausgekerbt , am Hinterrande des Kopfes beiderseits der 
Längsfurche eine ziemlich tiefe Quergrube , die Seitenfal- 
ten deutlich; der Seitenrandsumschlag nicht breit, oben 
und unten mit einer feinen Körnerreihe, am Hinterrande 
nur sich um die Hinterrandswinkel biegend , und nicht 
weiter fortsetzend. Der Augenhügel und die Augen klein, 
die Längsfurche über diesen ziehend und fein ausgedrückt. 
Die drei Seitenaugen nahe beisammen , grösser als die 
Scheitelaugen, erstere schwarz, letztere gelb. Die Hinter- 
leibsschilde des Rückens glänzender als der Vorderleib, mit 
in der Mitte sehr erweiterten Vorderrandsumschlägen, auf 

I. 10. 1 



diesen zwei schiefe Quergrübchen, hinter den Umschlägen 
eine schwache Längsbenle und beiderseits dieser eine ovale 
Grube; die Umschläge bis in die Hälfte der Seiten sich 
biegend und nicht weiter ziehend ; alle Schilde ohne Körn- 
chen. Der Schwanz lang, ohngefähr viermal so lang als 
der Vorderleib, sehr dünn, an den Seiten stark zusammen- 
gedrückt, daher von oben gesehen sehr schmal, mit einer 
tiefen Rückenrinne, die obere Kante und die untere ge- 
zähnt, das Endglied ebenfalls zusammengedrückt, unten 
stark bauchig erweitert, oben ziemlich flach, mit kurzem 
stark gebogenem Stachel; alle Glieder, besonders unten, 
mit ziemlich langen Borsten besetzt. Die Taster lang, flach, 
breit, nicht dick, das erste und zweite Glied von gewöhn- 
licher Form, der Hinterarm mit dichten, etwas dicken, 
an der Spitze gerundeten Randzähnen : ; der Vorderarm schwä- 
cher gezähnt, mit grossem Auswüchse an der Innenseite, 
dieser an der Vorderseite breit und glatttlächig, an der 
Spitze mit drei Zähnen; die Hand gross, ziemlich flach, 
in der Mitte etwas flach gewölbt, glänzend, mit kleinen 
Randzähnchen und gerunzelten Flächen, die Runzeln in der 
Mitte schwächer, fast erloschen; die Finger kürzer als die 
Hand, und ohne besonderes Merkmal. Die Bruststücke 
flach, 13 Lamellen an einem der Brustkämme. Die Bauch- 
schilde sehr flach gewölbt, mit zwei derben Längsfurchen, 
die des Endschildes an der Spitze fast zusammenkommend. 
Die Beine sehr breit, flach, dünn, die Schenkel und Schien- 
beine an der Vorderseite gezähnt; Taster und Beine ziem- 
lich stark mit Borsten besetzt. 

Das ganze Thier dunkel olivenfarbig braunschwarz ; die 
Taster und Beine in der Mitte der Glieder aufs Braun- 
rothe ziehend, der Schwanz dunkler als die Rückenschilde, 
das Endglied mit röthlichem Anstriche und braunrothem 






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Stachel. Die ganze Unterseite olivenbraun , Bruststücke, 
Brustkämme und Bauchschilde aufs Olivengelbe ziehend. 

In der Königl. Sammlung in Berlin befinden sich 
mehrere schöne Exemplare dieser merkwürdigen Art. 

Vaterland: Kap der guten Hoffnung. 



Opistophthalmus pallipes. 

Tab. CCCXXVI. Fig. 757. 



Vorder- und Hinterleib dunkelbraun, vor den 
Augen die Kopffläche bräunlichgelb, die Seiten des 
Kopfes grobkörnig*, die Taster braun mit flachen gel- 
ben Händen, der Rand und die Rückennath dunkel- 
braun; der Schwanz bräunlichgelb, das Endglied und 
die Beine blassgelb. 

Länge des Vorderleibes 7"', des Hinterleibes 1'" 
1'", des Schwanzes 2" 2'". 

Klug > Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Gestalt nach dem 0. pilosus nicht unähnlich, die 
Hände der Taster eben so flach und von derselben Ge- 
stalt, die Finger aber kürzer. Der Vorderleib an den Sei- 
ten hoch, am obern Seitenrande auf der Kopffläche sowohl, 
als an den Seiten grobkörnig, die Körner der obern Kan- 
tenreihe am grössten ; am Vorderrande eine ziemlich tiefe 
Einkerbung und an dieser eine tiefe , sich hinten ausspiz- 
zende fast dreieckige Längsrinne, als Furche über den Kopf 
und den Augenhügel fortsetzend. Die Rückenschilde des 
Hinterleibes flach gewölbt, die sechs vordem nicht ge- 

1* 



körnt, auf der Mllte mit einer schwachen Längserhöhung, 
Der Schwanz wie bei jenem, kaum ein wenig dünner, fast 
eben so gezähnt 5 das Endglied dick, unten aufgeblasen, 
oben flach, mit sanft gebogenem, feinem langem Stachel. 
Die Beine ziemlich breit. Die Hände, besonders an den 
Fingern, stark borstig, weniger borstig der Schwanz. 
Sechs und zwanzig Lamellen an einem der Brustkämme. 

Das Kopffeld in der Mitte der Länge nach bräunlich- 
gelb, hinten und in der Längsrinne dunkler, seitwärts und 
die Seiten braunschwarz, beide Farben auf der glänzenden 
Kopftläche in einander übergehend. Die Rückenschilde 
dunkelolivenbraun. Die Fresszangen und die Taster bis zu 
den Händen olivengelb, die Körner der untern Seite rost- 
braun, die der obern dunkelbraun, auch die obere Fläche 
mit ziemlich starkem braunem Anstriche. Die Hände gelb, 
mit rostgelben Fingern, die Zähne an der innern Hand- 
kante und die hohe Nath auf dem Rücken schwarzbraun. 
Die Bauchschilde olivenfarbig, mit einem gelben Fleck vor 
den Luftlöchern. Der Schwanz gelb mit olivenbräunlichem 
Anstriche, die Zähne und Nähte braun; das Endglied hell 
schwefelgelb mit rothem Stachel; die Hüften und die Beine 
durchaus gleichfarbig hellschwefelgelb. Die Brustkämme 
gelblichweiss. Die Borsten an den Händen rostroth. 

Vaterland: Afrika. 



Vaejovis nitidulus. 

Tab. CCCXXVH. Fig. 758. 



Körper und Schwanz bräunlichgelbj Taster hel- 
ler mit dunklem Händen, Beine gelb. Das ganze Thier 



glänzend, der Schwanz etwas dick, nur die zwei obern 
Kiele gezähnelt. 

Länge des Vorder - und Hinterleibes 9%'", des 
Schwanzes 12"'. 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib glänzend, ohngefähr so lang als breit, 
etwas flach gewölbt, mit tiefer, über den Augenhügel zie- 
hender Längsfurche; der Augenhügel mit einem etwas derben 
Eindrucke umgeben, die Backen vor demselben etwas aufge- 
blasen, die Beulen am Hinterkopfe hinten abgerundet, die 
Seitenfalten stark geschwungen und ziemlich tief; der Seiten- 
umschlag breit, mit erhöhtem, fast etwas körnigem obern 
Rande, die Seiten ungleich kleinkörnig; der Augenhügel 
nicht breit, massig hoch, die zwei Kiele auf demselben 
geglättet. Die Augen in geregelter Stellung. Der Hin- 
terleib flach gewölbt, glänzend, auf dem Rücken ein ziem- 
lich breiter Eindruck, mit einem deutlichen Lä'ngskiele und 
geglätteten Vorderrandsumschlä'gen ; die Fläche der Seiten 
der Ringschilde weitschichtig gerieselt, am Hinterrande eine 
Kantenreihe sehr feiner, dichter gestellter Körnchen* auf 
dem Endschilde benebst des Rückenkiels noch zwei schiefe 
gezähnelte Längsrippen, und vorn beiderseits des abgekürz- 
ten Mittelkiels ein erhöhtes, kielartiges schiefes Strichchen. 
Der Schwanz lang, oben breit und glatt, die gewöhnliche 
Mittelrinne seicht, auf der obern Fläche der zwei vordem 
Glieder einige körnerartige , sehr feine Höckerchen ohne 
Ordnung; die zwei obern Seitenkiele geschärft und gezäh- 
nelt, der erste stärker als der zweite, an der Spitze des 
ersten ein längerer Zahn; die untern Kiele weniger scharf 
und mit einzelnen eingestochenen Punkten; das fünfte Glied 
gegen die Spitze sich sanft verschmälernd, am obern Sei- 
tenkiele feinkerbartig eingedrückt, die untern Kiele ziem- 







lieh deutlich, ungemein fein und nieder gezähnelt, seitwärts 
am äussern Kiele eine weitschichtige Reihe eingestochener 
Punktgrübchen; das Endglied länglich, etwas dicker als 
das vorletzte an der Spitze, oben flach mit einem seichten 
Längseindrucke, unten das Glied länglich bauchich, mit 
unregelmässigen Punktvertiefungen, sehr kleinen Punkter- 
höhungen und mit den gewöhnlichen, aber ungemein seich- 
ten, gleichlaufenden Furchenstrichchen; der Stachel nicht 
lang, ziemlich stark gebogen. Die Taster lang, Vorder- und 
Hinterarm tlachseitig, besonders oben mit sehr fein körni- 
gen aber scharfen Kielen* die Hand bei weitem dicker als 
der Vorderarm, mit aufgeblasenen Ballen, ziemlich deutli- 
chen Kielen und mit unregelmässigen Punktgrübchen ; die 
Finger massig lang, dünn, nicht sehr gebogen. Die Un- 
terseite glänzend und glatt, auf dem Bauchschilde zwei 
rinnenförmige Längseindrücke und kleine Luftlöcher. Die 
Beine lang, sehr flach gedruckt, die Schenkel oben und 
unten gezähnelt. 

Der Kopf und Thorax, Hinterleib und Schwanz bräun- 
lichgelb, das Endglied des Schwanzes wenig aufs Röthliche 
ziehend mit dunkel rostrothem Stachel. Die Taster eben- 
falls bräunlichgelb, etwas heller als der Kopf, das Endglied 
aber dunkler als solcher, die Finger an der Spitze verlo- 
ren gelblich. Die Fresszangen, die Unterseite des Vorder- 
und Hinterleibes heller bräunlichgelb. Die Beine hellgelb, 
nur wenig aufs Bräunliche ziehend. Der Augenhügel bräun- 
lich, die Augen bernsteinfarbig, die Seitenaugen heller 
als die Scheitelaugen. 

Vaterland: Mexico. 



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Vaejovis Carolin us. 

Tab. CCCXXVIL Fig. 759. 



Gelbbraun, dunkelbraun gefleckt*, die Taster rost- 
farbig mit rundrippigen Händen; der Schwanz ziem- 
lich dick, oben und unten mit gezähnten Kielen. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 4%'", des 
Schwanzes 6 Vi'" 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib hinten breit, im Ganzen nieder, oben 
etwas flach und schwielig, fast glanzlos; die Mittelfurche 
vom Vorderrande bis zum Hinterrande durchziehend, ziem- 
lich tief, die zwei Kiele auf dem Augenhügel etwas ge- 
glättet, letzter sich vorn und hinten gleichmässig ausspiz- 
zend ; die Beulen am Hinterkopfe hinten etwas gerundet; 
die Seitenfalten geschwungen und ziemlich tief, vom Hin- 
terwinkel der Beulen bis an die breiten Seitenumschläge 
ziehend ; die Fläche des Vorderleibes bei guter Vergrösse- 
rung fein gerieselt Die Augen in ganz geregelter Stellung. 
Die Ringschilde des Hinterleibes flach gewölbt, ohne 
Glanz, die Vorderrandsumschläge etwas glatt und mattglän- 
zend, auf dem Rücken ein seichter Eindruck mit einem nie- 
dern Längskiele, am Hinterrande eine Reihe sehr feiner 
Körnchen; das Endschild von gewöhnlicher Gestalt, deut- 
lich feinkörnig, hinten beiderseits mit zwei schiefen ge- 
zähnelten Längsrippen, den Vorrandsumschlag nicht errei- 
chend. Der Schwanz mattglänzend, von oben gesehen bis 
in die Hälfte des fünften Gliedes gleichbreit, und mit et- 
was tief ausgehöhlter Fläche, das fünfte Glied gegen die 
Spitze etwas schmäler, die Kiele aller fünf Glieder etwas 



8 



hoch und geschärft, und alle fein gezähnt oder gekörnt, 
die untern des ersten und zweiten weniger deutlich als die 
andern ; das Endglied länglich eiförmig, oben flach und et- 
was glänzend, unten bauchig, mit sehr seichter aber ziem- 
lich breiter Längsvertiefung und fein gekörnten Zwischen- 
erhöhungen ; der Stachel massig lang und sanft gebogen. 
Die Taster von massiger Länge, Vorder- und Hinterarm 
flachseitig mit sehr fein gekörnten Kielen des Hinterarms \ 
die Hände am Ballen aufgetrieben, merklich dicker als der 
Vorderarm, etwas glänzend, mit niedern, abgerundeten 
Längsrippen in der gewöhnlichen Lage und mit ziemlich 
stark gebogenen dünnen Fingern. Die Unterseite und die 
Beine wie bei der vorhergehenden Art, mit welcher die 
gegenwärtige überhaupt viel Aehnlichkeit hat. 

Der Kopf, die Ringschilde des Hinterleibs und der 
Schwanz gelbbräunlich, erster dunkelbraun gefleckt, auf 
letzterm vor dem Hinterrande ein dunkelbrauner Querstreif 
und überdiess mit dunkelbrauner Mischung; die Kiele des 
Schwanzes etwas dunkler als die übrige Fläche, das End- 
glied des letztern rostroth , mit dunkler rostrother Spitze 
des Stachels. Die Taster gelbbräunlich mit dunklern Kie- 
len an den Gliedern bis zur Hand ; die Hände dunkler, 
aufs Rostbraune ziehend, die Finger an der Wurzel dun- 
keler als die Handfarbe, an der Endhälfte ins Gelbe über- 
gehend. Unterseite des Vorder- und Hinterleibes gelb, 
mit olivengelblichem Anstriche, die Brustkämme hellgelb, 
die Beine gelb, etwas heller als die Bauchfarbe. 

Vaterland: Nordamerika, Carolina. 



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Vaejovis flavescens. 

Tab. CCCXXV111. Fig. 760. 



Etwas flach, fein gerieselt, glänzend, gelb, das 
fünfte Schwanzglied bräunlich verdunkelt: die Taster 
lang, dünn, mit dünnen langfingerigen Händen. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 10'", des 
Schwanzes 16"'. 

Aus der Sammlung des Herrn Professors Dr. Reich in Berlin. 

Die grösste der jetzt bekannten Arten, der Kopf und 
der ganze Körper sehr flach gewölbt, das ganze Thier 
ziemlich glänzend. Der Vorderleib etwas breiter als lang, 
schwielig, mit rinnenförmiger über den Augenhügcl ziehen- 
der Längsfurche ; die ganze Fläche des Vorderleibes ge- 
körnt ; der Augenhügel klein, etwas nieder, mit fast unebe- 
nen Kielen, die Beulen am Hinterkopfe etwas schmal und 
glänzender als die übrige Fläche, am Innenwinkel abgerun- 
det* die geschwungene Seitenfaite in eine Querfurche hin- 
ter den Beulen einmündend; der Seitenumschlag breit, oben 
mit sehr fein gekörnter Kante. Die Ringschilde des Hin- 
terleibes fein gekörnt, und zwar weitschichtiger und bei 
weitem weniger als der Vorderleib, auf dem Rücken ein 
seichter Eindruck mit einem feinen Längskiele; das Kiel- 
chen auf dem Endschild fast fein gezähnelt, beiderseits vom 
Hinterrande zwei schiefe, geschärfte, den Vorderrandsum- 
schlag nicht erreichende Kiele, mit einer deutlichem Kör- 
nerreihe. Der Schwanz lang, breit, etwas nieder, das er- 
ste Glied vorn etwas breiter als an dem Ende, die drei 



10 



folgenden gleichbreit, das fünfte gegen die Spitze zu sich 
sanft verschmälernd , die gewöhnlichen Längskiele an allen 
deutlich, davon die zwei obern fein gezähnt, mit längern 
hintern Eckzähnen, die untern Kiele mit einzelnen einge- 
stochenen Punkten, die Kiele des fünften Gliedes auch an 
der Unterseite, aber sehr fein, zahnhöckerig; das Endglied 
länglich eiförmig, dünner als das fünfte, doch etwas dik- 
ker als dieses an der Spitze, oben flach, unten bauchig, 
ohne Längsfurchen, statt dieser zwei sehr feine, kaum 
sichtbare, sehr seicht vertiefte Linien, überdiess mit unre- 
gelmässigen eingestochenen Punkten und sehr kleinen Punkt- 
erhöhungen; der Stachel ziemlich lang, sich vorn in die 
eiförmige Blase verlierend, sich sehr ausspitzend und ziem- 
lich stark gebogen. Die Taster lang und dünn, Vorder- 
und Hinterarm flachseitig mit scharfen Kielen , die Kiele 
an beiden gezähnt, die des erstem doch deutlicher als die 
des letztern ; die Hände kaum etwas dicker als der Vor- 
derarm, mit kaum merklichen Längsrippen und mit langen, 
etwas gebogenen dünnen Fingern. Die Brusttheile und die 
Hüften unten flach und stärker glänzend, die Brustkämme 
lang, mit 26 oder 21 Lamellen. Die Bauchschilde wenig 
gewölbt, sehr glänzend, mit einem Längseindruck einwärts 
an den Luftlöchern und mit zerstreuten eingestochenen 
Punkten auf der Mittelfläche; die Luftlöcher klein und 
ziemlich kurz. Die Beine ziemlich lang, breit gedrückt, 
mit oben und unten gezähnelten Schenkeln. 

Der Vorderleib, der Hinterleib und der Schwanz gelb, 
etwas aufs Olivengelbe ziehend, der Schwanz unten und 
das fünfte Glied ins Olivenbraune übergehend; das End- 
glied des letztern gelblichrostroth, der Stachel ins reiner 
Rostrothe und an der Spitze ins Röthlichschwarze sich ver- 
lierend. Die Taster gelb, mit dunklern, etwas olivenbräun- 



11 



liehen Händen, die Finger des letztem rostroth. Die Un- 
terseite und die Reine heller gelb. 
Vaterland: Brasilien. 



Vaejovis asperulus. 

Tab. CCCXXVII1. Fig. 761. 



Gelbbraun, die Taster gelblich rostbraun, die 
Beine ockergelb; der Schwanz breit, die Taster dünn, 
mit aufgeblasenen, breit gefurchten Händen; der Au- 
genbügel nieder, mit sehr schwachen Längskielen. 

Länge des Kopfes 273'", des Hinterleibes 4 2 / 3 "', 
des Schwanzes 11%-". 

Aus der Sammlung des Herrn Professors Beich in Berlin. 

Sehr wenig von Faej. Mexicanus verschieden und 
sehr wahrscheinlich das andere Geschlecht zu diesem. Die 
Abweichungen bestehen darin, dass die gegenwärtige Art 
viel feiner gekörnt, eigentlich nur gerieselt ist, dass sich 
der Augenhügel weniger über die Kopfflä'che erhebt, et- 
was breiter ist, und niedere, auf der Höhe kaum bemerk- 
bare Kiele hat, endlich dass der Schwanz breiter und et- 
was dicker ist. 

Die Färbung ist wie bei jenem , nur heller und etwas 
aufs Ockergelbliche ziehend. 

Vaterland. Ebenfalls Mexico. 



12 



Brotheas Bonariensis. 



Tab. CCCXXIX. Fig. 7<>2. 



Dunkelkastanienbraun mit langem, dickem, glän- 
zendem Schwänze, auf dem Endgliede eine fenster- 
förmige, weichhäutige, filzige Grube. Taster kurz, 
mit dicken kurzfingerigen Händen. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 8 bis 9'", 
des Schwanzes 13'". 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib fast ein wenig länger als die hintere 
Breite desselben, matt glänzend, hinten der Quer nach 
rund gewölbt, vorn etwas flach, die Fläche ausserordent- 
lich fein gerieselt, hinter dem Augenhügel eine, in dessen 
hintere Abdachung eingreifende, bis zum Hinterrande zie- 
hende, sich hinten allmählig erweiternde tiefe Längsrinne, 
die hintern Kopfwinkel ziemlich ausspitzend ; die Seiten- 
falten tief und etwas stark geschwungen ; der Augenhügel 
massig hoch, etwas schmal, die darüber ziehende Kinne 
sehr seicht, und sich seicht bis zum Vorderrande des Kopfes 
verlängernd ; die Scheitelaugen klein, die zwei Seitenaugen 
noch kleiner und auf einem abwärts ziehenden Hügelchen, 
daher etwas abwärts sehend* der Seitenrandsumschlag schmal 
und nicht hoch. Der Hinterleib der Quer nach gewölbt, 
die Ringe ebenfalls ungemein fein gerieselt, auf dem Rük- 
ken ein seichter Eindruck, die Vorderrandsumschläge hin- 
ten mit ausgeschwungenem Rande, ziemlich breit, nicht 
hoch, etwas glänzender als die übrige Fläche, auf dem 



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13 



Endring vor dem Hinterrande vier seichte Eindrücke, vier 
Zwischeneekchen hervorbringend. Der Schwanz lang und 
sehr glänzend, die obere Fläche breit und der Länge nach 
stark eingedrückt, an den Seitenkanten runzelartige, un- 
gleiche, kleine Hb'ckerchen ; die Unterseite nicht gekielt, 
der Quer nach halbwalzenförmig, mit paarweise einge- 
stochenen Punkten, neben einander liegend; unten an der 
Spitze des vorletzten Gliedes ein länglich halbrunder, tie- 
fer Eindruck, rundum mit gekörntem Rande, und mit ei- 
nem der Länge nach durchziehenden, gekörnten Längskiele ; 
oben auf dem vorletzten Gliede eine sehr grosse, muschel- 
förmige, mehr als die Hälfte der Fläche einnehmende Gru- 
be; das Endglied oben flach, so breit als das vorletzte, die 
ganze obere Fläche fensterartig ausgeschnitten, nur einen 
schmalen Rand übrig lassend, die Oeffnung mit einem filz- 
artigen Häutchen überzogen : die Unterseite des Endglie- 
des eben so breit, etwas kleinkörnig, mit ziemlich tiefer, 
sehr breiter Längsrinne; der Stachel kurz, sich sehr fein 
ausspitzend und ziemlich stark gebogen. Die Taster kurz, 
dick, mattglänzeud , fein gerieselt, der Hinter- und Vor- 
derarm ohne gezähnte Kiele, letzter etwas glänzender als 
erster, mit runden kleinen Grübchen auf dem Rücken, ohne 
Ordnung: die Hände dick, kurz, gewölbt, weitschichtig 
eingestochen punktirt, mit kurzen wenig gebogenen Fin- 
gern. Die Unterseite sehr glänzend, mit zwei weit aus- 
einander stehenden Längseindrücken auf den Bauchschilden 
und mit den paarweisen eingestochenen Punkten , ohnge- 
fähr wie auf der Unterseite des Schwanzes; die Stigmen 
etwas kurz, fast länglich oval. Sechszehn Lamellen an je- 
dem P>rustkamme. Die Beine massig lang, glatt, glänzend, 
ohne Zähnchen auf den Kanten. 



14 



Kopf, Hinterleib, Schwanz, Taster und Beine dunkel 
kastanienbraun, der Kopf und die Taster etwas dunkler als 
die übrigen Theile, letztere fast etwas aufs Rothliche zie- 
hend 'j die Haut über der Fensteröffnung des Endgliedes 
des Schwanzes graugelblich. Die Bauchschilde olivengelb 
mit dunkelbrauner Hinterrandseinfassung; die Brustkämme 
braun mit gelben Lamellen. 

Das andere Geschlecht hat einen merklich dickeren 
Schwanz, weicht übrigens von der hier gegebenen Be- 
schreibung nicht ab. 

Vaterland. Südamerika, La Plata. 



Brotheas nigrocinctus. 

Tab. CCCXXIX. Fi«-. 763. 



Glatt, glänzend, gelb, der Vorderleib und die 
Hinterleibsringe schwarz eingefasst, die Einfassung 
am Vorderrande des Kopfes breit, hinten dreifach aus- 
gebuchtet. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 6"', des 
Schwanzes 8 Vi'". 

Aus der Sammlung des Herrn Professors Reich in Berlin. 

Die Gestalt mit B. Bonariensis übereinstimmend, die 
Taster aber dünner und länger, die Hände schmäler und 
das ganze Thierchen viel glänzender; der Kopf glatt, nahe 
hinter dem Vorderrande ein seichter Eindruck und am Vor- 
derrande zwei runde punktförmige Grübchen , in welchen 



15 



ein ziemlich langes Borstchen steckt; der Seitenumschfag 
schmal und etwas gerundet; die Augen ganz regelmässig 
gestellt. Der Hinterleib mit seichtem Rückeneindrücken 
an den Vorderrandsumschlägen, fast mit zwei Grübchen in 
diesen ; am Hinterrande des Endringes dieselben vier klei- 
nen Eckchen. Der Schwanz wie bei jenem gebildet, ver- 
hältnissmässig von derselben Länge, hinten an den Seiten- 
kanten aber zwei oder drei deutliche Zahnkörnchen, mit 
einer oder zwei etwas langen Borsten; die Unterseite des 
Schwanzes sehr glatt, ebenfalls ohne Kiele, mit denselben 
paarweise eingestochenen Punkten 5 unten an der Spitze des 
vorletzten Gliedes derselbe halbrunde Eindruck, mit rund- 
um gekörnten Kanten und gekörntem, durch den Eindruck 
ziehendem Längskiele, die Körnchen auf der vordem Fläche 
fortsetzend; das Endglied kaum so dick als das vorletzte, 
oben flach, vor dem Stachel etwas seicht tellerartig einge- 
drückt, unten mit zwei seichten, schmalen Längsfurchen, 
überdies ungleich kleinkörnig; der Stachel mehr verloren 
in den dickem Theil des Gliedes übergehend, sich fein 
ausspitzend , ziemlich gebogen. Die Taster sehr glatt, un- 
gleich weitschichtig punktirt; die Hände länger als breit, 
ebenfalls mit kurzen, wenig gebogenen Fingern. Die Un- 
terseite sehr glatt, ganz von derselben Beschaffenheit, auch 
die Kämme von derselben Länge. 

Das ganze Thierchen olivengelb, die Hände und das 
Endglied des Schwanzes etwas aufs dunkler Ockergelbe 
ziehend ; der Kopf am Vorderrande breit bis in die halbe 
Länge zu den Augen hin — , an den Seiten und hinten schmal 
schwarz eingefasst, die Einfassung am Vorderrande hinten 
dreifach tief ausgebuchtet; die Hinterleibsringe am Hinter- 
rande und an den Seiten schmal schwarz eingefasst, die Ein- 
fassung in der Mitte des Hinterrandes etwas erweitert; der 



16 



Stachel rostroth, an der Wurzel heller in die Grundfarbe 
des Gliedes übergehend; die Finger der Hände gelblich 
rostroth ; die Unterseite und die Beine gelb. 
Vaterland. Unbekannt. 



Brotheas erythrodactylus. 



Tab. CCCXXX. Fig. 764. 



Braunschwarz, die Finger an den Händen der 
Taster roth, der Schwanz gelbbraun mit rostrothem 
Endgliede, das vorletzte Schwanzglied oben vor der 
Spitze nicht niuschelfönuig eingedrückt. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 3%'" , des 
Schwanzes 5'". 

Aus der Sammlung des Herrn Prof. Dr. Reich in Berlin. 

In Hinsicht der Form des Vorder- und Hinterleibes 
mit B. thyrisurus übereinstimmend, auch der Schwanz in 
demselben Verhältniss, nur ist das vorletzte Glied vor der 
Spitze nicht muschelförmig eingedrückt, sondern flach und 
nur seitlich am Rande mit einem seichten, wenig bemerk- 
baren Längseindruck; der Ausschnitt an der Unterseite kür- 
zer halbrund und mit viel feinern Randzähnchen; das End- 
glied des Schwanzes nicht so dick als das vorletzte, etwas 
länglicher als bei jener Art, unten bauchig verdickt, mit 
zwei parallelen feinen Längsfurchen. Die Taster massig 
lang, nicht sehr dick, ohne gezähnte oder gekörnte Kie- 
le; die Hände etwas schmal, länglich, mit einzelnen ein- 



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gestochenen Punkten und mit etwas kurzen sehr wenig ge- 
bogenen Fingern. Die Beine wie bei jener Art. 

Der Vorder- und Hinterleib sanimt den Tastern und 
Beinen braunschwarz, letztere etwas heller als die Taster 
und mit gelblichen Tarsen; die Finger der Hände rostroth; 
die Fresszangen bräunlichgelb. Der Schwanz unrein gelb- 
braun, das vorletzte Glied stärker aufs Braune ziehend ; das 
Endglied gelblich rostroth, an der Spitze des Stachels 
dunkler. 

Vaterland. Brasilien. 



Scorpius Oravitzensis. 

Tab. CCCXXX. Fig. 765. 



Braun, vor den Scheitelaugen auf dem Kopfe ein 
Querstreif gelb ; Taster gelblicbrostroth , die Finger 
kaum ausgebogen und nicht klaffend, der Schwanz 
röthlich, ohne Seitenkiele, oben die Glieder nur vorn 
eingedrückt 5 Beine gelb. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 4%. "'? des 
Schwanzes 5 1 / 



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Gestalt von Sc. Banaticus, etwas breiter und flacher, 
mit denselben Grübchen an der Hand, und unten am Vor- 
derarm ; von diesem nur darin abweichend, dass 

a. die untern Kanten am Vorder- und Hinterarm ein- 
fach und schärfer gezähnt sind, dass die zwei untern Rei- 
hen der Kantenzähnchen am Hinterarm sägeartig paarweise 
X. 1. 2 



18 



gestellt sind und der Zwischenraum nicht gerieselt oder 
gekörnt ist, und 

b. dass die obern Gliederflächen des Schwanzes mehr 
ausgefüllt und nur vorn etwas rinnenförmig eingedrückt 
sind, endlich und hauptsächlich 

c. dass die Finger der Hände der Taster gut aufein- 
ander passen und nicht klaffen, auch an der Innenseite 
haum merklich nach grösseren Zähnen ausgebogen sind. 

Kopf, Thorax und Rückenschilde des Hinterleibs sind 
pechbraun; vor dem Hügel der Scheitelaugen zieht sich ein 
ziemlich breiter gelber Streif quer über die Kopffläche bis 
an die Seitenaugen. Fresszangen, Hüften, und Beine sind 
gelb, die Brust hellgelb, alle Glieder der Taster gelblich 
rostroth, an den Kielen dunkler als auf den Flächen, auch 
die Fingerspitzen etwas heller. Der Schwanz ist rostbräun- 
lich, die filase des Endgliedes heller, etwas aufs Gelbliche 
ziehend, der Stachel aber vorn gelb. 

Das andere Geschlecht geht noch ab. 

Vaterland. Herr Doktor Rosenhauer in Erlan- 
gen erhielt ihn aus Ungarn , mit der nähern Bezeichnung, 
dass er in der Gegend von Oravitza im Banat vorkomme. 



Scorpius Naupliensis. 

Tab. CCCXXX. Fig. 766. 



Im sechsten Hefte des dritten Bandes habe ich 
von gegenwärtiger Art eine Beschreibung des weib- 
lichen Skorpions und unter Fig. 240 eine Abbildung 



19 



davon gegeben. Damals war ich noch nicht im Be- 
sitze des männlichen Thieres, von welchem mir spä- 
terhin mehrere gut erhaltene Exemplare zu Theil ge- 
worden sind; ich bin nun im Stande den Abgang 
durch nachstehendes zu ergänzen. 

Die Männchen sind wie die Weibchen gestaltet und 
von diesen nur darin verschieden, dass der grössere Zahn 
an der Innenseite der Finger der Taster merklich grösser, 
der Schwanz länger, und das Endglied des letztern mehr 
als doppelt so dick als beim Weibchen ist; das Endglied 
des Schwanzes ist von demselben Baue, wie derselbe bei 
Sc. Italicus, mit welchem der griechische Scorpius über- 
haupt in grosser Verwandtschaft steht, doch ist er wesent- 
lich von diesem verschieden. 

Drei Männchen von Sc. Naupliensis , die ich vor mir 
habe, sind ganz gleich und heller gefärbt als die "Weib- 
chen ; Vorderleib und Rückenschilde sind gelblichbraun, der 
Kopf vorn verloren dunkelbraun, der Schwanz ebenfalls 
gelblichbraun, etwas aufs Röthliche ziehend, das Endglied 
aber hellgelb, mit röthlichem Stachel *, die Taster sind gelb- 
lich braunroth, an den Kielen dunkelbraun ; die Beine hell- 
gelb, noch beller als das Endglied des Schwanzes. 

Von Sc. Italicus unterscheidet sich der griechische 
Scorpius 

a. durch seinen dünnern Schwanz, an welchem das 
fünfte Glied unten schwächer gekielt ist; 

b. durch seinen dünnern Vorder- und Hinterarm der 
Taster und durch seine breitern Hände, mit glatten nicht 
gezähnelten Kielen und durch nur schwach angedeutete 
Kiele oben auf dem Ballen, 

c. durch ein Grübchen weniger in der Reihe auf der 
untern Handfläche, 

2* 



20 



d. durch die glatten nicht gekörnten obern und un- 
tern Flächen des Vorder- und Hinterarms, durch schwä- 
cher gekörnte Kiele, und durch die glatten nicht gekörn- 
ten Kiele auf dem Rücken des Vorderarms. 

Nur in gewisser Richtung kann bei sehr guter Ver- 
größerung bemerkt werden , dass die obern und untern 
Flächen des Vorder- und Hinterarms ungemein fein gerie- 
selt sind, bei Sc. ltalicus aber sind sie stets deutlich ge 
körnt. 

Unter Fig. b. habe ich die Unterseite des Vorderarms 
und der Hand mit der Stellung und Zahl der Grübchen in 
stark vergrössertem Maase vorgestellt. 



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Thelyphonus giganteus. 

Tab. CCCXXXI. Fig. 767 et Tab. CCCXXXI1. Fig. 76S. 



Röthlichschwarz, die Tarsen der drei hintern Bein- 
paare und die Spitzen der Glieder der Tarsen des 
ersten Paares und die des Schwanzes roth , die 
Taster lang, stark, höckerig runzelig, die Zähne am 
zweiten Gliede sehr scharf, an der Innenseite des 
Hinterarms zwei Dorne, einer unten, der andere oben. 

Länge des Vorder und Hinterleibes des langarmi- 
gen, wahrscheinlichen Mannes 1" 10'", dessen Schwan- 
zes ebenfalls 1" 10'". 

Länge des Vorder- und Hinterleibes des grös- 
sern andern Geschlechtes 2" 2"\ 

Klag , Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib auf dem Kopfe fast eben, über den 
Thorax sehr flach gewölbt, erster dicht runzelig höckerig, 
letzter fein eng gekörnt; der Augenhügel hoch und uneben, 
die gewöhnliche Kopfrinne hinter diesem seicht, die Längs- 
furche auf dem Thorax vor der Rückengrube deutlich, hin- 
ter dieser sehr fein, die Rückengrube tief, ziemlich gross, 
vorn spitz, hinten etwas flach auslaufend; der Randsaum 
ziemlich hoch, an der obern Kante mit einer feinen Kör- 
nerreihe. Die Taster gross , bei dem einen Geschlechte 
lang, fast doppelt so laug als der Vorderleib, die fünf Zähne 
am Innenrande des zweiten Gliedes sehr scharf, der dritte 
und letzte Zahn am längsten, alle Glieder oben nadelrissig 
rauh, die Nadelrisse auf dem Vorderarm und auf den Hän- 
den fast grubenartig: an der Innenseite des Hinterarms 
zwei Zähne, der untere ungefähr in der Mitte der untern 

X. 2. 3 



22 



Länge, ziemlich gross und dornartig, der obere vor der 
Spitze merklich kleiner; der fingerartige Dorn am Vorder- 
arm lang, seitwärts gezähnt, kegelförmig, spitz und etwas 
gebogen ; die Hände lang, der unbewegliche innere Finger 
etwas kurz, der andere merklich länger als dieser. Der 
Hinterleib von gewöhnlicher Gestalt, etwas nadelrissig, fein 
gekörnt, am Hinterrande der Ringe eine Reihe sehr fei- 
ner Körnchen; der Endring etwas länger als dick, oben 
schmaler, fast etwas weitschichtig nadelrissig. Der Schwanz 
sehr dünn, ziemlich langborstig, die meisten Glieder ohn- 
gefähr doppelt so lang als dick, Hüften und Beine von ge- 
wöhnlicher Gestalt; die Schenkel oben fein gerieselt, die 
Hüften oben und die Schenkel unten gezähnelt. 

Vorderleib und Taster röthlichschwarz, der Hinterleib 
oben ziemlich von derselben Farbe, unten bräunlich rost- 
rolh, Der Schwanz braunschwarz, die Gelenke mit rost- 
gelber Spitze. Die Hüften unten rostroth, oben wie die 
Beine, dunkelröthlichbraun, die Glieder an der Spitze sehr 
schmal und die Tarsen der sechs Hinterbeine rostgelb. 

Das andere Geschlecht ist merklich grösser, und der 
Hinterleib dicker ; die Taster sind verhältnissmässig kürzer, 
führen übrigens dieselben Merkmale. Wahrscheinlich ist 
das grössere kurzarmige Thier das weibliche. 

Vaterland: Mexiko 



23 



Thelyphonus rufipes. 



Tab. CCCXXX1I. Fig. 769. 



Braunschwarz, Vorderarm und Hände aufs Braun- 
rothe ziehend; Schwanz und Beine roth \ Hüften, 
Schenkel und Kniee der drei Hinterpaare rothbraun, 
die drei innern Zähnchen am Innenrande des zweiten 
Tastergliedes klein, scharf und fast gleichgross; der 
Vorderleib an den Seiten zusammengedrückt. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 10"', des 
Schwanzes 9%'". 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

In ausserordentlich naher Verwandtschaft mit T. Pro- 
scorpio und nur darin verschieden, dass der Vorderleib in 
den Seiten zusammengedrückt ist, die Rückenfalten derber 
eingedrückt, die Taster verhälnissmässig kürzer und die 
Schwanzgelenke alle länglich und wenigstens doppelt so 
fang als bei diesem sind. 

Die Färbung ist ganz dieselbe. 

Vaterland: Java. 



3* 



24 



Thelyphonus Brasilianus. 

Tab. CCCXXXI1I. Fig. 770. 



Schwarz, der Hinterleib aufs Braune ziehend, 
der Schwanz roth, Vorderbeine dünn und sehr lang, 
Taster laug, mit kurzen scharfen Zähnchen an der 
Innenkante des zweiten Gliedes und langem Dorn am 
Vorderarm. 

Länge ohne Schwanz 1" 6'". 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib etwas schmäler und etwas mehr ge- 
wölbt als gewöhnlich, der Kopf an der Seitenfläche ziem- 
lich hoch, und an der obern Seitenkante geschärft; die 
Kopffläche dicht, sehr nieder, fast glatt gekörnt; die Au- 
genhügel hoch, etwas breit, mit einem geglätteten glän- 
zenden Längskiele auf der Mitte ; die Rinne hinter dem- 
selben sehr schwach, kaum deutlich zu erkennen ; die Sei- 
tenfalten des Thorax seicht, die Rückengrube etwas deut- 
licher, die Längsfurche aber sehr schwach, die Fläche fast 
glanzlos, weitschichtig fein gerieselt; der Saum des Kopfes 
und Thorax hoch, an der obern Kante geschärft und bei 
guter Vergrösserung sehr fein gezähnelt. Die Taster gross, 
lang, fast glanzlos, das zweite Glied auf dem Rücken ge- 
wölbt, etwas spitzkörnig, die Körnchen ziemlich zerstreut, 
die Zähne an der innern Kante klein, viel kleiner als ge- 
wöhnlich und ein wenig abwärts gebogen ; der Hinterarm 
oben etwas flach, mit denselben spitzen Körnchen, an der 
Aussenkante gezähnelt, an der Innenseite unten vor der 
Mitte ein kurzes Dornchen : der Vorderarm breit, flach ge- 




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gewölbt, nadelrissig höckerig, mit langem, etwas geboge- 
nem, an der einen Seite regelmässig gezähntem fingerarti- 
gem Dorn; die Hände lang, flachgewölbt, mit derselben 
nadelrissigen Fläche an der Innenkante der regelmässig ge- 
zähnten Finger; der bewegliche Finger mit scharfer Spitze, 
vor dieser an der Innenseite etwas eingedrückt. Die Hüf- 
ten, das Bruststückchen und die Bauchschilde glatt und 
glänzend , auf dem vordem Bauchschilde vor dem Hinter- 
rande beiderseits eine Querbeule , die Luftlöcher auf den 
übrigen Ringen in einer tiefen Grube; die drei hintern 
Hinterleibsringe klein, die zwei vorletzten kurz, der End- 
ring etwas länger als dick, zapfenförmig, oben vor der 
Spitze nur wenig zusammengedrückt; die Rückenfläche et- 
was weitschichtig, sehr fein gekörnt, die Körnchen auf der 
Hinterrandkante in eine dichtere Reihe geordnet. Der 
Schwanz ziemlich langborstig , die vordem Glieder etwas 
länger als dick, die übrigen über doppelt so lang als dick. 
Die Vorderbeine sehr lang, fast viermal so lang als der 
Vorderleib, dünn, übrigens von gewöhnlicher Gestalt; die 
übrigen Beine ebenfalls etwas lang, nadelrissig höckerig, 
die Schenkel unten gezähnt. 

Vorderleib und Taster schwarz, wenig aufs Braune 
ziehend, die Glieder der letztem an der Spitze fein röth- 
lich, doch wenig bemerkbar. Der Hinterleib schwarzbraun, 
vor den Rückengrübchen ein halbrunder Fleck aufs Roth- 
liehe ziehend; der Schwanz bräunlichroth, mit schmalem, 
gelbem Spitzenrande der Glieder. Die Unterseite der Hüf- 
ten, das Brustschildchen und die Bauchringe rostroth, die 
Endringe des letztem etwas dunkler als die vordem. Die 
Beine rothbraun mit rostgelben Tarsen. 

Vaterland: Brasilien. 



26 



Thelyphonus Proscorpio. 

Tab. CCCXXXIII. Fig. 771. 



Braunschwarz, Vorderarm und Hände braunroth; 
Beine roth , Hüften, Schenkel und Kniee der Hinter- 
paare rothbraun, die drei innern Zähnchen . am In- 
nenrande des zweiten Tastergliedes klein und fast 
gleichgross. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 1", des 
Schwanzes 9". 

Latr. Gen. crust. et ins. I. 130. 1. 

Phhlangium caudatum Linn. Syst. nat. I. II. 1029« 8. 
Tarantula caudata Fab. Ent. Syst. II. p. 433. n. 2. 
Phalangium caudatum. Herbst, ungefl. Ins. I. p. 84. nr. 5» 

Tab. 5. ng. 2. 
Sulzer. t. 29. f. 11. 

Der Vorderleib flach gewölbt, hinten dicht fein ge- 
rieselt, vorn dicht fein gekörnt, hinter den Hinteraugen 
ein Quereindruck, die Seiteneindrücke seicht, der Rand- 
saum schmal aufgeworfen; der Augenhügel schmal, zwi- 
schen den Augen kielartig erhöht und geglättet, hinter dem 
Aug.enhügel eine seichte Längsrinne. Die Taster ziemlich 
dick und ziemlich lang, der Innenlappen des zweiten Glie- 
des etwas gewölbt, mit fünf kurzen, etwas stumpfen Rand- 
zähnchen, die drei innern sehr klein, Vorder- und Hin- 
terarm etwas gewölbt, letzter mit langem fingerartigem 
Dorn; die Hände aufgeblasen, mit dicken, etwas kurzen 
Fingern; das zweite Tasterglied oben höckerig nadelrissig, 
der Hinterarm mit eingestochenen Punkten, etwas derb, 



27 



fast wie Nadelrisse, der Vorderarm grob, ziemlich dicht 
eingestochen punktirt, eben so die Hände, aber weilschich- 
tiger. Der Hinterleib gerieselt, mit einer sehr feinen Nath- 
linie auf dem Rücken der vordem Ringe und einer feinen 
Körnerreihe am Hinterrande. Der Schwanz dünn, massig 
lang, das erste Gelenk länglich, ohngefähr dreimal so lang 
als dick, die folgenden Gelenke ohngefähr so lang als dick, 
alle wie gewöhnlich mit einzelnen Borsten besetzt. Die 
Brust dreieckig, vorn abgerundet, ziemlich flach. Der vor- 
dere Bauchschild gross, glänzend, hinten gerundet, mit ei- 
ner Längsrinne ; die übrigen Ringe glatt, mit zwei Längs- 
gruben, der Endring etwas länger als dick, oben vor der 
Spitze zusammen gedrückt, daher mit schmalem Rücken. 
Die Beine von ganz gewöhnlicher Gestalt und ohne beson- 
deres Merkmal, Hüften, Schenkel und Kniee fein gerieselt. 

Der Vorderleib braunschwarz aufs Röthlichschwarze 
ziehend; die Taster röthlich schwarz, Vorderarm und Hände 
ins Braunrothe übergehend, die Fresszangen und die Flä- 
che des ersten Tastergliedes unten gelblich braunroth. Der 
Hinterleib braunschwarz mit zwei röthlichen Querflecken 
am Vorderrande der Ringe vor den Rückengrübchen. Der 
Schwanz braunroth mit gelbrohtlichen Borsten. Die Hüf- 
ten unten, das Bruststückchen und der vordere Bauchschild 
rostfarbig oder gelblich braunroth j die Hüften oben, die 
Schenkel und Kniee der drei hintern Beinpaare rothbraun, 
die Schienbeine derselben braunroth, die Tarsen rostroth; 
die Vorderbeine durchaus rostroth, etwas dunkler als die 
Tarsen der drei hintern Beinpaare. 

Vaterland. Ostindien. Java. 



28 



Thelyphonus Manilanus. 



Tab. CCCXXXIV. Fig. 772. 



Röthiichschwarz, der Hinterleib heller, die Beine 
mit rot ben Tarsen. Taster kurz, mit fünf scharfen 
Zähnen am Innenrande, die Tasterglieder glänzend, 
oben etwas weitschichtig nadelrissig. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 1", des 
Schwanzes 10'". 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib ziemlich flach, fein gerieselt, hinter 
dem Augenhügel eine ziemlich breite, hinten spitz auslau- 
fende deutliche Rinne, auf der Mitte eine seichte Grube, 
hinten in eine vertiefte, sehr feine, kaum merkliche Linie 
auslaufend * die Seiteneindrücke deutlich. Der Augenhügel 
geglättet, hinten beiderseits ein kleines Grübchen. Die 
Taster dick, sehr kurz und glänzend, das zweite Glied oben 
weitschichtig feinhöckerig, mit fünf scharfen lnnenrandszäh- 
nen 5 das dritte Glied oder der Hinterarm weitschichtig 
eingestochen punktirt, mit dickem, sich fein ausspitzendem, 
fingerförmigem Dorn; die Hände noch weitschichtiger punk- 
tirt, mit kurzen Fingern. Der Hinterleib gross, die Rük- 
kenschilde weitschichtig gerieselt , am Hinterrande eine 
Querreihe glänzender Körnchen und in der Mitte eine sehr 
feine Längsnath. Der Endring etwas länger als dick, oben 
an der Spitze etwas zusammengedrückt. Der Schwanz 
dünn, die Gelenke ungefähr doppelt so lang als dick. Die 
Bauchschilde sehr glänzend, die gewöhnlichen zwei Grub- 







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chen tief, der vordere Schild kürzer als bei Th. caudalus, 
mit einer Län^srinne und einer flachen Grube beiderseits 
an dieser. Die Beine ohne besonderes Merkmal. 

Der Vorderleib braunschwarz ; die Taster rö'thlich 
schwarz, mit braunrothen Zähnen am zweiten Gliede , 
braunrothem Dorn am dritten und solchfarbigen Fingern der 
Hände. Hinterleib oben braun, unten bräunlichgelb. Der 
Schwanz dunkelbraun mit gelben Spitzenrändern der Ge- 
lenke. Die Hüften unten brä'unlichgelb, oben und die Beine 
schwarzbraun, letztere mit rostgelben Tarsen. 
Vaterland. Manila. 



T h e 1 y p h o n u s Antillanus. 

Tab. CCCXXXIV. Fi». 773. 



Röthlichsehwarz, der Hinterleib heller, die Beine 
rothbraun, Fersen und Tarsen des ersten Paars und 
die Tarsen der übrigen roth; der Schwanz sehr lang, 
rothbraun, die Gelenke mit röthilicher Spitze; die 
Taster dicht höckerig, die fünf Zähne des zweiten 
Gliedes scharf. 

Länge des Vorder- und Hinterleibes 1" 3'", des 
Schwanzes 1" 8'". 

Hing) Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib flach gewölbt, durchaus dicht gekörnt, 
die Körnchen auf dem Hintertheil sehr fein, hinter dem 
Augenhügel eine ziemlich gleichbreite, etwas schmale Längs- 
rinne, hinter dieser zwei Längsgrübchen hintereinander, 



30 



das hintere in eine feine Längsfurche auslaufend; die Sei- 
tenfalten schwach eingedrückt; die Randeinfassung schmal 
aber ziemlich hoch \ der Augenhügel über den Augen mit 
einer Kante, übrigens etwas uneben. Die Taster dick, et- 
was kurz, durchaus dicht gekörnt, mit fünf sehr scharfen 
Zähnen am Innenrande des zweiten Gliedes, langem ge- 
zähntem Dorn am dritten und mit etwas kurzen Fingern 
der Hände. Der Hinterleib breit, durchaus nicht eng ge- 
körnt, die Körnchen am Hinterrande eine Querreihe bil- 
dend; der Endring nicht viel länger als dick, oben an 
der Spitze etwas zusammengedrückt, mit einer feinen in die 
Spitze auslaufenden Rückenfurche auf der Endhälfte. Der 
Schwanz sehr lang und sehr fein, die meisten Gelenke über 
doppelt so lang als dick. Die Beine ohne besonderes Merk- 
mal, nur das Vorderpaar etwas dünner als gewöhnlich. 

Vorderleib und Taster röthlichschwarz, das Rothe 
mehr an den Tastern als am Vorderleibe vorstechend. Der 
Hinterleib braun , stellenweise mit röthlichem Anstriche. 
Der Schwanz braun, an den Spitzenrändern sehr fein gelb- 
lich. Das erste Glied der Taster unten hellrostbraun; die 
Hüften der Beine unten und das Bruststückchen rostgelb, 
eben so der Bauch, nur etwas heller. Die Beine dunkel 
gelbbraun, die Schienbeine und Tarsen des ersten Paars, 
und die Spitzen der Schienbeine und die Tarsen der übri- 
gen rostgelb. 

Vaterland: St. Domingo. 



31 



Thelyphonus Linganus. 



Tab. CCCXXXV. Fig. 774. 



Schwarz, die gewölbten Hände oben aufs Braun- 
rothe ziehend, Schwanz und Beine dunkelrothbraun; 
die Taster kurz, mit scharfen, etwas langen Zähnen 
am zweiten Gliede; der bewegliche Finger der Hände 
gebogen, ohne Eindruck vor der Spitze am Innen- 
rande. 

Länge ohne Schwanz 1" 2'". 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Kopf dicht fein gekörnt, mit stumpfrunder Spitze, 
ziemlich hohen Seiten und gezähnelter obern Seitenkante; 
der Augenhügel hoch , geglättet und glänzend ; die Kopf- 
rinne hinter dem Augenhügel durchziehend, vorn erwei- 
tert und ziemlich tief, hinten fein ; der Thorax massig ge- 
wölbt, fein gerieselt, in den Seitenfalten etwas glatt, letz- 
tere zwar deutlich, aber etwas schwach ausgedrückt; die 
Rückengrube wie gewöhnlich, mit durchziehendem feinem 
Furchenstrich ; der aufgeworfene Rand hoch und sehr fein 
an der obern geschärften Kante gezähnelt. Der Hinterleib 
weitschichtig gerieselt, mit feinem, nur auf den vordem 
Ringen deutlichem Rückenkiele; die drei Endringe schmal, 
die zwei vorletzten sehr kurz, der Endring oben etwas 
zusammengedrückt, glänzender als die andern, etwas ge- 
wölbt; der Schwanz ungleich borstig, die meisten Glieder 
fast dreimal so lang als dick; die Taster etwas kurz und 
glänzend, die vordem Glieder weniger glänzend als die End- 



32 



glieder; das zweite Glied oben flach , etwas weitschichtig 
nadelrissig höckerig , mit ziemlich langen kurzgespitzten 
Zähnen am Innenrande; der Hinterarm gewölbt, eben so 
nadelrissig höckerig, an der Innenseite ein Zahn, eben so 
lang als die zwei untern Zähne am zweiten Gliede ; der 
Vorderarm gewölbt, eingestochen punktirt, mit langem fin- 
gerartigem, an der einen Seite sägeartig gezähntem Dorne; 
die Hände gewölbt, weitschichtig eingestochen punktirt, 
der bewegliche Finger gebogen , ohne Eindruck vor der 
Spitze an der Innenkante. Die ganze Unterseite geglättet 
und sehr glänzend, der vordre Bauchschild fast eben, mit 
einer tiefen, vorn nicht durchziehenden Furche, einem Mit- 
telgriibchen auf den Seitentheilen und schwacher Hinter- 
randsbeule; die zwei Gruben auf den übrigen Bauchringen 
ziemlich gross. Die Beine etwas lang, die Tarsenglieder 
des Vorderpaars gedrängt, kaum länger als dick; die übri- 
gen Beine ohne besonderes Merkmal. 

Der Vorderleib braunschwarz, die Taster etwas dunk- 
ler, an dem Vorderarm und an den Händen ein wenig 
aufs Braunrothe ziehend. Der Hinterleib schwarzbraun, 
eben so der Schwanz, die Glieder des letztern an der Spitze 
sehr fein rostgeblich ; die ganze Unterseite gelblich rost- 
roth; die Beine dunkel rothbraun, die Tarsen der vordem 
unten rostroth, die der übrigen oben und unten dunkel- 
rostgelb. 

Vaterland. Ostindien, Linga. 



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33 



Thelyphonus Australianus. 

Tab. CCCXXXV. Fig. 775. 



Vorderleib und Taster glänzend braunschwarz, 
letzter kurz, an den zwei Endgliedern grob einge- 
stochen punktirt, Hinterleib gelbbraun; Beine braun- 
roth , das Vorderpaar sehr dünn. 

Läns:e ohne Schwanz \" S"'. 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Der Vorderleib etwas schmal und der Quer nach ge- 
wölbt, auf dem Kopfe etwas flach, letzter mit hohen Sei- 
ten und gezähnelter obern Seitenkante; die Kopfflä'che dicht 
gekörnt, mit ziemlich tiefer Längsrinne und einer Längs- 
beule nahe bei der Seitenkante 5 der Augenhügel ziemlich 
hoch, geglättet, mit einzelnen eingestochenen Punkten ; der 
Thorax etwas grob gerieselt, mit deutlicher Mittelgrube, 
Seitenfalte und Längsfurche; der Seitenrand ziemlich hoch, 
an der obcrn Kante kaum ein wenig gezähnelt, fast glatt. 
Die Taster kurz, dick und glänzend, das zweite Glied oben 
ziemlich flach, grob und dicht nadelrissig höckerig, mit 
fünf scharfen, ziemlich langen Zähnen an der innern obern 
Kante und zwei gleichen an der untern; der Hinterarm 
mit derselben höckerigen Fläche, ziemlich gewölbt, mit 
einem scharfen Zahne unten vor dem Spitzenrande ; der 
Vorderarm ebenfalls gewölbt, grob eingestochen punktirt, 
mit dickem, an der einen Seite gezähntem, fingerartigem 
Dorne und einem Seitenzahne vor demselben; die Hände 
sehr glänzend, wenig gewölbt, sehr grob eingestochen 



34 



punktirt, mit gebogenem äussern Finger, ohne Eindruck 
vor der Spitze an der Innenseite. Der Hinterleib oben 
etwas glänzend und nicht eng fein gekörnt, die Körn- 
chen am Hinterrande in eine Querreihe enger gestellt. 
Die Unterseite sehr glänzend; der erste ßauchschild ohne 
Längsfurche und ohne Seitenbeule, die zwei Gruben auf 
den übrigen gross, etwas seicht. Die Beine massig lang 
und glänzend, das erste Paar sehr dünn, mit langgliederi- 
gen Tarsen, die übrigen ohne besonderes Merkmal. 

Vorderleib und Taster braunschwarz, Hinterleib gelb- 
braun, unten etwas heller als oben; Beine braunroth, die 
Schienbeine röther als die vordem Glieder, die der Vor- 
derbeine sammt den Tarsen mit wenig bräunlichem An- 
striche, die Tarsen der übrigen rostroth. 

Vaterland: Neu-Holland. 

Anmerk. Eine merkwürdige Art, von welcher sich 
nur ein Exemplar in dem Berliner Museum befindet, Scha- 
de, dass diesem Exemplar der Schwanz abgeht, es ist übri- 
gens ganz vollständig. 



35 



Phrynus Ceylonicus. 



Tab. CCCXXXVI. Fig. 776. 



Dunkelbraun mit gelb geringelten Schenkeln*, die 
Taster schwarz, mit walzenförmigem , etwas dünnem 
Vorder- und Hinterarm, letzter an der vordem Seite 
fein gezähnt und an der vordem Hälfte in der Reihe 
der Zähnchen weitschichtig gestellte gerade, dünne, 
zahnartigen Dornchen. 

Klug, Königl. Sammlung in Berlin. 

Mit Ph. lunatus ausserordentlich verwandt, die Taster 
aber etwas kürzer und an der vordem Hälfte des Hinter- 
arms mit weitschichtig gestellten, feinen, geraden, recht- 
winkelig abstehenden Dornchen besetzt, die längern Dorn- 
chen fast so lang als die Dicke des Arms. 

Der Vorderleib ziemlich einfarbig dunkelbraun, Fress- 
zangen und Taster noch dunkler, fast schwarz, die Fang- 
krallen der letztern schwarz, kaum etwas aufs Rö'thliche 
ziehend. Die Rückenschilde des Hinterleibes ebenfalls braun, 
etwas heller als der Vorderleib, der Bauch und die Seiten 
gelblich. Die Hüften unten und die Beine unten dunkel- 
rostroth, oben dunkel rostbraun, auf den Schenkeln drei 
erdfarbig gelblichweisse Ringfleckchen , der zweite in der 
Mitte der Länge, der dritte zwischen diesem und der Spitze; 



36 



die Vorderbeine ungefleckt, die Glieder der Geissei eben 
falls dunkelrostbraun, mit feinen gelblichen Spitzen. 



Vaterland: Ostindien. Ceylon. 



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37 



Chelifer granulatus 



Tab. CCCXXXVII. Fig. 777. 



Dunkelrostroth , Taster und Beine rostgelb-, die 
Taster dünn und sebr lang-, die drei Theile des Tho- 
rax gekörnt. 

Länge 1%'". 

Eine merkwürdige, von Herrn Prof. v. Siebold in 
Erlangen entdeckte Art. Im Baue des Körpers hat sie 
grosse Uebereinstimmung mit Clu cancroides, nur sind die 
Taster länger, und die drei Theile des Vorderleibes ge- 
stauchter. Die Augen sind deutlich sichtbar. Was diese 
Art hauptsächlich von Ch. cancrnides unterscheidet, sind 
die etwas gespitzteren und zerstreut liegenden Körnchen auf 
dem Rücken der drei Theile des Thorax, welche auffallend 
und deutlich vorhanden sind, lelzterm aber beständig fehlen. 

Vorder- und Hinterleib rostroth, auf letzterm eine 
feine Längslinie gelb. Die Fresszangen ockergelb. Taster 
und Beine rostgelb, aufs Rostrothe ziehend, erstere etwas 
dunkler als letztere, die Hände mit rothen Fingern. Der 
Bauch olivengelblich. 

Vaterland: Die Gegend von Danzig. 



X. 3. 4 



38 



Chelifer grandimanus. 

Tab. CCCXXXVIl. Fig. 778. 



Erdfarbig- gelbbraun, mit ausserordentlich langen 
dünnen Tastern, letztere bräunlichgelb mit gebogenen, 
dünnen, röthlichen Fingern« der Hände. Beine ocker- 
gelb. 

Länge 1%'". 

Körper, Beine und Taster ohne Glanz, nur die Finger 
der letztern glänzend. Das vordere Stück des Vorderlei- 
bes stumpf kegelförmig, nieder gewölbt, auf dem Rücken 
zwei, etwas schwer zu seilende Punktgrübchen nebenein- 
ander liegend, das zweite und dritte Stück mit dem ersten 
kegelförmig sich gegen den Hinterleib erweiternd, das zweite 
merklich breiter als lang, das dritte wieder kürzer als das 
zweite, beide massig gewölbt und ohne sichtbare Eindrücke. 
DerHinlerleib breit, eiförmig, flach, hinten stumpf gerun- 
det, nach der Ringzahl an den Seiten gekerbt, die Schild- 
ringe bis zur Seitenkante durchziehend, am Rande kleine 
kolbige Borstchen. Die Fresszangen schwach. Die Taster 
ausserordentlich lang, auffallend länger als bei Ch. cancroi- 
des und eben so dünn, das erste Glied wie bei diesem, 
der innere Spitzenwinkel schärfer und länger vorgezogen j 
der Hinterarm sehr lang, ziemlich gerade, gegen die Spitze 
allmählig verdickt; der Vorderarm kaum ein wenig dicker 
als der Hinterarm, gegen die Spitze verdickt, vorn und 
hinten dünn gestielt* die Hand dicker als der Vorderarm, 
fast länglich eiförmig, nämlich gegen die Finger zu allmäh- 
lig dünner, die Finger lang, dünn und gebogen; alle Glie- 
der mit kurzen, kolbigen Borstchen etwas weitschichtig be- 



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39 



setzt, an den Fingern feine, längere und kürzere Borsten, 
wie solche gewöhnlich vorhanden sind. Die Beine ohne 
besonderes Merkmal, alle mit kurzen kolbigen Borstchen 
besetzt. 

Der Vorderleib bräunlichgelb, an den Augen ein klei- 
nes Fleckchen hellgelb. Der Hinterleib oben gelbbraun 
mit einer gelblichen Längslinie, unten heller als oben, fast 
ockergelb. Die Taster einfarbig dunkel ockergelb, nur die 
Finger der Hände roth. Fresszangen und Beine heller 
ockergelb. 

Nicht ohne Verwandtschaft mit helleren Exemplaren 
von Ch. cancroides, aber ohngeachtet der auffallend länge- 
ren Taster doch leicht zu unterscheiden, 

Vaterland. Deutschland, 



Chelifer ixoides 

Tab. CCCX XXVIII. Fig. 779. 



Vorderleib und Taster dunkelrothbraun, letztere 
dünn und lang; Hinterleib weissgrau, mit dunkel- 
braunen Querschilden, letztere mit einer feinen Rük- 
kenlinie durchschnitten. Beine bräunlichgelb. 

Länge 1%'". 

Dr. Hahn fand diese Art unter altem Holze in dem 
Stadtgraben von Nürnberg, und in verlassenen Wespen- 
nestern unter Dächern der Häuser dieser Stadt. Ich finde 
hinsichtlich der Gestalt zwischen dieser Art und Ch. can- 
croides keinen wesentlichen Unterschied, und überhaupt 
nur darin eine Verschiedenheit, dass die Rückenschilde des 

4* 



40 



Hinterleibes die Seiten bei weitem nicht erreichen und 
bloss abgekürzte Querstreifen vorstellen. Dieser Charakter 
ist zwar in der Hahn' sehen Beschreibung B. II. p. 53, 
aber nicht in der beigegebenen Figur 140 ausgedrückt. 

Der Vorderleib und die Taster sind dunkelrothbraun, 
eben so die Schildstreifen des Hinterleibes, die Finger der 
Scheere der Taster ziehen aufs Rotbuche. Die Seiten des 
Hinterleibes und die Zwischenräume der Schildflecken sind 
weissgrau , etwas trüb lausfarbig weisslich, welche Farbe 
auch die zwei hintern Abschnitte des Thorax fein einfasst. 
Die Unterseite des Hinterleibes führt die weissgraue Grund- 
farbe wie oben, die Schilde aber ziehen ein wenig aufs 
Gelbliche und sind mit einem durchbrochenen Querstrich- 
chen versehen. Die Hüften und die Beine sind bräunlich- 
gelb. 

In dem 7ten Hefte über Deutschlands Crustaceen, My- 
riapoden und Arachniden ist die gegenwärtige Art mit Ch. 
Museorum, welche letztere Leach zuerst bekannt machte, 
verglichen worden, was einen Irthum enthält, indem ich 
damals den Leach'schen Chelifer mit Ch. cancroides für 
einerlei hielt, und erst später Ch. Museorum auch hier und 
zwar in grosser Anzahl entdeckte, walche aber eine ganz 
eigene, mit beiden in keiner Gemeinschaft stehende Art ist. 

Vaterland. Deutschland. 



41 



Chelifer cancroides. 



Tab. CCCXXXVI11. Fig. 780. 



Eiförmig, dunkelbraun, die drei Abtheilungen des 
Vorderieibes gewölbt, die Hinterleibsschilde durch- 
ziehend, am Hinterrande gelblich; Taster und Beine 
rostroth , erstere dünn und sehr lang. 

Länge l 1 //". 

Latr. Gen. crust. et ins. p. 132. n. 1. 

Chelifer Europaeus Degeer, Ueber. VII. p. 138. t. 19. f. 14. 
Phalangium cancroides L.inn. Syst. nat. I. II. p. 1028. 
Scorpio cancroides Fabr. Ent. Syst. II. p. 436. n. 10. 
Obisium cancroides Walch. Faun. par. II. p. 253. n. 2. 
Roesel 3. t. 64. 
Frisch. 8. t. 1. 

Chelifer Hermanni et Latreillii Leach. Zool. Miscell. 111. 

n. l. et 2. 

Durchaus glanzlos. Der Vorderleib breit, ziemlich ke- 
gelförmig, die drei Abtheilungen stufenweise kürzer, brei- 
ter als lang, gewölbt, die Scheidungsfalten der Abtheilun- 
gen ziemlich tief. Die Hinterleibsschilde an den Seiten fast 
durchziehend und durch Seitenecken abgesetzt, ohne merk- 
liche Zwischenräume auf dem Rücken; an dem Seitenrande 
etwas aufgeworfen, und an dem Hinterrande mit kurzen 
weisslichen Borstchen ; der weiche Hautsaum in den Seiten 
schmal, ziemlich hoch, kaum merklich vorstehend. Der 
Endschild stumpf, mit kurzen Kolbenborstchen besetzt, am 
Hinterrande des Endringes überdies noch zwei etwas län- 
gere, sehr feine, nicht kolbige Borstchen. Die Bauchschilde 



42 



gleich den Rückenschilden gedrängt an einander schliessend 
und den Bauch ohne Zwischenräume bedeckend. Die Fress- 
zangen kurz; die Taster sehr lang, anderthalbmal so lang 
als das ganze Thier, und im Verhältniss der andern Arten 
sehr dünn. Das erste Glied kurz gestielt, etwas aufgebla- 
sen und dicker als die zwei folgenden, diese beide ziemlich 
gleichdick, an der Wurzel verdünnt, und fast gleichlang, 
das vierte nur wenig kürzer als das dritte; die Hand merk- 
lich dicker als der Vordprarm, ohngefähr so lang als die- 
ser, länglich eiförmig, in der iMitte fast etwas walzenför- 
mig, mit gebogenen Fingern , letztere kaum etwas länger 
als die Hand ; alle Tasterglieder mit kurzen, vorwärtsge- 
drückten Kolbenborstchen weitschichtig besetzt, die Finger 
der Hände aber wie gewöhnlich behaart. Die Beine etwas 
dünn und von gewöhnlicher Gestalt, alle mit kurzen Kol- 
benborstchen versehen, nur oben an der Spitze des Tar- 
sengliedes einzelne nicht kolbige Borstchen. 

Der Vorderleib, die Rücken- und die Bauchschilde 
dunkelbraun, sowohl die Rücken- als Bauchschilde mit ei- 
ner ungemein feinen weisslichen Linie der Länge nach 
durchschnitten, am Hinterrande schmal röthlichgelb. Die 
Fresszangen bräunlichgelb. Taster und Beine rostroth, letz- 
tere etwas heller als erstere. 

Er hält sich in alten Akten, wenig gebrauchten Bü- 
chern, Kräutersammlungen und dgl. auf, ist aber ziemlich 
selten. Im Benehmen zeigt er nichts Besonderes. Er ist 
ziemlich lebhaft. 

Vaterland: Deutschland, Frankreich, Schweden und 
wahrscheinlich ganz Europa. 



43 



Chelifer Museorum. 



Tab. CCCXXXVIII. Fig.7Sl. 



Breit eiförmig, gelblichweifs, der Vorderleib, die 
Rücken- und Bauchschilde des Hinterleibes, Taster 
und Beine hellzimnietroth ; der Hinterleib ohne Rand- 
borsten, die Taster etwas dünn und nur mit einzel- 
nen Borsten an den Fingern. 

Länge %'". 

Leach. Zool. Mise. III. n. 5. 

Das ganze Thierchen glanzlos. Der Vorderleib klein, 
hinten breiter als lang, mit Einrechnung der zusammenge- 
legten Fresszangen ziemlich ein Dreieck vorstellend, mas- 
sig gewölbt, vor dem Hinterrande die gewöhnliche Ab- 
theilungsrinne, der Quer nach liegend, ziemlich deutlich. 
Der Hinterleib gewölbt, dem Umrisse nach regelmässig 
breit eiförmig, doch gewöhnlich nicht ganz so breit als 
lang, die Rückenschilde der Länge des Körpers nach durch 
eine feine Linie getheilt, in sanfter Schwingung gegenein- 
ander liegend, den Seitenrand in ziemlicher Breite nicht er- 
reichend, in fast gleich breiten Querrinnen von einander 
entfernt; der Endschild klein; die Bauchschilde schmäler 
und kürzer als die Rückenschilde, mit denselben Zwischen- 
räumen von einander abgesetzt; der ganze Hinterrand ohne 
Rand- oder andere Borsten. Die Taster massig lang, das 
erste Glied fein gestielt, an der Einfügung des Stielchens 
breit und stumpf, gegen die Spitze verloren verdünnt, da- 
her fast dreieckig, an dem obern Rande einzelne unge- 
mein feine, sehr kurze gekrümmte Borstchen; das zweite 
Glied dünn, an der Wurzel fein gestielt, am Vorderrande 



44 



ziemlich gerade, auf dem Rücken sanft gewölbt; das dritte 
Glied fast so lang als das zweite, ein wenig dicker als 
dieses, an der Wurzel stielartig verdünnt und gekrümmt, 
in der Mitte fast rautenförmig erweitert; beide Glieder 
ohne Borsten; die Hand, des Endgliedes ebenfalls ohne 
Borsten, eiförmig, merklich dicker als das dritte Glied, 
ohne Einrechnung der Finger nicht so lang als dieses, die 
Finger etwas kurz und gebogen, mit den gewöhnlichen ein- 
zelnen langern Borsten , übrigens nur an den Spitzen mit 
kurzen, feinen Härchen versehen. Die Beine massig lang, 
etwas dünn, ungemein fein, kaum sichtbar behaart, die Här- 
chen sehr kurz. 

Vorderleib, F'resszangen und Taster schön zimmetroth, 
Hinterleib weisslich, aufs ockergelbliche ziehend, Rücken 
und Brustschild zimmetroth, etwas heller als der Vorder- 
leib, die Beine von der Farbe der Rückenschilde. 

Er hält sich gern in alten Gerätschaften unbewohn- 
ter Kammern auf, am gewöhnlichsten fand ich ihn im Un- 
rathe der Vogelkäfige, welche längere Zeit nicht benutzt 
worden sind. 

Vaterland: Deutschland und England. 



Clielifer Panzeri. 

Tab. CCCXXXIX. Fig. 782. Fig. 783. pull. 



Zimmetroth, Hinterleib gelblichweiss mit rost- 
röthlichen Schildstreifen, besetzt mit kurzen kolbigen 
Borstchen und mit zwei längern geraden Härchen an 



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45 



den Hinterrandswinkehi des Endscliildes. Die Taster- 
glieder kurz und dick. 

Länge l 1 //". 

Der Vorderleib glanzlos, hinten wenig erweitert, flach 
gewölbt, die drei Abtheilungen deutlich durch Quervertie- 
fungen kenntlich gemacht 5 auf dem Rücken keine weitern 
Eindrücke. Die Augen klein und kaum zu finden. Fress- 
zangen von gewöhnlicher Bildung. Die Taster etwas kurz 
und dick, beim gesättigten Thiere nicht länger alsVorder- 
und Hinterleib zusammengenommen* das Wurzelglied vorn 
gestielt, übrigens dick, hinten mit zwei Beulen ; das zweite 
Glied an der Wurzel ebenfalls gestielt, übrigens etwas dik- 
ker als das erste, ein wenig geschwungen, hinten gewölbt, 
gegen die Spitze allmählig etwas dünner; das dritte Glied 
ohngefähr so lang als das zweite, eben so dick, an der 
Wurzel und an der Spitze gestielt, auf dem Rücken ge- 
wölbt, nach innen zu vorn etwas bauchig, das Endglied 
dick, merklich dicker als die vorhergehenden, die Hand ge- 
gen die Finger zu allmählig, aber ziemlich stark, dünner; 
die Finger nicht länger als die Hand, etwas stark und ziem- 
lich gebogen; die Fläche der Taster schwach glänzend, und 
diess nur in gewisser Richtung sichtbar; alle Glieder bis 
an die Finger des Endgliedes mit kurzen, gegen die Spitze 
kolbig verdickten Borstchen besetzt, die Härchen an den 
Fingern wie gewöhnlich. Der Hinterleib beim gesättigten 
Thiere gross, mit weitschichtig gestellten Schildstreifen auf 
dem Rücken, etwas bogig schief liegend und den Seiten- 
rand nicht erreichend, beim weniger gesättigten Thiere ein- 
ander mehr genähert, ebenfalls die Seitenränder nicht er- 
reichend, glanzlos und reihenweise mit kurzen Kolbenborst- 
chen besetzt, in der Mitte der Länge des Ruckes nach 
bis zum Endring alle von einem spindelförmigen Streif 



46 



durchbrochen ; die Ringkerben an den Seiten deutlich, der 
Endring stumpf, der ganze Hinterleib eiförmig, rund um 
mit schönen Kolbenborstchen versehen, an den Seitenwin- 
keln des Endschildes aber zw ei längere, feine, gerade Här- 
chen übereinander stehend. Die Bauchschilde klein, mit 
kaum merklichen Stigmen. Die Beine von ganz gewöhnli- 
cher Gestalt, oben mit kurzen Kolbenborstchen versehen, 
unten die kurzen Härchen ohne kolbige Spitze. 

Vorderleib und Taster zimmetroth, durchaus gleichfar- 
big, nur der Hintertheil des Thorax etwas heller, fast ein 
wenig aufs Gelbliche ziehend. Der Hinterleib oben und 
unten lausfarbig gelblichweiss, die Rückenschilde rostroth, 
roth oder rostgelblich , die Bauchschilde etwas heller als 
die des Rückens. Die Beine blass roströthlich, die Schen- 
kel an der Wurzel durchsichtig heller. 

Die Weibchen sind gewölbter, ihre Rückenschilde des 
Hinterleibes schmäler, und nicht so breit als die Zwischen- 
räume. 

Junge Thierchen sind viel heller, Vorderleib, Taster 
und Rückenschilde ockergelblich, der Hinterleib weiss, mit 
schwachen Querstrichen statt der Rückenschilde. 

Häufig in trockenen Pferdeställen, besonders wenn sol- 
che lange Zeit nicht benutzt worden sind, auch in den 
Abfällen von altem Heu. 

Vaterland: Bisher fand ich ihn nur hier in Regens- 
burg, wo er häufig vorkommt, 



47 

Chelifer Wider i. 

Tab. CCCXXXIX. Fig. 784. 



Vorderleib, Rücken- und Bauchschilde hellrost- 
roth, Taster dunkler rostroth und dick, die Körper- 
haut röthlich weiss , die Rückenschilde seitwärts et- 
was erweitert und mit einer sehr feinen weissen 
Längslinie durchschnitten; Körper, Taster und Beine 
mit kurzen Kolbenborstchen besetzt. 

Länge 1%'". 

In grosser Verwandtschaft mit Ch. Panzeri. Vorder- 
leib und Hinterleib ziemlich von derselben Gestalt, die 
Rückenschilde aber nur von einer sehr feinen Linie der 
Länge nach durchschnitten, mehr gerade und seitwärts et- 
was erweitert; der Vorderleib etwas schmäler als bei jener 
Art. Die Taster haben ziemlich dieselbe Gestalt, das erste 
Glied ist dünner und länger gestielt, im übrigen an der 
Einfügung des Stielchens merklich dicker und fast wie das- 
selbe Glied des Ch. Museorum gestaltet. Die Pxückenschilde 
sind durchaus mit kurzen, an der Spitze stark kolbig ver- 
dickten Borstchen besetzt, dieselben Borstchen befinden 
sich auch rundum an dem Hinterleibe , die zwei längern, 
nicht kolbigen Borsten an den Hinterrandswinkeln aber 
fehlen. Taster und Beine sind mit denselben Kolbenborst- 
chen geziert , und nur an den Fingern der erstem sind 
die feinen Borstchen wie gewöhnlich. 

Kopf, Thorax und Bückenschilde sind helirostroth, 
eben so die Bauchschilde, aber etwas heller; die Körper- 



48 



haut ist oben und unten röthlichweiss, die Kolbenborstchen 
spielen aufs Gelbe. Die Taster sind einfarbig rostroth, et- 
was dunkler als der Vorderleib, die Beine von derselben 
Farbe, an den Schenkeln und Hüften verloren weisslich. 

Vaterland: Herr Doktor Rosenhauer zu Erlangen 
fand ihn in dem faulen Holzstaube einer Eiche* scheint 
seilen zu seyn. 



Chelifer Reussii. 



Tab. CCCXL. Fig. 785. 



Vorderleib, Rüekenschilde, Bauchschilde und Ta- 
ster rostroth, die Körperhaut grauröthlich , an dem 
Endschilde des Körpers die Borsten mit kaum ver- 
dickter Spitze, die Rückenschilde gerade und mit ei- 
ner schmalen Linie durchbrochen. 

Länge kaum Y" '. 

In ausserordentlicher Verwandtschaft mit Ch. Panzert, 
aber wesentlich doch verschieden. Die zwei Hintertheile 
des Vorderleibes sind ziemlich gleichlang und die Rüeken- 
schilde des Hinterleibes nicht strahlenartig liegend und auch 
nicht gebogen, sondern gerade und von einer feinen Längs- 
linie durchschnitten • der Hinterleib ist schmäler und läng- 
licher, an den Seiten stark eingekerbt; an den Seitenwin- 
keln des Endschildes befinden sich zwei etwas lange Bor- 
sten nahe über einander, und am Hinterrande kürzere Bor- 
sten, doch merklich länger als bei Ch. Panzeri; diese Bor- 



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49 

sten sind gerade , und verdicken sich an der Spitze kaum 
merklich, sind daher eigentlich nicht kolbenförmig; diesel- 
ben Borsten stehen auch einzeln oder zu zwei an den Sei- 
ten der drei vorletzten Ringe. Die Taster haben ziemlich 
die Gestalt von Ch, Panzert, nur sind die Hände und die 
Finger an diesen kürzer, auch die Borsten etwas länger 
und nur wenig gegen die Spitze kolbenförmig verdickt 5 an 
dem Endgliede der vier Hinterbeine bemerkt man die ge- 
wöhnliche längere Borste, die übrigen Borstchen sind, wie 
an den Tastern, nur wenig kolbenförmig. 

Der ganze Vorderleib, die Rückenschilde des Hinter- 
leibes, die Bauchschilde und die Taster sind rostroth, we- 
niger reinfarbig als bei Ch. Panzert und ebenfalls glanzlos, 
nur die Bauchschilde, welche überdies heller als die Rük- 
kenschilde gefärbt sind, zeigen sich glänzend; der weich- 
häutige Theil des Hinterleibes und des Bauches ist unrein- 
weisslich, etwas aufs Grauröthliche ziehend. Die Fress- 
zangen haben die Farbe des Vorderleibes, nur sind sie et- 
was heller. Die Beine sind unrein grauröthlich , an der 
Wurzel der Glieder verloren heller und ins Weissliche 
übergehend. 

Bei einem grossen Theil der mir vorgekommenen Exem- 
plare laufen die Rückenschilde bis in die Seitenkanten 
durch und sind blos durch sehr feine Zwischenräume von 
einander getrennt. Diese sind schmäler und von schlan- 
kerm Bau und sehr wahrscheinlich die Männchen. Die 
andern mit kleineren Rückenschilden kommen nicht unge- 
wöhnlich mit aufgetriebenem Hinterleibe war. 

Vaterland: Deutschland. Ich fand ihn in grosser 
Anzahl in dem warmen Gewächshause des botanischen Gar- 
tens zu Erlangen, und zwar in dem Moose, mit welchem 



50 



die Pflanzenscherben, statt des Lohe's, umgeben sind, scheint 
aber nicht mit dem Moose dahin gebracht worden zu sejn, 
sondern erwärmte Stellen der Gebäude zu bewohnen. 



C helifer F abricii. 



Tab. CCXL. Fig. 786. 



Vorderleib graubraun , die Hinterhälfte an den 
Seiten und an dem Hinterrande weiss gesäumt; Hin- 
terleib weiss, mit durchbrochenen, an den Seiten ab- 
gekürzten braunen Schildflecken ; Taster hellroth, mit 
braunen Händen, das zweite Glied walzenförmig. 

Länge %'". 

Nicht ohne Verwandtschaft mit Ch. Schaefferi, die Ta- 
ster verhältnissmässig kürzer, und das zweite Glied dersel- 
ben mehr walzenförmig. 

Der Vorderleib graubraun, das Vorderstück dunkler 
als die zwei hintern, letztere an den Seiten und die dritte 
Abtheilung am Hinterrande weiss eingefasst. Der Hinter- 
leib grauweisslich, eigentlich lausfarbig, mit braunen Schild- 
flecken auf dem Rücken , den Seitenrand breit freilassend 
und durch breite Zwischenräume nach den Ringabschnit- 
ten von einander getrennt; alle von einer feinen weissen 
Rückenlinie durchschnitten* die vordem Schildstreifen schmal 
und geschwungen, der Endring braun, mit feiner Ein- 
greifung der weissen Rückenlinie • unten der Hinterleib 
weiss, mit glänzenden bleichgrauen Querttecken, nach der 



51 



Ordnung wie oben. Die drei vordem Glieder der Taster 
rostroth, an der Wurzel gelblich, das vierte Glied dunkel- 
rothbraun, die Finger der Scheere rostroth. Die Beine 
weiss. 

Vaterland: Ich fand ihn bloss in hiesiger Gegend 
zunächst der Stadt Regensburg, unter Moos oder Pflanzen- 
abfällen verras'ter Plätze in Gärten, ist jedoch sehr selten. 



Chelifer H a h u i i. 



Tab. CCCXL. Fig. 7S7. 



Vorderleib braun, Taster rostroth, Hinterleibs- 
schilde graubraun, ein Fleck einwärts an diesen 
schwärzlich 5 rundum am Hinterleibe kurze kolbige 
Borstchen , ein Längeres Bor stehen an den Hinter- 
randswinkeln des Endschildes spindelförmig. Taster 
kurz und dick. 

Länge 7 / 8 '". 

Dieses schöne Thierchen hat viel Gemeinschaft mit 
Clu Panzeri. Die Vorderleib ist im Ganzen etwas breiter, 
hinten mehr erweitert, und hat hinten auf dem vordem 
Theile zwei deutliche Grübchen übereinander liegend. Der 
Hinterleib ist von derselben Form , aber die Schildstriche 
ziehen seitwärts bis zum Seitenrande. Die Einkerbungen 
der Ringe sind deutlich ; an dem Rückenschilde befinden 
sich dieselben Kolbenborstchen in Querreihen stehend, 
auch an den Seiten und am Hinterrande ganz dieselben wie 



52 



bei jener Art, nur ist das obere an den Hinterrandswin- 
keln des Endschildes nicht so fein, nicht so lang, sondern 
dicker und von spindelförmiger Gestalt. Die Taster sind 
kürzer und verhältnissmässig etwas dicker, übrigens eben so 
gestaltet; sowohl diese, als auch der Rücken des Vorder- 
leibes zeigen etwas mehr Glanz , aber auch nur in gewis- 
ser Richtung sichtbar. 

Der Vorderleib braun, die zweite Abtheilung etwas 
heller als die erste, die dritte wieder heller als die zweite. 
Der Hinterleib lausfarbig gelblichweiss, die Schildstreifen 
graubraun , durch eine schmale Längslinie durchschnitten, 
an der Hinterseite ein Fleck schwärzlich, zusammen zwei 
solchfarbige Fleckenreihen der Länge des Rückens nach 
vorstellend. Die Schildfleckchen auf dem Bauche klein 
und heller als oben. Die Taster zimmetroth , durchaus 
gleichfarbig. Die Beine gelb, die Schenkel und die fol- 
genden Glieder gegen die Spitze zu verloren. 

Vaterland: Deutschland. In hiesiger Gegend unter 
der Rinde von Obstbäumen und unter faulem Holze, in 
Gärten sehr selten. 



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53 



Chelifer Degeeri. 

Tab. CCCXL1. Fig. 788 raas. Fig. 7S9 fem. 



Etwas schmal, dunkelbraun, die Hinterrandskan- 
ten der Körperringe bräunlichgelb, die Taster dun- 
kelbraun mit rothen Gliederspitzen, das zweite Glied 
massig dick, hinten gewölbt, vorn ziemlich gerade. 

Länge des Mannes IVi"', die des Weibes gemei- 
niglich etwas grösser. 

Chel. angustus Koch Deutsch. M. C. u. A. 7. n. 5- nias. 
Chel. Degeeri ibid. 2. n. 3. 

Der Vorderleib ziemlich lang und, wie das ganze Thier- 
chen, glanzlos; hinten ziemlich breit, vorn allmählig schmä- 
ler, die drei Abtheilungen durch deutliche Querfalten kennt- 
lich , und jede für sich ziemlich gewölbt. Der Hinterleib 
beim Manne lang, kaum etwas breiter als der Vorderleib 
am Hinterrande, ziemlich gleichbreit, der Endring etwas 
schmäler und am Hinterrande stumpf, an den Hinterrands- 
winkeln eine längere, doch immer noch etwas kurze Bor- 
ste und noch kürzere dazwischen , auch an den Seiten 
der zwei hintern Ringe einige kurze Borslchen. Die Ta- 
ster lang, das vordere Glied dick, knopfförmig und an der 
Wurzel gestielt; das zweite ziemlich lang, an der Wurzel 
mit einem kurzen Stielchen, übrigens gegen die Spitze nur 
wenig verdickt, hinten der Länge nach gewölbt, vorn fast 
gerade; das dritte Glied an der Wurzel länger gestielt, 
etwas dicker als das zweite und von ganz gewöhnlicher Ge- 
stalt; das Endglied etwas dicker als das dritte, ziemlich 
eiförmig, doch wenig bauchig in die Finger übergehend, 
X. 3. 5 



54 



diese massig lang und gebogen ; alle Glieder der Taster 
mit kurzen Borsten etwas weitschichtig besetzt, die Borsten 
an den Fingern sehr fein, ungleich lang , zum Theil ziem- 
lich lang. Die Beine von gewöhnlicher Länge, ohne be- 
sonderes Merkmal und mit kurzen Borstchen dicht besetzt. 

Der Vorderleib und die Rückenschilde des Hinterlei- 
bes tief dunkelbraun, ein Saum an den Seiten hinten und 
der Hinterrand des Thorax bräunlichgelb, von derselben 
Farbe eine Einfassung an den Seiten des Hinterleibes und 
an dem Hinterrande aller Ringe, mit Ausnahme des Endrin- 
ges, eine solchfarbig bräunlichgelbe Linie auf dem Rücken 
der Länge nach bis fast zum Hinterrande des Endringes 
ziehend. Die Unterseite des Hinterleibes etwas heller als 
die obere, mit kleinern braunen Querschilden, und mit 
weisslichem Hinterrandssaume. Die Fresszangen kastanien- 
braun. Die Taster tief dunkelbraun , alle Glieder an der 
Spitze ziemlich breit rostroth aus der braunen Farbe über- 
gehend; die Finger heller roth. Die Beine blass bräun- 
lichgelb. 

Das Weibchen sieht dem Männchen ganz gleich , ist 
etwas grösser und dessen Hinterleib hinten eiförmig erwei- 
tert, der Endring aber ebenfalls stumpf. Die Borsten an 
den Hintcrrandswinkeln des Endringes sind länger. 

Er kommt in Gärten und Feldern vor. Im Sommer 
und Frühjahre bewohnt er gern niederes Gebüsch und wird 
dann zuweilen von diesem herunter geklopft. 

Vaterland: Ist bisher nur in hiesiger Gegend ge- 
funden worden 



55 



Chelifer Schae f f e r i. 

Tab. CCCXLI. Fig. 790. 



Der Hinterleib grau, auf dem Rücken eine schmale 
Längslinie gelblich und zwei Fleckenstreifen der Länge 
nach schwärzlich; Vorderleib und Taster schwarzbraun; 
letztere massig dick, mit rotten Gliederspitzen. 

Länge 1%"'. 

Der Vorderleib ziemlich lang, mit den gewöhnlichen 
zwei Querfalten, auf dem Mittelstück ein sehr feiner, nur 
in gewisser Richtung sichtbarer Kiel, die Rückenflä'che 
übrigens ungemein fein gerieselt und fast glanzlos. Der 
Hinterleib etwas gewölbt, eiförmig, am Endringe etwas 
stumpf, mit einer kurzen Borste an den Hinterrandswin- 
keln und mit noch kürzern Borstchen dazwischen; die Sei- 
ten nach der Zahl der Ringabschnitte schwach gekerbt, 
hinten mit vereinzelten, sehr kurzen Borstchen. Die Ta- 
ster lang, das erste Glied knopfförmig und an der Wurzel 
gestielt* das zweite ohngefähr so lang als der Vorderleib 
an dem Hinterrande, von mittlerer Dicke, an der Innen- 
seite wenig geschweift, fast gerade, auf der Rückseite der 
Länge nach etwas gewölbt; das dritte Glied von nicht un- 
gewöhnlicher Gestalt, nur wenig dicker als das vorherge- 
hende; das Endglied gross, dicker als das dritte, ziemlich 
eiförmig, mit gebogenen Fingern, alle Glieder mit kurzen 
Borsten besetzt, lange und ungleich lange Borsten an den 
Fingern. 

Der Vorderleib schwarzbraun, ein wenig aufs Rothli- 
che ziehend, der Hinterrand verloren fein gelblich. Der 
Hinterleib bis an die Seitenkanten grau, ein wenig aufs 
Gelbliche ziehend , eine feine Mittellinie der Länge nach 



5 



* 



56 



gelblichweiss, und beiderseits dieser Linie, doch etwas ent- 
fernt davon, eine Längsreihe schattiger Flecken schwärz- 
lich, die Hinterrandskanten der Ringe fein weisslich. Un- 
ten der Hinterleib graugelblich, glänzend, mit der gelben 
Mittellinie und den zwei schwärzlichen Fleckenstreifen wie 
oben. Die Taster dunkelrothbraun oder schwarzbraun, die 
Spitzen der Glieder breit, und sich in die Grundfarbe verlie- 
rend roth, auch die Finger des Endgliedes von derselben 
Farbe roth. Die Beine etwas unrein hell ockergelb. 

Vaterland: Deutschland. Man findet ihn in Obst- 
gärten unter Moos, ist aber selten. Ich fand ihn mehr- 
mals in hiesiger Gegend. 



Chelifer Geoffroyi. 

Tab. CCCXLII. Fig. 791. 



Glanzlos, Vorderleib und Taster dunkelbraunroth, 
letztere dickgliederig, mit hellrothen Händen und Fin- 
gern; Hinterleib eiförmig, rostbraun mit gelblicher 
Hinterrandskante der Ringschilde. kurzen Kolbenborst- 
chen am Rande, und mit zwei langen Haarborsten an 
dem Hinterrands winkel des Endschildes. 

Länge %'". 

Leach Zool. Mise. III. n. 4. 
Chelifer Olfersii ibid. n. 3- 

Zu den kleinern Arten gehörig, in der Gestalt mit 
Ch. depressus nahe verwandt, der Vorderleib aber gewölb- 
ter; an dem Rande der hintern Ringe kleine, an der Spitze 
kolbig verdickte Borstchen und an den Hinterrandswinkeln 
des letzten Ringschildes zwei nahe beisammen stehende 
ziemlich lange und fast gleichlange sehr feine Haarborsten; 



2// CCCJffl. 






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57 



Fresszangen und Beine haben in der Gestalt nichts beson- 
deres , letztere sind mit feinen Kolbenborstclien besetzt. 
Die Taster sind etwas kurz und dick, das erste und zweite 
Glied an der Wurzel gestielt, letzteres an der Rückseite 
stark gewölbt und nicht viel über doppelt so lang als dick; 
das dritte ist dick, eiförmig, vorn und hinten gestielt 5 die 
Hände sind merklich dicker als der Vorderarm, eiförmig, 
mit gebogenen Fingern , letztere ohngefähr so lang als die 
Hand selbst; alle Glieder sind mit feinen Kolbenborstchen 
besetzt, die Finger aber wie gewöhnlich fein ungleich lang- 
borstig. 

Der Vorderleib und die Taster sind dunkelbraunroth, 
die Hände heller roth mit noch hellem Fingern; die Fress- 
zangen rostgelblich. Der Hinterleib der Ringe ist rost- 
braun, an der Hinterrandskante fein gelblich. Die Beine 
sind hell ockergelb. 

Vaterland: England und Deutschland. Herr Doktor 
Rosenhauer fand ihn bei Erlangen, scheint jedoch sehr 
selten vorzukommen. 



Chelifer depressus. 

Tab. CCCXLII. Fig. 792. 



Flach, breit eiförmig, mit etwas kurzen, ziem- 
lich dicken Tastern, der Vorderarm gegen die Spitze 
ein wenig verdünnt; der Vorderleib rothbraun, der 
Hinterleib pechbraun, die Taster einfarbig dunkelroth, 
die Beine ockergelb. 

Länge 1%"'. 

Nicht ohne Verwandtschaft mit Ch. Schaeffcri, aber 
breiter und mit dickern Tastern. Vorder- und Hinterleib 



58 



etwas glänzend; das vordere Stuck des erstem über der 
Einlenkung der Taster etwas rund gewölbt, oben aber flach, 
und In der Mitte am Hinterrande sogar etwas eingedrückt, 
das zweite und dritte Stück stufenweise etwas kürzer, oben 
ziemlich flach , an den Seiten rund abgedacht und fast 
scharfkantig. Der Hinterleib breit eiförmig, hinten stumpf 
gerundet, die Schildringe flach, fast durchziehend, gedrängt, 
mit einem sehr feinen Furchenstrich der Länge nach, an 
den Seiten ein schmaler weichhäutiger Saum, und feine un- 
gleiche Borsten am Hinterrande, der Seitensaum auf der 
Unterseite breiter als oben ; die Bauchschilde ebenfalls ge- 
drängt, mit demselben Furchenstrich wie oben. Die Fress- 
zangen klein und spitzfingerig. Die Taster massig lang, 
etwas dick und ziemlich glänzend : das erste Glied kurz, an 
der Wurzel kurz gestielt, an der Spitze stumpf, hinten in 
der Mitte fast in ein Eckchen vorgezogen; das zweite Glied 
gegen die Spitze fast etwas verdünnt, hinten der Länge 
nach gewölbt, an der Wurzel mit einem kurzen, dünnen 
Stielchen, das dritte fast so lang als das zweite, etwas dik- 
ker als dieses, auf dem Rücken gewölbt, vorn und hinten 
gestielt; die Hand des Endgliedes ziemlich dick, länglich 
eiförmig, an der Einlenkung etwas stumpf, mit kurzen, ge- 
bogenen, ziemlich dicken Fingern; die Borstchen fein, kurz, 
kaum ein wenig kolbig, die Finger, wie gewöhnlich, mit 
ungleichen, längern, feinen Borsten besetzt. 

Der ganze Vorderleib dunkel braunroth. Die Fress- 
zangen dunkel ockergelb mit hellen gelben Fingern. Die 
Taster einfarbig dunkelroth, etwas heller als der Vorder- 
leib. Die Ringschilde des Hinterleibes dunkel pechbraun, 
am Hinterrande fein gelblich , an den Seiten die weiche 
Haut ockergelb; die Bauchschilde gelbbraun, am Hinter- 
rande etwas breiter gelb gesäumt. Die Beine einfarbig 
ockergelb. 



59 

Vaterland: Ungewiss. Ich habe drei Exemplare vor 
mir, welche einer von Wien nach Regensburg überlasse- 
nen Insektensammlung angehören, und wovon ich die ge- 
genwärtige Beschreibung mit beigegebener Abbildung ent- 
nommen habe. Das Thierchen habe ich in seinem leben- 
den Zustande noch nicht gesehen. 



Pelorus rufimanus, 

Tab. CCCXLII. Fi<>. 793. 



Vorderleib und Taster braunroth, sehr glänzend, 
Hinterleib schwarz, Beine gelb. 

Länge bis zum vierten Hinterleibsringe 1'". 

Die Bekanntschaft mit diesem sehr merkwürdigen Thier- 
chen verdanke ich der grossen Gefälligkeit des Hrn. Prof. 
Reich in Berlin, von welchem ich das einzige Exemplär- 
chen mitgetheilt erhielt, recht Schade, dass diesem die Hin- 
terleibsringe fehlen. Den vorhandenen Theilen, besonders 
den Mundtheilen und übrigen Formen nach zu urtheilen, ist 
es mit aller Gewissheit ein Bastardscorpion. 

In allen Formen steht dieses Thierchen der Gattung 
Obisium sehr nahe, aber die Beschaffenheit der Beine ge- 
ben ihm die Stellung zunächst bei der Gattung Chelifer; 
das Schenkelglied ist nämlich sehr kurz und sieht einem 
dritten Hüftengliede vollkommen gleich. Die übrigen Kenn- 
zeichen mögen aus folgender Beschreibung entlehnt werden. 

Der Kopf ist von dem Thorax durch eine seichte 
Querfalte unterschieden, ist wie der Thorax oben flach, 
sehr glänzend und fast so lang als breit, am Vorderrande 
zugespitzt, beiderseits der Spitze befindet sich ein schwer 



60 



zu sehendes Aeugelchen, ein anderes weiter hinten an den 
Seiten in deutlichem! Ausdrucke • auf dem Rücken ist ein 
kleines eingedrücktes Grübchen; von den drei Thcilen des 
Thorax sind nur zwei durch eine Querfalte angedeutet, der 
dritte ist also versteckt. Die Fresszangen sind nur klein 
und treten nur wenig und nicht deutlich über die Kopf- 
spitze hervor. Die Taster sind gross, sehr glatt, sehr glän- 
zend, alle Glieder licht und sehr fein behaart: das erste 
Glied ist etwas länger als breit, an der Wurzel kurzstielig 
verengt, in der Mitte aufgeblasen, vor dem Spitzenrand 
wieder eingedrückt und etwas eingeschnürt; das dritte Glied 
ist dick, geschwungen gebogen, hinten stark gewölbt, das 
vierte wie bei den Cheliferen, länglich eiförmig, an der 
Wurzel und an der Spitze stielartig verlängert, das End- 
glied dick, ziemlich eiförmig, mit kurzen, etwas klaffenden, 
ziemlich gleichlangen Fingern, der bewegliche, nur wenig 
länger als der andere. Die vier vorhandenen Ringe des 
Hinterleibes und ein Stück des fünften liegen geschlossen, 
ohne Zwischenräume, aneinander, sind glatt und sehr glän- 
zend. Die Hüften der beiderseitigen Beine sind so an 
einander gedrängt und mit ihrer Wurzel so sehr genähert, 
dass von der Brust keine Spur zu sehen ist; das erste Hüf- 
tenglied aller Beine ist ziemlich lang, das zweite etwas 
kürzer, das Schenkelglied kaum länger als dick, mit seit- 
wärts ausgebogener Spitze; die übrigen Beinglieder sind 
ganz wie die der Cheliferen gestaltet, nur etwas dick, und 
sehr glänzend. 

Vorderleib und Taster braunroth, der Vorderrand des 
Kopfes und die Fresszangen gelblich. Der Hinterleib oben 
schwarz, unten gelb. Die Beine sammt den Hüften gelb, 
fast pomeranzengelb. 

Vaterland: Brasilien. 




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794, 




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61 



O b i s i u in sylvaticum. 

Tab. CCCXL1I1. Fig. 794 inas. Fig. 795 fem. 



Gewölbt, sehr glänzend, die Rückenschilde in 
ziemlich breiten Zwischenräumen von einander abge- 
setzt, den Seitenrand bei weitem nicht erreichend 5 
Vorderleib, Rücken- und ßauchschilde dunkelbraun. 
Die Taster rothbraun, das zweite Glied gegen die 
Spitze allmälig verdickt; die Hände dick, eiförmig, 
die Finger nicht länger als die Hand. 

Länge 2 bis 2%'". 

Die grösste der bekannten Arten und mit der vor- 
hergehenden nahe verwandt, doch wesentlich verschieden. 
Das zweite Glied der Taster ist nicht, wie bei diesem, 
durchaus walzenförmig, sondern gegen die Spitze zu all- 
mälig dicker, daher eher keulenförmig und kaum ein we- 
nig geschwungen gebogen; das dritte und vierte Glied der 
Taster sind dicker, und die Finger kürzer als bei jenem; 
auch sind die Borsten am Hintertheü des Hinterleibes und 
an den Tastern kürzer. Die Rückenschilde sind durch 
breitere Zwischenräume von einander getrennt, übrigens 
von derselben Gestalt. Der Quereindruck auf dem Thorax 
ist derber und weiter vorn. 

Vorderleib, Rücken- und Bauchschilde sind dunkel- 
braun oder schwarzbraun, ganz gleichfarbig, die Seiten- 
und Zwischenräume zwischen den Schilden weislich oder 
unrein graugelblich, Fresszangen und Taster schön braun- 
roth, die Hände der letzteren etwas dunkler als die vor- 
dem Glieder. Die Brust und die Hüfte gelblich, die Beine 
X. 4. 6 



62 

weisslich mit röthlichem Anscheine, die Schenkel der zwei 
Hinterpaare gegen die Spitze verloren bräunlich. 

Man findet ihn das ganze Jahr hindurch unter Moos, 
auch unter Steinen in Wäldern, doch etwas vereinzelt. 

Etwas seltener trifft man diese Art an demselben Orte 
in einer andern Form und stets etwas kleiner an. Bei 
diesen sind Taster und Vorderleib mit dem grossem Thier- 
chen ganz gleich, die Hinterleibsschilde aber liegen ohne 
Zwischenräume dicht an einander, und nur die drei vor- 
dem sind durch schmale Räume von einander etwas ge- 
trennt 5 der häutige Theil der Seiten steht kaum ein we- 
nig vor, so dass die Riickenschilde beinahe die ganze Rük- 
kenbreite, besonders an der Hinterhälfte des Hinterleibes 
einnehmen. Die Borstenstellung ist dieselbe. Die Farbe 
des Vorderleibes und der Rückenschilde ist dunkler, eben 
so der häutige Theil in den Seiten, alles Uebrige aber wie 
bei den grossem Thierchen. Wahrschinlich sind die sol- 
cher Gestalt geformten kleineren Individuen die Männchen. 

Vaterland: Das südliche Deutschland disseits der 
Alpen. In hiesiger Gegend nicht sehr selten, und am häu- 
figsten in dem Walde auf dem Rücken des Hügels Keil- 
stein. 



03 



O b i s i u in f u s c i m a n u m. 



Tab. CCCXL11I. Fig. 796. 



Gewölbt, glänzend, Vorderleib gelbbraun, Hin- 
terleib braun, Taster blassröthlich, mit braunen Hän- 
den und röthlichen Fingern, der Vorderarm gegen 
die Spitze etwas verdickt, in der Mitte geschwungen 
gebogen ; die Finger fast gerade. 

Länge 1%"\ 

Der Körper glänzend, der Vorleib etwas stärker glän- 
zend als der Hinterleib, erster etwas länger als breit, ziem- 
lich gewölbt, am Vorderrande zwischen der Einlenkung 
der Fresszangen ein wenig eingedrückt. Die Augen deut- 
lich. Der Hinterleib eiförmig, gewölbt, hinten stumpf ge- 
rundet und mit kürzern und längern Borsten besetzt. Die 
Taster massig lang, etwas dick, das zweite Hüftenglied an 
der Spitze schief abgeschnitten, mit scharf vorstehenden 
vordem Winkeln, der Hinterarm etwas länger als der Vor- 
derleib, gegen die Spitze schwach verdickt, in der Mitte, 
besonders unten, geschwungen gebogen und ungleich bor- 
stig; der Vorderarm dicker als der Hinterarm, ziemlich 
kurz und eiförmig, übrigens ohne besonderes Merkmal j die 
Hand des Endgliedes dick, fast so dick als lang, eiförmig, 
mit dünnen langen Fingern, letztere fast gerade, an der 
Wurzel etwas winkelig einwärts gedrückt, und wie ge- 
wöhnlich mit feinen Borsten besetzt. Die Beine massig 
lang. 

Der Vorderleib gelblichbraun, einfarbig, mit gelben 
Augen ; der Hinterleib dunkel olivenbraun. Die Taster 

6* 



64 



und Fresszangen blass röthlich, fast hell rosenroth, und 
nur die Hände olivenbraun, die Finger aber wieder hell- 
roth. 

Vaterland: Ist nicht gehörig bekannt. In einer 
Sammlung, welche von Wien hierher nach Regensburg ge- 
geben worden ist, befinden sich drei Exemplare ohne nä- 
here Bezeichnung des Fundortes. Alle drei Stücke sind 
in Rücksicht der Gestalt und Farbe einander ganz gleich. 



Obisium Dumicola. 



Tab. CCCXLIV. Fi«. 797. 



Gewölbt, glänzend, der Hinterleib eiförmig, die 
Rückenschilde den Seitenrand bei weitem nicht er- 
reichend, alle von einander getrennt; der Vorderleib 
ein wenig länger als breit und geradrandig; Vorder- 
leib, Rückenschilde und Bauchschilde dunkelbraun, 
die Zwischenräume auf dem Rücken und die Seiten 
des Hinterleibes ockergelb: die Taster rostroth, die 
Hände merklich dicker als der Vorderarm. 

Länge l bis 1%'". 

In der Gestalt mit Obis. syhaticum übereinstimmend, 
nur der Vorderleib etwas kürzer , am Hinterrande der 
Rückenschilde keine sichtbare Körnchen, und die Rücken- 
schilde überhaupt mit breitern Zwischenräumen von einan- 
der abgesetzt. Die Taster ebenfalls wie bei jenem, die 
Hände aber etwas dicker, daher mehr eiförmig und die 
Finger fast etwas kürzer; am Vorderrande des Vorderlei- 
bes ein kurzer, fast rinnenförmiger Eindruck. 



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65 

Der Vorderleib oben , die Rückenschilde und die 
Bauchschilde gelblich dunkelbraun, durchaus gleichfarbig; 
die breiten Seiten und die Zwischenräume der Schilde auf 
dem Rücken und auf dem Bauche bräunlichgelb. Fress- 
zangen und Taster rostroth, der innere Finger etwas dunk- 
ler als die Hände. Die Beine grauweiss, die Schenkel auf 
dem Rücken und die der vier Hinterbeine an der Spitze, 
und die folgenden Glieder oben verloren bräunlich. 

Im Frühjahre und im Sommer hält sich diese Art auf 
niederm Gesträuche in Feldhölzern auf, auch unter Moos 
und andern Pflanzen; im Winter habe ich sie öfters un- 
ter grünem Moose, besonders am Fusse der Bäume ge- 
funden. 

Vaterland: Deutschland. In dem Walde auf dem 
Grafenberg bei Etterzhausen der hiesigen Gegend nicht 
gar selten; auch ziemlich hänfig im hiesigen Stadtgraben. 



Obisium carcinoides. 

Tab. CCCXLIV. Fig. 79S. 



Gewölbt, sehr glänzend, der Vorderleib länger 
als breit, der Hinterleib vorn verengt, hinten ziem- 
lich gleichbreit, die zwei vordem Schilde durch shmale 
Zwischenräume getrennt, die übrigen dicht an einan- 
der liegend und die ganze Körperbreite einnehmend; 
Vorderleib und die zwei vordem Körperschilde gelb- 
braun, alle übrigen schwarz-, die Taster rostroth, die 
Beine weisslich. 

Länge fast 1"\ 



(>6 



Chelifer carcinoides Herrn. Mein. apt. p. 118- n. 6. tab. 5. 
fig. 6- 

Der Vorderleib ist länger als breit, vor den Augen 
etwas verengt, übrigens gleichbreit und der Quer nach 
gewölbt; die Augen deutlich. Fresszangen und Taster von 
gewöhnlicher Gestalt und ohne besonderes Merkmal, die 
Hände merklich dicker als der Vorderarm, mit langen ge- 
bogenen dünnen Fingern. Die zwei vordem Schilde des 
Hinterleibes nicht breiter als der Vorderleib, die drei fol- 
genden sich stufenweise erweiternd, im übrigen der Hin- 
terleib ziemlich gleichbreit, alle Schilde bis in die Seiten 
der ganzen Breite nach durchziehend, der Endschild hin- 
ten stumpf gerundet mit einem Mittelhöckerchen und mit 
den gewöhnlich vorkommenden Borsten besetzt. Die Brust 
linienförmig und sehr schmal. Die Bauchschilde nicht so 
breit als der Bauch, die Seite ziemlich breit frei lassend 
und der Quer nach gewölbt, ebenfalls glänzend ; die Rük- 
kenschilde durchaus glatt und ohne sichtbare Körnchen am 
Hinterrande. Die Beine von ganz gewöhnlicher Gestalt. 

Der ganze Vorderleib und die drei vordem Riicken- 
schilde des Hinterleibes gelbbraun, fast etwas durchsichtig, 
der dritte Körperschild etwas aufs Schwärzliche ziehend, alle 
übrigen Rückenschilde und die Bauchschilde schwarz, die 
Bauchhaut an den Seiten sammetartig, tiefschwarz und ohne 
Glanz. Fresszangen und Taster rostroth , die Finger der 
letztern etwas dunkler als die Hände, und der innere Fin- 
ger dunkler als der äussere. Die Brust und das erste Hüf- 
tenglied der Beine bräunlichgelb, das zweite Hüftenglied 
und die Heine weisslich, etwas weniges auf's Rothliche 
ziehend, die Schenkel oben und die der vier Hinterbeine 
an der Spitze verloren bräunlich, auch die übrigen Glie- 
der oben mit etwas bräunlichem Schatten. 



67 



Diese Art habe ich bisher blos in Wäldern unter 
Moos gefunden, kommt aber sehr sparsam vor. 

Vaterland: Die Donaugegenden bei Regensburg. 

An merk. In dem zweiten Hefte der Uebersicht des 
Arachnidensystems habe ich diese Art unter der Benen- 
nung Obisium nemorale bereits vorgetragen, allein sie ist 
das Weibchen des hier abgebildeten Männchens, und beide 
vielleicht nur eine ganz gewöhnlich vorkommende Abart 
von 0. Dumicola, wenigstens werden sie nicht ungewöhn- 
lich an ein und demselben Orte gefunden. Indessen ver- 
dient bemerkt zu werden, dass bei 0. carcinoides der Hin- 
terleib bei beiden Geschlechtern nie einen hellfarbigen 
Rand hat, und nicht ungewöhnlich auch der Vorderleib 
tief schwarz erscheint. Das Weibchen ist über den Hin- 
terleib etwas breiter, übrigens mit dem Männchen ü herein- 
stimmend. 

Dass die Finger der Scheere etwas länger als bei 0. 
Dumicola sind, deutet freilich auf eine eigene Spezies. 



Obisium Muscorum. 

Tab. CCCXLIV. Fla. 799. 



Stark gewölbt, sehr glänzend, die Rückenschilde 
den Seitenrand bei weitem nicht erreichend -, Vorder- 
leib, Rückenschilde und Bauchsehilde braunschwarz, 
die Seiten und die Beine bräunlichgrau; die Taster 
rostroth, das zweite Glied walzenförmig und geschwun- 
gen, die Hände eiförmig mit langen gebogenen Fin- 
gern, der äussere merklich länger als der innere. 

Länq;e 1 % bis 1%"*. 



08 



Obisium Muscorum Leach. Zool. Mise. III. n. 2. 

Das ganze Thier durchaus stark glänzend. Der Rük- 
kenschild des Vorderleibes etwas länger als breit, gewölbt, 
sehr glatt, am Hinterrande eine sehr seichte und kaum 
bemerkbare, eingedrückte Querlinie. Die Fresszangen von 
gewöhnlicher Gestalt, mit einzelnen Härchen besetzt. Die 
Taster ziemlich lang, das erste Glied von gewöhnlicher 
Gestalt, das zweite gleich dick, ziemlich stark geschwun- 
gen gebogen, mit Längsreihen ungemein feiner Körnchen 
und mit Borstchen auf solchen ; das dritte Glied kaum ein 
wenig dicker als das zweite, auf dem Rücken gewölbt und 
einzeln borstig; die Hand des Endgliedes ziemlich eiför- 
mig, ohngefähr doppelt so dick als das vorhergehende, mit 
dünnen, langen, gebogenen Fingern, der äussere Finger 
dünner uud länger als der innere, Hand und Finger zahl- 
reich mit Borsten besetzt. Die Brust sehr schmal und 
linienförmig. Der Hinterleib stark gewölbt, lang, gross, 
eiförmig ; die Rückenschilde einander bis auf eine schmale 
Linie genähert, nur den Mittelrücken der Quer nach ein- 
nehmend, daher der häutige Theil der Seiten breit, mit 
sehr fein gekippertem Rande; auf dem Hinterrande der 
Rückenschilde eine Reihe ungemein feiner Körnchen, nur 
in gewisser Richtung sichtbar, auf jedem ein sehr feines 
Borstchen; der Endschild am Hinterrande des Körpers et- 
was stumpf, mit einem kleinen Vorsprung in der Mitte; 
Hinterrand und der hintere Theil der Seiten mit ungleich 
langen Borsten besetzt, zwei Borsten an den Hinterrands- 
winkeln und eine seitswärts, diese länger als die andern. 
Die Hüften, von unten gesehen, gedrängt stehend; die 
vier Vorderbeine dünn , die Schenkel der vier hintern 
ziemlich dick und gewölbt, alle Beine ziemlich gleich lang, 
von massiger Länge und behaart 



69 

Vorderleib und Rückenschilde braunschwarz, ersterer 
nicht so dunkel als letztere; die häutigen Zwischenlinien 
grauweisslich, die Seiten braungrau, zuweilen ziemlich dun- 
kel. Die Fresszangen kastanienbraun. Die Taster schön 
rostroth, die Hände dunkler als die vordem Glieder, der 
äussere Finger aber heller, fast gelblich. Die Bauchschilde 
braunschwarz, die Zwischenräume dunkler als oben. Hüf- 
ten und Beine hellbräunlichgrau , die Hüften unten aufs 
Gelbliche, die Beine aufs Weissliche ziehend, die Schen- 
kel auf dem Rücken verdunkelt. 

Ich fand dieses Obisium unter Moos in Waldungen, 
und zu allen Jahreszeiten. 

Vaterland: Deutschland. In hiesiger Gegend gar 
nicht häufig. 

Obisium t e n e 1 1 u m. 

Tab. CCCXLV. Fig. S00. 



Gewölbt, sehr glänzend, Vorderleib und Rük- 
kenschilde des Hinterleibs braun, die Hautfarbe da- 
zwischen bräunlichgelb .5 Taster und Fresszangen hell- 
braunroth, das zweite Glied der Taster gleichdick 
und geschwungen gebogen , das dritte nicht dicker 
als das zweite, die Hände etwas dicker als letzteres, 
mit langen, dünnen, gebogenen Fingern. 

Länge 1%'". 

Eine der grössern Arten, und hinsichtlich der Gestalt 
mit 0. muscorum L. verwandt. Das ganze Thierchen durch- 
aus sehr glänzend. Der Vorderleib etwas länger als breit, 
ziemlich gewölbt, mit einem sehr feinen Furchenstriche 
am Hinterrande der Quer nach ziehend, am Vorderrande 



70 



zwischen den Fresszangen eine Einkerbung. Die Fress- 
zangen von gewöhnlicher Gestalt und Grösse. Die Taster 
massig lang und etwas dünn; das Wurzelglied ohne be- 
sonderes Merkmal, das zweite etwas länger als der Vor- 
leib, dünn und gleichdick, deutlich mit einer Schwingung 
gebogen ; das dritte Glied nicht dicker als das zweite und 
von gewöhnlicher Gestalt; die Hand des Endglieds dicker 
als die vordem Glieder, doch nicht aufgeblasen, daher im 
Verhältniss zu den übrigen Theilen noch immer etwas 
dünn, mit den Fingern ohngefähr so lang als das zweite 
und dritte Glied zusammengenommen, die Finger dünn 
und gebogen ; die Haare an den Tastern wie bei 0. Mus- 
corum. Der Hinterleib lang, ziemlich stark gewölbt, nicht 
sehr breit, die Rückenschilde mit Ausnahme der zwei vor- 
dem ziemlich gleichbreit, alle sehr glatt, mit sehr schma- 
len Zwischenräumen, der Endschild am Hinterrande stumpf 
gerundet; die ßauchschilde gedrängt, so breit als die Rük- 
kenschilde und eben so glatt; die Seiten glatt, ohne be- 
merkbare Einkerbungen, und wenig über die Rückenschilde 
hervortretend. Die Beine ohne besonderes Merkmal. 

Vorderleib , Rückenschilde und Bauchschilde braun, 
etwas aufs Röthlichgelbbraune ziehend, die Rückenschilde 
am Vorderrande verloren etwas heller, die Zwischenhaut 
und die Seitenhaut bräunlichgelb. Fresszangen und Taster 
schön hellbräunlich roth, etwas durchsichtig, durchaus ein- 
farbig, nur an den Fingern etwas dunkler. Brust und 
Beine durchsichtig gelblich, die Endglieder der letztern et- 
was dunkler als die vordem Glieder. 

Sehr wahrscheinlich nur männliche Abart von Obis. 
Muscorum. 

Vaterland: Deutschland. In hiesiger Gegend ziem- 
lich selten. 



CCCJJJ. 



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71 



bisium elimatum. 

Tab. CCCXLV. Fig. 801. mas. Fig. S02. pull. 



Gelbbräunlich, der Vorderleib und die genäherten 
Rückenschilde schwarzbraun, sehr glänzend, letztere 
ohne Randhöckerchen. Das zweite Glied der Taster 
walzenförmig, der innere Finger der Endglieder kür- 
zer und stärker als der äussere. 

Län^e 1'". 

Der Vorderleib etwas schmal, langer als breit, ge- 
wölbt, sehr glänzend, in der Mitte des Vorderrandes ein 
kleiner Eindruck, am Hinterrande der Quer nach eine fal- 
tenartice feine Rinne. Die Augen deutlich sichtbar und 
genähert. Die Fresszangen gewölbt, stark, mit langen Fin- 
gern. Der Hinterleib vorn schmal, übrigens eiförmig, ge- 
wölbt, die Spitze stumpf gerundet, mit einem kleinen, 
nicht immer bemerkbaren Höckerchen in der Mitte ; die 
Rückenschilde breir, nicht durchlaufend, sehr genähert, da- 
her die Zwischenräume blos eine feine Linie der Quer 
nach vorstellend, die Fläche polirt, sehr glänzend, ohne 
Randhöckerchen; am Hinterrande, an den Hinterrandswin- 
keln und hinten an den Seiten ungleiche Borsten, stellen- 
weise eine oder zwei gewöhnlich länger, zwei solche an 
den Hinterrandswinkeln, und zwischen diesen und dem 
Miltelhöckerchen wieder zwei besonders bemerkbar. Die 
Rauchschilde breit, dicht an einander liegend, daher die 
Zwischenräume nur bei gewissen Bewegungen sichtbar; die 
Flächen weniger glänzend als die der Rückenschilde. Das 
erste Glied der Taster dick, auf der Rückseite mit einem 



72 



Eckchen, auf der Vorderseite borstig; das zweite Glied lang, 
doch kaum so lang, als der Vorderleib, walzenförmig, ge- 
schwungen, stark glänzend, an der Vorderseite kleinhocke- 
rig oder runzelig, mit kurzen Borstchen auf den Höcker- 
chen. Das dritte Glied etwas eiförmig, schwach gestielt, 
glänzend , mit einzelnen Borstchen besetzt ; das Endglied 
eiförmig, dick, viel dicker als das vorletzte, der unbeweg- 
liche Finger kaum länger als die Hand, merklich dicker 
als der bewegliche und etwas geschwungen, der bewegli- 
che Finger merklich dünner und etwas länger als der un- 
bewegliche und etwas gebogen ; an der Innenseite der 
Hand feine Höckerchen mit Borsten besetzt, diese etwas 
länger als die übrigen an der Handfläche ; die Finger dich- 
ter borstig, einzelne Borsten viel länger, gewöhnlich zwei 
an der Wurzel, und zwei oder drei an den Fingern. Die 
Beine dünn, ziemlich lang, mit dicken gewölbten Hüften, 
die Schenkel der Hinterbeine etwas dicker. 

Der Körper gelbbräunlich, der Rückenschild des Vor- 
derleibs und die Querschilde des Hinterleibs schwarzbraun, 
die Bauchschilde helle, am Vorderrande ins Gelbbraune 
übergehend. Die Brust und die Hüften braun. Die Fress- 
zangen kastanienbraun, mit röthlich gelben Fingern. Die 
Taster röthlich, etwas aufs Gelbliche ziehend; die Finger 
des Endglieds hellroth. Die Beine weiss, die Schenkel 
und die Schienbeine der zwei Endpaare an der Spitze und 
auf dem Rücken vertrieben schwärzlich oder grau. 

Das junge Thier ist viel bleicher in der Färbung; der 
Vorderleib zieht aufs Olivenbraune und die Rückenschilde 
aufs Röthlichbraune Die Taster sind fast durchsichtig, 
blass, röthlich -weiss, nur die Finger hellroth. 

Vaterland: Deutschland. Ich fand diese Art in 
der Gegend von Regensburg, jedoch nur in Waldungen 



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73 



und nur in Vorhölzern, ist aber ziemlich selten. Sie hält 
sich auf niederen Kräutern auf, hauptsächlich aber findet 
man sie in feuchtem Moos, auf der Erde, unter abgefalle- 
nem Laube und dergleichen. Herr Dr. Rosen hauer fand 
sie ziemlich häufig bei Erlangen. 



Obisium gracile. 

Tab. CCCXLVI. Fig. 803. mas. Fig. 804. foem. 



Erdfarbig, gelblichweiss, Vorderleib und Rücken- 
schilde des Hinterleibes braunschwarz; Vorderleib et- 
was länger als breit, ohne Eindrücke, die Hinterleibs- 
Schilde von einander merklich getrennt und ohne Rand- 
höckerchen. Die Taster rostroth , das zweite Glied 
geschwungen walzenförmig, die Hände dick und kurz, 
mit etwas kurzen Fingern. 

Länge 1% bis 1%'". 

Der Körper ist länger als gewohlich, vorn schmal, an 
den Seiten des Hinterleibes etwas eiförmig erweitert; die 
Rückenschilde des Vorderleibes und die Rückenschilde des 
Hinterleibes sehr glänzend. Der Vorderleib kaum ein we- 
nig länger als breit, der Quer nach ziemlich gewölbt und 
ganz ohne Eindrücke. Die Hinterleibsschilde ohngefähr 
die Hälfte der Rückenbreite einnehmend, nämlich an den 
Seiten ohngefähr den vierten Theil der Breite frei lassend, 
die drei vordem mit breiten Zwischenräumen von einan- 
der getrennt, die übrigen mit schmälern, doch noch im- 
mer sehr deutlich ; alle Schilde ohne bemerkbare Rand- 
höckerchen; die Bauchschilde ebenfalls glatt, mit gleichen 



74 

Zwischenräumen und deutlich von einander abgesondert. 
Die Fresszangen von gewöhnlicher Gestalt. Das erste Glied 
der Taster etwas kürzer als gewöhnlich , das zweite im 
Verhältniss anderer Arten ebenfalls etwas kurz, ohngefähr 
um % länger als der Vorderleib, gleichdick, nur an der 
Wurzel etwas verdünnt, stark geschwungen, mit Längs- 
reihen sehr feiner Höckerchen, worauf Borstchen stehen; 
das dritte Glied ebenfalls kürzer als gewöhnlich, übrigens 
von nicht besonderer Gestalt; die Hand des Endgliedes 
dick, etwas kurz, eiförmig, mit Borsten auf den Höcker- 
chen und mit etwas kurzen, ziemlich starken und geboge- 
nen Fingern, der unbewegliche kaum ein wenig länger als 
die Hand, der bewegliche etwas länger als dieser; Hände 
und Finger sammt den übrigen Tastergliedern mit den 
gewöhnlichen Borsten versehen. Am Endringe des Hin- 
terleibes beiderseits des Mittelhöckerchens ein kurzes Borst- 
chen, seitwärts dieser zwei längere und zwei solche, län- 
gere an den Seitenwinkeln, die Seiten nur hinten mit kur- 
zen einzelnen Borstchen. Die Brust schmal und spindel- 
förmig. Die Beine ohne besonderes Merkmal 

Der weichhäutige Theil des Körpers unrein erdfarbig 
weisslich, etwas aufs Gelbliche ziehend, der Rückenschild 
des Vorderleibes und die Rückenschilde des Hinterleibes 
braunschwarz, die Bauchschilde mehr aufs Braune ziehend. 
Taster und Fresszangen rostroth, die Hände der erstem 
kaum etwas dunkler als die vordem Glieder und mit ro- 
then Fingern. Die Hüften gelblich, die Beine weisslich, 
die Schenkel der vier Hinterbeine, wie gewöhnlich, an der 
Spitze verloren bräunlich. 

Das Männchen ist etwas kleiner und schmäler als das 
Weibchen, der weichhäutige Theil an den Seiten ebenfalls 
schmäler, die Rückenschilde, besonders die hintern, etwas 



75 



breiter, die Rückenschilde, mit Ausnahme der drei vor- 
dem, gedrängt an einander; die Borsten am Hinterrande 
und an dem Hintertheil der Seiten länger. Die Taster 
länger, besonders das dritte Glied, auch die Hände länger, 
und die längern Finger dünner. Die Farbe ist wie beim 
Weibchen, der Vordertheil aber zieht aufs Braune. 

Bei der Abbildung und Beschreibung hatte ich sechs 
Individuen, theils Männchen, theils Weibchen vor mir, alle 
an ein und demselben Orte gesammelt, und in Hinsicht 
des Geschlechtes einander ganz gleich. 

Dieses Obisium halt sich in feuchtem Moose sumpfi- 
ger Stellen in grossem Forsten auf, namentlich fand ich 
es ziemlich häufig im Samsbacher Forste bei Burglengenfeld. 

Vaterland: Die Oberpfalz in Baiern. 



Obisium d u b i u m. 



Tab. CCCXLVI. Fig. S05. 



Vorderleib durchsichtig olivenfarbig, hinten bo- 
gig rostbraun gesäumt 5 Hinterleib lang und schmal, 
mit dicht gedrängten schwarzbraunen Schilden; Ta 
ster durchsichtig röthlich, die drei vordem Glieder 
sehr blass. 

Länge %'". 

Wahrscheinlich das Junge zu irgend einer Art, und 
vermuthlich von 0. syhalicum, mit welcher solches an ein 
und demselben Orte vorkommt. 

Der Vorderleib ist länger als bei diesem und der 
Hinterleib schmäler, mit bis in die Seiten durchziehenden, 



76 



den ganzen Rücken einnehmenden, dicht an einander stos- 
senden Schilden; die Wölbung ist eben so stark und das 
ganze Thierchen eben so glänzend. Die Taster haben die- 
selbe Gestalt, nur sind die Hände etwas dicker und die 
Finger etwas kürzer. Die Beine verhältnissmässig dicker, 
besonders die vier vordem weniger dünn. Die Borsten- 
stellung an Körper und Tastern ganz wie bei jener Art, 
nur sind die ganzen Seiten mit einzelnen kurzen Borst- 
chen besetzt. 

Der Vorderleib zieht aufs Olivenfarbige, ist ziemlich 
hell, fast durchsichtig, in der Mitte der Länge nach ein 
Strich schattig dunkler, und eben so zeigt sich ein Schat- 
tenstrichchen hinter den Augen der Quer nach; hinten ist 
der Vorderleib rostbraun, in der Mitte mit einem recht- 
winkeligen Ausschnitt, daher der olivenfarbige, grössere 
Vordertheil sich hinten dreieckig zuspitzt. Der Hinterleib 
ist obeu und unten dunkelschwarzbraun. Die Fresszangen 
sind roströthlich, auch die Taster haben diese Farbe, aber 
die drei vordem Glieder sind sehr blass und durchsichtig, 
die Hände etwas dunkler und die Finger wieder dunkler 
als die Hände. Die Unterseite des Vorderleibes ist sammt 
den Hüften hellolivenfarbig. Die Beine sind durchsichtig 
weisslich , etwas grauweiss, die Schenkel der vier Hinter- 
beine oben und an der Spitze schattig graubraun. 

Vaterland: In -hiesiger Gegend, selten. 



Chthonius trombidioides. 

Tab. CCCXLVH. Fig. 806. Fig. 807. var. 



Durchsichtig weisslich, auf dem Hinterleibe zwei 
Fleckenreihen und die Ringkanten an den Seiten braun; 



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der Vorderleib gross, der Hinterleib vorn zusammen- 
gedrückt, die Scheeren der Taster schmal und gerade, 
ange % . 

Chclifer trombidioides Latr. Gen. crust. etjns. I. p. 133. n. 3. 
Clielifer ischnochelus Herrn. Mein. apt. p. 1 18. n. 7. tab. 
6. f. 14. 

« 

Der Vorderleib breit und gross, so breit als der Hin- 
terleib und ohngefähr so lang als breit, glänzend, am Vor- 
derrande ziemlich stumpf, hinten etwas gerundet. Die Au- 
gen ziemlich deutlich. Die Fresszangen länglich, mit lan- 
gen Fingern. Das erste Glied der Taster klein, nicht län- 
ger als dick, das zweite lang, fast gerade, hinten vor der 
Spitze etwas erweitert, an der Vorderseite mit einzelnen 
Borsten besetzt; das dritte Glied klein, gebogen, gegen 
das Ende eiförmig verdickt; das Endglied nur wenig dik- 
ker als das vorhergehende, lang, gerade, an der Innenseite 
wenig gewölbt, mit langen dünnen Eingern, der unbeweg- 
liche Finger gerade, der bewegliche etwas gebogen, an der 
Wurzel des erstem zwei, und in der Hälfte der Länge 
eine längere Borste, übrigens Hände und Finger mit ziem- 
lich gleichlangen kürzern Borsten besetzt, davon die am 
beweglichen Finger etwas kolbenförmig sind. Der Hinter- 
leib an der hintern Hälfte ziemlich gleichbreit, bei dem 
einen Geschlechte, vermuthlich bei den Männchen, mit an 
den Seiten eckig vorstehenden Ringen, die Seiten der Vor- 
derhälfte eingedrückt oder ausgebogen, ohne Seiteneckchen, 
und mit etwas undeutlichen Rückenschilden ; an dem Hin- 
terrande des Endringes zwei Paar langer Borsten, eine der- 
selben oben, die andere unten eingesetzt, übrigens an die- 
sem Ringe kürzere, steife Borsten und dickere an den Sei- 
eckchen der hintern Ringe. Die Beine ohne besonderes 
Merkmal. 

X. 4. 7 



78 



Der Vorderleib durchsichtig hornfarbig weisslich, am 
Vorderrande die Kanten braun angelaufen. Der Hinterleib 
unrein gelblich weiss, vorn heller als hinten, auf dem Rük- 
ken zwei Reihen brauner Flecken, nämlich zwei auf jedem 
Ringe, die Flecken der vordem Ringe heller braun, die 
der hintern dunkler braun ; die Seitenkanten der Hinter- 
hälfte der Ringe des Hinterleibes fast schwarz. Die Fress- 
zangen sehr blass rö'thlich. Die Taster weiss, nur sehr 
wenig aufs Elassröthliche ziehend ; die Hände der Ta- 
ster etwas dunkler, mit hellröthlichen Fingern. Brust und 
Hüften unrein weisslich. Der Bauch unrein gelblich mit 
zwei Längsreihen brauner Flecken, dunkler als die auf dem 
Rücken und weiter aus einander stehend. Die Beine 
kaum ei« wenig mit röthlichem Anstriche, die Schenkel 
an der Endhälfte verloren braun. 

Beide Geschlechter sind ziemlich gleichgestaltet, nur 
ist der Hinterleib bei dem einem, vermuthlich bei dem 
Weibchen, etwas dicker und die Rückenschilde des Hin- 
terleibes nicht über die Seiten durchziehend. Die Fär- 
bung ist bei diesen dunkler, und nicht ungewöhnlich sind 
alle Rückenschilde, und mit diesen der ganze Rücken des 
Hinterleibes, dunkelbraun; alsdann erscheinen die zwei Flek- 
ken hinten am Vorderleibe viel grösser, doch selten bis 
zum Vorderrande ziehend. Dieses Thierchen ist sehr leb- 
haft, lauft rück- und vorwärts sehr schnell, und entzieht 
sich dadurch leicht dem Auge des Beobachters. Es hält 
sich unter feuchtem Moose auf, wird aber auch häufig un- 
ter Steinen gefunden, und alsdann sitzt es an der untern 
Steinseite, nicht ungewöhnlich in Gesellschaft von mehre- 
ren Stücken beisammen. 

Vaterland: Süddeutschland. In hiesiger Gegend 
gemein. 



79 



Anmerkung. Es findet sich diese Art häufig in der 
Nähe der Stadt Regensburg, besonders in dem Stadtgra- 
ben und auf grasigen Plätzen der Gärten. Es verdient be- 
merkt zu werden, dass alle Exemplare aus dem feuchtern 
Stadtgraben heller von Grundfarbe und oft farblos sind, 
übrigens die bezeichneten dunkleren Zeichnungen führen. 
Alle Exemplare aus Gärten oder weniger feuchten Orten 
sind bräunlichgelb, Fresszangen und Taster aber dunkler 
rothlich als bei erstem • die dunklern Zeichnungen sind 
dieselben. 



Chthonius orthodaetylus. 

Tab. CCCXLVII. Fig. 808. 



Blass rostgelblich, der Vorderleib und die deut- 
lichen Querschilde auf dem Rücken gelbbraun; die 
Taster rostroth mit dunklern Fingern. 

Länge %'". 

Obisium or t hodac tylum Leach. Zool. Mise. III. n. 1. 

Mit dem vorhergehenden ausserordentlich verwandt, 
und mehr in der Färbung als in den Formen verschieden, 
doch ist er etwas grösser, besonders länger, der Hinter- 
leib des Weibchens etwas mehr eiförmig; die Taster sind 
zwar auch sehr dünn, doch etwas dicker als bei jener Art, 
auch die Beine länger, und die Rücken- und Bauchschilde 
stets deutlich ausgedrückt 

Der Vorderleib ist hellrostbraun, an den Hinterrand- 
winkeln ein Fleck und der Saum des Vorderrandes dunk- 
ler; auch erscheint gar oft der ganze Vorderleib dunkler, 
rostbraun. Der Hinterleib ist oben und unten blass ocker- 
gelblich , etwas durchsichtig, die Querschilde der Ringe 

7* 



80 



sowohl auf dem Rücken als auch auf dem Bauche sind 
stets mehr oder weniger dunkel gelbbraun oder rostbraun, 
meistens mit einer gelblichen Längslinie, jedoch nur sicht- 
bar, wenn das lebende Thierchen gegen das Licht gehal- 
ten wird; Rücken- und Bauchschilde erreichen nie die 
Scitenkanten, sondern lassen einen breiten hellfarbigen 
Saum übrig. Fresszangen und Taster sind hellrostroth, 
fast etwas durchsichtig, die Finger der Hände dunkler als 
die übrigen Theile. Die Beine ziehen aufs Gelblichweisse, 
die Schenkel der vier Hinterbeine zeigen sich auf dem 
Rücken verloren bräunlich. 

Die Männchen sind schlanker, ausserdem von dem 
Weibchen nicht verschieden ; die eckigen Ringabsätze des 
Männchens der vorigen Art fehlen der gegenwärtigen. 

Der Aufenthalt ist gewöhnlich unten an den Steinen, 
gern an Kalksteinen in lichten trockenen Feld- oder Vor- 
hölzern 

Vaterland: Fingland und Deutschland. Bei Regens- 
burg in dem ersten Fehlhölzchen, rechts über den Feldern 
von Gallinghofen , gar nicht selten. Ich sah nicht unge- 
wöhnlich an einem Steine 3, 4, auch 5 Stücke. 



Enyo Germanica. 

Tab. CCCXLVI1I. Fig. 809. mas. Fig. 810. foem. 



Vorderleib kastanienbraun; Hinterleib schwarz, 
der Bauch mit einem Theil der Seiten weiss. Beine 
bräunlichgelb mit schwarzen Schenkeln. Die vordere 
Augenreihe gerade. 



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81 



Länge des Mannes 1%, des Weibes 2'". 

L ü c i a Germanica Koch Deutsch!. Crust. Myr. und Arachn. 
H. 8. n. 3 5 4. 

Der Vorderleib mattglänzend, länglich, der Thorax et- 
was schmal, doch breiter als der Kopf, den Seitenkanten 
nach oval gerundet und sanft in den Kopfrand übergehend; 
der Kopf am Vorderrande gerundet, höher als der Thorax, 
dick, der Quer nach gewölbt, an der Augenstellung etwas 
kugelig gerundet; der Thorax flach abgedacht, mit tiefen, 
ziemlich breiten Seitenfalten und sehr feiner Rückenritze. 
Die vordere Augenreihe in einer geraden Richtung über 
dem Bogen der Kopfspitze liegend, und hoch über dem Vor- 
derrande, das vordere der vier hintern Augen nahe am äus- 
sern der vordem Reihe, das hintere ungemein klein. Die 
Fresszangen gegen die Brust gedrückt, stark, ziemlich lang, 
breit, auf dem Rücken flach, sehr zart behaart. Die Taster 
nicht lang, im Verhältniss der Beine dick, das dritte und 
vierte Glied dicker als das vorhergehende und kurz, doch 
das vierte etwas länger als dick, das Endglied am dünn- 
sten, kegelförmig, alle sichtbar mit kurzen Härchen verse- 
hen. Die Brust frei, breit, herzförmig, flach gewölbt, 
mattglänzend, fein licht behaart. Der Hinterleib dick, sehr 
hoch, an den Seiten fast etwas zusammengedrückt, der 
Länge nach gewölbt, vorn den Thorax ziemlich bedeckend, 
und sich hoch über diesen erhebend, mit zartem seidenar- 
tigem Schimmer und durchaus mit kurzen, dicht aufliegen- 
den Härchen versehen, letztere aber nur bei guter Ver- 
größerung zu sehen. Die Spinnwarzen kurz. Die Beine 
etwas dünn, von mittlerer Länge, nur auf den Schenkeln 
der vier Vorderbeine kurze und sehr feine Stachelborst- 
chen, an den Schenkeln der vier Hinterbeine nur eine, 
und an der Spitze der Schienbeine unten eine solche, eben- 



82 



falls sehr fein; übrigens die Beine mit dicht aufliegenden 
kurzen Härchen versehen, daher diese gegen das Licht ge- 
halten nicht sichtbar sind. 

Kopf und Brustrücken röthlichbraun , ersterer vorn 
ins Schwarzbraune übergehend. Die Fresszangen braun- 
schwarz. Die Taster krumm, die Glieder an der Spitze 
heller. Die Brust braun. Der Hinterleib schwarz, der 
Bauch von den Schildchen an bis fast zu den Spinnwar- 
zen mit einem Theil der Seiten unrein weiss, ein Längs- 
strich auf der Mitte des Bauches dunkelbraun. Die Schild- 
chen an den Luftlöchern weiss. Die Hüften der Beine 
weiss , die des Vorderpaares oben mit bräunlichem Anstri- 
che; die Schenkel aller Beine schwarz, die der vier hin- 
tern an der Wurzel weisslich; alle folgende Glieder bräun- 
lich gelb, gegen die Spitze verloren dunkler oder ins 
Bräunliche übergehend. 

Das Männchen weicht in der Gestalt von dem hier 
beschriebenen Weibchen wenig ab. Dessen Hinterleib ist 
kleiner und kürzer. Die Taster sind ziemlich lang und et- 
was dick ; von den Gliedern ist das zweite fast länger als 
die zwei folgenden zusammen genommen, das Endglied am 
längsten, gewölbt und die Genitalien von oben ziemlich 
deckend * diese sind gross und höckerig. Die Beine sind 
verhältnissmässig länger als die des Weibchens. Die Fär- 
bung ist wie bei diesem. Die Taster sind dunkelbraun, 
ein Theil der Höckerchen der Genitalien braunröthlich. 

Nicht ungewöhnlich findet man sie unter Steinen an 
Bergabhängen, aber sehr vereinzelt. 

Vaterland: Deutschland. In hiesiger Gegend selten. 



83 



Enyo Graeca. 

Tab. CCCXLVI1I. Fig. 811. 



Vorderleib kastanienbraun mil zwei heilern Fleck- 
chen ; Hinterleib schwärzlich rostbraun, ein grosser 
Fleck auf dem Bauche und ein kleiner über den 
Spinnwarzen weiss. Taster und Beine gelblich, die 
Schenkel bräunlich. 

Länge des Weibes 1%'"; 

Der Brustrücken hinten bis fast zur Hälfte von dem 
Vordertheil des Hinterleibes bedeckt, daher der vorstehend« 
Theil des Vorderleibes klein. Der Kopf etwas aufgewor- 
fen, mit deutlichen weissen Augen, die vordere Reihe der 
Augen nicht gerade, sondern stark vorwärts gebogen. Die 
Fläche des Vorderleibes matt glänzend. Der Hinter- 
leib hoch gewölbt, von den Seiten fast etwas zusammen- 
gedrückt, vorn hoch, mit ziemlich starkem seidenartigem 
Schimmer. Die Spinnwarzen zwar klein, aber doch deut- 
lich vorstehend und mit dem Endgliede aufwärts gebogen. 
Die Fresszangen nicht sehr lang, nicht stark, nur matt 
glänzend. Die Brust frei, flach, glänzend. Taster und 
Beine wie bei der vorhergehenden Art. 

Kopf und Brustrücken oben kastanienbraun, mit sehr 
feinen schwärzlichen Seitenkanten, oben in der Falte zwi- 
schen Kopf und Brustrücken beiderseits ein ovales Fleck- 
chen gelbbräunlich , mit feiner dunkelbrauner Einfassung, 
beide Fleckchen schief gegen einander liegend ; Fresszan- 
gen von der Farbe des Brustrückens, nur etwas heller. 
Die Brust bräunlichgelb mit sehr feiner brauner Einfas- 



84 



sung; die Taster rostgelblich. Der Hinterleib dunkel rost- 
braun, oder dunkelbraun aufs Röthliche spielend, auf dem 
Bauche ein grosser bis in die Hälfte der Seiten hinauf 
ziehender Fleck weiss , oben vorwärts in ein langes Eck 
auslaufend* über den Spinnwarzen ein Fleckchen und die 
Spinnwarzen weiss. Die Beine bräunlichgelb, die Hüften 
heller, die Schenkel aber dunkler gelbbräunlich. 

Vaterland: Griechenland. 

Anmerkung. Diese Art ist mit Enyo Germanica 
sehr verwandt, doch der Kopf kürzer, der Brustrücken 
breiter und an den Seiten mehr kreisförmig gerundet; ein 
wesentlicher Unterschied liegt übrigens in der gebogenen 
Stellung der vordem Augenreihe. 



85 



Clotho cycacea. 

Tab. CCCXLIX. Fig. S12. 



Vorderleib, Fresszangen, Taster und Beine rost- 
roth , der Thorax mit einer gelblichen fleckigen Ein- 
fassung ; Hinterleib einfarbig gelblich grau. 

Länge 5"'. 

Aus der Sammlung des verstorbenen Herrn Dr. Hahn, 
welche jetzt dem Königl. Museum in München einverleibt 
ist, wo diese Spinne blos das Etiquett führt, dass* sie in 
Italien zu Hause sey. Sie scheint von Cloiho Durandii 
darin abzuweichen, dass die Augen der vordem Reihe mehr 
gleichgross sind und die der hinteren Reihe paarweise ein- 
ander mehr genähert sind. 

Kopf und Thorax beschreiben zusammen dem Umrisse 
nach ziemlich einen Zirkel, doch ist die Breite etwas be- 
trächtlicher als die Länge; der Kopf ist schmal, wenig 
vorstehend und von dem Thorax nur durch eine Falte zu 
unterscheiden*, die Augen befinden sich hoch über dem 
Vorderrande; der Thorax ist ziemlich hemisphä'rig gewölbt, 
doch nicht hoch, mit einer Rückengrube und gegen -die- 
selben ziehenden, zwar seichten, doch deutlichen Seitenfalten. 
Die Fresszangen sind klein, dünn, ziemlich walzenförmig, 
abwärts stehend und zwischen den dicken Tastern versteckt, 
diese sind etwas lang und so dick als die Schienbeine, 
dicht behaart, besonders das Endglied unten. Die Brust 
ist breit herzförmig, flach, und wie der Thorax matt glän- 
zend. Der Hinterleib ist eiförmig, gewölbt und behaart. 
Die zwei obern Spinnwarzen sind lang und dick, frei und 
fast ganz über die Spitze des Hinterleibes vorstehend, die 
untern sind kurz, unter den obern versteckt und nur we- 
X. 5. 8 



86 



nig aus der Oeffnung hervorsehend. Die etwas stämmigen 
Beine haben ziemlich gleiche Länge, alle dicht behaart und 
ohne merkliche Stachelborsten. Der Vorderleib, die Fress- 
zangen und die Brust sind bräunlich rostroth, die Kanten 
des Thorax schmal gelblich und heller fleckig. Der Hin- 
terleib ist erdfarbig gelblich grau, aufs Olivenfarbige zie- 
hend und ohne hellere Flecken. Die Spinnwarzen ziehen 
aufs Rostrothe und sind dunkler als die Farbe des Hinter- 
leibes. Taster und Beine sind einfarbig rostroth, etwas 
heller als der Vorderleib. 

Die männliche Spinne geht noch ab. 

Vielleicht ist sie nur Abart von Cl. Durandii. 

Vaterland: Italien. 



Clotho Goudotii. 

Tab. CCCXL1X. Fig. 813. 



Vorderleib, Taster und Beine braunschwarz, der 

Hinterleib schwarz, unten und an den Seiten etwas 

gelblich behaart: an den Spinn warzen unten kleine 

Dornzähnchen. 

angre 5 . 
Lalr. Cours. d'Ent. I. p. 520. 
Walck. S. ä B. apt. p. 638. n. 3. 

Gestalt von Cl. guttata, die Mittelaugen aber grösser 
und weiter auseinander liegend, die Beine länger, mit 
kurzen Stachelborsten. 

Kopf, Thorax, Fresszangen, Taster und Beine braun» 
schwarz, die Brust und die Hüften unten aufs Braunrothe 



Jäl: CCCJLIJ 



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87 



ziehend. Der Hinterleib schwarz, mit etwas olivenfarbi- 
gem Anstriche und mit schwarzen Spinnwarzen. Die Au- 
gen gelb; die zwei mittlem dunkel bernsteinfarbig. Die 
Tarsen rostroth, auch die Fersen mit rostrothem Anstriche. 

Das Manchen kenne ich nicht. 

Vaterland: Afrika. Dar Exemplar, das ich vor mir 
habe, ist aus Aegjpten. 



Clotho guttata. 

Tab. CCCXLIX. Fig. 814. 



Vorderleib rostroth mit einer schwarzen Einfas- 
sung, Hinterleib schwarz mit fünf hellgelben Flecken. 
Taster und Beine bräunlich gelb. 

Länge 3%'". 
Klag. Königl. Samml. in Berlin. 

Der Vorderleib fast kreisrund, etwas breiter als lang, 
nieder gewölbt, glänzend, der Kopf kurz, mit rund ver- 
längertem Vorderrande über den Fresszangen und deutli- 
chen Seitenfalten des Thorax; die zwei Mittelaugen einan- 
der genähert, der Zwischenraum nicht so breit als der 
Durchmesser eines Auges. Die Fresszangen kurz und et- 
was dünn, fast walzenförmig, und licht behaart. Die Brust 
fast rund, etwas gewölbt und glänzend. Die Taster dick, 
massig lang, borstig behaart. Der Hinterleib kaum dicker 
als der Vorderleib, gewölbt, länglich eiförmig. Die Spinn- 
warzen ziemlich lang, unten an der Wurzel des Endglie- 
des einige dornartige Zähnchen. Die Beine massig lang, 
etwas dick, glänzend, wie gewöhnlich behaart, auf den 

S* 



88 



Schenkeln und unten an den Schienbeinen und Fersen 
ziemlich lange Stachelborsten. 

Der Vorderleib dunkel rostroth, ein Saum an den Sei- 
tenkanten schwarz. Die Fresszangen und die ßrust rost- 
farbig. Alle Augen ziemlich dunkel bernsteinfarbig. Der 
Hinterleib schwarz, auf dem Rücken fünf Flecken hellgelb, 
die zwei vordem eiförmig nahe hinter dem Vorderrande, 
die mittlem in der Mitte der Länge und ziemlich oval, 
der fünfte klein und über den Spinnwarzen; letzter rost- 
braun. Alle Beine rostgelb. 

Mit Cl. stellata sehr verwandt, doch kaum dieselbe Art. 

Vaterland: Zweifelhaft. 



Clotho stellata. 



Tab. CCCL. Fig. S15, 



Vorderleib, Taster und Beine rostfarbig, der Hin- 
terleib schwarz mit fünf oranffegrelben Flecken und 



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vier gelblichen Stigmen auf dem Rücken. 

Länge 3%'". 

Klug. Königl. Samml. in Berlin. 

Gestalt von Cl cycacea y nur etwas gedrängter. Die 
zwei Mittelaugen etwas genähert, der Zwischenraum nicht 
so breit als der Durchmesser eines Auges. In der Seiten- 
falte des Kopfes zwei seichte Grübchen. 

Der ganze Vorderleib sammt den Fresszangen, Brust 
und Tastern rostfarbig, bald dunkler, bald heller, der Kopf 
vorn etwas heller, die Augen gelb. Der Hinterleib oben 
und unten braunschwarz mit fünf dunkelgelben oder men- 



Ja/ CCCL 




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89 



nigröthlichert Rückenfiecken, und eben so die Rückenstig- 
men von derselben Farbe. Die zwei vordem Rückenflek- 
ken nahe hinter dem Vorderrande, die zwei mittlem ohn- 
gefähr in der Hälfte der Länge des Hinlerleibes und von 
ovaler Form, der fünfte nahe über den Spinnwarzen. Die 
Spinnwarzen braunschwarz. Die Beine von der Farbe des 
Thorax, an den Endgliedern aufs Rostrothe ziehend. Die 
Augen wasserfarbig, blassgelb. 

Fast möchte ich die gegenwärtige Spinne für Clotho 
Durandii halten, die ich nur aus Beschreibungen und nach 
Abbildungen kenne, allein sie ist kleiner als diese, auch 
stimmen die gegebenen Charaktere des Vorderleibes nicht 
mit einander überein. Ueberhaupt scheinen die fünfflek- 
kigen Spinnen der Gattung Clotho einer genauem Verglei- 
chung zu bedürfen, was indessen eine etwas schwere Auf- 
gabe ist, wenn man sich nicht im Besitze derselben, und 
zwar aus den verschiedenen Ländern ihres Vorkommens, 
befindet. 

Vaterland: Portugal. 



Clotho limhata. 



Tab. CCCL. Fig. 816. 



Vorderleib, Taster und Beine gelb, der Hinterleib 
braunschwarz mit einer gelben Rückeneinfassung. 

Länge 2%'". 
Hing. Königl. Samml. in Berlin. 

In der Gestalt mit der vorhergehenden Cl. guttata 
sehr verwandt, der Vorderleib aber breiter und der Hin- 



90 



terleib kleiner. Die männlichen Taster etwas dick, das 
Kniegelenk und das folgende kurz, nicht so lang als dick, 
das Endglied länglich eiförmig, ziemlich dick, doch die 
Genitalien nicht ganz deckend, letztere ziemlich gross, et- 
was blätterig gehöckert, mit einem kurzen Häckchen. 

Der Vorderleib gelb, auf dem Kopfe etwas schattig 
verdunkelt; die Augen bernsteinfarbig. Fresszangen, Brust 
und Taster ebenfalls gelb, eben so die Genitalien, letztere 
etwas aufs Rostfarbige ziehend. Der Hinterleib oben sammt 
den Spinnwarzen braunschwarz, unten gelblich, auf dem 
Rücken eine ziemlich breite Einfassung gelb. Beine gelb, 
die Schenkel heller als die folgenden Glieder. 

Die weibliche Spinne ist noch unentdeckt. 

Vaterland: Arabien. 



Ariadna pallida. 

Tab. CCCL. Fig. 817. 



Vorderleib, Fresszangen und die vier Vorderbeine 
pechbraun, Hinterleib gelbbraun, auf dem Rücken 
dunkler als in den Seiten; die Hüften und die vier 
Hinterbeine bräunlich gelb. 

Länge 4'". 

Klug. Königl. Samml. in Berlin. 

Die von Savignj in seinen Abbildungen für die Gat- 
tung Ariadna niedergelegten Charaktere sind mit denen der 
gegenwärtigen Art vollständig übereinstimmend und zur 
Rechtfertigung der Gattung genügend; sie lassen eine Ver- 



91 



einigung mit keiner der sechsaugigen Gattungen zu und 
werden sich der Augenstellung nach kurz so fassen lassen: 

Die hintere Reihe fast gerade, mit vier gleichgrossen 
etwas ovalen Augen, die zwei mittlem dicht beisammen, 
das äussere am obern Kopfwinkel liegend; die vordem mit 
zwei Augen, etwas grösser als die der hintern Reihe, nahe 
am äussern etwas einwärts und mit diesem auf einem ge- 
meinschaftlichen niedern Hügelchen liegend. 

Das Weitere mag vorläufig aus nachstehender Beschrei- 
bung der Art entnommen werden. 

Der Vorderleib glatt und glänzend, von den Augen 
an bis zum Hinterrande in einem Zuge sanft gewölbt, hin- 
ten etwas flacher als vorn, auf dem Rücken ein seichtes 
Grübchen* der Thorax breiter als der Kopf, den Seiten- 
kanten nach sehr massig oval gerundet und sich schwach 
und sanft in den Kopfrand schwingend; die Falte zwischen 
Kopf und Thorax nur an den Seiten sichtbar, nicht un- 
deutlich und in der Mitte als ein kleines Schiefgrübchen einge- 
drückt* der Vorderrand des Kopfes sehr massig gerundet, 
die Augen etwas hoch über demselben auf der Kopfspitze 
eingesetzt ; die Seitenfalten des Thorax sehr schwach. Die 
Fresszangen stark, wenig gewölbt, fast kegelförmig, glatt 
und glänzend, gegen die Spitze zu weitschichtig mit Här- 
chen versehen, mit kleiner Fangkralle. Die weiblichen Ta- 
ster nicht lang, dick, glänzend, licht behaart, übrigens von 
gewöhnlicher Form. Die Brust gewölbt, länglich, vorn 
und hinten verengt, daher etwas oval, an den Seiten eckig, 
die Fläche glatt und glänzend. Hüften und Beine glän- 
zend, letztere licht behaart, etwas stämmig, das vordere 
Hüftenglied länglich, das zweite kurz; die Schenkel oben 
gewölbt und ohne Stachelborsten auf dem Rücken; unten 
an den Schienbeinen und Fersen der vier Vorderbeine 



92 



kurze, dicke Staehelborsten, rlie vier Hinterbeine ohne sol- 
che ; das erste Beinpaar am längsten, hierauf das zweite 
und vierte stufenweise kürzer, das dritte Paar merklich 
kürzer als das vierte. Der Hinterleib länglich oval, ziem- 
lich behaart, mit kurzen Spinnwarzen. 

Der Vorderleib, die Fresszangen, die Taster, die Brust 
und die vier Vorderbeine röthlich braun, fast dunkelpech- 
braun, die vier Beine etwas heller als der Vorderleib; die 
vier Hinterbeine und die Hüften aller Beine bräunlichgelb, 
etwas aufs Röthliche ziehend. Die Augen hell bernstein- 
farbig. Der Hinterleib gelbbräunlich, auf dem Rücken der 
Länge nach dunkelbräunlich , seitwärts in die heilem Far- 
ben übergehend. 

So ist närnllch das aufgesteckte trockene Thierchen, 
von welchem ich nur ein weibliches Exemplar vor mir 
habe, gefärbt, sehr wahrscheinlich sind Vorderleib, Kress- 
zangen, Taster, Brust und Beine wie bei dem lebenden 
Thiere, die Färbung des Hinterleibes aber könnte sich 
beim todten verändert haben, wenigstens ist solches auf 
dem Rücken sehr eingefallen, übrigens das Exemplar durch- 
aus sehr vollständig Die Mundtheile, so weit solche von 
unten zu beobachten sind, waren von den eingezogenen 
Vorderbeinen bedeckt und konnten nicht gehörig gesehen 
werden, doch Hess sich so viel erkennen, dass sie von der 
Savignjschen Zeichnung nicht abweichen. 

Das Männchen ist unbekannt. Dasselbe scheint auch 
von Ariadna insidiatrix Saw'gny noch nicht entdeckt zu 
seyn, wenigstens findet man dessen von keinem Autor, 
selbst nicht in Walck. Suit ä Buff., einem Werke der 
neuern Zeit, erwähnt. 

Vaterland: Nordamerika, Pensylvanien. 



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93 



Segestria Bavarica. 

Tab. CCCLI. Fig. SIS. 



Vorderleib dunkelbraun mit schwarzen Fress- 
zangen 5 Hinterleib gelblichgrau , schwarz gefleckt, 
auf dem Rücken eine ziemlich breite Fleckenbinde 
schwarz, die Flecken von einem gelblichen Streifchen 
der Länge nach durchschnitten. Beine gelblich, schwarz 
gefleckt und geringelt. 

Länge des Weibes 6'". 

In Hinsicht der Gestalt von S. senoculata nicht ver- 
schieden, auch die Länge der Beine in demselben Verhält- 
niss , die Fresszangen etwas stärker 

Kopf und Thorax einfarbig braun, auf dem Rücken 
ein aus Härchen bestehender breiter Längsstreif graugelb- 
lich, die braune, glänzende Hautfarbe aber durchscheinend. 
Die Augen schwarz. Die Fresszangen behaart, tiefschwarz 
und glänzend, mit dunkel braunrothen Fangkrallen. Die 
Lippe und die Kinnladen dunkelbraun, an der Spitze fein 
gelblich. Die Taster braunröthlich, die zwei Endglieder 
dunkler als die vordem. Die Brust braunroth. Der Hin- 
terleib gelblichgrau, in den Seiten mit weinrothlichem An- 
striche, auf dem Rücken ein aus Flecken bestehendes, ziem- 
lich breites Längsband schwarz, der erste Fleck des Ban- 
des schmal, hinten allmälig erweitert, der zweite aus zwei 
geschwungenen Längsflecken zusammengesetzt, vorn mit der 
Spitze gegen einander gekehrt, der weissliche Trennungs- 
strich dazwischen schmal, die drei folgenden Flecken des 
Bandes stufenweise kürzer, alle von einem grauweissen 



94 



Längsfleckchen durchschnitten, doch nicht ungewöhnlich 
vorn zusammengeflossen, die hintern Flecken des Bandes 
aus Querstreifchen zusammengesetzt; in den Seiten von 
diesem Fleckenbande an schief vorwärts ziehende, wellen- 
artige, schwarze Fleckchen, zum Theil zusammenfliessend, 
und in den Seiten von einer vom Vorderrande her kom- 
menden weissen geschwungenen, schmalen Längslime durch- 
schnitten; die Spinnwarzendecken und die Spinnwarze hell- 
ockergelb ; auf dem Bauche ein breites, dunkelbraunes 
Längsband, vorn der Quer nach und an den Seiten mit 
einer feinen Längslinie begrenzt; die Schildfleckchen vor 
den Luftlöchern hellgelblich. Die Beine bräunlichgelb, die 
Schenkel und zwei Fleckchen unten an den Schenkeln 
schwarz, an den Schenkeln der Hinterbeine die Fleckchen 
ringartig nach oben erweitert; an den Kniegelenken ein 
Ringfleck, und an den Schienbeinen und Fersen zwei Ringe 
dunkelbraun oder schwarz ; die vier Vorderbeine von den 
Knieen an bis zur Spitze der Tarsen dunkler als die übri- 
gen Beine. 

Junge Thiere haben ziemlich dieselbe Färbung; bei 
diesen aber ist das Fleckenband auf dem Hinterlcibe der 
Länge nach von einem breitern grauweisslichen Streif durch- 
schnitten. Die Beine sind hellgelblich, deren Ringe deut- 
lich und schwarz. 

Vaterland : In hiesiger Gegend sehr selten. Ich 
fand Alte und Junge unter abgelösten Steinen der Felsen- 
ritzen am Keilstein; die männliche Spinne aber konnte ich 
noch nicht entdecken. 



95 



Dysdera Hombergii. 

Tab. CCCLI. Fig. 819. mas. Fig. 820. foem. 



Vorder- und Hinterleib dunkelbraun, letzter an 
der Wurzel und an der Spitze gelb. Taster und 
Beine gelb, mit braunen Schenkeln und Schienbei- 
nen, erstere an der Wurzel, letztere an der Spitze 
ins Gelbe übergehend. 

Länge des Mannes 2 , / 2 "', des Weibes 2%'". 

fValch S. ä B. apt. I. p. 263. 

Aranea Hombergii Scop. Ent. Carn. 403. "• 1 1 19- 

Dysdera gracilis Wider Mus. Senck. I 3. p. 200. t. 14. f. 1? 

Vorderleib ziemlich von der Gestalt des Dysd. rubi- 
cunda. Kopf und Thorax gleichhoch, letzter seitwärts und 
hinten verloreu etwas rund abgedacht, die Seitenfalten 
schwach ausgedrückt, von einer Rückenritze oder Grüb- 
chen nur eine Spur vorhanden j dem Umriss nach der Vor- 
derleib ziemlich wie bei jener Art, nämlich der Thorax in 
der Mitte etwas stark erweitert und gegen den Hinterrand 
zu sich merklich verschmälernd. Die zwei vordem Augen 
einander genähert, kaum in halber Augenbreite von einan- 
der abstehend, die zwei hintern Augen sehr klein, das Sei- 
tenauge nahe bei den vordem und so gross als diese. Die 
Fresszangen ohngefähr so lang als die Breite des Kopfes 
vorn, von gewöhnlicher Gestalt, mit feinen Querrunzel- 
chen, etwas glänzend, und mit etwas kurzer Fangkralle. 
Die Taster ohne besonderes Merkmal; das Endglied der 
Taster des Mannes kaum so lang als das vorhergehende; 
der Anhängsel der Genitalien ziemlich gross, birnförmig, 



96 

mit einem kleinen Häckehen an der Spitze. Die Brust in 
der Mitte flach, hinten spitz auslaufend, an den Seiten nach 
den Einlenkungen der Beine etwas eckig. Der Hinterleib 
beim Manne viel schmaler als der Thorax, walzenförmig, 
seidenartig schimmernd. Die Beine dünn und lang, länger 
als bei allen andern Arten, die zwei vordem merklich län- 
ger als die zwei hintern, diese ohngefähr so lang als das 
zweite Paar, das dritte Paar etwas kürzer als diese, alle 
mit kurzen, kanm merklichen Härchen besetzt. 

Der Vorderleib, die Presszangen und die Brust schwarz- 
braun, etwas aufs Rostrothliche ziehend. Die Taster bräun- 
lichgelb. Der Hinterleib dunkelbraun, an der Wurzel ver- 
loren gelblich, an der Spitze sammt den Spinnwarzen rei- 
ner gelb. Die Hüften, die Schenkel an der Wurzel und 
die Schienbeine an der Spitze bräunlichgelb, die Schenkel 
und Schienbeine übrigens braun, erstere an der Wurzel, 
letztere an der Spitze in die gelbliche Farbe übergehend; 
die Kniee heller gelb; Fersen und Tarsen dunkel oder 
gelb. 

Das Weibchen hat ganz die Gestalt des hier beschrie- 
benen Männchens, auch ganz dieselbe Färbung, nur sind 
die Beine etwas kürzer und der Hinterleib weniger schmäch- 
tig ; auf dem Bücken des Hinterleibes werden dieselben 
Abtheilungen bemerkt wie bei D. rubicunda. Die weibli- 
chen Taster haben nichts Ungewöhnliches, und sind durch- 
aus dunkel ockergelb. 

Im Anfange des Monats Juni, auch mitunter schon 
früher, haben die Manchen vollkommen ausgebildete Taster. 
Diese Art hält sich in Wäldern auf, wo sie, wie die an- 
dern, unter Steinen und unter feuchtem Moose gefunden 
wird. 



7a^ CCCLtt. 




JMo* $23. 



'ta/. &ZK*^Jtyte^/ln*xüfajfom/. 



97 



Vaterland: Deutschland und Frankreich. In hiesi- 
ger Gegend selten. 

Es ist zweifelhaft, ob Dysd. gracilis Wider mit ge- 
genwärtiger identisch ist. Die Grösse und die Färbung 
des Hinlerleibes passen wenigstens gar nicht. Dysd. Hom- 
bergii ist zwar hier selten, doch habe ich sowohl Männer 
als Weiber in ihrem vollkommen ausgebildeten Zustande 
mehrfach gefunden, aber nicht grösser als der beigefügte 
Längestrich meiner Abbildung anzeigt. 



P o 1 t y s i 1 1 e p i d u s. 

Tab. CCCLII. Fig. 821. 



Vorderleib olivengelb, herzförmig, mit dünn ver- 
verlängertem, an der Spitze stumpfem Kopfe; Beine 
ziemlich lang, ein Ring an den Schenkeln und Schien- 
beinen verloren schwärzlich. 

Länge des Vorderleibes 2'". 

Aus der Sammlung des Herrn Professors Dr. Reich 
in Berlin, worin sich von dieser sehr merkwürdigen Spinne 
ein einziges, und zwar ein weibliches Exemplärchen mit 
abgebrochenem Hinterleibe vorfindet, indessen ist die Form 
des Vorderleibes, die Stellung der Augen und die Einfü- 
gung der Fresszangen von solcher Beschaffenheit, dass eine 
Einreihung zu irgend einer der bekannten Familien ohne 
Zwang nicht wohl geschehen kann 5 am meisten nähert sie 
sich den Mithraiden, wenn man sich nämlich das kleinere 
vordere Seitenauge und das grössere hintere der Gattung 



98 



Mith-as in die Stelle der Seitenaugen der gegenwärtigen 
Gattung denkt, und die zwei Mittelaugen, zwar hinter 
dem kleinern Seitenauge stehend , mit den zwei vordem 
als Mittelaugen in Verbindung bringt. Auf diese Weise 
hätte diese Familie nun zwei Gattungen zu zahlen. Da 
von der Gattung Poltys nur eine Spezies bekannt ist, so 
mögen ihre Charaktere aus folgender Beschreibung entnom- 
men werden: 

Der Vorderleib ist dem Umrisse nach, wie die Ab- 
bildung zeigt, herzförmig, mit der Spitze vorwärts liegend, 
der Thorax ist nämlich an den Seiten etwas kurz rund er- 
weitert, und verliert sich herzförmig in den übrigens en- 
gen Hinterrand; die Fläche ist hoch gewölbt, glatt und 
glänzend, ohne merkliche Seitenfalten, die drei Theile des 
Thorax anzeigend. Der Kopf ist von dem Thorax durch 
eine deutliche Falte geschieden, und verlängert sich kegel- 
förmig weit über die Einlenkung der Fresszangen; er ist 
dicht mit weicher, gegen die Spitze liegender Wolle be- 
deckt; die Spitze ist senkrecht abgestutzt und bildet an 
der vordem Fläche ein oben und unten etwas stumpfes 
Oval. An der vordem Kopffläche stehen die vier Mittel- 
augen im Quadrate; sie sind gleichgross, etwas klein und 
ohne Erhöhung mittelst eines Hügels; das vordere Seiten- 
auge befindet sich tief unten an dem Seitenrande des Ko- 
pfes, den vordem Augen etwas näher als dem hintern Sei- 
tenauge ; dieses ist ohngefähr in der Hälfte der Länge des 
Kopfes angebracht, und liegt etwas höher als der vordere. 
Die Fresszangen sind gross, lang, dabei ziemlich dick, et- 
was walzenförmig und glänzend; sie liegen mit der Spitze 
auf der Brust, und sind ziemlich entfernt von der Kopf- 
spitze eingefügt. Die Brust ist klein, flach und dicht be- 
haart. Die Beine sind etwas stämmig und gross; das er- 



99 



ste Paar ist das längste, hierauf folgen, stufenweise sich 
verkürzend, das zweite und vierte, das dritte Paar ist merk- 
lich kürzer als das vierte ; alle haben gleiche Gestalt, sind 
zart behaart, ohne Stachelborsten auf den Schenkeln, an 
den Schienbeinen jedoch befinden sich solche, sind aber 
weit feiner als gewöhnlich. Die Taster sind lang, übri- 
gens ganz ohne besonderes Zeichen eines Unterschiedes. 

Der Vorderleib ist ockergelb, etwas aufs Olivengelbe 
ziehend, die Kopfwolle erdfarbig, gelblichweiss. Die vier 
Augen an der abgestutzten Fläche und das vordere Seiten- 
auge sind schwarz, das hintere Seitenauge hellbernstein- 
farbig. Die Bedeckung der Brust ist erdfarbig gelblich. 
Die Taster und die Beine sind ockergelb , erstere einfar- 
big; an den Schenkeln der Beine befindet sich vor der 
Spitze ein in die Grundfarbe vertriebener schwärzlicher 
Ring, und an der Spitze der Schienbeine ein solcher, aber 
in weit schwächerer Anlage. Die Härchen der Heine und 
Taster ziehen aufs Erdfarbiggelbliche, die Stachelborsten 
aufs Rostgelbe. Der Hinterleib fehlt, wie ich bereits er- 
wähnt habe. 

Vaterland: Ostindien, Sincapore, Bintang. 

Anmerk. In dem nämlichen Kästchen, worin mir 
diese und die folgende Art Übermacht worden sind, fand 
sich ein abgebrochener Hinterleib, der einer von beiden 
angehört, allein es ist nicht mehr zu ermitteln, zu welcher 
solcher zu zählen ist. Der Form nach hat er vollkommne 
Uebereinstimmung mit den Charakteren einer Epeiride, 
und ins Besondere dem einer Atea, und würde also mit 
mehr Wahrscheinlichkeit der folgenden Art als der gegen- 
wärtigen angehören, auch die Grösse passt eher zu jener. 
— Er ist kurz eiförmig, gewölbt und nackt; seine Farbe 
ist ein erdfarbiges Gelblichweiss : vorn über der Einfü- 



100 



gung befindet sich ein schwarzer, bis fast in die Hälfte 
der Länge ziehender Bogenstreif, und in dem Bogen die- 
ses ein schwarzer Querfleck und ein gleicher vor der 
Spitze über den Spinnwarzen : zwischen beiden Hecken liegt 
eine sehr feine geschwungene Querlinie und seitwärts hin- 
ten feine Bogenstrichchen hinter einander. Die Spinnwar- 
zen sind kurz, und stehen rosenförmig. 



A t e a i n c e r t a. 

Tab. CCCL1I. Fig. S22. 



Vorderleib, Fresszangen, Taster und Beine trüb 
ockergelb, nur die Spitzen der Fersen und Tarsen 
fein schwarz. 

Der Vorderleib oben und unten sammt Tastern, Fress- 
zangen und Beinen glatt und glänzend: der Kopf etwas 
höher als der Thorax, und den Seiten nach ziemlich gleich- 
breit: der Thorax kreisrund, von den Seitenkanten an auf- 
wärts etwas kugelich gewölbt, hinten aber ziemlich stark 
abgedacht und etwas eingedrückt. Die Augen in regel- 
mässiger Stellung. Die Fresszangen ziemlich gross, an der 
Wurzel etwas gewölbt. Die Brust länglich, hinten spitz 
ausgehend. Taster und Beine ohne besonderes Merkmal, 
das Endglied der letzlern sich etwas nadeiförmig aus- 
spitzend. 

Hinsichtlich des Hinterleibes vide Bemerkung der vor- 
hergehenden Art. 

Vaterland: Ungewisse wahrscheinlich Ostindien. 



101 



Gea spinipes, 



Tab. CCCLII. Fig. 823. 



Vorderleib dunkelockergelb, die Beine heller ok- 
kergelb mit schwarzen Stachelborsten ; Hinterleib 
schmächtig;, von Farbe bräunlich. 

Länge 2%"'. 

Das mir bekannte einzige Exemplärclien dieses eine 
eigene Gattung bezeichnenden Spinnchens theilte mir Herr 
Prof. Doktor Reich in Berlin gefälligst mit; es ist de- 
fekt, indem die Taster fehlen, sohiu das Geschlecht nicht 
beurtheilt werden kann, und der Hinterleib ganz zusam- 
men getrocknet ist. 

Der Vorderleib ist glatt und mattglänzend, der Tho- 
rax ziemlich gerundet, halbkugelförmig gewölbt, und mit 
einem länglichen Rückengrübchen versehen; der Kopf ver- 
schmälert sich gegen den Vorderrand, verliert sich etwas 
kegelartig in die Seiten des Thorax ; die Augen stehen auf 
Hiigelchen, die vordem dicht am Vorderrande, die zwei 
hintern Mittelau^en weit zurück auf der Höhe der vordem 
Kopfabdachung; die hintern sind etwas grosser als die vor- 
dem, und formiren mit diesen ein Oblongum; die Seiten- 
augen bilden mit den vordem Mittelaugen zusammen eine 
Randreihe, wovon die zwei Mittelaugen, und zwar jedes 
auf einem besondern, die Seitenaugen aber auf einem ge- 
meinschaftlichen Hügelchen stehen ; die zwei Seitenaugen 
aber sind etwas schwer von einander zu unterscheiden. 
Die Fresszangen sind dünn, kurz und walzenförmig; sie 
X. 5. 9 



102 



stehen senkrecht abwärts. Die Brust ist breit, herzför- 
mig, gross, gewölbt und glänzend. Die Beine sind ziem- 
lich lang, die zwei Vorderpaare etwas stärker als die vier 
Hinterbeine, beide Vorderpaare ziemlich gleichlang, das End- 
paar etwas kürzer als diese, das dritte Paar, wie bei allen 
Epeiriden, am kürzesten; unten an den Schenkeln des 
Vorderpaares befinden sich lange Stachelborsten, einiger- 
massen in zwei Reihen geordnet, oben auf den Schenkeln 
einzelne feine, und dergleichen an den Knieen und an den 
Schienbeinen. Von dem Hinterleibe lässt sich die eigen- 
tümliche Form nicht mit Gewissheit abnehmen; wie sol- 
cher vorhanden ist, so ist er walzenförmig und sehr dünn. 

Der Vorderleib, die Beine und die Brust sind ocker- 
gelb, erster etwas dunkler als die Beine, die Stachelbor- 
sten an letztern schwarz. Der Hinterleib ist dunkelrost- 
braun. 

Vaterland: Ostindien, Puloloz. 



103 



Hersilia c a u d a t a. 

Tab. CCCLIU. Fig. 824. 



Ockergelb, der Vorderleib an den Seiten braun- 
schwarz, die Spinnwarzen oben und die Schenkei 
schwarz gefleckt, die übrigen Beinglieder schwarz 
geringelt. 

Länge 4 Vi'". 

Savigny Arach. d'Egypte. Tab. 1. f. 8? 
Walch S. ä Buff. apt. I. 371. n. 1? 

Eine in mancher Beziehung mit den bekannten Spin- 
nenfamilien nicht analoge Art. In Ansehung der Gestalt 
ähnelt sie den Ageleniden, aber die Tarsen haben, was bei 
keiner bekannten Spinne der Fall ist, zwei Glieder; in 
Ansehung der AugensteUung nähert sie sich der Gattung 
Ctenus, aber das Seilenauge der vordem Reihe ist weit 
auf die Seite geschoben, ausserordentlich klein, kaum zu 
finden. 

Der Kopf ist hoch, fast kugelförmig über den Tho- 
rax erhöht, vorn in eine schief abwärts stehende, am Vor- 
derrande stumpfe Platte verlängert, mit einer kurzen Haar- 
franse an letzterer* an der kugeligen Erhöhung stehen die 
vier Mittelaugen, und zwar an der vordem etwas steilem 
Abdachung, im Quadrate, die zwei hintern sind etwas klei- 
ner als die vordem; das hintere Auge steht an den Sei- 
ten der hintern Abdachung, ohngefähr in der Hälfte der 
Höhe, und sieht schief rückwärts, die vier vordem aber 
sehen vorwärts; der Thorax ist nieder, fast kreisrund und 
mit den gewöhnlichen Eindrücken versehen. Die Fress- 

0* 



104 



zangen sind nicht gross, ziemlich gleichdick und gegen die 
Brust gezogen. Die weiblichen Taster haben nichts be- 
sonderes und ähneln denen der Ageleniden. Die obern Spinn- 
warzen sind ungewöhnlich gross, von der Länge des Kör- 
pers, und spitzen .sich am Kndgliede nadeiförmig zu. Die 
Beine sind lang, das erste Paar am längsten, das zweite 
und Endpaar ziemlich gleichlang, das dritte ungewöhnlich 
kurz, alle mit sehr dünnen Fersen und Tarsen, letztere 
mit zwei Gliedern, das zweite Glied kaum, halb so lang 
als das erste 

Von dieser sehr merkwürdigen Spinne befindet sich 
ein weibliches Exemplar in dem königl. Museum in Ber- 
lin, wo mir es Herr Direktor und Geheimerrath Klug ge- 
fälligst zur Untersuchung und Abbildung ü'berliess. Das 
vorhandene Excmptar ist zwar mit Ausnahme des Rückens 
des Hinterleibes ziemlich vollständig, und es konnten die 
hier bezeichneten Charaktere mit Richtigkeit entnommen 
werden, allein in Rücksicht der Färbung des Hinterleibes, 
Hess sich nur so viel ersehen, dass solcher gelb zu sejn 
und oben schwärzliche Mischung zu haben schien Der 
Vorderleib ist an diesem aufgesteckten Exemplar ockergelb, 
an den Seiten braun, aucl der Kopf an der vordem Ab- 
dachung von derselben Farbe, die Spitze aber blasser gelb, 
mit weissen Fransen. Die Fresszangen sind bräunlichgelb, 
an der Wurzel braun verdunkelt. Taster, Brust, Spinn- 
warzen und Beine sind ebenfalls ockergelb, erstere mit 
undeutlichen braunen Ringen, die obern Spinnwarzen oben 
der Länge nach bis in die Hälfte des Endgliedes schwarz, 
die Schenkel der Beine oben ringartig fleckig, dunkel- 
braun, die übrigen Beinglieder an den Schienbeinen und 
Fersen mit breiten braunen Ringen, auch färben sich die 
Spitzen der zwei Tarsengelenke braun. 



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105 



Vaterland: zweifelhaft. 

An merk. Die Spinne, welche Savigny in Aegyp- 
ten gefunden, und von welcher eine schöne Abbildung ge- 
liefert worden ist, ist beträchtlich kleiner als das Exem- 
plar, das ich vor mir habe, auch trifft die Zeichnung des 
Vordeilcibes und die des Hinterleibes, in so ferne letztere 
an dem getrockneten Exemplar zu ersehen war, nicht mit 
diesem überein, doch ist die Form des Körpers und aller 
Gliedmassen ganz dieselbe. Sehr wahrscheinlich hatte Sa- 
vigny eine juunge, noch nicht vollständig erwachsene 
Spinne vor ihrer letzten Häutung erhalten, bei welchen 
die Rückenzeichnungen des Thorax noch nicht in zwei 
breite Längsstreifen zusammen geflossen sind. Das Männ- 
chen ist bis jetzt noch nicht gefunden, wenigstens noch 
von keinem Autor bezeichnet worden. 



Tegenaria Atrica. 

Tab. CCCL1II. Fig. 825. 



Erdfarbig- gell), auf dem Kopfe vier Längsstrei- 
fen , an den Seiten des Thorax ein wellenrandiger 
Streif, auf dem Rücken des Hinterleibes geschweifte 
Bogenflecken hinter einander liegend, in den Seiten 
Scliiefreihen kleiner Strichfleckchen , und auf dem 
Bauche vier Längsstreifen schwarz. Beine und Ta- 
ster dunkelbraun. 

Länge 8'". 

Der Vorderleib etwas nieder gewölbt, der Kopf nur 
wenig höher als der Thorax, der Länge nach etwas ge- 



106 



wölbt; der Thorax dem Umrisse nach oval, ziemlich regel- 
mässig gewölbt, mit einer langen Rückenritze und deutli- 
chen Seitenfalten ; Kopf und Thorax mit Haarschuppen be- 
deckt. Die Fresszangen lang, etwas kegelförmig, glänzend 
und licht behaart. Die Taster von gewöhnlicher Gestalt. 
Die Brust flach, herzförmig, wenig glänzend, licht behaart. 
Der Hinterleib etwas dicker als die Breite des Vorderlei- 
bes, länglich, gewölbt, hinten sich eiförmig zuspitzend, 
dicht mit Haarschuppen bedeckt, und überdicss stark be- 
haart. Die Spinnwarzen lang, die obern doppelt so lang 
als die untern, mit langem, nadeiförmigem Endgliede. Die 
Beine lang, von gewöhnlicher Gestalt, und mit den ge- 
wöhnlichen Stachelborsten versehen, überdiess stark, aber 
fein behaart. 

Vorder- und Hinterleib erdfarbig, graugelblich* auf 
dem Kopfe vier Längsstreifchen schwarz, die mittlem oben 
an den Riickenkanten ziemlich parallel ziehend, der äussere 
an den Seiten sich in die Kopffalte biegend; auf dem Thorax 
in den Seitenfalten ein Strichchen und oben an den Sei- 
ten ein wellenförmiger Längsstreif bis zum Hinterrande 
ziehend, und die Seitenkanten ziemlich breit schwarz. Auf 
dem Hinterleiue vorn über der Einlenkung ein Querfleck, 
hinter diesem zwei genäherte Längsstriche, sich am Ende 
stumpfwinklich seitwärts brechend, auf der Hinterhälfte des 
Rückens geschwungene , ziemlich breite Bogenflecken hin- 
ter einander liegend, und in den Seiten Schiefstreifen 
schwarz , letzlere aus kleinen genäherten , über einander 
liegenden Strichflecken bestehend ; die Zeichnungen auch so, 
dass auf dem Rücken die schwarze Farbe die Oberhand 
hat, und in dieser vorn ein gelblicher Längsstrich, mit ei- 
nem ovalen Fleck zur Seite, und hinter diesen schmälere 
gelbliche Mondfleckchen erscheinen:, auf dem Bauche hau- 



107 



fen sich die schwarzen Fleckchen in vier Längsstriche zu- 
sammen , deren zwei mittlere von den Luftlöchern bis 
zur Spinnwarzenöffnung durchziehen. Die Schildchen vor 
den Luftlöchern gross und gelblichweiss, nicht ungewöhn- 
lich mit einem grauen Schattenfleck. Die Spinnwarzen 
schwarz, mit hellrostgelbem Endgliede. Die Fresszangen 
braunschwarz oder schwarz, mit rothen Fangkrallen, letztere 
an der Wurzel schwarz verdunkelt. Die Brust schwarz, 
mit einem gelblichen Längsstreif und drei gelblichen, ziem- 
lich grossen Seitenflecken. Die Taster rostbraun, das vor- 
letzte Glied dunkler, das Endglied schwarzbraun. Die Beine 
dunkelbraun mit russig schwarzem Anstriche, nach der 
Häutung durchsichtig grau, und erst nach einigen Tagen 
die russig braune Farbe annehmend. 

Das Männchen sieht dem hier beschriebenen Weib- 
chen ganz gleich, ist kleiner und schlanker, übrigens an 
den männlichen Tastern leicht zu erkennen. 

Sie bewohnt das Innere der Gebäude, aber nur warme 
Stellen; in dem botanischen Glashause zu Erlangen sah 
ich sie ziemlich häufig, auch in Berlin ist sie zu Hause. 
In hiesiger Gegend habe ich sie bisher vergeblich gesucht. 

Vaterland : Deutschland, wahrscheinlich mehr in 
den nördlichen als südlichen Ländern. 



10S 



P h i 1 o i c a i i n o t i n a, 

Tab. CCCLIV. Fig. S26. 



Vorderleib bräunlichgelb, mit braunen Strahlen- 
Strichen an den Seiten des Thorax und einem Schat- 
tenstreif am Ende dieser: Hinterleib zimmetroth, mit 
dunkelbraunen, hinter einander liegenden öuerflek- 
ken .'iuf dem Rücken. 

Länge »%'". 

Der Vorderleib hat ziemlich die Gestall von Ph. no- 
tata, nur ist der Kopf auf dem Rücken nicht so breit, 
die Stellung der Augen aber weicht dadurch etwas ab, 
dass die vordere Reihe ein wenig vorwärts gebogen ist. 
Die Fresszangen sind glänzend , und an der Wurzel knie- 
artig gewölbt, übrigens gegen die Spitze verloren dün- 
ner und von massiger Länge. Die weiblichen Taster ha- 
ben nichts Ausgezeichnetes, sie sind etwas kurz und etwas 
dicker als bei P notata. Der Hinterleib ist länglich oval, 
ziemlich wie bei dieser Art, über der Einlenkung mit län- 
gern Härchen besetzt, übrigens mit kurzen Härchen licht 
belegt. Die Spinnwarzen sind kurz. Die Beine stehen in 
demselben Längenverhältniss zu einander, wie bei jener 
Art, nur sind sie kürzer, übrigens mit denselben Stachel- 
borsten versehen. 

Der Vorderleib ist bräunlich gelb, mit dunkelbraunen 
Seitenkanten des Thorax; auf dem Thorax befindet sich 
die gewöhnliche Längsritze, von welcher seitwärts ziehende 
braune Strahlenstriche ausgehen, durch welche, ohngefähr 
wie bei Ph. notata, ein wellenrandiger, bräunlicher Schat- 
tenstreif zieht, und über die Seiten des Kopfes fortsetzt. 



109 



Fresszangen, Taster und Brust sind ebenfalls brä'unlichgelb, 
letztere am Rande etwas verdunkelt. Der Hinterleib ist 
gelblich zimmetroth , braunroth staubig verdunkelt ; auf 
dem Rücken Hegt eine Längsreihe dunkelrothbrauner, et- 
was gebogener Querflecken nahe hinter einander, in den 
Seiten und auf dem Vordertheil des Rückens solchfarbige, 
undeutliche Fleckchen, ohne bestimmte Ordnung, doch zum 
Theil in den Seiten Querzüge formirend. Der Bauch ist 
heller als die obere Fläche, zum Theil etwas staubig ge- 
mischt. Die Spinnwarzen sind bräunlichgelb, an der Spitze 
bräunlich dunkler, die Schildchen vor den Luftlöchern hell 
gelblichweiss. Alle Beine haben die Farbe des Vorder- 
leibes , nur sind die Endglieder etwas dunkler als die 
Schenkel. 

Bei manchen Individuen sind die schwarzen Flecken 
auf dem Rücken des Hinterleibes der Länge nach fein 
durchschnitten • alsdann erhalten sie die Gestalt von schief 
gegen einander liegenden schwarzen Laubfleckchen. 

Ich fand sie auf sumpfigen Stellen eines beträchtli- 
chen Waldes unter Moos auf der Erde, ohne das Männ- 
chen zu dem hier beschriebenen Weibchen entdecken zu 
können, obschon sie hier eben nicht selten vorkommt. 

Vaterland: Bayern. 



5. 10 



no 



Agelena Syriaca. 

Tab. CCCLIV. Fig. 827. 



Staubig grau, der Hinterleib auf dem Rücken 
staubig braun, ein Längsstreif auf der Mitte heller, 
beiderseits schief liegende Fleckchen, und an der 
Wurzel zwei Längsstriche weiss \ die Beine ohne 
Ringe. 

ange 7 . 

Klug. Königl. Samml. in Berlin. 

Die grösste der mir bekannten Arten, und mit A. 
labyrinthica in sehr naher Verwandtschaft, von welcher sie 
rücksichtlich der Formen wesentlich nur durch die ver- 
hällnissmh'ssig grösseren Augen bei derselben Stellung zu 
einander, durch deren höhere Lage am Kopfe, und durch 
die schief einwärts gedrückte, vordere Kopffläche über dem 
Mundsaume, verschieden ist. 

Die Hautfarbe des Vorderleibes und der Reine ist 
brä'unlichgelb, mit gelbiichgrauweisslichen Haarschuppen be- 
deckt, aber bei dem Exemplare, das ich vor mir habe, 
zum Theil abgerieben, doch zu erkennen, dass der Vorder- 
leib mit den Tastern und der Brust, so wie auch die 
Beine ohne Zeichnung sind. Die Fresszangen sind rost- 
gelb, weisslich behaart. Der Hinterleib ist oben, wie bei 
A. labyrinthica, staubig braun, an den Seiten verloren grau- 
weisslich ; auf der Mitte des Rückens befindet sich ein 
aufs Roströthliche ziehender, hellerer Längsstreif, wodurch 
sich zwei dunkelbraune, etwas staubige Lä'ngsstreifen deut- 
licher hervorheben, in diesen zeigen sich vorn zwei Längs- 
striche, und hinter diesen Schieffleckchen von ziemlich 



IM 



hellweisser Farbe, ohngefähr wie bei A. labyrinthica ; die 
zwei vordem Streifen aber sind langer, und liegen etwas 
schiefer. Der Bauch und die Spinnwarzen sind grauweiss- 
lich, dicht beschuppt und behaart ; letztere länger als bei 
genannter Art. 

Das Männchen ist nicht bekannt. 

Vaterland : Syrien. 



Agelena Pensylvanica. 

Tab. CCCL1V. Fig. 828. 



Vorderleib dunkelbraun, mit drei breiten grau- 
gelblichen Längsbändern \ Hinterleib staubig braun- 
grau; Taster und Beine gelblich, blass braun gerin- 
gelt. Die zwei Augenreihen sehr stark gebogen. 

Länge 5%'". 

Klug. Königl. Samml. in Berlin. 

Der Vorderleib und überhaupt die ganze Spinne von 
schlankem Baue. Kopf und Thorax gleich hoch, erster 
lang und schmal, letzter mit länglich oval gerundeten Sei- 
ten. Die Augen zwar in der der Gattung eigenthümli- 
chen Stellung, die zwei Reihen aber ungemein stark gebo- 
gen, so zwar, dass die äussern der vordem Reihe weiter 
als bei den andern Arten vorgeschoben und die zwei mitt- 
lem der hintern Reihe weiter zurückgeschoben sind. Die 
Fresszangen stark, lang, und mit licht stehenden Härchen 
besetzt Taster und Beine lang, übrigens ohne besonderes 



112 



Merkmal. Der Hinterleib länglich, mit sehr langen Spinn- 
warzen. 

Der Vorderleib dunkelbraun, auf dem Rücken ein von 
der Kopf^pitze bis zum Hinterrande des Thorax durchzie- 
hendes breites Längsband , und an den Seitenkanten ein 
noch breiteres als Einfassung grauweisslich. Die Presszan- 
gen rostfarbig. " Die Brust schwarzbraun. Die Taster und 
die Beine bräunlichgelb, etwas licht mit gelblichweissen 
Haarschuppen belegt und grau behaart; auf den Schenkeln 
kleinfleckige braune Mischung, an den Schienbeinen drei 
lichtbräunliche Hinge, ebenso die Kniee oben bräunlich 
verdunkelt; Fersen und Tarsen aufs Roströthliche ziehend; 
beide Glieder an der Spitze schmal bräunlich. Der Hin- 
terleib staubig braun, auf dem Bauche staubig schwärzlich. 
Die Spinn warzen staubig gelblich, bräunlich beschuppt und 
behaart. 

Auch von dieser Art ist das Männchen noch unbe- 
kannt. 

Vaterland: Nordamerika, Pensylvanien. 




/ (CCLIF 



#27. 



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in 



Amaurobius roscidns. 



Tab. CCCLV. Fig. 829, 



Vorderleib und Beine rostbraun; Hinterleib grau- 
braun, ein Rückenstreif verloren braunschwarz, die 
Seiten weiss punktirt. 



ttt 



Länge 6 l /2 

In der Gestalt mit A. terrestris genau übereinstimmend 
und von diesem in dieser Hinsicht nicht zu unterscheiden, 
auch die Augenstellung ist ohne Unterschied dieselbe. 

Kopf und Thorax rostbraun, etwas aufs Kastanienbraune 
ziehend, der Kopf vorn verloren braunschwarz. Die Fress- 
zangen dunkelbraunschwarz. Die Brust dunkelrostroth und 
sehr glänzend. Der Hinterleib graubraun, ein Fleck am 
Vorderrande und ein Längsstreif braunschwarz, letzter seit- 
wärts in die Grundfarbe übergehend , die Seiten zerstreut 
weiss punktirt und etwas weisslich staubig gemischt; die 
Rückenstigmen weisslich, im Innern rostroth vertieft; die 
Schildflecken vor den Luftlöchern ziemlich gross und von 
Farbe ockergelb. Taster, Spinnwarzen und Beine zimmet- 
braun, fast gelblichrostbraun, das vorletzte Glied der Ta- 
ster dunkelrostroth, das Endglied braunschwarz. 

Ich besitze nur ein in Weingeist aufbewahrtes Exem- 
plar, das ich von dem verstorbenen Grafen v. Ienison 
erhielt, und welcher solches jenseits der Alpen, wahrschein- 
lich in der Gegend von Triest sammelte. 

In demselben Glase befand sich auch ein in derselben 
Gegend gesammeltes Exemplar von A. terrestris. Sowohl 
diess als auch die ganz genaue Uebereinstimmung la'sst ver- 
X. 6. 11 



114 



muthen, dass die bereits in den Heften über Deutschlands 
Crust. Myr. und Arachn. vorgetragene Amaurob. roscidus 
blosse Abart sejn könne, welches jedoch noch bei der 
gänzlich abweichenden Zeichnung des Hinterleibes einer aus 
näheren Erfahrungen hervorgehenden Bestätigung bedarf. 



Amaurobius claustrarius, 



Tab. CCCLV. Fig. S30. 



Vorderleib braun, der Kopf vorn ins Schwarze 
übergehend-, Hinterleib staubig- schwarzbraun, an den 
Seiten gelblich melirt, auf dem Hucken zwei geschwun- 
gene breite Längsflecken, hinter diesen zwei Reihen 
Schiefflecken erdfarbig 1 röthlichgelb \ der schwarze 
Streif dazwischen seitwärts zackig. Beine bräunlich 
gelb, an dem Schienbeinen zwei bräunliche Ringe 
schwach ausgedrückt. 

Länge S'". 

Die Gestalt des Vorderleibes in Hinsicht des Umris- 
ses und der Wölbung des Kopfes ganz wie bei Amaur. 
fero%f auch die Augenstellung und Form der Fresszangen 
wie bei dieser, nur die Beine verhältnissmässig kürzer 
und der Hinterleib grösser; die Behaarung aber wieder 
ganz dieselbe. 

Der glänzende Vorderleib braun, vorn verloren dunk- 
ler, in der Augengegend und am Vorderrande ins Schwarze 
übergehend. Die Fresszangen schwarz, mit braunrothen 



1 15 



Fangkrallen, letztere an der Wurzel ins Schwarze über- 
gehend. Die Lippe und die Kinnladen kastanienbraun. Die drei 
vordem Glieder der Taster bräunlichgelb, das vierte braun- 
roth mit gelblicher Spitze, das Endglied schwarz mit röth- 
lichem Anstriche. Die Brust gelbbraun, am Rande etwas 
dunkler. Der Hinterleib etwas staubig braunschwarz , in 
den Seiten gelblich kleinfleckig gemischt, vorn in den Sei- 
ten am hellsten; auf dem Rücken zwei Längsreihen erd- 
farbig röthlich gelber Flecken. Die vordem Flecken läng- 
lich, hinten etwas seitwärts gebogen; der zweite breit, und 
wie der folgende hinten etwas einwärts hakenförmig und 
wie alle folgende seitwärts schiefliegend; der dritte schmä- 
ler, und mit den folgenden stufenweise kleiner; beide Rei- 
hen durch einen etwas schmalen, hinten an den Flecken in 
ein Seiteneck erweiterten , schwarzen Längsstreif getrennt, 
und einen Zackenstreif vorstellend. Der Rauch erdfarbig 
gelblich, mit zwei bräunlichen Längsstreifen. Die Spinn- 
warzen gelblich und wie der ganze Hinterleib schwarz be- 
haart. Die Narbe braunschwarz und sehr glänzend. Die 
Seitenschildchen gelb. Die Beine bräunlich gelb, Schien- 
beine, Fersen und Tarsen mit röthlichem Anstrich, ein 
brauner, etwas schwach ausgedrückter, doch ziemlich brei- 
ter Ring an der Wurzel und Spitze der Schienbeine. 
Vaterland: Bajern. 

Anmerk. In dem sechsten Bande Seite 41 habe ich 
bereits erwähnt, dass Hahn die gegenwärtige Spinne mit 
Amaur. ferox für gleiche Art gehalten habe, und nachdem 
H. B. v. Walck in den Suit ä Buff. Amaur. terrestris 
Wid. und Clubiona claustraria Hahn, so wie die Schäf- 
ferische Abbildung Tab. 258. Fig. 6. bei seiner Clubiona 
ferox citirt hat, diese drei aber jede für sich eine ganz 

11* 



116 



eigene Art bezeichnen, so hat mich diess veranlasst, hier 
eine Abbildung des Amaur. claustrarius, und zwar von der 
lebenden Spinne entnommen, beizufügen, um damit allen- 
fallsige Zweifel zu beseitigen. 

Ich wiederhole hier, dass Amaur obius claustrarius nur 
in Wäldern , an dustern Stellen unter Steinen vorkommt, 
A. ferox aber nur an düstern Orten im Innern der Ge- 
bäude, am liebsten in Kellern, doch auch zwischen den 
Steinen alter verwahrloster Mauern, wenn sich solche an 
schattigen und etwas feuchten Lokalitäten befinden. 



Amaurobius a t r o x. 



Tab. CCCLV. Fi». S31. 



Fresszangen und Kopf dunkel pechbraun, letzter 
hinten etwas heller, Thorax gelbbräunlieh ; Hinterleib 
olivenfarbig, vorn auf dem Rücken ein hinten fast 
viereckig erweiterter , seitwärts eingekerbter Fleck 
schwarz, umgeben mit einer gelben Lichteinfassung- 
hinter diesem Fleck eine doppelte Reihe gegen ein- 
ander schief liegender vveisslicher Fleckchen , in den 
Seiten schwarze Längsfleckchen in Längsreihen ge- 
ordnet. Taster und Beine gelblich, die Schenkel un- 
ten schwärzlich gefleckt, an den Schienbeinen schwärz- 
liche Ringe. 

Länge des Mannes 3 bis 3%, des Weibes 4 bis 4 , / 2 '". 



Seite 115, Heft 5, Band 1, hat Dr. Hahn eine kurze 
Beschreibung der weiblichen Spinnen und Fig. 87. eine 



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11 



Abbildung derselben gegeben, letztere aber ist in der Form 
und Färbung verfehlt, doch nicht zu verkennen. Von der 
männlichen Spinne' finden wir als Unterscheidungscharakter 
blos erwähnt, dass das letzte Glied der Fühlfüsse aufge- 
schwollen und die Gangfiisse länger als beim Weibe seyen. 
Eine Abbildung der männlichen Spinne geht überhaupt 
noch ab. Hahn scheint das vollkommen ausgebildete Männ- 
chen nicht gekannt zu haben, denn der Ausdruck des auf- 
geschwollenen Endgliedes der Taster bezeichnet die junge 
Spinne. Ueberhaupt kommt das vollständig ausgebildete 
Männchen selten zum Vorschein; es lebt sehr verborgen 
und geht nur des Nachts seinem Geschäfte nach. Es ist 
merklich kleiner als das Weibchen, übrigens in der Ge- 
stalt des Vorderleibes und des Hinterleibes mit A. ferox 
ganz übereinstimmend, auch ist die Augenstellung nicht ab- 
weichend. Die Beine sind bedeutend länger als beim 
Weibchen, übrigens ist die Färbung der ganzen Spinne, wie 
bei diesem. Die Taster sind länger, die drei vordem Glie- 
der ohne besonderes Merkmal, das vierte etwas kurz, oben 
mit zwei Dornen, und unter diesen gegen das Endglied zu 
etwas ausgebogen; das Endglied deckt von oben die Ge- 
nitalien und erhebt sich hinten in eine Querkante; die 
Genitalien sind ganz wie bei A. ferox. 

Diese Spinne ist, wie Hahn bemerkt, nirgends sel- 
ten, was indessen nur Bezug auf das Weibchen und das 
junge Männchen hat. 



118 



Pythonissa fumosa. 



Tab. CCCLV1. Fig. 832. 



Der Vorderleib glänzend pechbraun, Hinterleib 
schwarz*, Beine und Taster rauchig gelbbraun, die 
Kniee und Schienbeine dunkler als die Schenkel. 

Länge %%'". 

Der Vorderleib etwas nieder, der Kopf etwas höher 
als der Thorax und der Quer nach etwas flach gewölbt, 
letzter dem Umrisse nach oval gerundet, mit flach geschärf- 
ten Seitenkanten ; die ganze Fläche glatt und glänzend, 
doch die Seitenfalten des Thorax deutlich. Die Augen in 
regelmässiger Stellung. Die Fresszangen stark, glänzend, 
ohne besonderes Merkmal. Der Hinterleib nicht viel brei- 
ter als der Vorderleib, und wie gewöhnlich sammetartig 
behaart, die Taster und Beine massig lang. 

Der Vorderleib durchaus pechbraun, etwas aufs Roth- 
braune ziehend ; die Fresszangen und die Brust von dersel- 
ben Farbe. Der Hinterleib schwarz mit gelbem Schildfleck 
vor den Luftlöchern und mit gelben weiblichen Genitalien; 
die Spinnwarzen braunschwarz. Taster und Beine rauchig 
gelbbraun, die Kniee und Schienbeine dunkler als die 
Schenkel, die Fersen und Tarsen braunroth. 

Auf diese Weise gezeichnete Exemplare erhielt ich 
von Herrn Dr. Rosen hau er zu Erlangen, in der dorti- 
gen Gegend gefundene Weibchen, und später aus der Ge- 
gend von Bamberg ein lebendes, das ich den Winter hin- 
durch in einem Glase aufbewahrte, und dann und wann 
mit einer Stubenfliege fütterte. 



^a/. CCCLT1. 



\J%«a / :932. 




J ' Jw, #33. 



tJ*Sa,.$32. ^/yr/r/UL« JLrnvöa ._ <_J3^ #33. &*  

■. #3//-. >: y /y„// 



ritZs-risCt .-. 






?7?S7,J. 



119 



Die Farbe der lebenden Spinne ist wie sie oben be- 
schrieben wurde, nur sind Vorderleib und Beine heller, 
auch spielt der Hinterleib seidenartig aufs Dunkelbraune 
mit dem gewöhnlichen schwarzen Querfleck über der Ein- 
lenkung. 

Vaterland: Bayer«. 



Pythonissa 11 a n a. 

Tab. CCCLVI. Fig. S33. 



Schwarz, der Rücken des Hinterleibes mit weis- 
sen Haarfleckchen. Schenkel und Schienbeine schwarz, 
alle übrigen Glieder der Beine und die Taster gelb. 

Länge 1%'". 

Diese kleine Pythonissa, von welcher nur das Weib- 
chen bekannt ist, habe ich in ihrem lebenden Zustande 
noch nicht gesehen. Die hier gegebene Abbildung ent- 
nahm ich von einem aufgesteckten Exemplärchen, das ich 
der gefälligen Mittheilung des Herrn Dr. Rosenhauer in 
Erlangen verdanke. 

Sie hat die Gestalt von P. variana, nur ist sie etwas 
schlanker. 

Der Vorderleib mit den Fresszangen und der Brust 
ist glänzend schwarz, ohne irgend eine andere Zeichnung; 
auch der Hinterleib ist glänzend schwarz , auf diesem aber 
werden am Vorrande ein aus Härchen bestehendes weisses 
Bogenstrichchen, in der Mitte der Länge ein solches Fleck- 
chen und vor der Spitze ein solches sehr kleines beider- 



120 



stits bemerkt, so dass auf dem Röcken ein weisses Bogen- 
strichchen und vier weisse Fleckchen zu sehen sind, erste- 
res und die zwei hintern Fleckchen aber in sehr schwacher 
Anlage. Die Taster, die Hüften, die Kniee , die Schien- 
beine und die Fersen der Beine sind hellgelb, die Schen- 
kel und die Schienbeine der letztern glänzend schwarz. 

Vaterland: Bayern, bis jetzt nur in der Gegend 
von Erlangen gefunden. 



Pythonissa fuliginea. 

Tab. CCCLVI. Fig. 834. 



Vorderleib pechbraun, Hinterleib russschvvarz., 
Hüften und Schenkel dottergelb, Kniee, Schienbeine 
und Fersen russbraun, die Tarsen unrein gelblich. 

Länge des Weibes 2'". 

Uebers. d. Arachn. Syst. H. 1. p. 17. 

In der Gestalt mit P. occulla ganz ubereintreffend, 
das Riickengrübchen auf dem Vorderleibe fast dreieckig. 
Die Länge der Beine in demselben Verhältniss. 

Nicht unwahrscheinlich gehört gegenwärtiges Spinn- 
chen als eine kleinere Abart zu P. oeculta. Der Bau des 
Thierchens und die Stellung der Augen sind ganz gleich, 
der Unterschied liegt also nur in der Färbung 5 ob Ueber- 
gänge vorkommen , ist zu vermuthen , indessen sind mir 
bisher noch keine Abweichungen vorgekommen, was nicht 
leicht zu erforschen ist, indem die Art unter die seltenern 
gehört, wozu das Männchen noch nicht einmal entdeckt 
werden konnte. 



121 



Der ganze Vorderleib ist pechbraun, ziemlich einfar- 
big, gegen die Kopfspitze kaum etwas verdunkelt. Die 
Brust ist etwas dunkler braun als der Thorax, der ganze 
Hinterleib aber schwarz, etwas aufs Russschwarze ziehend, 
mit hellgelben Schildflecken vor den Luftlöchern. Die 
Taster und die Hüften der Beine nähern sich dem Ocker- 
gelben, haben aber einen unreinen Anstrich; die Schenkel 
sind dottergelb, an der Spitze schmal schwärzlich, Kniee, 
Schienbeine und Fersen russbraun, das Tarsenglied bräun- 
Hchgelb. 

Der Aufenthalt ist wie bei allen Arten der Gattung 
unter Steinen oder unter feuchtem Moose, ohne Gespinnste 
frei sitzend. 

Vaterland: In hiesiger Gegend, auch in der Ober- 
pfalz, sehr vereinzelt. 



Melanophora p u s i 1 1 a. 



Tab. CCCLVl. Fig. 835. mas. 



Unter Fig. 496. Band VI. habe ich nur von dem 
Weibchen eine Abbildung gegeben, wozu ich hier das 
kleinere, vollständig ausgebildete Männchen, von der leben- 
den Spinne entnommen, nachträglich beifüge. Im Uebri- 
gen bitte ich die Beschreibung pag. 90 obigen Bandes zu 
vergleichen. 



122 



D r a s s u s murinus. 



Tab. CCCLVII. Fig. 836. 



Vorderleib rostbräunlich, am Kopf verloren schwärz- 
lich , der Kopf dick und gewölbt; Hinterleib mause- 
farbig röthlichgrau, mit einem schwarzen Bogenfleck 
über der Einlenkung; Beine etwas kurz, trüb rost- 
röthlich , Schienbeine und Endglieder dunkler. 

Länge 4% bis 5'". 

In der Färbung mit I). lapidicola Fig. 450 et 451. 
ziemlich übereinstimmend, aber in der Gestalt wesentlich 
abweichend. Der Vorderleib kürzer und dicker, besonders 
der Kopf breiter und gewölbter; die Augen in derselben 
Stellung, nur die zwei hintern Mittelaugen näher und fast 
dicht beisammen liegend. Die Fresszangen etwas kurz, an 
der Wurzel knieartig stark gewölbt. Die Brust gross, herz- 
förmig, in der Mitte flach, an den Seiten eckig. Der Hin- 
terleib lang, ziemlich hoch, mit etwas kürzern Spinnwar- 
zen. Die weiblichen Genitalien hufeisenförmig, vorn offen, 
zwischen dem erhöhten, stark geglätteten Hufeisenzuge zwei 
erhöhte Längskiele mit einer schmalen Furche dazwischen. 
Die Schildchen vor den Luftlöchern vorn gewunden, hin- 
ten abgestutzt. Die Beine merklich kürzer als bei D. la- 
pidicola, etwas stämmiger, übrigens ohne besonderes Merk- 
mal. 

Der Vorderleib gelblich, etwas aufs Roströthliche zie- 
hend, vorn am Kopfe verloren schwärzlich, ohne schwarze 
Kantenlinie am Thorax. Die Fresszangen röthlich schwarz. 
Die Taster roströthlich, das Endglied aufs Schwärzliche 



c 



'_-Av/ . So). 




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öot.oj. 



123 

ziehend Die Brust von der Farbe des Thorax, am Rande 
etwas verdunkelt. Der Hinterleib oben und unten mäuse- 
färbig röthlichgrau, über der Einlenkung der gewöhnliehe, 
aus Haaren bestehende Bogenfleck schwarz, und auf der 
Vorderhälfte des Rückens ein Längsstreif bräunlich. Die 
Spinnwarzen gelbbräunlich, an der Spitze schmal braun. 
Die Schildchen vor den Luftlöchern hellgelb. Das Hufei- 
sen der weiblichen Genitalien schwarz, und die Kiele des 
Innern gelb. Die Beine roströthlich , etwas durchsichtig, 
die Schienbeine und folgenden Glieder dunkler und mit 
etwas russigem Anstriche. 

Hahn sagt in seiner Beschreibung Band II. pag. 54, 
dass diese Art bei Nürnberg nicht selten vorkomme, und 
dass das Männchen eben so gross als das Weibchen sev, 
und nur einen schmälern Hinterleib habe. 

In hiesiger Gegend ist sie eine Seltenheit, bei Erlan- 
gen aber fand ich sie ziemlich häufig, ohne jedoch zu ei- 
nem Männchen zu gelangen. Da bei der grossen Aehn- 
lichkeit der Drassusarten unter sich, eine umfassendere Be- 
schreibung nicht ohne Bedürfniss ist, so habe ich eine 
solche zur Hahn'schen nachträglich hier eingeschaltet 
und eine von der lebenden Spinne entworfene Abbildung 
beigefügt. 



Drassus fuscus 



Tab. CCCLVII. Fig. 837. 



Vorderleib etwas schmal oval, glänzend, roth- 
braun ; Hinterleib mäusefarbig braun , mit einem 



124 



schwarzen Haarfleck über der Einlenkung. Die Beine 
massig lang, gleich den Tastern braunroth, das End- 
glied der letztern kastanienbraun. 
Länge 4 bis 4%"'. 

Latr. Gen. crust. et ins. I. p. 87. n. 2. 
Sundev. V. A. H. 1831. p. 134. n. 2. 

Der Vorderleib glänzend, der Kopf vorn verhältniss- 
mässig schmäler als bei D. Lapidicola, und mit einer mehr 
merklichen Schwingung in den Rand des Thorax überge- 
hend 5 der Thorax dem Umrisse nach länglich oval mit dem 
Kopfe gleichhoch, etwas rund gewölbt, mit deutlichen 
Seitenfalten und licht mit etwas langen, weichen Här- 
chen versehen. Die Augen stehen ganz regelmässig, 
nur sind die zwei mittlem der vordem Reihe etwas grös- 
ser als solche bei D. Lapidicola, auch liegt die vordere 
Reihe etwas näher am Vorderrande als bei diesem. Die 
Fresszangen stark, glänzend, nicht sehr lang. Die Brust 
glänzend, flach gewölbt, eiförmig, sehr licht feinhaarig. 
Der Hinterleib länglich, nicht viel breiter als der Vorder- 
leib, hinten etwas allmählig erweitert, oben und unten 
dicht mit seidenartigem Filze bedeckt; die Schilde vor den 
Luftlöchern gross und glatt. Taster und Beine von ge- 
wöhnlicher Gestalt , letztere merklich kürzer und stämmi- 
ger als die des D. Lapidicola, auch der Filz der Tarsen- 
sohle dichter. 

Der Vorderleib ziemlich dunkel rothbraun, an der 
Kopfspitze verloren braunschwarz, ein schmaler Saum an 
den Seitenkanten schwarz. Die Taster dunkel rothbraun, 
eben so die Brust. Der Hinterleib oben und in den Sei- 
ten braun, etwas mäusegrau spielend, auf dem Rücken der 
Länge nach mehr verdunkelt, über der Einlenkung ein aus 
längern Härchen bestehender Fleck seidenartig schwarz; der 



125 



Bauch dunkelbraun oder schwarzbraun- die Spinnwarzen 
braunroth, die Schildflecken gelb. Taster und Beine roth- 
braun, etwas heller als der Vorderleib, das Endglied der 
Taster dunkler rothbraun oder kastanienbraun, eben so auch 
die zwei Endglieder der Beine dunkler als die vordem. 

Von dieser schon längst bekannten Spinne geht das 
Männchen bis jetzt noch immer ab. Sie gehört zu den 
seltenern Arten, und da von den verborgen lebenden Dras- 
siden die Männchen ohnehin sehr selten zum Vorschein 
kommen, so ist es ein reiner Zufall, wenn es gelingt, 
solches zu entdecken. 

Vaterland: Frankreich und Deutschland. In hiesi- 
ger Gegend ist er recht selten, weniger selten bei Er- 
langen. 

Anmerk. In der Svnonymie dieser von Latreille zu- 
erst bekannt gemachten Spinne findn sicrmancherlei Unrich- 
tigkeiten, welche nicht leicht zu lösen sind. Ich zweifle nicht, 
dass die hier abgebildete und beschriebene Art dieselbe ist, 
welche Latr. p. 87. seiner Gen. crust. et ins. zwar kurz 
aber mit dieser ganz übereinstimmend beschrieben hat. 
Eben so unbezweifelt möchte ich Drass. montanus Hahn 
Fig. 103 des zweiten Bandes der Arachniden hierher zie- 
hen , wie ich auch schon in dem ersten Uebersichtshefte 
des Arachnidensystems erörtert habe. Allein Drass. juscus 
Walck. Sw'tes ä Buff. p. 617. wird sich kaum mit der 
LatreilTschen Art vereinigen lassen, indem Latreille der 
schwarzen Schenkel keiner Erwähnung macht. Drassus ti- 
bialis Hahn Monogr. 7. t. 2. f. 6., welchen Walck. bei 
Drassus fuscus zitirtc, ist wohl ohne Zweifel dieselbe Art, 
wozu auch meine Melanophora pedestris als das Männchen 
zu ziehen wäre. Aber sowohl die Hahn' sehe als auch 
meine pedestris ist eine Melanophora, welche nie zur Grösse 



126 



des Drassus fuscus gelangen, eine Grösse, die nach Latr., 
der von dessen Drass. melano gaster , also einer der gros- 
sem Arten gleichkommt. 



Drassus severus. 



Tab. CCCLVII. Fig. S38. 



Damals, als ich von der gegenwärtigen Spezies die 
Abbildung und Beschreibung im ersten Hefte des sechsten 
Bandes gegeben habe, war mir die männliche Spinne noch 
unbekannt, obwohl mir mehre Exemplare, aber lauter 
Weibchen , zugekommen waren. Inzwischen ist mir auch 
das Männchen mitgetheilt worden, allein nur ein aufge- 
stecktes Stück, das zuvor in Weingeist aufbewahrt war, 
wodurch die Zeichnung des Hinterleibes unkenntlich ge- 
worden ist. 

Das Männchen ist , wie überhaupt die Männchen der 
Drassiden, schlanker gebaut, der Vorderleib wie bei dem 
Weibchen, die Fresszangen aber sehr gross, und die Beine 
merklich länger als bei diesem. Die Taster sind ziemlich 
wie bei 1). Lapidicola, doch ist das vorletzte Glied etwas 
kürzer. 

Vorderleib und Beine sind wie beim Weibchen ge- 
färbt, nur etwas heller, vermuthlich eine Folge der frühern 
Aufbewahrung in Weingeist; von den braunen Faltenstri- 
chen und dem bräunlichen Seilenrande ist keine Spur vor- 
handen; die Fresszangen und der Vordertheil des Kopfes 
aber färben sich dunkler rostbraun • die weisslichen gegen- 



JW. CCCLIIIL 




< S/o-- 240: 



Jiüz/. $44. 






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841. 



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127 



einander liegende SchiefÜeckchen auf dem Hinterleibe sind 
nicht zu erkennen • dieser ist wie bei D. Lapidicola ein- 
farbig mausefarbig röthlichgrau. Taster und Beine sind 
roströthlich, erstere an den zwei Endgliedern etwas dunk- 
ler als an den vordem. 



Drassus lutescens. 



Tab. CCCLVI1I. Fig. 839. 



Eine spätere Zusendung griechischer Arachniden setzt 
mich in den Stand nunmehr auch eine Beschreibung und 
Abbildung des Mannes von Drassus lutescens nachträglich 
zu liefern. Ich habe zwar nur ein einziges, aber ganz voll- 
ständiges, in Weingeist aufbewahrtes Exemplarchen vor 
mir, allein dass solches als Mann zu der im ersten Hefte 
<\es sechsten Bandes unter Fig. 445. gelieferten weiblichen 
Abbildung gehöre, unterliegt bei vollständiger Übereinstim- 
mung der Hauptcharaktere wohl keinem Zweifel. 

Das Männchen ist kleiner und schlanker*, seine Beine 
sind dünner und verhältnissmässig länger, als beim Weib- 
chen, auch die Fresszangen sind grösser, obwohl nicht 
stärker. Die Taster sind lang und dünn ; sie weichen von 
denen des Drassus Lapidicola hauptsächlich darin ab, dass 
das vorletzte Glied merklich länger ist. 

Die Färbung ist ziemlich wie beim Weibchen, doch 
zieht Vorderleib und Beine etwas aufs Rostgelbliche, auch 
sind die Fresszangen etwas dunkler. 



12S 



Die vier Mittelaugen sind bei beiden Geschlechtern 
paarweise einander genähert, und formiren ziemlich ein re- 
guläres Oblongum. 



Drassus cinereus. 

Tab. CCCLV1II. Fig. S40. 



Vorderleib ockergelb, ohne schwarze Randkante, 
Taster und Beine ebenfalls ockergelb, heller als der 
Thorax; Hinterleib oben und unten mäusegrau. 

Länge 3% bis 4'". 

In der Gestalt von D. Lapidicola sehr wenig verschie- 
den; der Kopf vorn gegen den Vorderrand flacher abge- 
dacht und die vordere Augenreihe weiter vom Vorderran- 
de entfernt, als bei diesem. Die Beine etwas kürzer. 

Der Vorderleib einfarbig ockergelb , ohne braun oder 
schwarz verdunkelte Randkante. Die Fresszangen gelblich- 
rostroth. Die Brust ockergelb, wie der Thorax. Taster 
und Beine gleichfarbig ockergelb, etwas heller als der 
Vorderleib, der Filz auf der Sohle der Tarsen grau. Der 
Hinterleib oben und unten mäusegrau, in den Seiten etwas 
heller, vorn über der Einlenkung der gewöhnliche Haar- 
fleck braunschwarz; die Spinnwarzen ockergelb: die Schild- 
flecken hellgelb. 

Dr. Hahn, welcher von der weiblichen Spinne Fig. 95. 
eine kenntliche Abbildung gegeben hat, erwähnt in seiner 
Beschreibung des Männchens nur mit dem Unterschiede, 
dass die Endglieder der Fühlfüsse verdickt sind. Hier habe 
ich diese Art bisher vergeblich gesucht, und sie würde 



129 



mir auch unbekannt geblieben seyn, wenn mir nicht Herr 
Dr. Rosenhauer in Erlangen solche in mehreren Exem- 
plaren mitgetheilt halte. Unter diesen befand sich ein 
Männchen, aber mit noch nicht vollständig ausgebildeten 
Tastern , eben so wie es Hahn mit wenigen Worten be- 
zeichnet hat. — Auf welche Weise sich die Taster bei 
entwickelten Genitalien ausbilden, wäre also noch zu er- 
forschen, soviel indessen an der Form solcher des jungen 
Männchens zu entnehmen ist, so wird das vorletzte Glied 
merklich kürzer als bei D. Lapidicola ausfallen, ein we- 
sentlicher Charakter zur Bestätigung der Art. 



Clubiona comta 



Tab. CCCLVIII. Fig. 841. 



Vorderleib bräunlich olivengrün*, Fresszangen 
braunschwarz ; Hinterleib oben staubig braunschwarz, 
vorn drei Längsstriche nebeneinander und hinter die- 
sen paarweise Laubfleckchen und die Seiten röthlich 
ockergelb. Beine hell ockergelb. Mann. 
Länge 2%'". 

Im ersten Hefte des sechsten Bandes lieferte ich die 
Abbildung und Beschreibung der weiblichen Spinne; da- 
mals war mir das vollständig ausgebildete Männchen noch 
nicht bekannt, obschon mir das junge Männchen, das dem 
Weibchen ganz gleich sieht , und nur an dem längern 
birnförmigen Endgliede der Taster von diesem zu unter- 
scheiden ist, Öfters vorkam. Indessen ist es mir gelungen, 
ein solches junges Männchen, in einem mit feuchtem Moose 
X. 6. 12 



130 



angefüllten Glase, den Winter hindurch lebend und wohl- 
behalten durchzubringen. Im Monate April häutete es sich 
und erschien mit vollständig ausgebildeten Genitalien. In 
der Gestalt kommt solches mit dem Weibchen ziemlich 
überein, nur sind die Beine etwas länger, und der Hinter- 
leib, wie überhaupt bei den männlichen Clubionen, dün- 
ner und schlanker. Die männlichen Taster haben vollkom- 
men die Gestalt von denen der männlichen Clubiona erra- 
tica. Der Vorderleib ist bräunlich und etwas durchsichtig 
olivengrün, mit feiner, schwarzer Kanteneinfassung an den 
Seiten. Die Fresszangen sind braunschwarz. Die Taster 
und Beine haben die Färbung wie beim Männchen, nur 
sind die zwei vorletzten Glieder der Taster dunkler und 
ziehen aufs Blassbräunliche , das Häkchen am vorletzten 
Gliede ist schwarz 5 die Genitalien nähern sich dem Hell- 
rostfarbigen. Der Hinterleib hat eigentlich dieselbe Zeich- 
nung wie das Weibchen, nur sind die schwarzen Flecken 
der äussern Reihe der Länge nach zusammengeflossen, und 
bilden die ockergelben Flecken im schwarzen Grunde. Die 
drei dunkelbraunen Streifen auf dem Bauche sind wie bei 
dem Weibchen. 

Sie hielt sich den Winter über in einem durchsichti- 
gen, leichten, (lach sackförmigen Gewebe auf, das sie erst 
verliess , als ich ihr gegen das Frühjahr hin einige kleine 
Fliegen zur Nahrung gab, die sie sogleich ergriff und aus- 
saugte. 



^%2i CCCLTX. 



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Jka<. M5. 



Ata. <?4-%. Clu^/t€^i^z ewu&tica/ mad <S%ta/. ?4-3. *€i  /rr 



zu 




6. 



131 

Clubiona erratica. 

Tab. CCCLIX. Fig. S42 mas, Flg. 843. fein. 



Der Vorderleib blafs olivengelb, der Hinterleib 
strohgelb, ein Fleck über der Einlenkung und ein 
hinten spitz auslaufender Längsstreif schwarz. Beine 
blass ockergelb. 

Länge des Mannes 2%, des Weibes 3%'". 

In der Gestalt herrscht unter den Clubionen grosse 
Uebereinstimmung, und ein wesentlicher Unterschied ist 
in dieser Beziehung selten da. Auch die gegenwärtige Art 
ist mit Cl. holosericea ganz übereinstimmend, doch ist sie 
standhaft kleiner. 

Der Vorderleib schlag- oder hellolivengelb, vorn am 
Kopfe verloren ins Bräunlichrothe übergehend, eigentlich 
die Fresszangen dunkler durchscheinend, an den Seitenkan- 
ten keine braune Randlinie; die Fläche mit strohgelben 
Härchen sammetartig zart belegt. Die Fresszangen dunkel 
kastanienbraun, oder schwarz aufs Röthliche ziehend. Die 
Taster blass ockergelb, das Endglied beim Weibchen bräun- 
lich, beim Männchen die Genitalien dunkelbraun. Der 
Hinterleib etwas rothlich oder fahl strohgelb, an der Spitze 
etwas verloren verdunkelt, durchaus seidenartig schimmernd, 
über der Einlenkung ein Vorderrandsfleck, und von diesem 
ausgehend ein nicht g3nz bis zur Spitze ziehender, hinten 
spitz auslaufender, nicht ungewöhnlich hinten mehrfach 
durchbrochener, schmaler Längsstreif schwarz, vorn etwas 
spiessförmig, mit der Spitze gegen die Wurzel liegend, 
erweitert; die Spinnwarzen bräunlichgelb; der Bauch etwas 
dunkler als die Oberseite, übrigens von derselben Farbe. 

12* 



132 



Die Beine blass ockergelb, die Endglieder kaum ein wenig 
verdunkelt. 

Das Männchen und Weibchen sehen einander ganz 
gleich, nur ist ersteres, wie gewöhnlich, kleiner und schlan- 
ker, überdiess hauptsächlich an den Tastern zu erkennen, 

Vaterland: Deutschland. Ich fand sie in verschie- 
denen Gegenden Bayerns, in tiefen Lagen und Gebirgen, 
sogar in den Voralpen. Sie ist nicht gemein und lebt ver- 
borgen, gern unter abgelöster, noch an den Bäumen be- 
findlicher Rinde. 



Clubiona trivialis. 

Tab. CCCLIX. Fig. S44. mas, Fig. 845. fem. 



Vorderleib erdfarbig gelblich, mit einem braunen 
Fleck über dem Vorderrande des Kopfes ; Hinterleib 
ruthbraun, seidenartig weiss spielend $ Beine und Ta- 
ster gelblich, das Endglied der Taster bräunlich. 

Länge des Männchens kaum 2%'", des Weibchens 
nur wenig grösser. 

In der Gestalt mit Cl. holosericea ziemlich überein- 
stimmend, der Kopf fast etwas breiter, übrigens ist diese 
Art standhaft nur halb so gross. 

Der Vorderleib ist gleichfarbig erdfarbig gelblich, hel- 
ler und dunkler, grauweiss seidenartig licht behaart, an den 
Seitenkanten zuweilen eine Einfassung bräunlich, ein Fleck 
über dem Vorderrande des Kopfes, worin die zwei mitt- 
lem Augen der vordem Reihe liegen, aber dunkelbraun; 
die Augen schwarz, beim lebenden Thierchen die Pupille 



133 



weisslich glänzend. Die Fresszangen gelbbraun oder roth- 
braun, an der Spitze verloren dunkler, mit rostrothen 
Fangkrallen. Die Taster gelblich, etwas durchsichtig, das 
Endglied der des Weibchens bräunlich dunkler, dasselbe 
der des Männchens braun, weisslich behaart, die Genita- 
lien schwarzbraun. Die Brust bräunlichgelb, am Rande 
stark eckig und etwas verdunkelt. Der Hinterleib oben 
und unten rothbraun , aufs Weinrothe ziehend , grauweiss 
behaart und mit weisslichem Seidenschimmer} die Spinn- 
warzen gelbbraun ; der Schildfleck vor den Luftlöchern 
gelblichweiss. 

Männchen und Weibchen haben gleiche Färbung, nur 
sind beide in den ersten Tagen nach der letzten Häutung 
viel blasser. 

Zuweilen haben gegen Ende des Monates April einige 
Männchen vollkommen ausgebildete Taster, doch fällt die 
letzte Häutung gewöhnlich in den Monat Mai. Ihr Auf- 
enthalt ist entweder im Moose auf der Erde, gern am 
Saume der Wälder, oder auf niederm Gesträuche. Ihr 
Benehmen ist jenem der Cl. holosericea gleich. 

Vaterland: Süddeutschland. In hiesiger Gegend 
nicht häufig. 



134 



Clubiona Phragmitis. 

Tab. CCCLX. Fig. 846. mas, Fig. 847. fem. 



Vorderleib durchsichtig hell olivengelb, mit einein 
braunen Bogenfleckchen auf den vordem Mittelau- 
gen ; Hinterleib oben und unten olivengelb mit bräun- 
lichgelben Spinnvvarzen; Taster und Beine durchsich- 
tig, blass rothlichgelb. 

Länge des Mannes 3, des Weibes 3%'". 

In der Gestalt mit Cl. erratica übereinstimmend und 
mit dieser nahe verwandt. 

Der Vorderleib etwas durchsichtig blass olivengeib, 
die darauf liegenden Härchen weisslich schimmernd, der 
Vordertheil des Kopfes bis über die Hinteraiigen verloren 
blassröthlich \ an den Seitenkanten keine dunkle Einfas- 
sung y die Augen braunschwarz mit einem braunen schma- 
len Reifchen und mit einem oben bogigen Fleck über den 
vordem Mittelaugen, gewöhnlich beide verbindend, auch 
solche öfters deckend. Die Fresszangen rostroth oder rost- 
braun, an der Wurzel heller und nicht ungewöhnlich ver- 
loren gelblich. Lefze und Kinnlade weisslich oder blass 
graugelblich. Die Brust reiner gelb, fast schwefelgelb. 
Der Hinterleib oben und unten olivengelb, die Härchen 
aufs Gelblichweisse spielend, der Saum der Spinnwarzen- 
Öffnung gelb. Die Spinnwarzen bräunlichgelb. Die Schild- 
fleckchen vor den Luftlöchern hellgelb. Taster und Beine 



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135 



gleichfarbig durchsichtig, sehr blass röthlichgelb mit schwar- 
zen Krallen. 

Das Männchen ist etwas dunkler als das hier beschrie- 
bene Weibchen, dessen Fresszangen sind stärker und von 
Farbe viel dunkler, gewöhnlich rostbraun. Beine und Ta- 
ster sind sehr hellfarbig ockergelb, das Endglied röthlich- 
gelb, die Genitalien dunkelbraun. 

Ich fand sie nie anders als auf Pflanzen oder niederm 
Gesträuche am Rande der Weiher oder andern Wasser- 
behältern, wo sie in manchen Orten ziemlich häufig er- 
scheint. Im Monat Mai und Juni sind die Männchen mit 
vollständig ausgebildeten Tastern versehen, und alsdann in 
der Nähe der Weibchen anzutreffen. 

Vaterland : In hiesiger Gegend, häufiger bei Er- 
langen. 



Clubiona pellucida. 

Tab. CCCLX. Fig. 848 



Vorderleib, Taster und Beine durchsichtig, sehr 
blass weisslichgrau, Hinterleib blassgelb, in den Sei- 
ten verloren etwas dunkler, jedes Auge in einem be- 
sondern kleinen schwarzen Fleckchen. 



Länge 2%'". 



Die Gestalt von Cl. holosericea, aber sehr zart. 

Kopf und Thorax weisslichgrau, ein wenig aufs Oli- 
vengraue ziehend; die Augen schwarz, jedes mit einem braun- 
schwarzen oder schwarzen, schmalen Ringchen umgeben, 



136 



das Ringchen der zwei mittlem Augen der vordem Reihe 
rückwärts etwas verlängert. Die Fresszangen sehr blass 
röthlich, an der Wurzel heller. Die Brust schwefelgelb, 
am Rande eine schmale bräunliche Einfassung. Der Hin- 
terleib oben und unten blassgelb , in den Seiten verloren 
dunkler* die Spinnwarzen gelblich, an der Spitze ins Blass- 
graue übergehend; die Schildchen vor den Luftlöchern 
weisslich. Taster und Beine durchsichtig blass weisslich- 
grau. 

Sie gehört zu den seltenem Arten dieser Gattung, 
doch sah ich sie öfter auf einer Reise, die mich durch die 
Gegend von Erlangen führte, in dem dortigen Regnitzthale. 
Ihr Aufenthalt ist auf Gesträuch in Wiesen oder freien 
niedern Gegenden. 



Vaterland: Bayern. 



Clubiona rubicunda. 



Tab. CCCLX. Fig. 849. 



Vorderleib rostgelb, Hinterleib rostroth, jedes 
Auge in einem braunen Fleckchen; Hüften und Schen- 
kel rostgelb, die folgenden Beinglieder bräunlichroth. 

Länge 3%'". 

Die Gestalt ziemlich von Cl. holosericea, der Thorax 
etwas breiter und an den Seiten gegen den Kopfrand stär- 
ker ausgeschwungen; die Rückenritze ist ziemlich tief, die 
vordere Augenreihe stehet etwas hoher über dem Vorder- 



137 



rand des Kopfes, als der Durchmesser eines Mittelauges 
ausmacht. Die vordere Augenreihe biegt sich sehr wenig 
rückwärts, die hintere etwas mehr vorwärts, im Ganzen 
ist die Stellung regelmässig. Die Fresszangen sind stark, 
massig lang, glänzend, an der Wurzel knieartig gewölbt. 
Die Brust ist flach gewölbt, sehr glänzend, glatt, vorn 
breit, sich hinten spitz verlängernd und ziemlich herzför- 
mig. Der Hinterleib hat die Form von dem der Cl. holo- 
sericea, führt aber weniger Seidenglanz; die Spinnwarzen 
sind etwas kürzer, die Schildchen vor den Luftlöchern 
länglich , hinten mit längern Haaren buschartig besetzt. 
Die massig langen Beine haben nichts Besonderes, eben 
so die Taster. 

Kopf und Thorax röthlich ockergelb, erster vorn et- 
was dunkler, an den Seiten des Thorax etwas heller. Die 
Augen braun, mit weisslich durchsichtiger Pupille, jedes 
Auge in einem schwarzbraunen Ringchen, die Ringe der 
zwei mittlem Augen der vordem Reihe breiter und zu- 
sammengeflossen, und ein grösseres Fleckchen, in wel- 
chem diese zwei Augen liegen, vorstellend. Die Fress- 
zangen gelblich braunroth, an der Spitze dunkler. Die 
Taster bräunlich ockergelb, etwas durchsichtig, Das vierte 
Glied dunkler als die vordem. Das Endglied rostbraun. 
Die Brust hat die Farbe des Thorax. Der ganze Hinter- 
leib oben und unten dunkel ziegelroth, oder rostroth, vorn 
auf dem Rücken ein hinten spitz ausgehender Strich etwas 
dunkler, oder bräunlich, doch nur beim lebenden Thier 
sichtbar. Die Spinnwarzen durchsichtig gelbbräunlich. Die 
Schildchen vor den Luftlöchern weisslichgclb, sehr hell 
und glanzlos. Die Hüften und Schenkel der Beine etwas 
durchsichtig bräunlich ockergelb, die Kniee an der Wur- 



138 



zel dunkler, die Schienbeine und die zwei folgenden Glie- 
der bräunlichrostroth , dunkler als die Schenkel. 

Das Männchen ist mir noch nicht vorgekommen. 

Ich fand die Weibchen im Moose auf der Erde in 
Wäldern , ist aber selten. 

Vaterland: Die Provinz Oberpfalz in Bayern. 

An merk. Ein in einem Glase eingesperrtes vollstän- 
dig erwachsenes "Weibchen legte im Anfange des Monats 
Mai seine Eier in zwei Klumpen zusammen und überspann 
solche mit einem weichen, papierartigen , undurchsichtigen 
Gewebe, auf der obern Seite mit kleinen Moostheilchen 
und Erdklumpchen dicht belegt und mit Fäden befestigt. 
Die Eierchen sind ziemlich gross und von Farbe weiss. 



Verzeichnifs 



der im X. Bande 



beschriebenen und abgebildeten Arten. 



Pag. 
Ag e /e na 

Pensylvanica 111 

Syriaca 110 

Amaurob in s 

atrox 116 

claustrarius 114 

roscidus 113 

Ära nea 

Honibergii Scop 95 

Ariadna 

pallida 90 

At ea 

incerta 100 

B r o th e as 

Bonariensis 12 

erythrodactylus 16 

nigrocinctus 14 

Che Ufer 

cancroides Latr 41 

Degeeri 53 

depressus 57 

Europaeus Degeer 41 

Fabricii 50 

Geoffroyi Leach , 56 

grandimanus 38 

granulatus 37 

Hahnii 51 

Hermanni Leach 41 



Tab. 



Fig. 



CCCLIV 828 

CCCLIV 827 

CCCLV 831 

CCCLV 830 

CCCLV 829 



CCCL 



817 



CCCL1I 822 

CCCXIX 762 
CCCXXX 764 
CCCXXIX 763 

CCCXXXVIII 780 

CCCXLI 788,789 
CCCXL1I 792 

• m • • • • 

CCCXL 786 

CCCXLII 791 

CCCXXXVII 778 

CCCXXXVII 777 

CCCXL 787 



140 



Pag. 

Che Ufer 

ischnochelus Herrn 77 

ixoides 39 

Latreillii Leach 41 

Muscorum Leach 43 

Olfersii Leach 56 

Panzeri 44 

Reussii 48 

Schaefferi 55 

trombidioides Latr 77 

Wideri , 47 

Chthonius 

orthodactylus Leach 79 

trombidioides 76 

Clotho 

cycacea 85 

Goudoti Latr. ffalck 86 

guttata 87 

limbata 89 

stellata 88 

Clubiona 

comta 129 

erratica 131 

pellucida 135 

Phragmitis 133 

trivialis 132 

rubicunda 138 

D rassus 

cinereus 128 

ruscus Latr. Sund 123 

lutescens 127 

murinus 122 

severus 126 

JJ ysd er a 

Hombergii fValck 95 

gracilis Wider 95 



Tab. 



Fig. 



CCC XXXVIII 779 

» • • • • » 

CCCXXXV1II 781 

• • • • • • 

CCCXXXIX 782,783 

CCCXL 785 

CCCXLI 790 

• • • • • • 

CCCXXXIX 784 

CCCXLV1I 808 

CCCXLVII 606,607 

CCCXLIX 812 

CCCXLIX 813 

CCCXLIX 814 

CCCL 816 

CCCL 815 

CCCLVIII 841 

CCCLIX 842, 843 

CCCLX 848 

CCCLX 846,847 

CCCLIX 844, 845 

CCCLX 849 

CCCLVIII 840 

CCCLV1I 837 

CCCLVIII 839 

CCCLVII 836 

CCCL VII 838 

CCCLI 819,820 



141 

Pag. 
E nyo 

Germanica 80 

Graeca 83 

Gea 

spinipes < 101 

He rsilia 

caudata Sav. JValck 103 

I schnür us 

melampus 1 

Lucio. 

Germanica Koch 82 

Melanoph ora 

pusilla 121 

Obisium 

cancroides Herrn 65 

cancroides JValck. 41 

dubium 75 

Dumicola 64 

elimatum 71 

fuscimanum 63 

gracile 73 

Muscorum Leach 67 

orthodactylum Leach 79 

sylvaticum 61 

tenellum 69 

Opist Ophthal mus 

pallipes 3 

P elorus 

rufimanus 59 

P halangium 

cancroides Linn 41 

caudatum Linn. Fab. Herbst 26 

Philo i ca 

linotina 108 

Phrynus 

Ceylonicus 35 

Poltys 

illepidus 97 



Tab. 



Fig. 



CCCXLV1II 809,810 

CCCXLVIII 811 

CCCLII 823 

CCCLIIl 824 

CCCXXV 756 



CCCLVI 835 

CCCXLIV 798 

• • • • • • 

CCCXLVI 808 

CCCXLIV 797 

CCCXLV 801,802 

CCCXLIll 796 

CCCXLVI 803,804 

CCCXLIV 799 

• • • • • • 

CCCXLIll 794,795 

CCCXLV 800 

CCCXXVI 757 

CCCXLII 793 



CCCLIV 826 

CCCXXXVI 776 

CCCLII 821 



142 



Pag. 
P y thonissa 

fuliginea , 120 

fumosa 118 

nana 119 

S corpi o 

cancroides Fab 41 

Scorpius 

Naupliensis 18 

Oravitzensis , 17 

Segestria 

Bavarica 93 

Te g e na ria 

Atrica 105 

Thelyphonus 

Antillanus , 29 

Australianus 33 

Brasilianus 24 

giganteus 21 

Linganus 31 

Manilanus 28 

Proscorpio Latr 26 

rufipes 23 

f^ae/ovis 

asperulus 11 

Carolinus 7 

flavescens 9 

nitidulus 4 



Tab, 

CCCLVI 
CCCLVI 
CCCLVI 



Fig. 

834 
832 
833 



CCCXXX 766 

CCCXXX 765 

CCCLI 818 

CCCLIII 825 



CCCXXX1V 


773 


CCCXXXV 


775 


CCCXXXII1 


770 


CCCXXXI 


767 


CCCXXXV 


774 


CCCXXX1V 


772 


CCCXXXI1I 


771 


CCCXXXII 


769 


CCCXXVIII 


761 


CCCXXVII 


759 


CCCXXVIII 


760 


CCCXXVII 


758 



Berichtigung. * 

Seite 61 ist in den zwei ersten Zeilen der Beschreibung Obisium 
syloaticum mit der vorhergehenden Art verglichen worden, ein Feh- 
ler der Reihenfolge, der darin liegt, dafs Obisium Muscorum, dem 
erstem vorangehen sollte, aber diesem Seite 67, Fig. 799 nun nach- 
folgt. Man lese daher: 

Die Gröfsc der bekannten Arten und mit Obisium Muscorum 
Leach. n .he verwandt etc. 



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