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Full text of "Die Asterocheriden des Golfes von Neapel und der angrenzenden Meeres-Abschnitte"

WILSON COPEPOD LIBRARY 
Smithsonian Institution 
Invertebrate Zoology 
(Crustacea) 



WILSON COPEPOD LIBRARY 
Smithsonian Institution 
Invertebrate Zcology 
(Crustacea) 



\ 



FAUNA UND FLORA 

DES GOLFES VON NEAPEL 

UND DER 

ANGRENZENDEN MEERES-ABSCHNITTE 

HERAUSGEGEBEN 

VON DER 

ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL. 



25. MONOGRAPHIE: 

ASTEEOCHEKIDEN 

VON 
DR. WILHELM GIESBRECHT. 

— • MIT 11 TAFELN. •— 



BERLIN 

VERLAG VON R. FRIEDLÄNDER & SOHN 

1899. 
"Subscriptionspreis jährlich 50 Mark. 



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^' Smithsonian Institution 

£A/V"0 Invertebrate Zoology 

DIE (Crustacea) .^ 

ASTEROCHERIDEN 

DES 

GOLFES VON NEAPEL 

UND DER 

ANGRENZENDEN MEERES-ABSCHNITTE 



VON 



Dr. WILHELM GIESBRECHT. 



. MIT 11 TAFELN. •- 



HERAUSGEGEBEN 



VON DER 



ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL. 




BERLIN Wilson 

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VERLAG VON R. FRTEDLÄNDER & SOHN 



1899. 
Ladenpreis 80 Mark. 






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IaV- 



Inhalt. 



WILSON COPEPOD LIBRARY 

Smithsonian Institution 
Invertebrate Zoology 
(Crustacea) 



Seite | 

A. Beschreibung der Species von Neapel . . l 

a. Asterocheres 1 

b. Dermatomyzon 7 

c. Rhynchomyzon 10 

d. Collocheres 12 

e. Acontiophorus 14 

f. Scottocheres 17 

g. Pontoeciella 20 

h. Ratania 22 

i. Myzopontius 24 

k. Sestropontius 26 

1. Bradypontius 27 

m. Cryptopontius 30 

n. Dyspontius 33 

o. Pteropontius 36 

p. Dystrogus 38 

q. Parartotrogus 40 

r. Cancerilla 41 

B. Systematik 45 

a. Stellung der Familie im System der Cope- 

poden . 45 

b. Umfang der Familie 61 

c. Subfamilien 64 

d. Genera und Species; Synonymie 67 

I. Asterocberinae 67 

1. Asterocheres 70 

2. Dermatomyzon 77 

3. Rhynchomyzon 78 

4. Collocheres 79 

5. Scottomyzon 80 

6. Acontiophorus 81 

7. Scottocheres 82 

IL Pontoeciellinae, Pontoeciella 83 

III. Rataniinae, Ratania 84 

IV. Dyspontiinae 84 

1. Myzopontius. 85 

2. Neopontius 85 

3. Cribropontius 86 



Seite 

4. Sestropontius 88 

5. Bradypontius 88 

6. Cryptopontius 89 

7. Dyspontius 90 

8. Pteropontius 91 

9. Dystrogus 91 

10. Artotrogus 92 

V. Cancerillinae 94 

1. Parartotrogus ... 94 

2. Cancerilla 95 

e. Diagnosen; Asterocberidae 96 

I. Asterocherinae . 98 

1. Asterocheres 99 

2. Dermatomyzon 101 

3. Rhynchomyzon 102 

4. Collocheres 102 

5. Scottomyzon 103 

6. Acontiophorus 103 

7. Scottocheres * . 104 

II. Pontoeciellinae 104 

8. Pontoeciella ... 105 

III. Rataniinae 105 

9. Ratania 105 

IV. Dyspontiinae 105 

10. Myzopontius 106 

1 1 . Neopontius 106 

12. Cribropontius 107 

13. Sestropontius 107 

14. Bradypontius 107 

15. Cryptopontius 108 

16. Dyspontius 109 

17. Pteropontius 110 

18. Dystrogus 110 

19. Artotrogus 111 

V. Cancerillinae 111 

20. Parartotrogus 111 

21. Cancerilla 112 

f. Bestimmungstabellen 112 

1. Für die Genera 112 



VI 



Inhalt. 



Seite 

2. Für die Species der artenreicheren Genera 115 

Asterocheres 115 

Bradypontius 116 

Cryptopontius 116 

Dyspontius 117 

g. Alphabetische Tabelle der Synonyma ... 117 

C. Zur Anatomie und Morphologie 123 

a. Bau des weiblichen Rumpfes 123 

b. Bau des männlichen Rumpfes . . ... 126 

c. Hautporen 128 

r d. Die vorderen Antennen der Weibchen. . . 130 

e. Die vorderen Antennen der Männchen . . 137 

f. Die Gliedmaassen des Kopfes 143 

g. Hintere Antennen 145 

h. Mandibel 146 



Seite 

i. Vordere Maxille 147 

k. Hintere Maxille 149 

1. Maxilliped 150 

m. Ruderfüsse 151 

n. Rudimentäres Fusspaar 157 

o. Musculatur 158 

p. Sipho und Vorderdarm 168 

q. Mitteldarm 182 

r. Nervensystem und Auge 185 

s. Genitalorgane der Weibchen 188 

t. Genitalorgane der Männchen 194 

D. Zur Ontogenese 197 

E. Biologisches und Faunistisches; Sammeln 199 
E. Literaturliste 205 

Tafelerklärung 207 



A. Beschreibung' der Species von Neapel 1 ). 

a. Astevoclieves suberitis Giesbr., dentatus Giesbr., boecki G. Brady, parvus Giesbr., 
Stimulans Giesbr., violaceus Cls., minutus Cls. 2 ). 

(T 1 Fl, 2; T 2; T 3 F 1—26.) 

Die Weibchen. 

Tarbe (T 1 F 1, 2). Die meisten Thiere von su sind, bis auf das grosse, rothbraune 
Auge, farblos oder hell-strohgelb; nur die Wand des Darms und seiner Blindsäcke enthält 
reichliche blauschwarze Kugeln und einzelne hellere Fetttröpfchen, letztere umgeben von 
grünlichen, stark lichtbrechenden Körnchen; einzelne Thiere hatten auch hie und da im 
Rumpf einen braunen Pigmentfleck oder braune Oelkügelchen. — Etwas mehr gefärbt, aber 
noch ziemlich durchsichtig ist b (F 2) ; meistens finden sich im Vorderkörper einige mediane 
und paarige ziegelrothe Flecke; bei einigen Thieren fehlten sie ganz, bei anderen er- 
streckten sie sich bis in den Hinterkörper; zuweilen sind die Furca und ihre Borsten, die 
1. Antennen und der 5. Fuss leicht violett gefärbt. Das Auge ist dunkel-carminroth. — 
Bei st ist das Chitin des Rumpfes und der Gliedmaassen röthlich ; gelbe und rothe Fetttropfen 
liegen im Bindegewebe des Vorderkörpers; die Fettkugeln im Darm sind blassgelb; das Auge 
ist braunroth. — Die Intensität der Färbung von v variirt stark; die Thiere von Sphaerechinus 
granularis und Echinus microtuberculatus sind hell-rosa oder hell-braungelb und ziemlich durch- 
sichtig, die von Strongylocentrotus lividus sind sehr undurchsichtig und erscheinen dem blossen 
Auge meistens fast schwarz; bei jenen ist sowohl das Violett des Chitins als das Braun der 
netzförmig vertheilten, sehr kleinen Pigmentkörnchen des Bindegewebes in geringerer Masse und 
Stärke vorhanden als bei diesen. F 1 stellt eines der am intensivsten gefärbten Thiere dar, 
bei denen das Chitin des Rumpfes, die Stirn ausgenommen, und das aller Gliedmaassen kräftig 
violett ist, und bei denen dichte, braune Pigmentmaschen den Rumpf (bis auf wenige Stellen) 



1) Zur Terminologie vgl. das Capitel »Zur Anatomie und Morphologiea und die Tafelerklärung. 

2) Material: su, v, m reichlich, b, p spärlich, d, st je 1 Q und 1 q^. 

Zool. Station zn Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. AsteTOcheriden. ] 



2 Beschreibung der Species von Neapel. 

und die meisten Gliedmaassen (die vorderen Antennen scheinen immer frei zu bleiben) durch- 
ziehen. Das Violett kann nun so weit fehlen, class es nur noch an den Grenzen der Thorax- 
ringe, an den vorderen Antennen und den Furcalborsten vorhanden ist, und es kann dabei in 
eine mehr rosenrothe Färbung übergehen; zugleich erhält das Maschenwerk dadurch, dass die 
Pigmentkörnchen in geringerer Menge auftreten, eine hellere, rostgelbe Farbe, und je mehr 
die eine oder andere Farbe dabei überwiegt, sehen die Thiere von Sph. granularis und E. micro- 
tuberculatus mehr hell-rosa oder hell-rostbraun aus. Bei diesen ist zudem der Eidotter in 
den Oviducten und Eiballen blaugrün, bei den Bewohnern von Strongylocentrotus dagegen rosa 
gefärbt. Bei allen Thieren ist die Wand des Mitteldarms bis in Th 3 hinein, bei vielen auch 
die der seitlichen Darmblindsäcke mit schwarzen, unregelmässig ellipsoidischen Körpern er- 
füllt. — Aehnlich wie v ist m gefärbt; doch fand ich das Violett des Chitins stets weniger 
intensiv und die braunen Pigmentkörnchen viel weniger dicht als bei den v des nämlichen 
Wirthes. 

Rumpf (T 1 F 1, 2; T 2 F 1, 7, 27, 32, 33, 40, 45, 48; T 3 F 1, 6, 16, 19). Länge: 
su 0,8—0,85, d 0,1, b 0,6—0,65, p 0,55, st 0,7, v 0,95—1, m 0,47—0,49 mm. Der 
Vorderrumpf ist ellipsoidisch, am regelmässigsten bei v (T 1 Fl); seine grösste Breite, im 
hinteren Theile von Ce ^-> Th 1 gelegen, beträgt 4 /s — Vg von seiner Länge; bei m (T 2 F 48) 
und besonders bei st (T 3 F 1) ist er jedoch relativ breiter. Zwischen den vorderen Antennen 
befindet sich ein ventraler, flacher Vorsprung, der kaum als Rostrum bezeichnet werden kann. 
Der Hinterkörper besteht aus dem Segment des rudimentären F'üsschens, dem Genitalsegment, 
2 kürzeren und schmäleren Segmenten und der Furca. Die Längen der 3 Abdomensegmente 
und der Furca und die Breite der letzteren entsprechen etwa folgenden Zahlen: 



SU 


25 


9 


9 


8 


5 (T 2 F 7) 


d 


30 


13 


8 


5 


6 (T 3 F 16) 


b 


15 


6 


7 


5 


4 (T 2 F 27) 


P 


15 


7 


6 


6 


3,5 (T 2 F 32) 


V 


25 


12 


9 


9 


6 (T 2 F 40) 


m 


16 


6 


6 


6 


4,5 (T 2 F 45) 


St 


25 


9 


9 


6 


6 (T 3 F 6) 



Man sieht, die beiden hinteren Abdomensegmente sind bei su, st und m gleich lang; 
bei p und besonders bei v und d ist das vordere, bei b das hintere länger; die Furca ist bei 
v, m und p so lang wie das vorhergehende Segment, bei su, b und besonders bei st und d 
kürzer als dasselbe; sie ist bei su und v ca. 2 U, bei m ca. 3 U so breit wie lang; bei p ist sie 
am gestrecktesten, aber ihre Länge erreicht ihre doppelte Breite nicht ganz; bei b ist sie nur 
wenig länger als breit, bei st etwa so breit wie lang und bei d etwas breiter als lang. Die 
Form des Genitalsegmentes, vom Rücken oder Bauch betrachtet, ist für die einzelnen Species 
charakteristisch. Es ist vorne breiter als hinten; seine grösste Breite übertrifft bei p und v 
seine Länge kaum, etwas mehr bei su, st und b, und am meisten bei m und d, wo sie etwa 



Asterocheres (Weibchen). 3 

l'/3 von der Länge beträgt; bei v (T 2 F 40) verjüngt sich das Segment nur wenig nach hinten 
zu und geht beiderseits in scharfe Säume aus, die auch am folgenden Segment angedeutet 
sind; bei st, m, su, d und p verschmälert es sich stärker und ist bei su, st und p fast birn- 
förmig; bei b (T 2 F 27) hat es an jeder Seite einen Buckel, bei d (T 3 F 16) 2 Zähnchen. 
Bei allen Arten, ausgenommen m und d, stehen auf den Seitenflächen des Genitalsegmentes 
kurze, straffe Härchen, die besonders bei st (T 3 F 6) gut ausgebildet sind. Bei b sind die 
Hinterränder der vorderen beiden Segmente in der Mitte der Dorsalseite mit feinen Spitzen 
gekränzt und mit etwas gröberen auch der Rand des Analdeckels; am Hinterrande des Anal- 
segmentes stehen solche feine Spitzen an der Ventralseite. Ob diese Spitzen auch bei p vor- 
handen sind, konnte ich nicht erkennen; bei v, m und su schienen sie zu fehlen. Die 4 St 
der Furca sitzen an ihrem fast gerade abgeschnittenen Endrande (T 2 F 7, T 3 F 6); die Se 
und Si sitzen nahe bei einander auf der Dorsalfläche der Furca dicht vor der Mitte ihres 
Endrandes; die Borsten sind bei v und m am kürzesten; die längste, St 2, ist nur etwa so 
lang wie das Abdomen; bei su ist sie ca. IV2» bei b und p doppelt so lang wie dasselbe. Die 
beiden mittleren St übertreffen die übrigen Borsten an Länge und Dicke, am meisten bei b 
und p, am wenigsten bei v; die 4 St sind befiedert; die Se und Si sind nur bei v und m 
befiedert, bei den anderen Arten nackt. 

Die vorderen Antennen (T 2 F 2, 42, 43; T3 F 3, 17) sind meistens 21gliedrig. 
Aa 1 1 ist kurz und besonders bei v (T 2 F 42) nur bei genauerem Zusehen als besonderes 
Glied erkennbar; bei st (T 3 F 3) konnte ich dies Glied überhaupt nicht mehr nachweisen, 
so dass die Antennen dieser Species 20gliedrig sind. Die gleiche Gliedzahl haben sie auch 
bei d s (T 3 F 17); hier ist jedoch Aa 11 relativ lang, dafür sind aber die beiden Endglieder 
in eins verschmolzen. Die Dicke der Antenne nimmt in 3 Absätzen nach dem Ende zu ab: 
Aa 1 bis 9^10, 11 bis 19 ^ 20, 21 bis 24 ~ 25. Bei v und besonders bei m ist die ganze 
Antenne gedrungener gebaut als bei den anderen Arten; die Glieder sind im Verhältniss zu 
ihrer Länge dicker: bei v (T 2 F 42) sind nur Aa 18, 19 ~ 20 und 22 ~ 23, bei m (T 2 F 43) 
nur Aa 19 ~ 20 länger als dick. Bei den anderen Arten sind dagegen sämmtliche Glieder 
von Aa J3 (höchstens das Endglied ausgenommen) länger als dick; aber auch bei diesen Arten 
sind die Glieder des proximalen Stückes der Antennen sehr kurz, wenn auch im Verhältniss 
zur Länge minder stark verkürzt als bei m und v. Für st (T 3 F 3) ist die grosse relative 
Länge des distalen Theiles der Antenne (im Verhältniss zum proximalen) charakteristisch. Die 
Borsten (T 2 F 2) sind ziemlich kurz (bei b und p, und besonders bei st jedoch länger als 
bei su) und die meisten von ihnen (bei v und m alle) auch nackt. Der grösste Theil der 
Glieder hat deren 2 am Vorderrande, die am distalen Ende neben einander sitzen; nur 
Aa 22 ~ 23 hat bloss 1 Vorderrandborste, Aa 9 ~ 10 hat 5 und das Endglied hat 7, die an 
dem schrägen, nach hinten abgestutzten Endrande in 2 Gruppen sitzen. Ausserdem trägt 
Aa 22 <~ 23 noch 2 kleine Hinterrandborsten. Die eine Borste von Aa 12 ist in einen Dorn 
(bei b und p länger als bei den anderen Arten) umgewandelt, und eine ähnliche Form, aber 

viel geringere Grösse hat auch die eine Borste des kurzen Aa 11. Der einzige Aesthetask 

1* 



4 Beschreibung der Species von Neapel. 

(T 2 F 2, 42), an Aa 1 9 ^ 20 befindlich, ist ziemlich dünn und etwa doppelt so lang wie die 
3 Endglieder. 

Die hinteren Antennen (T 2 F 9) bestehen aus 4 Gliedern. An B 2 articulirt ein 
kleiner Be, an dem 1 proximales und 2 terminale Börstchen sitzen. Bi 1 ist am Aussenrande 
mit einer Beihe Spitzen, Bi 2 mit Härchen besetzt. Das kurze Bi 2 trägt am Aussen- und 
Innenrande je 1 (Se, Si), am Ende 2 Borsten; alle 4 sind steif, nackt, 3 davon kurz; die eine 
Endborste (St 2) aber ist ein ziemlich kräftiger Haken, der bei st, b und auch bei p länger 
als Bi 1, bei den anderen Arten aber eher kürzer als dies Glied ist. 

Der Sipho ist entweder birnförmig, d. h. er verjüngt sich bis zur Oeffnung allmählich, 
ohne in ein Bohr auszulaufen (T 2 F 13), oder er verjüngt sich in oder vor der Mitte zu 
einem Bohr, dessen Dicke zur apicalen Oeffnung hin kaum mehr abnimmt (T 2 F 28; 
T 3 F 5). Einen birnförmigen Sipho haben v, m, de und su, doch ist bei su (T 2 F 13) 
bereits die Umwandlung des apicalen Stückes des Sipho in ein Bohr angebahnt, welches bei 
b und p etwa so lang wie der vordere, dickere Theil des Sipho und bei st viel länger ist. 
Je besser das Bohr ausgebildet ist, um so weiter reicht der Sipho nach hinten: bei v endigt 
er etwas vor, bei de und su etwas hinter der Ansatzstelle der Maxillipeden ; bei b und p reicht 
er bis dicht an die Ansatzstelle des 1. Fusspaares und bei st bis dicht an diejenige des 
4. Fusspaares. 

Die Länge der Stechladen der Mandibel (T 2 F 17, 29; T3 F 20) entspricht der- 
jenigen des Sipho, aus dessen Oeffnung ihre Spitzen etwas hervorzuragen pflegen; die 
Enden der Laden sind an einer Seite fein gezähnelt (T 2 F 17); die längsten Zähnchen 
fand ich bei de (T 3 F 20), während sie an den grätenförmigen Laden von st zu fehlen 
schienen. Der Palpus (T 2 F 17, 29) ist 2gliedrig; das distale Glied ist kaum halb 
so lang wie das proximale. Das Gelenk zwischen beiden Gliedern scheint nur in einer ringsum 
laufenden Verdünnung des Chitins zu bestehen; dass gleichwohl 2 gegen einander bewegliche 
Glieder vorhanden sind, beweist der am distalen Gliede inserirende Muskel im proximalen Gliede. 
Am Ende des Palpus sitzen 2 Borsten, von denen die längere bei su und st mit kürzeren 
Spitzen, bei den anderen Arten mit ziemlich weitläufigen Fiedern besetzt ist; die andere ist 
bei v, m {dl) und besonders su kürzer als der Palpus, bei st, b und p ungefähr ebenso lang. 

Die äussere Platte (B 2) der vorderen Maxille (T 2 F 8, 37; T 3 F 14, 15) ist 
kleiner als die innere (Li) ; bei v (T 2 F 37) und m ist sie nur schmäler, bei den übrigen 
Arten aber auch kürzer, besonders bei st (T 3 F 14). Jede Platte trägt 4 apicale Borsten; 
die längsten Borsten von Li sind meistens ungefähr so lang wie Li selbst, bei st jedoch reich- 
lich doppelt so lang; die Borsten sind nackt, oder mit feinen Spitzen oder kurzen Fiedern 
besetzt. Einen abweichenden Bau haben jedoch die Borsten von Li bei v (T 2 F 37) und m: 
eine derselben ist lang, sehr dick und mit langen, zarten Fiedern versehen; 2 sind kürzer und 
ebenfalls gegen ihr Ende hin gefiedert; die 4. ist kurz und nackt. 

Der Endhaken der 2. Maxille (T 2 F 14, 39; T 3 F 7) ist wenig länger als das Basale 
und fast ohne Spitzenbesatz; sein Ende ist unbeweglich; ein winziges Börstchen an seinem 



Asterocheres (Weibchen). j^ 

concaven Rande, das bei v (T 2 F 39) vorhanden ist, konnte ich bei den anderen Arten nicht 
auffinden. 

Die beiden Borsten an B 1 und B 2 des Maxillipeden (T 2 F 16; T 3 F 12) sind 
winzig; die Endklaue ist so lang wie der proximale Theil von Ri oder auch etwas länger. 
2. Maxille und Maxilliped sind bei st (T 3 F 7, 12) gestreckter als bei den anderen Species. 

Ruderfüsse (T 2 F 4, 6, 30, 31, 34, 36, 44). Die Basipoditen sind breit und 
kurz; B 2 hat besonders an den 3 ersten Paaren einen stark vorspringenden, gewölbten, 
mit kurzen Spitzen besetzten Innenrand, und sein distaler Rand hat am 2. — 4. Fuss zwischen 
den Aesten eine stumpfe Zacke; B 1 ist in der Nähe des Aussenrandes mit kurzen Spitzen 
besetzt. B 1 trägt überall eine gefiederte Si, B 2 eine dünne, lange, gefiederte Se, am 1. Fusse 
ausserdem eine nach aussen abstehende, gefiederte Si. Re ist am 1. Fusse kürzer, am 4. länger 
als Ri; am 2. und 3. Fusse sind die beiden Aeste etwa gleich lang. Re 3 trägt an allen 
Füssen 3 Se und 1 St, und am 1. Fusse 3, am 2. — 4. Fusse 4 Si; Ri 3 trägt am 1. — 3. Fusse 
6, am 4. Fusse 5 Borsten. Die Se von Re sind Dornen mit fein gezähnelten Säumen, die 
an den kleinen Se von Re 2 und 3 des 1. Fusses zuweilen kaum wahrnehmbar sind; dagegen 
ist die Se von Re 1 des 1. Fusses (T 2 F 4) kräftiger gezähnelt und viel länger und dicker 
als die übrigen Se dieses Fusses. Zuweilen sind diese Dornen bei v am 2. und 3. Fusse hakig 
zurückgebogen. Die St von Re 3 ist am 1. Fusse eine Fiederborste gleich den Si; an den 
folgenden Füssen hat sie die gewöhnliche Skalpellform; aber sie ist schwächlich und die Zähne- 
lung ihres Aussenrandes sehr fein, am 4. Fusse kaum wahrnehmbar. Die Si und Se von Ri 
sind Fiederborsten; eine Ausnahme macht jedoch bei su, d, st, b und p die innere der 
beiden endständigen Si von Ri 3 des 3. und 4. Fusses (T 2 F 6) ; dieselbe ist verdickt, stilet- 
förmig, mit fein gezähnelten Rändern; eine ähnliche Form hat diese Borste bei v und m am 
2. — 4. Fusse (T 2 F 34), und auch die kleine, aussen von ihr sitzende Endborste ist an diesen 
Fusspaaren in einen kleinen Dorn umgewandelt. Die Aussen- und Innenränder der Astglieder 
laufen am Ende und bei den Se in Zacken aus, der von Ri 2 in eine Doppelzacke (T 2 F 4, 6) ; 
auch am Ende des Innenrandes von Re 2 und aller 3 Innenastglieder findet sich im 2. — 4. Paare 
eine Zacke. — Ausser im Bau der endständigen Si von Ri 3 unterscheiden sich v und m von 
den anderen Arten auch dadurch, dass der Innenrand von B 2, besonders an den vorderen 
Füssen, weniger stark vorspringt, dass die Se von B 2 reicher gefiedert sind und die Si von 
B 2 des 1. Paares kürzer ist. m ist die einzige Art, bei welcher Re 1 des 1. Fusses keine 
Si hat (T 2 F 44). Den Unterschied der Arten in der relativen Länge der Se von Re des 
1. Fusses zeigen die xAbbildungen : T2 F 4, 31, 36, 44; T3 F 10; p ist hierin b ähnlich. 
Die Fiederborsten von Ri des 4. Fusses haben bei su (T 2 F 6) und d die normale, und bei 
st, wie mir schien, fast die normale Länge; bei b (T 2 F 30), p, v (T 2 F 34) und m sind sie 
verkürzt, viel kürzer als an den vorhergehenden Füssen. 

Das 5. Fusspaar (T 2 F 11, 25, 27, 40, 46; T 3 F 18) besteht aus einem mit dem 
Rumpfsegmente verschmolzenen Gliede, welches aussen (etwas dorsal) eine Borste trägt, und 
aus einem mit ihm articulirenden ovalen Plättchen (Re), an dessen Ende 2 längere und eine 



ß Beschreibung der Species von Neapel. 

kürzere Borste sitzen. Dasselbe ist von etwas variabeler Form, doch bei b und p gestreckter 
als bei v, m, d und su; bei v sind die Borsten etwas vom Ende fort und auf den Aussenrand 
des Plättchens gerückt; bei m ist das Plättchen an der Basis schmal und nach dem Ende ver- 
breitert; hier sind seine 3 Borsten etwa gleich lang, während bei den anderen Arten die 
innerste kürzer oder wenigstens dünner (d) als die beiden anderen ist. Der 5. Fuss von st 
war an meinem einzigen Exemplare abgebrochen. 

Die Eiballen (T 1 Fl; T 2 Fl) sind ellipsoidisch und bestehen bei su aus je 6, bei 
v aus je 4 — 5 grossen Eiern. 

Die Männchen von suberitis, boecki, violaceus, minutus, Stimulans. 

Die Geschlechter unterscheiden sich in der Grösse, im Bau des Abdomens und der 
vorderen Antennen, in geringerem Grade auch im Bau der Maxillipeden und der Ruderfüsse, 
allgemein des 1. Fusses. 

Rumpf (T 2 F 10, 15, 22, 23, 38, 47; T 3 F 13). Länge su 0,55—06, b 0,5, v 0,6—0,65, 
m 0,42 — 0,45, st 0,6 mm. Die Länge des cT beträgt also ca. 65 (v) bis 80 (b) und 90 (m) 
Hundertel von der des Q. Der Vorderrumpf ist etwas schlanker (kaum bei st) und das Ab- 
domen hat 1 Segment mehr als beim Q. Das Genitalsegment (T 2 F 15, 23, 38) ist käse- 
förmig; seine Breite ist im Verhältniss zu der der folgenden Segmente am grössten bei b 
(T 2 F 23) und st, am geringsten bei v (T 2 F 38) und m (T 2 F 47). Die breiten Deckel, 
welche über den ventralen Austrittsöffnungen für die Spermatophoren liegen, tragen am hinteren 
Ende ihres Aussenrandes 2 Borsten; neben der hinteren, längeren Borste befindet sich eine bei 
su, v und m kleine, stumpfe, bei b (und stV) grosse, spitze Zacke (T 2 F 15, 38, 23). Die 
3 folgenden Segmente und die Furca sind bei v und m ungefähr gleich lang, und Länge und 
Breite der Furca haben etwa dasselbe Verhältniss wie beim Q ; bei su haben die 3 Segmente 
ebenfalls ungefähr gleiche Länge, sind jedoch im Verhältniss zu ihrer Breite kürzer als bei v, 
und die Furca, etwas kürzer als das Analsegment, ist etwa so breit wie lang, also beträchtlich 
kürzer (im Verhältniss zur Breite) als beim Q ; bei b sind die beiden vorderen Segmente nur 
etwa so lang wie das Analsegment ; das Verhältniss zwischen seiner Länge und der Länge und 
Breite der Furca ist etwa dasselbe wie beim Q ; auch bei st gleicht die Furca der des 2 ; aber 
die unter sich etwa gleich langen beiden hintersten Segmente sind länger als das vorher- 
gehende. 

Das proximale Stück der Greifantennen (T 2 F 3, 26, 41; T 3 F 2) ähnelt dem der 
weiblichen Antennen; das distale Stück (von Aa 12 ab) ist durch Verstärkung der Musculatur 
in den nächstfolgenden, etwas verdickten Gliedern, durch Ausbildung eines Kniegelenkes 
zwischen dem dritt- und vorletzten Gliede und durch Verschmelzung mehrerer Glieder in ein 
Greiforgan umgewandelt. Proximal vom Kniegelenk verschmilzt bei b (T 2 F 26) und st 
(T 3 F 2) nur Aa 17 mit Aa 18, bei su (T 2 F 3), v (T 2 F 41) und m auch noch Aa 13 ~ 14; 
distal vom Gelenke bei allen Arten Aa 19 ~ 20 mit 21 und Aa 22 ~ 23 mit 24 ~ 25. Das 



Asterocheres (Männchen), Dermatomyzon (Weibchen). 7 

kurze Aa 11, das beim Q von st nicht mehr zu erkennen war, ist beim cT ein kleines, keil- 
förmiges Glied. Die Greifantennen von b und st haben daher 18, die von su, v und m 
17 Glieder. Der Vorderrand von Aa 19 ~ 21 (T 2 F 3, 41) läuft am distalen Ende in eine 
Zacke aus. Die Borsten gleichen, bis auf geringe Abweichungen, denen an den weiblichen 
Antennen, und bei su, v und m ist auch nur der eine (Aa 20 zugehörige) Aesthetask vorhanden 
(T 2 F 3); bei b (und **?) findet sich ein zweiter an Aa 14 (T 2 F 26). 

Der Maxilliped (T 2 F 12; T 3 F 4) hat am Innenrande von B 2, proximal von der 
kleinen Si, einen kleinen, hakigen Fortsatz, der dem Q durchaus fehlt; derselbe hat bei su 
und b ungefähr dieselbe Form und Lage ; bei v und m sitzt er weiter distal, bei st etwas weiter 
proximal an. Bei st (T 3 F 4) ist die ganze Gliedmaasse minder gestreckt als beim Q und 
der Endhaken relativ kürzer. 

Eine weitere kleine Sexualdifferenz findet sich am 1. Fusse (T 2 F 5, 35) bei su, v, m 
und b; die Zacke am Ende des äusseren Gliedrandes von Ri 3 ist verlängert und das Glied 
selbst verkürzt; bei v (T 2 F 35) und m sind ausserdem die übrigen Zacken am Aussenrande 
der Glieder von Ri verkümmert oder ausgefallen. Zu dieser Abweichung vom Q kommt bei 
b noch eine zweite, stärkere am 2. Fusse (T 2 F 24); hier ist Ri 3 am Aussenrande bei der 
Se tief eingekerbt und die terminale Aussenrandzacke ebenfalls verlängert und eigentümlich 
geschweift. Noch mehr Besonderheiten hat das cf von st an den Ruderfüssen (T 3 F 8 — 11). 
(Zwar waren die Aeste des 2. — 4. Fusses an dem einzigen mir vorliegenden Q abgebrochen, 
so dass ich nur den 1. Fuss des c? mit dem des Q vergleichen konnte; aber da die Innenäste 
des männlichen 2. — 4. Fusses ähnlich wie die des 1. Fusses gebaut sind, so werden auch ihre 
Eigenthümlichkeiten als sexuell anzusehen sein.) Die Endglieder von Ri und am 1., 2. und 
4. Paare auch die Aussenrandzacken von Ri 2 und 3 sind verlängert und zum Theil gekrümmt; 
am 3. Fusse sind die Zacken dagegen kürzer und Ri 3 am Aussenrande eingebuchtet; auch die 
Kürze der proximalen Innenrandborste von Ri 2 des 2. — 4. Fusses dürfte eine sexuelle Eigen- 
thümlichkeit sein. — Das 5. Fusspaar gleicht dem des Q, doch ist es, besonders bei su (T 2 
F 15), relativ kleiner. 

b. Dermatomyzon nigripes Brady & Robertson 1 ). 

(T 1 F 4; T 5 F 1—14.) 

Das Weibchen. 

Farbe (TIF 4). Die beiden Weibchen, die ich lebend beobachtete, hatten die vor- 
deren Antennen von der Basis bis einschliesslich Aa 19 ^ 20, ferner das Rostrum, die hinteren 
Antennen, die Schwimmfüsse und das ganze Abdomen braun gefärbt. Dies Braun schien dem 
Chitin anzugehören und hielt sich nach Abtödtung der Thiere in Picrinsäure fast unver- 



1) Material: 5 2,3^ von Neapel; ausserdem einige Q aus dem Firth of Forth. 



8 Beschreibung der Species von Neapel. 

ändert in Alkohol und Glycerin; es war jedoch bei den anderen, nur conservirt (wenn ich 
nicht irre in Sublimat) untersuchten Thieren nicht mehr vorhanden. Ferner fand sich je 
ein braunschwarzer Pigmentfleck dorsal in der Mitte der Hinterränder von Th 1 und Th 2; 
einige rothe Oelkügelchen lagen im Rumpf an der Ventralseite zwischen Maxilliped und 1 . Fuss- 
paar. Auge lebhaft roth. Die Eier in den Oviducten waren bei auffallendem Licht mattgelb, 
bei durchfallendem dunkelgrau; sie Hessen nicht die Farbe des Darms erkennen. 

Rumpf (T 1 F 4; T 5 F 2, 4). Länge: 0,9—1,15 (1,5) mm'). Die Form des Rumpfes 
ist der von Asterocheres ähnlich, doch springt das dreieckige Rostrum stärker vor (T 5 F 2), 
die Segmente des Vorderkörpers haben breitere (aber auch hier nicht seitlich hervortretende) 
Pleuren, und zwischen Genitalsegment und Furca sind drei freie Abdomensegmente vorhanden. 
Hiervon abgesehen hat das Abdomen grosse Aehnlichkeit mit dem von Asterocheres violaceus, be- 
sonders in der Form des Genitalsegmentes und darin, dass der Hinterrand dieses und der folgenden 
Segmente zu beiden Seiten in einen scharfen Saum ausgeht. Die relative Länge der Abdomen- 
segmente und die Länge und Breite der Furca entsprechen den Zahlen 7, 3, 2^, 2, 3, 2; die 
längste Furcalborste, St 2, ist länger als das Abdomen. Se und Si der Furca (T 5 F 4) sitzen 
dorsal an, aber nahe dem Aussen- und Innenrande, erstere dicht über der etwas an den Aussen- 
rand gerückten St 4, letztere über der St 1. 

Die vorderen Antennen (T 5 F 7, 9) haben eine variirende Zahl von Gliedern; 2 der 
Weibchen von Neapel hatten wie diejenigen aus dem Firth of Forth und wie die von Brady 
und Claus untersuchten Thiere 19 Glieder: es verschmelzen Aa 3 mit 4 und Aa 22 ~ 23 mit 
24 ~ 25 (T 5 F 7). Bei 3 anderen Thieren aber fand ich die Zahl der Glieder auf 14 redu- 
cirt: Aa 3 ~ 4 hatte hier noch Aa 2 und Aa 5 ~ 6 in sich aufgenommen, und ausserdem war 
Aa 7 mit 8 und Aa 17 mit 18 verschmolzen (T 5 F 9) 2 ). Die Dicke der Antennen nimmt von 
der Basis an gleichmässig und nicht beträchtlich ab. Die Borsten des proximalen Stückes (bis 
Aa 9 ~ 10) sind zum Theil steif und relativ lang; an einigen fanden sich spärliche Fiedern; 
die längste und dickste ist die Borste von Aa 1 ; aber manche der folgenden Borsten kommen 
ihr in beiderlei Hinsicht nahe; die Borsten des distalen Stückes sind dagegen sehr dünn und 
klein; nur am Endglied sitzen etwas längere. Der Aesthetask ist lang und ziemlich dick. 

Die Länge der 4 Glieder der hintern Antennen (T 5 F 12) entspricht etwa den Zahlen 
2, 8, 5, 2; der Endhaken ist ziemlich lang und kräftig. Die Mandibelladen (T 5 F 11) sind 
entsprechend dem kurzen, conischen Sipho kurz und bis hinter die Mitte dick; von da ab 



1) Die Länge variirt bei dieser Art ungewöhnlich stark; Beady giebt 1,2 mm, Cla.us für 1 Q von Triest 
1,35 mm an; die obige Angabe von 1,5 mm bezieht sich auf 4 Q, die Herr Th. Scott mir aus dem Firth of Forth 
schickte. Da Brady's Figur (1880 a T 89 F 1) von einem unreifen Q entnommen sein dürfte, seine Längenangabe 
sich daher ebenfalls auf dasselbe beziehen und also zu gering sein könnte, so ist anzunehmen, dass die nordischen 
Individuen der Art durchschnittlich grösser sind als die des Mittelmeeres. 

2) Da diese 3 Weibchen mit den anderen sonst völlig übereinstimmten, genügte diese Abweichung in der 
Antennengliederung um so weniger zur Aufstellung einer besonderen Art, als ich eine ähnliche Variabilität auch bei 
einer anderen Species, Myzopontius pungens, beobachtete; s. u. p. 24. Bei reichlicherem Material würden sich wohl 
Uebergänge zwischen der lü- und 1 4 gliedrigen Antennenform von D. nigripes auffinden lassen. 



Dermatomyzon (Weibchen, Männehen). 9 

laufen sie in eine dünnere, fein gezähnelte Spitze aus; der Palpus ist ein 1 gliedriges Stäbchen 
und trägt am Ende eine lange und eine kurze Borste, beide mit Spitzen besetzt. Die 
1. Maxillen (T 5 F 8) bestehen aus einem relativ grossen, am Aussenrande eingekerbten 
proximalen Basalgliede, einem gestreckten distalen Basalgliede (B 2) und einem gekrümmten 
Lobus (Li); Li ist breiter aber kaum länger als B 2 und trägt am Ende 5 nicht sehr lange, 
mit Spitzen besetzte Borsten; B 2 hat 3 lange, nackte und eine winzige Borste. Die 2. Maxille 
und der Maxilliped sind denen von Asterocheres ähnlich. 

Die Buderfüsse (T 5 F 5, 6) sind im Allgemeinen denen von Asterocheres suberitis und 
Verwandten ähnlich (endständige Si von Bi 3 nur im 3. und 4. Paar dornförmig; Schwimm- 
borsten von Bi des 4. Fusses nicht verkürzt), unterscheiden sich jedoch durch Folgendes: B 1 
nicht mit Spitzen besetzt; Innenrand von B 2 weniger stark vorgewölbt; Zahl der Si an Be 3 
des 1. und 2. Fusses um 1 vermehrt, der Si von Bi 3 des 3. und 4. Fusses um 1 vermindert; 
Si von B 2 des 1. Fusses kurz; Se von Be 2 und 3 des 1. Fusses relativ grösser. — Das Basale 
des 5. Fusses (T 5 F 13) sitzt dem Bumpfsegment beweglich an, läuft innen in eine etwas 
variabel gestaltete Ecke aus und trägt aussen eine gefiederte Se; das Endglied ist oval und 
trägt 5 Borsten: 2 befiederte am Ende des Aussenrandes, 2 breite, zarte, nackte am Innenrande 
und eine dünne, nackte an der Spitze. 

Das Männchen. 

Die Geschlechter unterscheiden sich in der Grösse, dem Bau des Bumpfes, besonders 
des Abdomens, und der vordem Antennen (und Maxillipeden) . 

Farbe. Die (f hatten, ganz ähnlich wie die Q, braunes Chitin am Hinterleib, den 
vordem und hintern Antennen, Bostrum und Schwimmfüssen; auch der Hinterrand von Th 1 
war braun gefärbt; in allen Segmenten des Vorderleibes und Hinterleibes lagen in ziemlich 
symmetrischer Vertheilung grüngelbe Hautdrüsen, und in der Gegend der Maxillipeden an 
der Bauchseite jederseits nicht weit von der Mediane 3 — 4 ziemlich grosse rothgelbe oder farb- 
lose Oeltropfen; Darmwand farblos, mit hellen Kugeln. Das grosse Auge war dunkelroth. 

Bumpf (T 5 F 1, 3). Länge 0,7 — 0,8 mm. Die Form ist beträchtlich gestreckter als 
beim Q, und das Abdomen (F 3) hat 5 Segmente, von denen Ab 2 und 3 wie beim Q am 
Hinterrande zu beiden Seiten in scharfe Säume ausgehen. Die Genitaldeckel tragen an ihrer 
hintern, vorspringenden Ecke je eine kurzgefiederte Borste, neben welcher sich eine Zacke 
befindet. Die Gliederung der vorderen Antennen (T 5 F 10) zeigte bei den <S' eine ähn- 
liche Verschiedenheit, wie sie oben für die Q erwähnt wurde: es ist entweder am proxi- 
malen Stücke der Antennen nur Aa 3 ~ 4 verschmolzen, oder auch Aa 2^6 und 7 <^> 8; stets 
verschmilzt ferner Aa 17 ~ 18, 19^21, 22 — 25; so sind die Antennen entweder 17- oder 
13gliedrig. Auffälliger als diese Variation ist eine andere, die mit ihr vielleicht regelmässig 
zusammenfällt; an den 13gliedrigen Greifantennen ist nämlich, wie beim 2, nur 1 Aesthetask 
vorhanden, der aber viel dicker und länger als beim 2 ist; an den 1 7 glieclrigen Antennen 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocherulen. 2 



\ Beschreibung der Species von Neapel. 

(F 10) dagegen sitzen ausser diesem Aesthetasken, der die gleiche Grösse wie beim Q hat, 
noch 6 etwas dünnere, aber sehr lange Aesthetasken, und zwar je einer an Aa 2, 6 (oder 7), 
9 ~ 10, 12, 14, 16. Der Innenrand von B 2 des Maxillipeden (T 5 F 14) hat in der Mitte 
eine flache vorspringende Kante, die ich beim Q vermisste. 

c. Bliyiichomyzon falco Giesbr., purpurocinctum Th. Scott 1 ). 

(T 1 F 11; T 5 F 28— 4G; T 10 F 23.) 

Die Weibchen. 

Farbe (T 1 F 11). Bei p ist das Chitin von Th 2 und 3, zuweilen auch nur von Th 2, 
über den ganzen Rücken hin dunkel-rothbraun gefärbt; eine ähnliche Färbung, nur etwas 
heller, haben Rostrum und Schwimmfüsse, und ganz hellbraun sind auch die vordem Antennen 
und die Furca. Das Auge ist roth, der Darm und die Eiballen hellgelb, letztere undurchsichtig. 

Rumpf (T 1 F 11; T 5 F 28—30, 44). Länge / 1,45—1,5, p 0,85— 1 mm. Beiden 
Arten gemeinsam sind das grosse, spitze, schnabelförmige Rostrum (F 28, 44) und die Zipfel, in 
welche die posterolateralen Ecken der Segmente des Vorderkörpers verlängert sind (T 1 F 11; 
T 5 F 30, 44) ; bei beiden ist ferner die Segmentirung des Abdomens und die Stellung der 
Furcalborsten (T 5 F 29) wie bei Dermatomi/zon, nur sitzt die Si weiter proximal an; die beiden 
mittleren Endborsten (St 2, 3) sind viel länger als die übrigen Furcalborsten und auffallender 
Weise nach der Mitte zu verdickt; leider waren sie bei keinem meiner Exemplare ganz er- 
halten; doch dürfte ihre Form und Länge in T 1 F 11 annähernd richtig wiedergegeben sein. 
Im Uebrigen ist der Rumpf der beiden Arten verschieden und sehr charakteristisch gebaut. 
Bei f (T 5 F 28, 30) erscheint der Kopf in der Dorsalansicht dreieckig, und die Seitenzipfel 
der Segmente laden breit nach beiden Seiten aus; bei p (T 1 F 1 1 ; T 5 F 44) ist der Vorder- 
körper regelmässig oval und die Zipfel wenig sichtbar; bei / befindet sich am Hinterrande von 
Ce ^ Th 1, dorsal von den Seitenzipfeln, jederseits noch ein zweiter Zipfel, der bei p fehlt; 
bei/ sind die Ränder der Pleuren des Kopfes vorne einander so weit genähert, dass sie zwischen 
sich nur noch Raum für den Sipho lassen; dann weichen sie auseinander und verstreichen 
etwa in der Höhe der Maxillipeden; bei p verlaufen die Ränder der ebenfalls breiten Pleuren 
des Kopfes regelmässiger; bei f zeigt der Dorsalcontur des Vorderkopfes eine höckerartige 
Wölbung, hinter welcher die Dorsalfläche wiederum concav wird, während bei p der Dorsal- 
contur von Ce ~ Th 1 eine zwar stark gewölbte aber regelmässige Curve bildet; bei / sind 
auch an dem Genitalsegment und den beiden folgenden Segmenten die Hinterränder beider- 
seits in breite, spitze Zipfel verlängert, was bei p nur andeutungsweise der Fall ist; bei / 
endlich ist die Furca etwa so lang wie das letzte Segment und lV 2 mal so lang wie breit; bei p 
ist sie etwas länger als die beiden letzten Segmente zusammen und etwa 5 mal so lang wie breit. 



1) Material: 2 Q von /, 4 — 5 Q und q^ von p. 



Rhynchomyzon ("Weibchen, Männchen). | | 

Die vorderen Antennen (T 5 F 40, 41) sind bei p 1.6-, bei/ 13- bis 14gliedrig; bei 
beiden ist verschmolzen Aa 9 ^ 11 und 22 r ^> 25, bei p ausserdem Aa 2 ~ 5, bei /2 ~ 6 und 
13 ~ 14 oder 13 ^ 15; die Verschmelzung von Aa 15 mit 13 <^> 14 war nur bei einem von 
meinen beiden Exemplaren vollständig. Die Antennen von p ähneln im Uebrigen denen von 
Dermatomyzon, während die von / durch einen kräftigen Dornfortsatz am Ende des Vorder- 
randes von Aa 1 und durch eine feine Körnelung im Chitin des Endgliedes ausgezeichnet sind. 

Die folgenden Gliedmaassen und der Sipho sind ähnlich gebaut wie bei Dermatomyzon, be- 
sonders auch die l.Maxille (T5F39); doch sind folgende Merkmale an ihnen hervorzuheben. Die 
St 2 von Ei 2 der hinteren Antennen (T 5 F 33) hat nicht eigentlich die Form eines Hakens, 
sondern wird gegen das Ende fein und biegsam; die 4 Glieder der Antennen haben eine relative 
Länge von etwa 2, 6, 3, 2. Der Sipho von p (T 5 F 44; T 10 F 23; T 11 F 1) ist dicker, an 
der Vorderfläche stärker gewölbt, so dass zwischen ihm und dem schnabelförmigen Rostrum nur 
ein schmaler Zwischenraum bleibt. Der Mandibelpalpus (T 5 F 32) ist kurz, die Stechlade 
(F 31) dick, gegen das Ende platt und am Rande der abgeschrägten Spitze ziemlich grob ge- 
zähnelt. Der Endhaken der 2. Maxille (T 5 F 34, 43) ist bei f gedrungener und reicher mit 
Härchen besetzt als beijo, bei /endigt er in einen Zipfel, bei p wie gewöhnlich in eine steife 
Spitze. Si von B 1 des Maxillipeden (T 5 F 38) ist lang, von B 2 winzig; die Endklaue bei 
p so lang wie der proximale Theil von Ri, bei / um ca. i / :i länger. 

Die Ruderfüsse (T 5 F 35, 36) stimmen in der Zahl der Borsten mit Dermatomyzon 
überein; aber die Se der Aussenäste (bei p schmäler gesäumt, aber gröber gezähnelt als bei /) 
zeichnen sich durch ihre Grösse aus; die Zacken am Aussenrande von Ri 1 und 2 sind dagegen 
kleiner. Die Se an Ri 3 des 4. Fusses kann bei p fehlen. 

Das Basale des 5. Fusses (T5 F37) articulirt mit dem Rumpfsegment; seine innere 
Ecke geht in einen Zipfel von variabeler Form aus; Re, bei^ fast quadratisch, bei /gestreckter, 
läuft am Ende des Innen- und Aussenrandes in eine kleine Zacke aus und trägt 3 Borsten, 
von denen die kleinste am Ende des Innenrandes, die beiden andern am Endrande sitzen; die 
innere der beiden letztern ist scalpellförmig. 

Die Eib allen von p (T 5 F 44) enthalten je 5 grosse, undurchsichtige Eier. 

Das Männchen von purpurocinetum. 

Die Geschlechter unterscheiden sich in der Grösse, im Bau des Abdomens und der 
vorderen Antennen. Auch die Farbe der c? weicht von der der Q insofern ab, als das Chitin 
von Th 3 nie und das von Th 2 nicht immer braun ist; Rostrum und Vorderantennen waren 
zuweilen dunkelbraun, zuweilen ganz schwach braun gefärbt. 

Rumpf (T 5 F 45, 46). Länge 0,7 mm. Die cT sind noch etwas gestreckter als die Q ; 
das Abdomen hat 5 Segmente, von denen Ab 2 und 3 beiderseits am Hinterrande scharf ge- 
säumt sind. Die Genitaldeckel sind klein, stossen in der Mitte nicht zusammen, laufen in 

2 Zacken aus und tragen 2 Börstchen. — Da die mittleren Glieder der vorderen Antennen 

2* 



J 2 Beschreibung der Species von Neapel. 

(T 5 F 42) kaum verdickt, die Musculatur derselben kaum verstärkt ist, so ist die Greiffunction 
der Gliedmaasse offenbar nur unvollkommen ausgebildet; doch unterscheidet sich das Gelenk 
zwischen dem dritt- und vorletzten Gliede von den anderen Gelenken, und die Zahl der 
Glieder ist in einer den andern Greifantennen entsprechenden Weise reducirt; es verschmelzen: 
Aa 2 ~ 8, 17 ~ 18, 19 ~ 21, so dass im Ganzen 11 Glieder vorhanden sind. Der Aesthetask 
ist beträchtlich länger und dicker als beim Q. — Am Innenrande von Re des 5. Fusspaares 
(T 5 F 45) fanden sich 2 blasse Borsten, wie sie auch bei Dermatomyzon vorhanden sind; bei 
p Q konnte ich nichts davon entdecken. 

d. Collocheves gracilkauda G. Brady, canui Giesbr. l ). 

(T 1 F 3; T 3 F 27—45.) 

Die Weibchen. 

Farbe (T 1 F 3). c ist fast farblos und so wenig durchsichtig, dass die Farbe von 
Darm und Ovarien nicht zu erkennen ist. Das Auge ist hell-ziegelroth. Ausserdem finden 
sich über den Rumpf verstreut symmetrisch angeordnete grüngelbe Flecke, die an die Leucht- 
drüsen der Centropagiden erinnern und in der That auch wohl Hautdrüsen sind; indessen trat 
auf Zusatz von Ammoniak kein Leuchten auf. g ist durchsichtiger und lässt erkennen, dass 
die Darmwand von strohgelben Kugeln erfüllt ist; der ganze Rumpf hat einen röthlichen Anflug. 
Das Auge ist etwas dunkler als bei c; auch bei g sind die grüngelben Flecke vorhanden. 

Rumpf (T 1 F 3; T 3 F 27, 28, 38, 43). Länge: g 0,8 (Canu: 0,68—0,75; Rosoll: 1 mm), 
c 0,6 — 0,65 mm. Der Rumpf ist gestreckt, der Vorderkörper etwas comprimirt. Die Segmente 
des Vorderkörpers haben ziemlich breite Pleuren, die aber nicht an den Seiten hervortreten. 
Das Rostrum (T 3 F 38) springt ziemlich stark vor und berührt mit seiner hintern Kante bei- 
nahe die Vorderfläche des birnförmigen, dicken, röhrenlosen Sipho. Das Abdomen hat 4 Seg- 
mente; das Genitalsegment ist gestreckt-birnförmig. Die Zahlen für die Längen der 4 Segmente und 
die Länge und Breite der langgestreckten Furca sind: g 33, 11, 7, 9, 30, 3 — c 25, 11, 8, 6, 22, 3. 
Bei g ist das Analsegment also länger, bei c kürzer als das vorhergehende; bei^ ist die Furca 
länger, bei c kürzer als die 3 vorhergehenden Segmente zusammen; auch ist das Genitalsegment 
im Verhältniss zu den folgenden Segmenten und die Furca im Verhältniss zu ihrer Breite bei 
g länger als bei c. Von den St der Furca (T 3 F 28, 43) sitzen nur die 3 inneren (St 1 — 3) 
am Endrande an; St 4 ist auf den Aussenrand gerückt, bei c sehr viel weiter als bei g (das 
Verhältniss der beiden Stücke des Aussenrandes ist bei g 1:9, bei c 4:7); nahe über der 
St 4 sitzt die Se dorsal an; die Si ist kurz, sehr fein und sitzt ebenfalls dorsal an, nicht weit 
vom Endrande und dem Aussenrande etwas näher als dem Innenrande. 

Die vorderen Antennen (T 3 F 39) sind wohl als 20gliedrig zu bezeichnen; doch sind 



1) Material: von c ziemlich reichlich, von g spärlicher; g § auch aus der Liverpoolbay. 



Collochcres (Weibchen, Männchen). -[3 

die beiden Endglieder nicht eben scharf von einander getrennt, und am Endglied selbst ist 
eine Gliederung angedeutet; die übrigen Gliedgrenzen sind scharf. Die Borsten sind dünn 
und nackt, die der proximalen Glieder zum Theil ziemlich lang; ein Theil der letzteren ist 
bei g durch kurze, steife, stachelartige Borsten vertreten. Der Aesthetask ist etwa doppelt so 
lang wie die beiden Endglieder. 

Die hinteren Antennen (T 3 F 36) sind schlank und schwächlich, die Endborste (St 2) 
dünn; Re ist knopfförmig und trägt 3 Börstchen. 

Die Stechlade der Mandibeln (T 3 F 34) ist ein kurzes, leicht gebogenes Stilett, das 
am Ende einige Zähnchen trägt; dieselben schienen bei g spitzer zu sein als bei c. Der Palpus 
ist ein lgliedriges kurzes Stäbchen, das am Ende in eine Borste übergeht. Li der 1. Maxille 
(T 3 F 30) ist breiter, aber nicht länger als B 2 und trägt 4 Borsten; B 2 hat nur 1 Borste 
von etwa gleicher Länge; eine Fiederung konnte ich an den Borsten nicht wahrnehmen. Der 
Endhaken der hinteren Maxille (T 3 F 33) ist lang, dünn und stark gebogen; er ist durch 
eine Art Gelenk in zAvei Stücke getheilt. Auch der Maxilliped (T 3 F 32) ist von schlankem, 
zartem Bau; das letzte Glied seines Endabschnittes ist lang, bei c im Verhältniss zum Endhaken 
noch etwas länger als bei g. 

Die Zahl der Borsten an den Ruderfüssen (T 3 F 35, 37) stimmt mit der von Der- 
matomyzon überein, nur hat Re 3 des 4. Fusses 1 Si weniger. Die Borsten sind schwach 
gefiedert, "die Aussenranddornen dünn, spitz und mit einem sehr zarten, nicht gezähnelten Rand- 
saum versehen. Die Doppelzacke am Ende des Innenrandes von Ri 2 des 2. — 4. Fusses ist 
klein, der Innenrand von B 2 an diesen Flüssen stark gewölbt. Die endständige Si von Ri 3 
des 3. und 4. Fusses ist lanzettförmig. 

Das Basale des 5. F'usses (T 3 F 29, 41) articulirt mit dem Rumpfsegment, trägt am 
Aussenrande eine Borste und läuft innen in eine nach hinten gerichtete, lange Spitze aus. 
Das Endglied ist ungewöhnlich lang; es reicht bei c bis gegen die Mitte des Genitalsegmentes 
herab, bei g beträchtlich darüber hinaus; bei g ist es über 7-, bei c noch nicht 4 mal so lang 
wie breit; es trägt an der Spitze 1 und etwas davor 2 Borsten. 

Die Eib allen bestehen bei c jederseits aus einem grossen, undurchsichtigen Ei (T 3 F 38). 

Die Männchen. 

Die Geschlechter unterscheiden sich in der Grösse, dem Bau des Abdomens (besonders 
des vorderen Theiles), der vorderen Antennen und des 5. F'usses. 

Rumpf (T 3 F" 31, 42, 45). Länge: g 0,55, c 0,5 — 0,53 mm. Der Grössenunterschied 
der Geschlechter ist bei g viel beträchtlicher als bei c. Die Verhältnisszahlen für die Länge 
der 5 Abdomensegmente und der F'urca sind für g 15, 9, 7,5, 7, 22, für c 14, 10, 9, 6, 6, 20. 
Die für die Q angeführten Unterschiede in der relativen Länge der beiden letzten Segmente 
und der F'urca sind bei den c? also zwar in entsprechender Weise vorhanden, aber quantitativ 
geringer. Dagegen ist der Unterschied in der Stellung der Aussenrandborste der Furca der- 
selbe wie bei den Q und lässt die cf der beiden Arten leicht erkennen. Die Genitaldeckel 



1 4 Beschreibung der Species von Neapel. 

/ 

(T 3 F 31, 45) laufen in je 2 zackige Zipfel aus; am Aussenrande des äusseren sitzen 2 Börst- 
chen. — Die Greifantennen (T 3 F 40) haben 2 Glieder weniger als die Antennen des Q, 
weil Aa 17 mit 18 und Aa 19 ^ 20 mit 21 verschmelzen; zugleich aber ist eine Trennung von 
Aa 9 ~ 10 in seine beiden Glieder angedeutet; da die Grenze zwischen Aa 9 und 10 jedoch 
weniger scharf ist als zwischen den anderen Gliedern, will ich die Greifantennen als 18gliedrig 
bezeichnen. Die mittleren Glieder sind verbreitert; der darin verlaufende Addüctor ist aber 
nur dünn. Der Unterschied in der Form der Borsten an den proximalen Gliedern ist auch 
bei den cf vorhanden. — Der 5. Fuss (T 3 F 31, 44) ist kürzer als beim Q, nämlich etwa 
nur 3 mal so lang wie breit, so dass dieser sexuelle Unterschied bei g sehr viel beträchtlicher 
als bei c ist. Das Endglied trägt ausser den 3 Borsten, die sich auch beim 9 finden, noch 

2 kurze, breite Borsten am Innenrande. 

e. AcontiophOTUS omatus Br. & Hob., scutatus Br. &Rob.'). 

(T 1 F 5; T 4 F 29—52.) 

Die Weibchen. 

Farbe (T 1 F 5). s ist meistens wenig gefärbt, doch pflegen die Segmente des Vorder- 
leibes an den Seiten- und Hinterrändern braungelb zu sein, und zuweilen fand ich auch den 
Darm gelb ; seltener sind Thiere, bei denen gelbes und braunes Pigment durch den ganzen 
Rumpf und die Ruderfüsse diffus verbreitet ist. Das Auge ist carminroth. Die Eiballen sind 
undurchsichtig, bei auffallendem Licht schmutziggrau. 

Rumpf (T 1 F 5; T 4 F 32, 33, 35, 37, 38). Länge: o 1—1,5, s 0,9—1 mm. Die 
Länge von 1,5 mm, die auch von anderen Autoren angegeben wird, besass nur eines von den 

3 untersuchten Q von o; die anderen beiden waren nur 1 mm lang, zeigten aber sonst keine 
Unterschiede. Die Form des Rumpfes von s gleicht der von Asterocheres suberitis: o unter- 
scheidet sich durch die grössere Breite des Vorderkörpers und die Form der vorderen 
Abdomensegmente. Das Rostrum ist klein und tritt wenig hervor; die Pleuren des 
Kopfes sind ziemlich breit, an den folgenden Segmenten schmaler und nur an den Seiten von 
Th 4 ein wenig vorspringend. Die beiden vorderen Abdomensegmente haben bei o zu beiden 
Seiten am Hinterrande spitze, nach hinten gerichtete Zipfel; das Genitalsegment von o ist sonst 
dem von Dcrmatomyzon, das von s dem von Asterocheres ähnlich gestaltet. Auf der Bauchfiäche 
des Analsegmentes steht bei s jederseits eine etwas schräge Längsreihe langer Haare. Die 
Länge der 3 Abdomensegmente und die Länge und Breite der Furca entsprechen etwa folgenden 
Zahlen: bei o 20, 10, 6, 6, 5, bei s 28, 11, 11, 18, 6 (s. u. p. 16). Si und Se der Furca 
(T 4 F 33, 37, 38) sind lang; Se sitzt bei s mitten auf der Dorsalfläche der Furca, nicht weit 



1) Material: von .s mehrere Q (auch aus dem Firth of Forth und der Liverpoolbay) und Q?, von n 
nur 3 Q. 



Acontiophorus (Weibchen'. | 5 

von dem Hinterrande, auf dem Ende einer Längsleiste an ; bei o fehlt diese Leiste, und die 
Borste steht dem Aussenrande etwas näher. 

Die vorderen Antennen (T 4 F 30, 49) sind bei o gestreckt und 1 6 gliedrig , bei s 
kurz, gedrungen und llgliedrig (s. u. p. 16); die Gliederung ist bei o dieselbe wie bei Aste- 
rocheres, nur verschmilzt Aa 3 ~ 8; bei s geht in diese Verschmelzung auch Aa 2 ein, und 
ausserdem verschmelzen noch Aa 13 ~ 16, 17 ~ 18. Die Borsten sind ziemlich lang und 
stehen dicht gedrängt, so dass die genauere Feststellung ihrer Zahl und Lage schwierig ist; 
doch dürften sie in der Figur von o (T 4 F 30) ziemlich richtig wiedergegeben sein. Die Borsten 
der proximalen Glieder sind zum Theil gefiedert (bei s spärlicher); 4 von ihnen sind bei o 
straff, pfriemförmig. Der Aesthetask ist bei s länger und dicker als bei o. 

Re der hinteren Antennen (T 4 F 29, 42) ist relativ länger als bei den übrigen Arten 
der Familie, 2 / 3 bis 5 /t> so lang wie die beiden Endglieder (Ri 1 und 2) zusammen; auch die 
Borste an seinem Ende ist relativ lang und dick. Die beiden St von Ri 2 (neben St 1 findet 
sich hier noch eine kürzere dritte St) sind steif und gerade, die Si fein gefiedert; eine Gruppe 
feiner Haare findet sich am Innenrande von B 2, bei s am Ende, bei o mehr proximal. Die 
relativen Längen der 4 Glieder sind bei o 4, 15, 6, 6; bei s ist Ri ungefähr so lang wie B 2, 
und Ri 2 ist länger als Ri 1. 

Der Sipho (T 4 F 35, 39) geht in ein dünnes Rohr aus, das bei o etwa bis zur hinteren 
Grenze des Vorderkörpers, bei s bis zum Ende des Hinterkörpers reicht. 

Der Palpus der Mandibel (T 4 F 52) ist kurz und geht am Ende in eine dicke, lange, 
mit feinen und langen Fiedern besetzte Borste über. Die Stechlade ist grätenförmig ; ihr basales 
Stück ist etwas dicker und läuft, bevor sie aus dem bauchigen Theil des Sipho in das Saug- 
rohr eintritt, in einen sehr feinen, borstenartigen Abschnitt aus. 

Die Glieder der 1. Maxille (T4 F31,45) haben einen rundlichen Querschnitt und weiches 
Chitin, so dass ihre Form bei der Präparation leicht entstellt wird. B 2 ist klein und trägt 
1 ganz kurze und 3 längere, mit langen und zarten Fiedern besetzte Borsten; Li hat 4 längere 
Borsten, von denen 2 nackt, 2 ebenfalls lang und zart befiedert sind; eine der letzteren 
zeichnet sich wie bei Asterocheres violaceus durch ihre Dicke aus, bei o in noch höherem Grade 
als bei s. 

Die 2. Maxille (T 4 F 47) von o hat eine charakteristische Form: das Basalglied, am 
Grunde dünn, wird von der Mitte ab dicker, und der Haken, relativ lang und stark gekrümmt, 
trägt an seinem concaven Rande eine lange Borste. Bei s zeigt die Gliedmaasse diese Eigen- 
thümlichkeiten nicht; der Endhaken wird in der Mitte plötzlich dünner. 

Der Maxilliped (T 4 F 43) ist bemerkenswert!!, weil sein 1. Glied länger als sonst bei 
den Arten der Familie und zugleich durch eine secundäre Gliederung in 2 Stücke gesondert 
ist. Die Endklaue ist etwa so lang wie der proximale Theil von Ri. Bei s sind die Borsten 
von Ri, bei o die von B 1 länger als gewöhnlich. 

Ruderfüsse (T 4 F 41, 48). Die Zahl der Borsten von Re 3 und Ri 3 stimmt am 
1. Fusse, die derjenigen von Ri 3 auch am 2. — 4. Fusse mit der von Dermatomyzon und Bhj/ucho- 



\ Q Beschreibung der Species von Neapel. 

myzon überein; Re 3 hat dagegen am 2. — 4. Fusse 1 Si weniger. Die verdickte Si von Ei 3 
hat nur am 3. und 4. Fusse Lanzettform und Säume (bei s glatte); am 2. ist sie zwar auch 
dick und steif, aber trotzdem gefiedert. Die proximale Spitze der Doppelzacke von Ri ist 
klein und verstreicht bei s fast völlig. Die Si von B 2 des 1. Fusses ist lanzettförmig, mit 
gezähnelten Säumen. Die Se von B 2 ist an den vorderen 3 Füssen, besonders am 2., auf- 
fallend dick und reich gefiedert. 

Das Basale des 5. Fusses (T 4 F 34, 44, 46) articulirt mit dem Rumpfsegment; innen vom 
Endgliede sitzt an ihm ein winziges Börstchen. Das Endglied trägt 3 längere und 2 kurze Borsten 
und ist bei o gestreckter als bei s; ob die Länge der Borsten bei beiden Arten übereinstimmt, 
kann ich nicht angeben, da sie bei meinen Exemplaren von o zum Theil abgebrochen waren. 

Nach Canu trägt s jederseits einen Eib allen mit 4 oder 5 grossen Eiern; ich fand 
ein $ mit links 2, rechts 3 Eiern. 

Anmerkung. Scutatus variirt in mehreren Punkten. Unter meinen Exemplaren war 
eines, dessen Furca (T 4 F 38) das Analsegment an Länge nicht übertraf; die Länge seiner Furca 
verhielt sich zu ihrer Breite wie 5 : 3. Bei demselben Exemplare fand sich am Innenrande 
des Endgliedes des 5. Fusses (T 4 F 44) nur eine (ziemlich lange) Borste, und zugleich war 
die Gliederzahl der vorderen Antennen (T 4 F 51) um 2 vermindert: auf das 2. lange Glied 
folgten nur 2 kurze Glieder, und das vor- und drittletzte Glied waren mit einander verschmolzen. 
Im Uebrigen stimmte das Exemplar mit den der obigen Beschreibung zu Grunde gelegten 
überein; trotzdem hätten die angegebenen Abweichungen wohl zur Aufstellung einer besondern 
Art ausgereicht, wenn ich nicht ein zweites Exemplar gefunden hätte, das diese Abweichungen 
nur zum Theil besass und also einen Uebergang zu den typischen Exemplaren bildete; bei 
diesem Thiere war die Furca lV'2 m al so lang wie das Analsegment und 2 mal so lang wie breit, 
und das eine der drei kurzen Antennenglieder war nur an der einen von beiden Antennen 
verschwunden, während der Endabschnitt beiderseits dreigliedrig und der Innenrand des End- 
gliedes des 5. Fusses mit 2 Borsten versehen war. Ein reicheres Material, als mir zu Gebote 
stand, möchte die genannten Merkmale vielleicht noch in andern Variationen zeigen; doch be- 
merke ich, dass ein halb Dutzend Weibchen von s, die Herr Tel. Scott mir aus dem Firth 
of Forth schickte, mit den oben beschriebenen typischen Exemplaren übereinstimmten, und aucli 
die von Canu beschriebenen zeigen dasselbe Verhalten; dagegen scheint das von Claus be- 
schriebene Weibchen eine kürzere Furca zu haben. Dass die Art aucli in der Grösse von 
Re der hinteren Antennen variirt, wurde oben bemerkt. 



u 5 



Das Manuellen von scutatus. 

Die Geschlechter unterscheiden sich in der Grösse und im Bau des Abdomens und der 
vorderen Antennen. 

Die Farbe scheint bei den cf nicht minder zu variiren als bei den Q ; meistens sind 
sie fast farblos, mit nur wenigen braungelben, symmetrisch gelegenen Oeltropfen im Vorder- 



Acontiophorus (Männchen), Scottocheres (Weibchen). J'J 

körper und mit gelblichem Darm; ein Thier jedoch hatte in allen Segmenten des Vorderkörpers 
symmetrische rothe Flecke, in unterbrochenen Querbändern angeordnet. Das grosse Auge ist 
carminroth . 

Rumpf (T 4 F 36, 40). Länge 0,75 mm. Das Abdomen hat 4 Segmente, von denen 
die beiden mittleren am Hinterrande zu beiden Seiten in scharfe Säume ausgehen. Die 
Genitaldeckel, unter denen die beinahe kugligen Spermatophoren liegen, stossen in der Mitte 
der Bauchfläche nicht zusammen und tragen an ihren posterolateralen Ecken 2 lange, mit 
Spitzen besetzte Borsten und aussen von diesen eine kürzere Borste. — Die vorderen An- 
tennen (T 4 F 50) sind llgliedrig; die 5 ersten Glieder entsprechen denen der weiblichen 
Antennen der Reihe nach; das folgende Glied der letzteren ist in 3 Glieder aufgelöst, von 
denen das mittlere die Andeutung einer Theilung in zwei aufweist; das nächste Glied entspricht 
wiederum dem der weiblichen Antenne; dann folgt das Kniegelenk, und die distal davon be- 
findlichen beiden Glieder entsprechen den 4 Endgliedern der weiblichen Antenne. Die Borsten 
der proximalen Glieder stehen noch fast dichter gedrängt als beim Q, so dass ich ihre Ver- 
keilung nicht feststellen konnte; die Zahl der Aesthetasken ist vermehrt; ausser dem am vor- 
letzten Gliede stehen deren noch mehrere (wenn ich nicht irre 7) am proximalen Theil der 
Antenne ; sie sind etwa so lang wie die Antenne selbst und nicht viel dünner als der Aesthe- 
task des vorletzten Gliedes. 

Anmerkung. Das cf von ornatus habe ich nicht aufgefunden. Nach Claus (1889 ß 
p. 359 T 7) hat es eine geringere Rumpflänge und einen etwas gestreckteren Vorderkörper als 
das 2 und zeigt auch in der Form der beiden mittleren Abdomensegmente einen ähnlichen 
Unterschied vom Q, wie scutatus. Die Greifantennen sind wie beim Q lßgliedrig; wenn ich 
Claus' Zeichnung richtig beurtheile, ist der Unterschied in der Gliedzahl der Greifantennen 
beider Arten lediglich darauf zurückzuführen, dass das 2. — 7. Glied von ornatus dem 2. von 
scutatus entspricht. Von Aesthetasken fand Claus »wenigstens 6«. 

f. Scottocheres elongatus Th. & A. Scott, longifurca Giesbr. 1 ) 

(T 4 F 1—28.) 

Die Weibchen. 

Farbe. I ist fast farblos und wenig transparent; von e sah ich nur 1 Q. lebend; Rumpf 
und Gliedmaassen desselben waren bräunlich-gelb gefärbt; hie und da war die Farbe inten- 
siver und reiner, an anderen Stellen machte sie einem schmutzigen Grau Platz. 



1) Material: von e 2 § und einige Q aus dem Firth of Forth; die Zeichnungen sind nach den letzteren 
angefertigt; von ? 3 Q und 2 q^. 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 3 



1 8 Beschreibung der Species von Neapel. 

Rumpf (T 4 F 1, 12, 14, 23). Länge: e 0,85—1, l 0,9—1 mm. Der Rumpf ist gestreckt 
(3 mal so lang, wie der Vorderkörper breit ist), ähnlich wie bei Collocheres. Ein Rostrum ist 
zwischen den enge bei einander entspringenden vorderen Antennen nicht vorhanden. Die 
Segmente des Vorderkörpers haben ziemlich breite Pleuren, aber keine seitlich hervor- 
tretenden Zipfel; doch ist zu solchen bei l ein Ansatz vorhanden, besonders an Th 4. 
Von den 3 Segmenten des Abdomens ist jedes ungefähr doppelt so lang wie das folgende, und 
bei e ist das letzte von ihnen doppelt so lang wie die Furca, die hier etwa so breit wie lang 
ist; bei / aber ist die Furca doppelt so lang wie das letzte Abdomensegment und über 4 mal 
so lang wie breit. Das Genitalsegment ist gestreckt-birnförmig ; der vordere Theil des Seg- 
mentes ist verbreitert und läuft (ähnlich wie bei Rhynchom. purpurocinctum) jederseits hinter den 
dorsal gelegenen GeschlechtsöfTnungen in eine nach hinten gerichtete Zacke aus; dieselbe ist 
bei l stärker als bei e. Unter den Furcalborsten (T 4 F 12, 23) sind St 2 und 3 die dicksten 
(besonders bei e) und längsten (kürzer als das Abdomen) ; bei e ist St 3 auffallender Weise 
länger als St 2 ; Se und Si sitzen dicht am Ende des Aussen- und Innenrandes, aber noch ein 
wenig dorsal an. 

Die vorderen Antennen (T 4 F 2, 27) sind bei l 18-, bei e 17gliedrig; es verschmelzen 
Aa 9 ^ 11, 21 ^ 25; bei e sind auch 3 ~ 4 verschmolzen, während sie bei l auf der Oberseite 
scharf getrennt bleiben. Die Borsten sind im Ganzen kurz und dünn, ebenso der am vorletzten 
Gliede befindliche Aesthetask. 

Die hinteren Antennen (T 4 F 8, 9, 18) haben ein gestrecktes B 2 und kurze B 1 
und Ri 2; bei e ist auch Ri 1 gestreckt, und Ri 2 so kurz, dass es kaum noch als besonderes 
Glied kenntlich ist; von seinen Borsten ist nur St 2 gut entwickelt und bildet bei l eine lange 
grätenförmige Borste, bei e einen ziemlich kräftigen Endhaken; die übrigen Borsten von Ri 2 
sind rudimentär. Re ist bei l grösser als bei e. v 

Der lange Basaltheil des Sipho verjüngt sich allmählich bis etwas hinter die Mitte des 
zwischen Maxillipeden und 1. Fusse gelegenen Zwischenraumes und verengt sich dann zu einem 
langen dünnen Rohre, welches bei e bis zum Hinterrande des Genitalsegmentes, bei l nicht 
ganz so weit reicht; das der Unterlippe entsprechende Halbrohr ist quergeriefelt. Auch bei 
lebenden Thieren ist der Sipho gekrümmt, die der Bauchfläche des Thieres zugekehrte Seite 
concav; beim Abtödten der Thiere wurde die Krümmung stärker. 

Von der Mandibel ist nur die lange, grätenförmige, äusserst dünne Stechlade übrig 
geblieben; dieselbe reicht bis ans Ende des Siphorohrs ; von einem Palpus oder einer ihn ver- 
tretenden Borste an ihrem dickeren Basaltheile habe ich keine Spur finden können. 

B 2 und Li der vorderen Maxille (T 4 F 13) tragen je 3 Borsten; B 2 ist klein und 
blass; man gewahrt das Glied erst bei näherem Zusehen; die Gliedmaasse ist bei beiden Arten 
gleich gebaut. 

Die hintere Maxille (T 4 F 10, 26) und der Maxilliped (F 7, 17) sind dünn und 
schlank, bei / in noch höherem Grade als bei e; einen Unterschied zeigen die beiden Arten 



Scottocheres (Weibchen, Männchen). j Q 

auch in der relativen Länge der Glieder von Ki und des Endhakens des Maxillipeden ; letzterer 
ist bei e etwa so lang wie das Glied, an dem er sitzt, bei l länger als der ganze Ri; doch ist 
zu bemerken, dass die Neapler Exemplare von e sowohl in der Schlankheit der beiden Glied- 
maassen, wie auch in der relativen Länge des Endhakens des Maxillipeden sich der Species / 
nähern und zwischen dieser und den Schottischen Exemplaren von e stehen. 

Ruderfüsse (T 4 F 3—6, 19 — 22). Die Si von B 1 fehlt am 1. Fusse; diejenige von 
B 2 des 1. Fusses ist lanzettförmig. Die Se der Aussenäste sind Dornen, deren Ränder mit 
feinen, zuweilen kaum wahrnehmbaren Spitzen besetzt sind; gleiches gilt von der St von Re 3 des 
2. — 4. Fusses und von der endständigen Si von Ri 3 des 3. und 4. Fusses. Die Unterschiede, 
welche die beiden Arten besonders in der Form dieser Se und St zeigen (die von e sind im 
Ganzen gedrungener als die von T), gehen aus den Figuren hervor; bemerkenswerth ist, dass 
die Fiederborste, welche bei e an Ri 3 des 3. Fusses aussen von der pfriemförmigen Si sitzt, 
bei l fehlt. 

Das Basale des 5. Fusses (T 4 F 11, 25) bildet jederseits auf der Ventralfläche des Rumpf- 
segmentes einen breiten dreieckigen Lappen ; das Endglied ist oval, ebenfalls blattförmig, und 
trägt am Endrande 3 kurze Borsten. 

Eines der ? von l trug jederseits einen länglichen Ei ballen von 5 farblosen, undurch- 
sichtigen Eiern; die Eier waren ellipsoidisch, von 0,11 X 0,14 mm Durchmesser. Bei e liegen 
nach Scott in jedem Eiballen 3 Eier (von ca. 0,1 mm Durchmesser) in einer Reihe. 

Das Männchen von longifurca. 

Sexuelle Merkmale finden sich in der Grösse, dem Bau des Abdomens, der vorderen 
Antennen und des Maxillipeden. 

Rumpf (T 4 F 16, 24). Länge 0,75 mm. Das Abdomen (F 24) hat 4 Segmente, da 
das hinter den lateralen Zacken gelegene Stück des Genitalsegmentes beim d 1 selbständig ist. 
Die relative Länge der 4 Segmente und die Länge und Breite der Furca entsprechen etwa den 
Zahlen: 27, 15, 13, 8, 18, 5, weichen also von der beim $ ein wenig ab. Die Zacke auf jeder 
Seite des Genitalsegmentes ist auch beim cf vorhanden; die Genitaldeckel gehen hinten in 
einen Vorsprung aus, auf dem 1 Börstchen sitzt; ausserhalb davon sitzt noch 1 Börstchen am 
Deckelrande. — Die vorderen Antennen (T 4 F 28) sind 16gliedrig; die Gliederung ihrer 
distalen Hälfte ist die gleiche wie bei Asterocheres suberitis und violaceus; von den beiden End- 
gliedern ist das proximale das längere. Die 12 supplementären Aesthetasken sind dünn und 
kürzer als bei Myzopontius und den folgenden Arten; ihre Vertheilung zeigt die Figur. Proximal 
von der Mitte des Innenrandes des 2. Basalgliedes des Maxillipeden (T 4 F 15) findet sich ein 
kleiner Höcker, der dem $ fehlt. Der 5. Fuss dürfte etwas weniger gestreckt als beim 2 sein. 



3* 



20 Beschreibung der Species von Neapel. 



g. Pontoedella abyssicola Th. Scott 1 ). 

(T 5 F 15—27.) 

Das Weibchen. 

Rumpf (T 5 F 15, 19, 25). Länge 0,9 mm. Die ganze Rumpfform erinnert etwas an die 
der kleineren Arten von Oithona, eine Aehnlichkeit, die sich auch auf die vorderen Antennen 
und die Ruderfüsse erstreckt. Der Vorderkörper ist vielleicht in Wirklichkeit nicht so breit, 
wie die nach einem conservirten und vielleicht etwas aufgeblähten Exemplar gezeichnete Figur 
(15) ihn darstellt; der Hinterkörper ist relativ lang ( 7 / n vom Vorderkörper) und schmal. Ein 
Rostrum ist kaum vorhanden, obwohl die Stirn zwischen den vorderen Antennen einen Buckel 
bildet. Die Pleuren an den Segmenten des Vorderkörpers sind ganz schmal. Das Genital- 
segment (F 25) ist in der Gegend der GenitalöfFnungen nur wenig verbreitert; von da ab ver- 
schmälert sich der Hinterleib etwas und wird dann wiederum gegen das Ende breiter; von den 
Segmenten ist nur das' letzte breiter als lang. Die Länge der 4 Abdomensegmente entspricht 
etwa den Zahlen 5, 3, 2, 1, lV 3 . Die Furca (F 25) ist fast so breit wie lang. Die 4 St und 
die Si sind befiedert; letztere sitzt auf einem Höcker, der sich auf der Dorsalseite der Furca 
dicht am Innenrande befindet; St 4 ist beträchtlich kürzer als die anderen St, unter denen St 2 
die längste (über halb so lang wie der Hinterkörper) ist. Die Se ist wegen ihrer Ansatzstelle 
(auf der Ventralseite der Furca) und wegen ihrer Form bemerkenswert]! ; sie besteht aus einem 
Stiel, der am Ende fächerartig in 4 Zacken ausgeht. 

Die vorderen Antennen (T 5 F 20) sind 8gliedrig; der auf das Glied mit dem Aesthet- 
asken (19 ~ 20) folgende Abschnitt ist 2gliedrig, und das Endglied ist lang. Die Borsten, 
minder zahlreich als bei den anderen Arten, sind nackt und zum Theil lang. 

Die hintere Antenne (T 5 F 16) zeichnet sich durch die Kürze von B 2 und die 
relative Länge und Dicke der Si und St 1 von Ri 2 aus. Die 4 Glieder sind etwa gleich lang, 
Ri 1 etwas länger als die anderen 3. Re ist ein kleines Knöpfchen mit einer Borste am Ende, 
scheint aber noch beweglich anzusitzen. 

Der Sipho (T 5 F 17, 19) geht in ein kurzes, schwach gekrümmtes, am Ende mit einem 
Kragen versehenes Saugrohr aus; da bei meinen Exemplaren der Sipho nach vorne aufgerichtet 
war, kann ich nicht genau angeben, wie weit er, nach hinten angelegt, reichen würde; 
jedenfalls nicht viel über die Ansatzstelle des Maxillipeden hinaus. 

Die Stechlade der Mandibel (T 5 F 21) ist entsprechend der Krümmung des Sipho 
gebogen ; sie ist grätenförmig und endigt in eine feine, nicht gezähnelte Spitze. An der Wurzel 
des Sipho, nicht weit von ihrem hinteren Rande, findet sich jederseits ein kleiner, stabförmiger 
Anhang, an dessen Ende 2 Borsten sitzen: die 1. Maxille (T 5 F 22). 



1) Material; 2 Q von Neapel und mehrere Q aus dem Grossen Ocean (s. u. p. 21), 



Pontoeciella (Weibchen). 2 1 

Der Endhaken der 2. Maxille (T 5 F 23) ist dadurch ausgezeichnet, dass er ein Knie 
macht; eine Strecke vor dem Knie rindet sich eine kurze, stumpfe Borste ; an dem Knie und 
besonders proximal von der Borste ist der Haken mit kurzen, kräftigen Spitzen bedeckt. 

Die Gliederung des Maxillipeden (T 5 F 18) ist weniger ausgebildet als bei den anderen 
Arten; sowohl B 1 und B 2 als auch die beiden ersten Glieder von Bi sind bis auf geringe 
Spuren mit einander verschmolzen; charakteristisch sind ferner der Spitzenbesatz von B 2 
und die Säbelform der Endklaue; letztere ist etwas länger als der proximale Theil von Bi. 

Die Buderfüsse (T 5 F 24, 26, 27) sind gestreckter als bei den anderen Arten; ihre 
Schlankheit wird noch vermehrt durch die Länge der Borsten, besonders der St der Ile und 
der endständigen Si der Bi, die die Länge der Aeste erreichen oder selbst übertreffen. Die 
Schwimmborsten und ihre Fiedern irisiren. B 1 und B 2 des 1. Fusses ohne Si; B 1 des 2. 
und 3. Fusses hat eine kurze, schwach gefiederte Si, die dem 4. Fusse fehlt; B 2 aller Füsse 
mit Se. B 2 hat zwar einen stark convexen Innenrand; derselbe springt aber nicht so weit 
vor wie bei anderen Arten und läuft am distalen Ende nicht in einen Fortsatz aus ; am distalen 
Bande von B 2 sitzt zwischen den beiden Aesten des 2. — 4. Fusses eine kleine, nach aussen 
gebogene Zacke. Die Zacken, in welche die Bänder der Astglieder auszulaufen pflegen, sind 
hier nur schwach entwickelt; an Be sind sie klein, besonders im 1. und 4. Fusse, und an Be 2 
und 3 des 1. Fusses fehlen sie; sehr klein sind sie an Bi 2 und 3 und fehlen am 4. Fusse; 
der Aussenrand von Bi 1 des 2. und 3. Fusses geht in einen abgerundeten Zipfel (F 26) aus, 
der am 1. und 4. Fusse durch einen kleinen Vorsprung ersetzt ist; an den Innenrändern der 
Aeste fehlen die Zacken ganz. Die Bänder der Astglieder sind nicht gezähnelt. Be 3 ist am 
1. Fusse (F 24) nach aussen übergebogen, was dem Aste ein eigenthümliches Aussehen giebt; 
die Se von Be sind hier nicht gezähnelt, die St borstenförmig, aber nur auf der Innenseite 
gefiedert. Am Be des 2. und 3. Fusses (F 26) sind die Se lanzettförmig, mit gezähnelten 
Bändern, die St lang, scalpellförmig, mit gezähneltem Aussenrande; ebenso verhalten sich die 
St und die distale Se von Be 3 des 4. Fusses (F 27), wogegen die Se von Be 2 zu einem 
dünnen Börstchen verkümmert ist und die anderen Se ausgefallen sind. Die Borsten von 
Bi des 1. und 2. Fusses sind sämmtlich Fiederborsten; die endständige Si von Bi 3 des 
3. (F 26) und 4. Fusses hat dagegen eine ähnliche Form wie der St von Be 3, nur ist sie 
nicht so breit. 

Das 5. Fusspaar (T 5 F 25) besteht nur aus einer kleinen Borste, die jederseits nicht 
weit vor dem Hinterrande von Th 5 sitzt. 

Anmerkung. Ausser dem 9, auf welches sich die vorstehende Beschreibung bezieht, 
liegen mir noch 5 Q vor, die auf der Expedition des »Vettor Pisani« von G. Chierchia bei 
99° W. 3°S (? 1800 m Tiefe) und 124° W. 9°N. (1000 m Tiefe) gesammelt wurden. Die- 
selben schienen nach Grösse und Form des Vorderkörpers zu verschiedenen Arten zu gehören; 
denn eines der Q (von 124 ° W. 9° N.) maass 1,17 mm, andere kaum 1 mm; das grösste Q 
hatte einen regelmässig ellipsoidischen Vorderkörper, andere einen noch breiteren, als ihn die 



22 Beschreibung der Species von Neapel. 

Abbildung des Neapler Exemplares zeigt; bei einem Thiere fanden sich auch im Vorderkörper 
sehr regelmässig vertheilte schwarze Pigmentflecke vor (wie es schien Hautdrüsen), die den 
anderen fehlten. Indess konnte ich an den Gliedmaassen keine Unterschiede finden, weder 
zwischen den einzelnen Pacifischen Q, noch zwischen diesen und den Q von Neapel; ich 
halte daher die Unterschiede im Rumpfbau theils für Folgen der Conservirungsart, theils für 
individuelle Variationen (s. auch u. p. 83). 

h. Jßatania flava Giesbr. 1 ). 

(T 10 F 20—22.) 

Das Weibchen. 

Farbe (1892 T 5 F 6). Der Vorderkörper ist von orangerother Färbung, die auch in 
die Mundtheile und vorderen Beinpaare übergeht und an zahlreichen Fetttropfen zu haften 
scheint. 

Rumpf (1892 T 5 F 6; T 48 F 48). Länge 1,2 mm. Der Vorderkörper ist doppelt 
so lang wie der Hinterkörper, deprimirt und ca. 2 /;j so breit wie lang; sein längstes Segment 
ist Ce ~ Th 1 . Die Stirn ist abgerundet, das dreieckige Rostrum ist flach ; die Säume an den 
Rändern der Segmente sind ziemlich schmal. Die breiteste Stelle des Hinterleibes bildet der 
vordere Abschnitt des Genitalsegmentes; die schmälste ist an der Grenze zwischen diesem und 
dem folgenden Segment, von wo ab der Hinterleib sich bis zum Ansatz der Furca wiederum 
verbreitert. Die relative Länge der 4 Abdomensegmente und die Länge und Breite der Furca 
entsprechen etwa den Zahlen 13, 5, 4, 6, 7, 4. Die Genitalöffnungen liegen seitlich, eher dorsal 
als ventral. Der Endrand der Furca ist nach innen zu abgeschrägt; er trägt St 1 — 3, während 
St 4, wie auch Se, am Aussenrande sitzen; die Si sitzt dorsal in dem Winkel zwischen Innen- 
und Endrand. Die Borsten sind gefiedert und ziemlich kurz; die längste, St 2, ist etwas über 
halb so lang wie der Hinterkörper. Das Chitin des Rumpfes wie auch der meisten Glied- 
maassen ist dick. 

Die vorderen Antennen (1892 T 48 F 46) sind kurz und nur 5gliedrig. Die Zahl 
der Borsten ist gering; sie sind nackt und, bis auf 4, auch kurz. Der Aesthetask am End- 
gliede fällt durch seine Dicke und Länge auf; er ist über doppelt so lang wie die Antenne 
selbst. Das 3. Glied hat auf der Unterseite nahe am proximalen Ende des Vorderrandes 
einen Höcker. 

Den hinteren Antennen (T 10 F 21) fehlt jede Spur eines Aussenastes; im Uebrigen 
haben sie Aehnlichkeit mit denen von Dermatomyzon. 



1) Ich habe diese Art schon einmal (1892 p. 616 — 618) beschrieben und wiederhole hier diese Beschreibung 
in gekürzter und zum Theil abgeänderter Form; für die Figuren verweise ich auf jene Arbeit, bis auf die 3 oben 
angeführten. Material: 3 Q. 



Ratania (Weibchen). 23 

Der Mundkegel (T 10 F 20) ist relativ flach und kaum als Siphc- zu bezeichnen. 

Die Mandibeln (1892 T 48 F 49) bestehen nur aus der Lade; dieselbe ist in der Mitte 
etwas eingeschnürt und zerfällt dadurch in einen cylindrischen, stärker chitinisirten proximalen 
und einen lamellösen, gegen das Ende verbreiterten distalen Theil; dieser hat ein sebr zartes 
Aussehen, ist in der Mitte längsgestreift und trägt am Endrande 7 Zähne, die durch eine 
schmale ventrale und eine breitere dorsale Lücke in Gruppen von 3, 2, 2 getrennt sind. 

Die vorderen Maxillen (1892 T 48 F 41) bestehen aus einem Basale, welches 
2gliedrig zu sein scheint und dessen distales Glied am Innenrande einen mit 3 Borsten be- 
setzten Lobus (Li) trägt, während am äusseren Ende seines distalen Randes ein Glied (B 2) 
articulirt, das neben 3 ähnlichen Borsten noch eine kleine nackte trägt. 

Die hinteren Maxillen (1892 T 48 F 45) sind kurz, gedrungen; der Endhaken ist 
dick, scharf gebogen und ungegliedert. 

Das Basale des Maxillipeden (T 10 F 22) ist Igliedrig; die Grenze zwischen den ver- 
schmolzenen B 1 und B 2 Avird durch eine leichte Kerbe bezeichnet, die sich am Innenrande 
dicht hinter der proximalen von den beiden kleinen Si des Basale befindet. Ri besteht aus 
2 Gliedern und dem Endhaken. Meine frühere Auffassung von der Gliederung des Maxilli- 
peden war ungenau; ich gebe deshalb eine corrigirte Abbildung davon. 

Ruderfüsse (1892 T 48 F 42, 47). Die Basalia sind 2-, die Aeste 3gliedrig. Re ist 
circa doppelt so lang wie B und etwa 5 / 4 mal so lang wie Ri. Die Basalia sind breit und kurz; 
die distal-innere Ecke von B 2 springt zipfelartig vor, und der proximale Theil des Innenrandes 
ist besonders stark am 3. und 4. Fusse vorgewölbt. B 1 trägt eine gefiederte Si am 2. — 4. Fusse, 
B 2 an allen Füssen eine nackte Se. Der distale Rand von B 2 hat zwischen den Aesten eine 
stumpfe (am 3. und 4. Fusse ziemlich flache) Zacke. Die distalen Glieder der Aeste haben 
in den vorderen Füssen einen etwa rechteckigen Umriss, während sie sich an den hinteren Füssen 
nach dem Ende zu verjüngen. In der Vertheilung und Zahl der Borsten an den Aesten stimmt 
Ratania nahe mit Dermatomyzon überein. Die Zacken, in welche die Aussenränder der Glieder 
am Ende und bei den Se auslaufen, sind klein und zum Theil kaum vorhanden, besonders an 
den hinteren Fusspaaren; am längsten sind diejenigen am Ende von Ri 3 des 1. und 2. Paares; 
Ri 2 hat keine Doppelzacke, und an den Innenrändern der proximalen Astglieder fehlen die 
Zacken ganz. Die Se von Re sind lange Lanzetten, am Aussenrande gröber gezähnelt als am 
Innenrande; die St von Re 3 des 2. — 4. Fusses sind sägeförmig; alle übrigen Borsten sind 
Fiederborsten, mit Ausnahme der endständigen Si von Ri, die pfriemförmig und beiderseits mit 
Spitzen besetzt sind. 

Das Basale des 5. Fusses (1892 T 48 F 44) ist mit dem Rumpfsegment verschmolzen; 
das Endglied ist relativ gross, unregelmässig fünfeckig und trägt am Ende 3, am Innenrande 
2 Borsten. 



24 Beschreibung der Species von Neapel. 



i. Myzopontius pungens Giesbr. 1 ). 

(T 1 F 6; T 6 F 1—14). 

Das Weibchen. 

Farbe (vgl. T 1 F 6). Die Thiere sind meist farblos und wenig durchsichtig; nur die 
Wand des Darms und seiner Blindsäcke ist von strohgelben Kugeln erfüllt, und das grosse Auge 
ist rostroth (TU F 28). 

Rumpf (T 6 F 1, 3, 10, 14). Die Länge variirt ziemlich stark, von 0,85' — 1,1 mm. Der 
Vorderkörper ist regelmässig ellipsoidisch ; seine breiteste Stelle liegt ungefähr an der hinteren 
Grenze des langen Ce ~ Th 1. Das Rostrum springt nur wenig vor. Die Pleuren von Ce <~^> Th 1 
sind breit und nähern sich mit ihren ventralen Rändern so weit, dass sie die vorderen Glied- 
maassen zum Theil bedecken (F 1); auch die folgenden Segmente haben verbreiterte Lateral- 
ränder, ohne aber seitlich in Zipfel auszugehen. Der Panzer ist von zahlreichen feinen Poren 
durchbohrt. Von den 3 freien, zwischen Genitalsegment und Furca befindlichen Segmenten 
ist das mittlere das kürzeste. Das Genitalsegment (F 10, 14) ist durch eine Einschnürung in 
ein vorderes breiteres und hinteres schmäleres Stück getheilt. Die Furca (F 1 4) ist fast so lang 
wie die beiden letzten Segmente zusammen und über 3 mal so lang wie breit. St 2 ist fast so 
lang wie der Hinterkörper, St 3 etwas kürzer ; St 4 ist auf den Aussenrand der Furca gerückt ; 
Se und Si sind dünn und kurz und sitzen auf der Dorsalfläche, Se dicht über St 4, Si dicht 
über St 1. 

Die Gliederzahl der vorderen Antennen (T 6 F 4) variirt; von 7 Q besassen vier 12-, 
zwei 10-, eins 9gliedrige Antennen; in allen Fällen war der distale Theil (von Aa 9 ab) überein- 
stimmend gegliedert, und die Gliederung war an den beiden Antennen desselben Thieres die 
gleiche. Von den proximalen Gliedern der 12gliedrigen Antenne ist nur Aa 2 ~ 4 verschmolzen; 
weitere Reductionen der Gliedzahl entstehen, indem noch Aa 5, 6 und 7 in die Verschmelzung 
aufgenommen werden; so kommen wahrscheinlich auch llgliedrige (Aa 2 ~ 5) Antennen vor, 
und vielleicht kann die Zahl durch Auflösung von Aa 2 r ^> 4 erhöht werden. — Die Borsten 
sind kurz und nackt; der Aesthetask ist ziemlich dick. 

Die Länge der 4 Glieder der hinteren Antenne (T 6 F 6) entspricht etwa den Zahlen 
2, 5, 2, 5. Re ist zwar klein, kleiner als bei den meisten Asterocherinae, aber doch etwas 
grösser als bei den übrigen Dyspontiinae. Die 4 Borsten von Ri 2 , von denen St 2 weitaus 
die längste ist, sind biegsam; keine hakig. 

Der Sipho (T 6 F 1, 3) geht in ein Saugrohr von etwas variabler Länge aus; nach hinten 
an die Ventralfläche des Rumpfes angelegt, reicht er mit der Spitze meistens bis zur Ansatz- 
stelle des 4. Fusspaares, zuweilen aber kaum bis zu der des 2. 



1) Material: mehrere Q und 3 tf. 



Myzopontius (Weibchen, Männchen). . 25 

Die Mandibeln bestehen lediglich aus den dünnen, stechborstenförmigen Kauladen. 

Li der 1. Maxille (T 6 F 2), nur wenig kürzer als B 2, hat einen länglich-ovalen Um- 
riss. Die Borsten sind dünn, schwächlich; die beiden von B 2 haben etwa die Länge des Gliedes, 
die von Li ist mehr als doppelt so lang. 

Die 2. Maxille (T 6 F 13) ist ungemein dünn und lang gestreckt; vor der Mitte findet 
sich an der concaven Seite des Endhakens ein Börstchen, und gegen das Ende hin eine Reihe 
Spitzen, deren Zahl und Grösse zu variiren scheint. 

Auch der Maxilliped (F 6 F 9) hat eine sehr schlanke Form; die Borste von B 2 ist 
distal verschoben; die Endklaue ist länger als der gegliederte Theil von Ri. 

Ruderfüsse (T 6 F 8, 11, 12). Die Zahl und Vertheilung der Borsten ist ähnlich wie 
bei Dermatomyzon, doch haben Re 3 und Ri 3 des 3. und 4. Fusses 1 Si mehr. Die proximale 
Zinke der Doppelzacke am Innenrande von Ri 2 ist bis auf eine geringe Spur verschwunden. 
Die Zähnelung an den Rändern der Se und St von Re und der verdickten Si von Ri 3 des 
3. und 4. Fusses ist. ziemlich grob; an der verdickten Si von Ri 3 des 2. Fusses ist sie durch 
Fiedern ersetzt. Die Zacke am distalen Rande von B 2 zwischen den beiden Aesten ist spitz, 
und der innen von Ri gelegene Theil des Randes geht in einen Vorsprung aus, der besonders 
am 2. und 3. Fusse weit heraufragt. 

5. Fuss (T 6 F 10). Aehnlich wie bei den Ascomyzontinae, aber mit kleinerem End- 
gliede ; an der Innenseite desselben befindet sich eine Zacke, deren Form und Grösse variirt, 
und die sogar fast ganz verstreichen kann; das Endglied hat eine Borste am Ende und 2 am 
Innenrande. 

Das Männchen. 

Die Geschlechter unterscheiden sich in der Rumpflänge, im Bau der vorderen Abdomen- 
segmente und der vorderen Antennen. 

Die Farbe (T 1 F 6) gleicht der des 2, nur dass die gelben Kugeln, von denen der 
Darm strotzt, grösser und dunkler gefärbt sind. 

Rumpf (T 1 F 6 ; T 6 F 5). Länge 0,8 — 0,88 mm. Der schon beim 2 durch eine Ein- 
schnürung abgesetzte vordere Theil des Genitalsegmentes ist hier abgegliedert; die Genitaldeckel 
tragen je 3 Borsten, von denen die innerste stachelartig ist (F 5). Die vorderen Antennen 
(T 6 F 7) haben dieselbe Gliederzahl wie bei den meisten der oben beschriebenen Q, nämlich 
12, und zwar sind die Glieder der männlichen Antennen denen der weiblichen der Reihe nach 
homolog. Die männlichen Antennen sind jedoch gedrungener, ihre Glieder im Verhältniss zur 
Dicke kürzer; die Borsten stimmen mit denen des $ ziemlich überein; einzelne sind etwas 
länger und stärker, und eine Borste von Aa 13 <~ 14 ist in einen Pfriem umgewandelt. Die 
Aesthetasken sind um 10 vermehrt, die an den Gliedern Aa 2, 4, 5, 6, 7, 9, 11, 12, 14, 16 
sitzen; sie sind lang und nur wenig dünner als der weibliche Aesthetask. 



Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. AsterocLeriden. 



26 Beschreibung der Species von Neapel. 



k. SestVOpontillS bulliger n. 1 ). 

(T 9 F 1—13.) 

Das Männchen. 

Eumpf (T 9 F 1, 11). Länge 1,17 mm. Der Vorderkörper ist breit; da die Seiten- 
zipfel der Segmente mehr nach hinten gerichtet sind, treten sie aus seinem ovalen Contur wenig 
heraus. Die Ränder der Pleuren von Ce ~ Th 1 sind ziemlich weit ventralwärts umgebogen, 
lassen aber zwischen sich einen breiten Raum für die Mundtheile frei. Rostrum breit, hinten 
abgerundet. Panzer von zahlreichen Poren durchbohrt, die in scharf umrandeten Gruben 
münden. Von den 5 Abdomensegmenten (F 11) ist das vorletzte das kürzeste und schmälste; 
das Genitalsegment ist breit, und auch das folgende Segment ist glockenartig nach beiden Seiten 
verbreitert. Die Genitaldeckel tragen je 3 kleine gefiederte Borsten. Die Furca ist etwa so 
lang wie das Analsegment und etwas länger als breit; ihre Se und Si sind kurz und sitzen 
dorsal, nahe bei St 4 und St 1 an. 

Die vorderen Antennen (T 9 F 6) sind lOgliedrige Greiforgane; die ersten beiden 
Glieder sind lang, die folgenden 4 kurz. Die Borsten sind nackt und meistens kurz. Der 
Aesthetask am vorletzten Gliede ist etwas dicker als die 3 supplementären Aesthetasken am 
4., 5. und 7. Gliede. 

Die hinteren Antennen (T 9 F 9) haben ein relativ langes B 2 (es ist fast so lang 
wie die beiden Endglieder zusammen), weiches einen dünnen, cylindrischen Re trägt; die apicale 
Hakenborste ist ziemlich schwächlich. 

Der breite Basaltheil des Sipho geht in ein quergeriefeltes Rohr über, dessen Spitze 
die Ansatzstelle des 2. Fusses fast erreicht. 

Die Mandibeln (T 9 F 7), fast ihrer ganzen Länge nach ebenfalls quergeriefelt, endigen 
in eine einseitig gezähnelte Spitze. 

Die beiden Platten der vorderen Maxillen (T 9 F 8) sind kurz im Verhältniss zur 
Breite ; Li ist länger und breiter als B 2 und trägt 2 lange Borsten ; die beiden längeren Borsten 
von B 2 sind bestachelt. 

Die hintere Maxille (T 9 F 10) und der Maxilliped (F 12, 13) sind ziemlich kräftige 
Klammerorgane ; an B 1 des letzteren fällt eine wahrscheinlich nur dem cT zukommende Eigen- 
tümlichkeit auf: an Stelle der dort sonst sitzenden Borste findet sich ein runder, hohler Knopf, 
dessen Oberfläche fein gekörnelt ist. 

Ruclerfüsse (T 9 F2 — 5). Alle 4 Paare haben 3gliedrige Aeste mit der gleichen Zahl 
von Borsten wie bei Myzopontius. B 1 des 1. Fusses trägt 1 Si. Der Aussenrand von Ri 2 
des 2. — 4. Fusses geht in eine Doppelzacke, der von Ri 3 des 3. und 4. Fusses in eine lange, 



1) Material: 3 (f. 



Sestropontius (Männchen), Bradypontius (Weibchen). 27 

einfache Zacke aus; eine etwas kürzere findet sich auch an der Ansatzstelle der Se dieses 
Gliedes. Die innere der beiden apicalen Si von Ri 3 des 3. und 4. Fusses ist pfriemförmig mit 
fein gezähnelten Rändern. Die Se der Glieder der Re sind ziemlich klein. 

Das Endglied des 5. Fusses (T 9 F 11) ist knopfförmig und trägt 2 Fiederbörstchen. 

1. BradypOfltillS siphonatus Giesbr., chelifer Giesbr. 1 ) 

(T 6 F 15—40). 

Die Weibchen. 

Farbe. Bei s ist der Vorderkörper schmutzig-olivengrün und meist ganz undurchsichtig; 
dicht unter der Rückenhaut befindet sich ein mehr oder minder dichtes Netzwerk von russ- 
farbenen Pigmentkörnchen, die nur die Seitenzipfel von Th 2 und 3 frei lassen; in diesen wird 
zuweilen gelbes Pigment sichtbar, und bei einem Thier war die Bauchgegend des Kopfes fleisch- 
farben. Der Darm ist olivengrün. Der Hinterkörper ist pigmentlos und ziemlich durchsichtig. 
Das Auge ist rostroth. Etwas durchsichtiger ist ch) im ganzen Rumpf, besonders im Vorder- 
körper, liegt unter der Haut ein Netzwerk von rostfarbenem Pigment. 

Rumpf (T 6 F 23, 30, 35, 38). Länge: s 1,6 — 1,75, ch 1 — 1,15 mm. Beide Species 
haben ein umfangreiches Ce ~ Th 1, dessen hintere Ecken, wie auch diejenigen der übrigen 
Thoraxsegmente, beiderseits in Zipfel verlängert sind; aber bei s (F 30) ist Ce ~ Th 1 viel 
länger als breit, bei ch (F 23) ungefähr eben so breit wie lang; bei ch läuft die Stirn spitz zu und 
trägt auf der Dorsalseite eine kurze Crista; bei s ist sie vorn abgestutzt und entbehrt der Crista; 
bei ch reichen die Seitenzipfel von Th 2 fast so weit nach hinten wie die von Th 3, bei s bleiben 
sie weit dahinter zurück; die feine Zähnelung, welche die Hinterränder der Thoraxsegmente 
bei ch haben, fehlt bei s. Ein Rostrum ist bei s kaum vorhanden, und die Pleuren von Ce ~ Th 1 
verhalten sich ähnlich wie bei Myzopontins ; bei ch ist das Rostrum dreieckig und kräftig chiti- 
nisirt, und die Pleuralränder von Ce ~ Th 1, die zwischen Rostrum und Sipho einander nahe 
kommen, treten alsbald auseinander und lassen einen breiten Raum zwischen sich frei. Zwischen 
Genitalsegment und Furca finden sich 3 freie Abdomensegmente, die bei ch etwas gestreckter 
sind als bei s (F 35). Das Genitalsegment besteht aus einem breiten vorderen und viel schma- 
leren hinteren Abschnitt; in ersteren münden die Oviducte am Hinterrande der verbreiterten 
Lateralstücke ; am Rande der Mündungen finden sich 2 kurze und 1 lange Borste. Die Furca 
(F 35) ist bei s kaum so lang wie breit, bei ch wenigstens lV 2 mal so lang wie breit; unter den 
St sind St 3 und St 2 die längsten, letztere ist bei s über halb so lang wie der Rumpf; die Se 
und Si sind dünn und kurz und sitzen in ähnlicher Weise an wie bei Myzopontius. 

Die vorderen Antennen (T6 F15, 32) sind bei s 10- (Aa 2, 3~7, 8), bei ch 8-(Aa2~8) 
gliedrig. Die Borsten sind nackt und grösstenteils kurz; der Aesthetask ist ziemlich lang. 



1) Material: von s 4 Q, 1 q?, von ch 1 Q, 3 q*. 

4* 



28 Beschreibung der Species von Neapel. 

Die Länge der 4 Glieder der hinteren Antennen (T 6 F 22, 27) entspricht bei s etwa 
den Zahlen 3, 5, 3, 4; bei ch ist B 2 etwas kürzer; auch die Borsten sind bei ch etwas kürzer. 
St 2 ist ziemlich steif, aber dünn. 

Das Rohr des Sipho (T 6 F 29, 38) reicht bei ch nur bis zum Hinterrande von Ce ~ Th 1, 
bei s bis in die Gegend der Genitalöffnungen oder selbst bis hinter die Mitte des Abdomens; 
es ist bei ch dick, besonders im Verhältniss zu dem schmalen Basaltheil des Sipho. 

Die borstenförmigen Stechladen der Mandibeln (T 6 F 21) reichen im Sipho bis zur 
Spitze und sind am Ende einseitig mit einer Reihe von ca. 6 Zähnchen versehen. 

Die beiden Platten der 1. Maxille (T 6 F 19, 36) sind schmal, Li etwa lV 2 mal so lang 
wie B 2 ; die beiden Borsten von B 2, mit feinen Spitzen besetzt, sind ungleich lang, die längste 
höchstens so lang wie B 2 ; die Borste von Li ist bei s lang und dünn, bei ch kurz. 

Die 2. Maxille (T 6 F 18, 39), sowohl ihr Basalglied wie der Endhaken, ist bei s ge- 
streckter als bei ch; der Endhaken ist gegen das Ende hin stark gekrümmt und trägt daselbst 
3 kurze, stumpfe Dornen; seine Spitze scheint etwas beweglich zu sein. Der Endhaken von 
ch (F 18) dagegen, gedrungen und nur etwa ebenso lang wie das Basalglied, hat kurz vor dem 
Ende an der concaven Seite 2 Wülste, hinter welchen die klauenförmige Spitze des Hakens 
articulirt ; hierdurch entsteht eine Zange, durch deren Besitz die Species sich von allen anderen 
Arten der Familie unterscheidet. 

Auch der Maxilliped (T 6 F 20, 40) ist bei s gestreckter als bei ch, und während der 
Endhaken bei s ungefähr so lang ist wie der gegliederte Theil von Ri, ist er bei ch wenig 
über 2 / 3 davon. 

Ruderfüsse (T 6 F 25, 33, 34). Ri des 4. Fusses besteht aus einem zwar 3gliedrigen, 
aber nur wenige Rudimente von Borsten tragenden, stabförmigen Anhang, dessen Form zu- 
weilen an den beiden Füssen des 4. Paares nicht ganz dieselbe ist; bei s sind die beiden api- 
calen Börstchen klein und dünn, bei ch ist das eine verdickt. Von diesem Ast abgesehen ist 
die Gliederung der Fussäste und die Zahl und Vertheilung der Borsten an ihnen dieselbe wie 
bei Myzopontius. Die Füsse sind, besonders bei s, derb chitinisirt; der Innenrand von B 2 
geht am 2. — 4. Fusse (F 33) in einen starken Fortsatz aus; am distalen Rande des Gliedes ist 
nur im 2. und 3. Fusse eine kleine, spitze Zacke zwischen den Aesten vorhanden; die Se von 
Re sind ziemlich kurz, ihre Ränder, wie auch der Aussenrand von St, nicht gesäumt, aber 
gezähnelt (bei s sehr fein); die verdickte Si von Ri 3 ist am 3. Fusse von ch ebenfalls beider- 
seits, am 2. Fusse nur am Ende des Innenrandes gezähnelt; bei s sind nicht bloss diese Si zu 
einem Stilet verdickt, sondern auch die daneben stehende, kürzere, äussere Si (F 33), und dies 
nicht nur am 2. und 3. Fusse, sondern auch am 1. Proximal von der Zacke, in die der 
Aussenrand von Ri 2 ausgeht, findet sich am 2., bei ch auch am 1. und 3. Fusse, noch eine 
kleine Zinke. 

5. Fuss (T 6 F 35). B mit Se und innen vom Endgliede bei s mit einer kleinen, 
stumpfen Zacke, die ich bei ch vermisste. Endglied knopfförmig, mit 3 Borsten, von denen 
die innerste bei s viel länger als bei ch ist. 



Bradypontius (Männchen). 29 

Das Männchen. 

Die Geschlechter unterscheiden sich in der Grösse, im Bau des Rumpfes (besonders des 
Genitalsegmentes), der vorderen Antennen und des Maxillipeden. 

Farbe. Das cf von s ist dem Q insofern ähnlich gefärbt, als es reichliches oliven- 
grünes Pigment im ganzen Vorderkörper zeigt, während der Hinterkörper pigmentlos ist; auch 
die beiden Seitensäcke des Darms und dieser selbst bis in Th 2 hinein sind olivengrün; das 
grosse Auge ist lebhaft roth und glänzend. Ein lebend beobachtetes cf von ch war viel durch- 
sichtiger und hatte hier und da gelbes Pigment. 

Rumpf (T 6 F 17, 24, 28, 37). Länge: s 1,1, ch 0,8—0,85 mm. Der Unterschied in 
der Form der Segmente des Vorderkörpers, den die Q zeigen, ist bei den (f etwas verwischt; 
die relative Breite derselben ist bei beiden cf ungefähr die gleiche, und so zeichnet sich das cf 
von ch vor seinem Q durch grössere Schlankheit aus als das von s. Das Genitalsegment (F 24, 37) 
ist von Ab 2 abgegliedert; von den 3 Borsten, die an den Genitaldeckeln sitzen, sind die beiden 
inneren bei s länger und besonders dicker als die äussere; bei ch sind sie winzig und kürzer 
als die äussere. 

Die Greifantennen (T 6 F 16, 31) sind bei s kräftiger, die den Adductor ein- 
schliessenden Glieder dicker als bei ch. Von den beiden Unterschieden in der Gliederung, 
welche die Antennen der Q darbieten, ist den cf nur einer verblieben: Aa 2 ist bei s frei, 
bei ch mit dem folgenden Gliede verschmolzen ; weiterhin ist die Gliederung bei beiden Arten 
dieselbe: Aa (2) 3 ~ 6, 9 ^ 10, 13 ~ 16, 17 ~ 18, 19 ~ 21, 22 ~ 25. Die Antennen von s 
sind also 12-, die von ch llgliedrig. Am Innenrande von Aa 13 ^ 16 stehen bei ch (F 16) 
2 Dornen, von denen der distale bei s (F 31) durch eine breite Lanzette ersetzt ist. Der 
Aesthetask am vorletzten Gliede ist viel länger und dicker als der ihm entsprechende weib- 
liche Aesthetask; seine Länge kommt der der ganzen Antenne gleich. Ausserdem tragen die 
Greifantennen noch eine grössere Zahl von dünneren, aber ebenfalls langen Aesthetasken, bei 
s deren 12, bei ch 11 (ihre Ansatzstellen sind in F 16 und 31 nur angedeutet); es sitzt je 1 
an allen freien oder verschmolzenen Gliedern von Aa 2 bis 12 (ausgenommen Aa 8 und bei ch 
auch Aa 3) und 2 an Aa 13 — 16. — Am Ende des Innenrandes von B 1 des Maxillipeden 
(T 6 F 26) befindet sich bei s ein hakig übergebogener Fortsatz, auf welchem die Si sitzt; 
bei ch ist derselbe nur durch ein kleines Knöpfchen vertreten. 



30 Beschreibung der Species von Neapel. 



m. OryptopOJltitlS thorelli Giesbr., tenuis Giesbr., capitalis Giesbr., brevifurcatus 
Giesbr. 1 ). 

(T 1 F 7, 12; T 8 F 1—41; T 10 F 28, 29). 

Die Weibchen. 

Färbung (T 1 F 7, 12.) th (F 12) scheint sehr variabel gefärbt zu sein; das ab- 
gebildete Thier hat eine breite Binde von ziegelro-them Pigment, welche sich über Rücken- 
und Bauchfläche von Ce r ^ J Th 1 hinzieht und nur an einzelnen, ziemlich symmetrischen Stellen 
von Lücken unterbrochen ist; diese Binde tritt bei auffallendem Licht sehr scharf hervor; bei 
durchfallendem sieht man nur einige rothe Pigmentzüge, etwa an den Stellen, wo die Figur 
das dichteste Pigment zeigt; das Thier ist wenig durchsichtig; seine Gewebe sind von schmutzig 
gelbgrüner Färbung ; die Kügelchen im Darm sind gelb ; das rothe Pigment ist auf Ce ~ Th 1 
beschränkt. Ganz anders war ein anderes Thier dieser Species gefärbt; die ziegelrothe Binde 
fehlte durchaus; der Vorderkörper war schmutzig-olivengrün und ganz undurchsichtig; dicht 
unter der dorsalen Cuticula befand sich ein Netzwerk, das bei durchfallendem Licht dunkel- 
grau, bei auffallendem hellgelb aussah ; durch dasselbe schimmerte an einigen Stellen rothes 
Pigment hindurch; im Hinterkörper war gelbrothes Pigment angehäuft, besonders am Genital- 
segment und an den Längsmuskeln, b hat, abgesehen von dem rothen Auge, nur gelbes 
Pigment; so ist der Eidotter und der Darm gefärbt, und ausserdem findet sich gelbes Pigment 
in variabler Dichtigkeit und Ausdehnung in allen Segmenten des Vorderkörpers und im vor- 
deren Theil des Hinterkörpers. 

Rumpf (T 1 F 7, 12; TS F 1, 5, 13, 26, 31, 37, 41). Länge: th 1,15—1,35, te 1,1, 
c 1,35 — 1,45, b 0,85 — 0,95 mm. Von der Stirn geht eine kurze, niedrige, dorsale Crista (F 13, 
31, 41) aus, die ich bei einem Exemplare von c vermisste und die nur bei b (F 1) stets fehlt. 
Ce ~ Th 1, beträchtlich länger als der übrige Theil des Rumpfes, ist bei c (F 31) am brei- 
testen, bei b am schmälsten; die Stirn ist bei b oval abgerundet, bei den anderen Arten, 
besonders th und te, mehr zugespitzt. Das Rostrum ist kurz, dreieckig. Die posterolateralen 
Ecken von Th 1 bis 4 sind verlängert, die von Th 3 in besonders breite Zipfel, so dass das 
kurze, schmale Th 4 davon zuweilen ganz verdeckt wird. Die Pleuren von Ce ~ Th 1 sind 
nach der Ventralseite ziemlich weit umgeschlagen; in den Winkeln zwischen ihnen und dem 
Rostrum entspringen die vorderen Antennen. Der vordere Theil des Genitalsegmentes (T 8 
F 5, 26, 37) ist sehr breit (am wenigsten bei &), der hintere nur wenig breiter als die folgenden 
3 Segmente, von denen das mittlere das kürzeste ist. Am Aussenrande der Genitalöffnungen 
sitzen 2 kurze und 1 längere Borste. Die Furca ist bei th und te (T 8 F 26, 37) kaum l 1 / 2 ma ^ 



1) Material: von th und c mehrere Q und q?, von fe 1 2, von b mehrere Q und 2 q^. 



Cryptopontius (Weibchen). 3 \ 

so lang wie breit, bei c wenig länger als breit, bei b (F 5) nicht so lang wie breit; St 2 ist 
dick und beträchtlich länger als der Hinterkörper; Se und Si, beide kurz und dünn, sitzen 
dorsal an. (Die in F 31 gezeichnete Verdickung des St 2 von c ist nicht constant.) 

Die vorderen Antennen (TS F 4, 21, 29, 36) fand ich bei b (F 4) stets 9gliedrig 
(Aa 1, 2 ~ 7, 8, 9 ~ 11); dieselbe Zahl von Gliedern, aber abweichende Gliederung (Aa 1, 2, 
3 ~ 8, 9^11) hatte te (F 36); bei c (F 29) sind sie lOgliedrig (Aa 1, 2, 3 ~ 7, 8, 9 ~ 11); 
doch ist Aa 11 von Aa 9 ^ 10 zuweilen unvollkommen abgegliedert; ebenfalls lOgliedrig fand 
ich die Antennen bei den meisten Q von th (F21); doch können sie bei dieser Art durch 
vollständige Abgliederung von Aa 7 1 1 gliedrig (Aa 1, 2, 3^6, 7, 8, 9 <^~> 11) werden. Die 
Borsten (F 29) sind kurz und nackt, der Aesthetask lang und ziemlich dünn. 

Die hintere Antenne (T 8 F 10, 17, 35) von c (F 35) ist derber, die Endborste 
von Bi 2 dicker und kräftiger als bei th (F 17) und besonders bei te und b (F 10). Be ist 
knopfförmig, mit 2 dünnen Börstchen am Ende. B 2 und Bi 2 (die bei c und b ungefähr 
gleich lang sind, während bei th und te B 2 etwa 5 / 4 mal so lang wie Bi 2 ist) sind länger als 
die ungefähr gleich langen B 1 und Bi 1 ; die relativen Längen von B 2, Bi 1 und 2 ent- 
sprechen etwa folgenden Zahlen: c 3, 2, 3, b 4, 3, 4, th 6, 3, 4, te 5, 3, 4. 

Die Saugröhre des Sipho (T 8 F 1, 14, 34; T 10 F 28, 29) ist dünn im Vergleich zu 
dem proximalen Abschnitt; sie endigt bei c (F 34) in der Mitte des zwischen den Ansatz- 
stellen der Maxillipeden und des 1. Fusses befindlichen Zwischenraumes; bei th reicht sie 
wenigstens bis dicht hinter die Ansatzstelle des 1. Fusses (F 14), kann aber auch diejenige des 
2. Fusses etwas überragen ; bei b variirt ihre Länge ebenfalls ; bei einem Thier endigte sie 
schon bald hinter der Ansatzstelle des 2. Fusses, bei einem anderen reichte sie bis fast zu 
derjenigen des 4. Fusses, bei einem 3. bis zum Vorderrande von Th 5; bei te reichte sie 
zwischen den 2. und 3. Fuss. 

Die borstenförmigen Stilete der Mandibeln reichen bis in die Spitze des Sipho und 
sind am Ende schwach gezähnelt, am deutlichsten bei c. 

Die Form der beiden Platten der 1. Maxille (T 8 F 11, 25, 33, 40) zeigt zwar bei den 
einzelnen Arten Unterschiede, auf die aber weniger Gewicht zu legen ist, weil ihre Conturen 
je nach der Lage der Gliedmaassen einen etwas verschiedenen Verlauf zeigen. Sicherere Art- 
unterschiede ergeben ihre Länge und ihre Beborstung: Li ist bei te (F 40) etwa 3 / 2 , bei b 
(F 11) etwa V3, bei c (F 33) und th (F 25) ungefähr doppelt so lang wie B 2; die Borste von 
Li ist bei b relativ am längsten (länger als Li) ; bei c hat sie fast die Länge von 
Li und ist (ähnlich wie bei Pteropontius, aber minder dicht) zart befiedert; bei th und te 
ist sie kurz (wie bei Dyspontius); die beiden Borsten von B 2 sind steif, dick und mit Spitzen 
besetzt (ähnlich wie bei Pteropontius) ', sie zeigen diese Eigenschaften bei c am stärksten, bei 
b in nur geringem Grade. 

Die 2. Maxille (T 8 F 8, 18) ist bei c gedrungener als bei den anderen Arten (be- 
sonders b) und der Endhaken relativ kürzer. Die Spitze des Endhakens ist eine bewegliche 



32 Beschreibung der Species von Neapel. 

Klaue; nicht weit davor sitzt eine kurze Hakenborste, und zwischen beiden einige Gruppen 
kleiner Dornen (F 18), die bei b (F 8) fehlen. 

Die Endklaue des Maxillipeden (T 8 F 7, 23, 28, 38) ist bei b (F 7) so lang wie der 
proximale Theil von Ri, bei te (F 38) fast so lang, bei th (F 23) etwa 3 / 4 , bei c (F 28) % so 
lang; die Spitzenreihe an ihrer convexen Kante tritt bei te etwas stärker hervor als bei den 
übrigen Arten, wo sie äusserst fein ist. 

Ruderfüsse (T 8 F 9, 12, 19, 20, 32, 39). Der Innenast des 4. Fusses (F 39) fehlt. 
Die Zahl und Vertheilung der Borsten des 1. Fusses weicht von der bei Myzopontius etc. ab; 
bei b (F 12) dadurch, dass die (schon bei th und te sehr kleine) Si von Re 1 fehlt, und bei den 
übrigen Arten (F 20) dadurch, dass Re 3 nur 3, Ri 2 nur 1 Si hat. B 1 trägt eine gefiederte Si, 
B2 eine nackte Se und am J . Fuss auch eine gefiederte Si. Die distale Ecke des Innenrandes von 
B 2 ist in einen grossen, abgerundeten Zipfel verlängert, der in etwas abgeflachter Form auch 
am 4. Fuss vorhanden ist. Re 1 ist bei b viel kürzer als bei den anderen Species, ein Unter- 
schied, der am 1. und 2. Fusse noch beträchtlicher ist als am 3. und 4. Die säbelförmige St 
von Re 3 des 2. — 4. Fusses (F 9, 19, 32, 39) ist am Aussenrande sehr fein gezähnelt. Verdickt 
und stiletförmig ist auch die innere von den beiden endständigen Si von Ri 3 des 1. — 3. Fusses, 
die jedoch am 1. und 2. Fusse ihre Fiederung noch behält; die äussere der beiden Si nähert 
sich dieser Form am 1., besonders am 2. und 3. Fusse nur bei b (F 9); bei den anderen Arten 
bleibt sie eine kurze Fiederborste (F 19, 32). Der Aussenrand von Re des 2. — 4. Fusses und 
der distale Theil des Aussenrandes von Ri 3 des 2. und 3. Fusses ist gezähnelt, am gröbsten der 
von Re 1 und 2 ; der Aussenrand beider Aeste läuft am distalen Ende und vor den Se in eine 
Zacke aus, und das gleiche gilt für den Innenrand von Re 2, Ri 1 und Ri 2 des 1. — 3. Fusses; 
dicht vor der Zacke des Aussenrandes von Ri 2 sitzt noch eine zweite, kleinere Zacke. Bei te 
schienen mir diese Zacken am 1. Fusse zum Theil verkümmert zu sein, und bei b ist die 
kleinere, proximale Zacke am Aussenrande von Ri 2 kaum angedeutet, und von der Zähnelung 
der Aussenränder finden sich nur am 3. und 4. Fusse leichte Spuren. 

5. Fuss (T 8 F 5) mit Se an B und mit sehr kleinem, knopfförmigem Endglied, 
woran 3 Börstchen sitzen. 

Die Männchen von thorelli, capitalis, brevifurcatus. 

Die cf unterscheiden sich von den Q durch die geringere Länge des Rumpfes sowie 
im Bau des Abdomens und der vorderen Antennen. 

Farbe. Die Färbung der c? von th scheint ebenso zu variiren wie die der $; das ab- 
gebildete Q wurde mit einem cT zusammen gefunden, welches ihm in der Farbe durchaus glich. 
Ein cT von c, dessen $ ich nicht lebend sah, war im Ganzen strohgelb und wenig durchsichtig; 
Rostrum und vordere Antennen waren rostbraun, schwächer auch der Hinterleib; an den 
Seitenrändern von Ce <^ J Th 1 fanden sich kirschrothe Pigmentzellen ; nahe vor dem Hinter- 
rande von Ce^Th 1 jederseits ein dorsaler, gelbrother Pigmentfleck. 

Rumpf (T8 F 2, 6, 15, 16, 27). Länge: th 0,85—1, c 1—1,2, b 0,75—0,85. Der 



Cryptopontius Männchen), Dyspontius (Weibchen). 33 

Vorderkörper von th und c ist etwas gestreckter als beim Q, und stets ist das Genitalsegment 
von Ab 2 abgegliedert; abgesehen von dem abweichenden Bau dieses Segmentes ist der Rumpf 
im Uebrigen dem des Q ganz ähnlich, und auch die Form des Genitalsegmentes (F 6, 15) ent- 
spricht der des Q insofern, als dasselbe bei b viel schmaler ist als bei th und c. Am Ende 
der Genitaldeckel findet sich ein kleiner Vorsprung; an seiner Spitze sitzen 2 befiederte Borsten, 
aussen an seiner Basis eine nackte Borste an. 

Die Greifantennen (T 8 F 3, 22, 24, 30) der 3 Arten unterscheiden sich zunächst da- 
durch, dass (wie auch bei den Q) das 2. Glied bei th (F 22) und c (F 30) selbständig bleibt, 
während es bei b (F 3) mit dem folgenden verschmilzt. Von den 3 folgenden Gliedern der 
weiblichen Antenne (Aa 8, 9 ~ 11, 12) ist das mittlere in Aa 9 ~ 10 und 1 1 gesondert; zugleich 
aber löst sich bei b auch Aa 7 ab, so dass bei th und c auf das lange (3.) Glied 4, bei b auf 
das lange (2.) Glied 5 kurze Glieder folgen. Bei einigen Exemplaren von c und bei vielen von 
th jedoch trennt sich der distale Theil des 2. von diesen kurzen Gliedern (Aa 9 ~ 10), zuweilen 
nur unvollständig, zuweilen aber vollständig als ein besonderes sehr kurzes Glied (Aa 10) ab 
(F 24). Endlich ist der auf das Kniegelenk der Antenne folgende Abschnitt bei c und b 1-, 
bei th 2 gliedrig, und die beiden Glieder sind bei letzterer Art durch einen Muskel gegenein- 
ander beweglich. Die Zahl der Glieder beträgt daher bei b 10, bei c 10, seltener 11, bei th 
11 oder 12. Auch in den Anhängen zeigen die Antennen der 3 Arten Unterschiede. Das 
proximalste von den Gliedern, welche im Interesse des Kniegelenkes umgebildet sind (Aa 13 ~ 16), 
trägt in der Mitte des Vorderrandes bei th und c 1 Stachelborste, und bei th weiter distal noch 
eine zweite kleinere ; diese Stacheln sind bei b durch Vorsprünge am vorderen Gliedrande 
ersetzt, einen grösseren distalen und einen kleineren proximalen; bei th findet sich noch am 
Endgliede der Antenne 1 Stachelborste, die den beiden anderen Arten fehlt und welche dazu 
dienen dürfte, die Stacheln von Aa 13 ~ 16 in ihrer Function zu unterstützen. Ausser dem 
weiblichen Aesthetasken besitzen die cf an ihren Antennen noch eine Anzahl dünner und 
langer Aesthetasken; c hat deren 6, je 1 an Aa 7, 9^10, 11, 12 und 2 an Aa 13 ~16; die 
gleiche Anzahl in derselben Vertheilung ist bei th vorhanden; bei den Exemplaren jedoch, 
bei denen Aa 10 selbständig wird, befindet sich auch an diesem Gliede ein Aesthetask; ob 
er auch an denen mit verschmolzenem Aa9~10 vorhanden ist, konnte ich leider nicht 
eruiren. Die doppelte Anzahl (12) Aesthetasken hat b: 5 an Aa 2 ~ 6, je 1 an Aa 7, 11, 12, 
je 2 Aa 9 ~ 10, 13^16; Aa 8 trägt hier, wie bei th und c, keinen Aesthetasken. 

n. DyspOfltiUS striatus Thor., fringilla Giesbr., passer Giesbr. 1 ). 
(T 1 F 8—10; T 7 F 1—23; T 10 F 27, 30, 31.) 

Die Weibchen. 

Farbe (T 1 F 8 — 10). Je ein Q der 3 Arten beobachtete ich lebend. Alle besitzen 
ziemlich reichliches Pigment von gelber bis orangerother Farbe und ausserdem carminrothes 



1) Material: von s mehrere Q und q? (zum Theil aus der Liverpoolbay) , von/ 3 Q, 1 Q 1 , von p 1 Q. 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterochoriden. 5 



Q^. Beschreibung der Species von Neapel. 

Pigment, das sich besonders an den Enden der Haupt- und Nebenzipfel des Darmes anhäuft, 
bei s und / aber auch in kleinen Flecken über den Darm , soweit er zu Ce ~ Th 1 gehört, 
sich verstreut findet. Im Uebrigen ist bei / der Darm farblos; bei s enthält seine Wand 
schmutzig-grüne, bei p gelbe Kugeln. Die gefüllten Oviducte schimmern bei p blau. Das 
Auge ist bei f und p carmin-, bei s mehr ziegelroth. s ist viel durchsichtiger als p und /. 
Bei /und p ist das Chitin der 3 dem Engliede vorhergehenden Glieder der vorderen Antennen 
gebräunt. 

Rumpf (T 1 F 8—10; T 7 F 2, 10, 15). Länge: s 0,95—1,1 (die britischen Exemplare 
0,85 — 1), f 1, p 0,78 mm. Bei s ist der Kopf länglich-rund, die Stirn breit, abgerundet, in 
der Mitte kaum vorspringend; eine Crista fehlt. Ganz verschieden davon und sehr ähnlich wie 
bei Rhynchomyzon falco ist die Kopfform bei / (vgl. auch T 7 F 12, 14); Ce ~ Th 1 ist in der 
Dorsalansicht dreieckig; auf der Mediane des Kopfes erhebt sich eine runde, mit einer schmalen 
Crista gesäumte First; am dorsalen Hinterrande von Ce ~ Th 1 befindet sich jederseits ein Vor- 
sprung. Weniger ausgeprägt ist diese eigenthümliche Kopfform bei p; die Stirn läuft minder spitz 
aus; die First ist flach, trägt aber auch eine Crista; die dorsalen Fortsätze fehlen. Das Postrum 
ist klein, stumpf (T 7 F 2, 12); am stärksten springt es noch bei/ vor. Die Seitenzipfel der 
Segmente laden breit aus. Bei s zeigen die Pleuren des Kopfes die eigenthümliche Längs- 
streifung, nach der die Species benannt ist; die Streifen ziehen ungefähr parallel der Kante 
der Pleuren, etwa 3 aussen, 1 innen davon, verlaufen aber unregelmässig , zuweilen unter- 
brochen; es scheinen dünne Chitinleisten zu sein (T 7 F 2) 1 ). Von den beiden Segmenten, 
aus denen das Genitalsegment (F 10, 15) verschmolzen ist, ist das vordere sehr viel breiter als 
das hintere und von demselben scharf abgesetzt; an den Genitalöffnungen sitzt eine steife, gegen 
das Abdomen zu gebogene Borste und innen davon ein winziges Börstchen. Von den folgenden 
Segmenten ist das mittlere das kürzeste, das 1. und 3. ungefähr gleich lang; die Furca ist 
etwas kürzer als das Analsegment und noch nicht iy 2 mal so lang wie breit. Die beiden mitt- 
leren Furcalborsten (T 7 F 10, 15) sind viel länger als die andere, St 2 beträchtlich länger als 
das Abdomen; Se und Si sitzen dorsal an, Se nahe bei der etwas auf den Aussenrand der 
Furca gerückten St 4. 

Die vorderen Antennen (T 7 F 3, 4, 20) sind 9gliedrig; bei einem Exemplar von / 
zeigte das 2. Glied die Andeutung einer Abgliederung seines Endstückes (Aa 7). Die relative 
Länge der Glieder ist bei den 3 Arten im Ganzen ähnlich; doch ist bei p Aa 13 — 18 kürzer, 
bei s das Endglied gestreckter als bei f, und das 1. Glied ist bei s kürzer als bei / und p; bei 
den s von Neapel (F 4) fand ich die distalen Glieder schlanker, dünner im Verhältniss zur Dicke, 
als bei den britischen s (F 3). Die Borsten sind dünn und nackt, die meisten auch kurz; der 
Aesthetask ist dünn, aber ziemlich lang. Bei/ ist die Cuticula des Endgliedes ähnlich granu- 
lirt (F 20) wie bei Wiynchomyzon falco, schwächer auch bei p ; bei s ist sie glatt. 



1) Es ist nicht unmöglich, dass auch die beiden anderen Arten diese Streifen haben; ich vergass, mich vor 
Zergliederung meiner Exemplare davon zu überzeugen. 



Dyspontius ; Weibchen, Männchen). 35 

Die hinteren Antennen (T 7 F 16) sind ziemlich dünn und schwächlich; die Borsten 
sind nackt, Si, St 1 und Se klein. Re ist ein winziges Knöpfchen, das 2 Börstchen trägt. 

Das Rohr des Sipho (T 7 F 2, 12, 23; T 10 F 27, 30, 31) ist dicker als bei den meisten 
anderen Arten, was noch auffälliger durch die Schmalheit des basalen Theiles des Sipho wird. 
Es reicht bei f bis gegen den Vorderrand des Genitalsegmentes, und erreicht bei p nicht ganz 
die Ansatzstelle des 2. Fusses; bei s variirt die Länge des Rohres; bei 2 Q von Neapel reichte 
es bis dicht hinter den Ansatz des 2. Fusses, bei einem dritten bis zum Ansatz des 3. Fusses; 
unter den britischen Exemplaren fand ich nur eines, bei dem es den Ansatz des 2. Fusses er- 
reichte; bei den anderen reichte es nur bis zum Ansatz des 1. Fusses oder ragte nur sehr wenig 
darüber hinaus. Das Rohr ist innen bei f und p an der Vorder- und Hinterseite meistens 
kräftig quergeriefelt; die Riefelung ist bei s schwach oder fehlt. 

Die Mandibeln (T 7 F 19), ebenfalls geriefelt, schwellen am Ende etwas an und sind 
daselbst gezähnelt; bei s und f sind 6 Zähnchen vorhanden, vor deren erstem eine kleine 
Zacke sitzt. 

Die Platten der vorderen Maxille (T 7 F 9, 18) sind schmal; bei p sind sie fast gleich 
lang, bei / ist B^2 etwas länger; bei s scheint die relative Länge der beiden Platten je nach 
dem Fundort der Thiere verschieden zu sein; bei den Thieren von Neapel fand ich Li be- 
trächtlich länger als B 2, bei denen aus der Liverpoolbay dagegen gleich lang. Die Borsten 
sind ziemlich dünn; die von Li immer kürzer als der Lobus, die längere von B 2 nur bei s 
länger als B 2 selbst. 

Die 2. Maxille (T 7 F 13) ist gestreckt; die Spitze des Endhakens beweglich. 

Der Maxilliped (T 7 F 6, 21) ist ebenfalls schlank; die Glieder des Endstückes sind bei 
f am gedrungensten, bei s am gestrecktesten; das letzte von ihnen ist bei / 1 / i , bei p 1 / 3 , bei s 
fast V2 s0 l an © w * e der Endhaken. Die Borsten sind bei s kürzer und dünner als bei/ und p. 

Ruderfüsse (T 7 F 8, 17). Ri des 4. Fusses fehlt. Die Zahl der Borsten weicht von 
Bradypontius und Cryptopontius darin ab, dass Re 3 des 1. Fusses (F 17) nur 2 Se hat, und 
von Bradypontius ausserdem darin, dass dies Glied auch eine Si weniger (also nur 3 Si) hat. 
Die Borsten und Dornen des 1. Fusses sind klein und schwächlich, die Zacken fast ganz ver- 
kümmert; letztere fehlen auch an Ri 1 des 2. und 3. Fusses, und die Doppelzacke von Ri 2 
ist hier klein (F 8). Die innere von den beiden apicalen Si von Ri 3 des 2. und 3. Fusses hat 
Stiletform, die des 1. Fusses nicht. 

Das Endglied des 5. Fusses (T 7 F 10) ist ein kleines bewegliches Knöpfchen, an dem 
2 Börstchen sitzen. 

Die Männchen von striatus nnd fringilla. 

Die cf unterscheiden sich vom Q durch die geringere Länge und (besonders bei st) 
schmalere Gestalt des Rumpfes und durch den Bau des Abdomens und der vorderen Antennen ; 
dazu kommt eine kleine Sexualdifferenz am Maxilliped bei s und eine etwas problematische 

am 3. (?) Fusse bei /. 

5* 



3ß Beschreibung der Species von Neapel. 

Rumpf (T 7 F 1, 7, 12, 14). Länge: s 0,8—1,1, / 0,85 mm. Der hintere, schmalere 
Abschnitt des weiblichen Genitalsegmentes ist beim cf abgesondert, das Abdomen des (f 
daher 5gliedrig. Das Genitalsegment (T 7 F 7) ist ziemlich breit; am postero-lateralen Rande 
jedes Genitaldeckels befinden sich 3 Borsten, von denen die mittlere die kürzeste ist. 

Die Greif antennen (T 7 F 5, 22) sind llgliedrig mit 2 gliedrigem Endstück. In der 
Mitte des Randes von Aa 13 ~ 16 und an der Spitze des Endgliedes befindet sich je eine Dorn- 
borste. Ausser dem Aesthetasken am vorletzten Gliede sind noch 1 1 supplementäre vorhanden. 
Wie das $ , so unterscheidet sich auch das cf von / durch die Granulirung der Endglieder und 
die grössere Länge des 1 . Gliedes (F 22) vom cf von s. 

Ein geringer Sexualunterschied findet sich am Maxillipeden von s (T 7 F 11): der Innen- 
rand des 1. Basalgliedes geht am Ende in einen krummen Höcker aus. Bei f ist das nicht 
der Fall; dagegen bemerkte ich an einem der beiden mittleren Ruderfüsse von/, wahrscheinlich 
am 3., dass die Doppelzacke am Ende des Aussenrandes von Ri 2 viel grösser war als beim $ ; 
da ich nur ein Exemplar habe, und an demselben der Innenast des 2. und 3. Fusses nur an 
einer Seite erhalten war, kann ich nicht entscheiden, ob es sich um eine normale Sexualdiffe- 
renz handelt. 

o. PterO$)Ontius cristatus Giesbr. 1 ). 

(T 7 F 24—39; T 10 F 15—17.) 

Das Weibchen. 

Farbe. Farblos bis auf das rothe Auge und die schwach gefärbten Kugeln in der 
Darmwand; dieselben waren gelblich, bei anderen Thieren auch olivengrün. 

Rumpf (T 7 F 28; T10 F 15—17). Länge 0,85—1,1 mm. Das breite runde Ce ~Th 1 
mit der vierkantig vorspringenden Stirn, der langen über das ganze Segment hinlaufenden dorsalen 
Crista und den langen Zipfeln an Th 1 , 2 und 3, ferner die 3 Paar Seitenzipfel an Ab 1 ~ 2 
und 3 verleihen der Art einen sehr charakteristischen Habitus. Das Rostrum ist ziemlich 
gross, dreikantig ; die Pleuren von Ce ~ Th 1 sind nur wenig nach der Ventralseite umgeschlagen, 
aber an der Beugestelle mit einer scharfen Kante versehen ; in der Mitte des dorsalen Hinter- 
randes von Th 2 und 3 finden sich Auswüchse mit rissigen Rändern; die vorderen und seit- 
lichen Ränder der Lateralzipfel der Thoraxsegmente sind gezackt; Th 4 und ein Theil von Th 5 
wird von Th 3 in der Dorsalansicht verdeckt. Die Dorsalfläche der Cuticula der Segmente ist 
eigenthümlich gefeldert (T 10 F 16, 17). Zwischen Genitalsegment und Furca liegen 3 freie 
Abdomensegmente (T 10 F 15); das 1. davon hat jederseits einen Zipfel, das 2. ist schmal und 
kurz; das 3. (Ab 5) ist wiederum nach hinten zu verbreitert, und an seinem Hinterrande arti- 



1) Material: mehrere Q und 4 q?. 



Pteropontius Weibchen). oy 

culiren die Zweige der Furca in ziemlich weitem Abstand von einander. Die Genitalöffnungen, 
von ähnlichem Bau wie bei Bradypontius, liegen auf der Ventralfläche des vorderen Zipfel- 
paares des Genitalsegmentes. Die Furca ist kaum länger als breit; ihre Borsten haben dieselbe 
Stellung wie bei Bradypontius, sind aber nicht so lang. 

Die 1. Antenne (T 7 F 32) ist Sgliedrig; die Gliederung ist dieselbe wie bei Brady- 
pontius chelifer (Aa 2^8, 9 ~ 1 1). 

Die hintere Antenne (TIF 34) unterscheidet sich dadurch von der der übrigen 
Arten der Familie, dass B 2 mit Ri 1 verschmolzen ist. Re ist ein winziges Knöpfchen, das 
proximal von der Mitte von B 2 ~ Ri 1 ansitzt. Die beiden Endborsten von Ri 2 sind lang, 
Se dagegen sehr kurz; St 1 ist gerade und lang behaart, St 2 ist starrer, gekrümmt und ein- 
seitig mit einer Reihe kurzer Stachelfiedern besetzt. Die relative Länge der 3 Glieder ist etwa 

3, 6, 5. 

Der Sipho (T 7 F 39) endigt in eine kurze Saugröhre, deren Spitze bis zum Hinter- 
rande des Ansatzes der Maxillipeden reicht. 

Die Stechladen der Mandibeln (T 7 F 27) gleichen denen von Bradypontius ; die Zähne- 
lung am Ende ist etwas dürftiger. 

Die 1. Maxille (T 7 F 33) ist relativ kräftig, gedrungen, die beiden Borsten von B 2 
stark chitinisirt und mit Reihen von Spitzen und Zähnchen besetzt, die Borste von Li lang, 
dick und behaart. Li ist etwa l^mal so lang wie B 2. 

Die 2. Maxille (T 7 F 25) ist ebenfalls kräftig; der Endhaken hat eine bewegliche 
Spitze und kurz davor eine kurze Hakenborste. Der ebenfalls stark chitinisirte Maxilliped 
(T 7 F 26) fällt durch die Unregelmässigkeit seiner Conturen auf; die Endklaue ist etwa % so 
lang wie der gegliederte Theil von Ri. 

Ruderfüsse (T 7 F 30, 35, 38, vgl. auch 29). Der 1. Fuss (F 38) ist kärglich mit 
Borsten ausgestattet, die obendrein kurz und schwächlich sind, und seine Aeste sind beide 
durch Verschmelzung der distalen Glieder 2gliedrig geworden (Ri 2 ~ 3 kann 1 Si mehr haben, 
als die Figur angiebt). Der Innenast des 4. Fusses (F 29) ist ganz ausgefallen. Im Uebrigen 
ist die Zahl und Vertheilung der Borsten wie bei Bradypontius, nur hat Re 3 des 3. und 

4. Fusses je 1 Se weniger. Ri 2 des 2. und 3. Fusses (F 30, 35) hat am Ende des Aussen- 
randes eine Doppelzacke; die eine endständige Si von Ri 3 des 2. und 3. Fusses ist pfriem- 
artig verdickt. Am 2. Fuss ist die Se von Re 1 rückwärts gekrümmt und der Aussenrand von 
B 1 gefiedert. Am Basale des 4. Fusses habe ich weder eine Si, noch eine Gliederung wahr- 
nehmen können; B 1 scheint hier geschwunden zusein; am distal gewendeten Innenrande von 
B 2 findet sich in der Mitte ein Vorsprung, der demjenigen am Ende des Innenrandes von 
B 2 des 2. und 3. Fusses entspricht. 

5. Fuss ähnlich wie bei Bradypontius. 

Die Eib allen, bei 1 Q beobachtet, sind kugelig und enthalten je 3 grosse Eier 
(T 7 F 28). 



33 Beschreibung der Species von Neapel. 



Das Männchen. 



Das cf unterscheidet sich vom Q durch die geringere Länge und etwas gestrecktere 
Gestalt des Rumpfes, in dem Bau des Genitalsegmentes, der vorderen Antennen, ferner des 
Maxillipeden und des 2. und 3. Ruderfusses. 

Rumpf (T 7 F 24). Länge 0,75 — 0,95 mm. Das Genitalsegment ist von Ab 2 getrennt, 
so dass die Kerbe, die beim Q zwischen die beiden Zipfel des Genitalsegmentes jederseits 
einschneidet und dann verstreicht, sich beim c? als Articulation zwischen Ab 1 und 2 fort- 
setzt; die ersten 3 Abdomensegmente laufen auch beim cT jederseits in einen nach hinten 
gebogenen Zipfel aus. Das Genitalsegment ist grösser als das ihm entsprechende Stück beim 
$ ; an seiner Ventralseite öffnen sich die beiden grossen Spalte für den Austritt der 
Spermatophoren; die muschelförmigen Deckel derselben haben an ihrer postero-lateralen Ecke 
3 Borsten. 

Die Greifantennen (T 7 F 31) sind lOgliedrig. Die Borsten gleichen im Ganzen 
denen des Q; an Aa 13 ~ 16 sitzt in der Mitte eine dornförmige Borste. Ausser dem Aesthe- 
tasken des Q sind noch 13 längere, feinere proximal von jenem vorhanden; sie sind etwa 
so lang wie die Antenne selbst. Am Ende des Innenrandes von B 1 des Maxillipeden be- 
findet sich ein kleiner, gerader Zapfen, ähnlich wie bei Br. chelifer. 

Am 2. und 3. Fusse (T 7 F 36, 37) ist die Zacke am Ende des äusseren Gliedrandes 
(am 3. auch die bei der Se befindliche) von Ri 3 verlängert und nach aussen gebogen; am 
2. Fusse sind ausserdem die Fiedern am Aussenrande von Ri 3 verdickt. 

p. DystTOgUS gladiator n. 1 ). 

(T 9 F 14—23.) 

Das Männchen. 

Farbe. Das eine lebend aufgefundene Thier war ziemlich durchsichtig und farblos bis 
auf orangefarbenes Pigment, welches überall im Rumpfe fein vertheilt war. Das grosse Auge 
ist rostroth. Das Ende des Sipho und der Endhaken der 2. Maxille und des Maxillipeden 
hat braunes Chitin. 

Rumpf (T 9 F 22, 23). Länge 1,14 mm. Ce ~ Th 1 ist breit, nach der runden Stirn 
zu verjüngt; die folgenden beiden Segmente haben stark concave Hinterränder und laufen in 
lange Seitenzipfel aus; diejenigen von Th 3 überragen das Genitalsegment. Die Ränder der 
Pleuren von Ce ~ Th 1 sind nur wenig nach der Bauchseite umgeschlagen. Das Rostrum ist 



1) Material: 2 Q 1 . 



Dystrogus (Männchen). 3Q 

breit und am Hinterrande abgestumpft. Die 5 Segmente des Abdomens sind breit und die 
mittleren auch kurz; das Analsegment hat einen beiderseits schräge abgeschnittenen Hinter- 
rand. Die je 3 Borsten an den Genitaldeckeln sind lang und gefiedert. Die Furca ist rhom- 
bisch, etwas breiter als lang; ihre Endborsten sind lang, gefiedert, ihre Ansatzstellen durch 
breite Lücken getrennt; die Se und Si sitzen dorsal an. 

Die vorderen Antennen (T 9 F 15) sind 9gliedrige Greiforgane; das 1., 2., 5., 7. und 
9. Glied sind die längsten ; das 2. Glied zeigt am proximalen Ende die Andeutung einer Ab- 
gliederung von Aa 2. Die Borsten sind nackt, aber ziemlich lang. Ausser dem dicken und 
langen Aesthetasken am Endgliede tragen das 2. (3), das 4. (1) und 5. (4) Glied noch 8 faden- 
förmige, supplementäre Aesthetasken, von denen der mittlere des 2. Gliedes nicht constant zu 
sein scheint. 

Von den 4 Gliedern der hinteren Antennen (T 9 F 16) sind das 2. und 4. viel länger 
als das 1. und 3., die Borsten des Endgliedes sind lang und gefiedert, durchaus keine Klammer- 
borsten. Re ist ein kleiner Knopf mit einem apicalen Börstchen. 

Der Sipho (T 9 F 16) zeichnet sich durch seine Dicke aus; er verjüngt sich von der 
Basis nach dem Ende zu nur wenig und reicht etwa bis zum Ansatz des 1. Fusses; er ist 
säbelartig gebogen und kehrt die concave Seite der ventralen Rumpffläche zu. 

Die Mandibelstilete sind kräftig, am proximalen Theile quergeriefelt, am Ende ein- 
seitig mit 3 oder 4 Zähnchen versehen. 

Die beiden Platten der 1. Maxille (T 9 F 18) sind schmal; Li, die längere, hat eine 
lange, nackte Borste, die beinahe bis zum Ende des Sipho reicht; die beiden längeren Borsten 
von B 2 sind mit feinen Spitzen besetzt. 

Die hinteren Maxillen (T 9 F 21) sind kräftig, ihr Endhaken dick und stark ge- 
krümmt, sein Ende mit kurzen Härchen dicht besetzt. 

Auch die Maxillipeden (T 9 F 14) sind kräftig; der Endhaken ist an der concaven 
Seite fein gezähnelt ; ebenso auch die relativ lange Borste, die neben ihm ansitzt. 

Es sind nur 3 Paar Rud erfasse (T 9 F 17, 19, 20) vorhanden; das 4. Paar ist völlig- 
ausgefallen. B 2 des 1. Fusses hat keine Si. Der Aussenrand von Ri 1 und 2 hat nirgends 
eine Doppelzacke. Von den Borsten von Ri 3 ist, auch am 2. und 3. Fusse, keine pfriem- 
förmig. Die proximale Se von Re 3 ist am 2. Fusse klein und fehlt am 1. Fusse. Re 3 des 
1. Fusses trägt ausser den beiden Se nur 4 (1 St, 3 Si) Fiederborsten. 

Der 5. Fuss (T 9 F 22) ist knopfförmig; er trägt 3 relativ lange Fiederborsten, 2 am 
Ende, 1 am Aussenrande. 



4Q Beschreibung der Species von Neapel. 



q. ParartOtrogus richardi Th. & A. Scott 1 ). 

(T 1 F 13; T 9 F 35—45; T 10 F 18.) 

Das Weibchen. 

Farbe. Ziemlich, durchsichtig, zuweilen farblos (abgesehen vom Auge), zuweilen röth- 
lich. Die röthliche Farbe wird hervorgerufen von gelbrothen Fetttröpfchen, die bei manchen 
Thieren in Menge vorhanden sind; sie sind im ganzen Vorderleib angehäuft, lassen nur den 
Vorderkopf frei und erstrecken sich vereinzelt auch bis in den Hinterleib und die Füsse. 
Bei anderen Thieren waren die Tröpfchen spärlicher und auch mehr gelb als roth gefärbt, 
und bei manchen fehlten sie ganz; in T 1 F 13 ist eins von den Thieren abgebildet, die am 
reichlichsten mit den Tröpfchen versehen waren und daher die intensivste Färbung hatten. 
Bei solchen Thieren sind die gefüllten Oviducte strohgelb; bei anderen sind sie farblos. Der 
Darm hat zuweilen einen schmutzig-gelben, körnigen Inhalt, zuweilen ist auch er farblos und 
enthält nur grosse, helle Tropfen. Das Auge ist bei durchfallendem Licht dunkel-rostroth, 
bei auffallendem rothgelb. 

Rumpf (T 1 F 13; T 9 F 37, 39). Länge 0,47—0,52 mm. Der Vorderkörper ist breit 
und dünn, schildförmig ; er scheint auf den ersten Blick ausser dem runden umfangreichen 
Ce ~ Th 1 nur noch 2 Segmente zu haben; an Thieren aber, die man mit dem Deckglas gerade 
gestreckt hat, kommt alsbald das kurze, schmale, fusslose Th 4 als selbständiges Segment mit 
voller Deutlichkeit zum Vorschein. Die Seitenecken der Segmente sind nicht in Zipfel aus- 
gezogen und die Seitenränder des Kopfes nicht nach der Bauchfläche zu übergebogen. Ein 
eigentliches Rostrum fehlt ; doch springt die Stirn mit breiter Rundung nach vorne zwischen 
den Antennen weit vor. Vor dem 1. Fusspaar befindet sich an der Bauchfläche ein querer, 
muldenförmiger Auswuchs. Der Hinterleib ist etwa halb so lang wie der Vorderleib. Das 
Genitalsegment ist nur wenig breiter als die folgenden 3 Abdomensegmente, unter denen Ab 4 
das kürzeste und Ab 5 das längste ist. Die Genitalöffnungen liegen vorne an den Seitenflächen 
des Segmentes; aus dem vorderen Theile ihrer Höhlung ragt eine Borste hervor. Die Furca 
ist oval, etwas kürzer als das Analsegment und doppelt so lang wie breit; sie ist, wie auch 
das Analsegment, dünn behaart; ihre Borsten sind kurz, nackt oder schwach befiedert, aber 
vollzählig; Si und Se sitzen dorsal, aber dicht am Rande, nahe bei St 1 und 4 an. 

Die vorderen Antennen (T 9 F 45) sind 9gliedrig; die Borsten sind nackt und kurz; 
der Aesthetask am Endgliede ist ziemlich kurz und dünn. Die hinteren Antennen (T 9 
F 38) sind 4gliedrig, ungefähr so lang wie die vorderen, von kräftigem Bau und am Ende mit 



1) Material: zahlreiche Q aus dem Golf von Neapel (bei Marocchiaro) und einige aus dem Firth of Forth. 
Die Zeichnungen auf T 9 waren nach den Schottischen Exemplaren gemacht, ehe ich die Neapeler fand; aber die 
Thiere beider Fundorte stimmen so genau überein, dass sie auch für letztere gelten können. 



Parartotrogus (Weibchen), Cancerilla (Weibchen). A\ 

einer starken Klaue versehen; eine kleine Klaue findet sich auch am Innenrande und 1 Börst- 
chen am Endrande des Endgliedes. Der Aussenast ist relativ gross, gestreckt und trägt 2 Börst- 
chen und einige lange Haare. 

Der Mundkegel (T 10 F 18) ist flach, und ein Saugrohr fehlt durchaus; er ist mit 
seiner Oeffnung nach vorne gerichtet; die stiletförmigen , kurzen Mandibelladen (T 9 F 35) 
treten unter die nach vorne übergelegte Unterlippe. Die beiden Platten der vorderen Maxille 
(T 9 F 43) scheinen an einem kurzen Basale zu articuliren; Li ist länger und breiter als B 2 
und trägt 5 Borsten, 2 längere, langbefiederte und 3 kurze, aber relativ dicke, deren distales 
Stück quer geringelt und kurz gefiedert ist; B 2 trägt 3 Fiederbörstchen. Die hintere Maxille 
(T 9 F 41) und der Maxilliped (F 42) sind im Ganzen ähnlich wie bei den anderen Arten 
der Familie gebaut, doch sind die beiden Maxillipeden ungewöhnlich weit von einander ab- 
gerückt; bemerkenswerth ist, dass das bewegliche Endstück des Hakens der Maxille lang 
und seine Spitze in eigenthümlicher "Weise übergebogen ist, ganz ähnlich wie auch der End- 
haken des Maxillipeden; Bi des letzteren besteht aus 2 unvollkommen getrennten Gliedern. 

Von Ruderfüssen (T 9 F 36, 40, 44) sind nur 3 Paare vorhanden; das 4. fehlt. Die 
Basalia sind kurz und breit. Die Aeste des 1. Paares sind 2gliedrig; die beiden distalen Glieder 
jedes Astes sind nicht gesondert, und auch die ganze Form der Aeste sieht aus wie bei den 
Copepodidstadien, in denen die Fussäste noch nicht ihre volle Gliederzahl erlangt haben; die 
Se von Re sind borstenförmig, und die Fiederborsten sind kurz. Das 2. und 3. Fusspaar haben 
ein ähnliches Aussehen wie bei anderen Arten, doch ist Ri des 3. Paares nur 2gliedrig (Ri 2 ~ 3); 
die Se und St von Re haben sehr fein gezähnelte Säume; die Schwimmborsten sind lang. — 
Der 5. Fuss besteht aus einem mit dem Rumpfsegment verschmolzenen Basale, das 1 Borste 
trägt, und einem kleinen, daran articulir enden Stäbchen, an dessen Ende 2 Borsten sitzen. 

Jederseits hängt am Genitalsegment nur 1 grosses Ei von 0,15 mm Länge und 0,09 mm 
Dicke. 

r. Cancerilla tubulata Dalyell 1 ). 

(T 10 F 1—10.) 

Das Weibchen. 

Farbe. Wenn die Thiere, wie das eine der beiden Q, die ich lebend beobachtete, 
mit Eiern gefüllt sind, so sind sie sehr undurchsichtig und nach dem Eidotter olivengrün gefärbt. 
Das andere Q, in dessen Oviducten nur erst wenige dotterführende, ebenfalls olivengrüne Eier 
lagen, war dagegen recht durchsichtig und Hess erkennen, dass das Auge schmutzig-rothes, im 
reflectirten Licht gelblich-weisses Pigment hat, und dass der Darm etwa wie bei Myzopontius 
gefärbt ist. Das Chitin um die Geschlechtsöffnungen ist kräftig gebräunt. Die frisch gelegten 



1) Material: 3 reife Q. 
Zool. Station zu Neapel, Fauna nnd Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 



42 Beschreibung der Species von Neapel. 

Eiballen sind jedenfalls auch olivengrün; später geht ihre Farbe durch das Pigment der Nauplien 
ins Röthliche über. 

Rumpf (T 10 F 1, 3, 6). Länge 1 — 1,1 mm. Die Breite des Vorderkörpers kommt der 
Rumpf länge gleich; doch sieht der Rumpf gewöhnlich breiter aus, weil sein hinterer Theil 
unter den Bauch gebogen zu sein pflegt. Der Vorderkörper hat eine ziemlich stark gewölbte 
Rückenfläche ; seine Bauchfläche ist eher concav ; sein Umriss ist elliptisch ; das erste Segment 
(Ce~Th 1) ist weitaus das umfangreichste. Th 2 ist ziemlich kurz, und die übrigen Segmente 
des Thorax sind so sehr verkürzt, dass sie nur noch an den dicht auf einander folgenden Chi- 
tinringen zu erkennen sind; doch ist auch das fusslose Th 4 auf der Ventralseite des Rumpfes 
an Kalipräparaten nachweisbar. Der Vorderrand des Kopfes ist zu beiden Seiten der flach 
gerundeten Stirn eingesenkt; seine Seitenränder sind mit starren Härchen besetzt. Ein eigent- 
liches Rostrum ist nicht vorhanden, sondern an seiner Stelle ein viereckiger Chitinrahmen, 
dessen hintere Kante an die vordere des ebenfalls viereckigen Chitinrahmens der Oberlippe 
anstösst. Von den Segmenten des Abdomens ist das Genitalsegment etwa so lang wie die fol- 
genden beiden Segmente zusammen und 3 mal so breit wie diese. Am Ende der breiten late- 
ralen Flügel des Genitalsegmentes befinden sich die grossen GenitalöfFnungen ; an ihrem Rande 
sitzt eine dornförmige Borste. Die Furca ist länger als breit und wird vom überragenden 
Hinterrande des Analsegmentes dorsal zum Theil bedeckt; St 2 ist wenigstens so lang wie die 
beiden hinteren Abdomensegmente ; die anderen Borsten sind kurz ; St 4 ist ziemlich weit auf 
den Aussenrand gerückt ; Se und Si sitzen dorsal an. 

Die vorderen Antennen (T 10 F 10) sind ßgliedrig; die Borsten sind kurz und nackt; 
dicht hinter der Mitte des Endgliedes sitzt ein Aesthetask. 

Die hinteren Antennen (T 10 F 7) sind 4gliedrig und entbehren des Aussenastes. 
Am Endgliede sitzt, ausser 4 kleineren Borsten, eine sehr dicke, scharf gebogene Klaue, die 
noch stärker chitinisirt ist als der proximale Theil der Antenne und die übrigen Gliedmaassen. 

Der Sipho (T 10 F 2) ist flaschenförmig, kurz und nach vorne übergebogen. 

Die Mandibeln (T10 F8) bestehen lediglich aus der Stechlade, die mit einem verdickten 
proximalen Abschnitte am Rumpfe articulirt; der dünnere distale Abschnitt ist leicht S-förmig- 
gebogen, und zwar, entsprechend der Lage des Sipho, derart, dass die beiden Mandibelstilete 
sich mit den concaven Seiten ihrer Enden aneinander legen. Diese Enden haben eine eigen- 
thümliche Form; das runde Stilet flacht sich ab, verbreitert sich zugleich und geht in eine 
ovale, an der einen Seite fein gezähnelte Lamelle über. 

Die vorderen Maxillen (T 10 F 9) bestehen aus einem vierkantigen, länglichen Plätt- 
chen, an dessen Ende 3 nackte, am distalen Theile geringelte Borsten sitzen; ein 4. kleines 
Börstchen findet sich an der Hinterfläche. 

Die hinteren Maxillen (T 10 F 4) und die Maxillipeden (F 5) haben den für die Arten 
unserer Familie charakteristischen Bau; doch besteht das Endstück (Ri) der Maxillipeden aus 
nur 2 Gliedern und dem Endhaken. 

Die Ruderfüsse (T 10 F 6) sind klein und rudimentär; das 1. Paar ist grösser und 



Cancerilla (Weibchen, Männchen). 43 

etwas vollständiger gegliedert als das 2. und das 2. als das 3.; das 4. fehlt ganz. An den 
ersten beiden Paaren lässt sich ein 2gliedriges Basale (B 1 sehr kurz, B 2 mit Se), ein grösserer 
1 gliedriger Re und ein kleiner 1 gliedriger Ri unterscheiden; letzterer articulirt jedoch am 
2. Paare nicht mehr mit B 2, sondern ist ein kleiner (bei einem Q mit 2 Borsten versehener, bei 
den beiden anderen borstenloser) Zapfen; der 3. Fuss ist ein kleiner, mit 2 Börstchen ver- 
sehener Anhang. 

Die Füsse des 5. Paares (T 10 F 6) sind, wie auch die des 2. und 3., weit von ein- 
ander ab- und auf die Seiten des Segmentes gerückt; jeder Fuss besteht aus einem mit dem 
Rumpfsegment verschmolzenen Basale, welches aussen in einen mit einer Borste besetzten 
Zapfen ausgeht und innen davon das lgliedrige, mit 4 Borsten besetzte Endglied trägt. 

Die kugeligen Eiballen (T 10 F 1) enthalten je 15 — 17 Eier von 0,17 mm Durch- 
messer; ihr im Verhältniss zum Körper des Q grosses Volumen ist daraus zu erklären, dass 
die in den Ovarien polyedrisch gegen einander abgeplatteten Eier in den Eiballen kugelig 
sind und von einem zähen, etwas klebrigen Cement in dicker Schicht umhüllt werden. 

Das Männchen. 

Leider habe ich keine cf gefunden und muss daher hier die Beschreibung wiederholen, 
welche Claus (1889 j3) von Caligidium vagabundum (Triest) giebt; warum ich dasselbe für das cf 
von Cancerilla halte, ist weiter unten (p. 62) angegeben. 

Das cf unterscheidet sich vom Q in der Form des Rumpfes, dem Bau des Abdomens, 
der vorderen Antennen und des 1. und 2. Fusspaares; geringere Unterschiede scheinen auch 
im Bau des Maxillipeden, des 5. Fusses und des Auges vorhanden zu sein. 

Der Rumpf (Länge kaum 1 mm) ist viel gestreckter als beim Q ; das Abdomen hat 
die volle Zahl von 5 Segmenten; Th 4 ist auch vom Rücken her als ein schmales, kurzes 
Segment sichtbar; da auch Th 3 und 5 viel schmaler als Ce ~ Th 1 und Th 2 sind, so erhält 
der Rumpf im Ganzen einige Aehnlichkeit mit dem von Caligus. Das Genitalsegment, breiter 
als die folgenden 4 Abdomensegmente, hat auf der Ventralseite die beiden Genital Öffnungen, 
die denen der Dyspontiinae ähnlich zu sein scheinen; das »Genitalfüsschen«, grösser als beim 
2, trägt 2 Borsten. 

Die vorderen Antennen sind 9gliedrig; sie geniculiren nicht, tragen aber, wie bei 
den cf der Dyspontiinae, ausser dem dickeren Aesthetasken des Endgliedes noch eine grosse 
Zahl (die Abbildung hat 24) feiner, langer Aesthetasken. 

Die Endklaue des Maxillipeden ist, nach der Figur zu urtheilen, länger und dünner 
als beim Q. . 

Die vorderen beiden Fusspaare, insbesondere das 2., sind grösser und reicher ge- 
gliedert als beim Q ; ihre Borsten sind gefiedert und sie befähigen das cT, umherzuschwimmen, 
wie es denn auch frei zwischen Algen gefunden wurde. Der Aussenast des 1. Paares hat 

dieselbe Form und dieselbe Zahl von Borsten wie beim Q ; der Innenast ist dagegen grösser 

6* 



44 Beschreibung der Species von Neapel. 

als beim $, 2gliedrig und mit 1 + 5 Borsten versehen. Das 2. Paar hat ein gestrecktes Basale 
(B 2 ohne Se ?) und 3 gliedrige Aeste von der bei Ruderfüssen gewöhnlichen Form ; an den 
Gliedern vertheilen sich die Borsten wie folgt: Re 1 und Re 2 mit je 1 Se, 1 Si; Re 3 mit 3 Se, 
1 St, 4 Si; Ri 1 und Ri 2 mit je 1 Si; Ri 3 mit 1 Se, 5 Si; die Se von Re sind borstenförmig, 
scheinen aber sich der Dornform etwas mehr zu nähern als die Se von Re des 1. Paares; die 
St ist ebenfalls borstenförmig. Der 5. Fuss hat nach der Abbildung keine Se an seinem 
Basale; die beim Q kurzen Borsten am Innenrande des Endgliedes sind beim ö* lang. 

Das Auge ist grösser als beim Q. Ueber die innere Anatomie macht Claus keine 
Angaben. 

Dass die Mandibellade »zugespitzt« ist, mag auch zu den Sexualdifferenzen gehören, 
wiewohl mir wahrscheinlicher ist, dass sie dieselbe Form wie beim Q hat, und dass Claus 
diese Form nicht erkannte, weil er das Ende der Lade nicht von der breiten Fläche, sondern 
von der Kante sah. 



B. Systematik. 



a. Stellung der Familie im System der Copepoden. 

Die Stelle, welche den Asterocheridae (Ascomyzontidae Thorell) 1 ) im System der Cope- 
poden anzuweisen ist, hängt natürlich zunächst von diesem System selbst ab und von den 
Principien, nach denen es gegliedert ist. 

Nach dem älteren System, welches die Copepoden auf Grund des Mundbaues in 
Gnathostoma und Siphonostoma spaltete, gehören die Asterocheridae, da sie einen Saugrüssel 
(Sipho) haben, selbstverständlich zu der letzteren Gruppe, und die beiden Entdecker unserer 
Familie, Boeck (1859) und Thorell (1859), wiesen ihr daher in derselben ihren Platz an. 
Boeck stellte sie in die Nähe der Corycäiden, während Thorell sie die Reihe der siphono- 
stomen Familien eröffnen lässt, von denen er die Corycäiden ausschliesst. 

Zwischen den Gnathostoma und Siphonostoma nämlich creirte Thorell eine 3. Haupt- 
gruppe der Copepoden, die Poecilostoma, eben für die Corycäiden und verwandte Familien. 
Denn die Copepoden Hessen sich nach dem Mundbau nicht ohne Rest theilen, und dieser 
Rest war die Zwischengruppe der Poecilostoma. Thorell nahm nämlich in sie diejenigen 
Familien auf, die einerseits nach dem Bau ihrer Mundtheile sich nicht wohl als kauend be- 
zeichnen Hessen, obwohl sie zum Theil als freischwimmend bekannt waren, und die anderer- 
seits, obwohl zum Theil typische Parasiten, sich von diesen doch durch den Mangel eines 
Saugrüssels unterschieden. 

Das Hauptmerkmal der Poecilostoma sollte nach Thorell in dem Mangel von Mandibeln 
bestehen. Claus (1862) wies nach, dass Thorell hierin irrte, dass die Poecilostoma thatsächlich 



1) Ueber den Familiennamen vgl. unten p. 73. Vorübergehend wurde die Existenz der Familie durch 
Kossmann (1875, 1877) in Frage gestellt, der den Angaben Boeck's und Thorell's über den Saugrüssel von 
Asterocheres etc. keinen Glauben beimaass, obwohl sie inzwischen von Nokman (1868), Brady (1872) und Bkady & 
Robertson (1873) bestätigt worden waren. Kossmann's von Anderen wohl kaum getheilte Zweifel wurden von 
Claus (1875 <x) zurückgewiesen und durch die seither veröffentlichten Arbeiten über die Familie widerlegt. 



46 Systematik. 

Mandibeln besitzen, und er tadelte es später mehrfach, dass manche Autoren trotzdem die 
Poecilostoma nicht als besondere Gruppe der Copepoden aufgeben wollten. Er schien nicht 
zu bemerken, dass er selbst zu diesen Autoren gehört. 

Denn als Claus nach Auflösung der Poecilostoma die Familien dieser Gruppe unter 
die Gnathostoma und Siphonostoma zu vertheilen hatte, gerieth er, wie die ersten Auflagen 
seines Lehrbuches zeigen, ins Schwanken darüber, wo nun die Grenze zwischen den beiden 
Gruppen zu ziehen sei, bis er schliesslich, in der Auflage von 1880, die Poecilostoma als 
besondere Gruppe doch wieder aufnahm. Er theilt nämlich die zweite Abtheilung der Cope- 
poden, die Parasita, in eine »Formenreihe ohne Saugröhre mit sichelförmigen Mandibeln und 
tasterähnlichen Maxillen« und in eine »Formenreihe mit wohlausgebildetem abgeflachtem oder 
röhrenförmig gestrecktem Saugrüssel«. Diese beiden Formenreihen decken sich inhaltlich mit 
Thorell's Poecilostoma und Siphonostoma 1 ). Wenn Claus nun auch für die erstere Reihe 
den Namen Poecilostoma unterdrückte, so durften doch andere Autoren mit der Gruppe auch 
recht wohl den Namen beibehalten, den Thorell ihr gegeben, zumal da der Name gar nicht 
übel gewählt war, und die Gruppe in der That eine gewisse Berechtigung hatte, solange man 
den Bau des Mundes als Eintheilungsprincip für die Copepoden anerkannte. 

Da Claus somit Thorell's Eintheilung der Copepoden, wenn auch mit emendirter Dia- 
gnose der Poecilostoma, adoptirte, so ist es natürlich, dass die Asterocheridae bei Claus denselben 
Platz einnehmen, wie bei Thorell: an der Spitze der Siphonostoma. Nach Claus sind die 
Asterocheridae daher mit den Caligiden, Lernäiden etc. näher verwandt als mit den Cyclopiden, 
Harpacticiden etc. trotz ihrer vorzüglichen Schwimmfähigkeit, trotz der oft sehr hohen Glieder- 
zahl ihrer Vorderantennen, trotz der Geniculation der männlichen Antennen, trotz des Exo- 
poditen an den hinteren Antennen, trotz des Vorhandenseins eines Mandibeltasters bei einem 
Theil von ihnen — lediglich weil sie einen Saugrüssel haben. Ist es ein Zeichen dafür, dass 
Claus die Schwäche dieser Auffassung empfand, wenn er in seiner Arbeit über die Familie 
(1889 ß) die Erörterung ihrer systematischen Stellung vermied und nur ihre Unterschiede von 
den Lichomolgiden besprach? 

Auf den ersten Seiten meiner Monographie der Pelagischen Copepoden habe ich bereits 
erörtert, dass der Bau des Mundes zwar für die Angehörigen vieler Familien ein gemeinsames 
Band bildet, dass er aber als Grundlage für die Eintheilung der Copepoden in die höheren 
Gruppen unzulänglich ist 2 ). Statt seiner schlug ich damals vor, andere Merkmale als grund- 



1) Bis auf die gnathostomen Miraciidae Dana, die Thorell aus Unkenntniss ihres Baues zu den Poecilo- 
stoma gerechnet hatte. Uebrigens finden sich, obwohl Claus eine grosse Zahl von Gattungen problematischer Stellung 
bei Seite lässt, in der 1. Formenreihe Gattungen ohne sichelförmige Mandibeln und in der 2. Gattungen ohne Saug- 
rüssel. Da die Gattungen gleichwohl in der Nähe von verwandten Formen stehen, so legen sie eben Zeugniss ab 
gegen die Verwendbarkeit des Mundbaues als grundlegenden Eintheilungsmerkmals. 

2) Mit diesem morphologischen Eintheilungsmerkmal vermischt Claus ein biologisches, wenn er seine beiden 
Hauptgruppen der Copepoden als Gnathostoma und Parasita bezeichnet. Das ist kein Gegensatz! Es giebt unter 
den Copepoden sowohl gnathostome Parasiten wie freischwimmende Siphonostoma. 



Stellung der Familie im System der Copepoden. 47 

legend für die Eintheilung der Copepoden zu benutzen. Diese selbe Tendenz (aus welcher 
schon Kossmann's (1875) missglückter Versuch zur Einth eilung der parasitischen Copepoden 
hervorging) verfolgte nun auch Canu in seinem nicht lange vor meiner Arbeit erschienenen 
Werke über die Copepoden des Boulonnais (1892). 

Canu schränkt die Verwendung des Mundbaues zur Eintheilung der Copepoden in 
minder radicaler Weise ein als ich. Er unterscheidet zwar die beiden Hauptgruppen der 
Copepoden nach einem anderen Merkmale, nämlich nach Unpaarigkeit oder Paarigkeit der 
weiblichen Begattungsöffnungen, und stellt danach die Gruppen der Monoporodelphya und 
Diporodelphya auf; aber zur weiteren Eintheilung der letzteren Gruppe in drei Untergruppen 
benutzt er in erster Linie wiederum den Bau des Mundes. In beiderlei Hinsicht erscheint 
mir Canu's System anfechtbar. 

Ob zunächst die Lage der Begattungsöffnungen die fundamentale Bedeutung für das 
System der Copepoden hat, die Canu ihr zuschreibt, das hängt davon ab, ob in Wirklichkeit 
alle Angehörigen der einen Gruppe paarige, die der anderen unpaarige Begattungsöffnungen 
haben, besonders aber davon, ob die Glieder jeder Gruppe nach ihrer gesammten Organisation 
unter einander näher verwandt sind, als Glieder der einen Gruppe mit Gliedern der anderen. 
Es ist nun nicht zu leugnen, dass die Lage der Begattungsöffnungen in den einzelnen Familien 
und selbst in Gruppen verwandter Familien eine grosse Uebereinstimmung zeigt, und dass dies 
Merkmal daher grössere Beachtung verdient, als ihm bisher zu Theil wurde. Indessen bietet, 
wie früher gezeigt 1 ), Pseudocyclops ein eclatantes Beispiel einer Art dar, welche, obwohl zu den 
Monoporodelphya gehörig, doch paarige, ganz lateral gelegene Begattungsöffnungen hat; und 
von anderen Arten (Metridia, Nannopus, Pachysoma) ist es mir mindestens zweifelhaft, ob sie 
in dieser Hinsicht wirklich den Gruppencharakter besitzen. Ein wichtigerer Einwand gegen 
die Eintheilung in die Monoporodelphya und Diporodelphya ist es, dass ein Theil der ersteren 
Gruppe, die Cyclopiden, Harpacticiden und Ascidicolen, mit einem anderen Theil derselben 
Gruppe, den Calaniden, Centropagiden etc., weniger nahe verwandt ist als mit manchen 
Familien der zweiten Gruppe, den Asterocheriden, Corycäiden etc. Für diese Ansicht glaube 
ich (1892 p. 3 ff.) genügende Belege angeführt zu haben. 

Wie erwähnt, benutzt Canu nun weiter den Bau des Mundes, um die Diporodelphya 
in die 3 Tribus der Monochila, PJiynchostoma und Auliostoma zu theilen. Die Monochila 
umfassen die Arten mit gewöhnlichem Mundbau, mit Lippen, wie sie auch viele Cyclopiden 
und Harpacticiden besitzen, wenn auch mit stärker reducirten Mundgliedmaassen; die Hhyncho- 
stoma, im Wesentlichen Thorell's Siphonostoma, haben einen Saugrüssel (Sipho), die Aulio- 
stoma besitzen Paragnathen (Seitenlippen). Auch bei dieser beschränkteren Verwendung er- 
weist sich der Mundbau noch als ein unzulängliches Eintheilungsprincip. Denn mit Bezug 
auf den Sipho sagt Canu selbst mit Recht: »L'existence de ces formations, dans deux cope- 



1) W. Giesbkecht, Mittheilungen über Copepoden, 1 — 6. in: Mitth. Z. Stat. Neapel 11. Bd. 1S93 p. 50 
bis 106 T 5—7 (cf. p. 72). 



48 Systematik. 

podes siphonostomes, u'indique nullement la parente immediate de ces etres«. Formen wie 
Lamproglena unter den Dichelestiiden, Ratania unter den Asterocheriden sind Beispiele vom 
Auftreten sipholoser Arten in siphonostomen Familien. Aber eben darum ist eine Tribus der 
Rhynchostoma oder Siphonostoma unmöglich. Gleiches gilt von den Auliostoma (Clausidiidae, 
Nereicolidae) . Sie sind sehr nahe Verwandte der Monochila, bilden mit ihnen zusammen 
Thorell's Poecilostoma und unterscheiden sich von ihnen durch den Besitz der Paragnathen. 
Dass dies Merkmal aber nicht zur Begründung einer Tribus ausreicht, vollends nicht bei der 
nahen Verwandtschaft der Clausidiiden mit den Corycäiden, habe ich (1. c. p. 74; cf. p. 75) 
bereits erörtert. Wie unter den Poecilostoma die Clausidiiden, so giebt es z. B. auch unter den 
Harpacticiden Arten mit stark entwickelten Seitenlippen (Laop honte similis; vgl. Canu 1892 T5F8). 

Der Ausbau der Systematik der Copepoden hat durch Canu's Arbeit in mehrfacher 
Hinsicht Fortschritte gemacht; hauptsächlich aber durch die Begründung der Familie der 
Ascidicoliden. Canu weist hier die nahe Beziehung parasitischer und durch den Parasitismus 
stark umgewandelter Arten zu relativ hochstehenden und noch wenig modificirten Formen 
nach und überbrückt an dieser Stelle die unnatürliche Kluft zwischen freien und parasitären 
Arten; das ist der Weg, auf dem ein natürliches System der Copepoden zu erreichen ist. Seine 
Eintheilung der Copepoden nach der Lage der Begattungsöffhungen aber erscheint mir aus 
den angeführten Gründen nicht annehmbar und seine Verwendung des Mundbaues als Ein- 
theilungsprincips immer noch als zu weit gehend. 

Ich will hier den Gegensatz, in welchem die beiden von mir (1892) aufgestellten Unter- 
ordnungen der Copepoden, die Gymnoplea und Podoplea, nach ihrer gesammten Organisation 
zu einander stehen, nicht nochmals erörtern, sondern, weil Claus 1 ) mich ohne meine Veran- 
lassung völlig missverstanden hat, nur wiederholen, dass das diagnostische Merkmal, das die 
beiden Unterordnungen scheidet, folgendes ist. Das Bumpfsegment, welches das 5. Fusspaar 
trägt, gehört bei den Gymnoplea zum Vorderrumpf; sein Fusspaar ist beim Q ein normaler 
Ruderfuss oder zeigt alle Grade der Umbildung aus einem solchen zu einem rudimentären 
Fuss und zu völligem Ausfall; bei den cf ist es ein Copulationsorgan; da somit bei den Gym- 
noplea das 1. Segment des Hinterrumpfes das Genitalsegment ist und niemals fussähn- 
liche Anhänge hat, so ist ihr Hinterrumpf fusslos. Bei den Podoplea dagegen gehört das 
Rumpfsegment, welches das 5. Fusspaar trägt, zum Hinterrumpf; sein Fusspaar ist immer rudi- 
mentär und niemals ein Copulationsfuss ; nicht bloss dieses Segment, das erste des Hinter- 
rumpfes, sondern auch das folgende, das Genitalsegment, trägt als Fussrudimente zu deutende 
Anhänge, so dass der Hinterrumpf der Podoplea also an den beiden ersten Segmenten 
Füsse trägt. 

Dieser Unterschied, den die beiden Unterordnungen in dem Bau des genannten Rumpf- 
segmentes und seines Fusses zeigen, ist vielleicht noch bedeutsamer, als es bisher den Anschein 



1) C. Claus, Neue Beobachtungen über die Organisation und Entwicklung von Cyclops. in: Arb. Z. Inst. 
Wien 10. Bd. 1893 p. 283—356, 7 T. 



Stellung der Familie im System der Copepoden. 49 

hatte. Es erschien, mir sowohl wie allen anderen Autoren, bisher als vollkommen selbst- 
verständlich, dass das Segment, welches das 5. Fusspaar trägt, bei allen Copepoden, bei den 
Gymnoplea wie bei den Podoplea, homolog sei. Dies Segment ist eben überall das einzige, 
welches sich zwischen dem 4. Thoraxsegment und dem Genitalsegment befindet, und dass es 
bei den Gymnoplea das letzte des Vorderrumpfes, bei den Podoplea das erste des Hinterrumpfes 
ist, konnte Zweifel an seiner Homologie kaum wachrufen. 

Es ist nun keineswegs meine Absicht zu behaupten, dass das Segment in beiden 
Gruppen nicht in der That homolog sei; ich will nur begründen, dass seine Homologie nicht 
selbstverständlich ist, dass es bei den Gymnoplea ein 5. Thoraxsegment, bei den Podoplea 
dagegen ein prägenitales Abdomensegment sein könnte. 

Wäre diese Ansicht richtig, so würde den Protocopepoden ein Puimpfsegment mehr 
zuzuschreiben sein, als die heutigen Copepoden besitzen, nämlich 5 Thorax- und 6 Abdomen- 
segmente 1 ). Da die Copepoden nun von Formen mit einer grösseren Zahl von Foimpf- 
segmenten abgeleitet werden, so würde diese Hypothese an sich nicht auf Widerspruch stossen. 
Aber wir würden dann vielleicht erwarten dürfen, dass in der Ontogenese der Gymnoplea das 
prägenitale Abdomensegment, in der Ontogenese der Podoplea das 5. Thoraxsegment vorüber- 
gehend auftrete. Indessen, wenn in dem Auftreten dieses Segmentes während der Ontogenese 
auch eine directe Stütze für jene Hypothese läge, so ist sie andererseits doch noch nicht 
widerlegt, wenn es in der Entwicklung der heutigen Arten nicht nachweisbar ist; es ist darin ja 
Manches der Cenogenese zum Opfer gefallen, was man den Protocopepoden zuschreiben muss. 

Es ist mir nun allerdings nicht gelungen, das ausgefallene Segment oder unzweideutige 
Anlagen davon an den Copepodid-Stadien der Gymnoplea und Podoplea nachzuweisen; da- 
gegen zeigt das Fusspaar dieses Segmentes in Bau und Ontogenese bei beiden Gruppen Unter- 
schiede, die zu Zweifeln an seiner Homologie zu berechtigen scheinen. 

Erstens nämlich weist der 5. Fuss der ausgewachsenen Gymnoplea, wie bemerkt, alle 
Uebergänge von einem Schwimmfuss zu einem functionslosen, endlich wegfallenden Stummel 
auf; daraufhin schon ist man berechtigt, ihn als völlig homolog den vorderen Schwimmfüssen 
aufzufassen und seine Glieder, auch wenn er rück- und umgebildet ist, auf die Glieder eines 
normalen Schwimmfusses zu beziehen. Der 5. Fuss der Podoplea dagegen ist niemals 2 ästig 2 ), 
sondern besteht in seiner ausgebildetsten Form aus einem 1 gliedrigen Basale und einem Ast, 
der, so weit mir bekannt, nur bei Misophria 2-, sonst 1 gliedrig ist. Seine Homologie mit 
den Thoraxfüssen ist daher durch Uebergangsformen zu diesen nicht erweislich. 

Zweitens hat mir die Untersuchung der Ontogenese des 5. Fusses gezeigt, dass der- 
selbe bei einigen Gymnoplea-Arten in den letzten Copepodid-Stadien Merkmale eines normalen 



1) Abgesehen vom Segmente der Maxillipeden und von der Furca. 

2) Wenn ich den innen vom Endgliede befindlichen, öfters grossen und mit Borsten besetzten Vorsprung 
des Basalgliedes als Rudiment eines Innenastes deutete, so war das eben eine Deutung, die auf der Annahme der 
Homologie des 5. Fusses mit einem Thoraxfuss beruhte und mit ihr natürlich aufzugeben wäre. 

Zool. Station zu Neapel, Fauna nud Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 7 



50 Systematik. 

Schwimmfusses besitzt, die ihm im Reifestadium durch Verkümmerung oder durch die Um- 
bildung zum Copulationsfuss verloren gehen. Von palingenetischen Merkmalen am 5. Fuss 
der letzten Copepodid- Stadien von Gymnoplea-Weibchen mit rückgebildetem 5. Fuss habe ich 
bisher allerdings nur geringe Spuren entdecken können: es articulirt nämlich im V. Copepodid- 
Stadium bei Anomalocera patersoni das 1. Glied des Exopoditen mit dem 2. ~ 3. Gliede, und 
bei Pleuromma gracile das 2. Glied des Basipoditen mit dem Exopoditen, während diese Arti- 
culationen in der Reife verstreichen. Zahlreicher sind die Fälle, in denen der 5. Fuss des cT, 
der im Reifestadium ein vom Schwimmfusstypus oft stark abweichendes Copulationsorgan ist, 
in den letzten Copepodid-Stadien die Merkmale eines Schwimmfusses in der Gestalt der Glieder 
und in dem Besitz von Fiederborsten aufweist. So ist es bei Heterorhabdus papilliger, spinifrons, 
Augaptilus longicaudatus, Lucicutia ßavicornis, Isias clavipes. Während die Endglieder der Exo- 
poditen bei diesen Arten in der Reife mehr oder minder hakig sind und nur spärliche Borsten- 
rudimente tragen, so sind sie im V. Copepodid- Stadium blattförmig und tragen Fiederborsten; 
auch die in diesem Stadium am 1. Innenastgliede sitzende Fiederborste geht in der Reife ver- 
loren. Aehnlich verhält sich auch Calanus vulgaris; der 5. Fuss ist in Form und Anhängen 
im V. Copepodid-Stadium den übrigen Schwimmfüssen ganz ähnlich (nur dass der linke Fuss 
grösser ist als der rechte), und es ist überraschend, wie der linke Fuss sich bei der letzten 
Häutung plötzlich in die riesige Greifzange des Reifestadiums verwandelt, die mit einem 
Schwimmfuss gar keine Aehnlichkeit mehr hat. — Beispiele von Endopoditen des 5. Fusses, 
die sich während der Ontogenese rückbilden, bieten die cf von Anomalocera patersoni und 
Mhincalanus cornutus; dieselben fehlen den reifen A. beide und den reifen Rh. links; sie sind 
im V. Stadium als knopfförmige Fortsätze und im IV. Stadium als articulirende Zapfen vor- 
handen. — In all' diesen Fällen geht die Ontogenese nicht direct auf ihr Ziel, die schliesslich 
resultirende Form des 5. Fusses, los, sondern sie geräth auf Abwege, die sie früher zwar zu 
dem damals gewollten Ziel, der Hervorbringung eines 5. Ruderfusses führten, von denen sie 
jetzt aber wieder in die neue Bahn zurücklenken muss. — Die erwähnten Beobachtungen, so 
dürftig sie sind, schienen mir der Mittheilung werth, weil sie das sehr vermehrungsbedürftige 
ontogenetische Material vergrössern, aus dem auf die Descendenz der Copepoden von reicher 
mit Segmenten und Gliedmaassen versehenen Formen geschlossen wurde. 

Im Gegensatz zu den Gymnoplea zeigt nun der 5. Fuss von Cyclops und der Noto- 
delphyiden, dessen Entwicklung wir durch Claus und Canu (1892) kennen gelernt haben, in 
den Copepodid-Stadien keinerlei Merkmale, die auf eine Entstehung aus einem Schwimmfuss 
hindeuteten. Claus (1. c. oben p. 48) sagt ausdrücklich (p. 289): »Im Vergleich zu dem zwei- 
spaltigen Wulste eines Ruderfusspaares erscheint die Erhebung des rudimentären Fusses ver- 
einfacht und von der Medianlinie nach den Seiten weit abgerückt; man sieht, es ist nur für 
die Entstehung eines Astes, und zwar des Exopoditen gesorgt«; und er fügt hinzu, dass die 
Anlage des Genitalfüsschens die Anlage des rudimentären Fusses »genau wiederholt«. Die 
Ontogenese unterscheidet sich also in beiden Gruppen insofern, als bei den Gymnoplea das 
Segment des 5. Fusses, welches im H. Copepodid-Stadium das 1 Hinterleibssegment ist, im 



Stellung der Familie im System der Copepoden. fj 1 

III. Stadium verbreitert und den Vorderrumpfsegmenten als letztes angereiht wird, während das- 
selbe bei den Podoplea im III. und den folgenden Stadien das bleibt, was es im II. Cope- 
podid-Stadium ist, nämlich das 1. Segment des Hinterrumpfes; und ferner darin, dass das 5. Fuss- 
paar bei den Gymnoplea manchmal palingenetische, seine frühere Ruderfussnatur beweisende 
Merkmale zeigt, während es bei den Podoplea dieselbe, so weit bekannt, vermissen lässt, viel- 
mehr sich so entwickelt wie das Füsschen des Genitalsegmentes. 

Drittens offenbart sich bei den Podoplea die Tendenz, die beiden Fusspaare des 
Hinterrumpfes zu bewahren, wenn auch in noch so rudimentärer Form, während ihr 4. Thorax- 
fusspaar nicht selten Anfänge von Rückbildung (Verlust des Endopoditen) aufweist; diese 
Tendenz ist so stark, dass das Fusspaar des 1. Hinterrumpfringes trotz seiner Kleinheit und 
augenscheinlichen Functionslosigkeit auch dann noch erhalten bleibt, wenn vom 4. Thorax- 
fuss jede Spur fehlt, wofür gerade einige Asterocheridae (Artotrogus, Dystrogus, Parartotrogus) 
Beispiele liefern. Dieser Gegensatz wäre nicht recht verständlich, wenn die Hinterrumpffüsse 
der Podoplea mit den Thoraxfüssen in eine Reihe ganz gleichwerthiger Gliedmaassen gehörten. 
Es begreift sich dagegen leichter, wenn man die beiden Paare von Hinterrumpffüssen, die sich 
auch ontogenetisch gleich verhalten, als Abdominalfüsse den Thoraxfüssen gegenüberstellt. 
Bei den Gymnoplea besteht dagegen umgekehrt die Tendenz, die Hinterrumpffüsse abzuwerfen; 
denn bei keiner Art findet sich eine Spur des bei den Podoplea so verbreiteten Genital- 
füsschens; und so wäre es nicht überraschend, wenn sie auch das diesem analoge vorher- 
gehende Fusspaar und mit ihm das dazu gehörige prägenitale Abdomensegment verloren hätten. 

Es lässt sich somit Einiges für die Annahme beibringen, dass die Protocopepoda einen 
5gliedrigen Thorax mit einem 2 ästigen Ruderfusspaar an jedem Segment hatten, dass ihre 
vorderen beiden Abdomensegmente, das Prägenital- und Genitalsegment, je einen bereits 
rudimentären (einästigen und wenig gegliederten) Fuss trugen, dass den Gymnoplea das Prä- 
genitalsegment und der Fuss des Genitalsegmentes, den Podoplea dagegen das 5. Thorax- 
segment verloren ging. Die beigebrachten Thatsachen genügen dazu, diese Hypothese als 
möglich, wenn auch keineswegs als die allein mögliche erscheinen zu lassen. — 

Wie es sich nun auch mit der Homologie des Segmentes, welches das 5. Fusspaar 
trägt, verhalten mag, jedenfalls sind die Familien, bei denen es das erste des Hinterrumpfes 
ist, unter einander näher verwandt, als mit einer der ebenfalls unter einander nahe verwandten 
Familien, bei denen es das letzte Segment des Vorderrumpfes bildet. Zu den Unterschieden 
zwischen beiden Gruppen gehört, wie erwähnt, auch der, dass dies 5. Fusspaar bei den Gymno- 
plea copulatorische Functionen hat, bei den Podoplea aber nicht, und so theilte ich auch 
weiter nach der Art der Copulation die Gymnoplea in die Tribus der Heterarthrandria (eine 
Antenne des cf geniculirend) und Amphascandria (keine Antenne geniculirend), die Podoplea, 
zunächst die freilebenden und halbparasitischen, in die Tribus der Isokerandria (keine Antenne 
geniculirend) und Ampharthrandria (beide Antennen des c? geniculirend). 

Da diese 4 Tribus auf das sexuelle Verhalten der Vorderantennen basirt sind, 
so wird man ihre gegenseitigen phylogenetischen Beziehungen verschieden beurtheilen, je 



52 Systematik. 

nachdem man den gemeinsamen Vorfahren der Copepoden, den Protocopepoden, sexuell ver- 
schiedene Vorderantennen zu- oder abspricht. 

Claus (1. c. oben p. 48, cf. p. 332) spricht den Protocopepoden die männlichen Greif- 
antennen ausdrücklich ab. Ich kenne keine Thatsache, welche mit dieser Hypothese erklärt 
werden müsste, wohl aber eine, die mit ihr im Widerspruch steht. 

Wie ich nämlich (1892) zeigte, liegt das Kniegelenk bei allen Gymnoplea Heterar- 
thrandria zwischen dem 18. und 19. Gliede. Dass es an eben dieser Stelle auch bei den 
Cyclopiden liegt, wies Claus (ibidem) nach, und weiter unten werden wir sehen, dass es sich 
bei den Asterocheridae ebenfalls zwischen dem 18. und 19. Gliede befindet. Wir haben also 
in jeder der beiden Hauptabtheilungen der Copepoden, bei den Gymnoplea und Podoplea, 
oder mit Claus bei den Gnathostoma und Parasita, oder mit Canu bei den Monoporodelphya 
und Diporodelphya, nicht nur Greifantennen, sondern auch eine homologe Lage ihres Knie- 
gelenkes. Um diese und noch andere Homologien im Bau der Greifantennen bei den ver- 
schiedenen Copepodengruppen mit seiner Hypothese in Einklang zu bringen, müsste Claus sie 
als Convergenzerscheinungen betrachten oder er müsste die Heterarthrandria (mit einseitiger 
Greifantenne) als Zwischenformen zwischen den » Calanus-ähnlichen « Vorfahren ohne Greif- 
antennen einerseits und den Cyclopiden und Asterocheriden (mit beiderseitiger Greifantenne) 
andererseits ansehen; erstere Hilfshypothese wäre ein noch unzureichenderer Nothbehelf als 
Hilfshypothesen meist schon sind, letztere ist völlig ausgeschlossen. Vielmehr finden jene 
Homologien ihre einfachste Erklärung in der Annahme, dass die Protocopepoden Greifantennen 
hatten, mit dem Kniegelenk an derselben Stelle, an der es heute noch die Centropagiden, 
Cyclopiden etc. haben 1 ). 

Bekanntlich haben nun eine grosse Zahl der heute lebenden Copepoden keine Greif- 
antennen; aus dem eben Gesagten folgt, dass sie die Geniculation an denselben verloren 
haben. Das sind unter den Gymnoplea die Amphascandria, unter den Podoplea die Isokeran- 
dria 2 ) und eine Anzahl von parasitischen Familien. 

Die Ursache dieses Verlustes war jedenfalls nicht die gleiche für alle diese Copepoden. 

Von den Gymnoplea könnte man vermuthen, dass der einseitige (Heterarthrandria) oder 
beiderseitige (Amphascandria) Verlust der Geniculation an den männlichen Vorderantennen 



1) Für die noch nicht versuchte Homologisirung der Antennenglieder der Harpacticiden und verwandter 
Gruppen dürfte es von Nutzen sein, wenn man von der Voraussetzung ausgeht, dass auch bei ihnen das Kniegelenk 
zwischen Aa 18 und 19 liegt. Wahrscheinlich trifft diese Voraussetzung zu; aber erst die Möglichkeit, auf ihrer 
Basis die sehr reducirte Gliederung der Harpacticiden-Antenne auf die der Cyclopiden zurückzuführen, würde sie als 
richtig bewähren. 

2) Während Cxa.us den Mangel der Greifantennen bei den Calaniden für ursprünglich hält, scheint er ihn 
bei den Isokerandria für secundär zu halten; wenigstens will er (1889 ß p. 345) die Familien der Isokerandria von 
»verschiedenen Gnathostomen«, also doch wohl Formen mit Greifantennen, ableiten, und bezeichnet einen gemein- 
samen Ursprung der Lichomolgiden und Notodelphyiden als »überaus wahrscheinlich«. Nach Canu's und meiner An- 
sicht stehen weder die Lichomolgiden zu den Notodelphyiden, noch die übrigen Familien der Isokerandria zu anderen 
heute lebenden Gnathostomen in einem besonders nahen Verwandtschaftsverhältniss. 



Stellung der Familie im System der Copepoden. 53 

durch die Umwandlung ihres 5. Fusses in ein Copulationsorgan hervorgerufen worden sei; ein 
Zusammenhang zwischen diesen beiden Vorgängen besteht auch wohl; aber als Ersatz der zum 
Fange der fliehenden Weibchen dienenden Greifantennen ist der Copulationsfuss, zumal in der 
Form, in der er bei manchen Amphascandria auftritt, nicht geeignet. 

Immerhin zeigen gerade die Vorderantennen der Amphascandria-Männchen eine Eigen- 
thümlichkeit , welche darauf hinweist, dass die Protocopepoda Greifantennen besassen, weil 
sie unter dieser Voraussetzung verständlich, vom Standpunkte der Hypothese Claus' aber un- 
verständlich ist. An den männlichen Antennen von Species der Genera Clausocalanus, Pseudo- 
calanus, Drepanopus, Aetideus, Scolecitkrix, Xanthocalanus, Phaenna, Euchirella verschmilzt nämlich 
das 20. und 21. Glied der Antennen, bei einigen auf beiden Seiten, bei anderen nur auf einer 
Seite; Claus (1863 p. 22) sah hierin »die erste Andeutung eines geniculirenden Gelenkes und 
der Umformung zu einem Greifarm«. Ich habe schon früher (1892 p. 10) darauf hingewiesen, 
dass diese Anschauung unrichtig ist. Die Verschmelzung von Gliedern, die an den Greifantennen 
vor und hinter dem Gelenk thatsächlich eintritt, ist eine relativ nebensächliche, accessorische 
Einrichtung, die überhaupt erst einen Sinn hat, wo bereits ein Kniegelenk vorhanden ist. Nicht 
mit dem Unwesentlichen, der Verschmelzung von Gliedern, beginnt daher die Umwandlung 
der Antenne in ein Greiforgan, sondern mit dem Wesentlichen, der Modification der Gelenk- 
flächen des für die Function passendsten Gelenkes und der Verstärkung und Umlagerung der 
dazu gehörigen Musculatur. Da aber die erwähnte Verschmelzung von Aa 20 und 21 nur 
bei den Männchen der genannten Genera auftritt, da sie zudem eine der Verschmelzungen 
ist, die bei der functionirenden Greifantenne fast aller Heterarthrandria sich finden, da sie endlich, 
entsprechend dieser Greifantenne, öfters nur einseitig ist, so ist allerdings zu vermuthen, dass 
zwischen ihr und der Greifantenne der Heterarthrandria ein Zusammenhang besteht. Ich deute 
sie nun als den Rest einer ehemals ein- oder beiderseitig vorhandenen Greifantenne: eine 
accessorische Einrichtung an derselben konnte zwar keineswegs den Anfang zur Umbildung 
der Antenne in eine Greifantenne machen, aber sie konnte persistiren, wenn die Greifantenne 
ihre Function wiederum verlor oder wechselte, wofern sie nur der neuen Function nicht hinder- 
lich war. Meiner Ansicht nach verloren also die mit beiderseits geniculirenden Vorderantennen 
versehenen c? der Protocopepoda die Geniculation auf einer (Heterarthrandria) oder beiden 
(Amphascandria) Seiten, und dieser Verlust ging gleichzeitig und im Zusammenhang mit der 
Umwandlung des 5. Thoraxfusses in ein Copulationsorgan vor sich. Der Verlust der Greif- 
antenne begann wohl bei allen Gliedern der Gruppe der Protocopepoda, aus welcher die 
Gymnoplea hervorgingen, zunächst nur an einer Seite, und stellte sich erst später bei den Vor- 
fahren der Amphascandria auch auf der anderen Seite ein. — Noch ein anderer Umstand deutet 
darauf hin, dass die Vorfahren der Gymnoplea beiderseits Greifantennen hatten, nämlich dass bei 
den Pontelliden gewisse Eigenthümlichkeiten der (rechten) Greifantenne sich auch an der linken 
Antenne der Männchen in allerdings sehr abgeschwächter Form vorfinden, und dass nach Schmeil 1 ) 

1) O. Schmeil, Deutschlands freilebende Süsswasser-Copepoden. 3. Theil. Centropagidae. in: Bibliotheca 
Zool. Heft 21 1896—97 188 p. 14 Taf. (p. IS). 



54 Systematik. 

bei Diaptomus das 13. — 18. Glied der linken Antenne dicker ist als an den weiblichen 
Antennen. 

Warum die parasitischen Copepoden zum grössten Theil die Greifantennen ihrer Vor- 
fahren einbüssten, lässt sich leichter einsehen. Es giebt nämlich eine parasitische Familie, die 
Monstrillidae, deren sämmtliche Species Greifantennen haben, und es giebt zwei andere, in 
denen Arten mit und ohne Greifantennen neben einander stehen, das sind die Ascidicolidae 
(im Sinne Canu's) und die Asterocheridae. Unter den Ascidicolidae haben Greifantennen Noto- 
delphys und Agnathaner, während Doropygus etc. ihrer ermangeln, und unter den Asterocheridae 
hat, so weit bekannt, nur Cancerilla keine Greifantennen. In den genannten drei Familien 
der Ampharthrandria sind nun die Species mit Greifantennen diejenigen, deren $ gute 
Schwimmer sind (die $ von Agnathaner sind noch nicht bekannt; ich wage ihre Schwimm- 
fähigkeit vorauszusagen), und die Arten ohne Greifantennen diejenigen, deren $ nur noch 
kriechen können oder sessil geworden sind. Die c? der letzten Arten brauchen nur noch 
Organe zum Anklammern an die $ während der Copulation; ein Greif organ zum Erhaschen 
der flüchtigen Q — und das sind in erster Linie die geniculirenden Vorderantennen — ist 
ihnen überflüssig geworden: der Verlust der Schwimmfähigkeit bei den 2 hat den Verlust 
der Greifantennen bei den cf zur Folge gehabt. 

Es liegt auf der Hand, dass diese Ursache, aus welcher die parasitischen Ampharthrandria- 
Arten die Geniculation an den männlichen Vorderantennen einbüssten, für diejenigen Familien 
der Podoplea nicht wirksam gewesen sein kann, die ich bisher der Tribus der Isokerandria 
zuwies. Denn die $ dieser Familien, der pelagischen Corycaeiden und Oncaeiden und der 
litoralen Clausidiiden und Lichomolgiden, schwimmen grösstentheils nicht weniger gut wie die 
$ der Cyclopiden und Asterocheriden. Vielleicht führt folgende Ueberlegung zu der Einsicht, 
warum die (f der Isokerandria trotz der Beweglichkeit ihrer Q keine Greifantennen haben. 

Die Heterarthrandria- Männchen besitzen zweierlei Copulationsorgane. Das eine, die 
geniculirende Vorderantenne, ist ein Greiforgan; es dient dem cf zum Erhaschen des flüch- 
tigen Weibchens; das andere, der 5. Thoraxfuss, ist ein Klammerorgan; es dient dem cf 
zum Anklammern an das Weibchen während des Anklebens der Spermatophore und zum 
Theil auch zu diesem Ankleben selbst. So ist es wenigstens, wie schon Jurine und Siebold 
beobachteten, bei Diaptomus, und nach meiner eigenen Beobachtung bei Temora und Centropages. 
Bei den Harpacticiden und Cyclopiden sind beide Functionen, die des Ergreifens und die des 
Anklammerns, auf dasselbe Copulationsorgan, die beiden geniculirenden Vorderantennen, ver- 
einigt: das cf ergreift das Q mit denselben zuerst und hält sich dann an ihm angeklammert, 
bis es die Begattung vollzogen hat. Bei den stärker parasitischen Ampharthrandria (und so 
bei allen Arten mit unbeweglichem 2) ist, wie oben erwähnt, das Erhaschen des Q über- 
flüssig geworden; die cf haben kein copulatorisches Greif organ mehr, sondern nur noch 
Klammerorgane, mit denen sie sich an die Q. heften; es sind dieselben, mit denen sie sowohl 
wie die Q sich auch an die Wirthe klammern. Wie bei den Harpacticiden und Cyclopiden 
werden nun auch bei den Isokerandria beide Functionen, die des Ergreifens und die des An- 



Stellung der Familie im System der Copepoden. 55 

klammerns, von derselben Gliedmaasse besorgt; aber diese ist hier nicht die Vorderantenne, 
sondern die cf von Corycaeus ergreifen die Q mit den hinteren Antennen, die von Oncaea 
mit den Maxillipeden und halten sich an sie während des Anklebens der Spermatophoren an- 
geklammert. — Die Isokerandria scheinen mir nun die einzige Gruppe der Copepoden zu sein, 
die nicht bloss im männlichen, sondern auch im weiblichen Geschlecht Greiforgane nöthig 
haben. Denn zwischen den Existenzbedingungen der Isokerandia und Ampharthrandria (wenig- 
stens zwischen den am wenigsten vom Parasitismus modificirten, von denen man, als den ur- 
sprünglichsten in jeder Gruppe, auszugehen hat) ist der Unterschied vorhanden, dass die A. 
entweder an Pflanzen (Harpacticiden , Cyclopiden) oder an und in schwerbeweglichen und 
festsitzenden Thieren (Asterocheridae an Echinodermen, Spongien etc. — Notodelpkys in Ascidien) 
leben, die I. aber an beweglichen; zwar kennen wir die Wirthe nur von den Clausidiiden 
(meistens Decapoden) und von Sapphirina (Salpen) ; aber man muss für die pelagischen (oder 
wenn man will pseudopelagischen) übrigen Corycaeiden und Oncaeiden bewegliche pelagische 
Wirthe voraussetzen. Dieser Unterschied aber bedingt, dass die Amphascandria nur Klammer- 
organe nöthig haben, um sich an Pflanzen und Wirthe anzuheften, während die Isokerandria 
Greif organe brauchen, um ihrer beweglichen Wirthe überhaupt habhaft zu werden; sie bedürfen 
deren um so mehr, da die pelagischen Parasiten zum grössten Theil ihre Wirthe leicht ver- 
lassen, oft wechseln und darum bisher immer freischwimmend angetroffen wurden. Als daher 
die Vorfahren der Isokerandria sich an das parasitische Leben an beweglichen Wirthen anpassten, 
mussten sich die dazu geeigneten von ihren Gliedmaassen zu Greiforganen entwickeln, und 
diese Umbildung erfuhren die hinteren Antennen und Maxillipeden. Das geschah natürlich 
bei beiden Geschlechtern. Die Männchen erhielten daher zu ihren geniculirenden Vorder- 
antennen noch ein zweites Greiforgan in den hinteren Antennen oder Maxillipeden. Meine 
Vermuthung geht nun dahin, dass die cT alsbald anfingen, mit derjenigen Gliedmaasse, mit 
der sie die Wirthe ergriffen, auch die Q zu erhaschen, dass somit diese Gliedmaassen die 
Function der Greifantennen übernahmen, während letztere ihr Kniegelenk verloren und in 
ihrer Gliederung denen der Q ähnlich wurden. War nun die Function der hinteren Antennen 
und Maxillipeden dabei auch insofern die gleiche geblieben, als sie im Ergreifen einer schwim- 
menden Beute bestand, so hatte doch diese Beute insofern sich geändert, als sie nicht mehr 
ausschliesslich in den Wirthen, sondern daneben auch in den Q bestand, während die Q mit 
denselben Gliedmaassen lediglich die Wirthe zu ergreifen hatten; darauf dürften die sexuellen 
Unterschiede im Bau der nunmehrigen Copulations-Gliedmaassen zurückzuführen sein. 

Auf diese Weise könnten also die cf der Isokerandria die Greifantennen verloren haben, 
obwohl ihre Q beweglich blieben; wozu indess noch Folgendes zu bemerken ist: Isokerandria- 
Arten, die ursprünglich auf schwimmenden Thieren parasitirten, konnten später sehr wohl auf 
weniger bewegliche und sessile Wirthe übergegangen sein; das wäre für die Lichomolgiden 
anzunehmen. 

Dass die cf der Ampharthrandria die Greifantennen in dem Maasse einbüssten, wie die 
Q ihre freie Beweglichkeit verloren, kann wohl ohne Bedenken angenommen werden; was 



5ß Systematik. 

den Verlust der Greifantennen bei den Isokerandria nun auch bewirkt haben mag, jedenfalls 
war die Ursache eine andere als bei den Ampharthrandria, und es ist schon darum berechtigt, 
diese beiden Gruppen im System der Copepoden zu unterscheiden. Indess ist es schwierig, 
die parasitischen Copepoden auf diese beiden Tribus zu vertheilen; denn da es Ampharthrandria- 
Familien giebt, von denen einzelne Arten die Greifantennen verloren haben, so können sehr 
wohl ganze Familien parasitischer Copepoden zu dieser Tribus gehören, ohne dass auch nur 
eine ihrer Arten noch Greifantennen hätte. Ueber die Zugehörigkeit der parasitischen Familien 
zu den Ampharthrandria oder Isokerandria können daher nur Untersuchungen der Art Auskunft 
geben, wie Canu sie über die Familie der Ascidicoliden veröffentlicht hat. Hier möchte ich 
nur über die Stellung der Dichelestiidae und von Nicothoe einige Bemerkungen anfügen. 

Auch diejenigen unter den Arten der Isokerandria, die noch ein fast freies Leben führen, 
die Corycaeiden, Oncaeiden etc., haben eine sehr reducirte Zahl von Antennengliedern; niemals 
ist sie grösser als 7. Ich schliesse daraus, dass keine stärker parasitische Art, die von den 
Isokerandria abzuleiten ist, mehr als 7 Antennenglieder haben kann, und dass Arten mit einer 
höheren Zahl auf die Ampharthrandria zu beziehen sind 1 ). Solche Arten mit höherer Zahl 
von Antennengliedern sind nun einige Dichelestiiden und Nicothoe. Schon aus diesem Grunde 
kann ich Canu nicht beistimmen, wenn er Nicothoe als nahe verwandt mit den Clausidiiden 
betrachtet, und aus eben demselben Grunde besteht für mich über die Verwandtschaft der 
Dichelestiiden mit den höher organisirten Ampharthrandria kein Zweifel. Ja bei Nemesis und 
einer noch unbeschriebenen Dichelestiiden- Art von Heptanchus griseus ist ausser in der hohen 
Gliederzahl der Vorderantennen (die Heller 2 ) mit 15 — 16 für Nemesis wohl zu hoch angiebt, 
während sie für letztere Art in der That zutrifft) besonders im Bau der Vordermaxillen eine 
grosse Aehnlichkeit mit den Asterocheriden vorhanden. 

Aus dem Genus Nicothoe Aud. & Milne-Edw. und den Genera Bomolochus, Ergasilus, 
Doridicola und Notodelphys bildete Claus (1858 a p. 32, 1860 p. 34) die Familie der Ergasiliden, 
deren allzu bunte Zusammensetzung er bald darauf erkannte und der er durch Entfernung der 
Genera Nicothoe und Notodelphys einen einheitlicheren Charakter gab (1862 p. 102). Nicothoe 
stellt Claus nun zwar in eine Familie mit den damals bekannten 4 Genera der Asterocheridae; 
später aber in seiner cursorischen Revision der Systematik der parasitischen Copepoden (1875 a 
p. 335 ff.) spricht er von einer Familie Nicothoidae, die er denn auch in den »Grundzügen« 
von 1880 beibehält. Obwohl Claus das Genus in dieser Arbeit mehrfach mit anderen ver- 
gleicht, spricht er sich doch nicht über die Beziehung desselben zu den Asterocheridae, noch über- 



1) Ich beachte dabei sehr wohl, wie variabel die Zahl der Antennenglieder innerhalb einer Familie, eines 
Genus, ja zuweilen einer Species ist; aber dass die Zahl der Antennenglieder in einer Reihe verwandter Formen 
mit zunehmendem Parasitismus abnimmt, ist nachweislich richtig, und diese Regel wird auch dadurch bestätigt, dass, 
wenn die Q einer Art stärker parasitisch sind als die Q^, sie eine geringere Zahl zu haben pflegen. Wo daher 
eine parasitische Art, sei es auch nur im männlichen Geschlecht, mehr als 7 Antennenglieder hat [Cancerilla], ist 
ihre Zugehörigkeit zu den Isokerandria ausgeschlossen. 

2) C. Heller, Crustaceen. in: Reise der. . Novara. Zool. Theil 2. Bd. 3. Abthlg. 1865 (1868). 



Stellung der Familie im System der Copepoden. rj7 

haupt über seine systematische Stellung aus, und auch in seiner Arbeit über die Asterocheriden 
(1889 ß) wird das Genus nicht erwähnt. 

Dagegen gelangte Canu (1892) durch das Studium des seit 1875 nicht mehr untersuchten 
Genus zu der Ansicht, dass es sich enge an die Clausidiiden anschliesse. Wie oben bemerkt, 
kann ich dieser Ansicht nicht beipflichten, sondern theile eher die Anschauung, die Claus 
ehedem hatte, dann aber aufgegeben zu haben scheint. 

Denn es ist nicht einzusehen, warum die an den Kiemen von Homarus lebende Nicothoe 
eine grössere Zahl von Antennengliedern haben sollte, als sämmtliche, zum Theil viel freier 
lebende Isokerandria, wenn sie mit diesen gemeinsam einem Zweige der Podoplea entsprossen 
wäre. Vielmehr ist die reichere Gliederung der Antennen nur aus der Abstammung von 
Formen mit einer höheren Gliedzahl zu erklären. Dazu kommt, dass die Gliederung und 
Beborstung der hinteren Antennen, die zwei Platten der vorderen Maxillen und der 3gliedrige 
Endabschnitt des Maxillipeden durchaus auf die Asterocheriden hinweisen, selbst wenn man 
dem Sipho und den stiletförmigen Mandibeln keine Bedeutung für die Bestimmung der Ver- 
wandtschaft beimisst. So betrachte ich Nicothoe zunächst als Repräsentanten einer den Astero- 
cheriden sehr nahe stehenden Familie. Für die endgiltige Entscheidung über die systematische 
Stellung des Genus ist eine genauere Kenntniss des Baues des 2 *) und vor Allem die des cf 
nöthig; denn dass das Exemplar, welches Claus (1860) als cT beschrieb und noch 1875 dafür 
hielt, in Wirklichkeit ein junges Q war, hat Canu (1892 p. 249) nachgewiesen. Sollten die 
männlichen Antennen mit denen der Dyspontiinae übereinstimmen, was bei der Beweglichkeit 
der Q keineswegs ausgeschlossen ist, so möchten die Nicothoinae als Subfamilie unter die 
Asterocheridae zu subsumiren sein. 

Für jetzt können den beiden Tribus der Podoplea mit Sicherheit folgende Familien 
zugetheilt werden. 

Isokerandria: Clausidiidae (= Hersiliidae) , Corycaeidae, Oncaeidae, Lichomolgidae, Erga- 
silidae, Bomolochidae, Clausiidae, Nereicolidae. 

Ampharthrandria: Misophriidae, Harpacticidae und Verwandte, Cyclopidae, Monstril- 
lidae, Ascidicolidae, Asterocheridae, Dichelestiidae. 

Die genauere Abgrenzung dieser Familien gegeneinander ist noch auszuführen ; vielleicht 
wird auch eine oder die andere besser als Subfamilie aufzufassen sein. Die DANA-CLAUs'sche 
Familie der Corycaeidae (1863) spaltete ich (1892) (unter Ausschluss der nicht hierhergehörigen 
Monstrilla) in die Familien der Corycaeidae (mit paarigen Augen) und Oncaeidae (ohne paarige 
Augen). Ein so gutes diagnostisches Merkmal die paarigen Augen aber auch sind, so ist es 
mit Hinblick auf die nahe Verwandtschaft des Harpacticiden- Genus Setella (ohne paarige 



1) Leider habe ich nur schlecht conservirte Thiere zur Verfügung, so dass ich nicht einmal die Anhänge 
der vorderen Antennen, insbesondere das Vorhandensein von Aesthetasken feststellen konnte; auch die Natur der 
von Claus (1860 p. 24) für Linsen paariger Augen gehaltenen chitinigen Halbkugeln an der inneren Stirnfläche blieb 
mir unklar. 

Zool. Station zn Neapel, FauDa und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 8 



58 Systematik. 

Augen) mit Miracia (mit paarigen Augen) doch fraglich, ob die Trennung der beiden Familien 
eine natürliche ist, besonders da, wie ich (1892 p. 33) erörterte, zwischen ihnen vielfach sich 
kreuzende Verwandtschaftsbeziehungen bestehen. An diese Familien schliessen sich die Licho- 
molgiden enge an, und es ist schade, dass Claus, der sie in seiner Arbeit über die Familie 
(1889 (3) als »eine eng begrenzte, ziemlich bestimmt zu definirende Corycaeiden-Gruppe« be- 
zeichnet, gar nicht versucht, sie gegen die übrigen Corycaeiden abzugrenzen. Ueber die Zu- 
gehörigkeit der Clausidiidae zu den Isokerandria habe ich mich schon früher 1 ) ausgesprochen; 
die hohe Ausbildung der Seitenlippen und die reichere Ausstattung der hinteren Maxillen und 
Maxillipeden sichert den Cl. ihre Selbständigkeit als Familie. Hinsichtlich der Clausiidae ver- 
weise ich auf meine Mittheilung über Clausia und Seridium 2 ). Nereicola steht ihnen nahe trotz 
der sehr reducirten Rumpfgliederung und des kurzen Saugrüssels, den sie nach Claus (1875) 
besitzt. — Die Caligiden haben mit den Bomolochiden eine unverkennbare Verwandtschaft, 
obwohl sie einen typischen Sipho besitzen, die Bomolochiden dagegen ihre Nahrung, nach dem 
Bau des Mundes und der Mundgliedmaassen zu urtheilen, in ähnlicher Weise aufnehmen wie 
z. B. Oncaea; jedenfalls ist diese Verwandtschaft grösser als die mit den Asterocheriden, in 
deren Nähe man die Caligiden auf Grund ihres Sipho zu stellen pflegt. 

Die Aufstellung von Diagnosen für die beiden Tribus der Podoplea bietet dieselbe 
Schwierigkeit wie die für die ganze Ordnung der Copepoden: die diagnostischen Merkmale 
der adulten Stadien der freilebenden Formen gehen bei den Parasiten verloren. Wenn die 
Annahme richtig ist, dass die Parasiten von mehr als einer Gruppe freilebender Copepoden 
abstammen, so können die diagnostischen Merkmale eben nur den Arten und Familien ent- 
nommen werden, die von der parasitischen Lebensweise noch am wenigsten beeinflusst sind 
und daher der Stammgruppe am nächsten stehen. Einstweilen scheinen mir nur die beiden 
folgenden Diagnosen möglich: 

Isokerandria. Schwimmende Podoplea ohne geniculirende Vorderantennen im männ- 
lichen Geschlecht, und Descendenten von solchen. Vordere Antennen bei Q und c? fast stets 
übereinstimmend gegliedert. 

Ampharthrandria. Schwimmende Podoplea mit geniculirenden Vorderantennen im 
männlichen Geschlecht, und Descendenten von solchen. Vorderantennen bei $ und ö 1 fast 
stets verschieden gegliedert. 

Unter den Ampharthrandria giebt es zahlreiche Arten, welche das den Protocopepoden 
zukommende Merkmal der beiden beim cf geniculirenden Vorderantennen überkommen haben. 
Andere zu ihnen gehörende Arten haben es verloren, als die Q dieser Arten sessil wurden. 
Es ist zu vermuthen, dass dieser Verlust bei den Isokerandria nicht bloss eine andere Ursache 
hatte, sondern auch in phylogenetisch früherer Zeit vor sich ging. Wenigstens könnte man 
das aus dem Umstände schliessen, dass die Vorderantennen der meisten Isokerandria-Arten bei 



1) W. Giesbrecht, Mittheilungen über Copepoden. 1 — 6, 10 — 11. In: Mitth. Z. Station Neapel 11. Bd. 
p. 78, 82, 12. Bd. p. 225. 



Stellung der Familie im System der Copepoden. fjQ 

Q und cf durchaus übereinstimmend gegliedert sind; nur bei einigen Oncaea finden sich geringe 
Unterschiede; die einst vorhandenen sexuellen Unterschiede mögen hier also durch die Länge 
der Zeit verwischt worden sein. Dagegen sind bei mehreren Ascidicolen und bei Cancerilla 
viel stärkere sexuelle Unterschiede in Zahl und Bau der Antennenglieder vorhanden; und 
wenn man dieselben bei diesen Arten auch darauf zurückführen könnte, dass die Q viel stärker 
parasitisch sind als die cf, so genügt diese Erklärung doch nicht für die Dichelestiiden mit 
sexuell verschiedener Antennengliederung, da bei ihnen die Lebensweise der Q und cf gleich 
ist. Bei diesen Arten kann man sehr wohl diese Verschiedenheit als Rest einer früher be- 
standenen stärkeren Sexualdifferenz, eben von Greifantennen, auffassen, die vor kürzerer Zeit 
als bei den Isokerandria verloren ging und daher noch deutlichere Spuren hinterliess. 

Sowohl bei der älteren, von Claus adoptirten Eintheilung der Copepoden in Gnatho- 
stoma und Parasita, wie auch bei der von Canu begründeten Eintheilung in Monoporodelphya 
und Diporodelphya werden die Asterocheriden mit den Familien der Corycaeiden, Lichomol- 
giden etc. in dieselbe Hauptgruppe (Parasita — Diporodelphya) gestellt, während in die andere 
Hauptgruppe Familien wie die Cyclopiden, Harpacticiden, iVscidicoliden zu stehen kommen. 
Dagegen finden die Asterocheriden in der obigen Zusammenstellung (pag. 57) bei den letzt- 
genannten Familien ihren Platz. 

Ob mich nun meine Eintheilung der Copepoden, zunächst nach der Gliederung des 
Rumpfes in Vorder- und Hinterrumpf, weiter nach der copulatorischen Verwendung der Vorder- 
antennen, dazu geführt hat, den Asterocheridae einen richtigeren Platz im System anzuweisen, 
als jene beiden Autoren es auf Grund des Baues der Mundtheile oder der weiblichen Begattungs- 
öffnungen thun konnten, das muss die Vergleichung der Asterocheridae mit den genannten 
beiden Familiengruppen ergeben; wenn ihre Verwandtschaft mit den Cyclopiden, Harpacti- 
ciden etc. sich in der That als näher herausstellt als mit den Corycaeiden, Lichomolgiden etc., 
so darf ich darin einen Beleg für den systematischen "Werth der von mir verwendeten Merk- 
male sehen. 

In einem auffälligen Gegensatz zu der relativ freien Lebensweise der Isokerandria steht, 
wie bereits oben erwähnt, die geringe Zahl der Glieder ihrer vorderen Antennen. Derselbe 
Gegensatz zeigt sich auch in dem stark reducirten Bau der übrigen Kopfgliedmaassen. Nirgends 
tragen ihre hinteren Antennen einen Exopoditen, und überall bestehen ihre Mandibeln ledig- 
lich aus der Lade; die vorderen Maxillen sind einfache Plättchen, an deren Ende nur bei den 
Clausidiiden ein bewegliches kleines Glied sitzt; die hintere Maxille und der Maxilliped 
bestehen aus 2 Gliedern und daran sitzenden Haken und Borsten; nur bei dem Maxilliped 
kann zwischen dem distalen Gliede und dem terminalen Haken noch ein kleines Glied ein- 
geschoben sein. 

In allen diesen Dingen sind die Cyclopiden, Harpacticiden und selbst manche von den 
nicht mehr schwimmfähigen Ascidicoliden reicher ausgestattet (wenn auch der Exopodit der 
hinteren Antennen den Cyclopiden und Ascidicoliden fehlt, und der Maxilliped mancher Arten 
nicht mehr Glieder hat als bei den Isokerandria), und in allen erweisen sich die Asterocheridae 

8* 



(jQ Systematik. 

ihnen ähnlicher als den Isokerandria, zumal wenn man die am wenigsten durch den Parasi- 
tismus beeinflussten Formen, von denen man auch hier auszugehen hat, zum Vergleich heran- 
zieht. Denn die Gliedzahl der vorderen Antennen beträgt bis zu 21, die hinteren Antennen 
tragen einen Exopoditen, die Mandibeln einen Taster, der sogar 2gliedrig sein kann, die vor- 
deren Maxillen bestehen fast immer aus 2 Lamellen und der Maxilliped hat zwischen dem 
2gliedrigen Basipoditen und dem Endhaken 2 — 4 Glieder. 

Dazu kommt die Uebereinstimmung in der Gliederung der Vorderantennen, sowohl der 
weiblichen wie der männlichen, die zwischen manchen Asterocheriden und den Cyclopiden so 
gross ist, wie öfters nicht zwischen Genera derselben Familie. 

Gegen diese überwiegende Aehnlichkeit, welche die Asterocheridae mit den anderen 
Familien der Ampharthrandria aufweisen, kann der Bau ihres Mundes und der Mandibeln 
schon darum nicht geltend gemacht werden, weil er von dem der Isokerandria mindestens 
ebenso sehr abweicht wie von dem der Cyclopiden, Harpacticiden etc.; ja es giebt Harpacti- 
ciden, deren Mundkegel ganz die Form hat, wie bei Dermatomyzon und anderen Asterocherinae. 

Man würde daher, wenn man die Asterocheriden mit den Corycaeiden, Lichomolgiden etc. 
auf Grund der Paarigkeit der weiblichen Begattungsöffnungen in dieselbe Abtheilung der 
Copepoden zusammenbrächte, darunter sehr heterogene Elemente vereinigen, während einer- 
seits zwischen den Asterocheriden und den Cyclopiden etc. eine auffällige Aehnlichkeit besteht, 
andererseits ihre Unterschiede von diesen Familien aus ihrer abweichenden, halb-parasitischen 
Lebensweise erklärlich sind. 

So unzweifelhaft auch die parasitischen Copepoden von freilebenden Formen abstammen, 
so ist doch unter den parasitischen Familien keine, die man als Abkömmling einer der heute 
lebenden freien Familien ansehen könnte; auch die directen Vorfahren derjenigen Familien, 
deren Parasitismus erst in den Anfängen steht, der Corycaeiden und Verwandten, der Clausidiiden, 
der höher stehenden Notodelphyiden, sind nicht unter Angehörigen heute lebender Podoplea 
zu finden. So ist es ebenfalls mit den Asterocheridae. Sie sind ein den Cyclopiden und 
Harpacticiden gleichberechtigter Zweig der Podoplea Ampharthrandria (während die Notodel- 
phyiden manche Merkmale bewahrt haben, die von den Protocopepoden auf die Gymnoplea 
übergegangen sind, bei dem weitaus grössten Theil der übrigen Podoplea-Arten aber verloren 
gingen); denn von den Cyclopiden lassen die Asterocheridae sich schon darum nicht ableiten, 
weil der Exopodit ihrer hinteren Antennen nicht als secundäre Erwerbung angesehen werden 
kann; und aus dem gleichen Grunde ist ihre Herleitung von den Harpacticiden schon wegen 
der höheren Gliedzahl ihrer Vorderantennen unmöglich. 



Umfang der Familie. a -I 



b. Umfang der Familie. 



In einer provisorischen Revision der Familie stellte ich (1897) die damals bekannten 
Arten zusammen, und das nächste Capitel giebt eine kritische Uebersicht über diese und die 
seither beschriebenen Arten. Es ist darunter keine, deren Zugehörigkeit zu unserer Familie 
bestritten wird, aber zwei andere, deren Hergehörigkeit bisher verkannt worden war. Die 
Beziehung dieser Arten zu den Asterocheridae muss daher erörtert werden. 

Die eine derselben, Ratania flava, stellte ich (1892) zu den Oncaeidae. Ich that 
das nur zögernd (p. 34) und unter Betonung derjenigen Merkmale, in welchen sich Ratania 
nicht bloss von den Oncaeiden, sondern auch von der ganzen Tribus der Isokerandria 
entfernt. Gleichwohl gehört Ratania zu den Asterocheridae, und ich hätte dies auch 
wohl schon damals erkannt, wäre ich mit dieser Familie nicht bloss aus der Lite- 
ratur, sondern durch eigene Untersuchung bekannt gewesen. Aber eine Art, und zudem 
eine pelagisch lebende, die an den hinteren Antennen keine Spur eines Exopoditen aufwies, 
deren Lippen eine Sauge-Function in keiner Weise verriethen, deren Mandibelladen gegen 
das Ende hin verbreitert und mit Zähnchen versehen waren, und deren vordere Antennen 
nur 5 Glieder aufwiesen, mit den damals bekannten Asterocheriden-Arten in einer Familie zu 
vereinigen, wäre vielleicht noch gewagter gewesen, als sie zu den Oncaeiden zu stellen, wiewohl 
der grosse Aesthetask am Endgliede der vorderen Antennen, die Form der hinteren und auch 
die der vorderen Maxille auf die Asterocheriden hinwiesen. Als ich nun noch eine zweite 
pelagische Asterocheriden-Species kennen gelernt, und als ich erkannte, dass der Aesthetask an 
den vorderen Antennen und jener Bau der hinteren Maxillen zu den wichtigsten und allen 
Arten eigenen Familiencharakteren gehört, dass die Gliedzahl der vorderen Antennen anderer 
Asterocheridae, wenn auch nicht bis auf 5, so doch bis nahe daran reducirt werden kann, und 
dass der Exopodit der hinteren Antennen bei manchen Arten nur ein winziges, functionsloses 
Knöpfchen bildet, stand ich nicht an, Ratania unter die Asterocheriden aufzunehmen, trotzdem 
der Bau des Mundes und der Mandibeln kaum stärker den Siphonostomen-Typus aufweist, 
als der mancher Harpacticiden und selbst mancher Gymnoplea, und trotzdem mir das cf von 
Ratania, von dessen vorderen Antennen und Maxillipeden weitere Anhaltspunkte für die systema- 
tische Stellung des Genus zu erwarten sind, leider noch nicht bekannt geworden ist. Durch die 
Versetzung des Genus Ratania von den Oncaeiden zu den Asterocheriden gewinnt meine Diagnose 
jener Familie (1892 p. 81) an Einheitlichkeit, während die der Asterocheriden daran einbüsst. 
v Ein zweites, meiner Meinung nach zu den Asterocheridae gehöriges Genus, dessen 
systematische Stellung bisher unrichtig beurtheilt wurde, ist Cancerilla Dal. 

Canu ist der erste und einzige, der über die Stellung dieses Genus ein Urtheil aus- 
gesprochen hat; er stellte es (1892) zusammen mit Caligidium Claus in die Nähe der Clausidiidae 



ß2 Systematik. 

(Hersiliidae) und zog später (1893) auch Parartotrogus , dessen Verwandtschaft mit Cancerilla 
schon Th. Scott (1893 a p. 211) betonte, hierher; so ist er geneigt, aus diesen 3 Genera eine 
besondere, an die Clausidiidae anzuschliessende Familie der Auliostoma zu bilden. 

Was Parartotrogus angeht, so kann gegen seine Zugehörigkeit zu den Asterocheriden 
wohl kaum ein Einwand von Belang erhoben werden. Denn dass die Endklaue der hinteren 
Antennen dicker als bei den typischen Asterocheridae ist, ist als ein solcher um so weniger 
zu betrachten, da die Gliedmaasse den für die Familie so charakteristischen Aussenast in 
relativ hoher Entwicklung besitzt; der Mund ferner, dessen Bau Canu zur Begründung seiner 
Ansicht anführt, ist zwar dem von Cancerilla sehr ähnlich, weicht aber trotz des Mangels 
einer Saugröhre nicht mehr von dem typischen Asterocheridenrüssel ab als etwa der von 
Scottomyzon und weniger als der von Ratania; endlich dem Mangel des 4. Schwimmfusses be- 
gegnen wir, was Canu freilich nicht wissen konnte, auch bei Artotrogus und Dystrogus. 

Ehe ich die systematische Stellung von Cancerilla erörtere, will ich auf das Verhältniss 
von Cancerilla Dal. und Caligidium Cls. zu einander eingehen. Claus (1889 (3) blieb über die 
systematische Stellung von Caligidium völlig ungewiss und nahm von der Aufstellung einer 
besonderen Familie für das Genus Abstand, damit »wie für die isolirt stehende . . . Hersilia, 
einem anderen Gelehrten die Freude der Entdeckung einer neuen Copepodenfamilie vorbe- 
halten« bleibe. Die Spitze dieser gegen Canu's Creirung der Familie der Hersiliidae gerich- 
teten Ironie kehrte sich alsbald gegen Claus selbst; denn Canu erkannte, was Claus auf Grund 
von Giard's Aufsatz (1887) ebenfalls hätte erkennen können, aber übersah, dass nämlich 
Caligidium nicht isolirt, sondern sehr nahe verwandt mit Cancerilla ist. 

Aber ich glaube, die Verwandtschaft zwischen Caligidium und Cancerilla ist noch enger, 
als Canu annahm. 

Giard und Canu fanden ausser dem reifen eiertragenden Weibchen von Cancerilla an 
das Wirththier, Amphiura squamata, auch kleinere, schlankere Individuen angeklammert, die 
sich von den Weibchen ausser in der Körperform durch einen minder rudimentären Bau der 
beiden vorderen Fusspaare und dadurch unterschieden, dass ihr Abdomen 1 Segment mehr 
als das der Weibchen hatte. Sie hielten diese Individuen für die Männchen der Species. 
Diese Ansicht dürfte insofern richtig sein, als sie das Geschlecht betrifft, aber ich halte sie 
für irrig hinsichtlich der Reife. Denn in der Beschreibung Giard's und in den Zeichnungen 
Canu's fehlt jede Andeutung von dem Vorhandensein von Spermatophoren, die man doch fast 
immer bei den reifen c? der Corycaeiden, Oncaeiden, Clausidiiden, Notodelphyiden, Asteroche- 
riden etc. so unverkennbar im Genitalsegmente liegen sieht; und auch die Deckel, welche 
über den grossen Genitalöffnungen zu liegen pflegen, sind so wenig wie diese selbst vorhanden, 
sondern nur jederseits am Segment ein kleiner Vorsprung, an dem 3 Börstchen sitzen. Wie 
dies gegen die Heife der cf spricht, so stimmt andererseits mit der Auffassung der Thiere als 
cf des V. Copepodid-Stadiums überein, dass ihr Abdomen aus 4 Segmenten besteht. Sind 
diese Thiere aber nicht reife, sondern jugendliche cf, so ergiebt sich die Möglichkeit, dass 
die von Claus als Caligidium vagabundum beschriebenen c? die reifen cT von Cancerilla tubulata 



Umfang der Familie. ßg 

sind. Canu, der die zahlreichen Merkmale, in denen Cancerilla und Caligidium übereinstimmen, 
aufzählt, kam dieser Auffassung nahe; aber er wurde daran gehindert, sie zu gewinnen, weil 
er die Unreife seiner männlichen Individuen nicht erkannte. Dass sich nun thatsächlich 
Caligidium aus den von Giard und Canu beschriebenen unreifen cf von Cancerilla entwickelt, 
wird man kaum mehr bezweifeln können, wenn man beide Formen mit einander vergleicht. 
Sie stimmen in den meisten Merkmalen so vollkommen überein, wie es eben nur Individuen 
derselben Species thun, und unterscheiden sich lediglich in der Segmentirung des Abdomens, 
das im V. Copepodid-Stadium 1 Segment weniger hat als in der Reife, im Bau des Genital- 
segmentes, in der Gliederung und den Anhängen der vorderen Antennen und in der Gliede- 
rung der vorderen Schwimmfüsse. Das sind aber alles Merkmale, in denen sich cT des 
V. Stadiums gewöhnlich von reifen Copepodenmännchen unterscheiden, mit Ausnahme des Unter- 
schiedes im Bau der vorderen Schwimmfüsse. Dieser Unterschied erklärt sich aber sehr gut 
daraus, dass die cT bis zum V. Stadium, gleich den $, sessile Parasiten sind, also ruderfähiger 
Füsse nicht bedürfen, dagegen während des freien Lebens in der Reife functionirende Ruder- 
füsse brauchen. Die Annahme aber, dass die cT von 'Cancerilla bis zu ihrem vorletzten Ent- 
wicklungsstadium mit den Q die parasitische Lebensweise theilen, welche diese auch noch in der 
Reife fortführen, mit der letzten Häutung aber wieder zu freischwimmenden Thieren werden, 
kann sich auch auf analoge Fälle bei Arten der Ascidicolae stützen. Ja, bei den Monstrilliden 
machen nach der Entdeckung von Giard beide Geschlechter diesen auffälligen Entwicklungs- 
gang vom freilebenden Thier zum völligen Parasiten und von diesem wiederum zum frei- 
schwimmenden Thier durch. 

Wenn man nun den Bau von Cancerilla, wie er oben p. 41 dargestellt ist, überblickt, 
so bietet sich sofort eine Reihe von Aehnlichkeiten zwischen Cancerilla und den typischen 
Asterocheridae dar. Das 1. Rumpfsegment ist aus Ce und Th 1 verschmolzen und zeichnet 
sich durch seinen grossen Umfang aus; das Abdomen ist so segmentirt wie bei manchen Astero- 
cherinae; Zahl und Stellung der Furcalborsten ist dieselbe wie dort. Der distale Theil der 
weiblichen Antennen, vom dorntragenden Gliede (Aa 12) ab, ist so gegliedert wie bei den 
Dyspontiinae, und in der Mitte des Endgliedes findet sich wie bei diesen der einzige Aesthetask ; 
an den Antennen der cf finden sich die langen, dünnen, supplementären Aesthetasken wie bei 
den Dyspontiinae, nur noch in grösserer Zahl. Die hinteren Antennen sind 4gliedrig; eine 
der Endborsten ist in einen Haken verwandelt, noch kräftiger als bei Parartotrogus; der Sipho 
ist kurz und dem von Parartotrogus ähnlich; die hinteren Maxillen und die Maxillipeden sind 
ganz wie bei den typischen Asterocheridae gebaut. Diesen Aehnlichkeiten gegenüber sind es 
hauptsächlich 5 Unterschiede, die der Bau von C. vor dem anderer Asterocheridae aufweist: 
der Mangel einer Geniculation an den vorderen Antennen des cT, der Mangel eines Aussen- 
astes an den hinteren Antennen, der Mangel einer zweiten Platte an den vorderen Maxillen, 
die mangelhafte Entwicklung der Ruderfüsse und der Mangel des medianen Darmcöcums. Die 
4 letztgenannten Mängel finden sich nun bei anderen Asterocheriden vorbereitet: bei mehreren 
Arten ist der Aussenast der hinteren Antennen ein winziges Knöpfchen und bei Eatania fehlt 



ß 4 Systematik. 

er; bei Scottocheres, Asterocheres, Parartotrogus ist die eine Maxillarplatte klein und bei Pontoe- 
ciella ist nur eine vorhanden; Artotrogus, Dj/strogus, Parartotrogus haben nur 3 Ruderfüsse, 
Parartotrogus zum Theil mit reducirter Gliederung; endlich fehlt das mediane Darmcöcum 
auch bei Parartotrogus. Diese Unterschiede dürften also nicht gegen die Zugehörigkeit von 
Cancerilla zu den Asterocheriden sprechen, und der an den Füssen ist aus der Sesshaftigkeit 
von C. leicht erklärlich. Auf diese Ursache ist auch, wie wir sahen, der Verlust der Geni- 
culation an den Vorderantennen der männlichen Cancerilla zurückzuführen, deren sensorische 
Function dafür durch eine stärkere Vermehrung der Aesthetasken erhöht wurde; in ihrer 
Function als Greiforgane werden sie vielleicht durch die Maxillipeden ersetzt, was ich wenig- 
stens daraus schliessen möchte, dass Claus sie bei Caligidium schlanker zeichnet, als ich sie 
bei Cancerilla finde. 



c. Subfamilien. 

. Die Genera der Familie sind in den folgenden Abschnitten im Ganzen und Grossen 
in einer Reihe aufgeführt, in welcher auf Formen mit reicher gegliederten Gliedmaassen 
solche mit immer mehr reducirter Gliederung folgen. Die bei den ersten Genera 21gliedrigen 
Vorderantennen der Q sinken schliesslich auf weniger als den 3. Theil ihrer Gliedzahl herab, 
die hinteren Antennen werden im Verhältniss zu den anderen Kopfgliedmaassen kleiner, der 
2gliedrige Mandibelpalpus wird lgliedrig, borstenförmig und fällt aus, an den vorderen Maxillen 
verkleinert sich das 1. Basalglied, sie büssen Borsten und auch ihr 2. Basalglied ein, das 
hinterste Paar der Schwimmfüsse verliert seinen Innenast und verschwindet ganz, auch das 
rudimentäre Füsschen des t. Hinterleibssegmentes wird lgliedrig und zu einem winzigen 
Knöpfchen reducirt. 

Nach diesen der allmählichen Rückbildung unterworfenen Merkmalen theilte ich (1895) 
den grössten Theil der Genera unserer Familie in 2 Subfamilien, deren erste, die Asterocherinae 
(Ascomyzontinae) , die Arten mit vollkommenerem Bau der Gliedmaassen umfasste , während 
die zweite, die Dyspontiinae, die Arten mit stärker reducirten Gliedmaassen enthielt. Für 
beide Subfamilien konnte ich diagnostische Merkmale von ziemlicher Schärfe angeben; die 
schärfsten bildete die Gliederung des Endstückes der vorderen Antennen und das Vorhanden- 
sein eines Mandibelpalpus bei den Asterocherinae, und der Mangel dieser beiden Merkmale 
bei den Dyspontiinae. 

Wenn nun seither der Gegensatz dieser beiden Subfamilien durch das Studium einiger 
Genera, die mir damals noch ungenügend bekannt waren, auch an Schärfe verloren hat, 
so dürfte sich doch aus den unten aufgestellten Diagnosen die Berechtigung ergeben, sie 



Subfamilien. ß 5 

aufrecht zu erhalten. Besonders die Dyspontiinae bilden eine durchaus einheitliche Gruppe 
von Genera, und auch die Asterocherinae haben trotz grösserer Mannigfaltigkeit so viel Ge- 
meinsames, dass sie auch als untereinander verwandt, nicht etwa nur als im Gegensatz zu den 
Dyspontiinae zusammengehörig angesehen werden können. 

Bei den Asterocherinae folgt auf das Glied der weiblichen Vorderantennen, welches 
den Aesthetasken trägt (Aa 20) i ), wenigstens noch 1 Glied, meistens 2 oder auch 3; bei den 
Dyspontiinae verschmilzt es mit dem terminalen Stück der Antennen, und der Aesthetask sitzt 
daher am Endgliede; bei den D. sind zwischen diesem und dem dorntragenden Gliede 
3 Glieder vorhanden, bei den A. meistens die doppelte Zahl, und an den männlichen Greif- 
antennen werden diese Glieder bei den D. auf 2 reducirt, während sie bei den A. durch 
wenigstens 4 Glieder vertreten sind. Die vorderen Kopfgliedmaassen sind im Verhältniss zu 
den hinteren bei den A. grösser als bei den D., ein Unterschied, der wohl am deutlichsten 
bei dem Vergleich der hinteren Antennen mit den Maxillipeden hervortritt. Der Exopodit 
der hinteren Antennen ist bei den A. grösser als bei den D., und der Mandibelpalpus, der 
diesen immer fehlt, ist bei jenen fast immer vorhanden. Die vordere Maxille hat bei den 
D. 2 steife, längliche, meistens stabförmige Lamellen; auch die innere (Li) trägt fast bei allen 
D. nur wenige Borsten und articulirt wohl direct am Rumpf; bei den A. ist das proximale 
Basalglied meistens gut ausgebildet, und Li, gewöhnlich auch B 2, ist reicher beborstet. Der 
Sipho sitzt bei den D. immer viel weiter vorne am Rumpfe als bei den A. Der rudimentäre 
Fuss ist bei den A. besser entwickelt als bei den D. Bemerkenswerth ist, dass die D. am 
Endgliede des Exopoditen der hinteren Schwimmfüsse stets 5 Innenrandborsten haben, die A. 
dagegen höchstens 4. Weitere Unterschiede bieten auch Mitteldarm, Bauchmark und Auge. 
Ferner finden sich manche Merkmale, wie die Dreigliedrigkeit des weiblichen und die Vier- 
gliedrigkeit des männlichen Abdomens, der Mangel eines Saugrohres am Ende des Sipho, das 
Vorhandensein von nur einem Aesthetasken an den männlichen Greifantennen, nur bei Arten 
der A., und andere Merkmale, wie die Rückbildung des 4. Schwimmfusses, die Verschmelzung 
der distal vom Kniegelenk gelegenen Glieder der Greifantennen zu einem Gliede, treten nur 
bei Arten der D. auf. Endlich ist Ce ~ Th 1 bei den meisten D. relativ noch umfangreicher 
und der vordere Abschnitt des weiblichen Genitalsegmentes stärker verbreitert als bei den A. 

In den Rahmen dieser beiden Subfamilien, welche die Hauptmasse der Asterocheriden- 
Arten umfassen, Hessen sich einige Genera nicht einfügen, die auch durch ihre Lebensweise 
innerhalb der Familie eine besondere Stellung einnehmen. Das sind zunächst die beiden 
pelagischen Genera Pontoeciella und Patania. 

Auf den ersten Blick scheint Pontoeciella eine Uebergangsform zwischen den Asteroche- 
rinae und Dyspontiinae zu sein, da es wie jene gut entwickelte Endglieder an den vorderen 
Antennen, dabei aber wie diese stark reducirte Mundtheile hat. Doch ist das nicht der Fall, 
denn Pontoeciella besitzt diese Merkmale nicht in abgeschwächter Form, sondern in höherem 



1) Vgl. unten den Abschnitt über die Morphologie der vorderen Antennen. 
Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 



ßg Systematik. 

Grade als jene Subfamilien: die Endglieder der Antennen, zumal das letzte, sind relativ länger 
als bei irgend einem Genus der Asterocherinae, und die vorderen Maxillen sind stärker redu- 
cirt als bei den Dyspontiinae. Dies in Verbindung mit anderen Besonderheiten, wie der 
Borstenform des 5. Fusses, der Stellung und Gestalt der Se der Furca, der Verschmelzung 
der Basalglieder des Maxillipeden etc., machte die Aufstellung einer besonderen Subfamilie 
für das Genus nöthig. 

Das andere pelagische Genus, Ratania, erfordert schon darum eine besondere Sub- 
familie, weil es von den bisher erwähnten Genera durch den völligen Mangel eines Exo- 
poditen an den hinteren Antennen und dadurch abweicht, dass sein Mund nicht nur nicht in 
ein Saugrohr endigt, sondern auch zu flach ist, um noch als Sipho bezeichnet werden zu 
können; im Zusammenhang damit sind auch seine Mandibelladen in geringerem Grade Stech- 
stilete als bei irgend einem anderen Genus. Im Uebrigen steht die Reduction der Kopf- 
gliedmaassen etwa auf derselben Stufe wie bei den Dyspontiinae, und die Verminderung der 
Gliederzahl der vorderen Antennen geht sogar beträchtlich über diese hinaus. Andererseits 
aber sind die hinteren Antennen relativ lang, und auch die Form der vorderen Maxille er- 
innert eher an die Asterocherinae, denen sich Ratania auch im Bau des 5. Fusses anschliesst. 

Zu der Subfamilie Cancerillinae endlich vereinige ich mit CanceriUa auch das Genus 
Parartotrogus , durch welches die im weiblichen Geschlecht sessil gewordene und dadurch 
stark modificirte CanceriUa an die übrigen Asterocheriden angeknüpft wird. Was diese beiden 
Genera zu Angehörigen unserer Familie stempelt, ist oben (p. 63) erwähnt worden; was sie 
von den übrigen Gliedern der Familie trennt, ist weniger die stärkere Bückbildung der hinteren 
Ruderfüsse, die ja bei Dyspontius und besonders bei Artotrogus und Dgstrogus vorbereitet ist, 
als vielmehr der Bau der hinteren Antennen, die viel kräftigere Klammerorgane als bei den 
übrigen Asterocheriden sind, die Form des Sipho und der Mangel des medianen üarmcöcums. 
Die geringe Gliederzahl der vorderen Antennen, die Menge der supplementären Aesthetasken 
an den Greifantennen des cT, der Mangel des Mandibelpalpus, die Bückbildung der hinteren 
Ruderfüsse sind Merkmale der Cancerillinae, die auf die Dyspontiinae hinweisen; andererseits 
aber bestehen Aehnlichkeiten zwischen den Cancerillinae, besonders Parartotrogus, und den 
Asterocherinae in der relativen Grösse der hinteren Antennen und ihres Exopoditen, im Bau 
der vorderen Maxillen, dem Mangel der lateralen Zipfel an den Thoraxsegmenten und der 
Form des weiblichen Genitalsegmentes. Dass die männlichen Vorderantennen nicht genicu- 
liren, dürfte ein Merkmal nur von CanceriUa, nicht der Subfamilie sein; denn die Q von 
Parartotrogus sind gute Schwimmer, und das lässt annehmen, dass die c? Greifantennen besitzen. 



Genera und Species; Synonymie. Q^ 



d. Genera und Species; Synonymie. 

Familie Asterocheridae. 

Syn. Ascomyzontidae Thorell 1859, Claus 1889 ß, Canu 1892, Giesbrecht 1895, 1897. 
Artotrogidae Brady 1880 a. 

Zur Synonymie s. u. p. 73. 



I. Subfamilie Asterocherinae. 

Syn. Ascomyzontinae Giesbrecht 1895, 1897. 

Unter den 7 Genera, welche die Subfamilie ausmachen, sind 3 (Collocheres, Dermato- 
myzon, Rhynchomyzon), bei denen das Abdomen so segmentirt ist wie bei den allermeisten lito- 
ralen Copepoden: beim cT hat es die volle Zahl von 5 Segmenten (T 5 Fl), deren erste 
beiden beim 2 zu einem, dem Genitalsegment, verschmolzen sind. Bei den übrigen 4 Genera 
ist das Abdomen in beiden Geschlechtern um 1 Segment ärmer (T 2 F 7, 15), weil das letzte 
Abdomensegment des V. Copepodid-Stadiums (Ab 4^5) sich bei der Reifehäutung, entgegen 
der CiAus'schen Segmentirungsregel, nicht in 2 Segmente gespalten hat. Man kann indessen 
die Subfamilie nach diesem auffälligen und für die Determination sehr brauchbaren Merkmal 
nicht in 2 Gruppen unter sich näher verwandter Genera theilen, denn Collocheres weicht in 
mancher Hinsicht von den einander nahestehenden Genera Dermatomyzon und Rhynchomyzon 
ab, und ein noch weniger einheitliches Bild bietet die Gruppe der Genera mit reducirter 
Segmentzahl des Abdomens dar. Auch nach der Form des Sipho, dessen Besitz für die Familie 
so charakteristisch ist, die Genera zu gruppiren und die beiden Genera Scottocheres und Acon- 
tiophorus, deren Sipho in ein langes Rohr ausläuft, den übrigen gegenüberzustellen, geht schon 
darum nicht an, weil Arten mit und ohne Siphorohr wegen ihrer sonstigen engen Verwandt- 
schaft unter dem Genus Asterocheres vereinigt werden mussten. 

Versucht man andererseits die 7 Genera, statt sie in 2 oder mehrere Gruppen abzu- 
theilen, nach denjenigen Merkmalen, auf Grund deren die beiden hauptsächlichsten Sub- 
familien der Asterocheridae einander gegenüber gestellt werden konnten, anzuordnen und so 
eine Reihe zu erhalten, deren Anfang sich an freilebende Formen anschliesst und deren Ende 
zu den Dyspontiinae mit ihren stärker reducirten Gliedmaassen überführt, so erweist sich das 
ebenfalls als schwierig. Denn die Reihen, die man erhält, je nachdem man die Gliederzahl 
der vorderen Antennen oder den Grad der Entwicklung von Mandibelpalpus oder der vorderen 
Maxille zu Grunde legt, sind von einander sehr verschieden, wie die folgende Uebersicht zeigt: 



ßg Systematik. 

Vordere Antennen: Mandibelpalpus: 1. Maxille: 

Asterocheres {Q 20 — 21, q< 17 — 18) (T 2 F 2, 3) Asterocheres (T 3 F 25) Dermatomyzon (T 5 F 8) 

Collocheres (Q 20, q* 18) (T 3 F 39, 40) Dermatomyzon (T 5 F 11) Rhynchomyzon (T 5 F 39} 

Scottomyzon (Q 19) (T3 F47) Rhynchomyzon (T 5 F 32) Scottomyzon (T 3 F 46) 

Dermatomyzon (Q 14—19, (J* 13—17) (T 5 F 7, 10) Acontiophorus (T 4 F 52) Acontiophorus (T 4 F 45) 

Scottocheres (Q 17 — 18, (^ 16) (T 4 F 27, 28) Scottomyzon (T 3 F 48) Asterocheres (T 3 F 14, 23) 

Rhynchomyzon (g 13—16, qF 11) (T 5 F 40—42) Collocheres (T 3 F 34) Scottocheres (T 4 F 13) 

Acontiophorus (Q 9—16, q< 16) (T 4 F 30, 49, 50) Scottocheres Collocheres (T 3 F 30) 

Man sieht, dass z. B. Collocheres in Hinsicht auf die Antennengliederung hoch, in 
Hinsicht auf die Ausbildung der Mundtheile tief zu stehen kommt, und dass bei Rhynchomyzon 
und selbst bei Acontiophorus das Umgekehrte der Fall ist. Dazu kommt, dass Acontiophorus trotz 
seiner unvollkommen gegliederten Vorderantennen in der Grösse des Aussenastes der hinteren 
Antennen alle anderen Genera übertrifft (nur Scottomyzon kommt ihm nahe), und dass Collo- 
cheres mit einer sehr mangelhaften Entwicklung seiner Mundtheile eine Grösse des 5. Fusses 
verbindet, wie sie bei keinem anderen Genus vorkommt. Die Schwierigkeit, eine Reihe auf 
Grund natürlicher Verwandtschaft zu bilden, wird noch durch weitere Umstände erhöht; so 
weichen die 3 Genera, die mit den Dyspontiinae in der vollständigen Segmentirung des Ab- 
domens übereinstimmen, von ihnen in dem Mangel eines Siphorohres stärker ab als Acontio- 
phorus, Scottocheres und selbst Asterocheres; so ist Rhynchomyzon trotz der hohen Entwicklung 
seiner Maxillen, Mandibeln und des 5. Fusses den Dyspontiinae in der Form seiner Thorax- 
segmente (T 5 F 30) besonders ähnlich. 

Wenn somit die Verwandtschaftsbeziehungen der einzelnen Genera der Asterocherinae 
zu einander und zu den Dyspontiinae verwickelt sind, so geht aus dem Gesagten andererseits 
hervor, dass an der Selbständigkeit der 7 Genera kein Zweifel bestehen kann. Man könnte 
höchstens Bedenken tragen}, ob die unter Asterocheres vereinigten Arten nicht auf mehrere 
Genera zu vertheilen seien, und ob Rhynchomyzon nicht mit Dermatomyzon zu vereinigen sei. 

Die Arten des Genus Asterocheres (T 2, 3) zeichnen sich dadurch aus, dass die weib- 
lichen vorderen Antennen bei den meisten von ihnen die höchste bei den Asterocheridae vor- 
kommende Gliederzahl haben, und dass sie die einzigen sind, bei denen der Mandibelpalpus 
2gliedrig ist; dazu kommt die Grösse und Form der Lateralcöca des Darms. Demgegenüber 
erscheinen die Merkmale, in denen die Arten und die Gruppen, in die sie zerfallen (s. u.), 
von einander abweichen, nicht beträchtlich genug, um das Genus in mehrere zu spalten; nur für 
renaudi könnte, sobald die Art in beiden Geschlechtern bekannt sein wird, ein besonderes 
Genus nöthig werden. 

Dermatomyzon und Rhynchomyzon (T 5) sind besonders durch die vollständige Segmen- 
tirung des Abdomens, die Reduction der Gliederzahl des basalen und terminalen Stückes der 
vorderen Antennen, die relative Grösse des 1. Basalgliedes der vorderen Maxillen und die 
kurzen, dünnen Lateralcöca des Darms charakterisirt. Das Rostrum springt zwar auch bei 
D. stärker vor als bei Asterocheres; aber da es bei R. noch sehr viel grösser ist, da die Thorax- 
segmente hier wie bei den meisten Dyspontiinae seitlich hervortretende Zipfel haben, da auch 



Genera und Species; Synonyrnie. ßQ 

die vorderen Antennen anders gegliedert sind als bei D., so scheint mir das Genus Rhyncho- 
myzon berechtigt. 

In der Gliederung des Abdomens und auch in der Form des Rostrums, ferner in der 
Borstenzahl des 5. Fusses stimmt Collocheres (T 3) mit Dermatomyzon und Rhynchomyzon überein, 
in der hohen Zahl der Antennenglieder schliesst es sich zunächst an Asterocheres an; es unter- 
scheidet sich jedoch von diesen Genera durch die Kleinheit und mangelhafte Ausbildung des 
Mandibelpalpus und der vorderen Maxille und durch den völligen Mangel der Lateralcöca 
des Darms, und hat in der Grösse des 5. Fusses ein Merkmal, in dem es sich vor allen anderen 
Asterocheridae auszeichnet. 

Der kugiig aufgeblähte Vorderkörper, die Form des Sipho, der dicke Haken an der 
hinteren Maxille und der Ausfall eines Aussenranddornes an He 3 der Schwimmfüsse sind die 
hauptsächlichen Eigenthümlichkeiten von Scottomyzon (T 3); zu diesen kommt noch die Grösse 
von Re der hinteren Antennen, worin das Genus nur von Acontiophorus übertroffen wird. 

Die beiden noch übrigen Genera, Acontiophorus und Scottocheres, besitzen ein sehr langes 
Siphorohr, zeigen aber sonst nur noch in dem Reich thum an supplementären Aesthetasken 
der cf und in der Form der lateralen Cöca des Darms einige Verwandtschaft. 

Acontiophorus (T 4) ist ausser durch die geringe Gliederzahl der vorderen Antennen, die 
bei einer Art hinter der mancher Dyspontiinae zurückbleibt, besonders durch die Länge von 
Re der hinteren Antennen, den relativen Reichthum von langen, feingefiederten Borsten an 
den Mundtheilen und die starke, ebenfalls an die Dyspontiinae erinnernde Vermehrung der 
Aesthetasken an den Greifantennen der cf charakterisirt. 

Scottocheres (T 4) endlich, der in einigen Punkten an Rhynchomyzon und im Bau der 
hinteren Antennen an Dermatomyzon sich anschliesst, weist in anderer Hinsicht als Acontiophorus 
auf die Dyspontiinae hin: die Gliederzahl der vorderen Antennen ist zwar relativ hoch, aber 
der auf das Glied mit dem Aesthetasken folgende Abschnitt ist nur 1 gliedrig, und die Man- 
dibeln haben ihren Palpus vollständig eingebüsst. 

Zur Subfamilie der Asterocherinae dürfte auch der von Thomson (1883) beschriebene 
Artotrogus ovatus gehören. Derselbe hat einen Aussenast der hinteren Antennen von ähnlicher 
Länge wie bei Acontiophorus: aber der Mangel eines Siphorohres schliesst ihn von diesem 
Genus aus. Ferner könnte die geringe Gliederzahl der Vorderantennen (8 oder 9), trotz dieses 
Mangels, trotz des Vorhandenseins eines Mandibeltasters und der Dreigliedrigkeit des weiblichen 
Abdomens, vielleicht bezweifeln lassen, dass die Art überhaupt zur Subfamilie der Asterocherinae 
gehöre, wenn Thomson nicht bemerkte, dass eine »long auditory seta« vom 6., also wohl dritt- 
letzten Gliede entspringe. So scheint es, dass die vorderen Antennen dieser Art ähnlich ge- 
gliedert sind wie bei Acontiophorus scutatus, sei es, dass bei ovatus die bei scutatus auf die 
ersten beiden längeren Glieder folgenden 3 kurzen Glieder wirklich verschmolzen sind, oder 
dass Thomson ihre Sonderung übersah. Demnach würde die Species mit mehreren wesentlichen 
Merkmalen unter das Genus Acontiophorus fallen, ausgenommen dass sie kein Siphonrohr 
hat; falls diese Angabe Thomson's richtig ist, und der Sipho wirklich nicht in ein Rohr 



70 Systematik. 

endigt, so würde für die Art ein besonderes Genus aufzustellen sein, zu dessen ausreichender 
Diagnosticirung Thomson's Beschreibung der Species allerdings weder hinlänglich zuverlässig 
noch ausführlich genug ist. 

Brady und Robertson (1876) führen eine Species, Ascomyzon calvum auf, die ich weiter- 
hin weder beschrieben noch erwähnt finde. 

1. Genus Asterocheres Boeck 1859. 
T 1, 2, 3. 

1. Asterocheres lüljeborgi Boeck. 

Syn. Asterocheres lüljeborgi Boeck 1859. Farsund. Auf Echinaster sanguinolentus. 
Artotrogus lüljeborgi Brady 1 880 a. Irland. Auf einer Spongie. 
Asterocheres lüljeborgi Giesbrecht 1897. Firth of Forth. Wirth? (s. u. p. 73). 

Th. Scott 1898 ß. Firth of Clyde, Loch Fyne. Wirth? 
non Asterocheres lüljeborgi Canu 1891, 1892. 

2. Asterocheres echinicola (Norman). 

Syn. Ascomyzon echinicola Norman 1868. Shetland-Inseln. Auf Echinus esculentus. 

Cyclopicera latum Brady 1872, 1880 a. Sunderland; Lough Swilly. Wirth? 

» » Thompson 1889 a, 1893. Puffin Island; Isle of Man; Port 

Erin Bay. Wirth? 
» » Th. Scott 1893 a. Firth of Forth. Auf Spongien. 

» » Th. Scott 1898 ß. Loch Fyne. Auf Suberitis. 

? » » Th. Scott 1893 7. Accra. Wirth? 

Cyclopicera echinicola p. p. Giesbrecht 1895. 
Asterocheres echinicola Giesbrecht 1897 (s. u. p. 74). 

3. Asterocheres kervillei Canu. 

Syn. Asterocheres kervillei Canu 1898. Canal La Manche (vor Maisy). Wirth? 

4. Asterocheres suberitis Giesbr. 

Syn. Cyclopicera echinicola p. p. Giesbrecht 1895. Neapel. Auf Siebentes domuneula. 
Asterocheres suberitis Giesbrecht 1897 (s. o. p. 1). 

5. Asterocheres simulans (Th. Scott). 

Syn. Ascomyzon simulans Th. Scott 1898 ß. Firth of Clyde; Loch Fyne. Wirth? 

6. Asterocheres dentatus Giesbr. 

Syn. Asterocheres dentatus Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 1). 

7. Asterocheres canui Giesbr. 

Syn. Asterocheres lüljeborgi Canu 1891, 1892. Cap Gris-Nez. Wirth? 
Asterocheres canui Giesbrecht 1897. 



Genera und Species; Synonymie. 7J_ 

8. Asterocheres boecki (Brady). 

Syn. Artotrogus boecki Brady 1880 a. Irland. Wirth? 

Bourne 1890 ß. Irland. Wirth? 
» » Th. Scott 1893 a (p. 210). Firth of Forth. Auf Chalina oculata. 

» » Thompson 1893. Insel Man. Wirth? 

Asterocheres boecki Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 1). 
non Artotrogus boecki Thomson 1883. Otago Harbour. Wirth? 

9. Asterocheres parvus Giesbr. 

Syn. Asterocheres parvus Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 1). 

» » Canu 1898. Canal La Manche (vor Maisy). Wirth? 

10. Asterocheres Stimulans Giesbr. 

Syn. Asterocheres Stimulans Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 1). 

» » Canu 1898. Canal La Manche (vor Maisy). Wirth? 

11. Asterocheres siphonatus Giesbr. 

Syn. Ascomyzon lilljeborgi Thoreil 1859. Bohuslän. In Ascidia parallelogramma. 
» » Aurivillius 1882 a. Bohuslän. In Phallusia virginea. 

12. Asterocheres violaceus (Claus). 

Syn. Echinocheres violaceus Claus 1889 ß. Triest. Auf Strongylocentrotus lividus. 
Ascomyzon thompsoni A. Scott 1896. Insel Man. Auf Ophioglypha? Ophiothrixl 
Asterocheres violaceus Giesbrecht 1897. Neapel. Auf Strongylocentrotus lividus, 

Sphaerechinus gr anularis, Echinusmicrotubercidatus(s. o. p. 1).. 
»> »> Th. Scott 1898 ß. Loch Fyne. Wirth? 

13. Asterocheres minutus (Claus). 

Syn. Echinocheres minutus Claus 1889 ß. Triest. Auf Strongylocentrotus lividus. 
Asterocheres minutus Giesbrecht 1897. Neapel. Auf Strongylocentrotus lividus, 
Sphaerechinus gr anularis (s. o. p. 1). 

14. Asterocheres^. renaudi Canu. 

Syn. Asterocheres renaudi Canu 1891, 1892. Pas-de-Calais. Auf Reniera sp. 
» » Giesbrecht 1897. 

Zur Synonymie. 

Unter den bisher aufgestellten Genera der Asterocheriden haben (abgesehen von Can- 
cerilla) die folgenden im weiblichen Geschlecht 3, im männlichen 4 Abdomensegmente: Astero- 
cheres Boeck 1859, Ascomyzon Thoreil 1859, Cyclopicera Brady 1872, Acontiophorus Brady 1880, 
Echinocheres Claus 1889, Scottocheres Giesbr. 1897, Scottomyzon Giesbr. 1897 1 ). Unter diesen 



1) Auch gehört in diese Gruppe das Genus Isopodius Kriezagin 1873, welches nach Canu (1892 p. 263) 
mit Cyclopicera wahrscheinlich identisch ist. Mir ist Kkiczagin's Arbeit nicht zugänglich. 



72 Systematik. 

besitzen Acontiophorus, Scottocheres und Scottomyzon so auffällige Merkmale, dass ihre Synonymie 
mit den anderen Genera nicht in Frage kommt. 

Die Zahl der übrigen Genera wurde bereits von Brady (1880 a p. 59) reducirt, indem 
er Asterocheres und Ascomyzon für synonym erklärte, beide = Artotrogus Boeck setzte und 
in dies Sammelgenus obendrein Arten aufnahm, die einem vierten und fünften Genus (Brady- 
pontius, Cribropontius) angehören. Dass die der Subfamilie der Dyspontiinae angehörigen Genera 
Artotrogus, Bradypontius und Cribropontius nichts mit Asterocheres und Ascomyzon zu thun haben, 
bedarf keines Beweises; aber auch die Identität der letztgenannten beiden Genera ist von 
späteren Autoren nicht zugegeben worden. Claus (1889 (3) äussert sich schwankend hierüber: 
p. 347 bezeichnet er es als wahrscheinlich, dass die beiden Genera und mit ihnen das früher 
(1872) von Brady aufgestellte Genus Cyclopicera zusammenfallen, und p. 350 meint er, Astero- 
cheres lilljeborgi Boeck würde sich nach erneuter Untersuchung doch als generisch verschieden 
herausstellen. Aber während Claus Ascomyzon und Cyclopicera zusammenzieht, stellt er da- 
neben ein neues, thatsächlich aber mit Cyclopicera zusammenfallendes Genus Echinocheres auf, 
wiewohl er die in Brady's Diagnose enthaltenen Irrthümer über die Gliederung der vorderen 
und hinteren Antennen von Cyclopicera emendirt, und wiewohl er Brady's ganz analoges 
Verfahren, angesichts der Zusammenziehung von Asterocheres und Ascomyzon das mit diesen 
identische neue Genus Cyclopicera aufzustellen, als »unzutreffend und unconsequent« bezeichnet. 

Dass Echinocheres Cls. mit Cyclopicera Brady zusammenfällt, erkannte Canu (1892 p. 263), 
indem er zugleich richtigerweise von den Species Brady's nur die zuerst beschriebene (latum) 
dem Genus Cyclopicera zusprach. Neben dem Genus Cyclopicera aber hielt er die Genera 
Ascomyzon und Asterocheres aufrecht. 

Auch ich liess in meiner vorläufigen Revision der Familie (1895) diese 3 Genera neben 
einander bestehen, da jedes von ihnen wenigstens ein Merkmal zu haben schien, das den 
beiden anderen abging: Asterocheres (mit lilljeborgi Boeck, renaudi Canu) die geringere Zahl von 
Gliedern an den vorderen Antennen, Ascomyzon (mit lilljeborgi Thoreil) das Rohr am Ende des 
Sipho, Cyclopicera (mit echinicola Norm. = latum Brady, violaceum Cls., minutum Cls.) den ein- 
gliedrigen Mandibelpalpus. Damals kannte ich aus eigener Anschauung nur die eine, von 
mir als Cyclopicera echinicola bestimmte (oben p. 1 als Asterocheres suberitis beschriebene) Art. 
Seitdem ich aber bei Neapel noch mehrere verwandte Arten (auch Asteroch. boecki Brady) 
gefunden und von Herrn Th. Scott Exemplare von Asterocheres lilljeborgi Boeck und der 
wirklichen Cyclopicera echinicola Norm, erhalten hatte, musste ich mich überzeugen, dass die 
genannten 3 Genera nicht von einander zu trennen sind. Denn in der Gliederung der An- 
tennen und des Mandibelpalpus existiren die angenommenen Unterschiede bei den Arten von 
Asterocheres, Ascomyzon und Cyclopicera thatsächlich nicht, sondern nur in der Form und Länge 
des Sipho verhalten sie sich verschieden. Indessen ist dieser Unterschied, wie schon die Be- 
schreibung oben auf p. 4 zeigt, in Uebergängen vorhanden; und selbst wenn er es nicht 
wäre, würde man bei der Uebereinstimmung in allen übrigen Merkmalen der grösseren oder 
geringeren Länge des Sipho keinen generischen Werth beimessen können, umso weniger als 



Genera und Species; Synonymie. 'jQ 

dieselbe auch in anderen Genera (Acontiophorus , Bradymyzon), ja selbst innerhalb derselben 
Species (Myzopontius pungens) beträchtlich schwankt. Ich habe daher (1897) alle bisher zu 
Asterocheres, Ascomyzon und Echinocheres gerechneten Arten mit Cyclopicera echinicola (über die 
beiden anderen Cyclopicera- Arten Brady's siehe unter Dermatomyzon und Collocheres, p. 77, 79) 
unter dem Genus Asterocheres Boeck vereinigt. 

Die Einziehung des Genusnamens Ascomyzon Thor, bedingt zugleich diejenige des 
Familiennamens Ascomyzontidae Thor. Schon Brady (1880) taufte die Familie aus dem 
gleichen Grunde um; aber da es ein Irrthum war, wenn er Ascomyzon Thor. = Artotrogus 
Boeck setzte, so kommt auch der Name Artotrogidae der Familie nicht zu. Sie muss nach 
dem Genus Asterocheres Boeck, mit welchem Ascomyzon Thor, identisch ist, benannt werden. 

Lilljeborgi. Ueber das Q. dieser Species, auf welche Boeck das Genus begründete, sind 
seither nur einige dürftige Bemerkungen von Brady (1880 a p. 64) veröffentlicht worden; ich 
benutze daher die 3 Weibchen aus dem Firth of Forth, welche Herr Th. Scott mir schickte, 
zu einer kurzen Beschreibung (vgl. T 3 F 21 — 26); dass sie wirklich der Species Boeck's zu- 
gehören, ist trotz mancher Irrthümer in Boeck's Beschreibung schon durch seine treffenden 
Habitusfiguren gewährleistet. — Rumpf (F 21, 22). Länge 1,1 — 1,2 mm (Boeck: etwas über 
1 mm). Ce ^ Th 1 kreisförmig, so breit, wie der Vorderkörper lang ist. Das Genitalsegment 
(F 21) ist breit, und der Hinterkörper nach hinten zu stärker verjüngt als bei den anderen 
Arten; die Zahlen für die relativen Längen der Abdomensegmente und der Länge und Breite 
der Furca sind etwa 15, 5, 7, 5, 2V2; das Analsegment ist relativ noch etwas länger als bei 
hoecki. Die Hinterränder der 3 Abdomensegmente sind ringsum mit sehr feinen Spitzen be- 
kränzt, und unregelmässige Querreihen solcher finden sich auf der Dorsalfläche der 3 Seg- 
mente, von Th 5 und der Furca. St 2 der Furca ist ca. 1 72 mal so lang wie das Abdomen; 
ihre Se und Si sind nackt. Die vorderen Antennen sind auch hier 21gliedrig; Boeck und 
Brady, die sie lSgliedrig nennen, übersahen wahrscheinlich das kurze Aa 11 und betrachteten 
das 3 gliedrige Endstück als 1 gliedrig. Die Antennen sind denen von suberitis und boecki ähn- 
lich; doch sind die proximalen Glieder im Verhältniss zu ihrer Breite etwas gestreckter; 
auch ist Aa 16 etwas verkürzt, und die 3 Endglieder sind zusammen etwa nur lVe so lang wie 
Aa 19 ~ 20. Re der hinteren Antennen, dessen Borsten Boeck übersah, ist länger 
und gestreckter als bei den anderen Arten; der Endhaken ist kräftig und etwas länger als 
Ri 1. Der Sipho gleicht dem von suberitis und echinicola. Das Ende der Mandibellade (F 26) 
hat an der einen Seite einige feine, hakige Zähnchen und davor einen scharfen Saum; die 
kürzere Borste des Palpus (F 25) ist so lang wie dieser; die längere ist am proximalen Theile 
mit Spitzen besetzt, die sich von der Mitte ab verlieren. Die 1. Maxille (F 23) ist der von 
suberitis, boecki etc. ähnlich, unterscheidet sich aber dadurch, dass B 2 relativ länger, nämlich 
über halb so lang wie Li ist, und dass die Borsten von B 2 über diejenigen von Li hinweg- 
ragen. Die Ruderfüsse gleichen am meisten denen von suberitis, besonders auch in der nor- 
malen Länge der Fiederborsten von Ri des 4. Fusses (F 24) und im Bau der endständigen Si 
von Ri 3. Die Eiballen (F 22), die bei einem der drei Q erhalten waren, enthielten je 4 Eier. 

Zoo). Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf Ton Xeapel. Asterocheriden. 10 



74 Systematik. 

Canu (1892) glaubte das c? von lilljeborgi gefunden zu haben und beschreibt es nach 
einem Exemplar, dessen Abdomen abgebrochen war. Indessen gehört dies cf nach meiner 
Meinung einer anderen, noch sonst nicht beschriebenen Axt an, die mit boecki in der Form 
des Sipho und in der Sonderung von Aa 13 und 14 der männlichen Greifantennen verwandt 
ist. Gegen seine Zugehörigkeit zu lilljeborgi spricht ausser der Form des Sipho, der dünner 
und gestreckter als bei lilljeborgi (wenn auch kürzer als bei boecki) ist, auch der Bau der 
1. Maxille, deren B 2 bei dem cf Canu's viel kürzere Borsten hat, unter denen obendrein 
eine »renflee« ist. Dass diese Eigenthümlichkeiten Geschlechtsunterschiede sein sollten, ist 
darum unwahrscheinlich, weil bei den Arten, deren cf mir bekannt sind, solche am Sipho 
und an den Maxillen nicht vorhanden sind. Ich betrachte das cf daher als Repräsentanten einer 
besonderen Species, die ich canui nenne. Canu giebt die Zahl der Antennenglieder auf 17 
an; aber es ist wohl kaum die Frage, dass er das kurze Aa 11 nicht mitzählte. 

Echinicola. Obwohl Brady (1880 a p. 57) die Identität seiner Species latitm, auf die er 
1872 das Genus Cyclopicera gründete, rn.it Asc. echinicola Norm, aus der Untersuchung der Original- 
exemplare Norman's folgerte, wollte er den Namen echinicola doch nicht zulassen, weil die Species 
kein regelmässiger Parasit von Echinus sei; indessen fand Norman sie doch auf Echinus, und 
dass sie auch frei gefunden wurde, ist schon darum kein Grund den Namen zu ändern, weil 
fast sämmtliche Asterocheridae gelegentlich, ja gewöhnlich, freischwimmend gefunden wurden. — 
Die Hergehörigkeit der von ihm als Cyclopicera latum aufgeführten Thiere von Accra (Golf 
von Guinea) bezeichnet Th. Scott (1893 y) selbst als fraglich; in der That hat der Mandibel- 
palpus eine etwas andere Form und B 2 der 1. Maxille eine etwas grössere Länge als bei 
echinicola. — Die bei Neapel auf suberitis gefundene Art hielt ich früher (1895) für identisch 
mit echinicola; in der That ist sie mit ihr sehr nahe verwandt; aber die Unterschiede, welche 
die Untersuchung einiger mir von Herrn Th. Scott übersandten 2 aus dem Firth of Forth 
ergab, berechtigen doch zur Unterscheidung zweier Species (vgl. T 2 F 18- — 21). Denn die 
Furca (F 20) von echinicola ist länger als das Analsegment und 2 1 / 2 mal so lang wie breit; die 
relativen Zahlen für die Längen der 3 Abdomensegmente und die Länge und Breite der Furca 
sind etwa 25, 9, 10, 13, 5; auf der Dorsalfläche von Th 5 und der Abdomensegmente stehen 
unregelmässige Querreihen feiner Spitzen; die längere Borste des Mandibelpalpus ist mit weit- 
läufigen Fiedern besetzt; der 5. Fuss (F 21) ist etwas gestreckter als bei suberitis und hat eher 
die Form wie bei boecki. Rumpf länge 0,7 — 0,75 mm. Brady, der auch das cf von echinicola 
untersuchte, übersah an den vorderen Antennen beider Geschlechter das kurze Aa 1 1 ; auch 
das 1. Glied der hinteren Antennen und einige Borsten an den Maxillen und am 5. Fusse 
entgingen ihm. Da er das Endglied der Greifantennen irrthümlich aus 2 Gliedern bestehen 
lässt, zugleich aber Aa 11 übersah, so giebt er die Zahl der Glieder richtig auf 17 an. Die 
Gliederung der Greifantennen ist dieselbe wie bei suberitis und violaceus: Aa 13 verschmilzt 
mit Aa 14. 

Kervillei. Diese von Canu (1898) beschriebene Art ist mit echinicola offenbar sehr nahe 
verwandt und vielleicht identisch. Was sie von e. unterscheidet, sind nur die geringere 



Genera und Species; Synonymie. "J5 

Rumpflänge (Q 0,55 — 0,6, cf 0,48 — 0,52 mm), die etwas grössere Länge des Sipho, der über 
die Ansatzstelle der Maxillipeden ein wenig hinwegragt, und vielleicht auch die etwas geringere 
Länge der Furca des 2, die nach Canu aber immerhin etwas länger als das Analsegment ist. 
Leider liegen mir von echinicola keine cf vor, und die Beschreibung, die Brady davon giebt, 
reicht nicht aus, um zu entscheiden, ob die von Canu für kervillei c? angegebenen Eigentüm- 
lichkeiten am 1. Fuss, Maxillipeden und an den Genitaldeckeln des cf für echinicola zutreffen 

Sinmlans. Th. Scott stellt die Art mit einigen Bedenken zu Ascomyzon ; aber auch bei 
anderen Arten von Asterocheres hat der Mandibelpalpus eine ähnliche relative Länge und ist die 
Befiederung an seinen Borsten und an denen der 1. Maxille vorhanden; auch stimmt die Be- 
borstung der Schwimmfüsse, so weit sie abgebildet ist, vollkommen zur Genusdiagnose. Ueber 
die Form des Sipho sagt Scott nichts. 

Boecki, Stimulans, siphonatus. In boecki glaubte Brady (1880 a) Thorell's Ascomyzon 
lilljeborgi wiedergefunden zu haben, und da er diese Art mit Asterocheres lilljeborgi Boeck in 
demselben Genus (Artotrogus) vereinigte, gab er ihr den neuen Namen boecki. In der That 
ist aber boecki mit Ascomyzon lilljeborgi Thor, nicht identisch, schon darum nicht, weil bei boecki 
der Sipho kaum bis zum 1. Fuss, bei Asc. lilljeborgi aber bis zum 1. Abdomensegment reicht 
(auch Aurivillius 1882 a giebt die Länge des Sipho auf 0,6 mm, gegen 0,5 mm der vorderen 
Antennen, an). Die Species Brady's, die ich bei Neapel wiederfand, behält daher den Namen 
boecki; dagegen war für Ascomyzon lilljeborgi Thorell ein neuer Name zu wählen, als welchen 
ich Asterocheres siphonatus vorschlug. Dass die Neapeler Thiere zu boecki Brady gehören, 
geht besonders aus der Uebereinstimmung im Bau des Abdomens und des Sipho hervor; in 
manchen anderen Punkten weicht Brady's Darstellung von der meinigen ab: so zeichnet er die 
1. Maxille etwas anders, übersieht die Gliederung des Palpus der Mandibel, deren Stechlade er 
nicht auffand, und bezeichnet die vorderen Antennen als 20gliedrig, wohl weil er das kurze 
Aa 11 nicht mitzählt. Aus Thorell's Darstellung von siphonatus (lilljeborgi Thor.) sei folgendes 
hervorgehoben. Länge ca. 1 mm. B-umpfform und Längenverhältniss der Abdornensegmente 
ähnlich wie bei boecki; Furca nicht länger als breit und weniger als halb so lang wie das 
Analsegment. An den vorderen Antennen hat Th. wahrscheinlich ebenfalls das kurze Aa 1 1 
übersehen, da er sie als 20gliedrig bezeichnet. Der Sipho reicht bis zum Genitalsegment. 
Im Sipho bemerkte Thorell zwar ein dolch ähnliches, durch Muskeln zurückziehbares Organ, 
in dem er aber nicht die Mandibelladen erkennt; vielmehr sagt er: mandibulas non reperi. 
Den Mandibelpalpus nennt er 2gliedrig; da er aber das 1. Glied als sehr kurz, das 2. als 
4 mal so lang bezeichnet, so vermuthe ich, dass er die wirkliche Grenze der beiden Glieder (die 
auch bei dieser Art vermuthlich weiter dem Ende zu liegt) nicht gesehen, sondern eine Falte 
für die Gliedgrenze genommen hat. B 2 der 1. Maxillen ist im Verhältniss zu Li länger 
als bei boecki; die Borsten sind ähnlich wie bei dieser Art; an B 2 zeichnet Th. nur 3. Der 
Endhaken des Maxillipeden ist kürzer als bei boecki. In der Kürze der Borsten an Ei des 
4. Fusses gleicht siphonatus ebenfalls boecki; das Endglied des 5. Fusses scheint etwas breiter 
zu sein. Thorell glaubte auch ein Männchen gefunden zu haben; aber seine Abbildung von 

10* 



76 Systematik. 

dem Abdomen, sowie seine Bemerkung, dass sich die vorderen Antennen wenig von denen des 
Q unterscheiden, lassen schliessen, dass das vermeintliche ö 1 ein Q des V. Copepodid-Stadiums 
war. — Hinsichtlich der Länge des Siphorohres steht Stimulans zwischen boecki und siphonatus, 
und die Aehnlichkeit der weiblichen Abdomina (besonders in den Seitenstacheln am Genital- 
segment und in der Kürze der Furca) und die relative Länge des distalen Theiles der vorderen 
Antennen bei Stimulans und siphonatus Hessen mich zunächst die Identität der beiden Arten ver- 
muthen. Gleichwohl geht nicht bloss aus der verschiedenen Länge des Siphorohres, sondern 
auch aus dem Unterschiede im Bau der vorderen Maxille (B 2 bei sipk. über 1 / 2 , bei st. ca. 
7 4 so lang wie Li) und des Maxillipeden (Endhaken bei st. viel länger als bei siph.) hervor, 
dass die beiden Arten verschieden sind; auch ist die Form des weiblichen Vorderkörpers bei 
beiden verschieden. — Die Neuseeländische, von Thomson als Artotrogus boecki bezeichnete Species 
gehört schon darum nicht zu Asterocheres, weil Thomson das Abdomen scharf 5gliedrig zeichnet, 
es also kaum 3gliedrig sein kann. 

Violaceus, minutus. Claus' Beschreibung dieser beiden Arten ist ohne Zweifel zu- 
treffender als die früheren Beschreibungen der Arten des Genus, enthält aber doch einige 
Versehen ; so fand Claus an Re der hinteren Antennen nur 2 Borsten, während er an Li 
der 1. Maxille deren 5 oder 6 zeichnet; ferner übersah er, dass der Mandibelpalpus zwei 
Glieder hat, und es entging ihm die Verkürzung der Schwimmborsten am 4. Fusse und die 
bei den Asterocheriden so verbreitete Umbildung der endständigen Borsten von E.i 3 des 
2. — 4. Fusses; endlich bemerkte er nicht die sexuellen Merkmale am Maxillipeden und 
1. Fusse, und die Unterschiede der beiden Arten in den Borsten des 1. und 5. Fusses. Die 
Rumpflänge von violaceus giebt Claus etwas höher (Q 1,15 mm, cf 0,75 mm), die von minutus 
cf etwas niedriger (0,4 mm) als ich an. — A. Scott's Darstellung von Ascomyzon thompsoni 
lässt mit Sicherheit erkennen, dass die Art = A. violaceus ist. 

Renaudi. Diese Art, die von Canu nach einem $ beschrieben wurde, besitzt einige 
Merkmale, die für sie die Aufstellung eines besonderen Genus nöthig machen könnten. Zwar 
möchten die vorderen Antennen vielleicht nicht 19-, sondern auch 21- oder wenigstens 
20gliedrig sein, da man das sehr kurze Aa 11 der Asterocheres- Äxten leicht übersieht, und das 
Endglied doch vielleicht durch eine unvollkommene Articulation in 2 Glieder getrennt ist, 
wie ich denn auch bei Ast. suberitis die Trennung der beiden Endglieder zuweilen sehr un- 
deutlich fand. Immerhin aber bleiben in der Kürze des Mandibelpalpus und besonders der 
Kleinheit des Endhakens des Maxillipeden und des 5. Fusses Merkmale übrig, in denen sich 
renaudi stark von den anderen Arten des Genus entfernt. Charakteristisch für die Art ist 
ferner die wellige Riefelung der Cuticula am Sipho, an den hinteren Antennen und den übrigen 
Gliedmaassen des Kopfes. 



Genera und Species; Synonymie. n~i 

2. Genus Dermatomyzon Claus 1889. 
T 1, 5. 

1. Dermatomyzon nigripes (Brady & Robertson). 

Syn. Cyclopicera nigripes Brady & Robertson 1876, Brady 1880 a. Um die Britischen 

Inseln, besonders an der N.-O. -Küste von England. 
Wirth ? 
? Ascomyzon thorelli Sars 1880 a| 



Spitzbergen. Wirth? 
? Cyclopicera nigripes Sars 1886 J 

Dermatomyzon elegans Claus 1889 ß. Triest. Wirth? 

Canu 1891, 1892. Pas-de-Calais. Wirth? 

Cyclopicera nigripes Th. Scott 1892, 1897. Cromarty Firth; Loch Fyne; Loch 

Tarbert. Wirth? 

» » Thompson 1893. Puffin Island. Wirth? 

Dermatomyzon elegans Giesbrecht 1895. Neapel. Wirth? 

Dermatomyzon nigripes Giesbrecht 1897 (s. o. p. 7). 

Zur Synonymie. 

Asterocheres- [Cyclopicera-) ähnliche, aber mit vollständig gegliedertem Abdomen ver- 
sehene Species waren bereits von Brady & Robertson und Brady beschrieben, aber von der 
typischen Cyclopicera- Art [lata = echinicola) nicht generisch getrennt worden. Dass Claus die 
nahe Verwandtschaft seines Dermatomyzon elegans mit Cyclopicera nigripes übersah, lag haupt- 
sächlich an einem von ihm nicht durchschauten Irrthum Brady's, den Canu aufdeckte: Brady 
meinte reife Q und cT von nigripes untersucht zu haben, während das vermeintliche c? (mit 
4gliedrigem Abdomen) in der That ein reifes Q, das vermeintliche Q (mit 3gliedrigem Ab- 
domen) in der That ein (wie Canu will) schlecht präparirtes oder (wie ich vermuthe) unreifes 
Q war. Canu schliesst richtig: »Cyclopicera nigripes Br. & R. est un veritable Dermatomyzon, 
voisin, sinon identique, de Derm. elegans Claus.« Was mich bewog (1895), die beiden Arten 
neben einander aufrecht zu erhalten, war, dass Brady die rauchschwarze Färbung der Füsse 
bei seiner Art hervorhebt, während Claus seine Art pigmentfrei nennt und Canu bei Q und 
d? derselben keine Spur von brauner Färbung fand, und ferner, dass Brady am 1. Glied der 
vorderen Antennen einen langen und dicken Stachel zeichnet, statt dessen sich bei elegans 
nur eine Borste vorfindet. Die zuerst von mir nur in conservirtem Zustande untersuchten 
Q von Neapel stimmten in beiderlei Hinsicht mit elegans überein; seither aber beobachtete 
ich hier auch lebende Thiere und war durch die Güte Herrn Th. Scott's in den Stand ge- 
setzt, auch Thiere aus dem Firth of Forth zu untersuchen; jene besassen nun die rauch- 
schwarze Färbung noch ausgedehnter, als Brady angiebt, und diese waren (wohl in Folge 
der Conservirungsart) blass und hatten am 1. Antennengliede keineswegs einen so dicken 



"7 c Systematik. 

Stachel, wie Brady ihn abbildet 1 ), wohl aber eine kräftige, steife Borste, wie sie auch bei den 
Neapeler Thieren vorhanden ist. Da ich auch sonst (ausser in der Rumpflänge) keine Unter- 
schiede zwischen den Schottischen und den Neapeler Thieren auffinden konnte, so betrachte 
ich nunmehr nigripes und elegans als synonym; vermuthlich variirt bei dieser Art nicht bloss 
die Rumpf länge und, wie oben p. 8 bemerkt, die Zahl der Antennenglieder, sondern auch 
die Färbung (wie bei manchen anderen Asterocheriden) beträchtlich, und es ist auch anzu- 
nehmen, dass das Rauchschwarz sich nur bei gewissen Arten der Conservirung erhält. — 
Claus' Darstellung der Species (nach 1 $) weicht in einigen Punkten von der meinigen ab: 
in der Angabe über die relative Länge der Abdomensegmente, der Zeichnung von der Mandibel- 
spitze etc.; an Li der 1. Maxille zählt er 5 — 6 Borsten, vermisst an der Furca die »laterale 
Randborste«, obwohl er die volle Zahl von 6 Furcalborsten zeichnet, und nennt die Innen- 
randborsten am Endgliede des 5. Fusses trotz ihrer Zartheit »kräftige Dornen«. — Canu be- 
schreibt auch das c? der Species, und seine Beschreibung stimmt nahe mit der überein, die 
ich oben von dem kleineren der beiden mir vorliegenden cT gegeben. Da Canu die Q der 
Art nicht kannte und Claus die grössere Länge der Se von Re 1 des 1. Fusses beim $ über- 
sehen hatte, so ist Canu geneigt, in diesem Merkmal einen thatsächlich nicht existirenden 
Sexualcharakter des Q zu sehen. 

Ascomyzon tkorelli Sars, die nördlichste unter den bisher aufgefundenen Arten der 
Familie, wurde von Sars später = Cyclopicera nigripes Br. & R. gesetzt. Sars giebt indessen 
keine Gründe hierfür an, und so trage ich, mit Hinblick auf den Fundort, Bedenken, diese 
Synonymie anzunehmen, um so mehr als es nicht ausgeschlossen ist, dass die SARs'sche Art 
nur 3 Abdomensegmente hat; dies würde daraus hervorgehen, dass Sars sie zunächst in das 
Genus Ascomyzon stellte, und würde (auf Grund des oben erwähnten Irrthums Brady's) da- 
durch nicht ausgeschlossen sein, dass Sars sie später mit C. nigripes identificirte. 

Lieber Dermatomyzon gibberum s. unten p. 80. 

3. Genus Rhynchomyzon Giesbr. 1895. 
T 1, 5, 10. 

1. Rhynchomyzon falco Giesbr. 

Syn. Rhynchomyzon falco Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 10). 

2. Rhynchomyzon purpurocinctum (Th. Scott). 

Syn. Cyclopicera purpurocinctum Th. Scott 1893 o. Firth of Forth; Mull. Wirth? 
Rhynchomyzon purpurocinctum Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 10). 

Zur Synonymie. 

Nicht Cyclopicera, wozu Scott das von ihm entdeckte Rh. purpurocinctum stellte, sondern 
Dermatomyzon ist dasjenige Genus, mit dem Rhynchomyzon zunächst verwandt ist. Dass die 

1) Brady (1880 a) übertreibt in ähnlicher Weise auch die Dicke der Pfriemenborste am 1. Antennengliede 
von Acontiophorus ornatus (T 87 F 8). 



Genera und Species; Synonymie. n(\ 

Neapeler Exemplare von purpurocinctum zu derselben Art gehören, wie die von Scott aufge- 
fundenen, ist auf Grund der sorgfältigen Beschreibung Scott's unzweifelhaft. 



4. Genus Collocheres Canu 1893. 
T 1, 3. 

1. Collocheres gracilicauda (Brady). 

Syn. Cyclopicera gracilicauda Brady 1880 a. Yorkshire. Wirth? 

» » Thompson 1889 a, 1893. Puffin-Island ; Eedwharfe Bay; 

vor Southport; Port Erin. Wirth? 
Th. Scott 1892. Firth of Forth. Wirth? 
Ascomyzon comatulae Rosoll 1888. Triest. Auf Comatula mediterranea. 
Clausomyzon gracilicauda Giesbrecht 1895. 

Collocheres gracilicauda Canu 1893. Boulogne s. m. Auf einer fLottirenden 

gelatinösen Alge. 
» » Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 12). 

2. Collocheres canui Giesbr. 

Syn. Collocheres canui Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 12). 

3. Collocheres elegans A. Scott. 

Syn. Collocheres elegans A. Scott 1896. Port Erin. Wirth? 
» » Giesbrecht 1897. 

Zur Synonymie. 

Die Species gracilicauda, die Brady trotz ihres 4gliedrigen Abdomens mit Cyclopicera 
latum in demselben Genus vereinigte, ist von Canu ausführlich beschrieben worden; zugleich 
erkannte Canu, dass Ascomyzon comatulae Kosoll mit gracilicauda synonym ist (was auch Claus 
annahm), und stellte für die Art ein besonderes Genus Collocheres auf, dessen systematische 
Stellung er erörtert. Ohne Canu's Arbeit zu kennen, und ehe ich die Art bei Neapel aufge- 
funden hatte, stellte ich (1895) ebenfalls ein neues Genus für die Art auf, welches ich später 
(1897) einzog. So unvollkommen die Beschreibungen Brady's und Pvosoll's in manchen Punkten 
sind, so lassen sie doch erkennen, dass die Britischen und Triester Thiere zu derselben Species 
gehören wie die von Canu aufgefundenen und die oben als gracilicauda beschriebenen Thiere. 
Mit der anderen Species von Neapel, canui, ist elegans nahe verwandt, weicht aber durch die 
grössere Länge des Rumpfes und die geringere Länge der Furca von ihr ab; ein Merkmal, 
welches Scott ihr zuschreibt, nämlich die Lanzettform der Aussenrandborste des letzten Innen- 
astgliedes des 4. Fusses, würde die Art nicht bloss vor den beiden anderen Arten von Collo- 
cheres, sondern auch vor allen anderen Asterocheriden auszeichnen. — Canu macht in seiner 
Beschreibung von gracilicauda einige Angaben, worin er von den mehligen abweicht. So finde 



8Q Systematik. 

ich nicht, dass die Pleuren der Thoraxsegmente in der Dorsalansicht des Thieres seitlich her- 
vortreten ; ferner kann ich an der Spitze des Endgliedes der vorderen Antennen keine Spur 
eines Aesthetasken wahrnehmen, weder bei gracilicauda, noch bei canui; auch geht das Rostrum 
keineswegs so spitz aus, wie Canu angiebt, und ich vermuthe, dass er die hintere zarte Contur 
desselben übersehen hat; das Endglied des 5. Fusses trägt an Aussenrand und Spitze 3, nicht 
bloss 2 Borsten; und auch die beiden Anhänge, die sich beim cT ausserdem am Innenrande 
finden, möchten als Borsten, nicht als Zacken, aufzufassen sein, umsomehr da dieser Geschlechts- 
unterschied auch bei Rhynchomyzon auftritt. 

5. Genus Scottomyzon Giesbr. 1897. 
T 3, 10. 

1. Scottomyzon gibberum (Th. & A. Scott). 

Syn. Dermatomyzon gibberum Th. & A. Scott 1894 und Th. Scott 1894. Firth 

of Forth. Wirth? 

Th. & A. Scott 1895 a, ß; A. Scott 1896. Firth of 
Forth; Liverpool-Bay. Auf Asterias rubens. 
Scottomyzon gibberum Giesbrecht 1897 (s. u.). 

» » Th. Scott 1897. Loch Fyne. Auf Asterias rubens. 

Zur Synonymie. 

Ich stellte das Genus Scottomyzon für eine Art auf, welche Scott dem Genus Dermatomyzon 
zugewiesen hatte. Indessen unterscheidet sie sich von Dermatomyzon schon durch das 3gliedrige 
Abdomen, und besitzt ferner im Bau des Mundes, der Mundtheile und Schwimmfüsse manche 
Eigenthümlichkeiten, die die Aufstellung eines besonderen Genus für sie nöthig machten. — 
Die Kleinheit der Thiere erschwert die Präparation, und so ist es erklärlich, wenn Scott's 
Darstellung in einigen Punkten (2. Antenne, Sipho, Mandibel) der Ergänzung und Verbesserung 
bedarf; ich benutze daher eine Anzahl von Q, die Herr Th. Scott so freundlich war mir zu 
schicken, zu einer kurzen Beschreibung der Species (vgl. T 3 F 46 — 55; T 10 F 19). Farbe 
(nach Scott) ziegelroth, mit einigen weissen Streifen. Rumpf länge 0,5 mm. Der Vorder- 
körper (F 55) bildet eine Kugel, deren Breite bei manchen Individuen Vs der Rumpf länge 
beträgt, bei anderen ihr gleichkommt; vermuthlich dehnt sich die Kugel nach der letzten 
Häutung des Thieres noch während der Eireifung aus. Dieser kuglige Vorderkörper mit den 
gedrungen gebauten Gliedmaassen und dem kleinen Abdomen verleiht der Species einen 
sehr charakteristischen Habitus. Das Rostrum bildet einen stumpfen, kegelförmigen Höcker. 
Das Abdomen besteht aus dem breiten Genitalsegment, welches über 172mal so lang wie der Rest 
des Abdomens ist, einem kurzen mittleren Segment, einem etwas längeren Analsegment und der 
Furca, die ungefähr so breit wie lang ist; die Furcalborsten sind nach Scott's Zeichnung kurz; 



Genera und Species; Synonymie. §J 

bei meinen Exemplaren waren sie abgebrochen. Da der eingekerbte Hinterrand des Anal- 
segmentes auf der Dorsalseite stark vorspringt, so rückt die Articulation der Furca auf die 
Ventralfläche des Segmentes. Die vorderen Antennen (F 47), an welchen Scott 17 Glieder 
zählt, möchte ich als 19gliedrig bezeichnen, wiewohl die Grenzen zwischen Aa 1 und 2 und 
zwischen Aa 3 ~ 4 und 5 nicht so deutlich sind, wie die übrigen Gliedgrenzen; ausser Aa 3 ~ 4 
verschmelzen die beiden Endglieder, sodass das auf das Glied mit dem Aesthetasken folgende 
Stück nur 2 Glieder hat. Die meisten Glieder sind kurz, breiter als lang; nur Aa 1, 19^20 
und das Endglied machen eine Ausnahme davon. Die hinteren Antennen (F 50), die Scott 
nicht erwähnt, sind wegen der Länge von Re bemerkenswerth; derselbe ist ca. 3 / 4 so lang wie 
Ei 1; die apicale Hakenborste (St 2) ist schwach. Der Sipho (T 10 F 19) hat eine andere 
Form als bei den übrigen Asterocherinae ; er ist eiförmig und hat am distalen Ende eine weite 
Oeffnung. Die Mandibelladen (F 48) sind dick und kurz, der Kürze des Sipho entsprechend; 
sie sind am Ende nicht gezähnelt; für den Mandibelpalpus hat Scott vermuthlich eine Platte 
der 1. Maxille gehalten; derselbe ist in Wirklichkeit ein kleines Stäbchen, das am Ende in 
eine kurze Borste übergeht. Dagegen ist Scott's Beschreibung der 1. Maxille (F 46) zu- 
treffend; Li, etwa so gross wie B 2, trägt 3 dicke, das etwas dünnere B 2 4 dünne Borsten. Die 
2. Maxille (F 49) ist gedrungen und ihr Endhaken ungewöhnlich kräftig; seine Spitze 
ist stark gekrümmt. Am Maxillipeden (F 53) fällt die an B 2 und die neben dem End- 
haken sitzende Borste durch ihre Länge auf; andere Borsten scheinen nicht vorhanden zu sein. 
Die bemerkenswertheste Eigenthümlichkeit der Schwimmfüsse (F 51, 52) ist, dass Re 3 aller 
4 Fusspaare nur 2 schwächliche Se hat; die Zacke am distalen Rande von B 2 des 2. bis 
4. Paares ist abgerundet; Ri 2 läuft am Innenrande in eine einfache, spitze Zacke aus; die 
Schwimmborsten sind überall schwach gefiedert; die beiden apicalen Si von Ri 3 des 2. Paares, 
und die eine apicale Si des 3. und 4. Paares (die äussere fehlt hier) haben Stiletform; die 
Borsten von Ri sind am 4. Paare verkürzt. Das Basale des 5. Fusses (F 54) scheint gegen das 
Rumpfsegment beweglich zu sein und trägt eine ungewöhnlich lange Borste; das ovale End- 
glied scheint ausser den beiden dickeren Borsten am Ende noch eine winzige am Innenrande 
zu haben. — Die Eiballen sind kuglig; Scott zeichnet in jedem 6 (7?) Eier; das eine der 
von mir untersuchten Q, welches Eiballen trug, hatte deren 5 in jedem. 

6. Genus Acontiophorus Brady 1880. 
T 1, 4. 

1. Acontiophorus scutatus (Brady & Robertson). 

Syn. Solenostoma scutatum Brady & Robertson 1873. Irland. 

Acontiophorus scutatus Brady 1880 a. Rund um die Britischen Inseln. Wirth? 
? » » Thomson 1883. Otago Harbour. Wirth? 

Claus 1889 ß. Triest. Wirth? 
» » Canu 1891, 1892, 1894. Canal La Manche. Wirth? 

Zool. Station zu Neapel. Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asteroclieriden. 11 



Yorkshire-Küste. Wirth? 



§2 Systematik. 

Acontiophorus scutatus Thompson 1887, 1893. Liverpool-Bay; Puffin Isl. Wirth? 
» Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 14). 
? Acontiophorus angulatus Thompson 1888. Madeira. Wirth? 

2. Acontiophorus ornatus (Brady & Robertson). 

Syn. Ascomyzon ornatum Brady & Robertson 1876. 
Acontiophorus armatus Brady 1880 a. 

Claus 1889 ß. Triest. Wirth? 
Acontiophorus ornatus Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 14). 

Zur Synonymie. 

Dass die von Claus und Canu beschriebenen Thiere zu scutatus gehören, ist kein Zweifel, 
wiewohl die Abbildung, die Claus (T 7 F 5) von der 1. Maxille giebt, wenig mit der meinigen 
übereinstimmt; auffällig ist immerhin, dass Claus die 3 proximalen Borsten von Li so weit 
entfernt von den distalen, auf einem stabförmigen Fortsatz befindlichen Borsten entspringen 
lässt. — Dagegen ist die Zugehörigkeit des von Thomson bei Neu-Seeland gefundenen Thieres 
zu scutatus nicht einwandfrei; denn Thomson giebt seine Länge auf nur 0,5 mm an und zeichnet 
die Furca noch kürzer, als ich sie selbst bei der oben p. 16 erwähnten Varietät gefunden. 

Für die zweite Species ist der Name ornatus giltig, nicht armatus, den Brady später 
einführen wollte. 

Ueber Acontiophorus elongatus Scott s. u. 

7. Genus Scottocheres Giesbr. 1897. 
T 4. 

1. Scottocheres elongatus (Th. und A. Scott). 

Syn. Acontiophorus elongatus Th. & A. Scott 1894, Th. Scott 1894. Firth of Forth. 

Wirth? 
» » Thompson 1895. 

Scottocheres elongatus Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 17). 

Th. Scott 1898 ß. Firth of Clyde. Wirth? 

2. Scottocheres longifurca Giesbr. 

Syn. Scottocheres longifurca Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 17). 

Zur Synonymie. 

Ich bemerkte schon in meiner vorläufigen Revision der Familie (1895 p. 179 — 180), 
dass elongatus, nach Scott's Beschreibung zu urtheilen, nicht zu Acontiophorus gestellt werden 
könne, und ich fand diese Ansicht nach Untersuchung einiger Exemplare, welche mir Herr 



Genera und Species; Synonymie. oo 

Th. Scott freundlichst schickte, bestätigt: die Art gehört weder zu Acontiophorus, noch zu 
sonst einem der bisher aufgestellten Genera, sondern erforderte die Aufstellung eines neuen 
Genus. Die Q von e., welche ich später bei Neapel fand, stimmen so weit mit denen aus 
dem Firth of Forth überein, dass die Zeichnungen, die ich bereits nach letzteren angefertigt 
hatte, der obigen Beschreibung (p. 17) der Neapler Thiere beigegeben werden konnten. Scott's 
Darstellungen der Art sind sorgfältig und zutreffend; das Siphorohr, das sich beim Conserviren 
der Thiere stark zu krümmen pflegt, und dessen relative Länge daher leicht geringer er- 
scheint, als sie ist, reicht auch bei den Schottischen Exemplaren wenigstens bis in die Gegend 
der Geschlechtsöffnungen. 



II. Subfamilie Pontoeciellinae. 

1. Genus Pontoeciella Giesbr. 1895. 
T 5. 

1. Pontoeciella dbyssicola (Th. Scott). 

Syn. Artotrogus abyssicolus (£) Th. Scott 1893 y. 2°N— 4° S. 6°— 10° O. [235—360 

Faden Tiefe?]. Wirth? 
Pontoeciella abyssicola Giesbrecht 1895, 1897. 99° W. 3° S. [1800 m Tiefe?]; 

124° W. 9°N. 1000 m Tiefe; Neapel, pelagisch. 
Wirth? (s. o. p. 20). 

Zur Synonymie. 

Ueber die specinsche Zusammengehörigkeit der Exemplare von Neapel und aus dem 
Pacifischen Ocean s. o. p. 21. Ich habe dieselben zu der von Scott als "l Artotrogus abyssicolus 
beschriebenen Art gerechnet, wiewohl Scott die Stirn dreilappig darstellt und über die vordere 
Maxille und den 5. Fuss nichts aussagt; aber seine Zeichnungen lassen keinen Zweifel darüber, 
dass wenigstens die von ihm untersuchten Q mit den meinigen specifisch zusammengehören. 
Anders ist es mit den Thieren, die er als cf, vielleicht unreife, anspricht. Scott bemerkt, 
dass dieselben im Bau des Rumpfes, der vorderen und hinteren Antennen und der Maxillipeden 
von den Q sich unterscheiden, in allen übrigen Merkmalen aber mit ihnen übereinstimmen. 
Die Unterschiede, welche die Antennen beider Paare zeigen (die vorderen sind 5gliedrig und 
nicht geniculirend) , würden darauf schliessen lassen, dass die SexuaKDifTerenzen bei Pontoeciella 
andere sind als bei den übrigen Asterocheriden, wenn die Thiere Avirklich reife cT wären; 
gegen diese Annahme spricht aber der Mangel von Genitalöffnungen und Spermatophoren; 
andererseits hat das Abdomen nicht nur die Zahl der Segmente eines reifen männlichen Ab- 
domens, sondern sogar eines mehr. 

n* 



§4 Systematik. 



III. Subfamilie Rataniinae. 

1. Genus Ratania Giesbr. 1892. 
T 10. 
1 . Ratania flava Giesbr. 

Syn. Ratania flava Giesbrecht 1892, 1897. Neapel, pelagisch. Wirth? (s. o. p. 22) 



IV. Subfamilie Dyspontiinae. 

Während die verwandtschaftlichen Beziehungen der Genera der Asterocherinae, wie wir 
sahen, sich mehrfach kreuzen, so tritt bei den Dyspontiinae hauptsächlich ein Merkmal in 
den Vordergrund, nach dessen Abstufungen man die Genera dieser Subfamilie in einer ein- 
fachen, einerseits an die Asterocherinae anknüpfenden, andererseits zu den Cancerillinae über- 
führenden Reihe ordnen kann; das ist der Bau des 4. Thoraxfusses. 

Derselbe ist bei Myzopontius, Neopontius, Cribropontius und bei dem nur im männlichen 
Geschlecht bekannten Sestropontius ein normaler, den vorhergehenden Schwimmfüssen ganz 
ähnlicher Ruderfuss (T 6 F 12; T 7 F 40; T 9 F 5). Ausser durch dieses Merkmal verbinden 
Myzopontius und Neopontius die Dyspontiinae mit den Asterocherinae auch durch die Form des 
Rumpfes, die geringere Verbreiterung des vorderen Abschnittes des weiblichen Genitalsegmentes 
und die reichere Gliederung der vorderen Antennen, Myzopontius im besonderen auch durch 
den relativ grossen Exopoditen der hinteren Antennen und Neopontius durch die reiche Be- 
borstung der 1. Maxille und die Form des 5. Fusses. Andererseits knüpfen Cribropontius und 
Sestropontius durch die grössere relative Länge der hinteren Antennen (im Verhältniss zum 
Maxillipeden) und die geringere Länge ihres Endgliedes (im Verhältniss zum vorletzten Gliede) 
die beiden Subfamilien aneinander. Für Myzopontius ist noch besonders charakteristisch die 
Grösse und Lage des medianen Darmcöcums, das, soweit bekannt, bei keiner anderen Art der 
Familie sich so weit nach hinten überbiegt, und für Neopontius die Verschmelzung der beiden 
mittleren Glieder der hinteren Antennen, die nur noch bei Pteropontius vorkommt. Die Genera 
Cribropontius und Sestropontius sind nahe miteinander verwandt, unterscheiden sich aber besonders 
dadurch, dass das letztere in Grösse und Bewaffnung der 2. Maxille und des Maxillipeden 
andere Genera der Dyspontiinae nicht merklich übertrifft, während Cribropontius durch die 
Stärke dieser Gliedmaassen und die Stachelborsten am Maxillipeden ausgezeichnet ist. 

Die erste Stufe der Rückbildung zeigt der 4. Fuss bei Bradypontius (T 6 F 25, 34, 41): 
sein Innenast ist zwar noch 3 gliedrig, aber die Glieder sind dünn, cylindrisch und fast borsten- 
los. Im Uebrigen ist das Genus den folgenden nahe verwandt. 



Genera und Species; Synonymie. ok 

Der 4. Fuss büsst seinen Innenast völlig ein bei Pteropontius, Dyspontius und Crypto- 
pontius (T 7 F 29; T 8 F 39). Das erste Genus entfernt sich von den beiden anderen ausser 
durch die Eigenthümlichkeiten des Rumpfbaues besonders durch die Reduction der Gliederung 
an den Aesten des 1. Fusses (T 7 F 38) und die Verschmelzung der beiden Mittelglieder der 
hinteren Antennen (T 7 F 34); einige Aehnlichkeit mit Dyspontius besteht in der geringen 
Zahl der Lappen an den lateralen Darmcöca. Cryptopontius und Dyspontius sind nahe verwandt; 
indessen scheinen mir der Bau des Sipho, die Beborstung des 1. Fusses und die Lappung der 
lateralen Darmcöca hinreichende Merkmale zur Trennung der Genera zu liefern. 

Bei Artotrogus und dem nur nach cT bekannten Dystrogus endlich ist der 4. Fuss ganz 
ausgefallen. Die beiden Genera sind auch sonst nahe verwandt; doch lassen sie sich schwer 
vergleichen, da das eine nur aus Q, das andere nur aus cf bekannt ist. Dass indessen Dystrogus 
neben Artotrogus als besonderes Genus berechtigt ist, dürfte aus folgenden Unterschieden her- 
vorgehen: der Sipho hat bei A. ein gegen den Basaltheil abgesetztes Rohr, während bei 
D. der Basaltheil allmählich in das Rohr übergeht, und dieses wenig dünner als jener, ausser- 
dem viel dicker als bei A. ist; 1., 2. Maxille und Maxilliped sind bei D. dünner und schlanker 
als bei A.\ die Zahl der Borsten an Re 3 des 1. Fusses ist verschieden, und Ri 3 des 2. Fusses 
trägt bei D. keine Pfriemborste. 

Ausser den genannten Genera dürfte auch das Genus Conostoma Thomson 1883 (mit 
der Species ellipticum von Otago Harbour; Wirth?) zu den Dyspontiinae gehören; aber die Dar- 
stellung, die der Autor giebt, ist zu dürftig, als dass das Genus in das System der Asterocheridae 
aufgenommen werden könnte. Die vorderen Antennen sind »about 9jointed«; die hinteren 
Antennen sollen des Aussenastes entbehren; über Mandibeln und Maxillen erfahren wir nichts; 
die Aeste des 1. Fusses sind zweigliedrig, die folgenden 3 Füsse einander »almost similar«, 
und das weibliche Abdomen soll nur 2 Segmente haben. — Zu unserer Familie stellt Gerstäcker 
(Bronn) noch 3 Genera Hesse's: Uperogcos, Platyihoraoc und Ceratrichodes (1866, 1867, 1872); 
vielleicht mit Recht; welcher Platz ihnen aber unter den Asterocheridae anzuweisen wäre, ist 
aus der Darstellung; Hesse's nicht zu erkennen. 



L ö 



1. Genus Myzopontius Giesbr. 1895. 

T 1, 6. 

1. Myzopontius pungens Giesbr. 

Syn. Myzopontius pungens Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 24). 

2. Genus Neopontius Th. Scott 1898. 

1. Neopontius angularis Th. Scott 1898. Loch Fyne. Wirth? 

Aus der Beschreibung des Autors der Species sei hier Folgendes wiedergegeben. Q. 
Rumpf. Länge 1,36 mm. Gestreckt, Vorder- und Hinterrumpf etwa gleich lang; die 



gß Systematik. 

Seitenecken der Thoraxsegmente, besonders des 3. und 4., sind nach hinten in Zipfel ver- 
längert, die in der Dorsalansicht aus den Seitenconturen etwas hervortreten. Das Genital- 
segment, vorne wenig verbreitert, ist gut so lang wie die 3 übrigen Segmente des dünnen 
Abdomens zusammen. Die Furca ist lang und schmal, etwas länger als die beiden letzten 
Abdomensegmente zusammen. Gliederung der 12gliedrigen vorderen Antennen wie bei 
Myzopontius ; doch sind die Glieder relativ kürzer und die Zahl der Borsten grösser. An den 
hinteren Antennen sind die beiden mittleren Glieder (B 2 ~ Ri 1) verschmolzen (was im 
Text nicht erwähnt, aber aus der Figur ersichtlich ist) ; mitten am Aussenrande dieses Gliedes 
sitzt der kleine Re. Ueber den Sipho fehlen Angaben; dass er in ein Rohr ausläuft, wie 
bei allen Dyspontiinae, schliesse ich daraus, dass der Autor das Genus zu dieser Subfamilie 
stellt. Die Mandibelstilete sind dünn und am Ende gezähnelt. Die 1. Maxille hat sowohl 
in der Form ihrer beiden Lamellen wie in der Zahl der Borsten (B 2 mit 3, Li mit 4) Eigen- 
schaften, wie sie sonst nicht bei den Dyspontiinae, sondern vielmehr bei den Asterocherinae 
vorkommen. Li ist über halb so lang wie B 2 ; die Borsten tragen kurze Fiedern. Der End- 
haken der 2. Maxille ist kräftig und scharf gebogen; an seinem concaven Rande sitzt eine 
lange, steife Borste. Solcher Borsten sitzen auch je 1 an den beiden letzten Gliedern des End- 
stückes des Maxillipeden. Die Ruderfüsse sind ganz ähnlich wie bei Myzopontius gebaut, 
nur ist die Doppelzacke am Ende des Innenrandes von Ri 2 besser ausgebildet. Relativ gross 
(etwa so gross wie Ri 2 des 4. Fusses) ist das Endglied des 5. Fusses ; es läuft am Ende des 
Innenrandes in eine Zacke aus und trägt am abgestutzten Endrande 2, auf der Vorderfläche 
1 Fiederborste. — Von den sexuellen Charakteren des cf werden nur die an der 1. Antenne an- 
gegeben. Ihre Gliederung ist die gleiche wie beim Q ; doch ist das viertletzte Glied (13 ~ 14) 
relativ länger und breiter und trägt am Ende des Innenrandes eine lange, steife Borste, die 
der kurzen, an dem homologen Gliede bei Myzopontius befindlichen entsprechen dürfte. Das 
Kniegelenk ist zwischen den beiden Endgliedern; supplementäre Aesthetasken werden nicht 
erwähnt. 

3. Genus Cribropontius n. 
T 7. 

1. Cribropontius normani (Brady & Robertson). 

Syn. Dyspontius normani Brady & Robertson 1876. 

Artotrogus normani Brady 1880 a. Durham. Wirth? 
? » s Thompson 1888. Madeira. Wirth? 

» Thompson 1893. Insel Man. Wirth? 
Bradypontius normani Giesbrecht 1895, 1897. 

Th. Scott 1897. Loch Fyne. Wirth? 



Genera und Species; Synonymie. Q"J 



Zur Synonymie. 

Wie Canu (1892) schloss auch ich aus der Darstellung Brady's, dass bei normani der 
4. Fuss einen ähnlichen Bau habe wie bei magniceps, und dass normani also, trotz einiger 
Besonderheiten, zu Bradypontius zu stellen sei. Aus Th. Scott's Darstellung der Species aber 
ergiebt sich, dass der 4. Fuss von normani den vorgehenden ähnlich gebaut ist. Schon aus 
diesem Grunde dürfte normani vom Genus Bradypontius auszuschliessen sein. Aber die Be- 
schreibung Th. Scott's, die ich im Folgenden nach einem mir von Herrn A. Scott zuge- 
schickten Q (Liverpoolbay) in einigen Punkten ergänzen möchte, zeigt, dass normani von den 
Bradypontius -Arten noch in anderen Merkmalen abweicht: durch die Kürze von B 2 der 
1. Maxille, die Dicke der 2. Maxille und die starke Krümmung ihres Endhakens, die Be- 
stachelung der Maxillipeden und die relative Länge ihres Endhakens, die Grösse des 5. Fusses, 
die geringere Gliederzahl der männlichen Antennen. Ich stelle daher für normani ein be- 
sonderes Genus auf. 

Beschreibung des erwähnten 2 (T 7 F 40 — 47). Rumpf. Länge 1,4 mm (Scott 
giebt 1,5 an). Stirn ohne Crista. Rostrum kräftig chitinisirt, aber stumpf und ziemlich kurz. 
Der Vorderkörper (F 47) hat 3 charakteristische Eigenschaften: der Hinterrand von Ce ~ Th 1 
hat, ähnlich wie bei Mhynchomyzon falco und Dyspontius fringilla, jederseits eine runde Zacke 
nicht weit von der Ecke, mit welcher er in den Seitenrand umbiegt; ferner sind die Seiten- 
zipfel von Th 3 stark seitlich gespreizt und länger und breiter als die von Th 2 ; endlich 
münden die zahlreichen Hautporen in trichterförmige Gruben, vom Trichterrande wie von einem 
Hofe umgeben. Das Abdomen (F 42, 47) ist gestreckt, das Analsegment auffällig lang, nämlich 
so lang wie die beiden vorhergehenden Segmente zusammen und wie die Furca, welche ihrer- 
seits lVamal so lang wie breit ist; charakteristisch ist auch, dass die beiden mittleren Segmente 
schmaler sind als das nach hinten verbreiterte Analsegment. Die Furcalborsten '(F 45) sind 
kurz; St 4 ist von den anderen Endborsten ab- und neben die winzige Se gerückt. Die 
vorderen Antennen sind 9gliedrig; die Gliederung ist wie bei Artotrogus: Aa 1, 2, 3 ~ 8, 
9 ~ 11 etc. Die Gliedlängen der 2. Antennen (F 44) entsprechen etwa den Zahlen 10, 12, 
9, 8. Der Sipho reicht nicht ganz bis zum Ansatz des 1. Fusses; das Rohr ist dick im 
Verhältniss zur Basis. Die Mandibelladen, am Ende fein gezähnelt, zeigen in ihrem 
mittleren Abschnitt auf der Innenfläche ihrer Chitinwand eine in enger Spirale verlaufende 
Verdickung. B 2 der 1. Maxille (F 41) ist kaum halb so lang wie Li; die Borsten sind 
lang. Ungemein gedrungen und kräftig sind die 2. Maxillen (F 46) und Maxillipeden 
(F 43) gebaut; die steifen Borsten, von denen je 1 an den Basal- und beiden letzten Innen- 
astgliedern der Maxillipeden sitzen, und die Länge des Endhakens sind sehr charakteristische 
Merkmale. Die Ruderfüsse sind denen von Bradypontius im Ganzen ähnlich; von den end- 
ständigen Borsten von Bi 3 ist nur die innere pfriemförmig, und zwar am 2. — 4. Fusse. Ab- 
weichend von Bradypontius aber ist der Innenast des 4. Fusses (F 40) gebaut; er ist nicht viel 



88 Systematik. 

kürzer als der Aussenast und besitzt die gleiche Zahl wohlentwickelter Fiederborsten wie bei 
Myzopontius. Th. Scott fand die Thiere braungelb gefärbt, mit (gewöhnlich 8) ziegelrothen 
Flecken auf der Rückseite des Vorderleibes; er zeichnet an einem Q ellipsoidische, fast 
kugelige Eiballen mit je etwa 8 Eiern. — Die cf sind nach Th. Scott kleiner als die Q. (ca. 
1,2 mm) und weichen sonst nur noch im Bau des Abdomens und der lOgliedrigen vorderen 
Antennen ab ; letztere sind wie bei Bradypontius siphonatus gegliedert, haben aber zwischen 
dem langen 3. Gliede und Aa 13 ^ 16 nur 3 (statt 5) kürzere Glieder. 

4. Genus Sestropontius n. 
T 9. 

1. Sestropontius bullifer Giesbr. (s. o. p. 26). Neapel. Wirth? 

5. Genus Bradypontius Giesbr. 1895. 
T6. 

1. Bradypontius magniceps (Brady). 

Syn. Artotrogus orbicularis Brady & Robertson 1876. 

» magniceps Brady 1880 a. Ayrshire ; Yorkshire. Wirth? 

» » Thompson 1893. Insel Man; Puffin Isl. Wirth? 

» normani Canu 1891, 1892. Wimereux. Wirth? 

Bradypontius magniceps Giesbrecht 1895. 

» canui Giesbrecht 1897 (s. o. p. 27). 

2. Bradypontius chelifer Giesbr. 

Syn. Bradypontius chelifer Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 27). 

3. Bradypontius siphonatus Giesbr. 

Syn. Bradypontius siphonatus Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 27). 

Zur Synonymie. 

Brady (1880 a) erkannte zwar, dass die von Brady & Robertson früher (1876) als 
Artotrogus orbicularis Boeck bestimmte Species nicht mit dieser Art identisch sei, und gab ihr 
den Namen magniceps, aber er bezweifelte nicht, dass sie in das Genus Artotrogus Boeck ge- 
höre; in dieses stellte er ausserdem eine verwandte Art, normani, und diese 3 Arten wurden 
auch später von Claus und Canu als generisch zusammengehörig angesehen. Da indessen 
Boeck bei orbicularis das hauptsächlichste und auffälligste Merkmal von magniceps, die Rück- 
bildung des Innenastes des 4. Fusses, nicht erwähnt, so stellte ich (1895) für magniceps und 
2 Species von Neapel, die jenes Merkmal besassen, das Genus Bradypontius auf; dasselbe er- 
wies sich um so mehr als berechtigt, als sich herausstellte, dass Artotrogus orbicularis über- 
haupt kein 4. Fusspaar besitzt. Dass normani Brady & Robertson nicht zu Bradypontius 



Genera und Species; Synonymie. CO 

gestellt werden kann, habe ich oben p. 87 gezeigt. Mit dieser Art hatte Canu (1891, 1892) 
ein bei Wimereux gefundenes Q identificirt und eingehend beschrieben. Ich hielt schon 
früher (1897) diese Bestimmung für unrichtig, besonders wegen des abweichenden Baues der 
Maxillipeden, und führte für normani Canu non Brady & Kob. den Namen canui ein. Mit 
völliger Sicherheit hat sich die Verschiedenheit der Art Canu's von normani nun aus Th. Scott's 
(1897) Beschreibung von normani ergeben; zugleich aber bin ich, seit ich 2 Q von magniceps 
untersuchen konnte, zu der Ansicht gelangt, dass das von Canu beschriebene und von mir 
canui benannte Thier zu magniceps gehört. Ich finde in Canu's Darstellung in der That nichts, 
was gegen diese Ansicht spräche. 

Die mir von Herrn A. Scott überlassenen beiden Q von magniceps aus der Liverpool- 
bay benutze ich, um Brady's und Canu's Beschreibung in einigen Punkten zu ergänzen (vgl. 
T6 F 41— 44). Länge 1,45 mm (Thompson 1893 giebt 1,25, Canu 1,6 mm an). Den Kopf 
zeichnet Brady sehr viel breiter als Canu und ich (F 42), wohl nach einem Exemplar, in 
welchem die sehr breiten, ventral umgebogenen Pleuralränder nach aussen gedrückt waren. 
Die Stirn hat keine Crista; Rostrum dreieckig. Die Furca, von Brady zu kurz gezeichnet, 
ist doppelt so lang wie breit und weicht von der von siphonatus auch darin ab, dass St 4 wie 
bei chelifer vom Endrande abgerückt ist. Die vorderen Antennen linde ich, wie auch Canu, 
deutlich 9gliedrig; das Glied, welches Brady mehr zählt, ist das abgegliederte Endstück des 
2. Gliedes. Die beiden Endborsten der 2. Antennen sind an Länge minder verschieden als 
bei siphonatus. Der Sipho reicht bis zum Ansatz des 1. Fusses, also etwa so weit wie der von 
chelifer, dem er auch in der Dicke des Rohres ähnlicher ist, als dem von siphonatus. Auch 
die vordere Maxille (F 43) gleicht mehr der von chelifer, während die hintere Maxille (F 44) 
und der Maxilliped wie bei siphonatus, wenn auch minder schlank, gebaut sind. Wie bei 
chelifer ist von den Endborsten von B-i 3 der Schwimmfüsse nur je 1 am 2. und 3. Fusse 
verdickt; die Aussenränder der Aussenäste haben die gröberen Spitzenreihen ebenfalls wie bei 
chelifer. Der Innenast des 4. Fusses (F 41) ist denen der anderen Arten des Genus ähnlich, 
aber insofern etwas weniger rückgebildet, als er nicht so stabförmig aussieht und eine grössere 
Zahl von Borstenrudimenten aufweist. 

6. Genus Cryptopontius n. 
T 1, 8, 10. 

1. Cryptopontius thorelli (Giesbr.). 

Syn. Dyspontius thorelli Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 30). 

2. Cryptopontius tenuis (Giesbr.). 

Syn. Dyspontius tenuis Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 30). 

3. Cryptopontius capitalis (Giesbr.). 

Syn. Dyspontius capitalis Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 30). 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 12 



90 Systematik. 

4. Cryptopontius brevifurcatus (Giesbr.). 

Syn. Dyspontius brevifurcatus Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 30). 

Vgl. die Bemerkungen zur Synonymie von Dyspontius. 

7. Genus Dyspontius Thorell 1859. 
T 1, 7, 10. 

1. Dyspontius striatus Thorell. 

Syn. Dyspontius striatus Thorell 1859. Christineberg. Wirth? 
» » Norman 1867. Hebriden. Wirth? 

» » Brady 1880 a. Shetland; Scilly Isl.; Durham; York- 

shire. Wirth? 
» ö Thompson 1889 a. Puffin Isl. Wirth? 

» » Canu 1892. Wimereux. Aus kleinen, einfachen Ascidien. 

Gallopontius rotundus Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 33). 

2. Dyspontius fringilla (Giesbr.). 

Syn. Gallopontius fringilla Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 33). 

3. Dyspontius passer (Giesbr.). 

Syn. Gallopontius passer Giesbrecht 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 33). 

Zur Synonymie. 

Im Jahre 1895 stellte ich das Genus Gallopontius für eine Species (fringilla) auf, die 
von Dyspontius striatus Thor, durch auffällige Merkmale in dem Bau des Rumpfes abwich und 
sich davon auch durch Eigenthümlichkeiten des Sipho und der Beborstung der Füsse zu unter- 
scheiden schien. Dem Genus Gallopontius wies ich dann noch zwei weitere Species (passer, 
rotundus) zu, von denen die eine {rotundus) zwar einen ähnlichen Rumpf wie D. striatus hatte, 
aber die wichtigsten Merkmale des Sipho und der Füsse mit fringilla theilte. Seither erhielt 
ich von Herrn A. Scott mehrere Exemplare von D. striatus Thor, aus der Liverpool- Bay; es 
war kein Zweifel, dass diese Exemplare richtig bestimmt waren, da sie der Beschreibung 
Thorell's u. a. auch darin entsprachen, dass sie die von späteren Beschreibern der Species 
nicht erwähnte Längsstreifung an den Pleuren des Kopfes aufwiesen. Die Untersuchung dieser 
Exemplare zeigte mir aber zugleich, dass meine Species Gallopontius rotundus = Dyspontius 
striatus Thor, ist, was ich aus den Beschreibungen Thorell's, Brady's und Canu's nicht 
erkannt hatte. Aus der Identität dieser beiden Species folgt nun weiter, dass das Genus 
Gallopontius einzuziehen und die Species fringilla und passer dem Genus Dyspontius Thor, ein- 
zureihen sind, und es folgt schliesslich, dass die 4 Species thorelli, tenuis, capitalis, brevifurcatus, 
die ich (1895, 1897) auf Grund der vorhandenen Beschreibungen von D. striatus mit dieser 



Genera und Species; Synonymie. Q| 

Art in dasselbe Genus stellen zu müssen glaubte, ein Genus für sich bilden, dem ich den 
Namen Cryptopontius gebe. 

Es schien mir früher ungewiss, ob die von Brady und Canu als D. striatus beschrie- 
benen Thiere zu Thorell's Species gehören. Denn beide Autoren erwähnen die Längsstreifung 
an den Pleuren des Kopfes nicht. Ausserdem giebt Brady eine viel grössere Rumpflänge 
(1,8 mm; Thorell nur IV4 mm) an und findet eine geringere Länge des Siphorohres und eine 
grössere der Furca im Verhältniss zum Analsegment. Ferner differirt das von Brady beschrie- 
bene cf in manchen Punkten von Caxu's Darstellung (welcher Q nicht gefunden), besonders 
in der Rumpfform und den Dornborsten der Greifantennen. Auch zeichnet Canu die Platten 
der 1. Maxille sehr ungleich lang, während sie bei Thorell und Brady fast gleich lang sind. 
Die Untersuchung der Britischen Exemplare der Species zeigte mir nun aber, dass die er- 
wähnten Abweichungen Brady's von Thorell und Canu theils auf Versehen, theils auf eine 
Variabilität der Species zurückzuführen sind, und dass Canu's Beschreibung der ö 1 das Vor- 
kommen der Art bei Wimereux beweist. 

In Thorell's Beschreibung ist ohne Zweifel irrthümlich, dass er die 2. Antennen 3gliedrig 
nennt, den Aussenast derselben und das 5. Fusspaar vermisst und das auf den Aesthetasken 
der weiblichen Antennen folgende Stück des Endgliedes als besonderes Glied zählt. Ob die 
Q wirklich die von Brady angegebene Länge von 1,8 mm erreichen, muss ich dahingestellt 
sein lassen; die Kürze des Analsegmentes im Verhältniss zur Furca, die Verschmelzung der 
beiden Basalglieder der hinteren Antennen und die Abwesenheit der Dornbörstchen am Ende 
der Greifantennen beruhen jedenfalls auf Versehen. Canu findet an den Greifantennen 13 supple- 
mentäre Aesthetasken, während ich nur 1 1 finde ; die eigenthümliche Form des linken 2. Fusses 
an seinem Thiere ist, wie Canu auch vermutriet, ohne Zweifel eine Missbildung. Canu bildet 
auch ein Copepodidstadium der Species ab. 

Hesse (1866) beschreibt 3 »Dyspontius«- Arten, ausser striatus Thor, noch marginatus und 
conspicuus. Die Darstellung ist zu mangelhaft, um ein Urtheil über die systematische Stellung 
der drei Arten zuzulassen. 

8. Genus Pteropontius Giesbr. 1895. 
T 7, 10. 
1 . Pteropontius cristatus Giesbr. 

Syn. Pteropontius cristatus Giesbrecht 1895, 1897. Neapel. Wirth? (s. o. p. 36). 

9. Genus Dystrogus n. 
T 9. 

1. Dystrogus gladiator n. (s. o. p. 38). Neapel. Wirth? 

12* 



92 Systematik. 



ID. Genus Artotrogus Boeck 1859. 
T 9, 10. 
1 . Artotrogus orbicularis Boeck. 

Syn. Artotrogus orbicularis Boeck 1859. Farsund. Auf Doris sp. 

» » Hansen 1886. Karisches Meer. Wirth? 

Thompson 1893. Puffin Isl. Wirth? 
Th. Scott 1897, 1898. Loch Fyne. Wirth? 
» » Giesbrecht 1897 (s. u. p. 93). 

Non » » Brady & Robertson 1876. 

Zur Synonymie. 

In meiner vorläufigen Uebersicht über die Genera und Arten der Familie (1895) konnte 
ich eine Diagnose von Artotrogus Boeck nicht aufstellen, weil in Boeck's Beschreibung manche 
Angaben zweifelhaft und manche wichtige Merkmale übergangen waren, weil Hansen's Be- 
merkungen über das im Karischen Meere gefundene Exemplar der Species nur die Farbe be- 
trafen, und Thompson nur eine unzulängliche Figur gab. Allerdings stellten Brady, Claus und 
Canu Diagnosen des Genus auf, aber auf Grund von Species, die entweder nachweislich nicht 
mit orbicularis generisch zusammengehören, oder deren Hergehörigkeit eben wegen der Unvoll- 
kommenheit von Boeck's Beschreibung unsicher war. So zog ich es vor, für diese letzteren 
Species (magniceps, normani) ein besonderes Genus aufzustellen, und Artotrogus einstweilen auf 
die einzige Species orbicularis zu beschränken, die von Boeck auf Grund ihrer auffälligen 
Rumpfform und anderer Merkmale, wenn auch nicht für die Einreihung ins System, so doch 
für eine Wiedererkennung ausreichend beschrieben war. — Seitdem habe ich nun 2 Q der 
Species untersucht und gefunden, dass Artotrogus in allen Merkmalen ein typisches Mitglied 
der Dyspontiinae ist, aber in der Rückbildung des 4. Fusspaares noch einen Schritt über Dys- 
pontius und Verwandte hinausgeht: nicht bloss der Innenast davon ist verloren gegangen, son- 
dern die ganze Gliedmaasse fehlt. Boeck hatte also nicht, wie ich (1895 p. 181) annahm, ein 
Fusspaar übersehen 1 ), wenn er auf die von ihm als 1. und 2. Fusspaar bezeichneten 2. Maxillen 
und Maxillipeden nur noch 3 gleich gebaute Fusspaare folgen Hess. 

Von den beiden mir vorliegenden Q stammt das eine (K.) aus dem Museum von Copen- 
hagen, woher ich es durch Vermittlung von Herrn Dr. H. J. Hansen erhielt; es ist dasselbe, 
welches auf der Dijmphna-Expedition im Karischen Meer gefischt wurde. Das andere (P.), bei der 
Puffin-Insel gefangene, stellte mir Herr C. J. Thompson zur Verfügung. Da die reifen Q der 



1) Diese Annahme haben übrigens alle Forscher gemacht, und sie lag nahe, da Boeck nicht bloss bei 
Artotrogus, sondern auch bei Asterocheres nur 3 Schwimmfüsse fand. 



Genera und Species; Synonymie. 93 

Species seit Boeck nicht wieder eingehender beschrieben worden sind, so lasse ich hier eine 
Beschreibung der beiden Exemplare folgen (vgl. T 9 F 24—34; T 10 F 33—35). 

Q. Die Farbe (nach Hansen) des Körpers ist braun, des Auges roth, der Eiballen gelb. 
Rumpf (T 9 F 28; T 10 F 33 — 35). Die Länge variirt stark; das Q aus dem Karischen Meer ist 
2,5, das von der Puffm-Insel 1,65 mm lang; Boeck giebt 2 mm an. Der Umriss des Rumpfes ist 
kreisförmig, bei dem Exemplar P. noch regelmässiger als bei K. ; bei letzterem ist die Breite etwas 
geringer als die Länge. So bildet der Rumpf eine flache Schale mit breitem, scharfkantigem ven- 
tralem Rande (besonders an Ce ~ Th 1); man könnte daher vermuthen, dass Artotrogus sich nach 
Art der Caligiden an die Unterlage ansauge; indessen fehlt nicht bloss dem Schalenrand am 
Hinterende der dazu nöthige Schluss, sondern es sind auch keine Muskeln da, die als Saug- 
muskeln dienen könnten. Der kreisförmige Umriss des Rumpfes wird beiderseits durch die tiefen 
Einschnitte zwischen Ce ~ Th 1 und den langen Seitenzipfeln von Th 2 und 3 unterbrochen, und 
hinten ragt aus ihm die Furca ein wenig hervor. Der Vorderkörper besteht aus nur 3 Seg- 
menten (Ce ~ Th 1, Th 2, Th 3); Th 4, auch bei anderen Dyspontiinae kurz, ist hier, wie das 
zu ihm gehörige 4. Schwimmfusspaar, so weit verkümmert, dass ich keinen sicheren Rest davon 
mehr auffinden konnte. Dagegen ist das 1. Segment des Hinterkörpers (Th 5), welches das 
rudimentäre Füsschen trägt, vorhanden; auf dasselbe folgen das Genitalsegment (Ab 1 ~ 2), 
3 weitere Segmente und die Furca. Das Rostrum ist ein dreikantiger, hinten abgestumpfter 
"Wulst; es ist auf jeder Seite durch eine tiefe Grube von dem Lateralrande des Kopfes getrennt; 
in diesen Gruben articuliren die Vorderantennen. — Das Genitalsegment ist jederseits in einen 
langen, nach hinten gerichteten Zipfel ausgewachsen, dessen abgerundetes Ende den Hinter- 
rand des Analsegmentes überragt. Boeck hielt die Zipfel für das letzte Fusspaar, während er 
das rudimentäre Fusspaar übersah. Ventral von der Basis der Zipfel liegen die Geschlechts- 
öffhungen, lange, von vorne nach hinten und ein wenig nach aussen verlaufende Schlitze, deren 
äussere Lippe am Hinterrande eine längere und innen davon eine winzige Borste trägt. Auf 
das Genitalsegment folgen 2 (nicht, wie Boeck angiebt, 3) kurze Segmente und das längere 
Analsegment. Die Furca ist kurz, nur wenig länger als breit; ihr Hinterrand trägt ventral 
von den Ansatzstellen der Borsten einen in der Mitte zugespitzten, fein behaarten Saum; Zahl 
und Stellung der Furcalborsten ist ähnlich wie bei Dyspontins. Der Panzer ist siebartig von 
Poren durchsetzt. — Die vorderen Antennen (T 9 F 30) sind, wie Boeck richtig angiebt, 
9gliedrig; das 1. und 3. Glied sind die längsten; die Borsten sind kurz und nackt, der Aesthetask 
am Endgliede ziemlich dünn und kurz. Die hinteren Antennen (T 9 F 25) bezeichnete 
Boeck als 3gliedrig, doch ist ein kurzes B 1 vorhanden; der von Boeck übersehene Exopodit 
ist ein kleines, mit einem Börstchen versehenes Knöpfchen. Die Borsten von Ri 2, in der 
üblichen Zahl (4) vorhanden, sind dünn und gefiedert, keine ist eine Klammerborste. Der 
Sipho (T 9 F 29) hat eine ähnliche Form wie bei Cryptopontius, geht aber in ein dickeres Rohr 
aus; dasselbe reichte bei K. bis in die Mitte zwischen Maxillipeden und 1. Fusspaar, bei P. 
überragte es kaum die Ansatzstelle der Maxillipeden. Die Spitze der Mandibellade (T 9 
F 34) trägt an einer Seite 3 — 4 stumpfe Zähnchen. Li der 1. Maxille (T 9 F 24) ist fast 



94 Systematik. 

doppelt so lang wie B 2; Li trägt eine, B 2 zwei längere Borsten. Hintere Maxille (T 9 F 26) 
und Maxilliped (F 27) sind dicke, musculöse Klammerorgane; da Boeck sie als 1. und 2. Fuss- 
paar bezeichnet, so ist der von ihm abgebildete pes unus quarti paris in Wirklichkeit ein Fuss 
des 2. Paares, womit auch die Länge der Si von B 1 in seiner Figur übereinstimmt. Die 

3 Schwimmfüsse (T 9 F 31 — 33) haben 2gliedrige Basalia und 3gliedrige Aeste. B 1 trägt 
eine gefiederte Si, B 2 eine gefiederte Se, die am 3. Fusse aber winzig ist. Re hat an allen 
Füssen 1, 1, 3 Se (ziemlich schwächlich, die von Re 1 des 2. und besonders des 3. Fusses 
klein), 1 St (am 1. Fusse eine Fiederborste) und am 1. Fusse 1, 1, 4, am 2. und 3. Fusse 1, 
1, 5 Si; Ri hat am 1. Fusse 1, 1, 5 Si, 1 Se, am 2. Fusse 1, 2, 5 Si, \ Se, am 3. Fusse 1, 2, 

4 Si, 1 Se (nur am 2. Fusse ist die vorletzte Si von Ri 3 pfriemförmig). Die Zacke am Ende 
des Aussenrandes von Ri 2, am 3. Fusse auch diejenige neben der Se von Ri 3, ist doppelt. — 
Das 5. Fusspaar ist ein winziges, mit 3 Börstchen besetztes Knöpfchen. — Das Exemplar K. 
(T 10 F 35) trug jederseits einen kugelrunden, aus 20 grossen Eiern bestehenden Eiballen; die 
Kittstränge, an dem die Eiballen hingen, waren schräge nach vorne gerichtet, so dass die 
Centren der beiden Ballen etwa zu beiden Seiten der Ansatzstelle des 3. Fusses zu liegen 
kamen; die Schwimmfüsse waren dadurch nach vorne übergedrängt. Thompson's Figur lässt 
eine ähnliche Lage der Eiballen erkennen, und so dürfte sie als normal anzusehen sein. Für 
die Eiballen, die dabei ganz von den Seitentheilen der Thoraxsegmente überdeckt sind, ist 
diese Lage günstig, insofern sie ihnen Schutz gewährt; für die Action der Schwimmfüsse aber 
muss sie hinderlich sein, und man könnte in ihr einen Grund für die Rückbildung des 4. Fuss- 
paares sehen, wenn dasselbe nicht bei Parartotrogus ausgefallen wäre, ohne dass die Eiballen 
die Bewegungen der Füsse zu hindern vermöchten. 

Die cT von A. orbicularis sind noch unbekannt; wenigstens die geschlechtsreifen. Das 
Exemplar, welches Scott (1898) als solches beschreibt, ist vielleicht ein junges cf, worauf die 
3 Borsten an jeder Seite des Genitalsegmentes hinzuweisen scheinen, vielleicht aber auch ein 
junges Q. Auch in dieser Species haben wir bei den ausgewachsenen cf zwischen Genital- 
segment und Furca 4 freie Segmente und geniculirende Vorderantennen, vor Allem aber ein 
Genitalsegment mit Deckeln über den Oeffnungen und mit Spermatophoren zu erwarten; dem 
von Scott beschriebenen Thiere aber fehlen diese Merkmale. 



V. Subfamilie Cancerillinae. 

1. Genus Parartotrogus Th. & A. Scott 1893. 
T 1, 9, 10. 

1. Parartotrogus richardi Th. & A. Scott. 

Syn. Parartotrogus richardi Th. &A. Scott 1893, Th. Scott 1893a. Firthof Forth. Wirth? 
» » Giesbrecht 1897. Neapel. Auf Ophioglyphalacertosal (s.o. p.40). 



Genera und Species; Synonymie. QP^ 



2. Genus Cancerilla Dalyell 1851. 
T 10. 
1. Cancerilla tubulata. Dalyell. 

Syn. Cancerilla tubulata Dalyell 1851. 

» » Giard 1887. Wimereux, Concarneau, Fecamp. Auf Am- 

phiura squamata. 
» » Canu 1891, 1892. Wimereux. Auf Amphiura squamata. 

» » Thompson 1895. Port Erin. Auf Ophiocoma nigra?, Ophio- 

thrix fragilis? 
» » Giesbrecht 1897. Neapel, Bohuslän. Auf Amphiura squa- 

mata (s. o. p. 41). 

Caligidium vagabundum Claus 1889 (3. Triest. Frei zwischen Algen. 

Th. & A. Scott 1893 ß. Moray Firth. Frei. 

Zur Synonymie. 

Ueber die Zusammengehörigkeit von Cancerilla tubulata und Caligidium vagabundum als 
Q und cf derselben Species vgl. oben p. 62. — Das Q wurde von Dalyell entdeckt, aber 
erst Jahrzehnte später von Giard (1887) wieder aufgefunden; trotz der Unvollkommenheit von 
Dalyell' s Darstellung erkannte Giard es in derselben wieder und lieferte eine eingehende 
Beschreibung; Canu (1892) ergänzte dieselbe und gab zum ersten Male genaue Abbildungen. 
Schon im Jahre 1879 hatte Herr P. Sladen ein Q bei Neapel gefunden; dieses und zwei 
andere, die ebenfalls auf Amphiura squamata sassen, habe ich oben p. 41 beschrieben. — Claus 
beschrieb das c? nach 10 von Triest stammenden Exemplaren als Caligidium vagabundum n. g., 
n. sp. Canu's Beschreibung des Q von Cancerilla stimmt mit der meinigen nahezu überein. 
Nur zeichnet Canu das Genitalsegment minder breit im Verhältniss zu den folgenden Segmenten, 
und findet den Innenast des 1. Fusses 2gliedrig. — Diese Unterschiede von den Neapeler 
Thieren wies nun auch ein Weibchen auf, welches bei Bohuslän (Kostenfjord) auf Amphipholis 
tenuispina Lj. (= Amphiura squamata Sars) gefunden und mir vom Kopenhagener Museum zur 
Untersuchung überlassen wurde. Auf diese Unterschiede hin eine besondere (nordische) Species 
aufzustellen, schien mir indessen nicht angezeigt, um so weniger da ich auch an den Füssen 
der Neapeler Thiere leichte Varianten bemerkt hatte, und da das 2. Fusspaar des Exemplares 
von Bohuslän mit Canu's Darstellung ebenfalls nicht ganz übereinstimmte: der Aussenast war 
viel länger und 2gliedrig, der Innenast ein dicker, runzeliger Zipfel; auch waren bei diesem 
Thiere die Endklauen der hinteren Antennen minder dick, als Canu und ich sie gefunden. 
Cancerilla tubulata variirt also nach Parasitenart in einigen Merkmalen ziemlich stark. Dass 



96 Systematik. 

zu den variirenden Merkmalen auch die Endigungsweise der Mandibelstilete gehöre, welche 
Giard und Canu in ein Büschel feiner Härchen auslaufen lassen, möchte ich freilich be- 
zweifeln, weil diese Endigungsweise mit der Stechfunction der Mandibeln in Widerspruch zu 
stehen scheint. 



e. Diagnosen. 

Familie Asterocheridae. 

Rumpf. Kopf mit dem 1. Thoraxsegment zu einem umfangreichen Abschnitte ver- 
schmolzen ; Segmente des Thorax öfters, des Abdomens selten, in seitlich abstehende Zipfel 
verlängert. Rostrum unbeweglich , zuweilen nur durch einen flachen Buckel vertreten. 
Abdomen des Q 4- oder 3gliedrig, des c? 5- oder 4gliedrig; jeder Furcalzweig trägt 
6 Borsten. Panzer, besonders an der Dorsalfläche des Vorderrumpfes, öfters von vielen groben 
Poren durchsetzt. Vordere Antennen des $ 5- bis 21-, des cf 9- bis 18gliedrig; beim Q 
nur ein Aesthetask vorhanden, der am letzten, vor-, dritt- oder viertletzten Gliede sitzt; ausser 
demselben tragen die männlichen Antennen nicht selten an den proximalen und mittleren 
Gliedern supplementäre Aesthetasken; vordere Antennen der cf symmetrisch, von denen der 
Q verschieden, und fast immer geniculirende Greiforgane. Die hinteren Maxillen und die 
Maxillipeden, meist auch die hinteren Antennen sind Klammerorgane. Hintere An- 
tennen 4- (selten 3-)gliedrig, fast stets mit einem 1 gliedrigen (oft winzigen) Exopoditen am 
2. Gliede; Borsten nur am Exopoditen und am Endgliede vorhanden, an letzterem 4 (selten 
5) oder weniger; eine davon ist verdickt, zuweilen nur unbedeutend, zuweilen sehr stark. 
Mundkegel meistens in einen Säugrüssel (Sipho) verwandelt, der selten flach, zuweilen birn- 
förmig ist und oft in ein kürzeres oder längeres Saugrohr ausgeht, das bis zur Furca reichen 
kann. In demselben liegen die meistens stilet- oder grätenförmigen, am Ende fein gezähnelten 
Stechladen der Mandibeln; Mandibelpalpus 2- oder lgliedrig, oder borstenförmig, oder 
fehlend. Die vorderen Maxillen bestehen aus 2 Gliedern, von denen das proximale an 
der Innenseite in eine borstentragende Platte (Li) verlängert ist, während das distale, ebenfalls 
plattenförmige und borstentragende Glied (B 2) am proximalen Gliede articulirt; das distale 
Glied kann fehlen, so dass nur eine Platte vorhanden ist. Die hinteren Maxillen bestehen 
aus einem 1 gliedrigen Basipoditen und einem 1- oder 2gliedrigen Endhaken. Die Maxilli- 
peden articuliren am Rumpfe gewöhnlich nahe bei einander auf dem Gipfel einer kegel- 
förmigen Erhebung der Bauch wand; ihr Basipodit ist 2-, selten 1-, noch seltener 3gliedrig; 
ihr Endtheil (Ri) ist 2- bis 4gliedrig und trägt ebenfalls einen Endhaken. Die 3 vorderen 
Fusspaare sind Ruderorgane mit fast überall 3gliedrigen Aesten; die Gliederzahl der Aeste 



Diagnosen. Q7 

ist zuweilen am 1., seltener auch am 3. Fusse reducirt; der 4. Fuss bietet alle Uebergänge 
vom normalen Ruderfusse bis zum völligen Schwunde dar ; bei der einzigen sessilen Species 
sind auch die vorderen Füsse reducirt, beim Q stärker als beim cT. Das Basalglied des 
5. Fuss es ist gewöhnlich mit dem 1. Segment des Hinterrumpfes verschmolzen; sein End- 
glied ist blatt-, oder stab-, oder knopfförmig ; bei einer Species ist der Fuss borstenförmig. 
Das $ trägt jederseits einen ellipsoidischen oder kugeligen Eib allen, welcher eine geringe 
Zahl (meistens 3 — 6, höchstens 20) von grossen Eiern enthält. Mitteldarm mit dicker, 
oft lebhaft gefärbte Kugeln enthaltender Wand, nach vorne meistens über die Mundgegend 
hinaus zu einem medianen Cöcum verlängert, und gewöhnlich auch jederseits mit einem late- 
ralen Cöcum, welches am Aussenrande gelappt sein kann. Bauchmark gestreckt; sein 
Ganglienzellenbelag reicht wenigstens bis in die Gegend der Maxillipeden. Auge lebhaft 
gefärbt, 3- oder ötheilig, selten fehlend. Ovarium und Testis unpaarig oder aus 2 eng 
an einander liegenden Hälften bestehend, im hinteren Abschnitte des 1. Rumpfsegmentes 
(Ce ~ Th 1) gelegen; Ausführgänge und -Öffnungen paarig; letztere beim Q lateral, beim cT 
ventral; Begattungsöffnungen der Q, so weit bekannt, paarig, ventral. Aeussere sexuelle 
Unterschiede in Form und Grösse des Rumpfes, in der Segmentirung des Abdomens, im 
Bau des Genitalsegmentes und der vorderen Antennen ; geringfügige auch an den Maxillipeden 
und den Füssen. — Lebensweise semiparasitisch; Schwimmfähigkeit gut ausgebildet (mit einer 
Ausnahme), Ernährung durch Saugen an Echinodermen, Spongien etc. Meistens litorale, 
selten pelagische Thiere '). 

Die Asterocheridae, insbesondere ihre typischen Arten, unterscheiden sich daher von 
denjenigen Familien der Podoplea, deren Arten alle oder zum Theil noch schwimmfähig sind, 
durch eine Reihe von Merkmalen, von denen ich hier noch die hervorheben will, welche 
diagnostisch brauchbar sind. 

Von den Clausidiiden, Corycaeiden und anderen Familien der Isokerandria unter- 
scheidet unsere Familie: Die höhere Gliedzahl der Vorderantennen, ihre Geniculation im 
männlichen Geschlecht, und das Vorhandensein eines dicken (beim Q einzigen) Aesthetasken 
an einem ihrer Endglieder. Der Exopodit an den hinteren Antennen und die Beschränkung 
der Borsten an denselben auf das Endglied und den Exopoditen. Die Form des Mundkegels 
und oft auch das Vorhandensein des Mandibelpalpus. Die bewegliche äussere Platte der 
vorderen Maxillen. Der grosse Haken an den hinteren Maxillen. Die Mehrgliedrigkeit des 
Endabschnittes der Maxillipeden und die Aehnlichkeit dieser Gliedmaasse in beiden Ge- 
schlechtern. 



1) Thorell's und Boeck's Diagnosen der Familie, die nicht anders als lückenhaft sein konnten, ver- 
vollständigte Bkady. (1880a); aber manche seiner Zusätze (»anterior antennae . . . alike, or nearly alike, in both 
sexes . . . ; posterior antennae . . . sometimes bearing a . . . secondary branch ; . . . fifth pair of feet small . . . or al- 
together wanting«) waren irrig oder nur halb richtig. Richtiger ist Claus' Diagnose (1889 ß); nur fehlen darin 
manche Merkmale und andere (»4 normal gestaltete Ruderfusspaare«, »ein einfacher, borstenförmiger Mandibeltaster«) 
hätten einer Einschränkung bedurft, da Brady Arten mit rückgebildetem 4. Fuss und ohne Mandibeltaster bereits 
beschrieben hatte. Canü's (1892) Diagnose enthält alles Wesentliche. 

Zool. Station zu Neapel, Fauna nnd Flora, Golf von Neapel. Asterouheriden. 13 



98 Systematik. 

Von den Cyclopiden: Der Aesthetask an den Vorderantennen. Der Exopodit an den 
hinteren Antennen und die geringe Zahl ihrer Borsten. Die Form des Mundes, der Mandibel- 
lade und vorderen Maxilie. Die starken Endhaken an den hinteren Maxillen und Maxilli- 
peden und die Reduction ihrer übrigen Borsten. Die Paarigkeit der weiblichen Begattungs- 
öffnungen. 

Von den Harpacticiden und verwandten Familien: Die hohe Gliedzahl der vorderen 
Antennen. Die geringe Zahl der Borsten an den hinteren Antennen. Die Form des Mundes 
und der Mandibellade. Der einfachere Bau der vorderen und hinteren Maxilie. Die seitliche 
Lage der weiblichen Begattungsöffnungen. 

Von den Monstrilliden: Der Besitz von Mundgliedmaassen. 

Von den Notodelphyiden: Der Exopodit an den hinteren Antennen. Der einfachere 
Bau der übrigen Gliedmaassen des Kopfes. Die Form des Mundes und der Mandibellade. 
Der Mangel des Brutraumes. Die Paarigkeit der weiblichen Begattungsöffnungen. 

Von den Dichelestiiden: Der Aesthetask an den Vorderantennen und ihre Geni- 
culation beim ö 1 . Der Exopodit an den Hinterantennen. Der Mandibelpalpus. Die Gliede- 
rung des Endabschnittes der Maxillipeden. 

Von den Caligiden: Die höhere Gliedzahl der vorderen und hinteren Antennen und 
der Maxillipeden. Die Geniculation der männlichen Vorderantennen. Der Mandibelpalpus. 
Die o-erino-ere Reduction der vorderen Maxillen. Der normalere Bau des Rumpfes und der 
Schwimmfüsse. 

I. Subfamilie Aster ocherinae. 

Segmente des Vorderrumpfes an den Seiten meistens abgerundet, selten in Zipfel ver- 
längert; Ce ~ Th 1 höchstens so lang wie der halbe Rumpf, meistens kürzer. Abdomen des 
9 mit 2 oder 3, des cT mit 3 oder 4 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. Vor- 
dere Antennen des Q 9 — 21gliedrig, mit einem Aesthetasken am viert-, dritt- oder vorletzten 
Gliede; vordere Antennen des cT 11— 18gliedrig, geniculirend, mit einem Aesthetasken am vor- 
letzten Gliede, seltener mit supplementären Aesthetasken an den proximalen Gliedern. Hintere 
Antennen mindestens so lang wie der Basipodit der Maxillipeden; Exopodit meistens stabförmig. 
Sipho birn- oder eiförmig, ohne oder mit kurzem oder langem Saugrohr; er entspringt etwa in 
der Mitte zwischen dem vorderen Kopfrande und der Ansatzstelle der Maxillipeden. Mandibel 
fast stets mit (2- oder 1 gliedrigem oder borstenförmigem) Palpus. Vordere Maxilie mit 
2 Platten (Li und B 2); B 2 zuweilen klein; Li mit 3 — 5 Borsten. Endtheil (Ri) des Maxilli- 
peden 3- bis 4-, Basipodit 2-(3-)gliedrig ; B2 zuweilen mit Sexualdifferenz. 4. Schwimm- 
fuss den vorhergehenden ähnlich; Re 3 des 3. und 4. Fusses mit 4 oder 3 Borsten am 
inneren Gliedrande; apicale Si von Ri 3 des 3. und 4., seltener auch des 2. Fusses verdickt, 
pfriem- oder lanzettförmig. Endglied des 5. Fusses blattförmig, meist oval, selten gestreckt. 
Medianes Darmcöcum vorhanden, nach vorne gerichtet; laterale Darmcöca meistens vorhanden, 



Diagnosen. QO, 

zuweilen klein, gewöhnlich ungelappt. Ganglienzellenbelag- des Bauchmarkes reicht 
wenigstens bis zum 1. Fusse. Auge 3theilig, selten fehlend. Ovarium und Testis nicht 
weit vor dem Hinterrande von Ce ~ Th 1 gelegen; Legeöffnungen der Q latero-dorsal; Genital- 
deckel der cf meistens mit nur 2 Borsten, zuweilen mit Zacken. — Litoral. 

1. Genus Asterocheres Boeck. 
T 1, 2, 3. 

Thoraxsegmente nicht mit seitwärts abstehenden Zipfeln versehen. Rostrum flach. 
Abdomen des Q mit 2, des cf mit 3 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. 
Aussen- und Innenrandborste der Furca (Se, Si) dorsal, dicht vor die Mitte des Hinter- 
randes zusammengerückt. Vordere Antennen des Q 21-, selten 20gliedrig; die des cf 17-, 
zuweilen 18gliedrig, gewöhnlich ohne, zuweilen mit 1 supplementären Aesthetasken. Re 
der hinteren Antennen kürzer als ihr vorletztes Glied (Ri 1). Sipho birnförmig oder 
in ein Saugrohr verlängert. Mandibellade mit sehr fein gezähneltem Ende; Palpus stab- 
förmig, 2gliedrig. Li und B 2 der 1. Maxille mit je 4 nackten oder gefiederten Borsten. 
Schwimmfüsse: Re 3 mit 4, 4, 4, 4 Fiederborsten, Ri 3 mit 6, 6, 6, 5 Borsten; 
Aussenranddornen der Aussenäste klein. Endglied des 5. Fusses mit 3 Borsten. Geringe 
sexuelle Unterschiede am Maxillipeden und am 1. Fusse, zuweilen auch an den übrigen 
Füssen. Laterale Darmcöca gross, nach hinten gebogen, nicht gelappt. Eiballen ellipsoidisch, 
mit je 4 — 6 Eiern. 

Die 14 Arten, die ich zu dem Genus Asterocheres rechne, lassen sich in folgende Gruppen 
theilen: a) lilljeborgi, echinicola, suberitis, kervillei, simulans, dentatus; b) canui, boecki, parvus, Sti- 
mulans, siphonatus; c) violaceus, minutus; d) renaudi. Die Gruppe b ist charakterisirt durch 
das Saugrohr, in welches der Sipho ausläuft, und durch die Sonderung von Aa 13 und 14 der 
18gliedrigen männlichen Greifantennen. In der relativste Länge der Antennenglieder, im Bau 
der 1. Maxillen und in der Fiederborstenform der endständigen Si von Ri 3 des 2. Fusses 
schliesst sich die Gruppe an a, in der Verkürzung der Schwimmborsten von Ri des 4. Fusses 
an c an. Die Gruppen a und c theilen miteinander die Birnform des Sipho, dessen distaler 
Abschnitt sich bei ihnen nicht scharf absetzt, und die Verschmelzung von Aa 13 und 14 an 
den 17gliedrigen männlichen Greifantennen; aber die Gruppe c ist vor den übrigen Gruppen 
besonders durch die Kürze und Breite der Antennenglieder, durch die Form der 1. Maxille, 
deren Platten gleich lang sind und deren eine Borste viel dicker und länger als die anderen 
ist, und durch die Stiletform der endständigen Si von Ri 3 auch des 2. Fusspaares ausgezeichnet. 
Eine grössere Zahl von Eigenthümlichkeiten weist renaudi auf, so dass diese Art, wie p. 76 
bemerkt, die Aufstellung eines besonderen Genus nöthig machen könnte. Wie die Arten der 
einzelnen Gruppen sich voneinander unterscheiden, ergeben die folgenden Diagnosen. 

1. Lilljeborgi Boeck (T 3 F 21 — 26). Q. Vorderrumpf so breit wie lang. Verhältniss- 
zahlen für die Länge der beiden hinteren Abdomensegmente und für die Länge und Breite der 

13* 



lOQ Systematik. 

Furca: 5, 7, 5, 272- Aa 13 bis 22^23 der vorderen Antennen länger als breit. Sipho birn- 
förmig. Die Borsten von B 2 (über halb so lang wie Li) der 1. Maxillen ragen über die von Li 
hinaus. Die endständige Si von Ri 3 des 2. Fusses ist eine Fiederborste; Ri des 4. Fusses mit 
Fiederborsten von normaler Länge. Rumpflänge 1,1 — 1,2 mm. — ö* unbekannt (p. 73). 

2. Suberitis (Giesbr.) (T 2 Fl — 17). Q. Vorderrumpf nicht so breit wie lang. Verhält- 
nisszahlen für die Länge der beiden hinteren Abdomensegmente und für die Länge und Breite 
der Furca: 9, 9, 8, 5. Aa 13 bis 22^23 der vorderen Antennen länger als breit. Sipho birn- 
förmig, reicht etwa bis zur Ansatzstelle der Maxillipeden. B 2 der 1. Maxille kaum halb so 
lang wie Li ; die Borsten von Li, deren keine verdickt ist, überragen die von B 2 beträchtlich. 
Die endständige Si von Ri 3 des 2. Fusses ist eine Fiederborste; Ri des 4. Fusses mit Fieder- 
borsten von normaler Länge. Rumpflänge 0,8 — 0,85 mm. — ö*. Sipho, 1. Maxille und Borsten 
der Schwimmfüsse wie beim Q. Die 3 hinteren Abdomensegmente ungefähr gleich lang; Zacke 
an den Genitaldeckeln kurz; Furca nicht länger als breit. Vorderantennen 17gliedrig: Aa 13 
und 14 verschmolzen. Rumpf länge 0,55 — 0,6 mm (p. 1). 

3. Echinicola (Norman) (T 2 F 18 — 21). Verwandt mit suberitis, aber Furca länger als 
das Analsegment und 272 mal so lang wie breit. Rumpf länge des Q 0,7 — 0,75 mm (p. 74). 

4. Kervillei Canu. Nahe verwandt mit echinicola. Aber: Sipho überragt ein wenig die 
Ansatzstelle der Maxillipeden; Furca etwas kürzer als bei e, aber noch etwas länger als das 
Analsegment. Rumpf länge 9 0,55 — 0,6, c? 0,48 — 0,52 mm (p. 74). 

5. Simulans (Th. Scott). Q. Verwandt mit suberitis. Aber: mittleres Abdomensegment 
etwas länger als das Analsegment; Furca sehr kurz, noch kürzer als bei dentatus (Sipho birn- 
förmig, ohne Saugrohr?). Rumpflänge 1,1 mm. — ö 1 unbekannt (p. 75). 

6. Dentatus Giesbr. (T3F15 — 20). Q. Verwandt mit suberitis. Aber: Genitalsegment jeder- 
seits mit einer Zacke, folgendes Segment länger als das Analsegment, Furca breiter als lang; 1. An- 
tenne 20gliedrig: die beiden Endglieder verschmolzen. Länge 0,7 mm. — cT unbekannt (p. 1). 

7. Canui Giesbr. Q unbekannt. — cT. Vordere Antennen 18gliedrig: Aa 13 von 14 
getrennt. Sipho ähnlich wie bei boecki, aber kürzer. Proximale Borste von B 2 der 1. Maxillen 
verdickt (p. 74). 

8. Boecki (Brady) (T 1 F 2; T 2 F 22—31). 9. Vorderrumpf fast so breit wie lang. 
Verhältnisszahlen für die Länge der beiden hinteren Abdomensegmente und für die Länge und 
Breite der Furca: 6, 7, 5, 4. Aa 13 bis 22^23 der vorderen Antennen länger als breit. Sipho 
in der Mitte zu einem Rohr verengert, welches fast bis zur Ansatzstelle des 1. Fusses reicht. 
B 2 der 1. Maxille nicht halb so lang wie Li; die Borsten von Li, deren keine verdickt ist, 
ragen beträchtlich über die von B 2 hinaus. Die endständige Si von Ri 3 des 2. Fusses ist 
eine Fiederborste; die Fiederborsten von Ri des 4. Fusses sind verkürzt. Rumpf länge 0,6 — 
0,65 mm. — cT. Sipho, 1. Maxille und Borsten der Schwimmfüsse wie beim Q. Zacke an 
den Genitaldeckeln lang und spitz; Analsegment so lang wie die beiden vorhergehenden Seg- 
mente zusammen. Vordere Antennen 18gliedrig: Aa 13 von 14 getrennt. Länge 0,5 mm (p. 1). 

9. Parvus Giesbr. (T 2 F 32, 33). Q. Verwandt mit boecki. Aber: Genitalsegment von 



Diagnosen. \0\ 

abweichender Form, und Furca relativ länger; Verhältnisszahlen der Abdomensegmente und 
Furca: 7, 6, 6, 3V 2 . Rumpf länge 0,55 mm. — cT unbekannt (p. 1). 

10. Stimulans Giesbr. (T 3 F 1 — 14). Verwandt mit boecki. Aber: Siphorohr länger, fast 
bis zum Ansatz des 4. Fusses reichend, Genitalsegment des Q von abweichender Form, seitlich 
mit langen, straffen Spitzen; Furca so lang wie breit; Li der vorderen Maxille mit langen Borsten 
und ca. 4 mal so lang wie B 2; die beiden letzten Abdomensegmente des cf etwa gleich lang; 
Innenäste aller Schwimmfüsse mit sexuellen Unterschieden. Länge: Q 0,7, cf 0,6 mm (p. 1). 

11. Siphonatus Giesbr. Q. Verwandt mit boecki. Aber: Genitalsegment und Furca ähn- 
lich wie bei Stimulans, und Sipho noch länger, bis zum 1. Abdomensegment reichend; B 2 der 
vorderen Maxille über halb so lang wie Li. Rumpflänge ca. 1 mm. — cf unbekannt (p. 75). 

12. Violaceus (Claus) (T 1 F 1 ; T 2 F 34—42). 9. Vorderrumpf nicht so breit wie lang. 
Verhältnisszahlen für die Länge der beiden hinteren Abdomensegmente und für die Länge und 
Breite der Furca: 12, 9, 9, 6; Genitalsegment nach hinten nur wenig verschmälert, beiderseits 
mit scharfgesäumtem Hinterrande. Glieder der vorderen Antennen kurz und breit, nur Aa 18, 
19 ~ 20 und 22 ~ 23 länger als breit. Sipho birnförmig, kaum bis zur Ansatzstelle der 
Maxillipeden reichend. B 2 der 1. Maxille schmaler, aber nicht kürzer als Li; eine Borste von 
Li viel dicker und länger als die anderen. Endständige Si von Bi 3 des 2. Fusses (wie auch 
des 3. und 4.) stiletförmig ; Fiederborsten von Ri des 4. Fusses verkürzt. Rumpf länge 0,95 
— 1 mm. — cf. Sipho, 1. Maxille und Borsten der Füsse wie beim Q. Zacke an den 
Genitaldeckeln klein; die 3 hinteren Segmente ungefähr gleich lang. Vordere Antennen 
17gliedrig: Aa 13 mit 14 verschmolzen. Rumpflänge 0,6 — 0,65 mm (p. 1). 

13. Minutus (Claus) (T 2 F 43 — 48). Verwandt mit violaceus. Aber: Rumpf länge geringer 
(9 0,47 — 0,49, cf 0,42 — 0,45 mm); Genitalsegment des 9 breiter und an den Seiten nicht mit 
Spitzen besetzt; Verhältnisszahlen der hinteren Abdomensegmente und Furca des 9 : 6, 6, 6, 
4V 2 ; Glieder der vorderen Antennen noch kürzer, beim 9 nur Aa 19 ~ 20 länger als breit; 
Re 1 des 1. Fusses ohne Si; die 3 Endborsten des 5. Fusses gleich lang (p. 1). 

14. Menaudi Canu. 9- Vorderrumpf schmal, viel länger als breit; Analsegment viel länger 
als das vorhergehende und länger als die Furca, die etwas länger als breit ist. Vordere An- 
tennen 19-[21-?]gliedrig, mit kurzen, breiten Gliedern. Sipho birnförmig. Mandibelpalpus kurz, 
seine beiden Glieder ungefähr gleich lang. B 2 der 1. Maxille viel schmaler und kürzer als 
Li, dessen Borsten gleich dick sind. Letztes Glied und Endhaken des Maxillipeden kurz. 
Cuticula des Sipho und der Kopfgliedmaassen mit welliger Querrief elung. 5. Fuss klein, 
knopfförmig; Endglied mit 2 Borsten. Rumpflänge 0,85 mm. — cf unbekannt (p. 76). 

2. Genus Dermatomyzon Claus. 
T 1, 5. 

Thoraxsegmente nicht mit seitwärts abstehenden Zipfeln versehen. Rostrum vor- 
springend. Abdomen des 9 mit 3, des cT mit 4 Segmenten zwischen Genitalsegment und 



102 Systematik. 

Furca. Vordere Antennen des Q 14 — 19gliedrig; die des cT 13 — 17gliedrig, mit vergrößertem 
Asthetasken am vorletzten Gliede, oder mit 6 supplementären Aesthetasken. Re der hin- 
teren Antennen kürzer als Ei 1. Sipho birnförmig, ohne Saugrohr. Mandibellade dick, mit 
dünner, feingezähnelter Spitze; Palpus stabförmig, 1 gliedrig. Li und B 2 der 1. Maxille 
gestreckt, mit 4 — 5 Borsten. Schwimmfüsse : Re 3 mit 5, 5, 4, 4 Fiederborsten, Ei 3 mit 6, 
6, 5, 4 Borsten. Endglied des 5. Fusses mit 5 Borsten. Laterale Darmcöca kurz. 

Einzige Species: nigripes Brady & Rob. (T 1 F 4; T 5 F 1 — 14). Länge: 9 0,9—1,5, 
CT 0,7—0,8 mm (p. 7). 

3. Genus Hhynchomyzon Giesbr. 
T 1, 5, 10. 

Thoraxsegmente mit kürzeren oder längeren seitwärts abstehenden Zipfeln. Rostrum 
stark hervorspringend, schnabelförmig. Abdomen des Q mit 3, des cf mit 4 Segmenten 
zwischen Genitalsegment und Furca; mittlere Endborsten der Furca breit und flach. Vordere 
Antennen des Q 13 — 16 gliedrig, des cf (von purp.) 11 gliedrig. Re der hinteren An- 
tennen kürzer als ihr vorletztes Glied. Sipho birnförmig, ohne Saugröhre. Mandibellade 
dick, am Ende gezähnelt; Palpus stabförmig, 1 gliedrig. 1. Maxille wie bei Dermatomyzon. 
Schwimmfüsse: Endglied des Aussenastes mit 5, 5, 4, 4 Fiederborsten, des Innenastes mit 
6, 6, 5, 4 Borsten; Aussenranddornen der Aussenäste lang. Endglied des 5. Fusses mit 3 
oder 5 Borsten. Laterale Darmcöca kurz. 

1. Falco Giesbr. (T 5 F 28— 40). §. Länge 1,45— 1,5 mm. Kopf in der Dorsalansicht 
dreieckig, Thoraxsegmente mit breit hervortretenden Seitenzipfeln; vordere Abdomensegmente 
am Hinterrande ebenfalls mit Seitenzipfeln. Furca etwa so lang wie das letzte Abdomen- 
segment, ca. P^nial so lang wie breit. Vordere Antennen 13 — 14gliedrig; 1. Glied mit Dorn, 
letztes granulirt. — cf unbekannt (p. 10). 

2. Purpurocinctum (Th. Scott) (T 1 F 1 1 ; T 5 F 41—46; T 10 F 23). 2 0,85—1 mm, 
cf 0,7 mm. Kopf in der Dorsalansicht regelmässig ellipsoidisch, Thoraxsegmente mit wenig 
hervortretenden Seitenzipfeln, die an den Abdomensegmenten kaum angedeutet sind. Furca 
länger als die beiden letzten Abdomensegmente zusammen, ca. 5 mal so lang wie breit. Vor- 
dere Antennen des Q 16-, des cf 11 gliedrig; 1. Glied ohne Dorn, letztes glatt. Eiballen 
ellipsoidisch, mit je 5 Eiern (p. 10). 

4. Genus Collocheres Canu. 
T 1, 3. 

Rumpf gestreckt; Thoraxsegmente nicht mit seitwärts vorspringenden Zipfeln. Rostrum 
vorspringend. Abdomen des Q mit 3, des cf mit 4 Segmenten zwischen Genitalsegment und 
Furca. Vordere Antennen des Q 20-, des cf 18 gliedrig. Re der hinteren Antennen kürzer 
als Ri 1. Sipho birnförmig, ohne Saugrohr. Mandibellade mit fein gezähnelter Spitze; Palpus 
stabförmig, kurz, 1 gliedrig. Li und B 2 der 1. Maxille ziemlich kurz; Li mit 4, B 2 mit 1 Borste. 



Diagnosen. 103 

Schwimmfüsse: Re 3 mit 5, 5, 4, 3 Fiederborsten, Ei 3 mit 6, 6, 5, 4 Borsten. Endglied des 
5. Fusses gestreckt, mit 3 Borsten; beim cf verkürzt, mit 5 Borsten. Laterale Darmcöca fehlen. 

1. Gracüicauda (Brady) (T 1 F 3; T 3 F 40 — 45). Letztes Abdomensegment länger als 
das vorletzte; Aussenrandborste der Furca theilt den Hand der Furca in 2 Stücke, die sich etwa 
wie 9 : 1 verhalten. Borsten an den proximalen Gliedern der Vorderantennen zum Theil 
stachelig. Der 5. Fuss reicht beim Q über die Mitte des Genitalsegmentes herab; Länge zur 
Breite seines Endgliedes verhält sich beim 9 etwa wie 7:1, beim cT wie 3:1. Länge des 
9 0,7—0,8 (—1?) mm, des c? 0,55 (—0,64?) mm (p. 12). 

2. Canui Giesbr. (T 3 F 27 — 39). Letztes Abdomensegment höchstens so lang wie das 
vorletzte; Aussenrandborste der Furca theilt den Rand der Furca in 2 Stücke, die sich etwa 
wie 7 : 4 verhalten. Borsten an den proximalen Gliedern der Vorderantennen nicht stachelig. 
Der 5. Fuss reicht bis gegen die Mitte des Genitalsegmentes; sein Endglied ist beim 9 kaum 
4, beim cT etwa 3 mal so lang wie breit. Jeder Eiballen besteht aus 1 ellipsoidischen Ei. 
Länge des 9 0,6 — 0,65 mm, des cf 0,5 — 0,53 mm (p. 12). 

3. Elegans A. Scott. Verwandt mit canui, aber Furca kaum so lang wie die beiden 
letzten Abdomensegmente zusammen. Länge des 9 1 mm (p. 79). 

5. Genus Scottomyzon Giesbr. 
T 3, 10. 

9- Vorderrumpf kuglig; die Segmente ohne seitlich hervortretende Zipfel. Rostrum 
stumpf. Abdomen mit 2 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. Vordere Antennen 
19gliedrig. Re der hinteren Antennen gestreckt, etwa 3 / A so lang wie Ri 1. Sipho eiförmig, 
ohne Rohr, mit weiter Oeffnung. Mandibellade nicht gezähnelt; Palpus kurz, stabförmig, mit 
kurzer Borste. 1. Maxille mit 3 — 4 (zum Theil dicken) Borsten. Schwimmfüsse: Re 3 mit 
nur 2 Aussenranddornen und mit 4, 4, 4, 4 Fiederborsten, Ri 3 mit 6, 6, 5, 3 Borsten. Endglied 
des 5. Fusses mit 3 Borsten. Laterale Darmcöca gross, nach hinten gebogen (in 2 Lappen 
endigend?). Eiballen ellipsoidisch, aus je 5 — 6 Eiern bestehend. — c? unbekannt. 

Einzige Art: gibberum (Th. & A.Scott) (T3 F46— 55; T 10 Fl 9). Länge: 9 0,5 mm (p. 80). 

6. Genus Acontiophorus G. Brady. 
T 1, 4. 

Thoraxsegmente nicht mit seitwärts abstehenden Zipfeln. Rostrum flach. Ab- 
domen des Q mit 2, des cf mit 3 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. Vordere 
Antennen bei 9 und cf (9-) 11 — 16gliedrig; die des ö 1 mit mehreren (6 — 7) supplemen- 
tären Aesthetasken. Re der hinteren Antennen länger als Ri 1. Sipho mit langer Saug- 
röhre am Ende. Mandibellade lang und fein; Palpus ganz kurz, mit langer, reich ge- 
fiederter Borste. 1. Maxille mit 3 — 4 zum Theil lang gefiederten Borsten an Li und B 2. 



104 Systematik. 

Schwimmfüsse: Re 3 mit 5, 4, 3, 3 Fiederborsten, Ri 3 mit 6, 6, 5, 4 Borsten. Endglied 
des 5. Fusses mit 5 Borsten. Laterale Darmcöca rechtwinklig abstehend, nicht nach hinten, 
sondern ventral gebogen, am Ende unvollkommen gelappt. Eiballen ellipsoidisch, aus je 
2 — 5 Eiern bestehend. 

1. Scutatus (Brady&Rob.) (T 1 F5; T4 F 35— 52). Furca bis 3mal so lang wie 
breit. Vordere Antennen (9-) llgliedrig. Siphorohr reicht fast bis zum Ende des Rumpfes. 
Länge: 9 0,9—1, cT 0,75 mm (p. 14). 

2. Ornatus (Brady & Hob.) (T 4 F 29 — 34). Furca wenig länger als breit. Vordere 
Antennen 16gliedrig. Siphorohr reicht etwa bis zum Hinterrande des Vorderrumpfes. Länge: 
9 1—1,5 mm (p. 14). 

7. Genus Scottocheres Giesbr. 
T 4. 

Rumpf gestreckt; Thoraxsegmente nicht mit seitlich vortretenden Zipfeln. Rostrum 
fehlt. Abdomen des Q mit 2, des cf mit 3 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. 
Vordere Antennen des Q 17 — 18gliedrig, des (f 16gliedrig; beim cf mit 12 supplementären 
Aesthetasken. Re der hinteren Antennen kürzer als Ri 1 ; Ri 2 sehr kurz. Sipho mit langem, 
dünnem Rohr; hinteres Halbrohr innen quer geriefelt. Mandibel ohne Palpus. Li und B 2 
der 1. Maxille mit je 3 Borsten; B 2 klein. Schwimmfüsse: Re 3 mit 4, 4, 4, 4 Fieder- 
borsten, Ri 3 mit 6, 6, 5—6, 4 Borsten. Endglied des 5. Fusses mit 3 Borsten. Laterale 
Darmcöca rechtwinklig abstehend, nicht nach hinten gebogen. Eib allen ellipsoidisch, aus je 
3 — 5 Eiern bestehend. 

1. Elongatus Th. & A. Scott (T 4 F 1 — 13). Furca ungefähr so lang wie breit und halb so 
lang wie das Analsegment. Ri 3 des 3. Fusses mit 6 Borsten. Länge: 9 0,85 — 1 mm (p. 17). 

2. Longifurca Giesbr. (T 4 F 14 — 28). Furca ca. 3 — 4mal so lang wie breit und doppelt so 
lang wie das Analsegment. Ri des 3. Fusses mit 5 Borsten. Länge: 9 0,9 — 1, cf 0,75mm (p. 17). 



II. Subfamilie Pontoeciellinae. 

9- Segmente des Vorderrumpfes seitlich abgerundet; Ce ~ Th 1 nicht halb so lang 
wie der Rumpf. Abdomen mit 3 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. Vordere 
Antennen 8gliedrig, mit einem Aesthetasken am drittletzten Gliede. Hintere Antennen 
so lang wie der Basipodit der Maxillipeden, mit knopfförmigem Exopoditen. Sipho mit 
kurzem Saugrohr; er entspringt ungefähr in der Mitte zwischen dem vorderen Kopfrande und 
der Ansatzstelle des Maxillipeden. Mandibel ohne Palpus. Vordere Maxille nur aus dem 
(stabförmigen) Li bestehend, der 2 Borsten trägt. Endstück (Ri) des Maxillipeden 2gliedrig, 
Basipodit Igliedrig. 4. Schwimmfuss den vorhergehenden ähnlich; Re 3 des 3. und 4. Fusses 
mit 3 Borsten am Innenrande. 5. Fuss besteht jederseits aus einer Borste. ■ — - Pelagisch. 



Diagnosen. \Qb 

8. Genus Pontoeciella Giesbr. 
T 5. 

Q. Stirn vorstehend, Hinterrumpf gestreckt, Genitalsegment wenig verbreitert; Seder 
Furca ventral sitzend, von eigenthümlicher Form. Endglied der vorderen Antennen lang. 
Endhaken der 2. Maxille knieförmig gebogen. Re der Schwimmfüsse mit weniger als 
3 Aussenranddornen (Se) und mit langen Endsägen (St); Re 3 mit 4, 4, 3, 3 Fiederborsten, 
Ri 3 mit 6, 6, 5, 4 Borsten; apicale Si von Ri 3 des 3. und 4. Fusses sägeförmig. — cf unbekannt. 

Einzige Species: abyssicola (Th. Scott) (T 5 F 15—27). Länge: 9 0,9—1,17 mm (p. 20). 

III. Subfamilie Rataniinae. 

2. Segmente des Vorderrumpfes seitlich abgerundet; Ce ~ Th 1 kürzer als der halbe 
Rumpf. Abdomen mit 3 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. Vordere Antennen 
ögliedrig, mit einem Aesthetasken am letzten Gliede. Hintere Antennen so lang wie das 
Basipodit des Maxillipeden; ohne Exopodit. Mundkegel flach, ohne Saugrohr. Mandibel 
ohne Palpus; Ende der Lade verbreitert, gezähnelt. Li und B 2 der 1. Maxille kurz, stab- 
förmig; Li mit 3 Borsten. Endstück (Ri) des Maxillipeden 2-, Basipodit 1 gliedrig. 
4. Schwimmfuss den vorhergehenden ähnlich; Re 3 des 3. und 4. Fusses mit 4 Borsten am 
Innenrande. Endglied des 5. Fusses blattförmig. — Pelagisch. 

9. Genus Batania Giesbr. 
T 10. 

Q. Genitalsegment wenig verbreitert. Aesthetask der vorderen Antennen sehr lang 
und dick. B 2 der 1. Maxille mit 4, Li mit 3 Borsten. Zacken an den Gliedern der 
Schwimmfussäste schwach entwickelt, Ri 2 ohne Doppelzacke; Aussenranddornen (Se) von Re 
ziemlich lang; Re 3 mit 4, 4, 4, 4 Fiederborsten, Ri 3 mit 6, 6, 5, 4 Borsten; apicale Si 
von Ri 3 des 2. — 4. Fusses pfriemförmig. Endglied des 5. Fusses mit 5 Borsten. — cf un- 
bekannt. 

Einzige Species: flava Giesbr. (T 10 F 20—22). Länge: 9 1,2 mm (p. 22). 

IV. Subfamilie Dyspontiinae. 

Segmente des Vorderrumpfes seitlich meistens in Zipfel verlängert; Ce <~ Th 1 
mindestens so lang wie der halbe Rumpf, meistens länger. Abdomen des Q mit 3, des cT 
mit 4 Segmenten zwischen Genitalsegment und Furca. Vordere Antennen des Q 8 — 12- 
gliedrig, mit einem Aesthetasken am Endgliede; die des cT 9 — 12 gliedrig, geniculirend, mit 
einem Aesthetasken am letzten oder vorletzten Gliede und mit mehreren (3 — 13) Aesthetasken 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 14 



106 Systematik. 

an den proximalen Gliedern. Hintere Antennen wenig über nnd meistens unter halb so lang 
wie das Basipodit der Maxillipeden ; Exopodit meistens klein. Sipho stets mit kürzerem oder 
längerem Saugrohr; er entspringt gewöhnlich vor der Mitte zwischen dem vorderen Stirnrande 
und der Ansatzstelle der Maxillipeden. Mandibel ohne Palpus. Li und B2 der 1. Maxille 
gestreckt; Li mit einer, selten mit mehreren längeren Borsten. Endstück (Ei) des Maxillipeden 
2 — 4gliedrig, Basipodit 2gliedrig; B 1 zuweilen mit SexualdifTerenz. 4. Schwimmfuss den 
vorhergehenden ähnlich oder mit verkümmertem Ri, oder einästig, oder fehlend; Re 3 des 3. 
und, wenn vorhanden, auch des 4. Fusses mit 5 Borsten am Innenrande; apicale Si von Bi 3 
fast stets am 2., gewöhnlich auch am 3., zuweilen auch am 1. und 4. Fusse verdickt, pfriem- 
förmig. Endglied des 5. Fusses stab- oder knöpf-, selten blattförmig. Medianes Darmcöcum 
vorhanden, öfters dorsalwärts, zuweilen auch nach hinten gebogen; laterale Cöca lang, nach 
hinten gebogen, meistens am Aussenrande gelappt. Der Ganglienzellenbelag des Bauchmarkes 
erreicht die Gegend des 1. Fusses nicht. Auge 5 theilig. Ovarium und Testis meistens vom 
Hinterrande von Ce ~ Th 1 abgerückt; LegeöfFnungen der Q latero ventral; Genitaldeckel des 
cf mit 3 Borsten. — Litoral. 

10. Genus Myzopontius Giesbr. 
T 1, 6. 

Thoraxsegmente kaum in seitlich vorspringende Zipfel auslaufend, ebensowenig die 
Abdomensegmente ; vorderes Stück des weiblichen Genitalsegmentes wenig breiter als das hintere. 
Vordere Antennen des Q 9 — 12gliedrig, des cT 12gliedrig und mit einer grösseren Zahl 
von Aesthetasken. Hintere Antennen 4gliedrig, Endglied viel länger als das vorletzte. 
Saugrohr des Sipho endigt zwischen dem 2. und 4. Fusse. Li der 1. Maxille oval, etwas 
kürzer als B 2. 2. Maxille und Maxilliped sehr dünn und lang. Aeste der 4 Schwimm- 
fusspaare 3gliedrig; Innenast des 4. Fusses denen der vorhergehenden Füsse ähnlich; 
am 1. Fusse Re 3 mit 5, Bi 2 mit 2 Fiederborsten; Ri 2 mit einfacher Zacke am Ende des 
Aussenrandes ; apicale Si von Bi 3 des 2. — 4. Fusses pfriemförmig. 5. Fuss mit kleinem, läng- 
lichem Endgliede. Medianes Darmcöcum nach hinten übergebogen, dick und lang; laterale 
Cöca nicht gelappt. 

Einzige Species: pungens Giesbr. (T 1 F 6; T 6 F 1—14). Länge: 9 0,85—1,1, cf 0,8 
bis 0,88 mm (p. 24). 

11. Genus Neopontius Th. Scott. 

Posterolaterale Ecken der Thoraxsegmente in kurze, nach hinten gerichtete, seit- 
wärts nicht stark hervortretende Zipfel verlängert; Abdomen gestreckt; vorderes Stück des 
S Genitalsegmentes wenig breiter als das hintere. Vordere Antennen bei Q und cT 
12gliedrig; supplementäre Aesthetasken beim o? fehlen (?). Hintere Antennen 3gliedrig: B 2 
mit Ri 1 verschmolzen. Saugröhre des Sipho? Li der 1. Maxille (mit 3 längeren und 1 etwas 



IHagnosen. 107 

kürzeren Borste) weniger als doppelt so lang wie B 2 (mit 2 längeren und 1 kürzeren Borste). 
Endhaken der 2. Maxille dick, stark gekrümmt, mit langer Borste am concaven Rande. 
Borsten am Innenrande der beiden Endglieder von Ri des Maxillipeden ebenfalls lang. Be- 
borstung der Schwimmfüsse und Bau des Innenastes des 4. Fusses wie bei Mj/zopontius, 
Ri 2 mit kleiner Doppelzacke am Ende des Aussenrandes. 5. Fuss relativ gross; Endglied 
blattförmig, mit 2 Borsten am abgestutzten Ende und 1 Borste auf der Vorderfläche. 
Einzige Species: angularis Th. Scott. Länge: Q 1,36 mm (p. 85. 

12. Genus Cribropontius Giesbr. 

T 7. 

Posterolaterale Ecken der T h o r a x Segmente mit seitwärts hervortretenden Zipfeln. 
Vorderes Stück des Genitalsegmentes verbreitert. Vordere Antennen des Q 9-, des cf 
lOgliedrig. Hintere Antennen 4gliedrig; Endglied kaum so lang wie das vorletzte. Saug- 
röhre des Sipho dick, den Ansatz des 1. Fusses kaum erreichend. Li der 1. Maxille gut 
doppelt so lang wie B 2. 2. Maxille dick, mit stark gekrümmtem Haken. Maxilliped 
dick, mit langem Endhaken und je 1 grossen, steifen Borste an den Basal- und an den beiden 
Endgliedern. Beborstung der Füsse und Bau von Ri des 4. Fusses wie bei Myzopontius; ebenso 
der 5. Fuss. Eiballen ellipsoidisch, mit je 8 Eiern. 

Einzige Species: normani (Brady & Rob.) (T 7 F 40 — 47). Länge: Q 1,4 — 1,5, cf 1,2 mm 
(p. 87). 

13. Genus Sestropontius Giesbr. 

T 9. 

Q unbekannt. — cf mit Cribropontius nahe verwandt. Aber: Greifantennen abweichend 
gegliedert (wenn auch ebenfalls lOgliedrig), mit 1 Aesthetasken am vorletzten und 3 supple- 
mentären Aesthetasken an den mittleren Gliedern; Sipho bis zum 2. Fusse reichend; B 2 
der 1. Maxille über halb so lang wie Li; 2. Maxille und Maxilliped nicht besonders dick, 
die Borsten des letzteren klein; 5. Fuss kleiner, mit 2 Börstchen am Endgliede. 

Einzige Species: bullifer Giesbr. (T 9 F 1 — 13). Länge: cf 1,17 mm (p. 26). 

14. Genus Bradypontius Giesbr. 

T 6. 

Posterolaterale Ecken der Thoraxsegmente mit seitwärts hervortretenden Zipfeln, 
die der Ab dornen segmente nicht; vorderes Stück des Q Genitalsegmentes verbreitert. 
Vordere Antennen des Q 8 — lOgliedrig, des cf 11 — 12gliedrig und mit 12 bis 13 Aesthe- 
tasken versehen. Hintere Antennen 4gliedrig. Siphorohr endigt hinter den Maxilli- 
peden oder an der Mitte des Abdomens. Li der 1. Maxille nicht doppelt so lang wie B 2. 
2. Maxille und Maxilliped gestreckt; Borsten des letzteren dünn und schwach. Alle Aeste 

14* 



|()g Systematik. 

des 1. — 4. Schwimmfusses 3gliedrig, aber Ei des 4. Fusses stabförmig, fast borstenlos; 
am 1. Fusse Ee 3 mit 5, Ei 2 mit 2 Fiederborsten; Ei 2 am Ende des Aussenrandes mit fast 
einfacher Zacke; apicale Si von Ei 3 des 2. und 3. oder des 1. — 3. Fusses pfriemförmig. 5. Fuss 
knopfförmig. Laterale Darmcöca aussen mit 7 — 9 Lappen. 

1. Magniceps (Brady) (T 6 F 41 — 44). Q. Eumpflänge 1,25— 1 ,6 mm. Stirn ohne Crista. 
Furca doppelt so lang wie breit. Vordere Antennen 9 — lOgliedrig; die ersten beiden Glieder 
lang. Siphorohr reicht bis zum Ansatz des 1. Fusses. Hintere Maxille etwa wie bei sipho- 
natus. Von den Endborsten des Endgliedes des Innenastes am 1. Fuss keine, am 2. und 3. Fuss 
je 1 stiletartig. Innenast des 4. Fusses kürzer als die beiden ersten Glieder des Aussenastes 
zusammen. — cf unbekannt (p. 89). 

2. CMifer Giesbr. (T6F15— 25). Eumpflänge des 9 1,15 mm, des cf 0,8— 0,85 mm. 
Stirn mit Crista; Furca wenigstens lV 2 mal so lang wie breit. Vordere Antennen des Q 8-, 
des cf llgliedrig; 1. und 2. Glied lang. Siphorohr reicht bis zum Hinterrande von Ce ~ Th 1. 
Endhaken der hinteren Maxille gedrungen, vor dem Ende mit Wülsten, gegen welche die 
kräftige Endklaue eingeschlagen werden kann. Endborsten des Endgliedes des Innenastes der 
Füsse wie bei magniceps. Ei des 4. Fusses nicht ganz so lang wie Ee 1 und 2 zusammen (p. 27). 

3. Siphonatus Giesbr. (T 6 F 26 — 40). Eumpflänge Q 1,6, cf 1,1 mm. Stirn ohne 
Crista; Furca kaum so lang wie breit. Vordere Antennen des Q 10-, des cT 12gliedrig, 1. 
und 3. Glied lang, 2. Glied kurz. Siphorohr reicht mindestens bis zu den GenitalöfTnungen. 
Endhaken der hinteren Maxille gestreckt, mit dünner Endklaue. Von den Endborsten des 
Endgliedes des Innenastes am 1. Fuss eine, am 2. und 3. Fuss je 2 stiletartig verdickt. Ei 
des 4. Fusses länger als Ee 1 und 2 zusammen (p. 27). 

15. Genus Cryptopontius Giesbr. 
T 1, 8, 10. 

Eosterolaterale Ecken der Thoraxsegmente mit seitlich hervortretenden Zipfeln; 
vorderes Stück des !? Genitalsegmentes verbreitert. Vordere Antennen des Q 9 — 11-, 
des cf 10 — 12giiedrig. Hintere Antennen 4gliedrig. Basaltheil des Sipho mindestens 
6 mal so breit wie das dünne, nicht quergeriefelte Eohr. 4. Fuss ohne Ei; die übrigen Aeste 
der Schwimmfiisse 3giiedrig; am 1., Fusse Ee 3 mit 4 oder 5 Fiederborsten und 3 Aussen- 
randdornen, Ei 2 mit 1 oder 2 Fiederborsten; Ei 2 des 2. und 3. Fusses am Ende des Aussen- 
randes mit einfacher oder doppelter Zacke; apicale Si von Ei 3 des 1. — 3. Fusses pfriemförmig. 
5. Fuss knopfförmig. Laterale Darmcöca mit 7 — 9 Lappen. 

1. Thorelli (Giesbr.) (T 1 F 12; T8 F 13— 26). Eumpflänge des Q 1,15—1,35, des 
cf 0,85 — 1 mm. Furca länger als breit. Vordere Antennen des 2 10-, seltener llgliedrig, 
des cf 11- oder 12gliedrig; zwischen dem langen 1. und 3. Gliede ein kurzes 2. Glied; bei 
den <j? ist der auf das Kniegelenk folgende Abschnitt 2gliedrig, das Endglied mit 1, das viert- 
letzte Glied mit 2 Stachelborsten versehen, und die Zahl der Aesthetasken beträgt im Ganzen 



Diagnosen. 109 

7 — 8. Das Siphorohr reicht über die Ansatzstelle des 1. Fusses hinaus und kann auch die- 
jenige des 2. Fusses überragen. Li der vorderen Maxille etwa doppelt so lang wie B 2, mit 
kurzer Borste am Ende. Ee 1 des 1. Fusses mit 1, Ee 3 mit 4, Ei 2 mit 1 Fiederborste; Ei 2 
des 2. — 3. Fusses mit Doppelzacke am Ende des Aussenrandes ; Aussenrand von Ee des 2. bis 
4. Fusses gezähnelt, gröber an Ee 1 und 2 (p. 30). 

2. Tennis (Giesbr.) (T 8 F 36 — 41). 9- Verwandt mit tkorelli, aber vordere Antennen 
9gliedrig (2. Glied ebenfalls kurz), B 2 der 1. Maxille relativ länger, ca. % so lang wie Li. 
Eumpf länge 1,1 mm. — cf unbekannt (p. 30). 

3. Capitalis (Giesbr.) (T 8 F 27—35; T 10 F 28, 29). Eumpflänge des 9 1,35—1,45 mm, 
des cf 1 — 1,2 mm. Furca etwas länger als breit. Vordere Antennen des 9 10-, des cT 10- oder 
llgliedrig; 1. und 3. Glied lang, 2. Glied kurz; bei den cf ist der auf das Kniegelenk folgende 
Abschnitt 1 gliedrig und trägt keine Stachelborste; eine solche findet sich am viertletzten Gliede; 
die Zahl der Aesthetasken beträgt beim cf im Ganzen 7. Das Siphorohr erreicht die Ansatz- 
stelle des 1. Fusses nicht. Li der vorderen Maxille etwa doppelt so lang wie B 2, mit langer 
Fiederborste am Ende. Merkmale an den Schwimmfüssen wie bei thorelli (p. 30). 

4. Brevifurcatus (Giesbr.) (T 1 F 7; T8 F 1— 12). Eumpflänge des 9 0,85—0,95, 
des cf 0,75 — 0,85 mm. Furca kürzer als breit. Vordere Antennen des 9 9-, des cf lOgliedrig, 
1. und 2. Glied lang; bei den c? ist der auf das Kniegelenk folgende Abschnitt 1 gliedrig und 
trägt keine Stachelborste; am Vorderrande des viertletzten Gliedes befinden sich runde 
Vorsprünge, und die Zahl der Aesthetasken ist im Ganzen 13. Das Siphorohr endigt zwischen 
der Ansatzstelle des 2. Fusses und dem Vorderrande von Th 5. Li der vorderen Maxille ca. 
Ysinal so lang wie B 2. Ee 1 des 1. Fusses ohne, Ee 3 mit 5, Ei 2 mit 2 Fiederborsten; 
Zacke am Ende des Aussenrandes von Ei 2 des 2. und 3. Fusses einfach; Aussenrand von Ee 
des 2. — 4. Fusses glatt oder nur sehr fein gezähnelt (p. 30). 

16. Genus Dyspontius Thorell. 
T 1, 7, 10. 

Posterolaterale Ecken der Thoraxsegmente mit seitlich abstehenden Zipfeln; vorderes 
Stück des 9 Genitalsegmentes verbreitert. Vordere Antennen des 9 9-, des cT 
llgliedrig. Hintere Antennen 4gliedrig. Basaltheil des Sipho schmal, höchstens 3 — 4mal 
so breit wie das dicke, innen meistens quergeriefelte Siphorohr. 4. Fuss ohne Ei; die übrigen 
Aeste der Schwimmfüsse 3 gliedrig; am 1. Fusse Ee 3 mit 4 Fiederborsten und nur 2 Aussen- 
randdornen; Ri 2 des 2. und 3. Fusses am Ende des Aussenrandes mit kleiner Doppelzacke; 
alle Si von Ei 3 des 1. Fusses Fiederborsten. 5. Fuss knopfförmig. Laterale Darmcöca 
ungelappt oder höchstens mit je 5 Lappen. 

1. Striatus Thorell (T 1 F 10; T 7 F 1—11; T 10 F 27). Eumpflänge 9 0,95—1,1, cT 
0,8 — 1,1 mm. Kopf vorne abgerundet, ohne First noch Crista und ohne dorsale Vorsprünge; 
seine Pleuren mit ventralen Längsstreifen. Endglied der vorderen Antennen mit glatter Cuticula. 



1 1 Systematik. 

Siphorohr endigt zwischen dem Ansatz des 1. und 3. Fusses. 1. Basalglied des Maxillipeden 
des ö* am Ende des Innenrandes mit krummem Fortsatz (p. 33). 

2. Fringilla (Giesbr.) (T 1 F 8; T 7 F 12—22; T 10 F 30, 31). Rumpflänge des 9 1, 
des cf 0,85 mm. Kopf vorne zugespitzt, mit medianer runder First und Crista; am dorsalen 
Hinterrande von Ce ~ Th 1 jederseits ein Vorsprung. Endglied der weiblichen und die beiden 
Endglieder der männlichen vorderen Antennen mit granulirter Cuticula. Siphorohr reicht bis 
gegen den Vorderrand des Genitalsegmentes. 1. Basalglied des Maxillipeden bei 9 und ö* 
übereinstimmend (p. 33). 

3. Passer (Giesbr.) (T 1 F 9; T7 F 23). £. Rumpflänge 0,78 mm. Verwandt mit 
fringilla; aber Kopf minder stark zugespitzt, mit flacherer First; Ce ~ Th 1 ohne dorsale Vor- 
sprünge am Hinterrande; Siphorohr reicht kaum bis zur Ansatzstelle des 2. Fusses. — cT un- 
bekannt (p. 33). 

17. Genus Pteropontius Giesbr. 
T 7, 10. 

Posterolaterale Ecken der Thorax- und der vorderen Abdomensegmente mit seitlich 
hervortretenden Zipfeln; Ce ~ Th 1 dorsal gefeldert und mit dorsaler Crista über das ganze 
Segment hin. Vordere Antennen des 9 8-, des cf lOgliedrig. Hintere Antennen 
3gliedrig. 4. Fuss ohne Ri; Aeste des 1. Fusses 2gliedrig, mit verminderten Borsten; Re 3 
des 3. und 4. Fusses mit nur 2 Aussenranddornen; Ri 2 des 2. und 3. Fusses am Ende des 
Aussenrandes mit Doppelzacke; apicale Si von Ri 3 des 2. und 3. Fusses pfriemförmig. 5. Fuss 
knopfförmig. Eiballen kugelig, aus je 3 Eiern bestehend. Medianes Darmcöcum etwas 
nach hinten umgebogen; laterale Cöca mit je 4 Lappen. 

Einzige Species: cristatus Giesbr. (T 7 F 24— 39; T 10 F 15). Länge: 9 0,85—1,1, 
CT 0,75—0,95 mm (p. 36). 

18. Genus Dystrogus Giesbr. 
T 9. 

9 unbekannt. — cf . Posterolaterale Ecken des 2. und 3. Segmentes des Vor der rümpf es 
mit seitlichen Zipfeln; Genital deckel mit 3 langen Fiederborsten. Vordere Antennen 
9gliedrig. Hintere Antennen 4gliedrig. Sipho bis zum 1. Fuss reichend, hinter dem Basal- 
theil kaum verschmälert, mit ungemein dickem Rohr. 1. Maxille mit dünnen Li und B 2. 
2. Maxille kräftig, mit stark gebogenem Endhaken. Maxilliped mit 2gliedrigem Endtheil 
(Ri). 4. Fuss fehlt; 1. — 3. Fuss mit 3gliedrigen Aesten; am 1. Fuss Re 3 mit 2 Aussenrand- 
dornen und 4 Fiederborsten, Ri 2 mit 1 Fiederborste; Ri 2 des 1. — 3. Fusses am Ende des 
Aussenrandes nicht mit Doppelzacke; keine Borste von Ri 3 des 2. Fusses pfriemförmig. 5. Fuss 
knopfförmig. Laterale Darm cöca, jederseits mit 7—8 Lappen, ragen bis ins 2. Thoraxsegment. 

Einzige Species: gladiator Giesbr. (T 9 F 14—23). Länge: cf 1,14 mm (p. 38). 



Diagnosen. 111 

19. Genus Artotrogus Boeck. 
T9, 10. 

Q. Umriss des Rumpfes kreisförmig; Th 2 und 3 seitlich in Zipfel verlängert. 
Genitalsegment viel breiter als die folgenden Segmente, vorne und hinten gleich breit, jeder- 
seits mit einem langen Zipfel. Vordere Antennen 9gliedrig. Hintere Antennen 4gliedrig. 
Rohr des Sipho schmaler als sein Basalstück, reicht wenigstens bis hinter die Maxillipeden. 
B 2 und Li der 1. Maxille am Grunde breit, nach dem Ende verschmälert. 2. Maxille und 
Maxilliped sehr kräftig, mit sehr dickem Endhaken; Endtheil (Ri) des Maxillipeden 2- 
gliedrig. 4. Fuss fehlt; 1. — 3. Fuss mit 3gliedrigen Aesten; am 1. Fuss Re 3 mit 3 Rand- 
dornen und mit 5 Fiederborsten, Ri 2 mit 1 Fiederborste; am 3. Fuss Ri 3 mit 5 Fiederborsten; 
Ri 2 des 1. — 3. Fusses mit Doppelzacke am Ende des Aussenrandes ; apicale Si von Ri 3 des 
2. Fusses pfriemförmig. 5. Fuss ein winziges Knöpfchen. Laterale Darmcöca mit je 7 bis 
9 Lappen, von denen die hintersten bis in Th 2 und 3 hineinragen. Eib allen kugelig, aus 
je ca. 20 Eiern bestehend. — cT unbekannt. 

Einzige Species: orbicularis Boeck (T 9 F 24—34; T 10 F 33—35). Länge: Q 1,65 
bis 2,5 mm (p. 93). 

V. Subfamilie Cancerillinae. 

Segmente des Vorderrumpfes seitlich abgerundet; Ce ~ Th 1 des Q mindestens 
halb so lang wie der Rumpf. Abdomen des Q mit 2 oder 3, des cf mit 4 Segmenten 
zwischen Genitalsegment und Furca. Vordere Antennen des Q 6 — 9gliedrig, mit einem 
Aesthetasken am letzten Gliede ; die des cf geniculirend oder nicht, mit einem Aesthetasken am 
Endgliede und vielen supplementären Aesthetasken an den proximalen Gliedern. Hintere 
Antennen länger als das Basipodit des Maxillipeden, mit dicker, krummer Endklaue ; Re vor- 
handen oder fehlend. Sipho kurz, ohne Saugrohr, nach vorne gerichtet. Mandibel ohne 
Palpus, Lade kurz. 1. Maxille mit kurzem und breitem Li, der 4 — 5 Borsten trägt; B 2 klein 
oder fehlend. Die beiden Maxillipeden voneinander abgerückt; ihr Endstück (Ri) 2gliedrig; 
Basipodit 2gliedrig. 4. Schwimmfuss fehlt; die vorhergehenden Füsse normal oder rudimentär 
(sexuell verschieden) ; apicale Borsten von Ri 3 normale oder verkümmerte Fiederborsten. End- 
glied des 5. Fusses ein kleines Stäbchen. Medianes Darmcöcum fehlt; laterale Cöca senkrecht 
abstehend, nicht nach hinten gebogen, nicht gelappt. — Litoral. 

20. Genus Parartotrogus Th. & A. Scott. 
T 1, 9, 10. 

Q. Vor der rümpf breit und flach; Abdomen ziemlich gestreckt, mit 3 Segmenten 
zwischen dem wenig verbreiterten Genitalsegment und der Furca. Vordere Antennen 



\ \ 2 Systematik. 

9gliedrig. Hintere Antennen mit relativ langem Ee. Mandibelladen stiletförmig , unge- 
zähnelt. 1. Maxille mit Li und B 2. Endhaken der 2. Maxille 2gliedrig. 1. — 3. Thorax- 
fuss zweiästig, mit Fiederborsten versehen; Ee und Ei des 1. Fusses und Bi des 3. Fusses 2-, 
die übrigen Aeste 3gliedrig. Laterale Darmcöca am Ende etwas nach vorne gebogen. Ei- 
ballen aus je 1 ellipsoidischen Ei bestehend. — cf unbekannt. 

Einzige Species: richardi Th. & A. Scott (T 1 F 13; T 9 F 35—45; T 10 F 18). Länge: 
9 0,47—0,52 mm (p. 40). 

21. Genus Cancerilla Dalyell. 
T 10. 

Q. Vorderrumpf gewölbt, quer-ellipsoidisch bis herzförmig. Abdomen mit 2 Seg- 
menten zwischen dem sehr breiten Genitalsegment und der Furca. Vordere Antennen 
6gliedrig. Hintere Antennen ohne Ee. Mandibelladen am Ende abgeplattet und fein 
gezähnelt. 1. Maxille lgliedrig. Endhaken der 2. Maxille lgliedrig. Thoraxfüsse rudi- 
mentär; 1. und 2. Paar mit lgliedrigen Aesten, 3. Paar stummeiförmig. Laterale Darmcöca 
gerade. Eiballen kugelig, mit je 15 — 17 Eiern. — cf. Eumpf gestreckt, von Th 3 ab 
schmal. Abdomen mit 4 Segmenten zwischen dem etwas verbreiterten Genitalsegment und 
der Furca. Vordere Antennen 9gliedrig. 1. und 2. Thoraxfuss von ziemlich normalem 
Bau, mit Schwimmborsten versehen; Ee des 1. Fusses 1-, Ei des 1. Fusses 2-, Ee und Ei des 
2. Fusses 3gliedrig. 

Einzige Species: C. tubulata Dalyell (T 10 F 1—11). Länge: 9 1 — 1,1, C? kaum 1 mm 
(p. 41). 



f. Bestimmungstabellen. 

1. Für die Genera. 

Mit 4 Schwimmfusspaaren, deren hinterstes lästig sein kann 1 

Mit nur 3 Schwimmfusspaaren; das 4. Paar fehlt 16 

Mit nur 2 Schwimmfusspaaren (3. Paar knopfförmig, 4. Paar fehlt), die beim Q kurz 

und rudimentär sind (T 10 F 6) 

Cancerilla p. 112. 

1. Abdomen des 2 mit 2, des cf mit 3 freien Segmenten zwischen dem Genitalsegment und 

der Furca 2 

Abdomen des Q mit 3, des cf mit 4 freien Segmenten zwischen dem Genitalsegment und 

der Furca 5 



Bestimmungstabellen. 113 

2. Vorderrumpf (des Q) kugelig (T 3 F 55); Sipho eiförmig, ohne Saugrohr (T 10 F 19). 

(Vordere Antennen des Q 19gliedrig (T3 F47); Mandibelpalpus kurz, stabförmig (F 48)) 

Scottomyzon p. 103. 
Vorderrumpf ellipsoidisch ; Sipho birnförmig, mit oder ohne Saugrohr .... 3 

3. Re der hinteren Antennen kürzer als Ri 1 4 

Re der hinteren Antennen länger als Ri 1 (T 4 F 29, 42). (Sipho mit langem Rohr; 

vordere Antennen des Q 11 — 16gliedrig (F 30, 49); Mandibelpalpus knopfförmig, mit 

langer, reich gefiederter Borste (F 52)) 

Acontiophorus p. 103. 

4. Vordere Antennen des 9 20—21-, des cT 17— 18gliedrig (T 2 F 2, 3,26); Sipho ohne 

oder mit Rohr (F 13, 28); Mandibelpalpus 2gliedrig, stabförmig (F 17) 

Asterocheres p. 99. 

Vordere Antennen des Q 17— 18gliedrig, des c? 16gliedrig (T 4 F 2, 27, 28); Sipho mit 

langem, dünnem Rohr; Mandibel ohne Palpus 

Scottockeres p. 104. 

5. Vordere Antennen (des Q) ögliedrig 

Ratania p. 105. 

Vordere Antennen wenigstens 8gliedrig 6 

6. Innenast des 4. Fusspaares dem der vorderen Füsse ähnlich, 3gliedrig und mit Fieder- 

borsten versehen 7 

Innenast des 4. Fusspaares dem der vorderen Füsse unähnlich, zwar 3gliedrig, aber stab- 
förmig und fast borstenlos (T 6 F 25, 34, 41) 

Bradypontius p. 107. 

Innenast des 4. Fusspaares fehlt 14 

7. Sipho birnförmig, ohne Saugrohr; Mandibel mit Palpus 8 

Sipho mit Saugrohr; Mandibel ohne Palpus 10 

8. Rostrum dick, spitz, schnabelförmig (T 5 F 28, 44); posterolaterale Ecken der Thorax- 

segmente in seitlich hervortretende Zipfel verlängert (F 30, 46) 

Rhynchomyzon p. 102. 
Rostrum kleiner und weniger vorspringend; posterolaterale Ecken der Thoraxsegmente 
abgerundet, nicht seitlich hervortretend 9 

9. Vordere Antennen des Q 14 — 19-, des cT 13— 17gliedrig (T 5 F 7, 9, 10). Furca weniger 

als doppelt so lang wie breit (F 4). Endglied des 5. Fusses oval (F 13) 

Dermatomyzon p. 101. 
Vordere Antennen des Q. 20-, des cf 18gliedrig (T 3 F 39, 40). Furca wenigstens 7-, 
Endglied des 5. Fusses wenigstens 3 mal so lang wie breit (F 28, 29, 31, 41 — 44) 

Collocheres p. 102. 
10. Vordere Antennen (des Q) 8gliedrig, mit dem Aesthetasken am drittletzten Gliede (T 5 
F 20); der 5. Fuss besteht jederseits aus 1 Borste (F 25) 

Pontoeciella p. 105. 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 15 



•j -j A Systematik. 

Vordere Antennen wenigstens 9gliedrig, mit dem Aesthetasken am Endgliede (T6F4, 7); 
5. Fuss mit jederseits 3 Borsten, knopfförmig oder mit beweglichem Endglied (T 6 
F 10; T 9 F 11) 11 

11. Hintere Antennen 3gliedrig; Re sitzt an der Mitte des vorletzten Gliedes 

Neopontius p. 106. 
Hintere Antennen 4gliedrig; Re sitzt nahe am Ende des drittletzten Gliedes (T 6 
F 6) ". 12 

12. Thoraxsegmente mit seitlich stark vortretenden Zipfeln (T 7 F 47); FurCa etwa so lang 

wie das Analsegment 13 

Thoraxsegmente ohne solche Zipfel (T 6 F 1); Furca länger als das Analsegment 

Myzopontius p. 106. 

13. Maxillipeden sehr dick, mit langem Endhaken und je einer steifen, dicken Borste an 

den vorhergehenden beiden Gliedern (T 7 F 43) 

Cribropontius p. 107. 
Maxillipeden nicht besonders dick, Endhaken nicht länger als die vorhergehenden beiden 
Glieder zusammen, deren Borsten klein sind (T 9 F 12) 

Sestropontius p. 107. 

14. Segmente des Abdomens ohne Seitenzipfel; Aeste des 1. Fusspaares 3gliedrig . . 15 
Vordere Segmente des Abdomens mit Seitenzipfeln (T 7 F 24; T10 F15); Aeste des 

1. Fusspaares 2gliedrig (T 7 F 38) 

Pteropontius p. 110. 

15. Basaltheil des Sipho ca. 3 mal so breit wie das Rohr (T 7 F 2, 23); Re 3 des 1. Fusses 

mit 2 Aussenranddornen (F 17) 

Dyspontius p. 109. 
Basaltheil des Sipho wenigstens 6 mal so breit wie das Rohr (T 8 F 14, 34); Re 3 des 
1. Fusses mit 3 Aussenranddornen (F 12, 20) 

Cryptopontius p. 108. 

16. Sipho ohne Saugrohr (T 1.0 F 18); hintere Antennen mit dicker Endklaue (T 9 F 38) ; 

Aeste des 1. Fusses 2gliedrig (F 36) 

Parartotrogus p. 111. 
Sipho mit langem Saugrohr; hintere Antennen ohne Klaue oder Haken; Aeste des 1. Fusses 
3gliedrig 17 

17. Rumpf kreisförmig (T 10 F 34, 35); Rohr des Sipho viel dünner als sein basales Stück 

(T 9 F 29) 

Artotrogus p. 111. 
Rumpf gestreckt (T 9 F 23); Rohr des Sipho kaum dünner als sein basales Stück (T 9 
F 16) 

Dystrogus p. 110. 



Bestimmungstabellen. 115 



2. Für die artenreicheren Genera. 

Ast ero eher es. 

Cuticula des Sipho und der Kopfgliedmaassen wellig geriefelt. 5. Fuss mit kleinem knopf- 

förmigem Endgliede. Länge des 2 0,85 mm 

renaudi p. 101. 
Cuticula des Sipho und der Kopfgliedmaassen glatt. 5. Fuss mit gestrecktem Endgliede 

(T 2 F 11, 32, 40) 1 

1. Sipho birnförmig; sein basaler Abschnitt geht in den kurzen distalen allmählich über 

(T 2 F 1 3) . . 2 

Distaler Theil des Sipho röhrenförmig (T 2 F 28 ; T 3 F 5) 8 

2. B 2 der 1. Maxille kürzer und schmaler als Li; die Borsten von Li ungefähr gleich dick 

(T 2 F 8). Keine Borste von Bi 3 des 2. Fusses stiletförmig 3 

B 2 der 1. Maxille schmaler, aber nicht kürzer als Li; eine Borste von Li viel dicker 
und länger als die anderen (T 2 F 37). Endständige Borste von Bi 3 des 2. Fusses 
stiletförmig ( 7 

3. Furca des 2 länger als das Analsegment (T 2 F 20). Länge des Q 0,7 — 0,75 mm 

echinicola p. 100, Jcervillei p. 100. 
Furca des Q kürzer als das Analsegment (T 2 F 7; T 3 F 16) 4 

4. Genitalsegment des Q jederseits mit einer Zacke hinter der Geschlechtsöffnung (T 3 F 16) 

dentatus p. 100. 
Genitalsegment des Q ohne Zacke, jederseits mit kurzen Spitzen hinter der Geschlechts- 
öffnung (T2 F7; T3 F 21) 5 

5. Furca viel breiter als lang 

simulans p. 100. 
Furca länger als breit . 6 

6. Die beiden hinteren Abdomensegmente des Q von gleicher Länge und Breite (T 2 F 7). 

Die Borsten von Li der 1. Maxille überragen die von B 2 (F 8). Länge: Q 0,8 bis 
0,85, cT 0,55—0,6 mm 

suberitis p. 100. 
Das hinterste Abdomensegment des Q. länger und schmaler als das vorhergehende (T 3 
F 21). Die Borsten von B 2 der 1. Maxille überragen die von Li (F 23). Länge des 
9 1,1—1,2 mm 

lilljeborgi p. 99. 

7. Re 1 des 1. Fusses mit Borste am Innenrande (T 2 F 36). Vorletztes Abdomensegment 

des Q länger als das letzte (F 40). Länge des Q 0,95 — 1, des o* 0,6 — 0,65 mm 

violaceus p. 101. 

15* 



\\Q Systematik. 

Re 1 des 1. Fusses ohne Borste am Innenrande (T 2 F 44). Die beiden letzten Abdomen- 
segmente des Q gleich lang (F 45). Länge des Q 0,47 — 0,49, des O* 0,42 — 0,45 mm 

minutus p. 101. 

8. Das Siphorohr erreicht nicht die Ansatzstelle des 1. Fusses. Eine Borste von B 2 der 

1 . Maxille verdickt. Länge des cT ? 

canui p. 100. 
Das Siphorohr reicht bis zur Ansatzstelle des 1. Fusses (T 2 F 28). Keine Borste der 

1 . Maxille verdickt 9 

Das Siphorohr reicht fast bis zur Ansatzstelle des 4. Fusses (T 3 F 5). Keine Borste der 
1. Maxille verdickt (F 14). Länge des $ 0,7, des cf 0,6 mm 

Stimulans p. 101. 
Das Siphorohr reicht bis zum 1. Abdomensegment. Keine Borste der 1. Maxille ver- 
dickt. Länge des Q ca. 1 mm 

siphonatus p. 101. 

9. Furca kürzer als das letzte Abdomensegment, wenig länger als breit (T 2 F 27). Länge 

des 9 0,6—0,65, des <f 0,5 mm 

boecki p. 100. 
Furca so lang wie das letzte Abdomensegment, fast doppelt so lang wie breit (T 2 F 32). 
Länge des Q 0,55 mm 

parvus p. 100. 
Bradypontius. 
Stirn mit Crista (T 6 F 1 7, 23) 

chelifer p. 108. 

Stirn ohne Crista (T 6 F 28, 30, 42) 1 

1. Sipho reicht etwa bis zum 1. Fuss 



Sipho reicht wenigstens bis zum Abdomen (T 6 F 38) 



magniceps p. 108. 
siphonatus p. 108. 



Cryptopontius. 

Furca kürzer als breit (T 8 F 5); die beiden ersten Glieder der vorderen Antennen lang 
(F 3, 4). Länge des Q 0,85—0,95, des cf 0,75—0,85 mm 

brevifurcatus p. 109. 
Furca mindestens so lang wie breit; das 2. Glied der vorderen Antennen kürzer als das 

1. und 3. (T 8 F 29, 30) 1 

1. Siphorohr reicht über die Ansatzstelle des 1. Fusses hinaus (T 8 F 14). Li der vorderen 

Maxille mit kurzer Borste (F 25, 40) 2 

Siphorohr erreicht die Ansatzstelle des 1. Fusses nicht (T 8 F 34). Li der vorderen 
Maxille mit langer Fiederborste (F 33). Länge des Q 1,35 — 1,45, des d 1 1 — 1,2 mm 

capitalis p. 109. 



Bestimmungstabellen. Alphabetische Tabelle der Synonyma. 



117 



2. Vordere Antennen des 9 10—11-, des cf 11— 12gliedrig (T 8 F 21, 22, 24). Länge des 
9 1,15—1,35, des cf 0,85—1 mm 

thorelli p. 108. 
Vordere Antennen des 9 9gliedrig (T 8 F 36). Länge des 9 1,1 mm 

tenuis p. 109. 
Dyspontius. 

Kopf vorne abgerundet, ohne Crista (T 1 F 10; T 7 F 1, 2). Länge des 9 0,95—1,1, 
des cT 0,8 — 1,1 mm 

striatus p. 109. 
Kopf vorne zugespitzt, Stirn mit medianer First und Crista (T 1 F 8, 9; T 7 F 12, 14) 1 
1. Am dorsalen Hinterrande von Ce ~ Th 1 jederseits ein Vorsprung. Siphorohr reicht bis 
gegen das Genitalsegment (T 7 F 12, 14). Länge des 9 1, des cf 0,85 mm 

fringilla p. 110. 
Die Vorsprünge an Ce ~ Th 1 fehlen. Siphorohr erreicht kaum die Ansatzstelle des 
2. Fusses (T 7 F 23). Länge des 9 0,78 mm 

passer p. 110. 



g. Alphabetische Tabelle der Synonyma. 



Genusname 


Speeiesname 


Autor 


Jahr 


pag. 


Taf. 


Synonym zu: 


oben 
pag. 


Acontiophorus 




Brady 


1880a 


69 








» 




Claus 


1889ß 


357 




1 




» 
» 




Canu 
Giesbrecht 


1892 
1895 


270 
179 




/ Acontiophorus Brady 


81 


» 




» 


1897 


18 










angulatus 


Thompson 


1888 


153 


12, 13 


Ac. scutatus (Br. &R.)? 


82 




armatus 


Brady 
Claus 


1880a 
1889ß 


71 
359 


87 
7 


[ Ac. ornatus (Br. & R.) 


82 




elongatus 
» 


Th. & A. Scott 
Th. Scott 
Thompson 


1894 
1894 
1895 


145 
261 
102 


9 


) Scottocheres elongatus 
j (Th. & A. Scott) 


82 




ornatus 

» 


Giesbrecht 

» 


1895 
1897 


179 

18 




[ Ac. ornatus (Br. & R.) 


82 




scutatus 


Brady 


1880a 


69 


90 


Ac. scutatus (Br. & R.) 


81 




» 


Thomson 


1883 


113 


8 


Ac. scutatus (Br. & R.)? 


81 




» 


Thompson 
Claus 


1887 

1889ß 


69 
359 


7 


[ Ac. scutatus (Br. & R.) 


81 



118 



Systematik. 



Qenusname 


Speciesname 


Autor 


Jahr 


pag. 


Taf. 


Synonym zu: 


oben 
pag. 




scutatus 


Canu 


1891 


486 












» 


1892 


270 


29 


J 








» 
Thompson 


1894 
1893 


138 

37 


26 


> Ac. scutatus (Br. & R.) 


81 






Giesbrecht 


1895 


179 




J 








» 


1897 


18 








Artotrogus 




Boeck 


1859 


10 




Artotrogus Boeck 


92 


» 




Brady 


1880 a 


59 




Asterocheres Boeck -j- 
BradypontiusG.-}- Cri- 
bropontius G. 


71,86,88 


» 
» 




Claus 
Canu 


1889 ß 
1892 


360 

266 




) Artotrogus B. -\-Brady- 
\ pontius G. 


88, 92 


i 




Giesbrecht 

» 


1895 

1897 


181 
23 




> Artotrogus Boeck 


92 




abyssicohis $ 


Th. Scott 


1893 y 


128 


14 


Pontoeciella abyssicola 


83 














(Th. Scott) 




cT 


» 


» 


129 


12 


Pontoeciella sp.? 


83 




boecki 


Brady 


1880 a 


60 


91 


\ 






» 
» 


Bourne 
Th. Scott 


1890 ß 
1893 a 


317 
210 




/ Asterocheres boecki (Br.) 


71 




» 


Thompson 


1893 


37 


26 


) 






» 


Thomson 


1883 


112 


9 


Gen.? sp.? 


71 




lilljeborgi 


Brady 


1880 a 


64 




Asterocheres lilljeborgi 


70 














Boeck 




magniceps 


» 


1880 a 


61 


93 


) Bradypontius magniceps 


88 




» 


Thompson 


1893 


37 


26 


i .(BÖ 




normani 


Brady 


1880 a 


63 


91—93 


Cribropontius normani 


86 














(Br. & R.) 




» 


Thompson 


1888 


154 




Cr. normani (Br. & R.)? 


86 




» 


Canu 


1891 


485 




) Bradypontius magniceps 


88 




» 


» 


1892 


266 


27 


| (Br.) 


O <J 




orbicularis 


Boeck 


1859 


2 


1 


Artot. orbicularis Boeck 


92 




» 


Brady & Robertson 


1876 


197 




Bradypontius magniceps 

(Br.) 


92 




» 


Hansen 


1886 


78 




\ 






» 


Thompson 
Giesbrecht 


1893 

1897 


37 
23 


26 


\ Art. orbicularis Boeck 


92 




» 


Th. Scott 


1898 ß 


272 


14 


) 






o#a£ws 


Thomson 


1883 


112 


11 


Genus? sp.? 


69 


Ascomyzon 




Thorell 


1859 


77 




Asterocheres Boeck 


70, 71 


» 




Claus 


1889 ß 


21 




AsterocheresJ$oeck-\- Der- 
matomyzon Cls. p. p. 


70, 77 


» 




Giesbrecht 


1895 


178 




Asterocheres Boeck 


70, 71 




calvum 


Brady & Robertson 


1876 


197 




Genus? species? 


70 




comalulae 


Rosoll 


1888 


189 


1 


Collocheres gracilicauda 


79 














(Br. & R.) 




echinicola 


Norman 


1868 


300 




Aster, echinicola (Norm.) 


70 




lilljeborgi 


Thorell 


1859 


78 


14 


Ast. siphonatus Giesbr. 


71 



Alphabetische Tabelle der Synonyma. 



119 



Genusname 


Speciesname 


Autor 


Jahr 


pag. 


Taf. 


Synonym zu: 


oben 
pag. 




lilljeborgi 


Aurivillius 


1882 a 


105 


16 


Aster, siphonatus Giesbr. 


71 




ornatum 


Brady & Robertson 


1876 


197 




Acontiophorus ornatus 


82 














(Br. & R.) 




thompsoni 


A. Scott 


1896 


54 


5 


Aster och. violaceus (Claus) 


71 




thorelli 


Sars 


1880 a 


474 




Dermatomyzon 1 ? nigripes 


77 














(Br. &R.)? 




simulans 


Th. Scott 


1898 ß 


270 


13, 14 


Aster, simulans Th. Scott 


70 


Asterocheres 




Boeck 


1859 


10 




\ 




» 

» 




Canu 
Giesbrecht 


1892 
1895 


262 
176 




\ Asterocheres Boeck 


70, 71 


» 




» 


1897 


11 




) 






boecki 


» 


1897 


11 




Ast. boecki (Brady) 


71 




canui 


» 


1897 


11 




» canui Giesbr. 


70 




dentatus 


» 


1897 


11 




» dentatus Giesbr. 


70 




echinicola 

» 


Th. Scott 


1897 

1898 ß 


11 
270 




| » echinicola (Norm.) 


70 




kervillei 


Canu 


1898 


406 


3, 4, 5 


Ast. kervillei Canu 


70 




lilljeborgi 


Boeck 


1859 


6 


2 


) 






» 


Brady & Robertson 


1873 


141 




j. Ast. lilljeborgi Boeck 


70 




» 


Giesbrecht 


1897 


11 




1 






» 
» 


Canu 

» 


1891 

1892 


484 
264 


27 


/ Ast. canui Giesbr. 


70 




» 


Th. Scott 


1898 ß 


270 




Ast. lilljeborgi Boeck 


70 




minutus 


Giesbrecht 


1897 


12 




» minutus (Claus) 


71 




parvus 

» 


Canu 


1897 
1898 


12 
408 


3 


| Ast. parvus Giesbr. 


71 




renaudi 

» 


» 


1891 
1892 


485 
263 


26 


| Ast. ? renaudi (Canu) 


71 




siphonatus 


Giesbrecht 


1898 


12 




Ast. siphonatus Giesbr. 


71 




Stimulans 


Canu 


1897 
1898 


12 
408 


4 


\ Ast. Stimulans Giesbr. 


71 




suberitis 


Giesbrecht 


1898 


11 




Ast. suberitis Giesbr. 


70 




violaceus 


Th. Scott 


1898 
1898 ß 


12 
270 




\ Ast. violaceus (Claus) 


71 


Bradypontius 




Giesbrecht 


1895 


182 




) Bradypontius Giesbr. + 


86, 88 


» 




» 


1897 


20 




1 Cribropontius Giesbr. 






canui 


» 


1897 


21 




Br. magniceps (Br.) 


88 




chelifer 

» 


» 
» 


1895 
1897 


183 
21 




> Br. chelifer Giesbr. 


88 




magniceps 


» 


1895 


182 




\ 






» 


» 


1897 


21 




\ Br. magniceps (Br.) 


88 




» 


Th. Scott 


1897 


154 




) 






normani 


Giesbrecht 


1895 


183 




\ 






» 


» 


1897 


21 




( Cribropontius normani 


86 




» 


Th. Scott 


1897 


154 


2, 3 


l (Br. & Rob.) 






siphonatus 

» 


» 


1895 
1897 


183 
21 




[ Br. siphonatus Giesbr. 


88 



120 



Systematik. 



Genusname 


Speciesname 


Autor 


Jahr 


pag. 


Taf. 


Synonym zu: 


oben 
pag. 


Caligidium 




Claus 


1889 ß 


362 




Cancerilla Dalyell 


95 




vagabundum 


» 
Th. & A. Scott 


1889 ß 
1893 ß 


362 
243 


1 


[ Canc. tubulata Dal. 


95 


Cancerilla 




Dalyell 


1851 


223 




\ 




» 




Canu 


1892 


255 




\ Cancerilla Dal. 


95 


» 




Giesbxecht 


1897 


24 




) 






tubulata 


Dalyell 


1851 


223 


62 


i 






> 


Giard 


1887 


1189 




1 






» 


Canu 


1892 


255 


29 


> Canc. tubulata Dal. 


95 




» 


Thompson 


1895 


101 




\ 






» 


Giesbrecht 


1897 


24 




/ 




Ceratrichodes 

» 


albidus 
ßavus 


Hesse 

» 


1866 
1872 


75 
27 


4 


Genus ? sp. ? 


85 


Clausomyzon 


gracilicauda 


Giesbrecht 


1895 


177 




Collocheres gracilic. (Br.) 


79 


Collocheres 

» 




Canu 
Giesbrecht 


1893 
1897 


100 
13 




Collocheres Canu 


79 


» 


canui 


» 


1897 


14 




Coli, canui Giesbr. 


79 


» 


elegans 


A. Scott 


1896 


52 


5 


Coli, elegans A. Scott 


79 


» 


gracilicauda 

» 


Canu 
Giesbrecht 


1893 
1897 


100 
14 


6, 7 


> Coli, gracilicauda (Br.) 


79 


Conostoma 


ellipticum 


Thomson 


1883 


111 


5 


Genus Dyspontiinarum? 


85 


Cribropontius 




n. g. 








Cribropontius Giesbr. 


86 


Cryptopontius 




n. g. 








Cryptopontius Giesbr. 


89 


Cyclopicera 




Brady 


1872 


8 




Asterocheres Boeck 


70, 71 


» 






1880 a 


53 




Asterocheres Boeck + 
DermatomyzonCl&us -+- 
Collocheres Canu 


70, 71 

77, 79 


» 




Giesbrecht 


1895 


174 




Asterocheres Boeck 


70, 71 




eckinicola 


» 


1895 


175 




Aster, echinicola (Norm.) 
-j- suberitis Giesbr. 


70 




gracilicatida 


Brady 


1880 a 


58 


83 


\ 






» 


Thompson 
Th. Scott 


1889a 

1893 

1892 


189 

36 

262 


26 


r .„,..,...«-„ 


79 




latum 


Brady 


1872 


8 


3 








» 


» 


1880 a 


56 


89, 90 


i 






» 


Thompson 


1889 a 


189 




\ Aster, echinicola (Norm.) 


70 




» 


» 


1893 


36 


25 


( 






» 


Th. Scott 


1893 a 


210 


3 


/ 






> 


» 


1893 y 


127 


13 


Aster, echinicola (Norm.) ? 


70 




minutum 


Giesbrecht 


1895 


175 




Asteroch. minutus (Cls.) 


71 




nigripes 


Brady & Robertson 


1876 


197 




) Dermatomyzon nigripes 


77 




» 


Brady 


1880 a 


54 


89 


1 (Br. & R.) 




» 


Sars 


1886 


79 




Demi.? nigripes (Br.&R.) ? 


77 




» 


Th. Scott 


1892 


267 




) Dermatomyzon nigripes 


77 




» 


Thompson 


1893 


36 


25 


\ (Br. & R.) 




purp wo eine tum 


Th. Scott 


1893 a 


209 


3 


Rhynchomyzon purpuro- 
cinetum (Th. Scott) 


78 



Alphabetische Tabelle der Synonyma. 



121 



Genusname 


Specieaname 


Autor 


Jahr ; pag. 


Taf. 


Synonym zu: 


oben 
pag. 


Derrnatomyzon 




Claus 


1889 8 


350 








» 




Canu 
Giesbrecht 


1892 
1895 


258 

176 




j 

l Derrnatomyzon Claus 


77 


» 




» 


1897 


13 




1 






elegans 


Claus 


1889 ß 


351 


6 


\ 






» 

;> 


Canu 


189t 
1892 


483 

260 




> Derm. nigripes (Br. & R.) 


77 




» 


Giesbrecht 


1895 


177- 




) 






gibberum 


Th. & A. Scott 


1894 


144 


9 








» 
» 


Th. Scott 

Th. & A. Scott 


1594 
1595 a 
1895 8 


260 
238 
357 


10 
17 


f Scottomyzon gibberum 
i (Th. & A. Scott) 


80 




» 


A. Scott 


1896 


52 










nigripes 

» 


Giesbrecht 
Th. Scott 


1897 
1897 


13 
154 




/ Derm. nigripes (Br. &R.) 


77 


Dyspontius 




Thorell 


1859 


80 




/ 


> 




Brady 
Claus 


1880 a 
1889 ß 


65 
361 




Dyspontius Thorell 


90 


> 




Canu 


1892 


268 




) 








Giesbrecht 


1895 
1897 


184 
22 




) Dyspontius Thor, -f- 
i Crijptopontius Giesbr. 


89, 90 




brevifurcatus 


» 


1895 


186 




| Cryptopontius bretifur- 


90 




» 


» 


1897 


23 




i catus (Giesbr.) 




eapitalis 


» 
» 


1895 

1897 


185 
23 




Cr ypt. eapitalis (Giesbr./ 


89 




conspicuus 
marginatus 


[ Hesse 


1866 


69 


4 


j Genus? species? 


91 




normani 


Brady & Robertson 


1876 


197 




Cribrop. norma?ii(BT. &R.) 


86 




striatus 


Thorell 


1859 


81 


14 


Dysp. striatus Thorell 


90 




» 


Hesse 


1866 


69 




Genus? species? 


91 




» 


Norman 


1867 


198 




V 






, 


Brady 


1880 a 


66 


92 


J 






» 


Thompson 


1889 a 


189 




> Dysp. striatus Thorell 


90 




» 


Canu 


1891 


486 




\ 






» 


» 


1892 


269 


28 


1 






tenuis 


Giesbrecht 


1895 

1897 


185 
23 




| Cryptop. tenuis (Giesbr.) 


89 




thorelli 

» 


» 


1895 
1897 


185 
22 




1 Cryptop.t7iorelli(GiesbT.) 


89 


Dystrogus 




n. g. 








Dystrogus Giesbr. 


91 


Echinocheres 




Claus 


1889 ß 


352 




Asterocheres Boeck 


71 




minutus 


» 


1889 ß 


356 


5, 6 


Ast. minutus (Cls.) 


71 




violaceus 


» 


1889 ß 


356 


5 


Ast. violaceus (Cls.) 


71 


Gallopontius 




Giesbrecht 

■» 


1895 
1897 


184 
22 




| Dyspontius Thor. 


90 




fringilla 


» 


1895 
1897 


184 
22 




| D. fringilla (Giesbr.) 


90 


1 


passer 


» 


1897 


22 




D. passer (Giesbr.) 


90 


Zool. Station zu Nea 


iel, Fauna und Flora, Go 


f von Neapel. Asterocheridei 


i. 






16 





122 



Systematik. 



Genusname 


Speciesname 


Autor 


Jahr 


pag. 


Taf. 


Synonym zu: 


oben 
pag. 


Gallopo7itms 


rotundus 


Giesbrecht 


1897 


22 




D. striatus Thor. 


90 


Isopodius 




Kriczagin 


1873 


398 


14 


Asterocheres Boeck? 


71 


Myzopontius 

» 




Giesbrecht 

» 


1895 
1897 


182 
20 




\ Myzopontius Giesbr. 


85 




pungens 

» 


» 
» 


1895 
1897 


182 

20 




[ M. pungens Giesbr. 


85 


Neopo7itius 




Th. Scott 


1898 ß 


271 




Neopontius Th. Scott 


85 




angularis 


» r 


1898 ß 


271 


14 


Neop. angularis Th. Scott 


85 


Parartotrogus 
» 
» 




Th. & A. Scott 
Giesbrecht 

» 


1893 
1895 
1897 


210 
180 

24 




) Parartotrogus Th. & 
\ A. Scott 


94 




richardi 

» 
» 


Th. & A. Scott 
Th. Scott 
Giesbrecht 


1893 
1893 a 
1897 


211 
210 

24 


7 
4 


) Parartotrogus richardi 
| Th. & A. Scott 


94 


Platythoraz 


albidus 


Hesse 


1866 


82 


4 


Genus? species? 


85 


Pontoeciella 

» 




Giesbrecht 


1895 
1897 


186 
19 




i Pontoeciella Giesbr. 


83 




abyssicola 

» 


» 
» 


1895 
1897 


186 
19 




| P. abyssicola (Th. Scott) 


83 


Pteropontius 




» 


1895 

1897 


184 
21 




[ Pteropontius Giesbr. 


91 




cristatus 


» 
» 


1895 
1897 


184 
21 




[ Pt. cristatus Giesbr. 


91 


Ratania 

» 




» 


1892 
1897 


83 
19 




[ Patania Giesbr. 


84 




flava 


» 
» 


1892 
1897 


616 
19 


5, 48 


R, flava Giesbr. 


84 


Rhynchomyzon 




» 


1895 


177 




) Rhynchomyzon 


78 


» 




» 


1897 


13 




S Giesbr. 




falco 

» 


» 


1895 
1897 


178 
13 




| Rh. falco Giesbr. 


78 




purpurocinctum 


» 


1895 


178 




) Rh. purpurocinctum 


78 




» 


» 


1897 


13 




1 (Th. Scott) 




Scottocheres 




» 


1897 


18 




Scottocheres Giesbr. 


82 




elongatus 


» 


1897 


18 




) Sc. elongatus (Th. & A. 


82 




» 


Th. Scott 


1898 ß 


278 


13 


( Scott) 




longifurea 


Giesbrecht 


1897 


18 




Sc. longifurea Giesbr. 


82 


Scottomyzon 




» 


1897 


17 




Scottomyzon Giesbr. 


80 




gibberum 


» 


1897 


17 




j Sc. gibberum (Th. & 


80 




» 


Th. Scott 


1897 


155 




1 A. Scott) 


Sestropontius 




n. g. 








Sestropontius Giesbr. 


88 


Solenostoma 




Brady & Robertson 


1873 


141 




Acontiophorus Brady 


81 


Uperogcos 


testudo 


Hesse 


1867 


203 


4 


Genus? species? 


85 



C. Zur Anatomie und Morphologie, 

Das Studium des inneren Baues unserer Thiere wird durch mehrere Umstände erschwert: 
sie sind klein; wenige sind durchsichtig genug, um lebend oder in toto eingeschlossen Lage 
und Form der Organe erkennen zu lassen; viele auch lassen sich schlecht schneiden. Be- 
sonders hinderlich aber ist die Spärlichkeit ihres Vorkommens: die einzigen Arten, die man 
sich in beliebiger Menge verschaffen kann, sind Asterocheres violaceus, minutus und etwa noch 
Parartotrogus richardi; für die übrigen hängt man vom Zufall ab. So sind die nachstehenden 
Mittheilungen über die inneren Organe der Asterocheriden ziemlich lückenhaft geblieben. 

Durch das Entgegenkommen der Herren Th. Scott, J. C. Thompson und H. J. Hansen 
war ich im Stande, auch Arten zu berücksichtigen, die bei Neapel nicht vorkommen, so dass 
mir ausser Collocheres elegans, Neopontius angularis und einigen Species von Asterocheres alle 
bisher beschriebenen Arten vorgelegen haben. Von den Arten der meisten Genera kennt man 
auch die Männchen; unbekannt sind sie jedoch ausser von Scottomyzon , leider auch von 
Pontoeciella, Ratania und Parartotrogus, so dass man nur über die sexuellen Merkmale der 
Asterocherinae und Dyspontiinae ausreichend unterrichtet ist. 



a. Bau des weiblichen Rumpfes. 

Die Gesammtform des Rumpfes bietet alle Uebergänge in dem Verhältniss zwischen 
Längs- und Querdurchmesser dar. Bei Collocheres (T 3 F 27) beträgt seine Länge das Vier-, bei 
Scottocheres, auch bei Neopontius, wenigstens das Dreifache von seiner grössten Breite, während 
bei vielen anderen Arten der Vorderkörper sich schildförmig verbreitert oder auch kugelig 
anschwillt (Cancerilla und besonders Scottomyzon) (T 3 F 55) und manchmal zugleich der Hinter- 
körper sich so stark verkürzt, dass die grösste Breite des Rumpfes sich seiner Länge immer 
mehr nähert und sie bei Cancerilla und Artotrogus (T 10 F 34, 35) erreicht; da bei Artotrogus 
die grösste Breite in die Rumpfmitte fällt, und die Zipfel der hinteren Brustringe fast so weit 
nach hinten hervorragen wie die Furca, ist der Umriss des Rumpfes nahezu kreisförmig. 

16* 



|24 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

Dieser Mannigfaltigkeit steht eine grosse Einheitlichkeit der Segmentirung gegenüber. 
Stets verschmilzt der Kopf mit dem 1 . Thoraxsegment, während die übrigen 4 Thoraxsegmente 
gesondert bleiben. Das Abdomen hat gewöhnlich 4 Segmente (T 6 F 14), deren erstes, das 
Genitalsegment, aus Ab 1 und 2 verschmolzen ist; bei Asterocheres (T 2 F 7, 27), Scottockeres, 
Scottomyzon, Acontiophorus und Cancerilla jedoch sind zwischen Genitalsegment und Furca nur 
2 Segmente vorhanden, in deren letztem, dem Analsegment, die Segmente Ab 4 und 5 ent- 
halten sind. 

Ce rsJ Th 1 ist immer das breiteste und weitaus längste unter den Segmenten; seine 
Länge bleibt hinter der des übrigen Rumpfes am meisten bei den gestreckten Arten der Asco- 
myzontinae, ferner bei Neopontius und Pontoeciella zurück, und erreicht dieselbe unter den 
Ascomyzontinae nur bei Scottomyzon; bei den übrigen Dyspontiinae und Cancerillinae ist 
Ce~Th 1 mindestens halb so lang wie der Rumpf (Myzopontius, Par artotrogus), meistens aber 
über halb so lang, am längsten bei Artotrogus und Cancerilla. 

Der Vorderkörper bildet in vielen Fällen ein schmaleres oder breiteres Ellipsoid (T 1 
F 1), dessen Conturen in der Dorsalansicht einen regelmässigen, kaum unterbrochenen Verlauf 
zeigen; so ist es bei den meisten Asterocherinae und bei den Cancerillinae; auch bei Ratania 
und Pontoeciella, nur ist der Vorderkörper hier, wie auch bei Scottomyzon, an den Segment- 
grenzen etwas eingeschnürt. Bei Acontiophorus (T 4 F 32) jedoch treten die posterolateralen 
Ecken der Thoraxsegmente schon als kurze Zacken aus den Lateralconturen heraus, und 
ähnlich verhält sich auch unter den Dyspontiinae Myzopontius, während bei Neopontius die 
nach hinten gerichteten Ecken schon mehr die Form von Zipfeln zeigen. Bei Rhynchomyzon 
(T 1 F 11) aber und bei den übrigen Dyspontiinae (T 1 F 12) sind die Ecken in lange Zipfel 
verlängert, die zu beiden Seiten aus dem Rumpfe hervorragen und entweder mehr seitlich 
oder mehr nach hinten gerichtet sind. Am längsten sind diese Zipfel an den beiden mittleren 
Thoraxsegmenten, und auch die von Th 1 sind zuweilen lang; am kürzesten und schmälsten 
sind die von Th 4. Da dieses Segment bei den Dyspontiinae auch beträchtlich kürzer ist als 
die vorderen Thoraxsegmente, so verschwindet es zuweilen unter dem überstehenden dorsalen 
Hinterrande von Th 3. 

Am kleinsten wird Th 4, wie zu erwarten, bei den Arten, denen das 4. Schwimmfuss- 
paar fehlt; aber es ist auch bei ihnen bisweilen nachweisbar. Am deutlichsten bei Parartotrogus 
(TIF 13), wo es auch vom Rücken her noch als ein zwar kurzes, aber deutlich abgesetztes 
Segment an der Grenze zwischen Vorder- und Hinterkörper sichtbar ist. Bei Cancerilla unter- 
scheidet man es noch an der Ventralseite als einen kurzen Streifen (T 10 F 6), der etwa die- 
selbe Breite wie Th 5 hat. Bei Artotrogus und Dystrogus gelang es mir nicht, ein Rudiment 
des Segmentes aufzufinden. 

Ausser den beiden seitlichen Zipfeln hat Ce ~ Th 1 bei Rhynchomyzon falco, Dyspontius 
fringilla und Cribropontius normani noch zwei dorsale am Hinterrande, und bei der ersten Art 
(T 5 F 30) ragt zudem der mittlere Theil des Hinterrandes von Th 1 , 2 und 3 kappen- 
artig über das folgende Segment hervor. Der Rumpf der beiden erstgenannten Arten erhält 



Bau des weiblichen Rumpfes. 125 

auch dadurch ein auffälliges Aussehen, dass sich auf dem vorderen Theil des Kopfes eine 
runde First hervorwölbt (in der Seitenansicht am besten sichtbar) , hinter der die Rücken- 
fläche dann wieder einsinkt (T 5 F 28; T 7 F 12); in geringem Grade ist das auch bei Dyspontius 
passer der Fall. 

Bei einigen Dyspontiinae zieht eine mediane Crista von der Stirn her über Ce <^> Th 1 
hin; dieselbe ist flach und verstreicht meistens schon im vorderen Drittel des Segmentes; nur 
bei Pteropontius cristatus (T 7 F 28) geht sie bis an seinen Hinterrand. Wo eine Crista vor- 
handen ist, erscheint die Stirn in der Rückenansicht meistens zugespitzt, während sie bei den 
anderen Arten abgerundet ist; bei Pteropontius jedoch, auch bei Pontoecieüa und besonders bei 
Parartotrogus, bildet der mittlere Theil des Stirnrandes einen breiten Vorsprung. 

Ein Rostrum fehlt bei manchen Arten [Scottocheres) und ist bei anderen nur angedeutet; 
zuweilen bildet es einen dreikantigen, seltener vierkantigen Buckel, den man in der Profilansicht 
meistens nur wenig hervorragen sieht. Bei Dyspontius, Pteropontius, Dermatomyzon, Collocheres 
springt das Rostrum stärker hervor, und am weitesten bei Rhynchomyzon, wo es die Form 
eines dicken, krummen Schnabels hat (T 5 F 28, 44). 

Die Pleuren des Kopfes sind öfters nur ganz schmal, zuweilen aber zur Aufnahme der 
Lappen an den lateralen Darmcöca stark verbreitert; manchmal sind sie gar nicht oder nur 
wenig nach der Bauchfläche umgebogen, mitunter aber so weit, dass sie zwischen sich nur 
eine schmale Rinne übrig lassen, aus welcher der Sipho und die Gliedmaassen des Kopfes 
hervorragen (T 6 F 1). 

Unter den Segmenten des Abdomens, von denen, wie erwähnt, 3 oder 4 vorhanden 
sind, ist wie gewöhnlich das Genitalsegment das umfangreichste. Dasselbe ist bei den meisten 
Asterocherinae, auch bei Ratania, Pontoecieüa und Parartotrogus, birnförmig; der vordere Theil, 
der zu beiden Seiten die GenitalöfTnung trägt, geht allmählich in den hinteren Theil über 
und ist, wenn überhaupt, nur wenig breiter und dicker als dieser (T 3 F 1). Das Segment 
ist bei diesen Arten meistens länger als breit, am meisten bei Collocheres, Scottocheres und 
Rhynchomyzon, verkürzt sich aber schon bei den kleineren Asterocheres-Arten (T 2 F 45) und 
am meisten bei Scottomyzon (T 3 F 55), wo es zwiebeiförmig ist. Eine leichte Einschnürung 
zwischen dem vorderen breiteren (Ab 1) und schmaleren hinteren (Ab 2) Theil des Segmentes 
findet sich schon bei Rhynchomyzon (T 5 F 30), Myzopontius und Neopontius; bei den übrigen 
Dyspontiinae, Artotrogus ausgenommen, ist dieselbe tief, und der vordere Theil ist bei Brady- 
pontius, Cryptopontius und Dyspontius zugleich sehr viel breiter als der hintere (T 7 F 10); bei 
Pteropontius wird letzterer durch die Seitenzipfel ebenfalls breit (T 10 F 15). Bei Artotrogus 
erhält das Genitalsegment dadurch eine eigenthümliche Form, dass seine Seitentheile nach 
hinten verlängert sind (T 9 F 28). Bei Cancerilla endlich ist es rechteckig und etwa 3 mal so 
breit wie lang (T 10 F 6). Bei manchen Arten ist der Hinterrand sowohl dieses Segmentes, 
wie auch der folgenden an beiden Seiten in scharfe Säume [Aster ocher es violaceus, Dermatomyzon 
nigripes, Acontiophorus ornatus, Rhynchomyzon purpurocinctum), ja sogar in Zipfel verlängert, denen 



}26 ^ ur -A- na toraie und Morphologie. 

der Thoraxsegmente ähnlich, so bei Rhynchomyzon falco (an Ab 2, 3, 4) und Pteropontius cristatus 
an Ab 1, 2, 3). 

Die Furca, die zuweilen kürzer [Asterocheres dentatus, simulans, Scottocheres elongatus, 
Cryptopontius brevifurcatus etc.), zuweilen sehr viel länger [Collocheres , Rhynchomyzon purpuro- 
cinctum, Neopontius) als breit ist, trägt stets die volle Zahl von 6 Borsten, die ich als St 1 — 4, 
Se und Si bezeichne (T 7 F 10, 45). Die längste und dickste unter ihnen ist fast stets St 2; 
doch kommt ihr St 3 zuweilen nahe, und übertrifft sie bei Scottocheres elongatus sogar an Länge 
und Dicke. Bei Rhynchomyzon sind St 2 und 3 nach der Mitte zu verbreitert und bandartig 
abgeplattet. — St 4 sitzt öfters ebenfalls am Endrande an; zuweilen rückt sie aber auf den 
Aussenrand der Furca vor, etwas bei Dermatomyzon (T 5 F 4), Rhynchomyzon, Acontiophorus, 
Parartotrogus, Bradypontius, Pteropontius, weiter bei Ratania, bei den übrigen Dyspontiinae, bei 
Collocheres gracilicauda und Cancerilla, am weitesten bei Collocheres canui (T 3 F 28). — Auch 
die Stellung der Si und besonders der Se wechselt. Mit einziger Ausnahme von Pontoeciella, 
deren eigenthümlich geformte Se auf der Ventralfläche der Furca sitzt (T 5 F 25), sitzen diese 
beiden Borsten immer dorsal an, meistens nahe am Aussen- und Innenrande der Furca und 
dicht über St 4 und St 1; zuweilen [Rhynchomyzon) rückt die Si, zuweilen die Se vom End- 
rande der Furca hinweg nach vorne, wobei die Se entweder der St 4 folgt [Collocheres, Arto- 
trogus etc.), oder selbst weiter rückt als diese [Cancerilla, Ratania); zuweilen auch entfernt sich 
die Se vom Aussenrande (die meisten Dyspontiinae), manchmal so weit, dass sie fast [Acontio- 
phorus ornatus) oder ganz [A. scutatus) in der Mitte zwischen Aussen- und Innenrand der Furca 
ansitzt. Bei sämmtlichen Arten von Asterocheres endlich rücken Se und Si zusammen und 
sitzen dicht bei einander und kurz vor dem Endrande auf der Dorsalfläche der Furca (T 2 F 7). 



b. Bau des männlichen Rumpfes. 

Die cf der Asterocherinae und Dyspontiinae sind durchweg kleiner als die Q, zu- 
weilen nur um ca. 10 % [Asterocheres minutus, Cryptopontius brevifurcatus) , zuweilen um etwa i /- i 
der Länge [Ast. suberitis, Bradypontius siphonatus). Je breiter die Q sind, desto mehr zeigt sich 
auch ein Unterschied in der Gesammtform des Rumpfes: die c? sind schlanker als die Q. 

Das Abdomen hat i Segment mehr als beim Q ; es hat daher 4 Segmente bei den 
Arten von Asterocheres (T 2 F 23), Acontiophorus, Scottocheres und wahrscheinlich auch von 
Scottomyzon, und hat 5 Segmente bei den Arten aller anderen Genera (T 3 F 42). Aus dem 
Umstände, dass die cf der $ mit 3gliedrigem Abdomen nicht die volle Zahl von 5, sondern 
nur 4 Abdomensegmente haben, ergiebt sich eine Bestätigung der oben geäusserten Ansicht, 
dass das 3gliedrige weibliche Abdomen nach der Formel Ab 1 ~ 2, 3, 4 ~ 5 segmentirt ist. 



Bau des männlichen Rumpfes. 127 

Denn da bei den cf der Copepoden eine secundäre Verschmelzung bereits abgegliederter 
Abdomensegmente nicht beobachtet wird, so muss das 4gliedrige Abdomen der <S' nach der 
Formel Ab 1, 2, 3, 4 ~ 5 segmentirt sein; und da bei den cT also die beiden letzten Abdomen- 
segmente, Ab 4 und 5, während der Ontogenese nicht von einander getrennt werden, so ist 
erst recht anzunehmen, dass sie auch im Endsegment des 3gliedrigen weiblichen Abdomens 
vereinigt geblieben sind; die Untersuchung der Copepodid-Stadien (s. u.) bestätigt diese An- 
nahme. Die Homologie der Abdomensegmente entspricht also folgender Uebersicht: 

Ab 1 2 3 ' 4 5 

Asterocheres etc. Q 1 II III 

cf i n in ^iv~ 

Dermatomyzon etc. Q I II III IV 

tf I II III IV V 

Das Genitalsegment, welches demnach vom 2. Abdomensegment getrennt bleibt, hat 
eine cylindrische Form, die durch Vorwölbung der Seiten meist in eine ellipsoidische übergeht; 
es ist bei Rhynchomyzon purpurocinctum kaum, bei Collocheres (T 3 F 31) und Myzopontius nur 
wenig dicker als die folgenden Segmente, während es bei manchen Dyspontiinae und bei 
Asterocheres (besonders boecki) (T 2 F 23) und Scottocheres über doppelt so breit wird. Die 
Genital Öffnungen, die beim Q lateral liegen, rücken hier auf die Ventralseite und sind zugleich 
viel grösser als dort, um so grösser, je breiter das Segment ist, und je näher sie nach der 
Mediane zusammenrücken; sie sind von grossen halb musch eiförmigen Deckeln überwölbt, deren 
anteromediane Ecken zuweilen in der Mediane fast zusammenstossen (Asterocheres), meistens aber 
einen schmalen, bei Collocheres, Dermatomyzon und Rhynchomyzon jedoch einen breiten Kaum 
zwischen sich frei lassen. Die posterolateralen Ecken der Genitaldeckel tragen bei den Asco- 
myzontinae (T 2 F 15) 2, bei Acontiophorus und den Dyspontiinae (T 4 F 40; T 6 F 37) 
3 Borsten, die bei Acontiophorus und Dystrogus besonders lang sind, und von denen 1 oder 2 
zuweilen verdickt (Dermatomyzon, Bradypontius) werden. Bei den Ascomyzontinae gehen diese 
Ecken meistens in eine oder mehrere Zacken aus, die bei Collocheres (T 3 F 31) am stärksten 
entwickelt sind. Bei den Dyspontiinae sind die 3 Borsten der Genitaldeckel, von denen die 
inneren beiden enger zusammen und zuweilen auf einem Knöpfchen sitzen, den 3 Borsten des 
5. Fusses offenbar ähnlich, und die Auffassung der Genitaldeckel als einer dem 5. Fusse 
analogen Gliedmaasse, deren Endglied mit dem blattartig verbreiterten Basale verschmolzen 
ist, findet in dieser Aehnlichkeit eine Stütze. 

Bei einigen Asterocheres- Arten und bei Scottocheres longifurca treten sexuelle Unter- 
schiede auch in der relativen Länge und Breite der hinteren Abdomensegmente und der 
Furca auf, die ich bei anderen Arten nicht beobachtet habe. Bei Acontiophorus und Scottocheres 
gehen die mittleren Abdomensegmente seitlich in scharfe Säume aus, die beim Q kleiner oder 
gar nicht vorhanden sind. 

Viel stärkere sexuelle Unterschiede als bei den Asterocherinae und Dyspontiinae weist 



jOg Zur Anatomie und Morphologie. 

der Bau des Rumpfes bei Cancerüla auf, was sich nach der Verschiedenheit der Lebensweise 
von $ und cT erwarten lässt. Während der Vorderkörper des sedentären Q. durch die Eier 
aufgebläht ist, hat das cf einen schlanken Rumpf, der nach Claus an den von Caligus er- 
innert: Th 4 ist (wie bei Parartotrogus $) schmal und fusslos, und wenig breiter als Th 4 
ist das mit Fussstummeln versehene Th 3; nur das mit Ce verschmolzene 1. und das 2. Thorax- 
segment haben die für die Vorderleibssegmente der Copepoden gewöhnliche Form. Durch 
dieselben Merkmale unterscheidet sich vom $ auch das V. Copepodid- Stadium des <$ nach 
Canu's Darstellung. Auch der Unterschied in der Segmentirung des Abdomens ist grösser 
als bei den anderen Asterocheriden: das cf hat nicht bloss 1, sondern 2 Segmente mehr als 
das $. Das Genitalsegment des c? scheint dem der Dyspontiinae ähnlich gebaut zu sein; 
Claus zeichnet zwar an den Ecken der Genitaldeckel nur 2 Borsten, Canu aber bei den jugend- 
lichen cf ebenfalls 3. An der Streckung des gesammten männlichen Abdomens hat auch die 
Furca theilgenommen; doch ist die Stellung und relative Länge ihrer Borsten ähnlich wie 
beim Q. 



c. Hantporen. 

Die Hautporen finden sich am Panzer des Vorderkörpers hauptsächlich auf der Rücken- 
und den Seitenflächen der Segmente bis zu den ventralen Kanten der Pleuren und des Rostrum ; 
bei manchen Arten durchbohren sie auch die Vorderwand des basalen Abschnittes des Sipho 
(z. B. Myzopontius) und sind vereinzelt auch zwischen den Pleuralkanten und den Mundtheilen 
anzutreffen. Am Hinterkörper sind sie rings um die Segmente vorhanden, aber spärlicher als 
am Vorderkörper und meistens in symmetrischer Vertheilung. 

Die geringste Zahl von Poren weist der Panzer von Acontiophorus auf; es finden sich 
einige ziemlich symmetrisch vertheilte auf der Dorsalseite der Rumpfsegmente nahe der Mediane 
und einige längs dem Pleuralrande von Ce ~ Th 1. Gering ist ihre Zahl auch bei Pararto- 
trogus und Pontoeciella. Etwas zahlreicher scheinen sie bei Patania zu sein; sie haben hier ein 
ziemlich weites Lumen, und ihre äussere Mündung ist von einem Wall umgeben. 

Wenn man von den wenigen Poren absieht, auf welchen die auch bei den Asteroche- 
riden an bestimmten Stellen des Rumpfes vorhandenen Sinneshaare sitzen, so lassen sich zwei 
Arten von Poren unterscheiden: trichterförmige und röhrenförmige; diese sind ungemein feine 
Canäle, ihrer ganzen Länge nach von gleichem Durchmesser und öfters gebogen, jene, schon 
an der Aussenmündung weiter als die Röhrenporen, erweitern sich nach der Innenfläche des 
Panzers zu zu einem Trichter. 

Die meisten Asterocherinae haben nur eine Art von Poren: Dermatomyzon, Phynchomyzon, 
Collocheres nur Röhrenporen, Scottocheres und Scottomyzon nur Trichterporen. Bei Dermatomyzon 



Hautporen. 129 

sind sie paarweise angeordnet; bei Rhynchomyäon ist diese Anordnung weniger strenge durch- 
geführt. Die Poren von Rh. falco münden aussen in flachen, runden, scharf umrandeten 
Gruben; Grube und Porus zusammen haben das Aussehen kleiner Hutpilze. Am Kopfschild 
von Dermatomyzon nigripesQ zählte ich etwa 24 Poren auf je 1 Quadrat von 0,01 mm Seiten- 
länge ; Rhynchomyzon falco und Scottocheres longifurca mögen etwa die gleiche relative Zahl haben ; 
bei Scottomyzon stehen die Poren spärlicher. 

Beiderlei Arten Poren besitzen Asterocheres violaceus und lilljeborgi, v. in etwa gleicher 
Zahl, während bei /. die Röhrenporen zahlreicher sind. Die meisten Röhrenporen von l. münden 
in ähnlichen Gruben wie bei Rhynchomyzon. Bei den Q von v. fehlen die Poren auf der 
Rückenfläche der Segmente des Vorderkörpers fast ganz; nach den Seiten zu werden sie zahl- 
reicher; bei den d 1 stehen sie überall ungefähr gleich dicht, etwa 40 auf der genannten 
Flächeneinheit. Bei l. Q kommen darauf etwa 18 Poren, doch ist ihre Vertheilung sehr ungleich, 
ohne dass aber die Seitentheile reicher wären als der Rücken. 

Die Poren der Dyspontiinae sind durchschnittlich nicht viel zahlreicher als bei den 
genannten Arten; aber meistens sind sie gröber und schärfer umrandet, sodass sie schon bei 
schwacher Vergrösserung deutlich hervortreten, und der Panzer mancher Arten nach Kali- 
behandlung einem Siebe gleicht. In einem quadratischen Stück von 0,1 mm Seitenlänge besitzt 
die Rückendecke von Ce ~ Th 1 durchschnittlich die folgenden Zahlen von Hautporen : Cribro- 
pontius normani 14, Artotrogus orbiadaris 14, Cryptopontius thorelli, capitalis, brevicaudatus 23 — 25, 
Bradypontius siphonatus 28, Dyspontius striatus und fringüla 31, Sestropontius bullifer 35, Ptero- 
pontius cristatus 45, Myzopontius pungens 80; die Zahlen gelten für die Q; die c? einiger Arten 
haben etwas höhere Zahlen, Der ganze Panzer von Ce-^Th 1 wird z. B. bei Sestropontius von 
etwa 1800, bei Myzopontius pungensQ von ungefähr 2000 Hautporen durchbohrt. 

Alle Arten der Dyspontiinae haben beide Formen von Poren; bei den meisten ist je 
ein Röhren- und ein Trichterporus zu einem Porenpaar vereinigt; die beiden Mündungen 
liegen nicht weit von einander und, wenn Gruben vorhanden sind, in derselben Grube zu- 
sammen. Die Trichterporen sind gewöhnlich sehr viel weiter als die Röhrenporen; bei Myzo- 
pontius z. B. ist der Durchmesser der Röhrenporen höchstens V 2 [x, der der inneren Oeffnung 
der Trichterporen 6 — 7 \i. 

In Gruben mündet ein Theil der Poren bei Cribropontius, Sestropontius, Dyspontius striatus, 
Artotrogus, und zwar in jeder Grube ein Porenpaar; ausserdem münden zwischen den Gruben 
bei Sestropontius und Artotrogus der kleinere, bei D. striatus der grössere Theil der Poren 
beiderlei Art. Die Gruben sind flach, gross, scharf aber meistens nicht vollständig umrandet. 
Bei Artotrogus (T 10 F 33, 34) gehen sie an ihrer hinteren und lateralen Seite in die Panzer- 
fläche ohne Grenze über und sind nur an der vorderen und medianen Seite von einem 
kaum halbkreisförmigen, in der Mitte verdickten Chitin wall eingefasst. Ein ungewöhnliches 
Aussehen bietet der Panzer von Pteropontius cristatus dar (T 10 F 16, 17); seine Oberfläche 
ist durch schmale Rippen in Felder getheilt, welche wie Dachziegel von hinten nach vorne 
übereinander gelegt zu sein scheinen; indessen sind diese Felder nichts als Porengruben 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. \~ 



J[ 30 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

mit einem hufeisenförmigen Chitinwall an der Vorderseite, und einander so nahe gerückt, dass 
die Enden der Schenkel jedes Hufeisens an den Wall der dahinter befindlichen Grube stossen. 
Auch hier mündet in jeder Grube ein Porenpaar, und zwar, wie auch bei Artotrogus, der 
Röhrenporus zwischen Wall und Trichterporus; doch ist der Röhrenporus bei A. vom Walle 
weiter abgerückt als bei P., wo er demselben ganz nahe (vor einem kleinen, aus der Wall- 
mitte hervorragenden Zapfen) mündet. 

Ausser den erwähnten Sinneshaaren und einer grösseren Zahl einfacher Härchen bei den 
Arten von Cryptopontius habe ich nun noch bei den meisten Dyspontiinae (Brady pontius, Crypto- 
pontius, Dysjwntius, Pteropontius, Artotrogus) eine eigentümliche Form von Härchen gefunden, 
die ich Zwillingshärchen nennen möchte. Bei B., C. und D. sind dieselben zart und kurz, 
bei A. und besonders bei P. (T 10 F 17) dagegen sind sie kräftiger und leicht aufzufinden. 
Sie entspringen über den Röhrenporen, und jedes Zwillingshärchen besteht aus 2 Härchen, die 
an der Basis dicht aneinander liegen oder vielleicht auch verwachsen sind, und bei Artotrogus 
unter stumpfem, bei Pteropontius unter spitzem Winkel divergiren. Sie stehen nicht wie andere 
Haare ungefähr senkrecht vom Panzer ab, sondern sind gegen denselben geneigt, fast bis zur 
Berührung, und zwar bei Pt. nach hinten zu, bei Artot. nach hinten oder aussen zu, sodass 
sie den Trichterporus zwischen sich nehmen. 

Dieser Befund lässt vermuthen, dass die Röhrenporen allgemein die zu Rumpf haaren 
führenden Canälchen, die Trichterporen dagegen Drüsenmündungen seien. Die letztere An- 
nahme dürfte zutreffen; dagegen habe ich über den Röhrenporen der Asterocherinae weder 
Zwillings- noch einfache Härchen finden können. 

Poren und Gruben sind auch von Brady und Canu bei Cribropontius normani, Brady- 
pontius magniceps und Dyspontius striatus gesehen worden. Brady hat jedoch bei C. n. die 
Gruben für Knöpfe und die Trichterporen für kurze, stachelartige Härchen gehalten; in den 
letzteren Irrthum ist er auch für D. striatus verfallen, und in der That können die optischen 
Längsschnitte durch die Trichterporen den Eindruck von Stacheln hervorrufen, bis man sich 
an Profilansichten von ihrer wahren Natur überzeugt. Vielleicht hat sich auch Canu in ähn- 
licher Weise getäuscht, wenn er über jeder der zahlreichen Poren bei Crib. normani ein »poil 
rigide et transparent« sah. 



d. Die vorderen Antennen der Weibchen. 

Der Versuch, die einzelnen Glieder der Copepoden-Antennen von geringerer Gliedzahl auf 
solche mit höherer Zahl zurückzuführen, ist schon vor längerer Zeit begonnen worden, in um- 
fassenderer Weise zuerst von Claus in seiner Monographie der Freilebenden Copepoden (1863). 
Jedoch fehlte es bis in die letzten Jahre nicht bloss an einer strengen Durchführung dieses 



Die vorderen Antennen der Weibchen. 1**1 

\ ersuclies für särnmtliche oder auch nur die meisten Arten innerhalb der engeren Copepoden- 
Gruppen (die ich 1892 für die Gymnoplea, Claus 1 ) 2 ) darauf für die Pontelliden, Mrazek 3 ) und 
Claus (1. c. oben p. 48) für das Genus Cyclops unternahm), sondern namentlich auch an Unter- 
suchungen darüber, in welcher Weise die Antennenglieder einer Copepoden-Gruppe denjenigen 
einer anderen homolog sein möchten, mit anderen Worten: es mangelte an einer Zurückfuhrung 
der Gliederung der Podoplea-Antennen auf die der Gymnoplea-Antennen. 

Den, wenn ich nicht irre, ersten Anfang hierzu machte ich für die Antennen von 
Oithona plumifera, deren Glieder ich (1892) in der in T 34 F 33 angegebenen Weise auf die 
25gliedrigen Gymnoplea-Antennen zurückführte, und bald darauf kam Claus (1. c. oben p. 48; 
cf. p. 308, 331) zu dem Ergebniss, dass die 6 letzten Glieder der Antennen von Cyclops Q 
denjenigen der Gymnoplea der Reihe nach entsprechen, und dass das distale Kniegelenk der 
männlichen Greifantennen von Cyclops zwischen den nämlichen Gliedern liegt, wie bei den 
Gymnoplea Heterarthrandria. Folgende Tabelle stellt diese Resultate zusammen (< bedeutet 
Kniegelenk): 

15 



Gymn. 1 
Oith. 1 


234567 89 10 11 
2 3 4 5 


12 
6 


13 14 
7 


Cycl. Q 








Cycl. tf 









16 


17 


18 < 19 


20 


21 


22 


23 


24 25 


9 


. 10 


11 12 




13 




14 


15 16 






12 


13 

15 


14 


15 


16 
16 


17 

vT 



Durch den Vergleich der weiblichen und männlichen Antennen gewannen zuerst Mrazek 
und bald nachher Claus eine 21gliedrige Antenne als Grundform für die Cyclopiden, und Claus 
wies darauf hin, dass die Zahl von 21 Gliedern thatsächlich bei einem Genus dieser Familie, 
bei Thorellia, vorkommen solle. Da ich dasselbe untersuchen konnte, so stelle ich die Gliede- 
rung der Antennen von Thorellia Q und die eines weiblichen Cyclops mit 17gliedrigen Antennen 
(Material aus dem Astroni-Krater) mit derjenigen der Gymnoplea-Antennen zusammen und 
füge die Gliederung der männlichen Cyclojjs-Antenrie nach der von Mrazek und Claus ge- 
wonnenen Auffassung hinzu: 



Gymn. 1 2 3 


4 5 


6 


7 8 9 10 11 


12 


13 14 


15 


16 


17 18 19 


20 


2L 


22 23 


24 25 


Thor. Q 1 


~2~ 


3 


4 5 6 7 8 


9 


10 11 


12 


13 


14 15 16 


17 


18 


19 20 


~1T~ 


- -*—-,-— — - 


— . . 




- ■—■—■, ——■ " - -*~ *—- - 




- ■^•»-v —— * 














-■ —»-•-— — - 


Cycl. Q i 


2 


3 


4 5 


6 


7 


8 


9 


10 11 12 


13 


14 


15 16 


17 


* — W- V —— *" 


——V-«-- 














■■■- ..■-- — - *- — - ~- - 






- ^■/•^i — ' 


- -*—■ y— — i * 


Cycl rf i 


2 


3 


4 5 6 7 8 


9 


10 11 


12 


13 


14 < 


15 




16 


17 



1) C. Claus, Die Antennen der Pontelliden und das Gestaltungsgesetz der männlichen Greifantenne. in: 
Sitz.-Ber. Akad. Wien 101. Bd. 1892 p. 848— 866. 

2) Ders., Ueber die Entwicklung und das System der Pontelliden. in: Arb. Z. Inst. "Wien 10. Bd. 1893 
p. 233—282 5 Taf. 

3) A. Mbazek, Ueber abnorme Vermehrung der Sinneskolben an dem Vorderfühler des Weibchens bei 
Cyclopiden und die morphologische Bedeutung derselben, in: Zool. Anzeiger 16. Bd. 1893 p. 133 — 138. — Ueber 
die Systematik der Cyclopiden und die Segmentation der Antennen, ibid. p. 285 — 289, 293 — 299. — Zur Morpho- 
logie der Antennen der Cyclopiden. ibid. p. 376 — 385. 

17* 



] 32 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

Man sieht, dass die Glieder der weiblichen Cyclops-Antenne (das 4., 5., 7.), welche in 
der männlichen aufgelöst werden, ganz die gleichen sind, welche auch bei Thorellia Q in ihre 
einwerthigen Elemente zerfallen. 

Neben den Cyclopiden sind nun die Asterocheriden diejenige Familie der Podoplea, 
deren Antennen in der Zahl ihrer Glieder den Gymnoplea- Antennen am nächsten kommen; 
ja, wie Thorellia übertreffen sogar manche Arten der Asterocheriden in dieser Hinsicht einen 
Theil der Gymnoplea- Arten. Daher bietet sich die Aufgabe dar, auch die Antennengliederung 
der Asterocheriden auf diejenige der Gymnoplea zurückzuführen; ich gehe dabei von dem 
Genus mit den reichstgegliederten Antennen, von Asterocheres , aus; die Zahl der Antennen- 
glieder seiner meisten Arten beträgt, wie bei Thorellia, 21. 

Die 4 letzten Glieder einer 25gliedrigen Gymnoplea- Antenne tragen auch am Hinter- 
rande je eine Borste, während alle übrigen Glieder nur am Vorderrande Borsten haben; diese 
4 Borsten treten so constant auf, dass ich (1892 p. 707) empfehlen konnte, bei der Benutzung 
der Bestimmungstabellen die letzten Antennenglieder nicht vom 1., sondern vom 22. ab zu zählen, 
als von dem proximalsten Gliede, welches mit einer Hinterrandborste versehen ist; auch an 
Copepodiden, vom I. Stadium an, finden sich diese 4 Hinterrandborsten bereits und lassen die 
Glieder, an denen sie sitzen, als das 22. — 25. der fertigen Antenne erkennen. Da sie sich 
nun auch bei den Asterocheriden (und Cyclopiden) finden, und bei Asterocheres 2 von ihnen 
dem vorletzten, 2 dem letzten Gliede angehören, so sind die beiden Endglieder der Antenne 
von Asterocheres den 4 letzten Gliedern der Gymnoplea- Antenne homolog und, in Ueberein- 
stimmung mit der früher (1892) gebrauchten Bezeichnung, als Aa 22 ~ 23, 24^25 zu be- 
zeichnen (T 2 F 2). 

Einen zweiten festen Punkt für die Vergleichung finde ich darin, dass bei einer grossen 
Zahl von Gymnoplea- Arten die distale Borste (S di) von Aa 12 verkürzt und in einen dorn- 
förmigen Anhang umgewandelt ist, und dass diese Dornborste sich auch bei Asterocheres (und 
Thorellia, Cj/clops, Oithona) wiederfindet (zuweilen ist ausserdem ein kleineres Dörnchen auch 
am vorhergehenden Gliede vorhanden). Man mag es gewagt finden, das dorntragende Glied 
der Asterocheriden (und Cyclopiden) dem der Gymnoplea homolog zu setzen; die Berechtigung 
dazu aber ergiebt sich aus der Leichtigkeit, mit der sich nunmehr von Aa 12 aus nach beiden 
Seiten die Glieder von Asterocheres auf die der Gymnoplea beziehen lassen (T 2 F 2, 42 ; T 3 F 17). 

Zwischen Aa 12 und Aa 22 hat die Antenne von Asterocheres 8 Glieder, deren jedes 
2 Borsten trägt; nur das vorletzte von ihnen besitzt 3 Anhänge: am Ende eine Borste und 
einen langen Aesthetasken und dicht hinter der Mitte des Vorderrandes 1 Börstchen (T 2 F 2). 
Da dies Glied somit einen Anhang mehr als die anderen hat, ist es als 2 Gliedern entsprechend 
aufzufassen (womit auch der Umstand stimmt, dass es länger als die übrigen Glieder ist), und 
jene 8 Glieder also als Aa 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19 ~ 20, 21 zu bezeichnen. Die Figur 
zeigt, dass die distale Borste der Glieder Aa 14, 16, 18 die der anderen an Länge etwas über- 
trifft, und das Gleiche ist auch bei einer grossen Zahl von Gymnoplea-Arten der Fall. Auch 
die Glieder proximal von Aa 12 (es sind ihrer 10) tragen je 2 Borsten bis auf das vorletzte 



Die vorderen Antennen der Weibchen. 133 

von ihnen, das deren 5 hat; man wird daher, um die 10 Glieder von Asterocheres auf die 11 
der Gymnoplea zurückzuführen, dieses Glied als zweiwerthig, also als Aa 9 ~ 10, auffassen 
müssen (T 2 F 2). 

Es ergiebt sich somit, dass die Antennenglieder von Asterocheres den 25 Gliedern einer 
Gymnoplea-Antenne in folgender Weise homolog zu setzen sind: 

G. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 

Ast. 12 3 4 5 6 7 8 9~~ 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 

Gegen diese Homologisirung liesse sich der Einwand erheben, dass das kurze 2. Glied 
von Asterocheres nicht dem offenbar mehrwerthigen 2. Gliede der Gymnoplea homolog sein 
könne. Der Einwand ist in gewissem Sinne begründet, und es könnte überhaupt die Berech- 
tigung in Frage gestellt werden, die proximalen Glieder der Podoplea- Antennen auf die der 
Gymnoplea- Antennen direct zu beziehen. Denn die Antennen wachsen ähnlich wie die Blätter 
der Pflanzen: die Spitze ist ihr ältester Theil; in der Ontogenese der Copepoden treten zuerst 
die Endglieder auf, und in den folgenden Copepodid- Stadien schreitet die Gliederung 
in proximaler Richtung fort. Bei den Gymnoplea endet diese fortschreitende Gliederung 
damit, dass in Aa 2 eine Dreitheilung zwar noch vorbereitet wird und sich durch das Vor- 
handensein dreier Gruppen von Anhängen kundgiebt, aber nicht thatsächlich zur Ausführung 
kommt 1 ); bei den Asterocheriden aber wird die weitere Gliederung von Aa 2 nicht einmal 
mehr vorbereitet, und das Glied bleibt kurz und einfach, sodass man es nicht sowohl dem 
ganzen Aa 2 der Gymnoplea, als vielmehr nur einem der 3 von mir mit Aa 2a, 2b, 2c be- 
zeichneten Stücke homolog setzen darf; bei den Cyclopiden scheint sich zwar in Aa 2 noch 
eine Aveitere Theilung vorzubereiten, aber ebenso wenig zu Stande zu kommen, wie die Ab- 
spaltung von Aa 3 und die Sonderung' von Aa 4 und 5. Obwohl nun die Zahl der Glieder 
bei Asterocheres und Thorellia die gleiche ist, so ist die Gliederung der Antennen bei beiden 
Genera doch verschieden: bei Th. sind es, abgesehen von Aa 24 ~ 25, proximale Glieder, bei 
A. dagegen, ausser Aa 9 ^ 10, nur distale Glieder, welche mehrwerthig, d. h. mehr als einem 
Gliede der Gymnoplea-Antennen homolog sind. — 

Bei der Zurückführung der Antennengliederung der übrigen Asterocheriden auf die von 
Asterocheres benutze ich den Umstand, dass die Dornborste, die das 11. Glied (Aa 12) von A. 
trägt, bei den übrigen Arten wiederkehrt, und mache ferner die Annahme, dass der lange, 
für die Asterocheriden-Antenne charakteristische Aesthetask bei allen Arten an demselben 
homologen Gliede sitzt. 

Auf dieses Glied mit dem Aesthetasken (Aa 19 ~ 20) 2 ) folgt bei den Asterocherinae 

1) Mit Claus; eine Ausnahme machen jedoch Heterorhabdus [Heterochaeta) und andere Genera, bei denen 
das distale Stück (Aa 2c) sich thatsächlich abgegliedert hat, so dass man für die Gymnoplea eine 26gliedrige Grund- 
form der Antenne annehmen könnte. 

2) Auch bei den Harpacticiden ist bekanntlich ein Aesthetask auf Kosten der anderen entwickelt, aber wie 
es scheint an einem anderen Gliede. 



|34 Zur Anatomie und Morphologie. 

mindestens noch 1 , gewöhnlich noch 2 oder 3 Glieder. Dreigliedrig ist das Endstück der 
Antennen ausser bei fast allen Arten von Asterocheres auch bei Acontiophorus (T 4 F 30, 49) ; 

1 gliedrig (Aa 21 <~ 25) ist es bei Scottocheres (T 4 F 27) ; es ist 2gliedrig bei den übrigen 
Asterocherinae (T 3 F 39, 47; T 5 F 7 etc.) und bei Pontoeciella (T 5 F 20); die bei Asterocheres 
beginnende Verschmelzung der beiden letzten Glieder ist hier vollständig, und das 2gliedrige 
Endstück also als Aa 21, 22 ~ 25 zu bezeichnen. — Im Gegensatz hierzu ist bei Patania und 
allen Dyspontiinae und Cancerillinae der Endabschnitt nicht nur nicht in sich gegliedert, 
sondern auch nicht von Aa 19~20 gesondert; er sitzt dem Gliede mit dem Aesthetasken als 
beborsteter Knopf oder Zapfen auf, und das Endglied der Antenne ist bei Ratania, den Dys- 
pontiinae und Cancerillidae also als Aa 19^25 zu bezeichnen (T 6 F 4, 32 etc.). 

Der mittlere (zwischen dem Gliede mit der Dornborste (Aa 12) und dem mit dem 
Aesthetasken (Aa 19^20) gelegene) Abschnitt der Antenne hat bei den meisten Arten der 
Asterocherinae 6 Glieder, die je 2 Borsten tragen und naturgemäss als Aa 13, 14, 15, 16, 17, 
18 zu bezeichnen sind. Bei Phynchomyzon falco (T 5 F 40) hat er 1 oder 2 Glieder weniger; 
wie aus der Beborstung und der relativen Länge der Glieder leicht zu erkennen ist, ver- 
schmelzen Aa 13^14 oder Aa 13^15. Bei Acontiophorus scutatus (T 4 F 49) und bei Pon- 
toeciella (T 5 F 20) ist der mittlere Abschnitt nur 2 gliedrig. Für A. scutatus macht die Be- 
borstung die Formel Aa 13^16, 17~18 wahrscheinlich. Bei Pontoeciella sind diese Glieder 
so arm an Borsten, dass die Homologie zweifelhaft bleibt, und aus der relativen Länge der 
Glieder nur erschlossen werden kann, dass das proximale einer grösseren Zahl von Gliedern 
entspricht als das distale; wenn ich die Glieder als Aa 13 ~ 16 und 1 7 -^^ 18 bezeichne, so 
geschieht das, weil bei allen übrigen Arten der Familie Aa 16 von 17 gesondert bleibt. Bei 
Ratania endlich ist der mittere Abschnitt auf 1 Glied reducirt. 

Bei allen Dyspontiinae und Cancerillinae besteht der mittlere Abschnitt der Antennen 
nur aus 3 Gliedern (T 6 F 4; T 7 F 20 etc.). In welcher Weise dieselben auf die 6 ent- 
sprechenden Glieder von Asterocheres zurückzuführen sind, dafür giebt weder ihre relative 
Länge (sie sind bei den meisten Arten etwa gleich lang, nur das mittlere Glied ist zuweilen 
kürzer als die beiden anderen), noch ihre Beborstung ausreichenden Anhalt: jedes von ihnen 
trägt bei den Dyspontiinae 2 Borsten, sodass sie den Eindruck der Einwerthigkeit machen. 
Da aber das erste der 3 Glieder bei Parartotrogus (T 9 F 45) und Cancerilla (T 10 F 10) 

2 Borstengruppen trägt (bei P. 1 -4- 2, bei C. 2 -j- 2), mithin als Aa 13^ 14 aufzufassen ist, 
so möchte ich bis auf Weiteres annehmen, dass auch die beiden folgenden Glieder zweiwerthig 
seien, und sie also mit Aa 15 ~ 16, 17^° 18 bezeichnen (dagegen wäre vielleicht einzuwenden, 
dass man aus der Tendenz von Aa 15 und 16, bei Phynchomyzon falco und Acontiophorus scutatus 
mit Aa 13 ~14 zu verschmelzen, schliessen könnte, dass die 3 Glieder bei den Dyspontiinae 
als Aa 13~15, 16, 17^18 oder gar Aa 13^16, 17, 18 zu bezeichnen wären). 

Der proximale Abschnitt (Aa 1 — 12) ist sehr mannigfaltig gegliedert; da sich zwischen 
allen Formen der Gliederung Uebergänge finden, und die Borsten an den verschmolzenen 
Gliedern fast immer in voller Zahl erhalten bleiben, so ist es meistens nicht schwer, die 



Die vorderen Antennen der Weibchen. 135 

Homologie der Glieder festzustellen. Stets bleibt das letzte Glied des Abschnittes, Aa 12, vom 
folgenden Gliede getrennt (selbst bei Ratania, und wie aus dem kleineren, am vorhergehenden 
Gliede sitzenden Dorn hervorgeht, bleibt es hier auch von Aa 11 gesondert), und nur bei 
Pontoeciella und Cancerilla verschmilzt es mit dem vorhergehenden Gliede. Cancerilla und Ratania 
sind die einzigen Arten, bei welchen das 1. Antennenglied mit dem folgenden verschmilzt. 
Niemals findet die Verschmelzung zwischen Aa 8 und 9 statt; und da dies bei dem weitaus 
grössten Theile der Arten aufs deutlichste nachweisbar ist, so nehme ich auch für Cancerilla, 
Ratania und Pontoeciella, wo die Vertheilung der Borsten keinen bestimmten Anhalt bietet, an, 
dass Aa 8 und 9 getrennt bleiben, d. h. dass bei P. der proximale Abschnitt aus Aa 1, 2 ^ 8, 
9^12, bei C. aus 1^8, 9^12, bei Ratania aus 1 ~ 8, 9<~11, 12 besteht. Bei diesen 
3 Genera ist die Gliederzahl des proximalen Abschnittes am stärksten reducirt. Sonst bleibt 
Aa9~10 selbständig, wie bei den meisten Asterocherinae und bei Parartotrogus , oder es 
verschmilzt damit Aa 11, wie bei [Asterocheres stimulansf), Scottocheres, Rhynchomyzon und allen 
Dyspontiinae. Aa 3 und 4 bleiben nur bei Asterocheres , Collocheres und Scottocheres longifurca 
getrennt, und bei Scottomyzon, Scottocheres elongatus und meist auch bei Dermatomyzon ist die 
Verschmelzung von Aa 3^4 die einzige, die unter den Gliedern Aa 1 — 8 stattfindet. Bei 
den übrigen Arten kann sich mit Aa 3 r ^ J 4 von der proximalen Seite noch Aa 2, und von der 
distalen Aa 5, 6, 7 und 8 vereinigen. 

Die folgende Tabelle stellt, mit Zugrundelegung der 25gliedrigen Antenne der Gym- 
noplea, die Gliederung der Antennen der Asterocheriden zusammen, soweit ich sie selbst unter- 
sucht habe. In die Tabelle sind auch die in den Beschreibungen erwähnten Variationen der 
Gliederung aufgenommen, die sich bei den Individuen mancher Species finden. Man sieht, dass 
diese Variationen und ebenso die Verschiedenheiten der Gliederung, welche die verschiedenen 
Species desselben Genus unter einander aufweisen, weitaus am häufigsten am proximalen 
Abschnitt der Antennen auftreten, dass sie am mittleren Abschnitt seltener sind, und dass am 
distalen Abschnitt nur ein Fall davon angeführt werden konnte. Daraus lässt sich schliessen, 
dass das phylogenetische Alter der Verschmelzung der Glieder am proximalen Theile der 
Antennen geringer ist als am distalen; man wird daher dem Umstände, dass bei den Astero- 
cherinae und Pontoeciellinae der distale Abschnitt der Antennen gegliedert, bei den Rataniinae, 
Dyspontiinae und Cancerillinae aber ungegliedert ist, genug systematische Bedeutung zusprechen 
können, um ihn zur Abgrenzung der Subfamilien zu verwenden. 



136 



Zur Anatomie und Morphologie. 



Species 



Proximales Stück 



Mittleres Stück 



Distales Stück 



Abbildung 



Gymnoplea 
Asterocheres p. 
Collo eh., Aster, p. 
Dermatomyzon 
Demi. var. 
Scottomyzon 
Scottoch. long. 
Scottoch. elong. 
Rhynch. -purp. 
Rhynch. falco 
Rh. f. var. 
Acotit. ornatus 
Acont scutatus 
Ac. sc. var. 
Pontoeciella 
Myzopontius 
Myzop. var. 
Cribropontius 
Neopontius 
Braclyp. siph. 
Bradyp. chel. 
Crypt. thorelli 
Crypt. thor. var. 
Crypt. capitalis 
Crypt. cap. var. 
Crypt. tenuis 
Crypt. brevicaud. 
Dyspontius 
Dysp. fring. var. 
Pteropontius 
Artotrogus 
Parartotrogus 
Cancerilla 
Ratania 



2 3 4 5 6 

2 3 4 5 6 

2 3 4 5 6 

2 HF~ 4 5 



2 

2 ^3~ 4 5 
2 3 4 5 6 



7 8 

7 8 

7 8 

6 7 



2 


3 


4 


5 
3 


6 
4 


7 




2 


5 






2 




3 


4 






2 




3 


4 


2 






3 










2 












2 












2 










2 


3 


4 


5 


6 






2 






3 


2 






3 








~2~~ 


3 


4 


5 


6 


2 




3 






4 






2 








2 




3 






4 


2 




~T~ 




4 


5 


2 




3 






4 


2 




3 






4 


2 






3 










2 






3 






2 




3 


3 






2 




4 






2 








2 






3 






2 






1 









11 

10 

10 

9 

5 

9 



9 10 
~9~~ 

~~ 9~~ 
~~8~~ 
~f~ 
~8~~ 
9 

T~ 

5 
~T~ 5 
~T~ 4 

3 



12 

11 

11 

10 

6 

10 

10 

9 

7 

6 

6 

6 

5 

4 



13 
12 
12 
11 

7 
11 
11 
10 

8 



14 
13 
13 
12 

8 
12 
12 
11 

9 



15 
14 
14 
13 
9 
13 
13 
12 
10 



16 
15 
15 
14 
10 
14 
14 
13 
11 



7 8 


9 


7 


8 


7 8 9 


10 


6 


5 



10 

7 
7 
10 



11 

"T" 

7 
~9~" 

7o~ 

~9~ 

7o~ 

~8~ 
~8~ 

~8~ 
~9~ 

7 
~8~ 
~8~ 

5~ 



19 




20 




21 


19 






20 




18 






19 




13 






14 




18 






19 










18 










17 




15 






16 




13 






14 




12 




To" 


13 




14 


16 


!) 




10 




11 




8 






9 



12 

9 



12 

To" 



10 



11 



10 



11 

~9~ 

T" 



10 



T2F2,42,43 
T3 F 17, 39 
T 5 F 7 
T 5 F 9 
T 3 F 47 
T 4 F 27 
T 4 F 2 
T 5 F 41 
T 5 F 40 

T 4 F 30 

T 4 F 49 

T 4 F 51 

T 5 F 20 

T 6 F 4 



T 6 F 32 
T 6 F 15 
TS F 21 



T 8 F 29 

TS F 36 

:T s F 4 

T 7 F 3, 4 
T 7 F 20 
T 7 F 32 
T 9 F 30 
T 9 F 45 
T 10 F 10 



Die vorderen Antennen der Männchen. 137 



e. Die vorderen Antennen der Männchen. 

Beide Vorderantennen der c? sind bei den Asterocherinae und Dyspontiinae in 
Greiforgane verwandelt. Dieselben sind bei keiner Art sehr kräftig und stehen hierin 
hinter denen anderer Familien der Ampharthrandria zurück; aber sie documentiren ihre ver- 
änderte Function stets durch eine, wenn auch zuweilen geringe Verdickung der mittleren 
Glieder, durch Verstärkung der Musculatur in denselben und durch die Umbildung des 
zwischen Aa 18 und 19 befindlichen Gelenkes zu einem Kniegelenk, ferner durch Ver- 
schmelzungen mancher bei den ? getrennter und durch Sonderungen anderer bei den Q 
verschmolzener Glieder; endlich sind auch ihre Borsten zum Theil umgeformt. Ausser diesem 
Functionswechsel erfahren die Greifantennen der meisten Arten auch eine Verstärkung der 
sensorischen Function, deren Träger bei den Q hauptsächlich der Aesthetask an Aa 20 ist: 
letzterer ist öfters dicker und länger als beim Q, und nicht selten hängen ausser ihm noch 
eine grössere Zahl von langen, dünnen, supplementären Aesthetasken am proximalen und 
mittleren Theil der männlichen Antennen. 

Um die Gliederung der Greifantennen auf die der weiblichen Antennen zurückzuführen, 
bieten sich dieselben beiden Merkmale als feste Ausgangspunkte dar, die ich bei der Homo- 
logisirung der weiblichen Antennenglieder benutzte: die Dornborste an Aa 12 und der (bei 
mehreren cf einzige, bei den übrigen letzte) Aesthetask an Aa 20. 

Dieser Aesthetask befindet sich stets an dem distal vom Kniegelenk gelegenen Stück der 
Antenne; dasselbe ist entweder 2gliedrig, und dann sitzt der Aesthetask am proximalen Gliede, 
oder es ist Igliedrig (bei Myzopontius pungens, Cryptopontius capitalis, brevifurcatus, Dystrogus 
gladiator). Das Glied mit dem Aesthetasken, Aa 20, fanden wir bei den Q stets mit Aa 19 
verschmolzen, und dass diese beiden Glieder auch bei den cf verschmolzen bleiben, zeigt sich 
besonders deutlich an den Greifantennen solcher Arten (Collocheres, Dermatomyzon, Asterocheres, 
Scottocheres, Myzopontius), bei denen männliche und weibliche Antennen eine nahezu identische 
Gliederung haben. Bei diesen Arten sieht man aber auch ebenso deutlich, dass Aa 19^20 
von Aa 18 getrennt bleibt, und dass somit das Kniegelenk bei den Asterocheriden zwischen 
Aa 18 und 19, d. h. an dieselbe Stelle fällt, wie bei den Cyclopiden und bei den Gymnoplea 
Heter arthrandria . 

Während der Aesthetask bei den Q immer am distalen Ende von Aa 19~20 sitzt, so 
findet er sich bei den cf immer vom Endrande des Gliedes abgerückt, zuweilen (Asterocheres, 
Collocheres, Scottocheres, Acontiophorus) bis gegen die Mitte des Gliedes; daraus geht hervor, dass 
Aa 19^20 bei den Arten mit 2gliedrigem Endstück der Greifantennen mindestens noch mit 
Aa 21 verschmolzen ist (das ist auch da der Fall, wo Aa 21 beim Q mit Aa 22 ~ 25 ein 
Glied bildet, nämlich bei Scottocheres); dieser Schluss bestätigt sich dadurch, dass am Ende von 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 18 



138 Zur Anatomie und Morphologie. 

Aa 19 ~ 21 die zu Aa 21 gehörige Borste sich vorfindet. Dass aber Aa 21 das einzige 
beim cT mit Aa 19 ~ 20 verschmolzene Glied ist, geht daraus hervor, dass Aa 19 ^ 21 am 
Hinterrande keine Borste tragt; vielmehr sitzt die proximalste, zu Aa 22 gehörige Hinter- 
randborste (vgl. p. 132) schon am Endgliede nicht weit von seinem proximalen Ende an. 
Daher sind die beiden Glieder des 2gliedrigen Endstückes der Greifantennen als Aa 19 ~ 21 
und 22 ^ 25 aufzufassen, und das erste von ihnen entspricht somit dem Gliede, welches auch 
bei Cyclops und den meisten Heterarthrandria auf das Kniegelenk folgt. Wo das distal vom 
Kniegelenk gelegene Stück der Greifantenne lgliedrig ist, ist es natürlich als Aa 19 ~ 25 
zu bezeichnen. 

Die Ansicht, dass das Kniegelenk zwischen Aa 18 und 19 fällt, findet nun weitere 
Bestätigungen, wenn man die Gliederung des proximal vom Gelenke gelegenen Stückes der 
Greifantennen mit derjenigen der weiblichen Antennen vergleicht. 

Bei den meisten Arten hat der mittlere (zwischen Aa 12 und dem Kniegelenk befindliche) 
Theil der Greifantennen nur 1 Glied weniger als das entsprechende Stück der weiblichen An- 
tennen, und welche 2 Glieder der weiblichen Antennen bei den o 1 in eins verschmolzen sind, 
das ergiebt sich überall mit Deutlichkeit daraus, dass das zweiwerthige Glied relativ lang ist und 
in der Mitte seines Vorderrandes eine Borstengruppe trägt. So erkennt man, dass bei den 
Asterocherinae die beiden distalen Glieder des mittleren Antennenstückes, Aa 17 und 18, ver- 
schmelzen, bei den Dyspontiinae aber die beiden proximalen, Aa 13 rsj 14 und 15 ^ 16. Dem- 
nach besteht das mittlere Stück der Greifantennen bei den meisten Asterocherinae {Collocheres 
gracilicauda , Asterocheres boecki, canui, Dermatomyzon nigripes, Rhynchomyzon purpurocinetum) aus 
4 kurzen Gliedern und 1 längeren Glied, bei den meisten Dyspontiinae (Cribropontins, Sestro- 
pontius, Bradypontius, Pteropontius, Dyspontius, Cryptopjontius, Dystrogus) aus einem längeren und 
einem kürzeren Gliede. 

Bei manchen Asterocherinae verschmilzt aber noch ein zweites Paar Glieder, nämlich 
Aa 13 mit 14. Das ist der Fall bei Asterocheres suberitis, violaceus, minutus, ferner bei Scottocheres 
longifurca und Acontiophorus; doch ist bei Ac. scutatus die Verschmelzung nicht vollständig. 

Umgekehrt giebt es unter den Dyspontiinae zwei Arten, Myzopontius pungens und Neo- 
pontius angularis, bei denen im mittleren Stück der Greifantennen keine Verschmelzung einge- 
treten ist; die 3 Glieder desselben entsprechen der Reihe nach denen des Q, doch ist das 
erste von ihnen bei Neopontiuscf relativ länger als beim Q. 

Der proximale Theil der Greifantennen bewahrt entweder dieselbe Gliederung, die er 
an den weiblichen Antennen hat {Dermatomyzon, Collocheres, Scottocheres longifurca, Asterocheres, 
Acontiophorus scutatus, Myzopontius, Neopontius, Cryptopontius thorelli, capitalis), oder die Gliedzahl 
ist reducirt {Rhynchomyzon) , wobei jedoch Aa 1 selbständig und Aa 8 von 9 getrennt bleibt, 
oder die letzten Glieder des proximalen Theiles, die beim Q zu einem langen Gliede vereinigt 
sind, werden von einander gesondert {Acontiophorus ornatus, Cribropontms, Bradypontius, Ptero- 
pontius, Dyspontius, Cryptopontius brevicaudatus). — Bemerkenswerth ist, dass zuweilen die bei 
den Q stets verschmolzenen Glieder Aa 9 und 10 von einander getrennt werden, nicht immer 



Die vorderen Antennen der Männchen. ] 39 

vollständig und nicht mit gleicher Schärfe bei allen Individuen derselben Species; das ist der 
Fall bei Collocheres gracilicauda, Cryptopontius thorelli und capitalis. 

Die Ergebnisse der obigen Erörterungen über die Gliederung der Greifantennen der 
Asterocheriden sind auf der folgenden Seite in einer Tabelle zusammengestellt, unter Herbei- 
ziehung derjenigen von Centropages und Cyclops. Die arabischen Ziffern bedeuten die Glieder 
einer vollzählig gegliederten weiblichen Gymnoplea- Antenne in fortlaufender Zählung; die 
römischen Ziffern geben die fortlaufenden Zahlen für die Glieder der männlichen Antennen. 
Die bei Q und cf in gleicher Weise verschmolzenen Glieder sind durch ~ verbunden; die 
beim Q getrennten, beim c? verschmolzenen Glieder sind durch — zusammengefasst, die beim 
Q verschmolzenen, beim cT gesonderten Glieder durch | getrennt; <^ bedeutet die Stelle des 
Kniegelenkes. Da von Sestroponthis und Dystrogus die 2 nicht bekannt sind, so mussten die 
Zeichen >— und | fortfallen, und ^ bedeutet hier nur die Verschmelzung von Gliedern der 
Greifantennen. 

Ich füge den obigen Erörterungen noch einige Bemerkungen hinzu. 

Die Gliederzahl der Greifantennen ist bei den Asterocherinae meistens geringer, bei 
den Dyspontiinae meistens höher als die der weiblichen Antennen. Nie ist in einer der beiden 
Subfamilien das Umgekehrte der Fall; aber zuweilen stimmt die Gliederzahl bei Q und cf 
überein, so bei Acontiophorus, Cryptopontius capitalis, Myzopontius pungens, Neopontius angularis. 
Die letztgenannten beiden Arten sind die einzigen, bei denen diese Uebereinstimmung die 
Folge davon ist, dass die weiblichen und männlichen Glieder der Reihe nach homolog sind. 

Wie bei den Q bleibt auch bei den cf aller Asterocheriden Aa 1 von 2, 8 von 9, 1 1 
von 12, 12 von 13, 16 von 17, 18 von 19 stets gesondert; dagegen ist stets Aa 17 mit 18 
und Aa 19~20 mit 21 vereinigt. 

In der Lage des Kniegelenkes und in der Verschmelzung von Aa 17 ~ 18 und Aa 19 ~ 21 
stimmen die Asterocheriden mit Cyclops überein; nicht ganz so weit geht die Uebereinstimmung 
mit den Heterarthrandria, da bei diesen Aa 21 nicht immer mit Aa 19~20, und Aa 17 mit 
18 nur selten verschmilzt. Die bei Cyclops und vielen Heterarthrandria getrennt bleibenden 
beiden Glieder Aa 22 ~ 23 und Aa 24 ~ 25 verschmelzen bei den Greifantennen der Astero- 
cheriden immer mit einander. 



IS* 



140 



Zur Anatomie und Morphologie. 



Species 








Proximales 


Stück 








Mittleres Stück 




Distales Stück 




Abbil- 






































dungen 


Centropages 


1 
I 


2 
II 


3 
III 


4 5 
IV V 


6 
VI 


7 
VII 


8 
VIII 


9 10 11 
IX X XI 


12 
XII 


13 
XIII 


14 15 
XIV XV 


16 
XVI 


17 18 
XVII XVIII 


,19 


20 21 


22 23 24—25 
XX^ XXI 






xix - " 




Cyclops 


1- 


-2~ 

I 


-3 


4 — 5 
II 


6 
III 


7 
IV 


8 
V 


9 10 11 12 
VI VII VIII IX 


13 
X 


| 14 15 
XI XII 


16 
XIII 


17 18 

""xfv - " 


,19 


20 21 


22 23 24—25 

^xvf XVII 






~XV^ 




Cottocheres 


1 
I 


2 
II 


3 
III 


4 5 
IV V 


6 
VI 


7 
VII 


8 
VIII 


9—101) | ii 
IX X 


12 
XI 


13 
XII 


14 15 
XIII XIV 


16 
XV 


17 18 
^XVI 


,19- 


-20 21 


22—23—24- 
XVIII 


-25 


T 3 F40 




xvn^ 


Asterocheres 


1 


2 


3 


4 5 


6 


7 


8 


9—10 11 


12 


13 


14 15 


16 


17 18 


19- 


-20 21 


22—23 24 


2 5 


T 2 F 26; 


b., st. 


I 


II 


III 


IV V 


VI 


VII 


VIII 


IX X 


XI 


XII 


XIII XIV 


XV 


S— XVI 




XVI^ 


XVIII 




T 3 F 2 


Asterocheres 


1 
I 


2 
11 


3 
III 


4 5 
IV V 


6 
VI 


7 
VII 


8 
VIII 


9 — 10 11 
IX X 


12 
XI 


13 14 15 
~~ XlT" XIII 


16 
XIV 


17 18 
XV 


,19- 


-20 21 


22—23 24- 


-25 


T2F3,41 


su., vi. 


xvT~ 


XVII 




Acontioph. sc. 


1 
I 


2- 


- 3~ 


-4 — 5- 
II 


-6 - 


- 7 - 


- 8 


9—10 11 
III IV 


12 
V 


13 
VI 


| 14—15 
VII 


1 16 
VIII 


17 — 18 
IX 


,19- 


-20 21 

"x 


22—23 24- 


-25 


T 4 F 50 


XI 




Acontioph. or. 


1 
I 


2 
II 


3-4 | 5 
III IV 


6 
V 


7 
VI 


1 8 
VII 


9 — 10 11 
VIII IX 


12 
X 


13 
XI 


14 15 

xH"" 


16 
XIII 


17 18 
~XIV 


,19- 


-20 21 


22—23 24- 


-25 




XVI 






[ 


1 
I 


2 
II 


3—4 5 
III IV 


6 
V 


7 
VI 


8 
VII 


9—10 11 
VIII IX 


12 
X 


13 
XI 


14 15 
XII XIII 


16 
XIV 


17 18 
XV 


,19- 


-20 21 


22—23—24- 
XVII 


-25 


T 5 F 10 


Dermato- 




xvT^ 


myzon 


1 


2- 


-3~ 


-4 — 5- 


-6 


7 - 


- 8 


9 — 10 11 


12 


13 


14 15 


16 


17 — 18 


,19- 


-20 21 


22—23—24- 


-25 




1 






II 




III 


IV V 


VI 


VII 


VIII IX 


X 


XI 




~XII 


XIII 






Bhynchom. p. 


1 
1 


2- 


-3 r. 


-4—5 


6 


7 


8 


9 — 10—11 
III 


12 

IV 


13 
V 


14 15 
VI VII 


16 
VIII 


17 18 
~ IX~~ 


'w 


-20 21 


22—23—24- 
XI 


-25 


T 5 F 42 






II 










~X 




Scottoch.long. 


1 

I 


2 
II 


3 
III 


4 5 
IV V 


6 
VI 


7 
VII 


8 
VIII 


9 — 10—11 
IX 


12 
X 


13 14 15 

xT" XII 


16 
XIII 


17 18 
"~XIV^ 


,19- 


-20 21 

~xv 


| 22—23—24- 
XVI 


-25 


T4 F28 


Myzopont. \ 


1 


2- 


-3- 


-4 5 


6 


7 


8 


9 — 10—11 


12 


13 - 


- 14 15 - 


- 16 


17 — 18 


,19- 


-20—21—22—23—24- 


-25 


T 6 F 7 


Neopontius j 


I 




II 


III 


IV 


V 


VI 


VII 


VIII 


: 


IX X 


XI 






XII 




Bradyp. si. 


1 
I 


2 
II 


3 - 


-4 — 5- 
III 


-6 


7 
IV 


8 
V 


9 — 10 | 11 12 
VI VII VIII 


13 


— 14 15 - 


- 16 


17 — 18 
X 


,19- 


-20—21 
XI 


| 22—23—24- 
XII 


-25 


T 6 F 31 




IX 


Bradyp. eh. 


1 
I 


2- 


-3- 


-4—5- 
II 


-6 


[ 7 
III 


8 
IV 


9 — 10 | 11 
V VI 


12 
VII 


13 


— 14 15 - 


- 16 


17 — 18 
IX 


,19- 


-20—21 
X 


22—23—21- 
XI 


-25 


T6 F16 




VIII 


Pteropontius 


1 
I 


2- 


-3 - 


-4—5- 
II 


-6 


1 7 
III 


1 8 
IV 


9 — 10—11 

V 


12 
VI 


13 


—14 15 - 

VII 


- 16 


17 — 18 
VIII 


,19- 


-20—21 
IX 


22—23—24- 
X 


-25 


T 7 F31 


Dys}), st., fr. 


1 
I 


2—3- 


-4 — 5- 
II 


-6 


1 7 
III 


8 
IV 


9 — 10 | 11 
V VI 


12 
VII 


13 


— 14 15 - 


- 16 


17 — 18 
IX 


,19- 


-20—21 
X 


22—23—24- 
XI 


-25 


T 7 F 5, 22 




VIII 




Sestroponthts 


1 
1 


2- 


-3~ 


-4 — 5- 
II 


-6 - 


- 7 


8 
III 


9—10 11 
IV V 


12 
VI 


13 


— 14 — 15 - 
VII 


- 16 


17 — 18 
VIII 


19- 


-20—21 
IX 


22—23—21—25 
X 


T9 F6 


Crypt. tlior. 


i 
1 


2 
II 


3 - 


-4 — 5- 
III 


-6 - 


- 7 


8 
IV 


9—10i)| ii 
V VI 


12 
VII 


13 


—14 15 - 


- 16 


17 — 18 
IX 


19- 


-20—21 
X 


22—23—24- 
XI 


-25 


T 8 F 22, 




VIII 




24 


Crypl. cap. 


1 
I 


2 
II 


3- 


-4 — 5- 
III 


-0 - 


— 7 


8 
IV 


9—10i)| ii 
V VI 


12 

VII 


13 


—14 15 - 


- 16 


17 — 18 
IX 


.19- 


-20—21- 


-22—23—24- 
X 


-25 


T 8 F 30 




VIII 




Crypt. brev. 


i 
J 


2- 


- 3 - 


-4 — 5- 
II 


-6 


1 7 
III 


8 
IV 


9 — 10 | 11 
V VI 


12 
VII 


13 


—14 15 - 
VIII 


- 16 


17 — 18 
IX 


19- 


-20—21- 


-22—23—24- 
X 


-25 


T 8 F3 


Dystrogus 


1 
I 


2 r 


-3 r 


-4 — 5- 
II 


-6 


7 
III 


8 
IV 


9 — 10—11 
V 


12 
VI 


13 


— 14 — 15 - 
VII 


- 16 


17 — 18 
VIII 


19- 


-20—21- 


-22—23—24- 
IX 


-25 


T9 F 15 




1- 


-2' 


-3- 


-4 — 5- 


-0 , 


- 7 - 


- 8 


9 — 10 | 11 


12 


13 


— 14 15 


1 16 


17 — 18 


19- 


-20—21- 


-22—23—24- 


-25 




Cancer illa 








I 








\ II III 


IV 




V VI 


VII 


VIII 






IX 







1) Vgl. p. 139 unten. 



Die vorderen Antennen der Männchen. \ 4 \ 

Ausser in der Gliederung unterscheiden sich die Greifantennen der Asterocherinae und 
Dyspontiinae von den weiblichen Antennen noch im Bau mancher Glieder und ihrer Anhänge 
und in der Musculatur. 

Bei manchen Dyspontiinae sind die ganzen Greifantennen im Verhältniss zur Länge 
etwas dicker als die weiblichen Antennen; allgemein aber sind die Glieder vor und, wo das 
Endstück der Antenne 2gliedrig ist, auch das Glied hinter dem Kniegelenk verdickt; nicht 
so stark zwar wie bei vielen Heterarthrandria und Harpacticiden, aber immer stark genug, um 
die Greiffunction der Antennen erkennen zu lassen. Am geringsten ist die Verdickung bei 
Collocheres, Dermatomyzon, Rhynchomyzon , Myzopontius, Neopontius, Acontiophorus , stärker bei 
Aster ocher es, Scottocheres und besonders bei den meisten Dyspontiinae. Sie ist eine Folge der 
Verstärkung des Beugemuskels, welcher das distal vom Kniegelenk gelegene Stück der Antenne 
adducirt, und eines zweiten, schwächeren Beugers, der das distale Glied des 2gliedrigen End- 
abschnittes gegen das proximale bewegt. 

Es ist klar, dass die Beugung der beiden Endglieder gegen einander dazu dient, den 
Gegenstand, welcher zwischen die Glieder vor und hinter dem Kniegelenk eingeklemmt ist, 
nicht entschlüpfen zu lassen; dies ist eine ganz ähnliche Einrichtung, wie sie sich bei vielen 
Heterarthrandria findet, und ebenso wie bei diesen dienen dem gleichen Zweck noch andere, 
bei einzelnen Arten vorkommende Einrichtungen. So ist bei Asterocheres (suberitis, violaceus, 
T 2 F 3, 41) Aa 17^18 in der Mitte des Vorderrandes eingebuchtet, und bei den Dyspontiinae 
ist eine der Borsten, die in der Mitte des Vorderrandes von Aa 13 ~ 16 sitzen, in einen Dorn 
umgewandelt. Dieser gehört zu Aa 14, was aus seiner Stellung und daraus hervorgeht, dass 
er bei Myzopontius (T 6 F 7) und Neopontius, wo Aa 13 ~ 14 von Aa 15^ 16 getrennt bleibt, 
nicht weit vom Endrande von Aa 13 ~ 14 ansitzt. Das ist insofern interessant, als ein in der 
gleichen Weise functionirender Dorn sich bei Ponteila und Verwandten an dem gleichen 
Gliede findet. Bei manchen Dyspontiinae (Dyspontins striatus, frwgüla T 7 F 5, 22, Brady- 
pontius chelifer T 6 F 16, Cryptopontius thorelli T 8 F 22) sitzt noch ein zweiter kleinerer Dorn 
an Aa 13 ~ 16 weiter distal an; bei Braclypontms siphonatus ist dieser distale Dorn durch eine 
unbeweglich mit dem Gliede verbundene Zacke ersetzt (T 6 F 31), und bei Cryptopontius brevi- 
furcatus (T 8 F 3) befinden sich an dem Gliede 2 solche Zacken statt der beiden Dornen. 
Endlich trägt bei Dyspontius striatus, fringilla (T 7 F 5, 22) und Cryptopontius thorelli (T 8 F 22) 
auch das Endglied einen und bei Cribropontius normani 2 ähnliche Dornen, welche bei der 
Adduction der distalen Glieder sich an die Dornen von Aa 13~ 16 legen, sodass der ergriffene 
Gegenstand von. allen Seiten eng umklammert wird. 

Während mit Ausnahme der oben angeführten Unterschiede die Borsten der Greif- 
antennen mit denen der weiblichen Antennen nahe übereinstimmen dürften, treten an den als 
Sinnesorgane zu deutenden Anhängen der Antennen, den Aesthetasken, grössere sexuelle 
Verschiedenheiten auf. 

Zwar nicht allgemein; denn bei Collocheres und den meisten Asterocheres- Arten hat die 
Greifantenne nur den einen Aesthetasken, den auch die 9 haben, und er ist auch nicht länger 



{42 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

oder dicker als bei diesen. Bei Bhynchomyzon bleibt er ebenfalls der einzige Aesthetask, aber 
er ist viel dicker und länger als beim Q ; denselben Unterschied zeigt er auch bei einigen 
Dyspontiinae (Bradypontius). Bei mehreren Arten aber tragen die Greifantennen ausser dem 
mit den $ gemeinsamen Aesthetasken noch eine Anzahl anderer, die zwar dünner als jener 
sind, aber meistens eine beträchtliche Länge erreichen. Asterocheres boecki (T 2 F 26) trägt 
einen zweiten Aesthetasken an Aa 14, und bei Acontiophorus finden sich 6 — 7 supplementäre 
Aesthetasken, unter denen der letzte an Aa 16 zu sitzen scheint. Während sich die von Canu 
beschriebenen und eines der von mir untersuchten cT von Dermatomyzon nigripes hinsichtlich 
des Aesthetasken genau so wie Rhynchomyzon verhalten, so fand ich ein anderes c? derselben 
Species, bei dem der weibliche Aesthetask nicht merklich vergrössert war, das aber dafür wie 
Acontiophorus 6 supplementäre Aesthetasken trug, und zwar an den Gliedern Aa 2, 6 oder 7, 
9~10, 12, 14, 16 (T 5 F 10). Eine noch grössere Zahl supplementärer Aesthetasken hat 
Scottocheres longifurca (T 4 F 28), nämlich 12; je 1 sitzt an den Gliedern Aa 1, 2, 3, 4, 5, 7, 
12, 14, 15, 16 und 2 an Aa 9 ~ 11. 

Allgemein ist die Vermehrung der Aesthetasken bei den Dyspontiinae. Ihre Zahl ist 
bei den einzelnen Arten verschieden; leider kann ich sie nicht für alle von mir untersuchten 
cf genau anführen. Was ich über Zahl und Vertheilung mit Sicherheit feststellen konnte, 
ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich. 



Species 


Aa 


2 


3 


4 


5 


6 


7 


8 


9 


10 


11 


12 13 14 1 


5 16 


Gesammtzahl 


Pterop. crist. 


(T 7 F 31) 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


4- 


+ 


+ 


+ 


+ 


13 


Grypt. brev. 


(T 8 F 3) 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 




+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


12 


Bradyp. sip/i. 


(T 6 F 31) 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 




+ 


4- 


+ 


+ 


+ 


4- 


12 


Bradyp. chel. 


(T 6 F 16) 


+ 




+ 


+ 


+ 


+ 




+ 


+ 


4- 


+ 


+ 


+ 


11 


Dysp. str., fr. 


(T 7 F 5, 22) 


+ 




+ 


+ 


+ 


+ 




+ 


4- 


+ 


+ 


+ 


4- 


11 


Myzop. p. 


(T 6 F 7) 


+ 




+ 


+ 


+ 


+ 




+ 




+ 


+ 


+ 


4- 


10 


Dystroyus g. 


(T 9 F 15) 


+ 




(+) 




H- 




+ 


+ 
+ 


+ 


+ 








7 — 8 


Crypt.t7wr.,cap. 


(T8 F22,30) 












+ 




+ 


(+) 


+ 


4- 


+ 


4- 


6—7 



Sestrop. bull (T 9 F 6) + 4- 4~ 3 

Man sieht, dass die supplementären Aesthetasken der cf der Dyspontiinae auf die 
Glieder zwischen Aa 2 und 16 vertheilt sind. Die höchste Zahl (13) besitzt Pteropontius cri- 
status; hier tragen alle Glieder von Aa 2 — 16, gleichviel ob sie selbständig oder unter einander 
verschmolzen sind, je 1 Aesthetasken, nur Aa 13 und 15 ausgenommen. Bei Myzopontius 
pungens, Bradyp. siphonatus und Cryptop. brevifurcatus fehlt der Aesthetask an Aa 8, bei M. 
pungens, Bradyp. chelifer, Dysp. striatus und fringilla ausserdem der an Aa 3 und bei M. pungens 
auch noch der von Aa 10. Die Arten stimmen also in der Zahl und Vertheilung des Aesthet- 
asken an den Gliedern 9 — 16 nahezu überein; die Unterschiede betreffen hauptsächlich die 
Glieder Aa 2 — 8. Eine geringere Zahl von Aesthetasken haben Cryptopontius capitalis und 
thorelli, 6 oder 7, je nachdem der Aesthetask von Aa 10 vorhanden ist oder nicht, und die 



Die Gliedmaassen des Kopfes. 143 

geringste (3) Sestropontius. Etwas abweichend von den anderen Arten verhält sich Dystrogus) 
nämlich darin, dass den Gliedern von Aa 12 ab die supplementären Aesthetasken fehlen, 
während selbst bei Sestropontius einer an Aa 14 hängt, und darin, dass an Aa 9 r - J 10 ~ 11 
4 Aesthetasken sitzen, also einer mehr als Elemente zu diesem Gliede verschmolzen sind; eines 
dieser 3 Glieder trägt daher 2 Aesthetasken, was bei Cancerilla, wie wir sehen werden, an 
einer grösseren Zahl von Gliedern der Fall ist, und auch bei anderen Copepoden vorkommt. 

Die vorderen Antennen von Cancer illac? geniculiren nach der Darstellung von Claus 
(1889 (3) nicht. Wohl aber besitzen sie die für die Greifantennen der anderen Asterocheridae 
und insbesondere der Dyspontiinae charakteristischen supplementären Aesthetasken, die sich auch 
hier durch geringere Dicke und grössere Länge von dem Aesthetasken des Endgliedes unter- 
scheiden; letzterer scheint etwas länger und dicker als beim Q zu sein. 

Die Antennen des c? haben 3 Glieder mehr als die des Q, und in der Tabelle p. 140 
habe ich die männlichen Glieder auf die 6 weiblichen (nach Claus' Abbildung der männ- 
lichen Antennen) zurückzuführen versucht. Jedenfalls ist das 2. Glied der weiblichen An- 
tennen (Aa 9 ^ 12) in mehrere Glieder gesondert, nach der Vertheilung der Borsten und 
Aesthetasken zu urtheilen, in Aa9~10, 11, 12. Da das erste von den 4 Gliedern, die sich 
zwischen Aa 12 und dem Endgliede (Aa 19^25) befinden, 4 Borsten trägt, und die beiden 
folgenden kürzer als das vierte sind, so ist anzunehmen, dass man sie als Aa 13 rsJ 14, 15, 
16, 17 ^ 18 auffassen darf; es würde hier also nicht die bei den Dyspontiinae durch die 
Bildung des Kniegelenkes bedingte Keduction der 3 Glieder des mittleren Antennenstückes 
von 3 auf 2, sondern eine Vermehrung von 3 auf 4 durch Spaltung von Aa J5 ~ 16 ein- 
getreten sein. 

Ist diese Zurückführung richtig, so vertheilen sich die supplementären Aesthetasken 
des cf, deren Zahl Claus nicht angiebt, von denen er aber 24 zeichnet, auf die Glieder fol- 
gendermaassen: Aa 1 ~ 8 mit 8 + 4 + 5, Aa 9 ~ 10 mit 2, Aa 11, 12, 13 ~ 14, 16 mit je 1. 
Die Vertheilung und Zahl der Aesthetasken wäre daher von Aa 9 ab genau dieselbe wie bei 
den Dyspontiinae, und die höhere Zahl, die Cancerilla besitzt, käme lediglich auf Rechnung 
der Glieder Aa 2 — 8, an welchen, wie wir oben sahen, auch bei den Arten der Dyspontiinae 
ihre Zahl zwischen und 7 schwankt. 



f. Die Gliedmaassen des Kopfes. 

Die Gliedmaassen von den hinteren Antennen bis zu den Maxillipeden sind einfach 
gebaut; die Zahl ihrer Glieder und Anhänge ist gering. Sie stehen hierin nicht bloss hinter 
den Gymnoplea, sondern auch hinter den Harpacticiden, Cyclopiden und Notodelphyiden zurück. 
Der Grund davon ist einmal, dass 3 von diesen Gliedmaassen, die hinteren Maxillen, die 



144 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

Maxillipeden und meistens auch die hinteren Antennen, zu Klammerorganen geworden sind 
und diese Function so einseitig entwickelt haben, dass nahezu alle Borsten, die nicht zu Haken- 
borsten wurden, und alle Glieder und Loben, die jene Function nicht durch den Besitz von 
Klammerhaken oder auf andere Weise unterstützen konnten, verloren gehen mussten. Ferner 
mussten auch die bei den freilebenden Arten der Zufuhr, Zubereitung und Aufnahme der 
Nahrung dienenden vorderen Maxillen und Mandibeln ihre Glieder und Anhänge in dem 
Maasse einbüssen, wie die Nahrung der Asterocheriden anfing, in den Körpersäften ihrer Wirthe 
zu bestehen, und vermittelst eines Stech- und Säugrüssels gewonnen wurde; alle Theile der 
Kopfgliedmaassen, die zum Herbeistrudeln, Ergreifen, Zerkleinern der Beute den freilebenden 
Copepoden dienen, wurden überflüssig. 

Die vorderen 3 Kopfgliedmaassen zeigen nun bei den beiden grösseren Subfamilien der 
Asterocheriden einen ähnlichen Gegensatz, wie die vorderen Antennen: sie sind bei den 
Dyspontiinae stärker reducirt als bei den Asterocherinae. 

Dieser Gegensatz zeigt sich zunächst im Bau der Mandibeln und vorderen Maxillen. 
Bei fast allen Asterocherinae trägt die Mandibel einen dem zweiten Basale mit den Aesten 
entsprechenden Anhang (Palpus), während sie bei den Dyspontiinae lediglich aus der Stechlade 
besteht. Auch die vorderen Maxillen sind bei den Asterocherinae im Allgemeinen reicher 
gegliedert und beborstet als bei den Dyspontiinae. 

Ferner erfahren zugleich mit den Mandibeln und vorderen Maxillen auch die vordersten 
Klammergliedmaassen , die hinteren Antennen, bei den Dyspontiinae eine relativ stärkere 
Rückbildung; zwar nicht in der Zahl ihrer Glieder und Borsten, wohl aber in ihrer Grösse. 
Schon bei den Asterocherinae sind die hinteren Antennen offenbar die schwächsten unter den 
3 Klammergliedmaassen, der Function weniger gut angepasst in Bau und Beborstung, als die 
musculösen und mit langen, dicken Endhaken versehenen hinteren Maxillen und Maxillipeden. 
Immerhin hat die längere Endborste der hinteren Antennen bei den meisten Asterocherinae 
noch die Form einer Hakenborste, und die Gliedmaasse ist mindestens so lang wie das Basale 
der Maxillipeden, gewöhnlich sogar länger. Dagegen hat die Endborste bei den Dyspontiinae 
kaum noch den Charakter einer Hakenborste; die Gliedmaasse functionirt wohl nicht mehr 
als Klammerorgan, erreicht höchstens die Hälfte der Länge des Basale des Maxillipeden, und 
ist entsprechend dünner und schwächlicher. 

In Hinsicht auf die Rückbildung des Mandibelpalpus verhalten sich Ratania und Pon- 
toeciella den Dyspontiinae ähnlich, während die relative Grösse ihrer hinteren Antennen dieselbe 
wie bei den Asterocherinae ist; dagegen ist die Stufe der Rückbildung der vorderen Maxille 
sehr verschieden bei diesen beiden Genera. — Die Cancerillinae, deren Mandibeln (wie bei 
den Dyspontiinae) des Palpus entbehren, und deren vordere Maxillen (wie bei manchen Aste- 
rocherinae) eine kleine oder (wie bei Pontoeciella) keine äussere Lamelle haben, stehen dadurch 
zu den übrigen Asterocheriden in Gegensatz, dass gerade die vordersten von ihren Klammer- 
gliedmaassen, die hinteren Antennen, die kräftigsten sind; sie übertreffen an Grösse, wie in 
der Dicke des Endhakens, die hinteren Maxillen und die Maxillipeden. 



Hintere Antennen. 145 

Auf Grund meines Nachweises 1 ), dass die früher als vorderer und hinterer oder äusserer 
und innerer Maxilliped bezeichneten hintersten Gliedmaassenpaare des Kopfes nicht, wie Claus 
wollte, als die auseinander gerückten Aeste eines einzigen Gliedmaassenpaares, sondern vielmehr 
als zwei vollwerthige Gliedmaassenpaare zu betrachten sind, und dass der sogenannte vordere 
Maxilliped der 2. Maxille anderer Krebsordnungen homolog ist, bezeichne ich in dieser Arbeit 
die 3 hinteren Gliedmaassen des Kopfes als vordere Maxille, hintere Maxille und Maxilliped. 
Dass die angeführte, von mir und Hansen vertretene Ansicht von diesen Gliedmaassen richtig 
ist, hat auch Claus 2 ) neuerdings anerkannt. 



g. Hintere Antennen. 



Die hinteren Antennen bestehen aus einer Reihe von 4 Gliedern, an deren zweitem 
fast immer ein 1 gliedriger Anhang articulirt. Der Vergleich mit den Antennen anderer 
Ampharthrandria ergiebt leicht, dass die 4 Glieder als die beiden Basal- (B 1, 2) und die 
beiden Endopoditglieder (Ri 1, 2), der Anhang als Exopodit (Re) aufzufassen ist. — Nur bei 
Pteropontius (T 7 F 34) und Neopontius verschmilzt B 2 mit Ri 1, und bei Ratania und Cancerilla 
(T 10 F 7) fehlt Re. 

B 1 ist meistens sehr kurz, und B 2 gewöhnlich das längste Glied der Antenne; nur 
bei Pontoeciella und Parartotrogus ist B 2 kürzer als Ri 1. In der relativen Länge der beiden 
Innenastglieder unterscheiden sich die Dyspontiinae von den übrigen Arten insofern, als bei 
ihnen Ri 2 fast stets länger als Ri 1 ist (am wenigsten bei Dyspontius, und sogar etwas kürzer 
bei Cribropontius und Sestropontius), während bei den übrigen Arten Ri 2 das kürzere von beiden 
Gliedern ist; am stärksten verkürzt und kaum noch als selbständiges Glied von dem Basalstück 
der Endborste unterscheidbar ist Ri 2 bei Scottocheres (T 4 F 8, 9); nur bei Acontiophorus (T 4 F 42) 
haben die beiden Glieder etwa gleiche Länge, oder es ist Ri 2 sogar ein wenig länger als Ri 1. 

Der lgliedrige Re hat meistens die Form eines kurzen Stäbchens oder Knopfes. Bei 
Pontoeciella (T 5 F 16) und den meisten Dyspontiinae ist er ganz winzig; etwas grösser ist er 
bei Myzoponiius und den meisten Asterocherinae und am längsten bei Scottomyzon, Parartotrogus 
und Acontiophorus (T 4 F 29, 42); die Arten von Acontiophorus sind die einzigen, bei denen Re 
länger als Ri 1 ist. 

Borsten finden sich nur an Ri 2 und Re. Re trägt 1 — 3 meistens kurze und nackte 
Borsten; nur bei Acontiophorus (T 4 F 42) ist eine Borste von Re lang und befiedert. Ri 2 trägt 



1) Mittheilungen über Copepoden. Zur Morphologie der Maxillipeden. in: Mitth. d. Zool. Station Neapel. 
11. Bd. 1893 p. 83—104 T 7. 

2) Ueber die Maxillarfüsse der Copepoden und die morphologische Deutung der Cirripedien-Gliedmaassen 
in: Arb. Zool. Inst. Wien 11. Bd. 1895 p. 49—64. 1 Tai". 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 19 



146 Zur Anatomie und Morphologie. 

4 Borsten, eine (Si) am proximalen Theile des inneren, eine (Se) am distalen Theile des äusseren 
Gliedrandes , und 2 am Ende (St 1,2), von denen die äussere (St 2) die längere ist. Die Si 
ist zuweilen befiedert (Acontiophorus, Pteropontius etc.), zuweilen pfriemförmig (Pojitoeciella), zu- 
weilen nackt und winzig (Collocheres , Scottocheres , Ratania, Sestropontius) , zuweilen fehlt sie 
(Cancerillinae). Auch St 1 und Se können verkümmern [Collocheres, Scottocheres), wogegen bei 
Acontiophorus noch eine dritte kleine St vorhanden ist. Die längere Endborste (St 2) ist ent- 
weder eine steife (nackte oder mit Spitzen besetzte) Borste von gewöhnlicher Form, oder sie 
ist pfriemförmig (Acontiophorus), oder sie ist eine leicht gebogene Hakenborste (Dermatomyzon, 
Ratania etc.), oder sie ist in eine kurze, sehr dicke und kräftige Klaue umgewandelt (Canceril- 
linae). Bei Artotrogus und besonders bei Dystrogus ist sie eine lange, dünne Fiederborste 
(T 9 F 16). 



h. Mandibel. 

Die Mandibelladen haben insofern dieselbe Lage zum Mundkegel wie bei den gnatho- 
stomen Copepoden, als sie zu beiden Seiten desselben entspringen und, sich nach der Mediane 
wendend, durch den zwischen Ober- und Unterlippe befindlichen Spalt in den Mund eintreten 
(T 10 F 23, 24). Aber während sie bei den gnathostomen Copepoden in der Medianebene mit 
einem breiten, gezähnelten Kaurande endigen und demgemäss relativ kurz und breit sind, so 
biegen sie bei den Asterocheriden, sobald sie in die Lippenspalte eingetreten sind, um und er- 
halten, entsprechend der Gestalt des zu einem Sipho verlängerten Mundkegels, die Form von 
Stileten, die den Sipho bis zu seiner Oeffnung durchziehen, und deren Dicke und Länge somit 
von der Dicke und Länge des Sipho abhängt. Die Mandibelladen haben daher bei Arten, deren 
Sipho kurz, birnförmig ist und nicht in ein Saugrohr endigt, die Gestalt von relativ dicken und 
kurzen Stäbchen, bei Arten mit langem Siphorohr dagegen bilden sie lange, dünne Gräten. 
Das Ende der Stilete oder Stechladen ist messerartig zugeschärft (T 5 F 31) und einseitig mit 
Zähnchen oder feinen Spitzen besetzt, wovon auch die ganz dünnen, grätenförmigen Laden 
keine Ausnahme zu machen scheinen. Je breiter und flacher das Mandibelende ist, und je 
grösser zugleich die Zähnchen sind, um so weniger stiletartig erscheint die Mandibellade, und 
um so mehr nähert sich ihre Form derjenigen der kauenden Copepoden. Es ist bemerkens- 
werth, dass dies nun keineswegs bei den Arten der Fall ist, die durch die relativ reiche Glie- 
derung ihrer Gliedmaassen den höheren Copepoden am nächsten stehen, sondern gerade bei 
zwei Arten, die sich im Uebrigen als stark reducirt erweisen, bei Cancerilla tubulata (T 10 F 8) 
und bei Ratania flava. Denn während die Lade bei Rhynchomyzon (T 5 F 31) trotz ihrer Breite 
und relativ groben Zähnelung noch ein stiletartiges Aussehen hat, verliert sie dasselbe bei 
diesen beiden Arten dadurch, dass sie sich von der Mitte nach dem Ende zu verbreitert, und 
dass der gezähnelte Endrand zwar noch schräge gegen die Längsaxe der Lade steht, mit ihr 



Vordere Maxille. 147 

aber einen viel grösseren Winkel bildet als bei Rhynchomyzon. Bei Cancerilla sind die Zähnchen 
etwa gleich gross und alle ganz fein, sodass, wie auch bei anderen Asterocheriden, der ge- 
zähnelte Rand beim Einstechen der Lade offenbar noch als Säge wirken kann; bei Ratania aber 
sind die Zähne und die dazwischen liegenden Lücken ungleich gross, und ihre Form scheint 
nicht das Einstechen der Lade fördern zu können; gleichwohl glaube ich kaum, dass die 
Nahrungsaufnahme von Ratania wesentlich anders vor sich geht, als bei den anderen Aste- 
rocheriden. Um die einzelnen Formen der Mandibelladen zu verstehen, müsste man über 
die Wirthe der Asterocheriden und die Art, wie sie von ihren Parasiten ausgebeutet werden, 
nicht gar so wenig wissen. So lässt sich eben nur vermuthen, dass die mannigfaltig gestalteten 
Mandibelladen, die aus der Oeffnung des Sipho etwas vorgeschoben werden können, dazu dienen, 
die Haut des Wirthes anzubohren, und dass ihre Form wahrscheinlich von der Beschaffenheit 
dieser Haut, und ihre Länge sowie diejenige des Siphorohrs von der Dicke derselben und der Lage 
des Organes des Wirthes, das ihnen die Nahrung liefert, abhängt. Die Zähnchen am Ende 
der Stechladen mögen, ausser zum Anstechen der Haut, auch dazu dienen, geformte Bestand- 
teile des eingesogenen Nährsaftes, die das enge Siphorohr verstopfen könnten, vor dem Ein- 
tritt in dieses zu zerreiben. 

Die Stechlade ist bei den Dyspontiinae, Pontoeciellinae, Rataniinae und Cancerillinae 
das einzig vorhandene Stück der Mandibel, und so ist es auch bei Scottocheres. Bei allen 
übrigen Asterocherinae articulirt am Grunde der Stechlade noch ein dem 2. Basalgliede und 
den Aesten höherstehender Copepoden entsprechender Anhang, der Palpus. Am besten ent- 
wickelt ist derselbe bei Asterocheres (T 2 F 17; T 3 F 25); er erreicht hier die grösste Länge 
und ist 2gliedrig, was trotz der Unvollkommenheit des zwischen den beiden Gliedern befind- 
lichen Gelenkes durch den Muskel im proximalen Gliede bewiesen wird. Kürzer, ein lglie- 
driges Stäbchen ist der Palpus bei Dermatomyzon (T 5 F 11) und Rhynchomyzon (T 5 F 32); er 
trägt hier am Ende, wie auch bei Asterocheres, 2 Borsten; noch weiter verkürzt ist er bei 
Scottomyzon (T 3 F 48) und Collocheres (T 3 F 34), wo auch nur eine kurze Borste daran vor- 
handen ist. Bei Acontiophorus (T 4 F 52) bildet er kaum noch ein besonderes Glied, sondern 
ist durch eine Borste vertreten, die aber lang, dick und mit langen, zarten Fiedern versehen ist. 



i. Vordere Maxille. 

Die vorderen Maxillen bestehen meistens aus einem Basale und 2 eingliedrigen, am Ende 
mit Borsten versehenen Plättchen oder Stäbchen. Bei Dermatomyzon (T 5 F 8) und Rhyncho- 
myzon (T 5 F 39), wo das Basale relativ am grössten und am besten ausgebildet ist, erkennt 
man deutlich, dass nur das äussere (B 2) von jenen beiden Plättchen mit dem Basale articulirt, 
das innere (Li) dagegen unbeweglich aus dem proximalen Stück des Basale hervorgeht. Das 

19* 



14g Zur Anatomie und Morphologie. 

innere Plättchen ist zwar von dem dickeren proximalen Stück des Basale abgeschnürt, und 
man könnte diese Einschnürung für eine Articulation halten; in "Wirklichkeit aber bildet das 
innere Plättchen mit dem ganzen proximalen Theil der Gliedmaasse ein ungegliedertes Stück, 
und diese Auffassung wird auch dadurch bestätigt, dass von allen Muskeln der Gliedmaasse 
nur einer im Basale selber entspringt, nämlich der kurze, der an dem beweglichen äusseren 
Plättchen inserirt. Daraus geht hervor, dass man das innere, unbeweglich an das Basale an- 
gefügte Plättchen als Homologon eines der Innenrandloben aufzufassen hat, wahrscheinlich als 
desjenigen, den ich bei den Gymnoplea mit Li 1 bezeichnete; denn auch bei vielen anderen 
Ampharthrandria mit reducirten Maxillen ist er der grösste oder der einzige, der erhalten 
bleibt. Das bewegliche äussere Plättchen entspricht dann dem 2. Basalgliede plus den Aesten 
der reicher gegliederten Maxillen; ob sich seine terminalen Borsten aus Borsten des 2. Basal- 
gliedes selber oder aus solchen des Endopoditen entwickelt haben, lässt sich nicht entscheiden. 
Die Maxille besteht also aus 2 Gliedern, aus dem 1. Basalgliede, welches nach innen in den 
der Lade der Mandibel entsprechenden) proximalen Innenrandlobus (Li) ausgewachsen ist, und 
aus dem 2. Basalgliede (B 2), das keinen Exopoditen mehr trägt, und an welchem Rudimente 
eines Endopoditen vielleicht noch in den Endborsten erhalten sind. 

Im Ganzen ähnlich wie bei Dermatomyzon ist die Maxille auch bei den übrigen Astero- 
cherinae (T 2 F 8; T 3 F 2, 3, 46; T 4 F 13, 45), bei Batania (T 10 F 20) und selbst bei Par- 
artotrogus (T 9 F 43) gebaut; doch verkürzt sich bei manchen von ihnen das 1. Basalglied schon 
etwas, und in noch höherem Grade ist dies bei den Dyspontiinae der Fall, wo Li zuweilen 
direct dem Rumpfe ansitzt. 

In dem Bau der vorderen Maxillen zeigen die Dyspontiinae (T 6 F 2, 19, 36; T7 F 9, 
41; T 8 F 33 etc.) einen minder ausgeprägten Gegensatz zu den übrigen Gruppen als in dem 
der Mandibeln; doch ist ein solcher immerhin vorhanden und besteht darin, dass die Borsten 
bei den meisten Arten (eine Ausnahme macht Neopontius) in geringerer Zahl vorhanden und 
dass sie steif, zuweilen sogar stiletförmig sind, während die Maxillarborsten der Asteroche- 
rinae etc. grösstentheils zart und biegsam sind und zuweilen lange, zarte Fiedern tragen. Der 
Gegensatz deutet auf eine Verschiedenheit der Function; welche Function aber die vorderen 
Maxillen bei der Nahrungsaufnahme unserer Thiere überhaupt versehen, ist mir nicht klar 
geworden; die zarten, reichbefiederten Borsten mögen wohl als Tastorgane dienen. 

Die relative Länge der beiden Lamellen (Li und B 2) und die Zahl und Länge ihrer Borsten 
liefern meistens gute generische und specifische Merkmale. B 2 ist durchgehends die kleinere 
Lamelle; wenn sie die andere (Li) an Länge erreicht, wie bei einigen Asterocherinae und bei 
Dyspontius, oder sogar etwas überragt (Myzopontius), so ist sie doch dünner als Li; relativ am 
kürzesten ist B 2 bei einigen Asterocheres- Arten, bei Scottocheres, CribroponÜus und Parartotrogus] 
bei Pontoeciella (T 5 F 22) und Cancerüla (T 10 F 9) fällt B 2 ganz fort. Die Zahl der Borsten 
von B 2 ist bei den Asterocherinae und Parartotrogus höchstens so gross wie die von Li, ge- 
wöhnlich aber geringer; dagegen trägt bei fast allen Dyspontiinae B2 2, Li nur 1 längere 
Borste; nur Neopontius mit seinen 3 und 4 Borsten macht eine Ausnahme und schliesst sich 



Hintere Maxille. 149 

hierin an die Asterocherinae an. Bei den Asterocherinae, Rataniinae und Cancerillinae ist die 
Zahl der Borsten von Li entweder 5 [Dermatomyzon, Bhynchomyzon, Parartotrogus) oder 4 
[Aster ocher es, Collocheres, Scottomyzon, Acontiophorus, Cancerilla) oder 3 (ßcottocheres) , während an 
B 2 bei diesen Arten 3 oder 4 Borsten (nur bei Collocheres 1) vorhanden sind. 



k. Hintere Maxille. 

Die hinteren Maxillen (im morphologischen Sinne des Wortes die letzte Kopfgliedmaasse 
der Copepoden), die vermöge ihrer zahlreichen, langen, bestachelten Borsten bei vielen Gym- 
noplea- Arten als Reusen functioniren, geben sich schon bei manchen von diesen Arten dadurch 
als Greiforgane kund, dass eine oder zwei von ihren Borsten in dicke Haken umgewandelt 
sind. Organe aber, welche befähigt sind, eine bewegliche Beute zu packen uud festzuhalten, 
wird ein Thier auch sehr wohl dazu benutzen können, um sich an grössere Thiere oder andere 
Gegenstände anzuklammern, sei es um zu ruhen, sei es um daran seine Nahrung zu suchen. 
So ist es erklärlich, dass die schon bei pelagischen Arten als Greiforgane functionirenden 
hinteren Maxillen bei den litoralen Arten der Harpacticiden und Cyclopiden mehr und mehr 
zu Klammerorganen werden, und dass sie vielen Parasiten ausschliesslich zum Anklammern an 
die Wirthe dienen, hierin unterstützt von den Maxillipeden und den hinteren Antennen. Je 
ausschliesslicher diese Function ausgebildet wird, desto mehr verschwinden die Reusenborsten 
und die Innenrandloben, an denen sie sitzen, und desto mehr reducirt sich die Gliedmaasse 
auf das Basale und den Endhaken, woraus sie bei den Asterocheriden lediglich besteht. Da 
wir diesen Entwicklungsgang bei den Harpacticiden durch alle Phasen verfolgen können, und 
dabei bemerken, dass die Innenrandloben des Basale im Allgemeinen in proximal-distaler 
Richtung ausfallen, so ist es nicht schwer festzustellen, dass der schliesslich noch übrigblei- 
bende Endhaken mit demjenigen Haken identisch ist, der sich an dem 5. Lobus der Glied- 
maasse bei vielen höher stehenden Arten vorfindet. Die hintere Maxille der Asterocheriden 
besteht daher aus dem Basale, dessen beide Glieder zu einem verschmolzen sind, und aus dem 
5. Lobus mit seinem Endhaken; Ri und die proximalen Loben sind gänzlich geschwunden. 

Der Endhaken der Gliedmaasse besteht bei manchen unserer Thiere aus einem Stück; 
bei anderen ist er in 2 Stücke gegliedert, entweder nicht weit hinter der Mitte, wie bei 
Collocheres (T 4 F 10, 26) und Parartotrogus (T 9 F 41), oder erst kurz vor dem Ende, wie bei 
den meisten Dyspontiinae. Diese Articulation dürfte derjenigen entsprechen, welche bei Arten 
anderer Familien den Endhaken mit dem Lobus verbindet; sie geht auch bei manchen Har- 
pacticiden verloren, sodass Haken und Lobus zu einem Stück verschmelzen. Demgemäss sind 
auch die kurzen Borsten, welche an dem proximalen, dem Lobus entsprechenden Theile des 
Endhakens der Asterocheriden sich gewöhnlich finden, als die Reste der bei den Gymnoplea, 
Harpacticiden etc. vorhandenen übrigen Borsten von L 5 anzusehen. 



|50 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

Unter den wenigen morphologischen Bemerkungen, welche Claus über den Bau der 
Asterocheriden macht, ist auch eine über die hintere Maxille (1889 [3 p. 351), worin er sagt, 
dass »der mächtige distale Haken wenigstens ein oder zwei Glieder mit eingeschmolzen enthält«. 
Woher diese Glieder kommen sollen, sagt Claus nicht; sie könnten höchstens vom Endopoditen 
(Ri) geliefert werden; aber ein vergleichender Blick auf andere Copepoden hätte Claus zeigen 
können, dass der Endopodit der hinteren Maxille zu den Theilen der Gliedmaasse gehört, die 
zuerst in Wegfall kommen; irgend ein Anhalt dafür, warum er gerade bei den Asteroche- 
riden erhalten sein solle, liegt nicht vor. 

Die einzelnen Arten zeigen Unterschiede in der Gestalt des Basale, das zuweilen sehr 
gedrungen (Scottomyzon, Cribropontius, Cancerilla), zuweilen sehr gestreckt (Scottocheres, Acontio- 
phorus, die meisten Dyspontiinae, besonders Myzopontius, T 6 F 13) ist, und in der Form des 
Endhakens, der dick und am Ende scharf gekrümmt {Scottomyzon, Cribropontius, Cancerilla, 
Dystrogus, Artotrogus) sein kann, meistens aber schlank, dünn und sanft gebogen ist; eine be- 
sonders charakteristische Form hat er bei Pontoeciella (T 5 F 23) und Bradypontius chelifer (T 6 F 18). 



1. Maxilliped. 

Eine ähnliche Vereinfachung seines Baues und aus ähnlichen Ursachen wie die hintere 
Maxille hat der Maxilliped erfahren. Er hat ganz die gleiche Form und Gliederung wie 
bei vielen Harpacticiden, d. h. er besteht aus einem 2gliedrigen Basale (B) und einem dünneren, 
hakenförmigen Endtheil, dessen proximaler Abschnitt (Ri) gegliedert ist, und dessen distaler von 
einem Haken gebildet wird. 

Die Gliederung des proximalen Abschnittes des Endtheiles deutet schon darauf hin, dass 
bei dem Maxillipeden nicht, wie bei der hinteren Maxille, Ri verloren gegangen ist, sondern 
'dass der Endtheil vielmehr als Ri aufzufassen ist. Fraglich ist mir nur geblieben, wie die Glieder 
seines proximalen Abschnittes mit den 5 Innenastgiiedern, welche die Gymnoplea besitzen, zu 
homologisiren sind. Jedenfalls dürfte anzunehmen sein, dass das schon bei manchen Gymno- 
plea sehr kleine Ri 5 bei den Asterocheriden verloren gegangen, und der Endhaken also aus 
einer Borste von Ri 4 hervorgegangen ist. Bei den meisten Asterocheriden ist Ri 3gliedrig; 
bei manchen aber (z. B. Asterocheres T 2 F 16, Cryptopontius) schiebt sich zwischen das 1. 
und 2. Glied noch ein keilförmiges Stück ein; da dasselbe aber niemals, wie die anderen 
3 Glieder, ein Börstchen trägt, so ist mir fraglich, ob es als besonderes Glied, als Ri 2, zu 
zählen ist. Bei Pontoeciella, Ratania, Artotrogus, Dystrogus, Parartotrogus und Cancerilla (T 5 
F 18; T 9 F 14, 27, 42; T 10 F 5, 22) ist Ri durch Verschmelzung der beiden ersten Glieder 
2gliedrig geworden. Die Glieder von Ri tragen meistens je 1 kurze Borste, und auch an B 1 
und B 2 pflegt je eine, zuweilen winzige Borste zu sitzen (T 6 F 9, 40); besonders bei Cribro- 



Ruderfüsse. \ 5 \ 

pontius (T 7 F 43) sind diese Borsten durch Stärke und Steifheit ausgezeichnet. — B 1 ist fast bei 
allen Arten viel kürzer als B 2; nur bei Acontiophorus (T 4 F 43) ist es etwa von gleicher Länge 
und zudem durch eine unvollkommene Articulation in 2 Glieder getheilt. Umgekehrt ist bei 
Pontoeciella und Ratania (T 5 F 18; T 10 F 22) die Trennung zwischen B 1 und 2 aufgehoben. 

Auch das Basale und der Endabschnitt des Maxillipeden sind je nach den einzelnen 
Arten und Genera schlanker oder gedrungener gebaut, und es pflegt in dieser Hinsicht zwischen 
Maxilliped und hinterer Maxille Uebereinstimmung zu herrschen. Die relative Länge der 
Glieder von Ri und des terminalen Hakens liefert specifische Merkmale. 

Bei den Männchen der Arten von Aster ocher es, Scottocheres, Sestropontius, Bradypontius, 
Pteropontius und von Dyspontius striatus findet sich am Innenrande des Maxillipeden ein kleiner 
Fortsatz, bei Ast. (T 2 F 12) und Scott. (T 4 F 15) an B 2, bei Sestr. (T 9 F 12, 13), Brad. 
(T 6 F 26), Pteropontius und Dysp. striatus (T 7 F 11) an B 1. Er ist gebogen und hat bei 
Bradyp. siphonatus und Dyspontius striatus eine ähnliche Form wie bei Asterocheres, während 
er bei Bradyp. chelifer und Pteropontius durch einen kürzeren, geraden Zapfen und bei Sestro- 
ponthis durch einen hohlen Knopf ersetzt ist. Da der Fortsatz nur den cf zukommt, dürfte er 
wohl bei der Copulation eine Bolle spielen; welche, lässt sich nicht sagen, da diese noch 
nicht beobachtet wurde. Einen geringeren sexuellen Unterschied in der Form des Innenrandes 
zeigt der Maxilliped auch bei Dermatomyzon (T 5 F 14). 

Die Maxillipeden articuliren am Rumpfe nahe bei einander und zwar auf der Kuppe 
eines Kegels der Bauchwand, der sich bei manchen Arten ziemlich hoch erhebt (T 9 F 27; T 10 
Fl — 3), bei den Cancerillinae, besonders bei Parartotrogus, aber kaum vorhanden ist; bei letz- 
teren Arten rücken die beiden Maxillipeden auch weiter von einander ab. Wenn man von der 
Ventralseite her auf diesen Kegel sieht, so sieht man seinen Mantel in der Verkürzung und hat 
den Eindruck, als sei die Articulationsstelle der Maxillipeden von einem starken Chitinring um- 
geben (T 10 F 36, 38, 39); die Bauch wand ist aber höchstens da, wo der Kegelmantel in sie 
übergeht, leicht verdickt; meistens ist ein Chitinring überhaupt nicht vorhanden. Dieser schein- 
bare Chitinring hat aber, je nach dem Verhältniss seiner Länge zu seiner Breite, oder je nach- 
dem er vorne und hinten concav oder convex, geschlossen oder offen ist, für manche Arten 
eine charakteristische Gestalt. Die Erhebung der Articulationsfläche der Maxillipeden über die 
Bauchwand hinaus steht offenbar im Dienste einer freieren Beweglichkeit der Gliedmaasse. 



m. Ruderfüsse. 

Im Gegensatz zu den Gliedmaassen des Kopfes, deren Bau unter dem Einfluss der 
parasitischen Nahrungsaufnahme vereinfacht ist, haben die Ruderfüsse, wenigstens die ersten 
3 Paare, die Zahl der Glieder bewahrt, die sie bei den freilebenden Arten haben, und auch 



1 59 Zur Anatomie und Morphologie. 

die Zahl und Grösse ihrer Anhänge ist bei den meisten Arten nicht geringer als bei den frei- 
lebenden Arten. Das ist erklärlich, weil die Asterocheriden trotz ihrer parasitischen Lebens- 
weise meistens vorzügliche Schwimmer sind. Nur eine Art, Cancerilla tubidata, ist (abgesehen 
vom reifen cT) sesshaft geworden, und demgemäss sind ihre Ruderfüsse zu Stummeln reducirt, 
die vielleicht noch das Kriechen unterstützen, aber nicht mehr zum Schwimmen dienen können. 

Bei allen übrigen Arten sind die ersten 3 Thoraxfüsse Ruderorgane und bestehen fast immer 
aus einem 2gliedrigen Basale (B) und zwei 3gliedrigen Aesten (Re, Ri; T 2 F 4, 6; T 6 F 8, 
12 etc.); nur bei Pteropontius cristatus und bei Parartotrogus richardi bleiben die beiden distalen 
Glieder beider Aeste des 1. Fusspaares verschmolzen (T 7 F 38; T 9 F 36), und bei letzterer 
Art auch die beiden distalen Glieder des Innenastes des 3. Fusspaares (T 9 F 44). Die gleiche 
vollzählige Gliederung besitzt bei den Asterocherinae und bei Ratania, Pontoeciella, Myzopontius, 
Neopontius, Cribropontius und Sestropontius das 4. Fusspaar; bei den übrigen Dyspontiinae und 
Cancerillinae zeigt es dagegen mehrere Stufen der Rückbildung. Bradypontius (T 6 F 25, 34) 
hat zwar noch einen 3gliedrigen Ri am 4. Fusse, aber derselbe ist stabförmig, fast borstenlos 
und als Ruderorgan nicht mehr tauglich. Bei Pteropontius, Dyspontius und Cryptopontius fällt 
Ri am 4. Fusse ganz aus (T 7 F29; T8 F 39), und bei Dystrogus, Artotrogus und Parartotrogus 
fehlt die ganze Gliedmaasse. So schreitet die Rückbildung der Schwimmfüsse in der Richtung 
von hinten nach vorne in 4 Stufen fort: Bradypontius — Pteropontius, Dyspontius, Cryptopontius — 
Dystrogus, Artotrogus, Parartotrogus — Cancerilla. Es muss indessen bemerkt werden, dass ein 
geringer Anfang zur Rückbildung des 4. Fusspaares schon bei einigen Aster ocheres- Arten und 
bei Scottomyzon gemacht wird; denn abgesehen davon, dass allgemein bei den Arten mit 4. Fuss- 
paare die Zahl der Borsten seines Innenastes geringer als an den vorhergehenden Füssen ist, 
sind bei den genannten Arten die Borsten von Ri auch beträchtlich kürzer und dünner (T 2 
F 34; T 3 F 51). 

Die Basalia der Ruderfüsse sind kurz und breit, in geringerem Grade auch die Aeste; 
die gestrecktesten Füsse hat Pontoeciella (T 5 F 26, 27). Der Innenrand von B 2 springt ge- 
wöhnlich stark vor und ist am 2. — 4. Paare bei den meisten Dyspontiinae in einen Zipfel aus- 
gezogen (T 7 F 8, 36); am distalen Rande des Gliedes, zwischen den beiden Aesten, findet sich 
bei den meisten Asterocheriden im 2. und 3., seltener auch im 4. Paare eine stumpfe oder spitze 
Zacke. Schon bei Bradypontius, aber mehr noch bei den Arten, denen Ri am 4. Fusse fehlt, 
ist das Basale dieses Fusses schräge nach aussen in die Länge gezogen und B 2 soweit nach 
aussen übergebogen, dass seine Längsaxe mit den Aesten fast einen rechten Winkel bildet 
(T 7 F 29); dabei wird B 1 verkürzt und bei Pteropontius ist es nicht mehr als selbständiges 
Glied erkennbar. Der 4. Fuss bekommt dadurch dasselbe Aussehen wie bei den Arten der 
Isokerandria, bei denen sein Ri ebenfalls verkümmert ist. Eine ähnliche Form zeigt bei 
Dystrogus, Artotrogus und Parartotrogus der 3 Fuss, der bei ihnen der letzte ist. 

B 1 trägt eine meistens gefiederte Si, die am 1. und besonders am 4. Fusspaar kleiner 
als an den mittleren Füssen zu sein pflegt, und hier auch fehlen kann. B 2 trägt meistens eine 
nackte oder gefiederte Se und am 1. Fusspaare, wie gewöhnlich, auch eine Si von mannig- 



Ruderfüsse. 



153 



faltiger Gestalt; bei Asterocheres und den meisten Dyspontiinae ist sie eine Fiederborste, bei 
Dermatomyzon, Collocheres, Scottomyzon ein nacktes Börsteben; bei Rhynchomyzon, Scottocheres, 
Acontiophorus ist sie lanzettförmig und bat bei Acontiophorus zudem gezähnelte Ränder; bei 
Pontoeciella, Ratania, Dystrogus, Artotrogus und den Cancerillinae fehlt sie. 

Die beiden Aeste der einzelnen Fusspaare sind ungefähr gleich lang; nur bei Ratania, 
Pontoeciella, auch Scottomyzon ist an den mittleren und hinteren Paaren Ri kürzer als Re. Ihr 
Bau ist im Ganzen derselbe wie bei vielen anderen litoralen Arten, und zeigt am 1. Paare 
einige Besonderheiten gegenüber den folgenden Paaren, nie aber in dem Sinne, dass sich 
daran Einrichtungen zum Greifen fänden. Bemerkenswerth ist, dass nicht nur der Aussenrand 
der Astglieder am Ende und vor den Se in Zacken auszulaufen pflegt, sondern auch der Innen- 
rand von Re 2 und der Glieder von Ri, und dass die Zacke am Aussenrande von Ri 2 häufig 
doppelt ist (T 5 F 5, 6 etc.); am schwächsten ausgebildet sind diese Zacken bei Pontoeciella, 
Ratania, Dystrogus und den Cancerillinae. 

Die umstehende Tabelle giebt über die Vertheilung der Borsten an den Gliedern der 
Aeste eine Uebersicht. Ich habe darin die Borsten je nach ihrer Stellung an den äusseren 
und inneren Rändern der Glieder als Se und Si und die endständige, fast immer durch eine 
besondere Gestalt ausgezeichnete Borste des Aussenastes als St bezeichnet. 

Die höchste Borstenzahl, welche am 1. Fusse vorkommt, ist 



Ee 


Ei 


Se i 


e 


i 


e 


t 


i 


i 


i 


e 


i 


L l 


1 


1 


3 


l 


4 


1 


2 


l 


5 



Dieselbe findet sich (T 5 F 6 etc.) bei Dermatomyzon, Rhynchomyzon, Collocheres, Acontiophorus, 
Myzopontius, Neopontius, Cribropontius, Sestropontius, Bradypontius. Eine der beiden Si von Ri 2 
fehlt bei Dystrogus und Artotrogus, die Si von Re i bei Cryptopontius brevifurcatus und Astero- 
cheres minutus. Bei allen Arten von Asterocheres ist an Re 3 eine Si weniger vorhanden. Eben- 
falls an Re 3 und ausserdem an Ri 2 fehlt 1 Si bei Scottocheres , Dystrogus und den übrigen 
Arten von Cryptopontius. Bei Ratania, Dyspontius, Scottomyzon und Dystrogus trägt Re 3 eine Si 
und eine Se weniger; dasselbe ist der Fall bei Pontoeciella, wo ausserdem an Re 1 und 2 je eine 
Borste ausfällt. Bei Pteropontius , Parartotrogus und Cancerilla wird mit der Zahl der Glieder 
auch die der Borsten noch weiter reducirt. 
Die höchste Zahl am 2. Fusse ist 



Ee 


Ei 


Se i 


e 


i 


e 


t 


i 


i 


i 


e 


i 


1 1 


l 


1 


3 


1 


5 


1 


2 


1 


5 



Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 



20 



154 



Zur Anatomie und Morphologie. 



Vertheilung der Borsten an den Aesten der Thoraxfüsse. 





1. Fuss 


2. Fuss 


3. Fuss 


4. Fuss 




Ee 


Ei 


Ee 


Ei 


He 


Ei 


Ee 


Ei 




1 


2 


3 


1 


2 


3 


1 


2 


3 


1 


2 


3 


1 


2 


3 


1 


2 


3 


1 
1 


2 


3 


1 


2 


3 




Se Si 


Se Si 


SeStSi 


Si 


Si 


Se Si 


e i 


e i 


e t i 


i 


i 


e i 


e i 


e i 


e t i 


i 


i 


e i 


e i 


e i 


e t i 


i 


i 


e i 


Asterocher . 


1 1 


1 1 


3 1 3 


1 


2 


1 5 














I 












1 1 


1 1 


3 1 4 


l 


2 


1 4 


Scottoch. el. 


1 












i 












I 11 


1 1 


3 l 4 


1 


2 


i 5 


) 












» lo. 


}" 


1 1 


3 1 3 


1 


1 


1 5 


'1 1 


1 1 


3 1 4 


1 


2 


1 5 














I" 


1 1 


3 1 3 


1 


2 


1 3 


Ratania 


1 1 


1 1 


2 1 3 


1 


2 


1 5 


■ 




































Derrnalom. 














1 












>1 1 


1 1 


3 1 4 


1 


2 


1 4 


1 1 


3 1 4 


1 


2 


1 3 


Rhynchom. 
Collocheres 


> 1 1 


1 1 


3 1 4 


1 


2 


1 5 


1" 


1 1 


3 1 5 


1 


2 


1 5 














1 1 


3 1 3 


1 


2 


1 3 


Acontiopli. 














1 1 


1 1 


3 1 4 


1 


2 


1 5 


1 1 


1 1 


3 1 3 


1 


2 


1 4 


J 












Scoitomyz. 1 1 


1 1 


2 1 3 


1 


2 


1 5 


1 1 


1 1 


2 1 4 


1 


2 


1 5 


1 1 


1 1 


2 1 4 


1 


2 


1 4 


1 1 


1 1 


2 1 4 


1 


2 


3 


Pontoeciell. 


1 


1 


2 l 3 


1 


2 


1 5 


1 1 


1 1 


2 1 4 


1 


2 


1 5 


1 1 


1 1 


2 1 3 


1 


2 


1 4 


1 


1 1 


l 1 3 


1 


2 


1 3 


Myzopont. 


\ 
























^ 












• 












Neopontius 












































'1 


2 


1 4 


Cribropont. 


< 1 1 


1 1 


3 1 4 


1 


2 


1 5 






































Sestropont. 


























>1 1 


1 1 


3 1 5 


1 


2 


1 5 


>1 1 


l 1 


3 1 5 








Bradypont. 












































Rudimente 


Dyspontius 


1 1 


1 1 


2 1 3 


1 


2 


1 5 


>1 1 


1 1 


3 1 5 


1 


2 


1 5 






















Cr.cap.th.te 


1 1 


1 1 


3 1 3 


1 


1 


1 5 
































Ri fehlt 


» brev. 


1 
1 

1 1 


1 1 


3 1 4 


1 
1 
1 


2 


1 5 














1 1 
1 1 


1 1 
1 1 


2 1 5 

3 t 5 


1 
1 


2 

2 


1 5 
1 5 


1 1 








Pteropont. 


2 13 


1 3 


1 1 l 1 ö 




Dystrogus 


1 1 


2 1 3 


1 


1 5 


' 


Artotroyua 


1 1 

1 


1 1 


3 1 4 


1 
1 

1 


1 


1 5 


1 1 
1 1 


1 1 
1 1 


3 1 4 
3 1 4 


1 
1 


2 
1 


1 5 

1 5 


1 1 
1 1 


1 1 
1 1 


3 1 5 
2 1 4 


1 
1 


2 


1 4 




Parartotr. 


112 13 


1 4 


1 3 


>4. Fuss fehlt 










1 
fehJt 




Cancer, q? 


10 10 2 11 


1 4 


\ Stummel 














9 


10 10 


2 1 1 





2 


5 (Se) 


Stummel 


' 





















Ruderfüsse. 



155 



Dieselbe findet sich (T 7 F 36) bei Dermatomyzon , Rhynchomyzon, CoUocheres und sämmtlichen 
Dyspontiinae. Sie ist um 1 Si an Re 3 vermindert bei Asterocheres , Scottocheres , Ratania, 
Acontiophorus, Parartotrogus, und ausserdem um 1 Se an Re 3 bei Scottomyzon und Pontoeciella. 
Bei Cancerilla (cJ 1 ) fehlt ausser einer Si an Re 3 auch eine Si an Ri 2. 
Die höchste Zahl am 3. Fusse ist 



Ee 


Ei 


Se i 


e i 


e t i 


i 


i 


e i 


1 1 


1 1 


3 1 5 


1 


2 


1 5 



Dieselbe (T 8 F 9, 32) stimmt mit der höchsten Borstenzahl am 2. Fusse überein und findet 
sich bei allen Dyspontiinae, mit Ausnahme von Pteropontius , wo 1 Se an Re 3, und von 
Artotrogus, wo 1 Si an Ri 3 fehlt. Bei allen anderen Arten fehlt mindestens 1 Si an Re 3, 
sodass der Besitz von 5 Si an Re 3 des 3. Fusses für die Dyspontiinae charakteristisch ist. 
Nur diese eine Si an Re 3 fehlt bei Asterocheres und Scottocheres; ausser derselben fällt noch 
1 Si an Ri 3 aus bei Scottocheres longifurca, Ratania, Dermatomyzon, Rhynchomyzon und CoUo- 
cheres. Bei Acontiophorus fehlen 2 Si an Re 3 und 1 Si an Ri 3, bei Scottomyzon 1 Se und 
1 Si an Re 3 und 1 Si an Ri 3, bei Pontoeciella 1 Se und 2 Si an Re 3 und 1 Si an Ri 3. 
Parartotrogus stimmt in der Borstenzahl von Re mit Scottomyzon überein; der 2gliedrig ge- 
wordene Ri aber ist um 3 Borsten ärmer. 
Die höchste Zahl am 4. Fusse ist 



Ee 


Ei 


Se i 


e 


i 


e 


t 


i 


i 


i 


e 


i 


1 1 


1 


1 


3 


1 


5 


1 


2 


1 


4 



Diese Zahl findet sich (T 6 F 12) bei Myzopontius, Neopöntius, Cribropontius und Sestropontius 
und, soweit sie Re betrifft, auch bei Bradypontius, Dyspontius und Cryptopontius; bei Pteropontius 
fehlt, wie im 3. Fusse, 1 Se an Re 3. Alle anderen Arten haben mindestens 1 Si an Re 3 
weniger, sodass der Besitz von 5 Si an Re 3 auch hier wieder für die Dyspontiinae charak- 
teristisch ist, abgesehen natürlich von Artotrogus und Dystrogus, denen der ganze 4. Fuss fehlt. 
Nur um 1 Si an Re 3 bleibt Asterocheres hinter der höchsten Zahl zurück; ausserdem um 
1 Si an Ri 3 Ratania, Dermatomyzon und Rhynchomyzon. 2 Si an Re 3 und 1 Si an Ri 3 
fallen aus bei Scottocheres, CoUocheres und Acontiophorus, je 1 Si und 1 Se an Re 3 und Ri 3 
bei Scottomyzon, und 1 Se an Re 1, 2 Se und 2 Si an Re 3, 1 Si an Ri 3 bei Pontoeciella. 

Man sieht aus dieser Uebersicht, dass die Zahl der Borsten an den Schwimmfüssen nur 
in sehr seltenen Fällen bei Arten desselben Genus verschieden ist (nur Asterocheres minutus 

20* 



\ fjß Zur Anatomie und Morphologie. 

und Cryptopontius brevifurcatus weichen im 1. Fusspaar und Scottocheres longifurca im 3. Paar 
von ihren Genusgenossen ab), und dass nur Dermatomyzon und Rhynchomyzon, ferner Neoponthis, 
Myzopontius, Cribropontius und Sestropontiiis in der Borstenzahl völlig mit einander überein- 
stimmen. Daraus geht hervor, dass die Zahl und Vertheilung der Borsten an den Schwimm- 
füssen generische Merkmale von grösserer Brauchbarkeit für die Copepoden abgiebt, als man 
ihnen bisher zuzuschreiben gewohnt war. Ja, wie erwähnt, lassen sich daraus selbst für 
höhere Gruppen (Subfamilien) diagnostische Merkmale gewinnen. Aus diesem Grunde habe 
ich auch früher (1892) die Zahl der Fussborsten für die pelagischen Copepoden-Arten ver- 
zeichnet, und ich muss Claus widersprechen, wenn er dies systematisch werthvolle und leicht 
festzustellende Merkmal unter die »minutiösen und scheinbar bedeutungslosen Einzelheiten« 
rechnet (Arb. Z. Inst. Wien 10. Bd. p. 228). 

Wo nicht Verschmelzung von Gliedern oder sonstige Verkümmerungen eingetreten sind, 
haben an allen Füssen Re 1 und 2 je 1 Se und 1 Si, während den beiden proximalen Innen- 
astgliedern die Se fehlen und Ei 1 nur 1 Si, Ri 2 deren 2 trägt. Ausnahmen hiervon kommen 
am 2. — 4. Fusspaar bei den Asterocherinae, Dyspontiinae und Rataniinae nicht vor; bei Pontoe- 
ciella fehlt die Se von Re 1 des 3. und 4. Fusses, bei Cancerilla (c?) ist an Ri 2 des 2. Fusses 
nur 1 Si vorhanden. Dagegen fehlt am 1. Fusse zuweilen die Si von Re 1 (Asterocheres 
minutus, Cryptopontias brevicaudatus, Pteropontius, Parartotrogus, Pontoeciella), zuweilen die Se von 
Re 2 (Pontoeciella) , zuweilen eine der beiden Si von Ri 2 (Scottocheres, Cryptopontius thorelli etc., 
Dystrogus, Artotrogus). — Re 3 trägt 3, seltener 2 (Batania, Dyspontius, Dystrogus 1. Fuss, 
Scottomyzo?i 1. — 4., Pontoeciella 1. — 3., Pteropontius 3. und 4., Parartotrogus 3. Fuss), noch 
seltener nur 1 (Pontoeciella 4. Fuss) Se, ferner eine am 2. — 4. Fusse durch besondere Form aus- 
gezeichnete St und mehrere Si, von denen am ersten Fusse 3 — 4, am zweiten 4 — 5, am dritten 
und vierten 3 — 5 vorhanden sind. Ri 3 endlich trägt ausser einer (nur am 4. Fusse von 
Scottomyzon fehlenden) Se noch mehrere Si, von denen (wenn das Glied frei ist) am 1. und 
2. Fusse stets 5, am 3. Fusse 4 — 5, am 4. Fusse 3 — 4 vorhanden sind. 

Die Form der Borsten ist die gewöhnliche, d. h. die Se von Re sind, wo sie nicht 
verkümmern (wie bei Pontoeciella und am 1. Fuss von Pteropontius) , lanzettförmige Dornen 
mit (meistens sehr fein) gezähnelten Rändern; die St ist am 1. Fusse eine Fiederborste, am 
2. — 4. ein Skalpell oder Stilet mit gezähneltem Saume am Aussenrande (T 8 F 19, 20 etc.). 
Die übrigen Borsten der Füsse sind Fiederborsten, ausgenommen eine (selten beide) von den 
endständigen Si von Ri 3: sie hat fast immer, wenigstens an einem, gewöhnlich an 2 oder 
3 Fusspaaren, eine ähnliche Form wie die St von Re 3, entweder die eines Pfriems, dessen Fiede- 
rung beibehalten oder durch feine Spitzen ersetzt ist (T 6 F 33), oder die einer Lanzette, die 
an einer oder beiden Seiten gezähnelt ist (T 6 F 1 2) . Nur bei Dystrogus und den Cancerillinae 
sind sämmtliche Borsten von Ri 3 Fiederborsten, und bei Letzteren sind auch die Se von Re 
am 1. Fusse dünn und borstenförmig. 

Die sexuellen Eigenthümlichkeiten an den Schwimmfüssen der Männchen einiger 
Asterocherinae und Dyspontiinae bestehen hauptsächlich in der Verlängerung der Aussen- 



Ruderfüsse. Rudimentäres Fusspaar. 157 

randzacken an den distalen Innenastgliedern, verbunden mit einer etwas abweichenden Form 
der Zacken und zuweilen auch der Glieder. Alle Asterocheres-Arten weisen dies Merkmal an 
Bi 3 des 1. Fusses (T 2 F 5), A. boecki (T 2 F 24) auch an Ei 3 des 2. Fusses und A. Stimulans 
an Bi 3 und 2 aller Füsse auf (T 3 F 8 — 11), Pteropontius cristatus an Bi 3 des 2. und 3. Fusses 
(T 7 F 36, 37), und Dyspontius fringilla an der Doppelzacke von Bi 2 des 2. oder 3. Fusses. 
Bei Pteropontius cristatus sind zudem die Fiedern am äusseren Gliedrande von Bi 3 des 2. Fusses 
in dicke, steife Anhänge verwandelt. Ich habe keine Vermuthung über die Bedeutung dieser 
sexuellen Merkmale. 



n. Rudimentäres Fusspaar. 



Das an dem ersten Segmente des Hinterleibes sitzende fünfte oder rudimentäre Fuss- 
paar ist klein und höchstens 2giiedrig; aber es ist stets vorhanden und fehlt auch den Arten 
nicht, bei denen das 4. Thoraxfusspaar vollständig ausgefallen ist (Dystroyus, Artotroyus, Cance- 
rillinae). Am umfangreichsten ist es bei den Asterocherinae und besteht jederseits aus einem 
Basalgliede und einem ovalen oder länglichen Endgliede. Die Basalglieder articuliren bei den 
meisten Asterocherinae (T 3 F 16, 31; T 4 F 40; T 5 F 45) mit dem Bumpfsegmente , ver- 
schmelzen aber zuweilen mit einander in der Medianebene; bei den übrigen Arten wird die 
Articulation zwischen Basalglied und Bumpf aufgehoben, und zugleich ist das Endglied meistens 
zu einem kleinen mehr cylindrischen oder blattförmigen Anhang (Myzopontius , Cribropontius, 
Cancerillinae) oder zu einem Knöpfchen (Dyspontiinae, T 7 F 10) reducirt, und nur bei Neo- 
pontius und JRatania behält es noch dieselbe Grösse, die es bei den meisten Asterocherinae hat. 
Das Basalglied trägt wie an den Thoraxfüssen eine Se; am Endglied sitzen bei den Asterocherinae 
und Ratania 3 — 5, bei den Dyspontiinae und Cancerillinae 2 — 3 Borsten. Durch die Länge 
des Endgliedes zeichnet sich Collocheres aus (T 3 F 29, 31, 41). Das rudimentäre Fusspaar 
von Pontoeciella (T 5 F 25) unterscheidet sich von dem aller anderen Arten durch den hohen 
Grad seiner Bückbildung: es besteht jederseits nur aus 1 Borste. 

Der 5. Fuss ist bei den Männchen von Collocheres canui, von Scottocheres und einigen 
Arten von Asterocheres etwas, bei Collocheres gracilicauda (T 3 F 41, 44) viel kürzer als beim Q. 
Bei Collocheres (T 3 F 31, 44) und bei Bhynchomyzon purpurocinctum (T 5 F 45) sitzen am Innen- 
rande seines Endgliedes ausserdem 2 blasse Borsten an, die den $ dieser Arten fehlen, während 
sie bei Dermatomyzon (T 5 F 13) in beiden Geschlechtern vorhanden sind. 



Ji 58 Zur Anatomie und Morphologie. 



o. Musculatur. 

In diesem Abschnitt werden nacheinander die eigentlichen Rumpfmuskeln, die an Seg- 
menten des Rumpfes entspringen und inseriren, dann die Muskeln, die im Rumpfe entspringen 
und an den Gliedmaassen inseriren, endlich die an den Gliedern der Gliedmaassen ent- 
springenden und inserirenden Muskeln beschrieben. Ueber die Muskeln des Verdauungs- und 
Genitalapparates vgl. unten p. 172, 190, 196. 

Die eigentlichen Rumpfmuskeln (T 3 F 27, 38; T 4 F 32; T 5 F 25; T 6 F 14; 
T 7 F 10, 28; T 8 F 31; TU F 36) bilden im Vorder- und Hinterrumpf 4 Längszüge, 2 dor- 
sale und 2 ventrale; sie liegen nahe der Medianebene des Rumpfes und lassen seine lateralen 
Theile frei. Gesonderte Contraction des dorsalen, ventralen oder eines lateralen Muskelpaares 
bewirkt natürlich Krümmung des Rumpfes an der contrahirten Seite; gleichzeitige Contrac- 
tion aller Muskeln zieht die Segmente ineinander und verkürzt den Rumpf. Die Gelenke 
der Segmente des Vorderrumpfes liegen zu beiden Seiten da, wo der mittlere Theil der 
Segmente in die Pleuren oder Seitenzipfel übergeht; der Vorderrand jedes Segmentes hat 
an dieser Stelle einen Knopf oder Zapfen, der in eine Grube der Haut passt, welche die 
Pleuren des vorhergehenden Segmentes nach hinten abschliesst. Diese Gelenke sind am besten 
bei den Dyspontiinae, besonders zwischen den ersten 3 Segmenten des Thorax ausgebildet. 

Jeder der beiden ventralen Muskeln (TU F 1, 3, 8, 36; Ms. vt) des Vorderrumpfes 
entspringt von einem Chitinzapfen (Ap. im), welcher dicht vor der 2. Maxille von der Bauch- 
wand in das Innere des Rumpfes hineinragt. Derartiger Apodeme, die zur Anheftung von 
Muskeln dienen, giebt es noch mehrere; ich werde sie bei der Besprechung der Rumpfmuskeln 
der 2. Maxille, des Maxillipeden und der Schwimmfüsse erwähnen; sie sind alle hohle Ein- 
stülpungen des Integumentes, deren nach aussen offene, trichterartige Höhle an Schnitten 
und an Kalipräparaten wahrzunehmen ist. 

Die beiden Apodeme der ventralen Vorderrumpfmuskeln haben bei den verschiedenen 
Arten unserer Familie ziemlich verschiedene Form und Grösse. Sie sind entweder einfach 
oder gegabelt. Die einfachen Zapfen steigen entweder nur wenig nach der Mediane zu geneigt 
und nur leicht gebogen dorsalwärts auf (Aster ocheres, T 10 F 39 Ap. im, Scottomyzon) oder 
wenden sich schon vom Grund an in stärkerer Beugung dorsomedianwärts (Parartotrogus), oder 
sie machen ein, zuweilen auch zwei Kniee, indem sie sich zuerst dorsalwärts, dann medianwärts 
(Pteropontius , Dermatomyzon , Pontoeciella , Bradypontius chelifer) oder zuerst dorsalwärts, dann 
vorwärts, endlich wieder etwas medianwärts (Cryptopontius , Dyspontius fringilla, striatus T 10 
F 36, Bradypontius siphonatus) wenden; am Ende sind sie entweder einfach abgerundet (Astero- 
cheres, Dermatomyzon, Pontoeciella, Parartotrogus) oder zerfasert {ßcottomyzon) oder platt und 
verbreitert (Pteropontius, Cryptopontius, Bradypontius, Dyspontius; bei Dysp. striatus, wo der nach 
vorne gerichtete Abschnitt der Zapfen lang und dünn ist, sitzt der breite Endtheil wie ein 



Musculatur. 159 

Fähnchen an der Stange, T 10 F 36); je stärker die beiden Zapfen sich medianwärts biegen 
oder neigen, um so näher kommen ihre Spitzen einander; am weitesten von einander bleiben 
sie bei Asterocheres , Scottomyzon, Pteropontins ; näher kommen sie sich schon bei Dyspontius, 
Parartotrogus, Dermatomyzon :, Pontoeciella , Cryptopontius , Bradypontius chelifer, und bei Brady- 
pontius siphonatus berühren sie sich beinahe. — Ansätze zur Gabelung finden sich schon bei 
manchen Arten von Asterocheres; in zwei längere Zinken gabelt sich jeder Zapfen bei Scotto- 
cheres longifurca, Acontiophorus scutatus und Myzopontius pungens (T 10 F 37, 38). Bei Scottocheres 
ist die eine Zinke in der Fortsetzung des Zapfens fast genau dorsal wärts gerichtet, während 
die andere, längere medianwärts geht und sich am Ende etwas nach hinten krümmt. Bei 
Acontiophorus gabelt sich jeder Zapfen in zwei ziemlich gleich lange Zinken, von denen die 
eine schräg nach vorne und aussen, die andere median gerichtet ist; letztere ist am Ende 
verbreitert und anscheinend zerschlitzt. Bei beiden Arten bleibt zwischen den Enden der 
beiden medianen Zinken ein beträchtlicher Raum frei. Bei Myzopontius (T 10 F 37, 38) steigen 
die Zapfen zuerst dorsalwärts mit leichter Neigung nach hinten auf, biegen dann um, indem 
sie sich median- und vorwärts wenden, und gabeln sich hierauf unter etwa rechtem Winkel 
in eine nach vorne und eine median gerichtete Zinke; die beiden medianen Zinken stossen 
mit ihren Enden zusammen und scheinen hier verlöthet zu sein. Es entsteht auf diese Weise 
bei Myzopontius ein völlig geschlossener Chitinbogen, welcher das Bauchmark enge umschliesst, 
während sich auf seine dorsale Seite der Darm legt. 

Diese interm axillaren Apodeme fand ich an der gleichen Stelle, zwischen den Basen 
der 1. und 2. Maxille, bei Species der Familien der Calanidae, Centropagidae, Candacidae, 
Pontellidae, Harpacticidae, Cyclopidae, Notodelphyidae, Corycaeidae. Hartog (1888 p. 5) ent- 
deckte sie bei Cyclops brevicornis und fand sie auch bei anderen Copepoden. Den von Hartog 
gewählten Namen »postmaxillary apodeme« wird man in den oben gebrauchten ändern müssen, 
sobald man den »vorderen Maxillipeden« als 2. Maxille bezeichnet. 

Der vordere Theil der ventralen Vorderrumpfmuskeln liegt in der Rinne, welche auf 
beiden Seiten der in der Mediane einander berührenden Flächen von Darm und Bauchmark 
entlang läuft (TU F 36; Ms. vt); weiter nach hinten, wo das Bauchmark schwindet, liegen 
sie beiderseits der Ventralfläche des Darms an, und noch weiter hinten, wo der Darm sich 
verengt, sind sie rings von einem freien Raum umgeben, in welchen zu Zeiten sich die Zweige 
der gefüllten Oviducte hineindrängen. Die Muskeln theilen sich nicht; keine ihrer Fasern 
inserirt an den Segmenten des Vorderrumpfes, sondern ihre ganze Masse heftet sich an das 
1. Segment des Hinterrumpfes an (T 3 F 38). 

Die dorsalen Vorderrumpfmuskeln bedürfen keiner Apodeme zur Anheftung: da die 
dorsale Kopfwand gewölbt ist und nach der Stirn zu abfällt, so stellt sie sich den Muskeln 
entgegen und bietet ihnen eine Fläche zur Anheftung dar, welche für die ventralen Muskeln 
an der flachen Bauchwand des Kopfes durch die Apodeme erst geschaffen werden musste. 

Im Gegensatz zu den Ventralmuskeln des Vorderkörpers bilden seine Dorsalmuskeln 
(T 3 F 27, 38; T 4 F 32; T 7 F 28; T 8 F 31; Msd) jederseits mehrere (4—6) gesonderte 



j[ßQ Zur Anatomie und Morphologie. 

Bündel, die zu beiden Seiten des Vorderkopfes entspringen und gegen die Mitte des Hinter- 
randes von Ce ~ Th 1 convergiren. Von diesen Bündeln inseriren die mehr oberflächlich und 
mehr median gelegenen am ersten freien Thoraxsegment (Th 2), während die seitlich und 
tiefer gelegenen sich an die hinteren Segmente begeben. Indessen hören die mittleren Muskeln 
mit ihrer Insertion an Th 2 nicht gänzlich auf, sondern setzen sich gewöhnlich mit einigen, 
meistens etwas schräge nach den Seiten gerichteten Zügen bis an Th 3 fort. An dies Segment 
und das folgende heften sich auch die tiefer gelegenen Seitenmuskeln an, deren tiefstes 
Bündel am 1. Segment des Hinterrumpfes inserirt. Die Muskeln der hinteren Segmente 
scheinen jedoch nicht immer Fortsetzungen der Muskeln der vorhergehenden zu sein, sondern 
es treten zu ihnen nicht selten neue Muskelbündel hinzu. 

Die dorsalen Muskeln inseriren bei den Asterocherinae fast ohne Sehne, bei den Dys- 
pontiinae dagegen mit ziemlich langen Sehnen ; die Sehnen sind schwer zu verfolgen, und die 
Bestimmung der Insertionsstellen bleibt öfters unsicher. 

In dem medianen Zwischenraum zwischen den beiden dorsalen Muskelgruppen des 
Vorderrumpfes verlaufen bei manchen Arten, besonders bei den Asterocherinae, einige ganz 
dünne und zarte Muskelfasern von Segment zu Segment (T 4 F 32). 

Die ventralen Muskelzüge des Hinterrumpfes scheinen der Hauptsache nach Fort- 
setzungen der beiden Ventralmuskeln des Vorderrumpfes zu sein; von den dorsalen Muskeln 
des Vorderrumpfes treten dagegen keine (oder nur wenige mediane) Fasern in den Hinterrumpf 
über; vielmehr entspringt die Hauptmasse der Dorsalmuskeln des Hinterrumpfes im 1. Segment 
desselben (Th 5). 

Die Hinterrumpfmuskeln (T 3 F 27,38; T5 F25; T6 F 10,14) nehmen gewöhnlich an 
Masse von Segment zu Segment ab; die Fasern, die in das vorletzte Segment eintreten, in- 
seriren sämmtlich am Vorderrande des Analsegmentes; nie habe ich eine Faser sich an die 
Furca heften sehen. Nur bei Asterocheres (T 3 F 21) zieht von der äusseren und inneren 
Ecke des Vorderrandes beider Furcalzweige ein Band nach einem am vorderen Theile der 
Bauchwand des Analsegmentes gelegenen Punkte, wo es sich anzuheften scheint; indessen 
weiss ich nicht, ob diese Bänder musculös sind; Querstreifung nahm ich an ihnen nicht wahr. 
Die Furca ist also gegen das Analsegment nicht activ beweglich. 

Von den Humpfmuskeln sind bei Cancerilla Q nur ein paar dünne dorsale Bündel übrig 
geblieben, die sich nicht weit vor dem Hinterrande von Ce ~ Th 1 anheften und von Segment 
zu Segment, wahrscheinlich bis zum 1. Segment des Hinterleibes ziehen. — 

Ueber die Muskeln, durch welche die Gliedmaassen am Rumpfe bewegt werden, 
bin ich nicht überall ins Klare gekommen (T 3 F 38; T 8 F 31). 

Zunächst scheinen zu jeder Gliedmaasse zwei an der dorsalen Humpfwand entspringende 
Muskeln zu gehen, welche am proximalen Theile des Grundgliedes der Gliedmaasse inseriren. 
Jeder dieser Muskeln kann aus einer Anzahl von Bündeln bestehen, die zwar an verschiedenen, 
wenn auch benachbarten Stellen entspringen, aber ihre Zusammengehörigkeit durch die ge- 
meinsame Insertionsstelle bekunden. Nur die vorderen Antennen machen insofern eine Aus- 



Musculatur. \Q\ 

nähme, als sich an sie mehrere (3 bis 5) von der dorsalen Kopfwand entspringende Muskeln 
inseriren, unter denen der an der Ventralwand ihres 1. Gliedes inserirende sich durch seine 
Länge auszeichnet: seine Ursprungsstelle liegt zuweilen fast in der Mitte von Ce ~ Th 1. 
Während die Muskeln der vorderen Antennen den Rumpf schräge vom Rücken nach vorne 
durchziehen, steigen die Muskeln der drei folgenden Gliedmaassen, besonders der Mandibel 
und der 1. Maxille, fast genau in transversaler Richtung vom Rücken herab. Die Ursprungs- 
stellen der Muskeln der vorderen 4 Gliedmaassenpaare liegen in zwei Längsreihen neben der 
medianen Kante der dorsalen Rumpfmuskeln ; die Muskeln ziehen also zwischen dem Darm 
oder seinem vorderen Coecum und den dorsalen Rumpfmuskeln zu ihren Gliedmaassen. Die 
Muskeln der folgenden Gliedmaassen, von der 2. Maxille ab, entspringen dagegen an der 
Aussenseite der dorsalen Rumpfmuskeln, und diejenigen der 2. Maxille, des Maxillipeden und 
des 1. Fusses treten zu ihren Gliedmaassen durch die Lücke, welche auf der Medianseite von 
den dorsalen Rumpfmuskeln, dem Mitteldarm und dem Bauchmark, auf der Aussenseite vom 
lateralen Darmcoecum begrenzt wird. 

Ausser diesen von der dorsalen Rumpfwand kommenden Muskeln heften sich aber an 
die Kopfgliedmaassen, und zwar an weiter distal gelegene Stellen derselben, noch Muskeln, 
welche von der Bauchwand des Rumpfes in der Nähe der Articulationsstelle der Gliedmaassen 
entspringen. Einige dieser Muskeln der 2. (zuweilen auch der 1.) Maxille und des Maxilli- 
peden entspringen (wie die ventralen Vorderrumpfmuskeln) an Apodemen, welche die Form 
einfacher Zapfen haben; die Apodeme der Maxillipeden sind länger und dicker als die der 
2. Maxillen (T 10 F 36 — 39 Ap. mx, Ap. mxp). Endlich inseriren vorne am proximalen 
Rande des 1. Basalgliedes der Maxillipeden einige kurze aber kräftige Muskeln, welche am 
Vorderrande des Kegels der Bauchwand entspringen, auf dessen Gipfel die Maxillipeden articu- 
liren. — Zu diesen Muskeln gehören II, LEI der hintern Antennen, mehrere Muskeln der 
1. Maxille, III, IV, V der 2. Maxille, VIII des Maxillipeden; ihre Insertionsstellen sind unten 
p. 163 ff. angeführt; die Stellen der Bauch wand aber, an welchen die einzelnen von ihnen ent- 
springen, konnte ich nicht feststellen. 

An die Schwimmfüsse inserirt nur je 1 Rumpfmuskelpaar, welches, wie erwähnt, lateral 
von den dorsalen Rumpfmuskeln entspringt; es sind die stärksten unter allen Gliedmaassen- 
Muskeln. Jeder Fuss articulirt mit dem Rumpf in einer Ellipse, deren grösster Durchmesser 
beim 1. Fuss ungefähr in die Transversalebene des Rumpfes fällt, bei den folgenden Füssen 
gegen die Mediane etwas nach hinten geneigt ist; dieser Durchmesser ist die Axe der Schwimm- 
bewegungen der Füsse. Der proximale Rand des 1. Basalgliedes der Füsse ist mit dem das 
Gelenk umgebenden Rande der Bauch wand durch eine Gelenkhaut verbunden, die am mitt- 
leren Theil des Vorder- und Hinterrandes des Basalgliedes ziemlich weit ist, nach den Dreh- 
punkten der Gelenke hin sich aber verschmälert. Die Gelenkhaut an der Vorderseite der Ge- 
lenke ist eingestülpt, und der am weitesten ins Innere hervorragende Theil ist durch eine (öfters 
nur schwache) Chitinleiste verdickt (T 10 F 32 art). An diese Leiste heften sich Muskeln, 
und zwar von der Rumpfseite her ein Theil der von der dorsalen Rumpfwand entspringenden 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 21 



jß2 Zur Anatomie und Morphologie. 

Muskeln (prot. p) und von der Fussseite her die unten p. 166 mit IX und X bezeichneten, 
an der Vorderwand des 1. Basalgliedes der Füsse liegenden Muskeln (vgl. auch T 5 F 6). 
An Schnitten sah ich von der Leiste ein Band nach hinten gehen, das sich an die gleich zu 
erwähnenden Apodeme heftet. Am hintern Theil der Gelenke sind wiederum Apodeme 
(T 10 F 32, 39 Ap. p J) zur Anheftung der Muskeln vorhanden; Hartog beobachtete sie an 
dieser Stelle auch bei Cyclops. An Kalipräparaten sieht man ungefähr von der Mitte des 
hintern Gelenkrandes einen Zapfen nach vorne hervorragen, der indessen nicht wie bei den 
Maxillipeden von der Bauchwand, sondern vom hintern Rande des Basipodites der Füsse aus- 
geht. Ich habe wenigstens eine Beweglichkeit des Apodemes gegen die Hinterwand des 
Basipodites nicht wahrnehmen können, während die Cuticula zwischen dem Apodem und der 
dahinter gelegenen Bauchwand zarthäutig ist. Die Form eines längeren Zapfens haben diese 
Apodeme jedoch meistens nur am 1., selten auch am 2. Fuss; am 2. und 3. Fuss bilden sie 
gewöhnlich nur einen Knopf und am 4. einen, zuweilen nur angedeuteten, kleinen Höcker. 
An die Apodeme oder, wenn sie klein sind, auch an ihre nähere Umgebung inserirt der 
andere (grössere) Theil der von der dorsalen Rumpfwand entspringenden Muskeln (T 10 F 32 
ret. p). Aussen und innen von den Apodemen heften sich die mit XI und XII bezeich- 
neten Muskeln an den proximalen Rand der Hinterwand des 1. Basalgliedes an (vgl. auch 
T 5 F 6). — Von der dorsalen Rumpfwand her tritt also an jeden Fuss ein Bündel Protractoren 
und ein Bündel Retractoren (T 10 F 32, pröt. p, ret. p). Da die Insertionsstelle der ersteren 
vor der Drehungsaxe liegt, so bewirkt ihre Contraction, dass das 1. Basalglied der Füsse sich 
nach vorne überneigt. Dass die Muskeln sich nicht an die Chitinwand des bewegten Gliedes, 
sondern an die Gelenkhaut heften, ist eine auch sonst bei Crustaceen beobachtete, aber trotzdem 
auffällige Erscheinung, da es scheint, bei dieser Art der Anheftung müsse ein Theil der Muskel- 
contraction unwirksam bleiben; doch wird in unserem Fall der Verlust dadurch aufgewogen, 
dass durch gleichzeitige Contraction der Muskeln IX und X die Gelenkhaut distal gezogen wird. 
Energischer wirken jedenfalls die Retractoren der Füsse, sowohl wegen der grösseren Festigkeit 
der Insertion als wegen ihrer grösseren Masse; ihr Angriffspunkt liegt hinter der Drehungsaxe. 

Von den innerhalb der Füsse gelegenen Muskeln scheinen also nur die Muskeln IX 
und X zur Bewegung der Füsse gegen den Rumpf mitzuwirken. Ganz ausschliessen kann 
ich es indessen nicht, ob nicht auch distal von den Apodemen und den Insertionsstellen der 
Retractoren und der an der Hinterwand des 1. Basalgliedes liegenden Muskeln die Cuticula in 
manchen Fällen zart ist und also sich ähnlich verhält wie an der Vorderseite des Fussgelenkes ; 
unter dieser Voraussetzung würden dann die Muskeln XI und XII die Retractoren in der- 
selben Weise unterstützen, wie die Muskeln X und XI die Protractoren. — 

Die innere Musculatur der vorderen Antennen (T 3 F 3; T 4 F 27; T 8 F 21) besteht 
bei den meisten Arten aus dünnen Zügen, die durch eine Reihe von Gliedern gehen, sich mit 
einigen Fasern an einzelne davon anheften und zuweilen verstreichen, ohne dass man sicher 
angeben könnte, wo sie endigen. Es ist mir nicht gelungen, die einzelnen Bündel in ihrem 
Verlauf festzustellen und sie durch die Reihe der Species hindurch zu recognosciren. Nur 



Musculatur. J ß 3 

soviel sei erwähnt: die Muskelzüge gehören hauptsächlich der Vorder-, Unter- und Hinter- 
seite des proximalen Stückes der Antennen an; von Aa 9 ab werden sie spärlicher, und in den 
Endgliedern Hessen sich bei keiner Art , Pontoeciella ausgenommen , quergestreifte Fasern er- 
kennen; die ganze Musculatur ist bei den Dyspontiinae noch schwächer ausgebildet als bei 
den Asterocherinae. Das schwache, oft kaum erkennbare Muskelbündel, welches in der 
Mitte des mittleren Abschnittes der Antennen oder in der Nähe seines Vorderrandes liegt, ent- 
spricht dem Beuger des Kniegelenkes der männlichen Antennen. 

Die Musculatur des proximalen Abschnittes der Greifantennen der Männchen (T 2 
F 3, 26, 41; T 3 F 40; T 4 F 28, 50; T 5 F 10; T 6 F 7, 16, 31; T 7 F 22, 31; T 8 F 3; 
T 9 F 6) scheint von der der weiblichen Antennen nicht abzuweichen. Dagegen ist von den 
beiden zarten Muskelstreifen, welche das mittlere Stück der weiblichen Antennen durchziehen, 
der vordere zu dem Beuger des Endabschnittes der Greifantenne verstärkt, während der 
hintere als Strecker desselben functioniren dürfte, ohne dafür merklich verstärkt worden zu 
sein. Der Beuger entspringt bei den Asterocherinae in Aa 12, bei den Dyspontiinae in Aa 13. 
Bei den Arten mit 2gliedrigem Endabschnitte der Greifantennen ist im vorletzten Gliede 
noch ein Beuger für das Endglied vorhanden. 

Bei den Asterocherinae (T 2 F 9; T 4 F 8, 18, 42; T 5 F 12) liegen in der hinteren 
Antenne 5 Muskeln. Muskel V ist ohne Zweifel der Einwärtsbeuger des Endgliedes; er ist 
relativ dick und entspringt an der Innenwand von Ri 1. Ein zweiter Muskel, der dieses Glied 
durchzieht (IV), entspringt an der Innenwand von B 2 nicht weit vom distalen Rande, und 
ein dritter (III), längerer dürfte vom Rande des Rumpfgelenkes herkommen. An der Grenze 
von B 2 und Ri 1 pflegen sich die beiden letzteren Muskeln aneinander zu legen, so dass 
man den Eindruck eines zweiköpfigen Muskels hat; in einigen Fällen konnte ich mich jedoch 
überzeugen, dass die beiden Muskeln selbständig sind, und dass der eine (IV) an der End- 
klaue inserirt und deren Flexor ist, während der andere (III) mit seiner Sehne wohl nur bis 
an den proximalen Rand des Endgliedes geht und als Extensor oder Auswärtsbeuger dieses 
Gliedes wirkt. Es ist dabei zu bemerken, dass das Endglied gegen das vorletzte Glied nicht 
einfach in einer Transversalebene pendelt, sondern zugleich eine Drehung macht. Dass 
der mit II bezeichnete und auch am Rande des Rumpfgelenkes entspringende Muskel den 
Innenast nach aussen überbiegt, ist aus seiner Lage ersichtlich. Dagegen ist mir die Function 
des Muskels I unklar geblieben; derselbe setzt sich mit seinem breiteren distalen Ende an die 
Innenwand von B 2, bei Dermatomyzon etwa in der Mitte des Gliedes, bei Asterocheres distal, 
bei den anderen proximal davon, spitzt sich in proximaler Richtung zu und lässt sich nur bis 
an den distalen Rand von B 1 verfolgen. 

Von diesen Muskeln scheint der mit II bezeichnete bei den Dyspontiinae (T 6 F 6, 22; 
T 7 F 34, 44; T 8 F 17, 35) zu fehlen, nur bei Cryptopontius Hess er sich nachweisen. Bei 
Pteropontius (T 7 F 34), wo die beiden mittleren Glieder der Antenne verschmolzen sind, ent- 
springen die Muskeln IV und V dicht hinter einander. 

Bei Ratania (T 10 F 21), Pontoeciella (T 5 F 16) und Parartotrogus (T 9 F 38) habe 

21* 



Iß4 Zur Anatomie und Morphologie. 

ich den besonderen Beuger (IV) der Endklaue nicht finden können; die anderen 4 Muskeln 
sind bei Pontoeciella vorhanden, während bei Ratania I und II zu fehlen und also nur der 
Beuger (V) und Strecker (III) des Engliedes vorhanden zu sein scheinen. Bei Parartotrogus 
lassen sich die Muskeln I, III und V leicht identificiren, und wahrscheinlich ist auch der vierte, 
zweiköpfige Muskel trotz seiner etwas abweichenden Lage als II zu bezeichnen. Die Musculatur 
ist hier der Dicke der Gliedmaasse und der Stärke der Endklaue entsprechend kräftig, und 
an der Sehne von V, sowie an dem Skelet des Endgliedes befinden sich Einrichtungen, die 
auf einen complicirten Bewegungsmechanismus schliessen lassen; der Muskel I, der bei mancher 
Species kaum wie ein Muskel aussieht, ist hier besonders deutlich quergestreift. 

Einen besonderen Muskel für den Exopoditen habe ich auch bei den Arten nicht 
finden können, bei welchen dies Glied relativ gross ist. 

Die Mandibel enthält natürlich nur bei denjenigen Arten Muskeln, die einen soge- 
nannten Palpus haben, also bei den Asterocherinae, und unter diesen können Muskeln im 
Palpus selbst nur bei Asterocheres liegen, dem einzigen Genus, wo er 2gliedrig ist. Ich fand 
nun bei Asterocheres im proximalen Palpusgliede einen Muskel, der am proximalen Theile 
der Vorderwand entspringt, am Endgliede inserirt und das letztere nach hinten zu gegen das 
1. Glied beugen dürfte; der Muskel ist bei A. lilljeborgi (T 3 F 25) besonders kräftig, war aber 
auch bei violaceus, boecki (T 2 F 29) und anderen Species (T 2 F 17) deutlich; ein Strecker 
des Endgliedes scheint nirgends vorhanden zu sein. Muskeln, die im verdickten proximalen 
Stücke der Mandibeln entspringen und sich an das 1. Glied des Palpus heften, scheinen im 
Allgemeinen zu fehlen; nur bei A. lilljeborgi (T 3 F 25) und vielleicht noch bei einigen anderen 
Arten von Asterocheres glaube ich einen kurzen derartigen Muskel bemerkt zu haben, durch 
dessen Contraction der Palpus postero-medial gebeugt werden müsste. 

Unter den Muskeln der vorderen Maxille, die mir nur bei Dermatomyzon (T 5 F 8), 
Acöntiophorus und Asterocheres (T 3 F 23) deutlich zu erkennen gelungen ist, liegt nur einer ganz 
innerhalb der Gliedmaasse; die übrigen sind Rumpfmuskeln, die im 1. Basalglied inseriren. 
Jener Muskel bewegt B 2 ; er ist bei Asterocheres und Acöntiophorus (T 4 F 45) doppelt, und 
seine beiden Bündel dürften, bei Acöntiophorus wenigstens, das 2. Basalglied in verschiedener 
Richtung bewegen. Bei Acöntiophorus, Asterocheres und anderen Asterocherinae sah ich die 
von beiden Seiten her über die Basis des Sipho gebogenen äusseren Platten (B 2) der Maxille 
sich lebhaft bewegen, und auch bei Cryptopontius bewegten sie sich selbständig. 

Die hintere Maxille ist durch die Lage des Endhakens gegen das Grundglied auf- 
fällig; man findet nämlich bei allen Arten (vielleicht ausser Cancerilla) fast regelmässig die 
convexe Seite des Hakens dem Grundgliede zugekehrt. Dadurch macht die Gliedmaasse den 
Eindruck, nicht als ob sie wie der Maxilliped gebraucht werde, um etwas zu packen, sondern 
eher um etwas abzuwehren, von der Bauchfläche abzuschieben. So vermuthete ich, die 
hinteren Maxillen möchten dazu dienen, den der Bauchfläche anliegenden Sipho zum Zwecke 
des Einstechens abzuheben; aber ich habe dies ebenso wenig beobachtet wie überhaupt ein will- 
kürliches Aufrichten des Sipho. Verfolgt man die Bewegungen der Gliedmaasse am lebenden 



Musculatur. ^ ß 5 

Thiere, so zeigt sich vielmehr trotz der Lage des Endhakens, dass derselbe doch als Klammer- 
organ dient. Denn er ist im Stande, in seinem complicirt gebauten Gelenk eine Drehung um 
seine Längsaxe zu machen, derart dass seine concave Ventralseite sich nach hinten richtet, 
und die ohnehin nach hinten gekrümmte Spitze des Endhakens sich bei der Adduction in 
den ergriffenen Gegenstand eindrücken muss. 

Der Endhaken wird von 2 Muskeln oder Muskelbündeln bewegt (T 3 F49; T4 F 26, 
47; T 5 F 23; T8 F 18; T9 F 41). Der eine Muskel (I), der ihn vom Grundgliede abzieht, 
entspringt an der Aussenwancl des letzteren; bei den Dyspontiinae bildet seine Ansatzlinie 
ein Hufeisen, dessen an der vorderen Gliedwand hinziehender Schenkel der längere ist, und 
zwischen dessen Schenkeln ein Theil des Muskels II entspringt; der Muskell inserirt am äusseren 
Ende der Gelenkfläche des Hakens. Adducirt wird der Haken von 2 Muskeln, von denen 
der eine (II) bei den Dyspontiinae innerhalb des erwähnten Hufeisens und proximal davon, 
bei anderen Arten aber nicht an der äusseren Gliedwand, sondern an der hinteren ent- 
springt; er inserirt nahe dem inneren Ende der Gelenkfiäche des Hakens, zugleich aber 
an der Hinterseite davon, so dass seine Contraction ausser der Adduction des Hakens zugleich 
die erwähnte Drehung desselben um die Längsaxe bewirkt. Ich vermuthe, dass der Muskel I 
nicht bloss in ersterer, sondern auch in letzterer Hinsicht der Antagonist von II ist. Die 
Insertion von Muskel III liegt der von H nahe; dieser Muskel, der zuweilen aus 2 oder 3 
getrennten Bündeln besteht, dürfte lediglich als Adductor hami wirken; er entspringt am 
Rumpfe. Am proximalen Theile der inneren Wand des Grundgliedes inseriren noch 2 Rumpf- 
muskeln (IV, V), von denen ich den einen (V) zuweilen vermisste. — Diese Anordnung der 
Muskeln scheint überall ähnlich zu sein, wenn auch die Form und Ursprungsstelle einiger (be- 
sonders von II und IV) bei verschiedenen Species verschieden ist; nur bei Pontoeciella (T 5 F 23) 
fand ich noch einen (bei allen anderen Arten fehlenden) Rumpfmuskel (VI), der, den Muskel IV 
kreuzend, an der Vorderwand des Grundgliedes, nahe an seiner Aussenseite, inserirt. 

Die Musculatur des Maxillipeden (T 3 F 12, 32; T4 F43; T 5 F 14, 38; T6 F40; 
T7 F 21, 43; T8 F 28) ist bei den Aster och erinae und Dyspontiinae im Allgemeinen um so 
kräftiger, je gedrungener die Gliedmaasse ist. Am proximalen Theile der Aussenwand des 
2. Basalgliedes entspringt überall ein Muskel (II), der an Ri 1 inserirt und Ri vom Basale 
abducirt. Die Beuger von Ri verhalten sich in beiden Familien etwas verschieden. Zunächst 
inserirt am proximalen Rande der verdickten Innenwand von Ri I eine Sehne, welche aus der 
Vereinigung der Sehnen von 2 oder 3 Muskeln besteht. Der eine dieser Muskeln (III) ent- 
springt in dem Winkel zwischen dem äusseren und proximalen Rande von B 2, und zwar an 
der vorderen Gliedwand ; bei den meisten Dyspontiinae wird dieser Muskel noch durch einen 
breiten Muskelfächer (III a) verstärkt, welcher an der vorderen Gliedwand in einem von der 
Aussen- nach der Innenkante ziehenden Bogen entspringt und seine Sehne mit der meistens 
sehr langen Sehne des Muskels HI vereinigt. Der andere Flexor von Ri (V), lang und meistens 
dünn, entspringt an der Innenwand des 1 . Basalgliedes, nahe an dessen proximalem Rande, und 
inserirt ebenfalls mit langer Sehne. Getrennt von dieser Gruppe von Flexoren verläuft der 



Jßß Zur Anatomie und Morphologie. 

Muskel IV. Er ist schmal und ^entspringt an der proximalen Hälfte der Aussenwand des 

2. Basalgliedes. Bei den Asterocherinae lässt er sich deutlich bis an Bi III verfolgen; er ist 
sogar meistens bis kurz vor der Insertion quergestreift und inserirt am inneren Theile des 
proximalen B-andes von Ri III; an der Stelle, wo er aus B 2 in Bi I übertritt, muss er, bei 
adducirtem Ri, eine scharfe Biegung machen, und hier dient ihm die verdickte Innenwand 
von Ri I als Führung: die dort befindliche Chitinleiste hat an der Innenfläche eine Rinne, in 
der der Muskel gleitet. Bei den Dyspontiinae habe ich den Muskel IV nicht bis an Ri III 
verfolgen können, sondern glaube, dass er schon an der verdickten Innenwand von Ri 1 
inserirt. In dieser Familie aber ist ein Muskel (I) vorhanden, welcher den meisten Astero- 
cherinae durchaus fehlt (nur bei Collocheres und vielleicht bei Acontiophorus fand ich ihn) ; 
derselbe entspringt an der Aussenwand von Ri I und inserirt an Ri III; wiewohl seine Inser- 
tionsstelle etwas von der Beugeseite des Gliedes abgerückt ist, dürfte er doch als Flexor von 
Ri III anzusehen sein. — Ausser vom Muskel V wird das 1. Basalglied noch von 3 Muskeln 
durchzogen, von denen 2 (VI, VII) im Glied selbst entspringen; sie inseriren am proximalen 
Rande von B 2, der eine (VI) an der äusseren, der andere (VII) an der vorderen Seite; der 

3. Muskel (VIII), ein Rumpfmuskel, inserirt an der hinteren Seite von B 2 etwas distal vom 
Proximalrande. Muskel VII und VIII scheinen Antagonisten zu sein; den Muskel VII konnte 
ich nicht bei allen Arten nachweisen. 

Pontoeciella (T 5 F 18), Ratania und Parartotrogus (T 9 F 42) haben eine einfachere 
Musculatur. Bei Pontoeciella Hessen sich die Muskeln II, III und IV deutlich identificiren ; 
von III zieht ein fächerförmiger Theil (III a) nach der Innenseite von B 2 hinüber, und IV 
inserirt an Ri 3 wie bei den Asterocherinae; Muskel I und V fehlen, und, als Folge der Ver- 
schmelzung von B 1 und B 2 , auch die Muskeln von B 1 ; nur der Rumpfmuskel VIII ist 
übrig. Bei Ratania sind, wenn ich nicht irre, nur die Muskeln II, III, V, VIII vorhanden. 
So ist es auch bei Parartotrogus, nur ist hier Muskel III breiter; seine Insertionsstelle zieht 
nahe am proximalen Rande von B 2 von der Aussen- nach der Innenseite des Gliedes. Ueber 
Cancerilla kann ich keine Angaben machen. 

Die im 1. Basalgliede der Schwimmfüsse (T 5 F 5, 6; T 6 F 34, 41; T 7 F 36; T 8 
F 32; T 9 F 32, 33) befindlichen Muskeln liegen zum Theil der vorderen, zum Theil der 
hinteren Wand des Gliedes an; beide Gruppen zerfallen wiederum in eine äussere und eine 
innere Gruppe von Bündeln. Die der Vorderwand anliegenden Muskeln sind fächerartig an- 
geordnet; sie strahlen von dem mittleren Theil (und zwar mehr von ausserhalb als innerhalb 
der Mitte) des proximalen Gliedrandes aus und verbreitern sich nach dem distalen Rande zu; 
die mittleren Bündel reichen über diesen Rand hinaus und inseriren an der Vorderwand des 
2. Basalgliedes, während die äusseren und inneren Bündel sich an die Vorderwand des 1. Basal- 
gliedes anheften; der ganze Muskelfächer wird durch eine mittlere Lücke in eine äussere (IX) 
und innere (X) Hälfte getheilt. Die proximalen Sehnen dieser Muskeln gehen in die Sehnen 
der Rumpfmuskeln über, welche die Füsse nach vorne überklappen (s. o. p. 162). Nahezu 
entgegengesetzt zu diesen Muskeln verlaufen diejenigen, welche die Gruppe der Hinter wand- 



Musculatur. Iß 7 

muskeln bilden. Dieselben entspringen am proximalen Rande der Hinterwand des 1. Basal- 
gliedes und inseriren am proximalen Rande der Hinterwand des 2. Basalgliedes. Sie gehen 
schräge, die innere Gruppe (XII) von innen, die äussere Gruppe (XI) von aussen, nach dem 
mittleren Theil des proximalen Randes von B 2 zusammen. An den hinteren Fusspaaren 
einiger Dyspontiinae, besonders deutlich am 4. Fuss von Cribropontius (T 7 F 40), sah ich ferner 
ein quergestreiftes, schmales Band (XIII) sich an das Ende des Chitinzapfens heften, der dem 
Muskel VI als Ursprung dient. 

Wenn diese Beschreibung der Muskeln von B 1 auch für alle Fusspaare und alle Species 
im Allgemeinen zutrifft, so sind doch in der Zahl der Büschel, aus denen die 4 Muskelgruppen 
bestehen, und in der Lage der einzelnen Bündel mehr Unterschiede vorhanden als bei den 
übrigen Fussmuskeln. Ich erwähne Folgendes. Zuweilen bilden Muskel IX und X einen 
ununterbrochenen Fächer; Muskel XI und XII, die bei den Asterocherinae convergiren, sind 
bei den Dyspontiinae nahezu parallel und liegen nahe bei einander (ich bin jedoch im Zweifel, 
ob Muskel XI bei den Dyspontiinae nicht etwa ganz fehlt, und hier beide Hinterwandmuskeln 
zusammen dem Muskel XH der Asterocherinae entsprechen); sie nehmen hier einen relativ 
geringeren Theil der Gliedfläche ein, und auch der Muskelfächer der Vorderwand hat eine 
geringere Zahl von Strahlen. Die Musculatur von B 1 gleicht bei Myzopontius noch am meisten 
der bei den Asterocherinae; bei anderen Dyspontiinae fällt ihre geringere Reichhaltigkeit be- 
sonders an den hinteren Füssen oder auch, wie bei Pteropontius, an allen Füssen auf. 

Diejenigen Muskeln, welche im 2. Basalgliede der Füsse und in den Aesten liegen (T 5 
F 6; T 6 F 33, 34; T 7 F 36, 40; T 8 F 32, 39; T9 F 32, 33, 36, 40, 44), die also die Aeste 
und ihre Glieder bewegen, stimmen in allen 4 Paaren der Schwimmfüsse und bei allen Arten 
nach Zahl und Anordnung fast ganz überein. In Re 1 und 2 entspringt je ein Muskel (I, II) 
nahe am proximalen Rande des Gliedes und inserirt am proximalen Ende des Innenrandes des 
folgenden Gliedes. Ein gleicher Muskel (III) liegt auch in Ri 2 des 2. — 4. Fusspaares; er 
fehlt stets im 1. Paare. Das 1. Innenastglied wird von 2 Muskeln durchzogen, die am proxi- 
malen Ende von Ri 2 inseriren, der eine (IV; ich vermisste ihn im 3. und 4. Fuss von Ratania) 
am Aussen-, der andere (V) am Innenrande; beide entspringen an der Vorderwand des 2. Basal- 
gliedes. Zuweilen hat man den Eindruck, als ob alle Fasern dieser beiden Muskeln vom 
Ursprung bis zur Insertion an Ri 2 durchliefen; oft aber ist kein Zweifel, dass sie, zum 
Theil oder sogar sämmtlich, beim Eintritt in Ri 1 sehnig werden und sich an den proximalen 
Rand dieses Gliedes anheften. — Endlich inseriren 3 Muskeln am proximalen Ende von Re 1, 
einer (VI) am Aussen-, die beiden anderen (VII, VIII) am Innenrande; die Muskeln VI und 
VII durchziehen das 2. Basalglied in der Diagonale fast parallel zu einander; sie entspringen 
am proximalen Stücke des inneren Gliedrandes, Muskel VI an einem Chitinfortsatz desselben, 
der in das 1. Basalglied hineinragt; Muskel VIII entspringt dagegen an der Hinterwand des 
2. Basalgliedes, nicht weit von der Mitte seines proximalen Randes (bei Pontoeciella jedoch 
nahe am Innenrande). 



Jßg Zur Anatomie und Morphologie. 

Die zum Endopodit des 4. Fusses gehörigen Muskeln sind bei Bradypontius (T 6 
F 34, 41) sehr dünn und fallen natürlich bei Dyspontius etc. (T 7 F 29) ganz fort. 

Die Wirkungsweise der Fussmuskeln, die sich der directen Beobachtung entzieht, ist viel- 
leicht in folgender Weise aufzufassen. In der Ruhe liegen die Füsse nach vorn an den Bauch 
geklappt, und die Aeste sind nach innen und hinten übergekrümmt; die Krümmung ist bei 
den Dyspontiinae (vgl. T 6 Fl) stärker als bei den Asterocherinae und an den hinteren Füssen 
stärker als an den vorderen. Bei der activen Schwimmbewegung der Füsse, welche von den 
am proximalen Rande der Hinterwand von B 1 inserirenden Rumpfmuskeln (T 10 F 32 ret. p) 
hervorgebracht wird und in dem Ueberklappen der Füsse nach hinten besteht, werden die Aeste 
durch die Contraction der Muskeln IV und VI zugleich nach aussen gestreckt und gespreizt. 
Dabei dürften die Muskeln I, II, III, V, VII, VIII, welche die Aeste und ihre Glieder, soweit 
man aus Verlauf und Insertion der Muskeln und dem Bau der Gelenke urtheilen kann, nach 
innen und hinten biegen, ebenfalls gespannt bleiben, um zu hindern, dass der Gegendruck des 
Wassers die Aeste nach vorne zu umbiegt. So bildet jeder Fuss eine Schaufel, deren concave 
Fläche nach hinten gerichtet ist. Während die Füsse darauf durch Contraction der Protractoren 
und der Muskeln IX und X wieder nach vorne übergeklappt werden, erschlaffen die Muskeln 
IV und VI, sodass die Aeste durch die fortdauernde Contraction der übrigen Muskeln nach 
innen und hinten noch stärker krumm gebogen werden, und der schädliche Widerstand, den 
sie dem Wasser bieten, möglichst verkleinert wird. Auch die Hinterwandmuskeln (XI, XII) 
von B 1 werden contrahirt, wenn die Füsse nach hinten schlagen; sie befestigen das 2. Basal- 
glied gegen den Widerstand des Wassers. 

Muskeln zur Bewegung des 5. Fusses und seines Endgliedes habe ich nicht gefunden. 



p. Sipho und Vorderdarm. 



Der Sipho der meisten Arten hat die Form einer Keule oder Birne mit oder ohne 
Stiel. Bei manchen Arten, von Asterocheres . (T 2 F 13), bei Collocheres, Dermatomyson, Rhyncho- 
myzon (T 5 F 44) verjüngt er sich vom Grunde nach dem distalen Ende ganz allmählich und 
ist zugleich kurz; bei anderen Arten von Asterocheres (T 2 F 28), bei Pontoeciella (T 5 F 17, 19), 
Dyspontius (T 7 F 2) und Dystrogus (T 9 F 16) ist der Uebergang von dem dickeren Basal- 
theil in den dünneren distalen Theil ebenfalls allmählich, aber da letzterer verlängert ist, lässt 
er sich bereits als »Siphorohr« bezeichnen; bei Acontiophorus (T 4 F 35, 39), Scottocheres und 
den übrigen Dyspontiinae (F 6 F 1, 29 etc.) endlich verengt sich der Basaltheil in der Gegend 
der hinteren Maxillen oder Maxillipeden rascher, und die Grenze zwischen dem Basaltheil 
und dem Siphorohr ist schärfer. Der äussere Bau des Sipho ist je nach der Form des Basal- 



Sipho und Vorderdarm. 169 

theils, nach der Art wie er in das Siphorohr übergeht, und nach dem Verhältniss von Länge 
und Dicke des Basaltheils zu Länge und Dicke des Siphorohres charakteristisch für manche 
Species und für die meisten Genera; dagegen variirt die Länge des Siphorohrs (im Verhältniss 
zur Rumpflänge) innerhalb vieler Genera und selbst mancher Species (Myzopontius pungens). 
Bei manchen Arten reicht das Ende des Rohres über die hintere Grenze des Vorderrumpfes 
hinaus (Bradypontius siphonatus, Scottocheres) und erreicht bei Acontiophorus scutatus sogar das 
Ende des Abdomens. Die grösste Dicke hat das Siphorohr bei Dystrogus (T 9 F 16). 

Während also der Sipho mancher Asterocheriden viel länger ist als bei irgend einer 
anderen Copepoden-Familie, ist er bei einigen Arten so kurz und flach, dass man ihn kaum 
noch als Sipho bezeichnen kann. 

Bei Scottomyzon (T 10 F 19) bildet die dicke, vorn ans Rostrum stossende Oberlippe 
mit der Unterlippe einen ellipsoidischen Mundkegel, auf dessen abgestutzter Kuppe der weite 
Mund sich öffnet. Der Mundkegel ist hier nicht höher als bei manchen Harpacticiden und 
Cyclopiden. Aehnlich ist es auch bei den Cancerillinae (T 10 F 2, 18), deren Mundkegel 
zudem die Eigenthümlichkeit hat, dass er nicht wie bei den übrigen Asterocheriden nach 
hinten, sondern nach vorne gerichtet ist. Bei Cancerilla (F 2), deren Mundkegel noch einen 
typischen, wenn auch kurzen Sipho bildet, zeigt sich diese Eigenthümlichkeit am deutlichsten; 
die Unterlippe ist hier nach vorne über die Oberlippe gelegt und bildet mit ihr einen kurzen 
Kegel, auf dessen Spitze die kleine, runde Mundöffnung liegt. Einen ganz flachen Mund- 
kegel hat Yarartotrogus; die Unterlippe legt sich von hinten her über die Mandibeln und 
grenzt mit ihrem Vorderrande an den Hinterrand der Oberlippe; die Ränder beider Lippen 
haben in der Mitte eine runde Kerbe, wodurch die Mundöffnung gebildet wird. 

Am wenigsten trägt bei Ratania (T 10 F 20) der Mund den Charakter eines Sipho; der 
Mundkegel bildet hier wie bei vielen gnathostomen Copepoden einen Wulst, der durch die 
quere Mundspalte in Ober- und Unterlippe getheilt wird. — 

Von dem inneren Bau des Sipho gewahrt man an lebenden Thieren und besser noch 
an Kalipräparaten Folgendes (T 2 F 13). Der Sipho wird seiner ganzen Länge nach von einer 
axialen Röhre durchzogen, deren Chitinwand sich im optischen Längsschnitt überall scharf mar- 
kirt. Der im dicken Basaltheil des Sipho Kegende Theil der Röhre hat ein weites Lumen; das- 
selbe verengt sich plötzlich, und zwar bei den Arten mit Siphorohr kurz bevor die axiale Röhre 
in das Siphorohr eintritt (nur bei Acontiophorus weiter proximal davor). Man bemerkt ferner, 
dass die Mandibelstilete von beiden Seiten des Basaltheiles her in das Innere des Sipho ein- 
treten und zu beiden Seiten der axialen Röhre liegen; zuweilen sieht man ihre beiden Spitzen 
aus der apicalen Oeffnung des Sipho hervorragen. 

Um eine genauere Einsicht in die Beziehung der Mandibeln zum Sipho und eine 
morphologische Deutung der einzelnen Theile des Sipho zu gewinnen, genügen Kalipräparate 
nicht; denn ausser den Conturen des Sipho, seiner axialen Röhre und der Mandibeln sieht 
man noch eine Anzahl Conturen von anderen Chitingebilden, die das morphologisch Wesent- 

Zool. Station zu Neapel Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 22 



\']Q Zur Anatomie und Morphologie. 

liehe vom Unwesentlichen schwer unterscheiden lassen. Sicheren Aufschluss geben Schnitte, 
besonders Querschnitte, durch den Sipho. 

T 10 F 25 und 26 sind schematische Darstellungen von Querschnitten, von denen der 
eine (F 26) durch den dicken proximalen, der andere (Fig. 25) durch den dünnen distalen Theil 
des Sipho geführt ist. In F 26 sieht man 2 geschlossene, ungefähr concentrische Chitinringe; 
der äussere King hat aussen jederseits eine Kerbe, in welcher der Querschnitt der Mandibellade 
liegt. F 25 dagegen zeigt 2 Halbringe, einen vorderen und einen hinteren; auf den einander 
zugekehrten Theilen dieser Halbringe sieht man je 4 Vorsprünge ; jeder Vorsprung des einen 
Halbringes stösst an den gegenüberliegenden des anderen Halbringes, wodurch zwischen beiden 
Halbringen 3 kleine Ringe gebildet werden, deren jeder wiederum aus 2 Halbringen besteht; 
die Querschnitte der Mandibeln liegen hier in den beiden seitlichen kleinen Ringen. — Ver- 
folgt man die ganze Reihe von Querschnitten, so erhält man folgende Vorstellung vom Bau 
des Sipho (vgl. T 10 F 24). 

Der Sipho bildet einen dickwandigen, vom proximalen zum distalen Ende sich ver- 
jüngenden, aussen und innen mit Chitin bekleideten Schlauch, in dessen Aussenwand 2 ein- 
ander gegenüberliegende, laterale Längsrinnen eingedrückt sind; der distale Abschnitt des 
Schlauches wird durch einen diese beiden Rinnen treffenden Längsspalt in zwei Halb- 
schläuche zerlegt, deren Kanten indessen fest an einander gefügt sind. Die beiden lateralen 
Längsrinnen beginnen am proximalen Stücke des Schlauches flach, vertiefen sich weiterhin, 
und indem sie sich immer mehr in die Schlauch wand einsenken (ohne jedoch bis in die axiale 
Röhre des Schlauches durchzubrechen), nähert sich der Vorderrand jeder Rinne ihrem Hinter- 
rand; ungefähr in der Gegend, bis zu welcher der Sipho gespalten ist, legen sich die Ränder 
an einander, wodurch sich die Rinnen in Röhren verwandeln. So durchzieht den proximalen, 
ungespaltenen Theil des Schlauches nur eine (axiale) Röhre, den distalen, gespaltenen Theil 
aber drei Röhren, eine axiale Röhre, welche die Fortsetzung der axialen Röhre des proxi- 
malen Schlauchstückes ist, und 2 laterale Röhren, welche die Fortsetzungen der am proxi- 
malen Schlauchstück hinziehenden lateralen Längsrinnen sind. In den Rinnen und ihren 
röhrenförmigen Fortsetzungen liegen die Mandibelstilete; ich bezeichne sie daher als »Man- 
dibelrinnen « und »Mandibelscheiden«. Die axiale Röhre des gespaltenen, distalen Stückes des 
Sipho nenne ich »Saugröhre«; ihr Lumen geht proximal in dasjenige der axialen Röhre des 
proximalen Stückes des Sipho über, in welchem sich die Röhre zum Pharynx erweitert; der 
Pharynx setzt sich dann weiter in den Oesophagus fort. 

Der Spalt, welcher den Sipho von der Spitze her in eine vordere und hintere Hälfte 
theilt, ist derselbe, welcher die Oberlippe von der Unterlippe gnathostomer Copepoden trennt, 
und so weit er reicht, reicht auch die Mundhöhle (Atrium). Theile der Mundhöhle sind also 
die Saugröhre und die beiden Mandibelscheiden; als die seitlichen Eingänge in die Mund- 
höhle, gleichsam als die Mundwinkel, kann man die Mandibelrinnen betrachten. Die Mandibel- 
laden schieben sich hier also mit ihren distalen Enden ebenso wie bei den gnathostomen Arten 
in die Mundhöhle hinein. Ein Unterschied aber besteht in Folgendem. Die Mundhöhle der 



Sipho und Vorderdarm. 171 

gnathostomen Arten bildet einen einzigen, ungetheilten Raum, und die Mandibelladen, von 
beiden Seiten her einander entgegen gerichtet, berühren sich mit ihren Zähnen in der Mitte 
der Mundhöhle. Bei den siphonaten Arten ist die Mundhöhle dagegen nicht bloss zu einer 
Röhre ausgezogen, sondern ausserdem noch in 3 Längsröhren abgetheilt ; diese Theilung kommt 
dadurch zu Stande, dass auf der chitinigen Innenwand der Oberlippe sowie der Unterlippe 
sich je 2 Längsleisten erheben, und dass jede Längsleiste der einen Lippe sich fest an die 
ihr gegenüberliegende Leiste der anderen Lippe legt; die Mandibelladen können hier also 
nicht in den medianen Theil der Mundhöhle eintreten, sondern bleiben von ihm ausgeschlossen 
und in die beiden lateralen Abtheilungen der Mundhöhle eingebettet. 

Da man als Mundhöhle nur den Innenraum des gespaltenen Theiles des Sipho 
bezeichnen kann, so liegt die Grenze zwischen Mundhöhle und Vorderdarm an der Stelle, wo 
die Saugröhre in den Pharynx übergeht. An dieser Stelle biegt die Intima des Pharynx 
beiderseits nach aussen in die Cuticula der Mandibelrinnen um (T 10 F 24), während die 
Intima der vorderen und hinteren Wand des Pharynx sich unmittelbar in die Intima der 
Vorder- und Hinterwand der Saugröhre fortsetzt. Bei den gnathostomen Copepoden liegt der 
Eingang aus der Mundhöhle in den Vorderdarm ungefähr in der Ebene der Bauchwand; bei 
den siphonaten Arten aber hat er sich über dieselbe erhoben, weil der distale Abschnitt des 
Oesophagus sich im Dienste der Saugfunction zu einem umfangreichen Pharynx entwickelte. 

Der Raum zwischen der Wand des Pharynx und dem Integument des proximalen 
Theiles des Sipho gehört natürlich der Leibeshöhle an, die hier den Pharynx rings umgiebt 
und sich in die beiden Räume zwischen der äusseren und inneren Wand der Ober- und 
Unterlippe fortsetzt. In ihr liegen ausser Bindegewebe und Drüsen die Pumpmuskeln. 

Auf Grund dieses Schemas vom Bau des Sipho möchte ich nun den Sipho und 
zugleich den Vorderdarm bei derjenigen Art beschreiben, bei welcher der Saugapparat, so- 
weit ich sehe, am complicirtesten unter allen Asterocheriden gebaut ist, bei Rhynchomyzon 
purpurocinctum. 

Hier bildet der Sipho einen dicken, seitlich etwas comprimirten Kegel (T 10 F 23), 
der mit seiner schräge abgeschnittenen Basis auf der Bauchwand sitzt, derart, dass seine vor- 
dere, der Oberlippe entsprechende Hälfte (Ol) länger ist als die hintere (E7Ü); mit dem proximalen 
Theil seiner Vorderfläche liegt er dem grossen Rostrum an (T 11 Fl). Die Mundspalte geht 
nicht bis zur Hälfte des Sipho, so dass die Saugröhre also kürzer (kaum halb so lang) wie 
der Pharynx ist. Die Ränder der flachen Mandibelrinnen verbreitern sich von der Mitte 
des Sipho ab zu Leisten, und indem die schmalere Leiste der Oberlippe etwas über die 
breitere Leiste der Unterlippe hinübergreift, werden die Mandibelladen nach aussen scheiden- 
artig umschlossen. 

An der Spitze des Sipho klaffen die läppen ein wenig auseinander. Die Unterlippe 
ist schaufeiförmig, ihr Saum ist zurückgeschlagen, in der Mitte eingekerbt und an beiden 
Seiten mit einigen Zacken und mit ungemein feinen Härchen dicht besetzt. Aus der Mitte 
der Oberlippe ragt ebenfalls ein zarter, vom derber chitinisirten Lippenrand scharf abgesetzter, 

22* 



J72 Zur Anatomie und Morphologie. 

zungenförmiger Saum hervor, welcher auch mit feinsten Härchen bedeckt ist. Man wird diese 
Lippensäume (Ls) für Tast-, wenn nicht Geschmacksorgane halten dürfen. 

Die Saugröhre (TU Fl) macht bald nach Beginn eine leichte Biegung in die Unter- 
lippe hinein, verläuft dann eine Strecke in gerader Richtung und erweitert sich zum Pharynx 
(PA); wo der Pharynx durch den weiten Schlundring tritt, geht er mit scharfer Biegung in den 
Oesophagus über, welcher schräge in postero-dorsaler Richtung verläuft und in eine trichter- 
artige Grube der Mitteldarmwand taucht. Während das vordere Darmcoecum (Com) dem Gehirn 
anliegt, und der Darm (Int) sich auch dem hinteren Theil des Bauchmarks anzulegen pflegt, so 
ist zwischen dem Schlundring und dem Theil des Mitteldarms, in den der Oesophagus mündet, 
ein weiter Raum frei, als habe der Oesophagus den Darm vom Schlundring abgeschoben; in 
diesem Raum ist, wie wir sehen werden, die starke Musculatur des Oesophagus untergebracht. 

Schon Kalipräparate zeigen, dass die Wand der Saugröhre und des Pharynx, besonders 
aber des Oesophagus in mannigfacher Weise gefältelt ist. Schnitte lassen die Gestalt der Falten 
genauer erkennen. An der Spitze des Sipho bildet die Innenfläche der Unterlippe eine Rinne, 
die von der flachen Oberlippe bedeckt wird. Diese Gestalt behält die Saugröhre und weiterhin 
der Pharynx (TU F 29) bei; zugleich aber wird die chitinige Intima der hinteren, zur 
Unterlippe gehörigen Hälfte der Saugröhre dicker, während die Intima der vorderen Hälfte, 
sozusagen der mediane Theil des Mundhöhlendaches, zart bleibt und sich nach dem Ueber- 
gange in den Pharynx in Längsfalten legt. Zugleich beginnt auf der äusseren, also der Leibes- 
höhle zugekehrten Fläche der unteren Hälfte der Saugröhre, noch ehe sie in den Pharynx 
übergeht, eine mediane Crista (Cr) sich zu erheben, die eine Strecke weit noch durch laterale 
Leisten verstärkt wird; sie verstreicht vor dem Eintritt des Pharynx in den Schlundring (F 1 Cr). 

Der Sinn dieser Einrichtungen wird aus der Anordnung der Musculatur verständlich. 
An der Vorderwand der Oberlippe nämlich, zu beiden Seiten ihrer Mittellinie entspringen eine 
Anzahl von Muskelpaaren (ich zähle etwa 9 Paar), die nach dem Pharynx zu mehr oder 
minder convergiren und sich an seine zarte, faltige Vorderwand heften (T 10 F 23; T 11 
F 1, 29 d. ph. a). Die meisten dieser Muskeln sind dünn, 2 Paar zeichnen sich durch grössere 
Dicke aus. Das letzte, am weitesten proximal gelegene Paar (TU Fl, 5 d. ph. a. pr) ent- 
springt an der Biegung, mit der die Vorderwand der Oberlippe in die Hinterwand des Rostrum 
übergeht; die Stelle, an der dies Muskelpaar am Pharynx inserirt, kann man etwa als die 
Grenze zwischen Pharynx und Oesophagus bezeichnen. Wenn diese Oberlippenmuskeln schlaff 
sind, so legt sich die zarte Vorderwand des Pharynx so weit in die rinnenförmige Hinter- 
wand hinein, dass das Lumen des Pharynx fast verschwindet; contrahiren sie sich, so hebt 
sich die Vorderwand von der Hinterwand ab, und das Lumen erweitert sich. Wäre indess 
die Hinterwand nicht durch die Verdickung ihres Chitins und der Crista versteift, so würde 
sie durch den im Pharynx entstehenden negativen Druck collabiren oder zusammen mit der 
Vorderwand dem Muskelzuge folgen. 

Ausser diesen Dilatatores pharyngis anteriores inseriren am proximalen Theile des 
Pharynx, kurz bevor er in den Oesophagus übergeht, noch 3 Paar hintere Muskeln, die ich 



Sipho und Vorderdarm. 173 

als Dilatatores phar. laterales und post. (TU Fl, 4 — 6 d. ph. I, d. ph. p) bezeichne. An ihrer 
Insertionsstelle ist die hintere Pharynxwand bereits nicht mehr verdickt, weshalb eben diese 
Muskeln zur Fixirung der hinteren und seitlichen Pharynxwand nöthig sind. Das laterale 
Paar von diesen Muskeln (TU F 4 d. ph. I) entspringt von der Wand der Rüsselbasis , da 
wo sie in die Bauchwand übergeht. Den Ursprung der beiden Paare Dilat. phar. posteriores 
kann ich nicht mit Sicherheit angeben; es schien mir indessen, dass die beiden Muskeln jeder 
Seite sich in einer Sehne vereinigen, und dass diese Sehne sich an einen Ausläufer des oben 
erwähnten intermaxillaren Apodems heftet. Mit dieser Sehne vereinigt sich auch die zarte 
Sehne des gleich zu erwähnenden Unterlippenmuskels (TU Fl add. sph). 

An dem hintersten Theile des Pharynx, wo also 4 Paare von Dilatatoren (das letzte 
vordere, 2 seitliche, 1 hinteres, TU F 4 d. ph. a. pr, d. ph. I, d. ph. p) inseriren, schien 
mir auch ein Sphincter vorhanden zu sein. F 4 zeigt, dass der Pharynx, wenn er auch enger 
ist, hier noch einen ähnlichen Querschnitt hat, wie im Rüssel (F 29) selbst; er ist flach 
U-förmig, die Concavität nach vorne gewendet; der Sphincter geht von einer Spitze des U 
zur anderen und zwar auf der Hinterseite des Pharynx. Bei dieser Lage würde er schwerlich 
bei der Contraction den Pharynx zusammendrücken können, wenn derselbe seine Form nicht 
unmittelbar hinter dem Sphincter derart änderte, wie F 5 zeigt. 

Ausser den Dilatatores phar. ant. liegen nun im Sipho noch einige dünne Muskeln, 
die sich nicht an seiner axialen Röhre inseriren (TU Fl). In der Oberlippe sind es 2 Paar 
kürzere, der vorderen Lippenwand nahe liegende Muskeln (lev. I), die in der Gegend der 
distalsten Dilat. phar. ant. entspringen und am Lippensaum inseriren, und in der Unterlippe 
ist es ein Paar (add. sph), das mit einer zarten Sehne, wie eben bemerkt, von der Sehne der 
Dilat. phar. post. entspringt, das Bauchmark durchbohrt, dann die Unterlippe der Länge nach 
durchzieht und sich an einer von der Hinterwand des Sipho aufsteigenden Chitinleiste inse- 
rirt; von der Chitinleiste geht dann nach dem Unterlippensaum ein Band, das die Muskel- 
sehne fortzusetzen scheint. Querschnitte zeigen übrigens (T 1 1 F 29), dass jeder der beiden 
Unterlippenmuskeln aus 2 eng an einander liegenden, aber doch getrennten Bündeln besteht. 
Die Oberlippenmuskeln dienen offenbar dazu, den Oberlippensaum emporzuheben; vielleicht 
haben die Unterlippenmuskeln die gleiche Nebenfunction für den Saum der Unterlippe; ihre 
Hauptfunction soll weiter unten besprochen werden. 

Von der Stelle ab, wo der Pharynx zum Oesophagus wird, beginnt eine auffällige 
Veränderung seiner Form ; eine Reihe von etwas schrägen Lateralschnitten durch das Thier, 
die den Oesophagus nahezu quer treffen, sind in T 11 F 4 — 16 abgebildet und veranschau- 
lichen diese Veränderung. Wie man sieht (F 5 — 7), erhebt sich auf der Hinterwand des 
Oesophagus zunächst eine mediane Längsfalte, welche dann weiterhin (F 8, 9) wiederum an 
ihrer Kante sich einfaltet, sodass die Hinterwand auf dem Querschnitt einen zunächst spitz 
endigenden, dann in 2 Zipfel gespaltenen Fortsatz zeigt; später (F 10 — 12) wird der Fortsatz 
kürzer, und endlich (F 13 — 16) verstreichen auch die beiden Zipfel. Zugleich verlängern sich 
die beiden Enden des U-förmigen Querschnittes des Pharynx, biegen zuerst etwas nach hinten 



174 ^ur Anatomie und Morphologie. 

und dann wieder nach vorne um (F6ff.); wie an der Hinterwand, entsteht also auch 
an beiden Seiten des Oesophagus je eine Falte, deren beide Wände sich weiterhin enge an- 
einander legen und schliesslich (F 12 — 14) zu einem Saum zu verschmelzen scheinen. Auch 
diese Seitenfalten verkürzen sich wiederum und verstreichen (F 15, 16), sobald der Oesophagus 
den Mitteldarm erreicht hat; während er durch die Wand des letzteren bricht, bildet er nur 
noch ein enges, quer-ovales Rohr. Der Querschnitt durch den mittleren Theil des Oesophagus 
zeigt also etwa die Figur eines T, dessen Stiel unten gespalten ist und dessen Arme an den Enden 
nach oben aufgebogen sind. 

Ein Blick auf die in F 6 — 11 abgebildeten, am Oesophagus inserirenden Muskeln erklärt 
den Sinn seiner auffälligen Form: während bei Erschlaffung der Muskeln die Wände des 
Oesophagus sich fast berühren und nur ein enges Lumen übrig lassen, muss die Contraction 
der Dilatatoren sie weit auseinander ziehen und das Lumen in ausserordentlichem Grade erweitern. 

Es inseriren am Oesophagus nun vorne und hinten je 2 Paare von Dilatatoren. Die beiden 
Dilat. oesoph. anteriores, von denen der zweite etwas schwächer ist als der erste, sind lang 
(F 1, 7 — 10 d. oe.a); sie gehen, sich jederseits bald zu einem Muskel vereinigend, in antero- 
lateraler Richtung zu beiden Seiten des Vordercöcums des Mitteldarms an die dorsale Kopf- 
wand (F 1). Von den beiden Dilat. oes. post. ist der erste (F 6 d. oe. p 1) schwach; seinen Ursprung 
kenne ich nicht. Der zweite dagegen ist dick und kurz (F 1, 7 — 10 d. oe. p 2); er entspringt 
zu beiden Seiten des Bauchmarks von der Vorderseite des intermaxillaren Apodems (Ap. im), an 
dessen Hinterseite der lange Bauchmuskel (Ms. vt) sich anheftet. 

Ausser diesen Dilatoren konnte ich noch 3 Sphincteren unterscheiden. Der erste 
(F 1, 7 sph. Oe. 1) vor und der zweite (F 1, 9 sph. oe 2) hinter dem ersten Dilat. ant. gehen 
von einer Seitenfalte des Oesophagus zur anderen, also nur an der Vorderseite desselben; der 
dritte (Fl, 11 sph. oe 3), innen von den Dilatatoren gelegen und also zugleich der innerste 
Muskel des Oesophagus, ist dreith eilig; sein vorderer Theil verbindet ebenfalls die Kanten der 
beiden Seitenfalten des Oesophagus, und seine beiden lateralen Theile gehen von dieser Kante 
zu den beiden secundären Falten, in die die hintere Falte gespalten ist. 

Wie der eben beschriebene Apparat functionirt, lässt sich nicht direct beobachten, 
wohl aber erschliessen. Wiynchomyzon klammert sich an seinen Wirth mit den hinteren Maxillen 
und den Maxillipeden und drückt die Rüsselspitze gegen seine Haut. Ob es an einen zum 
Einstechen geeigneten Punkt gerathen ist, wird ihm die Tastempfindung der Lippensäume sagen. 
Die Lippensäume, die ich am lebenden Thiere auf und ab zucken sah, werden dann von ihren 
Muskeln (lev. I, add. sph) auseinander gezogen, sodass die gezähnelten Mandibeispitzen hervortreten 
und in die Haut des Wirthes eindringen können. Die Zähnelung der Spitzen lässt annehmen, 
dass die Mandibeln durch eine sägende Bewegung das Stichloch erweitern; dabei dienen die 
an die Mandibeln inserirenden Rumpfmuskeln jedenfalls zum Zurückziehen der Mandibeln; her- 
vorgetrieben werden sie wohl durch die Elasticität der ihre Basis umgebenden Bauchwand. 
Um das austretende Blut einzusaugen, müssen Saugröhre, Pharynx und Oesophagus bis auf die 
Eingangsöffnung allseitig verschlossen sein. Der seitliche Verschluss der aus zwei Halbröhren 



Sipho und Vorderdarm. 175 

bestehenden Saugröhre wird dadurch bewirkt, dass die Ränder der Halbröhren genau aufeinander 
passen; (verwachsen scheinen sie bei Rhynchomyzon und anderen kurzrüssligen Arten nicht zu 
sein, wenigstens genügt ein leiser Druck, um die Saugröhre in ihre beiden Hälften zu spalten; 
bei Arten mit langem, dünnem Siphorohr dürften sie aber wohl verklebt sein, da sie bei ihnen 
meisterst mit warmer Kalilauge isolirt werden können). Der Verschluss des Saugrohres nach 
dem Mitteldarm zu wird durch die Sphincteren bewirkt. Contrahiren sich dann nacheinander 
die Dilatatoren des Pharynx und des Oesophagus, so kann die entstandene Druckdifferenz sich 
nur ausgleichen, indem das Blut des Wirthes durch die Saugröhre in den Pharynx und Oeso- 
phagus einströmt. — Die Noth wendigkeit, die Saugröhre an den Seiten beim Saugen herme- 
tisch zu verschliessen, erklärt auch die Dreitheiligkeit der Mundhöhle; denn wenn die Mund- 
höhle ein einheitliches Rohr bildete und die Mandibelstilete in demselben lägen, so müsste 
der Spalt, durch den sie zwischen Ober- und Unterlippe in die Mundhöhle treten, sie voll- 
kommen fest umschliessen ; dann aber würde die Reibung ihnen jede Bewegung unmöglich 
machen. — 

Unter den Arten, die ich auf Schnitten habe untersuchen können, besitzt ausser Rhyncho- 
myzon nur noch Dermatomyzon nigripes Dilatatores oesophagi, aber, wie mir schien, minder 
entwickelte. Bei allen übrigen Arten fehlen sie; bei ihnen sind nur am Pharynx Pumpmuskeln 
vorhanden. Hiermit in Zusammenhang steht, dass sowohl der Schlundring enge den Oesophagus 
umschliesst, als auch dass der Darm sich vom Rücken her dicht auf das Bauchmark legt: 
der weite Raum, der bei Rhynchomyzon innerhalb des Schlundringes und dorsal davon als 
Spielraum für die Dilatatores oesophagi nöthig war, ist bei den anderen Arten überflüssig ge- 
worden (T 11 F 2, 3, 35). 

Der Oesophagus hat also bei den meisten Arten ausser der Function, als Abflussrohr 
der eingesaugten Nährflüssigkeit zu dienen, nur noch die Function, den Verschluss nach dem 
Mitteldarm zu während der Contraction der Dilatatores pharyngis zu bilden. Dieser Function 
dienen Sphincteren, die meistens schwächer, bei Myzopontius aber kräftiger als bei Rhyncho- 
myzon entwickelt sind. Bei Myzopontius (TU F 3, 35) hat der Oesophagus 3 Hauptfalten, 
eine enge ventrale, die vorn flach beginnt und weiter nach hinten immer weiter in sein Lumen 
hineinreicht, und je eine weite laterale; dem entsprechend laufen aussen am Oesophagus 4 Kanten 
entlang, zwischen denen die Sphincteren (sph. oe) ausgespannt sind, aber nur an der dorsalen 
und den beiden lateralen Flächen des Oesophagus; an der ventralen fehlen sie; die Sphincteren 
begleiten den Oesophagus mit einigen Unterbrechungen fast seiner ganzen Länge nach. Bei 
anderen Dyspontiinae (Bradypontius, Pteropontius, Cryptopontius) sind die Sphincteren spärlicher 
und mehr auf den vorderen Theil des Oesophagus beschränkt. Aber der Oesophagus zeigt 
bei diesen Arten die festen, regelmässigen Längsfalten, die er bei Myzopontius besitzt, schon 
in geringerer Ausbildung. Noch zarthäutiger, unregelmässiger gefältelt ist er bei anderen 
Arten (Acontiophorus , Asterocheres) , bei denen ich Sphincteren an ihm vergeblich suchte. Da 
die Sphincteren bei Rhynchomyzon, Myzopontius und anderen Dyspontiinae sehr deutlich quer- 
gestreift und auf Transversalschnitten leicht zu erkennen sind, so möchte ich fast annehmen, 



J7g Zur Anatomie und Morphologie. 

dass sie bei Acontiophorus etc. wirklich fehlen. Unbedingt erforderlich sind die Sphincteren 
ja auch nicht; nach Art der Ventile in Gummibirnen kann ein enger, schlaffwandiger Oeso- 
phagus sich auch ohne Muskeln dadurch schliessen, dass der Druck in ihm durch Contraction 
der Dilatatoren des Pharynx vermindert wird. 

Je nach der Richtung, in welcher der Oesophagus das Bauchmark durchbohrt, variirt 
seine Länge. Den kürzesten Oesophagus hat Asterocheres violaceus (TU F 2) ; da er gerade 
senkrecht zum Bauchmark gerichtet ist, ist seine Länge gleich der Dicke des Bauchmarkes. 
Aehnlich verhält sich Acontiophorus (scutatus). Bei anderen Arten von Asterocheres (boecki) ist 
er schon etwas länger, da seine Axe mit der Senkrechten einen kleinen Winkel bildet, also 
etwas posterodorsal gerichtet ist. Ungefähr die gleiche Richtung hält der Oesophagus bei 
Collocheres (TU F 22) ein, doch ist er hier, wegen der grösseren Dicke des Bauchmarkes, 
relativ länger. Bei diesen Arten, wie auch bei Rhynchomyzon und Dermatomyzon, bildet der 
Oesophagus mit dem Bauchmark also einen rechten oder einen nach hinten offenen spitzen 
Winkel, der aber nicht erheblich kleiner als ein rechter ist. Es scheint, dass die Aste- 
rocherinae sich hierin von den Dyspontiinae unterscheiden; denn bei Myzopontius (TU 
F 3), Pteropontius , Bradypontius , Dyspontius, Cryptopontius ist der Oesophagus so stark nach 
hinten gerichtet, dass seine Axe mit der Bauch wand einen kleineren Winkel bildet als mit 
der Transversalebene des Rumpfes; das Loch des Schlundringes bildet hier also einen das 
Bauchmark schräge nach hinten durchbohrenden Canal. Bei den Dyspontiinae liegt ausserdem 
das Knie, mit welchem der Pharynx in den Oesophagus übergeht, dicht über der Falte, mit 
welcher die Hinterwand des Sipho in die Bauchwand umbiegt. Dieser Unterschied der beiden 
Subfamilien hängt damit zusammen, dass der Sipho bei den Dyspontiinae weiter nach vorne 
gerückt ist als bei den Asterocherinae ; wenn dabei die Mündung des Oesophagus in den 
Mitteldarm ihre relative Lage behielt, so musste der Oesophagus das Bauchmark unter immer 
spitzerem Winkel schneiden. 

Ich will die Dilatatores pharyngis in ihren Unterschieden bei den einzelnen Arten nicht 
eingehender verfolgen; die vorderen entspringen überall von der Vorderwand des Sipho, mehr 
oder minder nahe seiner Mediane, und inseriren an der schlaffen Vorderwand des Pharynx; 
bei den Asterocherinae lassen sich (wie bei Rhynchomyzon) eine grössere Zahl Muskelbündel 
von sehr verschiedener Dicke unterscheiden, während bei den Dyspontiinae öfters nur 2 Paar 
Muskeln, dafür aber sehr dicke, vorhanden sind (TU F 3 d. ph. a) . Die Dilatatores pharyngis 
posteriores, die ich bei Rhynchomyzon beschrieb, habe ich sonst nicht wiedergefunden; nur ist 
das laterale Paar von ihnen bei manchen Arten von Asterocheres {boecki) gut entwickelt. 
Ueberall finden sich im Basaltheil des Sipho auch die ungefähr parallel zu seiner Längsaxe 
verlaufenden dünnen Muskeln wieder (nur bei Cryptopontius vermisste ich sie); sie gehen nach 
kurzem Verlauf in feine Sehnen über; die Sehnen der Oberlippenmuskeln (TU F 3 lev. T) 
treten in den röhrenförmigen Endtheil des Sipho ein und heften sich wahrscheinlich in der 
Nähe seiner Spitze an; doch war es mir unmöglich, sie mit Sicherheit zu verfolgen; die Unter- 
lippenmuskeln inseriren bereits im dicken Basaltheil des Sipho. 



Sipho und Vorderdarm. 177 

Es sind aber noch einige Muskelzüge zu erwähnen, die man besonders deutlich an 
Medianschnitten durch Arten der Dyspontiinae wahrnimmt. Ich erwähnte oben, dass bei 
Rhynchomyzon die proximalen Sehnen der Unterlippenmuskeln nach Durchbohrung des Bauch- 
markes sich (zusammen mit den Sehnen der Dilat. phar. post.) an die intermaxillaren Apodeme 
heften (T 1 1 F 1 add. sph). Diese Sehnen sind nun bei den Dyspontiinae ebenso wie der Oeso- 
phagus verlängert und nach hinten gerichtet, und sind zugleich in Muskeln von meistens sehr 
breiter Querstreifung umgewandelt, die sich an den medianen Theil der intermaxillaren Apodeme 
heften. Diese Muskeln laufen an der Ventralseite des Oesophagus entlang, das eine, etwas dickere 
Paar ganz in seiner Nähe, das andere ein wenig von ihm abgerückt; bei Myzopontius (TU 
F 3, 35 add. sph) besteht jeder Muskel aus 2 getrennten Zügen, die bei anderen Arten aber 
vereinigt zu sein scheinen. Bei Dyspontius erkannte ich deutlich, dass die vorderen Sehnen 
dieser Muskeln direct in die proximalen Sehnen der Unterlippenmuskeln übergehen; bei anderen 
Arten schien das sehnige Verbindungsstück mit der Falte verwachsen zu sein, mit welcher die 
Hinterwand des Sipho in die Bauchwand umbiegt. Unter den Asterocherinae habe ich diese 
Muskeln bei Acontiophorus und Scottocheres, also gerade bei den Arten mit dem längsten Sipho, 
wiedergefunden, wo sie (wie auch die Längsmuskeln der Unterlippe) sogar relativ dick sind; 
bei den kurzrüssligen x\rten, die ich in Schnitte zerlegt, waren sie nicht zu finden. 

Die Function dieser Muskeln ist wahrscheinlich die von Adductoren des Sipho. 

Die Asterocheriden, sowohl die mit als die ohne Siphorohr, halten während des Lebens 
den Sipho nach hinten an die Bauchwand gelegt; ich habe bei lebenskräftigen Thieren den 
Sipho niemals anders als in dieser Lage gesehen; wenn das Siphorohr lang genug ist, so ist es 
zwischen die Aeste der Schwimmfüsse und ihre Borsten gebettet (T 6 F 1). Es ist klar, dass in 
dieser Lage der Sipho zum Anstechen der Wirththiere nicht benutzt werden kann ; zu diesem 
Zweck muss er von der Bauchfläche des Rumpfes abgehoben, aufgerichtet werden. Um diese 
Bewegung zu sehen, habe ich häufig lebende Thiere stundenlang beobachtet, habe sie aber 
niemals, solange sie lebenskräftig waren, den Sipho aufrichten sehen. Allerdings richtete sich 
nach längerer oder kürzerer Zeit der Sipho allmählich auf, bis er etwa einen rechten oder 
selbst stumpfen Winkel mit dem hinteren Theil des Rumpfes bildete; aber das war ohne 
Ausnahme ein sicheres Zeichen davon, dass das Thier im Begriffe war abzusterben. Auch 
wenn ich den langsamen Tod des Thieres etwa durch Zusatz von schwachem Alkohol her- 
beiführte, richtete der Sipho sich auf, während er bei rascher Abtödtung der Thiere an den 
Bauch angelegt blieb. Es ist daraus wohl zu schliessen, dass der Sipho sich aufrichtet, wenn 
keine Muskeln auf ihn wirken, und dass seine Lage am Bauche während des Lebens die 
Wirkung von contrahirten, bei langsamem Tode erschlaffenden Muskeln ist. Diese Annahme 
wurde auch durch eine Beobachtung an Dermatomyzon bestätigt: der Sipho richtete sich lang- 
-sam auf, während das Thier anfing abzusterben; aber dann und wann legte sich der Sipho 
mit einem Ruck der Bauchwand an, um sofort wieder langsam sich abzuheben. 

Die einzigen Muskeln nun, die sich an den Sipho heften, sind die oben als Unter- 
lippenmuskeln bezeichneten Muskeln und bei den langrüssligen Arten ausserdem ihre am inter- 

Zool. Station zu Neapel, Fauna nnd Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 23 



178 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

maxillaren Apodem entspringenden Fortsetzungen [add. sph). Ihnen wäre daher die Function, 
den Sipho während des Lebens der Thiere an den Bauch adducirt zu halten, zuzuschreiben. 
Jedenfalls sind sie ihrer Lage und Richtung nach dazu im Stande; denn die beiden Ge- 
lenke, in denen der Sipho pendelt, liegen vor den Mandibelrinnen, und die diese Gelenke 
verbindende Axe liegt antero- dorsal von den Muskeln; bei adducirtem Sipho ist daher die 
Entfernung zwischen Ursprung und Insertionen der Muskeln geringer, als wenn er aufgerichtet 
ist. Aber es ist nicht zu verkennen, dass sich wirksamere Adductores siphonis von anderer 
Lage denken Hessen. 

Da der Sipho während der beim langsamen Absterben eintretenden MuskelerschlafTung 
sich aufrichtet, so ist anzunehmen, dass das Aufrichten mechanische Ursachen hat, und ent- 
weder durch die Elasticität der Gelenkhäute oder durch zweckdienliche Gestalt der articuli- 
renden Flächen bewirkt wird. Aber es könnte hierbei auch Muskelcontraction mitwirken, 
nämlich die Contraction der an den Mandibeln und vorderen Maxillen inserirenden Rumpf- 
muskeln. Da dieselben, wie erwähnt, von den Gliedmaassen in ungefähr transversaler Richtung 
zur Rückenfläche des Kopfes gehen, so hat ihre Contraction zur Folge, dass die Gliedmaassen 
sich aufrichten; und da die Mandibeln im Sipho, die inneren Laden (Li) der vorderen Maxillen 
an der Hinterfläche des Sipho liegen, so theilen sie ihre Bewegung dem Sipho mit. 

Wenn man den Sipho lebender und langsam absterbender Thiere beobachtet, so nimmt 
man noch eine andere Bewegung wahr. Bei kurzrüssligen Arten {Dermatomyzon niyripes, 
JRhynchomyzon purpurocinctum, Asterocheres violaceus) sieht man nämlich den zarten, an der Spitze 
des Sipho befindlichen Saum der Oberlippe lebhaft zucken, augenscheinlich eine Wirkung von 
Contractionen der Oberlippenmuskeln. Bei langrüssligen Arten {Acontiophorus scutatus, Scotto- 
cheres elonyatus, Asterocheres parvus) machte das Endstück des Siphorohrs, etwa sein letztes 
Fünftel, lebhafte Bewegungen, die noch anhielten, als fast alle Muskelzuckungen aufgehört 
hatten. Dieselben bestanden in einer etwas schlängelnden Beugung in der Medianebene, wobei 
das Rüsselende von Acont. scutatus sich zwischen die Furcalzweige schob. Es fragt sich, wie 
diese Bewegungen zu Stande kommen. Bei Acontiophorus scutatus und Asterocheres parvus sah 
ich sie genau synchronisch mit Contractionen der Dilatatores pharyngis erfolgen und hielt sie 
daher für eine Wirkung des bei jeder Contraction in das Siphorohr gesogenen Wassers, wie 
ja auch ein enger Gummischlauch schlängelnde Bewegungen macht, wenn man Wasser schnell 
durch ihn strömen lässt. Dies mag auch zutreffen; aber andererseits ist es wahrscheinlich, 
dass das Rüsselende von den auch bei diesen Arten vorhandenen Oberlippenmuskeln bewegt 
wird. Man muss dann freilich annehmen, dass die Sehnen dieser Muskeln bis an's Ende auch 
so langer und dünner Siphorohre reichen, wie Acontiophorus sie besitzt. Aber natürlich sind 
die Oberlippenmuskeln nicht umsonst da, und eine andere Insertionsstelle als bei Ehynchomyzon 
und anderen kurzrüssligen Arten, nämlich am Saum der Oberlippe, können sie auch bei den 
langrüssligen Arten nicht haben. Dazu kommt, dass auch bei den langrüssligen Arten am Ende 
der Oberlippe sich bewegliche Anhänge finden. 

Es sind das bei Dyspontius (T 10 F 27 Ls), Cryptopontius (T 10 F 28, 29), Pteropontius, 



Sipho und Vorderdarin. 179 

Bradypontius und anderen Dyspontiinae ein Paar sehr zarter Lappen, die mit sehr feinen 
Härchen besetzt sind; die Härchen, aber nicht die Lappen, sitzen bei diesen Arten auch an 
den Kanten der meist lanzettartig zugespitzten Unterlippe an. Man wird diese Lappen und 
Härchen wohl für Tast-, vielleicht Geschmacksorgane halten können, mit welchen die Thiere 
die zum Saugen passenden Stellen an ihren Wirththieren ausfindig machen, nachdem sie die 
Wirththiere selbst vermittelst der Aesthetasken an ihren Antennen aufgespürt haben. 

Die Zartheit dieser Organe lässt zugleich auf ein sehr lockeres Gewebe der Wirththiere 
schliessen; denn beim Einstechen des Küsseis in ein festes Gewebe müssten sie abreissen, und 
andererseits darf man voraussetzen, dass die Siphonen, welche in ein längeres Rohr ausgehen, 
thatsächlich zum Einstechen und Einsenken in das Gewebe der Wirththiere dienen. Manche 
Arten müssen ihren Sipho sogar schon zum Theil eingesenkt haben, ehe sie den Wirth mit 
den Klammergliedmaassen packen können; denn bei den Arten von Acontiophorus und Scotto- 
cheres, bei Bradypontius siphonatus, Dyspontius fringilla und anderen Dyspontiinae ragt das Ende 
des aufgerichteten Sipho weit über die Endhaken der ausgestreckten Klammergliedmaassen 
hinweg; sie überwinden den geringen Widerstand, den die Haut der Wirthe dem ersten An- 
stechen leisten mag, wohl durch die Schwimmbevvegungen der Ruderfüsse. 

Unter den Arten mit Siphorohr ist indessen eine, die ihren Rüssel augenscheinlich nicht 
einbohrt, sondern nur auf die Haut des Wirthes drückt, während die Spitzen ihrer Mandibel- 
stilete einstechen: Pontoeciella abyssicola. Bei ihr bilden die Lippensäume einen Trichter (T 5 
F 17), der das Ende des Sipho wie ein Kragen umgiebt, und dessen Rand zurückgeschlagen ist. 

Wie oben für Rhynchomyzon purpurocinctum erwähnt, finden sich auch an den Lippen- 
rändern der kurzen Siphonen zarte Haarsäume (T 10 F 23); doch ist der Oberlippensaum der 
Asterocherinae nicht so in zwei laterale Lappen gespalten wie bei den Dyspontiinae; er bildet 
im Gegentheil bei Rhynchomyzon und mehr noch bei Dermatomyzon eine mediane Zunge. Bei 
Asterocheres, sowohl bei den Arten mit kurzem als mit langem Rüssel, sind die Lippensäume 
schmaler, und am wenigsten entwickelt scheinen sie bei Acontiophorus und Scottocheres zu sein. 

Bei einem grossen Theil der Arten mit Siphorohr zeigt die Wand der Saugröhre noch 
eine bemerkenswerthe Eigenthümlichkeit: das Chitin der Hälfte der Saugröhre, welche dem 
der Unterlippe entsprechenden Theil des Siphorohrs angehört, ist quergeriefelt, d. h. es besteht 
aus abwechselnd dickeren und dünneren Reifen. Die Riefelung ist sehr eng; am kräftigsten 
ist sie bei Dyspontius fringilla (T 10 F 30, 31) und passer, aber auch bei Dyspontius striatus, 
Bradypontius magniceps, chelifer, siphonatus, Myzopontius pungens, Scottocheres elongatus, longifurca 
meistens scharf; doch variirt die Schärfe je nach dem Individuum, und man findet gelegentlich 
Exemplare der genannten Arten, bei denen die Riefelung ganz zu fehlen scheint; so fand ich 
sie auch bei einem Thier von Acontiophorus ornatus, bei anderen dagegen nicht. Die Riefelung 
beginnt meistens schon im basalen Theil des Sipho, da wo der Pharynx anfängt sich zur Saug- 
röhre zu verengern, und setzt sich bei den Arten von Dyspontius, Myzopontius, Scottocheres 
und bei Bradypontius magniceps und Acontiophorus ornatus bis gegen das Ende des Sipho fort; 
bei Bradypontius chelifer verschwindet sie bereits in der Mitte des Sipho und bei Br. sipho- 

23* 



IgQ Zur Anatomie und Morphologie. 

natus scheint sie über den Anfang des Siphorobrs kaum hinauszugehen. Zuweilen ist auch das 
mittlere oder vor der Mitte gelegene Stück der Mandibelstilete geriefelt, wie es scheint, durch 
eine spiralige Rippe; so fand ich es bei Dyspontius fringilla, passer, Bradypontius magniceps, 
chelifer, siphonatus, Myzopontius pungens; aber auch diese Riefelung variirt individuell an Aus- 
dehnung und Schärfe. Bei dem einzigen von mir untersuchten Exemplar von Cribropontius 
normani ging mir leider die hintere Hälfte des Sipho verloren; aber da die Mandibel geriefelt 
war, so dürfte es auch wohl die Hinterwand der Saugröhre sein. Bei Dyspontius fringilla und 
passer ist nun ausser der Hinterwand der Saugröhre auch noch die Vorderwand geriefelt, aber 
nicht die der Saugröhre, sondern die äussere Vorderwand des Siphorohrs. An Längsschnitten 
(T 10 F 30), wirklichen oder optischen, sieht man an der Innenseite der Cuticula der vorderen 
Siphohälfte Erhebungen mit Vertiefungen abwechseln (kräftigere und gröbere als an der Hinter- 
wand der Saugröhre), und jeder Erhebung entspricht eine kleine, enge Kerbe an der Aussen- 
seite der Cuticula; so hat man den Eindruck, als sei diese Riefelung dadurch entstanden, dass 
die Cuticula sich quer gefältelt habe, dann aber an der Aussenseite die Falten nahezu aus- 
geglichen seien. Bei Pteropontius, Cryptopontius , Artotrogus, Pontoeciella, Asterocheres habe ich 
nie eine Spur von Querriefelung an der inneren oder äusseren Wand des Siphorohres erkennen 
können; ebenso wenig bei den kurzrüssligen Arten. 

Historisches. H. Milne-Edwards (1833) und v. Nordmann (1832) erkannten fast 
gleichzeitig, dass die vordere und hintere Rüsselhälfte der Ober- und Unterlippe kauender 
Crustaceen entspricht, und diese Anschauung wurde nicht lange nachher von Burmeister (1835) 1 ), 
Pickering & Dana (1838) 2 ) und Rathke (1839) 3 ) bestätigt. Die im Rüssel befindlichen Stilete 
hielt Milne-Edwards für die Mandibeln, während v. Nordmann und Rathke sie als Maxillen 
bezeichneten. Rathke sah ferner (und zwar an Querschnitten), dass dieselben nicht in der 
medianen Höhle des Sipho, sondern neben ihr in besonderen, von Leisten an den Lippen- 
rändern gebildeten Scheiden liegen. Pickering & Dana unterschieden als Pharynx den er- 
weiterten Endtheil des Vorderdarmes und fanden (p. 244) in der Oberlippe Muskeln, die sie 
für Retractoren der Oberlippe hielten, während Rathke ihre Function als Diktatoren der 
Siphohöhle und ihre Mitwirkung beim Einsaugen der flüssigen Nahrung vermuthet. 

Man sieht, die morphologische Auffassung des Sipho der Copepoden, auf Grund deren 
ich oben den Asterocheriden-Rüssel beschrieb, wurde schon vor 60 Jahren im Wesentlichen 
gewonnen. Die genannten Autoren untersuchten Caligiden, Dichelestiiden und Lernäopodiden. 
Seither sind bis in die neueste Zeit nur wenige Beobachtungen über den Sipho der Cope- 



1) Buhmeister, H., Beschreibung einiger neuen oder wenig bekannten Schmarotzerkrebse, nebst allgemeinen 
Betrachtungen über die Gruppe, welcher sie angehören, in: Nova Acta Acad. Leop. Car. 17. Bd. p. 269 — 336 T 23 — 25. 

2) Pickehing, Ch., & J. D. Dana, Description of a Crustaceous Animal, belonging to the genus Caligus, 
Caliyus amerieanus. in: Amer. Journ. Sc. Vol. 34 p. 225 — 266 T2 — 5. 

3) H. Rathke, Bemerkungen über den Bau des Dichelestium sturionis und der Lemaeopo.la stettata. in : 
Nova Acta Acad. Leop. Car. 19. Bd. p. 125—168 1 Taf. 



Sipho und Vorderdarm. JgJ 

poden mitgetheilt worden; auf Arten, die nicht zu unserer Familie gehören, beziehen sich 
folgende. C. Vogt (1877, p. 71) lässt den Sipho der Lernäopodiden aus der Unterlippe 
gebildet sein; die Oberlippe soll ganz oder fast ganz verkümmern. Die Ansicht, dass die 
Spitzen der Mandibeln durch die Elasticität der Bauch wand aus der apicalen Oeffnung des 
Sipho hervorgetrieben werden, spricht bereits Kurz (1877, p. 421) 1 ) aus, und J. H. List (1889) 
fand bei Gastrodelphys Musculi dilatatores des Pharynx und Oesophagus. Dieselben constatirte 
Canu (1892, p. 251) bei Nicothoe, jedoch nicht am Pharynx, sondern an dem zwischen Schlund- 
ring und Mitteldarm gelegenen Stück des Vorderdarmes, den er dem Hypopharynx der Amphi- 
poden vergleicht. Dasselbe ist aber offenbar nichts als der zu einem Pumpapparat um- 
gewandelte Oesophagus. Ich habe oben gezeigt, dass bei JRhynchomyzon beide Abschnitte des 
Vorderdarmes, sowohl der vor dem Schlundring gelegene Pharynx, als auch der hinter dem 
Schlundring gelegene Oesophagus durch die eigenthümliche Gestaltung ihrer Wand und daran 
inserirende Muskeln in Pumpapparate verwandelt sind ; bei anderen Asterocheriden functionirt 
dagegen nur der Pharynx als Pumpe, und Nicothoe würde die dritte der möglichen Anord- 
nungen darbieten: bei ihr ist die Pumpfunction ausschliesslich dem Oesophagus zugetheilt. 

Die Auffassung der älteren Autoren, dass der Rüssel der Copepoden aus Oberlippe 
und Unterlippe bestehe, wurde für die Asterocheriden von Brady (1880, p. 52) und Sars 
(1880 a) bestätigt. Dagegen schrieb Claus in seiner Arbeit über Lernaeascus (1887, p. 295) 
nicht bloss diesem Genus, sondern insbesondere auch den Asterocheriden, im Gegensatz zu 
den »echten« Siphonostomen, einen s epipharyngealen«, d. h. bloss von der Oberlippe gebildeten 
Sipho zu, in den die stiletförmige Mandibel natürlich nicht eintreten könne. Wie es sich 
nun mit dem Saugmund von Lernaeascus auch verhalten mag 2 ) (ich zweifle an dem Vorkommen 
von »epipharyngealen« Siphonen bei Copepoden), für die Asterocheriden stand Claus' Auf- 
fassung des Sipho mit den Angaben früherer Autoren so sehr im Widerspruch, dass man 
gerne die Gründe, die ihn zu ihr führten, kennen gelernt hätte. Aber Claus giebt dieselben 
nicht an, weder in dieser Arbeit, noch in der späteren (1889 ß), in welcher er zu der richtigen 
Auffassung zurückkehrte. In letzterer Arbeit macht Claus einige Angaben über den Sipho 
von Acontiophorus. Er lässt die Mandibelgräten rudimentär sein und schon an der Basis des 
Siphorohres endigen. Behandelt man indessen den Sipho von Acontiophorus mit Kalilauge, so 
pflegt er sich in seine beiden Hälften zu spalten; die äusserst feinen Mandibeln treten aus 
ihren Scheiden hervor und lassen sich bis ans Ende des Siphorohres verfolgen. Ferner fand 
Claus (p. 358) bei Acontiophorus eine »zwischen den hinteren Kieferfüssen hervortretende 
Trichterrinne, welche das Ende der conischen Unterlippe umgiebt und überragt«, und spricht 
ihr »bei dem Saugakt eine gewisse Bedeutung« zu. Ich habe nichts derartiges wahr- 



1) W. Ktjez, Studien über die Familie der Lernäopodiden. in: Zeit. Wiss. Zool. 29. Bd. p. 380 — 428 
T 25—27. 

2) Der Mundbau von Lernaeascus bedarf wohl einer Nachuntersuchung, wie denn auch Claus' Meinung, 
dass die einzige, bei L. auf die vordere Maxille noch folgende Gliedmaasse den vorderen und den hinteren Kiefer- 
fuss zugleich repräsentire, natürlich irrig ist. 



^§2 Zur Anatomie und Morphologie. 

genommen. — Auf dem Boden der richtigen Deutung des Sipho steht Canu (1892, p. 43 ff.). 
Er betont, dass die Mundöffnung nicht am Ende des Siphorohres, sondern (wenn ich recht 
verstehe) da liegt, wo die Saugröhre in den Pharynx übergeht, und lässt die hintere Längs- 
hälfte des Sipho nicht sowohl aus der Unterlippe, als vielmehr aus den Paragnathen ent- 
standen sein. Dieser Gegensatz scheint mir, wie ich früher (1. c. oben p. 47) ausführte, nicht 
zu bestehen; ob die hintere Rüsselhälfte aus den medianen oder den lateralen Stücken der 
Unterlippe oder aus beiden entstand, dürfte davon abhängen, welche Form die Unterlippe bei 
den nächsten Vorfahren der Asterocheriden gehabt hat. 



q. Mitteldarm. 



Der Mitteldarm ist wie bei allen Copepoden der weitaus grösste Abschnitt des Darmes ; 
denn auch der Enddarm ist kurz: er beginnt bei keiner Art der Asterocheriden vor dem 
Vorderrande des Analsegmentes. Bei den meisten Asterocheriden ist der Mitteldarm aber noch 
relativ grösser als bei den übrigen schwimmenden Copepoden, weil er mit Blindsäcken aus- 
gestattet ist. 

Gewöhnlich verläuft der Mitteldarm gerade oder macht höchstens leichte Biegungen 
in der Medianebene; nur bei Cancerilla (T 10 Fl) biegt er, kurz bevor er ins 2. Thorax- 
segment tritt, nach links und zugleich ventral um ; ich habe dies allerdings nur bei einem 
Exemplar feststellen können, aber ähnliche Asymmetrien kommen auch sonst vor (Eucalanus 
elongatus) . 

Es lassen sich am Mitteldarm 2 Abschnitte unterscheiden, ein vorderer, weiter, dick- 
wandiger und ein hinterer, enger, dünnwandiger; die Grenze zwischen beiden liegt im 2. oder 
3. Thoraxsegment. 

Der vordere Abschnitt des Mitteldarmes bildet bei der Mehrzahl der Arten (über Pontoe- 
ciella und Ratania kann ich keine Angaben machen) ein Kreuz (T 1 F 5) : in der Gegend, 
wo der Oesophagus in den Mitteldarm mündet, geht nach vorn und nach beiden Seiten je 
ein Blindsack ab, die ich als medianes (Com) und laterale (Cöl) Cöca bezeichnen will. Die 
Cöca sind indessen bei den Arten der Familie in sehr verschiedenem Grade ausgebildet. 

Bei Collocheres (T 1 F 3) fehlen die lateralen Cöca durchaus, und bei Devmatomyzon 
(T 5 F 1 Cöl) und Rhynchomyzon (T 1 F 1 1 ) sind sie durch kurze und ziemlich dünne Säckchen 
vertreten. Eine zweite Stufe der Entwicklung erreichen die Seitencöca bei den Cancerillinae 
(T 1 F 13; T 10 F 1), bei Scottocheres (T 4 F 1) und Acontiophorus (T 1 F 5; T 4 F 32, 35, 36 Cöl). 
Hier gehen sie unter etwa rechtem Winkel vom Mitteldarm ab und schwellen gegen das Ende 
keulenförmig an. Bei den Cancerillinae erreichen sie die Seitenwand des Rumpfes nicht, sind 



Mitteldarm. {§3 

aber wegen der grösseren Breite des Rumpfes hier gleichwohl relativ nicht kürzer, eher länger 
als besonders bei Scottocheres. Bei Scottocheres und Cancerilla gehen sie in ziemlich gerader 
Richtung seitwärts; bei Parartotrogus biegt ihr Ende nach vorn, wodurch sie eine leicht 
S-förmige Gestalt bekommen, und bei Acontiophorus (scutatus) biegen sie am Ende ventralwärts 
in die Pleuren des Kopfes um und gehen dort in 2 — 3 kurze, stumpfe Lappen aus. Bei den 
übrigen Asterocherinae (Asterocheres und Scottomyzon) und bei den Dyspontiinae machen die 
Seitencöca einen nach hinten concaven Bogen; sie gehen von der Ursprungsstelle zuerst seit- 
lich, dann nach hinten und ragen mehr oder minder weit bis in die Lateralecken des ersten 
Rumpfsegmentes (Ce ~ Th 1) hinein. Dabei bleiben sie bei Asterocheres (T 1 F 2) und viel- 
leicht auch bei Scottomyzon einfach, ungelappt; doch bin ich nicht ganz sicher, ob sie sich 
bei Scottomyzon nicht in 2 Zipfel spalten. Ungelappt sind die Seitencöca auch bei Myzo- 
pontius pungens (T 1 F 6; T 6 Fl) und Dyspontius passer (T 1 F 9). Bei den übrigen Dyspon- 
tiinae aber gehen sie an ihren lateralen (d. h. äusseren) Rändern in Zipfel oder Lappen aus, 
die sich zuweilen (Bradypontins T 6 F 30, Cryptopontius T 1 F 7, 12; T 8 F 31 Cö'l) ventralwärts 
in die Pleuren von Ce ~ Th 1 verlängern; der Raum zwischen den beiden Wänden der 
Pleuren ist hier durch starke Connectivstränge in Fächer getheilt, in welche sich die einzelnen 
Lappen hineinschieben. Die Zahl der Lappen ist nach Genus und Species verschieden; sie 
variirt individuell auch etwas, besonders insofern als einzelne Lappen zweizipflig sein, und die 
Zipfel wiederum so tief gespalten sein können, dass sie 2 besondere Lappen zu sein scheinen. 
Indessen kann man etwa folgende Zahlen aufstellen, den Endzipfel der Cöca als besonderen 
Lappen mitgerechnet. Dyspontius fringilla (T 1 F 8), dessen Darm ungewöhnlich dünn ist, 
hat 3, Pteropontius cristatus 4 (T 7 F 28), von denen besonders die beiden vorderen zweizipflig 
sein können, Dyspontius striatus 5 (der in T 1 F 10 kleiner gezeichnete mittlere Lappen war 
bei anderen Thieren so lang wie die anderen), die Arten von Bradypontins (T 6 F 30), Crypto- 
pontius (T 8 F 31), Dystrogus und Artotrogus (T 10 F 34) 7 — 9. Wie oben bemerkt, reichen 
die Lateralcöca nicht über die hintere Grenze des ersten Rumpfsegmentes hinaus; nur bei 
Dystrogus reicht der Endzipfel in das 2., und bei Artotrogus der terminale und der vorher- 
gehende Zipfel bis in das 2. und sogar etwas in das 3. Thoraxsegment hinein. 

Das mediane Cöcum ist die vordere Verlängerung des Mitteldarms über die Mündung 
des Oesophagus hinaus. Es fehlt nur bei den Cancerillinae. Sonst geht es mehr oder minder 
nahe an's Auge und kann sogar bei manchen Asterocherinae {Asterocheres, Acontiophorus, Scotto- 
cheres) über dasselbe hinweg bis nahe an die vordere Kopfwand reichen (TU F 2 Com). Auch 
bei Dyspontius und Pteropontius ist das mediane Cöcum im Ganzen nach vorne gerichtet und 
kann sich bei Pteropontius über das Auge hin ausstrecken ; zugleich aber ist es bei Pteropontius 
in einen kurzen, dorsalwärts gerichteten und nach hinten übergebogenen Zipfel ausgewachsen. 
Dieser hintere Zipfel des medianen Cöcums ist bei Myzopontius (T 1 F 6 ; T 1 1 F 3 Com) ganz 
besonders stark entwickelt; hier steigt das Cöcum zuerst schräge, in anterodorsaler Richtung auf, 
biegt dann hinter dem Gehirn und Auge nach hinten um, und bildet einen dicht unter der 
Dorsalwand des Kopfes nach hinten gehenden dicken Schlauch, der etwa bis zum Anfang des 



134 Zur Anatomie und Morphologie. 

letzten Drittels von Ce^Th 1 reicht. Bei anderen Dyspontiinae [Bradypontius , Cryptopontius) 
ist das mediane Cöcum kurz und dick; es biegt, dem Gehirn anliegend, dorsalwärts um, ehe 
es das Auge erreicht, und nähert sich mit seinem verdickten Ende der Dorsalwand des Kopfes 
(T 6 F 38 Com). 

Die kräftigen peristaltischen Bewegungen, die man den Mitteldarm und seine Cöca 
machen sieht, lassen auf ringförmig angeordnete Muskelfasern in der bindegewebigen Tunica 
des Darms schliessen. Aber ich habe dieselben nicht wahrnehmen können, so auffällig sie 
auch bei vielen gnathostomen Copepoden sind. Auch weiss ich nicht anzugeben, ob die oft 
dicken Stränge von Bindegewebe, mit denen der Mitteldarm an die Rumpfwand geheftet ist, 
contractile Fasern enthalten; quergestreifte Muskeln setzen sich an den Mitteldarm jedenfalls 
nicht an. 

Der vordere Abschnitt des Mitteldarms ist in allen seinen Theilen übereinstimmend 
gebaut, sodass auch die Function der Cöca dieselbe sein wird, wie die des medianen Stückes. 
Die hohen, zuweilen zottigen Zellen des Darmepithels enthalten bei allen Arten grosse Kugeln, 
die das Licht stark brechen und sich mit Osmium schwärzen. Bei frisch gefangenen Thieren 
strotzt der Darm oft von diesen Kugeln (T 1 F 5, 6); bei solchen, die man einige Tage hat 
hungern lassen, mindern sie sich merklich. Sie haben eine meistens lebhafte, für manche Arten 
charakteristische, wenn auch zuweilen variirende Färbung. Farblos fand ich sie bei Astero- 
cheres boecki, Dermatomyzon nigripes, Dyspontius fringilla, Parartotrogus richardi, Pteropontius cristatus 
(auch gelb oder grünlich) ; farblos bis gelb oder rostroth bei Aster ocher es Stimulans* Rhyncho- 
myzon purpurocinctum, Scottocheres elongatus, Acontiophorus scutatus; purpurn bei Asterocheres mitiutus; 
blassgelb bis fast schwarz bei Ast. violaceus; fast schwarz auch bei Ast. suberitis; schmutzig 
grün bei Dyspontius striatus; olivengrün bei Bradypontius siphonatus; gelb bei Collocheres gracili- 
cauda, Myzopontius pungens, Dyspontius passer, Cryptopontius thorelli, brevifurcatus, Cancerilla tubu- 
lata (vgl. T 1). 

An einen grösseren oder geringeren Theil dieser fetthaltigen Kugeln lagern sich sehr 
kleine Tröpfchen an, entweder nur an einzelnen Stellen der Kugeln oder an einer Hälfte in 
Form einer Kappe, oder auch ringsum. Die Tröpfchen haben offenbar dieselbe Farbe und 
Beschaffenheit wie die Kugeln; aber weil sie wegen ihrer Kleinheit das Licht noch stärker 
brechen und dicht gedrängt liegen, so bilden sie bei durchfallendem Licht dunkle, zuweilen 
schwarze, bei reflectirtem Licht weissliche Flecke. Die Tröpfchen machen den Eindruck, als 
seien sie Producte der resorbirenden Darmzellen, bestimmt, mit einander zu den grösseren 
Kugeln zusammenzufliessen. Unter dem Deckglas sieht man einzelne Kugeln sich zuweilen 
von der Darmwand ablösen und durch den After austreten; wenn sie ins Wasser kommen, 
zergehen sie. 

Im 2. oder 3. Thoraxsegment wird, wie bemerkt, der Mitteldarm enger, seine Wand 
dünner; die Fettkugeln fehlen, und das Epithel ist niedriger, weil seine Zellen nicht durch 
sie aufgebläht sind. 



Nervensystem und Auge. 185 

Historisches. Die einzige Bemerkung, welche, soweit ich sehe, über den Darm der 
Asterocheriden vorliegt, ist von Claus (1889 ß p. 359 T 7 F 1, 6). Er findet bei Acontiophorus 
den »durch dunkelkörnige Zellen hervortretenden Magendarm mit seinen zwei zu mächtigen, 
rechtwinkelig eingebogenen Schläuchen ausgebildeten Seitendivertikeln bemerkenswerth«. Claus 
zeichnet die Lateralcöca ungefähr so, wie sie bei Asterocheres sind, nach hinten umgebogen 
und bis zum Hinterrande des 1. Rumpfsegmentes reichend. Ich habe sie bei Acontiophorus 
niemals so gesehen. Die Aufnahme des Merkmals, dass »die seitlichen Divertikel am Vorder- 
ende des Magendarms zu quergestellten, nach hinten winkelig umgebogenen Schläuchen ver- 
längert sind«, in die Diagnose der Familie (p. 362) erscheint durch diese vereinzelte Beobachtung 
nicht hinlänglich begründet. 



r. Nervensystem und Auge. 



Gehirn und Bauchmark bilden eine gestreckte Masse von wechselnder, aber durch- 
schnittlich beträchtlicher Dicke; es dürfte wenige Copepoden geben, bei denen das centrale 
Nervensystem einen so grossen Theil des Körpervolumens ausmacht wie bei Collocheres (TU 
F 22). Der Schlundring ist meistens eng; wie oben bemerkt, hängt seine Weite von der 
Dicke des Oesophagus und der Zahl der an ihn gehefteten Muskeln ab, und seine Länge ist 
nicht bloss von der Dicke des Bauchmarks, sondern auch von der Richtung bedingt, in welcher 
der Oesophagus ihn durchbohrt. 

Das Bauchmark entbehrt wie bei allen Podoplea der Gliederung in Ganglienknoten. 
Es ist hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich, an der Ventral- und Dorsalseite mit Nerven- 
zellen belegt (TU F 36 — 38 Bm). Der Belag hört hinten an der Stelle auf, wo es sich zugleich 
zu einem (meistens dorso-ventral zusammengedrückten) Nervenstrange verengt. Diese Stelle 
liegt bei Collocheres (F 11 F 22) an der Ansatzstelle des 2. Fusses, bei Asterocheres, Rhyncho- 
myzon (TU Fl), Acontiophorus, Scottocheres an der des 1. Fusses; bei Myzopontius (TU F 3) 
liegt sie etwa in der Mitte zwischen dem 1. Fuss und der Mitte des Hügels, auf dem die 
Maxillipeden articuliren; bei Dyspontius hört der Ganglienbelag schon bei der Mitte des 
Maxillipedenhügels auf, bei Bradypontius und Pteropontius etwas dahinter, bei - Cryptopontius 
davor. Dieser Unterschied liegt zum Theil daran, dass der belegte Theil des Bauchmarks bei 
den Asterocherinae in der That etwas länger ist, ist aber mehr noch darin begründet, dass 
das 1. Fusspaar von den Maxillipeden bei den Dyspontiinae weiter abgerückt ist als bei den 
Asterocherinae. Der hintere Theil des Bauchstranges bleibt bis in das 4. Thoraxsegment unpaarig. 

Das grosse Auge, bei manchen Arten (Rhynchomyzon purpurocinctum, Myzopontius pungens 
u. a.) im männlichen Geschlecht noch grösser als im weiblichen, liegt meistens dem Gehirn 
auf, und sein ventraler Theil versenkt sich zwischen die lateralen Lappen des Vorderhirns (T 1 1 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocherideu. 24 



Jgß Zur Anatomie und Morphologie. 

F 2, 3, 31 — 34). Zuweilen ist es vom Gehirn abgerückt und durch Nerven mit ihm verbunden, 
durch kürzere bei Collocheres und Acontiophorus, durch längere bei Ehynchomyzon (TU F 1 , 7, 8) 
und Dermatomyzon. Bei einem Theil der Asterocheriden besteht es, wie gewöhnlich, aus 3 Augen- 
bechern, einem ventralen (o. v) und jederseits einem laterodorsalen (o. dl), bei einem anderen 
Theil sind 5 getrennte Augenbecher vorhanden, ein ventraler (o. v) und jederseits zwei latero- 
dorsale (o. dl. a, o. dl. p). Ich constatirte auf Schnitten die Dreitheiligkeit des Auges bei 
Arten von Asterocheres , Dermatomyzon, Rhynchomyzon (TU F6 — 8), Collocheres, Scottomyzon, 
Acontiophorus, und seine Fünftheiligkeit bei Arten von Myzopontius (TU F 3, 28), Bradypontius, 
Dyspontius (T 11 F 31 — 34), Cryptoponthts, Pteropontius. Wiewohl die Zahl der Augenbecher 
also bei Neopontius, Cribropontius, Sestropontius, Dystrogus und Artotrogus unbekannt bleibt, so 
halte ich es doch für wahrscheinlich, dass die Dreitheiligkeit ein Merkmal der Asterocherinae, 
die Fünftheiligkeit ein Merkmal der Dyspontiinae ist. Dazu ist allerdings zu bemerken, dass 
Scottocheres überhaupt kein Auge hat; wenigstens kann ich auf Lateral- und Medialschnitten, 
in die ich 2 Q von Sc. longifurca zerlegt habe, keine Spur eines Auges finden. Auch in anderen 
Copepoden-Gruppen giebt es in Bau und Lebensweise nahe verwandte Arten, von denen die 
einen augenlos, die anderen mit Augen, gelegentlich mit ungewöhnlich gut entwickelten, aus- 
gestattet sind. 

Die Augenbecher der fünftheiligen Augen der Dyspontiinae sind durch ihre Binde- 
gewebskapseln gegen einander nicht minder scharf abgegrenzt als die 3 Augenbecher der 
Asterocherinae. Nach ihrer Lage sind sie als 1 ventraler und 2 Paar dorsolaterale, und nicht 
etwa als 3 ventrale und 1 Paar dorsolaterale Augenbecher aufzufassen. Wenn man von der 
Verdoppelung der dorsolateralen Augenlinsen von Anomalocera absieht, so sind bisher noch 
keine Copepoden bekannt geworden, deren Augen aus mehr als 3 Bechern beständen. 

Die Verdoppelung der dorsolateralen Augenbecher der Dyspontiinae giebt mir den Anlass 
zu einigen Bemerkungen über eine Hypothese von Claus, nach welcher die Seitenaugen der 
Pontelliden einen ganz anderen Ursprung haben sollen als die der Corycaeiden und von Miracia 1 ). 

Das Medianauge der Crustaceen, im Besonderen das der Copepoden, besteht bekannt- 
lich aus 3 Bechern, einem unpaarigen ventralen und 2 dorsolateralen, jeder versorgt von einem 
aus dem Vorderhirn austretenden Nerven. Die 3 Augenbecher kehren ihre Oeffnungen nach 
aussen, der unpaarige im Allgemeinen nach der Bauchseite, die paarigen nach der Dorsalseite 
oder auch nach der Stirn zu; mit ihren geschlossenen Hälften berühren sie sich meistens, 
bleiben aber selbständig, und jeder besitzt seine eigene bindegewebige, mit Pigment bekleidete, 
becherförmige Hülle. Diese Dreitheiligkeit ist nach Claus ein »constanter und allgemein giltiger 
Charakter« des Medianauges. 

Es giebt nun unter den Copepoden Arten, deren Auge aus 3 weit von einander entfernten 
Theilen besteht, das sind die Corycaeiden, ein Theil der Pontelliden und die Harpacticiden- 



1) C. Claus, Das Medianauge der Crustaceen. in: Arb. Z. Inst, Wien 9. Bd. 1891 p. 225—266 4 Taf. 



Nervensystem und Auge. 187 

Gattung Miracia. Hier scheint nicht ein dreitheiliges Auge, sondern 3 selbständige Augen vor- 
handen zu sein, von denen besonders die seitlichen öfters mit grossen Cuticularlinsen ausge- 
stattet sind. Noch in der vorläufigen Mittheilung zu der oben citirten Arbeit (Anz. Akad. 
Wien 1891 Nr. 12) fasste Claus diese 3 Augen als die auseinander gerückten Componenten 
des dreitheiligen Medianauges und diesem also homolog auf. Nunmehr aber lässt er diese 
Ansicht nur noch für die Corycaeiden und Miracia gelten, wogegen er das ventrale unpaarige 
Auge der Pontelliden dem ganzen dreitheiligen Medianauge 'gleich werthig setzt und in den 
lateralen Augen der Pontelliden Homologa der zusammengesetzten Facettenaugen der Arthro- 
poden sieht. 

Den Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung der Pontellidenaugen findet Claus 
darin, dass ihr Ventralauge dreitheilig ist und von 3 Nerven versorgt wird. Das Ventralauge 
der Pontelliden kann daher nach Claus nicht dem unpaarigen Augenbecher des Medianauges 
allein homolog sein; es ist vielmehr das ganze, ventralwärts verlagerte Medianauge. 

Dieser Schluss ist nicht zwingend. Es war bekannt, dass bei Anomalocera jedes Lateral- 
auge in zwei selbständige, mit je einer Linse versehene Augen gesondert ist, und ich habe 
oben mitgetheilt, dass die Dyspontiinae jederseits statt eines Augenbechers zwei von einander 
getrennte Augenbecher besitzen. Wenn aber jeder der sonst einfachen lateralen Augenbecher 
gelegentlich in doppelter Zahl auftreten kann (sei es dass der einfache Becher sich in zwei 
gespalten, sei es dass die beiden Componenten des Doppelbechers in einen Becher verschmolzen 
wurden), warum sollte nicht auch der sonst einfache ventrale Becher sich bei den Pontelliden 
in 3 Becher haben abtheilen können? Die Dreigliedrigkeit des Ventralauges der Pontelliden 
ist also kein unüberwindliches Hinderniss, dasselbe dem ventralen Augenbecher anderer Cope- 
poden homolog zu setzen 1 ). 

Aber es brauchte dieser Ueberlegung kaum; denn die Beobachtungen, die Claus über 
Dreitheiligkeit und lnnervirung des ventralen Pontellidenauges mittheilt, sind unrichtig. Das 
Auge ist nicht dreitheilig in dem Sinne, wie Claus diesen Ausdruck für das Medianauge sonst 
braucht; es besteht eben nicht aus drei von einander isolirten Bechern, sondern wird nach 
innen zu von einem einzigen Pigmentbecher umhüllt, und nur die 6 Zellen, die in seiner 
Höhlung liegen, sind in 3 Gruppen zu je 2 Zellen, eine mittlere und zwei seitliche, angeordnet. 
Und es treten auch keineswegs 3 Nerven an das Auge, sondern nur einer; das ist an Schnitten, 
die diesen Nerv senkrecht treffen, unzweideutig zu erkennen: derselbe besteht aus 6 eng ver- 
bundenen Fasern, die sich erst kurz vor dem Eintritt ins Auge von einander ablösen. 

Die Beobachtungen, aus welchen Claus die Verschiedenartigkeit des Ursprunges der 
Seitenaugen von Pontelliden und Corycaeiden folgert, sind also irrig. Was ferner gegen oder 



1) Die weitere Folgerung, dass die Seitenaugen der Pontelliden, die nun nicht den lateralen Augenbechern 
des Medianauges homolog sein können, den Facettenaugen höherer Arthropoden homolog seien, suchte Claus durch 
einen Vergleich ihres feineren Baues mit dem der Facettenaugen zu erhärten; indess mit negativem Resultat: er 
fand ihn ähnlicher dem des Ventralauges. 

24* 



JCC Zur Anatomie und Morphologie. 

wenigstens nicht für die Gleich werthigkeit des ventralen Pontellidenauges mit dem ganzen 
Medianauge anderer Copepoden spricht, ist die geringe Zahl der Sehzellen in demselben; Claus 
fand im ventralen Auge von Anomalocera deren 6, und ich glaube diese Zahl auch im Ventral- 
auge von Ponteila und Labidocera zu finden. Grenacher fand dagegen allein im ventralen 
Becher des Medianauges von Eucalanus {Calanella) deren 10; Claus bestätigt diese Zahl und 
findet bei Diaptomus in jedem der 3 Becher 6 (vorläufige Mittheilung) oder wahrscheinlich 
noch mehr Sehzellen. Entspräche daher das Ventralauge der Pontelliden dem ganzen Median- 
auge von Eucalanus und Diaptottius, so müsste die Zahl seiner Sehzellen sehr stark reducirt sein. 
Claus hat also für seine Auffassung der Augen der Pontelliden keinen stichhaltigen 
Grund beigebracht, vielmehr sprechen die anatomischen Befunde dagegen. Gleichwohl ist aus 
der Einfachheit des Ventralauges der Pontelliden nicht ohne Weiteres zu schliessen, dass ihre 
Seitenaugen keine Homologa der zusammengesetzten Augen höherer Arthropoden sein können; 
diese Folgerung wäre ebenso voreilig wie die gleiche, die Claus für die Corycaeiden macht. 
Die Frage nach dem Ursprung der Seitenaugen der Copepoden ist eben einstweilen noch offen, 
aber es ist wohl anzunehmen, dass sie für Pontelliden, Corycaeiden und Harpacticiden in 
gleichem Sinne beantwortet werden wird. 



s. Genitalorgane der Weibchen. 



Bei einigen Asterocherinae ist das Ovarium entschieden paarig; Transversalschnitte 
zeigen, dass es aus zwei symmetrischen, durch eine bindegewebige Membran scharf getrennten 
Hälften besteht; so ist es bei Rhynchomi/zon, Dermatomyzon, Scottocheres (T 4 F 1 Ov), Collockeres. 
Bei anderen Arten dieser Gruppe liegen die hinteren Zipfel der beiden Hälften des Ovariums 
enge aneinander (T 4 F 32), sodass das Ovarium an seinem hinteren, die jüngsten Keime ent- 
haltenden Theile unpaarig zu sein scheint; aber Schnitte lassen auch hier noch eine Trennung 
in die beiden Hälften erkennen, wiewohl eine minder scharfe als bei den genannten Arten. 
Soweit ich an Totopräparaten erkennen konnte, ist das Ovarium von Parartotrogus ebenfalls 
paarig. Dagegen ist bei allen von mir untersuchten Dyspontiinae das Ovarium unpaarig; seine 
beiden Hälften sind ihrer ganzen Länge nach zu einer Masse verschmolzen. 

Das Ovarium liegt im hinteren Theil des 1. üumpfsegmentes zwischen Darm und dor- 
saler Rumpfwand, jedoch bei den Dyspontiinae im Allgemeinen weiter vorne als bei den Astero- 
cherinae. Bei den letzteren (wie auch bei Parartotrogus) ragt sein hinteres Ende so weit nach 
hinten, dass es etwa dem Ansatz des 1. Fusses gegenüber liegt (T 11 F 1 Ov), und reicht bei 
Scottocheres (T 4 F 1) (und Parartotrogus) sogar bis zum Hinterrande von Ce ~ Th 1. Das 
Ovarium der meisten Dyspontiinae liegt dagegen der Ansatzstelle der Maxillipeden gegenüber 



Genitalorgane der Weibchen. 189 

und also vom Hinterrande von Ce ~ Th 1 beträchtlich entfernt. Nur bei Myzopontius (T 11 
F 3) ist seine Lage dieselbe wie bei den Asterocherinae; vermuthlich weil der Raum weiter 
nach vorne von dem medianen Darmcöcum eingenommen wird, an dessen hinteren Rand es 
anstösst. 

Vorne spaltet sich das Ovarium in die beiden Oviducte. Wenn dieselben leer von 
Eiern oder schwach gefüllt sind, so bemerkt man, dass sie bei den meisten Asterocherinae 
(ausgenommen Collocheres) zunächst eine Strecke in antero-lateraler Richtung ziehen und dann 
nach hinten umbiegen, während sie bei den meisten Dyspontiinae sogleich in postero-lateraler 
Richtung abbiegen. Von den Oviducten gehen Blindsäcke ab, welche die heranwachsenden 
Eier nach und nach ausfüllen und ausdehnen, und zwar jederseits ein vorderer, der dorsal vom 
lateralen Darmcöcum und an der Seite des vorderen Darmcöcums, Gehirns und Auges nach 
vorne bis an die vordere Stirnwand und seitlich ins Pleuron des Kopfes ziehen kann, und zwei 
laterale, die sich in die beiden Räume zwischen den Rumpfmuskeln des 1., 2. und 3. Fusses 
schieben. 

Der hintere Abschnitt der Oviducte hat verdickte Wandungen mit drüsigem Epithel, 
welches den Kitt zum Anheften der Eiballen secernirt (TU F 18). Die drüsige Verdickung 
beginnt bei den einzelnen Arten an verschiedenen Stellen, zuweilen schon in der Gegend des 
1. Fusses (Bradypontius chelifer), zuweilen erst am 3. Fuss (Asterocheres violaceus), und es verliert 
sich zuweilen schon im 5. Thoraxsegment, zuweilen erst im Anfang des Genitalsegmentes. Das 
letzte Stück der Oviducte ist wieder dünnwandig, hat aber keine Chitin-Intima; erst die 
Genitalmündungen selbst sind mit Chitin ausgekleidet. 

Dieselben liegen an den Seitenflächen des Genitalsegmentes, bei den Dyspontiinae genau, 
bei den Asterocherinae (und auch bei Parartotrogus und Ratania) jedoch soweit nach der Dorsal- 
fläche hinübergerückt, dass sie, wenn man das Segment von der Ventralfläche betrachtet, nicht 
mehr sichtbar sind. Dieser nicht sehr beträchtliche Unterschied in der Lage der Oviduct- 
mündungen tritt bei solchen Arten der beiden Subfamilien schärfer hervor, bei denen das 
Genitalsegment an den Seiten eine gezahnte Kante hat oder in einen Zipfel ausgeht; dadurch 
gerathen die Oviductmündungen bei Rhynchomyzon falco und den Arten von Scottocheres (T 4 
Fl, 14; TU F18) ganz auf die Dorsal-, bei Pteropontius cristatus (T 10 F 15) ganz auf die 
Ventralfläche des Segmentes. 

Die Oviductmündungen bilden jederseits eine schräg verlaufende Spalte; der Schlitz, 
durch den die Eier austreten, fällt zuweilen nahezu in die Transversalebene des Segmentes; 
gewöhnlich aber convergiren die beiden Schlitze nach vorne zu, und so ist von den beiden 
Lippen, die jeden Schlitz einfassen, die vordere zugleich die laterale, die hintere zugleich die 
mediane (T 6 F 10; T 7 F 10; TU F 18, 19 lab. a, tob. p). Bei den Dyspontiinae (aus- 
genommen Myzopontius und Neopontius) und in etwas abweichender Weise auch bei Scottomyzon 
ist ausserdem der vordere Abschnitt (Ab 1) des Genitalsegmentes nach beiden Seiten stark vor- 
gewölbt, und die Oviductspalten liegen an den Hinterflächen der beiden Seitenwülste (T7 F10). 

Von den beiden Lippen der Oviductöffnungen ist die vordere beweglich, die hintere 



190 ^ ur Anatomie und Morphologie. 

unbeweglich. Die vordere Lippe hat einen verdickten Chitinrand, an welchem 2 oder 3 Borsten 
sitzen und an welchem Muskeln inseriren; auf ihrer Fläche ist sie dagegen zart chitinisirt, und 
diese zarte Haut bildet vorne und an der Aussenseite um die Lippe einen Hof, der scharf 
gegen das dicke Chitin der Segmentwand abgesetzt ist (T 11 F 18). Auf diese Weise ist für 
die vordere Lippe eine Gelenkhaut (ari) gebildet, und bei Contraction der Muskeln wird durch 
Faltung der Gelenkhaut der Rand der vorderen Lippe weit von der hinteren Lippe zurück- 
gezogen. Die Muskeln (TU F 23 lev. I. a) der vorderen Lippe entspringen am vorderen 
Theil der lateralen Segmentwand da, wo sie nach innen zu umbiegt. Es sind meistens drei 
stärkere Bündel vorhanden und zuweilen noch ein oder zwei dünne. Die Bündel kreuzen sich; 
das Bündel, welches am medianen Winkel des Oeffnungsspaltes inserirt, liegt dorsal über dem 
am lateralen Winkel inserirenden. Die Oviductmündungen der Dyspontiinae sind breiter als 
die der Asterocherinae, ohne dass etwa auch ihre Eier deshalb grösser wären. 

Wie bei den meisten, vielleicht bei allen Copepoden sind auch bei den Asterocheriden 
für den Austritt der Eier und für den Eintritt des Spermas verschiedene Oeffnungen vorhanden; 
die LegeöfFnungen liegen bei ihnen, wie erwähnt, lateral bis dorsal, die Begattungsöffhungen 
liegen ventral, wenigstens soweit sie sich mit Sicherheit auffinden Hessen, 

Auch für manche andere Copepoden sind die Angaben über die Begattungsöffnungen 
unsicher, was sich aus ihrer Kleinheit und aus dem Umstand erklärt, dass sie oft zwischen 
mancherlei Chitingebilden, deren sich an der Grenze zweier nicht völlig verschmolzener Seg- 
mente zu finden pflegen, versteckt sind. Oefters ist ihre Lage durch die an sie geklebten 
Spermatophoren bezeichnet; aber bei den Asterocheriden fehlt auch dieser Hinweis: ich habe 
niemals ein Weibchen mit angeklebten Spermatophoren gefunden, und ausser Claus (1889 
p. 352 T 6 F 5), der ein Weibchen von Dermatomyzon nigripes mit jederseits einer Spermato- 
phore am Genitalsegment fand, andere Autoren ebenfalls nicht. Der Grund davon liegt jeden- 
falls nicht darin, dass die Spermatophoren während des Fanges der Thiere abgerissen werden 
oder in der Zeit, die zwischen dem Dredgen und der Untersuchung verläuft, abfallen; denn 
auch die zahlreichen Weibchen von Asterocheres violaceus, die ich sogleich untersuchte, nach- 
dem ich sie von ihren Wirthen abgeschüttelt, trugen nie Spermatophoren, obwohl sie mit 
(meistens in der Ueberzahl vorhandenen) Männchen zusammen lebten. 

Gleichwohl ist es ausser Frage, dass auch die Weibchen der Asterocheriden vermittelst 
Spermatophoren begattet werden und dass sie das Sperma in Receptacula seminis aufnehmen. 
Ich habe von fast allen Arten der Asterocherinae und Dyspontiinae Weibchen gefunden, in 
deren Genitalsegment Sperma nahe unter der ventralen Segmentwand angehäuft lag. Meistens 
findet man jederseits einen lappigen, nieren- oder retortenförmigen Haufen von Sperma (TU 
F 17 — 19, 21 Rec. s); zuweilen sind die beiden Haufen durch eine oder zwei quere Brücken 
verbunden; bei Myzopontius (T 6 F 14) fand ich sie gelegentlich auf diese Weise zu einer nieren- 
förmigen Masse vereinigt. Bekanntlich hat das Receptaculum seminis, in welches die Weibchen 
den Inhalt der Spermatophoren aufnehmen, bei vielen Copepoden eine chitinige Wand, und 
ist an lebenden Thieren, sowie besonders nach Behandlung mit Kalilauge sehr leicht wahrzu- 



Genitalorgane der Weibchen. \Q1 

nehmen. Bei den Asterocheriden ist das nicht der Fall; auch bei vorsichtiger Anwendung 
der Kalilauge und nach möglichst dunkler Färbung des Chitinskeletes konnte ich nichts von 
einem Receptaculum seminis erkennen. Die Wand ihres Receptaculum ist also entweder eine 
so zarte Chitinhaut, dass sie, wenn überhaupt, nur im prall gefüllten Zustande eine bestimmte 
Form hat, bei der Entleerung oder der Behandlung mit Kalilauge aber bis zur Unkenntlich- 
keit zusammenschrumpft, oder sie ist überhaupt nicht chitinig. 

Eine besondere Begattungsöffnung nachzuweisen ist mir mit Sicherheit nur bei den 
Arten von Scottomyzon, Scottockeres und Collocheres gelungen. Vielleicht liegt sie bei den 
übrigen Arten, besonders bei den Dyspontiinae, im ventralen Winkel der Lippen der Lege- 
öffnung versteckt, vielleicht auch wird das Sperma bei ihnen in die Legeöffnung aufgenommen 
und in einer Aussackung des Oviductes deponirt. 

Bei Scottomyzon gibberum (TU F 20) liegen die beiden Begattungsöffnungen auf der 
Ventralseite des Genitalsegmentes nahe der Mediane, näher als bei den anderen Arten ; es sind 
enge, scharf umrandete Löcher. Sie führen in je einen chitinigen Spermaduct (Spd), der sich 
zuerst in lateraler Richtung nahe unter der Segmentwand hinzieht, dann sich scharf dorsal, 
dann wieder posterolateral wendet und trichterförmig in die Legeöffnung mündet. Der An- 
fangstheil der Spermaducte ist erweitert und man könnte in ihm die Receptacula seminis ver- 
muthen; indess habe ich bei den mir vorliegenden (conservirten) Thieren Sperma weder im 
Spermaduct noch in der Nähe desselben beobachtet. 

Kalipräparate von Scottockeres zeigen ähnliche Verhältnisse wie bei Scottomi/zon, nur dass 
die beiden Begattungsöffnungen weiter von einander entfernt, die Spermaducte daher kürzer sind; 
auch haben letztere keinen erweiterten Anfangstheil, sondern beginnen enge und gehen mit 
schwacher Biegung zur Legeöffnung, wo sie trichterförmig münden (TU F 17 Spd). Bei Scotto- 
ckeres kann daher der Spermaduct jedenfalls nicht als Receptaculum seminis dienen. Das ergiebt 
auch die Beobachtung von Weibchen mit gefüllten Receptacula (lebend oder gefärbt). Denn 
hier sieht man jederseits von der Mediane des Genitalsegmentes ein Receptaculum, das sich lateral 
zu einem nach der Begattungsöffnung führenden Gange verengt (TU F 17 Rec. s); bei einigen 
Thieren fand ich die beiden Receptacula retortenförmig, bei anderen lappig, und der hintere 
Lappen jedes Receptaculum erstreckte sich nach hinten zu über die Gegend der seitlichen 
Segmentzacken hinaus und vereinigte sich mit dem der anderen Seite durch eine oder zwei 
mediane Brücken. Nach Behandlung mit Kali bleibt, wie bemerkt, von diesen Receptacula 
Nichts übrig oder höchstens ein kurzes Häutchen in der Nähe der Begattungsöffnung, wohl 
aber zeigen Kalipräparate bei näherem Zusehen, dass die Begattungsöffnungen doppelt sind. 
Unter der lidförmigen, querovalen Kappe nämlich, welche jede der beiden Begattungsöffnungen 
von vorne her überwölbt (TU F 17, 18), gewahrt man ein laterales, spaltförmiges Loch, 
welches in den Spermaduct führt (or. spd), und ein nach der Mitte zu gelegenes rundliches 
Loch, das den Eingang ins Receptaculum bildet (or. rs). Das Sperma muss also, um die Eier 
zu erreichen, durch dieses Loch wiederum aus- und in das laterale, in den Spermaduct füh- 
rende Loch eintreten. 



|Q2 Zur Anatomie und Morphologie. 

Wenn die Beziehungen zwischen Legeöffnung, BegattungsöfFnung und Receptaculum 
seminis bei Copepoden auch noch keineswegs hinreichend aufgeklärt sind, so scheint doch bei 
Arten mehrerer Familien ein chitinisirtes Receptaculum seminis vorhanden zu sein, in welches 
von der Begattungsöffnung ein Chitinrohr hinein-, und aus welchem jederseits ein zweites 
Chitinrohr zur Legeöffnung herausführt. Ein Organ, welches wie der Darm durch einen be- 
sonderen Ein- und Ausgang mit der Aussenwelt in Verbindung steht, ist aber etwas ziemlich 
Auffälliges, dessen Verständniss bisher noch nicht versucht wurde; vielleicht bieten die Ver- 
hältnisse bei Scottocheres eine Möglichkeit dazu. Man darf annehmen, dass die ins Recep- 
taculum führende Begattungsöffnung ursprünglich dicht bei der LegeöfFnung lag, so dass das 
aus dem Receptaculum austretende Sperma sogleich an die austretenden Eier gelangte. Bei 
den Arten, bei welchen die beiden Oeffnungen von einander abrückten, musste ein sie ver- 
bindender Gang entstehen, um das Sperma von der BegattungsöfFnung zur Legeöffnung zu leiten; 
hierzu konnte recht wohl die Rinne dienen, welche in der Gelenkfalte zwischen den später 
verschmelzenden beiden ersten Abdomensegmenten vorhanden war und dicht hinter den Ge- 
schlechtsöffnungen verlief. Durch Schliessung der Rinne entstand der chitinige Spermaduct, 
und es waren die Verhältnisse entwickelt, wie Scottocheres sie darbietet. Wenn nun das Ein- 
gangsloch des Spermaductes von der Segmentwand allmählich an die Wand des Recep- 
taculum wanderte und an derselben herabrückte, so ergab sich das paarige, mit besonderem 
Ein- und Ausführgang versehene Receptaculum, wie es die Lichomolgiden etc. besitzen, 
und durch mediane Vereinigung der beiden BegattungsöfFnungen das unpaarige, wie es 
Cyclops hat. 

Die Geschlechtsorgane von Cancerilla (T 10 F 1, 6) weichen, soweit ich nach dem einen 
zur anatomischen Untersuchung brauchbaren Exemplar urtheilen kann, von denen der übrigen 
Arten der Familie in einigen Punkten ab. Das kurze, unpaarige Ovarium (Ov) löst sich nach 
beiden Seiten in eine Anzahl von Schnüren auf; jede Schnur besteht aus einer Reihe von 
Eikeimen, die vom Austritt aus dem Ovar nach dem Ende der Schnur nur ganz allmählich 
und in geringem Grade an Grösse zunehmen; das letzte Ei jeder Schnur aber ist durch Auf- 
nahme von Dotter stark vergrössert. Die endständigen Eier reifen also für je ein Gelege 
heran und erfüllen nach und nach den ganzen Vorderleib des Weibchens, so dass sie alle 
anderen Organe verdecken. Auffällig sind ferner die ungemein grossen, kugeligen Kittdrüsen 
(Cep), die von den Genitalmündungen bis in das Kopfsegment hinaufreichen; ihre Wand besteht 
aus einem dicken Epithel, und in ihrem Lumen liegen Kittklumpen (Cem). Ich kann nicht 
entscheiden, ob sie verdickte und erweiterte Abschnitte der Oviducte oder Seitentaschen der- 
selben sind; doch ist mir letzteres wahrscheinlicher. Die Seitentheile des sehr breiten Genital- 
segmentes haben auf den lateralen Flächen eine trichterartige Grube (F 6), die von einem 
scharfen, unregelmässigen Rande umgeben ist, und aus deren Hohlraum die mit einer Borste 
versehene vordere Lippe der LegeöfFnung hervorragt. Unter der Bauchwand des Segmentes 
sieht man auf jeder Seite neben der LegeöfFnung eine braune Masse liegen, die aus 2 oder 
3 Kugelschalen zu bestehen scheint; vielleicht besteht sie aus unverbrauchtem Eikitt, jeden- 



Genitalorgane der Weibchen. JQ3 

falls nicht aus Chitin, da sie von Kalilauge gelöst wird. Die Begattungsöffnungen habe ich 
auch hier nicht finden können; die Spermatozoen (Sz), kurze, meist gekrümmte Fäden, fand ich 
unter der Bauchwand des Genitalsegmentes quer durch das ganze Segment einzeln verstreut, 
in der Nähe der Legeöffnungen dichter angehäuft. 

Wie nach der seitlichen Lage der Mündungen der Oviducte zu erwarten, tragen die 
Weibchen zwei Eisäckchen oder, wie man mit Schmeil besser sagt, Eiballen. Ich habe 
relativ wenige Weibchen mit Eiballen gefunden, und von einigen Arten, u. a. auch von 
Myzopontius pungens, von der ich eine grössere Zahl Weibchen sammeln konnte, kennt man 
die Eiballen überhaupt nicht. Das mag daran liegen, dass die Eiballen leicht abfallen ; der 
eigentliche Grund ist aber wohl eher in der Art des Sammeins und der dabei unvermeidlich 
rohen Behandlung zu suchen. 

Die Eiballen sind ellipsoidisch bis kugelig und enthalten meistens nur eine geringe 
Zahl von grossen, d. h. dotterreichen Eiern, die ebenfalls nicht selten ellipsoidisch sind. Ich 
fand in jedem Eiballen bei Collocheres canui und Parartotrogus richardi 1 , bei Pteropontius 
cristatus 3, bei Acontiophorus scutatus 2 — 3 (nach Canu 4 — 5), bei Scottocheres elongatus 3 (nach 
Th. Scott), bei Sc. longifurca 5, bei Asterocheres lilljeborgi 4, bei A. violaceus 4( — 5), bei A. su- 
beritis 6, bei Rhynchomyzon purpurocinctum 5, bei Scottomyzon gibberum 5 — 6, bei Cribropontius 
normani 8, bei Cancerilla tubulata 15 — 17, bei Artotrogus orbicularis 20 Eier. Der Durch- 
messer der Eier, soweit ich ihn am frischen Object gemessen, schwankte zwischen 0,1 
und 0,2 mm (vgl. T 1 F 1 ; T 2 F 1; T 3 F 38; T 5 F 44; T 7 F 28; T 10 F 1, 35). 

Im Allgemeinen produciren Parasiten eine grössere Zahl von Eiern als die ihnen nächst- 
verwandten freilebenden Arten. Die Nöthigung zu dieser grösseren Production von Keimen 
liegt darin, dass die Eier der Parasiten die Bedingungen zur Fortentwicklung schwerer finden, 
als die der freilebenden Arten, dass ein grosser Theil der Eier verloren gehen muss, weil ihre 
weitere Entwicklung oft an ganz besondere, nur selten anzutreffende Bedingungen gebunden ist. 
Die Möglichkeit zu grösserer Production von Keimen liegt andererseits für die Parasiten darin, 
dass diejenigen, welche die erforderlichen Existenzbedingungen wirklich erreicht haben, nun 
in der Lage sind, reichliche und leicht assimilirbare Nahrung aufzunehmen und dieselbe nahezu 
vollständig in Geschlechtsproducte umzusetzen, ohne davon viel zum Betriebe von Muskel- 
oder Nerventhätigkeit zu verbrauchen. Daher mag die geringe Zahl von Eiern bei den Aste- 
rocheriden zunächst auffallen; sie ist durchschnittlich geringer als bei freilebenden litoralen 
Arten. Aber die Asterocheriden sind eben nicht in dem Sinne Parasiten wie andere sipho- 
nostome Copepoden. Einmal lässt ihre grosse Schwimmfähigkeit, die hohe Ausbildung ihres 
Nervensystems und ihrer Sinnesorgane darauf schliessen, dass ihr Nahrungserwerb keineswegs 
mühelos ist, und andererseits sind die Bedingungen für die Fortentwicklung ihrer Jungen des- 
halb günstiger, als z. B. für Dichelestiiden oder Lernäiden, weil ihre Wirthe festsitzende oder 
wenig bewegliche Thiere sind, die Jungen also nach dem Ausschlüpfen in ihrer Nähe bleiben 
können, vielleicht auch deshalb, weil die einzelnen Species der Asterocheriden nicht so strict 
auf bestimmte Species von Wirthen angewiesen sind. Die Asterocheriden können daher nach 

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 25 



JQ4 Zur Anatomie und Morphologie. 

der Art ihrer Ernährung nicht eine übergrosse Zahl von Jungen produciren, und das ist für 
das Fortbestehen ihrer Species auch nicht unbedingt nöthig, weil eine grosse Zahl der produ- 
cirten Jungen die Bedingungen zur Fortentwicklung finden. 



t. Genitalorgane der Männchen. 

Der Hoden liegt an derselben Stelle wie das Ovarium, reicht also bei den Asterocherinae 
weiter nach hinten als bei den Dyspontiinae (T 11 F 22 — 24, 26, 27 T). Ein anderer dem 
Bau des Ovariums entsprechender Unterschied zwischen den beiden Subfamilien besteht auch 
darin, dass der Hoden der Dyspontiinae durchaus unpaarig ist, während er sich bei den meisten 
Asterocherinae hinten in zwei Zipfel spaltet. 

Bei Collocheres (T 11 F 22, 36 — 38), Acontiophorus (F 27), Dermatomyzon (F 24) enthalten 
diese beiden Zipfel die Keimzellen (TU F 22, 36 _Kz); nach vorne vereinigen sie sich, und in 
diesem unpaarigen Theil des Hodens, der auch auf Schnitten keine Zweitheilung erkennen 
lässt, sind reife Spermatozoon angehäuft; sie haben bereits dieselbe Form wie in den Vasa 
deferentia (T 11 F 22, 37 Sz). Vorn spaltet sich der Hoden in die beiden Vasa deferentia (vd), 
die, zunächst lateroventral gerichtet, sich um den Darm legen, dann nach hinten umbiegen 
und in fast geradem Verlauf zum Genitalsegment ziehen; ihr latero-ventral gerichteter Theil 
ist bei Collocheres (F 22) und Acontiophorus länger als bei Dermatomyzon. Kurz nach der Spaltung 
des Hodens sind die Vasa deferentia meistens dünn; bald aber schwellen sie an und werden 
von einem dicken Epithel (F 22, 38 Cep) ausgekleidet, dessen grosse und zahlreiche Kerne 
diesen Abschnitt der Vasa deferentia auch an Totopräparaten von dem folgenden, an Kernen 
armen Abschnitt unterscheiden lassen; dieses Epithel sondert den Spermatophorenkitt ab, der 
den axialen Theil des folgenden Abschnittes der Vasa deferentia, von der Biegung nach 
hinten bis ins letzte Segment des Vorderkörpers, durchzieht (F 36 — 38 Cem); der Raum zwischen 
dem axialen Kittfaden und der Tunica propria ist von Spermatozoon {Sz) ausgefüllt. 

Etwas anders ist der Hoden von Asterocheres gebaut (TU F 26). Er liegt etwas weiter 
vor der hinteren Grenze von Ce r ^ Th 1 als bei jenen Arten und scheint auch in seinem hintersten 
Abschnitt (Kz) unpaarig zu sein. Nach vorn verbreitert er sich und enthält im vorderen Theile 
fertige Spermatozoon (Sz), die sich hier anhäufen, weil der Anfangstheil der Vasa deferentia eng 
ist. Letztere gehen von der Ventralseite des vorderen Hodenabschnittes ab und ziehen ventral 
vom Hoden nach hinten bis in die Nähe des Segmentrandes; das rechte und linke V. d. liegen 
nahe bei einander. Nach hinten zu werden sie allmählich dicker, und ihr Epithel gewinnt 
das drüsige Aussehen, durch welches es besonders in dem folgendem Abschnitt der V. d. aus- 
gezeichnet ist {Cep). Nicht weit vor dem Hinterrande des Segmentes nämlich biegen die V. d. 



Genitalorgane der Männchen. 195 

scharf um und ziehen nach vorne, um sich dann wiederum scharf nach hinten und ein wenig- 
lateral zu wenden; bei der letzten Biegung verliert sich das drüsige Epithel, und die Samen- 
leiter sind bis an die Grenze zwischen Th 2 und 3 mit Kitt und Spermatozoen gefüllt; von 
da ab werden sie eng. Die grosse Schleife, die die V. deferentia in Ce ~ Th 1 machen, und 
die auch bei Männchen anderer Familien sich findet, scheint ausser bei Asterocheres bei den 
Arten unserer Familie nicht vorzukommen. 

Sogenannte Spermatophorenanlageu (Gruber), d. h. eine abgeschnürte Anhäufung von 
Kitt und Sperma in jedem Vas deferens, die den stets vorräthigen Ersatz für die bei der 
Copulation abgegebenen beiden Spermatophoren bildet, finden sich bei den Asterocherinae 
nicht oder höchstens andeutungsweise; vielmehr geht der drüsige Theil der Vasa deferentia 
unmerklich in ihren mittleren, das Material zur Füllung der Spermatophoren enthaltenden 
Theil über, und dieser wiederum verengert sich ganz allmählich zu dem hinteren ausführenden 
Abschnitt. 

Die männlichen Organe der Dyspontiinae sind in mehrfacher Hinsicht von denen der 
Asterocherinae verschieden, wenigstens gilt das für die Arten von Dyspontius und Cryptopontius 
(T 11 F 23), bei denen ich sie näher untersuchen konnte. 

Die Unterschiede bestehen besonders darin, dass der Hoden vom Hinterrande des 
1. Rumpfsegmentes weiter entfernt liegt als bei den Asterocherinae, und dass die Vertheilung 
der Zellen im Hoden, ferner die Form und Lage der vorderen Abschnitte der Vasa deferentia 
anders ist. Der Hoden ist ein seitlich zusammengedrückter, auf dem Darm liegender 
Körper, dessen Länge individuell variirt; bei jungen Männchen, wo er noch wenig in Anspruch 
genommen ist, endigt er vorne gegenüber dem Zwischenraum zwischen den Ansatzstellen der 
1. und 2. Maxille; bei alten Männchen fand ich ihn zu einem kleinen Klümpchen zusammen- 
geschrumpft. 

Die Keimzellen liegen im vorderen und dorsalen Theile des Hodens (F 23 Kz) ; seinen 
hinteren und ventralen Theil erfüllen reife Spermatozoen (Sz). Von letzterem gehen die 
Vasa deferentia ab; entweder gabelt sich der Hoden hinten direct in die Samenleiter, oder 
diese entspringen von seiner Ventralfiäche nahe am hinteren Ende. Diese Verhältnisse sind 
also denen der Asterocherinae nahezu entgegengesetzt. 

Der vorderste Abschnitt der Vasa deferentia ist dünn, relativ lang und posterolateral 
gerichtet. Er geht, plötzlich sich verdickend, in den drüsigen Abschnitt (Cep) über, indem er 
zugleich in kurzer Krümmung sich ventral, vorwärts und dorso-medianwärts wendet; in der 
letzten Wendung beginnt bereits die Spermatophorenanlage (Sppha), welche aus der medianen 
Richtung nach hinten umbiegt und etwa am hinteren Rande von Th 1 endigt; von da an 
sind die Samenleiter wiederum eng. Der drüsige Theil (Cep) legt sich wie eine Kappe dicht 
auf die äussere und ventrale Fläche der Spermatophorenanlage und senkt sich, bei Dyspontius 
noch tiefer als bei Cryptopontius, in die Pleuren des Kopfes hinab. 

Soweit ich nach meinem dürftigen Material urtheilen kann, sind die Hoden der übrigen 
Dyspontiinae ähnlich wie bei den genannten Genera gebaut. Myzopontius weicht insofern ab, 

25* 



jQß Zur Anatomie und Morphologie. 

als das mediane Darmcöcum den Hoden, ebenso wie das Ovarium, nach hinten gedrängt hat, 
sodass er fast an den Hinterrand von Ce ~ Th 1 reicht; auch scheinen die Spermatophoren- 
anlagen minder scharf abgesetzt zu sein und der Mediane näher zu liegen. 

Die Spermatozoon haben bei den Asterocherinae die Form einer leicht gebogenen 
Wurst oder Spindel, bei den Dyspontiinae sind sie scheibenförmig. 

Die männlichen Geschlechtsöffnungen liegen stets auf der Ventralfläche des Genital- 
segmentes. Die Schlitze, durch welche die Spermatophoren austreten, beginnen zuweilen nahe 
am vorderen Segmentrande (Dermatomyzon T 5 F 3, Acontiophorus T 4 F 40), öfters etwa in 
der Mitte zwischen demselben und der Segmentmitte (Scottocheres T 4 F 24, Collocheres T 3 
F 31, 45, Dyspontiinae T 6 F 5, 24, 37 etc.), seltener nicht weit vor der Segmentmitte (Astero- 
cheres T 2 F 15, 23) und sogar hinter derselben (Bhynchomyzon T 5 F 45); dann ziehen sie 
in einem mehr oder minder convexen Bogen nach den postero-lateralen Segmentecken. Die 
vorderen Ecken der beiden Schlitze liegen bei Asterocheres (T 2 F 15, 23) einander sehr nahe, 
bei einigen Arten fast bis zur Berührung; meist aber sind sie von einander abgerückt, am 
weitesten bei Collocheres (T 3 F 31) und Bhynchomyzon (T 5 F 45). Die Mündungen sind ähnlich 
wie die Legeöffnungen der Weibchen gebaut, nur breiter und von einer grösseren, meistens 
musch eiförmigen äusseren Lippe überdeckt; bei Bh,, wenigstens bei purpurocinctum (T 5 F 45), 
wo die Oeffnungen am weitesten in den postero-lateralen Winkel des Segmentes geschoben 
sind, sind diese Deckel schmaler und kürzer als bei den übrigen Arten. 

Der freie (postero-mediale) Rand des Genitaldeckels (T 11 F 30 lab. a) passt auf die 
leistenförmige innere Lippe (lab. p), welche die spaltförmige Oeffnung auf der postero-medialen 
Seite einfasst; der gegenüberliegende (antero-laterale) Deckelrand ist durch eine zarte Chitin- 
haut (art) mit der Bauchwand des Segmentes verbunden. An der antero-medialen Ecke des 
Deckels befindet sich ein Gelenkknopf (gkn); in seiner Nähe ist die Gelenkhaut schmal, und 
sie verbreitert sich nach der postero-lateralen Ecke des Deckels zu; ferner inserirt das Muskel- 
bündel (lev. I. a), welches den Deckel bewegt, an der postero-lateralen Hälfte seines antero- 
lateralen Randes, und so glaube ich, dass die Oeffnungsspalte zum Austritt der Spermatophore 
weniger durch ein Aufrichten des Deckels erweitert wird, als vielmehr dadurch, dass der 
Muskel den Deckel um seinen vorderen Gelenkknopf als Mittelpunkt einen Kreisbogen be- 
schreiben lässt und ihn so von der Oeffnung zurückzieht. 

Am hinteren und äusseren Rande der postero-lateralen Ecke der Deckel sitzen Borsten, 
eine äussere und zwei (Dyspontiinae T 6 F 5, 37; T 7 F 24 etc., Acontiophorus T 4 F 40) 
oder eine (die übrigen Asterocherinae T 2 F 23 etc.) innere; jene ist fein und oft auch kurz, 
gelegentlich aber länger als diese, die bei Acontiophorus, Dystrogus (T 9 F 22) und auch bei 
Bradypontius besonders lang sind. Bei manchen Asterocherinae ist diese Ecke des Deckels 
gezackt, besonders bei Collocheres (T 3 F 31, 45). 



D. Zur Ontogenese. 



xLs sind nur wenige Bemerkungen, die ich über die Entwicklung der Asterocheriden 
machen kann. Ausser durch Spärlichkeit des Materials wird das Studium derselben auch da- 
durch erschwert, dass nicht bloss die älteren Copepodid-Stadien in der Gefangenschaft nicht 
lange leben, was ja aus der Schwierigkeit, sie zu ernähren, erklärlich ist, sondern dass auch 
die Nauplien alsbald absterben. Ich habe die eben ausgeschlüpften Nauplien von Asterocheres 
suberitis und Cancerüla tubulata, mehrfach auch die von Ast. violaceus weiter zu züchten ver- 
sucht, aber sie starben in weniger als 24 Stunden, ohne sich zu häuten. 

Besondere Eigenthümlichkeiten zeigten diese Nauplien nicht. Die von Cancerüla (TU 
F 25) sind 0,2 mm lang. Ihr Auge ist sehr gross; die Entschiedenheit und Schnelligkeit, mit 
der sie nach dem Ausschlüpfen dem Lichte zueilen, ist geringer, als die Grösse des Auges 
erwarten Hesse. Der Mund ist ein kleiner Trichter in der Mitte der Querrinne, die sich 
zwischen den starken Wülsten der Ober- und Unterlippe hinzieht; Mund und After schienen 
geöffnet. Das Auge ist dunkel carminroth, der Darm blass grünblau; um die Körpermitte 
und den After zieht sich je ein Bing von orangefarbenem, netzförmig vertheiltem Pigment. 
An einigen dieser Nauplien, die einen Tag nach dem Ausschlüpfen noch schwache Lebens- 
spuren zeigten, waren die folgenden Gliedmaassen, bis einschliesslich des 2. Fusses, so deut- 
lich angelegt (T 10 F 11), dass sie bei der nächsten Häutung wahrscheinlich sämmtlich zu Tage 
getreten wären, und die Nauplien sich also dabei in das I. Copepodid- Stadium verwandelt 
hätten. Danach wäre anzunehmen, dass Cancerüla nur ein Nauplius- Stadium durchmacht, 
eine Annahme, die jedenfalls nicht auf die übrigen Asterocheriden auszudehnen ist. 

Aeltere Copepodid-Stadien finden sich nicht selten. Um so auffälliger war es, dass 
sich unter den Thieren von Parartotrogus richardi, die ich gelegentlich in grosser Zahl fing, 
solche niemals vorfanden, wie denn auch darunter niemals Männchen anzutreffen waren. 

Das jüngste Copepodid-Stadium, welches ich auffand, ist das III. ; zwischen ihm und dem 
Beifestadium liegen noch 2 weitere Stadien. Mit demselben ist, wie bei allen Podoplea, die 
definitive Theilung des Bumpfes in Vorder- und Hinterrumpf vollzogen; aber der Hinterrumpf 
besteht erst aus 3 Segmenten. Die ersten beiden Segmente tragen jederseits Fussknospen; am 
vordersten sind diese mit Börstchen versehen, am 2. erhalten sie solche öfters erst im folgenden 



^ Q§ Zur Ontogenese. 

Stadium; das erste dieser beiden Segmente ist das Segment des rudimentären (5.) Fusses, das 
2. das Genitalsegment. Zwischen dieses und das hinterste Abdomensegment schiebt sich bei 
allen Asterocheriden bei den nächsten beiden Häutungen (also zum IV. und V. Copepodid- 
Stadium) je ein Segment ein, welches der abgegliederte vordere Abschnitt des hintersten 
Segmentes ist, so dass also die Gliederung des Rumpfes bis hierher nach der CLAus'schen 
Segmentirungsregel vor sich geht. Bei der Häutung zum Reifestadium gliedert sich der 
vordere Abschnitt des letzten Segmentes aber nur bei den Arten ab, die in der Reife 4 ($) 
oder 5 (cf) Segmente haben, wobei zugleich bei den Weibchen das Genitalsegment mit dem 
folgenden Segment verschmilzt. Bei Pteropontius (T 10 F 12 — 15) lässt sich dieser Vorgang 
besonders gut verfolgen, weil hier die 3 vorderen Abdomensegmente sich von den beiden 
hinteren durch ihre Seitenzipfel unterscheiden, und die Segmente daher in den einzelnen 
Stadien sicherer zu homologisiren sind. Bei den Arten aber, die im Reifestadium der Q und 
(5* ein Segment weniger haben, unterbleibt diese letzte Abgliederung, was Claus (1889 ß) be- 
reits für Asterocheres violaceus angiebt, und ich für Acontiophorus scutatus bestätigen kann. 

Der Bau des Abdomens ist fast das einzige äussere Merkmal, in welchem sich die 
3 letzten Copepodid-Stadien vom Reifestadium unterscheiden. Die vorderen Gliedmaassen sind 
schon im III. Stadium ganz ähnlich wie in der Reife gegliedert; das gilt, soweit ich gesehen, 
sogar von den vorderen Antennen der 2, wenn deren Glieder auch eine etwas andere rela- 
tive Länge haben als in der Reife; auch der Aesthetask an einem der Endglieder ist vor- 
handen und lässt, zusammen mit dem Sipho, die Copepodide der Asterocheriden von denen 
anderer litoralen Copepoden unterscheiden. Der Sipho hat dieselbe relative Länge wie in der 
Reife, selbst bei Acontiophorus scutatus schon im III. Copepodid-Stadium. 

Nur die Ruderfüsse erhalten ihre definitive Gliederung erst im letzten (V.) Copepodid- 
Stadium; in den beiden vorhergehenden Stadien sind die beiden distalen Glieder der Aussen- 
und Innenäste sämmtlicher Fusspaare noch nicht getrennt, und im III. Stadium sind die 
Glieder der Aeste des 4. Fusses überhaupt noch nicht von einander gesondert. Die Entwick- 
lung der Segmentirung des Abdomens und der Gliederung der Ruderfüsse in den 3 letzten 
Copepodid-Stadien ist also, abgesehen von der zuweilen unterbleibenden Sonderung von Ab 4 
und 5, genau dieselbe wie Claus (1. c. oben p. 48) sie für Cyclops beschrieben hat. 



E. Biologisches und Faunistisches ; Sammeln» 

Wie die breiten, mit Hakenzähnen besetzten Mandibelladen die Pontelliden als Räuber ver- 
rathen würden, auch wenn man in ihrem Darm nicht die Chitinreste anderer Entomostraken fände, 
so sind der Sipho der Asterocheriden und die darin liegenden Mandibelstilete ein Beweis dafür, 
dass die Arten dieser Familie ihre Nahrung durch Anstechen anderer Organismen und durch 
Saugen von deren Säften gewinnen. Zugleich aber entnimmt man aus ihren wohlentwickelten 
Schwimmfüssen und aus der Schnelligkeit, mit der sie das Wasser durcheilen können, dass 
sie leicht im Stande sind, ihr Opfer zu verlassen und ein neues zu suchen. Die Ernährungs- 
weise der A. hat also eine grosse Aehnlichkeit mit derjenigen so mancher Insekten, die eine 
rein parasitische Ernährung mit einer hoch entwickelten Locomotionsfähigkeit verbinden. 

Wenn man nun aber weiter fragt, aus welchen Thieren oder Pflanzen die A. ihre 
Nahrung saugen, so ist es eben ihre Fähigkeit des raschen Ortswechsels, die eine Beant- 
wortung dieser Frage durch die directe Beobachtung von vornherein unwahrscheinlich macht. 
Denn es leuchtet ein, dass Thiere, die sich Beunruhigungen leicht durch die Flucht ent- 
ziehen können, dies auch bei den Belästigungen thun werden, denen sie während des Dredgens 
ihrer Wirthe ausgesetzt werden müssen. Wenn man das Dredgematerial durchsucht, wird 
man kaum erwarten können, die A. noch an ihren geschüttelten, gepressten, umhergeworfenen 
Wirthen vorzufinden. Man müsste die als Wirthe verdächtigen Thiere einzeln und behutsam 
dem Meere entnehmen, um ihre Asterocheriden feststellen zu können. 

So kann ich nur von 4 unter den bei Neapel gefundenen Arten die Wirthe mit Sicher- 
heit angeben. Wie Claus bei Triest traf ich Asterocheres violaceus und minutus auf Strongylo- 
centrotus lividus an. Ungefähr die Hälfte der untersuchten Seeigel beherbergte diese Parasiten, 
und zwar beide Arten zugleich. Ausserdem lebt A. violaceus bei Neapel noch auf Sphaerechinus 
granularis und Echinus microtuberculatus (von Sph. gr. ebenfalls ungefähr auf der Hälfte der 
untersuchten Exemplare, von E. m. auf einem grösseren Theil), und A. minutus auf Sphaerechinus 
granularis. Auf anderen Seeigeln fand ich keine Asterocheriden. Der p. 1 erwähnte Unter- 
schied in der Intensität der Färbung von A. violaceus entspricht insofern der Färbung der 
Wirthe, als die Bewohner des dunkeln St. I. kräftiger gefärbt sind als die des schmutzig- 
grünen Ech. m. und des violetten, zuweilen fast weissen Sph. gr. Ich bemerke noch, dass Sph. 



200 Biologisches und Faunistisches ; Sammeln. 

gr anularis auch einen Lichomolgiden beherbergt; ich fand ihn auf fast allen durchsuchten Exem- 
plaren dieses Seeigels. — Im April 1884 und im Mai 1886 entdeckte Dr. Lo Bianco zwei Exem- 
plare von Suberites domuncula (bläuliche und rothe Varietät), deren Oberfläche von Copepoden 
wimmelte. Die Parasiten, Asterocheres suberitis, sassen über den ganzen Schwamm verstreut, 
besonders dicht aber in der Nähe des Osculum und innerhalb desselben bis etwa 5 mm vom 
Rande; weiter im Innern des Schwammes und in der Wohnröhre des Paguriden waren keine 
Copepoden zu finden. Obwohl ich seither viele hunderte von Suberites auf Ast. suberitis unter- 
suchte, hat sich der Fund doch nicht wiederholt. — Endlich fand ich die Beobachtung früherer 
Autoren, dass Amphiura squamata der Wirth von Cancerilla tubulata ist, bestätigt. Der Parasit 
ist indessen bei Neapel ungemein selten; ich habe tausende von Amphiuren unter Augen 
gehabt, ohne dass zu dem von Herrn P. Sladen im Jahre 1879 gefundenen Exemplar mehr 
als 2 hinzugekommen wären. 

Um weitere Wirthe von Asterocheriden ausfindig zu machen, habe ich gedredgte Exem- 
plare vieler Arten von Echinodermen, Schwämmen, Ascidien isolirt abgespült; aber wenn ich 
auch in vereinzelten Fällen Myzopontius pungens durch Abspülen von Stichopus regalis, Collocheres 
gracilicauda von Leptoclinum maculosum, Asterocheres boecki von Holothuria forskali erhielt, so bin 
ich doch keineswegs sicher, dass zwischen diesen Thieren regelmässige Beziehungen bestehen. 
Ziemlich wahrscheinlich ist mir aber geworden, dass Ophioglypha lacertosa der oder wenigstens 
ein Wirth von Parartotrogus richardi ist; ich fand P. zwar niemals auf O. lacertosa sitzend, 
aber mit grosser Regelmässigkeit in dem Dredgematerial, welches die Ophiure enthielt, um so 
häufiger, je häufiger diese darin vertreten war. 

Ich stelle diese Beobachtungen mit den von anderen Autoren über Wirthe gemachten 
in nebenstehender Tabelle zusammen. 

Aus der Tabelle geht hervor, dass für den weitaus grössten Theil der Asterocheriden 
Angaben über Wirthe ganz fehlen, und dass ein Theil der wenigen Angaben, die vorliegen, 
unsicher ist. Unter den bekannten Wirthen herrschen Schwämme und Echinodermen vor; 
doch wurden Asterocheriden auch in Ascidien und in je einem Fall auf einer pelagischen 
Alge und auf einer Nacktschnecke angetroffen. In einigen Fällen wurde derselbe Parasit auf 
verschiedenen Wirthen gefunden, so mehrere Arten von Asterocheres und Collocheres gracilicauda. 
Dass Asterocheres violaceus auf 3, A. minutus auf 2 verschiedenen Arten von Seeigeln normaler 
Weise schmarotzt, ist sicher und ist nicht auffallend, da die Wirthe nahe mit einander verwandt 
sind; so mag auch Ast. siphonatus in zwei verschiedenen Arten einfacher Ascidien leben. Ob 
aber Ast. lilljeborgi und echinicola im Stande sind, ihre Nahrung je aus Echinodermen oder 
Schwämmen zu saugen, und ob Collocheres gracilicauda sogar ebenso gut vom Safte einer flot- 
tirenden Alge, wie von dem von Comatula leben kann, mag zunächst bedenklich erscheinen, 
weil die Species der parasitischen Copepoden sonst an einen oder an wenige einander nahe- 
stehende Wirthe gebunden sind, und selbst die Species einer Familie auf verwandten Wirthen 
zu schmarotzen pflegen. Von vorneherein physiologisch unmöglich ist es aber doch nicht, dass 
es omnivore Parasiten giebt, wenn sie nur locomotionsfähig genug sind, um ihre Wirthe zu 



Biologisches und Faunistisches; Sammeln. 



201 



Asterocheriden 


Wirth 


Autor 


Aslerocheres lilljeborgi 


Echinaster sanguinolentus 




Koeck 






Spongie 




Brady 


» 


echinicola 


Echinus esculenius 
Spongien 




Norman 
Th. Scott 


» 


suberitis 


Suberites domuncula 




Giesbrecht 


» 


boechi 


Chalina oculata 




Th. Scott 


» 


siphonatus 


Ascidia parallelogramma 
Phattusia virginea 


• 


Thorell 
AurivilHus 


» 


violaceus 


Strongylocentrotus lividus 
Strongylocent' otus lividus, Sphae) 

Echinus microtuberculatus 
? Ophioglypha, ? Ophiothrix 


•echinus granularis, 


Claus 

Giesbrecht 
A. Scott 


» 


minutus 


Strongylocentrotus lividus 




Claus 






Strongylocentrotus lividus, Sphaerechinus granularis 


Giesbrecht 


» 


renaudi 


Reniera sp. 




Canu 


Collocheres 


gracilicauda 


Comatula mediterranea 
FlottiTende gelatinöse Alge 




Rosoll 
Canu 


Scottomyzon gibberum 


Asterias rubens 




j Th. & A. Scott 
(Th. Scott 


Dyspontius 


striatus 


Kleine einfache Ascidien 




Canu 


Artotrogus 


orbicularis 


Doris sp. 




Boeck 


Parartotrogus richardi 


? Ophioglypha lacertosa 




Giesbrecht 


Cancerilla 


tubulata 


Amphiura squamata 




Giard, Canu, Giesbrecht 






? Ophiocoma nigra, ? Ophiothrix 


fragilis 


Thompson 



wechseln, und ihr Saugapparat im Stande ist, die Haut verschiedenartiger Wirthe anzubohren 
und ihren Leibessaft aufzunehmen. Rosoll sah Collocheres gracilicauda auf den Armen von 
Comatula umherklettern, was doch ein so schwimmfertiger Parasit kaum thun wird, wenn er 
nur vom Safte einer Alge leben könnte, und Canu fand dies Thier so fest an eine Alge ge- 
klammert, dass es selbst in Alkohol nicht von ihr abliess, was wiederum für einen ausschliess- 
lichen Parasiten der Comatula sehr auffällig wäre. Diese Beobachtungen legen also die An- 
nahme nahe, dass es unter den Asterocheriden Arten giebt, die vom Safte ganz verschieden- 
artiger Wirthe leben können; nur von einer Species, Cancerilla tubulata, lässt sich mit einiger 
Sicherheit annehmen, dass sie auf einen einzigen Wirth beschränkt ist. 

Wie eben erwähnt, kommt es vor, dass schwimmfähige Asterocheriden aus irgend einem 
Grunde den Wirth, an dem sie gerade sitzen, nicht verlassen mögen. Wie Collocheres gracili- 
cauda nicht von der Comatula und noch weniger von der Alge abliess, so war auch Asterocheres 
suberitis auf ihrem Schwämme geblieben, obwohl derselbe die Dredgeoperation durchgemacht 



Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 



26 



202 Biologisches und Faunistisches; Sammeln. 

hatte. Leichter geneigt sind Asterocheres violaceus und minulus, ihre Wirthe zu verlassen; und 
wenn ich oben angab, dass ich etwa an der Hälfte der Seeigel diese Gäste vorfand, so war 
vielleicht die andere Hälfte ebenfalls inficirt gewesen, aber beim Fischen der Seeigel verlassen 
worden; denn man braucht diese nicht sehr kräftig im Wasser zu schütteln, um sie von allen 
Asterocheres zu befreien. Nur das Weibchen von Cancerilla tubulata ist an seinen Wirth ge- 
fesselt, da es nicht schwimmen kann. Es hält sich an die Basis eines Armes von Amphiura 
squamata geklammert (T 10 F 3), das Vorderende gegen den Mund gerichtet; dabei sind die 
Endhaken der Klamm ergliedmaassen, besonders der hinteren Antennen, in die Haut des Wirthes 
versenkt. Ich versuchte die Thiere durch Drücken und Stechen zum Ortswechsel zu bewegen; 
aber die einzige Wirkung davon War, dass sie die hinteren Maxillen und Maxillipeden abhoben 
und mit dem Rumpfe einige träge Bewegungen machten; doch rückte eines der Thiere einmal 
ohne wahrnehmbare Ursache ein Stück an dem Amphiurenarm herab. Giard und Canu fanden 
die reifen Q. in derselben Lage auf Amphiura angeheftet; Giard bemerkt auch, dass die jungen 
Thiere sich am Ende der Arme anklammern, und während des Wachsthums allmählich nach 
der endgiltigen Stelle vorrücken. Wie bei Neapel, ist Cancerilla nach Giard und Canu auch 
bei Wimereux selten, häufiger bei Concarneau; bei Fecamp dagegen fand Giard unter je 10 Am- 
phiuren eine mit Cancerilla behaftet, ja zuweilen 2 oder 3 eiertragende Weibchen auf dem- 
selben Wirthe. 

Da, abgesehen von diesen Fällen, das Absuchen bestimmter Wirthe keinen Erfolg hatte, 
so sammelte ich mein Material an Asterocheriden auf folgende Weise 1 ). Die einzelnen Stücke 
des gedredgten Materials wurden möglichst bald nach dem Fange über einem groben (Maschen- 
weite ca. 1 cm) Siebe abgeschüttelt; das Sieb befand sich in einem Gefäss, das nahe bis an 
den Rand des Siebes mit Wasser gefüllt war, und zwar mit demselben Wasser, in welches 
das Dredgematerial sogleich nach dem Fange gelegt worden war. In ähnlicher Weise siebte 
ich Alles, was das grobe Sieb passirt hatte, nochmals durch ein feineres Sieb von 2 — 3 mm 
Maschenweite und zwar in kleinen Portionen. Was hierbei durchging, wurde dann mit dem 
Wasser in einen Beutel aus dichter Seidengaze gegossen und dieser mit seinem Inhalt solange in 
immer wieder erneuertem Wasser geschwenkt, bis dieses sich nicht mehr trübte. Dann wurde 
die im Beutel zurückgebliebene Masse in flache Glasschalen gethan, mit Wasser bedeckt und durch 
kreisende Bewegung des Wassers in der Mitte der Schalen zusammengeschwemmt. Sehr bald 
beginnen die Asterocheriden mit anderen Crustaceen, Schnecken, Würmern etc. sich am 
Schalenrande, besonders an der dem Lichte zugewendeten und der von ihr abgewen- 
deten Seite, zu sammeln; es können aber Tage vergehen, ehe die letzten aus dem Detritus 
hervorkommen. Man saugt nun mit einer geräumigen Pipette das Wasser an jenen beiden 
Stellen der Schale ein, kräftig, aber ohne die Schale unnöthig zu erschüttern, weil gerade die 
Asterocheriden bei Erschütterungen wieder in den Detritus zu flüchten pflegen. Unter der 



1) Vgl. G. W. Müller, Die Ostracoden des Golfes von Neapel, in: Fauna Flora Golf. Neapel 21. Mono- 
graphie 1894 p. 1 ff. 



Biologisches und Faunistisches; Sammeln. 203 

Lupe wird man nach einiger Uebung die Asterocheriden leicht und schnell unter den übrigen 
aufgesogenen Thieren herausfinden. 

Am frühesten kommt Parartotrogus aus dem Detritus hervor und eilt an die Lichtseite 
der Schale; die meisten P. finden sich schon nach einer halben Stunde hier ein; nach einer 
Stunde ist kaum noch ein P. zurückgeblieben. Andere Arten, wie z. B. Cryptopontius, warten 
oft bis zum 2. oder 3. Tage. 

Am ergiebigsten ist ein Dredge-Material, welches viele Schwämme und Echinodermen 
enthält; aber was man darin von Asterocheriden findet, ist doch wahrscheinlich nur ein ver- 
hältnissmässig geringer Rest der Asterocheriden, die auf den gedredgten Thieren im Meere 
lebten; der grösste Theil von ihnen dürfte während des Dredgens entwischen. So erklärt es 
sich auch, warum ich von so vielen Arten der Asterocheriden nur sehr wenige Exemplare 
finden konnte, und so ist anzunehmen, dass bei Neapel noch manche Art lebt, die ich über- 
haupt nicht auffand. 

Die meisten Asterocheriden th eilen mit anderen litoralen Copepoden die Eigentümlich- 
keit, dass sie lange Zeit am Boden des Gefässes liegen, ohne sich zu bewegen; dann fahren 
sie plötzlich auf, schwimmen eine Weile umher und lassen sich wieder fallen. Wie kräftig 
die Schwimmbewegungen sind, bewies einmal ein Cryptopontius thorelli Q, das über den 
Rand eines Uhrglases hinweg auf den Tisch sprang. Einige Arten jedoch sieht man fast ohne 
Unterbrechung schwimmen; so gleitet Collocheres gracilicauda mit schneller, ganz gleichmässiger 
Bewegung durchs Wasser, nur ab und zu ganz unvermuthet die Richtung ändernd. 

Weitaus die meisten Asterocheriden sind litoral. Collocheres gracilicauda bildet durch 
sein Vorkommen auf einer flottirenden Alge den U ebergang zur pelagischen oder, wenn man 
will, pseudopelagischen Lebensweise. Ratania flava wurde ausschliesslich mit dem pelagischen 
Netz, wenn auch unfern der Küste, gefangen; Pontoeciella dbyssicola endlich wurde, ausser im 
Golf von Neapel, nur im hohen Meere gefischt; einmal sicher in einer Tiefe von 1000 m, 
andere Male in einer zweifelhaften Tiefe von vielleicht 700 — 1800 m, einmal auch in der 
Nähe der Oberfläche. 

Ueber die geographische Verbreitung der Asterocheriden lässt sich für jetzt noch 
wenig sagen; denn es giebt bisher nur zwei Regionen, deren Asterocheriden-Fauna, wenn auch 
sicherlich noch nicht vollständig bekannt, doch wenigstens Gegenstand specieller Nach- 
forschung gewesen ist. Das sind einmal die Britische Region, d. h. die Küsten von Schott- 
land, England, Irland und Nord- Frankreich , deren Arten von Brady, Canu und besonders 
von Th. und A. Scott beschrieben wurden, und ferner die Mittelmeer-Region, nämlich die 
nördliche Adria, deren Arten Claus bearbeitete, und der Golf von Neapel. Ausserdem sind 
ganz vereinzelte Funde nur von einigen Punkten Norwegens, dem Karischen Meer, von Neu- 
seeland und dem tropischen Theil des Atlantischen und Pacifischen Oceans zu verzeichnen. 
Die nördlichste unter den bisher beschriebenen xirten, von Spitzbergen, ist leider nicht ganz 
sicher; und nicht minder ist zu bedauern, dass die Neuseeländischen Arten nicht ausreichend 
genau beschrieben sind, um ein zuverlässiges chorologisches Material abzugeben. 

26* 



204 Biologisches und Faunistisches; Sammeln. 

Die Zahl der bisher bekannten und ausreichend beschriebenen Species ist 46; davon 
gehören folgende 12 der Britischen Region an: Asterocheres lilljeborgi (auch im Farsund), ecki- 
nicola (bis zu den Shetland-Inseln), simulans, kervillei, canui, renaudi, Collocheres elegans, Scotto- 
myzon gibberum, Neopontius angularis, Cribropontius normani, Bradypontius magniceps, Artotrogus 
orbikularis (auch im Farsund und im Karischen Meere); folgende 20 sind Mittelmeer- Arten: 
Asterocheres suberitis, dentatus, minutus, Rhynchomyzon falco, Collocheres canui, Scottocheres longi- 
furca, Ratania flava, Pöntoeciella abyssicola (auch im tropischen Theil des Atlantischen und 
Pacifischen Oceans), Myzopontius pungens, Sestropontius bullifer, Bradypontius chelifer, siphonatus, 
Cryptopontius thorelli, tenuis, capitalis, brevifurcatns, Dyspontius Jringilla, passer, Pteropontius cri- 
status, Dystrogus gladiator; folgende 13 Arten sind beiden Regionen gemeinsam: Asterocheres 
boecki, parvns, stimidans, violaceus, Dermatomyzon nigripes (vielleicht auch bei Spitzbergen), 
Rhynchomyzon purpurocinctum, Collocheres gracilicauda, Scottocheres elongatus, Acontiophorus scutatus, 
ornatus, Dyspontius striatus (auch bei Christineberg), Parartotrogus richardi, Cancerilla tubulata 
(auch bei Bohuslän); endlich wurde eine Art, Asterocheres siphonatus, bisher nur bei Bohuslän 
gefunden. 

Die Asterocheriden gehören zur Microfauna des marinen Litorals, und das erklärt 
die Dürftigkeit der chorologischen Daten, die über sie vorliegen. Kein Theil der marinen 
Fauna ist so vernachlässigt; unsere Kenntnisse von der Microfauna der Küsten aussereuro- 
päischer Meere sind kaum der Rede werth. Expeditionen und einzelne Reisende, die an den 
Meeresküsten fischten, beschränkten sich auf das Sammeln grösserer Thiere und conservirten 
höchstens einen Theil des Dredge-Materials, aus dem diese ausgesucht waren, im Ganzen. 
Aus derartig conservirtem Material aber später kleine Thiere herauszufinden, ist sehr mühe- 
voll und in vielen Fällen einfach unmöglich. Es ist durchaus erforderlich, die kleinen und 
kleinsten Küstenthiere noch lebend aus den Pflanzen, dem Sande, dem Schlamme, dem 
Detritus, Avorin sie leben, zu isoliren, nicht bloss die zarteren Würmer, Cölenteraten, Mol- 
lusken etc., sondern auch die derberen Krebse. Die oben angeführte Methode, diese Thiere 
zu sammeln, die ich von G. W. Müller überkam, würde, je nach dem Object modificirt, ein 
ungeahnt reiches Material zum Studium der litoralen Microfauna zusammenbringen, und nicht 
bloss zu faunistischem Studium. Ich war jedesmal von Neuem überrascht über die unge- 
heuere Menge von Thieren, die aus dem Detritushügel in der Mitte der Glasschalen nach 
den Rändern schwammen und krochen, ohne dass vorher etwas von ihnen wahrzunehmen 
gewesen war. 



F. Literatur liste 1 ). 



Auri'VilliUS, C. W. S., 1882. [Ascomyzon lilljeborgi Thor.] 

Boeck, Axel, 1859. Tvende nye parasitiske Kiebsdyr, Artotrogus orbicularis og Asteroclieres lilljeborgi. 

in: Forh. Vid. Selsk. Christiania 12 pp. 2 Taf. 
Boume, G. C, 1890 ß. Report of a tiawling cruise in H. M. S. »Research« off the south-west coast of Ire- 

land. in: Journ. Mar. Biol. Assoc. (2) Vol. 1 p. 306 — 327. [Gefunden Artotrogus boecki Brady.] 
Brady, G. St., 1872. [Cyclopieera lata.} 
• , 1878, 1880a. [Cyclopieera nigripes, lata, gracilicauda, Artotrogus boecki, magnieeps, normani, lilljeborgi, 

Dyspontius striatus, Acontiophorus scutatus, armatus.} 
Biady, G. St., & D. RobertSOD, 1873. [Ascomyzon lilljeborgi, Asterocheres lilljeborgi, Solenostoma scutatum.] 

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CanU, E., 1891. [Vorläufige Diagnosen.] 

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p. 257 Diagnose der Familie ; Beschreibung und Synonymie von Dermatomyzon elegans, Asterocheres renaudi, lilljeborgi. 
Artotrogus normani, Dyspontius striatus, Acontiophorus striatus, Cancerilla tubulata.} 

, 1893. Notes de biologie marine, fauniques ou ethologiques. I. Un Copepode ascomyzontide sur 



une algue pelagique. in: Ann. Stat. Aquicole Boulogne-sur-mer Vol. 1 p. 100 — 107 T 6, 7. [Collocheres 
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ville dans la region de Granville et aux iles Chausey (Manche), in : Bull. Soc. Amis Sc. N. Rouen 
1. Sem. p. 127 — 138. [Acontiophorus scutatus.} 

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ClailS, C, 1875 a. [Systematische Stellung der Familie.] 
, 1887. [Leber den Sipho p. 295.] 

, 1889 ß. [Systematische Stellung der Familie; Revision der Genera und Arten; Synonymie; Beschreibung von 

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Dalyell, J. Gr., 1851. The powers of the creator displayed in the creation ; or, observations on life amidst 

the various forms of the humbler tribes of animated nature; with practical comments and illustrations. 

Vol. 1. London. [p. 223 Beschreibung von Cancerilla tubulata.} 
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in: Compt. Rend. Acad. Paris Tome 104 p. 1189—1192. 
Giesbrecht, W., 1892. Systematik und Faunistik der Pelagischen Copepoden des Golfes von Neapel, in: 

Fauna Flora Golf. Neapel 19. Monographie 831 pp. 54 Taf. [Ratania flava.} 

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Diagnosis, Synonymy, and Distribution, in: Ann. Mag. N. H. (6) Vol. 16 p. 173 — 186. 

, 1897. System der Ascomyzontiden, einer semiparasitischen Copepoden-Familie. in: Zool. An- 
zeiger 20. Bd. p. 9—14, 17—24. 

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Hesse, E., 1866. Observations sur des Crustaces rares ou nouveaux des cötes de France. 9. Article. in: 

Ann. Sc. Nat. Paris (5) Tome 6 p. 51—87 T 4. 

, 1867. idem. 12. article. ibid. Tome 7 p. 199—216 T 4. 

, 1872. idem. 19. article. ibid. Tome 15 Art. 2 p. 1—50 T 1, 2. 



1) Abgeschlossen am 1. Juli 1899. Enthält ausschliesslich Arbeiten über Asterocheriden. Die nur mit der 
Jahreszahl angeführten Titel finden sich in Giesbbecht, 1892 p. 810 ff. 



206 Literaturliste. 

RoSSmann, R., 1875. [Systematische Stellung der Familie.] 

, 1877. [üeber den Sipho und die systematische Stellung der Familie.] 

*Kriczagin, . . ., 1873. Materialien zur Fauna des östlichen Ufers des Schwarzen Meeres, in: Mittheil. 

Nat. Ver. Kiew 3. Bd. [Russisch und mir nicht zugänglich; nach Canu 1892 wird darin Isopodius n. beschrieben, 

den Canu zu Cyclopicera Brady zieht.] 
Norman, A. M., 1867. [Dyspontius striatus.] 

, 1868. [Ascomyzon echinicola] 

RoSOll, A., 1888. [Ascomyzon comatulae; systematische Stellung der Familie.] 

Sars, G. O. , 1880 a. Crustacea et Pycnogonida nova in itinere secundo et tertio expeditionis Nor- 

vegicae anno 1877 et 78 collecta. in: Arch. Math. Nat. Kristiania 4. Bd. p. 427 — 476. [Ascomyzon 

thorelli n.] 

, 1886. [Synonymie derselben Species.] 

Scott, A., 1896. Description of new and rare Copepoda. in: Report for 1895 on the Lancashire sea-fisheries 

laboratory at university College, Liverpool, drawn up by W. A. Herdman and A. Scott. Liverpool 75 pp. 

5 Taf. [Dermatomyzon gibberum, Collocheres elegans, Ascomyzon thompsoni] 
Scott, Th., 1892. Additions to the fauna of the Firth of Forth. Part 4. in: 10. Ann. Rep. Fish. Board 

Scotland p. 244 — 272 T 7 — 13. [Cyclopicera gracilicauda, nigripes] 
, 1893a. Additions to the fauna of the Firth of Forth. Part 5. ibid. 11. Rep. p. 197—219 T 2— 5. 

[Cyclopicera purpurocincta, lata, Parartotrogus richardi] 
, 1893 y. Report on Entomostraca from the Gulf of Guinea, collected by John Rattray, B. Sc. 

in: Trans. Linnean Soc. London Vol. 6 p. 1 — 161 Taf. 1 — 15. [? Cyclopicera lata, ? Artotrogus abyssicola.} 
, 1894. Additions to the fauna of the Firth of Forth. Part 6. ibid. 12. Rep. p. 231—271 T 5 — 10. 

[Dermatomyzon gibberum, Acontiophorus elongatus] 
, 1897. The marine fishes and invertebrates of Loch Fyne. ibid. 15. Rep. p. 107 — 174 T 1 — 3. 

[Bradypontius normani etc.] 
, 1898 ß. Some additions to the invertebrate Fauna of Loch Fyne. ibid. 16. Rep. p. 261 — 282 

Taf. 12 — 15. [Asterocheres sp. , ? Ascomyzon simulans, Neopontius angularis, Artotrogus orbicularis, Scottocheres 

elongatus ] 
Scott, Th. & A., 1893. On some new or rare Scottish Entomostraca. in: Ann. Mag. N. H. (6) Vol. 11 

p. 210 — 215 T 7 — 8. [Parartotrogus richardi] 
, 1893 ß. On some new or rare Crustacea from Scotland. ibid. Vol. 12 p. 237—346 T 11 

— 13. [Caligidium vagabundum] 

, 1894. On some new and rare Crustacea from Scotland. ibid. Vol. 13 p. 137 — 149 

T 8, 9. [Dermatomyzon gibberum, Acontiophorus elongatus] 

, 1895a. Notes on some rare fresh water and marine Copepoda from Scotland. in: Ann. 

Scottish N. H. p. 233 — 239 T 4. [Dermatomyzon gibberum.) 

, 1895 ß. On some new and rare British Copepoda. in: Ann. Mag. N. H. (6) Vol. 16 

p. 353 — 362 T 15 — 17. [Dermatomyzon gibberum] 
Thompson, J. C, 1887. [Acontiophorus scutatus] 
, 1888. [Acontiophorus angulatus, Artotrogus normani] 

, 1889 a. [Cyclopicera lata, gracilicauda, Dyspontius striatus] 

, 1893. Revised report on the Copepoda of Liverpool Bay. in: Trans. Liverpool Biol. Soc. Vol. 7 

56 pp. Taf. 15 — 35. [Cyclopicera nigripts, lata, gracilicauda, Artotrogus boecki, magniceps, normani, orbicularis, 

Acontiophorus scutatus] 
, 1895. Recent additions to the Copepoda of Liverpool Bay. ibid. Vol. 9 p. 95 — 103 T 6 — 7. 

[Cancerilla iubulata, Acontiophorus elongatus] 
Thomson, G. M., 1883. On the New Zealand Copepoda. in: Trans. New Zealand Inst. Vol. 15 p. 93—116 

T 5 — 11. [Conostoma ellipticum, Artotrogus boeckii, ovatus, Acontiophorus scutatus] 
Thorell, T., 1859. [p. 75 — 82 T 14. Familie Ascomyzontidae. Beschreibung von Ascomyzon lilljeborgi und Dyspontius 

striatus] 



Tafelerklärung. 



Erklärung der Lettern, 



Aa 


= Glieder der Vorderantennen. 




Ab 


= Segmente des Abdomens. 




add. 


sph = Adductor siphonis. 




Aes 


= Aesthetask. 




Ant 


= Antenne. 




Ap 


= Apodem. 




Ap. \ 


m = intermaxillares Apodem. 




Ap. • 


mx, Ap. mxp, Ap. p 1 = Apodeme der 
Maxille etc. 


zweiten 


art 


= Gelenkhaut. 




B 


= Glieder der Basipoditen (Basalia) der 
maassen. 


Glied- 


Bm 


= Bauchmark. 




Ce 


= Kopfsegment. 




Gern 


= Kitt. 




Cep 


= Kittdrüse. 




chiv 


= Chitinwall. 




Cöl 


= laterale Cöca 1 . »,.,,,, 

,. ~.. \ des Mitteldarmes. 
= medianes UocumJ 




Com 





hintere Dilatatoren des 



Cr = Crista. 

d. oe. a, d. oe. p = vordere 

Oesophagus. 
d. ph. a, d. ph. I, d. ph. p = vordere, laterale, hintere 

Dilatatoren des Pharynx. 
d. ph. a. pr = proximalster Diktator des Pharynx. 
Geh = Gehirn. 
gkn = Gelenkknopf. 
Int = Mitteldarm. 
K% = Keimzellen. 
I = Band. 
lab. a, lab. p = vordere, hintere Lippe der Mündung 

der Oviducte und Vasa deferentia. 
\ev % l = Levator des Oberlippensaumes. 
Li = innere Lamelle der vorderen Maxille. 
Ls = Lippensäume. 
Md = Manbibel. 



Mdr = Mandibelrinne. 
Mds = Mandibelscheide. 
Ms = Muskel. 

Msd = Dorsalmuskeln des Vorderrumpfes. 
Ms.vt= Ventralmuskel des Vorderrumpfes. 
Mx 1, Mx 2 = vordere, hintere Maxille. 
Mxp = Maxilliped. 

n. o. dl, n. o. v = Nerv der dorso-lateralen, des ven- 
tralen Augenbechers. 

= Auge. 

o. dl. a, o. dl. p = vorderer, hinterer dorso- lateraler 

Augenbecher. 
Oe = Oesophagus. 

01 = Oberlippe des Sipho. 

or.rs = Eingang in das Keceptaculum seminis. 

or. spd — Eingang in den Spermaduct. 

Ov = Ovarium. 

o. v = ventraler Augenbecher. 

Ovd = Oviduct. 

P = Fuss, Bein. 

Ph = Pharynx. 

prot. p = Vorwärtszieher der Schwimmfüsse. 

Ee = Glieder der Exopoditen (Aussenäste) der Glied- 

maassen. 
Rec.s= Receptaculum seminis. 
ret.p = Rückwärtszieher der Füsse. 
Ri = Glieder der Endopoditen (Innenäste) der Glied- 



maassen. 



Ro 



= Rostrum. 
rp = Röhrenporus. 
Se — Aussenrandborste. 
Si = Innenrandborste. 
Spd == Spermaduct. 
Sph = Sipho. 

sph. oe = Sphincter oesophagi. 
sph. ph = Spincter pharyngis. 



208 


Tafelerklärung 


Spph= Spermatophore. 




* 


Sppka = Spermatophoren-Anlage. 




Ul 


Sr = Saugröhre. 




vd 


St = Endborste. 




zh 


Sz = Spermatozoen. 




I, II, 


T = Testis. 






Tk = Segmente des Thorax. 




rv = 



= Trichterporus. 

= Unterlippe des Sipho. 

= Vas deferens. 

= Zwillingshärchen. 
I, II, III etc. == Nummern der Muskeln in den Glied- 

maassen. 
r^j = verschmolzen. 



Tafel 1. 



Habitusbilder. 



Fig. 1. Asterocheres violaceus Q p. 1 

» 2. Asterocheres boecki Q p. 1 

» 3. Collocheres gracilicauda Q p. 12 

» 4. Dermatomyzon nigripes Q p. 7 

* 5. Acontiophorus scutatus Q p. 14 

» 6. Myzopontius pungens o* p. 25 

» 7. Cryptopontius brevifurcatus Q p. 30 



vergr 


75 


» 


75 


» 


75 


» 


75 


» 


75 


» 


75 


» 


75 



Fig. 8. Dyspontius fringilla Q p. 33 
» 9. Dyspontius passer Q p. 33 
» 10. Dyspontius striatus Q p. 33 
» 11. Rhyncliomyzon purpurocinctum Q 

p. 10 
» 12. Cryptopontius thorelli Q p. 30 
» 13. Parartotrogus richardi Q p. 40 



rg] 


•. 75 


» 


75 


» 


75 


» 


75 


» 


60 



150 



Tafel 2. 



Asterocheres p. 99. 
Fig. 1 — 17. Asterocheres suberitis Q, cf p. 1, 6, 100. 



Fig. 1. Q dorsal p. 123 

» 2. Q vordere Antenne p. 136 

» 3. <$ distales Stück der vorderen An- 
tenne p. 140, 163 

» 4. Q 1. Fuss p. 151 

» 5. cf 1. Fuss, Endopodit p. 157 

» 6. Q 4. Fuss p. 151 

» 7. Q Abdomen, dorsal p. 125, 189 

» 8. Q 1. Maxille p. 147 

» 9. Q hintere Antenne p. 145, 163 



vergr. 100 I Fig. 10. cT dorsal p. 126 



vergr. 150 



300 

500 
300 
500 
300 
225 
300 
300 



11. O 5. Fuss p. 157 

12. Q? Maxilliped p. 151 

13. Q Kopfghedmaassen und Sipho 

in situ p. 143, 168 

14. Q 2. MaxiUe p. 149 

15. q* Hinterkörper, ventral p. 126, 

157, 196 

16. Q Maxilliped p. 150 

17. Q Mandibel p. 146, 164 



Fig. 18 — 21. Asterocheres echinicola Q. p. 74, 100. 



Fig. 18. 1. Maxille p. 147 
» 19. Dorsal p. 123 



vergr. 300 
» 100 



Fig. 20. Abdomen, dorsal p. 125 
» 21. 5. Fuss p. 157 



» 


300 


» 


500 


» 


150 


» 


300 


» 


225 


» 


300 


» 


500 


vergr 


225 


» 


300 



Fig. 22—31. Asterocheres boeclti 2, cf p. 1, 6, 100. 



Fig. 22. c? dorsal p. 126 
> 23. cf Abdomen, ventral p. 126, 196 
» 24. cf 2. Fuss, Endopodit p. 157 
» 25. 2 5. Fuss p. 157 
» 26. tf vord. Antenne (die Borsten sind 

grösstentheils weggelassen) 

p. 140, 142, 163 



vergr. 


150 


» 


300 


» 


500 


» 


300 


» 


500 



Fig. 27. Q Hinterkörper, dorsal p. 125, 157 vergr. 300 
» 28. Q Kopfghedmaassen und Sipho 

in situ p. 143, 168 » 200 

» 29. $ Mandibel (Palpus) p. 146, 164 » 500 

» 30. $ 4. Fuss p. 151 » 300 

» 31. Q 1. Fuss, Exopodit p. 151 » 300 



Tafelerklärunsr. 



209 



Fig. 32. Hinterkörper p. 125, 157 



Fig. 32—33. Asterocheres parvus Q. p. 1, 100. 
vergr..225 | Fig. 33. Dorsal p. 123 



[ vergr. 100 



Fig. 34—42. Asterocheres violaceus Q, cf P- 1, 6, 101. 



Fig. 34. Q 4. Fuss, Endopodit p. 151 
» 35. cf 1. Fuss, Endopodit p. 157 
» 36. Q 1. Fuss, Exopodit p. 151 
» 37. 9 1. Maxille p. 147 
» 38. (jf Abdomen, ventral p. 126, 196 
» 39. Q 2. Maxille, Endhaken p. 149 



vergr. 300 
* 375 
» 300 
» 300 
» 225 
» 300 



Fig. 40. Q Hinterkörper, dorsal p. 125, 157 vergr. 150 
» 41. (j* distales Stück der vorderen 

Antenne p. 140, 162 » 375 

» 42. Q vordere Antenne (die Borsten 

sind weggelassen) p. 136 » 300 



Fig. 43 — 48. Asterocheres minutus Q, tf p. 1, 6, 101. 



Fig. 43. Q vordere Antenne (die Borsten 

sind weggelassen) p. 136 vergr. 500 

» 44. £ l.Fuss, Exopodit p. 151 » 500 

» 45. 2 Abdomen, dorsal p. 125 » 300 



Fig. 46. Q 5. Fuss p. 157 
» 47. tf dorsal p. 126 
» 48. Q dorsal p. 123 



vergr. 500 
» 100 
» 100 



Fig. 1. Q dorsal p. 123 
» 2. (j 1 vordere Antenne (die Borsten 
sind weggelassen) p. 140, 162 
» 3. Q vordere Antenne (ebenso) p. 136 
» 4. (f Maxilliped p. 151 
» 5. cT Mundtheile und Sipho p. 143, 

168 
» 6. Q Abdomen, dorsal p. 125 



Tafel 3. 

Asterocheres p. 99, Collocheres p. 102, Scottömyzon p. 103. 

Fig. 1 — 14. Asterocheres Stimulans Q, o* p. 1, 6, 101. 
vergr. 100 



375 
300 
500 

200 
300 



Fig. 7. Q 2. Maxille p. 149 vergr. 300 

» 8. c? 3. Fuss, Endopodit p. 157 » 500 

» 9. cf 2. Fuss, Endopodit p. 1 57 » 500 

» 10. cT 1. Fuss p. 157 » 500 

» 11. tf 4. Fuss, Endopodit p. 157 » 500 

» 12. Q Maxilliped p. 150, 165 » 300 

» 13. cJ< dorsal p. 126 » 100 

» 14. Q 1. Maxille p. 147 » 375 



Fig. 15 — 20. Asterocheres dentatus Q p. 1, 100. 



Fig. 15. 1. Maxille p. 147 vergr. 375 
» 16. Hinterkörper, dorsal p. 125, 189 » 225 
» 17. Vordere Antenne (Borsten weg- 
gelassen) p. 136 » 300 



Fig. 18. 


5. Fuss p. 157 


vergr. 300 


» 19. 


Dorsal p. 123 


. 100 


» 20. 


Mandibellade p. 146 


» 500 



Fig. 21—26. Asterocheres lilljeborgi Q p. 73, 99. 



Fig. 21. Hinterkörper, ventral p. 125, 157 



160 


vergr. 150 


22. Dorsal p. 123 


50 


23. 1. Maxille p. 147, 164 


» 200 



Fig. 24. 4. Fuss, Endopodit p. 151 
» 25. Mandibelpalpus p. 146, 164 
» 26. Mandibellade p. 146 



Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Asterocheriden. 



vergr. 300 
» 300 
» 500 



27 



210 



Tafelerklärung. 



Fig. 27— 39. Collocheres canui 9, tf p. 12, 13, 103. 



Fig. 27. Q dorsal p. 123, 158 

* 28. $ Furca, dorsal p. 126 
» 29. $ 5. Fuss p. 157 

* 30. $ 1. Maxille p. 147 

» 31. (jf vorderes Stück des Hinter- 
körpers, ventral p. 157, 196 

* 32. 9 Maxilliped p. 150, 165 



vergr. 150 
» 500 
» 500 

i 500 

» 500 

» 500 



Fig. 33. 9 2. Maxille p. 149 vergr. 500 

» 34. 9 Mandibel p. 146 » 500 

» 35. $ 4. Fuss p. 151 » 500 

> 36. Q hintere Antenne p. 145 » 500 

» 37. 2 1. Fuss p. 151 » 500 

» 38. 9 lateral p. 123, 158, 160 » 150 

» 39. Q vordere Antenne p. 136 » 500 



Fig. 40 — 45. Collocheres gracilicauda 9> tf p. 12, 13, 103. 



Fig. 40. o? vordere Antenne p. 140, 163 vergr. 500 
• 41. 9 5. Fuss p. 157 » 500 

» 42. ö 1 Abdomen, ventral p. 126, 196 » 300 



Fig. 43. 9 Furca, dorsal p. 126 vergr. 500 

» 44. q* 5. Fuss p. 157 » 500 

» 45. q* Glenitalsegment, lateral p. 196 » 500 



\ 


. 46. 


» 


47. 


» 


48. 


» 


49. 


» 


50. 



1. Maxille p. 147 
Vordere Antenne (Borsten weg 

gelassen) p. 136 
Mandibel p. 146 

2. Maxille p. 149, 165 
Hintere Antenne p. 145 



Fig. 46 — 55. Scottomyzon gibberum 9 P- 80, 103. 
vergr. 5C0 



300 
500 
300 
300 



Fig. 51. 4. Fuss p. 151 
» 52. 1. Fuss p. 151 
» 53. Maxilliped p. 146 
» 54. 5. Fuss p. 157 
» 55. Dorsal p. 123 



vergr. 300 
» 300 
» 300 
» 500 
» 100 



Tafel 4. 



Fig. 1. Dorsal p. 123, 182, 188 vergr 
» 2. Vordere Antenne (Borsten sind weg- 
gelassen) p. 136 » 300 
» 3. 1. Fuss p. 151 » 300 
» 4. 4. Fuss p. 151 > 300 
» 5. 3. Fuss, Endopodit p. 151 » 300 
• 6. 2. Fuss, Exopodit p. 151 » 300 



Scottocheres p. 104, Acontiophorus p. 103. 

Fig. 1—13. Scottocheres elongatus 9 P- 17 > 104 . 
100 



Fig. 7. Maxilliped p. 150 vergr. 300 

» 8. 2. Antenne p. 145, 163 » 300 

» 9. 2. Antenne, Endstück p. 145 » 300 

» 10. 2, Maxille p. 149 * 300 

» 11. 5. Fuss p. 157 » 300 

» 12. Furca, ventral p. 126 » 300 

» 13. 1. Maxille p. 147 »500 



Fig. 14—28. Scottocheres longifurca Q, ö" P- 17, 19, 104. 



Fig. 14. 9 dorsal p. 123, 189 

» 15. cT Maxilliped, 2. Basalglied p. 151 

» 16. (f lateral p. 126 

» 17. 9 Maxilliped p. 150 

» 18. 9 2. Antenne p. 145, 163 

» 19. 9 2. Fuss, Exopodit p. 151 

» 20. 9 4. Fuss, Endopodit p. 151 

» 21. 9 1. Fuss, Exopodit p. 151 



vergr 


100 


» 


300 


» 


100 


» 


300 


» 


300 


» 


300 


» 


300 


» 


300 



Fig. 22. 9 3. Fuss, Endopodit p. 151 vergr. 300 

» 23. 9 Furca, dorsal p. 126 » 300 

» 24. (f Abdomen, ventral p. 126, 196 » 200 

» 25. 9 5. Fuss p. 157 » 300 

» 26. 9 2. Maxille p. 149, 165 » 300 

» 27. 9 1. Antenne, Oberseite p. 136,162 » 300 

» 28. (f 1. Antenne, Unterseite (Borsten 

weggelassen) p. 140, 142, 163 » 300 



Tafelerklärung;. 



211 



Fig. 29 — 34. Acontiophorus ornatas Q p. 14, 104. 



Fig. 29. Hintere Antenne p. 145 
» 30. Vordere Antenne p. 136 
» 31. 2. Maxille p. 149 



vergr. 


200 


» 


300 


» 


200 



Fig. 32. Dorsal p. 123, 158, 182, 188 vergr. 50 

» 33. Hinterende d. Rumpfes, dorsalp. 126 » 200 
» 34. 5. Fuss p. 157 » 300 



Fig. 35 — 52. Acontiophorus scutatus Q, q? p. 14, 16, 104. 



Fig. 35. Q lateral p. 123, 168, 182 
» 36. (f dorsal p. 126, 182 
» 37. Q Furca, dorsal p. 126 
» 38. Q Furca, ventral, Varietät p. 126 
» 39. Q Mundtheile u. Sipho p. 143, 168 
» 40. 1 Hinterkörper, ventral p. 126, 

157, 196 
» 41. Q 4. Fuss p. 151 
» 42. Q hintere Antenne p. 145, 163 
» 43. £ Maxilliped p. 150, 165 
» 44. Q 5. Fuss, Varietät p. 157 



vergr 


100 


Fig 


45. 


Q 1. Maxille p. 147, 164 


vergr. 


300 


» 


100 


» 


46. 


Q 5. Fuss p. 157 


» 


300 


» 


300 


» 


47. 


Q 2. Maxille p. 149, 165 


» 


300 


» 


300 


» 


43. 


Q 1. Fuss p. 151 


» 


300 


» 


200 


» 


49. 


<2 vord. Antenne (Borsten z. Th. 
weggelassen) p. 136 


» 


500 


» 


200 


» 


50. 


(f vord. Antenne (ebenso) p. 140, 






> 


300 






163 


» 


500 


> 


300 


» 


51. 


Q vordere Antenne, Varietät 






» 


300 






p. 136 


» 


300 


» 


300 


» 


52. 


Q Mandibel p. 146 


>> 


300 



Tafel 5. 

Dermatomyzon p. 101, Pontoeciella p. 105, Rhynchomyzon p. 102. 
Fig. 1 — 14. Dermatomyzon niyripes Q, tf p- 7, 9, 102. 



Fig. 1. tf dorsal p. 126, 182 

» 2. Q lateral p. 123 

» 3. cf Abdomen, ventral p. 126, 196 

» 4. Q Furca, dorsal p. 126 

» 5. Q 4. Fuss p. 151, 166 

» 6. Q 1. Fuss p. 151, 166 

» 7. Q vordere Antenne p. 136 



vergr 


100 


» 


65 


» 


200 


» 


300 


» 


300 


» 


300 


» 


300 



Fig. 8. Q 1. Maxille p. 147, 164 vergr. 300 

» 9. Q vord. Antenne, Varietät p. 136 » 300 

» 10. cf vord. Antenne p. 140, 142, 163 » 300 

» 11. ^ Mandibel p. 146 » 300 

» 12. Q hintere Antenne p. 149, 163 » 300 

» 13. Q 5. Fuss p. 157 » 300 

» 14. (f Maxilliped p. 151, 165 * 300 



Fig. 15 — 27. Pontoeciella abyssicola Q, p. 20, 105. 



Fig. 15. Dorsal p. 123 vergr. 100 

» 16. Hintere Antenne p. 145, 163 » 300 

» 17. Mundtheile u. Sipho p. 143, 168 » 200 

» 18. Maxilliped p. 150, 166 » 300 

» 19. Kopf, lateral p. 143, 168 » 100 
» 20. Vordere Antenne (Borsten z. Th. 

nur angedeutet) p. 136 » 300 



Fig. 21. Mandibel p. 146 vergr. 500 

> 22. 1. Maxille p. 147 » 500 

» 23. 2. Maxille p. 149, 165 » 300 

» 24. 1. Fuss p. 151 » 300 

» 25. Hinterkörper, ventral p. 125, 158 » 300 

» 26. 3. Fuss p. 151 » 300 

» 27. 4. Fuss p. 151 » 300 



Fig. 28—40. Rhynchomyzon falco Q p. 10, 102. 



Fig. 28. Lateral p. 123 
» 29. Furca, ventral p. 
» 30. Dorsal p. 123 



vergr. 



126 



65 

130 

60 



Fig. 31. Mandibellade p. 146 
» 32. Mandibelpalpus p. 146 
» 33. Hintere Antenne p. 145 



vergr. 300 
» 300 

» 300 



27* 



212 

Fig. 34. 2. Maxille p. 1 

» 35. 4. Fuss p. 151 

» 36. 1. Fuss p. 151 

» 37. 5. Fuss p. 157 



Tafelerklärung. 



Maxille p. 149 



vergr. 200 
» 200 
» 200 
» 200 



Fig. 38. Maxilliped p. 150, 165 
> 39. 1. Maxille p. 147 
» 40. Vordere Antenne p. 136 



Fig. 41— 46. Bhynchomyzon purpurocinctum Q, (f p. 10, 11, 102. 



Fig. 41. Q vordere Antenne (Borsten weg- 
gelassen) p. 136 vergr. 300 
» 42. q? vord. Antenne (ebeDSo) p. 140 » 300 
» 43. $ 2. Maxille p. 149 » 300 



vergr. 200 
» 300 
» 200 



Fig. 44. Q lateral p. 123, 168 vergr. 100 
» 45. tf vorderes Stück des Hinter- 
körpers p. 126, 157, 196 » 300 
» 46. (f dorsal p. 126 »150 



Tafel 6. 

Myzopontius p. 106, Bradypontius p. 107. 
Fig. 1 — 14. Myzopontius pungens $, cf p. 24, 25, 106. 



Fig. 1. $ ventral p. 123, 168, 183 

» 2. Q 1. Maxille p. 147 

» 3. $ lateral p. 123 

* 4. Q 1. Antenne p. 136 

* 5. cT vorderes Stück des Hinter- 

körpers, ventral p. 126, 157,196 

» 6. $ 2. Antenne p. 145, 163 

» 7. cT 1. Antenne p. 140, 142, 163 



vergr. 100 

» 300 

» 100 

» 300 

» 300 

» 300 

» 300 



Fig. 8.2 1. Fuss p. 151 vergr. 300 

» 9. £ Maxilliped p. 150 » 300 
» 10. Q vorderes Stück d. Hinterkörpers, 

lateral p. 125, 157, 160, 189 » 300 

» 11. £ Theil des 2. Fusses p. 151 » 300 

» 12. $ 4. Fuss p. 151 » 300 

» 13. Q 2. Maxille p. 149 » 300 

» 14. £ Abdomen, ventral p. 125, 158 » 200 



Fig. 15—25. Bradypontius chelifer $, d 1 p. 27, 29, 108. 



Fig. 15. Q 1. Antenne (Borsten weggelas- 
sen) p. 136 vergr. 300 
» 16. (f 1. Antenne (ebenso) p. 140, 142, 

163 » 300 

» 17. cT dorsal p. 126 » 100 

» 18. 9 Endhaken der 2. Maxille p. 149 » 300 

» 19. Q 1. Maxille p. 147 » 300 



Fig. 20. 2 Endstück d.Maxillipedenp. 150 vergr. 300 

» 21. £ Ende der Mandibellade p. 146 » 500 

» 22. Q 2. Antenne p. 145, 163 » 300 

» 23. £ dorsal p. 123 ■ »50 

» 24. tf Genitalsegment, ventral p. 126, 

196 » 300 

» 25. Q 4. Fuss p. 151 » 300 



Fig. 26—40. Bradypontius siphonatus $, c? p. 27, 29, 108. 



Fig. 26. cf 1 . Basalglied des Maxillipeden 
p. 151 

» 27. Q 2. Antenne p. 1 45 

» 28. tf dorsal p. 126 

» 29. Q vorderes Stück des Sipho 
p. 168 

» 30. Q dorsal p. 123, 183 

» 31. cf 1. Antenne (Borsten weggelas- 
sen) p. 140, 142, 163 

* 32. Q 1. Antenne p. 136 



vergr. 300 

» 300 

65 

75 
50 

» 300 
. 200 



Fig 


. 33. 


Q Endopodit des 3. Fusses p. 151, 










167 


vergr 


. 200 


» 


34. 


Q 4. Fuss p. 151, 166 


» 


300 


» 


35. 


Q Hinterkörper, ventral p. 125, 










157, 189 


» 


150 


» 


36. 


Q 1. Maxille p. 147 


» 


300 


» 


37. 


q? Grenitalsegment,ventr.p. 126,196 


» 


200 


» 


38. 


£ lateral p. 123, 168, 183 


» 


50 


» 


39. 


2 2. Maxille p. 149 


» 


200 


» 


40. 


$ Maxilliped p. 150, 165 


» 


200 



Tafelerklärung. 



213 



Fig. 41—44. Bradypontius magniceps Q p. 89, 108. 



Fig. 41. 4. Fuss (Endstück des Exopoditen 

weggelassen] p. 151, 166 vergr. 300 

» 42. Dorsal p. 123 » 50 



Fig. 43. 1. Maxille p. 147 
» 44. Endstück der 2. Maxille p. 149 



vergr. 300 
> 300 



Tafel 7. 

Dyspontius p. 109, Pteropontius p. 110, Cribropontius p. 107. 
Fig. 1 — 11. Dyspontius striatus Q, tf p. 33, 35, 109. 



Fig. 1. cf dorsal p. 126 vergr. 100 

» 2. Q Kopf mit Sipho, ventral p. 123, 

168 » 65 

» 3. Q 1 . Antenne (ohne Borsten ; Exem- 
plar aus d. Liverpoolbay) p. 1 36 » 300 

» 4. Q 1. Antenne (ohne Borsten; Exem- 
plar a. d. Golf v. Neapel) p. 1 36 » 300 

» 5. cf 1. Antenne (ohne Borsten) p. 140, 

142 » 300 



Fig. 6. Q Maxilliped p. 150 vergr. 300 
» 7. (j 1 vorderes Stück des Hinter- 
körpers, ventral p. 126, 157,196 » 200 
» 8. § 3. Fuss p. 151 » 300 
» 9. $ 1. Maxille p. 147 » 500 
» 10. Q Hinterkörper, ventral p. 125, 

158, 189 » 200 
» 11. q? 1. Basalglied des Maxillipeden 

p. 151 » 300 



Fig. 12—22. Dyspontius fringilla $, cf P- 33 > 35 > 110 - 



Fig. 12. tf lateral p. 126, 168 vergr. 100 

» 13. $ 2. Maxille p. 149 » 300 

> 14. c? dorsal p. 126 » 100 

» 15. Q Abdomen, ventral p. 125, 189 » 200 

» 16. £ 2. Antenne p. 145 » 300 

» 17. $ 1. Fuss p. 151 » 300 

Fig. 23. Dyspontius passer Q p. 33 



Fig. 18. £ 1. Maxille p. 157 
» 19.^ Ende der Mandibellade p. 146 
» 20. £ 1. Antenne p. 136 
» 21. Q Theild.Maxillipedenp.150, 165 
» 22. q 1 1. Antenne (Borsten weggelas- 
sen) p. 140, 142, 162 

110. Sipho p. 168, vergr. 135. 



Fig. 24—39. ^Pteropontius cristatus 



Fig. 24. tf Abdomen, ventral p. 126, 196 

» 25. o< 2. Maxille p. 149 

» 26. Q Maxilliped p. 150 

» 27. Q Spitze der Mandibellade p. 146 

» 28. 2 dorsal p. 123, 158, 183 

» 29. (f 4. Fuss p. 157 

» 30. Q Endglied des Endopoditen des 

2. Fusses p. 151 

» 31. ö 1 1- Antenne p. 140, 142, 163 

» 32. Q 1. Antenne p. 136 



vergr 


200 


» 


200 


» 


200 


» 


500 


» 


65 


» 


300 


» 


300 


» 


300 


» 


200 



^ 


.33. 


» 


34. 


» 


35. 


» 


36. 


» 


37. 


» 


38. 


» 


39. 



Q, o 1 p. 36, 38, 110. 

Q I. Maxille p. 147 

O? 2. Antenne p. 145, 163 

2 Endglied des Endopoditen des 

3. Fusses p. 151 
CT 2. Fuss p. 157, 166 
(f Endglied des Endopoditen des 

3. Fusses p. 157 
Q 1. Fuss p. 151 
2 Mundtheile in situ p. 143, 

168 



Fig. 40—47. Cribropontius normani Q p. 87, 107. 



vergr. 500 
» 500 
» 300 
» 300 

» 300 



vergr. 400 

» 400 

» 300 

> 300 

» 300 

» 300 

» 150 



Fig. 40. 4. Fuss p. 151, 167 
» 41. 1. Maxille p. 147 
» 42. Linker 5. Fuss u. GenitalöfFnung, 

ventral p. 157, 189 
» 43. Maxilliped p. 150, 165 



vergr. 200 


Fig. 44. 


2. Antenne p. 145, 163 


vergr. 300 


» 300 


» 45. 


Furca, dorsal p. 126 


» 200 




» 46. 


2. Maxille p. 149 


- 200 


» 300 


» 47. 


Dorsal p. 123 


50 


» 200 









214 



Tafelerklärung. 



Tafel 8. 



Cryptopontius p. 108. 



Fig. 1 — 12. Cryptopontius brevifureatus 2> cf p. 30, 32, 109. 



Fig. 1. 2 lateral p. 123, 168 

» 2. cf dorsal p. 126 

» 3. cf 1. Antenne (Anhänge z.Th. weg- 
gelassen) p. 140, 142, 163 

» 4. $ 1. Antenne (Borsten weggelas- 
sen) p. 136 

» 5. Q Hinterkörper, ventral p. 125, 
157, 189 



vergr. 

» 


65 

100 


» 


300 


» 


300 


» 


200 



Fig. 6. cf Genitalsegment, ventral p. 126, 

196 vergr. 200 

» 7. Q Maxilliped p. 150 » 300 

» 8. 2 2. Maxille p. 149 » 300 

» 9. g 3. Fuss p. 151 » 300 

» 10. g 2. Antenne p. 145 • 300 

» 11. 2 1. Maxille p. 147 » 500 

» 12. Q 1. Fuss p. 151 » 300 



Fig. 13—26. Cryptopontius thorelli 2, cf P- 30, 32, 108. 



Fig. 13. 2 lateral p. 123 

• 14. $ Sipho p. 168 

» 15. cf Genitalsegment p. 126, 196 

» 16. cf dorsal p. 126 

» 17. $ 2. Antenne p. 145, 163 

» 18. Q 2. Maxille p. 149, 165 

» 19. 2 2. Fuss p. 151 

• 20. 2 1. Fuss p. 151 

» 21. 2 1 • Antenne (Borsten weggelas- 
sen) p. 136, 162 



vergr. 65 
» 100 
» 200 
75 
» 300 
» 200 
» 200 
» 300 

» 300 



Fig. 22. cT 1- Antenne (Aesthetasken nur 

angedeutet) p. 140, 142 vergr. 300 

» 23. 2 Endtheil des Maxillipeden 

p. 150 » 300 

» 24. cf mittlere Glieder der 1. An- 
tenne, Varietät p. 140 » 300 

» 25. 2 1. Maxille p. 147 » 400 

» 26. Q Abdomen, ventral p. 125, 

189 » 200 



Fig. 27 — 35. Cryptopontius capitalis Q, cf p. 30, 32, 109. 



Fig. 27. cf dorsal p. 126 
» 28. 2 Endstück des Maxillipeden 

p. 150, 165 
» 29. Q 1. Antenne p. 136 
» 30. cf 1. Antenne (die Aesthetasken 
sind nur angedeutet) p. 140, 142 



vergr. 



50 

300 
300 

300 



Fig. 31. 2 dorsal p. 123, 158, 160, 183 vergr. 50 

» 32. Q 3. Fuss p. 151, 166 » 200 

» 33. $ 1. Maxille p. 147 » 400 

» 34. $ Sipho p. 168 »100 

» 35. Q 2. Antenne p. 145, 163 » 400 



Fig. 36 — 41. Cryptopontius tenuis 2 P- 30, 109. 



Fig. 36. 1. Antenne (Borsten weggelassen) 
p. 136 
» 37. Abdomen, ventral p. 125, 189 
» 38. Endstück des Maxillipeden p. 1 50 



vergr. 


300 


» 


200 


» 


300 



Fig. 39. 


4. Fuss p. 151, 167 


vergr. 300 


» 40. 


1. Maxille p. 147 


» 500 


» 41. 


Dorsal p. 123 


65 



Tafelerklärung. 



215 



Tafel 9. 



Sestropontius p. 107, Dystrogus p. 110, Artotrogus p. 111, Parartotrogus p. 111, 

Fig. 1 — 13. Sestropontius bullifer tf p. 26, 107. 

Fig. 1. Dorsalansicht p. 126 vergr. 60 

* 2. 1. Fuss p. 151 » 200 

» 3. Endopodit des 2. Fusses p. 151 » 200 

» 4. Endopodit des 3. Fusses p. 151 » 200 

» 5. 4. Fuss p. 151 » 200 
» 6. 1. Antenne, Unterseite p. 140, 142, 

163 » 300 

» 7. Ende der Mandibellade p. 146 » 500 



Fig. 8. 


1. Maxille p. 147 


vergr. 300 


» 9. 


2. Antenne p. 145 


» 300 


» 10. 


2. Maxille p. 149 


. 200 


» 11. 


Hinterkörper, ventral p. 126, 157, 






196 


» 150 


> 12. 


Maxilliped p. 151 


> 200 


» 13; 


Knopf an B 1 des Maxillipeden 






p. 151 


» 500 



Fig. 14—23. Dystrogus gladiator <j* p. 38, 110. 



Fig. 14. 


Maxilliped p. 151 


vergr 


200 


» 15. 


1. Antenne, Unterseite p. 140 


» 


200 


* 16. 


2. Antenne u. Mundtheile in situ 








p. 143, 145, 168 


» 


200 


» 17. 


1. Fuss p. 151 


» 


200 


* 18. 


1. Maxille p. 147 


» 


200 



Fig. 19. 


2. Fuss p. 151 


vergr. 200 


» 20. 


3. Fuss p. 151 


» 200 


» 21. 


2. Maxille p. 149 


» 200 


» 22. 


Hinterkörper, ventral p. 126, 157, 






196 


» 210 


» 23. 


Dorsalansicht p. 126 


60 



Fig. 24 — 34. Artotrogus orbicularis Q p. 93, 111. 



Fig. 24. 1. Maxille p. 147 
» 25. 2. Antenne p. 145 
» 26. 2. Maxille p. 149 
• 27. Maxilliped p. 150 
» 28. Hinterer Theil d. Rumpfes, ventral 
p. 125. 157, 189 



rg] 


•. 200 


» 


200 


» 


65 


» 


65 


» 


75 



Fig. 29. Mundtheile in situ p. 143, 168 
» 30. 1. Antenne p. 136 
» 31. 1. Fuss p. 151 
» 32. 2. Fuss p. 151, 166 
» 33. 3. Fuss p. 151, 166 
» 34. Ende der Mandibellade p. 146 



vergr. 


75 


» 


200 


» 


100 


» 


100 


» 


100 


» 


500 



Fig. 35—45. Parartotrogus richardi Q p. 40, 112. 



Fig. 35. Mandibellade p. 146 
, 36. 1. Fuss p. 151, 167 
» 37, Hinterer Theil des Abdomens, 

dorsal p. 126 
» 38. 2. Antenne p. 145, 163 
» 39. Vorderer Theil des Abdomens, 

ventral p. 125, 157 



500 



rgi 


'. 500 


Fig. 40. 


2. Fuss p. 151, 167 


vergr. 500 


» 


500 


» 41. 


2. Maxille p. 149, 165 


• 500 






» 42. 


Maxilliped p. 150, 166 


» 500 


» 


500 


» 43. 


1. Maxille p. 147 


» 500 


» 


500 


* 44. 


3. Fuss p. 151, 167 


» 500 






» 45. 


1. Antenne p. 136 


» 500 



216 



Tafelerklärung. 



Tafel 10. 

Cancerilla p. 112, Pteropontius p. HO, Parartotrogus p. 111, Scottomgzon p. 103, Ratania p. 105, 

Artotrogus p. 111. — Anatomisches. 

Fig. 1 — 11. Cancerilla tubulata Q p. 41, 112. 

Fig. 1. Dorsalansicht p. 123, 182, 192 
» 2. Mundgegend p. 143, 169 
» 3. In situ auf Amphiura p. 202 
» 4. 2. Maxille p. 149 
» 5. Maxilliped p. 150 
» 6. Thoraxu.Abdomen,ventr.p.l25,192 » 200 



vergr. 75 


Fig. 7. 2. Antenne p. 145 




vergr. 300 


» 200 


» 8. Mandibellade p. 146 




» 500 


10 


» 9. 1. Maxille p. 147 




» 400 


» 300 


» 10. 1. Antenne p. 136 




» 300 


» 300 


» 11. Nauplius, ventral p. 


197 


» 300 



Fig. 12—17. Pteropontius cristatus. 

Fig. 12. Copepodid III, Hinterrumpf, ventral p. 198 

» 13. » IV, » » p. 198 

» 14. » V, » » p. 198 

» 15. Reifes Q, » » p. 189 

» 16. Q Stück der dorsalen Cuticula des Kopfes p. 129 

» 17. Einzelheit aus Fig. 16 p. 130 
Fig. 18. Parartotrogus richardi Q, Kopf, ventral p. 41, 169 
» 19. Scottonvyzon gibberum Q, Mundgegend p. 81, 169 
» 20. Ratania flava Q, Mundgegend p. 23, 169 
»21. » Q, 2. Antenne p. 22, 145, 163 

» 22. » »2- Maxilliped p. 23, 150 

» 23. ffliynchomyzon purpurocinctum Q, Sipho, lateral p. 171, 179 
» 24. Schema eines Asterocheriden-Sipho p. 170 

» 25. Schema eines Querschnittes durch den distalen Theil des Sipho p. 170. 
» 26. Schema eines Querschnittes durch den proximalen Theil des Sipho p. 170 
» 27. Dyspontius striatus Q, Ende des Sipho, Oberlippe p. 178 
» 28. Cryptopontius capitalis Qf, Ende des Sipho, Oberlippe p. 178 
» 29. » » cT> dasselbe, Unterlippe p. 178 

» 30. Dyspontius fringilla Q, optischer Längsschnitt durch die Mitte des 

Sipho p. 179 
»31. > » $, Vorderwand des Saugrohres p. 179 

» 32. Schema eines Medianschnittes durch die Ansatzstelle eines Ruderfusses 
p. 161, 168. 



vergr. 300 

» 300 

» 300 

» 200 

» 300 

» 500 

» 300 

» 300 

» 300 

» 400 

» 300 

» 500 



vergr. 500 
» 500 
» 500 



500 

500 



Fig. 33—35. Artotrogus orbicularis Q p. 93. 

Fig. 33. Hautporen des Kopfpanzers p. 129 
» 34. Dorsalansicht (Exemplar P) p. 123, 129, 183 
» 35. Ventralansicht (Exemplar K) p. 123 

Fig. 36—39. Ventrale Apodeme p. 151, 158, 161. 

Fig. 36. Dyspontius striatus Q, Ansicht vom Rücken her 

» 37. M.yzopontius pungens Q, von der Seite 
» 38. » »2, vom Rücken 

» 39. Asterocheres violaceus Q, vom Rücken 



vergr. 


500 


» 


50 


» 


20 


vergr. 


300 


» 


300 


» 


300 


» 


300 



Tafelerklärung. 



217 



Tafel 11. 



Anatomisches. 

Fig. 1 . Mhynchomyzon purpurocinctum Q • Medianschnitt durch den Vorderrumpf, 

aus benachbarten Schnitten ergänzt, p. 158, 171, 183, 185, 188 vergr. 300 

» 2. Asterocheres violaceus Q . Medianschnitt durch die vordere und ventrale Region 

des Vorderrumpfes, p. 176, 183, 185 » 300 

3. My&opontius pungens Q. Medianschnitt wie Fig. 1, p. 158, 175, 1S3, 185, 188 » 300 

» 4 — 16. Rhynchomyzon purpurocinctum Q. Eeihe von Lateralschnitten durch 
Auge, Schlundring und Oesophagus; der erste (Fig. 4) liegt etwa in der Ebene des 
in Fig. 1 mit d. ph. a. pr bezeichneten Muskelpaares, p. 158, 172, 185 » 500 

» 17. Scottocheres longifurca Q. Lateraltheil des Genitalsegmentes, von der latero- 

ventralen Seite gesehen, p. 190 » 300 

» 18. Dasselbe, links von der ventralen, rechts von der dorsalen Seite gesehen, p. 189 » 300 

» 19. Asterocheres violaceus Q. Genitalsegment, links von der ventralen, rechts von 

der dorsalen Seite gesehen, p. 189 » 200 

» 20. Scottomyzon gibberum Q. Genitalsegment, von der ventralen Seite, p. 191 » 300 

» 21. Asterocheres dentatus Q. Lateraltheil des Genitalsegmentes, von der ventralen 

Seite gesehen, p. 190 » 300 

» 22. Collocheres canui q?. Seitenansicht, mit Genitalorganen, Darm und Nerven- 
system, p. 176, 185, 194 » 300 
» 23. Cryptopontius thorelli q?. Dorsalansicht mit Genitalorganen, p. 194 »75 
» 24. Dermatomyzon nigripes tf. Wie Fig. 23, p. 194 » 100 
» 25. Cancerilla tubulata. Eben ausgeschlüpfter Nauplius, nach dem Leben. Dorsal- 
ansicht, p. 197 » 300 
» 26. Asterocheres violaceus cf. Wie Fig. 23, p. 194 » 200 
» 27. Acontiophorus scutatus q*. Wie Fig. 23, p. 194 » 100 
» 28. JMEyzopontius pungens Q . Auge von der Dorsalseite nach dem Leben (der ven- 
trale Augenbecher ist durch die 4 dorso-lateralen Augenbecher verdeckt), p. 186 
» 29. MhyncJiomyzon purpurocinctum Q. Proximaler Theil des Sipho, durch 

einen Lateralschnitt quer getroffen, p. 172 » 500 

» 30. Bradypontius siphonatus cf. Genitalöffnung, p. 196. 
» 31 — 34. Dyspontius striatus Q. Reihe von Lateralschnitten durch Gehirn und 

Auge, p. 185 » 500 

» 35. Jtfy&opontius pungens Q. Querschnitt durch den hinteren Theil des Schlund- 
ringes, p. 175 » 500 

» 36 — 38. Collocheres canui q*. Reihe von Transversalschnitten, in den in Fig. 22 

mit a, ß, y bezeichneten Ebenen geführt, p. 158, 185, 194 » 500 



Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. 



Fauna u- Flora d. Golfes v.Neajiel. Ästerocheridue 




Asterocheres violaceizs g 



8. 




Dysp.on.tius fringilla g 




II 



Asterocheres boccki g 




Dysjzontius passer g 





Coüocheres ' qraciliccuida 



Dennatomyz 



10. 




Dyspontius striatus g 






Vei M 



Taf.l. 






:;n/! es p 



Myzojiontius fiungens 6 



J'J. 



Acontioji 



honis scutatus o 



//. 





Rhyiichomijzoiifiurjiuroanctiim g 



Cryfitpponfiiis thorelli p 



7. 




(~n//ifo/wntüis brevifarcatus g 





Parartotrogus richardi y 



Sohn . Bei '.in 






Fmma u Flora .1 Golfes v.XeweL AsUroduruIac 




Asterochen s violaceus y 




üf/spontüis friiw, IIa p 




Astcrocheres boecki p 




Dysfiontius fiasse?' y 




Dysfiontius stnatus o 



Fauna ufflora d. Golfes v.Xeapel . . isbcrocheridae. 




I . \sterocheres suberitts -//. /. eckinicola 

Fig. 1-17. Fig. 18-21. 



Tai:2. 




-WA.parvns—VÄ. violaceus-VL Lminulu.s 
1 lg. 3Z-33. Fig. :,'',- ', 'i . Fig. ', 3- W . 



/„„„„ «JlimiiUlallmv Vm/iri i*trror/ieiit/rif 




17 









I- 



Fauna u Flora d.Golfes v.Neapel.Asterocfoerldae. 



14 



15 

Mxl 




1 



/ Asteroch eres sinn u lans —IL l.denfatus—MÄ. Wlieborai- 

Vig. 21-26 



Fvg i-l'i 



Fig. 15-20 



Taf3. 




es canuz — VC.graciUcazula. —JTScottomyzon gibbervun 
-39. Fig.W-45 mgA6-55 



l'iiiilui ii l'hiril il. (inlf'e 

I 

i 



,. \,, ,/,<■/ Ashliirlirriiliir 



15 




/ . Ulemchents sliimiians-JL I.dmlahis-MIA lillje >">:/> 
i;,ii-r, Fiij.m-20 >•» -'-" 



1 'uima 11. Flora <1 . Golfes n.Xeapel . . \stcrocheridae. 




I Scottocheres clmu/atut> — II Sc. longifurca 
Fig. 7 -73. ' Fip7#-28. 



Taf.ih. 




Moplhoriis omatits — IT A. sciüatas . 
Fuj. 29 -31. Tig.35-52. 



I'inuifi n FlOi 



(lJMfrsu l<«/" 7 \8teroc hcrtfat.. 



13 



» » 



15 



10 



1!) 



1« 



17 

- UM' I 






III 







" 



'l« 



42 



43 



'ii( 



30 



50, 



15-» IS 
10-3 



51 



[ScoUocJiercs clrnfffotwi - II V /.«i./i/«'- 

Fig. 1-13. /,./''--* 



■h,,rn.s »malus - IV .1. sciilnlus. 
l-'.l -!>-;i'i Fü/JS-SS. 






Fauna u. Flora d. Golfes uXcapcl Astero chcridae 




1 Der/natomüzon nigripes — HPöntöciella, abifs& 

l:lq'.l-Ti " Fig. 15-27. 



Tafö. 







Rhijiichomifzoiz falco — WRh .p/irpurocütcturrt. 
Tiff.2S-¥0. FU/11 '-'/';. 



Fauna u Flom d Go!/a alfeapd hla<» /„;■„/„. 




/;„■■ 



IDermalomüzon niqripes- nPbntäeUUa abffssicot 
-\'i Flg.lS-27. 



; 

nrWiifiichomi/zon lalco - IV lilt purpurne in, tum . 
ffy-j/i-in Tlg.ir-W. 



16 



Fawia u,Flora d.Golfesv.Neapel.Asiiirochcridac. 







. . . ■ 



Mi/zoponlüis pungeizs — H BradifpowU 

Fiq. 7-74. Fiq. 15 



Fig. 



Taf 6. 




b^'jj 



■IRBr. siphonatus — IV T Br. maxfidjceps. 

TUJ.26-W. Tig.>H-W-. ' 



- 



/ u Fl,,,-,, ,1 Golfes nNeapel.Asleroduridxu 



Taf.H 




I iUixoponlins iwiiff,-ns - II Hnnli/poiiHux ilitlifrr- m ~ Hr. siphoruiliis - IV Br. iiwimücps. 
Tig.l-m- Fig.l5-Z5. FUi2G-W>. riy.'H-'t'l. 



Fauna u. Flora d. Golfes V.Neapel . Asterochcridae . 




■ 



I DüspOTÜixLS striidns — JF F. frinffüLa —JE D. pCLSSC, 
Fu/.l-n. Tixr.12-^2. Für. 23. 



Fu f , 



Taf 7. 







"oponiius cristtttiis — Y Crzby^op ojiUzls /Loz-r/ia/ii. 
Fig. 2^-39. Fig. W-97. 



Fauna ii Flora ,1 Golfesn Neapel Aslg-ochcridai 







;v.\ 



M 



I Dysponliiis ätriatus — U D.frbutäla. —111 V. passer — JVßtcroponitus cristatus —V Cribroporvllxüs rvormani. 

Fuf.J-17. Fig.lS-22. Fiff.23. Tig.2'f-39 Fil/.tO-n 



Fauna tuFlorcu cL.Golfes uNeapel . Aster ocheridac. 




H3(Mxp) 



'Jvt öLel, 



I Crijjytopontliis Ttreidfarccuhis — II "Cr. 
Fig. 1-12. Fijj 



Taf.8. 



28ßixp) 



3&Ant I 



Com. 




■Berlin,. 

- HT Cr. capitalis —IV Cr. teruxis. 
Tüf. 2 7-35. Fig36 -¥I. 



- v~E ATwike.Xtipziq. 



Fauna luFiora cUGolfes n.Xcapcl ' . Astcrocheridac. 




■■■ 



I Crifptopardiiis orevifurcatus —TL Cr. tkoreUi — JZT Cr. capitaZzs —IVCn feituis. 
Fiß. 1-12. Ttff.13-26. Fig.27-35. Fig36-'H. 



Fauna w. Flora d. Golfes o.jVeapel . Asterocheridae ■ 










v.R.FrteäJU 

I Sestropontüzs buUi/er 3 — IT Dustrogiis gZadiaior 3 — 
Fig.l-Vd. Tig.n-23. 



Taf.9. 







Artotroaus orfccularis 9 —JTParcu-totroaus ricTutrdto 



Fauna u.flm-u (LGölftsnMapel ■ Asterot heridae 




■ 7 1 ■ 

I Sestropontias bidü/erä — II Vtrstrotms aiadiator S — III Artobmrus OfMcnZaris 2 - TV Parartotrot/us ricliariliy . 
Für.l-13 FujI>i-::i. fig.2'l-3'l: l\., .,.,-'U- 



Fauna it. Flora d. Golfes v.NeapeL.Asterocherida&. 







Firj.l-Il Cancerilla -Fig. 72-J7 Fteroponitus-Fig.18Parartotrogus-Fig.79 Scottom 



7h/: /o. 



Mds 




Sohn,Bi - 

■Fig.20-22 Ratania-Fig.33-35 Artotrogus- Fig. 23 -32,36 -39 Anatomisches. 



. 



/■„„,,„„ Flora. &. Golfes i Neapel. Ista-ecka-idat 



Tnf.lt). 




ItgJ-n amcaiUa,-IlgJ2-n Btnpmdün-^ 



Faun u il. Flora d. Golfes \:Jeapi'I.Asü'rochcjiilar. 




o.di 



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WILSON COPEPOD LIBRARY 
Smithsonian Institution 
Invertebrate Zoology 
(Crustacea) 



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Inver Zco'.ogy 



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Invertebrste Zoology 
(Crustacea)