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Full text of "Die Briefe des Libanius zeitlich geordnet"

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~^ÄRAR^' 




DIE 



BRIEFE DES LIBANIUS 



ZEITLICH GEORDNET 



VON 



OTTO SEECK 







LEIPZIG 

J. C. HINRlCHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1906 



0^ 




q /S^ ^^ 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KÖNIGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMEXE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR V. GEBKARDT und ADOLF HARNACK 

NEUK li-ÖLGE XV. BAND L 2. HEFT 



Dnick von Julius Abel in Greifswald. 



J r 1, 






'76 <f 



DER 



GREIFSWALDER UNIVERSITÄT 



ZUM 450. GEBURTSTAGE 



DARGEBRACHT 



INHALT 

Seite 

I. Das Gesetz der Anordnung 1 

II. Die beiden Corpora 14 

III. Verzeichnis der Adressaten 34 

IV. Das fünfte Buch . 316 

V. Das sechste Buch 328 

VI. Das vierte Buch 338 

VII. Das erste Buch 349 

VIII. Das zweite Buch 360 

IX. Das dritte Buch 369 

X. Der erste Teil des Appendix 379 

XI. Di-e Additamenta 399 

XII. Der zweite Teil des Appendix . 442 

Xin. Die Praemissa und ad Basilium 466 

Register 472 

Verzeichnis der Briefe in der Nummerfolge der Wolfschen 

Ausgabe 495 



I. Das Gesetz der Anordnung. 

Für die Prosopographie des vierten Jahrhunderts sind 
nächst dem Codex Theodosianus die Briefe des Libanius wohl 
die wichtigste Quelle. Denn seine litterarische Berühmtheit 
veranlaßte die hervorragenden Männer seiner Zeit, soweit sie 
dem griechischen Reichsteil angehörten, fast alle, mit ihm in 
Verbindung zu treten; indem er teils an sie, teils über sie 
schreibt, bietet er daher eine reiche Fülle von Nachrichten 
über ihre persönlichen Verhältnisse. Doch sie auszubeuten, 
ist nicht leicht, schon weil die Zahl der Homonymen sehr 
groß und ihre Unterscheidung nur auf Grund der um- 
fassendsten chronologischen Untersuchungen möglich ist. Daß 
sie mir fehlten, habe ich oft zu meinem Schaden empfinden 
müssen, wenn ich die prosopographischen Artikel für Pauly- 
Wissowas Realencyclopädie schrieb, und mancher Irrtum ist 
dadurch verschuldet worden. Denn wer nach dem Zufall der 
alphabetischen Folge das einemal zwei, das anderemal drei 
oder vier kleine Biographien zusammenstellen muß, für die 
Libanius in Betracht kommt, ist in der kurzen Zeit, die ihm 
dafür vergönnt ist, nicht in der Lage, den ganzen ungeheuren 
Briefwechsel mit seinen 1600 Stücken für diesen Zweck syste- 
matisch durchzuarbeiten. Ich war daher gezwungen, mich in 
der Hauptsache an das zu halten, was G. ß. Sievers bot^. 
Seine gelehrten und tief eindringenden Untersuchungen hatten 
zwar die historische Benutzung des Libanius möglich gemacht; 
doch das grundlegende Werk pflegt nicht auch das ab- 



1) Das Leben des Libanius. Berlin 1868. Dieses Buch citiere ich 
keineswegs überall, wo ich es benutzt habe; denn sonst müßte ich es 
fast auf jeder Seite citieren. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 1 



2 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

schließende zu sein. Mit erstaunlichem Fleiß und einer Voll- 
ständigkeit, die damals kaum zu übertreffen war, sind hier die 
biographischen Notizen über den Redner und seinen Bekannten- 
kreis zusammengetragen, wobei die Briefsammlung natürlich 
als Hauptquelle diente. Doch wurde sie nur als Fundgrube ver- 
wendet; sie an sich zu untersuchen, der Art ihrer Entstehung 
nachzugehen und die Schlüsse zu ziehen, die sich hieraus 
ergeben, hat Sievers unterlassen. Diese Lücke seiner Forschung 
auszufüllen, soll hier unsere Aufgabe sein. 

Dass ein chronologisches Gesetz die Anordnung der Briefe 
beherrscht, hat Sievers nicht bemerkt und konnte es auch nicht 
in seinem vollen Umfange verfolgen, weil ihm die handschrift- 
liche Überlieferung noch unbekannt war. Doch wahrnehmen 
läßt es sich schon in der Ausgabe Wolfs, so fehlerhaft sie ist. 
Denn bis zum 1030. Briefe folgt sie mit ganz geringen Ab- 
weichungen dem Vossianus 77, der auch für uns die Grund- 
lage der Untersuchung bilden wird, und selbst wo er abbricht, 
läßt sie jenes Gesetz, wenn auch vielfach gestört, doch noch 
deutlich erkennen. Am klarsten zeigt es sich in der Reihe, 
die im Vossianus die drei ersten Bücher bildet und bei Wolf 
mit den Ziffern 18 — 313 bezeichnet ist. An ihr wollen wir 
es daher nachweisen, um dann erst später zu prüfen, in welchem 
Umfang es auch auf die übrigen Teile der Brief Sammlung an- 
wendbar ist. 

Da zur Zeit des Libanius die kaiserliche Post nur den 
höchsten Beamten zur Verfügung stand, sah der private Brief- 
wechsel sich auf zufällige Gelegenheiten angewiesen. Wer 
eine Reise antrat, mußte regelmäßig einen Packen Briefe mit- 
nehmen, und kamen sie von einflußreichen Männern, so tat 
er es gern, weil die Bestellung ihm auf den Stationen seines 
Weges gastfreie Aufnahme, am Ziele freundliche Unterstützung 
versprach. Libanius pflegt daher, wenn solch eine Gelegenheit 
sich bietet, mehrere Briefe zugleich abzusenden, wahrscheinlich 
eine viel größere Zahl, als sich jetzt noch erkennen läßt. 
Denn kam ein Reisender aus Antiochien in Constantinopel 
oder Nicomedia an, so wollte jeder, der sich der Freundschaft 
des gefeierten Redners rühmen durfte, seinen eigenen Brief 
von ihm haben und empfand es als Vernachlässigung, wenn 
er übergangen war. Doch wie sich von selbst versteht, fand 
jener nicht immer die Zeit, jedem einzelnen ausführlich zu 



I. Das Gesetz der Anordnung. 3 

schreiben; viele mußten sich mit kurzen Zetteln begnügen, die 
nur zum kleinsten Teil in unsere Sammlung aufgenommen 
sind. Trotzdem läßt auch sie erkennen, daß in der Regel 
zwei oder mehr Briefe gleichzeitig verschickt sind, und was 
für uns von besonderer Wichtigkeit ist, diese stehen innerhalb 
unserer Reihe so gut wie ausnahmslos nebeneinander. 

Am deutlichsten ist dies erkennbar, wo der Reisende, der 
die Briefe überbrachte, im Texte derselben genannt wird. So 
werden bestellt durch Januarius 18. 19, Priscianus 59 — 63, 
Parthenius 70—73, Andronicus 75. 76, Macedonius 82. 83, 
Zoilus 88. 89, Miccalus 96—98, Zenobius 100. 101, Euthe- 
rius 105. 106, Obodianus 112—114, Boethus 118. 119, Polia- 
nus 124. 125, Mocimus 133 — 135, Auxentius 156. 157, Valens 
165—167, Leontius 201. 202, Hilarius 207. 208, Calliopius 214. 
215, Andragathius 223. 224, Acontius 227. 228, Heraclides 
229. 230, Eustochius 243. 244, Hyperechius 270. 271, Heraclides 
294. 295, Agroecius 296. 297, Hier erscheint zwar Heraclides 
zweimal an weit von einander entlegenen Stellen; doch wie 
der Inhalt der betreffenden Briefe zeigt, kommt er das einemal 
(229. 230) aus Aegypten und berührt Antiochia, wo Libanius 
sich regelmäßig aufhielt, indem er nach Norden weiterreist, 
das anderemal (294. 295) kehrt er nach Aegypten zurück. 
Die beiden Briefpaare sind also wohl demselben Manne mit- 
gegeben, aber auf zwei verschiedenen Reisen. Anders erklärt 
sich eine zweite scheinbare Ausnahme. 302 und 304 sind 
durch Helpidius bestellt, 303 nennt den Überbringer nicht. 
Aber wie jene beiden Briefe zeigen, ging der Reisende über 
Bithynien nach Constantinopel, und 303 ist an einen Mann des 
Hoflagers gerichtet, das sich damals auf demselben Wege be- 
fand und folglich von Helpidius erreicht oder überholt werden 
mußte. Er kann also auch diesen Brief überbracht haben, 
und aller Wahrscheinlichkeit nach hat er es getan. Wenn 
dagegen 201. 202 und dann wieder 204 von Leontius die Rede 
ist, so dürfte es sich um zwei verschiedene Personen handeln, 
die nur zufallig den gleichen Namen führten. Denn da der 
eine dem Praeses Euphratensis, der andere dem Consularis 
Phoenices empfohlen wird, scheinen sie in verschiedenen Pro- 
vinzen zu Hause gewesen zu sein. Daß mehrere Leontii zum 
Bekanntenkreise des Libanius gehörten, wird unten noch zu 
zeigen sein. 

CT 



4 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Daß zusammenstehende Briefe durch denselben Boten über- 
bracht sind, läßt sich mitunter auch dort nachweisen, wo sein 
Name nicht in ihnen allen genannt ist. So wird 177 an 
Themistius durch die Söhne des I^aelianus bestellt, die auf 
der Seereise nach Sinope in Constantinopel anzulegen gedenken; 
178 redet nicht von den Überbringern, ist aber an zwei 
Siuopenser gerichtet. 86 beklagt sich Libanius, daß er noch 
keine Nachricht habe, ob sein früherer Brief an Leontius ange- 
kommen sei; daß Eumathius, der ihn mitgenommen habe, 
an seinen Bestimmungsort gelangt sei, müsse er allerdings 
aus einem Schreiben des Iphicrates schließen. Daraus ergibt 
sich, daß dieser und Leontius an demselben Orte oder doch 
in nah benachbarten Orten wohnten und daß Eumathius sicher 
an einen von beiden, wahrscheinlich an beide, Briefe empfangen 
hatte. Nun finden wir 40. 41 unmittelbar hintereinander die 
Adressen des Iphicrates und Leontius, ohne daß der Text den 
Überbringer namhaft machte, aber in dem vorhergehenden 
Brief an Adamantius (39) wird jener Eumathius genannt. In 
anderen Fällen charakterisieren sich zusammenstehende Briefe 
dadurch als gleichzeitig abgesandt, daß sie den gleichen Be- 
stimmungsort haben oder daß ihre Bestimmungsorte Stationen 
derselben Reise bilden. So sind Briefe an das Hoflager, 
während es sich im Occident befindet, oft verbunden mit anderen, 
die nach Tarsus, Ancyra, Nicomedia und Constantinopel bestimmt 
sind, und wer nach Aegypten Botendienste leistet, tut es meist 
auch nach Palaestina. Wohin die einzelnen Briefe gingen, wird 
man aus dem prosopographischen Teil dieser Untersuchung 
ersehen, der die Wohnorte der Adressaten, soweit dies möglich 
war, festzustellen sucht. Einstweilen sei es gestattet, dessen 
Ergebnisse schon hier vorwegzunehmen. Denn die Regel, 
daß zugleich abgeschickte Briefe nebeneinauderstehen, ist für 
den Charakter der ganzen Sammlung von solcher Wich- 
tigkeit, daß wir alle Beispiele, die sich innerhalb der Reihe 
18 — 313 dafür finden, vollständig zusammenstellen müssen. 

18. 19 durch Januarius überbracht, 

20 — 23, Von diesen vier Briefen sind die drei letzten 
nach Cilicien gerichtet, der erste nach Nicomedia, wohin der 
Weg über Cilicien führte. 22 und 23 behandeln denselben 
Gegenstand; 20 muß aus später zu erklärenden Gründen im 
August 358 geschrieben sein, und 21 redet von einer Früchte- 



1. Das Gesetz der Anordnung, 5 

seudung, gehört also wohl auch in die Erntezeit, d. h. in den 
Hochsommer. 

24 — 26. Die beiden ersten Briefe reden von dem kürzlich 
erfolgten Erdbeben in Nicomedia und dem Tode des Aristae- 
netus, der durch dasselbe herbeigefährt wurde. 25 ist an 
Acacius gerichtet, 26 an Macedonius, die beide in Cilicien 
wohnten. 

27. 28 an den Consularis Phoenices und den Praefectus 
Aegypti. Wenn der Überbringer den Seeweg nach Aegypten 
einschlug, mußte er an Phönicien vorbeikommen; aber auch 
zu Lande konnte er durch diese Provinz an sein Ziel gelangen. 

36. 37. Mit einer Ausnahme (161), auf die wir später 
noch zu reden kommen, finden sich die Briefe an ürbanus 
immer mit Briefen an Modestus paarweise verbunden (36. 
37—53. 54—100. 101—162. 163). Von jenem wird gesagt, er 
teile die Muhen und den Ruhm des letzteren ^ Da Modestus 
Comes Orientis war, werden wir hiernach in ürbanus seinen 
Assessor erkennen dürfen. Dieser Unterbeamte war für die 
Handlungen seines Vorgesetzten mitverantwortlich, hatte ihn 
bei allen Amtspflichten zu beraten und befand sich daher 
stets in seiner Umgebung 2. Daß sie sich an demselben Orte 
aufhielten, ergibt sich zudem aus 100. 101, wo derselbe Über- 
bringer in Briefen au sie beide genannt wird. 

39 — 41 durch Eumthius überbracht; s. S. 4. 

42. 43 an Acacius und Ecdicius, die miteinander ver- 
wandt sind und beide in Cilicien wohnen. 

45. 46 nach Cilicien und nach Sirmium, wohin man 
über Cilicien reiste. 

48 — 50 nach Cilicien, nach Constantinopel und nach 
Sirmium, gleichfalls auf derselben Beiseroute. 

53. 54 an Modestus und Ürbanus, wie 36. 37. 

59 — 63 durch Priscianus überbracht. 

65 — 67 nach Constantinopel für die Sache des Cleobulus. 

68. 69. Von den Adressaten ist Florentius Magister 
Officiorum, also durch sein Amt an das Hoflager gebunden, 
und Themistius wohnt in Constantinopel, wo dasselbe sich 
damals aufhielt. 



1) 37: ovvSidipeQe rat xaXw MoSsoxo) rovq novovqy iv ry xwv 
\6^i(ov xoivoivia ttjv twv inaivcnv ivvo<Lv xoLvwvlav. 

2) Pauly-Wissowa I S. 423. 



6 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

70 — 73 durch Parthenius überbracht. 

74r — 78. Die beiden Briefe 75 und 76 nennen Andronicus 
als Überbringer und sind nach Constantinopel bestimmt; der 
erste nennt jenen zwar nicht, ist aber an einen Mann ge- 
richtet, der kürzlich die Senatorenwürde von Constantinopel 
empfangen hatte, sich also wahrscheinlich ebenfalls dort be- 
fand. 77 geht nach Bithynien, das auf dem Wege nach 
Constantinopel lag, 78 nach Sirmium, wohin sich in Con- 
stantinopel leicht eine Gelegenheit zur Weitersendung finden 
ließ. 

82 — 84. Die beiden ersten Briefe nennen Macedonius 
als Überbringer, der dritte verschweigt seinen Namen. Doch 
befanden sich damals Florentius und Themistius, an -die 83 
und 84 gerichtet sind, beide erweislich in Constantinopel. 

86. 87 an Leontius und Philagrius, beide iu^Armenien. 

88. 89 durch Zoilus überbracht. 

92. 93 an Leontius nach Armenien und an Pannychius 
als Praeses der Euphratensis, die auf dem Wege dorthin lag. 

96 — 98 durch Miccalus überbracht. 

100. 101 durch Zenobius überbracht. 

102. 103. Der erste Brief ist an den Armenier Leontius 
gerichtet, der zweite an einen Letoius, dessen Neffe von 
Libanius unterrichtet wird. Nun erwähnt dieser 288 eines 
armenischen Jünglings Letoius als seines Schülers, in dem wir 
nach der Gleichheit des Namens wohl den Nefifen jenes andern 
Letoius erkennen dürfen. Auch dieser scheint also Armenier 
gewesen zu sein, woraus folgen würde, daß unsere beiden 
Briefe den gleichen Bestimmungsort hatten. 

105. 106 durch Eutherius überbracht. 

112 — 115 alle an das Hoflager; die vier ersten nennen 
Obodianus als Überbringer. 

118. 119 durch Boethus überbracht. 

120. 121 an Macedonius und Acacius, wie 25. 26. 

123 — 126 die drei letzten Briefe gehen nach Constan- 
tinopel, der erste nach Cappadocien, das auf dem Wege 
dorthin durchzogen werden mußte; 124. 125 nennen Polianus 
als Überbringer. 

127. 128 an Acacius und Demetrius, beide in Cilicien. 

129 — 131 an Adamantius, Eutherius und Philagrius, alle 
drei in Armenien. 



I. Das Gesetz der Anordnung. 7 

133 — 135 durch Mociraus überbracht. 

136. 137 nach der Euphratensis und nach Beroea, das auf 
dem Wege dorthin lag; der erste redet gleichfalls von Mocimus. 

138 — 140 die beiden letzten nach Ancyra, der erste nach 
Cilicien auf dem Wege dorthin. 

147. 148 an Ecdicius und Acacius, beide in Cilicien. 

156. 157 durch Auxentius überbracht. 

158. 159. Der erste Brief verspricht dem Phönicier 
Hypatius, daß Libanius die Fürsorge für seine Güter dem 
Consularis seiner Heiraatprovinz empfehlen werde, der zweite 
erfüllt dies Versprechen. 

162. 163 an Urbanus und Modestus, wie 36. 37. 

165 — 167 durch Valens überbracht. 

172. 173 an Stratonianus und Priscianus, beide in der 
Euphratensis. Der erste Brief begrüßt den Sohn des Stra- 
tonianus als neuen Schüler, der zweite dankt dem Priscian, 
daß er Libanius diesen neuen Schüler verschafift habe. 

177. 178 durch ein nach Sinope fahrendes Schiff befördert. 

180. 181 nach Ancyra an die Brüder Strategius und 
Albanius. 

198. 199 beide nach Phoenicien. 

201. 202 durch Leontius überbracht. 

207. 208 durch Hilarius überbracht. 

214. 215 durch Calliopius überbracht. 

217 — 220 beschäftigen sich mit der Vorbereitung von 
Tierkämpfen, die ein Vetter des Libanius veranstalten will. 

223. 224 durch Andragathius überbracht. 

227. 228 durch Acontius überbracht. 

229. 230 durch Heraclides überbracht. 

242 — 244. Die beiden letzten Briefe nennen Eustochius 
als Überbringer und gehen nach Constantinopel, der erste 
nach Ancyra, das auf dem Wege dorthin lag. 

251 — 253 an Iphicrates, Gaesarius und Eutherius, alle in 
Armenien. 

254 — 256 verwenden sich alle für Olympius. 

260. 261 beide nach Gilicien. 

262 — 265 an Eutherius, Iphicrates, Eusebius und Hyper- 
echius, alle in Armenien. 

270. 271 durch einen andern Hyperechius überbracht. 

272. 273 an Eutherius und Olympius, beide in Armenien. 



8 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

282. 283. Der erste Brief antwortet auf ein Empfehlungs- 
sehreiben, das Leontius dem Cleopater mitgegeben hatte; 
der zweite empfiehlt denselben Cleopater dem Maximus. 

284. 285 an Dianius und Alexander, beide in Bithjrnieii. 
Die Briefe hängen auch nach ihrem Inhalt zusammen. 

294. 295 durch Heraclides überbracht. 

296. 297 durch Agroecius überbracht. 

302—304 durch Helpidius überbracht; vgl. S. 3. 

306. 307 an Anatolius und seine beiden Söhne gerichtet. 

Dem gegenüber finde ich in unserer Reihe nur ein ein- 
ziges Beispiel, daß nachweislich gleichzeitige Briefe nicht 
zusammenstehen. Wir sahen schon S. 5, daß Libanius niemals 
an ürbanus schreibt, ohne auch einen Brief an dessen Vor- 
gesetzten Modestus hinzuzufügen. Eine Ausnahme schien 161 
zu sein, wo die Jünglinge, welche die Schule unseres Rhetors 
eben verlassen haben, um am Forum des Comes Orientis als 
Advokaten zu wirken, dem juristischen Berater desselben 
empfohlen werden. Dieselbe Empfehlung ist aber 154 auch 
an Modestus selbst gerichtet, wonach dieser Brief mit 161 
zusammengehört. Doch wenn die Regel, die wir beobachtet 
haben, gar keine Störung erlitten hätte, so wäre dies sehr zu 
verwundern. Wie leicht konnte nicht durch Unachtsamkeit 
eines Abschreibers ein Brief an der ihm zukommenden Stelle 
übersprungen werden, so daß man ihn später nachtragen 
mußte! Diese Ausnahme gehört also zu denjenigen, welche 
die Regel eher bestätigen, als umstoßen. 

Wenn Briefe, die Libanius zugleich abgeschickt hat, so 
gut wie immer nebeneinanderstehen, so weist dies unzwei- 
deutig auf eine chronologische Anordnung hin. Und unter- 
suchen wir weiter, so finden wir, daß wo sich zwischen 
mehreren Briefen ein Zeitunterschied aus inneren oder 
äußeren Gründen feststellen läßt, der frühere dem späteren 
vorangeht, mit andern Worten, daß die zeitliche Reihenfolge 
mit der durch die Überlieferung gebotenen zusammenfällt. 
Dies gilt zwar, wie wir sehen werden, nicht für die Samm- 
lung als Ganzes, wohl aber für die meisten ihrer einzelnen 
Teile; in der Reihe 18 — 313, von der wir zur Zeit reden, 
habe ich nur eine einzige Ausnahme finden können^. Den 

1) Die Briefe 270. 271 sind vor 203 geschrieben, wie im neunten 
Abschnitt zu zeigen sein wird. 



I. Das Gesetz der Anordnung. 9 

Beweis in vollem Uinfauge zu führen, wird erst auf Grund 
der prosopographischen Untersuchungen möglich sein, die 
weiter unten folgen sollen. An dies'er Stelle mag eine aus- 
gewählte Zahl von Beispielen genügen, um die Kegel vor- 
läufig zu beglaubigen. 

Im Folgenden werden wir die Nummern von Briefen, die 
oben als gleichzeitig erwiesen sind, durch eckige Klammern mit 
einander verbinden und für „früher als" das Zeichen < brauchen. 

[18. 19] < [74—78] < 79. Libanius hat den Praefecten 
Anatolius gebeten, ihm ein Ämtchen zu verschaffen, ist aber 
mit Spott abgewiesen worden, worauf er ihm den bitterbpsen 
18. Brief schreibt*. Im 78. erklärt er dann, er habe nach 
jener beleidigenden Weigerung die Korrespondenz mit jenem 
ganz abbrechen wollen. Erst nach langer Zeit habe ein neuer 
Brief des Praefecten, der von einem beträchtlichen Geld- 
geschenk für Optatus, einen Schüler des Libanius, begleitet 
war, ihn wieder zum Schreiben veranlaßt. Dieser Unter- 
brechung des Briefwechsels entspricht es, daß zwischen 18 
und 78 eine Eeihe von etwa 60 Nummern liegt, in welcher 
die Adresse des Anatolius, die sonst sehr häufig ist, gar nicht 
vorkommt. 79 ist dann wieder an ihn gerichtet, also jeden- 
falls später als 78, durch den die Korrespondenz erst neu 
eröffnet wurde. Denn daß auch jener Brief nicht etwa der 
Beleidigung des Libanius vorausliegt, ergibt sich aus seinem 
schmollenden Ton und dem Hinweis auf Optatus, jenen Schütz- 
ling des Anatolius, der seinen Schluß bildet. — 19 ist an 
Aristaenetus gerichtet, also jedenfalls vor dem Erdbeben von 
Nicomedia geschrieben, das ihm den Tod brachte; 77 redet 
zwei Bithynern gegenüber von dem Unglück, das sie betroffen 
habe, womit doch wohl dieses Erdbeben gemeint sein dürfte. 

[18. 19]. [20—23] < [24—26] < 29 < 31< 34 < [70—73] 
< 95. Am 24. Aug. 358 wurde Nicomedia durch ein Erdbeben 
zerstört^, und unter den Trümmern der Stadt fand auch 
Aristaenetus seinen Tod, der kurz vorher, also wohl erst im 
Sommer desselben Jahres, zum Vicar der Dioecese Pietas er-* 

1) 'Ensl Ss noXvQ syxeiaac xcopiMÖa/v r^fiiöv, ort nQoq ae ifjtvfja&rjfiev 
a^iwßatogf iad^i tb näv ayvorjaag. — fXTj XQijC/üiiv i-TtTjyEllov ' xoiyaQovv 
ov ßf-v ovx iöiSovg. iyat öh iyekcDv xal t,i]fziovfi£vog ovöhv svqloxov aov 
Tov TQonov. 

2) Pauly-Wissowa IV S. 1084. 



10 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

nannt war^ Mit ihm zugleich oder kutz nachher starb auch 
Hierocles^ wenig später Eusebius, dann Phasgauius, der Oheina 
des Libanius, und desseA Mutter rermochte den Schmerz über 
den Tod ihres Bruders nicht lange zu überleben^. Demgemäß 
erscheint Aristaenetus 19 uud 20 im Amt, und damit man 
nicht glaube, ein anderes, als das oben genannte, könne ge- 
meint sein, wird ausdrücklich gesagt, daß er dem Range nach 
über dem Provinzialstatthalter, aber unter dem Praefecten 
stand*, was genau auf das Vicariat paßt. Und während er 
sonst zu den fleißigsten Korrespondenten des Libanius gehört, 
findet sich innerhalb unserer Reihe kein dritter Brief an ihn., 
und der Adressat Hierocles fehlt ganz in ihr. Schon dies weist 
darauf hin, daß sie in ihrem weiteren Verlauf der Zeit nach 
dem Tode jener beiden angehört. Wirklich ist denn auch 24 
und 25 von dem Erdbeben und seinen Folgen die Rede. 
29 wird angedeutet, daß Demetrius den Libanius zu den beiden 
Monodien angeregt habe, in denen er den Fall Nicomedias und 
den Tod des Freundes beklagte. 31 sind sie vollendet und 
werden jenem zugesandt. 34 weist bescheiden die Lobsprüche 
zurück, die Demetrius diesen Reden gespendet hatte. Eusebius 
und Phasganius hatten sich nach 31 noch unter den Zuhörern 
befunden, denen Libanius die Monodien vorlas; 70 wird der 
erstere als verstorben erwähnt, 95 der letztere. 

1) Amm. XVII 7,6: inter quos Äristaenettis affectatam recens 
dioecesin curans vicaria potestate, quam Constantivs ad honorem uxoris 
Eiisebiae Pietatem cognominarat , animam hoc casu cruciatam diutius 
exhalavit. 

2) Liban. ep. 25: xetraL ya^ ÄQiaraiverogj (o Zev, ^ re öevre^a 
TiXrjyTj nQoa6Le<pd^eLQ£v rifxäq ovöe trjg ^leQOxXiovg xecpaX^g (peiaafxevov 
rov öalfxovog. 

3) Liban. or. I 117. 118 p. 80: trjv yaQ örj navx* ifiol fii^TeQa scal 
tbv xrig fiev 'Aalag b(p&aXfi6v, BfJLol öe ccvrl nvgyov, rov d-eXov rjQTiaaev 
h '^'^X^t "^ov fxhv TiQOTBQov, Tj ÖS ovx ivByxovoa ^Tianod-vrjaxei. — ßer^ 
ixelvag rag ra<päg xal rrjv Evaeßiov ye rov tcqo afx<polv aneXd^bvrog (jiv 
fjtev yccQ xal rb Nixofir^öeiag nrtafAa xal ov rj nbXig ixdXvxpe Tieoovaa 
dsLva re xal ola Xvtitjv r^v iaxccrtjv ifißakeZVj vcp iqg 6ri xal no/uag 
i§al(pvTjg sdei^a) xaxä 6h nQoared^evra xaxolg^ ravra ixelvotg, (pD.io 
re (plXog xal Ttbkei (piX^ ^h'^^Q '^f ^«^ o ravrrjg äöeXfpbg, navxa Ifjiol 6C 
a l^rjv ßovXoir' av rig, ccTtocpairovCL nixQa. 

4) In Bezug auf Nicentius, den Consularis Syriae, und den Praefecten 
Hermogenes sagt Liban. ep. 20: ov 6e ßoijd-i^aov övoTv aQxovaij rov /tihv 
i^eXbfisvog ßXaßrjg äölxov, rbv ikarroßj rbv 6' aTioartjoag ögyTjg oh 
öixaiagj rbv xQelrro). 



I. Das Gesetz der Anordnung.' H 

[24—26] < 33 < 35. 64 < [112—115] < 249. Die ersten 
Briefe, welche das Erdbeben erwähnen (24. 25), sind im Herbst 
358 geschrieben. 33 beantwortet Libanius einen Brief des 
Julian, in dem dieser das Unglück Nicomedias beklagt hatte. 
Da der Caesar sich damals im fernen Gallien aufhielt, kann 
die Nachricht ihn erst nach Monaten erreicht haben, und 
wieder mußten Monate vergehen, ehe eine Botschaft von ihm 
nach Antiochia gelangte. Danach kann 33 erst in den Winter 
358/9 fallen. 35 werden vornehme Antiochener als Gefangene 
dem Modestus zugeführt, der gegen sie eine Untersuchung zu 
leiten hat. Wie Sievers (S. 80) richtig bemerkt, bezieht sich 
dies auf die Hochverratsprocesse von Scythopolis, die Ammian 
(XIX 12) unter dem Jahre 359 berichtet. In demselben Jahre 
— ob früher oder später, lassen wir einstweilen dahingestellt — 
kehrte der Kaiser wieder nach Constantinopel zurück, nach- 
dem er sich vorher neun Jahre lang in den occidentalischen 
Provinzen aufgehalten hatte ^. Und 64 ist die Nachricht nach 
Antiochia gelangt, daß er Themistius, den Proconsul von 
Constantinopel, an seine Tafel gezogen hatte, also in der Stadt, 
die dieser verwaltete, eingetroffen war. [112 — 115] geht eine 
Gesandtschaft dorthin, um Constantius zu bitten, er möge seine 
Residenz wieder in Antiochia aufschlagen. Ihr Führer ist 
Obodianus, der einer criminellen Verurteilung nur dadurch 
entgangen ist, daß ein gewisser Dorotheus, auf die Folter ge- 
spannt, nichts ungünstiges gegen ihn ausgesagt hatte (112). 
Auch dies wird eine Episode jenes Massenprocesses von 
Scythopolis sein, der also damals schon beendet war. 249 wird 
die Ankunft des Florentius demnächst erwartet. Da er 
Magister Officiorum war, bedeutet dies die Übersiedelung des 
Hoflagers nach Antiochia, die im Winter 360/1 eintrat*-^. 

30 < [39—41] < [86. 87] < [92. 93]. Irgend welche 
Briefe haben in Armenien böse Gerüchte über die Schule des 
Libanius verbreitet^ Philagrius hat daher seinen Sohn zwar 
zum Studium nach Antiochia geschickt, aber einen anderen 
Lehrer für ihn gewählt (41. 87), und Adamantius scheint den 
seinigen, nachdem er ihn vorher unserem Rhetor anvertraut 

1) Pauly-Wissowa IV S. 1088. * 2) Pauly-Wissowa IV S. 1093. 

3) 30: TMV 6h ärjöcjv ixelviov 6i rä xaXa aoi y^dfifzata TiETiOfjKpbrsg 
ixovoi ZTjv attlav. 39: fiskXwv ös Isk^eiv elq SixaarriQLOv xovq xa xaXa 
ygaiifiaza y6y^a<p6tag ixetva, zov fjLtj aoc Tce^iarrjoai xagaxriv htko^ov. 



12 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

hatte, ihm wieder entziehen zu wollen. Der Jüngling hat den 
Zorn des Vaters erregt, wahrscheinlich weil er an seinem 
Lehrer festhielt; doch bald fügt sich der Alte und billigt den 
Entschluß des Sohnes. Dies benutzt Libanius als Anlaß, um 
durch 30 mit Adamantius eine Korrespondenz anzuknüpfen^. 
Später reist Eumathius, der Pädagoge des Sohnes, nach 
Armenien zurück, und 39 freut sich Libanius, daß jener über 
die Fortschritte seines Zöglings dem Vater als Augenzeuge 
werde berichten und dessen letzten Verdacht zerstreuen können. 
Derselbe Eumathius nimmt auch Briefe an Iphicrates und 
Leontius mit (S. 4). Den ersteren sucht Libanius zu veran- 
lassen, daß er unter seinen Freunden ein wenig für ihn 
agitiere; dem zweiten versichert er mit heuchlerischer Miene, 
er nehme es weder ihm noch dem Philagrius übel, daß sie 
ihre Söhne in andere Schulen schickten (40. 41). Als dann 
86 und 87 geschrieben werden, hat Philagrius sich besonnen; 
sein Sohn ist zu Libanius übergetreten. Leontius hat ihm 
freundlich geantwortet, aber des von Eumathius überbrachten 
Briefes nicht erwähnt, sodaß Libanius fürchtet, er sei verloren 
gegangen. Auch hat der Bote des Leontius sich nicht zum 
zweiten Mal gemeldet, um die Antwort bei seiner Rückreise 
nach Armenien mitzunehmen, sondern ist plötzlich verschwunden, 
worin Libauius eine neue Hinterlist seiner Gegner wittert. 
92 hat sich die Sache aufgeklärt: der Bote war nach Phönicien 
weitergereist und ist nun zurückgekommen, um die ver- 
sprochene Antwort in Empfang zu nehmen. 

31. 32. [42.43]. [59—63]. [74—78] < 95 < 99. [112—115]. 
[123—126]. 141. 186. 197. [217—220]. Phasganius, der Oheim 
des Libauius, wird 31. 32. 43. 63. 76 noch als lebend erwähnt; 
aber der letzte dieser Briefe redet schon von einem schweren 
Fieber, das er zwar durchgemacht habe, aber ohne seine 
Kräfte wiedergewinnen zu können. Wahrscheinlich hat ein 
Rückfall ihm das Leben geraubt; denn 95 enthält die Todes- 

xal Sfia tiqIv tdeZv öixaotr^Qtov idbxovv /xoi öIxtjv ziveiv iv rolq vlioiVf 
^Q xai xb teS-vavat xoZq evfpQovovai xovipbxEQOv, Die Briefe waren also 
von Vätern geschrieben, deren Söhne nach der Ansicht des Libanius durch 
schlechte Lehrer, offenbar seine Nebenbuhler, gänzlich verdorben wurden. 
1) 30: eiXfi<psvaL aov ygafi^axa vofxiC.Q) xal (ir^ kaßdtv. iv yccQ X(ö 
Xvoai xriv ngbq xov vlbv ot öcxalav OQyrjV xal hcaiveaai xavxa iv oiq 
x6(oq enexLfiaqj ö^lov inoieiq, (bq i^öiax' av iniaxellaq ov d^aQQOiT^q. örAA' 
o^tyad-h xal d-aggetv xal STiiaxskksiv. 



I. Das Gesetz der Anordnung. 13 

anzeige. 99. 115. 126. 141. 186. 197. 217 sprechen dann von 
ihm als von einem Verstorbenen. 

31 < [59—63] < [123—126] < [127. 128] < [136. 137] 
142—146. 149. 152. 160. [172. 173]. 174. 179. [201. 202]. 212. 
Priscianus befand sich 31 noch in Antiochia. Dann wurde er mit 
Hoffnung auf Beförderung an den Hof berufen, und 59 — 63 sind 
die Empfehlungsbriefe, die ihm Libanius auf die Reise mitgab. 
125 ist er mit dem Kaiser an der Donau gewesen und dann 
nach Constantinopel gekommen. Er hat ein kleines Amt er- 
halten — wie sich aus 144. 152. 174 ergibt, war es der 
Praesidat der Euphratensis — und wird in nächster Zeit in 
Antiochia erwartet. Denn die Statthalter des Orients pflegten 
sich, ehe sie in ihre Provinzen gingen, dem Comes Orientis 
oder dem Praefecten persönlich vorzustellen. 127 ist denn 
auch Priscian in Antiochia gewesen und hat Nachrichten vom 
Hoflager mitgebracht. Während seiner Statthalterschaft ist 
dann die folgende Reihe von Briefen geschrieben, und auch 
innerhalb derselben läßt sich die chronologische Folge z. T. 
nachweisen. Einer der ersten (142) ^ zeigt ihn uns in den 
Anfangen seiner Tätigkeit. Er hat gegen Libanius Zweifel 
geäußert, ob er seiner Aufgabe, die durch den drohenden 
Perserkrieg damals noch erschwert war, gewachsen sein werde, 
und einen Officialen, der seine Vorgänger beherrscht hatte, 
in seine Schranken zurückgewiesen. 143 sehen wir ihn seine 
Provinz bereisen; er hat infolge jenes Krieges überall drückende 
Armut gefunden, und Libanius antwortet ihm, daß es in Syrien 
nicht besser stehe, als in der Euphratensis. An die Erwiderung 
auf diesen Brief knüpft dann der 149. an, und auf diesen weist 
wieder der 160. zurück. 212 ist wegen irgend einer Amts- 
handlung eine Untersuchung gegen Priscian eingeleitet worden, 
aus der er mit Ehren hervorgegangen ist. Dieser Brief muß also 
an das Ende seiner Statthalterschaft oder doch nicht sehr lauge 
vorher fallen. — [172. 173] heißt Libanius den Sohn des Stratonia- 
nus als neuen Schüler willkommen, [201. 202] berichtet er an 
den Yater, wie sich Leontius in Antiochia des Jünglings ange- 
nommen habe. Wir erhalten also noch die folgenden zwei Reihen : 

142 < 143 < 149 < 160 < 212. 

[172. 173] < [201. 202]. 

Dies sind wenige Beispiele, doch umfassen sie eine so 
große Zahl von Briefen, daß sie genügen dürften, um die 



14 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

chronologische Anordnung vorläufig zu beglaubigen. Tür end- 
giltig bewiesen darf sie freilich erst gelten, nachdem sie sich 
auch in weiterem Umfang erprobt hat; doch dies kann erst 
in der später folgenden Einzeluntersuchung geschehen. Die 
Gründe jener eigentümlichen Erscheinung zu finden, kann uns 
erst gelingen, wenn wir vorher die handschriftliche Über- 
lieferung festgestellt haben. Daß ich dies kann, verdanke ich 
der Güte Richard Försters, der mir alle Nachrichten, deren 
ich für meinen Zweck bedurfte, teils unmittelbar, teils durch 
freundliche Vermittelung des Herrn Kurt Mosel brieflich mit- 
geteilt hat. Um eine lebendigere Anschauung von der Art 
der Handschriften zu gewinnen, habe ich mir auch den 
Vossianus 77 aus Leyden kommen lassen und ihn durchgesehen. 
Bei den zwei andern wichtigsten Textesquellen war mir dies 
nicht möglich, weil die Vaticanische Bibliothek, in der sie 
aufbewahrt werden, bekanntlich nichts verleiht. Denn eine 
Reise nach Rom hielt ich für überflüssig, da sich ja in Försters 
Händen die CoUationen befinden und ich durch sein gütiges 
Entgegenkommen alles nötige erfahren konnte. 



IL Die beiden Corpora. 

Da Libanius das ganze Mittelalter hindurch für den 
glänzendsten Vertreter des griechischen Briefstils galt, ist er 
sehr häufig abgeschrieben worden. Förster kennt mehr als 
zweihundert Handschriften, die Briefe von ihm enthalten; 
doch in den meisten finden sich nur einzelne Stücke oder 
kleine Mustersammlungen. Für uns kommen nur die großen 
Corpora in Betracht, von denen zwei erhalten sind. Das 
eine ist nur vertreten durch den Vaticanus 83. Es enthält 
fast die ganze Briefmasse; nur wenige Stücke fehlen, doch 
sind dafür andere doppelt gesetzt. Die Überlieferung des 
zweiten, das um 449 Briefe, also um mehr als ein Viertel 
der Gesamtzahl, ärmer ist, beruht auf dem Vossianus 77 und 
dem Vaticanus 85, die beide unvollständig sind, aber sich z. T. 
gegenseitig ergänzen. Bei dem ersteren endet ein Quaternio 
am Anfang des 413. Briefes mit den Worten jtavrl övXXoyo;) 



II. Die beiden Corpora. 15 

'/Ml ßovZofitvoig mitten im Satze; der folgende beginnt mit dem 
Schlüsse des 1283. Briefes bei tovto ejtad-ov und läßt ihm 
dann den 414. folgen. Es ist also eine Reihe von Quater- 
nionen ausgefallen, welche den größten Teil des fünften 
Buches und den Anfang des sechsten enthalten haben. Das 
hier fehlende findet sich im Vaticanus 85, doch ist er dafür 
am Anfang verstümmelt; denn er beginnt erst mit dem zweiten 
Buche. Infolge dessen vermag er für eine andere Lücke des 
Yossianus keinen Ersatz zu bieten. Denn hier ist schon am 
Ende des ersten Quaternio ein Blatt ausgefallen, wodurch der 
Schluß des 28. Briefes, dann vier ganze Briefe und der 
Anfang eines fünften verloren gegangen sind. Diese Zahl 
läßt sich dadurch feststellen, daß die Briefe in den Hand- 
schriften fortlaufende Nummern tragen; der letzte vor der 
Lücke ist mit la bezeichnet, der erste nach derselben mit i^. 
An anderen Stellen sind Ziffern übersprungen, ohne daß 
sichtbare Beschädigungen der erhaltenen Handschriften dazu 
Anlaß böten. So beginnt sowohl im Vossianus als auch im 
Vaticanus 85 das fünfte Buch mit der Nummer g; die ersten 
sechs fehlen also. Ferner fehlt zwischen gc und §7/ des ersten 
Buches (bei Wolf 78 und 79) die Ziffer gC, zwischen Qxy und 
Qxe des Anhangs (649 und 650) die Ziffer qxö. Dies können 
einfache Versehen sein; wahrscheinlicher aber ist, daß es auf 
Lücken der ürhandschrift hindeutet. Denn zweifellos war 
diese arg zerstört, als der Vossianus und der Vaticanus aus 
ihr abgeschrieben wurden. Dies zeigt sich darin, daß nament- 
lich gegen den Schluß hin Teile der Zeilen leergelassen sind, 
offenbar weil die betreffenden Stellen in der Vorlage unleser- 
lich geworden waren. Jene Ziffern sind also als ein Teil der 
Überlieferung zu betrachten, der über den ursprünglichen 
Bestand der Sammlung Auskunft gibt, und sollten daher auch 
von einem künftigen Herausgeber nicht unberücksichtigt 
bleiben. Bei vielen Briefen sind sie im Vossianus hinzuzufügen 
vergessen, doch gerät dadurch die Zählung nicht in Unordnung, 
sondern wird so fortgeführt, als wenn die betreffenden 
Nummern vorhanden wären. Kleine Versehen sind nur 
dreimal zu konstatieren: im ersten Buche ist bei 93 und 94 
die Ziffer jtß zweimal wiederholt und dann der einzige noch 
folgende Brief mit jty bezeichnet; im sechsten sind die beiden 
Briefe 436 und 437 in einen zusammengeflossen und demgemäß 



16 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

auch Dur mit einer Ziffer x^ versehen; im Anhang wiederholt 
sich das Gleiche bei 1025 = vqß. In diesen Fällen werde ich 
die Nummer beibehalten und die unter ihr vereinigten Briefe 
durch a und h unterscheiden, und ein Gleiches möchte ich auch 
dem künftigen Herausgeber empfehlen. 

Die Buchteilung, die Wolf in seiner Ausgabe ganz beseitigt 
hat, ist in den beiden Corpora verschieden. Wir erörtern zuerst 
die des kleineren, welche viel unregelmäßiger, eben darum aber 
wohl ursprünglicher ist. 

Auf die Überschrift Aißavlov ajiiöroXal folgen zuerst 17 
Briefe, mit den Ziffern a — i^ richtig bezeichnet, die außerhalb 
der Buchteilung stehen. Auch Wolf hat sie an die Spitze der 
Sammlung gesetzt. Sie gehören ganz verschiedenen Zeiten an 
und lassen keine chronologische Ordnung erkennen. Dann erst 
steht die Überschrift ßißUov ütQcatov, 

Buch I: 18—95. Hier sind die Stücke 18—28 mit a—ta 
numeriert; dann folgt die schon besprochene Lücke. 29 — 93 
tragen mit überspringen von gC die Nummern tg — jtß^ 94 noch 
einmal jtß^ 95 jty. Das Buch umfaßt in streng chronologischer 
Ordnung die Zeit vom Hochsommer 358 bis zum Herbst 359. 

Buch H: 96 — 202, richtig numeriert mit a — ^c, umfaßt die 
Zeit vom Winter 359 bis zum Sommer 360. Wie oben (S. 8) 
gezeigt worden ist, muß ge (161) an vrj (154) herangerückt 
werden; im übrigen ist auch hier keine Störung der chrono- 
logischen Reihenfolge zu bemerken. 

Buch ni: 203 — 313, richtig numeriert von a — (>?y, umfaßt 
die Zeit vom Sommer 360 bis zum Frühling 361. Die Briefe 
g£. gc (270. 271) sind früher als a (203) ff.; sonst scheint die 
chronologische Ordnung bewahrt zu sein. 

Buch IV: 314—353. 1590. 354—392, richtig numeriert von 
a — üt. Dies ist das einzige der sechs Bücher, in dem die chrono- 
logische Ordnung zwar noch immer durch längere Brieffolgen 
hin erkennbar, aber im ganzen doch arg zerrüttet ist. a (314) 
ist aus dem Jahre 355, Xa, Xß (344. 345) und o^ (391) aus 
dem Winter 358/9; der Rest fällt, soweit er sich mit Sicherheit 
bestimmen läßt, in die Zeit vom Sommer 357 bis zum Sommer 
358, ist aber, wahrscheinlich durch uralte Blattverstelluuo-en, 
etwas durcheinander geraten. Denn um die chronologische 
Ordnung herzustellen, muß man Xy — Xr] (346 — 351) und fid — 5« 
(356—373) zwischen ta (324) und iß (325) einschieben. 



IL Die beiden Corpora. . 17 

Buch V: 393—413. 1229. 1189. 1230—1235. 1184. 1236. 
1197. 1201. 1194. 1191. 1237. 1238. 1192. 1190. 1239. 1200. 
1031. 1240. 1241. 1083. 1032. 1085. 1242. 1243. 1187. 1033. 
1034. 1244—1253. 1198. 1254. 1193. 1255—1258. 1199. 1259 
—1262. 1195. 1109. 1263. 1196. 1264—1267. 1136. 1268. 1269. 
1134. 1270—1273. 1135. 1274. 1088. 1275— 1277a. 1225. 1277b 
—1279. 1215. 1280. 1035. Die Nummern beginnen mit g und 
gehen bis ql. Das Buch umfaßt in streng chronologischer Ord- 
nung die Zeit vom März 355 bis zum Mai 356. 

Buch VI: 1281. 1036a. 1282. 1185. 1283. 414. 415. 1603. 
416 — 529. Unter der Nummer x^ sind 436 und 437 wie ein 
Brief zusammengefaßt; im übrigen ist jichtig numeriert von 
a — Qiy (522). Nach diesem Briefe steht riXoQ ßißUov c, und der 
folgende ist nicht, wie sonst immer, mit dem Namen des Adres- 
saten allein überschrieben, sondern: Aißdviog ^iXayQcoy. Trotz- 
dem geht die Numerierung weiter von qiö — qx (523 — 529). Hier 
steht am Rande ein zweites ttXogj und nach dem Schlußzeichen 
folgt die neue Überschrift: Aißavlov öo^iorov lütLöxokaL Dies 
Buch umfaßt in streng chronologischer Ordnung die Zeit vom 
Frühling 356 bis zum Sommer 357. 

Auf die angeführte Überschrift folgen ohne Buchteilung 530 
—561. 1605. 562—644. 646. 645. 647—671. 1588. 672a— 1030. 
Sie sind mit Überspriugung der Nummer qx6 fortgezählt von 
a bis r^ry. Äußerlich nicht unterbrochen, zerßlllt diese Masse 
zeitlich in zwei od^r genauer in drei scharf gesonderte Teile, 
a — (Txc (530 — 759) umfassen in streng chronologischer Ordnung 
die Zeit vom Frühling 361 bis zum Frühling 363. öxC—ra 
(760 — 832^). gehören dem Jahre 388 an, und die chronologische 
Reihe ist in der ersten Hälfte dieser Gruppe, arg gestört; sie 
scheint die folgende Anordnung zu fordern: öxg — öXy (760 — 766), 
öj^-ö^€ (782—787), öAg— ö//g(769— 779), . (>;irf— o->lc: (767— 
768b), 6[ifi, 611^ (im. 781), öJ^«:(788)flF. — r/^-r^^ (833—1030) 
gehen von der Mitte des Jahres 390 bis in den Sommer oder 
Herbst 393, nur daß vy und v6 (936. 937) noch dem Jahre 388 
zuzurechnen sind. Im übrigen scheint hier die zeitliche Eeihen- 
folge eingehalten zu sein. 

Wie mau sieht, gliedert sich das Corpus in drei auch 
äußerlich scharf gesonderte Teile, die durch eigene Über- 
schriften von einander getrennt sind. Den Kern und Mittel- 
punkt bilden die sechs Bücher; außerhalb der Buchteilung stehen 

Texte u. UntereuchuDgen etc. NF XV, 1. 2 2 



18 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

davor 17 Briefe, dahinter 498, letztere zwar durch zwei zeitliche 
Lücken, die eine von 25 Jahren, die andere von anderthalb 
Jahren, unterbrochen, aber doch im ganzen chronologisch ge- 
ordnet, erstere nicht. Dies verrät, daß die Sammlung aus 
mindestens drei verschiedenen Quellen zusammengeflossen ist, 
die einzeln untersucht werden müssen. 

Die sechs Bücher umfassen nur die Korrespondenz der 
Jahre 355 — 361. Abgesehen von kleinen Störungen, die durch 
irgend welche Zufalle herbeigeführt sein müssen, ordnet sie sich 
innerhalb der einzelnen Bücher nach der Zeitfolge; die Samm- 
lung als Ganzes aber nimmt auf diese keine Rücksicht. Denn 
die beiden letzten Bücher sind die frühesten, die drei ersten 
die spätesten. Bringen wir sie in diejenige Folge, in der wir 
weiter unten ihre Einzeluntersuchung anstellen werden, nämlich 
V. VI. IV. I. n. m, so überblicken wir die Korrespondenz, die 
Libanius während jener sechs Jahre geführt hat, ohne wesent- 
liche Unterbrechung in ihrer zeitlichen Ordnung. Doch diese 
herzustellen, kann bei dem antiken Herausgeber nicht bewußte 
Absicht gewesen sein, da er sie sonst auch in der Anordnung 
der Bücher beobachtet hätte. Zudem wurden die Briefsamm- 
lungen jener Zeit ausschließlich durch die Freude an der schönen 
sprachlichen Form hervorgerufen; historische Zwecke lagen 
ihnen gänzlich fern, und nur diesen hätte die chronologische 
Folge dienen können. Sie ist also nicht künstlich herbeigeführt, 
sondern von selbst entstanden, und zwar wird dies folgender- 
maßen zugegangen sein. 

Die Briefe jener Zeit sind nicht,, gleich den heutigen, 
schlichte Mitteilungen von Tatsachen oder unbefangene Ergüsse 
von Stimmungen und Gefühlen, sondern sie wollen Kunstwerke 
sein. Wie Libanius literarische Kritik an den Briefen seiner 
Freunde übt — natürlich immer lobende — , so erwartet er sie 
auch für die seinen. Man ermangelte denn auch nicht, sie vor- 
zulesen und herumzuzeigen^, ja einzelne Empfanger waren der 
Meinung, dadurch, daß der große Redner an sie schrieb, ge- 
wännen auch sie selbst einen Anspruch auf Unsterblichkeit*^. 
Wie sehr man bei dieser Korrespondenz an die Nachwelt dachte, 
ergibt sich vielleicht noch deutlicher aus dem folgenden Beispiel. 

1) V 93(1134). 94(1270). add. 238(1053) und sonst. 

2) App. 160(683): ^^tgJv 6h ifiäg ^niaxoXaq o)q iv avtatg fjtvfjfir^v 
ScS-avarov f§ö>v, fiixQcc Z^rsTg vnhQ fxeyaXmv. 



II. Die beiden Corpora. 19 

Libauius hat ausnahmsweise einen ziemlich groben Brief ge- 
schrieben, und Eustochius, au den er gerichtet war, bittet höchst 
erschreckt, jener möge ihn tilgen. Dazu will sich der Ver- 
fasser zwar nicht verstehen, denn er ist auf die scharf ge- 
schliffenen Spitzen seines Angriffs nicht wenig stolz; doch 
erbietet er sich, durch Änderung weniger Buchstaben in der 
Überschrift EvöraMoi statt Evotoxlcp zu setzen, verlangt aber 
für diese Gunst auch gleich eine Gegenleistung: app. 320 (851). 
unter jenem falschen Namen ist das Stück denn auch auf uns 
gekommen: app. 302(833). Es versteht sich von selbst, daß 
Libanius weder die erbetene Tilgung noch die Veränderung der 
Adresse an dem wirklichen Briefe vornehmen konnte, der längst 
in den Händen des Eustochius war, sondern nur an einer künf- 
tigen Buchausgabe desselben. An diese haben also Schreiber 
wie Empfönger gleich von Anfang an gedacht. 

um eine solche Veröffentlichung zu besorgen oder besorgen 
zu lassen, mußte Libauius Concepte oder Abschriften zurück- 
behalten, und daß er dies getan hat, ist ausdrücklich beglaubigt. 
Denn wenn er meint, daß ein Brief von ihm verloren gegangen 
sei, pflegt er dem Adressaten eine Kopie zu schicken ^ Jene 
Concepte aber bewahrte er nicht in einzelnen Zetteln, sondern 
ließ sie jedesmal in ein Buch eintragen, wie schon Förster 
bemerkt hat*. In einem dieser Bücher wird er auch den 
Namen des Eustochius in Eustathius verwandelt haben. Indem 
nun jeder Brief unmittelbar vor seiner Versendung hier ein- 
geschrieben wurde, ergab es sich auch ohne historische Absicht 
ganz von selbst, daß sie in derselben Reihenfolge zu stehen 
kamen, wie sie abgegangen waren. Und da jene Kopialbücher 
den späteren Ausgaben als Grundlage dienten, übertrug sich 
auch auf diese die chronologische Anordnung. Doch gelangten 
sie nicht ganz in ihrer ursprünglichen Gestalt zur Veröffent- 
lichung: wie wir noch zeigen werden, wurden die unbedeutendsten 
Stücke zum Teil weggelassen, daneben auch solche, die aus 

1) I 75(86). add. 105(1044). 194(1384). 

2) Jahrb. f. Philol. und Pädag. I 113 S. 491. Eutropius hat die 
Nachricht gebracht, daß zwei Briefe des Libanius nicht angekommen 
sind, und daß die Adressaten sich beleidigt fühlen, weil sie glauben, er 
habe ihre Briefe unbeantwortet gelassen. Da läßt Libanius „das Buch" 
bringen und zeigt dem Eutropius darin die Concepte der beiden frag- 
lichen Briefe : iya> ÖS äveßoTjaa xe xal r 6 ßißXiov naQBvsyxmv naQsTxov 
ävaycvwaxeiv afZ(p(o. add. 194(1384). 

2* 



20 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

politischen oder persönlichen Gründen gefährlich waren ^ Dies 
aber wurde für die Abschreiber zur Quelle manchen Fehlers. 
Denn da sie die Kopialbücher nicht vollständig in die Buch- 
ausgabe übertragen, sondern hin und wieder ein Stück über- 
springen sollten, kam es leicht vor, daß sie aus Versehen auch 
solche Briefe wegließen, die zur Aufnahme bestimmt waren, 
und sie dann an anderer Stelle nachtragen mußten. Und waren 
die Kopialbücher nicht PapyrosroUen, sondern Pergamentcodices, 
so konnten sie auch Blattverstellungen erleiden, wie solche im 
vierten Buche und im zweiten Teil des Appendix vorzuliegen 
scheinen. Dies erklärt es zur Genüge, warum die chrono- 
logische Ordnung zwar im allgemeinen beobachtet, an einzelneu 
Stellen aber mehr oder weniger durchbrochen ist. 

Bei der Reihe der sechs Bücher ist vor allem bemerkens- 
wert, daß an den beiden Stellen, wo der fortlaufende chrono- 
logische Faden abreißt, dies nicht an einem beliebigen Punkt 
in der Mitte des Buches, sondern nur am Ende desselben eintritt. 
Das erste bis dritte Buch laufen von 358 bis 361, mit dem 
Beginn des vierten wird auf 357 zurückgesprungen und wieder 
mit dem Beginn des fünften auf 355. Dies leitet zu dem 
Schlüsse, daß die einzelnen Bücher der Ausgabe den einzelnen 
Kopialbüchern, in die Libanius die abzuschickenden Briefe 
eintrug, genau entsprechen. Denn wären die Buchteilungen 
künstlich gemacht, so würden sie gewiß in die Zeitteilungen 
hineinschneiden, nicht mit ihnen zusammenfallen. Auch fol- 
gendes ist zu beachten. Libanius war als öffentlicher Lehrer 
der Rhetorik in Constantiuopel angestellt, siedelte aber unter 
dem Vorwand einer Krankheit im J. 354 nach seiner Vaterstadt 
Antiochia über, um dort eine Schule zu gründen. Lange Zeit 
schwebte die Gefahr über .ihm, durch kaiserlichen Befehl an 
den Ort seiner Professur zurückbeordert zu werden, und zahl- 
reiche Briefe sind zu dem Zweck an einflußreiche Leute ge- 
richtet, damit sie ihm die Erlaubnis, in Antiochia zu bleiben, 

1) Als nach dem Tode Julians Aristophanes den Libanius bittet, 
ihm seinen Briefwechsel mit dem Kaiser zuzusenden, erhält er add. 151 
(1350) die Antwort: inioToXag öh tag ixslvov nQoq ifih xal nQoq ixeivov 
ffxag rag fzhv 7t€fjirp(o, zag 6e ov. xgiaei öh kxarsQov earai, zag fxsv 
yag ovöhv öeivov (pav^vai, zag 6^ lOiog. Die meisten Stucke müssen 
unter den christlichen Regierungen der Folgezeit gefährlich erschienen 
sein; denn von den Briefen des Libanius an Julian sind aus dieser Zeit 
nur äußerst wenige erhalten. 



IL Die beiden Corpora. 21 

beim Kaiser erwirken. Dieser „Kampf um die Heimat" durch- 
zieht das ganze fünfte Buch, um am Ende desselben seinen 
Abschluß zu finden; denn die vier vorletzten Briefe (1278. 1279. 
1215. 1280), mit denen zugleich wahrscheinlich auch der letzte 
(1035) abgeschickt ist, enthalten Danksagungen an seine Gönner, 
daß seiu Verhältnis zu Constantinopel endgiltig gelöst ist. Das 
Buch endet also an einem Zeitpunkt, der für das weitere Wirken 
des Libanius epochemachend war. Ähnliches gilt auch von dem 
ersten Buche. Phasganius, der Oheim des Libanius, war der 
Hüter seiner Jugend gewesen und blieb auch in späteren Jahren 
der teilnehmende Genosse aller seiner Freuden und Sorgen. 
Seiner Mutter war er so teuer, daß, als er starb, der Schmerz 
über den Tod des Bruders auch sie nach kurzer Zeit hinraffte. 
Und die Todesanzeige des Phasganius (95) beschließt das erste 
Buch. Das stille Leben unseres Redners war sehr arm an 
bedeutenden Wendungen; wenn zweimal Ereignisse, die für 
ihn eine neue Epoche herbeiführten, am Ende eines Buches 
stehen, so wird dies kaum Zufall sein. Unter ein Tagebuch 
setzt man gerne dort den Schlußstrich, wo man bei einem bedeut- 
samen Lebensabschnitt angelangt zu sein glaubt, und nament- 
lich abergläubische Leute, wie Libanius einer war, werden dazu 
geneigt sein. Jene Hefte aber, in die er seine Briefe fort- 
laufend eintrug, waren Tagebüchern nicht unähnlich. 

Daß die Kopialbücher einige Streichungen erfuhren, ehe 
ihr Inhalt der Öffentlichkeit übergeben wurde, ist oben schon 
bemerkt worden. Den Beweis liefern folgende Stellen. Nach 
I 32 (44) hat Libanius an Modestus schon fünf Briefe geschickt, 
nach IV 78(390) an Thalassius drei, während in den be- 
treffenden Reihen an jenen nur zwei I 23(35). 24(36), an 
diesen nur einer IV 68 (380) erhalten sind. Doch die ver- 
lorenen Stücke waren sicher zum Teil, wahrscheinlich alle, 
kurze ZetteP, die als zu unbedeutend weggelassen sind. Dem 
entsprechend scheint man die Absicht gehabt zu haben, das 

1) Von einem der verlorenen Briefe an Modestus heißt es I 24 (36): 
ool d^ avzl Tovtiov yQccfifxaza xal xavO-"* ovt(o fjLucQa, TiQoad-eltjv rf' äv (hq 
ov6b nävv xaXa. xi nox* äv ovv sögag, et (jLaxga xe ^v xal xaXa; An 
Thalassius schreibt Libanius IV 78 (390), er lüge, wenn er ihn anschuldige, 
ihm nicht geschrieben zu haben, da doch schon drei Briefe an ihn ab- 
gegangen seien; wohl aber würde seine Klage auf Wahrheit beruhen, wenn 
er sich über die Kürze jener Briefe beschwert hätte: i^riv fievxoi xal xb 
^o^Bv wg fiLXQOv alxKOfisvov alr]d^€veiv xe oßov xal nXsio) L,rjxeLV. 



22 0« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

VI. Buch mit 113(522) zu schließen, dem letzten Brief von 
einigem Umfange; denn hinter ihm steht, wie wir S. 17 ge- 
sehen haben: rtXog ßißXtov c. Was der Grund war, daß man 
nachträglich doch noch sieben ganz kurze Stücke hinzugefügt hat, 
soll später dargelegt werden (S. 24). Aber auch innerhalb der 
aufgenommenen Briefe ist manches gestrichen worden, wie sieh 
aus folgendem Beispiel ergibt. Nach I 1 (18) hat Anatolius dem 
Libanius geschrieben, das Lob, das dieser dem Spectatus ge- 
spendet habe, reiche an dessen wirkliche Verdienste noch lange 
nicht heran ^ Das erste Buch schließt sich zeitlich an das vierte 
an, und hier findet sich denn auch der Brief, auf den jener 
Tadel die Antwort sein muß. IV 23 (336) rühmt den Spectatus 
und spricht zugleich den Verdacht aus, den Anatolius werde 
der Neid auf dessen Leistungen nicht schlafen lassen. Das 
weist dieser zurück, indem er jene Lobpreisungen noch nicht 
genügend findet. In demselben Briefe, der so beantwortet wurde, 
hatte Libanius aber auch angedeutet, daß er durch die Gunst 
des Präfecten ein Ämtchen zu erlangen hoffe {ori jcgog öe if^ir/j- 
öO^jfier d^ccofiarog; vgl. S. 9). Davon findet sich in IV 23(336) 
nichts, wohl aber läßt sich die Stelle nachweisen, wo ursprünglich 
eine Bitte dieser Art gestanden haben könnte. Am Schlüsse 
des Briefes heißt es nämlich, Anatolius habe bewirkt, daß nur 
noch wenige Privatleute übriggeblieben seien, und durch einen 
Regen von Anstellungsdekreten viele an die kaiserliche Krippe 
geführt. In diesem Zusammenhange konnte Libanius sehr 
passend andeuten, daß auch er jenen vielen hinzugefügt zu 
werden erwarte. Und wirklich zeigt die betreffende Stelle ein 
mangelhaftes Satzgefüge, das auf eine Lücke hinzudeuten scheint: 
dfivvov drj flot ta ygafifiara xal yQafpe xi jtaQajtXrjöcov, cj jrdrv 
6ri Tivag oXlyovQ löicorag dq)8ig, cog rj rcov ötXroov'^ ejcofißQia jzoX- 
Xovg tjrl ti/p ßaötXtx?)v elödyet q)dxvrjv. Durch das cog ist der 
letzte Nebensatz sehr ungeschickt an das Vorhergehende an- 
geknüpft; doch würde es durchaus passend stehen, wenn die 
Stelle ursprünglich besagt hätte: „Gib auch mir ein Amt, tvie 
du es vielen andern schon gewährt hast." Und daß Libanius 
seine Bitte in dieser Weise motiviert hatte, ergibt sich auch aus 

1) "EcptjQ ÜTiexräzov fx&yav ovza xolq tQyoiqj (alxqov yeysvtjad^ai xolq 
nao' i/jiov kbyoig. 

2) Daß 6k).T0i dasselbe bedeutet, wie das lateinische codicilli, habe 
ich bei Pauly-Wissowa IV S. 179 mit Beispielen belegt. 



n. Die beiden Corpora. 23 

1 66(78): hyto 6e g)iXslö0^at fiev vjto öov jtiörsvcov xal ejteöreXXov 
xal ejtTJyyeXov ev jcad-elv, ovöev ahcSv vjteQalQov öov trjv övva/icv, 
dlX^ ola jtoZXa xad^ ^fiegav eöJcecQsg d^iocg re 6/iol(Dg xal firj 
ToiovToig. In IV 23 (336) ist also jener Ämterbettel ausgefallen, 
ofifenbar nicht durch Schreiberversehen, sondern weil Libanius 
sich seiner schämte und ihn der Kenntnis der Nachwelt ent- 
ziehen wollte. Daß er nicht auch die Parallelstellen in I 1(18) 
und I 66(78) getilgt hat, war eine Unachtsamkeit, die um so 
leichter erklärlich ist, als er ein so sorgfältiges Vergleichen 
seiner Briefe, wie die moderne Philologie es übt, natürlich nicht 
erwarten konnte. 

Hieraus ergibt sich, daß Libanius die sechs Bücher selbst 
der Öffentlichkeit übergeben hat; denn ein fremder Herausgeber 
hätte keinen Grund gehabt, jene kompromittierende Stelle zu 
tilgen. Auf den Anlaß der Publikation läßt sich daraus schließen, 
daß ihre spätesten Teile dem Frühling 361 angehören. Sie 
endet also in der Zeit, wo Julian zum Augustus erhoben war 
und man seinem Entscheidungskampfe gegen Constantius ent- 
gegensah. Mit jenem wechselte Libanius schon seit Jahren 
Briefe und wußte, daß der junge Herrscher auch diese kleinen 
Erzeugnisse seiner Muse glühend bewunderte. Er konnte ihm 
also kein passenderes Geschenk machen, als wenn er ihm bei 
seinem siegreichen Einzug in Antiochia, den man in kurzem er- 
warten konnte, die Briefsammlung überreichte. Doch dazu mußte 
sie schon von langer Hand vorbereitet sein ; denn Bücherschreiber 
waren so schwer zu bekommen, daß die Ausgabe eines Werkes 
von einigem Umfang immer lange Monate erfordertet Mithin 
konnte die Sammlung nicht bis zu der Zeit weitergeführt werden, 
wo Julian in Antiochia eintraf, sondern mußte schon ab- 
geschlossen und den Schreibern übergeben sein, während er noch 
in weiter Ferne war. Und wenn sie mit dem Jahre 355 begann, 
in dem er zum Caesar erhoben wurde, so lag darin eine feine 
Schmeichelei: es war sein „Saeculum", dessen epistolographische 
Früchte ihm überreicht wurden. Freilich stammten die ältesten 
Briefe der Sammlung schon aus dem Frühling 355, während 
er erst im Spätherbst den Purpur empfangen hatte; aber inner- 
halb des einzelnen Kopialbuches zu bestimmen, was darin noch 

1) Libanius schreibt an Bacchius über zwei neue Reden VI 1 1 1 (520) : 
Tibfi^pofiev ccfjUpOTSQag avxixa. zb rf' j^atTixa^^ nag^ rifitv ovo fjt^veg' roaavtrj 
Tiq ä(pd'Ovia yQa<peofVy "va fit] Xsyo) mtaviq. 



24 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

vor das Caesareiitum des Julian falle, war kaum Libanius selbst, 
geschweige denn sein kaiserlicher Gönner imstande. So wurden 
ihm denn die sechs Bücher vorgelegt, die den sechs Jahren seiner 
Herrschaft ungefähr, wenn auch nicht ganz genau, entsprachen. 
Daß dies die Entstehung der Hauptmasse unseres Corpus ist, 
halte ich für sehr wahrscheinlich, obgleich es sich durch Zeug- 
nisse nicht belegen läßt. 

Hieraus erklärt es sich wohl auch, warum man dem sechsten 
Buche nach seinem Abschluß noch jene sieben kleinen Zettelchen 
angehängt hat (S. 17). Denn wollte man die Sammlung dem 
Kaiser darbringen, so durfte von denjenigen Briefen, die an ihn 
selbst gerichtet waren, natürlich keiner fehlen, und einer davon 
befindet sich in jenem Nachtrag: VI 116(525). Daß auch noch 
die sechs andern Briefchen mitgekommen sind, mag ein Ver- 
sehen des Schreibers sein, dem vielleicht nicht deutlich genug 
angegeben war, in welchen Grenzen sich das Anhängsel halten 
sollte, und da VI 119 (528) noch ein Brief mit 'lovhapcp über- 
schrieben ist, mochte er auch diesen auf den Kaiser beziehen 
und sich dadurch veranlaßt sehn, ihn nebst seiner ganzen Um- 
gebung der Sammlung hinzuzufügen. 

Von der zweiten Hauptmasse unseres Corpus schließt sich 
die erste Hälfte app. 1 — 226(530 — 759) zeitlich an die Samm- 
lung des Jahres 361 an und reicht bis zum Frühling 363, d. h. 
bis zum Beginn des Perserkrieges. Sie dürfte herausgegeben 
sein, während Julian im Felde stand. Hatte er die erste De- 
dikation freundlich aufgenommen, so lag es nahe, ihn bei seinem 
erhofften Siegeseinzug in Antiochia mit einer zweiten, ähnlichen 
zu begrüßen. Da aber diese neue Sammlung nur wenig über 
200 Briefe enthielt, konnte Libanius eine Bucheinteilung hier 
für überflüssig halten. 

Die Fortsetzung dieser Masse app. 227— 498(760— 1030) 
umfaßt die Jahre 388 — 393, reicht also wohl bis an den Tod 
des Libanius. Denn er war 3J4 geboren, und daß er sein neun- 
undsiebzigstes Lebensjahr überschritten habe, ist zwar möglich, 
aber doch kaum wahrscheinlich. Konnten wir bei den bisher 
besprochenen Teilen des Corpus in dem Verfasser auch zugleich 
den Herausgeber vermuten, so werden diese 272 Briefe erst aus 
seinem Nachlaß veröffentlicht sein. Man tat dies, indem man 
eine vervollständigte Neuausgabe der Sammlung von 363 schuf. 
Diese wurde einfach abgeschrieben und ihr der Inhalt der 



IL Die beiden Corpora. 25 

spätesten Kopialbüeher ohne bemerkbare Scheidung angehängt. 
Daß dabei eines jener Bücher übersehen wurde oder nicht auf- 
zufinden war und so zwischen dem Winter 388 und dem Sommer 
390 in der Korrespondenz unseres Redners eine große Lücke 
blieb, ist, wenn die Sammlung in dieser Weise erweitert wurde, 
leicht begreiflich. 

Eine andere Quelle müssen die 17 Briefe haben, welche 
der Sechsbüchersammlung vorangehn ; denn da sie nicht chrono- 
logisch geordnet sind, dürften sie kaum den Kopialbüchern des 
Autors entnommen sein. Wahrscheinlich entstammen sie einer 
Nachlese, die man bei den Empfangern der Briefe oder deren 
Erben gehalten hat. Derjenige, welcher die sechs Bücher mit 
den 498 Briefen des Appendix zu einem Corpus vereinigte, wird 
wohl anch jene kleine Vervollständigung desselben zusammen- 
getragen und seiner Ausgabe vorausgeschickt haben. 

Das kleinere Corpus, mit dem wir uns bis jetzt beschäftigt 
haben, zeigte nur insofern eine selbständige Tätigkeit seines 
Herausgebers, als er die zwei großen Massen vereinigt, vielleicht 
auch die ersten 17 Briefe gesammelt und ihnen hinzugefügt 
hatte. Doch ließ er die Bucheinteilung bestehen, wo er sie vor- 
fand, führte sie aber nicht in diejenige Reihe ein, der sie fehlte. 
Er verzichtete also in seinem Corpus auf Gleichförmigkeit, wo- 
raus man schließen darf, daß er die Originalausgaben der beiden 
Massen, aus denen er es zusammensetzte, recht genau in ihrer 
ursprünglichen Gestalt bewahrt hat. Anders der Redaktor des 
großen Corpus, das uns durch den Vaticanus 83 erhalten ist. 
Er teilte alle Briefe, die ihm zu Gebote standen, in sechs Bücher 
ein und wies jedem mit Ausnahme des letzten, für das die Zahl 
nicht mehr reichte, genau dreihundert Stücke zu. Er ist also 
willkürlicher mit dem überlieferten StofiPe verfahren, und was 
er geschaffen hat, erweist sich schon hierdurch als schlechtere 
Quelle. Im folgenden geben wir den Inhalt dieses Corpus in 
seiner Reihenfolge, wobei wir die Nummern derjenigen Stücke, 
welche zum zweitenmal wiederkehren, durch fetten Druck aus- 
zeichnen. 

Buchl: 1—5. 8—14. 18—27. 29. 30. 684. 42. 44. 1014. 

46-93. 95—258. 551. 259—313. 31. 542. 544. 549. 552—555. 

Buch H: 1003—1005. 418. 458. 460. 468. 479. 481. 502. 

M. 530—532. 541. 543. 545. 546. 32—41. 43. 547. 548. 550. 

557-644. 646. 645. 647—668. 670. 671. 1588. 672a— 683. 



26 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

685— 732b. 1015. 734—762. 765—767. 769. 770. 1029. 772— 
779. 908. 781—787. 1024. 789—800. 819. 866. 1006. 877. 881. 
811. 808. 669. 733. 763. 764. 771. 780. 788. 862. 868. 870. 
887. 889. 892. 899. 903. 907. 909. 969. 1007. 

Buch III: 314—413. 1229. 1189. 1230—1235. 1184. 1236. 
1197. 1201. 1194. 1191. 1237. 1238. 1192. 1190. 1239. 1200. 
1031. 1240. 1241. 1083. 1032. 1085. 1242. 1243. 1187. 1033. 
1034. 1244—1253. 1198. 1254. 1193. 1255—1258. 1199. 1259— 
1262. 1195. 1109. 1263. 1196. 1264—1267. 1136. 1268. 1269. 
1134. 1270—1273. 1135. 1274. 1088. 1275— 1277 a. 1225. 
1277b. 1278. 1279. 1215. 1280. 1035. 1281. 1036a. 1282. 1185. 
1283. 414. 415. 1603. 416. 525. 768a. b. 538. 6. 7. 417. 419— 
457. 459. 461—467. 469—475. 477. 478. 480 (mit der Über- 
schrift von 479). 482. 484—501. 503—505. 507—523. 529. 526. 
524. 527. 528. 

Buch rV: 1284—1289. 1137. 1 138. 1290. 1206. 1291—1293. 
1036 b. 1294. 1295. 1037. 1160—1162. 1128. 1296. 1163—1165. 
1297. 1298. 1167. 1155. 1299. 1300. 1038. 1168. 1132. 1169. 
1166. 1096. 1170. 1153. 1117. 1039. 1099. 1301. 1139. 1115. 
1302. 1100. 1303. 1304. 1171. 1172. 1098. 1305. 1306. 1130. 
1308.1116. 1124. 1309. 1129. 1310—1312. 1091. 1313—1318. 
1040. 1141. 1319. 1320. 1173. 1140. 1321. 1102. 1174. 1322. 
1094. 1121. 1142. 1041. 1175. 1092. 1042. 1207. 1120. 1123. 
1323. 1176. 1089. 1177. 1178. 1043. 1179. 1324. 1325. 1208. 
1228. 1095. 1326. 1327. 1044. 1328. 1186. 1329. 1211. 1219. 1143. 
1086. 1180. 1330. 1114. 1221. 1181. 1131. 1118. 1127. 1331. 
1107, 1125. 1093. 1045. 1332. 1097. 1333—1338. 1214. 1339— 
1346. 1126. 1347. 1046—1048. 1348—1351. 1049. 1352—1358. 
1050. 1359—1363. 1154. 1364. 1365. 1051. 1366—1369. 1133. 
1370—1376. 1111. 1377. 1103. 1378—1382. 1202. 1213. 1383— 
1387. 1101. 1388—1405. 1119. 1112. 1406. 1110. 1407—1412. 
1122. 1413. 1052. 681. 1414. 759. 1415—1417. 1113. 1418. 
1419. 1144. 1053. 1212. 1420. 1157. 1158. 1421a— 1424. 1084. 
1425—1440. 1105. 1441. 1145. 1442—1452. 1054. 1453. 1055. 
1183. 1454. 1217. 809. 810. 997—999. 854. 1008. 1026. 992. 
835. 838. 

Buch V: 1456—1458. 1209. 1459—1461. 1058. 1462. 1463. 
1057. 1464. 1465. 1056. 1466—1469. 1146. 1470—1473. 1059. 
1147. 1474. 1475. 1060. 1148. 1061. 1062. 1476. 1063. 1218. 
1064. 1065. 1477. 1066. 1067. 1478. 1069. 1479. 1070. 1480— 



n. Die beiden Corporu. 27 

1493. 1071. 1494—1500. 1072. 1501—1506. 1073. 1507—1514. 
1074. 1515—1517. 1076. 1077. 1518—1523. 1223. 1524—1529. 
1216. 1530. 1531. 1090. 1532. 1078. 1533—1537. 1106. 1538. 
1539. 1079. 1080. 1540—1543. 1222. 1149. 1544. 1081. 1150. 
1546—1550. 1082. 1551. 1552. 1151. 1553—1555. 1152. 967. 
1556. 85. 88. 108. 184. 189. 146. 148. 169. 160. 301. 801. 802. 
43. 45. 803—807. 812—818. 820—834. 836. 837. 839—851. 
853. 855—861. 863. 863—865. 867. 869. 870. 871—875. 878— 
880. 882—886. 887. 888. 1011. 890. 891. 893. 893—898. 1013. 
900-902. 908. 904—906. 1010. 1012. 910—927. 929—964. 

Buch VI: 965. 966. 968. 1017. 970—991. 1009. 993—996. 
1000—1002. 1022. 1023. 1027— 1028b. 1016. 556. 1019. 927. 
1160. Das Fragment, welches Wolf in der Note zu 1556 ab- 
druckt. Dann folgt die Überschrift: 'ExiOroXal dfioißalai rov 
ILiydXov xal öog)ov BaöcZelov xal Aißavlov rov öo^iötov: 1580 
-1587. 1601. 1592—1600. 1589—1591. 

Diese Briefmasse beruht nicht auf einheitlicher Überlieferung, 
sondern ist, wie sich deutlich erkennen läßt, aus mindestens drei 
Quellen zusammengeflossen. 

1. Die ersten drei Bücher bestehen ganz, die übrigen teil- 
weise aus Briefen, die sich auch im kleineren Corpus finden. 
Für deren Herkunft ist es entscheidend, daß der Vaticanus gleich 
im Anfang von 27 auf 29 überspringt. Denn an dieser Stelle 
befindet sich im Vossianus eine Lücke, durch die sechs Briefe 
ganz oder zum Teil verloren sind (8. 15), und was Wolf als 28 
bringt, setzt sich aus Fragmenten des ersten und des letzten der- 
selben zusammen, die in ihrer Abgerissenheit keinen verständ- 
lichen Sinn ergeben, also von einem denkenden Abschreiber mit 
Pag und Recht weggelassen werden konnten. Da nun jene Lücke 
nicht etwa aus einer verlorenen Urhandschrift herübergenommen, 
sondern erst im Vossianus selbst durch Ausfall eines Blattes 
entstanden ist, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß der 
Taticanus, der sie mit ihm gemein hat, teilweise aus ihm ge- 
flossen ist, aber zu einer Zeit, wo die Quaternionen, mit denen 
der größte Teil des fünften und der Anfang des sechsten Buches 
verloren ging, noch in ihm erhalten waren. Ob für die Briefe 
des kleineren Corpus noch andere Quellen herbeigezogen sind, 
muß eine genauere Untersuchung des Textes lehren; daß der 
Vaticanus einige davon zweimal bringt, ist für sich allein kein 
genügender Beweis. Denn bei der Willkürlichkeit, mit der er 



28 Ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

zahlreiche Stücke des Vossianus überspringt, um sie an eine 
spätere Stelle zu setzen, waren Konfusionen unvermeidlich, und 
diese konnten leicht dazu fähren, daß auch aus derselben Hand- 
schrift mehreres doppelt abgeschrieben wurde. 

2. Der Briefwechsel mit Basilius, der den Schluß des 
Vaticanus bildet, hat seine besondere Überlieferung, über die ich 
nicht näher unterrichtet bin. Auf was für eine Art von Hand- 
schrift er zurückgeht und ob diese noch erhalten ist, vermag 
ich daher nicht anzugeben. 

3. Der größte Teil des IV. und V. Buches und ein Brief- 
fragment aus dem VI.^ fehlen im kleineren Corpus, müssen also 
aus anderer Quelle entlehnt sein. Was der Vaticanus hier neues 
bietet, sind ausschließlich Briefe, die später sind, als der Beginn 
des Perserkrieges, und früher, als der Aufstand des Procopius, 
die also den drei Jahren 363. 364. 365 angehören und sich über 
einen Zeitraum von etwa zwei Jahren erstrecken (Sommer 363 
bis Anfang 365). Wir sahen schon oben, daß Libanius in den 
Jahren 361 und 363 zwei Briefsammlungen veröffentlicht hatte ; 
danach ist es nicht unwahrscheinlich, daß er ihnen im Jahre 365 
eine dritte hinzufügte und daß eine Abschrift derselben von dem 
Schreiber des Vaticanus benutzt ist. 

In dem, was er dem Bestände des Vossianus hinzugefügt 
hat, sondern sich zeitlich drei große Massen, von denen die erste 
in der Hauptsache — denn einzelne Briefe machen Ausnahmen — 
den Zeitraum vom Winter 363/4 bis zum Winter 364/5 umfaßt, 
die zweite dem Jahre 363 angehört, die dritte dem Jahre 365. 
Wie weit innerhalb dieser Reihen die chronologische Ordnung er- 
halten sein kann, muß zunächst nach der Art der Handschrift 
untersucht werden, wozu uns ihr Verhältnis zu dem kleineren 
Corpus die passendste Handhabe bietet. Da finden wir denn, daß 
aus diesem das zweite und das fünfte Buch ganz unverändert in das 
erste und das dritte des Vaticanus herübergenommen sind. Aus 
dem vierten ist zwischen 353 und 354 ein Brief (1590) weg- 
gelassen, offenbar aus demselben Grunde, aus dem er auch in 
der Wolfschen Ausgabe an dieser Stelle beseitigt ist. Er kehrt 
nämlich in der Korrespondenz mit Basilius wieder und findet im 
Zusammenhange derselben eine passendere Stelle. Im dritten 
Buche des kleinen Corpus ist zwischen 258 und 259 aus dem 

1) Den Brief 1160 erwähne ich nicht, da er aus dem IV. Buche im 
VI. nur wiederholt ist. 



n. Die beiden Corpora. 29 

Appendix 551 eingeschoben. Die Ursache liegt in dem Inhalte 
dieses Briefes. Er erzählt nämlich von einer Schandtat, die ein 
gewisser Lucianus verübt hat, und 259 ist von der Reue eines ganz 
anderen Lucianus die Rede. Der Redaktor des Vaticanus aber hat 
offenbar die beiden Homonymen identificiert, und weil sich ihm 
daraus ein innerer Zusammenhang zwischen 551 und 259 zu er- 
geben schien, diese beiden Briefe nebeneinander gestellt. Wir 
haben es also hier mit einem denkenden Schreiber zu tun, und 
für die Überlieferung ist diese Art bekanntlich die gefährlichste. 
Haben jene vier Bücher teils gar nicht, teils wenig gelitten, so 
sind das erste und das sechste schon viel schlimmer zerrüttet, am 
schlimmsten aber der Appendix. Doch bleiben Reste der ur- 
sprünglichen Ordnung noch überall bemerkbar, wenn sie auch 
durch zahlreiche Umstellungen gestört ist. Hiernach dürfen wir 
ein entsprechendes Verhältnis wohl auch bei den Briefen voraus- 
setzen, die im kleineren Corpus fehlen, und die Einzelunter- 
suchung wird diesen Schluß bestätigen. Sie wird uns zeigen, 
daß die chronologische Folge sehr oft unterbrochen ist, aber 
ihre Reste doch stets erkennbar bleiben. So ist denn auch 
die Datierung hier zwar in manchen Fällen viel minder sicher 
und genau, als bei dem Inhalt des Yossianus; doch sehr weit 
kann sie schon deswegen nicht fehlgehen, weil ja die fraglichen 
Briefe alle in den kurzen Zeitraum von 363 bis 365 ein- 
geschlossen sind. 

Bei der Wichtigkeit, welche die überlieferte Reihenfolge der 
Briefe für unsere Untersuchung hat, konnten wir im Folgenden 
die oft fehlerhafte Numerierung der Wolfschen Ausgabe nicht 
beibehalten; doch haben wir ihre Ziffern überall in Klammern 
angemerkt. Soweit das kleinere Corpus reicht, halten wir uns 
durchgängig an die handschriftlich überlieferten Nummern (S. 15) 
und bezeichnen dabei die außerhalb der Buchteilung stehenden 
Stücke, die ihr vorangehen, als pr(aemissa), die ihr folgen, als 
(ipp(endix). Dagegen konnte bei denjenigen Briefen, die nur 
im größeren Corpus erhalten sind, die Numerierung nicht als 
echte Überlieferung gelten. Wir haben sie daher in der Reihen- 
folge, wie sie im Vaticanus 83 stehen, einfach durchgezählt und 
führen sie als add(itamenta) an. Unter die gleiche Rubrik setzen 
wir am Schlüsse auch noch den einen Brief, der in beiden 
Corpora fehlt und von Förster (Jahrb. f. Philol. 113 S. 494) ver- 
öffentlicht ist. 



30 Ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Zum Schlüsse haben wir noch über den Briefwechsel mit 
Basilius zu reden, den wir für sich numeriert und durch die Ab- 
kürzung ad Bas, bezeichnet haben. Obgleich er im Vaticanus 83 
mitenthalten ist, stammt er doch ofiFenbar aus anderer Quelle, 
als der Rest unserer beiden Corpora. Denn während diese sonst 
ausschließlich Briefe des Libanius selbst bringen, stehen in ihm 
auch die Antworten des Basilius. Er kann also nicht aus den 
Kopialbüchern unseres Redners oder doch nicht aus diesen 
allein geschöpft sein und zeigt daher auch nicht die chrono- 
logische Anordnung, die ihnen eigentümlich war. Die kleine 
Sondersammlung, welche ihn enthält, besteht aus 25 Briefen: 
1580 — 1604; denn der sechsundzwanzigste 1605 ist ihr erst von 
Wolf aus dem Bestände des Vossianus hinzugefügt. Er ist zwar 
auch an Basilius gerichtet, fehlt aber in jener Sammlung, woraus 
sich ergibt, daß sie die Korrespondenz des Libanius mit dem 
Bischof von Caesarea nicht vollständig enthält. Ein künftiger 
Herausgeber würde natürlich die Verpflichtung haben, sie ebenso 
drucken zu lassen, wie sie gegen Ende des vierten Jahrhunderts 
zuerst dem Lesepublikum mitgeteilt wurde; d. h. er müßte die 
25 Briefe, welche sie ursprünglich bildeten, in der überlieferten 
Reihenfolge vorlegen und dürfte sich nicht scheuen, die drei 
Stücke, welche auch durch die Kopialbücher des Libanius er- 
halten sind, ad Bas. 9 = app. 147 (1588), ad Bas. 11 = IV 41 
(1590), ad Bas. 24 = VI 8 (1603), zweimal zu bringen, das eine 
Mal mit dem Vossianischen Corpus, das andere Mal innerhalb 
der kleinen Basiliussammluug. Denn die Erhöhung der Druck- 
kosten durch 2 — 3 Seiten Text kommt nicht in Betracht gegen- 
über dem Vorteil, den es der philologischen Wissenschaft bringt, 
wenn wir die antiken Ausgaben des Libanius in einer Gestalt 
wiedererhalten, die ihrer ursprünglichen möglichst nahe kommt. 

Gegen die Echtheit der Basiliuskorrespondenz sind schon 
früh Zweifel erhoben; doch die besten Kenner jener Zeit, 
Tillemont und Sievers, haben sie mit Recht zurückgewiesen. 
Wenn wir noch einmal auf die Frage zurückkommen, so ge- 
schieht es erstens, weil das urteil dieser hohen Autoritäten noch 
keineswegs die Anerkennung gefunden hat, die ihm zukommt, 
zweitens weil unsere bisherigen Untersuchungen einige neue 
Momente ergeben haben, die auch für diesen Gegenstand von 
Wichtigkeit sind. Denn wenn es feststeht, daß die Quelle des 
Vossianus auf die eigenen Kopialbücher des Libanius zurückgeht. 



n. Die beiden Corpora. 31 

80 ist bei den Briefen, welche auch diese Handschrift enthält, die 
Echtheit bewiesen, und doch sind es gerade diese Briefe ge- 
wesen, welche Maranus die scheinbarsten Gründe zur Anfechtung 
der Sammlung dargeboten haben: Migne G. 29 8. CLIX. 

Er nimmt daran Anstoß, daß drei Briefe sich in derselben 
finden, welche die Korrespondenz zu eröffnen scheinen. 24 (1603) 
schreibt Libanius, Basilius habe es ihm nicht übel genommen, 
daß er ihm nicht zuerst geschrieben habe, 11 (1590), er bedürfe 
mehr der Entschuldigung, daß er nicht schon lange mit dem 
Schreiben begonnen habe, als daß er es jetzt endlich tue. Doch 
nach seiner Stellung innerhalb des Vossianischen Corpus ist 
24 = VI 8 im Sommer 356 abgeschickt, 11 = IV 41 im Sommer 
358, und dazwischen finden sich keine andern Briefe an Basilius. 
Wenn aber der Briefwechsel volle zwei Jahre unterbrochen war, 
80 ist es ganz natürlich, daß sein Wiederbeginn den Charakter 
einer neuen Eröffnung hat. Noch weniger gibt es zu Zweifeln 
Grund, daß 2(1581) Libanius auf den Vorwurf, er habe des 
Basilius ganz vergessen, nicht durch den Verweis auf seine 
früheren Briefe antwortet. Denn da unsere Corpora erst mit 
dem Jahre 365 abbrechen und der letzte Brief an Basilius, der 
sich in ihnen findet, 9= app. 147(1588), aus dem Jahre 362 
ist, 80 scheint diesmal sogar ein dreijähriges Schweigen die 
Korrespondenz unterbrochen zu haben. Und gerade diese drei 
Briefe, die Maranus als die am meisten verdächtigen betrachtet, 
enthalten auch abgesehen von ihrer äußeren ßeglaubigung eine 
Anzahl historischer Nachrichten, die jeden Zweifel an ihrer 
Echtheit ausschließen. 

Aus dem ältesten dieser Briefe (24), der noch dem J. 356 
angehört, erfahren wir, daß Alcimus nach Rom gereist ist und 
für die Zeit seiner Abwesenheit die Leitung seiner Schule dem 
Basilius übergeben hat. Jener ist uns auch aus andern Quellen 
als Lehrer der Beredsamkeit in Nicomedia bekannt (s. unten). 
Von diesem steht es fest, daß er seine Studien in Athen bis 
Ende 355 oder Anfang 356 fortsetzte und dann zeitweilig als 
rhetorischer Lehrer wirksam war: Migne 29 p. XII. Im Ein- 
gange des Briefes wird Basilius glücklich gepriesen, daß er sich 
wieder in demselben Kreise befinde, in dem er früher mit 
Libanius gemeinsam so schöne Tage verlebt habe, und wirklich 
ist dieser fünf Jahre lang, die er immer zu den glücklichsten 
seines Lebens rechnete, in Nicomedia als Lehrer tätig gewesen: 



32 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Sievers S. 53, und nach 21(1600) war Basilius sein Schüler. 
Dies letztere bestätigen uns Socrates IV 26, 6 und Sozomenus 
VI 17, 1, nur verlegen sie sein Studium durch einen nahe- 
liegenden Irrtum nach Antiochia. Doch daß er die Schule unseres 
Redners weder hier, noch, wie man gewöhnlich annimmt, in Con- 
stantinopel besuchte, sondern in Nicomedia, findet noch eine 
andere Bestätigung. 

Nach dem spätesten unserer drei fraglichen Briefe 2(1581), 
der um 365 oder bald nachher geschrieben sein dürfte, hat 
Basilius die Schule des Libanius verlassen, um nach Athen zu 
gehen, und auch den Celsus dazu überredet. Daß beide gleich- 
zeitig dort gewesen sind, läßt sich sicher erweisen. Denn während 
der kurzen Zeit, die der spätere Kaiser Julian im J. 355 in Athen 
zubrachte, verkehrte er sowohl mit Celsus, als auch mit Basilius : 
Amm. XXII 9, 13. Migne G. 29 S. XII. Nun war aber auch 
Celsus Schüler des Libanius, aber nicht in Antiochia oder Con- 
stantinopel, sondern in Nicomedia: app. 129 (654). Um die Echt- 
heit dieses Briefes weiter zu bestätigen, kommt noch die Er- 
wähnung des Pirminus hinzu, der uns auch sonst wohlbekannt 
ist (s. unten). Und sowohl seine Heimat, als auch sein Alter 
stimmt zu dem sonst Überlieferten. Denn daß er Cappadocier 
war, steht auch app. 435 (968), und wenn er ad Bas. 2(1581) 
um das Jahr 365 als junger Mann erscheint, der seine Hochzeit 
herbeisehnt, so paßt dazu sehr gut, daß er im J. 404 noch am 
Leben war: Joh. Chrys. ep. 80 = Migne G. 52 S. 651. 

Wenden wir uns nun dem Briefe 11(1590) zu, der dem 
Jahre 358 angehört, also zeitlich zwischen den eben besprochenen 
in der Mitte steht, so hat Maranus ohne allen Grund aus ihm 
herausgelesen, daß Libanius den Basilius als seinen Mitschüler 
bezeichne. Denn wenn er ihn um Belehrung über Homer bittet, 
so ergibt sich daraus nicht, daß Basilius ihm gleichalterig oder 
gar älter war, sondern nur, daß er sich eingehender mit dem 
Dichter beschäftigt hatte. An historischen Tatsachen, die eine 
Prüfung zulassen, bietet der Brief weiter nichts, als daß, kurz 
bevor er geschrieben wurde, jene beiden sich häufig im Hause 
des Strategius ßv ^^rgarf^yiov) gesehen hatten, und dies paßt vor- 
trefflich in die Zeitverhältuisse. Denn im Jahre 358 residierte 
Strategius als Praefect des Orients in Antiochia, und Libanius 
stand mit ihm im freundschaftlichsten Verkehr (s. unten). Basilius 
aber bereiste, ehe er sich ganz dem geistlichen Leben widmete. 



IL Die beiden Corpora. 33 

die Klöster von Syrien und Aegypteu, und das zwar zu einer Zeit, 
wo Athanasius dort nicht zu finden war: Migne G. 29 S. XIV. 
Nun war dieser im Jahre 356 durch Georgius von seinem Bischofs- 
stuhle verdrängt und hielt sich versteckt, bis er durch Julian seine 
Stellung zurückerhielt und am 21. Februar 362 wieder Besitz 
von seiner Diöcese ergriff: Larsow, Die Festbriefe des h. Atha- 
nasius 8. 39. Wenn also Basilius im Jahre 358 nach Antiochia 
kam, um von hier nach Aegypten weiterzureisen, so war er nicht 
in der Lage, dort die Bekanntschaft des Athanasius zu machen. 
Und der Brief, von dem wir hier zu reden haben, steht mit 
einem andern IV 40 (353), der die Adresse des Dux Aegypti 
Sebastianus trägt, im Vossianus zusammen. Nach der Regel, 
die dieses Corpus beherrscht (S. 4 ff.), ist es also mehr als wahr- 
scheinlich, daß er gleichfalls nach Aegypten gerichtet w^ar. Im 
Jahre 361 kommt dann Basilius zum zweiten Mal nach Antiochia, 
hält sich hier aber nur ganz kurzeZeit auf: app. 33 (1605). Offenbar 
passierte er-die Stadt auf der Rückreise nach Cappadocien. 

Sehr eigentümlich ist das Verhältnis der beiden Redak- 
tionen von 1588 Wolf, von denen sich die eine in der Basilius- 
sammlung 9, die andere im Vossianus app. 147 findet. In der 
letzteren hat. der Brief die folgende Gestalt: ^lovXimm avro- 
'/.QaroQi. Ei xavta yXmxrrjQ (XQyoTtQag, tig av di/g avTf)r dxo- 
vmv; dXXa öov /ihr sv reo örofiatt Xoyojv oIxovöl Jtr/yal xQeir- 
TovQ i] öelöß-at sxiQQofjg ' rjfielg 6* ijv fif) xad'^ 7]fctQar dQdo)- 
Hhd-a, Xebisrat Ciyav, [xov Xoyov 6e ^fjrslg fiev tQn^ior ßotji^^ov 
Xaßstv ' xal dia xovro öot IlQlöxog 6 xaXog (/tXXec ' dr/ov de 
oficog ' jtdvTiac, ori av yrcjig, ötsQ^ofierJ. In der Basilius- 
sammlung finden sich mehrere Varianten, auf die wir hier nicht 
einzugehn brauchen; wichtig aber ist, daß der Schluß, soweit 
wir ihn eingeklammert haben, fehlt und daß in der Adresse, 
wie sich von selbst versteht, der Name des Kaisers Julian durch 
den des Basilius ersetzt ist. Daß der Brief in der umfang- 
reicheren Redaktion des Vossianus echt ist, kann nicht be- 
zweifelt werden ; denn er enthält die Antwort auf ein noch er- 
haltenes Schreiben des Julian: ep. 3. Nun kommt es aber in 
jener Zeit auch sonst vor, daß man sich seine Korrespondenz 
erleichtert, indem man gleichlautende Briefe an verschiedene 
Personen schickt: Seeck, Symmachus p. XXIII. Und wenn in 
unserem Falle gerade die Sätze getilgt sind, die sich auf die 
Abreise des Priscus und die Übersendung einer Rede beziehen, 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 3 



34 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

SO sehe ich darin ein ganz sicheres Zeichen, daß die Um- 
gestaltung des Briefes von Libanius selbst herrührt. Denn wie 
hätte ein späterer Fälscher wissen sollen, daß diese Stelle in 
einen Brief an Basilius nicht hineingehörte? Damit aber ist 
auch die Echtheit von 10(1589) erwiesen; denn offenbar ist 
9(1588) die Antwort darauf. In dieser Zeit pflegt eben der 
Inhalt der Korrespondenzen so allgemein und nichtssagend zu 
sein, daß dieselbe Lobhudelei mit ganz geringen Veränderungen 
ebensogut einen Brief des Julian wie einen ganz anderen Brief 
des Basilius beantworten konnte. 

Ad Bas. 4(1583) wird Alypius Neffe des Hierocles genannt. 
Dies ist sonst nirgends überliefert; wohl aber wissen wir, daß 
jener Alypius einen Sohn namens Hierocles besaß: IV 14(327). 
add. 282(1054). Amm. XXIX. 1, 44, und da es zu jener Zeit sehr 
üblich war, den Sohn nach dem Oheim zu benennen, ist dies Be- 
stätigung genug. Alypius befindet sich in Antiochia, als Basilius 
schon Bischof ist, d. h. nicht vor dem J. 370, und um das J. 372 
wird ihm dort der Prozeß gemacht: Amm. a. O. Ist aber ad 
Basil. 4(1583) echt, so müssen es auch 3(1582), 5(1584) und 
()(1585) sein; denn von diesen vier Briefen ist jeder folgende die 
Antwort auf den vorhergehenden. 

Ad Bas. 17—20(1596—1599) beziehen sich auf eine Rede 
des Libanius, die noch erhalten ist. Das würde an sich nicht 
viel beweisen, weil auch ein Fälscher sie gelesen haben könnte. 
Wenn aber nicht nur in diesem Punkt, sondern in allem 
Tatsächlichen, was überhaupt eine Prüfung duldet, die Basilius- 
korrespondenz sich zuverlässig erweist, so steht damit ihre Echt- 
heit außer jedem Zweifel. Denn daß ein Fälscher, der eine 
ganze Anzahl chronologischer und historischer Daten bringt, sich 
in ihnen keine einzige Blöße geben sollte, ist ausgeschlossen. 



in. Verzeichnis der Adressaten. 

Für die Zeitbestimmung der Briefe sind natürlich die Schick- 
sale der Adressaten, namentlich die Daten ihres Todes und ihrer 
Ämter und Würden, eines der wichtigsten Kennzeichen. Außer- 
dem mußte besondere Sorgfalt auf die Feststellung ihrer Heimat 
oder ihres Wohnortes verwandt werden, weil der gleiche Be- 
stimmungsort nebeneinanderstehender Briefe verrät, daß sie 



III. Die Adressaten: Ablabius. Abureius. 35 

demselben Boten zur Bestellung übergeben, also gleichzeitig ab- 
geschickt sind. Große Schwierigkeiten erwuchsen dieser Unter- 
suchung durch die zahlreichen Homonymen, die sich oft nur 
vermutungsweise, mitunter auch garnicht voneinander scheiden 
lassen. Um sie wenigstens einigermaßen zu überblicken, haben 
wir nicht nur die wirklichen Adressaten, sondern auch die- 
jenigen, welche mit ihnen den Namen gemein haben und der 
Zeit des Libanius angehören, hier behandeln müssen. Nur die 
geistlichen Personen sind zum größten Teile beiseite gelassen 
worden; denn erstens war es nicht eben wahrscheinlich, daß 
der heidnische Redner mit einer großen Zahl von ihnen in 
Korrespondenz gestanden habe, zweitens hätte ihre Aufnahme 
den Umfang dieses Buches, der ohnehin schon über meine ur- 
sprüngliche Absicht weit hinausgewachsen ist, noch beträchtlich 
vermehrt. Diese Rücksicht hat mich auch bewogen, die Gründe, 
aus denen ich die einzelnen Homonymen voneinander geschieden 
habe, gegen das Ende dieses Verzeichnisses kürzer zu be- 
handeln, als am Anfang desselben. Die Methode, nach der ich 
hier verfahren bin, kann man an den ersten Artikeln prüfen; 
für die späteren muß ich um das Vertrauen bitten, daß ich sie 
mit der gleichen Sorgfalt angewandt, wenn auch nicht mit der 
gleichen Ausführlichkeit dargelegt habe. Die Liste ist alpha- 
betisch geordnet, und zwar nach der lateinischen Schreibung der 
Namen {ae für ai, c für Je usw.). Denn bei der großen Zahl * 
hybrider Bildungen, die dieser Zeit eigentümlich sind, hätte eine 
orthographische Scheidung der lateinischen und der griechischen 
Namen, von den germanischen und persischen ganz abgesehn, 
sich kaum reinlich durchführen lassen. 

Ablabins I. Lehrer der Beredsamkeit in Galatien, später 
novatianischer Bischof von Nicaea: Pauly-Wissov/a I S. 103. Au 
ihn in den J. 390 und 391 gerichtet app. 308(839). 402(935). 

IL Der Zeit nach muß von ihm der Ablabius verschieden 
sein, der im J. 356 Briefe des Caesars Julian aus Gallien nach 
Antiochia bringt: VI 10 (1035). 

Abarelas. Lehrer der Beredsamkeit, wahrscheinlich in 
Arabien, da von ihm erwartet wird, er werde dem Bonus, der 
diese Provinz verwaltet hatte, einen Panegyricus halten: app. 
422 (955). Als im J. 388 app. 403 (936) an ihn gerichtet wurde, 
stand er in der dxfjuj, war also nicht vor der Mitte des 4. Jahrh. 
geboren. 



36 ■ ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Abargius. Cappadocier aus Caesarea: Basil. ep. 75. 19G 
= Migne G. 32 S. 449. 709. Christ: Basil. ep. 75. Im J. 371 
nahm er am Hofe des Valens eine so hohe Stellung ein, daß 
seine Würde der ganzen Welt bekannt war: Basil. ep. 75. Er 
wird also wohl schon damals zu den viri illustres gehört haben. 
Praefectus Orientis war zu jener Zeit Modestus (s. unten), Magister 
officiorum Sophronius: Basil. ep. 76. 32. 177, und da Aburgius 
Basil. ep. 33 gebeten wird, für Gregor von Nazianz sich bei dem 
Comes sacrarum largitionum zu verwenden, kann er auch dessen 
Amt nicht bekleidet haben. Danach scheint er Quaestor oder 
Comes rerum privatarum gewesen zu sein. Später heißt es 
von ihm, er befinde sich bald in hoher Stellung in der Um- 
gebung des Kaisers, bald reise er von einer barbarischen Grenze 
zur andern, um für die Verpflegung der Heere zu sorgen: 
Basil. ep. 196. Damit ist die Kompetenz des Praefectus prae- 
torio bezeichnet. Da dies Amt im Orient bis Ende 377 von 
Modestus, seit Anfang 380 von Eutropius IV bekleidet ist, lassen 
sich dem Aburgius nur die Jahre 378 oder 379 oder beide zu- 
weisen. Dazu paßt, daß in dem Briefe, der seiner Praefectur 
erwähnt, Basilius von sich selbst als von einem Schwerkranken 
spricht, der sein nahes Ende erwarte; denn er starb am 1. Januar 
379: Migne G. 29 S. LVIIff. Auch jenes schnelle Reisen von 
einem Barbarenkriege zum andern weist auf das Jahr 378 hin, 
in dem Valens in Antiochia überwinterte und einen Perser- 
feldzug vorbereitete, aber dann nach Thracien gegen die Gothen 
zog: Amm. XXXI 7, 1. 11, 1. In den J. 388—390 lebte Abur- 
gius in Constantinopel und besaß Einfluß beim Praefecten Ta- 
tianus I: app. 294(825). 347(879). Später wird er nicht mehr 
erwähnt. An ihn gerichtet app. 294(825). 347(879). Basil. 
ep. 33. 75. 147. 178. 196. 304. Von diesen Briefen steht 196 
auch bei Greg. Naz. ep. 241 = Migne G. 37 S. 384. 

Acadus I. Von ihm wird add. 413 (1081) die Ämter- 
laufbahn vollständig gegeben. Er war zuerst Praeses Phrygiae, 
dann Consularis Galatiae, und hatte zum Schluß ein Amt er- 
halten, das eigentlich kaum ccQx^j zu nennen war, aber die 
strengste Integrität erforderte. Dies Amt wird add. 61(1310) 
ebenso charaktrisiert, zugleich aber auch deutlicher kenntlich 
gemacht. Es war die Aufsicht über die kaiserlichen Gestüte, 
d. h. Acacius bekleidete die Stellung eines Comes divinarum 
domorum per Cappadociam: vgl. Pauly-Wissowa IV S. 650. Diese 



III. Die Adressaten: Abur^ius. Acacius I. 37 

Provinz wird denn auch add. 109(1211) als sein Wirkungs- 
kreis genannt^. Danach lassen sich ihm mit Sicherheit zu- 
schreiben III 96(301) und app. 37(565), die sowohl Phrygien 
als auch Galatien nennen, app. 44(572), wo die letztere Provinz 
erwähnt wird, und da dieser Brief mit reo avrco überschrieben 
ist, auch der vorhergehende app. 43(571), ferner app. 8(537). 
118 (644). 139 (664), wo von seinen Beziehungen zu Maximus XII 
und dessen Sohn Hyperechius I die Rede ist, die in Ancyra, der 
Hauptstadt Galatiens, zu Hause waren, endlich add. 61(1310). 
109(121 1)^ 401(1106), die Acacius in seinem cappadocischen 
Amte zeigen. Zweifelhafter ist app. 202(726); doch da er mit 
app. 201(725) zusammensteht und dieser Brief erweislich nach 
(jalatien geschickt wurde, wo keiner der andern Acacii gewesen 
zu sein scheint, werden wir auch dieses Stack auf ihn beziehen 
dürfen. Erwähnt wird er 111106(311). app. 3(532). 7(536). 
1H()(689). add. 110(1219). 336(1485). 413(1081), wo auf 
seine bekannten Amter hingewiesen wird, und app. 143(668), 
aber ohne daß hier sein Name genannt würde. 

Nach app- 44(572) hatte er die Lehrtätigkeit des Libanius 
aus eigener Anschauung kennen gelernt; sein Wohnsitz muß 
also Antiochia gewesen sein; vgl. app. 202(726). Doch war er 
nicht in der Lage gewesen, den Eeden des Sophisten Beifall zu 
rufen-; denn er stand mit dessen Nebenbuhler in persönlicher 
Verbindung^. Da dieser gleichfalls Acacius hieß (S. 40), mag er 
mit ihm verwandt gewesen sein. Seine Beziehungen zu Libanius 
begannen daher auch nicht früher, als bis er dem Freunde des- 
selben, dem Ancyraner Maximus XII, als Consularis Galatiae 
Gunst erwies*. Die Korrespondenz mit ihm wird also erst ihren 
Anfang genommen haben, nachdem er im J. 361 jenes Amt an- 
getreten hatte. Nach III 106(311) war er darin Nachfolger des 
Ecdicius I und wurde 362 von Maximus VI abgelöst: app. 166 
0)89). Nachdem er unter Julian, vielleicht weil er Christ war, 



1) Der Brief ist in der Wolfschen Ausgabe anonym, trägt aber im 
Vat. 83 die Adresse des Acacius. 

2) App. 44 (572) sagt Libanius von dem Vortrage seiner Prunkreden ; 
im^7j 6b aga xai avxoq aiyy d^avfxa^(ov ' oi) yaQ i^^v avv ßoy. 

3) III 96 (301) : ^y<h ös ae xal ovra> XQ^^^'^ rjyovfjiTjv xal ßera rcäv 
hiiavxov (fi'iXmv riQi^fxovv xalroi öoxovvza terax^cci fJ^exa zaiv ivavzlojv. 

4) App. 166 (689): ngog fxsv ovv ixelvov ovx ovaa fioi 71q6z€qov, syc- 
vsro (fiVia öiä zrjv Big zovzov TiQod-vfxlav. 



38 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

kein neues Amt erhalten hatte, wurde er nach dessen Tode zu 
großen Hoffnungen aus Antiochia an das Hoflager berufen: add. 
336(1485). Doch unterdessen starb auch Jovian, und Acacius 
wurde, wie man annahm, durch den Einfluß böser Neider, Anfang 
364 mit der Comitiva domorum abgespeist, einem Amte, das 
weit hinter seinen Erwartungen zurückblieb: add. 61(1310). Daß 
er es unter Valentinian und Valens bekleidete, ergibt sich aus 
add. 110(1219), wo eine Mehrzahl von Kaisern als regierend 
erwähnt wird. Sein Sohn Marcus war zu dieser Zeit Schüler 
des Libanius, wurde aber durch den Einfluß des Vaters in ein 
kaiserliches Officium aufgenommen und im J. 364 durch seinen 
Oheim zu weiten Reisen aus Antiochia abgeholt: add. 109 
(1211). 61(1310); vgl. 336(1485). 

Die meisten Briefe, die an diesen Acacius gerichtet sind oder 
sein erwähnen, gestatten auch aus inneren Gründen, zwischen 
ihnen eine chronologische Ordnung herzustellen. HI 96 (301) 
eröffnet die Korrespondenz mit der Empfehlung des Maximus XH, 
als Acacius im Begriff ist, die Statthalterschaft von Galatien an- 
zutreten. Die Absicht ist, Hyperechius I, dem Sohne des Maximus, 
eine Stellung im galatischen Officium zu verschaffen; aber da 
der Consular in Antiochia zu den Gegnern des Libanius gehört 
hat, traut dieser seinem eigenen Einfluß nicht und sucht daher 
HI 106(311) um die Unterstützung des Comes Orientis Modestus 
nach, der in derselben Sache an Acacius schreiben soll. Dies 
ist denn auch nach app. 3 (532) geschehen, aber der Brief des 
Libanius ist nach app. 7 (536) durch einen Zufall nicht übergeben 
worden. In solchen Fällen pflegt er nach dem zurückbehaltenen 
Concept eine Abschrift fertigen zu lassen und sie nachträglich 
dem Adressaten zu überschicken: 175(86). add. 105(1044). 
194(1384). So wird er es auch hier gemacht und app. 8(537) 
gleich darangehängt haben; denn die jcQorsQa yQdfifiara, auf 
welche der Anfang dieses Briefes zurückweist, sind III 96 (301). 
App. 37 (565) hat er durch Maximus die Nachricht erhalten, daß 
dieser bei seiner ersten Audienz sehr ehrenvoll von Acacius 
empfangen sei. Darüber stellt sich Libanius ganz außer sich 
vor Freude, deutet aber zugleich bescheiden an, daß er für die 
Folgezeit doch noch etwas besseres erhoffe ^ App. 43(571) ist 

1) *A1V oTKOQf (ü aQLOxe,fjLi^ ;fe/()ö>v ^otai xmv tjör] nengayfisviov o 
fiera xavxa XQovoq ' ovös yccQ elg axccQiaxov xaxa^^a^ xrjv xctQiv, dkV elg 
otovxa xal xrjQvxxovxa, o Xaßoi, 



III. Die Adressaten: Acacius I. II. 39 

er unruhig, weil ihm keine Mitteilung geworden ist, ob seine 
Wünsche erfüllt oder abgeschlagen seien. Aber schon app. 44 
(572) ist die ersehnte Nachricht eingelaufen : auch Hyperechius 
hat bei dem Conaular Gnade gefunden. App. 118(644) erklärt 
Libanius, schon mit dem zufrieden gewesen zu sein, was Acacius 
früher für Maximus und seinen Sohn getan habe; doch hat er 
jetzt seine Wohltaten noch gesteigert, indem er den Jüngling 
wiederholt an seine Tafel gezogen hat. App. 139(664) wird 
er gebeten, die freundliche Gesinnung, die er dem Hause des 
Maximus erwiesen habe, auch weiter zu bewahren. App. 166 
(689) hat er sein Amt niedergelegt, und die Freunde des Libanius 
werden jetzt seinem Nachfolger empfohlen. 

Mit app. 139(664) bricht die Korrespondenz mit diesem 
Acacius ab, offenbar weil er nach Antiochia zurückgekehrt ist 
und die Mitteilungen des Libanius an ihn jetzt mündlich erfolgen 
können. Als er dann gegen Ende 363 an das Hoflager berufen 
wird, empfiehlt ihn add. 336(1485) dringend dem Comes rerum 
privatarum Caesarius IV. Bald darauf hat er über sein neues Amt 
an Libanius geschrieben und sich beklagt, daß ihm nur die Auf- 
sicht über Pferde anvertraut sei, worauf add. 61(1310) antwortet. 
Hier ist zugleich erzählt, daß Marcus, der Sohn des Acacius, die 
Schule des Libanius verlassen habe und von seinem Oheim auf 
eine Reise mitgenommen sei. Add. 109(1211) und 110(1219) 
sind gleichzeitig abgesandt, wie in dem zweiten dieser Briefe aus- 
drücklich gesagt wird. Marcus ist nach Antiochia zurückgekehrt 
und reist jetzt zu seinem Vater nach Cappadocien. Diesen hatte 
Libanius veranlassen wollen, ihm ein Pferd zu besorgen, und 
wünscht dessen Übersendung. Doch add. 401(1106) muß er sich 
wegen dieser Bitte entschuldigen, weil er angeblich vergessen 
hatte, daß den Beamten verboten sei, in ihrer Provinz irgend 
etwas zu kaufen. Add. 413(1081) endlich ist geschrieben, nach- 
dem Acacius auch das Amt des Comes domorum niedergelegt 
hatte. Danach ergibt sich für die betreffenden Briefe die Reihe: 

HI 96(301) < 106(311) < app.3(532) < [7. 8(536. 537)] 

< 37(565) < 43(571) < 44(572) < 118(644) < 139(664) 

< 166(689) < add. 336(1485) < 61(1310) < [109. 110(1211. 
1219)] < 401 (1106) < 413 (1081). 

II. Von einem anderen Acacius hat Eunapius (vit. soph. p. 497) 
die Biographie geschrieben; doch enthält sie wenig, und dies ist 
nicht einmal alles richtig. Nach ihr soll er aus Caesarea in 



40 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Palaestina herstammen, mit Libanius in Wettbewerb getreten 
sein^, dennoch in dessen Schrift jreQl tvq)viag eine Anerkennung 
seines großen Talents gefunden haben, aber nicht zu hohen Jahren 
gekommen sein. Daß er Heide war, dürfen wir vielleicht aus 
dem Lobe des Eunapius schließen; auch scheint add. 345(1071) 
daraufhinzuweisen. Denn wenn er den heidnischen Kaiser Julian 
tadelte, so geschah dies nur, weil dieser nach der Meinung des 
Acacius die Reden des Libanius zu hoch schätzte: Suid. s. v. 
Atßdvtog. ^Axdxtog. Libanius selbst erzählt app. 108(634), wie 
er ihm einen häßlichen Streich spielte. Er veranlaßte den 
Diogenes II, einen seiner Zuhörer, sich zu stellen, als wenn er in 
die Schule des Acacius übergehen wolle. Dieser glaubte dem 
Heuchler, empfing ihn mit Schmeicheleien und ließ sich von ihm 
durch die Straßen geleiten. Doch als er vor der Thür seines 
Hauses angelangt war, lief Diogenes ihm plötzlich davon und 
schloß sich wieder den Scharen des Libanius an, die schon bereit 
standen, um ihn mit höhnischem Jubel aufzunehmen. Wir sehen 
also, daß die beiden Sophisten bemüht waren, sich gegenseitig 
die Schüler abzujagen, und diesen Konkurrenzkampf mit aus- 
gesuchter Bosheit führten. Mithin werden wir in Acacius den 
dvrlrsxvoq erkennen dürfen, über dessen Niederlagen Libanius 
wiederholt mit Hohn berichtet: V7(393). 8 (394a). 22(407). 
25(410). 46(1190). VIll(418). 13(420), 35(443). 43(451). 
61(469). 66(474). 67(475). or. I 90. 91.109—115. Zwar nennt 
er ihn einen Phönicier: or. I 90; vgl. VI 61(469); doch sagt er 
auch app. 141 (666) von Acacius, daß dieser seine Laufbahn in 
Phönicien, doch wohl in seinem Heimatlande, begonnen habe, 
dann erst nach Antiochia und endlich nach Palaestina über- 
gesiedelt sei. Wenn also Eunapius Caesarea als seine Vater- 
stadt bezeichnet, so ist es sehr wahrscheinlich, daß er durch den 
Ort seiner letzten und längsten Wirksamkeit getäuscht worden 
ist. Doch darin kann er Recht haben, daß Acacius früh starb; 
jedenfalls war er, als Libanius ihn bekämpfte, kein sehr alter 
Mann, da nach V 22 (407) sein Vater damals noch am Leben 
war. Dieser war gleichfalls Sophist und Sohn eines Sophisten, 
so daß in der Familie des Acacius die Lehrerstellung erblich 
erscheint: or. I 90. Wahrscheinlich ist er der Libanius feind- 



1) Von seinem Gegensatze zu Libanius berichtet auch Eunap. frg. 25 
= FHG IV S. 24. 



III. Die Adressaten: Acacius II. 41 

liehe Sophist, der im J. 388 als verstorben erwähnt wird: or. 
XXXII 21, 22 p. 234. 

Schon im J. 355 hatte Libanius ihm in der Rede üif-Qi 
tv(fvtag ein heuchlerisches Lob erteilt: V 22 (407). Eunap. vit. 
soph. p.497; doch geschah dies wohl nur, um durch diese schein- 
bare Unparteilichkeit selber Lob zu fischen: III 87(292). Denn 
wie zu erwarten, beginnt die Korrespondenz mit ihm nicht früher, 
als bis er Antiochia den Rücken gekehrt hatte und damit der 
Konkurrenzkampf zu Ende war, d. h. im J. 361. Es ist wohl 
kaum zufällig, daß die ersten Briefe an ihn und an seinen Freund 
Acacius I beinahe gleichzeitig sind. Schon 355 war er nach 
V 71 (1254) nahe daran, das Feld zu räumen. Er war nach 
Palaestina gegangen, hatte sich dort durch eine Declamation 
eingeführt und machte Miene, nicht mehr wiederzukehren. Doch 
sein Gönner Eubulus veranlaßte den Comes Orientis, ihn zurück- 
zurufen, wobei er sich auf die Zustimmung des Libanius be- 
rufen konnte, die dieser seinen Bitten nicht hatte verweigern 
können. Acacius aber hatte es in Palaestina gefallen; wieder- 
holt reiste er dahin, um durch neue Declamationen sich die 
Stätte zu einer künftigen Übersiedelung zu bereiten^. Diese 
häufige Abwesenheit dürfte der Grund gewesen sein, warum man 
ihm das Gehalt, das er als öffentlich angestellter Lehrer bezog, 
nehmen wollte. Doch Libanius, dem es sehr angenehm war, 
wenn sein Nebenbuhler möglichst oft auf Reisen ging, trat dem 
großmütig entgegen 2. So kam eine Art Versöhnung zu Stande^; 
doch daß man sie nicht ernst nahm, zeigt III 57 (262). Eutherius 11, 
der seinen Sohn Philopatris von Acacius zu Libanius übergehen 
läßt, hält es für nötig, ihn dadurch bei seinem neuen Lehrer eiu'- 
zuführen, daß er den alten schmäht und die Erwartung aus- 

1) III 72 (277) : efzeivag 6s xa^aneg l(ozov yevaccfitvog, fiäkkov ös, ov 
'xoÜMXiq xQEitrcDV iyhov X(ozov, xovxov vvv fiexa nokkohg öiavkovg ed^av- 
ßaaa^. Er hatte also schon mehrmals (nokXaxiq) den Lockungen Palaestinas 
widerstanden, wo er viele rhetorische Wettkämpfe (SiavXoi) ausgefochten 
hatte. 

2) Anders kann ich die Stelle 11187(292) nicht deuten: ravrrjv öe ae 
vevixrjxa r^v vixijv nakai xa (piXov nsTtoirjxcogy oxe naaaq cc<prjxag (pcDvag, 
onoDq fi7i ravza ätpaiged-eiijqf mv avxoq oxeQri^elq iaiywv. Der letzte Satz 
bezieht sich darauf, daß man den Libanius, nachdem er aus Constantinopel 
entwichen war, seines dortigen Gehalts beraubte, ohne daß ihm einstweilen 
in Antiochia ein neues gewährt worden wäre: V 71 (1254). VI 78 (488). 

3) 11172(277): ijör^ Tjfiev anriXXayfitvoi rrjq TtQoq a?.kTjkovq SQiöoq. 



42 ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

spricht, der Jüngling werde, was dieser ihm beigebracht habe, 
vor allem wieder verlernen müssen. „Nein", antwortet Libanius, 
„du bist ein Schmeichler, weil du mich zu dem einzig guten 
Redner machen willst. Acacius ist hoher Anerkennung wert, 
und ich werde den Grund, den er gelegt hat, nicht zu beseitigen, 
sondern nur darauf weiterzubauen haben." Wenn Philopatris 
die Schule wechselt und Libanius jetzt den Unterricht seines 
Konkurrenten rühmt, so war der Grund für beides, daß eben 
damals Acacius endgiltig Antiochia den Rücken gekehrt hatte. 
Denn dieser Brief ist 361 geschrieben, und wie wir aus III 72 
(277) lernen, war jener 360 unter dem Verwände der Somnier- 
ferien wieder einmal nach Palaestina gereist, aber auch im 
Winter nicht v/iedergekoramen; statt dessen hatte er au einfluß- 
reiche Leute geschrieben, damit ihm der Rücktritt von seiner 
Antiochener Professur gestattet werde. Dies gibt Libanius den 
Anlaß, durch den eben angeführten Brief mit ihm die Korre- 
spondenz zu eröffnen ^. Dieser kreuzt sich mit einem Schreiben 
des Acacius, der daraufhin den Anspruch erhebt, seinerseits den 
Briefwechsel begonnen zu haben, worauf III 87 (292) antwortet. 
Da ferner die zusammenhängenden Paare app. 14L 142 (66(). 
667). add. 170.171(105L 1366). 193.194(1383.1384). 365.3()() 
(1510b. 1511) nach Palaestina gerichtet sind, werden die be- 
treffenden Briefe auf unseren Acacius zu beziehen sein. Da hier 
auch Clematius III zu Hause war, wird der Brief add. 345(1071), 
den er bei seiner Rückkehr in die Heimat an einen Acacius 
mitnimmt, gleichfalls diesem gehören. 

Aus inneren Gründen läßt sich die Zeitfolge der Briefe nur 
soweit bestimmen, als III 72(277) < 87(292) nach dem oben 
gesagten die frühesten sind. Außerdem müssen add. 170. 171 
(1051. 1366) vor 193. 194(1383. 1384) geschrieben sein. Denn 
nach 194 (1384) beklagt sich EutropiusIV, der NeflFe und Schüler 
des Acacius: app. 141(666). add. 191(1202); vgl. 11187(292). 
app. 142(667), daß Libanius an seinen Oheim nicht geschrieben 
habe, obgleich dieser im Leide sei(xalTavra ofra tv ai\u<poQa)'y 
doch ihm wird das Concept des betreffenden Briefes vorgezeigt, 

1) EixbxwQ a<p^xag ifxol t(j) {itQBößvxeQio) TtQoztQit) ygaipai. Das 
Wort 7iQ€aßvT€fip ist durch die gleichen Anfangsbuchstaben des folgen- 
den Wortes ausgefallen, muß aber schon wegen des Artikels ergänzt werden. 
Daß Libanius wirklich älter war als sein Nebenbuhler, ergibt sich aus dem 
S. 40 gesagten. 



III. Die Adressaten: Acacius 11. III. 43 

der nur nicht richtig bestellt worden sei. Tatsächlich ist er uns 
in add, 171(1366) erhalten; denn hier spricht Libanius dem 
Acacius, dem ein Kind gestorben ist, sein Beileid aus. Sicher 
ist also die Reihe: 

m 72(277) < 87(292) < [add. 170. 171(1051. 1366)] 
<[193. 194(1383.1384)]. 

III. Mit einem dritten Acacius beginnt der Briefwechsel 
schon im Sommer 357 mit IV 6 (319), als er dem Libanius an- 
gekündigt hat, er werde seinen Sohn Titianus vom bevor- 
stehenden Winter an in seine Schule senden. Ihm lassen sich 
mit Sicherheit alle Briefe zuweisen, in denen dieses Sohnes Er- 
wähnunggeschieht: 18(25). 30(42). 45(57). 1125(121). 31(127). 
52(148). 94(190). IV 6 (319). 28(341). 35(348). 62(374). 
64(376). app. 71(598). 81(607). 101(627). 105(631). 121(647). 
168(691). 169(692). add. 9(1290). 173(1368). 425(1554). Aus 
ihnen ergibt sich, daß ihm außerdem noch angehören: I 46(58), 
weil es mit I 45 (57) durch die Überschrift reo avrm in Ver- 
bindung gesetzt ist und zudem des Philoxenus erwähnt, der auch 
durch 1 8 (25) und II 52 (148) als Verwandter dieses Acacius be- 
glaubigt ist. Add. 229(1052) handelt von der Lobrede auf 
Asklepios, die nach app. 81 (607) der Vater des Titianus ge- 
schrieben hatte. Auf sein besonderes Verhältnis zu diesem Gotte 
scheint auch add. 188(1380) hinzuweisen i, und die Podagra 
paßt am besten zu dem Acacius, von dessen Krankheiten immer 
wieder die Kode ist: 130(42). 1194(190). IV 6 (319). app. 71 
(598). 81 (607). Er will deu Titianus zum Studium nach Athen 
schicken: app. 101 (627). 105(631). 121(647); hiernach dürfte 
er derjenige sein, der nach V 98(1135) selbst in Athen studiert 
und dort mit Aristaenetus I Freundschaft geschlossen hat, wozu 
es auch paßt, daß Libanius I 8 (25) ihm gegenüber den Tod 
desselben beklagt. Ferner ist er IV 70 (382) gemeint, da hier, 
wie IV 62 (374) und 64(376), Calycius als sein Schwiegersohn 
erscheint. Endlich werden app. 86(612) und add. 259(1433). 
275(1446) sich auf ihn beziehen; denn sie stehen mit Briefen 
zusammen, die nach Cilicien gerichtet sind, und dort war dieser 
Acacius zu Hause. 

Dies ergibt sich zunächst daraus, daß er mitCelsusI, während 
er jene Provinz verwaltete, in persönlichem Verkehr stand: 

1) IlQoq fjihv xov d-eov eiQrjtal aoi naQa7i),riaia xal xsxkriTai avfifiaxog 
^nl noSaygav, 



44 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

app. 101 (627). 121 (647). Dazu paßt es, daß sein Wohnsitz nahe 
genug bei Antiochia lag, um dem Titianus in allen Sommer- 
ferien die Heimreise zu gestatten: I 45 (57). II 94(190). app. 71 
(598). 81 (607), daß nach IV 62 (374) bei der Hochzeit seiner 
Tochter die Gäste zur See ankommen und daß er nach IV 28(341) 
dem Libanius die Übersendung isaurischer Landesprodukte ver- 
mittelt. Jene Tochter verheiratete er im J. 358 mit Calycius, 
dem Sohne des Hierocles I, der, wie sein eigener Sohn, Schüler 
des Libanius war: I 8(25). IV 62(374). 64(376). 70(382). 
71(383). Außerdem war er verwandt mit Philoxenus und folg- 
lich auch mit dessen Oheim Ecdicius II: 1 8(25). 31(43). 46(58). 
II 51(147). 52(148). IV 62(374). Von seinem Studium in Athen 
und der Schulgenossenschaft mit Aristaenetus haben wir schon 
geredet: V 98(1135). Nach app. 121(647) war er Advocat ge- 
wesen und hatte sich als solcher eine höchst angesehene Stellung 
erworben: IV 70(382). Die Präfecten Strategius I und Hermo- 
genes IV schätzten ihn hoch, ja der letztere stand sogar mit ihm im 
Briefwechsel: I 30 (42). II 31 (127). IV 28 (341). Im J. 360 war 
die Rede davon, ihn zur Übernahme eines Amtes nach Constanti- 
nopel zu berufen; doch scheint nichts daraus geworden zu sein: 
1131(127). Während Julian sich in Antiochia aufhielt, kam 
nach app. 169 (692) auch er dorthin, wahrscheinlich um als 
eifriger Verehrer der alten Götter den heidnischen Kaiser zu 
begrüßen. Von seinen Werken ist eine Satire in dramatischer 
Form, der 'S^xvjtovg, unter den Lucianischen Schriften (80) er- 
halten, die er nach add. 188(1380) im J. 364 verfaßt hat. 
Außerdem wird eine Rede auf Asklepios aus dem J. 362 er- 
wähnt: app. 81 (607). add. 229 (1052); endlich kannte Libanius 
von ihm auch epische Dichtungen: 1131(127). 

Weil das Leben dieses Acacius ziemlich einförmig verläuft, 
bieten die Briefe, die ihn nennen, der chronologischen Be- 
stimmung nur wenige Handhaben und lassen sich daher ihrem 
Inhalte nach nicht zu einer großen Reihe ordnen. Wohl aber 
fügen sich kleinere Gruppen zusammen, deren Zeitverhältnis 
erkennbar ist. 

In dem frühesten Brief an Acacius IV 6 (319) lehnt Libanius 
den Ruhm ab, der Erste der Hellenen zu sein, und weist ihn 
jenem zu^ Wie wir schon gesehen haben, war Acacius mit 

1) KoLvri yaQ 6tj x<üv *E?j.tjV(ov eoQtrj xbv t(ov 'E?MiVcov cixQov 
^QQcüad-cci' b yä() ifis ov xaleigj ahrbg cSv tvy/aveig. 



III. Die Adressaten: Acacius III. 45 

Aristaenetus eng befreundet und teilte ihm daher jenen Brief 
mit. Dieser spöttelte darauf in einem Schreiben an den Praefecten» 
Strategius I über die erheuchelte Bescheidenheit des berühmten. 
Redners, worauf Libanius IV 16 (329) antwortet^. Mithin ist 
dieser Brief nicht sehr lange nach IV 6 (319) geschrieben. 
IV 16(329) und 28(341) ist Strategius I im Amte, I 30(42) 
dessen Nachfolger Hermogenes IV; 1131(127) ist auch dieser 
im Begriffe, die Praefectur niederzulegen. 

IV 62 (374) hat Libanius die ersten Nachrichten von der 
Hochzeit des Calycius mit der Tochter des Acacius erhalten. 
An die Autwort auf diesen Brief knüpft IV 64 (376) an 2. [70. 
71(382. 383)] sind an den jungen Gatten und dessen Vater 
Hierocles I gerichtet und fordern jenen auf, mit der Neuvermählten 
nach Antiochia zurückzukehren, um seine Studien bei Libanius 
fortzusetzen. I 8 (25) ist die Nachricht vom Tode des Hierocles 
gekommen. 

145 (57) ist Titianus in den Ferien, und Acacius wird an 
sein Versprechen gemahnt, ihn vor dem Ende der guten Jahres- 
zeit nach Antiochia zurückkehren zu lassen. II 25 (121) heißt 
es, der Vater habe sein Wort gebrochen (Ixpex'öw), indem er 
den Sohn über den Termin hinaus bei sich zurückgehalten habe. 

II 94 (190) ist Acacius schwer erkrankt. Wie sich aus 
app. 81(607) ergibt, handelte es sich um ein Gehirnleiden, das 
ihn zeitweilig der Denkfähigkeit beraubtet App. 71(598) hat 



1 ) Tlakiv ÖS TuarevELV ^AQiotaivexov xojkvei y^a^fiaza SvQaxTjyiq) 
filv h}Mvxa, 6o^svxa 6s rifxZv vn' ixeivov yekcüvxog a/xa. olg öt] xt xal 
oxwfifia itaQsyQaxpaq, mq äga xgixoq iyo) (pS-ovolr^v xä> nQibxip. xal (xol 
^oxelxe av xe xaxuvoq^ SC ov TiQwxoq (xhv ovx iyavov, fjievetq 6h iv 

AfvxtQoiq ov yccQ fiE elad-eq ovno) xatv öevxt^wv ixßäq nXelo) 

rov ötovxoq ncutjEiv. öfjXov yccQ a*q, otcsq iyo) HQoq exsivov äiiEQQixpa, 
001 xovxo ixeZvoq ifir^vvae. Trotz der Lücke, die den Sinn dieser Stelle 
verdunkelt, ist es unverkennbar, daß der Ausspruch des Libanius, den jener 
angebliche Erste dem Aristaenetus verraten hat, der oben angeführte Satz 
aas dem Brief an Acacius ist. 

2) IV 62 (374) heißt es von Olympius II, der der Hochzeit beigewohnt 
hatte: Xipaaxe ae XQSfieiv fiillovxa xrjv nalöa öei^eiv. IV 64 (376): fxaxQccv 
uTioloyiav anhxsivaq vnhg xtjq negl xrjv nalöa (pQOvxISoq ovöevbq olfxai 
^ulixovxoq' b yag *Okvfjaiioq ov xaxTjyoQoq ^Vj aXV ayye?.oq xov XQOfJLOv 
ovv TjSov^, 

3) Kai fjioi SoxeXq äfieivojv vvv 7CE<pr]vivai QtjxojQf fj i^a&a ngo xrjq 
^(ti}a'/rjq, änokaßoiv yag olfiai xo ^oyiC^ea^ai naga xwv ^ewVj xalliov 
(i:it)Mßeq^ rj a<p^Qed^r^q. 



46 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Libanius wieder den ersten Brief von ihm erhalten und ent- 
schuldigt sich, daß er ihm wegen jener Krankheit sehr lange 
nicht geschrieben habe. Und wirklich findet sich im dritten 
Buche, das sich zeitlich zwischen das zweite und den Appendix 
einschiebt, kein einziger Brief an diesen Acacius. Die Unter- 
brechung der Korrespondenz hat also länger als ein Jahr ge- 
dauert. Auch app. 81(607) wird noch auf die Krankheit zurück- 
gewiesen, doch hat Acacius seitdem schon Zeit gefunden, seine 
Kode auf Asklepios zu vollenden und dem Libanius zuzuschicken. 
Add. 229 (1052) hat er diesen gebeten, die Rede für ihre Ver- 
öffentlichung stilistisch durchzusehen, was Libanius mit Rück- 
sicht auf ihre unübertreffliche Schönheit zurückweist. 

Nach app. 101 (627) will Acacius seinen Sohn znr Voll- 
endung seiner Studien nach Athen schicken; nach 105 (631) hat 
Libanius durch andere erfahren, daß dieser Plan aufgegeben ist; 
nach 121 (647) ist ihm dies auch durch einen Brief des Acacius 
selbst bestätigt worden. 

Add. 9 (1290) beklagt sich Libanius, daß Titiauus, als er 
zu seinem Vater reiste, keinen Brief von ihm mitgenommen 
habe. 173 (1368) erklärt er diesem, er habe durch Demetrius I 
einen Brief, offenbar den vorhergehenden, von ihm empfangen, 
und würde schon früher einen anderen gehabt haben, wenn 
Titiauus nur gewollt hätte. 275 (1446) wird dem Titiauus wieder 
ein Stich gegeben, indem Libanius den Marcianus lobt, daß er 
nicht unterlassen habe, einen Brief an Acacius von ihm zu er- 
bitten, und diesem versichert, daß er, falls nur die Gelegenheit 
sich biete, sehr gern an ihn schreibe. Hiernach ergeben sich 
die Reihen: 

IV 6 (319) < 16 (329). 28 (341) < I 30 (42) < II 31 (127). 

IV 62 (374) < 64 (376) < [70. 71 (382. 383)] < I 8 (25). 

145(57)<lt25(121). 

II 94(190) < app. 71 (598) < 81(607) < add. 229(1052). 

App. 101(627) < 105 (631) < 121(647). 

Add. 9 (1290) < 173 (1368) < 275 (1446). 

IV. Im J. 355 schreibt Libanius V 15 (400) an einen Acacius. 
Dies kann weder I noch II sein, da mit ihnen der Briefwechsel 
sicher erst 361 begonnen hat; bei III ist er zwar auch nicht 
vor 357 nachweisbar, doch wäre ein früherer Anfang nicht aus- 
geschlossen. Von diesem Acacius aber wird app. 121 (647) aus- 
drücklich gesagt, daß er immer den Lehrberuf verschmäht habe. 



III. Die Adressaten: Acacius III — Achillius II. 47 

während der Adressat von V 15 (400) Lehrer ist, und zwar 
grammatischer. Denn Libanius rühmt, daß er wenige so gut 
vorbereitete Schüler gehabt habe wie diejenigen, die aus den 
Händen des Acacius hervorgegangen seien ^; dessen Unterricht 
ging also dem rhetorischen voraus. Da er dem Libanius in die 
Hände gearbeitet hatte, werden wir ihn in Constantinopel zu 
suchen haben, wo dieser kurz vor 355 tätig gewesen war. 
Auch steht der Brief an ihn mit einer Reihe anderer zusammen, 
deren Bestimmungsort nachweislich Constantinopel war. Das- 
selbe gilt von V 48(1200), der gleichfalls dem J. 355 augehört 
und daher wohl auch auf Acacius IV zu beziehen ist. Daß ein 
Proceß des Constantinopolitaners in Antiochia entschieden wird, 
ist nicht auffällig, da hier zu jener Zeit der Praefect des Orients 
residierte, an den auch aus Thracien appelliert werden konnte. 

V. Ein Acacius stand im J. 361 als Assessor oder Appa- 
ritor im Dienste des Praeses Ciliciae Palladius VP. An ihn 
könnte add. 356 (1503) geschrieben sein, da er mit einem Briefe 
zusammensteht, der nach Isaurien, der Nachbarprovinz Ciliciens, 
gerichtet ist. Auch würde auf den cilicischen Apparitor passen, 
daß hier dem Adressaten vorgeworfen wird, er habe übel von 
Libanius gesprochen. Denn wie aus app. 35 (563) hervorgeht, 
lag er sowohl mit diesem als auch mit seinen Freunden im 
Proceß. Mithin werden auch add. 378(1520) und 422(1552), 
die von seinem Eechtsstreit mit Theodorus III reden, auf ihn 
zu beziehen sein. 

Achillius L Praeses Phoenices, wahrscheinlich vor 344, da 
Philippus I, der in diesem Jahre Praefectus praetorio wurde, 
in dem an Achillius gerichteten Briefe noch in einer niedrigeren 
Stellung genannt zu werden scheint: Archiv f. Papyrosforsch. III 
S. 168. Wohl identisch mit dem Flavius Achilius (so), der 
zwischen 337 und 340 den Meilenstein CIL III 14184,13 in der 
Xähe von Amisus errichten ließ, also wahrscheinlich Praeses 
Helenoponti war. 

II. Ancyraner: IV 46 (358), Decurio seiner Vaterstadt: 
IV 46 (358). app. 154(677), Mitschüler des Libanius: app. 154 



1) delxvvxai öh xal iv xalg zaiv vewv ipvxaig i] orj re/rrj ' atg ov 
^oXXol naQ* ijßccg cSde exovzeg ta^eioq ^Id^ov. 

2) App. 35(563) wird an Palladius über diesen Acacius geschrieben: 
oov de Seofisvog firj r^g ävayxrjg airbv s^eXsa^ai ty tov ooi öiaxoveTv 
TiQOipaaei. 



48 C). Seeck, Die Briefe des Libanius. 

(677), Vater eines einzigen Sohnes, der in den J. 358 — 362 die 
Schule des Libanius besuchte: 1143(139). IV 46 (358). app. 
154(677). Nach 1143(139) muß er in näheren Beziehungen 
zu Albanius gestanden haben. Danach dürfte er jener Oheim 
desselben gewesen sein, der im Rate von Ancyra 362 eine 
hervorragende Stellung einnahm: app. 116 (642). or. LXVp. 447. 
Ist dies richtig, so würde daraus folgen, daß er Bruder oder 
Schwager des Agesilaus war (S. 50). An ihn gerichtet II 43 (139). 

III. Ancyrauer, Arzt, war in Palaestina tätig gewesen und 
kehrte im J. 362 nach dem Tode seines Vaters nach Ancyra 
zurück mit der Hoffnung, dort durch die Ausübung seines 
Berufes von den Decurionenpflichten entbunden zu werden: 
app. 143 (668). 

Achrantius. Brader des Alexander III; an ihn im J. 364 
gerichtet add. 182 (1376). 

Adamantins I. Armenier, Vater des Anatolius V: II 33 (129), 
der in den J. 358 und 359 die Schule des Libanius besuchte. 
An ihn gerichtet 1 18 (30). 27 (39). II 33 (129). Vgl. S. 11. 12. 

II, Antiochener oder doch Verwandter von Antiochenern. 
Libanius sucht ihn im J. 356 zu bestimmen, daß er die Ad- 
vocatenlaufbahn ergreife. An ihn gerichtet V 105 (1277b). 

IIL Adressat von Greg. Naz. ep. 235 = Migne G. 37 S. 377. 
Nach dem Inhalt dieses Briefes scheint er Lehrer in Athen ge- 
wesen zu sein. Andere Homonymen bei Pauly-Wissowa I S. 343. 

Addaeas. Er war unter Theodosiusl. Comes domesticorum; 
in welchen Jahren, ist nicht festzustellen, weil das Gesetz Cod. 
Theod. VI 24, 5, das ihm diesen Titel gibt, falsch datiert ist. 
Als Magister utriusque militiae per Orientem erscheint er am 
12. Jan. 393 (Cod. Theod. I 5, 10. 7,2), am 29. Sept. 393 (Cod. 
Theod. XVI 8, 9 ; vgl. Ambros. ep. 40, 6 = Migne L. 16 S. 1 103) 
und am 3. Oct. 395 (Cod. Theod. VI 24, 6). In diesem Amte 
ist Ende 392 der Brief app. 449 (982) an ihn gerichtet worden. 

Adelphlas. Schüler des Libanius, war im J. 392, als 
app. 436 (969) an ihn gerichtet wurde, Consularis Galatiae. Falls 
er der vornehme Jüngling ist, an den Gregor von Nazianz die 
Briefe 204—206 == Migne G. 37 S. 337 geschrieben hat, war er 
Christ und hatte seinen Wohnsitz in Navila. An ihn ist wohl 
auch Greg. Nyss. ep. 20 = Migne G. 46 S. 1080 gerichtet, wo er 
in der Adresse öxo^aorixog, d. h. Jurist, genannt wird. Er besaß 
in Galatien am Halys das Landgut Vanota, dessen Schönheit 



III. Die Adressateir: Achillius II — x\fricanus. 49 

und Fruchtbarkeit dieser Brief preist. Über andere Männer 
dieses Namens s. Pauly-Wissowa I S. 356. 

Aeacas. Er befand sieh im J. 393, als app. 490(1023) an 
ihn geschrieben wurde, am Hofe des Kaisers; weiter scheint 
nichts über ihn bekannt zu sein. 

Aeantias« Er wird im J. 365 darum gebeten, den Zorn 
des Praefecten von einem Schützling des Libanius abzuwenden, 
da er die Macht dazu besitze: add. 352 (1500). Danach scheint 
er zum Gefolge des Salutius gehört zu haben, vielleicht als 
dessen Assessor. 

AStias I. Antiochener, läßt sich im J. 359 in den Senat 
von Constantinopel aufnehmen, worüber ihm Libanius I 62 (74) 
seine Mißbilligung ausspricht. Vielleicht derselbe, an den im 
J. 404 Joh. Chrys. ep. 196 = Migne G. 52 S. 721 gerichtet ist. 

n. Ancyraner, aber in Antiochia erzogen: app. 119(646), 
Advocat: app. 156 (679). Nachdem der Tod des Praefecten 
Änatolius I ihm große Hoffnungen zerstört hatte, reiste er im 
J. 361 nach Phönicien, wo er Güter besaß: app. 60. 61(587. 
588). Er war sehr reich und gab seiner Tochter, als er sie 
im J. 362 verheiratete, eine große Mitgift: app. 155(679). An 
ihn gerichtet app. 119 (646). 156(679). 

Afkieanus. Spätestens im J. 385 hielt er sich als Beamter 
in Cappadocien auf: Greg. Naz. ep. 224 = Migne G. 37 8. 368, 
wird also damals Praeses Cappodociae oder Vicarius Ponti oder 
Comes divinae domus gewesen sein. Statthalter auch in den 
J. 388 — 390, wahrscheinlich Proconsul Palaestinae. Denn ihm 
wird app. 318 (849) ein Boethus empfohlen, und dieser nicht sehr 
häufige Name kehrt mehrfach in einer Familie wieder, die in 
dem palaestinensischen Elusa zu Hause ist: II 70(166). VI 38 
(446); vgl. U 22. 23 (118. 119). IV 12 (325). V 37 (1184). app. 
342 (874). Außerdem steht er nach 269 (800) in nahen Be- 
ziehungen zum Praefecten von Aegypten, was gleichfalls ver- 
muten läßt, daß er eine Provinz verwaltete, die der seinen 
benachbart war. Endlich führt sein späteres Aufsteigen zu dem 
Schlüsse, daß er schon 388 nicht mehr den niederen Rang eines 
Praeses oder Consularis innehatte, sondern Proconsul war. Denn 
er erscheint als Stadtpraefect von Constantinopel am 29. Mai 395 
(Cod. Theod. XV 2, 6), am 29. April (Cod. Theod. XI 33, 1), 
30. Juli (Cod. Theod. XIV 17, 13), 3. und 12. August 396 (Cod. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 4 



50 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Theod. XII 1, 152. VI 3, 3) und am 26. Sept 397 (Cod. Theod. 

IV 4, 4). An ihn gerichtet app. 269 (800). 318(849). Greg. 
Naz. ep. 224. Über andere Männer dieses Namens s. Pauly- 
Wissowa I S. 715. 

Agapetas I. An ihn im J. 357 gerichtet VI 118(527). 

n. Christ; an ihn im J. 404 gerichtet Joh. Chrys. ep. 20. 
73. 175 = Migne G. 52 S. 623. 648. 711. 

Agesilaas. Decurio von Ancyra: or. LXV p. 447, Vater 
des Strategius II und des Albanius: add. 331 (1480). 127 (1097), 
wahrscheinlich Bruder oder Schwager des Achillius II: S. 48 
und Schwiegervater des Eusebius XIX: S. 51, Gastfreund des 
Libanius: app. 220(753), dem er seine Söhne in die Schule gab: 
II 44(140). V 61 (1245). VI 42(450). app. 116(642). add. 127 
(1097). 331(1480). Ende 355 war er noch am Leben: V 61 
(1245), im Winter 356/7 schon tot: VI 42 (450); vgl. II 44 (140). 
app. 220 (753). add. 127 (1097). 331 (1480). An ihn gerichtet 

V 61 (1245). 

Agroedas I. Bruder des Eusebius XI: app. 24 (553). 
137 (662), besaß außerdem fünf Schwestern, die im J. 361 noch 
alle unverheiratet waren: HI 91. 92 (296. 297); im J. 362 war 
eine davon Gattin des Alexander XII: app. 137 (662). Da 
Eusebius X gebeten wird, im Rate seiner Heimatstadt die Be- 
freiung des Agroecius vom Decurionate zu erwirken, müssen sie 
Landsleute gewesen sein: III 92(297); er war also Armenier. 
Nachdem er und sein Bruder die Schule des Libanius durch- 
gemacht hatten, wurden sie Advocaten am Forum des Comes 
Orientis Modestus: III 91 (296). app. 137 (662). Doch im J. 361 
nahm ihre Vaterstadt ihre Leistungen als Decurionen in An- 
spruch, was Libanius durch die Briefe II 91. 92 (296. 297) ab- 
zuwenden sucht; doch hatte dies Bemühen keinen Erfolg: app. 24 
(553). An ihn und seinen Bruder gemeinsam gerichtet app. 
24 (553). 

II. Wohl ein anderer im Winter 355/6 erwähnt: V 80 
(1261). 

Albanius. Ancyraner: I 49 (61). or. LXV p. 447, Sohn des 
Agesilaus, Bruder des Strategius II: add. 127 (1097). 331(1480), 
wahrscheinlich Neffe des Achillius II: 1143(139); vgl. S. 48. 
Über seine sonstigen Verwandtschaften würde add. 154 (1352) 
Licht verbreiten, wenn die betreffende Stelle nicht verdorben 
wäre. Sie lautet: (dkn de iifilv jrdi*rmv f/sv oaoi rmr ütaQ i^^lv 



in. Die Adressaten: Africanus — Albanius. 51 

[itTtoxyxaOt jtopojt^ ovx yxcöra de ro/r re Evoeßlov jtaldoLV 
xov jrQeößvrdrov xdiv vicqv Ma^lfiov, '^YottQixi'OV Xiym xal rov 
Tovrov xfjdeörj/v ^rgarriytop xal roiy ddekq)6v Ixdvox^ jtdvraq 
ifioi Ttxvcov (Todlv drcfiortQots, Da der Brief an den Con- 
sularis Galatiae, also nach Ancyra gerichtet ist, kann es keinem 
Zweifel unteriiegen, daß hier Strategius II und sein Bruder 
Albanius gemeint sind. Wenn sie Söhne des Eusebius genannt 
werden, so ließe sich das entweder so erklären, daß ihr Vater 
Agesilaus einen Doppelnamen führte, wie das in jener Zeit nicht 
selten vorkommt: Sievers S. 195. Hermes 18 S. 294. 37 S. 443, 
oder daß nach seinem Tode ein Eusebius sie adoptiert hatte. 
Aber da sich aus dem re mit Sicherheit ergibt, daß vor rov 
ciQiOßvrdrov ein xai ausgefallen ist, so halte ich es für wahr- 
scheinlicher, daß die Lücke ursprünglich größer gewesen und 
das jralöoiv nur eine falsche Ausfüllung derselben ist. Nun 
zeigt add. 155(1353) in Verbindung mit add. 127(1097), daß 
ein Eusebius Neffe des Strategius und Albanius war. Doch 
nach ihrem Verhältnis zu einem Jüngling, der eben erst in die 
Khetorenschule eingetreten, also dem Knabenalter kaum ent- 
wachsen war, konnten sie dem Statthalter der Provinz gegeu- 
über nicht bezeichnet werden; der hier genannte Eusebius muß 
ein bekannter Mann gewesen sein, dessen Verwandtschaft ihnen 
zur Ehre gereichen konnte. Nun gab es aber auch einen an- 
gesehenen Advocaten dieses Namens, der durch app. 8 (537) 
dem Consularis Galatiae empfohlen wird, also wohl in dessen 
Residenz Ancyra zu Hause war. Er wird der Vater jenes Jüng- 
lings gewesen sein, und auf ihn bezieht sich wahrscheinlich 
unsere Stelle. Hiernach ist anzunehmen, daß dieser Eusebius 
XIX eine Schwester des Albanius und des Strategius geheiratet 
hatte und folglich zu schreiben ist: rolr re Evötßlov xfjdeoraiv 
xal rov jTQtoßirvdrov rmv vloJv Ma^l/iov. Auf Verwandtschaft 
mit ihm weist auch V 79 (1260) hin, wo Libanius ihm über eine 
Krankheit des Albanius berichtet. Durch ihn war dieser auch 
mit Olympius VHI verschwägert, da dieser gleichfalls Oheim 
jenes jungen Eusebius XX genannt wird: add. 128 (1333), also 
wohl Bruder des Eusebius XIX war. Als Schüler des Libanius 
ist Albanius in den Jahren 355 — 357 nachweisbar: V 61 (1245). 
79(1260). VI 42 (450); vgl. 1144(140). app. 1 1 6 (642). add. 
127 (1097). 154 (1352). 331 (1480). or. LXV p. 447. Doch war 
er noch 358 in Antiochia, da er dem Modestus, der in diesem 



52 ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Jahre das Amt eines Comes Orientis antrat, dort einen Pan- 
egyricus hielt. Erst 359 war er in seine Heimat zurückgekehrt: 

I 49 (61). Er wollte sieh anfangs zum Lehrer der Rhetorik 
ausbilden; doch die Sehnsucht seiner verwitweten Mutter ver- 
anlaßte ihn, vor der Zeit seine Studien abzubrechen: add. 331 
(1480). Doch seine Kinder ließ er noch bis 360 in Antiochia 
zurück, da er über seinen künftigen Lebensplan ungewiß war: 

II 85 (181); vgl. 43. 44 (139. 140). Im J. 362 finden wir ihn 
dann als Advocaten am Forum des Consularis Galatiae tätig: 
app. 221 (754); er führt einen großen Prozeß in Constantinopel 
und vermehrt sein Vermögen, erfüllt aber auch zugleich die 
Pflichten des Decurionats: app. 116(642). 181 (704). add. 331 
(1480). or. LXV p. 447. An ihn gerichtet I 49 (61). II 44 (140). 
85(181). app. 116(642). 181(704). 220(753). Nicht an ihn, 
sondern an Libanius I ist nach der handschriftlichen Über- 
lieferung V 77 (1199). 

AIcimns. Nicomedenser; denn er ist in der Stadt zu Hause, 
deren Trümmer bei dem Erdbeben von 358 den Aristaenetus I 
erschlugen: add. 74(1320); vgl. 250 (1426a). 1 65 (77). S. 9. Mit 
diesem war er verwandt; denn der övyyei^TJg des Aristaenet, 
der nach VI 92(501) in Bithynien im J. 357 Spiele 'gab, war 
nach VI 93 (502). 104 (513) Alcimus; vgl. V 47 (1239). Er war 
in seiner Heimatstadt Lehrer der Rhetorik: V 14 (399). 91 (1268) 
und wurde von Libanius sehr bewundert: V 47 (1239). or. I 68. 
Im J. 356 reiste er schon als Greis nach Rom und übergab seine 
Schule dem Basilius von Caesarea: VI 8 (1603); vgl. S. 31. Im 
J. 363 war er in Antiochia, wahrscheinlich um sich dort dem 
Kaiser Julian zu nähern: app. 189(712). An ihn gerichtet 
IV 66 (378). V 14 (399). 75 (1257). 91 (1268). VI 93 (502). 104 
(513). add. 74 (1320). 250 (1426a), an ihn und Meterius I 
gemeinsam I 65 (77). über den gleichzeitigen Burdigalensischen 
Redner Latinus Alcimus Alethius s. Pauly-Wissowa I S. 1544. 

Alexander I. Proconsul von Constantinopel im J. 342. 
Bei dem Aufstande, der dem Hermogenes II das Leben kostete, 
mußte er verwundet nach Heratlea fliehen und wurde nach 
seiner Rückkehr sehr bald durch Limenius ersetzt: or. I 44. 45 
p. 34. 35. An seinen Sohn Phoebus richtete Himerius die 
32. Rede; vgl. Phot. cod. 165 p. 108a 31. 

IL Sohn des Caecilius, im Winter 355/6 als Schüler des 
Libanius nachweisbar: V 73 (1255); vgl. III 80 (285). Im J. 361 



III. Die Adressaten: Albanius — Alexander III. 53 

war er Consularis Bithyniae : III 79. 80 (284. 285). 97 (302). 
Da er or. LXV p. 453 in der Aufzählung der Schüler des 
Libanius, die Provinzen verwaltet hatten, kaum übergangen sein 
wird, so dürfte er der Paphlagonier sein, von dem bei seinem 
Abgange die Provinzialen mit Tränen schieden. An ihn ge- 
richtet III 80 (285). 97 (302). 

III. Heliopolitaner: Amm. XXIII 2, 3, aber Bürger von 
Constantinopel: add. 343 (1492), wahrscheinlich weil er in den 
Senat dieser Stadt eingetreten war. Bruder des Achrantius: 
add. 182 (1376). Jünger als Libanius, also nach 314 geboren: 
add. 301 (1056). Ein heftiger und grausamer Mann, den Kaiser 
Julian im J. 363 zum Consularis Syriae ernannte, um durch ihn 
die Antiochener zu strafen: Amm. a. 0. vgl. or. XV 74 p. 476. 
app. 198 (722). add. 238 (1053). Zugleich aber wurde ihm, wie 
es scheint, auch Cilicien untergeben. Denn er bereist nicht 
nur seine eigene Provinz, sondern kommt auch als Statthalter 
(aQx^ov) zu Demetrius I, der in Tarsus zu Hause ist: add. 274 
(1445), und die Annahme, daß dieser sich vorübergehend in 
irgend einer syrischen Stadt befunden habe, ist dadurch aus- 
geschlossen, daß der Brief an ihn inmitten einer Reihe anderer 
steht, die ebenfalls an Cilicier gerichtet sind. Die beiden Pro- 
vinzen sind nicht etwa vereinigt worden; denn gleichfalls im 
J. 363 erscheint Memorius als Praeses Ciliciae: Amm. XXIII 2, 5. 
Wohl aber könnte ihm gegenüber Alexander eine Art von Auf- 
sichts- und Yisitationsrecht ausgeübt haben, wozu sein höherer 
Rang als Consularis eine passende Handhabe bot. Wenn ihm 
Julian eine solche Ausnahmestellung, die sich vielleicht auch 
über andere Provinzen ausdehnte, eingeräumt hat, so wird jeden- 
falls sein großer Eifer für die heidnische Religion der Grund 
gewesen sein: add. 181 (1375). 248 (1084). Denn er bemühte sich 
während seines Amtes, sie mit allen Mitteln der Überredung und 
Furcht zu verbreiten: add. 238(1053). 279(1450). 298(1057). 
Dem Libanius als dem bedeutendsten literarischen Vertreter 
des Heidentums suchte er in recht plumper Weise möglichst 
viele Schüler zuzutreiben: app. 225(758). Den Provinzialen 
jagte er solchen Schrecken ein, daß sie ihre Steuern lange vor 
dem Termin bezahlten: add. 238 (1053). 279 (1450). Nach dem 
Tode Julians mußte er sein Amt niederlegen und wurde unter 
Anklage gesteUt, aber durch Verwendung des Caesarius IV 
freigesprochen: add. 343 (1492). Doch hörte er auch als Privat- 



54 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

mann in seiner Heimat nicht auf, für das Heidentum zu eifern^. 
An ihn gerichtet app. 225 (758). add. 143 (1346). 181(1375). 
238 (1053). 247. 248 (1424. 1084). 253 (1428). 256. 257 (1430. 
1431). 272(1443). 279(1450). 284(1055). 292. 293(1459. 
1460). 298. 299(1057. 1464). 301. 302(1056. 1466); erwähnt 
add. 144(1126)2. 223(1409). 244 (1421b). 252(1427). 274 
(1445). 276. 277(1447. 1448). 285(1183). 304(1468). 408 
(1542). 

IV. Ein Alexander wird in der aegyptischen Chronik bei 
Bauer, Wiener Studien XXIV 2 S. 118 im J. 388 als Praefectus 
Augustalis genannt. Derselbe erscheint in einem Gesetze des 
Cod. Theod.Xin5,18, das fälschlich die Consuln des J. 390 
nennt; vgl. Cod. Just. X 40, 8. In diesem Amte erwähnt ihn 
app. 269 (800), und 258 (790) redet von seiner Ernennung dazu 
und beweist, daß sie erst im Herbst des J. 388 stattgefunden 
hat. Vielleicht derselbe, der auch als Praeses Thebaidos er- 
wähnt wird: Leipoldt, Schenute von Atripe S. 94 Anm. 6. 209; 
doch ist dies ganz unsicher. 

V. In mehreren Briefen I 38 (50). 53—55 (65—67). 77 (88). 
78 (89) sucht Libanius eine Geldforderung abzuwehren, die gegen 
seinen Freund Cleobulus von Severus VIII in Gemeinschaft mit 
Alexander im J. 359 erhoben ist. Jener ist der Haupthandelnde; 
dieser scheint also sein Advocat zu sein. Er dürfte wohl 
identisch sein mit jenem Alexander, der Advocat gewesen ist: 
add. 84(1041), aber dann örQarioiTr/g, d. h. Mitglied eines 
Officium, geworden: add. 86(1092). 80(1322). Denn von ihm 
sagt Libanius, er sei früher mit ihm in Streit gewesen, habe 
sich aber jetzt versöhnt: add. 80(1322). 82(1121). 83(1142). 
96 (1043). Die Ursache des Zwistes sei gewesen, daß Alexander 
seinem Lehrer beigestanden habe, als welchen wir hiernach wohl 
Severus betrachten dürfen: add. 80(1322). Im Jahre 364 reist 
dieser Alexander nach Constantinopel und erhält Empfehlungs- 
briefe an alle dortigen Freunde des Libanius: add. 80 — 86. 96 

1) Add. 143(1346): Tcavxeg r}(XLv navTayod-ev eyxeivrai xaTfcßowrreg 
tibqI t(j}v OLxoi aoL S-vfio) (so zu schreiben für S'Vfiwv) nenQayßai Aoxovv- 
TCDV. Daß dies heftige Verfahren in einem Eintreten für den heidnischen 
Kult bestand, ist app. 181(1375) gesagt; tolg fjiev ovv S'eoTg ootic vß()i' 
^o^tvoiq ßorjO-ely xaXwq tcoieZ' öoxovfA,ev 6e rt xax nvrov rrjg ßori^elag 
xhv xQonov xaxaß?M7tx6iv xovg S'Eovg. / 

2) Hier ist am Ende des Briefes die beste Überlieferung 'Ak^^art^Qor 
für ^AvSqovixov; die Überschrift lautet Ev(fr}^uo, nicht ^Alekavögm. 



III. Die Adressaten: Alexander III — X. 55 

(1322. 1094. 1121. 1142. 1041. 1175. 1092. 1043). Einem Alex- 
ander, der gleichfalls örQaticoTrjg ist: add. 392 (1531), und zwar 
Agens in Kebusi, werden die Briefe add. 392—395 (1531. 1090. 
1532. 1078) mitgegeben. Auch er scheint also mit jenem früheren 
Advocaten dieselbe Person zu sein und ebenso der ünterbeamte 
des Decentius I, der add. 408 (1542). 423 (1151). 427 (1152) ge- 
rühmt wird. Denn daß unser Alexander diesem diente, ist 
add. 392 (1531) ausdrücklich gesagt. An ihn könnte endlich 
app. 159 (682) gerichtet sein. Denn hier ist davon die Rede, 
daß ihn im J. 362 eine überflüssige Furcht noch von Libanius 
fernhalte und daß er diesem eine Geldsumme geschickt habe. 
Dies hängt vielleicht mit jener Versöhnung zusammen, die ja, 
wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, zwischen die Jahre 359 
und 364 fallen muß, was der Zeit dieses Briefes entspricht. 

VI. Decurio in der Provinz des Celsus I, d. h. in Cilicien, 
im J. 362 schweren Munera unterworfen: app. 101 (627). Er 
wird derselbe sein, der im J. 356 den literarischen Verkehr 
zwischen Libanius und Demetrius I vermittelt: VI 34 (442); denn 
dieser war gleichfalls Cilicier- 

Vn. Araber, Verwandter des Gaudentius, Antiochus V 
und Pasio, erwähnt in den Jahren 356 und 358: IV 19 (332). 
VI 49 (457). 

VIII. Palaestinenser, da er in der Provinz des Cyrillus I 
wohnt, erwähnt im J. 361: III 94(299). 

IX. Antiochener, Nefife des Eubulus, Vetter des Olympius VI, 
der heidnischen Religion ergeben, erwähnt im J. 363: add. 
6(1289). Er ist wohl derselbe, der nach III 11(213) zu den 
„Guten" gehört und daher Verfolgungen zu fürchten hat. Denn 
dieser Brief fällt in das J. 360, wo Constantius gegen das 
Heidentum scharfe Maßregeln ergrififen hatte. In ihm möchten 
wir auch den in Antiochia hochangesehenen Alexander er- 
blicken, der bei Cyrus in der Euphratensis ein Landgut besitzt: 
add. 178 (1372). 

X. Antiochener, Sohn des Gorgonius II; er hat sich in 
Pamphylien ganz niedergelassen und verheiratet und ist daher 
dem Libanius persönlich unbekannt. Obgleich er selbst in den 
Senat von Constantinopel aufgenommen ist, bleibt sein Sohn doch 

1) Add. 393(1090;: noviov, ovq iip* ^ltiticüv ^oS^icov xal xad^evdcov 
riveyxev. Die Aufgabe der Agentes in Rebus war es, zu Pferde kaiserliche 
Botschaften zu bestellen: Pauly-Wissowa I S. 776. 



56 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Bürger von Antiochia, und für diesen richtet er im J. 364 die 
Olympischen Spiele aus: add. 54(1306). 76(1140). 

XI. Grammatischer Lehrer in Antiochia, reist im J. 364 
in seine Heimat, die Heliopolis zu sein scheint, da auch 
Alexander m dort zu Hause ist: add. 142. 143 (1345b. 1346). 

Xn. Ein Alexander heiratet im Jahre 361 oder 362 die 
Schwester des AgroeciusI und Eusebius XI: app. 137 (662); vgl. 
S. 50. Er scheint Euphratenser zu sein, da er dem Praeses 
Euphratensis empfohlen wird. 

XIIL Reicher Antiochener, dem Libanius alles mögliche 
Böse nachsagt. Er ließ seinen Sohn in Rom unterrichten, und 
dieser wurde nach seiner Rückkehr durch die Freundschaft des 
Eumolpius Assessor bei dessen Bruder Domitius Modestus, als 
er 370—377 Praefect war: or. XL 6. 9—17. p. 366. 368. 
LYHI p. 232. 

XIV. Abgesandter des Celsus I, der im J. 365 in Pamphylien 
für dessen Spiele Tierkämpfer werben soll: add. 396 (1533). 

XV. Freund des Gregor von Nyssa, erwähnt Greg. Nyss. 
ep.8 = MigneG. 46 S. 1037. 

Alexandra. Gattin des Seleucus: app. 82 (608). 120(645), 
Schwester des Calliopius V: app. 11(540). 64(591). Ihre Ver- 
mählung fand in Antiochia statt, wahrscheinlich im Jahre 360; 
denn dort war ihre Tochter gezeugt: add. 360 (1073), die im 
Jahre 361 geboren wurde: app. 63(590). 120(645). 157(680). 
189(712). Sie gehörte zu jenen Frauen, die sich mit Literatur 
beschäftigten: app. 158(681), und in den gebildeten Kreisen 
eines großen Ansehns genossen: app. 120(645). add. 8(1138). 
An sie gerichtet im Jahre 362 app. 120(645). 158(681). Vgl. 
Seleucus. 

Alypius. Neffe des Ciliciers HieroclesI: ad Bas. 4(1583), 
also wahrscheinlich Cilicier. Denn daß er nicht Antiochener 
war, wie Ammian XXIIIl, 2 angibt, folgt aus IV 14 (327). Hier 
wird nämlich davon gesprochen, daß er Antiochia zum Ruhme 
gereiche, aber als Grund nicht angeführt, daß er dort geboren 
sei, sondern nur, daß er dort studiert habe, wodurch Ammian 
wohl getäuscht sein wird. Sein Bruder war CaesariusIV: Julian, 
ep. 29, sein Sohn hieß nach dem Oheim Hierocles: IV 14(327). 
add. 282 (1054). Amm. XXIX 1, 44. Julian, der schon längere 
Zeit vorher seine Bekanntschaft gemacht hatte, berief ihn, gleich 
nachdem er zum Caesar erhoben war, d. h. Ende 355 oder 



III. Die Adressaten: Alexander X — Ammianus I. 57 

Anfang 356, durch den 29. Brief zu sich und ernannte ihn zum 
Vicarius Brittaniarum: Amm. XXIII 1, 2. XXIX 1, 44. Dies Amt 
bekleidete er noch 357, als Libanius an ihn IV 14(327) schrieb. 
Während desselben überschickte er Julian eine Weltkarte, be- 
gleitet von Sapphischen Versen, für die der Caesar ihm durch 
den 30. Brief dankte. Er war Heide: add. 282 (1054); als sein 
kaiserlicher Gönner sich auch den Orient unterworfen hatte, 
übertrug er ihm daher den Wiederaufbau des Tempels von 
Jerusalem, durch den er die Weissagung Christi zu Schanden 
machen wollte; doch soll das Werk durch aus der Erde 
brechende Flammen verhindert worden sein: Amm. XXIII 1, 2. 3. 
Später finden wir ihn in Antiochia: ad Bas. 4(1583). Um das 
J. 372 wurde er der Giftmischerei angeklagt und nach Kon- 
fiskation seines Vermögens in die Verbannung geschickt: Amm. 
XXIX 1,44. An ihn gerichtet IV 14(327). add. 282(1054). 
Julian, ep. 29. 30. Andere Homonymen bei Pauly-Wissowa I 
S. 1709. 

Ambrosius. Bithyner, denn er wohnte in der Provinz, deren 
Verwaltung Eusebius II im Winter 355/6 antrat: V 74(1256). 
Heide: add. 419 (1550). Noch als Jüngling trat er im J. 359 ein 
Amt an : I 69 (80), besuchte im Herbst desselben Jahres An- 
tiochia: 1186(182), bekleidete aber auch noch im J. 365 das- 
selbe erste Amt: add. 419(1550). An ihn gerichtet 169(80). 
1186(182). V 74(1256). add. 419(1550). 

Ammianiis I. Aegypter: HI 27(230). Libanius wünscht 
ihm add. 409(1543) im J. 365, daß er endlich vom Meriones 
zum Idomeneus aufrücken möge. Er hatte also noch kein selbst- 
ständiges Amt bekleidet, sondern nur an zweiter Stelle neben 
andern gestanden, d. h. er war Assessor gewesen ^. Im J. 360 
steht er in dieser Eigenschaft dem Priscianus I als Praeses 
Euphratensis zur Seite; denn beiden werden dieselben Leute 
empfoh'len: III 12. 13 (214. 215). 26. 27 (229. 230). Im J. 365 
dient er dem Magister officiorum Decentius I und unterstützt 
dessen Untergebenen, den Agens in Rebus Alexander V: add. 
393(1090). 408. 409(1542.1543). 423(1151). 427(1152). In 
demselben Jahre wird er zu einer Statthalterschaft erhoben, und 
zwar als Nachfolger des Domitianus II, der Praeses Euphratensis 
gewesen war: add. 414(1150). Er verwaltet also dieselbe 



1) Pauly-Wissowa I S.423. 



58 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Provinz, in der er vorher als Assessor gedient hatte. Er könnte 
identisch mit dem Ammianus sein, der am 16. Dec. 383 als 
Comes rerum privatarum erwähnt wird: Cod. Theod. XI 30,41, 
aber schon 384 oder 385 unter Anklage gestellt war und bei 
dem Transport nach Rom, wo der Stadtpräfect Symmachus über 
ihn richten sollte, unterwegs starb: Symm. rel. 36,2. An ihn 
gerichtet III 13(215). 27(230) add. 393(1090). 409(1543). 
414(1150). 423(1151). 427(1152). 

n. Ein Ammianus wird im J. 360 als öTQaricorfjg, d. h. 
in diesem Fall als Officiale, von Antiochia nach Cilicien ge- 
schickt, wo er h fitöocg xtQÖeöiv den Socrates nachahmt: 
III 31 (234). Danach scheint er entweder Palatinus eines der 
beiden Pinanzcomites oder Agens in Rebus gewesen zu sein. 

III. Ein Ammian ist Bruder des Eusebius XIV und des 
Artemisius, Schwager eines andern Ammianus und Vetter eines 
andern Eusebius XV. Er wohnt im J. 365 bei Libanius und 
leistet ihm mannigfache Dienste, scheint aber in Phoenice 
Libanensis zu Hause zu sein, da er dem Domninus II und dem 
Hermogenes V empfohlen wird: add. 417. 418(1548. 1549). 

IV. Der Schwager des Vorhergehenden, s. oben. Von diesen 
vieren kann keiner mit dem Geschichtschreiber identisch sein, 
schon weil Libanius ihn Marcellinus nennt; wohl aber mögen 
sich Verwandte von ihm darunter befinden. 

Ammonins I. Roßarzt in Alexandria, Zeitgenosse des 
Apsyrtus, der unter Constantin dem Großen schrieb: Hippiatr. 
p. 33. 129. 

II. Grammatiker in Alexandria, Priester des Thot, beteiligte 
sich um das J. 390 als eifriger Heide an einem Tumult, bei 
dem viele Christen erschlagen wurden, und floh aus Furcht vor 
der Strafe nach Constantinopel, wo der Kirchenhistoriker So- 
crates sein Schüler wurde: Socrat. V 16, 9. 13. 

III. An ihn im J. 362 gerichtet app. 107 (633). Da dieser 
Brief mit einem andern zusammensteht, der erweislich nach 
Aegypten gerichtet ist, könnte der Adressat mit einem der beiden 
Vorhergehenden identisch sein. 

IV. Grundbesitzer im Gebiet von Cyrus in der Euphratensis, 
erwähnt im J. 364: add. 178(1372). 

Ampellas. Publius Ampelius, Antiochener, Praeses Cappa- 
dociae, Magister officiorum, Proconsul Achaiae im J. 359, 
Proconsul Africae im J. 364, Praefectus urbis Romae in den 



III. Die Adressaten: Ammianus I — Anatolius I. 59 

J. 370—372, gestorben vor 397: Pauly-Wissowa I S. 1881. Im 
J. 357 als in Antiochia anwesend erwähnt: IV 5 (318). An ihn 
im J. 360 gerichtet III 6 (208). 

Amphilochias I. Paphlagonier, Tribun unter Constans, den 
er gegen seinen Bruder aufreizte. Nach seiner Entlassung lebte 
er in Antiochia, wo ihn im J. 360 Constantius gegen seine 
Ankläger in Schutz nahm. Doch fand er gleich darauf seinen 
Tod durch einen Sturz, den das Brechen eines Geländers im 
Circus verursachte : Amm. XXI 6, 2.3. 

n. Cappadocier: Gregor. Naz. epitaphia28,4. 32,4. 33,2 = 
MigneG. 38 S. 25ff. Seine Heimat ergibt sich auch aus app. 
56(584), wonach er in der Provinz zu Hause ist, die Ulpian 
verwaltet; denn dies war Cappadocien: s. unten. Mitschüler des 
Libanius: app. 56(584). Vermählt mit Livia, die früh starb: 
Greg. Naz. epit. 25 — 27, nachdem sie ihm drei Kinder geboren 
hatte: Greg. Naz. epit. 27,6, darunter die Söhne Amphilochius III 
und EuphemiusH: Greg. Naz. ep. 28. 25,5. 33,1, die im J. 361 
die Schule des Libanius besuchten: app. 20(549). 56. 57(584. 
r)8r)a). An ihn gerichtet app. 20(549). 57 (585a), wahrscheinlich 
auch Greg. Naz. epist. 62. 63= Migne G. 37 S. 123; erwähnt 
add.27(1298). 

III. Sohn des Vorhergehenden: Greg. Naz. epitaphia 28,3 = 
Migne G. 38 S. 25. Schüler des Libanius im J. 361 : app. 20(549). 
56. 57 (584. 585 a). Er dürfte Greg. Naz. epist. 22—24 = Migne 
(j. 37 S. 57 gemeint sein. An ihn scheinen gerichtet Greg. Naz, 
epist. 9. 13. 25—28. 

IV. Consularis Campaniae, erwähnt am 5. Mai 370: Cod. 
Theod. XII 1,71, könnte mit einem der beiden vorhergehenden 
identisch sein^. 

Anatolins I. Phönicier aus Berytus: V 55 (1242). IV 29 
(342). V8(394a). 109(1280). VI80(490). Eunap. vit. soph. 
p. 490. Hiernach wird er mit dem Geoponiker Vindaonius 
Anatolius, der aus derselben Stadt herstammte 2, identisch oder 
mindestens verwandt gewesen sein. Man legte ihm den Spitz- 
namen Azutrio bei, dessen Bedeutung unbekannt ist: Eunap. a. O. 
Doch mag er damit zusammenhängen, daß jener nach 11(18) 
klein und häßlich war. In der ßechtsschule seiner Heimat 



1) Der Brief 1226 an Amphilochius, Bischof von Iconium, gehört 
wahrscheinlich nicht dem Libanius. Foerster, Jahrb. f. cl. Philol. 113 S. 504. 

2) Pauly-Wissowa I S. 2073. 



^0 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

bildete er sich zum Juristen aus und ^ing dann nach Rom 
(Eun. a. 0.), wahrscheinlich um die Sprache des Kaisers und 
der Gerichte dort gründlich zu erlernend Obgleich er treu an 
der heidnischen Religion festhielt, gelangte er doch durch eine 
Reihe wohlgeführter Ämter, von denen uns im J. 339 das 
Vicariat von Asien durch Cod. Theod. XI 30,19. XII 1,28 über- 
liefert ist, bis zur Praefectur von lUyricum. Während derselben 
besuchte er Griechenland, namentlich Athen, und veranstaltete 
dort rhetorische Wettkämpfe: Eunap. a. 0. Von Himerius ließ 
er sich die Rede vortragen, deren Fragmente bei Phot. cod. 243 
p. 375 erhalten sind. Er erleichterte den Druck des Postwesens: 
Yict. Caes. 13,6, und sorgte gut für die Verpflegung der Heere: 
Amm. XIX 11,2. 3. Als Praefect erscheint er bei Libanius or. 
XIV 15 p. 430 um das J. 358, bei Ammian in den Jahren 359 
und 360, wo er im Amte stirbt: Amm. XXI 6,5. In dieselbe 
Zeit führt es, wenn Victor a. 0. im J. 360 schreibt, his annis 
habe Anatolius seine Postreform durchgeführt. Viel frühere 
Daten, den 23. Mai 346 und den 1. April 349, nennen die beiden 
Gesetze Cod. Theod. XII 1,38. 39; aber hier ist die zweite Sub- 
scription schon von Mommsen als unhaltbar erwiesen, und daß 
die erste keine bessere Autorität besitzt, ^verden wir sogleich 
sehen. 

Das sind die Nachrichten, die über diesen Anatolius außer- 
halb unserer Briefsammlung erhalten sind; mehr und Genaueres 
lernen wir aus dieser selbst. Libanius sagt von ihm, er habe 
Antiochia geschmückt (IV 1(314): rriq vjto öov jtoXswg xexo- 
Offr^f/ti^rjg), vermutlich durch irgend welche öffentlichen Bauten. 
Da er nicht Bürger der Stadt war, kann dies nur in einem 
Amte geschehen sein, das ihn zu ihr in Beziehung brachte. 
Er scheint also Consularis Sjxiae oder Comes Orientis gewesen 
zu sein. Vor seiner Abreise nach Antiochia war Libanius mit 
ihm in Constantinopel zusammen gewesen^, und zwar dürfte 
Anatolius auch dort eine amtliche Stellung bekleidet haben, da 
ihn jener unmittelbar nachher als agicroq dtxacrony rühmt: 



1) Daß syrische Jünglinge zu diesem Zwecke in Rom zu studieren 
pflegten, sagt Libanius app. 338 (870). or. XL 5 p. 366 und sonst. 

2) VI 58(466): Tigbq 6e xal ydeig bipelXmv (jlol xt^rwviaxov, ov vn^ayov 
[ibv iv ßQccxrjy ösöcjxag 6e ovöafjiov. Auf persönlichen Verkehr weist auch 
V 8 (394a) hin: navrwg de öec xal eniarhkXovTt rov Ttai^eiv (hansQOvv 
(jvvbvxi. 



III. Die Adressaten: Anatolius I. 61 

V 8 (394 a). Er war also wohl im J. 354 entweder Vicariu» 
Thraciarum oder Proconsul von Constantinopel, wahrscheinlich 
das letztere. Denn da er schon 339 ein Yicariat bekleidet hatte^ 
wird er fünfzehn Jahre später gewiß einen höheren Rang inne- 
gehabt haben, und daß er die Verwaltung des neuen Rom 
gnt geführt hatte, erklärt am besten, warum ihm schon im 
Winter 354/5 die Stadtpräfectur des alten angeboten wurde. 
Er ist also jedenfalls der Phönicier gewesen, der als Proconsul 
von Constantinopel dem Libanius neue Ehren und {Einkünfte 
verschaffte: or. I 80 p> 57. 

Im März 355 hatte er nach V 8 (394a) die Stadtpräfectur 
von Rom abgelehnt, weil eben Senat und Volk im Streite lagen 
und er sich nicht die Fähigkeit zutraute, zwischen ihnen zu 
vermitteln. Offenbar hängt dies zusammen mit den schweren 
Unruhen, die unter der Präfectur des Orfitus, d. h. zwischen 
dem 8. Dec. 353 und dem Mai 355, wegen Mangels an Wein 
in Rom ausgebrochen waren ^. Als jener Brief geschrieben würde^ 
muß Anatolius noch am Hoflager in Mailand ^ gewesen sein; 
denn Libanius bittet ihn, dafür zu wirken, daß ihm die Rück- 
kehr nach Constantinopel erlassen werde (S. 20). Doch nachdem 
die Verhandlungen wegen seiner Stadtpräfectur sich zerschlagen 
hatten, muß er sehr bald in den heimatlichen Orient zurück- 
gekehrt sein, ja es ist nicht unwahrscheinlich, daß jener Brief 
ihn schon auf der Rückreise traf. Denn innerhalb des Zeitraum & 
355 — 361, den das Seehsbüchercorpus umfaßt (S. 18), kann 
IV 1(314), einer der wenigen Briefe, die außer jeder chrono- 
logischen Ordnung stehn, nur im Frühling oder Sommer 355 
seine Stelle finden. Anatolius ist aus Italien gekommen und 
befindet sich in Seleucia; er ist Privatmann, denn Libanius bittet 
ihn, seinen Schützling Maximus XII nicht durch irgend welche 
Amtsgewalt, sondern nur durch Empfehlungsbriefe zu unter- 
stützen. In derselben Eigenschaft finden wir ihn auch V 40 (1201) ;. 
auf die Ablehnung der Stadtpräfectur wird angespielt (djro 
TTJq 'Pcifirjg ÖQajtsrevöag)^ doch schon erwartet man mit Bestimmt^ 
heit, daß er zu einem anderen hohen Amt ernannt werde. Diese 
Hoffnung ist V 55 (1242) ihrer Erfüllung schon ganz nahe 
gerückt. Anatolius ist wieder an das Hoflager berufen und 

1) Amm. XIV 6,1: qtto adminütrante seditiones sunt concitatae graves 
ob inopiam vini, über die Zeit s. Hermes XVIII S. 299. 300. 

2) Pauly-Wißsowa IV S. 1076. 



()2 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

befindet sich entweder schon beim Kaiser oder doch auf der 
Reise zu ihm^ Der Brief ist im Winter geschrieben, denn 
Libanius fürchtet, daß, wenn man ihn zur Rückkehr nach Con- 
stantinopel zwinge, die übermäßige Kälte dort sein Nierenleiden 
verschlimmern werde; daß er in den Anfang des Winters 355 
fallt, soll unten noch gezeigt werden. Im Mai 356 hat Libanius 
die Sicherheit erlangt, in Antiochia bleiben zu dürfen (S. 21), 
und dankt V 109 (1280) dem Anatolius, dessen Verwendung 
ihm diese Gunst verschafft hat. Dieser ist in Italien, und zwar 
am Hof lager, da er sich in Gesellschaft des Datianus befindet, 
der zur engsten Umgebung des Kaisers gehörte. Doch von 
seinem künftigen Amt ist nicht mehr die Rede, ja mau erwartet 
sogar, daß er bald nach Syrien zurückkehren werde. VI 16 (423) 
haben sich die Aspecton wieder geändert; Anatolius kann, falls 
er will, ein Amt erhalten, doch handelt es sich diesmal nicht 
mehr um die Stadtpraefectur, sondern um die Herrschaft über 
viele Völker und Städte, d. h. um die Praefectura praetorio. 
Aber wieder fürchtet man, daß er ablehnen werde. VI 19 (426) 
hat sich die Meinung verbreitet, er werde, wenn auch mit Wider- 
streben, doch das Amt übernehmen. VI 55 (463) bringt dann 
endlich den Glückwunsch zum Antritt der Praefectur. VI 58 
(466) ist die Nachricht nach Antiochia gelangt, Anatolius habe, 
als er vom Kaiser Abschied nahm, um in seinen Amtsbezirk 
zu reisen, die Erklärung gegeben, er werde auch die vornehmsten 
Sünder nicht schonen, und demgemäß gleich nach seiner An- 
kunft in Illyricum einen Feldherrn, der sich der Feigheit 
schuldig gemacht hatte, in Fesseln legen lassen. Dieser Brief 
ist sicher datiert, denn, wie unten gezeigt werden soll, war die 
Gesandtschaft, der er mitgegeben wurde, bestimmt, dem Kaiser 
bei seinem bevorstehenden Besuche Roms, wo er sich vom 
28. April bis zum 29. Mai 357 aufhielt 2, zu seinen Vicennalien 
zu gratulieren; sie muß also im März 357 von Antiochia ab- 
gegangen sein. Daraus ergibt sich, daß Anatolius erst im 
Winter 356/7, nicht, wie ich selbsJt früher angenommen habe, 
schon im Jahre 346, die Praefectur von Illyricum übernommen hat. 
In den Briefen an ihn, soweit sie dieser Zeit angehören, 

1) Trjv ÖS ix ßaaiXbiog dvayxrjv Ttejümo/nevr^v iv i7iiaro)MLg eig ro 
avaatrivai fie ivd-avSe TiQtnoi äv laßeiv riva avanavXav aov ye iXx^o vzog 
sxeTae, 

2) Pauly-Wissowa IV S. 1081. 



III. Die Adressaten: Anatolius I. 63 

hat sich uns folgende chronologische Reihe ergeben: V 8 (394a) 
März 355 < IV 1 (314) < Y 40 (1201) < 55 (1242) Anfang 
Winter 355 < 109 (1280) Mai 356 < VI 16 (423) < 19 (426) 
< 55 (463) < 58 (466) März 357. Dazwischen stehn drei andere 
Stücke, VI 29 (436). 32 (440). 41 (449), die keine sicheren Kenn- 
zeichen bieten, nach denen man sie jener Eeihe einordnen 
könnte. Nur daß VI 41 (449) Italien als Aufenthaltsort des Ana- 
tolius genannt wird, läßt darauf schließen, daß dieser Brief nach 
seiner Abreise aus Syrien, d. h. nach V 40(1201), und vor dem 
Einzug in seine illyrische Praefectur, d. h. vor VI 58(466), 
geschrieben ist. Außerdem stehen VI 32 (440) und 41 (449) 
in innerem Zusammenhange. Denn jener Brief schließt mit 
der Entschuldigung, daß Libanius den Anatolius um eine gar 
zu kleine Sache bitte, die seiner Mühewaltung kaum wert sei, 
dieser beginnt damit, daß jetzt etwas ganz Großes von ihm 
gefordert werde, knüpft also an den Schluß des andern an. 
Jene chronologische Reihe wird also ergänzt durch die zweite: 

V 40 (1201) < VI 32 (440) < 41 (449) < 58 (466). 

Die weitere Korrespondenz mit ihm zeigt ihn uns in der 
hohen Machtstellung, die er bis an seinen Tod bewahrte \ ja 
diese war noch höher, als sie seinem Amte an sich zugekommen 
wäre. Denn nicht nur in Illyricum, sondern auch im Orient 
und wahrscheinlich im ganzen Reiche werden die Ernennungen 
der Beamten durch ihn bestimmt 2. Dies hatte darin seinen 
Grund, daß der Kaiser schon im Laufe des Jahres 357 nach 
Sinnium übersiedelte, wo auch der illyrische Praefect seine regel- 
mäßige Residenz hatte. Anatolius war also imstande, ihn per- 
sönlich zu beeinflussen und durch ihn die gesamte Reichspolitik. 
Und diese Macht war um so größer, als er sich in jeder Be- 
ziehung tüchtig erwies und sich doch nicht, wie die meisten 
andern, zum Amte gedrängt hatte, sondern sich lange hatte 

1) Seine Macht verraten alle diese Briefe; ausdrücklich vnaQxoQ ge- 
nannt wird er IV 38 (351). 53(365). VI 84 (494 a); sein Aufenthalt in Illyri- 
cum oder Pannonien : IV 4 (317). 29 (342). 38 (351). VI 80 (490). Er ist auch 

VI 68 (477) mit dem dvriQ ra itavra n^eürog gemeint, zu dem Aristaenetus I 
reisen soll, denn nach VI 69 (478) hat er diesem eine Ehre erwiesen, die 
eben in dieser Berufung bestanden haben wird; vgl. auch VI 88 (497). 

2) Durch ihn wird die Ernennung des Consularis Syriae Sabinus I 
bewirkt: IV 29 (342), vielleicht auch die Absetzung des Praefectus Aegypti 
Cataphronius I (S. 64). Sein Assessor wird mit gewissen Geschäften in 
Antiochia betraut: IV 38 (351). 



64 ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

bitten lassen, ehe er es annahm. Zwar unterließ er nicht, sich 
selbst zu bereichern und seinen Verwandten Stellen zu ver- 
schaffen, blieb aber trotzdem unter den Beamten jener tief 
gesunkenen Zeit noch immer eine glänzende Ausnahme: 1 1 (18). 

Auch die Briefe, die während seiner Praefectur an ihn 
gerichtet sind, zeigen mit Ausnahme von VI 80 (490) einen fort- 
laufenden Zusammenhang untereinander. VI 55 (463) und 58 
(466) hatte sich Libanius beklagt, daß Anatolius ihm nach Emp- 
fang seiner neuen Würde nicht geschrieben habe. VI 69 (478) 
ist der ersehnte Brief eingetroffen und VI 84 (494 a) ein neuer, 
in dem auf jene Klagen mit einer scherzhaften Entschuldigung 
geantwortet war. Diese lautete dahin, daß Anatolius von den 
Rhetoren lieber Tadel als Lob höre und daher den Libanius 
durch sein Schweigen habe reizen wollen. Dagegen wendet 
sich VI 84 (494 a), aber auch VI 89 (498) knüpft noch daran an. 
Denn dieser Brief beginnt mit der Klage, daß man gegen den 
Wunsch des Praefecten ihn nicht tadeln könne, da seine Amts- 
führung nur zum Lobe Gelegenheit biete. Hier brechen im 
sechsten Buche die Briefe an ihn ab, um im vierten den Faden 
wieder aufzunehmen. IV 4 (317) hat Libanius die Antwort auf 
VI 84 (494a) empfangen. Anatolius hat sich darin über den 
gar zu langen Brief lustig gemacht und sich gegen den Vor- 
wurf verteidigt, daß er einen Phönicier verkauft und die Ad- 
vocaten seines Tribunals durch seine schlechten Witze ver- 
scheucht habe, der VI 84 (494a) zu lesen ist^. Mit jenem übel 
behandelten Phönicier könnte vielleicht Cataphronius I aus Biblus 
gemeint sein. Dieser war erst am 10. Juni 356 als Praefect 
von Aegypten in Alexandria eingezogen und mußte doch schon 
im Laufe des Jahres 357 sein Amt an Pamassius I abtreten 2. 
Da dies zur Zeit unseres Briefes paßt, ist es nicht unwahr- 
scheinlich, daß jener durch den Einfluß des Anatolius abgesetzt 
wurde und darauf die Anspielungen des Libanius zu beziehen sind. 

Im vierten Buche ist innerhalb des Sechsbüchercorpus die 
chronologische Reihenfolge am ärgsten zerrüttet; aber die Briefe 
an Anatolius lassen sich meist nach inneren Gründen datieren. 



1) VI 84 (494a): xidtoi tivB(^ xaxriyoQOval oov rrjv zov ^oivixoz XQa- 
yq)6ovvreg ngäaiv xal oooi rag öixag oi'xovtai (pevyovreg vnb xwv vßQLö- 
fmx(t)v. IV 4 (317): navv oiv rjo^riv oQÖiv ae fxaxofievov vnsQ te zrjg 
nQaae(og xal ttjg ro)v ^tjtoqcov (pvyijg. 

2) Larsow, Die Festbriefe des h. Athanasius S. 36. 



III. Die Adressaten: Anatolius I. 65 

So knüpft auch IV 38 (351) an die eben besprochene Gruppe 
an; denn gleich der Anfang weist auf jenes Schreiben des Prae- 
fecten zurück, indem er erklärt hatte, sich gerne tadeln zu 
lassen. Dieser hatte beim Antritt seines Amtes einen gewissen 
Tuscianus zu sich nach Pannonien berufen und zu seinem Assessor 
gemacht. Dann hatte er ihn nach Antiochia gesandt mit einem 
Auftrage, der ihm wenig zu tun gab und nach der Ansicht des 
Libanius seiner nicht würdig war. Um die Mitte des Winters 
(tov yufimvoq (leöovvrog) war trotzdem sein Gehalt und sein 
Hang erhöht worden. Gleichwohl wird Anatolius gebeten, ihm 
ein ansehnlicheres Amt und ein größeres Einkommen zu ver- 
schaffen, da er bisher gezwungen sei, sich mit einem einzigen 
Mantel gegen Kälte, Kegen und Straßenschmutz zu wehren. 
Dies zeigt, daß wohl die Mitte des Winters, nicht aber der 
Winter selbst vorüber war, d. h. der Brief ist im Januar oder 
Februar geschrieben, und zwar nicht vor dem J. 358. Denn 
Anatolius hatte ja erst im Winter 356/7 die Praefectur an- 
getreten, und seitdem war schon längere Zeit verflossen. Ein 
späteres Jahr aber ist gleichfalls ausgeschlossen, weil Aristae- 
netus I, der am 24. August 358 starb (S. 9), noch am Leben 
war, als Tuscianus in Antiochia verweilte: IV 44 (356). 

Die Briefe IV 53 (365) und 54 (366) zeigen zwar auch 
Anatolius als Praefecten, enthalten aber an sich keine genaueren 
Mittel der Datierung. Doch der Vergleich mit andern Briefen, 
von denen später noch geredet werden soll, weist auch ihnen 
die ersten Monate des J. 358 zu. Sicher datiert sind aber 
wieder IV 23 (336). 29 (342) und I 1 (18). Das letztgenannte 
dieser drei Stücke ist durch denselben Januarius überbracht, 
der auch dem Aristaenet den Brief 2 (19) bestellte, und zwar 
zu der Zeit, wo dieser Vicarius der Diöcese Pietas war, d. h. im 
Hochsommer 358. In jenem Brief nun heißt es, Anatolius habe 
geschrieben, das Lob des Libanius habe den Verdiensten des 
Speetatus noch lange nicht genug getan. Offenbar war dies 
die Antwort auf IV 23 (336), wo dieser hochgeruhmt und zu- 
gleich die Erwartung ausgesprochen wird, Anatolius werde neidisch 
auf ihn sein, ein Verdacht, der durch jene Uberbietung seines 
Preises am besten zurückgewiesen wurde. IV 23 (336) war zu- 
gleich davon die Rede, daß der Präfect das Reich mit einer 
Unmenge neuer Beamten überschwemmt habe, und ein Beispiel 
dieser Ernennungen tritt uns IV 29 (342) entgegen. 

Texte u. Untersuchuogen etc. NF XV, 1. 2 5 



66 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Auch Libanius hatte um ein Amtchen gebeten und war, 
wie wir 8. 9. 22 gesehen haben, damit derb abgefallen. So geht 
denn der witzelnde Ton schmeichelhaften Tadels, in dem sich 
die Korrespondenz mit Anatolius bisher bewegt hatte, in 1 1 (18) 
in ganz ernsthaft gemeinte Grobheiten über, und wie begreiflich, 
findet sie damit einstweilen ihren Abschluß. Erst ein Jahr 
später, während dessen der Präfect eine schwere Krankheit durch- 
gemacht hat, schreibt er wieder an Libanius und sucht ihn da- 
durch zu besänftigen, daß er ihm für seinen Schüler Optatus III 
hundert Solidi übersendet. Von dieser Gabe, die der Empfanger 
höchst knauserig findet, ist I 66 (78) und 68 (79) die Rede, die 
sich schon hierdurch als zusammengehörend erweisen. Beide 
reden in sehr gereiztem Ton, und der erste weist wieder auf 
jene abgeschlagene Bitte und damit auf 1 1 (18) zurück. Der 
zweite deutet darauf hin, daß Anatolius erwarte, von seinem 
Amte abberufen zu werden ; doch wie wir durch Ammian wissen, 
blieb ihm dies durch seinen Tod, der im J. 360 eintrat, erspart. 
App. 60. 61 (587. 588) wird denn auch von ihm als von einem 
Verstorbenen gesprochen. Die Reihe, welche wir S. 63 gefunden 
haben, setzt sich also in folgender Weise fort: VI 58 (466) 
März 357 < 69(478) < 84 (494a) < 89*(498) < IV 4 (317) < 
38 (351) Januar oder Februar 358 < 23 (336) < 29 (342) < 
I 1 (18) Hochsommer 358 < 66(78) < 68(79) < [app.60.61 
(587. 588)]. Nicht an Anatolius, sondern an Leontius gerichtet 
ist nach dem Vaticanus add. 291(1209). 

n. Vater des ApoUinaris IV und Gemellus I. Daß er dies ist, 
ergibt sich aus den zusammenhängenden Briefpaaren III 101. 
102 (306. 307) und app. 22. 23 (551. 552), von denen immer je 
ein Stück an ihn, eins an die beiden Brüder gemeinsam ge- 
richtet ist. Ein dritter Sohn von ihm war Anatolius VI, der 
als Bruder der beiden anderen erwähnt wird: app, 353(885). 
410(943). Anatolius II läßt sich von I leicht dadurch unter- 
scheiden, daß alle Briefe an ihi>im dritten Buche: 9(211), 93 
(298). 101(306) und in dem Appendix stehen, der es zeitlich 
fortsetzt: 22(551). 26(555). 27(556). 38(566). 60(587). 69(596), 
also in die Jahre 360 — 362 fallen, wo dieser schon tot war; 
ja einer derselben app. 60(587) erwähnt ihn sogar als ver- 
storben. Er scheint in Cilicieu zu Hause gewesen zu sein, da 
seine Söhne dort lebten: 11131(234). Der erste Brief an ihn, 
der von den späteren noch ziemlich weit getrennt ist, wird da- 



HL Die Adressaten: Anatolius I. IL g7 

durch her vorgerufen, daß seine Söhne Schüler des Libanius sind:, 
1119^211). Die große zusammenhängende Masse aber gehört 
der Zeit an, wo er, nachdem er vorher Consularis Galatiae 
gewesen war: app. 60(587), Phönicien verwaltete: app. 22(551). 
26(555). 27(556). 38(566). 60(587); vgL 61(588). Von 360 
bis Anfang 361 hatte Audronicus II dieser Provinz vorgestanden 
(S. 71), und ihm folgte Anatolius. Dessen Nachfolger Polycles 
war der erste Beamte, den Julian nach dem Tode des Con- 
stantius (3. November 361) ernannte; doch dieser bewährte sich 
so schlecht, daß er schon nach ganz kurzer Zeit abgesetzt wurde: 
or. XXXVII 12 p. 322. Ihm folgte Juliauus VII, der am 
3. Sept. 362 als Consularis Phoenices nachweisbar ist: Cod. 
Theod. XII 1, 52. Dem entspricht es, daß auf den letzten Brief 
an Andronicus: in 70 (275) der erste folgt, der Anatolius im 
Amte zeigt: 11193(298), und auf den letzten an diesen: app. 
69(596) nach einer kurzen Pause der erste an jenen Julianus: 
app. 127(652). Wenn die Korrespondenz mit den Söhnen des 
Anatolius durch app. 193(716). 353(885). add. 428(1556) fort- 
gesetzt wurde, nicht aber mit ihm selbst, so mag dies darin 
seinen Grund gehabt haben, daß er bald in den westlichen Reichs- 
teil versetzt wurde, zu dem die Beziehungen des Libanius damals 
sehr gering waren. Denn ein Gesetzesfragment, das dem J. 365 
anzugehören scheint^, beginnt mit den Worten: Tdbularioriim 
fraudes se resecasse per suburbicarias regiones vir clarissimus 
Anatolitis consularis missa relatione testatus est. Wenn Ana- 
tolius seine Macht in allen suburbicaren Provinzen ausübte, so 
kann er, da die Praefectur von Italien damals anders besetzt 
war, nur Vicarius urbis gewesen sein. Der Titel consularis 
ist daher auffallig, duldet aber vielleicht die folgende Erklärung. 
Unter Diocletian und Constantin ist die Scheidung der Ämter 
in senatorische und ritterliche, welche die frühere Kaiserzeit 
beherrscht, noch nicht geschwuudeu, und das Vicariat wird den 
letzteren zugerechnet. So wird Caelius Saturninus erst nach 
demselben von Constantin mit der Würde eines Consulars iu 
den Senat aufgenommen'^, und Caecilianus bekleidet vorher nur 
ritterliche Statthalterschaften^. Unter Constantius wird dies 



1) Cod. Theod. XI 1, 9. Über die Bedenken, welche gegen die Da- 
tierung vorliegen, ygl. Mommsen zu der Stelle. 

2) CIL VI 1704 = Dessau 1214. 

3) CIL XI 831 » Dessau 1218. 

5* 



68 0. Seeck, Die Briefe des Libaniu8. 

anders: die Consularität geht dem Vicariat in der Regel 
voran ^, und Libanias sagt ausdrücklich, daß sie niedriger steht 
(S. 10). Trotzdem ist nicht ganz vergessen, daß sie kraft ihres 
senatorischen Charakters, obgleich an tatsächlicher Macht viel 
geringer, doch eine höhere Würde in Anspruch nehmen darf. 
Noch im Jahre 370 wird ein Mann, der schon Praefect von 
Aegypten gewesen ist, also den Vicaren mindestens gleich, wenn 
nicht höher, gestanden hat, noch zum Consularis Syriae be- 
fördert 2. Danach ist es nicht unwahrscheinlich, daß man Ana- 
tolius, nachdem er Consular von Galatien und Phönicien gewesen 
war, zwar zum Vicarius urbis machte, ihm aber den Titel seiner 
früheren Amter, weil er vornehmer klang, zu behalten gestattete. 
An dieses Vicariat reihte sich dann nach der regelmäßigen 
Rangfolge das Proconsulat von Achaia an, das Anatolius unter 
der Praefectur des Probus, d. h. zwischen 368 und 375, be- 
kleidete^. 

III. Anatolius hieß auch ein Hofeunuche des Kaisers Con- 
stantius. Als am 3. März 357^ die Reliquien des Apostels Lucas 
feierlich nach Constantinopel eingebracht wurden, beteiligte er 
sich am Tragen der Lade und wurde dadurch für die übrige 
Zeit seines Lebens, das noch recht lange währte, von einer 
Krankheit geheilt^. Daß Libanius mit diesem eifrigen Christen 
in Korrespondenz gestanden habe, ist nicht wahrscheinlich, auch 
findet sich keine Spur davon. 

IV. Dem Heidentum ergeben war ein vierter Anatolius: 
Julian, or. VII 223 B, der sich die innige Freundschaft des 
Caesars Julian erwarb: Amm. XXV3, 21, während er ihm in 
Gallien als Magister libellorum diente, und nach dessen Er- 
hebung zum Augustus im J. 360 zum Magister officiorum be- 
fördert wurde: Amm. XX 9, 8. Malal. p. 369. In diesem Amt 
erwähnt am 23. März 362: Cod. Theod. XI 39, 5. Er begleitete 
den Kaiser in den Perserkrieg: Magn. Carrh. bei Müller, PHG IV 



1) Dessau 1228. 1253. 1256. 1274. 2947. 2948 u. sonst. 

2) Kaibel, Epigrammata Graeca 919. Über die Laufbahn des Tatianus I, 
dem diese Inschrift gesetzt ist, soll unten (S. 285) noch ausführlicher ge- 
handelt werden. 

3) Kaibel 902: elxovi x^^^^^V ^^ ÜQoßoVj xov VTtaQ/ov, ^Ad-i^vaiq 
'AvToXtog oxrioev 'EXXadog avd^imaxog, 

4) Mommsen, Chronica minora I S. 239. 

5) Job. monach. vita S. Artemii 18 bei Mai, Spicilegium Romanum IV 
S. 353; vgl. P. Batiffol, Römische Quartalschrift III S. 252. 



III. Die Adressaten: Anatolius II — VI. 69 

S. 5, und fiel in derselben Schlacht mit ihm: Amm. XXV 3,14. 
21.6,4. Zosim. III 29,3. 30,4. Als das Hoflager sich vorher 
in Antiochia aufhielt, wird er mit Libanius, den sein kaiser- 
licher Freund so hoch verehrte, gewiß Verbindungen augeknüpft 
haben. Doch ob der Khetor in der Lage war, dem vordringenden 
Heere Briefe über den Euphrat und Tigris nachzuschicken, ist 
uns unbekannt; jedenfalls ist keiner davon erhalten. So läßt 
sich denn auch nur ein einziges Stück unserer Sammlung 
app. 126(651) auf diesen Anatolius beziehen. Es ist an ihn 
gerichtet, als er im BegriflFe stand, mit dem Kaiser den heiligen 
Berg Casius zu besteigen, wo dieser ein Opfer bringen wollte: 
or. XVnil72 p. 579. Amm. XXII 14,4, fällt also in die Zeit, 
in welcher Julian sich in Syrien aufhielt, d. h. zwischen den 
Juni 362 und den 5. März 363: Sievers S. 247. Amm. XXIH 2,6. 

V. Ein Anatolius, Sohn des Armeniers Adamantius I (S. 48), 
läßt sich in den Jahren 358 und 359 als Schüler des Libanius 
nachweisen: 118(30). 27(39). 75(86). 1133(129). Er könnte 
derselbe sein, der um das J. 372 Palatinus rerum privatarum 
am Hofe des Valens war und dessen Anklage den großen Hoch- 
verratsproceß gegen Theodorus VIII und seine Genossen zur 
Folge hatte: Amm. XXIX 1,5; vgl. Zosim. IV 14,1 ; doch ist dies 
ganz unsicher. Briefe an ihn scheinen nicht erhalten zu sein. 

VI, Verschieden von diesem Armenier ist der Syrer: 
app. 460 (993), oder genauer Cilicier ^, an den Libanius in seinen 
letzten Lebensjahren (390 — 393) sechs Briefe gerichtet hat: 
app. 315(846). 388(920). 393(925). 410(943). 412(945). 460 
(993); erwähnt app. 445 (978). Er war Bruder des ApoUinaris IV 
und des GemellusI: app. 353(885). 410(943), also Sohn des 
Anatolius IL Im J. 390 nahm er im Senat von Gonstantinopel 
eine einflußreiche Stellung ein. Der Zeit nach könnte er mit 
dem Anatolius identisch sein, der vom 17. Juni 397 (Cod. 
Theod. XVI 8,12) bis zum 12. Nov. 399 (Cod. Theod. VI 28,6; 
vgl. IV 12,7. XI 14,3) als Praefectus praetorio Illyrici nach- 
weisbar ist. Im J. 404 lebte er als Praefectorius ßjiaQxi^oq) 
in Gonstantinopel und legte für Johannes Chrysostomus Für- 
sprache ein , wofür dieser sich durch den Brief 205 = Migne 
G. 52 S. 726 bei ihm bedankte. Hiernach durfte er Christ 
gewiesen sein. 



1) Daß Libanius alle, die aus der Diöcese des Orients herstammen, 
im weiteren Sinne Syrer nennt, ergibt sich aus V 8 (394 a), wo diese Be- 
zeichnung auf Anatolius I angewandt wird, der nachweislich Phonicier war. 



70 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Androeles. Lehrer der Rhetorik in Ancyra; an ihn in den 
J. 364 und 365 gerichtet add. 129 (1334) und 227 (1122), wo sein 
Name, nicht der des Demetrius, in der Adresse handschriftlich 
überliefert ist. 

Androelens. An ihn im J. 393 gerichtet app. 478 (1011). 

Andromachns. Er schickt dem Libanius im J. 365 aus 
Aegypten Tauben, scheint also dort zu Hause gewesen zu sein. 
An ihn gerichtet add. 424 (1553). Er könnte identisch sein mit 
dem Freunde des Libanius, der im J. 381 in Antiochia erwähnt 
wird: or. II 1 p. 171. Jedenfalls ist er verschieden von dem 
occidentalischen Beamten, mit dem ich ihn bei Pauly-Wissowa I 
S. 2153, wenn auch zweifelnd, gleichgesetzt habe. 

Andronleas I. Aegypter, Decurio von Hermupolis, Dichter 
von Dramen, Epen und Dithyramben. Namentlich sind von 
seinen Werken genannt ein Lobgedicht auf seinen Mitbürger, 
den Comes Phoebammon\ und ein anderes auf den Praefecten 
Domitius Modestus. Denn der Dichter, der bei den ägyp- 
tischen Göttern schwört, dies Carmen nur gezwungen verfaßt 
zu haben*, wird doch wohl unser Aegypter sein, wenn auch 
sein Name nicht genannt wird. Dazu paßt es, daß er im J. 379^ 
also bald nach der Zeit, wo die Praefectur des Modestus zu 
Ende gegangen war, in Antiochia nachweisbar ist: Liban. or. 
1 180 p. 117. Als Jüngling: Themist. or. XXIX 347 a, war er 
im J. 359 in den Hochverratsprozeß von Scythopolis verwickelt, 
wurde aber freigesprochen: Amm. XIX 12, 11. Gleich darauf 
ging er mit Empfehlungsbriefen des Libanius I 63. 64 (75. 76) 
nach Gonstantinopel, hielt sich dort aber nicht sehr lange auf: 
Themist. a. O. Später scheint er in Antiochia gelebt zu haben, 
woraus es sich erklären würde, daß Briefe des Libanius an ihn 
nicht erhalten zu sein scheinen. Doch gibt es einen Brief des 
Symmachus an ihn VIII 22, in dem er ihm für die Übersendung 
seiner Gedichte dankt. Daß er Heide war, darf man vielleicht 
aus jenen Eiden bei den ägyptischen Göttern schließen. 

1) Phot. cod. 279 p. 536: ^ AvöqovLxov noXixevofjihov (d. h. Decurio) 
xal avxov 'EQfioTCoUroVf tiqoq zbv scbfjirjza ^oißa^ixwva xov xoivoTti/.iorrjv * 

^al ovxog öh ÖQafiaxcov eaxl notrixriqy Sia^poQOig fisxQOig xovg Xoyovc iv- 
xeivwv. Themist. or. , XXIX 347 a: et fxsv xiq olbq xs iaxi ^vvziB^bvai 
ZQaywöiav xal €7ii] xal Sid^vQafxßovQf ujOTceQ svayxog iTiiSrjfjiTjaag Alyvnxioq 
veavloxog. 

2) Liban. or. XL 26 p. 378: o/uivvai navxag (xkv S-eovQy ovx rjxtaxa 
6h xovg iv Alyvnxio xifxlovg. 



III. Die Adressaten: x\ndrocles — Andronicus IL 71 

n. Ein ConstantinopoIitaDer \ der als Gonsularis Phoenices 
der Vorgänger des Polycles war, also sein Amt gegen Ende 
361 niederlegte (S. 67). Ihm gehören fast alle Briefe, die mit 
dem Namen des Andronicus überschrieben sind. Sie zerfallen 
in drei Gruppen, von denen die eine in den Jahren 355 — 357 
nach seiner Heimat Constantinopel gerichtet ist: V 16 (401). 
33(1232). 49(1031). 63(1247). 94(1270). 101(1275). VI 13 
(420). 22 (429). 59 (467). 66 (474), die andere in den Jahren 
360 und 361 in seine Provinz Phönicien: II 54 (150). 55 (151). 
57(153). 60(156). 63(159). 70(166). 73(169). 79(175). 87 
(183). 88(184). 93(189). 96(192). 99(195). 102(198). III 2 
(204). 14(216). 15(217). 19(222). 23(226). 28(231). 32(236). 
34 (239). 69 (274). 70 (275), die dritte aus den Jahren 363 und 
364 ebendahin, aber nachdem Andronicus sein Amt niedergelegt 
und als Privatmann in Tyrus Wohnung genommen hatte: add. 
108(1329). 133(1338). 159(1357). 265(1438). 347(1495). 

Von der ersten Gruppe sind mehrere Briefe V 16 (401). 
49 (1031). 63 (1247) dadurch sicher datiert, daß Libanius darin 
noch von der Rückberufung nach Constantinopel bedroht er- 
scheint (S. 20). Der erste davon kann nicht gar zu lange nach 
seiner Ankunft in Antiochia geschrieben sein. Denn in dem 
Briefe des Andronicus, auf den er antwortet, ist Libanius um 
ein Buch gemahnt worden, das er von jenem in Constantinopel 
entliehen, aber nicht zurückgegeben hat 2. Dieser Brief beginnt 
mit dem scherzhaften Tadel gegen Andronicus, es sei höchst 
ungebildet von ihm, daß er einzig an langen Briefen Gefallen 
finde. 33(1232) besteht dann nur aus drei Zeilen, deren erste 
lautet: ov örjjtov xal vvv fis fiaxQav djtatrfjöscg ejnorohjr, also 
unmittelbar an den Inhalt von 16(401) anknüpft. Natürlich 

1) Daß der Constantinopolitaner es war, der in Phönicien die Statt- 
halterschaft bekleidete, ergibt sich aus 1154(150): ah rf* ort fiev r^ re 
akXy xal rä) 7i?,tfd-€t ratv ßovXevxwv fieit^ovg Tcoielg tag TCokeiQy xakdüg Ttoietg ' 
oarig 6* elg fieil^a} ßovXriv xakelxai xal ysyovev avrl ^olvixog akko ri ae/x- 
vbxtQOVf firj zbv (so Radermacher statt fXTjroi) xoiovxov anooxsQei x^g xi'xtjg 
fiTjS' ovxw (plkeiTOvg ccQx^ß^^ovg, äate xr^v aavxov fiiaelv. 'BiSXü) Sri xal 
4»QaxbQVio xet)v iv ^oivlxtj kEixovQyi(ov atpeaig, ov avxixa Serjoei öanaväv 
Iv xy fxeyahj Ttbkei. Andronicus will einen Senator von Constantinopel 
zum Decurio einer phönicischen Stadt machen und beweist dadurch, daß 
er die von ihm verwaltete Provinz bis zu dem Grade liebt, um seine eigene 
Heimat zu hassen. Diese war also Constantinopel. 

2) V 16 (401): ttj ye ogyij nakiv alkrjv cdxUcv i'nlaaccg^ Siip^egav 
OL[iai xiva obx anoSoS-elaav. 



72 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

hat Androüicus wieder mit freundschaftlichen Vorwürfen über 
diesen Lakonismus geantwortet, worauf 49 (1031), abermals auf 
16 (401) zurückweisend, erwidert: (pfirjv öe jtejtavxkvai rfjg xartj- 
yoQiag, rjv, ort öot ßgax^cc yQa^cQ, xarrjyoQStg, Endlich schilt 
63 (1247), daß jeder Brief des Andronicus Vorwürfe enthalte. 
Aber auch ein Inhalt von größerer Bedeutung verbindet diese 
Gruppe: der Adressat hat durch seine Freundschaft mit Cleo- 
menes, dem sein Oheim feindlich ist, dessen Zorn auf sich 
geladen: 16(401). 49(1031). 63(1247). Anfangs kümmert er 
sich nicht darum; als aber der Oheim zu einem hohen Amte 
berufen wird, bekommt er Furcht ^ und bittet brieflich Libanius, 
eine Versöhnung herbeizuführen. Zuerst sucht sich dieser dem 
heiklen Auftrage zu entziehen und meint, die Sache werde auch 
ohne sein Dazwischentreten sich zurechtziehn^, wenn Andro- 
nicus nur von Cleomenes lassen wolle. Ein neuer Brief aus 
Constantinopel klagt ihn darauf des Mangels an Liebe an, und 
er erwidert 49 (1031), er habe schon wiederholt mit dem Oheim 
geredet, ihn aber nicht versöhnen können, da ja das Verhältnis 
mit Cleomenes noch fortdauere. Auf dieses weist auch 63 (1247) 
mit einem kurzen Wort des Spottes hin. VI 13 (420) ist jede 
Hoffnung auf ein freundliches Übereinkommen geschwunden; 
der Oheim hat dem Neffen Nachstellungen bereitet, und Libanius 
rät diesem, solange die Amtsgewalt seines feindlichen Ver- 
wandten dauere, in Italien oder Griechenland Schutz zu suchen. 
Auch er selbst wird jetzt von dem mächtigen Beamten an- 
gefeindet; wie es scheint, findet sein Nebenbuhler Acacius II 
(s. S. 40) bei diesem Unterstützung^. Dieser Brief scheint sich 
mit einem des Andronicus gekreuzt zu haben, in dem er den 
Libanius bat, ihm irgend eine Gunst bei dem Oheim zu er- 
wirken. Dies weist VI 22 (429) als ganz unmöglich zurück. 
Da er bei jenem Zerwürfnis dem Neffen seine Freundschaft 
nicht entzogen habe, sei jetzt der Oheim auch ihm spinnefeind; 

1) V 49(1031): ahioq 61 av ovsc aSix^aag fxev avrov, aiiBQ tvo- 
fiiaS^Tjg TtQOTBQoVf IXiyiOQriaaq 6b xov xtjv inoxpiav ävB?,BTv. o 6b totb 
IXBV v7iBQi6wVf vvv 6b ccTioloyovfiBvog, tÖtb fjiBV avrov xazByvcoxBvai 6oxbX^ 
vvv 6b xriv aQ/T^v xoXaxBVBiv, 

2) V 16 (401): ßovkBvaai 6b tibqI rwv n^bg tbv d^Blov ßov?,rjV ayaS-i^v^ 
äifBig fXB r^g toiavrrjg 6iaxoviag . ogw yocQ ojg bui xi HQaov xb TtQäyfJta 
ßa6LC,Bi. 

3) VI 13 (420): itBQl xeüv ovx böxiv oxb oh aoloixiaavxcDV noiBixai 
<mov6T}V. 



IIL Die Adressaten: Androniciis H. 73 

ihn zu besänftigen, sei selbst der Beredsamkeit des Theniistius 
nicht gelangen. Wolle Andronicus ihn freundlich stimmen, so 
sei dies nur dadurch möglich, daß er zugunsten des Töchterchens, 
für das jener auf alle Weise Geld zusammenraffe, auf einen 
Teil seines Vermögens verzichte. Dies scheint denn auch ge- 
schehen und so der Frieden hergestellt zu sein. Denn VI 59 
(467) meldet Libanius dem Andronicus das Wohlbefinden seines 
Oheims, als wenn die beiden im besten Einvernehmen standen. 
Von diesen Briefen ist der vorletzte sicher datiert, da er der 
Anwesenheit des Themistius in Antiochia erwähnt, die er- 
weislich dem Sommer 356 angehört (s. unten). Die Reihe zieht 
sich also über etwas mehr als ein Jahr hin. 

Der Name jenes bösen Oheims wird nicht genannt, läßt 
sich aber aus dem, was über ihn erzählt wird, feststellen. Der 
Neffe beginnt erst mit ihm durch Libanius zu unterhandeln, als 
er ein hohes Amt angetreten hat; dies muß also nicht sehr 
lange vor dem Frühling 355 geschehen sein. Er residiert in 
Antiochia, wo unser Redner mit ihm persönlich verkehrt. Doch 
Consularis Syriae kann er nicht sein, da, wenn auch vielleicht 
nicht seine Amtsgewalt, so doch sein Einfluß bis nach Con- 
stantinopel hinüberreicht; denn Andronicus soll ja von dort nach 
Italien oder Griechenland fliehen. Danach möchte man in erster 
Linie an Strategius I denken, der im J. 354 die Praefectur des 
Orients übernommen hatte. Aber mit ihm hat Libanius immer 
im freundlichsten Verhältnis gestanden, während er mit dem 
Oheim des Andronicus arg verfeindet war. Mithin bleibt kein 
anderer übrig als der Comes Orientis Nebridius I, auf den alle 
Kennzeichen passen. Er hatte erst nach der Ankunft des 
Libanius in Antiochia, also frühestens im Sommer 354, sein Amt 
angetreten, und daß er mit unserem Redner nicht zum besten 
stand, ergibt sich aus der Tatsache, daß unter den Comites 
Orientis der in Betracht kommenden Jahre er fast der einzige 
ist, an den sich kein Brief in unserer Sammlung flndet. Denn 
add. 202(1391) gehört einer Zeit an, wo er sein Amt längst 
niedergelegt hatte. 

Ehe die zweite Briefgruppe beginnt, erscheint Andronicus 
mit Nachrichten aus Constantinopel in Antiochia: 1131(127), 
vgl. 60 (156), um sich vor dem Antritt seiner Provinz nach der 
Sitte der Zeit dem Praefecten und dem Comes Orientis vor- 
zustellen (S. 13). Mit II 54(150) beginnt dann die lange Reihe 



74 0, Seeck, Die Briefe des Libanius. 

von Briefen, die ihn als Consularis Phoenices oder doch als 
Beamten erkennen lassen. Da es fast alles Empfehlungsbriefe 
sind, ergibt sich ihre chronologische Ordnung nur aus ihrer 
Reihenfolge. III 93 (298) ist dann Anatolius II an seine Stelle 
getreten (S. 67). 

Die dritte Gruppe zeigt uns den Andronicus gleichfalls in 
Phönicien: add. 108(1329). 159(1357), 347(1495); aber kein 
Wort darin deutet an, daß er Amtsgewalt besäße; einmal ist 
er sogar ausdrücklich als Privatmann bezeichnet, der früher 
Ämter bekleidet hat: add. 265 (1438). Auch hier läßt sich 
aus dem Inhalt der Briefe ihre chronologische Folge nicht er- 
kennen. Sicher ist also nur die folgende Reihe: V 16(401) 
33 (1232) < 49 (1031) < VI 1 3 (420) < 22 (429) < 59 (467) 
II 31 (127) < 54(150)flf. < III 93(298) < add. 265(1438). 

Verbinden wir das, was die Briefe bieten, mit der kurzen 
Biographie in der 65. Rede des Libanius (p. 454 — 456), so er- 
halten wir dies Lebensbild des Andronicus. Da seines Vaters 
Bruder Nebridius: VI 13 (420) in Tuscien zu Hause war: Amm. 
XXI 5,12, darf man vermuten, daß sein Vater zu denjenigen 
gehört hatte, die aus Italien herangezogen waren, um die neue 
Stadt des Gonstantin zu bevölkern. Er selbst besaß schon im 
J. 356 in Constantinopel großen Einfluß: V 101(1275), obgleich 
er damals noch sehr jung gewesen sein muß. Denn während 
Libanius hier dozierte, d. h. in den Jahren 350 — 354, war er 
noch sein Schüler gewesen: VI 13 (420). add. 159 (1357) or. 
LXV p. 454. Im J. 360 wurde er als Consularis Phoenices 
Nachfolger des Euchrostius: II 22 (118), und bekleidete das Amt 
mit ungewöhnlicher Integrität und Gerechtigkeit: Liban. or. LXV 
p. 454, bis ihm 361 Polycles folgte (S. 67). Unter den Leistungen 
seiner Statthalterschaft wird namentlich der Bau einer VTasser- 
leitung in Berytus erwähnt: III 14 (216). Die Provinz war ihm 
so lieb geworden, daß er sich bald darauf ganz in Tyrus nieder- 
ließ. Im J. 365 wurde er nach Constantinopel berufen *, wahr- 
scheinlich durch seinen Oheim Nebridius, der sich als Praefect 
des Orients dort aufhielt. Da brach am 28. Sept. 365 der Auf- 
stand des Procopius aus 2, Nebridius wurde gefangen genommen-^, 

1) Liban. or. LXV p. 455: töei fjLSv ovv avxbv ouol re fisvsiv xat tojv 
iv TvQot ;cak(üv änokaveiv xal fxr^TiOTe sxeivrjv yevsad-ai rrjv xXr^oiv xijv 
dvazvx^. 

2) Mommsen, Chronica minora I S. 240. 

3) Amm. XXVI 7,4.5. Zosim. IV6,2. Themist. or. VII 91 b. 



in. Die Adressaten: Andronicus II — Antiochus 1. 75 

und die alte Feindschaft gegen ihn mag dazu mitgewirkt haben, 
daß der Neffe in die Dienste des Usurpators trat. Er wurde 
sogleich Consularis Bithyniae und schon kurze Zeit darauf 
Yicarius Thraciarum. Als Procopius am 27. Mai 366 den Tod 
gefunden hatte, verschmähte Andronicus die Flucht, wurde auf 
Betreiben des Hierius I: Liban. or. 1 171 p. 113 durch Valens 
zum Tode verurteilt und hinterließ ein sehr bescheidenes Ver- 
mögen, das der Fiscus einzog: Liban. or. LXV p. 456. Aus II 
99(195) und add. 347(1495) möchte man schließen, daß er 
Heide war. Erwähnt II 62 (158). III 43 (248). 

III. Da aus der 65. Rede des Libanius die Ämterlaufbahn 
des Andronicus II voUständig bekannt ist, kann VI 49 (457) 
nicht an ihn gerichtet sein. Denn hier ist der Empfänger 
Praeses Arabiae, ein Amt, das der Constantinopolitaner nie 
bekleidet hat. Ebensowenig läßt sich an den Dichter An- 
dronicus I denken; denn der Brief ist aus dem Winter 356/7, wo 
jener noch nicht zu Ämtern gelangt sein kann. Doch hindert 
nichts, ihn auf den carischen Philosophen zu beziehen, der um 
372 bei dem Proceß des Theodorus VIII hingerichtet wurde: 
Zosim. IV15, 1. Natürlich ist diese Verbindung durchaus' un- 
sicher. 

IV. Praeses (^ysficiv) von Armenien, da seine Residenz 
Sebastia ist. An ihn um das J. 372 gerichtet Basil. ep. 112 = 
Migne G. 32 S. 521. 

Antherins. An ihn im J. 388 gerichtet app. 268 (799). 
Da er gebeten wird, irgend ein Unrecht von dem Tyrier Qaianus 
abzuwenden, scheint er damals Consularis Phoenices gewesen 
zu sein. 

Anthins. Au ihn im Jahre 355 gerichtet V 12 (397). Da 
Apellio den Brief überbringt, als er in seine Provinz Bithynien 
reist, scheint Anthius hier zu Hause zu sein. 

Antiochtanns. An ihn im J. 388 gerichtet app. 256 (788). 
Vielleicht identisch mit demAntiochinu8(so), der am 22. Apr. 386 
als Beamter erwähnt und mit spectabilitas tua angeredet wird : 
Const. Sirmond. 8. 

Antiochas I. Agens in Rebus, im J. 351 in Alexandria: 
Äthan, apol. ad Const. 10 = Migne G. 25 8. 608. Vielleicht 
identisch mit dem Annius Antiochus, der zwischen 355 und 361 
Corrector Apuliae et Calabriae war: CIL. IX 318. 1117, und 



76 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

mit dem Antiochus vir consularis, der Ambros. ep. 89 = Migne 
L16 8. 1284 erwähnt ist. 

II. Antioehener, Schuigenosse des Libanius, aus einem 
Hause, das zu den angesehensten der Stadt gehorte und der 
Familie des Redners schon von den Vätern her verbunden war. 
Er besaß eine Schwester und zwei Brüder, von denen der eine 
Arsenius hieß. Sein einziger Sohn war Schüler des Libanius: 
I 23(35). add. 147(1047); er hieß wohl auch Arsenius, wie sein 
Oheim. Denn VI 46 (454) ist an einen Schüler dieses Namens 
gerichtet und erwähnt den Vater desselben, und die Adresse 
des unmittelbar folgenden Briefes VI 47 (455) nennt den An- 
tiochus, so daß auch hier, wie sonst, Briefe an Vater und Sohn 
nebeneinander zu stehen scheinen. Gegen Ende 355 reiste er 
als Gesandter an das Hoflager: V 61—66(1245—1250), wo er 
zugleich vom Kaiser eine Unterstützung für die Olympischen 
Spiele zu erlangen hoffte, die er im J. 356 zu geben hatte: 
V 56. 57(1243. 1187). Anfang 356 war er nach Antiochia 
zurückgekehrt: V 107 (1279). 109 (1280). VI2 (1036a), nachdem 
er das Gewünschte erreicht hatte: add. 147(1047). Im J. 359 
war er mit seinen Geschwistern in den Hochverratsproceß von 
Scythopolis verwickelt: I 23(35); doch muß er freigesprochen 
sein. Denn im J. 363 reiste er mit seinem Sohne nach Tarsus, 
wahrscheinlich um ihn dort bei dem Consular Alexander III 
als Advocaten einzuführen: add. 274(1445). Doch schon im 
J. 364 ist der Jüngling gestorben, und Libanius erbittet für 
Antiochus zum Tröste von Datianus ein Ämtchen: add. 147(1047). 
Vielleicht ist dieser Bitte entsprochen und er zum Praeses Arabiae 
ernannt worden. Denn in dieser Stellung erscheint CIL III 
14157 ein Antiochus, der mit diesem identisch sein könnte. An 
ihn im Winter 356/7 gerichtet VI 47 (455). 

III. Ein anderer scheint es zu sein, an den VI 50 (458) 
gerichtet ist. Denn hier bittet Libanius im Winter 356/7, daß 
Antiochus auf seinen Gütern für die Spiele seines Vetters Bären 
fangen möge, ohne zu erwähnen, daß jener in dem gleichen 
Jahre selbst Spiele gegeben habe, wie dies von Antiochus II 
gilt. Jene Güter liegen im Gebirge (ra oqi]); man möchte dabei 
an den Libanon denken. Und wirklich ist im J. 363 von einem 
Antiochus die Rede, der Antiochener ist, aber Grundstücke in 
Phönicien besitzt: add. 242 (1158). Er wird derselbe sein, der 
im J. 360 gleichfalls in Phönicien einen Proceß zu führen hat: 



III. Die Adressaten: Antiochus I— Antoninus I. 77 

11132(236). Er hatte eiüe Schwester: YI 50 (458) und eine 
Tochter, die er mit Philumenus verheiratete: add. 242(1158). 

IV. Arzt in Antiochia, verwandt mit Eulalius, erwähnt in 
den Jahren 358 und 360: lY 18(331). 11128(231). 

V. Araber, Verwandter des Alexander VII und des Gauden- 
tius, erwähnt im J. 356: VI 49 (457). 

VI« Iconienser, erwähnt in dem Briefe an den Bischof 
von Iconium Amphilochius, der dem Libanius als ep. 1226 zu- 
geschrieben, aber wahrscheinlich nicht von ihm ist. Vgl. Poerster, 
Jahrb. f. PhiloL 113 S. 504. 

VII. Sohn des Zenodotus, Vater des Libanius IV, der bei 
dem gleichnamigen Eedner in die Schule ging, im J. 391 al» 
vor nicht sehr langer Zeit verstorben erwähnt: app. 407(940). 
421 (954). Könnte der Zeit nach identisch sein mit dem or, 
XXVII 10 p. 115. LVIII p. 227. 235. 242—244. 246. 248 er- 
wähnten. 

VIII. Ein Antiochus bekleidete in den Jahren 388 — 390^ 
als app. 228(761). 236 (768b). 263(795). 335(867) an ihn 
gerichtet wurden, ein bedeutendes Hofamt. Von demjenigen, 
der 391 Praefectus annonae, 395 Proconsul Achaiae war (Pauly- 
Wissowa I S. 2491), dürfte er verschieden sein, da seine Stellung 
schon früher eine höhere gewesen zu sein scheint. An einen 
von beiden wird im J. 404 Joh. Chrys, ep. 189 = Migne G. 52 
S. 717 gerichtet sein. 

IX. Schwiegersohn des Domnio VI, erwähnt im J. 388: 
app. 248. 249(780. 781). 

X. Dichter und Lehrer in Antiochia; an ihn gerichtet 
or. XXXIX. 

XI. Ein Officiale, erwähnt im J. 390: app. 320(851). 

XII. Freund des Johannes Chrysostomus, von ihm erwähnt 
ep. 177 = Migne G. 52 S. 712. 

XIII. Bäcker in Antiochia, über den Libanius um da& 
J. 385 die Rede XXIX (XXXVII) schrieb. 

Antipater. Bewirbt sich im Winter 362/3 um ein heidnische» 
Priestertum; an ihn gerichtet app. 184(707), Wohl kaum der- 
selbe, der um 373 Praeses Cappadociae war. An diesen ge- 
richtet Basil. ep. 137. 186 = Migne G. 32 S. 577. 661 ; ein Brief 
von ihm an Basilius: Basil. ep. 187 = Migne G. 32 S. 664. 

Antoninns I. Armenier, Bruder des Acontius, viel älter 
als Libanius (gb. 314), da dieser ihn schon als Knabe gekannt 



78 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

und bewundert hat: add. 382 (1223). Sein Sohn ging im J. 365 
in die Schule des Libanius. An ihn, nicht an Acacius, nach der 
besten Überlieferung gerichtet add. 217(1119). 

II. Verarmter Decurio, erwähnt im J. 360: 1118(210). 
Da seine Mutter damals noch am Leben war, scheint er jünger 
gewesen zu sein, als daß er sich mit dem vorhergehenden 
identifizieren ließe. Auch von dem folgenden muß er ver- 
schieden sein, weil dieser schon vor 359 aus dem Römerreiche 
nach Persien geflohen war. 

III. Reicher Kaufmann, dann Officiale des Dux Meso- 
potamiae, endlich Protector, wird durch die Bedrückungen 
Mächtiger zur Verzweiflung getrieben und flieht, nachdem er 
den Zustand der römischen Grenzprovinzen genau erkundet hat, 
zu den Persern: Amm. XVIU 5, 1 — 3. Ihnen dient er seit dem 
J. 359 als Führer und Ratgeber: Amm. XVIII 6, 3. 18. 19. 7, 10. 
11. 8,5. 6. 10,1. XIX 1,3. 9,7.XX6,1. Liban. or. XH 74 p. 393. 

IV. Cappadocier, Sohn des Philosophen Eustathius II und 
der Prophetin Sosipatra, Schüler des Aedesius in Pergamum: 
Eunap. vit. soph. p. 469. Er reiste nach Alexandria und ließ 
sich dann bei einem Heiligtum an der Canobischen Nilmündung 
nieder, wo er als Priester eines Mysterienkultes wirksam war. 
Die Zerstörung des Serapeums sagte er voraus, und sie trat ein, 
nachdem er kurz vorher in hohem Alter gestorben war: Eunap. 
vit. soph. p. 470 — 473. Er starb also um das J. 390 und kann 
folglich kaum nach 320 geboren sein. 

V. Praefectus Augustalis in den J. 383 — 384: Mommsen, 
Chronica miuora I S. 297. 

Anysias I. Ein Anysius wird um das J. 351 als raxvyQaipoq 
und dcdxovoq rov ßaötXimq erwähnt: Epiph. haer. 71,1. Danach 
scheint er Notarius gewesen zu sein. Vielleicht ist er derselbe, 
gegen den im J. 360 ein Urteil schwebt, dessen Ausführung 
der Comes Orientis verhindert hat, da man Begnadigung er- 
wartet: II 104(200). Auch mit dem Cappadocier, dessen Sohn 
in die Schule des Libanius geht, könnte er identisch sein: ad 
Bas. 5(1584); vgl. 3(1582); doch ist beides ganz ungewiß. 

II. Ein anderer befand sich in den J. 388 — 392 in der 
Umgebung des Rufinus XII, vielleicht als sein Assessor. An ihn 
gerichtet app. 368(900). 416(949), erwähnt app. 252(784). Er 
könnte derselbe sein, der am 29. Juni 416 und am 4. Mai 419 
als Comes sacrarum largitionum am Hofe von Constantinopel 



IIL Die Adressaten: Antoninus I — Apollin aris 111. 79 

erwähnt wird: Cod. Theod. VI 30,21. 22, und am 8. März 436 
schon tot war: Cod. Theod. X 20,18. Andere Homonymen bei 
Pauly-Wissowa I S. 2654. 

Apelllo. Antiochener: Y 11(396). 14(399). Oheim des 
GessiusII: add. 411(1149); vgl. 371(1515). Er war zuerst 
Praeses einer aegyptischen Provinz: V 13. 14(398. 399); dann 
wurde er im Jahre 355 zum Consular von Bithynien ernannt und 
nahm, als er dorthin reiste, die Briefe V 1 1 — 14 (396 — 399) mit. 
Im J. 356 ist er von dort nach Antiochia zurückgekehrt: VI 2 
(1036 a). Im J. 358 ist er dann Consularis Ciliciae: IV 63(375); 
vgl. add. 370 (1074). Nach diesem Amte scheint er in einen 
Proceß verwickelt worden zu sein, da der Advocat Eustochius I 
um seinetwillen im J. 360 nach Constantinopel reiste: app. 176 
(699); vgl. 11138.39(243.244). Im Jahre 365 wird er zu 
weiterer Beförderung an den Hof berufen, aber da er erst seit 
ganz kurzer Zeit verheiratet ist, wünscht er kein Amt zu er- 
halten, sondern möglichst schnell zu seiner jungen Frau zurück- 
zukehren, was Libanius durch die Briefe add. 369 — 371 (1514. 
1074. 1515) unterstützt, und das zwar mit Erfolg: add. 411 
(1149). Da Apellio als Zeuge für die Heilkräfte des cilicischen 
Asklepios angerufen wird, scheint er Heide gewesen zu sein: 
add. 370(1074). An ihn gerichtet IV 63 (375). 

Aphobius. Christ: Julian, ep. 78. Consularis Palaestinae 
im Jahre 365; an ihn gerichtet add. 351 (1499). 365 (1510b). 
Daß er identisch ist mit einem ungenannten Statthalter von 
Palaestina, der schon unter Julian in Tätigkeit war, wie 
C. Henning, Hermes IX 8. 264 annimmt, ist durch die Zeit 
dieser Briefe ausgeschlossen. Vgl. Cyrillus I. 

Aphthonius, Antiochener, Lehrer der Beredsamkeit in 
Athen; an ihn im J. 392 geschrieben app. 452(985); s. über 
ihn Pauly-Wissowa I S. 2797. 

ApoUlnaris I. Vater des folgenden, Consularis Phoenices 
im J. 354, wird auf Hochverrat angeklagt, in Antiochia vor 
Gericht gestellt und zur Verbannung verurteilt, aber, als er weg- 
geführt wird, unterwegs auf Befehl des Caesars Gallus er- 
mordet: Amm. XIV 7,20. 9,8. 

n. Sohn des vorhergehenden, Schwiegersohn des Praefecten 
Domitianus I, im J. 354 Cura palatii des Caesars Gallus, teilt 
das Schicksal seines Vaters: Amm. XIV 7,19. 9,8. 

III. Bruder des Qairinus I, muß im J.356 auf eine Anklage 



80 ö. Seeck, Die Briefe des Libanlus. 

hin an den Hof des Constantius nach Italien kommen, um sich 
dort zu verantworten: VI 41 (449). Wahrscheinlich ist er es, 
der im J. 361 ein Amt in Aegypten bekleidete, während dessen 
app. 12(541). 91 (617) an ihn gerichtet sind. Erwähnt add. 
233(1417). 

IV. Sohn des Anatolias II, älterer Bruder des Gemellus I, 
da in den Briefen, die Libanius an beide gemeinsam richtet, er 
immer an erster Stelle genannt wird: 11131(234). 102(307). 
app. 23(552). 193(716). 353(885). add. 428(1556). Ein zweiter 
Bruder von ihm war Anatolius VI: app. 353(885). 410(943). 
Apollinaris und Gemellus wohnten in Cilicien, und zwar in einer 
großen Stadt, also wohl in Tarsus: III 31 (234). app. 193 (716); 
vgl. or. I 279 p. 167. Doch während ihr Vater im J. 362 
Phönicien verwaltete, folgten sie ihm dorthin: III 102 (307). app. 
23 (552). Sie waren Schüler des Libanius : III 9 (2 1 1). 3 1 (234). 
app. 193(716). Im J. 391 pflegten sie in ihrer Heimat den Sohn 
des Libanius, als er mit gebrochenem Bein daniederlag: or. I 279 
p. 167. app. 410(943). 443(976). 

Apollonides. An ihn gerichtet app. 482 (1015), wo im 
J. 393 um seine Tochter für Leontius VI geworben wird. Sein 
Bruder, der Decurio war, erwähnt app. 381(913). 

Apringias. Aus der Heimat des Andronicus II, d. h. aus 
Gonstantinopel, hatte dort glänzende Munera geleistet und die 
Schule des Libanius besucht. Im J. 360 war er noch Jüngling 
und im Begriffe, sich mit der Tochter des Fraternus zu ver- 
heiraten, der Phönicier, aber Senator von Gonstantinopel war: 
II 54 (150). Nach dem Beispiel seines Vaters begann er im 
Jahre 355 als Advokat zu wirken und zwar, wie es scheint, in 
Antiochia: V 39 (1197). add. 58 (1124). Doch entschloß er sich 
im J. 364, diese Tätigkeit zu unterbrechen und noch in Berytus 
das Rechtsstudium zu betreiben, wohin ihm Libanius die Emp- 
fehlungsbriefe add. 57 (1116). 58(1124). 90(1123) mitgab. An 
ihn gerichtet V 39(1197). 

Aqalia. Sohn des Gorgonius IV, als junger Schüler erwähnt 
im J. 356: V 86 (1264). Später hatte er in Beziehungen zu 
Olympius II gestanden und war im Winter 391/2 mit einer 
lange Zeit erfordernden literarischen Arbeit beschäftigt. An 
ihn gerichtet app. 417 (950). Könnte identisch sein mit dem 
(piX6öoq)OQ öxoXta Xoycxa yeyQaipdjc: jisQt 0v2,Xoyiöfio7V oder dem 
yQafifiarixoc: xal (iox^öixog bei Suid. s. v. 'AxvjLac, 



in. Die Adressaten: Apollinaris III — Arabius IL 81 

Arabias I. Hat in der Provinz des Apellio, d. h. in Bi- 
thynien, einen Prozeß zu führen (S. 79). An ihn im J. 355 ge- 
richtet V 11(396). 

IL Der Bastard des Libanius wird bald Arabius bald Cimon 
genannt, führte also zwei Namen nebeneinander, was in jener 
Zeit auch sonst vorkommt (S. 51). Seine Mutter war eine Frau 
niedrigen Standes, die aber Libanius sehr schätzte: app. 346 
(878). 450 (983). Eunap. vit. soph. p. 496. Schon gleich nach 
seiner Ankunft in Antiochia im J. 354 muß er sie in wilder 
Ehe zu sich genommen haben; denn sein Sohn kann nicht nach 
355 geboren sein, da er 361 schon grammatischen Unterricht ge- 
noß: app. 11 (540). 64(591); vgl. 112(638). 120(645). Libanius 
lebte mit ihr bis zu ihrem Tode zusammen, der erst eintrat, 
während Arabius in Constantinopel war, d. h. im J. 391 : or. I 
278 — 280 p. 166. 167. Dieser erhielt den ersten Unterricht von 
Calliopius V und dessen Vater: app. 11 (540). 64 (591); als sein 
Mitschüler wird Priscio genannt: app. 424(957). Kaiser Julian 
hatte dem Libanius versprochen, daß er die Erbeinsetzung dieses 
Sohnes legitimieren werde, doch zerstörte sein früher Tod diese 
Hoffnung: or. XVII 37 p. 520. Jovian, bei dem der Vater 
jetzt das Gleiche zu erreichen versuchte, erwies sich zweifel- 
haft: add. 108(1329). 334(1483). 2(1285). Erst ein Gesetz des 
Valentinian schuf Hilfe: or. I 145 p. 97. Doch wurde es später 
aufgehoben, und nur mit Mühe erlangte im J. 388 Libanius bei 
Theodosius, daß ihm gestattet wurde, sein Vermögen noch bei 
Lebzeiten dem Sohne zu schenken: or.1 195. 196 p. 125. XXXII 7 
p.226. app. 231. 232(764. 765). 346(878). Dieser hatte unter- 
dessen begonnen, als Advokat beim Consularis Syriae tätig zu 
sein: app. 346 (878). or. XXVIII 9 p. 137. LIV 7—16 p. 128— 
134. Aber da er jetzt das genügende Vermögen besaß, wollte 
ihn Thrasydaeus zwingen, der Curie von Antiochia beizutreten: 
or. XXXII 7 p. 226. I 257 p. 154. Um diesem Schicksal zu ent- 
gehen, reiste er im J. 390 nach Constantinopel, um sich ein 
Amt zu erbitten, das ihn zum Mitgliede des dortigen Senats 
machen sollte: app. 346. 347 (878. 879). 388 (920). Die Stellung 
eines Consularis Cypri war ihm bereits zugesichert, ging ihm 
«iber durch das Votum des Senats verloren: or. I 283 p. 169. 
app. 399 (932). Denn als dieser über seine Aufnahme be- 
schließen sollte, wies er ihn seiner Mutter wegen: app. 451(984) 
schimpflich ab: app.410(943). 387—389(919—921). 445(978). 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 6 



82 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

or. I 279 p. 166. Mit dem Stadtpraefecten Proculus III, der 
als Vorsitzender des Senats ihm entgegengewirkt zu haben 
scheint, suchte und fand er zwar durch Vermittelung des Chryses 11 
eine neue Anknüpfung: app. 429 (962). Doch sein Vater hoffte 
nichts mehr für ihn und ermahnte ihn zur Bückkehr: app. 
387—389(919—921). Krank vor Zorn und Gram: app. 389(921), 
machte er sich auf den Weg, zog sich aber auf der Reise durch 
einen Sturz aus dem Wagen eine schwere Verletzung des Fußes 
zu: or. 1279 p. 167. app. 445(978). Nach Tarsus gebracht: 
413 (946), genoß er der Pflege der beiden Brüder ApoUinaris IV 
und Gemellus I: or. 1279 p. 167. app. 410 (943). 443(976). 
Nach Antiochia befördert: app. 413 (946). or. I 280 p. 167, starb 
er bald darauf im J. 391: app. 411 (944). 413(946). 415(948). 
423—426 (956—959). 429 (962). 432 (965). 435—438 (968— 
971). 445(978). 450—452(983—985). Priscio und mehrere 
Schüler des Libanius schrieben Monodien auf ihn: app. 424 (957). 
435(968). 436(969). 

Die Briefe, die sich auf ihn beziehen, ordnen sich aus 
inneren Gründen zeitlich folgendermaßen. Als kleines Kind 
erscheint er in allen, die dem ersten Teil des Appendix angehören: 
11(540). 64(591). 112(638). 120(645). Im Anfang des zweiten 
wird 231. 232(764. 765) der Dank dafür ausgesprochen, daß 
der Kaiser dem Libanius erlaubt hat, sein Vermögen dem Arabius 
zu übergeben. Dieser hatte also erst kürzlich den Besitz er- 
worben, welcher der Grund wurde für seine Bedrohung mit 
dem Decurionat und dadurch für sein Streben nach einem 
Staatsamt. Um dieses zu erlangen, geht er nach Oonstantinopel 
und bekommt die Empfehlungsbriefe 346. 347 (878. 879) mit 
auf den Weg. 387 — 389(919—921) wissen dann schon von 
seiner Enttäuschung und dringen auf seine Bückkehr. Auf 
die Entschuldigung des Anatolius VI, daß seine Bemühungen 
im Senat keinen Erfolg gehabt hätten, antwortet 393 (925). Für 
die Pflege, die Arabius in Tarsus genossen hat, dankt 410 (943); 
doch ist er noch am Leben. Mit 411(944) beginnt dann die 
lange Reihe von Briefen, die auf seinen Tod zurückweisen. 
Wir haben also die Folge: 

app. 11(540). 64(591). 112(638). 120(645) < [231. 232 
(764. 765)] < [346. 347(878. 879)] < [387—389(919—921)] 
< 393 (925) < 410 (943) < 41 1 (944) ff. 

Araxias. Im Anfang der fünfziger Jahre bekleidete er das 



III. Die Adressaten: Arabius II — Archelaus I. 83 

Amt des Consularis Palaestinae. Dann wurde er im J. 353 zu 
einer Stellung befördert, die mehrere Provinzen seiner Ver- 
waltung unterwarf und zugleich bewirkte, daß er seine Residenz 
in größerer Nähe des Libanius nehmen mußte: pr. 1 1 (11). Da 
dieser sich zu jener Zeit in Constantinopel aufhielt, darf man 
hieraus schließen, daß Araxius Vicarius Asiae oder Vicarius 
Ponticae wurde. Das erstere wird dadurch zur Gewißheit er- 
hoben, daß Julian, der mit ihm befreundet war, ihn während 
seines Amtes zweimal in Phrygien besuchte, das zur asiatischen 
Dioecese gehörte: Julian, epist. ad Themist. 259 d. Notit. Dignit. 
Or. XXIV 9. 10. 18. 19. Nicht sehr lange nachher wurde er zum 
Proconsulat von Constantinopel berufen. In diesem Amt ist sein 
Vorgänger Justinus am 1. September 355 nachweisbar^, er selbst 
Anfang Mai 356 : Cod. Theod. VI 4, 8. 9, und sehr viel früher kann 
er es auch nicht angetreten haben. Denn in dem Brief, durch 
welchen ihm Libanius zu dieser neuen Beförderung Gluck wünscht, 
teilt er ihm zugleich mit, der Kaiser habe ihm selbst endgiltig ge- 
stattet, auf seineu Lehrstuhl in Constantinopel zu verzichten und 
nach Antiochia überzusiedeln: V97 (1273); diese Erlaubnis aber 
erhielt er nicht vor dem Mai 356: S. 318. Lii J. 365 machte ihn 
der Usurpator Procopius zum Praefectus praetorio Orientis, was er 
vorzugsweise der Fürsprache seines Schwiegersohnes, des Magister 
militum Agilo, zu danken hatte: Amm. XXVI 7, 6. Dieser war es 
auch, der ihn nach dem Siege des Valens vor einer gar zu harten 
Strafe bewahrte; er wurde auf eine Insel verbannt, aber bald be- 
gnadigt: Amm. XXVI 10, 7. Von den Briefen, die Libanius an ihn 
gerichtet hat, fällt der eine pr. 1 1 (11) noch in die Zeit seines asia- 
tischen Vicariats, also Ende 453 oder Anfang 354, alle andern in 
(las Jahr 356, wo er das Proconsulat von Constantinopel be- 
kleidete: V 97(1273). 99(1274). VI 10(417). 23(430). 30(438). 
Arclielaus I. Comes Orientis im J. 335, wirkte auf dem 
Concil von Tyrus zur Verurteilung des Athanasius mit: Rufin. 
h. e. I IG = Migne L. 21 S. 488; vgl. Socrat. I 29,2, wo er 
i\7(CTix6g genannt wird. Hieraus ergibt sich, daß er Christ 



1) Nach einer freundlichen Mitteilung Heinrich Schenkls lautet bei 
dem kaiserlichen Erlass, welcher der zweiten Rede des Themistius voran- 
geschickt ist, die Unterschrift im Codex Salmanticus : 'ExofjiioS'i] rj eniaroXri 
vTikg Sefiiariov xov Xa^ngoxarov (pikoab<pov xal &v€yv(oaS-7j iv ry ovy- 
xlrjrw xakuvöaiq aeTireßgiaig (so) vnarcjv'ÄQeTiicjvog (so) xal Aolliavov ' 
dvbyvct) 6h 'lovarcvog o kafingoxaioq avd^vTtazog. 

6* 



84 C). Seeck, Die Briefe des Libanius. 

war, und ebenso aus dem Besuche, den er dem heiligen Antonius- 
machte, um von ihm die Heilung einer Kranken zu erbitten: 
Äthan, vit. S. Ant. 61 = Migne G. 26 S. 932. Als Greis wollte 
er um das J. 372 den Libanius durch einen Besuch ehren^ 
wurde aber durch ihn selbst davon zurückgehalten: or. I 166. 
II 9 p. 109. 175. An ihn könnte im J. 360 II 15 (111) gerichtet 
sein, doch ist die Bestimmung der Person hier ganz unsicher. 

II. Neffe des Vorhergehenden, ehrte den Libanius durch 
seinen Besuch: or. II 9 p. 175. Auch auf ihn läßt sich jener 
Brief beziehen. Er wird derselbe Archelaus sein, der im J. 369 
am 29. Jan. (Cod. Theod. IV 13,6), 11. März (Cod. Theod. IX 
21, 7), 5. Juli (Cod. Theod. X 16, 2) und 18. Juli (Cod. Theod. 
X21, 1) als Comes sacrarum largitionum des Valens nach- 
weisbar ist. 

III. Sohn des Tiberinus, im J. 358 wohnhaft in der Provinz 
des Maximus IV, d. h. in Arabien: IV 27 (340). 

IV. Praefectus Augustalis, erwähnt im J. 397 am 17. Juni 
(Cod. Theod. IX 45,2) und am 24. Nov. (Cod. Theod. II 1,9). 
Christ: Hieron. c. loh. Hier. 39 = Migne L. 23 S. 391, wo er mit 
dem Comestitel erscheint. Der Zeit nach könnte app. 341 (873) 
an ihn gerichtet sein, da dieser Brief dem J. 390 angehört. Auf 
ihn läßt sich vielleicht auch die verdorbene Stelle app. 437 (970) 
beziehen, wo Libanius rrjv aQ^alav (wv fih^ ß^vyartQa 2iJeov7]Qoiy 
de yvralxa im J. 392 als kurzlich verstorben beklagt. Denn 
in agyalmy fiov steckt zweifellos ein Eigenname, und von den- 
jenigen, welche bei Libanius genannt werden, dürfte ^iQ^eZdoiy 
der Überlieferung wohl am nächsten kommen. Vgl. Severus XV. 

Aresius. Lehrer der Rhetorik in Tarsus, da er die Söhne- 
des Hierius III, der dort zu Hause war, unterrichtet hatte. An 
ihn im Jahre 358 gerichtet IV 30(343). 

Argeus. Lehrer der Rhetorik in Pamphylien : app. 398 (931) ; 
vgl. 399(932). An ihn gerichtet in den J. 388—391 app. 249(781). 
395(927). 398(931), erwähnt im Jahre 393 app. 485(1018). 

Ario. Ancyraner, Sohn eines Agathius, der durch Weis- 
heit berühmt, also wahrscheinlich Philosoph war. Sein jüngerer 
Sohn, der gleichfalls Agathius hieß, besuchte die Schule des 
Libanius. An ihn gerichtet im J. 362 app. 114(640), im J. 364 
add. 52 (1098) J; erwähnt im J. 363 add. 268(1105). 



1) Dieser Brief ist im Vaticanus 83 'AqeIovi überschrieben. 



III. Die Adressaten: Archelaus I — Aristaenetus I. 85 

Aristaenetus I. Bithyner:^V76(1258). 90(1136). 98(1135). 
VI 92 (501) aus Nicaea: IV 16 (329). V 47 (1239). VI 86 (495). 
87 (496). app. 288 (819). Dem Heidentum ergeben: VI 77 (487). 
Nach seinem Tode hielt Entrechius sein Haus zusammen (öwa- 
X^iv ^Agiötacvetq) rrjv oixiav) und vertrat den Seinen den 
Verstorbenen (tov dvr ixslvov rolg sxeivov yivofisvov): app. 
288 (819). Danach scheint er nahe verwandt mit ihm, vielleicht 
sein Schwiegersohn gewesen zu sein. Außerdem werden als 
seine Verwandten genannt Alcimus (S. 52) und Dianius: IH 80 
(285). IV 65(377). 67(379). 69(381). Er studierte in Athen 
und schloß dort enge Freundschaft mit Acacius III: V 98 (1135); 
vgl. S. 44. Mit Libanius trat er in Verbindung, als dieser in 
Nicomedia docierte: or. I 57 p. 40, und setzte den Verkehr 
mit ihm auch in Constantinopel fort: VI 86(495). Im J. 355 
starb seine Frau, die er lange betrauerte: V 22 (407). 31 (1230). 
44(1238). 47(1239). 76(1258). 90(1136). VI 2 (1036a). Im 
J. 356 suchte der Praefect Strategius I ihn vergebens zur Über- 
nahme eines Amtes zu bewegen: VI 43 (451), und trat deswegen 
in Korrespondenz mit ihm: VI 67 (475). IV 16 (329). Anfang 
357 erweist ihm der Kaiser eine Ehrung, und der Praefect 
Anatolius I beruft ihn zu sich, damit er bei ihm das Amt eines 
Assessors übernehme: VI 68. 69 (477. 478); doch lehnte er auch 
diesmal ab: VI 88 (497). IV 16(329). Erst im Sommer 358 
entschloß er sich zu einem Amte, aber zu einem solchen, das 
ihn nicht zwang, die Heimat zu verlassen, da seine Residenz in 
Bithynienblieb:IV65(377). 66(378). 72(384). 12(19). 3(20). 
Er wurde Vicar der neugegründeten Diöcese Pietas: Amm. XVII 
7, 6, und trat als solcher in die engsten Beziehungen zu dem 
neuernannten Praefecten HermogenesIV : 1 3(20). or. 1 116 p.80. 
Aber schon sehr bald, nachdem er jene Stellung angetreten hatte, 
fand er durch das große Erdbeben, das am 24. August 358 
Nicomedia zerstörte, dort seinen Tod: Amm. XVU 7, 6. Liban. 
or.I 118 p.80. epist. I 8(25). 19(31). IV 79(391). add. 74(1320); 
vgl. Pauly-Wissowa IV S. 1084. Begraben wurde er in seiner 
Heimatstadt Nicaea: app. 288(819). Libanius schrieb eine 
Monodie auf ihn: I 17(29). 19(31). IV 79 (391). 

Von den erhaltenen Briefen an ihn ist der früheste V 13 
(398), der dem Apellio mitgegeben wurde, als er im Frühling 355 
in seine Provinz Bithynien ging. Er ist jedenfalls beträchtlich 
früher als VI 2 (1036 a), wo derselbe Apellio mit Nachrichten 



gß 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

von Aristaenetus nach Antiochia zurückgekehrt ist, und erwähnt 
noch nicht, daß dessen Frau gestorben ist, ein Gegenstand, von 
dem VI 2 (1036 a) und in den meisten vorhergehenden Briefen 
die Rede ist. V 22 (407) hat Libanius eben erst die Trauer- 
nachricht erhalten und spricht sein Beileid aus. V 31 (1230) 
hat er gehört, daß Aristaenetus sich immer bei dem Grabe der 
Verstorbenen aufhalte. 44 (1238) hofft er, der Besuch des Spe- 
ctatus werde der Trauerzeit ein Ende machen. 47 (1239) folgt 
eine längere Ermahnung, endlich Trost anzunehmen; dabei wird 
angedeutet, daß der Todesfall schon geraume Zeit zurückliegt 
(a>q ejtl yßic t(i reXerrfi övfißdö7j). 76 (1258) spricht nur noch 
ganz kurz die sichere Erwartung aus, daß Aristaenetus das 
Klagen gelassen habe. 90(1136) weist auf den Brief zurück, 
den ClematiusII überbracht hatte, d. h. auf 47 (1239); von der 
üntröstlichkeit des Aristaenetus ist auch hier noch die Rede. 
VI 2 (1036 a) hat er endlich das Grab seiner Frau verlassen, 
ist aber immer noch in trüber Stimmung, und Apellio ist aus 
Bithynien heimgekehrt. V 90 (1136) hat Libanius dem Aristae- 
netus geschrieben, er möchte, statt um seine Gattin immerfort 
zu klagen, lieber eine Schilderung ihrer Vorzüge an ihn schicken. 
VI 2 (1036 a) ist dieser panegyrische Brief, der dort verlangt 
wurde, angekommen und wird beantwortet. Hier dürfte das 
Trauerjahr ungefähr abgelaufen sein, und damit hören die Er- 
wähnungen der Verstorbenen auf. 

VI 11 (418) wird abermals, wie V 90(1136) auf die Reise 
des Clematius zurückverwiesen; Leontius XVI, der kürzlich an- 
gekommen ist, hat dem Libanius einen Brief des Aristaenetus 
versprochen, aber nicht übergeben. 20 (427) hat dieser Leontius 
sein Versprechen noch immer nicht erfüllt, aber unterdessen ist 
Themistius I mit neueren Nachrichten aus Nicaea in Antiochia 
eingetroffen. 25 (432) reist dieser wieder ab, und Libanius rühmt 
ihm nach, seine philosophischen Reden hätten den Rat von An- 
tiochia zu einem neuen Leben bekehren könnend Hieran an- 
knüpfend hat Aristaenetus in seiner Antwort sich spöttische 
Bemerkungen über den Rat erlaubt, die Libanius VI 43(451) 
zurückweist 2. Von dem, was er hier geschrieben hat, geht er 

1) Et jLiT] raxiota an^Qe, xäv fisriatTjae xriv ßovXrjv anb tovriov, 
iv oiq vvv eaxiv, enl xov avxov ßlov, 

2) Triv ßovkrjv öh XsycDV xax(öc elq rovg (piXovq ijfjiTv ßXaaipru^ieiq. 
Ttkrjv yag t-vbq qücov tpQSViav i^rjfAOv xo näv efibv. 



III. Die Adressaten: Aristaenetus I. IT. 87 

dann VI 56 (464) aus^ Über die Kürze des Briefes VI 43 (451), 
den Gymnasius überbracht hatte, hat sich Aristaenetus in seiner 
Antwort beschwert, wogegen sich Libanius VI 67 (475) recht- 
fertigt. In beiden Stücken ist von den Bemühungen des Strategius I 
die Eede, jenen zur Annahme eines Amtes zu bewegen. 68. 69 
(477. 478) hat Anatolius I ihn zu seinem Assessor berufen, und 
Libanius rät ihm, dies nicht zurückzuweisen. 86 (495) erwidert 
auf die Antwort, die Aristaenetus auf 67 (475) gegeben hat. 
Hier hatte Libanius ihn daran erinnert, daß er ihm alte Bücher 
versprochen hatte; dies hat Aristaenet abgelehnt und wird nun 
an die näheren Umstände jenes Versprechens erinnert. 88 (497) 
knüpft dann wieder an 68(477) an; Aristaenetus zaudert noch, 
die Assessorenstelle anzunehmen, während Domitius Modestus, 
den ihm Anatolius zum Kollegen bestimmt hat, die Reise zu dem 
Praefecten angetreten hat. IV 16 (329) zaudert jener nicht mehr, 
sondern hat definitiv abgelehnt; zugleich knüpft dieser Brief, 
wie wir 8.45 gesehen haben, an IV 6 (319) an. 65(377) 
gratuliert ihm dann, nachdem er zum Vicariat ernannt ist; 
72(384). 1 2. 3 (19. 20) zeigen ihn im Besitze dieses Amtes; 1 7. 
8 (24. 25) reden von dem Erdbeben und dem Tode des Aristae- 
netus. Hieraus ergibt sich folgende Reihe: 

V 13 (398) < 22 (407) < 31 (1230) < 44 (1238) < 47 
(1239) < 76(1258) < 90(1136) < VI 2 (1036a) < 11 (418) < 
20(427) < 25 (432) < 43 (451) < 56(464) < 67(475) < [68. 69 
(477. 478)] < 86(495) < 88 (497) < IV 6 (319) < 16 (329) 
< 65 (377) < 72 (384). 1 2 (19). 3 (20) < 7. 8 (24. 25). 

Außerhalb dieser Reihe sind noch an ihn gerichtet: IV 18 
(331). 20(333). 21(334). 44(356). 55(367). V 62 (1246). VI 37 
(445). 77 (487). 92 (501). 97 (506). Erwähnt IV 77 (389). add. 
367(1512). Ob pr. 7(7) auf ihn oder auf den Folgenden zu 
beziehen ist, bleibt zweifelhaft. 

II. Antiochener, Sohn des Bassianus, Verwandter des Leon- 
tius VI und des Libanius, dessen Schüler er auch war: app. 282. 
283 (813. 814). 468 (1001). 451 (984). Wahrscheinlich war er im 
Jahre 371 geboren (S. 95). Doch scheint er schon im J. 392 beim 
Sturze des Proculus III an dessen Stelle Stadtpräfect von Con- 

1) Ebtov Tiots TCQoq gb yQa<po)v, oti nkr^v evbg rj ßovkri fie^ rjfjLtov. 
Nach der eben angeführten Stelle ist hinter svdgwohl oixov zu ergänzen; 
denn wie dort gesagt ist, besteht die Gegnerschaft des Libanius nicht nur 
aus einem Manne, sondern aus einer ganzen Familie. 



go 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

stantinopel geworden zu sein: app. 430(963). 438(971). Aber 
da sein Vorgänger noch am 25. Juni 392 nachweisbar ist: 
Cod. Theod. XIV 17,10, sein Nachfolger Aurelianus schon am 
27. Febr. 393: Cod. Theod. 11,3. 28,4. VI 3,1. 4,26. XII 1,130 
— 132. XV 1,29. 30, kann er das Amt nur wenige Monate be- 
kleidet haben. Im J. 393 kam er nach Antiochia und hielt dort 
einen Panegyricus auf Libanius: app. 468(1001). Bald darauf 
finden wir ihn in der Umgebung des Bufinus XII: app. 
496 (1028b). Im J. 404 war er Jahresconsul des Ostreiches: 
Mommsen, Chron. min. III S. 526. Synes. ep. 133. An ihn ge- 
richtet app. 283(814). 430(963). 438(971). 451(984). 458(991). 
474(1007). 479(1012). 496 (1028b); erwähnt 431(964). 

Aristo I. Reicher Grundbesitzer aus Cyrus in der Euphra- 
tensis: add. 37 (1096). 87 (1042), wo KvQmiixv TvQoy zu schreiben 
ist. Dem Heidentum ergeben: add. 225(1411). Er bewirbt 
sich im J. 364 um die Tochter des Thalassius I: add. 37(1096), 
verheiratet sich: add. 77 (1321), und add. 126 (1332). 216 (1405) 
scheint auf die Schwangerschaft seiner Frau hingedeutet zu 
sein. An ihn gerichtet add. 126(1332). 216(1405). 220(1110)^ 
225(1411). 

IL Der add. 63(1312) erwähnte Aristo scheint ein anderer 
zu sein, da er im J. 364 in der Provinz des Celsus I, d. h. in 
Syrien, Decurionenpflichten zu erfüllen hat, also wohl Syrer, 
nicht Euphratenser ist. 

Arlstophanes. Corinther: add. 101 (1228)2. or. XIV 1. 5. 
28 p. 424. 426. 434. Sohn des Menander: or. XIV 5. 9. 20. 46 
p. 426. 427. 431. 441, der begeisterter Heide war: or. XIV 5 
p. 426, und obgleich er Senator von Rom gewesen war, diese 
Stellung aufgegeben hatte, um als Decurio seiner Vaterstadt 
die Leitung derselben zu übernehmen : or. XIV 5. 6. 31 p. 426. 435. 
Die Mutter des Aristophanes war Schwester der Philosophen 
Hierius II und Diogenes III: or. XIV 7. 32. 33. 34. p. 427. 435. 
Auch er selbst blieb dem Heidentum ergeben: or. XIV 7. 41. 
63—66. 69. 70. p. 427. 438. 447—450. Julian, ep. 74. Er 

1) Dieser Brief trägt im Vaticanus seine Adresse. 

2) In diesem Brief ist zu schreiben: KÖQivS-og altbv €?,xei xal 
AaxsöaifjKov xal *AQiato<pdv7jg xal xb Aax(hvo)v xs^alaiov. Das letzte 
xal fehlt, kann aber nicht entbehrt werden; denn mit dem Ersten der 
Spartaner ist jedenfalls nicht Aristophanes gemeint, sondern Euelpistius, 
dem derselbe Überbringer gleichfalls einen Brief add. 97(1179) zu be- 
stellen hat. 



III. Die Adressaten: Aristaenetus II — Aristophanes. 89 

genoß eine gute rhetorische Bildung: or. XIV 7. 26. 62. 64. 69 
p. 427. 433. 446. 447. 449. Noch bei Lebzeiten seines Vaters 
übernahm er in Corinth die Strategie, als Libauius in Griechen- 
land reiste, d. h. zwischen den J. 337 und 339 : or. XIV 8 
p. 427. Diesen vei:pflichtete er sich, indem er im Lyceum zu 
Athen aus seinen Schriften vorlas, obgleich er auf Anstiften 
von Neidern des Redners mit Steinen geworfen wurde: or. XFV 
38 p. 436. Eugenius III gewann durch eine Verschwägerung 
mit seiner Familie Anhaltspunkte, um ihm einen ruinösen 
Proceß anzuhängen, der ihn zur Flucht nach Syrien veranlaßte: 
or. XIV 10. 11. 45 p. 427. 440. Fortunatianus I verschaffte ihm 
hier die Stelle eines Agens in Kebus: or. XIV 12 — 14. 32. 61. 
6-2 p. 428. 435. 446. Als Pamassius I im J. 357 die Praefectur 
von Aegypten antrat, gab ihm der Magister officiorum Muso- 
nius I den Aristophanes in seine Provinz mit: or. XIV 15 p. 429; 
vgl. IV 52 (364). Dieser führte ihm einen Astrologen zu, den 
er über die Regierung des Kaisers befragte: or. XIV 16 p. 430. 
Dadurch wurde er Anfang 359 in den Hochverratsproceß von 
Scythopolis verwickelt» mehrmals mit Bleigeißeln gepeitscht: 
or. XIV 15 p. 429, und entging nur mit Mühe der Folter: or. 
XIV 19. 20 p. 431; vgl. Julian, ep. 74. Zugleich klagte man 
ihn an, in Aegypten widerrechtlich 211 Solidi angenommen zu 
haben, und er sah sich, angeblich nur aus Furcht vor seinen 
übermächtigen Verfolgern, veranlaßt, dies zuzugeben und das 
Geld zurückzuzahlen. Darauf mußte er unter militärischer Be- 
deckung ganz Aegypten durchziehen, wobei ein Herold jeder- 
mann, der durch ihn Bedrückungen erfahren habe, zur Meldung 
aufforderte; doch erfolgte keine Denunciation: or. XIV 52 — 59 
p. 443 ff. Sein Proceß dauerte bis ins dritte Jahr, d. h. bis 
361, und endete damit, daß ihm ein Aufenthalt innerhalb bor 
stimmter Grenzen, also eine Art Verbannung, auferlegt wurde. 
Gefesselt sollte er an seinen Bestimmungsort abgeführt werden, 
als der Tod des Constantius (3. Nov. 361) ihn befreite: or. XIV 
17 p. 430. Während dieser Zeit hatte er noch in Corinth die 
Kosten einer zweiten Strategie tragen müssen: or. XIV 15 p. 429, 
und durch seine lange Abwesenheit von seinen Gütern und die 
Ausgaben der Processe war sein Vermögen zerrüttet: or. XIV 
45.46 p. 440. 441. Als nun Kaiser Julian sich 362 in An- 
tiochia aufhielt, suchte ihn Libauius durch die Rede XIV zu 
bewegen, daß er den Aristophanes zu einer amtlichen Stellung 



90 0« Seeck, Die Briefe des Libanias. 

erhebe, welche die vorhergegangene Schmach auslöschen und 
ihm zugleich Immunität von weiteren Decurionatslasten ver- 
schaffen sollte. Obgleich Äristophanes mit Schauspielerinnen 
verkehrte: or. XIV 60 — 62 p. 446 und auch sonst in schlechtem 
Kufe stand: or. XIV 4 p. 425, gewährte der Kaiser die Bitte und 
schrieb darüber ep. 74 an Libanius, worauf dieser durch app. 
145 (670) antwortete; vgl. add. 41 (1039). or. I 125 p. 83. 
Welches Amt jenem übertragen werden sollte, behielt Julian 
persönlichen Besprechungen mit Libanius vor. Ihr Resultat war, 
daß Äristophanes zum Proconsul Achaiae ernannt wurde. Deim 
wenn ich ihm früher nach dem Vorgange von Sievers die Statt- 
halterschaft Phöniciens zuschrieb, so beruhte dies auf der falschen 
Überschrift von add. 107 (1186). Dieser Brief ist an einen Mann 
gerichtet, der sich in Phönicien aufhielt, aber nach der Vati- 
canischen Handschrift nicht an Äristophanes, sondern an Scy- 
lacius; dagegen zeigt ein anderer add. 289(1457), der an ihn 
während seiner Magistratur abgeschickt wurde, ihn in Griechen- 
land; vgl. app. 210(735). Nach dem Tode Julians im J. 363 
wurde er seines Amtes sogleich entsetzt: add. 151 (1350), blieb 
aber in seiner Heimatstadt Corinth: add. 101(1228). Er war 
verheiratet und hatte einen Sohn: or. XIV 68 p. 449. An ihn 
gerichtet add. 101 (1228). 151(1350). 235(1418). 289(1457), 
erwähnt VI 13(420). 

Arsenlns I. Flavius Arsenius, Consularis Siciliae: CIL X 
7017. Vielleicht derselbe, der im J. 359 als ex vicariis erwähnt 
wird: Cod. Theod. VI 4,15. 

II. Antiochener, Bruder des Antiochus II, mit diesem im 
J. 359 in den Hochverratsproceß von Scythopolis verwickelt: 
I 23 (35); vgl. VI 47 (455). S. 76. Er könnte der Advocat sein, 
der schon in reifen Jahren 364 dem Salutius zur Anstellung 
empfohlen wird: add. 111(1143). 120(1127). 361(1507). 

III. Neffe des Vorhergehenden, einziger Sohn des An- 
tiochus II, verstorben im Jahre 364: S. 76. An ihn gerichtet 
VI 46 (454), erwähnt or. XXXI 47 p. 222. 

IV. Flavius Eutolmius Arsenius, Praeses Thebaidos im 
Jahre 388. Mitteis, Griechische Papyri zu Leipzig. Archiv f. 
Papyrosforsch. II S. 267. 

Artemlns I. Dem Eutherius II während seiner armenischen 
Statthalterschaft im J. 360 empfohlen, also wahrscheinlich Ar- 
menier, ein Mann aus guter Familie und von rhetorischer Bil- 



III. Die Adressaten: Aristophases — Atarbius. 91 

dung: II 34(130). Er ist es wohl auch, dessen „Ausplünderung" 
im J. 364 dem Letoius 1 gegenüber erwähnt wird: add. 77 (1321). 

II. Vater des Epiphanius III, der Schüler des Libanius 
ist, aber seine Studien aufgibt, um Agens in Rebus zu werden. 
An ihn im J. 388 gerichtet app. 297 (828). 

III. über andere Artemii derselben Zeit s. Pauly- 
Wissowall S. 1444. 

Ascleplus I. Schüler des Libanius, hat im J. 355 ein Amt 
angetreten; wahrscheinlich war er Consularis Ciliciae, da der 
an ihn gerichtete Brief V 42 (1191) neben einem andern steht, 
der nach Tarsus gerichtet ist: V 41 (1194). Derselbe vielleicht 
erwähnt 11162(267). 

II. Arzt, reist im J. 362 nach Galatien, wohin Libanius 
an ihn schreibt: app. 165(688); vgl. 148 (672a). 

III. Schüler des Philosophen Clemens, erwähnt in den 
Jahren390— 393: app. 352(884). 372(904). 373(905). 493(1026). 

Asyneritlas. Syrer, scheint Bruder des Helladius Y zu sein, 
da an beide gemeinsam app. 475 (1008) im J. 393 gerichtet ist; 
an ihn allein in demselben Jahre app. 456 (989). 

Atactins. Gastfreund des Libanius; an ihn gerichtet im 
J. 356 VI 5 (1283), im J. 364 add. 68(1316). 

Atarbius. Ancyraner: app. 137(662); vgl. add. 116(1221). 
Im J. 359 nahm er eine Stellung ein, die ihm bedeutenden 
Einfluß gab; denn er wird 1 70(81) angerufen, einem gewesenen 
Consularis Syriae, der auf Amtsvergehen verfolgt wird, zu helfen. 
Doch andererseits kann sein Bang kein sehr hoher gewesen 
sein, da er erst später Praeses wurde. Vielleicht war er damals 
Assessor eines mächtigen Hofbeamten, z. B. des Quaestors. 
Dazu paßt es, daß sein erstes wirkliches Amt^ der Praesidat 
derEuphratensiswar: app. 128(653). 171(694). add. 116(1221). 
Während desselben sind an ihn in den Jahren 362 und 363 ge- 
richtet app. 128(653). 137(662). 171(694). 207(732). add. 294 
(1461), wahrscheinlich auch Cod. Just. XI 70,1 und Julian, ep. 7. 
Auch add. 291(1209) ist auf ihn zu beziehen, da der Empfanger 
nach dem Inhalt im Jahre 363 Praeses Euphratensis war; die 

1) Add. 116(1221): ool dh Svqwv iTiifjLeXijreov navxaxovj naQ^ olq 
TiQixfXoiq ineSelSü) r^v ne^l xo aQXBiv aQBXriv, Daß Libanius unter 
Syrern nicht nur die Bewohner seiner Heimatprovinz, sondern auch die 
der angrenzenden Gebiete versteht, ist S. 69 Anm. 1 gezeigt. 



92 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Adresse Aaovrlqi ist also wahrscheinlich nicht dazu gehörig ^ Da 
der Brief Julians ihm eine besondere Bevorzugung der heid- 
nischen Untertanen befiehlt, wird auch er selbst Heide gewesen 
sein. Im J. 364 war er Consularis Macedoniae, in welchem 
Amte add. 116(1221) an ihn gerichtet wurde. 

Athanasias I. Cilicier, da er mit Acacius UI an dem- 
selben Orte lebt: app. 168. 169 (691. 692). Jüngerer Bruder 
des Gaius I, da add. 258 (1432) an beide zusammen gerichtet ist 
und sein Name in der Adresse an zweiter Stelle steht: ygl. 
169 (692). Übergibt im J. 362 seinen Sohn, der gleichfalls Gaius 
heißt, der Schule des Libanius: app. 168. 169 (691. 692); vgl. 
add. 258 (1432). Nach add. 226 (1412). 258 (1432) scheint er 
Heide gewesen zu sein; von dem Bischof von Alexandria war 
er jedenfalls verschieden. An ihn gerichtet app. 168(691); 
vgl. add. 258 (1432). 

II. Beliebter Circuskutscher, auf Befehl des Kaisers Va- 
lentinian I lebendig verbrannt: Amm. XXIX 3, 5. 

III. Im J. 390 wird ein Athanasius erwähnt: app. 329 (861). 
Ansonias I. Spartaner, Mitschüler des Libanius, Heide; 

an ihn im J. 365 gerichtet add. 405 (1080). Vielleicht identisch 
mit dem Plavius Julius Ausonius, der im Jahre 342 Praeses 
Augustamnicae war: Oxyrh. Papyri 187; dieser wird am 8. Apr. 
342 auch Cod. Theod. XII 1, 34 erwähnt, wo aber sein Name 
in Auxentius verdorben ist. 

II. Beamter im J. 392; an ihn gerichtet app. 434(967). 

III. Andere Homonymen bei Pauly- Wisse wa II S. 2562. 
Seeck, Symmachus p. LXXV. 

Aaxentlas I. Praeses Augustamnicae im Jahre 342, s. 
Ausonius I. 

IL Decurio einer Seestadt: add. 279 (1450). Dies muß 
Tarsus sein; denn er wird dem Consular Alexander III emp- 
fohlen, als dieser nach Cilicien gereist ist: add. 279(1450); 
S. 53, seine Adresse steht wiederholt neben der des Tarsensers 
Demetrius I: I 4. 5 (21. 22). HI 55. 56 (260. 261), und in einem 
Brief an diesen I 36 (48) wird er als dessen Bekannter erwähnt. 
Er scheint Yater des Domnus gewesen zu sein, da Libanius 

1) Daß im Vaticanus 83, durch den dieser Brief überliefert ist, mit- 
unter falsche Adressen stehen, zeigt VI 71 (480), dem die Überschrift des 
fehlenden Stuckes VI 70 (479) vorgesetzt ist : S. 26. Andere Beispiele werden 
in der Einzeluntersuchung der Additamenta gegeben werden. 



III. Die Adressaten: Atarbius — Bacchius. 93 

auf ihn einwirkt, jenen nicht zu einer unliebsamen Ehe zu 
zwingen: I 36 (48). Er bekannte sich zur heidnischen Religion: 
I 4 (21). add. 279 (1450). In seiner Vaterstadt hatte er sich 
kostspieligen Leistungen unterzogen: add. 279. 280 (1450. 1451), 
namentlich Spiele mit Tierkämpfen im Winter 361/2 gegeben: 
app. 78 (604). Wahrscheinlich war er der Auxentius, der nach 
der Versinschrift bei Kaibel, Epigr. Graeca 1078 den Fluß 
Cydnus neu überbrücken ließ. An ihn gerichtet im Jahre 358 
14 (21), im .1. 361 IH 55 (260), im Winter 361/2 app. 78 (604), 
im J. 363 add. 280(1451). 

III. Ein gleichnamiger Decurio von Tarsus erwähnt im 
J. 363: add. 280 (1451). 

IV. Advocat, besitzt Frau und Kinder, reist im J. 357 nach 
Aegypten: VI 101. 102 (510. 511). 

V. Palaestinenser, im J. 360 als Jüngling erwähnt: 11 60. 
61 (156. 157). 

VL Sohn des christlichen Persers Addas, der unter Con- 
stantius II vor einer Christenverfolgung in das römische Reich 
entflohen war, hoher Beamter unter Theodosius I: Sozoni. 
YII 21, 8. 

VII. Mit welchem von diesen der im J. 364 erwähnte 
Auxentius gleichzusetzen ist, bleibt unbestimmt: add. 79 (1174). 

Bacehlas. Hat seinen Wohnsitz in derselben Stadt wie 
Demetrius I, d. h. in Tarsus: II 90 (186). VI 34 (442). app. 96 
(622). Im J. 355 besuchte er Antiochia und hörte dort den 
Libanius reden: V 41 (1194). Dann schickte ihm dieser ver- 
schiedene Schriften, an welche ihre Korrespondenz anknüpfte: 

V 41 (1194). 72 (1193). Im J. 356 ist er wieder in Antiochia: 

VI 34 (442), und wieder folgen Briefe an ihn von ganz ähn- 
licher Art:' VI 96 (505). 111 (520). Im J. 360 besuchte er die 
Stadt ein drittesmal: 1141(137). 90(186). Im J. 362 wußte 
sich Bacchius einer alten Statue der Artemis zu bemächtigen, 
die in christlichen Händen gewesen zu sein scheint; er führte 
sie in feierlichem Zuge nach Tarsus, brachte ihr Opfer und 
kostbare Weihgeschenke dar und veranstaltete zu ihrer Ein- 
weihung eine öffentliche Speisung, bei der Demetrius I die Pest- 
rede hielt: app. 96(622). 98(624). Er übernahm ein Priestertum: 
app. 96 (622) und wurde kraft dieser Würde beauftragt, ent- 
fremdete Tempelgüter von den christlichen Besitzern wieder 
zurückzuerlangen : app. 144 (669). An ihn gerichtet: V 41 (1 194). 



94 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

72 (1193). VI 96 (505). 111 (520). app. 96 (622). 98 (624). 144 
(669). add. 300(1465). 304(1468). 

Bacarlas« Tribunus Sagittariorum im Jahre 378, Dax 
Palaestinae, Comes Domesticorum im J. 394: Pauly-Wissowa II 
S. 2724. An ihn gerichtet app. 447 (980), erwähnt app. 430. 
431 (963. 964). 

Barbatlo* Auch über ihn habe ich die Nachrichten bei 
Pauly-Wissowa III S. 1 gesammelt. Hier sei nur darauf hin- 
gewiesen, daß er 359 hingerichtet wurde, also sämtliche Briefe 
an ihn früher sein müssen. Sein Sohn Gessius I wurde im 
J. 355 der Schule des Libanius übergeben: V 53 (1032). 108 
(1215). Das gab diesem den Mut, die Korrespondenz mit ihm zu 
eröffnen, namentlich da Clematius 11 ihn um eine Empfehlung an 
Barbatio bat. Mithin ist V 53 (1032) der älteste Brief an ihn. 
V 108 (1215) wird auf den Brief, den Clematius im Anfang des 
Winters empfangen habe, zurückverwiesen, d. h. auf V 53 (1032). 
Hier klagt Libanius, daß Barbatio ihn keiner Antwort gewürdigt 
habe. Derselbe Vorwurf kehrt VI 62 (470) dringender wieder 
und knüpft hier auch daran an, daß Clematius unterdessen 
zurückgekehrt ist. Diese drei Briefe sind also nicht gar zu 
lange nacheinander geschrieben. Yl 82 (492) steht zu dieser 
Reihe in keinem bemerkbaren Verhältnis, muß aber natürlich 
später geschrieben sein als V 53 (1032), der sich ausdrücklich 
selbst als den ersten Brief an Barbatio bezeichnet. Die Folge 
ist also 

V 53 (1032) < 108 (1215) < VI 62 (470). 

V 53 (1032) < VI 82 (492). 

Basilldes L Schwager des Brachinus, scheint im J. 363 
in Antiochia wohnhaft zu sein: app. 208 (733). 

II. Paphlagoner, Schüler des Libanius, während er in Con- 
stantinopel dozierte, also vor dem J. 355. An ihn im J. 363 
gerichtet add. 295 (1058). 

Basillns. Cappadocier, besucht um 349 in Nicomedia die 
Schule des Libanius: S. 31. Geht dann nach Athen, um seine 
Studien fortzusetzen, und ist dort im J. 355 nachweisbar: S. 32. 
Im J. 356 übernimmt er in Nicomedia die Schule des Alcimus, 
während dieser nach Rom reist: S. 31. Im J. 358 hält er sich 
in Antiochia auf, um von dort nach Aegypten zu reisen : S. 32. 
Im J.361 kehrt er wieder über Antiochia in seine Heimat zurück: 
S. 33. Gegen Ende des J. 370 wurde er zum Bischof von Caesarea 



III. Die Adressaten: Bacchius — Bassianas. 95 

gewählt, am 1. Januar 379 starb er: Migne G. 29 S. LVII. An 
ihn gerichtet IV 41 (1590). VI 8 (1603). app. 33 (1605) und die 
Briefe, welche die kleine Sammlung seiner Korrespondenz mit 
Libaniiis sonst noch enthält. Über die Echtheit derselben s. S. SOS. 
Vgl. Pauly-W^issowa III S. 52. 

Bassianas. Sohn des Thalassius I: add. 251 (1426b). 267 
(1440) und der Theodora: IV 18(331). app. 173(696). Enkel 
der Bassiana^; denn da sie es ist, die für ihn um Prisca wirbt: 
add. 296 (1462), wird sie jedenfalls die Großmutter sein, 
die wiederholt erwähnt wird: 11129(232). app. 12(541). add. 
296 (1462). Er war Verwandter und Schüler des Libanius: 
1159(155). app. 12(541). add. 251 (1426b). 267(1440), Neffe 
des Spectatus (s. unten), der ihn nach IV 43 (355) mit einem 
Pferde beschenkte. Von seinen Geschwistern ist in der Mehr- 
zahl die Rede: add. 296 (1462); vgl. 251 (1426b). 291(1209). 
Ein Bruder war Thalassius II, eine Schwester wahrscheinlich 
die Gattin des Italicianus (s. unten). Im J. 362 war er ver- 
heiratet mit einer reichen Frau und erwartete von ihr das erste 
Kind: app. 173 (696). Doch scheint sie bei der Geburt gestorben 
zu sein; denn schon im J. 363 wirbt Libanius durch add. 
335(1484) für ihn um Prisca: add. 296 (1462), die Tochter des 
Helpidius I: add. 179 (1373). 267 (1440). 297 (1463). Im J. 364 
hat sie ihm ein Töchterchen geboren, das nach seiner Großmutter 
Bassiana genannt ist: add. 179 (1373). Sein Sohn Aristaenetus II 
(s. 8. 87) scheint nicht vor 371 geboren zu sein; denn Bassianus 
hätte damals kaum Grund gehabt, die Wahrsagekunst de qualu 
täte partus uxoris in Bewegung zu setzen, wenn er schon männ- 
liche Nachkommenschaft besessen hätte. Dies Orakelbefragen 
trug ihm um 372 eine Anklage auf Hochverrat ein. Durch den 
Einfluß seiner vornehmen Verwandtschaft entging er zwar einem 
Todesurteil, wurde aber mit Konfiskation seines großen Ver- 
mögens bestraft: Amin. XXIX 2, 5. Damals war er Notar und 
gehörte schon zu den Ersten des Collegiums: Amm. a. o. Später 
scheint er in seine Ehren und Würden restituiert zu sein; denn 
ein Bassianus, der mit ihm identisch sein dürfte, erscheint im 
J. 379 als Praeses oder Praefectus Aegypti: Mommsen, Chronica 
minoral S. 297. Seymour de Ricci, Proceedings of the society of 

1) Als hochgeachtete Verwandte des Libanius wird sie mit Namen 
mnnnU 11123(226). 28(231). VI 50(458). app. 28(557;. 91(617). add. 
296 (1462). 



96 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

biblical archeology XXIV 1902 S. 104. Er starb noch jung, 
jedenfalls lange vor dem Jahre 393: app. 468 (lOQl); vgl. 
474(1007). An ihn gerichtet: 1159(155). 11129(232). app. 
65(592). 173(696). add. 180(1374). 377(1519). 

Von den Briefen, die sich auf ihn beziehen, fordert der 
erste 1159(155) ihn im J. 360 auf, seinem Lehrer Cleobulus 
Wohltaten zu erweisen. Der zweite 11129(232) rühmt ihn, daß 
er diese Bitte erfüllt hat. Nach dem Tode des Constantius 
hegt man Verdacht, Bassianus werde über die Erhebung Julians 
unzufrieden sein : app. 65 (592). Dies war nicht ohne Grund, 
da er als Erbschaft seines Vaters eingezogene Tempelgüter 
besaß, die ihm und seinen Geschwistern unter dem heidnischen 
Kaiser abgefordert wurden: add. 251 (1426b). Auch sonst ver- 
wickelt ihn sein reicher Besitz in Processe: add. 267 (1440). 
291 (1209). Seine erste Frau ist app. 173 (696) noch am Leben; 
add. 335 (1484) wirbt Libanius für ihn um die zweite; add. 296. 
297 (1462. 1463) befindet er sich mit dieser als Neuvermählter 
in Paphlagonien ; add. 267(1440) hat er einen Proceß um ihr 
Heiratsgut zu führen; add. 179. 180(1373. 1374) hat sie ihm 
ein Töchterchen geboren. Wir haben also die Reihen: 

II 59 (155) < III 29 (232). 

app. 173 (696) < add. 335 (1484) < [296. 297 (1462. 
1463)] < 267(1440) < [179. 180(1373. 1374)]. 

Bassns I. Primicerius notariorum im Jahre 358; denn da 
IV 57 (369) zu ihm von dem Notar Honoratus II gesagt wird : 
lyyiyQanxai fihv rro ao) x^Q^> ™*^ß ^^ ^®° Notaren vorgestanden 
haben. Vgl. IV 49. 50(361! 362). V 99(1274). Sein Sohn Calli- 
opius III besuchte im J. 356 die Schule des Libanius : V 84 (1 263), 
wurde aber schon im Jahre 358 zum Vater zurückgerufen: 
IV 50(362). 57(369). Kinder von ihm werden in der Mehr- 
zahl genannt: V 99. 100(1274. 1088). Von den drei an ihn ge- 
richteten Briefen ' erwähnt V 84 (1263) den Calliopius noch als 
Schüler des Libanius, IV 50 (362) reist er eben ab, IV 57 (369) 
ist er bei seinem Vater; add. 28 (1167) ist er tot. Daraus 
ergibt sich die Keihe: 

V 84(1263) < IV 50(362) < 57(369) < add. 28(1167). 

II. Phönicier aus Damascus, kommt, schon mehr als 
20 Jahre alt, bettelarm in die Schule des Libanius und geht 

1) Add. 88(1207) träjrt im Vaticanus die Überschrift Etri^uo. nicht 



HL Die Adressaten: Bassianus — Caecilius II. 97 

im J. 360 zu Andronicus 11 als Consularis Phoenices, um ihm 
einen Panegyricus zu halten und Geld damit zu verdienen; von 
dort geht er im Winter 361/2 nach Palaestina: II 79(175). app. 
79 (605). 

III. Araber, Neflfe des Magnus, erwähnt im Jahre 357: 
lY 10 (323). 

IV. Schwiegersohn eines Schülers des Libanius, erwähnt 
im J. 363: add. 329(1479). Andere Homonymen bei Pauly- 
Wissowa III S. 108. 

Belaens. Lehrer der Beredsamkeit, durch Julian im J. 362 
um seines eifrigen Heidentums willen zum Praeses Arabiae 
gemacht: app. 206(730). 149 (672b). 150(673), wo er unter dem 
Vorwande, entfremdete Tempelgüter wieder einzutreiben, eine 
kleine Christenverfolgung vornahm: app. 150(673). 206(730). 
Während seines Amtes sind an ihn gerichtet: app. 134(659). 
149 (672b). 150(673). 163(686). 206(730)1. Nicht an Belaens, 
sondern an Maximus VI ist nach dem Vaticanus add. 268 (1105). 

Bonosns s. Sallustius I. 

Bonns. Lehrer der Beredsamkeit, Praeses Arabiae vor dem 
J. 392, in dem app. 422 (955) an ihn gerichtet ist. 

Bosporlns. Einflußreicher Decurio von Ancyra: app. 143 
(668). Kommt als Gesandter an den Kaiser Jovian im J. 363 
nach Antiochia: add. 331 (1480). Au ihn gerichtet im J. 362 
app. 143 (668). 

Brasidas I. Notarius, kam, von Valens gesendet, nach 
Alexandria und bewirkte dort am 1. Februar 366 die Wieder- 
einsetzung des Athanäsius. Larsow, Die Festbriefe des heiligen 
Athanasius S. 41 — 43. 

IL Euphratenser aus Cyrus: app. 461(994), Verwandter 
des Eomulus: app. 276(807). Er nahm in den Jahren 388 bis 
393 eine einflußreiche Stellung in Constantinopel ein; nament- 
lich scheint er dem Bufinus XII nahegestanden zu haben, da 
Libanius ihn app. 497 (1029) um Stoff zu einem Panegyricus 
auf diesen bittet. An ihn gerichtet app. 276 (807). 445 (978). 
461(994). 497(1029). 

Caeclllns !• Vater des Alexander II, also vielleicht Paphla- 
gonier (S. 53); an ihn im J. 355 gerichtet: V 73 (1255). 

IL Tripolitaner, Assessor des Comes Africae Komanus 
um das J. 3 70: Amm. XXVIII 6,21. 28. 29. 

1) 1182 ist nur Wiederholung von 659. 
Text« u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 7 



n 



98 ö» Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Caesarins I. Armenier aus Arabissus, erlitt unter Maximinus 
den Märtyrertod, d. h. zwischen 311 und 313, da dieser Kaiser 
zu keiner anderen Zeit Armenien beherrschte. Eudoxius, der 
erst Bischof von Germanicia, dann von Antiochia, endlich von 
Constantinopel wurde, war sein Sohn: Suid. s. v. Evdostog, 
wahrscheinlich auch Caesarius II. 

II. Armenier: III 86(291), wahrscheinlich Sohn des vor- 
hergehenden und Bruder des Bischofs Eudoxius, da er nach 
diesem seinen ältesten Sohn benannte: III 86(291). Der zweite 
hieß nach dem Vater und Großvater: app. 32 (561). Als ihr 
Oheim wird Eusebius X genannt, muß also Bruder oder 
Schwager des Caesarius gewesen sein: HI 47 (252). Sein 
Schwiegersohn wird erwähnt III 52 (257). Seine Söhne waren 
vorher Schüler eines andern Lehrers, wahrscheinlich des 
Acacius n, gingen aber im J. 360 in die Schule des Libanius 
über: 11146(251); vgl. 47(252). 48(253). 52(257). 86(291). 
Schon 361 staA er und sein Sohn Eudoxius I mußte zur Re- 
gelung der Erbschaft in seine Heimat zurückkehren: III 86 (291). 
An ihn gerichtet III 47 (252). 52 (257). 

III. Gleichnamiger Sohn des Vorhergehenden: app. 32 (561), 
jüngerer Bruder des Eudoxius I. Er trat 360 in die Schule des 
Libanius: III 46—48 (251—253). 52 (257), verließ sie aber schon 
361, um bald nach seinem Bruder heimzureisen, wobei er den 
Empfehlungsbrief app. 32(561) an den Praeses von Armenien 
mitnahm; vgl. app. 31(560). 

IV. Bruder des Alypius: Julian, ep. 29; also Neffe des 
Hierocles I und wahrscheinlich Cilicier (S. 56), wenn er auch, 
wie sein Bruder, in Antiochia erzogen war: add. 286 (1454). 
Im J. 362 gebot er über Phrygien: app. 151(674), aber wohl 
nicht als Praeses, sondern mit der ausgedehnteren Macht des 
Vicarius dioeceseos Asianae; denn sonst wäre sein Avancement 
ein gar zu schnelles. Zudem fällt er im J. 363 eine Entscheidung 
über den LycierSeverusV; auch dessen Heimatprovinz scheint also 
unter seiner Verwaltung gestanden zu haben: add. 271 (1442). 
In demselben Jahre wurde er dann zu einem Amte von 
ihm neuer Art berufen: add. 322(1064). Es war die Comitiva 
rerum privatarum, in der er am 4. Febr. 364 nachweisbar ist: 
God. Theod. X 1,8. Im J. 365 war er schon zum Stadtpräfecten 
von Constantinopel aufgestiegen und wurde von dem Usurpator 
Procopius gefangen gesetzt: Amm. XXVI 7,4. Zosim. IV 6,2. 



I 
III. Die Adressaten: Caesarius I — Calliopius I. 99 ' 

1 
I 
j 

Themist. or. VII 91b. Das Gerücht, er sei im Gefängnis ge- 
storben, scheint zwar nach Themist. or. VII 92 c falsch gewesen 
zu sein, doch hört man später nichts mehr von ihm. An ihn 
gerichtet: app. 151(674). add. 1(1284). 2(1285). 34(1132). 
86 (1092). 114 (1330). 195 (1385). 271 (1442). 286 (1454). 
322 (1064). 330 (1070). 331 (1480). 334 (1483). 336 (1485). 
343(1492). 346(1494). 355(1502); erwähnt add. 302(1466). 
328(1069). 339(1488). 

V. Comes rei militaris per Aegyptum am Ende des 4. oder 
Anfang des 5. Jahrh. Leipoldt, Schenute von Atripe S. 64. 163. 
164. 165. 171. 

VL Andere Homonymen bei Pauly - Wisse wa III S. 1298. 

Calliopius I. Derselbe Calliopius ist in den drei Briefen III 
12. 13. 18 (214. 215. 221) gemeint; denn sie alle reden von einer 
Anklage, die im J. 360 gegen ihn schwebte. Er war Antiochener, 
doch konnte man zweifelhaft sein, ob er nicht eher den Bürgern 
von Constantinopel zuzurechnen sei: III 12(214). In Antiochia 
hatte er den Reden des Libanius Interesse gezeigt^, wahr- 
scheinlich als dieser im J. 353 dort seine erste Gastrolle gab. 
Denn Calliopius hatte zu Montius in Beziehung gestanden 2, der 
damals am Hofe des Gallus Quaestor war^ Dann war er nach 
Constantinopel gegangen und hatte dort die Lehrtätigkeit des 
Libanius unterstützt^. Obgleich er arm war, hatte er sich durch 
seine Geistesgaben eine Stellung geschaffen, wahrscheinlich als 
Advocat: III 12 (214). Denn Jurist muß er gewesen sein, da 
sein Freund Probatius ihn zu seinem Assessor ernannte, eine 
Stellung, die vor allem Rechtskunde erforderte^. Welches Amt 
jener Probatius bekleidete, ist nicht überliefert. Zwar findet 
sich ein Mann dieses Namens als Hofeunuche des Jovian^; doch 
kann an dieslBn nicht gedacht werden, weil Assessoren nur bei 
richterlichen Beamten vorkommen. Der Vorgesetzte des Calli- 
opius wurde im J. 360 angeklagt, und da dieser für dessen 

1) in 13(215): KaDuoTiiog öh ovxoal xal TioXixrjg ifibq xal xoivwvbg 
tiöv XB ivravS-a Xoyatv tcüv xb iv SQaxy novatv, 

2) III 18(221) ist gesagt, daß Montius im Grabe sich über die Frei- 
sprechung des Calliopius freuen werde. 

3) Amm. XIV 7, 12 ff. 9, 4. 11, 17. XV 3, 1. Phüostorg. III 28. IV 1. 
Joh. monach. vit. S. Artemii 12. 13 = Mai, Spicilegium Romanum IV S. 349. 
Greg. Nyss. c. Eunom. I = Migne G. 45 S. 257. 

4) Pauly-Wissowa I S. 423. ■ 

5) Äthan, ep. ad Jov. Migne G. 26 S. 824. 






100 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Amtshandlungen mitverantwortlich war, auch er in den Proceß 
hineingezogen. Nachdem es anfangs geschienen hatte, als wenn 
der Kaiser ihn niederschlagen werde, wurde seine Entscheidung 
dem Comes Orientis Modestus übertragen: III 12 (214). 18 (221). 
Wie sie ausfiel, wissen wir nicht. 

Einige Monate früher, aber noch in demselben Jahre geht 
eine Gesandtschaft zum Kaiser mit der Bitte, er möge seine 
Kesidenz wieder in Äntiochia nehmen und mit ihm sein treuer 
Ratgeber Datianus. Diesem aber, so erwartet mau, werde 
Calliopius folgen, wie der Adler dem Zeus. Daß er aus Liebe 
zu ihm seine Vaterstadt verlassen habe, wolle man ihm ver- 
zeihen und ihm die Geldstrafe schenken: II 18(114). Wenn 
diese von der Art ist, daß der Rat von Äntiochia sie erlassen 
darf, so kann sie nur dadurch verwirkt sein, daß Calliopius 
sich seinen Decurionenpflichten entzogen hatte, und dazu war 
kurz vorher die beste Gelegenheit gewesen. Denn im J. 359 
warb ThemistiusI für den Senat von Constantinopel (s. unten), 
und wer in diesen eintrat, schied damit aus dem Ordo seiner 
Vaterstadt aus. Einem solchen Wechsel aber standen zahlreiche 
rechtliche Hindernisse im Wege, und wenn Calliopius ihn voll- 
zogen hatte, fand man in Äntiochia leicht Handhaben, ihn für 
ungesetzlich zu erklären. Ich glaube daher, daß jener angeklagte 
Calliopius, von dem man nach III 12(214) nicht weiß, ob er 
Antiochener oder Constantinopolitaner ist, mit dem Genossen 
des Datian identisch ist. Auf diesen ist zweifellos V 58 (1033) 
zu beziehen, wo es heißt, er habe in Syrien die Beredsamkeit 
gelernt, an der jetzt Datian seine Freude habe. Er befand 
sich also am Hoflager, und jener Probatius, dem er diente, muß 
folglich Hofbeamter gewesen sein. 

Auch der Calliopius, an den V 27(412) gerichtet ist, wird 
Mitbürger des Libanius genannt und hält sich 355 am Hofe 
auf, ist also von den unsrigeu nicht verschieden. Er hatte 
das Edict verfaßt, durch welches Constantius den Sieg, den er 
im ersten Frühling 355 über die Alamannen erfochten hattet 
den Städten des Reiches verkündigen ließ. Hieraus ergibt sich, 
daß sein Vorgesetzter Probatius ^ Quaestor sacri palatii war. 

1) Pauly-Wissowa IV S. 1076. 

2) Der Name des Quaestors dieser Zeit hat bei Amm. XVI 8, 13 gestanden, 
ist laber von einer Lücke verschlungen worden, die nur die letzten vier 

-"BjicliStaben aniis übriggelassen hat. Aber da auch diese in der ürhand- 



III. Die Adressaten: Calliopius I. II. 101 

Denn diesem Beamten lag die Formulierung solcher Kund- 
gebungen ob; doch wie sich von selbst versteht, konnte er sie 
auch durch seinen Assessor besorgen lassen. An diesen wendet 
sich auch V 59 (1034), wo gleichfalls von seinem Aufenthalt in 
der Umgebung des Kaisers und von jenem Siege die Rede 
ist; ferner V 20(405). Denn hier spricht Libanius von einer 
Mißstimmung, die zwischen ihm und Calliopius eingetreten sei, 
und diese macht sich auch 27(412) geltend und bleibt auch 
in 59 (1034) noch erkennbar. VI 1 (1281) gibt über die Per- 
sönlichkeit des Adressaten keine andere Auskunft, als daß Briefe 
von ihm über Cilicien kommen, er sich also nördlich von Antiochia 
aufhält. Danach kann er sich am Hoflager befinden, und da 
alle übrigen Briefe dieser Zeit an den gleichen Calliopius gerichtet 
sind, wird man auch diesen auf ihn beziehen dürfen. Er ist also 
der Adressat von V 20(405). 27(412). 59(1034). VI 1(1281). 

Als der Sophist Himerius, durch Kaiser Julian berufen, 
aus Griechenland nach Antiochia reist, wird er unterwegs in 
Thessalonica von dem Vicar Musonius II und dem Consular Calli- 
opius aufgehalten, um ihnen seine fünfte Rede vorzutragen. 
Wer 355 — 360 Assessor des Quästors war, kann nach den Rang- 
verhältnissen sehr wohl 362 Consularis Macedoniae gewesen sein. 
Endlich könnte dieser Mann auch mit dem fiiXcrog yXi'xlmr t?)v 
avdfjv gemeint sein, der im J. 364 in Antiochia ist und sich 
mit Libanius im Preise des Datian überbietet: app. 3(1286). 

II. Der Sohn des Hesychius III muß von dem Vorher- 
gehenden verschieden sein; denn er wird dem Datian noch im 
J. 364 als Unbekannter vorgestellt, während jener erste schon 
mindestens seit 355 genau mit ihm vertraut war. Er war ver- 
mählt mit einer Tochter des Paeanius, nach dem er seinen Sohn 
benannt hatte, und wollte diesen mit einer Tochter des Pompe- 
ianus verheiraten: add. 211 (1400). Da nicht nur der Reichtum, 
sondern auch die vornehme Abkunft dieses Sohnes gerühmt wird, 
ist es nicht unwahrscheinlich, daß sein Vater Staatsämter be- 
kleidet hatte. Er wird also der Calliopius sein, der im Winter 
356/7, als VI 42 (450) an ihn gerichtet wurde, Consularis Bithyniae 
war. Denn wenn er Städte beherrscht, die dem Libanius ebenso 
lieb sind, wie seine Vaterstadt, so muß damit in erster Linie 



Schrift vielleicht halb zerstört waren, ist es wohl nicht zu kühn, [Prohjaltijus 
zu conjicieren. 



102 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Nicomedia gemeint sein, wo unser Khetor seine Lehrtätigkeit 
begonnen und die glücklichsten Jahre seines Lebens verbracht 
hatte. Außerdem steht dies Stück neben einem Brief an 
Aristaenetus VI 43 (451), der Bithyner war (S. 85.) Vielleicht 
ist es auch dieser Calliopius, der im J. 363 in Antiochia eine 
Untersuchung leitet, die sich auf den Kornwucher zu beziehen 
scheint: add. 293(1460). 

IIL Sohn des Bassus I, in den Jahren 356 und 357 Schüler 
des Libanius: V 84 (1263). IV 50(362). 57(369). Er wird es 
sein, dessen Tod im J. 364 beklagt wird: add. 28(1167). 

lY. Ein anderer gleichnamiger Schüler des Libanius stirbt 
im J. 392, nachdem er selbst in Antiochia als grammatischer 
Lehrer tätig gewesen ist: app. 438(971). 450(983). 451(984). 
or. LXV p. 446. 

V. Bruder der Alexandra, der Gattin des Seleucus (S. 56). 
Er unterrichtete gemeinsam mit seinem Vater im J. 361 den 
kleinen Sohn des Libanius und erleichterte diesem selbst seine 
Lehrtätigkeit: app. 11 (540). 64(591). Hiernach scheint auch er 
Grammatiker gewesen zu sein, aber da Libanius nicht erwähnt, 
daß er sein Schüler war, dürfte er von dem vorhergehenden 
verschieden sein. Es wird von ihm gerühmt, daß sein Name 
in den Keden des Zenobius zu lesen war^; hiernach scheint 
dieser sein Lehrer gewesen zu sein, wie er auch den Libanius 
unterrichtet hatte: V 22 (407). 37(1184). Wenn er also an 
einen Calliopius schreibt, er habe mit ihm in den Gärten der 
Musen aus demselben Becher getrunken 2, d. h. dieselbe Schule 
besucht, so wird dieser gemeint sein. Er war Antiochener und 
gehörte zu den Ersten der Stadt, was gut zu seiner Ver- 

1) App. 11(540): KaXXtonLov xov ygaipsvxoq fikv iv toti Zi]voßlov 
Xbyoiq. Nach dem ^ev ist infolge des Homoteleuton das iv ausgefallen. 
Wolf hat daher, was in seinem Texte steht, ganz richtig übersetzt: 
Calliüpii a Zenobio accusati. Doch daß Calliopius yon dem ehrwürdigen 
Lehrer des Libanius verklagt worden sei, konnte unmöglich zu seiner 
Empfehlung angeführt werden, wie es hier doch offenbar die Absicht ist. 
Die Verbesserung dieser Stelle verdanke ich Radermacher. Sievers S. 10 
schreibt xov xQaipevxoq fisv xolq Zi^voßiov Xbyoiq^ was mir minder gut 
gefällt. 

2) Der Brief fehlt bei Wolf und ist von Foerster in den Jahrb. f. 
Philol. 113 S. 494 herausgegeben: eoxi d' ovxoq noXlxrjq x* ifjiog xai x^g 
7i6Xe(oq xa TtQCJxa xal xavxa fioi XQaxrJQaq iv Movacäv xrjTtoiq nia)V xal 
TiQiäxov fJLBV ölxaq Xeywv, vvv 6' iitiaxoXccq ygafpcov afi(p(o nagä ßaauevoiv, 
x(o fihv naxQit xiö 6s vtsl. Wir haben diesenBrief als add. 430 bezeichnet. 



III. Die Adressaten: Calliopius II — Castricius 1. 103 

schwägerung mit Seleucus und der hohen Achtung paßt, die 
Libanius seiner Schwester bezeugt. Seine staatliche Laufbahn 
begann er als Advocat und wurde später Magister epistularum 
bei Theodosius und Arcadius, welches Amt er im J. 388 be- 
kleidete: add. 430. Er wird es also auch sein, der im J. 390 
in Constantinopel erwähnt wird: app. 338 (870). Ein Calliopius 
hat eine Ausgabe des Terenz besorgt; da er nach dieser Tätig- 
keit Grammatiker gewesen sein muß, zugleich aber in den Sub- 
scriptionen scholasticus^ d. h. Advocat, genannt wird, könnte er 
mit diesem identisch sein: Pauly-Wissowa III S. 1361. 

Calllstlo. Aus add. 120(1127) ergibt sich, daß er im 
J. 364 Assessor des Praefecten Salutius war und sich durch 
eine epische Dichtung berühmt gemacht hatte. Hiernach wird 
er identisch sein mit demjenigen, der im J. 363 den Perser- 
feldzug des Julian als Protector domesticus mitmachte und ihn 
später in Hexametern darstellte, obgleich dieser von Socrat. III 
21, 14 nicht Callistio, sondern Callistus genannt wird. An 
ihn ist sicher gerichtet add. 120(1127), wahrscheinlich auch 
138 (1342). Dieser Brief ist überschrieben to3 avta? und müßte 
sich danach auf Priscianus I beziehen, dessen Adresse das vorher- 
gehende Stück trägt. Aber nach dem Inhalt muß der Emp- 
fönger vertrauter Katgeber des Salutius gewesen sein; diese 
Stellung aber hat Priscian nie eingenommen, wohl aber Callistio, 
und das zwar gerade zu der Zeit, wo jener Brief nach seiner 
Stellung im Corpus geschrieben sein muß. Vgl. die Bemerkung 
zu dem betr. Briefe. 

Calyclns. Sohn des Hierocles I: IV 36 (349). 70(382). 
71 (383). VI 75 (485). Schüler des Libanius in den Jahren 357 und 
358; vermählte sich im J. 358 mit der Tochter des Acacius III: 
IV 62 (374). 64 (376). 70 (382). 71 (383). I 8 <25). An ihn ge- 
richtet: IV 70 (382). 

Capltolinns. Ist im J. 391 in Antiochia gewesen, wahr- 
scheinlich als Consularis Syriae, und hält sich später in Con- 
stantinopel auf, wo er im Winter 391/2 große Macht besitzt. 
An ihn gerichtet app. 413 (946).. 414 (947). 419 (952). Mit dem 
Capitolinus, der nach Theodor, h. e. IH 7, 5. Chron. Pasch, 
p. 549 im J. 363 Vicarius Thraciarum war, dürfte er kaum 
identisch sein. 

Castricias I. Comes Isauriae im J. 354: Amm. XIV 2, 14. 
Im J. 355 schreibt Libanius V 43 (1237) an einen Kriegsmann, 



\ 



104 Ö» Seeck, Die Briefe des Libanius. 

der iu der Heimat des Dionysius II, also wahrscheinlich in 
Isaurien, das Kommando führt. Von der Adresse sind nur die 
Buchstaben TPI erhalten, die vielleicht zu [KaöJtQifxla)] zu 
ergänzen sind. 

II, Aegypter, wahrscheinlich Alexandriner, da Sarapis als 
sein besonderer Gott angerufen wird und er unter dem Prae- 
fecten von Aegypten Maximus VI steht: add. 117 (1181). Lehrer 
der Beredsamkeit: add. 64(1091). An ihn gerichtet im J. 364 
add. 65(1313). 117(1181). 

Cataphronlas I. Phönicier aus Biblus, zog am 10. Juni 356 
als Praefect in Alexandria ein und übergab die Kirchen, deren 
sich die Anhänger des Athanasius bemächtigt hatten, seinem 
Gegenbischof Georgius; im J. 357 trat Parnassius an seine Stelle: 
Larsow, Die Pestbriefe des heiligen Athanasius S. 35. 36. Äthan, 
ad mon. 55 = Migne G. 25 S. 760. Sozom. IV 10, 8. Während 
dieses Amtes an ihn gerichtet VI 28 (435). Vielleicht ist er mit 
dem verkauften Phönicier VI 84 (494a) gemeint: S. 64. 

II. Vicarius Italiae erwähnt am 15. Aug. 370: Cod. Theod. 
VIII 5, 31. XI 10, 2. Ohne Angabe des Amtes kommt er auch 
am 5. März 377 vor, wenn hier nicht ein anderer gemeint ist: 
Cod. Theod. XVI 2, 24. Denn daß er noch dasselbe Amt be- 
kleidet habe, ist nach einem Zwischenraum von mehr als sechs 
Jahren kaum wahrscheinlich. 

Celslnns. Berytier: app. 264 (796). Er war verheiratet 
mit der Tochter des Julianus XVIII: app. 264 (796). 336 (868); 
vgl. 298 (829). Er wurde zuerst Assessor: app. 298 (829), dann 
Statthalter mehrerer Provinzen: app. 298 (829). 336 (868). Im 
J. 388 an ihn gerichtet: app. 264 (796). 298 (829). Daß er mit 
dem Bruder des Symmachus Celsinus Titianus identisch sei, der 
im J. 380 starb, ist schon wegen der Zeit dieser Briefe aus- 
geschlossen: Seeck, Symmachus p. CVI. 

Celsus I. Antiochener: I 73 (84). app. 108 (634). or. LXV 
p. 456. Sohn des Hesychius II, Bruder des Eutropius I und 
zweier Schwestern, die mit Tiberius und Marcus, dem Vetter 
des Libanius, verheiratet waren : IV 63 (375); vgl. app. 174 (697). 
add. 382 (1223). Sein Vater scheint früh gestorben zu sein; 
seine Mutter ist im J. 359 in Antiochia: I 73(84); im J. 365 
wird sie als kürzlich verstorben erwähnt: add. 361 (1507). 
363 (1509). Er war Schüler des Libanius: app. 121 (647). 
170 (693). or. LXV p. 456. XVIII 159 p. 575, als dieser in Nico- 



III. Die Adressaten: Castricius I — Celsus I. 105 

media dozierte: app. 129 (654)^. Auf Zureden des Basilius von 
Caesarea ging er mit ihm nach Athen, um dort seine Studien 
fortzusetzen: ad Bas. 2 (1581); vgl. or. LXV p. 456. Bei dieser 
Gelegenheit genoß er auch in der Sicyonia den Unterricht eines 
Philosophen: I 73(84); vgl. add. 361(1507). Als der spätere 
Kaiser Julian im J. 355 in Athen studierte, befand sich auch 
Celsus noch dort und trat zu jenem in persönliche Beziehungen: 
Amm. XXII 9, 13. Lib. or. XVEI 30. 159 p. 532. 575. app. 
102 (6^28). Er veranlaßte den Athenischen Stadtrat, dem Libanius 
eine Professur anzubieten: or. LXV p. 457; vgl. add. 161 (1050). 
or. I 82. 83. 106. II 14 p. 58. 73. 176. Im Sommer 359 war 
er wieder in Antiochia, hatte sich aber in den Senat von Con- 
stantinopel aufnehmen lassen und bereitete sich vor, dahin ab- 
zureisen, um seine Senatorenpflichten zu erfüllen und sich zu- 
gleich in der Philosophie unter Leitung des Themistius I weiter 
auszubilden: I 73(84). add. 364 (1510a). Bald darauf eröffnete 
auch er eine Schule, wahrscheinlich in Constantinopel: app. 
1 70 (693). Denn im J. 360 wird dem Libanius durch Vermittelung 
des Demetrius I, d. h. über Cilicien, eine Abschrift seiner Reden 
zugeschickt: II 42 (138). Um diese Zeit muß er sich verheiratet 
haben; denn im J. 363 besitzt er einen Sohn, der erst kürzlich 
der Brust entwöhnt ist: add. 286 (1454), und seine Frau ist 
365 noch ganz jung: add. 361 (1507). 375 (1077). Wahrscheinlich 
fand seine Hochzeit im Sommer 361 statt, wo er sich in An- 
tiochia aufhielt: app. 36 (564). 47 (575). Als Kaiser Julian den 
Winter 361/2 in Constantinopel zubrachte, wird er dort seine 
alte Bekanntschaft mit Celsus erneuert haben und ernannte ihn 
zum Praeses Ciliciae : Amm. XXII 9,13. app. 112 (638). or. XV 51 
p. 467. XYm 158. 159 p. 575. Der Zeit dieses Amtes gehört 
die große Mehrzahl der Briefe an, die Libanius an ihn gerichtet 
hat: app. 82(608). 85(611). 89(615). 100—104(626—630). 
108(634). 109(635). 122(648). 129(654). 130(655). 133(658). 
170(693). 174—176(697—699). 

1) Als Libanius in Nicomedia lehrte, veranlaßte der Consularis 
Bithyniae Pompeianus 111 den Himerius, dort eine Declamation vorzu- 
tragen: Phot. cod. 165 p. 108 B 7. Darüber schreibt Libanius app. 129(654) 
an Celsus: navxcog <5' ovx afxvijfiovelgf (og rbv 'AS-Tjvrid-eVy xbv tod-ri^aai 
tniaiQbVf ixiofiioörjaev axovxa Ifißa/.wv^ ov öel^eiv r^v aod-eveiav rifi£),).ev. 
Wenn Celsus sich jener Declamation erinnern konnte, muß er damals in 
Nicomedia gewesen sein, jedenfalls als Schüler des Libanius. Vgl. S.31.3'^, 



106 Ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Als Julian 362 von Coastantinopel nach Antiochia reiste, 
empfing ihn Celsus an derGrenze seiner Provinz: Amm. XXII 9, 13, 
und hielt ihm vor brennendem Altar die Willkommensrede: 
app. 122(648). or. XVIII 159 p. 575. Der Kaiser erwies ihm 
die Ehre, ihn zu sich in den Wagen zu nehmen und mit ihm 
nach Tarsus zu fahren : Amm. a. 0. Auf ihn als Consularis 
Ciliciae verfaßte Titianus, der Sohn des AcaciusIII, einen Pane- 
gyricus: app. 121 (647). 

Im Sommer 363 war er wieder inAntiochia: add. 317 (1061). 
Obgleich er als Senator berechtigt war, seine dortigen Decurionen- 
pflichten auf seinen kleinen Sohn zu übertragen, ließ er sich 
doch für das folgende Jahr die Syriarchie auflegen und rüstete 
kostbare Tierkämpfe: add. 286(1454). 287(1217). 346(1494). 
Während dessen wurde er zum Consularis Syriae ernannt, wahr- 
scheinlich schon gleich nach dem Tode Julians; jedenfalls be- 
kleidete er dies Amt seit Ende 363: add. 1 (1284). 77 (1321). 
or.LXVp.456. Während desselben sind add. 54 (1306). 63(1312) 
an ihn geschrieben. Doch Anfang 365 legte er es nieder: 
add. 361 (1507). 363 (1509). Gleich darauf wurde er vom Kaiser 
nach Constantinopel berufen, wo ihm ein höheres Amt über- 
tragen werden sollte: add. 374 (1076). Doch wünschte er Privat- 
mann zu bleiben, da er nach dem Tode seiner Mutter die Ver- 
waltung seiner Güter selbst übernehmen mußte: add. 361 (1507). 
363 (1509). 375 (1077). Gleichwohl mußte er die Reise antreten 
und nahm die Briefe add. 361— 364. 367.374. 375 (1507— 1510 a. 
1512. 1076. 1077) mit auf den Weg; vgl. 370 (1074). Doch wurde 
sein Wunsch erfüllt; noch 365 ist er nach Antiochia zurück- 
gekehrt und sorgt für die bevorstehenden Spiele seiner Syriarchie, 
wobei ihn Libanius durch die Briefe add. 34 (1132). 35 (1169). 
346 (1494). 396 (1533) unterstützte. Um das J. 367 wird Celsus 
als lebend erwähnt or. LXV p. 456, vielleicht auch noch im 
J.372:pr. 1(1). Frühere Erwähnungen app. 121 (647). 158(681). 

II. Lehrer der lateinischen Grammatik in Antiochia. Er 
muß von dem Vorhergehenden verschieden sein, da er schon 
im J. 358 eine mit Domnus verheiratete Tochter besitzt, also 
offenbar viel älter ist als jener: IV 54 (366). Wenn ferner 
Libanius add. 407(1541) von einem Celsus sagt, er stehe zu 
ihm, wie zu einem Bruder, so bezeichnet er damit einen Mann, 
der ihm selbst annähernd gleichalterig war. Celsus I hätte er 
.41a seinen Schüler nicht Bruder, sondern Sohn genannt. Mit 



k « * 



III. Die Adressaten: Celsus I — Glaudianus I. 107 

jenem wird also gleichfalls der öraihmatiker gemeint sein. 
Dessen Sohn hieß Cynegius und gab im J. 365 gleichfalls Spiele 
mit Tierkämpfen: add. 407 (1541). Auf ihn bezieht sich vielleicht 
die Erwähnung VI 72 (481). 

IIL Consularis Syriae im J.387 : or. XIX 26. 55 p. 637. 648. 
XX 3 p. 654. XXn 11 p. 6. XXIII 10. 11 p. 298. Er scheint 
Christ gewesen zu sein, da er zur Beruhigung des angstvollen 
Volkes in die Kirche kam: Joh. Chrys. ad pop. Ant. 16 Über- 
schrift = Migne G. 49 S. 161. 

IV. Kagonius Vincentius Celsus, Advocat am Forum des 
Praefectus urbis Bomae im J. 385: Symmach. rel. 23,3. Prae- 
fectus Annonae im Jahre 389: Dessau 1272 = CIL VI 1759. 
X4:560. XIV 138. 139. 173. Dessau, Hermes XXIV S. 352. 

V. Sohn des Archetimus, läßt sich als Lehrer der Philo- 
sophie im Jahre 384 oder 385 in Rom nieder: Symm. rel. 5. 
Vielleicht derselbe erwähnt Symmach. ep. V 40. 

Chromatia^ I. Palaestinenser, Nefife und Schwiegersohn des 
HieroclesI, studierte mit Libanius zugleich in Athen, unterstutzte 
ihn später in Antiochia, als er dort seine Schule eröffnete, starb 
aber schon Anfang 355 in Cilicien : V 7 (393). 

IL Von ihm verschieden ist derjenige, an den im Winter 
361/2 app. 79 (605) gerichtet ist. Dieser ist zwar gleichfalls 
Palaestinenser, aber die Bekanntschaft mit ihm ist dem Libanius 
erst im J. 353 durch Clematius I vermittelt worden, rührt also 
nicht von einer gemeinsamen Studienzeit her. 

Chryses I, Verwandter des Letoius I und des Cynegius, 
scheint Euphratenser zu sein, da er im J. 360 dem Priscianus 
als Praeses Euphratensis empfohlen wird: 11 50(146). 

IL Aegypter: app. 429 (962). An ihn im J. 392 gerichtet: 
app. 432 (965). 437 (970). 

Cimon s. Arabius II. 

Clandianns L An ihn nach Constantinopel im J. 363 ge- 
richtet add. 324(1477) und in unbestimmbarer Zeit pr. 14(14), 
wo die Überschrift nach der handschriftlichen Überlieferung 
seinen Namen nennt. Von dem Alexandrinischen Dichter muß 
er schon der Zeit nach verschieden sein. Doch könnte er 
identisch sein mit demjenigen, der sich als Lehrer der Philo- 
sophie in Alexandria niederließ und Bruder des Maximus X und 
des Nymphidianus war: Eunap. vit. soph. p. 473. 497. 



108 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

II. Flavius Clodianus, Legat des Proconsuln von Africa 
im J. 383: Societe des antiquaires de France, 9. Nov. 1903. 

IIL Comes Orientis, erwähnt am 24. Apr. 396: Cod. 
Theod. XVI 8,11. Er dürfte der Adressat von Joh. Chrys. 
ep. 195=:Migne G. 52 S. 720 sein. 

Clearchns I. Thesproter: Euuap. vit. soph. p. 479. Sohn 
eines Mannes, der viele hohe Ämter bekleidet hatte: add. 66(1314). 
75(1173). Heide: add. 66(1314). Er genoß seine Erziehung in 
Gonstantinopel als Schüler des Nicocles und übergab der Schule 
desselben später, als sein Yater gestorben war, auch seinen 
jüngeren Bruder: add. 153(1049). 379(1521). In den J. 356 
bis 360 erscheint er in enger Verbindung mit Themistius I: 
VI 15 (422). ni 39 (244), und dieselben Gesuche werden an beide 
zugleich gerichtet: I 53. 54 (65. 66). 77. 78 (88. 89). III 38. 
39 (243. 244). Man darf daher annehmen, daß sie sich dauernd 
an demselben Orte, d. h. in Gonstantinopel, befanden, von wo 
aus Clearchus im J. 356 nur vorübergehend Antiochia besuchte: 
VI 15 (422). Schon im Jahre 359 besaß er die Macht, Wider- 
spenstige in den Kerker werfen zu lassen: 138(50); dann ist 
in demselben Jahre: 1 53 (65) und wieder 360: III 38 (243) davon 
die Rede, daß seine Stellung erhöht worden sei, ohne daß er 
doch seinen Wohnort veränderte. Vielleicht war er 359 zuerst 
Assessor des Themistius als Proconsul von Gonstantinopel, wurde 
dann zum Gonsularis Europae erhoben und 360 zum Vicarius 
Thraciarum, Ämter, die ihm alle drei erlaubten, in Gonstanti- 
nopel zu bleiben, und zu seiner späteren Laufbahn gut passen 
würden. Unter Julians Eegierung bedrohten ihn Gefahren: 
add. 66 (1314), und er hegte den Verdacht, daß Nicocles, der beim 
Kaiser viel vermochte, gegen ihn aufgetreten sei: add. 153 (1049); 
vgl. 152(1351). W^ahrscheinlich wurde auch ihm der Proceß 
gemacht, wie dies das Schicksal sehr vieler Beamten war, die 
unter Gonstantius Einfluß besessen hatten: Amm. XXII 3. Diese 
Angelegenheit wird es gewesen sein, die ihn Anfang 363 nach 
Antiochia führte, wo Julian damals residierte: app. 199(723). 
Als dieser noch in demselben Jahre gegen die Perser gefallen 
war, kam Glearchus wieder nach Antiochia, diesmal als Ge- 
sandter: add. 317(1061); vgl. 153(1049). 339(1488), wahrschein- 
lich um dem neugewählten Kaiser Jovian die Glückwünsche des 
Senats von Gonstantinopel zu überbringen. Sehr bald darauf, 
noch im Jahre 363, wurde er zum Vicarius Asiae ernannt: 



IIL Dia Adressaten: Claudianus II — Clearchus IL 109 

add. 119(1118). 338(1487). 75.76(1173.1140). 218(1112). 
396 (1533). 416 (1547). In diesem Amt erwähnt am 6. Mai 364: 
Cod. Theod. 1 28,2; am 27. Jan. und 16. Febr. 365: Cod. Theod. 
V19, 1. VIII 1,9. Er bekleidete es noch, als der Aufstand de» 
Procopius sich im Winter 365/6 über Asien ausdehnte, und 
zeichnete sich bei dem Kampfe gegen den Usurpator so aus, 
daß er trotz eines Zerwürfnisses mit dem Praefecten Salutius 
lum Proconsul Asiae befördert wurde. In dieser Stellung ent- 
ließ er den Philosophen Maximus X aus der Gefangenschaft 
and bewirkte den Sturz des Salutius: Eunap. a. 0. In den 
J. 372 und 373 war er zum erstenmal Praefectus urbis Con- 
stantinopolitanae und baute eine Wasserleitung und ein großes 
Wasserreservoir für die Stadt: Hieron. chron. 2389. Socrat. 
IY8,8. Mommsen, Chronica minora II p. 153. In diesem Amt 
erwähnt am 8. Mai 372: Cod. Theod. VI 4,20. XIV 9,2. 17,7, 
und am 4. Aug. 373: Cod. Theod. XIV 13,1; ohne Datum und 
mit falschem Eaisemamen Cod. Just. XII 1,5. Der Zeit nach 
muß er der Vorsitzende des Senats sein, von dem Themist 
er. XVI 201 a redet. Zum zweitenmal bekleidete er dasselbe Amt 
in den J. 382—384; darin erwähnt im J. 382 am 22. Juni: Cod. 
Theod. XV 2, 3; am 23. Aug.: Cod. Theod. IV 17,2; am 25. Nov.: 
Cod. Theod. Xni,93; am 17. Dec: Cod. Theod. IV 17,3; im 
J. 383 am 29. Dec: Cod. Theod. VI 5,1; im J. 384 im August 
oder September: Cod. Theod. VI 2,14. Zugleich war er im 
J. 384 Consul Ordinarius. Um dieselbe Zeit wird er als ein 
Mann erwähnt, dessen Einfluß schon gesunken war; denn or. 
XLII 18 p. 398 heißt es, in Constantinopel sei Optatus II frei- 
gesprochen worden, weil Clearchus sein Feind gewesen sei 
und man diesen habe kränken wollen. Da im zweiten Teil des 
Appendix kein Brief an ihn mehr enthalten ist, darf man ver- 
muten, daß er vor 388 starb. An ihn gerichtet pr. 1 (1). 138 (50). 
53(65). 77(88). ni38(243). 51(256). app. 54(582). 199(723). 
add. 66(1314). 76(1140). 119(1118). 153(1049). 177(1371). 
209.210(1398.1399). 218(1112). 338(1487). 379(1521). 
396(1533). 416 (1547).*422 (1552), vielleicht auch pr. 3. 4(3.4); 
erwähnt add. 337 (1486). 

IL Am 30. April 386 ist in Constantinopel ein Gesetz 
gegeben, das nach der besten Überlieferung die Adresse nede- 
areho trägt: Cod. Just. XI 62,8. Dies hat Cujacius wohl mit 
Recht in Clearcho emendiert. Da der Inhalt sich auf die beiden 



110 0. Seeck, Die Briefe des Libanius, 

Provinzen Mesopotamia und Osrhoene bezieht, wird man in dem 
Adressaten einen Comes Orientis vermuten dürfen; denn an die 
Praefectur ist nicht zu denken, weil sie damals im Orient von 
Cynegius bekleidet wurde. Dies könnte derselbe Clearchus sein, 
der zwischen 396 und 401 als Praefectus praetorio Ulyrici er- 
wähnt wird: Cod. Just. XII 57,9. 

III. Einflußreicher Comes consistorianus am Hofe von Con- 
stantinopel, erwähnt am 25. Sept. 399: Cod. Theod. VI 12. 
Wahrscheinlich identisch mit dem Praefectus urbis Constanti- 
nopolitanae, erwähnt am 12. Sept. 401: Cod. Theod. VI 26, 12, 
am 3. und 22. März 402: Cod. Theod. XVI 5,30. XIV 17, 14; 
falsch datiert Cod. Theod. XIII 1,16. — Alfred Franke, De 
Pallada epigrammatographo, Leipzig 1899, S. 31. 

Clematlas I. Vornehmer Alexandriner. Seine Schwieger- 
mutter soll in ihn verliebt gewesen sein, und als er sie ver- 
schmähte, der Frau des Caesars Gallus ein prächtiges Halsband 
geschenkt haben, um seinen Untergang herbeizuführen. Darauf- 
hin ließ ihn der Comes Orientis Honoratus I ohne jeden Prozeß 
im Winter 353/4 hinrichten: Amm. XIV 1, 3. Auf seinen Tod 
weist auch Libanius app. 79 (605) hin und erwähnt zugleich, daß 
er kurz vorher Consularis Palaestinae gewesen sei und bei seiner 
Rückkehr aus der Provinz mit ihm in Antiochia verkehrt habe, 
jedenfalls zu der Zeit, wo der Redner sich im J. 353 vorüber- 
gehend in seiner Heimat aufhielt: Sievers S. 215. 

II. Agens in Rebus, nahm im Officium des Palladius IV, als 
er Magister officiorum des Caesars Gallus war, im J. 354 eine 
hervorragende Stellung ein und benutzte sie, um die Antiochener 
vor den Mißhandlungen des Hofes zu schützen: V 52 (1083); 
vgl. 67 (1 251). In dieser Zeit wird er auch mit Libanius Freund- 
schaft geschlossen haben, mit dem er später in engster Ver- 
bindung erscheint, obgleich ihn sein Amt immerfort auf weiten 
Reisen durch das Reich führte. Bald darauf muß er sich ver- 
heiratet haben; denn im J. 356 (jiqojibqvöl) trennte er sich von 
seiner jungen Frau und konnte sie erst 358 wieder zu sich 
nehmen; doch besaß er auch damals noch keine Kinder: IV 
15 (328). 22 (335). Anfang' 355 ist er aus Rom nach Antiochia 
gekommen: V 47 (1239). 68 (1252); unterwegs war er am Hof- 
lager in Mailand: V 28(413), in Constantinopel: 24(409) und 
in Nicaea eingekehrt: 22(407). 47(1239). Gleich nach seiner 
Ankunft hörte er eine Recitation des Libanius: V 22 (407). 



III. Die Adressaten: Clearchus II — Clematius EI. Hl 

47 (1239). 52 (1083). Dann ging er über den Euphrat, um die 
Bewegungen* der Perser zu beobachten, und brachte darüber 
dem Praefecten Strategius I Nachricht nach Antiochia: 47 (1 239), 
wo er den ganzen Rest des Sommers in stetem Verkehr mit 
Libanius zubrachte: Y 108(1215). 47(1239). 49(1031). 52(1083). 
Im Anfang des Winters 355 reist er wieder an das Hoflager: 

V 108 (1215) und nach Rom: 52(1083), wobei er die Briefe 

V 47—54 (1239. 1200. 1031. 1240. 1241. 1083. 1032. 1085) und 
66 — 69 (1250—1253) mit auf den Wegnahm; vgl. V 90 (1136). 
95(1271). 108(1215). Im Sommer 356 ist er abermals nach 
Antiochia gekommen, aber schon nach kurzer Zeit wieder ab- 
gereist: VI 4 (1185). 7 (415). 11 (418). Er ist von irgend einer 
Gefahr bedroht: VI 4 (1185). 12 (4l9). Unterwegs erwartet er 
die Ankunft des Spectatus, um mit ihm an das Hoflager nach 
Italien weiterzureisen, wo sich sein Schicksal entscheiden soll. 
In dieser Lage empfangt er die ersten Briefe, die von Libanius 
an ihn erhalten sind: VI 12 (419). 21 (428). Schon im Jahre 
357 kehrt er nach Antiochia zurück: VI 60 (468). 62 (470). 
Bald darauf kommt die Nachricht, daß er durch den Einfluß 
des Praefecten Anatolius I zum Consularis Palaestinae befördert 
ist: VI 69 (478); vgl. IV 7 (320). 45(357). Anfangs gehörten 
auch Elusa und Petra zu seiner Provinz: IV 5 (318). 11(324); 
später wurde der südliche Teil derselben, in dem jene Städte 
lagen, von ihr abgetrennt und einem besonderen Statthalter, dem 
Eupaterius, untergeben: IV 24 (337). 25 (338). An ihn gerichtet 
IV 2 (315). 5(318). 7(320). 11(324). 12(325). 15(328). 
22(335). 24(337). 33(346). 39(352). 45(357). VI 12 (419). 
21(428). 101(510). 103(512). 108(517); ei-wähnt VI 94(503). 

III. Palaestinenser: add. 194 (1384), Altersgenosse des Li- 
banius (geb. 314), mit dem er als Student in Athen zusammen- 
gewesen war: add. 170 (1051). 345 (1071). 413 (1081). Da der 
Brief add. 170 (1051) die Korrespondenz mit ihm erst im Jahre 
364 eröffnet, muß er von dem Vorhergehenden verschieden sein. 
Bei der Restitution des Heidentums durch Julian wurde er Ober- 
priester seiner Provinz: add. 194(1384). 170(1051). 345(1071). 
In dieser Eigenschaft wird er sicK Bedrückungen gegen die 
Christen gestattet haben; denn die Anklage, die nach dem Tode 
Julians gegen ihn erhoben wurde, war nicht ohne Grund: add. 
391(1580). Er wurde in Fesseln gelegt: add. 413(1081) und 
seines ganzen Vermögens beraubt: add. 390(1216). 391 (1530); 



112 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Vgl. or. XVIII 286 p. 619. Doch gelang es dem Einfluß des 
Acacius I, seine Freisprechung zu erwirken: add. 4:13(1081). 
345(1071). An ihn gerichtet add. 170(1051). 194(1384). 
413 (1081). Die Adresse des Hierax, nicht des Clematius, trägt 
nach der besten Überlieferung add. 239 (1212). 

Clemens« Philosoph; an ihn gerichtet im J. 390: app. 
352(884). 373(905). 

Constantias. Tribunus, begleitete Julian im J. 363 auf dem 
Perserfeldzuge: Amm. XXV 9,12. Während desselben ist an ihn 
gerichtet app. 190(713). 

Cosmas. Schüler des Libanius, wahrscheinlich älterer 
Bruder des Eugenius IV, da app. 324 (856) an beide gemeinsam 
gerichtet ist und sein Name voransteht. Nach der Stellung des 
Briefes muß er im J. 390 nach Constantiuopel gerichtet sein. 

Cratinas« Sein Sohn wurde im J. 359 Schüler des Libanius; 
an ihn gerichtet 180(91), erwähnt or. XXVIII 24 p. 142. 

Creseens. An ihn wird im J. 357 ein Brief nach Rom 
gerichtet: VI 70(479). Er könnte also der Quindecimvir sacris 
faciundis Creseens sein, der um diese Zeit in Rom das Crio- 
bolion und das Taurobolion an sich vollzog. Denn in der In- 
schrift desselben bei Kaibel, Epigr. graeca 823 ist ausdrücklich 
gesagt, daß er aus dem Orient herstammte, woraus sich seine 
Beziehungen zu Libanius erklären würden. Vielleicht ist er 
auch der Creseens, der am 4. April 370 (Cod. Theod. X 4,3), am 
12. Juli 371 (Cod. Theod. XI 1,17) und am 27. Febr. 372 (Cod. 
Theod. I 15,6) als Vicarius Africae erwähnt wird; vgl. Amm. 
XXV1II6,23. - 

Crisplnas. Heracleot aus Pontus, Studiengenosse des Li- 
banius; an ihn im J. 361 gerichtet III 61 (266). Vgl. über ihn 
Pauly - Wisse wa IV S. 1721. 

Cyrillus L Tyrier: II 70(166). Im J. 357 kommt er mit 
Empfehlungen des Fortunatianus I nach Antiochia; damals scheint 
er noch Jüngling gewesen zu sein, da ihn Libanius zu lieben 
erklärt, wie einen Sohn: VI 71 (480). In den Jahren 360 und 361 
ist er Praeses Palaestinae secundae: app. 72(599). 1170(166). 
74(170). Während dieses Amtes sind II 68(164). 69(165). 
74 (170). III 94 (299). app. 34 (562) an ihn gerichtet. Im Winter 
361/2 wird er zum Consularis Palaestinae primae befördert; in 
diesem Amt empfängt er die Briefe app. 72(599). 76 (602 b). 
142 (667). Der Zeit nach muß er der Statthalter von Palaestina 



in. Die Adressaten; Clematius III — Datianus. 113 

sein, welcher, als Christen durch den Pöbel von Gaza ermordet 
wurden, gegen die Urheber des Tumultes einschritt und dafür 
von Kaiser Julian mit Verbannung bestraft wurde: Sozom. V 
9,13. Greg. Naz. or. IV86. 93==MigneG.35 8.616.625. Dies 
erklärt es wohl auch, warum mit dem J. 362 die Korrespondenz 
des Libanius mit ihm aufhört. 

II. Decurio von Cyrus: add. 403(1539). Vielleicht ist er 
es, an den im J. 357 IV 9 (322) gerichtet ist. Denn hiernach 
hatte er Einfluß auf die Verwaltung der Güter des Procopius I, 
die in der Euphratensis lagen. 

Cyrinas s. Quirinus. 

Cyrus I. Ein reicher Mann, der seine zwei Töchter mit 
Antiochenischen Ärzten verheiratet hatte; an ihn im Jahre 365 
gerichtet add. 381 (1523). 

II. Arzt in Antiochia, erwähnt im Winter 391/2: app. 
414(947). Er könnte der Enkel des Vorhergehenden sein. 

III. Im Winter 390/1 tadelt Libanius einen Cyrus, weil er 
einen.Decurionen hatte peitschen lassen: app. 381 (913). Danach 
muß er Statthalter einer Provinz gewesen sein. An ihn gerichtet 
app. 381 (913). 

Dadaehlas. Vater eines gleichnamigen Sohnes, der im 
Jahre 364 die Schule des Libanius besuchte. An ihn gerichtet 
add. 51(1172). 

Datianas« Die Briefe an ihn tragen in der Wolfscheu 
Ausgabe meist die Überschrift Tarcavm, doch handschriftlich 
überliefert ist sie nur im zweiten Teil des Appendix, dessen 
Briefe an einen ganz anderen Mann gerichtet sind. Dagegen 
sind n 18(114). V 26 (411). 58(1033). 68(1252). 107(1279). 
add. 3(1286). 37(1096). 60(1129). 71(1040). 84(1041). 
102(1095). 146(1046). 147(1047). 164(1361). 184(1377). 
198(1101). 207(1396). 211(1400). 333(1482). 375(1077) 
in den besten Handschriften mit Aariarm überschrieben. 

Datianus hat die höchsten Ehren des Bömerreiches, das 
Patriciat ^ und im J. 358 auch das Consulat erlangt, obgleich 
er nie ein wirkliches Amt von einiger Bedeutung bekleidet zu 
haben scheint. Mit dem nichtssagenden Titel eines Comes- hielt 
er sich dauernd am Hoflager auf und übte hier im persönlichen 



1) Cod. Theod.XIl,l. Philostorg. VIII 8. 

2) Äthan, ad. mon. 22 = Migne G. 25 S. 717. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 g 



114 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Verkehr großen Einfluß auf den Kaiser aus. Dazu trug bei, daß 
er Christ war^; denn er wurde im J. 351 in die Kommission be- 
rufen, welche über die Ketzerei des Photinus urteilen sollte 2, und 
verhandelte brieflich mit Athanasius, um ihn im J. 346 zur Rück- 
kehr nach Alexandria zu bewegen (S. 113 Anm. 2). Seine Ab- 
stammung war die denkbar niedrigste. Sein Vater war auf 
Trinkgelder lauernd in den Gassen herumgelaufen und hatte 
seinen besten Verdienst dabei gefunden, daß er den Badenden 
die Kleider hütete. Er selbst hatte die Stenographie erlernt und 
war als Notar au den Hof Constantins des Großen gekommen : 
or. XLII 24. 25 p. 400. LXV p. 437. Dort war er schon in 
frühem Jünglingsalter zu Einfluß gelangt^ und hatte ihn bei Con- 
stantins II behauptet*, den er auf seinen Kreuz- und Querzügen 
durch das Reich fast immer begleitet zu haben scheint. Als 
der Kaiser in den ersten Jahren seiner Regierung sich meist 
in Antiochia aufhielt, war auch Datianus dort und entwickelte 
eine rege Bautätigkeit. Nicht nur ließ er für sich selbst ein 
prächtiges Haus mit schönen Gärten errichten: II 18(114). add. 
71(1040), er schmückte auch die Stadt durch einen Porticus: 

V 58 (1033) und zwei Thermen, von denen die einen innerhalb 
der Mauern, die andern vor denselben lagen: II 18(114). 

V 52 (1083). 58(1033). add. 71(1040). 146(1046); vgl. or. 
XI 194 p. 337. Im J. 355 waren die einen vollendet, die andern 
noch im Bau: V 58 (1033). Als dann Constantius gegen den Usur- 
pator Magnentius zieht und sich 351 in Sirmium aufhält, finden 
wir dort auch Datianus: Epiphan. haer. 71,1. In den Jahren 355 
und 356 ist er nach V 68 (1252). 109(1280) in Italien, 359 in 
Constantinopel: 1118(114), immer an den Orten, wo sich zu 
derselben Zeit das Hof lager befindet. Die Gesandtschaft, welche 
im J. 359 den Kaiser bittet, seine Residenz wieder in Anti- 
ochia zu nehmen, spricht denselben Wunsch auch dem Datianus 

1) Hierauf bezieht es sich vielleicht, wenn Libanius or. 1 94 p. 66 
von ihm sagt, er habe ihn nicht geliebt, weil ihre Sitten zu verschieden 
gewesen seien. Auch den Spott über den hochmütigen Consuln, der die 
Götter verachte: 1 68(79), deutet Sievers S. 218 wohl mit Recht auf Datian. 

2) Epiph. haer. 71,1 p. 829c. 

3) Add. 207 (1396): layv^iq 6\ Ix naiöog. 

4) Add. 71 (1040): o ze yccQ V7iax{daq xba^)oq (überliefert ist 
vnaxoq) ai ze ix ßaailbcuv zifxal xal zb ßaat?Ja)v zov fxhv fxad-Tjzriv zov 
6h yEviod-ai 6i6daxa?,ov xzl. II 18(114): zov ßaauswg Niazoga, add. 
146(1046): vtt' avÖQoq zoaavzaq fxhv ßaaikeiaq wQS-cDxbzoq. 



III. Die Adressaten: Datianus. 115 

aus: II 18 (114). Sie hatte Erfolg, weil dasjenige, was sie erbat, 
schon vorher beschlossene Sache war^. Constantius kehrte 360 
in den Orient zurück und mit ihm Datianus. Daher hört jetzt 
die Korrespondenz mit ihm auf, um erst wieder zu beginnen, 
als er Ende 363 Antiochia wieder verließ: add. 333(1482). 
Während jenes Aufenthalts in Constantinopel im Winter 359/60 
bat er den Kaiser, die Steuerfreiheit, die er seinen Gütern 
früher gewährt hatte, wieder aufzuheben, weil damals die 
Rüstungen für den Perserkrieg alle finanziellen Kräfte des 
Staates in Anspruch nahmen: Cod. Theod. XI 1,1. 

Unter Julians Regierung hören wir nichts von ihm; sein 
Christentum, das ihn vorher erhoben hatte, drängte ihn unter 
dem heidnischen Kaiser in den Hintergrund. Desto höher stieg 
seine Macht unter dessen christlichen Nachfolgern und mit ihr 
die Zahl der Briefe, die seine Unterstützung suchen. Als Jovian 
Antiochia verlassen hat, zieht Datian ihm nach, und Libanius 
entschuldigt sich durch add. 333 (1482), daß er ihm bei seiner 
Abreise nicht das Geleite gegeben hat. Der Kaiser tritt am 
1. Januar 364 in Ancyra sein Consulat an, und dorthin ist 
app. 3 (1286) an Datian gerichtet. Sein hohes Alter zwang ihn, 
sich hier von der langen Reise zu erholen, während Jovian 
weiterzog und schon am 16. Febr. 364 in Dadastana einer Ver- 
giftung durch Kohlengas erlag: Philostorg. VIII 8. In Antiochia 
mochte man glauben, mit dem Tode seines kaiserlichen Gönners 
sei die Macht des Datianus vorüber. Die Volkswut brach gegen 
ihn aus, und seine Güter wurden, soweit sie in der Nähe der 
Stadt lagen, verwüstet: add. 60 (1129). 71(1040). 73(1319). 
84(1041). 146(1046). Doch er hatte, wenn auch nur brieflich, 
zu der Kaiserwahl Valentinians mitgewirkt: Philostorg. VIII 8. 
Bei diesem stand er daher in nicht geringerer Gunst als bei 
seinem Vorgänger. Wie üblich, sandte Antiochia eine Gesandt- 
schaft an den neuen Herrscher, um ihm zu gratulieren und einen 
Goldkranz zu überreichen: add. 73 (1319). Diese erhielt zugleich 
den Auftrag, die Verzeihung des Datian zu erbitten: add* 
71(1040). 73(1319). 84(1041). Wirklich erfolgte sie und wurde 
mit Jubel aufgenommen: add. 146(1046); vgl. 392(1531). 
Datian befand sich damals in Constantinopel, wohin der Kaiser- 
hof unterdessen gezogen war. Bald darauf wird er gestorben 
sein, denn später ist von ihm nicht mehr die Rede. 

1) Pauly-Wissowa IV S. 1088. 

8* 



116 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Die Briefe au ihn werden durch jenen Aufenthalt in An- 
tiochia, der während der Jahre 360 — 363 die Korrespondenz 
unterbrach, in zwei Massen geteilt. Die erste umfaßt nur 
1118(114). V26(411). 58(1033). 68(1252). 107(1279), die 
zweite die fünfzehn Stücke der Additamenta. Von der ersten 
Reihe beschäftigt sich die Mehrzahl mit der drohenden Rück- 
berufung des Libanius nach Constantinopel, gehört also den 
Jahren 355 und 356 au (S. 20). Der älteste Brief V 26 (411) 
knüpft daran an, daß Datianus gleich anfangs die Übersiedelung 
des Rhetors nach Antiochia unterstützt habe, und setzt daher 
voraus, er werde auch weiter helfen. V 58 (1033) ist die Furcht 
aufgetaucht, jener könne seine Ansicht geändert haben, und 
die Bitte wird dringender und kläglicher; vgl. 56 (1243). 
107 (1279) dankt Libanius, daß sein Gönner ihm die Sicher- 
heit verschafft habe, in Antiochia bleiben zu dürfen; vgl. add. 
3(1286). or. 194 p. 66. Da jetzt nichts mehr zu erbitten ist, 
bricht der Briefwechsel hier ab, um erst 359 wieder zu be- 
ginnen, als jene Gesandtschaft nach Constantinopel geht, um 
den Kaiser und seinen treuen Berater nach Antiochia einzu- 
laden: 1118(114). 

Die zweite Serie beginnt Ende 363, gleich nachdem Jovian 
und nach ihm Datianus Antiochia verlassen hatten: add. 
333(1482). Dann ist 3(1286) nach Ancyra gerichtet. 71(1040) 
wird der Gesandtschaft mitgegeben, welche den Datian wegen 
der ihm zugefügten Schmach um Yerzeihung bitten soll. Dieser 
Brief kreuzt sich mit einem Schreiben Datians, das Libanius 
nach 60(1129) mit Jubel empfängt, weil er aus der Freund- 
schaft, die der mächtige Mann ihm darin zum Ausdruck bringt, 
den Schluß zieht, er werde sich auch seiner Vaterstadt gnädig 
erweisen 1. Auf diesen glückverheißenden Brief des Datian 
weisen auch 84(1041) und 102(1095) zurück; das erste dieser 
beiden Stücke erwähnt 71 (1040) als kürzlich (Ivayyoq) ab- 
geschickt, muß also das frühere sein. 146 (1046) ist die Antwort 
auf 71(1040) angelangt und hat Verzeihung gebracht. Mithin 
haben wir die Reihe: 

1) J/' o<5{i)v Toivvv 7i?.S^ev r] ^niaxoXri, as fxhv exaoxoq tnyveoBVj Sfxh 
6h elSaijiiovKje, ol fxevy oti roaovrov nonj Xoyov tcJv tibqI kbyovq öiaxQi- 
ßovrcjv, sfjih dt, or/ roaovnp av/bifjur/jp xb^Qr^^ai öeivü) fxhv ),vaai re avfi- 
(poQaq xal xa xtjq ßtXxiovoq öovvai fioiQaq. 7v' ovv fxri Tiavocuvxai xovxo 
TioiovvxsQr {sv naoxirxo) ical) rj 7ib?.ig, ?} dixaicug /btsv ^yxa).ELQy ßor^&Tjasig 
cJf, i]V XL IvTctj. So oder ähnlich muß die lückenhafte Stelle ergänzt werden. 



III. Die Adressaten: Datianus — Demetrius I. 117 

V26(411) < 58(1033) < 107(1279) < II 18(114) < add. 
333(1482) < 3(1286) < 71(1040) < 60(1129) < 84(1041) 
< 102 (1095) < 146 (1046). 

Decentius I. Tribunus und Notarius, wurde im J. 360 
von Kaiser Constantius an Julian nach Gallien geschickt, um 
ihm Truppen für den Perserkrieg abzufordern, was dessen Er- 
hebung zum Augustus veranlaßte: Amm. XX4,2. 11. Julian, 
ad Athen. 283C. Liban. or. XVIII 94. 96 p. 553. 554. Er kehrte 
zu Constantius zurück: Amm. XX 8,4. Aber da er Heide war, 
behauptete er auch unter Julian seine Stellung: app. 226(759); 
vgl. add. 408(1542). In den J. 364 und 365 muß er Magister 
officiorum gewesen sein; denn der Agens in Rebus Alexander V 
ist sein Untergebener: add. 392 (1531). Er war verheiratet: add. 
369(1514). An ihn gerichtet app. 226(759). add. 197(1387). 
204(1393). 350(1498). 363(1509). 369(1514). 391(1530). 
392(1531). 397(1534). 398(1535). 407(1541). 408(1542). 

II. Agens in Rebus, erwähnt im J. 384 oder 385: Symm. 
rel. 38,4. Er könnte der vir clarissimus Decentius sein, der 
Christ war und dessen Sohn Pansophius durch Ambrosius von 
Mailand in Florenz von den Toten auf erweckt sein soll: Paulin. 
Vit. S. Ambr. 28. 

Demetrius I. Cilicier aus Tarsus: add. 11(1291); vgl. 
240 (1420). app. 113 (639). 200 (724). III 45 (250). V 98 (1135). 
Ende 358 betrauerte er einen Bruder: 117(29). 19(31). 
IV 31 (344). Kurz vorher waren Aristaenetus I und Hierocles I 
gestorben; doch ist der erstere dadurch ausgeschlossen, daß 
von ihm dem Demetrius gegenüber V 98 (1135) als von einem 
Fremden geredet wird. An Hierocles muß man um so eher 
denken, als auch er Cilicier war. Demetrius ist also der Oheim 
des Calycius, der IV 70 (382) erwähnt wird, und Bruder des 
Julianus VIII: I 26(38). IV 36 (349). Eine Schwester von ihm 
wird erwähnt, deren Sohn im J. 358 in die Schule des Libanius 
eintrat: I 5. 6(22. 23). Er selbst besaß einen Sohn und eine 
Tochter: add. 213 (1402). app. 1 (530). Er war Sophist, d. h. 
Lehrer der Beredsamkeit: app. 125 (650). Von Libanius wird 
er als der größte Redner seiner Zeit gerühmt: VI 112 (521). 
app. 131 (656); vgl. III 41 (246). IV 31 (344). VI 34 (442). app. 
172(695). add. 240(1420). Vor Andronicus II war er Con- 
sularis Phoenices gewesen : III 32 (236). Dies Amt muß er 
vor 358 bekleidet haben, da er schon I 6 (23) jroXecov öon/jQ 



^« 



118 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

genannt wird. Als im J. 362 Bacchius sein Artemisbild nach 
Tarsus brachte, hielt Demetrius als eifriger Heide dabei die Fest- 
rede: app. 96(622); vgl. 113(639). 200(724). add. 99(1325). 
Außerdem wird eine Gedächtnisrede von ihm auf seineu ver- 
storbenen Bruder erwähnt: 1 17 (29). 19 (ßl). IV 31 (344). Au 
ihn gerichtet I 5 (22). 17(29). 19(31). 22(34). 33(45). 36(48). 
43(55). 1113(109). 32(128). 42(138). 90(186). 92(188). 
11141(246). 45(250). 56(261). 81(286). IV31(344).V98(1135). 
VI 34 (442). 95(504). 112(521). app. 1 (530). 5(534). 9(538). 
40(568). 95(621). 113(639). 125(650). 131(656). 138(663). 
161 (684). 172 (695). 182 (705). 200 (724). 211 (736). add. 
15 (1294). 99 (1325). 213 (1402). 236 (1419). 240 (1420). 
274(1445). 288(1456). Erwähnt add. 10(1206). 173(1368). 
Nicht an ihn, sondern an Androcles, ist add. 227 (1122) 
gerichtet. 

unter den Briefen, die ihn betreffen, lassen folgende innere 
Zusammenhänge erkennen. I 8 (25) hat Libanius eben die 
Nachricht vom Tode des Hierocles I erhalten. Das Kondolenz- 
schreiben, das er zweifellos an Demetrius gerichtet hat, muß in 
der Lücke zwischen 111 und 16 ausgefallen sein. 1 17 (29) wird 
darauf hingewiesen, daß Demetrius eine Monodie auf seinen 
Bruder, Libanius auf den kurz vorher verstorbenen Aristaenetus 
schreiben wollen. 119 (31) ist die letztere vollendet und wird dem 
Demetrius zugeschickt. IV 31 (344) hat dieser geschrieben, daß 
die Bede ihn über den Schmerz, den der Tod des Hierocles 
ihm verursacht hatte, getröstet habe, was Libanius bescheiden 
ablehnt. Dies veranlaßt Demetrius zu noch höheren Lobsprücheu, 
auf die Libanius 1 22 (34) antwortet und ihm zugleich noch andere 
Reden überschickt. Auf die Elogen, die auch diesen pflicht- 
schuldigst zu Teil geworden sind, antwortet I 33 (45). 

I 36 (48) beklagt sich am Schlüsse Libanius, daß ihm nichts 
über die Schuld eines gewissen Leuco geschrieben werde; 
43(55) teilt er mit, er habe jenem Leuco Aufschub gewährt. 

II 13 (109) hat Libanius von Demetrius den Auftrag er- 
halten, ihm irgend etwas bei einem Manne auszuwirken, der 
zum Zaudern geneigt ist. II 42 (138) wird dieser Fehler (agyia) 
dem Präfecten Hermogenes IV vorgeworfen und zugleich be- 
richtet, wie jener Auftrag bei ihm ausgeführt ist. 

App. 1 (530) sagt Libanius, daß ein Bote des Demetrius ihm 
abgeraten habe, ein gewisses Grundstück zu verkaufen. Zugleich 



III. Die Adressaten: Demetrius 1 — III. 119 

werden diesem zwei Reden übersandt, die er dem Palladius VI 
übergeben soll. Dies letztere ist nicht ganz deutlich ausgedrückt, 
so daß eine Anfrage des Demetrius, wie er mit den Reden ver- 
fahren solle, dadurch herbeigeführt wird, auf die 5 (534) Antwort 
gibt. 9 (538) kommt auf die Frage des Gutsverkaufs zurück 
und erklärt die Absicht des Libanius, nicht nur jenes Grund- 
stück zu behalten, sondern auch noch ein neues dazu zu er- 
werben. 40 (568) erfahren wir, daß sich dieser Ankauf wegen 
des zu hohen Preises zerschlagen hat. 

App. 125(650): Eucarpio, der Arzt des Demetrius, ist in 
Antiochia und hat dem Libanius Mittel gegen seinen Kopf- 
schmerz gegeben, auf die er große Hoffnungen setzt. 131(656) 
berichtet er über den weiteren Fortgang der Kur. 138 (663) hat 
Eucarpio den Libanius verlassen und kehrt zu Demetrius zurück. 

App. 172 (695) wird Demetrius die Rede über den Brand 
des Heiligtums von Daphne zugeschickt und zugleich über die 
besorgniserregende Teuerung in Antiochia geklagt. 182 (705) 
enthält die Antwort auf das Lob, das Demetrius der Rede erteilt 
hat. 200 (724) ist wieder von der Hungersnot die Rede, der 
jetzt der Zorn des Julian als zweites, gefährlicheres Übel hinzu- 
getreten ist. 210(736) haben die Maßregeln des Kaisers der 
Teuerung ein Ende gemacht. Add. 15 (1294) ist dieser tot. 

Hieraus ergeben sich die Reihen: 

I 8 (25) < 17 (29) < 19 (31) < IV 31 (344) < 1 22 (34) 
< 33 (45). 

I 36 (48) < 43 (55). 

II 13 (109) < 42 (138). 

App. 1 (530) < 5 (534) < 9 (538) < 40 (568). 

App. 125 (650) < 131 (656) < 138 (663). 

App. 172(695) < 182(705) < 200(724) < 210(736) < 
add. 15(1294). 

II. Alexandriner mit dem Beinamen Chytras, heidnischer 
Philosoph, wird als Greis im Jahre 359 in den Hochverrats- 
proceß von Scythopolis verwickelt, aber freigesprochen: Amm. 
XIX 12, 12. Valesius identificiert ihn mit dem Cyniker, der 
unter dem Namen Chyiron bei Julian, or. VII 224 d erwähnt 
wird. 

IIL Arzt, erwähnt im J. 364: add. 92(1176). Vielleicht 
derselbe, der als Veterinär und Zeitgenosse des Apsyrtos er- 
wähnt wird: Hippiatr. p. 40. 



120 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Demonicus. An ihn im J. 392 gerichtet app. 441. 442 (974. 
975). Da ihm Krieger empfohlen werden, scheint er ein mili- 
tärischer Beamter zu sein, nach der Stellung der an ihn ge- 
schriebenen Briefe wahrscheinlich in der Nachbarprovinz Ciliciens, 
Isaurien. 

Demophilus. An ihn im J. 356 gerichtet YI 36 (444). Der 
Brief steht neben einem andern, der nach Bithynien gerichtet 
ist. Danach möchte man vermuten, daß dieses der Bithyner 
Demophilus ist, den Julian, misop. 358 C als Excerptensammler 
citiert. Ist dies richtig, so muß er freilich von dem bei Suidas 
genannten Demophilus, der schon im 2. Jahrhundert lebte, ver- 
schieden sein, obgleich ihre Schriftstellerei eine sehr verwandte 
gewesen zu sein scheint. Pauly-Wissowa IV S. 2076. 

Dianius- Bithyner: HI 79. 80 (284. 285). IV 65. 66 (377. 
378). Verwandter des Aristaenetus I: III 80 (285). IV 65 (377). 
67(379). 69(381). Heide: III 79 (284). Schüler des Libanius : 
III 80 (285). IV 67 (379). 69 (381). Im Jahre 358 lebte er in 
Antiochia als Hausgenosse des Libanius: IV 66 (378). Um sich 
der Curie zu entziehen, hatte er seine Heimat und seine Mutter 
verlassen, kehrte aber im Sommer 358, als sein Verwandter 
Vicar wurde, zurück, um eine Advocatur zu beginnen, wobei 
ihm die Briefe IV 65—69 (377—381) mitgegeben wurden. An 
ihn im J. 361 gerichtet III 79 (284). ^ ' 

Diocles 8. Nicocles. 

Diodotus. Tyrier: add. 310 (1473). An ihn gerichtet im 
Winter 361/2 app. 70 (597), im J. 363 add. 310 (1473). Er- 
wähnt add. 316(1148). 419(1550). 

Diogenes L An ihn im Jahre 388 nach Constantinopel 
gerichtet app. 247 (779). Er ist also schon der Zeit nach ver- 
schieden von den Homonymen, die bei Pauly-Wissowa V S. 736 
aufgezählt sind. Da an ihm hervorrageiide Schönheit gerühmt 
wird, ist er wohl auch app. 250(782) gemeint. Mut dem 
Freunde des Johannes Chrysostomus, .an den dieser ep. 50. 
51. 134. 144 = Migne G. 52 S. 636. 692. 697 um das J. 404 
gerichtet hat, könnte er identisch sein. 

IL Schüler des Libanius zwischen den J. 354 und 360: 
app. 108 (634); vgl. S. 40. Der Zeit nach kann er mit dem Con- 
sularis Bithyniae, der um das Jahr 372 hingerichtet wurde, 
identisch sein: Amm. XXIX 1, 43. 

IIL Andere Homonymen bei Pauly-Wissowa V S. 736. 



ITl. Die Adressaten: Demonicus — Dionysius II. 121 

Diomedes. Cilicier: II 41 (137). Vater des Diophantus III, 
der in den Jahren 355 — 357 als Schüler des Libanius nach- 
weisbar ist, und eines anderen mißratenen Sohnes: V 82 (1195). 
VI 106 (515). Schwiegersohn des Hieraciusi-. VI 107 (516). app. 
153 (676). An ihn gerichtet VI 106 (515). 

Dionysius L Im J. 355 schreibt Libanius V 50 (1240), 
daß er bei Dionysius gar keinen Einfluß besitze; dieser räume 
ihm kein anderes Recht ein, als ihn anzureden. Er muß also 
ein höherer Beamter gewesen sein, der in Antiochia residierte. 
Da die orientalische Praefectur damals von Strategius I be- 
kleidet wurde, die Comitiva Orientis von Nebridius I, kann man 
in jenem wohl nur den Cousularis Syriae erblicken. 

IL Langjähriger Schüler des Libanius: add. 55(1130). 
Wahrscheinlich Isaurer, da er unter der Jurisdiction des Praeses 
Isauriae Palladius V steht (s. unten). Sein Vater war von 
Raubern getötet worden ; seine Mutter und deren zweiter Gatte 
hatten sich der Reste seines Vermögens bemächtigt. Er war 
bettelarm nach Antiochia gekommen, wo er in die Schule des 
Libanius eintrat und sich teils von einem Stipendium, das ihm 
Procopius I ausgesetzt hatte, teils durch Unterstützungen des 
Julianus XV ernährte: IV 9 (322). V 43 (1237). add. 56 (1308). 
Im Jahre 355 hofft er mit Hilfe des Militärkommandanten seiner 
Heimat, wahrscheinlich des Castricius, einen Teil seines Ver- 
mögens wiederzuerlangen: V 43 (1237). Doch scheint er damit 
keinen Erfolg gehabt zu haben. Jedenfalls war er im J. 357 
wieder in Antiochia bei Libanius und bedurfte nach wie vor 
der Unterstützung: IV 9(322). Im Jahre 363 ist er Advocat 
geworden, hat durch einen glücklichen Prozeß seine Landgüter 
wiedererlangt und dem Statthalter seiner Provinz einen Pane- 
gyricus gehalten: app. 224 (757). Von seiner erfolgreichen Ad- 
vocatentätigkoit ist auch^m J. 365 die Rede: add. 388(1528). 
Palladius als Praeses Isauriae beruft ihn zu sich, damit er an 
seinem Pofum als Advocat wirke; doch Dionys lehnt ab, um 
sich ganz der Bewirtschaftung seiner Güter zu widmen: add. 
325 (1066). 357 (1504). 55 (1130). Eine Liebesgeschichte ('«W« 
iQ07Tcx7]) veranlaßt ihn zu einem Raube (aQjtayjj); es handelt 
sich also um einen Prauenraub, wie er in der Gesetzgebung 

1) VI 107 (516) ist 6 T^q (statt rov) naiöbq oov nalq zu schreiben. 
Denn app, 153(676) ist ausdrücklich gesagt, daß Diophantus durch seine 
Mutter Enkel des Hieracius war. 



122 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

jener Zeit eine so große KoUe spielt. Libanius verwendet sich 
für ihn bei seinen Eichtern Entreehius und Palladius: add. 
55(1130). 56(1308). 91(1323). Und wirklich erreicht er es, 
daß Palladius ihn nicht nur freispricht, sondern auch befördert: 
add. 124(1093). 125(1045). ^36 (1340). Wahrscheinlich wird 
er noch im J. 392 erwähnt; denn da der Dionysius, dem app. 
442. 443 (975, 976) mitgegeben werden, nach Cilicien und viel- 
leicht auch nach Isaurien reist, dürfte er mit diesem Isaurer 
identisch sein. An ihn gerichtet: app. 224(757). add. 124(1093). 
388 (1528). 

Unter den Briefen, die ihn betreffen, läßt sich die folgende 
Reihe erkennen. V 43 (1237) und IV 9 (322) befindet er sich 
noch in der Schule des Libanius und leidet unter drückender 
Armut. App. 224 (757) hat er die Güter wiedergewonnen, 
deren Besitz ihn später veranlaßt, die Berufung des Palladius 
zurückzuweisen. Add. 325 (1066) empfängt dieser den Dank 
des Libanius für die Berufung seines Schülers. 357 (1504) 
wird dieser entschuldigt, daß er ihr nicht Folge geleistet hat. 
55. 56 (1130. 1308) reden von dem Frauenraube und beklagen 
dabei, daß Dionysius nicht der Aufforderung des Palladius 
gehorcht habe, da er in diesem Falle gar nicht zu dem Ver- 
brechen gelangt wäre. 91(1323) bezieht sich auf 56(1308) 
zurück. 124. 125 (1093. 1045) enthalten den Dank an Palladius, 
daß er den Dionys freigesprochen habe, und die Aufforderung 
an diesen, sich dafür durch einen Panegyricus zu bedanken. 
136(1340) kommt noch einmal auf jene Wohltat des Palladius 
zurück. Daraus ergibt sich die Reihe: 

V 43 (1237). IV 9 (322) < app. 224 (757) < add. 325 (1066) 
< 357 (1504) < [55. 56 (1130. 1308)] < 91(1323) < [124. 125 
(1093. 1045)] < 136(1340). 

III. ^TQaTLmrrjQ, d. h. entweder^oldat oder Officiale, reist 
im J. 357 zu Philagrius IV: VI 114(523). 

IV. Sophist, reist im Winter 357/8 aus Antiochia nach 
Cilicien zurück: IV 37 (350). 

V. Antiochener, reist im Jahre 364 nach Phönicien : add. 
29(1155). 

VI. Arzt in Antiochia, im Winter 390/1 erwähnt: app. 
379(911). 

VII. Andere Homonymen pr. 14(14). 11143(248). Pauly- 
Wissowa V S. 914.915. 



III. Die Adressaten: Dionysius II — Domninus, Domnio I. 123 

Diophantus I. Sophist aus Arabien, Lehrer des Libanius 
in Athen: Pauly-Wissowa V S. 1051. 

II. Aegyptischer Philosoph und Mysterienpriester; an ihn 
im J. 362 gerichtet app. 106 (632). 

IIL Cilicier:II41(137). Sohn des üiomedes: VI 106(515) 
und einer Tochter des Hieracius: app. 153 (676); vgl. VI 
107(516). V 82 (1195). Schüler des Libanius gemeinsam mit 
einem missratenen Bruder in den J. 355—357 : V 82 (1 195). VI 106. 
107(515.516). An ihn im Jahr 362 gerichtet app. 152(675). 

Domltianus I. Praefectus praetorio Orientis im J. 354: 
Pauly-Wissowa V S. 1312. 

II, Praeses Euphratensis in den J. 364 und 365; während 
dieses Amtes sind an ihn gerichtet add. 87(1042). 178(1372). 
215(1404). 385 (1526a). Seine Nachfolger waren erst Pro- 
culeianus: add. 403(1539), dann Ammianus I: add. 414(1150). 

IIL Flavius Antonius Domitianus, Praeses Thebaidos im 
J. 371: Mitteis, Melanges Nicole S. 374. Er könnte mit dem 
Vorhergehenden identisch sein, vielleicht auch mit demjenigen, 
an welchen im J. 393 app. 489 (1022) gerichtet ist. 

IV. Ein anderer als Greis erwähnt im J. 364 oder 365: 
add. 283(1453). 

Domitius L Domitius Modestus s. Modestus. 

IL Im J. 390 wird an einen Domitius app. 355 (887) ge- 
richtet, der nach dem Inhalte dieses Briefes Consularis Phoenices 
zu sein scheint. 

Domninus, Donmio. Vielleicht wird der künftige Heraus- 
geber des Libanius die beiden Namensformen scheiden können; 
da meine Kenntnis der Überlieferung dazu nicht ausreicht, fasse 
ich sie hier zusammen. 

I. Lehrer der Rechtskunde in Phönicien: app. 39(567), 
also wohl in Berytus. Die an ihn gerichteten Briefe^ sind teils 
mit Aofivicjvr. 1 74 (85). HI 7 (209). app. 39(567). add. 18 (1160), 
teils mit Aofivivm überschrieben: 1121(117). VI 39 (447). add. 
58 (1124); doch da er in ihnen allen in der gleichen Eigenschaft, 
d. h. als juristischer Lehrer, auftritt, ist an der Identität der 
Person nicht zu zweifeln. In den beiden Citaten aus seinen 
Werken, die sich erhalten haben, scheint Jofivtvog überliefert 
zu sein: Ba sil. VIII 2,79. XL VII 1,60 Heimbach I S. 403. IV 

1) Add. 41(1039) trägt nach der besten Überlieferung nicht die 
Adresse des Domninus, sondern des Julianus VIII. 



124 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

S. 585. Er sollte im J. 360 nach Antiochia berufen werden: 
III 7 (209), muß aber abgelehnt haben, da noch Briefe aus den 
Jahren 361 und 364 ihn in seiner früheren Lehrtätigkeit in 
Phönicien zeigen: app. 39(567). add. 18(1160). 58(1154). 

II. Larissaeer, erst Advocat, dann Statthalter einer Provinz: 
app. 339 (871). or. LVII p. 212. add. 32 (1038). Er wird einmal 
Domnio: add. 32(1038), sonst immer Domninus genannt. Seine 
Statthalterschaft bekleidete er in den J. 364 und 365, in denen 
die Briefe add. 32(1038). 142 (1345b). 224(1410). 417(1548) 
an ihn gerichtet wurden. Er war Senator von Constantinopel. 
Sein Sohn besuchte im J. 390 die Schule des Libanius: app. 
339. 340(871. 872). Im Jahre 388 war er noch am Leben: or. 
LYII p. 212, im J. 390 schon todt: app. 339. 340(871. 872). — 
Auf die Provinz, die ihm untergeben war, läßt sich nur daraus 
schließen, daß die beiden Heliopolitaner Alexander III und 
Alexander XI dort zu Hausie waren: add. 142. 143 (1345b. 
1346). Doch Phönicien kann er nicht verwaltet haben, weil 
um die Zeit seiner Statthalterschaft dort nacheinander Marius 
und Ulpianus als Consulare nachweisbar sind: s. unten. Es bleibt 
also nur die Annahme übrig, daß die Libanensis, in der später 
Heliopolis lag, schon damals von dem eigentlichen Phönicien 
abgetrennt war. Im J. 381 waren sie allerdings wieder ver- 
einigt, um erst später aufs neue geteilt zu werden: Mommsen, 
Polemii Silvii Laterculus. Abh. d. sächs. Ges. d. Wissensch. III 
S. 258. Doch in jener Zeit kommt es auch sonst, z. B. bei 
Palaestina, vor, daß eine Provinz geteilt, dann wieder zusammen- 
gelegt und dann aufs neue geteilt wird. 

III. Lehrer der Beredsamkeit in dem syrischen Chalcis, 
empfängt im J. 388 eine Besoldung von der Stadt: or. LIV 48 
p. 1 58 (Domninus). 

IV. Schüler des Libanius, vaterloser Jüngling, im J. 388 
von dem Consularis Syriae Eustafhius V widerrechtlich in Fesseln 
gelegt: or. LIV 38 p. 149. 150 (Domninus). 

V. Syrer, Vertrauter Valentiniaus II, von ihm im J. 387 
als Gesandter an den Usurpator Maximus geschickt und von 
diesem getäuscht: Zosim.IV42,3 — 7 (Domninus). 

VI. Schwiegervater des Antiochus IX, war Advocatus fisci 
gewesen und verwaltete im J. 388 Asien, wahrscheinlich als 
Vicar. Denn der pamphylische Sophist Argeus lebte in seinem 
Sprengel, und Pamphylien stand nicht unter dem Proconsul 



III. Die Adressaten: DomDinus, Domnio I — Ecdicius II. 125 

Asiae, wohl aber uDter dem Vicar: app. 248. 249(780.781). 
Er scheint nur Domnio genannt zu werden. 

Dorotheus. Bischof, an ihn im J. 357 gerichtet VI 1 17 (526). 
Vielleicht identisch mit dem Bischof von Tyrus, der unter Julian 
den Märtyrertod erlitten haben soll: Pauly - Wisse wa V S. 1573. 

Duleitius I. Flavius Dulcitius, Consularis Siciliae zwischen 
340 und 350: CIL X 7200. Er könnte der Vater des Hygienus 
sein, der den Libanius um das J. 354 in den Anfängen seiner 
Lehrtätigkeit unterstützt hatte, aber 358 schon tot war: I 7(24). 

IL Consularis Aemiliae, erwähnt am 30. Mai 357: Cod. 
Theod. Xini0,3. 

IIL Aelius Claudius Dulcitius: Dessau 751 = CIL III7088. 
14405. Phryger, Sohn eines Walkers, wurde Notarius und 
Senator von Constantinopel, Consularis Fhoenices, Vicarius 
Thraciarum, Proconsul Asiae: or. XLII 24. 25 p. 401. LXV 
p. 437. add, 287(1217). Dies letzte Amt erhielt er von den 
avaxTBc, in Plural: Anthol. Pal. VII 570, also noch vor dem 
Tode des Constantius ü, bekleidete es aber nicht nur unter 
Julian: Dessau 751. Johannes mon. vita S. Artemii 67, sondern 
hatte es auch beim Regierungsantritt des Jovian noch nicht 
niedergelegt: CIL III 14405. Seine Amtszeit reicht also von 
361 bis 363. Während derselben an ihn gerichtet 11176(281). 
add. 287(1217). Im J. 388 war er tot: or. XLII 25 p. 401. 

IV, Dux Brittaniarum um das J. 368: Amm. XXVII 8,10. 
XXVIII 3,6. 

V. Unbestimmbare Homonymen: III 74 (279). VI 27. 28 
(434.435). add. 253(1428). 

Ecdieius L Mitbürger des Hyperechius I, d. h. Ancyraner: 
in 65 (270); vgl. add. 306.307(1146. 1470). 246(1423). Con- 
sularis Galatiae im J. 360: 11165(270), in welchem Amt ihm 
Acacius I im J. 361 nachfolgte: III 106 (311). Heide: add. 
241 (1157). 246(1423). 306(1146). Im J. 363 war er in An- 
tiochia, wo er dem Libanius seine Söhne in die Schule gab: 
add. 246(1423). 306. 807(1146. 1470). 241 (1157). An ihn ge- 
richtet 10^5 (270). add. 306(1146). 384(1525). 

II. Cilicier, denn die an ihn gerichteten Briefe stehen 
regelmäßig mit solchen zusammen, die erweislich nach Cilicien 
geschickt sind. Auch war er mit Acacius III, der gleichfalls 
dieser Provinz angehörte, verschwägert, da sein Schwesfcersohn 
Philoxenus mit ihm verwandt war: 131(43). 1151(147); vgl. 



126 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

18(25). 46(58). 1152(148). Mit Libanius gleichzeitig, d.h. 
zwischen 336 und 340, studierte er in Athen: 1151(147) und 
war später eifrig bemüht, für ihn Schüler zu werben: II 51 (147). 
app. 132 (657). add. 389 (1529). Ein Ecdicius erscheint als 
Praefectus Aegypti im J. 362 im September: Julian ep, 50, im 
November: Julian, ep. 6, am 2. Dez.: Cod. Theod. XV 1,8. 9. 
Doch um dieselbe Zeit, d. h. in den J. 362 und 363, wird in 
dem gleichen Amt ein Olympus aus Tarsus genannt: Larsow, 
Die Festbriefe des h. Athanasius S. 39. 40. Da die Heimat 
desselben in Cilicien lag und dort auch unser Ecdicius zu Hanse 
war, wird man ihn und jenen Olympus für dieselbe Person 
halten müssen. Denn daß man in jener Zeit doppelte Namen 
führt und bald bei dem einen, bald bei dem andern genannt 
wird, kommt auch sonst vor: Hermes XVIII S. 294. XXXVII 
8.443. Sievers S. 195 Anm. 42. An ihn gerichtet I 31(43). 
II 51 (147). IV 37 (350). app. 132 (657). add. 389 (1529). Julian, 
ep. 6. 9. 50. 56; ohne Namen erwähnt Amm. XXII 14,6. 

Elebicus s. Hellebicus. 

Eleu8iniu8. An ihn im J. 390 gerichtet app. 365 (897). 

Elias I. Lehrer, wahrscheinlich der Arzneikunde, da Li- 
banius ihn im Winter 355/6 um ein Mittel gegen seine Nieren- 
krankheit bittet: V 87 (1265) und es nach VI 3 (1282) von ihm 
erhalten hat. Der zweite dieser Briefe trägt die Überschrift 
^HXtya^ aber da dieser Name sonst nirgends beglaubigt ist, wird 
sie nach dem Muster des andern Briefes in ^HXla zu ändern sein. 

II. Praeses Cappadociae um 372. An ihn gerichtet Basil. 
ep. 94 = Migne G. 32 S. 485. Auf ihn bezieht man das hohe 
Lob, das Basil. ep. 96 einem kürzlich abgesetzten Praeses spendet, 
doch ohne den Namen zu nennen. 

Elpidius s. Helpidius. 

Entrechius. Bithynier aus Nicaea, galt nach dem Tode 
des Aristaenetus I als das Haupt von dessen Familie, w^ar also 
wahrscheinlich sein Schwiegersohn: S. 85. Er hatte in Athen 
studiert, war dann Reisebegleiter des Salutius gewesen und wurde, 
als dieser die Praefectura Orientis angetreten hatte, also nicht 
vor Ende 361, zum Statthalter von Palaestina ernannt: app. 
288(819); vgl. 160(683)1. Dies kann nur Palaestina secunda 



1) Dieser Brief trägt in der maßgebenden Handschrift die Adresse 
des Entrechius, nicht des Maximus. 



III. Die Adressaten: Ecdicius II — Epiphanias IL 127 

gewesen sein, wo seine Verwaltung sich Anfang 362 zwischen 
die des Cyrillus I und des Leontius IV eingeschoben haben 
muß und jedenfalls sehr kurz war, da diese beiden Statthalter 
nur durch einen Zeitraum von wenigen Monaten voneinander 
getrennt sind. Auch deutet Libanius an, daß Entrechius schon 
in den Anfangen seiner Amtstätigkeit in eine andere Provinz 
versetzt worden sei^. Es war dies Pisidien: add. 311 (1059), 
das er in den J. 362—364 verwaltete: app. 160(683). 222(755). 
add. 56(1308). 91(1323). 139(1343). Ehe er in seine Provinz 
ging, ist er wahrscheinlich in Antiochia gewesen, da er die 
persönliche Bekanntschaft des Kaisers Julian gemacht zu haben 
scheint: app. 288(819); vgl. add. 311 (1059). Nach dessen Tode 
legte er im Jahre 364 sein Amt nieder, obgleich man ihn zum 
Bleiben zu bewegen suchte: add. 139(1343). Er hatte es noch 
in früher Jugend bekleidet: add. 311 (1059). app. 288 (819), und 
ihm folgten mehrere höhere Ämter, über die sonst nichts über- 
liefert ist: app. 288(819). Im J. 388 lebte er als Privatmann 
in Nicaea: app. 288 (819). Seine Söhne erwähnt app* 288 (819). 
Ob er identisch ist mit dem Entrechius vir spectabilis, dessen 
Söhne um das J. 395 in Italien erwähnt werden: Symmach. 
ep. VI 21, ist sehr zweifelhaft. An ihn gerichtet app. 160(683). 
222(755). 288(819). add. 56(1308). 139(1343). 311(1059), er- 
wähnt pr. 13(13). 

Epiphanius I. Syrer, Lehrer der Beredsamkeit: Eunap. 
vit. soph. p. 493. Heide, erst in Laodicea tätig, wo er mit 
dem Kirchenschriftsteller ApoUinaris freundschaftlich verkehrte: 
Socrat. II 46, 4. 5. Sozom. VI 25, 9, dann nach Athen über- 
gesiedelt: Eunap. vit. soph. p. 487, wo er während der Prae- 
fectur des Anatolius I (357 — 360) nachweisbar ist: Eunap. vit. 
soph. p. 491. Er erreichte kein hohes Alter und hinterließ keine 
Kinder: Eunap. vit. soph. p. 493. 494. 

IL Statthalter der Provinz, in der Sidonius zu Hause war, 
d. h. nach app. 433(966) Consularis Phoenices; an ihn während 
dieses Amtes im Jahre 388 gerichtet app. 300 (831). Vielleicht 
war er vorher Praeses Thebaidos gewesen ; denn nichts hindert, 
ihn mit dem Plavius Epiphanius zu identificiereu, der in diesem 



1) App. 160(683): aol 6e xaxa tov^IcpixQatrjv ixelvov eatrjxev ovqo- 
roßr^xt^g iv IlaXaLOxivy axrikrif xal xavta aov ngoq akkov agnaad-evToq 
novov &7ib ßaXßiSoq eid^vg. 



128 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Amte genannt wird: Wessely, Studien zur Palaeographie und 
Papyruskunde I 8. 2 Nr. 3. 

III. Sohn des Artemius 11, Schüler des Libanius, wird im 
J. 388 Agens in rebus : app. 297 (828). 

Eros. Nachkomme des Miuos, also wahrscheinlich Kreter; 
nach literarischer Tätigkeit zum Mitglied eines Stadtrates gemacht, 
dann im J. 359 zu einem Amte befördert, wozu I 82b (94) ihm 
gratuliert. 

Euagoras. Lehrer der Beredsamkeit, jünger als Libanius, 
der 314 geboren war: app. 196(720). An ihn in den J. 363 
und 364 gerichtet app. 196(720). add. 19(1161). 327(1478). 

Euagrius I. Agens in rebus, hielt sich 351 in Alexandria 
auf: Äthan, apol. ad Const. 10 = Migne G. 25 p. 608. Vielleicht 
derselbe, der im J. 357 in Antiochia ist und, dort den Consularis 
Palaestinae Clematius II gegen Angriflfe verteidigt: IV 5 (318) 
und der 359 Briefe aus Constantinopel nach Antiochia bringt: 

I 52 (64). 

II. Freund des Kaisers Julian, an ihn gerichtet Julian, 
ep. 46, erwähnt ep. 38 p. 415 D. 

III. Comes rerum privatarum des Constantius, 362 von 
Julian ins Exil geschickt: Amm. XXII 3, 7. An ihn ist im 
Winter 359/60 II 30 (126) gerichtet. Denn aus dem Inhalt 
geht hervor, daß unter seiner Aufsicht der fiscalische Grund- 
besitz steht, wie dies den Punktionen des Comes rerum pri- 
vatarum entspricht. Der Zeit nach könnte er der Christ Eua- 
grius sein, dessen gleichnamigen Sohn Gregor von Nazianz in 
der Rhetorik unterrichtete und au den er den Brief ep. 3 == 
Migne G. 37 S. 24 richtete. 

IV. Antiochener: add. 207 (1396). Basil. ep. 138, 2 = 
Migne G. 32 p. 580. Hieron. chron. 2289. Sohn des Pompe- 
ianusl: 11136(241). Basil. a.O. Nachkömmling eines Pompeianus, 
der sich um 272 in dem Kriege Aurelians gegen Zenobia aus- 
gezeichnet hatte: Hieron. a. 0. Jüngerer Bruder des Olympius II: 
add. 199 (1388); vgl. 198 (1101). 313 (1474); ein anderer Bruder 
von ihm hieß Miccalus: II 1—3 (96—98). 53 (149). pro Olymp, 
p. 85 bei Siebenkees, Anecdota Graeca. Nürnberg 1798. Er 
war verwandt mit Rufinus IV: II 89 (185), und seine Familien- 
verbindungen reichten bis Aegypten: add. 354(1501). Seine 
Mutter war 364 noch am Leben: add. 198 (1101); vgl. I 56 (68). 

II 1 (96). III 49 (254). Er war verheiratet und besaß 364 ein 



III. Die Adressaten: Epiphanius II — Euagrius IV. 129 

einjähriges und ein neugeborenes Kind: add. 198 (1101). Nach 
Socrat. YI 3, 2 war er Schüler des Libanius; aber da dieser 
in den zahlreichen Briefen, in denen er sich für diesen Eua- 
grius verwendet, niemals von einem solchen Verhältnis zu ihm 
redet, kann jene Nachricht nicht richtig sein. Um ihn vom 
Decurionat zu befreien, verschaffte ihm der Praefect Salutius 
im J. 363 ein Amt: add. 111(1143). 313(1474) und 364 ein 
zweites höheres: add. 174 (1369). 201 (1390). 354 (1501). Doch 
gleich darauf wurde er wegen eines Amtsvergehens angeklagt, 
aber durch das Eintreten des Salutius und des Rufinus V frei- 
gesprochen: add. 199 (1388). 201(1390). 206(1395). Trotz- 
dem legte ihm der Kaiser eine unerschwingliche Geldbuße auf: 
add. 199 (1388). Doch durch die Bemühungen des Euanthius III: 
add. 228(1413); vgl.l97(1387). 206(1395). 221 (1407). 223(1409). 
355(1502), welche durch die Briefe add. 197— 199 (1387. 
1101. 1388). 201(1390). 204(1393). 206—209(1395—1398). 
349. 350(1497. 1498) unterstutzt wurden, erlangte er mit Hilfe 
des Salutius seine Begnadigung: add. 354.355(1501. 1502). 
228 (1413); vgl. 349 (1497). Später trat er in den geistlichen 
Stand: Socrat. YI 3, 2 und wurde Presbyter in Antiochia. Hier 
und auf seinem nahegelegenen Landgut Maronias: Hieron. vit. 
Malchi 2 = Migne L 23 S. 53 verkehrte er mit dem jungen 
Hieronymus: Hieron. ep. 1, 15. 3, 3. 4, 2. 5, 3. 7, 1 == Migne 
L 22 S. 331 ff. chron. 2289 und las ihm verschiedene Schriften 
vor, die er aber nicht veröffentlichte. Auch fertigte er von des 
Athanasius Leben des heiligen Antonius eine noch erhaltene 
lateinische Übersetzung: Hieron. vir. ill. 125. Seine Kenntnis 
des Lateinischen, die unter den orientalischen Geistlichen ein 
seltener Vorzug war, wird der Grund gewesen sein, warum er 
wiederholt zu Gesandtschaften in den Occideut benutzt wurde 
und selbst am Kaiserhofe zu Mailand Einfluß gewann. So 
scheint er an der Römischen Synode teilgenommen zu haben, 
welche die Verurteilung des Auxentius von Mailand wegen aria- 
nischer Irrlebren aussprach. In dem Streite um den Kömischen 
Bischofsstuhl wirkte er beim Kaiser für Damasus: Hierou. 
ep. 1, 15 = Migne L. 22 S. 331. Aus Rom zurückkehrend, 
unterhandelt er mit Basilius von Caesarea: Basil. ep. 138, 2 
= Migne G. 32 S. 580. 581. Im J. 381 erscheint er wieder 
in Italien als Gesandter beim Concil von Aquileia: Ambros. 
ep. 8, 76 = Migne L. 16 S. 939. In Antiochia standen sich 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 9 



130 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

zwei Bischöfe feindlich gegenüber, Meletius und Pauliuus, und 
Euagrius gehörte zur Partei des letzteren. Als nun Meletius 
starb und an seine Stelle Plaviahus gewählt wurde, suchte er 
dahin zu wirken, daß dieser nicht anerkannt werde und so 
^die Einheit der Kirche" erhalten bleibe. Auf einen Brief, 
den er in diesem Sinne an Basilius von Caesarea geschrieben 
hatte, antwortete dieser ausweichend durch ep. 156 = Migne 
G. 32 S. 613. Doch ließ sich Euagrius, als Paulinus selbst 
im Sterben war, durch ihn zu seinem Nachfolger weihen, und 
obgleich diese Form der Wahl unkanonisch war, nahm doch 
der Occident unter Führung des Ambrosius von Mailand Partei 
für ihn: Theodor, h. e. V 23, 2—4. Ambr. ep. 56 = Migne 16 
S. 1170. Nachdem er noch den Johannes Chrysostomus zum 
Presbyter geweiht hatte: Socrat. VI 3, 12, stellte sein Tod die 
Einigkeit in der Antiochenischen Kirche wieder her: Socrat. 
Y 15, 1. 2. Sozom. VII 15, 1. VIII 3, 5. Dies kann nicht vor 
392 eingetreten sein, da Hieron. vir. ill. 125 ihn noch als 
lebend erwähnt. An ihn gerichtet add. 174(1369). 

V. Praefectus Augustalis in den Jahren 389 — 392: Bauer, 
Wiener Studien XXIV 2 S. 118; in diesem Amte erwähnt am 
16. Juni 391: Cod. Theod. XVI 10, 11. Dies Gesetz verbietet 
die Ausübung des heidnischen Kultus und hatte zur Folge, daß 
Euagrius das Serapeum in Alexandria und andere Heiligtümer 
zerstörte: Sozom. VII 15, 5. Socrat. V 16, 10. Eunap. vit. soph. 
p. 472, wo der Name in EvstLog verstümmelt ist. 

Euanthius I. Comes des Kaisers Gonstantius, gehörte zu 
der Kommission, die 351 über die Ketzerei des Photinus richtete: 
Epiph. haer. 71,1. 

II. Grammatischer Lehrer in Constantinopel, gestorben im 
J. 358: Hieron. chron. 2374. Verfasser eines Kommentars zu 
Terenz und anderer grammatischer Schriften : TeufiPel, Römische 
Litteraturgeschichte 405, 8. 

III. Sachwalter des Euagrius IV, als dieser im J. 364 
zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde: add. 197(1387). 
206(1395). 221(1407). 223(1409). 228(1413). 355(1502). 
Er war verheiratet mit einer Antiochenerin, die Landgüter bei 
Cyrus besaß: add. 221(1407). Ein Bruder von ihm erwähnt: 
add. 223 (1409). 372 (1516). Er hatte dem Kaiser Julian nahe- 
gestanden, aber unter dessen Kegierung ein Unrecht erlitten 
und besaß später Einfluß bei Valentinian und Valens: add. 



III. Die Adressaten: Euagrius IV — Eudaemo IL 131 

223 (1409). Im J. 364 ist er aus Constantinopel kürzlich nach 
Antiochia gekommen: add. 197^(1387). Im folgenden Jahre 
reist er dorthin zurück: add. 220. 221(1110. 1407). 223(1409). 
228 (1413). Nach Constantinopel wird an ihn gerichtet add. 
372 (1516). Von seiner Rückkehr nach Antiochia spricht add. 
412 (1544). 

Euchrostius. Consularis Phoenices im Winter 359/60; an 
ihn gerichtet 1122(118). 

Eudaemo L Aegypter: 1136(132). 11153(258) aus Pelu- 
sium: Suidas s. v. Evöal^uwr, wo sein Vater noch im Winter 
359/60 lebte: 1112(107). Heide: IH 53 (258). Dichter :n 36 (132). 
app. 18. 19 (547. 548). 213(738). 444(977). Suid. o. O. und 
Grammatiker: II 36 (132). III 53 (258). 444 (977). Suid. a. O. 
Verfasser einer rt^vf} yQafifiarcxf] und einer orofiarix^ oqB'O- 
YQaq)ia: Suid. a. 0. Er studierte Rhetorik in der Stadt des 
Eutocius, d.h. in Elusa: 1136(132), wo sein Vetter Eunomus 
zu Hause war: II 68(164). IV 5 (318). Nach Aegypten zurück- 
gekehrt, wurde er durch einen Proceß gezwungen, von dort 
nach Antiochia zu reisen, wo er die Bekanntschaft des Libanius 
machte: IH 53(258). Im J. 357 lebte er in Elusa als Advocat: 
rV 5 (318). II 36 (132). Im J. 360 hatte er dort die Stellung eines 
öffentlichen Lehrers angetreten und bezog als solcher ein kaiser- 
liches Gehalt: 1136(132). Doch muß er sehr bald darauf nach 
Constantinopel übergesiedelt sein; denn schon im Sommer 361 
war er von hier nach Aegypten zurückgekehrt: app. 18.19(547. 
548). Noch im Jahre 392 wird er als lebend erwähnt: app. 
444 (977). An ihn gerichtet II 71 (167). HI 53 (258). app. 
19(548). 

II. Lehrer in Antiochia, wo er mit seinem früheren Schüler 
Harpocratio gemeinsam tätig war, bis dieser im J. 358 nach 
Constantinopel berufen wurde: IV 55 (367). Hierdurch wird er 
mit Themistius I in einen Briefwechsel getreten sein, der auch 
359 noch fortdauerte: I 52(64). Nachdem Libanius 354 nach 
Antiochia übergesiedelt war, scheint er anfangs zu seinen 
Gegnern gehört zu haben: V 71 (1254). Später hatte er mit 
ihm Freundschaft geschlossen : IV 55(367). Im Herbst 363 reiste 
er dem Hof lager des Kaisers Jovian entgegen und überbrachte dem 
Praefecten Salutius einen Brief des Libanius: add. 315(1060). 
Im J. 364 reiste er nach Cilicien, um sich dort zu vermählen: 
add. 187 (1379) und zugleich das Orakel des Asklepios von 



132 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Tarsus um ein Mittel zu befragen, das die Podagra des Li- 
banius heilen sollte: add. 173(1368). 187(1379). 190(1382). 
Er war also Heide. An ihn gerichtet add. 187 (1379). 190 (1382). 

Eudoxius I. Armenier, Sohn des Caesarius II, Bruder des 
Caesarius III, wahrscheinlich Neffe des Eudoxius, Bischofs von 
Antiochia, Schüler des Libanius seit dem J. 360: 11186(291). 
vgl. 46— 48(251— 253). 52(257). Schon 361 verließ er An- 
tiochia, um nach dem Tode seines Vaters die Erbschaft zu 
regeln, wobei ihn der Praeses von Armenien, Maximus VI unter- 
stützte: 11186(291). app. 32(561). An ihn gerichtet app. 
31 (560). 

II. Cappadocier, Vater des Eudoxius III: Greg. Naz. 
ep. 37. 38. Advocat (qt^tcoq) und Lehrer der Beredsamkeit, be- 
schäftigte sich viel mit Philosophie. An ihn gerichtet Greg. 
Naz. ep. 80. 174—179. 187 = Migne G. 37 S. 153. 284ff. 305. 

IIL Sohn des Vorhergehenden, siedelte nach Constanti- 
nopel über: Greg. Naz. ep. 37. 38. 181 = Migne G. 37 S. 77. 
80. 296. An ihn scheint Greg. Naz. ep. 180 = Migne G. 37 
S. 296 gerichtet zu sein. Vielleicht derselbe Eudoxius, den 
Symmach. ep. IX 2 erwähnt und an den Symmach. ep. VIII 31 
gerichtet ist. 

Euelpistius. Spartaner, Heide, nahm 363 an dem Perser- 
feldzuge des Julian teil, war aber 364 wieder in seiner Heimat: 
add. 97(1179). 101(1228); vgl. S. 88 Anm. 2. Im Jahre 365 
kam er durch Antiochia, um weiter nach Aegypten und von 
dort zu Schiffe heimzureisen: add. 406 (1540). An ihn gerichtet 
add. 97(1179). 406(1540). 

Euethius. Schüler des Libanius; nach der Art, wie ihm 
der Cyrier Pelagius I empfohlen wird, scheint er im J. 364 
irgend eine Amtsgewalt in der Euphratensis ausgeübt zu haben. 
Vielleicht war er Assessor des Praeses Domitianus II. An ihn 
gerichtet add. 88(1207); denn seineu Namen, nicht den des 
Bassus, bietet hier die beste Überlieferung. 

Eugenius L Vater des Themistius I: Them. or. 23 a. Phot. 
cod. 74. Paphlagoner: Them. or. II 28 d. XXVII 333 c. d. The- 
mistius rühmt sich, der Begründer seiner Familie sei durch 
einen Kaiser, der sich nach Jupiter benannt habe, d. h. durch 
Diocletianus Jovius, als Philosoph geehrt worden: or. V63d. 
Da er selbst um 317 geboren war, kann dies nur sein Groß- 
vater gewesen sein, also der Vater des Eugenius. Dieser selbst 



III. Die Adressaten: Eudaemo II — Eugenias I. 133 

war gleichfalls Philosoph: Julian, ep. 18. Them. or. 23a. XXI 
243 b. Er hatte sich dem Aristoteles angeschlossen und Kom- 
mentare zu dessen Schriften verfaßt: Them. or. XX 234 d — 
•235c. XXIII 294d. Er war nicht reich, aber wohlhabend: Them. 
or. II 28 d. XXIII 291 d, und beschäftigte sich auf seinen Gütern 
gern mit der Landwirtschaft: Them. or. XX 236 d. Er starb als 
Heide: Them. or. XX 234c, worauf ihm sein Sohn die noch er- 
haltene Gedächtnisrede XX hielt. In der Vorrede dazu spricht 
er die Absicht aus, auch eine Biographie seines Vaters zu 
schreiben; aber ob er sie ausgeführt hat, ist zweifelhaft. Er 
besaß mehrere Söhne; doch scheint nur Themistius ihn über- 
lebt zu haben, da er allein sein Erbe antrat : Them. or. XX 233 d. 
Über die Zeit seines Todes würde Themist. or. II 28 d Auf- 
schluß geben, wenn hier nicht die Überlieferung eine ganz 
eigentümliche Zwiespältigkeit zeigte. In der Mehrzahl der Hand- 
schriften lautet die Stelle: mq ra fiev xQ^jff^''^^ ^« ^/^« xara- 
ytJiaöra xal jtevla jtokXrj xal eXdrro) rj tpsxag JtQoq (oxsavor, 
ov (lovov oda eyco xixrtjfiac, dkXa xal oöa 6 JtarrjQ jrore xal 
oöa fj lirftriQ xal oöa §,vf/jtavrBg Ilatpkaydveg. Hier muß man 
aus dem jtort schließen, daß der Vater des Themistius zu der 
Zeit, als diese Rede gehalten wurde, d. h. im Jahre 355, schon 
tot war. Aber im Ambrosiauus besagt der Schluß des Satzes 
etwas ganz anderes: ov (lovov oöa eyco xtxr7]fjat vvv, dXXa 
xal oöa 6 JtarrjQ xal oöa ^vfijtavreg na(pXay6veg, Hier wird 
Eugenius noch als lebend vorausgesetzt, und das rvv besagt 
zugleich, daß Themistius künftig reicher zu werden erwartet, 
offenbar wenn er nach dem Tode seines Vaters dessen Erbe 
angetreten hat. Beide Versionen ergeben einen ganz ver- 
nünftigen Sinn; die Verschiedenheit kann also nicht durch das 
Versehen irgend eines Schreibers herbeigeführt sein, aber auch 
nicht durch die Korrektur eines späten Interpolators, da zu 
einer solchen nicht der geringste Grund bemerkbar ist. Wie 
mir scheint, kann es sich nur um zwei verschiedene Redaktionen 
der Stelle handeln, die beide von Themistius selbst herrühren. 
In der Form des Ambrosianus dürfte sie vor dem Tode des 
Eugenius geschrieben und nach demselben so verändert sein, 
wie die übrigen Handschriften es bieten. Dies mit Sicherheit 
zu behaupten, ist zwar nicht möglich, ehe die Überlieferung 
des Themistius in weiterem Zusammenhange untersucht ist, 
daß aber die Lesung des Ambrosianus die ursprüngliche 



134 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

ist, scheint sich auch aus einem Briefe des Libanius zu 
ergeben. 

Add. 79(1174) ist an einen Eugenius gerichtet. Hier heißt 
es von Asklepios: 6 filv djtaXXdxru voöcov, öv 6e ojtcog xal 
rovg aXXovg (corrigiert in rdq äXXag) öiw§ovöiP ^ötcog jiotslg. 
Leider ist die Stelle verdorben; denn die handschriftliche Kor- 
rektur in rag aXXag ist offenbar Interpolation. Ich habe an die 
Lesung gedacht: ov de, ojicog xal xd xdXXovg öcco^ovotv rjdtcog, 
jtocelg, halte sie aber selbst für sehr zweifelhaft. Jedenfalls aber 
ist hier die Tätigkeit des Eugenius zu der des Gottes in 
Parallele gestellt, und dies kann kaum in einem anderen Sinne 
geschehen sein, als daß dieser die Leiber der Menschen heilt, 
jener irgend eine heilende Wirkung auf die Seelen ausübt, d. h. 
er ist Philosoph. Wir werden hiernach in ihm den Vater des 
Themistius erkennen dürfen; da aber jener Brief erst 364 ge- 
schrieben ist, kann jener nicht schon vor 355 gestorben sein. 
Auch der Brief des Kaisers Julian an ihn (18) dürfte kaum 
früher sein, als die Thronbesteigung desselben (6. Nov. 355), 
obgleich sich dies aus dem Inhalt nicht mit Sicherheit er- 
kennen läßt. 

II. Praefect von Aegypten in den J. 331 und 332: Larsow, 
Die Festbriefe des heil. Athanasius S. 27. 77. 

III. Flavius Eugenius, Hof beamter des Constans: Dessau 
1244 = CIL VI 1721. Er stand beim Kaiser in hoher Gunst 
und mißbrauchte sie, um dem Corinther Aristophanes, mit dessen 
Familie er verschwägert war, sein Vermögen zu rauben und 
schwere Verfolgungen zu bereiten: or. XIV 10. 11. 45 p. 427. 
428. 440. Im J. 346 war er Magister officiorum: Dessau a. 0. 
Äthan, apol. ad Const. 3 = Migne G. 25 S. 600. Später wurde 
er Praefectus praetorio und starb als Consul designatus. Con- 
stans ließ ihm auf dem Forum Trajans eine Statue setzen, die 
von Magnentius umgestürzt, aber von Constantius II neu er- 
richtet wurde: Dessau a. 0. 

IV. Schüler des Libanius, wahrscheinlich jüngerer Bruder 
des Cosmas. Denn im J. 390 wird app. 324 (856) an beide 
gemeinsam gerichtet und dieser steht voran. 

V. Salbenhändler, im J. 364 erwähnt: add. 48 (1303). 
Eugnomonius. Studiengenosse des Libanius in Athen: 

VI 65 (473). In den Jahren 357 und 358 verfaßt er kaiserliche 
Erlasse und führt seinen Titel vom Briefeschreiben (ovö?]g ool 



III. Die Adressaten: Eugenius I — Eapaterius. 135 

jrQoörjyoQcag djto rov ejtcörtkkeiv)^ ist also wohl magister 
epistularum. An ihn gerichtet IV 73 (385). VI 65 (473). 

Euippius. An ihn im Winter 356/7 gerichtet VI 54 (462). 

Eumathius I. Wahrscheinlich Isaurer, da er im J. 365 
an demselben Orte mit Dionysius II lebt: add. 388 (1528). 
Seine Söhne wurden Schüler des Libanius. An ihn gerichtet 
im Winter 356/7 VI 48 (456), im J. 365 add. 387 (1527). Auf 
ihn könnte sich auch add. 102 (1095) beziehen. 

II. Pädagoge des Anatolius V: 1 27 (30). 75 (86). II 33 (129). 

Eumolpius. Jüngerer Verwandter des Libanius, der 314 ge- 
boren war: I 61 (73), Bruder eines Domitius: or. XL 17 p. 372, 
der Praefectus praetorio Orientis gewesen sein muß. Denn als 
sein Amtsabzeichen wird ein Wagen genannt: or. XL 7 p. 368, 
und seine Macht dehnte sich nicht nur über Syrien, sondern 
auch über Aegypten aus: or. XL 21 p. 375. Wahrscheinlich ist 
damit Domitius Modestus, Praefect 370 — 377, gemeint (s. unten). 
Dazu paßt es, daß Eumolpius sich für die Beförderung des 
Hyperechius I interessiert: app. 43 (571); vgl. S. 38, für welche 
auch Modestus sich eifrig bemühte: app. 179 (702). 191(714). 
197 (721); vgl. 3 (532). HI 106 (311). Im J. 357 scheint er Con- 
sularis Phoenices gewesen zu sein, da Sophronius II in seinen Lei- 
stungen an den Staat von ihm abhängig erscheint: IV 3 (316). In ' 
den J. 359 und dann wieder 364 dürfte er nach I 61 (73) und 
add. 82 (1121) einflußreiche Stellungen bei Hofe bekleidet haben. 
Im J. 384 war er Consularis Syriae und suchte die Hungersnot, 
welche damals die Provinz heimsuchte, durch Mildtätigkeit zu 
lindern: or. XXVH 6. 18 p. 113. 119. In der Zwischenzeit lebte 
er in oder bei Antiochia, wo seine Nachbarn Alexander XHI und 
Magnus I waren ; mit jenem war er befreundet, mit diesem lebte 
er in Feindschaft: or. XL 9. 12 p. 369. 370. Mit Libanius stand 
er anfangs in freundlichem Verhältnis, vgl. or. I 189 p. 122; er 
beredete ihn, einen Panegyricus auf seinen Bruder Modestus zu 
halten: or. XL 17 p. 372 flF. Doch erzürnte er den Rhetor 
dadurch, daß er ihm die Schüler entzog, indem er die Jüng- 
linge Antiochias veranlaßte, zu ihrer Ausbildung nach Rom zu 
gehen, wo sie Latein lernen konnten, und rief dadurch die 
noch erhaltene Streitrede XL gegen sich hervor. An ihn ge- 
richtet: I 61 (73). IV 3 (316). add. 82 (1121). 

Eapaterius. Praeses Palaestinae secundae, gleich nach- 
dem die Provinz im Jahre 358 neu geschaffen war; vgl. 



136 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

IV 24 (337). S. 1 1 1 . An ihn gerichtet IV 25 (338). Wahrscheinlich 
derselbe, der gemeinsam mit seiner Tochter von Basilius über 
die Natur der Dreieinigkeit Belehrung erbat und von ihm den 
Brief 159 = Migne G. 32 S. 620 empfing. 

Eupator. Seine Söhne waren im Jahre 355 Schüler des 
Libanius; an ihn gerichtet V 36 (1235). 

Euphemius I. Seiue Adresse steht dreimal neben der des 
Demetrius I: II 89 (185). VI 35 (443). app. 4 (533), und ein- 
mal scheint darauf hingedeutet zu werden, daß dieser seine 
Rückkehr von einer Reise demnächst erwarte: 11156(261). 
Da Demetrius in Tarsus zu Hause war, dürfte hiernach auch 
Euphemius dort gewohnt haben. Ein Brief vom J. 356 scheint 
an ihn als Privatmann gerichtet zu sein: VI 35 (443). Die 
folgenden zeigen ihn als Beamten in den Jahren 360 und 361: 
II 89 (185). III 8 (210). 100 (305). app. 4 (533). 6 (535). Der 
letzte vom Jahre 364 spricht davon, daß er kürzlich sein Amt 
niedergelegt habe: add. 144(1126). Welches dieses war, ist 
zweifelhaft. Es erstreckte sich über Syrien, da ein Apparitor 
von ihm in Beroea stationiert war: 1189(185); doch kann er 
nicht Consularis Syriae gewesen sein, weil in derselben Zeit 
Italicianus, Siderius und Alexander III diese Stellung nach- 
einander bekleideten. Auch werden Briefe, die ihn als Be- 
amten erkennen lassen, an ihn nach Cicilien (s. oben) und 
nach Phönicien gerichtet: 111100(305); er scheint also auch 
in diesen Provinzen amtlich beschäftigt gewesen zu sein, wonach 
man schließen muß, daß die ganze Diöcese des Orients ihm 
unterstand. Aber Comes Orientis war er nicht, da in der Zeit 
seines Amtes Modestus, Julianus II und Rufinus V nacheinander 
in dieser Stellung nachweisbar sind. Er begleitet den Kaiser 
bei einem Jagdausfluge: 11156(261), steht also in nahen Be- 
ziehungen zum Hofe. Durch ihn werden dem Antoninus 11 
Transportleistuugen (öirjjysip) aufgelegt; doch ist er nicht im- 
stande, dies selbständig zurückzunehmen, sondern kann nur durch 
seine Fürsprache bei einem Höheren dahin wirken: 1118 (210). 
Danach möchte man in ihm einen Unterbeamten des Coraes 
sacrarum largitionum sehn, vielleicht den Comes largitionum 
per Orienten!. — Obgleich dem Libanius (geb. 314) gleich- 
altrig, scheint er doch dessen Schüler gewesen zu sein; denn 
jener sagt, daß er zu ihm in einem väterlichen Verhältnis 
stehe: add. 144 (1126); vgl. S. 54 Anm. 2. Vor dem Jahre 360 



III. Die Adressaten: Eupaterius — Eusebius I. 137 

hatte er ÜDglück mit einer ersten Ehe gehabt, also wahrschein- 
lich sich Yon seiner Frau geschieden: II 89 (185). Im Jahre 364 
war er wieder verheiratet: add. 144(1126). An ihn gerichtet 
II 89 (185). III 8 (210). 100 (305). VI 35 (443). app. 4 (533). 
<H535). add. 144(1126). 

IL Cappadocier: Greg. Naz. epitaphia 28,4. 32,4. 33,2 
= Migne G. 38 S. 25 jBf. Sohn des Amphilochius II und der 
Livia: Greg. Naz. epit. 25, 5. 28, 3. 33, 1, Bruder des Amphi- 
lochius III: Greg. Naz. epit. 28, 3. Schüler des Libanius im 
Jahre 361: app. 20(549). 56. 57(584. 585a). Er starb als 
Zwanzigjähriger: Greg. Naz. epit 30, 1, kurz vor seiner Hochzeit: 
Greg. Naz. epit. 29,3. 33,3. 34,3; vgl. 25,5. 28—36. 

Euphronius. Cilicier, Vater des Pandorus, der 362 und 
863 als Schüler des Libanius nachweisbar ist: app. 130 (655). 
add. 281 (1452). Vielleicht identisch mit dem Euphronius, der 
359 Praeses Mesopotamiae war: Amm. XVIII 7, 3. An ihn 
im J. 363 gerichtet add. 281 (1452). 

Eupsychius I. Angesehener Cappadocier aus Caesarea, 
Christ, jung verheiratet, erleidet unter Julian den Märtyrertod: 
Sozom. V 11,7. 8. 

II. Beamter im J. 388. An ihn gerichtet app. 275 (806). 

Eusebius I. Flavius Eusebius: CIL X 477. Papyr. Am- 
herst II p. 169. Consul im Jahre 347. Im J. 360 verfügt ein 
Gesetz des Constantius, außer den Gütern des Kaisers, der 
rechtgläubigeu Kirche und des Königs von Armenien soll nur 
noch die domus clarissimae memoriae Eusebii ex consule et 
ex magistro equitum et peditum von der Steuerpflicht befreit 
sein: Cod. Theod. XI 1, 1. Danach müssen die Erben dieses 
Mannes eine sehr hohe Ausnahmestellung im Reiche eingenommen 
haben. Man irrt daher wohl nicht, wenn man in ihm den 
Vater der Kaiserin Eusebia und ihrer Brüder, der Consuln des 
Jahres 359, Flavius Eusebius und Flavius Hypatius, erblickt: 
Amm. XXI 6, 4. XXIX 2, 9, obgleich dessen Name nirgends 
genannt wird. Denn daß dieser Consul gewesen war, ist durch 
Julian, or. III 107 d. 109 a beglaubigt. Seine Tochter stammte 
aus Thessalonice her: Julian, or. III 107d. 110b. Hier muß also 
seine Heimat gewesen sein. Er selbst war von niederem Ge- 
schlecht: Julian, or. 111108 c. Mithin wird er sich durch den 
Kriegsdienst zur höchsten StaflPel der militärischen Laufbahn 
und zum Consulat aufgeschwungen haben. Als Eusebia sich 



138 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

im Winter 352/3 mit dem Kaiser Constantius 11 verheiratete, 
war ihr Vater schon tot: Julian, or. III 110c. d; vgl. Cod. Theod. 
XI 1, 1. 

II. Flavius Eusebius: BGü I 316. Äthan, de syn. 8 = 
Migne G. 26 S. 692. Socrat. 11 37, 18. Sohn des vorhergehen- 
den, bekleidete als Schwager des Kaisers gemeinsam mit seinem 
Bruder Flavius Hvpatius im Jahre 359 das Consulat: Amm. 
XVIII 1,1. XXI 6, 4. XXIX 2, 9. Hieron. dial. adv. Lucif. 17 
= Migne L 23 p. 170. Da er immer an erster Stelle genannt 
wird, muß er der ältere gewesen sein. Im Winter 352/3 
feierte Eusebia ihre Hochzeit mit dem Kaiser und sorgte dann 
sehr bald für die Beförderung ihrer Brüder: Julian, or. III 116a. 
Denn ein Eusebius, der zum Kaiserhause gehörte (V 75 (1257): 
ßaCiXtl cSv oixetog), also jedenfalls mit diesem identisch ist, war 
355 Consularis Hellesponti gewesen und stieg im folgenden 
Winter zum Consularis Bithyniae auf: V 74—76(1256—1258). 
Um das J. 372 wurden er und sein Bruder angeklagt, nach 
der Krone gestrebt zu haben. Obgleich der Prozeß zu keinem 
Beweise führte, wurden sie doch verbannt und mit einer hohen 
Geldstrafe belegt, bald darauf aber wieder zurückgerufen und 
das Gezahlte ihnen erstattet: Amm. XXIX 2, 9 — 11. Daß ihr 
Name auf den Inschriften radiert worden sei, wie Joh. Schmidt, 
Hermes XV S. 577 fiP. annimmt, beruht nur auf der unrichtigen 
Annahme, Leontius IH habe im Jahre 359 eine zweite Stadt- 
praefectur bekleidet: s. unten. An ihn könnte V 34 (1233) ge- 
richtet sein; denn daß der Adressat hier itQa xs^pakrj genannt 
wird, läßt sich auf seine vornehme Verwandtschaft beziehen. 

III. Fälschlich auf den vorhergehenden bezogen hat man 
die folgende Inschrift aus Nepet: CIL XI 3203: Memoriam 
Fl, Eusebius | in re sua sibi et suis ineolumis \ fecit quique 
urbanis cohortibus | inculpatae in Campaniae \ usque v. c. con- 
sularis exornans \ principatum stipendiis ratione \ decursis 
inplevit militiam. Daß hier die Worte durch Schuld des Stein- 
metzen übel durcheinandergeworfen sind, hat Mommsen gesehen. 
Wir stellen den Text folgendermaßen her, indem wir das Um- 
gestellte in eckige Klammern setzen: Memoriam Fl(avius) Eu- 
sebius in re sua sibi et suis ineolumis fecit, inculpate usque v(iri) 
cßarissimi) consularis [Campaniae] exornans principatum, 
[quique [in] urbanis cohortibus] stipendiis ratione decursis 
inplevit militiam. Der Mann hatte also im Officium des Prae- 



III. Die Adressaten: Eusebius I — V. 139 

fectus Urbi die niedrigeren Grade in ihrer vorgeschriebenen 
Reihenfolge (ratione) durchlaufen, war dann im Officium des 
Consularis Campaniae Princeps geworden und ließ sich, während 
er diese Stellung bekleidete, in seiner Heimat Nepet sein Grabmal 
erbauen. Da er hiernach nur Subalternbeamter war, kann er 
trotz der Namensgleichheit mit dem Bruder der Kaiserin nichts 
gemein gehabt haben; auch ist die Stilisierung seiner Grab- 
schrift von ganz plebejischer Art. Ihre Zeit läßt sich nicht 
sicher bestimmen, doch ist sie nicht früher als das 4. Jahr- 
hundert. 

IV. Eusebius mit dem Spitznamen Mattyocopa: Amm. 
XV 5, 4. Er war Comes rerum privatarum bei Constans im 
J. 342: Cod. Theod. X 10, 6. Im J. 355 hielt er sich als ein- 
flußreicher Privatmann am Hoflager zu Mailand auf und be- 
teiligte sich hier an der Intrigue, welche den Silvanus zur 
Usurpation trieb: Amm. a. 0. Als sie ans Licht kam, wurde 
ihm der Proceß gemacht, doch erlangte er trotz seines Geständ- 
nisses Freisprechung: Amm. XV 5, 13. 14. 

V« Eunuche, Praepositus sacri cubiculi des Constantius: 
Amm. XIV 10,5. 11,2. 21. XV 3,2. XVIII 4,3. XX 2,3. XXH 
3,12. Philostorg. IV 1. Socrat. II 2,5. III 1,46. 49. Sozom. III 
1,4. IV 16, 22. V5, 8. Äthan, ep. ad. Jovin. Migne G. 26 S. 824. 
Zonar. XIII 9 p. 19b. Joh. mon. vit. S. Artemii 15. 21. 40. 
Er war aus dem Sklavenstande hervorgegangen: or. XVIII 152 
p. 573. Amm. XXII 3, 12, übte aber lange Jahre hindurch über den 
Kaiser einen unheilvollen Einfluß aus: Amm. XVI 8,13. XVIII 
4,3. XXI 16,16. XXII 3, 12. Julian, ep. ad Athen. 274a. Äthan, 
ad mon. 37 = Migne G. 25 S. 737. Zonar. XHI 9 p. 19c. Liban. 
or. XIV 3. 65. XVHI 152 S. 425. 448. 573. Im J. 354 wurde er 
nach Cabillonum geschickt, um durch Geldverteilungen einen 
Soldatenaufstand zu stillen: Amm. XIV 10,5. Bald darauf leitete 
er auf der dalmatischen Insel Flanona das Verhör des Caesars 
Gallus und verfügte seine Hinrichtung: Amm. XIV 11,2. 21. 
Philostorg. IV 1. Zonar. XHI 9 p. 19b. Sozom. V 5, 8. Socrat. III 
1,49. Julian ep. ad Athen. 272d. Joh. mon. a. 0. Liban. or. 
XVIII 152 S. 573. Dann hielt er in Aquileia mit grausamer 
Härte über dessen Anhänger Gericht: Amm. XV 3,2. Eine 
Zusammenkunft des Kaisers mit Julian, dem Bruder seines 
Opfers, wußte er lange zu verhindern: Julian, ep. ad Ath. 274a; 
vgl. ep. 17,384d. Für den Arianismus gewonnen, beeinflußte 



140 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

er den Kaiser in seinem Sinne: Socrat. II 2,5. Sozom. III 1,4. 
Äthan, ad mon. 51. 58 =Migne G. 25 S. 756. 764; vgl. Theodor, 
h. e. II 16,9. 15. 28. 29. Nachdem er schon vorher die Erhebung 
des Eudoxius auf den Bischofsstuhl von Antiochia veranlaßt 
hatte: Socrat. 1137,9. Sozom. IV 12,4. 16, 22, wurde er im 
J. 355 zu dem Bischof Liberius von Rom geschickt, um ihn durch 
Drohungen und Geschenke zur Verurteilung des Athanasius 
zu bewegen. Als jener ihn abwies, legte Eusebius die Geschenke 
in der Peterskirche nieder, von wo sie auf Befehl des Liberius 
entfernt wurden: Äthan, ad mon. 35 — 37 = Migne G. 25 S. 733. 
Im J. 359 wirkte er auf die Synoden von Ariminum und 
Seleucia zugunsten der Arianer ein: Sozom. IV 16,22. Um die- 
selbe Zeit suchte er den Magister militum ürsicinus zu ver- 
derben, mit dem er verfeindet war, weil dieser ihm sein Haus in 
Antiochia nicht hatte abtreten wollen: Amm. XVIII 4, 3. 5, 4. 5. 
XX 2,3. Nach dem Tode des Constantius (3. Nov. 361) soll er 
heimliche Versuche gemacht haben, dem Julian einen Gegen- 
kaiser durch eine neue Wahl gegenüberzustellen: Amm. XXI 
15,4, doch wurde er bald darauf hingerichtet: or. XVIII 152 
p. 573. Amm. XXII 3, 12. Philostorg. IV 1. Socrat. III 1, 49. 
Sozom. V 5,8. Joh. mon. vit. S. Artemii 21. 40. 

VI. Decurio sacri palatii, im J. 346 mit Aufträgen des 
Kaisers Constantius nach Aegypten geschickt: Äthan, apol. c. 
Ar. 56 = Migne G. 25 S. 349. Vielleicht identisch mit dem Vor- 
hergehenden. 

VII. Emesener, mit dem Beinamen Pittacas, Advocat, im 
J. 354 auf einen falschen Verdacht hin in Antiochia gefoltert 
und hingerichtet: Amm. XIV 7,18. 9,4 — 6. 

VIII. Tribunus fabricae in Antiochia, erwähnt im J. 354: 
Amm. XIV 7, 18. 9,4. 

IX. Oheim des Parthenius:I 58(70). Er gehörte in An- 
tiochia zum engsten Freundeskreise des Libanius: 119(31). 
IV 35 (348), bis er im Jahre 359 starb: 158(70); vgl. 52(64). 
1114(110). or. 1118 p. 80. 

X. Schulgenosse des Libanius: III 47(252). VI 91 (500); 
eifriger Heide: III 83(288). Seine Söhne besuchten seit dem 
J. 357 dessen Schule: VI 90. 91 (499. 500) und scheinen sie erst 
361 verlassen zu haben, da in dieser Zeit von dem Lohne für 
die Bemühungen des Lehrers die Rede ist: III 59(264). 71 (276). 
Da er Bruder oder Schwager des Armeniers CaesariusII war: 



III. Die Adressaten: Eusebius V — XII. 141 

II 47 (252) und ein Brief an ihn III 59 (264) mitten in einer 
nach Armenien gerichteten Gruppe steht, wird auch er dort 
seine Heimat gehabt haben. Mithin dürfte er derjenige Eusebius 
sein, der 11183(288) im J. 361 als Schützer und Helfer des 
armenischen Jünglings Letoius IV und seiner Mutter erscheint. 
Hierauf bezieht sich auch 11192(297): jtQcor^v ^filv es^gjtaöag 
vtov ix jtvQog xal jtovovg vjtiötrjg, oior)q av rig vxsq vttcog. 
Aus diesem Brief in Verbindung mit dem vorhergehenden 

III 91 (296) lernen wir, daß er im Rate derjenigen Stadt Einfluß 
besaß, welche das Brüderpaar Agroecius I und Eusebius XI zur 
Übernahme ihrer Decurionatslasten zwingen wollte. Hiernach 
muß er Mitbürger dieser beiden gewesen sein. Wenn also 
app. 24. 25 (553. 554) hintereinander die Adressen: jiyQoixUp 
xal EvöeßUp und Evösßlm stehn, so wird man annehmen dürfen, 
daß die letztere ihn meint. Hiernach sind an ihn gerichtet 
11159(264). 71(276). 92(297). VI 90 (499). app. 25(554). 

XI. Armenier, Bruder des Agroecius I, Schüler des Li- 
banius: s. S. 50. An ihn und seinen Bruder gemeinsam ge- 
richtet app. 24 (553). 

XIL Schüler des Libanius: I 59 (71). V 54 (1085), und 
das zwar in Antiochia, obgleich er nicht Autiochener war: 
III 16 (218), also nicht vor dem J. 354, in dem jener dort seine 
Schule eröffnete. Danach muß er im Jahre 355 noch ein sehr 
junger Mann gewesen sein, war aber doch schon in der Lage, 
Grünst zu erweisen: V 54(1085), und erscheint dann bis zum 
J. 361 als vielvermögende Persönlichkeit bei Hofe: 159(71). 
HI 16 (218). app. 55 (583). Da kaiserliche Befehle durch Briefe 
seiner Hand nach Antiochia gelangen: III 16 (218), möchte man 
ihn für den Leiter einer der drei großen Scrinia halten. Doch 
andererseits ist er nicht regelmäßig in der Umgebung des 
Kaisers, sondern kommt 359 nach Antiochia: I 59 (71), um 
dieselbe Zeit, wo jener den Beschluß faßte, in den Orient über- 
zusiedeln, und reist ihm ebenso 361 nach Constantinopel voraus: 
app. 8 (537). 55 (583). Dies scheint darauf hinzuweisen, daß 
er Quartiermacher des Hofes, also Castrensis sacri palatii war. 
Mit dem Tode des Constantius scheint auch er aus der Korre- 
spondenz des Libanius zu verschwinden, gehörte also vielleicht 
zu denjenigen Beamten des Kaisers, denen Julian den Proceß 
machen ließ: Amm. XXII 3. An ihn gerichtet I 59 (71). 
11116(218). V 54 (1085). 60(1244). app. 55(583). 



142 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

XIII. Phönicier, Advocat, wurde kurz vor dem J. 360 
von seinem Bruder enterbt: II 96(192). 

XIV. Bruder des Artemisius und des Ammianus III, im 
J. 365 dem Domninus 11 empfohlen, der damals wahrscheinlich 
die Phoenicia Libanensis verwaltete, also wohl in dieser Provinz 
zu Hause: add. 417.418(1548. 1549). 

XV. Vetter des Vorhergehenden: add. 417 (1548). 

XVI. Ein Eusebius vermittelte im J. 364 Briefe zwischen 
Libanius und Acacius II, der sich damals in Palaestina aufhielt: 
add. 171 (1366). 194(1384). Er könnte mit einem der Vorher- 
gehenden identisch sein. 

XVII. Mesopotamier, Sohn des Pappus I, in den J. 361 
und 362 Schüler des Libanius: 111103(308). app. 123(649). 

XVIII. Sinopenser, wahrscheinlich älterer Bruder des 
Paustus I, mit dem gemeinsam er die Schule des Libanius 
besucht hatte. An beide zusammen im Jahre 360 gerichtet 
1182(178). 

XIX. Ancyraner, angesehener Advocat, wahrscheinlich 
Bruder des Olympius VIII, Schwiegersohn des Agesilaus, 
Schwager des Strategius II und des Albanius, Vater des 
Eusebius XX: S. 51. Libanius hatte, ehe er 354 nach Anti- 
ochia übersiedelte, viel in seinem Hause verkehrt: add. 129 (1334). 
Im J. 361 war er in Antiochia gewesen und reiste von dort 
nach Galatien zurück, da er durch app. 8 (537) dem Consular 
der Provinz empfohlen wird. Im J. 364 scheint er nicht mehr 
am Leben gewesen zu sein ; denn als Eusebius XX in die 
Schule des Libanius eintritt, ist in den Briefen, die hiervon 
sprechen: add. 127—129(1097. 1333. 1334). 155(1353), nur von 
den Oheimen des Jünglings, nicht von seinem Vater die Rede. 
An ihn im Winter 355/6 gerichtet V 79 (1260); vgl. S. 51, er- 
wähnt add. 154(1352). 

XX. Ancyraner, Neffe des Olympius VIII: add. 128 (1333), 
des Strategius II und des Albanius: app. 127(1097). 155(1353), 
wahrscheinlich Sohn des Vorhergehenden. Er hatte zuerst in 
Ancyra den Unterricht des Androcles genossen: app. 129(1334), 
ging aber im J. 364 nach Antiochia, um dort in die Schule 
des Libanius einzutreten: app. 127—129 (1097. 1333. 1334). 
155(1353). Der Zeit nach könnte er der Eusebius sein, den 
Libanius als den besten seiner Schüler preist und auf dessen 
frühen Tod er im Jahre 380 eine Monodie verfaßte: or. 1 188. 
189 p. 121. 



III. Die Adressaten: Eusebius XIII— XXII. 143 

XXL Antiochener, daher nicht mit Eusebius XIX zu ver- 
wechseln, obgleich auch sein Bruder ein Olympius V war: add. 
301(1056); vgl. 284 (1055). Doch war er Sohn des Asterius: 
add. 299(1464). 319(1476), von dem ausdrücklich überliefert 
ist, daß er zur Bürgerschaft von Antiochia gehörte: II 101 (197). 
Im Gegensatze zu seinem Vater und Bruder war er Christ; 
aber als er Macht besaß, hatte er sie nicht gegen die Heiden 
gemißbraucht, sondern sich so gemäßigt gezeigt, als wenn er 
die heidnische Reaktion, die unter Julian eintreten sollte, vorher- 
sehe^. Danach scheint er unter Constantius irgend ein Amt 
bekleidet zu haben, das ihm jene Macht verlieh. Im J. 363 
wurde er beschuldigt, Christen, die zum Heidentum abgefallen 
waren, wieder zu ihrer früheren Religion bekehrt zu haben. 
Infolgedessen ließ ihn der Consularis Syriae Alexander III in 
Fesseln legen und so grausam behandeln, daß er im Hause des 
Libanius Schutz suchte: add. 298 (1057). Dieser verwendete 
sich in den Briefen add. 284 (1055). 298 (1057). 301 (1056) für 
ihn; mit welchem Erfolge, ist unbekannt. 

XXII. Antiochener, Sohn des Olympius V: app. 257(789), 
also Neffe des vorhergehenden und Enkel des Asterius, meist 
durch das Epitheton 6 öo(pcör7]g bezeichnet. Er war Schüler des 
Libanius: app. 294(825). 347(879). Durch ein Dekret des 
Stadtrates wurde ihm in Antiochia ein Lehrstuhl der Rhetorik 
angeboten: app. 294(825). Nachdem er ihn übernommen und 
den greisen Libanius eine Zeitlang erfolgreich in seiner Lehr- 
tätigkeit unterstützt hatte: app. 291— 293. 295. 296(822—824. 
826. 827), beschloß der Stadtrat, beim Kaiser für ihn eine 
Titularwürde zu erbitten, die ihn über das Decurionat erhob: 
app. 294 (825). 257 (789). Im ganzen wurden vier Beschlüsse 
gefaßt, die ihn vor den Decurionatslasten sicher zu stellen 
schienen: or. LIV 52 p. 161, und Kaiserbriefe bestätigten sie: app. 
291—294(822—825). Doch unter Theodosius wurde der Mangel 
an Decurionen so groß, daß man auch an den Privilegien der 
öffentlichen Lehrer zu rütteln begann: or. I 257 p. 154. Als 
388 eine Gesandtschaft von Antiochia dem Kaiser zu seinem 
Siege über Maximus gratulieren sollte, da erwartete mau, daß 
sie ihn zugleich bitten werde, den Eusebius wieder den De- 



1) Add. 298(1057): ovo' inl trjg i^ovaiag ßagvq ^v ovo' vßQLarrjg' 
^^(prig äv aizbv inioxaod^ai xo /xiX?.ov, ovxod fxexQiog rjv. 



144 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

curionenpflichten zu unterwerfen, und Libanius suchte dem in 
einem -Briefe an Eusebius XXVII entgegenzuwirken: app. 
257 (789). Die Furcht vor diesen Machinationen dürfte es 
gewesen sein, welche unseren Eusebius bewog, sich zu einer 
zweiten Gesandtschaft wählen zu lassen, obgleich er wegen 
seiner Privilegien nicht dazu verpflichtet war, einen solchen 
Auftrag anzunehmen: app. 294(825). 265— 267 (797a— 798). 
or. XXXII 3 p. 224. I 258 p. 154. Und wirklich erlangte er mit 
Hilfe seines mächtigen Namensvetters eine Entscheidung des 
Praefecten, die ihn freisprach. Darauf scheint er heimgekehrt 
zu sein, während jene erste Gesandtschaft noch am Hofe zurück- 
blieb, und diese erwirkte mit Unterstützung des Consulars Syriae 
Eustathius V, daß der für Eusebius günstige Spruch zurückge- 
nommen und sein Schicksal wieder in Frage gestellt wurde: app. 
291(822). or. LIV 52 p. 160; vgl. app. 289. 290(820. 821). 
Im Beginn des Winters 388 sah er sich gezwungen, noch einmal 
an den Kaiserhof zu reisen, um dort seine Sache zu führen, 
wobei ihm die Empfehlungsbriefe app. 291—296 (822—827) mit- 
gegeben wurden. Er gewann seinen Proceß und kehrte 390 nach 
Antiochia zurück: app. 305—308 (836—839). 347 (879). Seine 
Mutter wird 388 als lebend erwähnt: app. 291 (822). Von seinen 
Schriften nennt Libanius eine Lobrede auf den Proculus III 
als Comes Orientis: app. 293(824). 

XXIII. Ein gleichnamiger Vorfahr des Vorhergehenden 
war ebenfalls Lehrer der Beredsamkeit gewesen: app. 294(825). 
Falls wir in diesem seinen mütterlichen Großvater sehn dürfen, 
kann er mit einem der beiden Folgenden identisch sein. 

XXIV. Carier aus Myndus, Schüler und Gehilfe des Ae- 
desius in Pergamum, wo der spätere Kaiser Julian bei ihm 
rhetorischen und philosophischen Unterricht nahm: Eunap. vit. 
soph. p. 474. 475. 

XXV. Alexandriner, Schüler des Proaeresius in Athen. 
Als dieser durch den römischen Senat angegangen wurde, einen 
seiner Schüler als Lehrer der griechischen Rhetorik nach Rom 
zu senden, wählte er den Eusebius: Eunap. vit. soph, p. 493. 

XXVI. Von einem vxagxog t^^ Ilovrixrjg fioiQag, was 
nur einen Vicarius dioeceseos Ponticae bedeuten kann, erzählt 
Greg. Naz. or. XLIII 55—57 = Migne G. 36 S. 565, teilweise 
auch Greg. Nyss. laud. Basil. = Migne G. 46 S. 797, das 
folgende. Sein Assessor habe eine reiche und vornehme Witwe 



III. Die Adressaten: Eusebius XXII — XXVIII. 145 

zwingen wollen, ihn zu heiraten, und sie habe ein Asyl in einer 
Kirche von Caesarea Cappadociae gesucht. Der Vicar habe 
darauf ihre Auslieferung von dem Bischof Basilius verlangt, 
und als dieser sich weigerte, ihn mit Geißel und Folter bedroht. 
Da habe die Bevölkerung der Stadt, namentlich die Arbeiter 
der kaiserlichen Waflfenfabriken und Webereien, sich erhoben, 
und der Aufruhr habe den Vicar so in Angst gesetzt, daß er 
Basilius um Hilfe anflehte, der denn auch die Ruhe wieder- 
herstellte. Der Name des Beamten wird hier nicht genannt, 
aber der Kommentar des Nicetas von Serrae zu der Rede des 
Greg. Naz. gibt an, es sei Eusebius, der Oheim der Domnica, 
der Gattin des Kaisers Valens, gewesen: Greg. Naz. opera. 
Cöln 1690 II S. 781. Da Basilius von Ende 370 bis zum 
1. Jan. 379 Bischof war, muß das Vicariat des Eusebius in 
diese Zeit fallen. An ihn könnte add. 400(1537) gerichtet 
sein. Denn der Adressat ist ein Mann, der im J. 365, also 
unter Valens, großen Einfluß bei Hofe besitzt. 

XXVII. Praeses Thebaidos vor dem Jahre 384: Mitteis, 
Melanges Nicole S. 375. Praefectus Augustalis im Jahre 385: 
Bauer u. Strzygowski, Eine Alexandrinische Weltchronik S. 54. 
Mitteis, Archiv f. Papyrosforsch. II S. 267. 270. Wahrscheinlich 
ist dies der Eusebius, der in den Jahren 388 — 390 eine hohe 
Stellung am Hofe des Arcadius einnahm: app. 233(766). Da 
der Erfolg der Gesandtschaften von seinem Wohlwollen ab- 
hängig erscheint, möchte man in ihm den Magister officiorum 
vermuten, zu dessen Obliegenheiten es gehörte, sie beim Kaiser 
einzuführen: app. 233(766). 237(769). 257(789). 260(792). 
289 (820). Er war mit Libanius und den andern Häuptern des 
Stadtrates von Antiochia persönlich bekannt: app. 237 (769). 
245 (777). 273 (804). Danach muß er entweder Bürger der Stadt 
gewesen sein oder doch längere Zeit dort gelebt haben. An 
ihn gerichtet: app. 231 (764). 233(766). 237(769). 241(773). 
245(777). 257(789). 260(792). 273(804). 280(811). 289(820). 
291(822). 305(836). 313(844). 340(872). 345(877). 364(896). 

XXVIII. Adoptivsohn des Gaius III, der seines verstor- 
benen Vaters Bruder war: app. 272 (803); vgl. 271(802). Er 
war Schüler des Libanius und hatte sich dabei so tüchtig erwiesen, 
daß dieser ihn durch einen Protrepticus aufforderte, auch seiner- 
seits die rhetorische Lehrtätigkeit zu ergreifen: app. 271 (802). 
Durch einen Proceß gegen Prophetius hatte er einen großen 

Texte u. Untersuchungen etc. NP XV, 1. 2 10 



146 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Teil seines Vermögens verloren: app. 271 (802). 273. 274 (804. 
805). Seine Mutter als lebend erwähnt: app. 271 (802). Er 
reiste 388 nach Constantinopel, um seine Aufnahme in den 
dortigen Senat zu erwirken, und nahm dabei die Empfehlungs- 
briefe app. 271—274(802—805) mit. 

XXIX. Comes sacrarum largitionum am Hofe des Ho- 
norius, erwähnt am 22. Mai 395: Cod. Theod. XV 1,32, wo 
Jun. für Jul. zu lesen ist. Als Praefeetus praetorio Italiae 
erwähnt im Jahre 395 am 17. Juni und 19. Dec: Cod. Theod. 
XV 14, 12. 115,14; im Jahre 396 im Januar: Paulin. vit. 
Ambr. 34, am 29. März: Cod. Theod. XIII 11,8, am 9. Juli: 
Cod. Theod. XIV 3, 19, am 23. Dec: Cod. Theod. XIII 5,26. 
An ihn gerichtet Symmach. ep. IX 55, vielleicht auch VIII 8. 34. 

XXX. Arzt, erwähnt um das Jahr 382: Symmach. ep. 
II 18, 2. V 36. 37. 

XXXI. Palatinus rerum privatarum, nachweisbar von 
384—397: Symmach. rel. 48, 1. ep. IV 43; derselbe wohl ge- 
meint Symmach. ep. VII 53. IX 55. 59. 

XXXII. Dichter, erwähnt im Jahre 393: app. 476. 
477(1009. 1010). 

XXXIII. Dichter, war im J. 400 Schüler des Sophisten 
Troilus in Constantinopel und erlebte dort die Kämpfe gegen 
Gainas, die er später als öxoXaörixog, d. h. als Advocat, in 
einem hexametrischen Epos von vier Büchern, der Gainias, 
schilderte: Socrat. VI 6, 36. 

XXXIV. Sohn des Odaenathus, Abkömmling des gleich- 
namigen Herrschers, also wahrscheinlich Palmyrener: app. 
393 (925). An ihn im J. 393 gerichtet app. 465 (998). 

XXXV. Älterer Bruder des Theodotus IV, an beide 
geraeinsam im J. 393 gerichtet app. 481(1014). 

XXXVI. Notarius, hatte im J. 396 dies Amt niedergelegt: 
Symmach. ep. V 54. 66. 

XXXVII. Cronius Eusebius, Consularis Aemiliae, Vicarius 
Italiae im J. 399: Dessau 1274 = CIL VI 1715. 

XXXVIII. Unbestimmbare Eusebii: add. 420 (1082). or. 
LIV 73 p. 175. Symmach. ep. III 35. IV 22. 66. V 22. VI 34. 
VII 86. 101. 

Eustathius I. Comes rerum privataruln, erwähnt am 
15. Mai 345: Cod. Theod. X 10,7 und am 8. März 349: Cod. 
Theod. II 1,1. XI 7,6. In. den beiden letztgenannten Gesetzes- 



III. Die Adressaten: Eusebius XXVIII — Eustathius V. 147 

fragnienten bezeichuet ihn die Überschrift als praefectus prae- 
torio^ doch zeigt ihr Inhalt, daß er Comes rerum privatarum 
war. Er war Christ und verwandte den großen Einfluß, den 
er beim Kaiser Constans besaß, zugunsten des verbannten 
Athanasius: Philost. III 12. 

IL Heidnischer Philosoph, Cappadocier, Schüler des Jam- 
blichus: Eunap. vit. soph. p. 458. Verwandter des Aedesius, der 
ihm seinen Lehrstuhl in Cappadocien übertrug, als er selbst 
nach Asien übersiedelte: a. 0. p» 465. Er heiratete die Prophetin 
Sosipatra: a. O. p. 466. 471, und zeugte mit ihr drei Söhne, 
darunter den Antoninus IV: a. O. p. 469. 470. Da dieser nicht 
nach 320 geboren sein kann (s. S. 78), muß die Hochzeit schon 
früher stattgefunden haben. Im Winter 355/6 war er in An- 
tiochia: V 80 (1261). Basil. ep. l = Migue G. 32 S. 221. Von 
dort reiste er nach Aegypten: Basil. a. 0. Im J. 358 wurde er 
wegen seiner vielbewunderten Überredungskunst der Gesandt- 
schaft beigegeben, die an den Perserkönig geschickt wurde: 
Amm. XVII 5,15. 14,1. Eunap. a. 0. p. 465. Basil. a. 0. Der 
Kaiser Julian berief ihn durch den Brief 76 an seinen Hof. 
Seine Gattin überlebte ihn: Eunap. a. 0. p. 369. An ihn ge- 
richtet 1127(123). Basil. ep. 1. Julian, ep. 76. 

IIL Arat, Sohn des Oribasius, der ihm eine seiner medi- 
cinischen Schriften widmete: Phot. c. 218. Er war Christ und 
befreundet mit Basilius von Caesarea. An ihn gerichtet Basil. 
ep. 151. 189 = Migne G. 32 S. 605. 684. 

IV. Nicomedenser, nach Phönicien übergesiedelt, wo seine 
Frau im Jahre 361 von Lucianus vergewaltigt wurde: app. 22. 
23(551. 552). Da er hier ein armer Mann genannt wird, könnte 
er identisch mit dem Schuldner des Seleucus sein, der im 
J. 365 erwähnt wird: add. 358(1505). 360(1073). 

V. Carer, in Athen ausgebildet, machte schon in jugend- 
lichem Alter rhetorische Kunstreisen in Phönicien und Pa- 
laestina. In Antiochia hörte er Vorträge des Libanius und wurde 
von diesem durch die Lobrede XLIV geehrt; vgl. or. LIV 2 
S. 126. I 271 S. 161. Verschwägert mit dem Advocaten Hera- 
clius III: or. LTV 13. 76 S. 132. 180. Er verließ seine Heimat 
und ließ sich in Tyrus nieder: or. I 271. 274 S. 161. 163. LIV 18. 
66 S. 135. 170; vgl. 4. 21 S. 127. 138. Er bereicherte sich in 
drei Amtern: or. I 271 S. 161, von denen eines das des ratt- 
onalis summarum per Orientem gewesen zu sein scheint. Denn 

10* 



148 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

er hatte darin mit den kaiserlichen Einkünften zu tun und resi- 
dierte in Antiochia, wo er den Verkehr mit Libanius eifrig 
pflegte: or. LIV 2 S. 126. I 271 S. 161. Durch Bestechung wurde 
er ■ Consularis Syriae: or. LIV 3 8.126. I 272 S. 162. Denn 
Comes Orieutis kann er nicht gewesen sein, weil Lucianus, der 
dieses Amt bekleidete, nicht als sein Vorgänger oder Nach- 
folger, sondern als sein Vorgesetzter erscheint: or. LIV 22. 26 
S. 139. 141. Seine Amtszeit währte zehn Monate: or. LIV 75 
S. 179, die ganz oder zum größten Teil dem J. 388 angehörten. 
Denn innerhalb derselben wurde der Usurpator Maximus be- 
siegt: or. LIV 20 S. 137 und die Olympien gefeiert: or. LIV 56 
S. 164, die im Sommer jedes julianischen Schaltjahres statt- 
zufinden pflegten: Sievers S. 207. Auch steht es durch den 
Brief app. 231 (764) fest, daß die Denuntiation des Romulus 
gegen Libanius in dieses Jahr fiel, und Eustathius hatte sie 
als Consular veranlaßt: or. LIV 39. 40. 59. 62. 78 S. 151. 166. 
168. 180. I 273 S. 162. Vorher hatte er geäußert, er wolle 
künftigen Statthaltern ein Beispiel geben, wie man Lehrer der 
Beredsamlieit ehren müsse: or. 1271 S. 161. LIV 3. 9. 8. 126. 
130, und erklärte auch später, den Libanius zu lieben: or. 
LIV 59 S. 166. Zwar gab er ihm seinen Sohn in die Schule: 
or. LIV 3. 16. 30. 32. 6ß, 78 S. 126. 134. 144. 146. 170. 181, 
bezahlte aber kein Honorar für ihn: or. LIV 17 S. 135, und als 
Libanius bei ihm seinen Einfiuß geltend machen wollte, wies er 
ihn schroff zurück: or. I 272 p. 162 und zeigte sich ihm in keiner 
Weise gefällig. Ja, er stiftete den Romulus au, gegen ihn aus- 
zusagen, daß er Orakel über die Familie des Kaisers befragt 
habe, und verwickelte ihn dadurch in einen Kriminalproceß: 
app. 231. 232(764. 765). 284(815). or. LIV 39. 40. 59. 62. 78 
S. 151. 166. 168. 180. I 273 S. 162. Nichtsdestoweniger suchte 
er ihn zu einem Panegyricus auf sich zu veranlassen: or. LIV 
75 S. 178 ff. Statt dessen hielt Libanius, nachdem Eustathius 
sein Amt niedergelegt hatte, auf ihn eine noch erhaltene Schmäh- 
rede: LIV. Nach seiner Abdankung wurde er gezwungen, einen 
Teil der erpreßten Gelder wieder herauszugeben, und in Tyrus, 
wohin er zurückkehrte, entging er der Volkswut nur durch 
große Geschenke: or. I 274 p. 163. 

VI. App. 302 (833) ist nur fälschlich mit dem Namen des 
Eustathius überschrieben, um dem Eustochius, an den dieser 
verletzende Brief in Wirklichkeit gerichtet war, eine nach- 



III. Die Adressaten: Eustathius A' — Euthalius I. 149 

trägliche Genugtuung zu gewähren. Dies ist app. 320 (851) 
ausdrücklich gesagt; vgl. S. 19. 

Eu8tochiusL Palaestinenser: app. 176(699). 321(853). 
Advocat:III38 (243). app. 176(699). 302(833). add. 412 (1544). 
Als solcher vertritt er Apellio, Macedonius I: app. 176 (699). add. 
186(1378), Gorgonius: add. 54(1306) und Gerontius III: app. 
176(699). In den J. 360 — 365 hält er sich meist in Antiochia 
auf, reist aber in einer Sache des Apellio im Jahre 360 nach 
Constantinopel: III38. 39(243.244). app. 176(699), 365 ist 
er unterwegs nach dem Hoflager: add. 411. 412(1149. 1544) 
und sehr bald darauf in Aegypten: add. 424 (1553). In Phönicien 
besaß er Güter: II 102(198). Im J. 390 hatte er sich in seine 
Heimat Palaestina zurückgezogen: app. 321 (853), wohin app. 
302(833). 320(851) an ihn gerichtet wurden. Wie Libanius 
320 (851) ausdrücklich sagt, hat er bei 302 (833) die Überschrift 
in Evöraß-lro geändert, weil Eustochius sich durch diesen 
spöttischen Brief beleidigt fühlte und nicht wollte, daß er mit 
seinem Namen auf die Nachwelt komme. Erwähnt II 104 (200), 
vielleicht auch or. XXVIH 24 p. 142. Basil. ep. 72= Migne 
G.32 S.440. 

II. Lehrer der Rhetorik in Athen; an ihn gerichtet Gregor. 
Naz. ep. 189—191 = Migne G. 37 S. 308. Vielleicht war er es, 
den Kaiser Julian durch ep. 20 zum 1. Januar 363 nach An- 
tiochia einlud, um seinem Consulatsantritt beizuwohnen. 

Eustolius. Apamener: add. 276(1447); vgl. 277(1448), 
in nahen Beziehungen zu Sopater I, da add. 47 (1100) nach der 
besten Überlieferung an sie beide gemeinsam gerichtet ist. 
Doch scheinen sie nicht Brüder gewesen zu sein : add. 276 (1447). 
An ihn allein aus den J. 360—364: 1137(133). add. 24(1164). 
243 (1421a). 276(1447). Dagegen scheint 1138(134) ihm 
fälschlich zugeschrieben zu sein, da zwei gleichzeitige Emp- 
fehlungsbriefe für denselben Mocimus nicht an dieselbe Person 
gerichtet sein können; vgl. Sopater I. 

Euthalius I. Da Briefe an ihn wiederholt mit solchen 
zusammenstehen, die erweislich nach Cilicien gerichtet sind, 
wird auch er dort seinen Wohnsitz gehabt haben. Er war mit 
Libanius verschwägert: I 36 (48) und bekannte sich zum Heiden- 
tum: add. 100(1208)^. Da er schon im J. 359 Greis genannt 
wird, muß er von dem folgenden verschieden sein : I 36 (48). 

1) Dieser Brief ist nach der besten Ül)erlieferLing au ihn gerichtet. 



150 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

An ihn in den Jahren 357—364 gerichtet: VI 120 (529). add. 
100(1208). 226(1412). 

IL Laodicener, schon als Jüngling Consularis Lydiae. 
Wegen Plünderung der Provinz wurde er von dem Praefecten 
Rufinus XII mit einer hohen Geldstrafe belegt, wußte sich ihr 
aber zu entziehen, indem er für den Sack mit Goldstücken, 
nachdem diese geprüft und richtig befunden waren, einen ganz 
ähnlichen voll Kupfergeld unterschob. Dieser Witz, der ihm den 
Spitznamen BaXavräq eintrug, erregte in Constantinopel solche 
Freude, daß Euthalius an den Hof beschieden und dort in großen 
Gnaden aufgenommen wurde. Hier lernte ihn Synesius in den 
J. 400 — 402 kenneu. Im J. 404 wurde er an Stelle des Pen- 
tadius Praefectus Augustalis: Synes. ep. 127. Ein Heliodor besaß 
in Alexandria bei ihm großen Einfluß: Synes. ep. 117. Der 
Zeit nach könnte an ihn gerichtet sein app. 464 (997) aus dem 
Jahre 393. 

Eutherius I. Armenier, als Kind von Feinden gefangen, 
zum Eunuchen gemacht und an römische Händler verkauft, 
durch die er als Sklave an den Hof Constantins des Großen 
gelangte: Amm. XVI 7,5. Durch mannigfache Tugenden aus- 
gezeichnet, diente er dem Constans nicht nur als Kammer- 
diener, sondern auch als Ratgeber: Amm. XVI 7,4. 5. Als Julian 
Caesar war, bekleidete er an seinem Hofe die hohe Stellung 
eines Praepositus sacri cubiculi und wurde von ihm gerne zu 
Sendungen an den Kaiser Constantins benutzt, bei dem er gleich- 
falls Vertrauensperson gewesen zu sein scheint: Amm. XVI 
7,2. 3. 6. XX 8,19. Nach seiner Abdankung ließ er sich in Rom 
nieder und lebte dort noch um das J. 392: Amm. XVI 7,7. 
Er war Heide; an ihn gerichtet Julian ep. 69. 

II. Constantinopolitaner: II 11 (106), Praeses Armeniae in 
den J. 360 und 361 : II 10. 11 (105. 106). III 43 (248). 48 (253). 
58(263). 67(272). 68(273). 82(287). app. 166(689). Da er 
seine Statthalterschaft der Redekunst verdankte, scheint er vorher 
Advocat gewesen zu sein: III 43(248). Sein Sohn Philopatris 
besuchte zuerst die Schule des Acacius II, dann des Libanius: 
III 57. 58 (262. 263). 60 (265). S. 41. Nachdem ihn Maximus VI 
im Jahre 361 in Armenien abgelöst hatte: 11182(287). app. 
166(689), scheint er Praeses Aegypti geworden zu sein: III 
90(295). An ihn gerichtet 1134(130). 11143(248). 48(253). 
57(262). 67(272). 90(295). 



III. Die Adressaten: Euthalius I — Eutropius IV. 151 

Eutocius. Er nahm im Rate der Stadt, in der Eudaemo I 
sein Lehramt verwaltete, d. h. in Elusa, im J. 360 die führende 
Stellung ein: 1136(132). Dazu paßt es, daß Leute, die aus 
Antiochia nach Aegypten reisen, unterwegs seine Gastfreund- 
schaft in Anspruch nehmen: add. 166(1363). An ihn gerichtet 
in den J. 356—364: 1136(132). VI 26 (433). add. 166(1363), 
erwähnt app. 216 (749). Von diesen Briefen eröffnet VI 26 (433) 
die Korrespondenz mit ihm, ist also der älteste. 

Eutolmlus I. Arzt in der Provinz des Asclepius I, d. h. 
wahrscheinlich in Cilicien. Da er von diesem redet, wie ein 
Vater, muß er im J, 355 schon ein älterer Mann gewesen sein: 
V 42 (1191). 

II. Beamter im J. 365; an ihn gerichtet add. 410(1222). 

EutropiuH I. Antiochener, Sohn des Hesychius II, Bruder 
des Celsus I, Schwiegersohn des Armeniers Acontius, auch mit 
Libanius verschwägert: IV 63 (375). add. 382 (1223). Vgl. S. 104. 

II. Domitius Eutropius, vir clarissimus, unter Valentinian, 
Valens und Gratian, d. h. innerhalb der J. 367 — 375, Praeses 
Giliciae: CIL III 13619—13621. GIG 4437. Er könnte mit dem 
Vorhergehenden identisch sein. 

III. Marcell. Empir. praef. 2 zählt unter den medicinischen 
Schriftstellern, die in lateinischer Sprache geschrieben hatten, 
folgende auf: aliique nonnnlli etiam proximo tempore illustres 
honoribus viri, cives ac maiores nostri^ Siburiits, Eutropius 
atque Ausonius. Danach scheint der Eutropius, welcher über 
Medicin geschrieben hatte, Burdigalenser gewesen zu sein und 
um diese Zeit gelebt zu haben. Was für Ämter er bekleidete, 
ist nicht bekannt. 

IV. Der Geschichtschreiber. Er war Neffe und Schüler 
des Acacius II: app. 141. 142 (666. 667). add. 191 (1202). 
194 (1384). Zuerst wird er im Jahre 361 erwähnt, als er mit 
einer Botschaft seines Oheims aus Palaestina nach Antiochia 
kommt: III 87 (292). Doch schon 362 waren griechische Reden 
von ihm veröffentlicht: app. 141 (666). add. 191(1202). Damals 
war er nach Antiochia gekommen, um dem Kaiser Julian eine 
Rede seines Oheims zu überbringen, kehrte aber sehr bald wieder 
nach Palaestina zurück: app. 141. 142(666. 667). Bei dieser 
Gelegenheit dürfte er die Aufforderung erhalten haben, im 
Gefolge des Kaisers den Perserfeldzug mitzumachen; denn daß 
er dies getan hat, sagt er selbst: X 16, 1. Nach seiner Rück- 



152 Seeck, Die Briefe des Libanius. 

kehr im J. 363 ließ er sieh in Antioehia als Advocat nieder, 
unterbrach aber sehr bald seine Tätigkeit, um nach Palaestina 
zu gehen und dort zu heiraten: add. 191(1202). Doch schon 
364 kam er wieder nach Antioehia: add. 194(1384), aber nur 
um nach Constantinopel weiterzuziehn, wo er zunächst eine 
erfolgreichere Advocatentätigkeit, dann aber auch ein Staatsamt 
erhoffte und für diesen Zweck dem einflußreichen Themistius I 
empfohlen wurde: add. 191(1202^ Dessen Fürsprache wird 
ihm zu der Stellung eines Magister memoriae verhelfen haben, 
die er bekleidete, als er im Jahre 369 dem Kaiser Yalens sein 
Geschichtswerk widmete: Seeck, Symmachus S. CXXXIII. Er 
wurde dafür durch das Proconsulat von Asien belohnt: Amm. 
XXIX 1, 36, das er benutzt zu haben scheint, um in seiner 
Provinz Grundbesitz zu erwerben: Symm. ep. III 53. Noch 
während seines Amtes wurde er um 372 gemeinsam mit Li- 
banius auf Zauberei angeklagt, aber freigesprochen: or. I 159 
p. 106. Amm. a. O. Doch war damit, solange Yalens regierte, 
seine Ämterlaufbahn beendet; auch scheint er sehr bald die 
Vorsicht gebraucht zu haben, dessen Gebiet zu verlassen und 
seinen Wohnsitz in Italien zu nehmen. Denn noch in demselben 
Jahrzehnt erscheint er in Rom und gehört dort zu dem engsten 
Freundeskreise des Symmachus: ep. III 50, der an ihn die 
Briefe III 46 — 53 gerichtet hat. Im Jahre 378 war er noch 
Privatmann: Symm. ep. III 47. Doch kurze Zeit nach dem 
Tode des Valens im J. 379 berief ihn Gratian wieder in den 
Hofdienst: Symm. ep. III 50; wahrscheinlich übertrug er ihm 
das Amt des Comes rerum privatarum: Seeck, Symmachus 
S. CXXXIII Anm. 656. Gleich darauf trat er in den Dienst 
des Theodosius über und wurde zum Praefectus praetorio 
Orientis ernannt: Greg. Naz. ep. 71 = Migne G. 37 S. 136. In 
diesem Amte wird er erwähnt im J. 380 am 7. Jan.: Cod. lust. 
I 54,4; am 17. Juni: Cod. Theod. III 5,10. 11. 6,1. IV 19, 1. 
VI 10, 1. IX 27, 2. 42, 8. 9; am 1. Juli: Cod. lust. VI 23, 16; 
am 27. Juli: Cod. Theod. XII 12, 7; am 17. Aug.: Cod. Theod. 
XV 1, 21; am 16. Nov.: Cod. Theod. X 10, 15; am 18. Dec: Cod. 
lust. VI 56, 4; vgl. V 9, 1; am 30. Dec: Cod. Theod. IX 2, 3. 
3, 6; im J. 381 am 10. Jan.: Cod. Theod. XVI 5, 6; am 3. Febr.: 
Cod. Theod. VI 35, 11; am 2. Mai: Cod. Theod. XVI 7,1; 
am 8. Mai: Cod. Theod. XVI 5, 7; am 30. Mai: Cod. Theod. 
III 8,1; am 3. Juni: Cod. Theod. II 9,2; am 4. Juni: Cod. 



III. Die Adressaten: Eutropius IV— VI. 153 

Theod. XIII 11,1; am 21. Juli: Cod. Theod. XII 1, 85. 86; 
am 5. Sept.: Cod. Theod. YII 13,10; am 28. Sept.: Cod. lust. 
V 34,12; ohne Datierung Sirm. 7; mit falschem Datum Cod. 
lust. IX 29, 3. Nach seiner Abdankung blieb er im orien- 
talischen Beichsteil, wo er die Briefe des Gregor von Nazianz 
70. 71 = Migne G. 37 S. 133 empfing und im J. 387 das Consulat 
bekleidete. Die Übersetzung seines Geschichtswerkes ins Grie- 
chische dürfte er selbst veranlaßt haben. Denn ein Paeanius 
war sein Mitschüler bei seinem Oheim Acacius II, also jedenfalls 
ein persönlicher Bekannter von ihm: add. 193. 194(1383. 1384). 
und denselben Namen trug sein Übersetzer. Im J. 390 lebte 
er noch und nahm eine geachtete Stellung am Hofe ein, wie 
app. 366 (898) beweist, ein Brief, der jedenfalls an ihn ge- 
richtet ist. 

V. Sohn eines entlaufenen Colonen, der bei einem Be- 
amten Türhüter geworden war, als Buhlknabe dessen Gunst 
gewonnen und dadurch Reichtümer erworben hatte: or. IV 15. 
17 p. 213. Er selbst studierte erst Rhetorik, dann Jurisprudenz: 
or. IV 16—18 p. 213. 214. Erst wurde er Advocat: or. IV 18 
p. 214. Dann erkaufte er durch Bestechungen, zu denen er 
das Geld hatte borgen müssen, das Amt eines Consularis Syriae: 
or. IV 20—22. 39 p. 215. 223. Er bekleidete es, nachdem 
Theodosius den Usurpator Maximus besiegt hatte, also nicht 
vor dem J. 388: or. IV 13 p. 212. Da Libanius ihm vorwirft, 
er habe mit allen Mitteln Geld zusammengescharrt: or. IV 21. 
23. 24 p. 215. 216 und das Gleiche von dem unmittelbaren 
Nachfolger des Eustathius V berichtet: or. I 282 p. 168, dürfte 
er dieser Nachfolger gewesen sein, also seit dem Ende des 
Jahre 388 Syrien verwaltet haben. Frau und Kinder von ihm 
werden erwähnt or. IV 34 p. 221. Er hatte Libanius einen 
Schwätzer genannt, wodurch dieser sich zu der Schmährede 
or. IV gegen ihn veranlaßt sah. 

VI. Claudius Septimius Eutropius, praeses Thebaidos 
unter der Praefectur des Tatianus I, d. h. zwischen 388 und 392: 
J. G. Milne, A history of Egypt under Roman rule S. 195 ^ 

1) Während des Druckes geht mir L. Mitteis, Griechische Urkunden 
der Papyrussammlung zu Leipzig I zu, wo derselbe Mann am 26. De- 
oember 389 erwähnt wird: S. 122. Denn wenn er hier Flavius Septimius 
Eutropius genannt wird, so ist dies, wie Mitteis S. 336 richtig bemerkt, 
, einfache Gedankenlosigkeit, hervorgerufen dadurch, daß um jene Zeit fast 
alle Leute Flavius heißen." 



154 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

VII. Sophist, in Athen ausgebildet, erwähnt im J. 392 : 
app. 452 (985). An ihn könnte gerichtet sein app. 498 (1030). 

Eutychianus L Cappadocier, Vicarius numeri Primo- 
armeniorum, Christ, machte im Jahre 363 den Perserkrieg des 
Julian mit und beschrieb ihn in einem chronographischen Werke: 
Müller, Frg. hist. G. IV S. 4. 6. Daß dieses zu den Haupt- 
quellen des Ammian gehörte, habe ich in einer Abhandlung- 
wahrscheinlich zu machen gesucht, welche demnächst im Hermes 
erscheinen wird. Auf ihn könnte sich die Erwähnung add. 
189 (1381) aus dem J. 364 beziehen. 

IL Flavius Eutychianus, Consul im J. 398: Mommsen, 
Chronica minora HI S. 525. Praefectus praetorio Orientis in 
den Jahren 396 — 399 und dann wieder 404 — 405: Socrat. h. e. 
VI 2, 11. Pallad. dial. 3 = Migne G. 47 S. 14. In diesem Amt 
erwähnt im J. 396 am 24. Febr. : Cod. Theod. III 30, 6 ; am 
8. Dec: Cod. Theod. HI 12,3; am 15. Dec: Cod. Theod. 

XII 18,2; am 31. Dec: Cod. Theod. VI 4,30; im J. 397 am 
19. Febr.: Cod. Theod. Xin2, 1; am I.April: Cod. Theod. 
XVI 5, 33; am 4. Sept.: Cod. Theod. VI 3, 4. IX 14,3; am 
8. Nov.: Cod. Theod. IX 6,3; am 23. Nov.: Cod. Theod. II 
33,3; im Jahre 398 am 3. Febr.: Cod. Theod. II 1, 10; am 
4. März: Cod. Theod. XVI 5, 34; am 7. März: Cod. Theod. 

XIII 11,9; am 23. Mai: Cod. Theod. VII 4,25; am 3. Juli: 
Cod. Theod. XV 1, 38; am 6. Juli: Cod. lust. XI 62, 9; am 
27. Juli: Cod. Theod. IX 40, 16. 45, 3. XI 30, 57. XVI 
2,33. Cod. lust. I 4,7; am 25. Oct.: Cod. Theod. XII 1, 159; 
am 6. Dec: Cod. Theod. I 2,11; am 13. Dec: Cod. Theod. 

XV 1,40; im Jahre 399 am 10. März: Cod. Theod. XI 24,4; 
am 14. März: Cod. Theod. XIII 7, 1; am 10. Apr.: Cod. lust. 

XI 62, 10; am 25. Mai: Cod. Theod. XI 24,5; am 6. Juli: 
Cod. Theod. XVI 5, 36; am 10. Juli: Cod. Theod. XVI 10, 16; 
am 25. Juli: Cod. Theod. IX 40, 18; am 11. Dec: Cod. Theod. 

XII 1, 163; am 28. Dec: Cod. Theod. XII 1, 164; am 30. Dec: 
Cod. Theod. XII 1, 165; im J. 404 am 3. Febr.: Cod. Theod. 

XVI 8, 15; am 14. Juli: Cod. Theod. XV 1, 42; am 18. Nov.: 
Cod. Theod. XVI 4, 6; im Jahre 405 am 11. Juni: Cod. lust. 
V 4, 19; ohne Datum Cod. Theod. V 14, 36. Da er natürlich 
schon einige Jahre vor seiner Praefectur ansehnliche Stellungen 
eingenommen haben wird, darf man annehmen, daß app. 
251 (783) aus dem Jahre 388 an ihn gerichtet ist und die 



III. Die Adressaten: Eutropius VII — Felix III. 155 

Erwähnung app. 352 (884) aus dem Jahre 390 sich auf ihn 
bezieht. 

III. Arzt, erwähnt bei Marcell. de med. 14, 70. 

Factinianus« Vater des Letoius VI, Consularis Pamphyliae 
im J. 391; an ihn gerichtet app. 399(932). 

Faustilianus. Lycier, Verwandter des Severus V: app. 
21 (550); an ihn im J. 361 gerichtet app. 14 (543). 

Faustus I. Sinopenser, wahrscheinlich Bruder des Euse- 
bius XVIII, mit dem gemeinsam er die Schule des Libanius 
besucht hatte; an beide zusammen im Jahre 360 gerichtet 
II 82 (178). 

II. Comes sacrarum largitionum zwischen 383 und 392: 
Cod. lust. IV 40, 1 . 

Felix I. Als Angeber im Proceß des Africanus und Marinus, 
der in das Jahr 355 fällt, erwähnt Julian, ad Athen, p. 273d: 
vgl. Amm. XV 3,7 flf. XVI 8,3. 

II. Notarius, wurde nach der Erhebung des Julian zum 
Augustus zu dessen Magister officiorum durch Constantius er- 
nannt: Amm. XX 9, 5. Doch scheint Julian dies nicht anerkannt 
zu haben, denn er selbst ernannte ihn zum Comes sacrarum 
largitionum: Philostorg. VII 10. Theodor, h. e. III 12,2. Amm. 
XXIII 1,5. In diesem Amte wird er am 9. und 23. März 362 
erwähnt: Cod. Theod. 1X42,5. XI 39,5. Er war Christ ge- 
wesen, ließ sich aber durch Julian zum Heidentum bekehren: 
or. XIV 36 S. 436. XVIII 125 S. 564. Theodor, h. e. III 12,3.4. 
Philost. a. 0. Er starb kurz vor Julianus II, also Ende 362 oder 
Anfang 363, an einem Blutsturz : Amm. XXIII 1 , 5. Philost. VII 10. 
Theod. h. e. III 13,4. Soz. V 8,4. Joh. Chrys. de laud. Pauli IV. 
de Bab. 17. 22. exp. in Psalm. CX4. hom. in Matth. IV 1 = 
Migne G. 50 S. 489. 559. 567. 55 S. 285. 57 S. 41. 

III. Consularis Macedoniae, erwähnt am 19. Juli 365: 
Consult. 9,7. Vicarius Macedoniae am 1. December 365: Cod. 
Theod. II 1,5. Comes sacrarum largitionum, erwähnt am 9. März 
370: Cod. Theod. XI 7, 2, und am 12. April 371: Cod. Just. VI 
1,7. Comes Orientis, erwähnt am 8. Juli 380: Cod. Theod. VII 
22,10. Alle diese Ämter können, nach ihrer Reihenfolge zu 
schließen, von derselben Person bekleidet sein; doch ist es auch 
möglich, daß sie auf verschiedene Homonymen zu beziehen 
sind. Der Felix, welcher dem Libanius seinen Sohn in die 
Schule gab und im J. 391 den Brief app. 392 (924) empfing, 
dürfte mit dem Comes Orientis identisch sein. 



156 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Firminus I. Consularis Palaestinae im J. 356; an ihn 
gerichtet VI 38 (446). Nicht an ihn, sondern an Strategius I 
ist nach der "besten Überlieferung IV 13 (326). 

IL Cappadocier: app. 435 (968). ad Bas. 2 (1581). Von 
Basilius dem Libanius empfohlen: ad Bas. 2 (1581), wird er 
dessen Schüler, tritt dann . in ein Officium ein und läßt sich 
endlich als Lehrer der Rhetorik in Cappadocien nieder: app. 
435 (968). Im J. 392 übernimmt er eine Gesandtschaft seiner 
Vaterstadt: app. 448 (981). An ihn gerichtet im Jahre 392 app. 
435 (968), 453 (986), im J. 404 Joh. Chrysost. ep. 80 = Migne 
G. 52 S. 651. 

FlaTianus I. Bithyner, hatte in Athen studiert und kam 
dann uach Antiochia, von wo er nach kurzer Zeit im J. 361 
nach Phönicien reiste: app. 27(556); im J. 363 scheint er in 
Cilicien zu sein: add. 303(1467). Heide: add. 303(1467). Er 
schickte dem Libanius wiederholt Geschenke, für welche app. 
41(569). add. 303(1467) die Daukbriefe sind. 

IL Proconsul Africae, erwähnt am 3. Aug. und 27. Oct. 
361: Cod. Theod. XI 36,14. VIII 5, 10. 

III. lUyrier, Praefectus Aegypti in den J. 364 — 366: 
Larsow, Die Festbriefe d. h. Athanasius S. 41 — 43. 

IV. Virius Nicomachus Flavianus s. Seeck, Symmachus 
p. CXII. Daß seine Annales die Hauptquelle des Ammianus 
Marcellinus waren, habe ich in einem Aufsatz nachgewiesen, 
der im Hermes erscheinen wird. 

V. Nicomachus Flavianus s. Seeck, Symmachus p. CLXI. 
Florentius L Flavius Florentius, Consul im Jahre 361 : 

Mommsen, Chronica minora III S. 522. Vater des Lucianus: 
Zosim. V2, 1. Schon im J. 346 erscheint er als einflußreicher 
Comes des Kaisers Constantius und schreibt an Athanasius, 
um ihn zur Rückkehr nach Alexandria zu bewegen: Äthan, 
hist. Ar. ad. mon. 22 = Migne G. 25 S. 717, woraus man 
schließen darf, daß er Christ war. In den Jahren 357 — 360 
ist er Praefectus praetorio Galliarum und steht dabei in einem 
sehr schlechten Verhältnis zum Caesar Julianus, der ihn au gar 
zu harter Bedrückung der Untertanen zu hindern sucht: or. 
XVIII 84.85 p. 549. 550 Amm. XVI 12,14. XVII 3,2—6. 
XVIII 2, 4. 7. XX 4,2. 6—9. 9,5. Zosim. V2,l. Julian ep. ad 
Athen. 280 A. 282C. 283 A. C. epist. 17 p. 384DflF. Als Julian 
sich zum Augustus ausrufen läßt, flieht er zu Constantius: 



IIL Die Adressaten: Firminus I — Florentius III. 157 

Aram. XX 8,20 — 22. XXI 6,5, und Julian schickt ihm seine 
Familie nach: Aram. XX 8,22. Er wird zum Praefectus prae- 
torio Illyrici und zum Consuln für das J. 361 ernannt: Amm. 

XXI 6,5. XXII 3, 4. Joh. mon. vit. S. Artemii 19 = Mai, Spici- 
legium Bomanum IV S. 354. Doch als Julian in Illyricum ein- 
rückt, flieht er auch von hier: Amm. XXI 9,4. Zosim. III 10,4. 
Abwesend zum Tode verurteilt, hält er sich versteckt und 
kommt erst nach dem Tode Julians wieder zum Vorschein: Amm. 

XXII 3,6. 7,5. 

IL Antiochener: 1117(113); vgl. 111(96). 11117(220). 
VI 17 (424), Sohn des Nigrinianus: Amm. XV 5, 12. XXII 3, 6, 
der 350 Consul war. Dieser Abstammung entspricht es, daß 
ihm eine vornehme Herkunft und großer Reichtum nachgerühmt 
wird: VI 17 (424). Im J. 355 ist er agens pro magistro offi- 
ciorum: Amm. XV 5,12; er befindet sich also in einer ähn- 
lichen Stellung zu den Magistri officiorum Palladius IV und Mu- 
sonius I, wie der Vicar zum Praefecten. Als Magister officiorum 
erscheint er zuerst im Winter 359/60: II 17 (113). Amm. XX 2, 2. 
Doch dürfte er dies Amt schon im Sommer 359 angetreten 
haben, da I 47 (59). 50 (62) darauf hindeuten, daß die bestech- 
lichen früheren Inhaber desselben kürzlich zurückgetreten und 
er an ihre Stelle gesetzt ist. Mit dem Vetter des Libanius, 
dem Notar Spectatus, war er eng befreundet: I 34 (46). 50 (62). 
VI 17 (424). Trotzdem hatte Libanius ihn in Antiochia nur 
sehr wenig gesehen und knüpfte ein näheres Verhältnis zu ihm 
erst durch den Brief VI 17 (424) im J. 356 an, welcher der 
erste der an ihn gerichteten ist. Ihm folgten IV 42 (354). 
I 34 (46). 47 (59). 57 (69). 58 (70). 72 (83). II 1 (96). 17 (113). 
28(124). III 17(220). 44(249). Sie brechen mit dem Tode 
des Constantius im Jahre 361 ab, weil Florentius durch Julian 
seines Amtes entsetzt und auf die Insel Boae verbannt wurde: 
Amm. XXII 3, 6. Falls er nach dem Tode Julians begnadigt 
und nach Antiochia zurückgekehrt ist, was ich für wahrscheinlich 
halte, kann die Erwähnung aus dem Jahre 364 add. 51 (1172) 
sich auf ihn beziehen; doch ist dies zweifelhaft. 

IIL Sicher nicht an den vorhergehenden sind pr. 17(17) 
und add. 429 (Anm. zu 1556) geschrieben. Denn sie eröffnen 
die Korrespondenz mit dem Adressaten, was bei Florentius II 
durch VI 17 (424) geschieht. Da beide Briefe sich auf TatianusI 
berufen, der sie veranlaßt hatte, sind sie an dieselbe Person 
gerichtet, vielleicht an den folgenden Florentius. 



158 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

lY. Comes sacrarum largitionum am Hofe Yalentinians I, 
erwähnt am 8. Sept. 364: Cod. Theod. XIII 1, 6; am 20. Febr. 
365: Cod. Theod. XI 12,3; am 17. Sept. 366: Cod. Theod. 
XII 6, 11; ohne Datum Cod. Theod. V 17, 3. Praefectus prae- 
torio Galliarum: Amm. XXVII 7,7; erwähnt am 3. Juni 367: 
Cod. Theod. XIII 10, 5. 

Y. Anhänger des Usurpators Procopius, von ihm zum 
Befehlshaber der Besatzung von Nicaea gemacht, nimmt ihn 
bei seiner Flucht gefangen und liefert ihn Valens aus, wird 
aber selbst von dem gegen ihn aufgebrachten Heere verbrannt: 
Philostorg. IX 5. Amm. XXVI 9, 8—10. 

YL Dux Germaniae in den letzten Jahren Valentinians I: 
Amm. XXIX 4, 7. 

YIL Florentius oder Florianus oder Florentinus, denn die 
Überlieferung ist schwankend, Comes sacrarum largitionum im 
Occident, erwähnt am 25. Nov. 385: Cod. Theod. I 10,3. XI 
30,46. 36,30. 

YIIL Praefectus Augustalis, erwähnt am 20. Dec. 384 
Cod. Theod. IX 33, 1. XI 39, 9; vgl. Mommsen, Chronica mi- 
nora I S. 297. Die Gesetze, welche ihn noch am 17. Febr 
und 16. Juni 386 nennen: Cod. Theod. I 14, 1. XII 1, 112. Cod 
lust. I 37, 1, müssen falsch datiert sein, da im Jahre 385 
Eusebius XXVII, im Jahre 386 Paulinus I als Praefecti 
Augustales nachweisbar sind: Bauer, Wiener Studien XXIV 
S. 118. Proconsul Palaestinae, erwähnt am 25. Aug. 385: Cod. 
Theod. X 16,4. 

IX. Sohn eines Vaters, der Consularis Syriae oder Comes 
Orientis gewesen war: or. XL VI 6 — 8 p. 466. Er war w^ieder- 
holt in Rom gewesen: or. XLVI 26 p. 480. Noch als Jüng- 
ling: or. XLVI 1 p. 463, war er zuerst Consularis Ciciliae: 
or. XLVI 3 p. 464 und wurde dann Consularis Syriae. Dies Amt 
verwaltete er mit so grausamer Willkür, daß Libanius sich ver- 
anlaßt sah, die Schmährede XLVI gegen ihn zu halten. Sie 
ist nach dem Aufstande in Antiochia, d. h. nach dem J. 387, 
verfaßt: or. XLVI 30 S. 484, wahrscheinlich auch nach dem 
Sturze des Tatianus I und seines Sohnes Proculus III (392), da 
Libanius kaum gewagt hätte, sie so zu schmähen, wie er es 
8 p. 467 tut, solange sie noch die entscheidende Gewalt im orien- 
talischen Reichsteil besaßen. Danach muß man die Statthalter- 
schaft des Florentius frühestens in das Jahr 392 setzen, aber 



III. Die Adressaten: Florentius IV— Fortunatianus I. 159 

auch nicht viel später, da Libanius das Jahr 393 kaum überlebt 
haben kann: S. 24. Dazu paßt es auch, daß von den Consulares, 
die der Redner in seiner Lebensübersicht (or. I) charakterisiert, 
keiner mit Florentius identisch zu sein scheint. Denn derjenige, 
in welchem Sievers S. 189 ihn erblicken will, ist früher. Seine 
Verwaltung wird eben in die kurze Zeit gefallen sein, die 
zwischen dem Abschluß jener Selbstbiographie und dem Tode 
des Verfassers lag. 

X. Christ in Antiochia, Bruder des Valerius: Joh. Chry- 
sost. ad Theod. laps. II 4 = Migne G. 47 S. 313. 

Florus L Er wohnt mitten im Aegeischen Meere, also 
wohl auf einer griechischen Insel; an ihn im J. 364 gerichtet 
add. 53(1305). 

IL Sohn des Euasius, Isaflenser in Africa, wird als An- 
hänger des Firmus um das J. 374 lebendig verbrannt: Amm. 
XXIX 5, 43. 

III. Magister officiorum am Hofe des Theodosius, erwähnt 
am 16. Juni 380: Cod. Theod. VI 27,3. VIII 15, 6 und am 3. Febr. 
381 : Cod. Theod. VI 29,6. Praefectus praetorio Orientis, erwähnt 
im J. 381 am 30. Juli: Cod. Theod. XII 1,87; am 13. Dec: Cod. 
Theod. VI 10,3. 22,6; am 21. Dec: Cod. Theod. XVI 10,7; im 
J. 382 am 22. Febr.: Cod. Theod. 12,8; am 30. März: Cod. 
Theod. X 21,2; am 31. März: Cod. Theod. XVI 5,9; am 
24. Apr.: Cod. Theod. VIII 5,38; am 18. Mai: Cod. Theod. IX 
37,3; am 30. Mai: Cod. Theod. IV 20,2; am 16. Juli: Cod. 
Theod. VIII 5, .39; am 23. Juli: Cod. Theod. VIII 5,40; am 
23. Aug.: Cod. Theod. 1X27,4; am 29. Aug.: Cod. Theod. X 
19,10; am 14. Sept.: Cod. Theod. VIII 1,13. 15,7; am 23. Oct: 
Cod. Theod. XIII, 92; am 17. Dec: Cod. Theod. III 8,2; im 
J. 383 am 2. Febr.: Cod. Theod. VIII 11,4; am 5. März: Cod. 
Theod. XII 1,96; ohne Datum Cod. Just, XI 71,1; falsch datiert 
Cod. Theod. Vi 4, 31. 

Fortunatianus L Heide: app. 80(606). add. 260 (1434a). 
312(1147). Philosoph: app. 30 (559), 80(606) und Dichter: 
app. 260 (1434a). 312(1147). Mit Libanius war er schon früh 
in Verbindung getreten; denn dieser hatte, noch ehe er 354 
nach Antiochia übersiedelte, aus Constantinopel mit ihm kor- 
respondiert: VI 71 (480). Er scheint in Antiochia gewohnt zu 
haben, da bald von seiner Anwesenheit dort die Rede ist: 
IV 55 (367), bald von seiner kürzlich erfolgten Abreise: app. 



• : t '» 



1 60 ö- Seeck, Die Briefe des Libanias. 

30(559). 47(575). add. 402(1538), bald von der Erwartung 
seiner baldigen Rückkehr: add. 31 (1300). 44(1139). Dazwischen 
erscheint er in dem nahe gelegenen Laodicea: add. 149(1348). 
Schon um das Jahr 350 muß er bei Hofe Einfluß gehabt 
haben, da Aristophanes ihm die Aufnahme unter die Agentes 
in rebus verdankte: or. XIV 12 p. 428. Als Ju]jan die Allein- 
herrschaft errungen hatte, reiste er 362 nach Constantinopel, 
um sich ihm vorzustellen: app. 80(606). 102(628). Nach dem 
Tode des Kaisers im J. 363 erscheint er am Hofe Jovians: 
add. 323(1065) in der nächsten Umgebung des Praefecten 
Salutius, vielleicht als dessen Assessor: add. 312(1147). Später 
wurde er bei Valens Comes rerum privatarum; als solcher er- 
wähnt am 30. Apr. und 30. Oct. 369: Cod. Theod. X 19,5. XV 2, 2; 
am 31. Jan. 370: Cod. Theod. VH 13,2 und am 6. Juli 377: Cod. 
Theod. X 16,3. Doch halte ich es für zweifelhaft, ob dies letzte 
Datum richtig überliefert ist; denn schon im J. 371 scheint er 
Comes sacrarum largitionum gewesen zu sein: Zosim. IV 14,1. 
Amm. XXIX 1,5. 2, 1. An ihn gerichtet: VI 71 (480). app. 
30 (559). 36 (564). 47 (575). add. 31 (1300). 44 (1139). 
149(1348). 260(1434a). 312(1147). 323(1065). 402(1538). 

II. Fortunatianus Servilius, Consularis Cretae: CIL III 
12039. Er könnte mit dem Vorhergehenden identisch sein, in 
welchem Falle man annehmen müßte, daß er die Statthalter- 
schaft von Creta zwischen 363 und 369 bekleidet habe. Doch 
ist es wahrscheinlicher, daß wir hier eine andere Person vor 
uns haben; denn nach der Stellung der beiden Namen scheint 
der gewöhnliche Rufname des Mannes eher Servilius als Fortu- 
natianus gewesen zu sein. 

Gaianus. Tyrier: IV 26 (339); vgl. II 23 (119). app. 
186(709). Heide: add. 251 (1426b), Er hatte in Phoenicien 
studiert: app. 186(709); wahrscheinlich war er auf der Rechts- 
schule von Berytus gewesen: add. 262 (1435). Erst war er 
Advocat: 1123(119); dann diente er als Assessor bei einem 
Beamten, der seine Residenz in Antiochia hatte: app. 167 (690). 
186(709), jedenfalls nach 360, da Libanius ihn erst in diesem 
Jahre persönlich kennen lernte: 1123(119). Im J. 362 wurde 
er Consularis Phoenices: app. 167(690). 186(709). 187(710). 
215(740). add. 251 (1426b). 262(1435); vgl. 265 (1438), wie 
er selbst annahm, auf Fürsprache des Libanius: app. 186(709). 
Im J. 363 legte er das Amt in die Hände des Marius nieder: 



III. Die Adressaten: Fortunatianus I — Gaius IL 161 

add. 105 (1044). 348 (1496). Später noch in Phoenicien erwähnt 
add. 108 (1329). Wenn app. 268 (799) sich auf ihn bezieht, 
wie wahrscheinlich ist, lebte er noch im J. 388. An ihn ge- 
richtet II 23 (119). VI 26 (339). app. 167 (690). 186 (709). 
187(710). 215(740). add. 105(1044). 134(1214)1. 157(1355). 
242(1158). 251 (1426b). 262(1435). 309(1472). 348(1496). 

Innerhalb dieser Briefe läßt sich nach dem Inhalt die 
folgende Eeihe herstellen: IV 26(339) beginnt Libanius die 
Korrespondenz, noch ohne den Gaianus persönlich zu kennen 
II 23 (119) ist er zuerst mit ihm in Antiochia zusammen- 
getroffen, wohin Gaianus durch einen Proceß geführt worden 
ist. Beide Briefe zeigen ihn noch als Privatmann. Jetzt tritt 
eine längere Unterbrechung der Korrespondenz ein, weil er als 
Assessor in Antiochia haust, also persönlich mit Libanius ver- 
kehren kann. App. 167 (690) charakterisiert sich selbst als den 
ersten Brief, der an Gaianus nach Übernahme der Statthalter- 
schaft von Phoenicien geschrieben ist. Nachdem dieser mit dem 
Bemerken geantwortet hat, er verdanke seine Stellung dem 
Libanius, wird dies durch app. 186(709) abgelehnt. Es folgt 
die Reihe der Briefe, die Gaianus als Consular erkennen lassen, 
ohne daß sich unter ihnen die Folge feststellen ließe. Add. 
348(1496) wird ihm durch seinen Nachfolger Marius zu- 
geschickt, der ihn in der Verwaltung Phoeniciens ablösen soll. 
Doch dieser Brief ist nicht in seine Hände gelaugt, und seine 
Klage darüber beantwortet add. 105(1044). Wir haben also die 
Reihe: IV 26 (339) < II 23 (1 19) < app. 167 (690) < 186(709) < 
187 (710). 215(740). add. 251 (1426b). 262(1435) < 348(1496) 
< 105(1044). 

Oaius I. Cilicier, älterer Bruder des Athanasius I: add. 
258(1432). app. 169(692); vgl. 168(691). S. 92. Heide: app. 
169(692). add. 258(1432). Er schreibt im J. 363 ein Lob- 
gedicht auf Libanius : app. 2 1 3 (738). add. 234 ( 1 1 1 3) 2. An ihn 
gerichtetVI74(484).app.l68(692). 213(738). add. 234(11 13)2; 

an beide Brüder gemeinsam add. 258(1432). 

IL Cilicier, einziger Sohn des Athanasius I: app. 168 (691), 
Neffe des Vorhergehenden, tritt im J. 362 in die Schule des 
Libanius ein: app. 168 — 170(691 — 693). verläßt sie aber schon 



1) Dieser Brief trägt im Vaticanus die Adresse des Gaianus. 

2) Dieser Brief träß;t im Vaticanus die Adresse des Gaius. 
Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 11 



162 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

363, um wegen eines Kopfleidens Hilfe bei dem Asklepios von 
Tarsus zu suchen: add, 258(1432). 

IIL Adoptivvater seines Brudersohnes Eusebius XXVIII, 
im J. 388 als lebend erwähnt: app. 271.272(802. 803). Von 
dem Vorhergehenden muß er verschieden sein, weil er einen 
Bruder besessen hatte, während jener der einzige Sohn seines 
Vaters war. 

IV. Proconsul Palaestinae im Jahre 392 ; an ihn gerichtet 
app. 424 (957). Er könnte mit einem der beiden Vorhergehenden 
identisch sein. 

Oamallel. Patriarch der Juden; in dieser Stellung nach- 
weisbar unter Theodosius I, einige Zeit vor dem J. 395: Hieron. 
ep. 57,3 = Migne L. 22 8.570 und dann wieder im J. 415: 
Cod. Theod. XVI 8,22; denn es ist kein Grund, in den hier 
erwähnten Gamaliels verschiedene Personen zu sehen. Bei 
Theodosius stand er in so hoher Gunst, daß dieser den Con- 
sular Hesychius V hinrichten ließ, weil er, mit Gamaliel ver- 
feindet, durch einen Verrat von dessen Schreiber sich seiner 
Papiere bemächtigt hatte: Hieron. a. O. Ihm wurde sogar die 
Titularwürde eines Praefectus praetorio verliehen, aber als er 
sich Übergriffe gegen die Christen erlaubte, im J. 415 wieder 
entzogen : Cod. Theod. XVI 8, 22. Er scheint als medizinischer 
Schriftsteller tätig gewesen zu sein; jedenfalls wird ein Recept 
bei Marcell. de med. 23,77 ihm zugeschrieben. Sein Sohn war 
Schüler des Libanius: app. 485 (1018). Denn der Zeit nach 
muß er der jtaTQcdQx?]g sein, an den in den Jahren 388 — 393 
app. 301 (832). 304 (835). 360 (892). 361 (893). 471 (1004). 
484(1017). 485(1018). 492(1025) geschrieben sind. 

Gemellus I. Cilicier, Sohn des Anatolius II, jüngerer 
Bruder des ApoUinaris IV, wahrscheinlich älterer des Ana- 
tolius VI, Schüler des Libanius: S. 66. 80. An ihn gemeinsam mit 
seinem Bruder ApoUinaris gerichtet IH 31 (234). 102 (307). app. 
23(552). 193(716). 353(885). add. 428(1556), an ihn allein 
app. 443 (976). 483(1016). 494(1027). Nach diesen Briefen 
muß er mindestens bis 393 gelebt haben. Er kann also mit 
dem vornehmen Christen identisch sein, an den Joh. Chrys. 
ep. 79. 124. 132. 194 = Migue G. 52 S. 650. 678. 690. 720 ge- 
richtet sind. Dieser scheint nach ep. 79. 124 um das J. 405 
Praefectus urbis Constantinopolitanae gewesen zu sein. 

IL Verwandter des Libanius, bekleidete im J. 364 ehi 



III. Die Adressaten; Gaius II — Gerontius III. 163 

Amt, bei dem er unter den Augen des Comes Orientis Juli- 
anus VII zu wirken berufen war: add. 205(1394). 

Grenesius. Er scheint Verwandter des Demetrius I gewesen 
zu sein und in Tarsus gewohnt zu haben, da an beide zugleich 
über denselben Schüler berichtet wird: 15. 6(22. 23). An ihn 
im J. 358 gerichtet I 6 (23). 

Grermanus. Im J. 360 nimmt er eine Stellung ein, die /\\M*. 
ihn über den Praeses (rijBncov) erhebt, aber der des Praefecten /It/- 
untergeordnet ist: III 1 (203). Seine Dioecese liegt auf dem X'^ 
Wege, den Hyperechius I auf seiner Reise von Antiochia nach 'j^^ 
Ancyra durchziehen muß: 11166(271), und mit dem Proconsul f^^t^K 
Asiae Julianus VI steht er in unmittelbarer Verbindung: ^\ / 
11120(223). Er war also Vicarius Asiae. Der Germanus, der vl*^/ 
am 28. Juni 365 als Cousularis einer occidentalischen Provinz ^q/^, 
genannt wird: Cod. Theod. X 20,3, könnte mit ihm identisch f^/ 
sein, weil zu jener Zeit der Übergang von dem ritterlichen 
Vicariat zur senatorischen Consularität noch als Avancement 
galt: S. 67. 68. An ihn gerichtet III 1 (203). 20 (223). 66 (271). 

Gerontius I. Comes des Usurpators Magnentius, im Winter 
353/4 in Arelate gefoltert und dann verbannt: Amm. XIV 5,1. 

II. Armenier: Larsow, Die Pestbriefe des h. Athanasius 
S. 38; doch scheint er lange in Antiochia gelebt zu haben: 
app. 18(547). Ini Winter 356/7 reiste er von dort an das Hof- 
lager und wurde durch VI 44 (452) dem Spectatus zur Be- 
förderung empfohleo. In den J. 361 und 362 war er Praefect von 
Aegypten: III 89 (294). app. 18. 19(547. 548). Larsow S. 38. 39; 
vgl. add. 411(1149). In den J. 364 und 365 lebte er in Con- 
stantinopel und übte dort, ohne ein Amt zu besitzen, großen 
Einfluß aus: add. 371(1515). 411(1149). 195(1385). 206(1395). 
Im J. 365 war er im BegriflFe, sich zu verheiraten und dadurch 
mit Gessius II zu verschwägern: add. 228(1413). 411(1149). 
An ihn gerichtet III 89(294). 104 (309). app. 18(547). add. 
206(1395). 228(1413). 371(1515). 411(1149). 

III. Mitbürger des Marcellinus VI, d. h. Apamener: add. 
25 (1165); vgl. app. 250 (782). Sophist: add. 25 (1165). 
278(1449). 283(1453). Heide: add. 278(1449). Im Jahre 362 
wanderte er nach Cilicien aus, um dort durch Unterstützung 
des Consulars Celsus I dem Decurionat seiner Vaterstadt zu 
entgehen: app. 176(699). Im Jahre 363 soll er nach Apamea 
zurückkehren, um dort den Lehrstuhl der Rhetorik zu über- 

11* 



164 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

nehmen, weigert sich aber, dies zu tun, wenn nicht ein Beschhiß 
des Stadtrates ihn berufe und ihm die Befreiung vom Decurionat 
zusichere: add. 253(1428). 257(1431). Die Berufung erfolgt: 
add. 278(1449), doch wird trotzdem bald der Versuch gemacht, 
ihn zum Decurionat heranzuziehen: add. 26 (1297), dem Libanius 
durch add. 23 — 25(1163 — 1165) entgegentritt. An ihn gerichtet 
add. 26 (1297). 278 (1449). 283 (1453). Ob dies derselbe Sophist 
Gerontius ist, den Libanius zwei Jahrzehnte später als seinen 
Feind betrachtet und von dessen Leistungen er sehr verächt- 
lich spricht: or. 1 186. 187 p. 120. 121, läßt sich nicht entscheiden. 

IV. Freund des Aristaenetus I, also wahrscheinlich Bithyner. 
An ihn im J. 365 gerichtet add. 367 (1512). 

V. Bruder des Eucratianus, dem Leontius IV als Praeses 
Palaestinae secundae im J. 363 empfohlen, also wahrscheinlich 
Palaestinenser: add. 305(1469). 

VL Sohn eines bedeutenden Redners, vielleicht des Ge- 
rontius III, Schüler des Libanius, erwähnt im Jahre 390: app, 
365 (897). 

Gessius L Sohn des Barbatio, Schüler des Libanius in den 
Jahren 355 und 356: V 53 (1032). 108(1215). 

IL Aegypter: app. 279(810). 429(962). add. 411 (1149); 
vgl. Anthol. Gr. VII 684. NeflFe des Apellio: add. 411(1149); 
vgl. 371 (1515). Gerontius II wollte im J. 365 eine Ehe ein- 
gehen, durch die er sich mit Gessius verschwägert hätte: add. 
411(1149). Er war Schüler des Libanius: app. 279 (810), 
wurde öTQarimrrjQ^ d. h. wohl in diesem Falle Mitglied irgend 
eines ansehnlichen Officium, wie es die Agentes in rebus oder 
die Notare waren, wurde aber im J. 365 für das Decurionat 
in Anspruch genommen, was Libanius durch add. 411 (1149) 
abzuwenden suchte. In den Jahren 388 — 392 erscheint er als 
Lehrer der Beredsamkeit in Aegypten, wahrscheinlich in Alex- 
andria, und nimmt dort eine sehr angesehene Stellung ein: 
app. 279(810). 335(867). 429(962). Ihm wurde eine Statue 
errichtet: Anthol. Gr. Plan. IV 317. Damals war er noch un- 
vermählt: app. 279(810). Er lebte noch im Jahre 392: app. 
429 (962). Astrologen hatten ihm das Consulat geweissagt, was 
zu seinem Tode führte: Anthol. Gr. VII 687. 688; vgl. 681 
— 686. Wahrscheinlich wurde er wegen der verbotenen Be- 
fragung derartiger Orakel hingerichtet. Er könnte der Heide 
Kesios sein, mit dem Schenute von Atripe in Konflict kam: 



111. Die Adressaten: Gerontius III — Gregorius II. 165 

Leipoldt, Schenute von Atripe S. 180. An ihn gerichtet app. 
279 (810). 429 (962). Alfred Franke, De Pallada epigrammato- 
grapho. Leipzig 1899 S. 39. 

III. Flavius Aelius Gessius, Praeses Thebaidos im J. 378: 
Wilcken, Archiv f. Papyrusforsch. I S. 479. Mitteis, Griechische 
Urkunden der Papyrussammlung zu Leipzig I S. 114. 173. 
Melanges Nicole S. 375. Vielleicht identisch mit dem vorher- 
gehenden. 

Oorgoniu8 I. Praepositus sacri cubiculi bei dem Caesar 
Gallus, als Anstifter und Teilnehmer von dessen Untaten nach 
seinem Tode im J. 354 vor Gericht gezogen, aber freigesprochen: 
Amm. XV2, 10. Er wird der Gorgonius sein, der pr. 16(16) 
iu enger Verbindung mit Thalassius I erscheint; denn dieser 
war bei Gallus Praefectus praetorio. 

IL Antiochener, Vater des Alexander X, im J. 364 als 
verstorben erwähnt: add. 54(1306). Er könnte mit einem der 
beiden folgenden identisch sein. 

IIL Architekt mit dem Comestitel, erbaute nach der 
Weihinschrift die große Kirche in Antiochia, die im J, 340 ein- 
geweiht wurde: Malal. p. 326. 

IV. Vater des Aquila, Heide, Assessor des Praeses Ar- 
meniae. Im Winter 355/6 au ihn gerichtet V 86 (1264). 

V. Strateg von Alexandria im J. 356: Äthan, ad mon. 
63. 81 = Migne G. 25 S. 768. 796. 

VI. Flavius Gorgonius, Comes rerum privatarum im 
Occident: Dessau 1290 = CIL 1X5897, in diesem Amt erwähnt 
am 6. Juni 386: Cod. Theod. X 13. Später Praefectus praetorio: 
Dessau a. 0. Da er in Ancona begraben wurde: Dessau a. 0., 
wird er dort zu Hause gewesen sein, wozu es paßt, daß er nach 
Symm. ep. I 39 in Picenum der Ruhe pflegt. 

Gregorius I. Sein Sohn war Schüler des Libauius; an ihn 
im Jahre 365 gerichtet add. 358(1505). Da dieser Brief zu 
einer Gruppe gehört, die nach Cilicien geschickt wird, dürfte 
Gregorius kaum mit einem der cappadocischen Kirchenväter 
identisch sein. 

IL Proculus Gregorius, Praefectus annonae urbis Romae: 
CIL XIV 137, in diesem Amt erwähnt am 16. Febr. 377: Cod. 
Theod. XIV 3,15. Quaestor sacri palatii im J. 379: Seeck, 
Symmachus p. CXI. CXXVI. Praefectus praetorio Galliarum 
ira J. 383: Sulp. Sev. chron. II 49,2. Opt. Mil. III 3. 10. Auson. 



166 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

XXII 1 Überschrift. Um das Jahr 400 als verstorben erwähnt: 
Syram. ep. YII 88. Sein Sohn wurde Advocat: a. O. An ihn 
gerichtet Auson. XXII. XXIV 1. Symmach. ep. III 17 — 22. 

IIL. Praeses Cappadociae um das Jahr 385; an ihn ge- 
richtet Greg. Naz. ep. 195 = Migne G. 37 S. 317. 

Gymnaslus. Sophist aus Sidon, schon unter Constantin 
dem Großen tätig, Verfasser von MsXirac, elg Ar^fioöß^evrjp 
vjiofiPTjfia und anderen Schriften: Suid. s. v. rvfirdötog. Er 
wird im J. 355 durch den Praefecten Strategius I aus Constanti- 
nopel nach Antiochia berufen: V 18 (403). Dort scheint er Con- 
sularis Syriae geworden zu sein; denn das Lob, das seiner 
Tätigkeit VI 11 (418) gespendet wird, paßt nur auf einen Be- 
amten dieser Art. Im Jahre 356 kehrt er nach Constantinopel 
zurück: VI 10(417). 14(421), verweilt aber unterwegs längere 
Zeit in Nicaea bei Aristaenetus I: VI 1 1 (418). 43 (451). 67 (475). 
Erst 357 erscheint er wieder in Constantinopel: VI 78 (488). 
An ihn gerichtet V 18(403). VI 78 (488). 

Heliodorus L Antiochener: VI29a(437), Heide: add. 
263(1436), reist im J. 356 nach Italien und nimmt die Emp- 
fehlungsbriefe 29 a. 29 b. 30(436—438) mit. Im J. 363 gehört 
er zu den Richtern, die über die Brandstiftung im Apollotempel 
zu Daphne die Untersuchung führen: add. 263(1436). Au ihn 
gerichtet add. 263(1436). 

IL Advocat in Antiochia, beschäftigt sich mit Astrologie 
und ruft durch seine Orakel den Hochverratsproceß von 372 
hervor, während dessen er plötzlich stirbt: Amm. XXIX 1,5. 
2,6 — 16. Könnte mit dem Vorhergehenden identisch sein. 

IIL Phoenicier, denn er wohnt in der Provinz des Ana- 
tolius II, verlobt mit der Tochter des Helladius II: app. 68. 
69 (595. 596). An ihn im Winter 361/62 gerichtet app. 68 (595). 

IV. Erzieher des Herodianus, erwähnt im Jahre 361: 
111105(310). 

V. Händler mit PischsauQe in Griechenland, wird Advocat 
und erlangt dadurch große Reichtümer, darunter Landgüter in 
Macedonien, Aetolien und Acarnanien; endlich wird er auch zu 
einem Amt erhoben: or. LXV p. 450. 451. 

Helladius L Aurelius Helladius: Cod. Theod. XI 39, l, als 
Magistrat, wahrscheinlich Statthalter irgend einer Provinz, er- 
wähnt am 17. Sept. 325: Cod. Theod. XI 39,1 und am 30. März 
326: Cod. Theod. 11 10,3. Über die Datierung s. Savigny- 



IIL Die Adressaten: Gregorius II — Hellebicus. 167 

Zeitschr. f. Rechtsgesch. Rom. Abt. X 8. 234. Er könnte der- 
selbe sein, an den pr. 10(10) gerichtet ist; denn dieser Brief 
gehört noch der Frühzeit des Libanius vor seiner Übersiedelung 
nach Antiochia (354) an. 

IL Witwer in Antiochia, will im Winter 361/62 eine seiner 
Töchter mit Heliodorus III vermählen: app. 68(595); vgl. 
69 (596). 

IIL Comes, an ihn um das Jahr 372 gerichtet Basil. 
ep. 109 = Migne G. 32 S. 517. 

IV. Principalis von Caesarea Cappadociae, bei dem Census 
des J. 372/3 zum Peraequator ernannt, erbittet von dem Prae- 
fecteu Modestus Befreiung von diesem Amte: Basil. ep. 281 
= Migne G. 32 S. 1017. An ihn im Jahre 404 gerichtet Joh. 
Chrys. ep. 172 = Migne G. 52 S. 710. 

\. Wahrscheinlich Bruder des Asynkritius, da app. 475 (1008) 
im J. 393 an beide gemeinsam gerichtet ist. Vielleicht identisch 
mit dem Priester des Jupiter in Alexandria, der nach einem Auf- 
stande, bei dem viele Christen erschlagen wurden, um 390 nach 
Constantinopel floh und dort grammatischen Unterricht gab: 
Socrat, h. e. V16,9. Im J. 425 wurde er zum Comes primi 
ordinis ernannt: Cod. Theod. VI21/ Als seine Schriften werden 
genannt: Xis^wg Jtavrolag XQV^^^ xara ötotx^tov, sx^pQaötQ 
(fiXorifjiiag, Atovvöog rj Movöa, sx^Qaöcg rov Xoi'irQOv Kcov- 
öTavTtavcov, sjtaivog Seoöooiov rov ßaCtXecogi Suid. s. v. "^EX- 
Xdötog, 

Hellebicus. Comes et magister utriusque militiae per 
Orientem, in diesem Amte zuerst nachweisbar am 30. Dec. 383: 
• Cod. Theod. IX 39, 1. Er wohnte in Antiochia : or. XXII 18. 40 
p. 10. 25, erbaute dort Thermen und ein prächtiges Haus für 
sich: app. 285(816), wurde von der Stadt durch zahlreiche 
Statuen und Bildnisse geehrt: or. XXII 39. 40 p. 25 und ver- 
anlaßte den Libanius, einen Panegyrikus auf ihn zu halten: 
or.XXII2 p. 2; vgl. 1232 p. 142. Auch seine Tochter ver- 
heiratet sich dorthin: or. XXII 42 p. 26. 27. Als in Antiochia 
im Winter 386/7 die Statuen des Kaiserhauses geschändet 
wurden, befand er sich in Constantinopel, wurde aber mit dem 
Magister officiorum Caesarius an den Ort der Tat geschickt, 
um die Untersuchung zu führen, und erwies sich dabei als sehr 
milder Richter: app. 255(787). or. XX 6. 36 p. 655. 671. XXI 
5. 7 p. 681. 682. XXII 12fr. p. 6. XXIII 26 p. 305. Joh. Chrys. 



168 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

ad. pop. Ant. 17 Überschrift. 2. 21,2 = Migne G. 49 p. 171. 174. 
213. Theodor, h. e. V20,4. Zum Danke schrieb Libauius auf 
ihn einen zweiten noch erhaltenen Panegyrikus or. XXII, der 
aber erst vollendet wurde, als Hellebicus wieder nach Coustau- 
tinopel zurückberufen war: or. XXII 41 p. 26. An ihn gerichtet 
pr. 2(2). app. 255 (787). 271(802). 285(816). 312(843). Greg. 
Naz. ep. 225 = Migne G. 37 p. 369; erwähnt or. XXXII 2. 4—6. 
12. 26 p. 224—226. 228. 236. 

Hellespontlus. Galater, Sophist und Philosoph, suchte 
noch als Greis bei Chrysanthius in Sardes Belehrung und starb 
bei der Rückkehr von dort im bithynischen Apamea: Eunap. 
Vit. soph. p. 504. 505. An ihn im Winter 355/56 gerichtet 
V 78 (1259), wo auch sein Sohn erwähnt ist. 

Helpidiusl. Claudius Helpidius CIL VIII 20542. Paphla- 
gonier : Amni. XXI 6, 9 ; von niedriger Geburt: or. XLII 24 p. 401 ; 
von gemeinem Aussehn und geringer Bildung: III 56 (261). 
Anun. a. 0. Seine Frau hieß Aristaenete: add. 43(1301). 
Hieron. vit. S. Hilar. 14 = Migne L. 23 S. 34. Sie gebar ihm 
drei Kinder: Hieron. a. O., darunter eine Tochter Prisca, die 
sich im Jahre 363 mit Bassianus verheiratete (S. 95). Er war 
Christ, besuchte mit Frau und Kindern den heiligen Antonius 
in Aegypten und ließ diese, als sie bei der Rückkehr in Gaza 
krank wurden, durch den heiligen Hilario gesund beten: 
Hieron. a. 0. So zeichnete er sich auch durch christliche Milde 
aus: Amm. XXI 6,9 ; vgl. 6 TJjttog clq/ow 11167(272). Seine 
ersten Jünglingsjahre verbrachte er in Rom und soll dort an- 
gesehenen Männern als Buhlknabe gedient haben: or. XXX VII 3. 
12. 14 p. 317. 322. 323. Durch seine Kenntnis der Stenographie 
erlangte er die Stellung eines Notars bei Hofe und stieg schnell 
empor: or. XLII 25 p. 401. Consularis Pannoniae scheint er 
im Jahre 353 gewesen zu sein^, nachdem er vorher Mauretania 
Sitifensis als ritterlicher Praeses verwaltet hatte: CIL VIH 
20542. Nach Ammian XXI 6,9 soll er im Jahre 361 nach dem 



1) Cod. Theod. VII 20,6. Die Unterschrift dat. YIII kal. Jul. Sirmio 
Constantio Ä. VII et Constant. A. II conss. ist fehlerhaft, läßt sich aber 
leicht in acc. VIII kal. Jul. Sirmio Constantio A. VI et Constantio C. II 
conss. ändern, auf welche Weise sie zum J. 353 passen würde. Sie auf das 
J. 354 (Constantio A. VII et Constantio C. III conss.) zu beziehen, ist des- 
halb schwieriger, weil ein Gesetz vom 11. Aug. 353 folgt und die chrono- 
logische Ordnung im Codex Theodosianus meist eingehalten wird. 



III. Die Adressaten: Hellebicus — Helpidius I. Ißy 

Tode des Hermogenes IV ihm als Praefeetus praetorio Orientis 
gefolgt sein; doch wie schon Sievers S. 223 bemerkt hat^, kann 
diese Nachricht nicht richtig sein. Denn Hermogenes legte das 
Amt schon 360 nieder (S. 174), und Helpidius ist seit dem 
4. Febr. 360 als Praefect nachweisbar^. II 80(176) ist er eben 
in Antiochia eingetroffen, nachdem man vorher zweifelhaft ge- 
wesen war, ob er sich nicht vorher nach Armenien wenden 
werde, wo der Perserkrieg seine Anwesenheit zu fordern schien. 
Dieser führte ihn auch nach III 1 (203) an den Euphrat. Er 
suchte die Städte vor dem gar zu harten Steuerdruck des Con- 
stantius zu schützen: add. 297 (1463); vgl. Amm. XXI 6,6. Doch 
scheint er darüber die Verpflegung des Heeres vernachlässigt 
zu haben; denn nach dem Tode des Kaisers wollten die Soldaten 
ihn umbringen und wurden nur durch das Flehen Julians davon 
zurückgehalten: or. XXXVII 11 p. 321. Auch hatte er nichts 
dagegen, sich dadurch bestechen zu lassen, daß seiner Tochter 
Landgüter geschenkt wurden: add. 267(1440). Dem Heiden 
Libanius entzog der christliche Praefect seine staatliche Be- 
soldung: app. 127(652). Er benahm sich so ablehnend gegen 
ihn, daß jener nicht mit ihm in persönlichen Verkehr trat: 
add. 297 (1463); vgl. app. 211 (736). Während seiner Praefectur 
hat Libanius keinen Brief an ihn geschrieben; mit seinen An- 
liegen wendet er sich nur an die Assessoren des Helpidius: 
III 24 (227). In diesem Amte wird er noch erwähnt: II 96 (192). 
III 6 (208). 28 (231). app. 11 (540). 22 (551). add. 297 (1463). or. 
XXXVII 11p. 321. Hieron. a. 0. und ohne Nennung des Namens 
1193(189). 11120(223). 21(224). 67(272). Gleich nach dem 
Tode des Constantius, Ende 361, mußte er die Praefectur nieder- 
legen; denn sein Nachfolger Salutius erscheint in den Gesetzen 
schon seit dem 6. Jan. 362: Cod. Theod. VII 4,7. Doch blieb 
er noch in Antiochia, wo er im Sommer 362 mit Julian zu- 
sammentraf. Dort begann Libanius mit ihm die Verhandlungen 
über die Vermählung seines Vetters Bassianus mit Prisca, der 
Tochter des Helpidius: add. 335 (1484). Nachdem dieser sich in 
seine Heimat Paphlagonien zurückgezogen hatte: add. 296 (1462), 
wurden sie brieflich fortgesetzt: add. 335 (1484). Noch im Jahre 
363 fand die Vermählung statt: 43(1301). 179 (1373). 267 (1440). 

1) Ebenso Mommsen zu Cod. Theod. 17, 1. 

2) 4. Febr. 360: Cod. Theod. XI 24, 1. 17. Mai: Cod. Theod. VII 4, 6. 
16. Nov. : Cod. Theod. VIII 5, 1 1 : mit falscher Datierung Cod. Theod. VII 4,4. 5. 



170 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

296(1462). 297(1463). 377(1519). Nach dem Tode Julians 
sah Helpidius sich veranlaßt, Verleumdungen über den heid- 
nischen Kaiser zu verbreiten: er. XXXVII 3. 11. 13 p. 317. 321. 
322; vgl. add. 151(1350). Libanius trat ihnen in der Rede gegen 
Polycles (XXXVII) entgegen, aber erst als Helpidius schon ge- 
storben war (3 S. 318). Sein Tod scheint danach sehr bald nach 
dem J. 363 eingetreten zu sein. An ihn sind gerichtet add. 
43(1301). 179(1373). 297(1463). 335(1484). 

II. Mit dem Antiochener Asterius von Alters her be- 
freundet, also wahrscheinlich auch selbst Antiochener: add. 
319(1476); vgl. II 101 (197). Älter als Julian, also vor 331 
geboren: 1 21 (33). Er war anfangs Christ, trat aber unter 
Julian zum Heidentum über und zeigte dann auch in seinem 
neuen Glauben großen Eifer, wodurch er sich den Spitznamen 
6 {horrjQ erwarb: Philostorg. VII 10. Theodor, h. e. III 12,3. 
Liban. or. XIV 35 p. 435. XVIII 125 p. 564. add. 319(1476). 
Im J. 355 hatte er sich kürzlich mit Libanius verschwägert 
und nahm am Hofe des Constantius eine ansehnliche Stellung 
ein: V 65 (1249). 69 (1253). Bald darauf trat er in die Dienste 
des Caesars Julian, wahrscheinlich schon als Comes rerum priva- 
tarum, welche Stellung er später bei ihm einnahm: Philostorg. 
VII 10. Theodor, h. e. III 12,2. Denn schon im Winter 358/9 
wurde er von jenem nach Antiochia geschickt, wo er kaum 
einen andern Auftrag gehabt haben kann, als die hinterlassenen 
Güter des Caesars Gallus in Empfang zu nehmen, da die Macht 
Julians sich ja damals noch nicht über Syrien erstreckte: 
121(33). Als dieser Augustus geworden war und im J. 362 
nach Antiochia kam, befand sich Helpidius in seiner Umgebung : 
app. 145(670). 183(706). -or. XIV 35 p. 435. Theodor, h. e. 
HI 12,2. Im J. 363 begleitete er den Kaiser in den Perserkrieg: 
add. 8 (1 138)1. Nach dem Tode Julians behielt er seine Stellung: 
add. 8(1138)1. 319 (1476). 320(1063). Im Jahre 364 wurde er 
zum Proconsul Asiae befördert: add. 67(1315). Bei dem Auf- 
stande des Procopius im Jahre 365 schloß er sich dem Usur- 
pator an und wurde 366 nach der Besiegung desselben mit 
Konfiskation seines Vermögens und Gefangenschaft bestraft: 
Philostorg. VII 10. An ihn sind gerichtet V 65 (1249). 69(1253). 
add. 8(1138)1. 67 (1315). 319 (1476). 320(1063); wahrscheinlich 
auch VI 115 (524). 

1) Dieser Brief ist nach der besten Überlieferung nicht an Ulpianus, 
sondern an Helpidius gerichtet. 



III. Die Adressaten: Helpidias 1 — Heraclianus IL 171 

III. Palaestinenser; denn er wird dem Consularis Pa- 
laestinae Clematius II empfohlen: IV 2 (315), und Naumachius, 
der als Beauftragter des Hypatius I, eines anderen Statthalters 
derselben Provinz, nach Antiochia kommt, besorgt dort auch 
seine Geschäfte: 11111(213); vgl. 1162(158). Er studierte 
lange Jahre in Athen und wurde dann, wahrscheinlich in seiner 
Heimat, Lehrer der Beredsamkeit: VI 52 (460). III 97 (302). 
99 (304). IV 2(315). Diese Beschäftigung gab er im J. 361 
auf und ging nach Bithynien und Coustantinopel, um sich dort 
eine Wirksamkeit als Advocat zu suchen: III 97 (302). 99 (304). 
An ihn gerichtet III 11(213). V 38(1236). VI 52(460). 

IV. Sohn des Xiphidius, im J. 363 aus Antiochia nach 
Constantinopel berufen, um dort eine Wasserleitung zu bauen : 
app. 214(739). 

V. Ein Helpidius wird im J. 344 von der Stadt Paestum 
zu ihrem Patron ernannt: CIL X 478. Da schon seine Vor- 
fahren der gleichen Ehre teilhaft waren, scheint er Italiener, 
also von allen vorhergehenden verschieden zu sein. 

Heortius. Er scheint auch den Namen Gaudatius geführt 
zu haben, wie solche Doppelnamigkeit in jener Zeit nicht selten 
ist: S. 126. Denn III 22 (225) ist die Tochter des Heortius, 
um welche Libanius für Hyperechius I wirbt, offenbar identisch 
mit der Tochter des Gaudatius. Vater des Themistius III: 

V 45 (1192). VI 53 (461). 85 (494b), also wahrscheinlich Hera- 
cleot (s. unten). Doch lebte er im J. 362 in Tarsus, wo das 
berühmte Aesculapheiligtum war: app. 92(618). Im J. 380 
war er noch am Leben, wenn Sievers S. 149 Anm. 85 richtig 
vermutet, daß pr. 12 (12) von der zweiten Rede des Libanius 
gesprochen wird. An ihn gerichtet: pr. 12(12). V 45 (1192). 

VI 53 (461). 85 (494b). app. 92 (618). 

Heraclianus I. An ihn im Winter 355/6 gerichtet V 70 
(1198). Redner, dem große Hoffnungen durch den Tod des 
Kaisers Julian zerstört waren, geht im J. 363 nach Constan- 
tinopel: add. 339(1488). 

II. Im Jahre 390 an einen Heraclianus gerichtet app. 
356 (888). Er scheint Consularis Ciliciae gewesen zu sein; denn 
Diphilus ging, als er sein grammatisches Lehramt in Palaestina 
verließ, nach Cilicien: or. LIV 55 p. 163, und wurde bei dieser 
Gelegenheit dem Heraclianus als Beamten empfohlen. 



172 ^« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

IIL Comes Aegypti, erwähnt am 30. Sept. 395: Cod. 
Theod. XI 24, 3; vgl. Synes. ep. 145. 

IV. Corrector Paphlagoniae, erwähnt am 3. Juli 395: 
Cod. Theod. 118,22. 

Heraclitus I. Tyrier, besorgt im J. 360 die Geschäfte 
des Libanius: 11123(226). 

IL Armenier, Greis, erwähnt im J. 361: 11182(287). 

IIL An ihn gerichtet im J. 388 app. 287 (818). 

Heraclius L Comes Aegypti, zieht am 10. Juni 356 in 
Alexandria ein, vertreibt die Anhänger des Athanasius aus den 
Kirchen und übergibt diese den Anhängern des Georgius: 
Larsow, Die Pestbriefe des heil. Athanasius S. 36. Sozora. 
IV 10, 8. Äthan, ad mon. 48. 54. 55. 56. 59 = Migne G. 25 
S. 753. 757. 760 ff. 

IL Cyniker. Noch als Jüngling: Julian, or. VII 238 A 
drängte er sich an die Kaiser heran, um ihnen im Sinne seiner 
philosophischen Sekte Moralpredigten zu halten. So ging er 
nach Italien zu Constantius II: Julian, or. VII 223D, dann zu 
Julian: Eunap. frg. 18, 3, dann zu Procopius: Eunap. frg. 31, 3. 
Gegen ihn schrieb der Kaiser Julian 362 in Constantinopel seine 
siebente Rede. Vgl. Liban. or. XVII 16 p. 512. XVIII 157 
p. 575. 

IIL Plavius Heraclius, Praeses Thebaidos im Jahre 368: 
Mitteis, Griechisclie Urkunden der Papyrussammlung zu Leipzig 
I S. 99 ff. 204ff.; vgl. S. 111. 113. Melanges Nicole S. 373. 

IV. Advocat in Antiochia, verheiratet mit einer Verwandten 
des Eustathius V, wird erwähnt in den Jahren 384 und 388: 
or. XXVIII 13 p. 138. LIV13. 76 p. 132. 180. Er dürfte derselbe 
Heraclius sein, der im Jahre 391 Praeses Armeniae war: app. 
390 (922). Denn daß auch dieser in Antiochia zu Hause war, 
ergibt sich aus app. 390 (922), wo Libanius erzählt, daß er den 
kleinen Sohn des Heraclius mit Erlaubnis der Mutter auf dem 
Schöße trage. Nach 406 (939) scheint er Heide gewesen 
zu sein. An ihn gerichtet app. 380(912). 389. 390(921. 922). 
406 (939). 

V, . Arzt in Antiochia, erwähnt im J. 390: app. 341 (873). 
Hermogenes L Praefectus Aegypti vor dem Jahre 328; 

denn von da an ist die Liste dieser Beamten im Vorberichte 
zu den Pestbriefen des Athanasius vollständig erhalten, und 
Hermogenes fehlt darin. Die Kreaturen des Kaisers Constantius 



III. Die Adressaten: Heraclianus III — Hermogenes IV. 173 

hatten ihn mit dem Tode bedroht, doch war er im Jahre 362 
noch am Leben. An ihn gerichtet Julian, ep. 23. 

IL Magister equitum: Amm. XIV 10, 2. Sozom. III 7, 6. 
Wahrscheinlich in Tyrus zu Hause, da sein Sohn Herculianus, 
der nach dem Tode des Vaters Schüler des Libanius wurde, 
dort ein Haus besaß; app. 215(740); vgl. Amm. a. 0. add. 
7(1137). Kaiser Constantius schickte ihn im Jahre 342 aus 
Antiochia an die thracische Grenze und gab ihm zugleich den 
Auftrag, unterwegs in Constautinopel den Bischof Paulus ab- 
zusetzen. Doch erregte dies einen Aufstand, bei dem das Haus 
des Hermogenes verbrannt, er selbst durch den Pöbel der Haupt- 
stadt ermordet und sein Leichnam durch die Straßen geschleift 
wurde: Mommsen, Chronica minora I p. 236. Hieron. chron. 
2358. Socrat. II 13. Sozom. III 7, 6 ff. IV 3, 1. Phot. cod. 257 
p. 475a. Amm. XIV 10, 2. Hilar. frg. 3, 20 = Migne L. 10, 670. 
Liban. or. I 44 p. 34. LX p. 304. 

IIL Praefectus praetorio und zugleich Praefectus urbis 
Komae vom 19. Mai 349 bis zum 29. Apr. 350, wo er durch 
den Usurpator Magpentius abgesetzt, wenn nicht getötet sein wird : 
Mommsen, Chronica minora I 8. 68. 69. Blieb er damals am 
Leben, so könnte er identisch mit dem folgenden sein. 

IV. Aus der Provinz Pontus, ein Mann von mildem Cha- 
rakter: Amm. XIX 12, 6, der sich eingehend mit der heidnischen 
Philosophie beschäftigt hatte: 13(20). Himer. or. XIV20flf. 
In frühester Jugend verweilte er am Hofe eines tyrannischen 
Kaisers, wahrscheinlich des Licinius, diente ihm als juristischer 
Beirat und vermittelte seinen Verkehr mit den heidnischen 
Orakeln: Himer. or. XIV 18. 19. Dann zog er sich in das 
Privatleben zurück, lebte seinen philosophischen Studien und 
machte weite Reisen: Himer. or. XIV 20 — 27. Später nahm er 
in Constautinopel eine einflußreiche Stellung am Hofe Con- 
stantius des Großen ein, wahrscheinlich die des Quaestor sacri 
palatii: Himer. or. XIV 28 — 30. Dann wurde er zum Pro- 
consulat von Achaia befördert, und während desselben hielt 
ihm Himerius seine 14. Rede. Er endete seine Laufbahn 
mit der Praefectur des Orients: or. I 115 p. 79. Sozom. IV 
24,5. Amm. XIX 12, 6. XXI 6,9; in diesem Amt erwähnt 
am 28. Mai 359: Cod. Theod. I 7, 1. Sein Vorgänger war 
Strategius Musonianus: or. I 115 p. 79, der zuletzt am 7. Juni 
358 im Amt erscheint: Cod. Theod. I 5, 6. Doch trat er 



174 ö* Seeck, Dio Briefe des Libanius. 

selbst es noch vor dem Erdbeben vom 24. Aug. 358 an, das 
Nicomedia zerstörte und dem Aristaenetus I den Tod brachte: 
I 3 (20). or. I 115; vgl. 118. Während seines Aufenthalts 
in Antiochia stand er mit Libanius im freundlichsten Ver- 
kehr: or. 1 115. 116. ep. 126 (38). 30(42). 35(47). 41(53). 
82(93). 1113(109). 31(127). 42(138). 77(173). IV 44(356). 
Nach Amm. XXI 6, 9 starb er 361 im Amte; doch aus II 31 (127). 
42(138) geht hervor, daß er es noch bei Lebzeiten niederlegte, 
und sein Nachfolger Helpidius I erscheint schon seit dem 
4. Febr. 360; S. 169; vgl. Sievers S. 223. Doch da er später 
nicht mehr erwähnt wird, scheint er sehr bald darauf gestorben 
zu sein, was den Irrtum Ammians erklären würde. 

V. Sohn des Olympius VII, älterer Bruder des Theodotus III, 
studierte im Jahre 363 in Berytus die Eechte: add. 262 (1435). 
Im J. 365 scheint er Assessor des Domninus II gewesen und 
in dieser Eigenschaft den Brief add. 418(1549) empfangen 
zu haben. 

VL Dux Moguntiacensis im Jahre 370, fällt bei einem 
Überfall der Barbaren: Amm. XXVHI 2, 6— 9. 

Hesychius I, Castrensis des Kaisers Constantius, wohnte 
im J. 344 dem Concil von Serdica bei: Äthan, apol. c. Ar. 36. 
ad mou. 15 = Migne G. 25 S. 309. 709. 

IL Antiochener, Vater des Celsus I, des Eutropius I und 
zweier Töchter, die mit Tiberius und Marcus, dem Vetter des 
Libanius, verheiratet waren: IV 63 (375); vgl. S. 104. Dies dürfte 
derselbe Hesychius sein, der unter Kaiser Julian ein hohes 
Priestertum bekleidete und mit der Einziehung entfremdeter 
Tempelgüter beschäftigt war. An ihn gerichtet app. 110(636). 

IIL Vater des Caliiopius II: add. 211 (1400). 

IV, Bruder eines Mannes, der unter Spectatus in einem 
Officium dient, also wahrscheinlich Notar ist. Er befindet sich 
im J. 360 in Antiochia: II 20(116). Er könnte identisch mit 
demjenigen sein, der 361 in der Euphratensis ist: app. 62 (589), 
vielleicht auch mit demjenigen, an den Basil. ep. 64. 72 = Migne 
ü. 32 S. 420. 440 gerichtet sind. 

V, Vir consularis, auf Befehl des Kaisers Theodosius I hin- 
gerichtet, weil er sich in hinterlistiger Weise der Papiere des 
jüdischen Patriarchen Gamaliel bemächtigt hatte: Hieron. ep. 
57,3 = Migne L. 22 S. 570. 

VL Flavius Asclepiades Hesychius: Mitteis, Griechische Ur- 



III. Die Adressaten: Hermogenes IV — Hierius III. 175 

künden der Papyrussamniluug zu Leipzig I S. 49. r22ff. 212. 
Melanges Nicole S. 376. Schützling des Tatianus I : app. 242 (774), 
Advocat, dann Assessor, dann Praeses einer 'Provinz: app. 
241 (773). 382 (914). Er reiste im Jahre 388 aus Antiochia 
nach Constantinopel mit der Hoffnung auf weitere Be- 
förderung und nahm die Briefe app. 241—243 (773—775) 
mit auf den "Weg. In den J. 390 und 391 erscheint er als 
Praeses Thebaidos: app. 382(914). Mitteis a. O. Seine zwei 
Söhne waren Schüler des Libanius: app. 281(812). 333(865). 
477 (1010). Einer derselben scheint im J. 393 Hochzeit gemacht 
zu haben: app. 469(1002). Im J. 404 war er wahrscheinlich 
noch am Leben, da er wohl identisch mit dem Adressaten von 
Joh. Chrys. ep. 24. 74. 176. 198. 223 = Migne G. 52 p. 625. 648. 
712. 722. 734 sein dürfte. An ihn gerichtet app. 281 (812). 
333 (865). 382 (914). 427. 428 (960. 96 1). 469 (1002). 477 (1010). 

Hieracius. Schwiegervater des Ciliciers Diomedes:.S. 121. 
An ihn in den Jahren 356, 357 und 362 gerichtet V 82(1195). 
VI 107 (516). app. 153 (676). 

Hierax. Sophist, sollte im J. 356 nach Cyzicus als liohrer 
berufen werden, doch zog man ihm einen andern vor: VI 33 (441). 
Unter Julian wurde er Priester in Alexandria Troas: app. 
183 (706). add. 239 (1212)^ An ihn gerichtet: VI 33 (441). app. 
183(706). add. 239 (1212) ^ 

Hierius L Phoenicier: II 99 (195) aus Damascus: Larsow, 
Die Festbriefe des heil. Athanasius S. 41. Heidnischer Philosoph, 
hatte eine consularische Provinz verwaltet, war aber abgesetzt 
worden und kehrte im J. 360 in die Heimat zurück: II 99 (195). 
Im J. 364 war er PraefectusAegypti: add. 70(1318). Larsow a.O. 
Im J. 366 soll sein Einfluß bei Valens die Hinrichtung des An- 
dronicus II herbeigeführt haben: or. I 171 p. 113. An ihn im 
J. 364 gerichtet add. 70(1318). 

IL Philosoph, Bruder des Diogenes und einer Schwester, 
die mit dem Corinther Menander verheiratet war, Oheim des 
Aristophanes, im Jahre 362 schon verstorben: or. XIV 7. 32 
p. 427. 435. 

IIL Cilicier aus Tarsus: add. 11 (1291), älter als Libanius, 
der 314 geboren war: app. 146(671). Seine drei Söhne, von 
denen einer Peregriuus hieß: add. 290(1458). 426 (1555), waren 

1) Dieser Brief ist nach der besten Überlieferung an Hierax, nicht 
an Clematius gerichtet. 



176 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

zuerst von Aresius unterrichtet worden: IV 30 (343), traten aber 
im J. 358 in die Schule des Libanius ein: IV 30(343). app. 
146(671). add. 290(1458). An ihn in den J. 362 — 365 ge- 
richtet app. 146(671). add. 10. 11(1206. 1291). 290 (1458). 
426(1555). 

IV, Befehlshaber der Euphratflotte im Jahre 363 bei dem 
Perserfeldzuge des Julian: Zosim. III 12,1. 

V, Syrer, erst in griechischer Sprache, dann auch in 
lateinischer als rhetorischer Schriftsteller tätig, Lehrer der Rhe- 
torik in Rom um das Jahr 385; ihm widmete Augustinus die 
Schrift de pulchro et apto: August, conf. IV 14,21. 

VL Vicarius Africae, erwähnt am 23. März 395: Cod. 
Theod. XVI 2, 29. 

Hierocles L Seine Heimat war Cilicien. Denn dort starb 
sein Neffe und Schwiegersohn Chromatius, und er wird 
V 7 (393) aufgefordert, der Witwe Trost zuzusprechen, befindet 
sich also in ihrer Nähe. Mit dem Cilicier Acaciüs III ist er 
verschwägert: IV 70(382), ihre Adressen stehen IV 35. 36 (348. 
349) nebeneinander, und durch Acacius scheint Libanius aucli 
die Nachricht von seinem Tode erhalten zu haben: 18(25). 
Von seinen Brüdern wird V 7 (393) in der Mehrzahl geredet; 
es waren Julianus VIII: I 26 (38). IV 36 (349) und Demetrius I, 
von dem unzweideutig überliefert ist, daß er in Tarsus zu 
Hause war: S. 117. Sein Sohn hieß Calycius: IV 36 (349). 
70(382). 71 (383). VI 75 (485) und vermählte sich im J. 358 mit 
der Tochter des Acacius III: IV 62(374). 64(376). 70(382). 
71(383). Alypius war sein Neffe: ad Bas. 4(1583) und be- 
nannte seinen Sohn nach dem Oheim: IV14(327). add. 282 (1054). 
Amm. XXIX 1,44. Nach der Art, wie Libanius V 7 (393) zu 
ihm von den Göttern redet, muß Hierocles Heide gewesen sein, 
obgleich er von christlichen Eltern abstammte und sein Bruder 
Julianus VIII Christ war (s. S. 191). Er hatte von seinem Vater 
wenig geerbt: V 83 (1 109); vgl. I 26 (38) und blieb auch später 
arm: IV 36 (349). 62(374). V 83 (1109), freilich wohl nur im 
Sinne seiner Gesellschaftskreise, da wir ihn mit kostspieligen 
Bauten beschäftigt finden: V 88 (1266). Anfangs hatte er viel- 
leicht den Lehrberuf ergriffen ; denn VI 24 (431) scheint darauf 
hinzudeuten, daß Themistius I sein Schüler gewesen war. Jeden- 
falls wurde er bald Advocat und zeichnete sich dabei so durch 
seine Redekunst aus, daß er zu einem Amt erhoben wurde: 



III. Die Adressaten; Hierius III — Hierophantes I. 177 

IV 70(382). V 83 (1109); vgl. IV 36 (349). 62 (374). V88(1266). 
Es war die Stellung eines Consularis Syriae Coeles, in der er 
am 9. Dec. 344 und am 24. Apr. 348 erwähnt wird: Cod. 
Theod. XI 36, 7. X 1,6. Aber da eine so lange Bekleidung einer 
Statthalterschaft ganz ungewöhnlich ist und in demselben Amte 
am 8. März 347 Theodorus I genannt wird: Cod. Theod. XI 
36,8, muß das eine Datum falsch überliefert sein. Das richtige 
ist das spätere; denn jenes Gesetz vom 24. Apr. 348 verweist 
auf das an Theodorus adressierte zurück, ist also zweifellos 
später als dieses. Im Jahre 358 ist von einer Krankheit des 
Hierocles die Eede: IV71(383). Sie muß ihm den Tod ge- 
bracht haben, denn er starb sehr bald nach Aristaenetus I, 
d. h. nach dem 24. Aug. 358: 18(25). 17(29). 19(31). IV 
31(344). An ihn gerichtet IV 36 (349). 71(383). V7(393). 
83(1109). 88(1266). VI 24(431). 75(485). 100(509), erwähnt 
V 12 (397). VI 99 (508). 

II. Sohn des Alypius, Großneffe des Vorhergehenden. Er 
war im J. 363 eben erst aus dem Kindesalter getreten: add. 
282(1054) und wird noch im J. 372 adulescens indolis honae 
genannt: Amm. XXIX 1,44. Während sein Vater im J. 358 
Vicar in Brittannien war, beaufsichtigte Libanius in Antiochia 
seine Erziehung: IV 14 (327). Um das Jahr 372 wurden sein 
Vater und er in den Hochverratsproceß des Theodorus VIII ver- 
wickelt, jener mit Konfiskation und Verbannung bestraft, er 
selbst zum Tode verurteilt. Doch entging er der Hinrichtung 
durch einen glücklichen Zufall und teilte wahrscheinlich das 
Schicksal seines Vaters: Amm. a. O. Auf diese Lebensrettung 
hat Valesius wohl mit Recht Joh. Chrysost. de incomprehen- 
sibili dei natura III 7 = Migne G. 48 S. 726 bezogen: jtQo yccQ 
ötxa rovrwv ercov idXmCav Bjtl tvQavvidt ttvsg, xad-djtsQ xal 
vfielg löTS. sha xcov sv övvaotela rtg ot^cov vjtsv^uvog rolq 
lyxXjj/iaöc (pavslg, Ojcagrlov sjtl rov ötofiarog ^.aßciv, ss^ysro 
TTjv sjtl d-dvarov oöov, rote 6^ jtäöa ?] JtoXig Ijti rov IjtJto- 
ÖQOfiov BtQSXS, xal rovg ex rcov SQyaöTTjQlcov 8$,rjyov, xal xocvf/ 
jtäg 6 drjfcog dveZd-wv e$,?]Qjtaoe rrjg ßaötXLxfjg o^yf/g rov xara- 
dLxaöd-hvra xal ovösficag d^LOV ovra övyyvoifirjg, slta ßaCcXecog 
fihv oQyrjv hjttyelov xarakvöac ßovkofisvoty fierd jtalömv xal 
yvvatxmv övverQSxsts jtdvxEg xrX, 

Hierophantes L Heidnischer Greis, erwähnt im J. 362: 
app. 104 (630). 

Texte u. UntersuchuDgen etc. NF XV, 1. 2 12 



178 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

IL Heide, vielleicht der Bruder des Siburius I, von dem 
app. 350 (882) die Rede ist. An ihn im J. 390 gerichtet app. 
351(883). 

Hilarius !• Notar, kommt am 5. Jan. 356 nach Äle- 
xandria und vertreibt den Bischof Athanasius: Larsow, Die Fest- 
briefe des h. Athanasius S. 35. Äthan, ad mon. 48. 81 = Migne 
G. 25 S. 752. 793. Sozom. IV 9, 9. 

II. Cappadocier: III 6 (208). Advocat, hatte sein Ver- 
mögen durch die Eingriffe mächtiger Leute verloren und lebte 
von einer kaiserlichen Annona, erwähnt in den J. 360 und 361: 
m 5. 6 (207. 208). 84 (289). Er könnte mit dem folgenden 
identisch sein. 

III. Consularis Pamphyliae im J. 365. An ihn gerichtet 
add. 415(1546). 

IV. Phyger, Philosoph: Zosim. IV 15, 1. Suid. s. v. ' IXagiog, 
hatte in einem kaiserlichen Officium gedient: Amm. XXIX 1,7. 
Er befragte in Antiochia ein Orakel über die Nachfolge des 
Kaisers Valens, rief dadurch um das J. 3 j2 den Massenprozeß 
des Theodorus VIII hervor und wurde selbst hingerichtet: Amm. 
XXIX 1, 7. 28—33. 35. 38. XXXI 14, 8. Zosim. IV 15, 1. 
Suid. s. V. ^IXccQtog, 

V. Bithyner, Philosoph und Maler, wurde in Athen alt. 
Im J. 395 fand er bei Corinth durch die Gothen des Alarich 
seinen Tod: Eunap. vit. soph. p. 482. 

VI. Pontiker aus Dazimou, Christ, an ihn gerichtet Basil. 
ep. 212 = Migne G. 32 S. 780. 

VII. Mitglied des Rates von Antiochia, Nachkomme eines 
Philosophen, also vielleicht Sohn des Hilarius IV: or. XXXI 
47 p. 222. Schüler des Libanius: 11184(289). app. 440(973). 
Er war verheiratet und hatte im J. 393 eine Tochter, einen 
älteren und einen neugeborenen Sohn: app. 454(987). Er 
wurde nach dem Aufstande des Jahres 387 als Gesandter an 
Theodosius geschickt, um seine Verzeihung für Antiochia zu 
zu erbitten: Zosim. IV 41, 2. Bald darauf ernannte ihn der 
Kaiser zum Proconsul Palaestinae: Zosim. IV 41, 3. Dies Amt 
bekleidete er in den J. 392 und 393; denn app. 440(973) ist 
geschrieben, als er in der Provinz, in der Priscio lehrte, Statt- 
halter war, d. h. in Palaestina. In derselben Stellung erscheint 
er auch app. 454 (987). Die Führung dieses Amtes muß es 
gewesen sein, die ihn ins Unglück stürzte, d. h. wohl ihm einen 



III. Die Adressaten: Hierophantes II — Honoratus I. 179 

Criminalproceß wegen Amtsvergehen zuzog. Denn Libanius 
wendet sich app. 492 a (1025) an den Patriarchen der Juden 
mit der Bitte, etwas zu seiner Verteidigung zu tun. An ihn 
gerichtet app. 454(987); erwähnt app. 423(956). 

VIII. Philosoph aus Achaia, besuchte im J. 388 Antiochia: 
app. 250 (782) und kehrte 390 in seine Heimat zurück, die 
Briefe 334 (866) ^ 337 (869) mit sich nehmend. 

IX. Consularis Lydiae zu der Zeit, wo Justus Vicarius 
Asiae war und in Sardes nach langer Unterbrechung den heid- 
nischen Opferdienst wieder herstellte: Eunap. vit. soph. p. 503. 

X. Decimius Hilarianus Hilarius, proconsul Africae im fd^^fi^*^ 
J. 377, Praefectus praetorio im J. 396, Praefectus urbis Romae 

im J. 408: Seeck, Symmachus p. CXXIK. 

Honoratianus. Consularis Cypri im Jahre 363; an ihn 
gerichtet add. 249(1425). 

Honoratus L Christ: Sozom. IV 23, 3. Consularis Syriae, 
dann ComesOrieutis: 11149(254). IV 77 (389). V 17(402). Amm. 
XIV 1, 3. 7, 2. Dies letztere Amt bekleidete er, als Libanius 
von Constantinopel nach Antiochia übersiedelte, d. h. im J. 354: 
IV 77 (389). Bei dem Justizmorde des Clematius I diente er 
dem Caesar Gallus als Werkzeug: Amm. XIV 1,3. Als aber 
dieser die Häupter des Stadtrates von Antiochia hinrichten 
lassen wollte, fand er den Mut, ihn davon zurückzuhalten: 
Amm. XIV 7, 2. Dem Libanius kam er in den Anfängen seiner 
Lehrtätigkeit freundlich entgegen: IV 77 (389). Als er in Ci- 
licien war: IV 77 (389), wahrscheinlich um die Abwehr der 
raubenden Isaurer zu unterstützen: Amm. XIV 2, erhielt er 
den Nebridius I zum Nachfolger: V 17 (402). Amm. XIV 2, 20. 
Er selbst wurde nach Gallien berufen, um dort die Praefectur 
zu übernehmen: IV 77 (389). Hieron. chron. 2375. In das 
Privatleben zurückgekehrt, also spätestens im Jahre 357, als 
Plorentius I an seine Stelle trat (S. 156), nahm er in Bithynien 
seinen Wohnsitz: IV 77 (389). Am 11. Dec. 359 übernahm er 
die Verwaltung von Constantinopel, wobei er als erster den 
Titel Praefectus urbis erhielt, während seine Vorgänger nur Pro- 
consuln gewesen waren: Mommsen, Chronica minora I S. 239. 
Hieron. chron. 2375. Socrat. II 41,1. Sozom. IV 23, 3. In 

1) In diesem Briefe setzen die besten Handschriften den Namen des 
Hilarius, wo in der Wolfschen Ausgabe der des Sallustius steht: Hermes 
XXXVII S. 444 Anm. 1. 

12* 



180 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

dieser Eigenschaft wurde er zum Richter über die Ketzerei des 
Äötius eingesetzt: Sozom. a. 0. Er bekleidete das Amt noch im 
Jahre 361 : III 62. 63 (267. 268). An ihn gerichtet: III 49 (254). 
62 (267). 63 (268). IV 77 (389). 

IL Sohn des Quirinus: IV 49. 50 (361. 362). 56. 57 (368. 
369). add. 214 (1403). 233 (1417). Das einzige Kind, das seine 
früh verstorbenen Geschwister überlebt hatte: IV 50 (362), 
weshalb der Vater um seine schwächliche Gesundheit sehr be- 
sorgt war: IV 49. 50 (361. 362). 77 (389). Schüler des Libanius 
schon seit dem 1.355:0 98(303). 108(313). IV 56 (368). 
V 22 (407). VI 41 (449). Obgleich er noch 361 kaum aus dem 
Knabenalter getreten war: III 98(303), gehörte er doch schon 
358 zur tvöot^ dcaxovla: 11198(303), d. h. er war in die Ma- 
trikel eines kaiserlichen Officiums eingetragen; wahrscheinlich 
war er Notar, da Spectatus als sein Vorgesetzter erscheint: 
IV 49(361). 56(368). In diesem Jahre sollte er zur Ausübung 
seines Dienstes an den Hof berufen werden, doch Libanius setzte 
es vermittelst der Briefe IV 49. 50(361. 362). 56. 57 (368.369) 
durch, daß er in Antiochia bleiben durfte. Erst 361 reist er 
wirklich an das Hoflager: HI 98(303). 108 (313). Im Jahre 364 
genießt er der Privilegien des Senators von Constantinopel: add. 
214(1403). An ihn gerichtet 11198(303). 108(313). 

III. Consularis Byzacenae, erwähnt am 27. Dec. 368: Cod. 
Just. I 33,1. Vielleicht identisch mit dem vorhergehenden. 

Hygienus. Sohn des Dulcitius I, wahrscheinlich in Cilicien 
ansässig, da der an ihn im Jahre 358 gerichtete Brief I 7(24) 
zugleich mit einer Anzahl anderer, die nach dieser Provinz 
bestimmt sind, abgeschickt wird. An denselben war vielleicht 
auch 116(28) gerichtet. 

Hyginus^ Arzt in Constantinopel, an ihn in den Jahren 
355—359 gerichtet 155(67). 64(76). V 10 (395). 96(1272). 
102(1276). 

Hypatius L Phoenicier, denn seine Vaterstadt befindet 
sich unter der Verwaltung des Consularis Phoenices Andro- 
nicus II: II 62. 63 (158. 159). Schüler des Libanius: II 41 (137). 
Im J. 360 hält er sich in Beroea auf, ist aber im BegriflF, nach 
Antiochia zu kommen, um dort für die Übernahme eines Amtes 
die nötigen Anstalten zu treffen: II 41(137). Gleich darauf 



1) So lautet der Name immer in den maßgebenden Handschriften. 



III. Die Adressaten: Honoratus I — Hypatius IV. 181 

erscheint er als Consularis Palaestinae primae: 1163(159); vgl. 
60(156). An ihn gerichtet 1141(137). 61.62.(157.158). 

II, Vicarius urbis Eomae, erwähnt am 21. Febr. 363: 
Cod. Theod. III 5, 8. Er könnte mit dem vorhergehenden 
identisch sein. 

IIL Flavius Hypatius: CIG 2596. BGÜI316. Äthan, de 
syn. 8 = Migne G. 26 S. 692. Socrat. II 37, 18. Sohn des Euse- 
bius I, Bruder des Eusebius II und der Kaiserin Eusebia, be- 
kleidete gemeinsam mit seinem älteren Bruder im J. 359 das 
Consulat:Amm. XVIII 1,1. XXI 6,4. XXIX 2,9. 15. 16. Hieron. 
dial. adv. Lucif. 17 = Migne L. 23 S. 170. CIG 2596. Um das 
J. 372 wurde er mit seinem Bruder in den Hochverratsproceß 
des Theodorus VIII verwickelt; obgleich freigesprochen, traf sie 
doch eine Geldstrafe und das Exil; doch wurden sie bald zurück- 
gerufen und das Geld ihnen wiedergegeben: Amm. XXIX 2,9 
— 11. Bei dem Leichenbegängnis des Denunzianten Helio- 
dorus II mußte er vor der Bahre hergehen. Später wurde 
er zu zwei Praefecturen erhoben: Amm. XXIX 2,16; vgl. 
CIG 2596. Die erste war die Praefectura urbis Romae, in der 
er am 5. Apr. 379 erwähnt wird: Cod. Theod. XI 36,26. Er 
empfing sie sehr bald nach der Schlacht bei Adrianopel 
(3. Aug. 378) und legte ihre Insignien schon in Antiochia an, 
wo er sich damals befand und wo ihm eine große Anzahl Lob- 
reden, darunter auch eine von Libanius, gewidmet wurden: 
or. 1 179—181 p. 117;vgl. Greg.Naz. ep. 96 = Migne G. 37 S. 169. 
Seine zweite Praefectur war die von Italien, in der er in den 
Jahren 382 und 383 nachweisbar ist: 13. Apr.: Cod. Theod. XI 
16,13; 9. Dec: Cod. Theod. XI 16,15 und 15. Dec. 382: Cod. 
Theod. VI 26,3; 10. Jan.: Cod. Theod. VI 2,13; 19. Febr.: Cod. 
Theod. V 1,3; 18. Apr.: Cod. Theod. XII 1,99. 100; 2. Mai: 
Cod. Theod. III 1,4; 21. Mai: Cod. Theod. XVI 7,3 und 28. Mai 
383: Cod. Theod. II 19,5. Um das J. 396 scheint er noch gelebt 
zu haben, und zwar wahrscheinlich in Rom, wo Ammianus 
Marcellinus sich damals aufhielt; denn dieser nennt ihn XXIX 
2, 16 noster Hypatius. An ihn gerichtet Greg. Naz. ep. 96, 
wonach er Christ gewesen zu sein scheint. 

IV. Praefectus Augustalis, erwähnt am 29. Apr. und 
8. Mai 383: Cod. Theod. XII 6,17. XI 36,27; vgl. Mommsen, 
Chronica minora I S. 297. Die Gesetze an ihn, welche das 
Consulat von 392 nennen: Cod. Theod. XI 36, 31. XIII 5, 20, 



182 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

müssen falsch datiert sein, da für dieses Jahr andere Praefecten 
nachweisbar sind: Bauer, Wiener Studien XXIV S. 118. 119. 
Hyperechius L Ancyraner: III 37 (242). 96 (301). add. 
3(1286). 341(1490);vgl.app. 44(572). 166(689). add. 2 (1285), 
Sohn des Maximus XII: 11137(242). 65(270). IV 1(314). VI 
76(486). app. 117. 118(643.644). 166 (689). 192 (715). add. 2. 
3(1285.1286). 154(1352) und zwar der älteste: III 96(301). 
add. 154(1352) von mehreren Brüdern: app. 164(687). 192(715). 
195 (718). Seine Schwester war mit Strategius 11 verheiratet: II 
84(180). add. 155 (1353); vgl. S. 51. Seine Gattin war vielleicht 
die Tochter des Heortius oder Gaudatius, um welche Libanius im 
J. 360 für ihn wirbt: III 22 (225); vgl. 37(242). app. 191(714). 
192 (715). Er war langjähriger Schüler des Libanius: III 
37(242). 96(301). IV 1 (314). VI 76 (486). app. 44(572). 
117(643). 192(715). add. 246 (1423). 330(1070). 341(1490). 
Denn schon in Nicomedia, also spätestens 349, war er in seine 
Schule eingetreten: add. 341(1490) und hatte ihn dann wahr- 
scheinlich nach Constantinopel und endlich nach Antiochia be- 
gleitet, wo er in den Jahren 355 und 357 nachweisbar ist: 
IVl(3i4). VI 76 (486). Erst im Jahre 360 kehrte er in seine 
Heimat zurück: III 22 (225). 65. 66 (270. 271), wo ihm die 
Stadt hohe Ehrungen zuteil werden ließ: 11137(242). Sein 
Vater trat ihm schon bei Lebzeiten sein Erbteil ab: III 37 (242). 
app. 117(643). 192(715). add. 2(1285), das sehr bedeutend 
war: add. 330(1070). Libanius hatte ihn beredet, Advocat zu 
werden, doch zog er es vor, in das Officium eines Statthalters 
einzutreten: III 65(270). In diesem Sinne bemühte sich sein 
Lehrer für ihn, indem er ihn den Cousulares Galatiae einem 
nach dem andern empfahl. Bei Ecdicius I erreichte er nichts 
weiter, als daß Hyperechius ^fitöv crgarimrov wurde: IH 
106(311), das heißt wohl, er wurde als Supernumerarius dem 
Officium zugeschrieben, aber ohne daß er der Privilegien des- 
selben teilhaftig wurde. Doch der mächtige Modestus interessierte 
sich für ihn: III 106(311). app. 3 (532). 179(702). 191(714). 
197(721). add. 154 (1352), und durch seine Fürsprache, die 
durch zahlreiche Briefe an den Consular Acacius I unterstützt 
wurde: III 96 (301). app. 7 (536). 8(537). 37(565). 43(571). 
44(572). 118(644). 139(664). 166 (689), gelang es endlich, den 
Hyperechius zum Officialeu zu machen: app. 179(702). Trotz- 
dem wurde er unter Julian, der ohne Rücksicht auf irgend 



ni. Die Adressaten: Hypatius IV — Hyperechias 11. 183 

welche Privilegien die Decuriouen zu vermehren suchte: Amm. 
XXV4,21, für den Stadtrat von Ancyra in Anspruch genommen. 
Um dem zu entgehen, wollte ihn sein Vater zum Senator von 
Constantinopel machen lassen; doch Libanius widerriet: add. 
117(643). Auch gelang es dem Hyperechius durch seine Be- 
redsamkeit, die er wahrscheinlich in einem Proceß gegen den 
Stadtrat zur Geltung brachte, der Gefahr zu entgehen: add. 
164(687). 190(713). Schon im J. 362 wollte er wieder nach 
Antiochia kommen, wahrscheinlich um sich dem Kaiser persön- 
lich vorzustellen: add. 164(687); aber erst 363 führte er seine 
Absicht aus, kam aber zu spät, da Julian schon gegen die Perser 
gezogen war. Libanius tröstete ihn damit, er werde nach dem 
Siege den Kaiser sprechen und seine Absichten bei ihm er- 
reichen: app. 191. 192(714.715). Doch gelang es ihm, einen 
jüngeren Bruder vor der Aushebung zu sichern: app. 192(715). 
295(718) und zugleich die üblen Gerüchte zu zerstreuen, die 
sich über die Amtsführung des Consularis Galatiae Maximus VI 
in Antiochia verbreitet hatten : app. 195(718). add. 237(1144). 
Er reiste jetzt nach Constantinopel: app. 192 (715), um sich, 
unterstützt durch zahlreiche Empfehlungsbriefe des Libanius: app. 
191(714). 197(721). 199(723). add. 2— 4(1285— 1287); vgl. 
328(1069), dort ein Amtchen zu verschaflfeu, das ihn vor dem 
Decurionat sichern konnte; add. 328(1069). 330(1070). Und 
wirklich gelangte er mit Unterstützung des Ecdicius I: add. 
246(1423). 306.307(1146. 1470) und seines alten Beschützers 
Modestus: app. 191(714). 197(721). add. 154(1352) zu einer 
Stellung im Officium des Castrensis sacri palatii: Amm. XXVI 
8,5, die freilich wieder angefochten wurde: add. 341 (1490). 
Mit dem Usurpator Procopius befreundet, wurde er im J. 365 
von ihm an die Spitze einer Truppe gestellt, die von ihm abfiel 
und ihn dem Kaiser Valens auslieferte: Amm. XXVI 8,5. Wahr- 
scheinlich wurde er hingerichtet; denn in den späteren Schriften 
des Libanius ist nicht mehr von ihm die Rede. An ihn gerichtet 
11122(225). app. 90(616). 117(643). 140(665). 164(687). 
179(702). add. 4(1287). 155(1353). 246(1423). 269(1441). 
307(1470). 328(1069). 

IL Armenier, Schüler des Libanius: 11160(265). Sein Sohn 
war im J. 365 Schüler des Strategius III: add. 362(1508). An 
ihn gerichtet 11160(265). add. 362(1508), wahrscheinlich auch 
Basil. ep. 328 = Migne G. 32 S. 1073. 



184 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

III. Comes rerum privatarum am Hofe des Honorius, 
erwähnt am 17. Juni und 17. Dec. 397: Cod. Theod. VII 13, 12. 
X 1,14. Wahrscheinlich derselbe, der nach Symmach. ep. 11151 
in Rom erzogen war. 

JambUchus. Sohn des Himerius: YI 76. 77(486. 487); 
vgl. 78—80 (488—490), Neffe des Sopater I: VI 77 (487); vgl. 
80 (490). add. 353 (1072), wahrscheinlich Enkel des berühmten 
Philosophen, dessen Namen er trug: VI 80 (490). 81(491). 
99(508). 77(487). add. 353 (1072). Verwandter des Libanius: 
VI 77 (487). 80(490). 82(492). 83(493). app. 188(711). 
Heide: VI 77 (487). app. 188 (711). 319(850). 371(903). Im 
J. 357 war er noch sehr jung: VI 75 (485). 77 (487). 79 (489). 
82 (492). 100 (509), im Jahre 363 noch unverheiratet: app. 
188(711). Doch war sein Vater schon vor 357 gestorben 
und hatte ihm ein ansehnliches Erbe hinterlassen: VI 77 (487). 
80. 81 (490. 491), darunter Grundbesitz in Syrien: IV 51 (363). 
In der Eegel lebte er wohl in Antiochia, denn Libanius kor- 
respondiert mit ihm nur, wenn er auf Reisen oder auf dem 
Lande ist: add. 353 (1072). Im J. 357 wurde er an den Hof 
nach Italien berufen: VI 77 (487); vgl. IV 51 (363). 17(330). 
Doch war ihm dies ein widerwärtiger Weg: VI 113 (522), den 
er mit Trauer antrat: IV 17 (330). Ihm ^wurden die Emp- 
fehlungsbriefe VI 75—83 (485—493) mitgegeben, doch dürfte 
er nur einen Teil bestellt haben. Denn nachdem er sich bei 
Hierocles I in Cüicien: VI 99. 100(508. 509) und dann in 
Ancyra aufgehalten hatte: VI 113(522), ging er nicht nach 
Italien, sondern erst nach Athen, dann nach Macedonien, dann 
wieder nach Athen: IV 51 (363). 17 (330), endlich nach Aegypten: 
IV 76 (388), von wo er im Jahre 358 nach Antiochia zurück- 
gekehrt zu sein scheint. Im Winter 358/9 scheint Themistius I 
die Absicht gehabt zu haben, ihn in den Senat von Constantinopel 
zu berufen : I 20 (32), doch blieb er wohl in Antiochia. Im 
Jahre 362 reiste er zum zweitenmal nach Athen: app. 
188(711). Auch er errang sich den Ruhm eines Philosophen: 
IV 76 (388). app. 369 (901). add. 353(1072). Symmach. ep. IX 2. 
Im J. 391 war er noch am Leben und stand in hohem Ansehn: 
app. 369(901). 371(903). 394(926). An ihn gerichtet I 20 (32). 
IV 17 (330). 51(363). 76(388). VI 99 (508). 113 (522). app. 
188(711). add. 353(1072). Symmach. ep. IX 2. Die Geschichte 
von seinem Selbstmorde, die Cedren; I p. 548 erzählt, ist Fabel. 



IIL Die Adressaten: Hyperechius III — Jovinus I. 185 

Jasius. Im Jahre 393 Beamter; an ihn gerichtet app. 
493 (1026), erwähnt app. 170 (801). 

JoTianus I. Primicerius Notariorum im Jahre 363. Er 
begleitete Julian auf dem Perserfeldzuge und zeichnete sich 
dabei auch als Kämpfer aus. Nach dem Tode des Kaisers 
wurde er als Kandidat für den Thron genannt und deshalb auf 
Befehl des andern Jovian, der wirklich gewählt wurde, heimlich 
getötet: Amm. XXIV 4, 23. XXV 8, 18. XXVI 6, 3. Zosim. III 
22, 4. Liban. or. XVIII 238 p. 601. Er wird es sein, der im 
Jahre 355 als junger, aber einflußreicher Manu am Hofe des 
CoDstantius erscheint und an den V 28 (413). 52 (1083) gerichtet 
sind. Denn schon damals muß er eine bedeutende Stellung 
unter den Notaren eingenommen haben, wenn er 363 zum Ersten 
in diesem vielvermögenden Kollegium aufgerückt war. Dagegen 
kann add. 35(1169) nicht an ihn gerichtet sein, weil dieser 
Brief erst nach seinem Tode geschrieben ist. Er ordnet sich 
so gut in die Korrespondenz mit lovinus ein, daß ich der Ver- 
mutung Wolfs zustimme, dieser Name sei in der Adresse her- 
zustellen. 

IL Einflußreicher Mann im Jahre 390 am Hofe von Con- 
stantinopel; an ihn gerichtet: app. 319 (850). Er war ein 
Freund des Jamblichus und nach der Art, wie in dem Briefe 
dessen Heidentum ihm gegenüber gepriesen wird, dürfte auch 
er selbst Heide gewesen sein. Er ist also kaum identisch mit 
dem Comes Jovianus, der im Jahr 399 im Westreiche die 
Tempel zerstörte: Mommsen, Chronica minora I S. 246. 

III. Soldat, bei dem Perserfeldzuge Julians im J. 363 
vom Blitz erschlagen: Amm. XXIH 5, 12. 

Jovinus I. Flavius Jovinus: Mommsen, Chron. min. III 
S. 523. Der Name Valens Jovinus beruht nur auf einer falschen 
Konjektur bei Amm. XXVIII 3,9. Christ: CIL XIII 3256. 
Er führte als Magister equitum einen Teil von Julians Heer 
im J. 361 durch Italien: Amm. XXI 8, 3. 12,2. Hier sollte 
er die Belagerung von Aquileia leiten, wurde aber bald zu 
wichtigeren Geschäften abberufen: Amm. XXI 12, 2. 3 und 
zum Magister equitum per lUyricum ernannt. Als solcher ge- 
hörte er zu der Kommission, welche in Chalcedon über die 
Werkzeuge des Constantius richtete: Amm. XXII 3, 1. 2. Im 
J. 363 war er Magister militum per Gallias, wurde aber als 
verdächtig dieser Stellung durch Kaiser Jovian enthoben : Amm. 



186 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

XXV 8, 1 1 ; vgl. XXVI 5, 2. Doch Malarichus, der ihm zum 
Nachfolger bestimmt war, lehnte ab: Amm. XXV 10,6, und 
da gleich darauf Jovinus meldete, daß Gallien den neuen 
Herrscher anerkenne, ließ dieser ihn in seinem Amt: Amm. 
XXV 10, 8. 9, das er auch unter Valentinian und Valens be- 
hauptete: Amm. XXVI 5,2. Unter Julian scheint er Magister 
equitum et peditum gewesen zu sein: CIL XIII 3256. Amm. 
XXV 8, 11. XXVI 5, 2 und blieb es auch in den ersten Monaten 
des Valentinian und Valens: Cod. Theod. VII 1, 7 vom 31. Mai 
365. Doch spätestens am 24. Juni 365 war er w^ieder Magister 
equitum: Cod. Theod. VIII 1, 10, wo VIII Kai Jul statt VIII 
Kai. Jun. zu schreiben sein wird; vgl. Amm. XXVII 2, 1, und 
mit diesem Titel erscheint er dann auch am 29. Jan. 367: Cod. 
Theod. VII 1, 9 und am Ende seiner Laufbahn im Jahre 369: 
Amm. XXVIII 3, 9. Der indifferente Titel Magister militum am 
14. Febr. 367: Cod. Theod. VII 1, 10 und am 17. Jan. 368: Cod. 
Theod. VII 20, 1 1. Im J. 366 erfocht er glänzende Siege über die 
Alamannen und wurde dafür mit dem Consulat des Jahres 367 
belohnt: Amm. XXVII 2, 1—10. Bis zum J. 369 kämpfte er 
noch in Gallien: Amm. XXVII 10, 6. Doch wurde er noch in 
demselben Jahre nach Britannien geschickt, um dort einen gefähr- 
lichen Aufstand der Barbaren zu dämpfen: Amm. XXVII 8, 2 
und bald darauf durch Theodosius im Kommando ersetzt: Amm. 
XXVIII 3, 9. Er erbaute in Reims die Kirche des heil. Agricola, 
um dort seine letzte Ruhestätte zu finden: CIL XIII 3256. 

II. Bruder des Olympius X, Verwandter des Letoius I, 
nahm im Jahre 357 gemeinsam mit seinem Bruder eine an- 
sehnliche Stellung am Hofe des Constantius ein: VI 60 (468). 
83 (493). Mit Clematius II befreundet: VI 60 (468), besuchte 
er ihn im J. 358 während seiner Statthalterschaft in Palaestina: 
IV 45(357) und lernte dabei auch Clematius III kennen: add. 
390(1216). Damals war er noch jung, da er sich erst 364 
oder kurz vorher in Antiochia verheiratete: add. 35(1169). 
unter Jovian muß er wieder im Hofdienste gestanden haben; 
denn nachdem dieser gestorben und Valentinian und Valens an 
seine Stelle getreten waren, wird Jovinus beglückwünscht, daß 
das Glück ihm treu geblieben sei und er seine Macht behauptet 
habe: add. 81 (1094). Er verdankte sie seiner Redegabe: add. 
122 (1107), war also nicht, wie Jovinus I Krieger, sondern stand 
im Civildienst. Auch befand er sich nicht, wie dieser, am Hofe 



III. Die Adressaten: Jovinus I — Italicianus. 187 

Valentiuians, sondern an dem des Yalens, wo wir ihn in den 
J. 364 und 365 in einer sehr einflußreichen Stellung finden. 
Welche dies war, läßt sich nicht erkennen, denn der Titel 
Comes, den Basil. ep. 163 = Migne G. 32 S. 633 ihm gibt, ist 
zu allgemein, um einen deutlichen Fingerzeig zu bieten. Damals 
wurden an ihn gerichtet add. 35 (1169)1. 81 (1094). 113 (1180). 
122(1107)2. 199(1388). 359(1506). 386 (1526b). 390(1216). 
399(1536), vorher im Jahre 357 an ihn und seinen Bruder 
gemeinsam YI 60 (468). 83 (493). 

III. Gesandter der Stadt Lepcis an Valentinian I, durch 
die Umtriebe des Romanus um das J. 366 hingerichtet: Amm. 
XXVIII 6, 16. 20—23. 

IV. Comes rei militaris per Aegyptum am Ende des 4. 
oder Anfang des 5. Jahrh.: Leipoldt, Schenute von Atripe 
S. 164. 

Iphicrates. Armenier, Vater des Maximus XVII: app. 
390(922), im Jahre 388 noch am Leben: app. 270(801), im 
J. 391 schon verstorben: app. 380(912). 390(922). An ihn 
in den J. 359—361 gerichtet I 28 (40). III 46 (251). 58 (263); 
erwähnt I 75 (86). Nicht seine Adresse, sondern die des Gaius 
trägt im Vaticanus add. 234(1113). 

Italicianus. Italiener: Larsow, Die Festbriefe des h. Atha- 
nasius S. 37. Dazu paßt, daß er zwar das Griechische auch 
beherrschte, doch das Lateinische seine Muttersprache war: 
III 36 (241). Zeitweilig muß er in Antiochia gelebt haben; denn 
er hatte die Beden des Libanius mit angehört, und man konnte 
im J. 355 erwarten, daß er sich bemühen werde, ihm die Er- 
laubnis, in jener Stadt zu bleiben, zu erwirken: V 30 (1189). 
Wenn er dazu in der Lage war, muß er sich zu jener Zeit am 
Kaiserhofe aufgehalten haben. Im J. 359 war er Praefect von 
Aegypten, aber nur drei Monate lang: Larsow a. O. Dann wurde 
er Consularis Syriae, was damals noch als Beförderung galt: 
Kaibel, Epigr. Graeca 919. Es war die Zeit, wo Constantius 
einen neuen Feldzug gegen die Perser vorbereitete und dafür 
unter furchtbarem Drucke Steuern und Leistungen von den 
Provinzen des Orients beitrieb; Italicianus suchte seine Unter- 
gebenen zu schützen, erregte damit den Zorn der Mächtigen 



1) Über die Adresse vgl. JoviaDus I. 

2) Dieser Brief trägt im Vaticanus seine Adresse. 



188 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

und wurde im J. 360 abgesetzt^. Im J. 361 warb er um ein 
Mädchen, das in Antiochia zu Hause war, da ihn Libanius 
mündlich bei der Großmutter desselben unterstützte. Diese hatte 
sie zu vergeben; folglich waren ihre Eltern tot. Ihr Oheim aber 
ist der Notar Spectatus; denn er befürwortet die Werbung in 
Briefen an seine Mutter, die offenbar mit jener Großmutter 
identisch ist: app. 16(545). Diese scheint Bassiana zu sein, von 
der es feststeht, daß sie mit Libanius verwandt war: S. 95, 
und von Spectatus gilt dasselbe: VI 19 (426). 51 (459). 68 (477). 
Sie könnte also dessen Mutter gewesen sein. Und daß ihre 
Enkelin die Frau des Italicianus wurde, ist deshalb wahrschein- 
lich, weil app. 28 (557) an ihn geschrieben wird, es sei sein 
eigener Vorteil, wenn er Bassiana in ihrer Vermögensverwaltung 
unterstütze, doch wohl aus keinem anderen Grunde, als weil 
er an ihrer Erbschaft ein Interesse hatte. Im J. 361 bekeidete 
er ein Amt, in dem Asien, Lycien und Pisidien unter ihm standen: 
app. 28(557). 45(573). 51(579). 52(580), d. h. er war Vicarius 
Asiae. Er schickte dem Libanius auf seine Bitte eine Büste 
des Redners Aristides: add. 421 (1551), woran pr. 8(8) anknüpft. 
Dies Bildnis sah nämlich dem Asklepios so ähnlich, daß 
der Empfänger glaubte, damit angeführt zu sein. Dies wird 
er dem Italicianus geschrieben und darauf die Antwort be- 
kommen haben, wie sein Vorläufer in der Bedekunst, so gleiche 
auch er selbst den Götterbildern. Denn auf eine Schmeichelei 
dieser Art erwidert der Anfang von pr. 8(8): r^iiBlq xal äv- 
i^Qojjtot xal 0VÖ8V rmv ysLroi^cov d/ialvovg' /irj rolvvv vßQiC,t 
rag elxovag fjrjö' otav sjtaivfjg, d/isXet rov fietQov, Aus diesen 
Worten darf man wohl schließen, daß Italicianus Heide war. An 
ihn gerichtet pr. 8 (8). 11136(241). V 30 (1189). app. 16 (545). 
28(557). 45(573). 51.52(579.580). 

JulianusL Caesar 355— 360, Augustus360 — 363. An ihn 

1) III 36(241): i/bioi öh tcüv omv fiixQov fiev ovSsv iipalverOy Tta/ifieya 
6 6 rb fiirj ry (pd-oga. xwv TtoXetov d-egaTievaai zovg övvaxovq. .^v fikv ya(j 
ö^kov, (og oQyal xal xIvövvol xal ß^krj, aol 6b ovöhv rov Tioiijoai xi rwv 
alaxQiüv (poßsQWTEQOV. Tjösiog ö'av avrwv invd-oinTjVy xi fia^ovxeg aot 
fiBv ^vexaXovVf ijfucg 6h ^xokaaav, xal aoi fisv ^Soaav, o xav i7tQi(o, nag^ 
TjibKüv öh sXaßov ölxriVj d. h. dem Italicianus ist die Ruhe von den Staats- 
geschäften gewährt worden, die er, wenn es nötig gewesen wäre, gern 
hätte kaufen mögen, die Syrer aber sind durch seine Absetzung gestraft 
worden, weil sie einen so trefflichen Statthalter verloren. Aus dieser 
Stelle ergibt sich, daß er Consularis Syriae gewesen war. 



IIL Die Adressaten: Italicianus — Julianus 11. 189 

gerichtet pr. 13(13). 121(33). IV 60 (372). VI 116(525). app. 
145(670). 147(1588)^ 189(712). 198(722), wahrscheinlich 
auch V 110 (1035). Eine Anzahl der an ihn gerichteten Briefe 
scheint Libanius bei der Publikation seiner Sammlung als 
gefährlich unterdrückt zu haben: add. 151(1350). 

II. Bruder der Basilina, der Mutter des Kaisers Julian: 
Johann, mon. vit. S. Artemii 23 = Mai, Spicilegium Romanum IV 
S.357. Philostorg.VniO. 12. Amm. XXIII 1,4, fälschlich als 
Oheim von Vatersseite bezeichnet: Joh. Chrys. de Babyla 17 
= MigneG. 50 S. 558, als Oheim schlechthin: app. 122 (648). 
Julian, misop. 340a. 365c. 371a. epist. 10,380b. 13,382a. 
Sozom. V7,9. Theodor, h. e. III 11,5. Joh. Chrys. de laud. 
Pauli IV. de Babyla 22. expos. in Psalm. CX 4. hom. in Matth.IV 1 
= Migne G. 50 S. 489. 567. 55 S. 285. 57 S. 41. Also Sohn des 
Julius Julianus, der von 316 bis 324 als Praefectus praetorio 
des Licinius nachweisbar ist: or. XVIII 9 p. 524. CIL HI 13734. 
Optat. Mil. app. 8. über das Datum dieser Urkunde, deren 
Echtheit ich mit Unrecht bezweifelt habe, vgl. Zeitschr. f. 
Kirchen gesch. X S. 551. Viele Jahre vor 362 hatte er als Praeses 
die Provinzen Phrygien und Aegypten verwaltet: app. 151(674). 
Julian, ep. 10,380c. Sozom. V 7,9, vielleicht die eine im J. 334, 
die andere im J. 338; denn am 25. Aug. 334 findet sich ein 
Julianus praeses ohne Nennung der Provinz: Cod. Theod. XI 
39,3, am 11. Oct. 338 ein Julianus ohne Titel: Cod. Theod. 
XII 1,23. Zu einer höheren Würde scheint er es unter Con- 
stantius nicht gebracht zu haben. Nachdem sein Neffe Augustus 
geworden und nach Constantinopel gekommen war, bekehrte 
er den Oheim, der vorher Christ gewesen war, zuerst zum 
Heidentum: Joh. mon. a. 0. Philost. VII 10, und ernannte ihn 
dann zum Comes Orientis: Amm. XXIII 1,4. 5. Joh. mon. vit. 
S. Art. 23. 56. Philost. VII 10. Julian, misop. 365 c. 371 a, fälsch- 
lich rfjg eoiag vjtaQxog genannt: Theodor, h. e. III 11,5. 12,2. 
Zu diesem Amte beglückwünscht ihn Libanius app. 87(613). 
Er wird darin erwähnt im J. 362 am 28. Aug.: Cod. Theod. 
XII 1,51, am 22. Oct.: Joh. mon. vit. S. Art. 56. Theodor, h. e. 
m 11,5; vgl. Amm. XXII 13,1, am 1. Nov.: Cod. Theod. XII 
1,54, am 6. Dec: Cod. Theod. III 1,3, im J. 363 am 9. März: 

1) über diesen Brief, der in zwei wenig verschiedenen Redaktionen 
zugleich an den Kaiser Julian und an Basilius von Caesarea abgeschickt 
wurde, vgl. S. 33. 



190 C). Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Cod. Just. Vin 35, 12. Doch dürfte dies Datum kaum richtig 
sein, da sein Neffe, schon ehe er am 5. März 363 Antiochia 
verließ: Amm. XXin2,6, einen Nachfolger für ihn ernannte: 
Amm. XXTTI 1,4. Während der Kaiser noch in Constantinopel 
verweilte, wurde er nach Antiochia vorausgeschickt: Joh. mon. 
vit. S. Art. 26 und begann dort sogleich mit dem ganzen Eifer des 
Apostaten an der Herstellung des Heidentums zu arbeiten: app. 
81 (607). 98 (624). Er ließ die Kirchen schließen und raubte 
ihnen ihre Kostbarkeiten: Joh. mon. vit. 8. Art. 26. Doch daß 
er die heiligen Geräte roh geschändet habe, ist wohl nur 
fälschlich auf ihn übertragen: Joh. Chrys. de laud. Pauli IV. de 
ßabyla 17. Sozom. V 8,1. 2. Theodor, h. e. HI 12,2. 3. Denn 
Philostorgius VH 10 berichtet dasselbe von einem namenlosen 
Übeltäter, und Johannes Monachus weiß nichts davon. Er starb 
im Amte 363 nach vierzigtägiger Krankheit: Philostorg. VH 
10. 12. Julian, misop. 365c. Amm. XXnil,4. 5. Joh. Chrys. 
de laud. Pauli IV. de Babyla 17. 22. expos. in Psalm. CX 4. 
hom. in Matth. IV 1. Sozom. V 8, 2—4. Theodor, h. e. III 13, 1—3. 
An ihn gerichtet app. 87(613). 111(637). Julian, ep. 13, ohne 
Namen erwähnt app. 101 (627). 

III. Publilius Caeionius Julianus bekleidete im J. 354 oder 
355 ein senatorisches Amt in Rom, vielleicht das eines Curator 
statuarum: CIL VI 1159. Dann wurde er Corrector Tusciae et 
Umbriae: CIL XI 41 18. Ich habe ihn früher mit dem Vorher- 
gehenden identificiert, weil ich den Praefectus urbis der J. 333 
und 334 Caeionius Julianus Camenius für den Großvater des 
Kaisers Julian und folglich für den Vater des Comes Orientis 
hielt: Symmachus p. CLXXVII. Pauly-Wissowa III S. 1863. 
Doch da es jetzt durch CILIH 13734 feststeht, daß dieser Vater 
Julius Julianus hieß, fällt der gemeinsame Geschlechtsname und 
damit der Grund für jene Identification weg. Dagegen ist es 
nicht. unmöglich, daß JuliauusIII mit dem folgenden identisch ist. 

IV. An einen hohen Beamten, der Julianus heißt und in 
Eom tätig ist, wird am 24. Febr. 360 Cod. Theod. XIV1,1 
adressiert. Da derselbe sicher von dem Praefectus urbis ver- 
schieden ist, wird man in erster Linie an den Vicarius urbis 
denken müssen. Er könnte der ex vicario sein, der im J. 362 
als übereifriger Anhänger des Constantius hingerichtet wurde: 
Amm. XXII 11,1. 

V. Antiochener, im J. 357 Consularis Bithyniae; denn er 



in. Die Adressaten: Julianus II — VIII. 191 

herrscht über eine Stadt, die Libanius ebenso wert ist, wie 
seine Heimat, d. h. über Nicoraedia. An ihn gerichtet VI 
94(503;. 105(514), vielleicht auch 119(528). Er wird derselbe 
Juliauus sein, der 358 von einem kürzlich niedergelegten Amte 
zu berichten hat: IV 39 (352) und Frau und Kinder in Antiochia 
zurückläßt, um in Aegypten einen Korntransport zu leiten: IV 
40(353); vgl. 39(352). 

VI. Consularis Phoenices, dann im Jahre 360 Proconsul 
Asiae. An ihn gerichtet III 21 (224), erwähnt III 20(223), 
vielleicht auch II 103 (199). 

VII. Syrer, Philosoph, der lateinischen Sprache mächtig: 
add. 183 (Uli). 148 (1048). app. 53. 54 (581. 582). Der Praefect 
Salutius hatte ihn sich zum Eeisebegleiter gewählt: app. 
54(582). Im Jahre 361 reiste er nach Constantinopel: app. 
53 — 55(581 — 583). Im J. 362 war er Consularis Phoenices: 
app. 127 (652). add. 183 (111 1), in welchem Amte er am 3. Sept. 
362 erwähnt wird: Cod. Theod. XII 1,52. Wahrscheinlich ist 
er es, der von seinem Nachfolger Gaianus im J. 363 Briefe 
aus Phoenicien nach Antiochia brachte: add. 105 (1044). Im 
J. 364 ging er wieder nach Constantinopel: add. 183 — 185 (1111. 
1377.1103). 192(1213) mit der Hoffnung auf ein zweites 
höheres Amt: add. 185 (1103). 192(1213). Und wirklich er- 
scheint er gleich darauf als Comes Orientis : add. 148 (1048). 
150(1349). 205(1394). In diesem Amt erwähnt am 17. Apr. 
364: Cod. Just. 14,1. IV 63,1. Um dieselbe Zeit wurde sein 
Sohn Schüler des Libanius: add. 148(1048). An ihn gerichtet: 
app. 127 (652). add. 205 (1394). 

VIII. Cilicier, Bruder des Hierocles I und des Demetrius I: 
126(38). IV 36 (349). V7(393); vgl. S117. Sohn christlicher 
Eltern und selber Christ: Greg. Naz. ep. 67 — 69. carm. II 2. or. 
XIX = Migne G. 37 S. 132. 1477. 35 S. 1044. Praeses Phrygiae: 
add. 250(1426a). 255(1429b). 126(38), jedenfalls vor dem J. 359, 
wahrscheinlich 358. Denn als in diesem Jahre sein Neffe Calycius 
Hochzeit machte, befand sich bei ihm nur einer seiner beiden 
Oheime: IV 70 (382). Im Jahre 359 wurde er zum Senator von 
Constantinopel ernannt, suchte aber wegen der Dürftigkeit 
seines Vermögens um Befreiung von den senatorischen Leistungen 
nach: 126(38). Im J. 361 wurde er als Nachfolger des Pris- 
cianusl Praeses Euphratensis: add. 250 (1426 a). app. 64(591). 
Im J. 363 übernahm er im Anschluß an den Census von 362/3 



192 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

das Amt eines Peraequator: add. 250 (1426a). Greg. Naz. a. 0. 
für die politische Dioecese; denn seine Macht erstreckte sich 
über Bithynien: add. 250 (1426a). 254 (1429a), Galatien: add. 
341 (1490) und Cappadocien: Greg. Naz. a. 0. An ihn gerichtet 
app. 59(586). 64(591). 75(602a). add. 41(1039)1. 341(1490). 

IX. Tribunus legionis, fällt 363 im Perserfeldzuge Julians : 
Amm.XXV6,3. Zosim. III 30,4. Vielleicht ist er der Schüler 
des Libanius, der im J. 359 die Rhetorik an den Nagel hängt, 
um durch Fürsprache des Anatolius I öTQaricorrjg zu werden, 
was freilich nicht nur Soldat, sondern auch Officiale bedeuten 
kann: 168(79). 

X. Praefectus annonae, erwähnt am 14. Juni 366: Cod. 
Theod. XIV 15,2. 

XL Sextius Rusticus Julianus: CIL VIII 995. 1447. 12455. 
Sextius Rusticus: CIL VIII 16400; vgl. Ephem. epigr. VII 699 
p. 223. Julianus Rusticus: Symm. III 1. Rusticus Julianus: Amm. 
XXVII 6, 1 ; magister memoriae im J. 367, Proconsul Africae 
in den J. 371 — 373, Praefectus urbis Romae 387 oder 388: 
Seeck, Symmachus p. CXXV. 

XII. Julius Julianus, Praeses Thebaidos im Jahre 372: 
Mitteis, Griechische Urkunden der Papyrussammlung zu Leipzig I 
S. 171. 172. MelangeNicoleS.374. Er könnte mit dem folgenden 
identisch sein. 

Xni. Praefectus Aegypti, erwähnt am 17. März 380 : Cod. 
Theod. XII 1,80. XV 1,20; vgl. CIG III 5071. Epigramme von 
ihm, deren Überschrift ihn ausdrücklich djio vjiclqxoov Alyvjtrov 
nennt: Anthol. Graec. VI 18 — 20. 28. 29. 

XIV. Proconsul Asiae, erwähnt am 9. Jan. 397: Cod. 
Just. Vn 45, 12. Die Handschriften schwanken zwischen Äfricae 
und Asiae; aber da das Gesetz den Gebrauch des Griechischen 
den Gerichten gestattet, kann es nur im griechischen Reichsteil 
gegeben sein. Der Ort des Datums Mediolanum ist schlecht 
überliefert. In Africa sind um dieselbe Zeit andere Proconsuln 
nachweisbar: Symmachus p. CLX. 

XV. Pisider, da Entrechius Praeses seiner Heimatprovinz 
ist: app. 222(755). add. 56 (1308). 139(1343), Schüler des Li- 
banius: app. 222. 223(754. 756). add. 17 (1037). Im J. 363 war 
seine Mutter Witwe und wurde ermordet: app. 222(755). Dies 



1) Dieser Brief trägt im Vat. die Adresse: '/ovAicrvoJ. 



III. Die Adressaten: Julianus VIII — Lampetius. 193 

bewog ihn, auf Rat des Libanius in seine Vaterstadt zuröck- 
zakehren, wo er mit großen Ehren empfangen wurde: add. 
17 (1037). An ihn im J. 364 gerichtet add. 17(1037). 

XVI. Postumius Julianus, vir clarissimus, stirbt im J. 385 
und hiuterläßt der Stadt Praeneste ein Legat: CIL XIV 2934. 

XVII. Decurio von Antiochia, Sohn eines hundertjährigen 
Vaters, richtete im J. 388 die Olympien aus und verkaufte zu 
diesem Zwecke sein einziges Landgut. Der Consular Eusta- 
thius V ließ ihn ins Geföngnis werfen: or.LIV 22. 45p. 138ff. 154. 

XVIII. Berytier, Schwiegervater des Celsinus: app. 264 
(796). 298(829). 336(868). Er hatte mehrere Ämter bekleidet: 
app. 470 (1003). Danach könnte er mit einem der Vorher- 
gehenden identisch sein. An ihn in den J. 390 und 393 ge- 
richtet app. 336(868). 470(1003); scheint erwähnt zu sein 
app. 370 (902). 

XIX. Schüler des Libanius, vermählt mit der Schwester 
eines andern Schülers; erwähnt im J. 393: app. 489 (1022). 

XX. Add. 123(1125) ist in der Adresse Ov/briavco statt 
^lovXiavco zu schreiben. 

XXI. Unbestimmbare Juliani: add. 27(1298). 248(1084). 
Basil. ep. 21-=Migne G. 32 S. 285. 

Julius I. Grammatischer Lehrer in Antiochia, stirbt im 
Winter 355/6: V 71 (1254). 

II. Sohn eines Mannes, der im J. 365 ein Amt bekleidete, 
Schüler des Libanius; an ihn gerichtet add. 222(1408). 

III. Comes rei militaris per Thracias im Jahre 365, wird 
von dem Usurpator Procopius nach Constantinopel gelockt und 
dort gefangen gesetzt: Amm. XXVI 7, 5. Magister equitum et 
peditum per Orientem, im Jahre 371 mit dem Erbauen von 
Burgen in Arabien beschäftigt: CIL III 88 = Dessau 773. Nach 
der Schlacht bei Adrianopel im J. 378 ließ er alle Gothen, die 
sich in seinem Amtskreise befanden, an einem Tage nieder- 
machen: Zosim. IV 26. Amm. XXXI 16,8. Erwähnt or. 119 
p. 175. 

Julius. Palaestinenser; denn er wohnte in der Provinz, in 
welcher Priscio wirkte. Consularis Syriae oder Comes Orientis 
vor dem J. 392. An ihn in den J. 390 und 392 gerichtet 
app. 322 (854). 425 (958). 

Lampetius. Bithyner, denn er lebte mit Meterius I an dem- 
selben Orte. An ihn im Winter 355/6 gerichtet V 92 (1269). 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 13 



]^94 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Lauricius. BassidiusLauricius: Dessau 740 = CIL III 6733, 
scheint im Jahre 357 Dux Armeniae gewesen zu sein, da ihm 
der Armenier Eusebius X empfohlen wird: VI 91 (500). Im 
J. 359 wurde er zum Comes et Praeses Isauriae ernannt und 
schützte die Provinz vor den räuberischen Bergstämmen: 
Dessau a. 0. Amm. XIX 13,2. Als höchster Beamter der 
Provinz wohnte er am 27. Sept. 359 der Synode von Seleucia 
bei: Socrat. 1139,6. 40, 2 ff. Sozom. IV 22, 2. 10. 27. Epiph. 
haer. 73, 25, wonach er Christ gewesen sein dürfte. An ihn 
gerichtet VI 9 1 (500). ^- L - Ail^^c'u^. y^ T^i^My*^ " -«^^--m^*-^ y 

Leonas. Im J. 359 leitete er als Comes des Constantius: 
Socrat. II 40, 9 die Synode von Seleucia: Socrat. II 39, 5. 9. 11. 
40, 2 ff. Sozom. IV 22,2. 4. 10. 13. 18. 24. 27. Epiph. haer. 
73, 25. Hilar. c. Const. 12 = Migne L. 10 S. 591. Er war also 
Christ. Im J. 360 ist er Quaestor sacri palatii und wird als 
Gesandter des Constantius an Julian geschickt: Amm. XX 
9,4—8. XXI 1,4. Zonar. XIII 10 p. 21b. c. d. An ihn im 
Jahre 355 gerichtet V 29(1229). 

Leontius I. Domitius Leoutius: CIL III 12330. Cod. 
Theod. IX 1, 7. Flavius Leontius: Nicole, Papyros de Geneve 
II 45. 46. Greek papyri in the British Museum 11 p. 273. CIL 
X 478, Praefectus praetorio Orientis: IV 44 (356). Dessau 1234 
= CIL III 167. 12330. Nicole a. 0. erwähnt am 11. Mai 342: 
Cod. Theod. XI 36,6; am 30. JuU 342: Cod. Theod. 15,4; 
am 18. Febr. 343: Cod, Theod. IX 21,5; am 27. Juni 343: 
Cod. Theod. XII 1, 35; am 6. Juli 344: Cod. Theod. XIII 4, 3; 
falsch oder unvollständig datiert: Cod. Theod. VII 9, 2. 22,4. 
VIII 1, 1. IX 1, 7. 22, 1. Consul im J. 344. 

II. Comes Orientis, erwähnt am 6. April 349: Cod. Theod. 
Vni 1 8, 5 ; vielleicht ist er gemeint IV 30 (343). Könnte identisch 
sein mit dem Flavius Julius Leontius, der zwischen 334 und 
und 337 als vir perfectissimus praeses provinciae Heleneponti 
genannt wird: CIL III 14184, 17. 37. 

III. Flavius Leontius: CIL VI 1160, sitzt als Comes im 
Jahre 351 in der Kommission, welche über die Ketzerei des 
Photinus zu urteilen hat: Epiph. haer. 71,1. Im J. 354 wird 
er dem Caesar Gallus zum Quaestor sacri palatii bestellt: 
Amm. XIV 11, 14. Dann wurde er Praefectus urbis Romae: 
CIL VI 1160. Amm. XIV 11, 14. XV 7, 1—6. Im Amt erwähnt 
am 10. Nov. 356: Cod. Theod. XVI 2, 13, wo mit Gothofredus 



III. Die Adressaten: Lauricius — Leontius VI. 195 

für das 9. Kaiserconsulat das 8. zu setzen ist. Wenn er in 
seinen Inschriften praefectus urhi Herum vice sacra iudicans 
heißt, so bedeutet das nicht, wie Joh. Schmidt, Hermes XV 
S. 579 annimmt, daß er zweimal die Stadtpraefectur bekleidet, 
sondern nur, daß er zweimal die höchste Appellationsgerichts- 
barkeit ausgeübt hatte, das erstemal als Quaestor, das zweite- 
mal als Stadtpraefect. 

IV. Armenier: S. 12, Schüler des Gaudentius: app. 136 (661), 
wahrscheinlich auch des Zenobius I, da ihn Libanius seinen 
Schulgenossen nennt: I 29 (41). Lehrer der Rhetorik: III 77. 
78(282. 283), Dichter: 1110(105). add. 383(1524). Seine 
Söhne erwähnt I 29 (41), sein Verwandter und Schüler Cleo- 
pater: III 77. 78 (282. 283). In den Jahren 359—361 gehen 
die an ihn gerichteten Briefe I 29 (41). 75 (86). 81 (92). 
II 7(102). 10(105). 11177(282). 95 (300) alle nach Armenien. 
Doch unter dem litteraturliebenden Kaiser Julian verhilft ihm 
seine Redekunst zu Ämtern: add. 383(1524), deren erstes er 
in den Jahren 362 und 363 bekleidet: app. 99 (625). 136 (661). 
216 (749). add. 305 (1469). 329 (1479). Da Eutocius ihm emp- 
fohlen wird: app. 216(749) und dieser in Elusa zu Hause ist: 
S. 151, möchte man ihn für den Statthalter von Palaestina 
secunda halten. Und wirklich findet sich am 1. März 363 ein 
Leontius als Consularis Palaestinae: Cod. Theod. XII 1, 55. 
Zwar paßt für jene Provinz der Titel consularis nicht, weil 
er nicht dem Statthalter von Palaestina secunda, sondern nur 
dem von Palaestina prima zukam. Doch dessen Amt bekleidete 
damals Cyrillus I, und es wäre nicht unmöglich, daß dem Leontius 
zwar eine präsidale Provinz, aber als besondere Auszeichnung 
der consularische Titel verliehen wäre. Im J. 364 ist er dann 
Consularis Galatiae; denn in dieser Provinz sind die zu Hause, 
welche ihm add. 154(1352) empfohlen werden: S.50. An ihn ge- 
richtet 129 (41). 75(86). 81(92). 117(102). 10(105). 11177(282). 
95(300). app. 99(625). 136(661). 216(749). add. 154(1352). 
305(1469). 329(1479). 383(1524). Bei add. 291 (1209) nennt 
die Adresse zwar auch seinen Namen, ist aber nicht zu dem 
Briefe gehörig, da dieser nach seinem Inhalt an den Praeses 
Euphratensis Atarbius gerichtet sein muß: S. 91. 

V. Consularis Phoenices, erwähnt am 30. Juni 372: Cod. 
Theod. XIII 1,9. 

VI. Consularis Phoenices im Jahre 392: app. 438 (966), 

13* 



196 ^> Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Schüler des Libanius: app. 282(813). 283(814). 482(1015), 
Verwandter des Aristaenetus II: app. 282(813). 283(814). 
431(964). 468(1001). Verfasser hochgerühmter Reden: app. 
282(813). 283(814). 331(863). 431(964). 459(992). 468(1001). 
Im J. 390 ist er in Antiochia gewesen und reist von dort nach 
Constantinopel, um für die Witwe und die Kinder eines Peld- 
herrn zu wirken: app. 366. 367 (898. 899). Im Jahre 392 
wurde er zu einem Amte befördert; denn app. 431 (964). 
433 (966) finden wir ihn als Consularis Phoenices. Im J. 393 
wirbt Libanius für ihn um die Tochter des ApoUonides: app. 
482 (1015); vgl. 431 (964). An ihn gerichtet app. 282 (813). 
331 (863). 431 (964). 433 (966). 459 (992). 468 (1001). 

VII. Apparitor des Comes Orientis Modestus, erwähnt im 
J. 360: II 73(169). 1112(204). 

VIII. Galater, Apparitor des Consularis Galatiae Maximus VI, 
erwähnt im J. 363: app. 201(725). 

IX. Praepositus militum auxilariorum Lauriacensium, er- 
wähnt im Jahre 370: Dessau 774 = CIL III 5670a. Wohl 
identisch mit dem Soldaten, an den Kaiser Julian ep. 22 richtete, 
um ihn durch diesen Brief unter die Protectores domestici auf- 
zunehmen. 

X. Phoenicier aus Paneas, Vater des Maro, scheint im 
J. 360 schon verstorben zu sein: 1157(153). 

XI. Euphratenser, da er in der Provinz des Priscianus I 
zu Hause ist; erwähnt in den Jahren 360 und 361: II 105. 
106 (201. 202). in 88 (293). 

XII. Lehrer der Beredsamkeit in Athen, Vater der Athe- 
nais, die später unter dem Namen Aelia Eudocia Gattin des 
Kaisers Theodosius II wurde: Socrat. VII 21, 8. Theophan. 5911. 
Olymp, frg. 28 == PHG IV S. 63. An ihn scheinen gerichtet zu 
sein Basil. ep. 20. 21 = Migne G. 32 8. 284. 

XIII. Cappadocier aus Caesarea: Basil. ep. 35 = Migne 
G. 32 S. 321, wohl derselbe, der Basil. ep. 198 ah peraequator 
Nicaeae erscheint, ob bei dem Census von 372/3 oder von 
377/8 ist zweifelhaft; doch nach der Zeit, in der Basilius 
Bischof war (370 — 378), können nur diese beiden in Betracht 
kommen. An ihn im J. 404 gerichtet Joh. Chrys. ep. 83 = 
Migne G. 52 S. 652. Vielleicht ist er es, der in dem unvoll- 
endeten Dialog des Caesarius eine Rolle spielen sollte, wie die 
Überschrift angibt: Pauly- Wisse wa III S. 1299. 



ni. Die Adressaten: Leontius VI — Letoius I. 197 

XIV. Vir clarissimuSj Freund des Ambrosius, bei dem 
sich dieser im J. 374 nach seiner Bischofswahl versteckte: 
Paalin. vit. Ambr. 9. 

XV. Occidentale, vollzieht in Rom gemeinsam mit Crescens 
das Criobolion und das Taurobolion: Eaibel, Epigr. graeca 823; 
vgl. S. 112. 

XVI. Unbestimmbare Leontii: pr. 6(6). III 100(305). 
VI 11 (418). 20(427). 95(504). app. 134(659). add. 265(1438). 
410 (1222). 

Letoius I. Antiochener, Bruder des Cynegius: app.l74(697). 
II 50 (146), Verwandter des Chryses I : II 50( 146), des Olympius X 
und des Jovinus II: VI 60 (468). Im J. 355 war er im Begriff, 
sich von dem öffentlichen Leben seiner Stadt zurückzuziehen, 
gab aber diesen Entschluß wieder auf, um die Lehrtätigkeit 
des Ijibanius, der sich damals erst kürzlich in Antiochia nieder- 
gelassen hatte, kräftiger unterstützen zu können: VI 58(466). 
Er gab ihm seinen Sohn in die Schule: V 62 (1246) und ge- 
währte armen Schülern von ihm Geldunterstützungen: VI 
b^ (464). 58 (466). Auch übernahm er 355 eine Gesandtschaft 
an den Kaiser, um ihn zu bitten, er möge Libanius in Anti- 
ochia zu bleiben erlauben: VI 57 (465). Bei dieser Gelegenheit 
wurden ihm und seinem Mitgesandten die Briefe V 61 — 66 (1245 
— 1250) mit auf den Weg gegeben. Damals bereitete er die 
Ausrichtung der Olympien vor: VI 58 (466), die in jedem 
julianischen Schaltjahr gefeiert wurden; er leitete sie also im 
Jahre 356 gemeinsam mit Antiochus II: S. 76. Von seinen 
kostspieligen Leistungen für Antiochia ist auch VI 62. 63(470. 
471). 65(473) die Eede. Im Jahre 857 wurde Phasganius, der 
Oheim des Libanius, dazu gewählt, den Kaiser bei seinem ersten 
Besuch in Rom zu seinen Vicennalien zu beglückwünschen; 
aber da jener sich der Leistung zu entziehen suchte, erbot sich 
Letoius, sie statt seiner zu übernehmen: VI 56 (464). 58(466). 
Bei dieser Reise wurden ihm die Briefe VI 56 — 63(464 — 473) 
mitgegeben; vgl. VI 70 (479). Im J. 363 wurde ihm von dem 
Consularis Alexander III der Auftrag gegeben, gegen diejenigen, 
welche sich dem Decuriouat entzogen hatten, die Untersuchung 
zu leiten, wobei er mit einer Schärfe vorging, die mächtige. 
Beamte gegen ihn aufzubringen drohte: add. 252 (1427). or. 
XLIX 19 p. 581; vgl. add. 292 (1459). Im J. 364 reiste er mit 
seiner Frau nach. Cyrus: add. 62(1311). 77(1321). 89(1120) 



198 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

und kehrte Anfang 365 von dort zurück: add. 215 (1404). Sein 
Sohn erwähnt Y62 (1246). or. XLIX 19 p. 581. An ihn gerichtet 
add. 62(1311). 77(1321). 89(1120), erwähnt add. 13(1293). 

II. Sohn des Cynegius, also Neffe des Vorhergehenden, 
Schüler des Libanius im J. 364: add. 152(1351), von großem 
Reichtum: app. 264 (796), zeichnete sich im Bäte von Antiochia 
aus: or. XXVII 3 p. 111. XXXI 47 p. 222 und veranstaltete im 
J. 388 für seinen Sohn die Olympien: app. 230(763). 404(937). 
Damals war er schon ergraut und besaß Weib und Kinder: app. 
404 (937). An ihn gerichtet app. 404 (937). 

III. Armenier: S. 6. An ihn im Winter 359/60 gerichtet 
II 8 (103). 

IV. Armenier, einziger Sohn einer Witwe, Neffe des 
Vorhergehenden, Schüler des Libanius in den J. 356 — 361: 
11183(288). 92(297). 118(103); vgl. S. 6. 141. 

V. Soldat oder Officiale, erwähnt im J. 356 : VI 29 (433). 

VI. Sohn des Factinianus: app. 399(932) tritt im J. 391 
in die Schule des Libanius ein: app. 398—400(931—933). 

VII. Unbestimmbare Letoi: app. 284 (815). 401. 402 
(934. 935). 

Libanius I. An ihn im Winter 355/6 gerichtet V 77 (1199); 
vielleicht einer der beiden Galater, die dem Libanius gleich- 
namig und seine Schüler waren: or. LXV p. 444. 

n. Pythagoreischer Philosoph, erwähnt im J. 365: add. 
383(1524). 

III. Vater des Eubulus, Verwandter eines andern Eubulus, 
wahrscheinlich Phoenicier, da er dem Consularis Phoenices im 
J. 364 empfohlen wird: add. 172(1367). 

IV. Sohn des Antiochus VII, Schüler des Libanius im 
J. 391: app. 407 (940). 421 (954). Wahrscheinlich derselbe, der 
im Jahre 404 den Joh. Chrysostomus in seiner Verbannung in 
Cucusus besuchte: Joh. Chrys. ep. 225. 229—232. 239 ==Migne 
G. 52 S. 735. 737. 745. 

V. Sohn des Paulus III, erwähnt im J. 390; app. 348 (880). 
Lysimachus. Dichter, scheint Vater eines gleichnamigen 

Sohnes gewesen zu sein, der Schüler des Libanius war. An ihn 
im J. 361 gerichtet app. 46(574). 

Macedonius I. Cilicier oder doch in Cilicien wohnhaft; 
denn die Briefe an ihn stehen regelmäßig neben solchen, die 
an den Cilicier Acacius III gerichtet sind; Klient des Advocaten 



III. Die Adressaten: Letoius I — Magnus III. 199 

EustochiusI: app. 176(699). add. 186(1378). Im Winter 362/3 
wird er Greis genannt: app. 176(699). An ihn gerichtet in den 
J. 358—364 19(26). 1124(120). add. 186(1378). 

II. Advocat, dann im Jahre 363 zum iudex pedaneus in 
der Heimat des Demetrius I, d. h. in Tarsus, ernannt: add. 
240 (1420). 

III. Phryger, zerstört unter Julian heidnische Götterbilder 
und wird dafür lebendig verbrannt: Sozom. Vll,l — 3. 

IV. Comes sacrarum largitionum am Hofe Gratians im 
J. 381, dann Magister officiorum, 384 oder 385 vor Gericht 
gestellt und wahrscheinlich hingerichtet: Seeck, Symmachus 
p. CLXXH. 

y. Decurio von Cyrus: app. 458 (991). 461 (994), Sohn des 
PelagiusI: app. 458(991). 460.461(993.994), im Jahre 365 
Schüler des Libanius: add. 212 (1401). app. 458(991), Philosoph: 
app. 259—261 (791—793). Er wurde von seiner Vaterstadt oft 
zu Gesandtschaften verwendet: app. 259. 260 (791. 792). Bei 
einer solchen wurden ihm im J. 388 die Empfehlungsbriefe app. 
259—261(791—793) mitgegeben, bei einer andern im J. 393 
app. 458—461 (991—994). 

VI. unbestimmbare Macedonii:1 71.72 (82. 88). V 80(1261). 
93(1134). app. 59(586). add. 359 (1506). 

Magnus L Flavius Magnus, Vicarius Asiae: Dessau 733 
= CIL m 445, erwähnt am 1. Aug. 354: Cod. Theod. VHI 5, 6. 
Vielleicht ist er der Magnus, der Ende 355 vom Hoflager 
nach Antiochia kommt: V 55 (1242). Im J. 359 scheint er ein 
einflußreiches Hofamt bekleidet zu haben, da derselbe Mann 
Empfehlungsbriefe an ihn 171(82) und an den Magister offi- 
ciorum Plorentius H erhält. Jenes Amt muß nach dem Inhalt 
dieses Briefes vorzugsweise richterliche Funktionen gehabt 
haben; vielleicht war es die Quaestura sacrii palatii. Falls er 
derselbe ist, der 355 nach Antiochia reiste, könnte man ver- 
muten, daß er hier zu Hause war. Er kann hiernach identiscli 
mit dem Grenznachbarn des Eumolpius sein, mit dem dieser in 
ewigem Streite lag: or. XL 12 p. 370. An ihn gerichtet I 71 (82). 

IL Advocat, Vater des folgenden: add. 158(1356). 

III. Vindaonius Magnus: Cod. Theod. 128,3. Mommsen, 
Chronica minora I S. 242. Sohn des Vorhergehenden: add. 
158(1356). Schüler des Libanius: add. 159(1357). Auch er 
wurde Advocat: add. 28(1167). 158. 159(1356. 1357) und ging 



200 C). Seeck, Die Briefe des Libanius. 

im J. 361 nach Phoenicien mit der ausgesprochenen Absicht, 
Geld zu machen: III 101 (306). add. 159(1357), wobei er durch 
die Empfehlungsbriefe seines Lehrers IIIlOl. 102 (306. 307) und 
add. 157—159(1355—1357) unterstützt wurde. Unter Julian 
bezeugte er dadurch seinen Eifer für das Heidentum, daß er in 
Berytus eine christliche Kirche in Brand steckte. Unter Jovian 
mußte 6r sie aus eigenen Mitteln wieder aufbauen: Theodor, 
h. e. IV22,10. Doch unter Valentinian und Yalens wußte er 
sich die Gunst der Kaiser zu erringen und wurde 367 Vicarius 
urbis, in welchem Amt er am 27. Apr. erwähnt wird: Cod. 
Theod. VII 13, 3. 4. Im J. 373 war er Comes sacrarum largitionum 
und kam als solcher nach Alexandria, um dort die Einsetzung 
des arianischen Bischofs Lucius zu erzwingen : Theodor, h. e. 
IV 22, 10. Socrat.IV21,3. Sozom. VI 19,2. Im J. 375 war er 
Praefectus urbis Constantinopolitanae und weihte die Thermae 
Carosianae ein: Mommsen, Chronica minora I S. 242. In diesem 
Amte noch erwähnt am 29. Mai 376: Cod. Theod. 128,3. An 
ihn gerichtet app. 61(588). add. 28(1167). 

IV. Nisibener, Schüler des Zeno, ließ sich als Lehrer der 
Arzneikunde in Alexandria nieder und erlangte dort große Be- 
rühmtheit: Eunap. vit. soph. S. 497. Philostorg. VIII 10. add. 
95 (1178). Theophil, de urin. prooem. 5. Heide: app. 230 (763). 
Zuerst erwähnt im J. 364: add. 95 (1178). Auf seinen Tod hat 
Palladas das Epigramm Anthol. Gr. XI 281 geschrieben. An 
ihn im J. 388 gerichtet app. 230 (763). 

V. Mesopotamier aus Carrhae: Malal. chron. p. 329, Tri- 
bunus im Heere Julians, zeichnete sich bei dem Perserkriege 
aus: Amm. XXIV 4, 23. Zosim. III 22, 4. Liban. or. XVIII 238 
p. 601 und schrieb die Geschichte desselben, von der ein großes 
Fragment erhalten ist: Müller, Frg. bist. Graec. IV S. 3. 

VI. Araber, Oheim des Bassus HI: IV 10 (323), Schul- 
genosse des Libanius: app. 163(686), Advocat: IV 10 (323). 
app. 163 (686). An ihn im J. 362 gerichtet app. 135 (660). 

VII. Bruder des Magnillus: Symm. ep. I 70. Vielleicht 
identisch mit dem orator urbis Romae^ an den Hieron. ep. 70 
= Migue L. 22 S. 664 gerichtet ist; vgl. apol. c. Rufin. I 30 
= Migne L. 23 S. 421. Apoll. Sid. ep. V 10, 3. 

Mantitheus. Im J. 355 sind Klagen aus Asien über ihn 
eingelaufen; er hält sich in der Provinz Europa auf, doch er- 
wartet man, daß er nach Antiochia kommen werde, wahr- 



III. Die Adressaten: Magnus III — Marcellimis V. 201 

scheinlich um sich dort vor dem Praefecten zu rechtfertigen. 
Hiernach möchte man vermuten, daß er im J. 354 Vicarius 
oder Proconsul Asiae war. An ihn gerichtet V 17 (402), er- 
wähnt im Winter 360/1 : III 50 (255). 

Marceliinus L T. Antonius Marcellinus (so scheint nach der 
varia lectio CIL IX 1589 zu lesen), Antonius Marcellinus CIL 
III 12330. IX 10. Cod. Theod. XI 3,1; Vater der heiligen 
Melanias: Hieron. chron. 2390. Als Praeses Lugdunensis primae 
erwähnt am 1. Juli 313: Cod. Theod. XI 3, 1; über die Da- 
tierung vgl. Zeitschr. f. Rechtsgesch. Rom. Abt. X S. 209. Con- 
sularis Campaniae: CIL IX 1589. Als Praefectus praetorio des 
Constans erwähnt am 29. Apr. und 28. Juni 340: Cod. Theod. 
XI 12, 1. VI 22,3. Doch scheint er das Amt mindestens bis 
zum J. 342 bekleidet zu haben, da er gleichzeitig mit Leontius I 
darin genannt wird: CIL HI 12330. Consul im J. 341. 

II. Praeses Phoenices, erwähnt am 23. Jan. 342: Cod. 
lust. 1157,1. Comes Orientis, erwähnt am 3. Oct. 349: Cod. 
Theod. XII 2, 1. XV 1, 6. Er gehörte im Jahre 351 zu der 
Kommission, die über die Ketzerei des Photinus richtete: Epiph. 
haer. 71,1. Vielleicht ist er der Marceliinus ex comite, der 
als Verwandter des Gallicanus, Consuln im Jahre 330, genannt 
wird: CIL XI 830. 

III. Plavius Cornelius Marceliinus, Corrector Apuliae et 
Calabriae, Vicarius urbis: CIL IX 1579. Er könnte mit dem 
Folgenden identisch sein. 

IV. Comes sacrarum largitionum des Constans im J. 350: 
Zosim. 1142,2, veranlaßte die Usurpation des Magnentius: 
Zosim. II 42, 3. Julian, or. II 57 d. 59b. Von diesem zum 
Magister officiorum ernannt, führte er ein Heer gegen Rom, 
besiegte und tötete dort den Nepotianus: Zosim. H 43, 4 und 
ließ eine große Anzahl seiner Anhänger hinrichten, darunter 
alle Verwandten des Kaiserhauses, die sich in Rom befanden, 
auch Weiber und Kinder: Julian, or. II 58 c. Er blieb auch 
ferner der einflußreichste Ratgeber des Usurpators: Zosim. II 
46,3; vgl. 47,2. In der Entscheidungsschlacht bei Mursa am 
28. Sept. 351 kämpfte er tapfer: Julian, or. II 57 d. 59a und war 
nach derselben spurlos verschwunden: Julian, or. II 58c. 59a. b. 

V. Magister militum des Magnentius, im Jahre 350 als 
Gesandter an Constantius geschickt: Petr. Patr. frg. 16 = Frg. 
hist. Graec IV S. 190. Vielleicht ist hier der Magister officiorum 



202 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

mit dem Magister militum verwechselt und der vorhergehende 
gemeint. 

VI. Apamener, denn die Briefe an ihn stehen fast aus- 
nahmslos mit denen an Sopater I undEustolius zusammen; auch 
wird er Mitbürger des Gerontius III genannt: add. 25 (1165); 
vgl. app. 250(782); verschwägert mit ürbicius: add. 50(1171). 
Sein Sohn war im Jahre 360 Schüler des Libanius: II 39 (135). 
add. 244(1421 b). Im J. 388 noch am Leben: app. 250 (782). 
An ihn in den Jahren 360—364 gerichtet II 39 (135). 45 (141). 
add. 25(1165). 48(1303). 50(1171). 244(1421b), erwähnt add. 
49(1304). 

VII. Ammianus Marcellinus, der Geschichtschreiber, s. über 
sein Leben Pauly-Wissowa I S. 1845. An ihn Ende 392 ge- 
richtet app. 450(983). 

VIII. Beamter im Occident, erwähnt am 4. Apr. 383: 
Cod. Theod. IX 27, 5. Vielleicht derselbe Mann, der später als 
Bruder und Feldherr des Usurpators Maximus eine Rolle spielte: 
Pacat. paneg. XII 35. Symmach. ep. 1131. 

IX. Epirot, Consularis Syriae kurz vor dem J. 387: er. 
I 211 p. 132. 

X. Praeses Thebaidos am Ende des 4. oder Anfang des 
5. Jahrh. Leipoldt, Schenute von Atripe S. 180. 

XL Jüngerer Bruder des Marcianus XIV, an beide ge- 
meinsam um das J. 404 gerichtet Joh. Chrys. ep. 19. 65. 100. 
129. 224. 226, an ihn allein Joh. Chrys. ep. 31. 188 = Migne 
G. 52 S. 623 ff. Da er mit einer Carteria zusammenhängt: Joh. 
Chrys. ep. 44, könnte er mit dem Marcellinus identisch sein, 
der III 33 (237) im J. 360 in Verbindung mit einem Cartius 
oder Carterius genannt wird. 

Marcianus I. Berytier, Vater des Priscianus I, an ihn im 
Winter 355/6 gerichtet V 85 (1 196). 

IL Comes rei militaris per Thracias im J. 361: Amm. 
XXI 12,22. Vielleicht der MaQxtavog aQymv ötgarLoorcov, an 
dessen Tochter der heil. Antonius eine Wunderheilung vollzog: 
Äthan, vit. Ant. 48 = Migne G. 26 S. 912. 

III. Consularis Syriae im J. 364: add. 169(1365). 

rV. Antiochener, Officiale, wahrscheinlich Agens in rebus, 
bricht im J. 359 bei Antiochia ein Bein: 140(52). Er könnte 
der Marcianus sein, der zuerst in einem kaiserlichen Officium 
diente, dann Presbyter der Novatianer in Constantinopel wurde 



III. Die Adressaten: Marcellinus V — Mardonius II. 203 

und dort Anastasia, die Tochter des Kaisers Valeüs, in der 
Grammatik unterrichtete: Suid.s.Y. MaQxiavog. 

V. Antiochener, Vater eines Jünglings, der die Schule des 
Libanius besuchte, erwähnt im Winter 361/2: app. 76(602b). 

VI. Decurio in der Provinz des Atarbius, d. h. Euphratenser, 
Vater des Asteus, der Schüler des Libanius war, erwähnt im 
J. 363: app. 207 (732). 

VIL Gutsverwalter des Laurentius in Cilicien, erwähnt 
im J. 363: add. 273(1444). 275(1446). 

VIIL Antiochener: add. 398(1535), hatte im Officium des 
Jovinus II gedient: add. 399 (1536). Er hatte im J. 363 den 
Perserfeldzug Julians mitgemacht und die Witwe eines dort 
gefallenen Tribunus geheiratet, der ihre Erbschaft im J. 365 
streitig gemacht wurde. In Antiochia war er Schüler des Li- 
banius geworden: add. 398— 400(1535— 1537). 

IX. Pamphylier, Freund und wahrscheinlich Assessor des 
Musonius II, als dieser um das Jahr 367 Vicarius Asiae war: 
Said. s. V. MaQxiavog. 

X. Römischer Senator, um das Jahr 370 auf Zauberei 
angeklagt, aber freigesprochen: Amm. XX VIEL 1,27. 

XI. Protector vor dem Jahre 384; damals in Rom: 
Symmach. rel. 41. 

XII. Vicarius Italiae im Jahre 384, Proconsul Africae im 
J. 394, Praefectus urbis Romae im J. 409 : Seeck, Symmachus 
p. CXCII. 

XIII. Tribunus, erwähnt um das Jahr 404 : Joh. Chrys. 
ep. 211 = Migne G. 52 S. 728. 

XIV. Älterer Bruder des Marcellinus XI, an beide gemeinsam 
um das J. 404 gerichtet Joh. Chrys. ep. 19. 65. 100. 129. 224. 
226, an ihn allein Joh. Chrys. ep. 122 = Migne G. 52 S. 623fF. 

XV. Unbestimmbare Homonymen: III 11 (213). 100(305). 
Symmach. ep. IV21. 

Mardonius I. Eunuche, Scythe, hatte schon die Mutter 
des Kaisers Julian in der Grammatik unterrichtet und wurde 
auch sein Paedagoge, als er das siebente Jahr zurückgelegt 
hatte, d. h. im Jahre 338 oder 339: Julian, misop. 352 afF. Von 
diesem Erzieher, der als sehr trefflich gerühmt wird, reden 
auch Socrat. m 1, 9. Liban. or. XVIII 11 p. 525. Julian, ad 
Athen. 274d. misop. 351a. 353b. 

II. Eunuche, Primicerius sacri cubiculi bei dem Kaiser 



204 0* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Valens, bewirkte, daß das Haupt Johannes des Täufers auf sein 
Gut Cosilaucome bei Chalcedon gebracht wurde: Sozom. VII 
21, 2. 3. Als Greis scheint er im J. 388 Praepositus sacri cubi- 
culi bei Arcadius gewesen zu sein: app. 240(772). An ihn ge- 
richtet app. 232 (765). 240(772). 295(826). 

Mariana. Gattin des Sarpedon: app. 48(576). An sie im 
J. 361 gerichtet app. 63 (590). 

Marinus I. Schüler des Libanius, an ihn im J. 393 ge- 
richtet app. 457 (990). 

IL Campidoctor, dann Tribunus, fuhrt im Jahre 354 in 
Sirmium hochverräterische Gespräche, wird gefangen nach Italien 
gefuhrt und stirbt durch Selbstmord in Aquileia: Amm. XV 
3, 10. 11. Julian, ad. Athen. 273 d. 

IIL Advocat, um das Jahr 370 in Rom wegen Zauberei 
hingerichtet: Amm. XXVIII 1,14. 

IV. Praefectus urbis, erwähnt am 9. März 378: Cod. Theod. 
I 5, 8. Das Amt wird auf Rom, nicht auf Constantinopel zu 
beziehen sein, da von dem orientalischen Kaiser Valens, der 
damals mit dem Gothenkriege beschäftigt war, aus diesem Jahre 
sonst gar keine Gesetze erhalten sind. Wahrscheinlich ist in 
der Überschrift für ad Marinum zu schreiben ad Martinianum. 
Denn ein Mann dieses Namens ist um jene Zeit als Stadtpraefect 
von Rom überliefert : s. Martinianus IL 

Marius. Antiochener: add.29(1155). 156(1354). 175(1133)1. 
Älter als Libanius, also vor 314 geboren: add. 175 (1133) i. 
Lehrer der Beredsamkeit im J. 363: add. 248 (1084). Am Ende 
desselben Jahres zum Nachfolger des Gaianus als Consularis 
Phoenices ernannt: add. 105(1044); vgl. 57(1116). 95(1178). 
104(1327). 156(1354). Im J. 364 übergab er sein Amt dem 
UlpianusI: add. 104(1327). 106(1328). 156(1354). 175(1133)^. 
An ihn gerichtet add. 12(1292). 22(1296). 29(1155). 57(1116). 
95(1178). 104(1327). 156(1354). 275(1133)^ 

Martinianus I. Vir perfectissimus praeses provinciae Norici 
mediterranei zwischen den Jahren 337 und 350: CIL III 5209. 
Könnte mit den folgenden identisch sein. 

II. Cappadocier aus Caesarea: Basil. ep. 74,2. Greg. Naz. 
epitaphia 49,1. 52,2 = Migne G. 32 S. 445. 38 S. 35. Seine 
Ämter hatten ihn weit in der Welt umhergefuhrt: Basil. ep. 74, 1. 

1) Dieser Brief ist nach der besten Überlieferung an Marius, nicht 
an Acacius gerichtet. 



III. Die Adressaten: Mardonias II — Maximus I. 205 

Denn er war Consalaris Siciliae gewesen -.Greg. Naz. epit. 42,3. 
49,4: dann Vicarius Africae: Greg. Naz. epit. 49,4, auf dieses 
Amt sind auch die jislgara yalrjg zu beziehen: Greg. Naz. epit. 
42,3. 51,1. Er wird darin erwähnt im Jahre 358 am 22. Mai: 
Cod. Theod. XII 1,44, am 22. Juni: Cod. Theod. XII 1,45, am 
27. Juni: Cod. Theod. XII 1,46, am 14. Juli: Cod. Theod. lY 
13,5. Endlieh hatte er die Stadtpraefeetur von Rom bekleidet: 
Greg. Naz. epit. 51, 1. 52, 2. Dies kann nicht vor dem Ende 
des Jahres 375 geschehen sein, weil bis dahin die Stadtpraefecten 
vollständig bekannt sind und Martinianus in der Reihe fehlt: 
Hermes XVIII 8. 289 fif. Ich glaube daher, daß er der Prae- 
fectus urbis ist, der am 9. März 378 erwähnt wird: Cod. Theod. 

I 5,8 ; denn wenn dessen Name auch als Marinus überliefert ist, 
so ist die Änderung in Martinianus doch graphisch sehr leicht; 
vgl. Marinus IV. Jedenfalls kann sein Amt nicht sehr viel später 
fallen, da er um das Jahr 371 schon in hohen Jahren stand: 
Basil. ep. 74, 2. Auf seinen Tod dichtete Gregor von Nazianz 
die Epitaphe 40 — 53. Au ihn gerichtet Basil. ep. 74, viel- 
leicht auch pr. 9(9); doch könnte dieser Brief auch an Mar- 
tinianus IV sein. 

IIT. Gehilfe des Comes Africae Romanus bei seinen Er- 
pressungen, um das Jahr 374 auf Befehl des Magister militum 
Theodosius lobendig verbrannt: Anim. XXIX 5, 50. 

IV. Comes Orientis, erwähnt am 10. Nov. 392: Cod. Theod. 

II 1, 7. III 15, 1. Comes sacrarum largitionum, erwähnt am 
18. Jan. 396: Cod. Theod. VI 30, 14. VII 6,4. Vielleicht an ihn 
gerichtet pr. 9 (9). 

Maxentius I. Pannonier, erwähnt um das Jahr 367: Amm. 
XXVII 7, 6. 

II. Mann von vornehmer Geburt, Hofbeamter, wurde Christ 
und ergab sich einem asketischen Leben. Auf seinen Tod 
dichtete Gregorius von Nazianz die Epitaphien 126. 127 = 
Migne G. 38 S. 78. 

III. Schüler des Abureius: app. 403 (936). Läßt sich im 
Jahre 391 als Lehrer der Beredsamkeit in Tyrus nieder: app. 
383. 384(915. 916). 397(930). 405(938). An ihn gerichtet 
app. 397(930). 

Maximus I. Gesandter des Usurpators Magnentius an den 
Kaiser Constantius im J. 350: Petr. Patr. frg. 16 = FHG IV 
8. 190, wohl identisch mit dem folgenden. 



206 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

II. Petronius Maximus: Beiträge zur alten Geschichte II 
S. 245, 32. Schwestersohn des Rufinus I, im Jahre 361 vom 
römischen Senat als Gesandter zu Kaiser Constantius geschickt, 
traf bei seiner Rückkehr aus dem Orient in Naissus mit dem 
Kaiser Julian zusammen und wurde von ihm zum Praefectus 
urbis Romae ernannt: Amm. XXI 12, 24; vgl. Symmach. rel. 
34, 5. Daß er noch eine zweite Stadtpraefectur bekleidet hat, 
ist nur durch eine Inschrift des römischen Forums bekannt, 
aus der sich zugleich ergibt, daß sie unter die Regierung des 
Valens fiel: Beiträge a. 0. Da die Reihe der Stadtpraefecten 
bis zum 17. Nov. 375 vollständig überliefert ist: Hermes XVIII 
S. 289 ff. und Valens schon am 3. Aug. 378 seinen Tod fand, 
ist die Zeit jenes Amtes in enge Grenzen eingeschlossen. Inner- 
halb derselben begegnen uns noch die Praefecten Rufinus V am 
13. Juli 376: Cod. Theod. I 6, 7^, Furius Maecius Gracchus am 
1. Dec. 376: Cod. Theod. II 2, 1 und am 4. Jan. 377: Cod. 
Theod. IX 35,3, Probianus am 17. Sept. 377: Cod. Theod. 
XI 2, 3 und Mariuus IV oder richtiger Martinianus II am 9. März 
378: S. 205. Eine größere Lücke, in welche die zweite Prae- 
fectur des Maximus sich einschieben ließe, bleibt also nur 
zwischen dem 17. Nov. 375 und dem 13. Juli 376. 

III. Fabius Maximus bekleidete ein damals noch ritter- 
liches Amt, das Praesidat, mit dem senatorischen Titel des vir 
clarissimus, und dasselbe scheint von Maximus von Nicaea zu 
gelten, der in der syrischen Übersetzung des Athanasius „der 
Geehrte", also im griechischen Original wohl o kafiJtQoratog 
genannt wurde: Larsow, Die Festbriefe des h. Athanasius 8. 35. 
Beide scheinen hiernach dieselbe Person zu sein. Als Praeses 
Samnii entfaltete er eine rege Bautätigkeit, von der zahlreiche 
Inschriften Zeugnis ablegen: CIL IX 2212. 2337. 2338. 2447 
—2449. 2639. 2640. 2643. 2842. 2843. 2956. 2957. 6307. 
Eine davon 2639 nennt das Consulat: d, n, Cofnstanßio Aug. 
y . . . . , aber da hinter der V der Stein weggebrochen ist, kann 
sie zu TT, y/i, VIII oder Villi ergänzt werden, also die 
J. 352. 353. 354. 356 oder 357 darstellen. Am wahrschein- 
lichsten ist VII, d. h. 354; denn der zweite Consul fehlt, und 

1) In der Überschrift des Gesetzes wird er zwar p(raefecto) p(ra€tori)o 
genannt, aber da sich der Inhalt ausschließlich auf die städtische Ver- 
waltung bezieht, ist dies in p(raefecto) v{rbi) zu ändern. Daß er die Stadt- 
praefectur bekleidet hatte, ist auch durch Symmach. ep. VII 126 beglaubigt. 



III. Die Adressaten: Maximus II — VI. 207 

dies läßt sich wohl nur daraus erklären, daß in diesem Jahre 
der Caesar Gallus mit Coustantius gemeinsam Consul war und 
nach seiner Hinrichtung, die noch im Laufe desselben Jahres 
stattfand, sein Name auf öffentlichen Denkmälern nicht genannt 
werden durfte. In den Jahren 355 und 356 war Maximus 
Praefect von Aegypten: Larsow S. 35. Äthan, apol. ad Const. 
22. 24. ad mon. 81 = Migue G. 25 8. 624. 625. 793. 

IV. Praeses Arabiae: IV 10(323) in den J. 357 und 358. 
Durch Reden zum Amte gelangt, also vorher wohl Advocat: 
IV 19 (332). An ihn gerichtet IV 10 (323). 19(332). 27(340). 
48(360). Vielleicht identisch mit dem folgenden. 

V. Praeses Ciliciae, erwähnt am 19. Dec. 358: Cod. 
Theod. 1121,1. 

VI. Palaestinenser aus Raphia: Larsow, Die Festbriefe des 
heil. Athanasius S. 41, war mit einer Antiochenerin verheiratet 
und besaß in Antiochia ein Haus, in dem seine Frau und seine 
Kinder wohnten, während er als Statthalter abwesend war: 
add. 241 (1157). Heide: 11183(288). Im J. 361 wurde er als 
Nachfolger des Eutherius II: III82 (287) Praeses Armeniae: 
III 73 (278). 82. 83 (287. 288). 85. 86(290. 291). app. 74(601). 
166 (689). 201 (725). Im Jahre 362 beförderte ihn Julian zum 
Consularis Galatiae: app. 166 (689). 178 (701). 201 (725). 
220(753). add. 36(1166). 117(1181). 264(1437). 268(1105). 
Hier war er Nachfolger des Acacius I: app. 166 (689). Ancyra, 
die Hauptstadt seiner Provinz, schmückte er mit Bauten aller 
Art, namentlich mit Quellhäusern, vermehrte die Zahl der öffent- 
lichen Lehrer und führte rhetorische Wettkämpfe ein: add. 
117(1181). Doch drangen Gerüchte böser Art über ihn nach 
Antiochia, von denen ihn erst Hyperechius I: app. 195 (718). 
add. 237 (1144), dann eine Gesandtschaft der Ancyraner, die im 
Jahre 363 dem Kaiser Jovian zur Thronbesteigung gratulierte, 
reinigen mußten: add. 326(1067). Im Jahre 364 wurde er 
Praefectus Aegypti: add. 117 (1181). 150(1349). 161(1050). 
162(1359). 165(1362), erhielt aber schon in demselben Jahre 
den Flavianus IH zum Nachfolger: Larsow, Die Festbriefe des 
heil. Athanasius S. 41. An ihn gerichtet: III 73(278). 78(283). 
82. 83 (287. 288). 85. 86 (290. 291). app. 32 (561). 42 (570). 
74(601). 148(672a). 154(677). 166(689). 177.178(700.701). 
195(718). 201(725). 217(750). 221(754). add. 36 (1166). 
150(1349). 161.162(1050.1359). 165(1362). 231(1415). 



208 ö» Seeck, Die Briefe des Libanius. 

237(1144). 241(1157). 264(1437). 268(1105)1. 308(1471). 
326 (1067). 

VII. Praeses Cappadociae um das J. 372. Nach Nieder- 
legang seines Amtes wurde er unter Anklage gestellt, und 
Basilius verwendete sich für ihn durch die Briefe 147 — 149 
= Migne G. 32 S. 596. 

VIII. Dux in Thracien im Jahre 376, suchte in rück- 
sichtslosester Weise die eingewanderten Gothen auszubeuten: 
Amm. XXXI 4, 9—1 1. Hieron. chron. 2393. 

IX. Philosoph: 111107(312). app. 51(579). add. 338(1487). 
Lycier: add. 270(1145). Verwandter und Lehrer des Severus V: 
111107(312). app. 45(573). 51(579). add. 270(1145). 271(1442). 
338(1487). Er unterrichtete in Athen: app. 45(573). add. 
270(1145), wo auch Libanius zu seinen Schülern gehörte: app. 
162(685). Im Jahre 361 war er schon tot: app. 51(579). add. 
338(1487). 

X. Philosoph aus Ephesus: Amm. XXIX 1,42. Socrat. 
III 1,16 oder aus Smyrna: Eunap. vit. soph. p. 497, jedenfalls 
aus Asien: or. XVIII 155 p. 574. XIV 32 p. 435. Reich und aus 
guter Familie: Eunap. 473. Bruder des Claudianus I und des 
Nymphidianus : Eunap. 473. 497. In Pergamon wurde er Schüler 
des Aedesius: Eunap. 469. 473. 474 und Vertrauter der heid- 
nischen Prophetin Sosipatra: Eunap, 469. 470. Auch er selbst 
galt als Wundertäter: Eunap. 475 und Autorität in jeder Art 
der Weissagekunst: Eunap. 470. 476. 477. 480. 500. Amm. 
XXIX 1,42. Theodor, h. e. III 28, 2. Sozom.V2,16. Erließ 
sich als Lehrer in Ephesus nieder: Eunap. 474. 475. Hierhin 
kam auch der spätere Kaiser Julian : Amm. XV 2, 7 und wurde 
sein Schüler; app. 80(606). or. XII 34 p. 376. XIII 12 p. 408. 
XVIII 155. 156 p. 574. Eunap. 473. 475. Julian, ep. 39. misop. 
353b.c. or. VII 217 b.c. 235a. Amm.XXIXl,42. Socrat. III 1,18. 
V21,2. Sozom. V2,16. Maximus soll es gewesen sein, der ihn 
zum Abfall vom Christentum b/wog: or. XIII 12 p. 408. XVIII 
18 p. 528. Socrat. III 1, 18. Sozom. V 2, 16; vgl. or. XII 34 p. 376. 
Als er Caesar wurde, blieb er mit ihm im Briefwechsel: Julian, 
ep. 15. 16. 38. 39. Nachdem er als Augustus in Constantinopel 
eingezogen war, berief er den Maximus zu sich: Eunap. 476. 
478, was die nächste Folge hatte, daß diesen schon in Asien 

1) Dieser Brief trägt im Vaticanus die Adresse des Maximus, nicht 
des Belaeus. 



in. Die Adressaten: Maximus VI — X. 209 

ganze Scharen von Gunstbuhlern umdrängten: Eunap. 477. Ale 
dem Kaiser, der gerade einer Senatssitzung beiwohnte, die An- 
kunft des Maximus gemeldet wurde, eilte er ihm an die Tür 
entgegen, küßte ihn, führte ihn in den Senat ein und hielt diesem 
eine Rede zum Lobe seines alten Lehrers: or. XVIII 155. 156. 
p. 574. Amm. XXII 7,3; vgl. Mamert. paneg. XI 23. Maximus 
begleitete ihn nach Antiochia: app. 80(606). or. XIII 44 p. 419 
und dann in den Perserfeldzug: Eunap. 478. Suid. s. v. vjtaid^QLOv 
und stand an seinem Sterbebette: Amm. XXV 3, 23; vgl. Liban. 
or. XVIII 272 p. 614. Er hatte bei dem Kaiser Christen denun- 
ciert, die sich gegen den heidnischen Kultus vergangen hatten, 
unter anderen auch den späteren Kaiser Valentinian: Zosim. 
IV 2,2. Auch zeigte er sich hochmütig: Eunap. 477 und benutzte 
seinen Einfluß, um große Reichtümer zu erpressen: Eunap. 478; 
vgl. Liban. or. XVIII 202. 203 p. 590. Gleichwohl bUeb er auch 
bei Jovian in Ehren: Eunap. 478. Doch nach dessen Tode im 
J. 364 machte sich der allgemeine Unwille gegen Maximus Luft. 
Es liefen Anklagen gegen ihn ein, das Volk forderte seine Be- 
strafung im Theater: Eunap. 478 und die Soldaten drohten ihn 
zu zerreißen: Themist. or. Vn99d. Als Valentinian und Valens 
gleich nach ihrem Regierungsantritt von Fiebern heimgesucht 
wurden und den Grund in Zauberkünsten der Freunde Julians 
suchten, wird der Verdacht sich wohl in erster Linie auf 
Maximus gelenkt haben : Amm. XXVI 4, 4. Valens berief ihn 
vor sein Gericht und belegte ihn mit einer unerschwinglichen 
Geldstrafe: Eunap. 478. Themist. or. VII 100a. Er wurde in 
seine Heimat zurückgeschickt, um die Summe, zu der er ver- 
urteilt war, flüssig zu machen. Dies scheint nicht gelungen zu 
sein, denn er wurde furchtbaren Qualen unterworfen: Eunap. 478. 
Liban. or. XVIII 287 p. 620. Um sich davon zu befreien, bat 
er seine Frau, ihm Gift zu geben; doch als sie ihm den Becher 
brachte, aber zuerst selbst davon trank und tot niedersank, 
wagte er nicht ihr zu folgen: Eunap. 479. Valens erließ ihm 
die Strafe: Themist. or. VII 100a; aber unterdessen hatte der 
Usurpator Procopius sich Asiens bemächtigt, und dieser bestand 
darauf, das Geld einzutreiben : Themist. or. VII 99 c. 100b. c. 
So blieb er in Haft, bis Procop besiegt war und Clearchus I zum 
Proconsul Asiae gemacht wurde. Dieser befreite ihn und be- 
nutzte den Umstand, daß der Praefect Salutius seine Folterung ge- 
duldet hatte, um denselben zu stürzen : Euna p. 479. 480. Themist. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 14 



210 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

or. VII 99c. Eine Zeitlang blieb er jetzt in Ehren, nahm seinen 
Unterricht wieder auf, gewann durch die Begnadigung des Valens 
sein Vermögen zurück und wurde bei einer Reise nach Con- 
stantinopel hoch gefeiert: Eunap. 480. Doch von den hoch- 
verräterischen Orakeln, die einige Vorwitzige in Antiochia über 
die Nachfolge des Kaisers Valens befragten, wurde ihm als dem 
besten Sachverständigen Mitteilung gemacht. Dies verwickelte 
ihn in den Proceß des Theodorus VJII, er wurde nach Antiochia 
citiert, dann zwar in seine Heimat entlassen, hier aber durch 
den Proconsuln Pestus um das J. 372 hingerichtet: Eunap. 480. 
Amm. XXIX 1,42. Socrat. III 1, 16. Zosim. IV 15,1. Liban. or. 
1 158 p. 105. Suid. s. v. ^fjarog. An ihn gerichtet app. 80(606). 

XI. Philosoph, Byzantiner, Vater des Euclides: Socrat. III 
1, 16. Hier wird davor gewarnt, ihn mit dem vorhergehenden 
zu verwechseln, und daß dies tatsächlich geschehen ist, zeigt 
Suid. s. V. Md^Lfiog, der ihn einen Epiroten oder Byzantiner nennt, 
aber auch als Lehrer des Julian bezeichnet. Als seine Schriften 
zählt er auf jteQi dXvrcov dvrtß'eöecoVy jcsqI 'KaraQ^mv, jreQt 
{XQid-iJcoVj vjc6fivt]fia eig jiQcöroreXrjV xal dXXa xivd JtQog rov 
avTov ^lovXiavoiK Doch ist es nicht unwahrscheinlich, daß in 
diesem Verzeichnis sich manches befindet, was Maximus X oder 
anderen Homonymen angehört. Die Schrift jisqI xaragxc^v, 
ein astrologisches Gedicht in Hexametern, ist teilweise erhalten^. 
Er könnte der Philosoph sein, den Symmaeh. ep. II 29 empfiehlt 
und an den Basil. ep. 9 = Migne G. 32 S. 268 gerichtet ist. Denn 
da diesem eine Disputation über das ofioovöcov vorgetragen 
wird, muß er Christ gewesen sein, ist also sicher von Maximus X 
verschieden. Auch der Brief des Athanasius Migne G. 26 S. 1085, 
in dem von Schriften des Philosophen Maximus gegen die 
Häretiker geredet wird, dürfte an ihn gerichtet sein. 

XXL Ancyraner: HI 37 (242). 96(301). app. 37(565). 
166 (689). add. 2. 3(1285. 1286). Vater des Hyperechius I: III 
22(225). 37(242). 65(270). 96(301). IV 1(314). VI 76 (486). 
app. 44(572\ 117. 118(643. 644). 164(687). 166(689). 191. 



1) Hierzu bemerkt mir Kroll: „Das Gedicht ist zum großen Teil in 
der ursprünglichen Fassung (ed. Ludwich, Leipzig 1877), zum Teil in 
prosaischen Paraphrasen erhalten. Während Suidas den Verfasser mit dem 
Lehrer des Kaisers Julian gleichsetzt, hält ihn Koechly für erheblich älter 
(praef. in Maxim, ed. Didot. p. LXIl). Er wird gewiß der Kaiserzeit an- 
gehören, wenn auch kaum ins vierte Jahrhundert zu setzen sein." 



III. Die Adressaten: Maximus X — Meletius. 211 

192(714.715). add. 2.3(1285.1286). 154(1352). 246(1423). 
269(1441). 330(1070) und anderer Söhne: 11196(301). app. 
164(687). 192(715). 195(718). add. 154 (1352). Aus uralter 
Familie und von großem Reichtum: UI 96 (301). add. 330 (1070). 
Seine Frau erwähnt: III 22(225). app. 44(572). 117(643). 
166(689). add. 269 (1441). 330(1070). Übergab seinem ältesten 
Sohn dessen Erbteil schon bei Lebzeiten: 11137(242). app. 
117(643). 192(715). add. 2 (1285). An ihn gerichtet III 37 (242). 
VI 76 (486). app. 192 (715). Erwähnt app. 7. 8 (536. 537). 
139 (664). add. 129 (1334). 

XIII. So hieß der Mann, der die Reden des Libanius 
bewahrte und versandte, also wahrscheinlich sein Buchhändler: 
er. XLII 3. 5 p. 390. 391. add. 104(1327). 

XIV. Tocius Maximus, vir clarissimus, Curator von Bene- 
vent zwischen 355 und 360: CIL IX 1561. 

XV. Tribunus Legionis, föUt 363 im Perserkriege Julians: 
Amm. XXV6,3. 

XVI. Unterfeldherr des Magister militum Theodosius, als 
er im J. 373 in Africa kämpfte: Amm. XXIX 5, 6. 21. 

XVII. Armenier, Sohn des Iphicrates, Schüler des Li- 
banius, erwähnt im J. 391: app. 390(922). 380(912). 

XVIII. Schüler des Libanius, von Johannes Chrysostomus 
zum geistlichen Stande überredet, später Bischof von Seleucia in 
Isaurien: Socrat. VI 3, 4. 5. Vielleicht identisch mit dem christ- 
lichen Juristen (öxoXaöTtxog) Maximus, der sich schon in jungen 
Jahren einem asketischen Leben ergab und an den um das 
J. 378 Basil. ep. 277 = Migne G. 32 S. 1012 gerichtet ist. 

XIX. Agens in rebus um das J. 398 erwähnt Symmach. 
epist. VI 53; vgl. 63. 

XX. Schänder einer Vestalin in Rom: Symm. ep. IX 
147. 148. 

XXI. unbestimmbare Maximi: app. 280(811). 284(815). 
Symmach. ep. IX 28. Basil. ep. 98, 2 = Migne G. 32 S. 497. 

Megethius. Advocat: 11175(280). add. 90(1123). 248 
(1084), in den J. 361 und 363 in Antiochia nachweisbar: IH 
75(280). add. 248(1084), im J. 364 in Berytus: add. 90(1123). 
Sein Bruder erwähnt: 11175(280); sein Enkel ist im J. 393, 
wo er noch lebt, Schüler des Libanius: app. 488 (1021). An 
ihn gerichtet app. 488(1021). add. 90(1123). 

Meletius. Consularis Pamphyliae im J. 360: 11133(287), 

14* 



212 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

erwähnt noch im Jahre 390 app. 366 (898). An ihn gerichtet 
III 33 (237). 

Melinianus. Scheint Cilicier zu sein, da er an demselben 
Orte mit Gaius I lebt: VI 73. 74(482. 484). Im J. 357 seheint 
er kürzlich irgend ein Amt niedergelegt zu haben. An ihn 
gerichtet VI 73 (482). 

Memorlus. Befindet sich im J. 362 in der Umgebung des 
Kaisers Julian: Julian, or. VII 223b. Im J. 363 ist er Praeses 
Ciliciae: add. 273(1444). Amm. XXIII 2, 5. An ihn gerichtet 
app. 223 (756). add. 273(1444). 

Menander I. Wahrscheinlich aus Palaestina secunda; denn 
er bringt dem Libanius Nachrichten von Leontius IV, während 
dieser dort Statthalter ist: app. 99(625). Er dürfte der Sohn 
des Gaudentius sein, über den Libanius an Leontius geschrieben 
hatte, er möge gerecht gegen ihn sein: app. 136(661). Denn 
wie sich aus app. 73 (600) ergibt, hatte Menander um diese Zeit 
einen Proceß zu führen. Im J. 364 bekleidete er sein erstes 
Amt: add. 64(1091), in dem er auch Cod. Theod. VIII 5, 17 mit 
dem richtigen Consulat, aber falschem Tagdatum erwähnt wird. 
Der Titel desselben fehlt hier; aber da ihm beim Antritt der 
Alexandriner CastriciusII empfohlen wird: add. 64(1091), muß 
sein Wirkungskreis in Aegypten gewesen sein. Er war also 
Praeses Aegypti ; denn als Praefectus Aegypti pflegte man seine 
Ämterlaufbahn nicht zu beginnen; auch sind andere Praefecten 
für das Jahr 364 überliefert: Larsow, Die Pestbriefe des heil. 
Athanasius S. 41. An ihn gerichtet app. 58 (585b). 73(600). 
add. 64(1091). 

IL Vicarius Asiae, erwähnt am 8. Mai 385: Cod. Theod. 
IX 39, 2. Vielleicht identisch mit dem vorhergehenden. 

Meterius I. Aus einer Stadt, deren sich Libanius gern 
erinnerte: VI 7 (415), also wahrscheinlich aus Nicomedia, wie 
sein Freund Alcimus: S. 52. Wenn also Libanius I 65(77) 
im J. 359 von einem Unglück redet, das sie beide getroffen hat, 
so wird damit das Erdbeben vom 24. Aug. 358 gemeint sein, 
das Nicomedia zerstörte und Aristaenetus I erschlug: S. 9. 
Eifriger Heide: VI 7 (415). Vater eines gleichnamigen Sohnes 
V 89—92(1267. 1136. 1268. 1269). An ihn im Jahre 356 
gerichtet V 89 (1267). VI 7 (415); an ihn gemeinsam mit Alcimus 
im Jahre 359: I 65(77). 



III. Die Adressaten; Meletius — Modestus. 213 

II. Gleichnamiger Sohn des vorhergehenden, Schüler des 
Libanius im Jahre 355: ¥89—92(1267. 1136. 1268. 1269); 
vgl. 152(64). 

m. Ein Meterius im J. 373 in Gallien erwähnt: Amm. 
XXVIII 6, 26. 27. 

Moderatu8. Feldherr, der viele Siege erfochten hat; da 
er für den Besitz des Thalassius IV Sorge trägt, wahrscheinlich 
Vorgänger des Addaeus als Magister militum per Orientem: 
S. 48. An ihn im J. 392 gerichtet app. 444. 446 (977. 979). 

Modestus. Domitius Modestus: Rossi, luser. ehr. u. Rom. 
I 231. Mommsen, Chron. min. I S. 241. Mitteis, Griechische Ur- 
kunden der Papyrussammlung zu Leipzig I S. 164 — 171. 229. 
Flavius Domitius: Rossi I 230. Domitius: IV 67 (379). VI 88. 
89 (497. 498). or. XL 17 p. 372; sonst immer Modestus genannt. 
Er muß Araber gewesen sein ; denn Theodorus IV stammte aus 
derselben Stadt wie er: app. 218(751); doch stand er auch zu 
Antiochia in nahen Beziehungen, da sein Bruder Eumolpius mit 
Libanius verwandt war: 8. 135, und dieser ihn schon beim Antritt 
seines Amtes als alten Freund bezeichnet: IV 55 (367). Dazu 
paßt auch, daß er mit Montius, der sich 354 als Quaestor des 
Caesars Gallus in Antiochia aufgehalten hatte, bekannt war: 
11118(221) und' an Krankheit und Tod des Antiochenischeu 
Decurionen Phasganius lebhaftesten Auteil nahm: 183(95). 
Sein Sohn hieß Infantius: app. 374(906) und war im J. 361 
noch ein Knäblein: app. 66 (593). Sein Vermögen war nicht 
groß: 141(53). Da Libanius ihm nachrühmt, er habe als 
Redner viele gerettet, wird er seine Laufbahn als Advocat be- 
gonnen haben: IV 80 (392). Dementsprechend wird an ihm, 
ehe er Beamter wird, Redemacht und Gesetzeskunde gepriesen: 
VI 88 (497); vgl. Himer. or. VII 16. Im J. 357 berief ihn der 
Praefect Anatolius I zu sich nac£ Sirmium, um ihn zu seinem 
Assessor zu erheben : VI 88. 89 (497. 498). Kurze Zeit darauf 
wurde er als Nachfolger des Nebridius 1: 1 24 (36) Comes Orientis: 
Amm. XIX 12,6. Dieses Amt trat er zu derselben Zeit an, wo 
Nicentius Consularis Syriae wurde: IV 55 (367), d. h. in den 
ersten Monaten des J. 358. Hierzu paßt, daß er bei seiner 
Ankunft meinen konnte, mit dem 357 gehaltenen jrQtöi^evTixo^ 
des Themistius den Antiochenern eine Neuigkeit mitzuteilen, 
die Rede aber schon allgemein verbreitet fand: IV 67 (379). 
Auch daß Ammian a. 0. ihn im J. 359 etiam tum per Orientem 



214 ö« Seeck, Die Briefe d«s Libanius. 

comes nennt, weist darauf hin, daß er damals schon längere 
Zeit im Amte war. Mit Libanius trat er alsbald in so engen 
Verkehr, daß er fast täglich von ihm Abendbesuche empfing: 
IV 58 (370). 74 (386). I 32 (44). Daher beginnt, sobald er An- 
tiochia verläßt, mit ihm ein reger Briefwechsel, der über alle 
seine Amtsreisen, die zahlreich und schnell waren: II 72 (168). 
95 (191), Kunde gibt. Im Sommer 358: IV 80(392) reist Mo- 
destus nach Mesopotamien, wahrscheinlich wegen der drohenden 
Gefahr eines Persereinfalls : IV 58 (370). 80(392). Während 
dieser Abwesenheit werden an ihn gerichtet IV 58 (370). 74. 
75(386. 387). 80 (392). Im folgenden Winter muß ihm Albanius 
in Antiochia den Panegyricus gehalten haben, von dem I 49(61) 
geredet wird. Im J. 359 wird ihm die Leitung des großen 
Hochverratsprocesses übergeben, in den zahlreiche Bürger von 
Antiochia und Alexandria verwickelt waren : Amm. XIX 1 2, 6. 
Liban. ep. I 23(35). or. XIV 19. 20 p. 431. Er reist im Winter 
358/9 zuerst nach Cilicien: 120(32), wahrscheinlich um dort 
die Befehle des Kaisers über den Proceß aus größerer Nähe zu 
erwarten. Dann wird der Schauplatz desselben nach Scythopolis 
verlegt: Amm. XIX 12, 8, und hierhin muß I 23(35) gerichtet 
sein. Sehr bald darauf ruft die Persergefahr den Comes wieder 
über den Euphrat, und diesmal überschreitet der Feind wirklich 
die römischen Grenzen : I 32 (44). 35(47). 44(56). Nach Me- 
sopotamien gehen im Jahre 359 die Briefe I 24 (36). 32 (44). 
35(47). 39—41(51—53). 44(56). Während dieser Zeit ver- 
wendet sich Libanius für den mächtigen Freund beim Prae- 
fecten Hermogenes IV und erwirkt ihm eine Erhöhung seiner 
Annona: I 35 (47). 41 (53). 44 (56). Im Winter 359/60 besucht 
Modest US Alexandria: 114(99); wir finden ihn unterwegs zuerst 
in Elusa: II 5(100), dann in Pelusium: II 12(107). Während 
dieser Reise empfängt er die Briefe I 83 (95). II 4. 5 (99. 100). 
9(104). 12(107). 14(110). Im Sommer 360 ist er wieder 
unterwegs und besucht zum drittenmal Mesopotamien: II 95 (191), 
wahrscheinlich auch andere Provinzen. Denn nach der Zahl 
der Briefe, die er um diese Zeit empfängt, muß er sehr lange 
von Antiochia abwesend gewesen sein: II 58 (154). 67 (163). 
72(168). 95(191). 98(194). 100.101(196.197). 104(200). 
1113.4(205.206). 18(221). 30(233). 40(245). Eine neue Brief- 
gruppe wird im Sommer 361 an ihn abgeschickt III 74. 75 (279. 
280). 91(296). 106(311). app. 3(532). 10(539). Außerdem 



III. Die Adressaten: Modestus. 215 

wird er als Comes Orieatis erwähnt 1 25 (37). 74 (85). II 68 (164). 
73(169). 106(202). HI 15(217). app. 22 (551), zum letztenmal 
im Winter 361/62: app. 72(599). Wenn er um dieselbe Zeit 
am 8. Febr. 362 vicarms genannt wird, so bedeutet dies wohl, 
daß er schon entsetzt war, aber das Amt bis zum Eintreffen 
seines Nachfolgers stellvertretend weiterführte: Larsow, Die 
Pestbriefe des heil. Athanasius S. 39. Denn als Vicar hätte er 
nicht die Kompetenz gehabt, dem Praefectus Aegypti Befehle 
zu schicken, wie es nach dieser Stelle geschah, wohl aber als 
Comes Orientis oder Stellvertreter desselben. Während dieses 
Amtes hatte er in Antiochia unter harten Bedrückungen der 
Untertanen einen Porticus erbaut: 124(36). 11100(196) III 
40(245). app. 3(532). Auf diese Comitiva Orientis, die vier 
Jahre 358 — 362 gedauert hatte, wird zurückverwiesen app. 
208 (733). 

Als Kaiser Julian die Alleinherrschaft gewonnen hatte, 
waren bei ihm gegen Modestus Hagen erhoben worden. Solange 
er in Constantinopel war, schenkte er ihnen Glauben und sprach 
daher die Absetzung des Comes aus; doch in Antiochia an- 
gelangt, wurde er schnell eines anderen belehrt: app. 178. 179 
(701. 702). Dies wird teilweise dem Einflüsse des Libanius zu- 
zuschreiben sein, der bei dem heidnischen Kaiser ja sehr stark 
war, noch mehr aber dem umstände, daß Modestus, der vorher 
ein etwas zweifelhafter Ch^^ist gewesen war: 11118(221). IV 
75 (387). app. 3 (532), sich jetzt zum Heidentum bekehren ließ: 
app. 191(714); vgl. or. XVIII 125 p. 564. Rufin. h. e. 115. 
Auch scheinen irgend welche Orakel, wie sie der Kaiser über 
seine Beamten zu befragen pflegte, ihm günstig gewesen zu sein: 
app. 178 (701). So brachte ihm denn die neue Regierung nur 
neue Ehren: add. 254 (1429a). Im Winter 362/3 reiste er von 
Antiochia nach Constantinopel: app. 178. 179 (701. 702), um dort 
das Amt eines Praefectus urbis zu übernehmen: app. 178(701). 
254 (1429a). Mommsen, Chronica minoral S. 241. Himer. or. 
VII 16. Aus Antiochia ließ er sich einen Architekten kommen, 
um den Bau des großen Wasserreservoirs zu beginnen, das er 
erst in seiner zweiten Stadtpraefectur 369 vollendete: add. 
214 (739). Mommsen a. 0. Doch brach unter seiner Verwaltung 
ein Aufstand aus, der wahrscheinlich durch Maßregeln zur 
Wiederherstellung des heidnischen Kultus veranlaßt wurde; 
denn Mönche übernahmen dabei die Führerrolle. Modestus 



216 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

wurde vom Volke vertrieben und durch Nicocles wieder zurück> 
geführt: add. 254. 255 (1429a.b.). 340(1489). Während dieses 
Amtes im Jahre 363 sind an ihn ihn gerichtet app. 191 (714). 
194(717). 204(728). 208(733). 214(739). 218(751). add. 
254 (1429a). 340(1489); erwähnt app. 197(721). 

Als mit dem Tode Julia.ns das Christentum wieder zur 
Macht gelangte, wird er sein Amt natürlich eingebüßt haben. 
Bei Valentinian und Valens wurden neue Anklagen gegen ihn 
erhoben; er erhielt sich aber in der kaiserlichen Gunst, die in 
einer großen Landschenkung an ihn ihren Ausdruck fand: 
add. 103 (1326). Er scheint jetzt gleich wieder zum Christentum 
zurückgekehrt zu sein ; denn Libanius fürchtet schon im J. 365, 
er könne es übelnehmen, daß er ihm als Heilmittel für seine 
Gichtschraerzen die Wunderkraft des Tarsischen Asklepios em- 
pfehle: add. 370(1074). Jedenfalls war er später getauft und 
zwar durch einen arianischen Geistlichen: Greg. Naz. or. XLIII 
48 = Migne G. 36 S. 557. Daß er auch während seiner prä- 
torianischen Praefectur Heide gewesen sei, ist ein Irrtum des 
Rufinus: h. e. H 5. Doch blieb er einstweilen Privatmann: 
add. 192 (1213)^ und beschäftigte sich damit, seinen Grundbesitz 
durch neue Ankäufe zu vermehren: add. 203 (1392) und durch 
große Bauten zu schmücken: add. 370(1074). Während dieser 
Zeit in den Jahren 364 und 365 sind an ihn geschrieben add. 
103(1326). 192(1213)1. 203(1393). 370(1074); erwähnt add. 
154(1352). 

Im J. 369 wurde er zum zweitenmal Prafectus urbis Con- 
stantinopolitanae und weihte das Wasserreservoir ein, das er 
in seiner ersten Praefectur begonnen hatte: Mommsen, Chronica 
minora I 8. 241. Als im folgenden Winter Valens nach Be- 
endigung des Gothenkrieges nach Constantinopel kam, ernannte 
er ihn an Stelle des verstorbenen Auxonius zum Praefectus 
praetorio Orientis: Zosira. IV 11,4. 14, 1. Philost. IX 11. Mitteis 
S. 164 — 170. 229. Durch Liebedienerei und Skrupellosig- 
keit brachte er es dazu, daß ihm das Consulat für 372 ver- 
liehen wurde und er sein Amt viel länger behauptete, als dies 
sonst üblich war: Amm. XXIX 1,10. 11. XXX 4,2. Greg. 
Naz. or. XLIII 48 = Migne G. 36 S. 557. Er ist darin nach- 
weisbar von 370 — 377; sein Nachfolger muß Aburgius gewesen 



1) Dieser Brief ist nach dem Vaticanus an ihn gerichtet. 



ril. Die i^dressaten : Modestus. 217 

sein: S. 86. Erwähnt im Jahre 370 am 10. Juni: Cod. Theod. 
XI 36, 17; am 1. Aug.: Cod. Theod. XI 30, 35; am 18. Sept.: 
Cod. Theod. VII 13, 6; am 17. Octob.: Cod. Theod. XVI 2, 19; 
am 12. Dec: Cod. Theod. IX 16,8; im J. 371 am 16. Jan.: 
Cod. Theod. XIII 10, 7; am 11. Febr.: Cod. Theod. XIII 5, 14; 
am 1. März: Cod. Theod. XII 1, 74; am 7. Apr.: Cod. Theod. 
XI 21, 1; am 13. Juli: Cod. Theod. XII 1, 76; im J. 372 am 
4. Apr.: Cod. Theod. XI 4,1; am 5. Juni: Cod. Theod. XIII 
9, 1; am 27. Juni: Cod. Theod. X 20, 6; im J. 373 am 1. Jan.: 
Cod. Theod. XII 1, 63; am 8. Dec: Cod. Theod. XI 31, 6; im 
J. 375 am 2. Juni: Cod. Theod. VII 13,7; am 3. Dec: Cod. 
Theod. XII 1,79; im Jahre 377 am 4. Apr.: Cod. Theod. VH 
4, 17; am 9. Aug.: Cod. Theod. VII 6,3; am 20. Oct.: Cod. 
lust. VIII 10, 8; am 2. Nov.: Cod. lust. XI 62, 5: ohne Datum 
oder falsch datiert: Cod. Theod. XI 1, 14. Cod. lust. X 32, 30. 
Den Kaiser begleitete er bei seinem Zuge nach Mesopotamien 
um das Jahr 372: Themist. or. XI p. 149 c. Theodor, h. e. 
IV 17. Mit Libanius blieb er auch während seiner Praefectur 
in einem freundlichen Verhältnis, ließ sich Ratschläge über die 
Verwaltung der Städte von ihm gefallen: or. II 72. 73 p. 195 
und veranlaßte ihn dazu, ihm einen Panegyricus zu halten: 
or. XL 17 p. 372. Den Rat von Antiochia ehrte er so hoch, daß 
er trotz seiner Podagra an den Sitzungen desselben teilnahm: 
or. XL VI 40 p. 490 vgl. add. 370 (1074). Doch um das J. 372 
leitete er den Hochverratsprozeß gegen Theodorus VIII und seine 
Mitangeklagten: Zosim. IV 14, 1 und griff wiederholt zugunsten 
des Arianismus in die kirchlichen Streitigkeiten ein. Zwar 
verbannte er den entschiedensten Vertreter desselben Eunomins 
als Unruhstifter: Philost. IX 11, ging aber noch strenger gegen 
die entschiedenen Orthodoxen vor. An seinen Namen werden 
daher die Märtyrergeschichten angeknüpft, die unter Valens 
spielen, wobei ihm immer die Rolle des gefügigen, wenn auch 
halb widerwilligen Werkzeuges zufällt: Socrat. IV 16. Sozom. 
VI 14. 18. Theodor, h. e. IV 17; vgl. Rufin. h. e. II 5. Den 
Basilius von Caesarea suchte er durch Drohungen zum Nach- 
geben zu bewegen; stand aber davon ab, als er entschlossenen 
Widerstand fand: Greg. Naz. or. XLIII 48 — 51. Theod. h. e. 
IV 19. Basil. ep. 79 = Migne G. 32 S. 453. Rufin. h. e. H 9, 
und später, als er von einer Krankheit heimgesucht wurde, ließ 
er sich durch das Gebet des Bischofs heilen: Greg. Naz. a. 0. 55 



218 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

und blieb mit ihm im Briefwechsel: Basil. ep. 104. 110. 111. 
279—281 = Migne G. 32 S. 509. 520. 1016. Auch bei Valens 
scheint man ihn angeklagt zu haben, doch blieb das Vertrauen 
des Kaisers zu ihm unerschüttert: Themist. or. XI p. 153b. 
Im Jahre 390 war er schon tot: app. 374 (906). An ihn ge- 
richtet I 23. 24 (35. 36). 32 (44). 35 (47). 39—41 (51—53). 
44(56). 83(95). 114. 5(99. 100). 9(104). 12(107). 14(110). 
58(154). 67(163). 72(168). 95(191). 98(194). 100. 101(196. 
197). 104(200). III 3. 4(205. 206). 18(221). 30(233). 40(245). 
74. 75(279. 280). 91(296). 106(311). IV 58 (370). 74. 75 
(386. 387). 80(392). app. 3(532). 10(539). 191(714). 194(717). 
204 (728). 208 (733). 214 (739). 218 (751). add. 103 (1326). 
192(1213). 203(1392). 254 (1429a). 340(1489). 370(1074). 
Nicht an ihn, sondern an Ulpianus gerichtet ist nach der besten 
Überlieferung add. 42 (1099). 

Musonianus s. Strategius I. 

Musoniusl. Proconsul Achaiae: VI 64 (472). Himer. or. V. 
In diesem Amte hielt Himerius ihm die Declamation, von der 
Auszüge ecl. 21 erhalten sind. Magister öfficiorum in den Jahren 
357 und 358: IV 53 (365). VI 63. 64 (471. 472). 109. 110 (518. 
519). or. XIV15 p. 429; im Amt erwähnt am 24. Juni 357: 
Cod. Theod. VIII 5, 8. Wenn im J. 359 von den Vorgängern des 
Florentius 11 im Magisterium öfficiorum gesagt wird, daß sie 
ihr Amt zum Gelderwerb mißbraucht hätten, so muß das in 
erster Linie auf ihn gehen: I 47 (59). 50 (62). Im J. 362 war 
er als ex proconsule (yevoiievoq dpO^vjtarog) in Thessalonice 
anwesend, als dort Himerius die or. V hielt. An ihn in den 
J. 357 und 358 gerichtet IV 64(472). VI 110(519). 

II. Lehrer der Beredsamkeit in Athen: Amm. XXVII 9, 6. 
Himer. or. V. Schüler und Nebenbuhler des Proaeresius, gab 
den Kampf gegen ihn bald auf und suchte sich eine politische 
Wirksamkeit: Eunap. vit. soph. p. 493. Im Jahre 362 war er 
Vicarius Macedoniae, und in seiner Residenz Thessalonice hielt 
ihm Himerius die or. V. Im Geschichtswerke des Eunapius war 
viel von ihm die Rede: Eunap. vit. soph. p. 493, weil der Ver- 
fasser zu ihm in persönlichen Beziehungen stand: Suid. s. v. 
MovOioviOQ. Man darf daher dasjenige, was bei Suidas und 
Zosimus über einen Musonius gesagt ist, wohl auf diesen beziehen. 
Danach war er Vater dreier Söhne, die Musonius, Antiochus 
und Axiochus hießen: Zosim. V 5, 2. Bei Eunapius scheint er 



III. Die Adressaten: Modestus — Nebridius I. 21^ 

zuerst unter der Regierung des Joviau (363 — 364) erwähnt ge- 
wesen zn sein, da ihn Suidas unter diesem Kaiser ansetzt. 
Wahrscheinlich war im J. 363 erzählt, daß er das Vicariat 
von Macedonien, das ihm Julian verliehen hatte, nach dessen 
Tode niederlegen mußte. Um das J. 368 wurde er Vicarius 
Asiae und verwaltete sein Amt in rühmlichster Weise, fiel aber 
im Kampfe gegen Raubscharen der Isaurer: Amm. XXVII 9, 6. 
Suid. s. V. MovöcovtOQ, MaQxtavog. 

Mygdonius. Castrensis sacri palatii: Cod. Theod. X 14, 1, 
falsch datiert, aber nach der Ortsangabe wahrscheinlich in das 
Jahr 346 zu setzen. Einflußreicher Freund des Musonius I: 
VI 63(471). 109. 110(518. 519). Er hatte sich in Athen als 
väterlichen Freund des Libanius erwiesen und ihn im J. 343 
in Constäntinopel in Schutz genommen, als er der Zauberei 
beschuldigt wurde: VI 63(471). An ihn in den J. 357 und 
358 gerichtet VI 63 (471). 109 (518), erwähnt Julian, ep. 5. 

Nebridius I. Aus Tuscien: Amm. XXI 5, 12. Er wird 
der Oheim des Andronicus II sein, von dem V 16(401). 
49(1031). VI 13 (420). 22(429). 59(467) die Rede ist: S. 72. 73. 
Dieser hatte im J. 356 nur ein Kind, eine Tochter, für die er 
eifrig Geld zusammenscharrte : VI 22 (429). Er hatte mehrere 
geringere Amter bekleidet: add. 202 (1391), ehe er im J. 354 
als Nachfolger des Honoratus I Comes Orientis wurde: V 17 (402). 
add. 202 (1391). Amm. XIV 2, 20. Im Frühling 357 wird er 
zuletzt im Amt erwähnt: VI 67 (475). Doch scheint erst Anfang 
358 Modestus sein Nachfolger geworden zu sein: I 24(36); 
vgl. 8. 213. Er wurde jetzt nach Gallien geschickt, um den 
Caesar Julianus als Quaestor sacri palatii zu beaufsichtigen: 
Amm. XX 9, 5. Julian, ep. ad Athen. 283c. Nachdem dieser 
zum Augustus ausgerufen war, ernannte Constantius den Nebridius 
im Jahre 360 zum Praefectus praetorio Galliarum, was Julian 
auch anerkannte: add. 202 (1391). or. XVIII 110 p. 558. Amm. 
XX 9, 5. 8. XXI 1,4. Zonar. XIII 10 p. 21c. Als dieser sich 
aber zum Bürgerkriege gegen Constantius anschickte, verweigerte 
Nebridius auf Grund seines Amtseides die Mitwirkung, wurde 
zwar von dem Kaiser vor der Wut der Soldaten geschützt, 
aber seines Amtes entsetzt und zog sich in seine Heimat zurück: 
or. XVIII 110 p. 558. Amm. XXI 5, 11. 12. 8, 1. Von Valen» 
im J. 365 an Stelle des Salutius zum Praefectus praetorio Orientis 
ernannt, fiel er bei dem Aufstande des Procopius in dessen 



"220 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Hände: Amm. XXVI 7, 4. 5. Zosim. IV 6, 2. Themist. or. VH 
91b und scheint bald darauf in der Gefangenschaft gestorben 
2u sein: Themist. or. VII 92c. An ihn im J. 364 gerichtet 
add. 202(1391). 

II. Comes rerum privatarum am Hofe des Theodosius, 
erwähnt am 20. Mai 382: Cod. Theod. X 10, 16; im J. 383 
am 18. Jan.: Cod. Theod. X3, 4; am 30. Aug.: Cod. Theod. 
X 10, 18; am 11. Oct.: Cod. Theod. VI 30,5; im J. 384 am 
30. März: Cod. lust. XI 62, 6; ohne Datum: Cod. lust. XI 66, 4. 
5. 71,2. Praefectus urbis Constantinopolitanae, erwähnt am 
30. Jan. und 29. Juni 386: Cod. Theod. XIV 12, 1. III 4, 1; 
ohne Datum: Cod. lust. I 43, 1. Nach Niederlegung des Amtes 
heiratete er Olympias, die Tochter des Seleucus, starb aber 
schon im zwanzigsten Monat nach der Hochzeit: Pallad. bist. 
Laus. 144. dial. 16 = Migne G. 34 8. 1244. 47 S. 56. 60. 

Nicentius I. Constantinopolitaner. Denn da Libanius add. 
96 (1043) im J. 364 schreibt, er sei seit 22 Jahren mit ihm be- 
freundet, muß er seine Bekanntschaft im Jahre 342 gemacht 
haben, also bei seinem ersten Aufenthalt in Constantinopel; 
auch gehen die an ihn gerichteten Briefe dorthin. Im J. 364 
besitzt er Macht, bekleidet also wohl irgend ein hohes Amt. 
An ihn gerichtet add. 96(1043). 115(1114). 

II. Consularis Syriae um die Zeit, wo Strategius I die 
Praefectur niederlegte, d. h. im J. 358: or. 1114 p. 79; vgl. 
13(20). 1126(122). 97(193). IV 55 (367). Von dem vorher- 
gehenden muß er verschieden sein, da seine Freundschaft mit 
Libanius nicht schon im J. 342 beginnt, sondern erst durch 
einen Brief des Aristaenetus I begründet wird, den er bei seinem 
Amtsantritt nach Antiochia mitbringt: IV 55 (367). I 3 (20). 
Auch lebt er während seiner amtsfreien Zeit nicht in Con- 
stantinopel, sondern in Aegypten, scheint also dort zu Hause 
zu sein: II 97 (193). Den Abschluß seiner syrischen Statthalter- 
schaft bildete eine Geldstrafe, die ihm der neuernannte Praefect 
Hermogenes IV auflegte, weil er nicht genügend für die Korn- 
versorgung eines Euphratkastells gesorgt hatte: I 3 (20). Vor 
jenem Amte hatte er schon mehrere andere bekleidet: I 3 (20), 
und im J. 360 wurde er von dem Comes Orientis Modestus, 
mit dem er befreundet war: II 104 (200), nach Antiochia be- 
schieden, wahrscheinlich um ein neues Amt zu übernehmen: 
1197(193). An ihn im J. 360 gerichtet 1126(122). 97(193). 



IIL Die Adressaten: Nebridius I — Nicocles. 221 

III. Tiibunus und Notarius am Hofe Valentinians II im 
J. 380: Ambros. ep. I5,8 = Migne L. 16 S. 894. Durch Am- 
brosius wunderbar geheilt: Paulin. vit. Ambros. 44. Er lebte 
noch im J. 397: Paulin. a. 0. 

IV. Praefectus annonae urbis Romae, erwähnt am 1. Febr. 
385: Cod. lust. I 23,5. 

Nicocles. Spartaner: app. 197 (721). add. 7 (1137). 
255 (1429 b). or. 1 31 p. 24. XV 27 p. 459. Socrat. III 1, 10. Bruder 
des Sozomenus: add. 270(1145). Heide: add. 7(1137). 83(1142). 
98(1324). 298(1057). Lehrer der Grammatik in Constanti- 
nopel: app. 219 (752). add. 7(1137). 153(1049). 374(1076). 
379 (1521), unterrichtete den späteren Kaiser Julian: or. XV 27 
p. 459. add. 255 (1429 b). Socrat. a. 0. Schriftstellerisch war er 
nicht tätig: add. 374(1076). Als Libanius zuerst nach Constan- 
tinopel kam, suchte er ihn dort festzuhalten und machte ihm 
große Versprechungen: or. I 31. 36 p. 24. 28. Da jener aber den 
Ruf nicht annahm, wurde er ihm feindlich: VI 63 (471). Im 
Winter 362/3 kam er an den Hof Julians nach Antiochia: add. 
255 (1429b); vgl. 270(1145). 298(1057). app. 197(721). Dort 
versöhnte er sich mit Libanius und schloß mit ihm Freund- 
schaft: add. 270(1145). Im J. 363 nach Constantinopel zurück- 
gekehrt, war er dort sehr einflußreich, so lange sein kaiserlicher 
Schüler lebte: app. 197(721). 203(727). Als der Stadtpraefect 
Modestus durch einen Aufstand vertrieben wurde, führte er ihn 
zurück und übernahm eine Gesandtschaft an Julian, um dessen 
Verzeihung für die Bürgerschaft der Stadt zu erbitten: add. 
255 (1429b); doch wird sie durch den Tod des Kaisers nicht 
zustande gekommen sein. Nach demselben verlor Nicocles seine 
Macht und wurde seinerseits das Ziel von Angriffen: add. 
83(1142). 152. 153(1351. 1049). Seine Lehrtätigkeit nahm er 
jetzt wieder auf: add. 374 (1076). Im J. 388 richtete Libanius die 
Rede gegen Thrasydaeus (or. XXXII) an ihn, in den J. 363 — 365 
die Briefe app. 197(721). 203(727). 219(752). add. 7(1137). 
83(1142). 98(1324). 152 (1351). 255 (1429 b). 374(1076). 
Nicht an ihn, sondern an Themistius I ist nach der handschrift- 
Uchen Überlieferung V 100 (1088). Dagegen ist add. 420(1082) 
im Vaticanus zwar AloxXbI überschrieben, muß aber an Nicocles 
gerichtet sein. Denn acjd. 374 (1076), der seine Adresse trägt, 
redet von einem Sturm gegen ihn, den er männlich ertragen 
habe (rov x^t^iiwvd rs Iveyxmv dvÖQslwg); offenbar sind die An- 



222 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

griflfe gemeint, denen er als Heide und Freund des Kaisers 
Julian nach dessen Tode ausgesetzt war. Und add. 420 (1082) 
beginnt: ijoß-fp dxovöag, ort öol ro ö<po6Qov rov x^^,«/d5i^o^ 
jtaQsXi^Xvd^B, knüpft also an jenen Brief an. 

Obodianus. Antiochener: IV 72 (384). app. 116(642). Sohn 
des Argyrius: II 16. 17 (112. 113). 42 (138), nach dem er seinen 
Sohn benannte: IV 72(384), Bruder des Eubulus: or. XXXI 47 
p. 222, Verwandter des ZenobiusI: II 5 (100). Nachdem er in 
seiner Vaterstadt prächtige Spiele gegeben hatte, übernahm er 
noch im Jünglingsalter eine Gesandtschaft an den Kaiser, bei der 
er sich durch Beredsamkeit auszeichnete: IV 72 (384). Im J.358 
bereitete er Spiele für seinen Sohn vor: IV 72 (384), die 360 
gegeben wurden: 1117(113). Im J. 359 wurde er in den Hoch- 
verratsproceß von Scythopolis verwickelt, und nur die Stand- 
haftigkeit des Dorotheus, der, auf die Folter gespannt, nichts 
gegen ihn aussagte, rettete ihn vor der Verurteilung: II 16(112). 
Im Winter 359/60 wurde er zum zweitenmal als Gesandter an 
Constantius nach Constantinopel gesandt: II 16 — 18(112 -114). 
42(138). Eine dritte Gesandtschaft wurde ihm 362 übertragen, 
um Julian in Constantinopel zur Erlangung der Alleinherrschaft 
zu beglückwünschen, doch verletzte er sich unterwegs durch 
einen Sturz vom Pferde die Schulter und blieb in Ancyra liegen: 
app. 83.84(609. 610). 88(614). 102(628). 116(642). 119(646). 
An ihn während dieser Reise gerichtet app. 84(610). 88(614). 

Olympius L Antiochener: VI 40 (448). 45(453); vgl. 
30(437). Sohn einesgleichnamigen Vaters: add. 421(1551). Sein 
ebenfalls gleichnamiger Sohn scheint erwähnt zu sein : pr. 3. 4 (3. 4). 
Heide: VI 61 (469). Da sich in seinem Hause Statuen des Apollon 
iswischen Asklepios und Hygieia befanden: add. 421 (1551), wird 
er identisch sein mit dem Olympius, der wiederholt als Arzt 
bezeichnet wird: 137 (49). 51(63). V10(395). 26(411). 29(1229). 
30(1189). 31(1230). 56(1243). 106(1278). VI 18 (425). 61(469). 
add. 86 (1092). Er war in Constantinopel mit Libanius zugleich 
und scheint dort seinen Unterricht genossen zu haben: V 23(408). 
45(453). add. 85(1175). Im J. 354 behandelte er ihn ärztlich 
in Antiochia: V 10 (395). Von dort reiste er 355 an das Hof- 
lager nach Italien und nahm die Briefe V 23 — 36(408 — 413. 
1229. 1189. 1230—1235) mit auf den Weg. Er war beauftragt, 
dafür zu wirken, daß dem Libanius die Rückkehr nach Con- 
stantinopel erspart bleibe, und setzte dies auch durch: V 26 (41 1). 



III. Die Adressaten: Nicocles — Olympius II. 223 

30(1189). 56(1243). 106(1278). VI 18(425). Ende 356 und 
Anfang 357 war er in Rom: VI 40 (448). 45 (453). 72(481). 
Schon vorher war er als Lehrer tätig gewesen: V 30(1189). 
Jetzt suchte ihn Libanius zu bewegen, daß er nach Antiochia 
zurückkehre und dort einen rhetorischen Lehrstuhl neben ihm 
annehme: VI 40(448). 45(453). 61(469). 72(481). Doch er- 
nannte ihn Constantius zum Leibarzt und fesselte ihn dadurch 
an das Hoflager: I 51 (63). Dort befindet er sich 359: 137(49). 
51 (63), dann 360: III 56 (261) und wieder 363: add. 332(1481), 
und 364: add. 85. 86(1175. 1092). An ihn gerichtet: 137(49). 
51(63). V 56 (1243). 106(1278). VI9(416). 18(425). 29(437). 
40(448). 45(453). 61(469). 72(481). add. 85 (1175). 

IL Antiochener: I 56(68). III 49(254). Sohn des Pompe- 
ianus: III 36 (241); vgl. I 56 (68). II 1 (96). III 49 (254). Da 
dieser kinderreich war, muß Olympius mehrere Geschwister 
gehabt haben: 11149(254); von ihnen werden genannt Ena- 
griusIV: add. 199 (1388); vgl. 198(1101). 313(1474). 111(1143). 
174(1369) und Miccalus: 111—3(96—98). 53(149). or. pro 
Olymp, p. 85. Ihre Mutter war noch 364 am Leben: add. 
198 (1101); vgl. I 56 (68). II 1 (96). HI 49 (254). Er war ver- 
wandt mit ßufinus IV: II 89 (185). Im frühesten Jünglingsalter 
war er Consularis Macedoniae und wurde infolge dieses Amtes 
mit voller Immunität in den römischen Senat aufgenommen: 
I 56 (68). III 49. 50 (254. 255). Wahrscheinlich hatte er es bis 
356 bekleidet. Denn gegen Ende dieses Jahres war er wieder 
in Antiochia gewesen und dann nach Nicaea gereist, von wo 
er im Frühling 357 an Libanius schrieb, daß er seit Nieder- 
legung seines Amtes vom Unglück verfolgt werde: VI 87 (496); 
vgl. 67 (475). Im Sommer 358 kehrte er über Cilicißn, wo er 
die Hochzeit des Calycius mitfeierte, nach Antiochia zurück: 
IV62(374). 64(376), wo er seitdem dauernd nachweisbar ist: 
359:120(32). 24(36). 56(68)— 360: II 53(149). 11136(241) 
—361:11149(254). 56(261). app. 46 (574); er reist nach 
Apamea: app. 49(577). 54(582), kehrt aber bald zurück: app. 
66(593). 77(603). — 362: app. 122(648). 162(685). — 363 
add. 108 (1329). 320(1063). 333(1482). 336(1485). — 364 
add. 93 (1089). 111(1143). 139(1343). 144(1126). — 365 
add. 228(1413). 378(1520). Im J. 358 wurde er aus dem Senat 
von Rom in den coustantinopolitanischen übertragen, hier der 
ersten Schatzungsklasse zugewiesen: III 50(255) und sollte ge- 



224 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

zwungen werden, seinen Wohnsitz nach Constantinopel zu ver- 
legen : I 56 (68). III 49 (254). Libanius verwendete sich in einer 
Reihe von Briefen für ihn: I 56 (68). II 3 (98). III 49—51 (254 
— 256) und erwirkte 361 ein Dekret des Kaisers zu seinen 
Gunsten : III 63 (268). In demselben Jahre wurde er von einem 
Trauerfall betroffen: app. 49 (577). Seine Mutter hinterließ bei 
ihrem Tode ihm ein größeres Erbteil als seinem Bruder Miccalus, 
mit dem er in dauernder Feindschaft lebte. Doch verschaffte 
er ihm durch seinen Einfluß bei einem Praefecten zwei Ämter 
und befreite ihn dadurch vom Decurionat: pro Olymp, p. 85 
— 87. Nach den Unruhen des J. 387 bewahrte er durch sein 
Eintreten den Stadtrat von Antiochia davor, in Fesseln gelegt 
zu werden: pro Olymp, p. 78. In Daphne, der Vorstadt An- 
tiochias, ließ er sich ein prächtiges Haus erbauen: app. 46 (574). 
In Phoenicien scheint er Güter besessen und sich deshalb zeitweilig 
dort aufgehalten zu haben: HI 19 (222). app. 126(651). or. LIV4 
p. 127. Er war kinderlos: II 1 (96). app. 46(574). pro Olymp, 
p. 80. 86. Viele rechneten daher auf seine Erbschaft, und als 
er im J. 388 oder 389 starb: or. I 275 S. 163. app. 340(872). 
345(877). 351(883). 368(900). 417(950), wurde er von den 
Enttäuschten sehr geschmäht, weshalb Libanius zu seiner Ver- 
teidigung eine Rede schrieb, die von J. P. Siebenkees, Anecdota 
Graeca, Nürnberg 1798 S. 75 herausgegeben ist. Er selbst war 
Erbe, doch durch die Legate und die Schulden brachte ihm dies 
mehr Mühe und Kosten als Gewinn: or. I 275—277 p. 163ff. 
pro Olymp, p. 87. app. 438(971). An ihn gerichtet VI 87 (496). 

III. Flavius Nemesius Olympius vir clarissimus setzte in 
Lycien dem Kaiser Constantius ein Denkmal, vielleicht als 
Praeses der Provinz: CIL III 12126. Er könnte mit einem der 
folgenden identisch sein. 

IV. Senator von Constantinopel. Mit ihm wurde im J. 359 
Olympius II wegen ihrer Namensgleichheit verwechselt und eine 
Steuer von ihm eingefordert, die jener schuldig war: III 49. 
50(254.255). 

V. Antiochener, Sohn des Asterius: add. 299 (1464). 
319(1476), Bruder des Eusebius XXI: add. 301 (1056); vgl. 
284 (1055), Vater des Eusebius XXII: app. 257 (789). Bei dem 
Census von 362/3 wirkte er als Einschätzer mit: add. 299 (1464). 
Obgleich er selbst Heide war: add. 319(1476), scheint er die 
Christen begünstigt zu haben, vielleicht indem er der Anordnung 



111. Die Adressaten: Olympias 11 — XI. 225 

Julians, daß gegen das geltende Recht auch die Städter, die 
sich zu ihrem Glauben bekannten, in die Steuerlisten einzu- 
tragen seien, nicht Folge leistete; vgl. Pauly-Wissowa III 
S. 1517. So erregte er den Zorn des Consularis Syriae Ale- 
xander III und wurde mit Entziehung seines Gehaltes bedroht: 
add. 284(1055). 301(1056); vgl. 299(1464). Nach dem Tode 
Julians 363 beteiligte er sich an einer Gesandtschaft, die wahr- 
scheinlich dessen Nachfolger Joviau zu seiner Thronbesteigung 
beglückwünschen sollte: add. 319 (1476). Vielleicht wurde er 
bei dieser Gelegenheit zum Nachfolger des Aristophanes im 
Proconsulat von Achaia ernannt; denn im J. 364 besitzt ein 
Olympius Macht in dieser Provinz: add. 145 (1347). 151 (1350). 
An diesen gerichtet add. 145(1347). 

VI. Antiochener, Mitschüler des Libanius : IV 73 (385). 
VI 110 (519). Die Armut zwang ihn, öTQatwhrjq zu werden, 
womit in diesem Falle wohl agens in rebus gemeint ist. Denn 
er ist Untergebener des Magister officiorum Musonius I: VI 109. 
110(517. 518) und reist in den Jahren 357 und 358 wiederholt 
zwischen Antiochia und dem Hoflager hin und her: IV 73 (385). 
VI108 — 110(517— 519). 113(522). Er könnte identisch sein 
mit dem Verwandten des Alexander IX und des Eubulus, der 363 
nach Cilicien reiste: add. 6(1289). 9 (1290), 364 nach Isaurien: 
add. 38(1170). Auch app. 85(611) könnte er gemeint sein. 

VII. Advocat in Antiochia, Vater des Hermogenes V und 
des Theodotus III, erwähnt im J. 363: add. 262(1435). 

VIII. Ancyraner, Oheim des Eusebius XX, also wohl 
Bruder des Eusebius XIX. An ihn in den J. 363 und 364 
gerichtet add. 128(1333). 332(1481); vgl. S. 51. 

IX. Armenier: 111 68 (273). Seine Söhne wurden im J. 361 
Schüler des Libanius: III 67. 68(272. 273). An ihn gerichtet 
III 68 (273). 

X. Bruder des Jovinus II, Verwandter des Letoius I, nahm 
im J. 357 eine einflußreiche Stellung am Kaiserhofe ein. An 
ihn und seinen Bruder gemeinsam gerichtet III 60 (468). 
83 (493). 

XI. Praeses Cappadociae secundae um das J. 382 : Greg. 
Naz. ep. 154. Christ. Seine Frau und Kinder erwähnt: Greg. 
Naz. ep. 104. An ihn gerichtet Greg. Naz. ep. 104 — 106. 125. 
126. 131. 140—144. 146. 154 = Migne G. 37 S. 204. 217. 225. 
237. 249. 260. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 15 



226 Ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

XII. Philosoph in Alexandria, führte im Jahre 391 die 
Heiden im Kampfe gegen die Christen an und floh dann kurz 
vor der Zerstörung des Serapeums nach Italien: Sozom. 
VII 15, 6. 9; vgl. Socrat. V 16, 4. 8. 

XIII. Sohn des Olympius I, Mitglied irgend eines Officium: 
pr. 3.4(3.4). Vielleicht derselbe im Jahre 390 erwähnt: app. 
368(900). 377(909). 

XIV. Schüler des Libanius im J, 390; seine Brüder er- 
wähnt: app. 372(904). 

Olympus s. Ecdicius IL 

Optatus I. Grammatischer Lehrer, unterrichtete den Sohn 
des Kaisers Licinius mit kleinem Gehalt. Durch seine schöne 
Frau, die Tochter eines paphlagonischen Gastwirtes, gewann er 
nach dem Tode des Licinius großen Einfluß auf Constantin und 
wurde 334 zum Oonsuln gemacht: Liban. or. XLII 26 p. 402. 
Schon vorher war er unter den ersten, die mit der neu- 
geschaffenen Würde des Patriciats bekleidet wurden: Zosim. II 
40, 2. Mommsen, Chronica minora I p. 234. Larsow, Die Fest- 
briefe des heil. Athanasius 8. 86. De Rossi, Inscr. ehr. u. Romae 
I p. 39. Die Thronrevolution, die 337 dem Tode Constantins 
folgte, brachte ihm den Tod: Zosim. 1140,2. 

II. Brudersohn der Gattin des vorhergehenden: or. XLII 
27 p. 403. Heide: Socrat. VI 18, 19. Sozom. VIII 23, 8. Als 
Knabe entlief er der Schule und verschmähte auch später jede 
Bildung: or. XLII 11. 13. 25 p. 394. 395. 401. Durch Zauberei 
stand er seinem älteren Bruder nach dem Leben und entging nur 
durch die Fürbitte desselben der gesetzlichen Strafe: or. XLII 
12 p. 394. Da jener Bruder noch vor den Eltern starb, wurde 
er ihr einziger Erbe: or. XLII 12. 13 p. 395. Er heiratete 
eine reiche Frau, lebte aber mit ihr in stadtkundigem Unfrieden, 
da er imnier Liebschaften mit Weibern und Jünglingen unterhielt: 
or. XLII 49. 50 p. 417; vgl. 28. 29 p. 404. Wenige Monate 
bekleidete er die Praefectur von Aegypten: or. XLII 14 p. 395, 
in der er am 4. Febr. 384 nachweisbar ist: Const. Sirm. 3. Weil 
er den Philosophen Ptolemaeus, der als Decurio von Alexandria 
durch ein Gesetz des Theodosius gegen körperliche Mißhand- 
lungen geschützt war, grausam foltern ließ, wurde er unter 
militärischer Bedeckung nach Constantinopel geführt und ihm 
dort der Proceß gemacht, wobei Clearchus I seinen ganzen 
Einfluß gegen ihn aufbot. Doch der Fürsprache von dessen 



111. Die Adressaten: Olympius XII — Palladius IV. 227 

zahlreichen und mächtigen Gegnern gelang es, seine Frei- 
sprechung zu erwirken: or. XLII 14—19 p. 396—398. XXVIII 
5 p. 136. Als später ein Kuppler des Optatus auch in der 
Schule des Libanius seine Netze auswarf, wies ihn dessen 
Freund Thalassius IV schimpflich weg und erregte dadurch 
den Zorn des Optatus: or. XLII 28—31 p. 403—406. Dieser 
bewirkte deshalb, daß im Jahre 390 die Aufnahme des Tha- 
lassius in den Senat von Constantinopel zurückgewiesen wurde: 
app. 310(841). 313. 314(844. 845). or. XLII 6. 11. 31. 32. 
34. 39. 43 p. 392. 394. 406. 407. 411. 414. Dies gab den 
Anlaß zu der an Kaiser Theodosius gerichteten Rede XLII 
vjtEQ SaXaööioVj die zugleich eine Schmährede gegen Optatus 
ist. Im J. 404 war er Praefectus urbis Constantinopolitanae 
und grifp als solcher in die Kämpfe tätig ein, welche der Hof 
gegen den Bischof Johannes Chrysostomus und dessen Anhänger 
führte: Pallad. dial. 3= Migne G. 47 S. 14. Socr. VI 18, 19. 
Sozom. VIII 21, 5. 8. 23, 8. 24,3—8. In diesem Amte ist er 
noch am 12. Juni 405 nachweisbar: Cod. Theod. II 33, 4. Das 
an ihn gerichtete Gesetz Cod. Theod. XII 1, 160 trägt ein 
falsches Consulat; das Datum des 24. Nov., mit dem es be- 
zeichnet ist, kann auf das J. 404 oder 405 bezogen werden. 
An ihn gerichtet app. 310 (841). 

III. Ein armer Schüler des Libanius, dem Anatolius I im 
J. 359 ein Geschenk von 100 Solidi machte: 166(78). 68(79). 
An ihn gerichtet im J. 393 app. 495 (1028a). 

Faeoninus. Schüler des Libanius, verließ im Winter 359/60 
Antiochia, um in Berytus unter Leitung des Domninus I die Rechte 
zu studieren: II 21 (117). Im Jahre 393 lebte er in der ga- 
latischen Stadt Tabia, wie es scheint, als Lehrer der Bered- 
samkeit. An ihn gerichtet: app. 467 (1000). 

Palladius I. Flavius Palladius, Agens in rebus ducenarius, 
Curiosus von Aegypten im J. 335: Athanas. ap. c. Ar. 73. 74 
= Migne G. 25 S. 380. 385. 

IL Praeses Thraciae zwischen 341 und 344: CIL III 12330, 
kann mit dem folgenden identisch sein. 

III. Praeses von Aegypten im Jahre 344. Larsow, Die 
Festbriefe des h. Athanasius S. 31. 

IV. Antiochener: V 57 (1187). Notarius, überbringt im 
J. 351 dem Athanasius einen Brief des Kaisers: Äthan, bist. 
Ar. ad mon. 51. apol. ad Const. 10. 22. = Migne G. 25 S. 756. 

15* 



228 Ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

608. 624. Später wurde er zum Magister officiorum de» 
Caesars Gallus befördert: Äthan, apol. ad Const. 10. 22. Amm. 
XXII 3,3; vgl. V 52 (1083). Nach dem Tode desselben (354) 
scheint er dieselbe Stellung bei Constantius bekleidet zu 
haben. Denn 355 ist er am Hofe von großem Einfluß: V 
57 (1187), und der Agens in rebus Clematius II, der ihm unter 
Gallus gedient hatte, bleibt auch jetzt sein Untergebener: 
V 67 (1251); vgl. 52(1083). Da er zu den Vorgängern des 
Florentius II im Amte des Magister officiorum gehörte, wird der 
Vorwurf der Bestechlichkeit, der I 47 (59). 50 (62) gegen sie 
erhoben wird, sich auch auf ihn beziehen. Nach dem Tode des 
Constantius (3. Nov. 361) wurde er nach Brittannien verbannt: 
Amm. XXII 3,3. An ihn gerichtet V 35(1234). 57(1187). 
67 (1251), vielleicht auch III 84 (289), doch ist dies zweifelhaft. 

V. Olympius Palladius aus Samosata: Larsow, Die Fest- 
briefe des h. Athanasius S. 45. Er scheint identisch zu sein 
mit dem Bruder des Ulpianus I: app. 75 (602a). add. 20(1162). 
325 (1066). Denn beide werden dem Julianus VIII als Praeses 
der Euphratensis empfohlen, in welcher Provinz Samosata lag: 
app. 75 (602 a). In den Jahren 363 und 364 war er Praeses 
Isauriae: add. 20(1162). Während dieses Amtes sind an ihn 
gerichtet add. 20(1162). 38 — 40(1170. 1153. 1117). 55(1130). 
91 (1323). 94 (1177). 125 (1045). 136 (1340). 325 (1066). 
344(1493). 357(1504). 373(1517); erwähnt add. 56(1308). 
In den Jahren 370 und 371 war er Praefect von Aegypten: 
Larsow a. 0. 

VI. Im Jahre 361 hält sich ein Palladius in Cilicien auf; 
denn der literarische Austausch, in dem er mit Libanius steht, 
wird durch den Tarsenser Demetrius I vermittelt: app. 1 (530). 
5 (534). Da von ihm app. 35 (563) ein Apparitor erwähnt 
wird, muß er dort irgend ein Amt bekleidet haben; wahr- 
scheinlich war er Praeses der Provinz. Mit dem vorhergehenden 
darf er nicht identificiert werden; denn add. 325(1066) deutet 
an, daß dieser im J. 363 sein erstes Amt bekleidete^; vohl 



1) Libanius spricht hier von den Hoffnungen, die sich an seinen Amts- 
antritt knüpfen: vTtLOXvBtTaL yaQ rj xe TiaiSevoiQf i^v BTiaLÖevd-riq, rj ze Zfjg 
ÖLxcaoavvijq aaxTjOig a re iTteöei^axo negl KannaöbxaQ o äösXifo^. Als 

vielversprechend für des Palladius künftige Amtsführung würden nicht 
nur die früheren Leistungen seines Bruders bezeichnet werden, wenn er 
selbst schon eigene Leistungen dieser Art aufzuweisen hätte. 



III. Die Adressaten: Palladius IV— XIV. 229 

aber kann er der Aelius Palladius au8 Palaestina mit dem Spitz- 
namen KovQsvg sein, der 371 — 373 Praefect von Aegypten war: 
GIG IV 8610. Larsow, Die Festbriefe des h. Athanasius S. 45. 
46. Socr. IV 21, 4. Sozom. VI 19, 6. Theod. h. e. IV 22, 1. 26. 
Mommsen, Chron. min. I S. 296. Doch bleibt dies unsicher. 
Dieser Praefect war Heide: Theodor, h. e. IV 21, 1. 2. 22, 1. 
26. Greg. Naz. or. XXV 12 = Migne G. 35 S. 1213. An ihn 
gerichtet app. 2(531). 17(546). 35(563); vielleicht auch III 
84 (289). 

VII. Im J. 359 befindet sich ein Palladius in der Um- 
gebung des Comes Orientis Modestus: I 41 (53). Er könnte 
mit einem der beiden vorhergehenden identisch sein. 

VIII. Im Jahre 360 reist ein Advocat dieses Namens von 
Antiochia nach der Euphratensis: II 83(179). 

IX. um dieselbe Zeit reist ein gleichnamiger Advocat 
aus Antiochia nach Phoenicien: 1187(183). 

X. Pamphylier, Jüngling, hat in Berytus die Rechte studiert 
und kehrt 365 in seine Heimat zuräck, um dort als Advocat 
zu wirken: add. 415. 416(1546. 1547). 

XI. Lehrer der Rhetorik in Cappadocien, erwähnt im 
J. 364: add. 109(1211). 

XII. Tribunus und notarius am Hofe Valentinians I. Er 
wurde um das J. 365 nach Africa geschickt, um die Klagen 
der Tripolitaner gegen den Comes Romanus zu untersuchen. 
Doch ließ er sich durch diesen bestechen und sagte fälschlich 
zu seinen Gunsten aus. Nach seiner Entlassung wurde um das 
J. 373 ein Brief entdeckt, der seine Schuld verriet; er wurde 
verhaftet und tötete sich selbst: Amm. XXVIH 6, 12. 17-27. 

XIII. Ein Mann von niedriger Geburt, wurde um das 
Jahr 372 in Antiochia auf Giftmischerei angeklagt und rief, 
indem er sich durch Angeberei zu retten suchte, einen Massen- 
proceß wegen Hochverrat und Zauberei hervor: Amm. XXIX 
1,5. 6. 25. 2,1—6. 

XIV. Athener, Sohn eines berühmten Redners, kam um 
das J. 378 nach Rom und führte sich durch eine Declamation 
ein, die große Bewunderung erregte: Symmach. ep. I 15. Er 
ließ sich dort als Lehrer nieder: Symmach. ep. III 50, wurde 
aber schon im Jahre 379 an den Hof des Theodosius berufen: 
Symmach. ep. I 94. III 50, wo wir ihn am 6. und 21. Juli 
381 als Comes sacrarum largitionum erwähnt finden: Cod. 



230 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Theod. IV 13, 8. X 24, 2. Schon am 30. Nov. desselben Jahres 
erscheint er als Magister officioram: Cod. Theod. X 24,3; 
ebenso am 21. März 382: Cod. Theod. VI 27, 4 und am 16. Sept. 
384: Cod. Theod. VII 8, 3. Daß er Christ war, zeigen die an 
ihn gerichteten Briefe des Greg. Naz. ep. 103. 110. 119. 170 
= Migne G. 37 S. 201. 208. 213. 280. Der eine davon (103) läßt 
ihn als hohen Beamten erkennen, ein anderer (170) Constanti- 
nopel als seinen Aufenthaltsort. An ihn gerichtet auch Sym- 
mach. ep. IX 1. 

XV. Dux Osrhoenae, an ihn gerichtet am 30. Nov. 382 
Cod. Theod. XVI 10, 8. 

XVI. Praefectus Augustalis, an ihn gerichtet am 14. Mai 
382 Cod. Theod. VIII 5,37; vielleicht derselbe, der in den 
Jahren 388 — 390 beherrschenden Einfluß im Senat von Con- 
stautinopel besaß und an den app. 274 (805). 330 (862) ge- 
richtet sind. 

XVII. Comes Orientis im Jahre 390: app. 377(909). 
378 (910). 411 (944). 420 (953). An ihn gerichtet app. 420(953). 
Vielleicht gemeint or. I 254 S. 152. pro Olymp. S. 83. 

XVIII. Ein Palladius führt im Jahre 388 einen Proceß in 
Phoenicien: app. 287(818). 

XIX. Tyanenser, gibt im J. 391 seine beiden Söhne in 
die Schule des Libanius; an ihn gerichtet app. 401 (934). 

Fancratius I. Antiochener, Sohn eines Vaters, der sich 
als Lehrer der Rhetorik Ruhm erworben hatte, Altersgenosse 
und Mitschüler des Libanius (geb. 314), hatte irgend ein Amt 
bekleidet und war in die dritte Schatzungsklasse des Senats 
von Constantinopel eingetragen worden ; erwähnt in den Jahren 
360 und 364: 11154(259). add. 164(1361). 

II. Verschieden von diesem ist der Pancratius, der I 9 (26) 
erwähnt wird, da Libanius von ihm im Winter 358/9 sagt, er 
kenne ihn noch nicht persönlich. Wahrscheinlich war er Ci- 
licier; denn er scheint mit Macedonius I an demselben Orte zu 
wohnen. Libanius schreibt, er scheue sich, mit ihm die Korre- 
spondenz zu eröffnen, damit es nicht scheine, als wenn er von 
ihm einen Schüler erbetteln wolle. Hiernach wird er der- 
jenige sein, an den app. 115(641) im Jahre 362 gerichtet ist; 
denn hier empfängt er den Dank für die Übersendung eines 
Schülers. 

III. Dolichener, hat der Tochter des Praefecten Helpidius I 



III. Die Adressaten: Palladius XIV — Parnassius I. 231 

ein Gut geschenkt, um die Gunst des mächtigen Mannes zu 
erwerben, und fordert es nach dessen Absetzung im J. 363 
gerichtlich zurück: add. 267 (1440). 

IV. Tripolitaner, übernimmt um das J. 367 eine Gesandt- 
schaft seiner Stadt an Yalentinian I und stirbt nach seiner An- 
kunft in Trier: Amm. XXVIII 6, 16. 20. 

V. Comes rerum privatarum im Orient, erwähnt im Jahre 
379 den 17. Juni: Cod. Theod. X 1, 12; d. 6. Juli: Cod. Theod. 
VI 30, 2; d. 10. Aug.: Cod. Theod. XH 13,4; im Jahre 380 
d. 30. Jan.: Cod. Theod. X 10, 12; d. 12. Juni: Cod. Theod. 
X 3, 3; d. 20. Sept.: Cod. Theod. X 10, 14. Praefectus urbis 
Constantinopolitanae erwähnt im J. 381 d. 30. Juli: Cod. Theod. 
IX 17,6; im J. 382 d. 12. Jan.: Cod. Theod. XIV 10, 1; den 
4. Apr.: Cod. Theod. II 12,3; Cod. lust. VIII 4, 6. Falsch 
datiert Cod. Theod. XV 2, 4. 

Panegyrius. Lehrer der Rhetorik, im Konkurrenzstreite 
mit Priscio, also in Palaestina tätig: app. 343 (875). An ihn 
im J. 390 gerichtet app. 342 (874). 

Panhellenius. Am 26. Oct. 382 als Consularis Lydiae er- 
wähnt: Cod. Theod. X 10, 17. Er war Asiate, hatte im J. 388 
Antiochia besucht und war dann in seine Heimat zurück- 
gekehrt. Seine Mutter und seine Kinder werden erwähnt. An 
ihn gerichtet app. 248 (780). 250 (782). 

Pannychius. Praeses Euphratensis im J. 359; bald nach 
Antritt dieses Amtes an ihn gerichtet I 82 (93). 

Pantichius. Im Jahre 393 trat er die Verwaltung einer 
Provinz an; an ihn gerichtet app. 476(1009). 

Pappus I. Mesopotamier; sein Sohn Eusebius XVII war 
in den J. 361 und 362 Schüler des Libanius; an ihn gerichtet 
III 103 (308). app. 123 (649). 

II. Alexandriner, Philosoph, lebte unter Theodosius I, 
schrieb Geographisches und ein Buch über Traumdeutung. Suid. 
8. V. ndjtjtog, 

Parnassius I. Corinther: app. 209 (734). Larsow, Die 
Festbriefe des h. Athanasius S. 36. Daß er in Patrae geboren 
war und dort zeitweilig wohnte, ist damit nicht unvereinbar: 
Amm. XIX 12, 10. In den Jahren 357—359 war er Prae- 
fectus Aegypti: Larsow a. 0. Während dieses Amtes befragte 
er einen Astrologen über das Leben des Kaisers, und wurde 
deshalb nach seiner Absetzung im J. 359 in den Hochverrats- 



232 Ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

proceß von Scythopolis verwickelt und in die Verbannung 
geschickt: or. XIV 15. 16 p. 429. 430. Amm. XIX 12, 10. Da 
er Heide war, erlangte er im J. 363 durch den heidnischen 
Kaiser Julian seine Begnadigung und kehrte in seine Heimat 
zurück: app. 209 (734). An ihn gerichtet IV 52 (364). app. 
209(734), wahrscheinlich auch I 11 (28). 

II. Ancyraner, gab im J. 358 seinen Sohn in die Schule 
des Libanius. An ihn gerichtet I 79 (90). IV 46 (358), viel- 
leicht auch I 11 (28). 

III. Waise, im Jahre 388 Schüler des Libanius: app. 
299 (830). 

Parthenius. Antiochener: I 58. 59 (70. 71), Neffe des 
Eusebius IX: I 58 (70), reiste 359 an das Hof lager mit Hoffnung 
auf Beförderung und nahm dabei die Empfehlungsbriefe I 58 
— 61(70 — 73) mit. Im J. 360 war er nach Antiochia zurück- 
gekehrt und reiste von dort nach Phoenicien, wo er Besitzungen 
hatte und seine Frau und Kinder sich befanden: 11134(239). 
Im Jahre 362 war er in Tarsus; dorthin an ihn gerichtet app. 
94 (620). 

Parthenopaeus. Tyrier: app. 384(916); vgl. 383(915). 
397 (930). Schüler des Libanius, Verfasser von Reden. An ihn 
im J. 390 gerichtet app. 383(915). 396(929). 

Patriarcha s. Gamaliel. 

Paulinus I. Einen Paulinus bittet Libanius pr. 5 (5), er 
möge als Richter dafür sorgen, daß ein Grundstück, welches 
man dem Thalassius IV geraubt habe, ihm wieder zurückgegeben 
werde. Da dieser nach or. XLII 37 p. 410 bei Samosata Län- 
dereien besaß, vermutet Sievers nicht ohne Grund, jener Paulinus 
sei Praeses Euphratensis gewesen. Er könnte identisch sein mit 
demjenigen, der 386 Praefect von Aegypten war: Baur, Wiener 
Studien XXIV 2 S. 118. Mommsen, Chronica minora I S. 297; 
erwähnt am 30. Nov. 386: Cod. Theod. XII 6, 22 und mit falscher 
Datierung Cod. Theod. XI 39, 10. Hiernach könnte sein Prae- 
sidat um 380 fallen. 

II. Ein Paulinus unterhandelt 364 mit Modestus über den 
Verkauf eines Grundstückes: add. 203(1392). Ob er mit dem 
vorhergehenden identisch war, ist zweifelhaft; ebenso ob er mit 
einem der folgenden Homonymen zu gleichen ist. 

III. Sein Vater war Decurio von Cessio Vasatum, seine 
Mutter Aquitanerin: Auson. parent. 26,7. Er war gleichalterig 



III. Die Adressaten: Parnassius I — Paulus IL 233 

mit Ausoüius, der um 310 geboren war: Auson. pareiit. 26, 5. 
Er heiratete Megentira, die Tochter von Ausonius' Schwester 
Julia Dryadia, und zeugte mit ihr den Paulinus und die Dryadia, 
die beide früh starben: Auson. par. 25; vgl. 14. 26, 5. Er war 
Scriniarius eines Praefecten, danu Rationalis Africae, endlich 
Corrector Hispaniae Tarraconensis: Auson. par. 26,9. 

IV. Praeses Epiri novae, erwähnt am 1. Dec 372: Cod. 
Theod. XVI 2, 22. Dieser könnte derselbe sein, der am 24. Apr. 
380 als Praefectus urbis Romae erscheint: Cod. Theod. XV 7, 4. 5. 

V. Pontius Proserius Paulinus iunior wird als Consularis 
Campaniae genannt: CIL X 1702. 1703. 6088. In demselben 
Amte findet sich CILX 1128 Pereuus Paulinus, doch ist dieser 
Stein durch eine so schlechte Abschrift überliefert, daß Perenua 
leicht aus Pontius oder Proserius verstümmelt sein kann. Ist 
dies richtig, so würde die Bekleidung seines Amtes jn das 
Jahr 409 fallen, dem die Inschrift CIL X 1128 nach dem dort 
genannten Praefecten Caecilianus zuzuschreiben ist: Seeck, 
Symmachus p. CXCIV. 

Paulus L Consul im Jahre 352, von dem Usurpator 
Magnentius ernannt und nur in dessen Reichsteil anerkannt: 
Mommsen, Chronica minora III S. 522. 

IL Notarius, mit dem Spitznamen Catena: Amm. XIV 
5, 6. 8. XV 3, 4. XIX 12, 1. XXII 3, 10. Larsow, Die Festbriefe 
des h. Athanasius S. 37. Nach Amm. XIV 5, 6 Spanier, nach 
XV 3, 4 Dacier. Er zeichnete sich in den Hochverratsprocessen 
unter Constantius durch w^ilde Grausamkeit aus. Im Jahre 353 
wurde er nach Brittannien geschickt, um dort die Anhänger 
des Magnentius zur Rechenschaft zu ziehen, und trieb den Vicar 
Martinus, der ihm entgegentrat, zum Selbstmorde: Amm. XIV 
5, 6 — 9. Im J. 355 wirkte er bei der Untersuchung gegen die 
Freunde des Silvanus mit: Amm. XV 6, 1. Im J. 359 wurde er 
in den Orient geschickt, um bei dem Processe von Scythopolis 
mitzuwirken: or. XIV 15. 16.54 p. 429.444. Amm. XIX 12, 1. 
2. 5. 7. 13. Julian, ep. 74. Doch schon am 23. Juni desselben 
Jahres erschien er in Alexandria, um die Anhänger des Atha- 
nasius zu bestrafen: Larsow a. 0. Sozom. IV 10, 11. Im J. 362 
ließ Kaiser Julian ihn lebendig verbrennen: Amm. XXII 3, 10; 
vgl. Liban. or. XIII 42 p. 419. XVIII 152 p. 572. Da zwischen 
355 und 359 jede andere Kunde von ihm fehlt, könnte er 
während dieser Zeit als Spion des Constantius am Hofe des 



234 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Julian geweilt haben; vgl. Julian ad. Athen. 282 C. In diesem 
Falle dürfte er derselbe Paulus sein, bei dem Libanius sich durch 
IV 61 (373) im J. 358 dafür bedankt, daß er den Caesar ver- 
anlaßt habe, an ihn zu schreiben. 

III. Lehrer der Rhetorik, benennt seinen Sohn nach 
Libanius; an ihn im J. 390 gerichtet app. 348(880). 

IV. Comes domorum per Cappadociam, erwähnt am 28. März 
396: Cod. Theod. Xl,15. 

Pelaglus I. Euphratenser: I 82 a (93) aus Cyrus: add. 
87(1042). 221(1407). app. 458(991). 461 (994). or.I211 p. 132. 
Vater des Macedonius V: app. 459 (992); vgl. 458(991). 460. 
461 (993. 994), der im J. 365 bei Libanius in die Schule ging: 
add. 212(1401). app. 458(991). Heide: add. 212(1401). Mit- 
schüler des Libanius: I 82a (93). VI 69 (478). Im J. 357 ging 
er als Gesandter seiner Vaterstadt nach Italien an den Hof: 
I82a(93). add. 87(1042) und nahm dabei die Empfehlungs- 
briefe VI 68— 70(477— 479) mit. Im J. 364 war er in An- 
tiochia gewesen und bekam bei der Heimreise die Briefe add. 
87—89 (1042. 1207. 1120) mit. In demselben Jahre starb seine 
Frau: add. 212 (1401). Später wurde er zum Consularis Syriae 
befördert: app. 460(993). or. 1211 p. 132. Im J. 393 war er 
schon todt: app. 460(993). An ihn gerichtet add. 212(1401). 
221(1407). 

II. Comes rerum privatarum im Occident, erwähnt am 
15. Febr. 385: Cod. Theod. XI 30, 45. 36,29. 

Petrus I. Consularis Phoenices, erwähnt am 14. Mai 380: 
Cod. Theod. VII 22, 9. XII 1, 83. 

II. Primicerius notariorum, im Jahre 408 als Freund des 
Stilicho getödtet: Zosim. V35,2. Er könnte der Adressat von 
app. 267 (798) sein, der im J. 388 bei Hofe eine ansehnliche 
Stellung bekleidete. 

IIL Ein dritter, der Processe in Syrien und Aegypten zu 
führen hat, im J. 388 erwähnt: app. 269(800). 

IV. Praeses Thebaidos am Ende des 4. oder Anfang des 
5. Jahrb.: Leipoldt, Schenute von Atripe S. 209. Vielleicht 
identisch mit dem Vorhergehenden. 

Phasganius. Sein Name genannt: I 83 (95). III 81 (286). 
V47 (1239). 71 (1254). or. 1 13 p. 12. X 12 p. 265. L p. 585. 
586. LIII 4 p. 110. LXVp. 448. Antiochener, jüngerer Bruder 
des Panolbius: or. X 12 p. 265. LIII 4 p. 1 10, mütterlicher Oheim 



III. Die Adressaten: Paulus II — Philagrius I. 235 

des Libanius, Vater eines einzigen Kindes, einer Tochter, die 
im J. 354 starb: or. I 86. 95 p. 62. 67. Ein zweiter Neffe von 
ihm war Spectatus: IV 56 (368). Seine Frau überlebte ihn: 
1119(115); vgl. 131(43). Durch einen Rhetor aus Apamea 
gebildet, den sein Vater durch vieles Geld bewogen hatte, nach 
Antiochia überzusiedeln, zeichnete er sich durch Beredsamkeit 
aus: or. Uli p. 176. Doch lernte er niemals lateinisch und 
verkehrte mit den römischen Magistraten, soweit sie kein 
griechisch verstanden, nur durch Dolmetscher: or. L p. 585. 
Trotzdem gehörte er zu den Leitern des Rates von Antiochia: 
or. 13 p. 4. Lp. 585, den er sogar gegen die Tyrannei des 
Caesars Gallus zu verteidigen wagte: III 81 (286). Ämter wurden 
ihm angeboten, doch wies er sie zurück: or. I 3 p. 5. LXV 
p. 445. Im J. 336 gab er in Antiochia die Olympischen Spiele: 
or. LIII 4 p. 110. I 13 p. 12. X 12 p. 265. Dabei vermehrte er 
die Sitze der Zuschauer auf das doppelte: or. X 12. 13 p. 265. 
Zum Gesandten gewählt, um Kaiser Gonstantius 357 bei seinem 
Einzüge in Rom zu beglückwünschen, veranlaJJte er aus Ge- 
sundheitsrücksichten den Letoius I, ihm die Reise abzunehmen; 
VI 56 (464). 58 (466). Im J. 359 ist wieder von einer Krankheit 
die Rede, von der er kürzlich geheilt war: I 64 (76). Wahr- 
scheinlich brachte ein Rückfall ihm den Tod, der noch im Herbst 
desselben Jahres eintrat: I 83 (95). 11 4 (99). 101 (197). HI 
15(217). or. 1 117. 118 p. 80. 81. Aus Schmerz darüber starb 
bald auch seine Schwester, die Mutter des Libanius: add. 
74 (1320). or. 1 117. 118 p. 80. 81. Seine Erbschaft, an der auch 
Libanius Teil hatte, wurde teils durch Schuldforderungen ge- 
schmälert, teils angefochten: 1119(115). 30(126). 45(141). 
90(186). Libanius verfaßte auf ihn eine Gedächtnisrede: III 
81 (286). An ihn gerichtet V 71 (1254). Erwähnt I 19 (31). 
20(32). 31(43). 51(63). II 40(136). 77(173). IV 4(317). 
12(325). 56(368). 72(384). V 22(407). 26(411). 59(1034). 
108(1215). VI 9(416). 16(423). 59(467). 93(501). app. 108 
(634). 197(721). add. 378(1520). 

Phila^us I. Flavius Philagrius: Äthan, apol. c. Ar. 74 
= Migne G. 25 S. 385. Cappadocier: Larsow, Die Festbriefe dea 
heil. Athanasius S. 28. 30. 86. 114. Äthan, epist. encycl. 3 = 
Migne G. 25 S. 228. Greg. Naz. or. XXI 28 = Migne G. 35 
S. 1113. Bei dem 6. und 7. Pestbrief des Athanasius nennen 
ihn die Überschriften in den Jahren 334 und 335 als Prae- 



^36 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

fecten von Aegypten: Larsow S. 86. 95. Der Vorbericht weist 
diese Jahre noch dem Paternus zu, der das Amt schon 333 
bekleidet hatte: Larsow S. 28; doch muß das ein Irrtum sein. 
Denn während des Concils von Tyrus im Jahre 335 unter- 
stützte Philagrius schon als Praefect die Untersuchung, die gegen 
Athanasius in der Mareotis geführt wurde: Äthan, ap. c. Ar. 14. 
72. 73. 74. 83 = Migne G. 25 S. 272. 380. 384. 397. Auch 336 
und 337 finden wir ihn in demselben Amte: Larsow S. 28. 
Doch ist er wahrscheinlich noch bei Lebzeiten Constantins des 
Großen (f 22. Mai 337) abberufen worden, da Athanasius ad 
mon. 51 = Migne G. 25 S. 756 dem Constantius zum Vorwurf 
macht, er habe gegen die Absicht seines verstorbenen Vaters 
dem Philagrius sein Amt wiedergegeben; vgl. Äthan, ad mon. 
9. 10. Dies geschah auf die Bitte einer Alexandrinischen Ge- 
sandtschaft, da seine Verwaltung eine sehr rühmliche gewesen 
war: Greg. Naz. a. 0. So wurde er zum zweitenmal Praefect 
von Aegypten, diesmal auf zwei Jahre: Larsow 8. 104, die sich 
über die Zeit von 338 bis 340 erstreckten: Larsow 8. 30. 104. 
114. Am 18. März 339 entsetzte er auf Befehl des Kaisers: 
Äthan, de fuga 3 = Migne G. 25 S. 648 mit Waffengewalt den 
Bischof Athanasius: Larsow S. 30. Äthan, ep. encycl. 2. 3. 5. ad 
mon. 10. 12 = Migne G. 25 S. 225. 228. 233. 705. Im J. 344 
befand er sich als Comes am Hofe des Constantius: Äthan, 
ad mon. 18 = Migne G. 25 S. 713. Da Athanasius hier von 
ihm sagt: jrdXir Ixel xofi^rog yevo^utvov, so muß man annehmen, 
daß er auch schon vor seiner aegyptischen Praefectur Comes 
gewesen war. Er hatte sich unter Constantin zum Christentum 
bekannt, war aber vor seiner zweiten Praefectur wieder zur 
heidnischen Religion zurückgekehrt: Äthan, ap. c. Ar. 72. epist. 
encycl. 5. ad mon. 9 = Migne G. 25 S. 380. 233. 705; vgl. apol. 
c. Ar. 15. 

II. Als Bischof Paulus von Constantinopel starb, d. h. im 
J. 352 oder 353 (s. S. 238), war er Vicarius dioeceseos Ponticae: 
Äthan, ad mon. 7 = Migne G. 25 S. 701. Doch dürfte er diese 
Stellung damals schon längere Zeit bekleidet haben, da er in 
demselben Amte schon ein paar Jahre früher mit Libanius in 
Berührung gekommen war: or. I 66 — 72 p. 46 ff. Von dem vor- 
hergehenden muß er verschieden sein, weil das Vicariat an Rang 
niedriger stand als die Praefectur von Aegypten und daher nicht 
nach derselben bekleidet werden konnte. Doch könnte er mit 



in. Die Adressaten: Philagrius I — Philipp us I. 237 

dem Philagrius identisch sein, der mit der Schwester des Tiberius 
verheiratet war und im Jahre 358 als verstorben erwähnt wird: 
IV 63 (375). 

III. Armenier: II 11 (106). Er besaß zwei Söhne: app. 
67 (594), die er im J. 359 einem andern Lehrer, wahrscheinlich 
dem Nebenbuhler des Libanius Acacius II, in die Schule gegeben 
hatte: 129(41). 76(87), aber sehr bald darauf dem Libanius 
übergab, als dessen Schüler sie von 359 bis 361 nachweisbar 
sind. An ihn gerichtet 176 (87). 1111(106). 35(131). 80(176). 
app. 67(594). add. 219(1406). 

IV. Notar am Hofe des Caesars Julian, der seine Klugheit 
schätzte und ihm im Jahre 360 den wichtigen Auftrag gab, die 
Gefangennahme des Alamannenkönigs Vadomarius zu bewirken: 
Amm. XXI 4, 2 — 5. Er begleitete den Kaiser 363 in den Perser- 
krieg und führte ein Tagebuch über die Ereignisse desselben, 
das Libanius sich später von ihm erbat, um es für den Epi- 
taphios Julians zu benutzen: add. 321(1218). Im J. 382 war 
er Comes Orientis: Amm. XXI 4,2. Cod. Theod. VIII 5,41. Als 
während seiner Amtszeit eine Hungersnot in Antiochia ausbrach, 
ließ er einige Bäcker auspeitschen, duldete es aber gern, daß 
Libanius ihn an der Portsetzung dieser überflüssigen Grausam- 
keit hinderte: or. I 206—21 1 p. 129ff. XXXIV 4 p. 268. XXIX 6 
p. 329. Er lebte mindestens bis zum J. 393, da die an ihn 
gerichteten Briefe bis in diese Zeit herabreichen; es sind VI 
114(523). add. 321 (1218). app. 303 (834). 372(904). 466(999). 
Da diese Briefe wiederholt mit solchen zusammenstehen, die 
nach Palaestina gerichtet sind, scheint er in dieser Provinz zu 
Hause gewesen zu sein. 

V. Cappadocier, Christ, Alters- und Studiengenosse des^ 
Gregor von Nazianz: Greg. Naz. ep. 30 = Migne G. 37 S. 65. 
Nach den an ihn gerichteten Briefen desselben 30 — 36. 87. 92, 
die den Jahren 368 bis 381 anzugehören scheinen, war er ein 
Mann, der dauernd an einer schweren und schmerzhaften 
Krankheit litt. Er wird also wohl von den vorhergehenden ver- 
schieden sein. 

Philippus I. Flavius Philippus, Consul im Jahre 348 : 
Berlin, aegypt. Urk. II 405, 456. IE 917. Rossi, Inscr. christ. 
u. Romae I 101. Er war Sohn eines Wurstmachers: or. XLII 24 
p. 400. LXV p. 437, wohl aus Chytri in Cypern, wo ihm Con- 
stantius und Gallus zwischen den J. 351 und 354 ein Denkmal 



•238 ö' Seeck, Die Briefe des Llbanius. 

Beizten: Dessau 738 = CLL III 214. Denn hierzu hätten sie 
gewiß nicht dies ärmliche Nest gewählt, wenn es nicht seine 
Vaterstadt gewesen wäre. Sein Sohn hieß Simplicius: add. 
368 (1 513). Amm. XIX 12, 9; sein Enkel war Anthemius, Consul 
im J. 405: Socrat. h. e. VII 1,2. Er begann seine Laufbahn 
als Notar: or. XLII 25 p. 401. LXV p. 437. Im J. 326 wird er 
am 5. März als Vicarius urbis Romae genannt: Cod. Theod. 
X 4, 1 ; vgl. über die Datierung Zeitschr. f. Rechtsgesch. X 
S. 234. In einem anderen Amte scheint er Arch. f. Papyrus- 
forsch. III S. 168 erwähnt zu werden. Sehr zahlreich sind die 
Quellen, die ihn als Praefectus praetorio Orientis nennen: 
IV 57 (369). or. I 69. 70 p. 49. Dessau 738. Amm. XIX 12, 9. 
Berliner aegypt. ürk. II 405. 456. III 917. Äthan, de fuga 3. 
ad mon. 7. 51 =Migne G. 25 8.649. 701. 704. 756. Phot. cod. 
257 p. 475 B. Socrat. II 16,2. V 9, 1. VII 1,2. Sozom. III 9,1- 
Hieron. chron. 2359. Cod. Just. XII 1, 4. In den Gesetzen er- 
scheint sein Vorgänger Leontius I zuletzt am 6. Juli 344: S. 194. 
Sehr bald darauf muß er sein Amt angetreten haben; denn 
die Entfernung des Bischofs Paulus aus Constantinopel, die er 
schon als Praefect mit großer Geschicklichkeit zur Ausführung 
brachte: Socrat. II 16, 2. VII 1, 2. Sozom. III 9, 1, fällt noch in 
das J. 344: Pauly -Wisse wa IV S. 1059: In diesem Amt wird 
er genannt am 28. Juli 346 : Cod. Theod. XI 22, 1 ; am 9. Juni 
347: Cod. Theod. XI 30,20; am 6. März 348: Berliner aegypt. 
Urk. II 405; am 20. Sept. 349: Cod. Theod. III 13,1. VIII 
13,1. 2; am 3. Nov. 353: Cod. Theod. VIII 7,2. Wenn man 
das letztgenannte Gesetz mit Mommsen auf das J. 346 beziehen 
wollte, so müßte es, da es aus Arelate datiert ist, von Constans 
gegeben sein; dieser aber war nur Beherrscher des westlichen 
Reichsteils und konnte folglich keine Erlasse an einen orien- 
talischen Beamten richten. Und daß Philippus im Jahre 353 
noch Praefect war, ergibt sich auch aus folgender Erwägung. 
Erst nach dem Tode des Constans, also frühestens 350, wurde 
Bischof Paulus endgiltig aus Constantinopel verbannt: Phot. 
€od. 257 p. 476 B. Zuerst verwies man ihn nach Singara, dann 
nach Emesa, endlich nach Cucusus, wo er starb oder, wie seine 
Freunde behaupteten, auf Anstiften des Philippus ermordet 
wurde: Hieron. chron. 2359. Äthan, ad mon. 7. de fuga 3. 
Socrat. V 9, 1. Phot. a. 0. Da er drei verschiedene Verbaunungs- 
orte nacheinander aufsuchen mußte und sich an jedem einzelnen 



III. Die Adressaten: Philippus I. 239 

gewiß längere Zeit aufgehalten hat, kann er kaum vor 352 
seinen Tod gefunden haben, und dann dauerte es noch beinahe 
ein Jahr, ehe Philippus sein Amt niederlegen mußte: Äthan, 
ad mon. 7. Zwar hatte er im Orient schon im Jahre 351 
den Thalassius I zum Nachfolger erhalten (s. unten). Doch 
wahrscheinlich behielt er die Praefectur, nur daß ihm ein anderer 
Amtsbezirk angewiesen wurde. Denn er begleitete Constantius 
bei seinem Peldzuge gegen den Usurpator Magnentius: Zosim. 11 
46,2. 3. 47,1.2. 48,2. 49,2, wonach man schließen darf, daß 
er mit der Verwaltung der neueroberten Gebiete betraut wurde. 
Gleichwohl ist es nicht unwahrscheinlich, daß er, wie Athanasius 
ad mon. 7 angibt, mit Schimpf und Schande abgesetzt wurde. 
Denn IV 44 (356), wo die guten Praefecten der letzten Zeit 
aufgezählt werden, nennt Libanius wohl den Vorgänger und 
den Nachfolger des Philippus, nicht aber diesen selbst; an seiner 
Praefectur scheint also irgend ein Makel geklebt zu haben. Vor 
dem J. 358, in dem Athanasius die historia Arianorum ad 
monachos schrieb, war er gestorben; doch läßt sich die Zeit 
seines Todes nicht genauer bestimmen. Ob von den Briefen 
unserer Sammlung, welche die Adresse eines Philippus tragen, 
einer an ihn gerichtet ist, bleibt zweifelhaft; jedenfalls käme 
nur V 9 (394 b) in Betracht. Der Adressat hat Libanius einen 
wichtigen Auftrag gegeben, durch welchen dieser sich geehrt 
fühlt. Den Brief, der ihn enthielt, hat er irgend einer einfluß- 
reichen Persönlichkeit vorgelesen, und diese wollte darauf an 
Philippus schreiben, ist aber durch einen d^oQvßoq efijteociv bisher 
daran verhindert worden. Es ist nicht unmöglich, daß in der 
Bedrängnis, die seiner schimpflichen Absetzung gefolgt sein 
wird, unser Philippus die Fürsprache des neuen Praefecten 
Strategius I gewinnen wollte und dafür Libanius, der bei diesem 
in hoher Gunst stand, als Vermittler benutzte. Bald nach der 
Hinrichtung des Caesars Gallus, die Ende 354 vollzogen wurde, 
vertrieb man dessen Günstling Eudoxius vom Bischofsstuhl von 
Antiochia, und so etwas pflegte nicht leicht ohne Tumulte ab- 
zugehn: Pauly-Wissowa IV S. 1074. Sowohl der ^oQvßog, 
welcher die Zeit des Strategius ganz in Anspruch nimmt, als 
auch die Bittgesuche des in Ungnade gefallenen Philippus würden 
also gut in den März 355 passen, dem jener Brief angehört. 
Doch ob unsere Deutung des sehr unklaren Inhaltes richtig 
ist, bleibt natürlich zweifelhaft. 



240 ^^' ^eeck, Die Briefe des Libanius. 

II. Cappadocier, denn er lebte in derselben Provinz, wo 
AcaciusI Vorsteher der kaiserlichen Gestate war: add. 110 (1219). 
Schulgenosse des Libanius, epischer Dichter: add. 314(1475); 
vgl. V25(410). 46(1190). add. 110(1219). 312(1147). Unter 
Julian beteiligte er sich eifrig an der Restauration des Heidentums 
und kam nach dem Tode des Kaisers dadurch in üngelegen- 
heiten: add. 312 (1 147). Er hatte seine Söhne dem Libanius in 
die Schule gegeben, aber bald wieder zu sich zurückberufen. 
An ihn gerichtet V 25 (410). 46(1190). add. 110(1219). 

III, Verwandter eines andern Philippus, Advocat, dann 
in irgend ein Officium eingetreten: app. 354(886), reist im 
J. 390 nach Constantinopel und nimmt die Empfehlungsbriefe 
app. 353. 354(885. 886) mit. 

Photius I. Beamter; au ihn im Winter 355/56 gerichtet 
V 81 (1262). 

IL Christ: Greg. Naz. ep. 168 = Migne G. 37 S. 277. Im 
J. 402 verkehrte er in Constantinopel mit Synesius, war aber 
404 schon tot: Synes. ep. 61. Dazu paßt es, daß er im Jahre 
388 schon als älterer Mann erscheint: app. 265 (797a). Nach 
den Empfehlungsbriefen, die Libanius ihm überbringen läßt, 
muß er in der Hauptstadt großen Einfluß besessen haben. Daß 
er mit dem vorhergehenden dieselbe Person war, ist möglich. 
An ihn gerichtet app. 265 (797 a). 278(809). 307(838). 
358 (890). 

Pientius. Nach der Vaticanischen Handschrift ist an ihn 
add. 112 (1086) gerichtet, ein Brief aus dem J. 364. Aus ihm 
möchte man schließen, daß Pientius unter Julian Beamter und 
mit dem Kaiser in Antiochia gewesen war. Jedenfalls war er 
unter Jovian in das Privatleben zurückgekehrt, wurde aber von 
Valentinian und Valens wieder zum Hofdienst berufen. 

Polemius I. Flavius Polemius, Consul im Jahre 338: 
Oxyrhynchos papyri I 8. 125. 148. 149. Im J. 346 erscheint 
er als Comes am Hofe des Constantius und schreibt an Atha- 
nasius, um ihn zur Rückkehr nach Alexandria zu bewegen: 
Äthan ad mon. 22 = Migne G. 25 S. 717. 

II. Felix Juniorinus Polemius, Consularis Numidiae inner- 
halb der J. 375 und 378: CIL VHI 17616, könnte mit dem 
folgenden identisch sein. 

III. Praefectus praetorio Illyrici et Italiae, erwähnt im 
J. 390 am 16. Jan.: Cod. Theod. XV 1,26; am 4. Apr.: Cod. 



III. Die Adressaten: Philippus II — Pompeianus II. 241 

Theod. XV 1,28; am 23. Dec: Cod. lust. I 40,9. Wenn er 
schon am 29. April 385 als Praefect genannt wird: Cod. lust. 
III 26, 10, so dürfte hier der Titel falsch überliefert und das 
Gesetz auf ein früheres Amt zu beziehen sein. 

IV. Ein Polemius war vor dem Jahre 392 in Antiochia 
gewesen, vielleicht als Consularis Syriae; er stand zu Priscio 
in Beziehungen, wohnte also wohl in der Provinz, wo dieser 
als Lehrer tätig war, d. h. in Palaestina. An ihn gerichtet 
app. 426(959). 

Polychronius. Im Winter 358/9 entzieht er dem Libanius 
auf Befehl des Praefecten Helpidius I seine Capita: I 10(27); 
vgl. app. 127 (652). Da der Redner sein Naturalgehalt nach 
app. 127(652). 187(710) durch den Consularis Phoenices zu- 
gewiesen erhielt, h.at Sievers S. 83 Anm. 74 hieraus mit Recht 
geschlossen, daß Polychronius dieses Amt bekleidete. In den 
360 — 362 finden wir ihn in einem andern Amt, wahrscheinlich 
dem Vicariat der pontischen Dioecese. Denn ihm werden Hi- 
larius II und Acontius empfohlen: III 5(207). 25(228); vgl. 
24 (227), von denen der eine Cappadocier, der andere Armenier 
war: add. 382(1223). Anfang 362 wird er in Antiochia er- 
wartet, hat das Amt also niedergelegt: app. 97 (623). Wenn 
app. 418 (951) an denselben Polychronius geschrieben ist, muß 
er im Winter 391/2 noch am Leben gewesen sein. An ihn 
gerichtet 1 10 (27). III 5 (207). 25 (228). app. 66 (593). 77 (603). 
86(612). 97(623), wahrscheinlich auch app. 418(951). 

Pompeianus !• Antiochener, Vater des Euagrius IV: Basil. 
ep. 138, 2 = Migne G. 32 S. 580, des Olympius II: III 36 (241) 
und des Miccalus: S. 128. Nachkomme des Pompeianus Francus, 
der sich als Feldherr Aurelians im Kampfe gegen Zenobia aus- 
gezeichnet hatte: Hieron. chron. 2289, befreundet mit dem 
Vater des Libanius: 156(68). 111(96). Er war mächtig, 
mißbrauchte aber trotz seines Kinderreichtums diese Macht nicht, 
um sich zu bereichern: III 49 (254). Im J. 359 war er tot; 
denn wo von der Verwandtschaft seiner Söhne die Rede ist, 
wird immer nur die greise Mutter, nicht auch der Vater genannt: 
I 56 (68). II 1 (96). III 49 (254). add. 198 (1101). 

II. Antiochener, zu den ersten des Stadtrats gehörig: 
V 61 (1245), scheint ein Verwandter des Datianus gewesen zu 
sein, da er seine Tochter nicht ohne dessen Zustimmung mit 
Paeanius verloben wollte: add. 211(1400); vgl. 375(1077). 

Texte u. Untersuchungen etc. NP XV, 1. 2 16 



242 ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

V 58 (1033). Er hatte als Gesandter seiner Vaterstadt Bithynieii 
durchreist und dort die Bekanntschaft des Aristaenetus I und 
des späteren Kaisers Julianus gemacht: I 21 (33). V 62 (1246). 
Dies muß im Anfang der fünfziger Jahre geschehen sein; viel- 
leicht war die Gesandtschaft abgeschickt, um Constantius zu 
seinen Siegen über Magnentius zu gratulieren. Eine zweite 
unternahm er im J. 355 und erhielt dabei die Empfehlungs- 
briefe V 58 (1033). 61—66(1245—1250) mit auf den Weg. 
Diese Gesandtschaften benutzte er zugleich, um durch den 
Einfluß des Hofes sein väterliches Vermögen zurückzuerlangen, 
das ihm irgendwie ganz oder teilweise geraubt war: I 21 (33). 

V 58 (1033). Ein Sohn von ihm war im J. 355 Schüler des 
Libanius: V 62 (1246). Im J. 364 war er noch am Leben, 
muß also von dem vorhergehenden verschieden sein: add. 
211 (1400). Auch mit dem folgenden läßt er sich nicht identi- 
ficieren, weil seine Bekanntschaft mit dem Bithyner Aristae- 
netus I nur auf eine kurze Durchreise durch dessen Heimat- 
provinz zurückgeführt wird: V 62(1246), während jener sie 
als Consularis verwaltet hatte. 

III. Consularis Bithyniae, während Libanius in Xicomedia 
lehrte, d. h. innerhalb der Jahre 344 — 49. Er veranlaßte den 
Himerius, in Nicomedia eine Deklamation vorzutragen, die 
gegen die Leistungen des Libanius sehr dürftig erschien: app. 
129(654). Phot. cod. 165 p. 108 B 7. Im Jahre 362 war er 
noch am Leben und stand mit Libanius in Korrespondenz: 
app. 129(654). Danach kann er nicht mit einem der beiden 
vorhergehenden, wohl aber mit dem folgenden identisch sein. 

IV. Wahrscheinlich Galater, da er dem Maximus VI als 
Consularis Galatiae empfohlen wird: app. 177(700); vgl. add. 
231 (1415). Seine Vaterstadt, die Libanius nach app. 155 (678) 
ebenso lieb ist, wie die eigene, dürfte also Ancyra sein. Seine 
Söhne traten im J. 362 in die Schule des Libanius ein: app. 
155(678). 177(700). add. 231 (1415), scheinen sie aber schon 

363 wieder verlassen zu haben: add. 232 (1416). An ihn ge- 
richtet app. 155 (678). add. 232 (1416). Vielleicht identisch mit 
dem vorhergehenden. 

Porphyrius I. Officiale des Consularis Syriae: add. 
256 (1430). 261 (1434b). Heide: add. 256 (1430). Im J. 363 
stand er unter irgend einer Anklage: add. 256 (1430) und wurde 

364 nach Aegypten geschickt, um sich dort in einem Prozeß zu 
verteidigen: add. 162(1359). 



III. Die Adressaten: Pompeianus II — Postumianus IIL 243 

IL Christ in Antiochia: Joh. Chrys. ad Theod. laps. 11 4 
= Migne G. 47 S. 313. 

III. Im J. 393 scheint er ein Amt bekleidet oder doch 
eine einflußreiche Stellung eingenommen zu haben; an ihn ge- 
richtet app. 455 (988). Vielleicht identisch mit dem Porphyrius, 
der am 15. Nov. 407 und am 5. Juni 408 als Proconsul Africae 
nachweisbar ist: Cod. Theod. XVI 2, 38. 5, 41. Const. Sirm. 12. 

Postumianus I. Senator von Rom, im J. 385 schon seit 
längerer Zeit verstorben: Symmach. rel. 30, 1. Mit ihm könnte 
die res Postumianensis zusammenhängen, die Symmachus nach 
epist. IX 30 gekauft hatte. 

IL Praefectus praetorio zum zweitenmal im Jahre 383: 
Cod. Theod. XII 1, 102, verwaltete damals den Orient. Er- 
wähnt am 6. Apr.: Cod. Theod. 1X42,10. XII 1,98; am 
20. Mai: Cod. Theod. XVI 7,2; am 29. Mai: Cod. Theod. 
VI 22, 7; am 19. Juli: Cod. Theod. VII 2,1. XII 1,102; am 
25. Juli: Cod. Theod. XVI 5,11; am 3. Oct.: Cod. Theod. 
XII 6, 19; am 7. Nov.: Cod. Theod. XII 1, 104; am 3. Dec: 
Cod. Theod. XVI '5, 12; mit falschem Datum: Cod. Theod; 
Xni 1, 13; ohne Datum Cod. lust. XI 63, 3. Vielleicht war er 
der Oheim des folgenden. Denn diesen hatte Libanius als 
Beamten in Antiochia gesehen, wohin er während seiner ori- 
entalischen Praefectur leicht gekommen sein kann. Ist diese 
Identification richtig, so war er im J. 392 schon tot und sein 
gleichnamiger Sohn wurde in Athen erzogen: app. 423(956). 
An ihn gerichtet Greg. Naz. ep. 173 = Migne G. 37 S. 281, 
ein Brief, aus dem sich ergibt, daß er Christ war. 

IIL Stadtrömer, aus einer Familie, die sich von den Göttern 
ableitete, Enkel eines der Consulu, unter denen im Jahre 314 
Libanius geboren war, wahrscheinlich des Rufius Volusianus; 
denn der Name Rufius kommt auch bei den Postumiani vor: 
Dessau 1285 = CIL VI 1761. Sein Oheim war als Beamter in 
Antiochia gewesen, er selbst nicht. Im J. 392 schrieb er an 
Libanius einen lateinischen Brief, den dieser durch app. 423(956) 
beantwortete. Er ist wohl identisch mit dem Postumianus, der 
bei Symmach. ep. III 48 als vornehmer Jüngling erwähnt wird 
und im Jahre 396 als Gesandter des römischen Senats an den 
Kaiser geschickt wurde: Symmach. ep. VI 22, 3. 26, 2. IV 18, 3. 
52, 3. Er ist wohl auch mit dem Postumianus gemeint, der in 
den Saturnalien des Macrobius I l,7ff. den Dialog einleitet. 

16* 



244 ^^- Secck, Die Brieto des Libanius. 

Prisca. Tochter des Helpidius I, im J. 363 mit Bassiaiiu:^ 
vermählt: S. 95. An sie gerichtet add. 296(1462). 

Priscianus L Berytier, Sohn des MarcianusI: V 85 (1196), 
Vater des Polybius: add. 137(1341), Verwandter des Stratoni- 
anus: II76 (172). SeineFrau und ihr Bruder erwähnt II 64(160). 
Im J. 359 war er schon grauhaarig: 147(59), wird also nicht 
sehr lange nach dem Beginn des Jahrhunderts geboren sein. 
Er bekannte sich zur heidnischen Religion: add. 6(1289). In 
Antiochia wurde er zum Redner ausgebildet, als Schulgenosse 
des Libanius, also wohl durch Zenobius I: 147(59); vgl. app. 
11 (540). Hier war er auch zuerst als Advocat tätig: 1 19 (31), 
47(59). 48(60). 51(63). 1183(179). V 85(1196) und gehörte 
zum engsten Freundeskreise des Libanius: 119(31). 48(60), 
51(63). 1183(179). Im J. 359 wurde er durch den Einfluß 
des Magister officiorum Florentius II an den Hof berufen mit 
Hoffnung auf Beförderung zu einem Amte und empfing dabei 
die Empfehlungsbriefe I 47 — 51 (59 — 63). Er traf den Kaiser 
auf dem Feldzuge an der Donau und zog mit ihm nach Con- 
stantinopel. Hier erhielt er ein Amt, das als ein kleines be- 
zeichnet wird: II 29(125); denn es war nicht, wie er vielleicht 
erwartet hatte, ein consularisches, sondern nur ein praesidales, 
nämlich die Statthalterschaft der Euphratensis: 1148(144). 
56(152). 78 (174). Im J. 360 kam er nach Antiochia zurück: 
1129(125). 31(127), wahrscheinlich um sich dort vor Antritt 
seines Amtes dem Praefecten und dem Comes Orientis als seinen 
Vorgesetzten vorzustellen. Gleich darauf erscheint er im Amte : 
1140(136), das er im J. 361 an Julianus VIII übergab: app. 
64 (591). In den J. 363 und 364 bekleidet er ein neues Amt, das 
Praesidat von Cilicien; denn die Briefe, die in dieser Zeit an ihn 
gerichtet werden, add. 6(1289). 16(1295). 23(1163), gehen in 
jene Provinz. Im Jahre 364 wird seine Macht erhöht: add. 
45(1115), d. h. er erhält nach den praesidalen Provinzen die 
erste consularische, Palaestina prima: add. 135 (1339). 140(1344). 
Nachdem er noch einmal Antiochia besucht hat: add. 131 (1336), 
geht er in seinen neuen Wirkungskreis ab. An ihn gerichtet 
1129(125). 40(136). 46 — 50(142 — 146). 53(149). 56(152). 
64(160). 77.78(173.174). 83(179). 106 (202). HI 10 (212). 
12(214). 26(229). 35(240). 42(247). 54(259). 64(269). 
88(293). app. 11(540). 15(544). 29(558). add. 6 (1289). 
16(1295). 23(1163i. 45(1115). 131(1336). 135(1339). 137 



111. Die Adressaten: Prisca — Priscio. 245 

(1341). 140. 141 (1344. 1345a). 167(1154)1. Auch add. 138 
(1342) scheint sich auf ihn zu beziehen, da dieser Brief hinter 
einem an Priscian gerichteten steht und rro avrco überschrieben 
ist; doch kann dieser Schein nur dadurch entstanden sein, daß 
dieses Stück an eine falsche Stelle gesetzt ist. Denn was darin 
ausgesagt ist, paßt nicht auf die Person des Priscianus. Ich 
habe es daher mit mehr Recht dem Callistio zuschreiben . zu 
dürfen geglaubt: S. 103. 

IL Schüler des Libanius: app. 323(855). 495 (1028 a). 
Advocat: app. 409 (942). Im Jahre 390 erhielt er ein Amt, 
während dessen er mit dem Stadtpraefecten von Constantinopel 
Proculus III in engen Beziehungen stand; vielleicht wurde er der 
Assessor desselben: app. 326(858). Im J. 391 kehrte er aus 
Constantinopel nach Antiochia zurück: app. 408— 410(941— 943). 
412 (945), nachdem er dem Tatianus I bei seinem Consulats- 
antritt einen Panegyricus gehalten hatte: app. 408(941). Im 
J. 393 ist er mit Optatus III verfeindet und Libanius sucht 
sie zu versöhnen: app. 495 (1028a). Seine Kinder erwähnt: 
495 (1028a). An ihn gerichtet app. 323(855). 326(858). 

IIL Praefectus urbis Constantinopolitanae, erwähnt am 
21. März 413: Cod. Theod. VI 13, 1. 14,3. 15,1. 16,1. 17,1. 
20, 1. Er könnte mit dem vorhergehenden identisch sein. 

Priscio. Schüler des Libanius: app. 440(973) zugleich mit 
dessen Sohn Arabius II: app. 424(957). Heide: app. 371(903). 
Er war zuerst Advocat: app. 376(908). 387(919). 424(957). 
440 (973) und ließ sich dann als Lehrer der Beredsamkeit: 
app. 343(875). 375(907). 376(908). 387(919). 440(973) in 
Palaestina nieder: app. 321(853). 376(908). 424(957), wahr- 
scheinlich in Caesarea, wohin grosse Versprechungen ihn zogen: 
or. XXXI 42 p. 220, wo er aber einen Konkurrenzkampf mit Pane- 
gyrius auszufechten hatte: app. 343 (875). 363(895). Er schrieb 
zahlreiche Reden: app. 321(853). 371(903). 472(1005), von 
denen ein Panegyricus auf den Kaiser: app. 440(973) und eine 
Gedächtnisrede auf den verstorbenen Arabius erwähnt werden: 
app. 424 (957). 425 (958). An ihn in den J. 390—393 gerichtet 
app. 321(853). 343(875). 363(895). 371(903). 375(907). 
440(973). 472(1005), erwähnt app. 320(851). 



1) Dieser Brief trägt im Vaticanus die Adresse des Priscianus, nicht 
des Themistius. 



246 0« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Priscus I. Thesproter oder Molosser: or. 1 123 p. 83. 
Eunap. vit soph. p. 474, geboren vor 305, da er 395 mehr als 
neunzigjährig starb: Eunap. vit. soph. p. 482, verheiratet mit 
Hippia, die ihm mehrere Kinder gebar: Julian, ep. 71, Schüler 
des Aedesius: Eunap. vit. soph. p. 474. 482, berühmter Phi- 
losoph: app. 334(866). 463(996). or. 1 123 p. 83. Julian, ep. 3. 71. 
Ariim. XXV 3, 23, lehrte in Griechenland: Eunap. vit. soph. 
p. 474. 477. 478, wahrscheinlich in Athen: app. 334(866). Kaiser 
Julian bewunderte ihn: app. 334(866) und suchte ihn schon 
während seines Aufenthalts in Gallien durch den an ihn ge- 
richteten Brief 7 1 an seinen Hof zu ziehen. Auch empfing er 
einen Besuch von ihm und erwähnte desselben in einer epischen 
Dichtung: or. XII 55. 56. p. 385. Als er Augustus geworden 
war, berief er ihn zu sich nach Constantinopel : Eunap. vit. 
soph. p. 477; vgl. Mamert. paneg. XI 23 und nahm ihn 362 
nach Antiochia mit sich: or. 1 123 p. 83. XIII 44 p. 419. XIV 
34 p. 435. Beim Abzüge des Kaisers in den Perserkrieg im 
J. 363 blieb er zunächst noch in Antiochia zurück; doch schon 
nach drei Tagen verlangte Julian ungeduldig nach ihm in dem 
Briefe 3 an Libanius, den dieser durch app. 147(1588) be- 
antwortete: s. S. 33. Er befand sich mit Maximus X stets 
in der Umgebung Julians, wurde aber bei politischen und 
kriegerischen Dingen nicht zu Rate gezogen: Suid. s. v. vjtaiihQior, 
Die beiden Philosophen standen auch am Sterbebette des 
Kaisers: Amm. XXV 3, 23; vgl. Liban. or. XVHI 272 p. 614. 
Nach dem Tode desselben war Priscus im Herbst 363 wieder 
in Antiochia: add. 313 (1474). Als Valentinian und Valens 
im J. 364 zur Regierung kamen und gleich darauf von heftigen 
Fiebern ergriffen wurden, schrieben sie dies heidnischen Zauber- 
künsten zu und hatten namentlich die Freunde Julians im 
Verdacht: Amm. XXVI 4, 4. Die beiden Philosophen wurden 
vor Gericht geladen, aber Priscus mit einem öffentlichen Lobe 
nach Griechenland entlassen: Eunap. vit. soph. p. 478. Hier 
lehrte er noch lange Jahre, bis er beim Einbruch des Alarich 
im Jahre 395 seinen Tod fand: Eunap. p. 482. An ihn gerichtet 
app. 334(866). 463(996). 

II. Schüler des Libanius; an ihn im Jahre 393 gerichtet 
app. 486(1019). 

Proclelanus s. Proculeianus. 

Proclus 8. Proculus. 



III. Die Adressaten: Priscus I — Proculeianus. 247 

Procoplus L Praeses Ciliciae, erwähnt am 8. Nov. 348: 
Cod. Theod. XI 30, 24. Er ist jedenfalls der Procopius, der den 
Cilieiern viel Gutes getan hat, aber im J. 360 von ihnen sowohl 
seines eigenen Besitzes beraubt ist, als auch in dem Vermögen 
seiner Tochter angegriffen wird: II 98(194), wahrscheinlich 
auch derselbe, der Güter in Cilicien und Euphratensis besitzt 
und mit dem Ertrage derselben den Dionysius II unterstützt: 
IV 9 (322); doch könnte dieser auch mit dem folgenden 
identisch sein. 

IL Cilicier: A mm. XXVI 6, 1 aus Corycus: Themist. or. 
VII 86 c. Verwandter des Kaisers Julian, diente unter Con- 
stantius als Notarius. Im J. 365 nahm er den Purpur, wurde 
aber schon 366 durch Kaiser Valens besiegt und getötet. 

IIL Notarius unter Julian, nach dessen Tode von Kaiser 
Jovian nach Illyricum und Gallien geschickt, um dort seine 
Thronbesteigung zu verkündigen: Amm. XXV 8, 8. 10, 6. Zosim. 
III 35,1.2. Er könnte derjenige sein, der sowohl vor Julian 
als auch nach ihm bei den Kaisern in Gunst gestanden hat und 
im J. 390 Einfluß im Senat von Constantinopel besitzt. An ihn 
gerichtet app. 316 (847), wahrscheinlich auch Joh. Chrys. ep. 187 
= Migne G. 52 S. 717. Vielleicht identisch mit Procopius V. 

IV. Angeber um das Jahr 372 in dem Proceß des Theo- 
dorus VIII: Amm. XXIX 1,5! 

V. Schwiegersohn des Kaisers Valens: Zosim. V9, 3; vgl. 
Apoll. Sid. carm. II 68. Im J. 377 wird er Cod. Just. XII 1,11 
als Beamter genannt. Der Titel fehlt, doch scheint der Inhalt 
des Gesetzes darauf hinzuweisen, daß er Stadtpraefect von Con- 
stantinopel war. Im Jahre 396 wurde er von Arcadius zum 
Richter in dem Proceß des Timasius eingesetzt: Zosim. V 9, 
3 — 5. Es ist nicht unmöglich, daß er mit III identisch ist. 

VI. Christ, von Einfluß beim Kaiser: Greg. Naz. ep. 130 
= Migne G. 37 S. 225. Vater der Olympias und einer andern 
Tochter, die er beide schnell hintereinander verheiratete: Greg. 
Naz. ep. 193. 194 = Migne G. 37 S. 316. 317. An ihn ge- 
richtet Greg. Naz. ep. 90. 128—130. 193. 194. Er könnte mit 
dem vorhergehenden identisch sein. 

Proculeianus. Macedonier: Larsow, Die Festbriefe des 
h. Athanasius S. 43. Praeses Euphratensis im J. 365: add. 
403(1539). Praefect von Aegypten in den J. 366 und 367: 
Larsow a. 0. An ihn gerichtet add. 403(1539). 



248 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Proculus L Dömesticus des Magister militum Silvanus. 
Nachdem dieser als Usurpator gestorben war, wurde er im 
J. 355 gefoltert, um Mitschuldige zu nennen, blieb aber stand- 
haft bei der Wahrheit: Amm. XV 6, 1 — 3. 

II, Ein Proculus reiste im Jahre 358 aus Antiochia nach 
Italien: IV 51 (363). Wahrscheinlich ist er es, an den im J. 363 
app. 210(735) geschrieben ist und der app. 209(734) erwähnt 
wird. Nach diesen Briefen war er in Griechenland, vielleicht 
in Corinth zu Hause. 

IIL Lycier: or. LVI 16 p. 217. Zosim. lY 45, 1. Sohn des 
Tatianus I: app. 227 (760). 238. 239 (770. 771). 261 (793). 
293(824). 327(859). 357(889). 377(909). 409(942). or. LVI 
16 p. 217. XLVI8p.467. Zosim. IV 45, 1. 52, 1. Eunap. frg. 59, 
mit dem Spitznamen Koxxoq: or. XXVI 30 p. 106. XXVII 
13. 30. 39. 41 p. 117. 124. 130. 131. XXIX 10 p. 331. Bei 
seinem Tode im J. 393 war er noch Jüngling: Claud. in Ruf. 
I 246. Er kann also kaum vor 360 geboren sein. In die staat- 
liche Laufbahn trat er schon in sehr jungen Jahren ein; denn 
die Comitiva Orientis, die er im Jahre 383 bekleidete, war schon 
sein drittes Amt: or. XLII 34 p. 408; vgl. app. 234 (767). Vor- 
her hatte er Palaestina und Phoenicien verwaltet: or. XLII 41. 42 
p. 412. 413. XXVI 23 p. 102. app. 325 (857). Aus Phoenicien 
kam er, .als er die Comitiva Orientis antrat: or. X 3 p. 262. 
In dieser war er Nachfolger des Philagrius IV: or. I 212 p. 133; 
vgl. I 206 p. 129 ff., der zuletzt am 20. Sept. 382 im Amte nach- 
weisbar ist: Cod. Theod. VIII 5, 41, und Vorgänger des Icarius: 
or. I 225 p. 139. XXVI 2 ff. 22. 35 p. 92. 102. 109. Er wird im 
Amte erwähnt im J. 383 am 11. Juni: Cod. Theod. XV 1,22; 
am 6. Juli: Cod. Theod. VIII 4, U; am 27. Juli: Cod. Theod. 
XII 1, 103 und mit falschem Datum: Cod. Theod. XII 1,90. 
Nicht sehr lange vor den Olympien, die im Sommer jedes 
julianischeu Schaltjahres gefeiert wurden, also im Jahre 384, 
legte er das Amt nieder: or. I 222 p. 138. Er war ein Lüstling 
und von geringer Bildung: or. XLII 40 p. 412. Seine Ämter 
verwaltete er mit arger Grausamkeit und ließ geringere Leute 
nicht selten totpeitschen: or. I 212. 221. 222 p. 133. 138. 
XXVI 30 p. 106. XXIX 10 p. 331. XLII 41. 42 p. 412. 413. 
XL VI 8 p. 467. Nur an den Decurionen vollzog er keine 
Körperstrafen: or. XXVII 13 p. 117. Seine Schmeichler und 
Kreaturen wußten sich durch ihn zu bereichern: or. 1 223 p. 139. 



III. Die Adressaten: Proculus I — III. 249 

XXVI 3. 16. 19. 35 p. 92. 99. 101. 109. XXVII 30 p. 124. 
Auch sein Eifer, sich durch große Bauten in Äntiochia zu ver- 
ewigen, führte zu argen Bedrückungen: or. XXVI 20 — 23 
p. 101. So erweiterte er das Theater: or. X Iff. XXVI 17 
p. 100, baute Straßen und Hallen, Bäder und Fora: app. 
239 (771); vgl. 238.(770). Den Libanius ehrte er hoch: or. 
XLII 37 p. 410; vgl. I 224 p. 139. Er ließ von ihm ein Bildnis 
malen und stellte es am öffentlichen Orte auf: or. XLII 43. 44 
p. 413. Doch Libanius hielt sich von ihm fern und unterhielt 
nur soweit den Verkehr mit ihm, wie es durch seine officiellen 
Pflichten geboten schien: or. I 212. 223 p. 133. 138. X 3. 35 
p. 261. 273. Im J. 384 ließ er sein Amt im Stich und ent- 
fernte sich in fluchtähnlicher Weise aus Äntiochia: or. I 221 
p. 138. Die Städte, welche Anklagen gegen ihn vorbereiteten, 
namentlich Berytus, wurden durch seinen Nachfolger Icarius zur 
Kühe gebracht, weil dieser seine hohen Verbindungen fürchtete: 
or. XXVII 39 p. 130. Schon am 7. Mai 386 erscheint Proculus 
wieder im Amte, als Comes sacrarum largitionum: Cod. Theod. 
VI 30, 11; doch legte er es noch in demselben Jahre nieder, 
um dem Valerius Platz zu machen: Cod. Theod. a. O. Bald 
darauf ging er nach Äntiochia, vielleicht um dort die Bauten 
zu Ende zu führen, die er als Comes Orientis begonnen hatte. 
Da man jetzt sah, daß er und sein Vater einstweilen noch 
nicht aus der kaiserlichen Gunst zu verdrängen waren, erwies 
die Stadt ihnen Ehren, wie sie keinem ihrer Amtsvorgänger 
zuteil geworden waren: app. 227(760). Auf Proculus wurden 
eine ganze Anzahl von Panegyriken gehalten: app. 325(857), 
darunter einer von Eusebius XXII: app. 293(824), und auch 
Libanius drängte sich jetzt an ihn heran: app. 227 (760), gab 
ihm bei seiner Abreise das Geleite: app. 272 (803) und pries 
später seine Verwaltung in den höchsten Tönen: app. 234 (767). 
238. 239(770. 771). 243(775). 261(793). 327(859). Im 
J. 388, wo sein Vater die Praefectur des Orients übernahm, 
wurde er nach Constantiuopel beschieden, um dort mit der 
Würde eines Stadtpraefecten bekleidet zu werden: Zosim. IV 
45, 1. 52, l;vgl. app. 261(793). 319(850). 325(857). 326(858). 
339 (87 1). 340 (872). In diesem Amte wird er erwähnt im J. 389 
am 23. Jan.: Cod. Theod. IV 4, 2; am 17. Juli: Cod. Theod. XV 
1, 25 ; am 26. Juli : Cod. Theod. XIV 17, 9; am 27. Dec: Cod. Theod. 
III 17,3; im J. 390 am 26. Nov.: Cod. Theod. VI 27,6; im 



250 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

J. 391 am 16. Juni: Cod. Theod. XI 38, 1; im J. 392 am 
17. Apr.: Cod. Theod. II 8,20; am 25. Juni: Cod. Theod. 
XIV 17, 10. Den Libanius verletzte er dadurch, daß er seinen 
Bemühungen, dem Thalassius IV die Aufnahme in den Senat 
von Constantinopel zu verschaffen: app. 309(840). 319(850). 
326 (258), mit der ganzen Macht des Stadtpraefecten entgegen- 
trat. Doch einstweilen sah Libanius sich nicht dadurch be- 
hindert, durch die schmeichelhaftesten Briefe auch weiter um 
seine Gunst zu buhlen. Erst nachdem er gestürzt war, griff 
er ihn auf das heftigste in der Rede für Thalassius an (or. 
XLII). Denn als Tatianus durch Rufinus XII aus der Gunst des 
Kaisers verdrängt wurde, verlor im J. 392 auch Proculus sein 
Amt und wurde unter Anklage gestellt. Er suchte ein Versteck 
auf, doch die Vorspiegelungen des Rufinus bewogen den Tatianus, 
daß er seinen Sohn brieflich veranlaßte, sich dem Gerichte zu 
stellen, das gegen ihn das Todesurteil aussprach: Zosim. IV 52. 
Eunap. frg. 59. Am 6. Dec. 393 wurde er in der Vorstadt 
Sycae enthauptet: Mommsen, Chronica minora I p. 245. Zosim. 
a. 0. Claud. in Ruf. I 246. Aster, hom. IV = Migne G. 40 
S. 224; vgl. Cod. Theod. XIV 17, 12. Das Guadendekret des 
Kaisers wurde zu spät überbracht, um ihn noch retten zu 
können: Zosim. IV 52, 4. Claud. in Ruf. I 244. Doch mit 
dem Andenken seines Vaters muß auch das seine durch das 
Gesetz vom 31. August 396 Cod. Theod. IX 38,9 wieder zu 
Ehren gekommen sein. Denn auf dem Obelisken, den er dem 
Kaiser Theodosius zur Feier des Sieges über den Usurpator 
Maximus in Constantinopel errichtet hat, ist sein Name anfangs 
radiert, aber später, jedenfalls im J. 396, wieder hergestellt 
worden: Dessau 821 = CIL III 737. An ihn gerichtet app. 
234(767). 239(771). 243(775). 261(793). 272(803). 293(824). 
309(840). 325(857). 327(859). 339(871). 354(886). 357(889). 
378(910). 409(942). 415(948); erwähnt app. 429(962). 

Promotus. Flavius Promotus, Consul im J. 389, Feldherr 
des Kaisers Theodosius, fällt im J. 391 gegen die Bastarner: 
Seeck, Symmachus p. CXXXVIII. An ihn im J. 388 gerichtet 
app. 254(786). 

Prosdocius. Arzt in Tyrus; an ihn im J. 391 gerichtet 
app. 405 (938). 

Qulrinus I. Bruder des Apollinaris III: VI 41 (449); vgl. 
add. 233(1417), Vater des Honoratus II: IV 49. 50(361.362). 



III. Die Adressaten: Proculus III — Romulianus I. 251 

56. 57(368. 369). add. 214(1403). 233(1417), der ihm nach 
dem Tode mehrerer Geschwister als einziges Kind übrig ge- 
blieben war: IV 50 (362). Heide: add. 130(1335). Er hatte 
seine Laufbahn als Lehrer der Beredsamkeit begonnen, war 
dann Assessor des Praefecten Philippus I gewesen und ver- 
waltete, wahrscheinlich im Anfang der fünfziger Jahre, drei 
Aemter, die Statthalterschaften von Lycien, Pamphylien und 
Cypern: IV 57 (369); vgl. IV 50(362). VI 41 (449). Als Li- 
banius gegen Ende 354 in Antiochia seine Lehrtätigkeit begann, 
unterstützte er ihn eifrig: V 22(407). VI 41 (449). add. 130(1335) 
und gab ihm seinen Sohn in die Schule: III 98(303). 108(313). 

IV 56 (368). V 22 (407). VI 41 (449). Um das Jahr 355 berief 
der Praefect Honoratus I ihn nach Gallien, um ihm dort ein 
Amt zu übertragen, doch aus Besorgnis um seinen kränklichen 
Sohn lehnte er ab und blieb in Antiochia: IV 77 (389). Erst 
im Jahre 363 verließ er die Stadt, um auf seinen Gütern in 
Cilicien zu leben: add. 130(1335), wo er schon im Jahre 364 
starb; add. 190(1382). 213. 214(1402. 1403). Seine Frau über- 
lebte ihn: add. 214(1403). An ihn gerichtet add. 130(1335). 
233(1417). 

IL Officiale des Euphemius, will im J. 360 seine Tochter 
mit Rufinus IV verheiraten: II 89(185). 

IIL Ex notario, im J. 361 von Kaiser Julian verbannt: 
Amm. XXII 3, 7. 

IV. Wahrscheinlich Pamphylier, da auf sein Anraten der 
Sohn des Consularis Pamphyliae Factinianus, Letoius VI, in die 
Schule des Libanius eintritt. An ihn im Jahre 391 gerichtet 
add. 400(933). 

Bhetorius* Sohn des Aegypters Didymus, der gramma- 
tischer Lehrer war, wahrscheinlich zuerst in Antiochia, da Li- 
banius sein Schüler war, dann in Constantinopel. Er selbst 
war in Nicomedia Schüler des Libanius gewesen. Im J. 357 
reiste er nach Aegypten, um dort sein väterliches Erbe anzu- 
treten: IV 7. 8 (320. 321). An ihn im Jahre 355 gerichtet 

V 21 (406). 

Bichomeres. Consul im Jahre 384, Feldherr des Gratian 
und des Theodosius, verstorben im J. 394: Seeck, Symmachus 
p. CXXXV. An ihn in den Jahren 388 — 391 gerichtet app. 
253(785). 359(891). 394(926). 411(944). 

Bomullanus L Praefectus urbis Constautinopolitanae) er- 



252 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

wähnt am 1. Febr. 398: Cod. Theod. VII 1, 17. Im Jahre 393 
hatte er die Comitiva Orientis kürzlich niedergelegt. An ihn 
gerichtet app. 487 (1020). 

II. Praefectus praetorio im Occident, erwähnt am 22. Apr. 
404: Cod. Theod. XVI 8, 16 und am 6. Aug. 405: Cod. Theod. 
IX 38, 10, wo Romulo überliefert, aber wohl Romuliano zu 
lesen ist. 

Ruflnus I. Vulcacius Rufinus: Amm. XXI 12, 24. XXVII 
7,2. 11,1. Dessau 727. 1237. 6122 = CIL III 4180. VI 32051. 
VIII 2403. X 477. Papyr. Amherst II p. 169. Bruder des Ke- 
ratins Cerealis, der im J. 358 Consul war, der Galla, die, mit Julius 
Constantius, dem Bruder Constantins des Großen, verheiratet, 
ihm den späteren Caesar Gallus gebar: Amm. XIV 11,27; vgl. 
10, 5, und einer anderen Schwester, deren Sohn Petronius 
Maximus II war: Amm. XXI 12, 24. Wahrscheinlich war er 
Stadtrömer, da er ein Haus auf dem Quirinal besaß: Dessau 
1237 = CIL VI 32051. Pontifex maior, also Heide. Consularis 
Numidiae: Dessau a. 0. Wohl in diesem Amte von der Stadt 
Thamugade zum Patron ernannt: Dessau 6122. Comes ordinis 
primi intra consistorium; Comes per Orientem, Aegyptum et 
Mesopotamiam : Dessau 1237. In diesem Amt erwähnt am 
5. Apr. 342: Cod. Theod. XII 1,33. Als er im Jahre 347 das 
Consulat bekleidete, dürfte er wohl schon Praefectus praetorio 
gewesen sein; als solcher erwähnt am 28. Dec. 349: Cod. lust. 
VI 62, 3. Wir finden ihn tätig in Pannonien: Dessau 727 
= CIL III 4180 und in Italien, da ihm die Stadt Ravenna ein 
Denkmal setzt: Dessau 1237. Auch nach der Ermordung des 
Constans blieb er im Amte und wurde von Magnentius und 
Vetranio zu einer Friedensgesandtschaft an Constantius benutzt. 
Dieser machte die Mitglieder derselben zu Gefangenen, aber 
nicht den Rufinus: Petr. Patr. frg. 16; vgl. Zonar. XIII 7 
p. 15 CD. Ihn ließ er sogar in seinem hohen Amte oder 
erneuerte es ihm bald nachher: Amm. XIV 10,4. 11,27. XVI 
8,13. Epiphan. haer. 71,1. Denn er erscheint darin schon 
wieder am 26. Febr. 352: Cod. lust. VI 22,5; am 22. Mai 354: 
Cod. Theod. XI 1, 6; am 8. März 356: Cod. Theod. IX 23, 1 und 
mit falscher Datierung: Cod. Theod. II 9, 1. III 5, l, tätig zuerst 
in Italien: Cod. Theod. XI 1,6, dann seit 354 in Gallien: Amm. 
XIV 10, 4. 5. Cod. Theod. 1X23,1. Obgleich er in seinen 
Ämtern keine Gelegenheit, sich zu bereichern, hatte vorüber- 



in. Die Adressaten: Romulianus I — Rufinus IV. 253 

gehn lassen: Amm. XVI 8, 13. XXVII 7, 2, erwies sieh doch auch 
Kaiser Julian ihm freundlich, indem er seinen Neffen Maximus II 
zum Praefectus urbis Romae beförderte: Amm. XXI 12,24. 
Unter Valentinian und Valens wurde er dann in hohem Greisen- 
alter noch einmal dazu berufen, an Stelle des angeklagten 
Mamertinus die Praefectur von Italien zu übernehmen, und starb 
im Amte: Amm. XXVII 7, 2. 3. 11,1. Den Antritt desselben 
setzt Ammian in das Jahr 367, doch ist dies erweislich falsch. 
Denn in den Rechtsbüchern gehen die zahlreichen, an Mamer- 
tinus gerichteten Gesetze nur von 362 bis 365, und auch die- 
jenigen, welche in dem letzten dieser vier Jahre später sind als 
der 26. April, sind alle von zweifelhafter oder sicher falscher 
Datierung. Cod. Theod. XII 6, 7 und 10 nennen Orte, die sich 
mit den Tagdaten nicht vereinigen lassen; XII 6, 6 ist eine 
Ergänzung zu XII 6, 7, muß also später sein, trägt aber dennoch 
ein früheres Datum, und V 11,9 ist so fragmentarisch erhalten, 
daß es sich der Prüfung entzieht. Mit Sicherheit läßt sich also 
Mamertinus als Praefect nur bis zum 26. April 365 nachweisen: 
Cod. Theod. VIII 5, 26, wozu es vortrefflich paßt, daß die Ge- 
setze an Rufinus mit dem 21. Juni desselben Jahres beginnen: 
Cod. Theod. 1X30,3. XII 1,66; vom 6. Aug.: Cod. Theod. V 
11,8; vom 23. Sept.: Cod. Theod. VII 7,2; vom 12. Dec: Cod. 
Theod. VIII 1, 11; vom 10. Nov. 366: Cod. Theod. XII 6, 12; 
vom 19. Mai 367: Cod. Theod. X 15,4; vom 25. Jan. 368: Cod. 
Theod. VIII 6, 1 ; denn so ist das Consulat nach Gothofreds 
Bemerkung zu verstehen. Probus, der Nachfolger des Rufinus, 
erscheint dann zuerst am 12. März 368: Cod. Theod. X24, 1. 
Folglich muß Rufinus im Winter 368 gestorben sein. 

IL Rationalis summarum per Aegyptuhi im J. 351 : Äthan, 
ap. ad Const. 10 = Migne G. 25 S. 608. 

III. Princeps im Officium des Praefectus praetorio Italiae, 
spielt unter Constanlius als Angeber eine Rolle, wird aber 356 
wegen Ehebruchs und verläumderischer Anklage hingerichtet: 
Amm. XV 3, 8. 9. XVI 8, 3—7. 

IV. Einer der ersten im Officium des Praefectus praetorio 
Orientis, verwandt mit Olympius II, bewirbt sich im Jahre 360 
um die Tochter des Quirinus II: II 89(185). Da jener Olympius 
Antiochener war und zum engsten Freundeskreise des Libanius 
gehörte, wird sein Verwandter der Rufinus sein, der wiederholt 
in einer ähnlichen Stellung auftritt. Im J. 356 reist er nach 



254 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

ßithynien und soll dort dem Aristaenetus I von einer Rede des 
Libanius erzählen, die er mit angehört hat: VI 37 (445). Im 
J. 361 befindet er sieh in Antiochia und ist in Not und Gefahr: 
app. 30(559). 112(638). Nach dem Tode des Constautius ist 
er davon befreit und nach Constantinopel gereist, wo damals 
Julian Hof hielt. Denn er befindet sich 362 auf der Rückreise 
nach Antiochia und hält sich unterwegs in Cilicien auf: app. 
112(638). 121(647). An ihn gerichtet app. 112(638). 

V. Aradius Rufinus: Amm. XXIII 1,4. Er war in Rom 
geboren und seine Muttersprache daher das Lateinische: add. 
380(1522). Ein Vorfahr von ihm hatte Syrien verwaltet; aber 
da er dies nur aus der Inschrift, die auf einer Statue dieses 
Vorfahrs stand, erfahren hatte: app. 212(737), muß derselbe 
schon einer fernen Vergangenheit angehört haben. Er besaß 
Güter in Apulien: Symmach. ep. VII 126. Dem Heidentum 
ergeben: add. 261 (1434b), wurde er unter dem heidnischen 
Kaiser Julian wiederholt befördert. Im J. 362 ist an ihn ein 
Gesetz gerichtet, das er am 7. December in Aquileia empfing: 
Cod. Theod. XV 1,10. Denn da der Kaiser Julian niemals in dieser 
Stadt gewesen ist, muß in der Unterschrift dieses Gesetzes das 
dat(um) jedenfalls in acc(eptum) oder p(ro)p(ositum) geändert 
werden. Hiernach ist anzunehmen, daß er damals Consularis 
Venetiae et Histriae war. Als dann Anfang 363 Julianus II, 
der Oheim des Kaisers, starb (S. 190), wurde Rufinus an 
seiner Stelle zum Comes Orientis berufen: Amm. XXIII 1,4, 
in welchem Amte ihn die meisten Briefe des Libanius zeigen, 
die mit seinem Namen überschrieben sind. Als der Kaiser 
363 in den Perserkrieg zog, ging auch Rufinus über den Euphrat, 
um dem Heere nah zu bleiben: add. 230(1414). 237(1217). 
285(1183)^ Durch ihn gelangten daher die ersten Sieges- 
botschaften nach Antiochia: add. 266(1439). Er behielt sein 
Amt auch nach dem Tode des Kaisers unter Jovian und in den 
ersten Monaten des Valentinian und Valens. Denn am 22. Oct. 
363 nennt ihn ein Gesetz: Cod. Theod. X19, 2, und noch im 
Frühling 364 erscheint er als 6 rc5v dgxovrcov aQxcor, der die 
Provinzen des Orients bereist und sich über deren Statthalter 
sein Urteil bildet: add. 106 (1328). Sehr bald darauf, jeden- 
falls schon vor dem 17. April 364, tritt dann Julianus VII an 

1) Dieser Brief ist nach dem Vaticaous an Rufinus, nicht an Aeacius 
gerichtet. 



III. Die Adressaten: Rufinus IV — XII. 255 

seine Stelle: S. 191, und Rufinus kehrt nach Rom zurück: add. 
380(1522). Nicht sehr lange vor seinem Rücktritt hatte ihm 
Libanius einen Panegyrikus gehalten: add. 12 (1292). 22(1296). 
Später war er noch Praefectus urbis Romae: Symmach. ep. VII 
126, in welchem Amte er am 13. Juli 376 erwähnt wird: Cod. 
Theod. 16,7. Denn bei diesem Gesetze zeigt der Inhalt, daß 
der Empfänger nicht Praefectus praetorio ist, sondern Rom 
verwaltet. Im J. 402 war er tot und hatte Töchter in nicht 
sehr glänzenden Umständen hinterlassen: Symm. ep. VII 126. 
An ihn gerichtet app. 212 (737). add. 230(1414). 252(1427). 
261 (1434b). 266.267(1439.1440). 285(1183). 314(1475). 
380(1522). 

VI. Sohn des Redners Himerius, au den dieser den Areo- 
pagiticus richtete: eclog. 7 und auf dessen frühen Tod er die 
noch erhaltene Monodie schrieb: or. 23. 

VIL Angesehener Lehrer der Beredsamkeit, erwähnt im 
J. 363: app. 225(758). 

VIII. Procurator der Bassiana, die mit Libanius verwandt 
war: S. 95, erwähnt im J. 361: app. 28 (557). Vielleicht ist 
er der Isaurer, dessen Sohn im J. 364 aus Antiochia in seine 
Heimat zurückkehrte: add. 39(1153). Er könnte auch add. 
10(1206) gemeint sein. 

IX. Jüngling aus Alexandria Troas, im J. 363 Schüler 
des Libanius: add. 239(1212). 

X icius Rufinus, Legat des Proconsuls Africae, De- 

cimius Hilarianus Hilarius, der dies Amt im J. 377 bekleidete: H^J^feim'i^ 
CIL VIII 1219; vgl. Seeck, Symmachus p. CXXX. '^-•Är -^<ÄW- 

XL Officiale des Praefectus urbis Romae im Jahre 384: Tl/^/^ 
Symmach. rel. 28,2. 

XII. Flavius Rufinus: CIL IX 6192. Rossi, Inscr. ehr. 
urb. Romae I 399. 403. Gallier: Zosim. IV 51, 1 aus Elusa: 
Claud. in Ruf. I 137, fälschlich ein Bosporitaner genannt: 
Mommsen, Chronica minora I S. 650. Bruder der Silvia oder 
Salvia, denn die Überlieferung ist schwankend, die um das 
J. 388 eine dreijährige Wallfahrt nach Palaestina und Aegypten 
unternahm, um die heiligen Stätten aufzusuchen: Pallad. hist. 
Laus. 142 == Migne G. 34 S. 1244; vgl. J. F. Gamurrini, 
S. Hilarii tractatus de mysteriis. Rom 1887 S. XXXI. Auch 
er selbst war eifriger orthodoxer Christ. Auf seinem Landgute 
Drys bei Chalcedon: Pallad. dial. 8 = Migne G. 47 S. 28, das 



256 ^' Seeck, Die Bl-iefe des Libanius. 

später den Namen Rufinianae führte: Procop. b. Pers. I 25,21. 
Callin. vit.S. Hypatii 54,2. 55,18. 69,25. 70,5. 71,19, gründete 
er im Zusammenhange mit seiner prächtigen Grabpyramide: 
Callin. a. 0. 66, 20. Claud. in Ruf. II 448 das Apostoleiou, eine 
große Kirche verbunden mit einem Kloster, wohin er Reliquien 
des Petrus und Paulus brachte und aegyptische Mönche einlud: 
Callin. a. 0. 66, 16—22. Sozom. VIII 17,3. Codinus p. 74. Bei 
der Einweihung empfing er als Praefect die Taufe: Pallad. 
bist. Laus. 12 = Migne G. 34 S. 1034. Nach seinem schmäh- 
lichen Tode nannte man den Ort tlg roic xafjdrovc'^Povcfivov: 
Callin. a. 0. 70,21, und die Mönche verließen ihn wieder: 
CaUin. a. 0. ßß, 22. Vgl. Byzant. Zeitschr. VIII S. 429. IX S. 63. 
Obgleich er von einer Habgier beseelt war, die ihn kein Mittel 
der List und Gewalt scheuen ließ, um seinen Reichtum zu ver- 
größern: Claud. in Ruf. I 100. 183. 299. II 134. 436. 498. 
Symmach. ep. VI 14,1. Cod. Theod. IX 42, 14. Hieron. ep. 60,16 
= Migne. L. 22 S. 600. Zosini. V 1, 1— 4. 2,1. 7,6. Eunap. frg. 
63. Joh. Aut. frg. 188. Philostorg. XI 3. Cod. Theod. 119,3 mit 
der Anmerkung Gothofreds, war er doch zu ansehnlichen Gaben 
bereit, wenn ein Heiliger sie von ihm als fromme Almosen 
heischte: Callin. a. O. 65, 3. Er wird geschildert als hoch- 
gewachsener Manu mit klugen Augen und gewandter Rede: 
Philost. XI 3. Nach der Thronbesteigung des Theodosius: Claud. 
in Ruf. I 51, also nicht vor 379, aber auch nicht viel später, 
ging er nach Constantinopel und trat dort in den Hofdienst: 
Claud. in Ruf. 1 172 ff. Denn schon 382 erscheint er als Be- 
amter von großem Einfluß: Symmach. ep. III 81. 89. 90, wird 
als vir excellentissimus bezeichnet: Symmach. ep. II 22,2, und 
selbst ein scj hoher Würdenträger, wie der Quaestor sacri palatii, 
ist gezwungen, sich gut mit ihm zu stellen: Symmach. ep. III 
86,2. Hieraus habe ich Symmachus p. CXVI geschlossen, er 
sei damals schon Magister officiorum gewesen. Doch beruhte 
dies auf der Voraussetzung, daß große Macht auch mit hohem 
Range verbunden sein müsse, die keineswegs zwingend ist. 
Denn auch ein gewöhnlicher Notar konnte mehr vermögen, 
als Praefecten und Magistri militum, wenn er das Ohr des 
Kaisers besaß, und obgleich die Datierungen des Codex Theo- 
dosianus nichts weniger als zuverlässig sind, scheinen doch 
Palladius XIV am 16. Sept. 384 und Caesarius am 3. Sept. 386 als 
Magistri officiorum des Theodosius gut beglaubigt zu sein: Cod. 



III. Die Adressaten: Rufinus XII. 257 

Theod. VII 8, 3. VIII 5, 49. Das erste datierte Zeugnis, das 
Rufinus in diesem Amt erkennen läßt, scheint also app. 252 (784) 
vom J. 388 zu sein. Denn hier erscheint in Antiochia einer 
seiner Unterbeamten, in dem wir wohl einen Agens in rebus 
vermuten dürfen, und zugleich wird angedeutet, daß eine Ge- 
sandtschaft von seiner Gunst abhängig ist, was beides den 
Kompetenzen des Magister officiorum entsprechen würde. In 
diesem Amte wird er noch erwähnt am 8. März 390: Cod. 
Theod. X 22, 3; am 25. Dec. 390: Theodor, h. e. V 18, 6; im 
J. 391: Zosim. IV 51,1; im Jahre 392: Ambr. ep. 52 = Migne 
L. 16 S. 1165; vgl. Codinus p. 74. Im J. 392 war er Consul 
und wurde in demselben Jahre zum Praefectus praetorio Orientis 
an Stelle des Tatianus I ernannt: app. 439 (972). 448 (981). 
Zosim. I 52, 1. 2. Ambros. ep. 52. Sein Vorgänger ist sicher bis 
zum 30. Juni 392 im Amte nachweisbar: Cod. Theod. XII 1, 127. 
vielleicht bis zum 31. Juli. Denn Cod. Theod. VII 4, 19 ist 
zwar das Consulat falsch, doch könnte das Tagdatum trotzdem 
richtig sein. Dagegen ist der 14. Sept. 392 Cod. lust. II 12,25 
nur durch Haloanders Ausgabe überliefert und schon deshalb 
nicht genügend beglaubigt. Rufinus erscheint als Praefect zuerst 
am 26. Aug. 392: Cod. Theod. VIII 6, 2. Dann am 10. Sept.: 
Cod. Theod. IX 28,1; am 4. Nov.: Cod. Theod. II 26,5; am 
8. Nov.: Cod. Theod. XVI 10, 12; am 22. Nov.: Cod. Theod. 
XII 1, 129; am 7. Dec: Cod. Theod. IX 7,7; im Jahre 393 am 
12. Febr.: Cod. Theod. VII 3, 1. X 19,13; am 3. Apr.: Cod. 
Theod. XIII 11,4; am 12. Apr.: Cod. Theod. XI 7,14. XII 1,134; 
am I.Mai: Cod. Theod. 1X42,11; am 21. Mai: Cod. Theod. XI 
25,1; am 4. Juni: Cod. Theod. XII 1,135; am 12. Juni: Cod. 
Theod. IX 42,12. XI 1,23; am 23. Juni: Cod. Theod. XII 1, 136; 
am 12. Juli: Cod. Theod. IX 21,10; am 16. Juli: Cod. Theod. 
V 14,32; am 26. Juli: Cod. Theod. VIII 5, 52. XIII 3,15; am 
30. Juli: Cod. Theod. V 14,33. VII 4, 20; am 9. Aug.: Cod. Theod. 
1X4,1. XII 1,137; am 3. Sept.: Cod. Theod. XIII 5, 22; am 
21. Sept.: Cod. Theod. XV 7,11; am 28. Sept.: Cod. Theod. II 
12,5. IV 3,1. 8,9. XI 30, 52; am 29. Nov.: Cod. Theod. XIII 
11,5; am 4. Dec: Cod. Theod. 1X7,8; am 11. Dec: Cod. 
Theod. XIII 5, 23; im J. 394 am 4. März: Cod. Theod. 1129,2; 
am 30. Mai: Cod. Theod. I 13, 1. VIII 4,18. XII 1, 139; damit 
zu verbinden wohl auch XV 7, 12. 5,2; am 20. Juni: Cod. Theod. 
XVI 5,23; am 5. Juli: Cod. Theod. XV 1, 31; am 9. Juli: Cod. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 17 



258 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Theod. XVI 5,24; am 6. Nov.: Cod. Theod. V U, 34; im J. 395 
am 9. Jan.: Cod. Theod. XIII 8,1; am 13. März: Cod. Theod. 
XVI 5,25; am 30. März: Cod. Theod. XVI 5, 26; am 7. Aug.: 
Cod. Theod. XVI 10, 13; am 11. Oct.: Cod. Theod. II 9,3; ohne 
Datum Cod. lust. XI 52; falsch muß das Datum des 4. Dec. 395 
sein: Cod. Theod. 114,2, da Rufinus nach Socrat. VI 1,4 am 
27. Nov. 395 ermordet ist und am 30. Nov. 395 schon sein 
Nachfolger Caesarius erwähnt wird: Cod. Theod. X 6,1; vgl. 
Philostorg. XI 5. Wahrscheinlich ist Cod. Theod. I 14,2 statt 
des dat. ein p(ro)p(ositiim) *zu setzen; denn daß ein Gesetz, das 
bei Lebzeiten des Rufinus an ihn gerichtet war, erst nach seinem 
Tode zur öffentlichen Ausstellung gelangte, ist sehr wohl möglich. 
Schon in der niedrigeren Stellung, die er 382 einnahm, hatte 
Rufinus begonnen, seine Nebenbuhler aus der Gunst des Kaisers 
zu verdrängen: Symmach. ep. III 81, 2. 85. 86, 2 und Männer 
zu Amtern zu empfehlen, die ihm genehm waren: Symmach. 
ep. III 81. 87. 89. 90. Claud. in Ruf. I 180. Jene Kämpfe 
der Eifersucht dauerten dann auch später fort: Zosim. IV 51,1. 
Claud. in Ruf. I 256. Im J. 389 war er in Rom: Symmach. 
ep. III «4, jedenfalls in Begleitung des Kaisers. 390 hielt er 
sich mit dem Hofe in Mailand auf und suchte, als Ambrosius 
den Kaiser wegen des Thessalonicensischen Frevels von der 
Kirche ausschloß, eine Versöhnung herbeizuführen: Theodor, 
h. e. V 18, 6 — 12. Dabei schloß er Freundschaft mit dem 
Bischof: Ambros. ep. 52 = Migne L. 16 S. 1165. Im J. 391 
geriet er in Streit mit den Feldherren Timasius und Promotus, 
der sich soweit erhitzte, daß ihn der letztere ins Gesicht schlug. 
Promotus wurde dafür vom Hofe verbannt und in die Provinz 
geschickt, wo er in einem Hinterhalte der Bastarner seinen 
Tod fand: Zosim. IV 51. Im J. 392 als Consul bewirkte er 
die Absetzung seines Nebenbuhlers Tatianus I, erhielt selbst an 
dessen Stelle die Praefectur und ließ eine Untersuchungs- 
kommission gegen ihn und seinen Sohn Proculus III einsetzen, 
deren Leiter er selbst war: Zosim. IV 52, 1.2; vgl. Cod. 
Theod. IX 38, 9. Im J. 393 reiste er in größter Eile nach 
Antiochia und ließ dort den Comes Orientis Lucianus zu Tode 
peitschen, weil er den Oheim des Kaisers Eucherius verletzt 
hatte: Zosim. V 2. Joh. Lyd. de mag. III 23. Dies berichtet 
Zosimus zwar erst nach dem Tode des Theodosius, also zum 
J. 395; aber Claud. in Ruf. I 240 erwähnt dieser Reise vor 



III. Die Adressaten: Rufinus XII. 259 

der Hinrichtung des Proculus und auch die Briefe des Libanius 
zeigen, daß sie schon im J. 393 stattfand. Dieser war schon 
im J. 388 mit Rufinus in Korrespondenz getreten, obwohl der- 
selbe das Griechische anfangs garnicht, später nur unvollkommen 
verstand: app. 492b (1025) und sich die Briefe übersetzen 
lassen mußte: app. 252(784). Er ließ sie daher auch zuerst 
unbeantwortet: app. 252(784). 415(949), später aber erfuhr 
Libanius, daß er sich auf seine Unterstützung verlassen könne: 
app. 368 (900) und von ihm hoch geehrt worden sei: app. 
439 (972). 448 (981). Darauf erfolgte jene Reise nach Antiochia, 
deren ungewöhnliche Schnelligkeit Libanius app. 492 b (1025) 
ebenso hervorhebt, wie Claudian; aber die Briefe, welche 
ihrer erwähnen : app. 470 (1003). 492b (1025). 496 (1028b). 
497 (1029), fallen alle noch in das J. 393. Während derselben 
trat er Libanius auch persönlich nahe und erwies seiner litte- 
rarischen Berühmtheit die höchste Anerkennung: a. 0. Um 
sich bei den Antiochenern populär zu machen, ließ er ihnen 
auch einen prachtvollen Porticus erbauen: Zosim. V 2, 4. Nach 
Constantinopel zurückgekehrt, täuschte er den Tatianus durch 
eidliche Versprechungen und scheinbare Gunstbezeigungen des 
Kaisers und bewog ihn dadurch, seinen Sohn Proculus zu ver- 
anlassen, daß er aus dem Verstecke, das er aufgesucht hatte, 
hervorkam und sich dem Gericht stellte. Dieses verurteilte 
ihn zum Tode, und am 6. Dec. 393 wurde die Sentenz voll- 
streckt: S. 250. Tatianus mußte der Hinichtung seines Sohnes 
zusehen und war selbst zum Tode verurteilt. Doch im letzten 
Augenblick wurde er zur Verbannung in seine Heimat Lycien 
begnadigt, wo er nicht lange darauf starb: Aster, or. IV = 
Migne G. 40 S. 224. 225. Claud. in Ruf. I 247. Zosim. IV 52, 4. 
Mit ihm wurden alle Lycier der Ehren und Privilegien beraubt, 
die sie vorher durch kaiserliche Gnade erlangt hatten, und zu 
jedem künftigen Amte für unfähig erklärt: Cod. Theod. IX 38, 9. 
Claud. in Ruf. I 232. 

Als Kaiser Theodosius im Jahre 394 gegen den Usurpator 
Eugenius nach Italien zog, ließ er Rufinus in Constantinopel 
zurück, um für seinen unfähigen Sohn Arcadius die Regierungs- 
geschäfte zu führen: Zosim. IV 57,4. V 1, 1. 3. Eunap. frg. 
62. 63. Joh. Ant. frg. 188. 190. Philostorg. XI 3. Gros. VII 37, 1. 
Als orthodoxer Eiferer begann er sein Regiment mit einer 
Reihe harter Gesetze gegen Ketzer und Heiden: Cod. Theod. 

17* 



260 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

XVI 5, 24— 26. 118,22. XVI 10, 13. 5,28. 29. Nach dem 
Tode des alten Kaisers (17. Jan. 395) scheute er sich nicht, 
sogar das testamentarische Erbrecht, das dieser wenige Monate 
vorher den Eunomianern zurückgegeben hatte: Cod. Theod. 
XVI 5,23. 27, ihnen sogleich wieder zu nehmen: Cod. Theod. 
XVI 5, 25. Er soll die Absicht gehabt haben, seine Tochter 
mit dem jungen Herrscher zu vermählen: Zosim. V 1, 4. 3, 1. 
3. 5. Joh. Änt. frg. 190. Doch hintertrieb dies der Eunuche 
Eutropius, indem er die Begierden des Ärcadius auf die schöne 
Eudoxia lenkte, mit der schon am 27. Apr. 395 die Hochzeit 
gefeiert wurde: Pauly-Wissowa II S. 1139. Dann wird dem 
Rufinus der Plan zugeschrieben, sich selbst zum Kaiser aus- 
rufen zu lassen: Claud. in Ruf. II 314. 346. 383. 442. 450. 
Zosim. V 1, 4. 3, 3. 7, 1. Joh. Ant. frg. 190. Philost. XI 3. 
Gros. VII 37,]. Socr. VI 1, 6. Sozom. VIII 1, 2. Joh.Lyd.de 
mag. II 10. III 40. Suid. s. v. "Por^pfroc. Diesen Gerüchten 
wurde dadurch Nahrung gegeben, daß er der erste Privatmann 
war, der sich ein Gefolge von Bewaffneten hielt, das vorzugs- 
weise aus Hunnen bestand: Mommsen, Chronica minora I 
8. 650. Claud. in Ruf. II 76; vgl. Seeck, Das deutsche Gefolgs- 
wesen auf römischem Boden. Zeitschr. f. Rechtsgesch. XVII 
Germ. Abt. S. 109, und daß er die Aufsicht über die staat- 
lichen Waffenfabriken und Arsenale dem Magister officiorum 
entzog und selbst übernahm: Joh. Lyd. de mag. II 10. III 40. 
Man behauptete, er habe kurz vor seinem Tode schon Münzen 
mit seinem Bilde schlagen lassen: Claud. in Ruf. II 342. 
Der Haß gegen ihn wurde so groß, daß man ihn sogar be- 
schuldigte, die Barbareneinfälle, die im J. 395 über das Ost- 
reich hereinbrachen, veranlaßt zu haben: Claud. in Ruf. I 
308. 319. II 9. 501. bell. Poll. 517. Zosim. V 5, 3. 4. 7,1. 
Joh. Ant. frg. 190. Oros. VII 37, 1. Mommsen, Chronica mi- 
nora II S. 64. Socr. VI 1,6. Sozom. VIII 1, 2. Der Verdacht 
wuchs, als Alarich bei seinen Plünderungszügen die Landgüter 
des Rufinus verschonte: Claud. in Ruf. II 71 und als dieser selbst 
germanische Tracht anlegte und die Gothen, die vor Con- 
stantinopel gezogen waren, durch Verhandlungen, die er per- 
sönlich in ihrem Lager führte, zum Abzüge bewog: Claud. in 
Ruf. II 73 ff. Doch jene Einfälle nützten nur dem Stilicho, 
insofern ihm dadurch die Gelegenheit geboten wurde, in die 
Regierung des Ostreiches einzugreifen, die er, gleich der des 



III. Die Adressaten: Rufinus XII. 261 

AVestreiches, als Vermächtuis des Theodosius für sich in Anspruch 
nahm. Denn der alte Kaiser hatte fast die ganze Kriegsmacht 
des Orients gegen Eugenius ins Feld geführt, und bei seinem 
Tode war sie in Italien unter dem Oberbefehl des Stilicho 
zurückgeblieben, so daß Areadius den Barbaren sogut wie 
waffenlos gegenüberstand. Stilicho rückte daher in Thessalien 
ein, wohin Alarich ihm vorangezogen war, und rüstete sich, 
die Goten zu bekämpfen. Doch er war schon unter der Re- 
gierung des Theodosius erklärter Gegner des Rufinus gewesen: 
Claud. in Ruf. I 260. 298. laus Serenae 232; vgl. Eunap. 
frg. 62. Zosim. V 4, 3, und dieser mußte fürchten, daß es ihm 
zum Verderben werde, wenn Stilicho auch im Osti'eiche Macht 
erlange: Claud. in Ruf. II 130. Zosim. V 5, 1. Er beförderte 
daher nach Kräften die möglichste Sonderung der beiden Reichs- 
teile: Claud. in Eutrop. II 539. 550 und veranlaßte jetzt den 
Kaiser, daß er Stilicho den Befehl übersandte, das oströmische 
Heer nach Constantinopel zurückzuschicken: Claud. in Ruf. 
II 161. 170. 195; vgl. Zosim. V 7, 3. Dies geschah, aber Gainas, 
der die Führung übernahm, erhielt geheime Aufträge: Zosim. 
V 7, 4. Joh. Ant. frg. 190. Philostorg. XI 3; vgl. Claud. in 
Ruf. II 275. 402. bell. Gild. 304. Als das Heer am 27. Nov. 
395: Socrat. VI 1,4 auf dem Felde des Hebdomon bei Con- 
stantinopel angelangt und in Parade aufgestellt war, kam Ar- 
eadius, begleitet von seinem Praefecten, vor die Stadt hinaus, 
um es zu begrüßen. Da kreisten die Soldaten den Rufinus ein 
und hieben ihn in Stücke: Claud. in Ruf. II 366 ff. in Eutrop. 
II 542. de cons. Stil. II 212. Zosim. V 7, 5. Joh. Ant. frg. 190. 
Philost. XI 3. Oros. YII 37, 1. Mommsen, Chronica minora I 
S. 650. II S. 64. Sozom. VIII 1, 3. Hieron. ep. 60, 16. Aster, 
hom. IV = Migne L. 22 S. 600. G. 40 S. 224. Die Reste seines 
zerstückelten Leichnams blieben unbegraben: Claud. in Ruf; 
I 371. II 452. Seine Frau und Tochter hatten in einer Kirche 
Schutz gesucht; sie wurden begnadigt und durften nach Jerusalem 
gehn, wo sie ihr Leben beschlossen: Zosim. V 8,2. 3. Joh. 
Ant. frg. 190. Mommsen, Chronica minora II S. 64. Sein Ver- 
mögen wurde konfisziert: Symmach. ep. VI 14, 1, aber nicht 
etwa denen, die er beraubt hatte, ihr Eigentum zurückgegeben, 
sondern zum größten Teil an den Eunuchen Eutropius und 
dessen Günstlinge verschenkt: Zosim. V 8, 2: vgl. Cod. Theod. 
IX 42, 14. Sein Nachfolger in der Praefectur wurde Caesarius: 



262 0- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Philost. XI 5, in der Herrschaft über den schwachen Kaiser 
Eutropius: Philost. XI 4. An ihn gerichtet: app. 252(784). 
492b (1025). Symmach. ep. 11181—91. 

XIII. Athener, Gesandter des Usurpators Eugenius an 
Kaiser Theodosius um das J. 393: Zosim. IV 55,4. 

XIY. Advocat des Symmachus um das J. 397; an ihn 
gerichtet Symmach. ep. VIII 17. 

XY. Römischer Senator, vir spectabilis, erwähnt um 400: 
Symmach. ep. IV 3. 

Sabinus I. Advocat: VI 51 (459) wahrscheinlich am Forum 
des Praefectus praetorio Orientis; denn im Winter 355/6 reist 
er mit diesem nach Berytus: V 85 (1196). Im Winter 356/7 
erwartet er irgend eine Erhöhung seiner Würde: VI 51 (459). 
Im J. 358 wird er auf Vorschlag des Anatolius I zu einem Amte 
befördert: IV 29 (342); wahrscheinlich wurde er Consularis 
Syriae; denn Anfang 359 finden wir ihn in oder bei Antiochia, 
wo er mit Libanius im engsten Verkehr steht: I 19(31). Er 
dürfte daher der Nachfolger des Nicentius II sein, dessen Ver- 
waltung II 97 (193) gerühmt wird. Schon im Laufe des J. 359 
mußte er abdanken und wurde unter Anklage gestellt: I 70 (81). 
Auf seine Freisprechung möchte man VI 98 (507) beziehen, 
wenn dieser Brief nicht nach der Stellung, die er im Corpus 
einnimmt, in das J. 357 gehörte. Doch ist es möglich, daß er 
verstellt ist. Im J. 364 ist er nicht mehr in Antiochia, schickt 
aber seine Söhne dorthin in die Schule des Libanius: add, 
196(1386). An ihn gerichtet VI 98 (507). add. 196(1386). 

IL Angesehener Nisibener, erwähnt im Jahre 368 : Amm. 
XXV 9, 3. Zosim. III 33, 4. 

III. Grundbesitzer bei Cyrus in der Euphratensis, stand 
im J. 364 im Proceß mit Alexander IX: add. 178 (1372). 

IV. Schwiegersohn eines Vetters des Libanius, brachte 
seinen Schwiegervater an den Bettelstab und erwartete des 
Libanius Erbschaft anzutreten. Nach dem J. 380 wurde er 
vom Kaiser zu einer hohen Geldstrafe verurteilt und mit der 
Infamie belegt. Einige Jahre darauf starb er: or. 1 190 — 194. 
261 p. 122—124. 155. 

Sallustius I, Julius Sallustius: Greek papyri in the British 
museum II p. 273. Flavius Sallustius: Papyros de Geneve 
II 45. 46, auch Flavius Bonosus genannt: CIL X 478. Rossi, 
Inscr. ehr. u. Romae I 75. 76. 79 oder schlechtweg Bonosus: 



III. Die Adressaten: Ruiinus Xll — Sallustius IL 263 

RossiI77. Cod. Theod.Ve, 1. CIL III 4669 a. b. 11 376 a~g. 
Denn daß die beiden Namen verschiedene Personen bezeichnen, 
wie ich bei Pauly- Wisse wa III S. 714 angenommen habe, ist 
nicht mehr aufrecht zu erhalten, seit auch Sallustius durch 
Pap. de Geneve II 45 als Magister militum beglaubigt ist. Er 
bekleidete im J. 344 das Consulat als Magister peditum: Pap. 
de Geneve II 45. Am 1 1. Mai 347 war er zum Magister equitum 
aufgestiegen: Cod. Theod. V 6, 1. Er muß in Pannonia superior 
kommandiert haben, weil dort von ihm die Ziegelstempel CIL 
1114669a. b. 11376 a— g gefunden sind. 

II, Zwei Männer, von denen der eine Sallustius, der 
andere Salutius hieß, sind schwer zu unterscheiden, weil auch 
der Name des letzteren in den griechischen Handschriften fast 
regelmäßig in ^^aXovcrioQ interpoliert ist. Mommsen hat sie 
daher in seiner Ausgabe des Codex Theodosianus und im Hermes 
36 S. 216 zusammengeworfen, in einer späteren Untersuchung 
Hermes 37 S. 443 den Fehler zwar berichtigt, aber die Scheidung 
doch nicht vollständig durchgeführt. Das einzige ganz deut- 
liche Kennzeichen, nach dem man sich richten kann, besteht 
darin, daß Sallustius Praefect von Gallien, Salutius Praefect 
des Orients wurde, über die Ernennung des ersteren berichtet 
Amm. XXI 8, 1 : discedens inter haec Julianus a RauraciSj 
peractis quae docuimus dudum, Sallustium praefecfuvi pro- 
motum remisit in Oallias, Oermaniano iusso vicem tueri Nehridii. 
An dieser Stelle hat Mommsen folgenden Anstoß genommen. 
Nebridius I war, kurze Zeit nachdem Julian den Augustustitel 
angenommen hatte, von Constantius zum Praefecten von Gallien 
befordert und von Julian auch im Amte bestätigt. Als aber 
dieser seinen Kriegszug gegen Constantius antrat, hatte er 
seine Teilnahme verweigert und war daher abgesetzt worden: 
S. 219. Nun meint Mommsen, hier seien für ihn gleichzeitig 
zwei Nachfolger genannt, Sallustius und Germaniauus; doch 
eine solche Kopflosigkeit hätte er dem Ammian nicht zutrauen 
dürfen. Die Stelle erklärt sich leicht, wenn man das iasso als 
Plusquamperfectum auffaßt: „Sallust wurde zum Praefecten 
befördert und nach Gallien zurückgeschickt, nachdem Ger- 
manianus vorher den Befehl erhalten hatte, die Stellvertretung 
des Nebridius zu übernehmen." Mit andern Worten, nach der 
Absetzung des Nebridius war zunächst noch kein Nachfolger, 
sondern nur ein zeitweiliger Stellvertreter in der Person des 



264 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Germanianus für ihn ernannt worden, der natürlich dem Sal- 
lustius seine Stelle räumen mußte, als dieser die Praefectur 
von Gallien übernahm. Was aber für uns wesentlich in Be- 
tracht kommt, ist das Wort remisit. Denn wenn Sallust nach 
Gallien zurückgeschickt wurde, so folgt daraus, daß er sich 
schon vorher dort befunden, also offenbar im Gefolge des 
Julian den Anfang des Kriegszuges gegen Constantius mit- 
gemacht hatte. Dagegen findet die Ernennung des Salutius zum 
Praefecten des Orients erst in Constantinopel statt, nachdem 
die Nachricht vom Tode des Constantius dort eingetroffen ist. 
Nun wissen wir von einem Manne, der zwar in den Quellen 
SaXovOrtoQ genannt wird, aber nach dem oben Gesagten, 
ebensogut Salutius sein kann, daß er sich zwar auch in Gallien 
bei Julian aufgehalten hatte, aber schon im Jahre 359 an das 
Hoflager des Constantius berufen worden war. Aller Wahr- 
scheinlichkeit nach wird er hier geblieben und erst mit der 
Leiche seines neuen Herrn nach Constantinopel gekommen sein, 
um dort in die Dienste des alten zurückzutreten. Dies bietet 
uns eine Handhabe, um jeden der beiden Homoionymen auch 
vor dem Antritt ihi'er Praefecturen zu erkennen. Nach dem- 
selben ist die Unterscheidung einfach, weil der eine nur im 
Occident, der andere nur im Orient tätig bleibt. 

Flavius Sallustius, Consul im J. 363: Dessau 1254= CHj 
YI1729. Berl. aeg. Urk. HI 939. Er bekleidete das Consulat 
schon als Greis, muß also noch unter Diocletians Regierung 
geboren sein: or. XVH 22 p. 515; vgl. XH 96. 97 p. 401. 402. 
Amm. XXHI 1,6. Vicarius quinque provincianim, vicarius 
Mispaniarum^ vicarius urbis Romae, comes consistorii: Dessau 
a. O. Die letzte dieser Stellungen wird er am Hofe Julians 
bekleidet haben, ehe dieser ihn im Jahre 361 zu Rauraci zum 
Praefectus praetorio Galliarum ernanute: Amm. XXI 8, 1; vgl. 
XXIII 1, 1. 5,4. In diesem Amt ist er nachweisbar im Jahre 
362 am 6. Jan.: Cod. Theod. VII 4,7; am 5. Febr.: Cod. 
Theod. IX 2, 1 ; am 13. März: Cod. Theod. XI 23, 2; am 29. Apr.: 
Cod. Theod. XII 13,1; am 18. Sept.: Cod. Theod. XII 1,53; 
im J. 363 am 7. Aug.: Berl. aeg. Urk. III 939. Wenn er Cod. 
Just. III 40, 2 noch am 8. Dec. 364 im Amte genannt wird, so 
ist hier die Überlieferung seines Namens sehr zweifelhaft; nicht 
minder zweifelhaft aber auch das Datum von Cod. Theod. XI 
30, 30, wonach sein Nachfolger Germanianus schon am 18. Dec. 



III. Die Adressaten: Sallustius II — Salutius. 265 

362 angetreten war. Denn daß er noch im J. 363 sein Amt 
bekleidete, ist auch durch Amm. XXIII 1,1. 5,4 beglaubigt. 
Als ihm Gesandte der spanischen Dioecese am 28. Mai 364 auf 
dem Trajansforum eine Statue setzten, wird er das Amt wohl 
erst kürzlich niedergelegt haben: Dessau a. 0., und um diese 
Zeit ist auch Uermanianus als sein Nachfolger zuerst sicher 
bezeugt: Amm. XXVI 5, 5. Er war Heide und warnte Julian 
wegen böser Vorzeichen brieflich vor dem Zuge gegen die 
Perser: Amm. XXIII 5, 4. 5. Seine Verwaltung soll gerecht und 
unbestechlich gewesen sein: or. XVIII 182 p. 583. Der Burdi- 
galensische Rhetor Latinus Alcimus Alethius feierte ihn in 
mehreren Büchern, wahrscheinlich Panegyriken: Auson. prof. 
Burd. 3, 23. 

IIL Tribunus Jovianorum, um das J. 372 wegen Hoch- 
verrats hingerichtet: Amm. XXIX 3, 7. 

IV, Scutarius, machte einen Mordversuch auf den Kaiser 
Valens: Amm. XXIX 1,16. 

V, Philosoph. Suid. s. v. 2Ja/,ovöTiog (piX6öo(poq, 

VI, Praefectus urbis Romae im J. 386: Seeck, Symmach. 
p. CLVL 

Salutius. Saturninius Secundus: Dessau 754. 1255 = CIL. 
III 247. VI 1764. Secundus Salutius: Amm. XXII 3,1. Sein 
offizieller Name war Secundus, und nie kommt er unter einem 
anderen auf den Steinen oder in den Überschriften der an iha 
gerichteten Gesetze vor. Doch von den Schriftstellern nennen 
ihn so nur add. 122(1107), Philost. VIII 8 und Sozom. VI 3, 5, 
und der letzte von diesen kommt insofern nicht in Betracht, 
als er hier aus der Überschrift eines Gesetzes geschöpft hat. 
Das Signum, mit dem er im gewöhnlichen Leben bezeichnet 
wurde, ist überliefert in der Form Salutius: app. 54(582). 
Amm. XXII 3, 1. XXV 3, 14. 21. 5,3. 7,7. XXVI 2,1. 5,5. 
7, 4. Rufin. h. e. I 36. Eunap. vit. soph. p. 479. Zosim. III31, 1, 
in der Form SaXovöXLoqi app. 127(652). 161(684). add. 72. 
73(1141.1319). 111(1143). 120(1127). 185(1103). 201(1390). 
208(1397). 287(1217). 312(1147). 313(1474). 315(1060). 
337(1486). 349(1497). 354(1501). 361(1507). 376.377(1518. ^ 
1519). Julian, or. IV Überschrift, p. 157B. VII p. 223 B. VIII 
Überschrift, ep. ad Ath. 281 D. 282 C. ep. 17 p. 385D. Theodor, 
h. e. III 11, 1. Soor. 11119,3. Sozom. V 20, 1. Joh. mon. vit. 
S. Artemii 67 = Mai, Spicilegium Romanum IV S. 394. Zosim. III 



266 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

2,2. 5,3. 36,1. IV 1,1. 2,4. 6,2. 10,4. Magn. Carrh. frg. 1. 
Zonar.XIII14,15. 18. 15,2. Phot. cod. 165 p. 108 A 39. Suid. 
s. V. 2aXovörioQ, in der Form SaUusthis: Amm. XXIII 5, 6. 
Zosim. III 29, 3. Doch sind in vielen dieser Stellen die hand- 
schriftlichen Lesungen noch nicht genau festgestellt. Über die 
Kennzeichen, die ihn von Sallustius II unterscheiden, s. S. 263; 
vgl. Mommsen, Hermes 37 S. 443. Julian, or. VIII 252 A 
rechnet ihn zu den ersten der Hellenen. Danach scheint er, 
wenn nicht in Griechenland selbst, so doch jedenfalls im 
griechischen Reichsteil zu Hause gewesen zu sein. Libanius 
or. XII 43 p. 379 nennt ihn ^olvi§; doch ist es zweifelhaft, ob 
damit seine Heimat bezeichnet ist oder nicht vielmehr sein 
Verhältnis zu Julian mit dem des Phoenix zu Achill verglichen 
werden soll. Im J. 363 stand er schon in hohem Alter: Amm. 
XXV 5, 3. Zosim. 11136,1. IV 10,4. Zonar. XIII 14, 16. Eunap. 
vit. soph. p. 479. Er wird von Themistius or. V 67 B mit Nestor 
verglichen. Danach muß er noch unter der Regierung Diocletians 
geboren sein. Ein Sohn von ihm erwähnt add. 354 (1501). 
Zosim. III 36, 1. 2. Zonar. XIII 14, 17. Er war zuerst Praeses 
Aquitaniae, dann Magister memoriae und Comes ordinis primi, 
dann Proconsul Africae, dann Comes ordinis primi intra con- 
sistorium und Quaestor: Dessau 1255. Diese Würde bekleidete 
er am Hofe des Caesars Julian in Gallien: Zosim. III 2,2. 
Julian, ep. ad Athen. 281 D., dem er zugleich mit Marcellus 
beigegeben war, um ihn zu hemmen und zu beobachten: Zosim. 
a. O. Suid. s. v. ^aXovOrcog, Doch als hochgebildeter Mann: 
add. 111 (1143). Julian, or. VIII 247D. 252 A, der sich wie der 
Kaiser selbst durch einen unrasierten Bart als Philosoph legi- 
timierte: Themist. or. VII 99 d, und als Anhänger des griechischen 
Heidentums: add. 185 (1103). 354(1501). Rufin. h. e. I 36. 
Socrat. III 1 9, 4. Theodor, h. e. 11111,1. Sozom.V20,l. 10,13. 
Greg. Naz. or. IV 91 = Migne G. 35 S. 621 wurde er dem jungen 
Herrscher bald persönlich wert, wovon die beiden an ihn ge- 
richteten Reden Julians IV und VIII Zeugnis geben ; vgl. Julian, 
ep. 17 p. 385 D. Dies erregte den Verdacht des Constantius: 
Julian, ep. ad Athen. 281 D. or. VIII 242 A, und da man behauptete, 
die Erfolge des Caesars seien in erster Linie den Ratschlägen 
seines Quaestors zu danken, wurde dieser an den Hof des 
Augustus berufen: or. XII 43. 58. p. 379. 385. XVIII 85 p. 550. 
Zosim. III 5,3. 4. Julian, or. VIII 244 A.D. epist. ad. Athen. 



111. Die Adressaten: Salutius. 267 

282 C, wobei ihm Julian die Abschiedsrede VIII hielt: or. XVIII 
8(> p. 550. Da hier 251 D; vgl. 247 B die Erwartung aus- 
gesprochen ist, Salutius werde nach lUyricum und dann weiter 
nach Thracien ziehen müssen, so wird diese Abberufung i]i das 
J. 359 zu setzen sein, wo der Kaiserhof zuerst in Sirmium ver- 
weilte und dann nach Constantinopel übersiedelte: Pauly- 
Wissowa IV S. 1088. Als Julian selbst hierher gezogen war 
und durch den Tod des Constantius (3. Nov. 361) den östlichen 
Reichsteil gewonnen hatte, ernannte er Salutius zum Praefectus 
praetorio Orientis: Amm. XXII 3,1. XXIII 5,6. XXV 3, 14. 21. 
7,7. XXVI 2,1. 5,5. Zosim. III 29,3. 31,1. IV1,1. Dessau 
754. 1255. Joh. mon. vit. St. Artemii 67 = Mai, Spicilegium 
RomanumlV S. 394. Rufin. h. e. I 36. Socrat. III 19, 3. Sozom. 
V20, 1. Philostorg. VIII 8. Eunap. vit. soph. p. 479. frg. 17. 30. 
Magn. Carrh. frg. 1 =PHG IV S. 5. Zonar. XIII 14, 15. 15,2. 
Cod. Theod. I 16,5. Malal. XIII p. 12 CD. Fälchlich wird er 
Patricius genannt Chron. Pasch, p. 302 A.B. Gesetze an ihn 
gibt es aus dem Jahre 362 vom 1. März: Cod. Theod. VIII 1,7; 
vom 13. März: Cod. Theod. X 3,1. XI 16,10. XII 1,50. XIII 
1,4; vom "28. Juli: Cod. Theod. I 16,8; vom 1. Aug.: Cod. 
Theod. VII 4, 8 ; vom 18. Aug. : Cod. Theod. VI 24, 1 ; vom 3. Sept. : 
Cod. Theod. II 5,2; vom 25. Sept.: Cod. Theod. VI 26, 1; vom 
(). Dec. : Cod. Theod. IV 12, 5; aus dem J. 363 vom 4. Febr. : Cod. 
Theod. II 12, 1 ; vom 16. Febr. : Cod. Theod. XI 3, 3 ; vom 28. Febr. : 
Cod. Theod. VI 27, 2; aus dem J. 364 vom 19. Febr.: Cod. Theod. 
1X25,2; vom 17. Apr.: Cod. Theod. XIII 1 , 5 ; vom 9. Sept.: 
Cod. Theod. IX 16,7; vom 27. Sept.: Cod. Theod. VII 4,9; aus 
dem J. 365 vom 19. März: Cod. Theod. XI 16, 11; vom 4. Juli: 
Cod. Theod. XII 6,5; vom 30. Juli: Cod. Theod. XII 6,8; vom 
1. Dec: Cod. Theod. VII 4, 14; aus dem J. 366 vom 4. Apr.: 
Cod. Theod. IV 12, 6; mit falschen Daten Cod. Theod. 1 16,5. 
IX 1, 6. XV 1, 3 ; ohne Datum Cod. lust. XI 70, 2. Er war Nach- 
folger des Helpidius I, dem er rühmend gegenübergestellt wird: 
app. 127 (652). 21 1 (736). Gleich nach seinem Amtsantritt leitete 
er die Untersuchungen gegen die Kreaturen des Constantius: 
Amm. XXII 3,1. Eunap. frg. 17. Seine Rechtsprechung wird 
hoch gerühmt: or. XVIII 182 p. 583. Er begleitete dann den 
Kaiser nach Antiochia: app. 161(684). Julian, or. VII 223B, 
wo er dem übergroßen Eifer Julians für das Heidentum besonnen 
entgegentrat: Sozom. V 10, 13. 20, 1. Socrat. III 19,4. Rufin. h. e^ 



268 C). Seeck, Die Briefe des Libanius. 



136. Theodor, h. e. III 11, 1. Greg. Naz. or. IV91 == Migne 
G. 25 S. 621, und die Vorbereitungen für den Perserfeldzug 
zu treffen hatte: or. XVIII 214 p. 594. Amm. XXIII 5,6. Diesen 
machte er mit: Amm. XXV 3, 21. add. 185(1103). 237(1217). 
Malal. p. 329, hatte aber dabei durch Krankheit zu leiden: add. 
185(1103). 316(1148). Amm. XXV 5, 3 und geriet in einer 
Schlacht in die dringendste Lebensgefahr: add. 185(1103). 
313 (1474). Amm. XXV 3, 14. Zosim. III 29, 3. Nach dem Tode 
Julians wollte man ihn zum Kaiser wählen; doch entschuldigte 
er sich mit Alter und Krankheit: Amm. XXV 5, 3. Die Prae- 
fectur ließ ihm auch Jovian, obgleich er Miene machte, sie 
niederzulegen: add. 316 (1148). Sozom. VI 3,5. Er leitete dann 
die Verhandlungen mit den Persern und schloß den Frieden 
mit ihnen ab: or. XXIV 20 p. 46. Amm. XXV 7, 7. Zosim. III 
31, 1. Im October 363 erwartete man seine Rückkehr in An- 
tiochia, wohin er den Kaiser begleitete: add. 313(1417). 815 
(1060). 337(1486). Suid. s.v. 7o/^mrog. Als Anfang 364 Jovian 
plötzlich starb, beabsichtigte man wieder, ihm die Krone anzu- 
tragen, und dachte, als er zum zweitenmal ablehnte, an seinen 
Sohn; doch wies er auch in dessen Namen die Wahl zurück: 
Zosim. III 36, 1. 2. Zonar. XIII 14, 15— 17 und unterstützte die 
Erhebung Valeutinians: Zosim. III 36, 2. Zonar. XIII 14, 18. 
Philostorg. VIII 8. Eunap. frg. 30. Malal. XIII p. 12 C. Amm. 
XXVI 2,1. So blieb er denn auch unter dem neuen Doppel- 
kaisertum zunächst im Amte und wurde mit neuen Ehren bedacht, 
obgleich er wieder um seine Entlassung bat: Zonar. XIII 15, 2. 
Zosim. IV 1,1. Amm. XXVI 5,5. add. 111 (1143). 122(1107). 
354(1501). Im April 364 traf ihn irgend ein schwerer Verlust, 
wohl der Tod eines nahen Verwandten: add. 72(1141). Um 
diese Zeit hielt er sich in Constantinopel auf: add. 73(1319). 
185(1103). 376(1518). Im Jahre 365 wurde sein Amt auf 
Nebridius I übertragen: Amm. XXVI 7, 4. Zosim. IV 2, 4. 6, 2 ; 
die Kaiser sollen sogar eine öffentliche Aufforderung erlassen 
haben, daß jeder, der von Sallust verletzt worden sei, sich als 
Ankläger melde, doch soll sie erfolglos geblieben sein: Eunap. 
frg. 30. Malal. XIII p. 12 0. D. Als dann im Aufstande des 
Procopius Nebridius seinen Untergang fand, scheint Salustius noch 
im J. 365 gleich wieder zur Praefectur berufen zu sein. Denn 
daß er sie zweimal bekleidete, steht fest: Dessau 1255. Zosim. 
IV 10,4, und die an ihn gerichteten Gesetze zeigen im Jahre 



III. Die Adressaten: Salutius — Saturninus I. 269 

365 keine sehr lange Unterbrechung. Doch machten sich jetzt 
die Altersbeschwerden bei ihm geltend und wurden von Cle- 
archus I zu Angriffen gegen ihn benutzt; auch daß er Miß- 
handlungen des Philosophen Maximus X geduldet hatte, schadete 
ihm beim Kaiser. Er mußte daher abdanken und Auxonius trat 
an seine Stelle: Eunap. vit. soph. p. 479. Themist. or. VII 99c. 
Zosim. IV 10, 4. Himerius richtete eine Deklamation an ihn: 
Phot. cod. 165 p. 108 A39. Daß er vor 377 starb, scheint Amm. 
XXX 2, 3 anzudeuten; vgl. Sievers S. 185 Amm. 92. An ihn 
gerichtet add. 72 (1141). 111(1143). 185(1103). 201(1390). 
208(1397). 313(1474). 315.316(1060.1148). 337(1486). 
349(1497). 354(1501). 361(1507), ohne Namen erwähnt app. 
211(736). 288(819). add. 138(1342). 240(1420). 352(1500). 
379 (1521). pro Olympio p. 86. 

Sapores. Magister militum Gratians, im Jahre 378 nach 
Antiochia geschickt, um dort den orthodoxen Bischof wieder 
einzusetzen: Theodor, h. e. V 2,3. 3, 9. Hier verkehrte er freund- 
schaftlich mit Libanius: or. 119 p. 175. Unter Theodosius wurde 
sein Vermögen konfisciert, ihm aber vom Kaiser im Jahre 390 
zurückgegeben. An ihn gerichtet app. 344(876). 

Sapricius. Bruder des Milichius, aus der Provinz des 
Leontius IV, d.h. aus Galatien: add. 383 (1524). An ihn im 
J. 364 gerichtet add. 200(1389). 

Sarpedo. Philosoph, Gatte der Mariana, an ihn im J. 361 
gerichtet app. 48(576). 62(589). 

Saturninus I. Plavius Saturninus, Consul im J. 383: CIL 
VI 501. 502. J. Nicole, Les papyrus de Geneve I 12. Er war 
älter als Richomeres: Themist. or. XVI 201b, und stand im 
Jahre 396 im höchsten Alter: Zosim. V9, 3, dürfte also kaum 
sehr lange nach 320 geboren sein. Er war Christ; denn während 
er als Comes und Magister militum per Orientem in Antiochia 
residierte, beherbergte er einen Bischof in seinem Hause: Basil. 
ep. 132 = Migne G. 32 S. 569, und Gregor von Nazianz stand 
mit ihm im Briefwechsel: epist. 132. 181 = Migne G. 37 S. 228. 
296. Auch unterhielt Saturninus nahe Beziehungen zum heiligen 
Isaak, dem er sein Kloster erbauen ließ : Vit. 8. Isaacii 2, 8. 3, 10. 
4,14. 15 = Act. SS. Mai VI S. 603. Seine Gattin hieß Castricia: 
Pallad. dial. 4 = Migne G. 47 S. 16. Durch alle Stufen der 
militärischen Hierarchie diente er sich langsam empor: Themist. 
or. XVI 206 a. Schon mehr als 30 Jahre vor seinem Consulat 



270 ö* Seeck, Die Briefe des Libaniiis. 

hatte er den Theraistius I, als dieser im Jahre 350 zuerst in 
Beziehungen zum Hofe trat, dort eingeführt: Themist. or. XVI 
200b. Er muß also schon damals eine ansehnliche Stellung in 
der nächsten Umgebung des Constantius eingenommen haben. 
Mithin könnte er der Cura palatii dieses Kaisers sein, der im 
J. 362 durch Julian verbannt wurde: Amm. XXII3, 7. Unter 
Valens wurde er aus dem Orient im Jahre 377 an die Donau 
geschickt, um die Gothen zu bekämpfen: Amm. XXXI 8,3.5, 
und nahm 378 Teil an der Schlacht bei Adrianopel: Amm. XXXI 
13,9. Im J. 382 wurde er von Theodosius als Unterhändler 
zu den Gothen geschickt und bewog sie dazu, am 3. October 
mit dem Kaiser Frieden zu schließen: Themist. or. XVI 208b 
— 209 d. 210 d; vgl. Mommseu, Chronica minora I S. 243. 
Dafür wurde er mit dem Consulat für 383 belohnt, bei dem 
Themistius die Festrede XVI hielt. Im J. 396 befand er sich 
in Constantinopel, wurde zum Richter über Timasius ernannt 
und verurteilte ihn zur Verbannung: Zosim. V9, 3 — 5. Im 
Jahre 400 forderte Gainas vom Kaiser seine Auslieferung und 
schickte ihn in die Verbannung: Zosim. V 18, 8. 9. Socrat. VI 
6,9. Sozom. Vm 4,5. Pallad. dial. 14 = Migne G. 47 S. 49. 
Joh. Chrys. (\ucXia ote UaroQvlvoQ xal AvQ7]havog l^oiQlodti^cav 
Migne G. 52 S. 413. Im J. 404 w^ar er nicht mehr am Leben: 
Pallad. dial. 4 = Migne G. 47 S. 16. An ihn* gerichtet app. 
244(776). 284(815). 

II, Schüler des Olympianus, Jugendfreund des Libanius, 
Advocat. Da der Praefect Salutius ihm ein Amt versprochen, 
aber nicht verliehen hatte, reiste er 365 nach Constantinopel, 
um sich weiter darum zu bemühen: add. 376. 377(1518. 1519). 

III. Priester des Asklepios in Tarsus; au ihn im J. 362 
gerichtet app. 93(619). 

Scvlacius I, Proconsul Achaiae, auf den Himerius die nur 
in Bruchstücken erhaltene Rede XXVII hielt. Aus dieser geht 
hervor, daß Scylacius zuerst im Hofdienst gestanden hatte (25), 
dann ein Amt in Asia verwaltet (26) und während desselben 
den Lauf des Maeander reguliert (61 ff.) und die Räubereien 
der Pisider unterdrückt hatte (56.10,6). Danach scheint er 
Vicarius Asiae gewesen zu sein, und dazu paßt eirf Gesetz, das 
am 24. Febr. 343 publiziert ist: Cod. Theod. XI 30, 22. Das- 
selbe nennt zwar seinen Titel nicht, aber der Inhalt zeigt, daß 
er den Praesides zu befehlen hatte, und da es in Cyzicus ver- 



III. Die Adressaten: Saturninus I — Sebastianus IL 271 

öflFentlicht wurde, muß sein Wirkungskreis Asien gewesen sein. 
Sein Proconsulat ist also etwas später als 343 anzusetzen. 

IL Heide: add. 107 (1186)^ aus Griechenland: add. 
318 (1062), wohnhaftinPhoenifiieniadd. 107(1186)1. 158(1356), 
vielleicht als Lehrer an der Rechtsschule von Berytus: add. 318 
(1062), Während der Kaiser Julian in den J. 362 und 363 in 
Antiochia verweilte, war auch er dorthin gekommen und hatte 
mit Libanius Freundschaft geschlossen: add. 318(1062). An 
ihn in den Jahren 363 und 364 gerichtet add. 107(1186)^. 
148(1048). 158(1356). 223(1409). 318(1062). 

IIL Schüler des Libanius; vielleicht Sohn des vorher- 
gehenden, da auch er in Phoenicien ansässig ist. An ihn im 
J. 391 gerichtet app. 385 (917). 

Sebastianus I. Thracier, Praefectus Aegypti in den 
Jahren 353 und 354: Larsow, Die Festbriefe des h. Athanasius 
S. 34. 

IL Bithyner: Äthan, ad mon. 55 = Migne G. 25 S. 760, 
daher in dem nahen Constantinopel wohlbekannt: IV 8 (321). 
Der Sekte der Manichäer angehörend: Äthan, ad mon. 55; 59. 
Gl. de fuga 6 = Migne G. 25 S. 760. 764. 768. 652. Im 
Winter 355/6 war er in Antiochia: V 71 (1254), ist aber schon 
im J. 356 in Aegypten nachweisbar: VI 27 (434), wo er Dux 
war: VI 102(511). Amm. XXIII 3,5. Äthan, ad mon. 59. 
62. 63. Im J. 357 starb seine Frau: IV 8 (321). Am 24. Dec. 
358 vertrieb er mit Waffengewalt die Anhänger des Athanasius 
aus den Kirchen: Larsow S. 37. Äthan, de fuga 6. ad mon. 
59—70. 72. 75. Sozom. IV 10, 11. Theodor, h. e. II 13,2. 
14, 2. Später unterstützte er den Bischof Georgius bei Unter- 
drückung des Heidentums: Sozom. IV 30, 2. Zum Comes er- 
nannt, führte er mit Procopius II gemeinsam im J. 363 den 
Teil von Julians Heer, der in Mesopotamien die Hauptmacht 
in der Flanke decken sollte: Amm. XXUI 3, 5. XXIV 7, 8. 
XXV 8, 7. 16. XXVI 6, 2. Zosim. HI 12, 5. IV 4, 2; vgl. add. 
266 (1439). or. XVHI 214 p. 594. Dabei scheint er mit seinem 
Oenossen im Kommando sich schlecht vertragen zu haben : or. 
XVHI 260 p. 609. In den nächsten Jahren blieb er Comes und 
kämpfte als solcher 369 in Gallien, 375 in Pannonien: Amm. 
XXVII 10, 6. 10. 15. XXX 5, 13. Bei den Soldaten war er so 

1) Dieser Brief ist nach der besten Überlieferung nicht an Aristo- 
phanes, sondern an Scylacius gerichtet. 



272 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

populär, daß man nach dem Tode Valentinians I Vorsichtsmaß- 
regeln treffen mußte, damit sie ihn nicht zum Kaiser ausriefen: 
Amm. XXX 10, 3. Im J. 377 kam er aus Italien zu Valens und 
wurde von ihm zum Magister peditum und ersten Feldherrn 
des Gothenkrieges gemacht: Amm. XXXI 11,1. Zosim. IV 22,4. 
23, 1. In diesem errang er zuerst einige kleine Erfolge: Amm. 
XXXI 11, 2—4. 12, 1. 6. Zosim. IV 23, fiel aber 378 in der 
Schlacht bei Adrianopel: Amm. XXXI 13, 18. Liban. or. XXIV 3 
p. 29. An ihn gerichtet IV 8 (321). 40(353). VI 27 (434). 
102(511). 

III, An ihn im J. 388 gerichtet app. 299 (830). Wahr- 
scheinlich war er Lehrer an der Rechtsschule zu Berytus. 
Denn der an ihn gerichtete Brief steht mit andern zusammen, 
die nach Phoenicien gesandt werden, und ihm wird ein Student 
empfohlen. 

Secundus s. Salutius. 

Seleucus, Cilicier; denn Libanius richtet an Celsus I als 
Consularis Ciliciae die Bitte, das Haus des Seleucus^ mit De- 
curionenlasten zu verschonen: app. 82(608). Da er erst dem 
Priscianus I, dann dem Julianus VIII empfohlen wii'd: app. 
11 (540). 64 (591), die nacheinander Praesides der Euphratensis 
waren, wird er auch in dieser Provinz Grundbesitzer gewesen 
sein. Seine Tochter stammte von dem Ablabius ab, der unter 
Constantin dem Großen Praefectus praetorio gewesen und im 
Jahre 338 hingerichtet war: Pallad. hist. Laus. 144 = Migne 
G. 34 S. 1244. Pauly-Wissowa I S. 103. Doch ob sie durch 
den Vater oder durch die Mutter ihren Stammbaum von 
ihm ableitete, ist nicht überliefert. In Bithynien war er mit 
Julian zusammen, ehe dieser Caesar wurde: pr. 13(13); eben- 
daselbst scheint er die Bekanntschaft des Aristaenetus I und 
des Hermogenes IV gemacht zu haben: or. I 116 p. 80. In 
Antiochia heiratete er um das Jahr 360 die Alexandra: add. 
360(1073). app. 82(608). 120(645), die Schwester des Calli- 
opiusV: app. 11(540). 64(591); vgl. S. 56. Sie gebar ihm 
im J. 361 eine Tochter: app. 63(590). 120(645). 157(680). 
189(712). 360(1073), die Olympias, die nicht vor dem J. 38t) 

1) App. 82 (608) wird tov 2^ekevxov obcov statt xov Sekevxov zu 
schreiben sein. Denn einen Sohn, der schon das Alter hatte, um zu den 
Decurionatslasten berufen zu werden, kann Seleucus im J. 362 noch nicht 
gehabt haben, da er erst 361 Vater wurde: app. 157(680). 



III. Die Adressaten; Sebastianus II — Severianus III. 273 

sich mit Nebridius II verheiratete: Pallad. hist. Laus. 144. 
dial. 16 = Migne G. 34 S. 1244. 47 S. 56. 60. Sein Heiden- 
tum: app. 83 (609). 157 (680) und seine alte Bekanntschaft mit 
Julian veranlaßten diesen, ihm im Jahre 362 ein Amt zu ver- 
leihen: app. 120 (645), das mit dem Comestitel verbunden war: 
Pallad. hist Laus. 144. Welcher Art es war, läßt sich aus den 
Andeutungen app. 157 (680) nicht deutlich erkennen. Doch 
legte er es sehr bald nieder, um das Oberpriestertum einer 
Provinz zu übernehmen: app. 157 (680). Diese muß Cilicien 
gewesen sein, da er in engster Berührung mit Celsus I blieb: 
app. 158(681). Im J. 363 begleitete er den Kaiser in den 
Perserkrieg: app. 189 (712). add. 8 (1138). 395 (1078). Währefid 
desselben entzweite er sich mit Helpidius II: add. 8 (1138). 
Vielleicht hatte er als Oberpriester ein wenig den Christen- 
verfolger gespielt. Jedenfalls wurde er Ende 364 mit einer 
schweren Geldstrafe belegt: app. 360 (1073), bald darauf nach 
Pontus verbannt und ihm der Aufenthalt in allen Städten unter- 
sagt. Libanius suchte ihn zu veranlassen, daß er diesen er- 
zwungenen Landaufenthalt benutze, um eine Geschichte von 
Julians Perserkrieg zu schreiben: add. 395 (1078). Dies scheint 
er getan zu haben; denn Suidas kennt von einem Grammatiker 
Seleucus außer döJtaXttvtixä di bjrajv ßißkia 6* und bIq tovq 
XvQixovg vjtofivr/fia auch UaQd-txa dvo, wahrscheinlich jenes 
von Libanius erbetene Geschichtswerk. Allerdings wird dieser 
Seleucus Emeseuer, nicht Cilicier genannt; doch solche Irr- 
tümer in den Heimatstädten kommen bei Suidas auch sonst nicht 
selten vor. Er starb noch vor der Verheiratung seiner Tochter: 
Pallad. dial. 16 = Migne G. 47 S. 60, also spätestens in den 
achtziger Jahren. An ihn gerichtet IV 32 (345). VI 6 (414). 
app. 83(609). 157(680). add. 360(1073). 395 (1078); erwähnt 
m 107(312). 

Severianus I. Proconsul Achaiae, erwähnt am 11. Apr. 
349: Cod. Theod. XVI 2,9. 

IL Dux, erwähnt am 14. Juni 366: Cod. Theod. V 7, 1. 
Er stand im J. 365 schon in hohem Greiseualter und befehligte 
bei Cabillöna die Divitenses und Tungrecani. Mit ihnen be- 
kämpfte er die Alamannen und wurde dabei schwer verwundet: 
Amm. XXVII 1, 2. 4. 

III. Consularis Phoenices in den J. 390 und 391. Au 
ihn gerichtet app. 386(918); erwähnt app. 385(917). 

Texte u. Untersuchungen eto. NF XV, 1. 2 1§ 



274 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Severinus I. Kommt im J. 363 nach Antiochia und reist 
von dort nach Constantiuopel : add. 342(1491). 

II. Als Comes rerum privatarum am Hofe des Theodosius 
nachweisbar am 4. Juni 390: Cod. Theod. IX 27, 7, als Comes 
sacrarum largitionum am 15. April 391: Cod. Theod. I 10,4. 
Er war Schüler des Libanius gewesen: app. 266 (797b). 367 
(899), dann Advocat geworden und endlich in den Hofdienst 
getreten: app. 332 (864). 367 (899). Im J. 388 beglückwünscht 
ihn Libanius dazu, daß er zu einem hohen Amt erhoben ist: 
app. 266 (797b); damit ist jedönfalls die Comitiva rerum pri- 
vatarum gemeint. Im J. 390 scheint app. 367 (899) auf die 
Übertragung eines neuen Amtes hinzuweisen; der Brief ist eben 
um die Zeit geschrieben, wo Severinus Comes sacrarum lar- 
gitionum wurde. An ihn gerichtet app. 266 (797 b). 332 (864). 
367 (899). 387 (919). 

Severus !• Magister militum in Gallien unter dem Caesar 
Julianus, im J. 357 an Stelle des Marcellus zu diesem Amt 
ernannt: Amm. XVI 10,21. Liban. or. XVIII 48 p. 538; vgl. 
Julian, ad Athen. 278 B. Er erwies sich dem Caesar als ein 
tüchtiger Helfer im Kampfe gegen die Eheingermanen: Liban. 
a. 0. Amm. XVI 10, 21. 11,1. 12,27. XVH 2, 1. 8,4. 5. 
Da von ihm unter dem J. 358 erzählt wird, er sei in Ahnung 
seines nahen Todes aus einem kühnen Krieger zum furchtsamen 
Zauderer geworden: Amm. XVII 10, 1. 2, so ist vorauszusetzen, 
daß er bald darauf gestorben ist. Demgemäß erscheint im 
J. 359 Lupicinus als sein Nachfolger: Amm. XVIII 2, 7. Von 
dem folgenden muß er jedenfalls verschieden sein, weil dieser 
im Jahre 364 in einem niedrigeren Amt erscheint und eine 
Degradation hier wohl ausgeschlossen ist. 

IL Comes domesticorum im Jahre 364: Cod. Theod. VI 
24, 2. 3, doch ist hier die Datierung nicht sicher. In dem- 
selben Amte wurde er im J. 367 nach Brittannien geschickt, um 
dort die eingefallenen Barbaren zu bekämpfen, aber bald wieder 
nach Gallien zurückgerufen: Amm. XXVII 8, 2. Hier erscheint 
er seit 367 als Magister peditum: Amm. XXVII 6, 3. XXVIII 5, 2. 
XXIX 4, 3. In dem gleichen Amte ist er noch am 23. Dec. 
371: Cod. Theod. VIII 7, 1 1 und am 24. Apr. 372 nachweisbar: 
Cod. Theod. VII 1, 11. In den gallischen Kriegen Valentinians I 
tritt er mehrmals als Feldherr hervor: Amm. XXVII 10, 6. 
XXVIII 5, 2. XXIX 4, 3 und hatte schon 367 solches An sehn 



III. Die Adressaten; Severinus I — Severus V. 275 

gewoDneo, daß bei einer Krankheit des Kaisers von seiner Er- 
hebung auf den Thron die Rede war: Amm. XXVII 6, 3. 

IIL Valerius Severus: CIG II 2595. Rossi, Commen- 
tationes Mommsenianae 8. 709. Da sein Haus auf dem Mons 
Caelius stand, scheint er mit den Valerii Proculi, die gleichfalls 
dort wohnten, zusammenzuhängen: Bullet, di arch. crist. VI 
1868 S. 34. Nach der Aufschrift einer Brouzelampe: Dominus 
legem dat Valerio Severo muß er Christ und zwar wahrschein- 
lich neubekehrter gewesen sein: Rossi a. 0. Wahrscheinlich 
ist er der Severus, der am 23. Sept. 355 zuerst als Beamter 
erwähnt wird: Cod. Theod. XVI 2,12 und in den Jahren 364 
und 365 als Vicarius urbis erscheint: Cod. Theod. I 6,3 (für 
den 26. Juni 364 ist hier nach dem Orte des Datums wahr- 
scheinlich der 26. April zu setzen), am 22. Juni 365: Cod. 
Theod. X 4, 2; am 6. Oct. 365: Cod. Theod. XII 1, 68 (mit 
zweifelhaftem Consulat, wahrscheinlicher auf das J. 364 zu be- 
ziehen.) Dann Praefectus urbis Ronrae: CIG II 2595, in diesem 
Amte nachweisbar im J. 382 am 25. März: Cod. Theod. XII 
12,8; am 1. Apr.: Cod. Theod. VI 6,1. XIV 6, 4; am 2. Apr.: 
Cod. Theod. VII 18,6. VIII 4,13; am 20. Juni: Cod. Theod. 
XIV 18,1; am 1. Aug.: Cod. Theod. VIII 9,2. Im Jahre 400 
als verstorben erwähnt, mit Hinterlassung von Söhnen: Syram. 
ep. VII 116. An ihn gerichtet Symmach. ep. VIII 6. 

IV. Placidus Severus, Sohn des Q. Flavius Maesius Egna- 
tius LoUiauus Mavortius, Consuls im Jahre 355, Gatte der An- 
tonia Marcianilla, wohnhaft in Rom auf dem Aventin: Mitteil, 
d. arch. Inst, in Rom XX 1905 S. 283. Vicarius urbis zu der- 
selben Zeit, als Maximus II seine zweite Stadtpraefectur be- 
kleidete, d. h. um das Jahr 376: Beiträge zur alten Gesch. IL 
S. 245,32. 

V. Lycier: 111107(312). app. 45(573). add. 270(1145). 
338(1487). Gleichaltrig mit Libanius, also um 314 geboren: 
add. 338(1487). Bruder der Stratouis: 111107(312), Ver- 
wandter des Faustilianus:: app. 21 (550) und des Maximus IX: 
app. 45(573). 162(685). add. 270.271(1145.1442), dessen 
Schüler er auch war: III 107(312). app. 45(573). 51(579). 
add. 338 (1487). Mit Libanius zugleich hatte er in Athen 
studiert: III 107 (312). app. 45 (573). 51 (579). add. 270 (1145). 
338(1487). 366(1511), doch widmete er sich weniger der 
Rhetorik, als der Philosophie: I 1(18). app. 51(579). add. 

18* 



276 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

338(1487). In seiner Heimat besaß er große Wälder, deren 
Holzertrag ihm sein wichtigstes Einkommen gewährte: add. 
270(1145); vgl. 78 (1102)i. Im Jahre 358 bewarb er sich ver- 
gebens um ein Amt: 1 1 (18), erreichte aber im J. 361, daß er 
von den Decurionatspflichten befreit wurde: app. 50(578). An 
ihn gerichtet app. 162(685). add. 78(1102)1, erwähnt add. 
365 (1510b). 

VI. Antiochener, reiste im Jahre 356 an das Hoflager: 
VI 31. 32(439.440). 

VII. Schüler des Himerius: Him. or. I 5, aus einer Stadt 
der Provinz Diospontus (Helenopontus), die sich von Androclus 
herleitete, also wahrscheinlich für eine Gründung der Ephesier 
galt: Himer. or. I 14. Er vermählte sich in Athen: Himer, 
or. I 17 mit einer Braut, die aus Philippopolis herstammte: 
Himer. or. 1 13, wobei Himerius ihm den Epithalamius hielt. 
Außerdem trug derselbe ihm noch drei andere Reden vor 
or. VI. XXVI. ecl. XXII, die eine davon or. VI in Philippi. 
Nach den Fragmenten von or. XXVI scheint er erst Consularis 
Galatiae, dann Consularis Bithyniae gewesen zu sein und dann 
eine dritte noch höhere Stellung eingenommen zu haben. 

VIII. Proceßgegner des Cleobulus gemeinsam mit Ale- 
xander V, dessen Lehrer er gewesen zu sein scheint: S. 54, 
erwähnt im Jahre 359: 138(50). 53—55(65—67). 77.78(88. 
89). Da die Briefe, welche sich gegen ihn wenden, alle nach 
Constantinopel gerichtet sind, scheint er dort ansäßig gewesen 
zu sein. 

IX. Gegner des Alexander XIV in Pamphylien, erwähnt 
im J. 365: add. 396(1533). 

X. Decurio von Tripolis, im Jahre 364 zum Gesandten 
der Stadt gewählt, um Kaiser Valentinian zu seinem Regierungs- 
antritt zu beglückwünschen und über den Comes Africae Romanus 
Klage zu führen. Er stirbt bei der Rückkehr in Carthago: 
Amm. XXVIII 6,7—9. 16. 

XL Flavius Severus, aus nicht senatorischer Familie, 
war erst Advocat, dann Praeses einer afrikanischen Provinz 
und wurde während dieses Amtes um das J. 374 dem Magister 
militum Theodosius als Kriegsrat beigegeben. Gleich darauf 
scheint er zu einem recht hohen Amt, vielleicht dem Vicariat,. 



1) Dieser Brief trägt im Vatioanus die Adresse des Severus. 



III. Die Adressaten: Severus V — Siburius I. 277 

befördert zu sein; denn als er sich um 376 um Aufnahme in 
den römischen Senat bewarb, war er schon pervectus in fastigia 
sutnma rei puhlieae. Von der Rede, die Symraachus bei dieser 
Gelegenheit hielt, ist ein Fragment erhalten (or. VI), durch das 
wir über diesen Severus die einzige Kunde besitzen. 

XII. Schüler des Libanius: or. LVIII p. 228. Schon im 
zweiten Jahr verließ er die Schule, um sich der Advocatur zu 
widmen, und hatte trotz seiner großen Jugend in seinen Pro- 
cessen soviel Erfolg, daß man dabei an Zauberei dachte: or. 
LVIII p. 229. Er ging zuerst nach Aegypten, dann zum Kaiser 
nach Gonstantinope], und erlangte sehr schnell zwei Ämter, 
zuerst die Consularität von Cilicien, dann von Syrien: or. LVIII 
p. 230. 231. Da er in diesem Amte den Malchus, der kaiser- 
liche Gelder veruntreut hatte, trotz der Fürsprache des Libanius 
zu Tode peitschen ließ, verfeindete er sich mit diesem und rief 
die Schmähschrift or. LVIII gegen sich hervor. Von dieser 
steht es fest, daß sie im Greisenalter des Libanius geschrieben 
ist (p. 230. 237. 245), doch läßt sich das Jahr nicht bestimmen 
und dadurch bleibt auch die Zeit, in der Severus seine Amter 
verwaltete, unbestimmt. Er könnte mit Severus XIV iden- 
tisch sein. 

XIII. Comes et Castrensis, erwähnt am 15. Jan. 390: 
Cod. Theod. VI 30, 12. Er könnte gleichfalls mit dem folgenden 
identisch sein. 

XIV. Praefectus urbis Constantinopolitanae, erwähnt am 
28. Juni und 11. Okt. 398: Cod. Theod. VIII 1,14. XV 1,39, 
am 25. Sept. 399: Cod. Theod. VI 12,1 und ohne Datum Cod. 
Theod. VI 4, 33. Kann mit einem der beiden vorhergehenden 
identificiert werden. 

XV. Wahrscheinlich Schwiegersohn des Archelaus IV; 
seine Frau starb im J. 392: app. 437(970); vgl. S. 84. Auch 
er kann mit einem der vorhergehenden identisch sein. 

Siburius I. Gallier, der über Medicin schrieb: Marcell. de 
medic. praef. 2. Um das J. 376 scheint er Magister officiorum 
am Hofe des Gratiau geworden zu sein: Symmach. ep. III 43; 
vgl. Seeck, Symmachus p. CXXXI. Am 3. Dec. 379 wird er 
als Praefectus praetorio erwähnt: Cod. Theod. XI 31,7. Wahr- 
scheinlich bekleidete er dies Amt in Gallien; denn das an ihn 
gerichtete Gesetz ist aus Trier datiert, und in Italien scheint 
zu derselben Zeit Hesperius Praefect gewesen zu sein : Seeck, 



278 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Symmachus p. CVII. Der Vorgänger des Siburius, Ausoniiis, 
ist noch im September 379 als Praefect nachweisbar, sein Nach- 
folger Probus am 12. März 380: Seeck p. LXXX. CHI. Er 
selbst kann das Amt also nur wenige Monate bekleidet haben. 
Wahrscheinlich ist er abgesetzt und unter Anklage gestellt 
worden ; denn Symmach. ep. III 45 gratuliert ihm zu seiner Frei- 
sprechung. An ihn sind gerichtet Symmach. ep. III 43 — 45 
und app. 350 (882). Hier wird ein Bruder von ihm erwähnt, 
vielleicht der Hierophantes II, an den der darauffolgende Brief 
app. 351 (883) gerichtet ist. Zugleich ist davon die Rede, daß 
der Sohn des Siburius demnächst in Antiochia eintreffen werde, 
um die Statthalterschaft einer Provinz zu übernehmen. Jeden- 
falls ist dies Siburius II, der tatsächlich bald darauf in An- 
tiochia war: app. 360 (892). 370 (902). 376 (908) und dann 
das Proconsulat von Palaestina antrat, unser Siburius wird 
als Vater desselben erwähnt app. 360 (892). 369 (901). 376 (908). 

II. Sohn des vorhergehenden. Er kam im J. 390 nach 
Antiochia: app. 350(882). 360(892). 370(902). 376(908) und 
ging dann nach Palaestina, um dort das Proconsulat zu über- 
nehmen: app. 376(908). Während dieses Amtes sind an ihn 
gerichtet app. 362 (894). 369(901). 370(902). 376 (908), ohne 
Namen erwähntapp. 361(893). 375(907). Nach der Art, wie 
Libanius app. 362 (894) zu ihm von den Göttern spricht, scheint 
er Heide gewesen zu sein. 

Siderius. Consularis Syriae in den Jahren 361 und 362; 
an ihn gerichtet III 105(310), erwähnt app. 83(609). 

Silamis. Rechtslehrer: V 50(1240). 103 (1277a) wahr- 
scheinlich in Constantinopel, da die Briefe an ihn regelmäßig 
mit solchen zusammenstehen, welche dorthin gerichtet sind. 
Dem entspricht es, daß Libanius nur in den ersten Jahren, 
nachdem er Constantinopel verlassen hat, 355 — 357, mit ihm 
in Korrespondenz steht. An ihn gerichtet V 32 (1231). 50 (1 240). 
95(1271). 103 (1277a). VI 14(421). 79(489). 

Simpliclus I. Sohn des Philippus I: add. 368(1513). 
Amm. XIX 12, 9. Wurde im J. 359 angeklagt, daß er Wahr- 
sager befragt habe, ob ihm das Kaisertum beschieden sei, und 
verbannt: Amm. a. 0. Im J. 365, als add. 368(1513) an ihn 
gerichtet wurde, bekleidete er wieder eine einflußreiche Stellung. 

II. Grammatiker aus Emona, dann Assessor des Prae- 
fectus praetorio Maximinus, Statthalter einer Provinz, endlich 



III. Die Adressaten: Siburius I — Sophronius I. 279 

Vicariiis urbis, leitete in Rom mit harter Grausamkeit eine 
Reihe von Criminalprocessen gegen Mitglieder der Aristokratie: 
Amm. XXVIII 1, 45—52. Als Vicar erwähnt am 23. März 
374: Cod. Theod. IX 29, 1; vgl. Epist. imper. 13, 3. Die Pro- 
vinz, die er vorher verwaltet hatte, könnte Numidien gewesen 
sein, wo ein Flavius Simplicius zwischen den J. 367 und 375 
als Consularis sexfascalis erwähnt wird: CIL VIII 8324. Unter 
Gratian wurde er in lUyricum getötet: Amm. XXVIII 1,57. 

III. Comes et Magister utriusque militiae per Orientem: 
Cod. Theod. VII 7, 3; in diesem Amt erwähnt am 18. Dec. 396: 
Cod. Theod. VIII 5, 56. VI 4,28 und am 11. Mära 398: Cod. 
Theod. VII 7, 3. Er beschäftigte sich mit der Dichtkunst: Synes. 
ep. 134; vgl. 130 und stand mit Synesius in Korrespondenz, der 
die Briefe 24. 28. 130 an ihn richtete. 

Sopaterl. Apamener: add. 276. 277(1447. 1448). De- 
curione: app. 13 (542). Schwager des Himerius und Oheim 
des Jamblich US : VI 77 (487). 80(490). Schwiegervater des 
Achaeus: add. 401 (1106), Verwandter des Libanius: VI77 (487). 
app. 49(577). add. 245(1422). 277(1448). Im J. 361 richtete 
er in Apamea die Olympien aus: app. 13 (542). 49 (577). 
54(582). add. 59(1309). Im J. 364 war er noch am Leben: 
add. 59 (1309), doch wird schon add. 283(1453) sein Tod erwähnt. 
Da die Briefe dieser Gruppe nicht über 365 hinausreichen, 
muß er spätestens in diesem Jalire gestorben sein. Er scheint 
philosophische Schriften verfaßt zu haben: add. 353 (1072). 
An ihn gerichtet app. 13 (542). 49 (577). add. 27 (1298). 
49(1304). 59(1309). 245(1422). 277(1448), vielleicht auch 
II 38(134). Denn dieser Brief trägt fälschlich die Adresse des 
Eustolius, ist aber sicher nach Apamea gerichtet: s. S. 149. 
An ihn und Eustolius gemeinsam add. 47 (1100). 

II. Araber, reiste mit Libanius aus Griechenland nach 
Constantinopel; im J. 362 als Greis erwähnt app. 149 (672b). 

Sophronius I. Cappadocier aus Caesarea: Basil. ep. 76. 
96 = Migne G. 32 p. 449. 492. Greg. Naz. ep. 22. 37. 39 = Migne 
G. 37 p. 57. 77. 81. Christ: Basil. ep. 32, 1. 96. 177. 180. Von 
Kindheit an mit Basilius befreundet: Basil. ep. 272, 1; auch 
mit Gregor von Nazianz bekannt: Basil. ep. 32,1. Im Jahre 
365 war er Notar und brachte als erster dem Valens die 
Nachricht von dem Aufstande des Procopius: Amm. XXVI 7, 2. 
In den an ihn gerichteten Briefen des Basilius 32. 76. 96. 177. 



280 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

180. 192. 272 lautet die Überschrift regelmäßig JtJojfpQoriro 
fiayUnQoj, in denen des Gregor von Nazianz 21. 22. 29. 93. 
135 mit Ausnahme 37. 39, die den Namen allein nennen, 
^coffQorUp vjtaQXfO' Und doch müssen Basil. ep. 32 und Greg. 
Naz. ep. 29 ungefähr gleichzeitig sein, da beide Briefe sich auf 
die Erbschaft des Caesarius beziehen, also im J. 369 geschrieben 
sind: Pauly-Wissowa III S. 1299. Danach scheinen die Amts- 
titel den Adressen beigesetzt zu sein ohne Bücksicht darauf, 
ob Sophronius zu der Zeit, wo die Briefe geschrieben wurden, 
die betreJBFenden Ämter bekleidete. Doch vjraQxog, d. h. Praefect, 
ist er wirklich gewesen; denn auch Amm. XXVI 7,2 gibt an, 
daß er zur Stadtpraefectur von Constantinopel erhoben wurde, 
und daß er vorher f/dyiöTQoc;, d. h. Magister ofßciorum war, ist 
nach der üblichen Reihenfolge des CursusHonorum nicht unwahr- 
scheinlich. Da sein Korrespondent Basilius am 1. Jan. 379 starb, 
ist anzunehmen, daß er das Magisterium vorher bekleidet habe. 
Jedenfalls befand er sich 388 in seiner Heimat, wohin app. 
270(801) an ihn gerichtet ist. Auch könnte er der Sophronius 
sein, der im J. 390 Einfluß im Senat von Constantinopel besitzt 
und an den app. 311(842) gerichtet ist. 

IL Der Adressat von II 103(199), geschrieben im Jahre 
360, scheint Phoenicier, also von dem vorhergehenden ver- 
schieden zu sein. Denn der Brief an ihn steht zusammen mit 
II 102 (198), der an den Consularis Phoenices gerichtet ist, 
und in demselben Briefe erscheint ein Julianus als sein Be- 
kannter, wahrscheinlich derjenige, welcher kurz vor 360 Phoeni- 
cien verwaltet hatte: s. Julianus VI S. 191. Auf diesen 
Sophronius könnte sich IV 3 (316) beziehen. Sein Sohn war 
Schüler des Libanius: 11103(199). 

III. Consularis Piceni, erwähnt am 5. Mai 370: Cod. 
Theod. XII 1,71. Vielleicht identisch mit Sophronius I. 

IV. Unbestimmbare Sophronii: Basil. ep. 119. 198 = Migne 
G. 32 S. 537. 713. 

Sopolis I. Lehrer der Arzneikunde, unterrichtete den 
Haeresiarchen Aetius, war also um die Mitte des 4. Jahrh. 
tätig: Philostorg. III 15. 

IL Vater des Apsines, hielt sich im J. 390 in Athen auf 
und ließ sich dort in die Eleusinischen Mysterien einweihen. 
An ihn gerichtet app. 349(881). 



III. Die Adressaten: Sophronius I — Spectatus. 281 

8ozomenii8. Spartaner, Bruder des Nicocles, Praeses Lyciae 
im J. 363; an ihn gerichtet add. 270(1145). 

Spectatus. Antiochener: VI 31 (439). Verwandter des 
Libanius: VI 19 (426). 51 (459). 68(477), dessen Oheim Phas- 
ganius zugleich auch der seine war: IV 56 (368) und ihn in 
seinem Testament bedachte: 1119(115). Er könnte also der 
Sohn des Panolbius gewesen sein, der schon im Jahre 334 oder 
sehr bald nachher gestorben war: Sievers S. 5. 42. Dazu paßt 
es, daß zwar wiederholt seine Mutter erwähnt wird: II 20(116). 
IV 56 (368). app. 16(545), aber niemals der Vater, jene also 
offenbar Witwe war. Wahrscheinlich hieß sie Bassiana, und 
durch ihre Enkelin, seine Nichte, wurde er mit Italicianus ver- 
schwägert: S. 188. Danach wird Theodora, die Gattin des 
Thalassius I, seine Schwester gewesen sein, ihre Söhne Tha- 
lassius II und Bassianus, den er nach IV 43(355) mit einem 
Pferde beschenkte, seine NeiBFen: S. 95. Auch daß er IV 68 (380) 
dem Thalassius 11 als Vorbild hingestellt wird, weist auf ein 
solches Verhältnis hin. Dieser vornehmen Verwandtschaft wird 
er es zu danken gehabt haben, daß er in die hohe Körperschaft 
der Notare aufgenommen wurde, der er nach Amm. XVII 5, 15 
im Jahre 358 schon mit dem Range eines Tribunen angehörte. 
Auch daß ihn Libanius IV 23 (336) öTQaricin/g nennt, bezeichnet 
ihn als Mitglied eines Officium. Da es in demselben Jahre von 
ihm heißt, er sei durch sein Amt schon lange Zeit von den 
Büchern getrennt gewesen: IV 21 (334), wird man seine Er- 
nennung zum Notar wohl am passendsten in die Praefectur 
seines Schwagers Thalassius I, d. h. um 351 — 354, setzen. Im 
J. 355 ist er in Antiochia gewesen und kehrt von dort an das 
Hof lager zurück: V 44 (1238). 66(1250). 71 (1254). Im J. 356 
erscheint er wieder in seiner Heimat, um sich hier an den Ver- 
handlungen mit den Persern erfolgreich zu beteiligen: VI 20. 
21 (427. 428), reist aber gleich darauf nach Italien: VI 12 (419), 
wo sich damals der Kaiser aufhielt, und nimmt die Briefe VI 
17 — 21 (424 — 428) an das Hof lager mit. Hier finden w^ir ihn 
Ende 356 und Anfang 357: VI 31(439). 44(452). 51(459). 
63. 64(471. 472), bis er wieder nach Antiochia kommt: VI 68. 
69(477. 478). 79(489). 94(503), um sich sehr bald zurück an 
den Hof zu begeben: IV 49 (361). 56(368). Im Jahre 358 
beteiligt er sich an der Gesandtschaft zum Perserkönig: IV 
21 (334). 23(336). 43(355). 1 1 (18). Amm. XVII 5, 15. 14, 1, 



282 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

kehrt über Antiochia an den Hof zurück und bleibt dort von 
Ende 358 bis Anfang 360: IV 21 (334). 23(336). 43(355). 
134(46). 50(62). 60(72). 112(97). 19.20(115.116). Von da 
an hört die Korrespondenz mit ihm auf. Wahrscheinlich ist er, 
als Constantius 360 in den Orient zog;, wieder nach Antiochia 
gekommen, um es dann nicht mehr auf längere Zeit zu verlassen. 
Im J. 361 scheint er unter irgend einer Anklage gestanden zu 
haben, die seinen Einfluß bei Hofe zerstörte: app. 4 (533). 
Seitdem ist kaum mehr von ihm die Rede. Nur im Jahre 363 
hören wir noch, daß er in Paphlagonien gewesen ist: add. 
295(1058). An ihn gerichtet 150(62). 60(72). 112(97). 19. 
20(115.116). IV 43 (355). 49(361). 56(368). V66(1250). 
VI 31 (439). 44(452). 51(459); erwähnt 11133(237). app. 
180(703). 

Strategius I. Flavius Strategius: Amherst papyri II 140 
p. 171. Mitteis, Griechische Urkunden der Papyrussammlung 
zu Leipzig I S. 99. Christ, des Lateinischen wie des Grie- 
chischen kundig und von hoher Bildung, wurde dem Constantius 
empfohlen, um ihn in seinen Studien über die Dogmen der 
verschiedenen christlichen Sekten zu unterstützen, und errang 
sich dabei in so hohem Grade die Zufriedenheit des Kaisers, 
daß er ihm den Ehrennamen Musonianus beilegte: Amm. XV 
13, 1. 2. Bei diesem wird er denn auch von fast allen Quellen 
genannt; doch für Libanius bleibt er immer Strategius. Er be- 
kleidete zahlreiche Ämter: Amm. XV 13, 2, von denen die 
folgenden bekannt sind. Als Comes des Kaisers wird er zuerst 
in den letzten Jahren Constantius des Großen erwähnt: Euseb. 
vit. Const. III 62, 1 . In der gleichen Stellung wirkte er im Jahre 
343 auf dem Concil von Serdica zugunsten der Arianer: Äthan, 
apol. c. Ar. 36. ad mon. 15 = Migne G. 25 S. 309. 709. Im 
J. 349 erscheint er noch als ritterlicher Beamter (vir perfec- 
tissimus) und nennt mch Kofir^Q xal /y/f/zoir derThebais: Amherst 
papyri II 140 p. 171. Mitteis a. 0. S. 90. 99. Melanges Nicole 
S. 372; er ist also Praeses geworden, behält aber den schon vorher 
erlangten Comestitel neben dem Titel seines neuen Amtes bei. 
Nicht lange nachher scheint er Proconsul urbis Constantinopoli- 
tanae gewesen zu sein: denn Himer. or. XVI 6 erwähnt in dieser 
Stellung einen Mann, der seinen Namen nach den Musen trug. 
Vielleicht war es zur Zeit dieses Amtes, daß Libanius einen 
Panegyrikus auf seine Tochter hielt: VI 86 (495). Um 353 war 



III. Die Adressaten: Spectatus — Strategius L 283 

er Proconsul Achaiae und bewirkte, daß Libauius auf den Lehr- 
stuhl von Athen berufen wurde, was dieser jedoch ablehnte: or. 
I 81fiF. 106 p. 58. 73; vgl. S. 105. Im J. 354 wurde er an Stelle 
des ermordeten Domitianus zum Praefectus praetorio Orientis er- 
nannt: Amm. XVI3, 1. In diesem Amt erwähnt am 25. Juli 
354: Cod. Theod. VIII 5,5; am 15. Jan. 356: Cod. Theod. XII 
12,2; am 7. Juni 357: Cod. Theod. I 5,6.7. Aus Amm. XVH 
5,15 und den Briefen des Libanius ergibt sich, daß er es nicht vor 
dem Sommer 358 niederlegte. Nach Antiochia scheint er erst nach 
der Abberufung des Caesars Gallus gekommen zu sein. Denn 
erst damals begann Libanius dort seine rhetorische Tätigkeit: 

V 8 (394a), und zu dieser gehörte auch eine kurze Begrüßungs- 
rede, mit der er den neuen Praefecten empfing: V 22 (407), wo 
mit Richard IJrQarijyiog für OTQaTrjyog zu schreiben ist. Muso- 
nianus eröffnete sein Amt mit einer Untersuchung wegen der 
Ermordung des Consulars Theophilus und erwies sich bei dieser, 
wie bei seiner weiteren Amtsführung, milde, aber bestechlich: 
or. XIX 47 p. 645. Amm. XV 13, 2. 4. XVI 9, 2. Mit Libanius 
verkehrte er fast täglich und räumte ihm großen Einfluß ein: 
or. I 106 — 109 p. 73—75. II 77 (173). IV 16 (329). 20 (333). 
25(338). 28(341). 41(1590). 53(365). V 11 (396). 18(403). 
47. 48(1239. 1200). 51. 52(1241. 1083). 71(1254). 81(1262). 

VI 43 (451). 58(466). 67(475). Auf diesen Verkehr scheinen 
sich auch zu beziehen, obgleich der Name hier nicht genannt ist, 
IV 5 (318). V 9 (394b). 17 (402). 80(1261). VI 52 (460). Diese 
Erwähnungen zeigen ihn fast alle in Antiochia, wo er den 
größten Teil seiner Amtszeit zubrachte, im J. 356 die Friedens- 
verhandlungen mit den Persern leitete: Amm. XVI 9, 2. 10, 21. 
XVn5, 12. Themist. or. IV 57b und im J. 358 die Gesandt- 
schaft zu ihnen veranlaßte: Amm. XVII 5, 15. Doch besuchte 
er auch im Winter 355/6 Phoenicien: V 85 (1196), im J. 357 
Chalcedon: VI 67 (475), im Winter 357/8 Aegypten: IV 13(326)^. 
34(347). 47 (359). Auf seine Forderung schrieb Libanius einen 
Panegyrikus auf ihn und trug ihn im J. 358 drei Tage nach- 
einander im Beisein des Gefeierten in der Curie von Antiochia 
vor: or. IUI. 112 p. 77. ep. I 22(34). IV 35 (348). 44(356). 
Die Rede gefiel dem Musonianus so sehr, daß er sie durch 
zehn Schreiber vervielfältigen und überall verbreiten ließ: or. 

1) Dieser Brief trägt in den maßgebenden Handschriften die Adresse 
des Strategius, nicht des Firminus. 



284 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

1 113 p. 78. ep. IV 35 (348). Im Jahre 358 folgte ihm Hermo- 
genes IV in der Praefectur: or. 1 115 p. 79 Vor dem 11. Febr. 
371 war er verstorben: Cod. Theod. XIII 5, 14. Seine Frau 
und seine Kinder erwähnt VI 4(1185). An* ihn gerichtet IV 
13(326)1. 34(347). 47(359). 69(381). 79(391). VI 4(1185). 

II. Ancyraner, Sohn des Agesilaus: add. 331(1480). or. 
LXV p. 447. Bruder des Albanius: add. 127 (1097). 331 (1480), 
mit einer Schwester des Hyperechius I verheiratet: II 84(180). 
add. 154. 155(1352. 1353). Oheim des Eusebius XX: add. 
127(1097). 155(1353). Schüler des Libanius: VI 42 (450). 
60(468). add. 127 (1097). or. LXV p. 447. Er war Decurio 
seiner Vaterstadt: 1184(180). III 85(290). VI 42 (450). app. 
116(642). or. LXV p. 447. Im J. 363 wählte sie ihn zum 
Gesandten, um Kaiser Jovian zur Feier seines Regierungsantritts 
einen Goldkranz zu überbringen: add. 323(1065). 331 (1480). 
An ihn und seinen Bruder zusammen gerichtet add. 127(1097), 
an ihn allein II 84 (180). 

III. Lehrer der Beredsamkeit in Antiochia; erwähnt in 
den J. 364 und 365: add. 32. 33(1038. 1168). 362(1508). 
414(1150). Den Sommer pflegte er in der Euphratensis zu- 
zubringen, wo er Grundbesitzer war: add. 414(1150). 

IV. Architekt, der im Auftrage des Modestus als Comes 
Orientis (358 — 361) einen großen Porticus in Antiochia baute: 
III 40(245). 

V. Palatinus, dann Senator von Constantinopel, verbarg 
im J. 365 den späteren Usurpator Procopius II in seinem Hause: 
Amm. XXVI 6, 5. 

VI. Antiochener, reiste im J. 390 nach Kom und Griechen- 
land; an ihn gerichtet app. 337 (869). 

Stratonianus. Verwandter des Priscianus I, wohnhaft in 
der Provinz, die dieser verwaltete, d. h. in der Euphratensis: 
II 76(172); vgl. 77(173). Er gab im J. 360 seinen Sohn in 
die Schule des Libanius: II 76. 77(172. 173). 91 (187). 105 (201). 
An ihn gerichtet II 76(172). 91(187). 105(201). 

8ymmachu8 I. Q. Aurelius Symmachus, Praefectus urbis 
Romae in den Jahren 384 — 385, Gonsul im Jahre 391: Seeck, 
Symmachus S. XXXIX. An ihn im Jahre 391 gerichtet app. 
391 (923). 

1) Dieser Brief trägt in den maßgebenden Handschriften die Adresse 
des Strategius, nicht des Firminus. 



III. Die Adressaten: Strategius I — Tatianus I. 285 

II. Ein andrer reist im J. 364 nach Palaestina und wird 
dem dortigen Consular Priscianus I empfohlen: add. 167 (1154). 

Syncletius I. Palatinus um das J. 330: Athanas. ap. c. 
Ar. 59 = Migne G. 25 S. 357. Könnte mit dem folgenden 
identisch sein. 

II. Oonsularis Palaestinae im Jahre 355. Denn in dieser 
Provinz war der ihm empfohlene Boethus zu Hause : VI 38 (446). 
An ihn, nicht an Parnassius, ist nach der besten Überlieferung 
gerichtet V 37 (1184). 

Tatianus I. Plavius Tatianus, Consul im Jahre 391: 
CIL X 37. Rossi, Inscr. christ. urb. Romae I 395. Mitteis, 
Griechische Urkunden der Papyrussammlung zu Leipzig I 
S. 49. Lycier: or. LVI 16 p. 217. Cod. Theod. IX 38, 9. Zosim. 
IV 45, 1. Larsow, Die Pestbriefe des heil. Athanasius S. 43, 
wo Lticivs natürlich Lycius bedeutet. Wahrscheinlich aus 
Sidyma, wo die Versinschrift gefunden ist, die seine voll- 
ständige Ämterreihe aufzählt: Kaibel, Epigr. graeca 919 = 
Benndorf und Niemann, Reisen in Lykien und Karien I 8. 81, 
und wo auch im Anfang des 5. Jahrh. ein Tatianus, wohl der 
Enkel des unsern, ansässig war: S. 288. Vater des Proculus III : 
S. 248 und einer Tochter, die ihren Sohn nach dem Großvater 
Tatianus nannte: app. 286(817). Aus dem Lobe, das Zos. IV 
45, 1. 2. 52, 1 ihm spendet, und der Art, wie Libaniusihm gegen- 
über von den Göttern redet: app. 259(791). 286(817). 346(878). 
374 (906). 377 (909), muß man schließen, daß er Heide war. 
Er ist also jedenfalls, wie schon Sievers vermutete, der heid- 
nische Praefect, den Theodosius sich an die Seite stellte: or, 
XXX 53 p. 203. Demgemäß stand er zu den litterarischen 
Kreisen, die damals ja meist heidnisch waren, in den engsten 
Beziehungen und dichtete selbst eine Fortsetzung der Dias, 
welche den Fall Trojas schilderte, wie es scheint, in der Form 
eines Homerischen Cento, den er mit eigenen Versen mischte: 
app. 377 (909). Eudocia praef. 19 — 29 bei Ludwich, Rhein. 
Mus. XXXVII S. 214. Er veranstaltete davon drei immer 
wieder verbesserte Auflagen, und solange er mächtig war, wurde 
sie in den Schulen viel benutzt: app. 377 (909). Dem Libanius 
scheint er schon frühe nahegetreten zu sein. Denn da sein 
Name nicht häufig ist, dürften die beiden Briefe unbekannter 
Zeit, die einen Tatianus dem Florentius III empfehlen : pr. 17 (17). 
add. 429 (Anm. zu 1556), und die Erwähnung aus dem Winter 



286 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

355/6 V 73 (1255) wohl auf ihn zu beziehen sein. Er wurde 
zuerst Advocat, wahrscheinlich im J. 357, da seine Inschrift 
seine gesamte Laufbahn bis zum Consulat auf 33 Jahre be- 
rechnet, dann Assessor eines Praeses, eines Vicars, eines Pro- 
consuln und zweier Praefecten: Kaibel a. O. Dann Praeses 
Thebaidos: Kaibel a. 0. CIG 4816. Praefectus Aegypti in den 
J. 367-370: Larsow S. 43—45. Cod. Theod. XII 18, 1 vom 

10. Mai 367. Phot. cod. 258 p. 484 B 36. Suid. s. v. QvdX^^, 
Kaibel a. O. Er trat sein Amt am 27. Jan. 367 an und war 
der erste, der es mit dem höheren Titel praefectus Augustalis 
führte: Mommsen, Chronica miuora I S. 295. In diesem 
Amte verfolgte er auf Befehl des Kaisers Valens, der die 
Arianer begünstigte, die eifrigen Verfechter der orthodoxen 
Sache: Mommsen a. 0. Phot. cod. 258 p. 484 B 36. Consularis 
Syriae; dann Comes Orientis: Kaibel a. O. Liban. or. X 37 
p. 274. Auf welches dieser beiden Ämter sich die Angabe 
or. XLVI 8 p. 467 bezieht, Tatiauus habe dem Vater des Flo- 
rentius IX nachgeahmt, der zuerst in Antiochia das Beispiel 
gegeben habe, Menschen totpeitschen zu lassen, läßt sich nicht 
entscheiden. Die Bauten in Antiochia, aufweiche app. 238 (770j 
hinweist, wird er wohl als Comes Orientis ausgeführt haben. 
Comes sacrarum largitionum: Kaibel a. 0. Als solcher nach- 
weisbar im J. 374 am 16. Febr.: Cod. Theod. X 20,8; am 

11. März: Cod. Theod. X 22,1; am 21. Mai: Cod. Theod. IX 
21,8 und im J. 377 am 25. Jan.: Cod. Theod. VIII 7, 14; 
ohne Datum Cod. lust. IV 63, 2. Auch nachdem Valens am 
3. Aug. 378 bei Adrianopel gefallen war, scheint Tatiauus sein 
Amt noch behalten zu haben; denn ein an ihn gerichtetes 
Gesetz vom 17. Juni 380 nennt ihn zwar fälschlich Praefectus 
praetorio, gehört aber, da es von Erbschaften des Fiscus handelt, 
in den Amtskreis des Comes sacrarum largitionum: Cod. lust. 
VIII 36, 3 und sein Nachfolger Palladius XIV wird nicht vor 
dem 6. Juli 381 erwähnt: S. 229. Doch seit 380 oder 381 
dürfte er, da der orthodoxe Kaiser Theodosius die Dienste des 
Heiden nicht mehr in Anspruch nahm, als Privatmann in seiner 
Heimat gelebt haben. Erst nach dem Tode des Cynegius, der 
Praefectus praetorio Orientis gewesen war, wurde er schon als 
Greis: app. 286(817). 374(906). 409(942). Aster, hom. IV 
= Migne G. 40 S. 225 zu dessen Nachfolger berufen: Zosim. 
IV 45, 1. Kaibel a. 0. app. 227 (760). 238. 239 (770. 771). 



III. Die Adressaten: Tatianus I. 287 

258—261(790—793). 294(825). 305.306(836.837). 327(859). 
346(878). 357(889). 374(906). 377(909). 379(911). 408(941). 
add. 430 (Jahrb. f. Philol. 113 S. 494). or. XXX 53 p. 203. 
L p. 570. 586. LVI 16 p. 216. Da sein Vorgänger am 19. März 
388 begraben wurde: Mommsen, Chronica minora I S. 245, 
wird er um diese Zeit sein Amt angetreten haben. Er wird 
darin erwähnt im J. 388 am 16. Juni: Cod. Theod. XVI 4, 2; 
am 21. Juni: Cod. Theod. XII 1, 119; am 18. Oct.: Cod. Theod. 

X 22,2; im Jahre 389 am 2. März: Cod. Theod. I 5,9; am 
28. April: Cod. Theod. I 15, 13. VIII 11,5; am 5. Mai: Cod. 
Theod. Vin4, 16. XVI 5, 17; am 27. Juni: Cod. Theod. IX 
21,9; am 6. Sept.: Cod. Theod. IX 35,5; am 26. Nov.: Cod. 
Theod. XVI 5, 19; am 17. Dee.: Cod. Theod. XII 1, 120; im 
Jahre 390 am 21. Jan.: Cod. Theod. III 17,4; am 15. Febr.: 
Cod. Theod. IX 1, 17; am 17. Juni: Cod. Theod. XII 1, 121; 
am 21. Juni: Cod. Theod. XVI 2, 27; am 5. Juli: Cod. Theod. 

XI 16,18; am 23. Aug.: Cod. Theod. XVI 2, 28; am 2. Sept.: 
Cod. Theod. XII 1, 122. XVI 3, 1 ; am 8. Sept: Cod. Theod. XIII 
5, 19; im J. 391 am 11. März: Cod. Theod. III 3, 1; am 22. März: 
Cod. Theod.XI 16,19; am 29.Mai: Mitteisa. 0.; am 18. Juli: Cod. 
Theod. XIII 9,4; am 28. Juli: Cod. Theod. XII l,123;am 17. Sept.: 
Cod. Theod. XI 3, 5; im J. 392 am 13. März: Cod. Theod. IX 
40,15; am 15. März: Cod. lust. V 10, 1; am 9. Apr.: Cod. 
Theod. I 29,8; am 17. Apr.: Cod. Theod. XVI 3,2. 8,8; am 
27. Mai: Cod. Theod. II 8,21; am 15. Juni: Cod. Theod. XVI 
5,21; am 30. Juni: Cod. Theod. XII 1, 127; falsch oder gar 
nicht datiert Cod. Theod. VII 4, 19. V 11,12. Cod. lust. II 
12, 25. XI 25, 2; vgl. S. 257. Ihm wurden von Antiochia ganz 
ungewöhnliche Ehren beschlossen: app. 227 (760) und zahlreiche 
Panegyriken auf ihn gehalten, darunter solche von Libanius: 
app. 408 (941), Parthenopaeus: app. 383 (915) und PriscianusII: 
app. 408. 409(941. 942), Im J. 391 bekleidete er das Con- 
sulat: Kaibel a. O. und sonst. Von seiner Designation redet 
app. 377 (909), von den Consulargeschenken, die er dem Li- 
banius schickte, app. 408 (941). Im Sommer 392 wurde er 
durch Rufinus XII gestürzt, seine amtlichen Verfügungen zum 
großen Teil für ungiltig erklärt: Cod. Theod. IX 42, 12. 13. 
XI 1, 23: XII 1,131 und er selbst vor ein Gericht gestellt, das 
sein Gegner leitete: Zosim. IV 52, 1. 2. Claud. in Ruf. I 239. 
Cod. Theod. IX 38, 9. Aber da sein Sohn Proculus sich ge- 



288 ^' Seeck, Die Briefe des Libanias. 

flüchtet hatte und nicht aufzutinden war, machte man dem 
Tatianus große Versprechungen, damit er jenen veranlasse, sich 
dem Gerichte zu stellen: Eunap. frg. 59. Zosim. IV 52, 3. 
Darauf wurde am 6. Dec. 393 Procains vor den Augen seines 
Vaters hingerichtet: Claud. in Ruf. I 247. Aster, hom. IV = 
Migne G. 40 S. 224; etwas anders Zosim. IV 52, 4; vgl. S. 250. 
Tatianus selbst wurde gleichfalls zum Tode verurteilt, aber 
begnadigt und in seine Heimat Lycien verbannt: Claud. a. 0. 
Aster, a. 0. Zosim. a. 0. Sein Name ist getilgt auf der aegyp- 
tischen Inschrift bei J. G. Milne, A history of Egypt under 
Roman rule S. 195. Seines Vermögens durch Konfiskation 
beraubt, soll er sich als Bettler ernährt und bald auch sein 
Augenlicht verloren haben: Phot. cod. 258 p. 484 B 39. Zu- 
gleich mit seiner Verurteilung wurde seine Heimatprovinz mit 
öfiEentlichem Schimpfe belegt, ihre Bürger zu jedem Amte für 
unfähig erklärt und deren frühere Ämter und Würden an- 
nulliert: Cod. Theod. IX 38, 9. Claud. in Ruf. I 232. Nach 
der Ermordung des Rufinus wurde diese Bestimmung durch ein 
Gesetz vom 31. Aug. 396: Cod. Theod. IX 38,9 zurückgenommen 
und auch Tatian selbst in seine Ehren wiederhergestellt. Da 
er hier vir illustris, nicht illustris memoriae vir^ genannt wird, 
scheint das Gesetz vorauszusetzen, daß er damals noch am Leben 
war. Aber die Nachricht von seiner vollen Restitution ist wohl 
nicht mehr zu ihm gelangt, da gesagt wird, er sei in tiefster 
Schmach verstorben: Aster, a. O. Phot. a. O. Danach dürfte 
sein Tod in den Sommer 396 zu setzen sein. An ihn gerichtet 
app. 227(760). 238(770). 242(774). 258. 259(790. 791). 
286(817). 296(827). 328(860). 346(878). 374(906). 377(909). 
379(911). 408(941). 

II. Sohn der Tochter des vorhergehenden, reiste im J. 388 
aus Antiochia zu seinem Großvater nach Constantinopel: app. 
286 (817). Wahrscheinlich identisch mit dem Bruder des Julius, 
der in Sidyma den späteren Kaiser Marcian als Gastfreund 
empfing, ihm die Herrschaft weissagte und von ihm dafür zum 
Praefectus urbis Constantinopolitanae befördert wurde: Cedren. I 
S.603. Theophan. 5943. Niceph.h.e.XVl=Migne G. 147 S. 12. 

Teutomeres. Protector domesticus befindet sich 355 im 
Gefolge des Kaisers Constantius: Aram. XV3, 10, kommt 363 
mit Kaiser Jovian nach Antiochia: add. 5(1288). Wahrschein- 
lich identisch mit dem Tautomedes, Dux Daciae Ripensis, an 



III. Die Adressaten: Tatianus I — Thalassius I. 289 

den unter Valeutiuian und Valens ein unsicher datiertes Gesetz 
gerichtet wurde: Cod. Theod. XV 1, 13. Nach dem Orte des 
Datum dürfte es in den December 364 zu setzen sein. An ihn 
gerichtet add. 5(1288). 

Thalassius L Reicher Antiochener, Verwandter des Li- 
banius: add. 37(1096). 251 (1426b). 267 (1440); vgl. 291(1209), 
vermählt mit Theodora, die wahrscheinlich Schwester des Spec- 
tatus, Tochter des Panolbius, des Oheims des Libanius, und 
der Bassiaua war: S. 281 und ihren Gatten überlebte: IV 18 (331), 
Vater des Thalassius II: IV 20 (333), des Bassiauus: add. 251 
(1426b). 267(1440) und einer Tochter, um die sich im Jahre 
364 Aristo I bewarb: add. 37(1096). Er besaß Landgüter in 
Phoenicien: add. 251 (1426b) und in Euphratensis: add. 291 
(1209). Nach den Obliegenheiten, die er am Hofe des Con- 
stantius erfüllte, muß er Christ gewesen sein. Er ging, wahr- 
scheinlich im J. 345, nach Poetovio und scheint dort in dem 
religiösen Zwist, der zwischen Constantius und Constans aus- 
gebrochen war, bei diesem als Gesandter und Vermittler gewirkt 
zu haben: Äthan, ap. ad Const. 3 = Migne G. 25 S. 597; vgl. 
Pauly-Wissowa IV S. 1060. Im Jahre 346 war er Comes des 
Constantius und schrieb als solcher an Athanasius, um ihn zur 
Rückkehr nach Alexandria zu bewegen: Äthan, ad mon. 22 
= Migne G. 25 S. 717. Im J. 350 begleitete er den Kaiser bei 
seinem Feldzuge gegen Magnentius: Zosim. II 48, 5 und gehörte 
im J. 351 der Kommission an, welche in Sirmium die Lehren 
des Photiuus auf ihre Rechtgläubigkeit prüfte: Epiph. haer. 71,1. 
Als Constantius Gallus am 15. März 351 zum Caesar ernannt 
wurde und dann nach Antiochia ging, wurde ihm Thalassius 
als Praefectus praetorio Orientis an die Seite gestellt: Joh. mpu. 
vita S. Artemii 12 = Mai, Spicilegium Romanum IV S. 349 ; vgl. 
IV 44(356). add. 291 (1209); in diesem Amt erwähnt am 3. Juli 
352: Cod. Theod. XVI 8, 7 mit der Anmerkung Mommsens. Er 
wirkte der Tyrannei des Caesars mit taktloser Heftigkeit ent- 
gegen und führte wiederholt über ihn Klage bei Constantius: 
Amm. XIV 1, 10. 7, 9. Im Jahre 354 starb er und erhielt den 
Domitianus I zum Nachfolger: Joh. mon. vita S. Artemii 13. 
Amm. XIV 7, 9. Als der Bruder des Gallus im J. 361 sich 
auch den Orient unterworfen hatte, glaubte man sich gegen 
die Nachkommen des Thalassius jede Chikane erlaubeu zu dürfen. 
Sie wurden daher in zahlreiche Processe verwickelt, in denen 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 19 



290 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Libanius seinen Einfluß für sie geltend machte: add. 251 (1426b). 
267(1440). 291 (1209). Amm. XXII 9, 16. An ihn gerichtet 
pr. 16(16). 

IL Sohn des vorhergehenden: IV 20 (333), im Jahre 358 
neuvermählt und noch kinderlos: IV 68 (380). 78(390); von 
großem Reichtum : IV 20 (333). 68 (380). Er hatte den Li- 
banius aus Lebensgefahr gerettet: pr. 5(5). app. 6(535), viel- 
leicht indem er im J. 354, als jener nach Antiochia übersiedelte, 
am Hofe des Caesars Gallus für ihn eintrat. Diesem selbst 
stand er, wie sein Vater, feindlich gegenüber: Amm. XXII 9, 16. 
Im Jahre 358 reiste er aus Antiochia ab: IV 20(333), um sich 
nach Pannonien zu begeben : IV 68 (380), wo damals Kaiser 
Constantius sich aufhielt: Pauly - Wisse wa IV S. 1084. Er trat 
in den Hofdienst : IV 68 (380) und brachte es in kurzer Zeit zum 
proximus libellorum: Amm. XXII 9, 16, weil der Praefect Stra- 
tegius I sich für ihn interessierte: IV 20 (333). Im J. 361 fiel 
er gleichzeitig mit seinem Oheim Spectatus in Ungnade, und 
irgendwelche Anklagen wurden gegen ihn erhoben: app. 6 (535). 
pr. 5 (5). Damals hielt er sich in Antiochia auf, wo auch Kaiser 
Julian ihn 362 antraf und ihm den Zutritt zu seinem Hofe ver- 
weigerte. Doch als er sah, daß dies von Proceßgegnern zu 
Ungunsten des Thalassius ausgenutzt wurde, versöhnte er sich 
mit ihm, wozu die Fürsprache des einflußreichen Libanius wohl 
beigetragen haben wird: Amm. XXII 9, 16. 17. An ihn gerichtet 
IV 68 (380). 78(390). 

III. Sohn des Severus Censor Julianus und der Pom- 
ponia Urbica: Auson. parent. 24. 32; vgl. Seeck, Symmachus 
S. LXXVH, Schwiegersohn des Dichters Ausonius: Symmach. 
ep. I 25, vermählte sich mit dessen Tochter, nachdem ihr erster 
Gatte Valerius Latinus Euromius früh gestorben war: Auson. 
parent. 16. Seine Söhne waren Censorius Magnus Ausonius 
und Paulinus, der Verfasser des Eucharisticon: Seeck, Sym- 
machus S. LXXV; vgl. Brandes, Corp. script. eccl. lat. XVI 
S, 266. Er wurde durch den Einfluß seines Schwiegervaters 
Vicarius Macedoniae: Paul. euch. 26. Dies Amt wird er in den 
J. 376 und 377 bekleidet haben; denn Paulinus, der während 
desselben geboren wurde, war beinahe neun Monate alt, als sein 
Vater nach Africa übersiedelte, um, dort das Proconsulat zu 
übernehmen: Paul. euch. 32, in dem er am 30. Jan. 378 nach- 
weisbar ist: Cod. Theod. XI 36,23—25. 30,37; vgl. Auson. 



111. Die Adressaten: Thalassius I — Themistius I. 291 

epiced. in patr. 2, 45. protrept. 2, 44. Nachdem er achtzehn 
Monate die Provinz verwaltet hatte: Paulin. euch. 34, kehrte 
er im Jahre 379: Paul. euch. 48 nach Burdigala zurück: Paul, 
euch. 44flF., wo er als Privatmann wohnen blieb, den Rest seines 
Lebens nur der Erziehung seiner Kinder widmend: Paul, 
euch. eOflf. 

IV. Autiochener: or. XLII 37 p. 410, Besitzer einer Schwert- 
fabrik: or. XLII 21. 32. 34. 39 p. 399. 406. 407. 411 und so. aus- 
gedehnter Landgüter, daß er sich in behäbigem Wohlstande 
befand: or. XLII 4. 7 p. 391. 392. Eines davon lag bei Samosata 
or. XLII 37 p. 410. Heide: or. XLII 7. 38 p. 392. 411. Im J. 392 
noch unverheiratet : or. XLII 7 p. 392. Man gab ihm den Bei- 
namen des Philosophen: or. XLII 9 p. 393. XL 22 p. 375, obgleich 
er sich nur eine mäßige Bildung im Umgänge mit Libanius an- 
geeignet hatte: or. XLII 25 p. 401. Er beaufsichtigte dessen 
Schüler: app. 324 (856). or. XLII 29 p. 404, bewahrte seine Reden 
auf und sorgte für deren Verbreitung: app. 311(842). 313(844). 
314(845). 316(847). 319(850). or. XLII 3. 36 p. 390. 409. LIV66 
p. 170; da er der Stenographie kundig war: or. XLII 25 p. 401, 
hat er vielleicht einzelne, die Libanius extemporierte, auch selbst 
aufgezeichnet. Als Eustathius V ihn im J. 388 zwingen wollte, sich 
in Antiochia den Decurionatslasten zu unterwerfen: or. LIV 66 
p. 169, bewarb er sich, um dem zu entgehen, um die Würde eines 
Senators von Constantinopel, zunächst ohne Erfolg, obgleich 
Libanius ihn durch die Briefe app. 309—317 (840—848). 
319(850). 323.324(855.856). 326 (858). 330 (862). 446(979) 
und die Rede vjttQ OaXacolov (XLII) zu unterstützen suchte. 
An ihn gerichtet app. 338(870), erwähnt app. 418(951). 444 
(977). 490(1023). 

V. Ein Thalassius, der sich mit keinem der vorhergehenden 
sicher identificieren läßt, wird im Jahre 363 erwähnt: add. 
329(1479). 

Themistius I. Paphlagoner: Them. or. II 28 d. XXVII 
333c. d, doch in Byzanz geboren und erzogen: Them. or. XVII 
2l4c. XXXIV 12. 16. Sohn des Eugenius I: S. 132, aus wohl- 
habender Familie: Them. or. XX 233 d. XXIII 288 d. 291 c. Brief 
des Kaisers Constantius bei Them. or. 22 a.b. Heide: IV 59 (371). 
V 19(404). Them. or. II 27d. 34c. IV 49c. 51b. V67b. XIII 
180a. XV 191b. XVI 201a. XX 234c. XXIII 296a. XXIV 302c. 

19» 



292 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

XXVI 330d. XXVII 333c. XXX 349a u. sonst^ Da er sich 
dem Kaiser Constantius gleichalterig nennt, muß er um 317 
geboren sein: Thera. or. 1 18a; vgl. Pauly-Wissowa IV S. 1044. 
Dazu paßt, daß er sich zuerst im Jahre 369 als jrQeößvrrjg be- 
zeichnet: Them. or. IX 123b, im Jahre 376 von seinen grauen 
Haaren spricht: Them. or. XIII 163 d; später nennt er sich 
wiederholt einen Greis: Them. or. XIV 180c. XV 190a. XVI 
199c. XVII 214b. XVni 223b. c. 224c. XXXIV 12. Nach- 
dem er seine erste Jugend in Byzanz zugebracht hatte, kehrte 
er nach Paphlagonien zurück und betrieb rhetorische Studien 
auf den Rat eines väterlichen Freundes in einer Stadt, die in 
der Nähe des Phasis lag und wo damals ein berühmter Lehrer 
tätig war: Them. or. XXVII 332 d. Man wird in erster Linie 
an Sinope denken müssen, obgleich die geographische Bestimmung 
nur mangelhaft dazu paßt. Denn daß er dort Bekanntschaften 
besaß, die er während seiner Studienjahre angeknüpft haben 
könnte, ergibt sich aus 1181(177). Noch als Jüngling schrieb 
er auf Grund der Belehrungen, die er von seinem Vater em- 
pfangen hatte, die noch erhaltenen Paraphrasen des Aristoteles, 
angeblich nur für seinen eigenen Gebrauch; doch wurden sie 
herausgegeben und machten ihn schnell berühmt: Them. or. 
XXIII 294 d ff. Einen Teil davon, wenn nicht das Ganze, 
dürfte er schon in Constantinopel verfaßt haben, wohin er 
zwanzig Jahre vor seiner Gesandtschaftsreise nach Kom, d. h. 
um das Jahr 337, übersiedelte: Them. or. XXVIII 298b. Hier 
verheiratete er sich mit der Tochter eines Philosophen : Them. 
or. XXI 244b. Kaiserbrief 22 a, und das zwar wahrscheinlich 
sehr bald nach seiner Ankunft. Denn sein Sohn, der gleichfalls 
Themistius hieß, besuchte schon vor der Übersiedelung des Li- 
banius nach Antiochia, d. h. vor dem Sommer 354, die Rhetoren- 
schule, muß also damals schon in das Jünglingsalter eingetreten 
sein: VI 81 (491). Er selbst begann seine Lehrtätigkeit um das 
J. 345: Them. or. XXXI 352 c und führte sich beim Publikum 
von Constantinopel wahrscheinlich durch den Baöaviot^g (XXI) 
ein, wohl die älteste seiner erhaltenen Reden. Denn hier erklärt 
er noch, daß ihm der Titel eines Philosophen nicht zukomme, 

1) Hierzu bemerkt mir Schenkl : „Für das Heidentum des Themistius 
ist es besonders bezeichnend, daß er Prov. Salom. 21,1 als koyog TOv^Aoav- 
QLOV. or. XIX 229 a oder als aus den ^AoovqLwv yQafifiaxa entnommen 
citiert; or. VII89d. XI147c.'* 



III. Die Adressaten: Themistius I. 293 

wähi-eüd er ihn später immer ungescheut in Anspruch nimmt. 
Auch die Gastrede, die er bei einem Besuch in Nicomedia hielt 
(XXIV), könnte dieser Frühzeit angehören; doch bleibt dies 
zweifelhaft. Im J. 348 oder 349 muß dann XXXIII gehalten 
sein, da hier die Einführung einer neuen Kupferwährung erwähnt 
wird, die in eines dieser Jahre fällte Der Ruhm seiner Schriften 
führte dem Themistius schnell Schüler zu, nicht nur aus Con- 
stantinopel, sondern auch aus Griechenland und Asien: Them. 
or. XXin 294 b. Ein begeisterter Leser sah sich sogar ver- 
anlaßt, das Delphische Orakel über ihn zu befragen, und erhielt 
dieselbe Antwort, die es einst über Socrates gegeben hatte, 
Themistius sei der Weiseste aller Hellenen: Them. or. XXIII 
296 a. 

Nach der Überschrift ist jtsQi (piXaiyd-Qojjilaq (I) die erste 
Rede, die er vor dem Kaiser hielt, und das zwar in Ancyra. 
Hiernach hat man sie in das J. 347 gesetzt, weil damals sich Con- 
stantius nachweislich in jener Stadt aufgehalten hat: Cod. Theod. 
XI 36,8. Doch ist daraus gar nichts zu schließen, weil der 
Kaiser jedesmal, wenn er von Antiochia nach Constantinopel oder 
zurück reiste, wie das zwischen 337 und 350 mehrmals geschah, 
Ancyra berühren mußte. Und wäre die Rede bei Lebzeiten des 
Constans gehalten, so bliebe ganz unverständlich, warum der 
Bruder und Mitregent des Constantius gar nicht darin erwähnt 
wird. An anderer Stelle setzt Themistius auseinander, daß die 

1) 367b: T« övbfiaxa zoTg avd^QotTioig zavrdv vTtOfiivsi 7io)J,axiq 
OTiEQ xal ra rofiiofiaraf xal ov övvavxai looi asi zbv anavzcc xqovov 
ovöh bniikixov zrjv ccQxh'^ e6vv{jd"ij * äcnsQ örj xStxEtva zä TCQcttrjv, a tvayxoq 
^^eXriXazai z^g ayoQaq. rj ov fxsfxvTja&ef (hq avzlxa fieVj r^vixa zb tcqcüzov 
i^E<poiZTja€ züßv x^kxozvnmVj asfivbv zi XQ^f^cc r^v xal fxeyaXri rj 6vva(xiqy 
xal nokXa äv bXiyov ingio); TtQo'ibv 6h xal zavza iv ov noXXw XQbv(j) 

ovS* laaQid'fxwq ovzojq a'/Qelwq elq zä TKjDkrizriQia a<pixv€LZai. 

Diese interessante Stelle ist leider durch eine große Lücke verstümmelt, 
aber der Sinn bleibt noch kenntlich. Es handelt sich um Kupfergeld, 
denn die es prägen, sind xakxozvnoif und zwar um die kleinen Stücke 
aus der letzten Zeit Constantins; denn das Publikum des Redners erinnert 
sich noch, wie sie zuerst ausgegeben wurden. Damals nahm man sie zu 
ihrem vollen Werte; aber sehr bald verlangte man für die Waren eine 
größere Anzahl von Stücken (ovo' laaQiS'fxwq)^ d. h. das Geld ging im Kurse 
herab. Endlich wurde es ganz abgeschafft (i^EkTjXazai z?jq äyoQaq) und 
von den Kaufleuten nicht mehr genommen (dxQsiejq elq lä ncDXrjzrjQta 
ä<pixvEtzai), Leider war mir diese Stelle noch nicht bekannt, als ich die 
Abschaffung des Constantinischen Geldes um das J. 348 in der Zeitschrift 
f. Numismatik XVII S. 132 nachwies. 



294 ö. Secck, Die Briefe des Libanius. 

Menschenliebe mit der Verwandtenliebe beginnen müsse: or. 
XXII 268 a. und er sollte in einer Schrift, die in erster Linie 
die (piXav»hQO)jtia des Kaisers preist, dessen einträchtiges Zu- 
samraenregieren mit seinem Bruder übergangen haben? Da aber 
auch von der Rache für dessen Tod nicht gesprochen wird, 
muß die Rede in eine Zeit fallen, in der Constans zwar schon 
tot war, Constantius aber mit seinem Mörder noch in Unter- 
handlung stand und man zweifelhaft sein konnte, ob er ihn nicht 
als Mitregenten anerkennen werde: Pauly-Wissowa IV 8. 1005. 
Als er im Sommer 350 von Antiochia aus gegen Vetranio und 
Magnentius zog, wird ihm Themistiua von Coustantinopel her 
nach Ancyra entgegengereist sein, um dort seinen Panegyrikus 
vorzutragen. Der Grund dürfte gewesen sein, daß am Bosporus 
schon berühmtere Redner den Kaiser erwarteten, während in 
der kleineren Stadt weniger Konkurrenz zu fürchten war. Dazu 
paßt, daß Theniistius or. XVI 200 b am 1. Jan. 383 sagt, er sei 
vor mehr als dreißig Jahren zuerst mit dem Hofe in Berührung 
gekommen. 

Nachdem er sich durch diesen Panegyrikus auch als Redner 
legitimiert hatte, trat Libanius, der damals in Coustantinopel als 
Lehrer der Rhetorik angestellt war, zuerst mit ihm in nähere 
Verbindung; denn im Winter 362/3 schreibt er, daß er zwölf 
Jahre mit ihm befreundet sei: app. 180 (703). Themistius hatte 
bald solchen Ruhm erworben, daß verschiedene Städte, nament- 
lich Ancyra und Antiochia, sich darum bemühten, ihn für sich 
zu gewinnen: Them. or. XXIII 299a. Diesen Rufen zu folgen 
war er um so eher geneigt, als die Christen in Coustantinopel 
großen Einfluß besaßen und den heidnischen Moralprediger an- 
feindeten: V 19 (404). 24 (409). Und materielle Vorteile hielten 
ihn dort nicht fest, weil er nicht nur keine Honorare nahm, 
sondern auch noch die bedürftigen Schüler aus seinem Ver- 
mögen unterstützte: Them. or. XXIII 288c — 291c. 294a. Seinem 
Schwanken machte der Kaiserbrief ein Ende, der nach seiner 
Unterschrift am 1. Sept. 355 im Senat von Constantinopel ver- 
lesen wurde: Themistius ed. Dindorf Ö. XIII. ^ Vorher war er 



1) Wie Schenkl mir mitteilt, lautet die Unterschrift im Codex Sal- 
manticus: ^ExofjLiad-rj rj iTiiazoki] vtisq SsfiiOTiov rov ),cifinQoxaxov (pilo- 
a6(pov xal avsyvaxjO-t] iv ry ovyxkrjtco scakavöaiq oemeßglaiq (so) vnäxwv 
^AQETtivDvoq (so) xal Ao).?.iavov. avhyvto (Va ^lovarlvog b kafjUiQozazog av^- 
vTiccTog. Daß übrigens sowohl diese Unterschrift als auch der Brief 



III. Die Adressaten: Themistius I. 295 

noch nicht Bürger der Stadt gewesen: Kaiserbrief 2 Id. Jetzt 
machte ihn Constantius zu ihrem Senator und wies ihm zugleich 
ein Gehalt an, das er vornehm ablehnte: V 51 (1241). Them. 
or. II 25 d. In seiner Dankrede deutet er an, daß er einen Wunsch 
des Kaisers erfüllen wolle: or. II 26b. Dies dürfte kaum ein 
anderer gewesen sein, als den berühmten Philosophen der Haupt- 
stadt des Ostens erhalten zu sehen. 

Jene Verhandlungen mit Antiochia haben im Briefwechsel 
des Libanius zahlreiche Spuren hinterlassen. V 19 (404) und 
24 (409) reden von den Angriffen, denen Themistius in Con- 
stantinopel ausgesetzt war. Der erste Brief erzählt zugleich, 
daß in Antiochia viel von ihm geredet werde und daß Libanius 
sich anfangs bemüht habe, ihn dorthin zu ziehen, jetzt aber 
aus Gründen, die er dem Papier nicht anvertrauen könne, zu 
der Meinung gelangt sei, Themistius bleibe besser, wo er sei. 

V 51 (1241) ist die Nachricht von dem Kaiserbriefe angelangt. 
Themistius hat darüber an Strategius I geschrieben, wahrschein- 
lich um ihm mitzuteilen, daß er jetzt endgiltig an Constantinopel 
gebunden sei; denn der Praefect wird es gewesen sein, der mit 
ihm jene Unterhandlungen führte. So erscheint es denn auch 

V 64 (1248) als ausgemacht, daß jener nicht mehr an die Über- 
siedelung denke. Doch nach V 80 (1261) will Strategius seinen 
Plan noch nicht ganz verloren geben. So viel auch Libanius 
ihm zuredet, fährt er fort, sich um Themistius zu bemühen. 
Er erklärt, daß er diesen nicht anklage, ihn aber bei einer 
persönlichen Zusammenkunft noch umzustimmen hoffet Mithin 
erwartet er, daß Themistius, wenn auch nicht mit der Absicht 
zu bleiben, doch äu ihm nach Antiochia kommen werde. Darauf 
bezieht es sich wohl, wenn Libanius V 93 (1134) den Freund 
ermahnt, dem ersten Schlage nicht noch einen zweiten hinzu- 
zufügen, d. h. dem Strategius wenigstens diesen Wunsch zu 
gewähren; er selbst sei unvermögend, den mächtigen Mann zu 
versöhnen. Gleichwohl scheint er nicht zu erwarten, daß jener 
die weite Reise antreten werde. Denn V 100 (1088), ein Brief, 

selbst ursprünglich lateinisch waren, verstünde sich bei einem kaiserlichen 
Erlaß von selbst, auch wenn Libanius nicht ausdrücklich sagte, daß er 
zum Verständnis desselben eines Übersetzers bedurft habe: V 51 (1241). 
Vermutlich ist die griechische Übersetzung, welche in die Handschriften 
des Themistius aufgenommen ist, von diesem selbst gemacht. 

1) ^Eyd) (priOLV fyxaXw fihv ovSh, o rfe, el Timeixcc {nmeixev die Aus- 
gabe) ahxovy (og Tjth'xtjxEv, fMStöccv avv^X^wfieVj ofioXoyiiaexai. 



296 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

der nach der besten Überlieferung nicht an Nicocles, sondern 
an Themistius gerichtet ist, knüpft zwar an V 93 (1134) an, 
redet aber nicht mehr von der Reise, und VI 15 (422) ist 
Libanius sehr beleidigt, daß Themistius ihm lange nicht ge- 
schrieben habe, und meint schon, er wolle jeden Verkehr mit 
ihm abbrechen. Die Erklärung dieses dauernden Schweigens 
lag darin, daß der Philosoph schon nach Antiochia unterwegs 
war, wo wir ihn VI 20 (427) und 22 (429) finden; vgl. VI 23—25 
(430—432). 57(465). 81(491). 148(60). 54(66). Them. or. 
IV 57 b. XXIII 299 a. Während er sich dort aufhielt, kamen 
persische Gesandte an, um mit Strategius jene Friedensverhand- 
lungen zu führen, von denen Ammian XVI 9, 3 unter dem J. 356 
erzählt: Them. or. IV 57b, Damit ist die Zeit der Reise bestimmt. 
Nachdem Themistius eine Eeihe von Vorträgen gehalten hatte: 
VI 25 (432), kehrte er nach Constantinopel zurück, die Briefe 
VI 22—25 (429—432) mit sich nehmend. VI 57 (465) schreibt 
ihm dann Libanius, er bedauere, daß jener nicht noch etwas 
länger habe verweilen können, um eine Deklamation von ihm 
anzuhören; dieser Brief ist also kurze Zeit nach der Abreise 
des Themistius ihm nachgeschickt worden. 

Die Dankrede für jenen Kaiserbrief (II) belohnte Con- 
stantius durch eine Erzstatue, deren Basis eine Inschrift in 
griechischen Versen trug: I 52 (64). Them. or. IV 54b. Später 
errichtete ihm ein anderer Kaiser noch eine zweite, vielleicht 
Julian, der ja die heidnische Philosophie hoch verehrte: Them. 
or. XXXIV 13; vgl. XVII 214 b. XXXI 353a. Er hatte schon 
als Privatmann mit Themistius im Briefwechsel gestanden: 
Julian, ep. ad Them. 260 a, und als er am 6. Nov. 355 zum 
Caesar erhoben war, schrieb dieser ihm einen Protrepticus in 
Form eines Briefes, auf den er durch den noch erhaltenen 
Brief an Themistius antwortete. 

Bald nachdem jene erste Statue ihm dekretiert war, am 
1. Jan. 357, als die beiden Kaiser ihr zweites gemeinsames 
Consulat antraten, trug Themistius im Senat von Constantinopel 
einen neuen Panegyrikus auf Constantius vor. Denn seine 
vierte Rede ist gehalten, bald nachdem er aus Antiochia zurück- 
gekehrt war: 57b, während der Kaiser sich in Italien aufhielt, 
mitten im strengsten Winter: 50a. 54a, bei einem Feste, das 
jenseit der Alpen begangen, aber in Constantinopel mitgefeiert 
wurde: 49 äff. Dies kann kein anderes als jener Consulats- 



III. Die Adressaten: Themistius I. 297 

antritt gewesen sein, um dieselbe Zeit starb sein gleichnamiger 
Sohn: VI 81 (491). 

Als Constantius im Frühling 357 zum ersten Mal Rom 
besuchte, um dort die Vicennalien seiner selbständigen Herr- 
schaft zu feiern, übersandte ihm der Senat von Constautinopel 
den üblichen Goldkranz durch Themistius, der bei dieser Ge- 
legenheit den IlQsößevTixog (or. III) vortrug. Außerdem be- 
nutzte er diese Reise, um das Licht seiner Philosophie auch in 
der Welthauptstadt leuchten zu lassen, und erregte damit solche 
Begeisterung, daß man ihm große Belohnungen in Geld und 
Grundbesitz versprach, wenn er ganz in Rom bleiben wolle, 
und den Kaiser bestürmte, in diesem Sinne auf ihn einzuwirken. 
Doch Themistius ließ sich nicht halten, sondern kehrte nach 
Constautinopel zurück, wo eine noch vornehmere Stellung ihn 
erwartete: Them. or. XXIII 298b. Denn diese Gesandtschaft 
betrachtete er als den Wendepunkt seines Lebens; obgleich er 
später noch neun andere übernahm: Them. or. XVII 214b. 
XXXI 352 d, legt er dieser ersten doch die größte Bedeutung 
bei und meint durch sie zur leitenden Persönlichkeit im Senat 
geworden zu sein ^. Schon hieraus muß man schließen, daß er 
etwas mehr geleistet hat, als schöne Reden halten, und darf 
daher eine wichtige Gunst, die er für seine neue Heimat er- 
langte, wohl mit seiner Romfahrt in Verbindung bringen. 

Nach dem Aufruhr des J. 342 hatte Constantius die Strafe 
über das Volk von Constautinopel verhängt, daß ihm von den 
80000 Modii Weizen, die Constantin der Große zur täglichen 
Verteilung bestimmt hatte, die Hälfte genommen werde: Pauly- 
Wissowa IV S. 1056. Themistius erwirkte, daß diese Verfügung 
zurückgenommen und der Stadt das frühere Maß wiedergegeben 
wurde 2. Zurückgekehrt hielt er eine jetzt verlorene Rede, welche 
den Erfolg seiner Romreise darlegte: IV 59(371). 67(379). 



1) Them. or. XXXIV 13: i^ ixeivov rrjg ngoaraalaq tavzrjg ipirbfiT^Vy 
i^ OTOv fis TtQeaßevBLV eig rr^v aoiöifiov 'PatjüLi^v ix^tQorovstte xal itQoq 
rbv naJöa iorekksre xbv Kmvaravxlvox^. Sievers S. 214 interpretiert dies 
falsch, wenn er daraus schließt, daß Themistius gleich nach seiner Rück- 
kehr zum Proconsuln von Constantinopel gemacht worden sei. Die tiqo- 
araala ist kein Amt, sondern nur eine Stellung. 

2) Them. or. XXXIV 13: i^ ixeivov TiQoexriöbfjiriv tov örifioVf i^ 
OTOV xb aixtiQBOiov hcavTiyayov. Auch or. XXIII 298b deutet Themistius 
an, daß seine Gesandtschaft nach Rom der Stadt irgend einen wichtigen 
Vorteil gebracht habe. 



298 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Wie Libanius meinte, hatte erst diese Gesandtschaft dem 
Themistius den Anlaß gegeben, eine Sammlung seiner Reden 
herauszugeben: IV 59 (371). Doch schon am 1. Jan. 357 hatte 
er erklärt, er wolle der Bibliothek, die der Kaiser in Constan- 
tinopel gründete, seine Reden stiften^; aber wahrscheinlich hatte 
der Tod seines Sohnes und dann die Gresandtschaftsreise die 
Ausgabe verzögert, so daß sie erst nach seiner Heimkehr zu- 
stande kam. Trotz seiner heidnischen Religion hatte er im 
litterarischen Leben Constantinopels die Führung gew^onnen. 
Es hätte in seiner Macht gelegen, die Rückkehr des Libanius 
zu erzwingen: I 48 (60), und seinem Einfluß war es zu danken, 
daß der Aegypter Harpocratio an dessen Stelle auf den rheto- 
rischen Lehrstuhl der Hauptstadt berufen wurde: IV 59(371). 

Es wird dem Philosophen kaum schwer gefallen sein, Con- 
stantius zur Aufhebung jener Strafe zu bewegen. Denn dieser 
hegte eine große Vorliebe für Constantinopel, ja man durfte 
von ihm rühmen, daß er mehr für die Stadt getan habe als 
sein Vater, der sie unter seinem Namen neu gegründet hatte: 
Theni. or. III 40c. 41a. 43a. 44a. 47a— 48d. XI 151a. XIII 
167 c. Er hatte sie mit Bauwerken geschmückt und Spiele zur 
Ergötzung ihrer Einwohner gestiftet: Them. or. IV 58b flf., vor 
allem aber hatte er schon um das J. 339 ihren Senat dem 
römischen gleichgestellt und sie dadurch zur zweiten Reichs- 
hauptstadt erhoben: Them. or. 11141c. Seeck, Zeitschr. für 
Numismatik XXI S. 59ff. Constantin der Große hatte noch 
durch Geschenke an Land und Geld Mitglieder für den neuen 
Stadtrat werben, ja mitunter selbst Zwang anwenden müssen; 
unter Constantius. begannen sie freiwillig zuzuströmen: Them. 
or. III 48 a, ja selbst römische Senatoren traten in den Senat 
von Constantinopel über: 156 (68). 11149.50(254.255). Trotz- 
dem hatte dieser sich im J. 358 noch nicht über die Zahl von 
300 Mitgliedern erhoben. Der Kaiser wünschte ihn weiter zu 
vermehren und erkannte dafür in Themistius das geeignete 
Werkzeug. Er ernannte ihn daher im Winter 358/9 zum Pro- 
consuln von Constantinopel, und wirklich gelang es unserem 
Philosophen, den Rat auf 2000 Mitglieder zu bringen: Them. 
or. XXXIV 13. 

Die Zeit des Amtes ist dadurch sicher gestellt daß der 



1) Them. or. IV (Uc. Auf diese Bibliothek bezieht sich auch die 
arg verdorbene Stelle o9d. 



III. Die Adressaten: Themistius I. 299 

Kaiser während desselben nach Constantinopel kam: I 52(64). 
Denn innerhalb des letzten Jahrzehnts seiner Regierung, das 
hier allein in Betracht kommen kann, ist er nur einmal dort 
gewesen, nämlich während der Winterquartiere von 359 auf 
360: Pauly-Wissowa IV S. 1088. Vor 358 aber kann The- 
mistius das Amt nicht angetreten haben, weil der Brief, der 
ihn zur Übernahme desselben beglückwünscht: I 26 (38), schon 
des Hermogenes IV als Praefecten erwähnt: S. 173. Die ge- 
nauere Datierung dieses Briefes auf den Winter 358/9 ergibt 
sich aus seiner Stellung innerhalb der Reihe. Macht und Einfluß 
des Proconsuln werden dann 154 (66). 63(75). 78(89). 1116(112) 
angerufen, und besonders häufig ist von den neuen Senatoren 
die Rede, die er für Constantinopel gewonnen hat oder zu 
gewinnen im Begriff ist: I 20(32). 26(38). 48(60). 56(68). 
62 (74). 73 (84). II 3 (98). Freilich empfindet Libanius, daß 
diese übermäßige Begünstigung der Hauptstadt ein Unheil ist. 
Wie Coustantin die Provinzen ihrer schönsten Kunstwerke 
beraubt hatte, um seine Neugründung damit zu schmücken, so 
werden den Städten zweiten Ranges jetzt die Männer genommen, 
auf denen ihre Kraft und Blüte beruht. Wo er kann, rät 
daher Libanius ab, dem Lockrufe des Themistius zu folgen: 
I 20 (32). 62 (74). 73 (84), und en-egt dadurch zeitweilig dessen 
Zorn: I 48(60). Desto zufriedener ist der Kaiser mit seinem 
eifrigen Proconsuln. Als er im Herbst 359 nach Constantinopel 
kommt, zieht er ihn an seine Tafel und überhäuft ihn mit 
Gunstbezeugungen: 152(64). 63(75). Them. or. XXXI 353a. 
Trotzdem übernahm schon am 11. Dec. 359 Honoratus I die 
Verwaltung der Stadt, nachdem Themistius sie kaum viel mehr 
als ein Jahr geführt hatte: S. 179. 

Den Grund dieser kurzen Amtsdauer kennen wir nicht, doch 
mag darüber eine Vermutung gestattet sein. Rom stand unter 
einem Praefectus urbis, Constantinopel bis dahin nur unter einem 
Proconsuln, dessen Rang bedeutend niedriger war; Constantius 
aber wollte beide Städte auch darin gleichstellen, daß er ihrem 
höchsten Beamten den gleichen Titel gab, und machte dem- 
gemäß jenen Honoratus zum ersten praefectus urbis Constanti- 
nopolitanae. Nun sagt Themistius, daß ihm diese Würde wieder- 
holt angeboten sei, er sie aber zurückgewiesen habe: or. 
XXXIV 13. Es wäre also möglich, daß schon Constantius sie 
ihm verleihen wollte, jener aber es eines Philosophen unwürdig 



300 0, Seeck, Die Briefe des Libanius. 

fand, sich mit einer neuen Titulatur zu schmücken, während 
doch das Wesen seines Amtes das alte blieb; denn daß solche 
Erwägungen ihm nicht fern lagen, zeigen seine Schriften. Da 
wahrscheinlich der Kaiser Wert darauf legte, auch durch dies 
äußere Kennzeichen die Stadt seines Vaters zu einem zweiten 
Rom zu erheben, wird er eben gezwungen gewesen sein, die 
Praefectur einem andern zu übertragen. Und die Person des 
Honoratus ließ sie doppelt vornehm erscheinen, weil er schon 
vorher Praefectus praetorio gewesen war. Doch dem Themistius 
blieb die Gnade des Kaisers bis an dessen Ende erhalten; noch 
in seinem Todesjahre 361 verfügte er, daß die Designation der 
Praetoren im Senat von Constantinopel nur stattfinden dürfe, 
wenn jener anwesend sei und seinen Einfluß geltend machen 
könne: Cod. Theod. VI 4, 12. 

Es war nicht ohne Grund, daß Themistius, dem seine philo- 
sophische Tätigkeit vor allem andern teuer war, sich hoch- 
klingenden Titeln nach Möglichkeit entzog. Denn schon daß 
er seine Lehren nicht nur im stillen Verkehr mit seinen Schülern, 
sondern auch durch öffentliche Reden verbreitete, war eine 
Neuerung (or. XXVI 31 3d. 315d. 320b. XXVni342b) und ver- 
anlaßte seine christlichen Gegner, ihn dadurch herabzusetzen, daß 
sie behaupteten, er sei nicht Philosoph, sondern Sophist (XXVI 
314 a. d), und daß er Staatsämter übernahm, hatte diesem Vor- 
wurf neue Nahrung gegeben. Gegen ihn verteidigt sich The- 
mistius in drei Reden, die zeitlich nicht sehr weit auseinander- 
liegen. Die erste (or. XXVI) scheint noch während seines 
Proconsulats gehalten zu sein. Denn er rühmt sich darin, daß 
das Volk sich ihm immer sanft und lenksam erweise (326 c), 
hatte also wohl die amtliche Pflicht, die aufrührerischen Massen 
der Großstadt zu bändigen. Jedenfalls kann die Rede nicht 
vor das Ende des J. 355 fallen, da sich Themistius darin schon 
als Mitglied des Senats bezeichnet (326 d). Die beiden andern 
hängen schon dadurch eng zusammen, daß die zweite (XXIX) 
sich durch ihren Titel JtQog rovg ovx OQd-cog e§t]yovfjh^ovg rov 
<jO(pior7]v als Interpretation der ersten (XXIII) gibt, die oo- 
ipiOTijg heißt. Sie sind durch I 63. 64(75. 76) sicher datiert. 
Denn aus diesen Briefen lernen wir, daß der aegyptische Dichter 
Andronicus I im J. 359 nach Constantinopel reiste, und XXIX 
347a heißt es: xal el (lev rig olog rs hon §vvrLd-ivai xQayoy- 
ilav xal Ijiri xal öiBvQafißovg, Söjisq 6 ivayx^g Ijtiöfjfirjöag 



III. Die Adressaten: Themistius I. 301 

AiyvjtTiog veäidaxog. Außerdem erwähnt Themistius XXIII 
292 a des Gehalts, daß er als Proconsul empfiüg. 

Der letzte Brief des Libanius, der Themistius in diesem Amt 
erkennen läßt, ist 1116(112); an seinen Nachfolger Honoratus 
ist dann III 49 (254) gerichtet. Vor ihm wird hier dieselbe 
Sache verfochten, über die I 56 (68) und II 3 (98) schon an 
Themistius geschrieben waren. Diesen zeigen uns die übrigen 
Briefe an ihn alle als Privatmann. Für seine Biographie von 
Bedeutung ist nur III 39 (244), der ihn im J. 360 zu seiner 
Vermählung mit einer Phrygeriu beglückwünscht. Seine erste 
Frau scheint also unterdessen gestorben zu sein : S. 292. Da er 
jetzt weniger zu gewähren hatte, als in der Zeit seines Pro- 
consulats, wird die Korrespondenz mit ihm spärlicher: II 81 (177). 
III 39 (244). 50 (255). 99 (304). app. 53 (581) und schläft unter 
Julian ganz ein. Denn dieser schätzte den Themistius noch 
höher als den Libanius und gab dem auch öffentlichen Aus^ 
druck: Them. or. XXXI 354 d; vgl. S, 296, was zwischen beiden 
zu einer peinlichen Rivalität geführt zu haben scheint. Als gegen 
das Ende von Julians Regierung Libanius wieder an den Philo- 
sophen zu schreiben beginnt, muß er in den ersten Briefen Ver- 
söhnung suchen: app. 180 (703). 205 (729). Um sie zu besiegeln, 
will er sogar eine Lobschrift auf den Panegyrikus verfassen, 
den Themistius über Julian geschrieben und nach Antiochia 
geschickt hatte ^; doch kaum ist diese wunderliche Arbeit be- 
gonnen, so kommt die Nachricht, daß der Kaiser im Kampfe 
gegen die Perser gefallen ist: add. 317(1061); vgl. 339(1488). 
app. 205 (729). 

Um den neugewählten Herrscher in Antiochia zu seinem 
Regierungsantritt beglückwünschen zu lassen, hatte der Senat 
von Constantinopel wieder die bewährte Redekunst des The- 
mistius in Anspruch genommen ; doch er mochte in dem Christen 
Jovian keinen geneigten Hörer zu finden erwarten und lehnte 
ab:, add. 317 (1061). Als aber ein Toleranzedikt die Be- 
fürchtungen der Heiden beschwichtigt hatte, hielt er ihm bei 
seinem Consulatsantritt am 1. Jan. 364 die übliche Festrede 

1) Diese Rede führte den Titel 4*iXbnoXiq. Sie ist untergegangen, 
wahrscheinlich weil sie zu scharfe Angriffe gegen das Christentum enthielt, 
als daß man im Mittelalter Lust gehabt hätte, sie durch Abschriften zu 
verbreiten. Doch hat Schenkl davon eine Hypothesis entdeckt und mir 
freundlichst zur Veröffentlichung mitgeteilt. Demnächst soll sie im 
Rheinischen Museum abgedruckt werden. 



302 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

(or. V): Socrat. III 25, 20. 21. Daß dies iu Ancyra geschah, 
ergibt sich aus Amm. XXV 10, 11. Diese Rede ist es also, 
von der add. 80 (1322) spricht; sie wurde bei der Rückkehr 
des Themistius in Constantinopel noch einmal vorgetragen: 
Socrat. III 26, 3. Nach ihr ist die lateinische Rede XII gemacht, 
die Poerster als Fälschung des Andreas Dudith nachgewiesen 
hat: Neue Jahrbücher für Pädagogik VII 900 S. 74. Doch 
kannte man schon im 5. Jahrhundert eine Rede ähnlichen 
Inhalts, die unter dem Namen des Themistius ging und den 
Kaiser Valens zur Toleranz gegen Andersgläubige ermahnte: 
Socrat. IV 32, 3. Sozom. VI 36, 6. 37, 1. 

Nachdem auch Jovian schnell gestorben war und Valen- 
tinian, der ihm folgte, seinen Bruder zum Mitregenten ernannt 
hatte, trug ihnen Themistius den Panegyrikus or. VI vor. Dies 
geschah, während die Kaiser sich noch in Constantinopel auf- 
hielten: Them. or. VI 81a, d. h. in den Prühlingsmonaten 364. 
Da er auch am Hofe des Valens schnell Einfluß erlangte, sind 
in den J. 364 und 365 die Briefe an ihn wieder zahlreicher: 
add. 73(1319). 80(1322). 183(1111). 191(1202)^ 364(1510a). 
376 (1518). 382 (1223), um so mehr als er sich dazu herbeiließ, 
die Reden des Libanius öflFentlich zu loben: add. 364 (1510a). 

Jene ansehnliche Stellung wußte er bis zu seinem Tode zu 
behaupten. Valens wollte den Philosophen trotz seines Heiden- 
tums zum Erzieher seines Sohnes machen: Them. or. IX 123cflF. 
126d und hörte eine lange Reihe Reden von ihm an, die er 
teilweise auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers hielt: Them. 
or. XI 143c. Einige Zeit nach dem Siege über Procopius 
Them. or. VII 84b. 85 d, d. h. Ende 366 oder Anfang 367, be- 
glückwünschte er durch or. VII den Valens zu der Milde, die 
er angeblich gegen die Freunde des Usurpators hatte walten 
lassen. Weiter sind uns aus dem J. 369 vier Reden bekannt, 
davon drei noch erhalten. Or. IX wurde am 1. Januar vor- 
getragen, als der kleine Sohn des Kaisers das Consulat antrat, 
or. VIII au den Quinquennalien, d. h. am 29. März: Mommsen, 
Chronica minoral S. 240. Seeck, Hermes XVIII S. 150, eine 
dritte jetzt verlorene Rede, als Themistius eine Gesandtschaft 
des Senats an die Donau führte, um den Friedensschluß mit 
den Gothen zu erbitten: Them. or. X 132d— 133b. 136d 
XI 144 a. XIII 166 a, die vierte or. X, als Valens nach Beendi- 

1) Dieser Brief trägt im Vaticanus die Adresse des Themistius. 



III. Die Adressaten: Themistius I. 303 

gung des Gothenkrieges wieder nach Constaiitiaopel zurück- 
gekehrt war. Jetzt tritt in den Festreden des Themistius eine 
längere Pause ein, weil der Hof nach Antiochia übergesiedelt 
w^ar. Als aber die Decennalien herannahen, muß der Philosoph, 
wohl auch diesmal als Gesandter, dorthin reisen, und sobald 
der Kaiser ihn sieht, fordert er ihn auf, ihm auch bei dieser 
Feier den üblichen Panegyrikus zu halten: or. XI 143c. Er 
ist also am 29. März 374 vorgetragen. Nachdem am 17. Nov. 375 
der Tod Valentinians eingetreten war, scheint Themistius die 
Beileidsbezeigungen des Senats nach dem Orient überbracht zu 
haben; denn um diese Zeit finden wir ihn am Hoflager in 
Mesopotamien, wo Valens den Krieg gegen die Perser vorbe- 
reitete: Them. or. XHI 163 c. 166 a. 168 c. XV 198b. Dieser 
schickte ihn mit einem Auftrage, den wir nicht kennen, nach 
Gallien zu Gratian: Them. or. XIH 163c. 165d. 168a. 171b. 
175c. XV 198a. b. XXXI 354d. Von ihm wurde er nach Eom 
mitgenommen: Them. or. XXXI 354 d und mußte ihm dort 
den Panegyrikus or. XIII halten: 177d. 178b; vgl. XV 191b. 
Der junge Kaiser ist am 10. März, 22. April und 17. Mai 376 
in Trier nachweisbar: Cod. Theod. XV 7, 3. XVI 5,4. 2, 23 und 
dann wieder am 17. September 376, am 4. Januar, 16. Februar, 
27. Febr. und 29. März 377: Cod. Theod. IX 35, 2. 3. XIV 3, 15. 
VIII 5, 34. I 32, 3. Sein Aufenthalt in Rom ist durch ein Gesetz 
bezeichnet, das im Senat verlesen wurde und diesem eine Reihe 
von Privilegien gewährte. Ein Fragment desselben trägt nur 
das Consulat von 376 ohne Tagdatum: Cod. Theod. XV 1, 19, 
ein zweites ist vom 11. Februar 376: Cod. Theod. IX l, 13, ein 
drittes vom 13. August 376 datiert: Cod. Theod. X 19, 8. Die 
Überlieferung ist also höchst unsicher; doch würde das letzte 
Datum gut in die Lücke zwischen dem 17. Mai und dem 17. Sep- 
tember 376 passen und mag daher wohl ungefähr die Zeit an- 
geben, in der or. XIII gehalten ist. Wahrscheinlich war Gratian 
nach Rom gekommen, um dort seine Decennalien zu feiern. 
Denn am 24. Aug. 367 hatte er den Thron bestiegen, und daß 
man jenes Pest nicht am Ende, sondern am Anfang des zehnten 
Regierungsjahres beging, kommt in jener Zeit nicht selten vor. 
Zwei Jahre später fand Valens im Kampfe gegen die 
Gothen seinen Tod, und am 19. Januar 379 trat Theodosius an 
seine Stelle. Um ihm zur Thronbesteigung zu gratulieren, 
schickte Constantinopel eine Gesandtschaft ab, zu der auch 



304 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Themistlus gehörte: Theni. or. XIV 181a. 182a. Doch eine 
Krankheit zwang ihn, seine Genossen voraasreisen zu lassen. 
Als er ihnen später folgte, erreichte er den Aufenthaltsort des 
Kaisers durch eine Seereise: Them. or. XIV 180 c. Dieser befand 
sich also schon in Thessalonice, wo er am 17. Juni 379 zuerst 
nachweisbar ist: Cod. Theod. X 1, 12. Um diese Zeit wird also 
der IlQsößevTixog or. XIV gehalten sein. Einen zweiten Pane- 
gyrikus or. XV trug er Theodosius in Constantinopel im Januar 
381 vor. Denn diese Rede fällt in das dritte Regierungsjahr 
des Kaisers: 190b, in die Zeit der Winterquartiere: 185b, als 
der Gotheurichter Athanarich am Hofe verkehrte: 190c. Da 
dieser am 11. Januar 381 nach Constantinopel kam und schon 
am 25. desselben Monats dort starb, ist hiermit die Zeit der 
Rede sehr genau bestimmt: Mommsen, Chronica minora I S. 243. 
Am 1. Jan. 383, als Saturninus I sein Consülat antrat, redete 
Themistius diesen Kaiser zum drittenmal au: or. XVI. In diesen 
drei Panegyriken wird auch auf Gratian Bezug genommen: 
XIV 182 b. d. XV 188 c. XVI 207 b; dagegen wird er in or. XIX 
gar nicht mehr erwähnt. Man wird daraus schließen müssen, 
daß er zur Zeit dieser Rede schon ermordet war. Nun ist zwar 
383 als Jahr von Gratians Tode überliefert, aber das Tagdatum 
ist unbekannt. Doch da der Leichnam seiner ersten Frau erst 
am 12. September 383 in Constantinopel beigesetzt wurde: 
Mommsen I S. 244 und er dennoch Zeit fand, sich zum zweiten- 
mal zu verheiraten: Sozom. VII 13, 9. Zosim. V39,4, so kann 
er erst gegen Ende des Jahres gestorben sein. Andererseits 
ist die Kaiserin Flaccilla (t385) noch am Leben: 228b, 231a, 
und Arcadius wird ihr einziger Sohn genannt: 231a, während 
sie am 9. Sept. 384 schon den Honorius gebar: Mommsen a. O. 
Die Rede XIX fällt also in die ersten acht Monate des J. 384. 
Unterdessen hatten sich auch die Christen mit Themistius 
einigermaßen versöhnt. Gregor von Nazianz trat mit ihm in 
Korrespondenz: ep. 24. 38 = Migne G. 37 S. 60. 80, und der 
bigotte Kaiser vertraute ihm sogar seinen Sohn Arcadius zur 
Erziehung an: Them. or. XVI 204b. 213a. Doch erneuerten sich 
die Schmähungen gegen ihn, als er die Stadtpraefectur von Con- 
stantinopel übernahm und damit wieder aus der Rolle des be- 
scheidenen Philosophen herauszutreten schien. Denn daß schon 
Julian ihm die Stadtpraefectur übertragen habe, wie Suidas 
s. V. ßtfiiöTwc; sagt, ist erweislich falsch. Wahrscheinlich hat 



in. Die Adressaten: Themistius 1. 305 

er es der Überschrift eines Epigramms von Palladas Anthol. 
Graec. XI 292 entnommen, worüber zu vgl. Alfred Pranke, De 
Pallada epigrammatographo. Leipz. 1899 S. 24. 

Die Zeit dieses Amtes bestimmt sieh durch folgendes. Der 
Vorgänger des Themistius Clearchus I erscheint zuletzt in einem 
Gesetze, dessen Datum zerstört ist: Cod. Theod. VI 2, 14. Doch 
Cuiacius, der die Handschrift noch vollständiger sah, las davon 
das Wort Sept. Danach kann der Philosoph nicht vor Ende 
August die Praefectur angetreten haben ^. Andererseits war er 
schon Praefect, als Theodosius Constantinopel verließ, um an 
den Rhein zu ziehen, wo er mit dem Usurpator Maximus über 
ihr künftiges Verhältnis unterhandeln wollte: Them. or. XVIII 
220 d. Denn bei seiner Abreise legte der Kaiser im Angesicht 
von Volk und Senat den neugeborenen Honorius in die Arme 
des Themistius als des höchsten Beamten der Stadt: 224b. c. 
Dies muß nach dem 9. Sept. 384 geschehn sein, an dem das Kind 
geboren wurde: S. 304. Doch im Winter: 221b seines sechsten 
Regierungsjahres: 217 d, d. h. des J. 384, war Theodosius schon 
wieder nach Constantinopel zurückgekehrt. Jene Reise muß 
also eine sehr kurze gewesen sein, und dem entspricht es, daß ihr 
Resultat, wie Themistius selbst 220 d andeutet, ein sehr geringes 
war. Nun ist der Kaiser durch eine fortlaufende Reihe von 
Gesetzen bis zum 6. Nov. und dann wieder am 20. Dec. 384 
in Constantinopel nachweisbar 2; für jene Fahrt an den Rhein 
würden also nicht mehr als 43 Tage zur Verfügung stehen. 
Doch wenn wir annehmen, daß er zu Schiffe die Donau hinauf 
und wieder hinuntergefahren sei, kann dieser Zeitraum allenfalls 

1) Die Annahme von A. Franke S. 31, Clearchus 1 habe seine Prae- 
fectur unterbrochen, um zwei Monate lang das Consulat von 384 zu be- 
kleiden, und während dieser Zwischenzeit sei sie von Themistius verwaltet 
worden, ist unhaltbar. Denn das Consulat jener Zeit war ja kein Amt 
mehr, sondern eine bloße Ehre, und stellte an seinen Inhaber keine anderen 
Forderungen, als daß er ein paar prächtige Formalakte vollzog. Diese 
aber waren mit jedem wirklichen Amte leicht vereinbar, und niemals hat 
man daher im 4. Jahrh. ein solches um des Consulates willen niedergelegt. 

2) 16. Sept.: Cod. Theod. VII 8, 3. — 17. Sept.: Cod. Theod. VIII 2, 4. 
— 5. Oct.: Cod. Theod. X 19, 11. — 20. Oct.: Cod. Theod. XI 30, 43. — 
23. Oct.: Cod. Theod. VI 4,25. — 6. Nov.: Cod. Thed. XII 1, 108. — 20. Dec: 
Cod. Theod. IX 33, 1. XI39,9. Bei Cod. Theod. XII 1, 108 könnte man 
allerdings vermuten, daß VIII k. Nov. für VIII id. Nav. zu schreiben sei, 
wodurch die Reisezeit um zwölf Tage verlängert würde; dooh bliebe sie 
auch dann noch sehr kurz. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 20 



306 ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

ausreichen. Mithin hat Themistius die Praefectur zwischen Ende 
August und Anfang November 384 übernommen und damals 
auch or. XVII gehalten, mit der er sein Amt einleitete. Or. 
XVIII w urde dann bald nach der Rückkehr des Theodosius, 
also etwa im December 384 oder im Januar 385 vorgetragen. 
Unterdessen hatten die Sticheleien über die weltlichen 
Ehren des Philosophen nicht aufgehört; ein Epigramm des 
Palladas darüber ist noch erhalten: Anth. Graec. XI 292. 
Themistius antwortete darauf in der kurzen Rede XXXI, die 
er noch während seiner Praefectur: 353 d, wahrscheinlich um 
die Osterzeit 385 hielt. Denn bei der hQOfiip^ia vor erovg, die 
352 b erwähnt wird, läßt sich in dem damaligen Constantinopel 
kaum mehr an ein heidnisches Fest denken. Kurz vorher war 
eine Botschaft des Kaisers an den Senat gelangt, die wieder 
das Lob des Themistius in hohen Tönen sang: 355a. Trotz- 
dem sah er sich veranlaßt, schon nach wenigen Monaten das 
Amt niederzulegen: Them. or. XXXIV 11, was freilich den 
Lästerzungen nur neuen Stoff bot. Gegen sie richtete er daher 
wohl noch in demselben Jahr eine neue längere Rede XXXIV, 
soweit wir urteilen können, die letzte, die uns erhalten ist. 
Noch unter der Praefectur des Tatianus I, d. h. im J. 388, wird 
er als lebend erwähnt: add. 430 (Jahrb. f. Philol. 113 S. 494). 
Aber da unter den zahlreichen Briefen, die Libanius 388 — 393 
nach Constantinopel richtete, seine Adresse nicht mehr vor- 
kommt, darf man wohl annehmen, daß er im Laufe des J. 388 
gestorben ist. Photius cod. 74 kannte von ihm eine Sammlung 
von 36 Reden, die er unter dem Titel jLoyoi jtoXtrixol anführt. 
Uns sind 33 im griechischen Original, eine in syrischer Über- 
setzung erhalten ^ ; außerdem werden erwähnt der Rechenschafts- 
bericht über die Erfolge der ersten Gesandtschaft nach Rom: 
S. 297, die Rede, in welcher Valens zum Friedensschluß mit 
den Gothen aufgefordert wurde: S. 302, der Panegyrikus auf 
Julian: S. 301 und die Toleranzrede an Valens: S. 302. Das 
ergibt im Ganzen 38; unter der sehr wahrscheinlichen Voraus- 
Setzung, daß orthodoxer Übereifer die beiden letztgenannten 
Reden schon vor der Zeit des Photius unterdrückt hat, würde 
also seine Zahl genau stimmen. Danach ist anzunehmen, daß 
er den Titel Xoyoi xoXirtxol^ mit dem nur die erste Gruppe der 

1) Themistios negl aQetrjg, bearbeitet von J. Gildemeister und F. 
Bücheier. Rhein. Mus. XXVII S. 438. 



III. Die Adressaten: Themistius I — Theodorus II. 307 

Reden bezeichnet werden sollte, fälschlich auf die ganze Samm- 
lung übertragen hat. — An Themistius sind gerichtet I 26 (38). 
48(60). 52(64). 54(66). 56(68). 63(75). 73(84). 78(89). 

II 3(98). 16(112). 81(177). 11139(244). 50(255). 99(304). 

IV 59 (371). 67(379). V 19 (404). 24(409). 51(1241). 64(1248). 
80(1261). 93(1134). 100(1088)1. VI15(422). 57(465). 81(491). 
app. 53(581). 180(703). 205(729). add. 73(1319). 80(1322). 
183(1111). 191(1202)1. 317(1061). 339(1488). 342(1491). 
364 (1510a). 376(1518). 382(1223): Greg. Naz. ep. 24. 38 
= Migne G. 37 S. 60. 80, wahrscheinlich auch pr. 6 (6), erwähnt 

V 23 (408). add. 85(1175). 

II. Der gleichnamige Sohn des vorhergehenden, gestorben 
im J. 357: VI 81 (491); vgl. S. 292. 

III. Sohn des Heortius, in den J. 355 — 357 als Schüler 
des Libanius nachweisbar: V 45 (1192). VI 53 (461). 85 (494b). 

III 107 (312). Heide, wie sein Vater: III 107 (312); vgl. S. 171. 
Im Jahre 361 trat er ein Amt an: III 107 (312). Da ihm der 
Lycier Severus V wiederholt empfohlen wird: III 107 (312). app. 
21 (550). 50(578), muß es der Praesidat von Lycien gewesen 
sein. Hiemach dürfte er der Schüler des Libanius aus Heraclea 
sein, der, noch nicht 25 Jahre alt, die Verwaltung von Lycien 
übernahm und sie glänzend fährte: or. LXV p. 453. An ihn 
gerichtet III 107 (312). app. 7 (536). 21 (550). 50(578). 

Themistodes. Athener, Schüler des Apsines in Athen: 
Eunap. vit. soph. p. 483. 484. Wohl derselbe, welcher dem 
Proconsuln Theodorus IX unter Theodosius dem Großen (379 — 
395) eine Statue in Athen setzte : GIG 373 = CIAtt. III 636. Philo- 
soph, im J. 355 in Constantinopel: V 23 (408). add. 85 (1175). 
Au ihn gerichtet V 23 (408), erwähnt V 53 (1032). 

Theodora. Gattin des Thalassi us I, Verwandte des Li- 
banius: IV 18 (331); vgl. S. 289. Mutter des Thalassius II und 
des Bassianus: app. 173(696); vgl. S. 95. An sie gerichtet 
add. 21(1128). 30(1299). app. 185(708). 

Theodorus I. Praeses Arabiae, erwähnt am 15. Oct. 346: 
Cod. Theod. IX 40, 4. Consularis Syriae Coeles, erwähnt am 
8. März 347 : Cod. Theod. XI 36, 8. 

IL Schüler des Philosophen Jamblichus, aus Griechen- 
land: Eunap. vit. soph. p. 458. Eine Schrift von ihm: ort ^ 

P^^"~^^— ' ■ ' ■ I II ■ .IBM 

1) Diese Briefe sind nach den maßgebenden Handschriften an 
Themistius gerichtet. 

20* 



308 0« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

ipvxr) Jictvra ra tlörj loth citiert: Nemes. de nat. hom. 2. 
Greg. Nyss. de anima = Migne G. 40 S. 584. 45 S. 209. Vielleicht 
derselbe, der sieh in Athen zum Redner ausgebildet hatte und 
an den V 104 (1225) im J. 356 gerichtet ist. 

IIL Araber: IV 29 (342). add. 69 (1317). Vater zweier 
Söhne: add. 75 (1173), deren einer Theodorus IV war (s. unten). 
Heide: add. 69(1317). 248(1084). Er studierte in Antiochia 
die Redekunst: IV 29 (342). add. 69(1317), in Rerytus die 
Rechtswissenschaft: IV 29 (342); vgl. add. 248 (1084). Advocat: 
IV 29 (342). add. 13(1293). 69(1317), wahrscheinlich in An- 
tiochia, da er auch einen Proceß des Libanius fährte: IS 
29 (342). Er war der erste, der Libanius, als er im J. 354 
in Antiochia eine Schule eröffnete, seinen Sohn anvertraute: 
IV 29 (342). app. 218(751). Er wurde daher im J. 358 dem 
Prafecten Anatolius I zur Beförderung empfohlen: IV 29 (342), 
zunächst ohne Erfolg, da er erst in den J. 364 und 365 sein 
erstes Amt bekleidete: add. 69(1317), zu dem ihm die Für- 
sprache des Clearchus I verhalf: add. 422 (1552), nachdem ihn 
Acacius V in einen Rechtsstreit verwickelt hatte: add. 378 (1520). 
422 (1552). Wahrscheinlich wurde er damals Consularis Bi- 
thyniae; denn er verfügte über mehr als ein beglaubigtes 
Bildnis des Rhetors Aristides, der in der bithynischen Stadt 
Adrianoi zu Hause war und folglich dort die meisten Denk- 
mäler hinterlassen haben wird: add. 421(1551), und verkehrte 
während seines Amtes mit dem Bithyner Gerontius IV: add. 
367 (1512). Dazu paßt, daß er eine consularische, nicht eine 
präsidale Provinz verwaltet haben muß; denn ihm wird nach- 
gerühmt, daß gleich sein erstes Amt ein verhältnismäßig hohes 
gewesen sei: add. 69(1317). 422(1552). An ihn gerichtet 
add. 13(1293). 69(1317). 75(1173). 92(1176). 378(1520). 
421(1551). 

IV. Schüler des Libanius, als dieser im J. 354 kaum seine 
Schule eröffnet hatte: app. 218(751). Da Theodorus III der 
erste war, der jenem seinen Sohn übergab: IV 29(342), wird 
er dieser Sohn gewesen sein: vgl. add. 75(1173). Dazu paßt 
es auch, daß er zwar in Antiochia geboren war, aber nach der 
Abstammung seines Vaters einer andern Stadt angehörte; denn 
Theodorus III war Araber, aber in Antiochia wohnhaft. Im 
J. 363 reiste unser Theodorus nach Constantinopel und nahm 
die Empfehlungsbriefe app. 218. 219 (751. 752) mit. 



III. Die Adressaten: Theodorus II— VIII. 309 

V. Im Jahre 365 in Autiochia als Greis erwähnt: add. 
368(1513). 372(1516). 228(1413). Scheint nach add. 368(1513) 
Vater des Symbulus gewesen zu sein. 

VI. Christlicher Jüngling in Antiochia, auf Geheiß des 
Kaisers Julian der Folter unterworfen : Rufin. h. e. 1 36. Socrat. 
II 19, 6—10. VII 22, 7. Sozom. V 20, 2—4. 

VII. Schüler des Libanius, von Johannes Chrysostomus 
zu einem asketischen Leben bekehrt: Socrat. VI 3, 4. Sozom. 
VIII 2, 7. Dies muß noch in seiner frühen Jugend geschehen 
sein. Denn er hatte das zwanzigste Jahr noch nicht erreicht: 
Joh. Chrys. ad Theod. laps. II 4. I 9 = Migne G. 47 S. 313. 289, 
als er sein Keuschheitsgelübde brach, sich eine Konkubine 
namens Hermione zulegte: a. 0. I 14 und an das Heiraten 
dachte: a. 0. II 2. 5. Johannes Chrysostomus suchte ihn durch 
die beiden loyoi jcaQatvetixol dg ßtodwQoi^ lxjttö6in:a Migne 
G. 47 S. 277 fif. zu bekehren und hatte Erfolg damit: Sozom. 
VIII 2, 9 — 11. Später wurde Theodorus Bischof von Mopsuestia: 
Socrat. a. 0. Sozom. VIII 2, 7 und empfing als solcher im J. 404 
den Brief Joh. Chrys. ep. 112 = Migne G. 52 S. 668. Auch 
scheint er es zu sein, der als Verwandter des Paeanius erwähnt 
wird: Joh. Chrys. ep. 204 = Migne G. 52 S. 725. Von Theo- 
dorus IV muß er verschieden sein, da dieser schon 354 Schüler 
des Libanius wurde, also im J. 363 jedenfalls älter als 20 Jahre 
war und doch noch im weltlichen Leben stand. 

VIII. Gallier nach Amm. XXIX 1, 8, Sicilianer nach Joh. 
Chrys. ad vid. iun. 4 = Migne G. 48 S. 604; vielleicht geht diese 
Verschiedenheit der Zeugnisse nur auf eine Textverderbnis in 
einer der beiden Stellen zurück. Vater des Icarius: or. I 225 
j). 139. XXVII 7 p. 114. Von altem Geschlecht und trefflicher 
Erziehung, einflußreich durch seinen Freimut und im J. 371 
im CoUegium der Notare bis zum Secundicerius aufgestiegen: 
Amm. a. O. Joh. Chrys. a. 0. Bei Befragung eines Orakels in 
Antiochia schien ihm das Kaisertum geweissagt zu werden. Da- 
durch wurde er mit zahlreichen Genossen in einen Hochverrats- 
proceß verwickelt und alle um das J. 372 hingerichtet: Amm. 
XXIX 1, 5—44. XXXI 1, 3. Joh. Chrys. ad vid. iun. 4. hom. 
in act. ap. 41,3 = Migne G. 48 S. 604. 60 S. 291. Sozom. 
VI 35. Socrat. IV 19. Philostorg. IX 15. Liban. or. I 171. 225 
p. 113. 139. XXIV 13. 14. p. 41—43. XXVII 7 p. 114. Seine 



310 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Witwe wurde zu Sklaveudieiisten in eine kaiserliche Weberei 
gesteckt: Joh. Chrys. ad vid. iun. 4. 

IX. Freund des Libanius in Autiochia: app. 229 (762), 
kommt durch Keden empor, hat also seine Laufbahn wohl als 
Advocat begonnen: app. 292 (823). Er begleitet den Kaiser in 
ferne Länder, vielleicht bei dem Peldzuge gegen Maximus im 
Jahre 388: app. 229(762). In den J. 388—390 erscheint er 
als einflußreicher Mann bei Hofe; aber da die Briefe, die ihn 
als solchen zeigen, mit app. 329 (861) abbrechen, scheint er um 
das J. 390 sein Amt verloren zu haben; doch gelangte er im 
J. 393 aufs neue zur Macht: app. 473 (1006). An ihn gerichtet 
app. 229 (762). 235 (768a). 262 (794). 290 (821). 292 (823). 
306(837). 314(845). 329(861). 473(1006). Vielleicht war er 
der Proconsul Achaiae, dem unter Theodosius in verschiedeneu 
Städten Griechenlands Statuen gesetzt wurden: CIG. 373. 1187. 

X. Plavias Mallius Theodorus, Comes rerum privatarum 
im J. 380, Praefectus praetorio Galliarum um das J. 381, Prae- 
fectus praetorio Italiae 397 — 399, Consul 399: Seeck, Symmachus 
p. CXLVIIL Mit dem vorhergehenden kann er nicht identisch 
sein, weil dessen amtliche Tätigkeit gerade in die Jahre zwischen 
282 und 397 hineinfällt, in denen dieser Theodorus nachweislich 
als amtloser Privatmann lebte. 

XL Sohn des vorhergehenden, Proconsul Africae im J. 396, 
Praefectus praetorio Italiae zum zweitenmal im J. 408: Seeck, 
Symmachus S. CLL 

XIL Protector vor dem J. 384: Symmach. rel. 32, 1. 

XIIL Add. 248 (1084) sind zwei Theodori erwähnt, von 
denen der zweite wohl identisch mit Theodorus III, der erste 
sonst unbekannt ist. Unbestimmbar sind auch ein Theodorus, 
der im J. 355 erwähnt ist: V 20 (405), ein anderer, der im 
J. 388 dem Theodorus IX empfohlen wird: app. 235 (768a), 
ein dritter, der im J. 393 erwähnt wird: app. 466(999). 

Theodotu8 I. Euphratenser aus Hierapolis, war Praeses 
gewesen und hatte den Kaiser Constantius, als dieser im Jahre 
361 in Hierapolis war: Amm. XXI 13, 8, schmeichlerisch ge- 
beten, bald den Kopf des aufrührerischen Caesars Julian ihnen 
zuzuschicken. Als dieser zur Alleinherrschaft gelangte, erbat 
Theodotus von ihm Verzeihung, die ihm nicht versagt wurde: 
Amm. XXII 14,4.5. Wahrscheinlich ist er identisch mit dem 



III. Die Adressaten: Theodorus VJII — Theophilus III. 311 

Mitschüler des Libanius^, der ihn im Jahre 360 in Antiochia 
besuchte: 1191(187). Denn da dieser mit dem Euphratenser 
Stratonianus befreundet war, dürfte er sein Landsmann gewesen 
sein. Er ist es wohl auch, dessen gute Dienste durch add. 
33(1168) im Jahre 364 für Strategius III angerufen werden. 
Denn da dieser Güter in der Euphratensis besaß, konnte er 
gerade in dieser Provinz einen einflußreichen Helfer brauchen. 
Der an ihn gerichtete Brief app. 33(1168) erwähnt einen Sohn 
von ihm, der kürzlich ins Jünglingsalter eingetreten war. 

II. Euphratenser aus Cyrus, Bruder des Charisius, be- 
schäftigt sich in Antiochia damit, Urkunden zu concipieren, 
erwähnt im J. 360: 1156(152). Auch II 77(173) könnte sich 
auf ihn beziehen. 

III. Sohn des Olympius VII, jüngerer Bruder des Her- 
mogeues V, entläuft im J. 363 seinem Vater aus Antiochia und 
flieht nach Phoenicien: add. 262(1435). 

IV. Bruder des Eusebius XXXV, an beide gemeinsam im 
J. 393 gerichtet: app. 481(1014). 

V. Magister officiorum im orientalischen Reichsteil, er- 
wähnt am 27. Oct. 393: Cod. Theod. VII 8,4 und am 29. Apr. 
394: Cod. Theod. VII 1, 14; Praefectus urbis Constantino- 
politanae, erwähnt am 21. Mai 395: Cod. Theod. VI 28, 5. 

Theophilus I. Consularis Syriae im J. 354. Er bekleidete 
dies Amt noch, als Honoratus I die Comitiva Orientis nieder- 
legte: IV 77 (389). Bald darauf wurde bei einer Teuerung durch 
die aufreizenden Reden des Caesars Gallus der Pöbel von An- 
tiochia gegen ihn aufgehetzt und ermordete ihn : Amm. XIV 
7, 5. 6. 8. XV 13, 2. Julian, misop. 370c. Liban. or. I 103 p. 72. 
XIX 47. 48 p. 645. 646. XLVI 30 p. 484. Erwähnt II 48 (144). 

IL Dux Aegypti im J. 362: Julian, ep. 50. 

III. Einem Theophilus wird im J. 362 nachgerühmt, er 
habe sich in einer Zeit, wo er Macht hatte zu schaden, ge- 
mäßigt .erwiesen: app. 103(629). Er scheint also unter Con- 
stantius ein Amt bekleidet zu haben. Derselbe scheint app. 
133(658) gemeint zu sein, vielleicht auch add. 295 (1058). 



1) II 91 (187) ist zu schreiben: ovrog ijfjLlv tr^g oucade tnavodov 
xaQTtög ivTi'xstv 7iu)Miolq avinpoixtixalq (statt tpoixijxalq). Denn alte 
Schüler konnte Libanius bei seiner Rückkehr nach Antiochia nicht vor- 
finden, weil er dort vorher gar nicht unterrichtet hatte, wohl aber alte 
Mitschüler. 



312 0. Seeck, Die Briefe des Libunius. 

IV. Bücherschreiber in Antiochia, erwähnt im Jahre 361: 
III 61 (266). 

V. Palaestinenser. Denn er ist ein Landsmann des jüdischen 
Patriarchen Gamaliel: app. 471 (1004), Priscio, der in Palaestina 
wohnt, hat bei einem Prozeß zu seinen Gunsten zu wirken : app. 
472 (1005), und als der Praeses Thebaidos Hesychius VI in seine 
Provinz reist, nimmt er unterwegs die Gastfreundschaft des 
Theophilus in Anspruch: app. 333(865). Libanius hatte bei 
seiner Heirat den Werber gespielt: app. 438(971). Nachdem 
der Sohn des Libanius im Jahre 391 gestorben war, wurde 
Theophilus seih Tröster und nächster Freund: app. 438(971). 
4^1 (984), wozu beitragen mochte, daß auch er Heide war: app. 
333 (865). 451 (984). An ihn im J. 393 gerichtet app. 462-(995), 
erwähnt app. 345 (877). 427(960). 492b (1025). 

Varanes. Sohn eines berühmten Vaters, im J. 393 am 
Hofe des Theodosius: app. 491 (1024). Im J. 408 wurde er 
Magister peditum des Honorius: Zosim. V 36,3, im Jahre 410 
Consul. Au ihn gerichtet app. 491 (1024). 

Victor I. Consul des J. 369. Sarmate: Amm. XXXI 
12, 6. Orthodoxer Christ: Theodor, h. e. IV 33, 3. Basil. ep. 
152. 153. Greg. Naz. ep. 133. 134 = Migne G. 32 S. 608. 
37 S. 228. Vita S. Isaacii 2, 8. 3, 10. 4, 14. 15 = Act. SS. 
Mai VI S. 603 flf. Unter Constantius war er im Militärdienst 
emporgekommen: Amm. XXV 5, 2. Julian ernannte ihn zum 
Magister peditum: Zosim. III 13,3. Amm. XXVI 5, 2. Nach 
Zosim. 11111,3 geschah dies schon im J. 362, während der 
Kaiser sich in Constantinopel aufhielt. Doch Amniian nennt 
den Victor noch während des Perserfeldzuges im J. 363 nur 
dux: XXIV 4, 13. 6, 13 oder comes: XXIV 4, 31. 6, 4, wonach 
es scheint, als wenn Julian jene Ernennung erst ganz am Ende 
seines Lebens vollzogen habe. Er nahm rühmlichen Anteil an 
dem Perserfeldzuge: add. 412 (1544). Amm. XXIV 1, 2. 4, 13. 
31. 6,4. 13. Zosim. III 13, 3. 16,3. 17,1. 21,5. 25,7. Malal. 
p. 330. Liban. or. XVIII 251 p. 606 und wirkte nach dem Tode 
Julians für die Wahl eines christlichen Kaisers: Amm. XXV 
5, 2. Er blieb unter Jovian und Valentinian im Amte : Zos. IV 2, 4, 
und wurde 364 bei der Teilung des Reiches dem Valens zu- 
gewiesen: Amm. XXVI 5, 2. Mit dem Titel mag. mil. erwähnt 
am 27. Mai 364: Cod. Theod. VII 4, 12. Unter diesem Kaiser 
war er nicht mehr, wie unter Julian, Magister peditum, sondern 



III. Die Adressaten: Theophilus IV — Victor IV. 313 

Magister equitum: Amm. XXYII 5, 1. 9. XXX 2, 4. XXXI 7, 1. 
12, 6. Zosim. IV 24, 3. Als vorsichtiger und besonnener Mann: 
Amm. XXXI 12,6; vgl. XXIV 6,13, wurde er von Valens 
mit Vorliebe zum Gesandten benutzt. So ging er in den 
J. 366 und 369 zu den Gothen: Amm. XXVII 5, 1. 2. 9, in 
den J. 374 und 377 zu den Persern: Amm. XXX 2,4. 7. 
XXXI 7, 1. Sein Consulat im J. 369 trat er in Coustantinopel 
an: Themist. or. IX 120e. 121a. 128c. Vor den Toren dieser 
Stadt scheint er eine Villa besessen zu haben; denn wahr- 
scheinlich hieß nach ihr eine Vorstadt BlxtoQog jtQodoreca: 
Pallad. dial. 4 = Migne G. 47 S. 15. Er beteiligte sich in der 
Umgebung des Valens an dem unglücklichen Gothenkriege: 
Theodor, h. e. IV 33, 3, namentlich auch im Jahre 378 an der 
Schlacht bei Adrianopel: Amm. XXXI 12, 6. 13, 9, rettete sich 
bei dieser Niederlage der Römer und brachte die Nachricht 
davon dem Kaiser Gratian nach Pannonien: Zosim. IV 24, 3. 
Später ging er wieder in den Orient, hielt sich zeitweilig in 
Antiochia auf: or. II 9 p. 175. LVIII p. 250 und verheiratete 
sich mit der Tochter der Mavia, der Führerin eines saracenischen 
Stammes: Socrat. IV 36, 12. An ihn gerichtet add. 412(1544). 
Basil. ep. 152. 153. Greg. Naz. ep. 133. 134, ohne Namen er- 
wähnt Themist. or. VIII 116d. 

IL Dux Aegypti, erwähnt am 28. Dez. 364: Cod. Theod. 
XII 12,5. Doch ist hier wohl für Victori zu schreiben Victo- 
rino, da ein Dux dieses Namens bei Larsow, Die Pestbriefe 
des h. Athanasius S. 42 im J. 365 erseheint. 

III. Tribun einer vornehmen Truppe, im J. 363 bei dem 
Friedensschlüsse mit den Persern diesen als Geisel übergeben: 
Amm. XXV 7, 13. Liban. or. XXIV 20 p. 46. 

IV. Sex. Aurelius Victor, Africaner, aus niederem Stande 
und auf dem Lande geboren: Vict. Caes. 20, 5 — 7. Im J. 361 
traf er den Kaiser Julian in Sirmium und wurde bald darauf 
zum Consularis Pannoniae secundae erhoben und durch eine 
Brouzestatue geehrt: Amm. XXI 10, 6. Ohne Zweifel hatte 
er dies seinen Caesares zu danken, die nach der Überschrift 
bis zum Jahre 360 reichen: vgl. Vict. Caes. 42,19, also wahr- 
scheinlich damals abgeschlossen und in Sirmium dem Kaiser 
übergeben wurden. Auf einer höheren StafiPel der Amter- 
laufbahn erscheint er bei Symmach. ep. II 66, 2, wo er vir 
speetahiUs genannt wird. Unter Theodosius war er Praefectus 



314 ö. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

urbis Romae: Dessau 2945 = CIL VI 1186. Amm. XXI 10,6. 
Nach ihrer Überschrift ist die Epitome ein Auszug aus einem 
größeren Werke desselben Victor, das bis auf Theodosius herab- 
reichte. Seine Gaesares werden citiert Hieron. ep. 10, 3 = 
Migne L. 22 S. 344. Job. Lyd. de mag. III 7. Paul. Diac. gest. 
Laugob. II 18. Vgl. Sievers S. 85. 

V. Comes des Usurpators Maxiraus, von ihm um das 
J. 387 als Unterhändler mit Valentinian II gebraucht: Ambros. 
ep. 24, 6. 7 = Migne L. 16 S. 1037. 

VI. Agens in rebus in Rom im J. 385: Symmach. rel. 
23,8; wohl derselbe erwähnt Symmach. ep. 140. 

VItalis I. Im Jahre 363 angeklagt, an dem Brande des 
Apollotempels von Daphne mitschuldig zu sein, aber frei- 
gesprochen: add. 263(1436); daraus darf man schließen, daß 
er Christ war. Noch in demselben Jahre wurde er von Jovian 
zum Proconsul Asiae erhoben. An ihn gerichtet add. 118 (1131). 

II. Einflußreicher Mann in Constantinopel, an ihn im J. 390 
gerichtet app. 317 (848). Ob er mit dem vorhergehenden 
identisch ist, bleibt zweifelhaft. 

III. Praefectus annonae urbis Romae, erwähnt am 8. März 
403: Cod. Theod. XIV 3, 21. Wahrscheinlich an ihn gerichtet 
Symmach. ep. VIII 49. 

Ulpianus I. Bruder des Olympius Palladius V aus Sanio- 
sata: app. 75 (602a). add. 20 (1162). 325 (1066); vgl. 8. 228. 
Heide: add. 168(1364). Er dürfte seine Laufbahn in irgend 
einem Officium, vielleicht als Notar, begonnen haben, da ein 
ovOTQaTKDTT^g vou ihm erwähnt wird : app. 56 (584) ^ ; vgl. or. LXV 
p. 452. Im J. 361 wurde er Praeses Cappadociae: app. 56 (584). 
add. 42 (1099)^ 325 (1066). Im J. 363 ist er wieder in Antiochia: 
app. 220 (753); vgl. add. 42 (1099). 160 (1358). Im J. 364 wird 
er Praeses Arabiae: add. 14 (1036b). 20 (1162). 42 (1099). 
46 (1302). 123 (1125). In demselben Jahre wurde er zum Con- 
sularis Phoenices erhoben, wo er Nachfolger des Marina w^urde: 
add. 106 (1328). 123 (1125); vgl. S. 204. An ihn gerichtet 
app.56(584)^ add. 14(l036b). 42(1099)1. 46(1302). 93(1089). 
106 (1328). 160 (1358). 163 (1360). 168. 169 (1364. 1365). 
172(1367). 176(1370). 189(1381). Außerdem ist add. 123(1125) 
nach dem Inhalt die Überschrift aus 'lovXiavo? in OvXjtLaro> zu 



1) Diese Briefe sind nach der besten Überlieferung an Ulpianus 
gerichtet. 



III. Die Adressaten: Victor IV — Zenobius I. 315 

ändern. Dagegen ist add. 8 (1 138) nach der besten Überlieferung 
nicht an Ulpianus, sondern an Helpidius II gerichtet. 

IL Antiochener erwähnt im J. 361: app. 34 (562). Wohl 
Lehrer der Beredsamkeit, da ein eralQog, d. h. ein Schüler, 
von ihm erwähnt wird: add. 240(1420). 

Uranianus. Greis, seine Söhne erwähnt, im J. 393 an ihn 
gerichtet app. 480(1013). 

Urbanus. Phoenicier: Job. Chrys. ad Theod. laps. I 17 
= Migne G. 47 S. 303. In den J. 359 und 360 Assessor des 
Comes Orientis Modestus: I 25(37); vgl. S. 5. Nach seinem 
frühen Tode gab sein Sohn sein ganzes großes Vermögen den 
Armen, ging in die Wüste und wurde Mönch: Job. Chrys. a. 0. 
An ihn gerichtet I 25 (37). 42 (54). II 6 (101). 65. 66 (161. 162). 

Ursus. An ihn im J. 388 gerichtet: app. 246 (778). Wahr- 
scheinlich an denselben Greg- Naz. ep. 227 = Migne G. 37 S. 369. 

Zeno L Arzt und Lehrer der Arzneikunde in Alexandria, 
im J. 360 von dem Bischof Georgius aus der Stadt getrieben: 
II 75 (171). Julian, ep. 45. Von Kaiser Julian wieder zurück- 
geführt: Julian, a. 0. An ihn gerichtet II 75 (171). Julian, 
ep. 45. 48. 

IL Apparitor des Praefectus praetorio Orientis, im Jahre 
360 nach Phoenicien geschickt: 1193(189). 

IIL Schüler des Himerius, an welchen dieser eine De- 
klamation richtete: Phot. cod. 165 p. 108B9. 

rV. Landsmann des Firminus II, also Cappadocier: app. 
448(981), Schüler des Libanius: app. 439(972), als Lehrer der 
Beredsamkeit in Athen, Rom und Constantinopel tätig: app. 
448(981), Heide, steht im J. 392 dem Praefecten Rufinus XII 
nahe. An ihn gerichtet app. 439(972). 448(981). 

Zenobius I. Palaestinenser aus Elusa: II 5 (100). or. 
XXXVI 11 p. 313. Verwandter des Zenobius II, des Argyrius: 
115(100) und des Boethus: 1122.23(118.119). V 37(1184). 
VI 38(446). Lehrer derBeredsamkeit in Antiochia: II 5(100). or. 
XXXVI 11p. 313, wo er neben seinem Gehalt eines der schönsten 
städtischen Landgüter zur Nutznießung erhielt: or. XXXI 20 
p. 213. Lehrer des Libanius: II 5 (100). V 22 (407). 37 (1184). 
VI 38 (446): vgl. or. I 8 p. 8. Im J. 354 ließ ihn Gallus ins 
Gefängnis werfen: or. I 96 S. 68. Er hatte Libanius zu seinem 
Nachfolger bestimmt und daher veranlaßt, nach Antiochia über- 
zusiedeln, wurde aber bald von der üblichen Rhetoreneifersucht 



316 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

gegen ihu ergriffen. Doch noch im J. 354 starb er an einer 
Krankheit, und Libanius hielt ihm zwei Gedächtnisreden : V 22 
(407). or. 1 100. 104. 105 p. 70. 73. An ihn gerichtet pr. 15(15), 
erwähnt app. 11(540). 113(639). 

II. Verwandter des vorhergehenden, Irenarch in Elusa 
im J. 359: 115. 6(100.101). 

III. Palaestinenser aus Elusa, Schüler des Libanius im 
J. 360: 1174(170). 

Zenodorus. Heide: add. 121 (1331). Praeses Ciliciae in 
den Jahren 364 und 365: add. 121 (1331). 394(1532). An ihn 
gerichtet add. 121 (1331). 132(1337). 214(1403). 394(1532). 

Zetiodotus. Vater des Antiochus VII, Großvater des Li- 
banius IV; an ihn im J. 391 gerichtet app. 407 (940). 421 (954). 



IV. Das fünfte Büch. 

Wenn sich auch in den Praemissa einzelne Briefe erhalten 
haben, die älter sind als dieses Buch, so stellt es doch den 
frühesten Teil der Korrespondenz dar, der noch in seinem zeit- 
lichen Zusammenhange auf uns gekommen ist. Seine Datierung 
ergibt sich aus den folgenden Kennzeichen: 

8 (394a) erzählt Libanius, wie er seinen Lehrstuhl in Con- 
stantinopel verlassen habe, um nach Antiochia überzusiedeln. 
Er sei zu Leuten gekommen, die nicht wußten, ob sie am Leben 
bleiben würden oder nicht. Wie Sievers gesehn hat, bezieht 
sich dies auf das Todesurteil, das der Caesar Gallus über alle 
Häupter des Antiochenischen Rates verhängt hatte und das der 
Comes Orientis Honoratus I nur mit Mühe rückgängig machen 
konnte: Amm. XIV 7, 2. Er selbst, so fährt Libanius fort, sei 
gleichfalls in Gefahr gewesen; aber nachdem der Gefürchtete 
die Stadt verlassen (rov (foi^ovrrog djrtk^ovroc:) und er den 
Sommer über zahlreiche Declamationen gehalten habe, sei er 
zur Eröffnung einer Schule geschritten, die trotz des Wider- 
standes der Neider bald großen Zulauf gefunden habe. Daß Gallus 
354 aus Syrien abberufen wurde, steht fest, und damit ist auch 
das Jahr gegeben, in dem Libanius seine Lehrtätigkeit in An- 
tiochia begann. Zugleich aber zeigt der Inhalt des Briefes, daß, 
als er geschrieben wurde, der Sommer dieses Jahres schon 
ziemlich weit zurücklag. 



IV. Das fünfte Buch. 317 

Ein noch genaueres Datum bietet 10(395). Der Brief ist 
an einen Arzt geschrieben und enthält daher die ganze Krank- 
heitsgeschichte des Libanius. Am zehnten Tage nach seiner 
Ankunft in Antiochia hatte ihn ein Schwindel ergriffen, und ihm 
\vtir ein äußerst giftiges Mittel dagegen verschrieben worden. 
Den ganzen Sommer hatte er es einzunehmen gezögert und 
sich erst im Spätherbst dazu entschlossen. Den Winter hatte 
er in Furcht vor den Wirkungen jener Arzenei verbracht, und 
wirklich hatte sich bei den ersten Anzeichen des Frühlings (ror 
ijQOQ aQTc vjcokdfiJtovroQ) eine schmerzhafte Nierenkrankheit 
bei ihm eingestellt, die erst nach Verlauf eines Monats ein 
Aderlaß gemildert hatte. Wir werden also durch alle vier 
Jahreszeiten hindurchgeführt und erfahren so, daß seit der 
Rückkehr des Libanius in seine Heimat ein Jahr oder doch nicht 
viel weniger verflossen war. Da das erste „Aufschimmern" des 
Frühlings in jenem südlichen Klima wohl schon in den Februar 
fällt, dürfte also dieser Brief im März 355 geschrieben sein. 

Diese Datierung wird bestätigt durch die zusammenhängende 
Briefgruppe 106—109(1278. 1279. 1215. 1280). Denn hier sagt 
Libanius 109(1280), sein Nierenleiden währe schon ein Jahr 
und drei Monate. Da bei Absendung von 10(395) erst ein 
Monat seit dem Beginn desselben vergangen war, liegen zwischen 
dem Anfang und dem Schlüsse des fünften Buches vierzehn 
Monate. Gleichwohl föllt auch jene Gruppe noch in den Frühlings 
also spätestens in den Mai^ Aus jenem Zeitinterwall ergibt 
sich als Abfassungszeit von 10(395) gleichfalls der März. 

In den Zeitraum vom März 355 bis zum Mai 356 fügen 
sich auch alle anderen Briefe dieses Buches passend ein, die 
eine sichere Datierung gestatten. Es sind die folgenden: 

Aus 17(402) ergibt sich, daß Honoratus 1 vor nicht sehr 
langer Zeit die Comitiva Orientis niedergelegt hat und Ne- 
bridius I an seine Stelle getreten ist. Dieser Beamtenwechsel 
hatte im Laufe des Jahres 354 stattgefunden (S. 219). 

51 (1241) bezieht sich auf den Brief des Kaisers zu Ehren 
des Themistius I, der am 1. September 355 im Senat von Con- 
stantinopel verlesen wurde (S. 294). 



1) 106(1278): otl aiyo), fisfxiptjf xcd xavxa toüv oqvi^ü>v elg (b6i]V 
vno xov riQoq xexivrjfjisvcjv. Vgl. 108 (1215), wo auf den Anfang de& 
"Winters zurückverwiesen wird. 



318 ö- Seeck, Die Briefe d«s Libanius. 

97 (1273) beglückwünscht den Araxius zur Übernahme des 
Procousulats von Constantinopel. Dies Amt hatte er zwischen 
dem 1. Sept. 355 und dem Mai 356 angetreten (S. 83). 

In den Briefen 8 (394 a) und 10 (395), die, wie wir eben 
gesehn haben, in den März 355 fallen, spricht Libanius zuerst 
die Befürchtung aus, er könne gezwungen werden, auf seinen 
Lehrstuhl nach Constantinopel zurückzukehren. In der Brief- 
gruppe vom Mai 356 bedankt er sich bei seinen Gönnern, daß 
sie diese Gefahr endgiltig abgewendet haben: 106 — 109 (1278. 
1279. 1215. 1280). Die lange Reihe von Briefen, in denen er 
seiner Furcht davor Ausdruck gibt, müssen also in die Zwischen- 
zeit fallen, wie sie auch räumlich dazwischen liegen. Es sind 
16 (401). 21 (406). 22 (407). 26 (411). 28 (413). 30 (1189). 
49(1031). 51(1241). 52(1083). 55—59(1242.1243.1187. 
1033. 1034). 63(1247). 66(1250). 71(1254). 84(1263). 97(1273). 
Von diesen Briefen spricht einer 22 (407) dem Aristaenetus 
nach dem Tode seiner Frau das Beileid des Libanius aus. Daraus 
ergibt sich, daß auch die andern, welche auf diesen Trauerfall 
anspielen, sich zeitlich an jenen anschließen müssen. Es sind 
31(1230). 44(1238). 47(1239). 76(1258). 90(1136). 

Endlich sei noch erwähnt, daß Aristaenetus I, Hierocles I, 

Phasganius und Barbatio in diesem Buche wiederholt als Lebende 

erscheinen^; alle vier starben im Lauf der Jahre 358 und 359. 

Als fungierende Beamte, deren Amt sich bestimmen läßt, 

kommen in diesem Buche vor: 

Praefectus praetorio Orientis: Strategius I: 11 (396). 
18(403). 47. 48(1239. 1200). 51. 52(1241. 1083). 
71 (1254). 81 (1262). 85 (1196). 
Magister peditum: Barbatio: 53(1032). 108(1215). 
Magister officiorum: PalladiusIV: 57 (1187). 67 (1251). 
Proconsul urbis Constantinopolitanae: Araxius: 97(1273). 

99(1274). 
BithyniaeConsularis:Apellio: 11(396). 13(398). 14(399). 

EusebiusH: 74—76(1256—1258). 
Oiliciae Praeses: Asclepius I: 42(1191). 

1) An Aristaenetus gerichtet 13(398). 22(407). 31 (1230). 44(1238). 
47 (1239). 62(1246). 76(1258). 90 (1136); an Hierocles 7 (393). 83 (1109). 
88(1266), als lebend erwähnt 12(397); an Phasganius 71(1254), als lebend 
erwähnt 22 (407). 26(411). 47(1239). 59(1034). 108(1215); an Barbatio 
53(1032). 108(1215). 



IV. Das fünfte Buch. 319 

Hellesponti Consularis: EusebiusII: 74. 75 (1256. 1257). 

Isauriae Comes: Castricius I: 43(1237). 

Orientis Comes: Nebridius I: 17 (402). 

Palaestinae Consularis: Syncletius: 37(1184). 

Syriae Consularis: Diouysius I: 50(1240). 
Yon diesen Beamten ist bei folgenden die Zeit auch ander- 
weitig beglaubigt, worüber man die Nachweise im Adressaten- 
Verzeichnis finden kann: 

StrategiusI 354—358: S. 283. 

Barbatio 355—359: Pauly -Wisse wa III S. 1. 

Araxius 356: 8.83. 

Castricius I 354: S. 103. 

Nebridius I 354—358: S. 219. 

Da bei Castricius nichts der Annahme im Wege steht, daß 

er sein Amt auch über das J. 354 hinaus fortgeführt habe, 

gewährt diese Liste eine neue Bestätigung dafür, daß die Briefe 

des fünften Buches in den Jahren 355 bis 356 geschrieben sind. 



Sechs Briefe müssen am Anfang des Buches verloren sein, 
da die Handschriften dem ersten erhaltenen* die Nummer ^ 
vorsetzen. 

[7—10(393—395)]. Nach Cilicien au Hierocles 17 (393), 365 
nach Constantiuopel an Hygiuus 10 (395)^, nach Mailand an März 
Anatolius I 8 (394a), an Philippus I, dessen Wohnort unbekannt 
ist, 9 (394 b). Für die drei übrigen Briefe lagen die Bestimmungs- 
orte nachweislich auf demselben Wege; alle konnten also durch 
den gleichen Boten bestellt werden. Daß 8 und 10 gleichzeitig 
sind, steht fest, da sie die Erankheitsgeschichte des Libanius in 
gleicher Weise, wenn auch nicht in gleicher Ausführlichkeit, er- 
zählen und sie beide mit demselben Aderlaß abschließen. Der 
Krankheit erwähnt auch 7. Außerdem wird hier von der Ankunft 
des Libanius in Antiochia und dem Beginn seiner dortigen Lehr- 
tätigkeit geredet, wie 8 und 10. Daß diese Briefe im März 355 
geschrieben sind, ist S. 317 bewiesen. 

[11—14(396—399)] nach Bithynien an Arabius 1 11 (396), 
an Anthius 12(397), an Aristaenetus I 13(398), an Alcimus 



1) In diesem Briefe ist yevofJLSVcov stsqojv statt yevofzivcov sxeQatv 
zu schreiben. 



320 C). Sceck, Die Briefe des Libanius. 

365 14(399), überbracht von Apellio, als er dorthin reiste, um die 
Statthalterschaft der Provinz anzutreten. Sein Nachfolger Eu- 
sebius II reiste im Winter 355/6 von Antiochia ab, um ihn ab- 
zulösen: 74—76(1256—1258). Im Frühling 356 ist Apellio 
wieder in Antiochia und kann dort von seinem persönlichen 
* Verkehr mit dem Nicaeenser Aristaenotus I erzählen, ist also 
kürzlich in Bithynien gewesen: VI 2 (1036a). 

Frühling [15 — 22(400 — 407)] nach Nicaea an Aristaenetus I 22 

(407), nach Constantinopel an Acacius IV 15 (400), an Audro- 
nicus II 16(401), an Gymnasius 18(403), an Themistius I 19 
(404), an Khetorius 21(406), nach der Provinz Europa, d. h. 
nach der Umgegend von Constantinopel, an Mantitheus 17(402), 
nach Mailand an das Hoflager an Calliopius I 20 (405). Da 
Libanius dem Aristaenetus 22 (407) ausführlich über die An- 
fänge seiner Lehrtätigkeit in Antiochia berichtet und dies damit 
einleitet, er wolle ihm erzählen, was er den Winter über getan 
habe, so müssen diese Briefe bald nach dem Ende des Winters, 
d. h. im Frühling 355, geschrieben sein. Dazu paßt, daß nach 
17(402) Honoratus I vor nicht sehr langer Zeit als Comes 
Orientis durch Nebridius I abgelöst ist (S. 219), daß Libanius 
nach 16(401). 21 (406). 22(407) in Furcht ist, nach Constanti- 
nopel zurückberufen zu werden (S. 318), endlich daß nach 
22 (407) Clematius II kürzlich nach Antiochia gekommen ist, 
wo er den größten Teil des Sommers 355 zubrachte (S. 111). 
An 16 (401) knüpft 33 (1232) an, an 22 (407) ebenso 31 (1230); 
s. S. 71. 86. 

Sommer [23—36(408—413. 1229. 1189. 1230—1235)] Olympius I 

reist nach Mailand an das Hoflager und überbringt nach Cappa- 
docien an Philippus II 25(410), nach Nicaea an Aristaenetus I 
31(1230), nach Hellespoiitus an Eusebius II 34 (1233), nach 
Constantinopel an Themistocles 23 (408), an Themistius I 
24 (409), an Silanus 32 (1231), an AndronicusII 33(1232), nach 
Mailand an Datianus 26(411), an Calliopius I 27 (412), an 
Jovianus I 28(413), an Leonas 29(1229), an Italicianus 30 
(1189), an Palladius IV 35(1234), nach unbekanntem Ort an 
Eupator 36(1235). Olympius hat den Auftrag, für Libanius 
zu kämpfen^; in welchem Sinne, ergibt sich aus 26(411), wo 



1) 30(1189): oxpei rfe avrov H^cwfiaata ^QyaCfliiBvov bv toZq vn'hi} 



IV. Das fünfte Budi. 321 

eB heißt, er werde dem Datianus weinend zu Füßen fallen und 355 
ihn anflehen, er möge dem Sophisten die Erlaubnis erwirken, in 
Antiochia zu bleiben. Daß er sie wirklich erhielt, wird dann 
auch später als das Verdienst des Olympius gepriesen: 106 
(1278). VI 18 (425); vgl. V 56 (1243). Auch befinden sich in 
dieser Gruppe zwei Briefe, 26(411) und 28(413), welche der 
Rückberufung nach Constantinopel entgegenwirken sollen, und 
einer, der auf die Trauer des Aristaenetus I über seine Frau 
hinweist: 31 (1230), wodurch das Jahr 355 sicher gestellt ist 
(S. 318). Da ferner der Ankunft des Clematius II in Antipchia 
auch 24(409) und 28(413) erwähnt wird und 33(1232) an 
16(401) anknüpft (8. 71), kann diese Briefgruppe nicht sehr lange 
nach der vorhergehenden entstanden sein. Die Jahreszeit ergibt 
sich aus 36 (1235), wo Libanius schreibt, er habe zweien seiner 
Schüler den Aufenthalt in den Hainen von Daphne gestattet, 
bis die Sommerferien sie von ihrer Arbeit befreien würden. 
Diese sind also noch nicht eingetreten, aber es ist doch schon 
60 heiß, daß die Studenten einen schattigen Landaufenthalt in 
der Nähe Antiochias aufsuchen. Dazu paßt es, daß die Nachricht 
von den Siegen des Kaisers, die er zwischen dem 18. Februar 
und dem 17. Juli in der Nähe des Bodensees über die Ala- 
mannen erfochten hatte ^, nach 27 (412) schon in Antiochia 
eingetroffen war, und daß nach 56 (1243) Olympius sich ihi 
Anfang des Winters am Hoflager aufhielt. An 33 (1232) 
knüpfen 49(1031) und 63(1247) an: S. 72. 

[37. 38(1184. 1236)] nach Palaestina an den Consularis 
der Provinz Syncletius — denn so ist die Adresse im Vaticanus 
— und an Helpidius III. 37 (1184) wird Zenobius I als ver- 
storben erwähnt, dessen Tod nach 22 (407) in den Winter 354/5 
fiel. Helpidius hat irgend ein Anliegen an Strategius I, zögert 
aber nach Antiochia zu kommen, wo dieser sich zur Zeit auf- 
hält. Darau scheint VI 52 (460) anzuknüpfen, wo Libanius 
berichtet, wie er über seine Angelegenheit mit Strategius ver- 
handelt habe, und ihn abermals zum kommen auffordert. 

39 (1197) an Apringius; vielleicht mit der folgenden Gruppe 
zu verbinden. 

[40—42(1201. 1194. 1191)] nach Seleucia an Anatolius I 
40(1201); vgl. IV 1 (314); nach Tarsus an Bacchius 41 (1194), 



1) Pauly-Wissowa IV S. 1076. 
Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 21 



322 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

855 wahrscheinlich ebendahin an Äsclepias I 42(1191). Dieser 
Brief nennt Eutolmias I als Überbringer. Anatolius I war im 
März 355 am Hoflager in Mailand gewesen und hatte dort 
nach 8 (394 a) die ihm angebotene Stadtpraefectur von Rom 
zurückgewiesen (8. 61). Hier wird darauf durch den Vorwurf 
angespielt, er sei aus Rom desertiert (ano rijg ^Pcifitjg öqcucs- 
rsvoag,) Diese Briefgruppe ist also einige Zeit nach dem 
März 355 geschrieben. 41(1194) antwortet auf eine Ent- 
schuldigung des Bacchius, daß er eine Schrift des Libanius, die 
dieser ihm zugeschickt hatte, noch nicht zurückgebe. 72 (1193) 
hat Libanius erfahren, daß er sie zurückbehalten habe, um 
sie für sich abzuschreiben. Diese beiden Briefe hängen also 
zeitlich zusammen; auf sie bezieht sich YI 96(505). An 40(1201) 
knüpft 55(1242) an: S. 61. 

43(1237) durch Dionysius H überbracht, wahrscheinlich 
an Castricius I als Comes Isauriae, der in diesem Amte seit 354 
nachweisbar ist (S. 103). 

44—46(1238. 1192. 1190) nach Cappadocien an Phi- 
lippus n 46(1190), nach Nicaea an Aristaenetus I 44(1238), 
nach Heraclea an Heortius 45(1192); als Überbringer Spec- 
tatus genannt 44 (1238), über dessen Abreise aus Antiochia 
auch 66 (1250) redet. Gegen Aristaenetus spricht Libanius 
die Hoffnung aus, er werde jetzt endlich der Trauer über den 
Tod seiner Frau ein Ende macheu; von diesem war zuerst 
22 (407) die Rede. Themistius HI, der Sohn des Heortius, 
besucht die Schule des Libanius, die er im J. 361 schon Ter- 
lassen hatte: S. 307. Dem Philippus berichtet Libanius über die 
Erfolge seiner rhetorischen Tätigkeit: ol jcqIp ^fiäg rjxeiv dv- 
d-ovvreg djtr]vß'f]xaöiv. Mithin lag seine Ankunft in Antiochia 
noch nicht gar zu weit zurück, aber doch weit genug, daß er 
seinen Gegner Acacius H gründlich hatte ausmanövriereu 
können, was auf das Jahr 355 paßt. Vgl. 22 (407). S. 40. 41. 
Winters- [47—69(1239. 1200. 1031. 1240. 1241. 1083. 1032. 1085. 

1242. 1243. 1187. 1033. 1034. 1244—1253)]. Hier ist die 
Regel durchbrochen, daß Briefe, welche durch denselben Boten 
bestellt sind, nebeneinanderstehn (S. 3). 47-50. 52-54. 66-69 
nennen Clematius H als Überbringer, 61 — 66 eine Antiochenische 
Gesandtschaft, 56. 57 den Antiochus 11, 58 den Pompeianus H, 
51. 55. 59. 60 wird der Bote verschwiegen. Doch diese Aus- 
nahme bestätigt nur die allgemeinere Regel, daß gleichzeitige 



anfang 



IV. Das fünfte Buch. 323 

Briefe zusammenstehn. Denn 66 (1250) werden dem Spectatus 866 
sowohl Glematius, als auch die Gesandtschaft empfohlen; beide 
sind also zugleich aus Antiochia abgegangen. Und da diese 
nach 62(1246). 64(1248) aus zwei Männern bestand, können 
das sehr wohl Antiochus II und Pompeianus 11 gewesen sein. 
Auch daß Libanius gleichzeitig je zwei Briefe an dieselben 
Adressaten richtet, von denen je einer durch Glematius, einer 
durch die Gesandten bestellt wird, ist nicht auffällig; jeder Teil 
wollte eben seine Empfehlung für sich haben. Auch vdrd man 
bei solchen Briefpaaren bemerken, daß, wenn das eine Exemplar 
sehr ausführlich ist, das andere jedesmal nur mit wenigen 
Zeilen den Überbringer einführt. Die Bestimmungsorte sind 
folgende: 61(1245) nach Ancyra an Agesilaus; 47(1239). 
62(1246) nach Nicaea an Aristaenetus I; nach Constantinopel 
48 (1200) an Acacius IV, 49 (1031). 63 (1247) an Andronicus II, 
50(1240) an Silanus, 51(1241). 64(1248) an Themistius I; 
nach dem Hoflager in Mailand 53 (1032) an Barbatio, 54 (1085). 
60(1244) an Eusebius XII, 55 (1242) an Anatolius I, 56(1243) 
an OlympiusI, 57 (1187).. 67 (1251) an PalladiusIV, 58(1033). 
68 (1252) an Datianus, 59 (1034) an CalJiopius I, 65 (1249). 
69(1253) an Helpidius II, 66(1250) an Spectatus; nach Rom 
an Jovianus I 52 (1083). Das Jahr dieser umfangreichen 
Sendung steht dadurch fest, daß nach 49 (1031). 51 (1241). 
52(1083). 55(1242). 56(1243). 57(1187). 58(1033). 59(1034). 
63 (1247). 66 (1250) Libanius gegen seine Rückberufung nach 
Constantinopel wirkt und nach 47 (1239) Aristaenetus noch 
immer über den Verlust seiner Frau des Trostes bedarf (S. 318). 
Außerdem werden nach 56(1243). 57(1187) die Olympien 
vorbereitet, die in Antiochia in jedem julianischen Schaltjahr 
stattfanden, also auch für 356 bevorstanden: Sievers S. 207. 
Die Jahreszeit ist dadurch bestimmt, daß Libanius 108 (1215) 
an Barbatio schreibt, der Brief, den Glematius ihm überbracht 
habe, das ist 53 (1032), sei jtsqI rag ccQxag tov x^t^cS^^og ab- 
gegangen. Dazu paßt es, daß Libanius nach 51 (1241) schon 
von dem Kaiserbriefe Kunde erhalten hat, der am 1. September 
355 im Senat von Gonstantinopel verlesen wurde (8. 294); denn 
bis die Nachricht davon nach Antiochia gelangte, müssen ein 
paar Monate vergangen sein. Die Gesandtschaft könnte also 
den Auftrag gehabt haben, dem Kaiser zur Erhebung des 
Oaesars Julian, die am 6. November 355 stattfand, die Glück- 

21* 



324 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

866 wünsche der Stadt Antiocbia darzubringen: Pauly-Wissowa IV 

8.1078. — 49(1031). 63(1247) knüpfen an 16(401) und 

33(1232) an, 55(1242) au 40(1201); auf 47(1239) weist 

90(1136)zurück, auf 50 (1240) ebenso 95(1271): S. 72.61.86. 

866/66 70(1198) an Heraclianus I. 

71 (1254) an Phasganius, den Oheim des Libanius, der 
sich wahrscheinlich auf einem Landgute in der Nähe von 
Antiocbia aufhielt. Über die Frage seiner Rückberufung nach 
Constantinopel hat Libanius von Spectatus günstige Nachrichten 
erhalten, die nur vom Hoflager aus geschickt sein können: 
S. 318. Dorthin war dieser 44 (1238) abgereist jind im Anfang 
des Winters angekommen: 66 (1250). Dieser Brief ist also 
etwas später als die Gruppe 47 — 69. 

72(1193) nach Cilicien an Bacchius; knüpft an 41 (1194) an, 
und VI 96 (505) bezieht sich darauf zurück. 

73 (1255) an Caecilius I vielleicht nach Paphlagonien. 
Sein Sohn Alexander II, der schon 361 Consularis Bithyniae 
war, besucht noch die Schule des Libanius: S. 52. 

[74—76 (1256—1258)] von Eusebius II überbracht uacli 
Bithynien, als er dort die Statthalterschaft antrat, an Ambrosius, 
Alcimus und Aristaenetus I. Dieser trauert noch immer um 
seine Frau, die im Frühling 355 starb: S. 318. Damals war 
es Sitte, daß Statthalter, ehe sie in ihre Provinz gingen, sich 
dem Praefecten persönlich vorstellten, und zu diesem Zwecke 
wird Eusebius II vom Hellespont, den er vorher verwaltet 
hatte, nach Antiocbia gekommen sein. Sein Vorgänger ApeUio 
hatte die Provinz im Frühling 355 übernommen: 11 — 14(396 
—399). Vgl. über die Zeit dieser Briefe auch zu 88—92. 
Winter [77—84(1199. 1259—1262. 1195. 1109. 1263)] nach Ci- 

licien 82(1195) an Hieracius, 83(1109) an Hierocles I; nach 
Galatien 77(1199) an Libanius I — denn so lesen die Hand- 
schriften — , 78 (1259) an Hellespontius, 79 (1260) an Eu- 
sebius XIX; nach Constantinopel 80(1261) au Themistius I; 
an das Hoflager in Mailand 84(1263) an Bassus I; nach un- 
bekanntem Ort 81 (1262) an Photius I; als Überbringer genannt 
Agroecius II 80 (1261). Da dessen Weg über Bithynien führte, 
ist es auffallig, daß die dortigen Freunde des Libanius, namentlich 
Aristaenetus I, in dieser Reihe nicht bedacht sind. Ich weiß 
dafür keine andere Erklärung, als daß die vorhergehende Gruppe 
74 — 76 an sie gerichtet war. Sie wird sich also mit dieser 



IV. Das fünfte Buch. ' 325 

zeitlich eng berühren. Dazu paßt es, daß Libanius 79 (1260) B55/5I( 
erzählt, er selbst sei im Sommer, Albanius im Spätherbst krank 
gewesen, woraus sich ergibt, daß diese Briefe nach dem Spät- 
herbst, d. h. im Winter, geschrieben sind. Das Jahr ist da- 
durch bestimmt, daß Libanius an Eusebius 79 (1260) schreibt, 
wenn jemand aus Ancyra sein Schüler werden wolle, so möge 
er sich von der Reise nach Antiochia nicht durch den Glauben 
zurückschrecken lassen, daß sein Aufenthalt dort nur ein vor- 
übergehender sein werde; denn er erwarte mit Bestimmtheit 
dort zu bleiben. Es ist also noch immer von seiner Bück- 
berufung nach Constantinopel die Rede (S. 318). Auch die 
Bemühungen des Notars Bassus, für die er sich 84 (1263) 
bedankt, werden dieser Frage gegolten haben. Die Flucht 
des Libanius aus Constantinopel hatte nach 71 (1254) die Folge 
gehabt, daß der dortige Proconsul ihm sein Gehalt entzog und 
und das Gold, das er schon davon empfangen hatte, sogar von 
ihm zurückfordern wollte. Doch war der Praefect Strategius I 
darüber höchst entrüstet gewesen und hatte wahrscheinlich 
erwirkt, daß nicht nur jene Beitreibung unterblieb, sondern 
sogar noch weitere Zahlung angewiesen wurde. Denn der 
Überbringer dieser Briefe Agroecius hat nach 80. 81(1261. 
1262) den Auftrag, in Constantinopel für Libanius Gold zu 
erheben. Der Photius, welcher dasselbe kraft seiner Amts- 
gewalt eintreiben sollte, war vielleicht Consular der Provinz 
Europa, in der Constantinopel lag. Denn daß die Rhetoren- 
gehalte nicht immer von den Städten selbst getragen, sondern 
auch ganz oder teilweise den Provinzen aufgelegt wurden, 
wissen wir aus app. 127 (652). 

85 (1196) von Sabinus I überbracht nach Berytus an 
Marcianus L Strategius I besucht zum ersten Mal als Praefect 
die Provinz Phoenicien; dies kann sehr wohl im zweiten Jahre 
seiner Amtsführung geschehen sein: S. 283. 

86 (1264) nach Armenien an Gorgonius IV, den Assessor 
des dortigen Praeses. Himerius, der im Frühling 357 nach 
VI 77 (487) schon tot war, wird hier noch als lebend erwähnt 

87 (1265). Libanius bittet den Elias I um ein Mittel gegen winter 
sein Nierenleiden, von dem in dieser Zeit immer wieder die 
Rede ist (S. 317); VI 3(1282) hat er es erhalten. Daß 
Winter ist, wird ausdrücklich gesagt. In der folgenden Gruppe 

00 (1136) sagt Libanius, daß er überall nach Heilmitteln gegen 



326 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

3&5/56 seine Krankheit suche ^, was offenbar mit dem Inhalte dieses 
Briefes zusammenhängt. 

[88—92(1266. 1267. 1136. 1268. 1269)] nach CUicien 
88(1266) an Hierocles I; nach Bithynien 89(1267) an Me- 
terius I, 90(1136) an Aristaenetus I, 91(1268) an Alcimus, 
92(1269) an Lampetius. Als Überbringer wird 89—92 Me- 
terius n genannt. Hier wird, wie in dem vorhergehenden Brief, 
über da« Nierenleiden geklagt: 90(1136). 91(1268). Wieder 
ist von der Trauer des Aristaenetus die Rede, wie 76 (1258). 
Gegen diesen spricht Libanius seine Verwunderung aus, daß 
er den von Clematius IE überbrachten Brief, d. h. 47 (1239), 
noch nicht beantwortet habe; des späteren Briefes 76 (1258), 
den Eusebius II bestellt hatte, erwähnt er nicht: 90(1136). 
Daraus möchte man schließen, daß seit der Abreise dieses 
letzteren noch nicht eine so lange Zeit verstrichen war, daß 
eine Antwort aus Bithynien hätte eintreffen können. 
866 [93—97 (1134. 1270—1273)] nach Constantinopel 93(1 134) 

Frühling an Themistius I, 94(1270) an Andronicus II, 95(1271) an 
Silanus, 96 (1272) an Hyginus, 97 (1273) an Araxius. In den 
Briefen selbst werden die Überbringer nicht genannt, doch sagt 
Libanius 99(1274) und 100(1088), einem Briefe, der nach 
der handschriftlichen Überlieferung an Themistius I gerichtet 
ist, daß 93 (1134) und 97 (1273) durch die Söhne des Bassus I 
bestellt sind, und dasselbe wird auch von den übrigen gelten. 
Denn zweifellos beziehen sich die Anfangsworte von 100 (1088): 
6i o fihv 6xvT]Q(3g jrgog ro kjtiötiXXBiv e^^, ütaqa rcor yqafi' 
fKXTcov BfiaB'sg, eljceq iXaßsg, a 6ia rcav Bdoöov jtalöcov sjtsfijrov 
auf 93 (1 134), wo dargelegt ist, Libanius zögere mit dem 
Schreiben, weil man seine Briefe in Constantinopel überall 
herumzeige und ihm dadurch Ungelegenheiten bereite, eine 
Klage, die, wie gegen Themistius, so auch 94 (1270) gegen 
Andronicus erhoben wird. Die ganze Gruppe ist dadurch 
sicher datiert, daß 97 (1273) dem Araxius zum Antritt des 
Proconsulats von Constantinopel gratuliert, in dem er Anfang 
Mai 356 zuerst nachweisbar ist (S. 83). Außerdem erzählt hier 
Libanius, daß der Kaiser ihn von seinen Lehrpflichten in Con- 
stantinopel entbunden habe, womit den Befürchtungen, daß er 
aus Antiochia abberufen werden könne, auf welche noch in 



1) Kai navxa fisv navtaxo^Bv elg ttjv iaaivdyeiQBxai, 



IV. Das fünfte Buch. 327 

der Gruppe 77 — 84 hingedeutet war, ein Ende gemacht ist 85^ 
(S. 318). Macedonius VI ist nach 93(1134) in Constantinopel, 
wie 80(1261). — 95 (1271) knüpft an 50(1240) an und redet 
zugleich von der Hochzeit, die in der Familie des Strategius I 
gefeiert werden soll, wie VI 4(1185). Glematins II soll an 
ihr teilnehmen, ist also vom Hoflager, an das er im Anfang 
des Winters 355 nach 47 — 69 gereist war, wieder in den 
Orient zurückgekehrt. Dies weist darauf hin, daß diese Briefe 
mehrere Monate später geschrieben sind. Nach ihrer engen 
Verbindung mit 106-109 wird man sie schon in den Frühling 
356 setzen dürfen. 

98 (1135) nach Cilicien an Demetrius I, vielleicht mit der 
folgenden Gruppe zu verbinden. 

[99—103(1274. 1088. 1275— 1277a)] von Malchus nach Frahimg 
Constantinopel überbracht 99(1274) an Araxius, 100(1088) 
an Themistius I, 101 (1275) an Andronicus II, 102 (1276) an 
Hygiuus, 103 (1277 a) an Silanus. 99(1274) und 100(1088) 
weisen auf 93 — 97 als auf kürzlich abgeschickte Briefe zurück 
(s. oben). Da Malchus zu Schiffe reist (rfjg vecog ixßdg 100), 
muß die winterliche Jahreszeit vorüber sein. 

104(1225) an Theodorus II. 

105 (1277b) an Adamantius IL 

[106—109(1278. 1279. 1215. 1280)] an das Hoflager in Mai 
Mailand 106(1278) an Olympius I, 107(1279) an Datianus, 
108(1215) an Barbatio, 109(1280) an Anatolius I. Dank- 
sagungen dafür, daß sie ihm die Erlaubnis erwirkt haben, in 
Antiochia zu bleiben. An 108(1215) knüpft VI 62 (470) an. 
Über die Zeit dieser Gruppe s. S. 317. 

110 (1035) an Julianus, wahrscheinlich den Gaesar, der sich 
damals in Gallien aufhielt. Der Brief könnte also mit den 
vorhergehenden zugleich abgeschickt sein, um vom Hoflager 
weiter nach Westen befördert zu werden. Daß die Alamannen- 
kriege gar nicht berührt werden, weist auf eine Zeit hin, wo 
sie entweder noch nicht begonnen hatten oder doch die Kunde 
von ihnen noch nicht nach Antiochia gelangt war. 



328 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Y. Das sechste Bach. 

Dieses Bach schließt sich auch zeitlich unmittelbar an das 
vorhergehende an. So ist 2 (1036 a) zum letztenmal von der 
Trauer des Aristaenetus die Bede, die uns in so vielen Briefen 
schon begegnet ist (S. 318); so wiederholt Libanius 18(425) 
dem Olympius I seinen Dank, daß er ihm die Rückberufung 
nach Constantinopel erspart habe, den er ihm schon Y 106 (1278) 
ausgesprochen hatte; so hat nach 3(1282) Elias die Arzenei 
geschickt, um die er V 87 (1265) gebeten worden ist. Zahl- 
reiche andere Beziehungen sollen bei den einzelnen Stücken 
vermerkt werden. Schließt also das fünfte Buch mit dem 
Mai 356 ab, so wird das sechste entweder in demselben Monat 
oder doch im Juni beginnen, und dann erstreckt es sich über 
mindestens ein Jahr, wahrscheinlich über ein paar Monate 
mehr, wie ja auch das vorhergehende vierzehn Monate umfaßte. 
Dazu passen auch die folgenden Nachrichten anderer Quellen, 
die sich mit dem Inhalt unseres Buches benihren. 

Nach Ammian XVI 9, 3. 10, 21 fanden 356 Friedens- 
verhandlungen mit den Persern statt. In einer Rede, die am 
1. Januar 357 gehalten wurde (S. 296), erzählt Themistius 
(p. 57 b), er sei kürzlich (Ivayx'^^) ^^ Antiochia gewesen und 
habe dort die persischen Gesandten gesehn. Von jener Friedens- 
hoffnung und den Persem, die im Theater erschienen seien, 
sprechen 20. 21 (427. 428), von dem Besuch des Themistius 
20(427). 22—25(429—432). 57(465). 81(491). 

Die Olympien fanden in Antiochia im Sommer jedes ju- 
lianischen Schaltjahres, also auch im Jahre 356 statt: Sievers 
S. 207. Nach 50(458) sind sie vor einiger Zeit gefeiert 
worden. 

Im J. 357 besuchte Constantius zum ersten Mal in seinem 
Leben Rom und feierte dort vom 28. April bis zum 29. Mai 
die Yicennalien seiner selbständigen Herrschaft: Pauly- Wisse wa 
lY S. 1081. Im Namen Constantinopels hielt ihm hier The- 
mistius den . noch erhaltenen jiQsößtvrixog, und ebenso werden 
wohl auch die andern Großstädte des Reiches Glückwunsch- 
gesandtschaften dorthin geschickt haben. Darauf beziehen sich 
56 — 65 (464 — 473), die dem Letoius 1 bei einer Gesandtschafts- 
reise mitgegeben sind. Denn nach 65(473) ist sie dadurch 
veranlaßt, daß der Kaiser die Stadt zu einer Feier geladen 



V. Das sechste Buch. 329 

hat, und ihr Ziel ist Rom, da Letoius mit Oiympms I, der 
sieh nach 40 (448). 45 (453). 72 (481) dort aufhält, zusammen- 
trefifen soll: 61(469). Von dem Aufenthalt des Kaisers in 
Rom ist auch 72 (481) die Rede. 

Ende 355 war Julian als Caesar nach Gallien gegangen 
und hatte seitdem die Barbaren mit Glück bekämpft. Darauf 
bezieht es sich, daß Libanius 116(525) an ihn schreibt, er 
habe ihm über große Taten eine kleine Rede geschickt. 

Dieser Zeitbestimmung entspricht auch die Beamtenliste 
des sechsten Buches, die sich zum Teil mit der des fünften deckt; 
namentlich kehren Strategius I, Barbatio, Araxius und Ne- 
bridius I in beiden wieder. Von den sonst noch genannten 
Beamten sind Musonius I als Magister officiorum im Jahre 357, 
Cataphronius I als Praefect Aegyptens in den J. 356 und 357 
auch aus andern Quellen nachweisbar; Sebastianus II erscheint 
in diesen zwar erst 358 als Dux Aegypti, doch hindert nichts 
die Aunahme, daß er das Amt schon ein bis zwei Jahre früher 
angetreten habe: S. 218. 104. 271. 

Praefectus praetorio Orientis: Strategius I: 4(1185). 43 
(451). 58(466). 67(475), wie im fünften Buche. 

Praefectus praetorio Ulyrici: Anatolius I: 55 (463). 58 (466). 
69(478). 80(490). 84 (494a). 89(498). 

Magister peditum: Barbatio: 62(470). 82(492), wie im 
fünften Buche. 

Magister officiorum: Musonius I: 63. 64(471. 472). 109. 
110(518. 519). 

Comes rerum privatarum des Caesars Julianus: Helpidius 11: 
115(524); vgl. S. 170. 

Castrensis sacri palatii: Mygdonius: 63(471). 109. 110 
(518. 519). 

Magister epistularum: Eugnomonius 65(473). 

Proconsul nrbis Constantiuopolitanae: Araxius: 10(417). 
23 (430). 30 (438), wie im fünften Buche. 

Aegypti Praefectus: Cataphronius I: 28 (435). 

Aegypti Dax: Sebastianus II: 27(434). 102(511). 

Arabiae Praeses: Andronicus III: 49 (457). 

Armeniae Dux: Lauricius: 91 (500). 

Bithyniae Consularis: Calliopius II: 42 (450). 

Julianus V: 94(503). 105(514). 

119(528). 



330 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Macedoniae Consularis: Olympius II: 87(496); s. S. 223. 
Orientis Comes: Nebridius I: 67 (475), wie im fünften 
Buche. 

Palaestinae Consularis: Firminus I: 38(446). 

Clematius II: 69(478). 94(503}. 

101(510). 103(512). 
108(517). 
Syriae Consularis: Gymnasius: 11(418). 



356 [1—7(1281. 1036a. 1282. 1185. 1283. 414. 415)] nach 

Sommer Cilicien 6(414) an Seleucus; nach Bithynien 2 (1036 a) an 
Aristaenetus I, 7 (415) an Meterius I; an das Hoflager nach 
Mailand 1 (1281) an Calliopius I; nach unbekannten Orten 
3 (1282) an Elias, 4 (1185) an Strategius I, 5 (1283) an Atactius. 
Clematius II wird 4(1185) und 7(415) als Überbringer ge- 
nannt; daß er auch 2 (1036a) bestellte, ist 11(418) gesagt; 
da er nach 12(419) nach Italien reiste, wird er auch die 
übrigen Briefe mitgenommen haben. Aristaenetus I hat nach 

2 (1036 a) angefangen, sich über den Tod seiner Frau zu 
trösten; dies paßt dazu, da er im Frühling 355 eingetreten 
war, daß unterdessen das Trauerjahr sein Ende gefunden hatte 
(S. 318). Apellio, der nach V 74—76 (1256—1258) im Winter 
355/6 die Statthalterschaft von Bithynien niedergelegt hatte, 
ist wieder in Antiochia eingetroffen; ebenso Antiochus II, der 
nach V 47 — 69 im Anfang des Winters 355 als Gesandter an das 
Hof leger gegangen war: 2 (1036 a). Die Hochzeit in der 
Familie des Strategius I, auf die schon V 95 (1271) als bevor- 
stehend hingewiesen war, soll nach 4 (1 185) jetzt gefeiert werden. 

3 (1282) knüpft an V 87 (1265) au, sagt aber ausdrücklich, 
daß seit der Absendung dieses Briefes schon geraume Zeit yer- 
strichen ist. Die Jahreszeit ist bestimmt durch 2 (1036 a), wo 
am Schlüsse gesagt ist, daß die Sommerferien nahe bevorstehn. 

.?i±, [8—16(1603. 416—423)] nach Bithynien 8(1603) an 

Basilius, 11 (418) an Aristaenetus I; nach Constantinopel 10(417i 
an Araxius, 13(420) an x4.ndronicus II, 14.(421) an Silanus, 
15 (422) an Themistius I; an das Hoflager nach Mailand 9 (416) 
an Olympius I, 16(423) an Anatolius I; 12(419) an Cle- 
matius II, der nach Italien unterwegs ist. Gymnasius wird 
10(417). 11(418). 14(421) als Überbringer genannt. Da 



Sommer 



V. Das sechste Buch. 331 

11 (418) auf den kurz vorher durch Clematius überbrachten 856 
Brief 2 (1036 a) zurückgewiesen wird und dieser sich noch auf 
der Beise befindet, die er antrat, als 1 — 7 geschrieben wurden, 
muß diese Gruppe sehr bald nach der vorhergehenden abgesandt 
sein. 13 (420) knüpft an V 49 (1031); vgl. S. 72, 16 (423) an 
V 40 (1201). 55(1242); 20(427) weist auf 11(418) zurück, 
21(428) auf 12(419), 19(426) auf 16(423), 22(429) auf 
13(420). Die Wagenrennen, welchen Leontius XVI nach 11 
(418) beiwohnt, werden zu den Olympischen Spielen gehören, 
die im Hochsommer 356 gefeiert wurden: Sievers S. 207. 

[17—21 (424—428)] überbracht durch Spectatus, der nur 
18(425) nicht genannt ist, nach Bithynien 20(427) an Äri- 
staenetus I; an das Hoflager nach Mailand 17(424) an Plo- 
rentius II, 18(425) an Olympius I, 19(426) an Anatolius I; 
21 (428) an Clematius II, der nach dem Hoflager unterwegs 
ist. In der vorigen Gruppe wurde 12(419) an diesen ge- 
schrieben, er möge den Spectatus erwarten, um mit ihm nach 
Italien weiterzureisen; sie geht dieser also unmittelbar voraus. 
Dasselbe ergibt sich daraus, daß nach 11 (418) Leontius XVI 
dem Libanius versprochen hat, ihm einen Brief des Aristaenetus I 
zu übergeben, und nach 20(427) sein Wort noch nicht gehalten hat. 
18 (425) bedankt sich Libanius noch einmal bei Olympius I, 
daß er seine Bückberufung nach Constantinopel hintertrieben 
habe (S. 318); an diesen Brief knüpft 61 (469) an. 20(427). 
21 (428) ist von der Anwesenheit des Themistius I in Antiochia 
und von der persischen Gesandtschaft die Bede, wodurch das 
Jahr dieser Gruppe mit voller Sicherheit bestimmt ist (8. 328). 

[22—25 (429—432)] überbracht von Themistius I, dessen 
Besuch in Antiochia schon in der vorigen Gruppe 20 (427) 
erwähnt war, nach Cilicien 24 (431) an Hierocles I; nach Bi- 
thynien 25 (432) an Aristaenetus I; nach Constantinopel 22 (429) 
an Andronicus II, 23 (430) an Araxius. — 22 (429) knüpft an 
13(420) an: S. 72. 

26 (433) überbracht von Letoius V an Eutocius nach 
Palaestina. 

[27. 28 (434. 435)] durch Dulcitius V nach Aegypten über- 
bracht an den Dux Sebastianus II und den Praefecten Cata- 
phronius I, durch dessen Amt die Zeit der beiden Briefe be- 
stimmt ist: S. 104. 

[29—30 (436—438)] überbracht von Heliodorus I nach 



332 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

.^6 Coustantinopel 30(438) an Araxius; nach Mailand 29 a (436) 
an Anatolius I, 29 b (437) an Olympius I^ Die Zeit ist da- 
durch bestimmt, daß Araxins noch Proconsul von Constantinopel 
ist und die beiden andern sich in Italien aufhalten. Denn 
schon im Winter 356/7 ging Anatolius I als Praefect nach 
Sirmium (S. 62. 68). 

[31—33 (439—441)] nach der Troas 33 (441) an Hierax; 
an das Hof lager nach Mailand 31 (439) an Spectatus, 32 (440) 
an Anatolius I. Severus YI wird 31. 32 (439. 440) als Über- 
bringer genannt. Spectatus befindet sich an demselben Orte mit 
Anatolius I, d. h. am Hoflager; 17 — 21 (425 — 428) war er dorthin 
von Antiochia abgereist. An 32 (440) knüpft 41 (449) an, wo- 
durch die Zeit gesichert ist. 

34 (442) von Bacchius überbracht nach Cilicien an De- 
metrius I. 

35 (443) an Euphemius I, wahrscheinlich gleichfalls nach 
Cilicien, also wohl mit dem Torhergehenden Briefe zu ver- 
binden: S. 136. Libanius erzahlt, dais er krank sei, daß der 
ganze Rat von Antiochia mit Ausnahme eines einzigen Mannes 
auf seiner Seite stehe und daß nur diejenigen noch seinem 
Nebenbuhler Acacius U anhingen, die dieser durch seine gute 
Tafel zu gewinnen wisse. Da dieselben Nachrichten auch 
11(418) und 43(451) gegeben werden, muß dieser Brief den 
eben angeführten ungeföhr gleichzeitig sein. 

[36. 37 (444. 445)] nach Bithynien an Demophilus und 
Aristaenetus I; als Überbringer wird 37 (445) Rufinus lY 
genannt. 

38 (446) an Firminus I als Consularis Palaestinae. Ze- 
nobius I wird als tot erwähnt, der nach Y 22 (407) im Winter 
354/5 gestorben war. 

39 (447) überbracht von Artemo nach Berytus an Dom- 
ninus I. 

Herbst ^ [40. 41 (448. 449)] an Olympius I und Anatolius I; als 
Überbringer wird 41 (449) Apollinaris III genannt. Olympius ist 
aus Mailand nach Rom übergesiedelt, wo wir ihn auch 45 (453) 
und 72 (481) finden. Anatolius hält sich noch in Italien auf, 
hat also die Praefectur von IHyricum noch nicht angetreten, was 
im Winter 356/7 geschah (S. 62). 41 (449) knüpft an 32 (440) 

1) Die beiden Briefe sind in der Handschrift zu einem zusammen- 
gezogen und tragen deshalb nur eine Nummer. 



V. Das sechste Buch. 333 

an (S. 63), auf 40 (448) weist 45 (453) zurück. Da Libanius 85« 
40 (448) schreibt, er werde dem Olympius im Sommer Bücher 
schicken, so muß man voraussetzen, daß die Zeit der Schiff- 
fahrt, mit der sich größere Sendungen am leichtesten befördern 
ließen, schon vorüber war, also der Herbst begonnen hatte. 

[42. 43(450. 451)] nach Bithynien an Calliopius II, den 35«/7 
Consular der Provinz, und Aristaenetus I; als Überbringer 
wird 42 (450) Strategius II genannt. Im Winter 355/6 hatte 
Eusebius II die Statthalterschaft von Bithynien angetreten: 

V 74—76 (1256—1258); da hier schon sein Nachfolger im Amte 
ist, dürften diese Briefe ungefähr ein Jahr später sein. 43 (451) 
berührt sich inhaltlich mit 35 (443); ein Brief, der Anfang 
357 geschrieben ist, 56 (464), weist darauf zurück. Von der 
Besserung des Libanius, von der 43 (451) spricht, ist auch 
61 (469) die Rede. Agesilaus, der Vater des Strategius II, an 
den noch V 61 (1245) gerichtet war, erscheint 42 (450) als ver- 
storben. 

[44. 45 (452. 453)] an das Hoflager in Mailand an Spec- 
tatus und nach Rom an Olympius I; als Überbringer wird 
44 (452) Gerontius II genannt. 45 (453) weist auf 40 (448) 
zurück, und 72 (481) knüpft daran an. 

[46. 47 (454. 455)] an Arsenius III und seinen Vater An- 
tiochus II. Jener starb im J. 364: S. 76. 

48 (456) an Eumathius I nach Isaurien. 

49 (457) an Andronicus III als Praeses Arabiae. 

[50. 51 (458. 459)] an Antiochus III, wahrscheinlich in 
Phoenicien, und an Spectatus am Hoflager zu Mailand. Die 
Olympischen Spiele, die ein Vetter des Libanius wohl gemeinsam 
mit Antiochus II im Sommer 356 gegeben hatte (S. 76), sind 
längst vorüber; doch bereitet er noch Tierhetzen vor, um deren 
Unterstützung die Adressaten hier gebeten werden. Denselben 
Gegenstand behandeln auch 92— 94(501— 503). 104. 105(513. 
514). 108(517). 

52 (460) nach Palaestina an Helpidius III. Scheint mit 

V 38 (1236) im Zusammenhange zu stehn. 

53(461) nach Heraclea an Heortius. Dessen Sohn The- 
mistius in ist noch in der Schule des Libanius, die er im 
J. 361 schon verlassen hatte: S. 307. 

54 (462) an Euippius. 



334 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

856/7 55 (463) durch Serapodorus überbracbt an Anatolius 1 

nach Italien oder lUyricam. Das hohe Amt, das man für 
diesen schon nach V 40(1201). 55(1242). VI 16(423). 19(426) 
erwartet hatte, ist ihm jetzt verliehen; er ist Praefectus prae- 
torio geworden und empfangt durch diesen Brief die Glück- 
wünsche des Libanius. 58 (466) knüpft daran an. Vgl. 8. 62. 

857 [56 — 65 (464 — 473)] dem Letoius I mitgegeben, als er nach 

oder März ^^^ geschickt wurde, um dem Kaiser während seines dortigen 
Aufenthalts zu seinen Vicennalien zu gratulieren (S. 328); da 
er um den 28. April 357 dort eintreffen sollte, muß seine 
Abreise in den Februar oder März gefallen sein; denn ein 
Gesandter reiste nicht mit der Geschwindigkeit eines Kuriers. 
Nach Bithynien 56 (464) an Aristaenetus I; nach Constantinopel 
57(465) an Themistius I\ 59(467) an Andronicus II; nach 
Sirmium 58 (466) an Anatolius I; an das Hoflager in Rom 
60 (468) an Olympius X und Jovinus 11, 6 1 (469) an Olympius I, 
62(470) an Barbatio, 63(471) an Mygdonius, 64(472) an 
Musonius I, 65 (473) an Eugnomonius. Es wird darauf hin- 
gewiesen, daß Glematius 11 und Themistius I kürzlich in An- 
tiochia gewesen sind: 57(465). 60(468). 62(470); damit ist 
an 1 — 7 und 22 — 25 angeknüpft. Außerdem nimmt 56 (464) 
Bezug auf 43 (451), 58 (466) auf 55 (463), 61 (469) auf 18(425), 
62(470) auf V 108(1215); an 58(466) knüpft 69(478) an, 
an 64(472) ebenso 110(519). Anatolius I ist kürzlich zum 
Praefecten ernannt: 58(466), wie 55(463); an diese Briefe 
knüpft 84 (494 a) an. 61(469) redet Libanius von einer 
Besserung in seiner Krankheit, wie 43(451). 

[66. 67 (474. 475)] nach Bithynien 67 (475) an Aristae- 
netus I, nach Constantinopel 66 (474) an Andronicus II; in 
diesem Brief ist Maiorinus als Überbringer genannt. An 67 (475) 
knüpft 86 (495) an. Wenn von Strategius I erzählt wird, er 
sei küi'zlich ex KaQxrj^ovog zurückgekehrt, so ist dies natürlich 
in ax KaXxv^ovoq zu ändern. Denn der Praefect des Orients 
hatte in Karthago nichts zu tun, wohl aber gehörte Chalcedo 
zu seinem Amtsbezirk. 

Mai [68—72 (477—481)] nach Bithynien 68 (477) an Aristae- 

netus I; nach Sirmium 69 (478) an Anatolius I; nach Rom 

1) In diesem Briefe ist zu schreiben: Aijrocov Sh xal tiqotbqov eyvmqj 
rjvlxa naQ vfiXv fisveiv (naQ^rrjaafjiTjv fjihv) iyo) (statt rifiTv fxsveir iydf), 
naQa Se rbv ßaaO.sa SC rjfiüiv olirog 6X(0Q€i. 



V. Das sechste Buch. 335 

70(479) au Crescens, 72(481) an Olympius I; an einen un- 857 
bekannten Ort 7 1 (480) an Portunatianus I. Als Überbringer 
ist 68. 69 (477. 478) Pelagius I genannt, 70 (479) ein Gesandter, 
was dasselbe bedeutet. Denn aus I 82 a (93) und add. 87 (1042) 
erfahren wir, daß jener Pelagius vor dem J. 359 als Gesandter 
der Stadt Cyrus nach Italien gereist ist. Die Briefe sind nach 
70 (479) kurze Zeit nach der Abreise des Letoius I, d. h. nach 
56 — 65, abgeschickt. Doch ergibt sich aus 72(481), daß der 
Kaiser schon in Rom ist und daß Libanius voraussetzen kann, 
die Lobreden, die er dort über sich ergehen lassen mußte, 
seien, wenn nicht alle, so doch zum größten Teil schon ge- 
halten ^ Diese Gruppe muß also einige Zeit nach dem 28. April 
357, an dem Gonstantius in Bom einzog, abgefaßt sein. 
69 (478) knüpft an 58 (466) an, 72 (481) an 45 (453). Spec- 
tatus, der 51 (459) noch am Hoflager war, ist 68. 69(477. 
478) wieder nach Antiochia gekommen. Durch den Einfluß 
des Anatolius I ist nach 69 (478) Glematius II zum Gonsularis 
Palaestinae ernannt, ein Amt, in dem wir ihn von 94 (503). 
101 (510) an tätig finden. 

[73. 74 (482. 484)] nach Cilicien von Sklaven des Libanius 
überbracht, die für ihn Holz kaufen sollen, an Melinianus und 
Gaius I. 

[75—83 (485—493)] überbracht von Jamblichus, der nach 
Italien reist: 77(487), nach Cilicien 75(485) an Hierocles I; 
nach Ancyra 76(486) an Maximus XII; nach Nicaea 77(487) 
an Aristaenetus I; nach Gonstantinopel 78 (488) an Gymnasius, 
79 (489) an Silanus, 81 (491) an Themistius I; nach Sirmium 
80(490) an Anatolius I; an das Hof lager 82 (492) an Barbatio, 
83 (493) an Jovinus II und Olympius X. Himerius, der Vater 
des Jamblichus, der im Winter 355/6 nach V 86 (1264) noch 
am Leben war, ist jetzt gestorben: 77 (487). 79 (489). 81 (491). 
Von der Ankunft des Spectatus in Antiochia, die zuerst 68 — 72 
erwähnt wurde, ist auch hier die Kede: 79(489). . Auf den 
Besuch des Themistius I in Antiochia ist 81 (491) zurück- 



1) nsQc Sh Tüiv dydfvcDv, ovg eixoq nsTioifjad'at zovg ao<piaragf oaoi 
TF ^TC^kd-ov xal ol naXai t^v nbXiv oixovaiy noXXol (xhv äyyEXovai, aov 
6" dfjislvaßv ovx av fioi yavoito fXTjvvxr^g. Für das ayyaXkovac der Wolf- 
schen Ausgabe habe ich ayyeAovat geschrieben ; denn das furo? zeigt, daß 
Libanius die rhetorischen Wettkämpfe in der Hauptstadt nur als selbst- 
verständlich 'voraussetzt, also noch nicht davon erzählen gehört hat. 



336 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

857 verwiesen; vgl. 22—25. 56—65. Libanius spricht 78(488) 
seine Zufriedenheit damit aus, daß ihm sein Glehalt in Con- 
stantinopel entzogen ist, weil damit der letzte Zusammenhang 
mit dem früheren Orte seiner Lehrtätigkeit gelöst sei (S. 318). 
Von jener Reise des Jamblichus reden auch 99. 100 (508. 509). 
113(522). IV 17 (330). 51(363). 76(388). 

[84— 87 (494a— 496)] nach Nicaea 86(495) an Aristae- 
netus I, 87 (496) an Olympius II; nach Heraclea 85 (494b) 
an Heortius; nach Sirmium 84 (494 a) an Anatolius I. Nach 
87 (496) hat Olympius II das Amt kürzlich niedergelegt, das 
er nach I 56 (68) vor dem J. 359 bekleidet hatte. 84 (494a) 
knüpft an 55 (463) und 58 (466) an, 86 (495) an 67 (475); auf 
84 (494a) weisen 89(498) und IV 4(317) zurück. 

[88. 89 (497. 498)] überbracht von Domitius Modestus nach 
Nicaea an Aristaenetus I^ und nach Sirmium an Anatolius I. 
Es ist davon die Rede, daß Anatolius den Aristaenetus zu 
seinem Assessor hatte ernennen wollen, dieser aber abgelehnt 
hatte, wovon schon 68. 69 (477. 478) gesprochen war. 89 (498) 
knüpft an 84 (494 a) an. 

[90. 91 (499. 500)] nach Armenien an Eusebius X und 
Lauricius, der damals wahrscheinlich Dux Armeniae war. Denn 
daß beide sich in derselben Provinz befinden, ist 91 (500) aus- 
drücklich gesagt. 

[92 — 94(501 — 503)] nach Bithynieu an Aristaenetus I, 
Alcimus und Julianus V, den Consular der Provinz. Im vor- 
hergehenden Winter bekleidete dies Amt noch Calliopius 11: 
42 (450). Alle drei Briefe handeln von den Spielen, von denen 
schon 50. 51(458. 459) die Rede war; 104. 105(513. 514) 
knüpfen daran an. Clematius II, der 69 (478) zum Consularis 
Palaestinae ernannt war, ist nach 94 (503) in Antiochia gewesen 
und in seine Provinz abgegangen, wo wir ihn 101 (510) tätig 
finden. 

[95—100(504—509)] nach Cilicien 95 (504) an Demetrius I, 
96(505) an Bacchius, 99(508) an Jamblichus, 100(509) au 
Hierocles I; nach Bithynien 97 (506) an Aristaenetus I; nach 
unbekanntem Orte 98 (507) an Sabinus I. Als Überbringer 
wird 95 (504) Leontius XVI genannt, der nach 11 (418). 20(427) 

1) In dem Brief an ihn ist zu schreiben: o rf* SQ^etai xovtpuav zov 
aQXOVxa^ fiaxagioq fikv vtp" o"ov XBx}^riX(xt., noir^aojv (statt nolriaov) rff xn- 
xBtvov evSaifiova xJj na^ ccvrov ipogn. 



V. Das sechste Buch. 387 

im Hochsommer 356 aus Bithynien nach Antiochia gekommen 857 
war und jetzt wohl dorthin zurückreiste. Jamblichus ist auf 
der Reise, die er 75 — 83 (485 — 493) antrat, erst bis Cilicien 
gelangt; die beiden Briefgruppen liegen also zeitlich nicht sehr 
weit auseinander. 96 (505) knüpft an V 41 (1194). 72(1193) 
an und 111 (520) bezieht sich darauf zurück. 

[101. 102(510. 511)] überbracht durch Auxentius IV an 
Clematius II, der sein Amt in Palaestina kürzlich angetreten 
hat (vgl. 92 — 94), und an Sebastianus II als Dux Aegypti 
(S. 4). 

103 (512) überbracht von Firmus an Clematius II als Con- 
sularis Palaestinae; vgl. 101(510). 

[104—107(513—516)] nach Cilicien 106(515) an Dio- sommer 
medes, 107 (516) an Hieracius; nach Bithynien 104 (513) an 
Alcimus, 105 (514) an Julianus V. Die beiden letztgenannten 
Briefe enthalten den Dank für die Gewährung der Bitte, die 
92 — 94 (501 — 503) ausgesprochen Mrar. Da die wilden Tiere, 
die von Antiochia nach Bithynien geschickt werden, nach 
104 (513) zu Schiffe befördert werden können, muß es 
Sommer sein. 

[108—113 (517—522)] überbracht durch Olympius VI, der 
nur 111. 112(520. 521) nicht genannt wird. Er reist zuerst 
nach Palaestina, um sich von Clematius 11 Empfehlungsbriefe 
zu holen: 108(517); vgl. 103(512); dann über Cilicien, wohin 
er Briefe an Bacchius 111(520) und Demetrius I 112(521) 
mitnimmt, und Ancyra, wohin Jamblichus auf seiner Reise 
gelangt ist: 113(522); vgl. 95 — 100, an das Hoflager, wo er 
109 (518) Mygdonius und 110 (519) Musonius I empfohlen wird. 
Von den Spielen, auf die sich 50. 51 (458. 459). 92—94(501 
—503). 104. 105(513. 514) bezogen, ist auch 108(517) die 
Rede. 110(519) weist auf 64(472) zurück, 111(520) auf 
96 (505). 

[114—116(523—525)] nach Gallien 116(525) an den 
Caesar Julian, 115(524) an seinen Comes rerum privatarum 
HelpidiusII, 114(523) an Philagrius IV, mit einer Rede, welche 
die ersten Kriegstaten des jungen Kaisers feierte: 116(525). 
Auf diesen Brief weist IV 60 (372) zurück. 

117(526) an den Bischof Dorotheus, wahrscheinlich nach 
Tyrus. 

118(527) an Agapetus I. 

Texte u. Untersnchnngen etc. NP XV, 1. 2 22 



338 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

857 119(528) an Julianus, vielleicht nach Bithynien, wo 

Julianus Y damals Consular war. 

120(529) an Euthalius I, wahrscheinlich nach Cilicien. 



VI. Das vierte Buch. 

Dies ist das einzige von den sechs Büchern, in dem die 
chronologische Reihenfolge arg zerstört ist. Vier Briefe gehören 
in eine ganz andere Zeit als die übrigen, nämlich 1 (314) in 
das J. 355, 31(344). 32(345) und 79(391) in den Winter 
358/9. Soweit der Rest chronologische Anhaltspunkte bietet, 
weisen sie zwar alle auf die Zeit vom Sommer 357 bis zum 
Sommer 358 hin, doch bedürfen die Briefe zur Herstelluog 
ihrer richtigen Folge größerer Umstellungen, die weiter unten 
gerechtfertigt werden sollen. 

Daß sich dieses Buch zeitlich an das sechste anschließt, 
ergibt sich zunächst aus den Rückverweisungen von IV 4 (317) 
auf VI 84 (494a) und IV 60(372) auf VI 116(525). Femer 
finden wir Jamblichus IV 17 (330). 51 (363). 76 (388) auf der 
Reise, die er VI 75—83(485—493) angetreten hatte; vgl. 
VI 99. 100(508. 509). 113(522). Vor allem aber stimmt 
die Magistratsliste des vierten Buches so mit der des sechsten 
überein, wie dies nur bei der unmittelbarsten zeitlichen Be- 
rührung möglich ist. Es werden hier nämlich die folgenden 
Beamten genannt: 

Praefectus praetorio Orientis: Strategius I: 13 (326)^. 
16(329). 20(333). 25(338). 28(341). 34(347). 41(1590). 
44(356). 47(359). 53(365). 69(381), wie im fünften und 
sechsten Buche. 

Praefectus praetorio lUyrici: Änatolius I: 4 (317). 23 (336). 
29 (342). 38 (351). 53. 54 (365. 366), wie im sechsten Buche. 

Magister officiorum: Musonius I: 53 (365), wie im sechsten 

Buche. 
Florentius II: 42(354). 

Primicerius notariornm: Bassus I: 50(362). 57(369). 

Magister epistularum: Eugnomonius: 73(385), wie im 
sechsten Buche. 



1) Hier ist die beste handschriftliche Überlieferung der Adresse 
StQaTrjylifjf nicht ^iQfiivq). 



VI. Das vierte Buch. 339 

Aegypti Praefectus: Parnassius I: 52(364). 

Aegypti Dux: Sebastianus II: 8(321). 40(353), wie im 
sechsten Buche. 

Arabiae Praeses: Maximus IV: 10 (323). 19 (332). 27 (340). 
48 (360). 

Britauniarum Vicarius: Alypius: 14(327). 

Ciliciae Consularis: Apellio: 63(375). 

Orientis Comes: Modestus: 55 (367). 58 (370). 74. 75(386. 
387). 80(392). 

Palaestinae Consularis: Clematius II: 2(315). 5(318). 
7(320). 11. 12(324.325). 15(328). 22(335). 24(337). 33(346). 
39 (352). 45 (357), wie im sechsten Buche. 

Palaestinae secundae Praeses: Eupaterius: 25(338). 

Phoenices Consularis: Eumolpius: 3(316). 

Pietatis Vicarius: Aristaenetus I: 65. 66(377. 378). 
72 (384). 

Syriae Consularis: Nicentius II: 55(367). 

Sabinus I: 29 (342). 

Von diesen Beamten wiederholen sich im sechsten Buche 
Strategius, Anatolius, Musonius, Eugnomonius, Sebastianus, Cle- 
matius, und von zwei andern, Parnassius und Modestus, ist 
ausdrücklich überliefert, daß sie die unmittelbaren Nachfolger 
des Cataphronius und des Nebridius waren, die dort in den 
entsprechenden Stellungen erscheinen: S. 104. 213. Außerdem 
sind zeitlich bestimmbar: 

Florentius II 359 — 361, kann aber schon früher im Amte 
gewesen sein: S. 157. 

Alypius zwischen 355 und 361: S. 56. 

Aristaenetus I 358: S. 85. 

Nicentius II 358 : S. 220. 

Von Honoratus I wird 77 (389) erzählt, er habe, nachdem 
er die Comitiva Orientis niedergelegt hatte, die Praefectur von 
Gallien übernommen und halte sich nach derselben als Privat- 
mann in Bithynien auf. Da er 354 als Comes Orientis von 
Nebridius abgelöst wurde (S. 219), ergibt sich hieraus für den 
betreffenden Brief als frühester möglicher Termin das J. 356, 
als spätester möglicher das J. 359. Denn am 11. Dezember 
desaelben übernahm Honoratus die Stadtpraefeetur von Con- 
stantinopel, die hier in seiner Ämterreihe noch nicht erscheint: 
S. 179. 

22* 



340 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Auf die Gesandtschaftsreise, die Themistius im J. 357 
nach Rom unternommen hatte, wird 59 (371). 67 (379) zurück- 
gewiesen; ebenso auf die Siege des Julian über die Älamannen, 
die derselben Zeit angehören: 60(372). 

Aristaenetus I und Hierocles I, von denen jener am 
24. August 358 starb, dieser nur wenig später, erscheinen im 
ganzen Verlaufe des vierten Buches noch als lebend: 16 (329). 
18(331). 20(333). 21(334). 44(356). 55(367). 65(377). 
72(384). — 36(349). 70(382). 71(383). 

Damit scheint es freilich nicht zu stimmen, daß nach 
21(334). 23(336). 43(855) Spectatus schon von seiner Ge- 
sandtschaftsreise zu den Persern zurückgekehrt ist. Denn diese 
setzt Ammian zwar auch in das Jahr 358, aber scheinbar in 
einen viel späteren Teil desselben. Er erzählt nämlich zuerst 
die Feldzüge dieses Jahres bis zur Rückkehr des Kaisers in 
die Winterquartiere von Sirmium und fährt dann XVII 14, 1 
fort: hisce iisdem diebus Prosper et Spectatits atque Eustathius 
legati ad Persas, lä supra (XVII 5, 15) docuimits, missi 
Ctesiphonta reversum regem adiere. Nachdem sie ihre Auf- 
träge ausgerichtet haben, werden sie noch lange aufgehalten 
(diu ihi morati), ehe ihnen die Rückkehr gestattet wird. Wenn 
sie in denselben Tagen, in denen das Heer die Winterquartiere 
bezog, ihre erste Audienz hatten und dann noch geraume Zeit 
auf ihre Entlassung warten mußten, können sie nicht vor dem 
Winter in Antiochia, nicht vor dem Ende des Jahres 358 in 
Sirmium gewesen sein. Dem widerspricht aber Ammian selbst; 
denn noch in demselben Jahre läßt er nach der Rückkehr 
dieser Gesandtschaft eine zweite abfertigen. Jenes iisdem diebus 
darf also nicht wörtlich genommen werden; es ist eine formel- 
hafte Wendung, die Ammian sehr häufig benutzt, wo er die 
Leser von den Ereignissen des einen Schauplatzes zu den 
gleichzeitigen eines andern hinüberleiten wilU. Doch bedeutet 
diese Gleichzeitigkeit in der Regel nichts weiter als das gleiche 
Jahr; auf kürzere Zeitabschnitte nimmt er selten Rücksicht 
und kann daher für die Bestimmung der Jahreszeit nur in 
Ausnahmefällen als Quelle dienen. 

Prüfen wir also an der Hand eines genaueren Zeugnisses, 
ob Spectatus noch vor dem Tode des Aristaenetus aus Persien 

1) XVI 7,1. 11,8. XVII 7,1. XVIII 6,1. XXI 6, 5. XXII 4, 9. 11,1. 
XXIIl 1, 4. XXVI 10, 1. 



VI. Das vierte Buch. 341 

zurückgekehrt sein kann. Die römische Gesandtschaft wurde 
veranlaßt durch eine persische, die am 23. Februar 358 in 
Oonstantinopel einzogt um von dort zum Kaiser nach Sirmium 
weiterzureisen. Das ist nach den Itineraren ein Weg von an- 
nähernd 730 römischen Meilen. Da Gesandte die Post zu 
benutzen pflegten, können sie ohne Schwierigkeit 50 Millien 
täglich und mehr zurückgelegt haben. Sie konnten also bis 
zum 10. März bequem am Hof lager sein. Die Antwort, welche 
man ihnen gab, wurde genau überlegt^, was eine Woche und 
mehr in Anspruch genommen haben mag. Nach der Abreise 
der Perser folgten ihnen die römischen Gesandten schon nach 
wenigen Tagen '"^^ dürften also gegen Ende März oder noch 
früher Sirmium verlassen haben*. Von dort bis Ctesiphon 
fiind es etwa 2000 Kilometer: folglich können sie um Anfang 
Mai ihr Ziel erreicht haben. Dort mußten auch sie einige 
Zeit auf die Antwort warten^; aber da die Rückreise bis An- 
tiochia nicht mehr als zwölf Tage erforderte, können sie hier 
sehr gut im Juni, ja selbst schon Ende Mai angelangt sein. 
Dies sind freilich nichts weiter als Möglickeiten; wie weit sie 
der Wirklichkeit entsprechen, müssen die Briefe des vierten 
Buches lehren, deren Betrachtung im Einzelnen wir uns jetzt 
zuwenden. 



1 (314) durch Hyperechius I überbracht an Anatolius I, 355 
der, aus Italien zurückgekehrt, sich in Seleucia aufhält; gehört 
in das Jahr 355 (S. 61). 

2(315) überbracht durch Helpidius III an Clematius II. 857 
Da jener Palaestinenser ist, haben wir auch in diesem den Con- 
«ularis Palaestinae zu sehn. Vgl. VI 103 (512). 

3 (316) an Eumolpius als Consularis Phoenices. Wenn bei 
I 61 (73) ausdrücklich bemerkt ist, daß dies der erste Brief 

1) Mom^sen, Chronica minora I S. 239. 

2) Amm. XVII 5,d:hi8 litteris diu libratis recto pectare, quod dicitur, 
amsidercUeque responsum est Juk modo. 

3) Amm. XVII 5, 15 : post paudmmos dies. 

4) Mit dem Anbruch des Frühlings, als das Eis der Donau kaum 
geschmolzen war, yerließ Constantius Sirmium, um gegen die Sarmaten 
und Quaden zu ziehn: Amm. XVII 12, 4. Jedenfalls wird er schon vorher 
.die Gesandtschaft abgefertigt haben. 

5) Amm. XVII 14, 2 ; diu igitur ibi morati. 



342 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

357 ist, den Libanius an Eumolpius richtet, so braucht das nicht 
ganz allgemein genommen zu werden, sondern kann sich auf 
die betreifende Reise beziehen; vgl. S. 31. 

4 (317) nach Sirmium an Anatolius I als Praefecten; knüpft 
an VI 84 (494a) au (S. 64). 

5(318) an Clematius II als Consularis Palaestinae; vgL 
2 (315). Elusa gehört noch zu seiner Provinz, das bei der 
späteren Teilung derselben von ihr abgezweigt wurde: 24 (337). 
Sommer 6 (319) uach Cilicion an Acacius III, der seinen Sohn 

Titianus für die Schule des Libanius angemeldet hat; doch soll 
der Jüngling noch bis zum Ende des Sommers bei den Eltern 
bleiben, wodurch die Jahreszeit dieses Briefes bestimmt ist. 
28 (341). 35 (348) genießt Titianus schon den Unterricht unseres 
Rhetors und ist dann als sein Schüler in den Jahren 357 — 362 
nachweisbar (S. 43). 16 (329) weist auf diesen Brief zurück 
(S. 44. 45). 

[7. 8 (320. 321)] überbracht von Rhetorius an Clematius II 
als Consularis Palaestinae und Sebastianus II als Dux Aegypti; 
vgl. 5 (318). VI 102 (511). S. 4. 

9 (322) an Cyrillus II nach Cyrus, für Dionysius II, eht^ 
dieser im Jahre 363 sein väterliches Vermögen wiedererlangte 
(S. 121). 

[10. 11(323. 324)] an Maximus IV als Praeses Arabiae 
und Clematius II als Consularis Palaestinae; vgl. 7 (320). Als 
Überbringer wird 11 (324) Dynamius genannt, der nach Petra 
reiste, also die Provinz des Maximus durchziehen mußte; danach 
ist es wahrscheinlich, daß er beide Briefe bestellt hat^. Da 
Petra noch zur Provinz des Clematius gehört, kann die Teilung 
derselben, von der 24 (337) die Rede ist, noch nicht eingetreten 
sein; denn durch sie wurde dieser südliche Teil von ihr ab- 
gezweigt. 10 (323) sagt ausdrücklich, daß dies der erste Brief 
ist, der an diesen Maximus gerichtet wurde; er ist also früher 
als 19(332). 27(340). 48(360). 

12(325)if. s. S. 345. 

Damit ist die Stelle bestimmt, an welcher die beiden zu- 
sammenhängenden Stücke 33—38(346—351) und 44— (>1 
(356 — 373) einzulegen sind. Denn einerseits enthalten sie 

1) Der Brief an Maximus empfiehlt den Bassus III, wird aber nicht 
von ihm bestellt. Denn da Libanius ausdrücklich sagt, er habe ihn mv 
gesehen, kann er ihm auch keine Botschaft übertragen haben. 



VT. Das vierte Buch. 343 

einen Brief an unsern Maximus: 48 (360), sind also später als S&7 
[10. 11(323. 324)], andererseits erscheint Strategius I 34(347) 
auf der Reise nach Aegypten und ist 47 (359) dort angekommen, 
während er sich [12. 13(325. 326)] schon zur Heimkehr nach 
Äntiochia rüstet. Daß 44(356) sich unmittelbar an 38(351) 
anschließt, ist durch die Identität des Überbringers Tuscianus 
sicher gestellt. Auch ist von den dazwischenliegenden Briefen 
der eine 43 (355) nachweislich viel später (S. 348). Mit der 
Umstellung scheint sich hier eine größere Lücke zu ver- 
binden. Denn während wir 6 (319) noch im Sommer 357 
waren, führen uns die folgenden Briefe schon in den Winter. 

[33. 34(346. 347)] an Clematius II als Consularis Pa- 867/8 
laestinae; vgl. 11(324), und den Praefecten Strategius I, der ^^"^®^ 
kurz vorher aus Äntiochia abgereist ist. Da dies in Kälte und 
Schmutz geschah, muß es Winter sein. Er reiste nach 47 (359) 
nach Aegypten, wohin sein Weg ihn durch Palaestina führte. 
Danach ist es wahrscheinlich, daß der Brief an ihn mit dem 
an Clematius durch denselben Boten bestellt wurde: S. 4. 

[35—38. 44(348—851. 356)] nach Cilicien 35(348) an 868 
Acacius III, 36(349) an Hierocles I, 37(350) au Ecdicius n;^'^°,\Vuaf' 
nach Nicaea 44 (356) an Aristaenetus I; nach Sirmium 38(351) 
an Anatolius I. Als Überbringer wird 35 (348). 38 (351). 
44 (356) Tuscianus genannt, 37 (350) Dionysius IV. Aber da 
35 — 37 durch den gleichen Bestimmungsort zusammenhängen, 
wird man diesen Brief doch nicht abtrennen dürfen, sondern 
eher annehmen müssen, daß Tuscianus und Dionysius gemeinsam 
Äntiochia verlassen haben. Daß 38 (351) in den Januar oder 
Februar 358 filllt, ist schon S. 65 bewiesen. Titianus, der 
Sohn des Acacius III, dessen Ankunft dem Libanius 6(319) 
angekündigt wurde, ist nach 35 (348) in seine Schule ein- 
getreten. Der Panegyrikus auf Strategius I, von dem or. I 
111. 112 p. 77 erzählt wird, ist kürzlich gehalten worden: 
35(348). 44(356). 

45 (357) nach Palaestina überbracht von Jovinus II an 
Clematius II als Consular der Provinz, wie 33 (346). 

46 (358) nach Ancyra an Parnassius II. 

[47. 48 (359. 360)] nach Arabien 48 (360) an Maximus IV 
als Praeses der Provinz, wie 10(323); nach Aegypten 47(359) 
an Strategius I, den Praefectus Orientis, der dorthin gereist 
ist, um die KomverschiflFung zu regeln. 34 (347) erzählte von 



344 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

858 seiner Abreise aus Antiochia, ist also früher, 13 (326) und 
16 (329) später: S. 343. 346. Da 10 (323) der erste Brief war, der 
an Maximus gerichtet wurde, muß er früher sein als 48 (360). 
Winter [49. 50(361. 362)] an das Hoflager in Sirmium an den 

Notar Spectatus und den Primicerius notariorum Bassus I 
überbracht von Calliopius III, dem Sohne des Bassus, der 356 
als Schüler des Libanius erwähnt wird: V 84(1263), jetzt aber 
die Schule verläßt, um zu seinem Vater zurückzukehren. 
Es ist eine Verfügung ergangen, welche die Beamten der kaiser- 
lichen Officia alle an den Hof beruft, und Libanius sucht für 
den jungen Notar Honoratus H die Erlaubnis zu erwirken, 
daß er in Antiochia bleiben dürfe. Die gleiche Bitte wird 
56. 57 (368. 369) wiederholt und dabei auf diese Briefe zurück- 
verwiesen. Von jener Verfügung ist auch 53 (365) die Rede. 
Spectatus gegenüber beruft sich Libanius auf mündliche Ver- 
sprechungen, die jener ihm vor nicht sehr langer Zeit gegeben 
habe; dies paßt dazu, daß er im J. 357 in Antiochia gewesen 
war: VI 68. 69 (477. 478). 79 (489). Da diese Briefe voraus- 
setzen, daß er sich am Hoflager befindet, kann er seine Ge- 
sandtschaftsreise noch nicht angetreten haben, was wahrscheinlich 
im März 358 geschah (S. 341); sie sind also noch im Winter 
dieses Jahres geschrieben. 

51 (363) an Jamblichus, der sich auf der Reise befindet, 
die er im Jahre 357 angetreten hatte: VI 75—83 (485—493). 
War er VI 113(522) bis Ancyra gelangt, um von dort nach 
Italien weiterzureisen, so hat er diesen Plan aufgegeben, ist erst 
in Athen, dann in Macedonien gewesen und jetzt wieder in 
Athen. Libanius berichtet ihm, er habe einen Brief an ihn 
nach Italien gesandt, der nicht an seine Adresse gelangt sei, 
einen andern nach Athen schreiben wollen, es aber aufgegeben, 
als er gehört habe, daß Jamblichus die Stadt verlassen habe 
und nach Macedonien gegangen sei. Da 17 (330), wie dieser 
Brief, nach Athen gerichtet ist, muß er also später sein. 

52 (364) nach Aegypten an Parnassius I als Praefecten 
des Landes. 

53(365) nach Sirmium an Anatolius I als Praefectus 
lUyrici. Bezieht sich auf dieselbe Verfügung des Kaisers, von 
der schon 49. 50(361. 362) die Rede war. Libanius erzählt, 
daß der Arzt Marcellus ihn von seiner Krankheit geheilt habe; 
von einer Besserung derselben war VI 43(451). 61(469) 
die Rede. 



VI. Das vierte Buch. 345 

54(366) an denselben überbracht von Domnus. 858 

[55—61 (367—373)] nach der Euphratensis 58 (370) au März? 
Modestus^; nach Nicaea 55(367) an Aristaenetus I; nach Con- 
standnopel 59(371) an Themistiu8 I; an das Hoflager nach 
Sirmium 56 (368) an Spectatus, 57 (369) an Bassus I; nach 
Gallien 60 (372) an den Caesar Julianus, 61 (373) an Paulus II^, 
der sich am Hofe des Caesars befindet. Als Überbringer wird 
55 (367). 59 (371) Harpocratio genannt. Er reiste zwar nur 
bis Constantinopel, kann aber doch auch Briefe nach Pan- 
nonien und Gallien mitgenommen haben. Denn wenn man 
keinen Boten bis zum endgDtigen Bestimmungsorte fand, schickte 
man die Briefe auf irgend eine Station des dorthin führenden 
Weges, Ton der aus man ihre Weiterbeförderung erhoffen 
konnte, und dies war bei Constantinopel, das mit beiden Hof- 
lagern in steter Verbindung stand, zweifellos der Fall. So 
sendet nach VI 1 (1281) Calliopius I einen Brief an Libanius 
einstweilen nach Cilicien, wo er liegen bleibt, bis sich ein 
Reisender findet, der ihn nach Autiochia weiterträgt. 59(371) 
wird auf die Gesandtschaft des Themistius I zurückgewiesen, 
60 (372) auf die Siege des Julian über die Alamannen, die 
beide in das J. 357 fielen. Modestus hat sein Amt als Comes 
Orientis nach 55 (367) noch nicht sehr lange angetreten, be- 
findet sich aber nach 58 (370) schon auf der Reise in der 
Euphratensis. 55 (367) ist Nicentius II noch Consularis Syriae, 
29 (342) ist schon sein Nachfolger ernannt. 56. 57 (368. 369) 
knüpfen an 49. 50(361. 362) an, 60(372) an VI 116(525); 
auf 55 (367) weist I 3 (20) zurück. Die Anwesenheit des 
Spectatus am Hoflager wird nach 56 (368) noch immer voraus- 
gesetzt; er hat also seine Gesandtschaftsreise noch nicht an- 
getreten oder Libanius weiß doch wenigstens nichts davon. 
Diese Briefgruppe kann also nicht viel später als in den März 
358 fallen: S. 341. 

62 (374) ff. sind nach 43(355) auf S. 348 besprochen. 

[12. 13 (325. 326)] nach Palaestina an Clematius II als 
Consular der Provinz; vgl. 11(324). 33(346). 45(357), und 
an den Praefecten Strategius I, dessen Rückkehr aus Aegypten 
demnächst erwartet wird. Der Brief ist also später als 34(347) 

1) Hier ist zu schreiben: iöetv öt ae (fehlt) ovx txovzeg dkyovfiev, 

2) In diesem Brief ist zu schreiben : rjv 6s odzog b vofxog r<p (fehlt) 
fjLefiviqa^ai iiQOOzi^d-hai x6 ygäfpsiv. 



346 ö* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

358 und 47 (359). Dem Clematius wird Boethus empfohlen, der 
in Elusa zu Hause ist: VI 38 (446). Die Stadt ist also noch 
nicht von seiner Provinz abgetrennt, wie dies zur Zeit von 
24 (337) schon geschehen war. 

14(327) nach Brittannien an Alypius, den Vicar der 
Diöcese. 

1 5 (328) nach Palaestina an Clematius II als Consular 
der Provinz; vgl. 12 (325), überbracht von seiner Frau und 
Schwiegermutter. 

16 (329) nach Nicaea an Aristaenetus I. Strategius I, 
dessen Rückkehr 13(326) erst erwartet wurde, ist jetzt wieder 
in Antiochia. Es ist die Rede von einer großen Vermehrung 
der Beamten, auf die auch 23 (336) hingewiesen wird. Dieser 
Brief knüpft an 6(319) an: S. 44. 45. 

17 (330) nach Athen an Jamblichus; später als 51 (363): 
8. S. 344. 

18 (331) nach Nicaea an Aristaenetus I. Seit dem Tode 
des Thalassius I, der 354 eingetreten war, sind schon einige 
Jahre verstrichen: S. 289. 

1 9 (332) nach Arabien an Maximus IV als Praeses der 
Provinz; vgl. 10 (323). Für dieselben Personen, wie hier, ver- 
wendet sich Libanius auch VI 49 (457). 

Frühling? 20 (333) uach Nicaea an Aristaenetus I, überbracht vou 

Thalassius II, an den später 68 (380) und 78 (390) gerichtet 
werden. Nach dem ersten dieser Briefe hatte er versprochen, 
schon im Sommer wiederzukommen, muß also spätestens im 
ersten Anfang des Sommers, wahrscheinlich schon im Frühling, 
Antiochia verlassen haben. 

21 (334) nach 22 (335) besprochen. 

22 (335) nach Palaestina au Clematius II als Consular der 
Provinz; vgl. 15(328). Dieser Brief schiebt sich trennend 
zwischen 21 (334) und 23 (336) ein, die durch den gleichen 
Überbringer verbunden sind, steht also nicht an seiner richtigen 
Stelle. Daß er nicht sehr lange auf 15 (328) folgte, ergibt sich 
aus seinem Inhalt. Denn dort hatte Libanius den Clematius 
ermahnt, er möge dafür sorgen, daß er bald Vater werde, und 
hier wird auf seine künftige Vaterschaft hingewiesen. Seine 
Statthalterschaft nähert sich schon ihrem Ende, wozu es paßt, 
daß während derselben nur noch zwei spätere Briefe 24 (337) 
und 39 (352) an ihn gerichtet sind. 



VI. Das vierte Buch. 347 

[21. 23(334. 336)] nach Nicaea an Aristaenetus I und 368 
nach Sirmium an Änatolius I, überbracht von Spectatus, der sommer 
von seiner Gesandtschaftsreise an das Hoflager zurückkehrt. 
Danach müssen diese Briefe schon in den Sommer fallen 
(S. 341). Wie 16 (329) ist auch hier von der Vermehrung der 
Beamten gesprochen: 23 (336). In welcher Form sie herbei- 
geführt wurde, zeigt der folgende Brief, aus dem wir erfahren, 
daß Palaestina in zwei Provinzen geteilt worden ist, und ähnlich 
wohl auch andere Amtsbezirke. Spectatus ist 43 (355) erst 
vor kurzem an das Hof lager zurückgekehrt. Auf 23 (336) 
weist I 1 (18) zurück (S. 22). 

[24—26 (337—339)] nach Tyrus 26 (339) an Gaianus; nach 
Palaestina prima 24(337) an Clematius H als Consularis; nach 
Palaestina secunda 25 (338) an Eapaterius als Praeses. Die 
Provinzteilung, aufweiche 16 (329) und 23 (336) hinwiesen, ist 
hier vollzogen; die Briefe sind also später als 5 (318). 11 (324). 
12 (325), wo Palaestina noch ungeteilt erschien. 24. 25 (337. 
338) nennen den Hieronymus als Überbringer. 

27 (340) an Maximus IV als Praeses Arabiae; vgl. 10 (323). 

[28—30 (341—343)] nach Cilicien 28 (341) an Acacius III, 
30(343) an Aresius; nach Sirmium 29(342) an Änatolius I. 
Dieser hat kürzlich die Ernennung des Sabinus I zum Con- 
sularis Syriae bewirkt, dessen Vorgänger Nicentius II 55 (367) 
noch im Amt erscheint. Im Hochsommer 358 hat er es nieder- 
gelegt und ist unterwegs zum Praefecten, um sich gegen eine 
Klage wegen Amtsvergehens zn verantworten : 1 3 (20). Titianus 
befindet sich in der Schule des Libanius, wie 35(348); vgl. 
6 (319). Strategius I ist in Antiochia, wie 16 (329). 

31. 32 (344. 345) gehören in den Winter 358/9 und sollen 
hinter I 19 — 21 auf S. 354 besprochen werden. 

33—38 (346—351) sind hinter 11(324) besprochen: S. 343. 

[39. 40 (352. 353)] überbracht von Julianus V nach Pa- 
laestina an Clematius II und nach Aegypten an den Dux 
Sebastianus II: S. 4. Hier erscheint Clematius zum letzten Mal 
als Consularis Palaestinae; vgl. 22 (335). 

41 (1590) an Basilius, der in einer Frage der Homerkritik 
um Auskunft gebeten wird, also wohl noch weltlicher Lehrer, 
nicht Geistlicher ist (S. 31). Wahrscheinlich ist dieser Brief 
mit den beiden vorhergehenden zu verbinden; denn er dürfte 
geschrieben sein, während Basilius Aegypten bereiste (S. 33). 



348 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

868 [42. 43 (354. 355)] nach Sirmium an das Hoflager an 

Florentius II und Spectatus. Dieser ist kürzlich von seiner 
Gesaudtschaftsreise dorthin zurückgekehrt; die Briefe sind also 
nicht sehr lange nach 21. 23(334. 336) geschrieben. 

44—61 (356—373) sind zusammen mit 33—38 (346—351) 
hinter 11 (324) besprochen worden: S. 343. 

Sommer [62. 63 (374. 375)] nach Ciiicien an Acacius III und Apellio, 

den Consular der Provinz; Tiberius wird 63 (375) als Über- 
bringer genannt. Titianus ist erst kurze Zeit in der Schule 
des Libanius gewesen, zu der er im Sommer 357 angemeldet 
wurde: 6(319); vgl 28(341). 35(348). Er ist nach Hause 
gereist, um die Hochzeit seiner Schwester mit Calycius zu feiern, 
auf die auch 64(376) und 70. 71(382. 383) zurückkommen. 
Da die Gäste zu Schiffe ankommen, muß es Sommer sein. 

Sommer [64 — 69 (376 — 381)] überbracht von Dianius, der nur 

64 (376) und 68 (380) nicht genannt ist, nach Ciiicien 64 (376) 
an Acacius IH; nach Bithynien 65 (377) an Aristaenetus I, 
66 (378) an Alcimus, 68 (380) an Thalassius II ; nach Con- 
stantinopel 67 (379) an Themistius I, 69 (381) an Strategius I. 
Aristaenetus wird beglückwünscht, weil er Vicar der Diöcese 
Pietas geworden ist, ein Amt, das er ganz kurz vor seinem 
Tode, d. h. vor dem 24. August 358, empfing (S, 9). Daß 
es Sommer ist, ergibt sich auch aus 64 (376), wo es heißt, 
Acacius wolle seinen Sohn und seinen neuen Schwiegersohn 
noch während des Sommers bei sich behalten und mit dem 
Ende desselben wieder in die Schule des Libanius zurück- 
schicken. Strategius I scheint sein Amt niedergelegt zu haben; 
denn 69 (381) heißt es, die Hoffnungen, die Dianius an seine 
Praefectur geknüpft habe, seien plötzlich zu nichte geworden. 
Dem entspricht es, daß I 3 (20) sein Nachfolger Hermogenes IV 
erwähnt wird. Themistius hat nach 67(379) dem Libanius 
die Rede geschickt, die er als Gesandter im J. 357 gehalten 
hatte; doch ist sie dem Empfänger schon längst bekannt, also 
keine ganz neue Erscheinung mehr. Libanius erzählt 66 (378). 
69 (381), daß seine Krankheit nach einer kurzen Unterbrechung 
von neuem begonnen habe; über jene vorübergehende Besserung 
war VI 43(451). 61 (469). IV 53(365) gesprochen. 64(376) 
knüpft an 62(374) an; 78(390) weist auf 68(380) zurück. 

Sommer [70—73(382—385)] nach CUicien 70(382) an Calycius, 

71(383) an dessen Vater Hierocles I; nach Bithynien 72(384) 



VI, Das vierte Buch. 349 

au Aristaenetus I; nach Sirmium an das Hoflager 73(385) 358 
an Eugnomonius; als Überbringer wird 73 (385) Olympius VI 
genannt. Aristaenetus ist Yicarius Pietatis, denn nach 72(384) 
hat er Macht in Bithynien; die Hochzeit des Calycius, von der 
62 (374) und 64 (376) sprachen, ist erst seit kurzer Zeit vor- 
über. Eugnomonius hat einen früheren Brief des Libanius 
unbeantwortet gelassen, womit wahrscheinlich VI 65(473) 
gemeint ist. Hierocles ist schwer krank gewesen, aber jetzt 
scheinbar in der Besserung; I 8 (25) hören wir von seinem Tode. 
Nach 70 (382) ist es noch immer Sommer. 

74 (386) an den Comes Orieotis Modestus. Er hatte 
Antiochia verlassen, um an den Euphrat zu reisen, und im 
Frühjahr 358 den ersten Brief 58 (370) von Libanius empfangen. 
Da dieser keine Antwort darauf erhalten hatte, war kein zweiter 
gefolgt, bis nach langer Zwischenzeit Modestus die Höflichkeits- 
pflicht erfüllt und um weitere Briefe des berühmten Redners 
gebeten hatte. Dieser verspricht darauf, den Comes mit einem 
Pfeilhagel von Briefen zu überschütten, und hält sein Wort, 
indem er in ganz kurzen Zwischenräumen drei 74 (386). 75 (387). 
80 (392) an ihn schreibt. 

75 (387). An denselben; seine Rückkehr wird bald erhofift. 
76(388). An Jamblichus, der 17(330) noch in Athen 

war und von dort jetzt nach Aegypten gereist ist. 

[77. 78(389. 390)] nach Bithynien an Honoratus I und Tha- 
lassius 11; als Überbringer wird 77 (389) Martialis genannt. Über 
die Zeit dieses Briefes s. 8. 389. 78 (390) knüpft an 68 (380) an. 

79 (391) gehört in den Winter 358/9 und soll auf S. 353 
bei I 19 — 21 besprochen werden. 

80(392) an Modestus, knüpft an 74(386) und 75(387) 
an und spricht die Erwartung aus, daß der Empfänger sehr 
bald wieder in Antiochia sein werde. Sie muß sich erfüllt 
haben, weil hier die Korrespondenz mit ihm einstweilen ab- 
bricht, um erst im J. 859 durch I 23 (35) wieder zu beginnen. 



VIL Das erste Baeh. 

Daß dieses Buch die zeitliche Reihe des vierten unmittelbar 
fortsetzt, zeigt gleich sein erster Brief (18), der mit IV 23 (336) 
im engsten Zusammenhange steht (S. 22). Ebenso weisen 
I 3 (20) auf IV 55 (367), I 45 (57) auf IV 62 (874). 64 (376). 



350 0« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

70 (382) zurück. Außerdem enthält es eine Terhältnismäßig 
große Zahl von Tatsachen, die auch durch andere Quellen be- 
glaubigt sind und mit Sicherheit seinen Inhalt in die Zeit vom 
Hochsommer 358 bis in den Herbst 359 einzuschließen er- 
lauben. 

Das genaueste Datum bietet das große Erdbeben vom 
24. August 358, das Nicomedia zerstörte und den Tod des 
Aristaenetus I herbeiführte: Pauly- Wisse wa IV S. 1084. An 
ihn sind im Anfang des ersten Buches noch zwei Briefe 
2. 3 (19. 20) gerichtet; aber da die eben besprochene Reihe 
des vierten schon bis tief in den Sommer 358 hinabreichte, 
können sie nur ganz kurze Zeit vor der Katastrophe abgesandt 
sein, ja es ist nicht unmöglich, daß sie ein paar Tage nach 
derselben geschrieben sind. Denn die Nachricht davon muß 
mindestens eine Woche gebraucht haben, eh^ sie nach Antiochia 
gelangte. Man wird also jene Briefe mit großer Wahrscheinlich- 
keit in den August 358 setzen können. Von da an hört die 
Korrespondenz mit ihm auf, und es beginnen bald darauf die 
Briefe, die von der Verwüstung Nicomedias und von seinem 
Tode reden: 7(24). 8(25). 17(29). 19(31). 21(33). 

Nicentius II, der im J. 358 als Consularis Syriae nach- 
weisbar ist (S. 220), erscheint 3 (20) als kürzlich abgesetzter 
Beamter, der die Strafe wegen eines Amtsvergehens erwartet. 

Unter dem J. 359 erzählt Ammian XIX 12 von einem 
großen Hochverratsproceß, den Modestus in Scythopolis leitete. 
Diesen Ort hatte man gewählt, weil er zwischen Alexandria 
und Antiochia ungefähr in der Mitte lag und die meisten Ange- 
klagten einer dieser beiden Städte angehörten. 23 (35) ist mehreren 
vornehmen Antiochenern mitgegeben, die in Ketten zu Modestus 
geführt w^erden und von ihm ihr Urteil erwarten. Schon 
Sievers hat dies mit jenem Processe in Zusammenhang gebracht. 

Der Perserkrieg, der einige Jahre geruht hatte, begann 
im J. 359 von neuem durch einen Einfall Sapors, der mit der 
Eroberung Amidas sein Ende fand: Pauly-Wissowa IV S. 1091. 
Von ihm handeln 32 (44). 35 (47). 44 (56), und daß wirklich 
dieser Feldzug gemeint ist, ergibt sich aus einem charak- 
teristischen Umstände. Nach Ammian XVIH 7, 3. 4. 6. 8 wurde, 
um den Vormarsch der Perser zu hindern, die ganze Vegetation 
durch Brand vertilgt und alles Land zwischen Euphrat und 
Tigris zur Wüste gemacht. Dementsprechend schreibt Libanius 



VII. Das erste Buch. 351 



35 (47) von dem Perserheere: ytJv öi ovre xaxorr orte x«(>- 
rrovöß'ai övrrjoerai ' dsö^jojrai y«(>. 

Nachdem Constautius im J. 350 gegen den Usurpator 
Magnentius gezogen war, hatte er sich dauernd im lateinischen 
Reichsteil aufgehalten Gegen Ende des Sommers 359 kam 
er von dort zum ersten Mal wieder nach Constantinopel: Pauly- 
Wissowa IV 8. 1088. 48 (60) erfahren wir, daß er in der 
Stadt, die Themistius I bewohnt, d. h. in Constantinopel, er- 
wartet wird, und 52 (64) ist er dort. 

Themistius erzählt or. XXXIV 13, daß er während seines 
Proconsulats, das er im J. 359 bekleidete, die Mitgliederzahl 
des Senats von Constantinopel von kaum 300 auf 2000 ver- 
mehrt habe (S. 298). Dies gi'oße Senatorenwerben hat in den 
Briefen unseres Buches zahlreiche Spuren hinterlassen: 20(32). 
26 (38). 48 (60). 56 (58). 62 (74). 73 (84). 

Wie zu erwarten, ist die Beamtenliste dieses Buches mit 
der des vorigen zum großen Teil identisch; es wiederholen 
sich Anatolius I, Florentius II, Parnassius I, Modestus, Ari- 
staenetus I, Sabinus I; auf das sechste Buch weist Helpidius II 
zurück, der im vierten zuföUig nicht erwähnt war. 

Praefectus praetorio Orientis: Hermogenes IV: 3 (20). 26 (38). 
30(42). 35(47). 41(53). 

Praefectus praetorio lUyrici: Anatolius I: 1(18). 66(78). 
68 (79), wie im sechsten und vierten Buche. 

Magister ofßciorum: Florentius II: 34(46). 47(59). 50(62). 
57. 58 (69. 70). 72 (83), wie im vierten Buche. 

Comes rerum privatarum des Caesar Julianus: Helpidius II: 
21 (33), wie im sechsten Buche. 

Proconsul urbis Constantinopolitanae: Themistius I: 26(38). 
48 (60). 52 (64). 54 (66). 56 (68). 63 (75). 73 (84). 78 (89). 

Aegypti Praefectus: Parnassius I: 11(28), wie im vierten 
Buche. 

Euphratensis Praeses: Pannychius: 82(93). 

Orientis Comes: Modestus: 20(32). 23—25(35—37). 
32(44). 35(47). 39—41(51—53). 44(56). 49(61). 74(85). 
83 (95), wie im vierten Buche. 

Phoenices Consularis: Polychronius: 10(27). 

Pietatis Vicarius: Aristaenetus I: 2. 3(19. 20), wie im 
vierten Buche. 



352 ^' Seeck, Die Briefe d«s Libanius. 

Syriae Consularis: Sabinus I: 19(31). 70(81), wie im 
vierten Buche. 

868 [1. 2(18. 19)] von Januarius überbracht nach Nicomedia 

August 1^,1 Aristaenetus I als Vicarius Pietatis und nach . Sirmium an 
Anatolius I als Praefectus lUyrici. Über die Zeit dieser Briefe 
s. S. 350. 1 (18) knüpft an IV 23 (336) an und 66 (78) weist 
darauf zurück: 8. 22. 66. 
August [3—6 (20—23)] nach Cilicien 4 (21) an Auxentius II, 5 (22 , 

an Demetrius I, 6(23) an Genesius; nach Nicomedia 3(20) 
an Aristaenetus I als Yicarius Pietatis; als Überbringer ist 
3 (20) Nicentius II genannt. Daß diese Briefe in den August 
358 fallen müssen, ist S. 350 gezeigt; als Bestätigung kommt 
hinzu, daß Auxentius nach 4 (21) dem Libanius Früchte aus 
seinen Obstgärten sendet, was gleichfalls auf den Hochsommer 
hinweist. Der neuernannte Praefect Hermogenes IV, der wahr- 
scheinlich vom Hoflager in Sirmium herkommt, ist erst nach 
Nicomedia gelangt: 3 (20). Er wird 26 (38) schon als in An- 
tiochia angekommen erwähnt. 3 (20) weist auf IV 55 (367) 
zurück. 
858/9 [7 — 9(24 — 26)] nach Cilicien an Hygienus, Acacius III 

Winter qj^j Macedouius I. Libanius sagt 7 (24), daß er teils wegen 
seiner Krankheit, teils aus Schmerz über den Fall Nicomedias 
und den Tod seines Freundes Aristaenetus I, von dem auch 
8(25) die Bede ist, sehr lange keine Briefe geschrieben habe; 
vgl. IV 79 (391). Nach 7 (24) ist der Sommer vorüber (diä 
TOLOvTcop ro ß-tQog eXd^ovreg)', dazu paßt es, daß Titianus und 
Calycius, die nach IV 64 (376). 70 (382) den Sommer in Cilicien 
bleiben und erst zum Winter nach Antiochia in die Schule des 
Libanius zurückkehren sollten, nach 8 (25) wieder bei ihren 
Studien sind. 

10 (27) an Polychronius, wahrscheinlich nach Phoenicien. 

1 1 (28) wahrscheinlich nach Aegypten an den dortigen Prae- 
fecten Parnassius I. Von dem Briefe fehlt der Schluß. 

12 — 15 sind durch Ausfall eines Blattes im Vossianus ver- 
loren gegangen. Jedenfalls befand sich unter ihnen der Brief, 
in dem Libanius dem Demetrius I sein Beileid über den Tod 
des Hierocles I aussprach; vgl. 8(25). 17(29). 

16 (28) nur der Schluß erhalten. Er spricht davon, daß 
der Empfänger zweifele, ob er bleiben oder nach Antiochia 



VII. Das erste Buch. 353 

kommen solle. Da nach 7 (24) dieselben Zweifel auch bei 358/9 
Hygienus obwalten, könnte dieser Brief an ihn gerichtet sein. 
Er würde dann sich an den folgenden anschließen, der nach» 
Cilicien geschickt wurde, wo auch Hygienus gewohnt zu haben 
scheint: S. 180. 

17 (29) nach Cilicien an Demetrius I. Er beabsichtigt 
auf seinen Bruder Hierocles I, dessen Tod 8 (25) gemeldet 
war, eine Gedächtnisrede zu schreiben, und hat Libanius auf- 
gefordert^ das Andenken des Aristaenetus I ebenso zu ehren. 
Dieser Wunsch ist 19 (31) erfüllt. 

18 (30) nach Armenien an Adamantius I. Über den Zu- 
sammenhang dieses Briefes mit 27(39) s. 8. 11. 

[19—21 (31—33). IV 79 (391)] nach Cilicien 19 (31) an wmter 
Demetrius I, wahrscheinlich auch 20 (32) an Jamblichus; nach 
Constantinopel IV 79 (391) an Strategius I; nach Gallien 21 (33) 
an den Caesar Julianus. Der Anregung, welche Demetrius 
nach 17 (29) gegeben hatte, ist Libanius gefolgt und hat nicht 
nur eine Monodie auf Aristaenetus I, sondern auch eine zweite 
auf Nicomedia geschrieben, die er jenem mit 19 (31) überschickt. 
Von der Abfassung dieser beiden Reden erzählt auch IV 79 (391) 
und ist deshalb in diese Gruppe hineinzuziehn. 21 (33) ant- 
wortet auf einen Brief Julians, in dem dieser seine Trauer 
über den Fall Nicomedias ausgesprochen hatte. Da die Nach- 
richt davon jedenfalls Monate brauchte, ehe sie nach dem fernen 
Gallien gelangte, und wieder Monate vergehen mußten, bis eine 
Botschaft von dort in Antiochia ausgerichtet wurde, kann dieser 
Brief nicht vor dem Winter 358/9 geschrieben sein. Von dem 
Winter, der damals ungewöhnlich milde war, redet aber auch 
der Schlußsatz von 19 (31). Von dem Brief an Jamblichus 
20 (32) steht es fest, daß er vor 23 (35) geschrieben ist; denn 
er erzählt von der Abreise des Modestus aus Antiochia, mit 
dem 23 (35) die Korrespondenz beginnt. Andererseits ist er 
später als IV 76 (388), wo Jamblichus noch in Aegypteu war; 
denn jetzt scheint er sich schon in größerer Nähe von Antiochia 
zu befinden. Da er in engen Beziehungen zu Hierocles I stand, 
ist es nicht unwahrscheinlich, daß er nach dessen Tode den 
Bruder des Verstorbenen, Demetrius, in Cilicien aufgesucht 
hatte und die nebeneinanderstehenden Briefe an diesen und an 
Jamblichus daher auch den gleichen Bestimmungsort hatten. 
Der Schlußsatz von 20 (32) bezieht sich auf die Versuche des 

Texte u. UntersuehuDgen etc. NF XV, 1. 2 23 



354 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

358/9 Themistius I, neue Senatoren für Constantinopel zu werben, 
fallt also schon unter das Proconsulat desselben, das 26 (38) 
zuerst erwähnt wird: S. 299. 

[IV 31. 32(344. 345)] nach Cilicien an Demetrius I und 
Seleucus. Auf die Übersendung der Monodien, von der J 9 (31) 
die Rede war, hat Demetrius I geantwortet, daB er aus ihnen 
auch über den Tod seines Bruders Hierocles I, von dem 8 (25). 
17(29). 19(31) sprachen, Trost geschöpft habe. Dies weist Li- 
banius bescheiden zurück. Seleucus hat sich darüber beklagt, 
daß diese Reden nicht ihm gleichfalls überschickt sind, worauf 
32(345) antwortet. 

22 (34) nach Cilicien an Demetrius I. Dieser hat auf die 
Ablehnung seines Lobes durch Libanius, welche IV 31 (344) 
enthielt, mit noch größerem Lobe geantwortet und die beiden Mo- 
nodien mit Tragödien verglichen. Darauf spielt der Verfasser 
wieder den Bescheidenen, sendet aber seinem Bewunderer einen 
ganzen Packen seiner Reden zu, darunter auch diejenige, welche 
er 358 auf den Praefecten Strategius I gehalten hatte; vgl. 
IV 35 (348). 44(356). or. IUI. 112 p. 77. An diesen Brief 
knüpft 33 (45) an. 
859 23 (35) überbracht von Antiochus II und seinen Brüdern, 

als sie gefangen nach Scythopolis zu Modestus geführt wurden 
(S. 350). Dieser war 20 (32) nach Cilicien gereist, wahr- 
scheinlich um dort die Befehle des Kaisers über den bevor- 
stehenden Hochverratsproceß aus größerer Nähe zu erwarten. 
Nachdem Scythopolis zum Sitze desselben ausersehen war, wird 
er dorthin gegangen sein und dort unseren Brief empfangen 
haben ^. Über die Zeit desselben s. S. 350. 

[24. 25 (36. 37)] an den Comes Orientis Modestus und 
seinen Assessor ürbanus. 

26 (38) nach Constantinopel an Themistius I, geschrieben 
kurze Zeit nachdem er das Proconsulat der Stadt übernommen 
hatte. Redet gleichfalls von der Vermehrung des Senats, wie 
schon 20 (32). Vgl. S. 299. Hermogenes IV ist als Praefect 
in Antiochia; vgl. 3—6 (20—23). 

[27—29(39—41)] nach Armenien überbracht von Eu- 

1) In diesem ist zu schreiben: itQayfia yaQ TtagaXaßwv, o neabv 
{statt Tiatg) elg x^'^^^ agxovxoq T6Q%piv ziva zo xaxciq noteZv noiovfiivov 
noXkfjv av rjyeiQe (pXoya, yaXrjvTjv a7tB(pTjvag (statt &no<pyvag) rijr TtQOC- 



VII. Das erste Bach. 355 

mathius II an Ädamantius I, Iphicrates und Leontius lY. Die 359 
Briefe knüpfen an 18 (30) an und 75 (86) wird auf sie zurück- 
gewiesen (S. 11. 12). 

[30. 31 (42. 43)] nach Cilicien an Acacius III und Ec- 
dicius II. Hermogenes IV ist in Antiochia, wie 26 (38); Titianus 
^ ist in der Schule des Libanius, wie 8(25). 

32(44) an den Comes Orientis Modestus, der im Begriffe 
ist, die Grenzen gegen den bevorstehenden Persereinfall zu 
schützen; vgl. S. 350. 

33 (45) nach Cilicien an Demetrius I. Antwort auf die 
Lobeserhebungen, die dieser den mit 22 (34) geschickten Beden 
gespendet hat. 

34 (46) an den Magister officiorum Florentius II. Er hat 
den Libanius aufgefordert, an das Hoflager zu kommen, um 
dem Kaiser einen Panegyrikus zu halten ^ was der Bedner mit 
Hinweis auf sein körperliches Befinden ablehnt*^. Von dieser 
Berufung ist auch 48(60). 50(62) die Bede. Wenn er ihr 
gefolgt wäre, hätte er den Kaiser entweder in Illyricum oder 
in Thracien angetroffen^. Dies paßt dazu, daß dieser im 
Jahre 359 sich zuerst in Sirmium und an der Donau aufhielt, 
aber die Absicht hatte, nach Constantinopel überzusiedeln, und 
und sie gegen Ende des Sommers auch ausführte: Paulj- 
Wissowa IV S. 1088. 

35 (47) an Modestus als Comes Orientis, der sich in Meso- sommer 
potamien befindet. Der Perserkrieg, der 32 (44) nur drohte, 

hat begonnen. Die Bömer haben das Land zwischen Euphrat 
und Tigris selbst zur Wüste gemacht, was nach Amm. XVIH 
7, 4 geschah, cum frumenta iam stipula flaventi turgerent 
Vgl. S. 350. Von dem Gesuch des Modestus, das Libanius 
bei Hermogenes IV zu betreiben hat, sprechen auch 41 (53). 
44 (56). 

[36—38(48—50)] nach Cüicien 36(48) an Demetrius I; 
nach Constantinopel 38(50) an Clearchus I; an das Hoflager 



1) 'Eya> 6h ivravd'a /itvwv ovx äv afiektioat xmv v/iva>v. el Sh noB^ 
fjfjiiv b XQV^^^ tpavelrj ßaailBvg, lOütg avxov ov fjiera aiy^g otpofjiai, 

2) *0 yccQ joiQ aXkoiq elg t^Qtpiv l^Qx^rai, xovx ifiol ykvxvg ayxufv 
jöia ZTiv aaBiv€iav. 

3) Kai ovx Ott slg ^IXXvQiovg ij ßQaxrjv oi)x äv olbg ze eiriv r^ix^iVf 
all' ovo* dv si (AB iv Kikixlq xaB^rifAevoi xiveiv inei^oB^e, z^g avayxrig 
iyiyvBod-s xQBlzzovg. 

23* 



356 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

859 nach Sirmium 37 (49) an Olympius I. Als Überbringer wird 
36 (48) Domnus genannt, für den sich Libanius 39 (51) ver- 
wendet. An 38(50) knüpfen 53—55(65—67) und 77. 78 
(88. 89) an; auf den Schluß von 36 (48) bezieht sich 43 (55). 

39(51) an Modestus als Comes Orientis für denselben 
Domnus, der nach der vorhergehenden Gruppe kurz vorher in 
Antiochia gewesen war. 

40 (52) au denselben. 

[41. 42(53. 54)] an Modestus als Comes Orientis und 
seinen Assessor ürbanus; vgl. S. 5; überbracht durch Pal- 
ladius VII und einen Mann, der sich dem Gerichte des Comes 
zu stellen hat. 41 (53) ist von einem Gesuch des Modestus 
an den Praefecten Hermogenes IV die Rede, wie 35 (47) und 
44 (56). 

43 (55) nach Cilicien an Demetrius I; knüpft an 36 (48) an. 

44 (56) an Modestus als Comes Orientis. Er hat sich bei 
Libanius dafür bedankt, was dieser ihm bei Hermogenes IV 
erwirkt hat; vgl. 35 (47). 41 (53); dies beantwortet Libanius, 
indem er versichert, für Modestus sich zu mühen, mache ihm 
die größte Freude. Der Perserfeldzug, von dessen Beginn 
35 (47) redete, bietet tröstlichere Aussichten ; wahrscheinlich 
war die Nachricht angelangt, daß Sapor sich in die Belagerung 
Amidas verbissen hatte und dieses hartnäckigen Widerstand 
leistete. 

Sommer 45 (57) nach Cilicien überbracht von Titianus an seinen 

Vater Acacius III. Dieser hat seinen Sohn aus der Schule 
des Libanius, in der er sich 8 (25). 30 (42) befand, zu sich 
zurückgerufen, weil er von seinen andern Kindern entblößt sei 
(IrpcXmci^ac t(5v IrtQow). Dies bezieht sich wohl darauf, daß 
er seine Tochter nach IV 62 (374). 64(376). 70 (382) vor nicht 
sehr langer Zeit verheiratet hatte. Er verspricht, den Titianus 
vor dem Ende der guten Jahreszeit wieder nach Antiochia 
zurückzuschicken; es ist also noch Sommer. An diesen Brief 
knüpfen 46 (58) und II 25 (121) an. 

Sommer 46 (58) an denselben überbracht von Philoxenus, der nach 

den Anfangs werten des Briefes: öi^o'^ Srj xal rov ^tXo^tvov 
kurze Zeit nach Titianus Antiochia verläßt; vgl. 45 (57). Die 
Sommerferien scheinen hiernach zu beginnen. 

[47 — 51 (59 — 63)] überbracht von Priscianus I nach Ao- 
cyra 49(61) an Albanius; nach Constantinopel 48(60) an 



VII. Das erste Buch. 357 

Theraistius I^; an das Hoflager 47(59) au Plorentius II 2, 869 
50 (62) an Spectatus, 51 (63) an Oljrmpius I. Im Winter 
358/9 war Priscianus noch in Antiochia: 19(31); später hören 
wir, daß er den Kaiser an der Donau angetroffen hat und dann 
mit ihm nach Constantinopel gezogen ist: II 29 (125). Nach 
48 (60) erscheint es zweifelhaft, ob er ihn schon in Constan- 
tinopel oder noch in lUyricum treffen wird^, ähnlich 34(46). 
Und wie hier, so ist Libanius auch 48 (60) und 50 (62) noch 
in Besorgnis, er selbst könnte an den Hof berufen werden. Wenn 
Themistius nach 48 (60) über in erzürnt gewesen ist, so wird 
dies darin seinen Grund haben, daß Libanius die Bemühungen 
des Proconsuln, den Senat von Constantinopel zu vermehren, 
teilweise durchkreuzte, indem er seinen Freunden abriet, die 
Standeserhöhung anzunehmen: 20(32). 62(74); vgl. S. 299. 
Daß er in tiefem Schmerze ist ^ra rag tmv yvcDglficop ru;^«^; 
48 (60), bezieht sich wohl auf die Hochverratsprocesse von 
Scythopolis, die zahlreichen Antiochenern das Leben oder die 
Freiheit kosteten: S. 350. 

52 (64) an Themistius I nach Constantinopel, wo unterdessen Herbst 
der Kaiser eingetroffen ist: S. 351. Da der Überbringer der vor- 
hergehenden Gruppe ihn nach II 29 (125) noch an der Donau 
traf, muß dieser Brief mehrere Monate später geschrieben sein. 
Diese lange Pause in der Korrespondenz des Libanius ist wohl 
durch den Tod seines Freundes Eusebius IX hervorgerufen 
worden, der 19(31) noch am Leben war, aber 58(70) mit 
ausdrücklichen Worten als verstorben erwähnt wird. Denn 
wenn es 52 (64) heißt: ro f/ev Xayecv rjiimv a^aiged'ivtcov vjto 
TTJg Tojv traiQcov XBkevxrjg, so wird Libanius mit dem Reden- 
halten wohl auch das Briefeschreiben unterbrochen haben. Der 
Plural tralQmv mag sich teils aus dem Hochverratsprocesse 
von Scythopolis (S. 350), teils aus dem vorhergegangenen Tode 
des Aristaenetus I und Hierocles I erklären (S. 9. 10). 

1) In diesem Brief ist zu schreiben: wq de ovSev ixeivcov ineid-bfirjVf 
avtö ü€ Tisid-etü) tb ygacpeiv (statt avtbg iTieiS'ero yQa(pBiv)y ov yag äv 
tbvye aXXov yeyevrifievov ivox^etv ri^iovv, 

2) In diesem Brief ist zu schreiben: xb yag aysiv iiil ttjv övvccfiiv, 
ovg (statt üfg) oi^iov, airmv iari rdHv aybvrmv htaivoq^ 

3) Ei fisv oiv nao" v/aiv avfißakkoiTo nQmtov ra> ßaaiketj rov navrbq 
eTUfiekrjoeaO'ai nagatv ' 6C v/aotv de dtg avxbv iXavvovri ygafifiata SaKjeiQf 
ravtl de ovx aad-evtareQa naQovalaq. Dies ist an Themistius geschrieben, 
der sich in Constantinopel befand. 



358 ^» Seeck, Die Briefe des Libanius. 

85» [53—55 (65—67)] nach Constantinopel au Clearchus I, The- 

mistius I und Hyginus, denen die Sache des Cleobulus ans 
Herz gelegt wird; knüpfen an 38(50) an; darauf bezüglich 
auch 77. 78 (88. 89). 

[56. 57 (68. 69)] nach Constantinopel an Themistius P 
und an Florentius 11. Wieder ist von der Vermehrung des 
Senats die Rede (S. 299). Auf 56 (68) weist II 3 (98) zurück. 

[58 — 61 (70 — 73)] durch Parthenius nach Constantinopel 
überbracht 58(70) an Florentius 11, 59(71) an Eusebius XII, 
60(72) an Spectatus, 61 (73) an Eumolpius. Eusebius IX wird 
58 (70) als verstorben erwähnt; vgl. 52 (64). 

[62—66 (74—78)] nach Bithynien 65 (77) an Meterius I 
und Alcimus; nach Constantinopel 62 (74) an Aetius I, 63 (75) 
an Themistius I, 64 (76) an Hyginus; nach Sirmium 66 (78) 
an Anatolius I. Als Überbringer wird 63. 64 (75. 76) An- 
dronicus I genannt. Da diese Briefgruppe die gleiche Orts- 
bestimmung hat, wie die vorhergehende, aber durchgehend an 
andere Personen gerichtet ist, mögen beide vielleicht gleich- 
zeitig abgegangen sein. 65 (77) redet von den Leiden, die zwei 
Bithyner durchgemacht haben; dies scheint auf das Erdbeben 
zurückzuweisen, das am 24. August 358 ihre Provinz ver- 
wüstet hatte (S. 9). 63 (75) erwähnt der hohen Ehren des 
Themistius, von denen 52 (64) ausführlicher gesprochen war. 
66 (78) weist auf 1 (18) zurück, sagt aber ausdrücklich, daß 
Libanius seit der Absendung dieses Briefes die Korrespondenz 
mit Anatolius sehr lange unterbrochen hatte (S. 66). Der 
Überbringer Andronicus war in den Proceß von Scythopolis 
verwickelt gewesen, von dem 23 (35), vielleicht auch 48 (60) 
die Rede war, wurde aber freigesprochen: S. 70. 64 (76) 
redet von einer Krankheit des Phasganius; 83 (95) ist er tot. 

67 fehlt, ob infolge einer wirklichen Lücke, ob nur durch 
Versehen des Schreibers, der hier eine Nummer übersprungen 
hat, läßt sich nicht entscheiden. 

68 (79) nach Sirmium an Anatolius I. Knüpft an 66 (78) 
an (S. 66). Anatolius erwartet, daß ihm sein Amt bald ge- 
nommen werde, bekleidet es also schon seit längerer Zeit; 
im Winter 356/7 hatte er es angetreten: S. 62. 



1) 56 (68) ist zu schreiben: ^v fxev yäg i^staaei rätv äglattov tiqwtoq 
'Okifjüiiog, ot 61 (statt ov6e) elaeveyxelv Seif ndvtatv vorarog. 



VII. Das erste Buch. 359 

69 (80) au'Ambrosius, für einen Verwandten des Cleobulus, S69 
für den sich Libanius gerade in dieser Zeit mehrfach verwendet: 
38 (50). 53—55 (65—67). 77. 78 (88. 89). IV 52 (364). II 59 (155). 
in 29 (232). 

70(81) nach Constantinopel an das Hoflager an Atarbius 
überbracht von Sabinus I, der die Statthalterschaft von Syrien 
niedergelegt hat und wegen eines Amtsvergehens abgeurteilt 
werden soll. Im Sommer 358 war er zum Consularis Syriae 
ernannt worden: IV 29(342); im Winter 358/9 hielt er sich 
als solcher in der Umgegend von Antiochia auf: 19(31). 

[71 — 73 (82 — 84)] nach Constantinopel an Magnus I, an Herbst 
Plorentius II und an Themistius I. Die beiden ersten Briefe 
nennen Macedonius VI als Überbringer. 73 (84) handelt wieder 
von den Senatorenwerbungen des Themistius (S. 299). Man 
erwartet, daß Celsus I noch eine Zeitlang in Antiochia bleiben 
und dennoch vor dem Winter in Constantinopel anlangen könne ; 
der Herbst ist also noch nicht sehr weit vorgeschritten. 

74 (85) nach Berytus an Domninus I. Modestus ist in 
Antiochia, wohin er bald nach der Absendung von 44 (56) 
zurückgekehrt sein muß, um es vor 83 (95) wieder zu verlassen. 

[75. 76 (86. 87)] nach Armenien an Leontius IV und an 
Philagrius III; knüpfen an 27—29(39—41) an; 81(92) weist 
auf 75 (86) zurück: S. 12. 

[77. 78 (88. 89)] nach Constantinopel an Clearchus I und 
Themistius I überbracht von Zoilus. Handeln von derselben 
Angelegenheit, über die schon 38(50) und 53—55(65—67) 
geschrieben waren. 

79 (90) an Parnassius II nach Ancyra. 

80(91) an Cratinus. 

[81. 82a (92. 93 0] «ach der Euphratensis 82a (93) an 
Pannychius, der kürzlich dort Praeses geworden ist; nach Ar- 
menien 81 (92) an Leontius IV. Dieser Brief knüpft an 75 (86) 
an (S. 12). 82 a (9) weist auf die Gesandtschaft des Pelagius I 
zurück, die dieser im Mai 357 angetreten hatte: VI 68 — 72 
(477—481) vgl. S. 234. 

82 b (941) an Eros. 

1) Die Nummer nß ist in der Handschrift wiederholt, was gewiß nur 
Schreiberversehen ist. Doch halte ich es für angemessen, mich in der 
Zählung der Briefe streng an die Überlieferung anzuschließen, und habe 
daher auch hier nicht geändert, sondern die Ziffern nur als 82 a und 82 b 
unterschieden. 



360 0. Seeck, Die Briefe des Libanias. 

859 83 (95) an Modestus als Comes Orientis: Todesanzeige 

des Phasganius, von dessen Krankheit 64(76) erzählt wurde: 
S. 10. 12. 



VIIL Das zweite Buch. 

Dieses Buch muß durch ein paar Monate von dem vorher- 
gehenden getrennt sein. Denn wie Libanius nach dem Tode 
des Aristaenetus I und des Eusebius IX durch eine längere 
Unterbrechung seiner Briefstellerei der Trauer Ausdruck gab: 
I 7 — 9 (24 — 26). 52 (64), so wird er es jedenfalls auch nach 
dem Verlust seines Oheims Phasganius getan haben, mit dessen 
Meldung das erste Buch abschließt. Gleichwohl beginnt das 
zweite noch vor dem Ende des J. 359. Denn Themistius I, 
der am 11. Dezember desselben das Proconsulat von Constan- 
tinopel niederlegte (S. 299), erscheint II 3(98) noch im Amte; erst 
16 (112) und 81 (177) scheinen an ihn als Privatmann gerichtet 
zu sein, da sie nur noch an seinen Einfluß, nicht mehr an 
seine Amtsgewalt Ansprüche erheben^. Auf den Tod des 
Phasganius wird 4(99). 19(115). 20(116). 24(120). 30(126). 
40 (136). 45 (141). 86 (182). 90(186). 101 (197) zurückgewiesen. 
Von dem Hochverratsproceß zu Scythopolis, der im Anfang 
des Jahres 359 stattgefunden hatte, redet 16(112j; vgl. S. 11. 
Nicentius II, der im Sommer 358 sein Amt als Gonsularis Syriae 
niedergelegt hatte, hat nach 97 (193) schon den zweiten Nach- 
folger; der erste, Sabinus I, mußte im Herbst 359 abdanken: 
I 70(81), der zweite, Tryphonianus, wird 67(163) erwähnt. 
Priscianus I wurde im Sommer 359 an das Hoflager berufen, 
um zu einem Amte befördert zu werden: I 47 — 51 (59 — 63); 
nach 29 (125) ist er seitdem mit dem Kaiser erst an der Donau, 
dann in Constantinopel gewesen und kommt nach 31 (127) 
nach Antiochia zurück, um von dort als Praeses in die Euphra- 
tensis abzugehn (s. S. 13). 16—19(112—115) geht eine Ge- 
sandtschaft an den Kaiser nach Constantinopel, um an ihn die 

1) 16 (112): ri fihv yag rj/iSQotzs^ov SsfAitniov; ziq 6* ovro» rovg Tvv- 
dagidaq iv xy neQl xovq ^ivovg <mov6y ti/ia; naga reo öh toaavxfi ngo- 
d^vfiia; xi <J* ovx V^^^ ^^? TfAog, (ov rjxpaxo; Dies sind die Eigenschaften 
des Themistius, welche dem Empfohlenen nutzen können: milde Gesinnung, 
Gastfreundlichkeit, Eifer und Einfluß ; von amtlicher Macht ist nicht mehr 
die Rede. 



VIII. Das zweite Buch. 361 

Bitte zu richten, er möge nach Antiochia übersiedeln (8. 11). 
Den Winter 359/60 hielt sich Constantius in Constantinopel 
auf und kam im folgenden Winter wirklich nach Antiochia: 
Pauly-Wissowa IV S. 1088. 1093. 

Zu der Zeitbestimmung, die sich hieraus ergibt, paßt auch 
die Beamtenliste dieses Buches, in der aus dem vorhergehenden 
Hermogenes lY, Florentius U, Themistius I und Modestus wieder- 
holt sind. Außerdem ist auch anderweitig beglaubigt, daß 
Ursulus und Euagrius III in den letzten Kegierungsjahren des 
Constantius die beiden höchsten Finanzämter bekleidet haben: 
Amm. XVI 8, 5. 7. XX 11,5. XXII 3,7. 8. 128. 

Praefectus praetorio Orientis: Hermogenes IV: 31 (127). 
42(138). 77(173), wie un ersten Buche. 

HelpidiusI: 80(176). 96(192). 

Magister officiorum: Florentius II: 1(96). 17(113). 28(124), 
wie im vierten und ersten Buche. 

Comes sacrarum largitionum: Ursulus: 67 (163). 

Comes rerum privatarum: Euagrius HL: 30(126). 

Proconsul urbis Constantinopolitanae: Themistius I: 8 (98), 
wie im ersten Buche. 

ArmeniaePraeses:EutheriusII: 10. 11(105. 106). 34(130). 

Euphratensis Praeses: Priscianus I: 40(136). 46—50(142 — 
146). 53(149). 56(152). 64(160). 77. 78(173. 174). 83(179). 
106(202). 

Orientis Comes: Modestus: 4. 5 (99. 100). 9 (104). 12(107). 
14(110). 58(154). 67.68(163.164). 72.73(168.169). 95(191). 
98(194). 100. 101(196. 197). 104(200). 106(202), wie im 
vierten und ersten Buche. 

Palaestinae primae Consularis: Hypatius I: 41 (137). 60 — 63 
(156—159). 

Palaestinae secundae Praeses: Cyrillus I: 68. 69(164. 165). 
74 (170). 

Phoenices Consularis: Euchrostius: 22(118). 

Andronicus II: 54. 55 (150. 151). 
57(153). 60(156). 62. 63(158. 159). 70(166). 73(169). 79(175). 
87. 88(183. 184). 93(189). 96(192). 99(195). 102(198). 

Syriae Consularis: Tryphonianus: 67 (163). 



[1 — 3 (96 — 98)] aberbracht von Miccalus nach Constantinopel 359 
an Florentius II, an 8pectatu8 und an Themistius I. Da dieser winter 



362 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

369 noch im Amte ist^, müssen diese Briefe vor dem Tage seiner Ab- 
dankung, dem 1 1. December 359, geschrieben sein, oder doch ehe 
die Nachricht davon nach Antiochia gelangte: S. 360, Anderer- 
seits setzt 3 (98) voraus, daß eine Bitte, die Libanius im Herbst 
359 durch I 56- (68) ausgesprochen hatte, schon längst hätte 
erfüllt sein können, muß also beträchtlich später sein, über 
denselben Gegenstand auch III 49 — 51 (254 — 256). Der Über- 
bringer Miccalus ist 53 (149) schon wieder in Antiochia. 
859/60 4 (99) an Modestus als Comes Orieutis, der eben eine Reise 

nach Alexandria augetreten hat; vgl. 5. 6 (100. 101). Auf den 
Tod des Phasganius, der I 83(95) gemeldet wurde, ist angespielt, 

[5. 6. (100. 101)]. Modestus^ und sein Assessor Urbanus 
werden gebeten, einem Bürger von Elusa Hilfe zu leisten. 
Da vorausgesetzt wird, daß sie sich von dessen Lage durch 
den Augenschein überzeugen können*^ und dem Praeses der 
Provinz Palaestina secunda mündliche Befehle geben werdend 
soll dieser Brief sie dort antreffen, und w^irklich mußte die 
Reise nach Aegypten, von der 4 (99) die Rede ist, sie durch 
jene Provinz führen. Zenobius I der 5 (100) als tot erwähnt 
wird, starb im Winter 354/5: V 22 (407). 

[7. 8(102. 103)] nach Armenien an Leontius IV und 
Letoius III. 

9 (104) nach Palaestina secunda an Modestus als Comes 
Orientis: vgl. 5. 6 (100. 101). 12(107). 

[10. 11 (105. 106)] nach Armenien an Leontius IT und 
Philagrius III, überbracht durch Eutherius II, den neuemannten 
Praeses der Provinz. 34(130) ist er im Amte. 

12 (107) an Modestus als Comes Orientis. Er befindet 
sich, wie 4 (99), auf der Reise nach Aegypten. Während 5. 
6 (100. 101) ihn noch in Palaestina treffen sollten, ist dieser 
Brief nach Pelusium, der Grenzstadt Aegyptens gegen Palaestina, 
gerichtet, also nicht viel später geschrieben. 

1) Ovte yccQ ovye agybq Iv (piXmv xgelaiq ovre aneari xb dvvaa^iu. 

2) In diesem Brief an ihn ist zu schreiben; ^.yw 6b zw noXXaq ei- 
iTjiptvai xal vvv örj ngooXaßuv layvQOV eival fioi vofiitat. Das 7i(}og 
scheint an den Rand geschrieben und dann an falscher Stelle in den Text 
gekommen zu sein, wodurch die gegenwärtige Lesung: xal ngog xal %'rv 
6i] Xaßelv entstanden ist. 

3) 5(100): ah 6\ bgäg. 

4) 6(101): rbv Tjyefiova avno n^ooxaxaaxEvaaov nQiWVy i/ naQoi'xt 

Siaktx^Btq TJ ygäipaq anbvxi. 



VIII. Das zweite Bach. 363 

13 (109) nach Cilicien an Demetrius I. Er hat Libanius 850/60 
den Auftrag gegeben, etwas für ihn bei einem Beamten zu er- 
wirken, der zum zaudern geneigt ist (6 de ävß-Qcojtog dvaßoXalg 
(piXog), Damit ist der Praefect Hermogenes IV gemeint, von 
dem es 42 (138) heißt, er habe vjt^ ccQyiag die Sache verschleppt. 
Denn dieser Brief berichtet darüber, wie jener Auftrag aus- 
geführt ist. 

14(110) an Modestus als Comes Orientis, wahrscheinlich 
nach Aegypten, überbracht von Eupithius; vgl. 12 (102). Auf 
den Tod des Eusebius IX, der im Sommer 359 eingetreten 
war, wird angespielt; vgl. zu I 52 (64). 

15(111) an Archelaus I oder II überbracht von Cyriacus. 

[16 — 19(112 — 115)] nach Constantinopel an Themistius I, winter 
an Florentius 11, an Datianus^ und au Spectatus überbracht 
von Obodianus, der als Gesandter zum Kaiser geht, um ihn 
zu bitten,^ er möge seine Residenz wieder in Antiochia nehmen 
(S. 361). Da hier einerseits Themistius I schon als Privatmann 
erscheint (S. 360), andererseits der Kaiser Constantinopel noch 
nicht verlassen hat, was im Frühling 360 geschah^, müssen 
diese Briefe in den Winter fallen. Dazu paßt es, daß nach 
17(113) der Sohn des Obodianus Spiele vorbereitet; denn im 
Sommer des julianischen Schaltjahres 360 mußten in Antiochia 
die Olympien gefeiert werden: Sievers S. 207. Auf den Proceß 
von Scytopolis, der in das Jahr 359 fiel, wird 16 (112) zurück- 
gewiesen (S. 11), auf den Tod des Phasganius, der 183(95) 
zuerst erwähnt wurde, 19(115). 

20 (116) nach Constantinopel an Spectatus. Dessen Mutter 
hat sich gisra rag avfig>0Qdg noch nicht entschließen können, 
einen Brief zu schreiben. Da sie eine nahe Verwandte des 
Libanius war (S. 95. 188), kann mit jenen övfi(poQai der Tod 
seines Oheims und seiner Mutter gemeint sein, die einander im 
Jahre 359 schnell folgten: or. I 117 p. 80; vgl. 86(182). 

21(117) nach Berytus an Domninus I überbracht von 
Paeoninus. 



1) 18(114) ist zu schreiben: keytj 6h o TiQsaßevxriq statt Ti^eaßvzT^g, 
Denn Obodianus, Ton dem hier die Rede ist, hat einen kleinen Sohn und 
einen Vater, der noch am Leben ist, kann also noch nicht Greis sein; 
wohl aber ist er Gesandter. 

2) Amm. XX 4, 2: armis primo vere movendis in Parthos. 8, 1: ut 
adulto vere profectvs e Thraciü loca svspecta protiwus occuparet. 



364 0- Seeck, Die Briefe des Ldbanias. 

859/60 [22. 23(118. 119)] überbracht von Boethus nach Phoe 

nicien an den Consular der Proymz Euchrostias und an Gaianus. 
54 (150) ist Andronicus II an die Stelle des Euchrostias getreten. 
Es wird auf den Tod des Zenobius I zurückgewiesen, der im 
Winter 354/5 eingetreten war: V 22 (407). 
Winter [24. 25 (120. 121)] nach Cilicien an Macedonius I und an 

Acacius III. Dem ersteren gegenüber entschuldigt sich Libanius, 
daß er eine Einladung zur Hochzeit ausschlagen muß, weil es 
für ihn noch nicht Zeit sei, solche Festlichkeiten zu besuchen. 
Dies bezieht sich auf die Trauer um den Tod seines Oheims und 
seiner Mutter; vgl. 20 (1 16). 86 (182). Acacius hatte nach 1 45 (57) 
versprochen, seinen Sohn vor dem Ende der guten Jahreszeit 
in die Schule nach Antiochia zurückzuschicken; 25 (121) beginnt 
mit der Klage, daß er nicht Wort gehalten habe. Der Jüng- 
ling ist also viel später, als er sollte, wahrscheinlich erst tief 
im Winter, aus den Ferien wiedergekommen. Vgl. 51. 52 
(147. 148). 

26 (122) an Nicentius II, der sich nach 97 (193) in Aegypten 
aufhielt. Der Brief enthält einen Bückblick auf seine Amts- 
führung als Consularis Syriae, die im Jahre 358 ihr Ende 
gefunden hatte. 

[27—30(123—126)] nach Cappadocien 27(123) an Eu- 
stathius II; nach Constantinopel 28(124) an Florentius 11, 
29 (125) an Priscianus I, 30 (126) an Euagrius IIL Als Über- 
bringer wird 28. 29(124. 125) Polianus genannt. Priscianus I, 
der im Sommer 359 an das Hoflager berufen war: I 47 — 51 
(59 — 63), ist mit dem Kaiser an der Donau gewesen, dann 
nach Constantinopel gekommen und wird nun in Antiochia 
erwartet, von wo aus er in seine Provinz abgehn soll. 31 (127) 
erscheint er wirklich in Antiochia, 40(136) hat er die Statt- 
halterschaft der Euphratensis angetreten. Wenn sein Amt ein 
kleines genannt wird, so hat dies darin seinen Grund, daß die 
Provinz nur eine präsidiale, keine consularische war, wie er sie 
erwartet haben mochte. 30 (126) weist auf den Tod des Phas- 
ganius zurück; vgl. 24(120). S. 360. 
360 [31. 32(127. 128)] nach Cilicien an Acacius III und an 

Januar Demetrius I. Bei diesem bedankt sich Libanius für die Neujahra- 
geschenke, die er ihm gesandt hatte; jenem gegenüber erwähnt 
er, daß der Praefect Hermogenes IV kürzlich sein Amt nieder- 
gelegt habe, was vor dem 4. Februar 360 geschah (S. 174). 



VIII. Das zweite Buch. 365 

Die Briefe müssen also noch im Januar geschrieben sein. 3I»0 
Titianus, von dessen Ankunft 25 (121) erzählte, ist wieder in 
der Schule des Libanius. Priscianus I ist in Antiochia ein- 
getroffen, wo er schon 29 (125) erwartet wurde. Eben dort 
ist Andronicus II gewesen, wahrscheinlich um sich dem Prae- 
fecten vorzustellen, ehe er die Statthalterschaft von Phoenicien 
antrat, in der wir ihn 54 (150) finden. 

[33 — 35(129 — 131)] nach Armenien an Adamantius I, an 
Eutherius 11 und an Philagrius III. Als Überbringer wird 
34 (130) Artemius I genannt. Eutherius, der 10. 11 (105. 106) die 
Statthalterschaft in Armenien erst antreten sollte, ist 34 (130) im 
Amte. 33 (129) knüpft an I 18 (30). 27 (39) an. Die Söhne 
des Philagrius, die I 76 (87) erst seit kurzem in die Schule 
des Libanius gekommen waren, werden 35 (131) als darin be- 
findlich erwähnt; ebenso 80(176). 

36 (132) nach Elusa an Eutocius. Da VI 26 (433) der 
erste an ihn gerichtete Brief war, muß dieser später sein. 
Eudaemo I, der 12 (107) in Antiochia war, befindet sich wieder 
in Elusa, wohin 71 (167) an ihn gerichtet wird. 

[37 — 39 (133 — 135)] nach Apamea überbracht von Mocimus 
37 (133) an Eustolius, 39 (135) an Marcellinus VI und 38 (134) 
an einen Unbekannten. Denn die Überschrift ro5 arrco kann 
nicht richtig sein, da Libanius demselben Mannte bei derselben 
Sendung gewiß nicht zwei Empfehlungsbriefe an denselben 
Adressaten mitgegeben hat. Der Empfanger dieses Briefes 
dürfte Sopater I sein, der in Apamea unter den Freunden 
des Libanius die erste Stelle einnimmt und bei Botschaften 
dorthin nicht leicht übergangen wird: S. 279. 

[40. 41 (136. 137)] nach Beroea 41 (137) an Hypatius I; 
nach der Euphratensis 40 (136) an Priscianus I, den Praeses 
der Provinz. Dieser ist kürzlich in Antiochia gewesen, wo er 
im Januar 360 nachweisbar war: 31 (127). Auf den Tod des 
Phasganius wird zurückgewiesen, der I 83 (95) zuerst gemeldet 
wurde. 40(136) empfiehlt einen Verwandten desselben Mocimus, 
dem die vorhergehende Briefgruppe mitgegeben ist; auf diese 
Emfehlung wird III 42(247) zurückgewiesen. — Hypatius I 
wird demnächst in Antiochia erwartet, von wo er in seine 
Provinz gehen soll; in dieser finden wir ihn 60 — 63 (156 — 159). 
Bacchius ist in Antiochia, das er 90 (186) kürzlich verlassen hat. 

[42—44 (138—140)] nach Cilicien 42 (138) an Demetrius I; 



366 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

360 nach Ancyra 43(139) an Achillius II, 44(140) an Albanius. 
42 (138) knüpft an 13 (109) an. Der Brief erwähnt der Gesandt- 
schaft, welcher 16—19(112-7-115) mitgegeben wurden, und 
der Abdankung des Hermogenes IV, von der schon 31 (127) 
die Rede war. Agesilaus, der Vater des Albanius, der 355 
noch am Leben war, wird 44 (140) als tot erwähnt. Albanius 
ist im Begriff, sich einen Beruf zu wählen, wovon auch 85 (181) 
gesprochen wird. 

45 (141) nach Apamea an Marcellinus VI. Auf den Tod 
des Phasganius wird zurückgewiesen, wie 40(136). 

46 — 50 (142 — 146) alle an Priscianus I als Praeses der 
Euphratensis, wie 40(136). Der erste Brief zeigt ihn noch in 
den Anfängen seiner Verwaltung; an den zweiten 47 (143) 
knüpft 53 (149) an: S. 13. 

Winter? [51. 52(147. 148)] nach Cilicien an Ecdicius II und an 

Acacius III. Der Schüler Philoxenus ist bald nach Titiauus, 
von dessen Ankunft 25 (121) sprach, aus den Ferien zurück- 
gekehrt. Hiernach müssen die Briefe noch in den Winter oder 
spätestens in den ersten Anfang des Frühlings fallen. Der Satz: 
rfj iisvtOL fiTjTQl rolp veavloxocp exelvovg XeysLV, (bq eörl xai 
jtaQ Tjfilv d'SQog xal titvel rote fittQcog ävsfiog, bedeutet also 
nicht, daß es Sommer ist — dem widerspricht schon das rors — , 
sondern daß es auch in Antiochia einen Sommer gibt, offenbar 
ein Scherz, der an irgend eine Bemerkung in dem Briefe des 
Acacius anknüpft. 

53 (149) an Priscianus I als Praeses der Euphratensis, 
überbracht von Miccalus, der im Anfang des Winter nach Con- 
stantinopel gereist war: 1 — 3 (96 — 98), seitdem aber wieder 
nach Antiochia zurückgekehrt sein muß. Der Brief knüpft an 
47(143) an; auf ihn weist 64(160) zurück: S. 13. 

54. 55(150. 151) an Andronicus II als Consularis Phoe- 
nices. 22 (118) war noch sein Vorgänger Euchrostius im Amte; 
im Januar 360 war Andronicus in Antiochia gewesen, um von 
dort in seine Provinz abzugehn: 31 (127). An 55(151) knüpft 
III 23 (226) an. 

56 (152) an Priscianus I als Praeses der Euphratensis, wie 
53(149). 

57 (153) an Andronicus II als Consularis Phoenices, wie 
54. 55(150. 151). 



VIII. Das zweite Buch. 367 

[58(154). 65(161)] an Modestusi als Comes Orientis und 860 
seinen Assesor ürbanus, wahrscheinlich nach Aegypten: 12 (107). 
Ihnen werden die jungen Advocaten empfohlen, die eben die 
Schule des Libanius verlassen haben. Daß diese beiden Briefe 
zusammengehören, ist schon S. 8 dargelegt. Auf sie weist 
66 (162) zurück. 

59 (155) an Bassianus. Die Bitte für Cleobulus, die hier 
ausgesprochen wird, ist von Bassianus III 29(232) erfüllt 
worden. 

[60. 61 (156. 157)] von Auxentius V überbracht nach Phoe- 
nicien an den Consular Andronicus II; vgl. 57 (153), und nach 
Palaestina an Hypatius I, den dortigen Consular; vgl. 41 (137). 

[62. 63 (158. 159)] an dieselben. Der eine Brief nimmt 
auf den andern Bezug. 

64(160) an Priscianus I als Praeses Euphratensis ; weist 
auf 53 (149) zurück. 

65 (161) ist mit 58 (154) verbunden und bei diesem Brief 
besprochen worden. 

[66. 67(162. 163)] an den Comes Orientis Modestus und 
seinen Assessor Urbanus, wahrscheinlich nach Aegypten» wie 
58(154). An 58(154) und 65(161) knüpft 66(162) an. 

68 (164) an Cyrillus I als Praeses Palaestinae secundae, 
wie 69 (165). 74 (170). Modestus wird als Comes Orientis 
erwähnt, wie 67 (163). 

[69—72(165—168)] überbracht von Valens nach Phoe- 
nicien 70 (166) an Andronicus II; vgl. 60 (156); nach Palaestina 
secunda 69(165) an den Praeses Cyrillus I; vgl. 68(164), und 
71 (167) an Eudaemo I; nach Aegypten 72 (168) an den Comes 
Orientis Modestus; vgl. 67 (163). 

[73. 74 (169. 170)] an Andronicus II als Consularis Phoe- 
nices und an Cyrillus I als Praeses Palaestinae secundae, wie 
69. 70(165. 166). An 73(169) knüpft 1112(204) an. 

75(171) nach Alexandria an Zeno I. Seine Boten sind Frühling 
zu Schiffie gekommen, haben sich aber über Sturm zu beklagen 
gehabt. Die gute Jahreszeit hat also begonnen. 

[76. 77 (172. 173)] nach der Euphratensis an Stratonianus Frühling 
und den Praeses Priscianus I; vgl. 64 (160). Jener hat seinen 



1) In diesem Brief ist zu schreiben : SriXovai yaQ, o^ (statt wg) avro- 
(jLaxoi t^ix^voiVf ütg ebcbt(oq äv ^aav Sv xolq xexkTjfievoig. 



368 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

860 Sohn kürzlich in die Schule des Libanius gegeben, wo er 
91 (187). 105 (201) erwähnt wird. Wieder droht der Perser- 
krieg, was gleichfalls auf den Frühling, in dem die Feldzüge 
zu beginnen pflegten, hinweist. 

78(174) an Priscianus I als Praeses Euphratensis; vgl. 
77(173). 

79 (175) überbracht durch Bassus II an Andronicus II als 
Consularis Phoenices; vgl. 73(169). 

80 (176) nach Armenien an Philagrius III, dessen Söhne, 
wie 35 (131), als Schüler des Libanius erwähnt werden. Der 
neue Praefect Helpidius I, der wahrscheinlich in Constantinopel 
im Januar 360 sein Amt angetreten hatte, ist jetzt in Antiochia 
angelangt. Von der Abdankung seines Vorgängers redeten 
31 (127). 42 (138). 

Frühling [81. 82 (177. 178)] überbracht von den Söhnen des Laelianus 

nach Constantinopel an Themistius I und nach Sinope an 
Eusebius XVIII und Faustus I. Themistius ist Privatmann, 
wie 16 (112). Da die Überbringer ihre Reise zu Schiflfe machen, 
muß es schon Frühling sein. 

83(179) an Priscianus I als Praeses Euphratensis; vgl. 
78(174). 

[84. 85 (180. 181)] nach Ancyra an die Brüder StrategiusII 
und Albanius. Dieser hat sich noch immer für keinen Beruf 
entschieden, wie 44 (140). 

86 (182) an Ambrosius. Dieser ist einige Zeit vorher in 
Antiochia gewesen, als Libanius einen schweren Verlust erlitten 
hatte und einen zweiten erwartete. Dies weist auf den Herbst 
359 zurück, wo sehr bald nacheinander sein Oheim und seine 
Mutter starben; vgl. 20(116). 

87. 88 (183. 184) an Andronicus II als Consularis Phoe- 
nices; vgl. 79 (175). 

[89. 90 (185. 186)] nach Cilicien an Euphemius I und an 
Demetrius I. Bacchius ist kurz vorher in Antiochia gewesen, 
wo er 41(137) erwähnt wird. Auf den Tod des Phasganius 
wird zurückgewiesen, wie 86 (182). 

91 (187) nach der Euphratensis an Stratonianus. Sein 
Sohn ist in der Schule des Libanius, in die er 76. 77 (172. 173) 
eingetreten war. 

92 (188) nach Cilicien an Demetrius I, dem zugleich zwei 
Reden des Libanius zugeschickt werden. 



VIII. Das zweite Buch. 369 

93(189) an Andronicus II als Consularis Phoenices; vgl. 860 
87. 88(183. 184). 

94 (190) nach Cilicien an Acacius III, überbracht von dessen sommer 
Sohn Titianus, der aus der Schule des Libanius in die Sommer- 
ferien geht. 

95 (191) an Modestus als Comes Orientis nach Meso- 
potamien. 

96 (192) an Andronicus II als Consularis Phoenices; vgl. 
93 (189). Helpidius I wird als Praefect erwähnt, der dies Amt 
im Januar 360 angetreten hatte; vgl. 80(176). 

97 (193) nach Aegypten an Nicentius II, der im Sommer 
358 die Statthalterschaft von Syrien niedergelegt hatte. Sein 
zweiter Nachfolger Tryphonianus ist im Amte; vgl. S. 360. 

98 (194) an Modestus als Comes Orientis; vgl. 95 (191). 
99(195) an Andronicus II als Consularis Phoenices; vgl. 

96 (192). 

. 100. 101 (196. 197) an Modestus als Comes Orientis. Der 
zweite Brief knüpft an den vorhergehenden an. Auf den Tod 
des Phasganius wird 101 (197) zurückgewiesen (S. 10.360). 

[102. 103(198. 199)] nach Phoenicien an Andronicus II Hoch- 
als Consular der Provinz; vgl. 99 (195), und an Sophronius II. 
Die Kornernte hat begonnen. 

104(200) an Modestus als Comes Orientis; vgl. 100. 101 
(196. 197). 

[105. 106 (201. 202)] durch Leontius XI nach der Euphra- 
tensis überbracht an Stratonianus und den Praeses Priscianus I; 
vgl; 83 (1 79). Der Sohn des ersteren ist in der Schule des 
Libanius, wie 91 (187). Modestus wird 106(202) als Comes 
Orientis erwähnt; vgl. 104 (200). Auf 106 (202) weist III 88 
(293) zurück. 

IX. Das dritte Bnch. 

Daß dieses Buch auch zeitlich unmittelbar auf das zweite 
folgt, ergibt sich zunächst daraus, daß mehrere Briefe desselben 
auf jenes zurückweisen: III 2(204) auf II 73(169), III 23 
(226) auf II 55 (151), III 29 (232) auf II 59 (155), III 42(247) 
auf n 40 (136), III 49—51 (254—256) auf II 3 (98), III 88 (293) 
auf II 106 (202). Ferner aus der Wiederkehr der Beamten 
Helpidius I, Florentius II, ürsulus, Eutherius II, Priscianus I, 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 24 



sommer 



370 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Modestus, Cyrillus I, Andronicus II in beiden Büchern. Außer- 
dem sind in der sogleich folgenden Magistratsliste noch aus 
anderen QueUen zeitlich bestimmbar Honoratus I als Praefectus 
urbis Constantinopolitanae im Jahre 360, Gerontius II als 
Praefect von Aegypten in den J. 361 und 362 und DulcitiusIII 
als Proconsul Asiae in den Jahren 361—363: S. 179. 163. 125. 

Praefectus praetorio Orientis : HelpidiusI: 6(208). 24(227). 
28 (231), wie im zweiten Buche. 

Praefectus urbis Constantinopolitanae: Honoratus 1: 49(254). 
62. 63 (267. 268). 

Quaestor sacri palatii: Probatius: 12(214); vgl. S. 99. 100. 

Magister officiorum: Florentius II: 17(220). 44(249), wie 
im zweiten Buche. 

Comes sacrarum largitionum: ürsulus: 19(222), wie im 
zweiten Buche. 

AegypH Praefectus: Gerontius 11: 89(294). 104(309). 

Aegypti Praeses: Eutherius II: 90(295). 

ArmeniaePraeses: Eutherius II: 43(248). 48(253). 57.58 
(262. 263). 60(265). 67.68(272.273). 82(287), wie im zweiten 
Buche. 

Maximus VI: 73(278). 78(283). 82.83 
(287.288). 85.86(290.291). 

Asiae Proconsul: Julianus VI: 20. 21 (223. 224). 

DulcitiusIII: 76(281). 

Asiae Vicarius: Germanus: 1(203). 20(223). 66(271). 

Bithyniae Consularis:. Alexander II: 79. 80 (284. 285). 
97 (302). 

Ciliciae Praeses: Palladius VI: 84(289). 

Euphratensis Praeses: Priscianus I: 10 (212). 12 (214). 
26 (229). 35 (240). 42 (247). 54 (259). 64 (269). 88 (293), wie 
im zweiten Buche. 

Galatiae Consularis: Ecdicius I: 65(270). 106(311). 

AcaciusI: 96(301). 106(311). 

Lyciae Praeses: Themistius HI: 107(312). 

Orientis Comeis: Modestus: 3.4(205.206). 15(217). 18(221). 
30(233). 40(245). 74.75(279.280). 91(296). 106(311>, wie 
im vierten, ersten und zweiten Buche. 

Palaestinae secundae Praeses: Cyrillus I: 94(299), wie im 
zweiten Buche. 

Pamphyliae Consularis: Meletius: 33(237). 



IX. Das dritte Buch. 371 

Phoenices Consularis: Andronicus II: 2 (204). 14.15(216. 
217). 19(222). 23(226). 28(231). 32(236). 34(239). 43(248). 
69. 70(274. 275\ wie im zweiten Buche. 

Aiiatolius II: 93 (298). 101. 102 
(306. 307). 

Ponticae Vicarius: Polychronius: 5(207). 25(228). 

Syriae Consularis: Italieianus: 36(241). 

Siderius: 105(310). 

Außerdem kommt für die Zeitbestimmung des dritten 
Buches in Betracht, daß nach 16. 17(218. 220) der Kaiser den 
Befehl gegeben hat, man solle die wilden Tiere, die für die 
öffentlichen Spiele in Antiochia angeschafft sind, bis zu seiner 
Ankunft aufbewahren, damit er selbst sie jagen könne; daß 
nach 44 (249) der Magister officiorum Florentius II, also auch 
das Hoflager, in Antiochia erwartet wird und daß nach 56(261) 
Constantius sich in der Umgegend auf der Jagd befindet. Denn 
im Jahre 360 zog er aus Constantinopel nach dem Orient und 
brachte den Winter 360/1 in Antiochia zu: Pauly-Wissowa IV 
S. 1093. 

[65. 66(270. 271)] von Hyperechius I überbracht 66(271) 860 
an Germanus als Vicarius Asiae, 65 (270) an Ecdicius I als 
Consularis Galatiae. Da der Brief an Germanus, wie aus seinem 
Inhalt deutlich hervorgeht, die Korrespondenz mit ihm erst an- 
knüpft, muß er früher sein als 1 (203). Außerdem verläßt 
Hyperechius nach diesen beiden Briefen eben erst die Schule 
des Libanius, um nach seiner Heimat Ancyra zu reisen, wo er 
22 (225) schon angelangt ist. Dies ist also einer der wenigen 
Fälle, wo die chronologische Ordnung der Briefe gestört ist. 

1 (203) an Germanus als Vicarius Asiae. Der Praefect 
Helpidius I ist in den Euphratgegenden, wahrscheinlich am Hof- 
lager, das den größten Teil des Sommers in Edessa zubrachte: 
Amm. XX 11,4. Auf diesen Brief weist 20(223) zurück. 

2 (204) an Andronicus II als Consularis Phoenices; vgl. 
II 102 (198). Die Fürbitte für Leontius VII, die schon II 73 (169) 
ausgesprochen war, wird dringender wiederholt. 

3(205) an Modestus als Comes Orientis; vgl. II 104(200). 
Die Alexandriner haben Strafgelder zahlen müssen, und Ge- 
orgius, der ihnen früher feindlich war, verwendet sich jetzt für 
die Rückgabe der Summe, eine Bitte, die dieser Brief unter- 

24* 



372 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

860 stützen soll. Wahrscheinlich hängt dies mit den Aufständen 
zusammen, welche die Anhänger des Athanasius in den Jahren 
358 und 359 gegen den vom Kaiser eingesetzten Bischof Ge- 
orgius gemacht hatten: Larsow, Die Festbriefe des heiligen 
Athanasius S. 37. Denn die Processe gegen die Schuldigen 
können sehr wohl ein oder zwei Jahre in Anspruch genommen 
haben. 

4(206) an denselben. 

[5. 6 (207. 208)] an Polychronius als Vicarius dioeceseos 
Ponticae und an Ampelius für Hilarius II. 

7 (209) nach Berytus an Domninus I. 

[8.9(210.211)] nach Cilicien an Euphemius und Ana- 
tolius II; vgl. 31 (234). 

10 (212) überbracht von Hagianus an Priscianus I als 
Praeses Euphratensis; vgl. II 106 (202). Der Ankläger des 
Priscianus, von dem hier geredet wird, war vielleicht Lucianus, 
der ihn 54(259) um Verzeihung bittet. 

11(213) nach Palaestina an Helpidius III. Die Anwesen- 
heit des Naumachius in Antiochia wird erwähnt, wie II 62(158). 

[12. 13 (214. 215)] an Priscianus I als Praeses Euphratensis; 
vgl. 10(212) und seinen Assessor Ammianus I. Handeln von 
einer Anklage gegen Calliopius I, von der auch 18 (221) die 
Rede ist. 

14(216) an Andronicus II als Consularis Phoenices; vgl. 
2(204). Auf diesen Brief wird 70(275) zurückgewiesen. 

15 (217) an denselben. Ein Vetter des Libanius hat, wahr- 
scheinlich gemeinsam mit dem Sohne des Obodianus; vgl. 
1117(113), Spiele gegeben, soll ihnen aber noch Tierhetzen 
hinzufügen, für die Andronicus um seine Unterstützung gebeten 
wird. Jene Spiele waren wohl die Olympischen, die im Hoch- 
sommer des Schaltjahres 360 gefeiert wurden: Sievers S. 207. 
Von denselben Spielen handeln auch 16.17(218.220). Auf 
den Tod des Phasganius, der im Herbst 359 eingetreten war, 
wird zurückgewiesen, wie II 101 (197); vgl. S. 10. 
Sommer [16.17(218.220)] au das Hoflager, wahrscheinlich nach 

er ß ßjgggj^. ^gi 2u 1 (203), an Eusebius XH und Florentius IL 
Der Kaiser gedenkt zum Winter nach Antiochia zu kommen 
und verlangt, daß die wilden Tiere, welche der Vetter des 
Libanius für seine Spiele beschafft hat, so lange geschont werden, 
damit er selbst auf sie Jagd machen könne. Gegen diesen Befehl 



IX. Das dritte Buch. 373 

wenden sich die beiden Briefe. Aus ihnen ergibt sich, daß der 360 
Winter noch fem ist und daß sich Constantius im Orient be- 
findet (S. 371). Über dieselben Spiele auch 15(217). 

18(221) an Modestus als Comes Orientis, wie 3(205). 
Handelt von dem Proceß des CalliopiusI, wie 12. 13(214. 215). 
Montius, der im Jahre 354 auf Anstiften des Caesars Gallus 
ermordet wurde, wird als verstorben erwähnt. 

19(222) an Andronicus II als Consularis Phoenices, wie 
14. 15(216. 217). ürsulus (d. Hdschr. OvQöog) wird als Comes 
sacrarum largitionum erwähnt, in welchem Amte er von 356 
bis 361 nachweisbar ist: S. 361. 

[20—22(223—225)] nach Ancyra 22(225) an Hype- 
rechius I; nach der Provinz Asia 20(223) an Germanus als 
Yicarius Asiae, 21 (224) an Julianus VI als Proconsul Asiae. Als 
Überbringer wird 21 (224) Andragathius genannt, 20(223) seine 
Person kenntlich bezeichnet. 20 (223) weist auf 1 (203) zurück. 

22 (225) ist der erste Brief, den Libanius an seinen Lieblings- 
schüler Hyperechius I schreibt. Denn er redet von dem Ein- 
druck, den jener bei der Bückkehr in seine Vaterstadt gemacht 
hatte ^; kurz vorher war er also noch in Antiochia bei seinem 
Lehrer gewesen und konnte folglich von diesem keine Briefe 
empfangen. 22(225) hängt eng mit 37(242) zusammen. 

23 (226) an Andronicus II als Consularis Phoenices, wie 
19 (222). Der Brief dankt für die Förderung des Hermias, der 
durch 1155(151) dem Andronicus empfohlen wurde. Für den- 
selben 69(274). 

[24. 25 (227. 228)] an die Assessoren des Praefecten Hel- 
pidius I und an Polychronius als Vicarius Ponticae; Verwendung 
für den angeklagten Acontius. 

[26. 27 (229. 230)] an Priscianus I als Praeses Euphratensis 
und seinen Assessor Ammianus I, wie 12.13(214.215); über- 
bracht durch den Aegypter Heraclides, der 89.90(294.295) 
wieder nach Aegypteu zurückkehrt. 

28(231) an Andronicus II als Consularis Phoenices, wie 

23 (226). 

29 (232) an Bassianus. Dankschreiben, weil er die Bitte, 
die 1159(155) ausgesprochen wurde, erfüllt hat. 

1) ^Hv öe ta 7iQ(5ta fiiv, wq inavijxwv sv^vg avagtfjaaiq t^v noXiv, 
viovg bfioiütq xal yiQovtag xal noXXovg xal Se^iovgf t^g te yAcwmyg rijß 



374 ö. Seeök, Die Briefe des Libanlus. 

860 30(233j an Modestus als Comes Orientis, wie 18(221), 

überbracht durch Frontiims. 

31 (234) nach Cilicien an ApoUinaris IV und Gemellus I, 
die Söhne des Anatolius II, überbracht durch Ammianus II. 
Die beiden Empfanger haben die Schule des Libanius kürzlich 
verlassen, wie 9(211). 

32 (236) an Andronicus II als Consularis Phoenices, wie 
28 (231), überbracht durch Antiochus III. 

33 (237) an Meletius als Consularis Pamphyliae überbracht 
von Marcellinus XI und Cartius. 

34(239) an Andronicus II als Consularis Phoenices, wie 
32(236), überbracht von Parthenius. 

35(240) an Priscianus I als Praeses Euphratensis, wie 
26 (229). 

36(241) an Italicianus, der eben die Statthalterschaft von 
Syrien niedergelegt hat. Im Sommer 360 hatte er sie noch 
nicht angetreten: II 97 (193). Doch da sein Widerstand gegen 
die Wünsche der Mächtigen ihn gestürzt hatte, braucht er sie 
nur wenige Monate bekleidet zu haben. Ebenso war er im 
Jahre 359 nicht mehr als drei Monate Praefect von Aegypten : 
Larsow, Die Pestbriefe des heiligen Athanasius S. 37. 

[37-39(242—244)] nach Ancyra37(242) an Maximus XU^; 
nach Constantinopel 38 (243) an Clearchus I, 39 (244) an The- 
mistius I. Die beiden letzten Briefe nennen Eustochius I als 
Überbringer, der II 102.104(198.200) in Antiochia erwähnt 
wird; app. 176(699) wird auf seine Reise nach Constantinopel 
zurückgewiesen. 37 (242) spricht von der Rückkehr des Hy- 
perechius I nach Ancyra und sucht ihm eine Frau zu ver- 
schaffen, wie 22(225). 

40(245) an Modestus als Comes Orientis, wie 30(233), 
überbracht von Strategius IV. 

41 (246) nach Cilicien an Demetrius L 

42(247) an Priscianus I als Praeses Euphratensis, wie 
35(240). Der Brief steht in Beziehung zu H 40 (136). 

43 (248) an Eutherius II als Praeses Armeniae, wie II 34 

(130). Andronicus 11 wird als Statthalter erwähnt; vgl. 34(239). 

December 44 (249) an Floreutius II, der als Magister officiorum sich 

in der Umgebung des Kaisers befinden muß. Er ist schon in 

1) In diesem Brief ist zu schreiben: &XX* olg Sei x^Q^'^ ^^^' ^^ ^ß' 
ae Tjjg eig tovtov evvoiag f^e^v, sq(o ' ol S-eol (fehlt) trjg iCQäc ^Ayxv^ac^ 



IX. Das dritte Buch. 375 

nächster Nähe von Antiochia und wird dort erwartet. Da wir 860 

am 17. December 360 Constantius in Hierapolis finden^, von 

wo aus er nach Antiochia in die Winterquartiere ging, muß der 

Brief um diese Zeit geschrieben sein. 

45 (250) nach Cilicien an Demetrius I. 860/1 

[46 — 48 (251 — 253)] nach Armenien an Iphicrates, an 

Caesarius II und an den Praeses Eutherius 11; vgl. 43(248). 

Caesarius hat seine Söhne dem Libanius in die Schule gegeben, 

in der sie 52 (257) tätig sind. 

[49 — 51(254 — 256)] nach Constantinopel an HonoratusI^ 

als Praefectus urbis, an Themistius I und an Clearchus I. In 

der Sache des Olympius II geschrieben, von der schon 1 56 (68). 

n 3 (98) die Rede war; ebenso 63 (268). 

52 (257) nach Armenien an Caesarius II, Seine Söhne sind 
in der Schule des Libanius, in die sie 46 — 48(251 — 253) ein- 
getreten waren. 86 (291) wird er schon als verstorben erwähnt. 

53 (258) nach Elusa an Eudaemo I. 

54 (259) nach der Euphratensis an Prisciauus I als Praeses, 
wie 42(247); über den hier erwähnten Lucianus vgl. 10(212). 

[55. 56 (260. 261)] nach Cilicien an Auxentius 11 und an 861 
Demetrius I. Der Kaiser jagt in der ünagegend von Antiochia, J»"^" 
wohin, er gegen Ende December 360 gekommen seiA muß ; vgl. 
44 (249). Den Adressaten wird für Geschenke gedankt, die sie 
Libanius zu einer eoQtrj geschickt haben; offenbar handelt es 

1) Cod. Theod. VII 4, 6 schreibt zwar XVI kal. Jun., doch kann der 
Kaiser zu jener Zeit nicht in Hierapolis gewesen sein; s. zu 1(203). Man 
wird daher Jim. in Jan» ändern müssen. 

2) In diesem Brief ist zu schreiben: ei fxev ovv ihq (fehlt) neQl zwv 
*OXvfi7iiov TQOTtwVf ovtwQ itvyxccveg äxtixomq xal tceqI xü)v äXXcDv TiQay- 
fjidtwVj ovt' av avrbv inerQsneq rolg ^itriQeaCpvaLv, rjfiiv te ovöhv äv 
l'dei Toiavxriq imaroXfjg, vvv S'mq fihv äyad-bg noXXaxQ^Bv sx^ig fiad^eiv 
(statt fiad-ibv) xxX. Und weiter unten : noXXa r J nöXei vvv iiil to ßtXxiov 
fi€Te<mj. xl Ss ovx sfieXXs aovye ^(peaxTjxbrog; oxfjf^cc agxv^^ olxoöofjtti- 
fiarofv xaXXrjf ro fit] xa ÖTj/xooia xwv iöiiov elvai iXaxxWj xaßielov vöa- 
xcDVj ÖL* oh xal TtQoq r^fiäg iaxiv i'fxiv (statt vfjLccg iaziv rjßiv) a/jtiXXaaS-ai. 
Das oxrifict ^QXV^ bezieht sich darauf, daß seit Honoratus der höchste 
Beamte von Constantinopel nicht mehr Proconsul war, sondern den vor- 
nehmeren Titel praefectiitsurbi führte (S. 299). Dieser Änderung entsprechend 
ist auch zu schreiben: x^e^ Sh bItibIv yiyovev vfjLSxsQoq (statt 7]fxaxeQog). — 
ov7i<a xbze TtQOOtixwv vfiTv (statt fjfiTv), — zweimal xaiv na^' vfiiv (statt 
t^fitv) ayad'div. Denn daß dieser Olympius Senator von Constantinopel, 
nicht Bürger von Antiochia geworden war, ergibt sich aus I 56 (68). 
III 50 (255). 



376 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

861 sich um die Neujahrsfeier, bei der das Geschenkegeben ja 
allgemein üblich war. 

[57—61 (262—266)] nach Armenien 57 (262) an den Praeses 
Eutherius II; vgl. 48(253), 58(263) an Iphicrates, 59(264) an 
EusebiusX, 60(265) an HyperechiusII; nach Heraclea Pontica 
61 (266) an Crispinus. Der letzte Brief redet von dem Tode 
vieler Freunde und Verwandten; in den Jahren 358 und 359 
waren Aristaenetus I, Hierocles I, Eusebius IX, Phasganius und 
die Mutter des Libanius gestorben (S. 9. 10). 

62. 63 (267. 268) an Honoratus I als Praefectus urbis Con- 
stantinopolitanae ; vgl. 49 (254). S. 179. Der zweite Brief 
handelt von der Sache des Olympius II, wie 49 — 51 (254 — 256). 
Dessen Freunde haben zu seinen Gunsten ein Decret des Kaisers 
erwirkt, was darauf hinweist, daß dieser sich in Antioehia be- 
findet; vgl. 55. 56(260. 261). S. 371. 

64(269) an Priscianus I als Praeses Euphratensis, wie 
54 (259). 

[65.66(270.271)] sind vor 1(203) zu steUen; s. S. 371. 

[67. 68 (272. 273)] nach Armenien an den Praeses Euthe- 
rius II und an Olympius IX. Der erstere ist im Begriff, sein Amt 
niederzulegen, in dem^wir ihn noch 57 (262) tätig fanden. Sein 
Nachfolger Maximus YI erscheint zuerst 73(278). 

69. 70 (274. 275) an Andronicus 11 als Consularis Phoenices, 
wie 43(248). Die Briefe knüpfen an 23(226) und 14(216) 
an. Beide sind von Decreten des Kaisers begleitet, woraus man 
wird schließen müssen, daß dieser noch in Antioehia war; vgl. 
63(268). In 69(274) wird Andronicus gebeten, die Gunst, 
die er Hermias erwiesen hat, in solcher Form zu bestätigen, 
daß auch sein Nachfolger sie nicht zurücknehmen könne. Danach 
scheint er im Begriffe zu sein, die Statthalterschaft niederzu- 
legen, und wirklich sind diese Briefe die letzten, die ihn im 
Amte zeigen, und 93(298) erscheint zuerst sein Nachfolger 
Anatolius 11. 

71 (276) nach Armenien an Eusebius X. 

72 (277) nach Palaestina an Acacius II. Dies ist der erste 
Brief, der au ihn geschrieben wird; 87 (292) weist auf ihn 
zurück. Acacius ist in den Sommerferien nach Palaestina 
gereist, aber seitdem nicht mehr zurückgekommen. Nach den- 
selben muß also schon eine geraume Zeit verstrichen sein, wie 
dies der Stelle entspricht, an der dieser Brief in der chrono- 
logischen Keihe steht; vgl. S. 42. 



IX. Das dritte Buch. 377 

73 (278) an Maximus VI als Praeses Armeniae, dessen S61 
Statthalterschaft Eutherius II kurz vorher niedergelegt hatte; 

vgl. 67(272). 

74 (279) überbracht von Dalcitius V an Modestus als Comes 
Orientis; vgl. 40(245). 

75(280) an denselben. 

76 (281) überbracht von Daricius an Dulcitius III als Pro- 
consul Asiae; 20. 21 (223. 224) war noch sein Vorgänger Juli- 
auus VI im Amte. 

[77. 78 (282. 283)] überbracht von Cleopater nach Ar- 
menien an Leontius IV und an Maximus VI, den Praeses der 
Provinz; vgl. 73(278). 

[79. 80 (284. 285)] nach Bithynien an Dianius und an den 
Consular Alexander II; vgl. 97(302). Auf das Erdbeben vom 
24. August 358 wird zurückgewiesen; vgl. S. 9. 

81 (286) nach Cilicien an Demetrius I. Libanius übersendet 
ihm Reden, darunter einen Panegyrikus auf seinen verstorbenen 
Oheim Phasganius, dessen Tod in den Herbst 359 fiel (S. 10. 360). 
Für den Tadel des Gallus, der darin ausgesprochen war, hat 
der Verfasser die Rache von dessen Bruder Julian zu fürchten. 

82 (287) überbracht von Heraclitus II an Maximus VI als 
Praeses Armeniae; vgl. 78(283). 

83 (288) nach Armenien an denselben. 

84(289) an Palladius VI wahrscheinlich als Praeses 
Ciliciaei: S. 228. 

85 (290) an Maximus VI als Praeses Armeniae, wie 83 (288). 

86 (291) an denselben überbracht von Eudoxius I. Dessen 
Vater Caesarius II ist kürzlich gestorben. 52 (257) war er noch 
am Leben. App. 31. 32(560. 561) knüpfen an diesen Brief an. 

87 (292) nach Palaestina an Acacius II; weist auf 72(277) 
zurück: S. 42. 

88 (293) an Priscianus I als Praeses Euphratensis, wie 
64(269); weist auf 11106(202) zurück. 

[89. 90 (294. 295)] nach Aegypten an den Praefecten Ge- 
rontius II, der kürzlich sein Amt angetreten hat, was im Jahre 
361 geschab, und an Eutherius II, der die Statthalterschaft von 
Armenien niedergelegt und in Aegypten ein neues Amt an- 



1) In diesem Briefe ist zu schreiben: mfivvov fjirjöhv tovtwv (statt 
fÄijds xovxov) elvai aov aXXa navxa t^g tov Xfyovtog <pkva(}lag. 



378 ^' SeeQk, Die Briefe des Libanius. 

861 getreten hat; vgl. 73 (278). Überbringer Heraclides, der 26. 27 
(229. 230) nach der Euphratensis reiste und jetzt in seine Heimat 
zurückkehrt. 

[91.92(296.297)] überbracht von Agroecius I nach Ar- 
menien an Modestus als Comes Orientis; vgl. 74.75(279.280), 
und an Eusebius X. Daß die Bitte, die hier für Agroecius 
ausgesprochen wird, vergeblich gewesen ist, erfahren wir aus 
app. 24 (553). Nach 91 (296) besitzt er fünf unverheiratete 
Schwestern; nach app. 137(662) ist die eine davon schon 
verheiratet. 

[93. 94 (298. 299)] an Anatolius II, der kürzlich sein Amt 
als Consularis Phoenices angetreten hat; vgl. 69. 70 (274. 275), 
und an Cyrillus I als Praeses Palaestiuae secundae, wie II 74(170). 

95 (300) nach Armenien an Leontius IV überbracht von 
Therasius. 

96(301) an Acacius I, der eben im Begriff ist, die Statt- 
halterschaft von Galatien anzutreten, wo 65 (270) noch sein 
Vorgänger Ecdicius I nachweisbar ist; vgl. 106(311). Der Brief 
wurde nach app. 7 (536) von Themistius III überbracht, kam 
aber nicht in die Hände des Adressaten. Darauf scheint Li- 
banius ihm eine Abschrift übersandt zu haben, an die app. 
8(537) anknüpft. 
PrüWing [97—99(302—304)] nach Bithynien 97(302) an den Con- 

Sommer sular Alexander II; vgl. 80(285); nach Constantinopel 99(304) 
an Themistius I; an das Hof lager 98(303) an Honoratus II. 
Als Überbringer 97 (302). 99 (304) Helpidius III genannt. Da 
das Hoflager sich nicht mehr in Antiochia befindet, wo der 
Kaiser den Winter verbracht hatte, muß dieser vorüber sein. 

100(305) an Euphemius überbracht von Leontius XVI und 
Marcianus XV. 

[101.102(306.307)] an Anatolius H als Consularis Phoe- 
nices und seine Söhne ApoUinaris IV und Gemellus I, über- 
bracht von Magnus III; vgl. 93(298). app. 61(588). 

103 (308) an Pappus I nach Mesopotamien. 

104(309) an Gerontius II als Praefectus Aegypti; vgl. 
89(294). 

105(310) an Siderius als Consularis Syriae. Von der Ab- 
dankung seines Vorgängers Italicianus war 36 (241) gesprochen. 

106(311) an Modestus als Comes Orientis; vgl. 91(296). 
Es wird erwähnt, daß in der Statthalterschaft von Galatien 



IX. Das dritte Buch. 379 

Acaciüs I kürzlich dem Ecdicius I gefolgt ist; vgl. 96 (301). 8öl 
Die Bitte, die dieser Brief ausspricht, hat Modestus nach app. 
3(532) erfüllt. 

107(312) an Themistius III als Praeses Lyciae, überbracht 
von Severus V. Als 96(301) geschrieben wurde, verließ Themistius 
eben Antiochia, um in seine Provinz zu gehn: app. 7 (536). 
Auf diesen Brief weist app. 21 (550) zurück. 

108(313) an Honoratus II, der sich am Hoflager befindet; 
vgl. 98 (303). 



X. Der erste Teil des Appendix. 

Daß die 225 Briefe, welche die erste kleinere Hälfte des 
Anhangs bilden, das dritte Buch zeitlich fortsetzen, folgt zu- 
nächst aus dem unmittelbaren Zusammenhange, in dem mehrere 
Briefe dieser beiden Reihen miteinander stehen; so app. 3 (532) 
mit in 106(311), app. 7. 8(536. 537) mit HI 96(301), app. 
21 (550) mit III 107 (312), app. 24 (553) mit III 91. 92 (296. 
297), app. 31. 32(560. 561) mit IH 86 (291). Dasselbe zeigt 
die Beamtenliste, die zu Anfang mit der des dritten Buches 
großenteils zusammenfällt und sich erst im weitei*en Verlaufe des 
Appendix immer weiter von ihr entfernt. 

PraefectuspraetorioOrientisiHelpidiusI: 11(540). 22(551). 
127 (652), wie im zweiten und dritten Buche. 

Salutius: 127 (651). 161 (684). 

Praefectus urbis Constantinopolitanae: Modestus: 178(701). 
179(702). 191(714). 194(717). 197(721). 204(728). 208(733). 
214(739). 218(751). 

Magister officiorum: Anatolius IV: 126(651). 

Come8rerumprivatarum:HelpidiuslI: 145(670). 183(706), 
wie im sechsten und ersten Buche. 

Achaiae Proconsul: Aristophanes: 210(735). 

Aegypti Praefectus: Gerontius H: 18. 19(547. 548), wie 
im dritten Buche. 

Aegypti Praeses: ApoUinaris III: 12(541). 91(617). 

Arabiae Praeses: Belaeus: 134(659). 149. 150 (672b. 673). 
163(686). 206(730). 

Armeniae Praeses: Maximus VI: 32(561), 42(570). 74(601). 
166(689), wie im dritten Buche. 



380 0. Seeck, Die Briefe des Libanias. 

Asiae Vicarius: Italicianus: 28 (557). 45 (573). 51. 52 

(579. 580). 
Caeaarius IV: 151 (674). 
Cappadociae Praeses: UlpianusI: 56(584). 
CUiciae Praeses: Palladius VI: 1. 2 (530. 531). 5 (534). 
35 (563), wie im dritten Buche. 

Celsus I: 82(608). 85(611). 89(615). 
100—104(626—630), 108. 109(634. 635). 112(638). 122(648). 
129. 130(654. 655). 133(658). 170(693). 174—176(697—699). 

Memorius: 223(756). 
Euphratensis Praeses: Priscianus I: 11(540). 15(544). 
29 (558). 64 (591), wie im zweiten und dritten Buche: 

JuUanus VHI: 59 (586). 64 (591). 

75 (602 a). 

Atarbius: 128 (653). 137 (662). 

171 (694). 207 (732). 

Galatiae Consularia: Acacius I: 3(532). 7. 8(536. 537). 

37(565). 43. 44(571. 572). 118(644). 139(664). 166(689), 

wie im dritten Buche. 

Maximus VI: 148 (672a). 154(677). 
166(689). 177. 178(700. 701). 195(718). 201(725). 217(750). 
220. 221 (753. 754). 

Lyciae Praeses: Themistius III: 7(536). 21(550). 50(578), 
wie im dritten Buche. 

Orientis Comes: Modestus: 3(532). 10(539). 22(551). 
66 (593). 72 (599), wie im vierten, ersten, zweiten und dritten 
Buche. 

Julianas 11: 87(613). 111(637). 122. 

123(648. 649). 
Rufinus V: 212 (737). 
Palaestinae primae Consularia: Cyrillus I: 72 (599). 76 
(602b). 142(667). 

Palaestinae secundae Praeses: Cyrillus I: 84 (562). 72 
(599), wie im dritten Buche. 

Entrechius: 160(688). 
Consttlaris: Leontius IV: 99 (625). 
136(661). 216(749). 

Phoenices Consularis: Anatolius 11: 22. 23 (551. 552). 
26. 27 (555. 556). 38 (566). 60 (587). 69 (596), wie im dritten 
Buche. 



X. Der erste Teil des Appendix. "381 

Jalianus VH: 127 (652). 
Gaianus: 167(690). 186. 187(709. 
710). 215(740). 

Pisidiae Praeses: Eatrechius: 160(683). 222(755). 

Ponticae Vicarius: Polychronius: 66(593). 77(603). 86(612), 
wie im dritten Buche. 

Syriae Consularis: Siderius: 83 (609), wie im dritten Buche. 

Alexander III: 198 (722). 225 (758). 

Thraciae Consularis: Miccalus: 139(664). 

Aus dieser Reihe kehren im dritten Buche wieder Hel- 
pidius I, Gerontius 11, Maximus VI, Palladius VI, Priscianus I, 
Acacius I, Themistius III, Modestus, Cyrillus I, Anatolius II, 
Polychronius, Siderius. Von Maximus VI und Cyrillus I ist aus- 
drücklich gesagt, daß jener vom Praeses Armeniae zum Consu- 
laris Galatiae: 166 (689). 201 (725), dieser von Praeses Palaestinae 
secundae zum Consularis Palaestinae primae befördert wurden : 
72 (599), weshalb sie in unserer Reihe zuerst in dem einen, 
dann in dem andern Amt erscheinen. Außerdem bieten andere 
Quellen Zeitbestimmungen für die folgenden Beamten: 

Salutius Praefect 361—365: S. 267. 

Anatolius IV Magister officiorum 360—363: 8. 68. 

Helpidius II Comes rerum privatarum 360 — 363: S. 170. 

Celsus I Praeses Ciliciae 362: 8. 105. 

Memorius Praeses Ciliciae 363: 8. 212. 

Julianus II Comes Orientis 362—363: 8. 189. 

Rufinus V sein Nachfolger 363: 8. 254. 

Julianus VII Consularis Phoenices 362: 8. 191. 

Alexander III Consularis 8yriae 363: 8. 53. 

Man wird bemerken, daß die Beamten, soweit ihre Zeit 
auch anderweitig beglaubigt ist, sich alle in den J. 361 — 363 
nachweisen lassen. Dazu paßt es, daß Libanius 113 (639) sein 
Alter auf 48 Jahre bestimmt; denn er war 314 geboren: 
Sievers 8. 207. Ebenso fügen sich sämtliche historischen An- 
deutungen, welche diese Briefmasse enthält, in die gleiche 
Zeit hinein und beweisen zugleich, daß auch hier die Reihen- 
folge chronologisch ist. 

Auf das Erdbeben vom 24. August 358, das Nicomedia 
zerstörte (8. 9), und auf den Tod des Anatolius I, der im J. 360 
eintrat (8. 60), wird als auf vergangene Ereignisse zurück- 
gewiesen: 22 (551). 60. 61 (587. 588). 



382 Ö' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

Im Sommer 361 zog Constantius noch einmal über den 
Euphrat den Persem entgegen, wenn es auch nicht zum Kampfe 
kam, und schrieb zugleich große Steuern und Aushebungen 
aus, um den Krieg gegen Julian vorzubereiten : Pauly-Wissowa 
IV S. 1094. Von hohen Anforderungen, die an die Provinzen 
gestellt werden, und von einem Perserfeldzuge des Kaisers ist 
1 1 (540) die Rede. 

Als Constantius im Herbst desselben Jahres von Antiochia 
aus gegen Julian zog, konnte man erwarten, daß ungefähr im 
Gentrum Kleinasiens die Heere aufeinandertreffen würden. 
Dem entspricht es, daß, als Ulpian I die Statthalterschaft von 
Cappadocien antritt, Libanius 56 (584) an ihn schreibt, er über- 
nehme ein Amt, das durch die unruhigen Zeiten ganz besonders 
gefährlich sei. 

Nach 65 (592) hat ein Brief des Bassianus das Geschwätz 
Lügen gestraft, daß er über den Regierungswechsel unzufrieden 
sei. Dieser Verdacht war insofern nicht unbegründet, als sein 
Vater Thalassius I mit dem Caesar Gallus verfeindet gewesen 
war und man fürchten konnte, dessen Bruder werde ihn dies 
entgelten lassen: S. 289. Der Tod des Constantius, der Julian 
zum Herrscher des Orients machte, war also kürzlich ein- 
getreten (3. November 361). Von hier an beginnt eine Reihe 
von Briefen, welche den neuen Kaiser teils nenneo, teils kennt- 
lich machen: 80(606). 83(609). 90(616). 98(624). 102(628). 
122(648). 123(649). 126(651). 144(669). 145(670). 150(673). 
157(680). 172(695). 178(701). 183(706). 184(707). 186(709). 
189(712). 190(713). 198(722). 206(780). 211(786). 

Nach 71(598) sind die Tempel wieder eröffnet worden: 
XQ^iöral dl ehcideg hgcjv avtoiyiiivcojy. Es folgen zahlreiche 
Briefe, die von der Restitution des Heidentums durch Julian 
Zeugnisgeben: 80(606). 81(607). 83(609). 92—94(618—620). 
96(622). 98(624). 104(680). 106(632). 110(636). 113(639). 
122(648). 123(649). 126(651). 144(669). 150(673). 157(680). 
178(701). 183(706). 184(707). 188(711). 198(721). 206(730). 

Am 11. December 361 war Julian in Constantinopel ein- 
gezogen: Mommsen, Chronica minora I S. 240. Amm. XXII 2, 4. 
Das letzte Gesetz, das er dort gegeben hat, trägt das Datum 
des 12. Mai 362: Cod. Theod. XIH 3,4. Sehr bald darauf 
muß er die Stadt verlassen haben. Denn in Antiochia brachte 
er nach Libanius or. XV 7 p. 453 den ganzen Sommer zu 



X. Der erste Teil des Appendix. 383 

und hatte sich dort neun Monate aufgehalten, als er am 5. März 
363 den Perserfeldzug antrat: or. XVIII 167 p. 578. Amm. 
XXIII 2, 6. Er war also Anfang Juni 362 dort eingetroffen. 
Das erste Gesetz, das von hier datiert ist, nennt den 28. Juli 
362: Cod. Theod. I 16,8, Wenn Cod. Theod. VII 4,8 dem 
gegenüber die Datierung zeigt: daL hol, Aug. Nicomediae, 
so beweist schon der Inhalt des Gesetzes, daß dies falsch sein 
muß. Denn die Bestimmung, die Soldaten sollten bis zum 
1. August kein Pferdefutter erhalten, sondern auf freie Weide 
angewiesen sein, konnte doch nur getroffen werden, wenn jener 
Termin erst künftig bevorstand. In Constantinopel finden wir 
den Kaiser 80 (606). 83. 84 (609, 610). 88(614). 90(616); diese 
Briefe sind also vor Mitte Mai 362 geschrieben. In Antiochia 
oder in seiner nächsten Umgebung erscheint er 120(645). 
122(648). 126(651). 141(666). 161(684). 178(701). 183(706). 
184(707), auf dem Perserfeldzuge 189(712). 191(714). 192 
(715). 198(722). 

Am 22. October 362 wurde der Apollotempel von Daphne 
eingeäschert: Amm. XXII 13, 1. Hierauf bezieht sich 172 (695). 

Von der Hungersnot, die im Winter 362/3 Antiochia be- 
drängte, reden 164(687). 172(695). 189(712). 200(724). 
202(726). 211(736), von dem Zorne des Kaisers gegen die 
Stadt, von dem sein Misopogon Zeugnis gibt, 189 (712). 198 
(722). 200(724). 202(726). 211(736). 



[1. 2 (530. 531)] nach Cilicien an Demetrius I und Pal- gei 
ladius VI als Praeses der Provinz, wie III 84 (289). Libanius 
sendet ihnen zwei Eeden und erwähnt zugleich 1 (530), daß 
ihm von dem Verkauf eines gewissen Grundstückes abgeraten 
sei. Auf jene kommt 5 (534) zurück, auf dieses 9 (538). 

3 (532) an Modestus als Comes Orientis. Ihm wird ge- 
dankt, daß er zugunsten des Hyperechius I an Acacius I ge- 
schrieben habe, wie dies 111106(311) von ihm erbeten war. 

[4. 5 (533. 534)] nach Cilicien an Euphemius und De- 
metrius I; 5 (534) knüpft an 1 (530) an. 

[6—9(535—538)] nach Cilicien 6(535) an Euphemius, Hoch- 
9 (538) an Demetrius I; nach Lycien 7 (536) an den Con- 
sularis Themistius III; vgl. III 107 (312); nach Galatien 
8 (537) an den Consularis Acacius I; als Überbringer ist 8(537) 



Sommer 



384 0. Seeck, Die Briefe des libanius. 

361 Eusebius XIX genannt. 7. 8 (536. 537) knüpfen an III 96 (301) 
an, 9(538) an 1(530); auf 8(537) weist 37(565) zurück. 
Die Absicht, die Libanius 9 (358) ausspricht, ein Grundstück 
zu kaufen, ist nach 40 (568) an der zu hohen Forderung des 
Eigentümers gescheitert. Es ist Erntezeit: 9(538): tjöfj xai 
^fitv xa rrjg cogalag jtQotQxerai xal eöriv ojcciga. Xvwfisv ovr, 
d öoxel^ Totg yemQyotg tovg ÖQOfiovg. 6 (535) : egruioi fihv ayQoi 
xaQjtol de dj€oXoiXaOiv, 

10(539) an Modestus als Comes Orientis, wie 3(532). 
Sommer 11 (540) au Prisciauus I als Praeses Euphratensis, wie 

ni 88 (293), überbracht durch Seleucus. Der Kaiser ist im 
Perserkriege, und an die Statthalter werden ungeheure An- 
forderungen gestellt. Dies paßt auf den Sommer 361, wo 
Constantius über den Euphrat den Persern entgegenzog, freilich 
sich nicht über Edessa hinauswagte, und wo zugleich sehr 
große Steuern erhoben und Aushebungen angeordnet wurden: 
Pauly-Wissowa IV S. 1094. Helpidius I wird als Praefect er- 
wähnt, wie III 28(231). 

12 (541) nach Aegypten an den Praeses Apollinaris III 
überbracht von Megistus.. 91(617) wird derselbe Apollinaris 
gebeten, den Megistus wieder zurückzuschicken. 

13 (542) nach Apamea an Sopater. Die Mühen, welche 
er als Mitglied einer arg zusammengeschmolzenen Curie auf 
sich genommen hat und welche auch die Antiochener veran- 
lassen werden, nach Apamea zu laufen, sind nach 49 (577) 
und 54 (582) die Ausrichtung der dortigen Olympischen Spiele. 

14 (543) nach Lycien an Faustilianus. Diesen hat Libanius 
noch nicht persönlich kennen gelernt; 21 (550) ist jener in 
Antiochia und empfängt dort einen Empfehlungsbrief nach 
Lycien. 

15 (544) an Prisciauus I als Praeses Euphratensis, wie 
11 (540). 

16 (545) an Italicianus. Er wirbt um die Enkelin der 
Bassiana (S. 188). Wenn ihm 28(557) geschrieben wird, es sei sein 
eigener Vorteil, wenn er für das Vermögen der Bassiana Sorge 
trage, so ergibt sich daraus, daß unterdessen, wenn auch nicht 
die Hochzeit, so doch die Verlobung stattgefunden hat. 

17(546) an Palladius VI als Praeses Ciliciae. Libanius steht 
mit ihm in litterarischem Austausch, wie 1. 2 (530. 531). 
9 (538). 



X. Der erste Teil des Appendix. 385 

[18. 19 (547. 548)] nach Aegypten an den Praefecten Ge- 361 
rontius II; vgl. III 104(309), und an Eudaemo I. 

20 (549) an Amphilochius II nach Gappadocien. Seine 
Söhne sind Schüler des Libanius, wie 56. 57(584. 585 a). 

21 (550) an Themistius III als Praeses Lyciae; weist auf 
in 107 (312) zurück; Faustilianus Überbringer, der dem Libanius 
14(543) noch nicht persönlich bekannt war. 

[22. 23 (551. 552)] an Anatolius II als Consularis Phoe- 
nices und an seine Söhne Apollinaris IV und Gemellus I, wie 
III lOL 102(306. 307). Auf das Erdbeben von Nicomedia 
(24. August 358) wird zurückgewiesen; Helpidius I erscheint 
als Praefect, wie 1 1 (540), Modestus als Gomes Orientis, wie 
10 (539). 

[24. 25 (553. 554)] nach Armenien an die Brüder 
Agroecius I und Eusebius XI und an Eusebius X. Jene beiden 
sind zu den Pflichten des Decurionats, von denen sie Libanius 
m 91. 92(296. 297) zu befreien suchte, nun doch heran- 
gezogen worden. 

26 (555) an Anatolius II als Consularis Phoenices, wie 
22(551), überbracht von Herodianus. 

27 (556) au denselben überbracht von Flavianus I. Dieser 
ist dem Libanius erst seit ganz kurzer Zeit bekannt geworden, 
kann also noch keine Briefe von ihm empfangen haben. 
41 (569), der seine Adresse trägt, muß hiernach später sein. 

28 (557) überbracht von Rufinus VIII an Italicianus als 
Vicarius Asiae. Sein Vorgänger im Amte Germaaus erscheint 
zuletzt III 20 (223). Seine Bewerbung um die Enkelin der 
Bassiana hat Erfolg gehabt; vgl. zu 16(545). 

29 (558) an Priscianus I als Praeses Euphratensis, wie 
15 (544), überbracht von Miccalus, der ihn zum zweitenmal 
in seiner Provinz besucht. Von der ersten Reise desselben 
Miccalus reden II 53 (149). 64 (160). Dies ist der letzte Brief, 
der Priscianus im Amte zeigt; sein Nachfolger Julianus VIII 
erscheint zuerst 59(586); vgl. 64(591). 

30 (559) an Fortunatianus I; auf diesen Brief weist 36(564) 
zurück. 

[31—33(560. 561. 1605)] nach Gappadocien 33 (1605) an 
Basilius; nach Armenien 32 (561) an den Praeses Maximus VI; 
vgl. III 86 (291), und 31 (560) an Eudoxius I. Dieser war 
auf die Nachricht von dem Tode seines Vaters nach Armenien 

Text« u. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 25 



eommer 



386 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

361 gereist und dem dortigen Praeses durch III 86 (291) empfohlen 
worden. 32 (561) enthält den Dank für den Erfolg, den diese 
Empfehlung gehabt hat. 

34 (562) an Cyrillus 1 als Praeses Palaestinae secundae, 
wie III 94(299). 

35 (563) an Palladius VI als Praeses Ciliciae; wie 17(546); 
vgl. S. 228. 

^^^■_ ^^ (564) an Fortunatianus I, kurze Zeit nach 30 (559) 

geschrieben; 47(575) weist auf diesen Brief zurück. Er fällt 
in die Zeit der Sommerferien (d-av/idC^co öh el ro rmv vemv 
ajcoxexQtöd-ai /le vvv, ovofid^sig öxoZtJv). 

37 (565) an Acacius I als Consularis Galatiae; enthält den 
Dank dafür, daß die Empfehlung des Maximus XII und seiner 
Familie, die III 96 (301) und app. 8 (537) ausgesprochen war, 
Erfolg gehabt hat. 

[38. 39 (566. 567)] nach Phoenicien an den Consular Ana- 
tolius II; vgl. 26. 27 (555. 556), und an Domninus I, über- 
bracht von Hilarinus. 

40 (568) nach Cilicien an Demetrius I. Weist auf 9 (538) 
zurück. 
"^^■_ ^^ (569) nach Phoenicien an Flavianus I, der 27 (556) 

dorthin reiste. Das Beh, das er Libanius zum Geschenk geschickt 
hat, hat unterwegs durch die Hitze gelitten; es ist also noch 
Sommer. 

42 (570) an Maximus VI als Praeses Armeniae, wie 32 (561). 

43. 44(571. 572) an Acacius I als Consularis Galatiae, 
wie 37(565). Auch diese Briefe treten für die Familie des 
Maximus XTT, namentlich für dessen Sohn Hyperechius 1, ein. 
Daß sie etwas später sind als 37 (565) und zeitlich unmittelbar 
aufeinander folgen, ist S. 38 gezeigt. 

45 (573) an Italicianus als Vicarius Asiae, wie 28 (557); 
handelt von der Sache des Lyciers Severus V, wie III 107(312). 
app. 21(550). 50. 51(578. 579). 

46 (574) an Ljsimachus. 

47 (575) an Fortunatianus I; knüpft an 36 (564) an. 80(606) 
ist Fortunatianus wieder in Antiochia. 

48 (576) nach der Euphratensis an Sarpedo. Dessen Frau 
Mariana hat Libanius erst vor kurzem kennen gelernt; 63(590) 
steht er schon mit ihr in Korrespondenz. 

49 (577) nach Apamea an Sopater, der dort die Olym- 



sommer 



X. Der erste Teil des Appendix. 387 

pischen Spiele geben soll, wie 13(542); überbracht von Olym- 861 
pius II, der 54 (582) noch nicht von dem Besuch des Schau- 
spiels zurückgekehrt ist. 

[50. 51 (578. 579)] an Themistius III als Praeses Lyciae, 
wie 21(550), und Italicianus als Yicarius Asiae, wie 45(573). 
In der Sache des Severus V, wie III 107 (312). app. 21 (550). 
45 (573). 

52 (580) an Italicianus als Vicarius Asiae, wie 51(579), 
überbracht von Faustinus. 

[53—57(581 — 585 b)] nach Cappadocien 56(584) an ül- Spätherbst 
pianus I^ als Praeses der Provinz, 57 (585 a) an Amphilochius II; 
nach Constantinopel 53 (581) an Themistius I, 54 (582) an 
Clearchus I, 55 (583) an Eusebius XH; 53—55 (581—583) 
nennen Julianus YII als Überbringer. Die Briefe sind ge- 
schrieben, während die Olympien in Apamea gefeiert wurden, von 
deren Vorbereitung 13 (542). 49 (577) redeten: 54 (582). Wenn 
dem ülpianus, der eben die Statthalterschaft von Cappadocien 
angetreten hat, 56 (584) geschrieben wird, er stehe in einem 
Amte, das durch die Unruhe der Zeiten große Gefahren mit 
sich bringe, so deutet das auf den Spätherbst 361 hin, wo 
Oonstantius Antiochia verließ, um dem Julian entgegenzuziehn, 
und man die kriegerische Entscheidung in Cappadocien oder 
in seiner nächsten Nachbarschaft erwarten konnte. 

58 (585 b) nach Palaestina secunda an Menander I, der 
eben erst Antiochia verlassen hat; 73 (600) wird ein zweiter 
Brief an ihn gerichtet; 99 (625) ist er wieder zurückgekehrt. 

59 (586) an Julianus VIII als Praeses Euphratensis; vgl. 
64 (591). Dies ist der erste Brief, der ihn in diesem Amte 
zeigt; sein Vorgänger Priscianus I zuletzt 29 (558). 

[60. 61 (587. 588)] nach Phoenicien überbracht von AetiusII 
an Anatolius II als Consularis, wie 38 (566), und an Magnus ül, 
der III 101. 102 (306. 307) dorthin gereist war. Auf den Tod 
des Anatolius I, der 360 eingetreten war, wird zurückgewiesen: 
S. 60. 

[62 — 64(589 — 591)] nach der Euphratensis an Sarpedo, sp&therbst 
an seine Frau Mariana und an Julianus VIII, der hier, wie 
59 (586), als Praeses der Provinz erscheint. Die Bekanntschaft 
der Mariaua hatte Libanius 48 (576) erst seit kurzer Zeit 
gemacht. Nach 63 (590) steht die Niederkunft der Alexandra 

1) So ist die beste handschriftliche Überlieferung. 



388 ^* Seeck, Die Briefe des Libanius. 

361 demnächst bevor; 120(645) ist ausdrücklich gesagt, daß sie 
noch im J. 361 (jttQvotv) erfolgt ist. In Antiochia ist man in 
großer Unruhe; es schwirren allerlei Gerüchte, und keiner 
weiß über das Schicksal der abwesenden Freunde etwas Sicheres 
zu berichten: 63 (590). Das paßt auf die Zeit, wo Constantius 
den Feldzug gegen Julian angetreten hatte. 

ovem er gg ^532) au Bassiauus. Ein Brief von ihm hat den Ver- 

dacht zerstreut, daß er den Regierungswechsel nicht mit Freude 
begrüße; der Tod des Constantius (3. November 361) ist also 
kürzlich eingetreten. 

66(593) an Polychronius als Vicarius Ponticae, wie HE 
25 (228). Olympius II, der 54 (582) noch in Apamea war, ist 
wieder in Antiochia. Auf diesen Brief weist 77 (603) zurück. 

Winter 67 (594) nach Armenien an Philagrius IH. Seine Söhne 

sind sehr verspätet aus den Sommerferien in die Schule zurück- 
gekehrt; hiernach scheint es schon Winter zu sein. 

[68—70 (595—597)] nach Phoenicien an Heliodorus III, 
an den Consular Anatolius II ; vgl. 60(587), und an Diodotus; 
als Überbringer wird 69 (596) Martyrius genannt. Dies ist 
der letzte Brief, der Anatolius II im Amte zeigt. Sein Nach- 
folger Polycles war der erste Statthalter, den Julian nach dem 
Tode des Constantius ernannt hatte: or. XXXVII 12 p. 322. 
Er kann also sein Amt kaum später als im December 361 an- 
getreten haben. 

361/2 71 (598) nach Cilicien an Acacius III. Dieser ist von 

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einem langwierigen Leiden wieder genesen, und Libanius ent- 
schuldigt sich, daß er ihm sehr lange nicht geschrieben habe. 
Dies paßt dazu, daß der nächstvorhergehende Brief an ihn 
II 94 (190) aus dem Sommer 360 ist (S. 45). Auf die Genesung 
des Acacius weist auch 81 (607) zurück. Die heidnischen 
Tempel sind kürzlich wiedereröflfnet worden; wir befinden uns 
also in den Anfängen von Julians Regierung. 

[72. 73 (599. 600]) nach Palaestina secunda an Cyrillus I, 
der eben vom Praeses Palaestinae secundae zum Consularis 
Palaestinae primae befördert ist; vgl. 34(562). 99(625), und an 
Menander I. Dieser hatte 58 (585 b) eben erst Antiochia ver- 
lassen und ist 99 (625) wieder dorthin zurückgekehrt. Modestus 
wird hier zum letztenmal als Comes Orientis erwähnt; vgl. 
22 (551). Sein Nachfolger Julianus II erscheint zuerst 87(613)- 

[74. 75 (601. 602a)] nach der Euphratensis 75 (602 a) an 



X. Der erste Teil des Appendix. 389 

den Praeses Julianus VIII, wie 64(591); nach Armenien 74(601) 3«l/2 
an den Praeses Maximus VI, wie 42 (570). Julianus erseheint 
hier zum letztenmal in jenem Amte ; sein Nachfolger Atarbius 
zuerst 128(653). 

76 (602b) an Cyrillus I als Consularis Palaestinae primae; 
vgl. 72(599). 

77 (603) an Polychrouius als Vicarius Ponticae. Libanius 
hatte ihm 66 (593) geschrieben, er fühle sich dadurch beleidigt, 
daß jener einen Brief an Olympius II, aber nicht an ihn ge- 
richtet habe. Darauf hatte Polychrouius geantwortet, er habe 
Libanius und Olympius für so eng befreundet gehalten, daß er 
sie beide als Eins betrachten könne, müsse aber nach jener 
Anklage fürchten, daß jene Verbindung sich gelöst habe, worauf 
hier die scherzhafte Erwiderung folgt. 

78 (604) nach Cilicien an Auxentius II. 

79(605) nach Palaestina an Chromatius 11. Bassus D, der 
nicht lange vorher (^lxqov 8fijtQ0(j{hev) aus der Schule des Li- 
banius nach Phoenicien gegangen war, um dort als Rhetor zu 
wirken, siedelt jetzt nach Palaestina über. Jene Beise nach 
Phoenicien hatte er im Frühling 360 angetreten: 1179(175). 

80 (606) nach Constantinopel an den Philosophen Maximus X, 862 
überbracht durch Fortunatianus I, der 102(628) wieder von 
der Reise zurückgekehrt ist. Julian wird als regierender Kaiser 
erwähnt. Pythiodorus ist als sein Vorläufer angekommen, um 
in Syrien den heidnischen Kultus neu zu ordnen. Derselbe 
Mann erscheint am 24. October362 auch in Alexandria: Larsow, 
Die Festbriefe des h. Athanasius S. 39, kann aber in Antiochia 
schon mehrere Monate früher gewesen sein. Doch da Julian 
erst am 11. December 361 von Constantinopel Besitz ergriff 
und jenen Sendling gewiß nicht früher abgeschickt hat, wird 
seine Ankunft doch kaum vor den Januar 362 fallen können. 

[81 — 84 (607—610)] nach Cilicien 81 (607) an Acacius III, Winter 
82 (608) an Celsus I, den Praeses der Provinz, 83 (609) an 
Seleucus; nach Ancyra 84(610) an Obodianus. Celsus hat eben 
die Statthalterschaft angetreten; aus der Grenzstadt Ciliciens 
gegen Syrien, Alexandria Issi, sind die ersen Nachrichten von 
ihm nach Antiochia gelangt. Acacius, von dessen kürzlich er- 
folgter Genesung hier, wie 71 (598), die Bede ist, hat, dem 
Zuge der Zeit folgend, einen Panegyrikus auf den Gott As- 
klepios geschrieben, von dessen Publikation add. 229 (1052) 



390 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

862 gesprochen wird. Von der Restitution des Heidentums redet 
auch 83 (609). Eine Gesandtschaft an den Kaiser ist aus An- 
tiochia abgegangen, offenbar um ihm zur Erlangung der Allein- 
herrschaft zu gratulieren: 83. 84(609. 610). Diese Briefgruppe 
fallt also noch in die ersten Monate seiner Regierung. Jene 
Gesandtschaftwirdnoch erwähnt 88(614). 102(628). 116(642). 
119(646). 

[85—88 (611 — 614)] nach Cilicien 85 (611) an den Praeses 
Celsus I; nach der pontischen Dioecese 86(612) au Polychronius 
als Vicar, wie 77 (603); nach Ancyra 88 (614) an Obodianus; 87 
(613) an Julianus II, der eben zum Comes Orientis ernannt ist 
und sich wahrscheinlich auf der Reise von Constantinopel nach 
Antiochia befindet. Celsus steht noch in den Anfängen seines 
Amtes, das er nach 82(608) eben übernommen hatte. Obodianus 
gehörte zu der Gesandtschaft, welche nach 83(609) an den 
Kaiser abgeschickt war, hatte aber unterwegs den Arm ge- 
brochen und war daher in Ancyra liegen geblieben: 116(642). 
Da es zweifelhaft ist, ob er zurückkehren oder nach Thracien 
weiterziehen soll, so muß sich Kaiser Julian noch in Thracien, 
d. h. in Constantinopel, befinden. 

89(615) an Celsus I als Praeses Ciliciae, wie 85(611). 

90 (616) nach Ancyra an Hyperechius I. Daß Julian Kaiser 
ist, wird angedeutet. Ein großer Strom von Reisenden geht 
nach Constantinopel, offenbar weil sich dort noch das Hof lager 
befindet. Also spätestens im Mai geschrieben: S. 382. 

91 (617) nach Aegypten an ApoUinaris III. Megistus, der 
12 (541) zu ihm gereist ist, soll jetzt zurückkommen. 

[92—94 (618—620)] nach Tarsus an Heortius, Saturninus III 
und Parthenius, überbracht von dem Bruder des Libanius, der 
für die Krankheit desselben in einem berühmten Asklepios- 
tempel Heilmittel finden soll. Die Briefe müssen hiernach in 
die Zeit fallen, wo Julian die Befragung der Orakel wieder 
esrlaubt hatte. Von dem Erfolge der Sendung reden 113(639). 
157 (680). 

[95.96(621.622)] nach Cilicien an Demetrius I und an 
Racchius. Dieser hat ein verstecktes Artemisbild hervorgeholt 
und ihm einen reichen Kult gestiftet. Die Briefe gehören 
also in die Zeit der heidnischen Reaktion unter Julian. Auf 
96 (622) weist 98 (624) zurück. 



X. Der erste Teil des Appendix.^ 391 

97(623) an Polychronius. Er hat das Amt, in dem er 862 
86(612) noch erscheint, niedergelegt und wird in Äntiochia 
erwartet. 

98(624) nach Cilicien an Bacchius; knüpft an 96(622) an. 

99 (625) an Leontius IV, der eben das Amt eines Con- 
sularis Palaestinae secundae angetreten hat, in dem wir ihn 
auch 136(661). 216(749) tätig finden. Sein Vorgänger Cy- 
rillus I war 72 (599) im BegriflF, es niederzulegen. Menander I, 
an den 58 (585b) und 73(600) gerichtet waren, ist kürzlich 
nach Antiochia zurückgekehrt. 

100(626) an Celsus I als Praeses Ciliciae, wie 89(615). Apru 
Der bevorstehende Monat ist für eine Hochzeit ungeeignet; 
dieser Aberglaube haftete am Mai: Pauly-Wissowa I 8. 46, 7, 
Der Brief ist also im April geschrieben. 

101 (627) an denselben. Titianus, der Sohn des AcaciusUI, 
befand sich, als 81 (607) geschrieben wurde, noch in der Schule 
des Libanius zu Antiochia. Nach 105(631) hat er mit Tränen 
von seinem Lehrer Abschied genommen und ist heimgekehrt. 
101 (627) redet nun von dem Plane des Vaters, den Jüngling 
nach Athen zu schicken, und sucht ihn zu hintertreiben. 105 
(631) hat Libanius aus dritter Hand erfahren, daß Acacius von 
jener Absicht zurückgekommen ist. Wie 121 (647) angibt, 
hatte Celsus es ihm geschrieben. Zwischen 101 (627) und 
105 (631) liegt also die Antwort, die Celsus auf den ersten 
dieser beiden Briefe gegeben hatte. 

102 (628) an denselben. Julian wird als regierender Kaiser 
erwähnt. Fortunatianus I und die Antiochenischen Gesandten, 
die nach 80(606) und 83. 84(609. 610) im Winter 362 an das 
Hoflager nach Constantinopel gereist waren, sind unterdessen 
zurückgekehrt. 

103 (629) an denselben. Auf die durch Julians Regierung 
veränderten Zeiten wird hingewiesen. An diesen Brief knüpft 
133(658) an. 

[104.105(630.63])] an denselben und an Acacius HL 
104(630) spricht von der Restitution des Heidentums; 105(631) 
knüpft au 101 (627) an. 

[106. 107 (632. 633)] nach Aegypten an Diophantus II und 
Ammonius III; als Überbringer ist 107 (633) Menecrates genannt. 
Er ist nach 106(632) Schüler des Libanius und sucht Diophantus 
auf, um sich von ihm in die Mysterien einweihen zu lassen. 



392 ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

862 Auch dies weist auf die Zeit der heidnischen Reaktion unter 
Julian hin. 

108 (634) an Celsus I als Praeses Ciliciae, wie 100 
—104(626—630), überbracht von Diogenes II. 

109(635) an denselben. 

110(636) an Hesychius 11, der als Priester im Begriff ist, 
entfremdetes Tempelgut zurückzufordern; also unter Julian. 

[111 — 119(637—644.6461)] nach Cilicien 112(638) an 
RufinusIV, 113(639) an DemetriusI, 115(641) an PancratiusII; 
nach Ancyra 114(640) an Ario, 116 (642) an Albanius, 117 (643) 
an Hyperechius I, 119(646) an AetiusII, 118(644) an AcaciusI 
als Consularis Galatiae, wie 43.44(571.572); 111(637) an 
Julianus II als Comes Orientis, wie 87 (613), der wahrscheinlich 
dem Kaiser Julian, als er nach Antiochia zog, entgegengereist 
war. Das Jahr ist unzweideutig bestimmt durch 113(639), wo 
Libanius, der 314 geboren war, angibt, er sei 48 Jahre alt. 
Der Gesandte Obodianus, von dessen Rückkehr zuerst 102 (628) 
redete, ist nach 116 (642). 119(646) in Antiochia, und Libanius 
stattet seinen Dank für die Gastfreundschaft ab, die jener 
während seiner Krankheit in Ancyra genossen hat; vgl. 88 (614). 
Celsus I erscheint 112(638) als Praeses Ciliciae, wie 108. 
109 (634. 635). Auf die Sendung des Libanius nach dem 
Asklepiosheiligtum in Tarsus, von der 92 — 94(618 — 620) die 
Rede war, weist 113 (639) zurück. 1 18 (644) knüpft an 44 (572) 
an. Rufinus, der 112(638) noch in Cilicien war, ist 121(647) 
in Antiochia angelangt. 
Juni [120—122(6451.647.648)] nach Cilicien an Alexandra, 

an Acacius III und an Celsus I als Praeses, wie 108. 109 
(634. 635). Von der Ankunft des Kaisers in Antiochia reden 
120(645). 122(648), wodurch die Zeit dieser Gruppe genau 
bestimmt ist (S. 383). Alexandra, deren Niederkunft 63 (590) 
erwartet wurde, hat nach 120(645) seitdem ein Töchterchen 
geboren. 121(647) knüpft an 101(627) und 105(631) an. 

123(649) nach Mesopotamien an Pappus I. Die Perser 
sind schon durch die Erwartung Julians so geschreckt, daß sie 
sich ruhig halten. 

124 fehlt; ob hier eine Lücke ist oder der Schreiber nur 
aus Unachtsamkeit eine Nummer übersprungen hat, läßt sich 
nicht entscheiden. 



1) 119(646) stehf in den Handschriften vor 120(645). 



X. Der erste Teil des Appendix. 393 

125 (650) nach Cilieien an Demetrius I. Libaaius hat sich 862 
in die Behandlung des Arztes Eacarpio gegeben, von deren 
Fortsetzung 131 (656), von deren Abschluß 138(663) berichtet. 

[126. 127 (651. 652)] an Anatolius IV, der eben im Begriflf sommer 
ist, mit Kaiser Julian den heiligen Berg Casius zu besteigen, um 
dort ein Opfer zu bringen: Amm. XXII 14,4, und an Julianus VII 
als Consularis Phoenices. Dessen Vorgänger Polycles war nur 
kurze Zeit im Amte gewesen : or. XXXVII 12 p. 322. Dessen Vor- 
gänger Anatolius II erscheint zum letztenmal im Winter 361: 
69 (596). Das Gehalt, das unter Constantius dem Libanius ent- 
zogen war, ist ihm durch den Praefecten Salutius wieder zurück- 
gegeben: 127 (652). Bei der Bewunderung, die Julian für den 
Bedner hegte, darf man annehmen, daß dies zu den ersten 
Maßregeln gehörte, die er nach seiner Ankunft in Antiochia 
traf. Auch diese Briefe werden also noch in den Sommer 362 
fallen. 

128(653) an Atarbius als Praeses Euphratensis überbracht 
von Patruinus. Julianus VIII, der Amtsvorgänger des Atarbius, 
erscheint zuletzt 75 (602 a). 

129. 130(654.655) an Celsus I als Praeses Ciliciae, wie 
122 (648). 

[131—133(656—658)] nach Cilieien 133(658) an den- 
selben, 131(656) an Demetrius I, 132(657) an Ecdicius II. 
131(656) erzählt von der Kur des Eucarpio wie 125(650). 
Celsus hatte nach 103(629) dem Theophilus III eine Gunst er- 
wiesen; nach 133(658) sucht dieser sie rückgängig zu machen, 
da sie ihm Schaden gebracht habe. 

[134—136(659—661)] nach Arabien 134(659) auBelaeus, 
der kürzlich die Statthalterschaft der Provinz angetreten hat; 
vgl. 149. 150 (672b. 673), und 135(660) an Magnus VI; nach 
Palaestina secunda 136(661) an Leontius IV, der hier, wie 
99(625). 216(749), Consular ist. 

1 37(662) an Atarbius als Praeses Euphratensis, wie 1 28 (653) ; 
vgl. 11191(296). 

138(663) nach Cilieien an Demetrius I. Eucarpio reist zu 
ihm, der 131 (656) noch in Antiochia war. 

[139. 140 (664. 665)] überbracht durch Micealus nach 
Galatien an Acacius I als Consular der Provinz, wie 118(644), 
und an Hyperechius 1. 



394 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

862 [141. 142(666.667)] überbracht von Eutropius IV nach 

Palaestina prima an Acacius II und Cyrillus I, den Consular der 
Provinz; vgl. 76 (602b). Der Kaiser befindet sieh nach 141 
(666) noch in Antiochia. 

[143.144(668.669)] nach Cilicien 144(669) an Bacchius: 
nach Ancyra 143 (668) an Bosporius; als Überbringer wird 
143 (668) Achillius III genannt; vgl. 148 (672a). Libanius hat 
Übergriffe des heidnischen Priesters Bacchius gegen Christen 
abzuwehren. 

145(670) an den Kaiser Julian, der sich noch in An- 
tiochia aufhält. Antwort auf dessen noch erhaltenen Brief 74. 
der sich auf die Rede für Aristophanes (or. XIV) bezieht. 

[146— 148(671.1588. 672a)] nach Cilicien 146(671) an 
Hierius III; nach Cappadocien 147 (1588) an Basilius; nach 
Galatien 148 (672 a) an MaximusVI. Der Brief 147(1588) 
erscheint in doppelter Gestalt, in der Basiliussammlung an 
Basilius gerichtet, in dem Briefcorpus mit der Überschrift 
lovXiavm avroxQccroQi und mit einem Schluß, der jener andern 
Form fehlt. In dieser Gestalt ist er die Antwort auf Julian, 
ep. 3. Vgl. darüber S. 33. Maximus VI war nach 166 (681») 
als Consularis Galatiae Nachfolger des Acacius I, der zuletzt 
139 (664) im Amte nachweisbar ist, und hatte vorher Armenien 
verwaltet, wo wir ihn bis 74 (601) tätig finden. Von den beiden 
Ärzten, die nach 148 (672 a) zu ihm reisen, wird der eine 
Achillius in sein, der nach 143 (668) damals eben nach Ga- 
latien unterwegs war, der andere Asclepius II, der nach 
165 (688) Antiochia kürzlich verlassen hatte. 

149. 150 (672b. 673) an Belaeus als Praeses Arabiae, wie 
134(659). Der zweite Brief sucht Übergriffe der Heiden gegen 
einen Christen, der früher Praeses Arabiae gewesen ist, abzu- 
wehren; auf ihn weist 206(730) zurück. 

151(674) an Caesarius IV als Vicarius Asiae; vgl. add. 
271 (1442). Sein Amtsvorgäanger Italicianus erscheint zuletzt 
52 (580). 

[152—156(675 — 679)] nach Cilicien 152(675) an Dio- 
phantus III, 153(676) an Hieracius; nach Galatien 154(677) 
an MaximusVI als Consularis der Provinz, wie 148 (672a), 
155(678) an Pompeiauus IV, 156(679) an Aetius II. Pompe- 
ianus hat seine Söhne dem Libanius in die Schule gegeben, 
in der sie 177(700) tätig erscheinen. 



X. Der erste Teil des Appendix. 395 

[157—162 (680—685)] nach Cilicien 157 (680) an Seleucus, 862 
1 58 (681) an dessen Gattin Alexandra, 161 (684) an Demetrius I; "®'^'* 
nach Pisidien 160(683) an Entrechius,^ den Praeses der Provinz; 
nach Lycien 162(685) an SeverusV; nach einem unbekannten 
Ort 159 (682) an Alexander V. Celsus I wird 158 (681) 
als Praeses Ciliciae genannt, wie 133 (658), Salutius als 
Praefect 161 (684), wie 127 (652). Der letztere ist in Antiochia; 
der Krieg gegen die Perser, in den er den Kaiser begleitete, 
hat also nach nicht begonnen. Auf das Asklepiosorakel, bei 
dem Libanius nach 92—94(618—620) Heilung für seine Kopf- 
schmerzen gesucht hatte, wird 157(680) zurückgewiesen; hier 
ist auch von der Blüte des Heidentums die Rede. Von dem 
Sommer wird 157(680) als von einer vergangenen Zeit ge- 
redet; doch kann der Herbst noch nicht sehr weit vorgeschritten 
sein, da SeverusV nach 162(685) die Absicht hat, zur See 
zu gehen. 

163(686) an Belaeus als Praeses Arabiae, wie 149.150 
(672b. 673). 

[164 — 166 (687 — 689)] nach Galatien an Hyperechius I, Herbst 
an Asclepius H; vgl. 148 (672 a), und Maximus VI als Consularis 
der Provinz, wie 154(677). Die Hungersnot des Jahres 362 
wird erwähnt (S. 383); der Frühling ist noch fern: 164(687). 

167(690) an Gaianus als Consularis Phoenices, wie 186. 
187(709.710). Sein Vorgänger Julianus VII ist am 3. Sept. 
362 noch nachweisbar: S. 191. 

[168—170(691 — 693)] nach Cilicien an Athanasius I, an 
seinen Bruder Gaius I und an Celsus I, den Praeses der Provinz, 
wie 133(658). Der Sohn des Athanasius tritt in die Schule 
des Libanius ein, die er im Jahre 363 wieder verläßt: add. 
258 (1432). 

171 (694) überbracht von Tyrannus an Atarbius als Praeses winter 
Euphratensis, wie 137(662). Es ist Winter. 

[172—174(695—697)] nach Cilicien an Demetrius I, an 
Bassianus und an Celsus I als Praeses der Provinz, wie 
170 (693). Die Hungersnot wird 172(695) erwähnt, wie 164 (687). 
189 (712). Libanius hat eine Klagerede auf den Brand des 
Tempels von Daphne geschrieben, der nach Amm. XXII 13,1 
am 22. October 362 eingetreten war, und bereitet eine zweite 



1) Dies, nicht Maximus, ist die handschriftliche Überlieferung. 



396 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

862 Rede für die jtai'tjyvQig vor, womit wohl der Consulatsantritt 
des Kaisers, der am 1. Januar 363 stattfinden sollte, gemeint 
ist: 172(695). Über dieselben Reden auch 182(705). 
3«2/3 175.176(698.699) an Celsus als Praeses Ciliciae, wie 

174(697). 

177(700) an Maximus YI als Consularis Galatiae, wie 
166(689). Die Söhne des PompeianusIV befinden sich in der 
Schule des Libanius, in die sie 155(678) eben eingetreten waren. 

[178—185(701—708)] nach Cilicien 182(705) an Deme- 
triusl, 185(708) an Theodorai; nach Ancyra 178(701) an 
Maximus VI als Consularis Galatiae 2, wie 177(700), 179(702) 
au Hyperechius I, 181 (704) an Albanius; nach Constantinopel 
180(703) au Themistius I; nach der Troas 183(706) an Hierax; 
nach unbekanntem Orte 184(707) an Antipater. Als Über- 
bringer wird 178.179(701.702) Modestus genannt, der zum 
Praefectus urbis Constantinopolitauae ernannt und von An- 
tiochia abgereist ist, um sein neues Amt anzutreten: vgl. 
191 (714). Der Kaiser befindet sich noch in Antiochia: 178 (701). 
183(706). 184(707). Für die Reden, die Libanius mit 172(695) 
an Demetrius geschickt hatte, hat dieser seinen Dank abgestattet: 
182(705). An 180(703) knüpft 205(729) an. 

186 (709) an Gaianus als Consularis Phoenices, wie 1 67 (690). 
Der Kaiser ist noch in Antiochia. 

187(710) an denselben. 

188 (7 1 1) nach Athen an Jamblichus. Die Mysterien werden 
gefeiert; das Heidentum steht also in Blüte. 
3Ö3 [189.1 90 (7 12.71 3)] an Kaiser Julian, der eben den Perser- 

feldzug angetreten hat, und an den Tribunen Constantius, der 
sich in seinem Gefolge befindet. Der Kaiser verließ Antiochia 
am 5. März 363: Amm. XXIII 2,6. 

[191— 193.195— 197. 199(714— 716. 718— 721.723)] nach 
Cilicien 193(716) an ApoUinaris IV und Gemellus I; nach 
Ancyra 192(715) an Maximus XII, 195(718) an Maximus VI 
als (Consularis Galatiae, wie 177.178(700.701); nach Con- 
stantinopel 191 (714) an Modestus als Praefectus urbis, wie 178. 
179(701. 702), 197 (721) an Nicocles, 199(723) an ClearchusI, 

1) Seoddf(}(j: nicht ßeoSwQif) bieten die Handschriften. 

2) Es ist zu schreiben: xäv zov roTtov (statt xijv tovxojv) zivag ixßah^j 
ovq (fehlt) novTjQsvofitvovg i'Sy, xov tm 7io?.sfiio} Siaxovovvra y^Qr^inov 
ovxa xal vvv eiq oyri^a xccriatfiaEv. 



Mäi-z 



X. Der erste Teil des Appendix. 397 

nach unbekanntem Ort 196(720) an Euagoras. HyperechiusI 30B 
wird 191.192.(714.715). 195(718). 197(721). 199(723) als 
Überbringer genannt. Er war nach Antiochia gekommen, um 
bei dem Kaiser Beförderung zu erbitten ; doch hatte dieser schon 
den Peldzug gegen die Perser angetreten, und erst nach dem 
Siege konnte man seine Hilfe erwarten: 191. 192(714.715). 
Auf 195(718) weist add. 237(1144) zurück. 

194(717) an Modestus als Praefectus urbis Contantino- 
politanae, wie 191 (714). Dieser Brief ist von der vorher- 
gehenden Gruppe auszuscheiden, da er nicht von Hyperechius, 
sondern von jungen Advocaten überbracht wird, die am Forum 
des Praefecten tätig sein wollen. Doch wäre es nicht un- 
möglich, daß sie mit jenem zugleich abreisten, in welchem 
Falle er ihr gleichzeitig sein könnte. 

195—197(718—721) s. zu 191(714). 

198(722) an den Kaiser Julian, der vor seiner Abreise 
aus Antiochia den Alexander III zum Consularis Syriae ernannt 
hat und sich jetzt auf dem Perserfeldzuge befindet. Auch 
dieser Brief ist von der durch Hyperechius überbrachten Gruppe 
191 — 199 zu trennen, da jener eine ganz andere Straße reiste, 
als die in das Heerlager führte. Doch kann er ebenfalls mit 
jener Reihe gleichzeitig sein. 

199(723) s. zu 191(714). 

[200—202(724—726)] nach Cilicien 200(724) an De- 
metrius I, 202 (726) an Acacius III; nach Galatien 201 (725) 
an Maximus VI als Gonsular der Provinz, wie 195(718); als 
Überbringer wird 201 (725) Leontius VIII genannt. Nach 200 
(724). 202(726) herrscht in Antiochia Hungersnot, wie 164(687). 
172(695). 189(712), und zugleich ist die Stadt vom Zorne 
des Kaisers bedroht, wie 189(712). 198(722). 

[203—205(727—729)] nach Constantinopel an Nicocles, 
an Modestus als Praefectus urbis, wie 197 (721), und an The- 
mistius I. Dieser hat eine Rede nach Antiochia geschickt, 
wahrscheinlich den Panegyrikus auf Julian, von dem add. 317. 
(1061). 339(1488) gesprochen wird; vgl. 8.301. 205(729) 
weist auf 180(703) zurück. 

206 (730) an Belaeus als Praeses Arabiae, wie 163 (686). 
Verwendet sich für den verfolgten Christen Orio, wie 150(673), 
auf welchen Brief zurückgewiesen wird. 



398 0. Seeck, Die Briefe d«s Libanius. 

368 207 (732) au Atarbius als Praeses Euphrateusis, wie 

171 (694). 

[208—211(733—736)] nach Cilicien 211(736) an De- 
metrius I; nach Constantinopel 208(733) an Modestus als 
Praefectus urbis, wie 204(728); nach Achaia 209(734) an 
Parnassius I, 210 (735) an Proculus II. Äristophanes hat nach 
210(735) ein Amt erhalten, wie es ihm nach der Rede des 
Libanius für ihn der Kaiser zugedacht hatte; vgl. 145(760). 
Gleich nach dem Antritt desselben ist add. 235 (1418) ge- 
schrieben. Die Hungersnot, von der noch 200(724). 202(726) 
redeten, ist nach 211 (736) glücklich abgewandt. 

212 (737) an Rufinus V als Comes Orientis. Sein Vor- 
gänger Julianus II ist zuletzt 123 (649) erwähnt. 

[213. 214(738. 739)] nach Cilicien an Gaius I und nach 
Constantinopel an Modestus als Praefectus urbis, wie 208 (733). 
Als Überbringer 214(739) Helpidius IV genannt. Oaius hat 
ein Lobgedicht auf Libanius gemacht, auf das auch add. 
234(1113) zurückkommt. 

215(740) an Gaianus als Consularis Phoenices, wie 186. 
187(709. 710). 

216 (749) nach Palaestina secunda an Leontius IV, der 
dort Consular ist, wie 136(661). 

217(750) an Maximus VI als Consularis Galatiae, wie 
201 (725), überbracht von Aeneas. 

[218—221 (751—754)] nach Ancyra 220(753) an Albanius, 

221 (754) an Maximus VI als Consularis Galatiae, wie 217 (750); 
nach Constantinopel 218 (751) an Modestus als Praefectus urbis, 
wie 214(739), 219(752) an Nicocles. Als Überbringer ist 
218(751). 219(752) Theodorus IV genannt. 

[222—224(755—757)] nach Cilicien 223(756) an Me. 
morius; nach Isaurien 224(757) an Dionysius 11; nach Pisidien 

222 (755) an Eutrechius als Praeses der Provinz, wie 160(683). 
Überbringer Julianus XV: 222. 223 (755. 756). Memorius ist 
im J. 363 als Praeses Ciliciae nachweisbar: Amm. XXIII 2,5. 
Sein Vorgänger Celsus I zuletzt erwähnt 174—176(697—699). 

225 (758) an Alexander III als Consularis Syriae, wie 
198 (722). Auf diesen Brief scheint add. 238 (1053) zurück- 
zuweisen. 

226 (759) an Decentius L 



XI. Die Additamenta. 399 

XL Die Additamenta. 

Soweit der Vaticanus 83 mit den Vertretern des kleineren 
Corpus zusammenpng, war die richtige Folge der Briefe, 
welche diese boten, in ihm oft zerstört und verwirrt. Und zwar 
beruhte dies nicht nur auf Unachtsamkeit der Abschreiber oder 
auf mechanischen Gründen, wie Blattversetzungen der ür- 
handschriffc u. dergl. m., sondern wir konnten auch absichts- 
volle Umstellungen nachweisen (S. 28. 29). Aber wurde die 
chronologische Keihe auch oft unterbrochen, so war sie doch 
auf weite Strecken hin unangetastet, und überall blieben ihre 
Reste erkennbar. Dasselbe Verhältnis werden wir auch für 
diejenige Briefmasse voraussetzen dürfen, für welche uns leider 
die Koutrole des anderen Corpus fehlt. Wir müssen hier nicht 
nur für den Text, sondern auch für die Reihenfolge eine inter- 
polierte Überlieferung erkennen, die zwar immer noch Über- 
lieferung bleibt und daher die Grundlage der Forschung bilden 
muß, aber trotzdem Änderungen auch von recht kühner Art 
verlangt und erlaubt. Die Datierungen werden dadurch un- 
sicherer, als sie bisher gewesen sind, doch ein sehr weites 
Abirren ist schon dadurch unmöglich, daß die Additamenta, 
soweit sie dem Vaticanus angehören, alle in die kurze Zeit 
vom Friihling 363 bis in den Sommer 365 eingeschlossen sind. 

Die sicherste Handhabe für die Zeitbestimmung dieser 
Briefmasse, gewährt uns ihre Beamtenliste, mit der wir daher 
unsere Untersuchung beginnen: 

Praefectus praetorio Orientis: Salutius: 72. 73 (1141. 1319). 
111(1143). 120(1127). 122(1107). 185(1103). 201(1390). 
208(1397). 237(1217). 312.313(1147.1474). 315.316(1060. 
1148). 337(1486). 349(1497). 354 (1501). 361 (1507). 376. 
377(1518. 1519), wie im Appendix. 

Praefectus urbis Constantinopolitanae: Modestus: 254. 255 
(1429a. b). 340(1489), wie im Appendix. 

Magister militum: Victor I: 412(1544). 

Magister officiorum: Decentius I: 197(1387).' 204(1393). 
350(1498). 363(1509). 369(1514). 391. 392(1530. 1531). 
397. 398(1534. 1535). 407. 408(1541. 1542). 

Comes rerum privatarum: Helpidius II: 8(1138). 319. 
320(1476. 1063), wie im Appendix. 

Caesarius IV: 1. 2 (1284. 
1285). 34(1132). 86(1092). 114(1330). 195(1385). 322(1064). 



400 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

328(1069). 330(1070). 331(1480). 334(1483). 336(1485). 
339(1488). 343(1492). 346(1494). 355(1502). 

Achaiae Proconsul: Aristophanes: 235 (1418). 289 (1457), 

wie im Appendix. 
OlympiusV: 145(1347). 151(1350). 
Aegypti Praefectus: Hierlas I: 70(1318). 

Maximus VI: 117(1181). 150(1349). 
161. 162(1050. 1359). 165(1362). 

Aegypti Praeses: Menander I: 64(1091). 
Arabiae Praeses: ülpianus I: 14 (1036b). 20(1162). 42 
(1099). 46(1302). 93(1089). 123(1125). 

Asiae Proeonsul: Dulcitius III: 287 (1217), wie im dritten 

Buche. 
Vitalis I: 118(1131). 
Helpidius II: 67 (1315). 
Asiae Vicarius:Cae8ariu8 IV: 271(1442), 286(1454). 302 
(1466), wie im Appendix. 

ClearchusI: 66 (1314). 75. 76(1173. 1140). 
119(1118). 152.153 (1351.1049). 177(1371). 209.210(1398. 
1399). 218(1112). 338(1487). 379(1521). 396(1533). 416 
(1547). 422(1552). 

Bithyniae Consularis: TheodorusIII: 13(1293). 69(1317). 
75(1173). 92(1176). 378(1520). 421(1551). 422(1552). 

Cappadociae Comes domorum: Acacius I: 61(1310). 109. 
110(1211. 1219). 401(1106). 413(1081). 

Ciliciae Praeses: Memorius: 273 (1444), wie im Appendix. 

PriscianusI: 6(1289). 16(1295). 23(1163). 
Zenodorus: 121(1331). 132(1337). 214 

(1403). 394(1532). 
Cypri Consularis: Honoratianus: 249 (1425). 
Euphratensis Praeses: Atarbius: 294(146 1), wie im Appendix. 

Domitianus II: 87 (1042). 178 (1372). 
215(1404). 385 (1526a). 414(1150). 

Proculeianus: 403(1539). 
Ammianus I: 414(1150). 
Oalatiae Consularis: Maximus VI: 36(1166). 231(1415). 
237(1144). 241 (1157). 264(1437). 268(1105). 308 (1471). 326 
(1067), wie im Appendix. 

Leontius IV: 154(1352). 383(1524). 
Isauriae Praeses: Palladius V: 20(1162). 38—40(1170. 



XI. Die Additamenta. 401 

1153. 1117). 55. 56(1130. 1308). 91(1393). 94(1177). 125 
(1045). 136(1340). 325(1066). 344(1493). 357(1504). 373(1517). 
Ljciae Praeses: Sozomenus: 270(1145). 
Macedoniae Cousularis: Atarbius: 116(1221). 
Orientis Coraes:RufinusV: 12(1292). 106(1328). 230(1414). 
252(1427). 261 (1434b). 266. 267(1439. 1440). 285(1183). 
287(1217). 314(1475). 380(1522), wie im Appendix. 

Julianus VII: 148 (1048). 150 (1349). 

205 (1394). 
Palaestinae primae Consularis: Priscianus I: 45(1115). 131 
(1336). 135(1339). 137(1341). 140. 141(1344. 1345a). 167(1154). 

Aphobius: 351(1499). 365 (1510b). 
Palaestinae secundae Consularis: Leontius lY: 305 (1469). 
329(1479). 383(1524), wie im Appendix. 

Pamphyliae Consularis: Metrophanes: 396(1533). 

Hilarius HI: 415 (1546). 
Phoenices Consularis: Gaianus: 242(1158). 251 (1426b). 
262 (1435). 309 (1472). 348 (1496), wie im Appendix. 

Marius: 12(1292). 22(1296). 29 
(1155). 57(1116). 95(1178). 104.105(1327. 1044). 156(1354). 

UlpianusI: 106(1328). 123(1125). 
160(1358). 163(1360). 168. 169(1364. 1365). 172(1367). 176 
(1370). 189(1381). 

Phoeniciae Libanensis Praeses: Domninus II: 32 (1038). 
142(1345b). 224(1410). 417(1548). 

Pisidiae Praeses: Entrechins: 56(1308). 91(1323). 139 
(1343). 311 (1059), wie im Appendix. 

Ponti Peraequator: Julianus VIII: 250 (1426a). 254.255 
(1429a. b). 341 (1490). 

Syriae Consularis: Alexander III: 238 (1053). 247. 248 
(1424. 1084). 253 (1428). 256. 257 (1430. 1431). 272 (1443). 
279(1450). 284(1055). 292. 293(1459. 1460). 298. 299(1057. 
1464). 301. 302(1056. 1466), wie im Appendix. 

Celsus 1:1 (1284). 54(1306). 63(1312). 

77(1321). 361(1507). 

Marcianus III: 169 (1365). 

Sieht man diese Liste durch, so wird man bemerken, daß 

diejenigen Beamten, welche sich auch im Appendix oder gar 

schon im dritten Buche finden, meistens nicht im ersten Hundert 

der Briefe auftreten, sondern im dritten und vierten ; so Modestus 

Texte II. Untersuchungen etc. NF XV, 1. 2 2(i 



402 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

als Praefectus urbis: 254. 255. 340, Aristophanes als Proconsul 
Achaiae: 235. 289, Dulcitius als Proconsul Asiae: 287, Cae- 
sarius als Vicarius Asiae: 271. 286. 302, Memorius.als Praeses 
Ciliciae: 273, Atarbius als Praeses Euphratensis : 294, Le- 
ontius als Consularis Palaestinae secundae: 305. 329, Gaianus 
als Consularis Phoenices: 242. 251. 262. 309. 348, Alexander 
als Consularis Syriae: 238. 247. 248. 253. 256. 257. 272. 
279. 284. 292. 293. 298. 299. 301. 302. Nur wenn ihr 
Amt ein außergewöhnlich langdauerndes war, wie bei Salutiüs 
als Praefect, Maximus als Consularis Galatiae, Rufinus als 
Comes Orientis, Entrechius als Praeses Pisidiae, greift es 
auch in das erste und selbst in das zweite Hundert hinüber; 
in der Regel erscheinen hier schon die Nachfolger- Man 
wird daraus schließen müssen, daß die chronologische Ord- 
nung nicht nur im Einzelnen gestört ist, wie wir dies nach 
der ganzen Art der Vaticanischen Handschrift erwarten 
mußten, sondern daß auch eine große zusammenhängende Reihe 
an eine spätere Stelle gesetzt ist, als ihr der Entstehungszeit 
nach zukommt. 

Dies bestätigen auch die sonstigen historischen Kenn- 
zeichen. Sie zeigen, daß der Inhalt der Additamenta sich in 
drei große Hauptmassen gliedert, deren zeitliche Reihenfolge 
diese ist: 225—348. 1—224. 349—414. Stellen wir diese An- 
ordnung her, so ist die chronologische Folge im allgemeinen 
beobachtet, zeigt aber im einzelnen viele Störungen. So wirbt 
335 für Bassianus um die Tochter des Helpidius I, und nach 
267. 296. 297 hat ihre Hochzeit schon stattgefunden; von der 
Verurteilung des Clematius HI reden 390. 391, von seiner Be- 
gnadigung neben 413 auch 345. Diese augenfälligsten Bei- 
spiele mögen an dieser Stelle genügen; im Verlaufe der 
Einzeluntersuchung werden ihnen noch zahlreiche andere hinzu- 
treten. 

Außer den Beamten, die schon im Appendix vorkamen, 
sind noch folgende auch durch andere Quellen zeitlich be- 
stimmbar: 

Victor I als magister militum 363 — 378: S. 312. 

Caesarius IV als Comes rerum privatarum 364 : S. 98. 

Hierius I und Maximus VI als Praefecti Aegypti, beide 
364: S. 175. 207. 

Menander I als Praeses Aegypti 364: S. 212. 



XI. Die Additamenta. 403 

Clearchus I als Vicarius Asiae 364 — 365: S. 109. 

Atarbius 361—363: S. 91. 

Julianus VIT als Comes Orientis 364: S. 191. 

Leontius IV als Consularis Palaestiuae secundae 363: 
8. 195. 

Abgesehn von der Magistratsliste bestimmt sich die Zeit 
der drei Hauptmassen durch folgende Betrachtungen: 

Zunächst knüpfen einige Stücke, die alle hinter 225 
stehn, an Briefe des Appendix an, nämlich 229(1052) an app. 
81(607), 234(1113) an app. 213(738), 235(1418) an app. 
210(735), 237(1144) an app. 195(718), 317(1061). 339(1488) 
an app. 205 (729). Dieser brach ab, kurz nachdem Julian den 
Perserkrieg begonnen hatte. Demgemäß finden wir ihn 230(1414). 
241(1157). 254(1429a). 266(1439). 287(1217). 289(1457) auf 
dem Feldzuge \ und außerdem wird er noch 237 (1 144). 238 (1053). 
250(1426 a). 255 (1429b) als lebend erwähnt. Zu der strafgericht- 
lichen Untersuchung, die er über den Brand des Heiligtums von 
Daphne angeordet hatte, bietet 263(1436) noch ein Nachspiel, 
und eine lange Reihe von Briefen, die aber alle zwischen die 
Nummern 225 und 303 eingeschlossen sind, zeigt uns das Heiden- 
tum als herrschende Religion: 225(1411). 229(1052). 238(1053). 
246(1423). 248(1084). 251 (1426b). 256(1430). 258(1432). 
260. 261 (1434 a. b). 263 (1436). 272 (1443). 279 (1450). 
298(1057). 303(1467). Unter dem Eindruck der noch frischen 
Nachricht vom Tode des Kaisers sind 306(1146). 309(1472). 
311 (1059). 313 (1474) geschrieben, und dann ziehen sich durch 
den ganzen Rest der Additamenta hin die Rückweisungen auf 
seine glorreichen Siege und seinen frühen Untergang, meist 
mit bitteren Klagen verbunden: 316—318(1148.1061.1062). 
321 (1218). 339. 340 (1488. 1489). 342 (1491). 345 (1071). 
8(1138). 15(1294). 41(1039). 67(1315). 74(1320). 81(1094). 
97.98(1179.1324). 101(1228). 107(1186). 151.152(1350. 
1351). 223(1409). 345(1071). 360(1073). 395(1078). 398 
(1535). 412(1544). Bald folgen Hinweise auf die wieder- 
hergestellte Macht des Christentums: 312(1147). 323(1065). 
7 (1137). 44 (1139), und Libanius empfindet es schwer, daß der 
große Einfluß, den er unter Julian besessen hatte, jetzt dahin- 



1) Dasselbe gilt von 335(1484), doch führen wir diesen Brief nicht 
an, weil er außerhalb der chronologischen Reihe steht. 

26* 



404 . ö« Seeck, Die Briefe des Libanius. 

geschwunden ist: 34.35(1132.1169). 41(1039). 80(1322), 
96(1043). 359(1506). 

War 306 (1146) die Kunde von dem Tode Julians erst kürz- 
lich nach Antiochia gelangt, so finden wir 312.313(1147. 14741 
315 (1060) den Praefecten Salutius, der den Perserfeldzug mit- 
gemacht hatte, auf dem Wege dorthin. Der Frieden ist also 
geschlossen, und das Heer mit seinem neugewählten Kaiser 
Jovian unterwegs nach der Hauptstadt der orientalischen Diöcese. 
Gesandtschaften ziehen ihm entgegen, um die Glückwünsche 
der Städte zum Regierungsantritt darzubringen: 317 (1061). 
319(1476). 323(1065). 326(1067). 

Er hielt sich nur kurze Zeit in Antiochia auf. So ist er 
denn auch 333(1482). 5(1288) schon wieder abgereist, und 
343(1492) erwartet man, daß er bald seinen Einzug in Con- 
stantinopel halten werde. Am 1. Januar 364 trat er sein Con- 
sulat in Ancyra an, bei welcher Gelegenheit ihm Themistius 
den noch erhaltenen Panegyrikus vortrug: 8.301. Auf diesen weist 
80(1322) zurück und erbittet seine Übersendung. In Ancyra 
finden wir das Hoflager 328(1069). 330(1070). 331(1480). 
2.3(1285.1286). Bald nach seinem Abzüge von dort starb 
der Kaiser am 19. Februar 364, worauf 122(1107) zurück- 
gewiesen wird. 

Damit sind wir in das Jahr 364 eingetreten, in dem nach 
der Regel, daß im Sommer jedes juHanischen Schaltjahres die 
Olympischen Spiele gefeiert werden mußten, sie wieder statt- 
fanden: Sievers S. 207. So reden denn auch 54(1306). 66 
—70(1314—1318). 130(1335) von ihnen als bevorstehend, 
161 (1050). 165. 166(1362. 1363) als kürzlich abgeschlossen. 

unterdessen war am 26. Februar 364 Valentiniau zum 
Kaiser erhoben worden, und nach der Sitte wird an ihn 
71—73(1040. 1141. 1319) eine Gesandtschaft abgeschickt, 
um ihm zur Thronbesteigung zu gratulieren. Doch als sie 
Antiochia verläßt, weiß man dort noch nichts von der Erhebung 
des Valens zum Mitregenten ; denn in den betreffenden Briefen 
ist nur von einem Kaiser die Rede. Aber schon von 103 (132G) 
an wird von den Herrschern entweder im Plural oder auch 
im Dual gesprochen: 110(1219). 111(1143). 112(1086). 122 
(1107). 150(1349). 223(1409). 354(1501). Wenn von 147 
(1047) an dazwischen wieder die Einzahl auftaucht, so erklärt 
sich das daraus, daß die kaiserlichen Brüder sich im Sommer 



XL Die Additamenta. 405 

3G4 getrennt hatten und seitdem nur Valens allein über die 
Angelegenheiten des Orients entschied. 

133(1338) ist ein Jahr seit dem Tode Julians vergangen, 
wir stehen also im Sommer 364. 

Im Frühling 365 verließ Valens Constantinopel, um nach 
Syrien überzusiedeln. Als dies in Antiochia bekannt wird, 
schickt man ihm eine Gesandtschaft entgegen, um ihn in die 
Stadt einzuladen: 386 (1526b). 392(1531). 

In Caesarea Cappadociae machte der Kaiser Halt, um das 
Ende der schlimmsten Sommerhitze abzuwarten: Amm. XXVI 
7,2. Demgemäß finden wir, daß der Comes domorum per 
Cappadociam Acacius I eine Zeitlang bedeutenden Einfluß am 
Hofe besitzt, von dem ihn unter andern Umständen sein Amt 
fernhalten mußte: 401 (1106). 413(1081). 



1—224 sind auf S. 417flF. hinter 348(1496) gestellt; 368 
vgl. S. 402. 

225 (1411) nach Cyrus an Aristo I überbracht durch 
Numenius. Der Brief weist darauf hin, daß das Heidentum 
seit Kurzem wieder Staatsreligion geworden ist, fällt also 
unter Julian. 

[226. 229(1412.1052)] nach Cilicien an Euthalius I und 
au Acacius III. Dieser hat den Libanius gebeten, seine Kede 
au f Asklepios, die er nach app. 81 (607) Anfang 362 geschrieben 
hatte, einer Korrektur zu unterwerfen, wahrscheinlich weil sie 
jetzt in Buchform veröffentlicht werden sollte. 

227. 228(1122. 1413) sind mit 220. 221 (1110. 1407) zu 
verbinden; s. S. 436. 

229(1052) mit 226(1412) zu verbinden; s. oben. 

230 (1414) an Rufinus V als Comes Orientis, der sich nach Fruhung 
287 (1217) in der Nähe des kaiserlichen Heeres an der Reichs- 
grenze befindet. Er hofft bald über den Feldzug Julians günstige 
Nachrichten schicken zu können; der Brief fällt also noch in 
den ersten Anfang desselben. 

335 (1484) an HelpidiusI, wahrscheinlich in Paphlagonien; 
vgl. 295—297(1058. 1462. 1463). Die Nachrichten, die nach 
dem vorhergehenden Brief erst erwartet wurden, sind jetzt ein- 
getroffen. Kaiser Julian hat das Gebiet der Perser verwüstet. 
Vor seinem Auszuge hat Libanius mit ihm und Helpidius viel 
von einem jungen Manne gesprochen, der sich dem letzteren 



406 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. s 

363 jetzt auch persönlich vorgestellt hat. Wenn die Mutter desselben 
zur Frau des Helpidius kommt, hofft sie offene Türen zu finden. 
Offenbar bereitet dieser Brief die Werbung des Bassianus um 
Prisca, die Tochter des Helpidius vor, deren Ehe gestiftet zu 
haben, sich Libanius 296 (1462) rühmt. Da sie 267 (1440) 
und 296. 297 (1462. 1463) schon vollzogen ist, muß 335(1484) 
einige Zeit früher sein, steht also außerhalb der chronologischen 
Reihe. Wenn wir den Brief an dieser Stelle eingelegt haben, 
so wird dies kaum ganz genau, wohl aber annähernd seiner 
Zeit entsprechen. 

[231.232(1415.1416)] nach Galatien an den Consularis 
Maximus VI, wie app. 217. 221 (750. 754), und an PompeiauusIV, 
überbracht durch Nicetes und die Söhne des Pompeianus, die 
app. 155(678) nach Antiochia gekommen waren, app. 177 (700) 
sich dort befanden. 

[233. 234(1417. 1113)] nach Cilicien an Quirinus I und an 
Gaius I. Jener starb im Herbst oder Winter 364 (S. 251); der 
Brief an diesen bezieht sich auf die Dichtung, von der schon 
app. 213 (738) die Rede war. 

235 (1418) an Aristophanes. Er hat eben das Amt au- 
getreten, das ihm nach app. 210 (735) übertragen war. Es war 
nach 289 (1457) das Proconsulat von Achaia. 

[236. 237 (1419. 1144)] nach Cilicien an DemetriusI; nach 
Galatien an den Consular Maximus VI, wie 231 (1415). Kaiser 
Julian wird als lebend erwähnt; auf app. 195(718) wird zurück- 
verwiesen: 237(1144). 
Frühling 238 (1053) an Alexander III als Consularis Syriae, wie 

app. 225 (758), auf welchen Brief der Anfang vielleicht zurück- 
weist. Alexander ist nach Apamea gereist, um dort die Er- 
neuerung des heidnischen Kultus durchzusetzen. Auf seinen 
Aufenthalt in dieser Stadt weisen 277(1448). 279(1450) zurück. 
Der Kaiser ist zornig auf Antiochia, wie app. 109(712). 198 
(722). 200(724). 202(726). 211(736). Syrien hat im vorigea 
Jahre durch Trockenheit gelitten, was mit der Hungersnot zu- 
sammenhängt, von der app. 164 (687). 172(695). 189(712). 
200(724). 202(726). 211(736) die Rede war. Die Steuern 
der Indiction, die mit dem 1. September begonnen hatte, sind 
aus Furcht vor Alexander schon vor Beginn des Sommers voll- 
ständig bezahlt; es ist also noch Frühling. Auf diesen Brief 
weist 279(1450) zurück. 



XL Die Additamenta. 407 

239(1212) an Hieraxi nach Alexandria Troas. 363 

240(1420) an Demetrhis I nach Cilicien überbracht von 
Macedonius II. 

241(1157) an Maximus VI als Consularis Galatiae^, wie 
237 (1144); sein Vorgänger Ecdicius I ist in Antiochia, von wo 
er 246(1423) abreist; Kaiser Julian ist noch am Leben, hat 
aber Antiochia schon verlassen^. 

242(1158) von Antiochus III überbracht an Gaianus als 
Consularis Phoenices, wie app. 215 (740). 

[243— 245 (1421a— 1422)] nach Apamea an Eustolius, 
an Marcellinus VI und an Sopater I, überbracht von Jünglingen, 
die eben die Schule des Libanius verlassen haben, um ihre 
Advocatentätigkeit zu beginnen. Sie gehen nach Apamea, weil 
sich dort nach 238 (1053) der Consularis Syriae befindet, an 
dessen Forum sie wirken wollen; vgl. 247(1424). 

'246 (1423) nach Ancyra an Hyperechius I, überbracht 
von Ecdicius I, der 241 (1157) als in Antiochia anwesend er- 
wähnt wird. Wenn Libanius erzählt, er sei mit ihm er tsQff), 
also doch wohl beim Opfern, zusammengetroffen, so weist auch 
dies auf die Zeit des Julian hin. 

247 (1424) nach Apamea an Alexander III als Consularis 
Syriae; vgl. 238(1053). 243— 245 (1421a— 1422). Die ersten 
Worte deuten an, daß er Antiochia vor nicht sehr langer Zeit 
verlassen hat. Dieser Brief muß also auf app. 225 (758) und 
add. 238 (1Ö53) schnell gefolgt sein. 

248 (1084) an denselben. Es wird auf die Ausbreitung 
des heidnischen Kultus in Seleucia hingewiesen. 

249 (1425) an Honoratianus als Consularis Cypri, über- Frühimg 
bracht von Patrophilus, der dorthin reist, um die Stelle eines sommer 
Procurator baphiorum zu übernehmen. Die Seereise nach der 

Insel deutet auf Frühling oder Sommer hin. 

[250. 254. 255 (1426 a. 1429 a. b)] überbracht von Ju- Frühling 
Hanns VIII, der im Begriff ist, das Amt eines Peraequator sommer 

1) So die Vaticanische Handschrift. 

2) In diesem Brief ist zu schreiben: TiQccyfid aoi ntTiQccxTai, Ma^t/ne, 
xaXov xal yevvalov' czeipavotv ic^iov avö(}a nagovra fisx' alöovq eideg 
xal TCQoq anovxa o avxbq iysvov. Die Wolfsche Ausgabe schiebt vor 
aretpavwv ein zweites xai ein, das zu tilgen ist. 

3) 'Ort oe xal ßaailevq, sl xavxa nhd^oixOj ^Tiaivtaexai. Der Kaiser 
weiß also noch nicht, was in Antiochia allgemein bekannt ist, d. h. er 
befindet sich an einem andern Ort. 



4:08 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

868 dioeceseos Ponticae zu übernehmen, nachdem er kurz vorher 
Praeses Euphratensis gewesen ist: 250 (1426a); vgl. app. 
75 (602a); nach Nicomedia 250 (1426a) an Alcimus; nach 
Constantinopel 254 (1429 a) an Modestus als Praefectus urbis, 
wie app. 218(751), und 255(1429b) an Nicocles. Der Kaiser be- 
findet sich auf dem Perserfeldzuge und ist bereits tief ins 
Feindesland eingedrungen: 254 (1429a). Nicomedia, das am 
24. August 358 durch ein Erdbeben zerstört war (S. 9), ist 
wieder im Begriff, sich aus den Trümmern zu erheben: 250 
(1426 a). In Constantinopel hat ein Aufstand stattgefunden, 
und Nicocles soll als Gesandter zum Kaiser reisen, um dessen 
Verzeihung zu erbitten: 254. 255 (1429a. b). Daß der Winter 
vorüber ist, wird 255 (1429b) ausdrücklich gesagt. 

251 (1426b) an Gaianus als Consularis Phoenices, wie 
242(1158). Die unter Constantius verschenkten Tempelgüter 
werden von ihren Besitzern zurückgefordert. Yon Angriffen 
gegen die Söhne des Thalassius I handelt auch 291(1209). 

252 (1427) an Rufinus V als Comes Orientis, wie 230 (1414). 
In Sachen des Letoius I, wie 292 (1459). 

253(1428) nach Apamea an Alexander III als Consularis 
Syriae, wie 247 (1424). Er soll dafür sorgen, daß Gerontius III 
als Lehrer der Rhetorik nach Apamea berufen wird, über 
denselben Gegenstand 257(1431). 278(1449). 

254. 255 (1429 a. b) wegen des gleichen Überbringers mit 

250 (1426a) verbunden. 

256. 257 (1430. 1431) nach Apamea an Alexander III 
als Consularis Syriae, wie 253 (1428). Gerontius III ist nach 
Apamea berufen; vgl. 253(1428). 278(1449). 

Sommer [258—261 (1432— 1434b)] nach Cilicien an Gaius I und 

Athanasius I, an Acacius III, an Fortunatianus I, an Rufinus V. 
Nach 258(1432) ist die Schiffahrt im Gange; es ist also 
Sommer. Auf den Herbst wird 261 (1434b) als auf eine künftige 
Zeit hingewiesen. Von der Heilkraft des Tarsi^chen Asklepios 
ist 258(1432). 260. 261 (1434a. b) die Rede; dessen Orakel 
ist also in Tätigkeit. 

Sommer 262(1435) an Gaianus als Consularis Phoenices, wie 

251 (1426 b). Die Schiffahrt ist im Gange, wie 258(1432). 
263 (1436) an Heliodorus I, der mit Libanius und Asterius 

gemeinsam die Untersuchung wegen des Brandes von Daphne 
geleitet hat. Vitalis I, den sie freigesprochen haben, wird 



XI. Die Addi tarnen ta. 



409 



aufs Neue wegen des gleichen Verbrechens belästigt. Ygl. app. 863 
172(695). 

264(1437) an Maximus VI als Consularis Galatiae, wie 
241 (1157). 

265 (1438) nach Phoenicien an Andronicus II. 

266(1439) an Rufinus V als Comes Orientis. Kaiser 
Julian befindet sich auf dem Perserfeldzuge. 

267(1440) an denselben. Die Vermählung des Bassianus 
mit Prisca, die sich 335(1484), s. S. 405 vor 231 (1415), erst vor- 
bereitete, hat stattgefunden. Daß der Brief noch vor dem Tode 
Julians geschrieben ist, ergibt sich aus den Worten: %wv 6* 
(rJojrt(f jrdrrojr ovyxtyyfarcov, aX)! ov fiäüor dg rd^iv 7jx6v- 
Tojr. Vgl. 296. 297(1462. 1463). 

[268. 269(1105. 1441)] nach Galatien überbracht von 
Encratius an den Consular Maximus VI, wie 264(1437), und 
an Hyperechius I. 

[270. 271 (1145. 1442)] au Sozomenus als Praeses Lyciae Sommer 
und Caesarius IV als Vicarius Asiae, wie app. 151 (674). Die 
Schiffahrt ist im Gange, wie 262 (1435). 

272 (1443) nach Apamea an Alexander III als Consularis sommer 
Syriae, der in nächster Zeit in Antiochia zurückerwartet wird; 
vgl. 256. 257 (1430. 1431). Die Bitte für Theotecnus, die 
hier ausgesprochen wird, ist 288 (1456) erfüllt. Es ist von 
großer Hitze die Rede, also Sommer. 

[273—275(1444—1446)] nach Cilicien an den Praeses 
der Provinz Memorius; vgl. app. 223 (756), an Demetrius I 
und an Acacius III; als Überbringer wird 273 (1444). 275 (1446) 
Marcianus VII genannt. Alexander III gedenkt nach 274 (1445) 
nach Cilicien zu reisen, ist also wohl in Antiochia angelangt, 
wo man ihn 272 (1443) erwartete; vgl. 276—278 (1447—1449). 

[276—278(1447—1449)] nach Apamea an Eustolius, an 
Sopater I und an Gerontius III. Alexander III ist aus Apa- 
mea zurückgekehrt: 276. 277(1447. 1448); vgl. 274(1445). 
Gerontius hat seine Stelle als Lehrer der Rhetorik angetreten, 
von deren Verleihung an ihn 257 (1431) die Rede war. 

[279—282 (1450—1452. 1054)] nach Cilicien an Alex- 
ander III als Consularis Syriae, wie 272 (1443), der nach 
Cilicien gereist ist, wie dies schon 274 (1445) angekündigt 
wurde, an Auxentius II, an Euphronius und an Alypius. 279 
(1450) weist auf 238 (1053) zurück und redet von dem kürzlich 



410 ^' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

368 abgelaufenen Aufenthalt des Alexander in Apamea; vgl. 272 

(1443). Pandorus, der im Jahre 362 noch als Schüler des 

Libanius app. 130(655) erwähnt wurde, tritt nach 281(1452) 

aus seiner Schule aus. 

864 oder 283(1453) nach Apamea an Gerontius III. Muß einer 

^^^ späteren Zeit angehören, da Sopater I, der im J. 364 noch 

lebte: add. 59(1309), hier als verstorben erwähnt ist. 
868 284 (1055) nach Cilicien au Alexander III als Consularis 

Syriae. Es wird auf kurz vorhergegangene mündliche Ver- 
sprechungen, die er gegeben hat, zurückverwiesen; er ist also 
vor nicht sehr langer Zeit aus Antiochia abgereist, wie 279 
(1450). Handelt von der Sache des Olympius V und seines 
Bruders Eusebius XXI, wie 298(1057). 301(1056). 

285(1183)anEufinusVialsComesOrientis, wie 266(1439). 
Er befindet sich jenseit des Euphrat, wie 287(1217). 

[286. 287(1454. 1217)] an Caesarius IV als Vicarius Asiae, 
wie 271(1442), und an Dulcitius III als Proconsul Asiae, wie 
in 76 (281), überbracht von Polycarpus, der wilde Tiere für 
die Spiele des Celsus I beschaffen soll. Vgl. 346(1494). HS. 
119(1131. 1118). Der Praefect Salutius ist nach 287(1217 
mit dem Kaiser im Perserkriege, der Comes Orientis RufinusV 
an der Grenze, wie 285(1183). 

288 (1456) nach Cilicien an Demetrius I. Die Fürsprache 
für Theotecnus, welche 272 (1443) enthielt, hat Erfolg gehabt. 
Sommer 289(1457) au Aristophanos als Proconsul Achaiae, wie 

235 (1418). Es sind schon eine lange Reihe Siegesnachrichten 
vom Perserfeldzuge des Kaisers eingetroffen. Die Schiffahrt 
ist im Gange. 

290(1458) nach Cilicien an Hierius III. 

291 (1209) an den Praeses der Euphratensis, also au 
Atarbius, nicht an Leontius, wie die falsche Überschrift des 
Vaticanus angibt; vgl. 294 (1461). Die Söhne des ThalassiusI 
werden angegriffen, wie 251 (1426b). 

292 (1459) nach Cilicien an Alexander III als Consularis 
Syriae, wie 284(1055). In Sachen des Letoius I, wie 252 
(1427). 

293(1460) an denselben. 

294 (1461) an Atarbius als Praeses Euphratensis, wie app. 
207 (732); vgl. 291 (1209), überbracht von Mocimus. 

1) So, nicht Acacius, nach dem Vaticanus. 



XL Die Additamenta. 411 

[295—297(1058. 1462. 1463)] nach Paphlagonien an Ba- 868 
silides II, an Prisca, die Gattin des Bassianus, und an Hel- 
pidius I, ihren Vater. Auf die Praefectar, die dieser in den 
Jahren 360 und 361 bekleidete, wird als auf etwas Vergangenes 
zurückgewiesen. Die neuvermählten Bassianus und Prisca be- 
finden sich noch bei den Eltern der jungen Frau, werden aber 
demnächst in Antiochia erwartet. Vgl. 267(1440). 43(1301). 

298(1057) nach Cilicien an Alexander III als Consularis 
Syriae, wie 292 (1459). Eusebius XXI wird verfolgt, weil er 
beschuldigt ist, Christen, die zum Heidentum abgefallen waren, 
wieder bekehrt zu haben, wie 284(1055). 301(1056). 

[299. 300 (1464. 1465)] nach Cilicien an denselben und an 
Bacchius; als Überbringer wird 300 (1465) Valentinus genannt. 
299(1464) verwendet sich für OlympiusV, den Bruder jenes 
Eusebius XXI, von dem 298(1057) redete. 

301 (1056) nach Cilicien an Alexander III als Consularis 
Syriae, in Sachen des Olympius V und Eusebius XXI, wie 
298.299(1057.1464). 

[302—304(1466—1468)] nach Cilicien an denselben, an 
Flavianus I und an Bacchius. 302(1466). 304(1468) erwähnen 
beide der Ankunft des Herodianus in Antiochia. Caesarius IV 
wird als Beamter erwähnt: 302(1466); vgl. 286(1454). Nach 
303(1467) steht der Opferdienst noch in Blüte. Dies sind 
die letzten Briefe, die Alexander III noch im Amte zeigen, sein 
Nachfolger Celsus I zuerst erwähnt 1(1284). 

305(1469) an LeontiusIV als Consularis Palaestinae se- 
cundae, wie app. 216(749). 

[306—308 (1146. 1470. 1471)] nach Galatien an EcdiciusI, Herbst 
an Hyperechius I und an Maximus VI als Consularis der Provinz, 
wie 268(1105). Der erste Brief redet von einem schweren 
Unglück, wegen dessen Libanius die Götter anklagen möchte. 
Damit ist der Tod des Kaisers Julian gemeint. Er trat am 
26. Juni 363 ein; die Nachricht wird mehrere Tage gebraucht 
haben, ehe sie nach Antiochia gelangte, und dann hat Libanius, 
wie er selbst 309(1472). 311(1059). 317(1061). 342(1491) 
erzählt, einige Zeit schweigend getrauert, also keine Briefe ge- 
schrieben. Danach wird diese Gruppe in den Herbst 363 zu 
setzen sein. 

[309.310(1472.1473)] nach Phoenicien an Gaianus als 
Consular der Provinz, wie 261 (1435), und an Diodotus; als Über- 



412 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

868 briüger wird 309 (1472) Verus genannt. Auf den kürzlich 
erfolgten Tod des Kaisers wird 309 (1472) angespielt. 

Herbst 311 (1059) an Entrechius als Praeses Pisidiae, wie app. 

222 (755). Ein Brief wird beantwortet, der geschrieben war, 
ehe die Nachricht vom Tode Julians nach Pisidien gelangte. 

october [312—314(1147.1474.1475)] an das Hoflager an For- 

tunatianus I, Salutius als Praefect, Rufinus V als Comes Orientis 
und einen Unbekannten. Der letzte Brief trägt die Adresse 
des Rufinus, kann aber nicht an ihn gerichtet sein. Denn die 
Worte: övrarai 6^ 6 fier g)lXo<; öov jtaQcc ro3 clq^oi^tl, ov d\ 
jraQft rovrcp setzen voraus, daß der Empfänger Privatmann war, 
während jener damals das hohe Amt der Comitiva Orientis 
bekleidete. Ohne Zweifel ist hier der gleiche Fall eingetreten, 
wie bei VI 71. 72 (479. 480). Dort läßt nämlich der Vaticanus 83 
den Text des ersten Briefes und die Adresse des zweiten weg, 
so daß die Überschrift von VI 71 (479) KQfjaxsjfri sich mit dem 
Texte von VI 72 (480) verbindet. Auch in unserem Falle ist die 
Adresse des Rufinus jedenfalls echt, denn er hatte sich nach 
285 (1183). 287 (1217) jenseit des Euphrat au der Reichsgrenze 
befunden und dort das zurückkehrende Heer erwartet, bei dem 
sich Salutius befand. Daß Briefe an sie beide nebeneinander- 
stehn, entspricht also durchaus dem Charakter unserer Samm- 
lung. Doch auch hier wird im Vaticanus der Text des be- 
treffenden Briefes und die Adresse des folgenden ausgefallen 
sein, so daß der Name des Rufinus mit einem nicht zu ihm 
gehörigen Texte verbunden ist. — Als Überbringer ist 312 
(1147). 314 ^1475) Philippus II genannt. Vom Tode des JuUan 
spricht 313(1474), von dem neuen Triumph des Christentums 
312(1147). Libanius entschuldigt sich bei Salutius, daß er ihm 
nicht zum Empfang entgegenziehe. Das Hoflager, bei dem 
dieser sich befand, ist also schon in die Nähe von Antiochia 
gelangt. Am 27. September 363 finden wir den Kaiser Jovian 
noch in Edessa^, am 22. October in Antiochia: Cod. Theod. 
X 19,2. Danach wird diese Briefgruppe in den October zu 
setzen sein. ^ 

8 (1 138) au Helpidius IP als Comes rerum privatarum, wie 

1) Cod. Theod. VII 4, 9. Das Coüsulat ist falsch, aber da die Über- 
schrift den Kaiser Jovianus nennt, ist das Jahr sicher. 

2) So die Vaticanische Handschrift, nicht Ov).7navo), wie die Wolfsche 
Ausgabe hat. 



• XI. Die Additamenta. 413 

app. 183(706). Dieser Brief ist vielleicht der vorhergehenden 36ft 
Gruppe hinzuzufügen, da er gleichfalls an das Hoflager gesandt 
ist. Jedenfalls ist er ganz kurze Zeit nach dem Tode Julians 
geschrieben. Denn er beglückwünscht den Helpidius, daß er 
bei dem Regierungswechsel seine Stellung als Comes rerum 
privatarum nicht verloren habe, und schon 322 (1064) zeigt 
Caesarius IV als seinen Amtsnachfolger. 

315(1060) an Salutius als Praefectus praetorio, überbracht october 
von Eudaemo II. Jener ist noch immer nach Antiochia unter- 
wegs, wie 313(1474). 

316(1148) an denselben, überbracht von Diodotus. Auf 
den kürzlich erfolgten Regierungswechsel wird zurückgewiesen. 

317(1061) nach Constantinopel an Themistius I, nach 339 
(1488) überbracht durch Clearchus I. Libanius dankt ihm für 
Übersendung eines Panegyrikus auf Julian, den er noch bei 
Lebzeiten des Kaisers erhalten hat; vgl. S. 301. Der Brief 
ist also nicht sehr lange nach dem Tode desselben geschrieben. 
Eine Gesandtschaft aus Constantinopel wird in Antiochia er- 
wartet; jedenfalls war ihr Zweck, den Jovian zu seinem Re- 
gierungsantritt zu beglückwünschen. 

318(1062) nach Phoenicien an ScylaciusII; bald nach dem 
Tode Julians geschrieben. An diesen Brief knüpft 107(1 186) an. 

319(1476) an Helpidius II als Comes rerum privatarum, october 
wie app. 183(706), überbracht von einer Antiochenischen Ge- 
sandtschaft, die dem Kaiser eutgegenzieht, wahrscheinlich um 
ihn zu seiner Thronbesteigung zu beglückwünschen. Er ist 
also in Antiochia noch nicht angelangt; vgl. zu 312 — 314(1147. 
1474. 1475). 

[320. 321 (1063. 1218)] überbracht von Salvius an Helpidius II october 
und Philagrius IV. Da letzterer den Perserkrieg des Julian 
mitgemacht hat und eben aus ihm zurückgekehrt ist, so gehen 
diese Briefe an das von der Grenze heranziehende Hoflager. 
Da Helpidius sich hier befindet, wird er noch Comes rerum 
privatarum sein. Schon 322(1064) redet von der Ernennung 
seines Nachfolgers; er selbst erscheint 67 (1315) als Pro- 
consulAsiae. Über die Zeit vgl. zu 312—314(1147. 1474. 1475). 

[118.119(1131.1118)] an Vitalis I als Proconsul Asiae 
und Clearchus I als Vicarius Asiae, überbracht durch Abge- 
sandte des Celsus I, die für seine Spiele wilde Tiere kaufen 
sollen; vgl. 286. 287(1454. 1217). Beide haben ihr Amt eben 



414 ö' Seeck, Die Briefe des Libaivias. 

368 erst angetreten. Der Vorganger des einen Dulcitius HI er- 
scheint zuletzt 287 (1217), der des andern Caesarius IV 302 
(1466), und 322(1064) erfahren wir, daß er kürzlieh zur Co- 
mitiva rerum privatarum befördert ist. Clearchus I findet sich 
als Vicarius Asiae wieder 338(1487), und auch hier wird sein 
Amt noch als ein neues bezeichnet. Danach dürften 118. 119 
(1131. 1118) ungefähr an dieser Stelle einzulegen sein. 
october [322. 323 (1064. 1065)] an das Hoflager an Caesarius IV, 

der eben seine Ernennung zum Comes rerum privatarum er- 
halten hat, vgl. 320 (1063), und an Fortunatianus I. Als Über- 
bringer wird 323(1065) Strategius II genannt, der beim Kaiser 
der Rede eines Christen (övööeß/jg) entgegenwirken soll. Die 
Keaktion gegen die heidnische Richtung des Julian beginnt sich 
also zu regen. Jener Strategius ist Gesandter der Stadt Ancyra 
und soll dem Kaiser einen Goldkranz überbringen, wie sie beim 
Regierungsantritt gespendet zu werden pflegten: 331(1480). 326 
(1067). Es handelt sich also um eine der üblichen Gratulations- 
gesandtschaften, wie 317(1061). 319(1476). Über die Zeit vgl. 
zu 312—314(1147. 1474. 1475). 

7(1137) nach Constantinopel an Nicocles überbracht von 
Herculianus. Es wird über den Mißerfolg jenes christlichen 
Angriffs berichtet, von dem 323 (1065) die Rede war. Ein An- 
tiochener, vielleicht der Bischof der Stadt, scheint den Versuch 
gemacht zu haben, den Kaiser zur Unterdrückung des Heiden- 
tums zu veranlassen, und dieser hatte mit dem Tolerauzedikt 
geantwortet, daß er schon einige Zeit vor dem Antritt seines 
Consulats (1. Januar 364), also wahrscheinlich während seines 
kurzen Aufenthalts in Antiochia erließ: Themist. or. V67bff. 

[324—328. 330(1477. 1066. 1067. 1478. 1069. 1070)] nach 
Isaurien 325(1066) an den Praeses Palladius V; nach Ancyra 
326(1067) an Maximus VI als Consularis Galatiae, wie 308 
(1471), 328(1069) an Hyperechius I, 330(1070) an Caesarius IT 
als Comes rerum privatarum, wie 322 (1064); nach Constanti- 
nopel 324(1477) an Claudianus I; nach unbekanntem Orte 327 
(1478) an Euagoras. Palladius V hat eben erst sein Amt ange- 
treten und den DionysiusII zu sich berufen. 357 (1504). 55 (1 130; 
erfahren wir, daß dieser den Ruf abgelehnt hat. Von derselben 
Gesandtschaft aus Ancyra, wie 323(1065), ist auch 326 (1067) die 
Rede. Caesarius IV ist kurz vorher in Antiochia gewesen und 
jetzt auf dem Wege nach Ancyra, da Hyperechius I, der dort zu 



December 



XL Die Additamenta. 415 

Hause war, seiner Fürsprache empfohlen wird: 328(1069). 368 
330(1070). Da er zum Hofhalt gehörte, ist damit die Zeit 
genau bestimmt. Denn Kaiser Joviau hielt sieh nur kurze Zeit 
in Antiochia auf, wo er nicht sehr lange vor dem 22. October 
363 angelangt war und das er im tiefsten Winter verließ, um 
am 1. Januar 364 in Ancyra sein Gonsulat anzutreten: Amm. 
XXV 10,4. 11. Vgl. S. 404. Während er dorthin auf dem Wege 
war, muß diese Briefgruppe geschrieben sein. Auf 330(1070) 
weist 2(1285) zurück. 

329 (1479) an Leontius IV als Consularis Palaestinae se- 
cundae, wie 305(1469), überbracht von BassusIV und Tha- 
lassius V. 

330(1070) verbunden mit 324(1477). 

[331 — 333 (1480 — 1482)] au CaesariusIV als Comes rerum oecember 
privatarum, wie 330 (1070), an Olympius VIII und an Datianus. 
Dieser hat unmittelbar vorher Antiochia verlassen, um den 
Kaiser einzuholen; mithin ist auch dieser vor nicht sehr langer 
Zeit abgereist, wodurch diese Briefgruppe dicht an 324 — 328. 
330 herangerückt wird. Dementsprechend wird auch hier 
vorausgesetzt, daß die Adressaten in Ancyra ihre Briefe empfangen 
werden. Denn hier ist Olympius VIII zu Hause, und der Albanius, 
welcher dem Caesarius zu besonderer Beachtung empfohlen 
wird, ist gleichfalls Ancyraner. 

334 (1483) nach Ancyra an Caesarius IV als Comes rerum 
privatarum, wie 331 (1480). 

335(1484) ist auf S. 405 vor 231(1415) eingeschoben. 

336(1485) nach Ancyra an CaesariusIV, wie 334(1483). 
Acacius I ist an den Hof berufen, um zu einem neuen Amte 
befördert zu werden. 61(1310) hat er die Comitiva domorum 
per Cappadociam kürzlich angetreten. 

337 (1486) an Salutius als Praefecten. Er befindet sich 
in Antiochia, wo er zurückgeblieben sein wird, als Kaiser Jovian 
die Stadt verließ; vgl. 324—329. 330. 

[338—340(1487—1489)] nach Constantinopel 340(1489) 
an Modestus als Praefectus urbis, wie 254 (1429 a), 339(1488) 
an Themistius I; 338(1487) an Clearchus I, der kürzlich das 
Vicariat von Asien angetreten hat. Sein Vorgänger Caesarius IV 
war nach 322(1064) zum Comes rerum privatarum befördert 
worden. Der Tod Julians wird 339. 340(1488. 1489) erwähnt. 
Auf die Unruhen in Constantinopel, von denen 254. 255 



416 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

863 (1429 a.b) die Rede war, weist 340(1489) zurück. 339(1488) 
knüpft au 317(106J) an. Ebendaselbst wird davon geredet, 
daß Caesarius kurz vorher in Antiochia gewesen ist; vgl. 324 
— 330. Als Überbringer wird 339(1488) HeraclianusI genannt. 
[341—343(1490—1492)] nach Ancyra 343(1492) an 
Caesarius IV als Comes rerum privatarum, wie 336(1485); 

341 (1491) an Julianus YIII, der vor nicht sehr langer Zeit 
das Amt eines Peraequator dioeceseos Ponticae angetreten 
hatte; vgl. 250. 254. 255 (1426a. 1429a. b); nach Constanti- 
nopel 342 (1491) an Themistius I. Als Überbringer wird 

342 (1491) Severinus I genannt. Auf den Tod Julians wird 
342 (1491) als auf ein nicht sehr weit zurückliegendes Ereignis 
hingewiesen. Alexander III, der unter ihm Consularis Syriae 
gewesen war und mit übergroßem Eifer für die Ausbreitung 
der heidnischen Religion gearbeitet hatte, ist angeklagt, aber 
freigesprochen worden. Der Einzug des Kaisers Jovian in 
Constantinopel wird demnächst erwartet: 343(1492). 

344(1493) an Palladius V 'als Praeses Isauriae, wie 
325 (1066). 

345(1071) istaufS. 441 zwischen 413(1081) und 414(1150) 
eingeschoben. 

346 (1494) nach Ancyra an Caesarius IV als Comes rerum 
privatarum, wie 343 (1492). Handelt von den Vorbereitungen 
für die Spiele des Celsüs I, wie 286. 287 (1454. 1217). 

[347. 348 (1495. 1496)] nach Phoenicien an Andronicus 11 
und an Gaianus, der eben im BegrifP ist, die Statthalterschaft 
der Provinz niederzulegen; vgl. 309(1472). Uberbraeht von 
Marius, der als sein Nachfolger ihn abzulösen kommt; vgl. 
105(1044). 

349—356 sind hinter 224(1410) auf S. 436 besprochen. 

357(1504) an Palladius V als Praeses Isauriae, wie 344 
(1493). 325(1066). Hier war berichtet, daß er den DionysiusII 
an sein Forum berufen habe, dieser aber zögere, dem Rufe zu 
folgen^; 357(1504) hat er erklärt, nicht kommen zu wollen. 
Die Briefe müssen also sehr bald aufeinander gefolgt sein; 
vgl. 55(1130). 

358flr. sind hinter 356(1503) auf S. 437 besprochen. 

[105. 107. 108(1044. 1186. 1329)] nach Phoenicien an 

1) 325(1066) ist zu schreiben: /t «2 yicQ ^^ f^h T^^^Qf^XQ^ilia v'ni]!(0VGev 
statt VTtrixovaitv. 



XI. Die Additamenta. 417 

Gaianus, an Scylacius 11^ und an Andronicus II. Nach 105 ^^ 
(1044) und 108 (1329) hat sich Gaianus beklagt, daß Libanius 
ihm, seit er sein Amt niedergelegt habe, gar nicht mehr schreibe, 
und dieser verteidigt sich mit Hinweis auf den Brief, den Marius 
empfangen, aber im Drange seiner neuen Geschäfte nicht über- 
geben habe. Damit muß 348 (1496) gemeint sein, woraus sich 
ergibt, daß jene beiden Briefe außer der chronologischen Folge 
stehen und, wenn nicht unmittelbar, so doch sehr bald auf 
347. 348 (1495. 1496) gefolgt sind. Dazu paßt es auch, daß 
108(1329) von dem Briefe des Kaisers spricht, der zuerst 
334(1483) erwähnt war. Aber auch 107(1186) gehört in 
diese Zeit, da hier von dem Tode Julians als von einem ganz 
frischen Ereignis gesprochen und unmittelbar an 318(1062) 
angeknüpft wird. Auf 105(1044) weist 134(1214) zurück. 

1 (1284) nach Ancyra an Caesarius IV als Comes rerum 
privatarum, wie 346 (1494), überbracht von Dius. Celsus I 
erscheint als Consularis Syriae, wie 54(1306). An diesen 
Brief knüpft der folgende an. 

[2 — 5(1285 — 1288)] nach Ancyra an denselben, an Da- 
tianus, an Hyperechius I, an Teutomeres. Daß Jovian nicht 
sehr lange vorher Antiochia verlassen hat, ist 5 (1288) aus- 
drücklich gesagt; daß sich das Hoflager in Ancyra befindet, 
ergibt sich aus 2. 3 (1285. 1286). Dort muß der Kaiser kurz 
vor dem 1. Januar 364 angelangt sein, da er sein Consulat 
dort antrat; er verließ die Stadt um Mitte Februar; denn am 
19. Februar starb er in Dadastana, wenige Tagereisen von 
Ancyra entfernt. 2(1285) knüpft an 1(1284) an und weist 
auf 330(1070) zurück; auf 2(1285) bezieht sich 34(1132). 

6 (1289) an Priscianus I als Praeses Ciliciae, überbracht 
von Olympius VI, dessen Abreise nach Cilicien auch 9 (1290) 
erwähnt wird. An diesen Brief knüpfen 16(1295) und 45 
(1115) an. 

7(1137) ist zwischen 323(1065) und 324(1477) ein- 
geschoben; 8. S. 414. 

8(1138) ist zwischen 314(1475) und 315(1060) ein- 
geschoben; s. S. 412. 

[9. 10(1290. 1206)] nach Cilicien an Acacius III und an December 
Hierius III. 10 (1206) nennt Demetrius I als Überbringer, 



1) Diesen nennt die Adresse im Vaticanas, nicht den Aristophanes. 
Texte u. Untersuchangen etc. NF XV, 1. 2 27 



418 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

863 der Dach 173 (1368) auch 9 (1290) bestellt hat. Er muß schon 
vor dem Ende des Jahres in seine Heimat zurückgekehrt sein, 
da nach 15 (1294) nur der schlechte Winter, der die Wege 
unbrauchbar gemacht hatte, ihn daran hinderte, dem Libanius 
rechtzeitig die Neujahrsgeschenke zu senden. Olympius VI 
ist in Cilicien, wohin er abreiste, als 6 (1289) geschrieben 
wurde. Au 9(1290) knüpft 173(1368) an, an 10(1206) 
ebenso 11(1291). 
863/4 11 (1291) nach Cilicien an Hierius III. Schließt sich dem 

Inhalte nach unmittelbar an 10 (1206) an. 

364 12 (1292) an Marius als Consularis Phoenices, wie 347. 

348(1495. 1496); vgl. 105(1044). Libanius ist im Begriff, 
auf ßufinus V eine Rede zu halten, der, wie 287 (1217), Comes 
Orientis ist. Von ihrem Erfolg erzählt 22 (1296). Da sie als 
der Ertrag des Winters bezeichnet wird, muß dieser vorüber 
oder doch seinem Ende nahe sein. 

[13. 151 — 153(1293. 1350. 1351. 1049)] nach Asien 
153 (1049) an Clearchus I als Vicar der Dioecese, wie 338 (1487); 
nach Bithynien 13(1293) an Theodorus III als Consular; nach 
Constantinopel 152 (1351) an Nicocles; nach Corinth 151 (1350) 
an Aristophanes. Dies ist der erste Brief, der an Aristophanes 
nach dem Tode Julians geschrieben ist; doch liegt dies Er- 
eignis schon einige Zeit zurück. Ebenso wird es 152(1351) 
als ein noch nicht ganz überwundener Schmerz erwähnt. 
Danach können diese Briefe nicht soweit von dem Sommer 
363 abliegen, wie man aus ihrer Stellung in der Reihe schließen 
müßte. Da der Aufenthalt des Letoius II in Asia sowohl 
13(1293) als auch 152(1351) erwähnt wird, habe ich diese 
vier Briefe, wenn auch zweifelnd, zu einer Gruppe vereinigt. 
Frühling 14 (1036 b) au ülpianus I, der eben die Statthalterschaft 

von Arabien angetreten hat. Der Frühling ist gekommen. 
Auf diesen Brief wird 20(1162) und 42(1099) zurückgewiesen. 
Über das Orakel, das er erwähnt, vgl. 21 (1128). 

März [15—17 (1294. 1295. 1037)] nach Cilicien an Demetrius I, 

an Priscianus I als Praeses der Provinz, wie 6 (1289), und 
nach Pisidien an Julianus XV. Seit dem Tode des Kaisers 
Julian hat Libanius erst kürzlich wieder begonnen, öffentliche 
Declamationen zu halten: 15(1294). Dies bezieht sich wohl 
auf die Rede an Rufinus V, von der 12(1292) und 22(1296) 
sprechen. Die Neujahrsgeschenke, welche Demetrius dem 



XI. Die Additamenta. 419 

Libanius schickte, sind erst gegen Ende des Januar angekommen: 864 
15(1294). Da hier dafür gedankt wird, können diese Briefe 
kaum später als im März geschrieben sein; aber auch nicht 
früher, weil schon der vorhergehende von dem Anbruch des Früh- 
lings redet. 16 (1295) weist auf 6(1289) zurück; vgl. 45(1115). 

18(1160) nach Berytus an Domninus I. Diesen Brief 
enthält der Vaticanus 83 zweimal, als 18. Brief des vierten 
und als 44. des sechsten Buches, dort überschrieben Ao/ivimvt^ 
hier Magifio^. Daß er an den juristischen Lehrer Domninus 
gerichtet ist, ergibt sein Inhalt. 

19(1161) an Euagoras. 

20(1162) an Palladius V als Praeses Isauriae, wie 357 
(1504); auf 14 (1036b) wird zurückgewiesen. 

[21. 22(1128. 1296)] an Theodora^ und an Marius als 
(^nsularis Phoenices, wie 12(1292). Jene befindet sich an 
der Seeküste, wohl in Phoenicien, da auch ein zweites Mal 
ihre Adresse mit der des Marius verbunden ist: 29. 30(1155. 
1299). Sie scheint dorthin geflohen zu sein, weil ein Orakel, 
von dem auch 14 (1036 b). 31 (1300) die Eede ist, die Zer- 
störung Antiochias durch ein Erdbeben verkündet hatte. Der 
Panegyrikus auf Rufinus V, den 12 (1292) ankündigte, ist unter- 
dessen gehalten: 22(1296); vgl. 15(1294). 54(1306). Auf 
21 (1128) weist 30(1299) zurück. 

[23—27 (1163—1165. 1297. 1298) nach Apamea 24(1164) 
an Eustolius, 25(1165) an Marcellinus YI, 26(1297} an Ge- 
rontius III, 27(1298) an Sopater I; nach Cilicien 23(1163) 
an Priscianus I als Praeses der Provinz. Der Sophist Ge- 
routius III, über dessen Berufung nach Apamea 253 (1428). 
257(1431). 278(1449) handelten, scheint dort von den Lasten 
des Decurionats bedroht zu sein und deshalb die Fürsprache 
des Libanius erbeten zu haben. Wenn er dem Priscianus I 
empfohlen wird, so könnte dies darin seinen Grund haben, daß 
er Güter in Cilicien besaß. 

[28—30 (1167. 1155. 1299)] nach Phoenicien an Magnus III, 
an Marius als Gonsular der Provinz, wie 22(1296), und an 

1) Da dieser Brief seinem Inhalte nach an dieselbe Person gerichtet 
ist, wie 30 (1299), muß auch er ßeoöwga statt ßeo6wQ(v überschrieben 
werden. Denn daß die weibliche Endung, die in den Adressen des Li- 
banius äußerst selten vorkommt, mit der gewöhnJichen männlichen ver- 
wechselt ist, muß für wahrscheinlicher gelten als das Umgekehrte. 

27* 



i 420 ö' Seeck, Die Briefe des Libanius. 

I 864 Theodora. DionysiusV wird 29(1155) als Überbringer genaunt. 

I 30(1299) weist auf 21(1128) zurück. 

Prühiing 31 (1300) an Fortunatianus I. Auf das ünheilsorakel, voq 

dem 14 (1036b). 21(1128) gesprochen war, wird augespielt. 
Es ist Frühling. 

[32.33 (1038. 1168)] an Domninus II als Praeses Phoe- 
niciae Libanensis, wie 142 (1345 b), und Theodotus I für den 
Sophisten Strategius III. 
März^oder ' [34— 37 (1132. 1169. 1 166. 1096)] uach Galatien 36(1166) 
an Maximus VI als Consularis der Provinz, wie 326(1067); au 
das Hoflager nach Constantinopel 34(1132) an CaesariusIV 
als Comes rerum privatarum, wie 1.2(1284.1285), 35(1169) 
an JovinusII^, 37(1096) an Datianus; als Überbringer wird 
36(1166) Eomulus genannt. Libanius beklagt seine Macht- 
losigkeit, was auf die Zeit nach dem Tode Julians hinweist: 34. 
35(1132. 1169); vgl. 41 (1039). Die Spiele des Celsus I sind 
in Vorbereitung: 34. 35(1132. 1169), wie 346(1494); vgl. 396 
(1533). 407 (1541). Aristo I wirbt nach 37 (1096) um die 
Tochter des Thalassius I; 77(1321) ist seine Hochzeit nahe 
bevorstehend. 34(1132) knüpft an 2(1285) an und 86(1092) 
weist darauf zurück. Nach 35(1169) regiert nur ein Kaiser; 
die Briefe sind also geschrieben, ehe die Erhebung des Valens 
zum Mitregenten Valentinians (28. März 364) in Antiochia bekannt 
geworden war, d. h. spätestens im April. 

38(1170) an Palladius V als Praeses Isauriae, wie 20 
(1162). Olympius VI, der 6 (1289). 9 (1290) in dem benachbarten 
Cilicien war, ist jetzt bei ihm. Die Bitte, den Assessor Maternus 
zu loben 2, wird 40(1117) wiederholt. 

39(1153) an denselben. 

[40.41(1117.1039)] an denselben und an Julianus VIIF^ 
in Cilicien. 40(1117) knüpft an 38(1170) an. 41(1039) ant- 
wortet auf das Bedauern des Julianus, daß der Tod des gleich- 
namigen Kaisers dem Libanius allen Einfluß geraubt habe; 
vgl. 34. 35(1132. 1169). 

1) Daß hier mit Wolf die Adresse des Jovinus für die des Jovianiis 
zu setzen ist, habe ich S. 185 begründet. 

2) Es ist zu schreiben: xat ygatpmv avfpgalvELg xal ag/^wv. aQyti^ 
xa fihv yaQ ixeif navtaxov 6e negl avzwv Xoyog. tazo) 6e iv talg hcuno- 
kaXq xal <iv MaxsQvoq ^QyaCßxai xakcüv (statt xal) fivi]fiTi. olfjtat dh xal 
xavxa eivai xaXa TiQaxxbfievd ye vnb aoi öiöaaxako). 

3) So die Überschrift im Vaticanus 83. 



Xf. Die Additamenta. 421 

42(1099) an Ulpianus I^ als Praeses Arabiae; knüpft an 364 
14 (1036 b) an 2. 

43(1301) nach Paphlagouieu an Helpidiusl. Seine Tochter 
Prisca ist nach ihrer Yermählnng mit Bassianus in Antiochia 
angelangt, wie Libanius dies 296(1462) von ihr erbat. Es wird 
die Hoffnung auf ein Enkelchen des Helpidius ausgesprochen, 
das nach der Sitte der Zeit seinen Namen tragen soU^. Die 
erwartete Niederkunft erfolgte im Herbst 364: 179(1773). 

44(1139) an Fortuuatianus I. Die Christen (ol dXitiJQioc) 
haben wieder die Macht in Händen, was auf die Zeit nach dem 
Tode Julians hinweist. 

45(1115) an Priscianus I als Praeses Ciliciae; knüpft an 
6(1289) und 16(1295) an. 

46 (1302) an ülpianus I als Praeses Arabiae, wie 42(1099). 

[47. 50(1100.1171)] nach Apamea an Sopater I* und 
Eustolius und an Marcellinus VI, für die Erben des Urbicius. 
59(1309) spricht den Dank des Libanius aus, daß seiner Für- 
sprache Folge gegeben ist. 

[48.49(1303.1304)] nach Apamea an Marcellinus VI und 
Sopater I für Eugenius V. 

50(1171) mit 47(1100) verbunden. 

51(1172) an Daduchius. 

52(1098) nach Ancyra an Ario^. 

53(1305) an Florus I, der sich inmitten des Aegaeischen 
Meeres befindet. 

54(1306) an Celsus I als Consularis Syriae; vgl. 1 (1284). 
Die Olympischen Spiele, die in jedem julianischen Schaltjahr 
gehalten wurden, also auch 364, stehen bevor. Libanius er- 



1) So die Überschrift im Vaticanus 83. 

2) 1036 b: olfjiat. de avzovg vir fihv änaigeiv imh xov ^rizeiVj S zecag 
elxoV st rf' ägezT^v r^ye/iovog ^SoieVf saea^ai zaneivovZf fiakkov 6h za 
avzoßv ayanrjaeiv. 1099: xaXaig ^TiiazccfiT^Vf oxi xaxetog ol fihv anoinii' 
aovzai xov xi nXsov 'QijxeTv, av <J' inl xov ngoatjxovxog ^ay axTjfiatog. 

3) Es ist zu erg&nzen: ^v exegog nag* rj/utZv yevijxai xe xal xQ^(pijxai 
EkniSiog. Der Name fehlt, ist aber unentbehrlich, wie der folgende Satz 
zeigt: xav fiexaii&fjmrj xovxov, axovay xov ngeaßvxeQOv änaixovvxwv. Das 
bedeutet: „Wenn Du künftig nach dem jungen Helpidius, Deinem Enkel, 
schickst, so wirst Du hören, wie die Antiochener Dich, den alten Helpidius, 
zurückverlangen, der Du ihnen als Praefect ein gutes Andenken hinter- 
lassen hast.^ 

4) So der Vaticanus 83. 



422 ö- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

364 wähnt einer Rede, die er kürzlich gehalten hat; wahrscheinlich 
ist der Panegyrikus auf RufinusV gemeint: 22(1296). 

[55.56(1130.1308) an Palladius V als Praeses Isauriae, 
wie 38—40(1170. 1153. 1117), und an Entrechius als Praeses 
Pisidiae, wie app. 222 (755). Dionysius II, der in Isaurien zu 
Hause ist, hat in der Nachbarprovinz Pisidien einen Prauenraub 
vollführt, und der Praeses hat an Palladius geschrieben, damit 
er jenen vor Gericht stelle: S. 121. Libanius legt Fürsprache 
für ihn ein, mit glücklichem Erfolge, wie 124 (1093). 125 (1045). 
136(1340) zeigen. Indem er 55(1130) sein Bedauern aus- 
spricht, daß Dionysius früher dem Rufe des Palladius nicht 
gefolgt sei, knüpft er an 325 (1066). 357 (1504) an, insofern 
hier von jenem Ruf und seiner Ablehnung gesprochen war. 
Auf 56(1308) weist 91(1323) zurück. 

[57. 58. 90(1116. 1124. 1123) nach Berytus überbracht von 
Apringius an Marius als Consularis Phoenices, wie 29(1155), 
an Domuinus I und an Megethius. 

Daß 90(1123) mit 57.58(1116. 1124) zusammengehört, 
ergibt sich aus der Identität des Überbringers ; aber auch von 
den folgenden fünf Briefen passen 91. 93 und 95 besser an 
diese Stelle, als dorthin, wo sie stehen, wie bei den einzelneu 
Stücken dargelegt werden soll. Ich habe daher die ganze Reihe 
90 — 95 hierher übertragen. 

91(1 323) an Palladius V als Praeses Isauriae, wie 55(11 30 j. 
Er hat sich dadurch verletzt gefühlt, daß Libanius zugunsten 
des Dionysius II nicht nur an ihn, sondern auch an Entrechius 
geschrieben hatte, obgleich er allein über den Frauenräuber 
zu richten hat. Deshalb wird ihm dies Entschuldigungsschreiben 
zugesandt. Es muß also sehr schnell auf 55.56(1130. 1308) 
gefolgt sein, auf welche Briefe es sich bezieht. Denn Isaurien 
liegt Antiochia so nah, daß eine dringende Korrespondenz, wie 
diese es war, sich in ganz kurzen Zeitabständen abspielen 
konnte. 

92(1176) an Theodorus III als Consularis Bithyniae über- 
bracht durch Demetrius III; vgl. 13(1293). 

93 (1089) an ülpianus I als Praeses Arabiae. Er hatte sich 
über die Zustände seiner Provinz beklagt und war durch 
14 (1036b) getröstet worden. Daraufhatte er erwidert, daß 
dieser schöne Brief ihn völlig mit seiner Amtstätigkeit versöhnt 
habe, worauf Libanius hier antwortet, die Tätigkeit selbst, nicht 



XL Die Additamenta. 423 

der Brief, habe ihm Freude gemacht^. Dieses Stück kann also B64 
von 14 (1036b) zeitlich nicht viel weiter entfernt sein, als das 
Hin- und Hertragen einer Botschaft zwischen Antiochia und 
dem nahen Arabien erforderte. 

94 (1177) an Palladius V als Praeses Isauriae, wie 91 (1323), 
überbracht von Numenius. Für die Unterstützung, die dieser 
erhalten hat, danken 136(1340). 373(1517). 

95(1178) an Marius als Consularis Phoenices, wie 57(1116). 
Libanius entschuldigt sich 104 (1327) bei ihm, daß er ihm sehr 
lange nicht geschrieben habe. Das hat einen Sinn, wenn 39 
Briefe, nicht aber wenn nur 8 zwischen diesen beiden liegen, 
da ja in dieser Zeit die Korrespondenz in sehr schnellem Gange 
fortschreitet. 

96(1043) ist auf S. 425 hinter 86(1092) gestellt. 

59 (1309) nach Apamea an Sopater I; dankt für die Unter- 
stützung der Kinder des Urbicius, um die 47(1100) gebeten 
wurde. Es wird auf die Olympischen Spiele zurückgewiesen, 
die Sopater im J. 361 gegeben hatte; vgl. app. 49(577). 

60(1129) ist auf S. 425 zwischen 74(1320) und 75(1173) 
eingeschoben. 

[61.62(1310. 1311)] nach Cyrus'^ an Letoius I und nach PrühUBg 
Cappadocien an Acacius I. Dieser war 336 (1485) an den Hof 
berufen worden mit der Hoffnung auf ein ansehnliches Amt 
und hat sich bei Libanius beklagt, daß ihm durch die Intriguen 
seiner Neider nur die Aufsicht über die cappadocischen Gestüte 
übertragen ist, worüber ihn 61(1310) trösten will. Auf die 
Abreise seines Sohnes Marcus kommt 109(1211) zurück. 
Letoius I hat kürzlich Antiochia verlassen und beabsichtigt nicht 
vor dem Winter zurückzukehren; dieser ist' also noch fern. 
Libanius beklagt sich bei ihm, daß die Redekunst nicht ge- 
nügend geehrt werde, indem man das Gesetz der Feier gestört 
habe. Dies bedeutet wahrscheinlich, daß bei den Olympien 
ein rhetorischer Wettkampf über ein sacrales Thema stattzu- 
finden pflegte und dieser durch das neue christliche Regiment 
verboten war^. Ist dies richtig, so müssen diese Briefe nicht 

1) 'Eßovkofiriv ovTütg eivai xaXog, oiaze /le, oitbaov (pi^q^ SvvaaO-ai 
Sia Züjv yga/ifidrcDV^ vvv de fioi öoxeTg rrjv fihv xsQxpiv i^ avtaiv sx^iv 

XWV 710V(0V. 

2) Zu Anfang von 62(1311) ist Kvgog natürlich groß zu schreiben. 

3) Daß die Olympien nach dem Tode Julians irgend eine Einbuße 
erlitten hatten, ergibt sich auch aus 67(1315): nkriQov^ev 6f o^coq xa 
TiQO^ xov Q-eov, ovxwg oniog äv ^^Jj. 



424 0. Seeck, Die Briefe des Libanius. 

3M sehr lange vor die Olympischen Spiele fallen, die im Hoch- 
sommer 364 stattfanden (S. 404). Dies ist um so wahrschein- 
licher, als auch 66—70(1314—1318) von ihnen die Rede ist. 
An 62(1311) knüpft 77(1321) an. 

63(1312) an CelsusI als Consularis Syriae; wie 54(1306). 

[64.65(1091.1313)] nach Aegypten an Menander I und 
Castricius 11, der jenem empfohlen wird. 

[66—70(1314—1318)] nach Asien 66(1314) an den Vicar 
Clearchus I, wie 338(1487), und 67(1315) an den Proconsul 
Helpidius 11; nach Bithynien 69(1317) an den Consular Theo- 
dorus III, wie 13(1293); nach Aegypten 70(1318) an den 
Praefecten Hierius I; nach unbekanntem Ort 68 (1316) an 
Atactius. Vorbereitungen für die Olympischen Spiele; vgl. 62 
(1311). Auf den Tod Julians wird zurückgewiesen 67(1315). 
April [71—74 (1040. 1141. 1319. 1320)] nach Nicomedia 74 (1320) 

an Alcimus; nach Constantinopel 71 (1040) an Datianus, 72 
(1141) an Salutius^ 73(1319) an Themistius I. Diese drei 
Briefe nennen als Überbringer eine Gesandtschaft, die Valen- 
tinian bei Gelegenheit seines Regierungsantritts den üblichen 
Goldkranz überbringen * und zugleich die Verzeihung des Datianus 
erwirken sollte, weil der Pöbel von Antiochia seine Landgüter 
verwüstet hatte. Hiervon reden auch 60(1129). 84(1041). 
146(1046). Auf den Tod JuUans weist 74(1320) zurück. — 
Die Kaiserwahl hatte am 26. Februar 364 stattgefunden; bis 
die Nachricht nach Antiochia gelangte, der dortige Rat über 
das Goldgewicht des Kranzes Beschluß faßte, das Geld eintrieb, 
ihn anfertigen ließ und die Gesandten wählte, muß das Ende 
des Märzmonats herangekommen sein, umsomehr als uns gesagt 
wird, daß sie mit ihrer Abreise zögerten 2. Andererseits wußte 
man, als diese Briefe geschrieben wurden, nur von einem 
Kaiser^; daß Valens Mitregent geworden war, wozu er am 

1) 73(1319) ist der erste Satz zu ergänzen: ßoijd'Tjaov roiq nghaßeni 
xä elxbxa 6ia t€ ttjv nbXiv, rj ae noXkaxtq id-avfiaaef xai rb(v ßaaiksaf 
</}} xbv azigjavov <psQOvaiv. Von einer andern Lücke desselben Briefes 
können wir nur die Stelle angeben: boxi fikv yaQ ov fiixgbv oi)^ oaa r^$ 
rov xQarlaxov 6tj SaXovziov yvcofirjg .... Tigog ravra ae avXkaßelv 
elxdl^w. Auch 74(1320) ist gegen den Schluß sehr lückenhaft. 

2) 71(1040): /jiblig ixivrjd^r^aav oi itQeaßBvral itag' rifxciv imb fpbßov 
d-ayfiaoTov. 

3) 72(1141): ßaaiksa neiS-(0Vf wg xaXa fihv ahov^sv. 73(1319): 
TEXfiaiQOjuat 6h ry re ay xal ry rov ßaadStog ctQSxy. b fjihv yag ccv6q€ov 
andvxioVj av Sh (pikoabg^cov dgicxog. 



XI. Die Additaiuenta. 425 

28. März 364 erhoben wurde, war also in Antiochia noch nicht 864 
bekannt. Danach kann diese Gruppe ziemlieh sicher in den 
April 364 gesetzt werden. 

60(1129) nach Constantinopel an Datianus, scheint un- 
gefähr an diese Stelle zu gehören. Denn Libanius berührt 
hier die Beleidigung, die Datian durch das Volk von Antiochia 
erlitten hat, nur flüchtig, wie er es kaum tun würde, wenn 
er nicht schon vorher ausführlicher darüber geschrieben hätte; 
vgl. 7] (1040). Auch ist die übermäßige Freude, die er und 
seine Mitbürger über den Brief des Datian empfinden, wohl 
nur daraus zu erklären, daß sie aus ihm die HofPnung schöpfen, 
er werde um des Libanius willen auch der Stadt verzeihen: 
S. 1 16. Auf den Empfang desselben Briefes weisen auch 84 (1041) 
und 102 (1095) zurück. 

[75. 76(1173. 1140)] an Clearchus I als Vicarius Asiae, 
wie 66 (1314), und an Theodorus III als Consularis Bithyniae, 
wie 69(1317). 

77 (1321) nach Cyrus an Letoius I, wie 62 (1311). Aristo I, 
von dessen Verlobung 37 (1096) die Rede war, ist jetzt im Begriff, 
Hochzeit zu machen; 126(1332) ist seine Frau schwanger. 
Celsus I wird als Consularis Syriae erwähnt, wie 63 (1312). 

78(1102) nach Lycien an Severus V^. Es ist schönster Frühling 
Frühling und die Schiffahrt vollkommen sicher. 

79(1174) nach Paphlagonien an Eugenius I überbracht 
durch Auxentius VII. 

[80—86. 96(1322. 1094. 1121. 1142. 1041. 1175. 1092. 
1043)] überbracht von Alexander V nach Constantinopel 
80(1322) an Themistius I, 81(1094) an Jovinus II, 82(1121) 
an Eumolpius^ 83 (1142) an Nicocles, 84(1041) an Datiaüus, 
85 (1175) an Olympius I, 86 (1092) an Caesarius IV als Comes 
rerum privatarum, wie 34(1132), 96(1043) an Nicentius I. 
Themistius wird um Übersendung der Rede gebeten, die er am 
1 . Januar 364 auf Jovian gehalten hatte: S. 301. Von dem Briefe 
71(1040), den Libanius im April 364 an Datian geschickt 
hatte, heißt es 84 (1041), er sei svayxog geschrieben. Seitdem 
ist soviel Zeit vergangen, daß jener zwar schon angekommen, 
aber noch nicht beantwortet sein kann. Julians Tod wird 
81 (1094), erwähnt, das Schwinden von Libanius' Einfluß 
80(1322), 96(1043), wie 41(1039). Auf 34(1132) nimmt 

1) So die Handschrift. 



426 ^- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

364 86 (1092) Bezug, auf 60 (1129) ebenso 84 (1041); an 83 (1142) 
knüpft 98(1324) an. 

[87—89(1042. 1207. 1120)] nach Cyrus überbracht von 
Pelagius I an Domitianus II als Praeses Euphratensis, wie 
178 (1372), an Euethius^ und an Letoius I. Auf die Gesandt- 
schaftsreise, die Pelagius im Jahre 357 gemacht hatte, wird 
87 (1042) zurückgewiesen. Domitianus II hat sein Amt kürzlich 
angetreten; sein Vorgänger Atarbius erscheint zuletzt 294 (1461); 
vgl. 116(1221). Nach 89(1120) liegen Freunde des Libanius 
hoffnungslos danieder; 104(1327) wird von ihrem Tode ge- 
sprochen. 

90—95 sind auf S. 422 zwischen 58(1124) und 59 (1309) 
eingeschoben. 

96 ist mit 80—86 verbunden: s. S. 425. 

[97. 98. 101—103(1179. 1324. 1228. 1095. 1326)] nach 
Constantinopel 98 (1324) an Nicocles, 102 (1095) an Datianus^, 
103(1326) an Modestus; nach Corinth 101(1228) an Aristo- 
phanes; nach Sparta 97(1179) an Euelpistius; überbracht 
von Pergamius, der nur 102 (1095) nicht genannt wird. Der 
Tod des Julian wird 97 (1179). 98 (1324). 101 (1228) erwähnt; 
nach 103 (1326) regieren zwei Kaiser; die Erhebung des Valens 
ist also in Antiochia schon verkündet worden; vgl. 71 — 74. 
Auf 83(1142) weist 98(1324) zurück, auf 60(1129) ebenso 
102(1095). 

[99. 100 (1325. 1208)] nach Cilicien an Demetrius I und 
an Euthalius I*^, überbracht durch Dionysospriester. 

101 — 103 sind wegen des gleichen Überbringers mit 97. 
98 verbunden. 

[104. 106(1327. 1328)] nach Phoenicien an Marius, der 
eben die Statthalterschaft der Provinz niederlegt, und nach 
Arabien an Ulpianus I^, der sie an seiner Statt übernehmen soll 

1) So die Handschrift. 87(1042) ist Kvgio für Tvqw zu schreiben: 
denn daß Aristo und Pelagius, die als Bürger dieser Stadt erwähnt werden. 
Cyrenser waren, steht fest: 37 (1096). app. 458 (991). 461 f994). Die Lesart 
IleXayiogf die auch 89(1120) einige Handschriften bieten, ist natürlich 
richtig, nicht IloXefiiog, wie Wolf in den Text gesetzt hat. 

2) So die Vaticanische Handschrift. 

3) In diesem Briefe ist zu schreiben; xb 6s negl ifiov (statt na*/ 
Ffiot) xaxazQLxpai xr^v rifXbQav vno aov yeyovevai nelS-ofiai. Denn nach 
dem Zusammenhange des Briefes befand sich Rufinus nicht in Antiochia, 
sondern bei Uipian; er konnte also nicht bei Libanius den ganzen Tag 
verbracht, sondern nur über Libanius den ganzen Tag gesprochen haben. 



XI. Die Additamenta. 427 

Dem ersteren gegenüber entschuldigt sich Libanius, daß er 364 
ihm sehr lange nicht geschrieben habe; der letzte Brief an ihn 
ist 95 (1178); s. S. 423. Ulpian erscheint als Praeses Arabiae 
zuletzt 93(1089); s. S. 422. Rufinus V ist nach 106(1328) 
Comes Orientis, wie 12(1292); sein Nachfolger Julianus VlI 
erscheint schon 148(1048). Die Freunde, von deren schwerer 
Krankheit 89(1120) erzählte, sind nach 104(1327) gestorben. 
An 106(1328) knüpft 123(1125) an. 

105. 107. 108 (1044. 1186. 1329) sind auf S. 416 zwischen 
357 (1504) und 1 (1284) eingeschoben. 

[109. 110(1211. 1219)] nach Cappadocien an Acacius I^ 
als Comes domorum, wie 61 (1310), und an Philippus IL 
Von der Reise des Marcus, von der 61 (1310) gesprochen war, 
ist auch 109 (1211) die Rede. An die hier ausgesprochen© Bitte, 
dem Libanius ein Pferd zu kaufen, knüpft 401 (1106) an. Nach 
110(1219) regiert eine Mehrzahl von Kaisern; vgl. 103(1326). 

[183—185. 192(1111.1377. 1103. 1213)] durch Julianus VII 
überbracht nach Constantinopel an Themistius I, an Datianus, 
an Salutius und an Modestus^. Der Überbringer ist nach 
183(1111) Consularis Phoenices gewesen, ein Amt, das er 
362 bekleidete, und reist an das Hoflager mit der Erwartung, 
befördert zu werden: 185 (1103). 192 (1213). Da er 148(1048). 
150 (1349) als Comes Orientis erscheint, müssen diese Briefe 
früher sein. Auch vor 146 (1046) müssen sie stehen, da Li- 
banius sich hier für einen Brief des Datiau bedankt, während 
er 184 (1377) über dessen sehr langes Schweigen klagt 2. 
Modestus erscheint 192(1213) als Privatmann, wie 103(1326). 
Da an Salutius 185(1103) die Auswahl gerühmt wird, die er 
bei der Anstellung der Statthalter trifft, und das gleiche Lob 
ausführlicher begründet 111(1143) wiederkehrt, haben wir die 
Gruppe mit diesem Brief in Verbindung gebracht, ohne freilich 
für die Genauigkeit dieser Zeitbestimmung einstehen zu können. 
Jedenfalls muß sie ziemlich lange vor 148 (1048) fallen, da 
hier Julianus VII nicht nur aus Constantinopel zurückgekehrt 
ist, sondern auch schon Proben seiner Verwaltungstätigkeit 
als Comes Orientis gegeben hat. 

1) So die Vaticanische Handschrift. 

2) Hier ist zu schreiben; xal el /^hv xpevaafisvo} xov ^leyxov ^v 6ia- 
(pvyELV, e?.eYOv äv yga^ifiaxa rixeiv ' vvv S* ccfKpiaßrjTeTrai (statt afX(p(o) 
xal öeixvvBLV avdyxrj. 



428 0- Seeck, Die Briefe des Libanius. 

SU [111. 120(1143. 1127)] an Salutius als Praefecten und an 

seinen Assesor Callistio, denen Arsenius II zur Beförderung 
empfohlen wird; auf denselben Gegenstand kommt 361 (1507) 
zurück. Nach 111 (1143) regieren zwei Kaiser, wie 110 (1219). 
138 (1342) steht hinter einem Brief an Priscianus I und 
ist rm avrw überschrieben, kann aber nicht an ihn gerichtet 
sein. Ein böser Greis, der früher Gonsularis Syriae gewesen, 
aber von der Bevölkerung Antiochias wegen seiner Härte ver- 
trieben ist, soll wieder zu demselben Amte berufen werden, 
und dem Adressaten wird Schuld gegeben, dies durch seine 
Fürsprache beim Praefecten bewirkt zu haben. Danach mufi 
er in dessen Umgebung eine einflußreiche Stellung eingenommen 
haben, wie sie vor allen andern der Assessor besaß. Priscian 
dagegen befand sich in Palaestina und kam mit Salutius in 
gar keine persönl