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Full text of "Die Fortschritte der Physik"

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^arbartr College fLiörarg 

bou(;ht with the income 

KKOH THK BEgUEST OK 

PROF. JOHN FARRAR, LL.D., 

AND HI8 WIDOW, 

ELIZA FARRAR, 



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ASTRONOM Y, AND NATURAL PHILOSOPH Y." 



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IM JAHRE 1900 

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PHYSIK DER MATERIE 

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KARL SCHEEL 



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IM JAHRE 1900 

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DEUTSCHEN PHYSIKALISCHEN GESELLSCHAFl 



SECHSUNDFÜNFZIGSTER JAHRGANG 

ERSTE ABTHEILÜNG 

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PHYSIK DER MATERIE 

BEDIGIRT VON 

KARL SCHEEL 



BRAUNSCHWEIG 

DRÜCK UND VERLAG VON FRIEDRICH VIEWEG UND SOHN 

1901 



DIE FORTSCHRITTE 

DER 

PHYSIK DER MATERIE 

IM JAHRE 1900 

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DEUTSCHEN PHYSIKALISCHEN GESELLSCHAFT 



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KARL SCHEEL 



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1901 



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Alle Eechte, namentlich dasjenige der Uebersetzang in fremde Sprachen, 

vorbehalten 



VORWORT. 



JNach der in den letzten Jahren erfolgten Aufarbeitung der 
restirenden Jahrgänge der „Fortschritte der Physik" war das bei 
Beginn dieser Arbeit gesetzte Ziel so weit erreicht worden, dass 
die Berichte gegen Ende desjenigen Jahres zur Ausgabe ge- 
langten, welches auf das des Erscheinens der betreffenden Publi- 
cationen unmittelbar folgte. 

Ausgehend Yon der Ueberzeugung, dass der actuelle Werth 
dieses Repertoriums durch eine thunlichste Beschleunigung seines 
Erscheinens nur gesteigert werden könne, schien der Versuch 
lohnend, schon in der ersten Hälfte des Jahres, statt der letzten, 
die „Fortschritte" in die Hände der Interessenten zu bringen. 
Hierbei liess sich allerdings der Uebelstand einer gelegentlichen 
UnToUständigkeit nicht yermeiden, der indess auch bei dem bis- 
herigen Verfahren keineswegs ausgeschlossen war, da gar manche 
wichtige Publication, vornehmlich solche von ausländischen Akade- 
mien, erst nach mehr als Jahresfrist in die Hände der Redaction 
gelangte, so dass Nachträge nicht zu vermeiden waren. — Selbst- 
verständlich wird der vorliegende erste Versuch dieser Art, der 
mit den Publicationen aus dem Jahre 1900 gemacht werden soll, 
diesen Mangel zunächst noch stärker hervortreten lassen; doch 
hofft die Redaction schon mit dem nächsten Jahrgange denselben 
auf das * thunlichst geringste Maass reduciren zu können. Den 
Herren Referenten für die höchst anerkennenswerthe Unterstützung 
bei der Durchführung einer solchen Arbeit an dieser Stelle ver- 
bindlichst zu danken, erscheint den unterzeichneten Redacteuren 
als eine freudige Pflicht. 

Zunächst wird beabsichtigt, Abtheilung I und IH ungefähr 
gleichzeitig vor dem Juli und Abtheilung H im unmittelbaren An- 
schluss daran im August oder September zur Ausgabe zu bringen. 



VI Vorwort. 

Um die Benutzung der „Fortschritte der Physik" noch mehr 
als bisher zu erleichtern und die Berichte noch weiteren Kreisen 
zugänglich zu machen, ist ferner vom vorliegenden Jahrgange ab 
eine Verringerung des Umfanges angestrebt worden. Diese Ver- 
ringerung bezieht sich vornehmlich auf die erste und zweite Ab- 
theilung und ist derart durchgeführt, dass alle Arbeiten rein 
chemischen oder technischen Inhaltes von der Berichterstattung 
ausgeschlossen und die übrigen Referate in ihrer Länge thunlichst 
reducirt wurden; auch konnte das Cap. 3a (Krystallographie) ohne 
Beeinträchtigung des Werthes der „Fortschritte der Physik" eine 
erhebliche Kürzung erfahren. Der Uififang der dritten Abtheilung 
ist gleichfalls um einige Bogen vermindert worden und zwar 
hauptsächlich dadurch, dass bei der Auswahl der Publicationen 
der „physikalische" Gesichtspunkt etwas schärfer in das Auge 
gefasst wurde, als dies bisher üblich wat. Die Redaction beab- 
sichtigt, hierin allmählich noch etwas weiter zu gehen, nahm aber 
Anstand, von den hergebrachten Grundsätzen allzu plötzlich und 
allzu weit abzuweichen. 

Endlich ist gegen früher vom vorliegenden Jahrgange ab die 
Aenderung getroffen, dass die Titel der einzelnen Arbeiten in den 
Registern ganz oder gekürzt in der Originalsprache (Deutsch, 
Französisch, Englisch, Italienisch u. a. m.) wiedergegeben werden, 
imd eine Uebersetzung nur dort eintritt, wo weniger allgemein 
bekannte Sprachen in Frage kommen, oder wo sich das Ver- 
ständniss nicht durch bekannte technische x\usdrücke ohne Schwierig- 
keit ergiebt. 

Berlin, im Juni 1901. 

Assmann. Scheel. 






Nachruf. 

Am 31. März 1901 wurde 

Bernhard Schwalbe 

ohne vorhergehende längere Erkrankung aus diesem Leben 
abgerufen. Mit ihm verlieren die „Fortschritte der Physik" 
einen ihrer eitrigsten Förderer, der stets bereit war, helfend 
einzugreifen, wenn es galt, dies monumentale Werk, wie er 
es gerne nannte, über eine Schwierigkeit hinwegzuhelfen. 

Die Lebensarbeit Bernhard Schwalbe's ist zum grossen 
Theil den „Fortschritten der Physik" gewidmet. Nach dem 
Fortgange von Kundt und Kiessling aus Berlin, die den 
Band 21 (Jahrgang 1865) fertiggestellt hatten, übernahm 
Schwalbe zunächst für die Bände 22 und 23 (Jahrgänge 
1866 und 1867) in Gemeinschaft mit Quincke und theil- 
weise Wanger in, dann für die Bände 24 bis 29 (Jahr- 
gänge 1868 bis 1873) allein die Redaction der Jahresberichte. 
Wegen des stetigen Anwachsens der zu bearbeitenden Litte- 
ratur und da andere Aufgaben in immer höherem Maasse an 
ihn herantraten, redigirte Schwalbe vom 30. Bande an nur 
noch die dritte Abtheilung, übernahm aber bei einer Er- 
krankung des Redacteurs der beiden ersten Abtheilungen 
noc^h einmal die Vollendung zweier vollständiger Jahrgänge 
(Bände 32 und 33, 1876 und 1877); erst mit dem 42. Bande 
(Jahrgang 1886) trat er endgültig von der Redaction der 
„Fortschritte der Physik" zurück. 

Auch nach dieser Zeit ist Schwalbe mit den „Fort- 
schritten der Physik" in engster Verbindung geblieben und 
hat während seiner weiteren Lebensjahre dem Werke werth- 



volle Beiträge geliefert. Bis zu seinem allzu früh erfolgten 
Ableben bearbeitete er in der zweiten Abtheilung das Cap. 22 
(Aenderungen des Aggregatzustandes) und in der dritten Ab- 
theilung die Gapitel Yulcane, Erdbeben und Glacialphysik, 
und seinem rastlosen Eifer ist es zu verdanken, dass in seinem 
Nachlass die Manuscripte für diese Capitel zum grossen 
Theil druckfertig vorgefunden und im gegenwärtigen Jahr- 
gang benutzt werden konnten. 

Seine Arbeit krönte Schwalbe dadurch, dass er im 
Anschluss an das Barentin'sche Register zu den ersten 
20 Bänden für die Bände 21 bis 43 ein Register herstellte, 
welches 1897 erschien. 

So sehen wir denn die „Fortschritte der Physik" aufs 
Engste mit dem Namen Schwalbe's verknüpft; sein Tod hat 
hier eine Lücke gebildet, welche, wenn überhaupt jemals, 
nur sehr schwer wieder ausgefüllt werden kann. 

Ehre seinem Andenken. 



Kedaction und Verlag 
der „Fortschritte der Physik". 



Erklärung der Gitate. 



Ein Kreuz (f) bedeutet, dass der Berichterstatter den citirten Abdruck 
nachgelesen, ein Sternchen (*), dass der Berichterstatter oder der Bedacteur 
nochmals sich von der Bichtigkeit des Citats überzeugt hat. [ oder „Bef.** vor 
einem Gitat bedeutet Auszug bezw. Beferat der angegebenen Abhandlung in 
der dann genannten Zeitschrift. Wenn der Beferent über ausländische Ar- 
beiten von einem Verfasser freundlichst unterstützt wurde und er die Mit- 
theilung desselben für das in diesen Berichten gegebene Beferat benutzen 
konnte, befindet sich vor der Chififre des Beferenten der eingeklammerte Name 
des Verfassers. 

Eine rund eingeklammerte Zahl vor der (fett gedruckten) Bandzahl be- 
zeichnet, welcher lE^ihe (Folge, Serie) einer Zeitschrift der betreffende Band 
' angehört; hinter der Bandzahl deutet eine eckig eingeklammerte arabische 
Zahl auf die Abtheilung des Bandes. H. bedeutet Heft, L. Lieferung und (L.) 
bei den Citaten aus Nature Brief, Briefliche Mittheilung, K. (oder Nr.) 
Nummer. 

Zeitschriften, von welchen für jedes Jahr ein Band erscheint, sind nach 
dieser Jahreszahl citirt, welche von der Jahreszahl des Erscheinens manchmal 
verschieden ist, wie bei den Bep. Brit. Ass., oder auch gleichzeitig nach dem 
Bande. 

Die Abkürzungen, welche für die Titel der Zeitschriften in den Citaten 
gewählt sind, werden im Aligemeinen an sich vollständig verständlich sein. 
£:i Zweifelfällen, sowie hinsichtlich der Erscheinungsart der einzelnen Publi- 
cationen mag auf das Verzeichniss der Zeitschriften in früheren Jahrgängen 
dieser Berichte verwiesen werden. 



Inhalt der einzelnen Absclinitte. 



I. Allgemeine Physik. 

1 a. Lehrbücher. Unterricht. Biographien. Geschichtliches. All- 
geraeines. 
1 b. Maass und Messen. 
1 c. Apparate für Laboratorium und Unterricht 

2. Dichte. 

3. Physikalische Chemie. 
3 a. Krystallographie. 

4. Mechanik. 

5. Hydromechanik. 

Statik, OompreBsibilität , Dynamik, Widerstand, Viscosität der 
Flüssigkeiten. 

6. Aeromechanik. 

Statik, Dynamik, innere Beibung, Widerstand, Ballistik, Mechanik 
der Explosionen. 

7 a. Elasticitat. 

Theorie der Elasticitat. Beale Elasticitat und elastische Nach- 
wirkung. Festigkeit. Härte. Ductilität fester Körper. 

7 b. Capillaritat. 

7 c. Lösungen. 

7d. Diffusion. 

7e. Ab- und Adsorption. 

U. Akustik. 

8. Physikalische Akustik. 

Hierher auch ganz allgemeine Betrachtungen über Wellen, die 
sich nicht an bestimmte Träger binden. 

9. Physiologische Akustik. 

III. Optik. 

10. Allgemeine Theorie des Lichtes. 

H. Fortpflanzung des Lichtes, Spiegelung, Brechung und Dis- 
persion. 



XII Inhalt der einzelnen Abschnitte. 

12. Objective Farben, Spectrura, Absorption. 

13. Photometrie. 

14. Phosphorescenz und Fluorescenz. 

Becquerel- und verwandte Strahlen. 
15 a. Interferenz, Beugung, Polarisation. 

Letztere, soweit sie nicht speeiell unter 15b und 15c gehört. 
15 b. Drehung der Polarisationsebene. 
15 c. Kry Stalloptik, Doppelbrechung. 

16. Chemische Wirkungen des Lichtes. 

Hierher Chlorophyll, Photographie. 

17. Physiologische Optik. 

18. Optische Apparate. 

IV. Wärmelehre. 

19 a. Allgemeine Wärmetheorie. Erster Hauptsatz. 

Nur im Allgemeinen. 
19b. Zweiter Hauptsatz. Anwendung beider Hauptsätze auf 

thermische Vorgfinge. 
19 c. Kinetische Theorie der Materie. 
19 d. Technische Anwendungen. 

20. Thermometrie und Ausdehnung. 

21. Quellen der Wärme. Thermochemie. 

22. Aenderung des Aggregatzustandes. 
22 a. Schmelzen, Erstarren. 

22 b. Sieden und Sublimiren, Condensation. 

23. Calorimetrie, specifische und latente Wärme. 

24. Verbreitung der Wärme. 
24 a. Wärmeleitung. 

24 b. Wärmestrahlung. 

V. Elektricitätslehre. 

25. Allgemeine Theorie der Elektricität und des Magnetismus. 

Lehrbücher und Zusammenfassendes, Einheiten, Allgemeines 
über ponderomotorische Wirkungen des Stromes, Schwingungen, 
Theorie der Felder, Maxwell, Hertz, Dielektricität. 

26. Quellen der Elektricität. 

27. Elektrostatik. 

28. Batterieentladung. 

29. Galvanische Ketten. 

Beschreibung von Elementen und ähnlich wirkenden Oombi- 
nationen, charakterisirende Messungen an Elementen, Allgemeines 
über deren Anordnung. 



Inhalt der einzelnen Absclmitce. XIII 

30. Galvanische Mess- und Hülfsin Strumen te. 
Sl. .Elektrische Maasse und Messungen. 

32. Elektrochemie. 

33. Thermoelektricität und reversible Wärme Wirkungen des 
Stromes. 

34. Irreversible Wärmewirkungen des Stromes. 

35. Elektrisches Leuchten. 
35 a. Röntgenstrahlen. 

36. Magnetismus. 

37. Elektromagnetismus nebst Wirkungen des Magnetismus auf 
den Strom. 

38. Elektrodynamik, Indnction. 

39. Vermischte Constanten. 

VI. Kosmische Physik. 
1 . Astrophysik. 

A. Allgemeines und zusammenfassende Arbeiten. 

B. Planeten und Monde. 

C. Fixsterne und Nebel. 

D. Sonne. 

E. Kometen. 

F. Meteore und Meteoriten. 

G. Zodiakallicht. 
2- Meteorologie. 

A. Allgemeines und zusammenfassende Arbeiten. 

B. Eigenschaften der Atmosphäre und Beimengungen zu 
derselben. 

C. Lufttemperatur und Strahlung. 

D. Lufldruck. 

E. Winde. 

F. Wasserdampf. 

G. Niederschläge. 

H. Atmosphärische Elektricität. 

L Atmosphärische Optik. 

K. Synoptische Meteorologie. 

L. Dynamische Meteorologie. 

M. Praktische Meteorologie. 

N. Kosmische Meteorologie. 

O. Meteorologische Apparate. 

P. Klimatologie. 



XIY Inhalt der einzelnen Abschnitte. 

3. Geophysik. 

A. AllgemeiDes und zusammenfassende Arbeiten. 

B. Theorien der £rdbildang. 

C. Allgemeine mathematische und physikalisclie Verhältnisse 
des Erdkörpers (Gestalt, Dichte, Attraction, Bewegung 
im Räume, Ortsbestimmungen). 

D. Boden- und Erdtemperatur. 

E. Vulcanische Erscheinungen. 

F. Erdbeben. 

G. Erdmagnetismus und Polarlichter. 
H. Niveauveränderungen. 

I. Urographie und Höhen messungen. 

K. Allgemeine Morphologie der Erdoberfläche. 

L. Küsten und Inseln. 

M. Oceanographie und oceanische Physik. 

N. Stehende und iliesseride Gewässer. 

O. Eis, Gletscher, Eiszeit 



INHALT. 



Erster AbschDÜt. 

Allgemeine Physik. 

1 a. Lehrbllclier. Unterricht. Biographie. Geschichtliches« 
Allgemeines« 

Seite 

F. Kohlbausch. Kleiner Leitfaden der praktischen Physik 3 

IL Katseb. Lehrbuch der Physik 8 

Ludwig Dbbsssl. Lehrbuch der Physik . . . . , 4 

JOH. RtJSSNKB. Experimentalphysik 4 

Fbiedr. Nbessn. Die Physik in gemeinfasslicher Darstellung 4 

P. YoLKMANN. Einfahrung in das Stadium der theoretischen Physik . . 4 

A. V. Obebmatbb. Leitfaden der Physik 5 

Hbik&ich Wbbbb. Die partiellen Differentialgleichungen der mathemati- 
schen Physik 5 

F. Klein u. £. Bibcke. Ueber angewandte Mathematik und Physik . . 5 

H. DUFRT. Recueil de donn^es numöriques 6 

H. PoiHCABi. Sur les rapports de la physique experimentale et de la 

physique mathematique 6 

JOHK William Stbutt, Babon Baylbigh. Scientific Papers 2 6 

H. HovBSTADT. Jenaer Glas imd seine Verwendung in Wissenschaft und 

Technik 6 

P. VOLKMANV. Zur Theorie der physikalischen Maasssysteme und Dimen- 
sionen 7 

F. J. BOGSBS. The M.-K.-S. absolute Systems of Units 8 

M. Thiesbn. üeber allgemeine Naturconstanten 9 

L. Nix und W. Schmidt. Herons von Alezandria Mechanik u. Katoptrik 10 

B. Schwalbe. Der neunte naturwissenschaftliche Feriencursus für Lehrer 

an höheren Schulen 10 

Otto Wienbb. Die Erweiterung unserer Sinne 10 

Lttterator 11 

1 b« Maass und Messen« 

J. B. BbkoIt. De la pr^ision dans la d^termination des longeurs en 

in^trologie 20 

Ch. £d. Güillaume. Bapport sur les unites de mesure 20 



XVI Inhalt. 

Seite 
H. Abraham et J. Lemoine. Nouvelle m^thode de mesure des dürres in- 
finitesimales 21 

Die Frage der Decimaltheilung von Zeit und Winkeln 21 

W. Laska. Ueber die Ausgleichungsrechnung 21 

G. Bohlhakn. Ein Ausgleichungsproblem 22 

E. Zbbmelo. Ueber die Anwendung der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf 

dynamische Systeme 22 

B. Weinberg. Ueber die Wahrscheinlichkeit einer Fehlervertheilung . . 23 
W. F. Shepfard. On the tabulation of certain frequency-distributions . 24 

Ebtienne. Sur la th^orie des erreurs 24 

Valeur plausible d'une grandeur variable 24 

N. W. Berwi. Die Bestimmung des wahrscheinlichsten Werthes eines zu 
messenden Objectes auf Grund mehrerer Beobachtungen ohne Zu- 

hülfenahme des GAUSS'schen Postulats 24 

B. A. Lehfeldt. Bemerkung über die graphische Behandlung experimen- 
teller Curven * > • '. 24 

G. Mbslin. Sur une machlne a r^sondre les ^quations 25 

B. Eötyös. :^tude sur les surfaces de niveau et la Variation de la pesan- 

teur et de la force raagnötique 25 

J. Pbrnet. Ueber einen Drehcomparator zur Yergleichung und Aus- 
dehnnngsbestimmung von Maassstäben 25 

C. H. Sharp. Eine neue Methode zur Bickenbestimmung dünner Blättchen 27 

A. Gleichen. Entfernungsmesser für militärische Zwecke 27 

B. Beeh. Winkelmesser (Theodolit, Tachymeter oder dergl.) mit opti- 

scher Vorrichtung zum gleichzeitigen Ablesen beim Anzielen .... 27 
B. Wanach. Ueber die Aenderung des Schrauben werthes eines Mikro- 
meters durch Einschaltung einer CoiTectionslinse für Mireneinstellungen 28 

A. Schüsteb. Ueber eine Correction bei der Winkelmessung durch Spiegel- 

ablesung 28 

B. Nerrlich. Neue Apparate zur Prüfung photographischer Momentver- 

schlüsse 29 

V. Hensen. Ueber ein Graphometer 29 

P. J. £. Goedseels. :^tude sur le niveau a bulle 29 

Neue Dosenlibellen 30 

Bbmichel. Die Genauigkeit aräometrischer Ablesungen und die Berech- 
nung von Bierstammwürzen 30 

O. Pettersson. Ueber die Salzbestimmung im Meerwasser durch Titrirung 30 
Dehichel. Zur Bestimmung der Dichte mit der MoHR'schen Wage . . 31 

Hallock. Specific gravity weighings 31 

Th. Middel. Deformation durch Ei'wärmung als Ursache für die ther- 
mische Veränderung der Empfindlichkeit von Wagen 31 

H. Thiele. Ueber die Veränderungen von Gewichtssätzen 32 

Th. W. Richards. Bemerkung über eine Methode zur Aichung von Ge- 
wichten 32 

D. Mbndeleeff. Recherches exp^rimentales sur les oscillations de la 

balance 32 

H. Stadthagen. Ueber eine Neuerung an Wagen mit automatischer Ge- 

wichtsvertauschang 33 

K. Farnsteiner. Ueber Störungen an Analysen wagen mit Schalen aus 

Bergkrystall % . 33 

H. Grubb. On the corrections of errors in the distribution of time sig^als 33 
Proposal of the utilization of the „Marconi" system of wireless 

telegraphy for the control of public and other clocks 33 



Inhalt. XVJI 

Seite 

€. Babus. The rates of a rocking watch with remarks oq a grayita- 
tional pendulum 34 

Ck. Fbbt. Pendnle a restitution ^iectrique constante 34 

A. CoBKü. Action du champ magn^tique terrestre bot la marche d'un 
cbKonometre aimant^ 35 

L. G. DE CoFPBT. Sar la temp^rature du maximum de density des Solu- 
tions aqueases du chlorure d'asimonium et des bromure et iodure de 
litbinm 35 

Litteratur 35 

Ic. Apparate fllr Unterricht und Laboratorium. 

J. B. Wood. Neue Böhrenlibelle 36 

H. REBBK8T0BPF. EutzündoDg von Natrium auf Wasser in reinem Sauer- 
stoff 36 

Verbrennung von Magnesium in Wasserdampf 37 

Verbrennung von Magnesium in Kohlensäure • . • ^^ 

Fbibdbich BbakdbtItteb. Der Schwefelkohlenstoff im pbysikalischeD 

und chemischen Ezperimentalunterricbt 37 

VON HoEPFLiNOEN. Physikalische Apparate 37 

W. Lbkmantoff. Appareils simples pour la d^monstration exp^rimentale 

de quelques principes de m^canique 88 

Fbibdbich Bbakdstätter. Zwei einfache Apparate für die Lehre der 

Mechanik 38 

fi. Kottekbach. Bestimmung der Schwerebeschleunigung g durch Photo- 
graphie von Stimmgabelschwingungeh 38 

Will. C. Baker. Description of a new Atwood's Machine and stop clock 38 

K. ScHREBBB. Zur Gbeschichte der Fallmaschine 39 

M. Blasekdobff. Einige einfache Apparat« zur Demonstration des Kräfte- 
parallelogramms, der schiefen Ebene und des Keils 39 

C. E. Ltüebabgeb. A new form of the spiral spring balance 39 

W. Elsasseb. Die experimentelle Behandlung der gleiohförmig beschleu- 
nigten Bewegung im Unterriebt 89 

A. VON Obebmaybb. Versuche über das Rollen auf kreisförmiger Bahn . 39 

H. Rbbenstorff. Schulvei-suche mit dem CABTESiANi'schen Taucher . . 40 

€. SoBDBS Ellis. Works laboratory burette rack 40 

F. J. ROOEBS. Apparatus for demonstrating Boyle'b law 40 

Eduard Maiss. MsLDE'sche Röhren zur Prüfung des MABiOTXE'schen 

und GAY-LüSSAC'schen Gesetzes 40 

H. Rabb. Ueber Gas- und Flnssigkeitsmessungen 41 

Cabl Fobch. Ein Vorlesungs versuch aus der Lehre vom Gasdruck . . 41 

G. H. Woollatt. The univei-sal eudiometer 41 

W. Nibhls. Neue Glasapparate 41 

Job. Appareil gazom^trique 42 

J. RiBAN. 8ur un nouveau gazom^tre a pressions constantes et variables 

ä volonte 42 

£• DowzABD. A combined exhaustor and blower 42 

F. W. B&AüN. Uni Versal Verbindungsstück für Schläuche 42 

Will. C. Bakeb. A lectnre demonstration in wave motion 43 

H. J. OosTiyo. Demonstration erzwungener longitudinaler Schwingungen 43 

Richard Schulze. Neue Klaugfiguren 43 

Maximilian Rosbbfeld. Vorlesungsversuche 43 

£b!(ST Rühmbb. Eine neue Anordnung der „sprechenden Bogenflamme" 44 

Fortachr. d. Phys. LYI. 1. Abth. II 



XVm Inhalt. 

Seiti 

EB17ST BUHMER. Ein einfaches Telegi*aphon 44 

Cabl Kosenbebo. Ein Hohlspiegelversuch 44 

E. J. FoBMANEK. Apparat zur Demonstration der Ahsorptionsspectra . . 44 

A. ZiNGEB. Stromspectra 44 

Ernst Beckmann. Neue Vorrichtungen zum Färben nlchtleuchtesder 

Flammen (Specti-allampen) 41 

Wilhelm Lettebmann. Ein Apparat zur Veranschaulichung des Accom- 

modationsYorganges 4f 

YiCTOB BiERNACKi. Ein Apparat zur Bestimmung des Wärmeausdehnungs- 

coefficienten des Quecksilbei*8 AI 

A. H. BoBGESius. Noch ein Lufttherroonieter 4^ 

Alexander von Kalecsinszkt. Ein einfacher Thermoregulator . . . . 4f 

Fb. Bolm. Ein einfacher Thermoregulator 4( 

Abmand Gaütieb. Four k temp^ratures fixes se r^glant a volonte . . . 4( 
A. H. BoBGESiüS. Hydraulischer Apparat zur Erläuterung elektrischer 

Erscheinungen • 4( 

Hans Lohmann. Schulversuche aus der Elektricitätslehre 4( 

H. Bebenstorff. Elektrisiren des Elektropbors ohne Reiben 4' 

H. Pflaum. Versuche mit einem Vacuumelektroskop 4' 

ViCTOB VON Lano. Elektrostatisches Drehfeld 4' 

Karl Bosenbbro. Ein Versuch mit der Leydener Batterie 4' 

H. Bebenstorff. Die Verwendung von Hofmann's Wasserzersetzungs- 
apparat als Voltameter 4' 

A. Kleiner. Depositifs nouveaux pour la demonstratio!! de quelques 

principes de physique 41 

J. Mooser. Modell zur Veranschaulichung des Stromlaufs in Drehstrom- 

leitem 4( 

A. W. Kapp. Ueber einen Teslatransformator ohne Oelisolation .... 41 

W. Kernst. Ein elektrischer Platinofen 4) 

Stöhrer und Sohn. Neue Bogenlampe mit Handregulirung 4i 

£. Grunmach. Neue Böntgenröhre 41 

M. DE Waha. Das magnetische Feld 4t 

M. Th. Edelmann. Elektromagnete zum Experimentalgebrauch .... 4! 
O. Ehrhardt. Die Erscheinungen der Voltainduction in schulgemässer 

Darstellung 4! 

Litteratur 5< 

2. Dichte. 

G. GüGLiBLMO. Descrizione d'un aparecchio per la determinazione della 

densita e della massa di quantita minime di un solido 5 

Chas. f. McKenna. Ein neuer Apparat a^r Bestimmung des Volumens 5! 

Victor Lenher and J. Livingston B. Morgan. Specific gravity and 

electrical resistance of tellurium 5 

Z. Zawalkiewicz. Bestimmung des specifischen Gewichtes weicher Fette 5: 

M. A. Denmichsl. Ueber die Beziehungen zwischen der Scala des Aräo- 
meters von Baümä iind der des Densimeters 5: 

Fridtjof Nansen. On hydrometers and the surface tension of liquide . 5 

G. Güolielmo. Intomo ad alcuni modi per correggere e per evitare 
l'errore di capillarita negli areometri a peso costante e a volume co- 

stante ed intomo ad alcune nuove forme dei medesimi 5 

G. GüGLiELMO. Intomo ad alcuni nuovi areometri ad immersione totale, 

ad inclinazione variabile e a riflessione 5 



Inhalt. XIX 

Seite 

U. Bern. Ueber die Dichte der Kohlensäure im festen und flüssigen Zu- 
stande 59 

H. Klein. Formeln zur Berechnung der Dichte von Alkohol -Wasser- 
miscluingen 60 

Julien Drügman and William Ramsat. Specific gravities of the halo- 
gens at their boiling pointa, and of oxygen and nitrogen 60 

F. Flato, J. Domke und H. Harting. Dichte, Ausdehnung und Capil- 
larität von Lösungen reinen Kohrzuckers in Wasser . '. 61 

0. A. Hagemanh. Ueber Yolumenänderungen bei chemischen Processen 
der festen und flüssigen Elemente 61 

Lord Baylkigh. On the weight of hydrogen desiccated by liquid air . 62 

Otto Bleikr u. Leopold Kohn. Ueber die Dampfdichte des Schwefels 62 

£. P. Perman u. G. A. S. Atkinson. Dampfdichte von Brom bei hohen 
Temperaturen (2 Arb.) 62, 68 

H. Brereton Baker. The yapour densities of dried mercury and mer- 
CUTOUB Chloride 6S 

litteratur 64 

8. Physikalische Chemie. 

Theodore William Bichards. International atomic weights 64 

Georgs Dean. The atomic weight of Nitrogen 64 

Theodore William Bichards and Gregort Paul Baxter. A revision 

of the atomic weight of iron 66 

A. Ladbnbürg und C. Krügel. Ueber das Krypton (2 Arb.) 67 

W. Bamsay und M. W. Travers. Argon und seine Begleiter 68 

Charles A. Perkins. Experiments of J. J. Thomson on the structure 

of the atom 69 

F. Zeeman. Experimentelle Untersuchungen über Theile, kleiner als Atome 69 
Adolf Heydweiller. Ueber Gewichtsänderungen bei chemischer und 

physikalischer Umsetzung 70 

Stefan Meter. Ueber die Additivität von Atomeigenschaften 70 

Thomas Batlet. Belations between the atomic weights and physical 

properties of elements 71 

Alfred Wbrtheimer. Belations between the atomic weights and phy- 
sical properties of elements 72 

KoEL Deerr. Belations between the atomic weights and physical pro- 
perties of elements 72 

W. Müllbr-Erzbach. Versuche über die Wirkungsart und die Wirkungs- 
weite einer Molecularkraft 72 

Th. W. Bichards. The driving energy of physico-chemical reaction, and 

its temperature-coefficient 75 

Paul Saurbl. Sur P^quilibre des systömes chimiques 74 

A. PONSOT. B^acUons chimiques produites dans une Solution; tension de 

Yapeur du dissolvant 74 

B^actions chimiques limit^es dans les systemes homogenes. Loi 

des modules 7& 

Sur la chaleur sp^cifique mol^culaire des compos^s gazeux disso- 

ciables 76 

Bbrtbblot. Diagnose des sursaturations gazeuses d'ordre physique et 

d'ordre chimique 75 

BüD. Weqschbider. Ueber die allgemeinste Form der Gesetze der che- 
mischen Kinetik homogener Systeme 77 

11* 



XX Inhalt. 

Seite 

O. BoüDOUABD. LoIb num^riquefl des ^quilibres chimiques 78 

Geoffrey Martin. Physical equilibrium of molecular Systems (2 Arb.) 79 

L. Marchis. Sur les £aaz öquilibres chimiques 79 

E. Heyn. Die Theorie der Eisenkolilenstofiflegirungen nach Obmomd und 

ROBERTS-AüSTEV fil 

Sir W. RoBBRTS-AcsTBK und A. Stavsfield. La Constitution de alliages 

m^talliques * 82 

Carnot und GONTAL. Constitution chimique des aciera; influence de la 

trempe sur T^tat de combinaison des ^Mments autres que le carbon 88 

Alfebd Coehn. lieber Ammoniumamalgam 83 

JoHAKN Schürger. Ueber das Calciumamalgam 84 

Gustav Platner. Die Mechanik der Atome 84 

P. Th. MüIiLbr. La m^thode des volumes mol^ulaires 84 

"William Sütherland. The molecular Constitution of water 85 

A. Labekburo. Ueber das Ozon IV 87 

Otto Bleibe und Leopold Kühn. Ueber die Moleculargrösse und Dampf- 
dichte des Schwefels ; 87 

C. Schall. Zur Dampfdichtebestimmung unter vermindertem Druck . 88 
H. Bodewald. Uebör Quellungs- und Beoetzungserscheinungen .... 88 
£. H. J. CuNAEüs. Die Bestimmung des Brechungsvermögens als Methode 
für die Untersuchung der Zusammensetzung der coexistirenden Phasen 

bei Mischungen von Aceton und Aether 89 

Otto Eppenstein. Ueber die Dampfdruckerniedrigung verdünnter wässe- 
riger Lösungen 90 

M. Wrewski. Ueber die Dampfspannung von Lösungen von Salzen in 

verdünntem Alkohol 90 

B. Gahl. Studien zur Theorie der Dampfdrucke 91 

B. B. DE Bruyn. Beitrag zur Kenntniss der Gleichgewichte mit zwei 

flüssigen Phasen in Systemen von einem Alkalisalz, Wasser und 

Alkohol 92 

C L. Speyers. Some boiling point curves 93 

B. MoRESCHiKi. Ueber eine Erscheinung, die sich beim Abkühlen über- 

schmolzener Substanzen zeigt 93 

H. M. Dawson and P. Williams. On the determüiation of transitiOQ 

temperatures 94 

BCDOLF ScHENCK. Ueber eine Methode zur Ermittelang des Umwand- 

lungspunktes monotrop-dimorpher Körper 96 

Oechsner DE CoNiNCK. Sur l'allotropie de la benzoph^one 9€ 

Jony Theodore Hewitt. Ueber die Beziehung zwischen der Constitution 

und der Fluorescenz einiger Substanzen 9t 

Ernst Cohen. Theorie der Umwandlungseleniente dritter Art .... 97 
0. A. LoBRY DE Brüyn. Quelques remarques sur la graudeur des parti- 

cules, präsentes dans les solutions colloidales ou pseudosolutious . . 9( 
G. Bredio und A. Coehn. Ueber colloidale Lösungen. Bemerkung zu 

den Abhandlungen der Herren Stöckl, Yanino und Stark .... 9^ 
Bichard Zsiomondy. Bemerkungen zu der Abhandlung: „Ueber die 

Natur der sogenannten colloidalen Metalllösungen " 9( 

K. Stöckl und L. Vanino. Zur Kenntniss colloidaler Metalllösungen. 

Erwiderung auf Zsiomondy^s Angriflf 10( 

W. B. Hardy. Eine vorläufige Untersuchung der Bedingungen, welche 

die Stabilität von nicht umkehrbaren Hydrosolen bestimmen ... IOC 
Felix M. Exner. Notiz zu Brown's Molecularbewegung 10] 



Inhalt. XXI 

Seite 

Qunuiio Hajobaha. Comportamenta del earbaae sotto alte preBiioai e 
temperature löl 

H. M. Dawsok and J. HoCsab. The natnre of metal-amm(»ia Com- 
pounds in aqueons Solution 102 

T. Hartik Lowbt and John H. Wbst. The persulphuric acids ... 104 

H. W. FOOTB. Ueber die physikalisch-chemischen Beziehungen zwischen 

Aragonit nnd Oalcit 105 

H. M. GooDWiK and P. W. Gbovbb. The effect of temperature of 
colloidal ferric hydrate, and' of a magnetio field on the hydrolysis 
of ferric chloride 107 

Cakl Kitllgben. Om metalsalters hydrolys 108 

Edmübo f. HoirnT. The aotion of water upon glass 110 

A. P. Saundbbs. The allotropic forms of selenium 110 

Kabl HBX.LWIO. Ueber einige complexe Silbersalze 112 

Ebvst Cohbh. On the enantiotropy of tin 113 

Physikalisch-chemische Studien am Zinn 114 

Karl Schaum. Erwiderung an Herrn Ebbst Gohbn 114 

6. Brsdio. Ueber coUoidalea Gadminm 114 

C. A. LoBBT la Bbutb. Der physikalische Zustand von in Wasser un- 
löslichen Stoffen» die in einem gelatinösen Medium gebildet sind . . 115 

B. Habdt. On the mechanism of gelation in reversible colloidal Systems 115 
Max. Okbb-Blom. Thierisohe Säfte und Gewebe in physikalisch-chemi- 

pcher Beziehung 116 

J. Walbbb and W. Cobmack. The dissociation constants of vei*y weak 

acids 117 

B. Abbog. Ueber die Bedeutung hoher Dissociationswärmen 118 

J. Walxbb. Ueber die Beziehungen zwischen den Bissociationsconstanten 

schwacher Säuren und der Hydrolyse ihrer Alkalisalze . . . . 118 
W. C. D. Whetkab. Die Bissociation verdünnter Lösungen beim Ge- 
frierpunkte 119 

L. Eahlbbbbbg. The relation of the taste of acid salts to their degree 

of dissociation 120 

J. J. Thomson. Ionisation of gases in an electric field 120 

A. MOBBLLO. Energie einiger in Mischungen von organischen Lösungs- 
mitteln mit Wasser gelöster Säuren 120 

0. BoUDOOABD. Influence de la pression dans les ph^nom^nes d'^quilibres 

chimiques 121 

Bbbtbblot. Sur les combinaisons du sulfure de carbon aveo Thydrogtoe 

et Tazote sous Tinfluence de Teffluve ^lectrique 121 

Nouvelles observations relatives aux actions chimiques de la 

Inmiere, compar^es avec Celles de l'effluve ^ectrique 122 

A. T. liiKCOLN. Fhysical reactions and the masslaw 122 

A. DB Hbmptinbb. Beeinflusst der Magnetismus chemische Beactionen? 123 
J. C. BosB. De la g^n^raht^ des phenom^nes mol^culaires produites par 

l'^lectridt^ sur la mati^re inorganique et sur la matiere vivante . . 123 

L. Ebbbba. Magnet] sm and atomic weight 124 

8. Tabatab. Bie Verbrennung der Gase 124 

F. Emich. Ueber explosive Gasgemenge 9. Mittheilung über die Ent- 

zöndlichkeit von dünnen Schichten explosiver Gasgemenge .... 125 
K. Mbbschutkib. Zur Frage über den Einfluss chemisch indifferenter 

Lösungsmittel auf die Beactionsgesch windigkeiten 126 

0. Buohböck. Ueber den Einfinss des Mediums auf die Heactionsgeschwin- 

digkeit 126 



XXn Inhalt. 

Seite 
J. H. Kastle. Influence des temp^ratures tres basses sur la coloration 

des compos^s brom^s et iodös 128 

W. KiSTiAKOWSKT. Vsrsuche über die Lichtempfindlichkeit desWasser- 

stofifsuperozyds in wässer. Lösungen beim Zusatz von Blutlaugensalzen 128 
Litteratur 129 

3 a. Krystallographie. 

J. Beckbnkamp. Zur Symmetrie der Krystalle 131 

G. Link. Autwort auf die Bemerkungen des Herrn Müthmann zu 

meinen ki-ystallographischen Abhandlungen 132 

Graf V. BsaKBLET. Ueber die genauere Bestimmung der Dichte der 

Krystalle 132 

KüDOLP Schenk. Ueber die Dynamik der Krystalle 133 

Eenst Sommerfeld. Thermochemische und thermodynamisclie Methoden, 

angewandt auf den Vorgang der Bildung von Miscbkrystallen ... 133 
A. BüMPLEB. Vorläufige Mittheilung über eine Methode zur £rzielung 

von Krystallen aus schwer krystallisirbaren Stoffen 134 

W. Campbell. On cristallisation produced in solid metal by pressure . 134 
Thomas Tommasina. Ueber Metall krystallisation, hervorgerufen durch 

die elektrische Ueberführung gewisser Metalle in destillirtem Wasser 135 

D. TOMMASi. Bemarque relative a une note r^cente de M. Th. Tomma- 

sina, sur la cristallisation m^tallique par transport ^lectrique de 

certains m^taux dans Teau distillee 135 

Th. Tommasina. B^ponse a M. D. Tommasi^ a propos de sa remarque 

recemment ins^ree aux „Comptes rendus** 136 

A. Wböblewski. Ueber eine Methode der Krystallisation ohne Krusten- 
bildung auf der Flüasigkeitsobei-fläche 136 

K. Schaum. Ueber Bewegungserscheinungen sich auflösender Krystalle 137 

O. MÜGGE. Die Gleitungen der Krystalle 137 

V. SCHBÖN. Ueber die Entstehung der Krystalle aus Bacillen u. Bacterien 138 
BxTDOLF Schenk. Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen über 

die flüssigen Krystalle 138 

O. Lehmann. Ueber Structur, System und magnetisches Verhalten 

flüssiger Krystalle 139 

Structur, System und magnetisches Verhalten flüssiger Krystalle 

und deren Mischbarkeit mit festen 140 

Max Schwabzmann. Krystallphotogrammetrie. Neues Hülfs verfahren 

bei der Krystallmessung 140 

R. V. Keaatz-Koschlau und Lothab Wöhleb. Die natürlichen Fär- 
bungen der Mineralien 141 

£. Weinschenk. Natürliche Färbungen der Mineralien 142 

JoH. Köniosbebgeb. Ueber die färbende Substanz im Bauchquarz . . 142 
P. Tebnieb. Krystallographische Studien am Cadmium und Zink ... 142 
A. Bodmeb-Bedeb. Durch Gebirgsdruck gebogene Quarzkrystalle ... 143 
Otto Maschke, mitgetheilt von Heinbich Vateb. Mikroskopische Stu- 
dien über die Krystallisation des Gypses 143 

E. A. Wülping. Ueber einige krystallographische Constanten des Tur- 

malins und ihre Abhängigkeit von seiner chemischen Zusammensetzung 143 
V. V. Wobobief. Krystallographische Studien über Turmalin von Ce^'lon 

und einigen anderen Vorkommen 144 

C. Schmidt. Mineralien aus dem Triasdolomit des Baltschiederthales 

im Wallis 145 



Inhalt. XXIII 

Seite 
0. Klein. Das Krystallpolymeter, eia Instrument für krystallographisch- 

optiflche Untersuchungen 145 

Litteratur 146 

4« Mechanik. 

Ad. Webkicke*8 Lehrhnch der Mechanik in elementarer Darstellung mit 
Anwendangen und Uebungen aus den Gebieten der Physik und 

Technik 148 

Auo. FÖPPL. Vorlesungen über technische Mechanik. Zweiter Band: 

Graphische Statik 150 

Dasselbe. Erster Band : Einführung in die Mechanik 150 

Dasselbe. Dritter Band: Festigkeitslehre 150 

C. A. LA18A9T. La m^canique rationnelle et la m^canique appliqu4e . 151 

Emile Picabd. Une premiere legon de dynamique 151 

Francesco Galdarbba. La meccanica in coordinate tetraedriche e tri- 

angolari 151 

W. Jeemakow. Die Grundgesetze der Mechanik 152 

CiSL Keümann. Beiträge zur analytischen Mechanik 152 

Julius Farkas. Allgemeine Principien für die Mechanik des Aethers . 153 
Juuas B. Staub. Die natnrgemässe Erklärung der Bewegung durch 
die Entdeckung oder Erkenntniss der einheitlichen Grundursache 

derselben 154 

W. ßTEKLOFF. Les m^thodes g^n^rales pour r^soudre les problömes fon- 

damentaux de la pbysique math^matique 154 

F. G. Tait. Nbwtok's laws of motion 157 

A. Voss. Ueber die Principe von Hamilton und Maüpebtüib .... 157 
SiBOFB. Yalbktinsb. Unterauchungen über die Beziehungen zwischen 

dem Potential einer homogenen Kugel und dem des Mittelpunktes 157 
DiLLNEB. Sur le mouvement des Clements d'une mol^cule de la mati^re 

pond^rable d'apr^s la loi de Newton 158 

Leo Koeniosbbbosb. Ueber das erweiterte NswTON'sche Potential . . 159 
Henrik Petbini. Sur l'existence des d^riv^s secondes du potentiel . . 160 

£tude sur les d^riv^es premi^res du potentiel d'une couche 

simple 160 

CuRT Laves. Maupertüis' Princip der kleinsten Wirkung für Kräfte, 

die ein efTectives Potential zulassen 161 

Lord Batlbioh. On a theorem analogous to the virial theorem ... 161 
Joseph Klug. Das Princip der vii-tuellen Geschwindigkeit bei Galilei 162 

P. DcHBM. Sur un point du calcul des variations 162 

Koinio Abmanini. Sulla superficie dl minima resistenza 163 

Andre Broga. Champs de vecteur et champs de force. Action r^ci- 

proque des masses scalaires et vectorielles. Energie localis^e ... 164 

Sur les masses vectorielles de discontinuit^ 165 

Paul Appell. Sur une forme g^n^rale des equations de la dynamique 165 

Sur une forme g^n^rale des Equations de la dynamique et sur le 

principe de Gauss 166 

D^veloppements sur une forme nouvelle des Equations de la dy- 
namique 166 

Sur rint^gration dea Equations du mouvement d'un corps pesant 

de r^volution roulant par une ar§te circulaire sur un plan hori- 
zontal; cas particulier du cerceau 167 

li. J. KOBTBWEO. Eztrait d'une lettre a M. Appell 167 



XXIV Inhalt. 

Seite 

A. BsiLL. Ueber ein Beispiel des Herrn Boltzmaivv zu der Mechanik 

von Hbbtz 167 

fo. COLLiGNON. Prabl^me de m^canique 168 

Henrik Petbini. üeber das Wirkungsgesetz der inneren Kräfte eines 

Körpers 168 

B. Qebn. Das Gesetz von der Unabhängigkeit der Kraftwirkungen und 

das Gesetz der relativen Bewegung 168 

Ghas. S. Sliohtbb. The mechankss of slow motion» . 169 

Alexandbb S. Ghessin. On relative motion 169 

J. H. H. GooDWiir. On the motion of a rigid four-dimensional body in 

four-dimensional space . < . . « 170 

liord Kelvin. Sur le mouvenient d'un solide ^lastiqne travers^ par un 

Corps, agiseant sur lui par attraction on par r^pulsion 170 

E. Lacoüb. FonnUleft elliptiques ponr T^tude des monvements dePoivsoT 171 
T. Levi-Givita. Sur Pinstabilitö de certaines solntions p^riodiques . . 172 

P. G. Tait. Gentrobaric spherical snrfaees distribntion 172 

£. Zebmelo. Ueber die Bewegung eines Punktsystemes bei Bedingungs- 

Ungleichungen . . . ^ 172 

£milb Gotton. Sur quelques mouvements a ptusieurs parametres et 

sur la th^orie des vis principales d^inertie 17a 

K. ZOBAWSKL Ueber gewisse Aenderungsgesch windigkeiten von Linien- 
elementen bei der Bewegung eines continnirlichen materiellen Sy- 

stems« Erste Mittheiluog 173 

Mattia PueLisi. Sul movimento di un punto non soggetto ad alcuna 

forza sopra un toro 173 

W. DE Tannekbebo. Sur le mouvement d'un coi*ps solide x>eflant autour 

d'un point fixe. Gas particulier signal^ par M™« Kowalewski . . 174 
P. SOHOFF. Ueber Gebiete von Schraubengeschwindigkeiten eines starren 

Körpers bei verschiedener Zahl von Stützflächen '. . . 174 

Dohbnico de Francesco. Sul moto spontaneo di un corpo rigido in 

uno spazio di curvatura costante 175 

J. Jung. Synthetische Betrachtung eines in sich bewegten Fadens . . 170 

G. Floqüet. Sur le mouvement d'un fil dans . l'espace 176 

Sur les ^quations du mouvement d'un fil en coordonn4es quel- 

conques . . ; 177 

Sur les ^qnations intrins^ques du mouvement d'un fil et sur le 

caicul de sa tension . ; 177 

Mattia Püqlisi. Sulle formole per la composizione di piü movimenti 

finiti 177 

J. H. MiCHELL. The uniplanar stability of a rigid body 178 

Fbitz Köttbr. Ein bemerkenswerther Zusammenhang zwischen der 

Statik biegsamer, unausdehnbarer Flächen und der Lehre von der 

Bewegung eines Körpers in einer Flüssigkeit 178 

Francis A. Tarleton. An introduction to the mathematical theory of 

attraction 179 

J. H. PoTNTiNO. Becent studies in gravitation 179 

H. A. LORENTZ. Gonsiderations on gravitation • . 179 

W. Wien, Ueber die Möglichkeit einer elektromotorischen Begründung 

der Mechanik 180 

J. Jos. Gilles. Die Gravitation der kleinsten Massen theilchen .... 181 

Beginald A. Fessenden. Inertia and gravitation 181 

A determinatioh of the nature and velocity of gravitation .... 182 

W. S. Franklin. The electrical theory of gravitation 182 



Inhalt. XXV 

Seite 

C. V. Bors. La constante de la gravitatioo 183 

0. Kbibab • MxnzBi. und F. Bichabz. Bemerkungen zu dem auf dem 

internationalen Congress zu Paris von Heim C. Y. BOTS erstatteten 

Bericht über die Gravitationsconstante 184 

XabcbI/ Bbilloüiv. Constante de la gravitation unlrerselle. 8ur une 

cause de dissym^trie dans Temploi de la balance de Caybndisch . 184 
y. StboühaI/. Die Bestimmung der relativen Masse der Erde und der 

Sonne auf physikalischer Basis 185 

Alfokso Sblla. Snr une nonvelle m^thode propus^e par M. Gebschtjn 

de d^termination de la density de la Terre 185 

B. BoüBOXora. B^partition de l'intensit^ de la pesanteur a la surface 

du globe 186 

BoBBBT V. Stbbbbgk. Untersuchungen ober den Zusammenhang der 

Schwere unter der ErdobeiHäche mit der Temperatur 186 

A. YXRTüBi. Sulla compensazione dei risnltati nelte misure di gravita 

relativa terrestre 186 

Alphoksb Bbbobt. Demonstration de la rotation de la Terre, par 

l*ezpMence de Foücattlt r^alisee avec un pendule de 1 m .... 187 

B. D. Oldham. On the propagation of earthquake motion to great 

distances 187 

B. EÖTVÖB. £tude sur les surfaces de niveau et la Variation de la 

pesanteur et du cbamp magn^tique 187 

Feavcbsco Pobbo. Sul movimento non perturbato di un pianeta intorno 

al sole 188 

BiccABDO Malaooli. La macchina di Atwood e la sua applicazione 

alla determinazione di g 188 

GrosEPPE Babdxlli. Sui momenti d'inerzia dei solidi di rotazione . . 188 
Hans Klxikpxteb. Zur Formulirung des Trägheitsgesetzes 188 

F. Caspabt. Snr le centre de gravita d'un quadrilatere 1 89 

G. A. Maööi. Sulla teoria dei pendolo 189 

ST. PiLTscHiKOw. Das FoucACLT'sche Pendel 189 

A. Schmidt. Zur Theorie des FoüOAüLT'schen Pendels 189 

P. BiTBOATTi. Sul moto di un pendolo verticale, il punto di sospensione 

dei quäle 6 soggetto a movimenti oscillatori e sulla determinazione 

di questi movimenti 190 

i. 'WiLBiNO. Zur Theorie des BxpsOLD'schen Federpendelregulatoi-s . . 190 

C. Viola. Ueber den Verticalpendelseismograph 191 

Bobbrt St a well Ball. A treati^e of the theory of screws 191 

Otto Fischbb. Der Gang des Menschen. IIL Theil: Betrachtungen 

über die weiteren Ziele der Untersuchung und Ueberblick über die 

Bewegungen der unteren Extremitäten 193 

Karl Heitn. Die kinetischen Pi<obleme der wissenschaftlichen Technik. 

Bericht entattet der deutschen Mathematiker-Vereinigung 194 

F. Göpbl. Die Bestimmung des UngleichfÖrmigkeitsgrades rotirender 

Maschinen durch das Stimmgabelverfahren 195 

H. Petbopp. Frottement dans les macbines 196 

Ueber mittelbare Beibung 199 

Batbaü. Th^rie des h^lices propulsives 199 

G. B. B. BoüTH. On the motion of a bicycle 200 

L. £. Bebtin. Positions d'4qailibre des navires sur la houle 200 

L. Lecobbü. Sur le volant ^lastique 201 

STAEI8LAV8 JOLLES. Die charakteristischen Parabeln des einfachen 

gleichmässig belasteten Balkens 201 



XXVI Inhalt. 

Seite 

Marc Decheybens. Le campylographe, machine k tracer des courbes . 201 

Vision st^r^oscopique des courbes tracees par les appareils phas^s 202 

E. M. Blake. The ellipsograph of Proclus 202 

G. KOENIGS. Compas homographique, r^alisant par articulations Thomo- 

graphie plane g^o^rale 202 

Litteratur 203 

5« Hydrodynamik« 

W, Wien. Lehrbuch der Hydrodynamik 206 

FONTANEAU. Sur Tint^gration des ^quations diff^rentielles de Thydro- 

dynamlque 206 

P. DüHEM. Sur le th^oreme d'Hugoniot et quelques th^oremes ana- 

logues 207 

Fritz Kötteb. Die von Steklow und Liapünow entdeckten integrablen 

Fälle der Bewegung eines starren Körpers in der Flüssigkeit . . . 208 

G. H. Bbtan. The steadying of ships 208 

V. Bjebknes. Das dynamische Princip der Circulationsbewegungen in 

der Atmosphäre 209 

— — Les actions hydrodynamiques a distance d'apres la th^orie de 

0. A. Bjebknes 210 

B. Beiff. Die Druckkräfte in der Hydrodynamik und die HEBXZ'sche 

Mechanik 210 

Ludwig Boltzmakn. Die Druckkräfte in der Hydrodynamik und die 

HEBTz'sche Mechanik 210 

Lord Batleioh. On approzimately simple waves 211 

B. F. GwYTHEB. The classes of progressive long waves 211 

— — An appendix to the paper on the classes of progressive long 

waves 211 

The geueral motion of long waves with en examination of the 

direct reflexion of the solitary wave 211 

On the conditions of propagation of a solitary wave 211 

On the motion of the particles in certain cases of steady fluid 

motion 211 

Th. 8CHWED0FF. La rigidit^ des liquides 212 

H. B. Allen. The motion of sphere in a viscous fluid 212 

A. Batbchinski. Ueber das Gesetz der Veränderlichkeit der Viscosität 

des Quecksilbers mit der Temperatur 213 

Ueber die Beziehung zwischen der Viscosität und der chemischen 

Constitution der Flüssigkeiten 213 

J. Babnes. On the relation of the viscosity of mixtures of Solutions of 

certain salts to their State of ionization 213 

O. Hefft. Scheinbare Anziehung und Abstossung vun Kugeln , die in 

einer klebrigen Flüssigkeit rotiren 214 

R. Hoskino. Viscosity of Solutions 214 

C. H. Lees. On the viscosities of mixtures of liquids and Solutions . . 214 
0. Malus. !^tude de la viscosity du soufre aux temp^ratures sup^rieures 

a la temp^rature • du maximum de viscosite 215 

0. Falleb. Eine neue Anschauung über die B«ibung 215 

G. Pachee und L. FiNAZZi. Suir attrito interno dei liquidi isolanti in 

un campo elettrico costante 215 

Anomalia delF attnto interno delle soluzioni in vicinanza 

alla temperatura del loro massimo di densita 216 



Inhalt XXVII 

Seite 
L. Haüssbb. lieber den Einfluss des Druckes auf die Yiscosität des 

Waasers ., ... 216 

0. TAN DEB MEN8BBU60HE. Ueber einen Versuch umgekehrt dem Ver- 
such mit dem PASCAL'schen Gefäss 216 

HE5BI B^NABD. iltude experimentale du mouvement des liquides pro- 
pageant de la chaleur par convection. Regime permanent: turbil- 

Ions cellulaires 217 

Les tourbillons cellulaires dans une nappe liquide 217 

Mottvements tourbillonnaires a structure cellulaire. £tude optique 

de la surface libre 218 

Mouvements tourbillonnaires dans un liquide transportant de la 

chaleur par convection 218 

G. A. HüLBTT. Ueber Kalibrirung einer Glasröhre und einige Com- 

pressibilitätscogfflcienten 218 

0. TüMLiBZ. Das Gompressibilitätsgesetz der Flüssigkeiten 219 

Touche. Les ^quations de l'hydraulique donn^s par Laobamoe . . . 219 

Observations sur les äquations de Thydraulique d*apr^s Lagbakqe 219 

SoMMEBFELD. Mitthellung zur Hydraulik .* 220 

l^euere Untersuchungen zur Hydraulik 220 

N. JOUKOWSET. Ueber den hydraulischen Stoss in Wasserleitungsröhren 220 

Litteratur 220 

6« ASromechanik« 

Karl T. Fischeb. Ein neues Barometer 221 

P. Gamb^ba. Di un barometro a gas 222 

E. G. Bbtant. A simple portable gauge for vacuum pump' 222 

A. 8. DAVIX8. A novel form of mercurial barometer 222 

M. VoDUSSK. Beduction der an den gewöhnlichen Barometern gemachten 

Ablesungen 222 

P. Hebe. Ueber die Prüfung von Aneroiden 223 

A. 8mit8. Ueber einen Hanostat 223 

8. LüSSANA. Descrizione di un manometro ad aria compressa utilizza- 

bile a qualunque presslone 223 

F. Nbbsbn. Vorführung einer Kolbenquecksilberluftpumpe 224 

Vereinfachung der selbstthätigen Kolbenquecksilberluftpumpe . . 224 

H. Boas. Eine Bemerkung zur Wirkung der BPBENOEL'schen Queck- 

sUberluftpumpe 224 

H. Kammb&likg Okseb, Methods and apporatus used in the cryogenic 
laboratory. II. Mercury pump for compressing pure aud costly 

gases under high pressure 224 

W. BoELE. Eine selbstthätige ßPBENOEL'sche Qnecksilberluftpumpe . . 225 

G. Bbblbmokt et Jouabd. Sur un nouveau type de trompe a mercui*e 

permettant d'obtenir rapidement le vide maximum 225 

£. B. Leisbb. Eine neue Quecksilberluftpumpe 225 

B. Mewes. Zusammenhang zwischen den Gesetzen von Mabiotte und 

Gat-LüS8ac und von Dülong und Kibchhoff 225 

Ijord Ratleioh. On the viscosity of argon as a£fected by temperature 226 

— — On the viscosity of gases as atfected by temperature 227 

GcLLi RossANDEB. Ausströmung der Gase durch Gapillarröhren bei 

niedrigen Drucken 227 

F. L. TUFTS. The flow of air through granulär materials at different 

pressures 228 



XXVin Inhalt 

Seite 
0. DoHKANir. Tbe relative rates of effoiion of argon, helium and oiher 



gases 



228 



Fbancis £. KiPHBR. The fricüoBal effect of raxlway train« on the air . 229 

C. A. The resiatance of the air 230 

G. H. Bbtak. Dasselbe 230 

K. Stbfpb». Luftbewegungabilder 230 

F. CzBBHAK. Zar Beobachtung Yon Loftwirbelringen 230 

Mabbt. Des mouvements de Pair lorsqu*il rencontre des sorfaces de 

diffiSrentes formes 231 

liord Bat LEI OH. The mechanical principles of flight 231 

F. Hbinz. Qruodlagen zur Fluglehre 232 

B. WiBT. Dasselbe 232 

K. Stbvfbv. Zu Hbikz*s Grundlagen der Fluglehre 232 

Wbiss. Grundlagen zur Fluglehre 232 

Kabl Steffen. Stabilität der Flugsysteme 232 

DB Spaebb. Sur une application des fonctions elliptiques 232 

P. YiBiLLB. Sur la loi de la r^sistance de Tair au mouvement des pro- 

jectiles •. 233 

M. Badakoyic. Ueber eine neue Methode zur Bestimmung von Ge- 
schossgeschwindigkeiten 233 

F. Bashfobth. A second Supplement to a revised account of the experi- 

ments made with the Bashfobth Chronograph 233 

Deutsche Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen, üeber die Anfangs- 
geschwindigkeit des Geschosses bei Handfeuerwaffen 234 

H. Badakoyic. Ueber den Verlauf der Geschwindigkeit eines Projectils 

in der Nähe. der Gewehrmündung 234 

C. Cbakz und E. *B. KocH. Ueber die explosionsartige Wirkung modemer 

Infanteriegeschosse 234 

Untersuchung über die Vibration des Gewehrlaufes. I. Schwin- 
gungen in verticaler Ebene. B. Versuche mit klelnkalibrigen Ge- 
wehren 235 

H. LB Ohatelieb. Sur le d^veloppement et la propagation de Vonde 

explosive 235 

Sur la propagation des ondes condens^es dans les gaz chauds . . 236 

P. ViEiLLE. iltude sur le röle des discontinuit^s dans les ph^nomönes 

de propagation 236 

— — Böle des discontinuit^ dans la propagation des ph^nomenee 

explosifs 236 

Vallibb. Sur le trac^ des rayures dans les bouches ^ feu 237 

O. Dziobbk. Die Beanspruchung der Kanonenrohre nach der dynami- 
schen Theorie 237 

W. Macnab and E. Bistobi. Besearches on modern explosives . . . . 237 

HoLDBN. Gasspannungsmesser 23£ 

Litteratur 23( 

7 a. Elasticit&t. 

P. DüHEH. Sur la g^n^ralisation d'nn th^r^me de Clebsch 24 ( 

J. H. MiCHELL. Some elementary distributions of stress in three 

dimensions 24: 

Elementary distributions of plane stress 24: 

The stress in an aeolotropic elastic solid with an infinite plane 

boundary 24; 



Inhalt. XXIX 

Seite 
J. H. MiCHELL. The determioation of the etress in an Isotropie elastic 

sphere by means of intrinsio equatione 242 

r The stresa in the web of a plate girder 242 

T. Boooio. SuU' equilibrio delle membrane elastiche piane 243 

Lord Raylkigh. On the atresses in solid bodies due to uneqoal heating 

and on the double refraction resulting thereform 243 

Karl Pearsok. On the kinetic accumulation of streas, illustrated by 

the theory of impulsive torsion 244 

H. Lamb. Problems relating to the impact of waves on a spherical 

obstacle in an elastic medium 244 

On a peculiarity of the wave- System due to the free vibrations 

of a nucleus in an extended medium 244 

H. BouASSB. Sur les courbes de d^formation des fils. 2 245 

Vf. Peddib. On the torslonal oscillations of -wires 245 

W. S. Franklin. The problem of the Stresses and strains in a long 

elastic holow cylinder subjected to internal and extemal pressure 

and to tension 245 

Lord Kblvin. On the motion produced in an infinite elastic solid by 

the motion through the spaee occupied by it of a body aoting on 

it only by attraction and repulaion 245 

A. M. WoRTHiNOTON and B. 8. Colb. Impact with a liquid snrface 

studied by the aid of instantaneous photography 246 

A. E. H. LovE. The propagation of waves of elastic displacement along 

a helical wire 247 

£. EsTAKAVE. Gontribution ä T^ude de P^qailibre ^astique d^une plaque 

rectangulaire mince 248 

P. Appell. Note sur les exp^riences du Commandant Haetmank . . . 249 

J. H. MiCHELL. The theoi*y of uniformly loaded beams 249 

A. CORNU. Deux m^thodes optiques pour l'^tude de Tölasticit^ des corps 

solides 250 

6. F. G. Seable. Apparatus of measuring the extensiou of wires ... 251 

On the elasticity of wires 252 

H. £. Wimpebis. Experiments on the elasticity of wires 252 

K. F. Slotte. Ueber die Elasticität der Metalle 252 

Gl. Schaefer. Ueber den Einfluss der Temperatur auf die Elasticität 

der Metalle 253 

A. Gray, V. J. Blyth and J. S. Dunlop. On the effect of changes of 

temperature on the elasticities and international viscosity of metal 

wirea 255 

J. J. Güest. On the strength of ductile materials under combined 

Stresses 256 

PiETRO Alibrandi. Sulla elasticita dei solid! complicata da variazioni 

di temperatura 257 

J. B. BTDBBRa. Die Härte der einfachen Körper 257 

F. Auerbach. Ueber die Härte der Metalle 257 

J. H. Vincent. £xx>eriment8 on impact 258 

£. Lenoble. Gontribution a P^tude des d^formations permanentes des 

fils m^talliques 259 

Snr les d^formations permanentes des fils m^talliques 259 

A. Lafay. Sur les d^formations de contact des corps ^lastiques . . . 260 

A. Mesnaobr. La d^formation des solides 261 

J. MüiR. On the tempering of iron hardened by overstrain 281 

('H. £d. Güillaume. Les d^formation passageres des solides 262 



XXX Inhalt. 

Seite 
Fb. Kick. Wann kann Heibung an den Bruckfläcben auf die Art der 

Formändei-ungen Einfluss ausüben? 262 

J. Kübleb. Beitrag zar Knick -Elasticität und -Festigkeit . .' 262 

Stbiebeck. Kugellager für beliebige Belastungen 263 

W. Voigt. Der gegenwärtige Stand unserer Kenntnisse der Krystall- 

elasticität 263 

F. Adams and J. F. Nicolsen. An experimental investigation into 

the flow of marble 265 

F. AUEBBACH. Ueber die Elasticität und die Härte von krystallisirter, 

amorpher und wasserhaltiger Kieselsäure 266 

M. Obübleb. Ringspannungen und Zugfestigkeit 267 

G. V. Bach. Zur Frage der Proportionalität zwischen Dehnungen und 

Spannungen bei Sandstein 267 

M. Ensslin. Zur Frage der Spann ungsvertheilung in einem rotirenden 

Schleifstein 267 

W. Schule. Ueber die Beanspruchung von Schleifsteinen durch die 

Centrifugalkraft 268 

A. Hadek und G. Janka. Untersuchungen über die Elasticität und 

Festigkeit der österreichischen Bauhölzer: 1. Fichte Südtirols . . . 268 
Thomas C. Hebe. On the Variation of the rigidity of vulcanized India- 

Bubber 269 

T. J. Bakeb. The frequency of transverse vibrations of a stretched 

indiarubber cord 270 

J. B. Benton. Abhängigkeit des specifischen Torsionswiderstandes einiger 

Metalldrähte von der Spannung 270 

W. Peddie. The torsional constants of iron and steel 271 

On the low of elastio fatigue 272 

Litteratur 272 

7 b. CapiUarität. 

G. VAN DEB Mensbügohe. Sur les phönomenes capillaires 274 

H. HüLSOF. The direct deduction of the capillary constant er as a 

surface tension 27^ 

G. Bakkeb. Zur Theorie der Capillarität 27; 

Bemerkung zur „Thermodynamischen Theorie der Capillarität" 

von VAN DEB WaALS 271 

J. 6. Stevens. Eine Methode, die Oberflächenspannung zu messen . . 27( 

E. ASKENASY. Oapillaritätsversuche an einem System dünner Platten . 27 ( 

B. Weinbebo. Demonstration der Tropfenbildung 27 < 

W. Ostwald. Ueber die vermeintliche Isomerie des rothen und gelben 

Quecksilberoxyds und die Oberflächenspannung fester Körper ... 27' 

E. Habnack. Untersuchungen über Tropfengewichte 27' 

Ch. T. Knipp. The surface tension of water above 100* C 27' 

E. Mebbit and S. J. B abnett. The influence of electrification upon 

the surface tension of water and mercury 27 1 

P. Dctoit et L. Fbiedbbich. Sur la tension superflcielle de quelques 

liquides organiques 27 

L. Gbunmach. Experimentelle Bestimmung von Capillaritätsconstanten 

condensirter Gase 27 

C. FOBCH. Oberflächenspannung und Keibungscoefflcieut flüssiger Luft 28 

T. J. Bakeb. A Surface-Tension experiment 28 

H. BouBGET. Dasselbe 28 



Inhalt. XXXI 

Seite 

G. VAN DER Mensbruoghb. On a proof of tracüon elasticity of llquidR 281 

F. W. SiMONOS. Floatinjo; sand. Floating stones 281 

£. 0. HoTBT. Floating sand aud stones 281 

D. H. Hall. On the couceutration of sosp Solution on tbe sarface of 

the iiqoid 281 

0. Hbfft. Scbeinbare Anziehung und Abstossung von Kugeln , die in 

einer klebrigen Flüssigkeit rotiren 281 

M. 0. BossBT. ;6tude sur T^goutt erneut pour une m^thode de d^termi- 

Dtttion des poids mol^culaires 282 

Julius Bebitstbin. Chemotropische Bewegung eines Quecksilbertropfens. 

Zur Theorie der amöboiden Bewegung 282 

Litteratur 282 

7 c* Lösangen* 

J. B. VAK 'T Hoff. Ueber die Theorie der Lösungen 283 

6. JAUILABN. Zur Theorie der Lösungen 283 

H. W. Bakhuis Roozbboom. üeber die Bedeutung der Phasenlehre . . 286 
Q. N. Lbwis. A new conception of thermal pressure and a theory of 

Solutions 286 

Edoab f. Morris. 8ome Criticisms on the Modem Theory of Solutions 288 
J. J. YAK La AR. Sur la loi de diluation chez les Electrolytes foi-tement 

dissoci^es 288 

Die Beziehungen zwischen Lösungswärme und Löslich keit bei 

Elektrolyten 288 

8. B. MiLKBR. Kote on the theory of Solution pressure 288 

H. LS Chatblibr. Sur les points anguleux des courbes de solubilit^ . . 288 

WiLDBR D. Bancroft. Isohydric Solutions 289 

N. J. VAN DBB Lbb. Der Einfluss des Druckes auf den kritischen 

Lösungspunkt 289 

Mbtbb Wildbrmann. Die Gefriermethode in verdünnten Lösungen und 

die Theorie der Lösungen 290 

N. Tarügi und Giuseppe Bombardini. Beitrag zum Studium der ver- 
dünnten Lösungen 290 

M. G. Lbvi. Beitrag zum Studium ^er Dissociation in coUoidalen Lö- 
sungen 290 

P. Massoulier. Belations entre la conductibilitd electrolytique et le 

frottement interne dans les Solutions salines 290 

S. TOLLOGZKO. On the diminution of solubility 291 

y. BOTHMüND. Die Aenderung der liöslichkeit durch Salze 291 

B. äbbgo. Ueber Ammoniak und seine Complexbildungen nach Ver- 
suchen von W. Gaus 292 

W. Gaus. Ueber den Einfluss von Neutralsalzen auf die Tension des 

Ammoniaks aus wässeriger Lösung 292 

0. M. BüTTBN. Untersuchung über die Zusammensetzung der Wismuth- 
nitrate und die Gleichgewichte im System: Wismuthozyd -Salpeter- 
säure-Wasser 293 

P. A. MbbrbüRO. Der Einfluss eines dritten Stoffes auf das Gleich- 
gewicht im System: Triäthylamin und Wasser 293 

Charles F. Livosay. On the presence of acid sulphate of copper in 

mlxtures of aqueous Solutions of sulfuric acid and copper sulphate 293 

Hugo Witt. Ueber die Constitution des Wassers 294 

P. Waldek. Ueber einige anorganische LOsungs- und lonisirungsmittel 294 
A. T. LnvcoLK. Solvent Action of Vapors 295 



XXXIl Inlialt. 

Seit« 
W. Ostwald. Periodlflche Erscbeinuiigen bei der Auflösung des Chroms 

in Säuren (2 Arb.) 295,297 

Hahbt G. Jones and Abthcb W. Smith. Solution Teueion o£ Zinc in 

Ethyl Alcool 300 

L. Bruner und St. Tolloczko. üeber die Auflösungsgeschwindigkeit 

fester Körper 301 

L. W. WiNKLER. Löslichkeit des Broms in Wasser 301 

Chr. Bohr. Die Löslichkeit der Kohlensäure in Alkohol zwischen 

— 67® und +45*C. In- und Evasionscoefficient bei 0® 303 

William Frbnch and F. Ashwobth. On the Solubility of some Gases 

in Water 304 

J. W. Mallet. Ueber die Löslichkeit von Ammoniak in Wasser bei 

Temperaturen unterhalb 0° 304 

Oeoroes Claude. Sur l'extraction de Poxyg^ne de l'air par dissolution 

a hasse temp^rature 304 

G. BODLÄNDER. Ueber die Löslichkeit der Erdalkalicarbonate in kohlen- 
säurehaltigem Wasser 305 

Edmond M. Bich. The Solubility of certain Lead-Glasses or Fritts used 

in the Preparation of Pottery Glazes 30.^ 

W. Stortenbbkbr. üeber die Löslichkeit von hydratirten Misch- 

krystallen. HI 306 

Charles Touren. Solubilite d'un m^lange de sels ayant un ion 

commun (3 Arb.) 306, 308 

J. G. MacGregor. On the depression of the freezing-point in aqueous 

Solutions of electrolytes 309 

Charles M. Pasea. On the relative bulk of weak aqueous Solutions 

of certain sulfatea and their constituent water 310 

F. G. Cottrell. On the solubility of manganous sulphate 310 

Ji. Dietz, R. Funk, J. y. Wrochem und F. Mylius. üeber die Löslich- 
keit einiger Salze in Wasser 311 

F. Mylius und E. Funk, üeber die Natriumsalze der Chromsäure. 

Studien über die Löslichkeit der Salze. IV 311 

F. Mylius und J. v. Wrochem. üeber das Calciumchroraat. Studien 

über die Löslichkeit der Salze. Y 311 

Robert Funk. Ueber die Natriumsalze einiger, der Schwefelsäure 
analoger zweibasischer Säuren. Studien über die Löslichkeit der 
Salze. VI 314 

G. Bruni und P. Berti. SuUe proprieta dell' ipoazotide come solvente 314 
J. H. VAN 'T Hoff und E. F. Armstrong. Untersuchungen über die 

Bildungsverhältnisse der oceanischen Salzablagerungen, insbesondere 
des Stassfurter Salzlagers. XVIII. Gyps und Anhydrit. 1. Das 
Halbhydrat von schwefelsaurem Kalk Ca SO«. VgHgO 315 

und H. VON EtfLER-CHELPiN. Untersuchungen über die Bildungs- 
verhältnisse der oceanischen Salzablagerungen, insbesondere des 
Stassfurter Balzlagers. XIX. Die Maximaltensionen der Lösungen 
von den Chloriden und Sulfaten des Magnesiums und Kaliums bei 
gleichzeitiger Sättigung von Chlomatdum bei 25° und das Auftreten 
von Kainit bei dieser Temperatur 316 

und Harold A. Wilson. Untersuchungen i'iber die Bildungs- 

verhältnisse der oceanischen Salzablagerungen, insbesondere des 
Stassfurter Salzlagers. XX. Die Bildung von Syngenit bei 25'^ . . . 316 

W. Nernst. Zur Frage nach der Hydratisation gelöster Substanzen. I . 316 

H. LOTMAR. Dasselbe. II 316 



Inlialt XXXm 

Seite 
C. C. OABBiJiD und £. Oppbbmann. Zar Frage nach der Hydratiiation 

gelOeter SubutanBen. m 316 

F. K0HLBAÜ8CH. Ueber die durch die Zeit oder durch das lacht be- 

wirkte Hydrolyse einiger Ohlorverbindhngen von Platin, Gold und 

Zinn 317 

Ijüdvik Bbünsb. Ueber die Hydrolyse der Salzlösungen 318 

Th. Maiwbn. Versuche über die Abhängigkeit der Hydrolyse von der 

Temperatur 319 

G. 8. Newth. Note on Partially Miscible Aqueous Inorganic Solutions 819 
Jah yok Zawidzki. Zur Kenntniss der Zusammensetzung der Ober- 
flächenschichten wässeriger Lösungen 320 

C. A. LoBBT DS Bbuyn. Bemerkungen über die Grösse der in colloidalen 

oder Bsendolösungen befindlichen Theilchen 320 

yf. Spbino. Sur la flocculation des milieox troubles 821 

G. BBüin und F. GoBVi. Soluzioni solide e miscele isomorfe tra, com- 

posti a catena aperta, saturi e non saturi 322 

Sülle soluzioni solide nelle mtscelle di tre sostanze 323 

und F. GoBVi. Dasselbe 323 

W. Kebp und W. BÖTTOEB. Zur Kenntniss der Amalgame 324 

JORH Pabbt. Solution Theory Applied to Holten Iron and Steel ... 324 
H. W. Bakhüis Boozbboom. Eisen und Stahl vom Standpunkte der 

Phasenlehre 324 

H. V. JÜPTNSB. Dasselbe 325 

A. Stahsvibld. Die Entwickelung des Kohlenstoffs im Eisen während 

des Festwerdens 325 

W. Bobbbt8-Au8Ten and T. Kibkb Bosb. On certfün properties of the 

alloys of the gold-copper series 325 

Thbodobb Williah Biohabds. On the determination of sulphuric acid 

in the presence of iron : a note on solid Solutions 325 

Qboboio Spezia. Oontribuzioni di geologia chimica. Solubilita del 

quarzo nelle soluzioni di silicato sodico 326 

LitUratur 327 

7d. Diffbsion. 

K. IKBDA. Ein&che Ableitung des yan 't HoPF'sohen Gesetzes vom osmo- 
tischen Druck 328 

A. A. NOTBS. Die genaue Beziehung zwischen osmotischem Druck und 

Dampfdruck 328 

A. Jabowkih. Ueber den osmotischen Druck von zusammengesetzten 

Lösungen 329 

Yl. v. Töbin. üeber den Betrag, um welchen die Wechselwirkungen 

der lonenladungen den osmotischen Druck vermindern 329 

BoBBBTB-AüBTBir. On the diffusioD of gold in sobd lead at the ordinary 

Temperatnre 330 

Lofd Batlbioh. On the paasage of Argon through thin films of india- 

mbber 330 

P. YiLLABD. Sur la perm^büit^ de la silice fondue par Phydrog^ne . 330 

M. BBiLLOüm. La diffüsion des Gaz sans paroi poreuse dopend eile de 
la conoentration? 331 

J. 6. TowKSEND. The diffusion of ions produced in air by the action of 

a radio-actiTe subetanoe, ultra- violet h'ght and point discharges . . 331 

Diffusion von Ionen in Gasen 331 

Fortaehr. d. Fhy«. LYI. 1. Abth. lü 



XXXIV Inhalt. 

Seite 
H.T. Brown and F. Escombe. 8ome new observations on the static dif- 

fusion of gases and liquide, and their significance in certain natural 

processes oocurring in plante 332 

H. T. Brown. Seme recent werk on the diffusion of gaeee and liquide 333 
C. Barus. On a method of etudying the diffueion (tranepiration) of air 

through water, and on a method of barometry 334 

P. Dtthem. On the emiesion and abeorption of water Yapor by coUoidal 

matter 334 

J. Perrin. Oemose. Paroie eemi-perm^ablee 335 

G. Flüsin. 6ur Toemoee dee liquidee k travera une membrane de veesie 

de porc 335 

Litteratur 335 

7e« Absorption und Adsorption« 

P. MÜLFARTH. Ueber die Adeorption von Oaeen an Glaepulver .... 336 
L. Braun. Ueber die Absorption von Sticketoif und von Waeserstoff in 

wässerigen Lösungen verschieden dissociirter Stoffe 336 

W. J. BusNiKOW. Ueber die Absorption von Wasserdämpfen durch che- 
mische Verbindungen und die Vertheilung dee abeorbirten Waesers 

zwischen zwei gleich- resp. ungleichartigen Substanzen 337 

G. Vincent. Sar T^paisseur de couches de passage 337 

H. Erdhann. Ueber das Verhalten der Geruchsstoflfe gegen flüssige Luft 338 
O. Bbro. Ueber einen Apparat zur Gasanalyse, speciell zur Bestimmung 

der im Wasser gelösten Gase 338 

K. ANaSTRÖM. Ueber die Bedeutung des Wasserdampfes und der Kohlen- 
säure bei der Absorption der Erdatmosphäre 338 

C. Barüs. On the abeorption of condeneation-producing atmospheric dust 
by solid nuclei and surfacee, and on the diffusion velocity of suppo- 

sedly non-ionized dust particles 389 

Litteratur 340 



Zweiter Abschnitt. 

Akustik. 

8« Physikalische Akustik. 

E, W. Wood, Photography of Sound -waves and the Kinematographie 

Demonstration of the Evolutions of Beflected Wave-fronts 343 

The Photography of Sound -wavee and the Demonstration of the 

Evolutions of reflected Wave-fronts with the Kinematograph ... 343 

J. ViOLLB. Sur la vitesse de propagation du son 343 

M. Brilloüin. Theorie de la propagation du eon dane un gros tuyau . 344r 
E. B. V. Nardroff. On the Application of Fizbau's Method to the De- 
termination of the Velocity of Sound 344 

E. H. Stevens. Ueber Schallgeschwindigkeit in Luft bei gewöhnlicher 

und bei hoher Temperatur und in verschiedenen Dämpfen .... 344 

Ch. Dayison. The discance to wich the firing of heavy gune ie heard 345 

J. W. Mallst. Dasselbe 34e 



Inhalt. XXXV 

SeiU 

i. WiLMBR DüFF. The Attenuation of Sound 846 

F. BiCHASZ. Beobachtung des Tonunterschiedes von Echo und Schall- 

quelle bei Bewegung der letzteren 346 

Wallacb 0. Sabine. Architectural Acoustics 847 

0. JÄOBB. Ueber Longitudiualschwingangen in Stäben 347 

V. Hensbk. Die Triebkraft für die Tonschwingungen in den Labialpfeifen 

und die Lamellentöne 847 

W. Hallock. Compound Harmonie Yibrations of a string 848 

O.VioL. Mechanische Schwingungen isolirt gespannter Br&hte mit sicht- 
barer elektrischer Seitenentladung 848 

A. et y. GüiLLBT. Nouveaux modes d'entretien des diapasons .... 349 

HAI.LOCK. Overtones of a tuning fork 349 

M. Th. £i>blmavii. Fortschritte in der Herstellung der Galtonpfeife 

fGrenzpfeife) 349 

A. ScHWBNDT. Experimentelle Bestimmungen der Wellenlange und 

Schwingungszahl höchster hörbarer Töne 849 

M. Th. Edblmank. Studien über die Erzeugung sehr hoher Töne ver* 

mittelst der Galtonpfeife (Grenzpfeife) 850 

E. B. V. Nabdboff. The Determination of the Wave-Length of Sound 

by the Gräting Method 850 

Bbrobk Davis. New Experiments in Stationary Sound-waves 350 

G. ATHAHA8IADB8. Eine neue Entstehungsweise von Klangschlägen . . 351 

N. ScHxiOT. Eine Beobachtung an sensiblen Flammen 351 

E. BoBEL. Die Sirenen. Ein Beitrag zur Entwickelungsgeschiohte der 

Akustik 351 

H. ZwAABDBXAKBB. Ueber Intermittenztöne 852 

R. Mabaoe. Theorie de la formation des voyelles 852 

Analyse et synth^se des voyelles 852 

L. Bevibb. The Acoustic Analysis of the Yowels from the Fhonographic 

Becord 353 

E. W. ScBiFTüBE. Besearches in experimental phonetics 358 

£. BüHMBB. 8hobt*b lautsprechender Phonograph 354 

£. H. Babton. On the Befraction of Sound by Wind 354 

Litteratur 854 

9. Physiologische Akustik. 

K. L. ScHABFEB. Eine neue Erklärung der subjectiven Oombinationstöne 

auf Grund der HBLHHOLTZ'schen Besonanzhypothese 355 

Weitere Bemerkungen zu meiner „neuen Erklärung der subjectiven 

Oombinationstöne auf Grund der HELMHOLTZ'schen Besonanzhypo- 
these" 356 

W. Heikbioh. De la constance de perception des tons purs a limite 

d'audibüitö 856 

L. Tbsitbl. Ueber das Gehör der Taubstummen 357 

Litteratur 357 



Verzeichniss der Herren, welche für die I. Abtheilung des 

56, Jalirganges (1900) der Fortschritte der Physik 

Berichte geliefert haben. 



Herr Dr. M. Bblowskt (M. B,) in Berlin. 

. Dr. G. Bbbju in Berlin. 

BLA.SCHKE {Bl) in Berlin. 

, Dr. BODE (Bd.) in Berlin. 

, Prof. Dr. H. Böttqeb (Bgr.) in Berlin. 

, Dr. JoH. Ehlers (Es,) in Berlin. 

„ Prof. Dr. G. Gbuss (Gä.) Weinberge bei Prag. 

, Prof. Dr. K. Heun in Berlin. 

, Dr. J. Koppel (Kpl.) in Berlin. 

„ Prof. Dr. F. Mtliüb in Charlottenbarg. 

, Geheimrath Prof. Dr. E. Lampe (Lp.) in Berlin. 

, Geheimrath Prof. Dr. B. Nebel (B. N.) in Berlin 

, Prof. Dr. K. Pbytz in Kopenhagen. 

„ Oberlehrer H. Bibnb (H. Bs.) in Berlin. 

, Dr. W. A. Roth (W. A. B,) in Berlin. 

„ Dr. K. L. SOHAEPXB (IT. L, Seh.) in Berlin. 

, Dr. K. Scheel in Berlin. 

, Prof. W. V. Uljanin (». (/,) in Kasan. 

, Prof. Dr. O. Wibdebübo (Wg,) in Hannover 



ERSTER ABSCHNITT. 



ALLGEMEINE PHYSIK 



Fortaehr. d. Phys. LYI. 1. ^bth. 



la. Lehrbfleher. Unterrieht. Biographie. Oesehlehtllehes» 

Allgemeines. 

F. KoHLBAüSOH. Kleiner Leitfaden der praktischen Physik. 260 8. 
Ijeipzig, G. B. Teul)ner, 1900 f. 

Nachdem Eohlbaüsoh's Leitfaden der praktischen Physik im 
Laufe der acht Auflagen über seine ursprünglichen Zwecke, dem 
Anfanger zu dienen, hinaus gewachsen ist und sich allmählich zu 
einem Handbuche der praktischen Physik ausgestaltet hat, kehit 
nun der Verf. in dem vorliegenden Werke zu dem ursprünglichen 
Zwecke seines Buches zurück; dasselbe ist ftir den Anfänger be- 
stimmt, und zwar besonders für den, welcher nicht die Absicht hat,. 
über den Anfang hinaus praktisch physikalisch zu arbeiten. Des- 
halb ist vieles weiter gehendes Material ausgelassen, insbesondere 
von der praktischen Elektricitätslehre. 

Im Uebrigen lehnt sich der kleine Leitfaden im Text und auch 
in den Bezeichnungen und Figuren vielfach an die grössere Aus- 
gabe an, um einen Gebrauch beider Ausgaben neben einander zu 
gestatten. Die Anordnung des Stoffes ist zum Theil geändert und 
soll auch in einer späteren Neuauflage des grösseren Leitfadens 
entsprechend gestaltet werden. Den einzelnen Aufgaben wird in 
der Regel, mehr als früher, eine kurze Erläuterung vorausgeschickt», 
auch den Anweisungen zur äusseren Ausfuhrung der Arbeit wird 
mehr Platz eingeräumt, als bisher, ohne indess hierin soweit zu 
gehen, dass die Aufgaben zu sehr schematisirt werden. Scheel, 



H. Katbbb. Lehrbuch der Physik für Studirende. 3. Aufl. X. u. 
584 8. Stuttgart, Ferdinand Enke, 1900 f. 

Die dritte Auflage ist gegen die vor sechs Jahren erschienene 
zweite nicht wesentlich geändert worden, doch ist den Fortschritten 
der Wissenschaft in gebührender Weise Rechnung getragen. Die 
Erweiterungen finden sich namentlich in der physikalischen Chemier 
ond in der Elektricitätslehre. Sched. 

1* 



4 1 a. Allgemeines. 

Ludwig Dbessel. Elementares Lehrbuch der Physik nach den 
neuesten Anschauungen für höhere Schulen und zum Selbst- 
unterricht. 2. Aufl. 1. u. 2. Abtb. ZuBammen XV, Vin u. 1026 8. 
Freiburg i. Breisgau, Herd^-'sclie Verlagshandlung, 1900. 

Die zweite Auflage des überaus reichhaltigen Lehrbuches ist 
der ersten nach funQ ährigem Zeiträume gefolgt und gegenüber 
dieser in vieler Hinsicht erweitert und verbessert. Das Buch soll 
ein getreues Bild des heutigen Standes der Physik entwerfen, von 
den Erfahrungsthatsachen , wie von den theoretischen Erklärungen, 
soweit dies der elementare Charakter des Buches gestattet Im 
Allgemeinen will das Lehrbuch Jenen Führer und Rathgeber sein, 
welche, mit der allgemeinen Vorbildung am Gymnasium oder an 
der Realschule ausgerüstet, über den jetzigen Entwickelungszustand 
der gesammten Physik oder einzelner Fragen derselben gründliche 
Auskunft wünschen. Scheel, 

JoH. RuBSNEB. Elementare Experimentalphysik für höhere Lehr- 
anstalten. 1. Mechanik fester Körper. 146 S.; 2. Mechanik flüssiger 
und gasförmiger Körper. Wellenlehre. 162 S. Hannover, Gebr. 
Jäneoke, 1900 f. 

Das Buch ist hauptsächlich für Schüler an Mittelschulen, ins- 
besondere an technischen, bestimmt Eine wesentliche Beigabe ist 
die Einfügung einer Anzahl von Aufgaben nebst den Auflösungen. 
— Das Buch ist aus der Praxis des Unterrichts hervorgegangen. 
Die Darstellung des Stoffes ist klar und leicht verständlich. 

Scheel. 

Fbiedb. Nbesbn. Die Physik in gemeinfasslicher Darstellung für 
höhere Lehranstalten, Hochschulen und zum Selbststudium. IX u. 
357 S. Braunschweig, Friedrich Vieweg u. Sohn, 1900 f. 

Das Buch giebt eine TJebersicht über das gesammte Grebiet 
der Physik, einschliesslich der neuesten Forschungen auf dem Ge- 
biete der Strahlung und dergleichen. Die Darstellungsweise ist 
möglichst elementar gehalten, mathematische Entwickelungen mög- 
lichst vermieden. ' Scheel. 



P. Volkmann. Einführung in das Studium der theoretischen Physik, 
insbesondere in das der analytischen Mechanik mit einer Ein- 
leitung in die Theorie der physikalischen Erkenntniss. 370 S. 
Leipzig, Teubner, 1900 f. 



DRBS8SL. BUS8MEB. NBESEK. VOLKMAIW. V. ObEBMAYBB. WBBBB eto. g 

Ausser der Mechanik enthält das Werk Anwendungen auf 
Methoden- und Instrumentenlehre der praktischen Physik, sowie 
Einfuhrang in die Behandhing geophysikalischer Fragen und in die 
allgemeinen Principe der Mechanik. Sched. 

A. V. Obebmatbb. Leitfaden für den Unterricht in der Physik 
an der technischen Militärakademie mit besonderer Berücksichti- 
gung ausgewählter Capitel, insbesondere aus der Mechanik. 
827 ß. Wien u. Leipzig, Wilhelm BraumüUer, 1900. 
Trotz der für die vorliegenden Zwecke erschöpfenden Ueber- 
sicht über die Mechanik hat auch der rein physikalische Theil, 
TOD der Akustik und der Optik abgesehen, die nur gelegentlich 
gestreift werden konnten, eine hinreichende leicht verständliche 
Darstellung erfahren. Sched. 

Hbikbich Wbbbb. Die partiellen Differentialgleichungen der mathe- 
matischen Physik. Nach Ribmakk's Vorlesungen in 4. Aufl. neu 
bearbeitet 1. XVn u. 506 8. Braunschweig, Friedrich Vieweg u. Sohn, 

1900 t. 

Die RiBMANx'schen Vorlesungen haben in der vorliegenden 
Neuausgabe weitgehende Umgestaltungen und durchgreifende Er- 
weiterungen erfahren. Namentlich ist auch die Lehre von der 
Elektricität und dem Magnetismus, die in den früheren Ausgaben 
fehlten, mit hineingezogen und mit Rücksicht auf die neuen An- 
schauungen von Maxwell behandelt. Der erste Band enthält ausser 
den allgemeinen analytischen Hülfsmitteln hauptsächlich die Lehre 
von der Elektricität und dem Magnetismus. Scheel. 



F. Klein u. E. Rieckb. lieber angewandte Mathematik und Physik 
m ihrer Bedeutung für den Unterricht an höheren Schulen nebst 
Erläuterung der bezüglichen Göttinger Universitätseinrichtungen. 
Vorträge, gehalten in Göttingen, Ostern 1900, bei Gelegenheit 
des Feriencursus für Oberlehrer der Mathematik und Physik. 
Mit einem Wiederabdruck verschiedener einschlägiger Aufsätze 
von F. Klein. Gr. S^. YU u. 252 8. Leipzig u. Berlin, B. G. Teubner, 
1900. 

Die Sammlung verfolgt den Zweck, den Unterricht in ange- 
wandter Mathematik und Physik an den Universitäten zu beleben. 
Abgedruckt sind folgende Vorträge: 1) Zur Geschichte des physi- 
kaÜBchen Instituts und des physikalischen Unterrichts an der Uni- 



6 1 a. Allgemeines. 

versität Göttingen (von Ed. Ribcke); 2) AllgemeiDes über ange- 
wandte Mathematik (von F. Klein); 3) lieber technische Mechanik 
(von F. Elbin); 4) Heber darstellende Geometrie (von Fr. Sohil- 
iiiNo); 5) Einführung in die Geodäsie (von E. Wibohert); 6) üeber 
Versicherungsmathematik (von G. Bohlmann); 7) lieber Wärme- 
kraftmaschinen (von Euo. Metbb); 8) lieber Elektrotechnik (von 
Th. des Coüdbes). 

Hieran schliesst sich der Wiederabdruck von vier Aufsätzen 
allgemeinerer Natur von F. Klein. Sched. 



H. DüFBT. Reoueil de donn^es num^riques publie par la soci^te 

fran9aise de Physique. Optlque 3, VI u. 787—1313, Paris, Gauthier- 

Villai-s, 1900. 

Der vorliegende Theil enthält Drehungsvermögen krystallisirter, 

flüssiger und gelöster Körper (S. 787 bis 1166), Interferenzfarben 

(S. 1167 bis 1172) sowie ein Supplement (S. 1173 bis 1305), dem 

noch ein Litteraturverzeichniss angefügt ist. Scheel. 



H. PoiNOABfi. Sur les rapports de la physique experimentale et 
de la physique matheraatique. Rapp. Congrfes intern, de phys. 1, 
1—29, 1900. Phys. Z8. 2, 196—201, 1900. 

Verf. behandelt folgende Capitel: Bedeutung des Experimentes 
und der Verallgemeinerung; die Einheit der Natur; Bedeutung der 
Hypothese; Ursprung der mathematischen Physik; Bezeichnung 
physikalischer Theorien; die Physik und der Mechanismus; gegen- 
wärtiger Stand der Wissenschaft. 

Wegen Einzelheiten der allgemein gehaltenen Schrift sei auf 
das Original verwiesen. Schied. 

John William Stbutt, Baron Ratleioh. Scientific Papers 2, 
XIY u. 598 S., London, C. J. Clay and Sons, Cambiidge University 
Press, 1900. 

Der vorliegende zweite Band enthält unter den Nummern 79 
bis 141 die von Lord Ratleioh in den Jahren 1881 bis 1887 ver- 
öffentlichten Arbeiten, die in Proc. Roy. Soc. Phil, Trans.; Kep. 
Brit. Ass.; Cambr. Phil. Soc; Phil. Mag.; London Math. Soc; 
Edinburgh. Trans.; Nature etc. verstreut sind. Scheel. 



H. HovBSTADT. Jenaer Glas und seine Verwendung in Wissen- 
schaft und Technik. 429 S. Jena, Gustav Fischer, 1900 t. 



DTTFBT. POIKCARi. Batlbigh. Hovsstadt. Yolemann. 7 

Das vorliegende Werk ist eine Zasammenfaasnng der Resultate 
alier bisherigen Yeröffenüiohnngen über physikalisohe und ohemisohe 
Eigenschaften der verschiedenen ans dem Jenaer glastechnischen 
Laboratorinm hervorgegangenen Glassorten. Ausserdem sind auch 
die Untersuchungen, welche sich auf wohl definirte Gläser anderen 
Ursprungs beziehen, wiedergegeben, doch nehmen diese Unter- 
saohungen naturgemäss — systematische Glasschmelzungen sind 
ausserhalb Jenas nur in geringem Umfange vorgenommen ^— nur 
einen kleinen Raum des Werkes ein. Scheel. 



P. Volkmann. Zur Theorie der physikalischen Maasssysteme und 
Dimensionen. Z8. f. Unterr. 13, 146--152, 1900 t. 
Die Ansichten des Verf. sind in folgenden Sätzen niedergelegt: 

1. Die theoretische Frage nach den postulirenden Grund- 
begriffen der physikalischen Systeme ist aus einander zu halten von 
den praktischen Fragen nach der Einführung der Einheiten der 
Maasssysteme und der Theorie ihrer Dimensionen, wenngleicli die 
Herstellung einer gegenseitigen Beziehung als wünschenswerthes 
Ziel vorschweben mag. 

2. In der Mechanik finden sich die theoretischen Forderungen, 
denen Postulate zu genügen haben, und die praktischen Forderungen 
der physikalischen Messkunst z. B. durch das C.-G.-S.-System in 
üebereinstimmung gebracht. 

3. Jede engere mechanische Disciplin, wie die praktische Astro» 
Bomie, deren Grenzen durch das Gültigkeitsbereich eines speoiellen 
Naturgesetzes — wie das NBWTON'sohe Gravitationsgesetz — ge- 
geben sind, gestattet durch eben dieses Naturgesetz praktisch eine 
Einschränkung der Grundmaasse, ohne dass das tiefere theoretische 
Verständniss dadurch etwas gewinnt 

4. Die Systematisirung der elektrischen und magnetischen Er- 
scheinungen erfordert die Hinzunahme neuer physikalischer Postu- 
lats, unabhängig von den speciellen elektrischen und magnetischen 
Naturgesetzen. Eben diese Naturgesetze gestatten aber auch hier 
praktisch eine Einsdiränkung der Grundmaasse, ohne dass das tiefere 
theoretische Verständniss dadurch etwas gewinnt 

5. Auf der praktischen Verwerthung specieller Naturgesetae 
zur Reduction der durch die physikalischen Postulate geforderten 
Grandmaasse beruht die Möglichkeit mannigfaltigster Verfügungen 
und das Auftreten gebrochener Potenzen in den Dimensionen der 
dektrischen und magnetischen Begriffe. Den so entstandenen Di- 
mensionen ist kein tiefer theoretischer Sinn beizulegen. 



8 1 a* Allgemeines. 

6. Maxwbll^s kritischer Geschwindigkeit wird in der Max- 
WBLL'schen Theorie insofern ein tieferer Sinn beigelegt, als diese 
Geschwindigkeit in den MAXWBLL-HsBTz'schen Grandgleichungen 
vorkommt, welche die Gesammtheit der elektrischen und magneti- 
schen Erscheinungen begreifen wollen. Scheel. 



F. J. RoöBBS. The M.-K.-S. absolute Systems of units. The Phys. 
Bev. 11, 115—116, 1900 t. 
Der Verf. befürwortet die Einführung von Meter -Kilogramm- 
Secunde-Einheiten, weil alle zu messenden Grössen dann durch 
kleinere Zahlenwerthe ausgedrückt werden könnten. Die Einheit 
der Kraft will er in seinem System als ^grosse Dyne" (large dyne) 
bezeichnen. Scheel. 

M. Thibsbn. Ueber allgemeine Naturconstanten. Verh. D. Phys. 
Gea. 2, 116—121, 1900t. 

Planck hat bemerkt, dass das WiBN'sche Strahlungsgesetz 
zwei Naturconstanten liefert, welche im Verein mit der Licht- 
geschwindigkeit imd der Constanten des Gravitationsgesetzes ge- 
nügen, um die mechanischen Grössen und die Temperatur in natür- 
lichen, von der Beschaffenheit eines besonderen Körpers unabhän- 
gigen Einheiten auszudrücken. Verf. selbst wies darauf hin, dass 
zwei solcher Constanten auch schon aus den für schwarze Körper 
von BoLTZMANN uud WiBK aufgestellten Gesetzen folgen, welche 
die Abhängigkeit der Gesammtstrahlung und der Lage des Strah- 
lungsmaximums von der Temperatur bestimmen. Nun sind aber 
noch weitere allgemeine Naturconstanten bekannt und es liegt die 
Frage nahe, welche Beziehungen zwischen ihnen und dem oben 
erwähnten System, zu dem man noch die Constante des Coülomb'- 
schen Gesetzes hinzufügen wird, bestehen. Verf. stellt nun als 
Princip auf, dass es von einander unabhängige Naturconstanten 
gleicher Dimensionen nicht giebt, und dass demnach, falls selbst 
auf den verschiedensten Gebieten solche Constanten von gleicher 
Dimension auftreten, man das Bestehen einer theoretischen Be- 
ziehung zwischen ihnen behaupten dürfe. Man wird Grund haben^ 
die Beziehung als eine enge anzusehen, wenn sich das Verhältniss 
der Eins nähert. 

Verf. hat nun zunächst die folgenden Einheiten: 

1. die Lichtgeschwindigkeit (v), 

2. die Beschleunigung, welche einer Masse durch die Masse 
Eins im Abstände Eins ertheilt wird (9), 



Rogers. Thiesen. 9 

3. die bewegende Kraft, welche die Einheit der Elektricität 
auf eine mit der Einheit der Elektricität verbundene Masse aus- 
übt {x\ 

4. die Strahlungsdichte bei der Temperatur Eins (<5), 

5. die Wellenlänge, welcher bei der Temperatur Eins die 
gröBste Strahlungsenergie entspricht (r), 

in den üblichen Einheiten (Gramm, Centimeter, Secunde, Celsius- 
grad, elektrostatische Einheit) ausgedrückt. Er erhalt dann um- 
gekehrt diese üblichen Einheiten als Functionen der fünf genannten 
Naturconstanten , so dass er die folgenden Constanten mit den 
ursprünglichen fünf Naturconstanten vergleichen kann. 

1. Die aus dem AvooADBo'schen in Verbindung mit dem 
BoTLE'schen und GAT-LüssAo'schen Gesetze folgende Constante, 
welche man nach dem Vorgänge von Boltzmann als LosoHikiDT'- 
sehe Constante zu bezeichnen anfängt, d. h. die Zahl der Theilchen 
eines ideellen Grases in der Raumeinheit, welche bei der Tempera- 
tur Eins den Druck Eins ausüben (S). Es ergiebt sich empirisch 
Jör» = 1. 

2. Das elektrische Elementarquantum (nach Hblmholtz und 
BuDDi) (€). Die aus dem CouLOMs'schen (oder AMP^BB^schen) Ge- 
setze in unseren natürlichen Einheiten definirte Elektricitätseinheit 
ergiebt sich als nahe äas Zwölffache des elektrischen Elementar- 
quantums. Auch hier deutet der kleine 2^hlenfactor eine enge 
theoretische Beziehung an. Die directe Bestimmung von 6 durch 
J. J. Thomson fährt zu wesentlich demselben Resultate. 

3. Der LoBBNz'sohe Temperaturgrad, d. h. „die Temperatur- 
erhöhung, welche die Arbeitseinheit in derselben Zahl von Grund- 
stoffatomen, welche die Elektricitätseinheit normal aus dem Elektro- 
lyten ausscheidet, hervorbringt" (ij). Auch in diesem Falle ergiebt 
sich für den Zahlenfactor in dem Ausdrucke von rj durch die natür- 
lichen Einheiten wieder ein massiger Werth (ca. Vioo)* Es ergiebt sich 

femer die Beziehung-^ = 0,406, welche aussagt, dass für ein nor- 

males zweiatomiges Gas, wie es Lobenz voraussetzen muss, die 
Gleichung besteht, deren Richtigkeit sich auch auf anderem Wege 
ergiebt Druck = 0,406. Dichte. Temperatur. Specifische Wärme 
bei gleichem Volumen. 

4. Die LoBBKz'sche Constante (Quotient aus der Wärmelei- 
tungsfähigkeit durch die absolute Temperatur und die elektrische 
Leitungsfähigkeit) (i/'). Nach Dbudb ist ^625» = 3. (Aus dieser 



10 1 a. Allgemeines. 

Relation berechnet sich der Zablenfactor in dem Ausdrucke von t 
durch die natürlichen Einheiten zu etwa 400.) 

5. Das Verhältniss von Ladung und Masse in den Kathoden- 
strahlen (cd). In diesem Falle tritt zum ersten Male eine sehr 
grosse Zahl (von der Ordnung 10'^) in die Beziehung zwischen 
Naturconstanten gleicher Dimension ein. Doch darf man deshalb 
wohl nicht die Bedeutung der Grösse g) unterschätzen; vielmehr 
spricht manches für die Zweckmässigkeit, die Grösse q> aus unserem 
System zu entfernen, etwa in der Annahme, dass die NEWTON^sche 
Attraction nur eine secundäre Differenzwirkung sei. 

Führt man o statt (f und etwa noch s an Stelle von % ^^^9 
so kommt man nach Ansicht des Verfassers zu einem viel har- 
monischeren System, als dem ursprünglichen. Scheel. 



L. Nix und W. Sohmidt. Heron's von Alexandria Mechanik und 
Eatoptrik. XLIV u. 415 S. Leipzig, B. G. Teubner, 1900. 

Die vorliegende Uebersetzung nebst Urtext enthält in drei 
Büchern Heron's Mechanik (arabisch), ferner Griechische Fragmente 
der Mechanik und Heron's Katoptrik (lateinisch und griechisches 
Fragment), endlich Beschreibung von Maschinen aus Yitruv's Bau- 
kunst, aus Plinius' Naturgeschichte und aus Cato^s Landbau. In 
einem Anhange gehen die Verfil auf die pseudo - Euklidische Kat- 
optrik ein. Scheel. 

B. ScHWALBB. Der neunte naturwissenschaflliche Feriencursus für 
liChrer an höheren Schulen, abgehalten in Berlin vom 4. bis 
14. October 1899. Naturw. WocheniClir. 15, 1—4, 13—18, 25—31, 1900. 

Den neueren Ergebnissen der Physik ist in den gehaltenen 
Vorträgen der weiteste Raum gewährt. Scheel. 



Otto Wibnbb. Die Erweiterung unserer Sinne. Akademische An* 
tritts Vorlesung. 43 S. Leipzig, Barth, 1900 f. 

Verf. fuhrt den Gedanken näher aus, dass sich jedes neue In- 
strument oder jede Zusammenstellung bekannter Instrumente zu 
neuem Zwecke vom entwickelungsgeschichtlichen Standpunkte aus 
als eine naturgemässe Fortentwickelung und Erweiterung unserer 
Sinne, als ein Fortschritt in der Anpassung an unsere Umgebung 
und ein Vortheil im Kampfe ums Dasein darstellt Sched. 



Nix u. Schmidt. Schwalbe. Wiener. Litteratur. H 

Litteratur. 

C. Allan. Appunti di fisica, chimica e mineralogia, ad uso della 
terza classe tecnicaDisp. I. 8^. 16 S. Mosso S.Maria, tip. Falgenzio 
Bagis, 1900. 

G. Baxnitz. Lehrbuch der Physik in populärer Darstelhing. 13. Aufl. 
Ym tu 287 8. Bielefeld, Yellmgeii u. Klaslng, 1900. 

RH.Bloohmann. Physik, gemeinfasslich dargestellt in drei Bänden. 
L Mechanik und Akustik. XXYI u. 259 8. Stuttgart, Strecker u. 
Schröder, 1900. 

Bas Buch ist für ein gebildetes Laienpublicmn bestimmt. 

R BoBOHABDT. Grundriss der Physik zum Gebrauch für Medi- 
ciner. 2. Aufl. gr. 8^ Ym u. 184 S. Stuttgart, 1900. 

E. BoüANT. Cours de physique et de chimie r^dig^ conformement 
aa Programme des 4coles normales primairea dUnstituteurs et 
d^institutrioes. 8. M. 588 6. Paris, Belalain fröres, 1900. 

La physique et la chimie du brevet ^l^mentaire de capacit^ 

de l'enseignement primaire. 8. 6A. Ym u. 528 S. Paris, Belalain 
freies, 1900. 

Edouabb Bbahlt. Trait^ ^lementaii*e de physique. 2. ed. 8^ XXXY 
XL 943 8. Pai-is, Poussielgue, 1900. 

L. BüSBMAKN. Hfllfsbuch für den Physikunterricht im Seminar und 

fdr die Hand der Lehrer. Leipzig, Dürr, 1900. 
P. Gabdani. Fisica generale, meteorologia, elettricitä: lezioni (de- 

datte nella) r. universitä di Parma nell' anno 1899 — 1900, com- 

pilate per cara del P. Mobbtto. 8^. 152 8. Parma, lit. Zafferri, 

1899—1900. 

— — Fisica matematica: lezioni (dedatte nell' anao scolastico) 
1899 — 1900 nella r. universitä di Parma e compilate per cura 
di Saviko Buboni. S^. 128 8. Parma, lit. Zafferri, 1899—1900. 

e A. RüSSO-GxLiBSBTi. Prime nozioni di scienze fisiche e 

natorali e d'igiene per le scuole complementari e normali. 1, 229, 
2, 192, B, 115 u. 95, 4, 174, 5, 99, 6, 236 8. Palermo, Bemo Sandron, 
1899. 

J. Chapptjis et A. Bbbgbt. Lebens de physique g^n^rale. 2. Aufl. 
2. Elektricität und Magnetismus. Paris, Gauthier-YiUars, 1900. 

C Chistoni. Lezioni di fisica dettata nella r. universitä di Modena 
nell' $nno 1899 — 1900. 104 8. Modeoa, G. PizzolotU, 1900. 

K. Chbistiansbn. Die Grundlagen der theoretischen Physik. Ins 
Buasisohe übersetzt von 8. G. Jeoobow unter der Bedaotion von Prof. 
K. A. Hbsbhüs. Petersburg, 1900. 

0. D. Chwolbon. Kurzer Physikcursus für Mediciner, Natur- 
forscher und Techniker. 1. 342 8. 2. Akustik, 350 8. 3. Lehre 
von der Wärme, 305 8. St Petersburg, K. Bicker, 1900 (Russisch). 



12 1 a. Allgemeines. 

Fb. Clausbn u. O. v. Bbonk. Neue ErscbeinuDgen auf dem Ge- 
biete der Physik. 40 S. Berlin, Selbstverlag, 1900. 

Es werden folgende Gapitel behandelt: Das Selen. Die Telephonie 
ohne Draht. Das Problem des elektrischen Fernsehens. Das rationelle 
elektrische Licht. Neues über Böntgenstrahlen. Das Badium. Neues 
über Telegraphie ohne Draht. Der Telephonograph. Die Photographie 
in natürlichen Farben. 

H. Cbbw. Elements of physios for use in high schools. 2. ed. XVI 
u. 353 B. New York, The Macmillan Co., 1900. 

E. Dbincoubt. Cours. de physique et de chimie, r^dige partiou- 
lierement k l'usage des candidats ä l'^cole speciale militaire de 
Saint-Cyr. 420 S. Paris, Colin, 1900. 

H. GossiN. Cours de physique, conforme aux programmes ofBciels 
de l'enseignement olassique (classe de philosophie), de Fenseigne- 
ment moderne (classes de troisi^me, de seoonde et de premi^re- 
sciences). XI u. 771 S. Paris, Hachette et Co., 1900. 

R. Gbassmann. Die Physik, Chemie und Krystallonomie oder kurz 
das Weltleben. Xn u. 350 B. Stettin, B. Grassmann, 1900. 

Die Physik oder die Lehre von den Gesetzen der Natur. 

Neue Aufl. gr. 8®. 110 S. Stettin, 1900. 

R. A. Gbbooby and A. T. Simmons. Elementary physics and 
ohemistry. 8^ 148 8. London, Macmillan Co., 1900. 

G. Haasb. Repetitorium der Physik, m u. 140 S. Freiburg i. B., 
Speyer u. Eaemer, 1900. 

E. Hbnsino. Grundzüge der Physik, gr. 8^. XI u. 327 S. Leipzig- 
Beudnitz, A. Hoffmann, 1900. 

O. Hbbmbs u. P. Spibs. Experimentalphysik. 2. Aufl. Berlin, 1900. 

H. Hebzfeld, Bbbb u. Matzdobff. Repertorium der Chemie, 
Physik, Pharmakognosie und Botanik, für Apotheker, Mediciner, 
Chemiker u.. s. w. 8®. 332 S. Berlin, Fischer, 1900. 

G. A. HooDLEY. A brief course in general physics, experimental 
and applied. 463 S. New York, The Amer. Book Comp., 1900. 

Hopkins. Populäre Physik. Anleitung zur Anstellung von Ver- 
suchen und Anfertigung von Apparaten. Ins Bussische übersetzt 
von M. J. Lachtin. 424 6. Moskau, Mamontow, 1900. 

Julius Hobtvbt. A manual of elementary practical physics for 
high schools. X u. 255 S. Minneapolis, H. W. Wilson, 1900. 

Fabio Inybba. Elementi di fisica 1, Mecanica e calore. Torino, 
Unione tip., 1900. 

K. JoGHMANN. Grundriss der Experimentalphysik und Elemente der 
Chemie, sowie der Astronomie und mathematischen Geographie. 
14. Aufl. Von O. Hebmbs u. P. Spibss. gr. 8®. Berlin, 1900. 

R. H. Jude and H. Gossin. Experimental and theoretical physics. 

926 8. London, Ohapmann and Hall, 1900. 



Litteratur. 1 3 

Joe. Klbibeb. Lehrbuch der Physik. München, Oldenbourg, 1900. 

Körnkk's Lehrbuch der Physik. Für höhere Lehranstalten be- 
arbeitet von A. RiOHTEB. Wien, F. Deutike, 1900. 

K. KoppB. Anfangsgründe der Physik. Ausgabe B in zwei Lehr- 
gängen. Theil L gr. 8^. IX u. 223 S. 

— — Theil n. Hauptlehrgang, gr. 8^. Vin u. 458 S. Eggen, 
G. Badeker, 1900. 

K Ebans. Grundriss der Katurlehre für Lehrer- und Lehrerinnen- 
bildungsanstalten. 1. Wirkungen der Molecularkräfte. Wärme- 
erscheinungen. Magnetische und elektrische Erscheinungen. 150 8. 
Wien, A. Pichler'e Wwe. u. Sohn, 1900. 

P. Laooub u. J. Appbl. Hystorisk Fysik. 2. 13 Hefte. Der nordiake 
Forlag, E. Bojesen. 

J. Lanqlbbbbt. Physique. Avec un choix de problbmes avec Solu- 
tion. 54. ^d. 600 S. Paris, Delalaine, 1900. 

E. LoMMEL. Lehrbuch der Experimentalphysik. Herausgegeben von 
W. KÖHIG. gr. 8®. 7, Aufl. X u. 574 S. Leipzig, J. A. Barth, 1900. 

Maoh-Habbabt. Grundriss der Naturlehre für die unteren Classen 
der Mittelschulen. Ausgabe für Realschulen. 3. Aufl. 8^. 188 ß. 
Wien u. Prag, Tempsky; Leipzig, Freytag, 1900. 

Habghand. Cours de physique experimentale. 1. Proprio t^s g^nd- 
rales des corps, cin^matique, m^canique, pesanteur, propri^t^s 
speciales aux corps: a) solides, b) liquides, c) gazeux; ^lasticite, 
BOn, chaleur. Vm u. 412 S. Paris, Louvain, 1900. 

Mme L. Maboat-l'Hüillieb. Le9ons de physique (Pesanteur, Cha- 
leur) ä l'usage des ^l^ves de troisieme ann^e de l'enseignement 
secondaire des jeunes fiUes et des aspirants au brevet superieur. 
VI u. 276 8. Paris, Kony et Cie., 1900. 

J. B. Mabtin et J. Roy. Clements des sciences physiques et 
naturelles, appliqu^ea ä Pagriculture , ä l'industrie, ä l'economie 
domestique, ä l'hygi^ne. 276 ß, Paris, Delalain fr^res, 1900. 

H. Maseb. Die Physik. Hausschatz des Wissens Nr. 250. Neu- 
damm, J. Neumann. 

P. MüNCH u. H. Lüdtkb. Lehrbuch der Physik, ii. Aufl. 1. 180 8. 
Freiburg i. B., Herder, 1900. 

H. P^CHSUX. £l^ment8 de physique et de chimie, r^digu^s con- 
form^ment aux programmes officiels du 1®' decembre 1899 ä 
l'usage des candidats aux ^coles nationales d'arts et m^tiers. 
712 8. Paris, Delagrave, 1900. 

F. V. PoTTBB. Evans' drill and physical exercises for boys, girls 
and infants. London, Simpkin, 1900. 

J. H. PoTNTiNG and J. J. Thomson. Text-book of physics: sound. 
8«. 176 8. London, Griffln, 1900. 



14 1 a. Allgemeines. 

H. PüKiKG. Lehrbuch der Physik für die oberen Classen höherer 
Lehranstalten. 2. Aufl. 8^. Yin u. 328 S. Münster, AschendorfTsche 
Buchh., 1900. 

E. RosBNBBBO, Ezperimentirbuch für den Elementarunterricht in 
der Naturlehre. 3. Theil. V u. 119 S. Wien, A. Holder, 1900. 

M. RuDOLPHi. Einfuhrung in das physikalische Prakticum. vni n. 

136 S. Göttingen, Yandenhoeck u. Bnprecht, 1900. 

Saffbat. Clements usuels des sciences physiques et naturelles 
(cours el^mentaire). Le9ons de choser. 6. 4d. Yin u. 104 S. 
Paris, Hachette et Co., 1900. 

A. Sattlbb. Leitfaden der Physik und Chemie. 23. Aufl. Braun- 
schweig, Friedr. Vieweg a.'8ohn, 1900. 

F. ScHiNDLBB. Physik und Chemie für Bürgerschulen. Bearbeitet 
von R. Nbumann. Vn u. 214 8. Wien u. Prag, Tempsky, 1900. 

T. Schmidt. Repetitorium der Physik für Studirende der Medicin, 
Pharmacie, Thierarzneikunde, Chemie etc. 2. Aufl., neu bearbeitet 
von H. Lux. Breslau 1900. 

A. SoHUSTBB and Ch. Lbbs. Advanced exercises in practical phy- 
sics. Cambridge, Univ. Press, 1900. 

P. SiBMON u. E. WuNsoHMANN. Leitfaden für den physikalischen 
und chemischen Unterricht an höheren Mädchenschulen. 309 8. 
Breslau, Hirt, 1900. 

J. SoLBB Y Sanchbz. Curso elemental de fisica. 2. ed. m u. 622 8. 
Alicante 1900. 

W. N. SwTDBB and J. O. Palmeb. On thousand problems in phy- 
sics. TU u. 142 8. Boston, U. 8. A., Ginn and Comp., 1900. 

Ch. B. Twing. Elementary physics. 8®. 382 8. Boston, Benj. H. Lan- 
bom and Co., 1900. 

D. Tykdall. Physik in einfachen Lehrstunden. Ins Bassische über- 
setzt. 4. Aufl. 192 8. 8t. Petersburg 1900. 

O. ÜLB. Warum und weiL Lehrbuch der Physik in 440 Fragen 
und Antworten. Ins Bussische übersetzt. 6. Aufl. 8t. Petersburg 1900. 

R F. Yallabadbs. Tratado elemental de fisica 1037 6. Bilbao 

1900. 

G. Yanni e V. MoNTi. Corso di fisica e chimica ad uso dei licei. 

J. G. Wallbntin. Lehrbuch der Physik für die oberen Classen 
der Mittelschulen und verwandter Lehranstalten. 12. Aufl. VI u. 
298 8. Wien, A. Pichler's Wwe. u. Sohn, 1900. 

A. WijKANDBB. Lärobok i fysik för de allmänna och tekniska 
läroverken. 3. Läran om magnetismen och elektriciteten. s uppL 
Lund, Gleerup, 1900. 

L. R. WiLBBBFOBOB. A ucw primer of physics. Cambridge, Univ» 
Press, 1900. 



Litteratur. 1 5 

W. WiNTEB. Lehrbuch der Physik zum Sohulgebrauch. 5. Anfl. 
gr. 8®. YHI a. 547 8. MüDchen, Th. AckermaDn, 1900. 

NotioDs de sciences physiques et naturelles, r^dig^es d'apr^s les 
programmes ofßoiels de reDseignement primaire. 1. partie: Phy- 
sique et chimie, ä l'usage des candidats au brevet ^l^mentaire etc. 
11. M. 472 8. Lyon, Vitte, 1900. 

M. WhiDebmann. Jahrbuch der Naturwissenschaflen. 15. gr. 8^, 
XII u. 572 8. Freiburg i. B., Herder'sche Yerlagsbuchhandlang, 1899 — 1900. 

Jahrbuch der Erfindungen und Fortschritte auf den Gebieten der 
Physik, Chemie und chemischen Technologie, der Astronomie 
und Meteorologie. Begründet von H. Gbetschel u. H. Hibzel, heraus- 
gegeben von A. BEBBBBICH, Qr, BOBNEMANN, OTTO MÜLLEB. 36. YIU u. 
892 8. Leipzig, Quandt u. Händel, 1900. 

R. S. WooDWABD. Die Fortschritte der angewandten Mathematik 
im letzten Jahrhundert. Natnrw. BundBch. 15, 278—276, 1900. 

Encyklopädie der mathematischen Wissenschaften mit Einschluss 
ihrer Anwendungen. Herausgegeben im Auftrage der Akademien der 
Wissenschaften zn München und Wien und der 'Gesellschaft der Wissen- 
scbaften zu Göttiogen, sowie unter Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen. 
In 7 Bdn« Leipzig, Teubner, 1900. 

F. Klein. Ueber die Encyklopädie der mathematischen Wissen- 
schaften mit besonderer Röcksicht auf Band 4 desselben (Me- 
chanik). 72. Katurf.-Ges. zu Aachen. Phys. ZS. 2, 90—96, 1900. 

Ch. Ed. GuiiiLAüMB et L. Poincab^. TUpports pr^seut^s oa congr^s 
international de physique reuni ä Paris en 1900. 1. Qaestions 
generales. Metrologie. PhyBiqne m^canique. Physique mol^cu- 
laire. XY u. 698 8. 2. Optique. ^lectricitö. Magn^tisme. 570 8. 
3. ]^lectro-optique et Ionisation. Applications. Physique cosmique. 
Physique biologique. 619 8. Paris, Gauthier-Yillars, 1900. 

Ueber die einzelnen Abhandlungen ist an den yerschiedensten Stellen 
dieser Berichte referirt. 

P. 6. Tait. Scientific papers. 2. 500 8. Cambridge, Univ. Press, 
1900 t. 

OsBOBNS RsTKOLDS. Papers on mechanical and physical subjects. 
Reprinted trom various transactions and Journals 1, 1S69 — 1882. 416 8. 
Cambridge, Univ. Press, 1900. 

H. Kuhfahl. Einige Bemerkungen zur Dimensionslehre. Z8. f. 
Unterr. 13, 18—23, 1900 t. 
Erwiderung an Pietzesb. 
B. ScHWALBB. Ueber Berücksichtigung der Nautik im Schulunter- 
richt S.-A. 6 8. UnterrichtsbL f. Math. u. Naturw. Nr. 1 u. 2, 22—26, 
1900. 

Eine Vorlesung beim naturwissenschaftlichen Feriencursus zu Berlin, 
Michaelis 1899. 

A« RicHTBB. Die Berücksichtigung des Seewesens im physikalischen 
Unterricht UnterrichtsbL f. Math. u. Naturw. 6, 27—28, 1900. 



16 1 a. Allgemeines. 

C. VoiT. Eugen V. Lohmbl. Manch. Ber. 1900, 324—339. 

WiLHBLM GOTTLIBB HakkEL. Münch. Ber. 1900, 348—352. 

— — Gustav WibdemanN. Manch. Ber. 1900, 353—369. 
Robbet Bunsbn. Münch. Ber. 1900, 359—369. 

Robbst Wilhelm Bunsbn. Ein akademißches Gedenkblatt. 4^- 
41 8. Heidelberg, Höming, 1900 t. Journ. f. prakt. Chem. 61, 381 — i07, 
1900 t. 

R. Rathee. Robbet Wilhelm Bunsbn. ZS. f. anorg. Chem. 23, 

393—438, 1900. 

H. Rosooe. Bunsbn memorial lecture. Joum. Chem. Soc. 77, 513 

—554, 1900. 

E. Lampe. Louis Fean50I8 Joseph Bebteanp. Nachruf. • Naturw. 
Bundsch. 15, 320—323, 1900t. 

P. S. Thompson. Michael Fabapat's Leben und Wirken. Hebers, 
von A. Schutte u. H. Danneel. XVI u. 234 ß. Halle, W. Knapp, 1900. 

E. Lampe. Nachruf für Prof. Dr. Rbinhold Hoppe. Verh. Deutach. 
Physik. Ges. 2, 183—201, 1900. 

S. Güntheb. A. V. Humboldt, Leopold v. Buch. Geisteshelden. 
Biographien 30. Berlin, Ernst Hoftnann u. Co., 1900. 

B. Schwalbe. Nachruf auf G. Kabsten. Verh. Deutsch. Physik. Ges. 

2, 147—159. 1900. 

L. Webeb. Zum Gedächtnisse Gustav Kabstbn's. gr. 8^ 24 S. 
Kiel, Üniv.-Buchh., 1900. 

J. BOSSGHA. MabTINUS VAN MabUM. Arch. Teyler (2) 6, 353—374, 
1900. 

Anton OBEBBECKf. Naturw. Bundsch. 15, 669—671, 1900. 

G. W. A. Kahlbaum und Ed. Schabe. Chbistian Fbiedbi9h 
Schönbein 1799—1868. Ein Blatt zur Geschichte des 19. Jahr- 
hunderts. XIX u. 230 S. Leipzig, Barth, 1900. 

E. O. V. Lippmann. Leonabdo da Vinci als Gelehrter und Tech- 
niker. ZS, f. Naturw. 72, 291—316, 1900. 

Aless. VoLTA jun. Alessandeo VoLTA e il suo tempo: conferenza; 
coir aggiunta della lettera inedita del Volta al p. Babletti 
(1777) suUa pistola elettrica. 151 S. Milano, Paolo Carrara, 1900. 

J. J. VAN Laab. J. D. van beb Waals. Ein Lebensahriss. 51 S. 
Leipzig, J. A. Barth, 1900. 

M. Cubtzb. Zwei Beiträge zur Geschichte der Physik im Mittel- 
alter. Bihl. math. (3) 1, 51—59, 1900. 

Die Beiträge betreffen das Buch Euclid's de gravi et levi und den 
Tractatus de fractionibus et reflexionibus radiorum des Bobertus Lin- 
coniensis. 

L. Boltzmann. Ueber die Entwickelung der Methoden der theore- 
tischen Physik in neuerer Zeit. Verh. d. Ges. D. Naturf. u. Aerzte 
1900, 99—122. 



Litteratur. 17 

W. EORIO. Physik vor 100 Jahren. Al»ohied8voi-ti-ag im Phys. Ver- 
ein zu Frankfurt a. M. 

J. IL yan't Hoff, üeber die Entwickelaog der exaoten Natur- 
wissenschaflen im 19. Jahrhundert. Vortrag auf der Natorforscher- 
▼enammlnng in Aachen 1900. 18 S. Hambnrg, L. Voss, 1900. Katurw. 
Bundach. 15, 557—562, 1900. Verh. 72. Naturf.*G«8. 1901, 28—40. 

H. Wkbeb. lieber die Entwiokelung unserer niechanisohen Natur- 
anschauung im 19. Jahrhundert Bectoratsrede. Strassburg, Heits, 
1900. 

A. HxTDWsiLLBB. Die EntWickelung der Physik im 19. Jahrhun* 
dert 8^ 32 S. Berlin, P$ul Parey, 1900 t. 
Populärer Vortrag. 

F. HosFKB. Histoire de la physique et de la ohimie, depuis les 

temps les plus recentefi recul^s jusqu'ä nos jours. 565 8. Paris, 
Hachette et Co., 1900. 

J. Labmor. Opening adress. Bradford meet. Brit. Ass. Sect. A. Math, 
and Phys. 1900. Nature 62, 449—456, 1900t. 
GeBchichtlicher Ueberblick. 

P. BS Heen. Quelques reflexions sur l'^volution des sciences phy- 
fiiques et sur le rdle de Thypoth^se. Bull, de Belg. 1900, 1094— im. 

H. Stjteb. Die Mathematiker und Astronomen der Araber und 
ihre Werke. Abb. z. Gesch. d. Math.-TViss. 10. Heft. IX u. 277 8. 
Leipzig, B. G. Teubner, 1900. 

€abra DK Vaux. Notiz über ein arabisches Manuscript, welches 
die dem Heron, Philon und Archimedes zugeschriebenen Masohi- 
Den behandelt. Bibl. math. (8) 1, 28—38, 1900. 

T. KskJjvj, Die Physik des Heron von Alexandria. Osterprogramm 
Sophien-Gymn. 23.8. Berlin, Gaertner, 1900. 

Verf. giebt einen Ueberblick über das physikalische Wissen Heron's. 

P. DüHBH. Kannte Archimedes das hydrostatische Paradoxon? 
Kbl. math. (3) 1, 15—19, 1900. [BeibL 25, 85—86, 1901. 

Verf. findet, dass nicht Archimedes, sondern Stevin als Entdecker der 
wirklichen Grundlagen der Hydrostatik angesehen werden müsse. 

£. Gerland. Ueber Leibniz' Thätigkeit auf physikalischem und 
technischem Gebiete. Bibl. math. (3) 1, 421—432, 1900. 

E. Gkbland. Ueber Leibniz' Versuch, dem Mangel an Aufschlag- 
watsern in den Gruben des Harzes mit Hülfe der Erafl des 
Windes abzuhelfen. Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1898, Kr. 24 u. 26. 

Ueber einige weitere Versuche Leibniz' zur besseren Aus- 

Dutzung der Aufschlagwasser in den Gruben des Harzes. Berg- 
u. Hüttenm. Ztg. 1900, Nr. 27 u. 28. 

D. Attilio Contini. da Volta a Mabooni. Conferenza letta a 
favore della Societä Dante Alighieri. 8<^. 25 8. Messina, Ant. Tri- 
marchi, 1900. 
FortMhT. d. Phyt. LYI. 1. Abth. 2 



18 1 a. Allgemeines. 

W. König. Goethb's optische Studien. Phya. Z8. 1, 454—463, 467 

—470, 1900. 

Festrede zur Feier von Goethb's 150. Geburtstag, gehalten am 26. Aug. 
1899 im Hörsaal des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. 

E. Hjblt. Aus Jag. Bbbzbliub' und Gustav Magnus' Brief- 
wechsel. Braunschweig, Friedr. Vieweg u. Sohn, 1900. 

A. Kahlbaum u. E. Thon. Justus v. Libbig und Christian 
Fribdbioh Sohönlbin, Briefwechsel 1853 — 1868. Leipzig, Barth, 

1900. 

J. W. HiCKSON. RoBBBT Mateb's Auffassung des Causalprincips 
und Begründung des Princips von der Erhaltung der Energie. 

48 S. Halle 1900. 

Die Thätigkeit der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in der 
Zeit vom Februar 1899 bis Februar 1900. ZS. f. Instrk. 20, uo 

—150, 172—186, 1900. 

Die Arbeiten, über welche im Bericht vorläufige Hittheilungen ge- 
macht sind, erscheinen demnächst, meist noch in diesem Jahre, an ver- 
schiedenen Stellen in extenso. Es mag deshalb genügen, hier auf die 
Beferate über die ausführlichen Publicationen in den einzelnen Capiteln 
zu verweisen. 

Denkschrift betreffend die Thätigkeit der Kaiserlichen Normal- 
Aichungs-Commission vom Frühjahr 1882 bis zum Frühjahr 1900. 
35 S. Berlin, Druck von G. Bernstein, 1900. 

H. Fbllat. Les laboratoires nationaux physico-techniques. Eapp. 
du congr. intern, de phys. 1, 101 — 107, 1900. 

Eine Uebersicht über die bestehenden staatlichen Laboratorien. 

K. Elbs. Das physikalisch-chemische Laboratorium der Grossherzogl. 
Landes-Universität Giessen. ZS. f. Elektrochem. 6, 525—530, 1900. 

Report of the Kew observatory committee for the year ending De- 
cember 31, 1899. Proc. Boy. Soc. London 66, 341—372, lOOOf. 

Astronomical and physical researches made at Mr. Wilbon's obser- 
vatory, Daramona, Westmeath. 4^. Wesley 1900. 

Science physics papers. Questions set at the intermediate science 
examination of London University from 1875 to 1899. 8^ 80 S. 
London 1900. 

Report of the proceedings at the third international Conference on 
a catalogue of scientific literature held in London, June 12 — 13, 
1900. 80 S. Boy. Soc. London. 

E. Dubois-Rbymond. Die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben 
Welträthsel. Ins Bussische übers, unter Bedaction von S. J. Jbbsohow. 
64 S. Moskau, N. Sinjuschin, 1900. 

A. FooK. lieber die Grundlagen der exacten Naturforschung. VI 
u. 127 S. Berlin, Mayer u. Müller, 1900. 



Litteratur. 1 9 

L BoLTZMANN. Uebcr das Grenzgebiet der Physik und Philo- 
sophie. Naturw. Eundsch. 15, 53—55, 1900 f. Phys. ZS. 1, 169—171, 
180—182, 1900 t. 

Festrede, gehalten am 5. Nov. 1899 anlässlich der Enthüllung des 
Denkmals Losghmidt's. Hervorhebung der Leistungen Losohmidt's. 

F.Reülbatjx. Die mechanischen Naturkräfbe und deren Verwerthung. 
Himmel u. Erde 13, 1—22, 1900. 

6. Habtmann. Die kreisende Energie als Grundgesetz der Natur. 
40 8. Siegen, Selbstverlag, 1900. 

A. DssPAüx. Genese de la matiöre et de l'^nergie. 8^ 232 S. Paris, 
Alcan, 1900. 

J. Labmob. Aether and matter, a development of the dynamical 
relations of the aether to material Systems on the basis of the 
atomic Constitution of matter including a discussion of the in- 
flaence of the earth's motion on optical phenomena. 365 S. Cam- 
l)ridge, Uuiv.' Press, London, Clay and Sous, 1900. 

0. LoDOK. Modem views of matter Intern, monthly for May 1900. 
[Science (N. 8.) 11, 914, 1900 t. 

Fbz. J. Hsilemann-Vollshaüsek. Die Kraft des Weltalls. Physi- 
kalisch. -ökonomische S)iizze zur Aufklärung der Erscheinungs- 
ursachen von der Gravitation, von Ebbe und Fluth, von Magnetis- 
mas und Elektricität, vom Wachsen, vom Leben, von Seele und 
Geist «tc, und Schaffung des der Naturwissenschaft und Volks- 
wirthschaft dienenden Fundaments, gr. 8^, m u. 275 S. Schöne- 
berg-Berlin, J. Schwerin, 1900. 

6. Wb»i>t. Ueber einige UnvoUkommenheiten des Substanzgesetzes 
und Ihre Abstellung. Berlin, Simion, 1900. 

H. Poihgab£. Ueber den Zusammenhang zwischen Analysis und 
mathematischer Physik. Westnik opitnoi fisiki Nr. 277, 2—10. 

6. JoHKSTONE Stonet. Survcy of that part of the ränge of na- 
ture's Operations, which man is competent to study. Dublin Proc. 

(N. 8.) 9, 79—96, 1899 t. 

EvxBBTT. Einheiten und physikalische Constanten. Nach der zweiten 
engl. Ausgabe ins Bussische übers, von Webbitzki und Shbbebjatjbw, 
St. Petersburg. 

E. 0. BouTBOü. Ueber die Zufälligkeit der Naturgesetze. Ins Bus- 
sische übers, von P. P. Sokolow, Moskau 1900. 

F. FossATi. Bibliografia Voltiana. Mem. Ist. Lomb. 18 [(3) 10], I8i 
—217, 1900t. 

H. G. M. Virgil as physicist. Nature 63, 205, 1900. 

L Zehndeb. Die Entstehung des Lebens, aus mechanischen Grund- 
lagen entwickelt. 2. Zellenstaaten. Pflanzen und Thiere. YUI 
0. 240 S. Tübingen, Preiburg L B. u. Leipzig, J. C. B. Mohr (Paul Sie- 
beck), 1900. 

Das Buch ist, wie der erste Theil, wesentlich physiologischen Inhalts. 

Scheel, 



20 1 b. Maass und Messen. 



Ib. Maass nnd Messen. 

J. R BsNoiT. De la pr^cision dans la d^termination des longears 
en m^trologie. Eapp. du congr. int. de phys. 1, 30 — 77, 1900 f. 

Giebt eine Uebersicbt der Entwickelungsstafen, welche die 
Metrologie durchlaufen hat, um zu ihrer jetzigen Höhe zu gelangen. 
Hierbei werden zunächst die früheren Längeneinheiten von Frank- 
reich, England, Russland und Deutschland besprochen, die Art der 
Herstellung der Normale, ihre Vergleichung sowie die dabei er- 
zielte Genauigkeit erörtert Sodann folgt der Uebergang zum 
metrischen System und die Ausdehnung desselben durch die Meter- 
convention. Die Herstellung der Prototypmeter und die Bedin- 
gungen, denen diese genügen müssen, werden angegeben. In den 
weiteren Capiteln wird die Construction der Gomparatoren sowie 
die bei der Vergleichung der Maassstäbe auftretenden Fehlerquellen 
behandelt Als Beispiel ist die Bestimmung eines Prototypmeters 
durchgeführt Dann werden die erreichte Genauigkeit sowie die 
Erfahrungen, welche mit der Beständigkeit der Normale gemacht 
sind, geschildert Es folgt ein Ueberblick über die Versuche, 
welche zum Anschluss des Meters an natürliche Längeneinheiten 
(Lichtwellen) gemacht sind. Den Schluss bilden Angaben über die 
Bedeutung, welche eine genaue Temperaturbestimmung für die 
Ausführung von Längenmessungen hat Bd. 



€h. Ed. Güillaüms. Rapport sur les unitös de mesure. Bapp. 
du cong. int de phys. 1, 78—100, 1900 f. 

Der erste Theil der vorliegenden Arbeit enthält einen histori- 
schen und kritischen Ueberblick über die bislang eingeführten 
Maasseinheiten. Ausser den Einheiten der Länge und Masse wer- 
den die Temperatureinheit der internationalen Wasserstoffscala, 
die Volumeneinheit sowie die elektrischen und photometrischen 
Einheiten näher besprochen. 

Im zweiten Abschnitte macht der Verf. Vorschläge für die 
Einfuhrung weiterer Einheiten, welche sich auf Druck, Radiometrie 
und auch Photometrie beziehen. Für die letztere wird ein An- 
schluss ihrer Einheiten an diejenigen der Radiometrie gewünscht. 

Den Schluss bilden Erörterungen über die gebräuchlichen Nomen- 
claturen und Abkürzungen, wobei besonders auf die Noth wendig- 
keit einer völlig präcisen Ausdrucksweise hingewiesen wird. Bd, 



Bbso!t. Güillattme. Abbasax u. Lbmoiive. Laska. 21 

H. Abbaham et J. Lbmoikb. Nonvelle m^thode de mesure des 
dürres infinitesimales. Ann. chim. phys. (7) 20, 264 — 287, 1900 f. 
Söanc. Boc frang. 155—161, 1899 t. <^* -El. 130, 499—501, 1900 t. Journ. 
de phyB. (3) 9, 262—269, 1900. 
Die Methode, welche zur Messung geringer Bruchtheile einer 
milliontel Secnnde dienen soll, besteht darin, die Zeit festzustellen, 
welche ein Lichtstrahl zum Durchlaufen gewisser Entfernungen (20 
bis 400 cm) gebraucht Sie wird dazu verwandt, die Zeit zu er- 
mitteln, um welche das Verschwinden der elektrooptischen Erschei- 
nungen hinter dem Erlöschen des elektrischen Feldes zurückbleibt. 
Der Weg des von einem elektrischen Funken ausgehenden Licht- 
bündels kann durch ein System von Spiegeln, deren Entfernung 
von einander variirt werden kann, nach Belieben geregelt werden. 

Bd. 

Die Frage der Decimaltheilung von Zeit und Winkeln. Phys. ZS. 1^ 

217—223, 1900 t. 

Ergebniss der Berathungen der deutschen Naturforscherver- 
Bammlung zu München über diesen Gegenstand. Bei der grossen 
Zahl der von einander abweichenden Meinungen in dieser Frage 
würde eine Auffuhrung derselben über den Rahmen der vor- 
liegenden Referate hinausgehen. Bd, 

W. Laska. Ueber die Ausgleichungsrechnung. Astr. Nachr. 153, 37 

—58, 1900 t. 

Es wird untersucht, unter welchen Bedingungen das arithmetische 
Mittel als Näherungswerth der gesuchten Grösse ohne Anwendung 
der Lehren der Wahrscheinlichkeit betrachtet werden kann. Hierzu 
wird zunächst die Darstellung und Construction der sogenannten 
Häafigkeitscnrve betrachtet Dann wird weiter gefragt, in welcher 
Besiehung die Gestalt der Ausgieichscnrve zu dem zu wählenden 
Auflgleichsprincip steht. Die Curve, welche im Falle der Anwend- 
barkeit des arithmetischen Mittels als Ausgleichsprincip symmetrisch 
verlauft, zeigt in allen den Fällen, wo das geometrische Mittel an- 
wendbar ist, eine ausgesprochene Asymmetrie. Die Erfahrung zeigte 
dass in den meisten Fällen die Häufigkeitscurve nahezu symmetrisch 
ist Gewöhnlich wird dieselbe erst nach der Bestimmung des arith- 
metischen Mittels oonstruirt. Es ist aber fraglich, ob hierdurch nicht 
den Beobachtungen Gewalt angethan wird. Der Verf. schlägt daher 
vor, die Beobachtungen der Grösse nach Xi^x^..»Xn zu ordnen und 

diese Werthe zu neuen Beobachtungswerthen ^ T^ — ^, -^ — ^ **"" »»- 



22 Ib. Maass und Messen. 

zusammenzufassen. Im Falle der Anwendbarkeit des arithmetischen 
Mittels müssen die Differenzen zweier folgender Werthe bald posi- 
tiv, bald negativ sein. Bd. 

6. Bohlmann. Ein Ausgleichungsproblem. Göttinger Nachr. 1899, 
260— 271t. 
Behandelt eine specielle Methode der Ausgleichung von n zu 
äquidistanten Abscissen gehörigen Ordingtenwerthen. Werden diese 
mit yi..»ynt die ausgeglichenen Ordinaten mit ^i...i7n bezeichnet, 
femer der Grad der Abweichung der ausgeglichenen Werthe von 
den beobachteten mit 

n 

1 

and die Schwankung der ausgeglichenen Werthe mit 

n—l 

1 
und bedeutet y^ eine Gewichtsgrösse , so soll: A -}- y^B zu. einem 
Minimum gemacht werden. Diese Methode hat natürlich den Effect, 
die Gesammtheit der Entfernungen der Ordinatenpunkte von der 
Abscissenaxe zu verringern, und zwar um so mehr, je grösser y* 
gewählt wird. Sie fährt in unendlicher Wiederholung zu einer 
durch den Schwerpunkt der beobachteten Punkte gehenden Par- 
allele zur Abscissenaxe. Bx. 

E. Zebmblo. Ueber die Anwendung der Wahrscheinlichkeitsrech- 
nung auf dynamische Systeme. Phys. Z8. 1, 317—320, I900t. 

Als Wahrscheinlichkeit irgend eines dynamischen Zustandes, 
welcher bei der Bewegung eines Systems zu irgend einer Zeit ein- 
treten soll, wird die Wahrscheinlichkeit desjenigen Anfangszustandes 
zu einer Zeit t = definirt, aus dem der betrachtete selbst her- 
vorgegangen sein muss. Es werden dann die folgenden Sätze ent- 
wickelt : 

Satz I. Die Wahrscheinlichkeit für eine gegebene Begren- 
zung eines Bewegungszustandes ist von der Zeit unabhängig, d. h. 
stets dieselbe, ob der betrachtete Zustand im Anfange oder in irgend 
einer anderen Phase der Bewegung eintreten soll. 

Satz IL Ist S eine beliebige eindeutige und differentiirbare 

Function des Bewegungszustandes, so hat der Mittelwerth von 

dS 

— in jedem invarianten Gebiete G den Werth Null. 



Bohlmann. Zbbmelo. Weinberg. Sheppabd. 23 

Satz m. Ist der Wertb Sq einer eindeutigen Function S eines 
Bewegnngezustandes mit beliebiger Annäherung ö vorgeschrieben, 
80 hat in dem dadurch definirten Gebiete So'-(5<S<S + ö die 

mittiere Zunahme -r: derselben Function den Werth Null. 
dt 

Die entwickelten Sätze können als Grundlage fiir weitere Be- 

ttrachtuDgen dienen, indem sie lehren, welche Wahrscheinlichkeiten 

und Mittelwerthe allgemein durch einfachere ersetzt werden dürfen. 

Bd. 

B. Weinberg. Ueber die Wahrscheinlichkeit einer Fehlerverthei- 
lung. Astr. Nachr. 153, 193—204, 1900 t. 

Um nach der Ausgleichung einer Beobaohtungsreihe die An- 
wendbarkeit des hierzu benutzten Fehlergesetzes zu prüfen, ist zu 
imtersuchen, um wie viel die Yertheilung der nach der Ausgleichung 
übrig gebliebenen Fehler (die Erfahrungsfehlervertheilung von der 
Fehlervertheilung, welche aus dem angenommenen Fehlergesetze 
[die theoretische Fehlervertheilung] hervorgeht), sich unterscheidet. 

LsHMANN-FiLH^s hat das Yerhältniss der Wahrscheinlichkeit tv 
der Erfahrungsfehlervertheilung zu der Masdmalwahrscheinlichkeit W 
der wahrscheinlichsten, nach seiner Methode bestimmten Fehler- 
vertheilung als Maass für die Anwendbarkeit des angenommenen 
Fefalergesetzes betrachtet 

Der Verf. bemerkt hierzu, dass sich diese Ableitungen nicht 

nur auf das GAüss'sche Fehlergesetz, sondern auf jedes beliebige 

Fehlergesetz anwenden lassen. Um die Lehmann -FiLH^s'sohen 

Folgerungen ableiten zu können, wird die Frage zur Bestimmung 

w 
TOD — ausfuhrlich behandelt und werden mehrere Methoden zur 

Bestimmung dieses Verhältnisses insbesondere durch Aenderung der 
Gruppirnng der Fehler gegeben. Bd. 



W. F. Shbppabd. On the tabulation of certain frequency-distri- 
butions. Phü. Mag. (5) 50, 393—398, 1900 f. 
Die Aufgabe wird mit Hülfe der EüLBR-MAOLAüRiN^schen 
Formel gelöst Die Berechnung gestaltet sich am einfachsten, wenn 
beide Grenzordinaten unendlich gross sind. Ist nur die eine der- 
selben unendlich, so sind eine grössere Anzahl von Gliedern der 
Reihe zu berücksichtigen. An zwei Beispielen wird die Genauig- 
keit der abgeleiteten Formel demonstrirt. Bd. 



24 Ib. Maam und Messen. 

EsTiBNNB. Sur la tb^orie des errears. C. B. 130, 66^69, I900t. 

Es wird der Beweis geführt, dass der in der Mitte liegende 
Wertb einer Anzahl nach ihrer Grösse geordneter Beobachtungs^ 
werthe ohne irgend welche Einschränkung eine gleiche Bedeutung 
bat wie die von Gauss als wahrscheinlichster Wertb eingeführte 
Grösse. Bd. 

EsTiBNNE. Yaleur plausible d'une grandeur variable. C. B. 130» 

393—395, 1900 t. 

Verf. setzt aus einander, dass der von ihm eingeführte „valeur 
plausible '^ (mittelste Wertb aus einer Reihe von Beobachtungen) 
eine grössere Wahrscheinlichkeit für sich hat wie das von Gauss 
eingeführte arithmetische Mittel. Bd. 



N. W. Bs&wi. Die Bestimmung des wahrscheinlichsten Werthes 
eines zn messenden Objectes auf Grund mehrerer Beobachtungen 
ohne Zuhülfenahme des GAüss'schen Postulats. Arb. d. phyB. Sect. 
d. Moskauer Naturf. Ges. 10, Heft I, 1899. [Wied. BeibL 24, 868—369, 
1900 t. 
Nach dem Vorgange von Gauss siebt man als den wahrscheior 
liebsten Wertb einer aus einer Reibe von Messungen bestimmten 
Grösse denjenigen an, für welchen die arithmetische Summe der 
positiven Fehler gleich derjenigen der negativen ist. Diese An- 
nahme ist nicht richtig, so lange die Zahl der Beobachtungen end- 
lich ist Daher schlägt der Verfl vor, statt des arithmetischen 
Mittels aus den corrigirten Beobachtungen deren topologisohes 
Mittel zu wählen. Dieses topologische Mittel aus n gegebenen 
Zahlen wird folgendermaassen erbalten: Die n gegebenen Zahlen 
sind ihrer Grösse nach zu ordnen und — falls w ungerade ist — ist 
die mittelste zu wählen; ist n dagegen gerade, so bleibt das topo- 
logische Mittel unbestimmt und liegt zwischen den beiden Zahlen, 
welche der Mitte am nächsten sind. Bd. 



R. A. Lehfbldt. Bemerkung über die graphische Behandlung ex- 
perimenteller Curven. Z8. f. phys. Chem. 35, 96—97, 1900t. 
Behandelt an mehreren Beispielen den Fall, wo durch £in* 
führung einer neuen Variablen eine Function sich so umwandeln 
lässt, dass man nach Ausführung einer theilweisen Integration den 
übrigbleibenden Theil als eine mit dem Planimeter bequem zu 
integrirende Curve auftragen kann. Bd. 



E8TIBNNB. Bbbwi. Lbhfblbt. Mbslin. Eötvös. Pebnbt. 25 

0. MxsLiN. Sar ane macbine h r^sondre les dquations. 0. B. 130, 
888—891, 1900 t. Joum. de phys. (3) 9, 339—343, 1900. 
Der Apparat dient zur Aaflösang von Gleiohangen der Form 
asf 4" ^^ -\- • " -\- eaf = Ä. Derselbe besteht aus einer Anzahl 
ron Körpern, deren Mantelflächen so abgedreht sind, dass sich die 
Volnmina zwischen dem einen Ende und der in der Entfernung x 
darfiberliegenden Ebene senkrecht zur Axe des Körpers wie af^ix^ 
:...af verhalten. Diese Körper werden an einem Wagebalken so auf- 
gehängt, dass ihre unteren Enden in gleicher Höhe liegen und ihre 
Abstände vom Drehnngspnnkte der Wage sich wie die CoSf&cienten 
0, 5,... 6 verhalten. Verschiedenen Vorzeichen der letzteren ent- 
spreehen die beiden Seiten des Wagebalkens. Auf eine im Ab- 
stände 1 vom Drehnngspnnkte befindliche Schale wird das Grewicht 
A gelegt Die Körper hängen in einem Gefässe, in welches man 
Wasser einströmen lassen kann. Tauchen die Körper mit einer 
LäDge X ein, so dass die Wage einspielt, so üben sie ein Dreh- 
moment ans, welches dem von Ä das Oleichgewicht hält, d. h. die 
mit einem Maassstabe abzulesende Entfernung x ist eine Wurzel 
der Gleichung. Sind mehrere reelle Wurzeln vorhanden, so giebt 
es anch mehrere Ruhelagen. Bd, 



R. EöTVOs. £tude sur les surfaces de niveau et la Variation de la 
p^nteur et de la force magn^tique. Bapp. du cong. int. de phys. 1, 
371—393, 1900t. 

Es handelt sich um die Bestimmung der Variationen der 
Schwerkraft mittelst einer Drehwage von grosser Empfindlichkeit 
Die Construction der benutzten Drehwage wird durch Angabe 
der Einrichtung eines in Paris zur Ausstellung gelangten Apparates 
erläutert Ausserdem ist die Drehwage zur Prüfung der Nbwton'- 
schen Sätze, dass die Wirkung der Gravitation allein von der Masse 
und nicht von dem Material abhängt, sowie dass zwischengeschaltete 
Masse die Wirkung nicht ändert, benutzt Den letzten Theil der 
Arbeit bilden Betrachtungen über die Verwendung der magnetischen 
Drebwage zur Untersuchung der magnetischen Variationen. Bis- 
lang ist es dem Verf. noch nicht gelungen, den Apparaten zu diesen 
Untersuchungen die erforderliche Empfindlichkeit zu geben. Bd, 



J. PiBNBT. Ueber einen Drehcomparator zur Vergleichung und 
Aasdehnungsbestimmung von Maassstäben. Arch. N^rL (2) 5, 895 

-406, 1900 t. 



26 Ib. MaasB und Messen. 

Verf. discutirt zunächst eingehend die Vortheile und Nachtheile 
der beiden Systeme eines Univeraalcomparators : Maassstäbe in fest- 
stehenden Trögen, verschiebbare Mikroskope und Maassstäbe in 
verschiebbaren Trögen, feststehende Mikroskope. 

Im ersteren Falle tritt leicht eine Aenderung der Entfernung 
beider Mikroskope ein, im letzteren Falle ist das Gleiche in Folge 
einer Beeinflussung der die Mikroskope tragenden Pfeiler durch die 
Verschiebung der grösseren Massen der Tröge möglich. 

Der nunmehr vom Verf. vorgeschlagene Drehcomparator be- 
ruht auf dem Gedanken, die Vertauschung der Tröge unter den 
Mikroskopen durch gemeinsame Drehung um 180® um eine verti- 
cale Axe vermittelst eines reibungslosen Cylinders zu bewerkstelligen. 
Der Drehcomparator besteht somit im Wesentlichen aus einem guss- 
eisernen Dreifuss mit Stellschrauben, in welchem ein grosser Cylinder 
sich reibungslos um seine Axe drehen lässt, welche genau vertical 
gerichtet werden kann. Dieser Cylinder trägt eine lemniskaten- 
förmige (diese Form wurde gewählt, damit der Beobachter bei den 
Ausdehnungsbestimmungen zwischen den Trögen zu den Mikro- 
skopen gelangen kann) gut abgedrehte Tischplatte, auf deren Lappen 
bei den Ausdehnungsbestimmungen die Tröge montirt werden 
können, während für den zu den Vergleichungen dienenden, nicht 
gleichzeitig zu benutzenden Trog eine Montirung in der Richtung 
der Längsaxe vorgesehen ist. 

Die Tröge sind mit den bei Comparatoren üblichen Justir- und 
Temperireinrichtungen versehen. Der ganze Drehcomparator ist 
auf einen auf Schienen laufenden Wagen gesetzt. 

Der Drehcomparator gestattet ferner behufs Eliminirung der 
verschiedenen Strichauffassung eine relative Vertauschung der 
Stäbe vorzunehmen, ohne dass hierzu ein den Tempei-aturausgleich 
störendes Oeffnen der Tröge und das Umlegen der Stäbe nöthig 
würde. Verschiebt man nämlich nach Schluss der ersten Beobach- 
tungsreihe den Rollwagen um die Entfernung der beiden Stäbe 
senkrecht zur Verbindungslinie der Mikroskope, so befinden sich 
dann die Stäbe in umgekehrter Lage zu den Mikroskopen. Sie 
liegen also in der neuen Versuchsreihe genau so, als wären sie in 
der ursprünglichen Stellung des Comparators um ihre verticale 
Queraxe um 180® gedreht worden, iind es kann ohne wesentlichen 
Zeitverlust die zweite Beobachtungsreihe durchgeführt und so der 
Mittelwerth von einem Fehler in der Auffassung der Striche be- 
freit werden. 

Der Verf. macht dann noch einige allgemeine Bemerkungen 



Sharp. Gleichen. Rbeh. 27 

über Gomparatoren und Ausmessung von Tbeilungen, wegen deren 
auf das Original verwiesen sein mag. Scheel, 

C. H. Sharp. Eine neue Methode zur Dickenbestimmung dünner 
Blätteben. Ann. d. Phys. (4) 3, 210—220, 1900 f. 

Die Metbode bestebt in der Herstellung einer Copie des Blätt- 
chens mittels eines Gemiscbes von Colopbonium und Burgunder 
Pech. An der Stelle, deren Dicke gemessen werden soll, wischt 
man etwas von der Schiebt weg, legt ein Stück des Gemisches 
darauf und erwärmt im Thermostaten auf etwa 75^. Durcb einen 
leichten Druck passt sieb das weich gewordene Gemlscb der darunter 
liegenden Fläcbe an, worauf man alles auf Zimmertemperatur ab- 
kühlen lässt. Wegen der starken Zusammenziehung springt das Ge- 
misch von der Scbicbt ab und wird dann auf eine Glasplatte auf- 
gekittet, welche senkrecbt vor dem CoUimator eines Spectrometers 
aufgestellt wird. Die im Spectrum beobachteten Interferenzstreifen 
sind an der Stelle, wo der Sprung in der Golopboniumform ist, 
nach Violett zu verschoben und durcb Messung der Veracbiebung 
lässt sieb der Betrag des Sprunges feststellen. 

Die Methode bat bei Vergleicbung mit anderen für Silber- 
nnd Jodßilberscbicbten übereinstimmende Resultate geliefert, wäh- 
rend dieselbe bei der Dickenbestimmung von Gelatinescbicbten ver- 
sagte. Bd. 

A. Gleichen. Entfernungsmesser für militärische Zwecke. Der 
Meclianiker 8, 16—18, 1900 f. 

Nacb einer kurzen Erläuterung der bislang angewandten Con- 
structionsprincipien wird die Einrichtung und Wirkungsweise des 
stereoskopiscben Entfernungsmessers der Firma Zeiss mit empiriscb 
eingesetzter Messscala besprocben und die Leistungsfähigkeit des 
Instruments für militäriscbe Zwecke an der Hand einer Tabelle 
über die Genauigkeit der Beobachtungen erörtert. Bd. 



R. RsBH. Winkelmesser (Theodolitb, Tacbymeter oder dergl.) mit 

optischer Vorricbtung zum gleichzeitigen Ablesen beim Anzielen. 

Der Mechaniker 8, 217—220, 1900. 

Die Vorricbtung bat den Zweck, gleichzeitig mit dem Anzielen 

der Objecte sowobl den Horizontal- wie Höbenkreis ablesen zu 

können. Dieselbe bestebt aus einem Mikroskop mit Abschätzungs- 

acala, deren Bild mittels zweier gleichschenklig rechtwinkliger Glas- 

prisraen und zweier Sammellinsen durch die durchbobrte Kippaxe 



28 1 13« Maass und Mesnen. 

des Fernrohres und die Ocularröbre in die Ebene des Fadenki-euzes 
gebracht wird, worin es bei jeder Ocularstellung deutlich erscheint. 

Bd. 

B. W AN ACH. Ueber die Aenderung des Schrauben werthes eines 
Mikrometers durch Einschaltung einer Correctionslinse für Miren- 
einstellungen. Astr. Nachr. 152, 49—54, 1900 f. 

Die Einstellung eines auf unendlich focussirten Femrohres airf 
eine endlich entfernte Mire ist bisher auf drei verschiedene Arten 
herbeigeführt Einmal dadurch, dass man die Mire in den Brenn- 
punkt einer Linse von grosser Brennweite setzt, wodurch die Mire 
eigentlich in einen Collimator verwandelt wird. Zweitens kann die 
Mirenlinse als „Vorstecklinse" auf die Fassung des Fernrohrobjectives 
gesetzt werden. In beiden Fällen ändert sich der Scbraubenwertb 
des Mikrometers nur um solche Beträge, dass die Vernachlässigung 
der anzubringenden Correction nur Fehler, die weit unterhalb der 
zufälligen Beobachtungsfehler bleiben, verursacht. 

Beim Strassburger Meridiankreis und neuerdings bei den vier 
Zenithteleskopen der von der internationalen Erdmessung aus- 
gerüsteten Polhöhenstationen geschieht die Abbildung der Mire in 
der Fadenebene durch eine planconvexe Linse, die zwischen Ob- 
jectiv und Fadenebene des Femrohres nahe der letzteren ein- 
geschoben ist. In diesem Falle tritt eine beträchtliche Aenderung 
des Schraubenwerthes des Mikrometers ein. 

Es wird eine Formel abgeleitet, nach der diese Aenderung durch 
genaue Bestimmung der Entfernung des Scheitels der planconvexen, 
mit der Planfläche den Fäden zugekehrten Hülfslinse von der Faden- 
ebene oder aber der . Brennweite der Hülfslinse ermittelt werden 
kann. Die nach dieser Formel erhaltenen Werthe werden an einem 
Beispiel mit den auf empirischem Wege gefundenen verglichen. Bd. 



A. ScHUSTBB. Ueber eine Correction bei der Winkelmessung durch 
Spiegelablesung. Phys. ZS. 1, 225—226, 1900 f. 
Behandelt die Correction, welche anzubringen ist, wenn der 
reflectirende Spiegel mit seiner Fläche nicht mehr parallel der 
Drehungsaxe liegt, sondern um geringere Beträge bis zu 1^ dagegen 
geneigt ist, wie es bei den leichten Galvanometersuspensionen vor- 
kommen kann. Die Correction ist vom Verf. bei Gelegenheit der 
Ohmbestimmung zusammen mit Lord RATLSiaH ausgearbeitet. 
Ohne Anwendung besonderer Vorsichtsmaassregeln kann dieselbe 
leicht ein Tausendstel betragen. 



Wanach. Schüstbb. Nebrlich. Hensbn. Goedseels. 29 

Nach einer späteren Mittheilung des Verf. ist eine Ableitung 
der betreffenden Gleichungen schon von F. Eohlbausoh in Wied. 
Ann. 31, 1887 veröffentlicht Bd. 



R NxBBLiOH. Neue Apparate zur Prüfung photographischer 
Momentverschlüsse. Z8. f. Instrk. 20, 269—275, 1900 f. 

Der erste Apparat bestand aus einer runden, mit einem schmalen 
Mdialen Fenster versehenen Aluminiumscheibe, die durch ein Qe- 
wichtslanfwerk dicht hinter einer mit ringförmigem Ausschnitt ver- 
sehenen, feststehenden Platte in Rotation versetzt wurde. Der aus- 
geschnittene Ring der feststehenden Platte hat die gleichen Radien 
wie der Schlitz und ist mit Auszackungen , die von fünf zu fünf 
abwechselnd am inneren und äusseren Rande angebracht sind 
und gleiche Breite wie der Schlitz haben, versehen. Die Be- 
leaohtang des Schlitzes geschah durch Magnesiumlicht. Aus der 
Anzahl der auf der lichtempfindlichen Platte erhaltenen Auszackungen, 
der Umdrehungsgeschwindigkeit der Scheibe in der Secunde und 
der Breite des Schlitzes im Verhältniss zum Kreisumfange wurde 
die Geschwindigkeit des Verschlusses ermittelt 

Durch Aenderung der Form und Bewegung des Schlitzes sind 
zwei weitere Apparate construirt, von denen der eine die Benutzung 
YOQ Tageslicht gestattet, während der andere zur Prüfung der 
^Aiischütz''-Verschlüsse dienen soll. Bä, 



V. Hekskn. Ueber ein Graphometer. ZS. f. Instrk. 20, 357—360, 1900 t. 
Der Apparat lehnt sich an das AMSLEa'sche Polarplanimeter 
an and ist im Wesentlichen als eine Ergänzung dieses Apparates 
gedacht Er soll zur graphischen Interpolation und Ausmessung 
von Üurven namentlich in solchen Fällen dienen, wo mit vielen 
Ordinaten gearbeitet wird. Bd. 

P. J. E. GoEDSBRLS. £tude sur le niveau ä bulle. Ann. boc scient. 
d. Bruz. 24, S.-A. 42 8., ISOOf. 

Die vorliegende Abhandlung bildet den Abschluss einer Reihe 
von Arbeiten über denselben Gegenstand. Vorweg macht der Verf. 
den Vorschlag, die Libellen zur Erhöhung der Genauigkeit auf 
einer Messerschneide anzubringen, so dass sie durch die Schwere- 
wirkimg im stabilen Gleichgewichte gehalten werden. 

Nach einem Rückblicke auf die Herstellung und Anwendung 
der Libellen wird im ersten Theile der Arbeit die Theorie der 
Röhrenlibelle im Allgemeinen behandelt, während in den folgenden 



30 1 13« Maass und Messen. 

Capiteln die Messung und Aufhebung der Neigung gewisser mate- 
rieller Geraden, sowie die Yerticalstellung solcher Geraden den 
Gegenstand der Betrachtung bildet. Die Neigung wird als Function 
zweier unabhängiger Variablen dargestellt und hierbei auch der Fall 
in Rücksicht gezogen, dass von der gewöhnlichen Voraussetzung, 
nach der die innere Glaswand der Libelle aus einer Umdrehungs- 
Mche mit einem Kreisbogen als Erzeugenden bestehen soll und der 
Rand der Blase als eine ebene Curve angesehen wird, Abstand ge- 
nommen wird. Bd. 

Neue Dosenlibellen. Der Mechaniker 8, 140—141, 1900 f. 

Die Firma J. F. Elinoelfuss in Aarau hat zwei Neuerungen 
an Dosenlibellen eingeführt. Die eine betrifft eine Vorrichtung zur 
Regulirung der Luftblasengrösse durch einen den Raum, in welchem 
die Luftblase spielt, concentrisch umgebenden schmalen Ringcanal. 
An einer Stelle ist in diesen Canal eine Scheidewand gesetzt und 
neben derselben auf dem Boden des Canals eine kleine in den 
Luftblasenraum führende Oeffhung angebracht. Durch geeignetes 
Heben und Senken der Libelle an dieser Stelle können kleine 
Blasen in den Canal übergeführt oder herausgeleitet werden. 

Die zweite Neuerung besteht darin, dass statt des cylindrisohen 
Spielraumes der Luftblase zwei zu einander senkrechte oben durch 
das Deckglas abgeschlossene Canäle angebracht sind, in denen sich 
die Luftblase befindet, so dass also die Dosenlibelle in zwei kleine 
senkrecht zu einander stehende Röhrenlibellen verwandelt ist Bd. 



Demichbl. Die Genauigkeit aräometrischer Ablesungen und die 
Berechnung von Bierstammwürzen. Ann, chün. annal. appl. 5, 205 
—208, 1900. [Chem. Centr. 1900, 2, 355— 356 f. 
Behandelt die Einflüsse, welche bei Anwendung von Aräometern, 
insbesondere bei alkoholometrischen Spindelungen, die Ausbildung 
des Meniscus beeinflussen. Hierbei können schon unwägbare Sub- 
stanzmengen als Beimischung durch Beeinflussung der Oberflächen- 
spannung den Grad des Eintauchens der Spindel merklich verändern, 
z. B. genügt das Oeffhen einer Aetherflasche in der Nähe der zu 
spindelnden alkoholischen Flüssigkeit, um die Ablesungen unsicher 
zu machen. Bd. 

O. Pbttbbsson. üeber die Salzbestimmung im Meerwasser durch 
Titrirung. Ann. d. Hydr. 28, 500—504, 1900 t. 



Demichel. Pettebsson. Hallook. Middel. 31 

Im WeBentlichen eine Gegenüberstellung der chemischen 
Methoden mit den physikalischen, speciell aräometrischen Methoden 
hinsichtlich der erreichbaren Genauigkeit bei der Bestimmung der 
Concentration des Meerwassers. Bd. 



DiMiCHsii. Zur Bestimmung der Dichte mit der MoHB^schen Wage. 
Ann. chim. anal. appl. 5, 287—289, 1900. [Ghem. Oentr. 1900, 2, 754 t. 

Enthält Angaben über die Genauigkeit der mit der MoHB'schen 
Wage ausgeführten Dichtebestimmungen, die vom Verf. auf noch 
nicht eine Einheit der dritten Decimale beziffert wird. Ferner wird 
an mehreren Beispielen auf die Nothwendigkeit eventueller Um- 
rechnongen von der Dichte s^ auf 9i6 hingewiesen. Bd. 



Hallock. Specific gravity weighings. Science (N. S.) 11, 664, 1900 f. 

Eine Anzahl von Verbesserungsvorschlägen bei specifischen 
Qewichtsbestimmungen nach dem Princip der JoLLx'schen Wage. 
Die Wirkung der Oberflächenspannung auf den eintauchenden 
Draht, welche sich in einer Verminderung der Empfindlichkeit 
der Wage äussert, soll dadurch aufgehoben werden, dass man 
während der Wägung kleine Wellenzüge durch die Oberfläche der 
Flüssigkeit sich bewegen lässt. Zur Vermeidung von Luftblasen 
an dem eingetauchten Körper wird eine vorherige Befeuchtung mit 
Wasser oder noch besser zuerst mit Alkohol und dann mit Wasser 
empfohlen. Bd. 

Tel Middbii. Deformation durch Erwärmung als Ursache für die 
thermische Veränderung der Empfindlichkeit von Wagen. Ann, 
d. Phys. (4) 2, 115—134, 1900 t. 

Verf. sucht den Nachweis zu erbringen, dass die von Riohabz 
and Ebioab - Mbnzel bei ihren Wägungen zur Bestimmung der 
Gravitationsconstante und der mittleren Erddichte beobachtete Ab- 
nahme der Empfindlichkeit der Wage thatsächlich im Zusammenhang 
mit einer durch Stnicturverschiedenheiten des oberen und unteren 
Balkentheiles bedingten thermischen Krümmung des Balkens steht. 
Die als zufällig anzunehmenden Stnicturverschiedenheiten nehmen 
durch wiederholtes Erwärmen und Abkühlen bedeutend ab, so dass 
üe mit der benutzten Beobachtungsmethode kaum noch nachzuweisen 
waren. Die Beobachtungen geschahen in der Weise, dass auf den 
beiden Enden des Wagebalkens zwei mit ihrer spiegelnden Fläche 



32 ^^* Maass und Messen. 

einander zagekehrte Spiegel angebracht wurden und das Bild ei 
Scala nach ein- oder mehrmaliger Reflexion zwischen den bei« 
Spiegeln im Fernrohr beobachtet warde. Trat nun bei Erwärmi 
eine Krümmung des Balkens ein, so wurde dadurch die gegenseit 
Lage der beiden Spiegel geändert und ein anderer Theil der Sc 
erschien im Femrohr. Aus der Verschiebung der Scala sowie < 
Abständen zwischen Spiegeln und Scala wurde die ErümmuBg 
Wagebalkens berechnet. Bd 

H. Thiele, üeber die Veränderungen von Gewichtssätzen. Zg 
öfEent],. Ohem. 6, 149—153, 1900. [Chem. Gentr. 1900, 1, 1185 f. 

Die Veränderungen, welche eine Anzahl genau justirter, s< 
sorgfältig behandelter Gewichtsstücke erfahren haben, werden 
die mit der Lupe sichtbaren Ausblühungen zurückgeführt V« 
glaubt diese Ausblühungen mit der Herstellung der Gewichte ] 
Messingdraht in Verbindung bringen zu können. Im Drahte s: 
die beim Guss unvermeidlichen Blasen zu langen Capillaren a 
gezogen. Wird beim Abdrehen eine solche Capillare geöffnet, 
tritt bei der nachfolgenden galvanischen Vergoldung ein wenig < 
benutzten Salzlösung in dieselbe ein, die stark hygroskopisch 
Eigenschaften einiger Zinksalze, möglicher Weise auch elektrolytisc 
Vorgänge, veranlassen dann die gekennzeichneten Erscheinung 

In einem anderen Falle konnte die starke Zunahme eii 
5 g- Stückes auf die starke Oxydation der zur Justirung im Ho 
räume befindlichen Bleistückchen zurückgeführt werden. Bd, 

Th. W. Richabds. Bemerkung über eine Methode zur Aichu 
von Gewichten. Z8. f. phys. Obern. 33, 605—610, 1900 t. 

Giebt die Methode an, nach der die Praktikanten des Vc 
ihre Gewichtssätze selber bestimmen. Ein Gewicht (10 mg) i 
Satzes wird als Normal angenommen und die übrigen Stücke dai 
angeschlossen. Die Wägungen werden als Substitutionswägung 
ausgeführt. Differenzen der Gewichtsstücke werden durch Reit 
Verschiebungen oder Ausschläge bestimmt. 

Nach dem gleichen Principe werden auch daselbst mit Hü 
einer Ealibrirpipette Büretten geaicht. Bd, 



D. Mendeli^bff. Recherches exp^rimentales sur les oscillations 
la balance. S.-A. 128 S. St. Petersbourg 1900 f. 
Die Abhandlung ist ein Auszug aus der dem russischen Finai 
minister eingereichten Arbeit „Sur le renouvellement des prototypei 



Thielb. Richards. Mendeleefp. Stadthaoen. Fabnsteineb. Grübe. 33 

In derselben werden aus einer grossen Reihe von Beobachtungen 
die B*ormeln fiir die Abhängigkeit der Schwingungsdauer und des 
Decrements von der anfänglichen Schwingungsweite abgeleitet. Es 
werden zwei Gleichungen aufgestellt, um aus zwei und drei Aus- 
schlägen der Wage unter Berücksichtigung des Decrements die 
Gleichgewichtslage mit derselben Genauigkeit, wie sie sonst durch 
Ablesung mehrerer Ausschläge eraielt wird, zu erhalten. Ferner 
wird die Veränderung der Schwingungsdauer und des Decrements 
mit der Belastung in verschiedenen Gasgemengen sowie durch die 
Reibung der verschiedenen zu Schneiden und Pfannen benutzten 
Materialien untersucht. Bd. 

H.STADTHAGBN. Ueber eine Neuerung an Wagen mit automatischer 
Gewichtsvertauschung. ZS. f. Instrk. 20, 206—207, 1900 f. 

Auf Vorschlag des Verfassers sind bei einer für die Normal- 
Aichungs-Commission angefertigten Wage ersten Ranges die Ge- 
wichtsträger in Form eines Rostes mit geraden Stäben ausgeführt, 
um, wie es bei der Ausgleichung von Gewichtssätzen in sich er- 
forderlich ist, gleich Gewichtscombinationen mit einzelnen Gewichten 
vergleichen zu können. Durch diese Einrichtung soll die Benutzung 
der sonst gebräuchlichen Hülfsschalen vermieden werden, wodurch 
die Anzahl der erforderlichen Wägungen ungefähr auf die Hälfte 
reducirt wird. £d, 

K. Fabnsteineb. Ueber Störungen an Analysenwagen mit Schalen 
aus Bergkry stall. ZS. f. Unters, d. Nahrungs- u. Genussmittel 1, 315. 
[ZS. anal. Chem. 39, 518—519, 1900 f. 

Behandelt die durch Reibungselektricität hervorgerufenen Stö- 
rungen, wie sie sich auch beim Wägen von Bergkrystallgewichten 
beobachten lassen. Bd, 

H. Gbübb. On the corrections of errors in the distribution of time 
Signals. Pi-oc. Dublin (N. S.) 9, 37—45, 1899 t. 

In einem Institut, dessen Lage keine eigenen Zeitbestimmungen 
lulässt, wird die Controlle sämmtlicher Uhren in der nachstehenden 
Weise ausgeführt. Eine Normaluhr bester Construction, die nach 
Möglichkeit gegen barometrische und thermometrische Einflüsse ge- 
schützt ist, controUirt alle 15 See. eine zweite Normaluhr, die ihrer- 
seits wieder nach jeder Minute 200 andere Uhren regulirt. Beide 
Normaluhren werden täglich einmal durch ein Zeitsignal aus Green- 

Fwychr. d. Phys. LVI. 1. Abth. 3 



34 Ib. MaasB und Messen. 

wich controllirt. Das bei dieser Einrichtung zur Anw^e 
langte üebertragungssystem näher zu schildern, würde 
Rahmen der vorliegenden Referate hinausgehen. 



H. Gbubb. Proposal of the utilization of the ^Marconi" 
wireless telegraphy for. the control of public and otl 
Proc. Dublin (N. S.) 9, 45—49, 1899 t. 
Um die Störungen, welche bei der ControUe der 1 
elektrischem Wege durch Inductionsströme in benachba 
graphen- und Telephonleitungen oder durch fahrlässig herb 
Kurzschlüsse entstehen können , zu beseitigen , wird in 
gebracht, die Normaluhr mit einem MABCONi'schen Appara 
bindung zu bringen, während die übrigen Uhren je n 
Cohärer zu versehen sein würden. Die Uhrcorrectionen i 
in bestimmten Intervallen durch elektrische Wellen zu bewi 



C. Babüs. The rates of a rocking watch with remarks on 
tational pendulum. Phil. Mag. (5) 50, 595—604, I900t. 
Bei einem in einem hölzernen Ringe angebrachten al 
werk wurde beobachtet, dass die Schwingungen von Uhr 
häuse, welche mittels eines Stiftes auf einem Messerrücken ar 
war, mit den Schwingungen des Steigrades übereinstimmten 
Fall wird als ein Beispiel für die Bewegung eines Syst 
zwei Graden der Freiheit, welches einer gezwungenen B 
folgen muss, behandelt. Durch an dem Ringe angebrachte 
stücke wurde das Trägheitsmoment des Systems nach Beli« 
ändert. Es treten zwei verschiedene Gänge, einer im n 
Sinne mit langer Periode und einer im positiven Sinne mi 
Periode, auf. Die Beobachtungen werden zu der Raylek 
Theorie der anomalen Dispersion in Beziehung gesetzt. Dez) 
bilden Ueberlegungen, in welcher Weise der Apparat zur Best 
von Gravitationsänderungen benutzt werden kann. 



Cn. Fäbt. Pendule ä restitution electrique constante. C. 

1248—1250, 1900 t. 

Enthält Vorschläge, um mittels eines elektrischen Ai 
die durch Reibung und Luftwiderstand eingetretenen Amp 
änderungen aufzuheben und die Uhr somit dem freien Pei 
nähern. Zu diesem Zwecke ist am Ende des Pendels ein '. 
angebracht, der bei jeder Pendelschwingung durch einen 



Obübb. Babüs. Fery. Corku. de Coppet. 35 

formator, welcher beliebig geregelt werden kann, immer in gleicher 
Weise beeinÜusst wird. Den Schluss bilden Betrachtungen über 
den darch die aufgewandte Energiemenge erzielten Nutzeffect. Bd. 

A. CoBKTT. Action du champ magn^tique terrestre sur la marche 
d'un chronom^tre aimant^. C. B. 131, 859—865, 1900 f. 
An einem sogenannten Halbchrononieter, das durch Unvor- 
sichtigkeit in die Nähe eines starken Elektromagneten gebracht 
und dadurch dauernd raagnetisirt wurde, sind Versuche angestellt, 
um die Gangstörungen durch eine Formel berücksichtigen oder 
durch eine Compensationseinrichtung aufheben zu können. Die 
Beobachtungen fanden bei horizontaler Lage der Uhr und ver- 
schiedenen Azimutalstellungen statt. Die abgeleitete Formel stimmt 
mit der von Phillips zur Beseitigung des Einflusses der Schwere 
auf eine vertical hängende Uhr, deren Unruhe nicht genügend 
^oilibrirt ist, gefundenen überein. Die Compensationseinrichtung 
wurde dadurch hergestellt, dass an die Stelle der Uhr eine Kork- 
scheibe trat, welche mit einer kleinen Bussole anstatt der Unruhe 
versehen wurde. Darüber brachte man eine Magnetnadel in solcher 
Entfernung an, dass die Bussolennadel astatisirt wurde. Brachte 
man nun die Uhr in die Lage der Scheibe , so zeigten sich die 
Gangstörungen verschwunden» Bd. 



L G. DB CoppBT. Sur la temp^rature du maximum de density des 

Solutions aqueuses du chlorure d'ammonium et des bromure et 

iodure de lithium. C. B. 131, 178, 1900 t. 

Die Temperatur des Dichtemaximums, sowie das Verhältniss 

der Ahweichung dieser Temperatur von der des Dichtemaximums 

des reinen Wassers zu der Anzahl der gelösten Grammmoleküle in 

einem Liter Wasser sind für die oben genannten Verbindungen in 

einer Tabelle zusammengestellt. Bd. 



Litteratur. 

Proces Yerbaux du comit^ international des poids et mesures. 
103 8. Paris, Gauthier-Villars 1900. 

K. Peabson. On the criterion that a given System of deviations 

from the probable in the case of a correlated System of variables 

18 such that it can reasonably supposed to have arisen from 

random sampling. PML Mag. (5) 50, 157—175, 1900 f. 

Der rein mathematische Inhalt der Abhandlung gestattet keinen 
Auszug. 

3* 



36 1 c. Apparate für Unterricht und Laboratorium. 

Andbadb. A propos de deux problfemes de probabilites. 

395—396, 1900 t. 

Ergänzung und Berichtigung einer früheren Mittheilung. 

J. C. Wilson. Inverse or „a posteriori" probability. 3 

154—156, 1900 t. 

N. Hebtz. Wahrscheinlicbkeits- und Ausgleichungsreohnua 
lung Schubert 19, IV u. 381 S. Leipzig, Göschen 1900. 

W. Vbltmann. Nachtrag zu meiner Herleitung der Inter 
formein. ZS. f. Math. u. Phys. 45, 337—338, 1900. 

Hebbbbt S. Ricb. The iheory and practice of interpol 
cluding mechanical quadrature and other important prob 
cemed with the tabular values of functions, with the 
tables. 234 S. Washington D. C, Lynn. Mass., The Nichols 1 

Claudio Pasini Orologi solari: costruzioni grafiche e calc 
orologi solari e delle meridiane a tempo niedio, lor< 
esecuzione e storia. S^, IX. u. 172 S. Padova, Angelo Drs 

J. DoMKB. Ein neues Winkelmessinstrument. ZS. f. Instrl 

—362, 1900. 

£tude sur le niveau ä bulle. Bruxelles, Polleunis et Ceuterick 

Saiobt. Les poids et mesures du systferae metrique. 16. 
Paris, librairie Hachette et Ci., 1900. 

P. E. Shaw. Disposif micrometrique pour la mesure des 
ments d'une membrane tel^phonique. L'öclair. 61ectr. 23, 



Ic. Apparate fBr Unterricht und Laboratoriui 

J. R. Wood. Neue Röhrenlibelle. Der Mechaniker 8, 20, 19 
Um ein schnelleres und zuverlässigeres Ablesen der 
Stellung bei Aetherlibellen zu ermöglichen, wird auf der 
Hälfte des Glasrohres der ganzen Länge nach ein breiter 
streifen angebracht, der in der Mitte, also unterhalb der I 
in seiner ganzen Länge von einem dunkeln, 2 bis 3 mra 
Streifen unterbrochen wird. Beim Sehen von oben ersch 
dunkle Streifen vergrössert, während er an der Stelle der 1 
in seiner natürlichen Breite erscheint. Der Aether wird ai 
grün fluorescirend gemacht, damit die Luftblase sich si 
abhebt. 

H. Rbbenstobfp. Entzündung von Natrium auf Wasser in 
Sauerstoff. ZS. f. Unterr. 13, 32, 1900 t. 



Wood. Bebe>^8torff. Brandstätte», v. Hobpthngen. 37 

Das auf Wasser befindliche Natrium entzündet sich, wenn es 
sich in einer Sauerstoflfatmosphäre befindet. Ein Entzünden tritt 
aach auf kaltem Wasser in Luft ein, wenn die Bewegung des Na- 
triums auf Wasser dadurch gehindert wird, dass man das Metall 
auf Filtrirpapier legt. B. N. 

H. Rbbbkstobff. Verbrennung von Magnesium in Wasserdampf. 
Z8. f. Uuten\ 13, 31—32, 1900 t.. 

Das siedendes Wasser enthaltende Becherglas wird mit einem 
ein 2 cm weites Loch besitzenden Stück Schablonenkupfer bedeckt 
Das brennend in den Wasserdampf eingeführte Metall brennt ohne 
Lichtschwächung weiter. B, N, 

E Rbbbkstobff. Verbrennung von Magnesium in Kohlensäure. 
ZS. f. ünterr. 13, 32, 1900 f. 

Ruhiger und ohne Unterbrechung in Kohlensäure verbrennt 
Magnesiumband , wenn der Kohlensäure etwas Wasserdampf bei- 
gemischt ist B. N. 

Fbibdbich BbandstAtteb. Der Schwefelkohlenstoff im physika- 
lischen und chemischen Experimentalunterricht ZS. f. Unterr. 13, 

13—18, 1900 t. 

Verf. theilt zehn Versuche mit, die mit einfachen Mitteln aus- 
geftihit werden können und sich als sehr lehrreich in physikalischer 
und chemischer Hinsicht erweisen. B, N, 



YOK HoBPFLiNOBX. Physikalischc Apparate. Vierteljahrsber. d. Wien. 
Ver. z. Bef. d. phy8.-chem, Unterr. 5, 45, 1900 t- 

1. Der Apparat für statische Versuche (Zusammensetzung und 
Zerlegung von Kräften, Gleichgewichtsarten, statische Momente, 
geradliniger und Winkelhebel, Gesetze der Wage) gestattet, eine 
grössere Zahl von Rechenaufgaben experimentell zu controlliren. 

2. Modell zur Erläuterung der Aberration des Lichtes. Mit 
diesem Modell lässt sich auch die Bestimmung der Geschwindigkeit 
des Lichtes nach der BBADLBy'schen Methode nachweisen, und zwar 
lasst sich das Verhältniss der Geschwindigkeiten des Beobachters 
und des Lichtstrahles variiren. 

3. Funkeninductor ohne Condensator mit WBHNELT'schem 
Unterbrecher. Um die hohen Temperaturen der Säure zu ver- 
meiden, wird mittels zweier aus Gummischläuchen gebildeten Heber 



38 1 c. Apparate für Unterricht und Laboratorium. 

kalte Säure von einem höher gestellten Gef ässe beständig 
während die erwärmte nach unten abläuft. 



W. Lebmantoff. Appareils simples pour la d^monstrati 
mentale de quelques principes de m^canique, ä l'asai 
seignement ^lementaire. Joum. d. russ. pliys.-chem. Ges. 3 
Joum. de phys. (3) 10, 152—153, 1901 f. 

Mit den Apparaten soll nachgewiesen werden: 1) D 
Kräfte vermögen einen stan*en Körper nicht in Bewegung 
2) Der Schwerpunkt eines Systems kann durch die Wirku 
Kräfte nicht fortbewegt werden. 3) Die Empfindlichkeit ei 
steht im umgekehrten Verhältniss zu dem Gewichte ihi 
balkens. Wegen der Hersteilung und Benutzungs weise d< 
sehr einfachen Apparate wird auf das Original verwiesen. 



Fbiedbich Bbandstätteb. Zwei einfache Apparate für • 
der Mechanik. Z8. f. Unterr. 13, 275—277, 1900 t. 

1. Ein Bewegungsparallelogramm. In einem Rahi 
sich ein horizontaler Stab auf und ab bewegen. Auf di< 
eine verschiebbare Kugel, die durch Schnüre in horizom 
verticaler Richtung derart geführt wird, dass beim Se 
Stabes die Kugel die Diagonale beschreibt. 

2. Ein verschiebbares Parallelepiped mit Scbwerpu 
Schwerlinie. In der Mitte des aus flachen Stäben zusammen/ 
beweglichen Parallelepipeds hängt an einem horizontalen S 
Pendel herab. Durch Verschieben lässt sich zeigen, dass ei 
so lange im stabilen Gleichgewicht ruht, als seine Schwei 
XJnterstützungsfläche trifft. 

R. KoTTENBACH. Bestimmung der Schwerebeschleunigung 
Photographie von Stimmgabelschwingungen. ZS. f. Unter 
—201, 1900 t. 

Bei dem vorliegenden Apparate werden zwei, den bi 
ähnlichen Apparaten anhaftende Fehlerquellen vermieden, 
hier des Raumes wegen nicht näher eingegangen werden l 



Will. C. Bakeb. Description of a new Atwood's Mach 
stop clock. The Phys. Rev. 11, 105—109, 1900 t. 
Die Freigabe des Fallgewichtes und die Einrückung ( 
erfolgt durch zwei hinter einander geschaltete Elektromagne 



LnxiKTOFF. Bbandstatteb. Kottbnbach. Bakeb. Schbbbbb etc. 39 

AusrückuDg der Uhr wird darch einen in einem besonderen Strom- 
kreis befindlichen Elektromagneten bewirkt Die Einrichtung der 
Uhr und die Einrückungsvorrichtungen ergeben sich unmittelbar 
aas den beigegebenen Figuren. B. N, 



E. Schbbbbb. Zur Geschichte der Fallmaschine. Z8. f. IJnterr. 13, 

201—203, 1900 t. 

Schon 30 Jahre vor Atwood hat C. G. Sohobbb einen der 
Aiwoon'schen Fallmaschine ähnlichen Apparat benutzt. B. N. 



M. Blasbnbobpf. Einige einfache Apparate zur Demonstration des 

Kräfteparallelogramms, der schiefen Ebene und des Keils. ZS. f. 

Unterr. 13, 153—157, 1900 f. 

Die Apparate sind zusammengestellt aus Holzstäben, auf denen 

sich Hülsen verschieben lassen. Durch diese Hülsen werden Schnüre 

geführt, die über Rollen gehen und ein Gewicht tragen. Aus den 

beigegebenen Zeichnungen lässt sich auch die Handhabung der 

Apparate unmittelbar erkennen. B. N. 



C. £. Linbbabobb. A new form of the spiral spring balance. The 
Pbys. Rev. U, 110—111, 1900 t. 
Das Gestell der Federwage ist mittels einer GALL'schen Kette 
in seinem Innern teleskopartig verstellbar. Das untere Federende 
ist mittels eines Aluminiumstückes in einen Glascylinder geführt, so 
das8 seitliche Abweichungen der Feder ausgeschlossen und die 
Schwingungen bald gedämpft sind. B. N. 



W. ElsIssbb. Die experimentelle Behandlung der gleichförmig 
beschleunigten Bewegung im Unterricht. ZS. f. Unten-. 13, 193 

—198, 1900 t. 

Statt der ATWOon^schen Fallmaschine, bei der die Beobachtung 
jedesmal auf einen einzelnen, bestimmten Zeitpunkt beschränkt ist, 
wird em einfacher Apparat benutzt, um die Fallgesetze graphisch 
n erhalten. Wegen des Apparates selbst und seiner vielfachen 
Verwendungsweise ist das Original zu Rathe zu ziehen. B, N. 



A. TON Obbbmatbb. Versuche über das Rollen auf kreisförmiger 
Bahn. ZS. f. Unterr. 13, 264—268, 1900 t. 
Um bei dem Nachweise der Grundgesetze der Mechanik frei 
zu sein von den Begleiterscheinungen, lässt man den Körper auf 



40 1 c. Apparate für Unt€rricht und Laboratorium. 

Schienen rollen, die nach einem Kreisbogen gekrümmt s 
einem derartigen Apparate lässt man ein Pendel schwin 
Schwingungsmittelpunkt einen Halbmesser beschreibt, d 
der Schienen übereinstimmt. Die Versuche werden 
verfolgt 

H. Rebenstobff. Schulversuche mit dem CABTESiANi^sch 

S.-A. 14 8. Abb. Ges. Isis Dresden 1900, Heft 1 f. ZS. f. Un 

—255, 1900 t. 

Der Taucher wird aus einem Reagenzglase hergeste 

werden die Methoden mitgetheilt, wie der Taucher sich 

füllen lässt und wie er bei den Schulversuchen zu verwe 



C. SoBDBS Ellis. Works laboratory burette rack. Chen 

29—30, 1900 t. 

Aus Latten wird ein Rahmen gefertigt, an welchem di 
mittels chamierartiger Klammern leicht auswechselbar fe 
werden. An den beigegebenen Figuren ist die Constri 
mittelbar zu erkennen. 

F. J. RoGEBS. Apparatus for demonstrating Botlb's law. 
Eev. 11, 112—114, 1900t. 
Der Apparat besteht aus einer rechtwinkelig geboge 
röhre, deren einer Schenkel am Ende geschlossen, wäb 
Ende des anderen U- förmig nach aussen gebogen ist \ 
bleibt. Die Verwendungsweise wechselt mit der Lage 
schlossenen Schenkels, entweder ist dieser vertical oder l 
Das Original enthält noch Versuchsreihen, aus denen mit j 
Abbildungen die Anwendung des Apparates zu ersehen isi 



Eduabd Maiss. MBLDB'sche Röhren zur Prüfung des 31 
sehen und GAY-LussAc'schen Gesetzes. ZS. f. Unterr. 13, 

1900 t. 

Am besten eignet sich eine Barometerröhre von 800 ci 
und 3 mm Durchmesser, die sich an jedem Ende vertical ai 
lässt. Nach sorgfältiger Calibrirung der Röhre wird d 
Quecksilber in einer Länge von 20 bis 30 mm gefüllt. Die 
Einzelheiten der Versuchsanordnung sind aus dem Orig 
ersehen. 



BxBEKflTORFF. Ellis. Eoqebs. Haiss. Babe. Fobch. Woollatt etc. 41 
H. Rabe, lieber Gas- uDd FlfissigkeitsmeBsangen. D. Mecli.-Ztg. 

1900, 108— 109 t. 

Der n Hahnmesser'' dient zur Messung continuirlicher Ströme 
Ton Gasen und Flüssigkeiten und beruht auf der bekannten Messung 
der DmokdifTerenz eines gedrosselten Stromes mittels Manometers, 
das bei Gasen die Schenkel nach abwärts gerichtet haben muss. 
Der Hahn dient zur Erzielung bestimmter, an einer Scheibe ables- 
barer Drosselungen. Der „Uahntheiler^ dient zur Abzweigung von 
Strömen Ton bestimmter Stärke von einer Hauptleitung und beruht 
auf dem nämlichen Princip wie der Hahnmesser. B. N. 



Carl Fobch. Ein Vorlesungsversuch aus der Lehre vom Gasdruck. 
PhjB. Z8. 1, 574—575, 1900 t. Z8. f. phy». Unterr. 14, 91—92, 1901. 
Der von Waebubg (Verh. d. phys. Ges. zu Berlin 11, 21, 1892) 
angegebene Versuch zur Demonstration der Abhängigkeit des Gas- 
druckes von der Höhe und dem specifischen Gewichte der auf der 
betreffenden Fläche ruhenden Gassäule Hess sich nur auf in Luft 
Yerbrennbare Gase anwenden. Verf. hat durch eine kleine Aende- 
rang den Versuch auf alle Gase ausgedehnt Hierfür sind zwei 
Methoden angegeben, wegen deren Einzelheiten auf das Original 
Yerwiesen wird. B. N. 

G. H. Woollatt. The universal eudiometer. Chem. News 82, I5i, 

1900 t. 

Das Instrument gestattet, die Temperatur, den Druck und das 
Volumen eines Gases genau abzulesen und eignet sich besonders 
lar Demonstration des BoTLE^schen Gesetzes. Der Apparat besteht 
aas einer U-Röhre, deren kürzerer Schenkel oben durch einen Drei- 
weghahn abgeschlossen ist. Der andere, oben offene Schenkel von 
ca. Im Länge besitzt unten vor der Krümmung einen Hahn. Die 
Scala des kürzeren Schenkels ist verschiebbar. Die beigegebene 
Figur lässt die nähere Einrichtung unmittelbar erkennen. B, N. 



W. NiBHLS. Neue Glasapparate. D. Mech.-Ztg. 1900, 227— 228 t- 

1. Ein Apparat zur Demonstration des Gasdruckes. Auf einem 
nmlegbaren Brette montirt ist eine oben und unten mit Erweiterungen 
versehene und durch Hähne abschliessbare Glasröhre, welche eine 
constante Quecksilbermenge enthält. Die Scala ist verschiebbar und 
besiiit eine Theilung nach Millimetern und eine solche nach Atmo- 
sphären. Dadurch lässt sich die Röhre je nach dem Schliessen des 



42 1 c. Apparate für Unterricht und Laboratoriuxn. 

oberen oder des unteren Hahnes als Barometer oder als A! 
verwenden. 

2. Yorricbtung an HoFMAKN'schen Wasserzersetzung^s^ 
um das Heraasspritzen von Flüssigkeit zu verhüten, wird 
über dem Hahne mit einem Trichter umgeben, der enti^ 
geblasen ist oder mittels Gummischlauches übergeschobet 
kann. 

Job. Appareil gazometrique. Joum. de Phys. (3) 9, 347 — 3- 
S^ances soc. fran^. de phyB. 1900, 42 — 43, 34*f. 

Ohne Wiedergabe der Figur lässt sich der Apparat u 
Gebrauchsweise in Kürze nicht hinreichend deutlich beschrc 
sei daher auf das Original verwiesen. 



J. RiBAN. Sur un nouveau gazom^tre ä pressions const 

variables ä volonte. Bull. soc. cMm. (3) 24, 222—226, 1900 f. 

de Phys. (3) 9, 843 — 347, 1900 t. S^ances soc. fran^ de ph; 

38—42, 18 »t. 

Ohne Wiedergabe der Figuren lässt sich in Kürze k« 

reichend deutliches Bild geben. Es sei daher auf das i 

verwiesen. 

E. DowzABB. A combined exhaustor and blower. Chem. 1 

53—54, 1900 t. 

Mittels der äusseren Umhüllung eines Kipp'schen Appar 
durch Verbindung mit einer Wasserstrahlluftpumpe gleichzei 
Gebläse hergestellt. Die Mischung von Luft und Wasser wh 
ins Freie in den Kipp^schen Apparat geleitet, auf dessen 
sich das Wasser ansammelt, während die Luft durch ein 61 
hindurch ausströmt Die Höhe des Flüssigkeitsspiegels wird 
die untere Ausflussöffnung am Kipp'schen Apparate regulirt 
Wirkungsweise des Apparates als Luftpumpe weicht von dei 
bekannten Wasserstrahlpumpe nicht ab. 



F. W. Bbaun. Universalverbindungsstück fiir Schläuche. D.B 
Nr. 124177. D. Mecli.-Ztg. 1900, 67 t. 
Um Schläuche verschiedenen Querschnittes verbinden zu k{ 
wird ein Metallrohr mit verjüngenden Schlauchansätzen benuti 
der Mitte des Rohres ist ein Gummiring zum Schutze gegi 
hartes Aufstossen angebracht. In dem Rohre selbst kann auc 



Job. Ribak. Dowzabd. Bbaun. Bakeb. Oosting. Schulze etc. 43 

Thermometer angebracht werden, um die Temperatur der durch- 
strömenden Flüssigkeit ablesen zu können. B, N. 



Will. C. Baksb. A lecture demonstration in wave motion. The 
Phys. Bev. 10, 175—177, 1900 f. Phys. ZS. 1, 557, 1900. 

Sehr geeignet ist der durch seine Einfachheit sich auszeichnende 
Wellenapparat, der im Wesentlichen aus einer grossen Quecksilber- 
wanne besteht, deren glatter Boden weiss angestrichen ist und die 
mit Tinte schwach gefärbtes Wasser enthält Durch Eintauchen 
eines kleinen Bechers werden nach allen Richtungen Wellen erregt, 
and zwar lassen sich damit die verschiedenen Wellen und die 
Wellengesetze zur Darstellung bringen, indem man das wiederholte 
Eintauchen und Herausziehen des Bechers in einen bestimmten Zu- 
sammenhang bringt mit der Schwiuguugsphase der einmal erzeugten 
Welle und sich Glasscheiben, Linsen etc. zur Darstellung der Re- 
flexion, Brechung etc. bedient. B. N. 



H. J. OosTiNG. Demonstration erzwungener longitudinaler Schwin- 
gungen. ZS. f. Unterr. 13, 214—215, 1900 f. 
Mit dem von dem Verf. construirten Apparate lassen sich bei 
Eaatschukfäden nicht nur erzwungene transversale, sondern auch 
erzwungene longitudinale Schwingungen erregen und Knotenpunkte 
derselben nachweisen, die mittels Photographie festgehalten werden. 

B. N. 

RiCHASD ScHULZB. Nouc Elaugfigureu. ZS. f. Unterr. 13, 277 — 278, 
1900 t. 

Statt der runden Scheiben zur Erzeugung der Elangfiguren 
durch Longitudinalschwingungen eines Stahlstabes benutzt der Veif. 
Platten von verschiedener Form und verschiedenem Material und 
erzielt damit zahllose neue Figuren, insbesondere durch Stäbe von 
verschiedener Länge. B. N, 

Maxihiliak Rosenfeld. Yorlesungsversuche. ZS. f. Unterr. 13, 26i 

-264, 1900 t. 

Wir beschränken uns auf die Anfährung der Versuche, zumal 
ohne Figuren in Kürze die Apparate sich nicht beschreiben lassen. 

1. Ein vereinfachter Apparat zur volumetrischen Elektrolyse. 

2. Synthese der Salzsäure. 

3. Eine einfache Methode zur Theilung der Flamme. 

4. lieber das Tönen der getheilten Flamme. B. N, 



44 1 c. Apparate für Unterricht und Laboratorium. 

Ebnst Rühmeb. Eine neue Anordnung der „sprechen« 
flamme'^. Der Mechaniker 8, 279 — 280, 1900 t. 
Von der Bogenlampe führt eine mit Widerstand ver 
zweigung nach dem Mikrophon. Statt des Mikrophons 
auch ein zweiter Fiammenbogen benutzen, der hinter < 
geschaltet ist, so dass der eine aufnimmt und der ande 
giebt. 

Ebnst Rühmbb. Ein einfaches Telegraphon. Der Mechan 

—278, 1900 t. 

Bei dem gewöhnlichen Familienphonographen wird de 
mit der Membran und die conische Zinkwalze entfernt \ 
ein Messingcylinder gebraucht, auf dessen eingeschnittenen] 
ein Ellaviersaitendraht aufgewunden wird. Bezüglich der S< 
weise und weiterer Einzelheiten sind die Zeichnungen des 
zu Rathe zu ziehen. 

Gabl Rosenbebg. Ein Hohlspiegelversuch. ZS. f. Unterr. 1 

1900 t. 

Der Versuch behandelt die Verschiedenartigkeit de: 
welche von einem schatten werfenden Körper, der ausser 
Axe innerhalb der einfachen und sodann wieder zwischen 
fachen und doppelten Brennweite in das Bereich eines 
Parallelstrahlen gebracht war, auf einen Schirm geworfen 



E. J. Fobmakee:. Apparat zur Demonstration der Absorptiom 
D. Mech.-Ztg. 1900, 41— 43 t. 
Auf dem Umfange einer um eine horizontale Axe dr 
Scheibe sind 24 Stifte angebracht, auf die die mit Kork 
verschlossenen Reagenzgläser mit den entsprechenden Li 
gesteckt werden. Die Lösungen sind mitgetheilt, um die Abso 
bänder im Spectrum in bestimmter Reihenfolge zu sehen. 



A. ZiKOBB. Stromspectra. Z8. f. Unterr. 13, 336, 1900 t. 

Zur Demonstration der Vertheilung der elektrischen Stro 
in zwei Dimensionen wird auf eine Glasplatte ein Stück Filtri 
gelegt, das z. B. mit Zinkvitriollösung getränkt und mit feinei 
feilspänen bestreut ist. In zwei oder mehreren Funkten wen 
mit einer Dynamomaschine verbundenen Elektroden angelegt. 
Stromschluss tritt in Folge des an jedem Feilspane stattiin( 



Ruhmbb. Rosenbebg. Fobmanbk. Zinobb. Bbckmann etc. 45 

elektrolytischen Niederschlages das Bild der Vertheilung der Strom- 
linien bald deutlich hervor. B, N. 



Erxst Beckmann. Neue Vorrichtungen zum Färben nichtleuchten- 
der Flammen (Spectrallampen). S.-A. des 26. Bandes der Abhand- 
lungen der mathematisch-physikalisclien Classe der KgL Sachs. Gesellschaft 
der Wissenschaften. Nr. 1. 23 S. Mit 2 Tafeln. Leipzig, Verlag von 
B. G. Teubner, 1900. 
Die Färbung der Flammen erfolgt durch Zerstäubung mittels 
poröser Körper und Fressluft. Die besondere Versuchsanordnung 
ist ans den beigegebenen Figuren zu ersehen. Wegen näherer 
Eenntniss der Einzelheiten sei auf das Original verwiesen. B, N. 



Wilhelm Lettbbmann. Ein Apparat zur Veranschaulichung des 
Accommodationsvorganges. Z8. f. Unterr. 13, 213—216, 1900 f. 

Verfasser construirte eine Flüssigkeitslinse mit durchsichtigen 
Celluloidwandungen. Je nach dem Flüssigkeitsdrucke ändert sich 
die Brennweite. B. N. 

Victob Biebnaoki. Ein Apparat zur Bestimmung des Wärme- 
ausdehnungscoefficienten des Quecksilbers. Z8. f. Unterr. 13, 217 

—218, 1900 f. 

Der Apparat besteht aus zwei U-Röhren, die durch ein gemein- 
sames Rohr mit Hahn mit einander verbunden sind. Durch An- 
sangen der Luft steigt das Quecksilber in jedem Schenkel, so dass 
in jedem Schenkel die gleiche Höhendifferenz vorhanden ist. Die 
U-Röhren befinden sich in je einem Cylinder; durch den einen 
wird Wasserdampf geleitet und in dem anderen ist Wasser von 
gewöhnlicher Temperatur nebst einer Rührvorrichtung. B. N. 



A. H. BoBOESius. Noch ein Luftthermometer. ZS. f. Unterr. 13, 26, 

1900 t. 

An das Thermometergefäss ist eine U-förmige Manometerröhre 
mittels eines Stückes Kautschukschlauch angeschlossen. Die Con- 
stniction ist sehr einfach, die Scala verläuft in gewöhnlichem Sinne, 
während eine zweite Scala dem Lehrer gestattet, den Vorgang zu 
controUiren. Weitere Einrichtungen sind unmittelbar aus der Figur 
zu entnehmen. B. N, 

Alexander von Kalbgsinszkt. Ein einfacher Thermoregulator. 
Z8. f. analyt. Chem. 39, 698—699, 1900 t. 



46 1 c. Apparate für Unterricht und Laboratorium. 

Der von Fb. Bolm in der ZS. f. analyt. Chem. 39 
beschriebene Thermoregulator stimmt im Princip und 1 
lieben in der Construction mit dem in der ZS. f. analyt. 
190—194, 1886 erläuterten überein. Der Glashahnver 
ersetzt durch einen mit Guramischlauch versehenen Grla 
im Kasten befindliche Glasgefäss durch ein bei höherer 1 
leicht oxydirbares und deshalb weniger gutes Metall^efäs 



Fb. Bolm. Ein einfacher Thermoregulator. Z8. f. analyt. 

315—317, 1900 t. 

Als Thermoregulator dient ein U-Rohr mit Quecksilb 
Schenkel hat einen seitlichen Ansatz. Das Glas tritt c 
unten schief abgeschnittenes, mit Nothloch versehenes 1 
das mittels Kork in dem einen Schenkel befestigt ist, i 
durch den seitlichen Ansatz nach dem Brenner. Durch dei 
Schenkel wird die Verbindung mit einem im Trockensch 
findlichen, als Luflthermometer dienenden Kölbchen bergest 
bald die gewünschte Temperatur nahezu erreicht ist, wird 
liehe Ansatz dieses zweiten Schenkels abgeschlossen, so < 
Quecksilber nun gehoben wird. Weitere Details lassen die 
unmittelbar erkennen. 

Abmand Gaütibb. Four h. temp^ratures fixes se r^glant k 
BulL 80C. chim. (3) 23, 326—331, 1900 t. 
Der VerbrennuBgsofen hat die Form einer Röhre, auf 
Länge ein hohes Kamin sitzt. Die 24 in zwei Reihen angeoi 
Bunsenbrenner sind gegen die Axe geneigt Die weiteren E 
tungen ergeben sich aus den verschiedenen Zeichnungen, 
deren Wiedergabe eine kurze, hinreichend deutliche Beschn 
nicht möglich ist. B 

A. H. BoBGBSiüS. Hydraulischer Apparat zur Erläuterung e 

scher Erscheinungen. ZS. f. Unterr. 13, 26—27, 1900 1- 

Ohne Beifügung der Abbildung des an sich einfachen 

Glasröhren zusammenstellbaren Apparates lässt sich in Kürze 

hinreichend deutliches Bild entwerfen. B. 



Hans Lohmann. Schulversuche aus der Elektricitätslehre. i 
XJnteiT. 13, 310—314, 1900 t. 
An 12 Versuchen zeigt der Verf., wie sich mittels einfa 
Mittel wichtige Erscheinungen und Gesetze aus der ElektricitätsI 



BOLU. Gautieb. Boboesiüs. Lohmai;n. Bebbkstobff. Pflaum etc. 47 

nachweisen lassen. Schon wegen der beigegebenen Figuren ist es 
Döthig, im Uebrigen auf das Original zu verweisen. B, N. 



E Rbbbnstobff. £lektrisiren des Elektrophors ohne Reiben. ZS. 
f. ünterr. 13, 31, 1900 t. 
Behufs stärkerer Wirkung wird das Elektrophor mit der In- 
fluenzmaschine geladen wie eine FBANKLiN'sche Tafel. B. N. 



H. Pflatjm. Versuche mit einem Vacuumelektroskop. ZS. f. TJnterr. 

13, 258—260, 1900 t. 

Der schon in Wied. Ann. 1, 290, 1900 beschriebene Apparat 
ist hinsichtlich der Form abgeändert worden. Wegen der damit 
anzastellenden Versuche sei auf das Original verwiesen. B. N. 



ViOTOB VON Lang. Elektrostatisches Drehfeld. YierteljahrBschr. des 
Wien. Ver. z. Bef. d. pliys. u. ehem. UnteiT. 5, 44 — 45, 1900 t. 
Durch Einschaltung der Spule eines Inductoriums in einen 
Doppelcondensator ergiebt sich eine Phasenverschiebung der Wechsel- 
ströme der zwei CondensatoreiL In Folge dessen bildet der Raum 
zwischen den beiden Condensatoren ein elektrisches Drehfeld, in dem 
sich ein Hohlcylinder aus Holz, Papier u. s. w. dreht Auch ausser- 
halb der Condensatoren befindet sich ein Drehfeld, aber mit um- 
gekehrtem Drehsinn. B. N, 

Karl Rosbnbbbo. Ein Versuch mit der Leydener Batterie. ZS. f. 
Unterr. 13, 29—30, 1900 t. 
Verf. beschäftigt sich eingehend mit dem TTNDALL'schen Ver- 
suche der elektrischen Entladung durch eine aus Eisenhäkchen be- 
stehenden Kette, welche im Dunkeln momentan lebhafte Eisenfunken 
auf der ganzen Länge liefert. Der besten Versuchsanordnung wegen 
sei auf das Original verwiesen. B. N. 



H. Rbbbkstobff. Die Verwendung von Hofmakn's Wasser- 
zersetzungsapparat als Voltameter. ZS. f. Unterr. 13, 332 — 333, 
1900 t. 
Sind die Gasansammlungsröhren eines HoFMAKN'schen Wasser- 
zersetzangsapparates nicht calibrirt, so lässt sich der Apparat den- 
noch als Voltameter verwenden, wenn man das mittlere lange 
Trichterrohr in geeigneter Weise mit zwei Marken versieht und 
hei jedem Versuche die Zeit misst, die beim Ansteigen der Flüssig- 
keit von der unteren bis zur oberen Marke vergeht. Wegen der 
aozubringenden Marken sei auf das Original verwiesen. B. N, 



48 1 c. Apparate für Unterricht und Laboratorium. 

A. Klbikeb. Depositifs nouveaux ponr la d^monstratioi 
qnes principes de phjsiqne. Arch. sc. phys. et nat. (4) IC 
1900 t. 

Die Apparate betreffen ein Ampferemeter von einfacl 
die Rotationsbewegung in einem homogenen magnetiscl] 
und die Demonstration der dielektrischen Polarisation. \^ 
Einzelheiten ist des Raumes wegen auf das Original verwiese 



J. MoosEB. Modell zur VeranschauUchung des Stromlaufs 
Stromleitern. ZS. f. Unten-. 13, 335—336, 1900 f. 
Mittels eines Räderwerkes lassen sich drei reohtec 
Blechflügel, deren lange Mittellinien in einer Ebene paralk 
in eine Drehung von gleicher Richtung und von gleic 
schwindigkeit bringen. Die Flügel bilden Winkel von 1 
einander. Aus der Projection der Breite der Flügel gewii 
ein Bild vom Anwachsen und Abnehmen der Stromstärkei 
vom Wechseln der in den Fernleitungen eines d r e i p h j 
Wechselstromsystemes verlaufenden Ströme. 



A. W. Kapp. Ueber einen Teslatransformator ohne Oelis 
ZS. f. Unterr. 13, 278—280, 1900 t. 
Auf zwei Lagerblöcken einer Itfarmorplatte ruht eine 
gummiröhre von 50 cm Länge und 7 cm Durchmesser. Im I 
befinden sich auf einem Drittel der Länge auf einem Glasstal 
Windungen eines 4 mm starken Drahtes als Primärspule. Ir 
Nut des Hartgummirohres sind 200 Windungen eines 0,8 mm s 
besponnenen Drahtes, der nach dem Aufwickeln mit einem Schi 
Überzug versehen wird. R 

W. Nbbnst. Ein elektrischer Platinofen. ZS. f. Elektrochem. ' 

1900 t. 

Der aus einer Platiniridiumdrahtspirale bestehende Heizcy] 
ist umgeben von einem doppelwandigen, mit Isolirmasne ausgefl 
und durch einen festen Boden geschlossenen Cylinder aus Seh 
Durch den Boden ragt ein Thermoelement zur Bestimmung 
Temperatur, die sich bei 110 Volt und 2,4 Ampfere bis 1 
steigern lässt. B. . 

Stöhbeb und Sohn. Neue Bogenlampe mit Handregulirung. 
f. Unterr. 13, 59, 1900 t. 
An einem Stativ, nach allen Richtungen verstellbar, ist < 



Klxinbb. Hoobeb. Kapp. Nxbnst. Stöhbbb. Obüvkaoh etc. 49 

Art Sobeere aDgebracht, deren . längere Schenkel ausgebogen sind 
und die Kohlen fassen; zwischen den kürzeren, unter Federdruck 
stehenden Schenkeln befindet sich ein auf einer Schraube befindlicher 
Kegel behufs Einstellung des Lichtbogens. Aus der Figur ist die 
einfache Construction unmittelbar zu entnehmen. B. N. 



E. Grunmach. Neue Röntgenröhre. Der Mechaniker 8, 19--20, 1900 f. 
Zur Verhütung des Durchbrennens der Antikathode wird diese 
ans einem Metallcylinder mit platinhaltigem Boden hergestellt. 
Dieser steht durch ein Aluminiumrohr mit einem Glasansatz in 
Verbindung, in welchem Wasser aus einem isolirten Standgefäss 
dauernd cirouliren kann. Das Wasser führt die Wärme weg, so 
dass die Röhre allen grossen Inductoren genügen soll. B. N. 



M. DB Waha. Das magnetische Feld. ZS. f. Unterr. 13, 814—323, 

1900 t. 

Der Verf. behandelt zunächst die.Inductionserscheinungen mit 
Hfilfe eines gewöhnlichen Spiegelgalvanometers. Mit diesem wird 
aach das Wesen der roagnetelektrischen Maschinen dargethan, daran 
fichliessen sich an die Umwandlung mechanischer Arbeit in elek- 
trische Energie, die Stabmagnete, die Selbstinduction , der lineare 
Felderreger und die Umwandlung elektrischer Energie in mechanische 
Arbeit B. N. 

M. Th. Edblmamk. Elektromagnete zum Experimentalgebrauch. 
Elektrot. ZS. 21, 794, 1900 t. 
Die Magnetschenkel ruhen mittels grosser Eisenwürfel auf dem 
mit Stahlschrauben versehenen eisernen Gestell und sind derart ver- 
scbiebbar, dass jede beliebige Axenstellung ermöglicht wird. Bei 
dem grösseren Modell sind die Würfel durch eiserne Winkel ersetzt. 
Natürlich sind alle für den Experimentalgebrauch üblichen Er- 
gänzungsstücke beigefügt. Unter den Abbildungen befindet sich 
der aus einem Schenkel bestehende, beliebig im Raum drehbare 
Elektromagnet, der bestimmt ist, Fremdkörper aus Stahl oder Eisen 
aas dem Auge zu entfernen. B, N. 

0. Ehbhardt. Die Erscheinungen der Voltainduction in schul- 

gemässer Darstellung. ZS. f. ünterr. 13, 129—138, 1900 1- 

Anschliessend an einen früheren Aufsatz ^Die Erscheinungen 

der Magnetinduction in schulgemässer Darstellung^ (ZS. f Unterr. 

12, 63, 1899) wird jetzt eine Gruppe von Versuchen zusammen- 

Portachr. d. Phyi. LVI. 1. Abth. 4 



50 1 c. Apparate für Unterricht und Laboratorium. 

gestellt, die die Erscheinangen der. Yoltainduction in sei 
Darstellung zam Gegenstand haben. Da vielfach auf d< 
Aufsatz zurückgegriffen wird, so ist dessen Kenntniss fü 
ständniss des vorliegenden erforderlich. 



Litteratur. 

W. Wbitz. Physikalische Schüler versuche. 21 S. Köln : 

E. SoHUSCiK. Einige Apparate für den physikalischen i 
auf der Unterstufe der Mittelschulen. 50 8. Brunn 190< 

K. Haas. Eduabd Maiss und seine Gedanken über den 
sehen Unterricht. Vierteljahrsber. d. Wien. Ver. z. Ford. d. 
Heft 2 ü. 3. 

A. HöFLEB. Edüabd Maiss^ Ideen und Leistungen zur Ausg 
des physikalischen Unterrichts. Vierteljahrsschr. d. Wiei 
Bef. d. phys. u. ehem. Unt. 5, 31—89, 1900. 

A. FiGuiBB. fitude sur la purification du mercure. 8®. l\ 

T>, KAmpfbb. Ueber das Magnalium. D. Meclian.-Ztg. 1900, 

E. Gbim SEHL. Demonstration der Resonanz an zwei gleichen 
Z8. f. Unterr. 13, 161, 1900. 

H. WiLDA. Die graphische Darstellung der Bewegung auf 
Ebene mit Reibung. ZS. f. Unterr. 13, 203—205, 1900. 

A. HöFLEB. Zur Nachahmung der Planetenbewegungen 
Magnete und durch Kreiskegelschwingungen. ZS. f. TJi 

138—141, 1900. 

Eine neue Form des PASOAL'schen Apparates. ZS. f., Unterr. 

—191, 1900. 

St. Epstein. Ein neues Wasserstrahlgebläse fiir Niede 
Oesterr. Chem.-Ztg. 2, 497. [ZS. f. anal. Chem. 39, 577, 1900 t. 

M. H. Ittneb. Modification of the water vacuam pump. 
Chem. Journ. 24, 253—255, 1900. 

RiBAN. Gazom^tre ä pressions constantes et variables ä v 
Soc. FranQ. de Phys. No. 145, 1—2, 1900. 

FoüBTiBB und MoLTENi. Wisscuschaftliche Demonstratione 
Hülfe der Laterna magica. Anleitung zum Gebrauch der 
bei Demonstrationen von physikalischen und chemischer 
suchen. Ins Kussische übersetzt von M. P. Woskressenski. 
Moskau 1900. 

K. T. FisoHBB. Einfache Schulversuche zur Lehre von der W 
Strahlung. ZS. f. Unten-, 13, 255—258, 1900. 

G. DoBiAN. Wärme- und Feuchtigkeitsregulator. Bull, de Mul 

71, 249, 1900. 



Litteratür. Güglielmo. 6 1 

V. BiBBNACKi. lieber die Anwendung einer Glühlampe zur De- 
monstration der HsBTz'schen und MABCONi'schen Versuche. ZS. 
f. üntarr. 13, 157—159, 1900. 

E. Gbimsbhii. Demonstration bei Entladung Leydener Flaschen. 
Z8. f. Unterr. 13, 161—162, 1900. 

W. Wbileb. Noch ein Vorlesungsversuch über die Entladungen. 
Z8. f. Unterr. 13, 218, 1900. 

H. Rsbbkstobff. Nachweis vagabondirender Ströme. ZS. f. Unterr. 

13, 159—161, 1900. 
Abami. Galvanometerversuche. ZS. f. Unterr. 13, 141—144, 1900. 

J. Bbübiobb. Versuche über das Zwei- und Dreileitersystem. ZS. 
f. Unterr. 13, 144—146, 1900. 

G. Ebckmann. Herstellung galvanoplastischer Abdrücke. ZS. f. 
Unterr. 13, 162—163, 1899. ScTied. 



2. Dichte. 



6. GüOLijBLMO. Descrizione d'un aparecchio per la determinazione 
della densitä e della massa di quantitä minime di un solide. 
Rend. Lincei (5) 9 [2], 261—269, 1900 t. 

Um das scheinbare Gewicht eines festen Köi*pers in einer 
Flüssigkeit mit grösserer Genauigkeit, als mittels der hydrostatischen 
Wage erreichbar ist, zu bestimmen, bringt der Verf. denselben auf 
dem freien Arm eines vollständig eintauchenden, gegen die Hori- 
zontalebene geneigten Aräometers (vergleiche das Referat S. 56) in 
einer bestimmten Entfernung vom Drehpunkte an und bestimmt 
die dadurch hervorgebrachte Ablenkung. Das Gewicht des festen 
Körpers im Wasser lässt sich dann dadurch bestimmen, dass man 
die Ablenkung mit derjenigen vergleicht, welche ein bekanntes 
Gewicht hervorbringt oder dadurch, dass man dasjenige Gewicht 
ermittelt, welches unter denselben Bedingungen die gleiche Ab- 
lenkung hervorbringt Ist Ä der Drehpunkt des Aräometers, B sein 
Schwerpunkt und C der Angriffspunkt des Auftriebs, so müssen für 
den Fall des Gleichgewichtes diese drei Punkte in einer Horizontalebene 
liegen, femer müssen B und C in Bezug auf eine durch Ä gelegte 
Verticale auf derselben Seite gelegen sein und endlich muss die 
Gerade A B unterhalb Ä C liegen. Bilden Ä B und Ä C mit der 
Horizontalebene die Winkel und ö', sind L und X' ihre Längen 
nnd ist P das Gewicht des Aräometers, Q die Grösse des Auftriebs^ 

4* 



52 2. Dichte. 

i das specifische Gewicht der Flüesigkeit, so ist die Gleichge 
bedinguDg: 

FL. cos e = dqr cos ö'. 

Wird dann auf AC im Abstände l vom Drehungspunkt jp aui 
welches eine Ablenkung des Aräometers um den Winkel a b 
80 ist die neue Gleichgewichtsbedingung: 

PL cos (a + ö) = {QL'd + pl) cos (« ± ff), 

pl 
woraus für den Fall, dass ö, 0' und ~ , sehr klein sind 

(JJj 

pl = QL'd {ig ff — ige)tgu = kAga. 

Die vom Verf. benutzten Aräometer bestanden aus einer gl 
Hohlkugel von einigen Cubikcentimetern Inhalt, an welche e 
ein dünner Glasstiel von 7 bis 10 cm Länge, andererseits c 
richtung zum Stüzen des Aräometers angeschmolzen war. ] 
handlung enthält genaue Angaben über die Einrichtung der 1 
über die Bestimmung der Ablenkung, über die Vorrichti 
Auflegen des Körpers und der Gewichte, über die Genauig 
Messung und andere Punkte, die sich im Auszuge nicht 
geben lassen. 

Chas. f. MgKenka. Ein neuer Apparat zur Bestimmung des V 
Joum. Amer. Chem. 6oc. 21, 50 — 52, 1899. [ZS. phys. Chem 
1901 1- 
An ein kugelförmiges Gefäss sind zwei enge, vertic 
getheilte Röhren angeschmolzen, deren eine am oberen ] 
einer Erweiterung versehen ist, die durch einen einge 
mit einem Tubus versehenen Glasdeckel verschlossen ist 
diese Röhre wird die pulverförmige Substanz, deren %\ 
Gewicht bestimmt werden soll, eingeführt. An der zweit 
wird das Volumen vor und nach der Einfährung des pulve 
testen Körpers abgelesen, wobei die Flüssigkeit in der Rö 
Ausübung eines passenden Druckes auf ihre Oberfläche 
Nullmarke eingestellt wird. Keine der Glasverbindiingei 
Berührung mit der Flüssigkeit, wodurch Undichtigkeiten 
werden. 

ViOTOB Lbnhbe and J. Livinoston R. Mobgan. Specif 
and electrical resistance of tellurium. Joui-n. Amer. Clic 
28—31, 1900. [Journ. Chem. Soc. 78, Abstr. II, 273, 1900 
phys. ehem. 4, 332, 1900 t. 



McKenita. Lbkhbb u. Morgan. Zawalkibwicz. Dehmichbl. 63 

Das specifische Qewicht des Tellurs (aus der alkalischen Lösung 
des Oxyds durch Rednction mittelst Zucker ertialten) schwankt 
cwiflchen 6,194 und 6,204 (Mittelwerth 6,1993). Zur Bestimmung 
des Leitungswiderstandes wurde das Tellur geschmolzen und in 
engen Glasröhren zum Erstarren gebracht. Die Werthe für den 
specifischen Leitungswiderstand schwanken ausserordentlich (zwischen 
279 und 1152, Mittelwerth etwa 500), während Matthibson etwa 
2000 fand. Die Structur ist demnach von ausserordentlichem Ein- 
flass anf die Leitfähigkeit. Das Tellur dehnt sich beim Erstarren 
ans, so dass die Glasröhren mit flüssigem Tellur auch bei sehr 
vorsichtigem Abkühlen springen. Bgr. 



Z. Zawalkibwicz. Bestimmung des specifischen Gewichtes weicher 
Fette. Monatsh. f. Chem. 15, 182. [Z8. f. analyt. Chem. 39, 66—67, 1900t. 

Der Verl* bedient sich eines eigenthüralich gestalteten Pykno- 
meters, welches nahe am Boden ein seitliches, neben dem Hals des 
Pyknometers endendes Ansatzrohr besitzt Man verbindet durch 
Gummischläuche das letztere sowohl als den Hals des Pyknometers 
mit je einer verticalen, weiten, unten verjüngten Glasröhre und 
bringt das zu untersuchende Fett in die mit dem Hals verbundene 
Röhre. Dann erhitzt man die ganze Vorrichtung in einem Luftbad 
bis etwa 20® oberhalb des Schmelzpunktes des Fettes, welches im 
geschmolzenen Zustande das Pyknometer und die mit seinem Hals 
verbundene Röhre anfüllt, bis es in beiden Röhren gleich hoch 
steht Aus dem Luftbad senkt man das Pyknometer allmählich 
(in 10 Minuten um je 3 mm) in ein darunter stehendes Eühlgeräss^ 
durch welches beständig ein Strom kalten Wassers läuft, bis schliess- 
lich das Pyknometer nebst den Ansätzen der mit ihm verbundenen 
Röhren in das Kühlwasser eintaucht, während die Röhren selbst 
sich noch im Luftbad befinden. In den Röhren bleibt das Fett 
noch geschmolzen, und die beim Erstarren des Fettes im Pykno- 
meter eintretende Contraction wird durch das noch flüssige Fett 
ausgeglichen. Die Abkühlung dauert je nach der Grösse des Pykno- 
meters anderthalb bis drei Stunden. Schliesslich hebt man das 
Pyknometer aus dem Kühlwasser, schneidet die Kautschukschläuche 
rasch ab, trocknet ab und wägt. Bgr, 



M. A. Denmighel. Ueber die Beziehungen zwischen der Scala des 
Aräometers von Baüm£ und der des Densimeters. Revue de la 
chim. anaL appliqu^e 6, 14, 25, 49 und 74. [ZS. f. analyt. Chem. 39, 516^ 
1900. [D. Mech.-Ztg. 1901, 47—481. 



54 2. Dichte. 

Der Verf. vertritt die Ansicht, dass die Aräometer nach Baum^ 
im Allgemeinen durch das Densimeter zu ersetzen seien; fiir die 
Technik möchte er jedoch die BAUM^'sche Spindel mit rationeller 
Scala erhalten wissen. Weiterhin empfiehlt er, die Aräometer durch 
Volumeter zu ersetzen mit einer Eintheilung nach specifischem 
Volumen, da die Theilung dieses Instrumentes eine gleichmässige ist. 

Bgr. 

Fbidtjof Nansen. On hydrometers and the surface tension of 
liquids. Published by the Fbidtjof Nansen fund Ibr the ad- 
vancement of science. Leipzig, Brockhaus, 1900(?), 87 S.f. 

Die Abhandlung zerfällt in vier Theile. Im ersten werden die 
Ursachen erörtert, welche die Schwankungen und Unregelmässig- 
keiten in den Angaben der zur Bestimmung der Dichte des Meer- 
wassers benutzten Aräometer hervorrufen, nämlich a) die ungenaue 
Bestimmung der Temperatur der Wasserschichten, in denen, das 
Aräometer schwimmt; b) der elektrische Zustand des Aräometers, 
wie er beispielsweise beim Reinigen des Instrumentes hervorgerufen 
werden kann ; c) die ungenügende Benetzung der Spindel; d) die 
Art und Weise, in welcher das Aräometer getrocknet wurde; e) eine 
auf der Oberfläche des Aräometers anhaftende Fettschicht; f) die 
Aenderung, welche das Seewasser beim Aufbewahren im Labora- 
torium, namentlich durch das Auftreten von Luftbläschen erfährt; 
g) das Vorhandensein von Staubtheilchen auf der Wasserfläche; 
h) die Erschütterung des das Meerwasser enthaltenden Glascylinders; 
i) der Einfluss, den ein Glasstab oder ein Thermometer ausüben, 
die neben dem Aräometer in das Wasser eingetaucht werden. Die 
Art und Weise, wie dei-artige gleichzeitig eingetauchte Körper die 
Stellung des Aräometers beeinflussen, deutet darauf hin, dass durch 
dieselben die Eigenschaften der Wasseroberfläche verändert werden. 
Im zweiten Theile beschreibt der Verfasser dann eine Reihe von 
Versuchen, welche zeigen, dass durch das Eintauchen von festen 
Körpern thatsächlich die Oberflächenspannung des Wassers eine 
Aenderung erfährt, und zwar wird dieselbe vergrössert, wenn ein 
trockener Körper eingetaucht wird, weil dieser die vorhandene 
Wasserhaut an sich zieht und die Entstehung einer neuen bewirkt. 
Beim Eintauchen eines feuchten Gegenstandes breitet sich dagegen 
die auf diesem befindliche Wasserschicht auf der Wasseroberfläche 
aus und vermindert dadurch die Oberflächenspannung. Diese Ver- 
änderung der Oberflächenspannung wird, wie der Verf. im dritten 
Theile ausführt, , durch eine unmessbar dünne Schicht einer Sub- 



Nansen. 55 

stanz hervorgebracht, die sich aaf der Wasserobertiäche ausbreitet 
uDd dereD Oberflächenspannung geringer ist als die des Wassers« 
Wird die Oberfläche vergrössert, so wird diese Schicht dünner, und 
die Oberflächenspannung wächst bis zu einem Maximal werthe; wird 
dagegen die Oberfläche verkleinert, so verdickt sich die Schicht 
und ihre Spannung nimmt bis zu einem Minimalwerthe ab. Durch 
besondere Versuche weist der Verf. nacb, dass diese Schiebt von 
der geringen Menge Fett herrührt, welches den Gefässwänden u. s. w. 
stets anhaftet, wenn sie nicht ausgeglüht sind. Alkohol, Schwefel- 
kohlenstoff' und andere Flüssigkeiten, deren Oberflächenspannung 
an sich kleiner ist als die der Fettschicht, zeigen deshalb im Gegen- 
satz zum Wasser keine Aenderung derselben. Ueberlässt man eine 
Wasseroberfläcbe, deren Oberflächenspannung den Minimalwerth er- 
reicht hat, sich selbst, so wächst diese wieder bis zu einem mittleren 
Werthe, dessen Grösse wesentlich von dem Grade der Reinheit der 
GefUsswände abhängt — Im letzten Abschnitt erörtert der Verf. 
die Vorsichtsmaassregeln, die wegen der Veränderlichkeit der Ober- 
flächenspannung erforderlich sind, um den Ablesungen am Aräo- 
meter einen möglichst hohen Grad von Genauigkeit zu geben. Die 
Wasserprobe ist zunächst 25 bis 30^ über die Temperatur zu er- 
wärmen, bei der die Ablesung erfolgen soll, um die Luft möglichst 
zn vertreiben, und dann auf die Beobachtnngstemperatur abzukühlen. 
Die Beobachtung erfolge in einem cylindrischen DswAB'schen Ge- 
ftss, damit während derselben die Temperatur möglichst constant 
bleibt Zur Bestimmung der Temperatur diene ein in Zehntelgrade 
getheiltes dünnwandiges Thermometer, dessen Engel sich in gleicher 
Höhe mit dem Körper des Aräometers befindet. Das Aräometer 
werde durch Waschen mit Ammoniak, Soda, Aether und Alkohol 
möglichst von Fett befreit und vor dem Gebrauche mit dem zu 
untersuchenden Wasser abgespült. Der Cylinder, in dem das Aräo- 
meter schwimmt, werde vollständig mit dem Wasser angefällt, so 
da» aus ihm eine convexe Wasserfläche hervorragt Diese ist 
dann mittels zweier zuvor zur Rothgluth erhitzter Platinbleche in 
der Weise zu reinigen, dass diese gleichzeitig von der Aräometer- 
spindel aus nach der Cylinder wandung bewegt und aus dem Cylin- 
der herausgenommen werden. Dann wird das Wassemiveau ein 
wenig gesenkt (mittels eines Hebers oder eines mit dem Cylinder 
communicirenden Gefässes) und das Aräometer abgelesen. 

Am Schlüsse empfiehlt der Verf. für oceanographische Unter- 
snchungen die vollständig eintauchenden Aräometer (Lohnstein, 
diese Ber. 50 [1], 119, 1894; 62 [1], 98, 1896; Sandbuoci, diese 



56 2. Dichte. 

Ber. 53 [1], 102; 1897; O'Toolb, diese Ber. 55 [1], 98, 1^ 
GuoLiELMO, diese Ber. 55 [1], 93, 1899; Wabbinqton, diese 
55 [1], 92, 1899) und beschreibt die Art und Weise, wie er 
selben angewendet hat. Bg 

G. GüOLiBLMO. Intorno ad alcuni modi per correggere e per 
tare l'errore di capillaritä negli areometri a peso costante 
volume constante ed intorno ad alcune nuove forme dei medei 
Bend. Line. (5) 9 [l], 9—12, 1900 f. 

Die Arbeit bildet die Fortsetzung einer unter demselben •] 
im vorigen Jahre erschienenen Abhandlang (diese Ber. 55 [1] 
1899). Der Verf. berichtet zunächst über Versuche mit gemisc 
Aräometern, mit welchem Namen er einerseits Aräometer von 
stantem Gewicht (Scalenaräometer) bezeichnet, die durch Aufli 
von entsprechenden Zusatzgewichten für Flüssigkeiten von belieb! 
specifischem Gewichte brauchbar gemacht werden können, and 
seits Aräometer von constantem Volumen, an deren Stiel mel 
Marken angebracht sind. Durch die erste Art von Aräomi 
wird der Uebelstand vermieden, dass für die gewöhnlichen Die 
keiten eine grössere Anzahl (20 und mehr) Instrumente vorn 
gehalten werden müssen. Gilt die Scala für das Gewicht I 
Aräometers und zeigt es in einer Flüssigkeit die Dichte d an 
ist, wenn das Aräometer mit dem Zusatzgewicht P' in einer zw 
Flüssigkeit auf denselben Theilstrich einsteht, die Dichtigkeit <3 
Flüssigkeit 

Man wählt P' so, dass F/P = 0,1, 0,2... wird. Um die Zv 
gewichte anzubringen, versieht man den Aräometerstiel mit e 
Hütchen, an welches ein Metalldraht von der Form eines u 
kehrten ü mit der Mitte seines horizontalen Schenkels angel 
ist. Die herabhängenden Schenkel sind hakenförmig umgebe 
an diese hängt man die Zusatzgewichte. Der Aräometerstiel ist ai 
dem mit einer verschiebbaren Platte versehen (siehe diese Be 
[1], 94, 1899), um den Einfluss der Capillarität aufzubebei 
Die Aräometer mit constantem Volumen, deren Stiel mehrere 
ken trägt, gestatten eine leichtere und bequemere Handhabun 
die nur mit einer Marke versehenen. Die anzubringende C< 
tion ist nvd^ worin v das Volumen zwischen zwei Marken und 
Anzahl von Theilstrichen bezeichnet, um welche die Einstelle 
des Aräometers bei beiden Ablesungen von einander abwei 



GUOLIBLMO. 57 

d ist die Dichte der Flüssigkeit, welche ftir diesen Zweck nur an- 
Dihernd bekannt zu sein braacht — Am Schluss berichtet der 
Verf. über einige Versuche, bei denen das Aräometer als Wage be- 
natzt wurde. Durch Benutzung der bereits oben erwähnten Scheibe 
«u* Aufhebung der Wirkung der Capillarität hat der Verf. unter 
Verwendung eines Stieles von 5qmm Querschnitt und einer Länge 
Ton 100 mm eine Genauigkeit der Wägungen bis auf 1 mg erreicht. 

Bgr. 

G. GuOLiBLMo. Intorno ad alouni nuovi areometri ad immersione 
totale, ad inclinazione variabile e a riflessione. Bend. Line. (5) 9 

[l], 33—41; 70—72, 1900 t. 

Sinkt ein gewöhnliches Aräometer, in welchem Ballast und 
Glasmasse unsymmetrisch um die Längsaxe vertheilt sind, in einer 
Flfissigkeit bis auf den Boden des Gref ässes , so bleibt es in einer 
mehr oder weniger gegen den Horizont geneigten Lage stehen, und 
zwar hangt der Winkel, den es mit dem Horizonte bildet, von der 
gegenseitigen Lage des Schwerpunktes, des Angriffspunktes vom 
Aaflrieb und dem Drehungspunkte des Aräometers ab. Dasselbe 
ist der Fall, wenn ein zum Theil aus der Flüssigkeit hervorragendes 
Araometer durch eine horizontale in die Flüssigkeit tauchende Glas- 
platte gänzlich untergetaucht wird. Sind 6 und ö' die Winkel, 
welche die Verbindungslinie des Dreh- und Schwerpunktes, bezw. 
die Verbindungslinie des Drehpunktes und des Angriffspunktes vom 
Auftrieb mit der Horizontalen bilden, sind femer l und V die Ab- 
stände dieser beiden Punkte vom Drehpunkte des Aräometers, ist 
endlich p das Grewicht des Aräometers und q die Grösse des Auf- 
triebes im Wasser, so gilt für den Fall, dass das Aräometer in 
Wasser taucht, die Beziehung 

p.l.cosd = q,V . cosO'. 
Wird das Aräometer dann in eine andere Flüssigkeit von der Dichte 
d gesenkt, so ändern sich und 0' um den Winkel a und man 
hat die ähnliche Beziehung 

pJ,cos{a — ö) = q.l\d.cos(u — ö'). 
Aus beiden Gleichungen folgt dann 

^ l + tgO . tga 
^ 1 + tgO'.tga' 

Constmirt man das Aräometer so, dass 0' nahezu gleich Null wird, 
«0 ist d = 1 + Ä . tga^ wo dann k eine leicht zu bestimmende 
€oD8tante des Instrumentes ist. Man kann demnach durch Messung 



56 2. Dichte. 

des Neigungswinkels, welchen ein derartiges Aräometer in einer 
Flüssigkeit zur Horizontalebene bildet, die Dichte dieser Flüssigkeit 
bestimmen. Das vom Verf. vorzugsweise verwendete Aräometer 
bestand aus einem cylindrischen Glasgefass, in welchem sich Blei- 
schrot befand; durch erstarrendes Wachs konnte dieses an einer 
beliebigen Stelle des Glasgefässes festgehalten werden. In der Ver- 
längerung der Axe war an dem einen £nde des Cylinders ein 
dünner Glasstab, welcher als Zeiger diente, an dem anderen Ende 
ein weiterhin U- förmig umgebogener Glasstab von 2 mm Durch- 
messer angeschmolzen. Das Ende dieses Glasstabes, welches eine 
Kugel von 0,5mm Durchmesser darstellte, bildete den Drehpunkt 
des Aräometers, indem es sich gegen eine an der Seiten wand des 
GlasgefUsses befestigte kleine Spiegeiglasplatte stützte und zwar 
entweder gegen deren untere oder deren obere Fläche, je nachdem 
das Aräometer in der in dem Glasgefass befindlichen Flüssigkeit 
das Bestreben hatte, emporzusteigen oder zu Boden zu sinken. Der 
Neigungswinkel des Aräometers wird entweder an einem an der 
ebenen Seiten wand des Glasgefässes angebrachten Theilkreise oder 
besser durch Spiegelablesung gemessen, indem man an dem Aräo- 
meter einen Spiegel befestigt. Dabei muss jedoch der Einfluss der 
Lichtbrechung beseitigt werden, was auf verschiedene Weise ge- 
schehen kann (vergl. die Abhandlung). Immerhin ist es sehr 
schwer, den Inclinationswinkel mit einer Genauigkeit zu messen, 
welche der Empfindlichkeit des Instrumentes gleichkommt. Deshalb 
empfiehlt der Verf. an Stelle des Inclinationswinkels die Anzahl 
von Gewichtsstücken zu messen, welche man auf das Aräometer 
auflegen muss, damit seine Inclination einen constanten Werth er- 
hält oder auch gleich Null wird. Ist p das Gewicht des Aräometers, 
q die Grösse seines Auftriebes im Wasser, sind ferner 1 und V die 
Projectionen der Abstände des Drehungspunktes von dem Schwer- 
punkte des Aräometers resp. dem Angriffspunkte des Auftriebes auf 
eine Horizontalebene, endlich n und Jc' die in den Entfernungen k 
und A' vom Drehpunkte anzubringenden Gewichte, welche im Wasser 
oder in einer Flüssigkeit von der Dichte d die Inclination gleich 
Null machen, so ist die Gleichgewichtsbedingung in beiden Fällen 

pl -\- nk = qV und pl + n'V = qVcl 

Dabei ist an n und %' bereits die wegen des Auftriebes, den die 
Zusatzgewichte erfahren, nothwendige Correction angebracht, für 
welche ein annähernd bekannter Werth von d genügt. Aus den 
Gleichungen folgt 



d = l + 



BSHN. 



59 



Man macht zweckmässig den Nenner des Bruches gleich 1 oder 
gleich 10, z. B. dadarch, dass l = A = 1 und p + ;r = 10 ge- 
setzt wird. Bgr. 



U. BsHN. Ueber die Dichte der Kohlensäure im festen und flüssi- 
gen Zustande. Ann. d. Phya. (4) 3, 733—743, 1900 f. 

Ein in Cubikcentimeter getheiltes Vacuummantelgefäss war etwa 
zur Hälfle mit Aether gefüllt, der dann mit Kohlensäure gesättigt 
und unter — 79® abgekühlt wurde. Nachdem Gewicht und Volu- 
men des Aethers bestimmt waren, wurde feste Kohlensäure ein- 
gefüllt, so dass sie der Aether eben noch deckte, und nunmehr 
wurden abermals Gewicht und Volumen bestimmt. Als Mittel aus 
sechs Versuchen wurde die Dichte der festen Kohlensäure zu 1,53 
gefunden. 

Die Dichte der flüssigen Kohlensäure zwischen den Tempera- 
turen + 25<> und — 57® bei dem jeweiligen Drucke ihres gesättigten 
Dampfes wurde mittels der Schwimmermethode ermittelt. Die etwa 
5cm langen Schwimmer waren aus 2 bis 3mm starken, möglichst 
kreisrunden Glasröhren von geringer Wandstärke (0,15 bis 0,30 mm) 
hergestellt, deren Compressibilität gering war (Vorversuche ergaben 
dieselbe zu 0,002 Proc. für 1 Atm.). Die Kohlensäure wurde in 
einem Glasrohre, in welches zuvor ein Schwimmer eingebracht war, 
durch den Druck des aus einer Bombe ausströmenden Kohlensäure- 
gases verflüssigt Die Röhre befand sich in Alkohol, der in einem 
Vacuummantelgefäss durch Einbringen von fester Kohlensäure auf 
die gewünschte Temperatur abgekühlt war. Folgende Werthe 
wurden erhalten: 



Temperatur 
Dichte .... 
Differenz für 1® 

Temperatur 
Dichte .... 
Differenz für 1® 



-t-30« 

0,598 

0,0470 

— 20^ 

1,031 

0,00468 



+ 20° 
0,772 
0,0108 

— 30« 

1,075 

0,00422 



+ 10» 
0,860 
0,00735 

— 40® 
1,116 
0,00392 



0» 
0,925 
0,00602 

— 50° 
1,154 
0,00374 



— 10<> 
0,981 
0,00525 

— 60' 
1,191 
0,00367 



Die bei der Erwärmung um 1® eintretende Abnahme der 
Dichte ist demnach schon beim Erstarrungspunkte etwa so gross 
wie bei den Gasen ; sie wächst zuerst langsam, dann immer schneller, 
je mehr sich die Temperatur der kritischen nähert. Bgr. 



60 2. Diohte. 

H. Elbik. Formeln rar Berechnang der Dichte von AI 
Wassermisohungen. Bev. chim. anaL appL 6, 75 und 85; ZS. f. 
sachung der Nahrungs- und Genussmittel 1, 405 und 637. [ZB. f. 
Chem. 39, 471, 1900t. 
Bezeichnet D die gesuchte Dichte, n die Anzahl der Vol 
procente Alkohol, so gilt, wenn n zwischen 15 und 18 lie§ 
Formel: 

_ 100 + 1,346 n 
100 + 1,5 n 
Die Formel 

D = 0,00064. n-i — 0,00144n + 0,0000134n> 
ist etwas weniger genau, genügt aber den Anforderungen der 
Für Alkohol von 15 bis 31 Proc. gilt die Formel: 

lOOOOOD = 99609 — lOln — ^^-n — 2n"^, 

lo 

für Alkohole von 34 bis 51 Volumenprocent endlich die 

100000 D = 98234 + 4n — 2nK 
Die nach diesen Formeln berechneten Dichten stimmen 
den Zahlen der amtlichen Tabelle. 



Julien Dbuoman and William Ramsat. Specific gravitie 
halogens at their boiling points, and of ozygen and i 
Joutn. Chem. Soc. 77, 1228—1233, 1900 f. Proc. Chem. Soc. 
[Bull. 800. cMm. (3) 26, 81, 1901. 

Nach den Untersuchungen von Youno (Ramsat und 
Phil. Mag. 1885, 1892 und 1894) haben die Halogender 
Benzols bei ihren unter gleichem Druck beobachteten Sied 
Molecularvolumina, welche für alle gleichen Drucke un 
auch für ihre kritischen Drucke in einem constanten Y 
stehen. Um zu untersuchen, ob Aehnliches auch bei ^ 
genen gilt, bestimmten die Verfasser deren Dichte bei ibi 
punkten. Dabei wurde die Dichte des Sauerstofis und 
gleichzeitig mit ermittelt. Die folgende Tabelle enthäl 
760 mm Druck sich beziehenden Versuchsergebnisse zugleic 
Daten für Phosphor und Schwefel. 



StickBtoflf . 
Phosphor . 

Sauerstoff 



Siede- 


Beobachtete 


Specif. 


M 


punkt 


Diohte 


Yolamen 


V 


— 195,5® 


0,7914 


1,390 




— 


— 


0,6734 




|— 183,3° 
l— 183,6« 


1,1310 
1,1321 


0,8838 





KtBiK. Dbüoman u. Bamsat. Plato, Domke u. Habtiko. Hagbmakn. 61 

Siede- Beobachtete Specif. Molecular- 

pankt Dichte Volumen volumen 

Schwefel — — 0,6757 43,20 

Pluor —187« 1,108 0,9025 84,30 

Chlor —83,0' 1,5071 0,6635 47,04 

Brom — — 0,3392 64,26 

Jod -f 184,a6' 3,706 0,2698 08,46 

F. Plato, J. Dohkx und H. Habtikg. Dichte, Ausdehnung und 
Capillarität von Lösungen reinen Rohrzuckers in Wasser. Wissen- 
schaftliche Abhandlungen der Kaiserl. Kormal - Aichungs - CommÜMion. 
J. Springer, Berlin X u. 155 S. 1900. ZS. d. Vereins f. Bübenzucker- 
hid. 1900, 982—1015; 1079—1125. Chem. CentralbL 1901,1, 142, 346t. 

Die Untersuchung wurde durch den Wunsch der Zuckerindusirie 
veranlasst, die Saccharimeter in die Reihe der aichnngsfähigen In- 
strumente einzubeziehen. Auf Grund der äusserst zahlreichen Dichte- 
bestimmungen von Zuckerlösungen wechselnder Concentration und 
einer daraus gewonnenen Formel wird eine Tafel der Dichten 
wisseriger Lösungen reinen Rohrzuckers, nach ganzen Procenten 
fortschreitend, berechnet Die Untersuchungen erstreckten sich femer 
auf die Bestimmung der hygroskopischen Eigenschaften des Zuckers 
(amorpher Zucker ist zerfliesslich), der thenüischen Ausdehnung, 
der Capillarität und der Contraction von Lösungen reinen Rohr- 
SQckers in Wasser. ■ Bgr. 

6. A. R^OEMANN. lieber Yolumenänderungen bei chemischen Pro- 
cessen der festen und flüssigen Elemente. 16 S. Berlin, Friedländer 
u. Sohn, I900f. 

In fünf Taf>ellen stellt der Verf. die Volumenänderungen zu- 
sammen, welche beim Entstehen der Oxyde, Chloride, Bromide, 
Jodide und Sulfide aus den Elementen stattfinden, wobei der Sauer- 
stoff und das Chlor als flüssig angenommen werden und das speci- 
fische Gewicht des ersteren im flüssigen Zustande bei 0^ gleich l, 
das des letzteren gleich 1,46 angenommen wird; das Atomvolumen 
des flüssigen Sauerstoffs ist demnach 16, das des flüssigen Chlors 
24,2. Aus den Zahlen der Tabellen leitet der Verf. einige Folge- 
rungen ab. Die festen und flüssigen Grundstoffe ordnen sich in 
Bezug auf die Raumerfiillung ihrer Verbindungen in bestimmte 
Gruppen und die Contraction ist (wenigstens bei den Metallen der 
Alkalien und der alkalischen Erden) um so grösser, je mehr die 
chemische Affinität wächst Geht ein Metall mehrere Verbindungen 



62 2. Dichte. 

mit Sauerstoff, Chlor, Brom etc. ein, so wächst die Volumenändei 
in der Regel mit der Menge des elektronegativen Elementes, 
der Erörterung der Gründe für die Volumenverminderung, die nan 
lieh bei den Verbindungen der Alkalimetalle sehr gross ist — 
beträgt bei den Oxyden z. B. 65 bis 67 Proc. — nimmt der "" 
einen engen Zusammenhang zwischen der Contraction und der 
dungswärme an. Die Ausführungen lassen sich im Auszug i 
wiedergeben. Bi 

Lord Ratlbigh. On the weight of hydrogen desiccated by li 
air. Proc. Roy. Soc. 66, 334, 1900 t. Chem. News 81, 193, 1900 t. 
Bei den bisher ausgeführten Bestimmungen des Gewichtes 
1 Liter Wasserstoff wurde dieses Gas mittels Phosphorpentoxyc 
trocknet. Um zu entscheiden, ob dabei einerseits der Wasserdj 
vollständig entfernt wird und andererseits keine Verunreinigung 
Gases stattfindet^ trocknete der Verf. den Wasserstoff mittels 
siger Luft. Das Gas wurde in langsamem Strom (V2 Liter in 
Stunde) durch eine dünnwandige Glasröhre geleitet, die von flüs 
Luft umgeben war. Die gefundenen Zahlen sind nur um Vi 
V20 ^8 grösser als die anderweitig ermittelten Werthe, so dass 
die Abweichung des Dichteverhältnisses des Wasserstoffs und S: 
Stoffs von dem Quotienten 1 : 16 nicht etwa durch eine Verum 
gung des ersteren Gases erklärt werden kann. Bi 



Otto Bleibe u. Leopold Eohn. Ueber die Dampfdichte 
Schwefels. Ber. d. ehem. Ges. 33, 50—51, 1900 t. 
Mittels der von ihnen ausgearbeiteten Methode der Ds 
dichtebestimmung unter stark vermindertem Druck haben die > 
die Dampfdichte des Schwefels weit unter seinem normalen S 
punkte bestimmen können. Es ist ihnen dadurch gelungen, 1 
zuweisen, dass die Schwefelmolekel im nicht dissociirten Zust 
aus acht Atomen besteht Bei Erniedrigung der Versuchstempe 
von 310 auf 193o (der Druck sinkt dabei von 42,6 auf 2,1 
steigt die Dampfdichte des Schwefels von 7,44 auf 7,85 (O2 = 
das Gewicht der Molekel demnach von 237,9 auf 251,1 (Oj = 
Die Sauerstoffdichte des Schwefeldampfes nähert sich mithin a 
ptotisch dem Werthe 8. JB. 

E. P. Pbrman and G. A. S. Atkinson. Vapour-density of bro 
at high temperatures. Pi-oc. Roy. Soc. 66, 10 — 19, 1900t. ZB. f. 
Chem. 33, 215—222, 1900 t. 



Ratleigh. Bleieb u. Kohn. Peeman u. Atkinsok. Bakeb. 63 

Ein kugeliges Porcellangef äss von bekanntem Inhalt (bei einigen 
Versuchen etwa 1 Liter, bei anderen etwa 250 com) wurde bei ver- 
schiedenen zwischen 631 und 1057<* liegenden Temperaturen mit 
Brom gefüllt. Das Gewicht dieses Elementes wurde alsdann in der 
Weise ermittelt, dass man es auf eine Jodkaliumlösung einwirken 
Hess und die Menge des ausgeschiedenen Jods titrimetrisch be- 
stimmte. Die Versuchsanordnung ist in der Abhandlung nach- 
zasehen. Bei Atmosphärendruck bleibt die Dampfdichte des Broms 
bis etwa 750^ normal, dann nimmt sie ab und beträgt bei 1050® 
nur noch 75,25. Bei 1040® nimmt die Dichte des Bromdampfes 
mit sinkendem Druck ab (von 76,0 bei 785,0 mm auf 71,8 bei 
47,3 mm). Bgr. 

E. P. Perman u. G. A. S. Atkinson. Dampfdichte von Brom bei 
hohen Temperaturen. Ergänzende Mittheüung. ZS. f. phjs. Chem. 33, 
577—578, 1900 t. 

Bei Veröffentlichung ihrer Versuchsergebnisse (s. vorstehendes 
Ref.) hatten die Verff. übersehen, dass bereits Langer und V. Meter 
die Daropfdichte des Broms bei verschiedenen Temperaturen (100, 
400, 1200*) bestimmt hatten. Mit den Versuchen dieser Forscher, 
welche die Dichte 78,88 (Wasserstoff = 1) ergaben, sind die bei 
400® ausgeführten Bestimmungen der Verff. vergleichbar, welche 
8u einem nahezu übereinstimmenden Werthe (78,6 oder 78,8) 
fahrten. Demnach findet bei 900* eine geringe Dissociation statt, 
die durch die Gegenwart des elffachen Volumens Stickstoff bei den 
Versuchen von Langer und V. Meyer nicht erheblich vermehrt 
worden ist. Bgr. 

H. Bbebbton Baker. The vapour densities of dried mercury and 
mercurous Chloride. Chem. Soc. 15. März 1900. [Chem. News 81, 152, 
ISOOf. 
Die Dampfdichte des Ammoniumchlorids ist normal, wenn die 
Vergasung bei möglichst vollständigem Ausschluss von Wasser- 
dampf stattfindet (s. die Arbeiten des Verf in Phil. Trans. 65, 615, 
1894 und 73; 425, 1898). Der Verf. untersuchte, ob Aehnliches 
auch beim Mercurochlorid der Fall ist Die Untersuchung wurde 
in einem etwas abgeänderten V. METER'schen Apparate in einer 
Stickstoffatmosphäre ausgeführt. Als Mittelwerth aus ftinf Bestim- 
mungen wurde die Zahl 217,4« (bei 448<^) gefunden, während nicht 
getrocknetes Mercurochlorid den Werth 118,4 ergab. Gold wurde 
in dem Dampfe der vollständig trockenen Verbindung nicht amalga- 



64 3. Physikalisclie Chemie. 

mirt Sehr trockenes Mercurochlorid scheint demnach bei 44( 
Formel Hgg^a zu besitzen. — Bei derselben Temperatur ' 
die Dampfdiohte von sorgfältig gereinigtem und getrook 
Quecksilber in einer Stickstoffatmosphäre zu 108,1 gefundei 
Molekel dieses Metalles ist demnach bei dieser Temperatu 
atomig. 

laitteratur. 

J. Amman. Rapport entre le poids specifique de certaines so 
et la teneur en solides dissous. B^v. m^d. de la Suisse ron 
1900. 

Nicht zugänglich. 

L. ScHAPEB. Specifische Gewichte und Dichte in den f 
Chemiker wichtigen Beziehungen und Gasvolumenverhältnis 
Synthese und Analyse. 12 8. Hambui-g, August 1899. s 



3. Physikalische Chemie. 

Thbodoeb William Richaeds. International atomic weight 
Amer. Acad. 36, 171—176, 1900t. 
Verf. giebt einen kurzen historischen Ueberblick über 
der Deutschen Chemischen Gesellschaft ausgegangene Be 
zur Herstellung von international anerkannten Atomgewicl 
Er betont, wie wichtig die Frage auch für Physiker ist, 
damentalzahlen wie die Gasconstante von der Wahl der 
abhängen. Verf. billigt den mit überwiegender Mehrheit i 
Beschluss, O = 16 als Grundlage zu nehmen; er würde 
vorziehen, wenn in der internationalen Tafel die Atorage^ 
weit angegeben würden, dass die letzte Stelle unsicher ist, 
beschlossen ist, alle Stellen fortzulassen, welche um mehr 
halbe Einheit unsicher sind. W 



Gbobgk Dbak. The atomic weight of Nitrogen. Journ. ( 

77, 117—129, 1900 t. 

Die nach chemischen und physikalischen Methoden g€ 
Werthe für das Atomgewicht des Stickstoffs stimmen i 
einander überein. Chemisch ist es von Stas, Penny, AIarig 
nach den verschiedensten Methoden (Umwandlung von 



BiCHABDS. Dean. 65 

Nitrat, von Nitraten in andere Salze, Umsetzung von Ammonsabsen 
mit Silbersalzen, von Alkalisalzen mit Silbemitrat) bestimmt; als 
Mittel sammtlicher Versuchsreihen erhält man N= 14,034 (Stas 
allem fand im Mittel 14,051). Durch Wägung gleicher Volumina 
von Sauerstoff und argonfreiem Stickstoff erhielt Lord Ratlbioh 
und Lbdüc N := 14,003, eine Zahl, die nach D. Bbbtbblot's Um- 
rechnung (C. R. 126, 954—956, 1898; s. diese Ben 54 [1], 115 
—116, 1898/99) auf 14,007 erhöht wird, aber noch 0,2 Proc. unter 
dem chemischen Werthe liegt — Verf. wendet als neue Methode 
die Bestimmung des Silbers im Silbercyanid an. 

Reines Silbemitrat wird über das Sulfat durch Fällung mit 
reiner, verdünnter Blausäure in das Cyanid übergeführt, gut aus- 
gewaschen und über Schwefelsäure im Vacuumexsiccator, dann mit 
trockener Luft im Toluolbad bis zur Gewichtsconstanz getrocknet. 
Das Cyanid wird bis zur vollständigen Lösung mit Salpeter- oder 
Schwefelsäure am Rückflusskühler gekocht und das Silber mittels 
der genau abgewogenen theoretischen Menge Ealiumbromid gefällt 
Ein kleiner Ueberschuss von Silber- oder Kaiiumbromid wird nach 
6at Lüssac-Stas mit Gewichtsbüretten titrirt Wie Stas findet 
der Verf., dass sich ein Ueberschuss von Silber leichter titriren 
lässt als ein solcher von löslichem Bromid. Andere Bemerkungen 
aber die Titration (S. 127 — 128) haben nur chemisches Interesse. 
Das Silberäquivalent des benutzten Kaliumbromids wird nach der- 
selben Methode mit nach Stas bereitetem Silber bestimmt; Verf. 
findet, dass 110,313 g seines Kaliumbromids 100 g Silber entsprechen 
(nach Stas 110,346). Das Atomgewicht des Silbers wird 107,93 
gesetzt; alle Gewichte werden auf dasVacuum reducirt (^AgCK=3,94, 
d^g = 10,6, e^KBr = 2,69). Die Gewichte waren ganz constant, 
nachdem Substanz und Gewichtsstücke eine halbe Stunde auf der 
Wage gestanden hatten, vorher ergaben sich zu hohe Gewichte. 

In sechs Versuchen mit 6 bis 18 g Silbercyanid findet der 
Verf. das Aequivalent des Cyans im Mittel zu 26,032 (Min. 26,025, 
Max. 26,049). Clabke setzt das Atomgewicht des Kohlenstoffs 
gleich 12,011; nach der letzten Arbeit von Scott (Trans. 71, 557, 
1897) setzt der Verf. C = 12,001. Dann ergiebt sich als Atom- 
gewicht des Stickstoffs 14,031, ein Werth, der mit einer kleinen 
Unsicherheit behaftet ist, weil das Atomgewicht des Kohlenstoffs 
nicht sehr genau bekannt ist. Das Aequivalentgewicht des Cyans 
26,032 ist davon unabhängig. W, Ä. B. 



ForUehr. d. Phys. LVI. 1. Abth. 



66 3. PhyBikaliflche Chemie. 

Thbodobe William Riohabds and Gbegobt Paul Baxter. 

Vision of the atomic weight of iron. — Preiiminary Paper. 

Amer. Acad. 35, 253 — 260, 1900 f. 
Das Atomgewicht des Eisens ist, wenn man von einer 
zuverlässigen Arbeit Dumas' absieht, seit 50 Jahren nicht 
geprüft worden; es wird zu 56,0 angenommen. 

Die Verff. controlliren den Werth nach der Methode, d 
ausnahmslos angewendet ist: sie reduciren das Oxyd (Fe^Os^ 
f&hren zwei Versuchsreihen mit zwei verschieden hergestellte 
paraten aus. 1) Möglichst reines Eisen wird gelöst, elektrc 
niedergeschlagen, wieder gelöst, mit reinem Ammoniak gefä 
bei ca. 900^ bis zur Gonstanz geglüht. Das so erhaltene 
wird in einer Porcellanröhre bei etwa 900® in einem Stro 
trockenem, elektrolytischem Wasserstoff reducirt Das Gewic 
erst nach sehr langem Glühen constant. Die zwei Versuch 
je mit 3 bis 4 g Oxyd angestellt, ergeben Fe = 55,885 und 
(Mittel 55,900); alle Gewichte sind auf das Vacuum reduc 
Atomgewicht des Sauerstoffs = 16,00 gesetzt 2) Eisenchloi 
mit Schwefelwasserstoff gereinigt, mit Ammoniak gefällt, 
nochmals gefällt, in Schwefelsäure gelöst, durch den eleli 
Strom zu Ferrosalz reducirt, in Oxalat verwandelt, elekt] 
niedergeschlagen, in Salpetersäure gelöst. Das Nitrat wir 
mals aus salpetersaurer Lösung umkrystallisirt. (Die Mut 
war fast rein.) Das Nitrat wird durch Glühen in das O: 
wandelt, dieses bis zur Gewichtaconstanz erhitzt, d. h. 
occludirtes Gas mehr entweicht. Eine Probe entwickelt bei 
Spuren von Stickstoff, die vernachlässigt werden können. D 
Stoff konnte nicht aufgefangen werden; sein Betrag ist ab 
scheinlich, wie beim Kupfer, noch geringer. Das so erhalt 
Oxyd wird, wie oben beschrieben, reducirt Das Metall ig 
eine Spur Platin, die aus dem Platinschiffchen, in dem C 
Metall gewogen wurde, stammt und keinen Fehler verure 
eine unwägbare Menge Oxyd, rein; es schliesst keinen VC 
ein. In fiinf Versuchsreihen mit 4 bis 7 g Oxyd erhalten 
im Mittel das Atomgewicht zu 55,883 (Min. 55,870, Max 
Sie halten diesen Werth 55,88 zunächst für den richtige 
früheren Arbeiten, die discutiit werden, geben meist eil 
höheren Werth; doch erhöhen die wahrscheinlichsten Feh 
Anwesenheit eines niederen Oxyds, unvollständige Redii« 
Wesenheit nicht reducirbarer Substanzen, die aus dem G 
men, den Werth des Atomgewichts. "Fl 



RiCHARPS u. Baxteb. Ladbnbü|io u. Kbüoel. 67 

A. Ladbnbubg a. C. EbOgbl. lieber das Krypton. Berl. Ber. 1900, 

212— 217t. 

Rahsay nahm an, dass das Atomgewicht des Kryptons etwa 
80 betragt, so dass das Element seinen Platz im System yor dem 
Rubidiom erhält. 

Die Verff. sammeln den Yerdampfungsrückstand von 850 Litern 
flüssiger Lufl (flfissig ca. 3 Liter) und erhalten nach dem Ent- 
fernen von Sauerstoff und Stickstoff 3,5 Liter Gas, die mit Hülfe 
von flüssiger Luft verflüssigt und fractionirt destillirt werden. Der 
Siedepunkt stieg von — 189 (Fraction 1) schnell bis — 153® (Frac- 
tioD 5). Dann blieb ein krystallinischer Rückstand, dessen Schmelz- 
punkt etwa — 147® war: fast reines Krypton (Fraction 6). Frac- 
tion 5 zeigte neben Argon bereits ein deutliches Kryptonspectrum 
und die Dichte 42,2 (Oj = 32). In dem (ausführlich mitgetheilten) 
Spectrum der letzten Fraction waren einige, aber nicht die charak- 
teristischsten Argonlinien sichtbar; die Kryptonlinien 586,9 und 
558,1 fifi waren hellleuchtend wie Wasserstofflinien. Die Dichte 
des Gases, auf Sauerstoff = 32 bezogen, wurde zu 58,81 und nach 
nochmaligem „Funken^ über Kalilauge und sonstiger Reinigung zu 
58,67 gefunden. Danach müsste das Krypton im natürlichen System 
vor dem Kupfer stehen, wie das Argon vor dem Kalium. 

Vielleicht ist das Krypton in den in der flüssigen Luft suspen- 
dirten festen Theilchen angereichert 

Die Verff. glauben, dass das Argon ein complexer Körper ist: 
Sein Siedepunkt ist nicht constant und im Spectrum treten nicht 
immer alle „Argon^linien zusammen auf. W, A, R. 



A. Ladbkbüro u. C. Krügbl. lieber das Krypton. Zweite Mit- 
theilung. Berl. Ber. 1900, 727— 728 t. 
Die Vermuthung, dass der feste Verdampfungsrückstand von 
flfissiger Luft reich an Krypton sei, hat sich nicht bestätigt. Der 
vergaste Rückstand enthält — von Kohlensäure, Stickstoff und viel 
Sauerstoff abgesehen — 1 Proc. fast reines Argon (Siedep. — 181 
bis — 174^). Das gesammte Krypton ist also in der flüssigen Luft 
gelöst Die Verff. schätzen seine Menge zu 0,00001 bis 0,00002 
Gewichtsprocenten. Nach nochmaliger fractionirter Destillation ist 
das Atomgewicht des von den Verff. gewonnenen Kryptons 59,01, 
in guter Uebereinstimmung mit den früher erhaltenen Zahlen 58,81 
nnd 58,67. Die Verff. halten also ihre Ansiebt über die Stellung 
des Kryptons im periodischen System aufrecht. W, Ä, B. 

5* 



68 



3. -Physikalische Chemie. 



W. Ramsat u. M. W. Travbrs. Argon und seine Begleiter. 

Boy. Soc. 15. Nov. 1900. üehers. ZS. f.phy8. Chem.35, 634— 637 t. < 

News 82, 257—258, 1900 t. 
Das Metargon ist ein durch Kohlenstoffverbindungen, di 
unreinem, kohlenstoffhaltigem Phosphor stammten, verunreii 
(CO und CjNa enthaltendes) Argon gewesen. — Durch Fractic 
des Verdampfungsrückstandes von flüssiger Luft wtfrden Kry 
und Xenon von einander getrennt; bei dem Siedepunkte dei 
sigen Luft hat Xenon keinen erheblichen Dampfdruck mehr 
Der aus der Luftverflüssigungsmaschine entweichende Sti< 
wurde verflüssigt und mittels Hindurchblasen von Luft d< 
leichtesten flüchtige Bestandtheil gesondert aufgefangen. H 
und Neon wurden durch Fractionirung vom Argon getrennt 
Diffusion und fractionirte Lösung in flüssigem Sauerstoff i 
Neon nicht ganz heliumfrei zu erhalten, wohl aber durch 
tionirung bei der Temperatur des siedenden Wasserstoff 
welcher das Helium gasförmig bleibt. 



Helium 


Neon 


Argon 


1,66 


1,66 


1,66 


0,1238 
1,98 


0.2345 
9,97 


0,968 
19,96 


? 

{ • 


? 

unter es«» 

abB. 


86,9^ 
155,6« 


? 
? 




40,2 m 
0,0350 




? 
? 


1,212 g 
32,92 



Krypton 



Cv 

BrechuDgsvermögen 
(Luft =1) 

Gasdichte (O = 16) . . 

Siedepunkt bei 760 mm 
(abs.) . .• 

Kritische Temperatur 
(abs.) 

Kritischer Druck .... 

Dampfdruckverhältniss . 

Gewicht von Iccm Flüssig- 
keit 

Molecularvolumen . . . 



1,66 

1,449 
40,88*) 

121,33* 

210,5« 

41,24 m 
0,0467 

2,155 g 
37.84 



Ist F V vom Druck unabhängig, so hat es (für ein ides 
bei 11,20 den Werth 17,71, bei 237,3o den Wertb 31,80( 
Wasserstoff nimmt FV mit steigendem Druck langsam s 
Stickstoff nimmt es anfangs langsam ab, dann wieder z 
Helium wächst es (für die Temperatur 11,2°) stärker 
Wasserstoff, beim Argon nimmt es anfangs stärker ab 



*) Ladenbxjbg und Kbügel (s. vorstehendes Ref.) finden 29,5. 



Bamsat u. Tbavsbb. Pebkiks. 69 

Stickstoff und erreicht, da später die Zunahme schveach ist, auch 
bei 100 Atm. Druck noch nicht den theoretischen Werth; beim 
Eiypton ist die Abnahme noch stärker, beim Xenon ist sie auf- 
fallend plötzlich. Bei 2S1^ erhält man für Stickstoff fast constante 
Werthe für FV^ für alle monatomen Gase erhält man anfangs 
gchnell abnehmende und für stärkere Drucke wieder ansteigende 
Werthe, keiner der erhaltenen Werthe ist mit der Formel PF= 22 T 
im Einklang. 

Die Spectra der Elemente werden in einer späteren Abhand- 
lung ausführlich mitgetheilt werden; Neon leuchtet Orangeroth, 
Krypton blassviolett, Xenon himmelblau. 

Bis auf das Argon ordnen sich alle Elemente bequem in das 
periodische System ein. Ihre Brechungsexponenten, Atomvolnmina, 
Schmelz- und Siedepunkte finden ungezwungen in den entsprechen- 
den Gurven Platz (die Atomrefractionen z. B. an den unteren Spitzen 
der Curyen). Aber die Eigenschaften eines der Gase sicher aus 
denjenigen der Nachbarn abzuleiten, ist nicht möglich. W, Ä. B. 



Ceasleb A. Psbkins. Experiments of J. J. Thomson on the struc- 
ture of the atom. Science (N. S.) 12, 368—370, 1900 f. 
In erhitzten oder stark verdünnten oder mit ultraviolettem 
licht oder Röntgenstrahlen behandelten Gasen sind (wie in elek- 
trolylischen Lösungen) Theile der Molekeln oder Ionen Träger und 
Vehikel der Elektricität Aber in den Gasen ist die elektrische 
Ladung pro Grammatom nicht wie in den Lösungen 10000 Couls, 
sondern man findet aus der Ablenkung der Strahlen durch den 
Magneten oder durch elektrisch geladene Platten und aus dem 
Knergieinhalt der Ionen etwa 1000 mal so grosse Zahlen. Entweder 
ist also die Ladung pro Atom 1000 mal so gross oder an die Stelle 
des Atoms tritt eine 1000 mal so kleine Grösse. Dass das letztere 
der Fall ist, bewies Thomson durch directe Messung der Ladung 
und der Zahl der Ionen in mit Röntgen-strahlen behandelter und 
jnit Wasserdampf übersättigter staubfreier Luft, in der die Ionen 
als Condensationskerne fungirten. Thomson fand, dass alle unter- 
suchten Gase trotz der Verschiedenheit der Atomgewichte Theilchen 
(^Eorposkeln^) von derselben Masse (etwa Viooo ^^^ Masse des 
Wasserstoffatoms) abgeben. Die grosse Geschwindigkeit der Ka- 
Üiodenstrahlen ist durch die kleine Masse der geladenen und fort- 
geschleuderten Theilchen leicht zu erklären. Alle Atome sind aus 
Korpuskeln derselben Art aufgebaut und sind sehr porös. Hieraus 
lässt sich erklären, dass die Kathodenstrahlen alle Gase umgekehrt 



70 3. Physikalische Chemie. 

proportional ihrer Dichte durcheüen. Das ZsBMAN'sche Phäi 
ist femer eine bedeutende Stütze der TnoMPSON'schen Anschi 

W.A 

P. Zbbhan. Experimentelle onderzoekingen over deelen ] 
dan atomen. 29 S. Amsterdam, Qcheltema u. Holkemaf. [PI] 
1, 562—565, 575—578, 1900. 

Antrittsvorlesung des Verf. In populärer Weise wird ü1 
Experimentaluntersuohungen berichtet, welche zu dem S 
fuhren , dass bei Eathodenstrahlen u. A. Theilcben die Elek 
leiten, für welche das Yerhältniss von Ladung zu Masse 1( 
so gross als bei den Ionen in Lösungen ist, dass ihre Masi 
1000 mal so klein ist 

Verf. behandelt das Thema weit ausführlicher und g( 
die allmähliche Entwickelung der Anschauungen weit mehr 
der Verf. des vorstehenden, zeitlich späteren Referates. Neuee 
er nicht bei. * W. - 

Adolf Hetdwbillbb. Ueber Gewichtsveränderungen bei 
scher und physikalischer Umsetzung. Phys. ZS. 1, 527— 52S 
Fortsetzung der Versuche von Landolt in ähnlicher V< 
anordnung. Verfasser schätzt die möglichen Fehler auf +( 
Die Gewichts Veränderung ist stets negativ, wenn sie überbau 
Fehlergrenze übersteigt. Den reagirenden Massen sind die Gn 
Veränderungen nicht proportional. Ein und dieselbe Reactic 
in neutraler Lösung ohne Gewichtsveränderung verlaufen, ir 
oder alkalischer Lösung mit deutlicher Gewichtsabnahme, z. 
Umsetzung von Eisen und Kupfersulfatlösung. Welche Neben^ 
die Gewichtsdifferenzen hervorruft, weiss der Verf. nicht z\ 
Dieselben gehen keiner Veränderung einer physikalischen Eig 
in erkennbarer Weise parallel. W. 



Stefan Mbyeb. Ueber die Additivität von Atomeigem 
Ber. d. ehem. Ges. 33, 1918—1919, 1900 t. 
Tritt bei der Bildung einer Verbindung aus den El 
Volumen contraction oder -dilatation ein, so wird sich eine 
Schaft der Verbindung, die sich ungefähr additiv aus äi 
Atome zusammensetzt und bei den Atomen mit den Atom 
zusammenhängt, in der Richtung verschieben, der das Ä 
oder Minimum der Atomvolumencurve entspricht. Einem ]S 
der Atomvolumencurve entspricht ein Maximum der Magnet 



ZBBMAI7. Hetdwbilleb. Mbtbb. Bäylet. 



71 



zahl und ein Maximam der Atomwärme, 
die Veiiiältnisse folgendermaassen : 



Bei VerbiDdungen liegen 







Summe der 












Magneti- 
sirongszalil 


Magneti- 
siruDgszah- 


Molecular- 
volumen 






Summe der 
Atom- 




1 XIO" 


len der Ele- 






volumina 




1 


mente X 10^ 










AgJ 


' —0,068 < —0,056 


42 


> 


36 


HgJ, .... 


— 0,116 < —0,110 


72 


> 


65 


PbJ, 


— 0,118 < —0,105 


75 


> 


69 


CuCl, .... 


+ 0,153 > — 0,046 


44 


< 


49 


Ca,Br,. . . . 


— 0,048 > — 0,078 


61 


< 


64 


Cu,8 .... 


— 0,023 = 


= — 0,023 


29 


= 


= 


29 





Molecular- 
wärme 


Summe der 
Atom- 
Wärmen 


Molecular- 
Volumen 


Summe der 

Atom- 
volumina 


Cu,J, .... 


26,3 > 25,2 


87 


> 66 


AgJ. 










14,3 > 12,8 


42 


> 86 


FeS,. 










15,4 < 17,6 


25 


< 39 


PbBr, 










19,4 < 21,4 


56 


< 72 


AJ.O, 










18,9 < 26,1 


26 


< 45 - 


Zn8. 










12,0 fast gleich 11,8 


24 fast 


; gleich 25 


HgS. 










12,1 fast { 


gleich 12,4 


30 


= 


= 30 



Da fast alle Oxyde unter Volumencontraction entstehen, kann 
man die Atomwärme des Sauerstoffs nicht berechnen. Aus Ver- 
bindungen, für welche das Molecularvolumen fast gleich der Summe 
der Atomvolumina ist, ergiebt sich der Mittelwerth 4,9 (Kopp 4,0). 

Das Gesetz über die Additivität der Atommagnetismen 
(6. Wisdbmann) und Atomwärmen (Joule, Kopp, Nbümann) ist 
also far Substanzen, die aus den Componenten unter Yolumen- 
veranderung entstehen, zu modificiren. W. A. R. 



Thomas Baylbt. Relations between the atomic weights and phy- 
Mcal properties of Clements. Chem. News 81, 12, 1900 t. 
Bemerkungen zu den Aufsätzen im vorigen Jahrgang der Chem* 
News. Webthbimbb's abfällige Kritik der absoluten Temperatur- 
«cala ist nicht stichhaltig. Für Gase beruht die Annahme eines 
absoluten Nullpunktes auf strengen, mathematischen Deductionen 
and die Beobachtungen von Dbwab und Flbmmino über den Wider- 



72 3. Physikalische Chemie. 

Stand von Metallen bei tiefen Temperaturen führen auf c 
Temperatur als absoluten Nullpunkt. — Ebensowenig, wi 
den Ausdehnungsooefficienten eines Gases in der Nähe seines 
punktes für andere Temperaturen als richtig annehmen kani 
man es fiir einen festen Körper in der Nähe seines Schmelz| 
Der Ausdruck Ausdehnungscoefficient x (Siedepunkt —Schmel 
könnte nur dann gleich einer Constanten für alle Elemen 
wenn man den Siedepunkt im absoluten Vacuum in Rechnui 
Dagegen gilt für mehrere Elemente, wie Zink und Cadmii 
Beziehung, dass das Yerhältniss zwischen dem Siedepunkt u 
Schmelzpunkt in absoluter Zählung eine Constante ist T 



Alfbbd Wertheimer. Relations between the atomic wei^ 
physical properties of elements. Chem. News 81, 34, 1900 i 
Replik auf die vorstehende Arbeit Der absolute IN 
ist eine theoretische Annahme. Um für zwei Elemente ( 
und H) die moleculare Bewegung (molecular activity) auf 
muss man die Temperatur etwa proportional dem Atomge^ 
niedrigen. Man kann also sagen: Absoluter Nullpunkt 
X Atomgewicht + n, wo n die Anzahl der Grade ist, um 
das eine Element in denselben molecularen Zustand brin 
wie das andere. Siedepimkte bei demselben Druck kann 
einander vergleichen. Einen Siedepunkt im absoluten Vacu 
es nicht W, 

NoBL Dbbbb. Relations between the atomic weights and 
properties of elements. Chem. News 81, 59, 1900 t. 
Verf. bemerkt zu der Arbeit von Batlbt mit gleich 
in welcher absoluter Schmelzpunkt X AusdehnungscoefB 
Celsiusgrad = consi gesetzt wird, dass er im Jabre 18 
eine ähnliche Beziehung, allerdings nur für Elemente 
Gruppe des periodischen Systems, aufgestellt hat und äbn 
in umfassenderer Weise, Pigtbt. T^ 



W. Müller - Erzbaoh. Versuche über die Wirkungsari 
Wirkungsweite einer Molecularkraft Wien. Ber. 109 [i 
1900 t. 

Forts. V. Wied. Ann. 67, 899—900, 1899, s. diese B 
649—650, 1899/1900. 0,03 mm starkes Seidenpapier läset 
kohlenstoffdampf nur hindurch (in die freie Lufl) difTundi 
die Luft etwa zu 80 Proc. mit Wasserdampf gesättigt is 



Webtheimbb. Dberb. Mülleb-Ebzbäch. Bichabds. 73 

der anderen Seite des Seidenpapieres ein Körper, welcher den 
Schwefelkohlenstoff aufnimmt (Siegellack, Harz, Gummi elasticum, 
weniger gut Wachs), so steigt die Durchlassfähigkeit des Papieres 
Btark an. Der durch freie Diffusion eindringende Schwefelkohlen- 
stoff wird, wenn er auf den Anziehungskörper trifft, von demselben 
lebhaft erregt. Diese moleculare Einwirkung, deren Träger der 
Schwefelkohlenstoff selbst ist, verursacht ein stärkeres Einströmen 
des Gases, deren Grösse von dem Anziehungskörper abhängt Diese 
moleculare Anregung der bedeckten Körper auf den Schwefelkohlen- 
stoff findet bis auf eine Entfernung von mindestens 0,066 mm statt 

W. A. B. 

Th. W. Richabds. The driving energy of physico-chemical reaction, 

and its temperature-coefficient The Joum. Phys. Chem. 4, 383 — 393, 

1900. Proc Amer. Aoad. 35, 471—480, 1900 t. 

Man kann den Verlauf einer physikalisch-chemischen Reaction 

besser übersehen, wenn man das Hauptaugenmerk auf die Druckver- 

ändemngen richtet, als wenn man von der Betrachtung der Concen- 

trationen, Volumina oder Entropien ausgeht Seien Wi ni etc. die 

Anzahl der reagirenden Molekeln, n^ fh etc. die Anzahl der bei der 

Reaction entstehenden Molekeln, pi . . . ps die entsprechenden Drucke, 

Q die bei der Reaction absorbirte Wärmemenge, Pi der Gesammt- 

dnick zu Anfang, Ps derselbe am Ende der Reaction; es sei femer 

j^' = („i + «i + ...)^^- 

Dann gilt ganz allgemein 






,~ log n -, — _ o 



Dieser Ausdruck, die „Reactionsmetatherme", drückt den Tempe- 
ratnrcoefficienten des Gleichgewichtsverhältnisses in einer idealen 
physikalisch-chemischen Reaction in seiner Abhängigkeit vom Druck 
aas. Er ist z. B. der mathematische Ausdruck des Theorems von 
Maüpsbtüis oder le Chatelibr. 
Den Ausdruck 

log n ^' ^\ = K 

kann man die Reactionstendenz nennen; die Grösse K setzt sich aus 
lauter Einzelgrössen für jede einzelne Substanz zusammen; diese 
individuellen Reactionstendenzen seien Ign^i ••• Ig^'il die Grössen e 
stellen die „physico- chemischen Potentiale" der einzelnen Körper 
dar, die bei constanter Temperatur constant sind. Es ist 



74 3. PbyBikaliflche Chemie. 

log n ^^^-^^fi = log n -^--, 

JP?P2** ... jer»i/i"i ... 

und niZö^nCPi^i) + nilogn(piSf[) + ... — fh^ogn{p%ei) 
— ni Z^n (i^Ui) — • • • = 0. 
Die Rolle, welche eine Substanz in einer Reaction spielt, kan 
dargestellt werden als der Logarithmus des Productes ans 
Constanten physikalisch - chemischen Potential und dem vai 
jeweiligen Partialdruck. 

Verf. behandelt einige einfache Reactionen (Verdampfung 
Flüssigkeit, Verdampfung von Erystallwasser aus einem Salz 
dampfung und Dissociation von Schwefelamm on) nach diesem F 

Ist Druck oder Volum constant, so vereinfacht sich ^ 
geführte Gleichung wesentlich (Reactions- Isobare oder -Isoi 
doch fuhrt man bei constantem Volumen bequemer die 
Centrationen der reagirenden Substanzen (van't Hoff) als 
Druck in die Gleichung ein. W. j 



Paul Saubbl. Sur l'equilibre des syst^mes chimiques. Th^ae 
Tours. Impr. Deslisle Fr^rea, 1900. 
Verf. will einige bekannte thermodynamische Sätze (vo 

PBYBON, GiBBS, KoNOWALOW, LB ChATBLIBB, VAn't HoFF 

einfacher ableiten, als man es bisher gethan hat — Bi^ 
Systeme können unter gewissen Gleichgewichtsbedingung 
Eigenschaften der nnivarianten Systeme besitzen, nämlich 
sogen, „indifferenten Punkt" (Dühem). Verf. führt aus 
welchen Bedingungen auch ein polyvariantes System einen 
indifferenten Punkt haben kann. Die mathematischen Ded\ 
lassen sich nicht kurz wiedergeben. W. 



A. PoNSOT. Reactions chimiques produites dans une Solution; 
de vapeur du dissolvant C. E. 130, 782 — 785, 1900 f. 
Verf. führt in einem homogenen System, bestehend a 
Lösung, in der sich chemische Reactionen abspielen, ui 
Lösungsmittel, das an diesen Reactionen nicht tbeilnim 
constanter Temperatur einen Kreisprocess durch. Er wei 
dass das chemische Gleichgewicht von der Verdünnung 
Natur des Lösungsmittels unabhängig ist und dass bei j< 
selbst verlaufenden chemischen Reaction der Dampfdruck des '. 
mittels wächst; derselbe ist bei chemischem Gleichgewicht ein ]V3 
Das Gleiche gilt für ein heterogenes System, in dem einige R 



Saubbl. Ponsot. 76 

produote aus der Lösung ausscheiden. Nimmt das Lösungsmittel 
an der Reaotion theil, so vermindert sich sein Dampfdruck, wenn 
seine Menge durch die Reaction abnimmt, und umgekehrt 

Verf. fasst selbst seine Resultate folgendermaassen zusammen: 
Wenn chemische Reactionen, welche bei constantem Druck und 
coDStanter Temperatur zwischen aufgelösten oder gemengten Körpern 
von selbst verlaufen und zu einem Gleichgewicht fähren (spontan^es 
et limitees), ein homogenes oder heterogenes System verändern, so 
wird der Dampfdruck des Lösungsmittels, wenn dasselbe an der 
Reaction nicht theilnimmt, bis zu einem Maximum wachsen; der 
Dampfdruck eines der reagirenden Körper wird, wenn er bei der 
Reaction entsteht, bis zu> einem Maximum wachsen, der Dampfdruck 
jedes bei der Reaction verbrauchten Körpers nimmt ab. TT. Ä. R. 



A. PoNSOT. Reactions chimiques limitdes dans les syst^mes homo- 
genes. Loi des modules. C. B. 130, 829-— 832, 1900 f. 
Ein homogenes Gasgemenge bestehe aus Substanzen, zwischen 
welchen sich eine Reaction abspielt, und aus solchen, welche an 
der Reaction nicht theilnehmen; dann ist das Gleichgewicht unab- 
hängig vom Druck, von der Gegenwart und der Natur der inactiven 
Substanzen. Stellt sich das Gleichgewicht unter constantem Druck 
her, 80 ist das Volumen ein Minimum; bleibt das Volumen constant, 
80 ist der Druck ein Minimum. Diese Sätze lassen sich ebenfalls 
für em homogenes, füssiges Gemenge ableiten. Für den Doppel- 
omsatz zweier Salze in wässeriger Lösung ist durch Nicol nach- 
gewiesen, dass bei Eintritt des Gleichgewichtsznstandes das Volumen 
ein Minimum ist. 

Ersetzt man in einem Salz ein Radical (Ion) durch ein anderes, 
80 ändert sich der Coefficient, der die Volumenzunahme der Lösung 
pro Aequivalent Salz angiebt, um die gleiche Grösse, ganz unab- 
hängig von der Art des nicht substistuirten Radicals (Ions), z. B. 

dV dV _ dV dV 

ÖKNO3 8KCl~ 8NH4NOi 8NH4Cr 

Das Gleiche gilt natürlich für die Dichte der Lösung. Jedes Radical 
ist durch einen Cogfficienten charakterisirt; wir kennen nur die 
Differenzen der einzelnen Coefficienten , nach Valson auf Chlor 
resp. Ammonium bezogen (Moduln der Dichte). Jedes Radical hat 
. auch (für eine bestimmte Menge Lösungsmittel) einen eigenen Modul 
der Dampfspannung, des osmotischen Druckes, der Gefrierpunkts- 
emiedrigung, der Siedepunktserhöhung. Hier kann man die Moduln 



76 3. PhyBikalische Chemie. 

selbst bestimmen, nicht nur die Differenzen. Der Com 
coefEcient ändeit sich bei einer elementaren Gleicbgewic 
Man kann also auch von Compressibilitätsmodnln sprecl: 
allerdings bis jetzt noch nicht bestimmen kann. Bei 
Gleichgewicht in einer Lösang ist die capillare St 
Minimaro; es ergiebt sich daraus die Existenz von 
modaln. 

^PoNsoT. Snr la chaleur sp^cißque mol^culaire des com] 
dissociables. C. R. 131, 990—992, I900t. 

Eine gasförmige Verbindung a möge bei der Tem 
das Gemisch der Componenten m zerfallen, wobei pro \ 
a die Wärmemenge L absorbirt wird. Cm und Ca seic 
fischen Wärmen bei constantem Druck, der sehr klein a 
wird. Der Verf. leitet für eine andere Temperatur r die G 

Also rauss Cm — Ca positiv oder Null sein. Das Glei^ 
den Fall, dass die Dissociation bei constantem Volum vc 
In diesem Falle kann Cm — C«, vorausgesetzt, dass ei 
um endothermische Verbindungen unterhalb ihrer Bildung 
handelt, auch Null werden. 



Bbrthelot. Diagnose des sursaturations gazeuses d'ordi 
et d'ordre chimique. C. R. 131, 637—646, 1900 f. 
Lösungen, welche in Folge eines rein physikalischen 
(z. B. Ueberhitzung eines Eincomponenten-Systems o< 
Sättigung eines complicirteren Systems) und Lösungen, 
Grund einer chemischen Dissociation oder eines coi 
chemischen Vorganges Gas (oder Dampf) abgeben, k 
selben Erscheinungen der XJebersättigung zeigen. Je ni 
Temperatur und die Concentration ist, desto leichter trit 
Fällen Uebersättigung auf. In beiden Fällen wird 
Sättigung durch dieselben Mittel aufgehoben. Kann 
chemischen Umsetzungen das instabile Zwischcnproduct 
Zerfall Gas abgiebt, nicht isoliren, so kann man oft 
scheiden, ob ein physikalischer oder chemischer Vorgan 
entwickelung verursacht. Dann geben thermochemisc 
suchungen Aufschluss. Bei physikalischer Uebersättigui 
Augenblick der Gas- oder Dampfentwickelung stets eine . 



PONSOT, BeBTHELOT. WEaSCHBIDER. 77 

der Ixtenng ein. Bei der Dissociation exothermischer Verbindangen, 
z. R von Kupfer- oder Zinkcarbonat, ist zwar dasselbe der Fall; 
doch kann man durch Arbeiten in verschiedenen Concentrationen 
die Entwickelungs- und die Dissociationswärme getrennt erhalten. 
Bei Gasentwickelungen aus endotbermischen Verbindungen tritt stets 
Temperaturerhöhung auf. Verf. verfolgt den Zei-fall einer Wasser- 
stoffsaperoxydlösung und die Umsetzung von Wasserstoffsuperoxyd 
mit Kaliumpermanganat thermometrisch. In beiden Fällen kann 
die „chemische Uebersättigung" durch Einbringen von Platinraohr 
in die Lösung aufgehoben werden. Hat man die beiden reagiren- 
den Lösungen vorsichtig gemischt, ohne dass Gasentwickelung ein- 
tritt, so beobachtet man nach dem Einwerfen des Platins eine der 
Gasentwickelnng parallel laufende Temperaturerhöhung unter Be- 
nutzung einer gleichen Flüssigkeitsmenge, welche schon reagirt 
hat, als Vergleichsobject Der aus der Umsetzung resultirende 
Sauerstoff ist also nicht physikalisch gelöst, sondern chemisch in 
Gestalt einer endotbermischen Verbindung, wahrscheinlich Hg O3, 
gebunden und es handelt sich um eine chemische Uebersättigung. 

W, Ä. R, 

RuB. Wbosckeideb. Ueber die allgemeinste Form der Gesetze 
der chemischen Kinetik homogener Systeme. Wien. Ber. 109 
[2a], 699—792, 1900. ZS. f. phys. Chem. 35, 513—587, 1900 t. 

Entstehen bei neben einander verlaufenden Reactionen von 
den Molekel- oder Ionenartenilfi,ilf2 etc. nj, n^ etc. bezw. Oj, o^ etc. 
Individuen und verschwinden dabei a^, Oj etc. bezw. ßi^ ß^ etc. 
Individuen, so sind die zur Zeit t eingetretenen Abnahmen der 
Concentrationen für die Molekelarten Mi bezw. M^ ^i = (n^, O]) 
^ + {(h — ßi)y+"- bezw. ^2=(rh — cCi)x + {0i — ß^)y + .>>, 
wo X bezw. y den während der Zeit t eingetretenen Concentrations- 
xnwachs des bei der ersten bezw. zweiten Reaction (wi M^ + 

»j Jf, -}-... ► a^Mi + Oq ilfs H ) entstehenden Complexes 

bedeutet Und die allgemeine Form der Geschwindigkeits- 
gleichungen lautet, wenniCi, K^ etc. die GeschwindigkeitscoefBcienten 
der einzelnen Reactionen und ^i, A^ die Anfangsconcentrationen 
der Molekelarten Jfi, M2 etc. sind : 

^=ir,(^,-S,)".(^,-l,)-.... 



78 S. Physikalische Chemie. 

Diese Gleichung gilt für constantes Volumen u 
alle Nebenwirkungen, kataly tischen Wirkungen. Sie 
ausführlich discutirt; z. B. unter welchen Umständen die G 
keiten zweier neben einander verlaufender Reactionei 
Mengenänderungen zweier Stoffe in einem von der Zeit ux 
Verhältnisse stehen, oder wann die Concentration ei 
welcher bei einer Reaction entsteht, bei einer nebenh« 
aber verbraucht wird, constant bleibt Aendert sich b 
actioA das Volumen, wie es bei Gasreactionen oft der 
compliciren sich die Formeln sehr. Bodenstein hatt 
Arbeit über die Geschwindigkeit der Knallgasvereinigu 
stantem Druck (ZS. f. phys. Ch. 29, 665 ff., 1899) di 
Formeln für constantes Volumen angewendet Verf. 
die Uebereinstimmung der Constanten unter sich < 
fuhrung seiner complicirteren Formeln besser wird, wer 
zahlreichen Störungen den einfachen Reactionsverlauf i 
stark verdecken. 

O. BouDOUARD. Lois numdriques des equilibres chimi 

130, 132—134, 1900. Bull. boc. chim. 23, 137—141, 1900 f. 

Verf. leitet die Lb CHATSLiEB'sche Gleichung fu 
mische Gleichgewicht in gasförmigen Systemen bei je<3 
ratur ab. Möge die Umsetzung zwischen vier Gasen 
Schema A -\- B "^^ C -\- D ausgedrückt sein; n und i 
von Ä und J9, n^ und n[ von C und 2) mögen vorbände 
Concentrationen der vier Gase seien enteprechend c, c', 
(n + n') — (»1 — ni) sei = ]\\ P der Druck, T die abs 
peratur, L die Reactionswänne bei der Umsetzung Ä-^-B 
Dann ist 

500 \L + Nlog P + log-^!^ = const. 

Verf. hat früher die Concentrationen der Gase be 
Setzung COa :^ C + 2C0 bei 650, 800 und 925« 
und benutzt die Zahlenwerthe, um die Constante zu her 
findet —21,4, —22,2 und —20,6; im Mittel —21,4. 
dieser Constanten berechnet der Verf. die Concentration d 
oxyds und der Kohlensäure in dem System, Kohlenstoff, 
Dioxyd zwischen 450 und 1050^ Bei 450'^ bestehen noc 
des Gases aus Kohlensäure, bei 650 61, bei 750 24, 1 
bei 950 1,5 und bei 1050« 0,4 Proc. 1 



BoüDOüABD. Martin. Mabchis. 79 

Oboffbbt Mabtin. Physical equilibrium of molecalar Systems. 
Chem. News 81, 34—35, 1900 f. 
Verf. bespricht chemische Verbindungen, die zwei ^Stabili- 
tätscentren^ haben, z. B. Ozon, das bei 160® dissocürt, aber beim 
Schmelzpunkt des Platins wieder beständig ist (Dbwab) oder Si- 
liciumhexachlorid (SIq Cle), das unter 350 und über 1000® existirt 
Verf. versucht den Vorgang kinetisch zu erklären. Sind die Atome 
im Molecül durch gleiche Periodicität der Schwingungen, nicht 
durch Attraction zusammengehalten, so kann durch Temperatur- 
erhöhung den verschiedenen Atomen eine verschiedene Geschwindig- 
keitserhöhung mitgetheilt werden, so dass das Gleichgewicht gestört 
wird- Bei noch höherer Temperatur kann dann wieder eine Har- 
monie in den Schwingungsperioden existiren und somit ein stabiler 
Gleichgewichtszustand. W, Ä. B. 

GxoFFBET Mabtin. Physical equilibrium of molecular Systems. 
Chem. News 81, 59, 1900 \. 
Dass das Siliciumhexachlorid (Sif Cle) zwischen 350 und 800® 
nicht existenzfähig ist, könnte seine Ursache in einer Verunreini- 
gung haben, die in diesem Temperaturintervall mit dem Hexa- 
chlorid reagirt, oberhalb 800® aber nicht beständig ist. Die Ver- 
suche müssten nochmals mit ganz reinem Material angestellt 
werden. W. A. B. 

L Mabchis. Sur les faux equilibres chimiques. Joum. de phyB.(3) 

9, 326—339, 1900 f. 

Elementare Auseinandersetzung der Theorie von Duhbm. 
Aus einem System Ä mag unter Wärraeentwickelung (durch Ver- 
bbdung, Zersetzung oder doppelte Umsetzung) ein anderes System 
B entstehen: A —^ B, Ist M die grösstmögliche Menge, welche 
Ton B in dem System entstehen kann, m die zur Zeit vorhandene 

Menge, so kann der Quotient a = -— zwischen und 1 variiren. 

Zu jeder Temperatur giebt es nur einen Grenzwerth von «; die 
Grenzwerthe von a nehmen mit steigender Temperatur stetig ab. 
In dem Diagramm mit den Coordinaten a (Ordinate) und Tem- 
peratur (Abscisse) liegt links und unter der Grenzcurve das Gebiet 
der exotherm! sehen, rechts und über der Grenzcurve das der endo- 
thermischen Reaction. Der Gleichgewichtszustand ist die gemein- 
ttme Grenze der beiden entgegengesetzt gerichteten Reaction en. 
Repräsentirt das Schema A — ► B eine Verbindung, so folgt, dass 



80 3. Physikalische Chemie. 

das exothermische Product B bei steigender Tempc 
weiter dissociiren muss (Hj O, SOj, CO», HCl eto,). 
sich um eine exothermische Zersetzung, so muss die 
in immer grösseren Mengen vorhanden sein, wenn die 
steigt (Aga O, Hj Se, Ru O4). Für den SelenwasserstofT '. 
die Gleichgewichtscurve constmirt, von dem Syste: 
und von dem Product HaSe ausgehend. Beide 
zwischen 350 und 660^ identisch. Er hat die Gleicli 
Curven aufgestellt und aus ihrem Verlauf die Bildung 
Selen Wasserstoffes bei 280« berechnet. (17300 cal. ; 
während experimentell 18000 cal. gefunden wurden.) 
Bei niedrigen Temperaturen stimmen indessen die 
beobachteten Erscheinungen mit der von der The 
geforderten oft nicht überein. In dem System 2 H2 + 
(Dampf) sollte bei steigender Temperatur immer w< 
Dissociation eintreten; statt dessen beobachtet man 
Explosionserscheinungen auftretende Bildung von \^ 
Unterhalb einer bestimmten Temperatur kann man 
gewichtscurve nicht realisiren, sondern sie theilt si 
Aeste, welche bei verschiedenen Temperaturen di< 
a = o und a = 1 erreichen. Es sind die Grenzourven 
Gleichgewichte. Das Gebiet der falschen Gleichgei? 
zwischen ihnen eingeschlossen. Die durch die Punkte 
Curven dargestellten Gleichgewichtszustände sind nicht 
same Grenze zwischen zwei entgegengesetzt gerichteten 
Unterhalb ist entweder nur eine Reaction möglich, 
beide möglich sind, fuhren sie nicht zu demselben Glei 
zustande. Oberhalb entsprechen die thatsächlichen '' 
den Forderungen der Thermodynamik. In dem i 
+ Se ^ Ha Se liegt bei 350^ in dem System Ag + HC 
+ H bei 400®. Häufig compliciren sich die Verhältnis^ 
durch, dass die wahre Gleichgewichtscurve oberhalb 
gewisses Temperaturintervall (bis 0') fast horizontal v< 
fast mit der Abscisse a = 1 zusammenfällt Dann < 
nur eine Grenzcurve für die falschen Gleichgewichte. 
System Ha + S :^ Ha S (Pälabon) findet unterhalb 21i 
punkt der Abscissenaxe und der Curve für falsches QU 
= Reactionspunkt) gar keine Reaction statt, von 215 b 
nur die Reaction Ha + S — > Ha S, die bei 360» zu der 
Existenz von HaS fuhrt Von 360^ an hat man es r 
Gleichgewichten zu thun ; die umgekehrte Reaction Hj S - 



Heyn. 81 

wird aber erst von 430^ an (Ö') merklich, und man erhält bei 
steigender Temperatur die charakteristische, absinkende Gleichgewichts- 
carve. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei ezothermischen Zer- 
setzungen (Ozon, Silicinmtrichlorid, SisCle); es giebt zwei ge- 
trennte Temperaturgebiete, in denen die Körper mit ihren Zer- 
setzungsproducten zusammen existiren können. Für manche Stoffe 
(H9SO4 + NaOH etc.; Raoult Pictbt) liegen die Gebiete der 
falschen Gleichgewichte und der Reactionsunfähigkeit sehr tief 
(ca. — 100^), für andere Systeme, wie N2 + 3 H2, reicht das Gebiet 
der falschen Gleichgewichte bis in die höchsten Temperaturen 
hinauf Der fteactionspunkt liegt für dieses Gasgemisch erst 
bei der Temperatur der elektrischen Funken. In vielen Systemen, 
X. B. in dem System Sauerstoff* + gesättigter Phosphordampf, 
hängt der Reactionspunkt von dem Partialdruck des Sauerstoffes ab. 

W. Ä. R. 

£. Hbtk. Die Theorie der Eisenkohlenstofflegirungen nach 
OSMOKD und RoBBBTS-AüSTEN. StaM und Eisen. 20, 625—630, 
1900. [Chem. Centralbl. 1900, 2, 163— 164 t. 
Lässt man zwei gleich grosse Cylinder von Platin und der zu 
untersuchenden Legirung unter denselben Bedingungen erkalten 
und schaltet die beiden Therraoströmungen gegen einander, so 
kann man aus den Beobachtungen der Zeit und der Ausschläge des 
Pyrogalvanometers Unregelmässigkeiten in dem Frkalten der Le- 
girung auffinden. Robebts-Aüstbn lässt einen von dem Spiegel 
des Galvanometers reflectirten Lichtstrahl auf eine gleichmässig 
schnell abgerollte photographische Platte treffen und erhält so die 
Beobachtungen automatisch. Es sind viele Eisenkohlenstofflegirungen 
auf diese Weise untersucht und ihre Erstarrungscurven gezeichnet 
worden. 

Bis zu einem Gehalt von 4,3 Proc. Kohlenstoff sinkt der Er- 
suirrnngspunkt regelmässig mit steigendem C-Gehalt; von 1,2 Proc. 
an existirt eine zweite Curve, die bei constanter Temperatur (1130^) 
bis zu einem Gehalt von 4,3 Proc. verläuft und hier mit der ersten 
Cnrve zusammenstösst. Legirungen mit mehr als 4,3 Proc. Kohlen- 
stoff haben ebenfalls zwei Erstarrungscurven. Bei 1130^ erstarrt 
ein Gemenge von Graphit und Eisen, das 1,2 Proc. C in fester 
Lösung hält Eisenreichere Legirungen scheiden erst einen Theil 
des Eisens (feste Lösung von (bis 1,2 Proc) Kohlenstoff im Eisen) 
ab, kohlenstoffreichere Legirungen lassen Graphit auskrystallisiren, 
der als Garschaum aufsteigt. 

FortKhr. d. Phy«. LVL 1. Abth. Q 



82 3. Physikalische Chemie. 

Wahrscheinlich existiren noch mehr Erfitarrungsci 
für folgendes Gemenge: feste Lösung + Carbid (Cem 
feste Lösung zei*fällt bei weiterem Abkühlen in Carbid 
und die eutektische Mischung von Ferrit und Carl 
Solchen Umwandlungen entsprechen die Haltepunkte 
kaltungscurve. Es giebt deren mehrere. 

Man unterscheidet am besten 3 allotrope Eisenmo 
die Oft-, ß- und y-Form. Die a-Form ist der Ferrit, 
wenn sie Kohlenstoff in fester Lösung enthält, der Mar 
Ferrit existirt bei gewöhnlichen Temperaturen. Die y- 
in die /3-Form bei 900<* über, wenn das Eisen fast TOhlen 
Grösserer Kohlenstoffgehalt verzögert die XTmwandlun| 
mit 0,8 Proc. Kohlenstoff geht z. B. aus Martensit (fe 
von Kohlenstoff in der y-Form) direct in ein Gemic 
Oft-Form und Carbid über (Ferrit + Cementit = Perlil 
das Eisen weniger als 0,35 Proc. Kohlenstoff, so ist c 
existenzfähig, in höheren Temperaturen neben der y 
tieferen neben der a-Form. Man beobachtet bei diesen '. 
drei Haltepunkte im Erkalten: 1) beim Auftreten de 
2) beim Auftreten der a-Form, 3) beim Verschwinden d 
zwischen dem zweiten und dritten Haltepunkte existire 
3 Modificationen neben einander. 1 



Sir W. RoBBBTS-AusTBN und A. Stansfibld. La const 
alliages metalliques. Eapp. du congr. int. de phys. 1, 362- 

Die Verff. behandeln auf Grund der Theorie der 
und der von Robbbts- Austbn, Heycook und Nevill: 
Wbight u. A. gelieferten Experimentaldaten die beid 
fragen: welche verschiedenen Gruppen der Componenten 
feste Legirung auf und wie sind diese Gruppen in der 
vertheilt; ferner, unter welchen Bedingungen scheiden sie 
Festwerden und auch beim nachfolgenden Erkalten der 
aus? 

Mikroskopische Untersuchung der Structur und A 
von Unregelmässigkeiten in der Abkühlungsgeschwindi| 
die hauptsächlich angewendeten Methoden. Die eingehei 
matik der festen und flüssigen Legirungen kann nur 2 
werden, da sich die Verff. stets auf die Temperatur-Z 
Setzungsdiagramme beziehen. Je nach der Zahl der el 
Componenten, nach dem Grade der gegenseitigen Löslicl 
Existenz oder Nichtexistenz von chemischen Verbindungen i 



BoBBBTS-AusTEN u. Stansfield. Cabnot u. Gontal. Coehn. 83 

Dissociation können die Verhältnisse sehr verschieden sein. Ein 
principieller Unterschied zwischen flüssigen und testen Legirungen 
besteht nicht. Wo ein theoretisch möglicher Fall an Legirungen 
noch nicht beobachtet worden ist oder durch Complicationen unüber- 
sichtlich wird, ziehen die Yerff. zur Ergänzung Beobachtungen an 
Salzgemischen (Roozbboom etc.) heran. W. Ä. B. 



Cabhot und Gontal. Constitution chimique des aciers; influence 
de la trempe sur P^tat de combinaison des ^l^ments autres que 
le carbon. C. R. 131, 92—96, I900t. 
In nicht gehäitetem, manganhaltigem Stahl ist der Schwefel 
vorzugsweise an das Mangan gebunden; durch das Härten wird 
hierin nichts geändert Der Phosphor ist in gehärtetem und nicht 
gehärtetem Stahl als Eisenphosphür (FesP) anwesend, auch wenn 
der Stahl Mangan enthält Als Lösungsmittel benutzen die Yerfl^. 
eine vollkommen neutrale Lösung von Eupferkaliumchlorid; dieselbe 
greift das FeS nicht an, trotzdem findet man nach dem Härten 
keinen an Eisen gebundenen Schwefel im ungelösten Rückstande. 
Das Arsen ist in nicht gehärtetem Stahl in elementarem Zustande 
anwesend, nach dem Härten aber zum Theil als Eisenarsenvorbindung, 
wahrscheinlich von der Formel Fe2A8. Das Arsen ähnelt also in 
seinen verschiedenen Bindungsformen in gehärtetem und ungehärtetem 
Stahl mehr dem Kohlenstoff als seinem nächsten Verwandten, dem 
Phosphor. Kupfer ist in beiden Stahlsorten in elementarem Zu- 
stande vorhanden. Die Verff. lösen den Stahl in einem Gemisch 
von Salmiak und Wasserstoffsuperoxyd, welches das Eisen oxydirt, 
das Kupfer nicht Möglicherweise ist auch eine Kupfer -Eisen- 
legimng spurenweise in dem gehärteten Stahl vorhanden. 

lieber die Bindungsform des Nickels lässt sich nichts Bestimmtes 
aussagen, da sich Eisen und Nickel schlecht trennen lassen. Nickel- 
carbid wurde nie beobachtet. W, A, B. 



Alfred Cobhn. Ueber Ammoniumamalgam. ZS. f. anorgan. Chem. 

25, 430—435, 1900 t. 

Versuche von Landolt, die metallische Natur des Ammoniums 
durch die reducirenden Eigenschaften des Ammoniumamalgams 
nachza weisen , waren ergebnisslos. Aber durch die Messung der 
Polarisation beim Elektrolysiren von Ammonsalzen mit einer Queck- 
silberkathode bewies Leblano das Vorhandensein eines den Alkali- 
metollen analogen Körpers im Quecksilber. Der Potentialabfall 



84 3. Physikalische Ohemie. 

nach Stromöffnang war aber viel rascher als beim I 
Natrium. Dies und das starke Gasen des Amalgams 
der Annahme, dass sein Reduetionsvermögen nur durch b< 
Zersetzlichkeit nicht zur Wirkung kommt. 

Beim Elektrolysiren von Alkalisalzlösungen mit ei 
Silberkathode beobachtet man einen der Wasserstoffenti 
sprechenden Zersetzungspunkt bei 1,52 Volt, und ein< 
Natur des Metalls abhängigen tiefer liegenden. Verf 
dass dieser Punkt für Ammonium bei 1,24 Volt liegt, all 
Analogie mit den anderen Alkalimetallen. Bei gewöhnlic 
ratur ergab ganz frisch dargestelltes Amalgam in Kupfen 
gegen eine Platinplatte kurz geschlossen, wie bei den 
von Landolt, keinerlei Reductionswirkung, wohl aber h 
dieser tieferen Temperatur, bei der sich das Amalgam i 
zersetzt, lassen sich sogar Cadmium- und Zinksalze, 
Wasserstoff nicht mehr reducirbar sind, zersetzen. 



Johann Sohübger. Ueber das Calciumamalgam. ZS. 
Chem. 25, 426—429, 1900 f. 
Verf. stellt Calciumamalgam durch Zusammenschr 
Componenten (1 Ca zu 20 Hg) dar. Das in rhombiscl 
krystallisirende Product entspricht der Formel CaHgs. 
sich als Reductionsmittel dem Natriumamalgam analog, Z( 
an feuchter Luft schnell, an trockener langsamer. Beii 
zersetzt es Ammoniakgas, Stickoxydul und Phosphorwass 
liefert Calciumhydrid und -nitrid bezw. reines Oxyd b< 
phorcalcium und Quecksilberphosphid. 1 



Gustav Platnbb. Die Mechanik der Atome. Elektrocl 
236—242, 266—267, 1900. [Chem. Centralbl. 1900, 1, 899 f. 
Das Referat von Bodländer im Centralblatt lautet 
setze von Dülono und Pbtit und von Kopp-Neümann 
Verf. auf Grund bestimmter Annahmen über die Attr 
Atome und Molecüle abzuleiten. Bei chemischen Reactione 
Gasen und Flüssigkeiten entspricht der Entbindung de 
eine Abnahme der specifischen Wärme. Die Theorie de 
ly tischen Dissociation steht nach der Ansicht des Verf. 
Gesetz von der Erhaltung der Energie im Widerspruch. 



P. Th. MüLLBR. La methode des volumes moldculaires. 
chim. (3) 23, 325, 1900 t. 



SCHÜBOEB. PlATNBB. MüLLEB. SüTHBBLAND. 85 

Das Molecularvolumen eines flüssigen Körpers ist F = — 

= f + C, wo ö, das Go Volumen, nach J. Teaubb eine Constante 
für alle Körper und s eine algebraische Summe aus positiven 
Ooefficienten fiir die Atome und negativen Coefficienten für mehr- 
fache Bindungen und Kernbildungen ist. Der Associationscoefßcient a 

ist gleich — , die so nach Angabe von Dütoit und Fbiedbigh 

berechneten Zahlen für Nitrile und Ketone stimmen mit den von 
Rahsay und Shields auf anderem Wege gefundenen überein. Für s 
setzt Verf. dieselben Constanten ein wie Teaubb, nur für Stickstoff 
einen etwas abweichenden Werth, nämlich 7. Verf. berechnet mit 
Hülfe der Zahlen von Ramsay die relative Zahl der associirten 
Wassermolekeln zwischen und 140^ und die Associations wärme 
der Doppelmolekeln. Die fär die Dissociation dieser Doppelmolekeln 
verwendete Wärmemenge nimmt mit steigender Temperatur zu, 
also steigt die specifische Wärme des Wassers. Das Minimum bei 
60^ lässt sich vielleicht auch aus dem Dissociationsvorgang erklären. 

W, Ä. E, 

William Süthbeland. The molecular Constitution of water. Phil. 

Mag. (5) 50, 460—489, 1900 f. 

Verf. geht von dem Gedanken Röntgen's aus, dass sich alle 
abnormen Eigenschaften des Wassers durch die Annahme erklären 
lassen, dass das „Wasser^ eine Lösung von Eismolekeln in einer 
anderen Art Wasser wäre. Der Verf. fuhrt den Gedanken quantitativ 
durch; er nimmt an, dass dem Wasserdampf die einfache Formel 
HjO (Hydrol), dem Eis die dreifache (Trihydrol) zukommt, und 
dass das flüssige Wasser ein Gemisch von Tri- und Dihydrol ist 
Durch sehr eingehende Discussion aller physikalischen Daten des 
Wassers (Dichte, Brechungsindex, Compressibilität, Oberflächen- 
spannung, Schmelz-, Verdampfungs- und specifische Warme, Vis- 
cosität, Dielektricitätsconstante) , die sich nicht kurz wiedergeben 
llsst, und auf Grund von Analogieschlüssen kommt Verf. etwa zu 
folgenden Resultaten. Bei der kritischen Temperatur besteht das 
flüssige Wasser nur aus Doppelmolekeln, die latente Schmelzwärme 
ist grösstentheils Dissociationswärme [2(H2 0)s — *- 3(HaO)2], theils 
Losnngswärme von Trihydrol in Dihydrol. In der latenten Ver- 
dampfnngs^^rme steckt ebenfalls die Dissociatio\iswärme von Tri- 
nnd Dihydrol in Monohydrol; desgleichen ist die specifische Wärme 
eine complexe Grösse. Die in den folgenden Tabellen mitgethejlten 



86 



3. Physikalisclie Chemie. 



Constanten sind nnter der Annahme berechnet, dass bei 
von Tri- und Dihydrol keine Contraction eintritt und die 
sich einfach addiren. Die Dichte des flüssigen Trihyd 
ans der festen (d. h. des Eises) durch Multiplication m 
rechnet, dem durchschnittlichen Yerhältniss der Dichtei 
Stoffe in flüssigem und festem Zustande. Aehnlich wurd 
dehnungscoefficient des flüssigen Trihydrols gefunden: 

Temperatur Eis Wasser 0<> 20® 40* 60® 80® 100® 
Proc. Trihydrol 100 37,5 32,1 28,4 25,5 23,4 21,7 



QQ 



PS § s 

'S '^ 

jv o 

TS O 



n*— 1 1 



n*+2 d 
bei 0® 



Oompressibilität 
-pro Atmosphäre 

bei 0® I bei 100* 



v s 



Dihydrol 
Trihydrol 



1,08942^) 
0,88 



0,0009 «) 
0,0002 



0,20434 ' 0,000016 0,000038 
0,20968 I 0,00001 ? — 



78,3Dj 
73.32 



Spec. 
Wärme 
bei 0® 



Virial- 
constante 



Latente 
Schmelz- 
wärme 



Latente Ver- 

dampfangs- 

wärme 

bei 0® 






Dihydrol 
Trihydrol 



0,8 
0,6 



16 200 X 10* 
15 400 X 10« 



16 cal. 



257 cal. 
circa 250 „ 



0,0030 
0,0381 



1 Atm. Ueberdruck dissociirt bei 0® 0,00017 g Trihydro 
0,000126, bei 100« 0,0001. Bei etwa 2300 Atm. Drucl 
Trihydrol bei allen Temperaturen dissociirt. Damit stimmt 
Beobachtung überein, dass das Wasser schon unterhalb von 
Druck keine Abnormitäten mehr zeigt Nach Eötvö 
Aenderung der molecularen Oberflächenspannung mit d( 
ratur für alle normalen Flüssigkeiten 2,12. Einen ähnlicli 
erhält man für Wasser bei Temperaturen zwischen 
wenn man annimmt, dass die Oberflächenschicht aus ' 
molekeln besteht (circa 2,08). Bei höheren Temperatur 
der Werth ab. Beim kritischen Punkt erhält man normal 
(2,19), wenn man dem Wasser das doppelte Moleculargewi 
Im Dihydrol und Trihydrol müsste der Sauerstoff vi 
sein, eine Annahme, die nichts Befremdendes hat 



^) Graphisch aus der Dichte hei hohen Temperaturen extrap 
') Graphisch aas der Dichte bei hohen Temperaturen extrap 



Ladenbubo. Bleixb u. Kohn. 87 

Zum Schlass stellt der Verf. kinetische Betrachtungen über 
Dissooiation und Schmelzen von Trihydrol an, die im Original ein- 
gesehen werden mögen. W, Ä. R. 

A. Ladenbubg. lieber das Ozon IV. Ber. d. ehem. Ges. 33, 2282 
—2284, 1900 t. 

Verf. tritt nochmals (cf. dieselbe ZS. 32, 221, 1899) dem Vor- 
wurf entgegen, dass er in einer früheren Arbeit über das Molecular- 
gewicht des Ozons (dieselbe ZS. 31, 2508 und 2830, 1898) einen 
Zirkelschluss gemacht hätte (cf. StIdbl, GbOgeb, Bbünok dieselbe 
ZS. 31, 3143, 3174, 1898 und 33, 1832, 1900). Verf. hatte seiner 
Zeit einen sehr ozonreichen Sauerstoff dargestellt, dessen Dichte, 
auf = 32 bezogen, 43,8 betrug, um zwei Grammmolekeln Jod 
aus Jodkalilösung auszuscheiden, waren 55,66 g dieses Gases nöthig. 
Die einzige Zahl, die diesen beiden Bestimmungen genügt und ein 
ganzes Multiplum von O = 16 ist, ist 48. Der Sauerstoffgehalt 
bedingt, dass die erste Zahl zu klein, die zweite zu gross ist. Der 
Beweis, dass dem Ozon die Formel O3 zukommt, ist als stricte er- 
bracht 

Folgt eine rein chemische Auseinandersetzung über die beste 
Methode, das Ozon quantitativ zu bestimmen. W, A, R, 



Otto Bleibe und Leopold Kohn. lieber die Moleculargrösse und 
Dampfdichte des Schwefels. I. Abhandlung. Monatsh. f. Ghem. 
21, 575—620, 1900. [Chem. OentralbL 1900, 2, 1064— 1055 t. 
Das grösste Molecularge wicht, das Schwefel in Dampf form an- 
nehmen kann, ist nicht bekannt Die Verff. wollen diese Grösse 
durch Dampfdichtebestimmungen bei niedrigen Temperaturen be- 
stimmen. Eine einzige Art von Schwefelmolecülen finden die Verff. 
nie, doch zeigen sie, dass sich die Dichte des Schwefeldampfes bei 
den niedrigsten Temperaturen (192 und 180®) bei allmählicher 
Dnackerhöhung asymptotisch dem Werthe Sg nähert Die von den 
Verff. ausgebildete Messmethode ist in den Monatsh. f. Ghem. 20, 
505 ff. und 909 ff., 1899 mitgetheilt Es wurde bei 310, 262, 236, 
214 und 192® gearbeitet; bei Druckerhöhung steigt die Dampf- 
dichte, aber bei grösseren Drucken langsam; bei Extrapolation 
kommt man nie über den Werth Ss hinaus. Ob ein Intervall mit 
conatanter Dichte S«, wie es Riegke (ZS. f. phys. Ghem. 6, 429 
— 436, 1890) aus den Versuchen von Biltz gefolgert hatte, wirk- 
lich existirt, ist nach den Versuchsdaten der Verff. nicht zu ent- 
scheiden. W. A. IL 



88 3. Physikalische Chemie. 

C. Schall. Zur Dampfdichtebestimraung unter verminde 
Journ. f. prakt. Chem. 62, 536—542, 1900 f. 
Bemerkungen zu der von O. Blkybr und L. K 
Ber. 108 [2bl 239, 1899) angegebenen Methode, die 1 
bei vermindertem Druck zu bestimmen. Verf. leite 
formel auf einfachere Weise ab als die genannten A 
giebt ihr eine für gewöhnliche Genauigkeit ausreich 
bequeme Form. 

H. Rodewald. Ueber Quellungs- und Benetzungsers 
Z8. f. phys. Chem. 33, 593—604, 1900 t. 
Alle quellbaren oder feinpulverigen Körper haben eir 
Oberfläche, dass die bei ihrer Benetzung auftretende 
messen werden kann. Verf. studirt speciell die bei der 
der Weizenstärke auftretenden Erscheinungen. Die Quel 
als Function des Wassergehaltes war im Eiscalorimeter 
messen worden. Die Adhäsionsarbeit pro Flächeneinheit 
Werth plötzlich ändern, wenn die Oberfläche der Stärk« 
Schicht Wassermolekeln benetzt ist und die Benetzung 
schreitet. Da die Curve Wassergehalt — Benetzungswärm< 
regelmässig verläuft und die Ben etzungs wärme für alle Sc 
von einem gewissen Wassergehalt an fast Null wird, glaub 
dass nur eine Schicht Wassermolekeln vom Stärkekorn 
wird. Aus dem Gewicht eines Wassermolecüls, dem i 
Gewicht und dem maximalen Wassergehalt der Stärke be 
Verf die Obei-fläche in 1 mg Stärke zu 1,28 qm. Die Adhi 

ergiebt sich dann aus der Gesammtbenetzungswärme zu 

Oberflächenspannung des Wassers und Dampfdruck der St 
zusammen fast denselben Werth 9,52. 

Unter der Annahme, dass alle Stärkemolekeln vo 
(würfelförmiger oder kugelförmiger) Gestalt und Grösse 
rechnet der Verf aus der Oberfläche das Gewicht ein< 
und durch Division mit dem Gewicht eines Wasserstofl 
Moleculargewicht. Er findet 45 500 oder, wenn die Molek( 
sind, 62800. Aus der Gefrierpunktserniedrigung, die woh 
Zahlen liefert, und dem osmotischen Druck von Stärkelösu 
man 25 000 und 33 000 gefunden, also Zahlen von derselbe 
Ordnung. Für andere Soi-ten Stärke ergeben sich ähnli( 
(Min., lösliche Stärke 17400 resp. 24100; Reisstärke 74 
103000; Max.). T 



Schall. Rodewald. Oükaeus. 



89 



£. H. J. CxTNABüß. Die Bestimmung des Brechungsvermögens' als 
Methode für die Untersnchung der Zusammensetzung der coexi- 
stirenden Phasen bei Mischungen von Aceton und Aether. Diss. 
Amsterdam 68 S. 1900. Phys. ZS. 1, 316—317, 1900. Z8. f. phys. Chem. 
36, 232—238, 1901t. 

Es wird die Zusammensetzung des Dampfes einer Mischung 
von Aceton und Aether und der flüssigen Mischung selbst bei ver- 
schiedenen äusseren Drucken bestimmt, diejenige der Mischung 
durch Ein wägen unter Berücksichtigung der im Dampf räume be- 
findlichen Mengen, diejenige des Dampfes refractometrisch , nach 
einer von Ratleigh angegebenen Interferenzmethode. Diese wird 
vorher vom Verf. an Gemischen aus Kohlensäure und Wasserstoff 
geprüft Die Differenzen zwischen der gasanalytisch und refracto- 
metrisch (aus den Brechungsexponenten der Componenten und der 
Mischung) berechneten Zusammensetzung des Gasgemisches betragen 
etwa Va Proc, weil die Gasgemische von der Regel von Amaoat 
ahweichen. Bei der Untersuchung der Aether-Acetongemische dient 
Kohlensäure als Vergleichsgas. In der folgenden Tabelle bezeichnen 
x/ und Xa die molecularen Zusammensetzungen der Flüssigkeit und 
des Dampfes, ausgedrückt in Theilen Aether; die Brechungsexpo- 
nenten sind auf Luft = 1 bezogen. Die Versuchstemperatur ist 0°: 



Brecbungs- 






Druck in 


exponent 


Xd 


Xf 


mm 


8,7788 








69,6 


4,4956 


0,446 


0,156 


118,5 


4,7709 


0,617 


0,364 


142,9 


4,8552 


0,670 


0,510 


150,0 


4,9497 


0,728 


0,617 


166,8 


5,1636 


0,861 


0,835 


181,2 


5,3869 


1 


1 


185,6 



Der Aethergehalt des Dampfes ist stets grösser als der der 
Flüssigkeit, besonders bei ätherarmen Gemischen. Ein Maximum 
oder Minimum des Dampfdruckes besteht nicht. Eine von van der 
Waals abgeleitete Formel: 

1 dp Xd — Xf 

p ~ (IXd ~ Xd{l —Xd)' 

stimmt mit den Beobachtungen nur, wenn die x fast gleich 1 oder 
sind, befriedigend überein. Vielleicht hatten sich dünne Schichten 
Klfissigkeiten auf den Glasplatten des Beobachtungsrohres condensirt. 

W. Ä. R. 



90 3. Physikalische Chemie. 

Otto Eppenstbin. Ueber die Dampfdrnckerniedrig-un^ 
wässeriger Lösungen. 62 8. Dissertation, Jena iQOO-f-. 

Um die relative Dampfdruckemiedrigung von TL/öe 
damit den Dissociationsgrad etc. za bestimmen, iväre di 
von Ost WALD -Walkbe (ZS. f. phys. Chem. 2, 602 fil, 
geeignetsten, da sie aus zwei Wägungen direct die ^esuc 
liefert Die Zahlen von Walkbb weichen von den be 
erhaltenen (Dibtbbici und Smits) ziemlich stark ab. Ver] 
die Methode eingehend und versucht bei 0^^ die "DsLinpfd 
drigungen verdünnter Lösungen (bis Vio^- hinunter) zu n 

Die geringe Abweichung des Wasserdampfes von 
gesetzen müsste die Dampfdruckerniedrigung für verdünnte '. 
etwas zu hoch finden lassen. Bei Walkbe ist das Voh 
das das Wasser und in das die Lösung verdampfen kann, 
schieden gross und sind die Widerstände zwischen den Yerdai 
räumen (LiBBio'sche Kugelapparate) zu gross. Der Versuc 
der Liebigapparate Waschflaschen für die Lösung und befe 
Bimsstein für das Wasser zu nehmen, führte den Verf. nie 
Ziel. Auch bei Verwendung von einfachen, mit geringen 
differenzen arbeitenden Waschflaschen für beide Flüssigkeitei 
das Gefäss mit Wasser stets zu stark an Gewicht ab. Es 
dass kleine umhergespritzte Tröpfchen vom Luftstrome mit^ 
werden. Die Methode, deren Genauigkeit höchstens 0,005 n 
ist, ist für verdünntere Lösungen als einfach normale nicht i 
wenden. W. A 

M. Wbbwski. Ueber die Dampfspannung von Lösungen von i 
in verdünntem Alkohol. Joum. d. russ. phys. -chem. (^es. 32 
Abth.), 593, 1900. 

Folgendes sind die Hauptresultate der Abhandlung; 1) 
Dampfspannung von 24,3 proc. Methylalkohol nimmt mit wachse 
Quantität an darin gelöster Potasche zu. 2) Versuche mit 
schiedenen Salzen ergaben, dass, je stärker die Base und je schwä 
das Säureradical ist, desto deutlicher die Erhöhung der Da 
Spannung ausgedrückt ist; der Uebergang zu einem anderen IE 
mit derselben Base oder mit demselben Säureradical verursacht 
Aenderung der Dampfspannung nach dem Gesetze der constai 
Differenzen. 3) Durch Auflösen von Salzen in Mischungen 
Alkohol und Wasser wird die Dampfspannung des Wassers 
niedrigt, die des Alkohols erhöht 4) Die Erhöhung der Dam 
Spannung des einen Bestandtheiles des Lösungsmittels ist eine Fol 



Eppenstbin. Wbewski. Gahl. 91 

der ungleichen Einwirkung des Salzes auf die beiden Bestandtheile. 
In der That verursacht Potasche und andere Salze eine Trennung 
des Alkohols voin Wasser; die oberen Schichten enthalten beinahe 
reinen Alkohol, die unteren beinahe alkoholfreie Salzlösung, v. ü. 



K. GUhl. Studien zur Theorie der Dampfdrucke. ZS. f. phys. 
Chem. 33, 178—214, 1900 t. 

Verf. weist auf die Wichtigkeit der Eenntniss von Partial- 
dampfdrucken hin und arbeitet eine Methode aus, die Partial- 
dampfdrucke von Elektrolyten zu messen ; er fiihrt bei 25® Mes- 
songen für Salzsäure durch. Durch die Salzsäuredampf abgebende 
Flüssigkeit wird in geeigneten Waschflaschen eine gemessene Menge 
Knallgas geleitet und das mit Salzsäure beladene Gas in ein Leit- 
fthigkeitsgefäss von passender Form geleitet. Aus der Leitfähig- 
keitssunahme pro Liter Knallgas berechnet sich dann der Partial- 
dmck der Salzsäure bis auf einen constanten Factor, üeber die 
Einzelheiten der Messung s. S. 180 — 188. 

Messungen mit Schwefelsäure waren unmöglich, weil der 
Schwefelsäuredampf dissociirt (HaSO* — ^ HaO + SO, + O). Mit 
Salzsaure dagegen waren Dampfspannungen bis zu 0,001 mm her- 
tinter noch messbar. 

Aus den Gefrierpunktserniedrigungen von Roloff (ZS. f. phys. 
Ch. 18, 572 ff., 1895) berechnet der Verf. die Wasserdampfspan- 
nnngen von Salzsäurefösungen und vermittelst der DüHBM'schen 
Beziehung zwischen den Partialdampfspannungen die Partialdrucke 
der Salzsäure för eine auch von ihm imtersuchte Concentration. 
So findet er den constanten Factor und kann die Salzsäuredampf- 
spannungen für alle untersuchten Lösungen berechnen. Sie stimmen 
mit den aus Roloff's Zahlen berechneten Werthen gut überein. 
Die übrigen Untersuchungen fasst der Verf. selbst folgendermaassen 
Eosammen: 

Aas der Differentialgleichung der Partialdampfspannungen: 
nidlnpi + n^älnp2 = 0, 
läast sich alles ableiten, was wir über den Zusammenhang der 
Partialdampfspannungen von Lösungsmitteln und gelöstem Stoff 
wissen. — Die HsLMHOLTz'sche Formel für den Zusammenhang 
zwischen freier Energie und Wärmetönung lässt sich auf physi- 
kaliscfa-cbemische Probleme zweckmässig in integrirter Form an- 
wenden. So lässt sich z. B. dadurch die Dampfdruckemiedrigung 
mit Hülfe einfacher Integrale berechnen. — Die gemessenen Salz- 
rikaTespannungen lassen sich leicht verwenden, um die Dissociations- 



92 3. Physikalische Chemie. 

Spannungen von salzsauren Salzen organischer Basen zu messen. — 
Bei gesättigter Salmiaklösung besteht zwischen Salzsaure- und Am- 
moniakspannung eine der obigen ganz analoge Gleichung. Diese 
erklärt die Erscheinungen, welche sich bei der Destillation der 
Salmiaklösungen ergeben. (Anfänglich ammoniakalisches Destillat, 
saurer Rückstand; dann stationäre Verdampfung, schliesslich saures 
Destillat, aber stark saure Lösung.) — Aehnliche Gleichungen be- 
stehen stets zwischen den Dampfspannungen von Lösungen oder 
Gemischen zweier unabhängiger Bestandtheile oder von den drei 
unabhängigen Bestandtheilen, sowie noch eine weitere Bedingung 
erfüllt ist. Als Beispiele sind discutirt : Hydrate der Schwefelsäure, 
stufenweise Dissociation krystallwasserhaltiger Salze. Für drei un- 
abhängige Bestandtheile ist concentrirte Salmiaklösung ein typisches 
Beispiel. ]_ W. A. R. 

B. R. DB Bbütn. Beitrag zur Kenntniss der Gleichgewichte mit 
zwei flüssigen Phasen in Systemen von einem Alkalisalz, Wasser 
und Alkohol. ZS. f. phys. Chem. 32, 63—115, 1900 f. 
Verf. untersucht die vier Systeme Aethylalkohol , Wasser und 
Ammoniumsulfat, resp. Natriumsulfat, resp. Kaliumcarbonat und 
Methylalkohol, Wasser, Kaliumcarbonat In keinem der drei binären 
Systeme treten in stabilem Zustande zwei flüssige Phasen auf. Auch 
in dem ternären System Natriumsulfat, Wasser, Aethylalkohol sind 
zwei flüssige Phasen neben einander wenig stabil. Doch konnte in 
diesem System die Quadrupelcurve für die Phasen Glaubersalz, An- 
hydrid, Lösung und Dampf bestimmt werden. Ferner misst der Verf. 
die Löslichkeit des Glaubersalzes, des labilen Hydrats mit sieben 
Krystall Wassermolekeln und des Anhydrids in verdünntem Alkohol. 
Die Löslichkeit der Hydrate steigt stark mit der Temperatur, die 
des Anhydrids nimmt ab. In dem System Ammonium sulfat, Aethyl- 
alkohol, Wasser werden die mit festem Salz coexistirenden zwei 
flüssigen Phasen bei 8^ identisch und bilden neben dem festen Salz 
eine kritische Phase. In den anderen Systemen konnte eine solche 
Minimumtemperatur nicht beobachtet werden. Verf. giebt eine 
grosse Zahl von Löslichkeitstabellen und graphischen Darstellungen 
(im Räume mit den drei Componenten und der Temperatur als 
Coordinaten und auch von iso thermischen Querschnitten der räum- 
lichen Gebilde). Frühere Beobachtungen, namentlich von Schiff, 
Tbaubb und Neübebg, Bodländeb, Linebabgeb und Shell werden 
herangezogen und eventuell corrigirt. 

Für das Kaliumcarbonat wird die Existenz zweier Hydrate 



DE Bbütn. Spbybbs. Mobeschini. 93 

mit 2 und IVa Wasser molekeln nachgewiesen. Beschickt man ein 
P~[förmig gebogenes Glasrohr in der einen Hälfte mit wasserfreiem 
Salz, in der anderen mit feuchtem Salz oder einer Lösung, so 
findet ein starker plötzlicher Abfall in der Geschwindigkeit, mit der 
das Wasser hinüberdestillirt — durch tägliche Wägung der Apparat- 
hälften gemessen — statt, wenn das wasserfreie Salz IV2 Molekeln 
Wasser aufgenommen hat Eine Umwandlungstemperatur konnte 
nicht bestimmt werden. Die (unsichere) Existenz des Monohydrats 
vom Natrinmsulfat konnte auf die beschriebene Weise nicht be- 
wiesen werden. W, A. R, 

C. L. Speyebs. Some boiling point curves. Sill. Joum. (4), 9, 341 

—344, 1900 t. 

Die experimentell gefundenen Dampfdrucke eines Benzol- 
Tetrachlorkohlenstoff- und eines Chloroform-Tetrachlorkohlenstoff- 
gemisches entsprechen vollständig den ans der Gleichung 

n p — p' 

N~+~^ ~~~~P 
berechneten. Die Substanzen haben also normale Moleculargewichte 
in den Lösungen ; die Siedepunktscurven verlaufen geradlinig. Ent- 
gegen seiner früheren Ansicht glaubt Verf. jetzt nach Versuchen 
von Thayeb, dass dem Aethylalkohol in Lösungen von Benzol und 
vice versa das normale Moleculargewicht zukommt. 

Eine gerade Linie kann die Siedepunktscurve eines Gemisches 

nur Sern, wenn. für beide Componenten -^ - gleich ist, anderenfalls 

ist sie convex oder concav; sie kann kein Minimum haben, wenn 
beide Substanzen in Lösung das normale Moleculargewicht haben. 
Sind beide Substanzen oder ist eine von beiden associirt, so kann 
die Curve ein Minimum aufweisen, doch können sich zwei Factoren 
paralysiren un^^ die Siedepunktscurve trotz der Complicationen zu 
einer normalen machen. W. Ä, R, 

R. Mobeschini. lieber eine Erscheinung, die sich beim Abkühlen 

fiberschmolzener Substanzen zeigt Gazz. chim. ital. 30 [1], 339—344, 

1900. [Chera. Centralbl. 1900, 1, 1194 t. 

Die Geschwindigkeit, mit der das Thermometer beim Abkühlen 

von Fetts&nren und ihren Gemischen, von Thymol, überhaupt von 

krysullisirbaren, überschmelzbaren Substanzen sinkt, wird unter 

gleichen äusseren Bedingungen in sehr gleichmässiger und regel- 

nütesiger Weise verzögert. In Gemischen von Fettsäuren, speciell 



94 3. Physikalische Chemie. 

bei Gegenwait von grösseren Mengen Oelsäuren, ist der Erstarrungs- 
punkt etwa 0,15^ niedriger als die Temperatur, bei welcher man 
die Verzögerung beobachtet. Bei reinen Substanzen fallen beide 
Temperaturen zusammen. W. Ä, R, 

H. M. Dawson and P. Williams. On the deterraination of tran- 
sition temperatures. The Joum. of Phys. Chem. 4, 370—382, 1900 t. 

Die Bestimmung der Uebergangstemperatur in einem „conden- 
sirten System" (van't Hoff), bei der die n - Componenten die 
grösstmögliche Zahl von n + 2 Phasen bilden, geschieht bequem 
mit „Identitätsmethoden ^ , d. h. durch die Aufsuchung der Tempe- 
ratur, bei der die gesättigten Lösungen der beiden neben einander 
existenzfähigen Modificationen der einen Componente identisch werden. 
Die Identität wurde abgeleitet aus der Goncentration, dem Dampf- 
druck und der Potentialdifferenz der Lösungen gegen eine rever- 
sible Elektrode. Die Verff. zeigen, dass in vielen Fällen Bestim- 
mung der Dichte und des Leitvermögens der gesättigten Lösungen 
praktischer zum Ziel fahrt. Die Dichtebestimmungen werden mittels 
einer verschliessbaren, vor und nach dem Füllen auf die Versuchs- 
temperatur vorgewärmten Capillarpipette ausgeführt. Der Leit- 
fähigkeitsapparat (in der Hauptsache 2 Kugeln, die die einge- 
schmolzenen kleinen, gut platinirten Elektroden tragen und durch 
ein Rohr verbunden sind, mit Röhren für den Quecksilbercontact 
und zum Zu- und Ablassen der Lösung) steht mit dem Sättigungs- 
apparat in einem Thermostaten. Durch Hinübersaugen kann die 
Lösung unter gleichzeitigem Filtriren im Thermostaten in das 
Widerstandsgefäss resp. zurück in den Sättigungsapparat gebracht 
werden. Für sehr lösliche Salze ist die Leitfähigkeitsmethode 
weniger praktisch als für massig lösliche, die Aenderungen des 
Leitvermögens durch erhöhte Goncentration sind gering, können 
sogar Null oder negativ werden. 

In sehr complexen Systemen, wo die Analyse schwierig ist 
und in niedrigen Temperaturen, wo die dilatometrische und tensi- 
metrische Methode wegen der kleinen Umwandlungsgeschwindigkeit 
bezw. Dampfspannung versagt, kann die elektrische Methode von 
grossem Nutzen sein. 

Beispiele: 1) Der Umwandlungspunkt von Glaubersalz in An- 
hydrid ist recht verschieden angegeben worden : tensimetrisch (van't 
Hoff und Dbventer) 32,6, Richards und Ghubchill (direct 
thermometrisch) 32,38® u. a. m. 



Dawson u. Williams. 



95 



Die Verff. bestimmen die Dichte, Concentration und Leitfähig- 
keit Yon gesättigten Lösungen beider Salze : 



Glaubersalz 





' 


Leit- 


Theile Salz 


f° 


Dichte 


vermögen 


' auf 






X 10-8 


100 Theile Wasser 


25,55® 


— 


1157 


— 


26,03 


1,2204 


— 


— 


30,98 


— 


1349 


— 


31,04 


1,3030 


— 


-- 


31.94 


1,3218 


— 


47.83 


32,10 


— 


1372 


— 


32,93 


1,3445 


— 


1 52,12 


33,23 


t 


1386 


— 



Anhydrit 





i 




Leit- 


Theile Sal2 


t' 


Dichte 


vermösren 


auf 




|i 




XlO-8 


! 100 Theile Wasser 


32.06« 


|i 


1.3324 


— 


49,76 


32,24 


1 


— 


1367 


— 


33,23 




1,3305 


1405 


49,53 


33,83 


1 


— 


1425 


— 


33,93 




1,3294 


— 


— 


34,93 


1 


— 


1465 


— 


Umwand- 
lungstemp. 




32,38® 


32,5® 


32,37® 



2) Für ein weniger lösliches Salz liegen die Verhältnisse gün- 
stiger. Die Umwandlangstemperatur des Thorsulfats mit 9 Krystall- 
wassern in das mit 4 ist von Roozeboom zu 43^ angegeben worden. 

Widerstand einer gesättigten Lösung von 



ümwandlangrgpankt 48® 



Dilatometrisch ünden die Verff. 46,5®, tensimetrisch 47 — 48®. 

W. A. B. 



bei«® 


Th(804)89H,o 


Th(804)s4H,0 


40,00® 


1568 i2 


— 


44,90 


1303 , 


— 


45,05 


— 


1114Ä 


49,80 


1067 „ 


— 


52,20 


— 


1175 „ 



96 3. Physikalische Chemie. 

Rudolf Schbnck. lieber eine Methode zur Ermittelung des XJm- 
wandlungspunktes monotrop-dimorpher Körper. Z8. f. phys. Chem. 
33, 445—452, 1900 t. 

Dimorphe Körper sind enantiotrop, wenn ihr UmwandluDgs- 
punkt unter den Schmelzpunkten liegt, sie sind monotrop, wenn er 
oberhalb liegt Durch Beobachtung der Dampfdrucke oder der 
Löslichkeiten der beiden Modificationen lässt sich die Umwandlungs- 
temperatur extrapoliren, sie ist der Schnittpunkt der beiden Lös- 
lichkeits- resp. . Dampfdruckscurven. Bequemer findet man den 
Umwandlungspunkt, wenn man beide Körper als Lösungsmittel 
benutzt, ihren Schmelzpunkt und die Depression sconstante bestimmt, 
denn es ergiebt sich durch eine einfache Ueberlegung, dass sich 
die Abstände der Schmelzpunkte vom Umwandlungspunkt wie die 
Depressionsconstanten verhalten. Durch den Zusatz eines Fremd- 
körpers wird bei der metastabilen Modification die Neigung zum 
Krystallisiren und die Beständigkeit vergrössert. Der praktischen 
Ausfuhrung der Methode stellen sich bei vielen labilen Substanzen 
Schwierigkeiten entgegen. Nur beim m - Nitro - p - Acettoluid er- 
gaben sich* einwandfreie Zahlen ; bei der Monochloressigsäure sind 
die Depressionsconstanten nur innerhalb der Versuchsfehler ver- 
schieden. Die beiden Schmelzpunktscurven sind also fast parallel. 
Der Umwandlungspunkt liegt hoch über den Schmelzpunkten (56,3 
und 61,50). Die Umwandlungswärme der beiden Modificationen in 
einander ist klein. W. A, li. 

Obchsnbr de Conikck. Sur l'allotropie de la benzophänone. C. R. 

130, 40—42, 1900 t. 

Das Benzophenon [(C6H5)2CO] kommt in einer stabilen, bei 
49** und einer instabilen, bei 27^ schmelzenden Modification vor. 
Verf. hat früher gefunden, dass manche Aldehyde bei langsamer 
Oxydation tautomere Umwandlungen zeigen, und untersucht das 
Benzophenon daraufhin. Die reine Substanz (stabile Modification) 
wird vorsichtig in warmem etwa 25proc. Alkohol gelöst. Nach 
einigen Wochen ist der Schmelzpunkt der gelösten Substanz auf 
27^ gesunken; es ist also die instabile Modification entstanden. Die 
Substanz war nicht oxydirt worden. Licht bewirkt die tautomere 
Umwandlung nicht, der Vorgang des Lösens ebenfalls nicht 

W. A. B. 

John Theodore Hbwitt. Ueber die Beziehung zwischen der 
Constitution und der Fluorescenz einiger Substanzen. ZB. f. phys. 
Chem. 34, 1—19, 1900 f. 



SCBBKCK. DB CONINCK. HeWITT. COHEN. 



97 



RicHABD Mbtbb hatte (ZS. f. phys. Chem. 24, 468—508, 1897) 
die Behauptung aufgestellt, dass, wie gewisse Gruppen, die Chromo- 
pbore, die Farben der organischen Substanzen verursachen, so auch 
andere Gruppen oder Gruppirungen, die Fluorphore, die Träger 
der Flnorescenz seien. Wenn eine Substanz Energie von einer 
Wellenlänge aufnimmt und mit einer anderen Schwingungszahl 
wieder abgiebt, so liegt die Yermuthung näher, dass die Sub- 
staDz in zwei verschiedenen Zuständen existenzfähig ist, Tautomerie 
zeigt Es ist auch möglich, dass associirte und einfache Molecüle 
Energie von verschiedenen Schwingungszahlen bevorzugen; das 
könnte die schwache Flnorescenz mancher Hydroxylgruppen ent- 
haltenden Flüssigkeiten erklären. Verf. weist im Einzelnen nach, dass 
viele flaorescirende Farbstoffe thatsächlich tautomer sind oder sein 
können. Zwei verschiedene Arten Tautomerie können sich in ihrer 
Wirkung aufheben, oder es ist denkbar, dass von zwei theoretisch 
existenzfähigen Tautomeren die labile Forni kaum vertreten ist, 
so dass die an sich mögliche Flnorescenz thatsächlich nicht eintritt 
Oder es wird Energie von einer Wellenlänge emittirt, welche nicht 
im sichtbaren Spectrum liegt. Es giebt sehr wenige Körper, welche 
ohne die Möglichkeit einer Tautomerie fluoresciren. — Die Einzel- 
heiten der Arbeit gehören ganz in das Gebiet der organischen 
Chemie. W, Ä. B. 



Ebhst Cohen, Theorie der ümwandlnngselemente dritter Art. 
(Erste Mittheilung.) ZS. f. phys. Chem. 34, 179—186, 1900 t. 
Das Element besteht aus zwei gegen einander geschalteten 
Ketten: 

Gesättigte Lösung eioes 

Salzes bei Gegenwart 

der stabilen festen 

Phase. 



Elektrode in Bezog 

auf das 

Anion rerendbel. 



und 
Elektrode in Bezog 

auf das 
Anion reversibel. 



Elektrode in Bezog 

aof das 
Kation reyersibel. 



Elektrode in Bezug 

aof das 
Kation reyersibel. 



Gesättigte LÖsong des 

Salzes bei Gegenwart 

der metastabilen 

festen Phase. 

Als Salz verwendet der Verf. Zn SO4 mit 6 resp. 7 Erystall- 
wassermolekeln, deren ümwandlungstemperatur -|~ 39,0<> ist Bei 

J rp 

dieser Temperatur ist der TemperaturcoefBcient des Elements -r^ = 

— der Wärmetönung der Umwandlung, wenn 96540 Couls durch 
di8 Element gehen (q): die absolute Umwandlungstemperatur (P). 

fmtuhr. d. Phys. LYL 1. Abth. 7 



98 S. Physikalische Chemie. 

Verf. bestimmt die Löslichkeit beider Salze zwischen — 5 and 
-f- 39*^ ; die Werthe Rtimmen mit denen von Oallendab und 
Babneb überein. Bei 39® kommen 12,79 Molekeln Wasser auf 
eine Molekel Salz. Den Werth q (bei 39® die latente Schmelz- 
wärme des wasserreichen Salzes) berechnet der Verf. aus Thomsen^s 
Daten zu — 3609 Cal., er bestimmt ihn selbst zu — 3753 Cal. 
Verf. benutzt den letzteren Werth und findet den Temperatur- 
coefßcienten zu — 0,52 Millivolt Aus den von Jabobb angestellten 
Messungen der elektromotorischen Kraft der mit ZnSO« 6HaO und 
ZnS04 7HsO beschickten Elemente berechnet sich 0,50 Millivolt 

W. A. B. 

C. A. Lobby db Bbuyn. Quelques remarques sur la grandeur des 
particules, präsentes dans les Solutions colloidales ou pseudo- 
solutions. Reo. tray. ohim. des Pays-Bas 19, 251—258, 1900 t. 

Verf. schätzt die Grösse der in den colloidalen Lösungen 
vorhandenen Theilchen nach zwei verschiedenen Methoden, einer 
optischen und einer physikalischen, und kommt mit beiden zu gauz 
ähnlichen Werthen. Verf. glaubt, dass kein scharfer Unterschied 
zwischen „wirklichen Lösungen und feinen Suspensionen^ existirt 

Aus der Fähigkeit mancher colloidaler Lösungen, das reflectirte 
Licht zu polarisiren, schätzt der Verf. die Grösse der Partikelchen zu 
Vso bis Vioo <ier betreffenden Wellenlänge, also etwa zu 5 bis 10 fifi. 
Die colloidalen organischen Substanzen wie Stärke, Eiweiss u. dergl. 
haben etwa ein lOOOmal so grosses Moleculargewicht als die ein- 
fachsten Gase. Sind die specifischen Volumina dieser verschiedenen 
Molecüle von derselben Grösse, so ist der Durchmesser der CoUoidal- 
molecüle 10 mal so gross, als derjenige der Gasmolekeln, also nach 
den Schätzungen von van dbb Waals u. A. etwa ö/tft. 

Verf. hält den Unterschied zwischen der Lösung eines Elektro- 
lyten und der eines Nichtelektrolyten für durchgreifender, als den 
zwischen einer Lösung und einer Pseudolösung. 

Für letzteren Unterschied fehlt es bislang an sicheren Kriterien. 
Auch die Versuche von Spbing (solutions optiquement vides), der 
die TTNDALL'sche optische Methode auf verschiedene Lösungen 
anwendete, scheinen dem Verfasser nicht so bindend, dass sie 
Zwischenstufen ausschliessen. W, A. R. 



G. Bbbdig und A. Coehn. Ueber colloidale Lösungen. Bemerkung 
zu den Abhandlungen der Herren Stobokl, Vaniko und Stabk. 
ZS. f. phys. Chem. 32, 129—132, 1900 f. 



DE Bbütn. Bbedio u. Coxbn. Zsioxondt. 99 

Da86 die oolloidalen Lösangen feine Suspensionen, also heterogen 
sind, war schon vor den Arbeiten von Stobckl und Yjltxuxo (ZS. 
f. phys. Chem. 30, 98—112, 1899) und Stabk (Wied. Ann. 68, 
117-124, 618—619, 1899) bekannt [Bakus und Sohnbidbb 
(1891), LiNDEB und Piotok (1892 und 1895), Bbbdig (1898).] 
Diese Arbeiten sind in den Abhandlungen der drei Autoren über- 
sehen worden. Neu ist der Nachweis, dass das in den colloidalen 
Metallflässigkeiten diffus reflectirte Licht elliptisch polarisirt ist; 
doch kann man aus dieser Erscheinung nicht auf die metallische 
Natur des Suspendirten schliessen. Das entscheidende Eoiterium, 
ob Lösung oder Suspension, ist das Vorhandensein oder Fehlen 
eines osmotischen Druckes, also einer Diffusion. 

Die Verff. widerlegen die von Stabk aufgestellte Theorie, 
dass die Sedimentirungserscheinungen durch die Abscheidung von 
gelöster Luft an den suspendirten Theilchen hervorgerufen seien. 
Selbst Spuren eines Elektrolyten, die noch keine Luft aus der 
Lösung austreiben können, fällen schon die Colloide. Die von 
Stabk benutzte Zinkchloridlösung ist, weil sie hydrolysirt und Zink- 
hydroryd absetzt, zu den Sedimentirungsversuchen ungeeignet 
Evacuirt man colloidale Metalllösungen unter der Luftpumpe, so 
findet bei dem Entweichen der Gasblasen keine Ausscheidung 
der Colloide statt, sondern erst bei Zusatz eines Elektrolyten. 

W. Ä. R. 

Richabd Zsighokdy. Bemerkungen zu der Abhandlung: „üeber 
die Natur der sogen, colloidalen Metalllösungen ^. ZS. f. phys. 
Chem. 33, 63—73, 1900 t. 
Replik auf die Abhandlung von Stobckl und Vanino (dieselbe 
ZS. 30, 98—112, 1899; vgl. diese Ber. 55 [1], 527—528, 1899/1900). 
Die Versuche der VerflT. beschränken sich auf ein zu kleines Gebiet, 
als dass ihre Schlüsse allgemein bindend sein könnten. Ihre Gold- 
lösangen, zum Theil nach Fabadat mittels Phosphor und Gold- 
chlorid hergestellt, waren nicht mit denen des Verf. identisch, da 
sie gegen grössere Temperaturschwankungen empfindlich waren. 
Dass feste Theilchen in den Goldlösungen nachzuweisen sind, schliesst 
Dicht aus, dass der grösste Theil des Goldes wirklich gelöst ist. 
Optisch leer ist ja nach Spbino nicht einmal das beste destillirte 
Wasser. Dass Thierkohle entfärbend wirkt, tritt auch bei wirk- 
Hchen Lösungen, z. B. von Eupfersulfat, ein. Es ist nicht bewiesen 
worden, dass eine Lösung, welche bei Zusatz von Gummi arabicum 
imd Alkohol die gelöste Substanz abgiebt, eine feine Suspension 

7* 



100 3. Pbynkalische Chemie. 

sein musB. Dass das Gold beim vollständigen Ausfrieren nieder- 
geschlagen wird, ist selbstverständlich, jedes Salz wird dabei in 
fester Form abgesetzt. Aus dem analogen Verhalten von colloidalen 
Lösungen und Suspensionen beim Durchleiten eines elektrischen 
Stromes kann noch nicht ihre Identität geschlossen werden. Die 
von Stoeokl und Vaniko ebenfalls als Suspensionen angesprochenen 
Metallsulfidlösungen zeigen zum Theil, wie z. B. die von AsjSs, 
Diffusionsvermögen, lassen sich durch Thonzellen filtriren, senden 
aber polarisirtes Licht aus. W, Ä. R. 

E. StobokIi und L. Vakino. Zur Kenntniss coUoidaler Metalllösungen. 
Erwiderung auf Zsiomondy's Angriff. Z6. f. phys. Chem. 34, 378 
—379, 1900 f. 

Replik auf die vorstehend besprochene Arbeit Die Yerff. 
halten ihre Meinung, dass die colloidalen Metall„löBungen^ that- 
sächlich feine Suspensionen sind, aufrecht Zsiohokdy versucht 
fälschlich die elliptische Polarisation des Lichtes an den Goldlösungen 
als zufällig, durch Verunreinigungen hervorgerufen, hinzustellen, 
dazu ist sie viel zu stark. Die Behauptung, dass ein Theil des 
Metalls suspendirt, ein Theil gelöst ist, ist unbewiesen. Die von 
ZsioHOKDT und die von den Verff. hergestellten Goldlösungen sind 
identisch. W. A. JR. 

W. B. Habdt. Eine vorläufige Untersuchung der Bedingungen, 
welche die Stabilität von nicht umkehrbaren Hydrosolen be- 
stimmen. ZS. f. phys. Chem. 33, 385 — 400, 1900 t. Joam. phys. ehem. 
4, 335—353, 1900. 

Zu den irreversiblen Hydrosolen rechnet der Verf. die colloidalen 
Lösungen der Metalle und Sulfide, der Eaeselsäure , der Thonerde, 
des Eisenhydroxyds u. a., die durch Temperaturerhöhung die suspen* 
dirten Theile fallen lassen, um sie beim Abkühlen nicht wieder auf- 
zunehmen. 

Aus dem Phasengesetz folgt, dass ein, wenn auch minimaler 
Theil des suspendirten Körpers wirklich gelöst ist, man hat es also 
mit einem Gleichgewicht eines festen Körpers und einer Lösung 
desselben in Wasser zu thun. 

Die suspendirten Theile wandern mit oder gegen den elektri- 
schen Strom, durch Zusatz von Säure oder Base kann die Richtung 
umgekehrt werden. Sind die Theilchen mit der Lösung isoelektrisob, 
so sind sie am leichtesten fällbar oder sind überhaupt nicht in 
Lösung zu halten. Verf. weist nach, dass die suspendirten Theilchen 



STOBCKL U. YANINO. HABDT. EXNBB. Ma JOBANA. 101 

eine Ladung besitzen. Beim Fällen des suspendirten Körpers durch 
Salzlöflong wird eine kleine Menge des ooagulirenden Salzes zer- 
setzt, wobei das Metall vom Coagulum eingeschlossen wird. Das 
Coagnliningsvermögen eines Salzes ist durch die Werthigkeit eines 
seiner Ionen bestimmt und zwar hat das coagulirende Ion immer 
das entgegengesetzte elektrische Zeichen wie der coagulirte Körper. 
Da die Mehrzahl der suspendirten Substanzen gegen die Lösung 
elektronegativ sind, spielt in den meisten Fällen die Werthigkeit 
des Metalls die Hauptrolle. Angenähert besteht die Beziehung, 
dass die zur Fällung gerade ausreichenden reciproken Normalitäten 
der Salzlösungen sich wie die ersten, zweiten und dritten Potenzen 
eioer Zahl verhalten. 

Sind die suspendirten Theilchen elektronegativ, so haben Säure- 
löSQDgen vom gleichen Coagulationsvermögen ohne Rücksicht auf 
ihre Af&nitätsconstanten ungefähr das gleiche elektrische Leitvermögen. 
Alkalien bewirken entweder überhaupt keine Fällung oder ihr Fällungs- 
yermögen steht mit dem Wechsel der Valenz in keiner sichtbaren 
Beziehung. Umgekehrt liegen die Verhältnisse bei elektaropositiven 
snspendirten Körpern. 

Es sei auf die Zusammenfassung der Resultate durch den Verf. 
auf den letzten vier Seiten des Aufsatzes hingewiesen. W. Ä. JB. 



Fblix M. Exkeb. Notiz zu Bbown's Molecularbewegung. Ann. 
d. Phy». (4) 2, 843—847, 1900 f. 
QuiNCKB^s Behauptung, dass die Molecularbewegung aufhöre, 
sobald Flüssigkeit und Umgebung die gleiche Temperatur haben, 
ist nicht zutreffend. Verf. macht approximative Messung der .Ge- 
schwindigkeit von suspendirten Gummigutttheiichen verschiedener 
Grösse bei verschiedenen Temperaturen. Mit zunehmender Grösse 
der Theilchen nimmt die Geschwindigkeit ab, mit zunehmender 
Temperatur nimmt sie zu. Verf. zeichnet die Curve: Geschwindig- 
keit* — Temperatur. Sie ist schwach gekrümmt und scheint vom 
absoluten Nullpunkt an langsam aufzusteigen. Die einfachen An- 
nahmen, dass die Partikelchen wie die Molekeln der Flüssigkeit 
anzasehen wären, reichten nicht aus. W. Ä, R, 



QuiBiNO Majobaka. Comportamento del carbone sotto alte pressioni 
e temperature. Bend. Line. (5) 9 [2], 224—232, 1900 f. 
Bei Moissak's Versuchen, Kohle in Diamant zu verwandeln, 
fahren drei Ursachen zur Erystallisation: hoher Druck, hohe Tempe- 
ratur and die Löslichkeit der Kohle im Gusseisen. Verf. hatte den 



102 3. Physikallsclie Chemie. 

letzten Umstand für unwesentlich gebalten, da er Diamantkömehen 
auch beim alleinigen Erhitzen von Kohle unter Druck erhalten 
hatte. Die Versuche nimmt der Verf. wieder auf. Seine Versuchs- 
anordnung erlaubt, die amorphe Kohle lange Zeit hinter einander 
hohem Druck und hoher Temperatur auszusetzen. Zwischen zwei 
Platten aud Retortenkohle steht ein Cylinder aus demselben Material 
(25 mm Durchmesser), der seitlich durch Magnesit isolirt ist Durch 
den Cylinder wird ein Strom von 2500 Amp. und 4 bis 5 Volt 
geschickt. Kohle und Magnesit sind rings vom besten Stahl um- 
geben, auf die eine Platte aus Kohle wirkt direct eine Schrauben- 
presse, die einen Druck von etwa 2000 Atm. ausüben kann. Der- 
selbe wird dadurch vergrössert, dass man die Schraubenpresse nach 
dem OefPhen des elektrischen Stromes anzieht und den Strom dann 
wieder schliessU So gelangt der Verf. zu etwa 10000 Atm., die 
Temperatur schätzt er auf 2000<). Das specifische Gewicht der 
Kohle wurde von 1,77 auf 2,28 bezw. 2,40 erhöht Die Masse nahm 
einen graphitischen Charakter an (weiche, schwarz abfärbende, 
seifige Oberfläche). Der aus zwei Stücken bestehende Cylinder 
war vollkommen zusammengeschweisst. Ob sich Diamanten in der 
Masse finden, ist noch nicht untersucht. Druck und Temperatur 
waren höher und länger anhaltend als bei den Versuchen von 
MoissAN. Da bei diesem die Volumabnahme doch stärker war 
schätzt der Verf. den £influss der Lösung auf die Kohle höher als 
früher. W. Ä. R. 

H. M. Dawson and J. Mc Cbab. The nature of metal-ammonia 
Compounds in aqueous Solution. Part. I. Joum. Chem. Soc. 77, 

1239—1262, 1900 t. 

Es ist durch Rbtohlbb (1895) und Kokowaloff (1899) auf 
physikalischem Wege nachgewiesen (Leitvermögen, Gefrierpunkts- 
emiedrigung, Dampfdruck), dass Schwermetallsalze, wie Kupfersulfat, 
Zinksulfat, Cadmiumchlorid etc., in Lösung pro Molecül Salz etwa 
4 Molekeln Ammoniak binden, dass aber in Lösungen von Salzen, 
welche mit dem Ammoniak nicht reagiren, das Ammoniak weniger 
löslich ist als in reinem Wasser (vgl. Roth 1897, Bbaün 1900). 
Die Verff. bestimmen, um die Anzahl gebundener Ammoniakmolekeln 
und die Natur der gebildeten Körper zu untersuchen, den Vertheilungs- 
coefficienten des Ammoniaks zwischen der Salzlösung und Chloro- 
form bei 20^ Da dieser für reines Wasser und Chloroform bei 
allen Temperaturen von der Concentration unabhängig ist, hat das 
Ammoniak in beiden Lösungsmitteln dasselbe Moleculargewicht. 



Dawson u. Cbab. 103 

Ist der Vertheilangscogfßcient für eine Salzlösung grösser, so kann 
man die Anzahl der gebundenen Ammoniakmolekeln berechnen, 
unter der Annahme, dass der Vertheilungscoefficient der ungebundenen 
Molekeln durch die Gegenwart des Salzes nicht geändert wird(?). 
Für eine Natriumsulfatlösung finden die YerfT. kleinere Yertheilungs- 
coefficienten als für reines Wasser; die fiir Stickstoff, Stickoxydul 
und Wasserstoff gültige empirische Gleichung: Differenz der Lös. 
lichkeiten in Wasser und Salzlösung dividirt durch die Normalität 
zur Vj Potenz erhoben = canst,^ gilt auch für die Vertheilungs- 
coefßcienten von Ammoniak: 

YertheilangscoefficieDt 1 30® 23,2 « — a' 



für H,0 undOhloro- > 25* 24,9 | 

fonn J 20® 26,3 

0,1 Aeq.-n Nag804. ... 20® 25,5 5,8 

0,2 , , .... 20® 25,0 6,0 

0,4 , „ .... 20® 24,3 5,9. 

Für 0,4 bis 0,05 normale Lösungen von Eupfersulfat und Chlorid, 
ZiDksalfat, Cadmiumjodid und Nickelsulfat ergeben sich unter ein- 
auder fast gleiche Resultate. Für gleich concentrirte Salzlösungen 
nimmt der Yertheilungscoefßcient des Ammoniaks mit steigender 
Ammoniakmenge ab, fiir verschieden concentrirte Salzlösungen nimmt 
er mit steigender Concentration des Salzes zu. Für alle Schwer- 
metalllösungen ist er grösser als für Wasser. Erhöhung der Zahl 
der Anionen (z. B. durch Hinzufügung von Natriumsulfat zur Kupfer- 
sol&tlÖBung) verändert den Yertheilungscoefficienten nur wenig, 
nicht mehr als bei reinem Wasser. Zusatz von Calciumohlorid zum 
Wasser erhöht den Vertheilungscoäfücienten nur wenig. 

Bei grossem Ammoniaküberschuss nähert sich die Anzahl der 
pro Salzmolecül gebundenen Ammoniakmolekeln der Zahl 4, fällt 
aber langsam mit abnehmender Ammoniakmenge und Salzmenge 
(kleioster beobachteter Werth 3,14). Zusatz von Natriumsulfat 
üidert die Zahl der von einer Molekel Kupfersulfat gebundenen 
Ammoniakmolekeln absolut nicht. Die bei der Verdünnung der 
LOsuDg eintretende Dissociation der coraplexen Verbindung kann 
tiso nicht, wie bisher angenommen wurde, ausschliesslich die Ionen 
Cu4NHs rad SO4 liefern. 

Losungen von Kupferoxyd in Ammoniak haben dasselbe Aus- 
sehen wie solche von Kupferammoniaksulfat und geben beim Ver- 
dannen denselben Niederschlag, doch bindet das Oxyd nicht vier, 
sondern höchstens zwei Ammoniakmolekeln; auch dieser Oomplex 
dissociirt beim Verdünnen. 



104 3. Physikalische Chemie. 

In KnpfersuIfatlÖBungen entsteht bei Zusatz von Ammoniak 

wahrscheinlich zunächst die lösliche Base [Cn . 2 N H3] (O H)2 , die 

durch Addition von (NH4)aS04 in das Salz [Cu4NH8]s7)4 über- 
geht Beide Complexe existiren und dissociiren neben einander. Durch 
diese Annahme erklären sich alle physikalischen und chemischen 
Eigenschaften der Lösungen. 

Bei 250 finden die Verff. dieselben Verhältnisse wie bei 20«. 
W, Ä, R. 

T. Mabtik Lowby and John H. West. The persulphuric acids. 
Joum. Chem. Soc. 77, 950—961, 1900 t. 
Die Verff. wiederholen und erweitem Bebthblot's Beob- 
achtungen über die Umsetzung zwischen Wasserstoffsuperoxyd und 
Schwefelsäure. Die Reactionsproducte sind Ueberschwefelsäuren von 
verschiedener Zusammensetzung (H2 Oj + 1 S O3 , Hj Oj + 2 S Os, 
und Ha Oa -j- 4 S O4 ?). Bbbthelot bemerkt, dass kein Gleich- 
gewicht zwischen der Menge Wasserstoffsuperoxyd und „Ueber- 
schwefelsäure^ besteht Verff. weisen die Irrigkeit dieser Bemerkung 
nach. Unter constanten Bedingungen ist das Verhältniss Wasser- 
stoffsuperoxyd : Ueberschwefelsäure nur von dem Verhältniss Wasser: 
Schwefelsäure abhängig und das Mengenverhältniss der Superoxyde 
ist von der Bereitungsart (Elektrolyse starker Schwefelsäure oder 
Mischung von Wasserstoffsuperoxyd und Schwefelsäure oder Oxy- 
dation der Schwefelsäure mittels Ammoniumpersulfat) vollkommen 
unabhängig. Das Wasserstoffsuperoxyd wird mittels Permanganat, 
dann die „Ueberschwefelsäure" mittels ^errosalz bestimmt (titri- 
metrisch verfolgte Reduction); das Verhältniss von Schwefelsäure 
und Wasser wird nach den Tabellen von Mabshall aus Dichte- 
bestimmungen abgeleitet Alle Zahlen beziehen sich auf 18^; doch 
scheint die Temperatur keinen grossen Eiufluss auf das Gleich- 
gewicht zu haben. Das Gleichgewicht stellt sich in starken Schwefel- 
säuren am schnellsten und sichersten her. 



Zasammensetzung der Schwefelsäure 

H.SO^.HjO 92 

H,804.2H,0 46 

H.SO^.SH^O 17 

H,804.4H,0 7 



Procent des gesammten activen Sauer- 
stoffs sind in Form von „Ueberschwefel- 
säure** vorhanden. 



Sei Ci die relative moleculare Concentration der „Ueberschwefel- 
säure^, Ca die des Wasserstoffsuperoxyds, C3 die der Schwefelsäure, 
C4 die des Wassers. Geht die Reaction nach der Gleichung vor 



LOWRT U. WB8T. FOOTB. 



105 



sich: H,Oa + HaSO* = HjSOj + H^O, so muss ^ = Je — 

Ca C4 

gem. Ist die ReactionsgleichuDg : H^O^ + 2H5SO4 = HjSjOg 

-[- 2HsO (Bbbthsllot, Mabshall u. A.), bo muss nach dem Massen- 

wirkongsgesetz — = Ä (~) »ein. Gilt die Gleichung: H^Oa 

+ iHjSO^ = HaS4 0a4 + 4HaO, so muss — = k (-^Y sein. 

Ca \C4/ 

Das letztere trifft annähernd zu. Am b.esten stellen sich die Resultate 

durch die Gleichung dar: -^ = 0,63 (^V + 10,96 {^\\ Die 

__ c 

nach dieser Gleichung berechneten Werthe von — weichen von 

den beobachteten im Mittel um ^/s Proc. ab. Daraus folgt, dass 
die aus ihren beständigen Alkalisalzen bekannte Ueberschwefelsäure 
HjSaOa nur in relativ geringen Mengen entsteht und die von 
Babtsb und Villiobb vermuthete Säure Ua S O5 fast gar nicht, meist 
die bislang unbekannte Säure HaS4 0i4, die indessen nicht isolirt 
werden konnte. 



Zusammensetzung der 
Schwefelsäure 



Proc. H,Og HjSgOa H« 840,4 

Berechnet auf die Oesammtmenge des 
activen Sauerstoffs 



7.9 


5,0 


87,1 


29,2 


8,1 


62.7 


53,9 


8,6 


37,5 


74.2 . 


7.1 


18,7 


88,8 


4,6 


6,6 


94.4 


3.0 


2,6 


98.0 


1,4 


0,6 



H,804.1 H,0 

n 1,5 „ 

« 1.99 „ 

, 2,57 „ 

» 3,49 . 

. M7 , 

. 6,46 „ 



Dass in verschieden starken Schwefelsäuren verschiedene Mengen 
zweier XJeberschwefelsäuren vorhanden sind, konnte qualitativ aus 
der Reaction zwiäiohen Anilin und den Salzen der „Ueberschwefel- 
säure^ geschlossen werden. Die Elektrolyse von Lösungen der 
Schwefelsäure und der sauren schwefelsauren Salze fuhrt also zu 
wesentlich verschiedenen Producten. W, A. JR. 



H. W. FooTB. Ueber die physikalisch -chemischen Beziehungen 
zwischen Aragonit und Calcit ZS. f. phys. Chem. 83, 740—759, 1900 t. 



106 3. PbysikaliBche Ohemie. 

Existiren von demselben Körper mehrere Modificationen, so ist 
die unbeständigste die löslichste. Kommt der Körper zur Aus- 
scheidung, so pflegt er zuerst nicht in der beständigsten Modi- 
lication aufzutreten (Niederschläge sind oft Anfangs amorph, werden 
erst später krystallinisch). Kohlbaüsgh und Rosb fanden durch 
Messung des Leitvermögens gesättigter Lösungen, dass der Galcit 
von allen Calciumcarbonatmodificationen am schwersten löslich ist 
Entsteht Calciumcarbonat in einer Lösung durch Fällung, so ist 
der Niederschlag, heiss gefallt, Aragonit, kalt geföllt, amorph und 
geht erst später in Calcit.über. Diese Thatsachen legen den Schluss 
nahe, dass Aragonit unbeständiger als Calcit ist. Der Verf. er- 
härtet den Schluss durch neue Belege. Er schüttelt natürlichen 
Aragonit und natürlichen oder durch Glühen aus Aragonit dar- 
gestellten Calcit mit normaler Kaliumoxalatlösung resp. Calcium- 
oxalat unter Zusatz von wenig Calcit mit normaler Kaliumcarbonat- 
lösung bei verschiedenen Temperaturen. Die beiden Umsetzungen 
mit Calcit fahren zu demselben chemischen Gleichgewicht Durch 
Titration der aus der Lösung verschwundenen Oxalsäuremenge lässt 

• u j TT i_.^i. . Concentration der COs-Ionen rr , . i.^ /. ^ 

sich das Verhältniss — -. ^ ^ ^^ ^ = K leicht fest- 

Concentration der C2 04-Ionen 

steinen. Das K ist fär beide Mineralien verschieden; das Verhältniss 
^p . ist den Löslichkeiten direct proportional. 

XArag. 

XCalc. 

25« 1,35 

49,7» 1,365 

59* 1,24 

Femer wurden nach der Leitfahigkeitsmethode die Löslichkeiten 
beider Mineralien — in Form von Bicarbonaten — in mit Kohlen- 
säure gesättigtem Wasser bestimmt. Die Löslichkeiten sind von 
der Grössenordnung Ig/Ltr., so dass die Leitfähigkeiten und Ijös- 
lichkeiten merklich parallel laufen. Die Dissociation der gelösten 
freien Kohlensäure wird durch das Bicarbonat sehr stark zurück- 
gedrängt 

Leitv. Arag. 
Leity. Calc. 

8® 1,147 

25® 1,130 

41« 1,124 

48® 1,115. 



GOODWIN U. GSOVBB. 107 

Die Umwandlungstemperatur, wo die Lösliohkeiten gleich werden, 
liegt also über den untersuchten Temperaturen. Bis zu 1000® ist 
— allerdings unter stark erhöhtem Druck — die Umwandlung des 
Aragonits in Calcit beobachtet worden. Verf. glaubt, dass der 
Calcit bis zu seiner Schmelztemperatur bei Atmosphärendruck be- 
standiger als Aragonit ist. Verf. schätzt, dass durch etwa 4 Atm. 
Druckerhöhung die Umwandlungstemperatur um 1^ erniedrigt wird. 
Aus der van't Hopr'schen Formel für den Temperaturcoefficienten 
der Löslichkeit ergiebt sich die Umwandlungswärme bei Zimmer- 
temperatur zu etwa -\- 0,38 Cal. pro Grammmolecül. — Calcitpara- 
morphosen nach Aragonit kommen vor, das Umgekehrte ist — 
wenigstens direct und unter den gewöhnlichen Bedingungen — 
theoretisch unmöglich und auch nicht mit Sicherheit constatirt. Dass 
der Aragonit an sich so häufig ist, trotzdem er eine metastabile 
Modification ist, liegt an seiner grossen Erystallisations- und kleinen 
ümwandlungsgeschwindigkeit. 

Es lässt sich leicht ableiten, dass zwischen den Löslichkeiten 
der Mineralien in der Oxalat- und der Bicarbonatlösung ein Zu- 
sammenhang besteht: 

CoDceptration der Ca-Ioneli (Arag.) X Oonoentration der HCOg-Ionen (Arag.) 
Goncentration der Ga-Ionen (Galc.) X Concentration der HGOg-Ionen (Galc.) 

Leitv. (Arag.y K Ara g. 

~" Leitv. (Calo.)* "" j: Galc. * 

Die dritte Potenz würde gelten, wenn das Bicarbonat vollkommen 
disBocürt wäre. Verf. setzt statt 3 den Exponenten 2,66 ein (würde 
aher mit dem Exponenten 3 eine bessere Uebereinstimmung erhalten): 

Absolute Werthe 





l/l?Arag. 
f KCalc. 


Leitv. Arag. 
Leitv. Galc. 


Leitv. Arag. Leitv. Galc. 




(absolute Einheit X 10») 


25* . 


. . . 1,124 


1,130 


1,682 1,489 


«• . 


. . . 1,147 


1,124 


1,737 1,546 


4«» . 


. . . 1,131 


1,115 


1,697 1,522 

W. A. B. 



H. M. GooDWiN and F. W. Gboveb. The effect of temperature, 

of GoUoidal ferric hydrate, and of a magnetic field on the hydro- 

lysis of ferric Chloride. The Phys. Rev. 11, 193—214, 1900 t. Techn. 

Quart 13, 327—347, 1900. 

Fortsetzung und Erweiterung einer Arbeit von Goodwin (The 

Phys. Rev. 9, 251 ff., 1896). Damals wurde nur bei 25« gearbeitet, 

jetzt ausserdem bei und 15 ^ Das Leitvermögen der „FeCls-Lö- 

sangen", das die Yerff. mit Tauchelektroden messen, wird im An- 



108 3. Physikalische Chemie. 

sohluss an die vorige Arbeit in reciproken Siemenseinheiten an- 
gegeben. Wie früher findet sich, dass die Hydrolyse in den con- 
centrirteren Lösungen (Maximum 0,0075 Aequ.-n) weit langsamer 
fortschreitet als in den verdünnten (Minimum 0,00015 Aequ.-n). 
In den concentrirteren Lösungen setzt die Hydrolyse erst nach 
einiger Zeit ein; bei 25<^ konnte diese Verzögerung nur bei der 
concentrirtesten Lösung constatirt werden, bei 15^ schon bei einer 
0,001 333 n-Lösung, die bei 0® sogar einen ganzen Tag unverändert 
bleibt Eine Erniedrigung der Temperatur von 25 auf 15® verzögert 
die Hydrolyse ebenso stark wie eine Erhöhung der Concentration 
auf den dreifachen Werth; die Erniedrigung auf 0^ wirkt wie eine 
Erhöhung der Concentration auf den 15- bis 20fachen Werth. Das 
Trübwerden der Lösungen (durch Bildung von Oxychlorid) wird 
bei 0^ ganz verhindert. 

Die Verzögerung und spätere Zunahme der Hydrolyse wird 
auf einen beschleunigenden (katalytischen) Einfiuss des gebildeten 
Fe(0H)8 auf die Hydrolyse erklärt. Zusatz von einer colloidalen 
Lösung des GBAHAM'schen „löslichen" Fe(OH)s erhöht die Reactions- 
geschwindigkeit ungefähr proportional der zugesetzten Menge. 

Ein starkes elektrisches Feld kann manche chemische Reactionen 
modificiren; die Entstehung des Hydroxydes verringert den Para- 
magnetismus der Eisenchloridlösung erheblich ; doch ist Magnetismus 
auf den Gang der Hydrolyse vollkommen ohne Einfluss (untersucht 
bei 33^ an einer 0,004 Aequ.- »-Lösung in einem Magnetfelde von 
etwa 1850 Kraftlinien pro Cubikcentimeter). W. Ä. R, 



Cabl Eüllobbn. Om metallsalters hydrolys. Bihang Sv. Vet. Ak. 
Handl. 25, Abth. H, Nr. 2, 34 S., 1899 t. 

Für die Salze schwacher Basen, welche durch die OH -Ionen 
des Wassers nach der Gleichung zersetzt werden: Salz + Wasser 
^I^ Base + Säure, muss der Grad der Hydrolyse, wenn das Sah 
nur zu einem kleinen Bruchtheil hydrolysirt ist, der Quadratwurzel 
aus der Verdünnung proportional sein (Abbhenius). Verf. bestimmt 
für Lösungen von Aluminium-, Cadmium-, Magnesiumchlorid und 
Nitrat und von Zink- und Bleinitrat den Grad der Hydrolyse bei 
verschiedenen Concentrationen und Temperaturen. Er invertirt mil 
den Salzlösungen Rohrzucker bei 85 und 100<) und bestimmt cU( 
invertirte Menge polarimetrisch bei 20^. Das Inversionsvermöger 
einer Lösung ist nach Tbbvob und Palmabb der Concentratioi 
der H-Ionen proportional, so lange dieselbe unter ^/\qq normal bleibt 
Das ist hier stets der Fall. Bei hoher Temperatur hat das Wassei 



KüLLORBN. 109 

selbst ein geriDges Inversionsvermögen, auch wenn es von 00^ und 
anderen Verunreinigungen sorgfältig gereinigt ist (Leitvermögen 
des benutzten Wassers 2 bis 3 x 10~^). Die Inversion ist dem 
Leitvermögen nicht proportional. Verf. bestimmt neben jedem Ver- 
goob mit Salzlösung das Inversionsvermögen des reinen Wassers; 
es ist fast stets gegen dasjenige der Lösung zu vernachlässigen 
und Verf. bringt daher keine Correctur an. Zusatz von Neutralsaizen 
erhöbt das Inversionsvermögen des Wassers; diese Erhöhung ist 
nach Abbhenius der Salzmenge fast proportional und von der 
Temperatur unabhängig, pro 0,4 Aequ. Salz 25 Proc. der Inversions- 
constanten. Diese Correction bringt Verf. bei den Lösungen, welche 
stärker als ^/s äqu.-norm. sind, an. Nach Abbhbniüs steigt das In- 
Tersionsvermögen der H-Ionen mit der Temperatur nach der Gleichung: 

12810 ^^. 

Verf. findet bei seinen Temperaturen (85 und 100<)) mit organischen 
Sauren als Constante 11880 und demgemäss 

^^ = 3,78. 

C860 

Wenn sich also far die Metallsalzlösungen eine höhere Constante 
ergiebt, so steigt die Hydrolyse mit der Temperatur. Aus der In- 
TersioDSConstante c und der Verdünnung v kann man den hydroly- 
8irten Procentsatz p nach der Formel berechnen : 

_ et;. 100 
^~ 17,92 

Verf. findet keine constanten Zahlen für die Inversionsconstante, 
sondern ein starkes Anwachsen mit der Dauer des Versuches. Um 
vergleichbare 2iahlen zu erhalten, bestimmt Verf. durch graphische 
Interpolation, welche Constante dem Fall entspricht, dass etwa ein 
Drittel der Zuckermenge invertirt ist Bei höheren Temperaturen 
und Goncentrationen ist die Constanz relativ besser, für das am 
stärksten hydrolysirte Aluminiumchlorid ist die Constanz gut. Chloride 
und Nitrate sind etwa im gleichen Grade hydrolysirt, nur beim 
Cadminm ist das Chlorid doppelt so stark zerfallen als das Nitrat. 
Die Hydrolyse wächst mit der Temperatur, und zwar um so schneller, 
je stärker das Salz zerfallen ist. Für ein und dasselbe Salz ist 

ziemlich constant. Nur bei den am stärksten hydrolysirten 

Salzen ist der Grad der Hydrolyse der halben Potenz der Ver- 



110 



3. PhyaikaliBche Chemie. 



dünnuDg ungefähr proportional. Die Resultate des Verf. stehen 
mit denen von Long, Lbt u. A. in ziemlich guter l^ebereinstimmung. 

















Procente 






C86«X106 


Oorr. 


C10O0XIO6 


Oorr. 


ClOO» 
C860 


hydrolysirt 
bei 100® 


V.Aequ.. 


n CdCl, . . 


36,1 


27,5 


160 


121,9 


4,43 


0,0136 


V. - 


Cd (NO,)« . 


19,0 


14,5 


87.1 


66,2 


4,57 


0,0074 


V. . 


MgCl. . . 


18,3 


13,9 


79,8 


60,8 


4,45 


0,0068 


V. n 


Mg(NO,), . 


22,6 


17,2 


91,9 


70,0 


4,07 


0,0078 


V4 . 


Mg(NO,). . 


19,2 


16,6 


77,1 


66,7 


4,02 


0,0149 


Vs , 


Mg(NO.),. 


12,4 


11,5 


51,4 


47,7 


4,15 


0,0213 


V. n 


Zn(NOJ,. 


73,8 


56,2 


396 


302 


5,39 


0,0337 


V4 . 


Zn(NO,), . 


43,6 


37,7 


219 


189 


5,01 


. 0,0422 


V. . 


Zn(NO,).. 


32,4 


30.1 


171 


156,8 


5,21 


0,0700 


V. « 


Ph(NOJ, . 


228 


174 


1147 


874 


5,02 


0,0975 


V« „ 


Pb(NOJ, . 


— 


— 


416 


— 


— 


0,464 


%• « 


Pb(NOJ, . 


— 


— 


324 


— 


— 


0,723 


y« » 


PbCNO»), . 


— 


— 


281 


— 


— 


0,255 


Vm » 


Pb(NO,), . 


— 


— 


176 


— 


— 


1,571 


V4 . 


AlCl, . . . 


3158 


2150 


-— 


— 


— 


— 


V40 n 


AlClg. . . 


— 


— 


6200 


— 


— 


4,613 


Vso « 


AlClg. . . 


— 


— 


4404 


— 


— 


6,554 


•A«o » 


AlCl». . . 


550 


— 


3504 


— 


6,55 


10,54 


% „ 


A1(N0.), . 


3214 


2179 


— 


— 


— 


— 


%•• . 


A1(N0,), . 


500 


— 


3394 


— 


6,79 


10,09 



Eine V2 Aequ.-n- Lösung von AICI3 wird 
lysirt sein. Die Arbeit wird fortgesetzt. 



zu etwa 1,3 Proc. hydro- 
W. A. 12. 



Edmund F. Mondy. The action of water upon glass. Nature 62, 

246, 1900. • 

Verfasser, Astronom in Indien, hat mehrfach beobachtet, dass 
die innere Nähe der convexen Crownglaslinse in achromatischen 
Systemen blind wurde, während die anliegende Concavlinse und die 
äussere Nähe der Crownlinse klar blieb. Verf. zeigt, dass sich aus 
der überaus feuchten Luft Wasser auf dem hygroskopischen Glase 
niedergeschlagen und durch Capillarwirkung zwischen den beiden 
Glasflächen angesammelt hat. Bei der lang andauernden hohen 
Temperatur löst das Wasser etwas Glas auf. Doch scheinen nicht 
alle Sorten Crownglas so angreifbar zu sein. W. A. J?. 



A. P. Saünders. The allotropic forms of selenium. Joum. phys. 
Chem. 4, 423—513, 1900 t. 



MONDY. 8AXJNDEB8. 1 1 1 

Die sehr ausführliche Arbeit enthält eine vollständige Zusammen- 
stelluDg der Arbeiten, die sich auf das Element Selen beziehen und 
eipe TTebersicht über die verschiedensten physikalischen Constanten 
des Elementes. 

Es giebt drei allotrope Modificationen, „flüssiges^, rothes kry- 
stallinisches und graues krystallinisches oder metallisches Selen. 
Das „flüssige*' kann glasig, amorph und als lösliches Selen auftreten. 
Diese Erscheinungsformen unterscheiden sich nur durch die Feinheit 
der Yertheilung. Das sogenannte lösliche Selen bildet nur feine 
Suspensionen, keine wirklichen Lösungen. Das Selen ist oberhalb 
220^ eine Flüssigkeit, die beim Abkühlen zäh wird und erst gegen 
30 bis 40^ glasig hart ist. Den von Lehmann beobachteten doppelten 
Schmelzpunkt, an den Tammann weitgehende theoretische Folgerungen 
knüpfte, hat der Verf. nicht wieder beobachten können. Die flüssige 
Form ist nur oberhalb des Schmelzpunktes 217® stabil, unterhalb 
geht sie, namentlich bei langsamem Abkühlen und bei Gegenwart 
von Flüssigkeiten, die etwas auflösen können, in die stabile metallische 
Form — unter Contraction — über. Unterhalb von etwa 80® ist 
die Umwandlungsgeschwindigkeit gering. Zufällig hatte man den 
Beginn der Umwandlung öfters bei 96 bis 97® beobachtet, doch ist 
dies keine irgendwie ausgezeichnete Temperatur. Die Umwandlung 
ist irreversibel. Verf. verfolgt sie dilatometrisch. Belichtung ist 
ohne Einfluss. Beobachtungen von Siemens n. A. über die Leit- 
fähigkeit des belichteten metallischen Selens hatten die Möglichkeit 
nahe gelegt, dass im Sonnenlicht bei etwa 160® eine Veränderung 
mit dem Selen vorgeht Dilatometrisch ist nichts dergleichen nach- 
zuweisen. Zwischen 60 und 210® zeigt sich keinerlei Unregelmässig- 
keit; die von einigen Autoren bei 100® angenommene graue Modi- 
fication ist mit der metallischen identisch. Bei schneller Erhitzung 
kann man die Umwandlung der glasigen Modification in die metallische 
bis etwa 185® hintanhalten. Bei gewöhnlicher Temperatur ist 
glasiges Selen beliebig lange existenzfähig. Führt man es durch 
Erhitzen fQr sich in metallisches Selen über, so ist die Umwandlung 
selten ganz vollständig. Amorphes Selen ist in etwas über 1000 Thln. 
Schwefelkohlenstoff mit rother Farbe löslich, und in dem an sich 
unldslichen metallischen Selen ist immer ein wenig lösliches ent- 
halten. 

Das amorphe geht beim Behandeln mit Schwefelkohlenstoff 
namentlich am Licht oberflächlich in die rothe krystallinische Form 
über, die schwerer löslich ist Aehnlich wirken Alkohol, Benzol 
und Chloroform. Andere Flüssigkeiten wie Wasser und einige Salz- 



112 3. Physikalisclie Chemie. 

lösongen wandeln das amorphe Selen gar nicht oder nur sehr 
langsam in das krystallinische um. Manche Substanzen mit einem 
Stickstoffatom im Kohlenstoffring oder sonst im Molecül wie Chinolin, 
Anilin, Pyridin etc. führen es in das metallische über. 

Von der rothen krystaliinischen Modification scheinen zwei 
krystallographisch verschiedene Formen zu ezistiren. Directe Ver- 
wandlung der amorphen Form in die rothe krystallinische ist nicht 
beobachtet worden. Die rothe Form scheint bei 170 bis 180® einen 
instabilen Schmelzpunkt zu haben. Versuche über die Umwandlung 
von amorphem Selen in rothes und von rothem in metallisches stellt 
der Verf. nicht an. 

Die Angaben über die Umwandlungswärme von flüssigem Selen 
in metallisches schwanken zwischen 14 und 57 Cal.: 



ßpecifische Wärmen 


Amorphes 


Hetainsches Selen 


— 20 bis +10® 


0,0747 


0,0745 


+ 20 „ 50« 


0,107 


0,0840 


+ 20 „ 90« . 


0,103 


0,0820 


Speciflsches Gewicht 


Atoni- 




bei 18 big 25« 


▼olumen 




4,26 


18,6 


Amorphes 


4,28 


18,5 


Glasiges 


4,47 


17,7 


Bothes krystalUnisches 


4,80 


16,5 


Metallisches Selen. 



Zum Schluss giebt der Verf. ein ausfuhrliches Referat über 
die Arbeiten, die die elektrischen und speciell photoelektrischen 
Eigenschaften des Selens betreffen. W. A. B. 



Kabl Hbllwio. Ueber einige complexe Silbersalze. ZS. f. anorg. 
Chem. 25, 157—188, 1900 f. 

Die Abhandlung ist eine Illustration zu den Arbeiten von Abbog 
(ZS. f. Elektrochem. 6, 92—98, 1899) und Abbog und Bodl Ander 
(ZS. f. anorg. Chem. 20, 459—499, 1899; s. diese Ber. 55 [1], 
145—149, 1899/1900). 

Verf. untersucht besonders eingehend die complexen Salze, die 
durch Auflösen von Silberjodid in Silbemitratlösungen entstehen. 
Dass dabei Complexsalze entstehen, ist aus der auftretenden Siede- 
punktserniedrigung zu ersehen. Hauptsächlich wird das Salz AgsJ 
(^©3)2 (mit complexem Kation) gebildet Beim Elektrolysiren der 
Lösungen wächst die Concentration des AgJ an der Kathode. Der 
Dissociationsprocess ist, weil er stufenweise vor sich geht, etwas com- 
plicirt. Zuerst wird das Anion NO3 und das Kation AgjJNOs ab- 
gespalten, das dann weiter in Ag-Ionen, undissociiites AgNOs und 



Hellwio. Cohen. 113 

anlGslicbes Ag J zerfällt. Geht die erste Dissociation ebenso weit wie 
diejenige von AgNOs in gleioh concentrirter Lösung, so fuhrt das 
Massenwirknngsgesetz für eine gemeinsame Lösung von Doppelsalz 
und Silbemitrat zu folgendem Ausdruck, in dem die eingeklammerten 
Formeln die moleculare Concentration der Salze und a den Disso- 
ciationsgrad des Silbernitrats bedeutet: 

[AgNOs-2AgJ]3a2— ^^- 

Die Ck>nstanz der Zahlenwerthe ist ziemlich gut. 

Ausser diesem Doppelsalz existirt in verdünnteren Silbemitrat- 
Idsungen noch eines von der Formel AgaJ.NOs und in concen- 
trirteren vielleicht noch ein anderes nitratreicheres. 

Silberbromid und -chlorid neigen, weil ihre Anionen stärker 
sind, weniger zur Bildung complexer Kationen, Cyansiiber hat eine 
itärkere Neigung dazu. Die absolute Löslichkeit von Chlorsilber 
in Silbemitratlösungen ist grösser als die des Bromsilbers. Zieht 
man aber rationeller Weise das Yerhältniss Löslichkeit in Silber- 
nitratlösnng : Löslichkeit in reinem Wasser in Betracht, so rangiren 
die Haloide nach der Schwäche der Anionen (J, Br, Gl). 

Löst man die Silberhaloide in concentrirten Lösungen der gleich- 
ionigen Alkalisalze auf, so entstehen in verschiedenen Mengen Salze 
mit complexem Anion, von denen das Ealiumsilbercyanid [K{Ag 
(CN)]] das bekannteste ist. Cyansiiber ist am meisten löslich, dann 
folgen der Reihe nach Rhodan-, Jod-, Brom- und Chlorsilber, der 
Schwäche der Anionen entsprechend. W. A R. 



Eknst Cohbn. On the enantiotropy of tin (V). Proc. Acad. Amster- 
dam 3, 93—98, 1900 t.. 
Es hatte sich froher gezeigt, dass das Maximum der Um- 
wandlungsgeschwindigkeit von weissem Zinn in graues bei — 48® 
liegt, wenn man das Dilatometer mit einer alkoholischen Lösung 
von Pinksalz beschickt. Bei neuen Beobachtungen konnte kein 
Uaximam constatirt werden, wenn Pinksalz zugegen war, wohl aber 
wenn man reinen Alkohol als Indicatorflüssigkeit benutzte ( — 45®). 
Die Gegenwart des Zinnsalzes beeinflusst nicht allein die Geschwindig- 
keit der Umsetzung, sondern verschiebt auch die Temperatur der 
mazimalen Geschwindigkeit Denselben Einfluss hat eine mehrmalige 
Hin- und Zurückverwandlung. Aehnliche complicirte Erscheinun- 
gen hatte Gbbnbz (Joum. de phys. 1885, 349 fr.) beim Schwefel 
beobachtet (geschmolzener Schwefel — ► rhombischer Schwefel). 
Beim Zinn lassen sich die Erscheinungen besser und auf verschie- 

rnlMlir. d. Phys. LVI. 1. Abth. g 



114 3. Physikaliflclie Chemie. 

dene Weisen verfolgen (dilatometrisch und elektrometrisoh). Läfist 
man die Reaction längere Zeit bei Temperaturen unterhalb des 
Umwandlungspunktes vor sich gehen, so wird die TJmwandlungs- 
gesch windigkeit immer grösser, obwohl die active Masse stark ab- 
nimmt. Vergleichbare Resultate erhält man nur mit Proben, welche 
die gleiche „Vorgeschichte" haben. W. A. R, 



Ebnst Cohen. Physikalisch - chemische Studien am Zinn. Dritte 
Mittheilung. Z8. f. phys. Chem. 35, 588—597, 1900t. 

Die öfters ausgesprochene Meinung, dass nur gegossenes Block- 
zinn, nicht aber gewalztes Zinn von der „Zinnpest" afficirt werden 
kann, ist irrig; der Zerfall kann unterhalb von 20® bei jedem Zinn 
eintreten und ist stets reversibel. Erschütterung scheint die Um- 
wandlung nicht zu beschleunigen, wie man bei dem Zerfall von 
Orgelpfeifen angenommen hatte. Ein Stück weisses Zinn, das bei 
etwa -f- 10® während dreier Monate auf einer stetig in Schwingungen 
gehaltenen CHLADNi'schen Platte befestigt war, zeigte keine Spur 
von Umwandlung. 

Folgen Mittheilungen über die Umwandlungsgeschwindigkeiten 
bei verschiedenen Temperaturen etc. (s. vorstehendes Ref.). W.A.R 



Kabl Schaum. Erwiderung an Herrn Ebnst Cohen. ZS. f. phys. 
Chem. 32, 150—152, 1900 t. 
CoHBN hatte in einer Anmerkung zu einer Arbeit über die 
zwei Zinnmodificationen (ZS. f. phys. Chem. 30, 601—622, 1899) 
dem Verf. Missbrauch von Privatmittheilungen vorgeworfen. Verf 
wahrt seine Priorität und setzt sich mit Cohen persönlich sehr 
scharf aus einander. W. Ä. B. 

6. Bbbdig. Ueber colloidales Cadmium. ZS. f. phys. Chem. 32, 127 

—128, 1900 t. 

Wasserzersetzende Metalle, wie Cadmium und Zink, sind durch 
Reduction in wässerigen Lösungen nur schwer herzustellen, weil 
das Wasser schon durch das reducirende Reagens zersetzt werden 
kann. Durch Zerstäubung einer Cadmiumkathode im elektrischen 
Lichtbogen unter kaltem, luftfreiem Wasser (5 bis 10 Amp., 30 bis 
40 Volt) erhält man — nach dem Filtriren — eine braune colloi- 
dale Cadmium^lösung'', die unter Luftabschluss lange haltbar ist, 
aber sich schnell oxydirt, wenn Luft hinzutritt Bei Zusatz von 
Elektrolyten ändert sich die Farbe in Blaugrau und das Metall 



Cohen. Schaum. Bbbdig. db Bbuyn. Hardy. 115 

coagnlirt. Einmal wurde auch das Zinkcolloid auf dieselbe Methode 
gefaDden, das noch unbeständiger ist. 

Entsprechend seiner leichten Oxydirbarkeit und starken Licht- 
absorption hat KNOöiiAUOH (Arch. f. wissensch. Photogr. 1, 216) an 
dem 80 dargestellten CadmiumcoUoid sehr starke lichtelektrische 
Reaction erhalten. TT. Ä. JB. 

C. A. Lobby db Bbutk. Der physikalische Zustand von in Wasser 
unlöslichen Stoffen, die in einem gelatinösen Medium gebildet 
sind. Bec. trav. chim. des Pays-Bas 19, 236 — 249, 1900 f. [Chem. OentralbL 
1900, 2, 888— 889 t. 

Wenn bei chemischen Reactionen in gelatinirten Lösungen keine 
Niederschläge auftreten, so liegt das nur daran, dass die gebildeten 
unlöslichen Stoffe in den Gelatinelösungen länger als in reinem 
Wasser in coUoidalem Zustande erhalten bleiben. Verf. stellt all 
die bekannten coUoidalen Lösungen Ag (Silbernitrat wird durch die 
5- bis lOproc. Gelatinelösung selbst reducirt). Au, AgaCr04 (Doppel- 
cyanide, Sulfide, Hydroxyde etc.) in gelatinösen Medien dar. CoUoi- 
daler (sogenannter „wasserlöslicher^) Schwefel entsteht leicht, wenn 
man gelatinöse Lösungen von unterschwefligsaurem Natron und 
Salzsäure unter Abkühlung zusammengiesst. Die Gelatine bleibt 
etwa eine viertel Stunde wasserhell. Bromsilber bleibt beim Her- 
stellen der photographischen Platten ebenfalls längere Zeit coUoidal 
und * unsichtbar. Bei der allmählich eintretenden Ausscheidung von 
AgBr wird die Platte empfindlicher, weil die Trübung das Licht 
absorbirt und zur chemischen Wirksamkeit bringt. Die Ansicht 
von LüTHSB, dass das ^Reifen ^ der Platte auf eine reducirende 
Wirkung der Gelatine (Subchloridbildung) zurückzufahren ist, wird 
dadurch widerlegt, dass das „Reifen^ durch Goncentrirung der Gela^ 
tine verlangsamt wird und dass AgBr, in gelatinöser Kieselsäure 
Bospendirt, wo also keine Reduction möglich ist, lichtempfindlicher 
ist als eine gereifte Gelatineplatte: In der Kieselsäuregallerte scheidet 
sich das AgBr sofort in grösseren Flöckchen ab als in Gelatine. 
Gelatinöse Suspensionen von AgCl sind sofort trübe, solche von 
AgJ bleiben am längsten durchsichtig. W. Ä. B. 



B. Habdt. On the mechanism of gelation in reversible coUoidal 

Systems. The Joum. of Phys. Chem. 4, 254—273, 1900 t. 

Verf. unterscheidet zwischen irreversiblen colloidalen Systemen, 

in denen das Colloid nach dem „Coaguliren" nicht wieder ein 

flHydrosol" werden kann, und reversiblen, in denen sich das Col- 

8* 



116 3. Physikaliflohe Chemie. 

loid — z. B. bei Temperatarschwankungen — ^absetzt*^, aber unter 
den alten Verhältnissen wieder eine coUoidale Lösung bildet. Er 
untersucht das temäre reversible System: Wasser, Gelatine, Alkohol, 
und das binäre Wasser — Agar. In dem temären Systeme haben 
die oonjugirten Phasen so verschiedenen Brechungsindex, dass es 
möglich ist, das Ausscheiden einer zweiten festen oder flüssigen 
Phase in den Einzelheiten zu verfolgen. Die Temperatur, bei der 
Trennung in zwei Schichten eintritt, steigt bei Alkohol- oder Gela- 
tinezusatz, fällt bei Wasserzusatz. Die Trennung geschieht mit einer 
wohldefinirten Fläche. Anfangs sind beide Phasen flüssig, bei wei- 
terem Abkühlen wird die eine fest. Im Einzelnen ist das Aussehen 
und die Alenge der abgeschiedenen Phasen von den Versuchs- 
bedingungen abhängig. — Das binäre System Agar — Wasser ent- 
hält nur drei Phasen, zwei Lösungen (resp. Hydrosol und Hydrogel) 
und Dampf, ist also monovariant; und die Zusammensetzung der 
Phasen sollte bei gegebener Temperatur constant sein. Das ist nicht 
der Fall, wohl weil der Ausgleich zwischen den Phasen sehr lang- 
sam vor sich geht.. Möglicher Weise ist die Trennungsschicht 
zwischen den beiden Lösungen nur fiir das Wasser durchlässig 
(System von zwei Lösungen mit semipermeabler Membran); dann 
würden in dem Systeme zwei verschiedene Drucke herrschen; und 
um constante Zusammensetzung der Phasen zu haben, müsste man 
ausser der Temperatur noch einen Druck festlegen. Auch die Form 
der gekrümmten Trennungsfläche kann von Einfluss sein. W. A. R. 



Max. Oxbr-Blom. Thierische Säfte und Gewebe in physikalisch- 
chemischer Beziehung. Arch. f. ges. PhysioL 79, 111 — 145, 1900 t. 

Der Aufsatz behandelt die elektrische Leitfähigkeit des Blutes 
und des Blutserums. Die Blutkörperchen leiten fast gar nicht, sie 
setzen die Leitfähigkeit des Blutes gegen die des Serums stark 
herab. Verf. multiplicirt die in absoluten Einheiten ausgedrückten 
Leitfähigkeitszahlen mit 10000. Die Leitfähigkeit von Rinderblut- 
serum und einigen pathologischen, serösen Producten bei 25<> be- 
trägt etwa 124 (116 bis 138), so viel wie die einer 0,7proc. („phy- 
siologischen^) Kochsalzlösung. Aus praktischen Gründen wird das 
Blutserum als 1- normal betrachtet und die auf diese Einheit be- 
zogenen Leitvermögen werden „physiologische Leitvermögen" ge- 
nannt. Für Rinderserum steigt diese Grösse bei der Verdünnung 
auf das 256 fache Volumen von 131 auf ca. 199 und wird dann 
fast constant. Bei deflbrinirtem Rinderblut ist die Steigung schneller 



Okeb-Blok. Walkbb u. Cobmaok. 117 

(?on 63 auf ca. 170), und es wird noch keine Constanz erreicht. 
Bei der 20 fachen Verdünnung von Blut und der phyfiiologiechen 
Kochsalzlösung werden die Leitvermögen beider Flüssigkeiten gleich, 
während das Blut in unverdünntem Zustande nur halb so gut leitete. 
Nimmt man an, dass die leitenden Bestandtheile bei der Verdünnung 
aaf das 500 fache Volumen vollständig dissociirt sind, so berechnet 

sich der Dissociationsgrad (bei 25®) aus -= — für unverdünntes Se- 

nim zu 65 Proc., für unverdünntes Blut zu 84 Proc. Dass das 
Leitvermögen stärker ansteigt als für entsprechende Natriumchlorid- 
lösungen, erklärt der Verf. durch das Vorhandensein von Natrium- 
carbonat, das hydrolytisch in die besser leitenden Substanzen Bi* 
carbonat und Hydroxyd zerfällt. Beim Blute tritt beim Verdünnen 
immer mehr Salz aus den Blutkörperchen in das Serum über und 
betheiligt sich an der Stromleitung; daher das besonders starke 
Anwachsen der physiologischen Leitfähigkeit beim Verdünnen. Dass 
das Volumen der fast nur als Hemmniss wirkenden Blutkörperchen 
beim Verdünnen ein wenig wächst, beein6usst das Leitvermögen 
nicht so stark wie der ansteigende Salzgehalt und Dissociationsgrad. 
Man rechnet, dass in normalem Blut die Blutkörperchen ca. 45 Proc. 
des Volumens einnehmen, doch reicht die Annahme nicht aus, um 
die schlechte Leitfähigkeit des Blutes zu erklären. Mischt man 
Blat und Serum in verschiedenen Verhältnissen, so ist das beob- 
achtete Leitvermögen stets 1 bis 2 Proc. kleiner als das nach der 
Mischnngsregel berechnete; dasselbe ist der Fall beim Mischen von 
Blut und 0,7 proc. Kochsalzlösung; beim Mischen von Serum und 
Kochsalzlösung hingegen stimmen die berechneten und beobachteten 
Werthe innerhalb der Fehlergrenzen überein. Die Anwesenheit der 
Blutkörperchen scheint also zu stören; ihre Vertheilung in der 
Flüssigkeit beeinflusst das Leitvermögen stark. Der Temperatur^ 
co^fficient von defibrinirtem Rinderblut steigt stark mit der Tempe- 
ratür; er ist zwischen 20® und 2b^ 1,41 Proc pro Grad, bei 35® 
bis 40<> 1,85 Proc. Arterielles und venöses Blut zeigen keinen 
Unterschied. Da sich die Elektrolyte der Blutkörperchen an der 
Stromleitung nur betheiligen, wenn sie in das Serum dlffundirt sind, 
kann man durch Leitfähigkeitsmessungen feststellen, ob und wie 
weit dem Blute zugesetzte Elektrolyte in die Eörperohen eindringen 
oder im Serum bleiben. W. A. B, 

J. Walksb and W. Cobhack. The dissociation constants of very 
weak acids. Joura. Chem. Boc. 77, 5~2l, 1900. 



118 3. PhysikaliBche Chemie. 

Ueber die relative Stärke einiger schwacher organischer Säuren, 
wie Kohlensäure, Cyanwasserstoffsäure, Schwefelwasserstoff und Bor- 
säure etc., liegen vergleichende Untersuchungen noch nicht vor und 
es haben daher Verfasser die Dissociationsconstanten dieser Säuren 
geprüft 

Folgende Tafel enthält die Dissociationsconstanten der unter- 
suchten Säuren. Die Constante der Essigsäure ist zum Vergleich 

mit angegeben worden: 

k X 10" 

Essigsäure 180000 

Kohlensäure 3040 

Schwefelwasserstoff 570 

Borsäure 17 

Cyanwasserstoffsäure 13 

Carholsäure 1,3 

Die relative Stärke dieser Säuren und im Vergleich zur Salzsäure 
und Essigsäure, für welch letztere beiden die Angaben von Kohi<- 
BAüSOH und HoLBOBN angefahrt werden, ergiebt die folgende 
Tabelle: 

Procentischer Dissociationsgrad in Vio-normaler Lösung: 

Balzsäure 91,4 

Essigsäure 1,30 

Kohlensäure 0,174 

Schwefelwasserstoff 0,075 

Borsäure 0,013 

Cyanwasserstoffsäure 0,011 

Carlx)l8äure 0,0037 Berjtl, 



R. Abbog. Ueber die Bedeutung hoher Dissociationswärmen. Phys. 

Z8. 1, 212—213, 1900. 

Nach den Untersuchungen von Güinohabd absorbirt 1 Mol. 
Violursäure beim Zerfall in Ionen 3700 cal. Diese hohe Dissocia- 
tionswärme wird wahrscheinlich bedingt durch intramoleculare che- 
mische Reactionen, welche die Molekel zur elektrolytischen Dissociation 
disponiren. So zeigt z. B. die am stärksten polymerisirte Substanz, 

das Wasser, die höchste bekannte Dissociationswärme von 13 000 cal. 

+ — 

Seiner Dissociation in H- und OH -Ionen muss also erst eine tief- 
greifende intramoleculare Reaction, nämlich die Depolymerisation 
der stark associirten Molekeln, vorangehen. Berju. 



J. Walkeb. Ueber die Beziehungen zwischen den Dissociations- 
constanten schwacher Säuren und der Hydrolyse ihrer Alkalisalze. 
ZS. f. phys. Chem. 32, 137—142, 1900. 



Absoo. Walkeb. Whbtman. Kahlekbsbo. 119 

Nach kurzer Besprechung früherer Untersuchungen über obige 
Beziehungen, deren Resultate besonders dadurch ungenau wurden, 
dass die Leitfähigkeit des Wassers noch nicht mit Genauigkeit be- 
stimmt war, theilt der Verf. seine eigenen Untersuchungsergebnisse 
mit Es wurden die Dissociationsconstanten von Säuren der in 
folgender Tabelle angeführten Salze bestimmt und hieraus die 
Hydrolyse ihrer Zehntelnormallösungen nach der von van Laab 
und yan't Hopp angegebenen Formel berechnet: 

Salz Hydrolyse 

Natriumacetat, GHaCOONa 0,008 Proc. 

Natrinmbicarbonat, NaHCOs 0,06 „ 

NatrinmsQlfhydrid, Na HS 0,14 , 

Natriummetaborat, NaBO, oder NaHsBO, .... 0,84 „ 

Natriamcyanid, NaCN 0,96 , 

Natrlumplienolat, CeH^ONa 3,0 „ 

Diese Zahlen sind in befriedigender Uebereinstimmung mit den 
Ergebnissen von Shibld (ZS. f. phys. Chem. 12, 167, 1893), welcher 
die Hydrolyse von Losungen einiger Salze aus der Verseifungs- 
geschwindigkeit des Aethylacetats bestimmt hat Berju, 

W. C. D. Whbtmak. Die Dissociation verdünnter Lösungen beim 
Gefrierpunkte. ZS. f. phys. Chem. 33, 344—352, 1900. 

Um besser vergleichbare Resultate für die Dissociation der 
£lektrolyte zu gewinnen, schlägt der Verfasser vor, diese bei dem 
Gefrierpunkte ihrer Lösungen zu bestimmen, und untersucht eine 
Anzahl Salze und Säuren auf ihre Leitfähigkeit bei ihrem Gefrier- 
punkte. Es wird eine genaue Beschreibung der Versuchsanordnung 
and der hierbei verwendeten Apparate gegeben. Die Widerstands« 
messongen wurden nach der Wechselstrommethode ausgeführt, aber 
das Telephon durch ein d'Absonvai« - Galvanometer ersetzt unter 
Benutzung eines sich drehenden Commutators, der gleichzeitig die 
Verbindung der Brücke mit der Batterie und mit dem Galvano* 
meter wechselte. Berju. 

L Eahlsi7bbbo. The relation of the taste of acid salts to their 
degree of dissociation. L Joum. phys. ehem. 4, 33 — 37, 533 — 537» 
1900. 

Untersuchungen über den Geschmack verdünnter Lösungen von 
Säuren haben zu der Annahme geführt, dass der saure Geschmack 
von den Wasserstoffionen herrühre und die Intensität desselben 
wesentlich von der Concentration der Wasserstoff ionen in der Lösung 
abhängig seL 



120 3. Physikalische Chemie. 

Der Verf. untersuchte von dein Standpunkte der DiBsooiations- 
theorie aus den Geschmack einer Anzahl saurer Natriumsalze zwei- 
basischer organischer Säuren, sowie den der sauren Salze der Citronen- 
säure. Es ergab diese Untersuchung, dass der saure Geschmack dieser 
Salze nicht ihren Wasserstoffionen zugeschrieben werden kann, da 
hierfür die Anzahl dieser zu gering ist Die undissociirten Molecüle 
und auch die zweiwerthigen Anionen sind in derartigen Lösungen 
in relativ sehr geringer Anzahl vorhanden, während reichlich 
Natriumionen und auch einwerthige Anionen von der allgemeinen 
Formel HAc anwesend sind. Da der saure Geschmack nicht durch 
Natriumionen hervorgerufen wird, muss dieser von den einwerthigen 
Anionen herrühren. Durch die elektrolytische Dissociationstheorie 
kann daher der saure Geschmack solcher Salze nicht ausreichend 
erklärt werden. Berju. 

J. J. Thomson. Ionisation of gases in an electric field. Philosoph. 
Soc. 5. Febr. 1900. [Nature 61, 458, 1900. 

Nach Ansicht des Verf. kommt die lonisirung eines Gases in 
einem elektrischen Felde dadurch zu Stande, dass in diesem bereits 
Ionen vorhanden sind. Diese Ionen bewegen sich durch Einwirkung 
der elektrischen Kraft und erlangen hierdurch Energie, welche die 
lonisirung des Gases bewirken kann. Es wird gezeigt, dass diese 
Theorie erklären kann, warum ein elektrisches Feld von bestimmter 
Stärke nöthig ist, um eine Entladung zu bewirken, warum eine 
dünnere Schicht eines Gases elektrisch stärker als eine dickere ist, 
und ferner, warum die elektrische Stärke sich mit dem Drucke des 
Gases bis zum kritischen Drucke vermindert, sowie viele Erschei- 
nungen, welche mit der Entladung durch Gase unter geringem 
Druck verbunden sind. Berju. 

A. MoBBLLO. Energie einiger in Mischungen von organischen 
Lösungsmitteln mit Wasser gelöster Säuren. Gazz. chim. ital. 30, 
1. Sem., 257—264, 1900. [BeibL 24, 1044, 1901. 

Bestimmungen der Inversionsgeschwindigkeit von Rohrzucker 
durch verschiedene in Mischungen von Methylalkohol oder von 
Aceton mit Wasser gelöste Säuren, sowie der elektrischen Leitfähig- 
keit dieser Lösungen hatten folgende Ergebnisse: 

Zusatz von Wasser zu Aceton erhöht die Dissociation der in 
letzterem gelösten Triohloressigsäure, welche in reinem Aceton fast 
gar nicht dissociirt ist, in ausserordentlichem Maasse ; dagegen bleibt 
Salzsäure wie im reinen Aceton, auch nach Zusatz von Wasser, 



Thomson. Mobello. Boüdoüabd. Bebthelot. 121 

schwach dissociirt. Die mittels der Zuokerinversion und mittels 
der elektrischen Leitfähigkeit gemessene Energie der Chlorwasser- 
stoffsäture und der Triohloressigsäure zeigt sich sowohl absolut als 
relativ ausserordentlich verschieden, ohne dass man in dem einen 
oder dem anderen Falle eine wirkliche Veränderung des Lösungs- 
mittels oder der gelösten Substanz angeben könnte ; dennoch ist die 
Ursache dieser Anomalien in den Beziehungen zwischen Lösungs- 
mittel und gelöster Substanz zu verrauthen. Berju. 



0. ßouDOüABD. Influence de la pression dans les ph^nom^nes 
d'^quilibres chimiques. 0. B. 131, 1204—1206, 1900. 

In einer vorhergehenden Abhandlung (C. R. 130, 132) zeigte 
der Verf^ dass die bei der reversiblen Reaction 2 CO "^""^ COj -\- C 
erhaltenen numerischen Resultate die von lb Chatelibb aufgestellte 
Formel: 

500 Ll—^ + NlnF + ?n ^\. = canst 
J J- c,.c, 

über das Gleichgewicht gasförmiger Systeme bei jeder Temperatur 
bestätigte. 

In vorliegender Abhandlung wird die Anwendbarkeit dieser 
Formel such fiir Drucke nachgewiesen, welche von dem Atmo- 
Bphärendrucke wesentlich abweichen. Berju. 



BiBTHBLOT. Sur Ics combinaisous du sulfure de carbon avec 
l'hydrog^ne et l'azote sous Tinfluence de Teffluve ^lectrique. Ann. 
chim. phys. (7) 19, 145—150, 1900. 

Unter der Einwirkung der elektrischen EfBuvien auf ein 6e- 
misoh von Wasserstoff und Schwefelkohlenstoff wurde ein Conden- 
sationsproduct gewonnen, dessen Zusammensetzung der Formel 
CaH|S4 entspricht. Bei 12,6 bis 26 Volt war nach der Einwirkung 
der Schwefelkohlenstoff -vollständig verschwunden. Die gleichen 
Benehnngen zeigte ein Gemisch von Wasserstoff, Argon und Schwefel- 
kohlenstoffgas. Wird die Tension des Stromes zu schwach, so ver- 
liofl die Condensatiön des Schwefelkohlenstoffs viel schneller als 
Beine Verbindung mit Wasserstoff. Im Gegensatz hierzu zeigte es 
sich, dass in einem Gemisch von Schwefelkohlenstoff und Stickstoff 
bei 25 Volt weniger Stickstoff absorbirt wurde als bei 12,1 Volt. 
Aehnlich verhält sich ein Gemisch von Argon und Stickstoff. Bei 
der Einwirkung von 100 Vol. Kohlenoxyd auf 60 Vol. Schwefel- 
kohlenstoff bei 6,3 Volt während zehn Stunden verblieben ausser 



122 3. Physikalische Chemie. 

EohleDsaare nur 3,5 Yol. CO. Der gelbe oondensirte Rückstand 
bildet ein Gemisch von eigen thümlichen Condensationsprodncten des 
Schwefelkohlenstoffs und des Eoblenoxyds. Berju. 



Bbbthxlot. Nonvelles observations relatives aox actions chirniques 
de la Inmiere, compar^es avec celles de l'effluve ^lectrique. Ann. 
chim. phys. (7) 19, 150—154, 1900. 

Zum Vergleich der chemischen Wirkung des Lichtes mit denen 
der elektrischen EMuvien wurden Schwefelkohlenstoff und Benzin 
für sich und in Gegenwart von Wasserstoff, Quecksilber und Argon 
dem diffusen und dem directen Sonnenlichte in zugeschmolzenen 
Glasröhren ein viertel Jahr hindurch ausgesetzt Unter diesen Be- 
dingungen wurden weder Wasserstoff noch Argon absorbirt Eine 
Bräunung des Quecksilbers wurde zwar constatirt, doch rührte diese 
von Spuren Schwefel her, durch welche das Benzin verunreinigt 
war. Die Zersetzung des Schwefelkohlenstoffs durch das directe 
Sonnenlicht hörte auf, sobald sich an den Wandungen der Glasröhre 
eine unlösliche Schicht abgeschieden hatte, welche bewirkte, dass 
innerhalb der Röhre nur diffuses Licht vorhanden war. Aus einem 
Gemisch, bestehend aus 100 Vol. Argon und 80 Vol. Schwefelkohlen- 
stoff waren nach einer Einwirkung eines gleichmässigen Stromes 
von 200 Volt unter Abschluss des directen Lichtes 60 Proc. 
Schwefelkohlenstoff verschwunden, während das Argon vollständig 
unverändert war. Berju. 

A. T. Lincoln. Physical reactions and the masslaw. Joum. phys. 
Chem. 4, 161—187, 1900 f. 

Verf. zeigt die Anwendbarkeit des Massewirkungsgesetzes auch 
für solche Erscheinungen, welche bisher als rein physikalische be- 
trachtet wurden, im Speciellen für die folgenden Reactionsclassen 
gelten: L Für zwei mischbare Flüssigkeiten und ein gemeinsames 
Lösungsmittel. 11. Für zwei partiell mischbare Flüssigkeiten und 
ein gemeinsames Lösungsmittel. IIL Für den Fall, dass eine der 
nicht mischbaren Flüssigkeiten durch eine feste Phase ersetzt wird. 
IV. Wenn beide nicht mischbaren Flüssigkeiten durch eine feste 
Phase ersetzt werden, d. h. durch gegenseitige Fällung beider Salze, 
und V. für die Fällung einer Flüssigkeit durch ein Salz. 

Für obige Fälle wurden Formeln abgeleitet und die Anwend- 
barkeit dieser unter Zugrundelegung vieler von anderen Forschern 
gegebenen Daten geprüft und für das System Wasser, Benzol, 
Alkohol die Formeln mit den von dem Verf. selbst ermittelten 



Berthblot. Lincoln, de Hemptinne. Böse. 123 

Venuchsdaten verglichen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen, 
sowie der Vergleich mit den Untersuchungen Anderer, welche dem 
Fall I entsprechen, zeigten eine gute Uebereinstimmung mit den 
abgeleiteten Formeln. Ob eine gleich gute Uebereinstimmung für 
die übrigen Fälle zu erzielen ist, muss noch durch weitere Unter- 
suchung geprüft werden. Berju, 

L DE Hbmptinne. Beeinflusst der Magnetismus chemische Re- 
actionen? ZS. f. phys. Chem. 34, 669—682, 1900. Bull. Belg. 1900, 
521— Ä42. 

Von den Aenderungen, welche die specifische Wärme eines 
Systems im magnetischen Felde erleidet, ausgehend, versuchte der 
Verf. auf Grund thermochemischer Betrachtungen den Einfluss des 
Magnetismus auf das chemische Gleichgewicht theoretisch zu be- 
stimmen und gelangte zu dem Ergebniss, dass dieser Einfluss zwar 
Torhanden, aber so gering ist, dass er durch Versuche nicht gezeigt 
werden kann. 

Der Einfluss des Magnetismus auf die Reactionsgeschwindigkeit 
wurde besonders von Lob an der Oxydation des FeS04 durch 
KCIO3 und der Reduction des Fe CI3 durch HJ studirt, doch 
konnte für keine der beiden Reactionen in einem Magnetfelde von 
10000 bis 18000 Einheiten irgend welcher Einfluss festgestellt 
werden, auch die Wiederholung der Versuche von Hubmuozbscu 
durch den Verf. führte zu dem gleichen negativen Ergebnisse. 

Um zu untersuchen, ob das Magnetfeld die Schnelligkeit einer 
nur im Lichte sich vollziehenden Reaction beeinflusse, bestimmte 
der Verfasser die Geschwindigkeit der Vereinigung von Chlor und 
Wasserstoff mittels des BuNSBN'schen Photometers. Doch zeigte 
sich auch hier, dass die Abweichungen zwischen den Zahlen, die 
innerhalb und ausserhalb des magnetischen Feldes gefunden wurden, 
noch nicht die Grösse der Versuchsfehler erreichten. Berju. 



J. C. Boss. De la gen^ralit^ des ph^nomenes moleculaires produites 
par l'electricit^ sur la matifere inorganique et sur la matifere 
vivante. Kapp, du congr. intern, de phys. 3, 561—585, 1900. 

Wird ein lebendes Muskelfragment elektrisch erregt, so deutet 
seine Verkürzung augenscheinlich auf eine moleculare Aenderung. 
Hört die Erregung auf, so nimmt die Muskel nach einiger Zeit ihre 
ursprüngliche Gestalt wieder an. Eine moleculare Aenderung in 
der Nervensubstanz durch elektrische Erregung lässt sich direct 



124 3. Physikalische Chemie. 

wie bei den Muskeln nicht nachweisen, doch indirect durch Be- 
stimmung der Aenderung des Leitwiderstandes. Verf. untersuchte 
nun, ob durch ähnliche Methoden auch in anorganischen Körpern 
eine durch elektrische Erregung bewirkte Aenderung der molecu- 
laren Anordnung sich nachweisen lasse und fand, dass auch diese 
durch kurz andauernde elektrische Bestrahlung ihre Leitfähigkeit 
ändern und hierauf wie die lebenden organischen Körper nach 
einiger Zeit die ursprüngliche Anordnung ihrer Molecüle dadurch 
anzeigen, dass ihre elektrische Leitfähigkeit die nämliche wird, wie 
sie vor der elektrischen Einwirkung war. Selbst in dünnen Metall- 
platten konnten mittels sehr empfindlicher Galvanometer analoge 
Vorgänge beobachtet werden. Nach wiederholter Bestrahlung (Super- 
position der Erregung) wurde beobachtet, dass die Rückkehr in 
die ursprüngliche moleculare Anordnung langsamer yon statten 
ging, eine Erscheinung, welche mit den Ermüdungserscheinungen 
lebender organischer Substanz grosse Aehnlichkeit besitzt. Durch 
eine grosse Anzahl Untersuchungen wurde allgemein der Nachweis 
gefuhrt, dass überhaupt die elektrische Einwirkung auf organische 
oder anorganische Körper nur graduelle Unterschiede bewirke. 

Berjtt. 

L. Ebbeba. Magnetism and atomic weight Bull. Boy. Acad. Belg. 
1900, 152—161. [Joum. Chem. Soo. 80, Ahstr. 2, 83, 1901. 
Der Verf. bespricht die Abhandlungen von König sbbbgbb 
(Ann. Phys. Chem. (2) 68, 698, 1898) und Mbybb (Abstr. 1899, 2, 
587; 1900, 2, 7) und folgert, dass es einfacher sei, den Magnetismus 
der Elemente direct auf das Atomgewicht zu beziehen als auf das 
Atomvolumen derselben. Durch eine tabellarische Aufstellung 
wird diese Beziehung noch näher erläutert Berju, 



S. Tanatab. Die Verbrennung der Gase. ZS. f. phys. Chem. 35, 

340—342, 1900. 

In vielen Fällen kann die Entzündlichkeit explosiver Gas- 
gemische durch Verdünnung mit anderen Gasen nicht nach den 
von BuNSEN entwickelten Theorien berechnet werden. Nach den 
Untersuchungen des Verf. vermag bereits die Anwesenheit von 
1 1 bis 12 Proc. Propylen die Entzündlichkeit des Knallgases aufzuheben. 
Von Methan ist dazu das doppelte Volumen (22 bis 24 Proc.) nöthig; 
von Acetylen sind 50 Proc. noch nicht hinreichend. Die Analyse der 
Verbrennungsgase des Propylens im Knallgase zeigte, dass dieses 
keine Kohlensäure lieferte, sondern zu Kohlenozyd und Wasser 



Ebbeba. Tanatab. Emich. 125 

verbrannte und hierza sämmtlioher Sauerstoff aufgebraucht werde* 
Bibthblot's Prinoip der grössten Arbeit trifft hier also nicht 
M, weil die Reaotion 6H2 + SOj = 6H2O mehr Wärme er- 
Mügt als die CsH« + 80a = 3 CO + 3 HgO. Diese Erscheinung 
kann nach dem Verfasser nur dadurch erklärt werden, dass die 
Reactionsgeschwindigkeit des Sauerstoffs mit der des Eohlenwasser^ 
Stoffs yiel grösser ist als die mit Wasserstoff, so dass in kurzer 
Zeit Terhältnissmässig weit mehr Kohlenwasserstoff yerbrennt als 
Sauerstoff. Berju. 

F. Ehich. Ueber explosive Gasgemenge. IQ. Mittheilung über 
die Entzündlichkeit Yon dünnen Schichten explosiver Gasgemenge. 
Wien. Ber. 109 [2 a], 554—571, 1900. Monatsh. f. Chemie 31, 1061—1079, 
1900. Wien. Anz. 1900, 57—58. 
Nach Untersuchungen von Mitsohsblich, Mallabd und 
LI Chatblisb ist die Entzündungstemperatur des Knallgases von 
der chemischen Zusammensetzung nicht wesentlich abhängig. Hin- 
gegen zeigten die Untersuchungen des Verf., dass in dünnen 
Schichten Beimengungen von Stickstoff die Entzündungstemperatur 
erhöhen und solche von Sauerstoff diese erniedrigen. Wieder- 
holungen obiger Untersuchungen bei Mischungen von Wasserstoff- 
knallgas ergaben, dass ein Zusatz von Stickstoff die Entzündungs- 
temperatur des Knallgases nicht wesentlich beeinflusst, das 
Minimum liegt bei einem Gehalt von etwa 30 Proc. Stickstoff. Die 
Mischungen von Knallgas mit Wasserstoff oder Sauerstoff zeigen 
beizunehmendem Gehalt an nicht verbrennenden Bestandtheilen ein 
ähnliches Verhalten. Es kann daher die Entzündungstemperatur in 
keinem directen und noch viel weniger in einer einfachen Beziehung 
zur Dicke derjenigen Schicht eines explosiven Gasgemenges ge- 
bracht werden, in welcher sich die Entzündung noch eben fort- 
pflanzen kann. Da hierbei vielleicht der leichtere Zerfall der Sauer- 
stoflfmolecüle eine Rolle spielen kann, wurde versucht, ob durch 
Zusatz von Ozon ein günstiger Einflusa auf die Entzündlichkeit 
dünner Schichten ausgeübt wird. Hierfür wurde das Sauerstoff- 
Wasserstoffgemisch elektrolytisch hergestellt. Zur Bereitung sauer- 
stofl&^icherer Gemische wurde noch aus einer zweiten Zelle Sauer- 
stoff nach Bedarf zugeleitet Der Sauerstoff passirte nach dem 
Trocknen durch Schwefelsäure eine HouzBAü'sche Röhre, welche 
mit den Polen eines Inductoriums verbunden war. Dieser Apparat 
lieferte bei gewöhnlicher Temperatur Sauerstoff, der bis zu etwa 
13 Proc. ozonisirt war, unter Zuhülfenahme einer Kältemischung 



126 3. Physikalische Chemie. 

ergab sich ein Ozongehalt von etwa 30 Proc. Die Bestimmung 
der Entzündliohkeit erfolgte durch Messang der kürzesten Länge 
der zündenden Fanken, d. h. der Dicke der dünnsten entzündlichen 
Schichten. 

Aus den graphischen Darstellungen der Versuchsergebnisse ist 
Folgendes zu entnehmen. 

1) Das Ozon steigert die Entzündlichkeit dünner Knallgas- 
schichten sehr bedeutend. 2) Das Maximum der Fntzündlichkeit, 
welche bei den Sauerstoffmischungen etwa dem Gemenge gleicher 
Raumtheile zukommt, wird durch den Ozongehalt noch weiter zu 
Gunsten des Sauerstoffs verschoben. 

Die günstige Wirkung des Ozons kann dadurch erklärt werden, 
dass die Gegenwart von freien Atomen, welche beim Zerfalle des 
Molecüls in grösseren Mengen auftreten dürften, den Verlauf der 
Verbrennungserscheinung beschleunigt 

Zur Bestätigung dieser Annahme wurde versucht, ob durch 
Einwirkung von Röntgenstrahlen die Entzündlichkeit des Knallgas- 
gemisches beeinüusst wird, jedoch mit negativem Erfolge. Dieses 
Resultat kann aber auf die geringe Anzahl von freien Atomen 
zurückgeführt werden, welche bei Anwendung von Röntgenstrahlen 
weniger als 10~® der Gesammtmenge betragen soll. Berju, 



N. Menschutkin. Zur Frage über den Einfluss chemisch indifferenter 
Lösungsmittel auf die Reactionsgeschwindigkeiten. ZS. f. phys. 
Chem. 34, 157—162, 1900. 

In früheren Abhandlungen hatte Verf. bei der Bildung der 
Ester, Amide und anderer Verbindungen aromatischer Körper 
gewisse Regelmässigkeiten gefunden, welche durch die Lage der 
substituirten Gruppen bedingt werden, und untersucht nun, ob 
diese Regelmässigkeiten bei Gegenwart indifferenter Lösungsmittel 
sich wieder zeigen. Da diese Untersuchung von wesentlich chemi- 
schem Interesse ist, mag hier nur als Hauptergebniss derselben mit- 
getheilt werden, dass chemische Umsetzungen der organischen Ver- 
bindungen in flüssigen Systemen vollkommen analog verlaufen, 
gleichviel ob die Verbindungen unmittelbar oder in Gegenwart 
indifferenter organischer Lösungsmittel auf einander einwirken. 

Berju. 

G. BucHBöOK. Ueber den Einfluss des Mediums auf die Reactions- 
geschwindigkeit. ZS. f. phys. Chem. 34, 229—247, 1900. 



MSNSCHÜTEIN. BüCHBÖCE. 127 

Von van't Hoff wurde jüngst (Vorlesungen über theoret 
and phys. Chem. 1, 210 — 222) über den Einfluss des Mediums auf 
die Reactionsgescbwindigkeit eine Theorie aufgestellt, nach welcher 
die durch die Gleichung 

K = 2nl~ 

b 

definirte Gleichgewichtsconstante, in welcher die Concentrationen 
der reagirenden Körper in Vielfachen jener Mengen ausgedrückt 
sind, die mit einander im Gleichgewicht stehen, von der Natur des 
LdBungsmittels unabhängig ist. 

Um den Einfluss fremder Zusätze auf die Zersetzungsgeschwindig- 
keit des gelösten Carboxylsulfids zu prüfen, welche Zersetzung wahr- 
Bchemlich in folgenden zwei Phasen verläuft: 

O TT •SH 

COS + H2O :^ C^O und C^O = COj + HjS, 
\0H \0H 

untersuchte der Verf. diese Reaction in verschiedenen anorganischen 
und organischen Lösungsmitteln und definirte, um den Einfiuss des 
Mediums auf das Gleichgewicht zu eliminiren, die Geschwindigkeit 
nicht durch die bekannte Gleichung: 

sondern durch die Gleichung: 

dt \sj \sj 

Werden als versohiedene Lösnngsmittel die wässerigen Lösungen 
yerechiedener Stoffe gewählt und wird die Geschwindigkeit durch 
die Gleichung 

dC C 

definirt, in welcher C und S obige Bedeutung haben, so unter- 
scheidet sich die Geschwindigkeitsconstante x von dem durch die 
Gleichung 

definirten Geschwindigkeitscoefficienten k durch den Factor S so, dass 

X = h.S, 
Da keine Methode bekannt ist, welche den als Thiokohlensäure ge- 
lösten Bruchtheil des Carbonylsulfids zu bestimmen ermöglicht, hat 



128 3. Physikalische Chemie. 

der Verf. folgende Bestimmungen ausgeführt: isosmotiscbe Con- 
oentrationen verschiedener Salz- und Säurelösungen, Geschwindig- 
keits- und Absorptionscoefßcienten des Carbonylsulfids in denselben 
und innere Reibung dieser Lösungen. 

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigten, dass das Product 
der Reactionsgeschwindigkeit und inneren Reibung eine lineare 
Function des absoluten Wassergehaltes der Lösung ist und die Zer- 
setzungsgeschwindigkeit der Thiokohlensäure in solchen 
wässerigen isosmotischen Lösungen, welche in Bezug auf 
die Thiokohlensäure im Gleichgewicht stehen, der inneren 
Reibung dieser Lösung proportional ist 

Da jene Aeusserung des Einflusses des Mediums zur Classe der 
Gontactwirkungen gehört, so ist die hier gefundene Gesetzmässig- 
keit sehr wahrscheinlich allgemein gültig. Berju, 



J. H. Kästle. Influence des temp^ratures tr^s basses sur la colo- 
ration des compos^s brom^s et iod^s. Am. Joum. 23, 500 — 505. 
[BulL soc. chim. (3) 24, 865, 1900. 

Zur Bestätigung seiner früher ausgesprochenen Hypothese, dass 
die Färbung gewisser Verbindungen von ihrem Dissociationsgrade ab- 
hänge, untersuchte der Verf. eine grosse Anzahl von Jod- und 
Bromverbindungen bei sehr niederen Temperaturen, und fand in 
XJebereinstimmung mit seiner Hypothese, dass die Intensität der 
Färbung dieser Verbindung bei diesen Temperaturen viel geringer 
ist als bei gewöhnlicher Temperatur. Berju. 



W. KiSTiAKOWSKY. Versucho über die Lichtempfindlichkeit des 
Wasserstoffsuperoxyds in wässerigen Lösungen beim Zusatz von 
Blutlaugensalzen. ZS. f. phys. Chem. 35, 431—439, 1900. 

Nach den Untersuchungen von Bbbdig und Müllbb v. Bebnsgk 
besitzen verdünnte WasserstofFsuperoxydlösungen keine grosse Licht- 
empfindlichkeit. Setzt man diesen jedoch etwas gelöstes Kalium- 
ferro- oder ferricyanid hinzu, so wird die Lichtempfindlichkeit dieser 
Salze und des Wasserstoffsuperoxyds selbst stark vermehrt Hier- 
bei wird nach kurzer Insolation eine auch im Dunkeln fortdauernde 
Beschleunigung der Reactionsgeschwindigkeit bewirkt. Die Ursache 
dieser Reactionsbeschleunigung muss in der Entstehung eines Kata- 
lysators aus K4FeCy6 und KsFeCye durch die Belichtung gesucht 
werden. Berju. 



Eastlb. K18TIAKOW8KT. Litter Atur. 129 

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K. F. Slottb. Ueber die Molecularbewegung fester Körper. Öf. 
af Finska Vet. 8oc. Pörh. 43, 25. 

H. Witt. Ueber die Constitution des Wassers. Öfvers. Svensk. Vet 
Ak. Förh. 57, 63—83, 1900. 

Haits Euleb. Ueber das Gleichgewicht zwischen Ester, Wasser, 
Säure und Alkohol. Öfvers. 8vensk. Vet. AJt. Förh. 57, 1105—1115, 1900. 

E. Cohen. Ueber die Umwandlungserscheinungen beim Zinn. ZS. 

f. Elektrochem. 7, 207—208, 1900. 

Bietet nichts Neues. W, A, R. 

B. WoBiNGEB. Ueber die Dampfspannungen einer Reihe von 
Benzolkörpem. 157 8. Berlin, Ehering, 1900. 

W. Pauli und P. Rona. Weitere Untersuchungen über die physi- 
kalischen Zustandsänderungen der CoUoide. Wien. Anz. 1900, 282 
—285. 

A. Stansfield. L'evolution du carbone dans le fer pendant la 
solidification. Bev. g^n^rale des Sciences 11, 1095 — 1099, 1900. 

C. L. NoBTON. Tests of fire retardent materials. Techn. Quarterly 
13, 128—138, 1900. 

F. E. Eydmann. Sur la tempdrature d'inflammation du phosphore. 
Beo. trav. chim. 19 [(2) 4], 401—407, 1900. 

V. V. CoBDiBB. Ueber die Einwirkung von Chlor auf metallisches 
Silber im Licht und im Dunkeln. Wie^. Anz. 1900, 148. 

Methoden zur Bestimmung der Gasausbeute aus Calciumcarbid. 12 S. 
Halle a. 8., Carl Marbold, 1900. 

Die vom Deutschen Acetylenverein herausgegebene 8chrift trägt den 
Forderungen der Technik in ausgiebigem Maasse Bechnung. 

LtioN et CÖME DE SoMZtiE. Les precurseurs de Nebnst. S.-A. 
r:6lectricien 1900. 



Litteratur. Bbckbnkamp. 131 

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colloidale. Cim. (4) 12, 293—296, 1900. 

J. Stibolitz. Notes on leotare ezperiments to illnstrate eqailibrium 
and disBOciation. Chem. News 82, 212—213, 1900. 

H. LS Ghatslisb. Die Technik der mikroskopischen Metallo- 
graphie. Bull. 80C. d'encour. 1900, 24 8. Sched, 

J. 6. Mag Gbeoob. Ueber die Bestimmung der Dissociation von 
zusammengesetzten Lösungen von gegebener Concentration und 
über das umgekehrte Problem. ZS. f. phys. Chem. 33, 529—539, 

1900. 

Dieae Ber. 55 [l], 213—214, 1899. 

Haks Eulsb. Zur Theorie der chemischen Katalyse. Ber. d. ehem. 
Ges. 33, 3202-3206, 1900. 

Nur von rein chemischem iDteresse. 

Ueber Katalyse. IIl. Zur Theorie der Contactwirkung. Öfvers. 

Svensk. Vet. Ak. Förh. 57, 267—276, 1900. Berju, 



3 a. Erystallograpkle. 

J. Beckbkkamp. Zur Symmetrie der Krystalle. Neunte Mittheilung. 
Z8. f. Kryst. 33, 606—619, 1900. 
Die Arbeit bildet eine Fortsetzung der Einzeluntersuchungen 
Becebnkahp's über einzelne Stoffe und Mineralien. So ist es hier 
die Cholsaure, deren Krystallformen bestimmt werden. Ueber das 
Wesen der freien Cholsaure ist man noch im Unklaren. Nach 
Mtliüs erhält man sie durch Ausscheidung aus freiem Wasser; 
nach Latsghimow gelingt es in keiner Weise, sie in Krystallen zu 
erhalten. Wichtig und vielfach untersucht sind das Hydrat und 
das Alkoholat der Cholsaure. Vom Hydrat, das bisher immer als 
rhombisch-hemimorph galt, stellt Verf. fest, dass es dem monoklinen 
System angehört und das Axenverhältniss besitzt: 

a:h:c= 1,5389:1:1,5655; /J = 62» 46'. 
Sehr vollkommene Spaltbarkeit nach ooP"^". Freie Cholsaure existirt 
nicht, sie krystallisirt nur als monoklines Hydrat und rhombisches 
Alkoholat 

Die Untersuchungen über die Cholsaure benutzt der Verf. nun, 
nm weitere Schlüsse über die Symmetrie der Krystalle daraus zu 
liehen. Er erweitert den Begriff der Symmetrie dahin, dass er sie 
»U das Vorhandensein geometrisch (für alle Temperaturen) bevor- 

9* 



132 3 a. Krystallographie. 

zugter Richtungen aaffasst, dass aber diese Riebtangen aacb physi- 
kaliscb bevorzugt sind. Den Schluss der Arbeit bildet eine all- 
gemeine Betrachtung der SymmetrieclaBsen des rhombischen Systems, 
gestützt auf die Annahme, dass die Partikel entweder aus einfachen 
oder aus zusammengesetzten Krystallmolecülen , und dass die homo- 
genen Zwillinge rhombischen Charakters aus monoklinen Partikeln 
aufgebaut sind. M, B, 

6. Link. Antwort auf die Bemerkungen des Herrn Muthmann zu 
meinen krystallographischeu Abhandlungen. Ber. d. ehem. Ges. 33, 
2284—2287, 1900. 

Auf die Bemerkungen Muthmann's in diesen Berichten stellt 
Link die Ergebnisse seiner krystallographischen Arbeiten kurz und 
scharf zusammen. Er bespricht hauptsächlich die beiden That- 

sachen: 1) dass die Quotienten Q := ' — bei den einer eutro- 

pischen Reihe angehörigen Krystallen in einfachem rationalem Ver- 
hältnisse zu einander stehen , und 2) dass dies auch bei hetero- 
morphen Modificationen einer Substanz bei den Producten KV.D 
der Fall ist In einer Reihe von Beispielen für beide Thatsachen 
weist er die Haltlosigkeit der Vorwürfe Muthmann's nach. M. B. 



Graf V. Berkeley. Ueber die genauere Bestimmung der Dichte 
der Kry stalle. Bep. Brit. Ass. 1898, 837. [ZS. f. Kryst. 32, 285—286, 
1899. [Chem. OentralbL 1900, 1, 621—622. 

Da bei der Bestimmung der Dichte der Krystalle eine unge- 
naue Feststellung der Temperatur und des Volumens, Einschlüsse 
von Mutterlauge, die Anwesenheit einer Luftschicht auf der Ober- 
fläche und die hygroskopische Beschaffenheit vielfach Fehler hervor- 
rufen, so giebt der Verf. vier Methoden an, um diese Fehler auf 
ein Minimum zu reduciren: 1) Temperatur und Volumen werden 
vermittelst zweier Pyknometer mit Thermometerstöpseln und kali- 
brirten Capillarröhren möglichst genau bestimmt 2) Einschlüsse 
von Mutterlauge werden dadurch vermieden, dass die Krystalle zer- 
kleinert werden, oder recht kleine Krystalle durch constante Tempe- 
ratur und durch fortwährendes Umrühren hergestellt werden. 8) Die 
Luftschicht auf der Oberfläche wird dadurch entfernt, dass das 
Pyknometer mit den Krystallen in der Weise mit einem Kölbchen 
CCI4 verbunden wird, dass beim Auspumpen der Luft aus jenen 
der CU-Dampf hineingesaugt wird. Dann füllt man durch Steigen 



Link. v. Bebkelbt. Schenk. Sommebfeld. 133 

des Kolbens das Pyknometer mit CCI4. 4) Die Feuchtigkeit wird 
schliesslich von der Oberfläche der Krystalle entfernt, indem man 
durch das Pyknometer einen Strom trockener Luft saugt, bis diese 
kein Wasser mehr in einer P^Os-Röhre abgiebt M, B, 

Rudolf Schbne. üeber die Dynamik der Krystalle. CentralbL f. 
Min. 1900, 313—318. 

Die bisherigen Ergebnisse über die Abhängigkeit der Löslich* 
keit von der Richtung, über die Lösungstension und über die Ent- 
stehung der Aetzfiguren fasst Verf. zu dem Satz zusammen, dass 
bei krystallisirten Stoffen die freie physikalische und chemische 
Energie von der Richtung abhängig ist Hieraus lassen sich nun 
wichtige Schlüsse auf die Dynamik der Krystalle machen, auf welche 
Verf. durch mathematische Berechnung kommt und die schliesslich 
in folgendem Satz gipfeln: Die Kenntniss des Dampfdruckverhält- 
nisses über verschiedene Krystallflächen gestattet uns eine Berech- 
nung der Richtungsarbeit innerhalb des Krystallverbandes. Auch 
der Schmelzpunkt eines krystallisirten Stoffes ist von der Richtung 
abh&n^g und zwar hat die Fläche mit dem kleinsten Dampfdruck 
den höchsten Schmelzpunkt Diese Kenntniss der Dampf- und 
Lösangsdrucke in den verschiedenen krystallographischen Richtungen 
gestattet, eine Reihe von krystallographischen Fragen zu lösen und 
die Kenntniss über die Eigenschaften der Krystalle zu erweitem. 
Die theoretischen Ergebnisse werden an einem praktischen Beispiel, 
dem E[alialaun, verwirklicht. M. B. 



Ebhst Sommbbfeld. Thermochemische und thermodynamische 
Methoden, angewandt auf den Vorgang der Bildung von Misch- 
krystallen. Diss. Göttmgen 1900. N. Jahrb. f. Min. 1901, Beü. Bd. 13, 
434—468. 

Die sehr ausführliche Arbeit zerfällt in zwei Ilaupttheile , von 
denen der erste die Lösungswärme von Mischkrystallen, der zweite 
die Löslichkeit der Mischkrystalle als Function der Temperatur und 
die thermodynamischen Folgerungen behandelt Jeder Theil be- 
handelt die Apparate, die Anordnung der Versuche und die Ergeb- 
nisse derselben. Die Resultate der ganzen Arbeit lassen sich in 
folgenden Sätzen zusammenfassen: Die Lösungswärme der Misch- 
krystalle und ihre Löslichkeit ist eine constitutive Eigenschaft der- 
selben. Häufig können thermochemische Beobachtungen dazu dienen, 
die einzelnen Typen krystallisirter Krystalle zu unterscheiden. Kry- 
sullisirte Gemische sind grösstentheils unter die physikalischen Ge- 



1 34 3 a. Krystallograpliie. 

mische zu rechnen; zweifelhaft ist dies bei den anomalen und zum 
Zeolithtypus gehörenden Mischungen. Daraus, dass die für die 
Lösungen gültigen Methoden der Moleculargewichtsbestimmung für 
krystallisirte Gemische zu Resultaten fuhren, die mit einander nicht 
im Einklang stehen, kann nicht geschlossen werden, dass Misch- 
krystalle überhaupt nicht vergleichbar seien mit physikalischen Ge- 
mischen; die Zulässigkeit dieses Vergleichs geht vielmehr daraus 
hervor, dass für physikalische Gemische gültige thermodynamische 
Sätze zu Folgerungen fuhren, die durch das Experiment ihre exacte 
Bestätigung finden. M. B, 

A. RüMPLEB. Vorläufige Mittheilung über eine Methode zur Er- 
zielung von Krystallen aus schwer krystallisirenden Stoffen. Ber. 
d. ehem. Gkes. 33, 8474—3476, 1900. 

Um Krystalle, welche wohl in Wasser, aber nicht in Alkohol 
löslich sind, zur Krystallisation zu bringen, werden dieselben in 
Wasser gelöst und so viel Alkohol zugesetzt, bis eine Trübung ent- 
steht. Die letztere wird durch Abfiltriren oder durch Zusatz einiger 
Tropfen Wasser zum Verschwinden gebracht und die kalte Lösung 
nun in einem mit gebranntem Kalk beschickten Exsiccator zum Ver- 
dunsten gebracht. Da der Kalk der Lösung nur das Wasser entzieht, 
so wird die letztere immer alkoholreicher und in Folge dessen muss 
sich der Körper ausscheiden, was wegen der Langsamkeit des Processes 
— es kommen dabei Monate in Frage — in krystallinischer Form 
erfolgt. Die mit Leimpepton, Eiweisspepton und Arabinsäure aus 
Gummi arabicum angestellten Versuche gelangen recht gut Beim 
Leimpepton hatten die Krystalle die Grösse und Form der Zucker- 
krystalle in feiner Raffinade. Das Eiweisspepton zeigte wirkliche, 
mehrere Millimeter im Durchmesser haltende Krystalle. Die Arabin- 
säure ergab eine krystallinische Masse, welche sich unter der Lupe 
als ein Gonglomerat von spiessigen Krystallen erwies. Die Ver- 
suche, besonders mit Rübengummi, sollen fortgesetzt werden und es 
soll besonders versucht werden, grössere Krystalle zu erzielen. M, JB. 



W. Campbbll. On cristallisation produced in solid metal by pres- 
sure. Phys. Soc, June 8. [Nature 62, 166, 1900. Proc. Phys. Soc. 17, 
337—338, 1900. 

Bei der Herstellung von Dünnschliffen blieben Splitter an der 
Feile hängen und versuchten das Metall zu zerstören. Als die 
polirte Oberfläche des Metalls geätzt wurde, da erschienen neben 
der gewöhnlichen Structur des Metalls Linien von ganz kleinen 



RüMFLEB. GaMPBBLL. TOMMASINA. TOMMASI. 136 

Eryställohen mit regelloser Begrenzung, aber verschiedener Orien- 
tirong. Durch Poliren können sie wieder entfernt werden. Dieses 
Verhalten, welches auch an einigen Mischungen beobachtet wurde, 
fuhrt Campbbll auf den Druck zurück, welchen die an der Feile 
befindlioben Späne ausüben. Die erhitzte Feile selbst kann nicht 
die Ursache sein, weil die Erystalle sich nicht bildeten, wenn die 
Feile vollständig gereinigt wurde. M. B. 



Thomas Tommasika. Ueber Metallkrystallisation , hervorgerufen 
durch die elektrische Ueberführung gewisser Metalle in destil- 
lirtem Wasser. Phye. Z8. 1, 340—341, 1900. 

Sur la cristallisation mdtallique par transport ^lectrique de 

certains mötauz dans Teau distill^e. G. R. 130, 325—327, 1900. 

Beim Studium der Bildung von Ketten elektrolytischer Nieder- 
schläge beobachtete Verfasser auch solche mit rein krystallinischem 
Charakter. Nach Beschreibung der Anordnung des Versuches giebt 
Ver£ eine Darstellung des Niederschlages selbst. Sofort nach Be- 
rührung der Leitungsdrähte tritt ein Niederschlag in baumartig ver- 
ästelter Form auf. £r wird am besten krystallin in destillirtem 
Wasser mit Zinkelektroden. Unter dem Mikroskope kann man 
deutlich die dreieckigen und rhomboedrischen Zinkkrystalle be- 
obachten. Vielfach sind sie auch schuppenähnlich, wie die Blätter 
eines Pilzes. Kupfer giebt einen rothen und schwarzen Nieder- 
schlag, Silber einen baumähnlichen. Bei letzterem wurde einige 
Male zwischen den Elektroden eine Nebelsäule beobachtet, in welcher 
sich Ketten kleiner polarisirter Krystalle befanden. Aluminium gab 
übeihaupt keinen metallischen Niederschlag. Es bildet nur einen 
Niederschlag von Gasblasen, die polarisirt und starr erscheinen und 
sich gegenseitig durchflechten. Ob diese Blasen Aluminium ent- 
hielten, Hess sich nicht feststellen. M, B. 



D. ToMMAsi. Remarqne relative ä une note r^cente de M. Th. 

Tommasina, sur la cristallisation m^tallique par transport ^lec- 

trique de certains mötaux dans l'eau distill^e. 0. B. 130, 565, 1900. 

Auf Grund der Mittheilung der Versuche von Tommasina über 

die krystallinischen Niederschläge einiger Krystalle durch den elek* 

triwhen Strom theilt der Verf. mit, dass er schon am 3. April 

1883 der Akademie eine Mittheilung darüber vorgelegt hätte, dass 

hesümmte Metalle krystallinische Niederschläge bilden können, wenn 

sie ah Anoden bei der Elektrolyse des destillirten Wassers gebraucht 



136 3 a. Kryttallographie. 

werden. So hatte er aaf einer als Anode gebrauchten Silberplatte, 
nachdem er acht Stunden lang den elektrischen Strom durchgeleitet 
hatte, einen krystallinischen Niederschlag erhalten, der aus einem 
Gemisch von Silberoxyd und metallischem Silber bestand. Eine 
als Anode dienende Eupferplatte zeigte einen Niederschlag von 
krystallisirtem Kupfer. M, B. 

Th. Tommasina. R^ponse a M. D. Tommasi, k propos de sa 
remarque recemment ins^ree aux „Comptes rendus''. C. B..130, 

718, 1900. 

Tommasina bemerkt auf die Mittheilung Tommasi's, dass er 
schon 1882 in seiner Arbeit über die Elektrolyse des destillirten 
Wassers die krystallinischen Metallniederschläge gefunden habe, dass 
Tommasi überhaupt nicht von einer metallischen Krystallisation 
spräche und die Worte: „sehr schöner Niederschlag krystallisirten 
Kupfers** darin nicht vorkämen. Der Zweck der ganzen Arbeit 
war eben ein ganz anderer. M. B. 

A. Wböblewbki. Methode pour obtenir des cristaux dans une 
Solution Sans formation de croüte k la superficie. Krak. Anz. 1900, 

319—325. 

— — Ueber eine Methode der^ Krystallisation aus ihren Lö- 
sungen ohne Krustenbildung auf der Flüssigkeitsoberfläche. ZS. f. 
phys. Ohem. 36, 84 — 86, 1901. 

Schon HoFMBisTBB hatte den Vorschlag gemacht, um bei der 
Krystallisation der Eiweissstoffe die Krustenbildung und damit Ver- 
unreinigungen zu vermeiden, die Verdunstung nicht von oben, son- 
dern von unten hervorzurufen. In diesem Gedanken hat nun Verf. 
einen kleinen Apparat construirt, mit welchem man besonders reine 
Krystalle erzielen und die Geschwindigkeit der Verdunstung nach 
Belieben ändern kann. Der Apparat beruht auf dem Princip, die 
Lösung nach unten hin durch eine Pergamentmembran verdunsten 
zu lassen. Bei Versuchen mit schwefelsaurem Ammon, Ammonium- 
chlorid, Natriumchlorid und Kaliumacetat bildeten sich aussen auf 
dem Pergament Krystalle in verschiedener Menge. Magnesium- 
sulfat ergab nur einen geringen, Kupfersulfat fast gar keinen Belag, 
je nach der Durchlässigkeit des Pergaments für die verschiedenen 
Salze. Das Eieralbumin krystallisirte schon am folgenden Tage 
ohne Krustenbildung auf der Flüssigkeitsoberfläche. M. B, 



TOMMA8I17A. WBOBLEWSKT. SCHAUM. MÜGGE. 137 

K. Schaum. Ueber Bewegungserscbeinungeu sich aaflöseDder Ery- 
Btalle. Sitz. d. Ges. z. Beförd. d. ges. Natai*w., Mar1:>arg, 21. Juui 1899. 
[N. Jalurb. f. Min. 1900, 1, Bef. 5. 
An einer Grenzschicht von Quecksilber und Wasser fuhren 
Krystalle von KCN, KNO3, AgNOa, Traubenzucker und Harnsäure 
schwache, solche von KCl und CaCla stärkere Bewegungen aus, 
die schneller werden, wenn man dem Wasser Schwefel- oder Sal- 
petersäure zusetzt Der Grund dafiir ist die Auflösung der Kry- 
stalle. Dieselben beschreiben zuerst Zickzacklinien, dann Kreise und 
roüren schliesslich um ihre Axe. Wird ein Krystall von KMn04 
mit Paraffin überzogen und der Ueberzug an einer Stelle entfernt, 
so bewegt sich der Krystall in einer der Lösungsrichtung entgegen- 
gesetzten Bahn. Er rotirt wie ein SEGKEB'sches Wasserrad, wenn 
der Ueberzug an zwei entgegengesetzten Stellen entfernt wird. Die 
Geschwindigkeit der Bewegung hängt von der Geschwindigkeit der 
LösuDg ab. Daher nimmt sie bei Krystallen von KMn04 »nd 
KjCrjOy mit dem Säuregehalt zu, weil durch eintretende Oxydation 
des Quecksilbers sich eine Zone concentrirter Lösung bildet, welche 
die Auflösung verzögert. M, B, 

0. MüGGE. Die Gleitungen der Krystalle. Naturw. Bundsch. 15, 69 

—71, 1900. 

Viele Krystalle vermögen dauernde unelastische Deformationen 
m ertragen, welche durch Gleitung ihrer Theilchen längs krystallo- 
grapfaisch bestimmter Ebenen und Richtungen zu Stande kommen. 
Verf. behandelt in dieser Arbeit die 1889 am Brombaryum von 
ihm erkannte und als Translation bezeichnete Deformation, bei 
welcher die der Gleitfläche parallelen Lagen der Krystalltheilchen 
sich längs einer Kante der Gleitfläche bewegen, ohne ihre Orienti- 
mng gegenüber den in Ruhe bleibenden irgendwie zu ändern. Es 
erscheint dabei die charakteristische Translationsstreifung. Die zu- 
erst am Brombaryum gefundene Eigenschaft wurde nachher am 
Eise und besonders ausgezeichnet am Kaliummanganchlorür nach- 
gewiesen. Während das Brombaryum nur Translation in einem 
Richtungssinne einzugehen vermag, bezitzt das zuletzt genannte 
Salz die Fähigkeit zu Translationen nach zwei entgegengesetzten, 
nicht gleich werthigen Richtungen. Ißt die Richtung, nach welcher 
eine Translation erfolgt, der ihr entgegengesetzten gleichwerthig, so 
rnofis die Translation nach Richtung und Gegenrichtung gleich 
leicht vor sich gehen, wie es z. B. bei Gyps, Anhydrit und Antimon- 
gkmz der Fall ist Beim Eise steht eine dreizählige Symmetrieaxe 



138 3 a. Krystallographie. 

zur Basis senkrecht; in Folge dessen mnss es mindestens drei 
gleich gute Translationsrichtungen geben, wie es auch beim Graphit, 
Molybdänglanz und Brucoit zu sein scheint. Deshalb haben diese 
Mineralien auch selten gute Erystallflächen mit Ausnahme der 
Translationsebene, die allein von Translationsstreifung frei ist. Die 
regulären Krystalle haben mindestens drei Translationsebenen. Krüm- 
mung und Fältelung verrathen meist Translation; auch Schlag-, 
Druck- und Biegungsfiguren und die Eigenschaft, sich unelastisch 
zu tordiren, beruhen darauf. Bei den regulären Krystallen fuhrt die 
Translation nach drei, vier oder gar sechs Ebenen zu einem plasti- 
schen Verhalten und es beruht auf der Translation die Geschmeidig- 
keit der Metalle, und bei den gesteinsbildenden Mineralien die 
structurelle Metamorphose der Gesteine. Auch die Bewegung der 
Gletscher liegt der Translationsfähigkeit des Eises zu Grunde. In 
der Krystallographie bildet die Translation den Grund für die von 
Lehmann untersuchten plastischen Krystalle. Auch für die Structur 
der Krystalle ist ihre Bedeutung keine geringe, was aus dem Zu- 
sammenfallen der Translationsflächen mit gewissen Symmetrie- 
elementen zu schliessen ist. M. B. 



V. ScHBÖN. Ueber die Entstehung der Krystalle aus Bacillen und 
Bacterien. ZS. f. Unterr. 13, 57—58, 1900. 

In der 71. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte 
in München sprach v. Schbön (Neapel) über die Ausscheidungen 
der Bacillen von Cholera nostras und Cholera asiatica. Er unter- 
scheidet dabei vier Stadien, als deren letztes Krystalle auftreten. 
Dieselben waren bei Cholera nostras rhombenförmig, bei Cholera 
asiatica bildeten sie rechteckige Säulen. In Folge eines Vorganges, 
den der Verf. Entogenie nennt, bilden sich im Innern der grösseren 
Krystalle kleinere derselben Gestalt, die dann den Mutterkrystall 
durchbrechen. Schon an diesen Krystallen ohne irgend eine Spur 
von Bacillen glaubt der Verf. das Auftreten der Lungenphthisis er- 
kennen zu können. M. B. 

Rudolf Schenk. Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen 
über die flüssigen Krystalle. Phys. Z8. 1, 409—413, 425—428, 1900. 

Der Körper, bei welchem der krystallinisch flüssige Zustand 
entdeckt wurde, ist der Benzoesäureester des Cholesterins, worauf 
Rbinitzeb zuerst aufmerksam machte und dessen Eigenschaften er 
und besonders 0. Lehmann untersuchte. Als Gattbbmann sodann 



V. ScHBÖN. Schenk. Lehmann. 139 

in dem p-Azoxyanisol und p-Azoxyphenetol weitere Körper mit den 
Eigenschaften des Cholesterylbenzoats fand, fahrte Lbhmann dafür 
den Namen „flüssige Krystalle oder krystallinisohe Flüssigkeiten^ 
ein mid betrachtete sie als Krystalle von sehr geringer Festigkeit. 
QüiNKE gab sodann eine andere Auffassung, die LsHMANK'sche 
stand aber mit den Thatsachen am besten in Einklang. Es wur- 
den nun Messungen über zahlenmässige Werthe der Grösse der 
inneren Reibung bei den flüssigen Krystallen ausgeführt und es 
gelang durch Temperaturerniedrigung, die flüssigen Krystalle in 
feste überzufuhren. Ebenso wurde ein Analogen des Schmelz- 
panktes beobachtet und die Oonstanten dafür festgestellt. Durch 
Druck erleidet der Umwandlungspunkt eine Verschiebung; Hulbtt 
verdanken wir Untersuchungen darüber. Bei der Lösung fremder 
Stoffe in p-Azoxyanisol ergab es sich, dass die Depressionsconstante 
innerhalb geringer Grenzen schwankt. Unterkühlungserscheinungen 
fehlen fast vollständig. Ostwald stellte dann die Theorie auf, dass 
das Existenzgebiet der flüssigen Krystalle nicht weit von der Tempe- 
ratur entfernt sei, bei welcher Krystalle und Flüssigkeiten identisch 
sind und dieser kritische Punkt musste in der Nähe des Umwand- 
langspunktes liegen. Es ist von Hulbtt und Sohenk versucht 
worden, die Lage des kritischen Punktes festzustellen. 

Die flüssigen Kiystalle wurden sodann benutzt, um Einsicht in 
das Wesen der Moleculargewichtsbestimmung zu erhalten, und es 
gelang, aus dem flüssig-isomorphen Krystallgemisch p-Azoxyanisol- 
p-Azoxyphenetol den Beweis für die Richtigkeit der van 't Hopp- 
schen Auffassung über das Wesen isomorpher Mischungen krystalli- 
ürter Stoffe zu erbringen. Ein letztes Problem endlich von allgemeinerer 
Bedeutung, welches sich mit Hülfe der flüssigen Krystalle sehr gut 
behandeln Hess, war die Beziehung der beiden Arten der Dimorphie 
zu einander, da bei dem p-Azoxyanisol die feste krystallisirte und 
die flüssig krystallinisohe Form in dem Verhältniss enantiomorpher 
Modificationen zu einander stehen. — Vielleicht ist es weiteren 
Untersuchungen vorbehalten, mit Hülfe der flüssigen Krystalle Auf- 
schlüsse über das Wesen des krystallisirten Aggregatzustandes zu 
erhalten. M. B, 

0. Lehmann. Ueber Structur, System und magnetisches Verhalten 
flüssiger Krystalle. Verh. Deutsch, physik. Ges. 2, 72 — 76, 1900. 

Um für die „flüssigen Krystalle" den Begrifl[ „Krystall" zu 
veitbeidigen , fuhrt der Verfasser in die Definition den Begriff' der 
Wachsthumsfähigkeit ein. Die Krystalle wachsen derart, dass die 



140 3 a. KryBtallographie. 

neu sich aDsetzenden Schichten gegen die vorhandenen regelmässig 
orientirt sind. Die daza besondere moleculare Kraft wird „mole- 
culare Richtkraft^ genannt. Diese ist aber nicht identisch mit 
Elasticität. An der Oberfläche suchen sich die Molecüle möglichst 
parallel der Oberfläche zu richten. Man muss annehmen, dass diese 
Molecüle im Innern des Tropfens auf Parallelkreisen um eine ge- 
meinsame Axe, die Symmetrie, angeordnet seien. In der Richtung 
derselben hat der Krystalltropfen einen „ Kernpunkt ''. Fliessen zwei 
Kry stalle in einander, so bleibt die Structur zunächst bestehen. 
Man erhält Tropfen mit zwei runden Kernpunkten und einem vier- 
eckigen „Convergenzpunkt^. Auch kann sich der eine Tropfen 
concentrisch in den andern einlagern. Durch Deformationen wer- 
den Kern- und Convergenzpunkte verzerrt Durch Zusammenfliessen 
verschiedener Krystalle zu Krystalltropfen entstehen Misch- und 
Schichtkrystalle. Durch isotrope Zusätze wird die Doppelbrechung 
gemindert. So ist also die moleculare Richtkraft vorhanden, ob- 
gleich die Elasticität fehlt Die flüssigen Krystalle können auch in 
die bestehenden Krystallsysteme eingereiht werden, denn es giebt 
Mittel, die Oberflächenspannung zu beseitigen. M, B, 



O. Lehmann. Structur, System und magnetisches Verhalten flüssiger 
Krystalle und deren Mischbarkeit mit festen. Ann. d. Phys. (4) 2, 
649—705, 1900. 

In der vorliegenden sehr ausfiihrlichen Arbeit fasst der Verf. 
alle seine Untersuchungen über die flüssigen Krystalle, die er in 
Einzelarbeiten an den verschiedensten Stellen veröflFentlicht hatte, 
zusammen, so dass es möglich ist, aus derselben ein vollständiges 
Bild über das Wesen der flüssigen Krystalle zu erhalten. In Folge 
der Grösse der Arbeit muss auf dieselbe selbst verwiesen werden. 

M. B. 

Max Schwabzmann. Krystallphotogrammetrie. Neues Hülfsver- 
fahren bei der Krystallmessung. N. Jahrb. f. Min. 1900, 2, 1—38. 

Wälirend für gut ausgebildete Krystalle genügende Mess- und 
Untersuchungsapparate vorhanden waren, hat es bis jetzt an solchen, 
die zur Bestimmung der facettirten, gekrümmten, der Uebergangs- 
und vicinalen Flächen dienen konnten, vollständig gefehlt Verf. 
benutzt die Photographie und beschreibt nun in der vorliegenden 
Arbeit verschiedene Methoden des krystallphotogram metrischen Ver- 
fahrens, wie er die neue Untersuchungsart nennt, giebt die jedes- 



LEHMAKK. SCHWABZMA.KN. V. KBAATZ-KOSCHLAÜ U. WÖHLER. ]41 

maligen JustiranweisQngen und berechnet die Orte der Flächenpole 
aas den Abmessungen auf der photographischen Platte, und welche 
Ourven auf der Platte den verschiedenen Krystallzonen entsprechen. 
Das Wesen der neuen Methode liegt eben darin, aus dem Bilde 
selbst die Winkel zu entnehmen, sobald man die photographische 
Camera in bestimmter Weise justirt aufgestellt hat Die Methode 
lasst sich auf die gekrümmten Flächen und auf die Lichtfiguren 
geätzter Flächen anwenden, d. h. dort, wo möglichst viele Reflez- 
ponkte innerhalb eines kleinen Winkelraumes liegen. Auch bei 
Untersuchungen über das Verhalten der Krystalle in verschiedenen 
Lösungsmitteln ist die Methode anwendbar. Sie soll eben die 
Messung mit dem Refiexionsgoniometer nicht ersetzen, sondern nur 
in speciellen Fällen ergänzen. — Die Arbeit selbst zerfällt in einen 
experimentellen und einen theoretischen Theil. Während in dem 
ersten die Instrumente, die Versuchsanordnung, die Justirung, die 
Aufnahme des Photogramms und die Bestimmung der Elemente 
des Photogramms beschrieben werden, giebt der zweite Theil mehr 
die Deutung der Bilder und die Berechnung derselben. M. S. 



R. V. Ebaatz-Eosghlaü und Lothab Wöhlbr. Die natürlichen 
Färbungen der Mineralien. Hin. Hitth. 18, 304—333, 1899. [N. Jahrb. 
f. Min. 1900, 2, Bef. 342—343. 

Bei den Untersuchungen gefärbter Mineralien stellte es sich 
heraus, dass Flussspath, Apatit, blauer Baryt, Cölestin und Anhydrid, 
blaues Steinsalz, blauer und violetter Ealkspath, Zirkon, Rauchtopas, 
grüner Mikroklin, Turmalin und Topas durch organische Substanz 
gefärbt sind. Es zeigte sich beim Erhitzen Geruch organischer 
Substanz und beim Glühen im Sauerstoffstrome Kohlensäure. Fluss- 
spath, Steinsalz, Zirkon, Rauchtopas, Topas, Apatit und Amethyst 
werden im einzelnen untersucht, ihre Veränderung beim Glühen 
and die Natur der färbenden Substanz festgestellt 

In der zweiten Abhandlung werden zuerst die organischen und 
dann auch die anorganischen färbenden Stoffe besprochen. Die 
Natur der letzteren konnte nicht immer ermittelt werden, doch 
konnten mit Sicherheit in den verschiedenen Mineralien hauptsächlich 
Chrom, Titan, Nickel, Mangan und Eisen als färbende Mittel fest- 
gestellt werden. Alle Mineralfärbungen müssen als feste Lösungen 
b€tnu5htet werden, bei denen die gefärbte Substanz das Lösungs- 
mittel für den Farbstoff bildet. M. B. 



142 3 a. Erystallographie. 

E. Wbinsghbnk. Natürliche Färbungen der Mineralien. Min. Mitth. 
19, 144—147, 1899. [N. Jahrb. f. Min. 1900, 2, Eef. 344—345. 

Der Verf. wendet sich besonders gegen die Untersuchungen 
von Kbaatz - EosGHLAU und Wöhlbb. Der Geruch organischer 
Substanz oder nach Phosphor Wasserstoff bei geglühten Mineralien 
ist noch kein Kennzeichen für die organische Natur der färbenden 
Substanz. Auch farblose Mineralien geben diese Erscheinungen. 
Auch Fensterglas giebt, wie Rauchtopas und Amethyst, mit con- 
centrirter Schwefelsäure eine braune Färbung. Ebenso kann das 
Phosphoresciren in keinem Falle als Hinweis auf organische Sub- 
stanz gelten. Die Untersuchungen von Kraatz-Kosghlau und 
WöHLBR beweisen aber, dass die Mehrzahl der Mineralien flüchtige 
Stoffe als Einschlüsse besitzt, deren Beschaffenheit wir noch nicht 
kennen, deren organische Natur aber durchaus noch nicht erwiesen ist. 

M. B. 

JoH. EöNiosBBBOBB. Uebcr die färbende Substanz im Rauchquai*z. 
Min. Mitth. 19, 148—154, 1899. [N. Jahr. f. Min. 1900, 2, Bef. 345. 
Die Bräunung des Pulvers von Rauchquarz beim Uebergiessen 
mit Schwefelsäure rührt nur von vermindertem Reflexionsverlust 
her. Die Pyrophosphorescenz ist nur eine durch Erwärmen be- 
schleunigte Phosphorescenz. Die Hauptfehlerquelle ist die Adsorp- 
tion von Wasserdampf an der Oberfläche des Pulvers. Das beim 
Glühen ausgetriebene Wasser und die Kohlensäure wurden be- 
stimmt. Die erhaltenen Werthe sind ein Zehntel von den von 
Kbaatz - KoscHLAU uud Wöhlbb mitgetheilten. Hier wird der 
Schluss gemacht, dass die färbende Substanz beim Rauchquarz nicht 
organische Substanz ist. Die Entfärbungstemperatur liegt bei 295®. 
Wahrscheinlich ist der Rauchquarz unter einer Temperatur von 
320» auskrystallisirt. M. B. 

P. Tbbnieb. Krystallographische Studien am Cadmium und Zink. 
Ball. soc. min. 23, 18—25. [Chem. Centralbl. 1900, 1, 1262. 
Bei der krystallographischen Bearbeitung der im Anschluss an 
frühere Arbeiten von Williams und Boubton im Vacuum bei 
niedriger Temperatur dargestellten Zink- und Cadmiumkrystalle 
kommt der Verfasser zu folgenden Resultaten: Der Isomorphismus 
beider Metalle ist viel vollkommener, als ihn Williams seiner Zeit 
angegeben hatte. Beide sind hexagonal, vielleicht rhomboedrisch 
mit a:c= 1:1,335 für Cadmium und 1:1,356 für Zink. Die bei 
der Destillation gewonnenen Sphärolithe sind Krystallbüschel, welche 



Weikschsuk. KÖNI08BEB0EB. Tbbnisb. Bodmeb-Bedeb. Masohkb etc. 143 

je TOD einer zur Axe senkrecht gestellten Fläche begrenzt sind. 
Alle derartigen Flächen geben bei beiden Metallen Gleitfiguren 
mit hezagonaler Symmetrie. Die beim raschen Erkalten entstan- 
denen, aus vier durch einander gewachsenen Krystallen gebildeten 
Aggregate liefern keine symmetrischen Gleitfiguren. M, B. 



A. Bodmbb-Bedbb. Durch Gebirgsdruck gebogene Quarzkrystalle. 
Centralb. f. Min., Geol. u. Paläont. 2, 81—84, 1900. [Beibl. 24, 1092, 1900. 

An einigen im Somviscerthal gefundenen Quarzkrystallen konnten 
zwei zu unterscheidende Druckrichtungen beobachtet werden. Die 
daroh Druck entstandene versteckte Schieferung stellte sich durch 
reihenweise angeordnete Hohlräume dar. Aus ihrer Lage und ihrer 
Form kann man einen Schluss auf den plastischen Zustand während 
des Druckes machen. M. B, 

Otto Masghkb, mitgetheilt von Hbinbigh Yatbb. Mikroskopische 
Studien über die Krystallisation des Gypses. ZS. f. Eryst. 33, 57 

—71, 1900. 

Die Arbeit bildet eine Zusammenfassung der einzelnen Angaben, 
welche Dr. Otto Masghke über seine Krystallisationsversuche mit 
Gjps hinterlassen hat. Hauptsächlich waren diese Studien darauf 
gerichtet, den Einfiuss von Eosin, Hämatoxylin und Gummi arabicum 
auf die Krystallisation des Gypses zu erkennen. Die sich dabei 
ergebenden Resultate waren folgende: Die unbeeinflusste Gestalt 
des Gypses hat die Combination odPoo, cdP und — P«" in lang- 
prismatischer Entwickelung. Durch Zusatz von Eosin, Hämatoxylin 
oder Gummi arabicum nimmt der Gyps die sogenannte Sanduhr- 
structur an, so dass die Ansicht Peliean's bestätigt wird,, dass die 
Sauduhrstructur durch Beimengungen nicht isomorpher Substanzen 
hervorgerufen wird. Je grösser die Aufnahme der Fremdkörper 
ist, um 80 grössere Ausdehnung erlangen die Anwachskegel. Wenn 
der Gehalt der Lösung an aufnehmbaren Fremdkörpern während 
der Krystallisation steigt, so nehmen die betreffenden Anwachskegel 
eine ständig wachsende Menge von ihnen auf und es entstehen in 
diesem Falle Anwachskegel mit concavem Mantel. M, B, 



E A WüLFiNG. üeber einige krystallographische Constanten des 
Turmalins und ilire Abhängigkeit von seiner chemischen Zu- 
sammensetzung. Progr. zur 82. Jahresfeier d. königl. württemb. landw. 
Akad. Hohenheim, 20. Nov. 1900. Centralbl. f. Min. 1901, 15—19. 



1 44 3 a. Erystallographie. 

Da der Verfasser sich von der rechneriscbeii Ableitung der 
Turmalinformel aus der Analyse nicht eher Erfolg verspricht, ehe 
nicht durch Versuche an richtig gewähltem Material die Frage nach 
der Oxydationsstufe des Eisens und nach der isomorphen Ver- 
tretung der einzelnen Elemente gelöst sei, so wendet er bei den 
Turmalinuntersuchungen sein Hauptaugenmerk auf die krystallo- 
graphischen und optischen Resultate. In der Einleitung giebt er 
eine übersichtliche Zusammenstellung des zur Untersuchung gelangten 
Materials und dann auf Grund seiner Messungen, in einer Tabelle 
zusammengestellt, die geometrischen Constanten der Turmaline. Aus 
dieser Tabelle lässt sich ersehen, dass die Verlängerung der c-Axe 
mit dem Gehalt an Magnesium und Eisen Hand in Hand geht, 
während die lithiumreichen und monoxydarmen Turmaline eine 
erheblich kürzere o-Axe aufweisen. 

Bei der Besprechung der optischen Constanten werden die 
älteren Untersuchungen berücksichtigt, die Arbeitsmethode aus- 
einandergesetzt, das Instrument, ein kleiner Spectralapparat, und die 
Herstellung der Präparate beschrieben und dann die eigenen Messungen 
für jeden einzelnen Krystall erläutert In einer Tabelle werden die 
erhaltenen Werthe für verschiedene Theile des Spectrums, die 
ordentlichen und ausserordentlichen Brechungscoefficienten für mitt- 
leres Licht, das specifische Gewicht und der Gehalt Fe -(- Mn für 
die verschiedenen Gruppen der Turmaline zusammengestellt. Es 
werden vier Gruppen von Turmalinen unterschieden: 1) Lithion- 
Turmaline, 2) blauschwarze Eisen-Turmaline, 3) grünschwarze Eisen- 
Turraaline, 4) Magnesia- Turmaline mit niedrigster Doppelbrechung 
und mittlerer Lichtbrechung, mittlerer Doppelbrechung und niedrigster 
Lichtbrechung, höchster Doppelbrechung und höchster Lichtbrechung. 
Wahrscheinlich ist auch hier eine Abhängigkeit vom Eisengehalt 
vorhanden. Das specifische Gewicht ist im Allgemeinen dem Eisen- 
gehalt proportional. In einer farbigen Tafel sind die 33 besten 
Turmalinanalysen graphisch dargestellt. In Betreff des Eisengehaltes 
bestehen Differenzen zwischen den Analysen Rigg's und von Jannasoh- 
Calb. Auf Grund der Färbung glaubt Wülping auch dort Eisen 
annehmen zu müssen, wo die Analyse kein FegOa angiebt. Ebenso 
meint er, dass auch der NajO- und der B2O3- Gehalt vielfach zu 
niedrig bestimmt worden sind. M. JB. 



V. V. WoBOBiBF. Krystallographische Studien über Turmalin von 
Ceylon und einigen anderen Vorkommen. ZS. f. Kryst. 33, 263 

—454, 1900. 



V. WoBOBiBF. Schmidt. Klbin. 145 

Die hier yorliegende, sehr ausführliche Arbeit über den Turmalin 
ist besonders durch das Studium der von Dr. F. GbOnlino von 
Ceylon mitgebrachten Krystalle entstanden. Es sind ungefähr 
100 Krystalle gemessen und in eingehendster Weise beschrieben 
worden, welche Arbeit ungefähr 100 Druckseiten umfasst. Die dazu 
gehörige Winkeltabelle ist 42 Seiten stark. An der grossen Anzahl 
der mitgebrachten Turmalingeschiebe , die vielfach bis 7 cm gross 
sind, und an einigen anderen Turmalin vorkommen hat der Verf. 
sodann die elektrischen und morphologischen Eigenschaften des 
Turmalins und ihre Beziehungen zu einander untersucht M. B. 



C. Schmidt. Mineralien aus dem Triasdolomit des Baltschieder- 
thales im Wallis. N. Jahrb. f. Min. 1900, 1, 16—21. 

In den Drusen des Dolomites des Baltschiederthales , welcher 
sich keilförmig in einer Länge von mindestens 600 m in Gneiss- 
schichten hineinzieht, kommen folgende Mineralien vor: Rhomboeder 
Yon Dolomit. Seltener ist der Calcit, der in abgerundeten ScalenoSdem 
auftritt. Ein grosser Zwilling nach OB zeigt neben B noch Ve-P^. 
Flussspath findet sich in 3 cm grossen Würfeln, deren Kanten durch 
»0 abgestumpft sind. Auch Durchkreuzungszwillinge nach sind 
nicht selten. Einmal wurde 303 und 402 bestimmt. Recht häufig 
ÜDdet sich der Cölestin. Von ihm zeigen die farblosen oder bläu- 
lichen, nach OP tafelförmigen grösseren Krystalle OP, »P, P und 
P«; die kleineren, nur 3 bis 4 mm langen Individuen sind immer 
blau und stellen die Combination Poo', ooP«', V»-^® und OP dar. 
Beide Typen zeigen in ihren optischen Verhältnissen keine beson- 
deren Merkmale. Von Baryt wurden nur wenige Krystalle von 
der Form OP, »P und P gefunden. Der Quarz stellt sich in 
langen spiessigen Individuen dar, welche durch steile Rhomboeder 
gebildet werden. Durch Einlagerung eines phlogopitartigen Glimmers 
erhält er einen braunen Seidenglanz. In derselben Weise ist der 
Adnlar gefärbt, der meist die Combination »P, P«^, ^I^P~^^ OP 
und Darohkreuzungszwillinge aufweist. Dreimal wurde Anatas beob- 
achtet Recht selten war Eisenkies, Bleiglanz, Zinkblende und 
Fahlerz. Das letztere ist fast immer von Kupferlasur und Malachit 
überzogen. Der Dolomit ist wohl als erstes, der Cölestin als letztes 
Ausscheidungsproduct anzusehen. M. B, 



C. Klein. Das Krystallpolymeter , ein Instrument für krystallo- 
graphisch-optische Untersuchungen. Sitzber. d. preuss. Akad. d. Wiss. 
1900, 248—257. 
Fortachr. d. Phys. LVI. 1. Abth. 10 



146 3 a. Erystallo^aphie. 

Auf Grund der Erfahrungen, welche man bei den Drehappai*aten 
mit der Anbringung von drei und mehr Drehaxen gemacht und 
die man vielfach bei den Goniometern und ähnlichen Instrumenten 
angewandt hatte, construirte Verf. ein Universalinstrument mit drei 
Kreisen, welches als dreifaches Goniometer, Spectrometer, Total- 
reflectometer, Axenwinkelapparat , Drehapparat nach v. Fkdoeow 
und nach C. Klein, Polarisationsmikroskop und Polarisations- 
instrument zu gleicher Zeit zu brauchen ist und dem er daher den 
Namen Krystallpolymeter gegeben hat. Der erste Theil der Arbeit 
enthält an der Hand von Abbildungen die Beschreibung des In- 
strumentes. Der zweite Theil erläutert den Gebrauch des Instrumentes 
und zwar 1) als einkreisiges, zweikreisiges und dreikreisiges Gonio- 
meter, 2) zur Bestimmung der Brechungsexponenten vermittelst der 
Methode der prismatischen Ablenkung, 3) zur Bestimmung der 
Brechungsexponenten von Flüssigkeiten, 4) zur. Bestimmung der 
Brechungsexponenten an Krystallplatten vermittelst der Methode 
der Totalreflexion, 5) zur Untersuchung von Krystallen in Medien 
gleicher Brechbarkeit, und zwar sowohl für die Bestimmung der 
Hauptschnitte und Messung des Winkels der optischen Axen als 
auch für die Fixirung der Lage der Auslösohungsschiefen auf 
den Flächen einer Zone, und 6) zur Untersuchung von Mineral- 
partien im Dünnschliff und dickerer Schliffe. M, B. 



Litteratur. 

K. TwRDT. Methodischer Lehrgang der Krystallographie. 208 8. 
Wien, A. Pichler'B Ww., 1900. 

F. Wallbbant. Groupements cristallins. 81 S. Paris, CaiT^ et Naud, 

1900. 

Fbakz V. Hemmelmayb u. Kabl Bbünneb. Lehrbuch der Chemie 
und Mineralogie. IV u. 182 S. Wien u. Prag, F. Tempsky, 1900. 
Das Lehrbuch ist für die vierte Classe der Bealschulen bestimmt. 

J. L. C. SoHBOBDBB VAN DEB KoLK. Tabellen zur mikroskopischen 
Bestimmung der Mineralien nach ihrem Brechungsindex. 48 S. 
Wiesbaden, Kreidel, 1900. 

K Wbinschenk. Dynamometamorphisme et pi^zocristallisation. 

Congr. geol. intern. 17 S. Paris 1900. 
Zusammenfassende üebersicbt. 

E. V. Fbdobow. Beiträge zur zonalen Krystallographie. III. Syn- 
gonie-Ellipsoidgesetz. ZS. f. Kryst. 33, 555—588, 1900, 



Litteratur. 147 

J. PsBRiN. Les limites de IMtat cristallin. Rev. g^n. des sciences 11, 
1218—1224, 1900. 

C. Viola. Recherches sur les sym^tries nouvelles des cristaux. 
Areh. sc. phys. et nat. (4), 10, 465 — 466, 1900. Sched. 

A. Schmidt. Die Classen der Krystalle. ZS. f. Kryst. 33, 620—628, 

1900. 

LüiQi BoMBiCGi. Nuove considerazioni sulla probabilita che talune 
anomalie di forma nei cristalle dipendano da durevoli movimenti 
negli spazi naturalmente cristalligeni. Mem. dl Bologna (5) 7, 761 
—780, 1900. 

W, Voigt. Ueber die Parameter der Kystallphysik und über ge- 
richtete Grössen höherer Ordnung. Gott. Nachr. 1900, 355—379. 

Fräd. Wallbrant. Sur une cat^gorie de groupements cristallins 
echappant aux investigations optiques. C. B. 130, 144 — 146, 1900. 

W. J. SoLLAS. On tbe intimate structure of crystals. IV. Cubic 
crystals with octahedral oleavage. Proc. Boy. Soc. 67, 493 — 495, 1900. 

C. Viola. Sulla leggi della razionalitä degli indici nei cristalli. 
Eend. Lincei (5) 9 [2], 301—308, 1900. 

J. F. VAN 't Hopf. Cristallisation ä temp^rature constante. Bapp. 
du congr. int. de phys. 1, 464 — 477, 1900. 

Fb^d. Wallebant. Sur la roaille du r^seau et la forme primitive 
d'un Corps cristallis^. C. B. 131, 1003—1004, 1900. 

R V. Fbdorow. Zur Theorie der krystallographischen Projeotionen. 
Z8. f. Kryst. 33. 589—598, 1900. 

Eduard Risoke. Ueber Wechselwirkung und Gleichgewicht tri- 
gonaler Polysysteme, ein Beitrag zur Theorie der Krystallstructur. 
Phys. Z8. 1, 277—282, 1900. Ann. d. Phys. (4) 3, 545—577, 1900. 

V. Goldschmidt. Zur Theoiie der Zwillings- und Viellingsbildung 
illustrirt am Chrysoberyll. ZS. f. Kryst. 33, 468—476, 1900. 

S. L. Penpield. On the Interpretation of mineral analyses: a cri- 
ticisme of recent articles on the Constitution of Tourmaline. Sill. 
Joura. (4) 10, 19—32, 1900. 

Ch. Moübain. Sur la cicatrisation des cristaux et Pinfluence du 
milieu sur leur formation. Joum. de phys. (3) 9, 208 — 212, 1900. M. B. 

C Cbbpaz. Proprietä meccaniche delPetere distribuito nei cristalli. 

37 8. Trieste 1900. 

J. A. EwiNO and W, Rosenhaik. The crystalline structure of 
metalls (second paper). Proc. Boy. Soc. 67, 112—117, 1900. Chem. 
News 82, Nr. 2119, 4—6, 1900. 

J. A. EwiNO. The crystalline structure of metals. PhiL Trans (A) 
193, 353—376, 1900. Diese Her. 55 [l], 237—238, 1899. 

A. Dittb, Sur la cristallisation de Tor. C. B. 131, 143—149, 1900. 

10* 



148 4. Mechanik. 

John Pabby. Grystallisation of steel and iroD. Ghem. News 82, 28, 
1900. 

F. OsMOND. Sur la cristallographie du fer. Ann. des mines (9) 17, 
110—165, 1900. 

R. Bbauk. Beobachtungen über die ErystalHsation des Schwefels 
aus seinem Schmelzfluss. K. Jahrh. f. Hin. , Beilageband 13^ 39 — 89, 
1900. 

J. A. CuNNiNGHAM. A contribution to the theory of the order of 
crystallisation of the minerals igneous rocks. Boy. Duhl. Soc. 
16. May 1900. Nature 62, 262, 1900. 

J. JoLY. On the order of crystallisation of Silicates in igneous rocks. 
Nature 62, 262—263, 1900. 

O. Lehmann. Ueber flüssige Krystalle. Zwei Vorträge. Verh. d. 
natarw. Yer. zu Karlsruhe 13, 20, 1900. 

Die künstliche Aenderung flüssiger Krystalle und die Er- 
zeugung eiförmiger, halbflüssiger Milchkrystalle. Yerh. d. naturw. 
Yer. zu Karlsruhe 13, 630, 1900. 

P. Gaubbbt. Sur la coloration artificielle des cristaux. Bull. soc. 
frang. de Min. 23, 211—221, 1900. 

A. Hutchinson. On a new mineral. Proc, Cambr. Phil. Soc. 10, 216, 
1900. Schon berichtet nach Phil. !Mag. (5) 48, 480—481, 1899. [Diese 
Ber. 55 [l], 264, 1899. Scheel. 



4. Mechanik. 



Ad. Webnickb's Lehrbuch der Mechanik in elementarer Dar- 
stellung mit Anwendungen und Uebungen aus den Gebieten der 
Physik und Technik. In zwei Theilen. 

Erster Theil: Mechanik fester Körper. Von Alex. Wbb- 
NiOKE. Vierte völlig umgeai'beitete Auflage. Erste Abtheilung: 
Einleitung. — Phoronomie. — Lehre vom materiellen Punkte. 
Mit eingedruckten Abbildungen. XIV u. 314 S. 

Zweiter Theil: Flüssigkeiten und Gase. Von Richabd Vatbb. 
Dritte, völlig umgearbeitete Auflage. Mit 234 eingedruckten Ab- 
bildungen. Xn u. 374 S. Braunschweig, Fbiedb. Vibweg und 
Sohn, 1900 f. 

Neben dem Werke von A. Ritteb über technische Mechanik 
hat An. Webnickb's Lehrbuch der Mechanik seit seinem Entstehen 
(1858) bei allen denjenigen Technikern sich einer grossen Beliebt- 
heit erfreut, welche der Kenntniss der Infinitesimalrechnung ent- 



Litteratur. Webniokb. 149 

bebrten, sich also mit den ihnen vorkommenden Aufgaben durch 
blosse Anwendung der Elementai*mathematik abfinden mussten. Aus 
dem Unterrichte an einer Gewerbeschule hervorgegangen und 
nicht, wie das RiTTBR'sche Werk, durch nachfolgende Curse der 
analytischen Mechanik und der Ingenieur-Mechanik ergänzt, ist 
das WBBNiOKE^sche Lehrbuch sogar umfassender, indem es inner- 
halb der durch den Zweck gegebenen Beschränkung die An- 
wendungen möglichst vollständig behandelt. 

Denmach ist es zu verstehen, dass die ViEWEo'sche Buch- 
handlung nach dem Tode des verdienten Vei*f. eine neue Be- 
arbeitung des bewährten Werkes veranlasst hat, und da es gegen- 
wärtig wohl schwierig ist, einen Gelehrten zu finden, der das ganze 
Gebiet, das zur Darstellung kommt, völlig beherrscht, so hat der 
mit der Herausgabe betraute Sohn des Verf. sich auf die Be- 
arbeitimg des ersten Theiles beschränkt (Mechanik fester Köi-per), 
für den zweiten Theil aber (Flüssigkeiten und Gase) den Docenten 
der Technischen Hochschule zu Aachen, Righaed Vatbb, ge- 
wonnen. 

Von dem ei-sten Theile liegt nur die erste Abtheilung vor. 
Verglichen mit der dritten Auflage des ersten Theiles vom Jahre 
18T7 ist das vorliegende erste starke Heft ein völlig neues Buch 
geworden, in dem nur ungefähr die Disposition festgehalten ist 
und in das einige Uebungsaufgaben hinübergenommen sind. Im 
üebrigen hat der Bearbeiter seiner Neigung zu philosophischen 
Betrachtungen an vielen Stellen nachgegeben, hat feiner die Ele- 
mente der Vectorenrechnung aufgenommen und ist im Verlaufe 
der Entwickelungen in die Bezeichnungen der Infinitesimalrechnung 
übergegangen. Ferner hat er die Uebuugen in ausgeführte An- 
wendungen und einfache Uebungsaufgaben zerlegt. Durch diese 
viel&chen Erweiterungen ist der Umfang der vorliegenden ereten 
Abtheilung auf das Dreifache dessen gestiegen, was in der dritten 
Auflage für den nämlichen Gegenstand gebraucht ist. Der Cha- 
rakter dieser Abtheilung ist dadm*ch ein wesentlich höherer ge- 
worden. 

Der zweite, von Vatbe bearbeitete Theil schliesst sich dagegen 
genau an die von Ad. Wbbnicke besorgte zweite Auflage an. Die 
jeweiligen ersten Theile der einzelnen Capitel, die theoretischen 
Grundlagen, sind im Grossen und Ganzen ungeändert geblieben. 
Fast durchgängig neu bearbeitet wurden dagegen die als Anwen- 
dungen bezeichneten Abschnitte. Die Heissluftmaschinen sind nur 
in stark gekürzter Form beibehalten; dafüi* ist aber eine kurze 



150 4. Mechanik. 

Beschreibung der Gas-, Benzin- und Petroleummaschineu hinzu- 
gefügt. Wir glauben, dass gerade dieser zweite Theil für die- 
jenigen recht nützlich sich erweisen wird, die sich mit den ersten 
Grundgedanken der vielfachen Anwendungen bekannt machen 
wollen. Lp, 

Aug. Föppl. Vorlesungen über technische Mechanik. Zweiter 
Band: Graphische Statik. Mit 166 Figuren im Text. Leipzig, 
B. G. Teubner. X u. 452 S. gr. 8<>. 1900 f. 
„Mit diesem Bande gelangt das ganze Werk, das mit der 
Veröffentlichung des dritten Bandes begonnen wurde, zum Ab- 
schlüsse.'^ Da es sich um Vorlesungen handelt, die nur in etwas 
erweiterter Form veröffentlicht wurden, so sind weitergehende 
Ausführungen, die zm* Theorie der Brücken, zur Statik der Bau- 
constnictionen überhaupt, zur theoretischen Maschinenlehre u. s. f. 
gehören, in diese für Studirende der ersten vier Semester ge- 
haltenen Vorträge nicht einbezogen worden. Die abgehandelten 
Gegenstände sind aus den folgenden Titeln der sieben Abschnitte 
zu ersehen, in die das Buch getheilt ist: I. Zusammensetzimg 
und Zerlegung der Kräfte am materiellen Funkte und in der Ebene, 
n. Das Seilpolygon oder Seileck. IIL Die Kräfte im Räume. 
IV. Das ebene Fachwerk. V. Das Fachwerk im Räume. VI. Die 
elastische Formänderung des Fachwerks und das statisch unbe- 
stimmte Fachwerk. VII. Theorie der Gewölbe und der durch- 
laufenden Träger. Am Schlüsse sind die wichtigsten Formeln zu- 
sammengestellt. Lp, 

Aug. Föppl. Vorlesungen über technische Mechanik, Erster Band: 
Einführung in die Mechanik. Mit 96 Figuren im Text. Zweite 
Auflage. Leipzig, B. G. Teubner. XTV u. 422 S. gr. 8®. 1900 f. 
Die erste Auflage dieses Bandes wurde in diesen Ber. 54 [1], 
442, 1898 angezeigt Die kurze Fiist seit dem Erscheinen verbot 
irgendwie einschneidende Aenderungen. Der Verf. bezeichnet 
einige neu hinzugekommene kleinere Zusätze und die neue Fassung 
einiger Stellen, die kiitisüt worden waren, in seinem Vorworte als 
die einzigen Unterschiede von der ursprünglichen Fassung. End- 
lich sind 18 neue Figuren beigegeben. Lp, 



Aug. Föppl. Vorlesungen über technische Mechanik. Dritter 
Band: Festigkeitslehre. Mit 79 Figuren im Text. Zweite Auf- 
lage. Leipzig, B. G. Teubner. XVIII u. 512 S. gr. 8®. 1900 t. 



FÖPPL. Laisant. Picabd. Caldabbba. 151 

Bezüglich des Inhaltes dieses Baudes vergleiche man die An- 
zeige der ersten Auflage in diesen Ber. 53 [1], 302—304, 1897. 
Einzelne Theile sind umgearbeitet; besonders sind die im Vorworte 
zum ersten Bande ereter Auflage aufgezählten Fehler, sowie 
einige andere Veraphen berichtigt worden; neuere Arbeiten der 
letzten Jahre sind berücksichtigt Die Eintheilung ist dieselbe ge- 
blieben, damit Verweisungen auf das Buch keine Störungen er- 
fahren, ip. 

C. A. Laisakt. La mecanique rationnelle et la mecanique appliquee. 
L'Enseigneinent math. 1, 237^246, 1899 f. 
Ein Vortrag vor den Studii'enden des zweiten Jahres in der 
icole Polytechnique zur Kennzeichnung des Unterschiedes der 
analytischen und der technischen Mechanik. „Für den Ligenieur 
ist die technische Mechanik das Ziel, die analytische Mechanik das 
Mittel.« Lp. 

EiaiiE PiGABD. Une premiere le9on de dynamique. L'Enseignement 
math. 2, 3—13, 1900 f. 
Dieser erste Vortrag über Dynamik ist derjenige, den der 
berühmte Mathematiker in seiner Vorlesung über allgemeine 
Mechanik an der £cole centrale hält Er kehrt besonders den ex- 
perimentellen und praktischen Standpunkt hervor. Interessant ist 
die sofortige Einführung und Verwerthung des Kraftfeldes. Lp, 



Fbanoesgo Caldabjsba. La meccanica in coordinate tetraedriche 
e triangolari. Memoria. Batt. G. 37, 289—325, 1899 f. 
^Die Bewegung eines Punktes, mithin auch eines Systems als 
eines Aggregates von Massenpunkten, ist in Polyedercoordinaten im 
Räume, Polygonalcoordinaten in der Ebene (von denen die car- 
tesisohen nur ein besonderer Fall sind) bestimmbar; von dieser 
Vorstellung aus beabsichtige ich durch die Behandlung verschie- 
dener Herleitungen zu zeigen, wie man Fundamentaltheoreme der 
Mechanik beweisen und wichtige Aufgaben lösen kann, besonders 
unter Benutzung der Tetraeder- und der Dreieckscoordinaten, welche 
oft wegen der Gleichförmigkeit und der Eleganz, die sie den 
Formeln ertheilen, recht werthvoll werden. Ich habe den Ge- 
brauch derselben schon seit einigen Jahren in meinen Vorlesungen 
gelehrt, und gebe nun hier eine ausführlichere Entwickelung, wie 
dies der angegebene Zweck verlangt." Lp. 



152 4. Mechanik. 

W. Jbbmakow. Die Grundgesetze der Mechauik. Kiew, Univ. 
Nachr. Nr. 5, 1—10,' 1900 (russisch). [Wied. Beihl. 24, 950—951, 1900 f. 

Nach dem Referate in den Beiblättern werden die di-ei 
NBWTON'schen Bewegungsgesetze in einer Fassung ausgesprochen, 
bei welcher der Unterschied der inneren und der äusseren Elräfte 
betont ist. Jjp. 

Cabl Nbumank. Beiträge zur analytischen Mechanik. Leipz. Ber. 

51, 371—444, 1899 t. 

Der Verf. betrachtet in dieser umfangreichen Arbeit die Be- 
wegung eines materiellen Systems, bei welchem einzelne Coordinaten 
oder Parameter vorgeschriebene Functionen der Zeit sind, genauer 
ausgedrückt bis auf kleine Abweichungen von so minimaler Klein- 
heit, dass man letztere völlig vernachlässigen darf. Das Auftreten 
jener vorgeschriebenen Zeitfunctionen hat seinen eigentlichen Grund 
in der Einwirkung gewisser Kräfte. Wenn z. B. mit einem Pendel 
ein Körper verbunden ist, der durch ein an der Pendelstange an- 
gebrachtes Uhrwerk um die Stange gedreht wird, so dass der 
Dreh ungs Winkel eine vorgeschriebene Function der Zeit wird, so 
rührt dies von den durch jenes Uhrwerk erzeugten Kräften her. 
Solche Kräfte werden zur Unterscheidung von anderen Kräften als 
singulare Kräfte bezeichnet. Die behandelten Aufgaben sind, im 
Grunde genommen, von genau derselben Art wie alle mechanischen 
Aufgaben. Neue Begriffe oder neue Voraussetzungen kommen 
dabei nicht in Betracht. Nur darin könnte mau einen gewissen 
Unterschied sehen, dass jene singulären Kräfte im Allgemeinen 
mehr oder weniger unbekannt sind, und dass sie weniger nach 
ihrer eigentlichen Natur als nach ihrem schliesslichen Effect zu be- 
urtheilen sind; dieser schliessliche Effect besteht in den von ihnen 
hervorgebrachten Zeitfunctionen. 

Die drei ersten Paragraphen sollen dazu dienen, in die Vor- 
stellungen und Methoden des Verf. in möglichst einfacher und be- 
quemer Weise einzufuhren. Sie behandeln das Princip der leben- 
digen Kraft, das n'ALBMBBRT'sche Princip und die LAORANOE^schen 
Differentialgleichungen. Das Hauptergebniss erscheint in der Ge- 
stalt eines „allgemeinen Satzes" nebst zugehörigem Zusätze, die 
IVa Druckseiten einnehmen. Hiernach werden die allgemeinen Be- 
trachtungen in §§. 4 und 5 auf die Aufgaben der relativen Be- 
wegung angewandt (S. 372—402), für welche in §. 6 noch nach- 
trägliche Bemerkungen hinzugefügt werden. Die Bewegungen an 



JXBMAKOW. NSUMANN. FaBKAS. 153 

der Erdoberfläche, welche ja immer als die Hauptbeispiele der rela- 
tiven Bewegung dienen, werden nach den vom Verf. entwickelten 
Sätzen in §. 7 erörtert, insbesondere wird die Bewegung eines ein- 
seinen Massenpunktes an der Erdoberfläche in §. 8 behandelt (S. 403 
—419). Die drei folgenden Paragraphen (9 bis 11) enthalten die 
Untersuchungen über die Bewegung eines materiellen Systems, falls 
einer seiner Parameter eine vorgeschriebene Function der Zeit ist, 
roerst in allgemeiner Behandlung, dann in Anwendung auf beson- 
dere Fälle: die reibungslose Bewegung eines schweren Massen- 
pnnktes auf einer starren Fläche von bestimmt vorgeschriebener 
Bewegung, die Bewegung eines gewissen zusammengesetzten Pendels. 
Der letzte Paragraph beschäftigt sich mit den Bedingungsgleichungen, 
die in Glestalt von Differentialgleichungen auftreten. Diese Dar- 
legungen sollen den einfachen Gang der Untersuchungen des Verf. 
in seiner Abhandlung von 1888 (diese Ber. 44 [1], 205, 1888) 
etwas besser zur Darstellung bringen, als es damals geschehen war, 
ZQgleich aber auch zeigen, dass schon damals in voller Ueberein- 
Stimmung mit einer jetzt aufgestellten allgemeinen Regel verfahren 
)8t In einem Anhange werden auf Anregung von HOldbb gewisse 
Incorrectheiten zweier Aufsätze des Verf. (von 1885 und 1888) ver- 
bessert Xp, 

Julius Fabkas. Allgemeine Principien für die Mechanik des 
Aethers. Arch. N^erL (2) 5, 56—75, 1900 f. 

Dieser Artikel ist als Fortsetzung derjenigen Aufsätze anzusehen, 
in denen der Verf. seine Betrachtungen über das erweiterte Princip 
der virtuellen Geschwindigkeiten, von ihm das FouBiBB'sche Princip 
genannt: 2JPdp<:0, niedergelegt hat (diese Ber. 50 [1], 309 — 310, 
1894 und 55 [1], 391, 1899). Gegenwärtig wird das Princip nach 
drei Seiten hin erweitert 

a) In der Regel besitzt das erwähnte Ungleichhcitsprincip, 
ebenso wie das Gleichheitsprincip , in seiner ursprünglichen Bedeu- 
tung nur dann einen annehmbaren Sinn, wenn kein Widerstand des 
umgebenden Mediums und keine Reibung vorhanden ist. Im 
Capitel I wird das Ungleichheitsprincip in der Weise erweitert, 
dass sich dasselbe auch auf diese beiden Zubehöre des Zwanges 
erstreckt, b) Die zweite Erweiterung bezieht sich auf die analy- 
tische Definition des Zwanges. Gewöhnlich wird angenommen, dass der 
Zwang sich immer durch ein einziges System von homogenen linearen 
Relationen (Gleichungen und Ungleichungen) zwischen den Compo- 
nenten der virtuellen Verschiebungen ausdrücken lässt. Durch diese 



154 4. Mechanik. 

Annahme erleidet aber der Inhalt der Mechanik eine Einschränkung. 
Es können sogar ziemlich einfache Fälle bezeichnet werden, in 
welchen zu der Bestimmung der virtuellen Verschiebungen ein ein- 
ziges System von homogenen linearen Relationen nicht genügt 
c) Während die Ausführungen der beiden ersten Paragraphen sich 
auf die Voraussetzung getrennter Massenpunkte stützen, wird in 
Capitel III der Uebergang zur stetigen Raumerfüllung vollzogen. 
In Verbindung damit steht die dritte Erweiterung, welche die Zu- 
sanunensetzung der Körper aus Bestandtbeilen betrifft, die verschie- 
denen freien Kräften und verschiedenen Zwängen gehorchen. Es 
wird nämlich die Annahme zugelassen, dass zwischen diesen Bestand- 
^theilen im Allgemeinen Umwandlungen von Statten gehen, wie 
durch Veränderungen des Aggregatzustandes, durch allotropische 
Modificationen , durch chemische Processe u. s. w. Hiermit wird 
eine besondere Art der Veränderlichkeit des Zwanges eingeführt 
und die sogenannte Continuitätsgleichung verallgemeinert 

Endlich wird in Capitel IV die Hypothese zugelassen, dass in 
einem unabhängigen Massensysteme bei gewissen Lagen der Coordi- 
natenaxen gar keine freien Kräfte obwalten, und es werden An- 
weisungen zur Anwendung auf die Mechanik des Aethers aufgezählt 

1^- 

Julius B. Staub. Die naturgemässe Erklärung der Bewegung 
durch die Entdeckung oder Erkenntniss der einheitlichen Grund- 
ursache derselben, gr. 8^. 36 S. Leipzig, Gustav Schlemminger, 
1900 f. 
Die Ansichten des Verf. von „Die thatsächliche Widerlegung 
der NBWTON'schen Hypothese von der allgemeinen Anziehungskraft" 
sind in diesen Ber. 54 [1], 387, 1898 kurz angedeutet worden. Die 
vorliegende Schrift wiederholt diese „eigenartige Naturerklärung", 
zieht aus ihr Schlüsse für die verschiedensten Processe, bekämpft 
z. B. auf Grund derselben die Lehre vom Kreislauf des Blutes, 
„der wie seine Grundlage nur ein Irrthum sein kann", und wirft 
der ganzen Welt Wissenschaft den Fehdehandschuh hin mit der Behaup- 
tung, dass das in dieser Schrift dargelegte Erklärungssystem der 
Natur das einzige naturgemässe Erklärungssystem des Daseins sei. 

Lp. 

W. Stbkloff. Les methodes göndrales pour resoudre les problfemes 
fondamentaux de la physique matheraatique. Ann. de Toulouse (2) 2, 

207—272, 1900 t. 



Staub. Stbkloff. 155 

Diese Abhandlung enthält die Ausführung der Gedanken, welche 
der Verf. in einer Note der C. R. 128, 588—591 angedeutet hatte 
(vergL diese Ber. 55 [1], 345, 1899). Als die wichtigsten Probleme 
der mathematischen Physik werden genannt: das DiBiGHLExVche, 
das NfiüMANN'sche (hydrodynamische Problem) und das der Ver- 
theilung der Elektricität. Während man sonst zuerst das Dibich- 
LBT'sche Problem der Potentialtheorie in Angriff nimmt, um dann 
za den beiden anderen überzugehen, schlägt Verf. einen anderen 
Weg ein. Zunächst löst er das Problem der Vertheilung der Elektri- 
cität, ohne sich auf die Eigenschaften der normalen Ableitungen 
des Potentials der Doppelbelegung zu stützen, also unabhängig vom 
DiBiCHLBT^schen Princip, durch eine passende Abänderung der be- 
kannten RoBix'schen Methode. Dies ist ihm früher (vergl. diese 
Ber. 33 [2], 371, 1897) in dem einfachsten Falle convexer Ober- 
flächen gelungen, jetzt aber auch unter allgemeineren Voraussetzungen, 
mit Benutzung der bezüglichen Untersuchungen von Poincabä (La 
niethode de Neümann et le probl^me de DiBiCHiiST, Acta Math. 20, 
59—142, 1896) und von Liapunow (Journ. de Math. (5) 4, 241 
-311, 1898). 

Im ersten Capitel wird das „Fundamentaltheorem** von Poincabä 
abgeleitet: Es sei V eine Function, welche innerhalb und ausserhalb 
der gegebenen Oberfläche (8) harmonisch ist, die Potentialeigen- 
Schäften der einfachen Belegung hat und der Bedingung genügt: 



J dn 



dn 
Das Verhältniss 

wo das erste Integral sich auf den Bereich innerhalb (S), das zweite 
auf den Bereich ausserhalb (S) erstreckt, hat eine obere endliche 
und eine von Null verschiedene untere Grenze, wenn die geschlossene 
Oberfläche (S) die PoiNCABfi'sche Transformation gestattet und den 
folgenden drei Bedingungen genügt: 1) In jedem Punkte von (S) 
existirt eine bestimmte Tangentialebene. 2) Um jeden Punkt po 
von (S) kann man eine Kugel von hinreichend kleinem, aber be- 
stimmtem Radius B beschreiben, so dass eine Parallele zur Normale 
zu (S) in Po ^16 Oberfläche (S) im Inneren der Kugel nur in einem 
einzigen Punkte triflft. 3) Der spitze Winkel -O", den die Normalen 
von (S) in zwei Punkten po und p bilden, genügt der Bedingung 
^<ar^^ wo a eine von der Wahl der Punkte jPo und j) unabhängige 
Zahl, fo gleich der Entfernung poi> ist. 



156 4. Mechanik. 

Im zweiten Capitel wird bewiesen, dass die RoBiK^sche Methode 
die Lösung des elektrostatischen Problems für jede Oberfläche (S) 
liefert, die den vorgenannten drei Bedingungen genügt, und auf die 
das Fundamentaltheorem anwendbar ist. 

Das dritte Capitel ist dem hydrodynamischen Problem gewidmet, 
wobei es sich darum handelt, im Inneren eines Bereiches (D) eine 
harmonische Function zu finden, deren normale Ableitung sich auf 
eine gegebene Function / auf der Oberfläche (S) reducirt Unter 
Benutzung der kürzlich veröffentlichten Untersuchungen von Taubsb 
(Monatshefte f. Math. u. Phys. 8, 79—86, 1897) und Liapunow 
(vergL diese Ber. 53 [2], 373, 1897) betreffs der normalen Ab- 
leitungen des Potentials der Doppelbelegung und mit Anwendung 
der vorangehenden Betrachtungen wird der allgemeinere Satz be- 
wiesen: Die NBUMANN'sche Methode ist auf jede Oberfläche (S) 
anwendbar, welche die im vorigen Capitel angegebenen Eigenschaften 
besitzt, wenn / auf (S) stetig ist Dasselbe gilt hinsichtlich der 
RoBiN'schen Methode. 

Im vierten Capitel wird endlich das Dibiohlb Tische Problem 
behandelt, eine im Inneren eines Bereiches (D) harmonische Function 
zu finden, die sich auf eine gegebene Function / auf (iS) reducirt 
Unabhängig vom DiRiCHLBT'schen Princip wird der Nachweis ge- 
fuhi-t, dass die NEUMANN'sche Methode des arithmetischen Mittels 
auf jede Oberfläche anwendbar ist, die den oben erwähnten Be- 
dingungen genügt, wenn die gegebene Function / nur auf (iS) stetig 
ist. Die angedeuteten Untersuchungen hängen übrigens nicht von 
dem jüngst von Liapunow aufgestellten allgemeinen Theorem ab über 
die Existenz der normalen Potentialableitungen der Doppelschicht 

Zum Schluss werden im fünften und letzten Capitel zwei be- 
sondere Fälle des DiRiOHLBT'schen Problems behandelt: 1. Das 
Potential der Doppelbelegung zu finden, welches die gegebene Folge 
von Werthen auf der gegebenen Fläche (S) annimmt 2. Das 
Potential der einfachen Belegung zu finden, das sich auf die ge- 
gebene Function auf (S) reducirt (GAuss'sches Problem). Zuletzt 
werden die Ergebnisse dieser Untersuchung und der bezüglichen 
Arbeiten von Liapunow, Poincarä und Zarbmba in vier Theoreme 
zusammengefasst Hinsichtlich der einschlägigen Arbeiten von 
A. Korn, mit dem der Verf. in C. R. für 1900 sich über Prioritäts- 
ansprüche aus einander zu setzen hatte, wird die Behauptung aus- 
gesprochen, dass die vorliegenden Untersuchungen einfacher und 
allgemeiner seien als die von Korn. Lp. 



Tait. Voss. Valbhtinbb. 157 

P. G. Tait. Newton's laws of motion. 8*. Vm u. 58 8. London, 
Adam and CharleB Black, 1899. 
Das Büchlein soll ein Begleiter für den Classenanterricht sein 
und ist der Hauptsache nach eine Uebersicht über die wichtigsten 
Seiten der Bewegnngsgesetze , denen einige Beispiele zur Erläute- 
rung hinzugefügt sind. Die Darstellung folgt den wohlbekannten 
Grundlinien der theoretischen Physik von Thomson und Tait. 

Gribson (Lp.). 

A. Voss. Ueber die Principe von Hamilton und Maupebtüis. 
Gott Nachr. 1900, 322—327 f. 
In der Arbeit von HOldbb über die Principien von Hamilton 
und Maupebtüis (Gott. Nachr. 1896, 122—157; diese Ber. 52 [1], 
271 — 272, 1896) ist der Zusammenhang des Princips der kleinsten 
Wirkung mit dem HAMiLTON'schen Princip, sowie die Natur der 
dabei anzustellenden Yariationsbetrachtungen ausführlich dargelegt. 
Voss kommt jetzt auf diese Arbeit noch einmal zurück, nicht etwa 
um für die principielle Frage etwas Wesentliches hinzuzufügen, 
sondern um den Gedankengang auf den Fall ganz allgemeiner 
Goordinaten anzuwenden, weil hierbei einige üeberlegungen erfor^ 
derlich sind, die sich in jener Arbeit nicht finden (wo nur Goordi- 
naten benutzt werden, die explicite von der Zeit abhängen). Zu 
diesem Zweck wird der HOLDSB'sche Gedankengang in einer etwas 
anderen Form reproducirt und dann derselbe bei Zugrundelegung 
ganz allgemeiner Goordinaten dargelegt Lp. 



SisoFR. Valbntinbb. Untersuchungen über die Beziehungen zwi- 
schen dem Potential einer homogenen Kugel und dem des Mittel- 
punktes. Inaag.-Dis8. Heidelbei*g. 8^. 65 S. Karlsruhe 1900 f. 
Die im ersten Theile der Arbeit behandelte Aufgabe lautet: 
„Wie muss ein Anziehungsgesetz, welches von der Entfernung des 
anziehenden Punktes vom angezogenen abhängt, beschaffen sein, 
damit zwischen der nach diesem Gesetz erfolgenden Anziehung der 
Kugeloherfläche in Bezug auf einen äusseren Punkt und der An- 
xiehung des mit der Masse der Kugeloberfläche behafteten Mittel- 
panktes ein algebraischer Zusammenhang besteht, welcher unab- 
hängig ist von der Lage des äusseren Punktes im Raum?** Als 
einzige transcendente Function wird die Potentialfunction: 

(If) 9 = ^6«!' + ^,-«.' + 08 



158 4. Mechanik. 

gefunden. Rational läset sich das Potential F der Kugeloberfläcbe 
durch das Potential W des Mittelpunktes ausdrücken, wenn ^> ein 
Integral der Differentialgleichung 

i# + 7rf7 = '^*^ + '" 

ist, oder die B'orm ^> =^ A^z -\- A^^ hat Y ist gleich W bei Zu- 
grundelegung eines Potentialgesetzes von der Fo^m ^>{r) = o^ 
+ a^jr^ und nur dann. F ist durch W linear ausdrückbar in den 
Fällen: 

a) 9(0 = 01»-' + Oa + ?H, 

b) <)P(r) = ^^-+^^^ + ?>s. 

Im zweiten Theile der Arbeit wird die Frage in der Weise 
erweitert, dass die gesuchten Anziehungsgesetze ausser von der 
Entfernung auch von den Ableitungen der Entfernung nach der 
Zeit abhängig angenommen werden. Es wird jedoch nur der Fall, 
dass die Anziehungsgesetze die erste Ableitung enthalten, ausser- 
dem einschränkende Annahmen über die Abhängigkeit gemacht 
werden, weiter untersucht. Wir übersehen die Resultate, die ja 
vorläufig nur ein rein mathematisches Interesse haben. 

In einem dritten Theile wird endlich die Beziehung behandelt 
zwischen den Bewegungsvorgängen eines Punktes unter dem Ein- 
fiuss einer homogenen materiellen Kugelfiäche und denen unter 
dem Einfluss des mit der Masse der Kugel behafteten Mittelpunktes, 
wobei unter Anderem die Frage beantwortet wird, wann die be- 
kannten Integralprincipe bestehen können. Auch hier müssen wir 
auf eine Wiedergabe der einzelnen Ergebnisse verzichten. Die dem 
Professor L. Kobnigsbbrgbr gewidmete Arbeit, welche den Ein- 
fluss dieses Gelehrten in mehrfacher Beziehung verräth, ist ein 
hübscher Beitrag zur Lehre von den Potentialgesetzen. Doch ist 
zu bemerken, dass das Gesetz (1) bereits von G. Bakkeb in Amst. 
Konink. Akad. v. Wetensch. 1899 gefunden ist (vergl. diese Ber. 
55 [2], 238 ff., 1899). Xp. 

DiLLNBB. Sur le mouvement des el^ments d'une mol^cule de la 
matiere ponderable d'aprfes la loi de Newton. Öfers. Svenak. Vet, 
Ak. Förh. 57, 1145—1165, 1900t. 
Der durch seine Untersuchungen über das Problem der n-Körper 

bekannte Verf. wendet die Ergebnisse jener Forschungen auf die 



L 



Dillneb. Koeniosberoer. 159 

Frage an, wie das NBWTON'sche Gesetz die Bewegung der Bestand- 
theile eines Molecüls regelt. Die von ihm entwickelte Theorie 
macht die in der Physik und in der Chemie beobachteten Erschei- 
nungen von den Vibrationen eines Molecüls um seinen Schwerpunkt 
abhängig. Diese Vibrationen erregen zugeordnete Vibrationen des 
Aetbers und pflanzen sich mittels derselben unter der Form der 
Energie zu den Elementen eines anderen Molecüls fort, um in ihnen 
eine oscillatorische Bewegung und somit in dem Molecül selbst eine 
Vibrationsbewegung um seinen Schwerpunkt zu erregen. Diese von 
der Analysis vorgezeichnete Aii; der Anschauung macht die besagten 
Erscheinungen darin verständlich, dass sie ihre qualitativen Eigen- 
schaften in quantitative verwandelt: Man kann die Möglichkeit eines 
anderen Gesetzes der Anziehung und Abstossung als des Newton'- 
schen zugeben, nachdem das Problem der n-Eörper sich integrircn 
lasst; aber die analytischen Eigenschaften des NBWTON'schen Ge- 
setzes machen es für jede geregelte Bewegung der Elemente eines 
Molecüls unerlässlich. Als einen gegen die angenommene Mole- 
calartheorie gerichteten Einwand bezeichnet der Verf. die Bemerkung, 
dass diese Theorie eines bestimmten Anziehungs- oder Abstossungs- 
gesetzes ermangele. Zur Erläuterung der Ideen des Verf. diene 
das Beispiel des Molecüls HaO. Wenn die drei Elemente H, H, O 
ein gleichseitiges Dreieck bilden und geradlinige Oscillationen aus- 
führen, so befindet sich ihr Aggregat in dem Zustande der Krystalli- 
sation. Nach Zufuhr einer gewissen Energiemenge gehen die gerad- 
linigen Bahnen der Elemente in die Ereisform über: Das Molecül 
ermangelt jeder Vibration, gehört dem flüssigen Zustande an. Bei 
abermaliger Zufuhr von Energie verwandeln die Elemente ihre 
Bahnen in elliptische , und das Molecül Ha O beginnt Vibrationen 
auszuführen, deren Amplitude mit der Exentricität jener Bahnen 
wächst, in welchem Falle das Aggregat H3O den gasförmigen Zu- 
stand darstellt. r^Auf diese Weise ist zwischen den drei Aggregat- 
znständen Continuität vorhanden in dem Maasse, wie die Aenderung 
der Constanteh der lebendigen Kräfle und der Flächen Ä und K 
zwischen gehörigen Grenzen continuirlich ist" Lp. 



Lbo Eosnigsbergbr. üeber das erweiterte NswTON'sche Potential. 

BerL Sitzber. 1900, 1150— 11 58 f. 

In den Berl. Sitzber. 1898 (vergl. diese Ber. 54 [2], 377, 1898) 

hat der Verf. für das von ihm erweiterte NfiWTON'sche Potential 

die allgemeine LAPLACB-PoissoN'sche Gleichung hergeleitet. Gegen- 



160 4. Mechanik. 

wältig entwickelt er für das WsBBB'sohe Potential die der bekannten 

Beziehung : 

dV ^ dV 

orii Ofla 

für das NEWTON^sohe Potential analoge Beziehung und knüpft einige 
Betrachtungen über die Stetigkeit des erweiterten Raumpotentials 
an. In leicht verständlicher Bezeichnung wird das Potential ü 
durch die Gleichung definirt: 

die gesuchte allgemeine Beziehung hat die Form: 
(13) ^,,U-±J,,U=- 4^6(1+^) 

worin X, 7, Z die Eräftecomponenten des gesammten, nach dem 
NswTON'schen Gesetze wirkenden Massensystems bedeuten. Xp. 



Henbik Pbtbini. Sur l'existence des ddriv^es secondes du potentiel. 

C. R. 130, 233—235, 1900 t. 

Die Dichte q wird als eine endliche und integrable Function 
angenommen. Durch Zerlegung von d^V/dx^ in zwei Theile, Wx 
und Px, von denen Wx als Doppelintegral dargestellt wird, Fx den 
Werth — 4t/3nQo hat, wird die Existenz der zweiten Ableitung des 
Potentials V nach x auf die Existenz des Doppeliutegrals Wx zu- 
rückgeführt. Wenn nun Wi-, Wy^ Wg existiren, so ist ihre Summe 
stets Null, und man gelangt zur „modificirten PoissoN'schen Fonnel^ : 
^V = Px -{- Py + Pg^ die, wenn g stetig ist, auf die PoissoN'sohe 
Gleichung ^ F = — 4/3 7t q zurückkommt. Hieraus werden mehrere 
Folgerungen gezogen, z. B. dass q stetig sein kann, ohne dass die 
zweiten Ableitungen von V existiren. Lp. 



H. Pbtbini. l^tude sur les ddriv^es premiferes du potentiel d'une 
couche simple. Öfvers. Svenak. Vet. Ak. Förh. 57, 867—894, 1900 f. 
Es sei Pq ein gegebener Punkt auf einer Oberfläche, von der 
wir ein beliebiges Stück auswählen können, das den Punkt P© um- 
giebt, und es sei PqPPi eine beliebige Curve, welche die Oberfläche 
nur in Pq trifll (auch sonst ihr nicht unendlich nahe kommt). Es 
sei femer V = \(d(i/R\ wo eJft das Element der auf der Oberfläche 



Petbini. Lavbs. Bayleioh. 161 

aosgebreiteten Masse, B den Abstand dieses Elementes vom Punkte P 
bedeutet und das Integral sich auf die ganze Masse des betrachteten 
Stuckes der gegebenen Oberfläche erstreckt Wenn dann d$ das 
Bogenelement einer Curve im Punkte P ist, die durch diesen Punkt 
geht, 80 ist zu ermitteln, was der Grenzwerth lim (d V/ds) für P = Po 
wird, anter Einschlnss des Falles, in welchem die Curve sich auf 
einen Punkt reducirt Die rein mathematische Untersuchung wird 
in dem ersten Theile der Abhandlung für eine ebene Fläche, in 
dem zweiten für eine krumme Oberfläche durchgeführt. In Bezug 
auf die Resultate erwähnen wir nur, dass die Existenz der Ableitung 
Ton der Existenz eines gewissen Integrals W abhängig ist Lp. 



CuET Lavbs. Maupbbtuis' Princip der kleinsten Wirkung für 
Kräfte, die ein effectives Potential zulassen. Astr. Nachr. 152 [3647], 

361—366, 1900 t. 

unter Voranstellung des HAMiLTON'schen Princips als einer 
„Norma suprema et sacrosancta, nuUis exceptionibus obvia^ ist 
C. Nbxtmann in seinen „Allgemeinen Untersuchungen über das 
NBWTON'sche Princip" etc. (Leipzig 1896) zur Definition seines 
effectiven Potentials gekommen, das ein Eindringen in das Gebiet 
jener Kräfte gestattet, die ausser den Coordinaten deren erste und 
zweite Differentialquotieuten enthalten. Verf. giebt eine Ei*weite- 
rang, deren das Princip der kleinsten Wirkung fähig ist, wenn man 
Kräfte, die ein effectives Potential zulasaen, in den Kreis der Be- 
trachtungen zieht Lp. 

Lord Raylbioh.. On a theorem analogous to the virial theorem. 
Phü. Mag. (5) 50, 210—213, 1900 f. 
Als ein Beispiel der Allgemeinheit des CLAüsius'schen Theorems 
erwähnt Maxwbll (Scientific papers 2, 410), dass in irgend einem 
Fachwerk, welches aus Streben (struts) und Verbindungsstücken 
(ties) besteht, die Summe der Producte des Druckes innerhalb jeder 
Strebe in die Länge derselben die Summe der Producte der Span- 
nung jedes Verbindungsstückes in seine Länge um das Product des 
Gewichtes des ganzen Fachwerkes in die Höhe seines Schwerpunktes 
oberhalb der Fundamente übertrifft. Verfasser skizzirt zuerst den 
Beweis des lediglich statischen Satzes, von welchem der obige 
ein Beispiel ist, und dann den der entsprechenden statischen An- 
wendungen des analogen. Danach ergicbt sich leicht der Beweis 
des allgemeinen dynamischen Theorems in Gestalt einer Differential- 

FoitwhT. d. Phy«. LVI. 1. Abth. U 



162 4. Mechanik. 

gleichuDg, von der er sich Anwendung auf die Moleculartheorie der 
Viscosität der Gase verspricht, ähnlich wie beim Virial, wenn es 
auf den hydrostatischen Druck angewandt wird. Lp. 



JosBPH Klüo. Das Princip der virtuellen Geschwindigkeit bei 
Galilei. Progr. d. Neuen Gymn. Wtirzburg 1900, 50 8. [ZS. f. Unterr. 
14, 47—49, 1900 t. 
Nach dem ausfuhrlichen Referate in der ZS. f. Unterr. wird 
zuerst das Verhältniss Stisvik's zu Galilei erörtert; dann werden 
die Verdienste Galilbi's um die Entdeckung des Princips der vir- 
tuellen Geschwindigkeiten klar und übersichtlich dargestellt. Bei 
ihm nimmt es die Form an: „Dife Geschwindigkeit der Kraft ist 
so viel mal grösser als die des widerstehenden Gewichtes, wie dies 
Gewicht grösser ist als die Kraft.^ ^Während Stevin das Princip 
durch eine geistreiche, aber mehr äusserliche Anordnung zu be- 
gründen sucht, geht Galilei auf das Wesen der Sache selbst ein 
und findet gleichsam den inneren Grund der Erscheinung." Dieses 
wird vom Verf. an den einfachen Maschinen, sowie in der Hydro- 
statik bestätigt gefunden. Der Berichterstatter betont zuletzt die 
Erörterung des Verfassers über Galileis Stellung zu den Axiomen. 
„Das, was er immer und immer wieder in die Erscheinung treten 
sieht, bedarf ihm keines Beweises, der trotz aller mathematisch- 
geometrischen Kunstgriffe doch stets , bewusst oder . unbewusst, 
Erfahrungsthatsachen einführen müsste." So erkennt und verwendet 
Galilei das Beharrungsgesetz, das Bewegungsparallelogramm, die 
Superposition der Bewegungen als einfachste Naturgesetze, die, ein- 
mal erkannt, einen Beweis weder verlangen noch gestatten. Lp. 



P. DuHEM. Sur un point du calcul des variations. Ann. de Toulouse 
(2) 2, 115—136, 1900t. 

Die meisten auf continuirliche Medien bezüglichen Probleme 
der Statik oder der Dynamik kommen unter Benutzung des Prin- 
cips der virtuellen Geschwindigkeiten, des n'ALEMBEBT'schen Prin- 
cips oder des HAMiLTON'schen Princips auf eine Aufgabe von 
folgender Form zurück: Man soll ausdrücken, dass die Variation 
einer gewissen Function oder eines gewissen Integrals in allen 
Fällen Null ist, wenn die dem Systeme auferlegten Variationen die 
erste Variation gewisser anderer Functionen oder gewisser anderer 
Integrale zu Null machen. Eine derartige Aufgabe fuhrt man be- 
kanntlich auf eine andere derselben Gattung zurück, bei welcher die 



Klug. Dühbm. Abhaniki. 163 

dem Systeme auferlegten Variationen keiner Bedingung mehr unter- 
worfen sind. Constante oder variable unbekannte Hiilfsgrössen, deren 
Existenz man a priori annimmt, werden eingeführt, und dann zeigt 
man, dass der Ansatz des Problems in Gleichungen die gewünschte 
Zahl von Bedingungen (Gleichungen, gewöhnliche oder partielld 
Differentialgleichungen) liefert, um diese Hülfsunbekannten zu be- 
stimmen. 

Obsohon diese Methode immerfort benutzt wird und ihre Be- 
rechtigung von keinem Mathematiker angezweifelt ist, so scheinen 
doch die zu ihrer Stütze dienenden XJ"eberlegungen nicht die Sicher- 
heit und die Strenge zu haben, die man jetzt in der Mathematik 
verlangt Indessen es giebt eine besondere Aufgabe, bei der die 
fragliche Methode ganz ein wandsfrei ist; dies tritt ein, wenn man 
ausdrücken will, dass alle Variationen, welche die erste Variation 
eines gewissen Integrals zu Null machen, auch die erste Variation 
eines anderen Integrals zu Null machen. Die Existenz der un- 
bestimmten Hülfsconstante, die man bei der Lösung dieses Problems 
einfuhrt, wird durch ein ebenso strenges wie elegantes Schlussverfahren 
gerechtfertigt, das in verschiedenen Lehrbüchern (z. B. C. Jobdan, 
Conrs d^analyse 3, 482) auseinandergesetzt- ist. Diese Schlussmethode 
verallgemeinert der Verf. und wendet sie auf das in voller All- 
gemeinheit angenommene Problem an. Er greift sofort das Problem 
an, wie man es bei der Untersuchung der continuirlichen Medien 
von drei Dimensionen bekommt, wobei man zugleich dreifache, auf 
das ganze System erstreckte Integrale und Doppelintegrale zu be- 
trachten hat, die sich auf die begrenzenden Oberflächen oder auf- 
die es theilenden Discontinuitätsflächen erstrecken. Natürlich findet 
diese Methode mühelos Anwendung auf die einfacheren Fälle der 
continuirlichen Medien von einer oder von zwei Dimensionen. 

Nachdem wir im Vorstehenden die Gedanken der Einleitung 
wiedergegeben haben, müssen wir darauf verzichten, die weitere 
Durchfuhrung, die nur mit Hülfe eines grossen Formelapparates 
möglich wäre, hier zu skizziren; nimmt doch das zu beweisende 
Theorem mehr als zwei Druckseiten ein. Lp, 



£on)io Abmanini. Sulla superficie di minima resistenza. Annali di 
Mat (3) 4, 131—149, 1900 f. 
Verf. ergänzt die Untersuchungen über die Fläche kleinsten 
Widerstandes in einem Medium, dessen Widerstand dem Quadrate 
der Geschwindigkeit proportional ist, nach einigen Richtungen hin. 
Wir heben folgende Resultate hervor. 

11* 



164 4r. Mechanik. 

Wenn der Winkel der Tangente der Meridiancurve der Ro- 
tationsfläche kleinsten Widerstandes bei einer Bewegungsrichtung, 
die mit der Axe des Körpei*s zusammenfällt, 45^ nicht übersteigt, 
so existirt immer eine coutinuirliche Curve (ohne Treppen, nach 
dem hergebrachten Ausdrucke), der ein kleinerer Widerstand ent- 
spricht, als der bei einer beliebigen Treppencm've ist, die den 
gemachten Voraussetzungen entspricht. Ist dagegen y grösser 
als 45^, so existirt eine gewisse Treppencurve , der ein geringerer 
Widerstand entspricht, als der bei einer beliebigen continuirlichen 
Cui-ve. Dieses Resultat berichtigt eine Behauptung von F. August 
in seiner bezüglichen Abhandlung (Crelle's Joui-n. 103, 1 — 24; diese 
Ber. 43 [1], 41 9 ff., 1887). 

Der Rotationskörper, welchem die kleinste verzögernde Kraft 
bei einer gegen seine Axe geneigten Bewegungsrichtung entspricht, 
wenn diese Neigung den Winkel 30^ nicht überschreitet und die 
ganze Seitenfläche desselben den Widerstand erfährt, ist der Körper, 
welcher die NBWTON'sche Curve y^s = a(l -j- ^a^a zur Meridian- 
curve hat, und diese trifft die Stirnfläche unter dem Winkel 45^'. 

Ist der Widerstand der n*®" Potenz der Geschwindigkeit pro- 
portional und wächst n über 2, so wächst der Winkel a und nimmt 
der Radius der Stirnfläche ab. Jjp, 



Andeä Bboga. Champs de vecteur et* champs de force. Action 
rdciproque des masses scalaires et vectorielles. Energie localisee. 

C. B. 130, 109—112, 1900 f. 

Fortsetzung der Betrachtungen, über welche in diesen Ber. 
55 [1], 349, 1899 referirt ist. Zuerst wii'd der Satz bewiesen: In 
einem Kräftefelde sind zwei Massen von der Natur derjenigen, 
welche das Feld erzeugen, einer wechselseitigen Kraft unterworfen, 
mögen sie scalar oder vectoriell sein. Aus den hierbei angestellten 
Ueberlegungen wird zuletzt gefolgert: Wenn in einem Vectoi-felde 
eine Transformation von Energie stattfindet, sei es in einem perma- 
nenten oder in einem variablen Processe, oder wenn derartige 
Körper vorhanden sind, die das Feld in dem von ihnen ein- 
genommenen Räume nicht bestehen lassen, so üben die Vascht'- 
schen scalaren und vectoriellen Massen auf einander und gegen- 
seitig eine mechanische Wirkung von derselben mathematischen 
Form aus, wie die Wirkungen zwischen magnetischen Massen und 
Elementen eines elektrischen Stromes. Wenn ein solches Feld mit 



Bboca. Appbll. 165 

einer endlichen Fortpflanzungsgeschwindigkeit für eine Störung 
begabt ist, so rührt seine Entstehung von localisirter Energie her. 

Lp. 

AkdbA Bboca. Sur les masses vectorielles de discontinuit^. C. B. 
130, 317—319, laoof. 
In C. R 129, 1016—1018 (diese Ber. 05 [1], 349, 1899) hatte 
der Verf. den Satz bewiesen: „Selbst in dem Falle, dass ein Yector- 
feld nicht aus einem Potential stammt, ist die einzige Yectoren- 
componente, die auf einer gegebenen Oberfläche unstetig sein kann, 
die zu dieser Oberfläche normale Componente, wenn das Feld von 
einer und derselben Ursache herrührt" Wegen eines inzwischen 
gegen den Beweis erhobenen Einwandes liefert der Verf. jetzt 
nachträgliche Ausführungen, die er bei der erwähnten Veröffent- 
lichung aus Mangel an Raum hatte weglassen müssen. Lp, 



Paul Appbll. Sur une forme g^n^rale des öquations de la dyna- 
mique. Crelle's Joum. 121, 310—319. 1900 f. 
Die LAGBANGB'schen Gleichungen sind nicht anwendbar, wenn 
gewisse Verbindungen durch nicht integrable Differentialrelationen 
ausgedruckt werden, oder wenn man Parameter einführt, die mit 
den Coordinaten durch nicht integi-able Differentialrelationen ver- 
knüpft sind. Diese Schwierigkeit ist der Gegenstand verschiedener 
Untersuchungen gewesen, worüber der Verf. in der bei CabbjS und 
Naud jüngst veröffentlichten Schrift: „Les mouvements de roule- 
ment en dynamique^ eine genauere Bibliographie gegeben hat 
(vergL diese Ber. 55 [1], 388, 1899). In der gegenwärtigen Abhand- 
lung lehrt er die Bildung einer allgemeinen Form der Bewegungs- 
gleichungen, die nicht den angedeuteten Ausnahmen unterliegt 

Hierzu genügt es, die Function S ^^ ^^mJ^ zu bilden, in der m 

die Masse jedes einzelnen der Systempunkte bezeichnet und J die 
absolute Beschleunigung dieses Punktes; diese Function S ist also 
ans den Beschleunigungen ebenso gebildet, wie die halbe lebendige 
Kraft aus den Geschwindigkeiten. Übrigens ist das Princip dieser 
Methode vom Verf. bekannt gegeben in C. R 129, 317—320, 
423—427, 459—460 (vergl. diese Ber. 55 [1], 385 ff., 1899). Wie 
aas den Berichten über diese Noten erhellt, liefern die Ableitungen 
von S nach den LAGBANOs'schen Parametern die neuen Bewegungs- 
gleiohnngen. Dies wird an der Herleitung der Gleichungen für 
die Bewegung eines starren Körpers um einen festen Punkt, sowie 
an derjenigen für die Bewegung eines Reifens erläutert. ip. 



166 4. Mechanik. 

P. Appell. Sar une forme generale des ^quations de la djnamique 
et ßur le principe de Gauss. Crelle's Joum. 122, 205—208, 1900 f. 
Wenn die Verbindungen eines reibungslosen Systems in end- 
lichen Gliedern ausgedrückt werden können, und wenn man Para- 
meter anwendet, die wirkliche Coordinaten sind, so sind die 
LAGBAKGE'schen Gleichungen anwendbar. Wenn dagegen die Ver- 
bindungen sich nicht alle durch Beziehungen zwischen endlichen 
Gliedern ausdrücken lassen, so kann man nicht mehr die Lagbangb'- 
sehen Gleichungen benutzen. Zur Hinschreibung der Bewegungs- 
gleichungen genügt die Eeuntniss der Eräftefunction U und der 
Function S= ^l^^n^J^ (vergl. das vorangehende Ref.). Um zu 
entscheiden, ob es nicht allgemeinere Gleichungen als die Lagbakge'- 
sehen geben könnte, nur abhängig von der halben lebendigen 
Kraft T und der Kräftefunction CT, bildet der Verf. zwei verschie- 
dene Systeme, in denen die Functionen T und U identisch sind, 
ohne dass die Bewegungsgleichungen übereinstimmen, und scbliesst 
daraus die Unmöglichkeit der Existenz solcher hypothetischen Glei- 
chungen. Der zweite Theil dieses Aufsatzes giebt bibliographische 
Nachweise zu dem analytischen Ausdrucke des GAUss'schen Princips 
nach Mittheilungen von A. Matbb in Leipzig. Lp. 



Paul Appell, ü^veloppements sur une forme nouvelle des equa- 
tions de la dynamique. Joum. de math. (5) 7, 5 — 40, 1900 t. 

In dieser Abhandlung giebt der Verf. die Behandlung aus- 
gefahrter Beispiele nach der von ihm aufgestellten neuen Form der 
Differentialgleichungen der Dynamik (vergl. die vorangehenden 
Berichte). Die beiden Vorzüge dieser Gleichungen bestehen darin, 
dass dieselben 1) auf alle Arten der Verbindungen anwendbar sind, 
sogar auf die Verbindungen, welche, Wie die Rollbewegungen, durch 
nicht integrable Differentialrelationen ausgedrückt werden; 2) dass 
sie sich auch dann noch anwenden lassen, wenn man, statt die 
Definition der Lage eines Systems durch wirkliche Coordinaten aus- 
zudrücken, Parameter anwendet, die mit den Coordinaten durch 
nicht integrable Differentialrelationen verknüpft sind. 

Nachdem zunächst die neuen Gleichungen nochmals aufgestellt 
sind und ihr Gebrauch im Allgemeinen erläutert ist, werden folgende 
Aufgaben der Reihe nach behandelt: Ebene Bewegung eines 
Massenpunktes in Polarcoordinaten. Ein dem EoEKiG'schen Theo- 
reme analoger Satz. Starrer Körper, der sich parallel zu einer 
festen Ebene bewegt. Starrer, um einen festen Punkt drehbarer 
Körper. Die EuLEB'schen Formeln. Fall, bei dem das Trägheits- 



Appell. Kobtbwbo. Brill. 167 

ellipsoid für den festen Punkt ein Umdrebungsellipsoid ist Ein 
ganz freier Körper. Ein homogener, schwerer Umdrehungskörper, 
der auf einer festen horizontalen Ebene ohne Reibung gleitet. Ein 
homogener, schwerer ümdrehungskörper, der auf einer festen hori- 
zontalen Ebene rollt, ohne zu gleiten. Besondere Fälle. Bemerkung 
über die Gleichung der lebendigen Kräfte. Lp. 



P. Appbll. Sur l'int^gration des ^quations du mouvement d'un 
Corps pesant de r^volution roulant par une arlte circulaire sur 
an plan horizontal; cas particulier du cerceau. Bend. Giro. mat. 
di Palermo 14, 1—6, lOOOf. 
D. J. KoBTBWEG. Extrait d'une lettre ä M. Appbll. Bend. Circ. 
maL di Palermo 14, 7—8, 1900 f. 
Die Integration der Gleichungen des im ersten Titel angegebenen 
Problems wird auf die Integration einer linearen Differentialgleichung 
zweiter Ordnung und nachfolgende Quadraturen gebracht Durch- 
geführt wird die Integration fiir den Fall eines Reifens, wo die 
Differentialgleichung leicht in die Form derjenigen fär die GAüSs'sche 
bjpergeometrische Reihe übergeführt werden kann. 

EoBTBWBO, der im Nieuw Archief (2) 4 ebenfalls die Aufgabe 
far den Reifen auf hypergeometriscbe Reihen gebracht hatte, be- 
richtigt einen Rechenfehler in einer seiner Formeln und zeigt die 
Vortheile, welche aus einer von ihm angegebenen Transformation 
för besondere Fälle sich ergeben (vergl. diese Ben 55 [1], 387 ff., 
1899). Lp. 

A. Bbill. lieber ein Beispiel des Herrn Boltzmann zu der 
Mechanik von Hxbtz. Jahresber. B. Matli.-yer. 8, 200—204, 1900 f. 
Während Boltzmann im siebenten Jahresbericht der Deutschen 
Mathematiker -Vereinigung die Bewegung einer Tollkommen elasti- 
schen Kugel im Inneren einer Hohlkugel durch die Bewegung eines 
gewissen Stabsystems ersetzt hat, um im Sinne von Hbbtz mit 
starren Verbindungen der Massen zu arbeiten, modificirt Bbill 
diese Anordnung derartig, dass er das von Boltzmann gewünschte 
BQd des elastischen Stosses von zwei Vollkugeln erhält. Im zweiten 
Theile des Vortrages wird dann aber ausgeführt, dass Hbbtz kaum 
Stah- oder sonstige discrete Massensysteme gemeint habe, sondern 
wohl eine den Raum gleichförmig ausfüllende, in sich selbst ver- 
fichiehliche Materie, und es wird angedeutet, wie man mit einem 
solchen raumerfullenden Zwischenmittel analytisch verfahren kann. 
In einem Zusätze setzt sich der Verf. mit den Ansichten aus ein- 



168 4. Mechanik. 

ander, die Boltzmann in seinem Vortrage ^ lieber die Entwicke- 
lang der Metboden der tbeoretischen Physik in unserer Zeit^ aus- 
gesprochen hat. Z^. 

£d. CoiiiiiONON. Probleme de mecanique. Ass. frang. Botdogne 28, 
40—59, 1900 t. 

In einer Yerticalebene zieht man zwei rechtwinklige Axen, die 
eine horizontal, die andere vertical. In dieser Ebene sei eine Curve 
gezeichnet Die in dem Punkte M der Curve gezogene Tangente 
treffe die horizontale Axe OX in 12; ein schwerer Punkt gleite 
ohne Reibung auf MB mit der Anfangsgeschwindigkeit Null von 
M bis B, Die Zeitdauer T dieser Bewegung wird als eine Func- 
tion q)(y) der Ordinate y von M gegeben; die Curven zu finden. 
— Man berechnet leicht: 



=y^-' 



1. d8= y^ - q>(.y)dif. 



2. d« = dy|/^[g)(y)]« 



Die Integrationen dieser Gleichungen werden für verschiedene 
Annahmen von q){y) durchgeführt Ferner wird auch die Aufgabe 
gelöst, das Minimum von T für einige gegebene Curven zu finden. 

Lp- 

Hbnbik Petbini. Ueber das Wirkungsgesetz der inneren Kräfte 
eines Körpers. Ann. d. Phys. (4) 3, 749—752, 1900. 

Beweis des Satzes: „Wenn die Elemente eines homogenen, 
continuirlichen Körpers sich gegenseitig mit einer Kraft anziehen, 
deren Potential in der Form V ^= dT.dT' .q){r) geschrieben werden 
kann, so ist die nothwendige und hinreichende Bedingung dafür, 
dass die Anziehung zweier benachbarten endlichen Theile des Körpers 
eine endliche sei, diejenige, dass das Integi'al 



TT 

F= jr^q)(r)dr 



endlich sei." {d T und d T die Volumina der betrachteten Elemente, 
r ihr Abstand.) Lp. 

B. Gbbn. Das Gesetz von der Unabhängigkeit der Kraftwirkungen 
und das Gesetz der relativen Bewegung. Weetnik opitnoj fisild 
1900, 197—200. [Beibl. 25, 97—98, 1901t. 



CoLLioKON. Petbinl Gxbk. Slichteb« Chessin. 169 

„Die relative, unter Einwirkung irgend einer Kraft erfolgende 
Bewegung hängt weder vom Zustande der Ruhe oder Bewegung 
des gesammten Systems, noch von der Wirkung anderer Kräfte auf 
dasselbe ab." Jjp, 

Chas. S. SiiIChtbb. The mecbanics of slow motions. Science (N. S.) 
11, 535—536, 1900t. 

Um sehr langsam vor sich gehende Bewegungen (z. B. bei 
plastischen Körpern, wie Thon, nasser Sand, Wachs, Talg, Blei u. s.w., 
oder beim Wachsen der Pflanzen) dem Auge rasch vorzufuhren, 
photographirt der Verf. das Object in })assenden Zeitintervallen 
(Standen, Tagen, Wochen) und bringt die erhaltenen Bilder in ein 
Einetoskop, das nun die Bewegung auf wenige Secunden zusammen- 
gedrängt zeigt In dieser Weise ist das Wacbsthum zweier jungen 
Erbsen mit ihren Wurzeln verfolgt worden. Der Verf. verspricht 
»ich von diesem Verfahren, ausser dem. an sich interessanten An- 
blicke, noch manche Aufschlüsse über die Processe, deren Eigen- 
schaften wegen der Langsamkeit der zu beobachtenden Bewegungen 
dem vergleichenden Blicke entgehen. Lp, 



Alsxandkb S. Chbsbin. On relative motion. Trans. Am. Math. 8oc. 

1, 116—169. 1900t. 

Der gegenwärtig vorliegende erste Theil dieser Abhandlung 
handelt bloss von der Theorie der relativen Bewegung. Die 
Differentialgleichungen werden aus einem einzigen Grundprincipe 
hergeleitet, das in dem sogenannten „Theoreme von Coriolis^ ver- 
körpert ist Dasselbe ermöglicht nicht nur das Hinschreiben der 
Differentialgleichungen fiir die relative Bewegung unmittelbar nach 
den entsprechenden Gleichungen für die absolute Bewegung, sondern 
auch die Gewinnung von ebenso allgemeinen Gleichungen wie die 
bekannten für die absolute Bewegung (Cap. I und II). Wenn die 
Kräfte eine Potentialfunction haben, so reduciren sich die Gleichungen 
des Verf. auf die von EambbijINOH Onnbs (vergl. Fortschr. d. Math. 
11, 658 — 662, 1879). Wenn ausserdem die Zwangsverbindungen 
die Zeit nicht ezplicite enthalten, kommen sie auf die Gleichungen 
Ton BouB zurück (Joum. de Math. (2) 8; diese Ber. 19, 19, 1863). 
Diese Gleichungen werden später (Cap. X) auf anderem Wege her- 
geleitet, und dann wird der Zusammenhang zwischen beiden Me- 
thoden ermittelt (Cap. XI). 

Im ni. Cap. wird der Begriff der Störungen in die Theone 
der relativen Bewegung eingeführt, indem die Führungsbewegung 



170 4. Mechanik. 

der störende Factor ist. Die bo erhaltene Störungsfunotion ist die 
Summe dreier Termen, von denen nur zwei von Boüb und Eaubr- 
LiNOH Onnes wohl definirt waren, nämlich die Functionen K und ü, 
während die Form und die mechanische Bedeutung des dritten, in 
dieser Abhandlung mit G^ bezeichneten Terms unbestimmt, wenn 
nicht unbekannt blieb. Für die Function G^ werden mehrere Aus- 
drücke gegeben, welche offen zeigen, dass ihre Existenz allein den 
Zwängen des Materials zuzuschreiben ist (Cap. V und VII), und 
dann wird die mechanische Bedeutung dieser Function aufgestellt 
(Cap. Vin und IX). Die Cap. IV und V enthalten einige noth- 
wendige Digressionen über Coordinatentransformation. Die Formeln 
dieser beiden Capitel gestatten weitere Anwendungen. ip. 



J. H. H. GooDWiN. On the motion of a rigid four-dimensional body 
in four-dimensional space. Hess, of Math. (2) 28, 175^183, 1899 t. 

Verf. dehnt die Betrachtungen über die Bewegung eines starren 
Körpers um einen festen Punkt auf den vierdimensionalen Raum 
aus und findet, dass die Gleichungen dieser Bewegung eine einfache 
Form annehmen, wenn man sie auf bewegliche Axen bezieht, die 
fest im Körper sind und mit den Hauptaxen zusammenfallen. Vor 
der Aufstellung der Gleichungen werden einige der einfacheren 
Eigenschaften des vierdimensionalen Raumes analytisch untersucht; 
danach werden die sechs Bewegungsgleichungen abgeleitet, welche 
die Form haben: 

{A + 5)— ^— (J. — -B)(ci„ÖJ^ + CDar«,ai«^) = i«y, 

entsprechend den sechs möglichen Rotationen. Lp. 



Lord Kelvin. Sur le mouvement d'un solide ^lastique travers^ 

par un corps, agissant sur lui par attraction ou par repulsion. 

Traduit de l'anglais par C. Raveau. Bapp. du congr. intern, de 

phys. 2, 1—22, 1900 t. 

Die Schrift ist nicht ein Bericht, sondern eine Abhandlung 

über das Problem der Bewegung, die im Innern eines unendlichen 

elastischen Körpei-s entsteht, wenn ein auf ihn durch Anziehung 

oder Abstossung wirkender Körper in dem von ihm eingenommenen 

Räume den Platz wechselt. „Es ist ein abstractes Problem der rein 

mathematischen Dynamik, ohne irgendwie auf den Gedanken einer 

physikalischen Anwendung hinzuweisen.... Wenn ich mich damit 

beschäftigt habe und es dem physikalischen Congresse vorlege, so 



GooDwiN. Kelvin. Lacoüb. 171 

geschieht dies, weil es auf eine denkbare Erklärung der schlimmsten 
Schwierigkeit hinleitet, welche bis jetzt die Wellentheorie des Lichtes 
geboten hat, nämlich die Bewegung ponderabler Körper durch einen 
unendlichen, von einem elastischen Stoffe eingenommenen Raum.'^ 
Das Wort Atom wird gebraucht, um eine ideale Substanz zu be- 
zeichnen, die ein gegebenes nicht deformirbares Volumen einnimmt 
und auf den inneren und äusseren Aether durch Attraction oder 
Repulsion gemäss den alten, im achtzehnten Jahrhundert üblichen 
Ideen einwirkt. Zuerst wird der einfache Fall eines sphärischen 
Atoms vom Radius 1 untersucht mit sphärischen und concentrischen 
Oberflächen gleicher Dichte, und es wird unter Zugrundelegung des 
NswTOH'schen Gesetzes die Vertheilung der Dichte numerisch för 
gewiBse Annahmen berechnet Dann wird die Annahme gemacht, 
dass unser Atom in den vom Aether eingenommenen Raum ge- 
worfen und in einer gleichmässigen Bewegung mit der Geschwin- 
digkeit V erhalten werde, die zunächst als unendlich klein im Ver- 
hältniss zu der Geschwindigkeit der Fortpflanzung vorausgesetzt ist, 
welche die Wellen constanten Volumens durch einen freien Aether 
annehmen, der durch keine andere Substanz als die des Aethers 
modificirt wird. Nachdem die Bahn eines von dem bewegten Atome 
verrückten Aethertheilchens bezüglich des umgebenden, fest ange- 
nommenen Aethers gefunden ist, wird die andere Frage gelöst be- 
treffs der Bestimmung der Bahnlinie durch das als fest vorausgesetzte 
Atom hindurch, während in dem ganzen Räume ausserhalb des 
Atoms der Aether in Translationsbewegung begriffen ist. Als erste 
dpamische Frage wird dann die auf den zuerst behandelten Fall 
bezfigliche Aufgabe behandelt, die totale kinetische Energie der 
Aethermenge zu finden, die in jedem Momente innerhalb des Atoms 
ist Endlich werden diese Betrachtungen auf ein System von 
Atomen gleicher Art übertragen. In einem Zusätze, der aus münd- 
lichen Bemerkungen aus der Sitzung vom 8. August in Paris ent- 
standen ist, werden Ausblicke auf Ueberwindung noch vorhandener 
Schwierigkeiten und auf Anwendung dieser Betrachtungen besonders 
in der Elektricitätslehre gegeben. Lp. 



£. Lacoub. Formules elliptiques pour l'etude des mouvements de 
Poi»80T. Ann. de PfkJ. Norm. (3) 17, 283—294, 1900 t. 
Verf. stellt mit Hülfe der WEiBBSTBASs'schen elliptischen Func- 
tionen die Formeln für die Rotation eines starren Körpers um seinen 
Schwerpunkt auf und nimmt mit diesen neuen Bezeichnungen die 
eine der von Hbbmitb (Sur quelques applications des fonctions 



172 4. Mechanik. 

elUptiques, p. 25) aDgegebenen Metboden wieder auf, um aus den 
Gleichungen der Herpolhodie die Cosinus der Winkel abzuleiten, 
welche die im Körper befestigt gedachten Axen mit den im Räume 
fest liegenden Axen bilden. Lp, 



T. Lbvi-Civita. Sur l'instabilite de certaines Solutions p^riodiques. 
0. R. 131, 170—173, 1900 t. 
Die Arbeit bezieht sich auf die periodischen Lösungen gewisser 
von PoiNOARfi und Liapunow jüngst behandelter Differentialglei- 
chungen der Dynamik, bezüglich eines kanonischen Systems mit zwei 
Freiheitsgraden. Die periodische Lösung in der vom Verf. ange- 
gebenen Form hängt von zwei charakteristischen Exponenten Null 
ab und von zwei anderen a und — a. Wenn der reelle Theil von 
a nicht Null ist, so ist die Lösung instabil. Bei einem rein ima- 
ginären a nennt Poinoarä die Lösung nach dem Vorgange der 
Engländer noch stabil. In der vorliegenden Note zeigt der Verf., 
dass, wenn die Zahl a/y— 1 mit der mittleren Bewegung 2ä/T com- 
mensurabel ist, die Bewegung nicht stabil ist, und spricht die Ver- 
muthung aus, dass die Annahme der Stabilität für ein rein imagi- 
näres a daher überhaupt nicht gerechtfertigt sein dürfte. Lp. 

P. G. Tait. Centrobaric spherical surfaces distribution. Proc. Edinb. 
Math. Soo. 17, 68—69, 1899. 
Geometrischer Beweis des Satzes: Wenn die Oberflächendichte 
einer Kugel sich umgekehrt verhält wie der Cubus des Abstandes 
von einem beliebigen Punkte eines Punktepaares, das in Bezug auf 
die Kugel durch Inversion des einen Punktes aus dem anderen ent- 
steht, so erfolgt die Wirkung der über die Oberfläche vertheilten 
Masse auf alle äusseren Massen so, als ob die Kugelmasse in dem 
inneren Punkte verdichtet wäre, und auf alle inneren Massen so, 
als ob ein bestimmtes Multiplum jener Masse in dem äusseren 
Punkte concentrirt wäre (vergl. diese Ber. 52 [1], 239, 1896). 

Gibson {Lp,). 

E. Zbbmblo. üeber die Bewegung eines Punktsystemes bei Be- 
dingungsungleichungen. Gott. Nachr. 1899, 306 — 310 f. 
In der Abhandlung von A. Maybb, über welche in diesen Ber. 
55 [1], 397, 1899 referirt ist, ist der Eindeutigkeitsbeweis der 
Lösung nur für die einfachsten Fälle erbracht worden. Dem Verf. 
gelingt dieser Nachweis auf Grund einer Bemerkung, auf deren 
Wichtigkeit er durch Eüclbbbt aufmerksam gemacht wurde, dass 



LSYI-ClVITA. Tait. Zermblo. Cotton. Zobawski. Puglisi. 173 

nämlich die NebenbediDgungen des Minimumproblems in Bezug auf 
die Unbekannten, die Beschleunigungen, sämmtlicb linear sind. i4>. 



£mils Cotton. Sur quelques monvements k plusieurs param^tres 
et sur la th^orie des vis principales d'inertie. Ann. de r£c. Norm. 

(3)17, 9—20, 1900 t. 

Verf. behandelt 1) die Bestimmung solcher Bewegungen mit 
n Parametern, bei denen das System der instantanen Schrauben in 
Bezag auf das bewegliche Trieder fest ist; 2) die Bestimmung der 
Bedingungen, unter denen die Hauptträgheitsschrauben eines starren 
Körpers in Bezug auf diesen Körper fest sind (Aufgabe von Eobnios 
in Le^ons de cin^matique, p. 457). Von den verschiedenen Sätzen 
diene der folgende als Beispiel : Damit die Hauptträgheitsschrauben 
in Bezug auf den Körper fest seien, muss die Bewegung mit n Para- 
metern eine Unterguppe der Gruppe der Bewegungen sein. Lp» 



K. ZoBAWSKL lieber gewisse . Aenderungsgescbwindigkeiten von 
Linienelementen bei der Bewegung eines continuirlichen mate- 
riellen Systems. Ei-ste Mittheilung. Krak. Anz. 1900, 367— 374 t. 
Verf. zieht für den dreifachen Raum eines derjenigen Probleme 
in Betracht, welche er in Leipz. Ber. 1900 (Juni) für die Ebene be- 
handelt hat und welche mit der Gruppentheorie bei den infinitesimalen 
Transformationen zusammenhängen. Die Cosinus der Richtung, 
welche als Hauptrichtung bezeichnet wird, hängen von den Wurzeln 
einer cubischen Gleichung ab, der „charakteristischen Gleichung^. 
Je nach der Beschaffenheit der Wurzeln dieser charakteristischen 
Gleichung gelten mehrere Sätze. Lp. 



Mattia PuoiiISi. Sul movimento di un punto non soggetto ad 
alcuna forza sopra un toro. Bend. Circ. mat. Palermo 14, 180— 191 , 
1900 t. 

Durch die Abhandlung von Otto Staude „Ueber die Be- 
wegung eines schweren Punktes auf einer Rotationsfläche^ (Acta 
math. 11; diese Ber. 44 [1], 187, 1888) ist der Verf. angeregt 
worden, die reibungslose Bewegung eines Massenpunktes, der keinen 
&Q88eren Kräften unterworfen ist, auf der Oberfläche eines Torus 
za untersuchen, und befolgt dabei grösstentheils das von Staude 
för den Fall der Bewegung eines schweren Punktes auf Umdrehungs- 
ffikchen vorgezeichnete Verfahren. Der gegenwärtige Aufsatz be- 
bandelt also ein neues Beispiel zu den Ueberlegungen , die der 
Verf. in seinem Artikel angestellt hatte: Sul movimento di un punto 



174 4. Mechanik. 

pesante sopra una superfioie di rivoluzioDe (Rend. Palermo 12, 312 
—321; diese Ber. 54 [1], 439, 1898). Lp, 



W. DK Tannenbbbg. Sur le mouvement d'un corps solide pesant 

autour d'un point fixe. Gas particulier signale par M™® KowaijBWSki. 

M6m. de Bordeaux (5) 3, 309—315, 1899 t. 

Bearbeitung eines Theiles der von Joukowskt in der Moskauer 

Math. Samml. 19 (1896) veröffentlichten Abhandlung: Geometrische 

Interpretation des von S. v. Kowalevski untersuchten Falles der 

Bewegung eines schweren starren Körpers um einen festen Punkt 

(vergl. Fortschr. d. Math. 26, 839—841, 1895). Lp, 



P. SoMOPP. Ueber Gebiete von Schraubengeschwindigkeiten eines 
starren Körpers bei verschiedener Zahl von Stützflächen. Z8. f. 
Math. u. Phys. 45, 245— -306, 1900 t. 

SchlusB der Arbeit, über deren ersten Theil in diesen Ber. 53 
[1], 361, 1897 referirt ist Damals wurden die Untersuchungen von 
Gebieten aller möglichen Schraubenaxen, wie der Richtung so auch 
der Lage nach, bei verschiedener Zahl von Stützflächen, die Bestim- 
mung der Bedingungen, bei welchen sich diese Gebiete möglichst 
zusammenziehen und endlich die Bestimmung der kleinsten Zahl 
von Stützflächen, welche den Körper festlegen können, und der dazu 
nöthigen und hinreichenden Bedingungen ausser Betracht gelassen. 
In der vorliegenden Arbeit werden diese Fragen in möglichst all- 
gemeiner Weise beantwortet. 

Wir müssen darauf verzichten, in diesem Referate den Ge- 
dankengang der Untersuchung wiederzugeben. Um das eine Haupt- 
ergebniss derselben verständlich zu machen, schicken wir die Er- 
klärung derjenigen Lage von vier Stütznormalen voraus, welche 
der Verf. Opposition der letzteren nennt Die geometrische Be- 
dingung dafür besteht darin, dass auf der Parameterkugel der nega- 
tive Endpunkt einer »jeden Stütznormalenriohtung innerhalb des 
sphärischen Dreiecks liegen muss, dessen Ecken durch die positiven 
Endpunkte der anderen drei Normalenrichtungen gebildet werden. 
Danach wird der folgende Satz zu verstehen sein (S. 301 — 302): 

Die kleinste Zahl von Stützflächen, bei welcher die Festlegung 
eines starren Körpers möglich ist, ist sieben. Diese Festlegung 
wird unter folgenden Bedingungen erreicht: 1) Unter den Stütz- 
normalen müssen sich vier solche vorfinden, dass sie eine Opposition 
bilden. 2) Die drei übrigen Normalen müssen solche Richtungen 
haben, dass auf der Parameterkugel die negativen Endpunkte ihrer 



DE Tannbnbebg. Bomofp. de Francesco. 175 

Richtungen inoi Gebiete eines sphärischen Dreiecks liegen, welches 
die positiven Endpunkte der Richtungen dreier von den vier ersten 
Normalen zu seinen Ecken hat. 3) Wenn man vier Determinanten 
sechsten Grades aus den Coordinaten von Stütznormalen auf solche 
Weise bildet, dass dort jedes Mal die Coordinaten derjenigen drei 
Normalen sich vorfinden, welche die Ecken des oben genannten 
Dreiecks bestimmen, so müssen zwei von diesen Determinanten das 
entgegengesetzte Zeichen von dem der zwei anderen haben. 

Alles Gesagte zusammenfassend, findet der Verf. im Schluss- 
paragraphen seiner Arbeit: 1) Wenn vier von den sieben Stütz- 
flächen den für die Opposition nöthigen Bedingungen genügen, so 
werden vier oder sechs oder acht Gruppen von vier Stütznormalen 
in Opposition sein. 2) Im ersten dieser Fälle kann die Festlegung 
des starren Körpers durch sieben Stützflächen erreicht werden; dann 
müssen die im obigen Satze gegebenen Bedingungen erfüllt werden. 
3) Dieser Fall der Festlegung ist bei sieben Stützflächen der einzig 
mögliche; in den zwei anderen Fällen können die möglichen 
Schraubenaxen nicht wirklich verschwinden. 

Die kleinste Anzahl von Stützflächen, bei welcher die Fest- 
legung des starren Körpers erreicht werden kann, ist mithin sieben. 

Lp- 

DoMSNiGO DB Frangbsgo. Sul moto spontaneo dl un oorpo rigido 
in uno spazio di curvatura costante. Atti di Torino 35, 34—38, 387 
—389, 1900 t. 

Ergänzung der Abhandlung von Hbath: „On the dynamics of 
a rigid body in elliptio space" (Phil. Trans. 175, 316 ff.; Titel: diese 
Ber. 40 [1]; 314, 1884). Hbath hatte für die Differentialgleichungen 
der fraglichen Bewegung statt der allgemeinen Lösung, die sechs 
willkürliche Constanten enthalten muss, eine particulare mit nur vier 
GoDStanten gefunden. Verf. vervollständigt im ersten Artikel die 
HsATH'sche Betrachtung durch den Nachweis eines vierten, von 
semem Vorgänger nicht bemerkten Integrals, unter Benutzung eines 
Theorems von Voltebba („Sopra una classe di equazioni dinamiche^ 
in Atti di Torino 33, 474-475; diese Ber. 55 [1], 391 ff., 1899). In 
dem zweiten Artikel wird das Verfahren von Hbath, weiches das 
Problem ^durch Berechnung der sechs Winkelgeschwindigkeiten nur 
«nr Hälfte löst, weiter noch dadurch vervollständigt, dass der Verf. 
die sechs Parameter zu bestimmen sucht, welche in jedem Augen- 
blicke die Lage des Körpers festlegen. Die sechs in der ersten 
Note ans neuen Differentialgleichungen berechneten Integrale sind 



176 4. Mechanik. 

Dicht unabhängig von einander, kommen vielmehr auf nur vier zu- 
rück. Die beiden fehlenden werden in dem zweiten Aufsatze ge- 
funden. lip. 

J. Juno. Synthetische Betrachtung eines in sich bewegten Fadens. 
ZS. f. Math. u. Phys. 45, 39—42, 1900 f. [BeibL 24, 375—376, 19001- 
Geometrische Behandlung der Frage nach demjenigen System 
von unendlich kleinen Kräften, welche, in den Elementen eines 
Fadens von beliebiger Curvenform normal angreifend, vermöge der 
Verbindung ihrer Angriffspunkte durch den Faden einander stets 
das Gleichgewicht halten. Das. fragliche Eräftesystem ist kein 
anderes als das der Fliehkräfte. i/p. 

G. Floquet. Sur le mouvement d'un fil dans Pespace. G. B. 130, 

1745—1748; 131, 27—30, 1900 t. 

Unter gleichem Titel hatte der Verf. in C. R. 115, 499 — 502 
(diese Ber. 48 [1], 242, 1892) die allgemeinen Gleichungen der Be- 
wegung eines Fadens aufgestellt, bezogen auf ein mit der Curve 
verbundenes Coordinaten System, das aus der Tangente, der Hanpt- 
normale und der Binormale gebildet wird. Von den damals ver- 
sprochenen Anwendungen werden jetzt einige behandelt Zunächst 
wird die Frage erörtert, ob es eine Bewegung giebt, die durch das 
Gleiten des Fadens längs einer Schraubenlinie sich darstellen lässt, 
während diese letztere eine geradlinige Translationsbewegung aus- 
fuhrt, parallel zu den Erzeugenden des zugehörigen Cylinders. In- 
dem die Componenten der auf die Einheit der Masse des Fadens 
einwirkenden Krafl als nur von der Geschwindigkeit abhängig an- 
genommen werden, ergiebt sich, dass eine derartige Bewegung auf 
unendlich viele Arten bestehen kann. Wenn die nach der Haupt- 
normale gerichtete Componente nicht Null ist, entsteht die Bewegung 
nur auf einem Cylinder, dessen senkrechter Querschnitt eine loga- 
rithmische Spirale ist; wofern dagegen jene Componente Null ist, 
so ist die Bewegung auf einem Cylinder von beliebigem Quer- 
schnitt möglich. In der zweiten Note wird der Satz bewiesen: 
Wenn ein Faden sich unter Annahme der Gestalt einer ebenen 
Curve so bewegt, dass die Geschwindigkeiten seiner Punkte alle 
zum Faden normal sind, so erzeugt er, wenn keine binormale Kraft 
auf das Fadenelement einwirkt, stets eine Umdrehungsfiäche : seine 
verschiedenen Lagen fallen mit den Meridianen zusammen, und seine 
Punkte beschreiben die Parallelkreise mit gleichförmiger Bewegung. 
An einem besonderen Beispiele ergiebt sich wiederum die Möglich- 
keit von unendlich vielen solchen Bewegungen. Xp. 



Jung. Floqüxt. Ptjglisi. 177 

6. Floqubt. Sor leg ^quations du mouvement d'un fil en coordon- 
DÖes quelconqnes. 0. B. 131» 97—100, leoof. 

Die Gleiohungen fQr die Bewegung eines Fadens werden zuerst 
in die LAOBANOE'schen Yariabeln transformirt und mit Hülfe der 
Function H= ^j^mV^ ausgedrückt; danach wird die von AppbiiL 
eingeführte Function S = Va ^«^^ zu gleichem Zwecke benutzt. 
Endlich werden diese Gleichungen auf die erste Ordnung zurück- 
geführt; die Form entspricht der oanonischen, hängt jedoch von 
zwei Functionen ^, TT der variabeln Parameter ab. Es sind dies 
folgende Gleiohungen: 

dpi^ dOi _ ^ , ^^ 

'dt dqi ~ ds dqi , . _ . n q\ 

dt dqi ' ds dti ' 

T = 77(^1, ga, 38, n, r^, r«, t), 
wo T die Spannung bedeutet. Lp, 



6. Floqübt. Sur les ^quations intrins^ques du mouvement d'un fil 
et sur le caicul de sa tension. 0. B. 131, 666—668, 1900 f. 

RoüTH hat in seinem Buche „Advanced rigid dynamics^, Bd. II, 
för manche Fälle eine Differentialgleichung gegeben, die unter be- 
sonders angegebenen Bedingungen die Berechnung der Spannungen 
eines Fadens ermöglicht, der von äusseren bekannten Eräflen be- 
tnspracht wird. Verfasser zeigt, dass man leicht eine Gleichung 
erhalten kann, die auf alle Fälle passt, in denen der Faden, wenn 
er keiner aUgemeinen Verbindung unterliegt, eine beliebige Be- 
wegung im dreidimensionalen Räume ausfuhrt. Im zweiten Theile 
der Note wird dann der Fall näher betrachtet, in welchem der 
Faden sich reibungslos auf einer festen Oberfläche bewegt. Lp, 



Mattia PugiiISI. Sülle formole per la composizione di piü movi- 
menti finitL Bend. Girc. mat. Palermo 14, 225 — ^255, 1900 t. 

In der Abhandlung: „Formole per la composizione di piü 
movimenti finiti" (Annali di Mat. (2) 26, 101 — 112, 1898) hat 
Mabcolongo einige Sätze ausgesprochen und allgemeine Formeln 
gegeben betreffs der Zusammensetzung mehrerer Rotationen 
om Axen, die sich schneiden oder auch nicht, und betreffs der Zu- 
Btmmensetzung mehrerer Schraubenbewegungen. Zwar ist dort die 
Methode angedeutet, die zur Untersuchung gedient hat; allein die 
Bewebe fehlen im Allgemeinen. Da nun die Herleitung mancher 

Poitachr. d. Pliy«. LVI. 1. Abth. 12 



178 4. Mechanik. 

Formeln nicht auf der Hand liegt, so giebt der Verfasser hier will- 
kommene Ergänzungen zu jener Arbeit, entwickelt u. a. die Beweise 
der verschiedenen Sätze und Formeln. Lp, 



J. H. MiGHBLL. The uniplanar stability of a rigid body. Mess. of 
Math. (2) 30, 35—40, 1900 f. 

Der betrachtete Körper ist als eine starre ebene Scheibe von 
zwei Dimensionen zu denken, die genöthigt ist, in einer gegebenen 
Ebene zu bleiben. Die einwirkenden Kräfte bilden ein willkürliches 
System, von dem jedes Glied sowohl in Grösse als auch in Rich- 
tung nach irgend einer vorgeschriebenen Art sich ändern kann, 
wenn die Scheibe sich bewegt, filr eine gegebene Lage der Scheibe 
aber gegeben ist. Die Betrachtungen beziehen sich auf die beiden 
Fälle, wenn die Scheibe einen Grad der Freiheit oder zwei Freiheits- 
grade besitzt. Die Ergebnisse, welche in Formeln ausgedrückt sind, 
lassen sich hier nicht kurz wiedergeben. Lp. 



Fbitz Kötteb. Ein bemerkenswerther Zusammenhang zwischen 
der Statik biegsamer, unausdehnbarer Flächen und der Lehre 
von der Bewegung eines Körpers in einer Flüssigkeit. Grelle'» 

Joum. 121, 300—309, 1900 t. 

1 j. ' 

Die Bewegung eines festen Körpers in 'einer Flüssigkeit lässt 
sich für den Fall, dass die lebendige Kraft die Form derjenigen in 
dem von Clbbsgh entdeckten integrabeln Falle hat, durch Theta- 
functionen zweier Argumente ausdrücken. Die Darstellung der 
drehenden Bewegung ist äquivalent mit der des Rollens einer Ebene 
auf der kegelförmigen Gleichgewichtsfigur eines homogenen, aus 
einem biegsamen, unausdehnbaren Material gefertigten Flächenstückes, 
welches sich auf einem Kegelschnittsector abwickeln lässt, voraus- 
gesetzt, dass der Scheitel des Sectors im Mittelpunkte des Kegel- 
schnittes liegt und zwischen den Constanten des Kegelschnittes und 
der lebendigen Kraft eine gewisse Bedingungsgleichung besteht. 
Lässt man den Kegelschnittsector auf der Gleichgewichtsfigur rollen, 
so entsprechen den drei Hauptaxen des Körpers die beiden Axen 
des Kegelschnittes und die Normale. Beim hydrodynamischen 
Problem sind die beiden Argumente der Thetafunctiouen ganze 
lineare Functionen der Zeit. Das gilt auch von der rollenden Be- 
wegung der Ebene auf der Gleichgewichtsfigur, wenn über den 
zeitlichen Verlauf der Bewegung die Festsetzung getroffen wird, 



MiCHISLL. KÖTTEB. TaRLETON. POTNTING. LORENTZ. 179 

dass die horizontale Projection des in der Gleicbgewichtsfigur ent- 
haltenen Stückes der momentanen Drehaze in gleichen Zeiten gleiche 
Flächenriinme durchstreicht. Lp. 



Fbakcis A. TabiiBton. An introduction to the mathematical theory 

of attraction. 8^. Xn u. 290 S. London, Longmans, Green and Co., 

1899. 

Das Buch besitzt kaum irgend welche besonderen Eigenschaften, 

die hervorzuheben wären. Man vergleiche die Anzeige in Nature 

59, 604. Gihson (Lp.). 

J. H. PoTNTiNO. Recent studies in gravitation. Nature 62, 403 — 408, 

1900 f. 

Vortrag in der Royal Institution, der einen guten Ueberblick 
über die Arbeiten zur Bestimmung der Gravitationsconstante und 
überhaupt der Gravitation giebt. Lp, 



H. A. LoBBNTZ. Considerations on gravitation. Versl. TL, Ak. van 
Wet. Proc. Amsterdam 2, 559—574, 1900 t. 
Im ersten Theile der Abhandlung wird der Versuch gemacht, 
die Gravitationskraft aus der Annahme eines Zustandes des Aethers 
berauleiten. Der Verf. nimmt an, jedes Theilchen wägbarer Materie 
bestehe aus zwei Ionen mit gleichen, entgegengesetzten Ladungen, 
oder enthalte zwei solcher lonei^, und die Gravitation sei das 
Resaltat der an diesen Ionen vom Aether ausgeübten Eräfle. 
Nimmt man femer an, dass elektrische Schwingungen von äusserst 
kleiner Wellenlänge den Aether durchziehen, so erhebt sich die 
Frage, ob darin die mögliche Ursache der Gravitation zu suchen 
sei, welche Einwirkung dadurch nämlich auf die Ionen ausgeübt 
werden würde. Die genauere mathematische Untersuchung führt 
jedoch zu einem negativen Ergebnisse. ^Der Umstand, dass diese 
Anziehung nur bestehen könnte, wenn in der einen oder der anderen 
Weine elektromagnetische Energie stetig verschwände, ist eine so 
ernste Schwierigkeit, dass alles Vorgebrachte nicht als Quelle einer 
Erklärung fär die Gravitation erachtet werden kann. Das ist nicht 
einmal der einzige erhebbare Einwand. Wenn der Mechanismus 
der Gravitation in Schwingungen bestände, die den Aether mit der 
Lichtgeschwindigkeit durchqueren, so müsste die Gravitation durch 
die Bewegung der Himmelskörper in einer viel höheren Ausdehnung 
abgewandelt werden, als man nach astronomischen Beobachtungen 
zuzulassen berechtigt ist.^ 

12* 



180 4. Mechanik. 

Im zweiten Tbeile zieht der Verf. Folgerungen aus einer An- 
nahme, die er selbst als eine Modification der von Mossotti, 
WiiiHKLM Wbbbb und ZöLLNBB Verfolgten Gedanken bezeichnet 
Aus den Zahlenbeispielen, die far die Störungen der Planeten, ins- 
besondere des Mercur, berechnet werden, ergiebt sich, dass die 
vorgeschlagene Modification des NBWTON^schen Gesetzes die beob- 
achtete Ungleichheit in der Länge des Perihels nicht ergiebt; sonst 
aber spreche nichts gegen die aufgestellten Formeln. Die üeber- 
legungen zeigten also, dass die Schwere solchen Actionen zu- 
geschrieben werden könnte, die mit keiner grösseren Geschwindig- 
keit als der des Lichtes fortgepflanzt werden. i4>. 



W. Wien. Ueber die Möglichkeit einer elektromagnetischen Be- 
gründung der Mechanik. Arch. N^erl. (2) 5, 96 — 107, 1900 f. 

Die HEBTz'sche Mechanik scheint dem Verf. dafür ersonnen 
zu sein, nicht nur die mechanischen, sondern auch die elektromagne- 
tischen Erscheinungen zu umspannen. In Anknüpfung an H. A. Lo- 
BBNTZ, der jüngst in einer Abhandlung der Amsterdamer Akademie 
(31. März 1900) die Gravitation auf elektrische Anziehungen zurück- 
zufuhren gesucht hat, aber über den LoBBNTz'schen Standpunkt 
hinausgehend, unternimmt der Verf. den Versuch, umgekehrt die 
elektromagnetischen Grundgleichungen als die allgemeineren zum 
Ausgangspunkte zu nehmen und aus ihnen die mechanischen zu 
folgern. Wir entnehmen folgende Sätze dem Schlüsse der im be- 
zeichneten Sinne entworfenen Skizze: 

„Wir haben auf diese Weise das erste und zweite Bewegungs- 
gesetz erhalten. Denn wenn keine äussere Kraft wirkt, so ist das 
Trägheitsgesetz einfach das Gesetz der Erhaltung der elektromagne- 
tischen Energie, und das zweite NBWTOx'sche Gesetz sagt hier aus, 
dass die während dt von der Kraft geleistete Arbeit gleich der 
entsprechenden Aenderung der elektromagnetischen Energie ist. 
Das dritte NEWTON'sche Gesetz, das die Gleichheit von Wirkung 
und Gegenwirkung behauptet, gilt für alle elektrostatischen Kräfte 
zwischen elektrischen Quanten. Die mechanischen Kräfte müssen 
von unserem Standpunkte aus mit solchen Kräften identificirt werden. 
Da wir die Annahme ruhenden Aethers machen, so gilt das Gesetz 
für die allgemeinen elektromagnetischen Kräfte nicht. Der Satz 
vom Parallelogramm der Kräfte ist in unseren Grundlagen insofern 
enthalten, als er für elektrische Polarisationen und für die zwischen 
zwei elektrischen Quanten wirkenden Ki*äfte gilt. Was schliesslich 
die festen Verbindungen anlangt, die zwischen mehreren elektrischen 



WlBN. GiLLXS. FeSSBNDEN. 181 

Massen existiren können, so würde es solche von unserem Stand- 
punkte ans nicht gehen. Es können nur Kräfte auftreten, die sich 
gegenseitig im Gleichgewichte halten.^ Lp. 



J. Jos. GiLiiKs. Die Gravitation der kleinsten Massentheilchen. gr. %^, 
42 S. Essen, G. D. Baedeker. 
Der Verf. verficht die Ansicht, dass die Kraft die letzte und 
wahre Ursache sei, ein Seiendes, dessen Wesen in seinem Thätig- 
Bein hestehe, ein Thätigseiendes. Die Welt ist ein Ganzes mit un- 
endlichem, innerem Reichthum, von unendlichem Inhalt, die Einheit 
einer Unendlichkeit. Die Gravitation ist die Thatsache der Einheit 
des unendlichen Alls, das Gravitationsgesetz das äussere Gewand 
ihrer unendlichen Thätigkeit — Ftir den Verf. ist also die Gravi- 
tation etwas thatsächlich Gegebenes, nicht weiter zu Erklärendes; 
somit bekennt er sich zu dem extremsten Standpunkte derer, welche 
die Gravitation als eine qualitas occulta der Atome ansehen. Als 
seine Aufgabe sieht er es an, alle Erscheinungen der Bewegung, 
welche in der Natur beobachtet werden, alle Kräfte, die mit anderen 
Namen belegt sind, auf diese eine Urkraft zurückzuführen. Die 
einzigen Veröffentlichungen des Verf., über welche in diesen Ber 
29 [1], 138, 1873 referirt ist, sind drei Artikel in der ZS. f. Math. 
18, 123—141, 517 — 520, 601—609. In der gegenwärtigen Bro- 
schüre fuhrt er noch an: das Programm des Düsseldorfer Gymna- 
siums von 1880, des Essener Gymnasiums von 1881, einen Aufsatz 
in den Blättern filr das bayerische Gymnasialschulweeen 18 und 
einen in der Gtaea 22. Die vorliegende Schrift ist wohl als eine 
zusammenfassende Darstellung dieser vorangehenden Arbeiten zu 
betrachten und scheint nur in den Abschnitten IV bis Ylll neue 
Berechnungen zu bringen. Die Titel der Abschnitte sind: I. Die 
Gravitation ist die Grundthätigkeit des Seienden. IL Die Zurück- 
fnhrung der Cohäsion auf die Gravitation und der innere Bau der 
festen Körper. III. Die Anziehung einer Molecülreihe. IV. An- 
nehang einer materiellen Ebene. V. Anziehung einer materiellen 
Schicht VI. Die Dichtigkeit der Atome und die chemische Ver- 
wandtschaft. VIL Die Auflösung der Kometen und die Entstehung 
der kleinsten Massengebilde. Vm. Die Schmelz- und Dampfwärme. 

' Lp. 

RiGiHALi) A. Fbssbnbbn. lucrtia and gravitation. Science (N. S.) 
12, 325—328, 1900 t. 
Der Artikel ist ein Auszug aus einer grösseren Arbeit, deren 



182 4. Heohanik. 

Veröffentlichung in Aussicht gestellt wird. Nach einer Uebersicht 
über die Ansichten, welche Verf. in seinen Schriften seit 1891 ent- 
wickelt hat, fasst er seine neue Theorie in dem folgenden Satze zu- 
sammen: „Die Trägheit der Materie rührt von der elektromagnetischen 
Inducirung der corpuscularen Ladungen her, und die Gravitation 
rührt von der Dichtigkeitsänderung des die Corpuskeln umgebenden 
Aethers her, indem diese Dichtigkeitsänderung eine secundäre, aus 
den elektrostatischen Spannungen der corpuscularen Ladungen ent- 
springende Wirkung ist" Lp. 

Rboinald A. Fessekdbn. A determination of the nature and velo- 
city of gravitation. Science (N. S.) 12, 740—759, 1900 t. 
Als Nachtrag zu der Abhandlung ^The nature ot the electric 
and magnetic quantities" (Phys. Kev. Januar 1900) verfasst, ist der 
Artikel der Vorläufer einer vom Verf. geplanten ausfiihrlichei^n 
Arbeit über die Theorie der Gravitation. Da die Vollendung dieser 
Arbeit aber vorläufig auf Jahre hinausgeschoben ist, so entwickelt 
der gegenwärtige Aufsatz unter fortwährender Verweisung auf 
frühere Schriften des Verf. aus dem Gebiete der Elektricitätslehre 
diejenigen Ueberlegungen, welche ihn zum Ziele geführt haben und 
in denen er sich der Hülfsmittel der „qualitativen Mathematik" be- 
dient £r gelangt zu dem Schlüsse: „Hieraus können wir den Werth 
der „compressionalen oder gravitationalen Welle" berechnen und 
finden ihn angenähert zu 5 . IO^ö cm in der Secunde." . . . „Wir 
können unsere Schlüsse wie folgt zusammenfassen: Der Aether 
selbst ist ein zusammengesetzter Körper mit einer Structur, deren 
elastische Eigenschaften denen des Gummis analog sind." Lp. 



W. S. Franklin. The electrical theory of gravitation. Science (N. 8.) 

12, 887—890, 1900 t. 

Der Verf. begründet die Bedenken, welche für ihn und alle 
von ihm befragten Physiker gegen die Annahme der von Fessendjbn 
in den vorstehenden Schriften entwickelten Anschauungen bestehen. 
Zunächst bemängelt er die Anwendung der nach Lord Rayleioh's 
Vorbild (Investigation on capillarity, Phil. Mag. (5) 48; diese Ber. 
55 [1], 504, 1899) benutzten „qualitativen Mathematik", wobei der 
Verf. eine als Factor hinzuzufügende unbekannte und nicht erkennbare 
Function unbeachtet gelassen hätte. Danach werden die jetzigen 
Anschauungen der Physiker über die Constitution der Materie und 
die Natur von Trägheit und Gravitation kurz dargestellt, woraus 
hervorgehe, dass blosse Aethercompression allein zur Erklärung der 



FsssENDEK. Fbanklik. Boys. 183 

GraTitation nicht ausreiche. „Wenigstens muss die Compressions- 
energie nicht einfach dem Quadrate der resultirenden Feldintensität 
proportional sein; denn in diesem Falle würde die Compressions- 
energie nicht unterscheidbar sein von der Verdrehungsenergie, die 
zu der gewöhnlichen elektrischen Anziehung und Abstossung An- 
lass giebt." lyp. 

C. Y. Boys. La constante de la gravitation. Traduit de l'anglais 
par H. B£nabd. Bapp. du congr. intern, de pliys. 3, 306 — 349, 1900t. 

Dieser dem Pariser internationalen Physikercongresse erstattete 
Bericht verbreitet sich über alle bisher zur Bestimmung der Gravi- 
tationsconstante benutzten Methoden. Im ersten Theile wird die 
^Methode der irdischen Massen^ kurz besprochen, wegen weiterer 
Einzelheiten aber auf die Schrift von Poyntino verwiesen: „The 
mean density of the Barth" etc. (vgl. diese Ber. 50 [1], 292—293, 
1894). Ref. erlaubt sich die Bemerkung, dass der Verf. wohl in 
Folge seines Vertrauens auf die PoYNTiNo'sche Darstellung es ver- 
absäumt hat, die neueste hierher gehörige Arbeit von E. D. Pbbston 
nachzutragen: „Mean density of the Barth" in Bull. Phil. Soc. Wash. 
12, 369—395 (diese Ber. 53 [1], 318, 1897). Ebenso sind bei der 
^Anziehung durch eine concentrische Schicht" die „Untersuchungen 
aber den Zusammenhang der Schwere unter der Brdoberfläche mit 
der Temperatur" von R. v. Stbbnbok übersehen worden (diese Ber. 
55 [1], 361, 1899). An dieser Stelle hätte auch die Note von 
Bebost erwähnt werden können: „Determination exp^rimentale de 
la constante de Tattraction universelle, ainsi que de la masse et de 
la density de la Terre" (C. R. 116, 1501 — 1503; diese Ber. 49 [1], 
303, 1893). Der dann folgende Theil, betitelt: „Laboratoriums- 
versuche" (S. 313—349) bildet den Hauptgegenstand des Berichtes, 
dessen erster Abschnitt die Experimente mit der Torsionswage be- 
handelt (S. 314—332), während der zweite die Methode der gewöhn- 
lichen Wage erörtert. Die älteren Versuche von Cavbndish, Rbigh, 
Bailt, Cobnu und Baillb werden kurz geschildert; sehr eingehend 
berichtet wird über die eigenen Versuche des Verf. (S. 317—324). 
Die Messungen von Bbaün und Eötvös werden beschrieben, und 
Euletzt wird der Vorschlag von Bürobss (diese Ber. 55 [1], 356, 
1899) in Erwägung gezogen. Bei der Darstellung der Methode der 
Wägungen auf der gewöhnlichen Wage wird über die Messungen 
von JoLLT und Poynting auf S. 334 — 337 referirt; in grösserer 
Ausführlichkeit (S. 337—345) über die von Richarz und Krigab- 
Mbkzel, endlich über die Methode von Wilsing. Auch das von 



184 4. Mechanik. 

Gebsohuk vorgeschlagene Verfahren (diese Ber. 55 [1], 359, 1899) 
wird zuletzt kritisch betrachtet Wir brauchen nur auf die be- 
treffenden Stellen dieser Berichte zu verweisen, wo über die 
Arbeiten referirt ist, ohne hier auf die Besonderheiten der Methoden 
einzugehen. Der Verfasser des Berichtes hat überall mit Freimuth 
seine kritischen Gedanken zu den einzelnen Methoden ausgesprochen. 
Wie er selbst am Schlüsse sagt, ist er in Folge dessen auf Gegen- 
kritiken gefasst gewesen, die auch schon veröffentlicht sind (vergl. 
das folgende Referat). I/g* 

O. Ebig AB - Menzel und F. Richabz. Bemerkungen zu dem auf 
dem internationalen Congress zu Paris von Herrn C. V. Bots 
erstatteten Bericht über die Gravitationsconstante. Phys. Z8. 2, 
136—136, 1900 t. Naturw. Eundsch. 15, 552, 1900 f. 
Bericht über einen von F. Riohabz auf der Naturforscher- 
versammlung in Aachen gehaltenen Vortrag. Die Bemerkungen 
beziehen sich auf das anzuwendende Rechnungsverfahren, auf die 
Fehlerquellen, die bei Anwendung kleiner Massen in den Versuchen 
von P. Bbaün und Boys aus der Unsicherheit der Massen- und 
Längenbestimmung entstehen, endlich auf den Einfluss, den der 
Erdmagnetismus in den Versuchen von Poynting und denen der 
Verf. vielleicht auf paramagnetische Massen ausgeübt haben kann. 
Interessant ist der Hinweis auf die Uebereinstimmung der nach 
gleicher Methode erzielten Resultate, auf die Abweichungen der 
nach verschiedenen Methoden erhaltenen Zahlen. Hier ist noch 
erst Uebereinstimmung herzustellen. i<p. 



Mabgbl Bbilloüin. Constante de la gravitation universelle. Sur 
une cause de dissym^trie dans Pemploi de la balance de Cavbh- 

DISH. C. B. 131, 1293—1296, 1900 t. 

In Wied. Ann. 59, 354ff..(vergL diese Ber. 52 [1], 249 ff., 1896) 
hat EöTVös gezeigt, dass ein horizontaler, geradliniger Hebel, der 
um eine durch sein Centrum gehende verticale Axe drehbar ist und 
an seinen Enden kleine gleiche, in demselben Niveau liegende 
Massen trägt, im Felde der Schwere einem Kräftepaare unterliegt, 
das ihn in die Richtung der Erümmungslinie des grössten Krüm- 
mungsradius bringt (oberhalb einer Berührungsebene des geodäti- 
schen Umdrehungsellipsoids in die Richtung EW). Verf. berechnet 
den Einfluss dieser Ursache auf das Experiment von Catbndish 
und hebt zwei Sätze hervor: Da der Torsion scoefficient des Drahtes 
von der Temperatur abhängt, so wandert der Nullpunkt des 



Krioab-Menzel u. Rich4BZ. Bbilloüin. Stbouhal. Bella. 185 

CAYENDiSH^Bchen Hebels, wenn die Temperatur sich ändert; er 
nähert sich der freien stabilen Orientirung, wenn die Temperatur 
steigt. Die Dissymmetrie der Ausschläge nach rechts und nach 
links lässt den Torsionswinkel des Drahtes beim Nullpunkte er- 
kennen; wie dieser Winkel, so nimmt auch die Dissymmetrie bei 
steigender Temperatur zu, und zwar in demselben Verhältniss. Lp, 



V. Stbouhal. Die Bestimmung der relativen Masse der Erde und 
der Sonne auf physikalischer Basis. (Stanoveni relation^ hmoty 
zem^ a slunce na zakladä fysikälnim.) (Böhmisch). Öasopis 30, 
1900. 

Zuerst wird die Relation 'kM = {2 C)^ abgeleitet, wobei k die 
Gravitationsconstante, M die Sonnenmasse bedeuten, 2 G ist die 
mittlere Fiächengesch windigkeit, ausgedrückt in der Einheit des 
Radius und bezogen auf den mittleren Sonnentag. Für M= l 
folgt einfach k = (2 C)^. Hierauf wird die Gravitationsconstante k 

physikalisch bestimmt = 6,69.10"® r, dann auch astrono- 

'^ ^ ' g-sec^ 

misch bestimmt = 2,959. 10^* ^ , wobei die Sonnenmasse 

und d den mittleren Sonnentag bezeichnen. Durch Vergleichung 
beider Bestimmungsarten wird die Gleichung erhalten: 

6,69 . 10-« _ fay o /dy 

2,959.10-* ~ W/ 9 \Sec)' 

Für — wird der Werth 149501. 10^ angenommen, dann für 
cm 

— gesetzt = %^ — , wobei S die Erdmasse bedeutet — wird 
9 ^ t g' g 

= 5,9579.10*' berechnet, worauf aus der Gleichung der Werth 
^ = 332310 folgt • Gs. 

Altorso Sblla. Sur une nouvelle m^thode propos^e par M. Geb- 

8CHÜN de d^termination de la density de la Terre. Arch. sc. phys. 

et nat (4) 10, 322—328, 1900 f. 

Die Note kritisirt den von Gbesohun in C. R 129, 1013—1015 

gemachten Vorschlag, über den in diesen Ber. 55 [1], 359 — 360, 

1899 referirt ist Zunächst wird darauf hingewiesen, dass die feste 

Kugel, welche in der Nähe des Flüssigkeitsspiegels sich befindet, 

und die Flüssigkeit selbst auf verschiedenen Potentialen sind, und 

dass nach einer anderen YeröfTentlichung des Verf. (Rend. Lincei 



186 4. Mechanik. 

9 [2], 80, 1900) dadurch eine äholiche Deformation der Flüssigkeits- 
Oberfläche erzeugt wird wie durch die Gravitation. Daher muss 
dafür gesorgt werden, dass die elektrische Einwirkung, die von 
derselben Grössenordnung sein kann wie die der Schwere, eliminirt 
werde. Sodann wird gezeigt, dass die Ausdehnung der Deformation 
der Oberfläche so gering ist, dass die von Gebbohük angegebenen 
optischen Messungen kaum Aussicht auf Erfolg bieten. l/g. 



R. Bourgeois. R^partition de l'intensite de la pesanteur ä la surface 
du globe. Rapp. du Congr. intei-n. de phye. 3, 350 — 370, 1900 t. 

Dieser für den Pariser internationalen Congress der Physiker 
geschriebene Bericht soll den gegenwärtigen Stand der Kenntnisse 
über die Vertheilung der Schwere an der Erdoberfläche darstellen. 
Wenn nun aber schon der erste Theil, der einen kurzgefassten 
historischen Ueberblick über die Beobachtungen und Methoden 
bringt, nicht gerade befriedigen kann, so kann der zweite Theil, 
welcher die Resultate geben will, in seiner einseitigen Berück- 
sichtigung französischer und allenfalls englischer Arbeiten und in 
seiner absoluten Vernachlässigung aller übrigen Leistungen, so unter 
anderem der österreichischen, die auf Betreiben von R. v. Stebnbok 
erlangt sind, jedenfalls nicht als vollständig bezeichnet werden. Xp. 



RoBEBT y. Stebnege. Untersuchungen über den Zusammenhang 
der Schwere unter der Erdoberfläche mit der Temperatur. Wien 
Ber. 108 [2 a], 697—766, 1899 t. 

Heber die neuen Untersuchungen von R, v. Stbbneok ist nach 
dem Auszuge aus der vorliegenden Abhandlung, der in den Wiener 
Anzeigen erschienen ist, schon berichtet worden (vergl. diese Ber. 55 
[1], 361, 1899). Zu diesem Referate ist nichts Wesentliches hinzu- 
zufügen. l/p. 

A. Yentübi. Sulla compensazione dei risultati nelle misure di 
gravitä relativa terrestre. Cimento (4) 11, 33 — 46, 1900 t. 
Der Verf vermisst in der üblichen Verrechnung der Beob- 
achtungsergebnisse relativer Schweremessungen gewisse Vorsichts- 
maassregeln; eine genaue Prüfung, die er anstellt, hat aber das 
Resultat, dass, insofern die Pendelschwingungen zur Bestimmung 
der Schwere dienen sollen, eine Ausgleichung zwischen ihnen über- 
flüssig ist; hiermit erst sei das gewöhnliche Verfahren gerechtfertigt. 

Xp. 



BOUBGEOIS. V. STBB5ECK. VENTÜEI. BBRGET. OLDHAM. EÖTVÖS. 187 

Alphonsb Beboet. Demonstration de la rotation de la Terre, par 
Pexp^rience de Foucault r^alis^e avec un pendule de 1 m. C. R. 

131, 106—107, 1900 t. 

Kurze Beschreibung eines für die Sorbonne hergestellten 
Fouo AULT'scben Pendels von 1 m Länge , in Cardanischer Auf- 
hangung, mit seiner Vorrichtung zum Ablesen von Winkeln. Schon 
nach vier Secunden ist die Ablenkung wahrnehmbar. Aus etwa 
50 Bestimmungen ergab sich die zu einer Ablenkung von 1® er- 
forderliche Zeit zu 6 Min. 5 See; die Zahl entspricht ziemlich genau 
der Formel ra' = o sin X. Lp. 



R. D. Oldham. On the propagation of earthquake motion to great 
distances. Proc. Boy. 8oc. 66, 2 — 3, 1900 f. 

In einer auszugsweise mitgetheilten Arbeit des Verf. werden 
drei verschiedene Typen von Erdbebenwellen unterschieden, die sich 
mit verschiedenen Geschwindigkeiten in der Erde fortpflanzen: 
1) Verdichtungs- (condensational) , 2) Distorsionswellen , die auf 
brachistochronen Wegen durch die Erde fortschreiten, 3) elastische 
oder gravitations-elastische Oberflächenwellen, di^ an der Oberfläche 
entlang laufen. Lp. 

R. EöTvös. !^tude sur les surfaces de niveau et la Variation de la 
pesanteur et du champ magn^tique. Bapp. du Oongr. intern, de 
phys. 3, 371—393, 1900 t. [Phys. ZS. 2, 140—141, 1900 t. 

Der vorliegende Bericht ist zum grösseren Theile eine Wieder- 
holung vom Inhalte der Abhandlung des Verf. aus Wied. Ann. 59, 
354-400 (vergl. diese Ber. 52 [1], 249—253, 1896) unter Hinzu- 
fögang einzelner Resultate, die mit den damals angegebenen Methoden 
gefanden sind. 

Mit Hülfe der dort beschriebenen Torsionswagen sind Variationen 
der Schwere bestimmt worden, die der Beobachtung mit dem Pendel 
entgehen. So konnte eine Angabe von R. v. Stbrnbok über ein 
anomales Verhalten der Schwere auf dem 150 m hohen Plateau des 
Säghegy, das einen Durchmesser von 200 m besitzt, mit aller Schärfe 
berichtigt werden. Die Variation des Wasserspiegels in der Donau 
liess sich in einer Entfernung von 100m vom Ufer feststellen; in 
1 m Entfernung würde eine Aenderung von 1 mm in der Wasser- 
höhe eine Ablenkung von einer halben Minute erzeugen. Ein Regen 
von 1mm Höhe würde eine Aenderung von derselben Grössen- 
ordnang im Gefolge haben. Die Frage, ob die Schwere auf alle 



188 4. Mechanik. 

StoJBfe mit derselben beschleunigenden Kraft wirke, ist von Bbssbl 
durch Pendelversuche bestätigt worden, die eine Annäherung von 
1/10'> haben; Eötvös steigert diese Annäherung bis 1/(2.10') für 
die untersuchten festen Körper, für Luft bis etwa 1/10^. Versuche 
beim Sonnenuntergänge hinter Bergen haben gezeigt, dass die An- 
ziehung der Sonne beim Durchgang durch eine Schicht von 7 km 
Dicke nicht um den hundertmillionsten Theil geschwächt wird Xp. 

Fbangesoo Pobbo. Sul movimento non perturbato di un pianeta 
intomo al sole. Batt. G. 38, 29—39, 1900 t. 
Eine systematische Darstellung der Lösung dieses alten Problems 
der Centralbewegung nach den Vorlesungen des Verfassers an der 
Universität zu Turin. Lp, 

RiocABDO Malagoli. La macchina di Atwood e la sua applicazione 
alla determinazione di g, Mem. Spettr. 28, 1899. [Cim. (4) 12, 33 
—35, 1900 t. 
Nach dem Berichte in Cimento ist die Abhandlung eine Mono- 
graphie über die ATWöon'sche Fallmaschine, die sowohl die Vor- 
geschichte derselben, als das Originalwerk Atwood's und die Ent- 
wickelung dieses Demonstrationsapparates vollständig und ausf&hrlich 
bespricht. Endlich hat der Verf. nach der von Sohbebbb getroffenen 
Einrichtung (diese Ber. 53 [1], 60, 1897) selbst sehr genaue Ver- 
suche angestellt und dabei gefunden, dass bei der Bewegung an 
der Maschine entlang die Beschleunigung immer abnimmt Die 
Bestimmung von g mit der Fallmaschine ist mit einem Fehler be- 
haftet, der nicht unter 2 Proc. zu bringen ist Lp, 

Giuseppe Babdelli. Sui momenti d'inerzia dei solidi di rotazione. 
Rend. Lomb. (2) 32, 837—842, 1899 t. 

Behandlung des Trägheitsmomentes solcher homogenen Körper, 
die durch Rotation eines geschlossenen ebenen Flächenstöckes um 
eine Axe entstehen, welche dieses Flächenstück nicht schneidet, bei 
einer Beschränkung der Drehung auf einen beliebigen Winkel a. 
Nachtrag zu der Abhandlung des Verf. in Rend. Lomb. (2) 22, 497 
(vergl. diese Ber. 45 [1], 266, 1889). Lp. 

Hans Klbinpbtbb. Zur Formulirung des Trägheitsgesetzes. Arch. 
f. System. Philos. 6, 461—469, 1900 t. 

Nach kritischer Besprechung der bisherigen Fassungen für das 
Trägheitsgesetz versucht der Verf. den wahren Inhalt desselben in 



PoBBO. Malaooli. Babbblli. Klbikpetbb. Cabpabt. Magoi etc. 189 

die Worte zusammenzufaBsen : ^Bs ist möglich, ein Coordinaten- 
System and eine Normalbewegung zu definiren, in Bezug auf welche 
alle jene Körper sich geradlinig und gleichförmig bewegen, bei 
irelchen eine Abweichung von dieser Norm in eindeutiger und mit 
anseren sonstigen physikalischen Annahmen übereinstimmender Weise 
doh nicht definiren lassen.^ Xp. 



F. Caspaby. Sur le centre de gravit^ d'un quadrilat^re. BulL soc. 
math. 28, 143^146, 1900 f. 

Im Bull. soc. math. 27, 148, 1899 hatte Mannheim den Satz 
ausgesprochen: ÄB^ CD seien die parallelen Seiten eines Parallel- 
trapezes; durch die Endpunkte C, D der kleineren dieser Seiten 
ziehe man Parallelen zu den Diagonalen des Trapezes. Diese 
Geraden und die verlängerte Seite AB bilden ein Dreieck, dessen 
Schwerpunkt mit dem des Trapezes zusammenfällt. Der Verf. zeigt, 
wie dieser Satz und andere analoge Sätze mit Hülfe der Betrach- 
tungen sich ableiten lassen, die er in dem Aufsatze „Applications 
des mäthodes de Gbassmann. Gentre de gravite d'un quadrilat^re 
et d'un pentagone" (Nouv. Ann. (3) 17, 389 ff.; diese Ber. 54 [1], 
S85, 1898) angestellt hat. Lp. 

G. A Magoi. Sulla teoria del pendolo. Batt. G. 38, i— 6, looof. 

Der Verf zeigt, wie man nach einem kurzen, einheitlichen 
Verfahren die verschiedenen Fälle des einfachen Pendels behandeln 
kann. Er bedient sich hierbei der für die drei elliptischen Functionen 
8««, cnu^ dnu gleichmässig geltenden Relation dx/du = ayz^ 
wo X eine der drei genannten Functionen bezeichnet, y und z die 
beiden anderen sind, a den Werth 1, — 1, — Aj2 hat, wenn x bezw, 
znu^cnu^ dnu ist. Nach Ansicht des Verf tritt in seiner Methode 
das Band zwischen der oscillirenden und der rotirenden Bewegung 
klarer hervor. Lp- 

N. PiLTSCHiKOW. Das FoucAULT'sche Pendel. Westnik opitnoj flBiki. 
Nr. 285, 193—197, 1900. [Beibl. 25, 98—99, 1901t. 
Uebersioht über einige Messungen des Drehungswinkels seit 
FouoAULT, am genauesten von Gabthb 1852 im Cölner Dom. 
Kritik der jüngsten Versuche von Bbboet in Paris. Lp. 

A Schmidt. Zur Theorie des FouoAULT'schen Pendels. ZS. f. 
Unterr. 13, 206—210, 1900 t. 
Unter Bezugnahme auf die Kritik v. Rbhdan's an den üblichen 



190 4. Mechanik. 

elementaren Methoden zur Herleitung der FouoAULT'schen Formel 
(vergl. diese Ber. 55 [1], 366, 1899) und mit Berücksichtigung der 
bezüglichen Note von Vahlbn (diese Ber. 54 [1], 407, 1898) giebt 
der Verf. vier verschiedene Schlussweisen für die Betrachtung der 
Bewegung, die ersten beiden von elementarer Natur, die letzten 
zwei unter Anwendung der Infinitesimalrechnung. Lp. 



P. BuBGATTi. Sul moto dl un pendolo verticale, il punto di sos- 
pensione del quäle h soggetto a movimenti oscillatori e sulla de- 
terminazione di questi movimenti. Bend. lincei (5) 9 [2], 295—301, 
1900 t. 

Das vom Verf. behandelte Problem ist, rein mathematisch aus- 
gesprochen, das folgende: Ein mathematisches Pendel von der 
Länge l hat einen Aufhängepunkt J., der in der horizontal ge- 

nomraenen a>Axe Schwingungen nach dem Gesetze J = asin-^r-^t 

ausführt Die Schwingungen des Pendels zu untersuchen. 

Die DijQTerentialgleichung fiir den Winkel a des Pendels mit der 
Verticale wird leicht gefunden ; dieselbe ist von der zweiten Ordnung 
und wird linear in a mit constantem Coefficienten, wenn man sina 
mit a vertauscht Aus der bekannten Lösung derselben wird die 
Gleichung der Curve (S) abgeleitet, welche der Massenpunkt des 
Pendels beschreibt. Die Discussion der Curve (S) zielt darauf ab, 
aus der Curve Rückschlüsse auf die Bewegung des Aufhängepunktes 
A zu ziehen und somit die Betrachtung für seismische Zwecke nutz- 
bar zu machen. „Wenn die Bewegung von A sich durch eine 

Gleichung von der Form ^ •= asin ^r— mit a und T als Constanten 

darstellen lässt und in der besprochenen Weise geschieht, so ist die 
Kenntniss der allerersten Punkte der Curve (S) und des ersten 
Wendepunktes genügend, um mit grosser Annäherung die Amplitude 
und die Oscillationsdauer von A zu berechnen." Lp. 



J. WiLsiNG. Zur Theorie des RBPSOLD'schen Federpendelregulators. 
Aatr. Nachr. 151, 293—296, 1900 t. 

Die von E. Laooine (Journ. t^legr. Bern 3, 31, 1870) gegebene 
Theorie dieses Pendels, auf welche Rbpsold in seinem Artikel: 
„Einiges über rundschwingende Federpendelregulatoren" (ZS. f. 
Instrk. 1899) aufmerksam gemacht hat, berücksichtigt nicht die 
Wirkung der tangential gerichteten Treibkraft. Aus diesem Grunde 



BUEOATTI. WiLSINO. ViOLA. BALL. 191 

behandelt der Verfasser ^diesen vorzüglichen Regulator" etwas ein- 
gehender und kommt, von den Differentialgleichungen der Bewegung 
ausgehend, zu dem Ergebnisse : Bei Aenderungen der auf das Pendel 
wirkenden Treibkraft variiren die Amplitude r und der Phasen- 
unterschied 9 — <ya zunächst in gleichem Sinne, nähern sich aber 
bald Constanten Grenzwerthen. Nach Verlauf einer gewissen An- 
zahl von Schwingungen halten sich daher die Treibkraft und die 
tangential gerichtete Componente der Biegung das Gleichgewicht, 
so dass nur die radial gerichtete Componente der Biegung — ar 
übrig bleibt, welche dem Pendel die constante Winkelgeschwindigkeit 
y« ertheilt. Lp. 

C. Viola. lieber den Verticalpendelseismograph. N. Jahrb. f. Min. 

1900, 1, 145— 151t. 

Die Untersuchung der Differentialgleichungen für die Bewegungen 
eines Verticalpendels von der bei Seismographen gebräuchlichen 
Form ergiebt dem Verfasser folgendes Resultat: ^Hängen die am 
Verücalpendelseismographen wahrgenommenen Schwingungen ledig- 
lich von der wellenförmigen Bewegung der Erdoberfläche ab, so 
ist der Seismograph nicht im Stande, weder die Dauer noch die 
Richtung, und um so weniger den Sinn der erfolgten Erderschütterung 
anzugeben. Giebt er dagegen die genannten Daten, wie sie bis auf 
eine gewisse Genauigkeit controUirt werden können, entweder mit 
Hülfe der Angaben der in anderen Stationen befindlichen Vertical- 
pendelseismographen, oder der in der nämlichen Station vorhandenen, 
nach anderem Principe gebauten Seismographen, so werden wir zu 
dem Ergebnisse gezwungen, anzunehmen, dass die durch den Vertical- 
pendelseismographen erhaltenen und zuverlässigen Resultate nicht 
einer seismischen Wellenbewegung der Erdoberfläche, sondern einer 
periodischen oder, besser gesagt, schwingenden Abweichung der 
Verticale ihre Entstehung verdanken." Lp, 

RoBBBT Stawell Ball. A treatise of the theory of screws. Cam- 
bridge: At the Umversity Press. XX u. 544 8. gr. Lex. 8^ 1900 f. 

Nachdem in der zwölften Schlussabhandlung zur Theorie der 
Schrauben (vergl. diese Ber. 54 [1], 441—442, 1898) der Verf. sein 
Lebenswerk auf diesem Gebiete für beendigt erklärt hatte, erübrigte 
eme zusammenfassende authentische Darstellung des ganzen Gedanken- 
kreises, so dass der spätere Forscher nicht mehr auf die seit 
30 Jahren in Sammelschriften zerstreuten Originalartikel zui'ück- 
zugreifen braucht Das Werk von Harby Gbavklius vom Jahre 



192 4. Mechanik. 

1889, das zur Zeit seiner Abfassung diesem Zwecke dienen konnte, 
ist durch die inzwischen erschienenen, vieles Neue bietenden weiteren 
Abhandlungen von Ball überholt worden und war ausserdem durch 
die nicht immer fehlerfreien Zusätze des deutschen Bearbeiters kein 
zuverlässiger Führer. Daher ist es ein verdienstliches Werk der 
rührigen Leiter, welche gegenwärtig in Cambridge die Druckunter- 
nehmungen dieser Universität überwachen, dass sie ihren berühmten 
Landsmann zur Abfassung des gegenwärtigen Buches veranlassten. 
„Ich habe es versucht, auf diesen Blättern jeden wesentlichen Theil 
der Theorie, so wie dieselbe in den zwölf Abhandlungen und vielen 
anderen Artikeln enthalten ist, zur Darstellung zu bringen. Aber 
das Ganze ist von Neuem durchgesehen, von Neuem geordnet, 
grossentheils neu geschrieben worden; viele der früheren Theile 
sind mit Verbesserungen umgearbeitet worden, die aus späteren 
Untersuchungen stammen, und ich muss hinzufugen, dass ich es für 
nöthig erachtet habe, vieles hineinzunehmen, was früher nicht ver- 
öffentlicht worden ist^ Diese Worte der Einleitung kennzeichnen 
die Absichten des Verfassers. Da in unseren Berichten die einzelnen 
Abhandlungen des Verf. nach ihrem Erscheinen besprochen sind, so 
ist es nicht nöthig, auf die Sache selbst, die gegenwärtig schon in 
manche Lehrbücher übergegangen ist, näher einzugehen. Es genüge 
daher die Wiedergabe der Titel der einzelnen Capitel. 

Einleitung. I. Windung und Schraubung. IL Das Gylindroid. 
IIL Reciprokale Schrauben. IV. Schrauben - Coordinaten. V. Die 
Darstellung des Cylindroids durch einen Kreis. VI. Das Gleich- 
gewicht eines starren Körpers. VII. Die Haupt-Trägheitsschrauben. 
Vni. Das Potential. IX. Harmonische Schrauben. X. Freiheit der 
ersten Ordnung. XL Freiheit der zweiten Ordnung. XII. Ebene 
Abbildung dynamischer Probleme betreffs eines Körpers mit zwei 
Freiheitsgraden. XIH. Die Geometrie des Cylindroids. XIV. Frei- 
heit der dritten Ordnung. XV. Die ebene Abbildung der Freiheit 
dritter Ordnung. XVI. Freiheit der vierten Ordnung. XVII. Frei- 
heit der fünften Ordnung. XVIII. Freiheit der sechsten Ordnung. 
XIX. Homographische Schrauben-Coordinaten. XX. Emananten und 
Parameter - Invarianten. XXI. Entwickelungen der dynamischen 
Theorie. XXII. Die geometrische Theorie. XXIH. Verschiedene 
Aufgaben. XXIV. Die Theorie der Schraubenketten. XXV. Die 
Theorie der permanenten Schrauben. XXVI. Eine Einleitung in 
die Theorie der Schrauben im nicht-euklidischen Räume. 

Anhang. I. Anmerkungen über verschiedene Punkte. 11. Eine 
dynamische Parabel (vergl. diese Ber. 43 [1], 290, 1887). Biblio- 



FiSCHEB. 193 

graphische Noten. Alphabetisches Inhaltsregister. — Die biblio- 
graphischen Noten geben auf 30 Seiten eine chronologisch geordnete 
üebereicht über alle Schriften, die mit der Theorie der Schrauben 
in Verbindung stehen. . Xp. 

Otto Fisghbb. Der Gang des Menschen. III. Theil: Betrach- 
tungen über die weiteren Ziele der Untersuchung und Ueberblick 
über die Bewegungen der unteren Extremitäten. Abh. d. k. sächs. 
G. d. W. 26, Nr. m, 87—170, mit 7 Tafeln, 1900 f. 
Die Berichte über die beiden ersten Theile der Arbeit findet 
man in diesen Ber. 51 [1], 345-347, 1895 und 55 [1], 417—419, 
1899. Wir schliessen das Referat über den gegenwärtigen Theil 
an den ^Rückblick", den der Verf. S. 168—170 giebt, an. 

Um dem Endziel näher zu kommen, nämlich die Rolle aufzu- 
decken, welche den einzelnen Muskeln bei der Hervorbringung der 
Bewegungen des Gehens zugetheilt ist, muss man zuerst eine ein- 
gehende Eenntniss des wechselnden Bewegungszustandes des mensch- 
lichen Körpers für den ganzen Verlauf eines Doppelschrittes zu 
gewinnen versuchen. Dann erst kann man hoffen, das Ziel mit 
Hülfe der Differentialgleichungen der Bewegung zu erreichen. 

Nach dem ersten Abschnitte der Arbeit lassen die Bewegungs- 
gleichungen des menschlichen Körpers, obgleich sie au sich sehr 
verwickelt sind, eine für die weitere Untersuchung sehr werthvolle 
und verhältnissmässig einfache Interpretation zu, welche nicht nur 
volles Licht auf die gegenseitige Beeinflussung der einzelnen Körper- 
Üieile in ihren Bewegungen wirft, sondern auch vor allen Dingen • 
gestattet, die Gleichungen selbst im gegebenen Falle ohne Mühe 
hinzQschreiben. Die übrigen Abschnitte liefern einen weiteren Bei- 
trag znr Kenntniss der beim Gange des Menschen befolgten Be- 
wegungsgesetze, indem sie sich mit der Bewegung der unteren 
Extremitäten beschäftigen. 

Während im ersten Theile der Arbeit die Bahncurven der ver- 
schiedenen Gelenkmittelpunkte und einiger anderer für das Gehen 
wichtiger Punkte des menschlichen Körpers und im zweiten Theile 
die Bahn des Gesammtschwerpunktes mit den zugehörigen Ge- 
schwindigkeiten und Beschleunigungen abgeleitet worden sind, giebt 
der vorliegende dritte Theil einen Ueberblick über das Verhalten 
der unteren Extremitäten im Verlauf eines Doppelschrittes. Es 
finden sich zunächst sowohl die Drehungen abgeleitet, welche die 
drei Abschnitte der Beine in der Projection des ganzen Bewegungs- 
vorganges auf die Gangebene ausführen, als auch die damit im Zu- 

Fofüohr. 1 Phy«. LVI. 1. Abth. 13 



194 4. Mechanik. 

sammeDhange stehenden gleichzeitigen Bewegungen in den Knie- und 
Fussgelenken. 

Ein Vergleich der gewonnenen Resultate, der dann ausgeführt 
ist, mit der Darstellung der successiven Stellungen der Beine, welche 
die Gebrüder Webbb in ihrer Mechanik der menschlichen Gehwerk- 
zeuge gegeben haben, zeigt, dass die WEBSB^schen Anschauungen 
sich angesichts der durch die Momentphotographie aufgedeckten 
Thatsachen nicht mehr halten lassen. Insbesondere ergiebt sich, 
dass die drei Principien, welche för die beiden Forscher die Grund- 
lage zu ihrer Theorie des Gehens abgegeben haben: das Princip 
der anfanglichen Stellung, das Princip des Maasses der Anstrengung 
und das Princip der Richtung der Streckung, auch nicht annähernd 
erfüllt sind. Alle drei Gnmdprincipien entsprechen dem idealen 
Falle einer geradlinigen horizontalen Bewegung des Gesammtschwer- 
punktes mit constanter Geschwindigkeit, während der Schwerpunkt 
in Wirklichkeit eine doppelt gekrümmte Bahn mit theils beschleu- 
nigter, theils verzögerter Bewegung durchläuft. Trotzdem bleibt 
die WBBBB'sche „Mechanik der menschlichen Gehwerkzeuge" (Wilh. 
Wbbbb's Ges. Werke 6, 1894) für alle Zeiten ein classisches Werk, 
welches den Anfang einer exacten Forschung auf dem Gebiete 
der Bewegungsphysiologie bildet. 

Für die Ableitung der Winkelgeschwindigkeiten und Beschleuni- 
gungen, mit denen die einzelnen Abschnitte der Beine im Räume 
ihre Richtung ändern, muss man die genauen Werthe von Winkel- 
coordinaten kennen, durch welche die Stellung eines jeden Körper- 
theiles im Räume eindeutig bestimmt ist. Hierzu reicht in Folge 
des Zusammenbanges der einzelnen Glieder die Angabe zweier 
Winkel für jeden Eörpertheil aus. In der Arbeit findet sich nun 
für alle durch die Photographie fixirten Bewegungsphasen der drei 
Versuche die Weite der Winkel berechnet, welche die Projectionen 
der Längsaxen der einzelnen Abschnitte der Beine auf die Gang- 
ebene und die zur Gangriohtung senkrechte Ebene mit der nach 
unten gerichteten Verticale bilden. Ferner sind auch die Werthe 
der Gelenkwinkel sowohl für das Kniegelenk wie für das erste 
Fussgelenk, d. h. also der Winkel, welche in den einzelnen Be- 
wegungsphasen die Längsaxe der distalen mit der Verlängerung 
der Längsaxe des proximalen der beiden durch das betreJBfende Ge- 
lenk verbundenen Glieder im Räume bildet, berechnet worden. Lp, 

Eabl Hbun. Die kinetischen Probleme der wissenschaftlichen Technik. 
Bericht, erstattet der Deutschen Mathematiker -Vereinigung. Jahresb. 
d. D. Math.-Ver. 9 [2], 1—123, ISOOf. 



Heün. Göpel. 195 

Die Schrift, welche von einem ungemein sorgfältigen Studium 
und reichen Wissen des Verf. zeugt, kennzeichnet zunächst die ver- 
schiedenen Richtungen der Mechanik und fasst die Anforderungen 
der technischen Mechanik in den folgenden Sätzen zusammen (S. 8): 
„Die Technik kann ihre theoretischen Bewegungsprobleme nicht 
nach Belieben stellen, wie die rationelle Mechanik ihre Uebungs- 
beispiele. Sie muss die Massensysteme, die Kräftesysteme nehmen, 
wie sie die Bedürfnisse der Praxis hinstellen. Ihre Lösungsmethoden 
dienen nicht zur Illustration eleganter mathematischer Theorien, 
sondern müssen vor Allem sich darch die grösste erreichbare Ein- 
fachheit auszeichnen." Dem Zwecke nach ist die Arbeit referirender 
Natur, wie die übrigen von der Deutschen Mathematiker -Vereinigung 
ausgegangenen Berichte. In der Zusammenstellung der im Laufe 
der Geschichte hervorgetretenen Probleme, der zu ihrer Behandlung 
gebrauchten Hülfsmittel, in der Aufzählung der wichtigeren Schriften, 
die von den tüchtigsten Forschern verfasst sind, liegt der grosse 
Werth eines solchen Berichtes, der allen späteren Forschem auf 
diesem Gebiete viele Mühe erspart, indem er die richtigen Wege 
weist. Mit dieser allgemeinen Empfehlung müssen wir uns hier 
begnügen, weil ein näheres Eingehen auf den Inhalt die Anzeige 
ungebührlich anschwellen lassen würde. Lp. 



F. GÖPEL. Die Bestimmung des Ungleichförmigkeitsgrades rotirender 
Maschinen durch das Stimmgabelverfahren. ZS. D. Ing. 44, S.-A., 
10 a, 1900 t. 
Die als Mittheilung aus der Physikalisch - Technischen Reichs- 
anstalt gedruckte Abhandlung ist auf den folgenden Antrag des 
Vereins deutscher Ingenieure entstanden: „Ermittelung eines Ver- 
fahrens und eines praktisch brauchbaren Instrumentes, um den Un- 
gleichf^rmigkeitsgrad des Ganges rotirender Maschinen, insbesondere 
yon Dampfmaschinen, namentlich auch derjenigen mit grosser Um- 
drebungmahl, zu bestimmen.^ Nach einer Besprechung früherer hier- 
her gehöriger Versuche wird die neue Anordnung des in der Reichs- 
anstalt erprobten Stimmgabel Verfahrens und ihrer praktischen Aus- 
fuhrung beschi'ieben. Hierbei werden die Stimmgabelwellen auf 
eine ebene Scheibe aus Messing aufgezeichnet, welche unmittelbar 
auf die freie Stirnseite der Maschinenwelle aufgesteckt wird. Die 
tönende Stimmgabel wird an der berussten Messingscheibe in 
radialer Richtung langsam vorübergeführt und schreibt ihre Wellen 
in Form einer angenäherten archimedischen Spirale auf« Nach dem 
Schreiben fuhrt man die Gabel zur Seite und nimmt die Scheibe 

13* 



196 4. Mechanik. 

zur Vornahme eiues Abdruckes ab. Einer Erörterung der Fehler- 
quellen und ihrer Beseitigung folgt die Beschreibung der Auswer- 
thung der Diagrarame. Zu diesem Zwecke wurde das kreisförmige 
Diagramm durch scharf ausgezogene Radien in zwölf congruente 
Sectoren zerlegt, innerhalb jedes einzelnen Sectors die Anzahl der 
Schwingungen ermittelt. Bei den gewählten Abmessungen war eine 
Schätzung der Schnittpunktslagen nach Zehnteln der halben Wellen- 
länge ohne Schwierigkeit möglich. Die weitere Berechnung der 
gefundenen Zahlen erfolgt dann unter Zugrundelegung des Fouribb'- 
schen Theorems nach der Gleichung t=pQ -{-picos'^/^^p -^-'Qisin^/^q) 
-\- p2C08(p -\- q^sinq). Der auf dem näher beschriebenen Wege er- 
mittelte Ungleichförraigkeitsgrad schliesst sich der theoretischen 
Definition dieses Werthes aufs Engste an. Hiermit „ist der Beweis 
erbracht, dass das Stimmgabelverfahren in der angegebenen Form 
der Versuchsanordnung thatsächlich geeignet ist, in verhältnissmässig 
einfacher Weise die gestellte Aufgabe mit einer Zuverlässigkeit zu 
lösen, wie sie überhaupt nur gefordert werden kann". Das Ergebniss 
bringt jedoch nur die rein periodischen Aenderungen der Ge- 
schwindigkeit zum Ausdruck. Ausserdem lässt es den Einfiuss der 
elastischen Deformationen klar erkennen, welche mit Nothwendig- 
keit in den Speichen des Schwungrades auftreten. Der letzte Ab- 
schnitt der Arbeit ist einigen Besonderheiten bei weiteren Anwen- 
dungen des Stimmgabelverfahrens gewidmet, wenn verschiedene 
Belastungen des Motors angewandt wurden. Lp. 



N. Pbteopf. Frottement dans les machines. M^m. de P6t. (8) 10, 
Nr. 4, 84 8. Fol., 1900 t. 
Um zunächst eine Uebersicht über den Inhalt dieser umfang- 
reichen Arbeit zu geben, bringen wir die Ueberschriften der Para- 
graphen zum Abdruck. §. 1. Vorhandene Theorien der Reibung 
in den Maschinen und ihre Mängel. §. 2. Elemente, welche auf 
die Reibung gut geschraierter fester Körper Einfluss haben, und 
Grad des Einflusses. §. 3. Grundgleichungen der hydrodynamischen 
Theorie der Reibung in den Theilen gut geschmierter Maschinen. 
§. 4. Anwendung der Grundgleichungen auf die zwischen dem Zapfen 
und dem Lager enthaltene Flüssigkeitsschicht §. 5. Bestimmung der 
Reibungskräfte durch Formeln, die keinen Differentialausdruck ent- 
halten. §. 6. Angenäherte Bestimmung des hydrodynamischen 
Druckes. §. 7. Bestimmung der Formeln mit den Ausdrücken för 
die Coefficienten ^i,o, -4i,i, -4i,2,..., -^2,0, ^2,1, -^2,3,..., -^8,0, ^8,i» 

-^3,2,...? J5],0? -ßl,!? /J5i,a,. . ., ^2,01 -^2,11 -B2,2i"'» -^3,0» -^8,1» ^S^y" 



Pbtboff. 197 

§. 8. Integration der Differentialgleichungen, welche die hydrodyna- 
miflchen Drucke ausdrucken. §. 9. Integration der Gleichgewichts- 
bedingungen des Lagers. §. 10. Einfluss der äusseren Reibung der 
Flüssigkeit mit dem Lager und dem Zapfen. §, 11. Anwendung 
der dargestellten Theorie in dem Falle eines cylindrischen conti- 
nuirlichen Lagers ohne Ritzen. §. 12. Anwendung der Theorie auf 
meine Versuche. §. 13. Anwendung der Gleichungen (41), (43) 
und (45) auf den geprüften Fall. §. 14. Bestimmung der Coefficienten 
Ai und Bi für c = 0, (? = 0,1, c == 0,2, c = 0,3, c = 0,4, c = 0,5 
und c = 0,6. §. 15. Bestimmung des Winkels Oq und der Grössen 
Xi und X). §. 16. Bestimmung der Grösse a und aller anderen 
Grössen. §. 17. Genauigkeit der in den Tabellen IX bis XXII an- 
gegebenen- Grössen. §. 18. Die hydrodynamischen Drucke in den 
verschiedenen Punkten der Flüssigkeitsschicht. §. 19. Die haupt- 
sächlichen Folgerungen, gezogen aus den auf meine Versuche be- 
züglichen Rechnungen. §. 20. Der Fehler in den Rechnungen von 
OsBo&NS Reynolds. §. 21. Ohne Ueberschrift; betrifft einige 
Punkte der Arbeit von Masi: „Esperienze d' attrito", Bologna 1897. 
Gegenüber der Reichhaltigkeit und Vielgestaltigkeit des Inhalte» 
befindet sich Ref. in einer Verlegenheit zu entscheiden, was hier 
näher besprochen werden kann. Die vom Verf. vorgeschlagene 
Theorie der Reibung ist zuerst 1883 bekannt geworden und ist in 
diesen Ber. 39 [1], 250 — 252, Gegenstand eines Referates gewesen; 
eine Uebersetzung dieser Arbeit von L. Wurzel erschien 1887. 
In dem letzteren Jahre wurde eine zweite Schrift von Pbtropp ver- 
öffentlicht und in diesen Ber. 43 [1], 393 kurz angezeigt. In- 
zwischen war die Abhandlung von Osbobnb Rbtnolds in Phil. 
Trans. 177, 157 ff. „On the theory of lubrication etc." geschrieben 
(vergl. diese Ber. 42 [1], 355—360, 1886), und in jüngster Zeit hat 
Masi in zwei Schriften dasselbe Thema bearbeitet (vergl. diese 
Ber. 53 [1], 394, 1897). Da somit das Wesen der hydrodynami- 
schen Theorie der Reibung als bekannt vorausgesetzt werden kann^ 
so beschränken wir uns auf die Wiedergabe derjenigen Stellen in 
§. 2, welche die Zielpunkte der Untersuchung des Verf. kennzeichnen. 
Die vom Vert. vorgeschlagene Theorie, die durch seine Ver- 
BQche und die von F. Masi Bestätigung gefunden hat, zeigt klar 
den Einfluss der relativen Geschwindigkeit bei der Bewegung der 
beschmierten Körper und der inneren Reibung der Schmierflüssig- 
keit. Seine Versuche haben auch auf genügende Weise den Einfluss 
der Temperatur der Schmierschicht sowie den der umgebenden 
J^aft gezeigt. In der Theorie von Osbobnb Rbtnolds tritt der 



198 4. MeohaDik. 

Einfiass dieser Elemente unter derselben Form auf. Der Einfluss 
der Ausdehnung der gescbmierten Fläche, welche mit dem Lager 
zur Reibung kommt, ist in der REXKOLDs'schen Theorie etwas 
weniger einfach als in der PBTBOPp'schen; aber in den Hauptzugen 
drücken die beiden Theorien diesen Einfluss auf gleiche Weise aus. 
Ebenso wird der Einfluss der Dicke der Schicht auf identische 
Weise ausgedrückt; die Abhängigkeit jedoch, welche hinsichtlich der 
Dicke der Schicht gegenüber dem Drucke besteht, wird abweichend 
dargestellt In der PBTBOFF'scben Theorie wird diese Abhängigkeit 
durch eine Formel ausgedrückt, die sich auf die Versuche von Hibk 
und von anderen Experimentatoren gründet; diese Formel zeigt, 
dass die Dicke der Schicht umgekehrt proportional ist der Quadrat- 
wurzel aus dem mittleren Drucke der Flüssigkeit auf die Einheit 
der Reibungsfläche. Die fragliche Abhängigkeit wird durch die 
Versuche des Verfassers und durch die von Masi bestätigt. Nach 
Rbtnolds bestimmt sich die Abhängigkeit der Dicke der Schicht 
gegenüber dem Drucke mit Hülfe einer der Gleichungen, welche 
die Bedingungen des Gleichgewichtes der an einem anbeweglichen 
Lager angebrachten Kräfte ausdrücken. 

Der Einfluss der äusseren Reibungen der Flüssigkeitsschicht 
an den Oberflächen, die sie schmiert, ist in der Theorie des Verf. 
angegeben, nicht aber in der von Rktnolds; durch Versuche ist er 
überhaupt noch nicht bestätigt worden. Endlich zeigt die RBTNOLDs'sche 
Theorie den .sehr fühlbaren Einfluss der relativen Lage der Axen 
von Lager und Zapfen. Die Formeln, die diesen Einfluss mit Hülfe 
von Grössen ausdrücken, welche die relative Lage der besagten 
Axen bestimmen, sind so verwickelt und eignen sich so wenig für 
die zu einem durchsichtigen Verständnisse des fraglichen Einflusses 
nöthigen Vereinfachungen, dass das einzige Mittel zur genügenden 
Aufhellung der Frage in dem gleichzeitigen Gebrauche der Theorie 
und der Versuche erblickt werden muss. Osbobnb Rbynolds hat 
diese Vergleichung unternommen; in seine Rechnungen haben sich 
jedoch derartige Fehler eingeschlichen, dass dadurch der Nutzen 
seiner Arbeit verloren gegangen ist. Hiernach ist in der hydro- 
dynamischen Theorie der Reibung eine so bedeutende Lücke ver- 
blieben, dass der Verf es für nützlich erachtet hat, dieselbe auszu- 
füllen. Nun aber war es zum Vergleiche der Theorie und der von 
ihm angestellten Versuche nothwendig, zuerst Formeln zu haben, 
die fiir die Bedingungen des Experimentes passten; deshalb musste 
zur Bestimmung dieser Formeln geschritten werden. Hierbei wurden 
dann auch die Experimente von Masi berücksichtigt. Das vorge- 



Pbteoff. Ratbau. 199 

Bchlagene Mittel ist auch in den Fällen leicht anwendbar, in denen 
die Zahl der einzelnen Theile der beiden Cylinderflächen nicht 
blo88. 3 ist, sondern so gross man will, falls jeder der cylindrischen 
Theile von zwei geradlinigen Erzeugenden begrenzt ist; die An- 
wendung ist auch noch in dem Falle möglich, wenn das Lager die 
Form eines continuirlichen cylindrischen Ringes hat. Z(p. 



N. Pbtroff. lieber mittelbare Reibung. Rev. de m^canique 30. Nov. 
1900. [Phys. Z8. 2, 463—464, 1901 f. 
Nach dem Referate in der Physikalischen Zeilschrift hat der 
Verf. in Ueberein Stimmung mit Versuchen von Hibk gefunden, dass 
Bich die Reibungswiderstände an cylindrischen Tragezapfen bei 
Verwendung verschiedener Oele, aber constanter Geschwindigkeit 
nnd coDStanter Belastung des Zapfens wie die Coefficienten (i der 
inneren Reibung des Schmiermaterials verhalten. Diese Coefficienten 
bat er mit Hülfe eines eigens dazu gebauten Apparates für eine 
grosse Anzahl von Oelen bei verschiedenen Temperaturen bestimmt. 
Es werden dann weiter Folgerungen über die Lagertemperaturen 
bei verschiedenen Oelen und constanter Geschwindigkeit und Axen- 
belastung, femer für verschiedene Geschwindigkeiten und verschie- 
dene Axenbelastungen gezogen, wobei graphische Methoden benutzt 
werden. Lp, 

Rateaü. Theorie des h^lices propulsives. G. R 130, 486 — 489, 702 

—705, 1900 t. 

Nach dem von Drzbwiboki zuerst befolgten Verfahren wird 
die Theorie der Propeller -Schrauben so behandelt, dass man die 
Oberfläche jedes Flügels in Elemente von der radialen Höhe dr 
serlegt, die man dünnen Ebenen gleichsetzt, welche in der um- 
gebenden Flüssigkeit sich in schiefer Bewegung befinden. So ge- 
langt man gemäss dem Ausdrucke, den man für die zur beweglichen 
Ebene normale Reaction annimmt, zu Resultaten, die mit dem Yer- 
söche mehr oder weniger stimmen. In der vom Verfasser neu vor- 
geschlagenen Theorie wird die Betrachtung der dünnen Ebene ganz 
verlassen; er stützt sich einerseits auf zwei fundamentale Hypothesen, 
welche der Rückseite der Flügel ebenso Rechnung tragen wie der 
Triebseite, andererseits auf die allgemeine Theorie der Turbo- 
maschinen. Auf diese Weise gelangt er zu Ergebnissen, die mit 
denen von Drzbwiecki übereinstimmen, aber in manchen Hinsichten 
allgemeiner sind und die Werthe der auftretenden Constanten physi- 
kalisch definiren. Lp. 



200 4. Mechanik. 

G. R R. RouTH. On the motion of a bicycle. Messenger (2) 28, 

151—169, 1899 t. 

Ohne Bezugnahme aaf die über die Bewegung des Zweirades 
bereits veröffentlichten mathematischen Arbeiten beschäftigt sich 
Verf. in seiner Abhandlung mit folgenden vier Aufgaben: 1) Die 
Bewegimg eines Zweirades, wenn das Vorderrad festgestellt ist. 
2) Die Schwankungen um eine Lage der stetigen Bewegung in 
gerader Linie. 3) Stetige Bewegung in einem Kreise. 4) Schwan- 
kungen um eine Lage stetiger Bewegung in einem Kreise. Bei 
der ersten dieser Aufgaben ist die Maschine gezwungen, sich in 
einer Geraden zu bewegen, und die Aufgabe ist die von drei mit 
einander verbundenen Körpern. Unter Benutzung des d'Alembbrt^- 
sehen Princips werden die effectiven Kräfte der Räder umgekehrt 
und auf das System angewandt. Bei der zweiten Aufgabe werden 
die effectiven, von den Rädern stammenden Kräfte vernachlässigt, 
weil die Masse eines Rades, verglichen mit derjenigen des Rahmens 
und des Radlers, sehr gering ist Ebenso wird die Masse der 
Steuerstange und der Handgriffe vernachlässigt. In den Fällen 3) 
und 4) wird der Radius der Bahn als gross angenommen im Ver- 
gleich mit der Länge und Höhe der Maschine; dagegen wird in 
dem ersten Beispiele die Winkelgeschwindigkeit um den Mittel- 
punkt des Kreises oder die Neigung der Ebene des Rahmens gegen 
die Verticale nicht als klein vorausgesetzt. Die Einzelergebnisse 
eignen sich nicht zur Wiedergabe. Lp. 



L. E. Bebtin. Position d'dquilibre des navires sur la houle. M^m. 
de Cherbourg 31 [(4), 1], 1—63, 1898/1900 f. 

Der Verf. hat in den M^m. de Cherbourg wiederholt Artikel 
veröffentlicht, welche der Theorie der Wasserwogen und der Schiffs- 
mechanik dienen sollen. Wir verweisen auf die Referate über 
dieselben in diesen Ber. 27, 115 — 118, 1871 (Sur la houle et le 
roulis. 15, 5—44, 313—355), 29, 165—167, 1873 (Donn^es thöoriques 
et exp^rimentales sur les vagues et le roulis. 17, 209 — 352). Beide 
Referate sind ausführlich gehalten und beschäftigen sich mit den 
physikalisch interessirenden Thatsachen und Theorien der Schriften 
in ausreichender Weise. Die dritte Arbeit „Amplitude du roulis 
sur houle non synchrone" 30, 1 — 54, ist in diesen Ber. 53 [1], 398, 
1897 nur noch mit dem Titel erwähnt. Die neue Abhandlung ist 
eine sum mansche Darstellung der ganzen Frage. j,üm zu wissen, 
wie die Stabilität auf die Amplitude des Schlingerns der Panzer- 
schiffe einwirkt, habe ich zuerst genau untersuchen müssen, welchen 



BovTH. BEBTiir. Lecornu. Jolles. Dechevbens. 201 

Einflnss sie auf ihre Gleichgewichtslage gehabt. Der so begrenzte 
Gegenstand ist verhältnissmässig einfach und lässt sich mit einer 
Strenge behandeki, die in den übrigen Abschnitten der Schiffs- 
mechanik kaum vorkommt; er ist ausserdem wichtig und verdient 
eine Aufmerksamkeit, die er früher nicht erlangt hatte.'' Mit Rück- 
sicht auf die früheren Referate, welche der theoretischen Seite der 
Frage vollkommen gerecht geworden sind, beschränken wir uns hier 
auf den Hinweis, dass der Verf., „Director der Schiffsconstructionen'', 
die Ergebnisse seiner theoretischen Ueberlegungen praktisch ver- 
werthet hat und seine Anwendungen in dem vorliegenden Artikel 
durch zahlreiche Tabellen und an einer Reihe von Schiffen, die er 
namentlich auffuhrt, in reichem Maasse erläutert Lp. 



L, Lbcobku. Sur le volant elastique. 0. B. 131, 253 — 265, 1900 f. 

Der französische Ingenieur Rafeabd hat 1890 ein Patent auf 
einen sogenannten isochronen Regulator genommen; derselbe trägt 
vier Begleitmassen in etwa radialer Führung, die so angeordnet 
sind, dass die Einwirkung der Schwere neutralisirt ist, und die durch 
Federn zurückgeholt werden. Die damals nicht entwickelte Theorie 
derartiger Einrichtungen wird jetzt von Lbgobnü gegeben, und aus 
den theoretischen Betrachtungen werden einige praktische Folge, 
rangen gezogen. Lp. 

Stanislaüs Jollbs. Die charakteristischen Parabeln des einfachen 
gleichmässig belasteten Balkens. ZS. f. Math. u. Phys. 45, 1—^9, 1900 t. 
Graphische Behandlung dieser durch den gleichförmig belasteten 
einfachen Balken allein bestimmten Curven. Lp, 



Mabc Dechbvbbms. Le campylographe , machine ä tracer des 
courbes. C. B. 130, 1616—1620, l900t. 
Der vom Verf. construirte Kampylograph dient zur Aufzeich- 
nung der Resultante zweier schwingenden Bewegungen, zu denen 
noch eine dritte Drehbewegung treten kann. Die LissAJOus'schen 
Figuren werden also beschrieben, wenn die Drehbewegung fehlt. 
Die abgebildeten Figuren, welche photographische Verkleinerungen 
der viel grösseren Originale von 160 bis 180 mm Höhe sind, zeichnen 
sich durch vollendete Klarheit und Symmetrie aus. Die Beschrei- 
bung des Apparates nimmt auf ein -von Rohk 1889 ausgestelltes 
Instrument Bezug, das dem Referenten nicht bekannt geworden ist, 
und da keine Abbildung zur Erläuterung beigegeben ist, so giebt 
die knappe Darstellung kein deutliches Bild. Zwei zu einander 



202 4. Mechanik. 

rechtwinklige Lineale mit Schlitzen in der Mitte, die durch Räder 
geführt werden, bilden die Grundlage. Die Idee ist in zwiefacher 
Weise durchgeführt; nur die eine Art der Ausfuhrung ist aber 
geschildert. . Xp. 

Marc Dbohevbens. Vision stereoscopique des courbes trac^es par 
les appareils phas^s. C. B. 131, 408—410, 1900 f. 

In der vorstehend besprochenen Mittheilung hatte Deohevrbns 
einen Apparat, den Kampylographen, beschrieben, mit dessen Hülfe 
man Curven von der Art der LissAJOüs'schen aufzeichnen kann. Lässt 
man vom Apparate dieselbe Curve zweimal zeichnen, indem man 
das zweite Mal eine leichte Phasenänderung herbeiführt, so erhält 
man zwei Zeichnungen, welche im Stereoskop den Eindruck einer 
Raumcurve hervorrufen. Eine Sammlung solcher Zeichnungen ist 
in der Classe „Physikalische Instrumente" auf der Weltausstellung 
zur Besichtigung geboten worden. Xp. 



E. M. Blakb. The ellipsograph of Proclus. Amer. Joum. 22, 146 
—153, 1900 t. 

Eine Ebene (J, die zwei feste Punkte E und Ei enthält, be- 
wegt sich auf einer mit ihr zusammenfallenden Ebene (fj, die zwei 
feste gerade Linien g und gi enthält, so dass E auf g und Ei auf gi 
bleibt. Die vorliegende Abhandlung ermittelt: 1) die von den 
Punkten von ö und von cJj erzeugten Curven, 2) die von irgend 
einer mit (5 oder (Jj fest verbundenen Geraden (nicht parallel zu <J 
oder <Ji) erzeugten Regelflächen, 3) die von irgend einer Geraden 
in ö oder in 6i umhüllte Curve, 4) die von mitgefuhrten Ebenen 
umhüllten abwickelbaren Oberflächen. Die bezügliche Litteratur ist 
in Fussnoten angegeben. Lp. 

G. KoENiGs. Compas homographique , r^alisant par articulations 
l'homographie plane g^n^rale. C. R. 131, 1179—1182, 1900 f. 
In zwei Noten der C. R. (vergl. diese Ber. 41 [1], 349—350, 
1895) hat EoENiGS bewiesen, dass man mittels zusammengesetzter 
Zirkel (oder Gelenksysteme) jede algebraische Verbindung zwischen 
zwei oder mehr Punkten verwirklichen kann, dass daher jede geo- 
metrische Pnnkttransformation algebraischer Natur mechanisch her- 
stellbar ist. Obgleich nun gerade die analytisch einfach deflnirbaren 
Transformationen sich kinematisch schwer erzeugen lassen, so ist 
der Verf. jetzt doch dazu gelangt, einen zusammengesetzten Zirkel 
anzugeben, der nicht zu complicirt ist und die ebene Homographie 



Dechbybbns. Blakb. Eobnios. Litteratur. 203 

herstellt. In der gegenwärtigen Note wird eine sohematische Be- 
schreibung dieses homographischen Zirkels gegeben, dessen Modell 
in Arbeit ist Der „homologische Zirkel" enthält 27 Stäbe und 
22 Drehpunkte derselben, der „homographische Zirkel" 31 Stäbe 
mit 26 Drehpunkten; daher kann auf eine Beschreibung dieser In- 
strumente hier nicht eingegangen werden. Xp. 



Iiitteratur. 



P. Appell. Cours de m^canique de la facult^ des sciences. Traite 
de m^canique rationnelle 3. l^quilibre et mouvement des milieux 
Continus. 8^. 224 S. Paris, Gauthier-Ylllars, 1900. 

D. BoBTLEW. Handbuch der analytischen Mechanik. Petersburg 1900. 
(Eussisch.) 

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Paris 1900. 

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Leo KOnigsberqbr. Sur les principes de la m^canique. Extrait 
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L. LauGBL.) Acta Math. 23, 63—83, 1899 t. 

Eine zusammenfassende Darstellung der Forschungen des Verf., über 
welche in den letzten Jahrgängen dieser Berichte referirt ist. 

D. DB Frakobsco. Alcuni problemi di meccanica in un spazio a 
tre dimensioni di curvatura costante. Memoria L Bend. di Kapoli 
(3) 6, 15—16, 1900. Memoria IL Ibid. (3) 6, 153—159, 1900t. 

Beide Noten sind Selbstreferate des Verf. über grössere Abhandlungen, 
die in den Atti derselben Akademie erscheinen sollen. 



Littevatur. 205 

D. DB Francesco. SuU* integrazione delle eqaazioni differenziali 
del moto spontaneo di un oorpo rigido in uno spazio di cur- 
vatura COStante. Atti R. Acc. dei Lincei (5) 9 [l], 245—252, 1900 f. 
Von ausschliesslich niathematischem Interesse. 

N. J. Hatzidakis. Displacements depending on one, two, . . ., A; 
Parameters in a space of n dimensions. Amer. Joum. of Math. 22, 
154—184. 1900t. 

F. FonB. Mon dernier mot 8ur l'incorrection de» formules rap- 
port^es ä Taxe instantane. Bull, de Belg. 1900, 693— 695 t. 

Bbillouik. La constante de 1a gravitation universelle et les irr^gu- 
laritds locales de la pesanteur. Soc. fran^. de phys. Nr. 155, 2, 1900 t. 
S^nces 1900, 67r 

Kurzer Bericht über einen referirenden Vortrag. 

Rudolf Mewbb. Ueber das Räthsel der Gravitation. Dlngl. Joum. 

315, 623—626, 1900 t. 

Die Bestimmung der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der 

Scbwerkraftsstrahlen mittels des DoppLBB'schen Princips. DingL 
Joum. 315, 637—641, 1900 t. 

R. Thbelfall. A quartz - thread gravity balance. Chem. News 82, 

301—302, 1900 t. 

Kurzer Bericht über einen Vortrag in Phys. Soc., 14. Dec. 1900. . Lp, 

R. Thbelfall and J. A. Pollock. On a quartz - thread gravity 
balance. Phil. Trans. (A) 193, 215 — 258, 1900. Diese Ber. 55 [l], 360, 
1899. 

F. RiCHABZ und O. Eeigab-Mbkzel. Tafeln zur Abhandlung: Be- 
stimmung der Gravitationsconstante etc. AbhandL d. Berl. Akad. 
1898. 2 Taf. m. Erläut. Mitth. d. Naturw. Ver. Neuvorpommem und 
Ragen 31, 1900. 

Newton, Bouoübe and Cavbndish. The laws of gravitation. Edited 
by A. Staklbt Mackbnzib. VII u. 160 S. New-York, Cincinnati and 
Chicago, The Amer. Book Co., 1900. 

F. Eobbbe. Die Ableitung der Formel für das FouoAULT'sche 
Pendel Z8. f. Unterr. 13, 73—76, 1900. 

D. BoBTLBFF. Sur les parall^logrammes symetriques de Tschbbt- 
CHEFF. Joum. Soc. phy8.-chim. russe 31, 85 — 91, 1899. [Joum. de phys. 
(3) 10, 150, 1901 1. 

K Delassus. Sur les syst^mes articulös gauches. Ann. öc. norm. 
(3) 17, 445—450, 1900. 

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bewegangen im Unterricht. Z8. f. ünteiT. 13, 65—73, 1900. 

A. Baonülo. Un nuovo trasmissore, distributore e collettore mecca- 
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R Cabvallo. Theorie du mouvement du monocycle et de la 
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P. SoMow. Ueber einige Anwendungen der Kinematik veränder- 
licher Körper zu Scharnier-Mechanismen, Warsch. Univ. law. 1900, 
Heft 7. V. ü. 



5. Hydromechanik. 



W. Wien. Lehrbuch der Hydrodynamik. XIV u. 319 8. Leipzig, 
ß. ffirzel, 1900. 
Verf. will mit dem vorliegenden Lehrbuch das Interesse an der 
in Deutschland neuerdings vernachlässigten Hydrodynamik wieder 
wecken, um eine Ueberbräckung der Lücke zwischen der wissen- 
schafllichen und der technischen Hydrodynamik zu ermöglichen. 
Das Buch enthält eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand 
der Hydrodynamik, indem Verf. aus allen ihren Gebieten eine An- 
zahl der Ergebnisse, namentlich neuerer Forschung, gegeben hat, 
ohne dabei die undenkbare Vollständigkeit anzustreben. Das Haupt- 
gewicht legt Verf. auf die speciellen Probleme. Die einzelnen Capitel 
sind die folgenden: 1) Grundlagen. 2) Allgemeine Bewegungen 
nicht reibender Flüssigkeiten. 3) Strömungen ohne Drehung der 
Flüssigkeitstheilchen. 4) Bewegung eines festen Körpers in einer 
Flüssigkeit. 5) Theorie der Wellen. 6) Ebbe und Fluth. 7) Rei- 
bung der Flüssigkeiten. 8) Gleichgewicht rotirender flüssiger Massen. 

Scheel 

Font ANBAU. Sur l'int^gration des ^quations diff^rentielles de Phydro- 
dynamik. Assoc. Frang. Boulogne 28, 1 — 40, 1900 t. 
Der Verf. hat in früheren Mittheilungen an derselben Stelle 
das allgemeine Princip seiner Integrationsmetbode fiir die DiflTe- 
rentialgleichungen der Hydrodynamik bekannt gegeben; sein gegen- 
wärtiger Zweck besteht darin, durch Beispiele die Genauigkeit seiner 
Angaben zu bestätigen und gleichzeitig die Natur der Schwierig- 
keiten, die man zu erwarten hat, näher zu beleuchten. Zunächst 
entwickelt er die wesentlichsten Formeln zur Transformation krumm- 
liniger Coordinaten, indem er von gewissen Identitäten ausgeht, 
aus denen man fast ohne Rechnung alle in der Folge benutzten 
Beziehungen herleiten kann. Unter den verschiedenen behandelten 
Problemen ist zuerst dasjenige hervorzuheben, welches die Forde- 



WlBN. FOÜT ANBAU. DüHEM. 207 

rang aufstellt, dass jede der Componenten der Elementarrotation 
die partielle Differentialgleichung der Wärmebewegung in den 
Wärmeleitern verificiren soll Er löst die Aufgabe mit Hülfe eines 
Satases, der unmittelbar aus der Anwendung der krummlinigen Coor- 
dinaten fliesst, der aber in einer etwas weniger allgemeinen Form 
von PoiNCABfi bereits angegeben und auf elegante Art bewiesen 
wt. Die in die Hydrodynamik durch die Betrachtung der elemen- 
taren Rotation gebrachte Dualität zieht bei dem Integrationsver- 
fahren eine vom Verfasser schon früher angedeutete Modification 
nach sich. Nach Auseinandersetzung derselben wendet er sie auf 
den Fall an, bei welchem in der bewegten Flüssigkeit ein Rotations- 
potential besteht. Dieses Problem kann, ebenso wie sein correlatives, 
in Abhängigkeit von dem allgemeineren Falle gebracht werden, bei 
welchem die Componenten der Elementarrotation gleich den Pro- 
ducten der Difierentialquotienten einer und derselben Function mit 
einer und derselben variablen Grösse sind. Der Verf. löst diese 
Frage, indem er das von Hblmholtz behandelte Problem der 
Wirbelbewegungen als Vorbild benutzt, und danach noch eine andere 
etwas weniger einfache Aufgabe. Den Beschluss machen einige Be- 
trachtungen über die von verschiedenen Autoren vorgeschlagenen 
Grenzbedingungen und über die Zweckdienlichkeit der von ihm be- 
handelten Integrationen für die praktische Erforschung der Flüssig- 
keitsbewegung, lyp, 

P. DüHBH. Sur le th^or^me d'Huooniot et quelques th^or^mes ana- 

logues. 0. B. 131, 1171—1173, 1900 t. 

Das gemeinte Theorem von Hugoniot betrifft die Fortpflan- 
zongsgeschwindigkeit V einer Welle in einem Medium und ist in 
der nachgelassenen Abhandlung desselben ausgesprochen, die im 
Joum. de math. (4) 3, 477 veröffentlicht ist (vergl. diese Ber. 43 [1], 
344 ff., 1887). In der von Dühem gewählten Bezeichnung lautet 
die betreffende Formel: 

(H) «^^^="877. wo ^F = — + _+—. 

Nach der Verallgemeinerung des Verf. gilt diese Formel für 
die pWelle zweiter Ordnung" ; in gleicher Weise beweist er für 
die Wellen n^ Ordnung die Formel: 



208 5. Hydromechanik. 

Fbitz EOtteb. Die von Steklow und Liafünow entdeckten 
integrablen Fälle der Bewegung eines starren Körpers in der 
Flüssigkeit Berl. Ber. 1900, 79— 87 f. 
Die Arbeit weist zunächst auf die Bedeutsamkeit der Fälle 
hin, in welchen ausser den drei allgemeinen Integralen ein viertes, 
besonderes existirt, zu welchem die Fälle von Steklow und Liapü- 
Now gehören. (Vergl. Steklow, Math. Ann. 42, 273 — 274; diese 
Ber. 49 [1], 364, 1893. üeber die ausführlichere Arbeit von Stek- 
low, sowie über die von Liapunow lese man die Berichte im 
Jahrb. über die Fortschr. der Math. 25, 1499 ff., 1893.) Dann werden 
unter Hinweis auf die Analogien mit anderen Problemen der Mathe- 
matik die wesentlichen Schritte angegeben, welche zur endgültigen 
Lösung fuhren. Die Lösungen der beiden Fälle unterscheiden sich 
nur durch die Verschiedenheit der Werthe gewisser Constanten. 
Deshalb wird nur für den von Steklow entdeckten die Lösung 
dargestellt. Zu diesem Zwecke werden die Formeln mitgetheilt, 
welche die Elemente des Problems als Functionen der Zeit be- 
stimmen. Es erweist sich, dass die Lösung dem allgemeinen Typus 
von Formeln mit Thetafunctionen zweier Argumente angehört, 
welche Verf. früher aufgestellt hat. Lp, 



G. H. Bbyan. The steadying of ships. Nat 62, 186—188, 1900 f. 

Um einen geringeren Tiefgang der Schiffe zu erzielen, die in 
seichten Gewässern benutzt werden sollen, hat man in neuerer Zeit 
dem Querschnitt eine rechteckige Form gegeben mit abgerundeten 
unteren Ecken und hat an Stelle des unteren Kieles zwei „ Bauch - 
kiele^ (bilge - keels) an diesen abgerundeten unteren Längskanten 
angebracht Durch den Versuch ergab sich dann eine bedeutende 
Abnahme der Rollbewegung bei den so construirten Schiffen. Der 
Gegenstand der Untersuchung des Verf., von welcher die Note in 
Nature ein Auszug ist, während die ganze Arbeit den Inhalt eines 
Vortrages vor der „Institution of Naval Architects" bildete, ist der 
Nachweis, dass die Wirksamkeit der Bauchkiele bei der Abwand- 
lung des Schiffsrollens durch die Wirkung der Seiten des Schiffes 
selbst bedeutend erhöht werden kann und in der That bei einem 
Schiffe von einem Querschnitte vergrössert wird, der sich der 
Rechtecksgestalt nähert, vorausgesetzt, dass die Bauchkiele an den 
vorspringenden Ecken des Querschnittes angebracht werden. Die 
vergrösserte Wirksamkeit ist zwei Ursachen zuzuschreiben: 1. Das 
Schaukeln des Schiffes ruft Strömungen im Wasser hervor, die um 



KÖTTEB. BRYAN. BJBEKNES. 209 

die Ecken in entgegengesetzter Richtung zu derjenigen stattfinden, 
in welcher das Schiff schwankt, und vergrössern damit den Druck 
auf die Bauchkiele. 2. Die discontinuirliche Bewegung hinter den 
Bauchkielen ändert die Vertheilung des Druckes gegen die Seiten 
des Schiffes, und die so erzeugten Unterschiede des Druckes haben 
ein Moment, das immer auf eine Verzögerung der schwankenden 
Bewegung abzielt. — Die Untersuchungen des Verf. bilden demnach 
eine interessante Anwendung rein theoretischer Speculationen auf 
ein eminent praktisches Problem. Lp. 



V. Bjbbkkbs. Das dynamische Princip der Circulationsbewegungen 
in der Atmosphäre. Physik. ZS. 1, 215—217, 1900. (Selbstreferat des 
Vortragenden über einen auf der 71. Katurforscherversammlung in Mün- 
chen gehaltenen Vortrag.) 
Lord Eblvin hat den Satz ausgesprochen: In einer bewegten 
entweder homogenen incompressiblen Flüssigkeit oder einer solchen, 
in der die Dichtigkeit nur vom Drucke abhängt, ist die „Circu- 
lation" jeder geschlossenen Curve eine in der Zeit unveränderliche 
Grösse, wenn in der Flüssigkeit nur fremde Kräfte conservativer 
Natur wirken; unter Circulation ist hierbei das Integral der zur 
Curve tangentiellen Componenten der Geschwindigkeit verstanden. 
Verf. zerlegt eine Flüssigkeit durch die Isobaren und isosteren 
Flächen von infinitesimalem Abstände in ein System von Röhren, 
„Solenoide*. In gleicher Weise, wie die isobaren Flächen den 
im Sinne des abnehmenden Druckes positiv gerechneten Gradienten 
bestimmen, ergiebt sich aus den isosteren Flächen ein „Beweglich- 
keitsvector", der in der Richtung des zunehmenden specifischen 
Volumens positiv genommen werde. Wenn diejenige Umdrehungs- 
richtung um die Axe eines Solenoids, welche auf dem kürzesten 
Wege von dem Beweglichkeitsvector zum Gradienten führt, mit der 
positiven Umlaufsrichtung einer ein Bündel von Solenoiden um- 
schliessenden Curve zusammenfällt, so wird dieses Solenoid positiv, 
anderenfalls negativ gerechnet; auf diese Weise ergiebt sich eine 
algebraische Zahl -\- A oder — ul für die Solenoide eines Bündels. 
Verf. spricht den Satz aus: Die auf die Zeiteinheit bezogene Zu- 
nahme der Circulation einer beliebigen geschlossenen Curve ist zu 
jeder Zeit an Grösse und Vorzeichen gleich der Anzahl A der von 
der Curve umschlossenen Solenoide. 

Wenn man diesen Satz auf die Atmosphäre anwendet, so ge- 
langt man zu den Circulationsbewegungen der Passate, Monsune u. s. w., 
und auch zu den Cyklonen, wenn die sogen, physikalische Theorie 

FortMhT. d. Phy». LVI. 1. Abth. 14 



210 5. Hydromechanik. 

derselben richtig ist; andererseits bietet der Satz eine Handhabe 
zur Prüfung dieser Theorie. 

Verf. verweist für weitere Einzelheiten auf eine in der Meteor. 
ZS. zu publicirende Abhandlung. Bl, 



y. Bjebknes. Les actions hydrodynamiques ä distance d'apr^s la 
th^orie de C. A. Bjbrknes. Bapp. du Congres intern, de pbysiqae 
1, 251—276, 1900. 

V. Bjebknes giebt einen Ueberblick über den Inhalt der von 
ihm herausgegebenen Vorlesungen sehies Vaters C. A. Bjbbenks über 
hydrodynamische Fernkräfte (Leipzig 1900). Es werden die Wir- 
kungen von (inneren oder äusseren) Bewegungen einer oder mehrerer 
Kugeln auf eine Flüssigkeit, in der sie sich befinden, und die von 
einem Flüssigkeitsstrom auf in ihm suspendirte Kugeln theoretisch 
untersucht; daraus ergiebt sich, dass die Erscheinungen der Fem- 
wirkung sich auf diese Weise darstellen lassen. Im Anschluss hieran 
werden die Beziehungen dieser Untersuchungen zur HEBTz'schen 
Mechanik wie die Analogien mit den elektrischen und magnetischen 
Erscheinungen erörtert; die auf dem letztgenannten Gebiete heute 
benutzten Einheiten erweisen sich dabei als irrationell. Bl. 



R. Reifp. Die Druckkräfte in der Hydrodynamik und die ÜEBTz'sche 
Mechanik. Ann. d. Phys. (4) 1, 225—231, 1900. 
Die HsBTz'sche Mechanik ersetzt die Kräfte, welche auf ein 
System wirken, durch die Koppelung dieses Systems mit einem 
anderen. Der hydrodynamische Druck einer vollkommenen Flüssig- 
keit aber lässt sich, wie in der Abhandlung abgeleitet wird, darstellen 
als das Potential der Kräfte , welche lediglich von der Bedingung 
der Erhaltung der Masse herrühren, also ohne Koppelung mit einem 
anderen System; in diesem Falle stösst somit die HEBTZ^sche Me- 
chanik auf Schwierigkeiten. Im Anschluss an diese Untersuchung 
werden Gleichungen für reibende Flüssigkeiten aufgestellt. BJ. 

Ludwig Boltzmann. Die Druckkräfte in der Hydrodynamik und 
die HsBTz'sche Mechanik. Ann. d. Phys. (4) 1, 673 — 677, 1900. 
Es wird gezeigt, dass Reiff ausser der Erhaltung der Masse 
auch die Bedingung eingeführt hat, dass die Flüssigkeit beim Durch- 
gange durch irgend eine Stelle im Räume immer eine für diese Stelle 
vorgeschriebene Dichte behält. Wenn man statt dessen, nach dem 
Vorgange von Bbill, die Incorapressibilität voraussetzt, was physi- 
kalisch einfacher ist, so lassen sich die Bewegungsgleichungen für 



Bjbbknes. Beiff. Boltzmanv. Batleioh. Gwttheb. 211 

die Flüssigkeit im Sinne der HsRTz'scben Mechanik ableiten. 
Hierdurch eröffnet sich auch die Möglichkeit, ein detaillirtes Bild 
der gesammten Erscheinungswelt aus den HsRTz'schen Principien 
zu erhalten. Bl, 

Lord Ratlsioh. On approximately simple waves. Phil. Mag. (5) 50, 

135—139, 1900. 

Der Verf. versteht unter angenähert einfachen Wellen solche, 
welche für eine beträchtliche Anzahl von Aufeinanderfolgen von 
einem einfachen Wellenzuge nur unerheblich abweichen. Insbesondere 
betrachtet er Bewegungen, welche durch den Ausdruck 

cosijpt — asingt) 

dargestellt sind und führt die Discnssion dieser Formel aufBsssBL'sche 
Functionen zurück. Heun. 

R. F. GwTTHBB. The classes of progressive long waves. Phil. Mag. 

(5) 50, 213—216, 1900. 

An appendix to the paper on the classes of progressive long 

waves. PhiL Mag. (5) 50, 308—312, 1900. 

The general motion of long waves with en examination of 

the direct reflexion of the solitary wave. Phil. Mag. (5) 50, 349 

—352, 1900. 

Die Arbeiten schliessen sich an Lord RatlbighV Abhandlung 
On waves (Phil. Mag. 1873) an und discutiren insbesondere Wellen 
von verhältnissmässig geringer Höhe. Heun. 



R. ¥, Gwttheb. On the conditions of propagation of a solitary 
wave. Mem. Manch. Boc. 44 [9], 1900. 12 8. Nat 61, 383, 1900. 

On the motion of the particles in certain cases of steady 

fluid motion. Mem. Manch, ßoc. 44 [lO], 1900. 4 S. Kat. 61, 383, 
1900 t. 
Kurze Berichte über Vorträge in Literary and Philos. Soc. of 
Manchester. y,Um mathematische Formeln zu erhalten, die in wenigen 
Gliedern die Gleichheit des Oberflächendruckes über den langen 
Zagen der Einsiedlerwelle auszudrücken fähig sind, wird die Welle 
angesehen als hauptsächlich unterhalten durch den Druck auf die 
Aussengrenzen, indem jeder Mangel an der Gleichheit des Druckes 
oberhalb des Kammes unter gewissen Umständen als überwogen 
durch eine kleine Einwirkung der Partikelchen betrachtet wird. 

14* 



212 5. Hydromechanik. 

Die Resultate Btimmen gut mit den VersuchsergebDissen von Scott- 

RUSSBLL. 

In dem zweiten Vortrage wird gezeigt, dass die Lösung der 
LAOBANOB'schen Gleichungen die Form x -^ iy = f(a + ib) an- 
nimmt, wo u durch eine Quadratur als Function von a, &, t zu be- 
stimmen ist.^ Lp, 

Th. Sohwbdoff. La rigidite des liquides. Bapp. du Congr. intern, de 
phyB. 1, 478—486, 1900. 
Den Versuchen von Maxwell, Kündt und de Metz, an 
Polarisationserscheinungen die Festigkeitseigenschaften von Flüssig- 
keiten zu Studiren, wird vorgeworfen, dass diese Experimente sich 
nur auf die Elasticitat des Lichtäthers beziehen ; Verf. wendet daher 
die Torsionswage an. Ein mit Schrot beschwerter Glascy linder 
hängt an einem Draht in einem anderen Glascylinder, und der Raum 
zwischen beiden enthält die zu untersuchende Flüssigkeit. Falls 
diese die Eigenschaft der Rigidität besitzt, so wird sie sich, wenn 
man dem Draht eine Torsion ertheilt, deformiren, und ihre Gegen- 
wirkung gegen die Wand des inneren Cylinders wird in einem ge- 
wissen Moment der Torsion des Drahtes das Gleichgewicht halten 
können; detordirt man dann den Draht, so wird umgekehrt die 
Flüssigkeit das innere Gefass zurückdrehen. Dies ist an Gelatine- 
lösungen, auch bei grösster Verdünnung, bestätigt gefunden worden, 
bei Glycerin- und Zuckerlösungen nicht; bei einer halbprocentigen 
Gelatinelösung hat sich z. B. als Festigkeitsmodul 0,535 Dyn auf 
1 qcm ergeben. Die Theorie dieser Vorgänge wird gegeben ; es 
zeigt sich hierbei, dass der Coefficient der inneren Reibung bei 
rigiden Flüssigkeiten abhängt von der Geschwindigkeit der Defor- 
mation; dieses überraschende Resultat wird durch Versuche an 
Glycerin- und Gelatinelösungen bestätigt. Schliesslich wird gezeigt, 
dass aus den Versuchen von Kundt über Polarisationserscheinungen 
an deformirten Flüssigkeiten sich deren Festigkeit ableiten lässt BJ» 



H. S. Allen. The motion of sphere in a viscous fluid. Phil. Mag. 

(5) 50, 323—338, 519—534, 1900. 

Verf. giebt zunächst eine kurze Uebersicht der theoretischen 
Untersuchungen über sein Thema. Die Arbeit selbst verfolgt den 
Zweck, experimentell die von Stokbs (Cambr. Phil. Trans. 9, 1850) 
und Anderen aufgestellten Formeln zu prüfen. Zu diesem Zwecke 
lässt Verf. Luftbläschen in Wasser und Anilin aufsteigen, anderer- 
seits ParafQn- und Bernstein kügelchen durch dieselben Flüssigkeiten 



ScHWEDOFF. Allen. Batbchinski. Basnbs. 213 

gehen, wobei er die Geschwindigkeiten mittels eines Chronometers 
misst. Eine schärfere Zeitmessung wird dadurch erzielt, dass der 
Schatten der Kugel bei intermittirender Beleuchtung photographirt 
wird ; diese Untersuohungsmethode wird auf Stahlkugeln angewandt. 
Da sich zwischen gasförmigen Kugeln und massiven kein Unter- 
schied zeigt, so schliesst Verf., dass sich Flüssigkeitstropfen in 
gleicher Weise verhalten werden. Verf. gelangt aus der Discussion 
seiner Versuche endlich zu folgenden Ergebnissen: gasförmige und 
massive Kugeln verhalten sich unter gleichen Verhältnissen gleich; 
ist die Bewegung so langsam, dass keine Wirbel in der Flüssig- 
keit entstehen, so bestätigt sich die STOKBs'sche Formel und der 
Widerstand ist proportional der Geschwindigkeit; bei stärkerer 
Geschwindigkeit lässt sich die Bewegung beider Arten von Kugeln 
durch eine empirische Formel darstellen; bei noch grösserer Ge- 
schwindigkeit wächst der Widerstand mit dem Quadrate der Ge- 
schwindigkeit Bl, 

A. Batsghinski. Ueber das Gesetz der Veränderlichkeit der Vis- 
cosität des Quecksilbers mit der Temperatur. Abb. d. phya. Cl. d. 
Kais. Ges. von Freunden der Naturw., Moskau, 10, 1900. 8 8. [Beibl. 25, 
106, 1901 f. 
Aus den Experimenten von Koch (Wied. Ann. 14, 1, 1881) 
wird nachgewiesen, dass der Reibungsco^fßcient sich als eine (qua- 
dratische) Function der absoluten Temperatur besser darstellt, als 
durch eine Function von Celsiusgraden, was Kooh gethan hat Bl, 



A. Batsghinski. Ueber die Beziehung zwischen der Viscosität und 
der chemischen Constitution der Flüssigkeiten. Sitzber. d. k. Ges. 
d. Natarf. Moskau 1900. [Beibl. 25, 231—232, 1901t. 
Aus Versuchen von Thobpb und Rodobb wird nachgewiesen, 
dass der ViscositätscoSfiicient von Flüssigkeiten sich als Quotient 
einer von der chemischen Constitution abhängigen Constante (Vis- 
cositätsparameter) und dem Reciproken der dritten Potenz der ab- 
soluten Temperatur darstellt; die Beziehung zwischen Viscositäts- 
parameter und Constitution wird nachgewiesen. Bh 



J. Babnes. On the relation of the viscosity of mixtures of Solu- 
tions of certain salts to their State of ionization. Transact Nova 
Scotia Inst, of Sc 10, 113—128, 1900. [Beibl. 24, 750, 1900 t. Elektro- 
chexn. ZS. 7, 184—140, 1900. 



214 5* Hydromechanik. 

Die Untersuch angen beziehen sich auf Na Ol, KCl, BaCl), 
Na2S04, KaSO^, CuSO^. 

MaoGbeoob hat eine Formel aufgestellt, nach welcher sich 
eine Eigenschaft von einer Mischung zweier Elektrolyte mit einem 
gemeinsamen Ion berechnen lässt aus den betreffenden Eigenschaften 
der Componenten, den lonisationscoSfficienten und -constanten und 
den Volumenverhältnissen. Im vorliegenden Falle, wo Volumen- 
änderungen nicht eintreten, vereinfacht sich diese Formel; ihre 
Gültigkeit wird untersucht. Es zeigt sich, dass nur bei stärkeren 
Lösungen von KCl, BaCl2, K2SO4 und CUSO4 die Differenzen zwi- 
schen Beobachtung und Berechnung nicht innerhalb der Beobach- 
tungsfehler liegen, sonst liegen sie innerhalb dieser Grenzen. Bh 



O. Hbfft. Scheinbare Anziehung und Abstossung von Kugeln, die 
in einer klebrigen Flüssigkeit rotiren. Inaug.-Diss. Heidelberg 1900. 
47 8. [BeibL 24, 1235—1236, 1900 f. 
Verf. hat für die Constante der inneren Reibung mittels Pykno- 
meters folgende Weithe gefunden: Glycerin 1,823; Rapsöl 1,070; 
Vaselineöl 0,2756; Terpentinöl 0,0169. An Kugeln aus Messing, 
Stahl, Elfenbein und Hohlglas untersucht Verf. die Wirkung einer 
verticalen Wand auf eine rotirende Kugel und diejenige mehrerer 
rotirender Kugeln auf einander; auch auf rotirende Cylinder er- 
strecken sich die Beobachtungen. BL 



R. Hosking. Viscosity of solutions. Phil. Mag. (5) 49, 274 — 286, 1900. 
Die Untersuchungen werden mittels der von Thobpe und 
RoDGBR angegebenen Methode (diese Ber. 50 [1], 383 — 384, 1894) aus- 
geführt (Durchfluss durch ein horizontales Capillarrohr) ; sie erstrecken 
sich auf Natriumchloridlösungen (von 1, 5, 10 und 20Proc.) als Reprä- 
sentanten einer elektrolytischen Flüssigkeit, und auf Rohrzucker- 
lösungen (von 1, 5, 10, 20 und 40 Proc.) als Repräsentanten einer 
nicht elektrolytischen Flüssigkeit; das Teraperaturintervall erstreckt 
sich von 0® bis 90®. Zur Prüfung der Methode wurde reines Wasser 
untersucht, die erhaltenen Werthe stimmten mit denen anderer 
Beobachter gut überein. Die Messungsergebnisse an den genannten 
Lösungen sind als Curven und in Tabellen wiedergegeben. Bh 



C. H. Lees. On the viscosities of mixtures of liquids and solutions. 
Nat. 62, 166, 1900 t. Proc. Phys. Soc. 17, 460—480, 1900. 
Verf. stellt die m^ Potenz der reciproken Zähigkeit einer Lösung 
dar als Summe von Producten je aus dem Mengenverhältniss 



Hefft. Hosking. Lbes. Malus. Falles. Faches u. Finazzl 215 

der einzelnen Constituenten und der w*®" Potenz ihrer reciproken 
Zähigkeit Diese Formel zeigt grosse üebereinstimmung mit den 
Beobachtungen, was bei Formeln mit directen Werthen der Zähig- 
keit nicht der Fall ist Bl. 

C. Malus. £tude de la viscosit^ du soufre aux temp^ratures sup^- 
rienres ä la temperature du maximum de viscosite. C. B. 130, 

1708—1710, 1900. 

Schwefel wird entweder zehn Minuten oder länger als drei 
Standen auf Sbl^ gehalten, und alsdann die Zeit bestimmt, welche 
eine Schwefelsäule von 1 cm Länge zum Festwerden braucht Im 
ersten Falle hängt sie von der Schnelligkeit und Temperatur der 
Abkühlung ab, wobei sich 5,25 See. als Grenzwerth ergiebt; im 
zweiten Falle tritt dieser Werth von 5,25 See. stets auf. Analoges 
ergiebt sich, wenn man 300^ statt 357» wählt Bl 



0. Fallsb. £ine neue Anschauung über die Reibung. Vorläufige 
Mittheüunff. München, Th. Ackermann, 1900. 16*8. [Beibl. 24, 617 
—618, 1900 t. 
Die Reibung eines elastischen Körpers auf horizontaler elasti- 
scher £bene wird erklärt durch die Annahme eines starren Körpers, 
der auf starrer schiefer Ebene im Gleichgewicht erhalten wird. Bl, 



6. Pachsb und L. Finazzi. Suir attrito intemo dei liquidi isolanti 
in un campo elettrico costante. Nuov. Cim. (4) 11, 290 — 294, I900t. 
Atti di Veneto 59 [2], 389—402, 1899/1900. 
In eine Glasröhre ist eine andere Verblasen, die innere ist mit 
Quecksilber gefüllt, die äussere mit Stanniol belegt. Die Hohlcylin- 
der zweier solcher vertical stehender Condensatoren communiciren 
unten durch ein Rohr; die beiden Quecksilbersäulen sind mit ein- 
ander und bei der Ladung mit der inneren Belegung dreier Ley- 
dener Flaschen verbunden, deren äussere Belegung gleichwie die 
der Condensatoren alsdann Erdschluss hat. In das obere Ende des 
einen Gondensators kann aus einem Reservoir die Flüssigkeit ein- 
treten, aus dem oberen Ende des anderen fliesst sie durch ein Glas- 
rohr aus, nachdem sie die Hohlcylinder durchströmt hat. Das Re- 
servoir besteht aus drei über einander angeordneten kugelförmigen 
Glasgefässen , ist oben durch einen Hahn verschliessbar und trägt 
über, unter und zwischen den Kugeln Ablesemarken. Alle Verbin- 
dungen sind durch Verblasen hergestellt. Es wurden die Zeiten 



216 5. Hydromechanik. 

registrirt, welche die zwischen den Ableseraarken enthaltenen FlüsBig- 
keitsmengen zum Durchströmen durch die das eine Mal geladenen, 
das andere Mal ungeladenen Condensatoren brauchten. Die Beob- 
achtungen erstreckten sich auf: Destillirtes Wasser, Aethylalkohol, 
Aether, Benzol, Terpentinöl, Schwefelkohlenstoff. Bei diesen Flüssig- 
keiten ergab sich im Gegensatz zu den Resultaten anderer Forscher 
kein merkbarer Einfluss der elektrischen Felder auf die Zähigkeit. 

Bl 

G. Pachbb und L. Finazzi. Anomalia dell' attrito interne delle 
soluzioni in vicinanza alla temperatura del loro massimo di den- 
Sita. Atti di Veneto 59, 1053, 1900. [Naturw. RundBch. 16, 137, 1901. 
Paohbb hatte bei destillirtem Wasser gefunden, dass der Coeffi- 
cient der inneren Reibung in der Nähe von + 4° eine Anomalie 
aufweist und der Temperaturcoefficient der inneren Reibung zwi- 
schen + 4:^ und + 5<> ein Maximum und ein Minimum besitzt; Lus- 
SANA hat Analoges fQr wässerige Lösungen mit Bezug auf den 
elektrischen Widerstand ermittelt, was Dbguisnb bestritt Bei dieser 
Sachlage und bei der innigen Beziehung zwischen den Temperatur- 
coefficienten der inneren Reibung und des Widerslandes untersuchten 
die Verff. die innere Reibung von Kalium-, Strontium-, Bariumnitrat 
und von Buttersäure; sie fanden in der Nähe der grössten Dichte 
ganz analoge Erscheinungen wie beim destillirten Wasser. Bl. 



L. Haüssbb. Ueber den Einfluss des Druckes auf die Viscosität 
des Wassers. Inaug.-Diss. 48 8. Tübingen 1900. [Beibl. 24, 1253, 1900 t. 
Die Versuche des Verf. bestätigten zunächst die von Röntgen, 
Wabbübo u. Saohs, Cohbn gefundenen Beziehungen zwischen Druck 
und Temperatur. Ausserdem hat sich die Temperatur von ungefähr 
32® bei 400 Atm. Druck als kritische gezeigt, oberhalb welcher die 
Viscosität mit der Temperatur steigt, unterhalb deren sie mit jener 
fällt, ersteres um so stärker, je höher die Temperatur i^t. Bei 
höherer constanter Temperatur hat sich die Zunahme der Viscosität 
mit dem Drucke um so grösser erwiesen, je höher der Druck 
(zwischen 300 und 500 Atm.) war. Ob die Temperatur von etwa 
32® für alle Drucke als kritisch angesehen werden darf, hat sich 
aus den Versuchen des Verf. nicht ermitteln lassen. Bl, 



G. VAN DBB Mbnsbbügghb. Ucber einen Versuch umgekehrt dem 
Versuch mit dem PASOAL'schen Gefäss. Bull, de Belg. 1900, 611 
—615. [Beibl. 24, 1084, 1900 t. 



Faches u. Finazzi. Haüsseb. van deb Msnsbbugohb. Benabd. 217 

Wird an einem mit Wasser gefiillten Gefäss, das oben und 
unten in Rohre endigt, das untere Rohr geöffnet, während das obere 
geschlossen wird, so kann ein starker Druck von aussen nach innen 
entstehen, der im Stande ist, das Gefäss zu deformiren. Bh 



Hbvbi BiftNABD. Etüde experimentale du mouvement des liquides 
propageant de la chaleur par convection. Regime permanent: 
turbillons cellulaires. C. B. 130, 1004—1007, 1900. 
Eine dicke Metallplatte wird von einem verticalen gleichförmigen 
Wärmestrom durchflössen; auf ihr befindet sich eine Flüssigkeits- 
whicht von etwa 1 mm Dicke, deren obere Fläche frei in die Luft 
strahlen kann. Bei sehr starkem Wärmestrom und leicht beweg- 
licher Flüssigkeit tritt kein Beharrungszustand ein; bei schwächerer 
Wärmeströmung und zäherer Flüssigkeit bildet sich ein stabiler 
Zustand aus. Dabei zerlegt sich die Flüssigkeit in verticale Prismen 
von regulärer (sechsseitiger) Grundfläche. In diesen Zellen finden 
Wirbelbewegungen statt, indem ein Aufsteigen in der Nähe der Axe, 
alsdann eine Bewegung in der Richtung nach den Seitenflächen und 
in der Nähe dieser ein Absteigen der Flüssigkeitstheilchcn sich 
zeigt. Die Grösse der Zellen ist bei einer und derselben Flüssig- 
keit bei constanter Dicke der Schicht und constanter Temperatur 
nnd Wärmeströmung gleichfalls constant, sie ändeit sich in ver- 
wickelter Weise mit der Dicke der Schicht, erheblich mit der 
Temperatur, aber nur wenig mit der Wärmeströmung; wenn diese 
steigt, so wird nur die Geschwindigkeit der Bewegung erhöht. 

Die Untersuchung erfolgte auf optischem Wege, ihre Methode 
soll in einer folgenden Veröffentlichung mitgetheilb werden. Bl, 



Hbnei BfiNABD. Les tourbillons cellulaires dans une nappe liquide 

propageant de la chaleur par convection en regime permanent, 

Th^e. 88 S. Paris, Gauthier • Yillars, 1901. Bev. gen. d. sc. 11, 1261 

—1271, 1309—1328, 1900. [Beibl. 25, 103—104, 1901. ß^ances soc. fran^. 

de phys. 1900, 213—226. 

Eine ausführliche Darstellung der vorstehenden Arbeit; der 

angewandte Apparat, die Untersuchungsmethoden und die Circula- 

tionserscheinungen sind abgebildet und eingehend beschrieben. Bh 



Henri B£nabd. Mouvements tourbillonnaires ä structure cellulaire. 
£tade optique de la surface libre. C. B. 130, 1065—1068, 1900. 
Boc. frang. de phys. Nr. 150, 5—6, 1900. Ö^ances 1900, 51*— 53*. 

Die in der oben an erster Stelle referirten Arbeit beschriebenen 



218 5> Hydromechanik. 

Bewegungen werden erstens an der Vertheilung sehr feinen Pulvers in 
der Flüssigkeit studirt Die Bewegung innerhalb der einzelnen Zellen 
ergab sich aus der grösseren und geringeren Anhäufung des suspen- 
dirten Pulvers in den minder oder mehr bewegten Theilen der Flüssig- 
keit; dabei wurde auch fadenförmiges, stark reflectirendes Pulver 
(Aluminium, Graphit) verwendet. Die Anordnung der Zellen zeigte 
sich an der Gruppirung des Staubes, nachdem er bei beruhigter 
Flüssigkeitsschicht zu Boden gesunken war, oder bei an der Ober- 
fläche schwimmenden Partikelchen während des Wärmedurchganges. 
Sodann wurden optische Untersuchungsmethoden angewandt und 
das Relief ermittelt, wobei mit Hülfe der entstehenden Brennpunkte 
und Linien die wesentlichsten Krümmungsradien gemessen wurden; 
ferner wurden die Interferenzerscheinungen der Oberfläche gegen 
eine plane Glasplatte und gegen die Bodenfläche studirt; im letzteren 
Falle befand sich die Flüssigkeit auf einem StahlspiegeL Bh 



H. BAnabd. Mouvements tourbillonnaires dans un liquide transportant 
de la chaleur par convection. 8oc. Fran^ de Phys. Nr. 149, 3 — 4; 
S^ances aoc. fran§. de phys. 1900, 202—213, 46* — 47*. 

Kurze Mittheilung über die vorstehend referirten Arbeiten, 
unter besonderer Berücksichtigung der Resultate und Versuche mit 
den suspendirten Pulvern. Bh 

G. A. HuLBTT. Ueber Kalibrirung einer Glasröhre und einige 
Compressibilitätscoefficienten. ZS. f. physik. Chem. 33, 237—244, 1900. 

Das Glasrohr (von 1,1 mm lichtem Durchmesser) wurde bis au 
den Nullpunkt mit Quecksilber gefällt und alsdann nach und nach 
(80 Mal) das gleiche Volumen Quecksilber mittels Capillarpipette 
entnommen, wobei man an einer (provisorisch angebrachten) Scala 
den jedesmaligen Stand der Kuppe ablas. Das Glasrohr befand 
sich dabei in einem durch Thermostaten regulirten Wasserbade, es 
wurde behufs EinfüUung des Quecksilbers durch eine SpBBNGBL^sche 
Pumpe evacuirt. Die Pipette war aus einer gewöhnlichen stark- 
wandigen Glasröhre durch Ausziehen hergestellt, sie passte dicht in 
das zu kalibrirende Rohr, so dass das Quecksilber in sie hinein- 
gesaugt werden konnte; bei kleiner lichter Weite des zu kalibriren- 
den Rohres ist das Verfahren schwieriger zu handhaben. 

In das kalibrirte Rohr wurde zunächst Quecksilber gefüllt und 
alsdann mittels einer CAiLLSTET^schen Compressionspumpe Druck 
bis zu 300 Atm. hergestellt. Unter Zugrundelegung des Amaoat'- 
schen Compressibilitätscoefficienten für Hg (3,9. 10~*) ergab sich 



Benabd. Hülbtt. Tumlirz. Touche. 219 

hieraus die Ausdehnung des Glases zu 0,40 cm auf 1 ccui und 
100 Atm. (bei 50^). Alsdann bestimmte Verf. mittels dieser Zahl 
den CompressibilitätscoeflQüienten von gewöhnlichem, destillirtem, 
luftgesättigtem Wasser und fand: 45,3.10-« bei 9»; 44,6.10*-« bei 
17« und 41,9.10-« bei ÖO«. Für p-Toluidin (Schmelzpunkt 43,7o) 
ergab sich auf gleiche Weise 51,2.10—« bei 45®. Bh 



0. TuMiiiBZ. Das Compressibilitätsgesetz der Flüssigkeiten. Wien. 
Ber. 109 [2 a], 837—848, 1900. 

Aus der yan dbb WAALs'schen Zustandsgieichung für ein voll- 
kommenes Gas werden zwei Beziehungen zwischen specifischem 
Volumen, Druck, absoluter Temperatur, Moleculargewicht und Con- 
stante des Mabiot Tauschen Gesetzes abgeleitet; beide Beziehungen 
geben auch die Compressionsverhältnisse der tropfbaren Flüssigkeiten 
wieder, wobei eine in den Formeln auftretende Constante gleich 
dem in Cubikcentimetem ausgedrückten Volumen von 1 kg der 
Flüssigkeit unter unendlich grossem Drucke bedeutet. Die Richtig- 
keit dieses Satzes wird an den Zahlen für Wasser, Schwefelkohlen- 
stoff, Quecksilber, Aethyl-, Methyl-, Amyl-, Propylalkohol, Aethyl- 
äther und Benzol bewiesen. Ferner zeigt Verfasser, dass die obige 
Constante in Verbindung mit den Werthen der Moleculargewichte 
es ermöglicht, von zwei Flüssigkeiten das Verhältniss zwischen dem 
Molecularvolumen und -Durchmesser zu berechnen. BJ, 



Toüchb. Les equations de l'hydraulique donn^es par Lagrangb. 
BulL Boc. math. 28, 121—124, 1900 f. 

— — Observations sur les equations de l'hydraulique d'apr^s 
LaQBANOS. BuU. aoc. math. 28, 125—127, 1900 f. 

y,LAQBANOK hat gegen das Ende seines Lebens einige Seiten 
über die „Question du mouvement des fluides" veröffentlicht, und 
JossPH Bebtband hat seine Noten zu diesem Thema reproducirt 
(M^canique analytique, parLAOBANOE, 3® Edition revue par M.Joseph 
Bebtband). Die Theorie von Laobange unterscheidet sich von 
der EüLEB^schen fast nur durch die Bezeichnungen; allein wir haben 
gemeint, es sei von einigem Interesse, aus seinen Gleichungen die 
transforniirten Gleichungen abzuleiten, die wir aus den EaLEa'schen 
abgezogen haben." Die zweite Note zeigt dann, wie man mit Hülfe 
des D^ALEMBEBT^schen Theorems die für permanente Bewegung 
gültigen Gleichungen auf den Fall der nicht permanenten Bewegung 
aasdehnen kann. Lp, 



220 5. Hydromechanik. 

SoMMBBFBLD. Mittheil ung zur Hydraulik. Natarw. Bandsch. 15, 543, 
1900 (Abth. f. Math. u. Astron. auf der Naturf.>yer8. zu Aachen). 

Neuere Untersuchungen zur Hydraulik. Naturw. Bnndsch. 15, 

605, 1900 (Abth. f. angew. Math. u. Phys. auf der Naturf.-VerB. zu Aachen). 

Es wird die Bewegung einer Flüssigkeit in weiten Rohren und 
bei grosser Geschwindigkeit dargestellt, indem Bewegungen von 
Wirbeln ausser der von geradlinigen Fäden angenommen werden. 
Näheres ist a. a. O. nicht mitgetheilt. 

Nach der physikalischen Theorie ist der Reibungs widerstand 
einer bewegten Flüssigkeit in einem Rohre proportional der ersten 
Potenz der Geschwindigkeit und umgekehrt proportional der zweiten 
Potenz des Durchmessers, während die Technik ihn proportional 

-=- annimmt. Dieser Widerspruch findet seine Erklärung darin, dass 

bei den in der Technik vorliegenden Verhältnissen die Wasser- 
theilchen nicht geradlinig, sondern in Wirbeln sich bewegen, was 
grösseren Reibungsverlust bedingt. Ein ähnlicher scheinbarer Wider- 
spruch aus ähnlichen Gründen tritt bei Berechnung des Schiffswider- 
standes auf. Bl. 

N. JoüKOWSKT. TJeber den hydraulischen Stoss in Wasserleitungs- 
röhren. M6m. de P^t. 9 [5], 1900. 71 S. 

Wenn man von der Elasticität und der Trägheit absieht, so 
pflanzt sich der hydraulische Stoss in gleicher Weise wie der Schall 
fort; der von ihm verursachte Druckzuwachs ist proportional der 
beim Stoss verlorenen Geschwindigkeit des Wassers und der Ge- 
schwindigkeit, mit der die Stoss welle in der Röhre fortschreitet 
Die übrigen Untersuchungen und Ergebnisse der Arbeit sind von 
technischem Belang. Bl, 



Iiitteratur. 



S. L. LoNBY. Elements of hydrostatics. 270 S. London, O.J. Clay, 1900. 

V. Bjbbknes. Vorlesungen über hydrodynamische Femkräfte nach 
C. A. Bjbbknbs' Theorie. 1. XVI u. 338 S. Leipzig, Barth, 1900. 

G. H. Bbyan aiid F. Rosbnbbbg. First stage mechanics of fluid. 
2. Aufl. 218 8. London, W. B. Clive, 1900. 

D. Bobtlbw. Hydrostatik und Theorie der Elasticität (BussiBch.) 
Petersburg, Stasjulewitch, 1900 (?). 

TJeber das hydrostatische Paradoxon. Westnik opitnoj fisiki 1900, 157. 



SoMMBBFELD. JoüKowsKY. Litteratur. Fischer. 221 

K J. Etebb. lieber die Kraft, die ein Flüssigkeitsstrom in gewissen 
Fällen senkrecht zu seiner Richtung auf einen mitgefuhrten Körper 
ausübt. Diss. Leiden 1897. 42 B. [Beibl. 24, 741, 1900. 

K. ZoBANSKi. Ueber die Erhaltung der Wirbelbewegung. Krak. 
Anz. 1900, 335—342. 

P. Appbll. Sur r^quilibre d'un flotteur avec un chargement liquide. 
47 8. PariB, Journ. ficol. Polyt., 1900. 

A. W. Wabbington. On hydrometers of total immersion. Phil. 

Mag. (6) 1, 360, 1901t. 

Anerkennung der Priorität Pisati'b und Beqqiani'b hinsichtlicli der 
ganz eintauchenden Hydrometer. 

A. Flamant. Hydraulique. 2 öd. Paris, 1900. 

D. Bobylbw. Grundriss einer Theorie der Wasserströmungen. 
(Bussisch.) 1900 (?). 

E. Vallibb. Theorie et trac^ des freins hydrauliques. 4^. Paris, 
Vve Ch. Dnnod, 1900. 

P. Pagheb. Die Flüssigkeitsschraube. 66 8. Wien, Amonesta, 1900. 

Scheel. 



6. ASromechaiiik« 



Eabl T. Fisohbb. Ein neues Barometer. Phys. Z8. 1, 394—396, 
1900 t. Met. Z8. 17, 257—274, 1900 t. Ann. d. Phys. (4) 3, 428—437, 
1900t. Der Mechaniker 8, 181—184, 1900. 

Das Barometer ist in erster Linie für Ballonfahrten bestimmt 
und soll deshalb die dreifache Forderung erfüllen: 1) unabhängig 
TOD der Beschleunigung des Ballons zu sein; 2) so empfindlich zu 
sein, wie das Quecksilberbarometer; 3) frei zu sein von elastischen 
Nachwirkungen. Das Instrument ist am besten als Cartesianischer 
Taucher charakterisirt, dessen Gewicht bei constanter Temperatur 
de» Tauchergefässes als Function des in seinem Inneren herrschen- 
den Gasdruckes zur Messung des äusseren Luftdruckes verwendet wird. 

In der Ausführung ist das Instrument im Wesentlichen ein 
aräometrisches Gefäss aus Glas; an den 30cm langen Stiel schliesst 
sich nach unten eine Erweiterung an, die bei Aräometern mit Luft, 
hier im oberen Theile mit Luft, im unteren dagegen mit Wasser 
gefüllt ist und daselbst durch eine Oeffnung mit der das Instrument 
umgebenden Flüssigkeit communicirt. An die Erweiterung schliesst 
sich wie bei Aräometern eine mit Quecksilber gefüllte Kugel zur 
Sichernng der Stabilität. Bringt man das Instrument in ein Gefäss 



222 6. Aeromecbanik. 

mit Wasser, so wird durch die Oeffnung, je nach dem auf der 
Wasseroberflache lastenden Drucke, mehr oder weniger Wasser in 
die Erweiterung eindringen und sich das Instrument dadurch tiefer 
oder höher einstellen. An einer auf den Stiel aufgebrachten Theilung 
lässt sich dann direct der Luftdruck ablesen. Die Temperatur wird 
durch einen das Gefäss umgebenden Eismantel dauernd constant 
auf 0^ gehalten. 

Der Verfasser entwickelt die Gleichgewichtsbestimmungen des 
Instrumentes. Sched. 

P. Gamb£ba. Di un barometro a gas. Bend. di Napoli (3) 6, 90 — 91, 

1900 t. 

Ein IT -förmiges Rohr ist einerseits offen, andererseits durch 
eine grössere Kugel abgeschlossen. Der untere Theil des Rohres 
ist mit Quecksilber und die Kugel mit Wasserstoff gefüllt, so zwar, 
dass bei normalem Druck das Quecksilber in beiden Schenkeln 
gleich hoch steht. Der untere Theil des Rohres ist mit einem 
cylindrischen Rohre verbunden, aus welchem durch einen Kolben 
Quecksilber in das U-förmige Rohr gepresst bezw. aus demselben 
abgesaugt werden kann. Um den herrschenden Luftdruck zu messen, 
wird durch Bewegung des Kolbens der Wasserstoff auf sein normales 
Volumen gebracht Aus der Niveaudifferenz des Quecksilbers in 
beiden Schenkeln und der Temperatur des Wasserstoffs lässt sich 
dann leicht der Luftdruck berechnen. Scheel. 



E. G. Bbyant. A simple portable gauge for vacuum pump. Chem: 
News 81, 241, 1900 t. 

Ein heberförmiges Barometer befindet sich mit dem offenen 
Ende in einer Flasche, welche zwischen Pumpe und zu evacuiren- 
dem Hohlraum zwischengeschaltet wird. Scheel. 



A. S. Davibs. A novel form of mercurial barometer. Brit. Asa. 
1900. [Nature 62, 562—563, 1900 t. 

Ein festgesetztes Volumen des Gases, dessen Druck bestimmt 
werden soll, wird durch eine Quecksilbersäule von bekannter Länge 
auf isotherme Weise comprimirt und die Compression gemessen. 

Scheel. 

M. VoDüSBK. Reduction der an den gewöhnlichen Barometern 
gemachten Ablesungen. D. Mecb.-Ztg. 1900, 195—197, 214—216, 223 
—224, 237— 238 t. 



Gamb^sa. Bbtant. Davies. Vodüsbk. Hebb. Smits. Lüssana. 223 

Es werden Reductionsformeln für Barometer mit unbeweglichem 
Boden abgeleitet und eine Methode zur Berechnung dreistelliger 
Reductionstabellen mitgetheilt. Sched. 

P. IIebe. üeber die Prüfung von Aneroiden. ZS. f. Instrk. 20, 253 

—266, 1900 t. 

Es wird über die Methoden der Prüfung in der Physikalisch- 
Technischen Reichsanstalt berichtet, sowie die Resultate der Prüfung 
von 200 Instrumenten zusammenfassend discutirt. Verf. gelangt zu 
dem Schluss, dass die aus den Theilfehlern und der Temperatur- 
änderung entspringenden Fehler eines Aneroids sich durch eine ein- 
gehende Prüfung des Instruments ziemlich befriedigend eliminiren 
lassen, dass es aber sehr wünschenswcrth und auch möglich ist, die 
bisherige Grösse dieser Correctionen durch eine sorgfältigere Com- 
pensation des Temperatureinflusses und ein besseres Anpassen der 
Theilang an das Quecksilberbarometer beträchtlich zu verkleinern. 
Die Correctur der elastischen Nachwirkung andererseits bleibt unter 
allen Umständen unvollkommen. Ein Vortheil lässt sich wohl da- 
durch erzielen, dass man die Prüfung nicht darauf beschränkt, das 
Instrument nur vorübergehend niederen Dracken auszusetzen, sondern 
dass mau eine dem mittleren Gebrauch nahe -kommende Geschwindig- 
keit der Druckänderung mit angemessenen Pausen innehält Unvoll- 
kommen bleibt aber auch dieses Verfahren, und so besteht noch 
immer als wichtigstes ßedürfniss die Einfuhrung eines Materials für 
die Aneroiddosen und Federn, welches der elastischen Nachwirkung 
weniger als das bisherige unterworfen ist. Scheel. 



A Smits. Ueber einen Manostat ZS. f. phya. Chem. 33, 39 — 46, looof. 
Der Raum, welcher auf constantem Druck gehalten werden 
soll, communicirt mit dem offenen Schenkel eines Heberbarometers 
und je nach Bedürfniss mit einem Saugapparat oder einem Geblfise. 
Die Umsteuerung zum einen oder zum anderen erfolgt mit Hülfe 
elektrischem Contacte im offenen Schenkel des Barometers. Scheel. 



S. LüsSANA. Descrizione di un manometro ad aria compressa uti- 
üzzabile a qualunque pressione, Cim. (4) 12, 237—241, 1900 f. 
Durch Ansteigen des Quecksilbers in einem geschlossenen mit 
Gag gefüllten Cylinder wird der Widerstand eines in dem Cylinder 
der Länge nach ausgespannten Platindrahtes vermindert Diese 
Widerstandsänderung giebt bei vorheriger Kalibrirung den im Cylinder 



224 6. Aeromecbanik. 

herrschenden Druck. Um die Empfindlichkeit der Vorrichtung zu 
steigern, setzt sich der cylindrische Hohlraum aus mehreren nach 
oben enger werdenden Cylindern zusammen. Scheel. 

F. Nbbben. Vorführung einer Kolben-Quecksilberluftpumpe. Verh. 

Deutsch. Physik. Ges. 2, 82—83, 1900 f. 
— — Vereinfachung der selbstthätigen Kolbenquecksilberluftpumpe. 
ZS. f. Insti-k. 20, 205—206, 1900 t. 
Neu ist nach Angabe des Verfassers die Anordnung einer Vor- 
richtung zum selbstthätigen Betrieb der Pumpe unter Benutzung 
einer Vorpumpe. 

£s muss hierbei das Quecksilberreservoir, aus welchem das 
Quecksilber in den Stiefelraum hinabgedrückt wird, abwechselnd 
mit der Vorpumpe und mit der äusseren Luft in Verbindung gesetzt 
werden. Das geschieht durch einen Hahn, welcher durch ein 
Gegengewicht an einem Arm und ein an einem zweiten Arm 
hängendes kleines Glasgefäss Ä gesteuert wird. Letzteres ist durch 
einen Gummischlauch mit den beiden Rohrenden verbunden, welche 
von dem Stiefel zum Quecksilberreservoir bezw. von letzterem zum 
Hahn führen. Bei Beginn des Pumpens ist daher Ä mit Quecksilber 
gefüllt, und hält den Hahn so, dass das Reservoir mit der äusseren 
Luft in Verbindung steht. Die Vorpumpe saugt Luft aus dem 
Stiefel; das Quecksilber wird aus dem Reservoir in diesen hinein- 
gedrückt; dabei entleert sich auch das kleine Gefäss Ä^ so dass das 
üeberge wicht den Hahn umschlägt. Nun tritt im Reservoir Luft- 
verdünnung ein, in Folge dessen das Quecksilber aus dem Stiefel 
nach dem Reservoir zurückströmt. Gefäss A füllt sich somit eben- 
falls mit Quecksilber, wird schwerer und schlägt zur richtigen Zeit 
den Hahn wieder in die Anfangsstellung, worauf das Spiel von 

Neuem beginnt Scheel. 

H. Boas. Eine Bemerkung zur Wirkung der SpRSNGEL'schen Queck- 
silberluftpumpe. Verh. Deutsch, phys. Ges. 2, 246 — 248, 1900 t. 
Verf. weist durch photographische Fixirung beim Licht des 
Funkens einer Leydener Flasche nach, dass das Spiel einer Spbbngbl'- 
schen Quecksilberluftpumpe selbst beim höchsten Vacuum noch in 
einer Kolben Wirkung besteht. Scheel 

H. Kammeblino Onnes. Methods and apparatus used in the C170- 
genic laboratory. H. Mercury pump for compressing pure and 
costly gases under high pressure. Comm. Leiden, No. 54, 36 S., 190O. 
Proc. Roy. Acad. Amsterdam 1900, 437— 458 t. 



Neesbn. Boas. Onnbs. Donlb. Bbrlbmont u. Joüabd. Leiseb etc. 225 

Die benutzte Pumpe, welche den Betrieb im Grossen gestattet, 
ist durch Abänderungen aus einer CAiLLEXBT'schen Pumpe hervor- 
gegangen. Sc^ieel 

W. DoNLB. Eine selbstthätige SpBBNOBL'sche Quecksilberluftpumpe. 
ZS. f. Insirk. 20, 78—82, 1900 f. 

Das continuirliche Heben des Quecksilbers auf weit über Baro- 
meterhöhe will Verf. unter Benutzung einer Wasserluftpumpe derart 
ausfuhren, dass er jede in dem Fallrohr zum unteren Sammelgefäss 
herabgefallene kleine Quecksilbermenge in ein etwa 2 mm weites 
yerticales Hubrohr eintreten lässt, durch welches mit der Wasser- 
strahlluftpumpe ein Strom trockener Luft kräftig hindurchgesaugt 
wird. Es wird dann diese kleine Quecksilbermenge beim Eintritt 
in die etwas erweiterte Ansatzstelle des Hubrohres in kleine Tröpfchen 
zerrissen, welche meist einen Durchmesser von nur wenigen Zehntel 
Millimetern haben und die entstandene Quecksilberwolke wird auf 
beträchtliche Höhe (über 1,5 m) emporgesaugt und direct wieder in 
das obere Zulaufgefäss geschleudert. 

Die Ausfahrung der Pumpe wird beschrieben. Es konnte ein 
Recipient von 250 ccm Inhalt in durchschnittlich zwei Stunden bis 
zum Yacuum guter Röntgenröhren und in einer weiteren Stunde 
soweit luftleer gemacht werden, dass die Funkenentladung eines 
RTTHMKOBVv'schen Inductoriums (10 cm Schlagweite) nicht mehr 
durch die Röhre ging. Sched. 

G. Bbblbmont et Jouabd. Sur un nouveau type de trompe k 
mercure permettant d'obtenir rapidement le vide maximum. 0. B. 
131, 110—111, 1900 t. Joum. de phys. (3) 9, 591—594, 1900. See. fran^ 
de phys. Nr. 152, 8—4, 1900. S^ances 1900, 194—197, 58*— 59*. 

Die Punlpe ist nach dem SpBBNOEL'schen Princip gebaut und 
ohne Hähne und Eautschukschlauchverbindungen construirt Bei 
Verbindung mit einer Wasserluftpumpe arbeitet sie automatisch. 

Scheel. 

K R. Leisbb. Eine neue Quecksilberluftpumpe. Yierteljahreaber. d. 
Wien. Ver. zur Ford, des phys. u. ehem. Unterr. 5, 45^-47, 1900 f. 

Die beschriebene Pumpe ist eine einfache Olasconstruction nach 
GsissLBB'schem Princip mit selbstthätigen Ventilen. Scheel. 



R. Mbwbs. Zusammenhang zwischen den Gesetzen von Mabiottb 
und Gay-Lussac und von Ddlono und Eibchhoff. ZS. f. compr. 
und fläas. Gage 3, 184—187, 1900 f. 
Fortechr. d. Phys. LVI. 1. Abth. I5 



226 -6. Aeromeohanik. 

Bedeutet n^ — 1 die brechende Kraft, v — x das Zwischen- 
Yolamen, so findet Verfasser auf Grund der SELLMEisB'schen Ab- 
Borptionstheorie die folgenden Formeln: 

(v,—x) : (vo-x) = il+a)T, . (l+a)^, 
K-l) : (n?-l) = (1 + a)^, : (1 +ay. 

Die letztere dieser Beziehungen wird durch die Beobachtungen von 
V. V. Lang über die Aenderung des Brechungsexponenten der Luft 
mit wachsender Temperatur geprüft und erweist hier ihre Ueber- 
legenheit über die bekannte Beziehung, wonach die brechende £j*aft 
des Mittels der absoluten Temperatur umgekehrt proportional ist 
Ln letzteren Falle ist der grösste Fehler der Uebereinstimmung 
zwischen Theorie und Experiment öProc, nach der vom Verf. ab- 
geleiteten Formel nur 0,2 Proc. 

Aus der ersteren Gleichung ergiebt sich durch weitere Rechnung 
das Näherungsgesetz: „Wenn die Temperaturen in arithmetischer 
Reihe zunehmen, wachsen die Zwischen volumina in geometrischer 
Reihe^, oder bei der Abkühlung hoch erhitzter Gase : „Die Zwischen- 
volumina sich abkühlender Glase nehmen in geometrischer Reihe 
ab, wenn die Temperaturen in arithmetischer Reihe abnehmen.^ 
Letzterem Falle entspricht die Formel (v — x) = (t;« — a?) . e-* ^, 
welche mit der Emissionsformel von Dulong, t := to er^^^ dem Bau 
nach vollständig übereinstimmt. Es folgt auch hieraus, dass die 
Emission bezw. Absorption der Wärmestrahlen mit den Zwischen- 
volumenänderungen in einem einfachen gesetzlichen Zusammenhange 
steht. — Es ergiebt sich endlich, dass das DuLONo'sche Emissions- 
gesetz ein Näherungsfall der allgemeineren Formel /= 0.(1 + <*)^ 
ist, wo J die Intensität der absorbirten Strahlen bedeutet. Scheel. 

Lord Raylbigh. On the viscosity of argon as afiected by tem- 
perature. Proo. Boy. 8oc. 66, 68—74, 1900 f. Chem. News 81, 85 — 87, 
1900 t. 
Bezeichnet ft und ft' die Viscosität eines Gases bei den ent- 
sprechenden Temperaturen und Ö', so besteht die Beziehung: 






Der Exponent n hat nach Versuchen des Verf. folgende Werthe: 
Trockene Luft .... 0,754 



Sauerstoff . . . 
Wasserstoff . . 
Argon (unrein) 
Argon (bestes) 



0,782 
0,681 
0,801 
0,815 



Batlsioh. Bosbandeb. 227 

Die Aendemng der Viscosität des Argons mit der Temperatur voll- 
zieht sich also fast ebenso wie bei Lufl und Sauerstoff. Scheel. 



Lord Ratleigh. On the viscosity of gases as affected by tem- 

perature. Proc. Roy. Soc. 21. Juin 1900. [Chem. News 82, 1, 1900t. 

Proc. Boy. Soc. 67, 137—139, 1900 t. 

Verf. bat ein von einer Bäderquelie stammendes Gas, welches 

bei der Temperatur des flüssigen Wasserstoffs nicht condensirt 

werden konnte und welches nach einer spectralen Untersuchung 

wesentlich aus Helium bestand, auf seine Viscosität untersucht und 

fand für dasselbe für n (vergl. voriges Ref.) wesentlich den gleichen 

wie für Wasserstoff ermittelten Werth. 

Verf. bestimmt dann die Viscosität der Gase bei 100® C. relativ 
zu derjenigen bei Zimmertemperatur. Die gefundenen Aenderungen 
werden nach der Formel von SüthebiiAND (PhiL Mag. 36, 507, 

1893) . ^.^ dargestellt, wobei sich für c folgende Werthe ergeben: 

Luft n = 0,754 c = 111,3 

Sauerstoff . . . 0,782 128,2 

Wasserstoff) ^ ^^, „^ ^ 

Helium j • ■ '•"'' '^'^ 

Argon 0,815 150,2 Sched, 



GxTLLi RossANDEB. Om gasers utströmning genom kapillarrör vid 
l&ga tryk. Ausströmung der Gase durch Capillarröhren bei 
niedrigen Drucken. 48 S. Akademisk afhandling. Upsala 1900. 
Der Verfasser hat Transpirationsuntersuchungen bei niedrigem 
Gasdruck (Max. 16 mm) mit atmosphärischer Luft, Kohlensäure und 
Wasserstoff ausgeführt. Das Gas strömte durch Capillaren (r = 0,37, 
0,11, 0,17 mm) zwischen zwei gleich grossen Behältern, so dass der 
Mitteldrack constant war. Die Druckbestimmung wurde mittels 
McLbob'b Manometer, dessen Zuverlässigkeit Verf. controUirte, aus- 
geführt Unter der durch die Versuche bestätigten Voraussetzung, 
dass die innere Reibung unabhängig vom Druck, die Gleichung 
aber dem Drucke proportional sei, berechnet Verfasser die beiden 
Ceeffidenten 17 und Si. Durch Versilberung der Innenwand einer 
Röhre blieb 17 unverändert, während S verkleinert wurde. Die 
Resultate des Verf. stimmen sowohl mit den älteren, bei grösserem 
Drucke ausgefährten Untersuchungen, als auch, wie er nachweist, 
mit der kinetischen Gastheorie überein. K, Pryiz, 



16* 



228 6. Aeromecbanik. 

F. L. TuPTS. The flow of air through granulär materials at diflfe- 
rent pressures. New York Acad. of Sc, 5. Nov. 1900. [Scienoe (N. B.) 
12, 849— 850 t. 

Die Versuche wurden in Verbindung mit anderen über den 
Durchgang des Schalles durch das nämliche Material angestellt 
Drei Fälle wurden untersucht, wobei Bleischrot in verschiedenen 
Körnungen (4,37, 2,79, 1,22 mm) benutzt wurde. Das Schrot befand 
sich in einer Röhre, durch welche Luft unter verschiedenen Drucken 
hindurchgetrieben wurde, deren Menge durch einen Oasmesser und 
deren verschiedene Drucke durch Wassermanometer gemessen wur- 
den. Es zeigte sich, dass für eine gegebene t^örnung und einen 
gegebenen Druckgradienten die Durchströmungsmenge unabhängig 
von der Länge der mit Schrot angefüllten Röhre war. Die durch- 
strömende Luftmenge wächst jedoch in den drei untersuchten Fällen 
nicht so schnell . wie der Druckgradient, was sich bei der groben 
Körnung deutlicher als bei der feinen zeigte. Für Druckgradienten 
von etwa 0,01 cm Wasser auf 1 cm Länge war die durchströmende 
Gasmenge bei der gröbsten Körnung zehnmal so gross als bei der 
feinsten, während für einen 50 mal grösseren Druckgradienten die 
durchströmende Gasmenge etwas weniger als dreimal so gross war für 
die gröbste als für die feinste Körnung. Bei jeder Körnung betrug 
der Luftraum etwa 39 Proc. des vom Schrot eingenommenen Raumes. 

Sched. 

G. DoNKANK. The relative rates of effusion of argon, helium and 
other gases. Phys. Soc, 2. März 1900. [Chem. News 81, 116 — 117, 
1900 t. Phil. Mag. (5) 49, 423—446, 1900 t. ^^oc Roy. Soo. 17, 112—138, 
1900. 

Verf. beschreibt kurz die benutzte Vorrichtung (Anfangsdruck 
der Gase 700 und 500 mm) und entwickelt die Theorie des Aus- 
flusses. Es muss genügen, die Resultate der Arbeit wiederzugeben: 

1. Argon fliesst, verglichen mit Sauerstoff, 3V» Proc. schneller 
aus, als es der Berechnung aus dem Gesetze der umgekehrten 
Quadratwurzel der Dichte entspricht. Dies Resultat ist unabhängig 
von den Viscositätseinflüssen. 

2. Das Resultat ist qualitativ in Uebereinstimmung mit der 
adiabatischen Theorie des Ausströmens idealer Gase und liefert 
unter dieser Voraussetzung eine Bestätigung der hohen specifischen 
Wärme des Argons. 

3. Werden die Viscositätseinflüsse eliminirt, so findet man, das8 
Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenoxyd in der aus der Theorie der 



Bbtan. Steffen. Czebmak. Mabey. Batleioh. 231 

Zeiten, welche yerschieden stark geschlagene Ringe brauchten, um 
dieselbe Entfernung zu durchlaufen, nahezu umgekehrt wie die 
Quadratwurzeln aus den Fallhöhen des schlagenden Gewichtes. 

Scheel, 

Marbt. Des mouvements de Fair lorsqu'il rencontre des surfaces 
de diff^rentes formes. C. B. 131, 160—163, 1900 f. 

Die Bewegung der Luft wurde durch Rauchfäden, welche 
durch Gewebe hindurchgetrieben und dadurch parallel gemacht 
waren, sichtbar gemacht und photographisch fixirt. Dabei ergab 
sich bis zu einem gewissen Grade eine Uebereinstimmung des 
Experiments mit der Theorie. Stiess die Luft gegen eine geneigte 
Ebene, so fiel das Druckcentrum der Luft gegen die Fläche nicht 
mit dem Mittelpunkte der Fläche zusammen, sondern näherte sich 
um so mehr der dem Luftstrome zugewendeten Seite, je spitzer der 
Winkel war. Ferner theilen sich die Rauchfaden beim Auftreffen 
auf die geneigte Ebene, indem der eine Theil über die vordere, 
der andere über die hintere Kante abfliesst Die Theilung geschieht 
in der Mitte der Fläche, wenn diese zur Windrichtung senkrecht 
steht, der Vorgang verschiebt sich bei geneigter Fläche mehr und 
mehr gegen die vordere Kante. 

Wenn man in den Luftstrom feste Körper bringt, deren Quer- 
schnitt, vorn gross, sich nach hinten verjüngt wie der Körper eines 
Fisches, so erleidet die an den Seiten abgleitende Luft hinter dem 
Körper nur wenig Kielbewegungen, während wenn der Körper gegen 
den Luftstrom entgegengesetzt orientirt ist, solche Kielbewegungen 
in starkem Maasse auftreten. 

Die Versuche sollen mit verbesserten Apparaten fortgesetzt 
werden. Sd^ed. 

Lord Ratlbioh. The mechanical principles of fiight. Mem. Manch. 
44 [5], 1900. 26 S.t. 

In einer früheren Abhandlung (Nature 27, 534, 1883) war Verf. 
ZQ dem Schlüsse gelangt, dass, wenn ein Vogel einige Zeit lang 
schwebt, ohne seine Flügel zu bewegen, wir annehmen müssen, dass 
entweder 1) der zurückgelegte Weg oder 2) der Wind nicht hori- 
zontal oder 3) der Wind nicht gleichmässig ist. Indem Verf. auf 
die beiden ersten Fälle jetzt nur kurz eingeht, wobei er einige Be- 
obachtungen vertical aufwärts wehender Winde mittheilt, beschäftigt 
er sieb bsonderheit mit dem dritten Falle und unterwirft ihn einer 



232 6 . Agromeclianik . 

mathematischen Behandlung. Auf Einzelheiten dieser theoretischen 
Betrachtungen kann hier nicht eingegangen werden. Scheel. 



F. Heinz. Grundlagen zur Fluglehre. Dingl. Jonm. 315, 207—209, 

223—226, 292, 356, 372, 388, 1900 t. 

R. WiBT. Dasselbe. Dingl. Joum. 315, 292, 356, 1900. 

K. Stbpfbn. Zu Heinz' Grundlagen der Fluglehre. Dingl. Joum. 

315, 164, 371—372, 452, 1900 f. 

Weibs. Grundlagen zur Fluglehre. Dingl. Joum. 315, 387—388, 452» 
1900 t. 

Verf. will die Schwerkraft selbst als Triebkraft für den Flug 
nutzbar machen; er beschreibt das Princip und die eventuelle Aus- 
führung eines derartigen Eraftaccumulators. 

Replik und Duplik. ^ Scheel. 

Eabl Steffen. Stabilität der Flugsysteme. Dingl. Joum. 315, 498 

—499, 1900 t. 

Es wird ausgeführt, dass die Stabilität der Flugsysteme im 
Vergleich zur Stabilität der Systeme auf fester Unterlage eine 
wesentlich verschiedene sei. Das Wesentliche sei in den ver- 
änderten Verhältnissen in dem Umstände begründet, dass bei 
ersteren die Wirkung der bewegenden Kraft von der beweglichen 
Unterlage auf den passiven Schwerpunkt des Systems übergeht, 
wogegen bei letzteren diese Wirkung gerade umgekehrt von dem 
activirten Schwerpunkte auf die passive Unterlage übergeht. 

Verf. gelangt zu dem Schlüsse, dass die Massenvertheüung bei 
einem Flugsysteme vorn eine relative Häufung, rückwärts eine 
Flächenverbreitung erfahren müsse, gleich einem Pfeile oder 
Schleuderkörper, damit der Schwerpunkt der ganzen Masse mög- 
lichst weit nach vom und die Angriffspunkte für die richtigen 
Luftströmungen weit nach hinten rücken. 

Die Stosspunkte am Flügel liegen auf einer Verbindungsgeraden, 
welche hinter dem Schwerpunkte die Längsaxe schneidet. In der 
Schwebe oder Segelstellung fällt letztere Gerade mit der Schweraxe 
normal zur Längsaxe zusammen. Scheel. 



DE Spabbe. Sur une application des fonctions elliptiques. S.-A. 
4 S. Bull. soc. math. 28, 1900. 
Die Arbeit ist dem Nachweise gewidmet, dass die von Appbl 
und Lagoüb in ihrer Theorie der elliptischen Functionen angegebenen 



TUFTS. DONKANN. NiPHSB. 229 

idealen Gase abgeleiteten Weise ausströmen^ wenn diese Gase das 
gleiche oder nahezu das gleiche Verhältniss der specifischen Wärme 
besitacen. 

4. Kohlendioxyd scheint, verglichen mit Sauerstoff, etwa 1 Proc. 
schneller als nach Berechnung aus der Dichte auszuströmen. Dies 
Resultat stimmt nicht mit der Theorie des Ausflusses idealer Gase. 

5. Die für Helium erhaltenen Resultate stimmen unter sich 
nicht überein und werden durch eine Viscositätscorrection beeinflusst, 
die aus einer empirischen Formel zu entnehmen ist. Sie genügen 
indessen, um zu zeigen, dass Helium sich anders verhält als Argon, 
ein Resultat, welches man aus der Theorie nicht vorhersehen konnte. 

6. Wenn man die Abweichung der gewöhnlichen Gase von 
den für ideale Gase geltenden Gesetzen berücksichtigt, so kann man 
einen Ausdruck für den Ansfluss ableiten, welcher ein Corrections- 
güed mit der Constanten K des JoüiiE-THOMSOK-Effects enthält 

7. Das Vorzeichen des Correctionsgliedes lässt erkennen, dass 
ein wirkliches Gas schneller oder langsamer als ein ideales Gas von 
der gleichen Dichte und von dem gleichen Verhältniss der speci- 
fiscben Wärmen ausfliessen wird, je nachdem K positiv oder 
negativ ist. 

8. Es wird vermuthet, dass möglicher Weise die anormalen 
Resultate mit Kohlendioxyd und Helium auf solche Weise erklärt 
werden können. Die Abweichungen der beobachteten Resultate 
von den fiir ein ideales Gas berechneten sind bei CO^ in quantita- 
tiver XJebereinstimmung mit der angenommenen Theorie. Im Falle 
des Heliums würde gleichfalls Uebereinstimmung herrschen, wenn 
dies Gas ein negatives K besässe. Scheel. 



Fbancis E. Niphsb. The frictional effect of railway trains on the 

air. Trans. Acad. of sc. St. Louis 10 [lO], 1900. [Science (N. S.) 13, 

115—116, 1901 f. 

Die Druckdifferenz wurde zwischen dem Innern des Wagens 

und einem Punkte seitlich des Wagens in bis 30 Zoll Entfernung 

gemessen, und zwar unter Benutzung eines becherförmigen CoUectors. 

Der Reibungscoeflicient der Luft ergab sich für Pfund pro Quadrat- 

fuss und Meilen pro Stunde bei Windstille nahe zu 0.0025. Die 

Curve für die Druckänderung relativ zum Wagen verlief nahezu 

hyperbolisch; die verticale Asymptote lag eine kurze Strecke im 

Innern des Wagens. Die gemessenen Drucke differiren von 3,4 

bis 6 Pfund pro Quadratfuss, die mittlere Geschwindigkeit schwankt 

zwischen 38 und 46 Meilen pro Stunde. Scheel. 



230 6. Aeromechamk. 

C. A. The resistance of the air. Nature 61, 248, 1900 t. 
G. H. Bbyan. Dasselbe. Nature 61, 248, 1900 t. 

Beyan hatte im Jahre 1899 in Nature 61 , 107 — 109 (siehe 
diese Ber. 55 [1], 455, 1899) über Versuche von Lb Dantes und 
Canovbtti berichtet C. A. hebt nun hervor, dass das eine mit- 
getheilte Resultat, wonach der Widerstand einer Fläche bei gleichem 
Flächeninhalt von der Form der Fläche abhängt, schon von Hagbn 
ausgesprochen ist. 

Antwort Beyan's. Scheel. 

K. Steffen. Luftbewegungsbilder. Dingl. Joum. 315, 304 — 307, 72i 

—724, 1900. 

Es wird die Bewegung der Lufl durch Rauch sichtbar gemacht, 
wenn sich in derselben eine Fläche bewegt Dabei zeigt sich, dass 
kein Verdrängen der Luftmassen, sondern im Gegentheil ein Zu- 
strömen derselben stattfindet, und zwar von allen Seiten, insbeson- 
dere aber quer zur Schlagrichtung gegen die Mitte des von der 
Fläche bestrichenen Raumes. Im zweiten Stadium erst wird die 
zusammengeströmte Luft rückwirkend verdrängt Diese Wahr- 
nehmungen führten Verfasser zu dem Schluss, dass es sich bei der 
Erscheinung nicht allein um die impulsiven Wirkungen der Fläche 
allein, sondern dass es sich auch um repulsive Wirkungen der ganz 
ausserhalb des eigentlichen Wirkungsbereiches der Fläche herum- 
lagemden Luftmassen handle. 

Verf. baut auf diese Beobachtungen eine Fluganschauung, die 
er auch in die Praxis umzusetzen beabsichtigt Sched, 



P. CzBBMAK. Zur Beobachtung von Luflwirbelringen. Wien. Anz. 

1900, 193. [Naturw. Bundsch. 15, 516, 1900t. Wien. Ber. 109 [2 a], 878 

—890, 1900 t. 
Es wurden schwarze Tafeln und mit schwarzen Fäden bespannte 
Rahmen benutzt, welche mit Lycopodium eingestreut waren. Wirbel- 
ringe, die gegen dieselben geschossen werden, bilden dann auf den 
Tafeln die Strömungslinien der Wirbelbewegung ab und auf den 
Gittern kann man die ungestörten Durchmesser der Ringe messen. 
Es ergab sich so, dass die Luftwirbel auf ihrer Flugbahn den 
Durchmesser nur wenig vergrössern. Die Wirbel wurden aus einem 
TAiT'schen Rauchkasten in regulirbarer Weise herausgeschleudert, 
indem der Schlag auf die elastische Hinterwand durch ein Fall- 
gewicht ertheilt wurde. So wurden auch mit einem Chronographen 
Geschwindigkeiten der Wirbel gemessen und es verhielten sich die 



Badakovic. Cbanz u. Koch, lb Chatelieb. 236 

d. h. von einem Zerreissen und Anseinanderfliegen der Gefässe, erst 
gesprochen werden, nachdem das Geschoss längst ausgetreten ist 
Das Gleiche gilt von den Kugeln aus plastischem Thon. Die 
explosive Wirkung wird dadurch erklärt, dass die Bewegungsenergie 
des Geschosses auf den durchschossenen Körper übertragen wird, 
und zwar von Schicht zu Schicht, so dass ein Zerreissen eintritt, 
wie bei einer Sprengladung durch den Druck der erzeugten Gase. 

Es. 

C. Cbanz und K. R. Koch. Untersuchung über die Vibration des 
Gewehrlaufes. I. Schwingungen in verticaler Ebene. B. Ver- 
suche mit kleinkalibrigen Gewehren. S.-A. Abb. d. k. bayer. Ak. 
20 [3], 592—611, 1900. 

Die früheren Versuche (diese Ber. 55 [1], 469—470, 1900) 
werden mit kleinkalibrigen (8, 7, 6 mm), mit rauchschwachem Pulver 
geladenen Gewehren fortgesetzt. Es treten hier Schwingungen des 
Grundtones, des ersten und des zweiten Obertones auf. Von den 
auftretenden Verbiegungen des Laufes vor dem Geschossaustritt 
wird die eine durch den Schlagbolzen hervorgerufen, während die 
andere ein Theil einer Schwingung des zweiten Obertones und fiir 
den Vibrationsfehler maassgebend ist Es. 



H. LB Ohatelieb. Sur le d^veloppement et la propagation de 
Tonde explosive. C. R. 130, 1755—1758, 1900. 
Mischungen von Acetylen und Sauerstoff, welche durch den 
elektrischen Funken entzündet werden, lassen die Flamme sogleich 
mit einer Geschwindigkeit von Hunderten von Metern, welche 
Bchnell bis auf Tausende wächst, fortpflanzen. Darauf bildet sich 
die Explosionswelle, welche mit gleichförmiger Geschwindigkeit fort- 
schreitet. Dabei kann die Flamme, bevor die Explosionswelle ent- 
steht, je nach der Mischung Strecken von 0,05 bis 1 m zurücklegen. 
Es wurde dies auf photographischem Wege festgestellt Stetigkeit 
ist beim Uebergang von dem einen zum anderen Phänomen aus- 
geschlossen. Die Flamme lässt eine comprimirte Welle vor sich 
berschreiten, welche nach Bildung der Explosionswelle mit der ver- 
brennenden Gasschicht zusammenfällt Andere Gasgemische lassen 
die Explosionswelle bei Verengung oder einem Knicke der Röhren, 
in welchen sich die Gasmassen befinden, zeitweise oder ganz ver- 
schwinden. Auch kann die anfängliche Geschwindigkeit der Flamme 
hier weit geringer sein. Es, 



236 6. Aeromechanik. 

H. LB Ghatblieb. Sur la propagation des ondes condens^es dans 
les gaz chauds. C. B. 131, 30—33, 1900. 

Auf pbotx>graphischem Wege wird die Fortpflanzung der Ver- 
diühtungBwelle bei Verbrennung explosiver Gasgemiscbe in den 
heissen Gasen beobacbtet. Die Verdicbtungswelle ist der Sitz einer 
UnStetigkeit der Gasmassen. Die Dicke dieser veränderlicben Schicht 
wird zu höchstens 1 cm bei starken Verdichtungen angenommen. 
Sie tritt als Folge der Explosionswelle auf, indem sie entweder 
gleichzeitig mit dieser entsteht, oder bei der Reflexion derselben an 
den Glaswänden oder beim Zusammentreffen zweier Ejtplosions- 
wellen erzeugt wird. Unabhängig davon kann sie durch Zünden 
von Knallquecksilber in der verbrennenden Gasmasse hervorgerufen 
werden. Je nach diesen Umständen, der Grösse der Verdichtung, 
der Dichte und der Temperatur der Gasmassen ist die Fortpflanzungs- 
geschwindigkeit sehr verschieden. Sie nähert sich mit abnehmen- 
der Verdichtung mehr und mehr der Fortpflanzungsgeschwindigkeit 
der Schallwellen, und bleibt stets unterhalb der Fortpflanzungs- 
geschwindigkeit der Explosionswelle, dieser am nächsten kommend, 
wenn sie unabhängig von ihr durch Knallquecksiiber erzeugt wird. 
Beim Kreuzen der Welle mit der reflectirten und bei der Reflexion 
selbst treten Geschwindigkeitsverluste ein. Ausserdem treten schwin- 
gende Bewegungen der Gastheilchen mit geringerer Geschwindig- 
keit auf, in welchen die Geschwindigkeit plötzlichen Aenderungen 
nach dem Vorübergang der Verdichtungswelle in weniger als 
Vi 00 000 See. unterliegt. Es. 

F. ViBiLLB. fitude sur le röle des discontinuit^s dans les ph^no- 
mfenes de propagation. Soc. Fran^. de Pliys. Nr. 146, 2, 1900. S^ances 
1900, 61—84, 22*— 23*. Joum. de phys. (3) 9, 621—644, 1900. 

— — Röle des discontinuites dans la propagation des ph^nom^nes 
explosifs. C. B. 131, 413—416, 1900 t. 

Die grossen Fortpflanzungsgeschwindigkeiten der Detonation in 
explosiblen Gasgemischen bedürfen noch der Erklärung. Die Zurück- 
ftihrung der Erscheinungen auf die für ein träges Medium bestätigten 
Fortpflanzungsgesetze wird durch die Annahme einer Unstetigkeit 
am Kopfe der Explosionswelle möglich. Demgegenüber nimmt 
DüHBM an, dass sich nicht nur die physikalische Natur des Ge- 
misches, sondern auch das chemische Gleichgewicht ändere und 
damit die Möglichkeit zu grossen Fortpflanzungsgeschwindigkeiten 
gegeben sei. Da hierfür Aenderungen des chemischen Gleich- 



HxiKZ. Wirt. Stbpfbn. Weiss, de Spabbe. Vibillb. Radakovic etc. 233 

ReihenentwickeloDgen nach steigenden ganzen und positiven Potenzen 
von tt für den Fall, dass der Luftwiderstand dem Cubus der Geschoss- 
geschwindigkeit proportional ist, nicht genügend convergiren. Es, 

P. Visii«iiB. Sur la loi de la r^sistance de Tair au mouvement des 
projectiles, C. R. 130, 285—238, 1900. 
Die bei hoben Geschossgeschwindigkeiten dem Geschoss voran- 
eilende Stimwelle wird als eine in der ruhenden Luft fortschreitende 
UnStetigkeit aufgefasst und auf Grund der hierfür von Riemakn u. 
HuGOKiOT aufgestellten Formeln die Druckvermehrung gesucht, 
welche sich mit der dem betreffenden Geschosse zukommenden Ge- 
schwindigkeit als Unstetigkeit in der Luft fortpflanzen kann. Die 
hiernach berechneten Zahlen stimmen mit den für die verschiedenen 
Geachossgeschwindigkeiten bei Geschossen mit merklich ebener 
Vorderfläche berechneten Luftwiderständen gut überein. Hierbei 
moBs für das Drackverhältniss das dynamische, nicht das statische 
adiabatische Gasgesetz Anwendung finden. Am Schlüsse wird der 
Versuch gemacht, das Gesetz über die Grenze der erreichten Ge- 
dchossgeschwindigkeit hinaus bis auf planetare Geschwindigkeiten 
anzuwenden und die bezüglichen Drucke und Temperaturen zu 
bestimmen. Es. 

M. Radakovio. lieber eine neue Methode zur Bestimmung von 
Geschossgeschwindigkeiten. S.-A. Wien. Ber. 109 [2 a], 276—283, 
1900. 

Die schon früher einmal versuchte Methode lässt das Geschoss 
auf seinem Wege zwei Contacte (Gitterrahmen) unterbrechen, durch 
welche die Entladung eines Condensators eingeleitet und gehemmt 
wird. Der Vergleich der Entladung mit der Anfangsladung des 
Condensators lässt die Zeit der Entladung und damit die von dem 
Geschoss zum Durcheilen der betreffenden Strecke nöthige Zeit 
berechnen. Die auf kurze Entfernungen angewandte Methode (8,5 
bis 48,4 cm Gitterabstand) ergab gut übereinstimmende Resultate. 

Es. 

F. Bashpobth. A second Supplement to a revised account of the 
experiments made with the Bashfobth Chronograph. • 42 S. Cam- 
bridge, University Press, 1900. 
Dieser zweite Zusatz als Abschluss der ballistischen Arbeiten 
des Verfassers bringt nach einer Darstellung des Verhältnisses der 
Arbeiten von Mayevski und Ebüff zu den seinigen eine Prüfung 
seiner Resultate und Methoden an der Hand der Schusstafeln für 



234 6. Aeromechanik. 

die englischen 4,6- und 9,2 zölligen Geschütze. Der Vergleich zeigt 
nach dem Verf., dass seine Luftwiderstandscoefficienten sehr wohl 
geeignet sind, die Bewegungen der englischen Dienstgeschosse aller 
Grössen wiederzugeben. Es, 

Deutsche Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen. Ueber die Anfangs- 
geschwindigkeit des Geschosses bei Handfeuerwaffen. Art. u« Gen.- 
Wes. 1900, Sil-— 816. 
Die gewöhnlich bestimmte F25, d. h. die mittlere Geschwindig- 
keit für 50 m , wenn sich die Gitterrahmen und 50 m vor der 
Gewehrmündung befinden, stimmte nicht mit dem Geschwindigkeits- 
werthe überein, welchen man erhielt, wenn die Gitterrahmen 20 und 
30 m vom Gewehre entfernt aufgestellt wurden. Eine Nachprüfung 
der Flugzeiten an den einzelnen Stellen der Flugbahn von 50 m 
für eine Wegstrecke von je 1 m ergab, dass die Geschwindigkeit 
etwa 3 m vor der Mündung ein Maximum erreicht und dann zuerst 
sehr rasch, später langsamer abnimmt Die Messungen in der Nähe 
des Gewehres sind jedoch sehr unsicher. JSs, 



M. Radakovic. Ueber den Verlauf der Geschwindigkeit eines Pro- 
jectils in der Nähe der Gewehrmündung. S.-A. Wien. Ber. 109 
[2 a], 941—958, 1900. 

Die Versuche zeigen, dass mit der Methode des Verfassers die 
mittlere Geschwindigkeit eines Geschosses auf einer beliebig kleinen 
Strecke seiner Bahn gut bestimmt werden kann. Nach den erhal- 
tenen Resultaten muss man zuerst ein Minimum der Geschoss- 
geschwindigkeit etwa 75 cm vor dem Gewehre und dann ein Maxi- 
mum in etwa 165 cm Entfernung annehmen. Es, 



C. Ceanz und K. R. Koch. Ueber die explosionsartige Wirkung 
moderner Infanteriegeschosse. Ann. d. Phys. (4) 3, 247 — 273, 1900. 
Mit dem Mantelgeschosse des 6 mm - Mauserge wehrea , welches 
die Geschossgeschwindigkeit" beim Infanteriegewehr M88 noch um 
100 m übertraf, wurden mit Wasser gefüllte Gefässe und Massen 
plastischen Thones durchschossen. Die Gefässe, mit Blech wänden, 
zum Theit offen, zum Theil mit einer Gummihaut geschlossen, 
wurden, während sich das Geschoss in ihnen befand, oder kürzere 
oder längere Zeit nach seinem Austritte photographisch in der von 
Mach anderweitig benutzten Weise aufgenommen. Die Ausschuss- 
membranen zeigen erst einige Zeit nach dem Geschossdurchgange 
eine Deformation; ebenso kann von einer Explosion des Wassers, 



LE Chatblieb. Yieille. Yallieb. Dziobbk. Macnab u. Bistobi. 237 

gewichts auch schon geringe Aenderungen der Temperatur und 
des Volumens entsprechen müssten, was im Allgemeinen nicht der 
Fall ist, so erscheint auch hier die Annahme einer Unstetigkeit zur 
Auslösung der chemischen Aenderung nothwendig. Es, 



Vallieb. Sur le trace des rayures dans les bouches ä feu. C. B. 

130, 1102—1105, 1900. 

Auf die Forderung Zaboübski's, dass man bei Annahme einer 
parabolischen Directrix des Dralles im Geschütze die Züge so be- 
stimme, dass die Rotationsbeschleunigungen zur Zeit des Maximal- 
druckes und des Geschossaustritts gleich sind, wendet der Verf. die 
Formeln an, welche er vor einem Jahre zur angenäherten Berech- 
nung der Elemente des Geschossweges im Rohre aufgestellt hat 
(diese Ber. 55 [1], 464—465, 1900), und löst damit die Aufgabe 
allgemein. Es, 

0. Dziobbk. Die Beanspruchung der Kanonenrohre nach der 
dynamischen Theorie. Art.- u. Gen.-Wea. 1900, 33 — 44. 
Die Frage, ob bei der Veränderlichkeit des auf die Innenwand 
des Geschützrohres ausgeübten Druckes hier noch die statische, 
mit einem unveränderlichen Drucke rechnende Theorie anwendbar 
ist, wird dahin beantwortet, dass dies allerdings zulässig erscheint 
und erst bei den Geschützen grössten Kalibers bedenklich wird. Es, 



W. Macnab and E. Ristobi. Researches on modern explosives. 
2. communication. Proc. Roy. Soc. 66, 221—232, 1900. 
Die Arbeit ist ein Bericht über Vorbereitungen zur Messung 
der Maximaltemperatur, welche bei der Zündung moderner Explosiv- 
stoffe in geschlossenen Gefässen auftritt. In die calorimetrischen 
Bomben wurden isolirt zwei Drähte aus Platin bezw. Platinrhodium 
eingeführt, welche die warme Löthstelle eines Thermoelementes 
bildeten. Durch den bei der Zündung entstehenden Thermostrom 
vurde der Spiegel eines Galvanometers in Bewegung gesetzt und 
diese Bewegung durch Reflexion eines Lichtpunktes auf einer photo- 
graphischen Platte aufgezeichnet, welche sich senkrecht zur Be- 
wegungsrichtung des Spiegels langsam bewegte, so dass die zeitlich 
auf einander folgenden Lagen der Galvanometernadel registrirt wur- 
den. Die Drähte des Thermoelementes wurden nach und nach 
durch immer dünnere ersetzt, bis ein Schmelzen der Drähte eintrat* 
Der Galvanometerausschlag steigerte sich naturgemäss mit der ge- 
ringeren Masse des Thermoelementes in Folge der dadurch er- 



238 6. Aeromechanik. 

zielten grösseren Anpassung an die wirkliche, nur momentan an- 
dauernde Maximaltemperatur. Dies tritt in den Curven deutlich 
hervor. Sie ähneln im Ganzen den bekannten Curven für den im 
Geschütz herrschenden Gasdruck. Der Ausschlag änderte sich mit 
der Entfernung der Löthstelle von der Ladung. Er war am ge- 
ringsten, wenn das Element in die Ladung eingebettet wurde, und 
in einiger Entfernung von ihr nahezu constant. Die Eömergrösse 
des Sprengstoffes hatte keinen Einfluss auf den Ausschlag, wohl 
aber die Grösse der Ladung (4 bis 7 g). Der Ausschlag wuchs 
zuerst umgekehrt proportional dem Querschnitte der Drähte des 
Elementes, später schneller. Er nahm bei den untersuchten Spreng- 
stoffen aus Schiesswolle mit Nitroglycerin mit dem Gehalt an letz- 
terem ab. Bei reiner Schiesswolle war er am geringsten. Die Aus- 
werthung der Galvanometerausschläge in Temperaturgrade und 
weiteres Beobachtungsmaterial soll später folgen. Es. 



Holden. Gasspannungsmesser. Art.- u. Gen.-Wes. 1900, 214 — 215. 

Eine Feder wird durch einen Stempel zusammengedrückt und 
nimmt einen Stift mit, welcher jedoch die Rückwärtsbewegung der 
Feder nicht mitmacht. Die Stempeldichtung besteht aus Asbest 
mit einem Schmiermittel (Talg, Graphit, gepulvertem Glimmer). Es. 



Iiitteratur. 

A. Bebson. Ein unveröffentlichter Brief des Caetbsius, betreffend 
die Erfindung des Barometers. Das Wetter 17, 8—13, 1900. 

Vergl. G. MoNCHAMP. History of the barometer. Monthly Weather 
Rev. 27, 546—547, 1899. [Piese Ber. 55 [l], 449, 1899. 

A. Lascastbe. Ein unveröffentlichter Brief des Cabtesius, be- 
treffend die Erfindung des Barometers. Das Wetter 17, 8—13, 1900. 

M. J. Ittnbb. Modificationen der BüNSSN'schen Vacuumpumpe. 
Amer. Chem. Journ. 24, 253—255, 1900. 

BBBBBNBBBo'sche Luftpumpc fiir die Glühlampenfabrikation. Elektro^ 

ZS. 21, 214—218, 1900. 

W. J. HuMPHBBYS. An efficient BoYLB's-law apparatus, Phys. Rev. 

10, 123—125, 1900 t. 

Demonstrationsapparat. 
L. BoLTZMANN. Zur Geschichte unserer Eenntniss der inneren 
Reibung und Wärmeleitung in verdünnten Gasen. Phys. ZS. 1, 
213, 1900 t. 



Holden. Litteratur. 239 

Fb. Ahlbobn. Ueber die Mechanik der Flugbewegung. Unterrbl. 
f. Math. u. Naturw. 6, 108—113, 1900 f. 

Ein allgemein gehaltener Vortrag, dessen Zweck darin gipfelt, die 
Flugtbeorie , wenn auch nur in bescheidenem Umfange , in den Schul- 
anterricht einzufahren. 

Zur Lösung des Flugproblems. Dingl. Joum. 315, 451, 1900 f. 

Beschreibung des Projects des österreichischen Ingenieurs Ebbss. 

H. WiLDB. On aerial locomotion. Mem. Manch. 44, Nr. li, 16 S. 
1900 t. 

F. EoESTKB. Die Gesetze des Drachenfluges in DarsteUung und 
Berechnung, gr. 4^. is 8. Berlin, Mayer u. Müller, 1900. 

J. B. Staub. Die naturgemässe Erklärung der Bewegung durch 
die Entdeckung oder Erkenntniss der einheitlichen Grundursache 
derselben. 2. Auflage mit einem Anhange: Die Flugmaschine 
als Stifterin des ewigen Weltfriedens, gr. 8®. 36 u. 14 S. Leipzig, 
Schlemminger, 1900. 

H. W. L. Mobdbbeck. Die Frage des Luftschiffes unter besonderer 
Bezugnahme auf das Luftschiff des Grafen von Zbppblin. Pro- 
metheus U, 438—442, 455—460, 1900. 

Vom ZEPPBLiN'schen Luftschiff. Dingl. Joum. 315, 739—740, 1900. 

Der Aufstieg des Graf y. ZsppBLiN'scben Luftfahrzeuges. Dingl. 

Joum. 315, 465—467, 1900 t. 

Dahilewskt's neuer lenkbarer Flugapparat. Dingl. Joum. 315, 88, 
318—322, 402—403, 1900t. Bus«. 80 8. Charkow, 1900. 

E. Stbffbn. Mechanik des Yogelflügels. Dingl. Joum. 315, 385—387, 
1900t. 

H. iE Chatblibb. Sur la propagation des ondes dans les m^langes 
gazeux en combustion. Soc Fran^. de Phya. Nr. 152, 2—8, 1900. 
S^ances 1900, 57*— 58*. Scheel. 

R. Mbwbs. Arbeitsleistung der Sprengstoffe und deren Wirkungs- 
gesetze. DingL Joum. 315, 331 — 335, 1900. 

G. E. Petavbl. On the explosive pressures of gases. [Nature 62, 

563, 1900. 

Ein Stempel setzt ein Telephon in Bewegung, sobald der Druck eine 
bestimmte Grösse erreicht. 

Tait. On the path of a rotating spheiical projectile II. Edinb. Trans. 

39 [2], 491—506, 1899. 

Die Arbeit behandelt die Verhältnisse beim Golfspiel. 

E. Sabbau. Elemente der Theorie der Explosivkörper. Bev. gen. 
de chim. pure et appl. 2, 11—19. [Chem. Gentralbl. 1900, 2, 1227 t. 

G. VicBBTiBi e 6. Paohbb. Esperienze sui projettili gazosi. S.-A. 
Atti B. Ist. Ven. 69 [2], 1007—1023, 1900. 

E. Obkikohaus. Das ballistische Problem auf Grundlage der Ver- 
suche and der Integrabilität (äussere Ballistik). Wien. Ber. 108 
[2 a], 1559—1648, 1899. 



240 7 a. Elasücität. 

A. Noble. Some moderQ explosives. Nature 62, 86^91, ili — 115, 

1900. 

Der Vortrag giebt eine BeaprecliuDg der ballistisclien Eigenschaften 
verschiedener Pulver (u. a. Ballistit, Cordit) und der in Betracht kommen- 
den Messmethoden. 

Chabbonnibb. Trait^ de balistique Interieure theorique. Memorial 
de rartillerie de la marine. [C. E..131, 1044—1045, 1900 f. 

R. Mbwbs. Theoretische Schlusöfolgerungen aus den neuesten Ver- 
suchen mit Sprengstoffen. Verh. d. Ver. f. Gewerbfl. 1900, 255—272. 

A. Bbliczay. Wirkungsfähigkeit kleinkalibriger Gewehre. Art- u. 
Gen.-Wes. 1900, 147—168. 

Lectures to young gun makers: 

IIL Pressure and velocity inside the gun. Arms et explosives 8, 

11—14, 1900. 
IV bis VII. Recoil. Arms et explosives 8, 31—34, 46 — *9, 105—106, 

137—139, 1900. 
VIII. Pressures. Arms et explosives 8, 187 — 189, 1900. 

A. Indba. Experimentelle Untersuchungen über die Spannungs- 
verhältnisse der Pulvergase in Geschützrohren. Art- u. Gen.-We8. 

1900, 841—887, 967—1003. 
Pressure tasting in shot guns. Arms et explosives 8, 165^166, 1900. 
H. TiBMANN. Elektrischer Minenzünder. Art- u. Gen.-We8, 1900, 522. 

O. GuTTMANN. Schiess- und Sprengmittel. Braunsohweig, Friedr. 
Vieweg u. Sohn, 1900. [Art- u. Gen.-We8. 1900, 754— 755 t. 

Gedrängte Ausgabe der „Industrie der Explosivstoffe" desselben Ver- 
fassers. 

S. N. BüBiLBAKN. Die Bewegung der sphärischen Geschosse. BnlL 
Bucarest 9, 301—313, 1900. Es. 

— — Le mouvement des projectiles sph^riques. BulL Soc Bucareet 

9, 301—313, 1900. 

Radakoyic. Ueber den Verlauf der Geschwindigkeit eines Ge- 
schosses von der Mündung des Gewehres bis zu ungefähr 2 m 
von derselben. Naturw. Rundsch. 15, 556, 1900. 

Galy-Ach£. £tude critique des instrumenta de mesure des pressions 
de la poudre et de leurs appareils de tarage. 34 S. Paris 1900. 

Zur Theorie der Sicherheitssprengstoffe. Prometheus 12, 72 — 73, 1900. 

Sehed, 



7 a« Elasticität. 



P. DüHBM. Sur la g^neralisation d'un th^or^me de Clbbsoh. 
Joum. de Math. (5) 6, 215—259, 1900 t. 

Die Gleichungen der kleinen Bewegungen eines isotropen 

Körpers, welche, wie Hblmholtz bewiesen hat, auch die Fort- 



DUHEM. MiCHELL. 241 

pflanznng der VerrückungswelleQ in den dielektrischen Medien be- 
herrschen, sind allbekannt. Den Integralen dieser Gleichungen 
hat bekanntlich Clbbsgh eine äusserst zweckmässige Gestalt ge- 
geben; dadurch zerlegt sich nämlich die allgemeinste kleine Be- 
wegung eines isotropen Körpers in eine kleine longitudinale Be- 
wegung ohne Rotation und eine kleine transversale Bewegung ohne 
Dilatation, indem jede dieser kleinen Bewegungen von der classischen 
Schallgleichung abhängt. In den Vorträgen an der Facult^ des 
Sciences zu Bordeaux hat der Verf. von dem Theorem von Clsbsch 
einen ganz elementaren strengen Beweis geliefert Dieser Beweis 
Ui88t sich unschwierig ausdehnen und gestattet die Anwendung 
des CLSBSCH'schen Theorems auf einen sehr allgemeinen Typus 
simultaner Differentialgleichungen. Dieser Typus umfasst als be- 
sondere Fälle nicht nur die Gleichungen der kleinen Bewegungen 
der isotropen Körper, sondern auch die Gleichungen der kleinen 
adiabatischen Bewegungen der zusammendrückbaren, zähen Flüssig- 
keiten. Ausserdem haben diese beiden Kategorien von Gleichungen 
in der Physik ein sehr allgemeines Interesse: die erste Kategorie 
beherrscht ausser dem Gebiete der Elektricität die Fortpflanzung 
einer elektrischen Störung in einem dielektrischen Medium; die 
zweite kommt nicht nur in der Hydrodynamik vor, von ihr hängt 
der elektrische Flnss im Inneren eines unbeweglichen Leiters ab. 
Kurz, diese beiden Kategorien können als zwei besondere Fälle 
einer allgemeineren Kategorie angesehen werden, von welcher das 
elektrische Feld in einem sowohl leitenden als dielektrischen Körper 
abhängt Auf diese Kategorie beziehen sich die Betrachtungen 
der Abhandlung. Capitel I. Einige Eigenschaften der Trans- 
formation von Stokbs und von Hblmholtz. Capitel IL Ver- 
allgemeinerung des Theorems von Clbbsgh. Capitel HL Longitudi- 
naler und transversaler Fluss. Capitel IV. Gleichungen, auf welche 
die vorangehenden Betrachtungen Anwendung finden. Xp. 



J. H. MicHBLL. Some elementary distributions of stress in three 
dimensions. Proc. Lond. Math. Boc. 32, 23—35, 1900. 

Elementary distributions of plane stress. Ibid. 35^61. 

The 'stress in an aeolotropic elastic solid with an infinite 

plane boundary. Ibid. 247—258. [Wied. Beibl. 25, 99—100, 1901. 
Den theoretischen Betrachtungen liegt die Annahme zu Grunde, 
dass die Spannung als Wirkung der eingeprägten Kraft um- 
gekehrt proportional dem Quadrat der Entfernung von dem An- 

Portackr. d. Phys. LVL 1. Abth. 26 



242 7 a. Elasücität. 

griffspunkt derselben ist Als besondere Fälle sind in der erst- 
genannten Veröffentlichung behandelt: 

1. Eine Einzelkraft greift an einem bestimmten Ponkte eines 
unendlichen festen, elastischen Körpers an. 

2. Eine Kraft wirkt auf den Scheitel eines Kegels in der 
Richtung der Axe desselben. 

3. Die Krafl steht senkrecht zur Kegelaxe. 

Die zweite Veröffentlichung ist eine Fortsetzung der Arbeit 
über die „directe Bestimmung der Spannung" etc. (Lond. Math. 
Soc. 31) und betrifft eine Reihe interessanter Einzelprobleme über 
die Vertheilung der Spannungen in einer Ebene (Wirkung einer 
Einzelkraft auf einen Punkt einer äolotropen Platte. Der Angriffs- 
punkt der Kraft liegt in dem Scheitel eines Winkels. Die Spannungs- 
vertheilung in kreisförmig begrenzten Platten und Cylindera in 
mannigfacher äusserer Beanspruchung). 

In der dritten Arbeit werden ähnliche Probleme in der dem 
Verf. eigenen Weise durchgeführt. Heutu 



J. H. Miohell. The determination of the stress in an Isotropie 
elastic sphere by means of intrinsic equations. Meas. of Math. 

(n. 8.) Nr. 350, 16—25, 1900. 

Zunächst werden die üblichen allgemeinen Gleichungen fiir 
die Cartesischen Componenten der Verschiebung so transformirt, 
dass die radialen Componenten des „twist" und des „curl" in Bezug 
auf die Deformationen bezw. die äusseren Kräfte auftreten. Hieran 
schliesst sich die analoge Transformation der Oberflächenbedingungen. 
Auf Grund dieser vectori eilen (intrinsic equations) Auffassung der 
Differentialgleichungen behandelt der Verf. drei Kugelprobleme : 

1. Eine feste, elastische Kugel steht unter der Einwirkung 
gegebener Oberflächenkräfte. 

2. Die normalen Verschiebungen sind gegeben, während die 
tangentialen Spannungen fehlen. 

3. Die Verschiebungen an der Oberfläche sind bekannt. 

In allen Fällen ergeben sich die Resultate in überraschend 
einfacher Weise. Heun. 

J. H. MiCHBLL. The stress in the web of a plate girder. Quart. 
Joum. of Math. 1900, 377—382. 

In dieser Arbeit ist eine theoretische Behandlung einer beson- 
deren Gattung von Fachwerkträgern enthalten, welche deo folgen- 
den Bedingungen genügen: 



MlGHELL. BOGGIO. BATLEIGH. 243 

1. Ober- and Untergurt sind vollkommen biegsam, so dass 
die Last unmittelbar auf das Zwiscbengitter übertragen wird, welcbes 
alle senkrecbten scbeerenden Kräfte aufnimmt 

2. Die Längsdebnungen des Zwiscbengitters sind an den An- 
scblassstellen denen der Gurtungen gleich. 

3. Das Gitter kann wie eine einfache dünne Blecbwand be- 
trachtet werden. 

4. Die Längendimension des Trägers ist sehr gross gegen die 
Tiefe desselben. 

Für die Durchführung der Aufgabe ist femer angenommen, 
dass der obere Gurt durch Verticaldruck gleichförmig belastet ist 

Heun. 

T. BooGio. Suir equilibrio delle membrane elastiche piane. Cim. 
(4) 12, 170—190, 1900. Vorher in den Atti di Torino 35, 1899 pabL 

Der Verf. bestimmt die Deformationen einer isotropen, ebenen, 
elastischen Membran, auf deren Umfang Kräfte wirken, welche in 
ihrer Ebene enthalten sind. Die Verschiebungen der Bewegung 
werden für jeden Punkt als gegeben vorausgesetzt. 

Da die Durchfuhrung des Problems eine rein analytische ist, 
so muss hier der Hinweis genügen, dass die Lösung auf die Ab- 
bildung der Membran auf eine Kreisfläche durch rationale Func- 
tionen zurückgeführt ist Auf diesem Wege ist es ermöglicht, die 
Gomponenten der Verschiebungen durch bestimmte Integrale aus- 
zudrücken. 

Im Anschluss an die allgemeinen Entwickelungen des Ab- 
bildnngsproblems hat der Verf. die explicite Durchführung für specielle 
Begrenzungsformen (Epicykloiden , insbesondere die PASOAL'sche 
Schneckenlinie) gegeben. Heun. 

Lord Ratleigh. On the Stresses in solid bodies due to unequal 
heating and on the double refraction resulting therefrom. Arch. 
N6erL (2) 5, 32—42, 1900. PhiL Mag. (6) 1, 169—178, 1901. 
Die Wirkung einer ungleichförmigen Erwärmung auf die 
Spannungsvertheilung in einem ursprünglich isotropen Körper ist 
sowohl eine Function der Raumcoordinaten eines Elementes in 
demselben als auch des Zeitverlaufs. In dieser allgemeinen Auf- 
fassang sind hier einige besondere Fälle (ebene Platte mit einer 
transversalen Raumcoordinate, Cylinder mit Grenzbedingungen) voll- 
ständig durchgeführt. Am Schluss der Arbeit sind einige Beob- 
achtungen an Glas angeführt, welche vom Verf. mit dem Polari- 
skop angestellt wurden. Heun, 

16* 



244 7 a. Elasticität. 

Karl Pbabsoi?. Od the kinetic accumulation of Btress, illustrated 
by the theory of impulsive torsioD. Proc. Roy. Soc. 67, 222—224, 
1900. 

Anzeige einer grösseren Abhandlung über das elastische Ver- 
halten von Stäben, Trägern, Wellen etc. bei impulsiver Beanspruchang 
auf Torsion. Für die theoretische Maschinenlehre ist dieses Thema 
von der grössten Wichtigkeit. Heun, 



H. Lamb. Problems relating to the impact of waves on a spherical 
obstacle in an elastic medium. Pi*oc. Lond. Math. Soc. 32, 120— 150, 
1900. 

On a peculiarity of the wave-system due to the free vibrations 

of a nucleus in an extended medium. Ibid. 208—211. [Wied. BeibL 
25, 8, 1901. 

Der Einfluss eines kugelförmigen Hindernisses auf die Aus- 
breitung elastischer Wellen wurde zuerst von Lord RAYiiEian (Phil. 
Mag. 1871, Scientif. Papers 1, 104) im Hinblick auf gewisse optische 
Erscheinungen theoretisch untersucht. In der ersten der oben ge- 
nannten Veröffentlichungen hat der Verf. dieses Problem in er- 
weiterter Fassung in Angriff genommen und nach seinen originellen 
Methoden durchgeführt. 

Zunächst wird der sphärische Körper als starr und bewegungslos 
angenommen, darauf als starr, aber beweglich. Ferner wird der 
Fall in Rechnung gebracht, dass eine starre Umhüllung einen 
schwingenden oder rotirenden Mechanismus enthält. Zuletzt wird 
eine elastische Kugel betrachtet, welche andere Elasticitätsconstanten 
besitzt wie das umgebende elastische Medium. 

Die ganze umfangreiche Untersuchung ist vom Verf. in An- 
griff genommen worden, um eine mechanische Erklärung der 
relativen Absorption des Lichtes durch Gase vom Gesichtspunkte 
der elastischen Auffassung der optischen Erscheinungen zu geben. 
Doch wird die elektromagnetische Erklärungsweise dieses Vorganges 
als die einfachere und befriedigendere erklärt. 

Die zweite Arbeit behandelt die Wellenerregung in einem 
elastischen Medium in Folge der Eigenbewegung eines darin eia- 
gebetteten Kernes. Als einfachstes Beispiel wird der Fall einer 
unendlich langen gespannten Saite betrachtet, an deren Anfangs- 
punkt ein Körper von bekannter Masse befestigt ist. Dieser steht 
nicht allein unter dem Einfluss der Fadenspannung, sondern ist 
auch noch mit Federn verbunden, welche ihre elastische Zugkraft 
in bestimmter Richtung äussern. Heun. 



Pbabbok. Lamb. Boüasbb. Pbooib. Franklin. Kelvin. 246 

H. BouAssB. Sur les oourbeB de d^formation des fils. 2. Ann. 
de Toulouse (2) 2, 5—65, 1900. 
Da wir über die allgemeineu Oesichtspunkte des Verf. bereits 
beim Erscheinen des I. Theiles der Arbeit (Fortsohr. d. Phys. 1899) 
berichtet haben, so sei hier nur bemerkt, dass sich die vorliegende 
Fortsetzung auf die Untersuchung der Torsionscurven und ihre 
Abhängigkeit von den Zugcurven erstreckt. Zum Schluss werden 
die allgemeinen Resultate mit den theoretischen Ansichten von 
DvHKM und Bbillouin verglichen. Heun. 



W. PsnniB. On the torsional oscillations of wires. Edinb. Trans. 

39 [2], 425—455, 1897/98. 

Fortsetzung der Arbeiten des Verf., über welche in den Fortschr. 
i Phys. 54 [1], 509, 1898 kurz referirt wurde. Die vorliegende 
aasfnhrliche Mittheilung enthält die eingehende Beschreibung der 
Yersnche, theoretische Betrachtungen über die Theorie der Oscil- 
lationen eines unvollkommen elastischen Körpers im Anschluss an 
die Untersuchungen von Jambs Thomson (1848) und die Einzel- 
resoltate der Beobachtungen in tabellarischer Uebersicht Hetm. 



W. S. FbankiiIN. The problem of the stresses and strains in a 
long elasüc holow cylinder subjected to internal and extemal 
pressure and to tension. The Phys. Bev. 11, 176 — 180, 1900. 
Systematische Behandlung des elastischen Problems für einen 
Cylinder von unendlicher Länge. Die Resultate stimmen mit den 
Formeln der Lehrbücher überein. Wegen der klaren Auffassung 
der elementaren Beziehungen empfiehlt sich die gewählte Dar- 
stellung för Studirende der technischen Mechanik. Heun, 

Lord Ejblvik. On the motion produced in an infinite elastic solid 
by the motion through the Space occupied by it of a body 
acting on it only by attraction and repulsion. PhiL Mag. (5) 50, 
180—198, 1900. Proe. B. Edinb. Soc. 23, 218—224, 1900. Katare 62, 
360, 1900. 
Der Verf. bezeichnet seine Untersuchung als einen Beitrag 

zur analytischen Dynamik und das Problem als ein solches, welches 

m physikalischen Fragen in keinem directen Zusammenhang stehe. 

Trotz dieser Erklärung muss die Arbeit als ein bedeutsamer Beitrag 

znr Molecularphysik angesehen werden. 

Der Ausgangspunkt der Betrachtung ist die Aufstellung eines 

Gesetzes für die Kraftwirkung eines Atomelementes auf ein in- 



246 7 a. Elasticität. 

finitesimales Aetherelement. Hierzu wird das NBWTON'sche Gesetz 
benutzt und zwar mit einer derartigen vaiiablen Grayitations- 
constante (a), dass das über das Volum des Atoms {Ä) erstreckte 
Integral 

///Äa = 

wird. Hierzu treten aber noch weitere speoielle Hypothesen. Auf 
Grund derselben werden zwei Aufgaben explicit gelöst und graphisch 
interpretirt : 

I. Welche Bahn beschreibt ein Aetherelement in Folge der 
Gleichgewichtsstörung, welche der Aether durch die geradlinige, 
gleichförmige Bewegung des Atoms erleidet? 

II. Welches ist die totale, kinetische Energie des Aether- 
quantums, das sich innerhalb des Atoms befindet? 

Mit diesen Andeutungen müssen wir uns begnügen, da eine 
Wiedergabe des analytischen Processes hier nicht angebracht er- 
scheint Heun. 

A. M. Wob THINGTON and R. S. Colb. Impact with a liquid sur- 
face studied by the aid of instantaneous photography. PhiL 
Trans. (A) 194, 175—200, 1900. 
In vorliegender Arbeit setzen die Verff. ihre früheren Unter- 
suchungen (Phil. Trans. (A) 189, p. 137) über die Unterschiede der 
Störungserscheinungen fort, welche sich beim Aufschlagen einer 
rauhen oder einer glatten Kugel auf eine Flüssigkeitsoberfläche 
herausstellen. Zu Grunde liegen der Arbeit eine grosse Reihe von 
photographischen Momentaufnahmen, die zum Theil reproducirt 
worden sind. Als den hervorstechendsten Unterschied zwischen 
dem Verhalten einer Kugel mit rauher und einer solchen mit 
glatter Oberfläche heben die Verff. hervor, dass eine Kugel mit 
rauher Oberfläche (Kugel aus Marmor mit Sandpapier rauh ge- 
macht) eine kraterförmige Höhlung in das Wasser schlägt, während 
eine Kugel mit glatter Oberfläche (hochpolirte Stahlkugel) bei ihrem 
Eindringen in die Flüssigkeit sich sofort mit einer Schicht der 
Flüssigkeit umhüllt und in Folge dessen keine Luft mitreisst. 
Das letztere gilt aber nur, falls die fallende Kugel eine gewisse 
kritische Geschwindigkeit nicht überschreitet, welche für einige 
Fälle bestimmt wurde. Diese kritische Geschwindigkeit entsprach 
z. B. fiir eine Stahlkugel von 15,9 mm Durchmesser einer Fallhöhe 
von 132,5 cm, wenn die benutzte Flüssigkeit Wasser war. Die 
Verff. stellen femer fest, dass die kritische Geschwindigkeit wesent- 
lich von der Natur des Bades und der Temperatur der Kugel ab- 



"Worthington u. Cole. Lovb. 247 

hängt Liessen sie die Kugel kurz vor ihrem Aufschlagen durch 
eine Flamme fallen, so stieg die Fallhöhe fast auf den doppelten 
ßetrag. 

Was die Erklärung dieser Phänomene anbetrifft, so weisen 
die Verffl (1.) auf die Beobachtung von Aitken hin, dass Staub 
»ich an Objecten, welche wärmer als die Luft sind, nicht anheftet, 
(2.) fuhren sie Beobachtung von Quincke an, wonach eine Flüssig- 
keitshaut sich in Folge molecularer Wirkungen sehr rasch über 
eine polirte Oberfläche ausbreitet, und (3.) schliessen sie aus mecha- 
nischen Gründen, dass die von der Kugel getroffene und verdrängte 
Flüssigkeitsmenge an einer glatten Kugel emporgetrieben, bei einer 
rauhen Kugel dagegen in tangentialer Richtung fortgeschleudert 
werden muss. 

Um den Einfluss des Staubes zu untersuchen, wurde die Kugel 
elektrisirt und mit einem staubigen Gegenstande in Berührung ge- 
bracht Die so mit Staub bedeckte Kugel riss bei ihrem Ein- 
dringen in die Flüssigkeit eine grosse Menge Luftblasen mit sich. 
Der angegebene Einfluss einer Flamme wird hiermit in Zusammen- 
hang gebracht Sodann wird der Einfluss der Oberflächenbeschaffen- 
heit genauer untersucht und festgestellt, dass nur bei glatten Ober- 
flächen, die zugleich fest sind, eine Umhüllung der Kugel mit einer 
FlüBsigkeitsschicht stattfinden kann. Schliesslich werden noch eine 
Reihe von Versuchen im Vaouum und ferner solche mit stark 
viscosen Flüssigkeiten beschrieben, die indessen nichts wesentlich 
Neues zu Tage fördern. Heun, 

A. E. H. LovE. The propagation of waves of elastic displacement 
along a helical wire. Trans. Cambr. Pliil. Soc. 18, 364 — 374, 1900. 

Es handelt sich um die Bestimmung der Schwingungen eines 
elastischen Drahtes von kreisförmigem Querschnitte, dessen Axe 
von einer cylindrischen Schraubenlinie gebildet wird. Die Dila- 
tationen werden nach der Tangente, der Normalen und der Bi- 
nonnalen der Axe zerlegt. Zur Integration der dieser Zerlegung 
entsprechenden Differentialgleichungen der Bewegung setzt der 
Verf. einfache harmonische Schwingungen als Farticularlösungen 
voraus. Daneben treten aber noch Winkelverschiebungen auf, 
welche von der Krümmung und Torsion der Axe abhängen. Der 
grösste Theil der Arbeit beschäftigt sich mit einer eingehenden 
DiflcuBsion der Parameter, welche die einfachen harmonischen Wellen 
bestimmen. Heun. 



248 7 a. ElaBticität. 

£. EsTANAVB. Contribution ä P^tude de T^quilibre elastique d'ane 
plaque rectangulaire mince. Ann. de r^c. nonn. (3) 17, 295 — 358, 1901 f. 
In der Einleitung wird ein historischer Abriss der das Pro- 
blem betreffenden Arbeiten gegeben, beginnend mit der Laobangb'- 
sohen Differentialgleichung: 

schliessend mit der Note von M. Lävy in C. R. 129, 535 — 539 
(diese Ber. 55 [1], 474, 1899). Während LfivY eine einfache Reihe 
für die verticale Verrückung von w gegeben hat, besteht die Lö- 
sung von Navibb (1820) in einer Doppelreihe für dieselbe Grösse. 
Die erste Aufgabe, die sich der Verf. stellt, ist daher der Nach- 
weis, dass die NAviBB'sche Entwickelung in eine Doppelreihe auf 
die einfache Reihe von Ltivr zurückgeführt werden kann, mag die 
Function j?, welche die Belastung der auf ihre vier Ränder gestützten 
Platte darstellt, im üebrigen ganz beliebig sein. Die übrigen 
Capitel (II bis VII) des ersten Theiles der Abhandlung beschäftigen 
sich mit den sechs Problemen, auf welche die Entwickelung von 
M. Lävt anwendbar ist: 1) Die vier Ränder gestützt (Navibb'- 
sches Problem), 2) drei Ränder gestützt, der vierte frei (Fall von 
Vannbs), 3) drei Ränder gestützt, der vierte eingefalzt, 4) zwei 
Ränder gestützt, die gegenüberliegenden frei, 5) zwei Ränder ge- 
stützt, die gegenüberliegenden eingefalzt, 6) zwei Ränder gestützt, 
ein Rand frei, einer eingefalzt Unter Annahme einer gleichmässig 
über die Platte vertheilten Last ist dann für eine quadratische 
Platte als numerische Anwendung bis auf 1 Proc. der Werth des 
Pfeiles der Krümmung berechnet; aus dieser Rechnung hat sich 
für den Fall 1) eine Ueberlegenheit der LfivY'schen Methode über 
die NAViBB'sche herausgestellt 

In dem zweiten Theile der Arbeit wird das NAViBB'sche Pro- 
blem parallel nach der NAviBB'schen und nach der LÄvr'schen Me- 
thode in den Fällen behandelt, wenn die Belastung p entweder 
durch eine lineare Function in y^ oder durch ein beliebiges Poly- 
nom in X und y, oder als Sinus- oder als Exponentialfunction ge- 
geben ist Durch die Vergleichung der Resultate wird der Verf. 
zur Summation interessanter trigonometrischer Reihen geführt, 
Reihen, deren Werth er im Üebrigen auch direct berechnet hat; 
dies liefert ge wisser maassen einen neuen Beweis fiir den im ersten 
Capitel aufgestellten Satz. Wegen der Länge der hierbei erforder- 
lichen Rechnungen begnügt sich der Verf. in diesem zweiten Tbeile 



Est AN AVE. Appbll. Michbll. 249 

mit der Angabe der befolgten Methode und der erhaltenen Ergeb- 
nisse, behält sich aber die ausfuhrliche Veröffentlichung vor. 

Ausser der rein mathematischen Untersuchung hat er nun auch 
noch eine experimentelle Bestätigung der Resultate hinzugefugt. 
Der von ihm zu diesem Zwecke ersonnene Apparat verwirklicht 
zwar nicht genau die idealen Bedingungen der Rechnung, nähert 
sich ihnen jedoch und giebt Resultate nicht nur von derselben 
Grössenordnung, sondern ungemein angenähert. Zur Prüfung des 
oben erwähnten, durchgerechneten Zahlenbeispieles diente eine 
quadratische Glasplatte von 10cm Seite und 0,73mm Dicke; auf 
dieselbe wurde ein gleichmässiger Druck durch comprimirte Luft 
ausgeübt. Während für die Zunahme des Pfeiles der Krümmung 
bei Zunahme des Druckes von 10 g auf das Quadratcentimeter 
durch die Beobachtung 0,18 mm gefunden wurde, ergab die Rech- 
nung in diesem Falle 0,17 mm. Xp. 

P. Appell. Note sur les exp^riences du Commandant Habtmank. 
Bull. 80C. math. 28, 66—68, 1900 f. 
Die von Habtmann angestellten Versuche haben das Auftreten 
gewisser regelmässiger Linien in Metallen gezeigt, die einer Be- 
anspruchung durch grosse Kräfte ausgesetzt wurden. Appell theilt 
anter grosser Reserve einige Ueberlegungen mit, die, von Caucht'- 
tHshen Vorstellungen und Formeln ausgehend, vielleicht zu einer an- 
nehmbaren Erklärung fuhren könnten. Xp. 



J. H. MicHSLL. The theory of uniformly loaded beams. Quart. 
Jonm. of Math. 32, 28 — i2, 1900 f. 
Der Zweck der Arbeit erhellt aus den folgenden Worten der 
Einleitung: „Seit den Leistungen von St.-Vbnant und Clbbsoh 
ist die Theorie der Balkenträger gewöhnlich aus einer Bestimmung 
derjenigen Zustände der Deformation abgeleitet worden, bei denen 
die gegen die Längsfasem rechtwinkligen, elastischen Spannungen 
verschwinden. Die Theorie umfasst, wie sich zeigt, die Fälle, in 
denen die Spannungen längs des Balkens sich gleichmässig ändern, 
mithin alle Fälle einer blossen Endbelastung. Es scheint indessen 
natürlicher, die Sache von dem anderen Ende aus anzugreifen. 
Erstens fuhrt die Annahme einer gleichmässigen Spannung längs 
des Balkens (die offenbar die Theorie gleichförmiger Biegung und 
Drillung einschliessen muss) sofort zu den Lösungen von St.-Venant, 
indem der Beweis, dass die Spannung senkrecht zu den Längsfasern 
verschwindet, sehr leicht ist und auf der Hand liegt Die nächst 



250 7 a. Elasticität. 

einfache AnDahme einer gieichmässig sich ändernden Spannung 
leitet in einer ebenso einfachen Art auf die St. - VBNANT'sche 
Theorie für eine Endbelastung. Von diesem Gesichtspunkte aus 
ist der nächste Schritt, der eine gleichmässige stetige Belastung 
einführt, klar vorgezeichnet. Die Lösung dieses Problems muss, 
wie wir aus St.-Vbnant's Arbeit wissen, auf Spannungen senkrecht 
zu den Längsfasern fuhren. Die Annahme fährt nämlich auf ein 
Problem ebener Deformation für einen senkrechten Querschnitt des 
Balkens, zusätzlich der Bestimmung der als Scheer- und Drillfunc- 
tionen vielleicht zu benennenden Functionen, die in St.-Vbnant's 
Arbeit erscheinen. Die totalen Scheerungen und Biegungsmomente 
quer zu den Normalschnitten werden in Gliedern mit den Krüm- 
mungen der centroidalen Linie und der Torsion bestimmt, ohne 
dass man das Problem der ebenen Deformation löst, so dass wir 
die Abweichung von der BEBNOULLi'sohen Formel für das Biegungs- 
moment bei Balken von allen Querschnitten bestimmen können, für 
welche die LAPLAOE'sche Gleichung in zwei Dimensionen gelöst 
werden kann. Die Vertheilung der gleichförmigen Belastung über 
den Querschnitt kann dabei eine ganz beliebige sein. Die Arbeit 
umfasst auch die Fälle gleichförmiger Vertheilung eines drillenden 
Paares und einer Längskraft 

In Hinsicht auf frühere Arbeiten über den Gegenstand finde 
ich, dass die Behandlung gleichmässiger Biegung und Drillung eine 
bedeutende Aehnlichkeit mit der bei Voigt zeigt (Wied. Ann. 16, 
273; diese Ber. 38, 286, 1882). Noch enger ist mit dem Haupt- 
gegenstande der gegenwärtigen Abhandlung eine Arbeit von Kabl 
Pbabson verwandt (Quart. Journ. 24, 63; diese Ber. 45, 425, 1889), 
bei der die vorausgeschickte Inhaltstabelle anzudeuten scheint, dass 
der Verf. eine Theorie entwickelt hat, die sich auf dasselbe Gebiet 
erstreckt. Der einzige veröffentlichte Theil der Arbeit Pbabson's 
behandelt (so weit ich finden kann) den Kreiscylinder durch ein 
tastendes Verfahren, und seine Einleitung scheint Beschränkungen 
anzudeuten, die hier nicht eingeführt sind. Das allgemeine Ver- 
fahren und die Ergebnisse der gegenwärtigen Abhandlung düi-ften 
daher vielleicht doch noch von einigem Interesse sein, obgleich die 
Arbeit von Pbabson hinreicht, um die Kleinheit der zu St.-Vbnant's 
Ausdrücken hinzugefügten Glieder in dem Falle langer Balken zu 
zeigen." Zp. 

A. CoBNU. Deux methodes optiques pour l'etude de Pelasticit^ des 
Corps solides. Aroh. N6erl. (2) 5, 322 — 338, 1900 f. 



COBNÜ. SbABLE. 251 ' 

Das zu untersucheDde Material ist auf zwei Stützen aufgelagert 
und kann durch passend angebrachte Gewichte convex oder concav 
gekrümmt werden, oder das zu untersuchende Stück ist einseitig 
auf einer Stütze, andererseits auf einer Spitze gelagert und wird 
nach der einen oder anderen Seite durch passend angebrachte Hebel 
tordirt 

Die erste schon früher vom Verf. angegebene Methode der 
Untersuchung der Elasticität beruht auf der Anwendung der 
NswTON'schen Ringe. Eine Linse ist in geringer Entfernung von 
der geschliffenen und polirten Oberfläche des zu untersuchenden 
Stückes aufgestellt Zwischen ihr und der polirten Oberfläche inter- 
ferirt das von einer monochromatischen Lichtquelle herrührende 
Licht. Die Ringe und ihre Aenderungen bei den elastischen Defor- 
mationen des Versuchsstückes werden durch ein Femrohr beobachtet 
oder auch photographirt 

Die zweite Methode ist der Autocollimation vergleichbar. Ein 
im Hauptbrennpunkt eines Objectes gelegener leuchtender Punkt 
sendet durch das Objectiv parallele Strahlen aus, welche, von der 
polirten Oberfläche des Versuchskörpers reflectirt, auf dem gleichen 
Wege durchs Objectiv zurückgehend, einen Bildpunkt ganz nahe 
dem leuchtenden Punkte ergeben. Sobald die polirte Oberfläche 
sich deformirt, wird das reflectirte Lichtbündel astigmatisch und 
der Bildpunkt ändert sein Aussehen. Verfolgt man diese Aende- 
mng des Aussehens messend, so kann man daraus auf die Art und 
Grösse der Deformation des Versuchskörpers Schlüsse ziehen. 

Der Verf. theilt eingehend die Einzelheiten der praktischen 
Ausführung beider Methoden mit; in Bezug hierauf mag auf das 
Original verwiesen werden. 

Eine kritische Vergleichung beider Methoden ergiebt hinsicht- 
lich der Genauigkeit die Gleichwerthigkeit beider Methoden. Der 
Verf. stellt als erreichbare Messungsgenauigkeit die Grösse von 
0,01 II hin. Scheel. 



6. F. C. Sbabls. Apparatus of measuring the extension of wires. 

Cambr. Phil. Soc, 5. Febr. 1900 f. [Natare 61, 459, 1900 t. Proc. Cambr. 

PhiL Soc. 10, 318—323, 1900 t. 
Der zu untersuchende Draht ist mit einem anderen Drahte aus 
gleichem Material, der als Normaldraht gilt, parallel aufgehängt. 
Die unteren Enden sind durch eine Libelle verbunden. Bei Be- 
lastung des einen Drahtes wird die Blase der Libelle verschoben; 
sie wird durch Verlängerung des anderen Drahtes mittels einer 



'252 7 a. Elasticität. 

Schraube wieder an ihre frühere Stelle gebracht Aus der Grösse 
der Schraubendrehung wird die Längenänderung abgeleitet. Verf. 
will auf diese Weise LängenänderuDgen von 0,001 mm noch mit 
Sicherheit bestimmen. Scheel. 

6. F. C. Seablb. On the elasticity of wires. PhiL Mag. (5) 49, 193 

—199, 1900. 

H. £. WiMPEBis. Experiments on the elasticity of wires. PhiL 
Mag. (5) 50, 416 — 420, 1900. 
Verff. haben den sogenannten PoissoN'schen GoefBcienten (j£) 
für stärkere Drähte (bis Vi Zoll) bestimmt. Wimpbbis hat für 
Messing, Kupfer und Eisen in keinem Falle ft grösser als 0,46 ge- 
funden, während Sbablb bei der Verwendung wesentlich, dünnerer 

Drähte ft^ö* erhalten hatte. Heun. 

K. F. SiiOTTE. üeber die Elasticität der Metalle. Zweite Mittheilung. 
Acta 80C Fennicae 29, Nr. 3, 17 S., 1900 t- 
Die vorliegende Arbeit schliesst sich eng an diejenige an, über 
welche in diesen Ber. 55 [1], 488—489, 1899 berichtet wurde. 
Verf. hat unter verschiedenen Annahmen dort drei Gleichungen 
abgeleitet: 

\ f*oSo / V /*oSoCp / 

60(^1— ^) — efi 
et^t ' 

wo h den linearen AusdehnungscoefBcienten, t die vom Gefrier- 
punkte des Wassers gerechnete Temperatur, ^ die Schmelztempe- 
ratur, 8 das specifische Gewicht, y das chemische Moleculargewicht, 
ß den CompressionscoefBclenten und c dessen TemperaturcoefBcienten 
[/J = /}q(1 -[- c^)] bezeichnen. 

Die vorliegenden Beobachtungen des Elasticitätsmoduls und 
Torsionsmoduls beziehen sich auf Drähte von Silber, Platin und 
Eisen. Die Vergleichung der aus den Beobachtungen mit Hülfe 
der beiden ersten Ausdrücke für c berechneten Werthe von tfo 
[f*o = ^0 /'o = 3(1 — 2 (Jo)] mit direct beobachteten scheint darauf 
hinzudeuten, dass die zweite Formel für c in besserem Einklang mit 
der Wirklichkeit steht als die erste. Aus dieser zweiten Formel 
ergeben sich dann auf Grund der Beobachtungen die folgenden 
Werthe von c: 



Sbable. WmPBBis. Slotts. Schasfeb. 



253 



Silber 0,000167 

Platin 0,000043 

Eigen 0,000081 

Verf. berechnet femer, wie in der ersten Mittbeilung, mit 
Hülfe der dritten Gleichung für c zur Controlle der Voraussetzungen, 
welche er über die Moleoularbewegung und die Elasticität der 
Metalle gemacht hat, die Schmelzpunkte der untersuchten Metalle. 

Die Zusammenstellung seiner Berechnungen ist zugleich mit 
froheren Beobachtungen an anderen Metallen in nachstehender 
Tabelle wiedergegeben: 





«• 


t 


e 


Schmelztemperatur 


• 


berechnet 


Mittel 


beobachtet 


1 

Silber 

Kupfer .... 

Alominium . . 

Eisen 1 . . . . 
Eilen 2 . . . . 
Platin .... 


7 6441 

1271l| 

7 200 

10385| 

20694 

1645o{ 


30 
40 
50 
30 
50 
SO 
40 
60 
30 
40 
50 
30 
50 


7349 

7 262 

7123 

12286 

12065 

6794 

6698 

6606 

19037 

19004 

19570 

16079 

15610 


908« C. 

937 

848 
1040 
1151 

661 

721 

767 
1939 
2428 
1013 
1429 
1040 


i 898<> 
1 1096 
716 

2184 

1599 
1613J 

I 1285 


950—1000« 
1050--1100 
600—700 

1600 
1700 



Verfasser hält die Uebereinstimmung zwischen berechneten 
and beobachteten Werthen der Schmelztemperaturen für genügend 
and glaubt, dass für Fiatin durch Häufung der Beobachtungen sich 
gleichfalls ein besseres Resultat erzielen lasse. Scheel. 



Cl. Sohaepbr. Ueber den Einfluss der Temperatur auf die Elasti- 
cität der Metalle. Verh. Deutsch, phys. Ges. 2, 122—126, 1900 t. 

Die Untersuchung erstreckte sich bis zu Temperaturen von 
— 70®C. und — 186*^ C. Gemessen , wurden die Temperaturcoöffi- 
cienten für den Elasticitäts- und Torsionsmodul sowie die absoluten 
Werthe der Module; auch über die elastische Na<5h Wirkung und die 
Elasticitätsgrenze wurden Beobachtungen angestellt. Die benutzten 
Methoden sind folgende: 



254 7 a. ElaBticitat. 

1. Verlängerung durch Zug zur Bestimmung des Temperatur- 
cogfBcienten für den Elasticitätsmodul und des absoluten Werthes 
des letzteren. 

2. Die Schwingungsmethode für den Temperaturcogfficienten 
des Torsionsmoduls und dessen absoluten Werth. 

3. Eine statische Methode zur Bestimmung des Temperatur- 
coeflßcienten für den Torsionsmodul sowie zur Messung der elasti- 
schen Nachwirkung und der Elasticitatsgrenze. 

Die Resultate werden folgendermaassen zusammengefasst : 

1. Der Elasticitäts- und Torsionsmodul {rj bezw. Ä) lassen sich 
in dem Intervall +20® bis — 186^0. darstellen in der Form: 

Vi = V2o[l — oc(t ^ 20)] 
ht^ k,o[l—ß(t — 20)l 

Der lineare Zusammenhang ergiebt sich aus der Gleichheit der 
TemperaturcoefBcienten in den beiden verschiedenen Intervallen. 

2. Der TemperaturcoefBcient des Torsionsmoduls {ß) ist grösser 
als der des Elasticitätsmoduls (a); in Folge dessen wächst der 
Quercontractionscoefficient |x mit der Temperatur. 

3. Je grösser der thermische Ausdehnungscogfßcient oder je 
niedriger die Schmelztemperatur, desto grösser die Temperatur- 
coäflficienten; eine Ausnahme macht nur das Gold. 

4. Die elastische Nachwirkung wurde gemessen bei AI, Ag 
und Cu; sie zeigte bei Zimmertemperatur im Wesentlichen den- 
selben ^ Gang; bei — 186^ war sie bei allen Metallen unmerklich 
geworden. 

5. Die Elasticitätsgrenze wird durch Temperaturemiedrigung 
heraufgesetzt 

6. Der QuercontractionscoSfücient ft lässt sich darstellen in 
der Form: 

/i I \1 — a(f — 20) 

berechnet man hieraus die zu /*< = ^ gehörige Temperatur, so er- 
hält man eine der Schmelztemperatur des betreffenden Metalles 
naheliegende Zahl. 

Die folgende Tabelle enthält eine Uebersicht über die Re- 
sultate : 



Obat, Bltth u. Dunlop. 



255 



Material 


1 I&, ^ 

TS 


's 






So 

fig 


S 


Schmelz- 
temperatur 






5L 


beob. 
Grad 


ber. 
Grad 


Platin . . . 


9,07 . 10-« 


6593 


1,78 


16029 


0,732 


0,215 


1765 


1741 


Panadinm. . 


11,04 


4613 


2,696 


11284 


1,979 


0,223 


1578 


1724 


Eisen .... 


} 11,13 


7337 


3,035 


18347 


2,250 


0,247 


1500 


1470 


Nickel . . . 


1 12,79 


9518 


3,280 


23 544 


2,463 


0,2395 


1400 


1391 


Gold .... 


14,54 


— 


3,014 


— 


— 


— 


1070 


— 


Kupfer . . . 


16,98 


3967 


4,489 


9 897 


3,627 


0,245 


1100 


1169 


Süber. . . . 


1 19,00 


2467 


8,209 


5 897 


7,65 


0,195 


970 


990 


Alaminium . 


1 23,36 


2329 


24,72 


6 330 


21,32 


0,359 


645 


— 


Zink ... . 


29,05 


1614 


48,37 


4296 


— 


0,331 


419 


— 


Blei .... 


29,48 


550 


78,67 


1493 


— 


0,4313 


327 


— 



Scheel. 



A. Gbat, V. J. Bltth and J. S. Dunlop. On the effeot of changes 
of temperature on tbe elasticities and internal viscosity of metal 
wires. Ppoc Boy. Soc. 67, 180—197, 1900 f. 

Die za imteraachenden , etwa 5 m langen und etwa 1 mm 
starken Drähte waren innerhalb eines Doppelmantels aufgehängt 
and konnten dadurch, dass man durch den Doppelmantel Dampf 
schickte, auf höhere Temperaturen gebracht werden. Die Tempe- 
ratnrgrenzen waren etwa 20^ und 100^ C. Die Belastungen betrugen 
zwischen 4 und 16 Pfund. 

Für die Aenderung des YouNo'scben Moduls mit der Tempe- 
ratur ergaben sich folgende Werthe: 



Material 


Modul in; 

10" Dynen 

pro qcm 


Aenderung 
des Moduls 


Temperatur- 
differenz 


Abnahme 
des Moduls 

für l^C. 
bezogen auf 
die Einheit 


NeuBÜber 

Weicher Stahl. . . . 

HeBBing 

Kupfer (HandelB-) . . 
Kupfer (elektrolyti- 
BcheB, hart gezogen) 

WeicheB EiBen , . Ih 


1,3046 
2,1279 
1,0257 
1,1132 

1,2954 
1,545 
1,5578 
1,5536 


0,0345 
0,0340 
0,0287 
0,0129 

0,0416 
0,0238 
0,0155 
0,0198 


66.6« 
64,8 
70,8 
74,9 

73,7 
78,8 
73,0 
77,8 


0,000397 
0,000247 
0,000373 
0,000155 

0,000436 
0,000197 
0,000136 
0,000136 



256 



7 a. Elasticität. 



Die Aenderung der Rigidität mit der Temperatur wurde aus 
Torsionsscbwingungsbeobachtungen abgeleitet. D^bei ergaben sich 
die in untenstebender Tabelle aufgeführten Resultate. Die Resultate 
für weiches Eisen und Messing sind in guter, die für Handelsknpfer 
in erträglicher Uebereinstimmung mit den von Eohlbausgh und 
LooMis gefundenen Wertben: 



Material 


Schwingendes 

Gewicht in 

Pfund 


Temperatur- 
differenz 


Abnahme der 

Bigidität far 

l^C, bezogen 

auf die Einheit 


NeuBÜber 

Weicher Stahl 

Messing 

Kupfer (Handels-) ... 

Kupfer (elektrolytisches, | 
hart gezogen) . . . . | 

Weiches Eisen 


12,7 
18,7 
3.4 
12,7 
12,7 
18,7 
12,7 
18,7 
24,7 
12,7 
18,7 
24,7 


67,6 
72,2 
70,9 
72,3 
73,1 
72,9 
67,7 
67,6 
70,0 
80,3 
78,2 
79,1 


0,000528 

0,000338 

0,000352 

0,000247 

0,000392 

0,000413 

0,00111 

0,00149 

0,001 60 

0,00041 

0,00054 

0,00037 



Das Verlöschen der Torsionsschwingungen war bei verschiedenen 
Temperaturen sehr verschieden und zwar erfolgte es mit Ausnahme 
des Neusilbers bei höheren Temperaturen schneller als bei niederen. 
Es hängt das unzweifelhaft mit einer beträchtlichen Zunahme der 
inneren Viscosität des Druckes mit steigender Temperatur zusammen. 
Es werden die diesbezüglichen Diagramme für die einzelnen Drähte 
wiedergegeben und discutirt. Scheel, 



J. J. GuEST. On the strength of ductile materials under combined 
Stresses. Proo. Phys. Soc. 17, 202—- 272, 1900 t. Pliys- Soc. London, 
25. Mai 1900. [Nature 62, 118—119, 1900 t. Pbü. Mag. (5) 50, 69—132, 
1900 t. 
Röhren aus Stahl, Kupfer und Messing wurden unterworfen 
1) der Torsion, 2) Torsion und Zug, 3) Zug allein, 4) Zug und innerem 
Druck, 5) Torsion und innerem Druck und 6) innerem Druck allein 
und dabei die auftretenden Deformationen gemessen. Die ge- 
wonnenen, durch Curven dargestellten Resultate lassen das Vor- 
handensein einer specifischen Scheerspannung für den Bruch eines 
gleichmässig gezogenen Materials erkennen. Wegen Einzelheiten 



GüBST. Alibrakdi. Btdbebo. Auerbach. 257 

der Arbeit, die meist technisches Interesse bietet, sei auf die aus- 
föhrlicbe Veröffentlicbung in Phil. Mag. verwiesen. Scheel. 



PiBTBo Alibbandi. Sulla elasticitä dei solidi complicata da varia- 
zioni di temperatura. Batt G. 38, 77—91» 1900 f. 

Der Verf. nntersacbt die Modificationen , welche man an den 
allgemeinen Elasticitätsgleichungen för homogene isotrope Körper 
aDzubringen hat, wenn ihr ursprünglicher Zustand gleichzeitig durch 
äussere Actionen und durch Temperaturänderungen abgewandelt 
wird. Lp. 



J. R. Rtdbebq. Die Härte der einfachen Körper. ZS. f. physikal. 
Cbem. 33, 353—359, 1900 f. 

Verf. ermittelt die wahrscheinlichsten Werthe für die Härte 
der einfachen Körper nach der MoHs'schen Scala und stellt die- 
selben graphisch als Function des Atomgewichtes dar, wobei sich 
ein dem periodischen System der Elemente entsprechender Verlauf 
der Curve ergiebt Es zeigt sich, dass die Function der Gruppe 
angehört, welche Verf. die Cohäsionsgruppe nennt, d. h. die Gruppe 
von Eigenschaften, bei denen sich die Feriodicitiit auf eine perio- 
dische Veränderung in der Grösse der Cohäsion zurückführen lässt. 
Hierher gehören U.A. Dichte, Ausdehnung, Atomwärme, Schmelz- 
punkt, Schmelzwärme, Siedepunkt und die meisten elastischen Eigen- 
schaften der Grundstoffe. Scheel. 



F. Aubbbach. Ueber die Härte der Metalle. Ann. d. Phys. (4) 3, 

108—115, 1900 t. 

Die Härte bei plastischen Körpern ist vom Verf. in einer 
früheren Veröffentlichung durch den Grenz werth definirt, den bei 
wachsendem Druck einer Linse gegen eine Platte (beide aus dem 
betreflfenden Material) der Druck pro Flächeneinheit erreicht, ohne 
ihn, wenigstens bei vorsichtiger Drucksteigerung, je zu überschreiten. 
Nach der gleichzeitig mitgetheilten Methode hat nun Verf. in vor- 
liegender Arbeit eine Reihe von Metallen untersucht und ist zu 
folgenden Werthen gelangt Jedem Metall ist dasjenige Mineral 
Zur Seite gesetzt, welches ungefähr die gleiche absolute Härte be- 
sitzt 

Portachr. d. Phys. LVI. 1. Abth. 17 



258 



7 a. Elasticität. 



MetaU 

Stahl (mittelhart) ; englischer Werkzeugstahl . . . 

Kupfer (hart) ; Draht von 12 mm Stärke mit etwas 
Phosphorkupfer 

Bronze (Roihguss); 15 Thle. Rohkupfer, 2 Thle. 
Bohzink, iV, Thle. Bohzinn 

Messingdraht, Vs Kupfer, Vg Zink 

Qold, Feingold, enthält weniger als V^ pro Mille 
fremde Bestand theile 

Kupfer (weich); Kupferguss mit 4 Proc. Phosphor- 
kupfer (90 Proc. Kupfer u. 10 Proc. Phosphor) 

Silber, Feinsilher mit 999 Thln. Silber, 1 Thl. 
fremde Metalle (Kupfer, Antimon, Blei) . . . 

Aluminium entJiält 6 Proc. Kupfer 

Blei, Handelsblei, nahezu rein bis auf 1 Proc. . . 



Härte 



Mineral 



361 


Quarz 


143 


Apatit 


127 




107 


Flussspath 


97 




95 


Kalkspath 


91 




52 


Borsäure 


10 


Gyps 



Diese Zusammenstellung lässt u. A. erkennen, dass Legirungen 
härter sein können als jeder ihrer Bestandtheile , denn wenn auch 
Zink und Zinn oben nicht vorkommen, so ist doch zweifellos, dass 
ihre Härte tief unten, vermuthlich zwischen Aluminium und Blei 
steht Scheel. 



J. H. Vincent. Experiments on iropact Proc Cambr. PhiL Soc. 10, 

332—333, 1900 t. 

Wenn ein Gummiball auf eine nicht deformirbare Ebene oder 
ebenso eine nicht deformirbare Kugel auf eine Gummiplatte auf- 
trifft, so ist der Restitutionscoefficient e far eine Annäherungsge- 
schwindigkeit u 

e = Bq — Witt, 

wo «0 ^ßd *w positive Constante bedeuten. 

Für einen Stahlball, welcher auf eine ebene Blei-, Paraffin-, 
Messing- oder Gusseisenoberfläche aufschlägt, wächst e schnell, wenn 
die Annäherungsgeschwindigkeit klein wird. Für grosse Annähe- 
rungsgeschwindigkeiten ist e angenähert gleichfalls durch die obige 
Formel gegeben. 

Das Hämmern einer Bleioberfläche vergrössert e, gleichgültig, 
ob das Blei gehärtet oder langsam gekühlt war. 

Die durch den Stoss von nicht deformirbaren Kugeln auf ebenen 
Blei-, Paraffin-, Messing- und Gusseisenflächen hervorgebrachten 
Eindrücke gehorchen, wenn die Stossgeschwindigkeit nicht gross 
ist, den folgenden einfachen Gesetzen: 



ViNCBNT. LeKOBLE. 259 

1. Das Quadrat des Durchmessers der deformirten Stelle ist 
der Stossgesch windigkeit proportional. 

2. Für Kugeln von gleichem Material, welche mit der gleichen 
Geschwindigkeit aufschlagen, ist der Durchmesser der deformirten 
Stelle proportional dem Kugeldurchmesser. 

Hieraus folgt für kleines e, d. h. für Blei und Paraffin, dass 

3. die von einer Kugel zur Hervorrufung eines Eindruckes 
nöthige Zeit unabhängig ist von der Geschwindigkeit des Stosses. 

4. Der Druck (p) zwischen den in Berührung befindlichen 
Flächen ist während dieser Zeit constant Der Werth von jp variirt 
für verschiedene Bleiproben von 6 X 10^ bis 13 X 10® Dynen 
pro Quadratcentimeter. Für weiches Paraffin ist der Werth 
1 X 10* Dynen pro Quadratcentimeter. 

Diese Resultate können bei beiderseitiger Aenderung der Ge- 
schwindigkeit des Stosses und des Kugelradius durch folgendes 
Gesetz zusammengefasst werden: 

5. Das Volumen der deformirten Stelle ist proportional der 
Bewegungsenergie der Kugel kurz vor dem Stoss. Dasselbe ergab 
sich bei Aenderung des Materials der aufschlagenden Kugel. 

Für gleichmässige Belastung ist das Quadrat des Durchmessers 
der deformirten Stelle proportional der Belastung. Der Druck zwi- 
schen den Flächen ist bei der Berührung constant und bei Blei 
etwa die Hälfte von p, 

6. Die Zeit des Stosses ist unter sonst constanten Verhält- 
nissen direct proportional dem Durchmesser des aufschlagenden 
Balles. Scheel. 

tu LsNOBLB. Contribution ä T^tude des d^formations permanentes 
des fils metalliques. 126 S. Thdse, Bordeaux, Gounouilhou, 1900. 

Sur les d^formations permanentes des fils mötalliques. Jouru. 

d. pbys. (3) 9, 532—543, 1900 f. 

Verf. hat sich zum Ziel gesetzt, die bei der Belastung eines 
Drahtes auftretenden Deformationen in allen Einzelheiten zu ver- 
folgen. Die Versuche wurden mit den verschiedensten Metalldrähten 
(Silber, Kupfer, Platin u. s. w.) angestellt Wir müssen uns an 
dieser Stelle damit begnügen, im Folgenden die Hauptresultate 
wiederzugeben. 

Unter dem Einfluss einer constanten Belastung und bei un- 
geänderter Temperatur kann ein Draht sich unbestimmt verlängern. 
Der Draht verlängert sich schneller, wenn man OsciUationen zwi- 

17* 



260 7 a. Elasticität. 

Bohen zwei gegebenen Belastungen hervorbringt, als ohne diese 
Oscillationen. 

Bei cyklisohen Aendernngen der Belastung durchläuft in der 
graphischen Darstellung der beschreibende Punkt auf- und abstei- 
gende Linien, welche sich in einem oder mehreren Punkten schnei- 
den. Die ringförmigen Figuren sind meist linksdrehende. Die 
spiralig verlaufenden Linien ziehen sich mehr und mehr zusammen 
und die Figuren verlängern sich, bis man an einen Grenzweith 
gelangt, den geschlossenen Kreis, der im Allgemeinen links- 
drehend ist. Dieser Kreis hat indessen keine feste Lage; er kann 
sich verschieben, besonders unter dem Einilnss einer Mehrbelastung. 
Dabei streben dann aber diese Grenzkreise wieder einer neuen 
Grenzlage zu, dem schliesslichen Grenzkreise (cycle limite des limites). 
Die Lage der schliesslichen Grenzkreise hängt von der Höhe der 
Mehrbelastung ab. Auch die schliesslichen Grenzkreise können 
sich wiederum verschieben. 

Die verschiedenen Kreise nehmen ihre endlichen Lagen schneller 
ein bei gehärteten als bei geglühten Metallen. 

Bei Belastungen nahe dem Bruch bilden die Curven links- 
drehende Ringe und die Spirallinien haben das Bestreben, äquidistant 
zu werden. Scheel, 

A. Lafat. Sur les d^formations de contact des corps ^lastiques. 
C. B. 131, 525—628, 1900 f. 
Die Arbeit ist unternommen, um die Einflüsse klar zu stellen, 
welche die Elasticität der Metalle auf die Längenvergleichung bei 
Endmaassen bei verschiedenem Druck der Contactvorrichtung aus- 
übt Für den Fall der Berührung zweier beliebig gestalteter 
Flächen hat Hbbtz eine Formel abgeleitet, welche die Grösse der 
Eindrückung unter im Uebrigen gleichen Bedingungen proportional 
einer gebrochenen Potenz des Druckes a = Kp^ darstellt Für y 
nimmt Hertz den Werth Vs ^^' Verf hat bei Messungen von 
Bronze gegen Bronze und Bronze gegen Qtahl diesen Werth von y 
nur für relativ kleine Werthe der Krümmungsradien bestätigt ge- 
funden. Oberhalb einer gewissen Grenze von B (für Werthe von 

a 1 \ 

— <C if\(\ri(\ ) nimmt der Werth des Exponenten ab und strebt gegen 

den Grenz werth 72« 

In dem Falle, dass eine Kugelfläche und eine Ebene auf ein- 
ander einwirken, nimmt Verf. eine Abhängigkeit des a nur von R 
(Radius), p {Druck) und den Coefficienten J5Ji, 6ri....; J^ff^.... an. 



Lafat. Mesitageb. Müib. 261 

welche die Elasticität der in Frage kommenden Materialien oharak- 
terisiren : 



_« _ ^ / '9 i> \ 

22 — "^KEylC^' G^E^'"")' . 



Diese Formel hat sich auch für die Fälle bestätigt, wo die HsBTz'sche 
Formel nicht mehr gültig war. Scheel, 



A. MssNAOBB. La ddformation des solides. Bapp. du oongr. int. de 
phya. 1, 348—362, 1900 f. 

Eine zusammenfassende Uebersicht, die zu folgenden Schlüssen 
fuhrt: 

Ein durch Kräfte beanspruchter Körper deformirt sich nach 
den Gesetzen der Elasticitätstheorie, so lange an allen Funkten 

y>r^-(-. + -« + -3)i^ 1) 

wo y die Cohäsion, Vs>V3>Vj die Hauptspannungen und i) das 
YerhSltnisa der Verlängerang zur QaercoDtraction, und 

WO d die Härte, tangif der Coäfßcient der inneren Reibung und 

7t 

^ = 2a — j (a der Winkel der HABTMANN^schen Linien mit der 

Zngrichtung). 

Wenn bei Erfüllung der Bedingung 2) die Bedingung 1) auf- 
hört za bestehen, zerbricht der Körper ohne vorherige Deformation. 
Im gegentheiligen Falle tritt permanente Deformation ein ; 8 wächst 
im Allgemeinen mit der Deformation und folglich ist diese begrenzt 
und gleichmässig. Wenn d abnimmt, kann Bruch durch Scheerung 
eintreten. 

Um die langsamen Deformationen eines isotropen festen Kör- 
pers vorhersehen zu können, muss man y^ oc und 8 kennen, bei 
schnellen Deformationen ausserdem noch die Zunahme der äusseren 
Reibung als Factor der Geschwindigkeit. Scheel, 



J. MuiB. On the tempering of iron hardened by overstrain. Proo. 
Boy. 8oc. 67, 461—466, 1900 f. 
Durch Ueberanstrengung, z. B. durch dauerndes Strecken, ge- 
härtetes Eisen erlangt bekanntlich durch Ausglühen, d. h. durch 
Erhitzen über eine bestimmte hohe Temperatur und darauf folgendes 



262 7 a. Elasticität. 

langsames Abkühlen, seinen ursprünglichen Zustand wieder. Die 
Versuche des Verf. zeigen nun, dass, wenn durch Ueberanstrengung 
gehärtetes Eisen auf eine Temperatur über 300® C. gebracht wird, es 
analog der gewöhnlichen Temperung oder dem „Nachlassen^ des 
Stahls, welcher durch Abschrecken von einer Rothgluthhitze gehärtet 
war, theilweise weich wird. Diese der gewöhnlichen Teraperung 
gleiche Temperung von dem durch Ueberanstrengung erreichten 
Härtezustande ist nicht nur auf Stahl ^ sondern auch auf Schmiede- 
eisen und möglicherweise auch auf andere Materialien anwendbar, 
welche durch Ueberanstrengung gehärtet und ^xiTch Ausglühen 
weich gemacht werden können. Scheel, 



Ch. Ed. Güillaümb. Les d^formations passag^res des solides. Bapp. 
du congr. intern, de phys. 1» 432—448, 1900 f. 

Verf. bespricht die verschiedenen Beobachtungen der Nach- 
wirkungserscheinungen, und die zu deren Erklärungen aufgestellten 
Theorien. Seine eigene Theorie fasst er selbst kurz dahin zusammen, 
dass alle Körper, welche vorübergehende Modificationen zeigen, ein 
mit den äusseren Umständen variables chemisches Gleichgewicht 
besitzen, zu welchem sie langsam bei Veränderung dieser äusseren 
Umstände gelangen. 

Die Zulässigkeit dieser Theorie wird weiter discutirt. Sched, 



Fb. Eick. Wann kann Reibung an den Druckflächen auf die Art 
der Formänderungen Einfluss üben? S.-A. Baumaterialienkunde 5, 
Heft 12, 3 S., 1900 t. 
Verf. stellt Versuche in der Art an, dass er Probestücke ver- 
schiedenen Materials zwischen zwei parallelen Ebenen presst. Aus 
dem Aussehen der Flächen des Probestückes während des Druckes 
ersieht man, dass die Reibung zwischen Probestück und Pressplatte 
bei normalem (senkrechtem) Druck zwischen parallelen Platten keine 
Rolle spielt 

Anders verhält sich die Sache, wenn der Druck schräg ge- 
richtet ist oder die Stempelendfläche einen spitzen Winkel mit der 
Stützfläche einschliesst. In diesen Fällen wird die Art der Form- 
änderung von der Reibung (bezw. dem Reibungswinkel) des Materials 
des Probestückes an der Pressplatte abhängen. Sche^. 



X KüBLBB. Beitrag zur Knick -Elasticität und -Festigkeit. ZS. f. 
Math. u. Phys. 45, 307—332, 1900. 



GüiLLAüME. Kick. Kübleb. Striebeck. Voigt. 263 

Die EuLBB'sohe Knickungsformel beruht auf der Vorstellung, 
class der Verlauf der elastischen Linie nur von dem Biegungsmoment 
des gedrückten Stabes abhängt. In den vorliegenden Untersuchungen 
fuhrt der Verf. den eigentlichen Druck „als der eigentlichen Biegung 
ToUkommen ebenbürtig" in die y)etreffende Formel ein. Diese Vor- 
stellung findet sich allerdings auch schon in den früheren Dar- 
Btellungen der mathematischen Theorie der Elasticität fester Körper 
(z. B. bei Glbbsch) ausgesprochen und theilweise durchgeführt 
Allein es muss dessen ungeachtet als ein besonderes Verdienst an- 
gesehen werden, dass der Verf. die Theorie der EüQickung auf Grund 
dieser Anschauung bis ins Einzelne durchgearbeitet hat und sowohl 
der ganzen Rechnung als auch den Resultaten eine Formulirung 
gegeben hat, die den Ansprüchen des Technikers gerecht wird. 

Bei der Durchführung wird' der Fall der wenig federnden 
Stäbe von dem Falle der stark federnden Stäbe unterschieden, da 
diese Trennung für die Discussion der elastischen Linie erforder- 
lich ist Heun, 

Stbibbsck. Kugellager fßr beliebige Belastungen. Oentralstelle für 
wiss.-techn. UnterB. Neubabelsberg b. Berlin. 44 6., 1900. [Beibl. 24, 1244 
—1245, 1900 t. 
Aus einer Formel von Hbbtz ergiebt sich, dass, wenn zwei 
Kugeln desselben Materials, beide vom Durchmesser d, gegen ein- 
ander gepresst werden, bis ein bestimmter Druck in der Mitte der 
Dnicküäche erzeugt wird, die dazu erforderliche Belastung propor- 
tional mit d^ sein muss. Diese Proportionalität besteht auch, wenn 
eine Kugel vom Durchmesser d gegen eine Platte aus derselben 
Substanz gepresst wird. Verf. hat dies durch Versuche bestätigt. 
Da die Proportionalität auch noch jenseits der Elasticitätsgrenze be- 
steht, so kann die grösste zulässige Belastung ftir eine Kugel von 
beliebiger Grösse aus ihrem Durchmesser berechnet werden, wenn 
diese Belastung für eine Kugel desselben Materials und von einem 
bestimmten Durchmesser bekannt ist. Scheel. 



W. Voigt. L'^tat actuel de nos connaissances sur l'^lasticit^ des 
cristaux. Bapp. du oongr. intern, de phys. 1, 271—347, 1900. 

Der gegenwärtige Stand unserer Kenntnisse der Krystall- 

elasticität Referat für den internationalen physikalischen Con- 
gress in Paris vom 6. bis 12. August 1900. Gott Nachr. 1900, 

117— 176 t. 



264 7 a. Elasticität 

Der Bericht enthält neben einer Aufzählung der neueren theo- 
retischen und experimentellen Resultate auch allgemeine Gesichts- 
punkte über die Verwerthung der Symmetrieverhältnisse in der 
Kry Stallphysik. Er zerfällt in sechs Theile, deren jedem einzelnen 
der Verf. eine kleine Anzahl von Leitsätzen oder Thesen angehängt 
hat, welche bestimmt sind, die wichtigsten angeregten oder gelösten 
Fragen des betreffenden Abschnittes übersichtlich zusammenzufassen. 
Bei der Fülle des gebotenen Materials müssen wir uns darauf be- 
schränken, im Folgenden diese Leitsätze — im Wesentlichen — 
wiederzugeben. 

L üeber Tensoren und Tensortripel. Die Tensoren 
haben, als gerichtete Grössen, eine gewisse Verwandtschaft mit 
den Vectoren; indessen bedingt die Zweiseitigkeit der Tensoren 
wesentliche Unterschiede in dem beiderseitigen Verhalten. Die bei 
tensoriellen Vorgängen im Allgemeinen stets auftretenden Tensor, 
tripel mit ihren sechs von einander unabhängigen Componenten 
haben bei den Vectoren keinerlei Analogen. Da überdies Tensor- 
tripel in den verschiedensten Gebieten der Physik bei Variabein 
wie bei constanten Parametern auftreten, so ist eine selbständige 
Behandlung der Tensoren sachgemäss. 

IT. Allgemeine Eigenschaften der Drucke in defor- 
mirbaren Körpern« Die Bezeichnung Sn für eine parallel zu S 
liegende Druckcomponente gegen ein Flächenelement mit der 
(inneren) Normale n ist nach Anschaulichkeit und Beweglichkeit 
allen anderen vorzuziehen. Die Bedingungsgleichungen far räum- 
liche Probleme werden passend in Hauptgleichungen, Ober- 
flächenbedingungen und Anfangsbedingungen zerlegt. Aeussere 
Kräfte, die auf innere Punkte wirken, werden, wenn auf die Massen- 
einheit bezogen, passend als Massenkräfte, wenn auf die Volumen- 
einheit bezogen, passend als räumliche oder Volumenkräfte 
bezeichnet. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, die letztere Dar- 
stellung zu bevorzugen. 

in. Specielle Gesetze der Drucke in elastischen Kör- 
pern. Eine nach allen Richtungen hin bequeme Definition der die 
Deformation bestimmenden Argumente scheint nicht möglich zu 
sein. Die KiBOHHOFF'sche Festsetzung dürft;e wegen ihrer Anschau- 
lichkeit und Beweglichkeit, wegen ihrer Analogie zu den Nehm an n'- 
schen Symbolen der Druckcomponenten und wegen der Symmetrie 
der in ihnen ausgedrückten Formeln den Vorzug verdienen. — Es 
liegt im Allgemeinen kein Grund vor, die Elasticitätsconstanten 
gegenüber den Elasticitätsmoduln zu bevorzugen. 



Adams u. Nicolbbn. 265 

IV. Einfabrang der Symmetrieelemente der Krystalle. 
Ffir die Zwecke der Erystallphysik genügt die Berücksichtigung 
allein der von einander unabhängigen Symmetrieelemente. 

V. Abriss der Theorie der Beobachtungsmethoden. 
Die Combination von Biegungs- und Drillungsbeobachtungen an 
prismatischen Stäben giebt die geeignetste Methode zur Bestimmung 
der Elasticitötsconstanten von Ery stallen. Dabei wird man soviel 
elastische Parameter als möglich mit Hülfe von Biegungen be- 
stimmen und nur zur Ergänzung Drillungen heranziehen. Die 
Elasticitätsmoduln sind bei praktischen Anwendungen zur Charak- 
terisirang eines Erystalles geeigneter als die Elasticitätsconstanten. 

YL Beobachtungen elastischer Parameter von Ery- 
stallen und ihre Yerwerthung. Die bisherigen Beobachtungen 
sind nach jeder Richtung hin mit den 21-constantigen Elasticitäts- 
gleichuDgen in Uebereinstimmung. — Die Poisson - CAUCHx'schen 
Relationen zwischen den Elasticitätsconstanten werden durch die 
Beobachtungen in einzelnen Fällen angenähert bestätigt, sind aber 
in den meisten Fällen auch nicht einmal näherungsweise erfüllt. — 
Das ektstische Verhalten isotroper Eörper lässt sich durch die mole- 
colare Hypothese nur dann erklären, wenn man diese Eörper aus 
Eiystallfragmenten aufgebaut annimmt. 

In einem Anhang giebt Verf. eine Theorie der Thermoelasticität 
Scheel. 

F. Adams and J. F. Nicolsen. An experimental investigation into 
the üow of marble. Koy. Soc. London 8. Februar 1900. [Nature 62, 
335, 1900 t. I*roc. Boy. Soc. 67, 228—234. 1900 t. 
Die Resultate der Arbeit sind die folgenden: 

1. Unterwirft man Ealkstein und Marmor verschiedenen über 
die Elasticitätsgrenze hinausgehenden Drucken, so kann unter ge- 
wissen Umständen eine dauernde Deformation eintreten. 

2. Wird diese Deformation bei gewöhnlicher Temperatur her- 
vorgebracht, so verdankt sie ihr Entstehen theils der cataclastiscben 
Stractur, theils drehenden und gleitenden Bewegungen in den Ery- 
Btallindividuen. 

3. Beide Structuren finden sich in der Natur in Ealkstein und 
Marmor. 

4. Entsteht die Deformation bei SOO^' oder besser bei 400^, so 
entwickelt sich die cataclastische Structur nicht, und die ganze Be- 
wegung ist auf Form Veränderungen der Erystallcomponenten durch 
Drehung oder Gleitung zurückzuführen. 



266 



7 a. Elasticität. 



5. Die letztere Bewegung ist identisch mit der bei Metallen 
durch Pressung oder Hämmerung hervorgebrachten, eine Bewegung, 
die bei Metall sowohl als auch bei Marmor durch Temperatuiv 
erhöhung begünstigt wird. 

6. Es tritt somit ein Fliessen des Marmors wie ein Fliessen 
der Metalle unter ähnlichen Druckverhältnissen ein. 

7. Die Bewegung ist vergleichbar mit der bei Gletschereis 
wahrgenommenen, obgleich die Bewegung im letzteren Falle nicht 
genau den gleichen Charakter trägt. 

8. Bei diesen Versuchen wurde ein Einfluss der Gegenwart 
von Wasser nicht beobachtet. 

9. Nach bereits ausgeführten, aber noch nicht abgeschlossenen 
Versuchen ist anzunehmen, dass ähnliche Bewegungen, bis zu einem 
gewissen Grade, auch in Granit und anderen harten krystallinischen 
Gesteinen hervorgerufen werden können. Sched, 



F. Auerbach. Ueber die Elasticität und die Härte von krystalli- 
sirter, amorpher und wasserhaltiger Kieselsäure. Ann. d. Phy«. 

(4) 3, 116—119, 1900 t. 

Das Hauptinteresse bot die Bestimmung der Elasticität und 
Härte von amorphem Quarz, der durch Schmelzung im elektrischen 
Ofen hergestellt war. Dazu wurden Bergkrystall und Opal unteiv 
sucht. Bestimmt wurden der Eindringungsmodul E' und die Härte H 
nach der Methode des Verf. (vergl. Ref. S. 257). Die folgende 
Tabelle enthält die Zusammenstellung der Resultate und zwar sind 
die Grössen E' und H ausser in ihren absoluten Werthen auch 
noch in Procenten ihrer Werthe für das Mittel der Werthe von 
Bergkrystall in beiden Orientiiningen angegeben. Beide Grössen 
E' und H laufen ziemlich proportional, was sich auch in den 
Werthen der letzten Spalte zeigt. 





E' 


H 


E' 


H 


100 fl^ 




kg/mm' 


kg/mm* 


(Proc.) 


(Proc.) 


E' 


Bergkrystall (Druckrich- 












tung in der Axe) . . . 


10 620 


308 


110 


114 


2,9 


Bergkrystall (Druckrich- 












tung senkrecht zur Axe) 


8 566 


230 


90 


86 


2.7 


Bergkrystall (Mittel) . . 


9 593 


269 


100 


100 


2,8 


Amorpher Quarz .... 


6 970 


223 


72 


83 


3,2 


Opal 


3 893 


113 


40 


42 


2,9 



Auerbach. Obübleb. v. Bach Ensslin. 267 

Bemerkenswerth ist, dass 1) sowohl die Elasticität wie die Härte 
des amorphen Qaarzes kleiner ist, als der kleinste ihrer Werthe für 
Bergkrystall, und 2) Elasticität und Härte des Opals, selbst im Ver- 
gleich mit amorphem Quarz, sehr klein, nämlich nicht viel mehr als 
halb so gross sind. Verf. sucht hierfür Erklärungen zu gewinnen. 

Scheel, 

M. Gbübleb. Ringspannungen und Zugfestigkeit. (Selbstref. über 
d. Vortrag, München. Naturf.-Vera. 1899.) Phys. ZS. 1, 190—191, 1900. 
Da die Bestimmung der Zugfestigkeit aus Zerreissungsversuchen, 
welchen prismenf5rmige Stücke des zu untersuchenden Materials 
unterworfen wurden, mit gewissen Unsicherheiten behaftet ist, so 
hat der Verf. es vorgezogen, die Zerreissung durch Centrifugal- 
kräfte zu erreichen. Er lässt zu diesem Zwecke einen Hohlcylinder 
mit den Radien r^ und r^ (''s^^i) um seine geometrische Axe 
rotiren. Dann nimmt die hierdurch hervorgerufene Ringspannung <T 
an der inneren Mantelfläche ihren Maximalwerth an; nennt man £ 
das specifische Gewicht des Materials und cd die Winkelgeschwin- 
digkeit, so wird 

max(ö) = ^Usc}^(r^ + 3r^. 

Mithin erhält man für die Zugfestigkeit 

K,= y,sa>i,ir^+ Sri), 
wo Om die Winkelgeschwindigkeit ist, bei der das Material platzt. 
Die nach dieser Methode mit Sandsteincylindem ausgeführten Ver- 
suche ergaben für die Zugfestigkeit 51,5 Atm., ein Resultat, welches 
etwa 2V2mal so gross ist als der übliche von Baüsohingbb stam- 
mende Werth. Trotzdem der Verf. sich verschiedener noch nicht 
aufgeklärter Schwierigkeiten seiner Methode bewusst ist, hält er sein 
Resultat für zuverlässig. Heun, 

C. v. Baoh. Zur Frage der Proportionalität zwischen Dehnungen 

und Spannungen bei Sandstein. 
K Ensslin. Zur Frage der Spann ungsvertheilung in einem 

rotirenden Schleifstein. ZS. D. Ing. 1900, Nr. 35 u. 36. [Phys. ZS. 2, 

272—273, 1901t. 

Gbüblbb hat aus Versuchen, bei denen er die Geschwindigkeit 
rotirender Ereis-Hohlcylinder aus Sandstein bis zur Zertrümmerung 
steigerte, abgeleitet, dass die Bruchspannung in solchen Fällen etwa 
2V>mal so gross ist, wie bei gewöhnlichen Zugversuchen (vergl. 
vor. Ref.). Das Problem ist jetzt von v. Bach und Gbüblbb 
experimentell weiter verfolgt und von beiden, sowie von Ensslin 



268 7 a. Elasticität. 

näher discatirt, ohne dass dadurch die Frage zu einem wirklichen 
Abschluss gelangt ist. 

y. Bach gelangt zu folgenden Resultaten: 

1. Der Dehnungscoefßcient (reciproker Werth des Elasticitäts- 
moduls) ist bei Sandstein so stark veränderlich, selbst nach vorher- 
gegangener Belastung, dass auch nicht angenähert von Proportiona- 
lität zwischen Dehnung und Spannung die Rede sein kann. £r 
nimmt mit steigender Belastung zu. 

2. Die Zeitdauer der Belastung ist von erheblichem EiuflusB 
auf die Grösse der Dehnung, der Art, dass diese zunimmt, je länger 
die Last wirkt 

War der Körper schon einer Zugbelastung ausgesetzt, so fallen 
bei weiteren Zugversuchen die absoluten Werthe der Dehnung und 
auch das Maass ihrer Veränderlichkeit geringer aus. Die Dehnungs- 
linie verläuft weniger geneigt gegen die Axe der Dehnungen, als 
wenn der Körper zum ersten -Male einer Zugbelastung unterworfen 
wurde. Scheel. 

W. Schule. Ueber die Beanspruchung von Schleifsteinen durch 
die Centrifugalkraft, Dingl. Joum. 315, 37—39, 1900 t. 
Während die Aufgabe der Spannungsberechnung von rotirenden 
Cylindern und Hohlcylindern, die aus einem Material bestehen, dessen 
Elasticität annähernd dem Proportionalitätsgesetze folgt, mehrfach 
gelöst worden ist, scheint es nothwendig, zu untersuchen, von 
welcher Bedeutung das wirkliche elastische Verhalten des Sand- 
steins, das von jenem Gesetze beträchtlich abweicht, flBr die Grösse 
und Vertheilung der Spannungen ist. Zur Ableitung der bezüg- 
lichen Formeln bedient sich Verf. eines Näherungsweges. Gewisse 
Folgerungen aus den erhaltenen Gleichungen stehen jedoch mit 
Versuchen von Gbübeb (ZS. D. Ing. 1899, 1294: „Versuche über 
die Festigkeit von Schleifsteinen") in stärkstem Widerspruche. Lp. 



A. Hadbe und G. Janea« Untersuchungen über die Elasticität und 
Festigkeit der österreichischen Bauhölzer: 1. Fichte Südtirols. 
Mitth. aus d. forstl. Versuchsw. Oesterreichs 1900, Heft 26. [Naturw. 
Rundsch. 15, 383—384, 1900 t. 
Die Verff. finden folgende Beziehungen: 
Sjß = S(p — 0,2 9 4- 3 und 
ß,, = ßrp + 18 9 -270, 



Schule. Hadbk u. Janka. Hebb. 269 

wo $11 and ^ das specifisohe Gewicht im hundertfachen Werth bei 
15 Proo. beEW. 9>Proo. Wassergehalt, ßi-^ und ß(p die Druckfestig- 
keit in kg/cm^ und (p den Feuchtigkeitsgehalt in Prooenten des 
absoluten Trockengewichts darstellen. 

Für die Beziehung zwischen specifischem Gewicht und Druck- 
festigkeit gelten folgende Gleichungen: 

/5i5 = 20si5-— 430 für plattenförmige Proben 
/5i5 = lOsis — 70 „ würfelförmige „ 

Die Coöfficienten der Druckfestigkeit stehen zu jenen der Biegungs- 
festigkeit in einer gewissen Beziehung, indem sich beide gleichsinnig 
lodern; diese Beziehung ist jedoch nicht constant. Im Durchschnitt 
ist die Biegungsfestigkeit das 1,72 fache der Druckfestigkeit. Scheel. 



Thomas O. Hbbb. On the Variation of the rigidity of yulcanized 
India-Rubber. Trans. Nov. Scot. Inst. 10, 273—286, 1900 f. 

Die in ihren Einzelheiten beschriebenen Versuche wurden mit 
cjiindrischen Gummifäden nach der statischen und der dynamischen 
Methode angestellt; die Resultate sind tabellarisch in der Yeröffent- 
lichnng niedergelegt 

Zunächst ergab sich, dass, je kleiner bei der statischen Methode 
der Torsionswinkel bezw. bei der dynamischen Methode der Oscilla- 
üonswinkel, ein um so grösserer Werth der Rigidität erhalten 
wurde. Die dynamischen Bestimmungen lassen für die Rigidität 
bei wachsender Spannung ein Minimum erkennen, dessen Existenz 
sich aus den Versuchen nach statischer Methode nicht unbedingt 
folgern lässt. 

Es ergab sich femer, dass die Rigidität eines gespannten Gummi- 
fadens mit der Zeit variirt; die Versuche müssen also, um ein ge- 
naues Resultat zu ergeben, angestellt werden, wenn die Rigidität 
ein Maximum oder Minimum ist Nun tritt das Minimum stets un- 
mittelbar nach einer neuen Spannung ein, man wird also zweck- 
mässig die Rigidität in diesem Augenblick bestimmen, also den 
ganzen Versuch auf eine möglichst kurze Zeit zusammendrängen. 

Bei Befolgung dieser Vorsichtsmaassregel zeigt sich, dass, wenn 
die Spannung so schnell wächst, als es mit der zur Ausführung der 
Beobachtungen nöthigen Zeit verträglich ist, dass dann die Rigiditilt 
mit der Spannung continuirlich wächst und zwar zuerst verhältniss- 
mässig langsam, später mit grösserer Schnelligkeit. Scheel, 



270 7 a. Elasticität. 

T. J. Bakeb. The frequency of transverse vibrations of a stretched 
indiarabber cord. Phys. Soc. London, 26. Januar 1900. [Chem. News 
81, 58, 1900t. 1*1^ M:ag. (5) 49, 347—351, 1900 t. Proc. Phys. Boc. 
London 17, 107—112, 1900 t. 
Verf. hat die Anzahl der Schwingungen eines Gummifadens 
von quadratischem Querschnitt bei verschiedenen Spannungen unter- 
sucht. Die Beziehung zwischen Länge und Spannung ist in einem 
grossen Bereiche eine proportionale. Die Curve, welche die Anzahl 
der Schwingungen in Abhängigkeit von der Länge darstellt zeigt 
einen schnellen Anstieg bis zur Verdoppelung der Länge; von da 
an ist eine weitere Dehnung ohne Wirkung. Da die Beziehung 
zwischen Länge und Spannung proportional ist, auch bei abnehmendem 
Querschnitt, so folgt, dass der Elasticitätsmodul sich ändern muss. 
Der Verf. zeigt, dass der Werth derselben proportional dem Quadrat 
der gestreckten Länge ist. Es ergiebt sich daraus, dass die Anzahl 
der Schwingungen proportional einer Grösse ist, welche sehr wenig 
mit der Vergrösserung der Länge des Gummifadens variirt. Scheel, 



J. R. Bbnton. Abhängigkeit des specifischen Torsionswiderstandes 
einiger Metalldrähte von der Spannung. Ann. d. Phys. (4) 3, 471 
—491, 1900t. 

Der Grundgedanke der vom Verf. angewendeten Methode ist 
die Vergleichung der Schwingungen einer an einem Draht be- 
festigten und durch dessen Torsion bewegten trägen Masse mit 
einem und demselben Fadenpendel nach dem Coincidenzverfahren, 
wenn abwechselnd der Draht gedehnt und frei gelassen wird. Die 
Versuche ergaben, dass sich die Constante der Torsionselasticität 
(Torsion 8 widerstand) darstellen lässt durch eine Gleichung w = a 
-\- ßF + yP\ vfo P die Spannung und a, /3, y Constante bedeuten. 
Verf. hat in jedem einzelnen Falle die Werthe von ß (Ordnung 
etwa 10""*) und y (Ordnung etwa 10~^) berechnet; dabei ergab 
sich aber, dass wegen der Inhomogenität der Substanz der Drähte 
sich keine quantitativen Schlüsse über allgemein gültige Werthe 
dieser Constanten aus Beobachtungen eines einzigen dünnen Drahtes 
ziehen lassen. Trotzdem ist es möglich, durch Beobachtungen einer 
Reihe verschieden dicker Drähte von derselben Substanz den Ein- 
fluss der Inhomogenität näherungsweise zu eliminiren und eine un- 
gefähre Eenntniss der allgemeinen Constanten a, /3, y zu erlangen. 
Demnach ergiebt sich, dass der Torsionswiderstand bei Stahl, Eisen, 
Nickelin, Neusilber und nicht zu knpferhaltigero Messing mit wach- 
sender Spannung abnimmt, dass er bei Kupfer erst zunimmt und 



Bakeb. Benton. Pedpib. 271 

nachher abnimmt und dass er bei Nickel stets zunimmt. Das gilt 
zwischen der Spannung Null und der Elasticitätsgrenze. Um den 
ahsoluten Werth des Torsionswiderstandes zu berechnen, bedarf 
Verf. der Kenntniss des Verhältnisses der Abnahme des Draht- 
durohmessers mit der Belastung, welches er mit Hülfe einer 
iDterferenzmethode bestimmt. Hieraus ergaben sich dann bei gleich- 
zeitiger Beobachtung der Längenänderung die Werthe des Poisson'- 
schen Verhältnisses, die wegen ihres allgemeinen Interesses hier 
wiedergegeben werden mögen. Die Drahtdurchmesser betrugen im 
Mittel etwa 1 mm. Mittel werthe des PoissoN'schen Verhältnisses : 

Stahl 0,2755 

Eisen 0,288 

Kupfer 0,341 

Nickel 0,32 

Messing 0,331 

Nickelin 0,403 

Neusilber 0,37 

Bronze 0,414 Scheel 



W. Feddib. The torsional constants of iron and steel. Proc. Roy. 
Edinb. Soc. 23, 16, 1900 t. 

Die Untersuchungen wurden an einem auf Rothgluth erhitzten 
and nachher abgekühlten Eisendraht angestellt Sie zeigten, dass 
eine lineare Beziehung zwischen log h und n besteht, wo b und n 
(in jedem Versuch constant) verknüpft sind durch die Gleichung 
y"(flf + ä) = 5; y bezeichnet die Schwingungsweite und x die An- 
zahl der Schwingungen des Drahtes seit Beginn des Versuches. 
Femer ergab sich, dass die Linie, welche diese Beziehung darstellt, 
wie bei früheren Versuchen mit demselben Drahte, durch den Punkt 
hgh = 2,3, n = 1 geht. Die „constante Schwingung", welche als 
für das Material charakteristisch anzusehen ist, behält also auch 
nach Erhitzung des Drahtes auf Rothgluth ihren Werth. 

Femer wurden zwei Versuchsreihen mit einem Stahldraht an- 
gestellt Beide Reihen Hessen gleichfalls eine lineare Beziehung 
zwischen logh und n erkennen und die graphische Darstellung ergab 
eine Linie, welche durch den Punkt logh = 3,12, n = 1 hindurch- 
ging. Die „constante Schwingung" hat für Stahl also einen grösseren 
Werth als für Eisen. 

An seine Versuche knüpft Verfasser einige theoretische Er- 
örterungen. Scheel. 



272 7 a. Elasticität. 

W. Pbddie. On the low of elastic fatigue. Proc. Eoy. Edinl). Soc. 
23, 90, 1900 t. 
Verf. hat die ÜDearen Beziehungen zwischen logb und n (vergL 
vorst. Ref.) discutirt. Er zeigt, dass die Annahme, dass eine Er- 
müdung durch die Schwingungen des Drahtes eintritt, die Erschei- 
nung in den meisten Fällen vorauszusagen gestattet In einigen 
wenigen Fällen, wenn der Zustand des Drahtes derartig war, dass 
der kritische Winkel in den Bereich der experimentell beobachteten 
Schwingungswinkel fällt, ist die Art der linearen Stücke in der 
graphischen Darstellung in Uebereinstimmung mit der Annahme, 
dass Schwingung die Ermüdung verringert. Die Zulässigkeit dieser 
Annahme scheint durch den beobachteten Betrag der Schwingungs- 
abnahme in diesen Fällen bestätigt zu werden. Sdicel. 



liitterafur. 



W. Spbino. Propriet^s des solides sous pressions; diffusion de la 
mati^re solide; mouvements internes de la mati^re solide. Bapp. 
du Congr. intern, de phys. 1, 402^31, 1900. 

Zusammensteilung und Bericht über die einschlägige neuere Litteratur. 
Verf. behandelt: l) Die Plasticität der festen Körper; 2) die Elasticität 
der festen Körper; 3) die allotropen Transformationen; 4) Zusammen- 
heiiung oder -Löthung fester Körper; 5) Diffusion fester Körper; 6) che- 
mische Beactionen bei festen Körpern. 

F. R. Fabbow. Stresses and strains. London, Whittaker, 1900. Seked. 

Iyab Fbbdholm. Solution d'un probl^me d^dquilibre ^lastique. C. B. 

131, 875—876, 1900. 

W. S. Fbanklin. Some lecture room methods in the elementary 
theory of elasticity. The Phys. Bev. 11, 75—78, 1900. 

H. Maodonald. The energy function of a continuous medium 
transmitting transverse waves. Proc. London Math. Soc. 32, 311—315, 
1900. 

O. Tedone. SuUe formole che rappresentand lo spostamento di un 
punto di un corpo elastico in equilibrio. Cim. (4) 11, 161—172, 1900. 

Bein analytische Untei*suchung über die Deformationen eines isotropen 
elastischen Körpers. Heun. 

W. Rebbbb. Die Festigkeitslehre und ihre Anwendung auf den 
Maschinenbau. 4. Aufl. gr. 8^, Vin u. 584 S. Mittweida, 1900. 

H. Gbaüebs. Om maximalspanningen hos cylindriska kroppar vid 
longitudinella stöttar. 32 S. Lund, 1900. 

A. Lessino. lieber die Elasticität einiger Kupfer-Nickel-Legirungen. 

32 S. Berlin, 1900. 



Peddis. Litterat ur. 273 

Ci«. Hess. La rupture simultan^e en plusieurs morceaux d'un fil 
tendo. Arch. sc. phys. et nat (4) 10, 450—452, 1900. 

R. ScHWiBKUB. Ueber die Zugfestigkeit hartgelötheter Kupfer- und 
Messingdrähte. D. Mech.-Ztg. 1900, 233—237 f. 

Die Versuche zeigen, dass ein richtiger Zusatz von Silber zum Kupfer- 
Zinkloth den Schmelzpunkt des Lothes erniedrigt und die Zähigkeit um 
den 1 Vi fachen bis doppelten Betrag erhöht. 

P. A. Thomas. Der longitudinale Elasticitätscoefficient eines Fluss- 
eisens bei Zimmertemperatur und bei höheren Temperaturen. 
Ann. d. Phys. (4) 1, 232—243, 1900 t. 

Schon ber. nach Diss. Jena (siehe diese Ber. 55 [l], 491, 1899). 

J. MüiB. On the recovery of iron from overstrain. Phil. Trans. (A) 
193, 1—46, 1900. 

Schon ber. nach Proc. Boy. Soc. 64, 337—340, 1899t. (Diese Ber. 
55 [2], 494, 1899.) 

0. VooBL. Ueber Härtebestimmung bei Metallen. Prometheus 12, 

33—35, 51—55, 1900. 

J. J. Taudin-Chabot. Drei Beobachtungen über die Plasticität des 
Eises. Met. ZS. 17, 425—426, 1900t. 

0. MoHB. Welche Umstände bedingen die Elasticitätsgrenze und 
den Bruch eines Materials? ZS. D. Ing. 44, 1524—1530, 1572—1577, 

1900. 

H. Nagaoka. Elastic constants of rocks and the volocity of seismic 
waves. PhiL Mag. 50, 53—68, 1900 t. 

Es werden die elastischen Constanten einer grossen Zahl von Ge- 
steinen nach ihrem Entstehungsalter geordnet angegeben. 

A. Datidoolou. Sur l'equation des vibrations transversales des 
verges elastiques. Ann. sc. de l'^cole norm. (3) 17, 359 — 432, 433 — 445, 
1900. 

C. Güini. Di un nuovo flessimetro e sue applicazioni. 8 S. Torino, 

1900. 

— — Esperienze sulla elasticitä e resistenza a tensione del rame. 
8 S. Torino, 1900. 

M. Cantone G. CoNTiNO. Contributo allo studio delle proprietä 
fisiche del caucciü. Gim. (4) 12, 242—257, I900t. 

Zusammenstellung der Arbeiten von M. Gantone. Sulla trazione del 
-taucoiü. Bend. Lomb. (2) 31, 1521—1548, 1898 (diese Ber. 54 [l], 516, 
1898) und M. Cantone e G. Contino. Sulla torsione del caucciü. Kend. 
Lomb. (2) 32, 189—203, 1898 (diese Ber. 55 [l], 502—503, 1899) und 
Sulla dilatazione termica del caucciü. Bend. Lomb. (2) 33, 215, 1900 
(diese Ber. 56 [2], Cap. 20, 1900). 

M. Cantone e 6. Contiko. Sulla torsione del caucciü. Bend. Lomb. 

32, 189—202, 1899. 

Biese Ber. 55 [l], 502—503, 1899. 

J. 6. MacGbeoob und W. A. Macdonald. Notiz über die Aende- 

FoTtMhr. d. Phyt. LVI. 1. Abth. 13 



274 7 b. Capülarität. 

ruDg der elastischen Eigenschaften des vulcanisirten Eautschaks. 
Phys. ZS. 1, 282, 1900. 

Schon her. nach Nov. Scot Inst. 10, XXVIII— XXXIV, 1898/99 (aiehe 
diese Ber. 55 [l], 499, 1899). 

E. Almakbi. Sulla torsione dei cilindri cavi a spessore piccolissimo. 
Atti di Torino 35, 1900. 

L. N. G. FiLON. On the resistance to torsion of certain froms of 
shafbing with special reference to the effect of keyways. PhlL 
Trans. (A) 193, 309—352, 1900. 

Diese Ber. 55 [l], 482, 1899. Scheel. 



7 b. CapiUarltät 

G. VAN DBR Mensbbüoohe. Sur les phenom^nes capillaires. Congr. 
intern, de phys. 1, 487 — 511, 1900. 

Folgende Fragen werden unter Berücksichtigung früherer 
Arbeiten anderer Autoren einer näheren Prüfung unterzogen: 

Die Beweise und Folgen der Elasticität der Flüssigkeiten, 
welche dieselben durch Druck oder durch Zug entwickeln. Die 
Eigenschaften der Berührungsschicht eines Körpers und einer 
Flüssigkeit. Die Eigenschaften der gemeinsamen Oberfläche zweier 
Flüssigkeiten, welche gegenseitiger Affinität unterworfen sind. Eine 
neue Theorie der Ausbreitung von Flüssigkeiten. Die spontane 
Bildung von Emulsionen. Einige Phänomene, welche durch das 
Fliessen einer Flüssigkeit in eine andere hervorgebracht werden. 

H. Es. 

H. HuLSOP. The direct deduction of the capillary constant (J as a 
surface tension. Diss. Delft 1900. Proc. Boy. Acad. Amsterdam. Mee- 
ting of Jan. 27, 1900, 889—398. Ann. d. Phys. (4) 4, 165—186, 1901. 
Die Existenz der capillaren Spannung ist zweifellos die Folge 
der Molecularattraction. Daher ist der Moleculardruck in einem 
Punkte der capillaren Schicht zu bestimmen in der Richtung normal 
zur Oberfläche der Flüssigkeit und in der Richtung parallel zu der- 
selben. Für den Normaldruck folgt, wenn: 

gesetzt wird: 



YAN DBB MENSBBÜGGHB. HULBOF. BaKKEB. 276 

För den Paralleldruck : 

Der Unterschied liefert die capillare Spannung: 

G. Bakkbb. Zar Theorie der Capiilarität. ZS. f. phys. Obern. 33, 

477—499, 1900. 

Für das JüviN'sche Gesetz ist die Ursache der Erscheinung 
Dicht allein die Gestaltsänderung der Oberfläche, die eine Folge der 
Charakterdifferenz der beiden Kräfte an der Grenzfläche der Flüssig- 
keit und Gefässwand ist, sondern auch die Charakterdifferenz des 
thermischen Druckes und der Cohäsion. Auf ähnliche Weise wird 
das Schwimmen kleiner Körper, die schwerer als die Flüssigkeit 
sind, erklärt 

Für die Oberflächenspannung werden die beiden Werthe ab- 
geleitet : 



^ = f(l>i -P2)dh, 



wenn hi die Dicke der Oapillarschicht, Pi der Druck senkrecht auf 
die Oberfläche, p^ der Druck parallel derselben ist. Der hydro- 
statische Druck ist als Vector in der Oapillarschicht aufzufassen. 
Wird der thermische Druck als Scalar angesehen, so ist: 



H=j{S,-S,)dK 



wenn Si und Sj die Cohäsion senkrecht und parallel zu der Ober- 
fläche der Lamelle bezeichnen. 

Die Werthe für H, durch Experimente nach den beiden Methoden 
gefunden, stimmen im Allgemeinen gut überein. Eine vollständige 
Theorie aber muss durch Berechnung untersuchen, ob wirklich 
beide Auffassungen identisch sind. Im Folgenden wird dieser 
Nachweis geliefert unter Berechnung der Potentialfunction der 
Capiilarität, der potentiellen Energie pro Volumeneinheit, der Kräfte 
in der Oapillarschicht als capillare Oberflächenspannung und als 
Moleculärdruck. H, Rs. 

G. Baekeb. Bemerkung zur „Thermodynamischen Theorie der 
Capiilarität*^ von van der Waals. ZS. f. phys. Chem. 34, 168—178, 
1900. Joum. de phys. (3) 9, 394—404, 1900. 

18* 



276 7 b. Capülarität. 

Eine kritische Untersuchung der Capillartheorie von van dbb 
Waals fuhrt den Verf. zu dem Schluss, dass, wenn die Betrach- 
tungen im letzten Capitel einwandsfrei sind, die Berechnungen über 
Dichte und Capillarenergie in den übrigen Gapiteln einer Aenderung 
bedürfen. In den folgenden Abschnitten wird gezeigt, worin diese 
Aenderung zu bestehen hat. (Siehe diese Ber. 55 [1], 504, 1899.) 

H. Es. 

J. S. Stevbns. Eine Methode, die Oberflächenspannung zu messen. 
SilL Joum. (4) 10, 245—246, 1900. Phys. Z8. 2, 233, 1901 f- 

Eine Scheibe schwimmt auf der Oberfläche einer Flüssigkeit 
Senkrecht zu der Mitte der Scheibe ist ein von einer Spule um- 
gebener weicher Eisendraht befestigt, welcher in die Flüssigkeit 
taucht. Fliesst durch die Spule ein Strom, so wird der Draht zur 
Mitte derselben gezogen und bei einer bestimmten Kraft zerrcisst 
die Oberfläche. H. Es. 

E. Abkbkast. Capillaritätsversuche an einem System dünner Platten. 

Verh. d. Heidelberger naturf. med. Ver. (N. F.) 6, 381, 1900. Naturw. 

Rundach. 16, 149, 1901. 
Die entgegengesetzten Resultate, zu denen Pfeffeb u. Schwen- 
DEKEB gekommen waren, veranlassten Askekasy, die Erscheinungen, 
die sich beim Eindringen von Flüssigkeit in ein System dünner 
Platten abspielen, genauer zu untersuchen. 

Indem über die nähere Anordnung des Versuches auf das 
Original [Verh. d. Heidelberger naturhist. - med. Ver. (N. F.) 6, 381, 
1900] verwiesen wird, sei hier als Ergebniss angeführt: «Das 
capillare Eindringen von Wasser in ein System von Deckgläsclien 
übt je nach Umständen eine sehr verschiedene Wirkung aus. Wird 
einem System trockener Deckgläschen Wasser zugeführt, so findet 
Zusammenziehung statt, geschieht dasselbe bei einem solchen System, 
wenn es sich in Folge der Verdunstung auf das Minimum zusammen- 
gezogen hat, so erfolgt Ausdehnung. '^ H. Es. 



B. Weinbbbo. Demonstration der Tropfenbildung. Joum. d. niss. 
phyB.-chein. Ges. 32, 66, 1900. 

Gefärbter verdünnter Alkohol von etwas grösserem specifischem 
Gewicht als Vaselinöl wird auf der Oberfläche des Oeles durch die 
Oberflächenspannung gehalten. Durch langsames Hinzugiessen des 
Alkohols lassen sich alle Stadien der Tropfenbildung beliebig lang- 
sam verfolgen. v. U. 



Stbvbvs. Askbnasy. Weikbbro. Ostwald. Habnack. Knipp. 277 

W^. Ostwald. Ueber die vermeinUicbe Isomerie des rothen und gelben 
Qaeckflilberoxyds und die Oberflächenspannung fester Körper. ZS. 
f. ph^B. Ghem. 34, 495—503, 1900. 
Durch Versuche wird dargethan, dass zwischen rothem und 
gelbem Quecksilberoxyd nur der Unterschied der Korngrösse be- 
steht und von einer Isomerie keine Rede sein kann. Diese Ver- 
suche erbringen zum ersten Male den quantitativen Nachweis für den 
Einfluss der Oberflächenenergie auf das chemische Gleichgewicht 
Bestimmt man zwei zusammengehörige Werthe von Korngrösse und 
Löslichkeit, so kann man den bisher unzugänglich gewesenen Werth 
der Oberflächenspannung zwischen festen Körpern und Flüssigkeiten 
berechnen. 

Sei r der Radius des kugelförmig gedachten Kornes und q> 
das Molecularvolumen des festen Stoffes, so ist die Zahl der Körner 

3 w 

auf ein Mol gleich . ^ und die Oberfläche eines Mols gleich 

Sop 

—^^ Es seien für zwei Korngrössen fi und r, die zugehörigen 

Löslicbkeiten Ci und c^ ermittelt worden. Dann ergiebt der 

zweite Hauptsatz, dass die isotherme osmotische Arbeit R Tln — 

gleich der Aenderung der Oberflächenenergie sein muss. Letztere 

ist das Product aus der Aenderung der Oberfläche 3 y ( ^ ) 

in die Oberflächenspannung y zwischen festem Körper und 
Flüssigkeit: 

RT . c, 



'Ki-i) 



WO rechts lauter messbare Grössen stehen. H. JRs. 



£. Habnack. Untersuchungen über Tropfengewichte. ZS. f. phys. 
Chem. 32, 185, 1900. 
Ein Referat. Die Abhandlung ist erschienen in der Pharm. 
Ztg. 1899, Nr. 21 u. 22. Verf. will die Aufmerksamkeit auf eine 
merkwürdige Beobachtung lenken, dass nämlich Lösungen verschie- 
dener Stoffe gleich nach ihrer Herstellung ein anderes Tropfen- 
gewicht zeigen als später. B., Es. 

Ch. T. Knipp. The surface tension of water above 100® C. The 
Phy». Eev. 11, 129—154, 1900. Phys. ZS. 2, 345—347, 1901. 



278 7 b. CapiUarität. 

Eine mit reicher Litteraturangabe versehene historische Ein- 
leitung geht der Abhandlung voran. 

Da eine genaue Beschreibung des angewandten Apparates ohne 
Zeichnung nicht möglich ist, so sei hier bemerkt, dass zum Erhitzen 
des Wassers durch den elektrischen Strom ein stählernes Gefäss 
angewandt wurde. Die Temperatur ist durch ein Thermoelement 
gemessen worden. In das Wasser tauchte zur Hälfte ein Blättchen, 
welches durch den elektrischen Strom gehoben wurde. Aus der 
bei verschiedener Temperatur hierzu erforderlichen elektrischen 
Energie konnte die Oberflächenspannung ermittelt werden. 

Aus den angeführten Tabellen kann die Oberflächenspannung 
in irgend einem Systeme von Einheiten berechnet werden, wenn 
ihr Werth für eine gegebene Temperatur bekannt ist Nehmen wir 
z. B. als ihren Werth bei 20® C. 74,22 Dyn, so ist die Oberflächen- 
spannung bei 200° C: 

19,3 . 1,78 = 34,35 Dyn. H. Rs, 



E. Mbbbit and S. J. Babnbtt. The influence of electrification upon 
the surface tension of water and mercury. The Phyg. Rev. 10, 65 

—73, 1900 t. Phys. ZS. 1, 249—251, 1900. 

Die folgende Arbeit ist die theoretische Ergänzung zu einer 
Abhandlung von Babnett (diese Ber. 54 [1], 528, 1899). Um zu 
bestimmen, ob eine wirkliche Aenderung der Oberflächenspannung 
von der Elektrisirung herrührt, müssen die elektrostatischen Kräfte, 
welche die Beziehung zwischen der Oberflächenspannung und der 
Geschwindigkeit der capillaren Wellen vermitteln, einer näheren 
Prüfung unterzogen werden. 

Nach Ratlbigh (Treatise on sound 11, §. 353, 2 Edit.) gilt die 
Differentialgleichung : 

WO Q die Dichte der Flüssigkeit bedeutet, (p die Potentialgeschwin- 
digkeit, g die Acceleration der Schwere, dp die Resultante des 
Druckes an der Oberfläche, h die Yerrückung des zu betrachtenden 
Punktes ist Dieselbe wird: 

^. T d^h , , d(p 

wenn T die Oberflächenspannung und dp nur von der CapiUarität 
abhängig ist, nach der Integration: 



Hbbbit u. Babnbtt. DnTOIT u. Fbibdbbioh. Obunhacb. 279 
Ist jedoch die Oberfläche elektrisirt, so nimrat 2) die Form an : 

Ans dieser folgt als genauer Ausdruck für die OberflächenspannuDg: 

2ä V 2ä/ h 

Die corrigirten Beobachtungsresultate sind in zwei Tabellen an- 
gegeben. H. Es, 

R DuToiT et L. Fbibdebich. Sur la tension superficielle de quel- 
ques liquides organiques. Arch. sc. phys, (4) 9, 105--132„ IQOOf. C. R. 
130, 327—330, 1900. 

Die Verff. bestimmen den Temperaturcoöfßcienten k der mole- 
calaren Oberflächenenergie einer Gruppe organischer Flüssigkeiten, 
am die Beziehungen zu bestätigen, welche nach Ramsat u. Shiblds 
zwischen dem Temperaturcoefficienten und dem Moleculargewicht 
der Flüssigkeit bestehen sollen. Als Ergebniss der Untersuchungen 
fand sich, dass h in vielen Fällen bedeutend von dem mittleren 
Werthe 2,12 abweicht. Demnach kommt den Schlüssen von Ramsat 
und Shiblds nicht die Allgemeinheit zu, welche sie beanspruchen. 

H. Es. 

L Gbunmach. Experimentelle Bestimmung von Oapillaritätsconstanten 

condensirter Gase. BerL Ber. 1900, 829— 838 t. Phys. ZS. 1, 613—616, 

1900. Ann. d. Phys. (4) 4, 367 — 377, 1901. [Naturw. Rundsch. 15, 551, 

1900. 

Der Verf. bestimmt nach einer früher angewandten Methode 

(diese Ber. 54 [1], 521, 1898) die Capillarconstante condensirter 

Gase. Es ist für: 

1. verflüssigte schweflige Säure bei — 25® C: 

a_a5 = "ö a^<y-26 = 33,285 dyn/cm. 

2. PicTBT'sche Flüssigkeit bei — SS^C.: 

a_ 83 = 35,065 dyn/cm. 

3. Verflüssigtes Ammoniak (höchstens 0,1 Proc. Verunreinigung) 
bei —290 c.: 

«-29 = 41,778 dyn/cm. 

4. Verflüssigtes Chlor bei — 72oC.: 

a_ 72 = 33,6493 dyn/cm. 
Die Bestimmungen von a haben eine erhöhte wissenschaflliche Be- 



280 7 b. Capillarität. 

deutung gewonneD, seitdem Eötvös eine rationelle Begründung des 
Zasammenhanges zwischen Oberflächenspannung und Molecular- 
Volumen gegeben und für eine grosse Reihe einfach zusammen- 
gesetzter Flüssigkeiten die Beziehung abgeleitet hat, dass der 
Differentialqnotient der molecularen Oberflächenenergie nach der 

Temperatur, -^ (at;*/«), innerhalb weiter Grenzen von der Tempe- 

ratur unabhängig ist und den constanten Werth 2,27 hat, und dass 
die moleculare Oberflächenenergie selbst 

at;*/» = 2,27(0 — 
ist, wo die kritische und t die Beobachtungstemperatur bedeutet. 
Aus derselben folgt für das Moleculargewicht : 



3r=,|/(^aift=t).)' 



Die Richtigkeit dieser Gleichung wird durch die Beobachtungen 
an verflüssigter schwefliger Säure und an verflüssigtem Ammoniak 
bestätigt. Dagegen wird die Gleichung durch die Beobachtungen 
an verflüssigtem Chlor nicht erfüllt. Dasselbe scheint sich also nicht 
wie eine normale, sondern wie eine associirende Flüssigkeit zu ver- 
halten, die in flüssigem Zustande ein höheres Moleculargewicht hat 
als in gasförmigem. H, Rs, 

C. FoBOH. Oberflächenspannung und Reibungsco^fflcient flüssiger 
Luft Phys. ZS. 1, 177, 1900. 
Die Oberflächenspannung wurde nach der Methode der Steig- 
höhe bei der Temperatur der siedenden Luft bestimmt. Als vor- 
läufiges Resultat wird angegeben 1,23 mg/mm. Für den Reibungs- 
coefficienten erfolgte die Messung nach der Methode des Ausflusses 
durch Capillare. Der Werth desselben ij = 0,0033 (C.-G.-S.). 

H.Es. 

T. J. Bakbb. A Surface - Tension experiment. Nature 62, 196—197, 

1900. 

H. BouBGBT. A Surface - Tension experiment Nature 62, 269, 1900. 

Es werden die Oberflächenformen beschrieben, welche ein aus 
einer Röhre fliessender Wasserstrahl gegen eine vertioal darunter 
stehende Scheibe bildet Hierzu bemerkt Bouboet, dass dieser 
Versuch nicht neu ist und sich in den Wasserkünsten der Gärten 
des 17. Jahrhunderts findet Siehe G. A. Bobklbb, Architectura 
curiosa nova, Nuremberg 1663. J3. Rs. 



FOBCH. Baker. Bouroet. van der Mensbrüoohe. Simondb etc. 281 

6. YAN DBB Mbmsbbuoohb. On a proof of traction - elasticity of 
liquids.' Nature 62, 274, 1900. 

Verf. fuhrt diese Erscheinung, die zuerst von Savabt 1833 
beobachtet sei, auf Elasticität zurück. Bl. 

F. W. SiMOKDS. Floating sand. Floating stones. Science (N. S.) 11, 

510—512, 1900. 

E. 0. HovBT. Flating sand and stones. Science (N. S.) 11, 912—913, 
1900. 

Zwei Abhandlungen, welche die geologischen Veränderungen, 
die durch im Wasser schwebenden Sand und schwebende Steine 
hervorgerufen werden, beschreiben und durch verschiedene Ursachen 
zu erklären suchen; unter anderem durch die Oberflächenspannung 
des Wassers und durch Luftblasen, welche an den Oberflächen der 
Steine haflen. H, Bs. 

D. H. HaiiL. On the concentration of soap Solution on the surface 
of the liquid. Dubl. Proo. (N. S.) 9, 56—59, 1900. 
Lord Ratlbioh hatte beobachtet, dass die Oberflächenspannung 
einer Seifenlösung, während die Oberfläche sich soeben gebildet hat, 
verschieden ist von dem darauf folgenden Zustande. Der Verf. 
kommt durch seine Versuche zu derselben Erklärung wie Lord 
Ratlbigh, nämlich dass diese Erscheinung ihren Grund darin hat, 
dass die Seifentheilchen in dem ersteren Falle in den Oberflächen- 
schichten concentrirter sind als im zweiten. H. Bs. 



0. Hbfft. Scheinbare Anziehung und Abstossung von Kugeln, die 
in einer klebrigen Flüssigkeit rotiren. 47 S. Dissert Heidelberg 
1900. 

Von Flüssigkeiten, deren Klebrigkeit Verf zuvor bestimmte, 
werden benutzt: Glycerin, Rapsöl, Vaselinöl, Terpentinöl. In diesen 
rotiren neben einer verticalen Wand in demselben oder verschie- 
denem Abstände von derselben Kugeln aus Stahl, Messing, Quarz, 
Elfenbein und Hohlglas einzeln oder zu je zweien, in gleichem oder 
entgegengesetztem Sinne. Für rotirende Cylinder wurde das näm- 
liche Verhalten wie für rotirende Kugeln gefunden. Kleine in der 
Luft fallende Körper ordnen sich in elliptischen Ringen an, welche 
von den durch sie in der Luft erzeugten Wirbeln herrühren. Die 
Resultate der Messung sind in ausführlichen Tabellen angegeben, 
and die Folgerungen hieraus am Schlüsse der Arbeit zusammen- 
gefasst. H. Bs. 



282 7 b. Capülarität. 

M. 6. RoBSBT. ]^tude sur l'^gouttement pour une methode de d^- 
termination des poids mol^culaires. BulL boc. chim. de Paris (3) 23, 
245—250, 1900. 

Es wird das Gewicht von 100 Tropfen bestimmt und zum 
Vergleich aus einer gleichen Menge der Salzlösung umgekehrt die 
Anzahl der Tropfen. Dieser Methode bedient sich der Verf., um 
mit Hülfe der Rechnung nach angegebenen Formeln den Einfluss 
der Concentration und des Druckes auf das Abtropfen zu unter- 
suchen, behufs Anwendung letzteren Verfahrens zur Bestimmung 
des Moleculargewichts. H, Rs, 

JüLiüS Bebksteik. Chemotropische Bewegung eines Quecksilber- 
tropfens. Zur Theorie der amöboiden Bewegung. Pflüger'a Arch. 
80, 628—637, 1900. [Chem. Centralbl. 1900, 2, 157—158. 
Der Verfasser behandelt den Versuch von Paalzow, dass ein 
Quecksilbertropfen in oscillirende Bewegung geräth, wenn er sich 
in einem flachen Schälchen unter verdünnter Schwefelsäure befindet 
und neben ihm ein Krystall von Kaliumdichromat liegt H. R$. 



Litteratur. 

O. DöBGE. Eine Studie über Seifenblasen. Ann. d. Phyg. (4) 1, 1—16, 
1900. Diese Ber. 55 [l], 507, 1899. 

L. Gbünmagh. Experimentelle Bestimmung der Oberflächenspannung 
von Flüssigkeiten und von geschmolzenen Metallen durch Messung 
der Wellenlänge der auf ihnen erzeugten Capillarwellen. Ann. d. 
Phys. (4) 3, 660—671, 1900. Diese Ber. 54 [l], 521, 1898. Sched. 

P. DüTOiT et M. MoBTZüK. Sur les tensions superficielles de dis- 
solutions de liquides normaux dans le benz^ne. Arcli. sc. phys. (4) 

10, 492—495, 1900. 

Tboüton. On the creeping bf liquids on the surface tensions of 
mixtures. Nature 62, 562, 1900. 

R, Malaooli. Processo per ottenere lamine liquide durevoli. Cim. 

(4) 11, 351—353, 1900. 

C. Babüs. The motion of a submerged index thread of mercury 
in the lapse of time. Sill. Joum. (4) 9, 139—142, 1900. h. Bs. 



B088BT. Bbbnsteik. Litteratur. van't Hoff. Jaümakn. 283 

7 e. Lösmigen. 

J. H. VAN 't Hoff. Ueber die Theorie der Lösungen. SammL 
ehem. und chenu-techn. Vorträge 5, 1 — 30. Stuttgart, F. Enkb, 1900 f. 
Der Verfasser giebt eine zusammenfassende Darstellung der 
modernen Theorie der Lösungen, wie sie sich auf Grund der von 
ihm aufgestellten Theorie des osmotischen Druckes entwickelt hat — 
Es werden zunächst die Gesetze des osmotischen Druckes und die 
Natur desselben besprochen; dann folgt eine ausführliche Dar- 
stellung der dii'ecten und indirecten Methoden zur Molecular- 
gewichtsbestimmung in Lösungen und der sich hieraus ergebenden 
Resultate. Am Schlüsse dieses Abschnittes werden die Gesetze 
des chemischen Gleichgewichtes in Lösungen und das anormale 
Verhalten von Elektrolyten besprochen. In dem Schlusscapitel 
geht der Verf. auf die festen Lösungen ein und giebt eine Ueber- 
sicht über den Stand unserer heutigen Kenntnisse auf diesem 
Gebiet Kph 

6. Jaumann. Zur Theorie der Lösungen. Wien. Ber. 109 [2 a], 512 
—553, 1900. Ann. d. Phye. (4) 3, 578—617, 1900. 
Als Ziel seiner Betrachtungen giebt Verf selbst an: die Theorie 
der Lösungen von der ABBHENiüs'scheu lonenhypotbese unabhängig 
zu machen und sie hingegen an die FABADAT-MAxwELL'sche Theorie 
anzQschliessen. 

Zu diesem Zwecke werden die (nahezu) stationären elektrischen 
Vorgänge in inhomogenen Leitern nach folgenden Gesichtspunkten 
behandelt: Von dem elektrischen Vector Z, T, Z, der die Max- 
wiLL'schen Gleichungen: 

ux-j -^J£_^ 



kY = Jy 



oN dL 

dx de 



dy dx 
— wo fc die specüische Leitfähigkeit, Jxy Jyy Jg die Componenten der 
Stromdichte, Ir, M^ Ndie des magnetischen Vectors — auch in diesem 
Falle erfüllt, ist zu unterscheiden die elektrische Kraft X', Y*, Z', 
die z. B. in einem inhomogenen Elektrolyten nicht allein von 
der Stromdichte und Leitfähigkeit, sondern nach den bekannten 
NxBKST'schen Formeln auch vom Concentrationsgefälle abhängt. 



284 7 c. Lösungen. 

Das Potential des elektrischen Vectors Z, T, Z im inhomogenen 
Leiter hat nach der OHM'schen Gleichung eine Periode E gleich 
der algebraischen Summe der elektromotorischen Kräfte im Strom- 
kreise. Zur Erklärung dieser Peiiodicität hat man anzunehmen, 
dass in der Grenzlinie , in der zwei in der Stromrichtung auf ein- 
ander folgende, irgendwie verschiedene Leiterschichten mit dem 
umgebenden Isolator zusammenstossen , ein Wirbelfaden des elek- 
tischen Vectors X, Y, Z verläuft, dessen Wirbelstärke gleich 
ist der elektromotorischen Kraft dieser Combination. Es gilt 
nun, diese Wirbel des elektrischen Vectors X, Z, Z in einen 
allgemeinen gesetzmässigen Zusammenhang zu bringen mit den- 
jenigen Eigenschaften der Combination, die fär die Erzeugung der 
elektromotorischen Kraft maassgebend sind. Entsprechend den 
beiden verschiedenen, ihrer Richtung nach zu einander senkrechten 
Uebergängen: zwischen den beiden Leiterschichten und zwischen 
diesen und dem Isolator, werden zwei Eigenschaften a und h der 
Stoffe in Betracht zu ziehen sein, die sich im Allgemeinen beide 
in beiden Richtungen ändern. Auf Grund näherer Ueberlegungen 
wird das gesuchte allgemeine Gesetz in der Form aufgestellt, dass 
die mit der Leitfähigkeit k multiplicirte Wirbelstärke des elektri- 
schen Vectors X, Y, Z proportional gesetzt wird dem „Kreuz- 
gefälle" der beiden Eigenschaften a und h an der betreffenden 
Stelle: 



\dy 'dz) ~ \dzdy öy dz) 



u. s. w.. 



wo der Factor G nur von dem gewählten Maasssystem abhängt 
In dem weiter speciell behandelten Fall ungleich concentrirter, 
sehr verdünnter elektrolytischer Lösungen mit streng additiven 
Eigenschaften werden nun die beiden Eigenschaften a und h passend 
derart gewählt, dass sich die bekannten Gesetze ergeben. Verf. 
nimmt nämlich a, h und h als lineare homogene Functionen zweier 
Hülfsvariabeln a und ß an, die ihrerseits vollkommen symmetrisch 
derart bestimmt werden, dass 

a = rju + -r, ß = V^ + 2^^ 

wo rj die Concentration des Elektrolyten in Grammäquivalenten pro 
Cubikcentimeter, y die Leitfähigkeit des reinen Wassers, u und v 
die als charakteristische Constanten des Elektrolyten anzusehenden 
„ Wanderungsgeschwindigkeiten ". 

Mit Hülfe weiterer Annahmen über die Veränderlichkeit von 



Jaumakk. 285 

1} und y im Gebiet des Kreozgefälles ergiebt sich durch Inte- 
gration der Grundgleiohung über dies Gebiet die elektromotorische 
Kraft der Combination zu 

wo ijo,i und ijo,a die verschiedenen Concentrationen des Elektro- 
lyten im Innern des Leiters, und wo femer noch die Constante 

^•yoCD = BT gesetzt wird, um ^ proportional zur absoluten 

Temperatur T zu haben. Das charakteristische Auftreten der 
Differenz u — v ergiebt sich aus der obigen Annahme über 
die Wirksamkeit des Kreuzgefälles, ohne Einfuhrung eines Vor- 
Zeichenunterschiedes für die Säure und Basis des Elektrolyten. 

Im Anschluss hieran wird die in der inhomogenen Lösung 
bestehende elektrische Kraft X', 3^, Zl gleichfalls in Ueberein- 
stimmung mit Nbbnst berechnet und das HiTTOBF'sche Ueber- 
fuhrungsgesetz hergeleitet 

Die weiteren Ausführungen des Verf. gründen sich auf eine 
Anschauung, die er schon in seiner Theorie der Kathodenstrahlen 
dargelegt hat, diese Ber. 51 [2], 715, 1895, wonach in den „Quellen" 
und „Sinkstellen" der elektrischen Kraft eine Veränderung des 
Mediums ei-zeugt wird. Im Fall inhomogener elektrolytischer 
Lösungen soll diese bestehen in einer Aenderung der Concentration 
i}o des Elektrolyten gemäss der Gleichung: 

^ _ TT /^ 8iyoX^ , 'dn^r cn^2:\ 

di ~ \ ox "*" 'by ^ dz r 
wo K eine von der Natur des gelösten Stoffes abhängige Con- 
stante ist. 

Neben dieser durch die Wirkung der elektrischen Kraft hervor- 
gerufenen Aenderung von i^o ^^^^ noch eine andere ein in Folge 
gewöhnlicher Diffusion. Mittels passender Annahmen über die con- 
Btanten Factoren der Grundgesetze lässt sich dann neben dem 
HiTTOBp'schen Ueberfahrungsgesetz die NERNST'sche Formel' für 
den Diffusionscoefßcienten elektrolytischer Lösungen herleiten. 

Den hier kurz skizzirten, in mathematische Form gekleideten 
Erörterongen zur Lösungstheorie lässt Verf. eine Darlegung weiterer 
Fragen aus diesem Gebiete folgen, in Bezug auf die seine An- 
achauQDgs- und Behandlungsweisc von der sonst üblichen gleich- 
falls abweicht: Wie der Gasdruck nur eine Theilerscheinung der 
Spannung K ebener Oberflächen, so ist die osmotische Druckdifferenz 



286 7 c. Lösungen. 

gleich der algebraischen Summe der drei LAPLACB^schen ConstanteD K 
der zwei Flüssigkeitsoberflächen und der semipermeabeln Grenz- 
fläche. Aus dieser Anschauung wird das van't HoPF'sche Gesetz 
der Gleichheit von osmotischem Druck und Gasdruck deducirt 
Endlich wird auch die ABBHSNius'sche Vorstellung von der 
elektrolytischen Dissociation beseitigt auf Grund des vom Verf. 
früher aufgestellten Gasvoluraengesetzes chemischer Processe, wo- 
nach rein chemische Vorgänge das Gasvolumen nicht ändern 
und die Abweichungen von diesem Gesetz sich durch Dimerisirung 
bezw. Monomerisirung des betreffenden Stoffes erklären. Auf diese 
den gebräuchlichen physikalisch-chemischen Theorien so sehr wider- 
streitenden Anschauungen sei hier wenigstens hingewiesen. Wg, 



H. W. Bakhuis Roozeboom. üeber die Bedeutung der Phasen- 
lehre. Vortrag, gehalten auf der 72. Versammlung Deutscher 
Naturforscher und Aerzte in Aachen. - 29 S. Leipzig, Engelmann, 
1900. [Naturw. Bundach. 15, 609—613, 1900. ZS. f. Elektrochem. 7, 
160, 1900 t. 

Nach kurzer üebersicht über die Geschichte der Phasenlehre 
und einer Würdigung der Bedeutung derselben für das Studium 
der „socialen Verhältnisse" der Elemente wurde sie eingehend be- 
handelt in den vier Capiteln: 1) Phasenregel als Classifications- 
mittel; non Variante, monovariante, divariante und trivariante Systeme. 
2) Existenzgrenzen der Phasen und der Phasencomplexe. 3) Nume- 
rische Gesetze far gleichartige Phasencomplexe. 4) Praktische An- 
wendung der Phasenlehre. ^E^, 

G. N. Lewis. A new conception of thermal pressure and a theory 
of Solutions. Proc. Amer. Acad. 36, 145—168, 1900. VollstÄndiger Ab- 
druck in ZS. f. phys. Chem. 35, 343—368, 1900 f. 

Wird in einem aus zwei Phasen desselben Stoffes bestehen- 
den System, welches im Gleichgewicht ist, der Druck auf eine der 
Phasen geändert, so muss auch die andere Phase eine Druck- 
änderung ei-fahren, um das Gleichgewicht zu erhalten, und zwar 
gilt die folgende Beziehung 

n ^ ^ ^ 

^ dP^ (Ja' 

in der 6^ und öj die specifischen Volumina der beiden Phasen be- 
deuten. Bedeutet nun ^ das „Uebertrittsbestreben" des Stoffes 



BoozEBOOM. Lewis. 287 

aus einer Phase in die andere, so kann man (weil beim Gleich- 
gewicht difi = dtlfi) aus der obigen Gleichung ableiten 

^) 11= - 

Der Verf. definirt nun als ^thermischen Druck" (/3) die Differenz 
zwischen dem an der Oberfläche einer Phase thatsächlich herrschen- 
den Druck (P) und dem „Anziehungsdruck" (a) (Resultante aller 
im Innern der Phase herrschenden abstossenden und anziehenden 
Kräfte), also ß — a = P. Aus (2) folgt demnach 

8(^-«)-*^- 

Führt man den* Begriff des thermischen Druckes auch in (1) 
ein, so erhält man die Beziehung 

3) Pi BT ' 

in der die Buchstaben 12, T und v^ die in der Thermodynamik 
übliche Bedeutung haben. Durch eine kinetische Betrachtungs- 
weise lässt sich nun ableiten, dass 

. dP, _ d(ß,-a,) 

^ Pi ~ ß2 

ist und beim Vergleich von (3) und (4) ergiebt sich dann der 
Satz: Der thermische Druck einer Phase ist gleich dem Drucke, 
den der Stoff ausüben würde, wenn er sich unter denselben Be- 
diogungen wie ein vollkommenes Gas verhielte. Da dieser Satz 
mit den geltenden Annahmen der kinetischen Gastheorie im Wider- 
{^prnch steht, so schlägt der Verf. vor, diese so abzuändern, dass 
nicht mehr die kinetische Energie der fortschreitenden Molekel als 
proportional der absoluten Temperatur zu betrachten sei, sondern 
der Ausdruck (mu)n, d. h. der thermische Druck. Bei dieser Ab- 
änderung lässt sich der obige Satz direct aus der Theorie ableiten. 
Der Verf. geht sodann dazu über, die sämmtlichen für die 
Lösungen geltenden Gesetze aus der obigen Theorie ohne weitere 
Hülfshypothesen abzuleiten und zwar gelangt er dabei zu sehr an- 
BchaulicheD Vorstellungen. Zum Schlüsse bespricht der Verf. die 
Abweichungen der Theorie des thermischen Druckes von der 
VAK DSB WAALs'schen Theorie. Kpl 



288 7 c. Lösungen. 

Edoab f. Mobbis. Some CriticiBxnB on the Modem Theory of 

Solutions. Hern, and Proc. Math. Soc. Nr. 16, 1 — i, 1899/1900. Mem. 

Manch. Soc. 44, 1—4, 1899/1900 f. [Natiire 61, 435, 1900. 

Es werden eine Reihe von Thatsachen — grösstentheils ans 

dem Gebiete der Chemie — angeführt, deren Deutung mit Hülfe 

der Lehre vom osmotischen Diiick und von der elektrolytischen 

Dissociation nach der Ansicht des Verf. zu unwahrscheinlichen und 

den sonst geltenden Anschauungen widersprechenden Folgerungen 

führt Der Autor selbst steht auf dem Boden der „Lehre von der 

Association^. Kph 

J. J. VAN Laab. Sur la loi de diluation chez les Electrolytes 
fortement dissociees. Aroh. Teylor [2] 7, 59—95, 1900 t. 
Auf Grund ausgedehnter theoretischer Rechnungen, die sich 
referirend nicht wiedergeben lassen, kommt der Verf. schliesslich 

zu dem Resultat, dass der Ausdruck a = -^-- für stark dissociirte 

f*oo 

Elektrolyten viel zu klein ausfällt, d. h. dass er kein Maass für 
die Dissociation abgeben kann. Kpl. 



J. J. VAN Laab. Die Beziehungen zwischen Lösungswärme und 
Löslichkeit bei Elektrolyten. ZS. f. phys. Chern. 35, ii— 17, 1900 f. 
Der Verf. discutirt in mathematischer Form die Unterschiede 
zwischen den von ihm selbst und von van 't Hopp hergeleiteten 
Formeln für die Lösungs wärme bei Elektrolyten. Die Rechnungen 
müssen im Original nachgesehen werden. Kph 



S. R. Milnbb. Note on the theory of Solution pressure. Phil. Mag. 
[5] 49, 417—423, 1900. [ZS. f. phys. Chem. 35, 491, 19001- 

„Der Verfasser hält die übliche Herleitung der NBBNST'schen 
Formel für die Potentialdifferenz an einer umkehrbaren Elektrode 
für nicht befriedigend und giebt eine andere, indem er von der 
Betrachtung eines Concentrationselementes ausgeht, und dabei, um 
die Vorgänge in diesem vollkommen umkehrbar zu gestalten, zwi- 
schen die beiden Lösungen verschiedener Concentration eine nur 
für das Anion durchlässige Wand eingeschaltet denkt" Kpl 



H. LB Chatblieb. Sur les points anguleux des courbes de solu- 
bilite. 0. B. 130, 1606— 1608, 1900 f. 



HOEBIS. VAN Laar. Milneb. LS Ohatblieb. Banoboft. vakdebLbe. 289 

Mit Hülfe eines Kreisprocesses wird für den eutektischen Punkt 
einer Lösang die Beziehung abgeleitet: 

wo -^ resp. —r— die trigonometrischen Tangenten der zwei sich 

im eutektischen Punkt schneidenden Gnrven sind, während Si und 8^ 
die Mengen der in der Lösung vorhandenen Körper und Li resp. L^ 
die entsprechenden Lösungswärmen sind. Kph 



Wildbb D. Bakoboft. Isohydric Solutions. Joum. Phya. Chem. 4, 
274—289, 1900t. 

Abbhekius hatte den Satz aufgestellt, dass beim Vermischen 
„isohy drischer'' Lösungen zweier Elektrolyte mit einem gemeinsamen 
Ion keine Veränderung des Gleichgewichtes stattfindet. Der Verf. 
weist nun durch längere Rechnungen für sehr verschiedenartige 
Fälle nach, dass beim Vermischen isohydrischer Lösungen nach der 
Theorie durchaus nicht immer das Gleichgewicht bestehen bleiben 
mass, sondern dass die Dissociation in gewissen Fällen vergrössert, 
in gewissen Fällen znrückgedrängt wird. Es werden die allge- 
meinen Bedingungsgleichungen för die verschiedenen Möglichkeiten 
aufgestellt 

Der Verf. findet, dass beim Vermischen isohydrischer Lösungen 
starker Elektrolyte die Leitfähigkeit grösser ist, als die Theorie 
verlangt Kpl, 

N. J. VAU DBB Lbb. Der Einfiuss des Druckes auf den kritischen 
Lösungspunkt ZS. f. phys. Chem. 33, 622—630, 1900 t. 

In einem geeigneten Apparate, der Besonderheiten nicht auf- 
weist, stellte der Verf. an einer Reihe von Phenol- Wassergemischen 
quantitativ den Einfiuss des Druckes (bis zu 180 Atm.) auf den 
kritischen Lösungspunkt fest Es ergab sich, dass in XJeberein- 
stimmung mit der van dbb WAALs'schen Theorie die kritische 
Temperatur vom Drucke abhängig ist, und zwar steigt sie bei zu- 
nehmendem Drucke, wenn auch nur um einen geringen Betrag. — 
Gemessen wurden ausserdem die Dampfdrucke einer Reihe von 
Phenol -Wassergemischen bei verschiedenen Temperaturen, und es 
wurde festgestellt, dass — in Uebereinstimmung mit der Theorie — 
^die Curve, welche den Dampfdruck der Gemische als Function 
der Zusammensetzung der Flfissigkeitsphasen darstellt, ein Maximum 
aufweist**. Kpl, 

roH«ehr. d. Phy». LVI. 1. Abth. 1^ 



290 7 c. Lösungen. 

Mbtbe WiiiDEBMANN. Die Gefriermethode in verdünnten Lösangen 
und die Theorie der Lösangen. Z8. f. phys. Chem. 32, 288—302, 

1900 t. 

Der Verf. weist daraaf hin, dass der Gültigkeitsbereich des 
BoTLE - Gay - LüSSAc'schen Gesetzes für Lösungen nur unterhalb 
0,05 bis 0,1 mol. norm. Concentration eines Nichtleiters liegt, und 
dass bei stärkerer Concentration die Abweichungen immer stärker 
werden müssen. — Der grössere Theil der Arbeit ist kritisch-pole- 
misch und es muss deswegen auf die Originalabhandlung verwiesen 
werden. • Kpl, 

N. Tabuoi und Giüsbppe Bombabdini. Beitrag zum Studium der 
verdünnten Lösnngen. Gazz. chim. ital. 30, 405 — 420, 1900. [Chem. 
Centralbl. 1901, 1, S'd-f. 

Zur Prüfung der Dissociationstheorie wird von den Verffl die 
Gefrierpunktserniedrigung, die Dampfspannungserniedrigung bei ge- 
wöhnlicher Temperatur, und die Leitfähigkeit bei wechselnder Con- 
centration an folgenden Salzen bestimmt: C0SO4, FeS04, CdSO*, 
NiS04, MnS04, ZnSO^, MgS04, CoCl,, CUSO4, Al,(S04)8, NaaS04. 

Die VerfT. finden, dass die Ergebnisse mit den Forderungen der 
Dissociationstheorie nicht im Einklänge stehen. KpL 



M. G. Lbvi. Beitrag zum Studium der Dissociation in colloidalen 

Lösung(fe. Gazz. chim. itaL 30 [2], 64 — 70. [Z8. f. phys. Chem. 36, 

104, 1900. Chem. Centralbl. 1900, 2, 658 f. 

Untersucht wurden die elektrische Leitfähigkeit von KJ, die 

Gefrierpunkte von KJ und KCl sowie die Zuckerinversionscon- 

stante mit 1/4 -norm. HCl in Lösungen von Gelatine, Agar-Agar und 

Kieselsäure. Es ergaben sich dabei angenähert die gleichen Werthe 

wie für rein wässerige Lösungen, woraus folgt, dass die Dissociation 

der genannten Stoffe in Colloidlösungen in gleicher Weise und im 

gleichen Grade wie in wässerigen Lösungen vor sich geht. Kph 



P. Massoülibb. Relations entre la conductibilit^ electrolytique et 
le frottement interne dans les Solutions salines. C. B. 130, 773 

—775, 1900 t. 

Bereits früher war von verschiedenen Forschem nachgewiesen 
worden, dass der elektrische Widerstand und die innere Reibung 
sowohl von Salzlösungen als auch von geschmolzenen Elektrolyten 
sich in gleichem Sinne ändern, und dass diese Aenderungen an- 



WiLBEBMANN. Tabüoi u. Bombardini. Lbvi. Massoulieb etc. 291 

nähernd von gleicher GrössenordnuDg sind. Um eine möglichst 
grosse Variation der Yersuchsverhältnisse erzielen zu können,, unter- 
sucht der Verf. Lösungen von Eupfersulfat mit Zusatz von Glycerin. 
Er findet, dass bei 15® G. annähernd Proportionalität zwischen der 
Aenderung des elektrischen Widerstandes und der inneren Reibung 
herrscht, während bei 0® von Proportionalität nicht mehr die Rede 
ist, die Aenderungen aber doch in demselben Sinne erfolgen. Der 
Ver£ weist darauf hin, dass bei diesem Problem nothwendiger 
Weise auch die durch den Wechsel der verschiedenen Yersuchs- 
bedingnngen herbeigeführten Aenderungen des Dissociationsgrades 
zu berücksichtigen sind. Kpl. 

S. ToiiLoczKO. On the diminution of solubility. Joum. Busb. Soc. 
30, 794, 1898. Joum. Phys. Chem. 4, 54, 1900 f. 

Der Verf. beschreibt die Methode zum Messen der Verminde- 
rung der Löslichkeit einer Flüssigkeit in einer anderen nach Zusatz 
eines nur in der ersteren löslichen Körpers; die Löslichkeitsver- 
roinderuDg wird bekanntlich nach Nebnst zur Moleculargewichts- 
bestimmung benutzt Der benutzte Apparat besteht aus einem 
kleinen Kolben mit dünnem, graduirtem Halse, der mit Wasser und 
Aether beschickt wird, so dass die Trennungsfläche möglichst am 
Ende der Scala liegt. Nach dem Auflösen des Körpers, dessen 
Moleculargewicht zu bestimmen ist, giebt dann die Verschiebung 
der Trennungsfläche ein Maass fär die Verminderung der Löslich- 
keit Es wurden neun organische Körper zum Theil in concen- 
trirter Lösung untersucht, wobei zufriedenstellende Resultate erzielt 
wurden. Aether wirkt weder dissociirend noch associirend. 

Es sind noch einige Bestimmungen der Löslichkeit von Aether 
in Wasser angegeben und femer ist gezeigt, wie der Apparat zur 
Bestimmung des specifischen Gewichtes von Flüssigkeiten benutzt 
werden kann. Kph 

V. RoTHMUKD. Die Aenderung der Löslichkeit durch Salze. ZS. 
1 phys. Chem. 33, 401—414, 1900 f. [Cham. Centralbl. 1900, 2, 5. 
Bekanntlich wird auch die Löslichkeit von Nichtelektrolyten 
bei Zusatz von Salzen vielfach beeinflusst. Der Verf. untersucht 
die Löslichkeit von Phenylthiocarbamid in Wasser und in verschie- 
denen Salzlösungen von Vs ^i« Vi Normalität. Die relative Lös- 

lichkeitsemiedrigung -^ {Iq ist die Löslichkeit in reinem Wasser, 

l die Löslichkeit in der betreffenden Ssilzlösung) ist recht erheblich 

19* 



292 7 c. Lösungen. 

bei KsSO^, NagSO*, (NH4)jS04, MgSO^, NaaCOj und KCjHsOs, 
geringer bei NaNOs und KNO3; LiNOa und Ba(N03)j ändern die 
Lösliohkeit des Phenylthiocarbamids fast gar nicht und NH^NGj 
erhöht dieselbe sogar ziemlich stark. Bei den zuerst genannten fünf 
Salzen ist die Löslichkeitsverminderung annähernd proportional der 
Salzconcentration. Die Reihenfolge der Salze in Bezug auf die Stärke 
der Einwirkung ist die gleiche wie bei Eohlendioxyd » Wasserstoff, 
Stickoxydul und Aethylacetat. — Von der Temperatur ist die rela- 
tive Löslichkeitsänderung unabhängig, woraus folgt, dass die Lösungs- 
wärme in der Salzlösung eben so gi-oss ist wie in Wasser. Der Verf. 
neigt zu der Ansicht, dass die Beeinflussung der Löslichkeit auf 
eine Bindung des Lösungswassers durch die Ionen zurückzufuhren sei. 

Kpl. 

R. Abboo. lieber Ammoniak und seine Complexbildungen nach 
Versuchen von W. Gaus. Vortrag, gehalten auf der 72. Natur- 
forscherversammlung zu Aachen. Beferat in der Phys. ZS. 2, 23, 1900 t. 
Um ganz allgemein zu constatiren, in wie weit Kationen zur 
Bildung negativer Complexe mit Ammoniak geneigt sind, verfährt 
der Verf. in der Weise, dass er in einer n-NH^-Lösung das zu 
untersuchende Salz löst und dann den Parti aldampf druck des NHs 
der Lösung (im Vergleich zur ursprünglichen Flüssigkeit) misst 
Zur Ausführung der Messungen wurde ein voltametrisch entwickelter 
und gemessener Knallgasstrora durch die zu untersuchende Flüssig- 
keit und dann durch verdünnte Salzsäure in einem Leitfähigkeits- 
gefäss zur Absorption von NH^ geleitet. Aus der Aenderung der 
Leitfähigkeit lässt sich, wie leicht ersichtlich, der NHs-Partialdruck 
berechnen. Die Complexbildung vermindert den N Hs-Dampfdruck, 
gleichzeitig aber findet durch den Salzzusatz eine Löslichkeitsver- 
minderung des Ammoniaks statt, die der ersteren Wirkung ent- 
gegengesetzt ist und sie eventuell übercompensiren kann. Dieser 
letztere Fall trat ein bei K-, Na- und zum Theil bei NH4-Salzen. Bei 
allen anderen untersuchten Körpern (Ba-, Sr-, Ca-, Mg-, Jn-, Cd-, 
Cu-, Ag-Salzen) findet eine — oftmals beträchtliche — Verminde- 
rung des N Hs-Partialdruckes, also erhebliche Complexbildung statt. 
Da die einzelnen Resultate im Wesentlichen chemisches Interesse 
haben, so sollen sie hier nicht näher erörtert werden* Es sei auf 
das Original verwiesen (vergl. das folgende Ref.). Kpl. 

W. Gaus. Ueber den Einfluss von Neutralsalzen auf die Tension 
des Ammoniaks aus wässeriger Lösung. ZS. f. anorg. Chem. 25, 
236—264, 1900t. 



Abeog. Gaus. Bütten. Mbebbubo. Lindsay. 293 

Die vorliegende Arbeit enthält eine ausführliche Schilderung 
der Versuchsmethode und der Ergebnisse, welche dem im vor- 
stehenden Referat skizzirten Vortrage von Abeuo zu Grunde liegen. 

Kph 

G. M, RuTTBN. Untersuchung über die Zusammensetzung der 
VVismuthnitrate und die Gleichgewichte im System; Wismuth- 
oxyd — Salpetersäure — Wasser. Diss. Leiden 1900. 125 8. [Beibl. 
25, 239, 1901t. 
Bezeichnet man das neutrale Salz Bi^Oa, 3 N2O5 .n II^O durch Zn 
und das basische Salz n^ Bi^ O3 . n^ N2 O5 . U3 H2 O durch das Schema 
^iti—w, ■ wa> so sind die folgenden festen Körper aufgefunden worden: 
Zjo, Z4, Z3 und ein coUoidales Hydrat von Z; ferner JBi-2-2, JBi-i— 2, 
Bi— 1— i, ^6— «y-»(8)> -810-9— 7i J5a— 1-1. Die früher beschriebenen Salze 
55-_4_j, ^4_8_j, JB5_^_^, ^5-«— 6 scheinen nicht zu bestehen. Es 
wurden die Isothermen bestimmt, die die flüssigen Phasen angeben, 
welche mit den verschiedenen festen Phasen im Gleichgewicht sind 
bei 9«, 110 nu(j bei 65^ bis 80^ Diese Isothermen sind in be- 
kannter Weise für eine Temperatur in ein gleichseitiges Dreieck 
eingetragen; aus diesen Dreiecken ist sodann eine dreieckige Säule 
coDstruirt, deren Längsseite Temperaturaxe ist. Die gesammten 
Isothermen ergeben so eine Figur im Räume, deren Abbildung im 
Original eingesehen werden muss. Kph 



P. A. Mbbbbubo. Der Einfluss eines dritten Stoffes auf das Gleich- 
gewicht im System: Triäthylamin und Wasser. Diss. Leiden 1900. 
[BeibL 25, 239, 1901t- 
Die folgenden Systeme wurden untersucht: Aethylalkohol— Tri- 
äthylamin — Wasser, Diäthylalkohol— Triäthylamin — Wasser, Phenol 
— Triäthylamin — Wasser, Die Darstellung der Resultate geschieht 
mittels der Löslichkeitscurven in der üblichen Weise. Kpl. 



CHABiiEs F. L1ND8AT. On the presence of acid sulphate of copper 

in mixtures of aqueous Solutions of sulfuric acid and copper 

sulphate. Trans. Nova Scot. Inst. 10, 205—210, 1900 t. 

Der Verf. findet, dass eine Mischung ziemlich concentrirter 

Lösungen von Schwefelsäure eine geringere Dichte besitzt, als sich 

additiv aus den Dichten der einzelnen Lösungen berechnen lässt. 

Der übrige Theil der Arbeit bietet nur für den Chemiker Interesse. 

Kph 



294 7 c. Lösungen. 

HüGO Witt. Ueber die Constitution des Wassers. Ofvers. Danske 
Veten8k.-Akad. Porh. 1900, 63—83. Ohem. Centralbl, 1900, 1, 946 t. 
Nach Röntobn's Ansicht ist flüssiges Wasser eine ungesättigt« 
Lösung von Eismolecülen in Wassermolecülen. Unter Anwendung 
dieser Hypothese hat db Coppet dann aus der Ausdehnung des 
Wassers den Gehalt an Eismolecülen zu berechnen gesucht und für 
bis -|- 4® gefunden , dass das Wasser ca. 50 Proc. derselben ent- 
hält. Der Verf. verwendete die Resultate von Ramsay und Shisdds 
über die Veränderung der Oberflächenspannung des Wassers, um 
unter gewissen Annahmen das Verhältniss der Eismolecüle zu den 
Wassermolecülen festzustellen. Betrachtet man die Concentration der 
Dampfmolecüle als verschwindend klein und schreibt man den Wasser- 
mocülen die Formel (HaO)^ zu, so ergiebt sich der von de Coppet 
gefundene Gehalt an 50 Proc. Eismolecülen, wenn diesen die Formel 
(Ha 0)8 zukommt. Löst man einen festen Körper in Wasser, so 
wird die Menge der Flüssigkeitsmolecüle auf Kosten der Eismole- 
cüle vergrössert Hieraus erklärt sich die Lösungscontraction , die 
Verschiebung der Temperatur für das Dichtemaximum mit der 
Concentration der Lösung, die Verringerung der specifischen Wärme 
der Lösung, die Wärmeabsorption beim Lösimgsvorgang , und die 
Abweichung der Dampfdruckerniedrigung vom RAOüLT'schen Ge- 
setz, welche der Verf bei Untersuchungen mit Hülfe des Hygro- 
meters von SoNDÄN an Lösungen von Chlorkalium und von Zucker 
beobachtet hat. Bei einer 30 proc. Zuckerlösung ergab sich eine 
um 44 Proc. zu grosse Dampfdruckerniedrigung. Auch die zu 
starke Zunahme des osmotischen Druckes mit der Concentration 
sucht der Verf. durch seine Annahme zu erklären. Kpl. 



P. Waldbn. Ueber einige anorganische Lösungs- und lonisirungs- 
mittel. ZS. f. anorg. Chem. 25, 209—226, 1900 t. 
Auf ihr Lösungs- und lonisirungsvermögen wurden die folgen- 
den Stoffe untersucht: BCI3, PCls, PBrg, POClj, AsClj, SbCl», 
SbClß, SiCU, SnCU, SaClj, SOClg, SOaClg, SOg und flüssiges Brom. 
Die Bestimmung der Ionisation der in diesen Lösungsmitteln ge- 
lösten Stoffe geschah durch die Messung der elektrischen Leitfähig- 
keit der Lösungen. Keine lonisirungstendenz besitzen: BCls, PCls, 
PBrs, SbCU, SiCU, SnCU, SO3 und Br. Die übrigen dissocüren 
die in ihnen gelösten (binären) Salze. Bemerkenswerth ist, dass 
die Stoffe mit lonisirungstendenz auch im reinen Zustande selbst 
den elektrischen Strom leiten. Bezüglich der interessanten Details 



Witt. Waldbh. Likooln. Obtwald. 295 

der Arbeit, die dem Gebiete der Chemie angehören, ist auf das 
Original zu verweisen. Kpl. 

A. T. Lincoln. Solvent Aotion of Vapors. Joum. Phys. Chem. 4, 
715—731, 1900 f. 
Der Verf. zeigt zanächst, dass theoretisch auch den Dämpfen 
eine Lösungswirkung zukommen muss, die aber experimentell nur 
nachweissbar wird, wenn die Differenzen zwischen dem Dampfdruck 
des gelösten Körpers im reinen Zustande und dem Partialdruok 
desselben in der dampfförmigen Lösung grösser sind als die Ver- 
sachsfebler. Dies findet aber nur nahe beim kritischen Punkt des 
Lösungsmitteb oder oberhalb desselben statt Zur Prüfung der 
Theorie wurden gesattigte Lösungen von Benzoesäure in Wasser, 
Benzol und Aceton bei wechselndem Druck destUlirt und im Filtrat 
die übergegangene Säure bestimmt Hieraus konnte der Partial- 
dnick der Benzoesäure in der Dampfphase berechnet werden. Es 
ergab sich aber, dass dieser Partialdruck ungefähr — in den 
Grenzen der Versuchsfehler — eben so gross ist, wie der Dampf- 
druck der reinen Benzoesäure. Ein gleiches Resultat Hess sich aus 
den Versuchen anderer Autoren für die Lösungen von Gampher 
and Naphtalin in Alkoholdampf ableiten. — Zur Entscheidung der 
angeregten Frage müssten deswegen die Versuche auf wesentlich 
höhere Temperaturen ausgedehnt werden. — Der Verf. bestimmte 
noch den Dampfdruck von Salicyl- resp. Benzoesäure im Tempe« 
ratnrintervall 82,5 bis 156,9^ resp. 71,3 bis 193,0«. — Für die 
theoretische Discussion benutzt der Verf. ein Coordinatensystem : 
Temperatur — Volumenconcentration. Kph 



W. Ostwald. Periodische Erscheinungen bei der Auflösung des 
Chroms in Säuren. L Mittheilung. Z8. f. phys. Cham. 35, 38—76, 
1900 t. Bef.: Chem. CentralbL 1901, 2, 935. 
Gelegentlich einer Untersuchung über die Auflösung von 
Cbrommetall in Säuren, die veranlasst wurde durch die Beobach- 
tungen HiTTOBp's (ZS. f. phys. Chem. 25, 729, 1898) über die ver- 
schiedenen elektrochemischen Zustände des Chroms , bemerkte der 
Verf., dass die Geschwindigkeit der Lösung des Metalles in viel 
Säure sich periodisch änderte, d. h. die Auflösungsgeschwindig- 
keit (resp. die dieser proportionale Gasmenge) steigert sich bis zu 
einem gewissen Maximum, nimmt sodann bis zu einem Minimum 
ab und steigt wieder bis zu dem früheren Maximum. Diese Vor- 
gänge wiederholten sich stundenlang mit grosser Regelmässigkeit 



296 7 c. LösuDgen. 

Um diese Erscheinung ausführlich zu studiren, construirte der 
Verf. einen sehr sinnreichen Apparat, der eine genaue Aufzeichnung 
der Perioden gestattete. (Wegen der Einrichtung des Apparates 
muss das Original nachgesehen werden.) 

lieber das allgemeine Verhalten des Chroms wurde zunächst 
noch constatirt, dass der „passive^ Zustand erzeugt werden kann 
durch fast alle Oxydationsmittel; der ^active'^ Zustand wird durch 
starke Reductionsmittel resp. durch längeres Liegen unter Salzsäure 
wieder hergestellt. 

Die regelmässigsten Perioden der Lösungsgeschwindigkeit er- 
gaben sich, wenn das Metall zuerst durch Oxydationsmittel passiv 
gemacht und sodann wieder activirt wurde. Bei länger dauernden 
Versuchen nimmt die Dauer der Periode wegen der Erschöpfung 
der Säure allmählich zu. 

Das Auftreten der periodisch wechselnden Lösungsgeschwindig- 
keit ist dem Metall selbst — nicht der Lösung — zuzuschreiben; 
denn zwei Chromstücke, die sich in einer Lösung — ohne sich zu 
berühren — befanden, ergaben eine Curve, die sich darstellte als 
Addition (Superposition) der von den einzelnen Stücken gelieferten 
Curven. Berührten sich dagegen die Metalle, so entstand eine ein- 
fache Curve, für deren Gestalt die Curve des Chromstückes maass- 
gebend war, welches schneller activ wurde. 

Die Dauer der Perioden und die Form der Curven hängt nicht 
nur von der Natur des Metalles und der Säure, sondern auch von 
der Vorbehandlung des Chroms etc. ab, ohne dass jedoch dieser 
Einfluss constant oder reproducirbar wäre. 

Als im Laufe der Untersuchung neue Chrompräparate zur 
Verwendung kamen, zeigte sich die ganz überraschende Thatsache, 
dass die sämmtlichen neueren Proben (die alle nach demselben 
Verfahren wie das ursprünglich benutzte - Metall dargestellt waren) 
die beschriebenen periodischen Erscheinungen nicht zeigten, und 
auch durch kein Mittel dazu gebracht werden konnten, sich perio- 
disch zu lösen ^). 

Die beschriebenen Versuche wurden alle mit Salzsäure aus- 
geführt; ebenso wie diese verhält sich auch Schwefelsäure; bei 
beiden nimmt die Dauer der Periode ab mit zunehmender Säure- 
concentration und mit steigender Temperatur, es wird durch beide 
Factoren also die Geschwindigkeit der Auflösung vergrössert. 



^) Zu den weiteren Verauchen wurde deswegen wieder Chrom ange- 
wendet, welches derselben Schmelze entstammte wie das zuerst benutzte. 



Obtwald. 297 

Der Verf. bespricht sodann sehr ausführlich die verschieden- 
artigen EIrscheinungen, die auftreten, wenn man ein Säuregemisch 
(HCl + HJSO4) anwendet, oder wenn man der Säure andere Sub- 
stanzen (EsCraO;, coUoid. Pt, CuCla etc.) zusetzt Die Lösungs- 
geschwindigkeit wird vielfach katalytisch — positiv oder negativ — 
beeinflusst. — Eine sehr bedeutende Verzögerung bewirkt Jod- 
bliom, während EBr gar nicht katalytisch wirkt; als noch stärkere 
Verzögerer erweisen sich Rhodanionen und zwar zeigte sich hierbei, 
dass die Vergrösserung der Periode in erster Annäherung der vor- 
handenen Periode proportional ist Cyanionen stehen in ihrer 
Wirkung zwischen Jod und Rhodan. Als am stärksten verzögernd 
erwies sich aber Formaldehyd. Positive Eatalysatoren (Beschleuniger) 
sind HNOs und nitrose Gase, HCIO3, HBrOs. Beschleunigung 
und Verzögerung durch verschiedene Eatalysatoren superponiren 
sich in ihrer Wirkung. 

Entsprechend der wechselnden Auf lösungsgeschwindigkeit zeigte 
das Chrom auch wechselnde PotentialdiflTerenzen gegen die Säure; 
die Unterschiede derselben gegen einander betragen im Maximum 
etwa 0,1 VoL Auch diese Potentialperiode wurde automatisch auf- 
gezeichnet, sie entspricht vollständig der Periode der Entwickelungs- 
geschwindigkeit — Der Verf. verzichtet einstweilen darauf, eine 
Erklärung für die beschriebenen merkwürdigen Erscheinungen zu 
geben. Kpl. 

W. Ostwald. Periodische Erscheinungen bei der Auflösung des 
Chroms in Säuren. (Zweite Mittheilung.) Abb. d. k. säcbs. Ges. d. 
Wis8. 26, 27—84, 1900 t. Z8. f. pbys. Chem. 35, 204—256, 1900. 

Der Verfasser giebt zuerst eine üebersicht über ältere Unter- 
SQohuDgen, bei denen „periodische Erscheinungen^, die mit den hier 
bebandelten einige Aehnlichkeit haben, beobachtet worden sind. — 
Zor Demonstration der periodischen Gasentvrickelung beim Lösen 
von Chrom in Säuren lässt man das entstehende Gas eine mit 
Wasser gefüllte, schwach geneigte Röhre passiren, so dass die Gas- 
blasen diese entlang wandern, und zwar in Abstanden, die der Ent- 
wickelungsgeschwindigkeit umgekehrt proportional sind. — Auch 
eine einfache Anordnung zur Demonstration des wechselnden elek- 
trischen Verhaltens des Cr schildert der Verf. Im Anschluss hieran 
werden einige Modificationen an dem Registrirapparat zur Auf- 
seicbnung der Perioden beschrieben; auch über Verbesserungen am 
Thermostaten wird berichtet — Die Untersuchung wendet sich 
sodann dem Einfluss von Temperatur, Säureconcentration und von 



298 7 c. LösuDgen. 

Katalysatoren auf die periodischen Erscheinungen in quantitativer 
Beziehung zu. — Da das ursprünglich benutzte „schwingende^ 
Chrom aufgebraucht war, so wurden neue Schmelzversuche ange- 
stellt, die zwar noch nicht dazu gefuhrt haben, dass man willkürlich 
^schwingendes Chrom^ herstellen kann, die aber doch ab und zu 
einen solchen Regulus lieferten. (Die in der ersten Mittheilung 
erwähnte Abhängigkeit des „Schwingens" vom Schwefelgehalt des 
Metalles hat sich nicht durchweg bestätigt.) Zu den neuen Ver- 
suchen wurde hauptsächlich ein ca. 60 g schwerer Regulus benutzt^ 
der nach dem GoLDSCHinDT'schen Verfahren unter Gypszusatz her- 
gestellt war. Er enthielt 0,13 Proc. S und wird in der Folge als 
„Cris" bezeichnet Das Metall würde durchweg in einem Beutel 
aus SeidcntüU bei 20^ in doppeltnormaler Salzsäure gelöst. Ganz 
allgemein bilden sich hierbei die Schwingungen langsam aus, dauern 
in vollkommenem Zustande 1 bis 3 Minuten und nehmen mit der 
Zeit zu. 

Bei den Versuchen nun, die dazu dienen sollten, festzustellen, 
ob bei der mechanischen Handhabung des Metalles (Herausnehmen 
aus dei' Säure, Abwaschen, Abreiben etc.) Aenderungen der Periode 
sich ergeben, zeigte sich, dass das Metall, wenn man es aus der 
Säure entfernt, in der es „angegangen" ist, und es dann in neue 
Säure überträgt, allmählich nach einigen Schwingungen „einschläft", 
d. h. sich langsam und stetig (unperiodisch) löst, und zwar um so 
schneller, je mehr die erste Säure durch Waschen etc. entfernt 
wurde. Bringt man das „eingeschlafene" Metall in die erste Säare 
zurück, so schwingt es wieder. Ebenso verhält es sich beim Hinein- 
bringen in eine Säure, in der ein anderes Metall „angegangen" ist. 
Eine eingehende Untersuchung dieser auffälligen Verhältnisse anter 
Berücksichtigung aller möglichen, die Versuche beeinflussenden 
Factoren führte schliesslich zu dem überraschenden Resultat, dass 
die regelmässigen, am Cria beobachteten Schwingungen auf die 
Wirkungen der geringen in dem Tüllsäckchen als Appretur vor- 
handenen Dextrin- und Stärkemengen zurückzuführen sind. Es wird 
deswegen die Einwirkung des Dextrins systematisch untersucht, um 
die Wirkungsgrenze des Körpers festzustellen. Hierbei ergaben 
sich nur einigermaassen regelmässige Resultate, wenn mit Dextrin- 
lösungen steigender Concentration gearbeitet wurde; zugleich zeigte 
sich hierbei, dass auch verschiedene Stücke desselben Regulus sehr 
verschiedene „Dextrinempfindlichkeit haben", so dass sich die Grenze 
allgemein nicht angeben lässt. Verschiedene Dextrinproben ergaben 
im Wesentlichen dieselben Resultate. Qualitativ ähnlich wie Dextrin 



Obtwald. 299 

verhalten sich Leinsamenschleim, Extraote von Caragheenmoos, Salep, 
Althäwunel, Gummi Traganth, arabisches Gummi; dagegen wirken 
nicht: Abkochungen von isländisch Moos und Schleim von Quitten- 
kömern, ebenso die anorganische^ CoUoide SiO) und SnOs. Von 
wohldefinirten Stoffen zeigten die ^Dextrinwirkung^ die Kohlehydrate, 
und zwar um so besser, je höher ihr Molecularge wicht ist. — Um- 
gekehrt wurde nun auch versucht, die Beeinflussung der Schwingungs- 
erscheinungen zu analytisch-chemischen Zwecken, z. B. zur Bestim- 
mung des Dextrins in Bier, Honig etc. zu benutzen, wobei recht 
ennatigende Resultate zu verzeichnen waren. 

Den geschilderten Erscheinungen am Cr^s gegenüber ist es 
sehr merkwürdig, dass Dextrin bei dem zu den früheren Versuchen 
benutzten „selbstschwingenden ^ Chrom eine Abschwächung der 
Perioden hervorrief. 

Um die verschiedenen Einflüsse besser verfolgen und definiren 
ZQ können, wurden Dauer, Variation etc. der Schwingung quantitativ 
bestimmt; hierzu war es zunächst noth wendig, den Genauigkeitsgrad 
festzulegen, mit dem die Messungen ausgeführt werden können. 

Gkinz allgemein ergab sich zunächst bei diesen Versuchen, dass 
die Regelmässigkeit der Schwingungen mit zunehmender Säure- 
coDceutration bis zu einer gewissen Grenze der Concentration wächst; 
bei Ueberschreitung dieser Grenze werden aber die Wellen schneller 
und kleiner und verschwinden schliesslich ganz. 

Bezüglich der Form der aufgeschriebenen Wellen — wenn 
man die durch Gegenwart von Dextrin verursachten Unregelmässig- 
keiten, die in der ganzen ersten Versuchsreihe in uncontrollirbarer 
Weise noch enthalten sind, berücksichtigt — ergiebt sich, dass die 
einfachsten Formen mit Cris bei Dextrinzusatz erhalten wurden 
(vergl. die Figur des Originals), üomplicirter sind die Formen des 
„selbstschwingenden^ Chroms; hier kann man unterscheiden die 
„mnde", die „lange" und die „kurze" Welle, von denen sich schliess- 
lich zeigt, dass die „lange" Welle zusammengesetzt ist aus der 
fffiiDden*' und der „kurzen". Ausnahmslos traten die Wellen- 
formen bei demselben Versuch in der oben angegebenen Reihen- 
folge auf. — Eine Erhöhung der Versuchstemperatur lässt die runde 
Welle und mit ihr die „lange" verschwinden. Bei 30® tritt nur 
noch die kurze Welle auf. 

Die oben erwähnten Messungen, die dazu dienen sollten, fest- 
zostellen, mit welchem Grade von Genauigkeit sich die Wellen 
reproduclren, wurden zunächst mit einem Metall „CrD", welches 
ohne Dextrinzusatz schwang, bei 25 ^ angestellt. Bei verschiedenen 



300 7 c. Lösungen. 

Metallstücken können die Wellenlängen etwa im Yerhältniss 1:2 
wechseln. Das Metall in einem Regulus verhält sich also nicht 
gleichmässig, woher denn auch die Schwingungsdaner bei der Auf- 
lösung eines Stückes wechselt. — Die weiteren, bei 20<* und 30® 
mit und ohne Wechsel der Säure ausgeführten Versuche, deren 
Resultate zum Theil in Tabellen, zum Theil in graphischen Dar- 
stellungen gegeben sind, zeigen, „dass ... die Mittelwerthe aus 
einer so grossen Anzahl Wellen, dass die Ablesefehler unter 1 Proc. 
sinken, an demselben Stück Metall Unterschiede bis zu 10 Proc 
aufweisen, wenn man Bestimmungen aus dem ganzen Verlauf der 
Auflösung verwendet". — Versuche bei 25<> zeigten eine Zunahme 
der Wellenlänge mit dem während der Lösung abnehniienden Säure- 
titer. Als durch Vergrösserung der Säuremenge dieser Umstand 
ausgeschaltet war, zeigte die Wellenlänge keine Tendenz mehr zum 
Steigen. Berechnungen dieser Versuche auf die erreichbare Genauig- 
keit ergaben, dass man mit demselben Metall nicht zu einer grösseren 
Genauigkeit der Wellenlänge als mit einem wahrscheinlichen Fehler 
von 2,1 Proc. gelangen kann. Zu ähnlichen Resultaten gelangte 
der Verf., als das Metall in gewissen Intervallen in frische Säure 
übertragen wurde. 

Zum Schlüsse der Arbeit wird noch eine grössere Anzahl von 
Versuchen beschrieben und berechnet, die dazu dienen sollen, fest- 
zustellen, mit welcher Genauigkeit vergleichende Versuche beob- 
achtet und ausgewerthet werden können. Eine kurze referirende 
Wiedergabe dieses letzten Theiles der Arbeit erscheint aber nicht 
möglich, weil die Erörterungen sich eng an das Zahlen- und gra- 
phische Material anschliessen und ohne dieses nicht zu verstehen sind. 

Kpl 

Habby C. Jones and Abthüb W. Smith. Solution Tension of Zinc 
in Ethyl Alcool. Amer. Chem. Joum. 23, 397—403, 1900. [Joum. 
Chem. Soc. 78, Abstr. 467, 1900 t. 

Die Dissociation einer Vio N-Zinkchloridlösung in Aethylalkohol 
betrug nach der Siedepunktsmethode gemessen 6,5 Proc. — Zur 
Bestimmung der Lösangstension des Zinks in Aethylalkohol wurde die 
elektromotorische Kraft von Zn in alkoholischer Zinkchloridlösung 
gemessen, woraus sich die Lösungstension von Zink in Alkohol zu 
2,7. 10""^<^Atm. berechnet in ziemlich guter Uebereinstimmung mit 
dem früher ermittelten Werth 1,9 . 10~^^ Die Lösungstension des 
Zinks in Alkohol ist annähernd 10~® Mal so gross wie in Wasser. 

Kph 



Jones u. Smith. Bbüneb tu Tolloczko. Winkler. 



301 



L Bbükbb und St. Tolloczko. lieber die Auflösungsgesohwindig- 
keit fester Körper. ZS. f. phys. Chem. 35, 283—290, 1900 f. 

Zar Messung der Auf lösungsgesch windigkeit wurden durch Giessen 
und Abschleifen hergestellte Platten in einem mit Wasser gefüllten 
Gefftss in sehr schnelle Rotation versetzt, und der Gehalt der ent- 
stehenden Lösung von Zeit zu Zeit bestimmt. Zur Untersuchung 
kamen Benzoesäure, Phenylessigsäure, Phenyl Propionsäure, Acet- 
anilid und Gyps bei 25®, Benzoesäure und Gyps auch bei 35,0®. 
Die Auflösungsgeschwindigkeit folgte dem bereits von Notes- 

Whitkbt aufgestellten Gesetz: — = K(C — x) [C = Concentra- 

tion der gesättigten Lösung, x Concentration der Ijösung zur Zeit t]. 

Hieraus erhält man durch Integration die Geschwindigkeitsconstante 

1 C 
pro 1 qcm Oberfläche: D = :=-t log — • \F = Gesammtober- 

ffiiche.] Diese D-Werthe zeigen in den verschiedenen Versuchs- 
reihen gute Constanz. Sie sind aber nach Ansicht der Verff. nicht 
als Constanten der Lösungsreaction , sondern als Diffusions- 
coDstanten zu betrachten, indem sich an der Oberfläche des sich 
lösenden Körpers stets eine dünne Schicht einer gesättigten Lösung 
befindet Diese Auffassung wird durch verschiedene Argumente 
gestützt Die ausgearbeitete Methode kann demnach zur schnellen 
Bestimmung von Diffusionsconstanten dienen. Kpl, 



L W. Winkleb. Löslichkeit des Broms in Wasser. Ohem.-Ztg. 23, 
687—689, 1899 t. [ZB. f. anaL Chem. 40, 174, 1901. 
Es wurde zunächst bestimmt die Löslichkeit von flüssigem Brom 
in Wasser, für die sich die folgenden Mittel werthe ergaben: 



Tempe- 


100 Gewthle. Wasser 


1 


öewthl. Brom 


ratur 




lösen 




] 


Ost sich in 


0,00« C. 


: 4,167 


Gewthle. 


Brom 


24,00 Gewthln. Wasser 


10,34 


1 3,740 






26,74 




19,96 


1 3,578 






27,94 




30,17 


3,437 






29,10 




40,03 


3,446 






29,02 




49,85 


3,522 






28,39 





Bedeutend weniger Brom — nämlich nur 2,359 Gewthle. in 
100 Grewthln. Wasser — wird gelöst, wenn Bromhydrat vorhanden 



302 



7 c. Lösungen. 



ist. Die Flüssigkeit ist sodann als eine wässerige Lösung von 
Brombydrat aufzufassen. 

Der Verf. bestimmte aucb im Temperaturintervall 0® bis 80** 
die Absorptionscoefücienten des Bromdampfes. Dieser folgt bei der 
Auflösung dem Henby • DALxoN'scben Gesetze. Die Mittelwerthe 
der Bestimmungen sind die folgenden: 



Temperatur 


Druck in 
Millimetern 


Absorptions- 
coefflcient 


0,00» c. 


56—13 


60,53 


9,94 


89—16 


35,22 


20,46 


138— 9 


20,87 


30,38 


179—12 


13,65 


40,31 


229—26 


9,22 


50,25 


274—53 


6,50 


60,04 


314—46 


4,84 


69,98 


154—54 


3,82 


80,22 


396—74 


2,94 



Aus diesen Werthen wird eine Tabelle berecbnet, die den 
Absorptionscoefficienten von 2 zu 2 Grad angiebt. — Auch der 
Bromdampf gehorcht dem vom Verf. früher (ZS. f. phys. Chem. 11, 
171, 1892) für zweiatomige Gase aufgestellten Gesetz: 

ßo — ßt ^ ^0 — (h fm 
ßo ^0 ÄJ ' 

in dem ßo resp. ßt die Absorptionscoefücienten des Gases bei 0^ 
resp. bei t^ sind, während ^o ^^^ fh die innere Reibung bei den 
entsprechende Temperaturen und m das Moleculargewicht des Gases 
darstellen. Für Brom berechnet sich die Constante h zu 3,673, 
während sie früher aus Versuchen mit anderen Gasen zu 3,785 be- 
stimmt war. 

Kennt man die Löslichkeit von flüssigem Brom und den 
Absorptionscoefficienten des Dampfes, so kann man auch die Tension 
des flüssigen Broms berechnen. 

Der Verf. nimmt an, dass flüssiges Brom als solches in Wasser 
sich überhaupt nicht löse , sondern, dass nur der Dampf löslich sei. 
Einen analogen Mechanismus beim Lösungsvorgange nimmt er auch 
für mehrere andere Körper (z. B. Jod) an. Kpl 



BOHB. 



303 



Chr. Bohb. Kulsyrena Opl^selighed i alkohol mellem — 67 og 
-|- 45® C. In- og EvasioDskoefiicient ved 0^. Ofvers. ov. det Kgl. 
Danske Yidensk. Selsk. Forhand. 1899, 601—614. 

— — Die LdsHchkeit der Kohlensäure in Alkohol zwischen 
— 67» und + 450 C. In- und Evasionscoefficient bei 0«. Ann. d. 

Phys, (4) 1, 244—256, 1900 t. 

Die Bestimmung der sich in Alkohol bei verschiedenen Tem- 
peraturen lösenden Kohlensäuremengen wurde nach zwei Methoden 
ausgeführt, die in ihren Resultaten befriedigend übereinstimmen. 
Nach der ersten Methode wurde eine gewisse Quantität Alkohol bei 
bestimmter Temperatur mit Kohlensäure gesättigt und dann wurde 
die aufgenommene Gasmenge analytisch festgestellt. Nach der 
zweiten Methode wurde — in einem besonderen in der Arbeit 
gezeichneten Apparat — der Alkohol bei bestimmter Temperatur 
mit Kohlensäure gesättigt, sodann auf eine niedrigere Temperatur 
abgekühlt und die Menge der hierbei aufgenommenen Kohlensäure 
gemessen. Aus den direct gewonnenen Versuchsdaten wurden durch 
Interpolation die folgenden Tabellen berechnet. Tabelle I bezieht 
sich auf 99proc., Tabelle II auf 98,7 proc. Alkohol, a sind die 
Absorptionscoefficienten ohne Berücksichtigung der durch die Kohlen- 
Bäureaufnahme veranlassten Volumenvermehrung; a^ sind die unter Be- 
racksichtigung dieser Thatsache corrigirten Absorptionscoefficienten: 

Tabelle I: 



"C. = — 65 
a = 38,41 
«j = 35,93 

•C. = 10 
« = 3,57 
«1 = 3,55 



— 25 


— 20 


— 15 


— 10 


— 5 





8,75 


7,51 


6,59 


5,75 


5,01 


4,44 


8,61 


7,41 


6,51 


5,69 


4,96 


4.40 


15 


20 


25 


30 


35 


40 


3,25 


2,98 


2,76 


2,57 


2,41 


2,20 


3,23 


2,96 


2,74 


2,56 


2,39 


2,19 



Tabelle II: 



C. = 


— 10 


— 20 


— 30 


a = 4,35 


5,43 


7,25 


9,97 


aj = 4,31 


5,38 


7,16 


9,79 



— 40 I — 50 
14,25 I 21,28 
13,89 I 20,49 



5 
3,96 
3,93 
45 
2,01 
2,00 



— 60 1 —65 i —67 



31,25 I 39,89 
29,59 I 37,22 



44,07 
40,83 



Evasions- und Invasionscoäfficient wurden nach einer früher näher 
auseinandergesetzten Methode (Wied. Ann. 68, 500, 1899) ermittelt. 
Bei 0* ist der Evasionscoefficient (ß), der Invasionscoefficient (y) 
und der Absorptionscogfficient (a) 



für Wasser 
far Alkohol 



ß 

0,077 
0,524 



y 

0,132 
2,375 



a 
1,713 
4,532. 



Kpl 



304 



7 c. Lösangen. 



William Fbbnoh and F. Ashwobth. Od the Solubility of some 
Gases in Water. Chem. News 81, 13, 1900 t. 
Für die Bestimmung der Löslichkeit von Gasen in Fällen, wo 
eine besondere Genauigkeit nicht erforderlich ist (Unterricht, Vor- 
lesungsversuohe) , benutzen die Verff. das LuNGB'sche Nitrometer 
oder eine diesem ähnliche Combination von Büretten. — Die Gas- 
messbürette wird zuerst ganz mit Quecksilber gefüllt, dann saugt 
man eine bestimmte Menge Wasser und hierauf das Gas, dessen 
Lösiichkeit bestimmt werden soll, ein, bringt bei gleichem Queck- 
silberniveau in das Niveaurohr eben so viel Wasser wie in die 
Bürette und schüttelt dann die letztere stark bis zur Volumen- 
constanz. Nach den nothwendigen Reductionen kann man aus der 
Volumenabnahme des Gases leicht die Löslichkeit bestimmen. — 
Die Resultate stimmen bei wenig löslichen Gasen mit den bekannten 
genauen Zahlen gut überein. Kpl. 



J. W. Mallet. üeber die Löslichkeit von Ammoniak in Weisser 
bei Temperaturen unterhalb 0^, Amer. Chem. Joum. 19, 804 — 809i 
1897. ZS. f. phys. Chem. 36, 107—108. 

Das Gas wurde in abgekühlte Ammoniakfiüssigkeit bis zur 
Sättigung eingeleitet Zur Bestimmung des Ammoniakgehaltes der 
Lösung wurden abgemessene Volumina in Wasser von 0® gebracht 
und mit Schwefelsäure titrirt. Die folgende Tabelle giebt das 
Gewicht des in lg Wasser gelösten Ammoniaks (unter einem 
Druck von 743 bis 744,4mm) an: 



Temperatur 


Gelöste Menge 


Temperatur 


Gelöste Menge 


— 3,9» 

— 10 

— 20 


0,947 
1,115 
1,768 


-25« 

— 30 

— 40 


2,554 
2,781 
2,946 



Die bei — 3,9 <> gelöste Menge entspricht fast genau derjenigen, 
die sich für Ammoniumhydroxyd berechnet. Der Werth für — 40® 
hat keine Bedeutung, da reines Ammoniak sich schon oberhalb 
dieser Temperatur verflüssigt. Kpl. 



Gbobgbs Claude. Sur l'extraction de l'oxygene de l'air par dis- 
solution ä hasse tempdrature. 0. B. 131, 447 — 450, 1900 f. 

Um die bekannte Thatsache der verschiedenen Löslichkeit von 
Sauerstoff und Stickstoff zur technischen Gewinnung von reinem 
Sauerstoff resp. eines sauerstoffreichen Gasgemisches aus der Luft 



Fbench u. Abhwobth. Mallbt. Claude. Bodläkdeb. Bigh. 305 

auf physikalisohem Wege verwerthbar zu machen, ging der Ver- 
fasser von dem Gedanken aas, nicht Wasser, sondern ein anderes 
Lösungsmittel zu verwenden, welches einen grösseren Quotienten 

Ldslichkeit von O , . ^r n. , . „^ ,. t^ r« 

. . . rc besitzt Um die bei gewöhnlicher Temperatur 

in Folge hoher Dampfspannung — beispielsweise Alkohol — zu 
erwartenden Verluste zu verhüten, sollten sehr niedrige Temperaturen 
verwendet werden. Hierdurch wurde gleichzeitig auch eine Steigerung 
der Gesammtlöslichkeit erreicht und eventuell war eine günstige 
Verschiebung des Löslichkeitsverhältnisses zu erwarten. 

Die Versuche wurden unter Anderem angestellt mit verschie- 
denen Alkoholen, Aethern, Aceton, Chloroform, Methyläther, Benzin, 
flüssigem Chlor etc. Für Methyläther ist bei — 120® ein günstiges 
Löslichkeitsverhältniss (0,5) vorhanden; die Flüssigkeit ist aber nicht 
anwendbar, weil die Gesammtlöslichkeit der Gase nicht hinreichend 
gross ist. Für die anderen Flüssigkeiten, die gute Lösungsmittel 
sind, ergab sich, dass die Löslichkeit des Stickstoffs annähernd der 
Löslichkeit des Sauerstoffs gleich geworden war, so dass eine An- 
reicherung des gelösten Gases an O nicht stattfindet. Aus diesen 
Gründen wurden die Versuche, die technische Erfolge nicht ver- 
sprachen, nicht weiter verfolgt Kph 



G. BoDLlNDBB. lieber die Löslichkeit der Erdalkalicarbonate in 
kohlensäurehaltigem Wasser. ZS. f. phys. Chem. 35, 23—32, 1900 f- 
[Chem. Centralbl. 1900, 2, 934. 

Aus den Daten für die Löslichkeit der Kohlensäure in Wasser, 
für die Leitfähigkeit dieser Lösungen, für die Dissociation des 
Wassers und für die Löslichkeit des Carbonates in reinem Wasser 
berechnete der Verf. die Löslichkeit von Calcium-, Baryum- und 
Magnesiamoarbonat in mit Kohlensäure bei verschiedenen Drucken 
gesättigtem Wasser. Die Ergebnisse schliessen sich gut an die 
direct bestimmten Werthe an. Bezüglich der Führung der Rech- 
nung u. 8. w. muss auf das Original verwiesen werden. Kpl. 



Edmond M. Rioh. The Solubility of certain Lead-Glasses or Fritts 
used in the Preparation of Pottery Glazes. Chem. News 82, 230, 
1900 t. Manch. 8oc. 45, Nr. 2, 15 S., 1900. Nature 63, 98—99, 1900. 
Die Löslichkeit von Bleigläsern und dergleichen in Salzsäure 
ist ausser von der chemischen Beschaffenheit auch von der an- 
gewandten Komgrösse abhängig. Kpl, 



VortMbr. d. Phyi. LVI. 1. Abth. 20 



306 



7 c. Lüsangen. 



W. STOBTBKBBiraR. Ucber die Löslichkeit von hydratirten Misch- 
krystallen. lU. ZS. f. phys. Chem. 34, 108—123, lOOOf. 
Im Anschluss an frühere Untersuchungen [ZS. f. phys. Chem. 
17, 643 (1895) und 22, 60 (1897)] werden nach früher beschriebeDen 
Methoden die Salzpaare Cadmium — Ferrosulfat und Magansulfat — 
Kupfersulfat untersucht. Für die Grenzwerthe der Lücken in den 
Mischungsreihen werden wesentlich andere Zahlen gefunden, als 
Rbtgbbs früher angegeben hatte. Die Resultate der Arbeit haben 
hauptsächlich für die Chemie Interesse und sollen deswegen hier 
nicht näher erörtert werden. Kph 



Chablbs Toubbn. Solubilite d'un m^lange de sels ayant un ion 
commun. C. B. 130, 908—911, 1900 t. 
Die Löslichkeit eines Salzes in Wasser wird — wie Nbbkst 
(ZS. f. phys. Chem. 4, 372, 1889) theoretisch entwickelt hat — 
durch Zusatz eines anderen Salzes mit einem gleichen Ion herab- 
gesetzt Diese Theorie wurde für schwer lösliche Salze verificirt 
durch Untersuchungen von Nbbnst und von Noybs (ZS. f. phys. 
Chem. 6, 241, 1890). Der Verf. untersucht nun die gegenseitige 
Löslichkeitsbeeinflnssung zweier Salze mit einem gemeinsamen Ion 
an leicht löslichen Körpern, und zwar wählt er hierfür das Nitrat, 
Chlorid und Bromid des Kaliums. Die vorliegende Arbeit erstreckt 
sich auf die Salzpaare KNO3— KCl und KNO»— KBr. Die Ver- 
suche wurden so ausgeführt, dass Lösungen mit wechselndem Gehalt 
des einen Salzes — bei constanter Temperatur natürlich — in Be- 
rührung gebracht wurden mit einem Ueberschuss des zweiten Salzes 
in fester Form. Nach Herstellung des Gleichgewichtes wurden dann 
die Lösungen analysirt So wurden untersucht: 

Löslicbkeit von KNOg in LöBungen von KCl (Tab. I u. II) 

„ KCl „ „ „ KNO, (Tab. m u. IV) 

„ KNO3 . , „ KBr(Tab. V u. VI) 

, KBr „ „ , KNOa (Tab. Vn u. Vni). 

Die folgenden Tabellen geben die Versuchsdaten: 
I. (Temperatur 14,5* C.) 
Gehalt der Lösung | 1 i 

an KCl .... 0,182 0,424 0,880 1,778 2,204 2,635 3,172 

Gelöstes KNO« . . 2,228 | 2,172 2,057 1,830 \ 1,576 | 1,515 | 1,423 1,355 

r 

Gehalt der Lösung 

an KCl .... 0,26 l 0,66 1,35 | 2,08 2,78 3,04 

Gelöstes KNOg . . 3,217 3,086 | 2,853 2,510 | 2,218 2,015 1,946 



n. (Temperatur 25,2<'C.) 



Stobtenbekbb. Toubbn. 



307 



m. (Temperatur 14,5*0.) 



Gehalt der Lösung 


















aD KNO, . . . 





0,204 


0,318 


0,615 


0,818 


0,910 


1,176 


1,220 


Gelöstes KCl . . . 


8,865 


3,810 


3,782 


3,710 


3,667 


3,629 


3,597 


3,582 




IV. (Temperatur 25,2* C.) 






Gebalt der Lösung 
















an KNO, . . . 





0,136 


0,318 


0,902 


1,212 


1,397 


1,805 


Gelöstes KCl . . . 


4,18 


4.11 


4,07 3,93 


3,85 


3,81 


3,70 




V. (Temperatur 14,5" 0.) 






Gehalt der Tjösung 
















an KBr .... 





0,356 


0,784 


1,092 


1,577 


2,542 


3,536 


Gelöstes KNO» . . 


2,228 


2,026 


1,835 


1,730 


1,589 


1,406 


1,308 




VI. (Temperatur 25,2^ C.) 






Gehalt der Losung 


1 












an KBr .... 


: 0,38 


0,93 


1,37 


2,08 


2,87 


3,55 


Gelöstes KNOa . . 


8,217 1 3,026 


2,689 


2,492 


2,26 


1,958 


1,807 




Vn. (Temperatur 14,5«C.) 






Gehalt der Lösung 














an KNO3 . . . 





0,362 


0,706 


1,235 






Gelöstes KBr . . . 


4,332 


4,156 


4,093 


3,939 








VUI. (Temperatur 25,2« 0.) 






Gehalt der Lösung 
















an KNO, . . . 





0,131 


0,527 


0,721 


1,09 


1,170 


1,504 


Gelöstes KBr. . . 


4,761 


4,72 


4,61 


4,54 


4,475 


4,44 


4,375 





Man sieht aus diesen Tabellen, dass die Löslichkeit von KCl 
resp. KBr in Lösungen von KNO3 mit steigendem Gehalte an dem 
letzteren abnimmt. Es triflfl demnach die NsBNST'sohe Theorie der 
Löslichkeitsbeeinflussung auch für leicht lösliche Salze zu. 

Bei der diagrammatischen Darstellung der Versuchsresultate 
erhält man — entsprechend den Tabellen II und IV — zwei Curven 
für das Salzpaar KNO3 — ^KCl, die sich in einem Punkte schneiden. 
Dieser Punkt stellt die gleichzeitig an KNOg und KCl gesättigte 
Lösung dar. Entsprechende Curven erhält man für das Salzpaar 
KBr — KNO3. Die Löslichkeitscurve für KNOj in Kaliumbromid- 
lösungen fällt mit der entsprechenden Curve für Chloridlösungen 
zusammen. Nun wird nach Nbbnst durch äquivalente Mengen 
gleich stark dissociirter Salze die Löslichkeit eines dritten Salzes 
— mit gleichem Ion — um gleiche Beträge herabgesetzt Dieser 
Satz wird durch das erwähnte Zusammenfallen der Löslichkeitscurven 
auf für leicht lösliche Körper verificirt, andererseits wird dadurch 
nahe gelegt, dass äquivalente Lösungen von KCl und KBr auch 
bei starken Concentrationen gleich stark dissociirt sind. Kpl. 

20* 



308 7 c. LÖBungen. 

Chables Toübbn. Solabilit^ d'uD m^lange de sels ayant an ioD 
commun. C. R. 130, 1252—1254, 1900 f. 
Im Anschluss an frühere Versuche (vergl. vorst. Ref.) über 
die Löslichkeit von Gemischen zweier Salze mit einem gemeinsamen 
Ion wurden untersucht die Löslichkeiten von Ealiumchlorid in 
Bromkaliumlösungen (I) und von Ealiumbromid in Kaliumchlorid- 
lösungen (II). Die Versuchszahlen (bei 25,2® C.) sind in den fol- 
genden zwei Tabellen enthalten, und zwar bedeuten die Zahlen 

Grammmole pro Liter: 

L 

Bromidgehalt 0,49 0,85 1,31 1,78 2,25 2,69 

Gelöstes Chlorid . . . 4,18 3,85 3,58 3,19 2,91 2,58 2,33 

IL 

Chloridgehalt 0,67 0,81 1,35 1,48 1,61 1,70 2,46 3,775 

Gelöstes Bromid . . . 4,761 4,22 4,15 3,70 3,54 3,42 3,84 2,50 0,525 
Stellt man diese Resultate im Diagramm dar (Abscisse = Anzahl 
der in der Lösung enthaltenen Ghloridmole, Grdinate = Anzahl der 
Bromidmole), so erhält man aus den Zahlen der beiden Tabellen 
einen Gurvenzug und nicht zwei sich schneidende Gurven, wie bei 
den Lösungen KNOs— KBr resp. KNO3— KGl (l. c). Der Verf. 
fährt diese Erscheinung auf die Isomorphie von EGl und KBr zu- 
rück. Man hat es in Folge dessen nie mit einer gleichzeitig an 
beiden Salzen gesättigten Lösung zu thun, weil man nur eine feste 
Phase hat, nämlich eine isomorphe Mischung variabler Zusammen- 
setzung von KGl und KBr. 

Das System von fester Phase, Lösung und Dampf hat bei ge- 
gebener Temperatur noch eine Freiheit. Kpl, 



Ghablbs Toubek. Solubilit^ d'un m^lange de sels ayant un ion 
commun. C. E. 131, 259—261, looof. 
Der Verf. setzt seine Versuche über die Löslichkeitsbeeinflussnng 
gleichioniger Salze (vgl. die vorstehenden Referate) fort, indem er 
zunächst die Löslichkeit von Kaliumniti'at in KaliumcarbonatlösuDgen 
studirt. Die erhaltenen Zahlen sind: 

Bei 25,2^: 
Gehalt der Lösung an Carbonat . . 
Zahl der K-Ionen des Carbonates . 
n n n n Nitrates . . 8,217 

Bei 14,5«: 
Qehalt der Lösung an Carbonat . . 
Zahl der K-Ionen des Carbonates . 
, „ „ „ Nitrates . . 2,228 



0,59 


1,85 


2,10 


2,70 


3,58 


1,18 


2,70 


4,20 


5,40 


7,1« 


2,62 


1,97 


1,46 


1,14 


0,79 


0,48 


1,25 


2,58 


8,94 




0,96 


2,50 


5,16 


7,88 




1,85 


1,39 


0,86 


0,64 





TouBBN. Gregor. 309 

8tellt man diese Versuchsergebnisse in Form einer Curve dar, in- 
dem man die Anzahl der Mole E3CO3 (Zeile 1 der Tabelle) als 
AbsciBsen, die Anzahl der Mole Nitrat als Ordinaten aufträgt, so 
erhält man eine Curve, die durchaus abweicht von den bei den 
Sakpaaren KCl— KNO^ resp. KBr — KNOj erhaltenen Curven. 

Dies ist ganz erklärlich, weil das Ealiumcarbonat sich in 2E und 
GOs spaltet. Es kommen also — bei Annahme vollständiger Dis- 
sociation — doppelt so viele Ealiumionen in Betracht, als Carbonat- 
mole vorhanden sind, also die in Zeile 2 angegebenen Zahlen. 
Benutzt man diese letzteren als Abscissen, so erhält man eine 
Curve, die für mittlere Concentrationen mit der bei KCl— KNOs 
erhaltenen zusammenfällt, bei höheren Concentrationen aber unter- 
halb derselben liegt; hieraus ist auf unvollständige Dissociation 
resp. Dissociation in E und ECOs ^^^ hoh^n Concentrationen zu 
Bchliessen. — Die Löslichkeit des Systems EsCO^ — ^ENOa ist wie 
gewöhnlich durch zwei Curven charakterisirt, die sich in dem Punkte 
schneiden, wo die beiden festen Eörper mit Lösung und Dampf im 
Gleichgewichte sind. Die Lösung enthält hier 4,56 Mole EsCOg 
and 0,54 Mole ENOg. 

Es wurde noch untersucht die Löslichkeit von ENOg in einer 
mit Kohlensäure gesättigten Ealiumbicarbonatlösung ; die folgenden 
Zahlen wurden gefunden: 

Bei 14,5': 
Gehalt der Lösnng an KHOOs • . • • 

. , „ , KNO, 2,38 

Bei 25,2«: 
Gehalt der Löenng an KHOO, .... 

, , , , KNO, 3,28 

Die aus diesen Werthen sich ergebende Curve liegt unterhalb der 
Curve für das System ECl — ENO3. Die theoretische Discussion 
wird immöglich gemacht durch die unvollkommene Eenntniss der 
Menge der in der Lösung vorhandenen Ionen. Kpl, 

J. 6. MacGbbgob. On the depression of the freezing-point in 
aqueons Solutions of electrolytes. Trans. Boy. Soc. Oanada 6, 3—19, 
1900 t. 
Bereits früher hat der Verf. eine Formel für die physikalischen 
Eigenschaften von Lösungen abgeleitet, welche lautet: 

P = P«, + Ä (1 — a) n + lan. 
(P ist der numerische Werth der betreffenden physikalischen Eigen- 
schaft, P„ ist der entsprechende Werth für reines Wasser, tt ist der 



0,39 


0,76 


1,16 


1,55 


2,17 


2,08 


1,92 


1,81 


0,89 


1,33 


1,91 





2,84 


2,65 


2,45 


— 



310 7 c. Lösungen. 

Dissociationsgrad des gelösten Körpers, n ist dessen ConcentratioD, 
k und l sind Constante.) 

In der vorliegenden Arbeit wird die Brauchbarkeit dieser Formel 
für die Gefrierpunktserniedrignng (S) geprüft, fiir welche sie die 
Gestalt annimmt d = h (l — a) + ^«- Geraessen wurde die Ge- 
frierpunktserniedrigung in Lösungen von KCl, Na Gl, Na2S04, K2SO4, 
HaS04 und HCl. Zur Bestimmung des Dissociationsgrades wurden 
Leitfähigkeitsmessungen benutzt. Im Allgemeinen besteht gute 
TJebereinstimmung der berechneten mit den gefundenen Werthen. 
Das Gleiche gilt auch für gemischte Lösungen der genannten 
Körper, für die eine der obigen analoge Formel geprüft wurde. — 
Aus den Constanten Je und l kann man die ^moleculare Gefrier- 
punktserniedrigung", welche dmxh nicht dissociirte Molekel und 
durch Ionen bewirkt wird, leicht berechnen. Nach den vorliegenden 
Zahlen stimmen die beiden Werthe (im Mittel 1,895 und 1,850) 
nicht überein, wie man bisher — auch aus theoretischen Gründen — 
anzunehmen gewohnt war. Der Verfasser lässt die Frage offen, ob 
„Ionen" andere Gefrierpunktsem iedrigungen geben als „nicht dis- 
sociirte Molekel". Er hält jedenfalls den für „Ionen" gefundenen 
Werth (1,850) für sicherer; dieser stimmt auch gut überein mit 
den bisher an Nichtelektrolyten ermittelten Werthen für die mole- 
culare Gefrierpunktsemiedrigung des Wassers. Kph 



Chablbs M. Pasea. On the relative bulk of weak aqueous Solu- 
tions of certain sulfates and their constituent water. Trans, Boy. 
Soc. Canada 6, 27—35, 1900 t. 
Der Verf. bestimmt die specifischen Volumina ziemlich ver- 
dünnter Lösungen von NaaS04, CdS04, MnS04 und FeSO*, um 
zu constatiren, bei welchen Salzen Contraction stattfindet; es er- 
giebt sich aus einem Vergleiche mit älteren Messungen, dass im 
Wesentlichen die zweiwerthigen Metalle diese Erscheinung zeigen, 
während sie bei einwerthigen Metallen nicht auftritt. Dreiwerthige 
Metalle verhalten sich verschieden. Kpl, 



F. G. CoTTBBLL. On the solubility of manganous sulphate. The 
Joum. of Phys. Chem. 4, 637 — 656, 1900 f. 
Bestimmt wurden die Löslichkeits- und StabilitätsverhältniBse 
der Hydrate mit 1, 4, 5 und 7 Molen Wasser von — 10<> bis -f 10® C; 
im Gegensatz zu Likebaroeb^s Angaben (Amer. Chem. Joum. 15, 
225, 1893) fand der Verfasser durchaus normale Verhältnisse. Der 
wesentliche Inhalt der Arbeit hat nur chemisches Interesse. Kpl, 



Pasba. Cottrbll. Dibtz, Punk, v. Wboghem u. Mtlius etc. 311 

K DiKTz, R Funk, -J. t. Wboohbm und F. Mtlius. Ueber die 
Löslichkeit einiger Salze in Wasser. Wiss. AbliandL d. Pliys.-Techn. 
Eeichsanst. 3, 425 — 477, 1900. 

F. Mtlius und TL Funk. Ueber die Natriumsalze der Chromsäure. 
Studien über die Löslichkeit der Salze IV. Ber. d. ehem. Ges. 33, 

3686—3689, 1900. 

F. Mtlius u. J. v. Wboghem. Ueber das Calciumohromat. Studien 
über die Löslichkeit der Salze V. Ber. d. ehem. Ges. 33, 3689—3696, 1900. 
Die an erster Stelle genannte Publication umfasst folgende Einzel- 
arbeiten : 

L Die Halogensalze von Zink und Cadmium von R. Dietz. 

2. Die Nitrate der Zink- und Eisengruppe von R. Funk. 

3. Das Cadmiumsulfat von F. Mtlius u. R. Funk. 

4. Das Magnesium- und Calciumjodat von F. Mtlius und 

R Funk. 

5. Die Natriumsalze der Chromsäure von F. Mtlius und 

R. Funk. 

6. Das Calciumchromat von F. Mtlius u. J. v. Wrochbm. 
Ueber den Inhalt der ersten vier Mittheilungen ist schon früher 

berichtet worden (diese Ber. 53 [1], 501—502, 1897; 55 [1], 595 
—596, 603—605, 1899). 

5. Die Natriumsalze der Chromsäure. 

Die Chromsäure zeichnet sich vor anderen Säuren durch die 
Mannichfaltigkeit ihrer Sättigungsstufen aus, welche, so weit die 
Natronsalze in Frage kommen, an der Hand von Löslichkeitsv ersuchen 
eingebend studirt werden. Die Natrium Chromate sind vielfach den 
Natrinmsulfaten analog zusammengesetzt und sind diesen dann iso- 
morph, z. B. Na2Cr04 + lOHaO dem Glaubersalz. Die Analogie 
beider Salzreihen wird aber häufig durch die Verschiedenheit im 
Kiystallwassergehalt gestört, welche der Isomorphie entgegenwirkt ; 
die angestrebte Vergleichung beider Salzreihen konnte daher nur 
in beschränkter Weise durchgeführt werden. 

Neben dem bekannten Mono-, Di- und Trichromat wurden als 
äosserste Sättigungsstufen neu aufgefunden das vierfach saure 
Chromat, Na2Cr4 0i3-{-^H9 0, und das basische Halbchromat, 
Na4CrO:, 4- 13 HaO, in denen der Natrongehalt um den achtfachen 
Betrag wechselt Beide Salze sind gegen Wasser beständig und 
erfahren bei etwa 50^ durch einen Schmelzprocess Zersetzung; hier- 
bei sondert das erstere Salz neutrales Chromat (NaaCrO«), das 
letztere freie Chromsäure (CrOs) ab. 



312 



7 c. Lösungen. 



Die Lösliohkeit dieser Natriumchromate -wird von 0® bis 100® 
eingehend verfolgt, ohne dass bestimmte Regelmässigkeiten za Tage 
treten. Die Löslichkeit nimmt in jedem Falle mit der Tempe- 
ratur zu. 

Von den Sättigungsproduoten der Chromsäure mit Natron ist 
das normale Salz am wenigsten löslich. In seinen Modificationen 
als Dekahydrat, Na.2Cr04+ lOHaO, und als Anhydrid, NajCrO*, 
verhält es sich dem Natriumsulfat ähnlich. Während aber bei 
diesem der Uebergang beider Modificationen unvermittelt erfolgt, 
tritt bei dem Natriumchromat noch das krystallisirte Tetrahydrat, 
Na^CrO^ + iHgO, auf, dessen Löslichkeitscurve von 20<> bis 65° 
als eine Brücke die Curve der beiden anderen Formen verbindet 
Als Löslichkeit bei 18^ ergaben die verschiedenen Natriumchromate 
folgende Werthe, denen auch diejenigen der freien Chromsäure und 
des freien Natrons beigefugt sind: 





Salzform 


1 ^ 

03 


11 

g < 

1 s 


i ^ 
^ 3 


Mol. Salz 

auf 100 Mol. 

Wanser 


Chromtrioxyd .... 


CrO. 


1,705 


62,45 


3,34 


29,91 


Natriumtetrachromat . 


Na,Cr4 0i,+4H«0 


1,926 


74,60 


8,87 


11,27 


Natriumtrichromat . . 


Na.Cr,0,o + H,0 


2,059 


80,60 


4,87 


20,56 


Natriumdichromat . . 


Na,C,07 + 2H,0 


1,745 


63,92 


8,22 


12,16 


Natriummonochromat 


Na,CrO^ + 10H,O 


1,432 


40,10 


13,47 


7,43 


Natriumhemichromat 


%(Na,Cr05 + 18H,0) 


1,446 


37,50 


10,38 


9,63 


Katriumoxyd .... 


Na,,0 + 3H,0 


1,539 


39,52 


5,30 


18,90 



Die hier angenommenen Salzmolecüle entsprechen gleichen 
Mengen Natrium und sind in diesem Sinne mit einander vergleich- 
bar. Die hypothetische Chromsäure selbst, HsCr04, welche Moissan 
isolirt zu haben glaubte, existirt nicht; bei allen Versuchen, sie ab- 
zuscheiden, erhält man stets das Anhydrid, CrOs. 

6. Das Calciumchromat 
Obwohl die Sättigung von Chromsäure durch Kalk eine ganze 
Reihe saurer oder basischer Producte ergiebt, beschäftigt sich die 
Mittheilung vorzugsweise mit dem normalen Salze CaCr04. Ueber 
die Löslichkeit dieses Salzes lagen in der Litteratur die wider- 
sprechendsten Angaben vor. Experimentell wird nachgewiesen, daes 
die Löslichkeit je nach den festen Modificationen in weiten Grenzen 
wechseln kann. 



Mylius u. y. Wrochem. 



313 



Einerseits lässt sich eine (übersättigte) Lösung von über 20 Proc. 
Gehalt herstellen, andererseits giebt es Salzformen, welche fast un- 
löslich erscheinen. 

Durch eingehende Verfolgung der Krystallisationsverhältnisse 
wurden fünf Salzmodificaüonen festgestellt, welchen bei 18<^ die fol- 
gende Löslichkeit zukommt: 

1. a-Bihydrat, CaOrO« -|- ^HgO, monoklin, 

2. /J-Dihydrat, CaCr04 + 2H,0, rhombisch, 

3. MoDohydrat, Ca0r04-|- HgO, rhombisch, 

4. Hemihydrat, GaCrO«-!- V,H,0, rhombisch, 

5. Anhydrid, CaCr04. 



Salzform 



Spec. Gew. 

der 

gesättigten 

Lösung 



Gewichts- 
procente 
0aCrO4 



MoL 

Wasser 

auf 1 Mol. 

Salz 



Mol. Salz 

auf 
100 Mol. 
Wasser 



1. 
2. 
3. 
4. 
5. 



a-Dibydrat . 
/^-IMbydrat . 
Monohydrat 
Hemihydrat 
Anhydrid 



1,149 
1,105 
1,096 
1,044 
1,023 



14,3 

10,3 

9,6 

4,4 

2,3 



51,9 
75,2 
81,6 

193 

370 



1,93 
1,33 
1,22 
0,51 
0.27 



1 und 2 sind bei mittlerer Temperatur als instabil zu betrachten, 
das Monohydrat 3 verhält sich diesen gegenüber von 12^ bis über 
100^ stabil. Seine Löslichkeit nimmt mit steigender Temperatur 
stark ab. 

Die Salzformen 4 und 5 haben eine geringere, mit der Tempe- 
nturzuuahme noch steiler abfallende Löslichkeit. 

Die ersten drei Salzformen haben die Fähigkeit, unter Wasser- 
▼erlust in das Anhydrid überzugehen; bei dem Monohydrat erfolgt 
dieser üebiergang aber schwierig, und. merklich erst oberhalb 35®; 
unterhalb dieser Temperatur erscheinen beide Verbindungen gleich 
beständig. 

Uebersättigte Lösungen lassen von S6^ ab anhydrische Pseudo- 
morphosen des monoklinen Dihydrates 1 auftreten. 

Bei dem Hemihydrat 4 und mehr noch bei dem Anhydrid 5 
findet die Sättigung der Lösung bei niedriger Temperatur ausser- 
ordentlich langsam statt, ohne dass die Umwandlung des Boden- 
körpers in einen höheren Hydratzustand erfolgt. Es kommt also 
nicht zur Kreuzung der Curven. 



314 ,7 c. Lösungen. 

Die Verff. sind der Ansicht, dass in dem anhydrischen Calci am- 
chromat eine zusammengesetzte Verbindung vorliegt und dass dem 
Atomcomplex CaCr04 nur der Werth eines Radicals zukommt» 
welches mit Wasser Hydrate, ohne Wasser polymere Modificationen 
zu bilden im Stande ist. 

Für die Dihydrate wird das Schema Crjof^* empfohlen, wel 



1(0 H)4 



ches veranschaulichen soll, in welcher Weise das Kry stall wasser 
dem Salzmolecül eingefugt ist. 

Das Calciumchromat ist insofern mit dem Calciumsulfat 
in Parallele zu setzen, als beide Salze einander isomorph sind; hin- 
sichtlich des a-Dihydrates, CaCr04 + 2H2O, und des Gypses, CaSO^ 
+ 2 H2O, wird dies festgestellt. Ebenso ist beiden Salzen ein Hemi- 
hydrat und ein Anhydrid gemeinsam. Für die übrigen Formen des 
Chromates sind bei dem Sulfate noch keine Analoga bekannt. 

Obwohl auch in den Löslichkeitscurven beider Salze eine 
Aehnlichkeit nicht zu verkennen ist, fehlt die Analogie hinsichtlich 
der Beziehung der Salzformen zu einander, denn während das gyps- 
förmige a-Dihydrat des Calciumchromates die labilste Modification 
darstellt, gilt der Gyps selbst, CaS04 -|- 2HiO, als die stabilste 
Form des Calciumsulfates. Das Erhärten mit Wasser, welches den 
gebrannten Gyps charakterisirt , ist bei dem Calciumchromat nicht 
zu beobachten. Dieses Salz verhält sich in der wasserfreien Form 
vielmehr indifferent zum Wasser und erinnert an den todtgebrannten 
Gyps, welcher noch der näheren Untersuchung bedarf. Mylius. 



RoBBBT Funk. lieber die Natriumsalze einiger, der Schwefelsäure 
analoger zweibasischer Säuren. Studien über die Löslichkeit der 
Salze VI. Ber. d. ehem. Ges. 33, 3696—3703, 1901 f- 
Untersucht wurden Selenat, Tellurat, Molybdat und Wolframat, 
welche interessante Analogien mit dem Sulfat zeigen. Das umfang- 
reiche Zahlenmaterial ist in Tabellen mit einer Curventafel nieder- 
gelegt. Da der wesentliche Inhalt dieser Arbeit dem Gebiete der 
Chemie angehört, so muss hier auf das. Original verwiesen werden. 

Kpl 

G. Bbuni und F. Berti. Sülle proprietä dell' ipoazotide come sol- 
vente. Rend. Lincei (5) 9 [l], 321—326, 1900 t. 
Zu den in der letzten Zeit als Lösungsmittel für Elektrolyte 
benutzten anorganischen Substanzen (NH3, SO2, SbCls) ^gen die 



FuKK. Bbüni a. Berti, van't Hoff u. Abmsteono. 315 

Verff. das Stickstoflftetroxyd, N2O4 (Hypoazotid). (Siedepunkt etwa 
26^, Schmelzpunkt — 10,95®.) Ramsay hatte es für wenige Sub- 
stanzen (Chloroform, Chlorbenzol, Stickstof^rioxyd) benutzt und aus 
den Versuchen mit den ersten beiden Stoffen die moleculare Ge- 
frierpunktsemiedrigung zu 41 gefunden; aus der latenten Schmelz- 
wärme ergiebt sich ein ähnlicher Werth. Die Anzahl der Elektrolyte, 
welche in dem Lösungsmittel löslich sind, ohne mit ihm zu reagiren, 
ist gering. Die Yerfif. verwenden Salpetersäure, Buttersäure, Essig- 
säure, Trichloressigsäure, Pikrinsäure, Nitromethan und Nitroäthan. 
Die letzten drei Substanzen geben fast normale Werthe für das 
Molecularge wicht, die Salpetersäure etwas zu hohe Werthe (87 
statt 63), ähnlich die Trichloressigsäure (275 statt 164); die beiden 
schwachen organischen Säuren geben Werthe, die zwei- bis dreimal 
grösser als die theoretischen sind (186 statt 60 und 213 statt 80). 
Das Lösungsmittel ionisirt also nicht, associirt aber stärker als 
irgend eine bekannte andere Substanz. Lösungen von Pikrin- und 
Trichloressigsäure in Stickstofftetroxyd zeigen keine Spur von elek- 
trischem Leitvermögen. Die Dielektricitätsconstante des Lösungs- 
mittels ist nicht bekannt; die NsBNST'sche Theorie (Parallelismus 
zwischen lonisationsvermögen und Dielektricitätsconstante) lässt sich 
also nicht nachprüfen. Das Stickstofftetroxyd enthält viel Sauer- 
stoff; der Stickstoff ist ungesättigt oder doppelt an den Stickstoff 
gebunden. Die Substanz müsste also nach Bbühl's Theorie ein 
sehr hohes lonisationsvermögen zeigen. Dasselbe würde folgen, 
wenn man die Substanz als Polymerisationsproduct von NO9 auf- 
fasst Die BBüHL'sche Theorie befindet sich also mit den Erfah- 
rungen im directen Widerspruch. W. A. R. 



J. H. VAN 't Hoff und E. F. Abmstbong. Untersuchungen über 
die Bildungsverhältnisse der oceanischen Salzablagerungeu, ins- 
besondere des Stassfurther Salzlagers. XVIII. Gyps und Anhydrit 
1. Das Halbhydrat von schwefelsaurem Kalk, CaS04.V2HjO. 
Berl. Ber. 1900, 557— 576 t. 
Es wurde zunächst die Abhängigkeit der Maximalkrystallwasser- 
tension des Gypses (CaS04.2HjO) von der Temperatur ermittelt. 
Der Siedepunkt der Substanz (Tension = Atmosphärendruck) liegt bei 
101,45«. Der Schmelzpunkt (Umwandlung in CaS04.VaHaO) liegt 
bei 107^ — Eine thermodynamisch abgeleitete Formel gestattet 
die Tensionscurve von 0« bis 110® zu construiren. Die Umwand- 
lungstemperatur kann durch Chlornatriumlösung auf 77«, durch 
Magnesiumohlorid auf IP herabgedrückt werden. Kph 



316 7 c. liöBungen. 

J. H. VAN 't Hoef und H. von Eüleb-Chelpin. UntersnchuDgen 
über die BildaDgsverhältnisse der oceanischen SalKablagerungen, 
insbesondere des Stassfurther Salzlagers. XIX. Die Maximal- 
tensionen der Lösungen von den Chloriden und Sulfaten des 
Magnesiums und Kaliums bei gleichzeitiger Sättigung von Chlor- 
natrium bei 26^ und das Auftreten von Eainit bei dieser Tem- 
peratur. BerL Ber. 1900, 1017—10221. 
Nach der Angabe der Versuchsdaten wird die Beziehung 
zwischen Tension und Krystallisationsgang der angegebenen Lö- 
sungen erörtert. Es folgt ein Vergleich der hier gemessenen Dampf- 
spannungen mit den Tensionen der Lösungen von Chloriden und 
Sulfaten des Magnesiums und Kaliums ohne Natriumchloridzusatz. 
Es wurde festgestellt, dass Kainit (MgSO4.KCl.3H8O) schon bei 
250 auftritt Kpl, 

J. H. VAN 't Hofp u. Habolb A. Wilson. Untersuchungen über 
die Bildungsverhältnisse der oceanischen Salzablagerungen, ins- 
besondere des Stassfurther Salzlagers. XX. Die Bildung von 
Syngenit bei 25o. BerL Ber. 1900, 1142— 1149t. 
Zuerst wird behandelt die Darstellung von Syngenit [CaKafSO^)^ 
.H9O] und sein Verhalten bei Berührung mit Wasser; es folgt 
eine Besprechung der Bildungsverhältnisse des Syngenits in magne- 
siumfreien und magnesiumhaltigen Lösungen, welche aber nur an 
Hand der Diagramme und Versuchsdaten dargestellt werden kann. 

Kpl. 

W. Nbrnst. Zur Frage nach der Hydratisation gelöster Substanzen L 
Gfttt. Nachr. Math.-Phys. Olasse 1900, 68— 69 t. 

H. LoTMAB. Zur Frage nach der Hydratisation gelöster Sub- 
stanzen n. Gott. Nachr. Math..Phyfl. Classe 1900, 70— 85 f. 

C. C. Gabbabd und E. Oppbbhann. Zur Frage nach der Hydra- 
tisation gelöster Substanzen III. Gott. Nachr. Math.-Phya. CHasse 
1900, 86— 89 t. 

Um die Frage zu entscheiden, ob ein in Wasser gelöster 
Stoff hydratisirt sei öder nicht, geht Nbbnst von dem Gedanken 
aus, dass im Falle der Hydratisation bei einer Verschiebung des 
Stoffes auch das Hydratwasser sich mit demselben verschieben 
müsse. Wenn nun noch ein zweiter Körper — der Indicator — 
gelöst ist, dessen Concentration überall gleichförmig ist, so muss 
bei der erwähnten Verschiebung — unter Voraussetzung einer Hy- 
dratisation — eine Concentrationsänderung des Indicators stattfinden. 



VAH»T Hoppu. V. Eüler-Chblpin. van*t Hopf u. Wilson. NERNSietc. 317 

Zar Prafung dieser Erwägung untersachte Lotmab die Diffusions- 
Yorgänge, die stattfinden, wenn Borsäure, Buttersäure, Silbemitrat 
und Essigsäure in ein ^Lösungsmittel^ diffundiren, das in Bezug 
auf den Indicator (AgNOa für Borsäure, Buttersäure und Essig- 
säure; Propionsäure für Silbernitrat) von gleicher Concentration ist, 
wie die ^Losung^. Die Yersuchsresultate werden dadurch getrübt, 
dass bei der Diffusion auch in die ^ Lösung^ Wasser aus dem 
^Lösungsmittel^ eintritt Es ergiebt sich, dass diese Diffusion des 
Wassers in die „Lösung^ meistentheils beträchtlicher ist als die 
eventuell stattfindende entgegengesetzt gerichtete Diffusion von 
Hydratwasser mit dem gelösten Körper. Wenn also eine Hydrati- 
sation stattfindet, so ist dieselbe jedenfalls sehr gering. Zu ähnlichen, 
aber noch weniger bestimmten Resultaten kamen Gabbabd und 
Oppsbmann bei der Untersuchung der Ueberfiihrung starker Säuren 
(HCl, HBr, HNO3, H2SO4) in Gegenwart von Borsäure (als In- 
dicator), wo gleichfalls die Concentration des Indicators sich ändern 
muss, wenn mit den Ionen „Hydratwasser^ wandert. — Bezüglich 
der Versuchsanordnung und der näheren Discussion der Versuche 
mose auf das Original verwiesen werden. Kph 



F. E0HLBAU8GH. Ueber die durch die Zeit oder durch das Licht 
bewirkte Hydrolyse einiger Chlorverbindungen von Platin, Gold 
und Zinn. ZS. f. phys. Ghem. 33, 257—279, 1900 f. 
An Lösungen von Platintetrachlorid (PtCU + 5HjO) wurde 
beobachtet, dass das Leitvermögen mit der Zeit zunahm, und zwar 
erwies sich diese Erscheinung verursacht durch eine durch das 
Licht hervorgerufene Hydrolyse. In der vorliegenden Arbeit werden 
nun diese hydrolytischen Erscheinungen näher verfolgt und die 
Untersuchungen auf andere Chlorverbindungen des Platins, Goldes 
und Zinns ausgedehnt. Ganz allgemein ergab sich, dass eine durch 
das Licht bewirkte Hydrolyse nur bei den Platinverbindungen statt- 
findet Eine Lösung von PtCl4H2 zeigt auch im Dunkeln eine 
leitUch fortschreitende Zunahme der Leitfähigkeit, die mit der Con- 
centration der Lösung veränderlich ist, wobei sich aber für diese 
Veränderlichkeit keine Gesetzmässigkeit feststellen Hess. Wesentlich 
kommt für diese Hydrolyse im Dunkeln eine katalytische Wirkung 
der Platinelektroden in Betracht, so dass nach der Ansicht des 
Verf. ohne diese vielleicht eine Hydrolyse gar nicht stattfindet — 
Unter dem Einflüsse des Lichtes — besonders directen Sonnen- 
lichtes — wird die Hydrolyse der Lösungen von Platintetrachlorid 



318 7 c. Lösungen. 

sehr stark, wie sich aus der Verfolgung der Leitfähigkeit bei 
periodischer Belichtung sehr gut verfolgen liess. Die Hydrolyse 
erreicht für jede Concentration ein Maximum, nimmt aber noch zu, 
wenn man weiter verdünnt. Bei der Untersuchung der Einwirkung 
von Licht verschiedener Färbung zeigte sich, dass die brechbareren 
Strahlen den Hauptantheil an der Hydrolyse haben. Bei der ge- 
schilderten Veränderung der Lösungen geht die Farbe derselben 
von Gelb in Orange über. Die verdünntesten Lösungen zeigen 
im reflectirten Lichte nach längerer Belichtung schwache Opalescenz, 
die der Verfasser auf eine Abscheidung ultramikroskopischer fester 
Theilchen [vielleicht Pt(0H)4] zurückführt. Fluorescenz der Lö- 
sungen war nicht feststellbar. 

Bei der Untersuchung der Platinchlor wasserstofTsäure (HaPtCl«) 
zeigte sich, dass Lösungen, die concentrirter als 0,1 normal sind, 
vom Licht nicht beeinflusst werden; verdünntere Lösungen werden 
leicht — und zwar zunehmend mit der Verdünnung — hydrolysirt 
— Aus den Gesammtergebnissen ist zu folgern, dass PtCl4.HaO 
im nichthydrolysirten Zustande eine massig dissociirte einbasische 
Säure ist. H2PtCl6 leitet wie eine starke Säure; ihre Leitfäbig- 
keitscurve ähnelt denen von Tetrathion säure und Unterschwefelsäure. 

Lösungen von AuCls-OHj zeigten zeitlich verlaufende Hydro- 
lyse, die wesentlich durch katalytische Wirkung des Platinmohrs 
der Elektroden im Leitfähigkeitsgefäss bedingt wurde. Das Licht 
spielt dabei keine Rolle. Lösungen von HAuCl* zeigten dagegen 
keine zeitliche Hydrolyse. Die zeitlich verlaufende Hydrolyse von 
Lösungen des Zinutetrachlorids (SnGl«) ist durch die Bestimmung 
der Leitfähigkeit sehr deutlich verfolgbar. Das Licht spielt bei 
derselben keine Rolle. Die Gesetzmässigkeit des zeitlichen Verlaufes 
konnte allgemein nicht durch Formeln dargestellt werden. Die er- 
haltenen Resultate sind in einer Tabelle und einer Gurventafel dar- 
gestellt. Auch die beim Erwärmen der Zinnchloridlösungen ein- 
tretenden Erscheinungen wurden untersucht; die Gleichgewichte 
stellen sich dabei wesentlich schneller ein. 

Der Verf. giebt zum Schluss einige Temperaturcoefücienten der 
Hydrolyse der oben erwähnten Körper. Kpl, 

LuDWiK Brunbb. Ueber die Hydrolyse der Salzlösungen. ZS. f. 
phys. Chem. 32, 133—136, 1900 f. 
Zur Bestimmung der Hydrolyse von verschiedenen Salzen wurde 
die optische Methode der Zuckerinversion benutzt und zwar bei 
400 C. Aus der Formel 



Bbunbb. Madssn. Kewth. 319 



TT 1 7 ^ 

K= —log 



t a — x 

bestimmte der Verf. die Geschwindigkeitsconstante und aus dieser 
berechnete er die Concentration der WasserstoflFionen und damit 
den Grad der hydrolytischen Dissociation. — Untersucht wurden 
23 Chloride, 10 Nitrate und 8 Sulfate. Es ergab sich, dass die 
Chloride der vierwerthigen Elemente (Sn, Zr) am stärksten hydro- 
lytisch zersetzt sind; sodann folgen die Salze von Fe, AI, U und Be, 
die auch noch bei relativ geringen Verdünnungen starke hydro- 
lytische Spaltung zeigen. Für NH4CI, KCl, LiCl, MnCl^, CoClj, 
CeCla, Er eis, AgNOa, Mn(N03)2 und Co (N 03)2 dagegen ist die 
Hydrolyse nicht mehr nachweisbar; auch für BaCl2, SrCl2, CaCl2 
ond MgCla lässt sie sich nicht mehr mit Sicherheit constatiren. — 
Bei Uran, Aluminium und Berylliumsalzen zeigen die Chloride die 
stärkste hydrolytische Zersetzung, dann folgen die Nitrate und 
ficbliesslich die Sulfate. Im Allgemeinen sind die Resultate des 
Verf. in Uebereinstimmung mit den Untersuchungen von Lby (ZS. 
f. phys. Chem. 30. 193 ff., 1899). Kpl 



Th. M adsbn. Versuche über die Abhängigkeit der Hydrolyse von 

der Temperatur. Öfvers. Svensk. Yet. Ak. Förh. 57, 803^820, 1900. 

[BeibL 24, 1228— 1230 t. 

Gemessen wurden die TemperaturcoSfQcienten der Hydrolyse 

von Ealiumcyanid und der Natriumverbindungen von Saccharose, 

Dextrose und Lävulose durch Bestimmung der Verseifungsgeschwin- 

digkeit von Aethylacetat. Als Hülfsmessung war erforderlich die 

Feststellung der Verseifungsgeschwindigkeit äquivalenter Mengen 

von Natronhydrat und Aethylacetat bei 10® und 40°. — KCN ist 

bei 10,3® zu 1,48 Proc. hydrolysirt, bei 25,05® zu 1,73, bei 41,8» 

ZQ 1,98 Proc. und bei 42,5® zu 2,11 Proc. 

Zum Schlüsse wird aus den Geschwindigkeitsconstanten nach 
der VAN 't HoPF'schen Formel 

dlognK _ W 
dt ~ 1,98 T« 

die Neutralisationswärme W berechnet. 

Nach der Ansicht des Verf. ist aber diese letztere Grösse kein 
Maass far die Stärke einer Säure. Kpl. 



G. S. Nbwth. Note on Partially Miscible Aqueous Inorganic 
Solutions. Jonm. Chem. See. 77, 775—778, 1900 t. 



320 7 c. Losungen. 

Es wurde beobachtet, dass beim ZuBammenbringen einer ge- 
sättigten Kaiiumcarbonatlösung (57,2 g K3CO3 in 100 cm') mit 
concentrirter Ammoniaklösung (spec. Gew. == 0,885) sich zwei nicht 
mischende Schichten bildeten; die untere ist mit Ammoniak ge- 
sättigte Kaiiumcarbonatlösung, die obere mit Kaliumcarbonat ge- 
sättigte Ammoniaklösung. Steigerung der Temperatur erhöht die 
gegenseitige Löslichkeit, wie aus entsprechenden Tabellen und 
Curven hervorgeht Bei den oben erwähnten Concentrationsverbält- 
nissen findet vollständige Mischung bei 43^ C. statt Durch Zusatz 
von Wasser wird diese kritische Mischungstemperatur stark herab- 
gedrückt, und zwar durch 6,9 Proc. Wasser (der gesammten Flüssig- 
keitsmenge) auf 250 c., durch 12,9 Proc. auf 10» C. und durch 
18,1 Proc. auf 0®C. — Durch Auflösen von Kaliumcarbonat in 
Ammoniaklösung im geschlossenen Rohr könnte eine wasserärmere 
Lösung hergestellt werden als die oben erwähnte, für die die kri- 
tische Mischungstemperatur erst bei 60® C. lag. — Es gelang nicht, 
noch andere anorganische Flüssigkeiten zu finden, bei denen Schicht- 
bildung auftrat. — In einer Nachschrift wird mitgetheilt, dass das 
Auftreten von Schichtbildung beim Vermischen von Kaiiumcarbonat- 
lösung und Ammoniak bereits von Pboctob (Chem. News 9, 25, 
1864) beobachtet worden ist Kpl. 



Jan von Zawidzki. Zur Kenntniss der Zusammensetzung der Ober- 
flächenschichten wässeriger Lösungen. ZS. f. phys. Chem. 35, 77 
—80. 1900t. 
Um die Zusammensetzung von Oberflächenschichten, welche sich 
zwischen Gasen und Flüssigkeiten ausbilden, zu ermitteln, verfuhr 
Verf so, dass er in einem geeigneten Apparat durch eine mit 
Saponin versetzte Säurelösung von bekanntem Gehalt Luft hindurch- 
saugte und den sich bildenden Schaum nach der Condensation ana- 
lysirte. Derartige Versuche mit Salz- und Essigsäure ergaben keine 
sicheren Resultate, obgleich constatirt werden konnte, dass der 
Schaum stets reicher an den Säuren ist als die ursprüngliche 
Flüssigkeit Kpl. 

C. A. Lobby db Bbuyn. Bemerkungen über die Grösse der in 
coUoidalen oder Pseudolösungen befindlichen Theilchen. Eec ti-av. 
chim. 19, 251—258, 1900. Chem. Centrbl. 1901, 1, 160—161 f. 

Das optische Verhalten der Pseudolösungen, sowie die kryo- 
skopischen Molecularge Wichtsbestimmungen an Lösungen von Stärke, 



V. Zawidzki. DB Bbutv. Sp&ikg. 321 

Albninen, Gelatine eto. fahren übereinstimmend zu dem Resultat, 
dass die in diesen Lösungen enthaltenen Tbeilchen einen Duroh- 
mesaer von etwa 5 bis lOfifi haben. Der Verf. vertritt die An- 
sicht, dass zwischen colloidalen Lösungen und den eigentliohen 
Lösungen kein prinoipieller Unterschied vorhanden sei, sondern dass 
ein continuirlicher Uebergang von den einen zu den anderen be- 
stehe. Kpl. 

W. Spbikq. Sur la flocculation des milieux troubles. Bull, de Belg. 

1900, 483— 520 t. ^^^' trav. chim. 19, 204—236. [Ghem. Gentrbl. 1900, 

2, 805. Arch. sc. phys. et nat (4) 10, 305—321, 1900. 
Die zahlreichen Versuche der umfangreichen, interessanten 
Arbeit sind nicht gut in Kürze wiederzugeben; es sollen deswegen 
nur die Schlussresultate mitgetheilt werden: 

1. Die Salzlösungen, die nicht im „optisch leeren^ Zustande 
erhalten werden können, haben eine erheblich höhere „Flockungs- 
fähigkeit** als alle anderen Salzlösungen. Die Ursache hierfür liegt 
zum Theil in der besonderen „Flockungsfähigkeit** der durch Hydro- 
lyse entstandenen Metallhydrate, zum Theil in der stark flockenden 
Wirkung der gleichzeitig gebildeten Säuren. 

2. Die Trübungen wirken den Salzlösungen gegenüber ge- 
wissermaassen als Membranen; die Salze diffundiren durch sie hin- 
durch, je nach dem Grade ihrer Diffusionsgeschwindigkeit. Bei 
hydrolysirten Körpern diffnndirt die Säure durch die Trübung, 
während das Hydrat mit derselben sich zu Flocken vereinigt, die 
sich absetzen. 

3. Die „BBOWN'schen Bewegungen^ scheinen mit der Bestän- 
digkeit der Trübungen im Zusammenhang zu stehen. Die suspen- 
dirten Partikeln vereinigen sich nicht, wenn sie durch die Bbown'- 
schen Bewegungen in reinem Wasser auf einander treffen; dagegen 
findet nach Zusatz eines Elektrolyten sofort Flockung statt. 

4. Die Flockung findet nicht durch elektrische Femwirkung 
oder Büschelentladung statt; eben so wenig wirken Röntgenstrahlen 
oder elektrische Funken; deswegen ist die Flockung nicht in 
Parallele zu setzen mit der Fällung von Staub aus Lufl. 

5. Ein elektrischer Strom von beliebig geringer Stärke kann 
die Flockung bewirken; ihre Geschwindigkeit wächst mit der Strom- 
stärke; gewöhnlich beginnt die Klärung der Flüssigkeit an der 
Kathode. 

6. Elektrolyte von gleicher Leitfähigkeit, aber mit verschie- 
denen Ionen, üben auf die Flockung einen sehr verschiedenen Ein- 

Fortaehr. d. Phj«. LVI. 1. Abth. 21 



322 7 c. Lösungen. 

flnss aus; diese letztere hängt also nicht lediglich von der elektri- 
schen Leitfähigkeit ab. 

7. Elektrolyte mit gleichem Kation bewirken die Flockong 
desselben trüben Mediums in gleichen Zeiten; dass Anion spielt also 
bei diesem Vorgange nur eine secundäre Rolle. 

8. Die Flocknngsgeschwindigkeiten verschiedener Elektrolyte 
mit gleichem Kation verhalten sich wie die Wanderungsgeschwindig- 
keiten derselben bei der Elektrolyse; demnach scheint die Haupt- 
ursache der Flockung in der Geschwindigkeit der Ionen zu suchen 
zu sein. Kpl. 

6. Bbüni und F. Gobni. Soluzioni solide e miscele isomorfe fra 
composti a catena aperta, saturi e non saturi. Nota 3 a. Bend. 
Lincei (5) 9 [2], 151—156, 1900t. Gazz. chim. 1900, 55—58. 

Die ersten Arbeiten (aus derselben Zeitschrift) sind in diesen 
Ber. 55 [1], 551—553, 1899/1900 besprochen. Stilben und Dibenzil 
sind isomorph. Dasselbe gilt fiir die p - p - Dimethylderivate. Bei 
Zusatz des Stilbenderivats zu dem niedriger schmelzenden Dibenzil- 
derivat tritt eine Gefrierpunktserhöhung ein. — Substanzen mit 
geschlossener Kohlenstoffkette, die die Gruppen 

— c=c— , ^c^ , ^n/ 

jj jj oder jj oder jj 

enthalten (z. B. Fhenanthren, Fluoren und Carbazol) bilden mit ein- 
ander feste Lösungen ; die entsprechenden Körper mit offener Kohlen- 
stoffkette (Stilben, Diphenylmethan und Diphenylamin) können es 
nicht — Die Zammtsäure, der nach der Meinung der Verff. der 
fumaroide Typus zukommt, kann mit der entsprechenden gesättigten 
Substanz, der Phenylpropionsäure, zusammen auskrystallisiren , die 
Allozimmtsäure, die vom malenoiden Typus ist, nicht. Dem nie- 
drigeren Homoigen, der Phenylessigsäure, gegenüber verhalten sich 
beide Zimmtsäuren normal. (Moleculare GefrierpunktsemiedriguDg 
der Phenylessigsäure etwa 90.) — Zwei Substanzen mit einem 
Kohlenstoffring, von denen die eine eine — OH -Gruppe an Stelle 
eines H-Atoms hat, können häufig feste Lösungen bilden. Bei Sub- 
stanzen mit offener Kette sind die Fälle seltener. Die Verff. beob- 
achten die Bildung einer festen Lösung, wenn sie p-Nitrobenzoäsäure 
in p-Nitrobenzaldehyd (Constante etwa 70) auflösen. Ob das für 
alle Aldehyde und Säuren gilt, lässt sich noch nicht sagen. 

TT. Ä. R. 



Bbuni u. Gobki. Bbuhi. 323 

G. Bbuni. Sülle solnzioni solide nelle miscele di tre sostanze. 
Eend. Lincei (5) 9 [2], 232—241, 1900. 
Die temären Systeme, in welchen feste Lösungen zwischen zwei 
oder mehr Componenten oder Verbindungen solcher vorkommen, 
sind nicht erschöpfend studirt, weder theoretisch noch experimentell 
Verf. classificirt alle möglichen Fälle auf Grund der Phasenregel 
und stellt die verschiedenen Typen schematisch in dem üblichen 
Dreiecksdiagramm dar. Systeme mit zwei flüssigen Phasen und 
mit polymorphen Umwandlungen werden nicht berücksichtigt Verf. 
unterscheidet kurz folgende Typen: 

1. Zwei Componenten (Ä und B) sind isomorph, Verbindungen 
zweier existiren nicht (z. B. MgS04 7HaO, ZnS047H50 in Wasser; 
Naphthalin, /3-Naphthol in Wasser). 

2. A und B sind unter einander isomorph, desgleichen die 
zwei Verbindungen Ä C und B C (z. B. zwei isomorphe Salze und 
Wasser, die zwei unter sich isomorphe Hydrate bilden). 

3. A und B sind nur in beschränktem Maasse isomorph, AC 
und BC vollständig (z. B. MgS04 7HaO, FeS04 7HaO, K,S04). 

4. A und B sind isomorph, A bildet zwei, B eine Verbindung 
mit C, letztere ist mit einer der ersten isomorph. 

5. A und B sind isomoi-ph, nur eine der beiden Substanzen 
verbindet sich mit C. 

6. A ist mit B und mit C isomorph. 

7. Ebenso, B und C bilden eine Verbindung. 

8. Ay B und G sind unter einander isomorph (z. B. p-Bichlor-, 
Bibrom- und Chlorbrombenzol). 

9. Die drei Componenten sind nicht isomorph, aber die eine 
Componente mit der Verbindung der beiden anderen (z. B. NHs 
H,S04.K,S04). 

Das Studium dieser Gleichgewichtszustände kann für unsere 
Kenntnisse der temären Legirungen sehr wichtig werden. W. A, B. 

6. Bbüni und F. Gobni. Snlle soluzioni solide nelle miscele di tre 
sostanze. Bend. Lincei (5) 9 [2], 326—832, 1900 f. 
Die Verff. haben den einfachsten Fall untersucht, dass nämlich 
die drei Substanzen unter einander völlig isomorph sind und in 
allen Verhältnissen Mischkrystalle bilden können. Es existirt also 
nur eine einzige feste Phase. Die Verff. arbeiten mit p-Bichlor-, 
p-Chlorbrom- und p-Bibrombenzol. Sie geben ihr vollständiges Ver- 
sucbsmaterial, Zusammensetzung und Schmelzpunkte der binären und 

temären Gemische. W. A. B. 

21* 



324 7 c. Löflangen. 

W. Kbbp und W. Bottgbb. Zur Eenntniss der Amalgame. Z8. 
f. anorg. Chem. 25, 1—71, 1900 t. 
Im Anschluss an frühere llDtersuchungen (ZS. f. anorg. Ghem. 
17, 284, 1898) werden an Hand der Phasenregel die Amalgame 
des Natriums, Lithiums, Kaliums, Rubidiums, Strontiums, Baryums, 
Zinks, Magnesiums und Cadmiums studirt. Da der wesentliche 
Inhalt der Arbeit rein chemischer Natur ist, so muss bezuglich der 
zahlreichen Details an dieser Stelle auf das Original verwiesen 
werden. Kpl. 

John Pabbt. Solution Theory Applied to Holten Iron and Steel. 
Nature 62, 128, 1900 f. 
Mit Rücksicht auf eine neuere Veröffentlichung von Jüptkbb^s 
über den im Titel genannten Gegenstand (Proceedings of the Iron 
and Steel Institute) macht der Verf. darauf aufmerksam, dass er 
bereits vor längerer Zeit (Iron and Steel Inst 1881) die Lösungs- 
theorie für geschmolzenes Eisen und Stahl vorgeschlagen und an- 
gewendet hat. Kpl, 

H. W. Bakhüis Roozbboom. Eisen und Stahl vom Standpunkte 
der Phasen lehre. ZS. f. phys. Chem. 34, 437—487, 1900 f. 
In der vorliegenden sehr umfangreichen Arbeit wird vom 
Standpunkte der Phasenlehre das System Eisen — ^Kohle auf Grund 
der Versuche von Robbbtb - Austbk besprochen. Die theoretische 
und experimentelle Behandlung analoger Systeme ist bereits in 
einer Reihe von Arbeiten durch den Verf. und seine Schüler ver- 
folgt (ZS. f. phys. Chem. 28, 494, 1899; 30, 385 u. 430, 1899; 32, 
494 u. 537, 1900). — Da die ganzen Erörterungen auf die bei- 
gefugten Diagramme Bezug nehmen, so ist eine auszugsweise 
Wiedergabe des Inhaltes der Arbeit, der auch im Wesentlichen dem 
Gebiete der Chemie angehört, nicht möglich und es muss deswegen 
auf das Original verwiesen werden. Zur Kennzeichnung des Zweckes 
der Arbeit mögen die Worte des Verf. dienen: „In dieser Abhand- 
lung ist ein Versuch gemacht worden, im Anschluss an die Er- 
rungenschaflen der Phasenlehre, insbesondere an die neueren An- 
sichten über Bildung und Umwandlung von Mischkrystallen, auf 
Grund der neuesten Versuche über die Eisen — Kohlegemische zu 
einem zusammenhängenden Bilde der vielerlei Erscheinungen zu 
gelangen, welche sich bei diesen Legirungen zeigen, wenn sie von 
der Schmelztemperatur bis zur gewöhnlichen Temperatur entweder 
rasch oder langsam abgekühlt werden." KpL 



KiBP u. BÖTTOBR. Parkt. Roozbboou. v. Jüptnbr. Stansfield etc. 325 

H. y. JüPTNSB. Eisen und Stahl vom Standpunkte der Phasenlehre. 
Stahl und Eisen 20, 1205—1212, 1900. [Chem. CentralbL 1901, 1, 83. 

Idq Anschluss an die Arbeit von Roozbboom (vergl. das vor- 
stehende Heferat) behandelt der Verf. die Vorgänge bei schneller 
Erstarrung des kohlenstoffhaltigen Eisens, wo die sich ausscheiden- 
den Krystalle nicht mit der ganzen Schmelze im Gleichgewicht 
sind. Bezüglich der Resultate, die hauptsächlich von chemischem 
Interesse sind, muss auf das Original verwiesen werden. Kpl. 



A. Stansfield. Die Entwickelung des Kohlenstoffs im Eisen wäh- 
rend des Festwerdens. Rev. des Sciences 11, 1095—1099, 1900 t. [Beibl. 
24, 1227, 1900 t. 
Die vorliegende Arbeit schliesst sich gleichfalls an die Theorie 
RoozBBOOM^s an. Die Resultate werden folgendermaassen zusammen- 
gefasst: Der Kohlenstoff ist als Graphit weniger löslich wie als 
Cementit. Die scheinbare Umkehr dieser Gesetze im Eisen rührt 
her theils von der Abwesenheit von Graphitkernen, auf denen dieser 
Körper sich niederschlagen kann, theils von der grossen Zeit, die 
zur Abscheidung des Graphits erforderlich ist, theils von dem 
mechanischen Druck, der sich der Bildung von Graphit im festen 
Stahl widersetzt KpJ. 

W. RoBBBTS-AusTBN and T. Kibkb Robb. On certain properties 
of the alloys of the gold-copper series. Proc. Boy. Soc. 67, 105—112, 
1900. [Chem. Centralbl. 1900, 2, 1148— 1149 t. 
Untersucht wurden die Erstarrungspunkte einer Anzahl Gold- 
kupferlegirungen von 100 bis Proc. Au. Reines Gold erstarrt 
bei 1063^, reines Kupfer bei 1083^ Den niedrigsten Schmelz- 
punkt (905^) zeigt die eutektische Legirung von 82 Gewichtsprocent 
Gold. Diese Legirung ist spröder als die übrigen. Kupfer ist in 
Gold leichter löslich als in Silber. Zum Vergleich werden die 
Eigenschaften einer Reihe anderer Legirungcn herangezogen. Kpl. 



Thsodobb WiliiIam Richabds. On the determination of sulphurio 
acid in the presenoe of iron: a note on solid Solutions. Proc. 
Amer. Acad. 35, 377-388, 1900t. ^S. f. anor^. Chem. 23, 388 — 390, 
1900. 

Der Verf. bespricht an der Hand der neueren Untersuchungen 
von KüSTBB und Thibl (ZS. f. anorg. Chem. 19, 97; 21, 73; 22, 
424) die bekannte Erscheinung, dass bei der Fällung von Schwefel- 
häure mit Baryumchlorid in Gegenwart von Eisen das letztere in 



326 7 c. Lösungen. 

grösserer Menge von dem gefällten Baryumsnlfat aufgenommen wird. 
Er gelangt zu dem Resultate, dass diese Erscheinung nicht als 
„EinSchliessung" (inclusion), sondern als „Ocdusion" zu betrachten 
sei, die sich von „Adsorption" dadurch unterscheidet, dass die 
occludirte Substanz homogen in der ganzen occludirenden Masse 
vertheilt ist. Verschiedene Fällungsmittel haben nach dem Verf. 
verschieden grosse „Occlusionsfähigkeit" und der Vorgang der 
Occlusion ist wahrscheinlich die Vertheilung eines elektrisch neu- 
tralen einfachen Körpers oder eines solchen Complexes zwischen 
Lösung und fester Phase im Augenblick der Bildung der letzteren. 
In dem speciellen oben erwähnten Falle bei Eisen hat die occludirte 
Gruppe basischen Charakter. Die analogen Fälle mit Chrom und 
Aluminium beabsichtigt der Verf. noch zu studiren. Kpl. 



Geobgio Spbzia. Contribuzioni di geologia chimica. Solubilita 
del quarzo nelle soluzioni di Silicate sodico. Atti di Torino 35, 

3—14, 1900 t. 

Verf. hat früher nachgewiesen, dass der Quarz in Wasser bei 
gewöhnlicher Temperatur auch unter sehr hohen Drucken unlöslich 
ist Doch weisen mineralogische Beobachtungen darauf hin, dass 
der Quarz unter besonderen Bedingungen leicht löslich sein muss. 
Verf. findet, dass verdünnte Lösungen von NasSiOs, wie sie in den 
Gesteinen vorkommen, bei höherer Temperatur ein recht gutes 
Lösungsmittel für Quarz sind. Verf. arbeitet nur mit Quarzplatten 
oder ganzen Prismen, nicht mit Pulver. Senkrecht zur Axe ist die 
Löslichkeit grösser als parallel zur Axe. Eine 0,43 proc. Lösung 
des Silicats löste in sieben Tagen bei 150o 4 mg Quarz auf. In 
concentrirteren Lösungen und bei höheren Temperaturen ist die 
lösende Kraft weit grösser. Es bildet sich in der Hitze ein saures 
Silicat, in der Kälte wird die überschüssige Kieselsäure als Quarz 
(oder als wasserhaltige Kieselsäure) wieder abgeschieden. Eine 
Lösung von Naa 81205 löst bei 300® keinen Quarz mehr auf, viel- 
leicht bei höheren Temperaturen. Druckerhöhung beeinflusst die 
Löslichkeit in keiner Weise. Verf. wendet Drucke bis zu 6000 Atm. 
an. Die Lösung und der Quarzkrystall befinden sich dabei in einem 
ausgehöhlten Stück Paraffin, das in einem Stahlcylinder durch eine 
Schraubenpresse gequetscht wird. Eine 0,8 proc. Na^SiOg -Lösung 
vermag bei 20^ selbst unter 6000 Atm. Druck in acht Tagen keine 
wägbare oder sichtbare Menge Quarz aufzulösen. W, A. R, 



Spezia. Litteratur. 327 

Iiitteratur. 

R. A. Lbhfeldt. Zur Theorie des «elektrolytisohen LösungBdruokes. 
Z8. f. phys. Chem. 32, 360—363, 1900. 

F. Ebüobb. Erwiderung auf einige Bemerkungen des Herrn Leh- 
FBiiDT zum elektrolytischen Lösungsdruck. Z8. f. phys. Ohem. 35, 

IS— 22, 1900. 

R. A. Lbhvbldt. Elektrolytischer Lösungsdruck. Antwort auf die 
Kritik des Herrn F. Ebügbb. ZS. f. phys. Chem. 35, 369, 1900. KpL 

3. J. VAN Laar. Theorie g^närale des dissolutions. 64 S. Haarlem, 
Looijes, 1900. 

Biese Ber. 54 [l], 530, 1898. 

V. Thomas. Les ph^nomenes de dissolution et leurs applications. 
198 8. Paris, Gaathier-Yillars, 1900. (Encyclop^ie scientifiqae des aide- 
m^moires.) 

T. Obalski. Les Solutions, cryoscopie, tonom^trie. La Nature 29, 
82—83, 1900. Scheel. 

H. Dankbbl. Chemische Eänetik und freie Energie der Reaotion 
2HJ + 2Ag = 2 AgJ + H,. Z8. f. phys^ Chem. 33, 415—444, 
1900. [Chem. Centralbl. 1900, 2, 5. 

W. D. Bakcboft. Reaction velocity and solubility. Arch. N^rl. 

(2) 5, 46—48, 1900. 

6. Cabbaba und G. B. Ybspionani. Ueber die Starke einiger 
Metallhydrate nach der Hydrolyse der Salze. Gazz. ohim. ital. 30, 
n, 35— «3, 1900. [ZS. f. phys. Chem. 36. 103—104, 1900. Chem. Cen- 
tralbl. 1900, 2, 660. 

A. A. Jakowkin. Ueber die Hydrolyse des Ohlorhydrats. Joum. 
d. russ. phys.-chem. Ges, 32, 678—721. 

Identisch mit der Abhandlung ZS. f. phys. Chem. 29, 613 — 657. 
Diese Ber. 55 [l], 614—619, 1899. 

A. Smits. On soap Solutions. Proc. Amsterdam 3, 133 — 137, 1900. 

J. H. Adbiani. Butectic curves in Systems of three substances of 
which two are optical antipodes. Proc. Amsterdam 3, 463 — 467, 
1900. KpL 

F. A H. SoHBBiNBMAKBBS. De l'^quilibrc dans les systbmes de 
trois constituans avec deux et trois phases liquides possibles. 
V. Des equilibres dans le Systeme: eau, ph^nol et aniline. Arch. 
N«erL (2) 3, 273—326, 1900. 

H. W. B. RoozBBOOH. Sur l'äquilibre des cristaux mixtes avec la 
phase vapeur. Arch. N^rl. (2) 5, 360 — 365, 1900. 

6. Bbuki. Sulla reciproca solubilitä dei liquidi. Gazz. chim. 30, 25 

—85, 1900. 

W. C. D. Whbtham. The coagulative power of electrolytes. Proc. 
Phys. 8oc. London 17, 145—148, 1900. 

Schon berichtet nach PhiL Mag. (5) 48, 474—477, 1899. [Diese Ber. 
55 [1], 528—529, 1899. 



328 7 d. Diffusion. 

C. T. Hbygook and F. H. Nevillb. Gold-aluminium alloys. PhiL 
Trans. (A) 194, 201—232, 1900. Proc. Roy. Soc. 66, 20—21, 1900. Diese 
Bor. 55 [1] 555, 1899. 

G. Langbein. Beiträge zur Kenntniss der Amalgame. Dias. Keynigs- 
berg, 26 S., 1900. 

W. V. KowALEVSKT. Ueber wässerige Zinnchloridlösang. ZS. f. 
anorg. Chem. 23, 1—24, 1900. Sched. 



7d. Diffaslon. 



K. Ikbda. Einfache Ableitung des van't HoFF'schen Gesetzes 
vom osmotischen Drucke. ZB. f. phys. Ohem. 33, 280—286, 1900. 
Verf. giebt eine elementare Beweisführung für die van 't Hopp'- 
schen Gesetze des osmotischen Druckes und zeigt, dass das Henbt'- ' 
sehe Gesetz eine nothwendige Folgerung der Gasgesetze ist. Da 
diese rein theoretischen Auseinandersetzungen in abgekürzter Form 
nicht wiedergegeben werden können, kann hier nur auf das Original 
verwiesen werden. Berju. 

A. A. Notes. Die genaue Beziehung zwischen osmotischem Druck 
und Dampfdruck. ZS. f. phys. Chem. 35, 707—721, 1900. 
Es wurde in dieser Abhandlung durch Betrachtung über einen 
neuen Kreisprocess ebenso wie die Aufstellung der Gleichgewichts- 
bedingungen einer neuen osmotischen Säule gezeigt, dass die 
genaue thermodynamische Beziehung zwischen dem osmotischen 
Drucke Pi und dem Dampfdrucke pi einer Lösung durch die 
Gleichung 

Po 

jvdp = (Pi + Po - Pi)Vo(l + V9P1 + Po + Pi)K 

Pl 
gegeben ist, in der jpo, Fq und Jc'o bezw. den Dampfdruck, das 
specifische Volumen und den CompressionscoSfßcienten des flüssigen 
Lösungsmittels bedeuten. Die einzige bei der Ableitung dieser 
Gleichung gemachte Annahme bestand daiin, dass ^0 zwischen den 
Drucken po und (pi — Pi) als constant zu betrachten ist. Da 
letzterer Druck im Allgemeinen negativ ist, ist bei praktischen An- 
wendungen dieser Gleichung der Werth von ko vorläufig nur durch 
eine Extrapolation zu erhalten. Der numerische Werth des den 
GompensationscoSfficienten Jcq enthaltenden Gliedes ist sehr klein. 



lEBDA. Notes. Jakowkin. v. Turin. 329 

sogar in den Fällen, wo es sich um bedeutende Goncentrationen 
handelt; in Folge dessen muss zur angenäherten Berechnung des 
osmotischen Druckes correcterweise das Dampfdruckintegral durch 
das gewöhnliche specifische Volumen des Lösungsmittels und nicht, 
wie es bis jetzt gewöhnlich geschehen ist, durch die Volumen- 
änderung der Lösung getheilt werden. Es wurde ausserdem ge- 
zeigt, dass die Ableitung vermittelst des bis jetzt angewendeten 
Ereisprocesses, wenn genau durchgeführt, weniger einfach ist und 
als Resultat eine viel complicirtere Beziehung liefert, in welche 
der osmotische Druck der comprimirten Lösung, nicht der Lösung 
unter ihrem eigenen Drucke, eingeht, und in der eine Anzahl 
anderer Grössen enthalten sind, die für jede Lösung, an der die 
Formel geprüft werden soll, von Neuem bestimmt werden müssen 
und nicht einmal für allemal am Lösungsmittel selbst gemessen 
werden können. Berju. 

A. Jasowkin. Ueber den osmotischen Druck von zusammen- 
gesetzten Lösungen. Joum. d. rass. phys.-chem. Ges. 82 (ehem. Abth.), 
721—727, 1900. 

Der Verf. berechnet den osmotischen Druck eines Körpers, 
der in einer Mischung von zwei Lösungsmitteln gelöst ist, ganz 
allgemein. Während Nbbnst (ZS. f. phys. Chem. 11, 1) den Fall 
behandelt, wo die beiden Lösungsmittel in demselben Verhältniss 
durch die Scheidewand hindurchdringen, in welchem sie mit ein- 
ander vermischt sind, nimmt der Verf. an, dass die beiden Lösungs- 
mittel in beliebigem Verhältniss hindurchgehen. 

Der Verf. sieht das Hauptinteresse solcher Versuche in der 
Bestimmung der Aenderung der Zusammensetzung von gemischten 
Lösungsmitteln beim Durchgang durch eine halbdurchlässige Wand 
und hofft dadurch der Frage nach der Affinität zwischen dem ge- 
lösten Körper und dem Lösungsmittel näher zu treten. v. U. 



Vl. v. Tübin. Ueber den Betrag, um welchen die Wechsel- 
wirkungen der lonenladungen den osmotischen Druck vermindern. 
Z8. f. phys. Chem. 34, 403—408, 1900. 
Auf Grund der atomistischen Hypothese berechnet der Verf. 
die Druckverminderung in einer verdünnten, vollständig dissociirten 
wässerigen Lösung eines binären Elektrolyten durch die Wechsel- 
wirkung der lonenladung. Als Hauptergebniss dieser Berechnung 
findet der Verf., dass durch die Wechselwirkung der lonenladung 
ein nach aussen gerichteter Druck bedingt wird, der den osrooti- 



330 7 d. Diffusion. 

scheD Druck durch den in folgender Gleichung ausgedrückten Be- 
trag vermindert: 

P (in Dynen pro Quadratcentimeter) = 1,158 X 10" k 1)-^ qar^^ 
in welcher Gleichung h die Concentration (Anzahl der Gramme in 
einem Liter), D die Dielektricitätsconstante , q die Ladung eines 
Jones und d den Halbdurchmesser der Kugel bezeichnet, in welcher 
die Lösung sich befindet. Berju, 

RoBEBTS-AüSTEN. Ou thc difiusiou of gold in solid lead at the 
ordinary Temperature. Proc. Boy. Soo. 67, 101—105, 1900. 

Wird Gold mit Blei überschichtet, das etwa 160® über seinen 
Schmelzpunkt erhitzt ist, so dilFundirt ersteres in beträchlicher 
Menge in das Blei hinein. Auch bei gewöhnlicher Temperatur 
findet, wie Verf. in den vorliegenden Untersuchungen zeigt, eine 
sehr schwache Diffusion des Goldes statt. Zwei Cylinder von Gold 
und Blei von je 0,88 cm Durchmesser werden über einander ge- 
schichtet und durch Klemmen an einander gepresst. Nach Verlauf 
von Jahren waren in die erste Bleischicht, 2,3 mm über dem Golde, 
0,00005 g Gold diffundirt, in den höheren Schichten war Gold nur 
noch mikroskopisch nachzuweisen. Berju. 



LoBD Rayleigh. On the passage of Argon through thin films of 
india-rubber. Phü. Mag. (5) 49, 220—221, 1900. 
Nach Entfernung des Sauerstoffs enthält das Gemisch von 
atmosphärischem Stickstoff und Argon 1,19 Proc. von letzterem. 
Verf. untersuchte die Diffusion des Argons durch Kautschuk und 
fand, dass Argon etwa V/^raal schneller als Stickstoff diffundirt. 

Berju. 

P. ViLLABD. Sur la perm^abilitä de la silice fondue par l'hydrogfene 

C. B. 130, 1752—1753, 1900. 

Wie durch Platin diffundirt auch Wasserstoff durch auf Roth- 
gluth erhitzte Kieselsäure, jedoch in geringerem Grade. Diese 
Permeabilität wird erhöht, wenn man die Temperatur bis zum Er- 
weichen der Kieselsäure steigert Wird eine Röhre von Kiesel- 
säure, welche durch Gas auf 1500^ erhitzt ist, so mit einer anderen 
Röhre von gleichem Material verbunden, dass der diffundirende 
Wasserstoff nach seiner Verbrennung zu Wasser sich condensiren 
kann, so hört man in Folge rhythmischer Condensation des Wasser- 
dampfes starke musikalische Töne, welche nicht hervorgerufen 



AUSTBN. RAYLEIGH. YILLABD. BRILLOUIN. T0WN8£ND. 331 

werden, wenn durch gleichmäseiges Erhiitzen des ganzen Apparates 
die Condensation des Wassers verhindert wird. Berju. 



M. ßBiLLouiN. La diffusion des Gaz sans paroi poreuse d^pend- 
elle de la concentration. Gongr. intern, de pliys. 1, 512—530, 1900. 

In einer früheren Abhandlung (Ann. de Chim. et de Phys. 
1899) wurde von dem Verf. der Einfluss der Trägheit auf die 
Diffusion der Gase auf Grund der Berechnungen von Stephan und 
Maxwsll geprüft und gezeigt, dass die Diffusion der Wärme in 
Metallen und die der Gktse keine analoge Vorgänge sind und daher 
nicht direct mit einander verglichen werden können. In dieser 
Abhandlung bespricht der Verf. die experimentellen Schwierig- 
keiten, welche die Untersuchungen über die Diffusion zweier Gase 
erschweren und besonders von der äusserst leichten Beweglichkeit 
der Grasgemische unter dem geringsten äusseren Einffuss und ferner 
durch die gegenseitige Hemmung der einzelnen Gase in ihrer 
freien Beweglichkeit bedingt werden. 

Unter diesem Gesichtspunkte werden die Untersuchungen von 
Waitz, Haushakigbb und von Obbrmaybb besprochen, mit dem 
£rgebniss, dass aus den Untersuchungen von Waitz und von 
Obbbmatsb nicht hervorgehe, dass der DiffusionscoSfficient zweier 
Gase von dem Verhältnisse der beiden Gasmengen in dem Gas- 
gemische oder irgend einem anderen Einflüsse ausser dem der 
Temperatur und dem gleichmässigen Gesammtdrucke der Mischung 
abhänge. Die Abweichungen, welche im entgegengesetzten Sinne 
gefunden wurden, können leicht durch die Construction der benutzten 
Apparate und die Art der Versuchsanstellung erklärt werden. 

Berju, 

J. S. TowNSBND. The diffhsion of ions produced in air by the 
action of a radio-active substance, ultra -violet light and point 
discharges. Proc. Boy. Soc. 67, 122—124, 1900. Phil. Trana. (A) 195, 
259—278, 1900. 

Diffusion von Ionen in Gasen. ZS. f. Phys. 1, 313—316, 1900. 

Von der Annahme ausgehend, dass die Verringerung der Leit- 
fähigkeit in Folge der lonendiffusion gegen die Wände völlig 
analog dem Vorgange der Entfernung der Feuchtigkeit aus Gasen 
durch Schwefelsäure sei, leitete der Verf. einen gleichmässigen 
Gasstrom verschiedener Gase durch eine enge Metallröhre und be- 
strahlte die Gase kurz vor ihrem Eintritt in die Röhre. Die Be- 
stimmung des Diffusionscoefficienten aus der experimentell er- 



332 7d. Diffusion. 

mittelten Abnahme der Leitfähigkeit führt zu folgender Aufgabe: 
Ein Gas A ist in geringer Menge mit einem anderen Gase B ver- 
mengt und das Gemisch streicht durch eine Röhre, deren Wandung 
das Gas A vollständig absorbirt; welcher Bruchtheil von A tritt 
aus der Röhre aus? 

Verf. fand, dass die Ladungen an einem Ion, welche durch 
Röntgenstrahlen in Luft, Sauerstoff, Kohlendioxyd und Wasserstoff 
erzeugt werden, alle dieselben sind und gleich der Ladung am 
Wasserstoffion in einem flüssigen Elektrolyten. Es ist wahrschein- 
lich, dass die Elektricitat in Gasen atomistisch auftritt, nachdem 
Ionen in Gasen die nämliche Ladung tragen wie die Wasserstoff- 
ionen in der Elektrolyse. Berju, 

H. T. Bbown and F. Escombb. Some new observations on the 
static diffusion of gases and liquids, and their significance in 
certain natural processes occurring in plants. Chem. If&ws 81, 
289—290, 1900. Pi'oc. Roy. 8oc. 67, 124 — 128, 1900. 
In dieser Abhandlung werden die Untersuchungen der Verff. 
über die wesentlichsten physikalischen Processe mitgetheilt, durch 
welche die atmosphärische Kohlensäure in die activen Assimilations- 
centren der Pflanzen gelangt. Die zunächst angewandte Methode 
zur Bestimmung der Diffusion der atmosphärischen Kohlensäure 
war die der statischen Diffusion durch eine Luftsäule von be- 
stimmter Länge gegen eine absorbirende Oberfläche am Ende 
dieser Säule. Es wurde hierbei ermittelt, dass die Diffusions- 
constante för sehr verdünnte Kohlensäure nicht wesentlich von 
der von Losohmibt u. A. für concentrirtere Gemische gefundenen 
abweicht. Bei der statischen Diffusion eines Gases, Dampfes oder 
einer Lösung ist die diffundirende Substanzmenge in der Zeiteinheit 
dem durchschnittlichen Flächeninhalt proportional. Wird jedoch 
in einer solchen Säule eine dünne, mit einer runden Oeffnung ver- 
sehene Scheidewand angebracht, so ist die Diffusionsgeschwindig- 
keit dem Durchmesser dieser Oeffnung direct proportional. Die 
gleiche Gesetzmässigkeit gilt, wenn kleine runde Scheiben eines 
Absorptionsmittels, welche mit einem weiten Rande umgeben sind, 
vollkommen ruhiger Luft ausgesetzt werden. Die unter diesen Be- 
dingungen absorbirte Kohlensäuremenge ist dem Durchmesser der 
Scheibe proportional. Finden hingegen Strömungen statt, so wird 
die Absorption den Flächen proportional. 

Im Folgenden werden eine Anzahl Versuche beschrieben, die 
mit dünnen Celloidscheiben ausgeführt wurden, welche in regulären 



Brown u. Escombe. Bbown. 333 

Zvisohenräumen Löcher von 0,38 mm Durchmesser enthielten. Es 
wurde gefunden, dass nur eine geringe Diffusionsstörang stattfindet, 
wenn die Flächen dieser Oeifnungen etwa 10 Proc. der Gesammt- 
fläche der Scheidewand betragen. 

Diese Untersuchungen, auf die Gasprocesse und die Diffusion 
der lebenden Pflanzen übertragen, zeigten, dass die lebenden Blätter 
in ihrem physikalischen Verhalten einer zahlreiclf durchbohrten 
Scheidewand entsprechen. Die Spaltöffnungen und ihre benach- 
barten Theile bilden einen sehr vollkommenen mechanischen Apparat 
zur Absorption der für den physiologischen Aufbau der Pflanzen 
nöthigen Kohlensäure, und die grossen Mengen Wasserdampf, welche 
die Blätter transspiiiren , liegen innerhalb der Diffusionsgrenzen. 
Es ist daher nicht nöthig, eine Art Massenbewegung hierfür an- 
zunehmen. Berju. 

H. T. Bbowk. Some reoent work on the diffusion of gases and 
liquids. Chem. News 82, 161— 162, ,1900. 

*Im Anschluss an obige Untersuchungen bestimmte der Verf. 
die Diffusionscoefficienten der statischen Diffusion der Kohlensäure 
der atmosphärischen Luft. In einem mit Luft gefüllten verticalen 
Cylinder werden auch bei dem geringen Kohlensäuregehalte der 
letzteren in der Zeiteinheit die gleiche Anzahl Kohlensäuremolecüle 
nach beiden Richtungen irgend einen Querschnitt des Cylinders 
passiren. Befindet sich aber am Boden des Cylinders eine die 
Kohlensäure absorbirende Schicht, so werden in Folge der Ab- 
sorption der Kohlensäure die Luftschichten in der Nähe der ab- 
sorbirten Kohlensäuremenge entsprechend verdünnt und es müssen 
nun in der Zeiteinheit mehr Molecüle durch den Querschnitt des 
Cylinders nach der absorbirenden Schicht hingehen als in entgegen- 
gesetzter Richtung. Es entsteht hierdurch eine stetige Strömung von 
der äusseren Luft nach der Absorptionsfläche, deren Geschwindigkeit 
bei vollstündiger Absorption nur von der Diöusionsgeschwindigkeit 
der Kohlensäure abhängt 

Unter diesen Gesichtspunkten wurde von Esgombb die Diffusions- 
geschwindigkeit der Kohlensäure der atmosphärischen Luft bestimmt 
and hierfür der mittlere Werth von 0,157 in C.-G.-S.-Einheiten ge- 
fanden. 

Wu-d an irgend einer Stelle eines solchen Cylinders mit ab- 
sorbirender Schicht eine Scheidewand mit einer Oeffnung eingeführt, 
80 ist nach den Untersuchungen des Verf die Stromgeschwindig- 
keit direct proportional den linearen Dimensionen dieser Oeffnung. 



334 7d. Diffuiion. 

Ein gleiches Resultat ergab die Diffasion des Wasserdampfes der 
atmosphärischen Luft 

Die eingehendere Beschreibung dieser Untersuchungen und 
die mathematische Entwickelung der Formeln für die Diffusions- 
geschwindigkeiten sind in den Veröffentlichungen der British 
Association Bradford Meeting 1900, Section B enthalten. Berju, 



C. Babus. On a method of studying the diffusion (transpiration) 
of air through water, and on a method of barometry. SilL Joam. 
(4) 9, 397—400, 1900 t. 

Die Diffusion der Luft durch Wasser wurde durch Beobach- 
tung des allmählichen Verlustes der Luft eines cartesianischen 
Schwimmers studirt und dieser Verlust aus der Aendei-ung des 
Temperaturcoefficienten in der Schwimmgleichung bestimmt Die- 
selbe Gleichung schliesst auch in einer einfachen Weise den Baro- 
meterstand ein. Dieser Apparat bildet daher ein Wasserbarometer 
von nur einem Fuss Höhe. Berju. 

P, DuHBM. On the emission and absorption of water vapor by 
colloidal matter. Joum. Phys. Chem. 4, 65—122, 1900. 

Die Untersuchungen von van Bemmblbn über die Aenderung 
gelatinöser Substanzen in einer Wasserdampfatmosphäre zeigten ge- 
wisse physikalisch-chemische Aenderungen, ftir welche van BemmeiiEN 
einige allgemeine Gesetze abgeleitet hat In dieser Abhandlung 
wendet der Verf die Theorie der Hysterese auf die von van Bbm- 
MBLEN abgeleiteten Gesetze an und entwickelt die Gleichungen für 
die Absorption von Wasserdampf, wenn sie durch Hysterese begleitet 
wird. 

Es wird gezeigt, dass die in gewissen Beziehungen so compli- 
cirten Erscheinungen, welche van Bbmmblen bei dem Studium der 
Hydration coUoidaler Substanzen beobachtete, durch die von dem 
Verf entwickelten Gesetze über Systeme, welche der Hysterese 
unterworfen sind, richtig interpretirt und classificiit werden können. 
Die in dem zweiten Capitel entwickelten Gesetze sind eine einfache 
Anwendung der Methode, welche der Verf für die Untersuchung 
der Aenderung in Systemen, die von zwei Variablen abhängen und 
durch Hysterese bewirkt werden, entwickelt hat. Es ist bekannt, 
dass durch diese Mabghis die verwickelten Thatsachen in Betreff 
der Verschiebung des Nullpunktes der Quecksilberthermometer auf- 
klären konnte. 



Babus. Duhbm. Pbbbin. Flüsin. Litteratur. 



335 



Verf. glaubt, dass diese Untersnchungen die Schiassfolgerungen, 
zu welchen Mabghis gelangte, indirect bestätigen. Sie enthalten 
den directen Beweis gewisser Gesetze, aus denen dieser durch die 
TOD ihm angewandte Methode nur einige Schlnssfolgerungen ziehen 
konnte. Von diesen Gesetzen sei hier noch das folgende, von dem 
Verf. hervorgehobene, wiedergegeben: Hängt ein System von zwei 
der Hysterese unterworfenen Variablen h und x ab, und ist der 
Coefficient der Hysterese von h sehr klein in Beziehung zu dem 
Coefficienten der Hysterese von rr, dann strebt das System einen 
scheinbar abschliessenden Cyklus zu beschreiben, doch wird dieser 
Cyklus, anstatt streng feststehend zu bleiben, verschoben und ge- 
stört, wenn Störungen von genügender Stärke auf dieses System 
einwirken. Berju. 

J. PsBBiN. Osmose. Parois semi - permeables. Bapp. du congr. int. 
de phyB. 1, 531—545, 1900. 
Vorliegende Abhandlung enthält eine kurze Zusammenfassung 
der wichtigsten bekannten osmotischen Erscheinungen, welche durch 
semipermeable Wände bewirkt werden. Berju. 



6. Fltjsin. Sur Posmose des liquides a travers une membrane de 
vessie de porc. 0. B. 131, 1308—1309, 1900. 
Verf. zeigt, dass die Osmose um so schneller verläuft, je grösser 
die Absorptionscapacität der angewendeten Membran für die be- 
treffende Flüssigkeit ist. Bei Anwendung von Schweinsblasen als 
Membran wurden die folgenden Beziehungen erhalten: 



Gesch-wi ndigkei t 
der Osmose 



Absorptions- 
capacität 



1. Wasser . . . 

2. Methylalkohol 

3. Amylalkohol . 

4. Amylacetat . 

5. Chloroform 

6. Benzin . . . 

7. Aethyläther . 

8. Aethylalkohol 



4674 
1748 
646 
532 
456 
266 




121,9 
28,7 
7,2 
6,8 
5,5 
5,0 
3,2 
3,0 

Berju. 



Litteratur. 

FoYSAu DE CouBMSLLBS. Osmose et bi-^lectrolyse. 0. R. de Tassoc. 
fran^. pour Favancem. des Sciences, Boologne sur Her, Paris 1899. 



336 7e. Absorption und Adsorption. 

J. S. TowNSBND. The diffusion of ions into gases. PhiL Trans. (A) 
193, 129—158, 1900. 

Diese Ber. 55 [l], 633—635, 1899. 

C. Babus. The transmission of the ionized exhalations of phos- 
phorous through air and other medic. The Phys. Eev. 10, 257—267, 
1900. Scheel. 



7e. Absorption nnd Adsorption. 

P. MOlfasth. lieber die Adsorption von Gasen an Glaspulver. 
Diss. Bonn, 1900. 65 8. Ann. d. Phys. (4) 3, 328—352, 1900. 

Nach Untersuchungen von Bunsbn sollen Gase von Glaspulver 
nur durch die an dem Glase capillar festgehaltene Wasserhaut ad- 
sorbirt werden. Die Wiederholung dieser Untersuchungen durch 
den Verf. fährte jedoch in üeberein Stimmung mit den bis jetzt ge- 
wonnenen Erfahrungen zu dem Ergebniss, dass die BuNSBN'sche 
capillare Adsorption für Glaspulver jedenfalls nicht gilt, da auch 
an vollkommen trockenem Glaspulver namhafte Mengen Kohlen- 
säure adsorbirt werden. 

Die Gegenwart von Feuchtigkeit verzögert die Adsorption der 
Kohlensäure. Die schliesslich adsorbirte Menge Kohlensäure weicht 
von der an trockenem Glaspulver adsorbirten nicht wesentlich ab. 

Es werden bei 0^ die Gase CjHj, NjO, CO,, SO, und NHj 
von dem von dem Verf. gebrauchten Glaspulver in dieser Reihen- 
folge aufsteigend adsorbirt, also die am leichtesten zu verdichtenden 
Gase SO2 und NHj am stärksten. 

Das HENBY'sche Adsorptionsgesetz gilt mit hinlänglicher An- 
näherung auch für die Adsorption der Gase an Glaspulver. Berju. 



L. Bbaun. Ueber die Absorption von Stickstoff und von Wasser- 
stoff in wässerigen Lösungen verschieden dissociirter Stoffe. Z8. 
f. phys. Chem. 33, 721—739, 1900. 
Aus den Resultaten von Stsineb und Gobdon hatte Jahn für 
die Lösungen der Elektrolyte die Gesetzmässigkeit empirisch ab- 
geleitet, dass für eine bestimmte Temperatur die Erniedrigung des 
Absorptionscoefficienten («') einer Lösung gegen den des reinen 
Wassers (a) proportional ist der Anzahl in der Volumeneinheit ge- 
löster Grammmolekeln zur V3"Potenz erhoben. Demnach ist 

a — (x! 



MÜLFABTII. BBAUN. BUBNIKOW. ViNCBNT. 337 

Nach den Untersuchungen von Roth (ZS. f. phys. Chem. 24, 
114—151, 1897) befolgen die Elektrolyte diese Gesetzmässigkeit 
mit ausreichender Strenge, während dem theoretischen Ausdrucke 

Q 

— = 1 nur die Nichtelektrolyte genügen. 
Ca 

Da das von Roth bearbeitete Material nicht umfangreich genug 

war, hat der Verf. die RoTH'sche Beobachtung an anderen Stoffen: 

Stickstoff, Propionsäure, Harnstoff, Chlornatrium und Chlorbaryum, 

wiederholt und auf Grund der Resultate seiner Untersuchungen die 

von Roth und Jahn gefundenen Gesetzmässigkeiten bestätigt. 

Berju, 

W. J. BusNiKow. Ueber die Absorption von Wasserdämpfen durch 

chemische Verbindungen und die Vertheilung des absorbirten 

Wassers zwischen zwei gleich- resp. ungleichartigen Substanzen. 

Joum. ruaa. phys. -chem. Ges. 22, 551 — 593, 1900. [Ohem. CentralbL 

1901, 1, 82. 

Verf. untersucht die Geschwindigkeit der Absorption von 

Wasser durch H2SO4 verschiedener Concentrationen , NajS04, 

KjCOs, NaNOs und KNOs, sowie die Vertheilung von Wasser 

zwischen Schwefelsäure verschiedener Concentration und gleicher Con- 

centration, wie auch zwischen H2SO4 einerseits und wasserhaltigem 

NajS04, K2CO3, NaNOa und KNOs andererseits. Verf. spricht 

sich für die Existenz bestimmter ganzzahliger Hg SO4 -Hydrate, resp, 

für deren experimentelles Verhalten aus. Berju, 



G. Vincbnt. Sur T^paisseur de couches de passage. Joum. de pliys. 
(3) 9, 78—91, 1900 t. Ann. chim. phys. (7) 19, 421—432, 433—516, 1900. 
Vielfach begegnet man der Annahme, dass feste oder flüssige 
Körper nicht bis zur unmittelbaren Nähe der Oberfläche homogen, 
Bondem mit einer Oberflächenschicht der „Durchgangsschicht*' um- 
geben sind, hinter welcher die Constitution des Körpers homogen 
wird. Mit dem Studium dieser Schichten haben sich Rbinhold 
und ROCKBB, welche die Eigenschaften derselben an Seifenblasen 
fitudirten, und Quincke, welcher sich hierzu sehr dünner fester 
Schichten bediente, beschäftigt. Beide fanden, dass Schichten von 
etwa 50 mft (Milliontel Millimeter) dicke und darunter gewisse phy- 
sikalische Abweichungen gegenüber den Schichten von grösserer 
Dichte zeigten. Verf. untersuchte den elektrischen Widerstand 
danner, auf Glas niedergeschlagener Silberschichten von bis 
170 mfi Dicke, deren Herstellung in den Annales de Chimie et de 

FoitMhr. d. Phys. LVI. 1. Abth. 22 



338 7 e. Absorption und Adsorption. 

Physique ausführlich beschrieben werden soll. Die Leitfähigkeite- 
messungen verschieden dicker Silberschichten ergaben, dass von 
50mfi Dicke ab die specifische Leitfähigkeit bei allen Dichten and 
in jeder Tiefe dieselbe war. Schichten unter öOmft Dicke zeigen 
hingegen eine deutliche Abnahme der specifischen Leitfähigkeit 

Berju. 

H. Ebdmann. üeber das Verhalten der Geruchsstoflfe gegen flüssige 
Luft. Joum. f. prakt. Chem. 61, 225—228, 1900. 

Die Lösungsfähigkeit der flüssigen Luft fiir andere Stoffe ist 
im Allgemeinen eine sehr geringe. So werden z. B. Aethyläther, 
Alkohol und Wasser von dieser gar nicht gelöst Um so be- 
merkenswerther ist das Verhalten verschiedener Geruchsstofte der 
siedenden Luft gegenüber, welche von dieser trotz der niedrigen 
Temperatur von etwa 190<> gelöst werden und zugleich mit der 
sich vergasenden Luft verdampfen. Verf. untersuchte speciell das 
Verhalten des Citrals, Rosenöls und des lonons, welche sich in 
flüssiger Luft lösen und um so stärker beim Verdampfen der Luft 
durch den Geruch wahrnehmbar sind, je sauerstoffreicher die flüssige 
Luft wird. Bei dem lonon war die Geruchsempfindung verhältniss- 
mässig am schwächsten, wahrscheinlich weil es nur sehr langsam 
in Lösung ging. Berju, 

O. Bebo. Ueber einen Apparat zur Gasanalyse, speciell zur Be- 
stimmung der im Wasser gelösten Gase. Ber. d. natorf. Ges. Frei- 
burg 11, 85—94, 1900. 

Der von dem Verf. construirte Apparat kann als eine Verbin- 
dung des „Tenax'^ mit der Quecksilberluftpumpe aufgefasst werden 
und soll die Genauigkeit der Luftpumpe mit der grösseren Hand- 
lichkeit des ersteren vereinen. Zur Ausführung von Massenanalysen 
wird dieser Apparat besonders dadurch geeignet, dass er ermöglicht, 
ohne Unterbrechung die einzelnen Gasanalysen auf einander folgen 
zu lassen. Berju, 

K. Angstböm. Ueber die Bedeutung des Wasserdampfes und der 
Kohlensäure bei der Absorption der Erdatmosphäre. Ann. d. Phys. 

(4) 3, 720—732, 1900. 

Da über die Grösse und Intensität der Absorption der Sonnen- 
strahlung und Erdstrahlung durch Wasserdampf und Kohlensäure 
die Angaben noch widersprechend sind, wiederholte der Verf. zu- 



£bdmann. Bbro. Anostböm. Babus. 339 

Dächst die Versuche von Lbohbb über die Absorption der Sonnen- 
strahlung durch die Kohlensäure. Diese Untersuchung erfolgte 
durch thermoelektrische Messungen. Der hierzu benutzte, von dem 
Verf. construirte Apparat wird eingehend beschrieben. Im Gegen- 
satz zu den Untersuchungsergebnissen von Lbchbb wurde gefunden, 
dass das Absorptionsvermögen der Kohlensäure in dem Bande Y 
80 kräftig ist, dass die bezügliche Absorption schon vollendet ist, 
bevor die Strahlung zu uns anlangt, und was das schwächere Band 
X betrifft, so ist die Wirkung desselben in Folge überlagernder 
Absorptionsstreifen nicht merkbar. Zur Bestimmung des Einflusses 
der Kohlensäure bei der Absorption der Erdstrahlung wurde die 
Abhängigkeit der Absorption von der Schichtendicke bei Wärme- 
qaellen von verschiedenen Temperaturen direct ermittelt. Aus 
diesen Untersuchungen und Berechnungen geht hervor, dass höch- 
stens 16 Proc. von der Erdstrahlung durch die atmosphärische 
Kohlensäure absorbirt werden, und zweitens, dass die Gesammt- 
absorption sehr wenig von den Veränderungen in dem atmosphä- 
rischen Kohlensäuregehalt abhängig ist, so lange nämlich dieser 
nicht kleiner als 0,2 des vorhandenen ist 

Zur Berechnung der Absorption der Sonnenstrahlung durch 
atmosphärischen Wasserdampf wurden von dem Verf. seine während 
des Sommers 1896 ausgeführten Beobachtungen auf Teneriffa be- 
nutzt In Betreff der von dem Verf. angeführten Tabellen und 
Rechnungen kann jedoch hier nur auf das Original verwiesen wer- 
den. Zum Schluss bespricht der Verf. die Untersuchungen von 
Abrheniüs über den Einfluss des atmosphärischen Kohlensäure- 
gehaltes auf die Absorption der Erdstrahlung und weist darauf hin, 
dass die Ergebnisse dieser Untersuchungen in Folge ungünstiger 
Versuchsanordnung ungenau sind. Berju. 



C. Babüs. On the absorption of condensation-producing atmospheric 
dust by solid nuclei and surfaces, and on the diffusion velocity 
of supposedly non - ionized dust particles. Science (N. S.) 11 , 20l 

—206, 1900. 

Verf berechnet die Diffusionsgeschwindigkeit der feinsten 
Dunstpartikel der Luft und theilt eine Reihe von Beobachtungen 
mit, welche mittels der Methode der Farbenröhren gemacht wurden, 
welche in einem Bericht über die Condensation der atmosphärischen 
Feuchtigkeit beschrieben ist Verf. kommt zu der Schlussfolgerung, 
dass der lonenzustand keinen wesentlichen Einfluss auf die Conden- 
sation ausübt* Berju. 

22* 



340 7e. Absorption und Adsorption. 

Litteratur. 

J. M. VAN Bbmhblbn. Die Absorption von Stoffen aus Lösungen. 
ZS. f. anorg. Ohem. 33, 321—372, 1900. 

L. Bbaün. lieber die Beeinflussung der AbsorptionsooSfBoienteD 
von Stickstoff und von Wasserstoff in wässerigen Lösungen durch 
Stoffe verschiedenen Dissociationsgrades. 45 S. Berlin 1900. Sehed, 



ZWEITER ABSCHNITT. 



AKUSTIK. 



8. Physikallsehe Akustik. 

R W. Wood. Photography of Sound -waves and the Kinemato- 
graphie Demonstration of tbe Evolutions of Reflected Wave-fronts. 
Proc. Boy. Soc. London 66, 283— 290, 1900t. Pbil. Mag. (5) 50, 148 
—156, 1900 t. [Science (N. S.) 12, 106—107, 1900 t. 
Verf. bringt im Anschluss an seine frühere Veröffentlichung 
im Phil. Mag. (August 1899) eine Anzahl neuer Abbildungen. 

K, L. Seh. 

R W. Wood. The Photography of Sound-waves and the Demon- 
stration of the Evolutions of reflected Wave-fronts with the 
Cinematograph. Natnre 62, 342—349, 1900 t. 
Verf. fasst seine früheren Mittheilungen über das Thema (1899) 
und einige weitere Fortschritte seiner Untersuchung nochmals in 
eine etwa» ausführlichere Darstellung zusammen unter besonderer 
Berücksichtigung der Analogien zwischen Schallwellen und Licht- 
wellen. Die Abhandlung ist wegen der vielen Reproductionen von 
Schallwellenphotographien sehr instructiv. K. L. Seh. 



J. ViOLLB. Sur la vitesse de propagation du son. Kapp, du congr. 
mtem. de phys. 1, 228—245, 1900 t. 
Verf. berichtet im Anschluss an frühere Veröffentlichungen 
(Ann. chim. phys. 1890 und Journ. de pbys. 1896) über Versuche, 
welche die Fortpflanzung des Schalles betreffen. Pflanzt sich Schall 
in einer Röhre fort, deren Enden mit Membranen, die mit einer 
Registrirvorrichtung versehen werden, verschlossen sind, so dass der 
Schall mehrfach reflectirt wird, so nimmt die Wellenbewegung, 
welchen Ursprungs sie auch sei, nach einiger Zeit eine einfache 
Form an. Die verschiedenen Theile der Welle pflanzen sich dann 
mit derselben Geschwindigkeit fort, die als die normale Fort- 
pflanzungsgeschwindigkeit des Tones zu betrachten ist. Folgende 
Punkte sind besonders bemerkenswerth. Je nach den Dimensionen 
der Rohre ist der Schall nur auf eine kleinere Strecke hörbar, aber 
durch die Membran noch auf grössere Entfernung hin als Druck 
merklich, oder umgekehrt. Bei der Reflexion kommt der Grundton 



344 . 8. Physikalische Akustik. 

zuerst zum Ausgangspunkt zurück, dann folgen, mit dem höchsten 
beginnend, die Obertöne. In einer gewissen, von der Höhe und 
Stärke des Tones abhängigen Entfernung verlieren die Töne für 
das Ohr den musikalischen Charakter. Die normale Fortpflanzungs- 
geschwindigkeit beträgt nach den Resultaten des Verf. 331,36 m 
pro Secunde. Die Welle einer durch Explosion erzeugten Loft- 
erschütterung pflanzt sich um so rascher fort, je grösser der 
Explosionsdruck ist. Die Form derselben ist, wie die Registrirung 
zeigt, zuerst unregelmässig, in grösserer Distanz regelmässiger. 

K. L. Seh. 

M. Brillouin. Theorie de la propagation du son dans un gros 
tuyau. Rapp. du congr. intern, de phys, 1, 246 — 250, 1900 f. 

Die Abhandlung knüpft an die vorstehend erwähnte Beobach- 
tung an, dass die Theiltöne eines Klanges verschieden schnell durch 
Reflexion zum Ausgangspunkt zurückkehren. Sie erklärt sich durch 
wiederholte Reflexion an den Wänden. Geht der Schall nicht ganz 
gleichmässig durch den Querschnitt der Röhre, so wird ein einfacher 
Ton je nach seiner Höhe mehrmals hinter einander gehört und ein 
Klang entsprechend in seine Theiltöne gespalten. Je höher die 
Theiltöne, um so öfter wiederholen sie sich. £• X. Seh. 



E. R. y. Nabdsoff. On tbe Application of Fizeaü's Method to 
the Determination of the Velocity of Sound. Science (N. 8.) 12, 

612—613, 1900 t. 

Ein hoher, jenseits der oberen Hörgrenze liegender Ton traf 
zwischen den Lücken eines Zahnrades hindurchtretend einen hölzernen 
Concavspiegel, wurde von diesem reflectirt und gelangte, wieder 
die Zähne des Rades passirend, zu einer sensitiven Flamme. Bei 
dem Rotiren des Rades war es deutlich an der Reaction der letzteren 
zu erkennen, ob das Rad den Schall abblendete oder durchliess« 
Das Experiment ist nur als Demonstrationsversuch brauchbar. 

K. L, Seh. 

E. H. Stevens. TJeber Schallgeschwindigkeit in Luft bei gewöhn- 
licher und bei hoher Temperatur und in verschiedenen Dämpfen. 
Diss. 72 S. Heidelberg 1900 f. 

Zu den Versuchen wurde der von Quinokj: (Wied. Ann. 63, 
66, 1898) beschriebene Interferenzapparat benutzt, bestehend aas 
einer an einem Ende verschlossenen, mit dem zu prüfenden Gase 
gefüllten sog. Interferenzröhre, in die vom Resonanzkasten einer 



Bbilloüin. V. Nasdboff. Stevens. Davison. 



345 



Stimmgabel aus der Schall eintritt, und einem in der Interferenz- 
i^bre verschiebliohen engen Hörrohr, mittels dessen die Orte der 
Minima der stehenden Wellen bestimmt werden. Als Interferenz- 
röhren dienten hauptsächlich Porcellanröhren, aber auch solche aus 
Chamotte, deren Durchmesser verschieden waren. Die Schallquelle 
beBtand fast durchweg aus einer KöNio'schen Stimmgabel von 
300 Schwingungen (genaue Tonhöhe 300,19). Aus den fiir die 
Wellenlängen gefundenen Werthen wurde nach der bekannten 
KiRCHHOFF'schen Formel die Schallgeschwindigkeit in freier Lufl 
berechnet. Für die Constante y der EiBCHHOFF'schen Formel ergab 
sich bei trockener Luft im Mittel 0,00738, bei feuchter Luft 0,00890 
(Porcellanröhren) und 0,010 (Chamotteröhren). Zum Zweck der 
Beobachtungen bei hoher Temperatur wurden die Interferenzrohre 
in einem Kohlenofen erhitzt, womit eine Temperatur von etwa 950® 
erreicht wurde. Bei 100» (im Dampfbad) ist y = 0,004, bei 950<> 
ist }^ = 0,039, weil es von der Wärmeleitung und inneren Reibung 
des Gases, die mit der Temperatur bedeutend zunehmen, abhängt. 
Für die Messungen in Dämpfen wurden Glasrohre benutzt, die, 
nachdem ein Paar Kubikcentimeter der zu verdampfenden Flüssig- 
keit hineingegeben waren, in ein Dampfbad kamen. Das Zurück- 
bleiben und die Diffusion der Luft wurden sorgfältig in Rechnung 
gezogen. 

DaS' Resultat der gesammten , auch die älteren Beobachtungen 
imtisch erörternden Abhandlung ist das folgende: 



Sahstanz 


^ 


F m/atc j fc 


Trockene Luft 

• » 

» ■ 

Aether 

Methylalkohol 

Aethylalkohol 

Bchwefelkohlenetofif . . . 

Benzol 

Chloroform 

Esrigsänre 

Jod 




100 

950 
99,7 
99,7 
99,8 
99,7 
99,7 
99,8 

186,5 

185,5 


331,32 

386,5 

686,0 

212,6 

350,3 

272,8 

223,2 

205.0 

171,4 

140,0 


1,4006 

1,3993 

1,34 

1,112 

1,226 

1,184 

1,234 

1,112 

1,150 

1,147 

1,303 



^Ch, 



Ch. Davison. The distance to wich the firing of heavy guns is 
heard. Natura 62, 377—379, 1900 t. 
Verf. entnimmt aus Berichten über frühere Schlachten, dass 



346 



8. Physikalische Akustik. 



der Kanonendonner 125 bis 150 Meilen, gelegentlich noch weiter, 
hörbar ist. Bei Salutfeuer ist die Distanz wegen der geringeren 
Ladung kleiner, 90 bis 125 Meilen im Durchschnitt. In einer Ent- 
fernung von circa 70 Meilen hört man die einzelnen Schüsse, 
wenigstens die aus schwerstem Geschütz, noch deutlich. Mit wachsen- 
dem Abstände verwandelt sich der Schall in ein unbestimmt rollen- 
des Geräusch. Schliesslich nimmt man nur noch das Erzittern der 
Fenster, aber keinen eigentlichen Schall mehr wahr. K. L. Seh. 



J. W. Mallbt. The Distance to which the Firing of Heavy Guns 
is Heard. Nature 62, 523, 1900 t. 
Als Ergänzung zu vorstehendem Bericht von Davison wird 
mitgetheilt, dass in einem Falle aus dem continuirUchen Kanonen- 
donner heraus auch die einzelnen Schüsse 117 Meilen weit zu 
hören waren. K. L, Seh. 

A. WiLMBB DuFF. The Attenuation of Sound. Phys. Eev. 11, 65 

—74, 1900 t. 

Verf. hat seine früheren Versuche (Phys. Rev. 6, 129, 1898) 
über die Abnahme des Schalles mit der Entfernung fortgesetzt, wo- 
bei sich das Intensitätsgesetz sowohl für kleine wie für grosse Ent- 
fernungen bestätigte. Es ergab sich die folgende Tabelle: 



Ent- 
fernungen 
in Metern 


Beobachtete 
Intensität 


Theoretische 
Intensität 


Ent- 
fernungen 
in Metern 


Beobachtete 
Intensität 


Theoretische 
Intensität 


120 
150 
180 


16,4 
8,5 
6,3 


17,9 
9,1 
5,4 


210 
240 
270 


3,7 
1,8 
1,2 


3,2 
2,0 
1.3 



Bei kleineren Entfernungen stimmt das theoretische Gesetz 
überein mit der Abnahme des Schalls im umgekehrten Verhältniss 
zum Quadrat der Entfernung. K, L. Seh. 

F. KiOHABz. Beobachtung des Tonunterschiedes von Echo und 
Schallquelle bei Bewegung der letzteren. Naturw. Verein f.iNeu- 
vorpmmem u. Bügen 32, 1 — 2, 1900 t. Natm-w. Bundsch. 15, 59, 1900 t. 
Verf. beobachtete das Echo des Pfiffs einer auf ihn zufahren- 
den Locomotive. Dasselbe kam von einer hinter der Maschine 
zurückbleibenden Bergwand und war mindestens einen halben Ton 
tiefer. Die Erscheinung erklärt sich einfach nach dem Doppleb^- 
schen Prinoip. K. L. Seh. 



Hallet. Dupf. Biohabz. Sabine. Jägeb. Hensbn. 347 

Wallaob C. Sabinb. Architectural Acoustics. Amer. Architect 1900. 
[Science (N. S.) 12, 489, 1900 t. 
Professor W. C. Sabinb ist in seinen Untersuchungen über 
die Akustik in Gebäuden zu folgenden Resultaten gelangt. Der 
Schall ist im geschlossenen Räume in der Regel lauter als bei 
gleicher Entfernung im Freien. Die Klangfarbe verändert sich 
unter dem £influss, den Resonanz und Interferenz auf die Theiltöne 
ausüben. Der Schall erhält sich lange in Folge der wiederholten 
Reflexionen von den Wänden, dem Fussboden, der Decke ; besonders 
gilt dies von den tiefen Vocalklängen , die die kürzer dauernden 
Consonanten verdecken und dadurch die Sprache undeutlich machen. 
Die Absorption des Schalles wird durch Polster und Draperien 
beträchtlich erhöht und ist grösser in einem schmalen Zimmer als 
in einem breiten. Sabine bestimmte die Dauer des Nachballens 
für verschiedene Arten von Wänden und Wandbekleidungen und 
zeigte, dass der Nachhall („reverberation") sich vorher berechnen 
läset, wenn die Maasse und die Wandbeschaffenheit eines Raumes 
bekannt sind. K. L. Seh. 

G. Jaoeb. Ueber Longitudinalschwingungen in Stäben. Wien. Ber. 
109 [2 a], 81—91, 1900 t. 
Um Longitudinalschwingungen in einem Stabe mit einem festen 
Ende zu erzielen, genügt es, den Stab in eine conische Vertiefung 
eines relativ kleinen Bleiklotzes einzupressen und dann das Blei- 
gewicht in die eine Hand zu nehmen, während der Stab mit der 
anderen gerieben wird. Wird zwischen den Stab und das Blei- 
gewicht ein kleines Kautschukplättchen gebracht, so wird der 
Grundton vertieffc. Die hierbei in Betracht kommenden physikalischen 
Verhältnisse werden vom Verf. mathematisch discutirt. Longitudinal- 
töne in Stäben mit zwei festen Enden hervorzurufen, gelang Verf. 
leicht Der Grundton ist derselbe, den der Stab mit zwei freien 
Enden liefert, wenn er in der Mitte gefasst wird. Dabei kann man 
den Stab beliebig verkürzen, weshalb der Grundton bequem bis 
über die obere Hörgrenze, die bei einer Reihe von Beobachten! 
bei 16500 bis 18500 Schwingungen lag, hinaus erhöht werden kann. 

K. L. Seh. 

V. Hbnssn. Die Triebkraft für die Tonschwingungen in den 
Labialpfeifen und die Lamellentöne. Ann. d. Phys. (4) 2, 719—741, 

19O0t. 

Die älteren Theorien über die Tonentstehung in Labialpfeifen, 
die Wbbsb und Hblmholtz aufstellten, sind unrichtig, ebenso die 



348 8. Physikalische Akustik. 

Darstellung in Wüllnbr's Lehrbuch der Physik. Den richügen 
Weg zeigt eine Arbeit von Bbookmakn (Ann. d. Phys. 31, 78). 
Nach HsLMHOLTZ ist der Vorgang, der das Penduliren der an- 
blasenden Luftlamelle unterhält, folgender. Zuerst geht ein Theil 
der Lamelle in die Pfeife hinein, an der vorderen Wand aufwärts 
und als „Gegenstrom" an der hinteren Wand wieder herab. Der 
Gegenstrom trifft dann die Lamelle und drückt sie nach aussen, 
wobei sie saugend wirkt Hierauf wiederholt sich der Vorgang. — 
Hblmholtz untersuchte femer die Lamellentöne, welche in mannig- 
facher Weise entstehen, wenn eine feste Einlage in eine Lamelle 
gebracht wird. Die Klänge entstehen etwas oberhalb der Schneide. 
Ein Penduliren der Lamelle unterhalb derselben findet nicht statt. 
Die verschiedenen Versuche über die Entstehungsart des Klanges 
ergaben, dass nicht Reibung die Ursache sein kann. Es handelt 
sich dabei vielmehr um Massenschwingungen — relative Hin- und 
Herschwingungen — innerhalb der fliessenden Luflmasse, die durch 
gewisse Widerstände bedingt sind und die Erzeuger der tönenden 
Molecularschwingungen der Luft bilden. — Der Tonbereich der 
Lamellentöne umfasst wahrscheinlich alle hörbaren Töne. K, L. Seh. 



W, Hallogk. Compound Harmonie Vibrations of a string. Ann. 
New York Aoad. of Science 12, 665—666, 1899/l900t. 
Die Mittheilung betrifft Photogramme einer schwingenden 
Saite, die die ersten sieben Obertöne neben dem Grundton gab. 
Jedes Photogramm zeigte die Saite in einem anderen Schwingungs- 
zustande. Die Amplitude der Theiltöne war proportional der 
Wellenlänge. K L. Seh. 

O. ViOL. Mechanische Schwingungen isolirt gespannter Drähte mit 
sichtbarer elektrischer Seitenentladung. Rostooker Inaug. - Dissert. 
37 S. Leip2dg, Barth, 1900 f. 
Spannt man einen Draht an beiden Enden isolirt so ein, dass 
das eine Ende frei bleibt, das andere dagegen durch eine Funken- 
strecke mit der einen Conductorkugel einer Influenzmaschine ver- 
bunden wird (deren anderer Pol zur Erde abgeleitet ist) und lässt 
eine Entladung durch den Draht gehen, so leuchtet er zwischen 
den Isolirstellen nicht in seiner ganzen Länge auf, sondern nur in 
regelmässigen Intervallen, die von dunkeln Stellen unterbrochen 
sind. Bei dieser Erscheinung hat man es nicht mit elektrischen 
Wellen, sondern mit mechanischen Schwingungen des Drahtes zu 
thun. Die genauere Untersuchung des Phänomens führte zu folgen- 
den Resultaten. 



Hallooe. Yiol. Guillbt. Edblmank. Schwbndt. 349 

Lasst man an dem einen Ende des Drahtes Elektricität von 
hober Spannung überspringen, so geräth der Draht in Transversal- 
sohwingnngen. Ist diese Elektricität negativ und die Spannung so 
hoch, dass sichtbare Seitenentladungen längs des Drahtes statt- 
finden, so werden diese an den Stellen, an denen der Draht schwingt, 
unsichtbar und bleiben nur an den Enotenstellen. Man erhält so 
eine leuchtende Welle. Die Zahl dieser Wellen ist mit der Funken- 
strecke veränderlich. Die Anzahl der Bäuche ist umgekehrt pro- 
portional der Grösse der Funkenstrecke. Die Schwingungszahl des 
längs des Drahtes hörbaren Tones entspricht der Anzahl der über- 
springenden Funken und seine Höhe ist umgekehrt proportional 
der Grösse der Funkenstrecke. K, L. Seh, 



A. et V. Guillbt. Nouveaux modes d'entretien des diapasons. 
C. R. 130, 1002—1004, 1900t. 
An Stelle der älteren Arten von elektromagnetischen 'Stimm- 
gabeln haben die Verff. nach neuen Methoden gesucht, Stimmgabeln 
schwingend zu erhalten. Die besten Resultate erhielten sie durch 
eine mikrophonische Vorrichtung. K. X. Seh» 



Hallock. Overtones of a tuning fork. New York Akad. Meeting, 
April 2nd. [Science (N. S.) 11, 664, 1900 f. 
Der erste reguläre Oberton einer Stimmgabel ist ca. 2^/^ Octaven 
höher als der Grundton. Wenn jedoch die Schwingungsweite eine 
gewisse Grenze überschreitet, erscheint die Octave. Raylbigh be- 
obachtete dieselbe mit dem Ohre und mittels Resonators, Verf. mit 
Hülfe der Photographie einer manometrischen Flamme. K, L, Seh, 

M. Th. Edelmann. Fortschritte in der Herstellung der Galtonpfeife 
(Grenzpfeife). 8.-A. Z8. f. Ohrenheük. 36, 14 S., 1900t. 
Der Fortschritt besteht darin , dass jetzt (nach Schwbndt) die 
Galtonpfeife mittels der Kund Tischen Staubfigurenmethode geaicht 
wird, die sich als äusserst präcise erwiesen hat. Verf. beschreibt 
die neueste Construction der Pfeife, SQwie das Aichungsv erfahren 
genauer und fügt auch Aichungstabellen bei. K. L, Seh. 



A, Schwbndt. Experimentelle Bestimmungen der Wellenlänge und 
Schwingungszahl höchster hörbarer Töne. Verh. d. natui-f. Ges. zu 
Basel 12 [2], 149—178, 1900 t. 
Verf. giebt eine historische Uebersicht über die bisherigen 

Methoden der Bestimmung höchster hörbarer Töne und erwähnt 



350 8. PhyBikalische Akustik. 

die ünbrauchbarkeit der A. AppuNN'schen Instrumente. Er selbst 
bestimmte die höchsten hörbaren Schwingungszablen nach der 
Staubfigurenmethode. Untersucht wurden höchste KoBNia'sche 
Stimmgabeln (tUj bis /og) und die höchsten Töne der Galtonpteife. 
Die Staubfigurenmethode erwies sich als äusserst sicher und genaiL 
Die normale obere Hörgrenze liegt bei 20480 bis 27 361 Schwin- 
gungen. K L, Seh, 

M. Th. Edelmann. Studien über die Erzeugung sehr hoher Töne 
vermittelst der Galtonpfeife (Grenzpfeife). Ann. d. Phys. (4) 2, 

469—482, 1900 t. 

Die Pfeife ist nach der ursprünglichen Angabe Galton's als 
gedeckte Pfeife kleinsten Kalibers construirt und mit einem durch 
Mikrometerschraube längs Maassstab verstellbaren Stempel ver- 
sehen. Sie wird mittels eines Gummiballons angeblasen und erzeugt 
kurze und kräftige Töne. Die älteren Constructionen reichen nur 
bis ca. 25 000 Doppelschwingungen. Die neue EnELMANN^sche 
Form überschreitet für ausgezeichnet Hörende mit etwa 50000 
Doppelschwingungen die Hörgrenze. Doch lassen sich Töne bis 
110000 Doppelschwingungen noch verfolgen und zwar mit Hülfe 
der KuNDT'schen Staubfiguren. Bei manchen Personen liegt die 
obere Hörgrenze noch oberhalb 50000. Die Grenze erhöht sich 
mit der Stärke der Töne, die bei der neuen Pfeife besonders gross 
ist Die für Ohrenärzte bestimmte Pfeife hat eine Rohrweite von 
4 mm. Mit Exemplaren von nur 3 und 2 mm kann man Schwin- 
gungszahlen bis zu 170000 (ca. f^^) erhalten. Verf. giebt hierzu 
eine Tabelle. K L. Seh, 

E. R. V. Naedbopp. The Determination of the Wave-Length of 
Sound by the Gräting Method. Section of Astr., Phys. and Chem., 
New York 3. Dec. 1900. [Science (N. S.) 12, 1007, 1900 t. 
Verf. brachte eine Darapfpfeife von sehr hoher Tonhöhe in 
den einen conjugirten Brennpunkt eines metallischen Parabolspiegels, 
in den anderen eine sensible Flamme und eine Gittervorrichtung in 
den Verlauf der reflectirten Schallwellen. Aus den Orten des 
grössten Effectes auf die Flamme bei seitlicher Verschiebung der- 
selben lässt sich die Wellenlänge, wenn sie sehr kurz ist, berechnen. 

K L. Seh, 

Bergen Davis. New Experiments in Stationary Sound Waves. 
New York Acad. May 7. [Science 11, 989, 1900 t. Sill. Joum. (4) 10, 
231—236, 1900 t. 



Edelmann, v. Nabdbofp. Davis. Athanasiadbs. Schmidt. Robbl. 351 

Verf. bespricht drei Gruppen von Versuchen. Zuerst wurde 
ein Miniatur- Anemometer, dessen Schalen aus leeren Gelatinekapseln 
bestanden, in einen Schwingungsbauoh einer Orgelpfeife gebracht 
Der Apparat rotirte dann, während er in der Nähe eines Knotens 
zur Ruhe kam. Im zweiten Experiment wurden eine Anzahl Gela- 
tinekapseln in die Mitte des Schwingungsbauches gebracht Sie 
ordneten sich dann in Reihen, ähnlich wie der Staub bei den Kundt'- 
schen Staubfiguren. Schliesslich wurde noch die Bewegung einer 
an einem Ende geschlossenen cylindrischen Gelatinekapsel, die quer 
zur Strömungsrichtung in eine stehende Welle gebracht wurde, 
studirt K L, Seh. 

G. Athanasiades. Eine neue Entstehungsweise von Klangscblägen. 
Ann. d. Phys. (4) 3, 753, 1900 f. 
Bringt man in eine von zwei gleichzeitig tönenden, unisonen 
Lippenpfeifen von oben her eine nach unten brennende Gasflamme, 
so hört man Schwebungen, deren Zahl mit dem Tiefstand der 
Flamme wächst Dasselbe erreicht man durch Aufstellung der 
Flamme vor der Mundöffnung der einen Pfeife. K. L. Seh. 

N. Schmidt. Eine Beobachtung an sensiblen Flammen. Verh. 
Deutscli. Physik. Ges. 2, 22—23, 1900 f. 
Lässt man auf eine sensible Flamme zwei hohe Töne (etwa 
Galtonpfeifen) wirken, die wenige Schwebungen geben, so hüpft 
der obere Theil der Flamme im Tacte der Schläge lebhafl auf und 
nieder. Mit zunehmender Frequenz der Schwebungen werden die 
Zackungen rascher und dann kommt der Differenzton rollend aus 
der Tiefe herauf, der bis zur Höhe von 2000 bis 3000 Schwin- 
gungen sehr deutlich zu verfolgen ist. Die empfindliche Flamme 
lässt den Differenzton auch da noch erkennen, wo er nicht mehr 
hörbar ist, und ist als wirksamer Resonator für Differenztöne ein 
einfaches Hülfsmittel zur Bestimmung der Schwingungszahlen hoher 
Töne mittels der Differenztonmethode. K. L, Seh. 



K RoBBL. Die Sirenen. Ein Beitrag zur Entwickelungsgeschichte 

der Akustik. Theil IV. Osterprogr. Luisenst. Bealgymn. Berlin, Gaertner 

(Heyfelder), 40 8., 1900 t- 

Die Monographie enthält ausser geschichtlichen Bemerkungen 

über die verschiedenen Sirenenformen und die damit angestellten 

Versuche hauptsächlich eine Wiedergabe der Untersuchungen Tbr- 

4Jübm's über Sirenenklänge. K L. Seh. 



352 3. Physikalische Akustik. 

H. ZwAABDSMAKBB. ücber Intermittenztöne. Arch. f. Phys., Supple- 
mentband 60—67, 1900 t. 
Verf. hat die Luftbewegung, die beim Anblasen einer Dennbbt^- 
sohen Sirenenscheibe fUr Unterbrechungstöne entsteht, mittels einer 
MAjLEY'schen Kapsel registrirt. Es ergiebt sich eine gebrochene 
Linie, bestehend aus abwechselnd geschlängelten und geraden 
Stücken. Ferner wird folgende neue Methode zur Erzeugung eines 
Unterbrechungstones angegeben. Der Hauptton wird auf ein Mikro- 
phon übertragen, in dessen Leitung sich die primäre Spirale einer 
Inductionsspule befindet. Die secundäre Spirale steht mit einem 
Telephon in Verbindung und diese Kette kann durch eine elek- 
trische Stimmgabel 64 mal in der Secunde geöffnet und geschlossen 
werden. Geschieht dies, während der Hauptton im Telephon er- 
klingt, so hört man auch einen Unterbrechungston von 64 Schwin- 
gungen deutlich. Sind Haupt- und Unterbrechungston wenig ver- 
schieden hoch, so geben sie Schwebungen. Der Intermittenzton ist 
auch dann gut hörbar, wenn der Hauptton minimale Intensität be- 
sitzt. Das Telephon reagirt, als wenn es von einem constanten 
Strome durchflössen würde, in dessen Kette die Gabel aufgenommen 
ist. Eine exacte Erklärung des Phänomens giebt Verfasser nicht 

K. L. Seh. 

R. Maragb. Theorie de la formation des voyelles. Söances soc 

franQ. de phys. 1900, 1 09-— 147t. 
— — Analyse et synthese des voyelles. S^ances soc. fi*anQ. de phys. 

1900, 32*— 33*. 

In der Abhandlung werden die Resultate der mehrjährigen 
Beobachtungen des Verf., die bereits veröffentlicht sind, nochmals 
zusammengestellt. Es werden der Bau des Stimmapparates, die 
Theorien von Helmholtz ,* Hebmann und Guillemin , die Ergeb- 
nisse der graphischen Vocaldarstellung und die Vocalsynthese er- 
örtert Verf. selbst hat über das Wesen der Vocale die folgende 
Ansicht. Die Vocale beruhen auf einer intermittirenden aero-laryn- 
gealen Vibration, die durch die Mundhöhle verstärkt wird und die 
Vocale CT, 0, -4, jE7, J hervorbringt, wenn letztere in Einklang mit 
der Summe der Vibrationen steht. Fehlt dieser Einklang, so 
nehmen die Vocale eine andere Form an. Die Zahl der Inter- 
mittenzen liefert den Grundton, auf den der Vocal angegeben wird. 
Functionirt die Mundhöhle allein, so erhält man einen geflüsterten 
Vocal. Functionirt der Larynx allein, so ist der Vocal ein ge- 
sungener. Gleichzeitiges Functioniren beider Hohlräume ergiebt 



ZWAABDBHAKBR. HaBAGB. BeVIBB. SOBIPTÜBB. 353 

den gesprochenen Yocal. Diese Resultate passen zu dem Bau des 
Kehlkopfes und des Ohres. K. L. Seh. 

L Bbvibb. The Acoustic Analysis of the Vowels from the Phono- 
graphic Record. Phys.Bev. 10, 193—201, 1900 f. [Nature 61, 467—468, 
1900 t. [Pliys. Z8. 1, 525—527, 1900 t. 
Will man den EnisoN'schen Phonographen zu Vocalanalysen 
benutzen, so ist eine Vorrichtung zur Vergrösserung der Curven 
nöthig. Verf. beschreibt eine solche. Die Bewegungen des Stiftes 
werden auf einen längeren Hebelarm übertragen, an dessen Ende 
Bich ein Spiegel befindet. Durch letzteren wird auf einen rotirenden 
Bromsilberpapierstreifen ein Lichtpunkt geworfen, welcher in be- 
liebig zu vergrösserndem Maassstabe die von dem Stift beschriebene 
Curve reproducirt. Verf. theilt einige auf diese Weise gewonnene 
o-Carven mit, die nach Foübieb analysiit wurden. Charakteristisch 
für den Vocal a ist die durch die Resonanz der Mundhöhle bedingte 
Verstärkung der Obertöne einer ganz bestimmten Tonhöhenregion, 
welche auch bei wechselndem Grundtone dieselbe bleibt K, L. Seh. 



K W. Sobiptübb. Researches in experimental phonetics. Stud. Yale 

Psych. Lab. 7, 1—101, 1899 t. 

Es wurde zunächst der Diphtong ai untersucht, wie er in den 

Worten I, eye, die, fiy, thy klingt, und zwar jedesmal in Bezug 

aaf Anfang und Ende der Curve, auf Tonhöhe, Amplitude und 

Klangfarbe. Als Apparat diente ein Grammophon, das zum Zwecke 

der Curvenausmessung so eingerichtet war, dass die Höhe der 

Curven verbreitert, die Länge verringert werden konnte. Reproduc- 

tionen der Curven sind dem Texte eingefügt. Welche Töne sich 

als Resonanztöne ergaben, zeigt folgende Tabelle, welche Verfasser 

übrigens durch die Hinzufügung der von den früheren Autoren 

gefundenen erweitert hat: 

Tieferer Oberer 

Besonanzton BesoDanzton 

a in I df 6« 

I riif' &* 

Eye a' 6« 

Die 6* 

Fly c' e*f 

Thy d* 

Thy g^i 

t in I /^5l bis d«> 

Eye g'l 

Die b'^ 

Fly 9''i 

Thy «*!'? 

FortMhr. d. Phys. LVI. 1. Abth. 23 



354 d. Physikalische A'kustik. 

Es folgt dann die Wiedergabe der ganzen Carve des Satzes: 
„Who '11 be the parson?" nebst Erläuterungen dazu. Den Schlags 
der Abhandlung bilden kritische Erörterungen der bisherigen Unter- 
suchungen über die Vocale. Nach dem Verf. besteht ein Vocal 
^aus einem Stimm bänderton mit seinen Obertönen und einem oder 
mehreren Resonanztönen des Mundes und vielleicht auch des 
Schlundes^. Dass der Stimmton seinerseits einen Resonanzton in 
der Mundhöhle hervorrufen kann, beweist Verf. durch Versuche, 
welche zeigen, dass man mit einem selbsttönenden Luftstrome eine 
Flasche oder Röhre so anblasen kann, dass sie zum Tönen kommt 

K L, Seh. 

E. Rühmer. Shobt'b lautsprechender Phonograph. Der Mechaniker 
8, 261—262, 1900 t. 

Der SnoRT'sche Apparat, Gourandphon genannt, stellt eine Art 
von Kehlkopf dar, welcher ohne den Mund die Töne erzeugt. Die 
Stimmbänder bestehen aus Metall und werden durch Pressluft ange- 
trieben. Spricht man in den Apparat, so wird die Sprache durch 
die kehlkopfartige Vorrichtung enorm verstärkt K L. Seh, 



E. H. Barton. On the Refraction of Sound by Wind. Chem. News 

82, 267, 1900 t. ^roc. Phys. Soc. 17, 534—542, 1900 t. 

Die Untersuchung knüpft an eine ältere Abhandlung von 

Rayleioh an. Unter Beibehaltung der RAYLEiOH'schen Annahme, 

dass die Windrichtung stets horizontal und die Windstärke überall 

in jeder Horizontalebene die gleiche, in verschiedenen Ebenen 

jedoch verschieden sei, ergaben sich für Strahlen, die in derselben 

Verticalebene gelegen sind wie die Windrichtung, folgende Resultate: 

1) Die Fortpflanzungsrichtung ist in Folge der Windwirkung 

nicht rechtwinklig zur Wellengrenze. 2) Eine Totatreflexion kann 

nicht vorkommen, wenn die Wellengrenze anfänglich horizontal ist 

3) In einer Region, wo der Wind mit zunehmender Höhe wächst, 

beschreiben die Strahlen eine complicirte Curve, und zwar eine 

Parabel in dem speciellen Falle, wo die Wellengrenze horizontal ist 

K L. Seh. 

Litteratur. 

E. Patühpool. Text book of sounds. 3. ed. 8®. 224 8. London, Clive, 
1900. 

H. Stoletow. Einführung in die Akustik und Optik. 2. Aufl. 337 S. 
Moskau 1000. (Russisch.) 



BüHMBB. fiABTON. Litterstur. Schaefeu. 355 

K Waldsck. Was muss man von der Akustik und Optik wissen? 
Berlin, H. Steinitz, 1900. 

N. Kastbbin. Ueber die Ausbreitung der Wellen in einem nicht 
homogenen Medium von lamellarer Structur. Arch. N6erl. (2) 5, 

506—515. 1900. 

AzBEii. Harmonie des vibrations. Le son et la lumi^re et leurs 
rapports communs (Supplement ä l'ouvrage: le beau et sa loi). 
2. M. 8^ 10 S. Paris, Hugues-Eobert et Co., 1900. Scheel. 

Ch. K. Wead. Modern Problems in Acoustics. Science (N. S.) 11, 732 

—735, 1900 t. 

N. PiBBPAOLi. Coefßcienti di temperatnra dei coristi normali dell' 
ufBcio centrale per il corista uniforme. Cim. (4) 11, 357—360, Mai 

1900 t. 
Shaw. An Eleotrical Micrometer. Phys. Soc. March 23, 1900. Chem. 

Xews 8t 153, 1900 t. 
H. Lame. Geometrical Representation of the Relation between 

Wave -Velocity and Group -Velocity. Mem. Manch. Soc. 44, 5 S., 

1900 t. 
Ch. R. Cboss. Historical Notes Relating to Musical Pitch in the 

United States. Proc. Amer. Acad. 35, 453—467, 1900 t. 

Ch. £d. Güillaümb. Appareil servant k d^montrer les phenom^nes de 
resonnance et de sychronisation. Soc. Franc, de Phys. Nr. 148, 5, 1900 t* 
S^ances soc. Arang. de phys. 1900, 44*. 

H. Lamb. A Problem in Resonance, Illustrative of the Mechanical 

Theory of Selective Absorption of Light. Math. Soc. Jan. ii, 

London. [Nature 61, 286, 1900 t. S--A. Proc. Math. Soc. London 32, 20 S., 
1900 t. 

Ebnnsth MoMubtbib. An Interesting Case of Eiesonance. Katme 

6t 445, 1900 t. K. /.. Seh. 

B. F. Shabpe. An new Instrument to measure and record sounds. 
Nature 62, 80—82, 1900 t. I>ie«e Ber. 55 [l], 667, 1899. 

L Hbbmanh. Ueber die Zerlegung von Curven in harmonische 
Partialsohwingungen. Pflnger's Arch. 83, 33—37, 1900. 

J. Dbb6mb. La Photographie des ondes sonores. La Nature 28, 171, 
1900. Scheel 



9. Physiologische Aknstiki). 

K. L. Schabfbb. £ine neue Erklärung der subjectiven Combinations- 
töne auf Grund der HBLMHOLTz'schen Resonanzhypothese. Pflüger's 
Arch. 78, 505—526, 1900 t. 

^) Hier ist nur über diejenigen Arbeiten berichtet, welche zugleich ein 
physikalisches Interesse besitzen. 



356 9. Physiologische Akustik. 

E. L. ScHABFEB. Weitere Bemerkungen zu meiner ^ neuen Erklä- 
rung der Bubjectiven Combinationstöne auf Grund der Helm- 
HOLTz'schen Resonanzhypothese**. Pflüger's Arch. 83, 73—80, I900t. 
Lässt man die Höhe des einen von zwei gleichzeitig tonenden, 
gleich starken und anfangs auch unisonen Tönen m und n conti- 
nuirlich wachsen, so hört man bekanntlich zuerst Schwebungen und 
dann aus der Tiefe heraufkommend den Differenzton m — n. Dieser 
Differenzton ist bis über das Quintenintervall der Primärtöne hinaus 
gut hörbar, wird aber schwächer, wenn die Distanz der Primärtöne 
den Werth der Sexte überschreitet, und verschwindet bei der Septime 
vollständig, um auch bei weiterem Wachsen der Differenz der 
Primärtöne nicht wieder aufzutauchen. In dieser Beziehung ver- 
halten sich die objectiven Differenztöne des Harmoniums und 
ähnlicher Instrumente ganz genau wie die ausschliesslich sub- 
jectiv im Ohre entstehenden. Auch die subjectiven und die objec- 
tiven Summationstöne stimmen in Bezug auf ihre Intensität überein. 
Hauptsächlich mit Rücksicht auf diese bemerkenswerthe Analogie 
zwischen subjectiven und objectiven Combinationstönen vertritt Verf. 
die Ansicht, dass die subjectiven Combinationstöne im Labyrinth 
des Ohres in ähnlicher Weise physikalisch entstehen, wie die objec- 
tiven (nach Helmholtz) im Harmonium und in der Sirene, nämlich 
in Folge von Amplitudenschwankungen der Primärtöne. — Diese 
Ableitung macht es auch verständlich, warum zwei unabhängig von 
einander schwingende Tonmittel, z. B. Stimmgabeln, keine objectiven 
Combinationstöne hervorbringen, während solche gehört werden 
würden, wenn man eine einzige Gabel mit pendelperiodisch schwan- 
kender Amplitude schwingen lassen würde. K, L, Seh, 

W. Hbinbich. De la constance de perception des tons purs k la 
limite d'audibilit^. Krak. Anz. 1900, 37 — 46 f. 

Verf. hatte in einer früheren Untersuchung wider Erwarten die 
Thatsache gefunden, dass Töne von physikalisch constanter, bis zur 
Grenze der Wahmehmbarkeit abgeschwächter Stärke keine physiolo- 
gischen Intensitätsschwankungen zeigen, während dies bei Geräuschen 
der Fall ist. Cook u. Titohnbr (Amer. Joum. of Psych. 11, 119) 
wollen nun auch bei Tönen solche Intensitätsschwankungen beob- 
achtet haben. Verf. klärt den Widerspruch durch neue Versuche 
dahin auf, dass die von diesen Autoren benutzten Töne mit Ge- 
räuschen vermischt waren. Woher der in Rede stehende Unter- 
schied von Tönen und Geräuschen kommt, ist noch nicht klar. Es 
muss sich um einen fundamentalen Unterschied handeln. K, L. Sc^. 



ScHAEFBB. Hbinbich. Tbeitel. LitteratuF. 357 

L Tbsitbl. lieber das Gehör der Taubstummen. PrometheuB 11, 

325—327, 1900 t. 

Seit der Einführung der Bezold - EnELMANN^schen continuir- 
lichen Tonreihe, die aus Stimmgabeln und Pfeifen von variabler 
Tonhöhe besteht und die Erzeugung jedes beliebigen Tones inner- 
halb der Hörgrenzen gestattet, sind die Hörprüfungen sehr viel 
exacter und werthvoUer geworden. Besonders bei Taubstummen 
haben sich interessante Resultate ergeben. Es zeigen sich nämlich 
bei diesen vielfach Defecte am unteren und oberen Ende der Ton- 
scala, sowie öfter auch Lücken in den mittleren Octaven. Das 
Vorhandensein solcher Lücken ist physiologisch nur auf Grund 
der HELMHOLTz'schen Resonauzhypothese verständlich und daher 
ein Beweis für deren Richtigkeit. Bezold fand auch die Thatsache, 
dass für das Hören der Vocale die Tonstrecke b^ bis g^ im Ohre 
intact sein muss. Weniger sicher lassen sich die Tonstrecken für 
die Consonanten auffinden, doch ergeben die darauf gerichteten 
Untersuchungen, dass die Geräusche gleich den Tönen in der 
Schnecke percipirt werden. K L, Seh, 



Litteratur. 
FiBHiN Labboqüe. Sur le mecanisme de Taudition des sons. C. B. 

130, 119—120, 1900t. 

Sur le mecanisme de l'audition des sons et sur quelques 

ph^nom^nes connexes. C. B. 130, 359—360, 1900 f. 

E. GbllA. Des mouvements de l'air expire pendant la formation 
des sons du langage. C. B. 130, 358—359, igoof. ^' ^- ^<^'*- 

A. DA CuNHA. Formation des voyelles. La Nature 29, 11—14, 1900. 

Scheel. 



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HO VERLAG VON FRIEDRICH VIEWEO UND SOHN 
190 1 



0. 



DIE 

FORTSCHRITTE DER PHYSIK 

IM JAHRE 1900 



DARGESTELLT 



TOH DBB 



DEUTSCHEN PHYSIKALISCHEN GESELLSCHAFT 



SECHSUNDFUNFZI08TER JAHBGANa 

ZWEITE ABTHEILUNG 



■MTHALTSND 



PHYSIK DES AETHEES 



REDIGIRT VON 



KARL SCHEEL 



BRAUNSCHWEIG 

DRÜCK UND VERLAG VON FRIEDRICH VIEWEG UND SOHN 

1901 



DIE FORTSCHRITTE 

DER 

PHYSIK DES AETHERS 

IM JAHRE 1900 

DARGESTELLT 

VOM DIR 

DEUTSCHEN PHYSIKALISCHEN GESELLSCHAET 



REDIGIRT 



VON 



KARL SCHEEL 



BRAÜNSCHWEIG 

DROCK UND VERLAG VON FRIKDKICH VIEWEG UND SOHN 

1901 






«A- 



t^*-<^^cL^ 



•Alle Bechte, namentlich dasjenige der Uebersetznng in fremde Sprachen, 

vorhehalten 



INHALT. 



Dritter Abschnitt. 

Optik. 
10« Allgemeine Theorie des Lichtes. 

Seit« 

G. Mn. Ein neues Experiment, betreffend Bewegungen des Aethers . . 3 

H. Haoa. Ueber den Yenuch von Klinksbvubs 8 

£. Oabtallo. 8ar 1« nature de 1a lami^re blanche 8 

— — Sur la natore de la lomiöre blanche, et des rayone X 8 

GoiTT. Snr la Constitution de la lumi^re blanche 8 

E. Oasyallo. Sur la Constitution de la lumi^re blanche 8 

Gomr. Sur le mouvement lumineuz et les formules de Foübibb .... 8 

K Oabyallo. Sur la nature de la lumiöre blanche 4 

C. H. Wind. Zur Anwendung der FoiTBiBB'schen Beihenentwlckelung in 

der Optik 4 

PiBBBB Lbbbdbw. Les forces de Maxwell-Babtoli dues a la preesion 

de la lumi^re 5 

B. A. OOLDHAMXBB. Ueber den Druck der Lichtstrahlen 6 

A. Mo AULAT. Notes on the Eleotromagnetic Theory of Light I. Geo- 
metrical Properties of the Wave-Surface etc. Ü. Beflexion and Befrao- 
tion at the Boundarj of Crystals, treated by a Theorem of Sir Wil- 
liam BowAH Hamilton 6 

J. CoüLON. Snr les earact^iistiques des öquations auz d^riv^ partielles 
et le principe d'HüTGBNS 6 

D. P. HOLL. Das HüTOBKS'sche Princip 6 

D. B. Thibbbt. Ueber die Anwendung des FoüBiBB'schen Theorems in 

der Theorie der Beugungserscheinungen 8 

A. GABBAS80. Ueber eine Darstellung der lichtdrehenden Körper .... 8 

W. Nbbnst und E. Boss. Zur Theorie des Auerlichtes 9 

Litteratnr 9 

11. . FortpflanEnng des Lichtes. Spiegelung und Brechung. 

A. CoBirv. Sur la Titesse de la lumi^re 10 

Pbbbotib. Sur la vitesse de la lumi^re 12 

G. Saokac. Belations nouvelies entre la reflexion et la r^fraction vitreuses 

de la lumi^re 12 



VI Inhalt. 

Seit« 
G. Saokao. Th^rie nouvelle de la transmission de la lumiere dans les 

milieux en repoB ou en mouvement 13 

Ezplication nouvelle de la propagation de la lumiere 4 traven les 

milieux dou^ d'une absorption ölecüve 14 

P. Zbbman. Ein Experiment über die sogenannte anomale Fortpflanzung 

von Wellen 14 

A. Glbiohbn. Ueber eine Eigensohafb eines Systems von Wellennormalen 15 

K. Stbbhl. Zonenfehler und Wellenflächen 16 

H. Habtivo. üeber die Lage der astigmatischen Bildflächen bei opti- 
schen Systemen . 17 

B. SissiNOH. Propri^t^B g^n^rales des.images form4es par des rayons 

centraux, traversant une s^rie de surfaces sph^riques centr^es ... 17 
Th. H. Blabkblbt. On some improved formulae and methods connected 

with lenses 18 

SiLYANüB P. Thompson. On obliquely orossed cylindrical lenses .... 19 

y. Lbobos. La focim^trie photogramm^trique en mioroscopie 21 

G. Mbslik. Sur une m^thode pour la mise au point d'une lunette photo- 

graphique 21 

H. Kbllnbb. Ueber einige Methoden und Apparate zur Bestimmung der 

optischen Constanten des Femrohrs 22 

A. Lafat. Sur deoz applicatLons de la chambre daire de Govi .... 23 

J. W. GiFFOBD. An account of a quartz-caloite lens 23 

L. Haoh. 1. Ueber die Herstellung von Gläsern mit besonderen optischen 

Eigenschaften im elektrischen Schmelzofen. 2. Ueber die Herstellung 

schlieren- und blasenfreier Glasflüsse im SiBMBVS'sohen Ofen .... 24 
H. Wbioht. Die diffuse Beflezion des Lichts an matten Oberflächen . . 86 
Lord Batlbioh. On the law of reciprocity in diffuse reflexion 27 

A. Nobbb. Die Beflexion des Lichte an den Metallen 27 

J. G. CoFFiN. The reflection of light in the neighborhoud of the critical 

angle 27 

B. Bbunhbs. Sur la reflexion cristalline interne dans un cristal douö du 

pouvoir rotatoire 28 

Mac£ DB LiBFiNAT. Determination des constantes optiques du quartz 

pour la radiaüon verte du mercure. Leur application aux mesures 

d'^paisseur par la möthode de Moütov 30 

E. Gabvallo. Sur les th^ories et formules de dispersiou 31 

P. Dbudu. Theorie de la dispersion dans les mötauz, fond^ sur la con- 

sid^ration des ^lectrons 32 

A. DB Gbammont. Sur quelques cons^uences des formules du prisme . 33 
Gh. G. Abbot and Fr. E. Fowlb. A prism of uniform dispersiou ... 84 

E. DoBSBT. Comparison of a prism and a grating-speotroscop 34 

E. Gabvallo. Sur la dispersiou excepüonelle du spath d'Islande .... 34 

B. W. Wood. The anomalous dispersiou of carbon 85 

and G. E. Haokübson. The anomalous dispersiou of cyanin ... 36 

E. AsoHKiNASS. Ueber anomale Dispersion im ultrarothen Spectralgebiet 37 
W. H. Julius. Solar phenomena, oonsidered in connection with ano- 
malous dispersiou of iight 40 

K. Stöckl. Messungen über die Dispersiou und Absorption von Lösungen 
anomal brechender Substanzen bis zu grossen Yerdünnungen . * . . . 41 

EBHBMAim et Flürschbiv. Belation entre la longueur d*onde de la 
lumiöre fluorescente d'un colorant et le pouvoir röfringent mol^- 
culaire des dissolvants 43 

Le prince B. Galitzinb et J. Wilip. L*indice critique 43 



Inhalt. Vn 

Seite 

G. BiNDBB. Brechungsexponenten normaler Salzlösungen 48 

A. Ghilbsotti. Sol potere rifrangente di alcuni idrooarburi a nuglei 

benzollci condensati * . 45 

C. E. M*Cluko. Befraotion index and alcool - solvent power of a nnmber 

of Clearing and mounting media 46 

Ca. BiYiiBB. Indice de röfraction et dispersion da brome 46 

J. BooüBKT. Ueber einige Eigenschaften der wässerigen Kaliumnitrit- 

lösnng 46 

M. BüDOLFHi. Die Holecularreftraction fester Körper in Lösongen mit 

Yerschiedenen Lösungsmitteln 46 

G. J. W. Bbbmbb. Indices de röfraotion de Solutions de chlorure de 

calcium 48 

J. J. Thomson. On a view of the Constitution of a luminous gas sug- 

gested by Lokektz's theory of dispersion 48 

W. BAM8AT. Notes on the refractivities of the inactive gases 49 

Litteratur 49 

12. Objectire Farben, Spectrnm, Absorption. 

H. Katsbb. Handbnch der Spectroskopie 50 

£. Y. Ofpolzbb. Zur Theorie der Lichtemission 51 

A. Glbichbn. Erweiterung der LAPLAOB'schen Eztinctionstheorie des 

Stemenlichtes 52 

W. H. Julius. Erscheinungen auf der Bonne, betrachtet in Beziehung 

zur anomalen Dispersion des Lichtes 52 

T. 8bb and G. H. Pbtbbs. On the use of color screens for improying 

the definition of refracting telescopes 58 

D. MuBPHY. A method of determining the luminosity curve of the solar 

spectrum * 58 

O. D. LiYBiBO and Dbwab. Bpectroscopic investigation of gases in atmo- 

spheric air 54 

On the spectrum of the more Yolatile gases of atmospherio 

air, which are not Condensed at the temperature of liquid hydrogen 54 
N. LocKTBB. Preliminary table of wave-lengths of enhanced lines ... 55 
Comparison of stellar spectra with specti-a obtained ftrom lights 

emitted by laboratory sources 55 

J. Tbowbbibob. The spectra of hydrogen and the spectrum of aqueous 

Yapour 55 

W. Adams. The curvature of the spectral lines in the spectroheliograph 56 

C. Chistohi. Le formule di Boüoübb per il calcolo degli spessori atmo- 

sferioi e della tran^arenza deir atmosfera 57 

W. Habtlby. Acüon of heat on the absorption spectra and chemical 

Constitution of saline Solutions 57 

J. KOBBIOSBBBQBB. Ueber die Absorption des Lichtes in festen Körpern 57^ 
W. N. Habtlby, F. B. Japp und J. Dobbib. Absorptionsspectra und 

chemische Constitution organischer Bubstanzen 59 

J. H. Kastlb. Ueber die Wirkung sehr niedriger Temperaturen auf die 

Farbe von Brom- und Jodverbindungen 59 

J. 0. Bhbdd. Untersuchung der Btrahlung in einem magnetischen Felde 

mittels des Interferometers 59 

W. Httff. The Spectra of mercury 60 

D. B. Bbaob. On a new system for spectral Photometrie work . . . .* 60 

E. Y. Capps. Calibration of the slit in spectral Photometrie measurements 61 



Yin Inhalt. 

Mte 

Lord Bltthwood and £. Mabohant. The iBobelon specfcroscope ; with 
applioation to investigate the behaviour of the Chief linei in the 
mercury spectrum under the influence of a magnetic fleld 62 

£. Mabohakt. The eohelon speotroscope ; with applioation to Inveatigate 
the behaviour of the chief lines in the mercury spectrum under the 
influence of a magnetic fleld 62 

M. Gavtob. Yereuch über die Absorption des Lichtes in elektrisch leuch- 
tenden Gasen 62 

E. PBING8HBIM. Bemerkungen zu einem Versuche des Herrn Mathiajb 

Gavtob 63 

y. SoHiTMAirsr. Zur Lichtdurchlässigkeit dünner Olycerinschiohten ... 68 
A. Fbbot et Gh. Fabbt. Methode interfSrentielle pour la mesare des 

longueurs d'ondes dans le spectre solaire 63 

Gh. Fabbt. 8ar la d^composition d'un mouvement lumineux en ^l^ments 

simples 64 

S. Biboke. Zur Dynamik der Serienschwingungen eines Linienspectrums 64 

Zur Kinetik der Serienschwingungen eines Linienspectrums .... 65 

G. G. Abbot. Observations form the astrophysical observatory at 

Washington 65 

J. B. Btdbbbo. La distribution des raies spectrales 66 

H. Bahagb. Method of investlgating correspondences between spectra . 67 
H. Obbw. On the aro spectra of some metals, as influenced by an atmo* 

sphere of hydrogen 67 

J. FOBMANBK. Spectralanalytischer Nachweis künstlicher organischer 

Farbstoffe 68 

— —> Die qualitative Spectralanalyse organischer Körper 68 

— -r- Nachweis der Metallsalze mittels der Absorptionsspectralanalyse 

anter Verwendung von Alkanna 69 

F. Emich. Zur Empflndlichkeit der Spectralreactionen 69 

W. Muthmann und E. Baüb. Einige Beobachtungen über Luminesoens- 

spectren 69 

H. KAY8BB. Normalen aus dem Bogenspectrum des Eisens 70 

L. £. Jbwbll. Absolute wave • leogths , spectroscopic determinations of 

motions in the line of sight, and other related subjects 70 

" The use of the lines of titanium for comparison spectra and their 

prominence in the chromosphere 71 

A. Pbbot et Gh. Fabbt. Determination de nouveauz points de repöre 

dans le spectre 71 

Gh. Fabbt et A. Pbbot. Nouvelle source de lumi^re pour la spectro- 

metrie de pr^cision 72 

H. Haht. Sur la d^termination de points de rep^re dans le spectre . . 72 

Gh. Fabbt et A. Pbbot. Sur la Constitution des raies jaunes du sodium 78 

M. Hamt. Sur la d^terminatlon de points de repöre dans le spectre . . 73 

^Gh. Fabbt et A. Pbbot. Sur les sources de lumiere monochromatiques 74 

B. Hassblbbbo. Note sur les speetres des d^charges oscillantes .... 74 

G. A. Hbmbalboh. Sur les speetres des d^charges oscillantes 74 

P. Lbwis. Ueber den Einfluss kleiner Beimengungen zu einem Gase auf 

dessen Spectrum 75 

£. GOLDSTBiK. Ueber Spectra von Gasgemischen und von Entladungshüllen 75 

G. BoLLBFSON. Spectra of mixtures 76 

G. D. LiVBiNO. On the effects of dilution, temperature, and other ciroum- 
'stances, on the absorption spectra of Solutions of didymium and 

erbium salts 76 



Inhalt. IX 

Saito 

Y. 80BUXAi«'ii. A second tpeotram of hydrogen 77 

N. LocKTEB. Note on the spectram of silicium 77 

Fartber note on the spectrum of silicium 78 

J. Luvt. On the spectram of Silicon 78 

F. EzvBB and £. Hasohbk. Note on the speetrum of Silicon 78 

W. N. Habtlby and J. J. Dobbib. The ahsorption spectra of ammonia 79 
X. ^ATTS. Wellenlängentabellen der Spectren der Elemente and Ver- 
bindungen 79 

E. Dbmab^at. Snr quelques nouveaux spectres te terres rares 79 

Sur les spectres du samarium et du gadolinium 80 

* — Sur le gadolinium 80 

— — Sur le spectrum de radium 80 

C. Büboe. Ueher das Spectrum des Badiums 80 

On the spectrum of radium 81 

6. Bbbbdt. Ueber die Spectra von Radium und Polonium 81 

0. A. HsMqAXEOH. Ueber das Bandenspectrum des Aluminiums .... 81 

F. EXBIB und E. Hasohex. Ueber die ultravioletten Funkenspectra der 

Elemente. XVm 81 

Y. SOHUiiAiiN. Zur Photographie der Lichtstrahlen kleinster Wellen- 

lingen 82 

W. Dbmmbbing. Ueher Ahsorptionsspectra im Ultraviolett 82 

B. Glatzbl. Bestimmung von Absorptionscoefflcienten im ultravioletten 

Spectralgebiete 88 

— — Quantitative Untersuchungen über Absorption und Beflezion im 

Ultiraviolett 83 

H. BüBENS. Le spectre infra-rouge 84 

H. Lbbmanb. Die ultrarothen Spectren 84 

Die ultrarothen Spectren der Alkalien 84 

B. P. Lahglbt. Sur les derniers resultats obtenus dans T^tude de la 

partie infra-rouge du spectre solaire 85 

J. JAX88BB. Remarques sur la Comniunication pr^c^ente 85 

8. P. Labolbt. A Chart of infra red spectrum 85 

L. PucoiAHTi. Spettri di ahsorbimento di liquidi nell' ultrarosso .... 85 

Noch einmal über die Absorptionsspectra im Ultraroth 85 

6. HÜBinKB. Ueher die gleichzeitige quantitative Bestimmung zweier 

Farbstoffe im Blute mit Hülfe des Spectrophotometers . . » 86 

P. Lbkoult. Belation entre la Constitution chimique de colorants du 
triph^nylm^thHne et les spectres d'absorption des leurs Solutions 

aqueuses 86 

F. Ebvbbdik und P. Cb^pibüx. Untersuchungen über den I^influss der 
Stellung verschiedener Ghromophore im Molecüle auf die Nuance 

und übrigen Eigenschaften der Farbstoffe « . 86 

L. Kabchlewski and C. A. Sohünck. Notes on the chemistry of 

Chlorophyll 87 

Die Beindarstellung des Chlorophylls , sein Spectrum und 

dasjenige eines anderen, in Blätterextracten vorhandenen, grüoen 

FarbetoffjB 87 

8. FbibdlIndbb. Ueher die Bestimmung von Chlor, Brom und Jod 

durch Beobachtung von Flammeospectren 87 

£. Bbckmabk. Ueber Spectrallampen. I, II 87 

Neue Yorrichtungen zum Färhen nichtleuchtender Flammen (Spec- 
trallampen) 88 

Ueher Spectrallampen. III 88 



X Inhalt. 

Sdte 
L. M. Dennis. Eine neue Form des Zerstäubers für Fonkeuspectren von 

Lösungen 89 

P. D. Zachabi AS. Zur Theorie der Färbung 89 

H. J. MÖLLSB. Ueber gefärbte Gläser 89 

C. Dballb. Ueber die Färbungen, welche Eisen- und Manganverbin- 

dungen dem Glase ertheilen 89 

W. Spbing. Bur Tillumination de quelques verres 90 

A. DuFTON and W. M. Gabdneb. An artiflcial light of the same oharacter 

as daylight 90 

H. Thielb. Ueber das Leuchten der AuBB-Glöhkörper 90 

H. M. HowE. Anlasefarben von Stahl bei verschiedenen Temperaturen 91 

Litteratur 91 

18. Photometrie. 

J. YiOLLE. Photometrie 91 

J. £. Petavel. An experimental research on some Standards of light . 92 

K. Scheel. Die Acetylenflamme als Normallicht 94 

Edwabd C. Pickbbino. Measurement of Photographie intensities ... 94 

B. BOHLIK. Cm tillämpningen af Lambebt's Lag inom den celesta 

fotometrien 94 

A. Gleichen. Ueber die Helligkeit der Bilder im Femrohre 95 

O. Lttmueb und F. Küblbaüm. Ueber das Fortschreiten der photo- 
metrischen Helligkeit mit der Temperatur 95 

Q. Majobana. Bul rapporto tra le intensita luminose del sole e del 

cielo ,• • • 95 

W. DE W. Abnet. On the estimation of the luminosity of coloured 

Burfaces used for colour discs ,. 96 

G. J. BüBCH. On the spectroscopic examination of colour produced by 

simultaneous contrast 97 

B. Heise. Eine Methode zur vergleichsweisen Bestimmung der Licht- 

färbungen von Kohlenwasserstoffflammen und elektrischen Glüh- 
lampen 97 

0. LuMHEB and E. Bbodhun. Some Observations in reply to the Paper . 
of Prof. C. G. Kkott „On Swan's Prism Photometer etc." 98 

E. Baüb. Ueber die Theorie der Glühstrümpfe 98 

E. Liebenthal. Ueber die zeitliche Veränderung der Leuchtkraft von 

Gasglühkörpern 98 

F. Mabtens. Neuer Flammenmesser für Hefnerlampen 99 

H. Kbüss. Die Flamme der Hefherlampe und die Messung ihrer Länge 99 
B. Ulbbicht. Die Bestimmung der mittleren räumlichen Liohtinten- 

sität durch nur eine Messung 99 

G. H. Shabp. Universalstativ für Glühlampenphotometrie 100 

W. L. Smith. A study of certain shades and globes for electric lights, 

as used in interior illumiuation 100 

Litteratur 101 

14. Phosphorescenz und Fluorescenz. 

(Becquerel- und verwandte Strahlen.) 

B. Dubois. Sur T^clairage par la lumiere froide physiologique , dite 

lumiöre vivante 101 

Babfod. Das Leuchtnioos 102 



Inhalt. XI 

Seite 

A. Dfe Hbmptuivb. Fluorescenzerscheiiiungen 102 

0. LB Bov. Snr la propri^t^ de certains corps de perdre leur pbospho- 

rescenoe par la chaleur et de la reprendre par le refroidiissement . 102 
P. Babt. Flaorescence de oertains compos^a m^talliques soamis aus 

rayons Böntgbv et Bscqttbbel 103 

Jomr B. B. Bübkb. On the phosphorescent glow in gases 108 

H. Bbgkbb. Notiz über das Lenchten des N-Aethyl-a-chinolons .... 103 
H. Ebbbt und B. Hoffmavn. Ueber die Phosphorescenz des Phosphor- 

pentoxyds 104 

£. QOLD8TEIIV. Ueber die Phosphorescenz anorganischer chemischer 

Präparate 104 

P. Lbwib. Ueber Fluorescenz und Nachleuchten bei der elektrischen 

Entladung in Stickstoff 105 

G. 0. Schmidt. Ueber die Fluorescenz des Chinins 105 

A. M. M. Simple experiments on phosphorescence 105 

H. Wablich. Objective Barstellung der Fluorescenzfarben 106 

H. Maibb. Natur und Wesen der neuen Strahlen, m. Die Uran- 
strahlen 106 

£. Abchkinass. Ueber Becquerelstrahlen und Oasionen 107 

£. Büthbrfobd. Badioactivity produced in substances by the action of 

thorium Compounds 108 

A radio-active snbstance emitted from thorium Compounds ... 109 

and B. B. Owens. Thorium and uranium radiation ...... 109 

E. BOBN. Versuche über Secundäi*8trahlen und Badiumstrahlen .... 110 

Ueber die von radioactiven Substanzen ausgesandte Emanation . 110 

W. Cbogkbs. Badio-activity of uranium 110 

A. Bbbibbnb. Sur un nouvel ^14ment radio-actif: Tactinium 111 

Sur du baryum radio-actif artiflciel 111 

BiLA V. Lekoybl. Ueber radioactives Baryum 112 

F. OiESEL. Ueber radioactives Baryum und Polonium 112 

K. A. HOFMAVN und £. Stbaübs. Badioactives Blei und radioactive 

seltene Erden 112 

M. Maibb. Einige Versuche mit den von radioactivem Baryumchlorid 

emittirten Uranstrahlen 113 

H. Becqüebel. Sur le rayonnement de l'uranlum et sur diverses pro- 

pri^t^ physiques du rayonnement des corps radio-actifs 113 

P. Cübib et W^^ OüBiB. Les nouvelles substances radioactives et les 

rayons qu*elles ämettent' 114 

H. Becqübbel. Sur le rayonnement du radium 114 

Becherches sur les ph^nom^nes de phosphorescence produits par 

le rayonnement du radium « 114 

Contribution a T^tude du rayonnement du radium 115 

Sur la dispersion du rayonnement du radium dans un champ 

magD^tique 115 

Deviation du rayonnement du radium dans un champ ^lectrique 116 

Note sur la transmission du rayonnement du radium au travers 

des corps 116 

Sur la transparence de l'aluminium pour le rayonnement du 

radium 116 

Note sur le rayonnement de Turaninm 117 

P. Oübib. Action du champ magn^tique sur les rayons de Becqübrel. 

Bajons d^vi^s et rayons non-dövi^s 118 

H. et Kn^« Curie. Badiations diverses des corps radio-actifs 118 



XII Inhalt. 

Seite 

£. Dorn. Elektrostatisclie Ablenkung der Badiumstrahlen 119 

üeber daa elektrische Verhalten der Badiumstrahlen im elektri- 
schen Felde 119 

P. GxmiB. Bemarques k propos d'une note r^cente.de M. G. lb Bon 119 

G. LE Bon. B^ponse k une r^clamation de priorit^ de M. GüRi£ . . . 119 

P. YiLLABD. Sur le rayonnement du Badium 119 

K DOBK. Sur les rayons du radium. Lettre ä M. H. Bscqüsrel . . . 120 

J. Elstbr. Ueber Becquerelstrahlen 120 

6. Meter und E. von Schweidler. Weitere Beobachtungen an Bec- 
querelstrahlen 120 

Versuche über die Absorption von Badiumstrahlen .... 120 

B. J. Btrutt. The absorption of tbe Becquerel - rays by solid and 

gaseous bodies 121 

T. MizüNO. Note on the transparency of metals and other substances 

to radium rays 121 

MiB« Sklodowbka-Curie. Sur la Penetration des rayous de Becquebbi« 

non-d^viables par le champ magn^tique 121 

F. GiESBL. Einiges über Badium-Baryum-Salze und deren Strahlen . . 122 

F. HiMSTEDT. Ueber einige Versuche mit Becquerel- und mit Böntgen- 

Btrahlen 122 

O. Behrbndsen. Das Verhalten des „Badiums" bei tiefer Temperatur . 122 
Fred. T. Trouton. Suggested source of the energy of the Becquerel 

rays 123 

P. Villard. Bayonnement du Badium 123 

— — Interpretation des ph^nomenes singuliers observ^s par H. Bbg- 

<)X7EREL avec les ecraus absorbants 123 

Litteratur 123 

15 a. Interferenz, Bengnng, Polarisation. 

O. LiTMMBR. Gomplementäre InterferenzerscheinuDgen im reflectirten 

Licht 125 

A. 0. LONGDEN. Selenium Interference Bings 126 

£. Garvallo. Nouvelle interpr^tation des resultats de M. Michelson 

pour Tanalyse des lumieres simples par la m^thode des anneaux de 
Newton 127 

J. G. Shbdd. On the forms of curves preaented by the Michelbon 

interferometer • 127 

J. Kaoe de Lepinat. D^terminations metrologiques par les methodes 

interferentielles 128 

P. GzBRMAK. Photographiscbe Aufnahmen der NBWTON'schen Binge . . 128 

O. LüMMBR. üeber neuere Interferenz - Befractometer und Schlieren- 
apparate zur Aufnahme fliegender Geschosse 128 

Maurice Haht. Sur la mesure interferentielle des diametres des petits 

astres 129 

G. H. Wind. Zum FRBSNBL'scben Beugungsbild des Spaltes 130 

J. Dreoker. üeber den Nachweis einer optischen Täuschung 130 

F. BiNNE. Bemerkung über die Pol arisations Wirkung von Linsenrändem 131 

B. DONGiER. Lumi^re polaris^e ^mise par un tube de Geissleb soumis 

a l'action d'un champ magnetique 131 

— — Dissym^trie dans r^misaion polaris^e d'un tube de Geissleb 
soumis a Taction d'un champ magnetique 131 

Litteratur 132 



Inhalt. XIII 

Seit« 

15 b. Drehangr der Polarisationsebene. 

J.-A. LE Bbl. Sur les conditions de stabilit^ du poavoir rotatoire ... 132 
W. WiBK. Ueber die magnetische Drehung der Polarisationsebene ... 183 
MlBRiTT. A new theory of the electromagnetic rotation of light ... 133 
L. H. SiSHTSBMA. Heasurementfl on the magnetic rotation of the plane 

of Polarisation in liquefied gases under atnoospherio pressure. I. . . 133 

Die Dispersion der magnetischen Drehung der Polarisationsebene 

in negativ drehenden Salzlösungen. Messungen mit rothem Blut- 
laugensalz 134 

A. BCHMAUSS. Ueber anomale elektromagnetische Rotationsdispersion • 134 
0. SCHÖNBOCE. Ueber die Abhängigkeit der specifischen Drehung des 

Zuckers von der Temperatur 135 

Zur Frage des Einflusses der Temperatur auf die specifische Dre- 
hung des Zuckers 136 

T. Osaka. Ueber die Birotaüon der d-Glucose 135 

Ph.-A. Gutb et E. Aston. Sur le pouvoir rotatoire de Tacide valörique actif 1 36 
J* FOBCHHBiMBB. Ueber die elektromagnetische Drehung der Polari- 
sationsebene in Salz- und Säurelösungen 136 

H. Bbhlbn. Ueber den Einfluss von unorganischen in organische Mole- 

cüle eingeführten Atomgruppen auf ihr optisches Dreh vermögen . . 137 
A. Pabthbil n. A. van Haabbn. Der Einfluss des Wassergehaltes auf 
das Dreh ungs vermögen alkoholischer GampherlÖsungen und die 

Werthbestimmung des Campherspiritus 137 

Utteratur •. 137 

15 e. Kiystalloptik. Doppelbrechnng« 

C. Viola. Ueber optische Erscheinungen am Quarz 137 

0. QuESNEYiLLB. Ueber die elliptische Doppelbrechung und die vier- 
fache Brechung "beim Quarz in der Kähe der Axe 138 

C. Viola. Ueber optische Erscheinungen am Turmalin von Elba ... 139 

Feldspathstudien ' 139 

N. SCHILLBB. Eine Bemerkung zur Methodik der Lehre von der Doppel- 
brechung 140 

£. O. A. TBN SiBDHOFP. Eine einfache Gonstruction des sogenannten 

Interferenzkreuzes der zweiaxigen Kry stalle 14Ö 

C. Viola. Ueber die Minima der Lichtablenkung durch Prismen aniso- 
troper Medien 141 

Th. Lixbisoh. Ueber das Minimum der Ablenkung durch Prismen 

optisch zwelaziger Krystalle 142 

6. F. Hbbbbbt Smith. A method for the determination of the three 

principal indices of refiraction 142 

J. H. Adrianl Erstarrungs- und Umwandlungserscheinungen optischer 

Antipoden 142 

8. L. Pbnfibld. Gontactgoniometer und Transporteur einfacher Gon- 
struction 143 

Litteratur 144 

16* Ghemische Wirknng des Lichtes. 

Dbwab. Fhotography at low temperatures 144 

H. BmssON. Sur une modiflcation des surfaces m^talliques sous Tinfluence 

de la Inmi^re 144 



XIV Inhalt. 

Seit« 
Bebthelot. Sur la simultan^ it^ des ph^nom^nes d'oxydation et des 

pb^nomenes d'hydratation accomplis aux depens des principes orga- 

niques sous les influences r^unies de rozygene libre et de la lumiöre 145 
J. Watebhousb. The sensitiveness of silver and some other metaU to 

light 145 

B. Ed. Libsegakg. I^hosphorograpbie 146 

Pfaxindleb. Die Zonenplatte von Sobet und die Phasenumkehrplatte 

von Wood als Ersatz der Linse; Anwendungen derselben in der 

Pbotograpbie 146 

R. LuTHEB. Die chemischen Vorgänge in der Photographie 146 

B. Ed. Lieseoano. Umkehrbare photochemische Vorgänge 147 

J. Pbbcht. Neue Versuche zur Theorie der photographischen Processe 147 

K. SoHAUM. Zar Theorie des photographiscfaen Processes 148 

LsvisON. The action of canada bälsam on Photographie plates .... 149 
V. A. KiaTBAKOVSKT. Action de la lumi^re sur les Solutions de ferro- 

cyanure de potassium addltionn^es de peroxyde d'hydrog^ne ... 149 
D. DOBBOSEBDOW. Ueber dier angebliche Zerlegung von Nickelsulfat- 

krystallen durch Lichtwirkung 150 

F. Pbtbbs. Sur la question de la r^uction par la lumiere du peroxyde 

des Plaques positives d'accumulateur 150 

G. Meteb. Die Photographie der ultrarothen Strahlen 150 

K. Abbog. Ueber die Ursache der photochemischen Induction bei 

Halogensilberemulsionen 150 

V. V. CoBDiEB. Action of chlorine on metallic silver in the light and 

in the dark .• 151 

B. Abegg und Gl.Immebwahb. Ueber den Einfluss des Bindemittels 
auf den photochemischen Effect in Bromsilberemulsionen und die 
photochemische Induction 151 

V. CoBDiEB V. LÖWENHAUPT. Ueber die Einwirkung von Chlor auf 

metallisches Silber im Liebt und im Dunkeln • • *. 1^1 

J. Gadicke. Der Penetrationscoefficient der Trockenplatten für Licht- 
strahlen 152 

F. H. Glew. Anwendung von drahtlosen elektrischen Wellen zur Inbe- 
triebsetzung photographischer Apparate und zu Blitzaufbahmen bei 
Tageslicht ' 152 

A. Bblopolski. Eine Methode zur Verstärkung schwacher Linsen in 

Sternspectrogrammen 152 

A. PopowiTZKi. Ueber die photographisohe Sonderung von Nuancen, 

welche direct nicht zu unterscheiden sind 152 

A. Tbillat. Transformation de l'image photographique d'un clich^ en 

un ^tat lamellaire, et ph^nomenes de colorations qni en d^rivent . 153 
J. Pbeoht. Beiträge zur Theorie der photographischen Ent Wickelung . 153 

und W. Stbbckbb. Versuche über die Silberkeimwirkung beim 

Entwickelungs Vorgang 153 

und B. Ambebg. Photographische Quellungsversuche 153 

£. Englisch. Kormale Entwicklung solarisirter Schichten ....... 154 

Ueber Versuche von Pbeoht und Englisch über Bildvergrösse- 

rung durch Entwickelung 154 

J. Pbbcht und E. Englisch. Ueber die Abhängigkeit der Grösse punkt- 
förmiger Bilder auf Bromsilbergelatine von der Entwickelung ... 154 
J. Afanasjew. Ueber die photographische Wirkung uran- und thorium- 

haltiger Mineralien .154 

B. Abbog. Ein Beitrag zur Theorie der Entwickelung 155 



Inhalt. XV 

Seite 
R. C. ScHÜPPHAUS. A new process for sensitisiDg paper and other 

« gurfacea 155 

B. NsüHAUSS. Nene Untersuchungen über Lippmanw'b Farben verfahren 155 
Tb. Thorp. Gräting films and their application to colour pbotography 156 
J. HüNDHAUSEiT. Zur photographischen Reproduction plastischer Bild- 
werke 156 

Cl. Tixibiazbfp. Chlorophyll a sensitiser 156 

J. M. Edsb. System der Sensitoroetrie photogtaphischer Platten ... 157 

litteratur 157 

17. Physiologische Optik. 

Bemerkung 160 

18. Optische Apparate. 

Otto Lummbb. Gontributions to Photographic Optics, translated and 
augmented by Silvanus P. Thompson 160 

B. KoLBE. Verbesserungen am Beflexions- und Lichtbrechnngsapparat . 162 

C. PLATH. Apparat zur Untersuchung der Parallelität von Spiegeln und 

Schattengläsem für Beflexionsinstrumente bezw. zur Bestimmung 
des Spiegelfehlers, d. i. des Winkels, welchen bei unparallelen 
Spiegeln deren beide Flächen in ihrer Verlängerung mit einander 

bilden . • 162 

B. J. SowTER. Astigmatic lenses 163 

J. Hartmakk. Der neue Doppelrefractor des Astrophysikalischen Obser- 
vatoriums zu Potsdam 163 

PiDOüX. Nouvelle lunette astronomique par Sohabb 163 

A. Gleichbv. Das astronomische Fernrohr einfachster Art, aus zwei 

sehr dünnen Linsen bestehend « 163 

G. Witt, üeber Handfemrohre 164 

8. C. Bebsb. Field of the reflecting telescope 164 

W. Habkhbss. On the best form for the double achromatic objeotives 

of telescopes 164 

D. P. ToDD. Notes on the preparation of retxcles '164 

B. W. Wood. An application of the method of Striae to the illumi- 

nation of objeots under tbe microscope 164 

E. T. Fbdobow. Universalgoniometer mit mehr als zwei Drehungsaxen 

und genaue graphische Bechnung 164 

W. F. Stanley. Listbb's Inclinometer-Theodolith 165 

J. Habtmann. Bemarks on the construction and adjustment of spectro- 

grapbs 165 

B. C. VooBL. Description of the spectrographs for the great refractor 

at Potsdam 165 

B. Lehmann. Ueber Spectralapparate mit drehbarem Gitter 165 

Tb. W. Enoelmann. Ueber ein Mikrospectralobjeotiv mit Normalspectrum 166 
W. H. Weight. The auxiliary apparatus of the Mills spectrograph for 

photograpbing the comparising spectrum 166 

F. F. Martbns. Ein Colorimeter als Zusatzapparat für Spectroskope 

mit Wellenlängenscala 166 

^ — Einige neue photometrische Apparate L Ein Colorimeter mit 
LuMMBR-BBODHUN'schem Würfel als Zusatzapparat für Spectroskope 
mit Wellenlängescala 166 



XVI Inhalt. 

Seite 

G. Fritsch. Eine neue Bpaltvorrichtung an Spectralapparaten .... 166 

0. FULFBIOH. Yergleichflspectroskop für Farbentechniker 166 

F. F. Mabtens. i^^eue Analysator- oder MessTorrichtungen (für Sacchari- 

meter 166 

3, Mac£ de LtpiNAT. Bur nn nonvel analysenr ä p^nombres 167 

A. CoBNir. Sur la loi de rotation diurne da ehamp optique foumi par 

le sid^rostat et lli^Uostat 167 

Dbblandbes. Dasselbe 167 

P. SiGBiSTB. Appareil de Photographie instantan^e a rendement maximam 167 

Litteratur 168 



Vierter Abschnitt 

Wärmelelipe. 

19 a. Allgemeine Wärmelelire. Erster Hauptsatz. 

J. 8. Ames. Rapport sur T^quivalent m^oanique de la chaleur .... 173 

RuDOLP Mewbs. Ueber die Grundlagen der mechanischen Wärmetheorie 173 

0. Babus. Hot water and soft glass in their thermodynamio relations . 173 
F. RiOHABZ. Ueber Temperaturanterschiede in auf- und absteigenden 

Luftströmen 174 

19 b. Zweiter Hauptsatz. Anwendung beider Haupts&tze auf 
thermische Processe. Zustandsgieichung. 

Max Planck. Bemerkungen zu einer Abhandlung über Thermodynanük 

des Herrn K. Wbsbndonk 174 

J. £. Tbbvob. An ezposition of the entropy theory 174 

Entropy and heat-capacity 174 

J. D. VAN DBB Waals Jr. The entropy of radiaüon (2 Arb.) 175 

JouGUET. Le theoreme du tourbillon en Thermodynamique 175 

H. L. Callbndab. On the thermodynamical properties of gases and 
vapors as deduced from a modifled form of the Joulb - Thomson 

^quation, with special reference to the properties of steam .... 176 
J. E. Tbbvob. Relationships between thermodynamic fundamental 

functions ....<•.« 177 

H. Kaheblinoh Onnbs. Die redncirten OiBBS'schen Flächen . . . . . 177 

W. P. BOYNTON. GiBBS thermodynamical model 177 

C. GuiCHABD. Sur les surfaces isothermiques 177 

A. Thtbaut. Bur les 4qaations harmoniques et les surfaces isothermiques 177 

0. GüiCHABD. Sur une transformation des surfaces isothermiques ... 177 

Stboklofp. Le problöme des temp^ratures stationnaires 178 

P. Bühem. Die dauernden Aenderungen und die Thermodynamik. V. 
Untersuchung der Systeme, welche von zwei Veränderlichen ab- 
hängen, von denen die eine keine Hysteresis besitzt 178 

Dasselbe. VI. Das Härten , Anlassen und Schmieden der Metalle 178 

" Dasselbe. YII. Ueber einige Annäherungsmethoden, nach welchen 

man ein System untersuchen kann, welches von zwei Variablen mit 

Hysteresis abhängt 178 

N. SoHiLLEB. Experimentelle Daten und Bestimmungen, welche dem 

zweiten Hauptsatze der Thermodynamik zu Grunde liegen 181 

Paul Sobel. On two theorems of Gibbs 181 



Inhalt. XVH 

S«ite 
J. J. VAN La AR. Ueber die AbleituDgen des thermodynamiBchen Poten- 
tials nach T und p bei zusammengesetzten Componenten. 181 

N. SCHUiLBE. Einige thermod^'namiscU abzuleitende Beziehungen zwischen 
den Grössen, die den physikalischen Zustand einer Lösung charakte- 

risireo % 183 

A. PORSOT. Lois des modales. Modules thermochimiques 184 

W. WiBN. La Polarisation rotatoire magn^tique et Paxiome deCLAüsitis 185 
Broca. Theorie thermodynamique du refiroidissement muscnlaire ... 185 
M. Rbivoanuh. Die Theorie der Zustandsgieichung und die innere Rei- 
bung der Gase (2 Arb.) 185 

E. H. Amaoat. Statique ezp^rimentale des fluides (Fluides non m^lang^) 185 
Ph. A. Gute et L. Fbidbrioh. Etudes numeriques sur T^quation des 

fluides .186 

Danibl Bbbthblot. Sur un point remarquable en relation aveo le 

Phänomene de Joule et Kblviit 187 

Sur la valeur de la pression interne dans les ^uations de vak 

DBB WaALS et DE OlAUBIUS 187 

Sur le covolume dans T^quation caract^ristique des fluides ... 188 

H. MouLiN. Y^rificatioD de deux formules donnant les volumes de 

vapeur saturee et les tensions maxima en fonction de lä temp^- 

rature 189 

Formules donnant les volumes de vapeur saturee et les tensions 

maxima 189 

Sydkst Youko. On the law of Caillbtet and Mathias and the criücal 

density- 190 

and Emilt C. Fobtby. Vapour Pressures, Specific Volumes and 

Critical Constants of Diisopropyl and Diisobutyl 191 

Yapour Pressures» Specific Volumes and Critical Constants of 

Normal Getane 191 

fl Mathias. Sur deux groupes remarquables de lieux g^om^triques . . 191 

Sur un lieu g^om^trique consid^r^ par M. Amagat 191 

E. H. AMA6AT. Sur deux lieux relatifs aux densit^s de liquide et de 

vapeur de Tacide carbonique k Saturation 192 

A. Dbkizot. Die physikalischen Eigenschaften der schwefligen Säure 

nach Untersuchung von £. Mathias dargestellt 192 

£. Mathias. Les m^thodes de d^termination des constantes critiques» 

et les r^sultats qu'elles ont fournis . . 193 

E. H. Amaoat. Sur les lois de chaleurs sp^ciflques des fluides .... 198 
A. Dbhizot. Bemerkung zu: E. H. Amaoat, Ueber die Gesetze für 

specifische Wärmen der Flüssigkeiten 194 

Daniel Bbbthblot. De Tassociation des mol^cules chez les corps 

liquides . . . , 195 

Sur le volume minimum des fluides 195 

Sur la loi des etats correspondants 195 

K. Tsubuta. Thermodyuamic Notes (Nr. 10): Bevision of some thermal 

data concerning benzene 195 

Thermodynamische Notizen : Ueber Dampfdrucke, Verdampfungs- 
wärme, dreifache Punkte von Brom und Jod 196 

Dakibl Bbbthblot, Quelques remarques sur röquation caract^ristique 

des fluides 196 

L. Fbbbbtto. Critical Temperatures of some Organic Sulphur Com- 
pounds 197 

Temperature oritiche 41 alcuni composti organici solforati .... 197 

VortMhr. d. Phyt. LVI. 2. Abth. H 



XVIII Inhalt 

Seite 

A. BoüLATOFF. SuT ]a tempörature critique 197 

J. H. Geindlet. An experimental inveBtigation of the thermodynaroical 

properties of superheated steam 197 

J. D. VAN DBB Waals. Die Continuität des gasförmigen und flüssigen 

Zustandes. 2. Theil : Binäre Gemisehe 198 

Statique des fluides (M^langes) 199 

Sur la relatlon entre les modifications, subies par le volume sp^- 

cifique de la vapeur satur^e et celui du liquide coexistant sous Pin- 

fluence des yariations de temp^rature 199 

The properties of the pressure curves for co-existing phases of 

mixtures 200 

H. Kameblikgh Onnes. Contributions to the knowledge of van der Waals' 

V'-surface. I. Graphical treatment of the transverse plait 200 

and M. Beinganum. Dasselbe. II. The part of the ti'ansverse 

plait in tbe neigbourhood of the plaitpoint inKüENEN's experiments 

on retrograde condensation 201 

Ch. M. A. Habtmann. Beiträge zur Kenntniss der van deb WAALS'scben 

i/^-Fiäche. III. Die Condensationserscheinungen bei Mischungen von 

Chlormethyl und Kohlensäure für 9,5® 201 

J. £. Verschaffelt. Contributions a la connaissance de la surface «// 

de VAN DEB Waals. IV. La loi des ^tats correspondants daus les 

m^langes d'anhydride carbonique et d'hydrogene 201 

H. Kameblinoh Gnnes. Die reducirten GiBBS'schen Flächen ..... 202 
J. E. Vebsohaffblt. On the critlcal isothermal line and the densities 

of saturated vapour and liquid in isopentane and carbon dioxyde . 202 
Ch. üf. A. Habtman. On the phenomena of condensation in mixtures 

in the neighbourhood of the critical state 203 

J. P. KüENEN. Mixtures of hydrochloric acid and methylether .... 203 

WiLDEB D. Bancboft. La regle des phases 204 

H. LE Chatelieb. Application de la loi des phases aux alliages et aux 

roches 204 

F. Caübet. Sur la liqu^faction des m^langes gazeux. Les isothermes 

d'un m^lange 204 

G. Tahhann. Ueber adiabatische Znstandsänderungen eines Systems, be- 

stehend aus einem Krystali und seiner Schmelze 204 

B. V. Hirsch. Störungen am kritischen Punkt von reinen Flüssigkeiten 

und Mischungen 205 

O. Neuhoff. Adiabatische Zustand sänderungen feuchter Luft und deren 

rechnerische und graphische Bestimmung 206 

19 c. Kinetische Theorie der Materie. 

S. H. Bübbubt. Gn certain supposed Irreversible process 206 

On the Law of Partition of Energy 206 

Zemplen GyÖzö. lieber die Grandhypothesen der kinetischen Gastheorie 

(2 Arb.) 207 

S. H. Bukbubt. Dasselbe ..." 207 

Boltzmann und Mache. Ueber die Bedeutung der Constante 6 des van 

DEB WAALS'schen Gesetzes . 207 

J. D. VAN DEB V^AALS. The cooling of a current of gas by sudden 

change of pressure 207 

Mabcel Bbilloüin. Th(^orie mol^culaire des gaz. Diffusion du mouve- 

ment et de l'^nergie 20d 



Inhalt XIX 

Seit« 
Lord KsLYiK. On the numl)er of molecales in a cubic centimetre of gas 209 
N. B. C. H0DGS8. Note on the Law of Distribution of velocities among 
gas molecules 209 

B. Mbwbs. UebereinstimmuDg der Spannnngs - , Yolumen - und Tempe- 

raturgesetze der Stoffe mit den Absorptions- bezw. Emissionsgesetzeu 

der Aetherschwingiingen 210 

L. BoLTZHAKN. Notiz Über die Formel für den Druck der Gase ... 210 
6. LIPPMAKN. La th^orie cin^tique des gaz et le principe de Oabkot . 210 
Max BxnroANUM. Ue^ber die moleculare Anziehung in schwach oompri- 

mirten Gasen 210 

G. JÄOBR. lieber den Einfluss des Molecularvolumens auf die innere 

Reibung der Gase 211 

J. H. Jeans and J. Nbwton. The Distribution of Molecular Energy . 211 
6. H. Bbtan. Energy accelerations , a study in energy partition and 

irreversibility 211 

19 d. Technische Anwendungen der mechanlgchen Wärmetheorie. 

G. Zextker. Technische Thermodynamik. 2. Aufl. zugleich 4. Aufl. der 
.Grundzüge der mechanischen Wärmetheorie". 1. Fundamentalsätze 
der Thermodynamik. Lehre von den Gasen 212 

Litteratur 218 

20. Ansdehnang und Thermometrie. 

M. Thibsen, K. Bohebl, H. Diesselhobst. Untersuchungen über die 
thermische Ausdehnung von festen und tropfbar flüssigen Körpern. 
6. Bestimmung der Ausdehnung des Wassers für die zwischen 0^ 
und 40*' liegenden Temperaturen 215 

H. LE Chatelieb. Sur la dilatation de la silice fondue 218 

DüPODB. Sur la r^sistance de la silice fondue aux variations brusques 

de temp^rature 218 

Lbbebat. 8ur une relation entre la . dilatation et la temp^rature de 

fusion des m^tanx simples 219 

L. HOLBOBR und A. Dat. lieber die Ausdehnung von Platin, Platin- 
Iridium, Palladium, Silber, Nickel, Stahl und Constantan in hoher 
Temperatur 219 

Ueber das Luftthermometer bei hohen Temperaturen. 

Zweite Abhandlung 220 

C. Babtjb. Bapport sur le progres de la pyrom^trie 224 

P. Chafpitis. L'4chelle thermomätrique normale et les ^helles pratiques 

ponr la mesure des temp^ratures 225 

Notes on gas-thermometry 226 

J. BoSE-IviVBS. Theory of the constant-volume gas-tbermometer .... 228 
J. Lbbbdefp. Le thermomötre a hydrogene du Bureau des Poids et 

Mesures Busse 229 

H. Kamebungh Okives and M. Boudin. On the measurement of very 

low temperatures. III. Coefficient of pressure Variation of pure 

hydrogen between 0® und 100® 229 

C. Chbsb. Investigations on platinum'thermometry at Kew Observatory 229 
H. M. Tobt. A comparison of impure platinum thermometers .... 231 
8t. Likdeck und B. Bothb. Ueber die Prüfung von Thermoelementen 

für die Messung hoher Temperaturen I 232 

II* 



XX Inhalt. 

Seite 
Fb. Gbötzmacheb. UntenuchuDg von Thermometern aus älteren Glas- 
Sorten und Nachprüfung von Hauptnormalthermometern der Phys.- 

Techn. Reichsanstalt 233 

S. A. SwoBK. Besearchee in ahsolute mercurial thermometry 235 

A. SOHTTBTEB. Notc on the above paper 235 

A. DUFOXTB. Sur un thermometre en quartz pour hautes temp^raturea 236 

A. Gaütibb. Sur les appareils en quartz fondu 237 

A. Ladenbubo und G. Kbügel. Ueber die Messung tiefer Tempera- 

turen n 237 

B. Mbwss. Ueber das KoHLBAUSOH'scbe Petrolätherthermometer . . . 237 

W. DiTAKE and Ch. A. Lobt. An electrioal thermostat 238 

A. Gaütibb. Four tubulair a temp^ratures fixes, se r^glant k yolont^ 239 

Litteratur 239 



21. Quellen der TTärme. 

Manpbedo Bellati. Sul calore svolto nel bagnare le polveri. Gonside- 

razione e ricerche 241 

Louis Gobbett. On the heat generated by certain fibrous substances 

when wetted 242 

Tito Mabtini. New researches into Poitillbt's phenomenon (the heat 

deyelopped in wetting powders) 243 

Gboffbet Mabtii«. Thermal centres of stability 243 

Heinbicr Maohb. Ueber die Temperatur Verhältnisse in der Flamme . 244 
Edwabd L. Niohols. On the temperature of the acetylene flame . . . 245 

Bebkbnbüsoh. Die Messung von Flammentemperaturen 246 

G. MOBBLLi. Sulla compoeizione e sul potere calorifico del gas illumi- 

nante 246 

Bulla determinazione del potere calorifico del gas illuminante . . 246 

de Fobobakd. Sur les perozydes de calcium hydrat^s 247 

Sur le bioxyde de calcium anhydre et la Constitution de ses 

hydrates 247 

— — Ghaleur de dissolution de Peau oxyg^n^e. Yaleur thermiqne de 

la fonction hydroxyle OH. Influence de l'hydrogene et du carbone 247 
J. H. Gladbtoke. On the want of uniformity in the action of copper- 

zinc alloys on nitric acid 248 

J. B. Tatleb. The heat of formation of alloys 249 

A. Galt. Heat of combination of metals iu the formation of alloys . . 250 

E. D. Campbell. The Thermochemistry of iron and steel 250 

N. Galitzky. Ueber den Einfluss des Mediums auf die Lösungswärme 

der Salze 250 

Eenbt Oohen. Experimental determination of the limiting heat of 

Solution (firsf part) 251 

L. PissABJEWSKi. Die Ueberuran-, Uebermolybdän- und Ueberwolfram- 

säuren und entsprechenden Säuren 252 

Bebthblot et Delepine. Sur la chaleur de combustion des liquides 

tres volatiles 253 

Bebthblot. Sur les chaleurs de combustion et de formation des com- 

pos^s iodes 254 

Litteratur 255 



Inhalt. XXI 

22. Aenderungen des Aggregatzustandes. 
22 a. Schmelzen und Erstarren. 

Seite 
Thomas Batlbt. The relation between boiliug point and melting point 

in the hydrocarbons 255 

Bakhüis-Boozbboom. Ueber die Bedeutung; der Phaaenregel 256 

Bb. Pawlbwski. Üeber die Aenderung der Temperatur beim Erstarren 

geschmolzener organischer Körper 256 

Mobitz Eokabdt. Bestimmung der Volumenänderung von Bubidium 

beim Schmelzen 257 

G. Tamhann. Ueber die Lage der Volumen- und Energiefläche eines 

Krystalls und seiner Schmelze 257 

B. Wbibbbbo. La ftision et la cristallisation d'apres les recherches de 

M. G. Tahmakn 258 

W. C. D. Whbtham. The ionisation of dilute Solutions at the freezing 

point 259 

F. BOBDAB. Sur quelques considerations relatives a la cong^lation de 

Teau 259 

B. Nasini. Sopra un fenomeno che si verifica nel raffreddamento delle 

sostanze sovraffuse 260 

Hakold A. Wilson. On the velocity of solidification and viscosity of 

supercooled liquids 260 

P. Bachmbtjew. Ueber die Unterkältung der Flüssigkeiten 261 

Ueberkältungserscheinungen bei schwimmenden Nitrotoluolkügelchen 262 

H. W. B. Boozbboom. Sur les points de transformation chez les cristauz 

mixtes 268 

Sur le point de solidification des cristaux mixtes 268 

W. BEHTDBBe. Ueber die Legirungen von Antimon und Zinn ..... 264 
0. BÜTSCHLi. Untersuchungen über Mikrostructaren des erstarrten 

Schwefels nebst Bemerkungen über Sublimation , Ueberschmelzung, 

üebersättigung des Schwefels und einiger anderer Körper 264 

Paul Chboüstohoff. Becherches cryoscopiques 268 

K. AüWBBS. Vermischte kryoskopische Beobachtungen 268 

G. Tahmakn. Ueber die 'Grenzen des festen Zustandes. (3 Arb.) .... 269 
J. A. CUNNINOHAX. The melting points of rockforming minerals . . . 270 

Frbb. T. Tbouton. The solidification of alloys 271 

£. H. LooMis. Der Gefrierpunkt wässeriger Lösungen von Nichtelektro- 

lyten 271 

W. A. Kahlbattm. Kotiz über den Schmelzpunkt des Lithiums .... 271 

H. W. Bakhuis Boozbboom. The nature of inactive Garvozime .... 271 
J. A. Bmbby and F. K. Gambbon. Freezing-point curve for water con- 

taining hydrochloric acid and phenol 271 

C. G. L. Wolf. The melting-point of chloral hydrate 272 

DswAB. On solid hydrogen 272 

W. B. Habdt. On the mechanism of gelation in reversible coUoidal 

Systems ' 272 

A preliminary investigation of the conditions which determine * 

the stability of irreversible hydrosols 272 

Ueber feste Kohlensäure 273 

Jambs G. Mac Gbegob. Depression of the freezing point in aequous Solu- 
tions of Electrolytes 274 



XXII Inhalt. 

Seite 

H. C. Jones und V. J. Chaxbebs. Ueber einige abnorme Gefrierpunkts- 
emiedrigungen, welche durch Ghloiide und Bromide der alkalischen 
Erden hervorgerufen werden 274 

James Babnes. On the depression of the freezing point by mixtures 

of electrolytea • ... 274 

J. G. Mac Gbeoob. On a diagram of freezing point depression for 

Electrolytes 275 

Hans Fbiedenthal. Ueber die Genauigkeit von Messungen der Gefrier- 
punktserniedrigung bei Anwendung kleiner Flüssigkeitsmengen . . . 276 

KüHABA et CHiKASHiGi. Sur une methode de d^termination du point 

de fusion 276 

J. HOUBEN. Zur Schmelzpunktsbestimmung 276 

litteratnr 277 

22 b. Yerdampfang und Gondensation. 

D. Gebnez. Recherches sur les vapeurs qu'6mettent les deux vari6t4s 
d'iodure mercurique et la tempdrature des leurs transformations 

r^ciproques 277 

G. Bakkeb. Theorie der Gapillarschicht zwischen den homogenen Phasen 

der Flüssigkeitsschicht und des Dampfes 278 

Hbinbich Mache. Ueber Regenbildung 279 

Daniel Bebthelot. Sur les points d'^bullition du zinc et du cadmium 279 

£. Pasqüini. Se i raggi X favoriscano Vevaporazione 279 

Ad. Vakdbnbebghb. Beitrag zum Studium der gelösten Körper .... 279 
Jos. C. Chbistensen. The boiling points of mixtures of chloral and 

water 280 

J. G. BüCHANAN. On steam and brines 280 

P. DuTOiT et Mobtzun. Sur une formule de tensions de vapeurs . . . 281 
M. Thiesen und K. Scheel. Bestimmung der Spannkraft des gesättigten 
Wasserdampfes bei Temperaturen zwischen — 12*^ und -|- 25', ins- 
besondere bei 0° 281 

Vapor pressure for water and ice 283 

L. Cailletet, Colabdeait et BiviIibe. Recherches sur les tensions de 

la vapeur de mercure satur^e 283 

A. Smits. Determination of the decrease in the vapour tension of Solu- 
tions by means of the determination of the increase of the boiling 

point 283 

Determination auf the diminution of vapour pressure and of the 

elevation of the boiling point of dllute Solutions 284 

Benedikt Wobinoeb. Ueber die Dampfspannungen einer Reihe von 

Benzolkörpern - 285 

W. Ost WALD. Dampfdrucke ternärer Gemische . . . 286 

A. Ebnest Taylob. Vapor-pressure relations in mixtures of two liquids 

(3 Arb.) 287 

W. Mülleb-Ebzbach. Der nach der Verdunstung dynamisch gemessene 
relative und absolute Dampfdruck des Quecksilbers und anderer 

Flüssigkeiten ' 287 

Jan van Zawidzki. Ueber die Dampfdrucke binärer Flüssigkeits- 
' gemische 288 

F. A. H. Schbeinsmaeebs. Dampfdrücke binärer und ternärer Gemische 289 
W. A. Kahlbaüm. Versuche über Metalldestillation 289 

G. A. Hulbtt. Die Destillation von Amalgamen und die Reinigung des 

Quecksilbers 289 



Inhalt XXni 

Seite 

E. C. C. Balt. The distillation of liqaid air and the composition of 

the gaaeous and liqaid phases. (2 Arb.) 290 

6. F. M. FiBLDiKG. DisÜUation without bumping 291 

Victor J. Ghambebb und Joseph O. W. Fbazeb. Ueber ein Minimum 

in der molecnlaren Gefrierpunktsemiedrigung des Wassers durch 

gewisse Säuren und Salze 291 

BUDOLF Kbüoeb. Die Condensation der permanenten Gase 291 

WiLLBTT L. Habdin. The rise and development of the liquefaction of 

gases 291 

B. DSSSAU. Gas compressi e liqaefatti 292 

WiLLBTT L. Habdin. Die Verflüssigung der Gase, geschichtlich ent- 
wickelt 292 

J. Dewab. Liquid Hydrogen 293 

H. W. Tbavbbs. On liquefaction of hydrogen 293 

G. 8. Kbwth. The liquefaction of a gas by .selfcooling'' 293 

F. Caübet. Sur la liquefaction des mölanges gazeux (OHgCl und 00,) 293 
Sur la liquefaction des m^langes gazeux anhydride carbonique 

et anhydride sulfnreux 294 

Sur la liquefaction des mdlanges gazeux. Ghlorure de m^thyle 

et anhydride sulfureux 294 

Gboboes Claude. Sur la liquefaction de l'air par detente avec pro- 

duction de travail exterieur 295 

A. Lange. Some properties of liquid chlorine 295 

A. Gbütinow. üeber die Aenderung der Zusammensetzung flüssiger 

Luft bei der Verdunstung 295 

C. Linx>b. Die Anwendbarkeit flüssiger Luft in der Technik 295 

Litteratur 296 

28. Calorimetrie. 

J. W. Mellob. Note on Bünsen'b ice calorimeter 297 

G. Massol. Sur un thermocalorimetre ä deversement 298 

U. Behn. Ueber die speciflsche Wärme der Metalle, des Graphits und 

einiger Legirungen bei tiefen Temperaturen 298 

W. A. Tilden. On the specific heat of metals and the relation of 

specific heat to atomic weight 299 

W. BONTBCHBW. Die Abhängigkeit der specifischen Wärme des festen 

Aluminiums von der Temperatur 300 

Bnif. VAN AUBEL. Üeber die specifischen Wärmen von Legirungen . . 301 

Kabl Puschl. Dasselbe 301 

B. 0. Peibcb and R. W. Willson. Specific heat of marble 302 

G. Fleubt. Chaleura specifiques de quelques substances organiques . . 303 
H. BODEWALD und A. Kattbin. Die specifische Wärme der Weizen- 
starke als Function ihres Wassergehaltes und der Temperatur . . . 303 

£. LÜDiN. Die Abhängigkeit der specifischen Wärme des Wassers von 

der Temperatur 303 

£. E. Gbiffiths. La chaleur specifique de Teau 305 

H. T. Babnes. On the capaoity for heat of water between the freeziog 
and boiling points, together with a determination of the mechanical 
equivalent of heat in terms of the international electric units . . . 305 

£. VAN AuBEL. Bemerkung zu der Mittheilung des Herrn W. Fbancis 
Maoib : «Ueber die specifische Wärme von , Lösungen , die keine 
Elektrolyte sind" 306 



XXIV iDlialt. 

»elte 
H. Teüdt. Ueber die Aenderung der specifischen Wärmen wässeriger 

Salzlösungen mit der Temperatur 306 

Karl Füschl. Ueber die speciflsche Wärme chemischer Yerbindnngen 308 
H. BOBDIBR. Chaleur sp^cifique du sang 308 

A. Battelli. La chaleur sp^cifique des gaz 308 

H. B. DixoN and F. W. Bixon. Specific heat of gases .'at high tempe- 

ratures 809 

B. CozzA. Sur Thygrom^tre k d^tente et son application a la mesure 

«« y (= ?) "^ 

A. Flieoner. Die Molecuiarwänne mehratomiger Gase 310 

St. Meybb. Ueber die Additivität der Atomwärmen • 312 

F. BiCHABZ. Theorie des Gesetzes von Düloko und Petit 313 

H. E. Staplbton. Eine Ausdehnung des Gesetzes von Dulono und 

Petit 314 

Mathias. Sur le rapport de la chaleur de Vaporisation interne ä la 

difference des density 314 

U. Behn. Ueber die Sublimationswärme der Kohlensäure und die Ver- 

dampfungswärme der Luft 314 

W. LOüGüiKiNE. j:tude des chaleurs latentes de Vaporisation de quelques 

nitriles et autres substances de la ohimie oi*ganique 315 

Litteratur 316 



24. Verbreitung der Wärme. 
24t a. W&rmeleltnng« 

E. BiECKE. Ueber das Verhältniss der Leitfähigkeiten der Metalle für 

Wärme und für Elektricität 316 

£. Grünbisen. Ueber die Bestimmung des metallischen Wärmeleitver- 
mögens und über sein Verhältnifls zur elektrischen Leitfähigkeit . . 317 

M. Bbinganüm. Theoretische Bestimmung des Verhältnisses von Wärme- 
und Elektricitätsleitung der Metalle aus der DBüDS'schen Elektronen- 
tlieorie 317 

T. C. Baillie. On the absolute thermal condnctivity of nickel .... 318 

A. BiETZSCH. Ueber die thermische und elektrische Leitfähigkeit von 

Kupfer-Phosphor und Kupfer- Arsen . . . .' 319 

H. Hall. Concerning thermal conductivity in iron 319 

On the thermal and electrica! conductivity of soft iron ..... 320 

A. BcHWEiTZEB. Ueber den Einfluss der Magnetisirung auf das Wärme- 

leitungsvermögen des Eisens 320 

L. HoLBOBN und W. Dittendbeoeb. Ueber den Wärmedurchgang durch 

Heizflächen 321 

B. O. Peibce and R. W. Willson. On the thermal diflFusivities of 

diflFerent kinds of marble 321 

J. SoHUBEBT. Zur Theorie der Wärmeleitung im Erdboden 321 

Gh. H. Lees. On the thermal conductivities of mixtures and of their 

constituents 322 

M. H. Benabd. ifltude exp^rimentale des courants de convection dans 

une nappe liquide. — Regime permanent: tourbillons cellulaires . . 322 
P. A. Eckbblein. Ueber die Wärmeleitungsfähigkeit der Gase und ihre 

Abhängigkeit von der Temperatur (bei tiefen Temperaturen) . . . 32o 



Inhalt. XXV 

Seite 

Egon Müluib. Die Abhängigkeit des WärmeleitungscoeMcienten der 

Luft von der Temperatur 824 

£. Gbhbcke. üeber die Wärmeleitung verdünnter Oase, mit einer Ein- 
leitung von £. Warbübg 825 

G. MAGKANim und V. Zünino. Sopra il comportamento della conduci- 
bilit^ termica dei vapori rossi in rispetto a variazioni di tempera- 

tura e di pressione . . . 325 

Litteratur 826 

24 b. Wärmestrablang. 

0. LüMMEB. Le rayonnement des corps noira 326 

W. WiBN. Lee lois th^riques du rayonnement 327 

Die Temperatur und Entropie der 8ti*ahlung 827 

£. PBiNOSHBnf. Sur r^mission des gaz 328 

H. A. IjObbktz. The theory of radiation and the second law of thermo- 

dynamics 328 

J. T. BOTTOMLET and J. 0. Beattib. Thermal radiation in absolute 

measure . : 828 

M. Thibsbn. Ueber daß Gesetz der schwarzen Strahlung 329 

£. PBiKGSHBiH. Die Strahlungsgesetze und ihre Anwendungen .... 330 
Ueber die Gesetze der schwarzen Strahlung nach gemeinschaft- 
lich mit LüMMEB ausgeführten Versuchen 330 

W. WiBV. Zur Theorie der Strahlung schwarzer Körper. Kritisches . 330 

M. Plavck. Ueber irreversible Strahlungsvorgänge 331 

J. D. VAK DBB Waals juu. Ou the relation between radiation and 

mo]ecular attraction 382 

Statistische Behandlung der Strahlungserscheinungen 882 

Batleigh. Reraarks upon the law of complete radiation 382 

£. PiOABD. Sur r^quilibre d'une surface fermee rayonnant au dehors . 333 

P. G. NüTTiNG. The complete emission functiou 334 

E. YiLLABi. Bemerkungen za einer Arbeit von F. Kublbaum über das 

Emissionsvermögen 884 

F. Kublbaüm. Ueber einen Prioritätsanspruch von Herrn E. Villari 334 

K. T. Fisch BB. A simple experiment on thermal radiation 385 

KicHOLS. On visible radiation from carbon 335 

F. KüBLBAüM. Temperaturdifferenz zwischen der Oberfläche und dem 

Innern eines strahlenden Körpers 335 

H. WAKinsB. Photometrische Messungen der Strahlung schwarzer Körper 336 
Ueber eine photometrische Methode zur Bestimmung hoher Tem- 
peraturen •. . 337 

H. RüBEFS und F. Kublbaüm. Ueber die Emission langwelliger Wärme- 
strahlen durch den schwarzen Körper bei verschiedenen Tempera- 
turen 337 

H. Plavob. Ueber eine Verbesserung der WiEK'schen Spectralgleichung 837 
Zur Theorie des Gesetzes der Energievertheilung im Normal- 
spectrum 338 

Entropie und Temperatur strahlender Körper 338 

Kritik zweier Sätze des Herrn W. Wibk 339 

0. LüMMKB und £. PBIN68BEIM. Ueber die Strahlung des schwarzen 

Körpers für lange Wellen 389 

und B. Jabkkb. Ueber die Spectralgleichung des schwarzen Kör- 
pers und des blanken Platins 340 



XXVI Inhalt. 

Seite 
O. LüMHEB und £. PBIKG8HEIM. Kotiz ZU uDflerer Arbeit: Ueber die 

Strahlung eines „ schwarzen ** Körpers zwischen 100^ und 1300^ C. . 341 

A. Cbova. Bar la constante solaire 341 

K. Anqstböm. Ueber die Bedeutung des Wasserdampfes und der Kohlen- 
säure bei der Absorption der Erdatmosphäre 341 

E. L. NicHOLS. Preliminary Note on the efficiency of the acetylene 

flame 342 

B. E, LiBSBGANG. Thermographie 342 

Litteratur . 342 



Fünfter Abschnitt. 

Elektrioitätslehre. 

25. Allgremeine Theorie der ElektricUät und des Magnetismas. 

O. M. CoBBiNO. SuUe conseguenze del principio della conservazione deir 

elettricita : 347 

H. Langbb. Ueber die mechanischen Frincipien der modernen Elektri- 

citätslehre. H. Theil 347 

W. H. Julius. Bemerkungen über einige Grundsätze der Elektricit&ts- 

lehre 347 

P. Dbude. Zur Elektronentheorie der Metalle. (2 Arb.) 348 

Dasselbe 349 

C. H. Wind. Ueber das Feld langsam bewegter Elektronen 350. 

W. Kaufmann. Ueber die Bchwingungsamplitude der Elektronen ... 350 

W. Voigt. Ueber das elektrische Analogon des Zbexan- Effectes . . . 350 

W. Mc F. Obb. Oousiderations regarding the theory of electrons . . . 351 

Bobebt y. Lieben. Zur Frage nach dem Gewichte des Elektrons ... 351 

H. PoiNCARE. La th^orie de Lobentz et le principe de r^action . . . 352 

H. A. Lobentz. Ueber die scheinbare Masse der Ionen 352 

Max Planck. Ueber die von einem elliptisch schwingenden Ion emit- 

tirte und absorbirte Energie 353 

Lord Kelvin. On the duties of ether for electricity and magnetism . . 354 
Transmission of force 354 

A. BCHUSTEB. On Electric Inertia and the Inertia of Electric Ck)nyection 354 
H. A. BowLAND, N. E. Gilbert, P. B. Mc Junckin. Besistance to 

ethereal motion 355 

B. A. Fessenden. A determination of the nature of the electric and 

magnetic quantities and of the density and elasticity of the ether 355 

P. DE Hebn. Les tourbillons et les projections de Tether 356 

Die Projectionen des Aethers 356 

und DWELSHAU WEBS - Debt. Die Wirkung der Aetherstösse auf 

die Vei*theilung der elektrischen Ladung eines Isolators 356 

J. H. Jeans. The striated electrical discharge 357 

George W. Walker. On the distribution of a gas in an electrical field 358 
A. Petbowsky. Ueber die Vertheilung des Potentials in einem nicht 

homogenen Medium. (2 Arb.) 358 

Fb. Büttneb. Studien über die GBSEN'sche Abhandlung: Mathematical 

investigations conceming the laws of the equilibrium of fluids (1832) 359 
N. BouLG AKOPF. Bur rint^gratlon de l'^quation des osclUations ölec- 

triques par un annean 360 



Inhalt XXVII 

Seite 
H. M. Macdovald. Demonstration of Gbben's formula for electric den- 

nty near the vertex of a right cone 360 

E. W. H0B8OK. On Gbexn'b fünction for a circnlar disc, with appli- 

cationa to electrottatic probleniB 860 

Broca. Snr lea surfaces de diBcontinnit^ des champs de vectenr . . . 360 

J. B. POMET. Force ^ectrique nur Tunit^ de surface 361 

N. HB8EHU8. Gleichheit der Dimensionen des elektrischen Potentials 

und der Oberflächenspannung 361 

60UY. 8ur les propri^t^s ^lectrocapillaires de m^langes et la Tiscositd 

electrocapillaire 361 

£rk8t Nbumakn. Ueber die BoBiN'scbe Methode zar Bestimmung des 

elektrostatischen Potentials 362 

B. MswBS. Die Fabadat - HAXWBLL'Bche Theorie im Lichte der Bell- 

MBiBB-HXLMHOLTz'schen AbBorptionBtheorie 362 

P. 8. Wbdbll-Wedellbbobo. Ueber Potntivg'b Theorem 362 

Akton Schbte. Erwiderung auf die „Antwort** des Herrn Wboell- 

Wbdbllsbobg 363 

F. 8. Wedell-V^edbllsbobg. Widerlegung eines sehr allgemeinen und 

wichtigen Satzes der modernen ElektricitStslehre 363 

6. MiB. Ein Beispiel zum PoYKTiNG'schen Theorem 363 

W. Wien. Ueber mögliche Aetherbewegungen 363 

G. MlB. Dasselbe . . . . ' 364 

Ueber die Bewegungen eines als flüssig angenommenen Aethers . 364 

Emil Kohl. Ueber die STEVAN'sche Entwickelung der MAXWBLL'schen 

Gleichungen für gleichartige Mittel und ihre Voraussetzungen . . . 864 

Q. Majobaka. Suiratrazione fra metalli eterogenei 364 

Alfokso Sblla. Sulla forma della superficie libera dl un liquido pesante 

in presenza dl un corpo elettrizzato 365 

B. Mbwbs. Beitrag zur Erklärung des OHM'schen Gesetzes 365 

A. F. BmrnBLL. Ueber das OHM'sche Gesetz .' 366 

F. KoHLBAüSCH. Die Energie oder Arbeit und die Anwendung des 

elektrischen Stromes 367 

A. Pbbot. Snr T^nergie des courants 367 

A. POTIBB. DasBelbe 367 

S. H. BuBBüBT. On the vector potential of electric currents in a field, 

where disturbances are propagated with flnite yelocity 368 

Tb. DES COüDBES. Zur Theorie des Kraftfeldes elektrischer Ladungen, 

die sich mit Ueberlichtgeschwindigkeit bewegen 368 

Y. A. Julius. Sur l'action subie par un conducteur cbarg^ dans un 

ehamp d'intensit^ constante 368 

DÖBGB. Die magnetische Energie eines Systems elektrischer Ströme . . 368 

A. Batschinbki. Zur dynamischen Theorie der Elektricität 369 

Ch. EUG. GüTB. Gontributions ä l'^tude de la propagation des courants 

polyphas^s • 369 

C. F. GuiLBBBT. Representation des fonctions p^riodiques complexes a 

Taide des imaginaires 370 

8. P. Thompson. Ueber die magnetischen Bilder und ihre Anwendung 

auf die Theorie der Drehfeldmotoren 370 

Thomas R. Ltlb. Currents in brancbed and in mutually inducing circuits 

prodnced by harmonically varying electromotive forces 370 

H. 81RX DE ViLAB. Sur Texpression de la puissance avec la ni^thode 

des grandeurs imaginaires 370 

Emil Cohh. Das elektromagnetische Feld 371 



XXVm Inhalt. 

Seite 

Auguste Righi. Les ondes hertziennes 371 

J. D. VAN DEE Waals. Equations in which fuoctionB occnr for different 

values of the independent variable 371 

P. Drude. Zar Geschichte der elektromagnetischen Dispersionsgleichungeu 371 

G. Mis. Elektrische Wellen an zivei parallelen Drähten 372 

Auguste Biohi. Sur les ondes 61ectromagn^tiques d'un ion vibrant . . 373 

M. Abraham. Elektrische Schwingungen in einem frei endigenden Draht 373 

H. Abraham. Les mesures de la vitesse v 374 

O. J. LoDOB and B. T. Glazebrook. Experiments . on the oscillatory 

discharge of an air condenser, with a determination of „v** . . . . 375 

A. TuRFAiN. Becherches exp^rimentales snr les oscillations electriques 375 
0. Gutton. Vitesse de propagation des ondes electromagn^tiquee dans 

le bitume et le long de fils noy^s dans le bitume 375 

— ^— Sur la propagation des ondes ^lectromagn^tiques *.. . 376 

B. Blondlot et C. Gutton. Sur la determination de la vitesse de pro- 

pagation des ondulations ^lectromagn^tiques 376 

W. B. Morton. On some cases of propagation of electric osciUations 

along a number of parallel wires 376 

A. LiNDBMAHN. Untersuchungen über die Beeinflussung der Länge der 

von einem BiGHi'schen Erreger ausgesandten elektrischen Wellen 

durch Drähte, welche der Primärleitung angehängt werden .... 377 
H. Lamb. Zur elektromagnetischen Theorie der auswählenden Absorption 

des Lichtes in einem Gase 378 

P. DE Heen. De la transparence de divers liquides pour les oscillations 

6lectro9tatiques 378 

und Dwelshauwers-Dery. Eine neue Art elektrischer Wellen 

und die Absorption derselben durch Flüssigkeiten 379 

E. Branly. Absorption des radiations hertziennes par les liquides. . . 379 
P. DE Eben. Die elektrostatischen Oscillationen erzeugt unabhängig 

vom Phänomen von Hertz 379 

A. TURPAIN. Lois exp^rimentales de la propagation des ondes dans les 

dielectriques et leur Interpretation 379 

Edwin H. Barton. Louis Lownds. Beflexion and transmission by con- 

densers of electric waves along wires 379 

J. KosONOGOW. Ueber die elektrische Dispersion 380 

Harriet Brooks. Damping of electrical oscillation 381 

A. Sadowski. Ueber die Grenzbedingungen in der Frage nach den pon- 

ileromotorischen Wirkungen elektromagnetischer Wellen und Licht- 
wellen auf Krystalle 381 

G. W. Pieroe. Ueber die Verwendung des Badiomikrometers zur Messung 

kurzer elektrischer Wellen , 381 

W. BiEOON VON CzuDNOCHOWSKi. Ein einfaches Belais zu Versuchen 

mit elektrischen Wellen 382 

O. ViOL. Mechanische Schwingung elektrisch leuchtender Drähte ... 382 

Albert Turpain. Sur Pötat 61ectrique d'un r^sonateur de Hbbtz 

en activit^ 882 

Sur la distribution ^lectrique le long d*un r^sonator de Hertz en 

activite 382 

;&tude experimentale sur le resonat«ur de Hertz 382 

B. SwYNGEDAUW. Sur P^tude experimentale de Texcitateur de HbbTz 383 
Edouard Branly. Absorption des radiations Hertziennes par les liquides 383 
M. J. PupiN. Long electrical waves, with expenmental demonstrations 384 



Inhalt. XXIX 

Seite 
Th. Tomhasina. Ueber einige darch den Erregerdraht HsBTZ^scher 

bellen erzeugte photochemische Wirkungen 384 

Schaltung zur Verstürkung elektrischer Wellen 384 

F. Cahpakils und G. Oiohme. Beitrag zur Kenntniss der Cohärer . . 385 
£. Draoo. Bioerche relative all' azione delle onde acustiche sui coherer 385 
Th. Tommasina. B^ciamation de priorit^ et de nouvelles exp^riences 

sur Tauto-decoh^ration 386 

Sur Tauto-d^coh^ration du charbon et sur l'applicatioii de cette 

d^eouverte aux appareils t^l^phoniques pour recevoir les signaux 

de la tel4graphie sans Als 386 

T. MizüNO. On tUe acUon of the coherer 386 

AUGU8TU9 Tbowbsioob. A new form of coherer 386 

Jos. HÄRDin. (Jnterauchungen über die Wirkungsweise des Fritters . . 387 

F. Campanile e G. Di Ciomho. Oontributo allo studio dei coherer . . 387 

A. Blondbl et G. Dobk^vitch. Bur la seusibilit^ maxima des cohöreurs 

employ^s pratiquement dans la t^l^graphie sans fils 388 

G. Fbbbie. Sur les coh^reu» däcoh^rents et sur un essai de th^orie 

des coh^reurs en g^neral 388 

Kabl £. GuTHB and Aüoüstus Tbowbeidqe. On the theory of the 

Coherer 388 

Cohärer 389 

S. Marcitgci. Azione eserzitata da uua corrente a basso potenüale sopra 

alcuni coherer quando questi ahbiano aoquistata la conducibilita . . 389 

E. Beanlt. Les radioconducteurs 389 

Accroissements de resistance des radioconducteurs 389 

C. TissoT. Sur Temploie de nouveaux radioconducteurs ponr la töle- 

graphie sans fil 390 

Communications par t^legraphie sans fil a l'aide de radioconduc- 
teurs k ^lectrodes polaris^es 390 

Radioconducteurs a ^ectrodes polaris^es 390 

W. BiBBKACKi. Verwendung der Glühlampe zur Demonstration der 

HsBTZ*scheu und MABCONi'schen Versuche 390 

Telegraphie ohne Draht nach dem System des Prof. BSAUN-Strassburg . 391 
JosBPB Vallot, Jban et Louis Lbcabme. £xperience8 de tdl^graphie 

sans til en ballon libre 391 

E. Guaeini Fobbsio. Transmission de r£lectricit^ sans fil 391 

TUEPAIK. Application des ondes 4lectriques a quelques problömes simples 

de telegraphie. Transmission duplex. Tei^phonie et telegraphie 

simoltanees 392 

A Blokdel. Sur la syntonie dans la teiegraphie sans fil 392 

Albert Turpaik. Transpaissioqs duplex et triplex par ondes eiec- 

triques 392 

C. GuARiNi et F. PoNCELET. Experience de teiegraphie sans fil, avec 

le Corps humain et les ecrans metalliques 392 

Tejegraphie sans fil avec repetiteurs. Inconvenients des 

relais successifs Guarini 398 

Versuche über HERTZ'sche Teiegraphie mit Telephonempfänger 393 

B. Tomxasi. . Dispodtif destine a empecher Tinterception des depeches 

dans la Teiegraphie sans fil 393 

Tb.Tommasina. Sur retude des orages lointains par Telectroradiophone 393 

Ueber die Selbsten tfrittung der Kohle und über die Anwendung 

dieser Entdeckung auf telephouische Apparate zum Auffangen der 
Zeichen bei der drahtlosen Teiegraphie 8'J4 



XXX Inhalt. 

fleit« 

E. Mebcadieb. Sur la ' r^alisation des r^sultats de la th^orie g^n^rale 

des petita mouvements par Temploi de monvemeuts ^lectriques . • 394 
POPOPF et DucBBTET. Application directe d'un r^cepteur t^l^plionique 

a la t^l^graphie sans Ül 394 

Paul Jegou. Appareil pour localiser les depeches dans la t^l^graphie 

Sans fil 395 

W. BiEGON V. CzüDNOCHOWSKi. Eine einfache Gerberanordnang für 

Demonstrationen zur Funkentelegrapbie 395 

F. H. Glew. Anwendung von drahtlosen elektrischen Wellen zur In- 

betriebsetzung photographischer Apparate und zu Blitzaufnahmen 

bei Tageslicht 395 

Blondel et Ferbie. Etat actuel et progres de la t^I^aphie sans fil 

par ondes hertziennes 395 

Bas SLABY-ABCO*sche System der Funkentelegrapbie 396 

G. Marooni. Progr^ r^cents dans la t^l^graphle sans fll 896 

Neue Patente für das Telegraphiren ohne Draht 396 

Ph. £. Shaw. Some Lecture Experiments illustrating Syntony .... 397 

J. HÄBDEN* Die Apparate zur Telegraphie ohne Draht 397 

Jahieson u. Tbotteb. Steuerung von Torpedos mit Hölfe elektrischer 

Wellen 397 

W. Weileb. Dielektricum, Isolator und Leiter 397 

y. Kabpen. Appareil represeutant m^caniquement les ph^nom^nes pr6- 

sent^s par les condensateurs 398 

H. Pellat et F. Beaülabd. De T^nergie absorb^e par les conden- 
sateurs soumis a une diff^rence de potentiel sinuso'idale 398 

E. Bergwitz. Das doppelt angewandte KEBB'sche Phänomen als Hülfs- 

mittel für die Vergleichung von Capacitäten und Selbstinductionen 398 

G. A. Hbmsalech. Sur Tinfluence du fer sur la d^charge d'un conden- 

sateur ä travers d'une bobine de self-induction 399 

A. Rüssel. How condenser and choking-coil euiTents vary with the 

shape of the wave of the applied E. M. F 399 

Ch. Eüg. Güte. Sur la capacit^ des conducteurs sym^triques soumis a 

des tensions polyphas^es 400 

P. Sacebdote. Les d^formations ^leetriques des dielectriques solides iso- 
tropes ' 400 

M. Cantone e F. Sozzani. Nuove ricerche alla deformazione dei con- 

densatori 401 

P. DuHEM. Sur la d^formation des dielectriques polaris^s 401 

F. Beaülabd. Sur rhyst^r^sis et la viscosit^ des dielectriques 401 

H. Pellat. Des dielectriques et de leur Polarisation reelle 402 

F. Beaülabd. Sur l'hysteresis dieiectrique 402 

L. M. Potts. Electric absorption in condensers 402 

On Rowland's new method for measuring electrio absorption, 

and losses of energy due to hysteresis and Foücaült currents, and 

on the detection of short circuits in coils 403 

Loüis T. MOBE. On the supposed elongation of a dielectric in an elec- 

trostatic field 403 

KÄMMEBEB. Die Dielektricitätsconstanten in ihrer Bedeutung für die 

Theorie der Elektricität und in ihrer experimentellen Bestimmung . 403 
A. AüGüSTiK. Ueber die Dielektricitätsconstanten und ihre Beziehungen 

zur Dissociation nicht leitender organischer Körper 403 

G. Ebcoliiu. Variazione della costante dielettrica del vetro per la tra- 

zione meccanica 404 



Inhalt. XXXI 

Seit« 

Caltbbt. BielektricitätBConstante des Wasserstoffsuperoxyds 404 

J. W. Brühl. Notiz über Wasserstofifhyperoxyd 404 

C. GiTTTON. Snr la constante di^lectrique et la dispersion de la glace 

poor les radiations ^lectromagn^tiques 404 

6. Bebnard Txtbnbb. Ueber die Dielektrieitätsconstanten reiner Flüssig- 
keiten . 405 

N. Hbsbhgb. Bielektridtätsconstante und Oberflächenspannung für Qe- 

mische von Aether und Chloroform, sowie von Alkohol und Wasser 405 
£. B. T. Sohwbidlbr. Ueber das Verhalten flüssiger Dielektrica beim 

Durchgange eines elektrischen Stromes 405 

£. BOüTT. Die Oase als Dielektrica 406 

Les gaz envisag^s comme di^lectriques 406 

Sur la coh^sion di^letrique des gaz 406 

Coh^sion di^Iectrique et champs explosifs 406 

Sur la coh^sion di^lectrique des gaz et des vapeurs 407 

Litteratur 407 

26. Qaellen der Elektricität. 

Contact electricity 411 

LODOE. On the controversy concerning Yolta's contact force 411 

Jaqadis Crundbb Bosb. On the periodicity in the electric touch of 

cbemical elements 411 

On electric touch and the molecular changes produced in matter 

by electric t^raves 412 

A. 8. Hebschbl. Electricities of Stripping and of Oleavage 412 

Max Frank. Ueber das Princip der natürlichen Elektrisirung .... 412 
H. Ebbrt u. B. Hoffmann. Versuche mit flüssiger Luft. A. Elektri- 

citätserregnng durch flüssige Luft 412 

V. y. Lang. La force contre-electromotrice de l'arc electrique 413 

Hans Bbnnbobf. Notiz über die photoelektrische Empfindlichkeit des 

Eises 413 

K. Zakbzewski. Ueber die durch Bewegung einer Flüssigkeit in einer 

versilberten Glasröhre hervorgerufene elektromotorische Kraft . . . 413 
A. Gabbasso. Zwei Modelle für einen elektrischen Entladungsvorgang 

in Gasen 414 

P. Lenabd. Ueber die Wirkungen des ultravioletten Lichtes auf gas- 
förmige Körper 414 

Ueber die Elektricitätszerstreuung in ultraviolett durchstrahlter Luft 416 

W. LEBBNDIN8B3J. Ueber die Wirkungsart des ultravioletten Lichtes 

auf die Entladung zwischen Spitze und Kugel . . . 416 

A Sella. Zur Demonstration des Einflusses des ultravioletten Lichtes 

auf die elektrische Funkenentladung 416 

AüGUSTüB D. Wallbb. Entstehung der elektromotorischen Kräfte in 

lebenden Substanzen unter der Wirkung des Lichtes 417 

J. J. Thomson. Some experiments on the electrical properties of a mix- 

tore of hydrogen and chlorine 417 

P. CüBis et M. P. CüBiE. Sur la Charge Electrique des rayons d^viables 

du radium 417 

P. YiLLABD. Sur les gaz de la flamme comme des Egaliseurs de 

potentlel *17 

J. Stabk. Ueber das Zustandekommen der unipolaren Entladung an 

glühenden Körpern 416 



XXXII Inhalt. 

Seite 
J. Stark. Ueber die inneren Gaaströme und die Zerstäubung der Kohle 

in Glühlampen *18 

P. DE Hbbn. B^ponse k M. E. Yillabi Bur Tobjection faite 4 ma con> 

clusion relative a la decharge produite par les gaz infra ^lectris^s . 418 
W. C. Hendebson. On eiectrlcal eflfects due to evaporation of sodinm 

in air and other gaaes 419 

J. Elster u. H. Gbitbl. Beiträge zur Kenntniss der atmosphärischen 

Blektricität 419 

d'Arsonval. Exploseur rotatif et dispositifs divers pour la production 

de puissants courants k haute fr^quence - ... 420 

liitteratur 420 

27. Elektrostatik. 

A. Miller. Theoretisches über einen Influenz versuch 421 

W. Schaffers. Sur la production des fantömes electrostatiques dans 

les Plaques sensibles (3 Arb.) 421 

F. J. Boqers. A method of studying electrostatic lines of force ... 421 

H. Walsham. Photography of the static discharge 421 

K. BÜRKER. üeber ein Dreipul vergemiech zur Darstellung elektrischer 

Staubfiguven 422 

L. Graetz. Ueber die QüiNCKE'schen Rotationen im elektrischen Felde 422 

Alessandro Artom. Elektrostatische Drehungen flüssiger Dielektrica . 423 

G. W^ Walker. On the distribution of a gas in an electrical field . . 424 
R. Schenk. Chemische Vorgänge im elektrostatischen Felde ..... 425 

A. Orgler. Zur Kenntniss des Funkenpotentials in Gasen 425 

G. C. Schmidt. Ueber den Einfluss der Temperatur auf das Potential- 
gefälle in verdünnten Gasen 427 

B. J. Strutt. On the least potential difference required to produce 

discharge trough various gases 428 

A. Pochettino e A. Sella. Sulla pretesa perdita di carica elettrica 

per evaporazione 429 

J. C. Beattie. Researches into the leakage of elektricity from cbarged 

bodies at moderate temperatures 430 

W. Graiq Hendebson. Experiments to determine whether a liquid 

when electrified loses any portion of its Charge by evaporation . . 430 
G. T. B. Wilson. On the leakage of electrlcity trough dust-free air . . 431 
H. Geitel. Ueber die Elektricitätserzeugung in abgeschlosseneu Luft- 

mengen 431 

J. Elster u. H. Geitel. üeber Elektricitätszerstreuung in der Luft . 482 
M. Brilloüin. Origine, variations et perturbations de l'^lectri<;it^ atmo- 

sph^rique 433 

G. Schwalbe. Lieber die experimentelle Grundlage der ExNSR'schen 

Theorie der Luftelektricität 433 

A. A. Petrovsky. Sur la mesure de la capacit^ dans un milieu h^t^ro- 

gene 434 

K. V. Wesendonk. Einige vergleichende Versuche über Tropfen- und 

Flammencollectoren . . . . ! 4S4 

H. Pflaum. Ueber ein Vacuumelektroskop 434 

G. L. Addenbbooke. Quadrantenelektrometer für Wechselstrom . . . 435 
GoüY. Sur les functions ^lectrocapillaires des solutions aqueuses . . . 435 
L. Hermann und M. Gildemeister. Untei-suchuogen über die Eigen- 
schaften und die Theorie des Capillarelektrometers 436 



Inhalt. XXXIII 

Seite 

W. SiKTHOVEH. Beitrag zur Theorie des Capillarelektrometen .... 437 

Eine Vorrichtung, zum Registriren der Ausschläge des Lippmakh- 

schen Gapillarelektrometers 437 

A. B. Cbaüveaü.- Sur la {[Aviation limite de. T^lectrom^tre k qnadrants 437 

Litteratur 438 

2S« Batterleentladnng* 

H. Abbabam et J. Lekoihb. Periode d'ötablissement de l'^tincelle 41ec- 

trique. La dur^e totale 438 

G. Baljasnl Untersuchung des elektrischen Funkens mittels eiuer be- 
weglichen Linse 489 

Karl Pbzibbam. Vorläufige Mittbeilung über die photographische Auf- 
nahme der elektrischen Entladung auf rotirende Films 439 

C. C. BcBBNCK. Some propertles of tbe electric spark and its spectrum 440 

W. NicoLAJEW. lieber einige Wirkungen des Entladungsfunkens ... 441 

P. Cabdani. Sulla resistenza deUe scintille 441 

£. Haschee u. H. Mache. .Pressure in the spark 442 

Druck und Temperatur im elektrischen Funken 442 

W. J. Hümphbetb. Spark-length as modifled by solid dielectrics . . . 443 

Spark-length of an electric influence machine, as modified by a 

small spark from the negative side 443 

W. Lbbedikski. Zwei Fälle einer Wirkung des ultravioletten Lichtes 

auf den Funken 443 

Ekkst Bühueb. Ueber eine welleu förmige Bewegung elektrischer 

Funken 444 

N. Hesehüs. Ueber den Kugelblitz 444 

Elektrische Flamme und Kugelblitz ^ 445 

Th. Iitdbixbon. Kugelförmige elektrische Funken 445 

K. B. Johnson. On tbe spark due to the break of an electric current . 446 

W. Stsohbolajevf. Ueber Funkenentladungen eines Condensators . . 446 
P. Lebedew. Bemerkung zur Abhandlung W. Stscheglajbfv's ,Ueber 

Funkenentladnngen eines Condensators" 44,6 

P. ViLLABD. Sur la d^charge des corps ^lectris^s et la formation de 

Tozone 447 

DB Eben. Sur la d^charge des corps ^lectris^s 447 

J. J. Thomson. Les d^charges ^lectriques dans les gaz 447 

K. B. Johnson. Oonstanz oder Inconstanz des Funken potentials .... 448 
£. Wabbubo. Ueber die Spitzenentladung. Dritte Mittbeilung .... 448 
Ueber die Bildung des Ozons bei der Spitzenentladung in Sauer- 
stoff 451 

£. Knoblauch. Beitrag zur Kenntniss der SpitzenstrahJung aus einem 

Teslapole 451 

R. SwTNOEDAUW. Sur le retard de d^charge 452 

Sar le retard de d^charge et certaines experiences de M. Wab- 

BÜBG 452 

E. Wabbubo. Ueber die Wirkung der Strahlung auf die Funkenent- 
ladung 453 

Max Toepler. Ueber eine schraubenförmige Entladung 454 

Ueber die -Abhängigkeit des Charakters elektrischer Dauer- 

entladang in atmosphärischer Luft von der dem Entladungsraume 
continuirlich zugefuhrten Elektricitätsmenge. Nebst einem Anhange 

zur Kenntniss der Kugelblitze 454 

Portschr. d. Phy». LVl. 2. Abth. III 



XXXIV Inhalt. 

8«it« 
J. J. Thomson. The geneais of the ions in the dlBcharge of electricity 

through gases 456 

A. Straoliati. lieber den Einflnss der 'Strahlungen auf die Schlag- 

weiten in der Luft 456 

Kabl Przibbam. Beiträge zur Kenntniss des verschiedenen Verhaltens 

der Anode und Kathode bei der elektrischen Entladung 457 

H. MoBRis-AiBET. Ein Versuch zur Hypothese der elektrolytischen Lei- 
tung in QEISSLEB-Böhren 458 

J. J. Thomson. On Mr. Mobbis-Aibet'b paper on electrolytic conduc- 

tion in gases 458 

J. Stabk. Ueber elektrostatische Wirkungen bei der Entladung der 

Elektricität in verdünnten Gasen 459 

H. B. J. Stbütt. On the discharge of electricity through argon and 

helium 460 

L. Kallib. Ueber den Verlauf des Unterbrechungsfunkens im Wechsel- 
stromkreise bei Metallelektroden, insbesondere bei Quecksilberelek- 
troden . . . . • 460 

Litteratur 461 

29« Galranische Ketten* 

AUGUSTO BiGHi. VOLTA c la pila 462 

LüCiEN PoiNCABE. Quelques remarques sur les th^ories de la pile 

volta'ique 462 

M. CoüETTE. Sur la th^orie osmotique des piles 462 

Exp^riences favorables a la th^orie de M. "W. Nebnst 464 

B. A. Lehfeldt. Elektromotorische Kraft und osmotischer Druck ... 465 

Henby S. Cabhabt. Thermodynamics of the Voltaic cell 465 

QüiBiNO Majobana. Sulp eflfetto Volta e su di un nuovo metodo per 

misurarlo 466 

Influenza dello stato superficiale, e delle hasse temperature snir 

effetto VOLTA 466 

Fbedebick S. Spiebs. Contact electricity 468 

N. T. M. Wilsmobe. Ueber Elektrodenpotentiale 469 

W. Nebnst. Dasselbe 471 

W. Ostwald. Ueber die absoluten Potentiale der Metalle nebst Be- 
merkungen über Normalelektroden 471 

T. Sidney-Moobe. The reversibility of galvanic cells 471 

B. LuTHEB. Ueber Üxydations- und Beductionsketten 472 

A. Oampetti. Sulla diiferenza di potentiale tra un sale solido e una 

Holuzione 472 

BoTTB. Sur les ditferences de potentiel au contact entre le mercure et 

les cblorures de potassium et de sodium 473 

H. B. Wyss. Experimentaluntersuchungen über die Abänderung elektro- 
motorischer Kräfte im Magnetfelde 473 

Alfbed Thiel. Das Potential des Silbers in Mischungen von Brom- 
silber und Bbodansilber 474 

— — Umkehrbare Elektroden zweiter Art mit gemischten Depolari- 

satoren 474 

J. LiviNGSTON E. MoBGAN u. W. L. HiLDBUBGH. Ein Verfahren zur Be- 
stimmung der elektrischen Leitfähigkeit mit Gleichsti'öminstrumenten 476 
Loüis \V. Austin. A modification of Mangels method of determining' 
battery resistance 476 



L 



Inbalt. XXXV 

Seite 
F. KiBCHSTADTEB. Einheitliche Bezeichnung der Elektroden von gal- 
vanischen Elementen und Accumalatoren 477 

F. Habeb. Ueher eine von H. LüoaiN angegebene Anordnung des Ge- 

föllsdrahtes für Polarisationsmessangen 477 

IGKAZ Klembnciö. üeber den inneren Widerstand des Weston- 

Elementes 477 

Ebkst Cohen. Thermodynämics of Standard cells 478 

Dasselbe (2 Arb.) . 479 

The metastability of the WESTON-Cadmium cell and its insui- 

tability as Standard of electromotive force 480 

The WESTON-Cadmium cell 481 

W. JÄOEB u. St. Lindbck. üeber das WESTON'sche Cadmium-Element. 

Erwiderung auf eine Bemerkung des Herrn E. Cohen 482 

H. T. Babnbs. The Weston cell as a transition cell and as a Stan- 
dard of electromotive force, ytith a determination of the ratio to 

the Clabk cell 482 

W. JÄOEB. üeber die Unregelmässigkeiten WESTON'scher Cadmium- 

Elemente (mit 14,8 proc. Amalgam) in der Nähe von 0® 483 

H. T. Babnes. In reply to a statement made by Dr. E. Cohen in a 

paper on the theory of the transition cell of the third kind ... 483 

On the in Version of the hepta- and hexahydrates of zinc jsulphate 

in the Clabk cell 484 

An hermetically sealed type of Clabk Standard cell 485 

W. JÄGEB. üeber Normalelemente 486 

W. Ostwald. Das Jacques Element 486 

W. L. HiLDBUBGH. Ein neues elektrolytisches Element zur Qleichrich- 

tung von Wechselströmen 487 

J. F. Hebbill. The influence of temperature, pressure, used Solutions 

and size of anodes on tbe deposit of silver voltameters 488 

Rudolf Höbeb. Platiuum catalysis: observations on gas cells .... 489 
Exil Bosb. Ueber Oasconcentrationskeiten mit und ohne Niveauunter- 
schied und eine neue Art von Gravitationselementen 489 

F.Dolezaleb. üeber den Temperaturcoefficienten des Bleiaccumulutors 490 
W. Nebnst und F. Dolezalek. üeber die Gaspolarisation im Blei- 

accumnlator 491 

Stbassbb u. Gahl. üeber die Gaspolarisation im Bleiaccumulator . . . 492 

CoMXKLiN u. YiAU. A. Bainvillb. Gasaccumulator 493 

Litteratur 493 

80« Galyanlsclie Httlfs- und Messinstramente. 

V. Bezold. üebsr die von Herrn Prof. Dr. Eschenhagen und Dr. 
Edleb in Potsdam ausgeführten Untersuchungen über den Einfluss 
elektrischer Strassenbahnen auf die erdmagnetischen Unter- 
suchungen 494 

J. Edleb. Untersuchungen des Einflusses der vagabundirenden Ströme 

elektrischer Strassenbahnen auf erdmagnetische Messungen .... 494 

K. T. FiscHEB. Magnetische Störungen durch die elektrische Strassen- 
bahn im physikalischen Institut der technischen Hochschule 
München 494 

A. W. BücEEB. On the Magnet Field produced by Electric Tramways 495 

B. T. Glazebbook. Notes on the Practical Applications of the Theory 

of Magnetic Disturbances by Barth Currents 495 

III* 



XXXVI Inhalt. 

Seite 
Tb. Moubeaux. Abscbiwäcbang des Einflusses indastrieller Erdströme 

auf das Erdfeld in magnetischen Observatorien 495 

J. Tbiohmüllbr. Ueber Metboden zur Verringerung der Gefahren 
vagabundirender Ströme bei elektrischen Bahnen , insbesondere die 

KAPP'sche Methode der Schienenentlastung . 495 

Christian ^äümlbk. Untersuchungen am EBERT-HOFFMAim'schea Hoch- 
spannungselektrometer 496 

A. ScHWABTZ. Ueber Untersuchungen am EBBBT-HoFFMANN^schen Hoch- 

spannungselektrometer 497 

Philip E. Shaw. An electric micrometer 497 

Menges. Yoltmetre et Amperem^tre a champ magn^tique r^glable . . 497 

B. E. MooBB. Polarisation and internal resistance of the copper volta- 

meter 49» 

H. DU Bois u. H. BuBBNS. Panzergalvanometer 498 

M. Salomon. The damping of Galvanometer needles 499 

B. Beattib. Note on a possible source of en*or in the use of a ballisüc 

galvanometer 499 

G. Bbedig u. O. Hahn. Das Amperemanometer 500 

K. Bübkeb. P. Gbützneb's elektrolytische Methode der Stromaofzeich- 

nung 500 

B. Navrätil. Einfacher Apparat zur objectiven Demonstration ver- 
änderlicher Ströme 501 

R. Abego. Ueber Zusatzwiderstände zur KoHLBAüSCH'schen Brücken- 
walze 501 

E. H. Geiffith and W. C. D. "Whetham. A Seif Ajusting „Wheat- 

stone's Bridge" 501 

Form of Wheatstone bridge 502 

N. T. M. WiLSMOBE. Ein neuer Compensator zur Bestimmung elektro- 
motorischer Kräfte 302 

Emil Böse. Ueber eine bequeme Compensationsniethode für kleinere 

elektromotorische Kräfte 503 

Tb. Bruoeb. Ueber einen Compensationsapparat mit Kurbelschaltung 50S 
Pehr af Bjbbken. Eine Veränderung der Compensationsmethode bei 

Capacitätsmessungen 503 

P. G. NüTTiNG. On a balancing rheostat for bolometers 503 

M. Th. Edelmann. Einige Bemerkungen über die Herstellung von Prä- 

cisionsrheostaten und Brücken 503 

Bemerkungen über Aichung von Präcisionsmessbrücken 504 

Kurbehnessdraht 504 

ViKTOB RODT. Ueber Platin siliciumwid erstände 505 

F. Haber. Vorführung der Widerstände von W. C. Hebaus 505 

L. J. Bb]GGS. A new form of electrical condenser having a capacitj 

capable of continuous adjustment 505 

Ebcolini. Un condensatore a capacita variabile con continultär .... 505 
W. E. Aybton and T. Mathbb. Some Developments in the use of 

Pbiob's guard wire in Insulations Tests • • • 506 

L. JUMAU. Sur l'emploi d'une ^lectrode supplömentaire dans les recher- 

chös sur l'accumulateur electrique 50& 

H. Feubsneb. Das Prüfverfahren für Gleichstrom-Elektricitätszähler in 

der Physikalisch-Technischen Beichsanstalt 507 

W. Mabbk. Anwendung des Begistrirapparates bei elektrischen Mes- 
sungen 507 

F. NiETHAHHEB. Die punktweise Aufnahme von Wechselstromcurven . 507 



Inhalt. XXXVII 

Seite 

Akdee Blondel. Sur riuscription directe des Coüi-ants variablem . . . 507 
J. OosTiNG. Beitrag zur Verwendung der BRAUH'schen Katbodenstralilen- 

röhi-e 508 

Wilhelm Battbb. Anordnungen zur Erkennung und AuHgleicbuug der 

Periodendifferenz zweier Wechselstromkreise 508 

Th. des Coüdres. Eine directe Methode für Wechselstromanalyse . . . 509 
M. Wien. Ueber die Erzeugung und Messung von Sinussströmen . . . 510 
A. Samojloff. Die Bestimmung der Wechselzahl eines Wechselstromes 511 
R. Kempf-Harthakt?. Ueber eine Methode zur Bestimmung der Fre- 
quenz wellenföiinigdr Ströme 5^11 

P. Gbützner. Ueber die elektrostatische und elektrolytische Aufzeich- 
nung elektrischer Ströme 512 

W. KÖNIG. Zwei Erwiderungen 512 

M. Gboroes Claude. Sur l'^Iimination des hai*moniques des courants 
alternatifs industriels par l'emploi des condensateurs et sur l'int^ret 
de cette Elimination au point de vue de la s^urit^ pour la vie 

humaine .- . .• 512 

\V. losATOWSKT. Ueber die Wirkung von Wechselströmen auf das 

Blektrodynamometer 513 

M. Th. EDELMAN17. Hblmholtz' Pendt'lunterbrecher 514 

fi. Grimsbhl. Stromunterbrecher 514 

E. W. Caldwell. Neuer Quecksilberunterbrecher 515 

JoH. HÄRDEN. Ein neuer Queoks^berunterbrecher 515 

K. Honda and S. Shimizü. A String Altemator 515 

£r5ST Hühmeb. Ueber den Einiluss der Selbstinduction auf die Unter- 

breehungszahl beim SiMON^schen Loch unterbrechet . . . . . 516 

Klinoelfuss. Ueber einen neuen Funkentransforniator 516 

Andrews. Leuchtende Aluminiumelektroden . . 617 

£. Hoppe. Speotroskopische Beobachtungen am Wehnblt- Unter- 
brecher '. 517 

0. Heikke. Ueber Stromerreger . .*. . 517 

Ueber den Widerstand des WEHNKLT-Unterbrechers 518 

A. Lampa. Eine Studie -über den WEHNKLT'schen Unterbrecher . . . . 518 
K. EüHMER. Die Unregelmässigkeit der Unterbrechungen bei den 

neueren Flussigkeitsunterbrechern 519 

Ein neuer Apparat zur Bestimmung der Unterbrechungszahlen 

von Flüssigkeitsunterbrechera • 519 

— Die neuen Flnssigkeitsunterbrecher in Parallelschaltung .... 520 

A. TcBPAiN. Gomparaison de diverses formes de l'interrupteur de 
Wbhvelt . . i 520 

Erxst Rühmbr. Verwendung des Wehnelt- Unterbrechers für Tesla- 

Versuche und eine verbesserte Form des Trockentransformators . . 520 

B. Walter. Ueber einige Verbesserungen im Betriebe des Inductions-- 

apparates — mit besonderer Berücksichtigung der Anwendung des 

WEHKELT-Unterbrechers im Röntgenlaboratorium 521 

J. V. Pallich. Eine einfache ModiÖcation des WEHNELT'schen Unter- 
brechers 521 

E. RUHUBB. Ueber den Widerstand des WEHNELT-Unterbrechers . . . 522 
Ä. V. BzEWüSKi. Ein elektrolytisoher Unterbrecher für schwache 

Ströme 522 

Em. Pibraed. Ein merkwürdiger Versuch mit Fenisprechapparaten . . 522 

V. PoxTLSEK. Sur le t^egraphone 523 

Der Telephonograph 524 



XXXVIII Inhalt. 

Seite 

E. BüHMEB. Telephonograpfa. Bandteleplionograpb : . 525 

Neues vom Telegraphon 525 

Wirkangsweise des Polarisationselementes beim Telegraphon . . 525 

Litteratur '. 525 

81. Elektrische Maasse vnd Messangen« 

The ratlonalism of electrical units 527 

Congrds international d'^lectricit^. Grandears et unit6s electriques . . 527 
W. Jabgbb und K. Kahle. Die Quecksilbemormale der Physikalisch- 
Technischen Beicbsanstalt für das Ohm (Fortsetzung I) 527 

G. GouY. Sur les etalons de force ^lectromotrice 530 

H. T. Barnes. On the Westen cell as a transition cell and as a Stan- 
dard of electromotive force, with a determination of the ratio to 

the Clark cell 531 

W. Maeek. Elektromotorische Ki-aft des Clark- und Weston- Ele- 
mentes 531 

E. Cohen. Elektromotorische Kraft des WESTON-Elementes, Bemerkung 

zu einer Arbeit des Herrn W. Marek 531 

£. BosE. Ueber eine praktische Form von Normalelementen und Normal- 
elektroden 532 

B. T. Glazebrook. Notes on the measurement of some Standard resi- 

stances 532 

O, N. BOOD. Experiments on high electrical resistance I 532 

H. Cheyallier. Les modiflcations permanentes des fils m^talliques et 

la Variation de leur resistance ölectrique 533 

J. A. Fleming. A note on the electrical resistivity of electrolytic nlckel 534 

C. Feldmann u. J. Herzog. Ueber den Widerstand eisenier Wechsel- 

Btromleiter • . • 534 

A. Gray and B. T. Jones. On the change of resistance in iron pro- 

duced by magnetisation * 534 

Wm. S. Day. A new method of measuring the resistance of a galyano- 

meter 535 

J. Meter. Sur la resistance eiectrique du soufre a T^tat liquide . . . 535 

E. Bolle. Zur Kenntuiss des elektrischen Leitvermögens von Glas und 

Bergkrystall 535 

A. Gray and J. J. Dobbie. On the connection between the electrical 
properties and the chemical composition of different kinds of glass. 

Part II 536 

G. Vincent. Sur l'öpaiseur des couches de passage 536 

G. Quincke. Ueber die Dicke der Uebergangsschichten (couches de pas- 
sage) und die Wirkungsweite der Molecularkräfte 536 

A. C. Longden. Electrical resistance of thiu films deposited by cathode 

discharge 537 

S. G. FORSSTRÖM. Ueber den Einfluss der Wärme und des Lichtes auf 

das elektrische Leitungsvermögen des Schwefelsilbers 537 

F. Streintz. Ueber die elektrische Leitfähigkeit von gepressten Pul- 

vern. I. Mittheilung. Die Leitfähigkeit von Platinmohr, amorphem 
Kohlenstoff und Graphit 538 

W. Kernst u. H. Beynolds. Ueber die Leitfähigkeit fester Mischungen 

bei hohen Temperaturen 539 

J. Sohlmann. Ueber die Leitfähigkeit der Oxyde bei hohen Tempe- 
raturen 539 



Inhalt. XXXIX 

Solu 

A. Labbbv. Ueber den Einflass der Temperatur auf die elektrische Leit- 

fähigkeit schwacher Amalgame und die Löslichkeit von Metallen 

in Quecksilber : 539 

C. H. Lebs. On the conductiyities of certain heterogeneous media for 

a steady flnx having a potential 540 

F. LiVDBAT. The conductiyities of some double salts as compared with 

the conductiyities of miztures of their constituents 540 

H. P. Th. Mulleb. Sur la conductibilit^ mol^culaire des . certains sels 

monoyalents 540 

Hbinbioh Lby. Mercuric Salts of Ketonic Acids and oonyersion of these 

into Mercurio-ketonic Acids 540 

6. QOBB. On the influence of proximity of mass upon electric conduc- 

tion-resistance 540 

F. Kohlbausch und M. E. Maltet. Das elektrische Leityermögen 

w&saeriger Losungen von Alkali-Chloriden und Nitraten 541 

Ueber das elektrische Leityermögen yon Lösungen der Alkali- 

Jodate und eine Formel zur Berechnung von Leityermögen .... 541 

F. Ohbsotto. Considerazioni e ricerche intomo alla anoroalia della res!- 

stenza elettrica delle soluzioni acquose in prossimit^ dei 4® .... 544 

Javbs Babnbs. On the Calculation of the Conduotiyity of Aqueous 

Solutions containing Hydrochloric and Sulphuric Acids 544 

Max Beich. Ueber elektrische Leitung reiner Substanzen 544 

£. yAN DBB Tbk. £tude sur la maniöre dont Teau conduit le courant 

^lectrique ', 545 

F. OoLDSCHMiBT. Ueber das Leityermögen wässeriger Ammoniak- 
lösungen 545 

R. Abkoo. Bemerkung zum Leitvermögen von Ammoniaklösungen . . 545 

C. Fbbhzel. Ueber einige Eigenschaften des flüssigen Ammoniaks . . 546 

Edward C. Fbanklin u. Chablbs A. Kbaüs. Ueber den Temperatur- 
coefficienten der Leitfähigkeit einiger Substanzen, die in yerflössigtem 
Ammoniak gelöst sind 546 . 

£. Lboband. Sur ]a conductibilit^ ^lectrique de certains sels et du so- 

dium dissous dans le gaz ammoniac liquefle 546 

£. Anhibalb. Conductibilitä elettrica delP acido solforico e deir acido di 

Nordhausen 547 

Max Okbb-Blom. Thierische Säfte und Gewebe in physikalisch- 
chemischer Beziehung. II. und III. Mittheilung 547 

B. Abboo. Ueber Tauchelektroden 548 

£. BOUTT. Les gaz rarefiös sont-ils des ^lectroly tes ? . 548 

W. Kaufmann, üeber den sogenannten „Widerstand" leitender Gase . 548 
J. A. Mc. Clelland. On the conductiyity of gases from an arc and 

from incandescent metals 548 

H. A. Wilson. On the yariation of the electric intensity and conduc- 
tiyity along the electric discharge in rarefied gases 549 

S.MABX. Ueber den Potentialfall und die Bissociation in Flammeogasen 550 
Auo. Haobnbaoh. Ueber elektrolytische Leitung in Gasen beim kriti- 
schen Punkte 551 

J. Stark. Ueber elektrische Wirkungen einer partiellen Erhitzung eines 

durchströmten Gases 552 

Aenderung der Leitfähigkeit yon Gasen durch einen stetigen elek- 
trischen Strom , 552 

Theoretische Bemerkungen über den elektrischen Ausgleich in 

Gasen 553 



XL Inhalt. 

Seite 

J. Stark. Weitere Beiträge zur Theorie der elektrischen Leitung der 
Gase .• 553 

Methode der Querströme und di& Leitfähigkeit in- durchströmten 

Gasen 554 

— »- üeber die Untersuchung der Leitfähigkeit in Gasen mittels Quer- 
ströme 554 

J. C. MgLenkan. Electrical conductivity in Gases traversed by Catiiode 

Rays 555 

J. S. TowKSEND. The conductivity produced in gases by the motion of 

uegatively-charged Ions 555 

• H. A. Wilson. Ueber die elektrische Leitfähigkeit von Flammen, welche 

Salzd&mpfe enthalten 555 

K. V. Wbsendonk. Ueber den Einflnss rauchender Substanzen auf das 

elektriscbe Leitvermögen der Flammengase 556 

A. 831ITHELLS, H. M. Dawsoit and H. A. Wilson. The electrical con- 
ductivity and luminosity of flames contalning vaporised salts ... 557 

£. Marx. Ueber die Flammenleitung im Magnetfelde 558 

P. Cardani. Ueber den scheinbaren Leitungswiderstand der elektrischen 

Funken 558 

Litteratur * 559 

32. Elektrochemie. 

F. Haber. Graphische Thermodynamik elekti'ochemischer Processe. Zur 

Erinnerung an Hanns Lugoin 5d0 

O. F. Tower. Potentialdifferenzen mit Mangausuperoxydelektroden . . 561 

G. F. T. G. The theory of ions 561 

G. F. FiTZOERALD. On ions 5&1 

G. Carrara und M. G. Levi. Ueber die Elektrostriction der Ionen in 

organischen Lösungsmitteln 562 

A. A. Notes and A« A. Blanchard. Lecture experiments illustrating 

the electrolytic diasociation theory and the laws of the velocity and 
equilibrium of chemical change 563 

W. Palmasr. Ueber einen Versuch zur Demonstration des elektrolyti- 

sehen Lösungsdruckes 564 

W. Lash Miller and Frank B. Kenrigk. Quantitative lecture-experi^ 

ments on electrocbemistry 564 

Erioh Müller. Ueber eine Vorrichtung zur Veranschaulichung der 

Wanderung und Abscheidung der Ionen 565 

W. Lash Miller und Frank B. Kenrick. Modell zur lonenbewe- 
gung ^ 565 

F. KoHLRAUSCH. Modell zur lonenbewegung 566 

Arthur Kendrick. Die Ueberfnhrungszahl von Sohwefelsäuregemischen 

aus Messungen am Bleiaccumulator 567 

Eo. Grtjneisen. Bemerkung zu der Abhandlung von A. Kendrick: 
Die Ueberführungszahl von Schwefelsäuregemischen aus Messungen 
am Bleiaccumulator 568 

M. A. HoLLABD. Elektrochemische Bezeichnungen 568 

LE Blanc. Inteniationale Einigung über die Bezeich nungs weisen elektro- 
chemischer Einheiten 569 

B. A. Lehfelbt. Zur Theorie des elektrolytischen Lösungsdruckes . . 569 
BOBERTO Salvadori. Bjconoscimeuto della dissociazione idrolitica per 

mezzo della conducibilit^'i elettrica 570 



Inhalt. XLI 

Seite 
Berthxlot. 8ur les conditions de mise en activus chimique de Telec- 

tricit^ silencieuee-» .;.... 571 

SvAiiTE Abbheviüs. • La dissociation electrolytique des solutionB .... 571 
Oamichel et SwTKGBDAUW. Surlet drcnits formte uniquement par des 

eleotrolytes 571 

A. Thiel. Bemerkungen zu Vat bel's BetraehtODgen über NeutraiisatioDa- 

wärme und elektrolytisclie Dissociation 572 

F. Habbb. Ueber Waeserstofftttperoxyd, Autoxydalioh und die Qaskette 573 

F. Cbotooino. Studien über- Oxydationspotentiale 574 

£mil Boss. Untersuchungen über- die elektromotoriscbe Wirkeamkeit 

der elementaren Gase - 575 

Erich Mülleb. Ueber eine Methode zur Bestimmung von Beactions- 

Spannungen mit dem Gapillarelektrometer 577 

Ottokab Ubbasch. Beiträge zur Theorie der Rotation von Elektrolyten 

durch magnetische Felder . . . ... . . . . 578 

Oh. Maubain.- Sur Vaimantation des depöts ^lectrolytiques-de.fer obtenus 

dans un champ magn^tique 578 

B. Moritz. Ueber Elektrolyse dui-ch semipermeablö Membi'anen . . . 579 

R. V. HBÜ6EB. Elektrolyse obne Elektroden (2 Arb.) 581 

A. Heil. Ueber Elektrolyse ohne Elektroden .581 

W. Nbbnbt und W. Wild. Einiges über das Verhalten elektrolytischer 

Glühkörper 582 

K05RAD NOBDEK. Ueber die Bestimmung der Strom vertfa eilung auf 

Elektrodenfiäcben 582 

R. LüTHEB und D. B. Wilson. Ueber das elektromotorische ^Verhalten 

von Stoffen mit mehreren Oxydationsstufen- 583 

Cl. Ihxbbwahb. Potentiale von Kupferelektroden in Lösungen analy- 

tiscb wichtiger Kupfemiederschläge 584 

W. HiTTOBF. Ueber die- Passivität der Metalle 586 

A. GocKBL. Ueber die Beziehungen zwiscben Polarisation- und Strom- 
dichte in festen und geschmolzenen • Salzen 588 

.\. Hblpenstbik. Ueber die Anwendung des FABAOAY'schen Gesetzes 

bei der Elektrolyse geschmolzener Salze 589 

BicHABD LoBBVZ. Ueber die Elektrolyse geschmolzener Salze 591 

Demonstration zur Elektrolyse geschmolzener Salze 593 

Studien zur ZersetzungBspannung geschmolzener Salze 593 

F. Quincke. :Notiz zur Elektrolyse geschmolzener Salze 593 

R. LoBBUZ. Zur Elektrolyse gesehmolzener Salze . 594 

VT. RsiVDBBS. Das Gleichgewicht von Blei und Zink mit Mischungen 

ihrer geschmolzenen Chloride 594 

H. G. Pbasb. The electrochemical equivalent of carbon 596 

S. BKI5KEB. On the electrochemical equivalent of carbon 595 

A. Lbduc. L*^quivalent ^lectrochimique de Targent, du cuivre et de 

l'eau 596 

W. Gaus. Ammoniak-Partialdrucke über ammoniakalischen Metallsalz- 

lösaneen. Ein Beitrag zur Elektroaffinitätstheone 597 

Abboo. Ueber das Ammoniak und seine Complexe 597 

Bkich Müllbb. Zur Frage- nach dem Entladungspotential des Chlors . 599 

IVA37 Akukoff. Zur Thermodynamik der Chlorknallgaskette 600 

A. Gockel. Zur Frage nach dem Zersetzungspunkt wässeriger Lösungen 600 
Ebich Mabz. Ueber den Fotentialfall und die Dissociation in Flammen- 
gasen .... 601 

Laxoeyin. Sur Tionisation des gaz 603 



XLn Inhalt. 

fldte 

C. D. Child. lieber eine DiBsooiationstheorle des elektrischen Flammen- 
bogens und über die Geschwindigkeit der von ihm fortgeschleu- 
derten Ionen 604 

H. Jahn, üeber den Dissociationsgrad und das Dissociationsgleichgewicht 
stark dissociirter Elektrolyte. I. Mittheilung 605 

Ana. Haobkbach. Sur la conductibilit^ ^lectrolytique dans les gaz et 

dans les vapeurs 605 

A. Hantzsoh. Ueber den Einfluss von l^ichtelektrolyten auf das Leit- 
vermögen von Elektrolyten 606 

Abthüb Mc Doügall and Fbbd Howlbb. On the production of nitric 

acid from air by means of the electrlc flame 607 

O. Schmidt. Ueber elektrische Wasserzersetzung im Grossen 608 

F. FOEBSTEB und F. Jobbb. Zur Kenntniss der Erscheinungen bei der 
Elektrolyse von Alkalichloridlösungen mit Diaphragma 608 

A. SiEVEBTS. Zur Kenntniss der elektrolytischen Herstellung von Hypo- 
chloriten . . .• 614 

Andb£ Bbochet. Sur Telectrolyse des Solutions concentröes d'hypochlorites 615 

Sur les röactions accessoires de l'^lectrolyse 616 

A. W. Spbbanski und E. G. GoLDBBBa. Elektrolyse der Lösungen von 

Metallsalzen in organischen Lösungsmitteln 616 

H.-J.-S. Sand. Sur la concentration aux ^lectrodes dans une Solution, 

avec rapport special ä la lib^ration d'hydrogene par T^lectrolyse 

d*un melange de sulfate de cuivre et d^acide sulfürique 617 

J. LiviKQSTON B. MOBGAN and W. A. DüPP. A chromium cell for the 

rectification of altemating currents 617 

Electrolytic deposition of brass 618 

F.- JüLES MiOHELi. Force ^lectromotrice et constantes optiques du chrome 618 
Loüis Kahlenbebg. On the electrolytic deposition of metals from non- 

aqueous solutions 619 

Differences of potential between metals and non-aqueous solutions 

of their salts. II 620 

E. Jahb. Ueber die Gleichartigkeit gewisser chemischer Wirkungen des 

Stromes und des Magnetismus auf BromsilbergelatinetrockeDplatten 620 

B. Abego und Cl. Immebwahb. Notiz über das elektrochemische Ver- 

halten des Fluorsilbers und des Fluors 621 

L. Glaseb. Die elektrolytische Ausfällung von metallischem Blei ans 

Lösuugen uod die Bleischwammbildung 622 

J. Campbell Dicksok. Electrical deposition of copper 622 

GiACOMO Cabbaba and G. B. Vespignani. Energy of some metallic hy- 

droxides deduced from the hydrolysis of their salts 62S 

B0DLÄI7DEB. Ueber das Gleichgewicht zwischen Cupro- und Cupriver- 
bindungen 623 

M. LE Blakc. Die elektrolytische Begeneration der Chromsäure und die 

Herstellung säurebeständiger Diaphragmen 624 

OcTAVE DoNY-HisHOULT. Ueber die Synthese von organischen Substanzen 

auf elektrischem Wege 624 

K. Elbs und F. Foebsteb. Bemerkungen zu der Abhandlung des Herrn 

O. DoNT-HisKOüLT : Ueber die Synthese von organischen Substanzen 

auf elektrischem Wege 626 

H. Goldschmidt. Die Beactionsgeschwindigkeit bei elektrolytischen 

Beductionen 626 

Julius Tafel. Ueber den Verlauf der elektrolytischen Beduction schwer 

reducirbarer Substanzen in schwefelsaurer Lösung 626 



Inhalt. XLIU 

Seito 
F. Habbb. Ueber die elektrische Reduotion Ton Nichtelektrolyten . . 628 

Walthsb Lob. Studien über elektrolytische Beductionen 629 

GouT. Sar la tfa^orie des ph^nom^nes ^lectrocapiUaires 630 

B. £. MooBX. Die Polarisation and der innere Widerstand des Kupfer- 

voltameters 630 

GiusBPPB DI GiOMKO. Sulla polarizzazione elettrolitica di speciali elet- 

trodl 631 

A. Battelli. Ueber die Verwandlung Yon Wechselstrom in Gleichstrom 

durch Absorption in einer Flüssigkeit 632 

F. Olivbbi. Sulla polarizzazione colle correnti alteruate 633 

B. CooPBB. Elektroly tische und thermische Vorgänge in dem Element 

VOQ VOLTA 633 

£. GoEKB. Ueber den Genauigkeitsgrad elektroanalytisoher Arbeits- 
methoden sowie über die kathodische Abscheidung Yon Kohlenstoff, 

Schwefel und Phosphor 634 

Waltbeb Lob. Bahrer und Elektrodenrührer mit gasdichtem Verschluss 634 
J. Chcndbe Bobb. On the effect of electrical Stimulus on inorganic and 

living ßubstances 635 

LuciEN J. Blakb. Elektrolyse gusseisemer Wasserleitungsröhren durch 

Bahnströme 636 

G. Claude. Quelques id^es nouvelles sur le m^canisme de l'^lectrolyse 

par les courants de retour 636 

GxoBOES Bheiks. Sur les modifications des propri^t^s electriques et 

organiques des cäbles, sous Paction prolong^e des courants .... 636 
W. B. CooPEB. The osmotic pressure theory of primary cells . . . . 637 
Litteratur 637 



S3. Thermoelektricit&t vnd rerergible W&rmewirkangeii des 

Stromes« 

G. LiBBBNOW. Zur Thermodynamik der Thei*moketten, Erwiderung auf 
die Bemerkungen des Herrn W. Voigt 639 

W. VoiOT. Nochmals die LiEBBNOW'sche thermodynamische Theorie der 

Thermoelektricität 639 

0. WiBDEBuao. Energetische Theorie der Thermoelektricität und Wärme- 

leituDg von Metalien 639 

B. Egg-Sibbero. Ueber thermoelektrische Ströme 640 

F. Adami. Messung kleiner thermoelektrischer Kräfte ........ 640 

A. Abt. Ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des neutralen Punktes 

von Thermoelementen 640 

G. Bblloc. Sur la thermo-^lectricit^ des aciers 641 

W. Peddib and A. B. Shahd. On the thermo - electric properties of 

solid and liquid mercury Ml 

A. Abt. Thermoelektromotorische Kraft einiger Metallozyde und Metall- 

sttiftde in Verbindung mit einander und mit einfachen Metallen bei 

100" Temperaturunterschied der Berührungsstellen 641 

£. Steinmann. Becherches sur la thermo-^lectricit^ de quelques alliages 642 
M. Maclean. On the effects of strain in the thermoelectric qualities 

of metals. Part II 642 

K. Tsubüta. On some effects of twist on the thermoelectric qualities 

of iron 643 

litteratur 644 



XLIV Inhalt. 

84. Irrerersible Wärm^wirkniigreii des Stromes. 

W. Jäeger und H. Diessblhoest. Wävmeleitung, Elektvicitätsleitung^ 

Wärmecapacität und Tl^ermokraft einiger Metalle ........ 644 

H. DiESSELHORST. Uebev das Problem eines elektrisch erwärmten Leiters 646 

J. Stabk. Form und Kraft der elektrischen Strömung, Energieumsatz 

in durchströmten Gasen .................... 647 

Ueber die inneren Gasströme und die Zerstäubung der Kohle iu 

Glühlampen 647 

Litter?itur • • 647 

35. £lektrisclies Leucliten. 

Leo Abons. Ueber den elektrischen Lichtbogen zwischen Hetallelek- 

troden in Stickstoff und Wassei'stoff 648 

C. I). Child» A dissociation .theory. of the electric arc . 648 

\V. DUDDBLL. Some experiments on the direct-current arc 649 

Mrs. ATBT017. Das von dem Flammenbogen mit Gleichstrom ausgesandte 

Licht 650 

W. Bt — "R. Die NEENST'sche elektrische Glühlampe 650 

W. Lebedinsei. Wie . man den Kohlenfaden . einer nonnal brennenden 

Glühlampe abbrechen kann . . • '. 650 

A. DB Marsy. Das «chwarze Licht und die letzten Formen der Materie 650 
F. EiCHBERO und L. Kallib. Ueber Lichterscbeinungen in eiekti*olyti- 

schen Zellen mit Aluminium- und Magnesiumelek troden 651 

E. YiLLABi. Les charges ^leotriques et les gaz ionis^s 651 

J. Stark. Ueb&r den Einfluss der Erhitzung auf das elektrische Leuchten 

eines verdünnten Gases 652 

Elektrische Wirkung einer partiellen Erhitzung eines durchströmten 

Gases 652 

— — Ueber die thermische Auslöschung des elektrischen Leuchtens 

verdünnter Gase 652 

Einfluss der Temperatur auf das elektrische Leuchten eines vei*- 

dünnten Gases . 653 

Gedanken über den elektrischen Ausgleich in Gasen, insbesondere 

über das elektrische Leuchten 653 

Ueber gekreuzte Ströme in Gasen 653 

E. BüHMEB. Ueber eine «chraubenförmige Entladung des Inductions- 

funkens in einer massig evacuirten Glasröhre 654 

J. BoBöMANN. Luminescence des gaz rarefi^s autour d'un fil m^tallique 

communiquant a l'ua <Ie8 poles d'une bobine de Bühmkobff (2 Arb.) 655 

Albebt Colson. Oontribution a l'^tude des gaz raröfiös 655 

J. J. Thomson, kidications relatives ä la Constitution de la matiere 

fournies par les recherches r^centes sur le passage de l'^lectricit^ a 

• travers les gaz «./#*«../.., 655 

E. BiECKE. Ueber charakteristische Curven bei der elektrischen Ent- 
ladung dui-ch verdünnte Gase 656 

N. Egoroff et N. Geobgiew'Sky. Sur les particularit^s optiques des 

tubes de Geissleb sous» Tinflnence d'un champ maj^netique 657 

R. S. Wir.LOWS. On the distance between the Striae in tlie positive 

coliimn and other phenomena connected with the discharge .... 657 

P. ViLLABD. Sur une expörience de M. Jaümavn 658 

P. de Heen. Rapprochement entre le mode de fonctionnement ile la 

molecule radiante et le fonctionnement d'un tube de Crookes ... 659 



Xzüialt. XLY 

Seite 
P. D£ Bjsen. Constatation de quelques faits reiatifs auz stratifications dana 
les tubea u vide. et au spectre qu'ils pr^senteut. Coigecture sur ]e 

mecanisme de ce ph^nomeoe 659 

H. Pbllat. Contribution a Tetude des stratifications 659 

Cla&ence A. Seiniteb. Od the Xotential Gradient in the so-called 
Fabadat Bark Space of Vacuum - Tubes as Related to Conditions 

Prevalent at the Gatbode 650 

H. Ebebt. Die Dimensionen des dunkeln Kathodenraumes bei verschie- 
denen Gasen 660 

W. Kaufmann. Versuch einer Erklärung des dunkeln Kathodeni-aumes 661 

£. Golostein. Ueber den sogenannten dunkeln Kathodenraum .... 661 

P. ViLLABD. Les rayons cathodiques 661 

Sur les rayons cathodiques 662 

Walteb Cady. Üeber die Energie der Kaihodenstrahlen 662 

P. Lenabd. Erzeugung von Kathodenstrahlen durch ultraviolettes Licht 66S 
£. Mebbit and 0. M. Stewabt. The development of Kathode rays 

by ultraviolet light 664 

P. ViLLAKD. Sur la r^flexion et la röfraction des rayons cathodiques et 

des rayons d^vlables du radium 665 

H. Stabke. Ueber die Beflexion der Kathodenstrahlen 665 

Notiz über die mechanische Wirkung der Kathodenstrahlen . . . 666 

W. B. Mobton. On the carriers in the cathode rays 666 

C. £. S. Philipps. On the apparent emission of Kathode rays from an 

Elektrode at zero potential 667 

P. ViLLABD. Sur la discontinuitö de l'^mission cathodique 667 

Otto Bebo. Ueber die Bedeutung der Kathodenstrahien für den Ent- 

ladungsmechanismua (vorläufige Hittheilung) 667 

W. BiEOON VON CzüPNOOHOWSKi. Durch Kathodenstrahlen erzeugte 

Farbenringe an Krystallplatten 668 

Färbung von Flussspath durch Kathodenstrahlen 668 

Litteratur 668 

85 a. Röntgenstrahlen. 

John Tbowbbidoe. The pi-oduotion of the X-rays by a battery current 669 

Some results obtained with a storage battery of twenty thoufiand 

ceUs 669 

G. Sagnac. Rayons X et decharge: G^n^ralisation de la notion de 

rayons cathodiques 670 

Th. Güilloz. Sur la production de rayons X secondaires par le corps 

hnmain et sur ün point important de la technique radiographique 670 

J. 8. TowMSBNi). Secondary Böntgen rays 670 

£. DOBK. Versuche über Secundärstrahlen 671 

H. Boas. Verfahren und Apparate zur Erzeugung stereoskopisuher 

Röntgenbilder auf dem Leuchtschirme 672 

B. BüHMBB. Appamt für stereoskopische Röntgenbilder 673 

F. KüBLBAUK . Ueber eine neue Röntgenröhre mit Ebnst Pabst's Anti- 
kathode 673 

J. Pbecht. Ueber das Verhalten der Leuchtsohirme in Röntgenstrahlen 674 

NiPHEB. X-Rays and Photographie plates 674 

£. RiBCKE. LiCHTENBEBG'sche Figuren im Innern von Röntgenröhren . 674 
Beiuo Villabi. Intorno ad un lavoro del prof. E. Ribckx, suUe flgure 

elettriche 675 



XLVI Inhalt 

äeiu 
B. Bbünhes. Une m^thode de mesure de la vitesse des rayons Röktobn 675 
Sur la dur^e d'^mUsion des rayons Böntgen 675 

E. BUTHEBFORD, Magdonald , B. K. Mc Clüno. Energy of Böktoek 

and Bbcqüerel Bays and the Energy required to produce an Ion 

in Gases 676 

J. H. Gabdineb. Messungen der Absorbirbarkeit der Böntgenstrahlen 676 
H. DUFOUB. Diffusion der X-ßtrahlen im Inneren der Körper 677 

A. SOMMEBFELD. Theoretisches über die Beugung der Böntgenstrahlen 677 

— — Die Beugung der Böntgenstrahlen unter Annahme der Aether- 

stösse 677 

WiKD. Die Beugung der Böntgenstrahlen nach Versuchen mit Prof. 

Haga 678 

L. Gbätz. Ueber mechanische Bewegungen unter dem Einflüsse von 

Katbodenstrahlen und Böntgenstrahlen 678 

B. J. 8TBÜTT. On the Behaviour of the Becquebel and Böhtgbn Bays 

in a Magnetic Field 678 

A. WiKKELMANN. Einwirkung einer Funkenstrecke auf die Entstehung 

von Böntgenstrahlen 679 

F. Campavile und G. Di Ciomme. Ueber die durch X- Strahlen verur- 

sachte Entladung eines Condensators 679 

Giobgio Levi. Bicherche sperimentali intomo alle azioni elettriche pro- 

vocate dai raggi Böntgen 6®^ 

P. CuBiE et G. Saonac. ^lectrisation negative des rayons secondairea 

produits au moyen des rayons Böntgen , ^^\j 

Emilio Villabi. Wie elektrische Ladungen die Eigenschaft ionisirt.Q^ 

Gase, Elektricität zu zerstreuen, aufheben- 

— — Come l'aria ixata perde la sua proprieta scaricatrice e come 

svolge cariche di elivati potenziali , ggj 

Dell' azione dell* elettricita sulla virtü scaricatrice dell' aria ixa.tct 681 

Di alcune nuove proprieta delP aria attivata dai raggi X . . . . e82 

W. BoLLiNS. The cathode stream and X-light 682 

J. Zeleny. The velocity of the ions produced in gases by Böntgen rays 682 
Litteratur 683 

36. Hagnetlsmns. 

Ebich Schmidt. Die magnetische Untersuchung des Eisens und ver- 
wandter Metalle; ein Leitfaden für Hütteningenieure 684 

H. S. Hele-Shaw and A. Hay. Lines of induction in a magnetic field 684 
SiLVANüS P. Thompson. Ueber magnetische Bilder und ihre Anwen- 
dung auf die Theorie der Motoren mit rotirendem Felde ftftb 

C. Feldmann und J. Hebzoo. Ueber die Schirmwirkung von Eisen- 

röbren 685 

A. CoTTON. Appareil pour la mesure de l'intensit^ des champs mtigu^' 

tiques 685 

B. Manzetti ed A. Sella. Bicercbe magnetiche - ^86 

BoBEBT Lang. Ueber die magnetische Kraft der Atome .686 

H. DU BoiB und 0. Liebknecht. Moleculare Susceptibilität paramagpae- 

tischer Salze seltener Erden 686 

Moleculare Susceptibilität der Salze seltener Erden ... . Ö*^ 

O. Liebknecht and A. P. "Wills. The magnetic molecular susceptibility 

of salts of Mie iron group (2 Arb.) - ^^'* 

Stefan Meyeb. Bestimmung einiger Magnetisirungszablen - ®^' 

Ueber Atommagnetismus und Molecularmagnetismus ßf^ 



Inhalt. XLVII 

Seite 
J. KÖNIG 8BEB0BB. Ueber neuere Untersnchungen der magnetischen 8u8- 

ceptibilitftt 687 

L. Errbra. Magn^tisme et poids-atomique 688 

Stefan JMbtbb. Ueber magnetische Susceptibilität und Atomvolumen . 688 
Gg. Heinrich. Ueber das magnetlKshe Verhalten von Alkoholen . . . 688 
Hugo Freitag. Ueber die magnetische Susceptibilität organischer Sub- 
stanzen der aromatischen Beihe 688 

B. Manzetti und A. Sella. Ueber die magnetische Permeabilität des 

Platins bei der Temperatur der flüssigen Luft 688 

£. W. Marchant. Permeability of iron under the influence of tbe 

oscillatory d ischarge from a condenser 688 

Chr. Maurain. Propri^t^s des d^pöts magn^tiques obtenus dans un 

cbamp magn^tique 689 

8. W. BiCHARDSON. The magnetic properties of the alloys of iron and 

aluminium 689 

and L. LowNDS. On the magnetic properties of alloys of iron 

and aluminium (2. Theil) 690 

B. L. WiLLS. Effects of temperature on the magnetic properties of iron 

and alloys of iron 690 

E. Wilson. The magnetic properties of iron as affected by ferromanganese 690 
H. DU Bois. Magnetische Präcisionswage 690 

E. GuMLiCH und Erich Schmidt. Ueber den Unterschied zwischen 

stetiger und unstetiger Magnetisirung . ' 691 

J. Epstein. Die magnetische Prüfung von Eisenblech 691 

F. NiETUAMifER. Dasselbe 691 

W. Voigt. Ueber die Influenz ferromagnetischer Krystalle, insbesondere 

über die P. WEias'schen Beobachtungen am Magnetit 691 

Louis W. Austin. On the change in length of soft iron in an alter- 

uating magnetic field 692 

H. Kagaoka and K. Honda. On the change 6f volume and of length 

in iron, steel and nickel ovoids by magnetization 692 

G. Quincke. Ueber Yolumenänderungen durch magnetische Kräfte . . 693 
James S. Stevens. The effect of magnetisation on the elasticity of 

rods. n 693 

Effect of magnetisation upon the modulus of elasticity 693 

H. Nagaoka. Sur la magnetostrictlon 694 

K. Honda. Gombined effect of longitudinal and circular magnetisations 

on the dimensions of iron, steel and nickel tubes 694 

G. Barus. Torsional magnetostrictlon in strong transverse flelds and 

allied phenomena 695 

H. Naoaoka and K. Honda. Hutual relations between torsion and 

magnetisation in iron and nickel wires 695 

K. SCHREBKR. EinflusB der Magnetisirung auf die Torsion 696 

Giro Chistoni. Bicerche sperimentali sul coefflciente di induzione dei 

magneti 696 

Bicerche sperimentali sul coefflciente magnetometrico 696 

e G. G. DE Ybcchi. Gontributo allo studio dei magneti permanent! 

Mem. II 697 

Max Prodingbr. Uel)er die Abhängigkeit des Temperaturco^fficienten 

eines Hafzn^eten vom Momente 697 

lONAZ Klemengi5. Studien über die Constanz permanenter Magnete . . 697 
— — Untersuchungen über permanente Magnete. III. Studien über 

die Constanz permanenter Magnete .....' 697 



XLVin Inhalt. 

S«ite 

IGNAZ Klemengiö. UntersuchuDgeu Über permanente Magnete. IV. Be- 
merkungen über die Abnahme des Momentes . . . , 698 

Karl Kruse. Ueber die Aenderung des Momentes eines Magneten 
durch Erschütterung 699 

B. Wabbübg. L'hyster^sis 69y 

P. HOLiTSCHEB. Experimentelle Untersuchungen über den remanenten 

Magnetismus des Eisens 699 

LizziB R. Laibd. Ueber den zeitlichen Verlauf der magnetischen Nacli- 

wirkung in Eiseuscheibeu 699 

O. M. CoBBiNO. Nouvelle m^thode pour determiner les courbes d'hyste- 

resis pour les variations rapides du champ magneüsant 700 

P. Hetck. Ueber eine Methode zur objectiven Darstellung von Hyste- 
resiscurven für Elsen und Stahl 700 

D. Mazotto. Sul magnetismo susseguente 700 

K. Krooh und H. Rikli. Ueber magnetische Trägheit 701 

L. Tbtlski. Ueber die Erwärmung des Eisens durch magnetische Hy- 

steresis 702 

L. M. Potts. Rowlands new method for the measurement of hyste- 

vesis losses in iron and the detection of shoil. circuits in ooils . . . 7u2 
Alberto Dina. SuU' isteresi magnetica in un corpo o in an campo rotante 702 

E. van EvBBDiKGEKjun. Ueber eine Erklärung der Widerstandszunabme 

im Magnetfelde und verwandter Erscheinungen im Wismuth ... 702 

The HALL-E£fect and the increase of reaistance of bismuth in the 

magnetic tield at very low temperatures. II 703 

— — On the Hall -Effect and the resistance of crystals of bismuth 

within and without the magnetic field 703 

PiETBO MoBETTO. AIcune questioni relative al fenomeno dl Hall risotte 

col processo alcalimetrico 703 

L. Amaduzzi e L. Leone. 11 fenomeno di Hall in un liquido non elet- 

trolita 704 

Ebich Mabx. Ueber das HALL'sche Phänomen in Flammengasen ... 704 

G. Moreau. Sur le ph^nomene de Hall et les courants thermomagnetiques 705 

— — Sur les courants thermomagnetiques 70:» 

Sur les phenom^nes thermomagnetiques 7oo 

— — Sur rinterpr Station de Tetfet thermomagnetique dans la th^orie 

de Voigt 706 

£. Yamaoüchi. Zur Kenntniss des thermomagnetischen Transversal- 

effectes im Wismuth 705 

>1. G. Llotd. The transversale magnetic eifect in bismuth 706 

\V. Peodie. On the relations amongst the thermomagnetic and electro- 

magnetic effects 706 

Dragomir Hübmuzescu. Force electromotrice d'aimantation (2 Arb.) . 706 

Rene Paillot. Sur la force electromotrice d'aimantation 707 

H. Abraham et J. Lemoike. Nouvelle m^thode de mesure des durees 

infinitesimales. Application k la disparition de la Polarisation rota- 

toire magnetique 707 

D. B. Bbace. Observation of the circular components in the FAr^ALAY- 

Effect 707 

F. JüLES MicHELi. Inflnence de couches superficielles sur le phenomeoe 

de Kebr 708 

Herbebt M. Reese. An investigation of the Zexman -Effect veith refe- 
rence to cadmium, zink, magnesium, iron, nicke!, ütanium, carbon, 
calcium, aluminium, Silicon and mercury 708 



Inhalt. XLIX 

Seite 

Hbrbbbt H. Rbesb. The ZBBMAV-EfTect (2 Arb.) 709 

F. F18CBBK. £ine GBiasLEB'sche Röhre mit Queckniberelektroden zum 

Stndiam des ZEEMAN-Effectes 709 

C. BüNGB und F. Paschen. Studium des Zebhan - Effectes im Queck- 
silberspectrum 709 

H. A. LoBBN^. Sur la thtorie des ph^nomenes magn^to-optiques r^- 

cemment d^couverts ,. ^ 710 

Otto Bldmshthal. Die Bewegung der Ionen beim ZEBMAN'schen Phä- 
nomen 710 

J. Labhob. On the dynamics of a System of electrons or ions and on 

the influence of a magnetic field in optical phenomena 710 

W.YoiOT. Ueber eine Dissymmetrie des ZsBMAN'schen normalen Triplets 711 

Weiteres zur Theorie der magneto-optischen Wirkungen 711 

J08BPH Hall Habt. The aotion of light on magnetism 711 

G. Melandbr. Ueber die Bestrahlung der Magnete 712 

Litteratur 712 

S7. ElektromagnetismHS und WirknBg des HagBetismns anf die 
Elektriclt&t. 

8. P. Thompsok. Sur les möcanismes ^lectromagnetiques 714 

Batsau. Sur la loi ^l^mentaire de l'^lectromagn^tisme 714 

Sur la loi ^I^mentaire des actions ^lectromagn^tiqnes et Pinduc- 

tion unipolaire (2 Arb.) 715 

y. Cbexibü. Becherches sur Texistence du champ magn^tique produit 

par le mouvement d'un corps electri?^ 716 

— — Becherches sur Teffet inverse du champ magn^tique que devrait 

produire le mouvement d'un corps ^lectris^ 716 

Sur les exp^riences de M. Bowland relatives a Teffet magn^tique 

de la .convection ^lectrique" 716 

A. PoTiBB. Sur reffet magn^ique de la convection ^lectrique .... 717 

CBimBü. L'induction unipolaire 718 

A. Blohdbl. L'induction unipolaire 718 

PonrcARi. Sur Tinduction unipolaire 718 

W. KoBBio. Zwei Erwiderungen 719 

£bv8T Lbcheb. Ueber unipolare Induction und den PoHL'schen Versuch 

(2 Arb.) 719 

E. L0BBBB6. Einige Bemerkungen zu zwei Aufsätzen von Lecheb und 

KOEVIO 719 

Spuabd Haobnbacb. Der elektromagnetiBche Botationsversuch und die 

unipolare Induction 720 

Litteratur 720 

88. Elektrodynamik. Indaction. 

P. DüHBM. Sur la th^orie ^lectrodynamique de Hblhholtz et la th^orie 

^lectromagn^tique de la lumiere 721 

R. MswBS. Bas PoppLBB'scbe Princip und das elektrodynamische Grund- 
gesetz Wbbbb's 721 

Exil Cohn. Ueber die Gleichungen der Elektrodynamik für bewegte 

Körper 721 

£. Wibchbbt. Elektrodynamische Elementargesetze 722 

W. Eautmahv. Elektrodynamische Eigenthümlichkeiten leitender Gase 723 
FoitMbr. d. Phyt. LVL 2. Abth. IV 



L Inhalt. 

Seite 

H. Abhaonat. Sur la throne de la bobine d'induction 723 

H. y. Cabpbvter. A new method of comparing two selt'inductances . 723 

NiKOLA Tesla. Becent electrical ezperiments 724 

Philip £. 8ha w. Some Lecture ExperimentH illustrating Syntony ... 724 

B. Bbattib. The Spark-Length of an iDducüon-Coil 724 

K. B. Johnson. On the Theory of the Function of the Gondenser in 

an Induction-Coil 725 

B. Waltbb. On the Tlieory of the Function of the Gondenser in an 

Induction-Goil 725 

K. B. Johnson. Ueber den Extrastrom beim Unterbrechen eines elektri- 
schen Stromkreises 725 

Ueber den Oeflhungsstrom in einem verzweigten Stromkreise . . 725 

Beiträge zur Kenntniss der Vorgänge in Inductionsapparaten . . 726 

0. M. Gobbino. Gorrenti indotte in uo transformatore per Tinterrazione 

della corrente primaria con Tapparecchio di Wehnelt 726 

BüDOLF Goldschmidt. M^thodes approch^es pour la Solution de quel- 
ques problemes sur les courants altematifs 727 

Litteratur 727 

89. Yermisclite Gonstanten. 

E. VAN Aubbl. Ueber die physikalischen Eigenschaften von Kobalt 

und Nickel 727 

M. EOKABDT und E. Gbaefe. Zur Kenntniss des physikalischen. Ver- 
haltens des Gäsiums 728 

W. Bamsat and H. W. Tbavbbs. Argon and its companions 728 

A. Langb. Ueber einige Eigenschaften des verflüssigten Ghlors .... 729 
L. BüMAS. Sur les transformations allotropiques des alliages de fer et 

de nickel 729 

Litteratur 731 



Verzelchnlss 

der 

Herren, welche tlir die ü. Abtheilong des 

56. Jahrganges (1900) der Fortschritte der Physik Berichte 

geliefert haben. 



Herr Prof. Br. Knut Anostböm (K. A.) in Upsala. 

, Prof. Br. Bachmbtjbw in Sofia. 

„ Dt. Max Belowsky (M. B,) in Berlin. 

„ Dr. G. Bbbjü in Berlin. 

« A. Blaschke (BL) in Berlin. 

, Prof. Dr. H. Böttobb {Bgr.) in Berlin. 

„ Dr. £. Bolle (B.) in Berlin. 

„ Dr. Classev (Ol.) in Hamburg. 

„ Dr. A. Debizot (Dnt.) in Gharlottenburg. 

„ Dr. H. Dibssblhorst (Dat.) in Gharlottenbarg. 

r, Dr. W. Dittenbbboeb {Dtthg,) in Gharlottenburg. 

„ Dr. Joe. Ehlers (Es.) in Berlin. 

^ Dr. £. Gbhbckb (E, O.) in Berlin. 

„ Dr. Gbimh (Grm.) in Gharlottenburg. 

, Dr. £. Gbünbisek (Orn.) in Gharlottenburg. 

, Prof. Dr. G. Gbüss (Gs.) in Weinberge bei Prag. 

, Prof. Dr. E. Gümlich (Olch.) in Gharlottenburg. 

« Prof. Dr. K. Heüv in Berlin. 

, * Prof. Dr. W. Jaboeb (W. J.) in Gharlottenburg. 

„ Präsident Prof. Dr. F. Kohlbaubch in Gharlottenburg. 

„ Geheimrath Prof. Dr. E. Lahpb (Lp.) in Berlin. 

, Dr. G. Langbein (Lgh.) in Gharlottenburg. 

„ Prof. Dr. P. Lbbedbw (fV. Lw.) in Moskau. 

, Dr. Leop. Levy (Ly.) in Berlin. 

„ Dr. Bob. Lüpke (Lpk.) in Berlin. 

, Prof. Dr. O. Lümmeb in Gharlottenburg. 

, Dr. F. F. Mabtens (Mts.) in Berlin. 

., Dr. W. Müllbb-Ebzbach iu Bremen. 

, Prof. Dr. F. Nbbsen (Nn.) in Berlin. 

IV* 



LII Autorenverzeichniss. 

Herr Dr. W. Ohlbhausen {Ohla.) in Berlin. 

„ Dr. W. A. Bote {W. ä. B.) in Berlin. 

^ Dr. B. BOTHB {Rt.) in Charlottenburg. 

„ Dr. Cl. Schafbr (Sfr.) in Berlin. 

, Dr. Kahl Scheel in Gharlottenburg. 

„ Geheimrath Prof. Dr. Bbbnh. ScHWALBsf {Seh.) in Berlin. 

, Dr. G. SoHWALBB (Schtc,) in Berlin. 

, Prof. Dr. W. v. üljahin (v. 17.) in Kasan. 

, Dr. WiLH. VOLKMANH (W. Vn.) in Berlin. 

^ Dr. Abthub Wbhbelt (A. W.) in Erlangen. 

, Dr. WÖLFBBT (Wlf.) in Gharlottenburg. 

„ Dr. P. Zbbman (P. Z,) in Amsterdam. 



DRITTER ABSCHNITT. 



OPTIK. 



Fortsehr. d. Phys. LYL 2. Abth. 



10. Allgemeine Theorie des Liehtes. 

G. Mix. Ein neueB Experiment, betreffend Bewegungen des Aethers. 
KatDTw. Kandsoh. 15, 558, 1900. 

Der Aether, der zwar durch Bewegung von Körpermolecülen 
nicht zum Strömen gebracht werden kann,* muss unter der Annahme, 
dass er flüssig sei, nach den mechanischen Gesetzen durch elektrische 
und magnetische Vorgänge in Bewegung gerathen. Umgekehrt 
müssen Bewegungen des Aethers elektrische und magnetische Wir- 
kungen hervorbringen. Auf Grund von Rechnungen, die im An- 
schluss an Hslmholtz ausgeführt sind, sucht der Verf. solche 
Wirkungen aufzufinden und zieht aus seinen Beobachtungen den 
Schluss, dass der Aether, wenn er nicht starr sein sollte, jedenfalls 
eiue Massendichte von mehr als 10~* besitzen müsste. Dst. 



H. Haga. Heber den Versuch von Elinkbbfües. Arch. JT^erL (2)5, 
583—586, 1900. 
Es wird eine Anordnung zur genaueren Wiederholung des Ver- 
suches beschrieben und Messungen für später in Aussicht gestellt* 

DsL 

K Cabvallo. Sur la nature de la lumi^re blanche. G. B. 130, 79 

—82, 1900. 

Sur la nature de la lumiere blanche et des rayons X. C. B. 

130, 130—132, 1900. 

GouT. Sur la Constitution de la lumiere blanche. G. B. 130, 241 

—244, 1900. 

E. Cabvallo. Sur la Constitution de la lumiöre blanche. C.B.130, 

401 — 403, 1900. 

GoüT. Sur le mouvement lumineux et les formules de Foübibb. 

C. B, 130, 560—562, 1900. 

Die Aufsätze behandeln die Frage, ob das weisse Licht 
durch stark gedämpfte Schwingungen von der Form e~^*sinht er- 
regt sein kann. Cabvallo stellt zunächst zwei Gründe gegen 
die Ansicht der Herren Gabbasso (vergl. diese Ber. 53 [2], 15, 

1* 



4 10. Allgemeine Theorie des Lichtes. 

1897) auf, welche die Uebereinstimmung obiger Erklärung mit den 
BeobachtuDgen Langlbt's über die Energievertheilung im Sonnen- 
spectrum behaupteten. Erstens zeigt er, dass die Entwickelung von 
e~^*sinht in ein FoüBiSB'sches Integral nicht die von Lanoley beob- 
achtete Energievertheilung darstellt. Sodann folgert er als das Wich- 
tigere aus der Theorie der Gitter, dass von einer gedämpften Schwin- 
gung e^** sin Äf kein continuirliches Spectrum entworfen wird, sondern 
nur Maxima und Minima von derselben Schwingungsform. Gout 
erkennt diese Gründe nicht an. Er zeigt, dass die mathematische 
Zerlegung in ein FoüBisB'sches Integral nicht den physikalischen 
Sinn einer Zerlegung in nicht interferirende homogene Lichtstrahlen 
habe [was auch schon von Galitzin (Wied. Ann. 56, 78, 1895) 
und PoiNOABÄ (C. R. 120, 757, 1895) bei ähnlichen Gelegenheiten 
ausgesprochen ist]. Ferner sagt er, dass man durch ein Gitter ein 
continuirliches Spectrum erhalte, wenn man nur berücksichtige, dass 
die Schwingung vor der Zeit ^ = nicht vorhanden sei. Die 
beiden letzten Entgegnungen enthalten nichts wesentlich Neues. Aus- 
führliche Darlegungen sind in den Aufsätzen nicht gegeben. Da. 

E. Cabvallo. Sur la nature de la Inmiere blanche. Joum. d. phjs. 

(3) 9, 138—143, 1900. 

Weitere mathematische Ausführung der gleich betitelten Auf- 
sätze (vergl. vor. Ref.). Dst. 

C. H. Wind. Zur Anwendung der FouBiBB'schen Reihenentwicke- 
lung in der Optik. Phys. ZS. 2, 189—196, 1900. 

Der Aufsatz ist eine weitere Ausführung von allgemeinen Be- 
trachtungen, die der Verf anlässlich einer früheren Abhandlung 
über die Beugung der Röntgenstrahlen angestellt hat. 

An irgend einem Punkte soll eine als Function der Zeit ge- 
gebene Gleichgewichtsstörung stattfinden, welche einen Störungs- 
vorgang mit Lichtgeschwindigkeit aussendet. Soweit die betrachteten 
Zustandsgrössen homogenen linearen Differentialgleichungen genügen, 
kann man die gegebene Function der Zeit in eine FouBiBB'sche 
Reihe entwickeln und jedes Glied unabhängig betrachten. So erhält 
man harmonische Störungen, auf welche die bekannten Theorien 
der Optik angewandt werden können. Es wird weiter darauf hin- 
gewiesen, dass die Beobachtung eine solche Strahlung nicht direct 
als Function der Zeit und des Ortes liefert, sondern nur ' räumliche 
und zeitliche Encrgiemittelwerthe giebt. Schliesslich wird der Schluss 
gezogen, dass man aus der Beobachtung auch nur diese Energie- 



Cabvallo. Wind. Lebedew. 5 

mittelwerthe, aber niemals die Störung selbst als Function der Zeit 
erhalten kann. Dst. 

Pierre Lsbedew* Les forces de Maxwell- Babtoli does k la 
pression de la lumi^re. Bapp. Cong^*. Internat, de Phys. 2, 133 — 140, 
1900. [Joum. ru88. phys.-chem. Ges. 32, 232, 1900. 

In einem evacuirten Ballon (20 cm Durchmesser) sind an einem 
Glasfaden zwei gleiche Flügelpaare aus Platinblech von verschie- 
dener Dicke (0,1 mm bez w. 0,02 mm) aufgehängt ; der eine Flügel 
jedes Paares ist spiegelnd blank, der andere beiderseits platinirt 
(der dickere fünfmal stärker als der dünnere). Das Licht einer 
Bogenlampe wird durch Spiegel und Linsen auf den zu untersuchen- 
den Flügel concentrirt und kann durch Verschiebung eines Spiegel- 
paares nach Belieben auf die eine oder die andere Seite des Flügels 
geworfen werden, wobei die Torsion des Glasfadens (mit Spiegel 
and Scala) in beiden Fällen beobachtet wird: die gemessene Diffe- 
rem der Torsionswinkel ist unabhängig von Verschiebungen des 
Flügels, welche durch Gonvectionsströme im Gasresiduum hervor- 
gebracht werden. Um die Wirkung der CBOOKss'schen radiometrischen 
Kräfte zu eliminiren, werden die Beobachtungen der dickeren und 
der dünneren Flügel paarweise mit einander verglichen, und unter der 
Annahme, dass die radiometrischen Kräfte der Dicke direct propor- 
tional sind, die Grösse der Torsion berechnet, welche für eine un- 
endlich dünne, (radiometerfrei) reflectirende oder absorbirende Fläche 
sich ergeben würde; die Beobachtungen ergeben, dass die Druck 
kräfte des Lichtes für eine reÜectirende Fläche circa doppelt so 
gross smd, wie für eine absorbirende. 

um die Beziehung zwischen der auffallenden Energiemenge der 
Strahlung und den auftretenden ponderomotorischen Kräften im ab- 
soluten Maasse zu ermitteln, wurde die erstere mit Hülfe eines ge- 
eigneten Calorimeters geraessen und die Druckkräfte wurden aus 
dem Abstände des Flügelcentrums von der Drehaxe, dem Torsions- 
winkel und der Elasticitätsconstante des Glasfadens (welche nach 
der CouLOMB^schen Methode gemessen wurde) im absoluten Maasse 
ermittelt Die Messungen ergaben, dass die von Maxwell -Bab- 
toli aufgestellte Beziehung 

worin p die Druckkraft, E die senkrecht zur Fläche auffallende 
Energiemenge pro Secunde, v die Lichtgeschwindigkeit und ß das 



4 



6 10. Allgemeine Theorie des lichtes. 

ReflexionBYermögen der Fläche bedeuten, innerhalb der Beobach- 
tungsfehler die Versuchsresultate vollkommen wiedergiebt. 

An diese Versuche knüpft Verf. noch Betrachtungen an, in 
^w^^lcher Weise ein Meteoritenschwarm (Kometenkopf) während seiner 
Bihnbewegung durch die abstossende Kraft der Sonne deformirt 
wird. iV. Ijw, 

D. A. GoLDHAMMBB. lieber den Druck der Lichtstrahlen. Arch. 

N^erl. (2) 5, 467--483, 1900. 

Der Verf. geht aus von den Gleichungen der elektromagnetischen 
Lichttheorie nach Hertz und Helmholtz und leitet die Werthe 
der ponderomotorischen Kräfte auf neuem Wege ab. Insbesondere 
werden die auf innere Volnmelemente des Körpers wirkenden Kräfte^ 
auf welche schon Hbbtz hinwies, berücksichtigt 

Die Resultate werden in übersichtlicher Form dargestellt und 
specielle Fälle für vollkommene Reflexion, vollkommene Absorption, 
normale Incidenz etc. hergeleitet. Von besonderem Interesse ist 
ein Fall, wo das auffallende Licht senkrecht zur Einfallsebene pola- 
risirt ist, da hier die auftretenden ponderomotorischen Kräfte nur 
drehend wirken. Dst. 

A. McAuLAY. Notes on the Electromagnetic Theory of Light 
I. Geometrical Properties of the Wave-Surface etc. 11* Reflexion 
and Refraction at the Boundary of Crystals, treated by a Theo- 
rem of Sir William Rowan Hamilton. PhiL Mag. (5) 49, 22S— 242, 

1900. 

Mathematische Ausfuhrungen, die im Original nachgesehen 
werden mögen. Es sei nur darauf hingewiesen, dass den Entwicke. 
lungen ein sehr fruchtbarer Satz aus der Quatemionentheorie von 
Hamilton zu Grunde gelegt ist. J)^, 



J. CoüLON. Sur les caracteristiques des ^quations aux d^riv^es 
partielles et le principe d'HuYGBNS. C. R. 130, 1064—1065, 1900. 

Mathematische Bemerkung, welche auf eine Abhandlung von 
HuGONiOT zurückgeht. 2>s<. 

D. P. Moll. Das HuYOBNs'sche Princip. (Het beginsel von Hut 
GBNS.) Inaug.-Diss. Utrecht 133 S., A. J. van Haffel, 1900. 

Eine Wellenbewegung im homogenen, isotropen Aether ist be- 
stimmt durch eine Potentialfunction qp, welche der Gleichung 



OOLDHAMMXB. McAULAT. COULON. MOLL. 7 

genügt, und zwar gilt dies sowohl bei Annahme der elastischen, 
wie der elektromagnetischen Lichttheorie. Von Kibohhoff ist ^in 
Theorem über die Fortpflanzung von willkürlichen Wellenbewegungen 
gegeben, welches strenge gültig ist und welches vom Verf. zur 
Grundlage seiner Untersuchung gemacht wird. Die verschiedenen 
Beweise des KiBCHHOFp'schen Theorems werden besprochen. Es 
werden dann behandelt Wellenbewegungen, bei welchen (p -=■ xsinif 
ist X wird die Amplitude, ^ die Phase des Potentials genannt. 
<p und if sind nicht periodische, im Uebrigen willkürliche Functionen 
von X, y, ;er und t Versteht man unter Wellenflächen einer Wellen- 
bewegung, deren Potential (p *= xsini) ist, diejenigen Oberflächen, 
worauf die Phase jeder der drei elektrischen oder magnetischen 
Gomponenten der Lichtvectoren denselben Werth hat, so bestehen 
im Aligemeinen Wellenflächen nicht. Sogar auch nicht im «in- 
fachen Falle 

C . ^ r — at 

Auch die als Phasengeschwindigkeit bezeichnete G