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Full text of "Die fränkischen Gaugrafschaften Rheinbaierns, Rheinhessens, Starkenburgs und ..."

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DIE 

FRÄNKISCHE!^ GAUGRAFSCHAFTEN 



RHEINBAIERNS, RHEINHESSENS, STARKENBURGS 

UND DES 

KÖNIGREICHS WÜRHEMBERG 



VON 



Dr WALTHER SCHULTZE. 



BERLIN W. 

DRUCK UNO VERLAG VON PASS & GARLEB. 

1897. 



DIE FRÄNKISCHEN GAUGRAFSCHAFTEN 
RHEINBAIERNS, RHEINHESSENS, STARKENBURGS 

UND DES 

KÖNIGREICHS WÜRTTEMBERG. 



DIE 





RMEINBAIERNS, RHEINHESSENS, 

STARKENBURGS UND DES KÖNIGREICHS 

WÜRTTEMBERG 



VON 



Dr. «VALTHER SCHULTZE. 



BERLIN W. 

DRUCK UND VERLAG VON P»ASS & GARLEB. 

1897. 



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DAS BUCH ERSCHEINT NICHT IM BUCHHANDEL. 



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Inhalt. 



Seite. 

Litteraturverzeichnis VII 

Vorwort *. XV 

Binleitang XVII 



Besehreibang der Gaagrafsehaften. 

Wormsgan 3 

Speyergau 141 

Nahegau 219 

Rheiogaa 245 

MaiDgan 281 

Wttrmgau 305 

Glemsgaa 321 

Marrgau 339 

Eochergau 365 . 

Mnlachgan 399 

GoUachgau 427 

Zabergan 437 

Gardachgau 449 

Enzgan 469 

Jagstgaa 485 

Neckargan inclusive Brettachgau 503 

Taubergau 523 

Nachtrag 539 



Karte. 



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Litteratur-Verzeichnis. 



Abhandlungen der churftirstl. Baierischen Academie der Wissen- 
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Episcopatus constantiensis, alemannicus sub Metropoli Moguntina 
Chronologice et diplomatice illustratus, a patre Trudperto Neu- 
gart olim San Blasiano. ^Partus I. T. Secundus continens 
annales tam profanos quam ecclesiasticos eum statu literarum, 
ab annoMCIada.MO<XJVIII. Friburgi Brisgoviae MDCCOLXIL 

Episcopatus Wirceburgensis sub Metropoli Moguntina ab P. Aemilianus 
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— X - 

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veteram ineditorum, ahdhuc et res Germanica inprimis Tero 

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Jahn, Geschichte der Burgnndionen und der Burgundier. 1874. 

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in Manchen. 

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— XI - 

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Mono, Urgeschichte des Badischen Landes. 2 B&nde. 
Monumenta Boica, od. Akademie der Wissenschaften in Mfinchen. 

Bd. XXVUL 
Monumenta Germaniae Historia Scriptores. Hannoverae 1826 sqq., 

M. G. S. S. 
Monumenta Germaniae Historia Diplomata. Hannoverae 1826 sqq., 

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- XII - 

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Polyptique de Tabbö Irminon ou denombrement des manses des 
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Trouillat, monuments de Thistoire de Tancien ev6ch6 de Bftle. 

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ürkundenbuch ffir die Geschichte des Niederriieins von Th. J. La- 

comblet. Dflsseidorf 1840—1858. 
ürkundenbuch zur Geschichte der ßischofe zu Speier von Fr. Xav. 

Remling. Mainz 1852—58. 
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Wigand, Geschiidite von Oorvey. 
Winkelmann, B., Acta Imperii inedita seculi Xm et IXIV. 

Innsbmck 1880, 1885. 

— Geschichte der Angelsachsen. Onckensche Sammlung. 1883. 
Wirtembergisches ürkundenbuch, herausgeg. von dem Königl. 

Staatsarchiv in Stuttgart 1849—1889. W. U. B. 



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Wflrdtwein, 8t A., Dioecesis Mognntma in archidiAconatus di- 
stinota et commentationibns diplomaticis illnstrata. Mannhemü 
MDOCLXrX. 

— Sabsidia diplomatica ad selecta ioris ecclesiastici Germaniae et 
historiamm capita eladdanda Nova Sabsidia. 

Wflrttemberger Jahrbücher von Memmingen, herausgeg. von dem 
KOnigl. Statistisch -topographischen Bnreaa. Jahrgang 1844. 
Stuttgart und Tübingen 1846. 

Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde, 
herausgeg. von dem EOnigl. Statistisch-topographischen Bureau. 
Jahrgang 1874, IL Stuttgart 1875. 

Württembergische Neujahrsbl&tter. 

Württembergische Oberamtsbeschreibungen . 

Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgoschichte. Stutt- 
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Zeitschrift des Aachener Qeschichts Vereins. 1878. 

Zeitschrift des Historischen Vereins für das württembergische Franken 
Crailsheim 1847 ff. 

Zeitschrift für Deutsche Rechtsgeschichte. 

Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, herausgeg. von dem 
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Zeuss, C, Die Deutschen und ihre Nachbarstämme. München 1837. 



Vorwort. 



Die fränkischen Gaugrafschaften Rheinbaiems, 
Rheinhessens, Starkenburgs und des Königreichs 
Württemberg sind die Fortsetzung meiner nicht käuf- 
lichen und nicht im Buchhandel erscheinenden Arbeit 
über Deutschlands Gaue im Mittelalter, von welcher 
bereits „Die Gaugrafschaften des alamannischen Badens, 
die fränkischen Gaue Badens und die HohenzoUern- 
gaue" erschienen sind. 

In den fränkischen Gauen Badens sind der Enz-, 
Jagst-, Neckar- und Taubergau, weil teils badisch, 
teils württembergisch, bereits ausfuhrlich behandelt 
worden, und habe ich mich deswegen diesmal darauf 
beschränkt, nur eine Erweiterung der Tabellen durch 
württembergische Ortschaften zu bringen. 

Die übrigen vorliegenden Gaue verteilen sich auf 
die modernen Staaten in folgender Weise: Der Speier- 
gau gehört zu Rheinbaiem, Worms- und Nahegau zu 
Rheinbaiem und Rheinhessen, Rliein- und Maingau 
zu Hessen-Starkenburg, der gesamte Rest zum König- 
reich Württemberg. 



Einleitung*). 



Unmittelbar vor den Invasionen der Alamannen 
hatte die römiscli-germanisclie Kultur im Zehntland 
ihren Kulminationspunkt erreicht 2), Industrie und 
Handel prosperierten, Ackerbau und Viehzucht erfreuten 
sich einer sorgfältigen Pflege, mit einem Worte, die 
Bewohner des Decumatenlandes konnten mit ihrem 
Schicksal zufrieden sein. Einzelne Gewerbe, wie die 
Metallbearbeittuig, fand hier ebenfalls eine Stätte, 
während die eleganten Modeartikel, Grold- und Süber- 
schmuck, geschnittene Steine aus Italien und Süd- 
gallien importiert wurden. Die Bevölkerung, die unter 
römischem Schutz in den Grenzlanden lebte, war aus 
den heterogensten Eleitienten zusammengewürfelt, hier 
ergraute Veteranen, dort Abenteurer aus GaUien und 
Baetien, ja selbst der ferne Osten stellt sein Kontingent 8). 
Der wilden, unbändigen Kraft der Barbaren vermochte 



1) Es bedarf bei dem vorüegeDden Bache, welches lediglich 
meine früheren Versuche auf dem Gebiete der historischen Geographie 
erweitert und fortsetzt, eigentlich keiner neuen besonderen Ein- 
ftlhmng. Von diesen Erwägungen geleitet, habe ich in mehr 
aphoristischer Form die mir wichtigsten Punkte zusammengestellt, 
welche ich in meinen vorhergehenden Arbeiten zum Teil bereits 
gestreift habe. 

^) Confer. Gaugrafschaften des alamannischen Badens, p. 15. 

») Brambach Corp. Inscr. Rhenan. ^ 1712, 1732. 

u 



— xvm — 

das sinkende Weltreich auf die Dauer nicht stand zu 
halten, aus fünfzigjährigem, heissem Ringen gingen 
die Alamannen trotz wiederholter schwerer Nieder- 
lagen als Sieger hervor i). 

Für die beiden Ansichten, ob die frühere Be- 
völkerung von den neuen Herren des Landes nieder- 
geschlagen und gänzlich vom Erdboden vertilgt wurde, 
oder sich wenigstens fragmentarisch mit geschmälerten 
pohtischen und socialen Rechten erhalten hat, haben 
sich gewichtige Stimmen erhoben *); wie anderwärts, 
dürfte auch hier das Juste milieu am Platze sein. 
Jedenfalls hat der wilde Eroberungskrieg der Alamannen 
gewaltig mit der alten Bevölkerung aufgeräumt. 
Durch neuere Untersuchungen ist festgestellt s), dass 
in einigen Gegenden des Schwarzwaldes und in den 
Seitenthälem der Einzig Ansiedlungen gallo-romanischer 
Bevölkerung bis tief ins Mittelalter hinein existiert 
haben; man ersieht daraus, dass die Reste der früheren 
Bewohner in den abgelegensten, unwirtlichsten Ge- 
birgsthälem Schutz suchen und sich in die dichtesten 
Wälder flüchten mussten*). Man darf also annehmen, 



^) Die einzelnen Phasen der Alamannenkriege haben wir in 
den Gaugrafschaften des alamannischen Badens, Binleit. p. 17, ff., 
verfolgt. 

') Die Extreme bezeichnen Mone, Urgeschichte des badischen 
Landes, Karlsruhe 1845, der eine Menge badischer Städte und 
Dorfer ans römischen Ansiedlungen hervorgehen l&sst und K.V.Becker, 
Geschichte des badischen Landes zur Zeit der Römer, der anderer- 
seits die später noch vorhandenen romanischen Elemente etwas zu 
gering taxiert. Wohl den richtigen Standpunkt vertritt Haug in 
den Bonner Jahrbflchem, 58 B. p. 197, ff. 

») Schulte, Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, N. F. IV, 
800 ff. und Baumann in den Schriften des Vereins fQr Geschichte 
der Bar. IV 18, V 185. 

*) Den ROmem erschien der Schwarzwald wegen der Rauheit 
seines Klimas und der unzugänglichen Wälder wenig verlockend 

Strabo, Geograph. VII, 1, 5. *0 *Egxvviog Sgvfibg nvxvoxeQoq 
TS iativ xal fjteyakoSevÖQog iv ;i^a>(>/o<c ^QVfivolq. 



— XIX — 

dass die Landbevölkerung durch die sich immer wieder- 
holenden langen Kämpfe aufgerieben und durch die 
eindringenden Alamannen erschlagen oder vertrieben 
wurde; an einer Kontinuität der römischen und 
alamannischen Kultur ist nicht festzuhalten. In welcher 
Weise sich die neuen Herren in den besetzten Ge- 
bieten niedergelassen haben, ist ebenfalls nicht leichter 
Iland klar zu legen. In der Regel haben die Sippen 
gemeinsam die ihnen zugeteilte Mark occupiert und 
diese dann parzellenweise wieder an die einzelnen 
Familien verheben i). Eine ausschüessliche Ansiedlungs- 
methode war den Alamannen ebenso wenig wie den 
anderen germanischen Stämmen eigen ; meistenteils ist 
die Art der Niederlassung durch die Oertlichkeit selbst 
entschieden worden; während in der Ebene gewöhnhch 
Dörfer mit Feldgemeinschaft angelegt wurden, finden 
sich in den Gebirgsgegenden Einzelhöfe vorherrschend^). 
Als gegen Ende des fünften Jahrhunderts, 
der Glanzperiode ihrer Machtentwickelung , die 
Alamannen ihr Reich gegen Norden bis hinauf 
nach Aachen, im Süden bis tief in die schweizer 
Alpen hinein, westlich gegen Luxemburg und Verdun 
und gen Osten bis zur Iller vorgeschoben hatten, 
gebot ihrem weiteren Vordringen Olodovech, der ge- 
waltige fränkische Staatengründer im Verein mit 
Chatten und ripuarischen Franken Halt und ver- 
nichtete ihren Staat *). Aus Furcht vor der Intervention 



1) Lex Alamannoram pactus II, 48, si litus fuerit in ecclesia 
aut in heris generationes dimissus. Cf. Waitz, deutsche Verfassungs- 
geschichte I, 79. Inama-Sternegg, deutsche Wirtschaftsgeschichte 
des Mittelalters I, 87; I, 92 ff. 

2) Maurer, Einleitung zur Geschichte der Mark-, Hof-, Dorf- 
und Stadtverfassung, p. 40. 

Schröder, deutsche Rechtsgeschichte, p. 12. Gaugrafschaften 
des alamannischen Badens. Einleitung p. 81 ff. 

') Gaugrafschaflen des alamannischen Badens, p. 21« und 
Fränkische Gaue Badens, I, 11 ff. 

II» 



^ XX — 

seines Schwagers, Theoderichs des Grossen, beliess der 
Frankenkönig dieUeberwundenen in dem südlichen Teile 
ihres einstigen Reiches, dagegen inkorporierte der Sieger 
die nördliche Hälfte direkt dem fränkischen Reiche ein. 
Die Grenze zwischen dem späteren Herzogtum 
Alamannien und den beideii Franken (Rhein- und Ost- 
franken) lief auf dem linken Rheinufer längs des 
Haigenauer Forstes und der Moder, rechts des Rheines 
bildete die Murg die Grenzscheide. Bereits der ältere 
Stalin konstatiert, dass der Teil Württembergs, welcher 
zu den Diöcesen von Speier, Worms und Würzburg 
gehörte, fränkisch geworden war, während der Kon- 
stanzer und Augsburger Sprengel alamannisch blieb. 
Speziell in dem heutigen Württemberg zog sich die 
Grenze südlich der Städte Marbach, Murrhardt, Gail- 
dorf und Crailsheim hin*). Die Markscheide lief von 
Südwesten nach Nordosten; der Grund hierfür Hegt 
wohl in der verschiedenen BodenbeschaflFenheit, die 
Franken empfanden naturgemäss nach den fruchtbaren 
Gefilden am Rhein und Neckar grösseres Verlangen 
als nach den weniger ergiebigen Gebirgsgegenden. 
UntrügHche Kennzeichen der Ansiedlungen von Ala- 
mannen und Franken, sowohl unter sich als auch die 
eines jeden der beiden Völker in verschiedenen Zeit- 
räumen, können bei dem gänzHchen Mangel urkund- 
licher Nachrichten vor dem 8. Jahrhundert absolut 
sicher nicht fixiert werden. Die Sprach- und Geschichts- 
forscher haben zur Lösung dieser Frage divergierende 
Wege eingeschlagen: Man hat die Ortsnamen nach 
Grund- und Bestimmungswort untersucht und behauptet, 
die Ansiedlungen auf „ingen" bezeichneten haupt- 
sächlich die ersten von den Alamannen angelegten 



^) Die genaae Fixierang der Stammesgrenzen Alamanniens und 
Frankens findet der Leser bei der Behandlung von WOrm-, Glems-, 
Murr-, Kocher- und Mulachgan, IV. Abschnitt: umfang und Grenzen, 
sowie im Nachtrag. 



— XXI — 

Gemeinsiedlungen, Niederlassungen ganzer Geschlechter 
und Gefolgschaften, Urdörfer, umgeben von der 
Markung, welche Eigentum der Gesamtheit ist, doch 
so, dass die Alamannen auch schon in der ältesten 
Zeit, namentlich im Gebirge, Einzelhöfe begründet 
haben sollten. Dagegen würden die Orte auf „hausen", 
„hofen", „stetten", „weiler", „reut", aJamannische 
Einzelsiedelungen aus der späteren Bodungszeit be- 
weisen, Niederlassungen, welche im Laufe der Zeit 
vielfach zu Dörfern und Städten anwuchsen. Orts- 
namen auf „heim" verraten besonders fränkische 
Siedlungen, fiir welche auch „dorf", „weüer", „hausen" 
xax 'l'fox^v charakteristisch seien ^). 

Wie imsicher alle diese Kennzeichen sind, beweist 
z. B. Württemberg in eklatanter Weise. Zählt man 
die noch bestehenden und bekannten abgegangenen 
Orte diesseits und jenseits der oben bezeichneten ada- 
mannisch-fränki sehen Grenze nach den Endungen, so 
ergeben sich: in Alamannien circa 400 „ingen", 109 
„heim, 189 „hausen", 168 „hofen", 108 „stetten" oder 
„statt" 71 „dorf", 266 „weiler«, 80 „reute" oder „rod", 



>) Wilhelm Arnold, ein Bonst gelehrter and verdienter 
Forscher, hat in seinen Wanderangen and Ansiedlangen deatscher 
Stämme obigen Standpankt vertreten. Nach ihm sind die Endungen auf 
„ach", .bronnen", »beuren", „stetten", „felden", „bergen" und »wang" 
kennzeichnend für die Alamannen, während die auf „bach", „statt", 
„berg", ,feld", »dorT*, „heim" and „hausen" auf fränkischen Ur- 
sprung hinweisen. Alle diese QrundwOrter sollen, wo sie in grösserer 
Zahl auftreten, einen sicheren Schluss auf den Umfang und die 
Grenzen emes Stammes gestatten. In dieser Allgemeinheit lässt 
sich die Amoldsche Hypothese nicht halten; so berechtigt an sich 
die Annahme ist, dass jedem deutschen Stamme eine grosse Anzahl 
von Wörtern eigentümlich zukommt, so sind eben doch Begriffe wie 
„bach**, „berg", „feld*, „dorf", .heim", „haus", „bürg", femer „ingen" 
jedenfalls urdeatsch. Vgl. besonders Lamprecht, fränkische 
Wanderungen im Rheinland. Aachener Qeschichtsverein 1882, p. 4, 
u. Bohnenberger in den WQrttembergischen Vierteljahresheften, 
IX, p. 9 ff. 



— xxn - 

während in Franken 60 „ingen", 88 „heim", 96 „hausen", 
50 „hofen", 14 „stetten", 28 „dorf«, 78 „weiler", 
3 „reute" oder „rod" vertreten sind^). 

Dagegen steht soviel fest, dass die neuen fränki- 
schen Kolonisten, die sich grösstenteils aus Chatten = 
Hessen rekrutierten, mit VorHebe die fetten Weide- 
gründe am Neckar, die besonders nahe der Einmündung 
von Kocher und Jagst durch ihre Fruchtbarkeit sprich- 
wörtUch geworden sind, sowie die grünen, weinreichen 
Gefilde am Rhein bei Bingen, Alzey, Mainz und an 
der Naheniederung beschlagnahmten. 

Wahrscheinlicherweise wurde bei den Franken 
das ganze, den Alamannen entrissene Land als Königs- 
gut betrachtet^) ; jedenfalls behielt der König gewaltige 
Latifundien in seinem ausschliesslichen, persönlichen 
Besitz ; das ist auch der Grund, dass noch in späteren 
Zeiten von ganz Ostfranken der König der erste Gross- 
grundbesitzer war. Denn die fränkischen Monarchen 
nahmen in dem occupierten Lande zunächst alles ehemals 
römische Staatsgut, sodann das ihnen bei der Eroberung 
zugefallene Los (sors), später auch alles herrenlos 
gewordene oder strafweise dem Besitzer entzogene 
Land für sich selbst in Anspruch. 

Dazu kamen noch die zahlreichen Forste unter 
Königsbann, Fisch wasser und Bergwerke. So berichtet 
das schon im 7. Jahrhundert niedergeschriebene ala- 
mannische Gesetz von Königskolonen, Königshöfen 
(curtes regiae). Als solche königUchen Kammergüter 
werden uns im Württembergischen Franken genannt: 
Heilbronn, LauffenS), Markgröningen, Mühlhausen an 

*) Genauere Details bei Hartmann, „ Die Besiedelung Württem- 
berjfs von der Urzeit bis zur Gegenwart**, in den „Württemberg. 
Neujahr8blättem^ XI. Heft. p. 18. 

*) Inama-Sternegg, Wirtschaftsgeschichte I, 141. 
Schröder, Deutsche Rechtsgeschichte, p. 82 

') Der umstand, dass die königlichen ErongQter Heilbroon 
und Laufifen in der Nähe römischer Niederlassungen lagen, erklärt 



— xxin — 

der Enz, Rieth, Besigheim, Usfeld, Böckingen, Biberach, 
Barctheim am Neckar, Weinsberg; im Jagst-, Kocher-, 
Murr- und Taubergau der Virgundwald, im EUwangi- 
schen der grosse Wüdbann bei Murrhardt, Crailsheim, 
Stockenburg bei Hall, Mainhardt, Sindringen, O.-A. 
Oehringen, Möckmühl, Neuenstadt an der Linde, Jagst- 
feld, Kochendorf, O.-A. Neckarsulm u. s. w. 

Aus der reichen Fülle der durch die Occupation 
erworbenen fiskalischen Domänen machte die köm'g- 
liche Gewalt Schenkungen, besonders an fränkische 
Grosse, die dadurch bedeutenden Grundbesitz erwarben. 
Wenn zu der Zeit, in welcher die Urkunden uns die 
ersten genaueren Aufschlüsse von der Verteilung des 
Grund und Bodens gewähren, der Grossgrundbesitz 
häufig vertreten ist, so wird diese nationalökonomisch 
interessante Güterdivision eben auf die Direktive der 
Krone zurückzuführen sein. Im Gegensatz zu den 
durch königHche Immunitätsprivilegien verliehenen 
Dotationen stehen die an die ganze Gemeinde zur 
Ansiedlung eingeräumten Dorffluren, auf welchen die 
Niederlassung nach den Grundsätzen der Feldgemein- 
schaft erfolgte; so standen sich schon von vornherein 
die von den Gemeindebezirken eximierten Gutsherren 
und die auf ihren Höfen oder in Dörfern sitzenden 
Bauern gegenüber. Kurz, schon frühe regen sich die 
Gegensätze zwischen Hofverfassimg auf der einen, imd 
Dorf- und Markverfassung auf der anderen Seite. 
Während der König seinen Antrustionen ausgedehnte 
Ländereien mit völliger Abgabenfreiheit zuwandte, 
scheinen die Gemeinen sowohl der zurückgebHebenen 
Alamannen, als auch der zugewanderten Franken das 
Land nur gegen eine Steuer an den König in Empfang 
genommen zu haben, so dass frühzeitig die rechtUchen 



sich am einfaclisten daraus, weil die Alamannen als erste Eroberer 
das beste Land sich zueigneten und nunmehr die Franken als 
Rechtnachfolger dasselbe annektierten. 



— XXIV — 

Unterschiede zwischen den beiden Hauptstämmen ver- 
schwanden *). So musste in Ost- wie in Rheinfranken 
die sog. Osterstufe, eine Art Königszias, dem Monarchen 
entrichtet werden*); aber bereits in den ersten Jahr- 
hunderten verlor die Abgabe den ursprünglichen 
Charakter einer öffentlich-rechtHchen Leistung und 
wandelte sich allmählich durch die Uebertragung auf 
Earchen, Klöster oder weltliche Herren in eine grund- 
herrliche Steuer um. 

Dank der königlichen LiberaUtät erscheinen einzelne 
bevorzugte Familien reich dotiert, die Lorscher, 
Fuldaer und Württemberger Urkundenbücher lassen 
uns darüber nicht im Unklaren, dass schon zur Ab- 
fassungszeit dieser Dokumente eine bedeutende Un- 
gleichheit der Güterverteilung vorhanden war 8). Hier 
wie überall iu den deutschen Gauen, in Franken par 
exceUence, hat sich zu gunsten der Latifundien- 
besitzer die Auflösung des Standes der Q^meinfreien 
definitiv imd unwiderruflich vollzogen; denn die 
meisten bisherigen iugenui hatten infolge der zahl- 
reichen Heeresaufgebote, der auf ihnen lastenden 
Frohnden und der aus diesen Bedrückungen resul- 
tierenden Armut es vorzogen, die Libertät zu opfern 
und sich dem Mundium eines Grossen oder einer Kirche 
unterzuordnen. Die kleiuen freien Leute, welche sich 
unter Auftragung von Land in ein solches Abhängigkeits- 
verhältnis begaben, vermischten sich bald mit der 
landarbeitenden Klasse, den glebae adscripti, zu dem 



1) Schröder, «Deutsche Bechtsgeschichte**, p. 207. 

2) „Ueber die Osterstufe", Waitz, Deutsche Verfassungs- 
geschichte II, 500; Stein, Geschichte Frankens II, 209; Qane des 
fränkischen Badens, I. Buch, I. Kap. 

') Bessert hat in den Wttrttemb. Geschichtsqneilen, II Bde., 
die für dieses Land in Frage kommenden Lorscher, Fuldaer und 
Weissenburger Traditionen erörtert. Dazu C. L. I, 80 und W. ü. 
B. IV, 318. 



— XXV - 

neuen Stand der Grundholden i). Im grossen ganzen 
scheint sich in Franken zum Unterschied von Alamannien 
die Auflösung des Standes der Gemein- oder Mittel- 
freien (mediocres) besonders rasch und gründlich voll- 
zogen zu haben. 

Die Zahl der freien Gnindbesitzer wurde immer 
geringer, dagegen stieg rapid die Klasse der abhängigen 
Leute ; schon im 9. Jahrhundert wird die hbertas aus- 
drückhch als Ausnahme hervorgehoben*). Bei den 
Alamannen .und Franken, wie bei den anderen ger- 
manischen Stämmen, geht eben der Gemeinfreie unter 
und es triumphiert der mit irdischen Glücksgütem, 
besonders mit Grund und Boden reicher Ausgestattete ; 
imi aber diese allmähhgeEntwickelung der germanischen 
Verfassung bis zur völligen Ausbildung des Feudalismus 
richtig zu verstehen, dürfte eine Skizzirung der staat- 
lichen Gliederung der Germanen überhaupt angezeigt 
erscheinen. Bei dauernd angesiedelten Völker pflegt 
der Boden, den sie bewohnen, die Grundlage ihrer 
staatlichen und rechtlichen Entwickelung abzugeben. 
In der ältesten Zeit hatte der einzelne bei den Germanen 
noch kein Privatrecht am Boden und selbst das Volk 
betrachtete sich nicht als dauernd mit demselben ver- 
bunden, ihm war das Land nur der Schauplatz, auf 
dem seine rechtliche und wirtschaftliche Existenz den 
notwendigen Kaum fand, die staatliche Gliederung aber 
schloss sich durchaus an die des Heeres an^). 



<) Lamprecht hat in der Westdeutschen Zeitschrift, 1887 p. 24, 
ff., einen recht gelungenen Essai aber die Entwickelung des Bauern- 
standes im Mittelalters geliefert. 

2) C. L. III, 137, vir ingennus Folcuinoe nomine — quidam 
praeclarae ingenuitatis vir, Adaibertus nomine de Bilriet. W. U. 
B. l 395; weitere Belege in W. ü. B. II, 358, U, 496, III, 791, 
IV, 349. 

^ Die althochdeutschen Glossen übersetzen demgem&ss cunneus 
bald mit folch, bald mit drupo, je nachdem sie das ganze Heer oder 
einen kleineren HeereskOrper im Auge haben. Steinmeyer und 



~ XXVI — 

Diese Beobachtung können wir bei allen germani- 
schen Stämmen verfolgen; so charakterisiert ein gewieg- 
ter Kenner, wie Lafuente, die westgotische Verfassung 
in Spanien mit den Worten ^) : Acercabase mas la 
organizacion müitar de los godos a los sistemas 
modernes que al de las antiguas ligiones. Fundabase 
sobre la base dicimal como el de la mayor parte de 
los pueblos de raza germana. Asi despues de los duques 
y condes que mandaban las tropas de la provincia, 
seguian los tiufados ö millenarios, que regian un cuerpo 
de mil hombres; los quingentarios, centenarios y 
decanos 6 decuriones. Pueblo especialmente guerero, 
habia conservado en tiempo de paz la organizacion y 
clasificacion de los tiempos de las conquistas, y no 
solamente correspondia la gerarquia nobiliaria a las 
graduaciones de la milicia, sino que a los gefes mili- 
tares les estaba anexa jurisdiccion , y nombre y 
atribuciones de jueces en tiempo de paz. 

Das Heer gliederte sich wieder nach Sippschaften 
(farae), und als solche werden noch im 8. Jahrhundert 
einzelne Dörfer und Markgenossenschaften bezeichnet 2). 

Während die Urzeit der germanischen Stämme 



Sievers, Ahd., Glossen TL, 758, Volk und Heer, repräsentierte den 
Staat, so ist denn auch die Grundbedeutung von Heer und Volk 
identisch. Kluge, Etjmol. Wörterbuch p. 358, umgekehrt bezeichnet 
trupo goth. thaurp sowohl eine Heeresabteilung, cohors, als eine 
einzelne Niederlassung im Sinne unseres Dorfes. Den sprachlichen 
Zusammenhang von Dorf und Truppe verfolgen Grimm, deutsches 
Wörterbuch und Diez, Wörterbuch der romanischen Sprache. 

1) Lafuente historia general de Espana, II. t. p. 398. 

*) Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte I, 80; Sybel, Ent- 
stehung des deutschen Königtums, p. 42; Gierke, Deutsches 
Genossenschaftsrecht 1, 14 flf.; Roziöres formules ^- 318 in vico et 
genealogia. Auf den Zusammenhang mit der Sippschaft deuten auch 
die patronjmischen Ortsnamen auf „ingen", FOrstemann O. N. 
p. 905 ff. 



— xxvn — 

nur Sippe oder Geschlecht^) und Volk im Sinne von 
Heer kannte, gebührt dem fränkischen Reiche das 
Verdienst, den territorialen Charakter von Staat imd 
Gemeinde zum Ausdruck gebracht zu haben. Die 
Bedeutung der Ortsgemeinden für das öffentliche Recht 
beschränkte sich auf die Stellung als besonderer Truppen- 
körper im Heere, im übrigen hatten sie einen aus- 
schliesslich privaten oder famihenrechtlichen Charakter 
und von einer Gemeindeverfassung als solcher war 
keine Rede. 

Die Gemeinde des öffentlichen Rechts war ein 
ein grösserer, mehrere Dörfer umfassender Verband, 
den die römischen Schriftsteller als pagus bezeichnen, 
und die gemeinsamen Germanen als Hunderte. Es 
fragt sich nun, ob die Gemeinde älter sei als die 
Hundertschaft, oder diese älter als jene, mit anderen 
Worten, ob etwa die Hundertschaft erst in Gemeinden 
geteilt oder umgekehrt ursprünglich autonome Ge- 
meinden zu solchen grösseren Einheiten sich vereinigt 
haben; die grösste Wahrscheinlichkeit dürfte die für 
sich haben, dass je nach Umständen bald der eine, 
bald der andere Vorgang sich vollzog. 

Wo von vornherein grössere Massen der Eroberer 
gleichzeitig zur Ansiedlung gelangten, wird eben auch 
sogleich die höhere Einheit ins Leben getreten sein, 
während bei vereinzelten kleineren Ansiedlungen die 
äussere Zweckmässigkeit gewiss sehr bald ihren Zu- 
sammenschluss unter einer Form empfahl, welche ja 
von der Heimat her bekannt war^). Jüngeren Datums 



^) Auf Geschlecht „Euni'' geht das gemeiDgermanische „KuniDg" 
zurück, angelsachsisch „cyning**, altnordisch „Konungr", während 
das got. nthiudans'', altsächsisch „thiodan", angelsächsisch „tbeöden" 
den König als Oberhaupt des Volkes bezeichnet. Got. thiuda ahd. 
diot mhd. dict = Volk. 

2) Winkelmann, Geschichte der Angelsachsen. Onken'sche 
Sammlung. 1883, p. 96. 



— xxvm — 

ist die territoriale Definition Gau, der sich bei den 
Südgermanen findet und offenbar erst die Folge 
dauernder Ansiedlung der einzelnen Hundertschaften 
gewesen ist^). 

Die Hundertschaft bildete in erster Reihe einen 
besonderen, mehrere Sippschaften umfassenden Truppen- 
körper und demgemäss eine spezielle Gruppe der Völker- 
schaftsversammlung, mit der Zeit aber ruhte ihre Be- 
deutung in der örtlichen Rechtspflege. Ihre Ent- 
stehung ist zweifellos im Heere zu suchen, sei es, dass 
eine Schar von einhundert oder nach dem germanischen 
Grosshundert von einhundertundzwanzig Famihen den 
Ausgangspunkt abgegeben haben, oder dass sich der 
Ausdruck schlechthin auch auf einen grösseren Haufen, 
den man nicht mehr zählte, bezog. Wie dem auch 
sein mag, so viel steht fest, dass die Hundertschaft, 
deren Name von Caesar und Tacitus missverständhch 
gedeutet wurde ^), aus der erweiterten Sippschaft her- 
zuleiten ist. 

Der Staat baut sich auf Sippe und Hundertschaft 
auf, doch muss sich der gentihcische Charakter der 



Got. gavi Grimm, D. Wörterbuch IV, 1B18; der Begriff 
Gau war den Nordgermanen unbekannt; auch bei den Angelsachsen 
kommt er sehr vereinzelt vor; die geläufige angelsächsische Be- 
zeichnung für die grosseren Gaue war scire engl, shire von scerjan, 
scarjan = teilen, flbrigens mit angelsächs. scearu, engl, share ital. 
schiera sprachlich wie begrifflich verwandt; die Annahme ist nicht 
abzuweisen, dass sich Gau ebenfalls von der Bezeichnung eines 
Heeresteils heraus entwickelt hat. Stubbs fasst in seiner muster- 
haften Englischen Verfassungsgeschichte den Begriff so: I. 122 the 
name scir or shire, which marks the division immediatelj superior 
to the hundred, merely meaus a subdivision or share of a larger 
whole, and was early used in connexion with an official name to 
designate the territorial sphere appointed to the particular magistrate 
denosted by the name. In dem sächsischen go hat sich die 
ursprungliche engere Bedeutung des Wortes Gau bis zum Mittel- 
alter erhalten. 

2) Caesar bell. Gallic. IV, 1. Tacitus Germania c. 39. 



^ XXIX - 

Hundertschaft unter den Einwirkungen dauernder 
Sesshaffcigkeit schon fiiili verloren und der Idee eines 
Bezirksverbandes Platz gemacht haben. Nach Hundert- 
schaften, je unter Führung ihres, von zahlreichem Ge- 
folge umgebenen princeps war das Heer bei sämtlichen 
germanischen Staatenverbänden gegliedert^). 

Weit überwiegend hat sich jedoch diese als der 
eigentliche Gerichtssprengel erhalten 2). Hätte man 
den Ausspruch des Caesar und Tacitus wörtlich zu 
nehmen, so müsste innerhalb der einzelnen Hundert- 
schaften eine von Ort zu Ort wandernde Rechtspflege 
ohne bleibende Stätte angenommen werden. Die 
durchgängige spätere Entwickelimg widerlegt diese 
Hypothese; sie zeigt, dass jede Hundertschaft eine 
echte Dingstatt besass, meist uralt und geheiligt, un- 
verkennbar bis in die Zeiten des Heidentums zurück- 
ijeichend und an eine alte Opferstätte anknüpfend. Die 
Rechtspflege wurde also nicht von reisenden Richtern, 
die in den einzelnen Orten Lokaltermine abhielten, 
sondern gemeinsam an fester, durch die Religion ge- 
weihter Dingstatt geübt. 

Das Gericht hiess thing, oder mahal altnord mäl- 
Sprache, welches der Dingstatt den Namen Malberg 
verlieh 3). In der germanischen Urzeit lag dem 
princeps consilü oder Gerichtsvorsitzenden die Aufgabe 



1) In den Qnellen werden Überdies mehrfach Taasendschaften, 
bei den Qoten auch Zehutscbaften erwähnt, wie die aus Lafuente 
herangezogene Stelle beweist. Waitz, Deutsche Verfassungs- 
geschichte I, 217. Widukind, res gestae Saxouicae I, 9. Caesar 
bell. Gall. IV, 1. 

^) Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte I, 219; I, 856. 
fi. y. Sybel, Das deutsche Königtum, p. 32. Sohm, altd. Reichs- 
und Gerichtsverfassung, 6 ff. Tudichum, Der altd. Staat, 32 ff. 

») J. Grimm. Rechtsaltertümer, p. 746. Sohm, a. 0. 67 ff. 
Dieffenbach, got Wörterbuch II, 7 ff. Die Dingstatten oder 
späteren gräflichen Landgerichte der einzelnen Hundertschaften sind 
bei den einzelnen Gauen meist verzeichnet. 



— XXX — 

ob, das Urteil zu finden, nach modernem Sprachgebrauch 
gleich einem Staatsanwalt Vorschläge zu machen; in der 
fränkischen Zeit kehrte sich die Sache um: die erstarkte 
könighche Gewalt übertrug dem Richter nunmehr den 
Gerichtsbann, beschränkte ihn aber andererseits auf die 
Urteüsfrage, während die Rechtsprechung Sache der 
Gerichtsgemeinde wurde. Nur bei einzelnen ger- 
manischen Stämmen, den Westgoten, Burgundern, 
Langobarden hat sich, begünstigt durch römische 
Institutionen der selbsturteilende Richter erhalten. 
Am spätesten hat der Begriff Gau im Sinne der 
taciteischen civitas sich entwickelt; erst im vierten 
Jahrhundert n. Ch. verschafft er sich überall bei den 
deutschen Stämmen Geltung *). 

Die bisherigen Deduktionen über die organische 
GHederung der germanischen Volksstämme kann man 
in dem einen Satze zusammenfassen: die Gemeinde 
repräsentiert das wirtschaftliche, die Hundertschaft das 
jurisdiktioneile, und der Gau das politische Leben 
des Volkes. 

Diese allen Germanen gemeinsamen Institutionen 
wurden durch die Begründung des Feudalstaates 
und das Emporkommen der Grandsseigneursschaften 
überall unterwühlt; kraft der königlichen Immunitäten 
formierten sich allmähhch an Stelle der alten Gaue 
die geisthchen und weltlichen Territorien*). Speziell 
in Deutschland kam diese soziale und poHtische Um- 
formung unter dem Staufer Friedrich II. zum definitiven 
Abschluss, der reichsgesetzHch die so entstandenen 
neuen Gebilde mit den wesenthchen landeshoheitHchen 



^) Ueber den mittelalterlichen Gau und dessen Beamte, vor- 
nehmlich den comes, haben wir in der Einleitung zu den Gaagraf- 
Schäften des alamannischen Badens kurz referiert. 

^) Ueber das Immunit&tswesen und die Ausbildung der Territorien 
bandelt das II. Kapitel des I. Buches der Gaue des fränkischen 
Badens. 



— XXXI - 

Attributen ausstattete. Mit der Exemption der kirch- 
lichen Grundherrschaften ist die Emanzipation der 
Städte insonderheit der Bischofssitze von dem Gau- 
grafen und dessen Landgericht auf das innigste ver- 
woben i). 

Den geistlichen Grandsseigneurs musste vor allem 
daran gelegen sein, dem Grafen, dem ohnehin die 
Betretung des immunen Gebiets untersagt war, den 
Blutgerichtsbann sowohl über die Grundholden als 
auch über die Freien des neutralen Bodens zu entwinden. 
Gerade an den Sitzen der kirchhchen Grossen, in den 
Bischofsstädten, in denen das Nebeneinanderwohnen 
von homines sui juris und Hörigen (homines aüeni juris) 
zu beständigen Konflikten zwischen der kompetenten 
öffentlichen Gewalt und dem Episkopus führen musste, 
erschien eine Extension der Immunität auf die ganze 
Stadt und die Uebertragung der gesamten Jurisdiktion 
auf Immunitätsherren, als der unabweisbare und 
natürliche Ausgang der geschichtlichen Entwickelung: 
er erfolgte durch die sogenannten ottonischen Privi- 
legien, mittels deren, hauptsächlich von den sächsischen 
Königen, den höheren geistlichen Würdenträgem 
für ihre gefreiten Gebiete eine unumschränkte 
(mit Ausschluss jegHcher anderer) Gerichtsbarkeit 
übertragen wurde *). Fragt man aber, wozu über- 



1) In allgemeinen Umrissen wollen wir im Schlusswort die ein- 
zelnen Phasen dieses interessanten Entwickelungsprozesses verfolgen, 
wie zuerst in diesen Bischofsstädten an Stelle des Grafen der 
Bischof oder dessen Beamter trat, wie aber allmählig die Bürger- 
schaft eine Mitregierang beanspruchte, bis zuletzt alle Rechte auf 
den Hat flbergingen. 

2) Die einzelnen Stadien dos Prozesses treten besonders deutlich 
in den Freiungsbriefen von Worms und Speier hervor. Das 
Immnnit&tsprivileg Ludwigs des Frommen zu gunsten des ersteren 
beschränkt sich noch auf die ecclesiae vel parochiae, cellae aut loca 
vel agri sen reliquae possessiones; die Ausdehnung auf das inmitten 
von Kirchengut liegende Besitztum Freier und damit die äussere 



— xxxn — 

haupt far die Erkenntnis der deutschen Stadtver- 
fassung eine Untersuchung über den inneren Kern 
der Immunität unerlässHch sei, so weise ich darauf 
hin, dass die Geschichte der deutschen Stadtverfassung 
identisch ist mit der Geschichte des Uebergangs der 
öffentlichen Gewalt von dem Bischof auf die Stadt 
selbst. 

Die zwei folgenschwersten Momente dieser Ent- 
wickelung aber sind der Erwerb der höchsten 
Jurisdiktion durch denStadtherm(ottonische Privilegien) 
und ihre Translation von diesem auf den ßat. 

In nuce kann man die Summe der episcopalen 
Machtbefugnisse in zwei Worten zusammenfassen: die 
Bischöfe erlangten durch die Ottonischen Privilegien 

Abrundung des Immunitätsbezirks liegt aber schon vor in dem 
Diplom Ludwigs des Deutschen (856); der Schlusst^in wird einge- 
fügt durch die Urkunde Ottos II. mit der Bestätigung Ottos III. 
und der Erweiterung durch Heinrich II. Schannat historia Episcop. 
Wormat. II vol. an verschiedenen Stellen und die neuere Darstellung 
bei der Entstehung des Rates in Worms Z. 0. Q. N. F. III, p. 257. 

Far Speier liegt ein Diplom Ottos des Grossen aus dem 
Jahre 969 vor: ut nuUatenus sive dux seu comes vel aliquis judex 
nisi solus episcopus et advocatus ecclesiae potestatem habeat pro 
quocunque negotio placitum seu publicum Judicium facere. Remling, 
Speirer ürk. B. I, 15. 

Fttr Mainz muss die Uebertragung dieser Rechte an den Erz- 
bischof schon früher stattgefunden haben, obgleich die älteren 
königlichen Privilegien des Erzstifts verloren gegangen sind; das 
ergiebt sich aus dem Wormser Diplom Ottos II. von 979, worin 
ausdrücklich auf das Beispiel der Erzbischöfe von Mainz und Köln 
Bezug genommen wird: ut reliquarum ecclesiarum Maguntiensis 
atque Coloniensis praesules pleno jure possideant, nullaque judiciaria 
persona in praedicta civitate ullam deinceps exerceat potestatem 
praeter ipsum quem pastoralis dignitalis sollertia praefecerit advo- 
catum. An sich ist trotz des Fehlens älterer Dokumente die An- 
nahme unwahrscheinlich, dass der Mainzer Erzbischof weniger Herr 
seiner Stadt gewesen sein sollte als seine Suffragane in Speier und 
Worms. Chroniken der deutschen Städte, 18. Band, 11. Abteil, p. 18: 
Verfassungsgeschichte von Mainz. 



— xxxm — 

das jus bannos habendi et comitem eligendi, nur 
fahrten die jetzt von den Bischöfen in ihren Städten 
installierten obersten Beamten meist den Titel Burg- 
grafen^). Denn die letzteren sind im Grunde nichts 
anderes als die alten Stadtgrafen, für deren Amts- 
thätigkeit eine Stadt den eigentlichen Boden und 
Mittelpunkt bildete. 

Weist schon an sich der Name auf ein Organ 
der Reichsregierung und auf einen städtischen Bezirk, 
so waren thatsächlich die Burggrafen des 9. — 11. 
Jahrhunderts den anderen Grafen an Bang und Würde 
völlig homogen und wie diese dem hohen Adel ent- 
nommen. Aus welchen Motiven sich aber der Ueber- 
gang der Herrschaft vom Bischof und seinem Re- 
präsentanten, dem Burggrafen, auf die Stadt und 
deren Rat vollzog, diese Frage ist ohne erhebliche 
Schwierigkeit zu beantworten. Der Grund hierfür 
ist in letzter Linie ein höchst materieller, der Wohl- 
stand nämlich, der in die Städte zumal am Rhein 
unter der Gunst glücklicher Verhältnisse einzog, die 
Stabilität des Lebens brach und neue Elemente an- 
lockte, welche durch beständigen fiischen Zuwachs 
vom Lande eine Stagnation verhinderten. 



^) Die schon von Gaupp, „Deutsche BtädtegründuDg, Stadt- 
verfassnng und Weichbild" 1824 ausgesprochene Meinung, dass von 
Hause aus der Burggraf ein für das Stadtgebiet bestellter Gaugraf 
gewesen sei, haben Arnold, n^eschichte der deutschen Freist&dte" 
und Ueusler, »Ursprung der deutschen Stadtyerfassung", in ein- 
gehender Darstellung zu begründen gesucht. Nitzsch hingegen 
kommt in seinem sonst so geistvollen Buche Ober „Ministerialität 
und Bflrgertum**, p. 144, nicht darttber hinaus, in dem Burggrafen 
einen blossen Pfalzbeamten zu erblicken, der für die Sicherheit und 
Ordnung des Platzes einstehen und durch Ueberwachung der 
milit&rischen Massregeln und des Marktverkehrs den Verfall der 
Pfalzen verhindern sollte. Allein einer unbefangenen Forschung 
wird der blosse Name des Amtes die richtige Bahn vorweisen, 
üeber die Burg- oder Stadtgrafen von Speier und Worms ist das 
wflnschenswerte bei diesen Gauen vorgetragen. 

in 



— XXXIV — 

Arnold hat vollkommen recht gethan, an die 
Spitze des Kapitels über die Emanzipation der Städte 
von der bischöflichen Gewalt den Satz zu stellen: 
„Handel, Wohlstand und Reichtum sind von jeher 
die Quelle pohtischer Freiheit gewesen." 

Ohne Zweifel bargen die Städte des Mittelalters 
lebenskräftigere und gesündere Elemente als unsere 
heutigen. Aus dem Steinhaus des Edelmannes zog 
der jüngere Sohn, der neben dem Erstgeborenen keine 
ihm angemessene Beschäftigung mehr fand, und er- 
hielt am bischöflichen Hofe gastliche Aufnahme. Von 
dem benachbarten Dorfe wanderte der freie Landmann 
ein und baute sich in der Stadt Haus und Speicher, 
um den Ertrag seiner Wirtschaft an dem Zentralpunkt 
grossen Verkehrs besser zu verwerten und den 
günstigen Konjunkturen eines ausgedehnten Marktes 
nalie zu stehen; mancher freizügige Landsasse, der 
sich auf seinem mansus nicht recht vorwärts brachte, 
gesellte sich in der Stadt zu einer Handwerkerinnung; 
ihm folgte der Hörige, der liier eine vorteilhaftere 
Verwertung seiner Fähigkeiten erhofite. Der zu einem 
hohen Wohlstand emporgestiegene Kaufinann, der 
städtische Acker- und Weinbauer erhielten das Bewusst- 
sein der alten Freiheit wach und verliinderten die Ab- 
schliessung auf einen beschränkten und beengten Ge- 
danken- und Gesichtskreis, wie es auf dem flachen Lande 
möghch war; denn dasHofrechtgedeihtnuraufdemBoden 
der Resignation der Hörigen in die Unveränderlichkeit 
der Verhältnisse und diese letztere wiederum hat ihre 
Wurzel in einer rein ackerbauemder Thätigkeit, welche 
sich Tag für Tag im engen Kreis unberührt von den 
Zentren grossen Verkehrs vollzieht. 

Darum sind die Dorfgenossenschaften des Mittel-' 
alters so leicht dem politischen Leben des Volkes 
entfremdet worden und das darin befindliche freie 
Element in dinglicher Abhängigkeit verknöchert und 



- XXXV — 

untergegangen, während die Städte in beständiger 
Erneuerung und Erweiterung sich unbewusst die 
Ekiergie zum Widerstand gegen das Hereinziehen 
in grundherrliche Abhängigkeit gerettet haben. Schon 
frühe zeigten die Bürger von Mainz, Speier und 
Worms ein tieferes Verständnis für die Interessen 
des Reiches und bewiesen eine rührende Anhäng- 
lichkeit gegen das angestammte salische Kaiser- 
haus; ein glänzendes Ehrendenkmal dieser Gesinnung 
ist das noch erhaltene Schreiben der Vorsteher und 
Bürger der Stadt Mainz, worin sie dem von allen 
Seiten verratenen Heinrich IV. ihre fortdauernde Er- 
gebenheit versichern, für ihn und das Reich Leben 
und Vermögen einzusetzen versprechen und ihm Hülfe 
mit 20 000 Mann zu Ross und zu Puss verheissen ^). 
Als Dank für die echt vaterländische Gesinnung be- 
willigten ihnen die deutschen Könige aus dem 
fränkischen Stamme wichtige Privilegien *). 

Im 11. und 12. Jahrhundert hatten die burgenses 
(urbani, civis) reichlich Gelegenheit, die brennendsten 
politischen Tagesfragen aus nächster Nähe verfolgen zu 
können; waren ja doch damals die Städte vorwiegend am 
Rhein die Sitze der Reichs- und Hoftage und deren Ein- 
wohner in engstem Kontakt mit dem Reichsoberhaupt. 



^) Jaif6 Bibliotheca rer. Qennan. V, p. 234. 

^) So belohnt Heinrich V. 1111 die Kaisertreue der Stadt Speier 
mit veitgehenden Freiheiten. Remling, Sp. U. I, 88 ff. und 
Stumpf, Reichskanzler ^ 3072. 

Als 1073 die Sachsen sich gegen den König erhoben und einen 
fOnfzigj&hrigen Bürgerkrieg entzündeten, da zogen die Wormser 
ihrem von den Fürsten verlassenen Herrscher, der bei ihnen Hilfe 
suchte, entgegen, Öffneten die Thore und versprachen ihm opfer- 
willigen Beistand; Heinrich IV. lohnte ihren hingebenden Eifer mit 
dem Privileg der Zollfreiheit. Boos, Wormser ü. B. »^. sß. Der 
Wormser kühne That lebte noch lange in aller Munde fort und rief 
damals eine gewaltige Bewegung hervor. Schaube in Z. O. G. III, 
p. 264. 

in» 



— XXXVI - 

So darf es kein Wunder nehmen, dass die geistlichen 
Stadtherren der Mitwirkung ihrer Bürger bei wichtigeren 
Akten auf die Dauer nicht entraten konnten. An- 
fanghch bestand dieser bischöf hohe Beirat nur aus den 
Geistlichen des Domstifts, den freien Vasallen und den 
Ministerialen, im Laufe des XTT. Jahrhunderts wurden 
die urbani oder burgensis beigezogen *). Was nun 
das Verfahren bei der Zuziehung der Eäte und die 
Frage anbetriflPb, aus welchen Schichten der Bevölkerung 
der Bischof bei der Beratung kommunaler Angelegen- 
heiten die geeigneten Männer entnommen habe, so 
darf man schon aus rein äusserlicher Betrachtung der 
Materie schliessen, dass der Eat oder das Konsilium 
aus dem Schöffenkollegium hervorgegangen ist; denn 
die Leute, welche die Funktion als Gerichtsbeisitzer 
übten, mochten vom Stadtherm auch zu anderen als 
ausschliesslich richterlichen Beratungen verwendet 
werden, nicht deshalb, weil sie das Schöffenamt inne- 
hatten, sondern weil sie tüchtige, brauchbare Männer 
waren (prudentiores, mehores, sapientes) und diesem 



1) In Mainz verleiht der aus dem Investitorstreit bekannte 
Adalbert den grossen Freiheitsbrief, nicht vor einem auswärtigen 
Gericht stehen zu müssen (Privilegium de non evocando), sowie das 
Recht, nur die herkömmlichen Steuern und Zölle zu zahlen, wobei 
besonders die Ausschliessung jedes Zwanges bei der Steuererhebung 
(sine exactoris vielen tia) und die Freiwilligkeit der Leistung (gratis 
nullo exigente) betont wird, was auf eine irgendwie schon bestehende 
Selbstverwaltung der Stadt schliessen lässt. Dieses wichtige Diplom, 
in welchem die Mainzer Bürger fortan das Palladium ihrer Stadt- 
freiheit erkannten, wurde auf die von Erzbischof Willigis gestifteten 
Flügelthüren in Bronze an der Liebfrauenkirche mit Uncialschrift 
eingegraben. Das so bedeutungsvolle Faktum wurde unter Zu- 
stimmung der ersten Geistlichen, Grafen, Freien, Dienstleuten und 
der Bürger beschlossen: communicatio primorum consilio clericorum, 
comitum, liberorum) familiae et ciorium facta est. Das in seiner 
ursprünglichen Fassung verlorene und nur in einer Bestätigung des 
Jahres 1 185 überlieferte Diplom wurde von Hegel in den Forschungen 
zur deutschen Geschichte, XX. B., IlL Heft, publiziert 



— xxxvn — 

Befähigungsnachweis ihre ehrenvolle Stellung ver- 
dankten ^). 

So erklärt sich das lange bestehende ungetrübte 
Verhältnis zwischen Stadtherm und ßat, sogar noch 
zu einer Zeit, wo der Bischof selbst von dem consilium 
civitatis spricht und letzteres ein eigenes sigiUum 
fuhrt 2). Der senatus civitatis ist mithin in dem Kolleg 
der Gerichtsbeisitzer der Burg- oder Stadtgrafen zu 
suchen. — Zuerst bestand also eine völlige Harmonie 
zwischen dem Bischof und dem von ihm geschaffenen 
Rat und nichts ist verkehrter, als jene beliebte Dar- 
stellung, welche von vornherein das bischöfliche und 
das städtische Interesse als zwei heterogene Faktoren 
auffasst. 



1) An and ftlr sich schon darf man es als selbstverständlich 
erachten, dass bei allen Angelegenheiten, welche der Bischof von 
sich aas nicht erledigen konnte oder wollte, der oberste Beamte der 
Stadt, Barggraf oder "Vogt, um seinen Rat angegangen wurde. War 
dazu noch eine Befragung der Bargerschaft wünschenswert, so galt 
es als ziemlich natürlich, dass dasjenige Kollegium, mit welchem 
der höchste Stadtbeamte t&glich in engste Konnexion trat, hiefflr 
berufen warde; daher muss man die Gerichtsbeisitzer, das Konsilium 
des Burggrafen, zugleich als den natura rei geschaffenen Rat des 
Bischofs ansehen. In dieser Allgemeinheit will v. Below, „Ent- 
stehung der deutschen Stadtgemeinde"*, p. 86, die Heuslersche 
Theorie nicht gelten lassen; eine leicht erklärliche Differenz, denn 
Below fasst die Stadtgemeinde mit Maurer als Markgenossenschaft 
auf, somit als einen wirtschaftlichen Verband, während Heusler die 
Stadtrerfassung aus der Öffentlichen Verfassung herleitet. Doch 
giebt auch dieser Forscher einen Zusammenhang zwischen Schöffen- 
kollegiam und Stadtrat insoweit zu, als in den Städten mit einem 
SchOffenkollegium dieses in der ersten Zeit der städtischen Ent- 
wickelung die Funktionen eines Kommunalorgans mit versehen hat. 

^) So bestand noch anfangs des XIII. Jahrhunderts, wo sonst 
bereits ein heftiger Kampf zwischen dem bisherigen Gewalthaber 
und dem Rat entbrannt war, in der wichtigen Stadt Worms ein 
gutes Einverständnis zwischen Bischof und Stadtrat. Schaube, 
„Entstehung des Rates in Worms**. Z. 0. G. III, p. 293 ff. 



— xxxvm — 

Diese Ansicht, als deren wichtigster Repräsentant 
Hegel gelten darf*), stempelt die Bischöfe zu be- 
schränkten Kleinpolitikem und die Bürger zu fanatischen 
ßevolutionshelden, die geistlichen Stadtherren waren 
aber nicht so borniert, der Gemeinde einen freieren 
Aufschwung zu missgönnen 2), noch ihre Unterthanen 
so verwegen, wohlbegründete Rechte des bisherigen 
Oberhauptes zu schmälern. 

Freilich begnügte sich dies consilium prudentium, 
sapientium bald nicht mehr mit der Stellung eines 
bischöflichen Beirates, sondern schritt über das von 
den Bischöfen gesteckte Ziel hinaus und formte sich 
in eine Stadtobrigkeit mit landesherrlichen Rechten 
um. In der Frage, wie der Uebergang der Grafschafts- 
rechte vom Bischof und seinem Burggrafen oder Vogt 
auf den Rat erfolgt sei, liegt das punctum saliens, 
aber nicht in dem ziemlich müssigen Streite, auf 
wessen Seite in dem bald heftig tobenden Kampfe 
zwischen Bischof und Stadt das positive Recht ge- 
wesen sei; bei ruhiger Beurteilung kann man es weder 
den Stadtherren verübeln, ihre bisherigen Rechte nicht 
leichten Kaufs geopfert zu haben, noch wird selbst 
der rigoroseste Vertreter des Prinzips: fiat justitia et 
pereat mundus leugnen wollen, dass die bischöfliche 
Bevogtung gegenüber einer mächtigen Kommune gegen- 
standslos geworden war und dass die Bürgerschaft 
sich ihr ihrer kraft Naturgesetzes zu entledigen ver- 



Belov a. 0. p. 104 ergreift ftlr Hegel Partei; doch sagt 
Heusler, dessen Anschauungen wir fast durchweg zu Grunde legen, 
nirgends, dass der Rat überall auf friedlichem Wege unter Zu- 
stimmung des Stadtherrn entstanden sei. 

2) In Speier stimmte der Bischof ausdrücklich zu, als Heinrich V. 
die Bürgerschaft a. 1111 vom Buteil oder Besthaupt befreite, denn 
dem geistlichen Herrn musste in höchst eigenem Interesse ebenfalls 
viel an der ubertas rerum secularium civium gelegen sein. Rem- 
llng, Speirer ü. B. I, 80. 



— XXXIX — 

suchte. Der Verlauf dieses Verfassungskampfes ist 
ausserordentlich instruktiv und steht in innigster Be- 
ziehung zu der sonstigen politischen Entwickelung 
Deutschlands. Die Bischofsstädte Worms, Speier, 
Mainz, Strassburg und Basel hatten trotz der centri- 
fugalen Bjräfte des Mittelalters nie aufgehört, sich als 
Glieder des Reiches zu fühlen; ihre Bewohner waren 
wie früher zu Leistungen für den König verpflichtet, 
sie mussten dem Heerbann folgen und für den Hof- 
unterhalt Beichssteuem zahlen. 

Als im Kampfe Heinrichs IV. mit dem Papsttum 
die Bischöfe vom König abfielen und eine den Inter- 
essen des Reiches entgegengestellte Politik verfolgten, 
sagte sich der gesunde Bürgersinn, dass der Gehorsam 
gegen den König höher stehe als der gegen den 
bischöfhchen Herrn. 

Die Wormser gingen den anderen mit gutem Bei- 
spiel voran; sie leisteten dem Könige den Unterthanen- 
eid und erhoben .die königlichen Gefälle, die bisher 
der Burggraf als bischöflicher Beamter eingetrieben 
hatte *). Heinrich IV. belohnte ihre Treue mit Erteilung 
von Privilegien und Freiheiten und Heinrich V. ver- 
mehrte dieselben um der Ergebenheit willen, die sie 
seinem Vorgänger bezeugt hatten; denn obwohl der 
letzte Salier sich höchst unwürdig gegen seinen eigenen 
leiblichen Vater und königlichen Herrn benommen 
hatte, so folgte er doch späterhin als König ganz der 
traditionellen Politik Heinrich des Vierten. Als der 
Investiturstreit ausgetobt und ein leidliches Verhältnis 



*) Operam suam regi cives (sc. Wormatiae) benigne spondent, 
josjnrandnm dant snmptus ad bellum administrandum ex sua re 
familiari singnlari pro virili portione offerunt Lamb. ann. ad an. 1073. 
Die Stelle ist offenbar so za interpretieren: sie leisten dem König 
den Unterthaneneid, den er in fränkischer Zeit dem gesamten Volk 
abgenommen hatte, und sie übernehmen selbst die opera oder 
servitia regalia. 



— XL — 

zwischen Staat und Kirche sich herausgebildet hatte, 
trat äusserlich ein Stillstand in der Entwickelung des 
städtischen Lebens ein; aber gerade diese Zeit war die 
Epoche der intensivsten Kraftanstrengung. Die Macht 
und das Selbstgefühl der Bischofsstädte gebiert aus 
dem Samen des Bewusstseins der Zugehörigkeit zu 
Kaiser und Reich die lebenskräftige Gestalt der 
städtischen Reichsunmittelbarkeit; die Städte fühlen 
sich stark genug und zugleich berechtigt, die bischöf- 
Hche Bevormundung abzustreifen und mit direkter 
Uebemahme der Keichspflichten auch die Rechte der 
Reichsstandschaft auszuüben. 

In dieser Zeit masste sich der Rat fast überall 
die Erhebung der Reichssteuem an, ohne zunächst 
mit dem Bischof in Differenzen zu geraten ^) , un- 
merklich aber dehnte sich die Befugnis des Rates auf 
das ganze Budgetrecht, auf den conjectus urbanus, 
das städtische Umgeld aus. Diese Geldfrage hat eben 
um die Wende des Xu. und XTTT. Jahrhunderts den 
Keim zu heftigen Konflikten zwischen Bischof und 
Rat gelegt. Wenn man die Verfassungsgeschichte 
von Speier, Worms und Mainz überbhckt, steht eben 
immer wieder das von dem Rat als Vertreter der 
Bürgerschaft ausgeübte Selbsteinschätzungsrecht in 
Frage, welches den momentan zur Ruhe gebrachten 
Zwist wieder entfachend, zuletzt zu unheilbarem 
Bruche und zum vollständigen Siege der Städte führte. 

Friedrich 11. versuchte, um die geisthchen Fürsten 
für seine itaUenisch-sizilianische Politik zu ködern, 
aus Antipathie gegen die Städte den ganzen Ent- 
wickelungsgang durch die Edikte von Ravenna und 

^) Als auf dem Reichstag zu Mainz 1182 das Domstift zu 
Worms sich darüber beschwerte, dass die Stadt von seinen ministri 
Umgeld erhebe, erklärte Friedrich I. ut ministri a collectis, qnae 
in civitate ad uostrum obsequium fiunt, liberi essent. M. G. L. L. II, 65 
collectae bedeuten den conjectus ad expeditionem et pro itinere regis. 



— XU — 

Ulm aufzuhalten ') ; doch der Zeitgeist war stärker als 
die diplomatische Kunst des unleugbar grössten Genies 
der Staufer. 

Seit Rudolf von Habsburg, ist die Reichsstandschaft 
der Bischofsstädte anerkannt. Der Rat war Träger 
der öflfentUchen Gewalt geworden, er übte die hohe 
und niedere Gerichtsbarkeit, Zoll- und Münzgerechtig- 
keit aus *). 

Der Kreis dieser bischöflichen Reichsstädte, welche 



*) M. G. L. L. IL 286. Lehrreich sind besonders die heftigen 
Kämpfe zwischen dem Bischof von Worms und dem dortigen Rat; 
letzterer, der bereits 1220 in einer Verordnung sich als der eigent- 
liche Leiter des Stadtwesens geriert hatte (Boos, Wormser ü. B. 
^ 126 ne honor et Privilegium civitatis sub nostro videatur regi- 
mino vacitare), beanspruchte für sich das Recht, als gleichberechtigte 
Gewalt Gesandte an das kaiserliche Hoflager nach Ravenna zu ent- 
senden (a. 1232). Die Entscheidung fiel zu Ungunsten der Städte 
aus. Aber der Rat von Worms wollte auch dem kaiserlichen 
Biachtgebot gegenüber, das er als erschlichen bezeichnete, sich nicht 
so ohne weiteres fUgen; er wandte sich vielmehr an den unglück- 
lichen Kaisersohn und deutschen König Heinrich (VIT), dessen 
Haltung sich seit einiger Zeit, je mehr das Fürstentum zum Yat^r 
hielt, der Bürgerschaft günstig erwies. In der That bestätigte 
er der Stadt alle Freiheiten und ihren Rat. Hierauf vom Kaiser 
auf Andrängen des Bischofs mit der Acht belegt, ging zuletzt die 
Kommune doch als Siegerin aus dem jahrelangen erbitterten 
Prinzipienkampfe hervor. Cf. Schaube Z. 0. G. N. F. III, 298 ff. 
und Winkel mann, Friedrich II, p. 407. 

2) Allerdings war der üebergang bis zum Höhepunkt der bürger- 
lichen Freiheit im Innern wie der Machtstellung nach aussen kein 
plötzlicher und unvorbereiteter, wie sich dies besonders an Mainz 
zeigen lässt. füeber die einzelnen Details Hegel in den Chroniken 
der deutschen Städte lY, 2. Abt. p. 44). Gezwungen durch die 
politischen Zeitläufte gewährte endlich Erzbischof Sigfried 1244 der 
Bürgerschaft das Recht der freien Ratswahl; ja bereits zehn Jahre 
später sehen wir Mainz als Vorort an der Spitze eines grossen 
Bundes der rheinischen Städte, Fürsten, Grafen und freien Herren, 
welcher mit verebter Kraft der allgemeinen Rechtsunsicherheit 
steuern wollte. 



— xLn — 

sich bald den Titel Freistädte oder freie Reichsstädte 
beüegten *), war offiziell nie ganz bestimmt ab- 
geschlossen; unzweifelhaft als solche galten nur die 
folgenden sieben: Speier, Worms, Mainz, Basel, Strass- 
burg, Köln und Eegensburg. 

Später als die bischöflichen Städte sind die könig- 
lichen Pfalzstädte zu einer freieren Verfassung gelangt, 
aber der Weg, auf dem sie dazu kamen, war im 
wesentlichen der nämliche; nicht als ob es den könig- 
lichen Pfalzstädten an den Vorbedingungen zu einer 
selbständigen Entwickelung und zum Erwerb der 
Landeshoheit gefehlt hätte, aber es lag in ihrer Natur 
begründet, dass der Gang ihrer Territorialentfaltung 
ein langsamerer war. Auch der Rat der Pfalzstädte 
ist aus den gleichen Elementen hervorgegangen, wie 
das Consilium der bischöflichen Kommunen. 

Die bekannteste Reichsstadt, die aus einer könig- 
lichen Pfalz ihren Ursprung herleitete, ist in dem Ge- 
biete unserer Arbeit Heilbronn, welche in unbekannter 
Zeit an das Bistum Würzburg gelangte, im XIV. Jahr- 
hundert — freiUch sehr spät — die Reichsstandschaft 
gewann *). 

Andere solcher Reichsstädte waren dem Reich 
heimgefallene Lehen, wie Lauflfen, welches beim Aus- 

1) Die Bezeichnung Freistadt ist höchst charakteristisch und 
zutreffend für dies anormale Verhältnis, das nnn einmal die Zeit 
ausgebildet hatte; denn diese Freistädte sind einerseits von der 
landesherrlichen bischOf liehen Gewalt befreit, andererseits haben sie 
die Pflichten gegen das Reich auch nur in beschränktem Masse 
flbemommen, conf. Heus 1er, Ursprung der Stadtverfassung, p. 235. 

-) Üebrigens erhoben sich nicht alle königlichen Domxnialorte 
zu Städten, vielmehr gab es auch Ileichsdörfer; im wdrttem- 
bergischen Franken zählen dahin Böckingen bei Heilbronn, Kirch- 
heim bei Besigheim. 

Eine seiner Zeit geschätzte Arbeit aber Heilbronn hat E. Jäger 
geschrieben, aber sie ist heut«, besonders ftlr die Anfänge der Stadt, 
durchweg veraltet (erschienen 1828 in zwei Bänden). 



— XI. III — 

sterben seiner Grafen, 1212, die Reichsunmittelbarkeit 
erwarb, jedoch schon gegen 1220 an die Markgrafen 
von Baden verpfändet und nie mehr eingelöst wurde. 
Schwäbisch -Hall hingegen war hohenstaufisches 
Hausgut, aus der gräflich komburgisch-rothenburgischen 
Erbschaft und darf von sich rühmen, am frühesten 
unter den Städten des württembergischen Frankens 
ein selbständiges Territorium geworden zu sein. 



BESCHREIBUNG DER GAU- 
GRAFSCHAFTEN. 



Der Wormsgau. 



I. 
Name und Schreibweise des Wormsgaues. 



Der Wormsgau gehört zu den bedeutendsten des 
alten deutschen Reiches; in ihm lagen Worms und 
Mainz, die schon zu der Römer Zeiten eine höchst 
bedeutsame Rolle gespielt hatten, und, wenn auch in 
den Stürmen der Völkerwanderung hart betroffen und 
oftmals zerstört, sich doch bald wieder erholten und 
zu neuem grossartigen Leben erwachten. 

Im Speier- und Worms- sowie im gegenüber- 
liegenden, durch den Strom von einander getrennten 
Rheingau, haben sich auf dieser grossen Ebene, zwischen 
Speier, Mainz und Tribur die eingreifendsten Ereignisse 
der vaterländischen Geschichte abgewickelt. Der 
kleinere südliche Teil des Wormsgaues gehört heute 
zu Rheinbaiem, das viel grössere, fast zwei Drittel 
umfassende nördhche Stück bildet die Provinz 
Rheinhessen. 

In pago Uccarmacense 823 W. U. B. I, 101. 

In pago Uormacinse 756 Dronke C. Fuld 7. 

In pago üormacinsae 756 Dronke C. Fuld 8. 

In pago Wormacense in comitatu Burchardi comitis 

794 Gudenus C. Mog. I, 367. 
In pago Wormahensi et in comitatu Wemiharii comitis 

891 Schannat hist. ep. Worm. 11, 10. 
In pago Wormahense in comitatu Zeisolfii comitis 1017. 

Bruschuis Chronol. Monas. German. 315. 



••• ^- ::•!'. - — 6 — 

'In'pagd'G'önnÄkensi 765 C. L. 11, 48. 

In comitatu Wormatiensi 884 C. L. I, 85. 

In comitatu Wormahiense 888 C. L. I, 89. 

In pago Wormazgowe in comitatu Chunradi comitis 

932 Dronke C. F. 314. 
In pago Wormazfelda 897 Schannat. bist. cp. Worm.II, 1 1 . 
In pago Uuormazfelde 779 W. U. B. 11, 437. 
In pago Uuormazfeldum ohne J. Dronke C. F. 78. 
In pago Uuomazfeldum 794 Schannat. trad. Fuld 53. 
In pago Uuormizfeld 843 W. U. B. I, 127. 
In pago Woimazfeld in comitatu Walonis 881 C. L.I, 82. 
In pago Wormesfeld in comitatu comiti Emichonis 

1100 W. U. B. I, 318. 



n. 
Gaugrafen. 



Ueber die Wormser örafen sind wir durch die 
Fuldaer und Lorscher Urkundenbücher gut unterrichtet 
und können annähernd volle drei Jahrhunderte dieselben 
in ununterbrochenem Zusammenhang verfolgen. 

Schon zu Pippin's Zeiten verkauft ein Graf Leidrut 
dem Kloster Fulda einen Platz innerhalb der Stadt 
Mainz (755), schenkt ihm ein Jahr darauf einen 
Weinberg in Dienheim, und wohl am Ende seines 
Lebens macht er der Stiftung des ßonifacius reichere 
Vergabungen in Bingen und Dronnersheim. *) 

In der Grafschaft des Wemher schenkt ein 
gewisser Hiltiger Güter zu Worms an das Kloster 



1) Dronke C. P. p. 6, 9, 16. 



— 7 — 

Lorsch (771) *)• Unter der glorreichen, beinahe 
halbhundertjährigen Regierung Karls des Grossen 
folgen rasch auf einander fünf Grafen, die sich zumeist 
als Wohlthäter von Lorsch und Fulda erwiesen haben : 
Graf Cunibert 2) tradierte ausser vielen anderen 
Grundstücken auch seine Besitzungen zu Saulheim 
der Abtei Fulda (779), dessen Nachfolger Heinrich 3) 
wandte dem Kloster des heihgen Nazarius zu Lorsch 
einen Weinberg in Oppenheim zu. 

Im Jahre der Kaiserkrönung Karls des Grossen 
erscheint in einer Wachenheimer Schenkungsurkunde 
Graf Hatto *) um bald nachher einem Rupert Platz 
zu machen. Nach Lamey's Vermutung war Rupert 
als Vater des tapferen Normannenüberwinders Robert, 
Grafen von Paris und des Megingundus, Grafen im 
Worms- und Nahegau, *) der Ahnherr der Capetinger. 

Li den Jahren 804 — 836 nimmt Rupert als Graf 
im Wormsgau wiederholt Amtshandlungen vor. 

Auf ihn folgt sein Sohn Megingoz, der 869 
zusammen mit seinem Neffen dem berühmten Stifte 
Lorsch einen Hof zu Mettenheim vergabte ®). Das 
Princip, bei der Besetzung vacant gewordener 
Beamtenstellen in erster Reihe die Söhne der 
verstorbenen Lihaber zu berücksichtigen, hat somit 
damals schon feste Wurzel gefasst, denn nachdem 



1) Wamberias comes 771 C. L. II, 2. 

2) Dronke C. F. 39. 
») C. L. n, 235. 

*) Schannat. trad. Fald. 71. Acta Pal. V, 165. Lamey stützt 
sich darauf, dass Regino vom Prflm und die Hetzer Annalen zum 
Jahr 892 erzählen; Megingandus comes, Odonis Palliae regis nepos 
anno 892 interfectns est. Nach dem mittelalterlichen Latein kann 
aber nepos ganz wohl im Sinne von patruelis, consobrinus stehen. 
Ygl. Du Gange gloss. med. et inf. lat.: nepos. 

*) Schannat. trad. Fuld. 190. Origines Bipontinae I, 98. 

«) 0. L. H 809. 



— 8 — 

nur wenige Jahre (881 — 888) Walaho den obersten 
Posten in der Militär- und Civilverwaltung innegehabt 
hat, *) taucht wieder ein Megingardus auf, der aber 
bereits 892 in einem Treffen fällt«). 

Dabei manchen wir die ganze Zeit hindurch die 
merkwürdige Wahrnehmung, dass die Regierungszeit 
der Gaugrafen eine ausserordentlich kurze ist, nach 
ein paar Jahren nennen uns die Urkunden immer 
wieder neue Namen, so 891 Wernharius s), Graf des 
Worms- und Nahegaus, 897 Walaho 11*), und 906 
Konrad ^). 

Im Jahre 910 unterzeichneten Wemher, Graf im 
Worms- und Lintfrid im Lobdengau in der Kaiser- 
pfalz vor Ludwig dem Kind eine Urkunde des Mainzer 
Erzbischofs Hatto<^). 

Wemher bekleidete wie sein Sohn Konrad der 
Rothe das Grafenamt im Worms- imd Speiergau zu 
gleicher Zeif); als comes des Wormsfeldes wirkt der 
nächmaUge Herzog von Lothringen und Schwiegersohn 
Ottos des Grossen bei einem Tauschvertrag König 
Heinrichs I. mit Abt Hadanar von Fulda mit 8) 932. 



») C L. I, 82 in comitatu Walonia 881. 

2) Acta. Pal. I, 266. 290. 

^) in pago Wormahensi et Nachogoowe in comitata Werinhari 
comitis 801 Schannat. bist. ep. Worm 11, 10. 

^) E. Arnnlf dotiert die Wormser Kirche in verschiedenen 
Orten des Wormfigaues in comitata ünolohonis 897 id. bist ep. 
Worm II, 11. 

B) Ludwig das Kind schenkt dem Bischof v. Worms fanf HOfe 
in pago Wormazfelda in comitatu Kaonradi (906) Acta. Pal. VI, 262. 
Die Annahme ist nicht unmöglich, dass dieser Konrad mit dem 
späteren KOnig Konrad I. identisch ist, der von Hause aus den 
Lahngau besass, aber später besonders nach dem Sturze der 
Babenberger (906) über mehrere Gaue am Rhein und Main verfügte. 

0) Schannat trad. Fuld. 549. 

') Vgl. Speiergau II. 

^) in pago Unormazgowe in comitatu Chunradi 8. Juni 932. 
Dronke. C. P. 834. 



— 9 — 

CroUius weist in seinem Werke über den Ursprung 
der Herzöge von Zweibrücken, aus dem Fragment 
einer Urkunde nach, dass Konrads Nachkomme, der 
Kämthener Herzog Otto, Graf im Nahe-, Speier-, Kraich-, 
Elsenz- und Enzgau auch den Comitat von Worms ver- 
waltet hat; dasJahrist nicht angegeben'), sicher aber nicht 
vor 977, weil erst damals Otto mit der Herzogswürde von 
Kämthen durch den König betraut wurde. Als Otto III. 
dem Erzstifl Mainz den ihm einst von Uta, der Mutter 
Ludwigs des Kindes geschenkten Hof zu Nierstein 994 
restituierte, stand Burkard an der Spitze des Gaues 2). 

Heinrich II, der aus politischen Erwägungen den 
hohen Klerus begünstigte, erlaubte dem Abt Boppo 
von Lorsch, in dessen Flecken Oppenheim im Jahre 
1008 einen Markt anzulegen, im Wormsgau in der 
Grafschaft Zeizolfs^). 

Nach einem grossen Intervall tritt in der Sins- 
heimer Stiftungsm'kunde Emich als Graf des Worms- 
gaues im Jahre 1100 auf*). , 

Die Gaugrafen verschwanden allmählich, ihre 
Stelle füllen für die Städte Worms und Mainz die 
Stadtgrafen, für das Land die Landgrafen von 
Leiningen aus. 



^) OrigiDes Bipontinae I, 63. Otto Imperator interventu 
aequivoci ac fidelissimi. Ottonis, Garentinoruin ducis, ad acclesiam 
St. Tinnini in Hombach poprietatis suae mansos regales sex in 
Villa Quidersbach in comitata ipsius Ottonis et in pago Wormezfeld 
tradidit. 

2) in comitatu Barchardi comitis Gudenus G. Mog. I, 367, 995 
24 Nov. 

') in pago Wormesveld in comitatu Zeizolfi comitis 
4. Nov. 1008 G. L. I, 153. 

^) In dem wichtigen Stiftungsbrief Johanns von Speier aus 
dem Geschlechte der Kraichgaugrafen, vom 6. Januar 1100 in pago 
Wormeafelt in comitatu comitis Emichonis. W. U. B. I 318. 



— 10 — 

Zuerst erscheint ein comes civitatis 1106 in Worms, 
namens Wemher und 1135 mit der gleichen Funktion 
für Mainz ausgerüstet Arnold^). Eine Urkunde bei 
Schannat belehrt uns, dass die Landorte Gumbsheim, 
Dienheim und Waldülversheim 1160 in der Grafschaft 
Emichos von Leiningen lagen, dessen Nachkommen 
dann auch bis ins 15. Jahrhundert hinein als judiccs 
provinciales Recht sprachen, aber nicht mehr im Namen 
des Königs, sondern als kurpfalzische Vasallen. 

Die malla pubUca fanden im Wormsgau gewöhn- 
lich auf dem Stahlbühl zwischen Worms und Speier, 
auf dem Kaldenberg an der Prümm und für die 
Leiningische Landgrafschaft zu Oggersheim statt*). 



^) Wernheros civitatis Wormatiae comes 1106 Schaonat hist. 
episc. Worm 11, 61; Amoldas civitatis Moguntiae comes. Crollios 
Origines. Bipont T, 126. 

^) Eist. ep. Worms 11,80 in episcopata Wormatieusi in comi- 
tatu comitis de Liningen in villis Qimminsheim, Dinninheim, Ufers* 
heim 1160. 

8) Acta. Pal. m, 470. 



III. 

Orte. 



- 12 - 



Name 


Gau 


Graf 


Abenheim, 

K.-A. Worms. 

Abenheim. 


i. p.Wormatiensi. 




== Heim des Abo. 
C. L. ^ 185. 






Affloheinii abgeg. 


i. p.Wormatiensi. 




Albig, K.-A. Alzey. 
Albucha. 


i. p.WormatienRi*. 




= Buchenwald des Alo. 
C. L. ?r. 1360. 






Albsheim, 

K.-A. Grünstadt. 

Aolfesheim. 


i. p.Wormatiensi. 




= Heim des Aolf; Ab- 
karzung für Adolf. 

Dronke, 2. a. 758. 







— 13 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Racherus 



Hirmina 



Batbodo 



Botbertus 



775. 29. Dez. 



C. L. n, 326. 



777. 11. Juni. 



C. L. n, 148. 



791. 



C. L. n, 309. 



788. 7. März. 



C. L. n, 168. 



14 — 



Name 

Albisheim, bair. 
K.-A. Kirchheim- 
boland. 
Albesheim. 

= Heim des Albo. 
C. L. 3829. 



Alsheim, K.-A. Alzey. 
Alasheim. 
= Heim des Alo. 



Altleiningen, 

K.-A. Grünstadt. 

Linunga. 

= bei den Angehörigen 
des Lino. 



Aizey, K..A. 

Alceia. 

= Alceia, vgl. irisches 
alt, =s Bach. 



Gau 



Graf 



i. p. Wormatiensi. 



i. p. Wormatiensi. 



— 15 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Schenkungsbuch 
des Klosters 
Reichenbach. 



C. 1150. 



W. U. B. II, 400. 



(xeilrad. 



Amicho. 



Amulf. 



790. 29. Sept. 



C. L. IL 75. 



780. 30. Juni. 



C. L. n, 168. 



897. 8. Juni. 



Schannat. hist. episc. 
Wormat. 



— 16 — 



Name 

Appenheim, Bh. 

Appenheim. 
= Heim des Appo. 



Arm8heim,K.-A.Alzey. 

Aribimesheim. 
:= Heim des Aribo. 



Ascmundesheim, abgeg. 

= Heim des Ascmunt. 



Asselhelm, 

K.-A. Grünstadt. 
Azzulunheim. 

= Heim des Azzilo ; Dem. 
von Azzo-atta, Vater. 



Badenheim, 

Babinheim 

^ Heim des Bado; 
ahd. bada, Kampf. 



Gau 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i p.Wormatiensi. 



— 17 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Erzbischof 
Adalbert von 
Mainz. 



Eicholf. 



1132. 



Gudenus 0. Mog. 
I, 101. 



Gundrat. 



Berwart. 



Giselbert. 



776. 25. Dez. 



0. L. n, 179. 



782. 1. Juni, 



C. L. n, 151. 



781. 19. Juni. 



0. L. n, 53. 



769. 9. Oct. 



0. L. n, 193. 



18 — 



Name 

Bechenheim. 

Bechheim. 
= Heim des Begga. 



Bechtheim. 

Beraheim. 
= Heim des Bero. 



Bechtol8heim. 

Bertolfeslieiin. 

= Heim des Berthold. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



Bellersheim. i. p.Wormatiensi. 

Baldrisheim. | 

= Heim des Haider, 
des EahDen. 



Berenbrunna, abg. 

= Bmnnen des Bero. 



i. p.Wormatiensi. 



— 19 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



ßudolfus. 



Ratulf. 



Teutbertus. 



Isenhart. 



Badbald. 



768. 1. Nov. 



C. L. n. p. 157. 



793. 25. Mai. 



Dronke, C. F. 63. 



767. 16. Juli. 



780. 9. Sept. 



790. 25. Juli. 



C. L, n, p. 319. 



C. L. n, p. 130. 



C. L. n, p. 114. 



2* 



— 20 — 



Name 

Bermersheim bei Alzey . 
Bennarsheim. 
= Heim des Bermaar. 



Bermershelm 

bei Pfeddersheim. 

Bermotisheim. 



Bibelsheim, 

K.-A. Alzey. 
Gnilcubisheim. 

= wahrscheinlich ver- 
sttlmmelte Form, Name 
Qnilcubo nicht belegt. 



Bingen, K.-A, 

(Grenze gegen den Nahegaa.) 
Binga. 
Pinginsie. 

= lat. : Bingium. geht auf 
keltischen Sprachstamm zn- 
zück. 



Birgelen, abg. 

(confer. Scriba,Reg.ni,832.) 

= kleine Burg, ahd. 
burgila. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatieusi. 



i p.Wormatiensi, 



i. p.Wormatiensi. 



— 21 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Hiltegart. 
Wicho. 



Folerat. 



Nortbertus. 



Odolsuint. 
Graf Leitrat. 



Salacho. 



797. 

768. 5. Nov. 



780. 17. Juni. 



C. L. II, p. 302. 
C. L. II, 88. 



0. L. n, 83. 



771. 12. Dez. 



C. L. II, p. 168. 



772. 28. Juni. 
763. 28. Aug. 



C. L. II, p. 178. 
Schannat trad. 
Fuld. 12. 



790. 12. Juni. 



C. L. n, p. 15. 



22 — 



Name 



Gau 



Graf 



Blödesheim. 

Blitersheim. 
= Heim des Blichter. 

Blödesheim, 
K,-A. Alzey. 
(Acta Pal. I 261, oder 
Flammersbeim, K.-A. 
Frankenthal) 

Blatmaresheim. 



Bobenhelm, 

K.-A. Frankenthal. 

Bubinheim. 

= Heim des Babo; 
C. L. ^ 17, 189, 218, 
333, 276, 382 u. s. w. 



Bobenhelm, 

K.-A. Dürkheim. 

Pophenheim. 



Bodenheim, 

K.-A. Mainz. 

Batenheim. 

= Heim des Bodo. 

C.L.nr. 316, 767, 1776, 
Dronke. R. V. 8. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i . p . Uormacinsae . 



I 



— 23 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Hadamiuit. 



Theodo. 



Hildeboldus. 
Adalmunt. 



Caneor. 



Rantulf. 
Mengoz. 



781. 16. Juni. 



C. L. II, p. 137. 



782. 22. April. 



C. L. n, p. 130. 



767. 

787. 11. Sept. 



C. L. II, p. 278. 
0. L. II, p, 8. 



782. 



C. L. II, p. 231. 



756. 22. Juli. 
795. 20. April. 



Dronke. 0. F. 8. 
C. L. II, p. 186. 



— 24 — 



Name 

Bolanden bei Kirch- 
heimbolanden. 

BoTilant. 
s= Baumland. 



Bomheim, K.-A. Alzey. 
Bninheim. 

=B Heim des Brnno. 

C. L. ^ 179, 1550. 
Dronke, R. S. für die 
Jahre 800—1100. 



BäskSngernhelm, 

Cuningeroheim. 
= Heim des Caning. 



Bosenhelm bei Kreuz- 
nach. 

Bosinesheim. 

Bnosinesheim, 

Bosinlieim. 

= Heim des Boso. 
Dronke, R. 8. far 
800—1150. 



Gau 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 25 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Kaiser 


1178. 


31. Oct. 


Remling. 


Friedrich I. 






U. B. Sp. 118. 


Bemher. 


782. 


7. Mai. 


C. L. II, p. 47. 


Willerat. 


792. 


20. Mai. 


C. L. II, p. 142. 


Hermiin. 


798. 


13. Juni. 


C. L. II, p. 146. 


Cecilia. 


804. 


2. Juni. 


C. L. n, p. 169. 


Hucbertus. 


782. 


27. Febr. 


c. L. n, p. 110. 


Ertulfus. 


791. 


22. Apr. 


C. L. II, p. 343. 


Mather. 


899. 


20. Juni. 


C. L. II, p. 280. 



— 26 — 



Name 

Bretzenheim. 

Brözenheim. 
Brittenheim. 

= Heim Brizzo. 



Budenheim, abg. 
Burdenheim. 
= Heim des Bodo. 



BQdeshefm bei Bingen. 
Budensheim. 
confer. Buden- 
heim. 



Casteff bei Mainz. 

ad Oastrionis. 
Anm. : In der folgenden 
Urkunde gehört Castell zum 
Oau Cunigessundra. 

Oastellum. 



Cfopp, abgeg. bei 
Bingen. 

casfcrum Pinginsie. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Cuniges- 
sundra. 



27 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Turinebert. 
Ragintrud. 



770. 
774. 



30. Oct. 



Erzbischof Luit- 
pold V. Mainz. 



1057. 27. Aug. 



Abt Heinrich. 



1154. 



Rathar. 

Kaiser Otto HI. 

Burkhard. 



757. 

991. 29. Dez. 
c. 1100. 



Graf Leitrat. 



763. 28. Aug. 



C. L. II, p. 275. 
C. L. II, p. 304. 



Wenck. Hess. Land. 
IL U. B. 44. 



Joannis. Res. Mog. 
Script, n, 751. 



Dronke. C. F. 11. 
Schöpflin, Alsatia 

diplomat. I, 135. 
W. U. B. L p. 392. 



Schannat, trad. 
Fuld. 12. 



— 28 — 



Name 

Dahlheim, 

K.-A. Oppenheim. 

Dalaheim. 
= Thalheim. 

Dalen, ehemal. Kloster 
bei Mainz. 
Dalheim. 



Dalsheim, 

K.-A. Worms, 

Dagolfesheim. 
= Heim des Daoglf. 



Dutenheim, 

K.-A. Alzey. 

Dautenheim. 

= Heim des Dudo. 
Dronke, R. 43. Be- 
lege in den Jahren 766 bis 
1170. Zusammenhang mit 
diot, Volk. 



Dagastisheim, (?) 

vielleicht Dexlieim, 

K.-A. Oppenheim 
oder abgeg. Ort. 



Gau 



i. p. Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



29 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Goduin. 
Albertus. 



Richweiu, Probst 
zu Worms. 



Ereinbrecht. 



766. 10. Juni. 
808. 



1110. 



826. 17. Juni. 



Rinold. 



Lintherus. 



C. L. n, p. 318. 
C. L. n, p. 281. 



Schannat, bist. ep. 
Wormat. H, 64. 



C. L. n, p. 87. 



781. 20. Sept. C. L. 11, p. 157. 



769. 29. März. 



C. L. n, p. 125. 



30 — 



Name 

Deninheim, 

K.-A. Oppenheim. 

Dienheim. 
=: Hehn des Dioo. 



Dinenheim, 

K.-A. Oppenheim. 
Dienheim. 



Deuheim, 

K.-A. Oppenheim. 

Dienheim. 



Dintesheim, 

Tidinesheim. 

= Heim des Thidino; 
Dem. von Thido. 



Dietelsheim, Rh. 

Tubileshaim. 



Gau 

i. p.Wormatiensi. 
(Aelterer Beleg) 
i. p Uormacinse. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



31 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Hucbertus. 


774. 3. Juli. 


C. L. II, p. 40. 


Graf Leidrat. 


756. 23. Juli. 


Dronke, C. F. 9. 


Hunold. 


781. 15. März. 


C. L. n, p. 176. 


Woluo. 


789. 20. Apr. 


C. L. n, p. 235. 


Beginbertns. 


791. 2. März. 


C. L. II, p. 156. 


Theotbald. 


803. 5. Mai. 


Dronke C. F. 78. 



— 32 — 



Name 

Ditelsheim, 

K.-A. Alzey, Rh. 
Dittelsheim. 

= Heim des Dito; ahd. 
diot Volk. 



Dudilesheim, 

K.-A. Alzey. 

Dittelsheim. 
= Heim des Dudilo. 



Gau 



i. p.Wormatieasi. 



i. p.Wormatiensi. 



Dulgaheshelm, i p.Wormatiensi 

K.-A. Oppenheim, 
Dolgesheim. 



Dulgesheim, 

Dolgesheim, Rh. 



Dorndurkheim, 

Thurincheim. 
Rh. Durincheim. 

= Heim des Thuriug. 



i. p.Wormatiensi, 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



— 33 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Rutsuindi. 



Erlntdu. 



Rangwic. 



Witnram. 



Sirigo. 
Autbod. 



774. 29. Juni. 



C. L. II, p. 319. 



820. 



0. L. n, p. 291. 



788. 29. Sept. 



0. L. n, p. 60. 



799. 17. Nov. 



0. L. n, p. 199. 



767. 25. Juli. 
763. 



C. L. n, p. 252. 
C. L. n, p. 73. 



— 34 — 



Name 

DUrkhefm, 

K.-A. Alzey. 

Turinheim. 
Domdürkheitn. 

='Heim des Daring. 



Dromerehelm, Rh. i. p. Uormacinsi. 

Truhtmaresheim. 
= Heim des Truchtmar. 



Gau 



i. p. Wormaciensi. 



Dromershefm, 

Truchmaresheim. 



Dorndurkheim, Rh. 

Durincheim. 



i. p. Wormatiensi. 



i. p. Wormatiensi. 



Dunzenheim, abgeg. 

Dunzinesheim. 
= Heim des Danzino. 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



— 35 — 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Lungwint. 


772. 27. Mftrz. 


G. L. n, p. 57. 


Odacrus. 


756. 17. Juni. 


Dronke C. F. 6. 


Gerwinus. 


768. 25. Aug. 


C. L. II, p. 109. 


Hucbertus. 


791. 25. JuU. 


0. L. n, p. 73. 


Gerolf. 


768—814. 

19. April. 


C. L. n, p. 112. 



— 36 



Name 


Gau 


Graf 


Dunzenhelm, abgeg. 


i. p.Wormatiensi. 




Duncinesheim. 






DuppenberCi bei Mom- 


i. p.Wormatiensi. 




menheim, Eh. 






Ebersheim, 


i. p.Wormatiensi. 




Eborolfesheim, Eh. 






= Heim des Bburolf. 






Ebersheinii 


i. p.Wormatiensi. 




K.-A. Mainz. 






Eberulf esheim,Et. 






Aelterer Beleg. 






Eberolfesheim. 






Eich, Rh. 


i. p.Wormatiensi. 




Heichinen. 






Eichloch, Eh. 


i. p.Wormatiensi. 




Heichinloch. 






= Eichenwald, ahd. loh; 






lat. lucus Wald. 







37 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Brunicho. 



Helisezo. 



Herpher. 
Sigismund. 



Hita. 
Sigismund. 



Wanbertus. 



Lintfrid. 



782. 18. Jan. 



782. 19. März, 



768. 29. April 
'764. 28. April, 



784. 17. März. 
764. 28. April. 



782. 



825. 6. Sept. 



C. L. n, p. 159. 



0. L. n, p. 186. 



C. L. n, p. 160. 
0. L. II, 225. 



C. L. n, p. 124. 
C. L. n, 225. 



C. L. II, p. 320. 



0. L. n, p. 165. 



— 38 — 



Name 

Eimsheim, 

K.-A. Alzey. 

Unünesheiin. 
=s Heim des Umino. 



Eimsheim, Eh. 

Ominslieiin. 



Einseltheim, Eh. 

Enseltheim, 
Vielleicht auch Asselheim; 
Widder III. 160. 

= Heim des Ansilo; 
alth. ÖS Gott. 



Ensheim, 

Aonenisheim bei 
Wörrstadt Eh. 

s= Heim des Ono. 



Eppeisheim, Eh. 
K.-A. Alzey. 

Ebbelesheim. 

= Heim des Eppo. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 39 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bodonem. 
Egilolf. 



Baderich. 



Ansilt. 



Amalbarius. 



Rutsuint. 



781. 

762. 25. Sept. 



C- L. n, p. 294. 
C. L. II, p. 336. 



803. 



791. 12. April. 



C. L. n, p. 291. 



C. L. n, p. 127. 



768. 12. Sept. 



C. L. n, p. 198. 



783. 28. Nov. 



C. L. II, p. 33. 



— 40 — 



Name 


Gau 


Graf 


Eppstein, Eh. 

K.-A. Frankenthal. 


i. p.Wormatiensi. 




Appinsiyein. 






= Stein, Burg des Eppo. 






Ebenstein, Eh. 

K.-A. Frankenthal. 


i. p.Wormatiensi. 




Eppstein. 






ErbesbQdesheim, Eh. 
K.-A. Alzey. 
Botinshein. 


i. p.Wormatiensi. 




= Ueim des Boto. 






Erpolzheim, Eh. 
K.-A. Dürkheim. 


i. p.Wormatiensi. 




Erpholfeeheim. 






r=s Heim des Erphold. 
C. L. ^ 296, 424. 455. 






Esselborn, 

K.-A. Alzey. 

Aschininbrunir. 


i. p.Wormatiensi. 




Aelterer Beleg. 
Escilebrunnin. 






= Esche beim Brunnen. 







41 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Gislild. 



Eatbald. 



Egilolf. 



Gerolf. 



769. 30. März. 



C. L. n, p. 138. 



775. 15. Mai. 



C. L. n, p. 12. 



766. 3. Januar. 



0. L. n, 324. 



790. 18. Aug. 



C. L. n, p. 137. 



Grrotbertus. 
Rupert. 



767. 2. Juli. 
763. 2. Juli. 



C. L. n, p. 171. 
C. L. n, 51. 



— 42 — 



Name 

Esselborn, 

K.-A. Alzey. 
Escilebrunno. 



Essenheim, 

K.-A. Mainz? 
Hasinislieiin. 

=s Heim des Hessino; 
Dem. von Hesso. 



Gau 



i. p.Wormatiensi, 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



Essenheim, 

K.-A. Mainz. 

Ysenheim. 



Finten, Rt. 

Findene. 
= Brunnen. 



Flörsheim (Ober), Rh. 
K.-A. Worms. 
Plorlesheim. 
Fletersheim. 



i. p.Wormatiensi. 



— 43 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Adalgifus. 



815. 



C. L. II. p. 50. 



Wonnerus. 



768. 5. Juli. 



C. L. n, p. 208. 



Schenkungsb. d. 
Kl. Reichen- 
bach. 



Erzbischof Rut- 
hard V. Mainz. 



c. 1150. 



W. U. B. n, p. 392. 



1092. 



Gudenus C. Mog 1, 
386. 



Rocculfus. 
Gerolf. 



774. 
768. 



13. Juni. 
5. Nov. 



C. L. II, p. 340. 
C. L. n, 203. 



— 44 — 



Name 

Flörsheim, (O.N.) 
K.-A. Worms. 

Flaridesheim. 
= Heim des Flarido. 



Flörsheim, 

K.-A. Worms. 

Ober- u. Nieder- 
Fletersheim. 



Flonheim, Bb. 
K.-A. Alzey. 

Flaanheim. 
Flanenheim. 

^ Ansiedlung von 
sumpfiger Stelle; vgl. mhd. 
vllDec Wurz plu schwimmen. 



Flonhelm, 

K.-A. Alzey. 

Flanheim. 



Franicendale, 

K.-A. Frankenthal. 

= Thal der Franken. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



45 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bemher 



Hugo. 



Rotlind. 
Eadulf. 



Stift Flonheim. 



Hunargus. 



783. 12. April. 



C. L. II, p. 121. 



789. 1. Juni. 



C. L. n, p. 201. 



787. 24. Juni. 
764. 29. Oct. 



0. L. n, p. 45. 
0. L. n, 48. 



1194. 



W. U. B. n, p. 289. 



772. 20. Sept. 



c. L. n, p. 9. 



46 



Name 

Frellaubersheim, 

K.-A. Alzey. 

Leibersheim. 
3= Heim des Lintbert. 



Freimersheim, Bh. 
K.-A. Alzey. 

Frigmersheim. 

älterer Beleg. 

Frimersheim, Rh. 

Frecmaresheim. 

= Heim des Frecmar, 
des durch seine EOhnheit 
Berflhmten. 



Freinsheim, 

K.-A. Grünstadt. 

Freinslieim. 

= Ansiedlang eines 
Freien. 



Gau 



i. p. Wormaciensi. 



Graf 



p. i. Wonnatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 47 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Wanbertus. 



768. 



C. L. n, p. 30. 



Eotrudis. 
Ratbald. 
Gomonolfus, 
Fridrich. 



769. 

763. 27. März. 

767. 28. Feb. 

775. 1. Feb. 



C. L. II, p. 262. 
C. L. II, 284. 
C. L. n, p. 23. 
0. L. n, p. 200. 



771. 



0. L. n, p. 226. 



— 48 — 



Name 

Frettenheim, 

K.-A. Alzey. 

Frittenheim. 

Fritenheim. 

= Heim des Frido. 



Freiweinheim, Bh. 

üumhinheim. 

= Ansiedlang in e. Wein- 
gegend oder die eines Mannes 
namens Wini (Freund). An 
eine Zwangscolonie der 
Wenden ist damals noch 
nicht zu denken. 



Friedelsheim, 

K.-A. Durkheim. 

Fridolfisheim. 

.--IS Heim des Fridolf. 
DronkeR. 16. A. 766. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



— 49 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Haiger. 
Giselbertus. 



767. 27. Juli. 
771. 12. Juni. 



C. L. n, p. 139. 
C. L. n, p. 210. 



Hrodolt. 



771. 12. Feb. 



Dronke, C. P. 24. 



Bubeitus. 



775. 



4. Mai. 



0. L. n. p. 54. 



50 — 



Name 


Gau 


Graf 


Friesenheim, 

K.-A. Frankenthal. 

Frisenheim. 


i. p.Wormatiensi. 




= Heim des Frieso. 
Dronke, R.16.a.822 
bis 838. 






Fflrfeld, Bh. 

Furiefeld. 






= Nenbrach. 






Fulbaccliure, abgeg. 
vielleiclit bei Essel- 
bom, Rh. 


i.p.Wormaciensi. 




Gabslieim, Bh. 

Gaisbotesheim. 


i. p.Wormatiensi. 




= Heim des Giziboto. 






Gabshelm. 

K.-A. Oppenheim. 

Gesbotsheim, 


i. p.Wormatiensi. 





51 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Dibertus. 



Karl m., der 
Einfältige. 



Moricho. 



Qiselbertus. 



Wolfrat. 



799. 14. April. 



C. L. n, p. 124. 



912. 1. Januar. 



Hartheim, bist. 
Trevir. I, 261. 



789. 18. Aug. 



C. L. n, p. 50. 



771. 12. Juni. 



C. L. n, p. 210. 



776. 4. Juni. 



C. L. n, p. 86. 



52 



Name 

52 

Gaubischofsheim, Kh. 
K.-A. Bingen. 

Biscofesheim. 

= Bine von e. Bischof 
angelegte Ansiedelang. 

Gaualgesheim, Bh. 

Longistisheim. 

SB In yerstOmmelter 
Form wohl flberliefert. 
Heim eines Longisto nicht 
flberliefert. 

Gaualgesheim, Rh. 
K.-A. Mainz. 

Algesheim. 
Alagastisheim. 

Gauböckelnheim, Rh. 

Beckeinheim. 
=: Heim des Bechild. 

Gauweinheim, Rh. 

Gautzwinesheim. 

= Heim des G^ozwine; 
besonders im Foldaner ür- 
kmidenbrief zahlreiche Nach- 
weise Vgl. R zu Dronke, 
S. 19 a. 844—1128. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 53 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kotbaldus. 



769. 15. Okt. 



C. L. n, p. 134. 



Amalgart. 



768. 15. Juli. 



0. L. U, p. 108. 



Willebaldus. 



798. 29. Nov. 



C. L. n, p. 125. 



Erzbischof Adal- 
bert V. Mainz. 



Bilifrid. 



1128. 



774. 



Gudenus C. Mog. 
I, 76. 



C. L. n, p. 159. 



54 — 



Name 

Gaulsheim, Bh. 

Gaatzoldesheim. 

^ Heim des Qosolt. 
Dronke, R. S. 19 a. 
812—852. 



Genheim, Rh. 
K.-A. Durkheim. 

Gaginheim. 
Genheim. 

= Heim des Gago in 
Verbindmigen. Z. B. Gagan- 
hart. 

Dronke, R. 16 a. 
773—808. 



Gensingen, Rh. 

Genziga. 
Aeltester Beleg 768 
C. L. n, 71, im 
Nahegau. 

s= Bei den Angehörigen 
des Genzo. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Wormaciensi. 



— 65 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Anibertus 7. 



Wanbertus. 



Ludwig der 
Deutsche. 



772. 



C. L. II, p. 142. 



768. 



C. L. n, p. 30. 



870. 12. April. 



Hontheim, liist. 
Trev. I, 211. 



— 66 — 



Name 

Gernsheim, £h. abgeg. 
K.-A. Grünstadt. 

Kirchheim an d. 
Ecke. 

= Heim des Gerne in 
ZasammenBetzangen, wie 
Gernolf, Gemolt, besonders 
in Germand. 

Dronke R. 18 
790-874. 



Geroisheim, Bh. 
K.-A. Frankenthal. 
Geroldispad. 

s= Fassweg des Gerold. 
Eine Fülle von Nachweisen 
bei Dronke, R. 18 a. 
756—1166. 



Gimbsheim, 

Gimbsheim, Rh. 

Geminisheim. 

Aelterer Beleg. 

= Heim des Gommo. 
G. L. Bt 285. 



Gau 



Graf 



i. p. Wormatiensi. 



- 57 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bisch. Günther 
zu Speier. 



1150. 



Kaiser Ludwig. 



817. 8. Januar. 



Willeher. 
Wulfleib. 
Lungwint. 



776. 26. Nov. 
766. 13. März. 
772. 27. März. 



Remling, U. B. Sp. 
p. 82. 



Crollius, Orig. Bi- 
pont I, 98. 



C. L. n, p. 249. 
C. L. n, 257. 
C. L. n, p. 57. 



— 58 — 



Name 



Gommersheim, Hh. 
K.-A. Edenkoben. 

Qommirslieün. 

= Heim des Gummar, 
viell. für Gundmar, des im 
Ejimpfe BerOhmten. 



Gonsenheim, Bh. 
K.-A. Worms. 
Qunsenheim. 

= Heim des Ganzo. 
Dronke, R 20 
801—961. 



Gossenheim, abgeg. 
Ort beiKleinbocken- 
heim, K.-A. Grün- 
stadt, ßrh. 
Qozinesheim. 

= Heim des Gozino; 
Dem. Yon Gh>zo. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 59 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Wodelger. 



771. 21. Sept. 



C. L. n, p. 142. 



Teutrath. 



775. 30. Mai. 



C. L. n. p. 107. 



Hirminpunint 



790. 7. Mai. 



C. L. n. p. 129. 



— 60 — 



Name 

Groisheim, Bh. 

K.-A. Mainz. 
Graulfesheim. 

= Heim des Graolf; 
Graolf = Qrawolf = grauer 
Wolf; Dronke, R.S. 19a. 
801-906. 



Grossbockenheim, Rh. 
K.-A. Grünstadt. 
Bucchenheim. 

= Heim des Baggo oder 
Bacco, zusammengezogen 
aus Burkart. 



Grossbockenheim, Hh. 

K.-A. Grünstadt. 

Buggenheim. 



Gross Karibach, Rh. 
K.-A. Grünstadt. 

Carlobach. 

^ Bach des Karl, gleichen 
Stammes mit dem angels. 
earl. 



Gau 



i. p. Wormatiensi. 



i. p. Wonnatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



- 61 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Heriwig. 



Munihitl 



Adalmunt. 



Regmher. 



782. 27. März. 



C. L. II. p. 164. 



773. 18. Juni. 



C. L. n, p. 67. 



793. 5. Mai, 



770. 



c. L. n, p. 9. 



C. L. n, p. 101. 



— 62 — 



Name 

Grosswinternheim, Eh. 

Wintemheim. 

=s Heim des Wintaro 
in Gompositionen ; Wintra- 
hilt, Dronke, R. 48 a. 788. 
Wintarolh, 0. L. m. 674, 1064. 

Gundheim, Rh. 
K.-A. Worms. 
Gunteim. 

=s Heim des Ganto, ahd. 
gant Krieg in Verb. z. B. 
Gundacher; Dronke, R 
19 a. 796 — 1079, gekürzt« 
Form Günther, EOnig der 
Bargander in den Nibe- 
lungen. 

Gundersheim, Bh. 
K.-A. Alzey. 

Guntirsheim. 

s= Heim des Ganther; 
Dronke, R.aOa786— 1049, 
oder im Kriege Mutigen. 

Gundersheim, Rh. 
K-A. Alzey. 

Guntmaresheim. 

«B Heim des Gandennar, 
des im Kriege Berühmten. 



Gau 



Graf 



i. p.Wormafciensi. 



i. p. Wormciensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 63 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Erzbischof Adal- 
bert V. Mainz 



1140. 



Folcrat. 



Rootgardis. 



Eburgrim. 



Gudenus, C. Mog. 
I, 124. 



826. 17. Juni. 



C. L. n, p. 83. 



769. 20. Sept. 



C. L. II, p. 39. 



776. 15. April. 



C. L. II, p. 167. 



— 64 



Name 

Gundersheim, 

K.-A. Alzey, Rh. 
Guntxamesheim. 

= Heim des Guntram, 
des Eampfrabeo; Belege 
Dronke, R. 20a, 757 bis 



Gundersheim, 

K.-A. Worms, Rh. 
Guntrameslieim. 



Guntersblum. Rh. 

Guntersbluin. 

= Weideplatz oder Sat- 
feld des Günther. 
Back. 0. F. 31. 



Gundheim, Rh. 

K.-A. Worms oder 
Alzey. 

Guntheim. 

Hackenheim, Rh. 

Hackinesheün. 

= Heim des Hacho. 
Dronke. R. 20 a. 
825—836. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Wormesfeld. 



i. p.Wormatiensi, 



i. comitatu 
Emechonis 
comitis. 



65 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Albrath. 



798. 



C. L. n, p. 337. 



Bischof Johann 
V. Speier. 



Domkapitel zu 
Worms. 



1100. 6. Jan. 



W. U. B. I, p. 321. 



1237. 22. Juni. 



Schannat hist. ep. 
Worm I, 24. 



Erlulfus. 



791. 22. April. 



C. L. n, p. 343. 



Heinrich 11. 



1023. 10. Dez. 



Hontheim hist. 
Trevir I, 359. 



— 66 — 



Name 

Hahnheim, Rh. 

Hagenheim. 

= Heim des flago; 
Demin. Hagino, Hagen in 
den Nibelungen. 



Hahnheim, 

K.-A. Oppenheim, 
älterer Beleg. 

Hagenheim. 



Hamm, Kh. 

K.-A. Oppenheim. 
Hamme. 

= Mhd. harn TOmpfel, 
Sandbank. Der Ort liegt 
am linken Ufer des Rheins 



Harxheim, Rh. 

Aresheim. 

=: Heim des Araho. 
Dronke, 5 a, 788 — 841. 



Harxheim, K.-A. Alzey. 
Arasheim. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p. Wormacinse. 



— 67 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Metensuind. 
Graf Cancor. 



[Rocganz. 
Eotbert. 



Brundono. 



Gerhard US. 



Addo. 



778. 20. Aug. 
763. 12. Juli. 



768. 9. Juni. 
762. 4. August. 



793. 4. Juni. 



774. 15. Mai. 



778. 28. Mai. 



C. L. n, p. 353. 
0. L. I, 3. 



C. L. n, p. 331. 
C. L. n, 334. 



C. L. n, p. 213. 



C. L. n, 203. 



C. L. n, p. 34. 



— 68 — 



Name 

Harxheim, 

K.-A. Oppenheim. 

Haraunesheim. 



Hassloch, Bh. 

Haselach. 

= Wald des Hasso ; 16h, 
lacas = Wald; Hasso z.B. 
Dronke, R. 23 a. 887 bis 
866. 



Hausen bei Ingelheim. 
Husen, Rh. 
= bei den fl&asern. 

Hechtsheim, S.h. 

Hehhidesheim. 
= Heim des Hahido. 



Heimersheim, Rh. 
K.-A. Alzey. 

Heimradesheim, 
ältester Beleg. 
Heimradesheim. 

= Heim des oder der 
Heimrot. C. L. 51- 313. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Uormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 69 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Henrich. 


836. 24. April. 


C. L. n, p. 163. 


Erzbischof 


1158. 


Wenck, hess. Lan- 


Arnold V.Mainz. 




desgesch.n,U.B. 
104. 


Heinrich V. 


1124. 7. Mai. 


Hontheim, hist. 
Trevir I, 513. 


Uodilpracht. 


808. 17. Mai. 


Dronke,C.F.,126. 


Naicho. 


814. 24. Nov. 


C. L. n, p. 114. 



— 70 — 



Name 

Heimersheim, Rh. 
K.-A. Alzey. 
Hemradesheim. 



Hemshof bei Friesen- 
heim, Bh. 

Hemmingesheim. 

= Heim des flemming; 
Patron. Ableitung zu 
Hemmo; Dronke, K. 22 a, 
796—823. 



Hemshof bei Friesen- 
heim, Rh. 
K.-A. Frankenthal. 
Hamingesheim. 



Heppenheim, Bh. 
K.-A. Worms. 

Hepphenheim. 

= Heim des Heppo; 
Heppo, znsammengez. ans 
Hadnbert, des im Kampfe 
Glänzenden; G. L. »r. 368, 
392, 395, 1100 u. s. w. 



Gau 



i. p. Wormaciensi. 



Graf 



i. p. Wormaciensi. 



i. p.Wormatiensi, 



i. p. Wormaciensi. 



— 71 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



BiliraiD. 



Brubertus. 



Hita. 



Witherius. 



793. 12. Juni. 



C. L. n, 49. 



775. 4. Mai. 



C. L. n, p. 54. 



784. 17. März. 



C. L. n, p. 124. 



767. 3. Nov. 



C. L. n, p. 16. 



— 72 - 



Name 



Heppenheim, Rh. 
K.-A. Worms. 



Hepphenheim. 



Heppenheim, Bh. 
K.-A. Worms. 

Hepphenheim. 



Hernsheim, Rh. 
K.-A. Worms. 
Harlesheim. 

^= Heim des Harilo. 
Demiu. za flaro, Hero 
in Verbind. Z. B. flari- 
bald, Harimann, woraus 
Hermann entstanden ist. 
C. L. ?£: 2020, 317 u. s. w. 



Hessloch, Bh. 

Esinloch. 
Hesinloch. 

= Wald des Hessino, 
Demin. za Hesso. 



Hessiochy 

K.-A. Worms. 

Hasenloh. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 73 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Otacher. 



773. 



C. L. II, p. 286. 



Schenkuugsb. d. 
Kl. Reichen- 
bach. 



Nancherus. 



1150. 



W. ü. B. II, p. 400. 



Willingus. 
Emest. 



Halidricus. 



771. 12. Juni. 



C. L. p. 226. 



771. 

767. 23. Jan. 



C. L. n, p. 306. 
C. L. n, 322. 



772. 26. Okt. 



C. L. n, p. 103. 



-^ 74 — 



Name 

Hessheim, Bh. 

Hessenheim. 

= Heim des Hesse oder 
der Hessen. 



Heuchelheim, Rh. 
K.-A. Frankenthal. 

Huchilheim. 

= Heim des Huchilo, 
Hagilo, Dem. za Hugo. 

Dronke, R. 24 a. 
785—829. 



Hildebaldeshus abgeg. 

= Haus des Hiltebald, 
des im Kampfe Kflhnen. 

Dronke, R. 23. 
790—1069, erscheint in 
Fuldaer Urkunden 32 mal. 



Hochheim, Rh. 

Hoveheim. 

= Heim des Hofo, Hufo. 
C. L. nr. 406, 728, 809. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 75 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Lindhardi. 



Tohades. 



Hiltibald. 



779. 30. Aug. 



C. L. B, p. 153. 



767. 5. April. 



C. L. n, p. 31. 



Bischof Adalbert 
von Worms. 



1068. 



C. L n, p. 170. 



Schannat, hist.epix. 
Worm n. 59. 



— 76 — 



Name 


Gau 


Graf 


Hohensulzen, 

K.-A. Worms. 






Suiza. 






= nach 6. Flasnamen 
Sulz, kelt. 






Horchheim, Bh. 
K.-A. Worms. 






Horgiheim. 






= Ansiedelung an 
sumpfiger Stelle; ahd. horo, 
gen. horawes Sumpf. 






Iberehelm, Bh. 




Hatto comes. 


Ibemesheim. 






== Heim des Iburni. 






Dronke, R. 26 a. 
796—824. 






ibersheim, abg. auf der 
heutigen Hammer- 
Gemarkung. 


i. p.Wormatiensi. 





77 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Schenkungsb. d. 
Kl. Reichen- 
bach. 



c. 1150. 



Nitherius. 



765. 



Radulf. 



767. 



W. U. B. n, p. 400. 



C. L. n, p, 31. 



C. L. n, 16. 



Friderich. 



775. 1. Febr. 



C. L. II, p. 200. 



— 78 — 



Name 

Iggelheim, Rh. 

K.-A. Mutterstadt. 

Hughilheim. 

= Heim des Hugflo; 
Demin. za Hago. 

Dronke, R. 24 a, 785 
bis 841. 



Immesheim bei Harx- 
heim, Rh. 
K.-A. Oppenheim. 
Imminesheim. 

= Heim des Immino; 
Demin. zu Immo. Eine statt- 
liche Zahl von Nachweisen 
bei Dronke, R. 25 a, 
765-914. 



Ingelheim, Rh. 
K.-A. Worms. 
Hengilouheim. 

= Heim der Engila; 
Dronke, R. 12.a, 804 
bis 874. 



ippersheim, Rh. 

Eversheim. 
= Heim des Bviro. 



Gau 



i. p. Wormaciensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i.p.Unarmacense. 



— 79 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Butgardis. 



Eocbertus. 



Kaiser Ludwig. 



770. 15. Okt. 



C. L. II, p. 338. 



825. 11. Juni. 



C. L. n, p. 166. 



Heinrich EL. 



823. 19. Dec. 



1023. 10. Dec. 



W. U. B. I, 101. 



Honth. histor.Trevir 
I, 359. 



— 80 — 



Name 

Irdinaburc, abgeg. bei 
Dienheim, Rh. 
K.-A. Oppenheim. 



Isenburg, 

K.-A. Mainz. 

Isanburc. 

= Burg des Iso; in 
ZusammensetzuDgen Isan- 
bert, Isenhart, Isengrim, 
der alte Name für Wolf. 



Jugenheim, Rh. 
K.-A. Bingen. 

Juwilenheim. 
= Heim des Javilo, Javo. 



Kirchheim an der Eck, 
K.-A. örünstadt. 
Ciricheim. 
Kyrcheim, Rh. 

Köngersheim, Rh. 

Cunigesheim. 

= Von e. König be- 
gründete Ansiedlnng. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 






— 81 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Agatha. 



804. 



C. L. n, p. 272. 



Heregisum. 



829. 22. Juli. 



C. L. n, p. 128. 



Fridebrecht. 



795. 8. Sept. 



C. L. n, p. 169. 



Reginher. 
Bacher. 



770. April. 

775. 10. Okt. 



C. L. n, p. 101. 
C. L. n, p. 164. 



HuDold. 



782. 27. Febr. 



C. L. n, p. 333. 



— 82 — 



Name 


Gau 


Graf 


Kostheim, Bh. 






Cuffstein. 






= kelt caf, cup. cuc. 
Fels. 






Kreutznach, 

K.-A. Worms. 


i.p.Uuarmacen8e. 




Cruciniacum. 
Truciniacum. 






Kriegsheim, Eh. 

Kreikesheim. 


i.p.Wormatiensi. 




= Heim des Oreizo, in 
Greizolf. 






0. L. M. 2384. 






Umbsheim, Bh. 
K.-A. Frankenthal. 


i. p.Wormatiensi. 




Lammundesheim. 






Landmundesheim. 






= Heim des Landmand, 
sonst allerdings nicht belegt, 
dagegen h&ufig Liandolt 
u. s. w. 







83 



Aussteller - 


Datum 


Quelle 


K. Ludwig III. 


880. 17. Nov. 


Hontheim hist, Tre- 
vir 1,218. Neuer 
Abd. in Böhmer. 
Codex, diplom. 
Francofurt I, 
610. 


Kaiser Ludwig. 


823. 19. Dec. 


W. U. B. I, p. 102. 


Bicher. 


766. 5. April. 


0. L. n, p. 161. 


Gerolf. 
Nantgeri. 


769. 1. Nov. 
823. 23. April. 


C. L. n, p. 126. 
C. L. B. n, p. 154. 

6» 



— 84 — 



Name 

Landrisheim auf der 
Gemarkung Offen- 
stein, Eh. 

K.-A. Worms. 

= Heim des Landrich; 
Dronke, B. 26 a, 801 
bis 861. 

Lendrichesheim, Bh.. 
Abgeg. beiOffstarin. 

Laubenheim, Bh. 

Nubenheim. 
= Heim des Labo, Liabo. 

LeInIngen, BH. 
K.-A. Grünstadi. 
Liningen. 

= Bei den AngehOngen 
des Linno. 

Littershelin, Hof bei 

Lobenheim, Eh. 
K.-A. Frankenthal. 
Lintresheim. 

= Heim des Liutari, 
ein uralter Name, Liatharis 
hiess im 6. Jahrhundert ein 
Herzog der Alamannen, 
welcher den bedr&ngten Ost- 
goten Hilfe bringen wollte. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



-^ 85 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Odolfrid. 



771. 



C. L. n, p. 161. 



Willifuind. 



Heinrat. 
Adulfrid. 



König Friedr. I. 



801. 24. Juni. 



797. 12. Juni. 
77B. 3. Mai. 



1153. 



C. L. n, p. 161. 



C. L. n, p. 109. 
Dronke,aT.28. 



W. U. B. n, p. 95. 



Adalmunt. 



763. 5. Mai. 



0. L. n, p. 9. 



— 86 — 



Name 

Lonsheim, Eh. 
K.-A. Alzey. 
Laonisheim. 
Lonesheim. 

^ Heim des Laono ; 
z. B. in LaoDold. 
C. L. nr. 1322. 



Ludolfsfelde, abgeg., 
Lage unbekannt. 

= Feld des Ladolf, sehr 
hftofiger Name. 

Dronke, R. 28 a, 779 
bis 966. Ludolfinger hiessen 
z. B. die Ahnen der s&ch- 
sischen Kaiser. 



Mainz, Eh. 

Moguntia. 

Anm. Mainz ist viel 
älter und war zur ROmer- 
zeit die Hauptstadt von 
Obergermanien. 

= Nach dem Main be- 
nannt; Moinos = Wurzel, 
mi = gehen, der Gehende, 
d. h. der Fluss schlechtweg. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



87 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Richolf. 
Wülerat. 



776. 
792. 



25. Dec. 
20. Mai. 



C. L. n, p. 179. 
C. L. n, p. 142. 



Siegern. 



826. 



0. L. n, p. 167. 



König Dagobert. 



635. 22. April. 



Eccard Fran. Orient 
I, 221. 



— 88 — 



Name 

Marnheim, rhelnbai. 
K.-A. Bolanden. 
Marrenheim. 

= Heim des Maro, des 
BerQhmten. 

Marnheim, bair. 
K.-A. Kirchheim- 
bolanden. 
Marreheim. 



Masanza, Eh. abgeg. 
in der Nähe von 
Monsheim. 



Maudach, Bh. 

K.-A. Mutterstadt. 
Mutaha. 

= Nach dem Flasschen 
Madach geheissen. 

Mettenheim, Rh. 
K.-A. Worms. 

Mettenheim. 

= Heim des Metto, 
Matte. ImFoldaerü.B.R. 
29, fOr die Jahre 788 bis 
944 ftln&ehn Nachweise. 



Gau 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi 



— 89 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Friedr. I. 



1156. S.Jan. 



W.U. B.II,p. 101. 



Bisch. Günther 
V. Speier. 



1159. I.Jan. 



W U. B. n, p. 125. 



Qozhelm. 



798. 13. Juni. 



C. L. n, p. 146. 



Gumbertus. 



778. 7. Juni. 



C. L. n, p. 148. 



Willingus. 
öumbert. 



771. 

765. 27. Juni. 



0. L. n, p. 306. 
C. L. n, p. 306. 



90 — 



Name 

Mettenheim z. Worms 
u. Guntersblum, Eh. 
Metdanlieiiii. 



Mölshelm, Eh. 

Meltridesheim. 
^ Heim der Meltrid« 



Morsch, K.-A. Fran- 
kenthal, Eh. 
Merische. 

= Morsch scheint za mar 
Moor zu stehen , wie Mensch 
zu mennisc. 

Brut .0. P. 179. 



Mörrstadt, Eh. 
K.-A. Worms. 

Mergistat. 

Aelterer Beleg, 
Merstat. 

= SUtte, Wohnsitz zu 
Ehren der Maria; z. B. 
St. M&rgen im Schwarz- 
wald. 



Gau 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p. Wormaciensi. 



i. p.Wormatiensi. 



^ 91 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Ado. 



Bilifridus. 



Adelgoz. 



Wigherus. 
Alduin. 



873. 



W. U. B. I, p. 173. 



r74. 



C. L. n, p. 159. 



769. 9. Mai. 



c. L. n, p. m. 



847. 12. JuU. 
763. 11. März. 



0. L. n, p. 98. 
0. L. n, p. 217. 



— 92 — 



Name 

Mommernheim, Bh. 
K.-A. Oppenheim. 

Momenheim. 
Aelterer Beleg. 
= Heim des Munimann. 



Monsheim, 

K.-A. Worms. 

Munulfesheim. 

MuBzenlieim . 

= Heim des Munalf, 
Manolf. Der erste Teil 
muni inZusammensetzoDgen 
wie Manihilt, Muniswind. 

= Heim des Munizo, 
DemiD. von Mono. 



Monzenheim, Rh. 

Munzinheim. 



Miinchbischofsheim, 

Bischovesheim, Rh. 



Gau 



i.p.Wormatiensi 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 93 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Burgrath. 
Franco. 



790. 
764. 



2. Mai. 
23. Mai. 



Waltman. 
Thurincbreht. 



767. 
800. 



9. April. 
5. Febr, 



Wendilberfcus. 



780. 25. Febr. 



Bischof Bur- 
chard II. 



1141. 



C. L. n, p. 186. 
0. L. n, 187. 



C. L. II, p. 134. 
C. L. n, p. 102. 



C. L. II, p. 295. 



Schannat. bist. epis. 
Worm. n, 71. 



— 94 — 



Name 

Mundenheim, Eh. 
K.-A. Frankenthal 
oder Ludwigshafen. 

Mundinheim. 

Muntinheim. 

= Heim des Mundo; 
ahd. mant. Yormund. 



MOhlheim, Meierhof 
bei Osthofen, Eh. 

K.-A. Worms. 

Mulinheim. 

Aelterer Beleg. 

=;= Ansiedlang bei einer 
Mflhle. 



Nackenheim, Eh. 

Nacheim. 

= Heim des Nacho. 
Dronke,R. dOa.859. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



95 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Irmbrecht. 
Hita. 



770. 
784. 



27. Juni. 
17. Mäxz. 



Otrich. 
Willihild. 



826. 
770. 



22. Mai. 
28. Mai. 



Theudalt. 



772. 



C L. II, p. 165. 
C. L. n, p. 124. 



C. L. n, p. 157. 
C. L. n, 157. 



C. L. n, 212. 



— 96 — 



Name 

Narheim, bei Kreuz- 
nach, Bh. 
Naraheim. 

= Heim des Narro. Ein 
etwas merkwardiger Fa- 
milienname. 

Anm. : Gehört jedoch 
zum Nahegaa und liegt 
auf dem linken Ufer der 
Nahe. 



Neuhausen, a. d. Primm. 
bei Worms, 

Niovihusa, Eh. 



Niederhilbereheim, Bh. 

Hilbridesheim. 

= Der Ortsname be- 
deutet etwa: Heim des 
Hiltibret. 

Dronke, R. 23 a. 
774—940. 



Niederingeiheim, Eh. 

Ingelheim. 

=5 Heim der Engila, cf. 
Ingelheim. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



97 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Sigehardu8. 
AdaJger. 



770. 1. Juni. 



C. L. n, p. 159. 
C. L. n, 356. 



Ado. 



873. 



W. U. B. I, p. 173. 



Erzbischof Rut- 
hard V. Mainz. 



1108. 11. Mai. 



Gudemus C. Mog. I, 
37. 



Philipp von Fal- 
kenstein. 



1259. 5. März. 



Gudemus C. Mog. 

n, 132. 



98 — 



Name 

Niederolm, Bh. 

Ulmene. 

= Die mehrfach vor- 
kommendenOrtsnameD, aach 
Ulm, 01m scheinen keltisch 
za sein. 

Brück, O. F. 197. 



Niedersauiheim, Bh. 

Sauwelnheim 
minor. 

= Heim des Saol 
Allerdings kenne ich nor 
einen Beleg aus dem Faldaer 
U. B. R. 38 a. 838. 



Niefernheiniy Bh. 
K.-A. Gollheim. 

Niuvora. 

Nevuarheim. 

Niverheim. 

Neue Führe = Niwifara. 
Brück, O. F. 63. 



Gau 



i. p. Wormatiensi, 



Graf 



- 99 — ' 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Erzbischof Rut- 


1092. 


Gudemus C. Mog. 


hard V. Mainz. 




I, 386. 


Bat zu Mainz. 


1200. 


Bodmann Bheing. 
Altertümer I, 23. 


Gaila. 


779. 22. Mai. 


C. L. n, p. 187. 


Eadulfus. 


772. 30. Sept. 


0. L. n, p. 34. 


Gerhardus. 


774. 15. Mai. 


C. L. n, p. 203. 



— 100 — 



Name 

Nierstein, 

K.-A. Worms. 

Naristagne. 

= Nach den alten Fonnen 
Nernistein, Naristein, Nari- 
stagne mag ein Bach der 
Namenspender geworden 
sein, Neri, Nari, Warzel na 
fliessen. 



Nordolfe8heim,Bt. abg. 

= Heim des Nordolf. 

Dronke, R27a.765. 

Anmerkung: Wird 
immer mit Undenheim zu- 
sammen genannt, mag also 
in dessen Nahe gelegen sein. 



Oberhilbershelm, Rh. 

Hilnersheim. 

= Vgl. Niedelhilbers- 
heim. 



Oberingelheim, 

superior Ignelin- 
heym. 

= Vgl. Ingelheim und 
Niederingelheim. 



Gau 



i.p.Unarmacense 



Graf 



— 101 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Ludwig. 



823. 19. Dez 



Wezzil. 



1064. 



Erzbischof Kon- 
rad von Mainz. 



1163. 28. Febr. 



König Hein- 
rich m. 



1051. 



\V. U. B. I, p. 101. 



Gudenus C. Mog. 
I, 938. 



Johannis Her. Mog. 
Scrip. n, 687. 



Wenck. Hess. 
Landesg. IH, U. 
B. 56. 



— 102 -^ 



Name 

Obersaulheim, Rh. 

Sauwelnheim. 
Mainz. 
= Vgl. Niedersaulheim. 



Oberwiesen, Bb. 
K.-A. Barchheimbo- 
landen. 
Wilisa. 
Wisore. 

= Qot. vihs lat vicus. 
Dorf. 



Odernheim, RH. 

Hodernheim. 

= Die Erklftrung bietet 
erhebliche Schwierigkeiten. 
Sollte ein Flussname Oder 
zu Grande liegen? 



Oenshelm, Eh. 
K.-A. Alzey. 
Ominsheiin. 
= Heim des 0min. 



Gau 



Graf 



i. p. Wormatiensi. 



i. p. Wormacinse. 



i. p. Wormatiensi. 



— 103 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Rat zu Mainz. 


1200. 


Bodmann Bheing. 
Altert. I, 23. 


Achiolt. 


771. 8. Okt. 


0. L. n, p. 131. 


Liutolf. 


783. 7. Okt. 


C. L. n, p. 131. 


K. Ludwig der 


871. 13. Juni. 


Tabouillot histoire 


Deutsche. 




de Metz IV, 35. 



Suifferus. 



0. L. n, p. 154. 



— 104 — 



Name 

OiTenheim, Eh. 
K.-A. Alzey. 
Offenheim. 



OiTensteln, Eh. 

Offstein. 

= Offene Ad siedlang. 

Offenstem. 

= Offene, freistehende 
Borg. 



Gau 



i. p. Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Wormatiensi. 



Oggersheim, Eh. 
K.-A. Frankenthal. 

Agridesheim. 
Agrisheim. 

= Das nom. propr. 
Agrido, Agri erscheint 
nirgends, oder sollte der 
Ort soviel bedeuten als 
Heim des Otger, woraus 
durch Assimilation Ogger 
geworden ist 

Otger, C. L. m. 179^ 
199, 216, 3261 u. s. w. 



i. p.Wormatiensi. 



— 105 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Hachirat. 
Glimmnut 



Odolfrid. 
Munihilt. 



Meginbirg. 
Gerolt. 



775. 5. März. 
771. 26. März. 



C. L. n, p. 66. 
C. L. n, 66. 



771. 
773. 



13. Juni. 



0. L. n, p. 161. 
C. L. n, p. 67. 



820. 

768. 4. März-. 



C. L. n, p. 102. 
C. L. n, p. 143. 



— 106 — 



Name 

Oppenheim, Rh. K.-A. 

Oppenheim. 

'= Heim des Oppo. 



Osthofen, 

K.-A. Worms. 

Ostowa. 
Hostoren. 

= OesÜic)i gelegener Hof. 

Ottersheim, Eh. 
K.-A. Oppenheim. 

Autmaresheim. 

= Heim des Otmar, des 
durch seinen Reichtum Be- 
rühmten. 

Dronke, K. 32 a. 

824-874. 



Otershelm, 

K.-A. Oppemheim. 

O^ersheim. 

Partenhelm, Rh. 

Pattenheimo- 
marca. 

= Heim des Patto. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p. Uormacinse. 



- 107 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bertricus. 



764. 20. Juli. 



C. L. n, 245. 



Qeroldus. 
Chrodegang, 

Bischof von 

Metz. 



Bereger. 



784. 
765. 



1. Juli. 



768. 8. Juli. 



C. L. n, 320. 
Calmet histoire de 

Lorraine tom. 11, 

prob. 106. 



C. L. n, p. 135. 



Haidrich. 



774. 28. Juli. 



C. L. n. p. 136. 



Pantulf. 



757. 13. Aug. 



Schannat trad. Fuld 
5. 



— 108 — 



Name 

PfafTenschwebenheim, 

Snaboheim, Rh. 

= Heim des Swab. 
Dronke, S. 40 a. 796. 



Pftddersheim, 

K.-A. Worms. 
Phetersheim. 
Paternivilla. 

= Paternivilla. Latini- 
sierte Form, vaterliche An- 
siedlang. 



Pflffllgheim, Eh. 

Phephilineheim. 

= Heim des Peffilo. 
Demin. von Pfaffo. 



Qulrnheim, Bb. 
K.-A. Grünstadt. 

Quimheim. 
Quimbeimero. 

= Quirnheim. Ansied- 
lung bei einer Mühle, got. 
quaimus. 

Vgl. Alamannische Qaa- 
grafschaften Badens, Ein- 
leitung S. 75» Mühlen. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormacinse. 



i. p.Wormatiensi. 



— 109 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Graf Caneor. 


765. 


5. April. 


C. L. II, 197. 


Ercanold. 


767. 


8. Sept. 


C. L. n, p. 1^5. 


Bischof Chrode- 


763. 


25. Mai. 


Calmet hist. de 


gang V. Metz. 






Lorraine I, Vol. 
nr- 277. 


Bischof Adalbert 


1068. 




Schannat. hist. epix. 


von Worms. 






Wormat. 11, 59. 


Adalmunt. 


787. 


11. Sept. 


c. L. n, p. 9. 


Heregisum. 


829. 


22. Juli. 


C. L. n, p. 128. 



— 110 — 



Name 

Riom, abg., vielleicht 
in der Nähe von 
Dinnheim. 



Rodenbach, Bb. bei 

Freinsheim. 
K.-A. Dürkheim. 
Rodenbach. 

= Rot bedeutet wohl 
nichts anderes als Fluss. 
Wahrscheinlich Wur«. rad 
laufen in Bodanus, Rotten, 
Rhone. 



Rohrheim, Kh., abgeg. 
bei Aisheim u. Eich. 

= AnsiedluDg im Ried 
ahd. hriot 



Rudei8heiin,Rli-. abgeg. 

Rodulf esheim. 

= Heim des Rodnlf, des 
Ruhmeswolf. 



Gau 



i.p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 111 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Adelbrecht. 



770. 1. Nov. 



C. L. II, 170. 



Giselbertus. 
Adalmunt. 



768. 
793. 



1. Okt. 
5. Mai. 



C. L. n, p. 197. 

c. L. n, p. 9. 



Bruno. 



793. 4. Juni. 



0. L. n, p. 213. 



Wormerus. 
Hirminhildis. 



779. 
765. 



1. Mai. 
10. Aug. 



C. L. IT, p. 259. 
C. L. n, 313. 



— 112 — 



Name 

Rudelsheim^Eli., abgeg. 
bei Dienlieiiii. 
K.-A. Oppenheim. 
Rudolfisheim. 

RUssingen, Eb. 
K.-A. Kirchheim- 
bolanden, eher 
Grünstadt. 
Bossunga. 
= Bei den Angehörigen 
des Rosso. 



Sauerschwabenheim, 

K.-A. Oppenheim. 
Suaboheim, Rh. 

= üeim des Swab. 
Vgl. PfaflFenschwaben- 
heim. 

Saulheim, Ober- und 
Nieder-, in Rhein- 
hessen. 
K.-A. Oppenheim. 

Sowehiheim. 

Sovouilenheim. 

Sauuilenheim. 

B Vgl. Ober- n. Nieder- 
sanlheim. 



Gau 



Graf 



i. p. Wormaciensi. 



i. p.Wormaciensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 113 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Hucbertus. 


774. 


3. Juli. 


C. L. n, p. 40. 


Ecgrich. 


778. 


8. Jxim, 


C. L. n, p. 112. 


Teuthar. 


776. 


5. Nov. 


0. L. rr, p. 330. 


Graf Cancor. 


765. 


5. April. 


C. L. n, 197. 


Wolfbertus. 


766. 


6. Mäxz. 


C. L. n, p. 226. 


Bemarius. 


763. 


18. Dez. 


Schannat. trad. 
Fuld. 13. 


Cnniberct. 


779. 


9. März. 


W. U. B. n, p. 438. 



— 114 — 



Name 

Sausenheim, Rh, 
K.-A. Grünstadt. 

Susenheim. 

Aelterer Beleg. 

= Heim des Suso. — 
BerQhmt ist besonders der 
Mystiker Soso. 



Schimsheim, Bh. 

Sohimmesheim. 

= Heim des Schimmo, 
gerade wie Rosso zu Eigen- 
namen benatzt, ahd. scimo, 
was Glanz bedeutet 



Schornsheim, Bh. 

Sconesheim. 

= Heim des Scono oder 
schön gelegenes Heim. 



Schnabenheim, 

K.-A. Alzey. 

Suaboheim. 

= Vgl. Pfuflfenschwaben- 
heim. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 115 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Baldher. 
Hunold. 



824. 12. Juni. 
781. 15. März. 



Philipp V. Hohen- 
fels. 



1246. 



Randolf. 



815. 16. Juni. 



Cancro. 



766. 5. April. 



0. L. n, p. 175. 
0. L. n, 175. 



Frey und Remling, 
ürk. B. d. Klost. 
Otterberg 56. 



Wenck, Hessische 
Landesgesch. 11. 
B., U. B. p. 20. 



0. L. n, p. 197. 



8» 



— 116 — 



Name 

Seheinii Rh., abgeg. 
Lage unbekannt. 

= Ansiedlung bei einem 
stehenden Gewässer. 



Selhoven, Rh., abg. 
Seloven. 

== Seelhofen, Sal- d. h. 
Herrenhof. 



Selsen, Bh. 

Salsen. 

= Wohl zum Personen- 
namen Sallo, Sello gehörig. 



Spiesheim, Rh. 

K.-A. Alzey. 

Spizisheim. 

= floim des Spizo. Be- 
lege für den Namen finden 
sich erst in viel späterer 
Zeit. 



Sorgenloch, Rh. 

Sorgeloch. 

= Sorgen wald. Woher 
die Bedeutung stammt, ist 
mir unerklärlich. 



Gau 



i. p. Wormatiensi. 



Graf 



L p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 117 - 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Sichelech. 


774. 29. Juli. 


C. L. n, 167. 


Conrad Canoni- 
cus V. Mainz. 


1182. 


Joannis ßer. Mog, 
Script, n, 693. 


Sigibert. 


782. 27. Febr. 


0. L. n, 108. 


Atha. 


770. 1. Aug. 


C. L. II, p. 110. 


Bat zu Mainz. 


1185. 


Bodenau Bhein- 
gauische Alter- 
tümer I, 23. 



-— 118 - 



Name 

Sprendlingen, Bh. 
K.-A. Alzey. 

Sprendilinga. 

= Bei den Angehörigen 
des Sprendilo. 



Spurchenheimer Hof, 

Rh., abg. 

Spurken. 
= Hof des Spuroo. 



Sülzen, Bh. 

K.-A. Oppenheim. 

Sulzheim. 

= Zweifelhaft ob unter 
Salzheim Obersfllzen bei 
GrQnstadt oder Hohensalzen 
bei Worms gemeint ist. 
Sulz- Wildlache. 



Tornunga, Bh., abgeg. 
Lage unbekannt. 

= Bei den Angehörigen 
des Domo, mit Dom zu- 
sammenhängend. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 119 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Nanther. 


776. 


C. L. n, p. 327. 


Erzbischof Adal- 


1128. 


Qudenus C. Mog. 


bert V. Mainz. 




I, 76. 


Ucbertus. 


767. 15. Febr. 


0. L. n, p. 107. 


ffildebrecht. 


786. 9. Mai. 


0. L. n, 169. 



— 120 — 



Name 

Tribunisheim, Eh., abg. 
vielleicht bei Bibels- 
heim. 

= Heim des Tribuno. 



Udenheim, Bh. 

Otenheim. 
Vodenheim. 

= Heim des Oto. Für 
die Jahre 788—1248 hat 
das Fuldaer ü. B. R. 82 
zahlreiche Belege, damnter 
die drei Ottonen aus dem 
s&chsischen Kaiserhanse. 



Uhlhelm, Rh. 

Hulvinesheim. 
= Heim des ülfino. 



Undenheim, Rh. 
K.-A. Oppenheim. 

ündenheim. 

= Heim des ündo. 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 121 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Nortbert. 



770. 12. Dez, 



C. L. II, 167. 



Selfiun. 
Baderich. 



773. 

803. 



12. Juni. 



C. L. n, p. 168. 



KJ, U, JLL, p. 

c. L. n, p. 



291. 



Erlewinus. 



771. 29. Juni. 



C. L. B. n, p. 154. 



Grimbertus. 
Wolcoz. 



798. 9. April. 
767. 



C. L. n, p. 204. 
C. L. II, 256. 



— 122 — 



Name 


Gau 


Graf 


Volxheim, Bh. 


i. p.Wormatiensi. 




Folchesheim. 






Folkesheim. 






Aelterer Beleg. 






= Heim des Folco. 






Dronke R. 16a. 796 






bis 838. 






Wachenheim. 


i. p.Wormatiensi. 




Waccanheim. 






= Heim des Wacco, 






Wacho, Wago. 






Für die Jahre 770—922 






weist das Fuldaer ü. B. 






dreissig Belege auf. 






Dronke, R. 44, cf. 






W, U. B. L 63, 121, 128 






u. s.w. 






Wackernheim, Rh. 


i.p.Uormacinse. 




Uuackarenlieim. 






— Heim des Wachar. 


• 




Dronke, R. 44 a. 803 






bis 863. 






Wachenheim. 


i. p.Wormatiensi. 




K.-A. Worms. 






Wackenheim. 







- 123 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Adelhardus. 

Irminlieith. 

Gerhart. 



767. 18. Juli. 
798. 11. Juni. 
782. 15. April. 



C. L. n, p. 331. 
C. L. n, p. 162. 
0. L. U, 162. 



Hildfwind. 



782. 19. Mai. 



C. L. II, p. 171. 



756. 17. Juni. 



Dronke, C. F. 7. 



Bernher. 



783. 12. April 



C. L. 11, p. 121. 



— 124 — 



Name 


Gau 


Graf 


Waldfliversheim, Bh. 


i. p.Wormatien.si. 




Uluuemseim. 

Ulfireitesheim. 

Ulfretisheim. 






= Heim des ülfred. 
Dronke, R. 31 a. 770 
C. L. 2026. 






Waldulfereheim, Rh. 
K.-A. Oppenheim. 

ülfridesheim. 


i. p. Wormaciensi. 




Wahlheim, Rh. 


i. p.Wormatiensi. 




Walaheim. 






= Heim des Walaho, 
Wala, Walo. 

19 Nachweiße. 

Dronke. R. 44 a. 788 
bis 951. 






Waiaheimberge , RK 

abg. wahrscheinlich 
bei Gimbsheim. 


i.p.Wormatiensi. 





— 125 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Lantsuindis. 
Landswinda. 
Gunzo. 



771. 24. Dec. 
765. 25. Mai. 
779. 4. Juli. 



Diuria. 



796. 23. Juni. 



Nortberath. 



778. 25. Okt. 



Vunnia. 



769. 



C. L. 11, p. 325. 
C. L. n, 44. 
0. L. n, p. 275. 



C. L. n, p. 40. 



C. L. n. p. 165. 



C. L. n. 259. 



126 



Name 



Wasistat, Rh., abg. 

= Ein mit Büschen und 
Rasen bewachsener Ort ahd. 
wasac mhd. waseg. Vgl. 
den ans dem Waltharilied 
bekannten Waschenstein u. 
den Wasgau, woraus Vosa- 
gns, Yogesen geworden ist 



Weinheim, Eh. 
K.-A. Alzey. 

Wigenheim. 

= Heim des Wigo, des 
Kämpfers. 

Dronke. R. 47 a. 
838—992. 



Weinolsheim, Rh. 
K.-A. Oppenheim. 

Winolvesheim. 

=: Heim des Winolf. 



Weinsheim, 

K.-A. Oppenheim. 

Vinimesheim. 

= Heim des Winimann. 
Dronke. R. 48 a. 
796 - 814 od. Wininc 0. L. 
nr. 2Q42 



Gau 



i. p.Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



— 127 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Liutfuuint. 



788. 30. Sept. 



Eremberfc. 



771. 12. Mai. 



Eugilsuint. 



801. 29. März. 



Bern. 



827. 



C. L. ir, p. 149. 



C. L U, 179. 



C. L. n, 342. 



C. L. n, 268. 



— 128 — 



Name 

Welssenau, Rh. 

Wizenouwe. 

= Wiese des Wizzo. 
Dronke,R. 48a.951. 
W. ü. B. I 16, 56 a. 776. 
802. 



Weissenheim, Rh. 

K.-A. Dürkheim. 

Wizenheim. 
SS Heim des Wizzo. 



Weigereheim, Rh. 

Welingesheim. 

= Heim des Willing, 
Patron, Ableitang von WiUo. 
Dronke, R. 48 a. 
778—1067. 



Wendelsheim, Rh. 
K.-A. Alzey. 

Windelsheim. 

= Ansiedlang an der 
Grenzmark oder von einem 
sonst nicht bezeagten Per- 
sonennamen Windilo, woraus 
Wendel entstanden ist. 



Gau 



i. p. Wonnaciensi. 



i. p. Wonnatiensi. 



i. p. Wormatiensi. 



Graf 



- 129 — 



Aussteuer 


Datum 


Quelle 


Eat zu Mainz. 


1185. 


Bodmann , Shein- 
gauisohe Alter- 
tum. I, 28. 


Rubertus. 


775. 4. Mai. 


C. L. n, p. 54. 


Folchardus. 


770. 20. Jnni. 


0. L. n, p. 163. 


Wolfrat. 


776. 4. Juni. 


0. L. n, 86. 



— 130 



Name 

Wendelsheim, Rh. 

K.-A. Alzey. 
Wendilsheim. 

Weshofen, Bh. 

Westabin. 

:= Westlich gelegener 
Hof. 



Wintersheim, Rh. 

K.-A. Oppenheim. 

Winerisheim. 
Wintresheim. 
Wintersheim. 
Winteresheim. 

:= Heim des Winirich. 

= Heim des Winter, 
Winidher. 

Dronke, R. 48 a. 
889—1066. 



Witterelleim, Rb. 

K-A. Blieskastel. 
Witersheim. 

= Heim des Witharins, 
Wither. 

Dronke, R. 48 a. 
772—813. Verwandt mit 
ahd. wita = Wald. Holz. 



Gau 



i. p. Wormatiensi. 



Graf 



i. p. Wormatiensi. 



i. p. Wormatiensi. 



— 131 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Eioholf. 



Bischof Konrad 
von Speier. 



Sirigo. 
Hairdin. 
Wolfger. 
Adelger. 



Ada. 



776. 25. Dez. 



1237. 19. Okt. 



767. 25. Juli. 

765. 17. Juni. 

782. 13. Mai. 

778. 21. Juni. 



768. 



C. L. n. p. 179. 



Scriba, Hess. Re- 
gestenlllnr. 1406. 



0. L. II, p. 252. 
C. L. n, 62. 
0. L. n, p. 54. 
0. L. n, 55. 



0. L. n, p. 303. 



— 132 — 



Name 

Wizenberc bei Wein- 
heim. 
K.-A. Alzey. 

^= Berg, Burg des Wizzo, 
vgl. Weissenau, Weissen- 
heim. 



Wöllstein, Eh. 

Welthistein. 
Wellhistein. 

= Etymologie dunkel, 
entweder aas mhd. ad. wel, 
welles rund = runder Fels 
oder aus Walsstein. 



Wörrstadt, Bh. 

"Werstat. 

= Ansiedlungf die mit 
einem Zaun umgeben ist, 
ahd. wen, vgl. Dorfwehr, 
Landwehr. 



Wohnsheim, Eh. 

Uuanesheim. 

= Heim des Wano. 
Dronke, R. 46 a. 793 
bis 906. 



Gau 



i. p,Wormatiensi. 



Graf 



i. p.Wormatiensi. 
i. p. Wormacinse. 



i. p.Wormatiensi. 



i. p.Wormatiensi. 



- 133 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Erembertus. 



Adehardus. 
Bischof Samuel 
von Worms. 



Willinandus. 



Herting. 



771. 12. Juni. 



767. 18. Juli. 
827. 18. Juli. 



779. 1. Juli. 



C. L. n, p. 179. 



C. L. n, p. 331. 
Acta Palat I, 295. 



C. L. n, p. 210. 



800. 10. Juni. 



0. L. n, 71. 



— 134 — 



Name 


Gau 


Graf 


Wolftheim, Bh. 


i. p.Wormatiensi. 




K.-A. Oppenheim. 






Gozolvesheim. 






Gozolfesheim. 






= Heim des Gozolf. 






Dronke, R. 19 a. 793. 






Worms. 




Warnherius 


in civitate: 




comes. 


Wormicia. 






Wangionum. 






Wormatia. 






Wormacia. 






Wangia. 






Wormaze. 






Wangionis civitas. 






Wurms. 






Wurmtz. 






Wurmss. 






Anm.: Worms geht wie 






Mainz, Speier auf die Herr- 






schaft der Romer in Deutsch- 






land znrQck, und war die 






Hauptstadt der Vangionen, 






daher civ. Vangionnm. 






Worms ist aus Borbe- 






tomagus entstanden, dem 






ältesten Namen der Stadt. 






Ciyitas Vangionum nach 






dem Volke der Vangiones, 






wie civitas Nemetum fttr 






Speier nach dem Stamm der 






Nemeter. 







— 185 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Adalhelm. 


802. 


12. Juni. 


C. L. n, p. 155. 


Adelhardus. 


767. 


18. Juli. 


C. L. n, p. 331. 


Hiltdigemiis. 


77J. 


17. Sept. 


C. L. II, p. II. 


Bloa. 


771. 




c. L. n, p.- 1. 




580. 




Excerpta Altah. 
Scr. IV, 36, 2. 




756. 




Beued. Chron. 

Scr. iii, 707. 
Gesta Trever. 

Scr. Vm, 133. 




811. 




Oheim Chron. 48, 7. 



136 -* 



Name 

Zornheim. 

K.-A. Oppenheim. 

Zarenheim. 

= nach einem FlQsschen 
Zorn genannt; Eelt. Wurzel, 
sru = fliessen. 



Zotzenheim, Bli. 
Zarezanheim. 

= Heim des Zozo, Zeso. 

Dronke, R. 50 a. 776 

bis 922. 



Gau 



i. p.Wonnatiensi. 



i. p. Uormacinse. 



Graf 






— 137 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Sigibaldus. 



Haguno. 



782. 27. Febr. 



C. L. rr, p. 108. 



771. 16. Febr. 



Dronke, 0. F. 21. 



— 138 — 



Umfang und Grenzen des Wormsgaues. 



Im Süden grenzte der Wonnsgau an den Speier- 
und Bliesgau, im Westen an den Nahegau, im Osten 
und Norden bildete der ßhein die natürliche Scheide- 
wand und trennte ihn vom Lobden- und Rheingau, 
demnach erübrigt uns nur die Westlinie gegen den Nahe- 
gau festzulegen, nachdem wir die Südgrenze beim Speier- 
gau bestimmt haben. Sie lief im Osten der Stadt 
Bingen in ziemlicher Entfernung vom östlichen Ge- 
stade der, Nahe der Wiesenbach entlang, hart und 
östlich an WöU stein vorüber, desgleichen an Mörsfeld, 
sofort in südwestlicher Richtung dei Marienthal über 
die Appel, dann zwischen dem Wormsischen Imsbach 
und den Nahegauischen ßoggenhausen über die Alsenz, 
südlich an Niederkirchen vorbei, oberhalb Wolfstein 
über die Lauter, südlich an ßeichenbach vorüber, 
oberhalb Quimbach über den Glau, um Ohmbach und 
Niederkirchen, Hof und Leitersweiler. 

Lamey hatte anfänglich für den Wormsgau auch 
die sämmtUchen Gemeinden zwischen der Wiesenbach 
und der Appel und der Alsenz und zwar auf beiden 
Alsenzufem beansprucht, später aber seinen Irrtum 
berichtigt*). In den umgekehrten noch gröfseren 
Fehler verfiel Kremer, der den Wormsgau fast um 
die Hälfte verkürzte und den Nahegau bis an den 
Rhein zwischen Mainz und Oppenheim herrüberreichen 
liefs; nach ihm hätten Ingelheim, Mainz, Nierstein, 
Oppenheim, Sulzen, Friesenheim samt uud sonders 
Bestandteile des Nahegau's gebildet *). Der sonst so 



Acta. Palat V, 169. 

2) Qeschichte des rheinischen Franziens 8. 147. 



— 139 — 

verdienstvolle pfälzische Gelehrte liess sich wie noch 
viele Forscher unseres Jahrhunderts verleiten, 6au- 
und Diöcesengrenzen zu identificieren und diesem 
Grundsatz getreu, alle dem Mainzer Bistum zuständigen 
Orte für nahegauisch zu erklären. Dagegen lässt sich 
nicht läugnen, dass der Wormsgau einst noch grösseren 
Umfang hatte und zu Karls des Grossen Zeiten zum 
Vorteil des Nahegaues geschmälert wurde; ursprünglich 
bUdete die Nahe bis Kreuznach die Scheidelinie beider 
Gaue. Daher rührt auch die etwas sonderbare, äussere 
Form des Wormsgaues, der sich gleich einer Zunge 
zwischen den Speier-, Blies- und Nahegau hineinzwängt. 

Im Wormsgau *) lag Worms, das alte Borbeto- 
magus, dann Augusta Vangionum, Bischofssitz, eine 
der ältesten und berühmtesten deutschen Städte. Hier 
ist der Schauplatz der Nibelungen, der Sitz jenes alten 
burgundischen Königshauses, welches durch Attila 
seinen Untergang fand. Die energievoUe Bürgerschaft 
erstarkte früh. Heinrich IV. fand bei ihr in den Tagen 
der schwersten Not freudige Aufnahme und belohnte 
ihre aufopferungsvolle Hingebung durch gewichtige 
Freiheiten später unter Heinrich V. erlangte die Stadt 
die ßeichsunmittelbarkeit. Hier ward 1123 das danach 
benannte Koncordat abgeschlossen, ein leidlicher Com- 
promifs zwischen Staat und Kirche. Von den Ge- 
bäuden der Stadt ist zu nennen der Dom aas dem 12. 
Jahrhundert imd die Synagoge, vielleicht die älteste 
in ganz Deutschland, angeblich aus dem 11. Jahr- 
hundert. 

Weiterhin sehen wir Mainz an der Mainmündung, 
das alte Moguntiacum, durch Bonifacius zum Primat 
über ganz Deutschland erhoben. Zur Mainzer Kirchen- 
provinz, der grössten in Deutschland, gehörte in der 



^) lieber Worms, Mainz und Oppenheim. Vgl. die Ein- 
leitung. 



— 140 — 

ältesten Zeit auch das ganze Eheingebiet von Köln 
bis zur Nordsee, welches nach der Gründung des 
neuen Metropolitensitzes Köln zufiel. In späterer Zeit 
sind folgende funzehn Bistümer zu Mainz gehörig: 
Paderborn, Hildesheim, Werden, Halberstadt, Würz- 
burg, Bamberg, Prag, Olmütz, Eichstädt, Augsburg, 
Konstanz, Chur, Strassburg, Speier, Worms. Von 
berühmten Erzbischöfen erwähnen wir Hatto unter 
Ludwig dem Kind, Willegis unter Otto H. und IH., 
den kriegerischen Christian, den treuen Anhänger 
Friedrich Barbarossas. In der weiten Ebene vor der 
Stadt entfaltete sich die ganze Pracht des alten Reiches 
auf dem von den Minnesängern so gefeierten Reichs- 
tage des Jahres 1184. Die weite fruchtbare Land- 
schaft am Rhein entlang bis Ingelheim nannte man 
vormals des heiligen römischen Reiches Thal. Ingel- 
heim heute ein kleiner Flecken, war einst häufiger 
Sitz der Reichsversammlungen. Hier hatte Karl der 
Grosse einen Palast erbaut, doch nur noch einige Bruch- 
stücke zeugen von der längst entschwundenen Pracht. 
Auf der weiten Ebene im Süden der Stadt fand 1024 die 
Wahl des Sahers Konrad II. statt. Die Rheinebene 
zwischen Worms und Mainz kann man überhaupt als 
den Mittelpunkt des poHtischen Lebens der Deutschen 
im Mittelalter betrachten. 



Der Speiergau. 



I. 
Name und Schreibwelse des Speiergaues. 



Zu Ehren der wichtigsten Stadt, der civitat 
Nemetnm, des späteren Spira. hat der Gau den Namen 
„Speiergau" angenommen.*) Heutzutage umfasst diese 
alte Grafschaft ausser einigen elsässischen Orten ganz 
ausschliesslich rheinbairisches Gebiet. 

In pago Spirense in der Merovingerurkunde Sigberts 
ni V. J. 650, Bemling Sp. U. B. I, 1. 

In pago Spirensi 788 0. L. I, 487. 

In pago Spirachgouwe 906 Schannat his. ep. Worm. 11, 15. 

In pago Spiragowe 1046 E. Sp. U. B. I, 35. 

In pago Spiregowe 836 0. L. II, 449. 

In pago Spirehgowe 0. 800 C. L. I, 489. 

In pago Spirchgouue 1051 R. Sp. U. B. I, 43. 

In pago Spirichgouue 1057 R. Sp. U. B. I, 47. 

In pago Spirichgouwe 1046 R. Sp. U. B. I, 37. 

In pago Spirgowe 1065 R. Sp. U. B. I, 48. 

In pago Spirigowe 846 C. L. 11, 106. 

In pago Spirichgowe 960 R. Sp. U. B. I, 14. 

In pago Spirgowi 1100 W. U. B. I, 318. 

in comitatu Siutramesforst in pago qui dicitur Spirich- 
gowe 1086 R. Sp. U. B. I, 62. 

^) In der allerältesten Zeit hiess Speier Noviomagns (vg]. 
Bacmeister Alemann. Wanderungen, 8. 25), hat aber später nach 
dem Volk der Nemeter den Namen gewechselt. Die dritte Be- 
zeichnung Spira (Spiratiaj yerdankt die Stadt dem gleichnamigen 
Flüsschen, das gerade an dieser Stelle in den Rhein mflndet. 



— 144 — 

n. 
Gaugrafen des Speiergaues. 



Baugulf eröflEhet die Reihe der uns überlieferten 
Speirergrafen und sein Name ist in zwei Fuldaer Ur- 
kunden aus den Jahren 770 und 771 enthalten.*) 
Aus den Zeiten Ludwigs des Frommen existiert ein 
Schenkungsdiplom des Klosters Hombach, welches als 
Haupt des Speiergaues den Grafen Siggerus nennt.*) 
Am 25. Mai 869 bestätigt Ludwig der Deutsche einen 
zwischen dem Speirer Bischof Gebhard und dem 
dortigen Grafen Christian getroffenen Tausch mit 
Gütern und Gefällen zu Wachenheim und Schiffer- 
stadt.8) Ueber die Genealogie der drei ersten Grafen 
haben wir keinen sicheren Anhaltspunkt; von 900 ab 
finden wir den Speiergau im Besitz der faHschen 
Familie, der angesehensten Bheinfrankens, aus welcher 
das engere Vaterland seine Herzöge und seit Konrad ü. 
Deutschland die Könige wählte. Als Ludwig das Kind 
im Jahre 900 der Abtei Hombach die Orte Grunheim 
und Godramsteiu vergabte, verwaltete der Salier 
Walaho I. den Speiergau.*) Derselbe König schenkte 
906 dem Münster des heüigen Oyriacus zu Neuhausen 
bei Worms Güter im Speiergau in der Grafschaft 
Wemhers, welche einem Mahtfrid wegen Rebellion 
abgesprochen worden waren.*) 



1) Dronke 0. F. 20. 770, 20. Dez. in pago Spirense in Comitatn 
Baugulfl — id. 0. F. 22, 771, 26. Mai. 

2) Origines Bipontinae IL 106 a. 828. 
») Remling Sp. ü. B. I, 8. 

^) Origines Bipontinae I. 67, L 110 8. 9. 
B) Schannat bist. ep. Worm. II, 18 in pago Spirahgonwe in 
Oomitatn Werinhari Tom 4, NoTomber 906* 



— 145 — 

Bereits im Jahre 911, in welchem der freigiebige 
Fürst dem Kloster Weissenburg im Elsass, einem der 
hervorragendsten Institute des Mittelalters den Ort 
Hassloch bei Neustadt zuwies, lernen wir einen neuen 
Grafen kennen, Walaho 11., der vermutlich ein Sohn 
Walahos I. war.*) 

Die bisherigen Glieder des sahschen Hauses treten 
als Grafen im Speiergau noch wenig in den Vorder- 
grund, die Famüie erreicht ihre fiihrende Stellung erst 
mit Konrad dem Roten, dem Sohne Wemhers, des 
Grafen vom Speiergau. 

Durch seine Gemahlin Lintgart Schwiegersohn 
Otto's des Grossen war Konrad — Herzog von Lothringen 
und Graf im Speier- und Wormsgau — neben dem 
Kaiser der mächtigste Mann im Reiche, bis er, 
unzufideden mit der italienischen PoUtik seines 
kaiserUchen Schwagers und Herren, sich im Verein 
mit Otto's Sohn Ludolf erhob. Nach schweren 
Kämpfen von den Kaiserlichen überwältigt, sühnte 
er, seiner sämtUchen Aemter entsetzt, wenige Jahre 
später seinen Treubruch mit dem Heldentode für den 
Kaiser gegen die Ungarn auf dem Lechfeld.2) 

Aus dieser Periode sind uns zwei interessante 
Urkunden von 940 und 646 erhalten. In den Zeiten 
seiner grössten Macht bewog Konrad seinen Schwieger- 
vater zu der Schenkung von Morsch im Ufgau an den 
Bischof von Speier; 3) sechs Jahre später überliess er 
selbst der Domkirche mehrere Güter und Gerechtsame 



SohOpfLin Alsat. diplom I, 127« Acta Pal. III, 236. 

2) Auf den Gang der Reichsgeschichte im einzelnen lassen wir 
uns in dieser doch vorwiegend geschichtlich geographischen Arbeit 
nicht ein «nd yerweisen auf v. Giesebr echt, deutsche Eaiserzeit I. 
250 und T. Ranke, Weltgeschichte VI, 153. 

') Remling, 8p. ü. B. I, 11 rogatn Ohounradi dilecti comitis 

nostri 940, 12. Febr. 

10 



— 146 — 

gegen andere Besitzungen, i) Nach ihm bestätigt ein 
Graf mit dem etwas merkwürdigen Namen Altnn oder 
Altdum einen Gütertausoh des Bischofs Gotfried von 
Speier gegen den Junker Rudolf von Zeiskum. 2) Die 
Schenkungsurkunde Ottos des Grossen an das Erzstift 
Magdeburg und an seine zweite Gemahlin Adelheid 
weisen für die Jahre 966 — 968 Gerung als Grafen im 
Speiergau nach.») In der Grafschaft Hugos auf dem 
Liutramshorst stiftete 977 Herzog Otto von Kämthen, 
Sohn Konrads des Eoten und Vater Brunos, des ersten 
deutschen Papstes (Gregors 11.) zu Ehren des Märtyrers 
Lambertus ein Kloster, das von nim ab St. Lambert 
hiess>) 

Bald nachher erscheint Otto selbst im Besitz des 
Speiergaues; dieser Salier war so mächtig im rheinischen 
Franken, dass er über nicht weniger als fünf Graf- 
schaften (Speier-, Worms-, Kraich-, Elsenz- und Enz- 
gau) verfügte.*) Unter Heinrich TL,, dem letzten 
sächsischen Kaiser, verwaltet den wichtigen Gau 
Wolfram^) und unter dem ersten Salier Konrad ü., 



') Sp. ü. B. I, 13 8ub comite et doce Chuonradi Wernbari 
comitis filiv 946. 13. März. 

^) Sp. U. B. I, 14 sab comite qui vocatar Altduon 960. 7. Mai. 

^) 966 hatte Otto I. seinem Lieblingsstift der Moritzkirche za 
Magdeburg alle seine Rechte im Speierhof (Speiergaa) verliehen. 
Act. Pal. III. 239, 268. Origines Guelf IV, 279. Zwei Jahre 
nachher vermachte er seiner Gemahlin Adelheid seinen Hof zu 
Steinweiler. SchOpflin Alsat. dipl. II, 183; beide Orte lagen in der 
Grafschaft des Gerung. 

*) Origines Bipont. I, 121. Acta. Pal. lU, 421 ; VI, 265. 

^) In der Bestätigungsurkunde Ottos II. werden die Orte Stein- 
weiler, Maifeld, Freckenfeld als in der Grafschaft Ottos gelegen be- 
zeichnet. Alsat dipl. II, 183. üeber den Eämthner Otto als 
Grafen im Kraich- und Elsenzgau vgl. meine fränkischen Gaue 
Badens II, 60, II, 120. 

^ In comitatu Wolframi comitLs in pago Spiriohgowe 1006 
Remling Sp. ü. B. I, 23. 



— 147 — 

Burchard.^) In den drei Kaiserurkunden Heinrichs III. 
und IV. tritt als Graf im Speiergau Hugo 11. auf, 
wohl ein Enkel Hugos I.;2) in seinen Händen ruht 
ausserdem die Verwaltung des elsässischen Nordgaues.') 
Wie wir wiederholt betont haben, wussten die saüschen 
Kaiser, besonders Heinrich IV. imd V., dem Zeitgeist 
Rechnung zu tragen und begünstigten desshalb die 
mächtig aufblühenden bischöflichen Gremeinwesen am 
Rhein (Speier, Worms, Mainz) auf jegliche Weise; 
im Anfang standen sich die Interessen der Ge- 
meinen und ihrer geistlichen Herren keineswegs 
feindlich gegenüber, im Gegenteil, mit dem steigen- 
den Wohlstand der Bürgerschaft vergrösserte sich 
in gleichem Maasse der Nutzen des geisüichen Grund- 
herren. 

Die Königstreue des Bischofs und der Bürger- 
schaft war die Folge der grossen Milde und Be- 
vorzugung von Seiten des saüschen Geschlechtes, 
Ausser zahlreichen sonstigen Akten von Freigiebigkeit 
schenkte Heinrich IV. dem Speirer Hochstift am 
30. August 1065 die Abteien St. Lamprecht und Linburg 
im Speiergau, der Grafschaft Heinrichs, der ebenfalls 
wie seine meisten Vorgänger seit Walaho I. dem 
salischen Hause angehörte.*) Als deutlichstes Zeichen 
seiner Huld übertrug Heinrich 11. dem Speier Bischof 



1) 8 a. 1033 Schannat bist. spix. Worm. prob. 54. 

^ Heinrieb der in. scbenkt der Domkirche za Speier Gater 
in Nassdorf, Scbaidt, Laaterbacb und Solmbacb in pago Spiragove 
in comitata Hugonis comitis 1046, 7. Sept. Bemling Sp. U. B. I, 
35. Der nftmliche Kaiser aberlässt dem Kloster Selz im Elsass 
Besitzungen zu Maifeld und Freckenfeld in pago Spirchgouue et in 
comitatu Hugonis 1051, 15. März I, id. 43. 

3) Alsat. diplom II, 517. Acta. Pal. III, 429. 

^) Remling Sp. U. B. I, 54 u. 55, in pago Spirgowe in comitatu 
Heinrici. 

10* 



— 148 — 

die Grafschaft Liutramsforst im Speirergau und die 
Grafschaft Forchheim im Ufgau.^) 

AUmählich wichen die weltlichen Speiergaugrafen 
den Dienern der Kirche, und geistliche Fürsten*) kamen 
allein in diese Würde, wenigstens blieben sie alleinige 
Herren der Lande ihres Hochstiftes. Wenn in der 
Schenkungsurkunde Konrads von Merlenheim an das 
Kloster Hirsau im Würmgau 1109 Eckbert als Comes 
Spirensis erwähnt ist,^) so mag er wohl identisch sein 
mit dem Ecbertus Advocatus Spirensis des Jahres 1114 
und seine Thätigkeit sich nur auf die Stadt beschränkt 
haben. Denn gleich wie in Italien Stadt, Grafschaft 
und Bistum sich decken, haben wohl auch in 
Deutschland die grösseren Kommunen, so vornehmlich 
Speier und Worms, selbstständige Stadtgrafschaften 
gebildet. Zur Wahrung ihrer eigenen Rechte und zum 
Schutze ihrer Unterthanen, begründeten die Kaiser 
die Speirer Landvogtei, welche im XTTT. Jahrhundert 
von einigen Angehörigen des später geforsteten 
Hauses Leiningen ausgeübt, 1329 aber durch den be- 
kannten Hausvertrag von Pavia von Kaiser Ludwig 
dem Baiem gegen eine Pfandsumme von 1600 Pfund 
Hellern seinen Vettern, den Pfalzgrafen am Rhein, 
übertragen wurde. 



^) Remling Sp. U. B. 1086, 12. Jan. unam comitatnm in 
Liutramsforste sitom, in pago, que dicitur Spirichgowe, alterum in 
episcopata Spirensi pertinentem ad locam nomine Uorechheim. 

*) Unter anderen der Bischof Johannes ron Speyer 1100 in 
pago Spirgowi in comitata Spirensis episcopi W. U. B. I, 318. 

B) Vgl. die Einleitung aber St&dtewesen in Franken. 



nr. 

Orte. 



— 150 — 



Name 

Affalterioch, abgeg. 
bei Neuhofen. 

K.-A. Mutterstadt. 

= Apfelbamnwald. 



Affkitalterioh. 



Albereweiler, 

K.-A. Auweiler. 

Adelbrateswilare. 

= Weiler des Adelbrat, 
des durch s. Adel glänzenden. 



Aisheim, 

K.-A. Mutterstadt. 

Alasheim. 

= Heim des Alo. C. 
L. ^ 1360, 1360. 



Altdahn, rheinbair. 
K.-A. Dahn. 

Thanne. 



Gau 



i. p. Spirensi. 



Graf 



i. p. Spirigowe. 



i. p. Spirensi. 



— 151 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Nado. 


789, 21. Mai. 


0. L. n, p. 377. 


Meginbirg. 


820. 


0. L. II, p. 102. 


HorÜieb u. Eber- 


1150. 


Würdtwein Nova 


hard. 




subs. Xn, 91. 


Betta. 


778. 1. Juni. 


C. L. n, p. 862. 


Bischof Günther 


1148. 


W. U. B. n, 45. 


von Speier. 







— 152 — 



Name 

Altrlpp. 

K.-A. Speier. 

Altripio. 
Alruppe. 

= Hohes Ufer, alta ripa. 



Annweiler, 

Anewilre. 

= Wefler des Anno; 
berahmt ist der Erzbischof 
Anno y. Köln unter Hein- 
rich m, u. IV. 



Anellhelm, vormals Ei- 
singerhof, Gem. 
Hockenheim. 
K.-A. Schwetzingen. 
Insnltheimerhof. 

!Bnsilinlieim. 

= Heim des Ansilo, 
ans. altnord. ob. Gott 

Arzhelm, 

K.-A. Landau. 

Arbotsheim. 
= Heim des Ariboto. 



Gau 



i. p. Spirense. 



.Graf 



i. p. Spirensi. 



i. p. Anglach- 

gowe. 
i. p. Cregowi. 



— 153 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Pippin. 



König Heinr. VI. 



763. 



1191. 



Konrad lEE, 
Bischof zu 
Speier. 



1204. 



Adolf. 
WaJram. 
Bischof Johann 
von Speier. 



782. 

771. 

1100. 



20. Okt. 



Domstifb Speier. 



13. Jahrh. 



Calmet, hist. de la 
Lorraine IE, prob, 
p. 102. 

Remling, U. B. Sp. 
p, 125. 



Remling, U. B. Sp. 
p. 140. 



C. L. n, p. 368. 
C. L. I, p. 562. 
W. U. B. I, 318. 



Acta Pal. m, 247. 



154 — 



Name 

A88enheim, 

K.-A. Mutterstadt. 

Assenlieim. 

= Heim des Azzo. 
Dronke, R. 6 a. 796 
bis 814. 



Beliheim, 
^ K.-A. Germersheim. 

Bellinheim. 

SS Heim des Bellino, 
Demminut von Belle, Ballo, 
Balto, des EOhnen. 



^ Bero, 

bair. K.-A. Kandel. 
Berga. 
Berge. 



Bililghelm, 

^ K.-A. Bergzabern. 

Bnllickeim. 
SS Heim des Btillo. 



Gau 



i. p. Spirensi. 



Graf 



i. p. Spirensi. 



— 155 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Werashiv. 
Konrad von 
Merlenheim. 



782. 
1109. 



Eichbertus. 



782. 



Bischof Günther 
von Speier. 

Bischof Ullrich 
von Speier. 



Konrad von 
Merlenheim. 



1160. 



1181. 



1109. 



3. Juli. 



C. L. n, 369. 

W. U. B. I, p. 339. 



0. L. n, p. 363. 



1. Juli, 



W. U. B. n, p. 134. 
W. U. B.n, p.211. 



W. U. B. I, p. 339. 



— 156 



Name 



Böbingen, 

K.-A. Landau. 

Bebingon. 

= bei den Angehörigen 
des Bebo. 

C. L. ^ 901, 1477, 
3524. 



Böchingen, Bb. 

K.-A. Edenkoben. 
Bochincheim. 
Buckenheim. 
Buckingen. 

= Heim des Bacco, Ab- 
kürzung für Barkart, sehr 
h&uJBiger Name. 



Bohl, 

K.-A. Mutterstadt. 

Buhilo. 
= Hügel, Anhohe. 



Crothincheim, abg. 
Lage onbek. 

= Heim des Croto. Ein 
Orato; bei 0. L. ^3810. 



Gau 



i. p. Spirgovi. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirensi. 



Graf 

in comitatu 
Spirensis 
episcopi. 



157 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Johann 
von Speier. 



Trudlinus. 

Amanold. 

WiUeharius. 



Teuthard. 



Alrad. 



1100. 6. Jan. 



767. 

772. 27. Juni. 

791. 17. Mai. 



780. 



772. 29. Juni. 



W. U. B. I, p. 321. 



C. L. II, p. 396. 
C. L. II, p. 366. 
C. L. m, p. 276. 



C. L. n, 376. 



0. L. n, p. 371. 



— 158 — 



Name 


Gau 


Graf 


Dammheim. 

K.-A. Tiandau. 


i.p. 


Spirihgowe. 


subcomiteAlt- 
duom. 


Dameheim. 








= Ansiedlung von Damm. 








Dannetadt ^h. 
K.-A. Mutterstadt. 


i. p. 


Spirensi. 




Dantistat. 
Dandstatt. 








= Stätte des Danto. 








Deide8helm. 

K-A. Dürkheim. 


i. p. 


Spirense. 




Didimisheim. 
Ditinesheim. 

= Heim des Dittino, ahd. 
diot gut thinda Volk. 


i. p. 


Spirigouwe. 


in oomitatu 
Hugonis 
comitis. 


Dindeefeld. 

K. Edenkoben. 








Dutinsfeld. 








= Heim des Dutino. 
Der gleiche Stamm wie in 
Diltino. 









159 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Bischof Gotfrid 
V. Speier. 


960. 


7. Mai. 


E. Sp. U. I, 18. 


Erkenbertus. 
Konrad v. Mer- 
lenheim. 


768. 
1109. 




0. L. II, p. 394. 
W. U. B. I, p. 389. 


Milo. 


770. 


1. Aug. 


C. L. II, 381. 


König Heinrich 
IV. 


1057. 


5. April. 


Eemling, ü. B. Sp., 
p. 47. 


Domstift Speier. 


1201. 




Acta Pal. 1 1 1 , 239. 



— 160 — 



Name 

Dörrenbach. 

(^^ K.-A. Bergzabern. 

Turrenbach. 
= Darbach Flussname. 

DUrkhelm, K.A. 

Thuringeheim. 

= Heim des Thuring. 
Im C. L II, 253 ff. 
liegt Dürkheim im Worms- 
gau. 

Dudenhofen, bair. 
K.-A. Speier. 
Dutenhouen. 

= Hof des Duto, Dudo, 
Viele Belege im Fiildaer 
U. B. 

Dronke, R. 43 a. 765 
bis 1170. 

Duttenhofen. 

K.-A. Speier. 
Tutenhoaen. 

Edesheim. 

K.-A. Edeukoben. 

Otinsheim. 

= Heim des Otto, des 
Reichen. 



Gau 



i. p. Spirichowe. 



Graf 

in comitatu 
Wolframmi 
comitis. 



sub coinite et 
duceChuon- 
rado, Wem- 
harii comi- 
tio filio. 



i. p. Spirensi. 



— 161 . — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Otto I. 



n 



993. 



Acta Pal. m, 249. 



Herzog Konrad. 



946. 13. März. 



Bisch. Günther 
V. Speier. 



Kaiser 

Friedrich I. 



Hütibold. 



788. 



Eemling, U. B. Sp., 
p. 13. 



1159. 1. Jan. 



W. U. B. n, p. 125. 



1156. 8. Jan. 



W. U. B. n, p. 101. 



0. L. n, 398. 



11 



— 162 — 



Name 


Gau 


Graf 


Ellerstadt, ßb. 
K.-A. Dtirkheim. 


i. p. Spirensi. 


• 


Alaridestath. 






= Stfiite des Alarit 






Essnigen, 

K.-A. Landau. 


i. p. Spirihgowe. 


sub comite 
Alfcduom. 


Ossingen. 






= Bei den Angehörigen 
des Osso. 







Entzingen, abgeg. auf 
Landauer Gemark. 
Huizingen. 

= Bei den Angehörigen 
desHugizo, demin. von Hogo. 



Gross Fischlingen, 
K.-A. Edenkoben. 

Fischilingen. 
Visgelinga. 

= Bei den Angehörigen 
des Fischilo, abgel. von 
Fisch. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirensi. 



163 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kubertus. 



784, 19. Dez. 



C. L. n, p. 362. 



960. 7. Mai. 



E. Sp. U. I, 14. 



Wolfger. 



818. 16. Okt. 



C. L. n, p. 396. 



Woda. 

Ludwig König v. 
Franken. 



772. 

879. 



9. Juni. 



C. L. n, p. 381. 
Remling, U. B. Sp. 
p. 9. 



11* 



— 164 — 



Name 


Gau 


Graf 


Flemlingen, 


i. p. Spirensi. 




K.-A. Edenkoben. 






Flamaringen. 






= Bei den Angehörigen 






des Flamaro, nicht ander- 






weitig belegt. 






Flomersheim, 


i. p. Spirensi, 




K.-A. Frankenthal. 






Blatmarsbeim. 






Freckenfeldy 


i.p.Spircbgoune. 


in comitatu 


Fricchenvelt. 




Hugonis 00- 


= Feld des Pricco. 




mitis. 


C. L. nr. 930, 983, 






986 u. s. w. erscheint im 






Faldaer ü.'B. 34 mal in d. 






Jahren 786—961. 






Dronke, R. 16. 






Fremersheim, 


i. p. Spirensi. 




K.-A. Edenkoben. 






Freimarsheim. 






= Heim des Frimar, 






gek. ans Fridnmar. 







165 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Trudlind. 



767. 



C. L. n, 396. 



Theodo. 



769. 



L. n, 397. 



Kaiser 

Heinrich IH. 



1051. 15. März. 



Remling, U. B. Sp., 
p. 48. 



Hugo. 



771. 15. Febr. 



C. L. n, 397. 



— 166 



Name 

Friedelsheim, 

K.-A. Dürkheim. 

Fridolfesheim. 
Fridolvesheim. 

= Heim des Fridolf. 



Geinsheim, Bb. 
K.-A. Neustadt. 

Gunzinheim. 

= Heim des Gudzo. 
12 Belege bei D renke R. 
20 a. 801—961. 

Gensen. 

= Heim des Genno. 
Dronke, R. 17 a. 806. 



Germersheim, bair. 
K..A. 

Germersheim. 
Germeresheim. 

= Heim des Germar, 
des SpeerberQhmteD. 
C. L. ^ 638, 3611. 
Dronke. R. 18 a. 
774—806. 



Gau 



i. p. Spirensi. 



Graf 



i. p. Spirensi. 



167 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Wacko. 


783. 


23. 


Mai. 


C. L. n, 373. 


Bischof Günther 


1153. 






Remling, ü. B. Sp. 


z. Speier. 








p. 101. 


Gunt, 


789. 






C. L. n, 380. 


Konradv-Merlen- 


1109. 






W. U. B. I, p. 339. 


heim. 











Kaiser 

Friederich I. 

Bischof Ulrich v. 
Speier. 



1161. 



1180. 



W. U. B. n, p. 136, 
W. U. B n., p. 207. 



— 168 — 



Name 


Gau 


Graf 


Gimmeldingen, Bb. 
K.-A. Neustadt. 






Gomeltmgen. 






= Bei den Angehörigen 
des Gimmalt. 






Gleisweiler, 
K.-A. Landau. 
Glizennuilere. 


i. p. Spirihgoune. 


in comitatu 
Wolframmi 
comitis. 


= Weüer des Glizino, 
des Glänzenden. 






Godramstein, 

K.-A. Landau. 


i. p. Spirensi. 




Godmarstain. 






= Stein, Burg desGode- 
mar. 






Grevenhausen, Bb. 
K.-A. Auweiler. 
Grazolfeshusen. 


i. p. Spirensi. 




= Heusen des Grazolf; 
demin. yon Graoli. 

Dronke, R. 19 a. 801 
bis 906. 







— 169 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Konrad v. Mer- 
lenheim. 



1109. 



Heinrich 11. 



1006. 



TrudHnus. 



767. 



Wolfger. 



W. U. B. I, p. 339. 



1. Jan. 



Remling, U. B. Sp. 
p. 22. 



L. C. n, 396. 



818. 16. Okt. 



C. L. n, p. 306. 



— 170 — 



Name 



Hagenbach, Bh. 
K.-A. Kandel. 
Hagenbach. 
Hachenbach. 

= Der Name hat Bezug 
auf die Rodungen, übrigens 
kann auch der P. N. Hagen 
in Betracht kommen. 



Hainfeid, Eb. 

K.-A. Edenkoben. 

Stratuelt. 

Hainsfeld. 

Heimfelt. 

Heinuelde. 

= Feld im Thal strat 
viell. kelt. Thal, od. Feld der 
Strade. C. L. ^ 199. 

= Feld, Ackerland am 
Wald. 



Hambach, 

K.-A. Neustadt. 

Hachenbach. 
= Vgl. Hagenbach. 



Gau 



Graf 



i. p. Spirensi. 



— 171 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Kaiser 


1156. 


8. Jan. 


W. U. B. n, 101. 


Friederich I. 








Ullrich BiscL v. 


1163. 




W.U. B. II, p. 141. 


Speier. 








Ruckerus. 


782. 




C. L. n, p. 380. 


Konrad v. Mer- 


1109. 




W. U. B. I, p. 339. 


lenheim. 








König 


1153. 




W. U. B. n, p. 75. 


Friederich I. 








Bischof Ulrich I. 


1163. 


• 


Remling, U. B. Sp. 


z. Speier. 






p. 109. 



— 172 — 



Name 

Hanhofen, 

K.-A. Speier. 

Heinliouen. 

Aelterer Beleg. 

Hagenheim. 

= Hof am Wald oder 
Hof des Heimo. 

C. L. ^ 49, B8, 134 

U. 8. W. 



Gau 



Graf 



Hassloch, 

K.-A. Neustadt. 

Haselach. 

= Haslach = Mal = Ge- 
richtsstatte. 

Gf. lex Ripaaria: ad 
stappolam regia in circalo 
et in hasla. 



i. p. Spirensi. 



Heimbach, abgeg. bei 
Oberlustadt. 
K.-A. Germersheim. 

Heiubach. 
= Vgl. Hanhofen. 



i. p. Spirensi. 



173 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser 

Friederich I. 



Günther. 



1156. 8. Jan. 



769. 22. April. 



W.U. B. n,p. 101. 



C. L. n, 375. 



Ludwig. 



902. 



Schöpflin Als. dipl. 
127. 



Wiserich. 



789. 3. Juni. 



C. L. n, p. 379. 



— 174 — 



Name 

Herxheim, 

K.-A. Landau. 

Hergisesheim. 
Herigesheim. 

= Heim des Heregis. 
0. L. ^ 407. 



Kiidensheim, abgeg. 
bei Neuhofen. 

= Heim des Hilting. 
Dronke, R. 23 
80a— 890. 



Heucheinheim, 

Hugblinheiin. 

=: Heim des Hagilo, Dem. 
von Hugo. 



Hochdorf, 

K.-A. Mutterstadt. 

= Hochgelegenes Dorf. 



Gau 



i. p. Spirensi. 



i. p . Spirichgoune . 



Graf 



in comitatu 
Hugonis 
comitis. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirensi. 



Hochstadt (Ober- und i. p.Spirihgoune. 
Nieder-), 
K.-A. Landau. 
Hohenstat. 



in comitatu 
Wolframmi 
comitis. 



— 175 - 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Helenzo. 


769. 


12. April. 


C. L. n, p. 396. 


König 

Heinrich IV. 


1057. 


5. April. 


Remling, U. B, Sp., 
p. 47. 


Gotfrid von 


1194. 


Mai. 


Würdtwein subs. 


Weissenburg. 






diplom. V. 260. 


Eppo. 


768. 


13. Jnni. 


C. L. n, p. 398. 


Eacho. 


776. 


1. Jnni. 


C. L. n, p. 376. 


König 

Heinrich H. 


1006. 


1. Jan. 


Remh'ng, U. B. Sp., 
p. 23. 



— 176 — 



Name 

Höfen, bei Candel, 
K-A. 

Heifanheini. 

= Ein P. N. Heifo, 
fieibo nicht belegt. 



Hördt, Rb. 
ly K.-A. Germersheim. 

Terherdi. 
Herde. 

= Am Wald. 



Gau 



Graf 



Hohenstatt, (Ober-, 
Nieder-) Bair. 
K.-A. Landau. 
Hohenstat. 



Iggelheim. 

K.-A. Mutterstadt. 

Vgulenheim. 

= Heim des ügilo, 
flogilo, Dem. von Hugo. 



i. p. Spirgovi. 



in comitatu 
Spirensis 
comitis. 



177 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Acbuton. 



800. 



Dronke, C. F. 104. 



Acbuton. 
Bischof Günther 
V. Speier. 



800. 
1157. 



Dronke, C. F. 104. 
W. ü. B. n, p. 105. 



Schenkungsb d. 
Kl. Reichen- 
bach. 



ca. 1150. 



W. U. B. n, p. 405. 



Bischof Johann 

V. Speier. 
Adelheid. 



1100. 



6. Jan. 



W. U, B. I, p. 321. 



12 



178 — 



Name 


Gau 


Graf 


Kestenberc, über Ham- 
^ bach, die jetzige 
Maxburg. 
k..A. Neustadt. 
Kestenburc. 






fiddentet entw. schroffer 
castellum entstanden sein. 






KIrweiler, 

K.-A. Edenkoben. 

Kirrwüre. 






= Kirchweilerod. Weiler 
bei einer Mahle, Eim got 
qaaimns. 






KlingenmOnster, Bair. 
K.-A. Bergzabern. 
Munstere. 






= Klinge ahd chlinga 
tomens, Bergbach. Münster, 
Kirche am Bache. 

KliDgenmünster war 
ein Kloster n. hiess früher 
Blidemfeld. 







— 179 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Ulrich n., Bisch. 


1181. 


Remling, U. B. Sp., 


zu. Speier. 




p. 121. 


Ulrich, Bischof 


1163. 


W. U. B. n, 140. 


von Speier. 






Conrad UI., 


1204. 


Eemling, U. B. Sp., 


Bisch, z. Speier. 




p. 141. 


Bischof Konrad 


1207. 


W. U. B. n, p. 358. 


V. Speier. 







12* 



180 — 



Name 


Gau 


Graf 


Knörringen, 

K.-A. Edenkoben. 


i. p. Spirensi. 




Snoringen. 
Vielleicht aber auch 
ein abgeg. Ort. 






= bei den Angehörigen 
des Snoro, Snaro. 






Kuhardt, 

K.-A. öermersheim. 






Cohart. 






= Eohweide im Wald. 






Lachen, 

K.-A. Neustadt. 




sub comite 
Altduom. 


Lacha. 






= jedn Wasseransamm- 
lung, ahd. lacha. 






Lambrecht, Bb. 

K.-A. Neustadt. 






Lamberti. 






= h&uflger P. N. 
0. L. ^ 250, 816, 454. 







— 181 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Walcho. 


775. 3, Febr. 


C. L. n, p. 394. 


Hermann von 


1103. 


Acta Palat. H, 70. 


Spiegelberg. 






Bischof Gotfrid 




Acta Palat. HI, 260. 


von Speier. 






Bischof Ullrich 


1163. 


W. U. B. n, p. 141. 


von Speier. 







— 182 — 



Name 

Lauterbach (Ober-, 
Nieder-), Eis. 
Lutderbach. 

^ Lauter, Flossname, 
Latera, Lnteraha, lanterer, 
reiner Bach. 



Lauterburg, Elsass. 
Lutera. 
= Vgl. Lanterbach. 



Leimersheim, 

K.-A. Germersheim. 

Liutmarsheim. 

Leimeresheim. 

= Heim des Liatmar, 
des VolksberOhmten. 



Limburg, 

K.-A. Dürkheim 

Lintburch. 
= Linde bei einer Burg. 



Gau 



i. p. Spiragowe. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirihgowe. 



Graf 

in comitatu 
Hugonis 
comitis. 



i. p. Spirihgowe 



in comitatu 

Heinrici 

comitis. 



- 183 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Heinrich III 



Heinrich IV. 



1046. 17. Sept. 



R. Sp. U. I, 35. 



1103. 24. Sept. 



R. Sp. U. I, 85. 



Racher. 



Gottfried I, 
Bisch.z.Speier. 



778. 21. Mai, 



960. 7. Mai. 



C. L. II, p. 398. 



Remling, U. B. Sp., 
p. 18. 



König 

Heinrich IV. 



1065. 30. Aug. Remling, W.B.Sp., 
p. I, 55. 



- 184 — 



Name 


Gau 


Graf 


Lingenftld, 

G.-A. Germersheim. 






Lengenveld. 
Lengeult. 






= grosses Feld, Acker- 
land. 






Lug, 

K.-A. Auweiler. 

Luoch. 


i. p. Spirich- 
gouwe. 


i. comitatu 
Hugonis 
comitis. 


mhd. luoc = Versteck, 
Hohle, Schlacht. 


• 




Madenberg, abg. 
K.-A. Landau. 






Matthenberc. 






= Bergwiese« Wildwiese, 
die in der Regel nur einmal 
gem&ht werden kann. 






Maikammer, 

K.-A. Edenkoben. 






Meinkemere. 






= Wiese des Mago. 







— 185 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Heinrich IV. 



Kaiser 

Friederich I. 



1063. 31. Jan. 



1161. 



R. Sp. U. I, 52. 



W. U. B. n, p. 136. 



König 

Heinrich IH. 



1046. 7. Sept. 



Remling, U. B. Sp., 
p. 37. 



Bischof Ulrich 
von Speier. 



1180. 



W. U. B. n, p. 207. 



SpeirerNekrolog. 



13. Jahrhundert. 



Acta Palat. m, 239. 



— 186 — 



Name 


Gau 


Graf 


Maudach, Bair. 
K.-A. Edenkoben. 


i. p. Spirensi. 




Mudach. 






= FluBsname. 






Maxburg, Bb. 
K.-A. Neustadt. 






Kestenburc. 






= Vgl Kestenborg. 






Mechtarehelm, 

K.-A. Speier. 

Mechtersheim. 






= Heim des Mechtiro, 
St Mag. des Starken. 






Meckenhelm, 

K.-A. Neustadt, 


i. p. Spirensi. 




Macchacheim. 






= Heim des Mago. 







— 187 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Amanold. 
Bischof Günther 
V. Speier. . 



772. 27. Juni. 
1157. 13. März. 



C. L. n, p. 366. 
W. U. B. n, 108, 



Bischof UUrich 
V. Speier. 



1163. 



W. U. B. n, p. 141. 



Graf Konrad v. 
Sulzfel. 



1206. 



Würdtwein, Sub. 
nov, Xn, 122. 



Gomofrid. 



782. 27. April. 



C. L. n, p. 371. 



— 188 — 



Name 


Gau 


Graf 


Medenheim, abgeg. bei 






Neuhof en, südöstl. 






von Mutterstadt. 






K.-A. Speier. 






Mettemenheiin. 






= Vgl. Madenberg. 






MSrIenheim, 






K.-A. Landau. 






Merlunghaim. 






= Heim des Marilo' 






Demin. von Maro, des Be- 






rOhmten. 






Merlenheim, 






K.-A. Landau. 






Merlenheim. 






MInftld, 


i.p. Spirchgoune. 


in comitatu 


K.-A. Candel. 




HugoniR 


Mundeveit. 




comitis. 


Mundiveld. 


i. p. Spirkenwi. 


in comitatu 


= Feld des Mundo, ahd. 




Worma- 


mant. Vormund, erhalten 




tiensis 


im Sprichwort: Morgen- 




Ottonis. 


stand hat Gold im Mund. 







— 189 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Abt Godfrid v. 
Weissenburg. 


1194. Mai. 


Würdtwein, Subs. 
dipl. V, 260. 


Acbuton. 


800. 


Dronke, 0. F. 104. 


Konrad v. 
Merlenheim. 


1109. 


W. ü. B. I, p. 339. 


Kaiser 
Heinrich ITT. 


1051. 15. März. 


Eemüng, U. B. 8p,, 
p. 43. 


Otto. 


982. 


Schöpflin, Alsat. 
dipl. I, 163. 



— 190 



Name 

Mothern, Eis. 

Matra. 

= Moder, alt Matra, 
Flnssname, Warzel, mad 
fliessen. 



MOlhausen, abgeg. 
auf Landauer G-e- 
markung. 

Mulinhuson. 
= Hausen bei der Mahle. 



(/ 



Mu8bach, 

K.-A. Neustadt. 

Mosbah. 

== Bnmpfbach ahd. mose 
mhd. maos. Sumpf, Moor. 



Mutterstadt, 

K.-A. Mutterstadt. 

Mutherstatt. 
Mutterstat. 
Zweiter Beleg. 

= St&tte des Mather, des 
Beherzten, Mathigen. 

O.L. ^198, 1168 u.a.w. 



Gau 



i. p. Spirigovia. 



Graf 



i. p. Spirensi. 



— 191 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


aotfiid Bischof 




Acta Palat. 111,267. 


von Speier. 






Acbuton. 


800. 


DroTike C. F. 104. 


Acbuton. 


800. 


Schannat. trad. 
Fuld. 176. 


Prico. 


774. 30. Aug. 


0. L. n, 361. 


Megiuher. 


780. 27. Ap. 


C. L. n, p. 361. 


Conrad III., 


1209. 


RemliTig U. B. Sp., 


Bischof zu 




p. 144. 


Speier. 







192 — 



Name 


Gau 


Graf 


Neucastel, Bb. 
K.-A. Annwoiler. 






Nicastel. 






= Neues Kastell. 






Niederotterbach, Eb. 
K.-A. Bergzabern. 

Otterbach. 




in inferiori. 


= . Flassname; kelt. 
Wurzel at = gehen. 






Nussdorff; 

K.-A. Landau. 

Nusdorjff. 


i. p. Spiragowe. 


in comitatu 
Hugonis 
comitis. 


Oberbornheim, abgeg. 
zwisch. Dammheim 
und Landau. 






Brunneheim. 






= AnsiedeluDg bei einem 
Brunnen. 







— 193 — 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Kaiser 


1156. 8. Jan. 


W U. B. n, p. 102. 


Friedrich I. 






Johannes I., 


1101. 24. Mai. 


Remling U. B. Sp., 


Bischof zu 




p. 78. 


Speier. 




• 


König 


1046. 7. Sept. 


* 

Eemling Sp. U. B., 


Heinrich 111. 




p. 35. 


K. Ludwig. 


900. 


Acta Palat. TTT 260. 



13 



— 194 



Name 

Ober-, Niederlustadt, 

K.-A. Germersheim. 

Lustheim. 
= Heim des Lusto. 



Offenbach, 

K.-A. Landau. 

Offinbach. 
Offenbaoh. 

= Flussname. 



Ottef sheim, 

K.-A. Germersheim. 

Udomarsheim. 

= Heim des Udomar, 
des durch seinen Besitz 
Berühmten. 



Pleisweller, 

K.-A. Bergzabern. 

Pleswike. 

= Weiler des Plizo, Blizo. 
Demin. von Blido, des Glän- 
zenden. 



Gau 



i. p. Spirensi. 



Graf 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirgovi. 



in comitatu 
Spirensi 
episcopi. 



i. p. Spirensi. 



— 195 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Alaholf. 



790. 2. Nov. 



C. L. n, p. 378. 



Warand. 



Bischof Johann 
von Speier. 



Erkenbertus. 



784. 



1100. 6. Jan. 



C. L. n, 395. 



W. U. B. I, p. 321. 



768. 12. Aug. 



0. L. n, p. 377. 



Adalbert, Erz- 
bischof von 
Mainz. 



1115. 



Würdtwein, Nova 
subs. IV, 123. 



13* 



— 196 — 



Name 


Gau 


Graf 


Plintheim, abg. bei 
Leinsweiler. 
K.-A. Landau. 


i. p. Spirgowe. 


in comitatu 
Heinrici 
oomitis. 


= Heim des Blindo. 






Queichhelm, 

K.-A. Landau. 






Queichem. 






= Ansiedelung an der 
Qaeich. 






Quirnbach, Rb. 
K.-A. Kusel. 






Cwimbaoh. 






= Mahlenbach, gos. 
qaairnus Mühle. 






Rechoiz, abgeg. bei 
Neuhofen. 






= Grabhügel am Wald, 
ahd. hr^ mhd.rö Grabhügel, 

Wald. 






Rheingönheim, 

Geginheim. 






= Heim des Gago. 







— 197 — 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


König 

Heinrich IV. 


1065. 


30. 


Aug. 


Remling U. B. Sp., 
p. 55. 


Diether und 
Hermann. 


1235. 






Würdtwein, Nova 
subs. Xn, 145. 


Bischof UUrich 
von Speier. 


1163. 






W. U. B. n, p. 141. 


öotfried, Abt v. 
Weissenburg, 


1194. 




Mai. 


Würdtwein, suba, 
diplom. V, 260. 


Ludwig 

der Fromme. 


831. 






Hontheim hi8t.Trev. 
I, 695. 



— 198 — 



Name 

Rugheim, 

K.-A. Mutterstadt. 

Richinisheim. 
Richinesheim. 

= Heim des Richino, 
des Reiciien. 



Rieburg, Rb. 

K.-A. Edenkoben. 

Rietburg. 

= Burg anf einem ge- 
rodeten Platz. 



Rödern, (Ober-, 
Nieder-)» Elsass. 

Rotheren. 
=: Flussname. 



Rödersheim, 

K.-A. Dürkheim. 

Ratherisheim. 

^ Heim des Rather. 24 
Belege im Fuldaer ü. B. 

Dronke, R. 34 a 756— 
951. 



Gau 



i. p. Spirensi. 



Graf 



i. Spirichgauuve. 



— 199 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Imma. 
Otgart. 



771. 19. Aug. 
'847. 25. Juni. 



C. L. n, 375. 
C. L. n, p. 363. 



Konrad 

V. Merlenheim. 



1109. 



W. U. B. I, p. 339. 



Papst 

Clemens m. 



1084. 



Acta Palat. V, 251. 



Ludwig 

der Deutsche. 



859. 29. April. 



Remüng U. B. Sp., 
p. 6. 



200 — 



Name 


Gau 


Graf 


Rossbach, 

K.-A. Edenkoben. 


i. p. 


Spirensi. 




Bosbach. 








= Flussname. 








ROlzheim, 

K.-A. Germersheim. 


i. p. 


Spirensi. 




Rotiehesheim. 








= Heim des Rotilo. 








Salmbach, Elsass. 


i. p. 


Spiragowe. 


in comitatn 



Sahlunbach. 
= Flufisname. 



Schaidt, 

K.-A. Candel. 

Spirgesceid. 

ahd. sceit. mhd. sceid. 
Landscheide, Grenze. 



Scharfenberg, 

K.-A. Annweiler. 

Scarphenberc. 

= Scharf in Scharfen- 
berg, Scharf eneck, Scharf en- 
stein. 



i. p. Spirihgowe. 



Hngonis 
comitis. 



— 201 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Marcolf. 



768. 



C. L. n, p. 395. 



Sparolf. 



774. 12. Juni. 



0. L. n, p. 394. 



Kaiser 

Heinrich IH. 



Kaiser 

Heinrich DI. 



1046. 7. Sept. 



R. Sp. H. I, 35. 



1046. 7. Sept. 



R. Sp. U. I, 35. 



Kaiser 

Friedrich I. 



1156. 8. Jan. 



W. U. B. n, p. 102. 



— 202 — 



Name 


Gau 


Graf 


Schauernheim, 

K.-A. Mutterstadt. 


i. p. Spirenai 




Scourheim. 
Schauerheim. 

— Ansiedelang im Esch, 
in der Flur, in der Ge- 
marknng eines Mutterdorfee. 




in comitatu 
Liutram- 
mesforst. 


SchifTerstadt 

K.-A. Speier. 


i. p. Spirensi. 


Christianus 
comes. 


Sciflfestad. 






= Die Lage des Dorfes 
l&ngs des sog. Altrhein- 
grabens and das Schiff im 
ehem. Ortssiegel lassen auf 
den Namen schliessen. 






Schwegenheim, 

K.-A. Germersheim. 






Suevichenheiin. 
Aelterer Beleg. 
Souebehhenheiin. 






== Heim des Swicho od. 
des Swebicho, demin. von 
Swabo. 






Serviiingan, abg. Ort 
bei Landau. 


i. p. Spirgovi. 


in comitatu 
Spirensis 
episoopL 



— 203 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Gunfrid. 


782. 


19. 


Jan. 


c. L. n; p. 387. 


Eonrad 

V. Merlenheim. 


1109. 






W. U. B. I, p. 339. 


Ludwig 

der Deutsche, 


869. 


25. 


Mai. 


Remling U. B. Sp., 
p. 8. 


Heimich IV. 


1063. 






R. Sp. U. I, 52. 


Gottfried n., 
Bischof von 
Speier. 


1164. 






Remling U. B. Sp. 
p. I, 3. 




1100. 


6. 


Jan. 


W. U. B. I, p. 321. 



— 204 — 



Name 

Speler, K.-A. und Sitz 
der Regierung fiir 
Bheinbaiem. 
Spira. 

= Nach dem Plüsschen 
Speier vgl. I. Name imd 
Schreibweise des Qaues. 



Speierdorf, 

K.-A. Neustadt. 

Spirdorf. 
= Vgl. Speier. 



Spergelbach, 

PiUungisbach. 

= Etymol. dunkel, eine 
annehmbare Deutqng nir- 
gends gefunden. 



Spesbach, heute Ram- 
berg, K.-A. Ann- 
weiler. 

Spethesbach. 



Gau 



i. p. Spirense. 



Graf 



i.p.Spirichgeune. 



in comitatu 

Gerungi 

comitis. 



i. p. Spirich- 
gouwe. 



in comitatu 
Hugonis 
comitis. 



— 205 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Sigbert III. 



K: Otto L 



König 

Heinrich III. 



Bapodo, Bisch, 
zu Speien 



c. 650. 



R. Sp. U. I, 1. 



966. 



Origin. Guelf. IV, 
279. 



1046. 7. Sept. 



Remling ü. B. Sp., 
p. 37. 



1170. 28. Mai. 



Remling U. B. Sp., 
117. 



— 206 



Name 

Steinweiler, 

K.-A. Candel. 

Stein wilri. 

Stein wilre. 

= Stein io einer sehr 
grossen Anzahl von Orts- 
namen. 



Trifels, Rb. 

K.-A. Annweiler. 
Triueles. 

= Dreifels, Dreiburg be- 
stand eigentlich aus drei 
Bargen, dem Trifels im en- 
geren Sinn, dem Anebos u. 
der Scharfenburg. 



Turneeheim, abg. 
Lage unbek. 

= Domheim, ahd. thur- 
nig, domig, so auch in Dom- 
stetten. 



Venningen, 

K.-A. Edenkoben. 
Uenningo. 
Veningon. 

= Bei den Angehörigen 
des Wano. 



Gau 



i. p. Spirkeuwi. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirich- 
gaunne. 



Graf 



in comitatu 
Wormati- 
ensisOtto- 
nis. 



— 207 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Otto n. 



Bischof Johann 
V. Speier. 



Schenkungsb. d. 

Kl. Eeichen- 

bach. 
Kaiser Friedrich. 



982. 



1100. 6. Jan. 



Schöpflin. Alsat. 
IH: 163. 

W. U. B. I, p. 321. 



c. 1150. 



1156. 8. Jan. 



W. U. B. n. p. 395. 



W. U. B. n, p.l02. 



Betta. 



778. 1. Juni. 



0. L. n, p. 361. 



Ludwig 

der Deutsche. 

Bischof Johann 
V. Speier. 



859. 29. Ap. 



1100. 6. Jan. 



Remling U. B. Sp., 
p. 6. 

W. U. B. I, p. 321. 



— 208 — 



Name 

Wachenheim, 

K.-A. Dürkheim. 

Uachenheini. 

= Heim des Wacho, 
Waggo, Wago u. s. w. 28 
Belege bei Dronke, R. 44 
a. 770—922. 



Walahstede, abgeg. 
vielleicht das Wald- 
stätter Schlösschen 
bei Lanisweiler. 
K.-A. Landau. 
(Frag. 188.) 

^ ahd. Walah Romane, 
Welscher, manchmal auch 
für Wald. 



Waisheim, 

K«-A. Landau. 

Walahesheim. 

= Heim des Walaho. 
Häufiger Personenname, 
mehrere Gaugrafen hiessen 
Walaho. 



Weingarten, 

K.-A. Speyer. 

Wingartheim. 



Gau 



i. p. Spirense. 



i. p. Spirgowe. 



i. p. Spirensi. 



L p. Spirensi. 



Graf 

Christianus 
comes. 



in comitatu 
Heinrici 
comitis. 



209 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Ludwig 

der Deutsche. 



869. 25. Mai. 



Remling ü. B. Sp., 
p. 8. 



König 

Heinrich IV. 



1065. 30. Aug. 



Remling U. B. Sp., 
p. 55. 



Marcolf. 



769. 



C. L. n, 395. 



Amalrich. 



782. 20. Febr. 



C. L. n, p. 383. 



14 



210 — 



Name 

Weissenburg, Eis. 
Wizzenburc. 

= Von der Wies-Weiss- 
Lauter, welche die Stadt 
durcbfliesst. 



Weyher, 
K.-A. Edenkoben. 

Wilere. 



Wllgartswiesen, 

K.-A. Annweiler. 

WilHgarfclawisa. 
= Wiese der Willigart. 



Weizenbach, Elsass. 
Winzenbach. 

= Bach des Winizo 
demin. von Wini, Freund 



Winzingen, 

K.-A. Neustadt. 
Wenzingen. 

= Bei den Angehörigen 
des Winizo, vgl. Winzen- 
bach. 



Gau 



Graf 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirensi. 



211 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Dagobert 11. 


c. 675. 


Schöpflin Alt. dipl. 
i, 60. 


Alrad. 


• 


C. L. n, 897. 


Willigart. 


828. 


Crollius Orig. 
Bipont. n, 106. 


Papst 

Clemens III. 


1084. 


Acta Palst. 111,251 


Engila. 


782. 


0. L. n, p. 394. 



14* 



— 212 — 



Name 



Wipgarda, abgeg. 



Wisero, abgeg. 
Lage unbek. 
Zusammen mitEUer- 
stadt genannt. 



Wolmereheim, 

K.-A. Landau. 

Wobnodesheim. 

=r Heim des Walmut, 
des Kampfesmutigen. 



Zeiskam, 

K.-A. Germersheim. 

Qeisenckeim. 
Zezzincheim. 

= Heim des Zezzo. 
C. L. ^. 59, 1664, 
1975. 



Zottingen, heute Eden- 
koben, K.-A. 

= Bei den Angehörigen 
des Zotto, heute im Eigen- 
namen Zntt erhalten. 



Gau 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirihgouue. 



i. p. Spirensi. 



i. p. Spirensi. 



Graf 



in comitatu 
Wolframmi 
comitis. 



-- 213 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Folradus. 



Qerolfiim. 



771. 



823. 



0. L. n, p. 374. 



C. L. n, p. 363. 



König 

Heinrich TL. 



1006. 1. Jan. 



Remling U. B. Sp., 
p. 23. 



Konrad 
y. Merlenheim. 

Theodolfus. 



1109. 



775. 29. Dez. 



W. U. B. I, p. 339. 



C. L. n, p. 383. 



Landrad. 



768. 2. März. 



C. L. n, p. 369. 



— 214 — 
IV. 

Umfang und Grenzen des Speiergaues. 



Auf Q-nincl der Urkunden kann die Nordgrenze 
gegen den Wormsgau mit ziemlicli grosser Sicherheit 
fixiert werden, wobei freüich nicht zu läugnen ist, dass 
gerade unsere Hauptquelle, der Lorscher Codex sich 
nicht selten Irrtümer zu Schulden kommen lässt und 
manche Orte in unrichtige Gaue verlegt. Selbst wenn 
wir dann noch die Diöcesaneinteilung zu Hufe nehmen 
und jeweils in den Fällen, wo die Urkunden versagen, 
prüfen, ob der Ort zum Speier- oder Wormser Bistum 
gehört habe, ist eine unumstössliche absolute öewiss- 
heit überall nicht zu erzielen, denn Q-au und Diöcesan- 
grenzen decken sich nicht immer. 

Vom Rheinstrom aus Hef die Grenze nördlich über 
Rhenigönheim, Maudach, Dannstadt, Euchheim, EUer- 
stadt, Friedeisheim, Wachenheim, Dürkheim, der 
Isenach entlang, von da quer über das Gebirge in 
nördlicher Richtung fort über Limburg, alle diese Orte 
zählten somit noch zum Speiergau, hingegen waren 
Mundenheim, Oggersheim, Eppenstein und Erpelzheim 
zum Wormsgau zugehörig. ^) Weiterhin zog die Linie 



1) Mudach 772 C L. H, 366. 
DantisUt 768 id. IT, 394. 
Richinisheim 7T1 id. ü, 375. 
Alaridesstat 784 id. II, 362. 
Fridolfesheim 780 id. II, 373. 
Wachenheim 869 B. Sp. I, 8. 
Toringeheim 046 id. Sp. I, 13. 
Lintborcli 1065 id. Sp. I, 55. 
Alle in pago Spirense. 



— 215 — 

nach Frankenstein, hinter Esthai und Ehnstein zwischen 
dem Weiler Hochstetten und der Quelle des Speier- 
baches, sodass Hachspeier und Trippstadt noch in den 
Wormsgau zu liegen kamen. 

Bei Waldflschbach stossen Speier-, Worms- und 
Bliesgau zusammen, zugleich decken sich hier die 
Bistumsgrenzen von Speier, Worms und Metz. Auf 
der Westseite, dem Bliesgau zu, lief die Grenze längs 
der grossen Schneeschmelze der Yogesen, also der 
Wasserscheide des Rheins und der Mosel, diesseits 
Grafenstein, Clausen, Kaltenbach, Rodalben, Pirmasens, 
das in alten Urkunden ausdrücklich in den Bliesgau 
gesetzt wird, weiter östHch von Lemberg und Trulben. 

Im Osten schied der Rhein den Speiergau vom 
Uf-, Anglach- und Lobdengau, Neuburg, Au imd Uling, 
die im Mittelalter auf dem linken Ufer lagen, zählten 
jedoch zum Ufgau. *) SüdUch traf der Speiergau auf 
den elsässischen Nordgau; zu ihm gehörten noch die 
Dörfer Münchhausen, Mothem, an der Moder, Neu- 
weiler, Wintzenbach, Eberbach; er umsprang hier das 
Gebiet der Abtei Sulz; 2) auf dem rechten Ufer der 
in den Rhein mündenden Selzbach, und wendete sich 
unterhalb Niederröder zu dieser Selzbach selbst als seiner 



In pago Wormatiensi: 
Mnndinheim 770 0. L. U, 165. 
Agridesheim 768 id. U, 148. 
Appinsheim 760 id. U, 138. 
Erpholfesheim 790 id. II, 187. 

1) In pago Hofganne in villa Augia a. 860 Zeuss. trad. Wizen- 
bürg p. 160. 

^) Krem er (Geschichte des rheinischen Franziens S. 77.) 
mochte die Abtei Salz, die seinem eigenen Zugeständnis nach zor 
Strassbnrger DiOcese gehörte, dem Speiergau einverleiben, umgekehrt 
rückt SchOpflin (in seiner Alsatia diplom. I, 18) den elsftssischen 
Nordgau bis zur Lauter vor, sodass auch die berOhmte Abtei 
Weissenbnrg dem Bpeiergan abgesprochen werden müsste. Beide 
Meinungen stellen sich als unrichtig heraus. 



~ 216 — 

südlichen weiteren Grenze; von hier zog die Grenze 
südlich von Buhl, Stundweiler, Rhöneburg, Keffenach, 
Berlenbach, Cleeburg und Winden. ^) Die Grafen des 
Speiergaus hielten gewöhnlich das Landgericht auf 
dem Liutramsforst bei dem heutigen Dorfe Franken- 
weiler, zwei Stunden nordwestlich von Landau ent- 
fernt; daher rührt es, dass im Laufe der Zeit Speier- 
gau und Grafschaft Liutramsforst synonyme Begriffe 
wurden. 

Innerhalb dieser so normierten Grenzen lagen die 
freien Reichsstädte Speier und Landau, 2) das links- 
rheinische winzige Gebiet des Hochstifts mit Berg- 
hausen, Dudenhofen, Hanhof en, Harthausen, Heiligen- 
stein, Otterstadt, Schifferstadt. 8) Zum Speiergau 
zählte auch die jetzt elsässische Stadt Weissenburg 
mit der dortigen uralten, von Dagobert TL. um das 
Jahr 670 gestifteten Benediktinerabtei, deren Ruhmes- 
epoche bereits in Flor stand unter Otfried, dem Ver- 
fasser der althochdeutschen EvangeUenharmonie, des 
Christ. Der Löwenanteil des Speiergaues fiel der 
Kurpfalz zu, denn diese besass die Oberämter 
Germersheim, Neustadt an der Hardt, die Seitenlinie 
Pfalz-Zweibrücken und das Oberamt Bergzabern mit 
dem heutigen elsässischen Städtchen Kleeburg. Hier 
wiu-de Karl X., August, geboren, einer jener drei tollen 
Witteisbacher, wie sie der Münchener Historiker Karl 
Heigel nicht unrichtig getauft hat, brachte doch gerade 
er durch seine Halsstörrigkeit Schweden um die im 
dreissigj ährigen Krieg errungene Grossmachtstellung. 



^) Die von NiederrOder aufgezählten Orte rechneten zum 
Bpeirer Dekanat Weissenburg, Winden zum Speier Landkapitel 
Dahn. Act. Pal. lü, 255. 

^) c£ die Einleitung. 

') Die Besitzungen der Speirer Kirche lagen meist rechts des 
Rheines im Uf-, Eraich- und Lobdengau. In den Gauen des 
fränkischen Badens findet sich eine Zusammenstellung I, 48. 



— 217 — 

Schliesslich sei noch der Feste Trifels bei Ann- 
weiler gedacht, in deren Burgverliess der Staufer 
Heinrich VI. den englischen König Richard Löwenherz 
fast ein volles Jahr in Gewahrsam hielt, bis das für 
die damalige Zeit fast unerhörte Lösegeld von 
100 000 Mark beigebracht werden konnte. Während 
der ganzen Stauferperiode war Trifels der Hort der 
Reichsinsignien, auf dieser Burg wurden des Deutschen 
Kaisers Krone, Scepter und Schwert aufbewahrt. 



Der Nahegau. 



— 221 — 



Name und Schreibweise des Nahegaues. 



Während der Wormsgau die stärkste Bevölkerungs- 
ziffer aufzuweisen hatte und in Grösse und Eeichtum 
der Städte wie an der überaus stattlichen Zahl von 
Ortschaften, die fast alle schon unter der Regierung 
Karls des Grossen in den Urkundenbüchem erwähnt 
werden, mit den anderen Gauen wetteifern konnte, 
darf der angrenzende Nahegau im Hinblick auf die 
Ausdehnung den ersten Platz beanspruchen. *) 
In pago Nacgowe 817 C. L. 11, 357. 
In pago Nachgouve 772 C. L. 11, 354. 
In pago Nachoove 1135 Joannis ß. Mog. S. S. II, 746. 
In pago Nachovi 1100 W. U. B. I, 321. 
In pago Naggove 1018 Acta Palat. V, 181. 
In pago Nahagowe 768 C. L. III, 158. 
In pago Nahcuove 1091 R. Sp. U. B. I, 68. 
In pago Nahgerve 772 C. L. 11, 354. 
In pago Nahgowe 1065 E. Sp. U. B. I, 53. 
In pago Navensi 1133 Gudenus C. Mog. I, 110. 
In pago Nachogooue et in comitatu Werinhari 891 
Schannat hist. ep. Worm. 11, 10. 



1) Die Nahe, die auf dem HnndsrOck entspringt und bei 
Bingen in den Rhein fliesst, war bereits den alten Schriftstellern 
bekannt. 

Nava Tacitos histor. lib. IV. cap. 71. 
Namca C. L. II, 160 an. 771. 
Nab Schannat trad. Fuld. an. 766 ^ 23. 
Naha Acta Sanctorum III, 607 a. 826. 
Naa a. 1106 Gadenus Cod. Mog. I, 38. 
Na a. 1128 id. I, 72 



— 222 — 

In pago et comitatu Nachgowe 992 Böhmer Reg. 37 

^ 697. 
In pago Nahgowe in comitatu Emichonis comitis 960 

Wenk. hess. Landesg. U. B. V, 30. 
In pago Nohgavo in comitatu Kuonradi 917. Kremer, 

Q-esch. d. rheinischen Franziens 75. 
In pago Nageove in comitatu Kuonradi 945. Hont- 

heim hist. Trevir I, 280. 
In comitatu Emichonis comitis 1065 E. Sp. U. B. I, 53. 
In comitatu Emichonis comitis 1091 ß. Sp. U. B. 68. 



Gaugrafen des Nahegau. 



Die Kenntnis der Nahegaugrafen reicht nicht 
über die Zeit Ludwigs des Frommen hinauf, in welcher 
bei einer Schenkung an Fulda „Alberich" testiert. ^) 
Diesem succedierte nicht sein im Nahegau reich be- 
güterter Sohn Hererich, sondern Adalbert, der 847 
das Stift St. Alban zu Mainz freigiebig dotierte.*) 

Den Nachfolger Megingaudus hatten wir bereits 
als Verwalter des Wormsgaues vorgefunden; als Graf 
im Nahegau fungierte er 868 gelegentlich einer Zu- 
wendung an das Stift Prüm. 8) Um Wiederholungen 
zu vermeiden, werden wir uns mögHchst knapp zu 
fassen suchen: über ein Jahrhundert waren Worms- 
und Nahegau in einer Hand vereinigt. Wemher I. Graf 



i) a 824 Dronke. 0. F. 192. 

Der Gau ist mit Namen nicht erw&hnt, der Ort GhoibOckela- 
heim mnss aber wegen seiner Lage hierher gerechnet werden. 
«) Acta Palat. V, 174. 
») flontheim hist. Treviror I, 211. 



— 228 — 

im Worms- und Nahegau beurkundet 891 einen Tausch 
des Wormser Bischofs Teotelach.^) 

Sein Sohn Wemher 11., der Stammvater der 
jüngeren salischen oder speirer-wormser Linie, aus der 
die deutschen Könige von Konrad IT. bis auf Hein- 
rich V. hervorgegangen sind, stand um das Jahr 900 
dem Speier-, Worms- und Nahegau zugleich vor. 
Amtshandlungen, die er im Nahegau vorgenommen 
hat, sind aus urkundUchen Belegen nicht bekannt, da- 
gegen berichtet von ihm Flodoard, der Geschichts- 
schreiber der Rheimser Kii^che, dass er zur Arron- 
dierung seiner Besitzungen dem Erzbistum die im 
Nahegau gelegenen Q-üter zu Kusel und Altengau 
gewaltsam entrissen habe. ^) 

Ueber die Q-enealogie der Grafen Konrad 918 
und Eberhard 937 ist Authentisches nicht bekannt; 
Ersterer erscheint bei einer Schenkung eines freien Eut- 
hard an die Eheimser Kirche 9188), der andere, 
welcher mit dem Frankenherzog gleichen Namens 
nicht zu indentifizieren ist, vermittelt eine Tradition 
Ottos I. an das Wormser Hochstift.*) Konrad der 
Rote, Herzog von Lothringen, und dessen Sohn, Otto von 
Kämthen oder von Worms begegneten uns wiederholt 
beim Speier- und Wormsgau ; den Nahegau verwaltete der 
erstere 942— 945^) und Otto 956*), letzterer scheint ihn 
aber bald wegen Geschäftsüberbürdung, war er doch über 
ein Herzogtum und sechs Gaue als oberster Beamter 
gesetzt, einem ständigen Vertreter überlassen zu haben. 



1; 891 m pago Wormahensi et Nachogooue in comitatu Werin- 
hari Schannat bist episc. Wormatiensi II, 10. 

2) Flodoardas bist, ecclea. Remensis 1. I, c. 20. 

») Acta Palat. V. 174. IH. dipl. 

*) id. V. 167. 

*) In pago Nahgouae in comitata Cuonradi 942 Schannat bist 
ep. Wormat. II, 18 u. a. 945 Martene collectanecd I, 285. 

«) Acta PaUt I, 293. 



— 224 — 

Wenigstens sehen wir 961 einen Emich als judex 
provincialis zu Gericht sitzen und einige Freien wegen 
Verbrechen ihre Eigengüter aberkennen*), in einer 
Zeit, wo Herzog Otto noch lebte. 

Nachdem im Nahegau^) Wolfram 992 einen Tausch 
mit dem Bischof Hiltibald eingegangen hat, begegnet 
uns vom Jahre 1000 — 1200 stereotyp der Name Emicho 
comes.8) Eine Urkunde des Jahres 1108 erhellt diese 
Emichonen; in ihr wird ein Emich nach seiner Burg 
comes de Smedeburch*) geheissen, Schmidburg war 
aber ein altes Eigentum der Wild- und Raugrafen, 
welche ähnüch den Leiningen im Wormsgau mit Vor- 
liebe den Taufnamen Emich führten und mit den 
Grafen zu Veldenz eines Stammes sind. 

Auf diese Wild- und Eaugrafen war ungefähr 
im Jahre 1000 auch die Gerichtsbarkeit der alten 
Grafen übergegangen und hiess die Landgrafschaft 
wie jene der Leininger im Wormsgau. Zugleich be- 
sassen diese Baugrafen das rheinpMzische Marschall- 
amt zu Lehen, ihre Stammesvettem, die Veldenzer, 
das rheinpfälzische Erztruchsess- und Küchenmeister- 
amt des Erzstiftes Mainz.^) 

Die malla publica fanden zu Rhaunen auf der 
Haide bei Sien, zu Flonheim und Spiessheim, Offen- 
bach statt. 



1) Hontheim bist. Treo I, 292 sg. 

2) Qudenus C. Mog. I, 39. 

^) Wolfram war Termutlich der Vater des Eraichgaagrafen 
Wolfram. Fr&nkische Qaae Badens II. 60. 

^) Lamey, Acta Pal. V, 170, zählt die Emichonen auf. Belege 
liegen vor zu den Jahren 1018, 1032, 1066, 1086, 1091. 1100. 
1108, 1112, 1130, 1133; cf. Lamey V, 128. 

<^) Eine Geschichte der Wild- und Baugrafeu hat der treffliche 
Lokalhistoriker des letzten Jahrhunderts, Kremer, geschrieben. 
Ihren Namen verdanken sie wohl dem umstände, dass ihre meisten 
Allodien in einer wilden, rauhen, wenig ergiebigen Gegend gelegen 
waren. 



m. 

Orte. 



16 



— 226 — 



Name 




Gau 


Graf 


Albig, Rh. 

K.-A. Bingen. 

Albecho. 


i. p. 


Nachovve. 


in comifcatu 
Emechonis 
comitas. 


^ Nach einem Bach- 
namen Albig. 








Alsenz, a. d. Nahe. 
K.-A. Obermoschel. 








Alisentia, Rb. 
Alezenzi. 


i. p. 


Nachovi. 


in comitatu 


= Nach dem Flussnamen 
Alsenz, Elsenz, Wunel al. 
=s ar. gehen. 






comitis 
Emechonis. 


Altenglan, Rb. 

K. Kusel. 








Gleni. 








= Der Flussname Glan 
bedeutet kelt. lauter, rein; 
im kornischen glan = 
ripa. 








Aischbach, 

K.-A. Lauterecken. 








Hasbach. 






• 


= Der Bach- und Fluss- 
name Hase erscheint in 
Deutschland ziemlich hftufig. 









— 227 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Erzbischof 
Adalbert von 
Mainz. 



1135. 



Eicholf u. Guta. 



Bischof Johann 
von Speier. 



Otto m. 



992. 



Beinfrid von 
Büdesheim. 



1150. 



Joannis Ber. 
Mogunt. Script. 
n, 746. 



775. 



1100. 6. Jan. 



0. L. n, 179. 



W. ü. B. I, p.321. 



Acta Pal. V, 169. 



Acta Palat. IV, 
340, 396. 



15* 



— 228 — 



Name 


Gau 


Graf 


Bingen, Eh. 


i. p. Nahgowe. 




K.-A. auch in den 






Wormsgau gelegt. 






In Binger maroa. 






Bingia. 






Binga. 






Pingnia mbs. 






Anm. Einige Bingen 






sind nur Buningen = bei 






den Angehörigen des Buno 






entstanden, dagegen Bingen 






a. d. Nahe hiess schon bei 






den Römern Bingiam and 






geht auf eine keldsohe 






Wurzel zorflck. 






Bingert, 






K.-A. Obermoschel. 






Binegardin. 






=5 Garten des Bino, 






Buno. 






Dronke, R. 9. 






Bosenbach, Eb. 


i. p. Nahgeove. 


in comitatu 


K.-A. Wolfstein. 




Cuonradi. 


Basinbahe. 






= Bach des Baso, Boso. 






Dronke, R. 8 a. 817 






bis 1151. 







— 229 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



771. 
819. 
842. 

858. 



1. Jan. 



Teilungsvertrag 
d. Leiningisch. 
Grafen. 



1237. 



Otto I. 



945. 



C. L. n, 356. 
M. a. S. S. I, 206. 

Nith. bist. s. s. n, 

667. 
Euod. ^d. 8Jm. 

S. S. I, 372. 



Crollius Orig. 
Bipont. n, 108. 



Hontheim bist. 
Trevir. I, 280. 



— 230 — 



Name 

Drais, Kh. 
K.-A. Bingin. 

Treisa. 

= ahd. treis in cultum, 
mhd. dreis Egert. 



Gau 



i. p. Nahgowe. 



Duchroth, Bb. 

K.-A. Obermoschel. 

Rode. 

= Rodung, die dann 
nachher mit einem Zaun, 
,,Ducke, Duch** umgeben ist. 



Ebernburg, Rb. 

K.-A. Obermoschel. 

Hebemburg. 

= Burg dea Ebur. 
Dronke,R.ll,nament- 
lieh in der Komposition 
Eberhart sehr beliebt. Das 
Fuldaer ü. B. enthalt 37 
Belege. Die Ebemburg ist 
durch Franz v. Sickingen, 
1623, berühmt geworden. 



Graf 

in comitatu 
Emichonis 
comitis. 



— 231 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Otto I. 


960. 24. Febr. 


Wenck Hess. 
Tjandesg. U. B. 
n, 30. 


Adalbert, 


1129. 


Gudenus, C. Mog. 


Erzbischofvon 




I, 69. 


Mainz. 






Teilungsvertrag 


1237. 


Crollius Orig. 


d. Leiningisch. 




Bipont. n, 108. 


Ghrafen. 







— 232 



Name 

Fell, ßb. 

K.-A. Obermoschel. 

Vüde. 

= Fild, Gefild ist eine 
Nebenform von Feld, wie 
Gebirge Ton Berg. 

Gensingen, Bh. 
K.-A. Bingen. 

Gantsingen. 

= Bei den Angehörigen 
des Ganzo, heute im 
Familiennamen Gans fort- 
lebend. 



Grolsheim, Bh. 
K.-A. Bingen. 

Graolfesheim. 

= Heim des Graolf, 
grauer Wolf. 

Dronke, R. 19 a. 817 
bis 917. 



Hachenbach, 

K.-A. Lauterecken. 

Hachenbach. 

= Bach des Hachnio, 
Hagnio, beliebter Eigen- 
name. 



Gau 



Graf 



i. p. Nachgowe. 



i. p. Nahgowe. 



— 233 — 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Teilungsvertrag 
d. Leiningisch. 
Grafen. 


1237. 


Croilius Orig. 
Bipont. n, 108. 


Faginolf. 


768. 1. Nov. 


0. L. n, p. 358. 


WUant. 


779. 23. Ap. 


C. L. n, p. 360. 



Reinfrid von 
Büdesheim. 



1150. 



Hontheim, hist. 
Trevir. dipl. I, 
293. 



— 234 — 



Name 


Gau 


Graf 


Hausen, bei Ingel- 
heim, Rh. 
Husun. 


i. p. 


Nahcuowe. 


in comitatu 
comitis. 
Eniichonis 


Kusel, Eb. 








Konken. 

Choncha. 

Cosla. 








= Choncha, wie Cosla, 
▼erraten keltischen Ur- 
sprung. 








Neunkirchen, Bb. 
K.-A. Otterberg. 

Niunchiriha. 


i. p. 


Nahgowe. 


in comitatu 
Cuonradi. 


Oeternach, heute 
Niederkirchen, 
K.-A. Kusel, Eb. 


i. p. 


Nohgavo. 


in comitatu 
Kuonradi. 


Hostemaha. 








= Oestüche Ach. 








Oberhausen, Eb. 
K.-A. Obermoschel. 








Husen. 









— 235 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Kaiser 

Heinrich IV. 


1091. 


21. Sept. 


Remling U. B. Sp., 
p. 68. 


K. Friedrich I. 
Otto I. 


1152. 
952. 




Acta Palat, V, 185. 
Bouquet Script, rer. 
Franc. IX, 387. 


Otto L 


942. 




Schannat bist. ep. 
Wormat. C. dipl. 
18. 


ßuthard. 


917. 




Kremer Geschichte 
des rhein. Franz. 


Adelbert . Erz- 
bischof von 
Mainz. 


1129. 




Gudenus C. Mog. 
L 69. 



— 236 — 



Name 

Obermoschei, Bb. K.-A. 

Moschelo. 

= Bachname, Moschel 
bedeutet vielleicht soviel 
wie Mosel und führt auf 
eine keltische Wurzel zurück, 



Odernheim, 

K.-A. Obermoschei. 

Odemheim. 
= Heim an der Otter. 



Oeterbrücken, B1;>- 
K.-A. Kusel. 
Brucca. 



Partenheim, Rh. 
K.-A. Bingen. 

Pattenheim. 

= Gehört 757 Schannat 
trad. Fuld. 6, 771 id. 16. 
Heim des Patto. 



Gau 



Graf 



p. Nahgowe. 



— 237 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Nibelung. 


1122. 


Acta Pakt. V, 156. 


Güterverzeichnis 


1128. 


Gudenus Cod. Mog. 


des Klosters 




I, 69. 


Disibodenberg. 






Bruno. 


1170. 

* 


Würdtwein Nov. 
Subs. XII, 96. 


"Rr Khi snli nf TTi 11 1 n 


1158. 


Hontheim, bist. 


von Trier. 


Trevir I, 585. 



— 238 — 



Name 

Plamig, Rh. 
K.-A. Bingen. 

Bleiniche. 



Quirnbach, Bb. 
K.-A. Kusel. 

= Mahlenbach , got. 
qaairnns = Mühle. 



Rehborn, Bb. 

K.-A. Obermoschel. 

Robura. 
= Kelt Wurzel. 



Reichenbacher Hof, bei 

Otfcerberg, Rb. 

Richinbahe. 

^ Die Beichenbäche 
sind als Bachnamen sehr 
h&ofig. 



Schiersftld, 

K.-A. Obermoschel. 

- Sceringesvelt. 

= Entweder von schier, 
ahd. sctr, glänzend oder 
mhd. schir, mhd. scinre 
Becher abzuleiten. 



Gau 



i. p. Nachgowe. 



Graf 



r. p. Nahgeove. 



in comitatu 
Cuonradi. 



— 239 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Erzbischof Rut- 


1092. 


Gudenus C. Mog. 


hard v. Mainz. 




I, 386. 


Kaiser 


1152. 


Acta Palat. V, 185. 


Friedrich I. 






Adelberfc, Erz- 


1129. 


Gudenus C. Mog. 


bischof von 




I, 69. 


Mainz. 






Otto I. 


945. 


Hontheim, hist. 
Trev. I, 280. 


K. Otto I. 


962. 


Calmet, hist. de 
Lorraine 11, 212. 



— 240 — 



Name 

Spie8heim, Bh. 
K.-A. Bingen. 
Spiezesheim. 

= Heim desSpiozo, heute 
ein Eigenname Spiess vor- 
handen. 

Anmerk. Ist aber in 
den Urkunden von 
770, 0. L. II, 77, 
774, 0. L. ri, 111, 
776, 0. L. II, 113, 
799, C. L. II, 113, 
815, C. L. II, 1113, zum 
Wormsgau gerechnet. 



Theisberg-Stegen, 

K.-A. Kusel. 
Deinsberg. 

= Berg des Denia. 
Dronke, R. 10. 



Zozenheim, Kh. 

Zozenheim. 

= Erscheint 771 im 
Wormsgau. 

Dronke, C. F. 21. 

Heim des Zazo, Zezo. 
Zahlreiche Nachweise im 
Puld. ü. B. Dronke, R. 
60 a. 776—922. 



Gau 



i. p. Nahgowe. 



Graf 

in comitatu 
Emichonis 
comitis. 



p. Nachowe. 



in comitatu 
Emerchonis 
comitis de 
Smede- 
burch.. 



— 241 — 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Kaiser Otto I. 


960. 24 Febr. 


Wenck, hess. Lan- 
desgesch. ü. B. 
n, 30. 


Kaiser Otto TTT. 


992. 


Acta Palat. V, 179. 


Erzbischof Adel- 


1133. 


Gndenus Ood. Mog. 


bert V. Mainz. 




I, 110. 



16 



242 — 



IV. Umfang und Grenzen des Nahegaues. 



Der Nahegau grenzt im Süden, Westen und Nor- 
den an das Herzogtum Lothringen^) und bildete somit 
den äussersten Gau Bheinfrankens, mit dem er nur 
durch den Wormsgau im Osten zusammenhingt). Geht 
man von Norden aus, so triflft hier der lothringische 
Trachgau oder Trachere mit dem Nahegau zusammen. 
Die Grenze beginnt oberhalb Bacharach bei Nieder- 
heimbach, zieht nach Oberdiebach, Mannenbach an 
der Quelle der Simmer vorüber, nördlich von liebs- 
hausen, Kieselbach, Alterkülz und Michelbach. Auf 
der westiichen Seite treten an ihn Hundesrucha- und 
der Triergau heran. Die DemarkationsUnie Uef vom 
Ursprung der Kyrbach über die Höhe des Idarwaldes, 
rechts von Sohren, Grommenau, Pockenhausen; Alten- 
simmem^), Biebem*), Kirchberg, Sohren, Dill, Laufer- 
weiler fallen noch in den Nahegau, Castellaun, Fimd- 
heim, ßavensbeuren, Irmenach, Kleinich, Trarbach und 
Enkirch^) sind die Orte der Hundesrucha. Als einer 
der äussersten Punkte des Nahegaues muss Cappel*) 
(in der Mitte zwischen Enkirch und Simmem) an- 
genommen werden. 



Die BesBeichnimg Herzogtnm Lothring^ ist nicht ganz 
korrekt, denn bekanntlich wnrde das Land zwischen Maas nnd Rhein, 
SaOne nnd Vogesen erst seit Lothar 11. so genannt; vielleicht wäre 
der Aosdmck „Ripnarien*" glflcklicher gew&hlt. 

^) Die Q^renze gegen den Wormsgan ist bei der Beschreibung 
des letzteren detailliert erörtert worden. 

') In Nahegaa ad. Simera 837. Dronke G. F. 271. 

*) In pago Nayinse ad Biberaha. Schannat, trad. F«ld. p. 2. 

>) Enkirch in Hundesmche, 1074. Gndenas 0. Mog. I, 378. 

^) Vgl. dazQ die Gaokarte Ripuariens bei Schröder, Deutsche 
Rechtsgeschichte, Anhang. 



— 243 — 

Weiter läuft die Grenze ösüioh am sogenannten 
Stompfenbrnnn vorbei, an dem die Idar entspringt, 
westlich über Allenbach; hier begegnen sich die Hun- 
desrucha, der Trier- und Nahegau. Von den Orten 
Bergen*), Kim, Hosenbach, Panzweiler und Bertenforst*) 
lässt sich urkundlich nachweisen, dass sie zu letzterem 
noch gehörten. 

Oberhalb Oberstein überschreitet die Grensslinie 
gegen den Triergau die Nahe, zieht quer durch den 
sogenannten Winterhauch, einen ansehnlichen Wald, 
von welchem der östliche Teil bis Breinchenbronn dem 
Nahe-, die westliche ELälfte mit den Dörfern Beichen- 
bach und AusweUer dem Triergau angehörte^). 

Von Breinchenbronn ziehen wir eine Linie auf 
Baumholder und rechnen die Orte des früheren pfalz- 
und zweibrückischen Oberamts Lichtenberg, Pfeffelbach, 
Eckersweier, ßeichweiler, Schwarzerden, Oberkirchen, 
Leitersweiler, Niederkirchen, Osterbrücken, Kroftelbach, 
Langenbach in den Nahegau, denn abgesehen davon, 
dass sie in den mainzischen Sprengel fallen, liegen 
alle auf der Seite, wo die Gewässer nach dem Glan 
fliessen, der sich selbst in die Nahe ergiesst. Ober- 



Martene et Darard Collect anecdot I, 282 an. 026 io co- 
mitatn Nachgowe in loco Beregon. 

*) Hontheim, hist Trev. I, 804 a. 966; in oomitata Nagoawe 
in marca Eyra, Bergum, in Pozwüere et Hnsonbach, b Beatenforst. 

^ Die obige Fixiernng der Marklinie zwischen Nahe- and 
Triergaa stutzt sich im wesentlichen auf einen alten Grenzbeschrieb 
des Oent- oder Landgerichts „anf der Haide*, bei Siennnn weiset 
der Heyden Schöffen das Hochgericht an, in Gnimbach in dem alten 
Danbhanss im Bilster Graben, dem Bilster Graben oss in die 
Schweinbach bis in den halben Glan, den halben Glan nss bis in 
die Eiben, von der Eiben an bis in den gehauenen Stein, von dem 
gehauenen Stein in die Steinalben, von der Steinalb ossen bis in 
die Ozenbach in Sterlinbom, von Sterlinbom in die Winterhanch 
in die Majnbnch, von der Buchen an bis gen Breiningenbom in 
den Kirchturm, vom Turm bis in die Ludenbach, von der Luden- 
bach bis in die Noh. 

16» 



— 244 — 

halb Kroftelbach bei Rongen schliesst sich der Nahe- 
gau an den Bliesgau an. St. Wendel und Ottweiler 
müssen wir nach ihrer Lage als Orte des Bliesgaues 
ansehen, hingegen Ostemach^), Neunkirchen^), Eeichen- 
bach und Bosenbach^) auf Grund von Urkunden zum 
Nahegau zählen. Bei Kübelberg berühren sich sodann 
Nahe-, Blies- und Wormsgau. 



*) In pago Nohgavo in comitatn Enonradi in loco Hosternaha. 
Kremer Qesch. g. rheinisch. Franziens 75. 

*) Schannat bist. epis. Wnrni. Ood. dip. p. 18 in pago Nah- 
govve in Niunchiricha a. 942. 

3) Hontheim hLst. Tn^vir. cod. dipl. I, 280 in Businbach et 
Riehenbache in Nahgeovu a. 945. 



Der Rheingau. 



I. 
Name und Schreibweise des Rheingaues. 



Des Namens Bheingau existieren zwei Gaue, der 
Bheingau oberhalb des Bodensees, im heutigen öster- 
reichischen Vorarlberg, und der durch den Rheinstrom 
vom Wormsgau getrennte, in der deutschen G-eschichte 
so berühmt gewordene Rheingau, welcher einen Teil 
des früheren Herzogtums Nassau und die heutige 
grossherzoglich-hessisohe Provinz Starkenburg um- 
fassti). 

Infra pagum Rhenensem 772, C. L. I, 13. 

In pago Renensi 782, C. L. lEI, 281. 

In pago Rinensi 772, 0. L. I, 316. 

In pago superiore Rinisse 815, Wenk, hessische Land- 

gesch. n, 21. 
In pago Hrinagauue 886, Schannat, trad. F. 165. 
In pago Rhingowe 834, Schannat, trad. Fuld. 163. 
In pago Renicgouue 1025, Dronke, C. F. 350. 
In pago Rinahgauue 788, id. 0. P. 53. 
In pago Rinahgeuue 818, id. C. F. 171. 
In pago Rinahgoe ohne J., id. C. F. 78. 
In pago Rinahgowe 764, C. L. I, 320. 
In pago Rinecgouue in comitatu Gerungi 1003. 

Schannat, hist. ep. Worm. 34. 
In pago Binechgowe 848, C. L. I, 58. 
In pago Rinihgowe 916, C. L. I, 113. 
In pago Rinigouue in comitatu Gebehardi 900, 0. L. 1,97. 

Rhein wie Donaa weisen anf das Volk hin, das vor den Ger- 
manen dort wohnte, die Kelten. Worsel ri = fliessen; lateinisch 
ri =3 VHS, griechisch Qiw. 



— 248 — 

n. 
Gaugrafen des Rheingaues. 



Wir kennen keine Grafschaft, in welcher der 
Grundsatz der Vererbung des Amtes sich so früh 
eingebürgert hat, wie im ßheingau ; schon seit Pippin's 
des Kurzen Regierung lassen sich die Kupertiner als 
Rheingaugrafen länger als ein Jahrhundert verfolgen. 

Rupert, der Stammvater des Hauses, erscheint in 
der Stiftungsurkunde von Lorsch zwischen 740 bis 
760 als Verwalter der Grafschaft *). Sein Sohn Cancer 
gründete gemeinsam mit seiner Mutter WiUiswinda 
gemäss der Regel des heiligen Benediktus in der 
finichtbaren Ebene an der Bergstrasse das Kloster 
Lorsch. Cancer ist als Graf im Rheingau für die 
Jahre 764 bis 782 beglaubigt 2) ; vermöge seines 
reichen AUodialbesitzes in grossem Einfluss stehend, 
reichte seine Macht soweit, dass er selbst über die 
weitentlegenen Grafschaften des Breisgaues und Thur- 
gaues gebot 3). Sein Sohn Heinrich wirkt als Zeuge 
bei Vergabungen an das Kloster Lorsch mit, so 768 
zu Bürstadt, 772 zu Bensheim, 779 zu Aisbach, 781 
wendet er demselben Güter in Auerbach und Bobstadt 
zu. **) Nach dem Tode seines Vaters (782) übt Heinrich 
ein Jahrzehnt hindurch die gräf Hohen Befugnisse im 
Rheingau aus und muss vor 792 gestorben sein*). 



i) 0. L. I, 2. 
*) C. L. I, 2, 7, 23. 

') Vgl. Qaugrafsch. Alamann. Badens S. 45, 
*) Alle aufgeführten Orte liegen im Rheingau C. L. I, 285, 
335. n, 235, I, 290. 

6) C. L. I, 321, I, 34. 



— 249 — 

Da er keine männliclie Nachkommenschaft hinter- 
liess, ging die Grafenwürde auf seinen Vetter, den 
Sohn Turingberts und Enkel Ruperts I. über, der 
nach seinem Grossvater ebenfalls Rupert hiess, und 
fast vierzig Jahre an der Spitze des Rheingauea 
stand 1). Auf ihn folgten auf ein paar Jahre seine 
beiden Söhne, zunächst der ältere Guntram und 
nachher Rupert III, vermutlich waren diese bei der 
Uebemahme der Herrschaft schon hochbetagt *) ; mit 
ihrem Tode erlosch der Stamm der Rupertiner. Unter 
Ludwig dem Deutschen geschieht dreimal des Grafen 
Adalhard Erwähnung, 858 bei einem Gütertausch mit 
Lorsch, 860 laut einer Schenkung Lothars EE, und 
zuletzt 877; mit dem Grafenamt vereinigte dieser 
zugleich die Schirmvogtei über Lorsch. Adalhards 
Nachfolger Ruthard sonnte sich in der Gunst Ludwigs 
des Jüngeren. Der König machte ihn zum missus 
dominicus^) und hess ihn trotz dieser bedeutenden 
Stellimg an der Spitze des Rheingaues. 

Wie in Alamannien die Ahnherren der Habsburger, 
HohenzoUern und Zähringer an Macht, Reichtum und 
Ansehen alle anderen Geschlechter übertrafen, so 
glänzten in Rheinfranzien die verwandten Häuser der 
Salier und Konradiner. 

Die Stammgüter der ersteren dehnten sich aus 
über den Speier-, Worms- und Nahegau; Konrad der 
Rothe vereinigte mit den drei Grafschaften die 
Herzogswürde über Lotharingien, dessen Sohn Otto, 
Graf im Speier-, Worms-, Nahe-, Kraich-, Elsenz- und 
Enzgau, Herzog von Kämthen, Vater des Papstes 



In den Jahren 795, 804, 807, 834 nimmt Rupert IL Amts- 
handlangen vor. C. L. II, 236, I, 318, L 360. 

2) C. L. I, 316, n, 806. 

^) Leider wissen wir fast gar nichts ttber diesen Rathard. Eine 
einzige Urkunde im C. L. UI, 271 bezeichnet ihn als comes et 
missus regis Ludowici junioris. 



— 250 — 

Gregor V. und der örossvater Konrads IE. war. Die 
Hauptmacht der Eonradiner hingegen lag hauptsächlich 
im Rhein- und Lahngau und der Wetterau. Der eine 
Zweig erlangte durch Konrad, G-rafen im Lahngau 
die deutsche Königskrone; dessen Bruder Eberhard, 
Herzog in Franken, hatte durch seiuen dominierenden 
Einfluss das sächsische Haus auf den Thron gebracht. 
Mit dem strengen Regiment unzufrieden, rebellierte 
er, unterstützt von dem lothringischen Herzog Giselbert 
und dem eigenen Bruder des Königs Heinrich und 
fiel bei Andernach am Rhein im Jahre 939. Bei 
dessen Bekämpftmg thaten sich die nächsten An- 
gehörigen Konrads, Kurzbolt im Lahn- und Udo im 
Rheingau, am eifrigsten und rühmlichsten hervor. 
Udos Vater, G-ebhard, hatte die Grafschaften im 
Rheingau i) und in der Wetterau besessen, war aber 
um 910 im Kriege gegen die Ungarn gefallen*). 

Gebhard, der Oheim König Konrads und Eberhards 
von Pranken, hinterliess zwei Söhne, Udo und Hermann; 
ersterer folgte ihm in der Wetterau und im Rheingau; 
Hermann wurde 926 von König Heinrich I. zum 
Herzog von Alamannien erhoben •). Das Lorscher Ur- 
kundenbuch, welches als die fast einzige Quelle uns 
mit den rheingauischen Grafen vertraut macht, bringt 
zwei Diplome der Jahre 916 und 948, in denen Uto 
als Graf handebid auftritt *). 

Uniäugbar hatte sich Udo um das sächsische 



In pago Rinigowe in comitatu Gebehardi 896 C. L. I, 97. 

^ Gebhardas comes interiit relictis daobos filiis suis adhuc paeris 
üdone et Hermanno, qui postea dari-et nobilis in Franda exsti- 
tenint Oontinaatio Reginonis M. Q. S. 8. I, 614. 

s) Der Stammban bei Stftlin, W. G. I, 416 Hermann als Herzog 
von Alamannien, 926—948, Stalin I, 435. 

*) In pago RinicgOQue in comitatu ütonis, in locis Watenheim 
et Vimheim 916. C. L. I, 118. In pago Rinecgoua in comitata 
IJdonis comitiB in yilla Hemmingesbach, 948. G. L. I, 117. 



— 251 — 

Kaiserhans namliafte Verdienste erworben, haupt- 
sächlich dadurch, dass er und sein Bruder Hermann 
alle Kräfte aufboten, um ihren aufrührischen Vetter, 
den Frankenherzog Eberhard, niederzuwerfen; Otto I. 
erwies sich dafiir dankbar und erlaubte dem Grafen 
Udo' nach eigenem Gutdünken Aemter und Lehen 
unter seine Söhne zu verteilen. Für den Kheingau 
kommt der mittlere Eoiu'ad in Betracht; beinahe 
fimfeig Jahre, von 949 — 997, entwickelte er seine 
gräfliche Amtsth&tigkeit hier sowohl wie in der an- 
grenzenden Wingarteiba ^). 

Auch nachdem ihn Otto IL kurz vor seinem Tode 
zum alamannischen Herzog eingesetzt hatte, behielt er 
die Verwaltung der bisherigen Grafschaften bei. Hatten 
schon sein Oheim Hermann I. als Herzog von Schwaben 
und sein Vater Udo den Ottonen die wertvollsten 
Dienste geleistet, so zeigt Konrad dem Kaiserhaus in 
einer äusserst kritischen Lage eine seltene Treue. 
Otto m. war, als sein Vater in Bom verschied, ein 
dreijähriges Kind; der in Utrecht gefangen gehaltene 
firühere Baiemherzog, Heinrich der Zänker, brach aus, 
gewann einen grossen Teil der süddeutschen Bischöfe 
und suchte unter der Maske eines wohlmeinenden Vor- 
mundes selbst nach der Krone zu streben. 

Hauptsächlich durch den Widerstand Herzogs 
Konrads von Alamannien und des Erzbischofs Williges 
von Mainz, an denen seine Verföhrungskunst gescheitert 
war, sah er sich genötigt, seine Absichten auf das 
deutsche Königstum aufzugeben^). Als Graf im 



^) Za den fränkischen Gauen Badens, II, 8.224, mag nachgetragen 
werden, dass der dort angeftlhrte Graf der Wingarteiba, a. 976, 
eben dieser Eonrad ist. 

^ In Bflrstadt, einem Ort des Rheinganes, fand die endgOltige 
nnd entscheidende Verabredung swischen Konrad nnd Williges statt, 
cH M. M. 8. B. Y, 708. 



— 252 — 

ßheingau ist Konrad, 951 und 995, erwähnt. *) Auf- 
fallend ist dabei, dass er bereits in der ersten Urkunde 
den Titel eines Herzogs führte, während die Installation 
viel später erst, 982, stattfand. 

unter Heinrich 11. tauchen als Grafen des Bhein- 
gaues nach Q-erung^) und Adalbert^) auf, mit ihnen 
schliesst die Reihe der comites pagenses ab. 



1) 0. L. I, 445, I, 142. 

^ Id Rinecgonue in comitatu Qerungi 1002. Schannat, bist 
epis. Worm. 11, 34. 

') In pago superriorc Kiniogowe in comitatu Adalberti comitis 
1103, Acta. Pal. II, 170. 



m. 

Orte. 



— 254 — 



Name 


Gau 


Graf 


Addalahaug, St., abge- 


i. p. Binensi. 




gangen, unterhalb 






Gerau am Ehein, 






wenigst, nach einer 






alten Karte ; cf . Dahl, 






Beschreibung des 






Fürstentums Lorsch 






1812. 






= Hfigel der Adela. 






Aisbach, St. 






Altdolfesbach. 






= Bach des Adolf. 






Auerbach, St. 




Bupertus 


Urbaoh. 




comes. 


=: Bach, an dem Ure- 






haasen. 






Auen, 


i. p. Binensi. 




Auua. 






= Wiese. 







— 255 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



TJda. 



772. 10. April. 



0. L. L, p. 316. 



Alram. 



779. 27. Juiii. 



C. L. I, 817. 



Karl der Grosse. 



795. 



C. L. I, 17. 



Erlolfds. 



791. 22. Ap. 



C. L. n, p. 843. 



— 256 



Name 


Gau 


Graf 


Bensheim, St. 

Basinsheim. 
Besinsheim. 


i. p. Rinensi. 
i. p. ßinichgowe. 
i. p. Renensi. 




— Heim des Boso. 






Bessungen, 

Bezcingen. 

=r Bei den Angehörigen 
des Bezzo. 






Bettenheim, 

Benden. 
Betthenheim. 

— Heim des Betto. 


i. p. Ringowe. 
i. p. Rinensi. 


Rutperti 
comitis. 


Biblis, St. 
Bibifloz. 






= mtl. biblüsuB mit Bin- 
sen bewachsen Vielleicht 
noch mtl. bevium Bach. 






Buicenbach, St. 
Bicchiunbach. 


i. p. Renense. 




= Bach des Bicoo, Buxo. 







— 257 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Theutberfcus. 
Udo. 
Nanger. 
Isanfrid. 



K. Heinrich 11. 



Badugis. 



König 

Ludwig n. 



König 

Ludwig n. 



766. 25. Juli. 

765. 20. Ap. 

773. 25. Sept. 

799. 28. Juni. 



1002. 



c. 800. 



804. 25. März. 



836 26. Mai. 



C. L. L p. 325. 
C. L. I, 324. 
C. L. II, p. 266. 
C. L. n, p. 445. 



Schannat, bist, 
episc. Worm. 
n, 34. 



C. L. m, p. 224. 
C. L. I, p. 318. 

C. L. I, 56. 



874. 4. Mai, 



C. L. L 75. 



17 



— 258 



Name 

Biebesheim, 

Bubenesheim. 

=: Heim des Bubo, Bodo. 
Bei Dronke, 40 Be- 
lege a. 771-^1166. 



Bischof^beim a. M., St. 

Biscofesheim. 



Bobstadt, St. « 

Babestat. 

= St&tte des Babo, 
Dronke, 6 a. 806 bis 
1069. 



Burstadt, St. 
Birstath. 
Bisistat. 

= StÄtte des Biro. 



BQrgei, St. 

Bergilla. 
= Kleine Burg. 



Gau 



i. p. Rhingoviae. 



i. p. Renensi. 
i. p. Binahgowe. 



i. p. Benenai. 



i. p. Moynach- 
gowe. 



Graf 



— 259 — 



Aussteller 


Datum 


QueUe 


Walcum. 


V. J. Reg. Kalls 
d. Gross. 


C. L. III, 305. 


König 


880. 17. Nov. 


Böhmer, 0. Franc. 


Ludwig n. 




I, 3. 


Heimericus. 


782. 21. Jan. 


a L. m, p. 281. 


HAinricns. 


782. 


C. L. I, p. 290. 


Beruacar. 


827. 


C. L. III, p. 274. 


Thurinbert. 


767. 1. Aug. 


C. L. I, 328. 


Meizolf. 


794. 25. Okt. 


0. L. m, 120. 



17* 



260 



Name 

Dornheim, St. 

Thomheim. 

z-z Ausiedlung im Dor- 
nicht. 



Darmstadt. 

Darmundestat. 
^ Statte an der Darm. 



DOrenheim, abg. mit 
Erfelden genannt. 



Eberstadt, 

Eberstat. 
^ Stätte des Bbur. 



Eimersbach, St. abg. 
Elimaresbach. 

= Bach des Elimar, des 
durch seineKraft Berühmten, 



Gau 



i. p. Rinahgowe. 



Graf 



i. p. Kinensi. 



i. p. Rinensi. 



i. p. Rinensi. 



— 261 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


TJda Deo. 


779. 






C. L. I, p. 302. 


Sigeboto. 


0. J. 
723. 






Schannat, Vindic. 

literar. I, 2. 
Necrol. Mogunt. 

Jaffebibl.m,723. 


A. Liutburg. 


801. 






C. L. I, 310. 


"Walther. 


782. 


1. 


Sept. 


C. L. I, 322. 


Ado. 


768. 






C. L. I, p. 293. 



— 262 — 



Name 


Gau 


Graf 


Erfelden, St. 


i. p. ßinahgowe. 




Erifeldon. 






= Auf den Feldern des 
Bro. 






Felbeim, 




Heimerich. 


Hurfeld. 






= Feld, wo Ure haosen. 






Fürth, St. 




Bupertus 


Fürte. 




comes. 


= üebergang, Furt. 






Geinsheim, St. 


i. p. Rinensi. 




Gemminesheim. 






= Heim des Gemmino, 
demin. von Gammo. 






Gerau, 

Geraw. 

= Bachname, Etymologie 
dunkel. 


i. p. superiore 
Rinicgowe. 


in comitatu 
Adalberti 
comitis. 



263 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Uda Deo. 



779. 



0. L. I, p. 302. 



Karl der Grosse. 



782. 6. Juni. 



C. L. I, 322. 



Kaiser Karl der 
der Grosse. 



795. 



C. L. I, 17. 



Erlint. 
Wamigus. 



Heinrich Tl. 



752. 
767. 



21. Ap. 



1013. 



C. L. I, p. 300. 
C. L. I, 301. 



Ludewig scriptor. 
Wirzburg p. 457. 



— 264 — 



Name 


Gau 


Graf 


Gernsheim. 








Gemersheim. 
Kerenesheim. 

= Heim des Gerne. 
= 54, 141, 189, 190, 
196, 270, 271, 277, 293. 


i. p. 


Binigouue. 


in comitatu 
Gebehardi. 


Geroldeshus, abg. auf 
Pfnngstadter Ge- 
markang. 








= Hans des Gerold. 








Godiau, St. 


i. p. 


Rinense. 




Gotalohono. 








= Waldwiese des Goda. 








Hasalaha, abgeg. bei 
Pfungstadt. 


i. p. 


Renensi. 


Warini 
comitis. 


= Bach, an dem Hasel- 
Stauden wachsen. 








Hausen bei Bensheim. 


i. p. 


Rinensi. 




Husan. 









— 265 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Hattonem. 

Bischof Adalbero 
von Augsburg. 



823. 21. Nov. 
896. 1. Juni. 



C. L. n p. 553. 
C. L. I, 97. 



üdühoh. 



Graf Guntram. 



Zeizo. 



Gailrad. 



829. 



0. L. I, 187. 



834. 20. Aug. 



Dronke, C. F. 215. 



804. 31. Jan. 



C. L. I, 314. 



768. 



C. L. I, 328. 



266 — 



Name 

Heppenheim, St. 
Hephenheim. 
— Heim des Heppo. 

Herlesheim, 

Herulfesheim. 
= Heim des Herolf. 



Hirezbach, abgeg., viel- 
leicht bei Weiter- 
stadt gelegen. 



Hofheinii St. 
Hoven. 



Kamb, 

Gamben. 

= Bachname, Camba. 
Cama kelt. Erummbach. 



Kelsterbach, St. 

Gesterebach. 



Langen, St. 

Langungon. 



Gau 



i. p. Binensi. 



i. p. Einecgouue. 



i. p. Ehingowe. 



i. p. Rinechgowe. 



i. p. Renense. 



Graf 



in comitatu 
Udonis 
comitis. 



— 267 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Karl der Grosse. 



773. 20. Jan. 



0. L. I, 15. 



Rantwinc. 



780. 7. Nov. 



C. L. I, p. 310. 



K. Otto I. 



948. 27. Febr. 



0. L. I, 118. 



Graf Guntram. 



Ludwig 

der Deutsche. 



834. 20. Aug. 



864. 25. Ap. 



Dronke C. F. 215. 



0. L. I, 73. 



König Ludwig 
der Jüngere. 



K. Ludwig n. 



880. 17. Nov. 



834. 7. Jan. 



Böhmer, 0. Franc. 
I, 3. 



0. L. I, 54. 



— 268 — 



Name 


Gau 


Graf 


Leeheim, St. 


i. p. 


Benensei. 




Leheim. 








=r AnsiedluDg am Hügel 
abd. hleo. lat. clivus. 








Liebersbach, 


i. p. 


Renense. 




Lieberesbach. 








— Bach des Liutbert. 








Lochheim, St., abgeg. 


i. p. 


Renensi. 




Locheim. 








= AnsiedluDg am Wald. 








Lorsch, St. 

Lauresham. 
-- Kelt Wort. 






Cancor 
illustris 
Bhenensis 
pagi comes. 



Mörlenbach, St. 
Morlenbach. 
=: Bach des Morilo. 



Oncuiar, St., abgeg. 



i. p. Rinense. 



Rupertus 
comes. 



269 



Aussteller 


Datum 




QueUe 


Dodo. 


767. 24 


Ap. 


C. L. I, p. 305. 


ürendil. 


782. 3. 


Juni. 


C. L. I, 348. 


räuther. 


887. 1. 


Okt. 


C L. I, 79. 


Fricko. 


789. 




C. L. I, p. 295. 


ßemhar. 


771. 




C. L. I, 296. 


Cancar u. s. 


764. 




C. L. I, 2. 


Mutter 








Williswinda. 








Kaiser Karl der 


795. 




C. L. I, 17. 


Grosse. 








Adelrad. 


782. 18. 


Jan. 


C. L. I, 311. 



— 270 — 



Name 


Gau 


Graf 


Ostern (Ober-, Nieder-), 






St. 






Osterenata. 






— Oestlicher Bach. 






Otterstat, abgeg. bei 






Biblis. 






= StÄtte an der Otter. 






Wurzel at. gehen. 






Pfungstadt, St. 


i. p. Rinense. 




Phungestat. 






Reussen, 






Ruzondum. 






Rimbach, 




Rupertus 


Rintbach. 




comes. 


Rodau, 






Rod. 






= Rodung. 






Rohrheim (Gross- und 


i. p. Rinensi. 




Klein-), St. 






= Ansiedlung im Ried. 







— 271 



Aussteller 



König Ludwig 
der Jüngere. 



Manelin. 



Werinherius. 



Liuther. 



Kaiser Karl der 
Grosse. 



Adelhoch. 



Datum 



880. 17. Nov. 



o. J. 



Quelle 



Böhmer, C. Franc. 
I, 3. 



C. L. I, 312. 



Erlulfus. 
Grimolt. 



785. 18. Mai. 



877. 1. Okt. 



795. 



964. 4. Febr. 



C. L. I, p. 318. 



C. L. I, 78. 



0. L. I, 17. 



C. L. I, 129. 



791. 22.April. 
783. 22. Sept. 



C. L. n, p. 343. 
0. L. I, 294. 



272 — 



Name 


Gau 


Graf 


Schwanheim. 


i. p. 


Kenensi. 


Heimiricus 


Swainheim. 
Sueaheim. 






comes. 


— Heim des Sweno, 
heute im Eigennamen 
Schwan Yorbanden. 








Seeheim, St. 


i. p. 


Eenense. 




Seheim. 








-- Ansiedlang bei einem 
Gew&sser. 








Sprendlingen bei Lan- 
gen, St. 

Spirendilingen. 








~ Bei den Angehörigen 
des Spirendilo. 








Tribur, St., hess. 
K.-A. Gr. Geran. 








Trebur. 
Triburia. 
Triburis, (as). 








Wattenheim, St. 


i. p. 


ßenense. 




Wadtinheim. 








^ Heim des Watto. 
Dronke, 45. a. 812 

bis 825. 









— 273 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Gerbert. 
Hurfelder 
Notitia. 



764. 

782. 



18. Jan. 



C. L. I, 320. 
C. L. I, p. 321. 



König Ludwig n. 



874. 4. Mai. 



C. L I, 75. 



König Ludwig 
der Jüngere. 



880. 17. Nov. 



Böhmer, C. Franc. 
I, 3. 



König Ludwig n. 



834. 
834. 
839. 



7. Jan. 



König Ludwig n. 



836. 26. Mai. 



0. L. I, 54. 
M.Ö.S.S.XXI,364. 
Clodov. imper. 
S. S. n, 645. 



0. L. I, 56. 



18 



— 274 



Name 


Gau 


Graf 


Weiterstadt, St. 






Widerestat. 






= Stätte des Widaro, 






im Eigennamen Widder. 






Zell, 






CeUen. 


• 




Zulienetein, Stein. 


i. p. Benensi. 




= Burg des Znllo. 






Zotzenbachy St. 






Zozonbach. 






— Bach des Zoizo. 







— 275 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Otto I. 



Anselm. 



Nantolf. 



Liuthar von 
Hausen. 



948. 27. Febr. 



0. L. I, 117. 



o. J. 



C. L. m, 288. 



806. 18. Juli. 



C. L. m, p. 280. 



877. 10. Okt. 



0. L. I, 77. 



18» 



— 276 — 
Von dem heutigen Grossherzogtom Baden gehörten 



Name 



Gau 



Graf 



Hemsbach, 

Hemingesbach. 



i. p. Rinecgowe. 



in comitatu 

Odonis 

coinitis. 



Laudenbach, 

Lutenbach. 



Graf Rupert. 



Sulzbach, 

Sulzbach. 



— 277 — 

folgende Orte des B.-A. Weinheim zum Rheingau: 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Otto I. 



948. 



Karl der Grosse. 



773. 20. Jan. 



Heinrich IV. 



1071. 



Acta Palat. I, 117. 
m, 206. 



0. L. I, 195. 



C. L. I, 195. 



— 278 — 
IV. 

Umfang und Grenzen des Rheingaues. 



Im Westen schied den Rheingau der Rhein vom 
Worms- und Nahegau, im Osten stiess er fast auf 
der ganzen Linie mit dem Maingau zusammen. 

Die örenze begann am Main unter Bürgel und 
OflFenbach, die beide in dem Main zwischen Archi- 
diaconat Aschaflfenburg liegen, welches sich über den 
ganzen Maingau erstreckte^); von da ab zog sie 
weiter über Bieber, längs dem gleichnamigen Flüsschen 
Bieber bis gegen Hausenstamm, so dass Sprendlingen 
und Drachenhain zum Rheingau, das benachbarte 
Dietzenbach zum Maingau gehörte. Die Orte Götzen- 
hain, Philippseich, Offenthal zur Rechten machten sie 
eine Biegung bis zum Ursprung der Rodau, wobei 
Ober- und Niederrhoden in den Maingau zu liegen 
kamen, dann westlich an den maingauischen Messel 
vorbei zog sie weiter Rossdorf zur Linken bis zur 
Quelle der Modau, welche bei Emsthofen entspringt 
und bei Stockstadt in den Rhein einmündet. Ober- 
armstadt lag im Rhein-, das gegenüberliegende Jorgen- 
hausen im Maingau ^). 

Die in der Modau liegenden Ortschaften Ober- 
und Niedermodau, Eimsthofen, sowie Reichenbach und 



1) Wflrdtwein DiOcesis Mogantina I, 518. BOrgel, Bergilla in 
pago Moynachgowe 706 0. L. UI, 120. 

') Oberarmstadt z&hlte zum mainzischen Archidiakonat des 
Frohstes von St. Victor, dessen eine H&lfte der Rheingau aasmachte. 
Wflrdtwein DiOcesis Mog. I, 422. Dagegen fiel Jorgenbausen als 
Filiale von Diebui^ in das Aschaffenburger Landkapitel und politisch 
in den Maiogau. Wflrdtwein I, 589. 



— 279 — 

Beedenkirchen zäMten gleichfalls zum Bheingau ^), 
hingegen gehörten Reinheim, örossbieberau, Neun- 
kirchen, fteichelsheim, Gross- und Kleingunzen zmn 
Maingäu*). An den beiden Gumpen vorüber, wobei 
Schlierbach noch dem Rheingau zufiel, rückte die 
Grenze auf die maingauischen Ober- und Unterostem 
zu, zwischen Untermossau und HUterskhngen, Bullau 
und Beerfelden vorbei bis zur Gammelsbach. Diese 
schied in ihrem oberen und mittleren Laufe den Rhein- 
gau von der Wingarteiba. Bei Kailbach an dem 
Hammelsbach stiessen Rheingau, Wingarteiba und 
Lobdengau zusammen; von da ab bildete der 
letztere die Südgrenze gegen den Rheingau. Von 
Kailbach Uef sie zwischen Unter- und Oberfinkenbach, 
Unter- und Oberschönmattenweg, Unterabsteinach, 
Oberflockenbach nach Weinheim, so dass der Birken- 
mauerhof und die drei badischen Orte des Bezirksamt 
Weinheim, Sulzbach, Hemsbach und Laudenbach noch 
zum Rheingau gerechnet werden müssen 3). Von 
Weinheim zog die Linie nördKch über das hessische 
Vimheim und den badischen Scharhof unterhalb 
Lampertheim zum Rhein. 

Ln Norden schied der Main den Rheingau von 
der Kunigesundra und dem Niddagau; zu letzterem 
zählte Frankfurt a. Main, während das auf dem rechten 



^) Ober- und Niedermodau, Reichenbach waren Pfarreien des 
Hainzischen Archidiakonats St. Victor; Beedenkirchen war eine 
Filiale von Reichenbach. Wflrdtwein D. M. I, 423. 

') Rheinheim, Bieberau, Nennkirchen, Reicheisheim mit Gross- 
Eleingunzen waren dem Aschaffenburger Kapitel zogeteilt WUrdt- 
wein I, 60. 

>) £[remer, Qeschichte des rheinischen Franziens, S. 102, reicht 
auf Gmnd der DiOcesanateilung noch die im Wormsischen Land- 
kapitel Weinheim gelegenen Pfarreien M($rlenbach und Rimbach, 
Fflrth mit seinen Filialen Schlierbach und Lindenfels in den Lobden- 
gau und schiebt die Grenze zu Ungunsten des Rheingaues viel 
weiter gegen Norden vor. 



— 280 - 

Mainufer liegende Oflfenbach die Grenze zwischen 
Rhein- und Maingau bildete. 

Der Bheingau setzte sich somit in den späteren 
Jahrhunderten nach der Q-auauflösung aus den kur- 
mainzischen Aemtem Starkenburg, Gemheim und 
Hausen, einem Teü des Hochstifts Worms, Bruchstücken 
der Grafschaften Erbaoh und Isenburg und der oberen 
Grafschaft Katzenellenbogen mit Darmstadt zusammen. 
Letztere Grafschaft ging 1480 an den Landgrafen 
von Hessen über*); alle übrigen Herrschaften wurden 
1814 auf dem Wiener Gongress zu der Provinz Bhein- 
hessen verschmolzen und als Ersatz für andere Ge- 
bietsverluste dem Grossherzogtum Hessen überlassen. 
Als die geschichthch interessantesten Orte im Bhein- 
gau sind das Benediktinerkloster Lorsch^) und Tribur 
zu nennen. Heute ein unbedeutendes Dorf, war einst 
Tribur Kaiserpfalz; hier wurde Karl der Dicke ab- 
gesetzt und Jahrhunderte später, auf einer Eeichs- 
versammlung, Heinrich IV., 1076,'feierlich aufgefordert, 
sich innerhalb Jahresfrist vom Banne zu lösen, ein 
unheilvoller Beschluss, welcher die schweren Tage von 
Oanossa gebar. 



Wenk, Hess. Landesgesch. I, 618. 

*) Ueb. Lorsch s. Falk, Gesch. des ehemaligen Klosters Lorsch, 
1866, und die fränkischen Gaue Badens I, 48. 



Der Maingau. 



Name und Schreibweise des Maingaues. 



Der Maingau*) bildet heute in seiner westlichen 
Hälfte einen Bestandteil der hessischen Provinz 
Starkenburg, das etwas grössere östliche Stück mit 
AschaflTenburg gehört zum bairischen Unterfranken, 

In pago Moinagowe 800, 0. L. ZU, 173. 

In pago Moinachgauue 889, W. U. B. I, 190. 

In pago Moinigangio 766, Schannat trad. Fuld. 14. 

In pago MoognjLchgowe 770, C. L. ITE, 109. 

In pago Monnichgowe 791, C. L. ICE, 343. 

In pago monnigowe 1002, Lang. Eeg. Boica I, 51. 

In pago Monregoue in comitatu öerhardi 1139, Joannis 

Script, rer. Mog. 11, 465. 
In pago Mominse 822, Eckhart Franc. Orient 11, 882. 
In pago Moynachgowe 765, C. L. III, 109. 
In pago Moynecgowe 795, C. L. I, 17. 
In pago Moynegouve 815, C. L. I, 44. 
In pago Moyngowe 794, C. L. III, 115. 
In pago Mognigowe 774, 0. L. HI, 109. 
In pago Plumgowe Tolneri Cod. Palat., p. 6. 

^) Main, lat Moinas = Wurzel; mi bedeutet der Qehende 
d. h. der Fluss schlechtweg. 



— 284 — 

n. 
Gaus^fen des Maingaues. 



In einer Schenkung Ludwigs des Fronunen an 
Einhart den berühmten Biographen Karls des Grossen 
wird des Grafen Drogo gedacht i). 

Einhundert und fünfzig Jahre später nennt ein 
Diplom Otto's n. vom Jahre 980 als Grafen im Main- 
gau Megingaud oder Meingoz^). Nach ihm verwaltet 
Gerlach den Maingau, wie wir aus der Königsurkunde 
Heinrichs IE., 1013, erfahren*). Das Grafenverzeichnis 
schliesst mit einem Grafen Gerhard 1139*). Weder 
über Q^rlach noch über Gerhard lässt sich etwas 
sicheres feststellen. 



C. L. I, 45 a. 816. 

Dro^ war yielleicht ein Verwandter des als Politiker be- 
deatenden Bischofs Drogo von Mete. 

2} In pago Moynegowes in comitatu Maingozzi 080, Qadenns 
Ck)d. Mog. I. 11. 

*) In pago Moinkgouae in comitatu Gerlahi 1013, C. L. I, 165. 

^) In pago Monregouo in comitatu Qerhardi 1139. Joannis 
Scriptor. Rer. Mog. II, 465. 



m. 

Orte. 



— 286 — 



Name 


Gau 


Graf 


Beliingen, St. abgeg. 
Bellinger marca. 


i. p. Monach- 

gowe. 
i. p. Moynach- 




= Bei den Angehörigen 
des BeUo, Bald, halt, ktthn. 


gowe. 




Bermotesheim, abgeg. 


i. p. Moynach- 




3= Heim des Bermut. 


gowe. 




Bieberau (Gross-), 

Biberhahen. 


i.p. Monichgowe. 




= Bach- und Flossname, 
kelt. 






Dienheim, 

Denenheim. 


i. p. Moynooh- 
gowe. 




= Heim des Dino. 






Dauemlieim, 

Turinoheim. 


i. p. Moynaoh- 
gowe. 




= Heim des Toring. 







— 28^ — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Adalunc. 



778. 24. April. 
765. 19. Juni. 



0. L. n, p. 108. 
0. L. m, 105. 



Ekkehart. 



797. 18. Nov. 



C. L. n, p. 111. 



Erlulius. 



791. 22. April. 



0. L. n, p. 348. 



Adelhart. 



790. 2. Mai. 



0. L. n, p. 120. 



Imma. 



827. 



0. L. n, p. 120. 



288 



Name 

Gersprenz (Ober-, 
Unter), St. 

Caspenze. 

= Bachname, kelt. 



Mainflingen, St. 
Manolfingen. 

= Bei den Angehörigen 
des Manolf. 



Kömig, St. 

Qainticha. 

SB Bachname, kelt.; 
Warsei = kant. ; sansc. = 
cadh; lat. = Candidas. 



Messei, St. 

Masilla. 

= Eelt.; Tgl. Massilia, 
das heutige Marseille. 



Gau 



Graf 



i. p. Moynach- 
gowe. 



i. p. Plumgowe. 



i. p. Moinagowe. 



— 289 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Abba. 



Gerhardus 



Badacker. 



Liweoho. 



786. 25. Febr. 



0. L. I, 27. 



775. 23. Juni. 



0. L. n, p. 118. 



820. 2. Dez. 



C. L. m, 159. 



18. Jan. 



0. L. m, 173. 



19 



— 290 — 



Name 


Gau . 


Graf 


Michelstadt, St. 
Michlenstat. 


L p. Plumgowe. 




-= Grosse Ansiedlang. 
Got. ■ = mikils; mhd. = 
michel, gross. 






Neuhof bei Boden, St. 
Nuwenhof. 






OfTenbach, 






Ouenbach. 






= Bachname. 


» " 




Roden (Ober-, 
Nieder-), St. 
Boadara. 
Botah. 


i. p. Moynaoh- 




= Bach- and Flussname. 
Vgl. Rodanus, Rhdne; Wur- 
zel rad = laufen. 


gowe. 





— 291 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Einhard und 


819. 12. Sept. 


C. L. I, 46. 


Imma. 






Abba. 


786. 25. Febr. 


0. L. I, 27. 


Otto n. 


977. 12. April. 


Böhmer, Ood. 
Moenofrancf. I, 8. 


Abba. 


786. 13. Mai. 


C. L. I, 27. 


Maginbertus. 


• 
798. 29. April. 


0. L. n, p, 119. 



19* 



— 292 — 



Name 

Schlierbach bei Die- 
burg, St. 

Slierbach. 

= Mhd. slier = Schleim, 
Lehm. 



Seilgenetadt, St. 

Seligenstatt, hieas 
ursprünglich Mu- 
linheim superior. 



Um8tadt, St. 

Autmundisstat. 
Audmundisstat. 

= St&tte des Aatmand, 
d. h. einer, der ein grosses 
Qut Terwaltet; ant, 6d s= 
Qnt 



Welzheim, abgeg. St. 

Walinesheim. 

= Heim des Walino. 
Demin. Ton Walo, des 
Kämpfers. 



•Gau 

i. p. Mooynach- 
gowe. 



i. p. Moynegowe. 



i. p. Mominse. 
i. p. Moinigangio. 



i. p. Moynach- 
gowe. 



Graf 



298 — 



Aussteller 



Datum 



-!^^^B^»-- 



Quelle 



Leudrich. 



769. 



C. L. n, p. 121. 



Kaiser Ludwig 
der Fromme. 



815. 11. Jan. 



C. L. I, 44. 



Kaiser Ludwig 
der Fromme. 
König Pippin. 



Altuan. 
öomedrut. 



822. 19. Dez. Eckhart, Franc. 
Orient. U, 882. 



766. 



Juli. 



772. 
793. 



2. April. 
26. März, 



Schannat, trad. F. 
14. 



0. L. m, 117. 
C. L. n, p. 116. 



— 294 — 
IV. 

Umfang und Grenzen« 



Im Westen hing der Maingau mit dem Rheingau*) 
zusammen, im Osten mit dem Waldsassengau; zugleich 
begegnen sich auf dieser Seite Bhein- und Ostfranken, 
der Maingau rechnet noch zu ersterem, der Wald- 
sassengau findet seine Stelle in jener bekannten 
Urkund e Arnulfs , einer Art geographischer Orientierungs- 
tabelle der ostfränkischen Q-aue^). Die Grenze der 
Gaue und damit der beiden Herzogtümer bildet der 
Spessart, jener grosse Mainbogen, der sich zwischen 
Wertheim und Miltenberg, Lohr und Aschaffenburg 
von dem Main bis zur fränkischen Kinzig erstreckt. 

Die Marklinie zog über die Flörsberghöhe , den 
Hirschberg und den Gegersberg, dabei fallen Mespel- 
brunn, Wintersbach, Krausenbach in den Maingau, 
Lindenfurt, Bischbrunn, Schölbrunn, Breitenbrunn, 
Hassloch liegen im Waldsassengau; vom Gegersberg 
lief sie auf Wildensee, Stadt- und Dorfprozelten zur 
Linken, dem rechten Ufer des Main entlang, den sie 
bei Burgstadt überschritt, das bereits als ein Ort der 
Miltenberger Cent der Wingarteiba angehört. Die 
letztere Cent, die ihrem ganzen Bestände nach ein 
Stück der Wingarteiba bildete, gewährte einen 
trefflichen Anhaltspunkt, um die Südgrenze zwischen 
Maingau und Wingarteiba festzulegen. 



^) Vgl. den Rheingaa. 

«) 889. 1. Dez. W. ü. B. I, 192. 



— 295 — 

An dieser Stelle geben wir eine Abschrift des 
aus dem Amorbachischen Archiv stammenden Lager- 
buch vom Amt und Cent Miltenberg und bemerken 
hier kurz, dass auf Grund dieses exakten Beschriebs 
die Grenze nördlich von Büdenau imd Bullau bis zur 
Quelle des Gammelbach sich hinzog, wo dann Win- 
garteiba, Bhein- und Maingau zusammentrafen. 

Auszug aus dem 1665 durch H. E. Schiöer, Mainzischen 
Keller zu Miltenberg zusammengestellten Lagerbuch über 

das Amt Miltenberg. 

Einträge mit anderer Tinte sind im folgenden Auszug 

gesperrt gedruckt. 

Ambt Miltenberg. 

Zendtgericht. Zue dem Zentgericht im Ambt Milten- 
berg ist die Statt befreyet, müessen aber 
Zwey Zendtschöpfen Stellen, Alss Einen 
auss dem ßath, Ynd Einen auss der Burger- 
schafft, wass bey solchem Zendtgericht ahn 
freuein, Vnd buessen fallen, dauon hatt 
mein gster. Churf&rst, Vnd herr p. nichtss Zue 
'empfahen, Wan Neive, vnd Junge Manschaft 
In disse Zendt auff: Vnd angenohmen 
würdt, müssen Sie zum fördersten dem H. 
Ambtman, Vnd Kellern mit der Handt an- 
geloben, Aissdan legen Sie bey der Zendt 
den gewöhnlichen Aidt ab; 

Vier Zendt Articul. Folgen die Vier Articul, Alss 

1. Erstlich Diebstall. 

2. Zweitenss Mordtgeschreih. 

3. Drittenss Fliessende, bundtbahre Wunden. 

4. Virtenss Erweisung d. Ehr, ist so viel 
gesprochen so Einer Einen Einess handelss 
schuldigt, die Ehr berürt. 

Zendt Freuel ist 4. fl. 13. alb. So Einer ahn der Zendt 
solcher freuel Einen Verlust, der muss dorfiir 



— 296 — 

4. fl. 13. alb. büessen doruon gepührt Einem 
Zendtgrauen Zue seiner Bienstbesoldung 
fnnf Ib. geldtss dass ist 2. il. 24. alb. 
Den Zendtachöpfen 28. Thumess 

dass ist 1. fl. 16. alb. 

dem Zendtschreiber . . 1V2 alb. 

dem Zendtgepietem . . V/^ alb. 

Itl dem Zendtschreiber für sein Jahr- 
besoldung Auf nehester Zendt nach Michüelis 
Ein pfundt geldt, dass ist 15. alb. & 8. ^. 
Nemblich Zahlt der Zentgraue 7. alb. 4 ^. 
Vnd die Zendtsohöpfen 7. alb. 4. ^. Vnd 
soll der Schreiber Papier, Vnd woss Zur 
Schreiberey gehört, dorgeben, mit den 
Schöpfen, wan man Zendt haltet, Essen, 
Vnd Drinckhen, Vnd sollen die ahn der 
Zendt ^lt Ihnen Zahlen, desgleichen wurdt 
dess Zentbereiterss Zehrung in die Summam 
der Schöpfen Zehrung gerechnet. Dahe 
Einer guet oder peinlich examinirt wurdt, 
So ist, neben der Vorgesetzten obrigkeit, 
Auch Zentgraue, Zentschöpfen, Vnd Zent- 
schreiber dorbey. Wan Einer hingericht 
würdt, so helt man, nach beschehener 
Execution, den Schöpfen, Vnd wer bey dem 
peinUchen process ist gewesen, ein Mahl- 
Zeit, doch hatt auch Zentgraue, 2^nt- 
schreiber, Vnd Zentgebieter Von Jeder 
Persohn Ein gülden, welcher Uncost mit 
des Nachrichterss Zehrung, Vnd belohnung 
Zur letzt Zue sammen gerechnet, Vnd Vnder 
die Zent Nachbahm, man fär man auss- 
getheilt Vnd beZahlt würdt. 

Zendt Dorffschafben. Alle Dorffschaften dess Ambtss 
Miltenberg Vnd Vogtey Eiedern gehören 
Zue dieser Zendt, Aussgenohmen Neun- 



— 297 — 

kirchen, welcher fleckli in die Zendt Küls- 
heimb, so dan Braitendihl, welcher orth in 
die Zendt Amorbach gehörig, desgleichen 
Büdenaw, Ynd Büllaw, welche beede fleckhen 
Von dem Aperten Collenbergischen lehen 
Zwam Zue diesem Ambt, aber biss dato 
noch Zu Keiner Zenth geZogen worden. 
Nebenss obged.Miltenbergl. Ynd Biederischen 
Dorffschafben gehören ahn Ausslendischen 
fleckhen Zue diser Zenth, Alss Monfeldt 
Inss Ambt Prodtselden gehörig. Bochstahl 
Inss Ambt Frewdenberg gehörig. Bawen- 
berg vnd "Wiesentahl Collenbergl. 
Lehen gewesen. 
Buessen. Die grosse buss gehören der Herschaft die 
Eleine gepühren dem Schultheisen. Wan 
Einer in der Statt Miltenberg Einen Ein 
Dieb schüt, blutristig, oder mit gewafiieter 
Handt schlaget, oder Sonsten Einige freuel- 
haffce That beginge, der Ist schuldig. In die 
Kellerey Miltenberg Einen fireuel, Alss 15. Ib. 
ä 15. alb., Thuet. 7. fl. 15. ajb. Zue erlegen, 
Der aber Einen Ein Schelman schildtet, 
oder sonsten mit gering Ehrurbl. wordten 
Angreift, der muss Ess gegen dem Statt- 
schultheissen mit Einem halben gülden 
Verbuessen. 

Dorff Büi-gstatt. 

Zu Gamerforst gehörig. 

Gericht wurdt mit 14 Schöpfen besetzt. Solch Dorff 
ist auch mit aller Becht, Ynd gerechtigkeit 
meinem gsten. Ghurfürsten, Vnd Herrn p. 
Inss Ambt Miltenberg gehörig, Vnd Zue 
gethan, gehört in die Zendt od. Landgericht, 



— 298 — 

geben Zwei Zendtschöpfen , dass Ynder- 
gericht aldahe wurdt mit VirZehen Schöpfen, 
Ynd Bathssmannen besetzt, dass heget der 
Zentgraff, oder Schultheiss aldahe. Im 
Nahmen, Vnd Von wegen Meiness gsten. 
Churftirsten, Vnd Herrn p. Ertzbischouen 
Zue Maintz. 
Gerichtss Buessen. Die gerichthche Dorffbuessen 
gefallen dem Zendtgrauen die Gericht- 
schöpfen haben ahm Vndergericht Auch 
Ihr genentess. 

Eichenbühl im Oamerforst. 

Gericht wurdt mit 14 Persohnen besetzt. Diesess 
Dorjff gehöiii Meinem gsten. Churftirsten, 
Vnd Herrn, Vnd dem Ertzstifflj Maintz 
aUeinZue, mit aller Recht, Vnd Gerechtigkeit, 
Ist in der Zenth Miltenberg begriffen, hatt 
Ein Vndergericht von 14 Schöpfen mit 
Einem Schultheissen. 

Buessen. Die geringe Buessen gefallen dem Schult- 
heissen aldahe, dass Gericht hatt Von den 

Gerichtsbuessen ein genentess. 

Pfohlbach zu Oamerforst. 

Dieser seit der bach gehört mit allem Recht Vnd 
gerechtigkeit Zue den Eichenbühlem, Vnd 
in den Oamerforst. 



HoflF Ebenet im Oamerforscht. 

Der Hoff Ebenet gehört dem Stifft Zue Aschaffenburg 
mit Zinss, Vndt guldt, Sonsten in dass 
gericht Zue Eichenbühl, Vndt die Zendt 
zue Miltenberg gehörig. 



— 299 



Wenssdorff im Oamerforst. 

Disess Dorff ist mit aller ober: Vnd Gerechtigkeit 

Ihro Churfrl. Gndl. Vnd dero Ertestifil 

angehörig. 
Gericht. Doss gericht wurdt mit Sohultheisen, Vnd 

7 Schöpfen besetzt. 
Buess. Die gerichtss, Vnd geringe Buess fallen 

Schultheissen, Vnd gerichtschöpfen. 
Zenth. Diser Fleckhen gehört auch in die Zenth 

Miltenberg. 



Beüentahl Disseitss Der Bach in 
Oamerforst. 

Diesses Dörfflein gehört in Oamerforst, gleich Wens- 
dorff, Vnd in dass gericht Zue WensdorflF, 
Auch in die Zenth Miltenberg. 

Neünkirchen. 

Zenth Schatung Zoll vnd dergleichen Nachstewer Frohn. 
Disess Dorjff NeunKirchen gehört mit der 
Zenth gehen Eülssheimb sonsten aber mit 
aller gerechtigkeit, alssZinss güldt Schätzung, 
Stewer, Ohmgeldt, Wirtgeldt, gülden, Vnd 
Landt Zoll, Nachstewer, Vnd Frohn in die 
Kellerey Miltenberg. 

Schippach. 

Diesess Dorff gehört mit ober, Vnd gerechtigkeit 
Meinem gsten. Herrn p. Vnd in die Zenth 
Miltenberg Gericht mit Schultheissen, vnd 
7 Schöpfen. 



— 800 — 
Berndihler HöflF. 

Ist Ein hoff mit 4. Haussgesess, Zue Erblicher 
Bestendnuss, ohne alle Mittel, Meinem 
gsten. Churfürsten, Vnd Herrn p. Zue 
stendig, In der Kellerey Miltenberg Sie 
Ihren Entschaidt suchen, mit Schuldiger 
güldt Vnd "Waidtgeldt laut selbiger Eechnung 
eingehörig gibt dahin auch J ehrlich 12 fl. 
Schätzung, Ist wogen Frohn schuldig, gibt 
fibndtlohn. 
Ist der Zenthbefreiet. 

Hepdihl. 

Zenth. Gehört in die Zenth Miltenberg, doss 
Gericht, gericht doselbsten wurdt mit Einem Schult- 
heissen, Vnd 7 Schöpfen besetzt, Vnd 
wurdt im Nahmen meiness gsten. Chur- 
fürsten, Vnd Herrn Zum Virten Theil, 
auch wegen dess Hospitalss Zue Miltenberg 
Zum halbigenTheil, so dan wegen dess Closterss 
Drumbachss Zum Virten Theil geheget. 
Buessen. Wass Ahn buessen aldahe gefeit, daruon 
wurde zur Kellerey geliefert Ein Theil, 
dem Hospitahl Zwey Theil, dem Closter 
Brunbach Ein Theil. 



Windischbuohen. 

Zenth. üff die Zenth Miltenberg gehörig seindt 
Folg. durchgehentss mit dem gewehr alle Folg 

Zue leisten Zue dem Amt Miltenberg, Vnd 

Ertzstifft Maintz schuldig. 
Vogteyligkeit. Die Vogteyligkeit der orthss gehört Zum 

halbigen Theil meinem gsten. Churfürsten, 

Vnd Herrn p. Inss Ambt Miltenberg, der Ander 



— 801 - 

halbige Theil beeden Herrn von Sickhingen, 
Vnd Dahlberg, Alss Herrn Zue Gamberg 
Zue leben, welcben halbigen Theil otim die 
Von Stetenberg besessen, Vnd ingehabt. 

Gericht. Der Schultheiss mit 7 Schöpfen besitzen dass 
gericht, welchess im Nahmen dess hoch- 
würdigsten Meiness gsten. Churfiirsten. Vnd 
Herrn p. Vnd Auch wohlgedachter beeder 
Herrn Zuegleich gehegt würdt. 

Buess. Die Vornehme buessen, Ausserhalb Zenthsachen 
gefallen deren Herschafben, Vnd ist jede 
buess 22. alb. 4. ^. Die geringe Buess, 
Alss 20 /fj. gefeit dem Schultheisen. Die 
Vnderthanen,so beeder Herrn von Sickhingen, 
Vnd Dahlberg lehengüetter haben, müssen 
Urnen Atz Zahlen, doch langsam. 



Monbronn. 

Diesess DorflF hatt der Freyherr von Hohen- 
eckh Herr Johann Reinhardt, welchess olim 
Volmar von Aulenbach possedirt, mit Vog- 
teyligkeit, Vnd Vndergericht Von dem hoch- 
löblichen Ertzstiffb Maintz Zue Lehen, 
Setzet Einen Schultheisen, Vnd 7. gerichtss- 
männer. ' 

Buessen. Die buessen fallen dem Freyherm von 
Hoheneckh, Vnd gerichtss Schöpfen, wie 
Sonsten breuchUch. 

Zenth gehört in die Zenth Miltenberg. 

Braitendihl. 

Zenth. Diesess Dorff gehört in die Zenth Amorbach, 
Sonsten mit der Vogteyligkeit inss Ambt 
Miltenberg. 



— 302 — 

Riedem, vnd Guggenberg. 

Zenth. Beede Dörfflein haben noiteinander Ein ge- 
richt, Vnd gemeinschaft, gehören in die 
Zenth Miltenberg, olim in die Vogtey, od. 
Hauss Biedern, Itzo inss Ambt Miltenberg 
gehörig. 

Gericht. Solche beede Dorff haben Einen Sohultheisen, 
so die Ambtleuth Zue Miltenberg setzen, 
Vnd samptlich sieben gerichtss Persohnen. 

Buessen. Die Buessen gehalten Zur KeUerey Milten- 
berg Alss 22^/2 alb, die gor geringe Buessen 
aber alss 20. /ij. dem Schultheissen. 

Buessen im Wirthsshauss und Badtstuben. Was hohe, 
Zenthbare Scheldtwordt, Schlägerey im 
Wirthsshauss, Vnd Badtstuben geschieht, 
gefeit in die Eellerey Miltenberg. 



Rudenaw, Ynd Bullaw. 

Prins Zum Hauss CoUenberg alss Ein lehen 
gehörig gewessen. Diese Zwey DörflFlein 
seindt den 9. Ü. Juny 1659. Von denen 
Churfl. Maintzl. Herrn abgeordneten Bäthen, 
Alss Herr D. Schlaun, Herr Rudolph Drei- 
muhlen landt Bhentmeistem, nebenss Herr 
Johann Bernhardt Jägern Lehenprobsten 
Zue dem Ambt Miltenberg geZogen, Vnd 
die Huldigungsspflichten von denen Vnder- 
thanen abgenohmen worden. 
Zenth. Diese beede Dörfflein gehören Zue Keiner 
Zenth Sondern haben Im herbringen dass 
Halssgericht Zue Exerciren. 



Im Norden berührt der Maingau auf eine kurze 
Strecke vom Ursprung der Sinn bis zur Quelle der 



— 808 — 

• 

Orb den Sinngau, eine Unterabteilung oder Cent des 
ostfränkischen Salgaues, hat aber dann auf der ganzen 
weiteren Strecke die Wetterau zum Nachbar. 

Folgt man dem Laufe der Orb von ihrem Beginn 
bis zur Einmündung in die Kinzig bei Wächtersbach, 
so fallen sämtUche Orte auf dem rechten und linken 
Ufer in die Wetterau*). Vor der Aufnahme der Orb 
in die Kinzig, scheidet die letztere den Maingau von 
der Wetterau, oder richtiger von einer Cent derselben, 
dem Kinziggau. Bei Hanau vereinigt sich die Kinzig 
mit dem Main, der eine kurze Strecke den Grenz- 
faktor abgiebt, denn schon bei Döringheim*) 
berühren sich Maingau, Wetterau und Niddagau. 
Alle auf dem linken Ufer der Kinzig und des Mains 
liegenden Orte rechnen zum Maingau, so Wirtheim 
und Hanau, während die rechtsseitigen Schlüchtern, 
Soden (der ziemUch bekannte Badeort), Gelnhausen 
immer Bestandteile des Wetterau gebildet haben. Als 
Unterabteilungen des Maingaues sind der Pflum-ö) und 
der Bachgau*) anzusehen; aus ersterem ist die Graf- 
schaft Erbach, aus letzterem die aus einer Urkunde 
Heinrichs 11. genannte Grafschaft Stockstadt hervor- 
gegangen. 



1) Orb selbst wird in einer Urkunde Heinrichs IV. 1064 in 
der Wetterau verlegt in pago Wettereiba in comltatu Bertholdi in 
Orbaha Gudenos C. Mog. I, 24. 

^) DOmigheim macht eine Ausnahme, zwar mit Recht versetzt, 
es eine Lorscher Urkunde in den Maingau G. L. III, in pago Moyn- 
achgowe in Turincheim. 

3) G. L. m, 169. I, 47 in ihm lagen KOnig- und Michelstadt. 

^) Die Grafschaft Bachgau oder Stockstadt gelangte an das 
Erzstift Mainz comitatus Stoddeustat Situs in pago Moingove. 
Schannat bist. trad. Fnld. 247. 



— 804 - 

Die Landgerichte im Maingau wurden zu Nieder- 
roden, Steinheim, Stockstadt und Grossostheim ab- 
gehalten^). 



1) Zu Niederroden tagte das Landgericht, za Oberroden das 
M&rkergericht. Grimm Weistümer IV, 646. Nach einem Weistum 
(IV, 666) nmfasste die Steinheimer Gent die Stadt des Namens 
Kleinauheim, Hainstadt, Weisskirchen, Obertshaussen, Lfimerspflhi, 
Bibera, Mfllheim, Dadesheim, Niedersteinheim. 



Der Würmgau. 



20 



I. 
Name und Schreibweise des Würmgaues. 



Der Würmgau erscheint in einer einzigen Urkunde 
Heinrichs IV. vom Jahre 1075, in welcher die Wieder- 
herstellung des Klosters Hirsau durch Adalbert von 
Calv bestätigt wird^). 



n. 
Gaugrafen. 



In dem fraglichen Diplom ist kein Graf angegeben, 
sicher aber unterstand die Leitung des Gaues den 
Calwer Grafen, deren Stammburg sogar in dieser Graf- 
schaft gelegen war. 

*) In pago Wiringowe in comitatu Ingirisheim 1075, W. ü. R 
I, 276; die Wurm, der za Ehren der Gau den Namen fahrt, mündet 
bei Pforzheim in die Bnz. 



m. 
Orte. 

(Siehe n&chste Seite.) 



20* 



308 — 



Name 


Gau 


Graf 


Altburg, O.A. Calw. 


i. p. Wiringowa. 




Altpnren. 






= Bei den alten Wohnun- 
gen; ahd. mhd. bOr = Hans, 
noch Torhanden in Vogel- 
bauer. 






Blanda, abg. b. Malms- 
heim, O.-A. Leon- 






berg. 






Am Bland- oder 






Planbache. 






= km Blandbach. 






Calw, 

O.-A. St. Kalewa. 






= Kahle Stelle. 






Datzingen, 

O.-A. Böblingen. 






Tatichingen. 






= Bei den Angehörigen 
des Taticho. 







— 309 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, p. 276. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, p. 280. 



Bischof Gebhard 
V. Würzb. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, p. 263. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, p. 276. 



— 310 — 



Name 


Gau 


Graf 


Dobel, 

O.-A. Neuenburg. 

Dobil. 






ahd. tobal = Schlncht. 






Grekkenbach, 

abg. O.A. Leonberg, 
nahe bei Weil d. 
Stadt. 






= Greck, Bachname. 






Haugstett, Ober- 

O.-A. Calw. 


i. p. Wiringowa. 




Haugstett, Unter- 

O.-A. Neuenburg. 

Hustetan. 




« 


= Statte des Hugo. 






Hausen a. d. WOrm, 

O.-A. Leonberg. 

Husan. 







— 311 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Berthold von 
Eberstein. 



König 

Heinrich TV. 



König 

Heinrich IV. 



König 

Heinrich IV. 



c. 1150. 



W. U. B. n, 50. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, p. 280. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, 279. 



1075. 9. Okt. 



W. ü. B. I, p. 280. 



— 312 — 



Name 

Heimsheim, 

O.-A. Leonberg. 

Heimsheim. 

= Ansiedlang desHeimo, 
häufiger Name, heute m 
dem Eigennamen Heim. 



Kentheim, O.A. Calw. 
Ad Sanctom Can- 
didum. 

Sollte das Bestimmungs- 
wort „Eent** Yon hit Can- 
didas herzuleiten sein? 



LQbenhard, Hof bei 
Hirsau. 
O.-A. Calw. 

Lutzelenhart. 
= Kleiner Wald. 



Maichingen, 

O.-A. Böblingen. 

Mouchingan. 

= Bei den Angehörigen 
desMancho; heute im Eigen- 
namen Hauch fortlebend. 



Gau 



Graf 



— 313 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Pfalzgraf Hugo 
V. Tübingen. 



1181. 



W. U. B. n, p. 210. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, 279. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt, 



W. U. B. I, 278. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, 279. 



314 — 



Name 

Malmsheim, 

O.-A. Leonberg. 

Malbodesheim. 

= Heim des Malbot, des 
Gerichtsherrn; mftl = Qe- 
richtst&ttep biutan = ge- 
bieten. 



Gau 



Graf 



Merklingen, 

O.-A. Leonberg. 

Marchilingan. 

= Bei den Angehörigen 
des Markilo. 



Möttlingen, 

O.-A. Calw. 

Mettilingan. 

= Bei den Angehörigen 
des Mettilo; demin. Ton 
Matte. 

Die Mattonen waren 
ein oriauchtes fränkisches 
Geschlecht. 



— 315 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, p. 280. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, p. 280. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, 279. 



— 316 — 



Name 


Gau 


Graf 


MOnklingen, 

O.-A. Leonberg. 

Muclingan. 






= Bei den Angehörigen 
des Makilo. 






Ottenbronn, 

O.-A. Calw. 






Ottenbruiman. 






= Brannen des Otto. 






Sommenhardt, 

O.-A. Calw. 






Sumenhart. 






= Wald des Sumo. 
Dronke, R. 40 a. 838. 






Weil d. Stadt, 

O.-A. Leonberg. 

Wüe. 






= weil, wiel, wyl, aus 
lat. Villa = Landhaus, Dorf. 






w 







— 317 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



König 
Heinrich IV. 



König 

Heinrich IV. 



König 

Heinrich IV. 



König 
Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, p. 280. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, 279. 



1075. 9. Okt. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, 279. 



W. U. B. I, p. 280. 



— 818 — 
IV. 

Umfang und Grenzen des Würmgaues. 



Dem Speirischen Landkapitel Weil (der Stadt) 
entsprechend, umfasste der Würmgau die nördlich- 
fränkischen Teile der Oberämter Böblingen und Calw; 
die grössere südliche Hälfte des Oberamtes Neuenbürg, 
das südwestliche Stück des O.-A. Leonberg und das hier- 
von eingeschlossene badisohe Grebiet. Als Grenzkanton 
berührte er im Süden den alamannischen Naglachgau; 
die Linie zog nördlich über Döfi&ngen, Aidlingen, 
Deufringen (O.-A. Böblingen), von da in gleicher 
Richtung über Dachtel, Deckenpfronn (O.-A. Calw) 
öültingen (O.-A. Nagolt), überschritt zwischen Holz- 
bronn und Burg, Waldeck, die Enz und ging nördlich 
an Köhlersthal, Altbulach, Liebeisberg, Breitenberg, 
Oberkoll wagen, Agenbach, Meistern, Hühnerberg, 
(sämtHche Orte im O.-A. Calw gelegen) vorbei. 

Li Westen berührte er den Uff-, Alb- und Pfinz- 
gau entlang, den Höhen des Schwarzwaldes bis zur 
Grenze. Von Enzklösterle Hef die Markscheide immer 
auf dem linken Ufer der Enz, bis unterhalb Wildbad, 
wo er mit dem Enzgau zusammenstiess. Ziehen wir 
eine Linie über Dobel (O.-A. Neuenbürg) Langenbrand, 
zwischen dem badischen Neuhausen und Hausen an 
der Wurm, weiter nördlich über Heinesheim bis Flacht, 
so werden wir die richtige Grenze zwischen Würm- 
und Enzgau markiert haben. 

Oestlich stiess der Würmgau an den Glemsgau, 
längs der Wasserscheide zwischen Wurm und Glems 
bis zum Glemswald, wobei Eltingen, Butesheim, 
Gebersheim dem Glemsgau, hingegen Wannbronn, 



— 819 — 

Malmsheim und Flaoht, nooh dem Würmgau zufallen. 
Die Perle des Würmgaues war das landschafüich 
reizend gelegene Kloster Hirsau, welches durch die 
Energie seines Abtes Wilhelm zu einem der blühendsten 
Stifte Deutschlands erhoben wurde. 

Wilhelm von Hirsau, unter seinen Zeitgenossen 
der hervorragendste Kämpfer für die Reformation des 
Klosterwesens, erstrebte äie gänzliche Loslösung der 
Kirche vom weltlichen Einflüsse, als Fundament dienten 
ihm die Ideen des siebenten Gregors, die in Deutsch- 
land fruchtbaren Boden fanden und für welche er mit 
unermüdlicher, aufopfernder Thätigkeit und gross- 
artigem Organisationstalent Propaganda machte. 

Vor allem begründete er im Gebiet des Kloster- 
wesens eiae Reformation des Benediktinerordens nach 
dem Vorbild von Clugny, mit dem er, als der erste 
deutsche Abt, in unmittelbaren Verkehr trat. In 
kirchenpolitischer Beziehung aber schuf jener Hirsauer 
Mönch in begeisterter Anhänglichkeit an sein Vorbild 
Hildebrand, im Kampf gegen den Kaiser, aus seiaem 
Kloster ein geistiges Arsenal für die Gegner 
Heinrichs IV. So war dieser Abt, dessen glühende 
Begeisterung für die antikaiserliche Sache noch durch 
imponierende persönliche Eigenschaften unterstützt 
wurde, einer der gefahrlichsten Feinde Heinrichs^), 
des Saliers. 



^) Floto in seinom anziehenden, wenn anch sehr subjektiv anti- 
päpstlich geschriebenen Werke: Kaiser Heinrich IV. und sein 
Zeitalter 1856, hat mit Fug und Recht Wilhelm einer eingeben den, 
wenn auch nicht immer schmeichelhaften Charakteristik gewQrdigt. 



Der Glemsgau. 



2] 



Name und Schreibweise des Glemsgaues. 



Der Glemsgau, einer der südlichsten Gaue Rhein- 
frankens gegen Alamannien, trägt seinen Namen, welcher 
sich bis in spätesten Zeiten erhalten hat, von der 
Glems*), die dem Pfaffensee bei der Solitude entspringt 
und bei Unterriexingen sich in die Enz stürzt. 

In pago Glemisgouue 902 C. L. I, 103. 
In pago Glemisgouve 795 C. L. III, 149. 
In pago Glemisgove 775 C. L. III, 150. 
In pago Glemisgoove 817 0. L. DI, 150. 
In pago Glemisgowe 814 C. L. IH, 150. 
In Glemmisgowe 1245 Haug Chronic Sindeliing in 
Glemsegeu 1276 Hess. Monum Guelf S. 258. 



1) Qlems ist stammyerwandt mit dem kelt. Clennas und dOrfte 
oiner Form Clenissa entsprechen, auch das griechisch yXaß&v (triefen) 
bietet eine passende Analogie. 



21* 



— 324 — 
IL 

Gaugrafen des Glemsgaues. 



Das Lorscher ürkundenbuch nennt uns um das 
Jahr 902 den Grafen Gozbert im Glemsgau*); 
gewöhnlich aber verwaltete ihn das Oalver Geschlecht, 
welches als das mächtigste im württembergischen 
Franken mehr als die Hälfte sämtlicher Grafschaften 
in seiner Hand vereinigte*). 

Weif VI. erbte als Gemahl Utas, der einzigen 
standesgemäss verheirateten Tochter Gotfrieds von 
Calv, eines hervorragenden Staatsmannes unter 
Heinrich V. und Lothar fast das ganze reiche Hausgut 
der Calwer, zu welchem der Glemsgau gehörte; da 
dieser abgelegen lag, verlieh ihn der Weife an 
seinen Schwestersohn, den Pfalzgrafen Hugo von 
Tübingen (1160). Unter den Hohenstaufei; nahm das 
Grafenhaus, das sich nach seiner Stammburg Hohen- 
tübingen schrieb, eine bedeutende Stellung ein und 
wusste sich, dank der königlichen Gunst, einflussreiche 
Aenjter, vornehmlich die schwäbische Pfalzgrafenwürde 
zu erwerben. Der Kern seiner Alodien und Eeichs- 
lehen lag jedenfalls in der Gegend des mittleren 
Neckars und der Nagold, wo die Tübinger schon um 
das Jahr 1000 die dem Glemsgau zunächst liegenden 
Grafschaften Glehuntra und Nagoldgau inne hatten. 



^) In pago Glemisgoaae in comitatu Gozbert comiUs 002 Q. 
L. I, 103. 

2) Beim Murrgau haben wir die Geschichte der Calver Grafen 
im Zusammeuhaug dargestellt. 



— 325 — 

Hier lagen prächtige königliche Krongüter, wie der 
weitausgedehnte Reichshorst Schönbach, dessen Ver- 
waltung den Pfalzgrafen anvertraut war. Die comites 
palatina, welche die Oberaufsicht über die königlichen 
Domänen besassen ^) und in letzter Instanz Becht 
sprachen, hatten eine viel weitgehendere Amtsgewalt 
als die gewöhnlichen Grafen. Obgleich bei allen vier 
deutschen Hauptstämmen Alamannien, Franken, 
Baiem und Sachsen dieses Institut organisiert war 2), 
so trat doch gerade in Schwaben die pfalzgräfliche 
Thätigkeit seit den Staufern ganz in den Hintergrund 
und ist hier die Würde zuerst in einen blossen Titel 
übergegangen. Wenn man somit die Bedeutung des 
Tübingschen Pfalzgrafenamtes nicht allzu hoch an- 
schlagen kann, so mehrten Heiratsglück und Erwerbung 
wohl consolidierter Lehen ansehnlich den Hausbesitz, 
welcher im Umfang in ganz Schwaben nur dem hohen- 
staufischen, weliischen und zähringischen nachstehen 
musste. 

Am glänzendsten gestalteten sich die Auspicien 
unter Hugo, dem Zeitgenossen Friedrich Baxbaxossas^). 
Als Gemahl der Erbtochter des Bregenzer Grafen 
Budolf erwarb er die reizenden Lande am Bodensee 



^) Monam. Boica XV 170 comes palatines qui adTocatiom 
gerebas saper regni bonis. 

') Schwabenspiegel Landrecht. Ausg. von W. Weckemagel 
8. 99 in tiatschen Landen hat jeclich lant stnen pfalensgraven : 
Swaben hat einen. 

') Noch in der Mitte des 18. Jahrbanderts schreibt der frühere 
Passauer Domdekan und spätere p&pstlicbe Legat Albertus Bohemus 
in sein Notizbuch den interessanten Vermerk: Palatini Tuingorum 
▼asailis ezquisitis et ministeriiibns potentibus obnndantes Suevos 
alios processuerat. Ausg. von Const Hof 1er in der Bibliothek des 
I^itterar- Vereins in Stuttgart 57. Relation, 1844. Beiläufig gesagt 
ist dieser glohende Hasser der Staufer und fanatische Anwalt des 
Curiulismus so recht eigentlich das Prototyp eines modernen Jour 
naliaten. 



— 326 — 

Bregenz, Lindau, Feldkirch*) und von seinem mütter- 
lichen Oheim Weif VI. den alten Q-lemsgau. Hugos 
Enkel Wilhelm begründete die Seitenlinie der Grafen 
von Asperg (nach seiner im G-lemsgau gelegenen 
Stanunburg), aber bereits Ulrich 11. verkaufte die ganze 
Grafschaft 1308 an Württemberg. 



*) Nach flugos Tode erhielt dessen jüngerer Sohn die ober- 
rheinischen Gebiete und nannte sich Graf von Montfort-Bregenz; 
später zweigte sich wieder der Ast der Werdenberger ab, die im 
XIII. und XIV. Jahrhundert die Reichsgrafschaften Heib'genberg 
und Sigmaringen, dem alten Linzgau und die Goldineshuntare an 
sich brachten. Alamann. Gaue Badens 8. 288 und fr&nkische Gaue 
III. Buch HohenzoUem-Gaue B. 79. 



m. 

Orte. 



— 328 



Name 

Asberg, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Ascisberc. 
= Berg des Asko. 



Gau 



Ditzingen, 

O.-A. Leonberg. 

Tizingen. 

= Bei den Angehörigen 
des Dizzo aus Ditto. 



Geberslieim, 

O.-A. Leonberg. 

öebersheim. 

= Heim des Geber 
ahd. göbfiri. 



Gelungen, 

O.-A. Leonberg. 

öeningen. 

= Bei den Angehörigen 
des Gero. 



i. p. Glemisgove, 



Graf 



i.p. ölemisgouwe. 



^ 329 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Pfalzgraf Hngo 
von Tübingen. 



1181. 



Ascher. 



775. 
1150. 



Schenkungsbach 
d. Kl. Beichen- 
bach. 



1150. 



W. U. B. n, 209. 



5. März. 



0. L. m, 150. 
W. U. B. m, 392. 



W. U. B. m, 397. 



Ganthart. 



797. 15. April. 



C. L. m, 149. 



— 330 — 



Name 

Heimerdingen, 

O.-A. Leonberg. 

Heimradingen. 

:= Bei den Angehörigen 
des Heimrad C. L. Hr, 318. 



Hirschlanden, 

O.-A. Leonberg. 

Hirslande. 
= ahd. hirsi Hirse. 



Gau 



i. p. Glemisgove. 



i. p. Glemisgove. 



Graf 



Kornwestheim, 

O.-A. Ludwigsbnrg. 



Mark-6r5nningen, 

O.-A. Ludwigsburg, 

Qruoninga. 

= Bei den Angehörigen 
des Granow. 



i. p. ölemsegeu. 



— 331 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Odaccer. 



Leoitbold. 



Cuniberct. 



798. 2. Juni. 



C. L. m, 151. 



777. 
1150. 



3. März. 



C. L. m, 150. 
W. U. B. n, 397. 



1276. 



779. 9. März. 



Hess. Monum. Goelf. 
S. 258. 



W. U. B. n, 438. 



— 332 — 



Name 

Möglingen, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Mechelingen. 

= Bei den AogehOrigeD 
des Hechiio. 



Pflagfeld, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Pflugveld. 



Schöckingen, 

O.-A. Leonberg. 

Skekinga. 



Gau 



i. p. Glemsegeu. 



Graf 



Stammheim, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Stamheim. 

^ Heim des Steine. An- 
siedlnng aaf einem Fels. 



i. p. Glemis- 
gowe. 



— 833 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Bischof Walther 


1148. 






W. U. B. n, 28. 


von Augsburg. 


1276. 






Hess. Montun. Goelf. 
p. 258. 


Gunthart. 


814. 


4. 


Juni. 


C. L. m, 149. 



Kaiser 

Heinrich VI. 



1193. 20. Juni. 



W. U. B. n, 295. 



— 334 — 



Name 


Gau 


Graf 


Weil im Dorf, 


i. p. GHemisgowe. 




O.-A. Leonberg. 






Wüe. 






= Weiler. 






Zazenhausen, 


i. p. Glemsegeu. 




O.-A. Cannstadt. 






Zazenhusen. 






= Bei den Angehörigen 






des Zazo. 






ZufTenhausen, 


i. p. Grlemsegeu. 




O.-A. Ludwigsburg. 






Zuffenhusen. 






= Hausen des Zuffo. 







— 335 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



1245. 



Hang, Chronic. Sen- 
delfing. S. 29. 



1276. 



Hess. Monum. Guelf. 
S. 276. 



1276. 



Hess. Monum. Guelf. 
S. 258. 



— 386 



IV. 

Umfang und Grenzen des Giemsgaues. 



Der umfang des Giemsgaues deckt sich im all- 
gemeinen mit dem Speirer BnralkapitelMarkgrönningen; 
ausser dem genannten Dekanat umfasste er (freilich 
zumeist nach Urkunden, deren Abfassung in die Zeit 
der vollständigen Gauauflösung fällt), noch einige 
östlich angrenzende Orte des alamannisch-constanzischen 
Kapitels Cannstadt, namentlich gehörte zu letzterem 
Gerlingen, welches doch bestimmt dem Olemsgau und 
einem Glemsgaugrafen untergeordnet wird^). 

Alamannisch waren Münchingen und der rechts 
von der Glems gelegene Teil Ditzingens, aber hier ist 
eben die Grenze schwankend und von der des Bistums 
abweichend, denn Gerlingen und ganz Ditzingen er- 
scheinen (dieses am Ende des Vlil. und beide im Be- 
ginn des X. Jahrhunderts) als Orte des fränkischen 
Giemsgaues 2), Gerungen im XII. als schwäbisch; auf 
der anderen Seite werden die sonst alamannischen 
Orte Weil im Dorf, Komwestheim, Zatzenhausen, 
Pflugfelden, Zuffenhausen und Stammheim urkundlich 
im 13. Jahrhundert in den Glemsgau gesetzt b). Aus 
dieser Grenzverwisohung darf aber nicht der Schluss 
gezogen werden, dass das Grafenbezirk in das Gebiet 
zweier Yolkstämme hineinragte, sondern die umgekehrte 



In Geringen in comitatu Gozbert comitis 902, C. L. 1, 104. 

2j In dacatu Franconim in villa Titzingen in pago Glemisgove 
in Ticingen 769^775, 0. L. m, 137. 

^) Westheim, 2^zeulmsen, Pflugnelt, Zussenhasen, in Glenn- 
segeu Hess. Mon. Guelf a. 1276, p. 268. 



— 337 — 

Folgerung ist berechtigter, dass die Q-renzen 
Alamannieus und Frankens schon etwas schwankend 
waren, als G-erlingen einem alamannischen Bural- 
kapitel zugeteilt wurde. In der Zeit, wo die Gau- 
grafschaften intakt waren, lief die Grenze zwischen 
dem fränkischen Glems- und dem alamannischen oder 
schwäbischen Neckargau über Geisnang, das heutige 
Ludwigsburg , Pflugfelden , Münchingen ; die im 
Xni. Jahrhundert dem Glemsgau zugewiesenen Kom- 
westheim, Stammheim, Zatzenhausen, Zufienhausen, 
gehörten damals zum alamannischen Neckargau, 
während Ditzingen links der Glems und Gerungen 
zum Glemsgau zählten. SüdUch von Gerlingen stiess 
er an die alamannische Glehuntra, zu der noch als 
die äussersten Punkte Sindelfingen, Darmsheim, Dagers- 
heim, Döffingen gerechnet werden dürfen. Hier trafen 
die fränkischen Glems- und Würmgau mit der 
alamannischen Glehuntra zusammen; die Westgrenze 
zwischen Glems- und Würmgau zog sich von Maichingen, 
das noch zu letzterem und kirchlich zu dem Speirer 
Dekanat Weil gehörte, östlich an Magstadt vorbei, 
zwischen Rutesheim und Gerbersheim nach Flacht, 
dem Berührungspunkte des Wurm-, Enz- und Glems- 
gaues; Flacht gehörte noch in das Dekanat Weil, 
das benachbarte Weissach aber in das Yaihinger 
Kapitel, ersteres somit zum Wurm-, letzteres zum 
Enzgau. 

Die Nordgrenze gegen den Enzgau zog sich von 
Weissach, südHch von Eberdingen und Hochdorf, die 
beide noch Orte des Enzgaues waren, zwischen Mark- 
grönningen und Unterriexingen , wo sie die Glems 
überschritt, nördlich von Asberg und Thann. 

Auf eine kurze Strecke im Osten berührte der 
Glemsgau den auf das linke Ufer des Neckars hinüber- 
greifenden Murrgau. 

22 



— 338 — 

Thann gehört noch zum Glemsgau, der ganz nahe 
hegende speirisch-marbachische Diöcesanat Eglosheim 
aber zum Murrgau; ebenso wie Beihingen und 
Geisingen, O.-A. Ludwigsburg*). 



1) 1 a. 817, C. L. in, 135 in pago Marrachgowe in YÜla 
Biginga similiter in Gisingheim et in HegolvesheinL 



Der Murrgau. 



22* 



Name und Schreibweise des Murrgaues. 



Wie die Mehrzahl der Gaunamen die Bezeichnung 
seinen Hauptflüssen verdankt, so hat auch der Murrgau 
seinen Namen von der Murr empfangen, welche 
unterhalb Marbach in den Neckar einmündet. 

In pago Murrachgowe 757 0. L. III, 136. 

In pago Murrahgowe 785 C. L. HI, 136. 

In pago Murrahgouue 873 W. U. B. I, 173. 

In pago Murrechgouue 1027 W. U. B. I, 259. 

In pago Murragowe 830 C. L. III, 135. 

In pago Murrensi 1009 W. ü. B. I, 248. 

Murrergoja Crusius Annal Suev III, 188. 

In comitatu Ingerihesheim 978 W. U. B. I, 223, 

so geheissen nach dem G-rafending der Calver Grafen im 

Murrgau, heute Gross-Kleiningersheim (O.-A. Besigheim). 



^) Die Murr, kelt. mur, wie die Marg, der Grenzflaes zwischen 
dem alamanoischen und fränkischen Baden aus mur-aga Buk 0. F. 
186. Der Stamm ist zweifellos keltischer Abkunft 



— 342 — 



n. 
Gaug^afen des Hurrgaues. 



Zwischen Alamannien und Franken, noch auf 
fränkischem Boden, lag die Stammburg der Q-rafen 
von Calw, als deren Ahnen Graf Erlafried und dessen 
Sohn, Noting, Bischof von Vercelli '), und ein im 
Jahre 870 aufbauchender Graf Adalbert^) angesehen 
werden. 

Zu der Zeit, wo sich die Familien noch nicht 
durch die Namen ihrer Burgen von einander unter- 
schieden, haben zu diesem Geschlechte einige Gau- 
grafen gehört, welche den Namen Adalbert trugen, 
den gewöhnlichsten Taufnamen in der Calwischen 
Familie; wir dürfen anstandslos Adalbert den Grafen 
des Murrgaues 8), 1009, den Zabergaugrafen *), 1003, 
und den Verwalter des Ufgaues, 1041 und 1046, dem 
Calvischen Geschlechte zuzählen *). 



^) Erlefridus nobilis Senator et religiosns et Notingus filins eias 
reverentissimus Vercellensis episcopns aliique parentes Adalbert!, 
Gomitis de Castello de Chalawa, Stiftungsbuch des Klosters Hirschau, 
W. U. B. I, 276 vom Jahre 1075. 

2) C. L. No. m, 144. 

^) In pago Murrensi in comitatu Adalberti comitis 1009, W. U. 
B. I, 248. 

*) In pago Zabemogouui et in comitatu Adalberti comitis 
Monum. Boic. 28, B. 204. 

^) In pago Ufgouue in comitatu Adalberti comitis 1041» 1046, 
Dumge p. 103, 105. Pfaff in den Württemb. JahrbOchem, 1844, 
reserviert die Verwaltung des Murr- und Zabergaues einer und der- 
selben Person, eine Annahme, für die manches spricht. 



— 843 — 

Nach Calw selbt nennt sich zuerst der im Oehringer 
Stiftungsbrief des Jahres 1037 zugleich mit dem 
Grafen Eberhard von Ingersheim ohne Zweifel einem 
nahen Verwandten vorkommende Graf Adalbert ') von 
Calw; er war vielleicht der Gemahl der Gräfin von 
Egisheim, Schwester Papst Leo IX. (1050 — 54) eines 
Ejrchenfürsten von ungemeinen Anlagen und Kennt- 
nissen. 

Der Sohn dieses ersten Grafen von Calw (f 1099) 
machte sich in seiner kirchenpoHtischen Richtung, 
vielleicht der Eingebung seines Oheims folgend, durch 
die Gründung des Stiftes Sindelfingen und die Wieder- 
herstellung Hirsaus (1075), sowie als eifrigster und 
thatkräftigster Anhänger des Gegenkönigs Rudolf be- 
kannt und erhielt vom Kloster Lorsch reiche Lehen 
übertragen. Vermählt war er mit Wiltrud, Tochter 
Herzog Gotfrieds des Bärtigen von Lothringen, eines 
Bruders Papst Stephans IX., und stand so zu zwei 
Päpsten in den nächsten verwandtschaftlichen Be- 
ziehungen *). Durch die Lothringerin wurde der Tauf- 
name Gotfried, der in ihrer väterlichen Familie heimisch 
war, in das Calwer Geschlecht eingeführt; ihr jüngster 
Sohn des Namens erbte alle Hausmacht und brachte 
seinem Stamm ungeahnten Glanz. 

Dieser Gotfried übte den grössten Einfluss auf 
den Gang der Politik, es ist deshalb sein öffentHches 
Leben in der Periode König Heinrichs V., welchem 
er als angesehenster Ratgeber bei den wichtigsten 
Reichsangelegenheiten und als Mitstreiter fast beständig 
zur Seite stand, ein gutes Stück der allgemeinen 



Adalbertus comes de Ealewa. Eberhardas comee de Ingeres- 
heim 105, W. ü. B. I, 264. 

2) Wahrscheinlich ist er identisch mit dem Grafen des Ufgaues« 
104], 1046. 



- 344 — 

deutschen Geschichte'). Im Kampfe, sowie auch bei 
den kirchlichen "Wirren der Zeit einer der angesehensten, 
treuesten und am meisten mit Aufträgen bedachten 
G-enossen des Königs, aber auch nach eigener Macht 
strebend, wurde er von dem Reichsoberhaupt 1113 mit 
der Würde eines lothringischen oder rheinischen Pfalz- 
grafen bedacht und war Vogt nicht nur von Sindel- 
fi ugen und Hirsau, sondern auch von Lorsch*). Beim 
Aufstand der Fürsten gegen Heinrich V. war er einer 
der wenigen, die dem Könige unwandelbare Treue be- 
wahrten und för ihn in den Bann gethan wurde. 

Später finden wir ihn sehr thätig beim Abschlnss 
des Wormser Concordats und bei der Königswahl 
Lothars, welcher ihm in vollstem Masse seine Gunst 
zuwandte. Mit Gotfrieds Tod (1130) begann der Glanz 
des calwischen Hauses zu erbleichen, gleich darauf 
brach ein unheilvoller Erbfolgekrieg zwischen Got- 
frieds Neflfen Adalbert und dessen Schwiegersohn 
Weif VI. aus. Adalbert behauptete Calw, die alte 
Stammburg des Hauses tmd andere wertvolle Be- 
sitzungen, als geschworener Feind der Weifen st€uid 
er dem Staufer Konrad lH. bei der Belagerung von 
Weinsberg freudig zur Seite und erwies sich als 
Kämpfer und treuer Ratgeber der Krone. 

Durch eine Schenkungsurkunde des Bischofi Sig- 
frid von Speier an die Kirche von Backnang ist er 
ausdrücklich als Graf im Murrgau 1134 bestätigt. 

Bereits dieser Adalbert, zumeist der vierte ge- 
nannt, schrieb sich vereinzelt Graf von Löwenstein, 
erst seine Söhne Adalbert und Berthold wurden die 
eigentlichen Begründer der älteren Calwer und der 



9 Gotefridas cuias sententia momentom coriae per id semporis 
fuit C. L. I, 231. 

2) Otto Prising de gest Frid. 1. üb. I, C. 12. C. L. I. 283 
comes palatinus Reni. Die Stifter mussten flbrigens den Rechts- 
schutz dieses nach Besitz lOstemen Grafen teuer erkaufen 0. L. 1, 231. 



i 



— 345 — 

jüngeren Löwensteiner Linie ^). Der Hauptstamm wie 
das Löwensteinsche Geschlecht erloschen in der zweiten 
Hälfte des 13. Jahrhunderts und hinterliessen einen 
unbedeutenden Güterbesitz. 

Die andere Vaihingische Seitenlinie, die bald nach 
der Löwensteinischen sich bildete, starb im 14. Jahr- 
hundert aus^). Soviel über die Geschichte des Ge- 
samthauses, dass das Grafenamt über den Murr-, 
Glems-, Wurm-, Enz-, Zaber-, Gardach- und Schotgau 
verwaltet hatte; eine allgemeine Uebersicht erschien 
gerade bei der Behandlung des Murrgaues am ange- 
zeigtesten, weil die Calver hier in Ingersheim ihr 
Landgericht abzuhalten pflegten. Wohl ist aber dabei 
zu beachten, dass dieser Comitat sich keineswegs völlig 
mit dem alten Comitat deckt, vielmehr gehörten zu 
diesem Verwaltungsbezirke auch Orte angrenzender 
Gaue; so zählten z. B. in die Grafschaft eines Burk- 
hard (zwischen 950 — 976) der mit dem Calver Ge- 
schlecht nichts gemein hat, Bottwar im Murr-, Stock- 
heim im Zaber-, Heimsheim im Gardachgau, Nussdorf 
im Enzgau^). 



1) In pago Horningen in comitatn Adalberti 1134 (Heiningen, 
O.-A. Brackenheim im Morrgau und vermutlich eine Malst&tte der- 
selben; gewöhnlich aber hielten die Murrganer Grafen zu Ingersheim 
Gericht, daher comitatus Ingersheim) W. U. B. I, 382. 

^) Vgl. Enzgaa und den Stammbaum Stftlin I, 867. 

8) W. ü. B. I, 212. 



m. 
Orte. 

(Siehe nächste Seite.) 



— 346 



Name 


Gau 


Graf 


Affalterbach, 

O.-A. Marbach. 

Affaltrebach. 




in comitatu 
Ingerihes- 
heim. 


= ahd. affaltera = Apfel- 
banm. 






Aspach (Gross-, Klein-)f 

Ü.-A. Backnang. 

= ahd. asp. Espe. 


i. p. Murrach- 
gowe. 


in comitatu 
Ingerihes- 
heim. 


Attustete, vielleicht 
abgeg. 


i. p. Murrach- 
gowe. 




= St&tte des Atto. 






Austrenhusen, unbek. 


i. p. Murrach- 




= Oestliches Hausen. 


gowe. 




Backnang a. d. Murr, 
O.-A., St., 






Backnang. 






= Ebenes Feld des Baggo 
= Baducho C. L. ^ 1107, 
2701; nanc = wang in 
Wangen. 







347 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Balde- 
rich V. Speyer. 



978. 29. Jan. 



W. U. B. I, p. 223. 



Folvinnm. 



870. 16. Okt. 
978. 29. Jan. 



C. L. m, p. 137. 
W. U. B. I, p. 223. 



Folcvinum. 



870. 16. Okt. 



0. L. m, p. 137. 



Hilta. 



795. 19. Okt. 



C. L. n, p. 136. 



Papst 

Paschalis 11. 



1116. 



W. U. B. I, p. 343. 



— 348 — 



Name 

Beihingen, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Binga. 

= Bei den Angehörigen 
des Bigo = bikko 0. L. ^ 
32. 46 u. 8. w. 



Benningen, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Buninga. 

= Bei den Angehörigen 
des Beno. 



Bonniglieim, 

O.-A. Besigheim. 

Buningheim. 
= Heim des Buning. 



Bottwar, 

O.-A. Backnang. 

Bodibura. 

= Beuren an der Boda, 
Beuren = ze den baren = 
bei den H&usem; bar = 
Haas. 



Gau 



i. p. Ingerihes- 
heim. 



Graf 



i. p. Ingerihes- 
heim. 



i. p. Murrach- 
gowe. 



i. p. Murrah- 
gouue. 



— 349 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bisch. Balderich 
von Speier 



978. 29. Jan. 



W. U. B. I, p. 223. 



Biäch. Balderich 
von Speier. 



978. 29. Jan. 



W. U. B. I, p. 223. 



Adeloldus. 



818. 



C. L. IV, p. 135. 



Ado. 



873. 



W. U. B. I, 173. 



— 350 — 



Name 

Bottwar(6ro8S-, Klein-), 

O.-A. Marbach. 

Bodibura. 



Ebersberg, 

O.-A. Backnang. 

Euersberc, 

= Berg des Eber, z. B. 
ein Eberhard. 



Egoisheim, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Hegoluesheün. 
= Heim des flegolf. 



Erbstetten, 

O.-A. Marbach. 

Stetin. 



Erdmannshausen, 

O.-A. Marbach. 

Eckenmarishusen. 

= flausen des Bkken- 
maro. 



Gau 



Graf 



i. p. Murrach- 
gowe. 



i. p. Murraoh- 
gowe. 



— 351 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Anno 
von Worms. 



950-76. 



W. U. B. I, 212. 



Kaiser 

Heinrich VI. 



1193. 20. Juni. 



W. U. B. n, 295. 



Adeloldus. 



818. 



C. L. m, 135. 



Hüta. 



795. 19. Okt. 



C. L. in, 136. 



Kaiser Ludwig. 



817. 



W. U. B. I, 87. 



— 352 — 



Name 

Gronau, 

O.-A. Marbach. 

Gruonowa. 
= Grüne Wiese. 



Gemmrigheim, 

O.-A. Besigheim. 
Gamertincheim. 

= Heim des Gamberting ; 
patron. Ableitung von 
Gamarit. 

C. L. H; 2895. 



Geisingen, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Gisingheim. 

= Bei den Angehörigen 
des Giso. 



Heiningen, 

O.-A. Backnang. 

Hvningen. 

^= Bei den Angehörigen 
des Huno. 

C. L. 5£ 2815. 



Gau 

i. p. Muirach- 
gowe. 



Graf 



i. p. Murrach- 
gowe. 



i. p. Hvningen. 



in comitatru 
Adelberti 
comiüs. 



— 353 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Godetaiu 



840. 1. Nov, 



0. L. m, 135. 



Schenkungsbuch 
des Klosters 
lieichenbach. 



1150. 



Adeloldus. 



818. 



Bischof Sigfried 
von Speier. 



1134. 



W. U. B. n, 392. 



0. L. m, 135. 



W. U. B. I, 383. 



23 



354 — 



Name 


Gau 

• 


Graf 


Hessigheim, 

O.-A. Besigheim. 






Hessencheim. 






= Heim des Hessing; 
patron. Ableitung von Hesse. 






Heutingsheim, 

().-A. Ludwigsburg. 


in comitatu 
Tngerihesheim. 




Hutingesheim. 






= Heim des Huting, 
von Hute. 

C. L. 1497. 






Höpflgheim, 

O.-A. Marbach. 


i. p. Murrach- 
gowe. 




Hofoheim. 






= Heim des Huso. 

0. L. ^. 406, 728, 809. 






Ingersheim (Gross-, 
Klein-), 

O.-A. Besigheim. 


i. p. Murrach- 
gowe. 




^ Ingrihesheim. 






= Heim des lugiro. 







— 355 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Schenkimgsbuch 
des Klosters 
Eeichenbach. 



1150. 



W. U. B. n, 401. 



Bisch. Balderich 
von Speier. 



976. 29. Jan. 



W. U. B. 223. 



Adeloldus 



818. 



C. L. m, 135. 



Adeloldus. 



818. 
1134. 



C. L. m, 135. 
W. U. B. I, 383. 



23* 



— 356 



Name 

LöGbgau, 

O.-A. Besigheim. 

Lochenheim. 

= Wildansiedlimg, ahd. 
löh, lat. lacus = Wald. 



Marbach, O.A., St. 

Marcbach. 



Murr, O.-A. Marbach. 
Murra. 
= Nach dem Flusse Murr. 



Murrhardt, O.-A. Back- 
nang. 

Murrahart. 

= Hart = Wald an 
der Murr. 



Gau 



Graf 



in comitatu 
Ingerihesheim. 



i. p. Murrali- 
gouve. 



- 857 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof öünther 
von Speier. 

Kaiser 
Friedrich I. 



1147. 
1156. 



W. U. B. n, 41. 
W. ü. B. n, 101. 



Bisch. Balderich 
von Speier. 



978. 29. Jan, 



W. ü. B. I, 223. 



Bisch. Balderich 
von Speier. 



978. 29. Jan. 



Ado. 
König 

Heinrich 11. 



873. 
1025. 



W. U. B. I, 223. 



W. ü. B. I, 173. 
W. U. B. I, 258. 



— H58 — 



Name 

Neckarbeihingen, 

O.-A. Ludwigsburg. 

Biginga. 

= Bei den Angehörigen 
des Bigo. 



Oberstenfeld, 
O.-A. Marbach. 

Oberstenuelt. 

= Feld des Oberist. 



Oppenweiler, 

O.-A. Backnang. 

Oppwiler. 

= Weiler des Oppo 
= belegt in der PormOpozo. 
Dronke. 0. Puld. "• 
762. 



Otmarsheim, 

O.-A. Marbach. 

Otmarsheim. 

= Heim des Otmar, des 
wegen seines Reichtums 
Berühmten. 



Gau 

i. p. Murrach- 
gowe. 



Graf 



i. p. Murra- 
gowe. 



— 359 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Adeloldus. 



188. 



C. L. n, 135. 



Graf Adelhart. 



Kaiser 

Heinrich V. 



1016. 



W. ü. B. I, 250. 



1114. 29. Aug. 



Winbalt. 



830. 6. Juni. 



W. ü. B. I, 341. 



C. L. III, 135. 



— 360 — 



Name 

Pleidelshelm, 

O.-A. Marbach. 

Blidoluesheim. 

= Heim des Blidolf 
Dronke, 0. Fold. ^ 
26, 181. 



Rielingshausen, 

O.-A. Marbach. 

Beginliereshusen. 
= Haasen des Reginher. 



Sechselberg, 

O.-A. Backnang. 

Sassenberch. 
=: Berg der Sachsen. 



Steinhelm, 

O.-A. Marbach. 

Steinheim. 

= Heim des Bteino. 
Z. B. Steinhart, Steinolf. 

D renke, 0. Puld. »»• 
307, 708. 



Gau 

in comitata 
Ingerihesheim. 



Graf 



i. p. Murrach- 
gowe. 



i. p. Murrech- 
gouue. 



in comitatu 
Ingerihesheim. 



in comitatu 
Heinrici 
comitis. 



— 361 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Adoldus. 
Bisch. Balderich 
von Speier. 



818. 
978. 



29. Jan. 



Beginher. 



826. 18. Mai. 



Kaiser Konrad 11. 



1027. 16. Juli. 



Reginher. 



826. 18. Mai. 
978. 29. Jan. 



C. L. II, 135. 
W. U. B. I, 250. 



G. L. n, 137. 



W. U. B. L 259. 



C. L. m, 137. 
W. ü. B. I, 223. 



— 362 — 



Name 


Gau 


Graf 


Sultzbach, 






O.-A. Backnang. 






Sultzbach. 






= Ralz = Wildlache. 






Wolftsölden, 


in comitatu 




O.-A. Marbach. 


Ingerihesheim. 




Woluoldestete, 


i. p. Hvingen. 


in comitatu 


= StÄtte Wolvolt. 




Adelberti 


0. L. ^ 682, 1635. 




comitis. 


Zwingeishausen, 


in comitatu 




O.-A. Marbach. 


Ingerihesheim. 




Husa. 







— 363 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Ludwig. 



817. 



W. ü. B. I, 87. 



Bisch. Balderich 
von Speier. 



978. 29. Jan. 



1134. 



W. U. B. I, 223. 



W. ü. B. I, 383. 



Bisch. Balderich 
von Speier. 



978. 29. Jan. 



W. ü. B. I, 223. 



— 364 — 
IV. 

Grenzen des Hurrgaues. 



Der Murrgau deckte sich mit dem speirischen 
Kapitel Marbach und umfasste den südöstlichen 
zwischen Enz und Neckar gelegenen Teil des O.-A. 
Besigheim, mit Gross- und BLleiningersheim, die nord- 
östliche Ecke des O.-A. Ludwigsburg mit Beihingen, 
Geisingen, Egolsheim, fast die ganzen Oberamter Mar- 
bach und Backnang mit den Orten Gross-Kleinaspach, 
Bottwar, Höpfigheim, Gronau, Stadt Marbach, Ottmars- 
heim, Plendelsheim, Steinheim. Gegen Süden stiess 
er an den alamannischen Neckargau und das Bemsthal 
und zwar lief die Grenze nördlich über Eüaffenbach, 
ünterschlechtbach oder vielleicht noch weiter der 
Wasserscheide folgend, nördlich von Schöllhütte, Lutzen- 
berg, Kallenberg und Budersberg, Oeschelbronn, Hert- 
mannsweiler, Nellmersbach, Weiler zum Stein, Siegel- 
hausen, Poppenweiler, Ossweil, Harteneck, Geisnang 
und Pflugfelden. Im Norden gegen den firänkischen 
Neckargau zog sich die Grenze südlich an Mainhardt 
vorbei, in gleicher Richtung unterhalb Lowenstein 
über Gronau und Otmarsheim zum Neckar, den sie 
bei seinem Zusammenfluss mit der Enz erreichte. 
Im Westen berührte der Murrgau den Zabergau die 
Enz entlang bis zum Osterholz den Enzgau, durch- 
schnitt gegen den Glemsgau die Markung von Eglos- 
heim und erreichte nördhch von Poppenweiler den 
Neckar und die Herzogsgrenze wieder. 

Oesthch hef die Grenze gegen den Kochergau vom 
Steigersbach aus auf der Wasserscheide zwischen Both 
und Murr nach Nordwesten bis gegen Meinhardt, wo 
wiederum die drei Gaue Kocher-, Neckar- und Murrgau 
zusammentrafen. 



Der Kochergau. 



I. 
Name und Schreibweise des Kochergaues. 



Der Kochergau verdankt seine Bezeichnung dem 
Kocher, dessen Name ähnlich wie Rhein, Donau, Jagst, 
EJnz, Nagold und Wurm auf die Zeit zurückweist, in 
welcher die Kelten noch Süddeutschland bewohnten *). 
In pago Cochengowe 787—857, C. L. III, 122, 123. 
In pago Cohgengauue 1027, W. ü. B. I, 259. 
In pago Chochengowe 1024, W. U. B. I, 256. 
In pago Chochergewi 889, Mon. Boica 28 B, 97. 
In pago Chochingowe 848, 856, W. U. B. I, 135. 
In pago Chohangevui 889, W. U. B. I, 192. 
Per totum comitatum Choggaugau 1 138, W. ü. B. II, I. 
In pago Choengowe 1152, W. U. B. 11, 66. 
Kochergawe 1054, Chronic. Murrhard, Württemb. 

Jahrbücher 1844, p. 170. 
Kogergo 1024, W. U. B. m, 32. 



<) Alte FonD Gochana, Wurzel kak = krammen. Bück, O. F., 
S. 141. Manche Etymologen gehen auf das kelt coch = rot zurück. 



— 368 — 



n. 
Gaugrafen des Kochergaues. 



Mutmasslich verwaltete unter Karl dem Grossen 
der reichbegüterte Morlach den Kochergau; in einer 
Urkunde von 797 bewährt er sich als ein freigebiger 
Wohlthäter des Klosters Lorsch und dotiert dasselbe 
in verschiedenen Orten i). Während der Regierung 
Ludwig des Deutschen, finden wir als ersten Gau- 
beamten einen Sigfried, wenigstens urkundet dieser 
in den Jahren 848 — 856 2). Das Geschlecht der alten 
Grafen, die ihren Sitz zu Westheim am Kocher auf- 
geschlagen hatten, erlosch früh und die Q^ugrafen- 
würde kam mitsamt den Besitzungen an die Grafen 
von Comburg. Dass letztere nur eine Linie der 
Rothenburger Grafen waren, geht daraus hervor, dass 
der jüngere Burkhard, welcher das Schloss Comburg, 
1078, in ein Kloster umwandelte, als ein Bruder der 
Grafen Rugger und Heinrich von Rothenburg, wie 
auch des Bischofs Ennehard von Würzburg genannt 
wird. Für die Gründer der Comburger und Rothen- 
burger Grafenhäuser, werden die Brüder Rugger und 
Richard gehalten, der eine als Stanmavater der Com- 
burger, der zweite als Ahnherr der Rothenburger Linie^); 
beider Bruder, Bern ward, stand als Bischof von Würz- 
burg bei den Kaiserinnen und Regentinnen Adelheid 



1) In der fraglichen Urkunde ist Qbrigens Morlach nicht als Graf 
bezeichnet, sondern es heisst einfach ego Morlach dono ahd. 
St Nagariom in pago Oochengowe 797, C. L. lü, 122. 

«) W. ü. B. a. 848—856 I, 13B, 411. 

') Der Stammbaum bei Stein, Geschichte Frankens TI, 440, 
nach den alten Chronisten Fries und Bruschins entworfen. 



— 369 — 

und Theophano in sehr hohem Ansehen. Er wurde 
für würdig befunden, als kaiserlicher Brautwerber 
nach Konstantinopel zu gehen und starb unterwegs 
auf der Insel Euboea^) (991—995). Auf dem Würz- 
burger Bischofsstuhl folgte ihm sein Neffe Heinrich, 
der jüngere von Richards Söhnen, dessen älterer 
Bruder, Heribert, ebenfalls die höchsten Stellen in der 
hierarchischen Rangordnung zu erreichen wusste. 
Heribert, der ehrgeizige Metropolitan von Mainz, ist 
ebenso hoch bedeutend gewesen, wie sein Bruder 
Heinrich, welcher einer der bemerkenswertesten Kirchen- 
fürsten seines Hochstifts 2) (995 — 1018) geworden ist. 
Dieser einflussreichen Pamihe gehören unzweifelhaft 
auch Bugger (Buotker) und Heinrich in den Jahren 
1027 — 1042 Grafen des Kochergaues an S). Der Bruder 
dieser beiden Kochergaugrafen ist Burkhard, welcher 
sich 1037 in dem Stiftungsbrief der Oehringer Kirche 
nach seiner Veste Comburg schreibt*). Nach ihm 
erscheinen als letzte Glieder des Hauses, vermutlich 
Söhne des Vorigen, Burkard II., des Stifters vom 
Kloster Comburg, Rugger und Heinrich, genannt von 
Rothenburg, und Emmehard von Würzburg 5) (1098 
bis 1104). Mit dieser IQostergründung mag es 



^) Bernwardus Wirzborgensis episcopus ecciesiae, imperatoria 
legatione Constantinopolim missns, in Achaia provinica moritur. 
Annal. Quedlinburg ad. an 996 annal. Hildosheim ad. an 996. 
Thietmar Merseburg M. G. S. S. V, 73; 91, 776. 

2) Die politische Bedeutsamkeit Heinrichs, sowie dessen weit- 
schreitende Pläne haben wir eingehend besprochen in den 
fränkischen Gauen Badens. I, 47. 

») In comitatu Ruotkeri 1027. W. U. B. I, 269; in comitatu 
Heinrici comitis ad Wolfingem 1042 W. U. B. I, 266; den 
angrenzenden Mulachgau besass die nämliche Familie, 1024 und 
1033. W. U. B. I, 266. I, 362. 

*) Burchardus comes de Kamburg, 1037, W, ü. B. I, 363. 

^ Burchardus et fratres ejus Ruggerus et Heinricus comitis d<' 
Rotenburc Komb. Urk. 1078, W. U. B. I, 395. 

24 



— 370 — 

zweifellos zusammenhänge^, dass der Name Comburg 
gegen den von Rothenburg zurücktritt. Getreu dem 
asketischen Zeitgeiste wird Burkhard Mönch, Rugger 
stirbt auf einem Ejreuzzug *). Emehard erwies sich 
in diesem wichtigen ostfränkischen Klirchsprengel als 
ergebener Anhänger des unglücklichen Heinrich IV., 
ähnlich wie in der rheinfränkischen Diöcese Speier 
der alte Bjraichgaugraf Johann. Nach dem frühen 
Aussterben dieses Geschlechtes (1108) mit dem kinder- 
losen Heinrich fiel der reiche Besitz in der Gegend 
von Hall und Rothenburg an das Haus der Staufer; 
der letzte SaUer Heinrich V. vergabte sämthche 
Besitzungen, den Kochergau nebst Hall und der 
Vügtei über das Stift Comburg, sowie die Stadt 
Rothenburg als Reichslehen an seinen jüngeren Neffen 
(Schwestersohn) Konrad, welcher vor seiner Erhebung 
auf den deutschen Thron als Konrad KL den Titel 
eines Grafen im Kochergau geführt hatte ^), Bei der 
Wahl zum deutschen König verlieh Konrad diese 
fränkischen Gebiete an seinen ältesten Sohn Heinrich 
und nach dessen Ableben (1150) an den jüngeren 
Friedrich. Als dieser 23 jährige Held, dessen äussere 
Vorzüge, dessen Verstand und Kraft allgemein 
bewundert wurden '), auf dem vierten Römerzug 
Friedrich Barbarossas 1167 mit vielen anderen Fürsten 
und über 2000 Rittern aus Schwaben, Franken und 



1) RuggeniB iter arripait Jerosolimctanum, in qua peregrinatur 
mortum in agro dominico quiescit in pace. Stalin I, 413. 

2) Urkunde König Konrads III. 1138. W. U. B. H, 1. Per 
totum comitatum Choggengou, quem ante nostram in regno subli- 
mationem nos (sc. Gunradus Etomanonim rex) ipsi habuimus. 

^) Ein italienischer Chronist ist voll des Lobes wegen der 
vorzüglichen Eigenschaften des allgemein beliebten JOnglings. 
Obüt Fredericus de Rottemburgo. de quo innumerabih's dolor 
atque tnstitia por totam fero Italiam colevit, quoniam decoris fuerat 
Muratori S. S. VI, 1153. 



— 371 — 

den Rheinlanden der Pest zum Opfer fiel, benutzte 
die ältere hohenstaufische Linie diesen Amts- und 
Gütersprengel, um damit nachgeborene Söhne aus- 
zustatten. In dem freilich sehr zusammengeschmolzenen 
fränkischen Besitz behaupteten sich die Staufen bis 
auf Konradin. 



m. 
Orte. 

(Siehe nächste Seite.) 



24* 



— 372 — 



Name 

Benzenhof, 

O.-A. Gaildorf. 

Bennenhouen. 

= Hof dds Benno. 
0. L. ^ 208, 886, 
1692, 1894. 2586. 



Betchingen, uubok. 

— Bei den Augehörigen 
des Beticho. 



Buch, O.-A. Hall. 
Buoch. 
= ahd. buocha = Buolio. 



Diebach, 

O.-A. Gaüdorf. 

Tithebach. 

= Bach des Thioto. 
W. ü. B. 22, 26, 27, 
52, 88. 



Gau 



Graf 



i.p. Cücheugowe. 



i.p. Cochengowe. 



- 373 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Heinrich von 
Mulfingen. 



Morlach. 



König 

Heinrich HI. 



Graf Riigger. 



1095. 



795. 



1042. 3. Jan. 



c. 1100. 



W. U. B. I, 397. 



C. L. n, 122. 



W. ü. B. I, 267. 



W. U. B. I, 395. 



— 374 — 



Name 

Eichach, 

O.-A, Oehringen. 

Eichehe. 

= Eichenwald; ahd. 
aichaha mhd. eichehe. 



Eppach (Ober-, Unter-), 

O.-A. Oehringen. 

Ettebach. 

= Bach des Etto,Eddo, 
Heddo, ahd. hada = Krieg. 



Ernsbach, 

O.-A. Oehringen. 

Ernsbach. 

= Bach des Brno, in 
Zusammensetzungen Em- 
frid. 



Eselesdorf, abgeg. Ort. 
O.-A. Oehringen. 

Mit Kapelle bei 
Sindringen. 



Gau 



Graf 



— 375 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



• Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



Papst 

Alexander lU, 



W. U. B. n, 186. 



— 37G — 



Name 



Gau 



Graf 



Eutendorf, 

O.-A. aaüdorf. 

Vdendorf. 

= Dorf des Udo. 
0. L. ^ 217. 232, 324. 
Dronke, Reg. p. 43. 
W. ü. ß. R. I, 454. 



Fischbach (Ober-, 
Unter), 

O.-A. Gaildorf. 

Viscaha. 
= Fischbach. 



Geifertshofen, 

O.-A. Gaüdorf. 

Giselbrehtes- 
hvuen. 

= Hof des Giselbrecht 
Häufig belegt. 
W. ü. B. n, 429. 



Hägelenshöfle, 

O.-A. Gaüdorf. 

Hagileu. 
= Bei den Türmen? 



— 377 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Eichizo. 



G^raf Heinrich. 



Adelbert von 
Bürieth. 



1091. 10. Aug. 



W. U. B. I, 400. 



1100. 



W. U. B. I, 392. 



1085. 14. Mai. 
1100. 



W. U. B. I, 395. 
W. U. B. I, 404. 



Heberegister des 
Klosters 
Ellwangen. 



1147. 



W. U. B. n, 425. 



— 378 — 



Name 

Hall, Schwäbisch, 

O.-A., St. 

HaUe. 

^^ dat sing. zem. halle 
= zum Saizwerk. 



Hessenthal, O.A. HaU. 
Hessendal. 
= Thai des Hesse. 



Hirtchfelden, 

O.-A. aaildorf. 

Hirzuelden. 

= Die mit Hirsch za- 
sammengesetzten Ortsna- 
men gehören teils za abd. 
hirtiz ^ Hirsch, teils zu 
ahd. hirsi = Hirse. 



Hohenstadt, 

O.-A. Hall, 

Hohenstat. 



Gau 



Graf 



— 379 — 



. Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Gebhard 
V. Würzbnrg. 



Heinrich von 
Mulfingen. 



Kirche zu 
Comburg. 



Adelbert von 
Bilrieth. 



1037. 3. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



1100. 



1100. 



W. U. B. I, 396. 
W. U. B. I, 404. 



1095. 14. Febr. 



W. U. B, I, 393. 



1085. 14. Mai. 



W. U. B. I, 395. 



— 380 



Name 

Ingelflngen, 

O.-A. Künzelsau. 

Ingiluingen. 

= Bei den Angehörigen 
des Ingilo ; demin. von Ii^o. 



Gau 



Graf 



Komberg, O.A. HaU. 
Kamburc. 

= Burg anf einem Hflgel 
ahd. champ, mhd. kamp, 
Kamm, Hflgel. 



Kocherstein, 

O.-A. Künzelsau. 

Steine. 
— Ansiedlung am Kocher. 



Kooherstetten, 

O.-A. Künzelsau. 

Steten. 



— 381 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Burkhard. 



1100. 



W. U. B. I, 392. 



Bischof (lebhard 
V. Würzburg. 



1087. J6. Aug. 



W. IT. B. II, 265. 



Kaiser 

Friedrich I. 



1172. 
1149. 



19. April. 



W. U. B. I. 169. 
W. U. B. I, 51. 



Winither von 
Altdorf. 



1 100. 



W. U. B. II, 399. 



— 382 — 



Name 

Kunzelsau, O.A., St. 
Kunczelsawe. 

:= Au, Wiese des Run- 
zilo := Koseform von Eano. 



Kupfer, O.A. Hall. 
Cupfere. 



Langenbeutingen, 

O.A. Oehringen. 

Butinesheim. 
= Hausen des Butino. 



Lobenhausen, 

O.-A. öerabromi. 

Loibbenhusen. 

= Hausen des Loibo, 
Liubo. 



Gau 



Graf 



i.p. Cüchengowe. 



i.p. Cocheugowe. 



i.p. Choggengou. 



— 383 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Sigfried 
V. AVürzburg. 



1149. 



W. U. B. n, 51. 



Mutlier. 



789. 26. Febr. 



C. L. n, 123. 



Morlach. 



795. 



C. L. n, 122. 



König 

Koiirad III. 



1138. 13. Aug. 



W, U. B. n, 2. 



— 884 — 



Name 


Gau 


Graf 


Michelbach, 

O.-A. Gaildorf 






Michelbach. 






-- Grosser Bach. 






Oberroth, 

O.-A. Gaildorf. 


i. p. Chochiu- 
govve. 


Geberhardi 
coinitis. 


Eotaha. 






= Nach dem Flasschen 
Roth, wie Rhodanus, Rhone 
zu Wurzel rad = laufen. 






Oedendorf, 

O.-A. Gaildorf. 






Vdendorf. 






- Dorf des Udo. 






Oehringen, O.A. 


i. p. Oringowe. 




^ der Flussnanie ürn, 
Oorana, vordeutsch Wurzel 
ar. 







- 385 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kirche zu 
Comburg. 



Hatto. 



Winither. 



1095. 14. Febr. 



W. U. B. I, 393. 



848. 5. Jan. 
856. 5. Jan. 



W. ü. B. I, 135. 
W. U. B. I, 411. 



1091. 10. Aug. 



W. U. B. I, 40Ü. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 1(>. Aag. 



W. ü. B. I, 263. 



25 



— 386 — 



Name 

Ornberg, 

O.-A. Oehringen. 

Orenburc. 
= Burg an der Orn. 



Otterbach, 

O.-A. Hall. 

Otembach. 

= Otter Flussname, 
Wurzel; at = gehen. 



PfUilbach, 

O.-A. Oehringen. 

Phalbach. 

= Pfahl, der bekannte 
romische Qrenzwall. 



Rambach, 

O.-A. HaU. 

Bamesbach. 

= Bach des Ramo, 
zusammenhängend ahd. 
hraban ^ Rabe. 



Gau 



i.p. Cochengowe, 



Graf 



— 387 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Gebhard 
V. Würz bürg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 263. 



Graf Heinrich. 



1100. 



W. U. B. I, 393. 



Graf Morlach. 
Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



795. 
1037. 16. Aug. 



C. L. n, 122. 
W. U. B. I, 265. 



Adelbert von 
Bilrieth. 



1085. 14. Mai. 



W. U. B. I, 395. 



25* 



— 388 — 



Name 

Rauhenbretzingen, 

O.-A. Gaildorf. 

Brezziiigen. 

=s Bei den Angehörigen 
des Brezzo. 



Gau 



Graf 



Röthersthurm, 

O.-A. Gaildorf. 

Rote. 
= Vg. Oberroth. 



Schmiedefeld, 

O.-A. Gaildorf. 
Smidelfeld. 



Sindringen, 

O.-A. Oehringen. 

Öinderingon. 

= Bei den Angehörigen 
des Sindero. 



— 389 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Bischof öebhard 


1037. 16. Aug. 


W. ü. B. I, 265. 


V. Würzburg. 






Heinrich von 


1100. 


W. ü. B. I, 396. 


Mulfingen. 







Kaiser 

Friedrich I. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1172. 19. April. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 169. 



W. ü. B. I, 265. 



— 390 — 



Name 

StefTerbach, abgeg. bei 
Geislingen. 
O.-A. HaU. 

Steuenesbach. 
= Bach des Stephanas. 



Gau 



Graf 



Sulzdorf, 

O.-A. HaU. 

Stdzdorf. 

s Salz Floflsname, 
Salz = Wildlache. 



ThQngenthal, 

O.-A. Hall. 
Dimgetal. 



Tullau, 

O.-A. Hall. 

Tullouwe. 
= Aa des Tallo. 



— 391 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Winither. 



1091. 10. Aug. 



W. U. B. I, 400. 



Graf Heinrich. 



1100. 



Heinrich von 
Mulfingen. 



1100. 



Burkhard. 



1100. 



W. ü. B. I, 393. 



W. U. B. I, 396. 



W. ü. B. I, 392. 



— 892 — 



Name 


Gau 


Graf 


Uitenboftn, 

O.-A. HaU. 






Vtiinkofen. 






= Hof des üto. In den 
UrkundenbQchem massen- 
haft nachgewiesener Name. 






Vellberg, 

O.-A. Hall. 






üelliberc. 






= Berg in der Wellach. 






Wahclinga, abgeg. Ort. 






= Bei den Angehörigen 
des Wachilo. 






Westheim, 

O.-A. Hall. 


i. p. Chochin- 
govve. 


in comitatu 
Gherharti 


Vuestheim. 




comitis. 









— 393 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Abt Kraft von 
Lorch. 



Rugger. 



Salemann. 



Abt Hatto von 
Fulda. 



1162. 



1108. 



838. 



856. 



W. U. B. n, 140. 



W. ü. B. I, 401. 



8. Dez. 



C. L. II, 123. 



l. Jan. 



W. ü. B. I. 411. 



- 394 — 



Name 



Wulwlnchefm, abg., 
nicht zu ermitteln. 

= Heim des Wnlfing. 



Winzenweiler, 

O.-A. Gaildorf. 

Winicenwilare. 

= Weiler des Winiso. 
Kosenamen Ton Wini Ahd. 
Wini = Frennd. 



Zotti8hofen, 

O.-A. Künzelsau. 

Zotenshoven. 

= Hof des'Zotino. Demin. 
Tom Zoto. 



Gau 



i.p. Cochengowe. 



Graf 



— 395 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Muther. 



Winither. 



Sigüoch. 



789. 26 Febr. 



C. L. n, 123. 



1100. 



W. ü. B. I, 399. 



1098. 



W. U. B, I, 402. 



— 396 — 



IV. 

Umfang und Grenzen des Kochergaues. 



Der Kochergau dehnte sich über einen Teil der 
würzburgischen Landkapitel Hall, Künzelsau, vielleicht 
auch Weinsberg aus ^) und umfasste in der mittleren 
Kochergegend den westlichen Teil des O.-A. Hall mit 
Kupfer, Westheim, wohl den ganzen fränkischen Bezirk 
des O.-A. Gaildorf mit Oberrot, die westliche Spitze 
des O.-A. Backnang mit Murrhardt, das nördliche 
Stück des O.-A. Oehringen mit Buchhof, Pfahlbach, 
Sindringen und den abgegangenen Orten Greroldeshagen 
und Snideldorf, schhesslich die südwestUche Hälfte 
des O.-A. Künzelsau. Das bei Ohmberg an der 
Mündung der Ohm gelegene abgegangene Wücklingen, 
wird im Lorscher Urkundenbuch abwechselnd zum 
Kocher-, Jagst- und Brettachgau gezählt 2). 

Im Süden traf der Kochergau mit dem schwäbischen 
oder alamannischen Drachgau zusammen ^) imd zwar 
zog sich die örenze nördlich von Wegstetten und 
üntergröningen, O.-A. Gaildorf vorbei an den Steigers- 



>) Archiv für Geschichto Unterfrankens 31, B. S. 101. 

2) C. L. III, 122, 123, 127, 145, in den Jahren 787—866; an 
dieser Steile stiessen die drei Gaue Neckar- (Brettach-) Jagst- and 
Eoohergau zosammen. 

') Der Drachgau (von dem kelt drag ^ spina abgeleitet, also: 
Schlehengau) ertsreckte sich über die O.-Ä. OemUnd, Welzheim, 
Aalen und den südlichen Teil von Gaildorf. 



— 397 — 

bach^ dann auf der Wasserscheide zur Wieslaufquelle, 
nördlich von Frickenhofen und Altersberg, O.-A. Gail- 
dorf; gegen Norden lief die Grenze gegen den Jagst- 
gau, von der Einmündung der Ohre auf der Wasser- 
scheide zwischen Jagst und Kocher, von Wächlingen 
nördlich über Srndringen und südlich an dem jagst- 
gauischen Berlichingen vorbei, südlich von der Etter, 
ganz dicht an die Jagst heran, so dass der abgegangene 
Ort Sindeldorf noch zum Kochergau zählt; gegen 
Osten stösst er an den Mulachgau, dem Ober- und 
Unterregenbach, O.-A. Gerabronn noch angehört, weiter 
läuft die Grenze westlich an Hshofen, Gross- und Klein- 
altdorf vorbei zur Bühler, wobei die Stöckenburg zum 
Mulach-, die Kapelle unten im Thal zum Kochergau 
gehörte ^), auf den Höhen östlich von der Bühler durch 
den Vimgrundwald *) zum Drachgau. 

Im Westen treffen Brettach- und Kochergau zu- 
sammen, die Markscheide zog sich von Ohrenberg 
längs der Ohm, dann auf der Wasserscheide zwischen 
Brettach und Ohm bis Mainhardt, O.-A. Weinsberg, das 



1) W. ü. B. III, 21, Würdtwein Nova Sabs. V, 367. 

^) Der ausgedehnte Waldstrich des VirDgrands zog sich vom 
Riesgau- aber den Mulach- und Eochergau, in ihm lag die be- 
rahmte, noch zu Alamannien z&hlende Abtei Ellwangen. In loco 
Elchenwanc intra waldum, cuius vocabulum est Virgundia 814. 
W. U. B. I, Urkunde Ludwigs des Frommen. Heinrich II. abertnig 
1024 den Forst- und Wildbann im Vimgrund (den jetzigen 
G.-Aemtem Aalen, Ellwangen, Crailsheim und Qaildorf) diesem be- 
rühmtesten Stift im württembergischen Schwaben, W U. B. I, 257, 
aber der Kaiser muss doch ganz beträchtliche Rechte für das Reich 
vorbehalten haben, oder es muss eine Belehnung seitens der Abtei 
an das Haus Hohenstaufen stattgefunden haben, weil später der 
hohenstaufische Herzog jeden, ausser dem Abt von dem Jagd-, 
Fisch- und Beholzungsrecht ausschliessen konnte. Auch bei Dichtem 
geschieht des alten Reichswalds Erwähnung, der Schwarzwald und 
Virgunt. Wolfram v. Bschenbach, Willehalm; Ausgabe von Carl 
Lachmann, S. 604. 



— 398 — 

Qoch zum Brettachgau gehörte; hier begrenzte sich 
Brettach-, Murr- und Kochergau. Von da ab berühren 
sich auf der westhchen Seite Murr- und Kochergau, 
zu ersteren zählt Murrhardt, zum Kochergau Oberroth 
(O.-A. Graildorf). Die Dingstätte der Q-rafen des 
Kochergaus, bildete Thüngenthal generale placitum in 
Dungetal (a. 1102, W. U. B. I, 396). 



Der Mulachgau. 



Name und Schreibweise des Mulachgaues, 



Der Mulachgau fahrt seine Beziehung nach dem 
an [dem Weiler Maulach vorbeifliessenden, bei Kirch- 
berg in die Hagst einmündenden Mulachflüsschen. 

In pago Moligaugio 823 W. U. B. I, 101. 
In pago Mulahgeuui 889 W. U. B. I, 192. 
In pago Mulahgooue 848 W. U. B. I, 135. 
In pago Mulahguue 923 W. U. B. 11, 438. 
In pago Mulahgewe 923 Mon Boic 28 B. 161. 
In pago Mulahgowi 889 Mon Boic 28 B. 97. 
Mulehgouue 856 Schannat. trad. Fuldens p. 193. 
In pago Mulegcowe 1152 W. U. B. 11, 66. 
In pago Mulegtowe 1024 W. U. B. I, 256. 
Mulachgeu 828 Eckart Francoriat 11, 882. 
Muleagii Lüning 1000 Reichsarchiv 17 B., 934. 
In pago Mülgowe 1033 W. U. B. I, 262. 



n. 
Gaugrafen des Mulachgaues. 



Die Urkunden nennen uns keine Grafen aus der 
karolingischen und sächsischen Zeit. Unter der 
Regierung des ersten Saliers Koiirad 11. verwaltete 

26 



— 402 — 

zwischen 1024 — 1033 den Mulachgau Heinrich, waiir- 
scheinlich ein Glied der Grafen von Lobenhausen, 
einer Seitenlinie der Bothenburger ^). 

Aehnlich wie die Hohenlohe führten sie den 
Titel „freie Herren** und übten wie jene Grafenrechte 
aus 2). Bei den Staufem erfreute sich dieses fränkische 
Geschlecht einer bevorzugten Stellung und aus- 
gezeichneten Gunst; im Hoflager und im Rate des 
Königs erscheinen sie ungemein häufig. Von Konrad HI. 
bis auf Friedrich ü. dienten die Grafen von Loben- 
hausen mit seltener Treue ihren kaiserlichen Herrn 
und folgten ihnen auf allen Heereszügen als 
unzertrennliche Begleiter 8). 

Um 1280, bald nach dem tragischen Sturze der 
Staufer, erlosch das Geschlecht, und ihre Stammburg 
Ijobenhausen (bei G^ggstadt, O.-A. Gerabronn) war 
bereits 1298 in hohenlohischen Besitz übergegangen. 



1) In comitatu Heinrici comitis 1024, 1038. W. U. B. I, 256, 
I, 262. Ueber die Zusammengehörigkeit der gräflichen H&oser 
Lobenhansen nnd Rothenburg ygl. Stein, Geschichte Frankens 1, 159. 

2) Die Lobenhausen im Mulachgau, die Hohenlohe im Tauber- 
gau oder im Comitat Mergentheim. 

3) Die Regesten bei Stalin I, 586. 



m. 

Orte. 



26* 



— 404 



Name 


Gau 


Graf 


Altdorf (Gross-, Klein-) 

O.-A. HaU. 

Altorf. 


i. p. Mulahgovue. 


in comitatu 
Sigifridi 
comitis. 


— Dorf doQ Alaho. 






Asbacb (Ober-, Unter-), 

O.-A. HaU. 






Asbach. 






= Espe am Bach; ahd. 
asp = Espe. 






Bebenburg, abgeg. 
O.-A. Gerabronn. 






Bebenburc, ehem. 
Burg über dem 
Weiler Bemberg. 






^- Burg des Bebo. 
C. L. ^ 909, 1477, 
3624. 






Bllrieth, O.-A. Hall. 






BUrith. 






= Ried des Bilo. 







— 405 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Abt Hatto von 
Fulda. 



856. 



5. Jan. 



Burkhard. 



1096. 



W, U. B. I, 411. 



W. U. B. I, 398. 



Kaiser 1171. 

Friedrich I. 



Kaiser 

Friedrich I. 



W. U. B. n, 161. 



1155. 
1166. 



29. Okt. 



W. U. B. n, 94. 
W. U. B. n, 151. 



— 406 



Name 

Blaufelden, 

O.-A. Gherabronn. 

Blauelden. 

= Feld am Blaabach. 
Wurzel bll =s empor- 
quellen; lat flare. 



BUhlerthann, 

O.-A. Ellwangen. 

Tanne. 
SB Tanne an der Bohler. 



Gau 



Graf 



Burieawagen, 

O.-A. Crailsheim. 

Burlougesnae. 



Crailsheim, 

O.-A. Ohrowelsheim. 
= Heim des Chrowo. 



— 407 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof öebhard 
V. Würzburg., 



1157. 29. Okt. 



W. U. B. n, 115. 



Abt Kuno von 
Ellwangen. 



1188. 



W. U. B. n, 252. 



Adelbert von 
Bilrieth. 



1085. 



14. Mai. W. U. B. I, 395. 



Papst 

Alexander III. 



1178. 24. Okt. 



W. U. B. II, 191. 



— 408 — 



Name 

CrölTelbacb, 

O.-A. HaU. 

Greftelbach. 

= Bach des Chraftflo; 
Demin. von Chrafto. Der 
Personenname Kraft sehr 
h&afig, z. B. in der Familie 
Hohenlohe. 



Gammesfeld, 

O.-A. öerabronn. 

Gamnesfelt. 

= Feld des Gamino; 
demin. von Gamo. 



Gauchshausen, Gem. 
Hohenliardt, 
O.-A. Crailsheim. 
Goucheshusen. 
= Hansen des Goncho. 



Gerbertshofen, 

O.-A. Crailsheim. 
Gerprechtzhoven. 

= Hof des Q erprecht, 
des Speergl&nzenden. 



Gau 



Graf 



i. p. Mulegtowe. 



i. p. Mulegtowe. 



— 409 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Adelbert von 
Bilrieth. 



Bugger. 



Heinrich 11. 



Kaiser 

Heinrich 11. 



1085. 14. Mai. 



W. TT. B. I, 395. 



1108. 



W. U. B. I, 401. 



1024. 5. Febr. 



W. U. B. I, 256. 



1024. 5. Febr. 



W. ü. B. I, 256. 



— 410 — 



Name 



Goidbach, 

O.-A. Crailsheim. 

Gk)ldpach. 

= Goldbftche, aralter 
Flussname. Zeit f. Wartt. 
Franken, 8. B, 141. 



Groningen, 

O.-A. Crailsheim. 

Groningen. 

= Bei den Angehörigen 
des Gninow. 



Gro88-Aimerspann, 

O.-A. HaU. 
Almaresbiunt. 

= ahd. bianda, biant, 
kleineres mit Kraut, Flachs, 
Hanf angebautes Grund- 
stück. Back, cf. 26. Besitz 
des Ahnar (ans Adelmar.) 



Hegenberchy 

O.-A. Ellwangen. 

Hegninberg. 

= Berg des Hegino, ur- 
alter deutscher Personen- 
name. 



Gau 



Graf 



— 411 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Papst 
Alexander ni. 



1178. 24. Okt. 



W. U. B. n, 192. 



Herzog Friedrich 
V. Schwaben. 



1102. 3. Mai. 



W. U. B, 335. 



Burkhard. 



1100. 
1098. 



W. U. B. I, 392. 
W. U. B. I, 402. 



Heinrich IE. 



1024. 5. Febr. 



W. U. B. I, 256. 



— 412 — 



Name 


Gau 


Graf 


Hohenberg, 

O.-A. HaU. 




• 


Hohinberc. 






= auf hohem Berge. 






Jagstheim, 

O.-A. Crailslieim. 






Jagesheim. 






= Ansiedlang an der 
Jagst 






Lobenhau8en, 


- 




O.-A. Gerabronn. 






Lubonhusen. 






=: Hausen des Luhe; 






ahd. linb. 






Lohp, O.-A. Crailsheim. 






Lare. 






= ahd. lär= Wohnung. 
Alamannische Qaugraf- 
Bchaften S. 40. 







— 413 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kirche zu Würz- 
burg. 



1096. 



JuU. 



W. ü. B. I, 308. 



Engelhard von 
Weinsberg. 



Adelbert von 

Bilrieth. 
Kaiser 

Friedrich I. 



Burckhard. 



1212. 



W. U. B. n, 388. 



1085. 14. Mai. 
1172. 19. April. 



W. U. B. I, 395. 
W. ü. B. II, 169. 



1100. 



W. ü. B. I, 392. 



— 414 



Name 



Markertshoftn, 

O.-A. Crailsheiin. 

Marcunarte»- 
houen. 

= Hausen des Markwart, 
des Grenzwftchters. 



Matzenbach, 

O.-A. Crailsheim. 

Matznnbach. 

= Bach des Matizo. 
Demin. Ton Matte. 



Maulach, 

O.-A. Crailsheim. 

Mulenbach. 

= Nach dem Flüsschen 
Mulach. 



Mistlau, 

O.-A. Crailsheim. 
Mistelouwa. 

-- Wiese mit Mistel- 
strftuchem bewachsen. 



Gau 



Graf 



i. p. Mulegtowe. 



— 415 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Graf Heinrich. 



1100. 



Heinrich H. 



ßugger. 



Burkhard. 



W. U. B. I, 393. 



1024. 5. Febr. 



W. U. B. I, 256. 



1108. 



W. U. B. I, 401. 



1100. 



W. U. B. I, 392. 



— 416 — 



Name 


Gau 


Graf 


Regenbach (Ober-, 
Unter-), 

O.-A. Gerabronn. 


i. p. Miilgowe. 


in comitatu 
Heinrici. 
comitis. 


Regenbach. 






== Bach des Regino. 






Riensweiler, abg. 
0,-A. HaU. 






Regenhereswilare' 






— Weiler des Reginher. 
0. L. nr. 949, 1198. 






Riethbach, 

O.-A. Gerabronn. 






Riethbach. 






^=z Bach durch Sumpf land. 






Schmalfelden, 

O.-A. Gerabronn. 


i. p. Miilgowe. 


in comitatu 
Heinrici 


Smalefelden. 




comitis. 


= Das plur. auf den 
kleinen Feldern, ahd. smal 
gleich klein. 







417 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Konrad II. 



1033. 9. Aug. 



W. U. B. I, 262. 



Adelbert von 
Bilrieth. 



1085. 14. Mai. 



W. U. B. I, 395. 



1054. 10. JuK. 



W. ü. B. I, 272. 



Kaiser 

Konrad 11. 



1033. 9. Aug. 



W. U. B. I, 262. 



27 



— 418 — 



Name 



Speltach, 

0,-A. Crailsheim. 

Spelte. 

=s= Der Bachname Spelte 
Speltach, wenn deatsch viel- 
leicht EU ahd. spildan, Back 
208. 



Steinbach, 

O.-A. Crailsheim. 

Steinbach. 



Statten, 

O.-A. EUwangen. 

Emerstetin. 
= Das. plar. von etat. 



Stimpfach, 

O.-A. Crailsheim. 

Stimphah. 

= stamph, strompth, ab- 
gehaaenes Stflckflolz. Hebel, 
Bengel mit dem an Bachen 
geStaat wird. 



Gau 



Graf 



— 419 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Abt Kraft von 
Lorch. 



1162. 



Papst 

Alexander m. 



Heberegister des 
Klosters Ell- 
wangen. 



1147. 



Bischof Herold 
V. Würzburg. 



1170. 



W. U. B. n, 140. 



1178. 24. Okt. 



W. U. B. n, 191. 



W. U. B. n, 425. 



W. U. B. n, 158. 



27* 



— 420 — 



Name 

StAckenburg, 

O.-A. HaU. 

Stochamburg. 

= Barg aaf einem Berg- 
komplex, Oebirgsstock. 



Sulz, 

O.-A. Gerdbronn. 
Sülze , zerstört, 
ehemalige Burg, 
1525. 

=s Sulz — Sulzlache. 



Thalheim, 

O.-A. HaU. 

Taleheim. 
= Ausiedlung im Thal. 



Triensbach, 

O.-A. Crailsheim. 

Trinesbach. 
= Bach des Trino. 



Gau 



i. p. Moligaugio. 



Graf 



— 421 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Ludwig. 



823. 19. Dez. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1157. 



Graf Heinrich. 



1100. 



W. U. B. I, 101. 



W. U. B. U, 115. 



W. U. B. I, 393. 



Winither. 



1091. 10. Aug. 



W. ü. B. I. 400. 



— 422 — 



Name 

Voikershausen, 

O.-A. Orailslieim. 

üolcheshusen. 

= Hansen des Volcho, 
Folko, ungemein beliebter 
Stamm. 



Westheim, 

O.-A. HaU. 

Vuestheim. 
= Westliche Ansiedlong. 



Wittenweiler, 

O.-A. Gerabronn. 

Witenuuliare. 

= Weiler des Witino : 
Wito, daraas Guido. 



WUstenau, 

O.-A. Crailsheim. 

Wostene. 

= WOstland, wostene 
im fränkischen Gebiet. 



Gau 



Graf 



i. p. Mulahgooue. 



Sigifrid 
comitis. 



— 423 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Burkhard. 



1100. 



Hatto. 



Graf Heinrich. 



1100. 



Burkhard. 



1100. 



W. U. B. I, 392. 



848. 5. Jan. 



W. U. B. I, 135. 



W, U. B. I, 393. 



W. U. B. I, 392. 



— 424 — 



IV. 

Umfang und Grenzen des Mulachgaues. 



Der Miilachgau gehörte zur Würzburger Diöcese 
und umfasste Teile des Kapitels Hall und Crailsheim; 
derselbe begriff das östlich von der blinden Roth, der 
unteren Bühler und dem Kocher zunächst nach Ein- 
fluss der Bühler liegende württembergische und axi- 
grenzendes bayrisches Gebiet, den kleinen nordwest- 
lichen Teil des O.-A. Ellwangen, insofern er Franken 
zugehörte. Ausserdem die östliche Hälfte des O.-A. 
Hall mit Stöckenburg, während das auf dem linken 
Ufer der Bühler liegende Vellberg zimi Kochergan 
zählte, das Hauptkontingent von Ortschaften aber 
stellen die heutigen Oberämter Creilsheim und Gera- 
bronn mit Blaufelden und Schmalfelden. Im Süden 
begrenzt der Mulacbgau den alamannischen oder 
schwäbischen Riesgau ^) , und als äusserste Orte 
Alamanniens dürfen hier eingesetzt werden Neustädtlein, 
Wäldershub, Gxmzach, Matzenbach, O.-A. Crailsheim, 
während Gerbertshofen, Steinbach, Eechenberg zum 
Mulachgau gehören. An dieser Stelle beginnt die 
Grenze zwischen Alamannien und Ostfranken eine 
starke Richtung gegen Süden zu nehmen, so dass noch 



^) Der Riesgau, dessen Name aus der römischen Provinz R&tien 
entstanden ist und heutigen Tages noch im Ries, der landesflblichen 
Bezeichnung der Gegend um Bopfingen, Nordlingen and Ottlingen 
fortlebt (Melchior Meyr hat in seinen Erzählungen „Aus dem Ries" 
Land und Leute meisterhaft geschildert), erstreckt sich aber vor- 
wiegend bairisches Gebiet, von Württemberg begreift er nur das 
fast ganze alamannische O.-A. Ellwangen nnd die sfldliche Spitze 
des O.-A. Creilsheim, sowie Orte des O.-A. Naresheim. 



— 425 — 

Dankoltsweiler dem Mulachgau zugestellt werden muss 
und als letzte Grenzorte des Biesgaues Ellenberc, 
Treppelmühle, Schönau, Borsthof, Klapperschenkel, 
Matzengehren, O.-A. EUwangen und Adelmannsfelden, 
O.-A. Aalen gelten dürfen. 

Im Norden lief die Grenze gegen den Taubergau, 
zwischen Gebsattel und Rothenburg i), Herrentierbach; 
hier stiess der Mulachgau auf den Jagstgau, zu welchem 
Alkershausen gehörte; die Westgrenze gegen den 
Kochergau zu ist bestimmt. Oestlich berührte er den 
Rangau und zwar mag hier die Sulzbach, ein Neben- 
fluss der Wömitz, die Grenze gebildet haben, so dass 
Schillingsfürst noch in den Mulachgau fiel. 



^) Rothenbarg an der Tauber wird zum Molachgau gerechnet. 
(Von Beesen, historische Untersuchung über die Reichsstadt Rothen- 
burg, S. 44, und mit Wahrscheinlichkeit von St&lin I, 321), confer. 
Goilachgaugrenzen p. 486, Anm. I und beiliegende Gaukarte. 



Der GoUachgau. 



I. 
Name und Schreibweise des Gollachgaues. 



Der QoUachgau fiel mit einem Teil des Würz- 
burgischen Landkapitels Iphofen zusammen, welcher 
in üffenheim sein besonderes Centrum bildete und er- 
streckte sich hauptsächlich über bainsches Gebiet; 
von Württemberg gehörte ihm nur die Nordostspitze 
des O.-A. Mergentheim mit Freudenbach, Lohrhof, 
Waldmannshofen an. Das Gollachflüsschen *) , nach 
welchem der Gau benannt ist, entspringt bei üffen- 
heim, fliesst an dem Städtchen Aub vorbei und mündet 
bei Bieberehr in die Tauber. 

In pago Oollogowe 809, Mon. Boic. XVTII, 5. 

In pago Collogouve 807, W. U. B. I, 66. 

In pago OoUachgeuue 889, W. U. B. I, 190. 

In pago CoUachgewi 823, Eccard. Fr. or. 11, 383. 

In pago CoUahagouve s. a. Schannat, trad. Fuld. 122. 

In pago Collahagowe 900, Dronkes C. F. 299. 

In pago CoUahegewe et in comitatu Gerungi 973, 

Harenberg hist. Gandersheimens 1656. 
In Gollogovue in comitatu Gumperti 1018, Mon. Boic. 

28, ^ 294. 
In pago Guligauginse 823, W. U. B. I, 101. 



1) GoUach, alte Form Gullaha, kelt, vgl. den Bach Qullus iu 
Gallien. W. gal = triefen, yielleicht aber auch kymrisch g&l = 
rein, lauter. 



430 — 



n. 
Gaugrafen des Gollachgaues. 



Als Grafen administrieren im Gollcichgau Q^nmg *) 
(973) und Gumbert^) (1018), die wahrscheinlich Sprossen 
desjenigen Geschlechtes, welches auch die Taubergau- 
grafen zeugte; wenigstens erscheint Gerung zwischen 
960 — 973 zugleich als Inhaber des angrenzenden Graf- 
schaftsbezirks •). 



^) Harenberg, bist. Qanderscb p. 1626. 

«) Mon. Boic. XXVin, ^ 2Ö4. 

*) In pago Tabergoae in comitata Gerangi. Harenberg, bist 
Ganderscb. p. 619, a. 960. In comitata Gerungi condtis Dabargenne 
nuncapato ibid. p. 621, a. 978. 



m. 

Orte. 



— 432 — 



Name 

Freudenbach, 

O.-A. Mergentheim. 
Fridunbaoh. 

--^ Bach des Friduin, 
Personenname. 

C. L. ^ 197, 782, 
1053. 



Lohrhof, 

O.-A. Mergentheim. 

Lara. 

= ahd. l&r. giläri — An- 
siedlung- 



Waldmannshofen, 

O.-A. Mergentheim. 
Uualtmannisoua. 

^ Hof des Valtmann. 
C. L. ^ 179, 838, 
1049, 1166. 

W. U. B. I, 172. 



Dornheim, 

Hrsch. G. Hohen- 
landsberg. 
Tornhaim. 



Gau 



i. p. CoUoguve. 



in GoUahegewe. 



Graf 



i. p. CoUoguve. 



i.p.Guliganginse. 



433 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Karl. 



Kaiser Karl. 



Kaiser Ludwig. 



807. 7. Aug. 



W. U. B. I, p. 66. 



Schannat. trad. 
Fuld p. 281. 



708. 7. Aug. 



W. U. B. I, p. 66. 



823. 9. Dez. 



W. U. B. I, p. 101. 



28 



— 434 — 



Name 

Gollhofen, 

L.-G. Uffenheim. 

Gullahaoba. 
= Uofen des Gtüla. 



Iphofen, 

L.-Q. Markt Bibert. 

Ippihaoba. 

-= Hof des Ippo, Ibo. 
Personenname C. L. ^ 
708, 3101. 



Kirchheim, 

L.-G. Würzburg. 

Kyrchaim. 



Wiiianzod.Wiliensheim, 

L.-G. Markt Bibert. 

Unevlendisheim. 

= Heim des Welandus, 
Wiolant, Wielant. 

W. ü. B. I, 14. 55, 128, 
162, 169. 184, 186. 

C. L. ^ 733, 2904. 



Gau 

p. Guligau- 
ginse. 



Graf 



i. p. Guligau- 
giiise. 



i. p. Guligau- 
giuse. 



i. p. Guligau- 
ginse. 



— 435 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser Ludwig. 



893. 19. Dez. 



W. U. B. I, p. 101. 



Kaiser Ludwig. 



823. 19. Dez. 



W. U. B. I, p. 102. 



Kaiser Ludwig. 



823. 19. Dez. 



W. U. B. I, p. 102. 



Kaiser Ludwig. 



823. 19. Dez. 



W. U. B. I, p. 101. 



28* 



436 



IV. 

Umfang und Grenzen des GoUachgaues. 



Der Gollachgau grenzte westlich an den Tauber-, 
südwestlich an den Mulachgau, südlich berührte er 
den Bangau, woselbst die Grenze südlich von Tauber- 
zell die Tauber überschritt, dann über Ohrenberg, 
Ermezhofen, Uttenhofen, Ulsenheim hinlief, sich gegen 
den Iphgau im Osten, von Südwesten nach Nordwesten 
wandte, über Krautostheim, Nordheim und Hütten- 
heim hinzog und dann im Norden dem Badanachgau 
zu im Süden und Westen des Beutbaches blieb und 
von da auf den Höhen, im Norden der Gollaoh wieder 
zum Taubergau einmündete. Im Gegensatz zu 
v. Spruner-Menke's Gaukarte, haben wir Rothenburg 
an der Tauber nicht dem GoUach-, sondern dem Tauber- 
gau zugezählt 1). 



1) Bemsen, Reichsstadt Rothenbarg, 8. 44, and St&ÜD, W. Gesch. 
I, 321, haben diese sp&tere freie Reichsstadt zam Mnlachgaa ge- 
rechnet, da sie aber mit Dettwang in kirchlicher und sonstiger Ver- 
bindung steht und Dettwang in den Taubergan gehört (vgl Stumpf, 
Reichskanzler, III, B. 109), so dürfte Rothenburg weder in den 
Goliach-, noch in den Mulachgau, sondern mit grosserem Rechte in 
den äussersten Süden des Taubergaues gesetzt werden. 



Der Zabergau. 



I. 
Name und Schreibwelse des Zabergaues. 



Der Zabergau, der ähnlich wie der Rhein-, Kraich-, 
Breisgau, die Bar, die Ortenau, der Hegau im Volks- 
mund fortlebt, hat zum Namenspender die Zaber*) 
welche an der nördlichen Seite des Strombergs bei 
Zaberfeld entspringt und nach einem Laufe von sechs 
Stunden bei Laufen in den Neckar sich ergiesst. 

In pago Zabemachgowe 783 — 886, 0. L. m, 139, 142. 

Zaberengouui Mon. Boica 28, B. 315. 

In pago Zabranachgauue 823, W. U. B. I, 98. 

In pago Zabernogouui 1003, W. U. B. I, 240. 

Zaberngow pagus 1221, Cod. Hirs. Württ. Jahr. 1844, 

S. 163. 
Zaberenkowe 1188, Neugard Cod. AI. 11, 13. 
Vallis quae dicitur Zaberkou, 1246. Württemb. Jahrb. 

1844, S. 63. 



^) Zaber, aus kelt Tab = era. Stamm tav = still, ruhig 
Dagegen führt der Ortsname Zabem z. B. im Elsass vermutlich auf 
tabema, Herberge, zurück. 



_- 440 — 



n. 
Gaugrafen des Zabergaues. 



Das Q-rafenamt über den Zabergau übten die Calver 
aus, die über alle angrenzenden Verwaltungsbezirke, 
den Murr-, Neckar-, Ghtrdach-, Enz-, Giema- und Würm- 
gau, die oberste administrative richterliche und mili- 
tärische Leitung besassen; trotzdem ist von ihnen nur 
ein einziger Name überliefert, Adalbert im Jahre 1003 >). 



1) Li comitatu Adalberti comitis 1003, vgl den Man^ria. W. 
ü. B. I, 240. 



m. 

Orte. 



— 442 — 



Name 

Bönnighelm, 

O.-A. Besdgheim. 

= Heim des Buning. 



Botenheim, 

O.-A. Brackenheim. 

Batenheim. 

= Heim des Bato, in 
Zusammensetzungen wie 
Batolf. 

C. L. 601, 847. 



Erligheim, 

O.-A. Besigheim. 

Inerninchlieiin. 
Herlincheim. 

= Heim des Inerning. 



Dürren oder Frauen- 
zimmern, 

O.-A. Brackenheim. 

Oimbren. 
Zimbra. 

= dat. plur. = bei den 
H&usem. 



Gau 

i. p. Zabemach- 
gowe. 



Graf 



i. p. Zabemach- 
gowe. 



1. p. Zabemach- 
gowe. 



i. p. Zabranach- 
gauue. 



— 443 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Sigifrid. 



773. 15. Dez. 



Wolfmunt. 
Kaiser Friedrich. 



805. 20. Sept. 
1161. 



Hilteburg. 
Kais. Friedrich I. 



793. 
1186. 



16. Febr. 



Wolfmunt. 
Adalbold. 



805. 20. Sept. 
823. 



C. L. n, 139. 



C. L. n, 142. 
W. U. B. n, 136. 



C. L. n, 140. 
W. U. B. n, 245. 



0. L. n, 142. 
W. U. B. I, 98. 



- 444 — 



Name 



Gugellngen, 

O.-A. Brackenheim. 

Gugelingen. 

= Bei den Angehörigen 
des Qogilo. 



Hausen, 

O.-A. Brackenheim. 

Husen. 
Hvsen. 



Magenheim, 

O.-A. Brackenheim. 

Meginheim. 

= Heim des Mago, be- 
liebter Name im Compos. 



Meinsheim, 

O.-A. Brackenheim. 

Megiubotesheim. 
= Heim des Maginboto. 



Gau 



Graf 



i. p. Zabemach- 
gowe. 



i. p. Zaberen- 
kowe. 



— 445 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kais. Friedrich I. 



1188. 23. Mai. 



W. U. B. II, 256. 



Kais. Friedrich V. 

Bischof Konrad 

von Speier. 



1122. 
1207. 



5. März. 



W. ü. B. I, 352. 
W. U. B. n, 358. 



Bebo. 
Liutfrit. 



819. 
839. 



11. Nov. 
29. Juni. 



C. L. n, 141. 
C. L. n, 141. 



Schenkungsbuch 
des Klosters 
Beichenbach. 



1150. 

1188. 



W. U. B. n, 402. 
W. U. B. n, 253. 



— 446 — 



Name 

Rodenbachhof, 

Gemeinde Pfaffen- 

hofen, 

O.-A. Brackenheim. 

Bodenbach. 

= Roteiibach,Flii88name, 
wohl kelt. zur Wurzel rad 
fodere; vgl. Rodanus, Rhdne. 



Stockheim, 

O.-A. Brackenheim. 

Stochheim. 

= Ansiedlung an der 
Stelle eines abgeholzten 
Waldes. 

Alaman. Gaugrafschaft 
Binl. S. 61. 



Wahlheim, 

O.-A. Besigheim. 

Waleheim. 

= Heim des Walo, des 
E&mpfers; zahlreich zu- 
8ammengesetzt, z. B. Wala- 
frid. 



Weiler, 

O.-A. Brackenheim. 

Wilare. 



Gau 



Graf 



in comitatu 
Burchardi 
comitis. 



447 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Hilteburg. 



793. 16. Febr. 



C. L. m, 140. 



Bischof Anno 
V. Worms. 



950—76. 
1150. 



W. U. B. I, 212. 
W. ü. B. n, 397. 



König 

Heinrich IV. 



1075. 9. Okt. 



W. U. B. I, 280. 



Kaiser 

Heinrich V. 



1122. 5. März. 



W. ü. B. I, 852. 



— 448 — 
IV. 

Umfang und Grenzen des Zabergaues. 



Dieser Gau liefert den deutlichsten Nachweis, dass 
Diöcesen und Dekanatsgrenzen sich durchaus nicht 
immer mit den Gaugrenzen identifizieren lassen, wenn 
auch nicht zu läugnen ist, dass bei der kirchlichen 
Organisation auf die seit Jahrhunderten schon fest be- 
gründete poHtische Gliederung eine möglichst weit- 
gehende Bücksicht geübt wurde. Der Zabergau setzt 
sich zusammen aus Bruchstücken zweier ganz ver- 
schiedener Bistümer zugehörigen Euralkapitel, dem 
wormsischen Dekanat Schwaigern mit Botenheim, 
Kircheim a. N., Meinsheim tmd dem speirischen Land- 
kapitel Bönnigheim, Erligheim, Michaelsberg und 
Bönnigheim selbst. Der Zabergau ist etwas stief- 
mütterlich ausgestattet worden gegenüber den anderen 
fränkischen Gauen Württembergs, die Anzahl der ihm 
zugeteilten Orte ist eine auffallend geringe. Im Süd- 
osten grenzte er eine kurze Strecke gegen den Murr- 
gau, von dem er durch die Enz geschieden wurde, 
und traf auf der weiteren Südseite mit dem Enzgau 
zusammen, hier waren Erligheim, Freudenthal die 
letzten Zabergauorte ; gegen Norden trennte ihn 
Heuchelberg vom Gardachgau, die Grenze lief dem- 
gemäss dem Gebirgszug von Südwesten nach Nord- 
osten nördlich von Michelbach, Stockheim, Dürren- 
zimmem zwischen Nordhausen und Nordheim zum 
Neckar. Bei Klingenberg erreichte die Grenze den 
Neckar und lief an dessen Westufer gegen den Neckar- 
gau hin fort zwischen Kaltenwestheim und Walheim 
diesen Fluss überschreitend. 

Gegen Westen schieden ihn die Höhen westlich 
der Zaber vom Kraichgau. 



Der Gardachgau. 



20 



L 

Name und Schreibweise des Gardachgaues. 



Der Gardachgau wird zum erstenmal in einer 
Lorscher Urkunde des Jahres 765 erwähnt und weist 
auf den alten Namen' des Leinbaches hin, an den noch 
die drei Orte Gartach erinnern. Derselbe umfasste 
den nördlicheren, jenseits des Heuchelbergs gelegenen 
und dem Leingebiet angehörigen Teil des O.-A. Bracken- 
heim und das auf der linken Seite des Neckars be- 
findliche Stück des O.-A. Heilbronn, von ersterem die 
Orte Kleingartach, Schwaigern, Massenbachhausen, 
Nordheim, von letzterem Gross- und Neckargartach, 
Böckingen, Frankenbach, Biberach, BöUingerhof, Ober- 
und Untereisisheim wird in den Urkunden bald dem 
Gardach-, bald dem Neckargau zugeteilt, doch dürfte 
der Ort nach der ganzen Lage eher dem Gardachgau 
zufallen. 

EorchUch lagen die meisten Orte im Wormsischen 
Landkapitel Schwaigern, enthielt doch dieses letztere 
in seinem westlichen Teile mehrere Elsenzgaue- und 
in seinem südUchen mehrere Zabergauorte, während 
andererseits das zabergauische Bönnigheim bereits 
dem Speirer Bistum zugehörte. 



29* 



— 452 — 

n. 
Gaugrafen des Gardaehgaues. 



Von Grafen werden im Gardachgau genannt: 
Burkhard, ftir die Zeit von 950—976 »); später findet 
man Glieder des Oalwischen Hauses als Verwalter der 
Grafschaft, die meist den Tau&iamen Adalbert führten 
und das Grafenamt über Murr-, Glems-, Wtirm-, Enz-, 
Zaber- und Gardachgau ausübten. 



W. ü. B. I, 212. 



m. 

Orte. 



454 — 



Name 

Aschelm, abgeg. 
— Heim des Asco. 



Biberach, 

O.-A. Heilbronn. 

Biberaha. 

= Bibra als Flassname, 
kelt.; babhras =s braun. 



Böckingen, 

O.-A. Heilbronn. 

Bochinga. 

= bei den Angehörigen 
des Bucco. 

C. L. 1176. 3242. 



Gau 

i. p. Gardach- 
gowe. 



Graf 



i. p. Gardach- 
gowe. 



Böliinger Hof, 

O.-A. Heilbronn. 

Bollinga. 

= bei den Angehörigen 
des Bolo. 

C. L. 3293. 



— 455 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Ringolf. 



818. 26. Jan. 



C. L. n, 134. 



Bihhart. 
König Ludwig. 



828. 1. Aug. 
856. 20. Aug. 



C. L. n, 559. 
W. U. B. I, 149. 



Milo. 

Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



780. 13. März. 
1037. 16. Aug. 



C. L. n, 134. 
W. U. B. I, 265. 



Adalbold. 



823. 



W. TT. B. I, 98. 



456 



Name 

Eisisheim (Ober-, 
Unter-), 

O.-A. Heilbronn. 

Isenheim. 

= Heim des Iso; h&nfig 
in Zusammensetzang, z. B. 
Isanrobert 



Frankenbach, 

O.-A. Heilbronn. 

Francunbaoh. 

= Nach demVollustamm 
der Franken. 



Grossgartach, 

O.-A. Heilbronn. 

Mihelingard a. 

= Nach der Qartach; 
ahd., mhd. michel = gross. 



Gurilfesheim, abgeg. 

= Heim des Gurilf. 



Gau 



Graf 



— 457 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



öiselhart. 



791. 25. Juni. 



C. L. n, 569. 



Witroz. 
Hartungus. 



767. 
799. 



25. Juli. 
16. Juni. 



0. L. n, 560. 
C. L. n, 564. 



König Otto m. 



988. 



1. Jan. 



W. U. B. I, 229. 



Härtung. 



799. 16. Juni. 



C. L. n, 564. 



— 458 — 



Name 

Helmstadt, 

B.-A. Sinsheim. 

Helmestat. 

= St&tte des Hellmant. 



Hetenesbacb» abgeg. 

= Bach des Hetano: 
von Heto, ahd. hada = 
Kampf. 



Gau 

i. p. Gardach- 
gowe. 



Graf 



p. Gardach- 
gauue. 



Kirchhausen, 

O.-A. Heilbromi, 

Eychusa. 



Gartach, Klein- 

O.-A. Brackenheim. 



459 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Hildebertus. 



814. 7. Aug. 



C. L. n, 559. 



Adalbold. 



823. 



W. U. B. I, 98. 



König Ludwig. 



856. 20. Aug. 



W. U. B. I, 148. 



Konrad von 
Merlenheim. 



1109. 



W. U. B. I, 339. 



— 460 — 



Name 

Massenbachhausen, 

O.-A. Brackenheim. 

Hnsen. 



Neckargartach, 

O.-A. Heilbronn. 

Negger Gardaha. 



Gau 

i. p. öardach- 
gowe. 



Graf 



Nordheim, 

O.-A. Brackenheim. 

Nordheim. 
= Nordliche Ansiedlung. 



Riechen, 

B.-A. Sinsheim. 

Beuchen. 
= Schlucht, mhd. = rihe, 



i. p. Gkrdach- 
ganue. 



— 461 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Alfrid. 



Kaiser 

Friedrich I. 



Adalbold. 



Albrichus. 



805. 13. Mai. 



0. L. m, 132. 



1161. 



W. ü. B. n, 136. 



823. 



W. U. B. I, 98. 



790. 24. Mai. 



0. L. n, 573. 



— 462 — 



Name 

Schluchtern, Bad. 
B.-A. Eppingen. 

Slutra. 

== Schlacht 



Schwaigern, 

O.-A. Brackenheim. 

Suegerheim. 

— Heim des Swiger, 
Suiger. 



Sinsheim, Bad. 

B.-A. Sinesheim. 

-^ Heim des Sommo. 
C. L. ni: 2606. 



Titricheshusen, abgeg. 

= Hausen des Titrich, 
Dietrich. 



Gau 

i. p. Gardach- 
gowe. 



Graf 



i. p. Gardach- 
gowe. 



i. p. Gardach- 
gowe. 



463 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Elngilbertus. 



Libwart. 
Snelfolc. 



Fridegoz. 



Snelfolk. 



884. 24. Mai 



0. L. n, 552. 



819. 1. Mai. 
826. 27. Mai. 



0. L. n, 562. 
C. L. U, 132. 



803. 24. April. 



0. L. m, 129. 



825. 27. Mai. 



C. L. m, 132. 



464 ~ 



Name 



Utenhusa, abgeg. 

= Hausen des üto 
alter Personenname. 



Widegavenhusa, abgeg. 

= Hausen des Wido 
gowo. 

0. L. 2751. 



Wimpfen, hess. Stadt. 
Wimpina. 



Gau 



Graf 



465 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Rihhart. 



826. 1. Apiil. 



C. L. II, 559. 



Bemher. 



817. 9. März. 



0. L. n, 570. 



König Ludwig 



856. 20. Aug. 



W. U. B. I, 148. 



RO 



— 466 — 



IV. 

Umfang und Grenzen des Gardaehgaues. 



Der Oturdachgan umfasste auf dem linken Neckar- 
ufer den zum Leingebiete gehörigen Teil der Oberämter 
Brackenheim und Heilbronn, von letzterem auch nocli 
das Gebiet des Gründelbaches mit Gross-, Hein- 
und Neckargartach, Massenbachhausen, Schwaigern, 
Böokingen, Frankenbach, femer Biberach, Böblingerhof, 
Ober- und Untereisesheim, sowie einen ganz kleinen 
angrenzenden Strich von Baden. Die meisten Orte 
dieses Gaues lagen im Wormsischen Landkapifcel 
Schwaigern, enthielt doch dieses letztere in seinem 
westlichen Teile mehrere Orte des Elsenzgaues und 
in seinem südlichen mehrere Zabergaudörfer, während 
andererseits das zabergauische Bönnigheim schon zum 
Bistum gehörte. Im Osten trennte der Neckar ihn 
vom Neckargau, im Westen gegen den Kraichgau lief 
die Grenze auf den Höhen westlich von Leinbach hin 
an Steppach vorbei; Leonbronn, Ochsenberg, Klein- 
gartach, Niederhofen, Stetten, Steppach, Adelshofen, 
Elsenz ^) dürfen wir als die letzten gardachgauischen 
Orte ansehen. Gegen Süden lag der Zabergau gegen 
den Nordheim, der der vorgeschobenste Posten des 
Gerdachgaues war. Ln Norden führte die Grenze 
gegen den Elsenzgau über Bicheu, Berwangen, 
Elirchardt und Treschklingen zum Neckar, den sie 
nördlich von Wimpfen erreichte. 



1) Elsenz wird übrigens auch in den Elsenzgau gesetzt. Alautia 
in pago Elsezgowe 773, C. L. II, 514. 



— 467 — 

Riehen, KircKhaosen zählen noch zum Gardach- 
gau, Berwangen*), Hilsbach, Steinsfurth, Gimpem, 
Sigelsbach fallen in den Elsenzgau und kirchlich in 
das wormsische Ruralkapitel Waibstadt. Auf Grund 
dieser urkundlich gestützten Fixierung der Grenzlinie 
dürfen als fester Bestand des Gardachgaues nach- 
stehende Orte angesehen werden: Biberach, Böckingen, 
Böllingerhof, Ober- und Untereisesheim, Gross- und 
Klein-Neckargartach, Hipfelhof, Kirchhausen, Massen- 
bach, Massenbachhausen, Schwaigern, Stetten unter 
dem Heuchelberg. 



^) Kremer, Gesch. des rheinischen Franziens, 8. 90, rechnet mit 
Unrecht Berwangen za den Gardachorten, cf. 0. L. III, 140, villa 
Berwangen in Blsenzgowe. 



30* 



Der Enzgau.*' 



*) Oonfer. «Die frankiAchen Gaae Badens** II, 95—116. 



Orte. 



- 472 — 



Name 

Aurich, 

O.-A. Vaihingen. 

Hvra. 

= Zu ahd. uro = Auer- 
ochse. 

Bernhardsweiler, 

O.-A. Maulbronn. 

Bemharteswilare. 

= Weiler des Bernhard. 
Der Eigenname zusammen- 
gesetzt aus dem Tiemamen 
bdro u hardo = kflhn. 



Bietigheim, 

O.-A. Besigheim. 

Butenoheim. 
Bundincheim. 

= Heim des Buding, des 
Gebieters, got biutan = 
gebieten. 



Bonlanden, abgeg. Ort. 

O.-A. Vaihingen. 

Bonenlanden. 

== Ein mit Bäumen be- 
wachsener Ort, mhd. boumi 
böm, bön = Baum. 



Gau 



i. p. Enzigove. 



Graf 



i. p. Enznigowe. 



— 473 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Günther 
von Speier. 



1147. 



W. U. B. II, p. 41. 



Stift Flonheim. 



1194. 



W. ü. B. I, p. 298 



Bischof Günther 
von Speier. 

Comat. 



1148. 



789. 13. Juni. 



W. ü. B. n, p. 45. 



C. L. n, 461. 



Kaiser 

EViederich I. 



1156. 8. Jan. 



W. U. B. n,p. 101. 



— 474 — 



Name 



Dertingen, 

O.-A. Maulbronn. 

Tardingen. 



Eckenwelleriiof, 

O.-A. Maulbronn. 

Eokenwilere. 



Enzweihingen, 
O.-A. Vaihingen. 

Wihingen. 

= Bei den Angehörigen 
des Wiho. 



Escincheim, nicht zu 
ermitteln. 

= Heim des Esco, zu- 
sammenhftngend mit Esche. 



Fflilmenbachhofy 

O.-A. Maulbronn. 

Vilmutebaho. 



Gau 



Graf 



p. Encingowe. 



— 475 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



König Heinrich I. 



1153. 



W. U. B. n, 75. 



Kaiser 
Friedrich I. 



1156. 8. Jan. 



W. U. B. n, 101. 



Bischof Günther 
von Speier. 



1160. 1. Juli. 



W. U. B. n, 134. 



Altmann. 



774. 25. Aug. 



0. L. n, 462. 



Kaiser 

Friedrich L 



1156. 8. Jan. 



W. U. B. n, 101. 



— 476 — 



Name 

Glattbach, 

O.-A. Vaihingen. 

Glatebhac. 

== Eelt. Wort, dessen 
Bedeatnng dankel ist, cf. 
FOretemann, Altd. Namen- 
buch II, 582; eine Beziehung 
zum ahd. glat — glänzen, 
ist gewagt 



Horrheim, 

O.-A. Vaijiingen. 

Horoheim. 

= Ansiedlung im Sumpf- 
land ahd. horo = Sumpf; 
cf. Gaugrafschaften des ala- 
mannischen Badens. Einl.67 



Iptingen, 

O.-A. Vaihingen. 

Ubetingen. 



Maulbronn, O.-A. St. 

Mulinbrunnen. 

= Mahle am Bach. 



Gau 



Graf 



i. p. Enzingowe. 



— 477 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser 
Heinrich VI. 



Herifuns. 



Kaiser 
Heinrich VI. 



1196. 20. Mai. 



W. U. B. n, 318. 



829. 



0. L. n, 403. 



1194. 28. Jan. 



W. U. B. n, 301. 



Bischof Günther 
von Speier. 



1157. 



W. U. B. II, 105. 



— 478 — 



Name 

Metterzimmern, 

O.-A. Besigheim. 

Cimbren. 
= Bei den WohnimgeD. 



Nussdoif, 

O.-A. Vaihingen. 

Nozdorf. 



Pulverdinger Hof. 

O.-A. Vaihingen. 

Bomeltingen. 



Ober,- Unter-Riexingen, 

O.-A. Vaihingen. 

Botgisinga. 

= Bei den Angehörigen 
des Ruotger, des Speei> 
berühmten. 



Rotmarsheim, abgeg. 
Ort. 

= Heim des Rotmar, 
ahd. = hruot Rassn, märe 
= berahmt. 



Gau 



Graf 



i. p. Enzingowe. 



i. p. Enzingowe. 



479 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser 
Friedrich I. 



1161. 



W. U. B. n, 136. 



Bischof Günther 
von Speier. 



Bischof Günther 
von Speier. 



Albolf, 



1160. 1. Juli. 



W. U. B. II, 134. 



1147. 



W. U. B. n, 41. 



796. 



C. L. n, 453. 



Hildemarus. 



768 22. Sept. 



C. L. n, 463. 



— 480 



Name 



Rosswag, 

O.-A. Vaihingen. 



Sachsenheim, Gross- 
tmd Klein-, 
O.-A. Vaihingen. 
Sachsenheim. 

= Erinnert an die Ver- 
pflanzung der Sachsen dorch 
Karl den Grossen. 

cf. Latzelsachsen, Gross- 
sachsen, Hohensachsen. 



Steinbacher Hof, 

O.-A. Maulbronn. 

Steinbach. 



Vaihingen, O.A., St. 
Feinga. 

— Bei den Angehörigen 
des Veo, got = faiha. 



Gau 



Graf 



— 481 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Günther 
von Speier. 



1148. 
1160. 



1. Juli. 



W. U. B. n, 45. 
W. K. B. n, 134. 



Kaiser 
Friedrich I. 



1161. 



W. U. B. n, 136. 



Hauptkirche zu 
Speier. 



1178. 



W. U. B. n, p. 187. 



Ouniberct. 
Konrad von 
Merlenheim. 



779. 
1109. 



9. März. 



W. U. B. n, 438. 
W. U. B. I, 389. 



31 



— 482 — 



Name 

Weissach, 

O.-A. Vaihingen. 

Wisahe. 



Weinsberg, 

O.-A. Vaihingen. 

Winsperö. 

= Berg, auf dem Wein 
wächst- 



Wiernslielm, 

O.-A. Maulbronn. 

Winresheim. 

■= Heim des Winiher, 
ahd. wini := Freand, her = 
erhaben. 



Wurmberg, 

O.-A. Maulbronn. 

Wurenbero. 
= Berg an der Wurm. 



Gau 



Graf 



— 483 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Kaiser 


1196. 20. Mai. 


W. 


ü. B. n, 318. 


Heinrich VI. 








Bischof Günther 


1147. 


W. 


U. B. n, 41. 


von Speier. 








Kaiser 


1186. 


W. 


U. B. n, 245. 


Heinrich I. 








Kaiser 


1194. 28. Jan. 


W. 


U. B. n, 301. 


Heinrich VI. 








Kaiser 


1194. 28. Jan. 


W. 


U. B. n, 301. 


Heinrich VI. 








Markgraf 


1182. 


W. 


U. B. n, 423. 


Heinrich von 








Boasberg. 









31* 



Der Jagstgau. 



*) Confer. „Die fränkischen Gaue Badens" U, 145—160 



Orte. 



— 488 — 



Name 



Alkertshausen, 

O.-A. Künzelsau. 

Hagestaldeshusen. 

sss HAUsen des Hage- 
staldo« Personennamen nidit 
belegt 



Altkrautheiffl, 

O.-A. Künzelsau. 

Crutheim — Creiz- 
heim. 

= Heim des Creizo, in 
Zosammensetzongen, wie 
Oreizolf, C. L. ^ 2384. 



Aschhausen, 

O.-A. Künzelsau. 

Askeshusen. 
Aschehuzen. 

= Hausen beim Eschen- 
wald. 



Gau 



Graf 



489 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Heinrich von 
Mulfingen. 



1100. 



Nortmann. 

Herold, Bischof 
V. Würzburg. 



771. 
1096. 
1171. 



Bischof Heinrich 
V. Würzburg. 



1194. 
1163. 



W. U. B. I, 396. 



C. L. n, 126. 
W. U. B. I, 398. 
W. U. B. n, 161. 



"W. U. B. n, 300. 
W. ü. B. n, 146. 



— 490 — 



Name 

Beiiichingen, 

O.-A. Künzelsau. 

Berlicliingeii. 

= Bei den Angehörigen 
des Berlicbo. 



Bieringen, 

O.-A. Künzelsau. 

Biringen. 

= Bei den Angehörigen 
des Bero, ahd. bdr. 



Bittelbrunn, 

O.-A. Neckarsulm. 
Bittelbrunnen. 

= Zu bintel = Einfas- 
sung, eingefasste Quelle. 



Brecheiberg, abgeg. 
O.-A. Künzelsau. 
Brechelberc. 

= Vom Stamm brignnd 
oy = Wurzel bragh = 
leuchten. 



Gau 



Graf 



i. p. Jagesgowe. 



— 491 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Engelhard von 
Weinsberg. 



1212. 



Bischof Heinrich 
V. Würzburg. 



1163. 



Kaiser 
Friedrich I. 



1161. 



W. U. B. n, 388. 



W. U. B. n, 146. 



W. U. B. n, 136. 



Kaiser 

Friedrich I. 



1157. 15. März. 



W. U. B. I, 110. 



— 492 — 



Name 

Buchenbach, 

O.-A. Künzelsau. 

Buchenbach. 
= ahd. baocha = Bache. 



Gan8bach,0ber-,Unter-, 

O.-A, Künzelsau. 

Giimisbach. 
= Baoh des Qeimo. 



Halsberg-Hof am Stein, 

0,-A. Künzelsau, 
heutzutage beim 
steinernen Kreuz ab- 
geg., unweit Schön 
thal. 

Hallesberc. 
= Berg des Hallo 



Heimhausen, 

O.-A. Künzelsau. 

Heimenhusen. 

= Haasen des Heimo, 
sehr beliebter Eigenname. 
C. L. 5L- 49, 58, 134, 312. 



Gau 



Graf 



— 493 - 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Sigiloch. 



Burkhard. 



Kaiser 

Heinrich I. 



Heinrich von 
Mulfingen. 



1100. 



W. U. B. I, 405. 



1096. 



W. U. B. I, 398. 



1157. 15 März. 



W. U. B. n, 109. 



1100. 



W. U. B. I, 396. 



— 494 



Name 


Gau 


Graf 


Heuchlingen, 

O.-A. Gerabronn. 
Filiale von Kieth- 
bach. 


i. p. Jagesgowe. 


in comitatu 
Hecelonis 
comitis. 


Hochilheim. 






== Bei den Angehörigen 
des Hochilo, Demin. T.Hugo. 






Hiupenhusen, unbek. 


i. p. Jagesgowe. 




= Hausen des Huppo. 




- 


Korb, nördlich von 
Widdern. 
O.-A. Neckarsnlm. 






Corbe. 






= Kleines Haus. 






Lampoidshausen, 

O.-A. Neckarsulm. 






Lampoldeshusen. 






= Hausen des Lantbold, 
Personenname, 0. L. ^ 
167, 3667—3561. 







— 495 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



1054. 10. Juli. 



W. U. B. I, 272. 



Trutgart. 



800. 23. Febr. 



C. L. m, 127. 



Sigiloch. 



c. 1100. 



W. U. B. I, 405. 



Burkhard. 



1100. 



W. U. B. I. 392. 



496 — 



Name 

Marlach, 

O.-A. Künzelsau. 

Marloho. 

= Wald des Maro, ahd. 
10b, lat. lacas = Wald. 



Mockeheim, abgeg. 

— Heim des Mecco. 



Möckmühl, 

O.-A. Neckarsulm. 

Mechitamulin. 
= MOhle der Mechita. 



Mulfingen, 

O.-A. Künzelsau. 

Muluingen. 



Neusass, 

O.-A. Künzelsau. 

Nuweseze. 
-= Neue Ansiedlung. 



Gau 



Graf 



i. p. Jagstgowe. 



— 497 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Engelhard von 
Weinsberg. 



1212. 



W. U. B. n, 388. 



778. 9. März. 



C. L. m, 127. 



Hatto. 



846. 18. Juli. 



W. U. B. I, 133. 



Heinrich von 
Mulfingen. 



1100. 



W. U. B. I, 396. 



Kaiser 

Friedrich I. 



1157. 15. März. 



W. U. B. n, 109. 



32 



498 — 



Name 



Otzendorf, abgeg. bei 
Hollenbacli. 

= Dorf des Ozino. 



Bengerehausen, 

O.-A. Mergentheim. 

Bengeaheim. 
= Heim des Rango. 



Buchsen, 

B.-A. Adelsheim. 

Bohisheim. 

= Heim des Roho, in 
Verbindoogen Roholf. G. 
L. n£: 376. 



Tltricheshelm, imbek. 

= Heim des Titrichs, 
Dietrich, des anter dem 
Volke Mftchtigen ahd. diot 



Gau 



i. p. Jagesgowe. 



Graf 

in comitatu 
Hecelonis 
comiids. 



i. p. Jagesgowe. 



i. p. Jagesgowe. 



i. p. Jagesgowe. 



— 499 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Baldo. 



Teuihau. 



Snelfolc. 



1054. 10. Juli. 



W. U. B. I, 272. 



771. 12. Juni. 



C. L. m, 126. 



776. 27. Dez. 



C- L. m, 124. 



862. 27. Mai. 



C. L. n, 132. 



32* 



— 500 — 



Name 
Wagelingen, imbek. 

= Bei den Angehörigen 
des Wagilo, Demin. v . Wago. 
C. L. ^ 491, 2276, 



Widdern, 

O.-A. Neckarsulm. 

Witterheim — 
Wideren. 

= Heim des Witaro, eh- 
sammenh&ngend mit widu 
= Holz. 



Gau 



i. p. Jagesgowe. 



Graf 



i. p. Jagesgowe. 



ZOttlingen, 

O.-A. Neckarsulm. 

Zutilinga. 

= Bei den Angehörigen 
des Zutilo, Demin. von Zoto. 



— 501 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Trutgart. 



800. 23. Febr. 



C. L. n, 127. 



Burkhard. 



1100. 



W. U. B. I, 392. 



Hatto. 



846. 18. Juli. 



W. U. B. I, 133. 



Der Neckargau 

inclus. Brettachgau. 



*) 



*; Gonfer. „Die frftnkischen Qaue Badens* II, p. 161—180. 



Orte. 



_ 506 — 



Name 



Gau 



Graf 



Altlaiitern, 

O.-A. Weinsberg. 

Luutra. 

= ahd. hlutra reni. 
Lantern das plar. 



Auenstein, 

O.-A. Marbach. 

Osteim. 

= Stein. Burg des Owo. 

et Alamannische Gau- 

grafBchaften, BSnleit. S. 66. 



Bachenau, 

O.-A. Neckarsulm. 

Baoherlieim. 

= Heim des Baccho in 
Bacchilt. 

0. L. ^ 28«. 



Binswangen, 

O.-A. Neckarstdm. 

Binrzwange. 
= Ebenes Feld. 



— 507 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Ounibert. 



779. 9. März. 



W. U. B. n, 438. 



Schenkungsbuch 
des Klosters 
Beichenbach. 



1150. 



W. U. B. n, 405. 



Hartwin. 



782. 10. Febr. 



0. L. n, 470. 



Pabst 
* Alexander m. 



1178. 8. Nov. 



W. U. B. n, 179. 



508 



Name 



Böttingen, 

O.-A. Neckarsulm. 

Bettdngheim. 

= Bei den Angehörigen 
des Betto. 

0. L. B£: 966, 1886. 



DahenfBid, 

O.-A. Neckarsalm. 

Tahenuelt. 
= Feld des Taho. 



Eisisheim, Unter- 

O.-A. Heilbromi. 

Iseinsheim. 
=: Heim des Ising. 



Ellhofen, 

O.-A. Weinsberg. 

fUlenhouen. 

— Hof des EUo. 
0. L. 5E: 990. 



Gau 



Graf 



— 509 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bemo. 



799. 



0. L. n, 479. 



Papst 

Alexander HI. 



W. U. B. n, 186. 



König Ludwig. 



856. 20. Aug. 



W. ü. B. I, 149. 



Bischof Gebhard 
V. TVürzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



— 510 — 



Name 



Erisheim, abgeg. 
= Heim des Ero. 



Grantschen, 

O.-A. "Weinsberg. 

Grawzesheim. 

= Heim des Granzo. 
C. L. nr. 167. 



Gruppenbach (Ober-, 

Unter-), 

O.-A. Heilbromi. 

Gruppenbach. 
=^ Flussname. 



Hassmarsheim, bad. 
B.-A. Mosbach. 

Hasmaresheim. 

= Heim des Hasmar. 



Heilbronn, O.A., St. 

HeKbrunna. 

= Gesundbrunnen. 



Gau 



i. p. Neckergowe. 



Graf 



i, p. Neckergowe. 



i. p. Neocraugau- 
ginse. 



— 511 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Liat&ied. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



773. 



1037. 16. Aug. 



C. L. II, 525. 



W. U. B. I, 265. 



Konrad von 
Merlenheim. 



1109. 



W. TJ. B. I, 339. 



Gerfrid. 



771. 7. Juni. 



C. L. n, 471. 



Kaiser Ludwig. 



823. 19. Dez. 



W. U. B. I, 101. 



— 512 — 



Name 

Heinrieth (Ober-, 
Unter), 

O.-A. Weinsberg. 

Henrid. 



KaKenwestheim, 

O.-A. Besigheim. 
Westeim. 



Kocherthurn, 

O.-A. Neckarsulm. 

Dume. 



Kirchheim, 

O.-A. Besigheim. 

Kiricheim. 



Löwenetein, 

O.-A. "Weinsberg. 
Lewenstein. 

= Stein, Burg auf emem 
Hügel, lewen; got hlairs 
=:: Hügel. 



Gau 



Graf 



i. p.Neckargowe. 



in comitatn 
Eberhardi 
comitis. 



— 513 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser 

Friedricli I. 



1181. 18. Mai. 



W. TJ. B. n, 215. 



Kaiser 

Heinrich V. 



1122. 5. März. 



W. U. B. I, 352. 



Papst 

Alexander HI. 



1176. 8. Nov. 



W. U. B. n, 179. 



1059. 22. Nov. 



W. ü. B. I, 275. 



Kaiser 

Heinrich VI. 



1194. 28. Jan. 



W. TJ. B. n, 302. 



33 



— 514 — 



Name 

Neckarsuim, O.-A. 

Sulmara. 

= Sulm. Flaamame, kelt 



Schwalbach, 

O.-A. Weinsberg. 

Suabbach. 

= Bach des Swabo; 
h&ufiger Eigenname. 



Stangenbach, 

O.-A. Weinsberg. 

Stangbach. 



Gau 



Graf 



Weiler, 

O.-A. Weinsberg. 

Wilare. 



— 515 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Plitrick. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



Cuniberct. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



771. 10. Juli. 



C. L. n, 606. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



779. 9. März. 



W. U. B. n, 438. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



aa* 



— 516 — 



Der Bret- 



Name 

Bretzfeld, 

O.-A. Weinsberg. 

Bretesfeld. 

= Feld des Breite oder 
Ebene an der Brettach. 

Erienbach, 

O.-A. Neckarsulm. 

Erlinbach. 
= Bach des Eric. 

Laurach, 

O.-A. Oehringen. 

Lorecho. 
= Flussname, kelt. 

Langenbeutingen, 

O.-A. Oehringen. 

Butinga. 

= Bei den Angehörigen 
des Bato in Butwin. 
C L. ^. 443. 

Mainhardt, 

O.-A. Weinsberg. 

Meginhart. 
— Wald des Mego, Mago. 



Gau 



Graf 



i. p. Bretach- 
gowe. 



i. p. Bretach- 
gowe. 



- 517 — 



tachgau. 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



Atto. 



834. 25. Febr. 
1037. 16. Aug. 



0. L. n, 145. 
W. U. B. I, 265. 



Erzbischof 
ßuthard von 
Mainz. 



Savol. 



1090. 



W. ü. B. I, 289. 



865. 



C. L. m, 165. 



Kaiser 

Konrad IE. 



1027. 16. Juli. 



W. U. B. I, 259. 



518 — 



Name 

Massholderbach, 
(Ober-y Unter-)) 

O.-A. Oehiingen, 

Mazzalterbach. 

= Flossname, ahd. 
maszaltera. 

cf. Back, p. 176. 



Neuenatadt, 

O.-A. Neckarsulm. 

Helmanabiunde. 

=: Besitctam des Hel- 
mano; häufiger Eigenname, 
bes. in ZnsammensatE. 



Pfedelbach, 

O.-A. Oehringen. 

Phadelbach. 
= Bach am Pfahlgraben. 



Söllbach (Ober-, 

Unter-), 

O.-A. Oehrmgen. 

Selebach. 

= Bach des Selo in 
Beibert. 

C. L. nr. 1641. 



Gau 



Graf 



— 519 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. I, 265. 



Müo. 



797. 17. Mai. 



C. L. n, 145. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. U. B. n, 265. 



Bischof Gebhard 
V. Würzburg. 



1037. 16. Aug. 



W. ü. B. I, 265. 



520 — 



Name 

Wächiingen, abgeg. 
O.-A. Oehringen. 
ITaachaJinga. 

= Bei den Angehörigen 
des Wachiio. 



Westembach, 

O.-A. Oehringen. 

Westembach. 
= Westlicher Bach. 



Wölfingen, abgeg. 

O.-A. Oehringen. 

Uulfinga. 

= Bei den Angehörigen 
des Wulfe. 



Möglingen, 

O.-A. Oehringen. 

Magelingonin. 

== Bei den Angehörigen 
des Magilo. 



Weinsberg, O.-A. 
Vinsberg. 



Gau 



Graf 



i. p. Brethach- 
gowe. 



521 — 



Aussteller 


Datum 


Quelle 


Ctmiberct. 


779. 9. März. 


W. U. B. n, 438. 




814. 11. Mai. 


0. L. n, 145. 


Bischof Gebhard 


1087. 16. Aug. 


W. ü. B. I, 265. 


V. Würzburg. 






Ouniberct. 


779. 9. März. 


W. U. B. n, 438. 


Hiltisnos. 


787. 7. Juni. 


C. L. I, 80. 




1140. 


Ott. Friaing, Chron, 
7, C. 25. 



Der Taubergau.' 



*) Ck>iifer. ttDie frftnkisdien Qaue Badens'' 11, p. 251—255. 



Orte. 



— 526 — 



Name 


Gau 


Graf 


Althausen, 






O.-A. Mergentheim. 






Althusen. 






Apftibach, 






O.-A. Mergentheim. 






Abfelback. 






Asbach, 


i. p.Thovergoove. 


in comitatu 


O.-A. GerabroTin. 




Hecelonis 


Asbach. 




oomitis. 


— Bach, an dem Eschen 






wachsen. 






Creglingen, 


i. p. Touergowe. 


in comitatu 


O.-A. Mergentheim. 




Hecelonis 


Chregelingen. 




comitis. 


Oregelingen. 






= Bei den Angehörigen 






des Oregilo. 







— 527 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Abt Kraft von 
Boxberg. 



1192. 



Juni. 



W.ü. B. n, p.281. 



Burkhard. 



1096. 



W. U. B. I, p. 398. 



1054. 10. Juli. 



W. U. B. I, p. 272. 



Burkhard. 



1045. 13. Nov. 
c. 1100. 



W. ü. B. I, p. 269. 
W. U. B. I, p. 392. 



— 528 — 



Name 

Eberttbronn, 

O.-A. Mergentheim. 

Eberhardes- 
bninnen. 

= Brannen des Ebeiv 
hard. 



Edelflngen, 

O.-A. Mergentheim. 

Vtelfingen. 

= Bei den ADgehOrigen 
des Udilo, Demin. von Udo. 



Louisgarde, 

O.-A. Mergentheim. 

Lochgarden. 
= Waldarnzäunmig. 



Hilgart8hau8en, 

O.-A. Qerabronn. 

Hiltewarteshusen. 

= Haasen des Hiltiwart, 
des Eampfeshaters. 



Gau 



Graf 



529 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kaiser 

Friedrich I. 



1172. 19. April. 



W. U. B.n,p. 1( 



Bischof Otto V. 
Würzburg. 



1207. 



Bischof Gebhard 
V. Wirzburg. 



1150. 



Veit von Ell- 
wangen. 



1147. 



W. U. B. II, p. 366. 



W. U. B. II, p. 55. 



W. U. B. n, p. 42. 



84 



— 530 — 



Name 


Gau 


Graf 








O.-A. Mergentheim, 






in dessen Nähe eine 






Flurgegend noch 






den Namen Holloch 






fiihrt. 






Stalin, W.G.n, 239. 






Hohenloch. 






= Hochgelegener Wald. 






Igelstrut, 


i.p.Thovergoove. 


in comitatu 


O.-A. Mergentheim. 




Hecelonis 


Igilistrooth. 




comiiis. 


= Wald des Igel. Demin. 






von Icho. 






Dronke. R. 25. 






Igereheim, 






O.-A. Mergentheim, 






Jegesheim. 






=^ Heim des Jago. 







— 531 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



König 

Konrad in. 



1146. 21. Nov. 



W. ü. B. n, p. 40. 



1054. 10. Juli. 



W. U. B. I, p. 272. 



Burkhard. 



c. 1100. 



W. U. B. I, 892. 



34* 



532 — 



Name 

Rimbach (Ober-, 
Nieder-), 

O.-A. Mergentheim. 

Brntback. 

= Bach, an dem Rinder 
weiden. 



Markelsheim, 

O.-A. Mergentheim. 

Marcholfesheim. 
Marcholdesheim. 

= Heim dos Marcholf, 
Marcolf. 

Dronke, R. 29. 



Pfltzingen, 

O.-A. Mergentheim. 
Pfuoiche. 
Puzecke. 

= Coilectiv zu phnz, 
lat. puteus = Bronnen. 



Schäftersheim, 

O.-A. Mergentheim. 

Scheftersheim. 

= Ansiedlung derSpiess- 
macher. 



Gau 



i. p. Tvuergowe. 



i. p. Thover- 
govve. 



Graf 

in comitatu 
Hecelonis 
comitis. 



in comitatu 
Hecelonis 
comitis. 



583 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Bischof Otto 
von Bamberg. 



1125. 
1045. 



4. Mai. 
13. Nov. 



W. U. B. I, p. 365. 
W. U. B. I, p. 269. 



Burkhard. 



Guta von 
Boksberg. 

Kaiser 

Friedrich I. 



Kaiser 

Priederich I. 

König 

Conrad ITI. 



1054. 
1096. 



10. JuH. 



W. U. B. I, p. 272. 
W. U. B. I, p. 398. 



c. 1100. 

1155. 29. Okt. 



1172. 19. April. 
1146. 21. Nov. 



W. U. B. I, p. 405. 
W. ü. B. n, p. 94. 



W. ü. B. II, p. 169. 
W. U. B n, p. 40. 



534 — 



Name 

Stuppach, 

O.-A. Mergentheim. 

Stntbach. 
Scubach. 

= Bach, in dessen Nfthe 
sich ein GestQte befindet 



Wachbach, 

O.-A. Mergentheim. 

Wachenbach. 

= Bach des Wachino; 
demin. von Wacho, Wago, 
sehr häufiger Name. 



Weikersheim, 

O.-A. Mergentheim. 

Wichartthesheim. 
Wichartesheim. 

= Heim des Wichart, 
des Kampfesharten; ahd. 
wie = Kampf. 

Dronke, R. 47. 



Gau 



i. p. Tvuergowe. 



Graf 



in comitatii 
Hecelonis 
comitis. 



— 535 — 



Aussteller 



Datum 



Quelle 



Kirche zu 
Comburg. 

Engelhard von 
Weinsberg. 



1095. 14. Febr. 



1212. 



W. ü. B. I, p. 393 



W. U. B. n, p. 388 



1037. 13. Nov. 



W. ü. B. I, p. 269. 



Wipert von 
Weikersheim. 

Friederich, 
Herzog. 



c. 1100. 



1166. 



W. ü. B. I, p. 404. 



W. U. B. H p. 152. 



Nachtrag. 



Grenze des Würmgaues gegen den 
Nagoldgau und die Glehimtra. 



Die Südgrenze des firänkischen Wurm- gegen den 
alamannischen Nagoldgau deckt sich mit der Stammes- 
grenze der beiden Herzogtümer oder was identisch ist, 
der beiden Bistümer Konstanz und Speyer. Somit sind 
die vorgeschobensten Punkte Alamanniens gegen Rhein- 
franken Deckenpfronn, Dachtel, Holzbronn (O.-A. Calw), 
Haselstall, Gültlingen, O.-A. Nagold, sodann jenseits 
der Nagold Kohlersthai, Alsbulach, Lielsberg, Breiten- 
berg, Oberkollwagen, Agenbach, Meistern, Hühnerberg 
und Aichelberg (O.-A. Calw); denn alle oben citierten 
Orte zählten zu den Konstanzer Kirchspielen Efiringen, 
Breitenberg, Neuweiler, Zwerenberg ^). Hier bildete 
also die Teinach, von ihrer Mündung an bis gegen 
Oberkollwagen eine natürliche Stammesgrenze, so dass 
der Ort Teinach halb fränkisch, halb alamannisch ge- 
nannt werden darf 2). 



1) Reyscher Würt. Statutenrecht, p. 566. 

') Den treffendsten Beweis liefert die Dialektyerschiedenheit 
diesseits und jenseits der Teinach, eine Thatsache, welche die 
Calwer O.-A. Beschr. p. 64, falsch gedeutet hat 



540 — 



Südgrenze des Würmgaues gegen 
Nagoldgau und Glehuntra« 

Bei Deufiingen berührt sich der fränkische Wünn- 
mit dem alamannischen Nagoldgau und Glehuntra. 

Zum Würmgau zählen noch Dätzingen, Schaf- 
hausen, Magstadt imd Maichingen, hingegen fallen 
Deufringen, Aidlingen, Döffingen, Darmsheim, Dagers- 
heim und Sindelfingen. 



Grenze des Glemsgaues gegen den 

Püdergau 

(die spätere Grafschaft Württemberg). 

UrsprüngHch fiel die Bistumsgrenze von Konstanz 
und Speier mit der Gaugrenze zusammen, so dass die 
speirischen Orte Eltingen, Leonberg, Höfingen im 
Glemsgau lagen, hingegen das Konstanzische Gerlingen 
zum Fildergau zählte. Unterhfidb Höfingen wurde die 
Glems Bistums- und Gaugrenze, weshalb der links 
von diesem Flüsschen Ditzingens hegende Teil kirch- 
hch zu Speier und poUtisch zum Glemsgau gehörte, 
der rechts von der Glems gelegene in die Konstanzer 
Diöcese eingepfarrt war und im Fildergau lag. 

Weiterhin zog die Grenze nördUch über Mündungen, 
O.-A. Leonberg, Möglingen, Pflugfelden, Geisnang, an 
dessen Stelle jetzt Ludwigsburg erbaut ist, Harteneck, 
Ossweil (edle O.-A. Ludwigsburg). Mehrfach haben 
hier Grenzverschiebungen stattgefunden. Li einer 
Lorscher Urkunde des Jahres 797 wird da3Konst€tnzische 



— 541 — 

Gerungen zum GHemsgau gerechnet^), eine Angabe, 
deren Richtigkeit durch die weitere urkundliche Mit- 
teilung bestätigt wird, dass noch im Jahre 902 nicht 
nur Gerungen, sondern auch ganz Ditzingen in der 
Grafschaft des Glemsgaugrafen Gozbert letgen^). 



Glemsgau-Qrenze gegen den Fildergau. 

Im 12. Jahrhundert scheint sich die Grenze zum 
Nachteil des Glemsgaues verschoben zu haben, 
wenigstens versetzt das Hirschauer Urkundenbuch 8) 
Gerlingen in den ducatus Suevia, d. h. in den vom 
schwäbischen Neckargau im 11. Jahrhundert losgelösten 
Fildergau, die sog. Grafschaft Württemberg, das Kem- 
land des heutigen Königreichs. 

Nach einer, allerdings nicht über jeden Zweifel 
erhabenen Nachricht, trat im Laufe des XTTT. Jahr- 
hunderts eine abermalige Grenzregulierung ein, wonach 
die sonst alamannischen Orte Weil im Dorf, Kom- 
westheim, Zatzenhausen, Pflugfelden, Zuffenhausen dem 
Glemsgau zugewiesen werden*). 



1) C. L. III, ^ 3555. 
*) 0. L. I, ^ 66. 
8) C. Hira. p. 88. 
*) Z. O. G. m, 324 ff. 



— 542 — 



Grenze zwischen Kraich- und Enzgau. 

Die Grenze zwischen Eraich- und Enzgau lief 
von dem nordwestlichen Ende des Stromberges, wo 
der Zabergau anstiess, auf der Wasserscheide der Zu- 
flüsse des Salzbaches und der Enz zum Sauberg und 
auf den Höhen fort zum Eichelberg, wo sie die jetzige 
Landesgrenze erreichte, von da weiter in südwestlicher 
Richtung (Württemberg. O.-A. Beschreib. O.-A. Maul- 
bronn p. 112). 



Grenze des Murrgaues gegen den 
alamannischen Filder- und Drachgau. 

Zwischen Ossweil und Poppenweiler treflFen sich 
die fränkischen Bezirke Glems- und Murrgau, sowie 
der alamannische Fildergau (die spätere Gra&chaft 
Württemberg). Von hier lief die Grenze des Murr- 
gaues gegen den Fildergau zu, nördlich über Siegels- 
hausen, Weiler zum Stein (O.-A. Marbach), Nellmers- 
bach, Herdmann'sweüer imd Oeschelbronn (O.-A. Wait- 
lingen). Bei Eudersberg stiess der Murrgau mit dem 
Filder- imd Drachgau zusammen; der Ort selbst ge- 
holte seiner geographischen Lage gemäss zum 
alamannischen Drachgau, obgleich er kirchlich in die 
Diöcese Speier eingepfarrt war. Zutreffend bemerkt 
Baumann ^), dass südwestlich von Kudersberg die 
Wasserscheide der Wieslauf und der Weissach die 
drachgauischen Dörfer Oppelsbohm und Winnenden 



>) HaumaDn, Gaugrafschaften des Wirtembergischen Schwabens, 
p. 99. 



— 548 — 

von dem murrgaoischen Allnxersbach trennte; dem 
ersteren Flüsschen entlang lief die Grenze von Klaffen- 
bach bis Unterschlechtbach, nördlich über örasgehren, 
Kaisersbach und Altersberg. An der Quelle der 
Wieslauf ist die Markscheide zwischen dem alaman- 
nischen Drachgau und den frankischen Amtskreisen 
Murr- und Kochergau zu fixieren. 



Grenze des Kochergaues gegen Drach- 
iind Biesgau. 

Von der Quelle der Wieslauf bis zum Steigers- 
bach berührten sich Kocher- und Drachgau. In dem 
Gebiete des letzteren lagen Linthal, Mittelbronn und 
Frickenhofen, der nördUchst gelegene Ort; dagegen 
muss man Eothenhaar und Sulzbach, zugleich 
Parochien des Würzburgischen Bistums, dem Kocher- 
gau zurechnen. Oberhalb Untergröningen am Kochergau 
kreuzten sich die alamannischen Drach- und Biesgau 
und der ostfränkische Kochergau. Nur auf eine 
ziemlich kurze Strecke blieben Bies- und Kochergau 
Nachbarn. 

Die Grenze zog hierauf nördlich über Wegstetten 
an Bühlerzell vorbei, welches noch dem Kochergau 
zugehörte; ungefähr an dieser Stelle haben sich 
Kocher- und Mulachgau mit dem ßies begegnet. 



— 544 — 

Grenze des Mulachgaues gegen den 
Biesgau. 

Von Bühlerzell, noch einem Orte des Kochergaues, 
zieht man zur Fixierung der Markscheide zwischen 
Mulach- und ßiesgau eine Linie nördlich über Adel- 
mannsfelden (O.-A. Afiden), Matzengehren, Klapper- 
schenkel, Borsthof, Schönau, Treppelmühle, Ellenberg 
(O.-A. Ellwangen), Matzenbach, Gunzach, Waldershub, 
Neustädtlein. An diesem Punkte fallen die Stammes- 
grenzen der Herzogtümer Alamannien und Franken 
zugleich mit den Gaugrenzen zusammen« 



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Königreichs WURTEMBERG. 




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