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Full text of "Die Gross-Schmetterlinge der Erde : eine systematische Bearbeitung der bis jetzt bekannten Gross-Schmetterlinge"


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Die 

Groß=Schmetterlinge 

der Erde 



'Eine systematische Bearbeitung 
der bis jetzt bekannten Großschmetterlinge 

In Verbindung mit namhaftesten Fachmännern herausgegeben 



von 



Prof. Dr. Adalbert Seitz 



J^ 



STUTTGART 
Verlag des Seiten Werkes (Flifreb Kernen), 



Alle Rechte vorbehalten. 




■A IMS.. WRf 



Druck der Stuttgarter Vereins-Buchdriickerei. 



I. ABTEILUNG: 



Die Großschmetterlinge 



des 



Palaearktischen Faunengebietes 

1. Band: Die Palaearktischen Tagfalter 

Mit 89 kolorierten Tafeln (3470 Figuren) 





Alle Rechte vorbehalten. 



Vorwort. 



Der Gedanke an ein Bestimmungswerk für sämtliche Makrolepidopteren entstand in Australien während 
einer Exkursion des Herausgebers mit dem verstorbenen William Mc. Lf.ay. Die Anregung dieses Naturforschers 
erhielt im Jahre darauf neue Nahrung durch eine Besprechung mit Emilio A. Goeldi, damaligem Direktor am 
Zoologischen Museum in Rio de Janeiro. Sie veranlasste mich, mit Dr. Ü. Staudinger in Korrespondenz zu 
treten, um mit ihm über den Wert einer Vervollständigung seines damals erscheinenden Exotenwerks für alle 
im Ausland tätigen Sammler zu konferieren. Aber die unvollkommene Technik und der Mangel gewisser un- 
erlässlicher Vorarbeiten Hessen <\en Plan vorläufig als undurchführbar erscheinen. Trotzdem arbeitete ich auf 
seine spätere Verwirklichung hin. Es erschien mir notwendig, zunächst sämtliche Faunen und Subfaunen, 
soweit möglich, zu besuchen und ich sammelte, nachdem ich im November 1887 Australien verliess, zuersl 
,1888—891 in Amerika, besonders in Brasilien; 1890 in Indien und China. 1891—92 in Japan, 1902 in Vorder- 
indien und von da ab auf verschiedenen Touren in Afrika. Besondere Aufmerksamkeit verwandte ich auch 
auf die Fauna der Inseln und sammelte auf den Cap-Verden, den Canaren, Madeira. Kanguroo-lsland und 
verschiedenen Inseln Chinas und Ost-Indiens. 

Während dieser auf einen Zeitraum von fast 20 Jahren verteilten Reisen war die Technik in der 
Herstellung von farbigen Abbildungen so weit fortgeschritten, dass man hoffen durfte, bei der für allgemeine 
Verbreitung des Werkes erforderlichen Billigkeit doch kenntliche und nützliche Abbildungen in so grosser 
Zahl zu bringen, dass der Hauptzweck des Werkes als Orientierungsbuch erreicht zu werden versprach. 
Vor allem ermutigte das Erscheinen zahlreicher Vorarbeiten zur endlichen Inangriffnahme der grossen Arbeit. 
Besonders war es Kirby's Catalogue, der die wichtigsten Anhaltspunkte gab. Ihm folgte Staudingek-Rebel's 
Katalog der paläarktischen Schmetterlinge. Ohne diese beiden Werke wäre das vorliegende kaum möglich 
gewesen und es sei mir hier gestattet, noch besonders auf das Dankenswerte dieser mühseligen und lang- 
wierigen Arbeiten aufmerksam zu inachen, die durch Zeit- und Arbeitseinsparung allen ihnen folgenden 
Publikationen zu unersetzlichen Hilfsmitteln wurden. Dann erschienen in rascher Folge die grundlegenden 
Werke von Hampson, Jordan, v. Rothschild und zahlreiche andere, die es möglich machten, die vielen 
faunistischen und beschreibenden kleinen und grossen Schriften von Butler, Drtjce, Elwf.s, Fruhstorfer, 
Godmann, Pagejsstecher, Staudinger , Warren etc. etc. - die gegen hundert hier zu nennenden Namen 
besonders tätiger Entomologen sind in den in diesem Werk gebrachten Autorennamen gegeben — zu einem 
grossen Ganzen in abgekürzter Form zu verarbeiten. 

Als daher im Jahre 1906 der Verlag wegen Übernahme der Herausgabe an mich herantrat, kam 
unter Zuziehung der technischen Institute (Lithograph. Anstalt von Werner & Winter in Frankfurt und 
Artist. Anstalt von Emil Hochdanz in Stuttgart) eine Einigung schnell zustande, wonach ich mit den Be- 
arbeitein der einzelnen Gruppen in Verbindung trat. Es gereicht mir zur ganz besonderen Freude, hier 
meinen Dank für das liebenswürdige Entgegenkommen den Herren Mitarbeitern aussprechen zu dürfen, mit 
dem dieselben auf meine Ideen eingingen. 

Ausser an einer gewissen Gemeinsamkeit der Form wurde nur insoweit an strenger Einheitlichkeil 
der Behandlung festgehalten, als dies für den Zweck des Werkes unerlässlich schien. Im übrigen winde 
der Eigenart aller Autoren soviel Spielraum gelassen, als die Erhaltung ihrer Arbeitsfreudigkeit wünschens- 
wert machte. Der angestrebte Zweck des gesamten Werkes gipfelte darin, für Sammler und arbeitende 
Entomologen ein ganz kurz gefasst es Werk zu schaffen, das in gegenseitiger Ergänzung von Text 
und Bildern ihnen die Möglichkeit bietet, sich schnell über das Wissenswerteste zufällig erhaltener Lepidop- 
teren zu belehren: es sollte ein Handbuch sein, das zu billigem Preise beschafft und auf Reisen leicht mit- 
genommen werden konnte. 

Aus diesem Grundplan erklärt sich die Eigenheit in Anlage und Ausführung des ganzen Werke.-,. 
Die Summe von ca. 4-0 000 Bildern erlaubt den Beschreibungen die denkbarste Kürze, die unbedingt geboten 



B VORWORT. 

war. um die I bersichtlichkeit, als wesentlichstes Momenl bei einem Nachschlagewerk, nicht zu stören. 
Das Herausrücken dei Spezialnamen an den Rand und das der Gattungen und der Bearbeiter an den Kopf 
der Seite erschien mir hier als ein wesentliches Unterstützungsmittel. Bei den Tafeln glaubte ich bei der Über- 
sichtlichkeil des Textes die Beschriftung aufs äusserste beschränken zu dürfen, wenn jedem Bild der Name der 
Species oder der Form beigefügt wurde. Dadurch wurde das umständliche Verweisen durch Figurenziffern 
umgangen, das sich bei dem Bilderreichtum der Tafeln manche Tafeln enthalten 7i> -80 Bilder — zu 
einer Kalamität ausgewachsen hätte. Zudem sind fast durchgehends die Bilder in libersichtliche Reihen und. 
soweit die Technik es erlaubte, in der Textfolge geordnet, was zwar dem Ganzen, ebenso wie die vielen 
Halbbilder, einen wenig schönen und recht monotonen Eindruck verleiht, uns aber darum geraten schien, 
weil wir die Übersichtlichkeit und Handlichkeit im vorliegenden Falle weit über Schönheil und Eleganz 
gestellt haben und uns ein Blenden (\tr Käufer durch künstlerische Anordnung und Ausstaffierung der 
Tafeln auf Kosten ^\r\- Brauchbarkeit durchaus ferne lag. 

hei gleiche Gesichtspunkt hat uns hinsichtlich der Ausführung der Abbildungen geleitet. Es 
wurde hier angestrebt, das vollständigste, was bisher geliefert worden ist, in noch nie dagewesener Billig- 
keit zu bieten, so dass das Werk trotz .seinem beträchtlichen Umfange jedem erreichbar sein sollte. Wenn 
trotzdem mehrfach in unbeeinflussten Besprechungen viele Figuren die getreusten, bis jetzt hergestellten 
genannt werden, so kommt in diesem Erfolg der Aufschwung der modernen Technik, ebenso aber die 
Leistungsfähigkeit der mit der Darstellung betrauten Firmen zum Ausdruck, denen liiemit für ihre sach- 
kundige Behandlung und ihre Aufwendung der Dank des Herausgebers ausgesprochen sei. 

Neben der Billigkeit war die Schnelligkeit des Erscheinens derjenige Punkt, der am wichtigsten 
schien. Alle gleichartigen Werke, ja selbst viele minder umfangreiche, erschienen seither mit immer 
wachsender Langsamkeit und blieben vorübergehend oder dauernd stecken. Im Gegensatz hiezu wurde das 
Tempo bei uns anfangs langsamer und später schneller gewählt und die Zeit bis zum Ablauf des Jahres 1912 
als gesamte Erscheinungszeit festgesetzt. Im Oktober 1906 erschien die erste Lieferung und heute nach 
ca. 30 - monatlichem Erscheinen, wo der erste Band geschlossen vorliegt, sind gegen 100 Lieferungen ver- 
ausgabt, ca. 130 fertiggestellt und viele weiteren Kapitel nähern sich ihrer Vollendung. 

Dies zu erreichen war nur möglich durch die teils nachgesuchte, teils freiwillig angetragene, überaus 
liebenswürdig und selbstlos gebotene Hilfe der meisten Lepidopterologen. Erst als die bedeutendsten 
Sammler der Erde, an ihrer Spitze Baron Rothschild in Tring, gestatteten, ihre wertvollen Schätze den 
Abbildungen zu Grunde zu legen, war überhaupt das Werk möglich geworden. Die Typen des Britisch 
.Museuni. besonders die HEwrrsoN'schen Typen und solche andrer bedeutender Sammlungen in England 
wurden in meisterhafter Weise durch Herrn Horace Knight kopiert: solche des Pariser .Museums durch 
Herrn Poujade; von Tring wurden durch die Herren Jordan und Wahren viele Originale freundlichst be- 
sorgt, von St. Petersburg hatte Herr Sergej Alpheraky die Güte, Beiträge zu senden und von Stockholm 
Herr G. Wkiyii.i.hs. In London halte Herr F. Kikuy die (iüte. manche wichtige Auskunft zu erteilen 
und Sir .1. Hampsoh hatte die Liebenswürdigkeit, mich selbst in die enorme Sammlung des Brit. Museums 
einzuweisen. In- die Sammlungen Süd-Amerikas wiesen mich die Herren Carlos Berg und Emilio A. Goei.üi 
Herr v. [hering hatte sogar die Liebenswürdigkeit, manche Schätze des Musen Paulista dem Transport 
anzuvertrauen. In Asien waren es besonders Mr. Green, Mr. Mackwood auf Ceylon, Mr. Skeutchly in 
Hongkong, Herr Dr. Fritze, Mr. Watson und Herr Schedel in Japan, die mich unterstützten. Die Herren 
Wm. Mc. Lkw. Sydney Olliff und der Custos" Masters erleichterten mir die ausgiebige Benützung australischer 
Museen und Herr Packard sowie Ellison Smyth und Radcl. Grote versahen mich mit Zuschriften über 
wichtige Beobachtungen bezw. mit Material von Nord-Amerika. 

Auch Deutsche und Schweizer Museen haben wichtigen Anteil an dem grossen Unternehmen ge- 
nommen. Vor allem gebührt mein Dank dem königl. Museum in Berlin, dessen Leiter. Herr Prof. Dr. Brauer, 
insoweit es die Bestimmungen zuliessen, mir die weitgehendste Benützung des Materials gestattete, das die 
Herren Prof. Kahsch und Dr. Grünberg mir auszusuchen behilflich waren. Das Senkenberg'sche Museum 
in Frankfurt a. M. und das eidgenössische entomologische Museum in Zürich, letzteres durch die liebens- 
würdige Vermittlung des Herrn Prof. Dr. Stamm rss. unterstützten mich. Ferner eine grosse Reihe von 
Privatsammlungen, die alle zu nennen hier nicht Raum genug wäre. Vor allen abei sei hier der Liberalität 
der Herren Bäng-Haas sen. und jun. Erwähnung getan, die mit ihrem auf dem Kontinent einzig dastehenden 
Reichtum an Material mir eine überaus wertvolle Hilfe gewährten. Diese Firma, die für die Rolle, die Deutsch- 
land heute in der Lepidopterologie spielt, nicht boch genug eingeschätzt werden kann, hat Zeit. Mühe und Material 
in selbstlosester Weise aufgeopfert, um die Vollständigkeit des Werks zu erhöhen und ein grosser Teil der 
im Werke aufgestellten neuen Formen sind den unerschöpflichen Schätzen dieses Weltgesehäftes entnommen. 
Die Spezialsammlungen der Herren Bi'rgefi in Geisenheim, Jacobs in Wiesbaden. I tr. Geest in Freiburg i. I!.. 



VORWORT. 

Dr. Nassaueh in Frankfurt a. M., Ney und Püngeleb in Aachen, Couevoisiee in Basel vertrauten mir seltene 
ünica zum Abbilden an; die beiden zuletztgenannten Herren unterzogen sich der Mühe, Teile des Manuskripts 
durchzusehen. Herr W. Leonhabdt in Frankfurt a. M. stellte mir in liebevoller Weise eine in Jahrzehnten 
aufgebaute Sammlung aller auf Lycaeniden bezüglichen Notizen zur freien Verfügung etc. etc. Es würde 
Seiten füllen, wollte ich alle nennen, die, vielfach unaufgefordert, mir Raritäten und Einzelheiten ihrer 
Sammlung zur Verwendung eingesandt oder angeboten haben, ich muss daher auf eine gewissenhafte Auf- 
zählung verzichten; aber diesen allen im Verein mit den Bearbeitern -- nicht dem Herausgeber — gebührt 
der Dank, den mancher empfinden wird, der seither in ununterbrochenem Kampf mit der Beschaffung einer 
zerstreuten, zum Teil versteckten und schwer zugänglichen Literatur vor mancher Detailbearbeitung oder 
Mitteilung über gemachte Beobachtungen abstehen musste. Leider kann dieser Dank so manchem nur noch 
ins Grab gerufen werden. 

So sei dem Werk denn eine freundliche Aufnahme beschieden. Da es als eine Nothilfe, einem 
allseitig gefühlten Bedürfnis entsprechend, und ohne alle Prätension auftritt, möge seine Beurteilung eine 
milde sein. Die Begabung und Arbeitsfreudigkeit mancher Bearbeiter hat es mit sich gebracht, dass vielfach 
an Stelle der erbetenen skizzenhaften Abrisse Monographien entstanden sind, die sich dem Besten bis jetzt 
Erschienenen würdig zur Seite stellen können. Ich bitte, diese Mehrleistung als einen Ausgleich anzusehen 
für diejenigen Fälle, in denen Fehler, Auslassungen oder Fnvollkommenheiten gefunden werden; die 
letzteren aber bitte ich als eine vorausgesehene und bedauerliche, aber unabweisbare Folge unsres Strebens 
nach denjenigen Zielen hinzunehmen, die wir uns als die wichtigsten für unser Arbeiten vorgesteckt hallen: 
Vielseitigkeit, Schnelligkeit, Billigkeit. 



El-Kantara. 10. Juni 1909. 



Dr. Adalbert Seitz, 

Darmstadt. 



I. BAND: 



TAGFALTER 




Alle Rechte vorbehalten. 



Diurna, Tagfalter. 



Wie der Name schon sagt, fliegen die Angehörigen dieser Gruppe fast ausschiesslich bei Tage, nur 
die brasilianischen Riesenfalter (Brassolidae) und viele Satyriden werden erst am Abend munter und manche 
Hesperiden fliegen erst spät des Nachts. Alle Tagfalter haben gut entwickelte, zur Nahrungsaufnahme taug- 
liche Mundteile, vielfach aber verkümmerte Vorderbeine. Die lumpen sind glatt, dornig oder kurz behaart, 
zuweilen mit Hörnern oder Schwanzstacheln ausgezeichnet. Die Puppen sind meist frei oder ganz lose ein- 
gehüllt, aufrecht oder auch gestürzt aufgehängt. Die Schmetterlinge lieben den Sonnenschein und saugen 
an Blumen, Früchten, Baumsäften, mit Vorliebe auch an nassen Wegstellen und Rinnsalen, wo sie, be- 
sonders in den heissen Gegenden, zuweilen in .Menge den Boden bedecken. Sie zerfallen in zwei natür- 
liche Gruppen: die eigentlichen Tagfalter (Rhopalocera) und die Dickköpfe (Grypocera). 

A. Rhopalocera, eigentliche Tagfalter. 

Von den Grypocera durch den relativ kleinen Kopf, den kaum mittelstarken, oft sogar schmächtigen 
Körper und die grossen, breiten Flügel unterschieden. Man hat bis jetzt über 20 000 verschiedene Formen 
festgestellt, eine Zahl, die sich von Jahr zu Jahr gewaltig vergrössert. Die meisten Arten auf verhältnis- 
mässig kleinem Raum enthalt der südliche Abhang des Himaläyagebirges, am ärmsten an Tagfaltern 
dürfte im Verhältnis zur Grösse des Landes, dem milden Klima und der reichen Vegetation Neu-Seeland 
sein. Das paläarktische Gebiel zeigt die meisten und grössten Formen im Südosten (China, Japan) und ist 
am dürftigsten im Nordwesten (Irland. Island). Die Rhopaloceren zerfallen wieder in drei grosse Gruppen: 
die Papilionina, Nymphalina und Lycaenina. 

I Abteilimg: Papilionina, seglerartige Falter. 

Sehr breitflüglige , vorwiegend grosse Schmetterlinge, grossenteils hell oder lebhaft bunt gefärbt, 
mit kräftigem Saugrüssel, am Fnde verdickten Fühlern und in beiden Geschlechtern 6 zum Gehen ein- 
gerichteten, vollentwickelten Beinen. Die Raupen tragen keine Kopfhörner, noch auch spitze oder verzweigte 
Dornen; die Puppe hängt niemals gestürzt, sondern ist entweder durch einen Faden um die Mitte, mit dem 
Kopfe nach oben, befestigt, oder liegt an der Erde. Die Schmetterlinge sind lebhafte, sonnenliebende Tak- 
tiere und besuchen sämtlich Blüten und feuchte Wegstellen. Die Gruppe setzt sich zusammen aus der 
Familie der Segelfalter (Papilionidae) und der der Weisslinge (Pieridae). 

1. Familie: Papilionidae, Segelfalter. 

Schöne, meist grosse oder sehr grosse Schmetterlinge von leuchtenden, oft imposanten Farben mit 
ganzrandigen , breiten Vorderflügeln und runden oder gestreckten, oft mit Zähnen oder Schwänzen ver- 
sehenen Hinterflügeln. Die Sauger kräftig, die Fühler am Ende allmählich oder knopfartig verdickt, die 
Beine ziemlich lang und dünn, der ganze Körper im Verhältnis zu den vielfach gewaltigen Flügeln schmächtig. 



PAPILIO. — Von Dr. A. Seitz. 



Die Raupen besitzen hinter dem Kopfe eine hervorstülpbarc . hVischige (iahe! und leben zumeist frei auf 
der Futterpflanze. 

Nach der seither üblichen Einteilung mögen etwa 16 Gattungen unterschieden sein. Während einige 
Autoren über tausend verschiedene Formen zur einzigen Gattung Papilio vereinigen, haben andere diese 
Gattung in zahlreiche Gruppen aufgelöst, denen sie Gatiungsrechte zusprechen. Wir wollen uns hier im 
allgemeinen der vereinfachenden Richtung anschliessen, doch nur insoweit, als darunter die Übersichtlichkeit 



nicht leidet. 



i. Gattung: Papilio, Schwalbenschwänze. 



Drei grosse Abteilungen scheinen sich scharf gegenüber zu stehen, die Haase als Giftfresser 
(Pharmacophagus) , als echte Schwalbenschwänze (Papilio -. s.) und als Schmuckbindenfalter 
oder Segler (Cosmodesmus) unterscheidet. Von der ersten Abteilung hat man, aber nur auf ganz äusser- 
liche Merkmale hin, eine weitere Abteilung als Vogelflügler (Ornithoptera, Troides) abgetrennt, mit der 
.wir beginnen. 

Untergattung: Ornithoptera Boisd., Vogelflügler. 

Sehr grosse Schmetterlinge, mit gewaltigen dreieckigen Vflgln und viel kleineren, runden Bügln. Diese 
letzteren sind bei den ' fast stets prächtig gefärbt und atlasglänzend; am trd zeigen die cfo 1 in der um- 

chlagenen Analfalte zu Pelzhi n oder kleinen Pfriemen umgewandelte Schuppen (sog. Duftorgan). Die Fldr 

sind lang und gegen die spitze hin allmählich verdickt, leicht gebogen. Der Kopf ist vorn stumpf mit breiter, zuweilen 
metallisch glänzender, beschopfter Stirne und kurzen, nicht vorstehenden Palpen. DerThorax sehr elastisch, weich, dicht 
behaart, an den Seiten scharlachrot gefleckt. Die Heine sehr lang und stark: der Hinterleib gestreckt, oben oft 
bunt. — Die Rpn dick, walzig, schwarz oder dunkelbraun, jedes Segment mit dicken, fleischigen Zapfen versehen. 
Sie leben frei an Aristolochia-Axten, in der Jugend vielfach gesellig. Die ausstülpbare Nackengabel hat einen pene- 
tranten, an die Futterpflanze erinnernden Geruch. Die Pp mit weit vorgetriebenen Seitenkielen („Muschelpuppe"), 
konischen Kopfhöckern und zwei Warzenreihen über den Rücken. Die Schmetterlinge fliegen im Sonnenschein viel- 
fach in sehr bedeutender Höhe, saugen an blühenden Büschen und Bäumen, indem sie während des Saugens unaufhörlich 
mit den Flügeln fächeln. Im Vergleich zu ihren mächtigen Flügeln ist der Flug ungewandt, geradeaus und ziemlich 
schwerfällig. .Manche Arten sind äusserst häufig und werden an ihren Flugplätzen leicht und oft in grosser Zahl 
fangen; nein eine einzige Art scheint, ausser an den Grenzen ihres Verbreitungsgebietes, selten zu sein, nie 
sonst durchaus indoaustralische Gruppe erreicht nur mit einer Form den Südosten des paläarktischen Gebietes. 

aeacus. P. (Ornithoptera) aeacus Fldr. (= rhadamantus Bsd.) ($ la c? lbi. Diese Art bewohnt den Hima- 

laya, Hinterindien, Süd-. Central- und Westchina, sowie Tibet, doch unterscheiden sieh die paläarktischen 
Exemplare nicht unwesentlich von den indischen dadurch, dass die lichten Strahlen der Vflgl mehr grau 
(bei denen Indiens gelblich) sind, und dass der Hinterleib unten schwarz gefleckt ist. Die Form steht der 
philippinischen /'. rhadamantus Lina* nahe, mit der sie früher verwechselt wurde. 

I atergattung: Pharmacophagus Haase, Aristolochienfalter. 

Die Pfiarmacophagus lassen sich nur durch die geringere Grösse und minder plumpen Bau des Körpers 
von den Ornithoptera trennen, denen sie in Lebensweise sowohl als Falter, wie auch als Rp und Pp genau gleichen. 
Die Hflgl bleiben bezüglich der Grösse nieist nicht so sehr hinter den vorderen zurück und sind häufig geschwänzt. 
was bei den < Irnithopteren nur in der einzigen Gruppe der 0. paradist a, und da nur im männlichen < reschlechte, der Fall 
ist. Her Körper dieserTiere ist schwarz, in den Seiten rot gefleckt, weich und reich an gelbem Safte, der heim Drücken 
des Thorax in Menge aus allen Fugen, selbst aus den Fühlerspitzen austritt: dabei sind die Tiere äusserst zählebig. 
Der Flug ist sehr unbeholfen, meist auch niedrig und gerade; bei manchen Äxten kann man die V? mit den Händen 
aus dem Grase aufnehmen. Die Copula erfolgt denn auch vielfach in stundenlanger Vereinigung. Alles weist darauf hin, 
dass die Tiere gegen Feinde sehr gut geschützt sind, woraus sich ihr vielfach massenhaftes Vorkommen an ihren Flug- 
plätzen erklären mag. Die Rpn haben in der Jugend, wo sie Vogelkot vortäuschen, noch gewisse Ähnlichkeit mit den 
Rpn der echten Schwalbenschwänze und der echten Segler; später wachsen sie zu dicken, weichen, schwarzen Tieren 
aus, die auf jedem Segment 1 -6 oft rotgefärbte Fleischzapfen haben. Sie leben an Aristolochien. deren Saft sie 
ihre Giftigkeit verdanken dürften. Die Schmetterlinge fliegen in Wäldern und Gärten; auch sie fächeln heim Be- 
tgen der Blüten mit den Flügeln. 

ravana. P. ravana Moore (lbi. schwarz, llllgl weiss gefleckt, auf dem spateiförmig erweiterten Schwanz ein 

roter Fleck. Analfalle i\cv Hflg] innen braun. Im nordwestlichen Himalava i Kaschmir) angeblich bis 

Sikkim reichend. 

nevilli. P. nevilli Wood M<t*on (= chentsong Oberth.) (lc), sehr ähnlich; Hflglschwänze nicht rotgefleckt, 

Analfalte der lltlgl innen trübweiss. - Südwestchina i Oberlauf des Yang-tse-Kiang) und angrenzendes 
nördliches Indien. 

lama. P. lama Oberth. (2a), oben fast einfarbig schwarz, nur unter dein Vrd der Hflgl steht ein schon 

etwas getrübter, zuweilen fast verloschener, lichter Fleck. — Diese Form ist der paläarktische Vertreter des 
indischen /'. philoxenus; sie lebt in Zentral- und Westchina, wohl auch in Tibet, besonders im lliigellande, 
und ist an ihren Flugplätzen, wie die meisten Aristolochienfalter, äusserst häufig (Leech). 



PAPILIO. — Von Di. A. Seitz. 9 

P. alcinous ist ein schwarzer, geographisch variabler Papilio, der den pazifischen Teil der palä- alcinous. 
arktischen Region bewohnt und auf den Hflgln eine Reihe roter oder grauer Submarginalmonde trägt. Die 
zuerst beschriebene Form ist alcinous Klug (= spathatus Btlr.; haematostictus Btlr.) (2a) d 1 oben ganz schwarz, 
auch die Stirn schwarz, nur der Leib unten und die Hflglunterseite rot gefleckt; letztere trägt kleine rote 
Submarginalhalbmonde. Beim ? ist die Grundfarbe staubgrau und an Stelle der Rdmonde stehen graue 
Randflecken; die Juliexemplare sind die kleinsten (2b). Japan. ■ confusus Roihsch. (2c) ist die Form confusus. 
vom Kontinent; sie verbreitet sich von Shantung bis Yünan; an der Stirn hat sie einen roten Fleck oder 
mindestens doch einige rote Haare und die zu ihr gehörigen ?? sind dunkelbraun; auch sind bei den ?? 
die submarginalen Halbmonde schmäler und lebhaft rot. - plutonius Oberth. (2 c), von fnnerchina und Tibet, plutonius. 
hat eine plumpere Gestalt, gerundetere Schwänze und hellere Unterseite der Hflgl. -- daemonius Alpheraki daemonius. 
(= fatuus Roihsch.) sind Namen für Exemplare von Tibet und Ta-tsien-lu, mit minder gezackten Hflgln und 
weisslichem Duftpelzchen in der Analfalte der Hflgl des cf. — loochooanus Roihsch. (lc) ist die Inselform \onloochooanus. 
den Liu-Kiu, bei der die Stirn nicht nur einen roten Fleck hat, sondern vollständig rot ist und deren ??, nicht 
wie bei confusus dunkelbraun, sondern staubgrau, wie die alcinous ?$ sind. impediens Roihsch. (3a) von impediens. 

Ta-tsien-lu hat gleichfalls ganz roten Kopf, unterscheidet sich aber durch auffallend schmale Hflgl. — 
mencius Fldr (2b) ist eine chinesische Form, dem confusus ähnlich, aber blasser als dieser und mit weiss- mencius. 
grauer anstatt schwarzbrauner Duftwolle im Analfelde der Htlgl beim cT. - Sämtliche Formen der alcinous- 
Gruppe verhalten sich biologisch gleich. Die sehr schwerfälligen ?? sitzen im Grase, scheinen nur sehr 
wenig Nahruns: aufzunehmen und ungern zu fliegen. Um so zahlreicher flattern die c? d" in langsamem, 
taumelndem Fluge suchend umher, um nach Auffindung eines ? oft im Sitzen, fast wie die Nachtfalter, die 
Begattung zu vollziehen. Die Rpn haben das ungefähre Aussehen einer Maulbeerrispe, mit roten Zapfen 
auf dunklem Grunde; sie leben besonders an Aristolochien und Gocculus thunbergi und zwar in den wärmeren 
Teilen des Verbreitungsgebietes in mindestens 2 Generationen; die Schmetterlinge sind äusserst häufig, haben 
aber ihre bestimmten Flugplätze. Die Art ist fast ausschliesslich paläarktisch, nur einzelne Formen erreichen 
die nördlichsten Distrikte der orientalischen Region. 

Untergattung: Papilio S. S., echte Schwalbenschwänze. 

Haask nennt diese Gruppe „Rinnenfalter". Dadurch aämlich, dass das Analfeld der Hflgl bei diesen Tieren 
sehr schmal, ja bei manchen Arten fasl vollständig verkümmert ist. entsteht am Hrd der Hflgl eine, besonders unten 
deutliche Rinne. Alier diese Eigenschaft ist nur oberflächlich. Tatsächlich Italien wir es liier mit ganz andern 
Tieren zu tun als bei der vorigen Untergattung. Wir linden nichts von der gummiartigen, ölhaltigen Körpersubstaüz 
'In Aristolochienfalter, nichts von ihrer Zählebigkeit. Drückt man einen Hinnenfalter, z. B. einen Schwalbenschwanz, 
zwischen den Fingern, so zerkracht der mürbe Thorax und das Tier ist tot oder, selbst bei ziemlich leisem Druck 
sterbend, ohne sich wieder erholen zu können, während ein nicht sehr fest gedrückter Aristolochienfalter, sobald 
man ihn loslässt, wieder munter davonfliegt. Die Rpn der Hinnenfalter haben niemals die fleischigen Zapfen der 
vorigen, sondern sind in erwachsenem Zustande stets glatt, grün oder bunt. Auch die Pjm zeigen sich nicht zur 
Rtuschelform verbreitert, sondern es sind walzige Tiere von der ungefähren Gestalt der meisten Tagfalterppn (Vanessa. 
Pierisi mit zwei meist .stumpfen Fortsätzen am Kopfe. Die Schmetterlinge sind bald häufig, bald auch recht selten. 
fliegen leicht und schnell, die Rpn leben nicht an Giftpflanzen, sondern zumeist an Obstbäumen, auch an Dolden. 
Während die Aristolochienfalter in Europa sowie in Afrika völlig fehlen, linden sich Rinnenfalter in allen Weltteilen. 

P. janaka Moore. In seiner Stammart lebt dieses in beiden Geschlechtern schwarze Tier, mit janaka: 
weissgefleckten Hflgln in Nordindien, wo es sich im Kluge von dem dort heimischen Aristolochienfalter 
P. aristolochiae kaum unterscheiden lässt. Auf paläarktischem Gebiete aber, wo der giftige P. aristolochiae fehlt. 
dafür aber der ebenfalls giftige /'. mencius auftritt, trägt auch der janaka ein oben einfarbiges, schwarzes 
Kleid mit nur spurweise auftretenden roten Submarginalmonden der Hflgl, aber ohne die grossen weissen 
Flecken auf denselben. Diesen sehr seltenen Schmetterling nennt Rothschild P. janaka dealbatus (3a). dealbatus. 
Der Leib selbst ist zwar viel weniger rot als bei mencius, auch die Brust nicht an den Seiten rot gefleckt, 
dafür ist aber die rote Färbung dem Körper zunächst auf die Flügel übertragen, wo sie auf der Unterseite an 
der Wurzel der Ytlgl. und längs dem Analrand der Hflgl verschieden gestaltete Hecken oder Streifen bildet. 
- Die Type (nach welcher unsre Abbildung gemacht ist) befindet sich im Tring-Museum ; die Heimat scheint 
ausschliesslich Se-tschuen. 

P. nigricans Roihsch. (3a), verhält sich ganz zu seiner Stammart, dem indischen /'. bootes Westw., nigricans. 
wie P. dealbatus zu P. janaka. Oben schwarz mit wenigen roten Monden am Analwinkel, unten die Hflgl 
an der Wurzel rot gefleckt. Wie beim vorigen ist das ? unbekannt, auch das " zweifellos selten. Se-tschuen. 
vielleicht auch Tibet. 

P. elwesi Leech (5a). Dieser sehr seltene Schmetterling, der sich von allen übrigen Papilio der Erde elwesi. 
dadurch unterscheidet, dass der Htlglschwanz so sehr verbreitert ist. dass zwei Adern ihn stützen müssen, 
lebt in Innerchina. Das abgebildete Exemplar erhielt ich von dem Kapitän Jankowski mit dem Bemerken 
dass dieses Tier in J-tschang am Yang-tse-KiaiiLC äusserst selten sei. Sonst wird er noch von Kiu-Kiang 
erwähnt (Rothschild). Vermutlich ist er in seinem Vorkommen auf das paläarktische Gebiet beschränkt. 



10 PAPILIO. - Von Dr. A. Sectz. 

protenor. P. protenor Cr. (c? = memnon Fbr., ? = laomedon Fbr.) (3b). Ungeschwänzt, schwarz. Hflgl oben 

mit rotem Analauge und beim weissbchem Gostalfeld; unten Vflgl mau. Hflgl schwarz. Anal- und Apical- 
gegend rot gefleckt. Beide Geschlechter ziemlich gleich. — Ein kräftiger Flieger, äusserst häufig in Zentral- 
und West-China, südlich bis Nordindien und Formosa. Indische Stücke haben oben stärkeren Metallglanz.— 
I!|i grün, Kopf, Analsegment und vier Querbinden gelbhchgrau, die Thorakalbinden schwarz gesäumt. Sic 
l.-lit auf Xanthoxylum alatum. Die Pp isl holzfarben oder grün. 

rhetenor. P. rhetenor Westw. (= alcmenor Fldr, i icarius Westw.) (3b, c). ' oben dem vorigen ähnlich, 

ichfalls ungeschwänzt, alter unten erstreckt sich das Rol von der Basis aller Flügel bis zum Analauge, 
lern c? durchaus unähnlich. Hflgl breit geschwänzt mit weissem Mitteltleck, der bei südlichen Exem- 
plaren sehr gross, bei uordischen zuweilen verloschen ist. Zentral-, Süd- und West^China, bis Indien: viel 
seltener als der vorige, besonders die $?. — Raupe unbekannt. 

demetrius. P. demetrius Cr. (= carpenteri Btlr.) i " 3c, ? 4 a). Dem protenor ähnlich, aber beide Geschlechter 

mit kurzem, breitem, abgerundetem Schwan/r. Rp. grün mit dunkeln Sattellinien und weissen Seitenflecken, 
der von /'. xuthus ähnlieh, im Juni und wieder im I leibst an Orangen und Aegle sepiaria. Der Schmetter- 
ling vom April bis Oktober in China und besonders Japan, den Linenoten, Formosa und Nordindien; nirgends 
en, besonders häufig im Hügellande. 

macilentus. P. macilentus Jans. \ scaevola Oberth.) (4a), schwarzbraun, Hflgl oben mit zuweilen verloschenen, 

submarginalen Halbmonden; kenntlich daran, das~ sowohl Hflgl wie Schwänze mächtig in die Länge gezogen 
sind, so dass zuweilen die Schwanzspitze Über 8 cm von der Flügelwurzel absteht (= tractipennis BÜr.). 
Dieser Falter ahmt i\vn 1'. alcinous nach. Er is1 viel seltener wie dieser sowohl, als auch wie der demetrius, 
mit denen er die Flugplätze gemeinsam hat. Japan, China; vom Mai bis September: die Frühlingsstücke 
sind sehr viel kleiner als die der (hier abgebildeten) Sommergeneration. 

P. bianor. Ein dunkler, mit grünen Metallschuppen bestreuter, in der Sommerform grosser Falter, 
der nach Ort und Jahreszeil in einer Reihe von verschiedenen Formen auftritt und ganz Ostasien, von Ost- 
Sibirien bis nach Süd-China hin. bewohnt. Bei den dd sitzen auf den Adern über dem Analwinkel der 
bianor. Vflgl Duftorgane in Gestalt von Haarbürsten. Die zuerst beschriebene Form, bianor Cr. (4c) ist die Sommer- 
form in Süd- und Zentral-China, wie sie besonders in Kwang-Tung (z. B. auf Hongkong) vom Juli bis Oktober 
majalis. äusserst häufig ist. — Die hierzu Lcehörii. r e Frühlingsform - majalis forma nov. (3c) - ist kleiner, lebhafter 

grün überstäubt. In dieser Frühlingsform tritt der Falter nicht so massenhaft auf. als später im Herbst - 
dehaani. \i<v Sommerform nahe steht die im ganzen Süden Japans überall häufige dehaani Fldr (= lorquini Reak.) 
i + c: aber hier siad auf der Unterseite die weissen Strahlen der Vflgl viel kürzer und schwächer, und den 
japonica. Discus der Hflgl begrenzt zuweilen nach aussen ein schmales lichtes Band. -- Bei ab. japonica Btlr., der 
hierzu gehörigen Frühlingsform, schlägl dieses weisse Hand auch auf die Oberseite der Vflgl, die sehr leb- 
maacki. hall spangrün-golden beschuppt ist, durch. — maacki Min. (= tutanus Fenton) (5a) ist die nordische Sommer- 
rarfrf«, form von Yezo, Korea und dem Amurlande. — ab. raddei Brem (4b) ist die Frühlingsform hierzu, die kleinste 
,von allen, die im Mai erscheint. Mitunter kommt es vor. dass Puppen der Sommergeneration, anstatt sich 
im Juli zu entwickeln, bis zum Frühjahr überliegen; diese haben dann die Färbung von raddei, aber die 
dialis. Grösse von maacki (Gbaeser). -- Der Name dialis Leech ist auf ein westchinesisches Exemplar mit ganz 
ä/wft. schwachen Haarstreifen gegründet. P. sytanius Oberth. (5b) scheint eine Bergform zu sein, vielleicht aus 
einer Höhe, wo nur eine Generation auftritt: hier zeigt sich zuweilen im Discus der Hllid ein grösserer 
weisser Fleck. Im Juni in West-China. 

Die Raupen der verschiedenen &ianor-Formen zeigen gleichfalls nicht unbeträchtliche Unterschiede. 
Im allgemeinen gleichen sie der von P. demetrius, sind grün, über den Rücken •_' 3 Sattelstreifen; wie die 
efemetfriws-Raupe leben sie an Aurantiaceen, an Phellodendron und an Aegle sepiaria. womit die Völker Ost- 
asiens heckenartig ihre Gärten einzäunen. Die Schmetterlinge erscheinen im Frühjahr und wieder, zahl- 
reicher, vom Juli bis Oktober; sie besuchen sehr eifrig blühende Bäume und Büsche, besonders die Blüten 
von Lanthana hybrida. 

oofyctor. P. polyetor Boisd. (5b) schliesst sich am nächsten an den bianor an. Ein breites, aus metallischen Schuppen 

zusammengesetztes Subinarginalband zieht von der Vflglcosta bis zum Analauge. Auf den Vflgln ist es grün- 
golden, auf den Hflgln leuchtend blau, wodurch dieser Falter die Wawor-Gruppe mit der folgenden, der paris- 
Gruppe, verbindet. Auch in der Verbreitung schliesst sich polyetor an die fttanor-Formen an, indem er von 
West-China bis Afghanistan und Kaschmir geht, während ihn im Süden und Südosten der indische P.ganesa 
ablöst. Im Süden seines Gebiets, besonders in dem an das paläarktische Gebiet angrenzenden Teil von Indien. 
is1 polyetor häufig. Er kommt in zwei Generationen vor, von denen die Sommerform die typische ist. wahrend 

peeraza. die kleinere Frühlingsform den Namen peeraza M<><»-< erhalten hat; diese unterscheidet sich vom typischen 
polyetor ausser durch die geringere Grösse noch durch deutlichere Subinarginabnonde auf der Hflgl-Oberseite. 
ö" und ■ sind einander fast gleich. 



PAPILIO. — Von Dr. A. Seitz. 11 

P. paris L. Während in Ost-China, wie z. B. in Hongkong, der typische paris fliegt, dessen blauer paris. 
Htlgltleck annähernd oval ist, kommt in West-China und wohl auch Tibet eine paris-Form vor, bei welch 
diese Metallflecken der Oberseite reduziert sind. Es ist chinensis Rothsch. (ob). Der blaue Htlgltleck ist weniger chinensis. 
ausgedehnt, indem ihn die schwarze Grundfarbe von der Analgegend her verdrängt, so dass er die Gestall 
eines breiten Halbmondes annimmt. Auch die von diesem Halbmond nach dem Analauge ziehende metallische 
Wellenlinie ist mehrfach unterbrochen oder ganz verloschen; der Htlgltleck ist, verglichen mit dem der 
typischen paris, dunkler und stumpfer blau. — Das Verbreitungsgebiet dieser Form schliesst sich an das des 
indischen paris an und es finden sich zu dieser Form alle Übergänge. 

P. arcturus Westw. (5c). Hier ist der blaue Hflglfleck noch mehr reduziert als bei chinensis; er stellt arcturus. 
einen schmalen, spitzhörnigen Halbmond dar; aber auch der Apex der Htlgl ist bei dieser Art tiefblau. 
Zentral- und West-China. 

Die beiden letzten Formen sind Eindringlinge aus dem indischen Gebiet, wo anstatt /'. paris chhu nsis 
/'. paris paris und in Südindien P. paris tamüana fliegt und arcturus in den Himalayaländern häufig ist. 
Ihr Flug ist schnell, so dass man nur. wenn sie sich an Blüten aufhalten, den blauen Prachtspiegel deutlich 
wahrnimmt. Sie lieben besonders die Blüten von Lanthana und Hybiscus rosa-sinensis und fliegen nicht wie 
die vorigen in zwei getrennten Generationen, sondern ziemlich gleichmässig den ganzen Sommer hindurch 
vom April bis Oktober. Die grüne Raupe lebt an Aurantiaceen. 

P. nicconicolens Btlr. (5c). Sehr gross, schwarzbraun, die Hflgl mit weissem Spiegel. Eine Form nicconicolens 
des weitverbreiteten indischen helenus, der in Süd-China (z. B. auf Hongkong) sehr gemein ist, auf dem 
Festlande aber das paläarktische Gebiet nicht erreicht. Nicconicolens fliegt auf den Liu-Kiu-Inseln , doch ist 
auch sein Vorkommen in Süd-Japan jetzt ausser Zweifel. Seinen Namen hat er von dein Orte Nikko in 
.Mittel-Japan, wo sein Vorkommen aber noch der Bestätigung bedarf. — Die Rp und Pp sind grün; 
erstere hat auf dem 3. und 9. Ringe matte, auf dem 5. und 7.-8. starke schwarze, licht geperlte Sattel- 
streifen; ihre Unterseite ist grau. An Aurantiaceen. — Die Schmetterlinge erscheinen im Mai und Juni, 
haben einen leichten, schnellen Flug und lieben mehr feuchte Wegstellen als Blumen, auf die sie sich beim 
Besaugen mit ihren ausserordentlich langen Beinen nur ganz leicht niederlassen. — In ganz Indien sehr 
häufig, auch auf den Liu-Kiu-Inseln nicht selten, zeigen sie sich im äussersten Südosten des paläarktischen 
Gebietes nur ganz vereinzelt. 

P.polytes L. ist in der paläarktischen Region durch eine Lokalform vertreten. Dies ist borealis Flilr. (5c). borealis. 
Schwarz. Vflgl mit elfenbeinfarbenen Bandfleckchen, Hflgl mit einer ebensolchen Perlkette, die dem Aussen- 
rand parallell, schräg durch die Flglmitte zieht. -- Nordöstliches China, südlich bis Shanghai; Liu-Kiu-Inseln. 
Die ¥? sind in der Regel den cPc? gleich, kommen aber auch in einer zweiten, ganz verschiedenen Form 
vor; dann sind die Vflgl braun mit dunkleren Strahlen, die Hflgl mit grossem, weissem Discalfleck versehen. — 
Bei der ab. thibetanus Oberth., von Tibet, Nord-China und den Liu-Kiu-Inseln, sind die Perlen der Hflglbinde thibetanus. 
teilweise verloschen oder reduziert. - ab. mandane Rotsch. ist eine ?-Form mit reduziertem Weiss. — Alle mondäne. 
diese Formen sind die nordöstlichen Vertreter des Pap. polytes, der in einer grossen Zahl von Varietäten 
über das ganze indische Faunengebiet verbreitet ist. Hier kommen die polytes bald geschwänzt, bald un- 
geschwänzt vor: beim o 1 sind die Perlen der Hflglkette meist so vergrössert, dass sie ein nur von den 
Adern durchbrochenes zusammenhängendes Band bilden. Die ?$ Indiens gleichen nur selten den cfcf : meist 
ahmen sie den gerade in ihrer Gegend fliegenden Giftfalter (Pharmacophagus) nach und erscheinen in Vorder- 
indien im Kleide des Pharmacophagus hector, in Hinterindien im Kleide des Pharm, aristolochiae , ähneln auf 
Borneo dem dort fließenden Pharm, antiphus usw. Die Rpn sind grün mit dunkeln, weissverzierten 
Sattelstreifen auf dem 3., 5., 7. — 9. und 12. St^mente: an Aurantiaceen. Die Pp ist stark hintenüber- 
gebeugt, mit starken Kopfhörnern und kräftigem Vorsprung auf dem Thoraxrücken; grün, an den Schultern 
oft weisslich. Die Schmetterlinge, in Indien äusserst häufig, sind im paläarktischen Gebiet erheblich seltener; 
sie fliegen den Sommer hindurch, ohne deutliche Saisonformen zu bilden und besaugen besonders gern die 
Blüten der Lanthana. 

P. xuthus L. (== xanthus L.) (6a), dem P. machaon etwas ähnlich, aber das Gelb mehr reduziert: xuthus. 
in der Vflglzelle 3 schwarze Längsstreifen. -- ab. xuthulus Brem (6a) ist die Frühlingsform, kleiner, heller, xuthulas. 
mit schmälerer, schwarzer Hflglbinde. Gemein, in ganz Ost-China ausgenommen den Süden, wo die Art 
Hongkong nicht mehr erreicht. Äusserst häufig in Korea und Japan, auf den Linchoten und den Liu-Kiu- 
Inseln, sowie Formosa. Im Amurlande nicht mehr so massenhaft, in den nördlichen Distrikten sogar jahr- 
weise und stellenweise selten und nur in einer Generation (Graesek). — Die Rp der von P. bianor sehr 
ähnlich, lebhaft grün, auf dem 3., 5. und 12. Ringe ein graues, weissgezeichnetes Querband, auf dem 7. — 8. 
eine solche schräglaufende Binde. Über den falschen Füssen grosse, ovale, weisse Flocken; vom Juni bis 
November an Aegle sepiaria und verschiedenen Fruchtbäumen. Die Pp grün, selten braun, an den eisten 
Hlbsringen seitlich etwas angeschwollen und gekielt, mit stark entwickelten Kopfhörnern und einem stumpfen 



I-J PAPILIO. — Von Dr. A. Seitz. 

Dom am Thoraxrücken. Die Schmetterlinge fliegen etwas schwerfalliger als /'. machaon; die von xuthulus 
im Mai, besonders an blühenden Weiden: die von xuthus vom Juni ab. Sie sind in den Carlen der Städte 
häufiger als im Freien, wohl weil die Japaner und manche Chinesen ihre Gärten mit Hecken von Aegle 
sepiaria einzäunen, an denen man die 8 unaufhörlich auf- und abschweben sieht. Die Differenz der 
Frühlingsform und der Sommerformen ist in Sibirien am grössten, während im Süden des Fluggebietes 
le Generationen einander ähnlicher werden, i Die Hauptflugzeü isl der Juli und August, wo xuthus z.B. 
in den Gärten von Tokio einer der gemeinsten Falter ist. 

P. machaon. Lebhaft gelb; Vflgl mit schwarzer Wurzel, ebensolchen Adern. Binden und Flecken 
in der Zelle; Hflgl mil buntem Analauge. Bewohnl den Norden der alten Welt, von Lappland, Nord-Sibirien 

I Kamtschatka, südlich l>is /u den (lasen der Sahara. Xord-Indien. Mittel-China und Süd-Japan, und von 

Lissabon im Westen bis Yokohama im Osten; ferner jenseits des pacifischen Ozeans, West-Kanada und die 

Weststaaten der Union. Die Arl fehlt auf den Kanarischen Inseln. Madeira und den Azoren, ferner in Tripoli 

und Ägypten. Rp blaugrün, zebraartig schwarz gestreift, auf den streifen rot punktiert, zuweilen schwarz 

mit gelben Punkten; im Juni und Herbst an Dolden und l'hellodendron (Gbaeseb). I'|i grün oder braun 

machaon. mit ziemlich dicken Kopfhörnern. Dir typische machaon /.. (6c) flieg! in Europa und Westasien, im 

Süden in dunkleren, im Norden in lichteren Exemplaren. Die Exemplare der ersten Generation, die aus 

sphyrus. überwinterten Puppen stammen, sind die kleinsten. - AK ab. sphyrtlS gehen im Handel Exemplare, deren 

schwarze Hflglbinde das Zellende fast erreicht. Der Name sphyrus stammt aber von einer Abbildung Hübner's 

ohne Text, von der Taf. 6d eine Kopie der ( »her- und Unterseite gibt. Da. wie ersichtlich, der sphyrus Ill»i. 

nur im allgemeinen etwas dunkler ist. als i\vv durchschnittliche machaon und die Hflglbinde der Zelle kaum 

naher kommt, als bei den meisten süddeutschen Exemplaren, so wird der Name sphyrus am besten aus- 

asiatica. gemerzi und die im Handel als sphyrus gehenden Stücke werden als ab. asiatica Men. bezeichnet. Diese 

Form (Hb), die vereinzelt überall im nördlichen Verbreitungsgebiete vorkommen kann, ist die gewöhnliche 

pallida. m ganz Marokko, Algerien und Tunis: ferner in Syrien und Persien. Hei ab. pallida Tutt isl die Grundfarbe 

aurantiaca. ungewöhnlich hell, bei ab. aurantiaca Speyer, die sich unter den Sommerexemplaren, zumeist an yanz be- 

niger. stimmten Flugplätzen, findet, ist das Gelb besonders dunkel**). — Zu ab. niger Heyne gehören fasl oder volK 

saharae. ständig schwarze Melanismen. - ab. saharae Oberth. ist eine kleine und lichte Kümmerform von Laghouai 

in Südalgerien, während bei Biskra (Ostalgerien) normalgrosse Exemplare der Form asiatica Men. fliegen. 

hospitonides. Diese nennt aber, weil sie aus einer einfarbigeren Raupe kommen. Obebthüb, ab. hospitonides. — ab. centralis 

centralis. Stgr. ist eine Form von Turkestan, bei der die schwarze Färbung, besonders an der Vflglbasis, stark gelb 

drusus. überslaubl ist. Solche Stücke kommen aber auch in Europa vor. ab. drusus Fuchs und ab. burdigalensis 

burdigalensis. j< r j m s |,.n,. n belanglose Übergänge der typischen Form zu ab. aurantiaca Speyer dar. ebenso sind marginalis 

nigrofasciata , <" l ' i " Imt wenig Schwarz und blasserer Unterseite, sowie nigrofasciata RothJce mit weniger Gelb und redu- 

watzkai. zierlem rolem Händchen am Aflerwinkel unwesentliche Abweichungen. ab. watzkai <!<irb., sullnsa Spengel, 

suffusa. tenuivittata Spengel, evittata Spengel (dunkler gelb, ohne Submarginalbinden) , elunata Spengel (die gelben 

tenutvtttata, Submarginahnonde fliessen zu einem seh len Hände zusammen) sind Monstra. — Bei ab. bipunetata Eimer 

",' ' steht vor dem Apex ein zweiler schwarzer Punkt; dies komm! aber — besonders bei englischen Stücken 
bipunetatp. nichl seilen vor und solche Tiere verdienen keinen besonderen Namen, ebensowenig wie diejenigen, welche 
am Apex der Hflgl einen rotgelben Fleck oder in den Randzellen der Hflgl auf der Unterseite rostrote Klammen 
kamtscha- führen. - - kamtschadalus Alpher. (6b) isl eine kleine, lebhaft gelbe und schmal schwarzgezeichnete Lokal- 
dalus. form von Kamtschatka, wo machaon nur eine Generation hat; mit der amerikanischen machaon-Form aliaska 
sikkimensis. Scudd. isl kamtschadalus nicht identisch. Bei sikkimensis Moore (— asiatica \in : r.) ist der orangefarbene 
\nallleek durch einen schwarzen Bogen vom blauen Analauge getrennt ; Sikkim und angrenzende Teile Tibets. 
montanus. montanus Alpher. (6c) vom Koko-Nor isl ganz ähnlich. — Chinesische Stücke bilden den Übergang zu dem 
hippoerates japanischen hippoerates Feld. (= mikado Pagenst.), dessen Sommerform sehr gross ist und wovon besonders das $ 
sehr verbreiterte schwarze Binden hat (6b); die Frühjahrsstücke sind viel kleiner, ähneln europäischen mach ton, 
sind aber durch die geringe Breite der schwarzen, blau übersläublen Binde der Unterseite ilvs Hflgls zu 
ladakensis. unterscheiden. — ladakensis, Moore (6c), heissl eine sehr kurzschwänzige Form von Nord-Kaschmir. - 
britannicus. britannicus Spengel LI. (6d) ist ein breit und lief schwarz gezeichneter machaon, mit besonders breiter, samt- 
schwarzer Submarginalbinde ; er komm! in England vor, wo machaon früher weil verbreitet war. jetzt aber 
auf die Sumpfdistrikte von Norfolk und Gambridgeshire beschränkt ist." 



***\ 



*) Graeseb erhielt von Herbstpuppen, die sich bei sehr warmem Wetter noch vor Winter entwickelten, Zwischen- 
formi rhielt ebensolche Formen, indem ich xuthulus-Puppen mit mir nach Hongkong nahm, wo ich mich im November 
Mittelformen zum auskriechen brachte (Seitz). Die beiden Zeitformen sind in den männlichen Kopulationsorganen schwach 
aber fast konstant verschieden. Es ist dies der einzige bekannte Fall, dass Zeitformen I nterschiede in diesen Orgi n auf- 
weisen (Jordan). 

Es sei i laraui aufmerksam gemacht, dass auch alte Sammlungsstucke im Laut der Jahre leicht vergüben und 

der aurantiaca gleichen. 

***) Die nichtpaläarktischen Machaonsfor n werden im II. resp. III. Teil bei Behandlung «ler Exoten besprochen. 



PAPILIO. Von Dr. A. Seitz. 13 

Der P. machaon fliegt am zahlreichsten in Zentraleuropa, so in Süddeutschland, Westfrankreich, 
Oberitalien, Österreich. Nach Norden, nach Süden und nach Osten nimmt er an Häufigkeit ab und tritt 
im Süden hinter podalirius, im Osten hinter xuthus zurück. Er besaugt mit Vorliebe Feldblumen wie Echium, 
Klee, Lychnis usw. Als Rendezvous - Plätze dienen den Geschlechtern Waldlichtungen und Bergspitzen. 
Der Flug ist flatternd, aber schnell. 

P. hospiton Gen, (6a). Dem machaon ähnlich, aber alle Flügel mehr gerundet, die Hflgl haben hospiton. 
anstatt des Schwanzes nur ein kurzes Spitzchen. Die Schwarzfärbung ausgedehnter, aber mehr gelb iiber- 
stäubt als bei machaon. In den Gebirgen von Sardinien und Korsika, im Mai und Juni. — Rp grün, schwarz 
gestreift und fein gelbrot punktiert, aber das Schwarz ausgedehnter als bei der machaon-Rp. An Ferula 
und Ruta corsica, im Sonnner und Herbst. Pp grün, die Bauchwärzchen prominenter als bei machaon. — 
Die Schmetterlinge fliegen mitunter zur gleichen Zeit und an gleicher Stelle wie machaon, und sind an ihren 
Flugplätzen in manchen Jahren häufig. 

P. alexanor. Gleichfalls dem machaon ähnlich, aber auf den Vflgln ist nicht das ganze Basaldrittel alexanor. 
schwarz, sondern es ist nur wurzel- und saumwärls durch je einen breiten schwarzen Strich begrenzt. Diese 
Streifen setzen sich auch auf die Hflgl fort und schliessen auch da das gelbe Basalfeld ein. Vom Mai bis 
Juli an der Nord- und Ostküste des Mittelmeeres, docli in vielen Gegenden daselbst fehlend, östlich bis Ost- 
persien und Turkestan. — Rp der von machaon ähnlich, aber bunter, die roten Flecke größer und leuchten- 
der, im Sommer und Herbst an Seseli und Ferula; sie ist leicht zu finden, da die von ihr bewohnten 
Pflanzen infolge der abgenagten Epidermis weisse Stengel zeigen. Pp steingrau, sehr flach mit gekielten 
Seiten und unebener Oberfläche; sie findet sich an Steinen befestigt und täuscht einen kleinen Steinsplitter 
vor. — Man kennt 3 geographische Formen dieser Art : alexanor Esp. (= polidamas Prun. = polychaon 
Deloche) (7a) ist die Form Südeuropas. — maccabaeus Stgr (= judaeus Stgr) (7a) mit breiteren schwarzen maccabaeus. 
Binden, besonders im Basalteil, von Griechenland, Syrien und Palästina. -- Orientalis Rom. (7a), grösser als orientalis. 
die Stammart mit im ganzen schmäleren schwarzen Binden, nur die Submarginalbinde der Hflgl ist sehr 
breit blau.*) — Der alexanor ist graziöser und eleganter gebaut als machaon und scheint überall nur eine 
Generation zu haben, die aber lange fliegt. Die Tiere besaugen mit Vorliebe niedere an stark sonnbestrahlten 
Hängen stehende Blumen und sind lokal, aber an ihren Flugplätzen nicht selten. 

P. demoleus L. (= erithonius Cr., epius F.) (6d). Gleichfalls gelb und schwarz, wie die vorigen, demoleus. 
aber ungeschwänzt. Die schwarze Vflglbasis trägt ijelbe Punktreihen und die Hflgl haben ausser dem Anal- 
auge noch einen zweiten dunkleren Augenfleck vor dem Apex. Im paläarktischen Gebiet nur in Persien 
und Kaschmir; sonst weit verbreitet, in Vorder- und Hinterindien bis Südchina äusserst häufig, ebenso in 
einem grossen Teil von Australien und in verwandten Formen in ganz Afrika südlich der Sahara. — Rp 
dunkelgrün, unten hellgrau; quer über den 3. und 5. Ring laufen bunte Perlenbänder, ebensolche schräg 
vom 8. bis 10. Ring; an Obstbäumen, besonders Orangen, denen sie zuweilen schädlich wird. — Pp hell- 
grün mit braunen Kopfhörnern und dickem Zapfen auf dem Thoraxrücken, ziemlich stark hinten übergebeugt. 
— Die Schmetterlinge fliegen in den Tropen das ganze Jahr hindurch, haben aber wahrscheinlich auf palä- 
arktischem Boden nur eine Generation. In Flug und Lebensgewohnheiten gleichen sie durchaus dem 
P. machaon. 

P. agestor. Dieser Falter wurde zuerst aus Indien beschrieben; er findet sich in 2 einander 
ziemlich ähnlichen lokalen Rassen im paläarktischen Gebiete; nämlich als govindra Moore (7b) mit govindra. 
oben dunkelbrauner Analhälfte der Hflgl, in Kaschmir; und restrictus Leeck (7b) mit lebhaft rotbrauner restrictus. 
Analhälfte der Hflgl, in Zentral- und Westchina. Die Vflgl sind bei beiden Formen oben transparent grau- 
grün, schwarz geädert, die Htlgl unten lebhaft rotbraun mit transparenten Streifen in der Mittelzelle. — 
Diese ungeschwänzten, sehr merkwürdigen Papilio sind Nachbildungen der in der gleichen Gegend fliegenden 
Danais tytia. Um aber die Täuschung durchzuführen, hat sich nicht nur die äussere Gestalt und Färbung, 
sondern auch das Benehmen der Falter ändern müssen; obwohl an sich kräftig gebaut, haben sie doch einen 
kraftlosen, unsicheren, flatternden Flug und fächeln beim Besaugen der Blüten nicht mit den Flügeln, son- 
dern halten diese, wie die ihnen dienenden Modelle, in der Regel fest geschlossen, seltener flach ausgebreitet. 

P. horatius Blanch. (7b) ist eine kleinere, oben den vorigen ähnliche Art, die aber auf den Hflgln horatius. 
beiderseits einen fast kreisrunden, gelben Analfleck hat; West-China. 

P. clytia L. (7 a) ist eine in ganz Indien und Süd-China sehr häufige grössere Art mit beingelber, clytia. 
schwarz geäderter Oberseite; das paläarktische Gebiet erreicht sie nur in Kaschmir, da sie in China südlich 
von der paläarktischen Grenze bleibt. — Rp sehr schön, schwarz mit breiten, schwefelgelben Sattelflecken 
und roten Wärzchen; an Aurantiaceen , besonders an jungen Pflanzen. — Pp graubraun. — Der Falter 
ahmt in Nord-Indien die dort häufigen Danaiden täuschend nach und hat einen unbeholfenen, ungraziösen, 
flatternden Flug. 

*) Die blassgelbe Farbe '1er Abbildung von orientalis ist der Urabbildung in Rom. Mein. Lep. vol. I entnommen; dii 

uns vorliegenden Exemplare sind sämtlich lebhafter gefärbt. 

I 2 



14 PAPILIO. Von Dr. A. Seitz. 

Untergattung: Cosmodesmus Haase, echte Segelfalter. 

Graziöse, leicht gebaute, gewandte Flieger mit spitzen Vflgln; die ETflgl zuweilen lang-, zuweilen gar nicht 
geschwänzt, mit umgeschlagenem Analrand, in dessen Falte sich bei den Manuellen Duftorgane lietinden: entweder 
in Gestalt veränderter Schuppen oder langer, borstenartiger Haare; auf der Stirn zumeist ein deutlicher Haarschopf. 
Die Rpn sind gebuckelt, nach hinten sehr stark verjüngt, manchmal in Spitzen auslaufend; manchmal haben auch 
der 3. und 5. Ring .-ritlich 2 kleine Dömchen. sie leben besonders an Annonaceen. Pp ziemlich gedrungen, statt 
der Kopfhörner nur kurze, oft rudimentäre Spitzen; dagegen sitzt auf dem stark gebuckelten Thorax ein zuweilen spitz 
und lang ausgezogener Dorn. -- Die Schmetterlinge sind flüchtige und unruhige Tiere; sie kommen in allen Faunen- 
gebieten vor, halten sich aber in niedrigeren Breiten, so dass sie dem Nordwesten (England) und dem Nordosten 
(Amurland) des paläarktischen Gebietes fehlen. Sie besuchen Blumen der verschiedensten Art und lassen sich mit 
Vorliebe an Wegpfützen nieder, 

P. podalirius. Flügel blassgelb, dem schwarzen Aussenrand parallel verläuft eine Anzahl zum Teil 
podalirius. abgekürzter Binden. IIHltI lang geschwänzt. - Die zuerst beschriebene Form ist podalirius L. (7c) mit 
oben breit schwarzem Leib. ■ In südlicheren Breiten, etwa vom 50. Br. südlich, tritt eine zweite Generation 
auf, die dann einen gelben Hll) mit schwarzer Wurzel und zuweilen schmal schwarzem Rückenstreif hat. 
Im Gegensatz zu der Frühlingsform, für die man heute den Namen des typischen /'. podalirius L. allein 
zanclaeus. gebraucht, gehl die Sommerform (7c) gewöhnlich unter dem Namen ab. zanclaeus Z<H.. obwohl darunter eigent- 
lich nur südeuropäische Exemplare zu verstehen sind, die sich ausser durch das weissbestäubte Abdomen 
auch noch durch spitzere, transparentere Flgl und längere und dünnere Schwänze von den Nordeuropäern 
miegi. unterscheiden (7d). — ab. miegi Mieg, die 2. Generation von der oberen Garonne, stellt zwischen podalirius aus 
Deutschland und Frankreich und spanischen feisthameli ; manche Stücke zeigen eine Neigung zum Ver- 
•stiiameii. kleinern der Analflecke. — feisthameli Dup. (7c) ist die Lokalform von Spanien und Nordafrika; sie ist dünner 
beschuppt, mit blasserer Grundfarbe, breiteren, schwarzen Binden und gleichbreit verlaufendem orangenem 
Bandfleck im Analwinkel; die Frühlingsgeneration dieser iberischen und mauretanischen Segler (7d) ähnelt 
tottm. zentraleuropäischen i><>,/ii/<ri/i.< etwas mehr, als die entsprechende Sommergeneration; diese ist ab. latteri 
Aust.(7c)\ > hier sind die Vflgl sehr spitz und schmal; Grundfarbe weisslich, die schwarzen Binden breit und 
smyrnensis. schall, die Schwänze seht lang. Smyrnensis Eimer ist die Sommerform von Kleinasien, die etwas an 

latteri erinnert, aber doch schmälere schwarze Binden hat: die Frühlingsform von Kleinasien unterscheidet 
podalirinus. sich nicht nennenswert von zentraleuropäischen Stücken. — podalirinus Oberth. (7d) aus Tibet, der auch 
wenn auch selten, noch in Se-tschuen vorkommt, hat nicht nur breite Binden, sondern auch che Grundfarbe 
virgatus. ist dunkel bestäubt. — virgatUS />'///' (7d), eine kleinere Sommerform von Damaskus, hat wenig Randsehwarz 
und schwache Binden im Diskus der Hflgl, auch nicht mein- Hotgelb am Analauge als .Mitteleuropäer: die 
undeeim- Form dürfte kaum einen besonderen Namen verdienen. Ebenso ist undecimlineatus Eimer (7c) keines 
lineatus. eigenen Namens weit: er entstehl zufällig durch Aufhellung einer Binde, wobei deren Ränder zwei bilden, 
hinter die sich dann noch ein rudimentärer Schatten einschiebt. - Ein partiell melanotisches Exemplar 
schultzi. beschreibt Bathkj als ah. schultzi. - t. podalirius verbreitet sich von Frankreich und Portugal durch ganz 
Europa ausser dessen Norden. West- und .Mittelasien östlich bis zum Altai und West-China. In Afrika geht er 
südlich bis in die Oasen der Sahara, WO podalirius noch einer der häutigsten Schmetterlinge ist. — Rp grün. 
glatt, ohne Anhänge, kurz, vorn dick, im .Juni und Herbst besonders an Amygdaleen : Pp rötlich ockergelb, 
seltener durchschimmernd grün, mit spitzem Thoraxrücken. - Die Schmetterlinge lieben gebirgige Gegenden, 
haben einen eleganten, schwebenden Flug und besuchen im Frühling und Sommer Blumen sowie Baum- und 
Strauchbluten, wie /.. B. Syringen. Die ' treffen sich zur Begattungszeit auf den obersten Spitzen der Hügel 
mit den 5$. Ausser an der Nord- und Ostgrenze ihres Verbreitungsgebietes ist die Art überall, wo sie vor- 
kommt, häutig, aber lokal, und scheint grossen Distrikten vollständig zu fehlen. In Deutschland macht 
-ich, seit dem Vernichtungskrieg gegen die Schlehen vielerorts eine Abnahme dieser Falter bemerklich. 

alebion. P. alebion Gray (8a). Dieser Falter sieht dem podalirius sehr ähnlich, doch durchzieht eine schwarze 

Binde mehr die Vflglzelle, und die das Zellende überdeckende Binde setzt sich nicht wie bei podalirius bis 
zum Innenwinkel fort. Auf dem Hflgl ist das dunkle Analauge zu einem winzigen Bändchen reduziert, das 
darüber befindliche Orange aber zu einein grossen, gelben Hecken vergrössert. — Selten: in Ost-China. — 

mariesi. ab. mariesi Btlr isl ein Stück, bei welchem die schwarzen Binden stark verschmälert sind; von Kiu-Kiang. 

tamerlanus. P. tamerlanus Oberth. (= alebion Eimer = parus NicSv.) iSa» erinnert gleichfalls an den podalirius. 

Auch hier erstreckt sich das die Vflglzelle schliessende dunkle Band nur bis zur Mediana, nicht über diese 
hinan- bis zum Analwinkel, gerade wie bei alebion; aber im Gegensatz zu diesem ist hier auch das Orange- 
band am Analwinkel der Hflgl zu 2 kleinen trüben Fleckchen reduziert. - Am oberen Yangtsekiang, wohl 
auch in Tibet, äusserst häutig. 

eurous. . P. eurous Leech. 1 panopaea Nicev.) (8a). Alle Binden sind verschmälert und stellen nur mehr 

noch schwärzliche Striche auf blassgelbem, transparentem Grunde dar: nur die Analgegend der Htlgl ist 

*) Da in Nordafrika podalirius fast mV ganze Saison hindurch fliegt, so greifen die einzelnen Generationen ineinander. 
Es (liegt dorl feisthameli von April his Ende Juni, latteri von Anfang Juni bis August. So fing ich z. ii. bei Philippeville (Pro- 
vinz Constantine) am 30. M;n schon latteri, und im Juni, also spater, in dem höhergelegenen Lambessa noch feisthameli. 



LUEHDORFIA. Von Dr. A. Seitz. 15 

intensiv gefärbt mit honiggelbem, in der Mitte etwas eingeschnürtem Analbändchen, worunter das zu einem 
fein blaugekernten Punkt reduzierte Analauge steht. — Bei Chang-Yang in Mittelchina. 

P. mandarinus Obertk. (c? 8a, <j> 8b), durchscheinend trübweiss mit schwarzgrauen schmalen Strich- mandarinus. 
bändern, sofort kenntlich an einer (besonders unten deutlichen 1 Brillenzeichnung der Hflgl: 2 Ringe, einer 
an der Costamitte, einer am Zellende, sind durch einen Balken (der auf der Radialis verläuft) verbunden. 
West-China. -*— cashmiriensis Höllisch. (8b) steht diesem sehr nahe, aber die Hflgl sind bei diesem oben cashmirien- 
ganz weiss bis auf 2 kleine .Streifchen nahe der Basis und das, was von der Unterseite durchschimmert. SIS - 
Kaschmir, südlich bis ins Pendschab, wo er nicht selten ist. 

P. eurypylus ist in der paläarktisehen Region vertreten durch P. mikado Leech. (= albidus 117/»/,;.) mikado. 
(8c). Schwarz mit vielen trübweissen Flecken, die auf der Unterseite silberig glänzen; unten zieht von der 
Costamitte auch eine gelbe Randfärbung längs der mittleren Fleckenbinde. Zuweilen sind die weissen Flecke 
zusammengeflossen und nehmen fast die ganze Flache der Flügel ein. Auf Kiushiu. 

P. leechi Rutsch. (= bathycles Leech) ist eine ähnliche Form von Chang-Yang (Mittelchina), die dem leechi. 
indischen bathycles nahe steht; hier sind die Flecke oben grün. Hflgl gleichfalls ungeschwänzt. 

/'. cloanthus ist in China durch P. clymenus Leech. (8c) repräsentiert. Hflgl lau-- geschwänzt, clymenus. 
Schwarz; eine breite grüne transparente Fleckenbinde zieht vom Apex durch Vflgl und Hflgl bis fast zur 
Analgegend. Die Vflgl zeigen ausserdem 2 grüne Flecken in der Zelle, die Htlgl solche Halbmonde vor dem 
Rande. Zentral- und West-China; nicht häufig, tliegt rapide und ist schwer zu fangen. Diese Form ist mit 
cloanthus durch alle Zwischenstufen verbunden. 

P. sarpedon L. (8c). Gleichfalls schwarz mit grüner Fleckenbinde schräg durch alle Flügel, aber sarpedon. 
ungeschwänzt und ohne Flecken in der Vtlglzelle. — Äusserst häufig und in 2 Generationen in Süd- und 
Mittelchina und Japan ausser dessen Norden. Bei den Exemplaren der Sommergeneration sind die Flecken 
der Binde durch die dicken schwarzen Adern getrennt; zuweilen ist auch, wie bei dem chinesischen semi- semifascia- 
fasciatus Honr., die Mittelbinde der Htlyl mehr oder weniger verloschen. — Rp grün mit 2 Spitzen am tus. 
Kopf und am After sowie mit je 2 seitlichen Spitzchen am 3. und 5. Ringe; an Aurantiaceen. — Pp mit 
stark zugespitztem Thoraxrücken. Die Schmetterlinge fliegen sehr schnell, in fast schnurrendem Fluge, 

und rasten an den Blumen, die sie besangen, meist nur Sekunden. In Japan rinden sie sich oft in Mengen 
an blühenden Hecken ein, die sie in ganzen Seharen umschwirren. Die 5$ sind bei weitem seltner als die cf c<\ 

P. hercules Blanch. (8b). Geschwänzt. Oben schwarzbraun mit ockergelber, dunkel bestäubter hercules. 
Diskalbinde und ebensolchen Subapical- und Submarginalflecken. Inten sehr sonderbar, mit kaffeebrauner, 
scharf abgeschnittener Wurzelhälfte aller Flügel, hinter der am Zellende aller 4 Flügel ein ovaler, dunkler 
Augenfleck steht. Ein sehr rapide fliegender Gebirgsfalter , dein P. gyas verwandt, der eine ebensolche 
Unterseite hat, oben aber ganz dunkel (cf) oder mit weisslicher Diskalbinde ($>) versehen ist. — Die Rp 
des hercules ist unbekannt; er kommt in Westchina vor und ist dort ziemlich selten.*) 

2. Gattung: Laiehdorfia, Criiger. 

Mittelgrosse Falter mit stark flaumig behaartem Körper, ziemlich kurzen Fühlern und lang borstig 
behaarten Palpen. Die Vflgl an der Spitze gerundet, gelb mit breiten, schwarzen, zum Teil abgekürzten 
Binden; die Hflgl kurz geschwänzt mit blau gekerntem Analauge, über dem sich ein dunkerrotes Band hin- 
zieht. Das ? gleicht ganz dem cf, trägt aber auf der Hlbunterseite nach der Begattung eine hornige Tasche, 
wie die Parnassier, denen die Gattung auch sonst nahesteht. — Rp ziemlich kurz und dick, mit einzelnen 
steifen Haaren besetzt; an Aristolochien, bei Tage in der Nähe der Futterpflanze unter Steinen versteckt. 
— Die Falter fliegen im ersten Frühling, mitunter während noch Schnee auf den Berghängen liegt; sie 
saugen an Blumen, besonders Kompositen, und sind nicht selten. Man kennt drei einander nahestehende 
Formen aus Ostasien. 

L. puziloi Ersch. 1= exiinia Crüg.) (8d). Die kleinere Form aus dem Amurlande. Die Schwänzchen, be- puzüoi. 
sonders beim '. sehr kurz; vor dem Aussenrand der Htlgl eine Reihe gelber Flecke. — japonica Leech (8d) ist die japonica.v 
grössere, dunkler gebänderte Form von Japan, mit breiteren schwarzen Binden und roten Submarginalflecken 
der Hflgl; chinensis Leech, von Chang-Yang (Zentralchina) steht zwischen beiden in der Mitte; sie gleicht chinensis. 
japonica bezüglich der Tasche des Weibchens, hat aber nicht wie diese rote Submarginaiflecke der Hflgl, 
sondern gelbe, wie puziloi. — Rp schwarz, die Einschnitte zwischen den Ringen bläulich weiss; vom Mai 
bis Juli an Asarum. Pp weniger schlank als die von Thais, an den Flügelscheiden geschwellt (Vekity). - 
Die Schmetterlinge fliegen von Mitte April bis in den Juli: sie kommen in Wladiwostok bis in die Gärten 
der Stadt, sind häufig und setzen sich mit Vorliebe auf eine gelbe Veilchenart (Graeser). Der Flug ist 
schwach und langsam und das Tier sehr leicht zu fangen. 



*) Die Gattungen Tehiopalpus unit imperialis) und Leptocircus (mit curius) treten bei Chang-Yang bis hart an die 
paläarktische Grenze heran, verbreiten sich aber, soviel man bis jetzt weiss, von da nur südlich und sind daher bei der „indi- 
schen Fauna" behandelt. 



16 \i;\IA\i)IA: SERIGINUS. Von Dr. A. Seitz. 

3. Grattang: Armandia Blanch. 

Grosse schwarzbraune, dünn gelb gebänderte Schmetterlinge mit 3 fach geschwänzten Hflgln. Die 
Fhlr ziemhch kurz, die Palpen langund weil vorstehend, der Hlb auf dem Rücken gelblich gefleckt. Die Hflgl 
führen eine prächtig rote, subanale Binde, hinter welcher auf schwarzem Grunde blaue Flecke stehen. Man 
kennt 2 Arten, wovon eine im Südosten des paläarktischen , die andere im Norden des indischen Gebietes 
lebt. - Die Schmetterlinge scheinen, wenigstens auf paläarktischem Gebiete, nur eine Generation zu haben; 
sie fliegen im Sommer in langsamem schaukelndem Fluge, wobei sie sieh vom Winde treiben lassen und 
so, trotz ihrer bunten Farben eher einem hergewehten Baumblatte gleichen als einem teilenden Insekt 
Dohebty). Sie sind indessen, da sie meist in der Höhe, um die Baumkronen fliegen, nicht leicht zu fangen. 
Die Rp ist unbekannt, lebt aber zweifellos an Aristolochien , und zwar, da der Falter hoch tliegt. ver- 
mutlich an schlingenden Arten. 

thaidina. A. thaidina Blanch. (8d). Die Vflgl ziemlich spitz dreieckig, die langen Schwänze der Hflgl spatel- 

fbrmig erweitert. - Am oberen Yangtsekiang, in Se-tschuen, an manchen Orten häutig, so bei Ta-tsien-lu, 
Huang-mu-tschang, Tschia-ku-ho etc., im Juni und Juli. 

4. Gattung: Kericiim* Westw. 



'« 



Ziemlich grosse Schmetterlinge mit schmächtigen, langen Körpern, sehr kurzen, am Ende wenig 
verdickten Fühlern und langen, weil vorstehenden Palpen. Die Hflgl führen einen langen, gebogenen. 
säbelförmigen Schwanz. Die Färbung ist vorwiegend selb und schwarz, auf den Hflgln ein besonders 
beim V ausgebildetes karmoisinrotes Submarginalband. Es ist nur eine Art bekannt: diese ist ausschliess- 
lich paläarktisch, variier! aber sowohl hinsichtlich der Generationen, sowie der Lokalitäten derart, dass man 
7 — 8 Formen u r ul unterscheiden kann. Rp von der Gestalt und ungefähren Grösse der Thais-Rpn, mit 

2 seitlichen kegelförmigen, ziemhch lang behaarten Fortsätzen am 1. Segment. Über den Kücken ziehen 
Reihen fleischiger, an den Thorakalsegmenten zu Zapfen verlängerter Warzen, auf denen Büschel steifer 
Haare stehen. Hinter dem Kopfe die aussliilpbare fleischige Gabel. — l'p schlank mit '2 kurzen Fortsätzen 
am Kopf, über den Rücken ziehen Reihen scharfer Dornfortsätze. Sie ist sein- beweglich (Staüdinger) 
und am scharf abgeschnittenen Gremaster befestigt, sowie durch einen Faden um die Mitte gehalten (Herz). 
— Die Schmetterlinge fliegen im Frühhng, und nochmals, in einer grösseren Form im Juli: sie fliegen nicht 
schnell, besuchen Blumen und sind an den Standorten der Futterpflanzen (Aristolochien) äusserst häufig. 

telamon. S. telamon Von. (? fasciatus Brem und Grey) I 9a, $ 9b). Dies ist die lichteste von allen Formen. 

Das .' hat nur spärliche und kleine Schattentleeke. beim ? ist die gelbe und die dunkle Färbung ungefähr 
• zu gleichen 'feilen verteilt. Bei beiden Geschlechtern steh! hinter der Mitte der Gosta auf den Htlgln in 
schwarzem Grunde ein deutlicher roter Fleck. Dies ist die Sommerform, wie sie in Pe-tschili, besonders 
bei Peking, im Juli fliegt. In den nördlichsten Teilen des Verbreitungsgebietes, nämlich in Shantung und 
dem Distrikt südlich des Amur, ist die Sonimerform der Stammform (telamon) sehr ähnlich, doch ist der 
' talfleck der Hfl^l beim nicht ro1 gekernt und das ? überhaupt dunkler: man nennt diese Form 

amurensis. amurensis Stgr. i '9a, ?9b). - montela Gray i '9a, ?9b), von der Mündung des Yangtsekiang , hat im 

monteia. männlichen Geschlecht weil mehr Schwarz, das sich in einem kaum unterbrochenen, unregelmässigen Bande 
von der Vflgl-Gosta durch beide Flügel bis zum Analwinkel erstreckt, wo es die karmoisiurote Schmuck- 
binde in sich einschliessl ; beim .' lallt besonders der sehr vergrösserte, fast kreisrunde Zellfleck auf. - - Bei 

koreana. koreana Fixs. i 7 9a, ? 9b) sind beim /wischen die schwarzen Flecke an verschiedenen Stellen nochmals 

graue Schatten getreten; beim ? ist die sehr reduzierte Gelbfärbung, besonders im Diskus derVflgl, dunkel 

berusst; in Korea. Zu diesen Sommerformen passen als weil kleinere und kürzer geschwänzte Frühlings- 

telemachus. formen telemachus Stgr. (9c) (zu amurensis), südlich vom Amurlande bis in die Pekinger Gegend gehend, 

bei welchem das Rol auf einen Subapicalfleck auf dem Vflgl und die ziemlich schmale Hflglbinde beschränk! 

telmona. ist. Diese Form e-eht vollständig in die von Peking aus südlich verbreitete Frühlingsform telmona Gray 
(== greyi Brem und Gray) (9c) über, die als erste Generation zu den typischen telamon gehört. Auch der 
Frühjahrsform von Korea, die, wie die dazu gehörige Sommergeneration koreana eine stärkere bräunliche 

fixseni. Beschattung auf der gelben Grundfläche zeigt, hat man eigene Namen gegeben, nämlich fixseni Stgr 
(= greyi Fixs.) (9c), wogegen die Frühlingsstücke von Shanghai (zu montela gehörig) einen eigenen Namen 
nicht erhalten haben. Rp schwarz, braun gefleckt, an Aristolochia ; Pp gelbbraun mit dunklen Streifen. 

Alle Sericinus sind in ihrem Auftreten durchaus lokal. Sie werden, ihres schwachen Fluges w r egen, 
zumeist in Anzahl gefangen. Das gesamte Verbreitungsgebiet beginnt wenig südlich von Wladiwostok und 
emlel im Süden bald hinter Shanghai. An den Ufern des Yangtse ist die Art häufig und reicht auf diesen 
ins Innere Chinas bis nach Se-tschuen. 



THAIS. — Von Dr. A. Seitz. 17 

5. Gattung: Thais F. 

Etwas gedrungener wie die vorigen, sonst diesen nahe verwandt; gleichfalls gelb und schwarz mit 
etwas eingesprengtem Dunkelrot; aber die Hflgl niemals lang geschwänzt, sondern gleichmässig gezackl 
oder höchstens mit einigen vorragenden, spitzen Zähnen versehen. Wie bei Sericinus sind die Fühler kurz, 
die Palpen lang, der Hlb seitlich bunt gefleckt. Die Raupen kurz und dick, mit kurzer Fleischgabe] im 
Genick, über den Rücken Reihen borstentragender Zäpfchen. Im Sommer an Aristolochia. Die Pp lang 
und schlank mit spitzem Hinterrande, am Gremaster und am Kopfe festgesponnen, nur zuweilen noch mit 
einer Fadenschlinge um die Leibesmitte. Die Tiere bewohnen die Mittelmeerländer von Portugal bis Persien; 
sie haben nur eine Generation und fliegen im Sonnenschein der ersten Frühlingstage mit kräftigerem Fluge 
als die Sericinus. Sie sind nicht selten und besaugen mil Vorliebe gelbe Kompositen. 

T. cerisyi God. (9d). bleicht in Färbung und Zeichnung durchaus den Sericinus ■" . Wie diese ist sie cerisyi. 
auf blassgelbem Grunde schwarz gefleckt, mit Spuren von Rot an der Costamitte der Hflgl und an denn 
Analwinkel. Die Hflgl haben nur einen stark verlängerten Zahn. Balkanstaaten. Griechenland und Klein- 
asien; nicht so häufig als die folgende Form, vom April bis in den Juni, im Süden des Gebietes noch 
früher. — Die ?? variieren sehr stark und werden , wenn sie übermässig schwarz gefleckt sind , als obscu- obscurior. 
rior (9d), bei weisser Grundfarbe als albidior (9e), bei hochgelber als ochracea (9e) und bei fahler als afoidior. 
pallidior (9d) in den Handel gebracht. — Bei flavomaculata Verity sind die karmoisinroten Fleckchen durch " ) ' ll ' l ', l ''r' "' 
honiggelbe ersetzt; alle diese Formen kommen unter der Stammart vor. — caucasica Led, (9e) hat in beiden ßavomacu- 
Geschlechtern sehr grosse, breite, schwarze Costalflecke auf den Vflgln, und die Hflgl sind fast ganz gleich- lata. 

massig schwach gezackt mit kaum bemerkbarem Zahn in der Mitte des Aussenrandes ; in Armenien; caucasica. 
deyrollei Oberth. (9d). Hier sind die Zähne am analen Aussenrandsteil der Htlgl zu 3 Schwänzchen ver- deyrollei. . 
lungert. An den Küsten des Schwarzen Meeres und in ganz Kleinasien, bis Syrien: äusserst häutig, stellen- 
weise massenhaft. — cretica Heb. (9e) ist eine auf Kreta und einigen griechischen Inseln vorkommende, sehr cretica. 
schwach gezeichnete Form, bei der die 3 Htlglzähne der vorigen Form durch schwarze Kappenlinien an- 
gedeutet, aber nicht aus dem Flügelrande selbst ausgeschnitten sind. Nicht so häutig wie die vorige. - 
Rp gelb, braun, rötlich oder schwarz mit rotgelben Wärzchen, vom Mai bis Juli an Aristolochia. Pp staub- 
grau oder gelbgrau, mit schwarzen Strichelchen, besonders am Kopfende. - Die Schmetterlinge fliegen in 
den ersten warmen Tagen des Jahres an felsigen Stellen und Waldrändern. 

T. polyxena Schiff, u. Den. (= hypermnestra Scop., hypsipyle F.) (9t). Hellgelb mit schwarzen Flecken polyxena. V 
und Zackenlinien. Auf den Hflgln rote Submarginalpunkte. Südost -Europa, von Südfrankreich bis ans 
Schwarze Meer, und Kleinasien. Bei der Form rumina Esp. führen die schwarzen Costalflecke der Vtlgl rumina. \/ 
rote Kerne auch auf der Oberseite, wie sie sich sonst nur an einzelnen Stellen der Unterseite in die schwarzen 
Flecke eingesprengt finden. Diese Form ist an manchen Flugplätzen, so im Westen der Balkanhalbinsel, 
nicht selten. -- Als cassandra Hbn (demnosia Frr., creusa Meig.*) (9f) bezeichnet man Exemplare mit ver- cassandra. 
mehrtem Schwarz. Dieses Überwiegen der schwarzen Zeichnung kann aber graduell sehr verschieden sein ; 
es kommen solche melanotischen Exemplare überall als einzelne Abweichung vor, finden sich aber in manchen 
Gegenden, wie z. B. Dalmatien, konstant. — ab. ochracea Stgr (9f) ( - polymnia Mi!/.) nennt man Individuen, ochracea. 
bei denen das Hellgelb der Grundfarbe durch ein prächtiges Dunkelgelb ersetzt ist. Auch diese Form kann 
überall unter der Stammform auftreten, findet sich aber in einzelnen Gegenden besonders häutig, wogegen 
sich die Form ab. meta Meig. (= tlavomacula Schilde, rufescens Oberth., rumina alba Esp.) (9f) bei der das Rot meta. 
der Purpurflecke durch Dunkelgelb ersetzt ist, überall als vereinzelte Seltenheit unter der Stammart findet. 
— Bei ab. bella Neuburger ist der dritte Gostalfleck reduziert. — Rp erwachsen rotgelb oder schwarzgrau bella. 
mit spitzen, borstigen Wärzchen; im Mai und Juni an Aristolochien , besonders an feuchtwarmen Stellen. 
Die Angabe, dass die Raupe auch an Quercus ilex lebe, beruht wohl auf einer Verwechselung. — Die 
Pp sehr schlank, gelbgrau, bräunlich gezeichnet. — 

T. rumina L. (10a). Sofort von 'polyxena zu unterscheiden durch die total verschiedene Unterseite rumina. 
der Hflgl, die Reihen weissgelber Würfelflecke führt. Fast in allen schwarzen Costalflecken der Vtlgl ist 
Rot eingesprengt. In der Hilglzelle, wo bei polyxena '■>— 4 parallele Striche standen, sind diese zu einem 
unregelmässigen Fleck zusammengeschmolzen, den nur die Adern fein gelb durchziehen. In Spanien 

und Portugal, auch in Marokko und Algerien, aber hier nur in der Nähe der Küste und in einer etwas ver- 
schiedenen Form (10a). -- Bei ab. canteneri Stgr. (10a), die in Süd-Spanien und Marokko vereinzelt unter der canteneri. 
Stammart vorkommt, ist die Grundfarbe dunkel-, fast orangegelb, so dass der transparente Fleck in der 
Flügelspitze lebhaft silbern hervorsticht. — ab. honnoratii Bsd. (10a) heisst eine Form, bei welcher das Rol honnoratii. 
bedeutend überhand nimmt, so dass die Htiglflecke zu einer oft breiten Purpurbinde zusammenfliessen. 
Diese Form findet sich in Südfrankreich, besonders in der Gegend von Digne, aber nur sehr vereinzelt; sonst 
ist die gewöhnliche Form Südfrankreichs medesicaste ///. (10a), bei der die schwarzen Flecke der Vtlgl medesicaste. 

*) T. cassandra Min. (= bipunctata'Cäsmoti.) ist eine unbedeutende Abart von der Stammform, keines Namens wert 
und nicht identisch mit der melanotischen cassandra Hbn. 



is HYPERMNESTRA. Von Dr. A. Sbitz. - DORITIS. Von H. Stichel. 

meisl i< > t gekernt, die roten Hflglflecke aber noch getrennt sind. -- Auch von diesen Formen lial man mela- 
tristis. notische Aberrationen gefunden und die von der spanischen rumina als ab. tristis Oberth., die von der franzö- 
hartmanni. s j sc hen medesici ab. hartmanni Stdfss. bezeichnet. — Pei ab. paucipunctata Neuburger sind alle roten 

Vflglflecke reduziert, bei ab. alicea Neuburger fehll dem (verkleinerten) dritten schwarzen Costalfleck der 
aliceä '"''' Fern. Übergänge zwischen der typischen rumina und der Form medesicasti aus Kastüien bezeichnel 
castiliana. Rühl als ab. castiliana - Rp gelb, rot oder schwärzlich, mit lichten Streifchen und gelbroten, schwarz- 
behaarten Wärzchen; im Vorsommer an Aristolochia. Pp graubraun, schwarz gezeichnet. -- Die Schmetter- 
linge fliegen im ersten Frühling im Süden des Gebiets schon im Februar, in Nordspanien erst Ende März 
an sonnigen Hängen und in Weinbergen und setzen sich mit Vorüebe an Asphodelus. 

6. Gattung: Hypermiiestra M4n. 

Die Gattung, die in der Zeichnung schon stark an die Parnassier erinnert, enthält nur eine hellgelbe 
Art in Vorderasien. Die Fühler sind zwar auch noch kurz, trafen aber einen relativ dicken. schai"f ab- 
gesetzten Knopf; die Palpen sind weniger lang und vorstehend: die Flügel sehr breit. Die Hpn kurz und 
dick, mit erhabenen, mit kurzen Borsten gekrönten Punkten. Sie verwandeln sich unter der Erde in eine 
kurze, dicke, stumpfe Puppe. Die Schmetterlinge haben nur eine Generation: sie tliegen im Frühling an 
sonnigen Hängen und besaugen Blüten. 

helios. H. hellOS Nick. | : ismene H. Seh.) (10b), hell strohgelb: Vflgl in Zelle und Apex schwarz gezeichnet, 

hin l » i dem Zellende ein roter, schwarz umzogener Querfleck; Htlirl unten mit gelbgrauen Bändern, die auf 

der Oberseite durchscheinen. In Turkestan und den daran stossenden Teilen Persiens; nicht selten. — 

maxima. maxima Gr.Gn>ch. (10b) ist eine sehr viel grössere Form aus Buchara undFerghana; ab. ochraeeomaculata 

ochraceo- Gr. Grseh. ist eine bei Guzar unter der vorigen Form aufgefundene Aberration, bei der die roten Flecke 

maculata. t \ urt .\ l lebhafl ockergelbe ersetzt sind. -- Als ab. persica bezeichnet Neububgbe Exemplare, denen auf der 

Oberseite alles Ro1 fehlt, wie sie in Nbrd-Persien unter der Stammart vorkommen. — Rp grün, gebändert, 

im Mai erwachsen an Zygophyllum turcomanicum ; Pp graugrün oder bräunlich in einein dürftigen Gespinst 

in der Knie. Der Schmetterling fliegt im April an steilen Stellen und hat einen ziemlich trägen, an den 

der Parnassier erinnernden Flug. 

7. Gattung: Doritis F.*) 

Mittelgrosse Falter mil ziemlich kraftigem Geäder, in Bau und Zeichnung einen natürlichen Über- 
gang von Thais zu Parnassius darstellend. Vflgl nahezu rechtwinklig dreieckig, Htlid verzerrt rhombisch 
mit abgerundeten Fcken. ohne Analfalte. Fhlr kurz, am Ende spindelförmig verdickt und etwas gekrümmt. 
Kopf klein, buschig behaart, Augen gross, Palpen kurz. Leib gedrungen, beim ? ohne sogenannte Lege- 
tasche am Hinterleibsende, hierdurch u. a. von Parnassius unterschieden. Das c? fuhrt dagegen am After 
eine schwarze Haarbürste, welche strahlig ausgebreitet werden kann. Flügel dünn beschuppt, die vorderen grau- 
glasig mit schwarzen Flecken und mit Querstrichelung, die hinteren weisslich mit dunklem Saum und blauen, 
rot angelegten Flecken in diesem. - Bewohner der Ebene und Gebirge Vorderasiens; sie erscheinen schon 
in den ersten warmen Frühlingstagen (Februar-März im Tiefland, März-April in den Bergen) in nur einer 
Generation: Überwinterung in der Puppe. Ihr Flug ist träge und schwerfällig, sie sind an Wegen, auf 
Triften und Wiesen zu finden und besaugen Blumen. -- Die Rp ist walzenförmig, mattschwarz, mit grossen 
roten Flecken und weisslichen Punkten, gleichmässig kurz behaart, ähnlich einer Parnassius-Rp, im Frühjahr an 
Aristolochia hastata. Die Pp ist gedrungen, ihre Hinterleibssegmente tief ineinandergetrieben , vollständig 
unbeweglich, stumpf-dunkelbraun, in einem Gespinste an der Erde. Nur eine stark variierende Art bekannt.**) 

apoüinus. D. apollinus Wbst. (= pythius Esp., thia Hbn.) (10c) hat im Vflgl ziemlich reichliche Querstrichehmg 

auf grauem Fond, beim 3* zuweilen, beim ? fast stets mit etwas Rot: Htl^l bei frischen Tieren kreideweiss, 
bei geflogenen gelblich, im dunklen Saum bläulich gekernte, rot angelegte Flecke. ? dunkler, gedrungener, 
auch auf den lltlgln gestrichelt, hie und da mit Einsprengungen von Rot. Westlichesund südwestliches Klein- 
asien, in Mischformen auch aus Syrien und Mesopotamien. Neben der Hauptform, insbesondere im südlichen 
rubra. Fluggebiel (Aintab) tritt auf: ab. -,' rubra Stgr. (lOd) mit stark gerötetem Hflgl, die rote Färbung im Basalfeld 
krystallina. fleckartig verdichtet; ferner im Gegensatz hierzu ab. krystallina Schildt (10b), gekennzeichnet durch sehr 
schwach bestäubte transparente Vflgl mit matter Zeichnung und grau-glasigen lltlgln mit rötlichem Anflug; 

Der Gattungsname Doritis /■'. (1807) ist eigentlich als Synonym von Parnassius Latr. (1805) zu verwerfen, weil die 
in seiner Verbindung erstmalig aufgeführten einzigen beiden \rten: apollo und mnemosym der früher etablierten Gattung Par- 
nassius angehören und der Gattungsname nachträglich nicht auf eine andere Arl übertragen werden darf. An seine Stelle müsste 
Arduin Hbn. (1822) rücken (Art. 30 der Internat. Nomenklaturregela, Paris L905). Von Einführung dieser Änderung wird hier 
mit Rücksicht auf den eingebürgerten Gebrauch Abstand genommen. 

Eine nahe verwandte fossile Art wurde in der Miocänformation von Gabbbo bei Pisa entdeckt, auf dieselbe ein 
ossili Genus: Doritites Heb. begründet und die Art als Doritites bosniaskii Reb. beschrieben (Sitzungsberichte der Kaiserl. 
Akademie d. Wissensch. Wien, Vol. 107, 1899, p. 734). 



DORITiS; PARNASSIIS. Von H. Stichel. 19 

allenthalben neben der' typischen Form. — Eine besonders kräftig gefärbte Form mit fleckartiger Verstärkung der 

dunklen Subraarginakeichnung an der Costa der Vflgl und breiter, reich blau und rot gefüllter Saumbinde der Hflgl, 

deren Basalteil im übrigen beim 2 fast gar nicht gestrichelt und nie rot angeflogen ist, heisst bellargus Stgr. ( 10c). bellargus. \ 

Syrien (Kessab) und in annähernd gleicher Bildung in Palästina, in Übergängen zur Stammform im cilicischen 

Taurus. — Weniger reich gezeichnet ist amasina >7</r. (10d) aus Pontus (Amasia) und Ost-Kurdistan, kenntlich amasina. 

besonders an einem schwarzen Hakentleck am Zellende der Hflgl. - - Im nordöstlichen Kleinasien . Goman 

Otti (Pontus in etwa 1500 m Höhe) und Armenien fliegt eine andere, meist kleinere, blasse und in beiden 

Geschlechtern schwach gezeichnete Gebirgsform, apollinaris Stgr. (= pallidior Spuler) (lOd), die namentlich apollinaris. 

auch eine reduzierte Saumbinde der Hflgl aufweist. - Eine im Gegensatz zur gewöhnlichen Form des <? 

dieser Rasse sehr dunkel gefärbte Zwergform des ? kann als ab. mardina (Stgr. i. I.) (lOd) eingeführt werden, mardina. 

unter welchem Namen sie sich schon im Verkehr befindet. 

8. Gattung: Pariiassilis Latr.*) (Augenspiegelfalter). 

Meist grössere Falter mit breiten, rundlich geschnittenen Flügeln: Vflgl im allgemeinen Umriss recht- 
winklig dreieckig, Hflgl fast eirund mit konkav gebuchtetem Hrd, ohne Analfalte. Fhlr kurz, am Ende 
mehr oder weniger keulig verdickt, der Schaft häufig schwarz und weiss geringelt. Kopf klein, Stirn buschig 
behaart, Augen gross, Palpen kurz, spitz, den Kopf nicht überragend. Thorax normal, dicht behaart. Ab- 
domen beim cT mit stärkerem, beim ? in der Regel sehr spärlichem oder fast ohne Haarwuchs. Abdomen des 
? am Ende unterseits mit einem bei der Begattung aus einer schnell trocknenden Sekretabsonderung des c 
entstehenden hornigen oder blasigen Anhängsel, der sogenannten Legetasche, deren verschiedenartige Gestalt 
sich als gutes Hilfsmittel zur Unterscheidung der Arten oder wenigstens zur Charakterisierung der Gruppen 
erwiesen hat. Flgl weiss, weisslich oder selten gelb. Vflgl mit schwarzen Flecken und grauen oder schwärz- 
lichen Binden. Hflgl häutig mit roten Augenflecken. In Färbung und Zeichnung ungemein variabel, so 
dass die Feststellung der Zusammengehörigkeit gewisser Formen oder die spezifische Trennung solcher häufig 
nicht geringen Schwierigkeiten unterliegt. Augenscheinlich haben viele der bekannten Formen in ihrer erd- 
geschichtlichen Entwicklung noch keine genügend befestigte Stufe erreicht, um als Arten im gebräuchlichen 
Sinne zu gelten, und deshalb ist auch die Annahme gewohnheitsmässiger Hybridation spezifisch verschiedener 
Parnassius-Arten sehr vorsichtig aufzufassen. Wenn auch die Kopulation zwischen solchen wiederholt beobachtet 
worden ist,**) so liegen für die erfolgreiche Befruchtung verschiedener Arten untereinander keine Beweise, 
sondern nur Hypothesen vor. — Das Vorkommen der Parnassier ist vorzugsweise auf gebirgige Gegenden be- 
schränkt, die Falter bewohnen die Mittel- und Hochgebirge Europas (ausser Grossbritannien) und Asiens, gewisse 
Arten steigen in den gigantischen Höhenzügen im Herzen von Asien bis etwa zu 6000 m ('20000' engl.) empor. 
Der Flug ist im allgemeinen schwerfällig und flatternd, in den heissen Tagesstunden unstet und hastig, 
niemals so leicht und elegant wie derjenige der echten Segler: nur wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen 
den Falter aus seinem Versteck locken und er schwebend aus höherem Gelände zu Tal steigt, oder wenn 
das o" an sonnenbeschienenen Felshängen und Matten, eine Gefährtin suchend oder spielend, auf und nieder 
eilt, verleugnet sich in seinem Wesen nicht die edle Verwandtschaft. Die Parnassier sind Blumenbesucher, 
sitzen mit ausgebreiteten Flügeln auf der Blüte, sind beim Saugen der Nahrung unschwer zu fangen, zuweilen, 
namentlich bei ungünstiger Witterung oder gegen Abend, sogar leicht mit den Fingern zu ergreifen oder mit dem 
Giftglase abzunehmen. ***) Die Falter sind sehr zählebig und erholen sich selbst nach kräftigem Fingerdruck 
auf den Thorax bald wieder so weit, dass sie flugkräftig sind; bei eingedüteten Tieren kann man stunden- ja 
tagelang ein lebhaftes Kratzen mit den Füssen an den Papierwänden hören, wenn man keine Gelegenheit nimmt, 
die Gefangenen durch Gift (Injektion) vollends zu töten. - - Die Rpn der Parnassier sind walzenförmig, aus- 

*) In neuerer Zeit wurde die Gattung von F. Moore (Lepidopt. Indira vol. 5, l!i<)2) in 5 selbstständige Genera zerlegt, 
nämlich: Parnassius (Type 1'. upolio), Tadumia (Type T. acco), Kailasius ('type A'. charltonius), Koramius (Type K. delphitts), Doritis 
(Type D. mnemosyne). Die Charaktere dieser Gattungen liegen, abgesehen von geringen habituellen Merkmalen, hauptsächlich in 
der Stellung und Anordnung der Subcostal- und Radialäste des Vflgls (System II u. III. nach Spuler) und in tertiären Geschlechts- 
eigentümlichkeiten (Legetasche). Von der Übernahme dieser Aufteilung wird abgesehen, weil eine Spaltung der in sich gut ab- 
geschlossenen und leicht kenntlichen Kollektivgattung Parnassius unzweckmässig erscheint, und weil die angeführten Charaktere 
bezüglich des Adersystems nicht nur innerhalb der Spalt-Gattungen, sondern auch bei ein und derselben Art nicht unbeträcht- 
lichen Schwankungen unterliegen (vgl. Stichel, in: Bert. Ent. Zeit. vol. 51, p. 89, 1906). 

**) Grum-Grshimailo, der im Auftrage S. Kais. Hoheit, des Grossfürsten Nicolai Michailowitsch von Russland seinerzeit 
die zentralasiatischen Gebirge entomologisch durchforschte, berichtet in „Memoires sur les Lepidopteres" (Romanoff), vol. t. 1890, 
dass er im Alai-Gebirge öfters P. charltonius und /'. delphius in copula angetroffen habe . legt aber diesem Umstände auch kein 
besonderes Gewicht bei, weil ihm nie ein Falter zu Gesicht gekommen sei, dessen Charaktere ihn als Mischling dieser so ver- 
schiedenen Arten hätten ausweisen können. — Es man' also hier ein ähnlicher unnatürlicher Geschlechtstrieb die Ursache der 
Copulation gewesen sein, wie in anderen Fällen die wiederholte Copula eines J mit mehreren c "Vi 1 oder selbst der Versuch einer 
Copula zwischen 2 c/'q 7 ' derselben Art, Vorsänge, die dadurch bewiesen werden, dass Gr.-Gr. charltonius £ mit 2 Legetaschen 
(eine derselben normal, die andere in Querlage vor dieser angeheftet) und .^q 1 derselben Art mit einer anormal oder unvoll- 
kommen ausgebildeten Legetasche angetroffen hal (conf. Abbild. I. c. taf. A f. 'S— 5). — Auch der bekannte Lepidopterologe 
Ai.phehaki will im Tien-schan Copula zwischen P. discoboltts und P. lusebolus (vermutlich ist Sibiriens gemeint) beobachtet haben. 
***) Vor längerer Aufbewahrung von Parnassiusfaltern im Cyankali-Giftglase wird übrigens gewarnt, weil die weiss.- 
Grundfarbe der Flügel darin einen gelblichen Ton annehmen soll. 



20 PARNASSIÜS. Von H. Stichel. 

nahmsweise beiderseits verjüngt, verschieden, meist aber schwarz, gefärbt und verschieden gezeichnet: der 
Kopf ist klein, fasl kuireliij: im Nacken tragen sie eine ausstülpbare fleischige Gabel; der Leib ist mit kurz- 
behaarten Warzen bedeckt. Sie scheinen in der Jugend gesellig zu leben, etliche Arten lieben ungemein die 
Sonne, andere leben bei Tage verborgen, sie verpuppen sich in einem Gespinst an der Erde. Die Pp ist 
dick, stumpf, anscheinbar hellbraun oder dunkel gefärbt, weisslich bereift. Zumeist nur eine Generation, 
nur im nordwestlichen Himalaya in zwei Brüten beobachtet. 

1. Mnemosyne-Gruppe. 

mnemosyne. P. mnemosyne L. (iOe). Flügel weiss. Adern fein schwarz. Fransen schwärzlich. Vtl mit '2 schwarzen 

Zellflecken, Äussernd beim etwa Ins zur Hälfte, beim ¥ weiter breit irlasig-grau. Htlgl am Hinter- 

rande bis zur Zelle und am Zellende schwarz überstäubt, beim ? reichlicher als beim d*. Fühler und Beine 
schwarz, ebenso der Leib. Dieser beim cf weisslich behaart, beim 2 fast nackt, glänzend, mit einer weiss- 
lichen, fast 2 ■, der Unterseite einnehmenden, blasenartigen Legetasche. — Mitteldeutschland (Harz. Vogels- 
berg), Schlesien, schweizerische und österreichische Alpen. Süd-Frankreich, Pyrenäen, in fast allen Kron- 
ländern Österreich-Ungarns, Bukowina, den russischen Ostseeprovinzen. Skandinavien. Apenninen, Sizilien. 
Bevorzugt gebirgige Gegenden in Höhen von :'><>n 1200 m, seltener bis 1600 m, ist aber auch in der Tief- 
ebene, auf Hügeln von ts(i m (Czernowitz) anzutreffen; an höheren Plätzen bis in den Juli, an tiefer ge- 
legenen, südlichen Stellen bereits Ende April. Als nördlichste < »rte des Vorkommens sind Sundsvall und 
Hernösand (Schweden, etwa 62 — *>:5" uördl. Breitet in der Literatur verzeichnet. Variiert im allgemeinen 
wenig. Eine seltene Form, bei welcher die Zelltlecke des Vflgls durch einen schwarzen Steg verbunden 

lauteres, sind, fühlt den Namen ab. halteres Musch., und eine stark schwärzlich verdunkelte, allenthalben neben der 
Hauptform (namentlich im weiblichen Geschlecht! auftretende, insbesondere aber aus Kärnten. Krain, der Um- 
gebung Wiens, dem Wallis. Siebenbürgen und Österreich. Schlesien bekannte Stücke sind unter dem Namen 

melaina. ab. melaina Honr. (lOf) eingeführt. In Kärnten, Umgebung von Friesach, in Höhen von 630 — 750 m, 
minor, fliegt eine auffallend kleine Lokalform, minor Reb. u. Hog., mit verkleinerten schwarzen Flecken de- Vflgls, 
die eine Spannweite von nur 52 nun besitzt und in den Bayerischen Alpen und im Salzkammergut (Berchtes- 
gaden, Reichenhai] etc.) in Höhen von etwa 1000 m (Juni- Juli) hat sich die Art zu einer konstanten melano- 
hartmanni. tischen Form, hartmanni Stdfss. (IOe), ausgebildet, deren cfcf zwischen dem Endzelltleck und dem ver- 
breiterten und schwärzlich getrübten glasigen Saume der Vflgl noch einen grauen Costaltleck tragen, im 
Hrdfelde des Hflgls auch stärker und breiter geschwärzt sind. Die ?? dieser Form folgen der Hntwieklungs- 
richtung von melaina, sind aber im allgemeinen weniger dunkel, haben einen sehr breiten glasigen Saum 
des Vflgls, bisweilen eine graue, von dem beim c" erwähnten Costaltleck ausgehende S-förmig schattierte 
Querbinde und auf dem Htlgl eine intensiver angelegte Bindenzeichnung hinter der Zelle, ausgehend vom 
athene. Ilrd. endlich 1—2 graue Costalflecke. — athene Stich, ist die Form aus Griechenland (Ghelmos, Olenos), 
welche in dem massig breiten, nach hinten spitz zulaufenden glasigen Saum des Vflgls eine Reihe 
von 4 5 weisslichen Flecken trägt, sonst im allgemeinen mit der Hauptform übereinstimmt, aber etwas 
stärker gezeichnet ist. also eine Mittelstufe zwischen dieser und der folgenden Form einnimmt. Sie 
findet sich vereinzelt auch unter der Hauptform in Böhmen, scheint in Süd-Frankreich ebenfalls konstant 
nubilosus. aufzutreten, und hierzu werden auch die Stücke aus dem Taurus zu zählen sein. — nubÜOSUS Chist. (lOf.) 
heissl die Form ans dem nördlichen Persien und dem Kaukasus: bei ihr sind die weissen Flecke des Vflgls 
in dem verbreiterten Saume deutlicher ausgeprägt und bilden in der Regel eine aus 7 — 8 Keil- oder Mond- 
flecken bestehende Submarginalbinde ; die schwarzen Zeichnungen sind verstärkt und verbreitert, und beim 
? tritt auf -dem Vflgl eine graue abgekürzte Binde zwischen Endzelltleck und Glassaum, ferner ein grauer 
Heck am Hinterrande und im Hflgl reiche, bindenartige schwärzliche Bestäubung jenseits der Zelle auf. 
Diese form im vergrösserten .Massstabe mit noch weiter verstärkter schwarzer Zeichnung und verbreitertem 
- gigantea. glasigen Saume aus Zentralasien (Kuldja, Alai) ist unter dem Namen gigantea Stgr. (lOf) bekannt, und solche 
ochracea. Stücke dieser Rasse, deren Grundfarbe etwas gelblich verfärbt ist, bezeichnet man als ab. ochracea Aast. — 
Das Ei der Alt ist konisch, weisslich. l!|i walzenförmig, nach vorn und hinten verjüngt, schwarz, kurz 
behaart, der Leib mit orangegelben Flecken; sie lebt im April-Mai an Corydalis-Arten (mnemosym typ. an 
(1. halleri. II. ca\a. ( '.. sobda), bei Tage verborgen. Verpuppung an der Erde in losem Gespinst : Pp dick, 
stumpf, lehmgelb, weisslich bereift. 

stnbben- P. stubbendorfii Min. (= immaculata Min.) (10g), ist stumpf -weiss , Adern schwarz. Ytlgl am Vrd 

dorfii. schmal grau, am Apex und Äussernd etwas breiter, glasig-grau. Nahe jenem eine mehr oder weniger deutliche. 
dunkelgrau schattierte Querbinde, in der Zelle •_' graue Flecke, die auch fehlen können. Hflgl fast 
zeichnungslos, nur im Hrdfelde schwärzliche Bestäubung. Auf der Unterseite der Htlgl am Hrd zuweilen 
etwas gelbhche Behaarung. Legetasche des weisslich, ähnlich wie bei mnemosyne. Fühler. Heine und 
Flügelfransen schwarz. - Vereinzelt treten i Exemplare auf, die, ähnlich wie bei der vorigen Art, über und 
melanophia. über grau oder schwärzlich verdunkelt sind: ab. melanophia Honr. Bei dieser sind die Zeichnunyen un- 
deutlich oder fehlend (in der dunklen Grundfarbe nicht abgesetzt), und der Hinterleib ist fein gelblich 
behaart. ~ Rp auffällig von der anderer Parnassier abweichend, ähnlich einer grossen Agrotide, schwarz, mit 



PARNASSIUS. Von H. Stichel. 21 

hellgelben Schrägstreifen, nach der letzten Häutung hell rothraun mit 2 hellgelben Längsstreifen, in denen 
schwarze Flecke stehen. Ferner auf dem Rücken schwarze Striche, Linien, Pfeil- und andere Zeichnungen. Bauch 
und Seiten im unteren Teil graubraun, diese mit zahlreichen helleren Punkten. Kopf und Brustfüsse schwarz, 
der ganze Körper kurz behaart; Nackengabel weissgelb, fast durchscheinend; im Mai und Juni an Gorydalis- 
Arten, besonders G. gigantea, bei Tage verborgen. - - Pp in ziemlich festem Gespinst unter altem Holz oder 
unter Steinen etc. (Gbaeser). - - Im Altai-Gebirge, Gebiet des Amur, Ussuri (ostasiatische Küstenprovinzen). 
— Eine kleinere Form mit verstärkter grauer Zeichnung beim ? erscheint als tartarus Amt in Nord-Ost-Tibet tartarus. 
(Kukunor, Sining) und in Kaschmir (auch chinesische Tartarei genannt); die Zellflecke sind deutlicher und durch 
graue Bestäubung an den Zellwänden unter sich und mit dem jenseits der Zelle liegenden Gostalfleck ver- 
bunden. Submarginalbinde des Vflgls deutlicher ausgeprägt, beiderseits der Adern aller Flügel mehr oder 
minder reichliche schwärzliche Schuppenablagerung: im Vorderrandfelde des Htlgls meist ein grauer Fleck. 
Halskragen und Unterseite des Leibes etwas gelblich. Bei den aV sind, ausser Verschiedenheit in der 
Grosse (Vflgllänge 27 mm gegen 34 der Hauptform), bemerkenswerte oder durchgreifende Unterschiede 
kaum vorhanden, im allgemeinen sollen dieselben heller gehalten sein. Die vorigen an Grösse be- 

deutend übersteigend ist citrinarius Motsch. (= glacialis Btlr.) (IIa). Bei diesem ist der schwarzgraue Mittel- citrinarius. 
mit dem Endfleck der Zelle zuweilen durch dunkle Bestäubung längs der Zellwände verbunden und die Sub- 
marginalbinde des Vflgls mehr oder weniger deutlich und vollkommen. Hinterrandfeld des Hflgls bis zur 
Hälfte der Zelle tiefschwarz mit aufliegenden weissen Haaren ; auf und an den Adern schwärzliche Bestäubung. 
Halskragen, Hüften und Hlb seitlich gelb oder rotgelb behaart, die Unterseite der Flügel etwas gelblich. — 
Bei einzelnen japanischen Stücken (von Hakodate) sind die Zelltlecke und Submarginalbinde des Vflgls völlig 
geschwunden oder nur ganz leicht angedeutet: ab. eluta (form nov.). ? in der Regel etwas stärker grau eluta. 
schattiert, mitunter völlig schwarz verdunkelt mit etwas glasigem Aussehen. Diese dunklen Stücke seien 
als ab. umbrosa (form nov.) bezeichnet In massigen Höhen, Juli; Japan: Hondo (Nippon), Jesso (Hakodate), umbrosa. 
Kiushiu ; Korea; West- und Zentral-Ghina. 

2. Clarius-Gruppe. 

P. felderi Brem. (Ha), stumpf-weiss mit panz leicht gelblichem Ton, Fransen schwarz oder weisslich felderi. 
an einer schwarzen Randlinie. Vflgl auf den Adern, an der Wurzel und am Vrd schwärzlich bestäubt, mit 
den gewöhnlichen Flecken, Aussensauni schmal glasig, meist nur bis zu '/* des Randes ausgedehnt. Hflgl 
mit 2 schwarzen Flecken, von denen der vordere öfters, der hintere seltener rot gekernt ist. In manchen 
Fällen fehlt dieser ganz oder ist nur durch einen Funkt angedeutet. Im Analfelde gewöhnlich ein binden- 
artig verlängerter schwarzer Fleck und hinter der Zelle längs des Flügelrandes schwarze Bestäubung. Das ? 
lebhafter und reichlicher grau gezeichnet, auf dem Vflgl ausser der schärferen Submarginalbinde, die nur 
durch eine Reihe weisser Halbmondtlecke vom glasigen Saum getrennt ist, eine mehr oder weniger voll- 
kommene Mittelbinde ausserhalb der Zelle, die übrigens auch zuweilen beim <? angedeutet ist. Htlgl reich- 
licher schwärzlich, die Augentlecke meist ohne rote Füllung, zuweilen jedoch auch der im Analfelde stehende 
Fleck mit rotem Kern: nahe dem Äussernde eine deutliche schwärzliche bogige Binde, die beim c/ 1 auch manch- 
mal in Rudimenten auftritt. — Häufig mehr oder weniger schwärzlich überstäubt : eine stark verdunkelte 
Form ist ab. atrata Graeser. Im übrigen die Unterseite speckig glänzend, die Augentlecke des Hflgls in atrata. 
der Regel rot und weiss ausgefüllt, mit 3 roten, mehr oder weniger weiss bestäubten Basaltlecken. Stirn, 
Halskragen, Leib gelb behaart, Fhlr und Heine schwarz. Legetasche des ? bräunlich, flach muldenförmig, 
fast die Hälfte der Leibeslänge einnehmend. Am unteren Amurlauf, Bureja-Gebirge; soll ausschliesslich im 
Walde fliegen. — Rp an Gorvdalis. 

P. eversmanni Min. (? = wosnesenskii Min.) (10g) hat beim cf gelbe, beim ? gelbe bis gelblieh- eversmanm. 
weisse Grundfarbe und ähnelt in der Zeichnung ungemein dem ? des vorigen : Vflgl mit grauer Basis, eben- 
solchem Vrd und grau-glasigem Saum, -J schmalen länglichen Zelltlecken, jenseits der Zelle mit einer gebogenen 
grau schattierten Discalbinde und einer ebensolchen, manchmal weniger deutlichen Submarginalbinde. Hflgl 
mit schwarz bestäubtem Hrdfelde, einem manchmal (namentlich beim ?) bindenartig verlängerten Analfleck 
und einer mehr oder weniger deutlichen welligen Submarginalbinde; ferner mit 2 roten Augenflecken, 
von denen der hintere oben mitunter iranz schwarz ist oder fehlt, unten jedoch deutlicher bleibt; dort der 
Flügel an der Basis rot gefleckt. Kopf und Körper gelb behaart. Legetasche weisslich, ähnlich derjenigen 
von mnemosyne, mit einer Längsfurche. -- Im Altai-Gebirge, Amur-Gebiet, Transbaikalien, Witim-Gebiet ; im 
Juni bis Juli. Den Falter trifft man auf kleinen Waldblössen und schmalen Waldwegen, auf denen er 
äusserst flüchtig auf und ab eilt, so dass man seiner fast nur durch Auflauern habhaft werden kann. Sein 
Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis Alaska: von dort ist er als t/ior Edic. bekannt, welcher als amerikanischer 
Vertreter der Art zu behandeln bleibt. 

P. clarius Eversm. (IIb). Flügel weiss, Zelltlecke länglich-rund, tiefschwarz, jenseits der Zelle eine ab- clarius. 
gekürzte gebogene Binde und nahe dem glasigen Saum eine fast vollständige, ziemlich kräftig angelegte Kappen- 
binde. Htlgl mit 2 deutlichen roten oder gelben Augenflecken, 2 manchmal rot gekernten Analflecken, das 
Hrdfeld schwarzgrau ; ? stärker gezeichnet, mittlere Binde des Vflgls verlängert. Diese zuweilen in demselben Masse 

l 3 



22 PARNASSIUS. Von H. Stichel. 

und stärker ausgeprägt als die Submarginalbinde und auf dem Hflg] am Saume eine deutliche Bogen- oder Mond- 

dentata. fieckenbindt hin auch beim auf und die Form ist als dentata Aust. illb) beschrieben. Unterseite 

ohne rote Basalflecke. Legetasche weisslich, sehr lang gestreckt, ähnlich wie bei mnemosyne. Fhlr schwarz. 

Altai, Saissan. - Häufig mit dem nordamerikanischen clodius Eversm. oder dessen Formen verwechselt, 

diese jedoch vermöge ihrer an eversmanni und felderi erinnernden Zeichnungsanlagen unschwer zu erkennen. 

nordmanni. P. nordmanni Men. (= clarius IL-Srh. Fig. 257, 258; = pataraeus Westw) (IIb). Dem vorigen 

ähnlich, jedoch ohne submarginale Kappenbinde des Vflgls, der glasige Saum dagegen bedeutend verbreitert, 
Im Hrdfelde manchmal ein schwärzhcher Fleck, Ocellen des Hflgls rotgelb, Aussensaum glasig grau. Das i 
kräftiger gezeichnet, teilweise schwärzheh liberpudert; Gostalfleck des Vflgls halbbindenartig vergrössert, die 

trimaculata. Augeidlecke des Hflgls zuweilen durch emeu schwarzen Strich verbunden. — Bei ab. trimaculata Sckaposchn, 
ist der Analfleck deutlich rot gekernt, augenartig. Unterseite ohne Basalflecke. Östliches Armenien, Kaukasus. 
— Aus dem nordöstlichen Kaukasus (Daghestan, tOOO im ist eine nur durch geringere Grösse und etwas 
minima, reduzierte Zeichnung unterschiedene Form als var. minima Bonr. (11c) bekannt. 

3. Apollo-Gruppe. 

bremeri. P. bremeri Feld. (11 c). Weiss mit schwarzen Adern. Vtlgl mit ■_' schwarzen länglichen Zelltlecken. 

2 jenseits der Zelle liegenden Costalflecken, einer mehr oder weniger scharf ausgeprägten, oft auch nur in Rudi- 
menten erhaltenen schwärzlichen Submarginalbinde und mit schmalem glasigem Aussensaum am vorderen Rand- 
teile, endlich mit einem schwärzlichen Fleck am Ilrd. Htlgl mit 2 roten, schwarz unizogenen Augenflecken, der 
\ ordere in der Kegel reiner und grösser, ferner mit schwarzem, am Zellende zahnartig vorspringendem 
Hrdfelde und unvollkommenen Analflecken; an der Basis ein roter Fleck, auf der Unterseite 4 grosse, 
schwärzlich begrenzte rote Flecke, am Aussenrd häufig verloschene, bindenartig aneinander gereihte schwärzliche 
Submarginalflecke. Fhlr schwarzbraun, Flügelfransen schwarz oder stellenweise, namentlich am Htlgl, weiss- 
lich an einer schwarzen Randlinie. ? etwas grösser, Oberseite mehr oder weniger schwärzlich bepudert, die 
schwarzen Zeichnungen verstärkt, ungewiss begrenzt, auf dem Htlgl sind die Analflecke deutlicher ausgeprägt, 
und es zeigt sich eine submarginale schwärzlich schattierte Binde. Legetasche klein, blattartig, zugespitzt, unten 
an der breiten Seile mit Längskiel. Gebiet des unteren Amurlaufes: Bureja-Gebirge, l'ssuri. — Im Jablonoi- 
Gebirge (Transbaikalien) in Höhe von 1I-J00 — 2000 m tritt die Art mit verstärkten, rot ausgefüllten Costalflecken 
des Vflgls auf, die Submarginalbinde des lltlgls ist mitunter auch beim cf oberseits erkennbar und die Basaltlecke 
graeseri. sind vergrössert, manchmal verdoppelt. Dies ist graeseri Honr. (11 d). - Bei einzelnen Exemplaren sind 
die Augenflecke des Hflgls beim ? durch einen schwarzen strich verbunden, die Analflecke bindenartig bis 
zur hinteren Ocelle verlängert und beim cf die Submarginalbinde des Vflgls deutlicher aufgetragen, eine 
conjuneta. Form, die ab. conjuneta Stgr. (11c) benannt ist und mehr dem südlichen Teil des Amur-Gebiets (Ussuri) 
anzugehören scheint, jedoch auch neben der Hauptform auftritt. — ■ Kp schlank, schwarz, gelb punktiert, im 
Mai an Sedum-Arten. 

delius. P. delius Esp.*) 1 1 1 d). Auf den ganz leicht gelblich getönten weissen Flügeln die gewöhnlichen 

schwarzen Flecke, von den jenseits der Zelle liegenden ( iostalflecken in der Kegel der vordere rot gekernt, 

. die Submarginalbinde unvollkommen, der glasige Saum den Hinterwinke] nicht erreichend: Hrdfleck vorhanden 

oder fehlend. Augenflecke des Hflgls meist von geringerer Grösse, innen ganz rot oder mit weissem Kern, 

mitunter stark verkleinert. Unterseite mit roten Basalllecken. Beim ? die Oberseite mehr oder weniger 

schwärzlich bestreut, die Zeichnung verstärkt, Ytlgl mit Hrdfleck, der zuweilen rot gefüllt ist, Htlgl mit 

Analflecken, submarginaler Kappenbinde und glasig-schwärzlichem Saum. Schaft der Fhlr schwarz und 

weiss geringelt. Fransen gewöhnlich weiss, am Htlgl an den Adern schwärzlich unterbrochen. Legetasche 

des ; ganz ähnlich derjenigen der vorigen Art, Illb in beiden Geschlechtern stark behaart. Sehr verbreitete 

henichü. und variabele Art, **) - Von individuellen Aberrationen sind zu erwähnen: ab. ? herrichü Oberth., Gostaltlecke 

aurantiaca. des Vflgls mit dem Hrdfleck durch eine schwarz schattierte Binde vereinigt: ab. aurantiaca Spuler, Hflg] 

leonhardi. mit gelb \ erfärbten und ab. leonhardi Rühl mit ganz schwarzen Augenflecken; — als ab. anna (lle) sei diejenige 

anna. Form eingeführt, welche an der Wurzel des Hflgls oberseits einen deutlichen roten Fleck trägt: das abgebildete ?, 

welches ausserdem etwas reichlich schwarz bestäubt ist und schon an die folgende Form erinnert, stammt aus 

cardinalis. Sulden, Süd-Tirol; der Basalfleck tritt auch beim o" auf. — Bei ab. cardinalis Oberth. ist dieser Basaltleck sehr 

gross, seine schwarze Umrandung häng! mit derjenigen des vergrösserten vorderen Augenfleckes zusammen und 

dieser ist mit der hinteren Ocelle durch einen schwarzen Strich verbunden. — Bewohner der höheren Regionen 

der West- und Zentral- Alpen, in Höhen von 1500 — 2600m: am MontBlanc, Simplon, in den Glarner, Thur- und 

Kindischen Alpen (Albula), im Bernina-t Jebiel (Hngadini. Ortler-Gebiet (Sulden. Trafoi. Stilfser .loch) etc. — Ei 

*) In der Nomenklatur folgen wir 'lern eingebürgerten Gebrauch. Bei Anwendung der internationalen Nomenklatur- 
regeln würde der Name delius hier zu verwerfen sein, weil seine erstmalige Anwendung als r<i/>ilio delius E*p. (1800) durch 

Papilio delius Drury (1782) überholt ist. Der Ersatzn ■ ist V. phoebus sacerdos Stich. Wegen der Einteilung der delius-phoebus- 

Formen und der giltigen Anwendung des letzteren Namens vergl. Berl. Entom. Zeitschrift, vol. 51, 1906, p. 81. 

'i l ber die Grenzen und den umfang der Variabilität, sowie über den Werl und die systematische Einreibung der 
benannten Formen vergl. Seite 'S.i unter apollo. Was dort gesagt ist, gill sinngemäss für alle anderen Pamassius-Arten. 



PARNASSIUS. Von H. Stichel. 23 

halbkugelig, weiss, mit braunem Fleck und braunem Ring. Rp schwarz, mit gelben Flecken, an Saxifraga 
aizoides und Sempervivum montanum. Pp kurz, in leichtem Gespinst, gern unter Steinen. — Im Osten des 
paläarktischen Gebietes ist die Art in mehreren Lokalvarietäten vertreten: phoebus F. (= altaica Min.) phoebus. / 
(1 1 e) ist die zentralsibirische Form, etwas kleiner als die europäische, beim c? die Gostalflecke des Vtlgls in der 
Regel ohne Rot, der vordere manchmal mit weisslichem Kern. Submarginalbinde schwach und verkürzt oder 
unterbrochen, Hrdfeld ohne Fleck; Hflgl mit roten, meist kleinen Ocellen und manchmal mit einer submar- 
ginalen Reihe von schwach angedeuteten schwarzen Flecken, die Adern nicht selten scharf schwarz linienartig 
punktiert. $ schärfer und reichlicher gezeichnet, Glassaum des Vtlgls durch grosse weisse Kappentlecke 
von der Submarginalbinde getrennt, 2 häufig rot gekernte CostalUecke, die schwärzlich verbunden sind, im 
Discus manchmal schwärzliche Schattierung; Hflgl mit grauglasigem Saum, deutlichen submarginalen Halb- 
monden, die bindenartig zusammenhängen, 2 grösseren roten Ocellen, die hintere zuweilen mit weisser 
Pupille; Analflecke zuweilen verstärkt und einer derselben rot gefüllt. Im mittleren Teile von Süd-Sibirien: 
Altai, Sajan-Gebirge, Gebiet des Baikalseees und Transbaikalien ; Mongolei: Uljassutai. Hierzu gehören vermut- 
lich auch etliche durch Kleinheit (40—54 mm Spannweite) ausgezeichnete, von der Küste des Ochotskischen 
Meeres (Ajan und Gischiga) gemeldete Stücke. — Eine kleinere Aberration von Irkutsk mit reduzierter Zeich- 
nung, bei der die hintere Oeelle nur durch ein schwarzes Fleckchen angedeutet ist, heisst ab. sedakovü Min. sedakovü. 
— Aus derselben Gegend ist eine stark verdunkelte Aberration des ¥ als dis Gr.-Grsh. beschrieben. — In den dis. 
nördlich vom Baikalsee gelegenen Lena-, Vitim- und Wiljui-Gebiet ist auffallenderweise bislang keine delius- 
Korm gefunden worden, erst jenseits (nördlich) des Gebirgszuges von Werchojansk, im Janatale, bis etwa zum 
69. Breitengrad (d. h. jenseits des nördlichen Polarkreises) tritt wieder eine schwach abweichende Form, 
interposita Herz, auf. Sie hat die Grösse wie phoebus (57 — 65 mm Spannweite), ist rein weiss, der glasige interposita. 
Saum des Vtlgls sehr schmal, die Augentlecke des Htlgls stark schwarz umrandet, fast immer mit weisser 
Pupille und grösser als bei phoebus; ? sehr schwach beschuppt, von glasartigem Aussehen. — Als hitermedius intermedius. 
Min. ist eine Form zu bezeichnen, welche sich im westlichen Sibirien (Tarbagatai, Erhebungen an der 
Kirghisensteppe etc.) zu einer lokalen Rasse ausgebildet hat. Sie isl grösser als phoebus, das cf trägt Gostal- 
flecke mit kräftiger roter Füllung, wenigstens im vorderen Fleck, Submarginalbinde auch kräftig entwickeil. 
Bei Stücken vom Ural, die grösser sind, ist diese Binde mitunter bis nahe zum Hrd ausgedehnt. -- Diese Rasse 
heisst uralensis Min. Bei beiden letztgenannten Formen ist das Hrdfeld des Vflgls mit oder ohne Fleck, uralensis. 
die Augentlecke des Htlgls gewöhnlich grösser, mit weisser Pupille oder ohne solche. Die ?? sind einander 
sehr ähnlich, die Flügel mehr oder weniger grauschwarz überstäubt, GostaMecke des Vtlgls gross, hellrot 
gefüllt, auch der Hrdfieck zuweilen innen rot, die weissen submarginalen Halbmonde kleiner als bei phoebus; 
Analtlecke des Htlgls manchmal durch bindenarti^e Schattierung bis zur hinteren Oeelle verlängert, Augen- 
tlecke gross, häufig weiss gekernt. - - corybas F. d. W. (d 1 11 e, ? 13 d) von Kamtschatka nähert sich wiederum corybas. 
dem europäischen delius, ist durchschnittlich etwas kleiner als dieser, die Submarginalbinde des Vtlgls schwach 
und rudimentär, Hrdtleck vorhanden oder fehlend, der glasige Flügelsaum tief bogig gekerbt, Gostaltlecke und 
Ocellen des Htlgls bleichrot gefüllt. ? mit schärferer Zeichnung, analog derjenigen von intermedius, Gostal- 
flecke reichlich entwickelt, deren 2—4 mit roter Füllung; Ocellen des Htlgls gross, tiefrot, beim Original 
mit weisser Pupille; manche Exemplare schwärzlich überstäubt. - kamtehatica Min. ist bezüglich des cf kamtehatica. 
von corybas nicht wesentheh verschieden, so dass der Name höchstens für eine der Beschreibung des ? zu 
Grunde hegende sehr dunkle Aberration, die im allgemeinen Eindruck etwa der ab. herrichii entspricht, erhalten 
bleiben kann. 

Wenn auch die Merkmale aller der als Unterarten aufzufassenden tfeßws-Formen im allgemeinen un- 
bedeutend und unbeständig sind, so lassen sich die oV derselben wenigstens annähernd hiernach trennen, 
während man bei der Einreihung der ¥?, die übrigens häufig einen roten Basaltleck auf der Oberseite des 
Htlgls haben, mitunter lediglich auf die Kenntnis der Herkunft angewiesen ist. Die von den Autoren als 
zu intermedius, uralensis und kamtehatica gehörig beschriebenen ¥¥ werden in nahen Vergleich mit herrichii 
gebracht, wären also dadurch ausgezeichnet, dass Costal- und Hrdtleck durch schwarze Bestäubung ver- 
bunden sind. Wie der Fall bei kamtehatica zeigt, mag dies eine Erscheinung individueller Variation sein, 
welche bei unserem delius selten, dort häufiger vorkommt. Einige weitere de/ius-F ormen, von denen die be- 
kannteste smintheus Doubl, ist, bewohnen Nordamerika und bleiben hier ausser Betracht. 

P. apollo L. ist ebenfalls eine verbreitete und sehr variabele Art, die sich, wie die vorige, nach apollo. 
gewissen allgemeinen Charakteren in mehr oder weniger konstante und voneinander abweichende lokalisierte 
Unterarten einteilen lässt.*) Der typische apollo (12 a) (= var. scandinavica Harc.) ist die nördlichste euro- 



*) Alle als Lokalvarietäten, Hassen oder Unterarten von apollo aufgefassten oder gekennzeichneten Formen büden 
Übergänge unter sich, und innerhalb jedes Formenkreises erscheinen in mehr oder minder reichlicher Zahl Einzelstücke, welche 
den allgemeinen Charakter der Form in Lceringerem Masse erkennen lassen, ja sogar ganz verleugnen. Deswegen bleibt es ganz 
dem persönlichen Gefühl überlassen, die Einreihung der einzelnen Individuen in die Sammlung nach den speziellen Eigentümlich- 
keiten und unabhängig von der Lokalität, oder aber nach allgemeinen Charakteren der Formenkreise vorzunehmen und dann in 
jedem Fall mit Regel und Ausnahme zu rechnen. In Anbetracht des Erkenntnisses der erdgeschichtlichen Entwicklung der Art, 
hei welcher eine allmähliche Spaltung derselben in neue Formen mit erblichen Eigentümlichkeiten gedacht ist, verdient das 
letztere Verfahren wohl den Vorzug. Neben diesen Begriffen der lokalisierten Spalteinheiten unterscheidet man eine Reihe von 



24 PARNASSIUS. Von H. Stichel. 

päische Form, ausgezeichnet durch seine Grosse, das ri" von rein weisser Grundfarbe ohne oder mit sehr 
schwachen Submarginalzeichnungen de* Yllgls, Flecke intensiv und breit, ( »teilen des Htlgls gross, meist 
reichlich weiss ausgefüllt und stark schwarz umrandet. ? mehr oder weniger schwärzlich überstäubt, die 
submarginalen Zeichnungen besser ausgebildet. Skandinavien und Finnland (aus letzteren] Lande die Vorlage der 
geminus. Abbildung). — geminus Stich, ist die Bezeichnung für die gewöhnliche Form aus den Hoch- und Mittel- 
gebirgen Mittel-Europas, soweit nicht für gewisse Bezirke besondere Namen aufgestellt sind. Die Form ist 
kleiner als die typische, Vflgl in der Regel mit unvollkommener grauer, seltener schwärzlicher, Hflgl mit ganz 
schwacher Submarginalbinde oder ohne solche, die Ocellen häufig mit weissem Spiegel. — Stücke aus höher 
gelegenen Gegenden sind meist schärfer und reichlicher gezeichnet und haben verkleinerte Augentlecke. Diese 
montana. Form sei ab. montana genannt (13a, ' aus 1860 m Höhe an der Stilfserjoch-Strasse, Süd-Tirol). Die Ausbil- 
dung und Gestalt der Vflglflecke isl im übrigen veränderlich, mitunter sind die jenseits der Zelle liegenden stark 
reduziert oder die Zelltlecke herzförmig verzerrt. Auch die ?? von geminus im allgemeinen nur massig grau 
bestäubt, wenngleich Ausnahmen nicht selten (siehe nigricans). Hauptsächlich aus den schweizerischen und 
Tiroler Alpen, südlich bis über die italienische Grenze, vom Jura, aus den Kalkgebirgen bei Wien, Nieder- 
österreich (Krems, Dürrenstein), den Apenninen. — Die aus dem Moseltal und der Kittel (West-Deutschland) 
s/ vinningensis. stammenden stücke heissen vinningensis Stich. (= eifellensis Au*t., weskampi i. 1.) (12a). Sie sind 
durch etwas schmalere Flügelform ausgezeichnet, die Grundfarbe ist leuchtend weiss, Htlgl ohne Sub- 
marginalbinde, Ocellen nieren- oder bohnenförmig ; ? etwas schwärzlich bestreut, Augenflecke grösser, Neigung 

carinthicus. zur Bildung der ab. fasciata. — carinthicus (nom. nov. für minor Reb.-Rog.)*) ist eine kleine, dünn- 
beschuppte Lokalform aus Kärnthen (Friesach), die nur 60— 62 mm (ci") oder bis 65 mm (?) Spannweite 
erreicht; beide Geschlechter schwarzgrau bestäubt, Vflgl mit breitem glasigem Saum, Hflgl mit zusammen- 
hängender submarginaler Staubbinde; Ocellen klein, stark schwarz umrandet, beim <? meist ganz rot gefüllt 
provincialis. — provincialis Kheil (12 d) aus Süd-Frankreich (Departement du Var, Languedoc, Provence) ist gesättigt weiss, 
heim cf die Gostalflecke des Vflgls fast ganz fehlend, der schwarze Fleck am Zellende manchmal verkleinert, 
Submarginalbinde verkürzt: beim ? die Zeichnunyen verbreitert, Gostalflecke des Vflgls und Submarginalbinde 
skiliae. des Hflgls vorhanden, im allgemeinen ohne auffällige Charaktere. — Besser differenziert erscheint siciliae 
Oberth.: ■-■■' kreideweiss mit geringer schwärzlicher Bestäubung, die Augenflecke reich weiss gefüllt und denv 
entsprechend das Rot auf einen schmalen Reif beschränkt, beim ? die Flecke des Vflgls unterseits teilweise 
rot gekernt, beide Flügel mit submarginaler Kappenbinde, die des Vflgls scharf abgesetzt; Htlgl ausserdem 
mit leicht grau schattiertem glasigem Saum, das Rot der Ocellen fast ganz geschwunden. Sizilien, Madonia- 
pumilus. gebirge, im Juli. — Sizilien bewohnt noch eine andere, zwerghafte Form: pumilus Stich. (13c), welche man 
auf flüchtiges Betrachten für eine delius-FoTm halten könnte, wenn nicht der volle runde Hrdtleck des Vflgls und 
der weissgraue Fhlrsehaft dem entgegenstünden. Ausser der Kleinheit (32 mm Vflgl-Länge) sind weitere Kenn- 
zeichen dieser Form: Ganz schwache Submarginalbinde des Vflgls (bei einem der zwei bekannten Stücke kaum 
wahrnehmbar), sehr kleine Ocellen, schwache Bestäubung am Hrd des Hflgls; auf der Unterseite alle Zeich- 
melliculus. nungen matt, die Ocellen nur ganz fein schwarz umzogen. Nähere Herkunft unbekannt. — melliculus 
Stich. (12c) ist eine Form, welche im allgemeinen durch einen rundlichen Flügelschnitt auffällt; Grundfarbe 
rein weiss (aus der Pp gezogene, nicht im Sonnenlicht genügend ausgefärbte Stücke sind gelblich), sehr 
dicht beschuppt, Glassaum des Vflgls schmal, verkürzt, nicht selten die weisse Grundfarbe bogenförmig bis 
zum Rande vortretend, die schwarzen Flecke gross, kräftig: Hflgl mit sehr grossen, meist reich weiss ge- 
füllten Ocellen, stark entwickelten, zuweilen bindenartig bis zur hinteren Ocelle vermehrten Analflecken, der 
Flügel sonst ohne Spur submarginaler Zeichnung. ¥ stellenweise etwas schwarz bestreut, Ocellen besonders 
gross, Neigung zur Bildung der ab. graphica, Hflgl mit leichter submarginaler Schattierung. Fransen beim 
cf an beiden Flügeln, beim ? am Hflgl vorwiegend rein weiss. Schwaben, Nieder-Bayern : Donaugebiet bei 
Donauwörth und Regensburg, vermutlich auch in gleichen Charakteren im Schwarzwald, in Franken und 

pyrenaicus. der Ober-Pfalz, einschliesslich Fichtelgebirge. -- Bei pyrenaicus Bare. (13b) wird ein starker Farbenkontrast 
der Geschlechter als charakteristisch bezeichnet; beim o 1 fehlen in der Regel die Analflecke des Htlgls oder sind 
rudimentär, auch die submarginale Wellenbinde ist sehr schwach. Glassaum des Vflgls breit, tief bogen- 
förmig gekerbt, Submarginalbinde schmal, ebenfalls stark bogig, die zwischen ihr und dem Saum vorhandene 
Grundfarbe in halbmondförmige Flecke zerlegt. ? ebenfalls mit breitem glasigem Saum des Vflgls und stark 

nevadensis. ausgeprägten glasig schwärzlichen submarginalen Halbmonden auf «lern Hflgl. — nevadensis Oberth. heisst 
• ine Form aus der Sierra Nevada (Südspanien) und den östlichen Pyrenäen (?) von Mittelgrösse, die beharr- 

individuellen Aberrationen, deren Namen vom wissenschaftlichen Standpunkt zwar nicht als systematische Einheiten anerkannt 
werden und die deshalb auch nicht dem Prioritätsgesetz unterworfen sind, deren unbeschränkte Aufführung aber zweckmässig 
erscheint, weil sie sich im entomophilen Tausch- und Handelsverkehr als bequemes und beliebtes Verständigungsmittel ein- 
gebürgert haben. Diese Zustandsformen tragen ihre Merkmale neben den allgemeinen Charakteren einer Unterart (LoUal\aiiet.it>. 
können sich in analoger Weise hei verschiedenen Unterarten wiederholen und lassen sieli deswegen, unabhängig von den generellen 
Merkmalen, unter ihrem Spezialnamen vereinigen oder unter Wiederholung des Namens den betreffenden Lokalformen anreihen. 
Die Bezeichnung minor im Sinne einer systematischen Einheit (Varietät. Subspeciesi ut lssi bereits von Staiihngkr 
für eine discobolus-Form vergeben, der 1892 von Rebel und Kogeniiofer für die apollo-Rasse vorgeschlagene gleiche Name des- 
wegen zu verweilen. 



PARNASSIUS. Von H. Stichel. 25 

lieh gelb verfärbte Ocellen tragen soll. Angabe weiterer Charaktere fehlt. — Scharf ausgeprägt ist bartho- bartholo- 
lomaeus Stich, (cf 12 c, ? 12 d) aus den oberbayerischen Alpen (Gegend um Berchtesgaden , Königssee) "taeus. 
im Juli. Grösse unter dem Durchschnitt der mitteleuropäischen Formen, Vtlgl rundlicher, Grundfarbe rein 
weiss, Gostalflecke jenseits der Zelle häufig bindenartig verschmolzen, Aussenrd breit glasig, ihm folgend eine 
intensive submarginale Kappenbinde, alle Flecke kräftig und breit; Htlgl mit kleinen, lebhaft dunkelroten, manch- 
mal weiss gekernten Ocellen, die häufig länglich verzerrt sind, und meist mit deutlicher submarginaler schwärz- 
licher Kappenbinde und schwärzlich-glasigem Saum; ? mit verstärkten Zeichnungen, namentlich breiter 
dunkler Submarginalbinde des Vfigls, welche nur durch eine Reihe kleiner weisser Flecke von dem breiten 
glasigen Saum getrennt ist, im übrigen die Flügelfläche an der Wurzel und im Discus feinkörnig schwärz- 
lich überstreut, so dass sich die Grundfarbe mitunter in ein glasiges Grauschwarz verwandelt. — Eine ähnliche 
Form ist brittlngeri Beb. & Bog. aus Steiermark (Schoberstein nahe Steyr) und Nieder-Österreich (St. Egyd bhttingeri. 
am Neuwalde), auch bei Türnitz, Lilienfeld in Höhen von 1000 — 1200 m gefunden. Diese in beiden 
Geschlechtern, namentlich aber im ?, mehr oder minder grobkörnig schwarz überstäubt, die Rand- 
zeichnung weniger intensiv, auf dem Htlgl beim o 71 fast ganz fehlend, die Ocellen grösser, regelmässiger rund 
und stärker weiss gekernt, die Form im Durchschnitt grösser als bariholomaeus. Es kommen fast vollständig 
schwarz übergossene ?$ vor, bei denen die weisse Grundfarbe nur lue und da durchbricht. — albus lieb. & Bog. albus. 
(12 e) ist von rein weisser Grundfarbe, das cf mit geringer schwärzlicher Schattierung und ziemlich scharfer aber 
schmaler Randzeichnung des Vfigls. ?? dagegen öfters in starkem Gegensatz zu den cf c? verdunkelt, die Form 
im übrigen von beträchtlicher Grösse, die vorderen Ocellen des Hilgls häufig ganz rot in der schwarzen Um- 
randung. Mährisch-schlesisches Gesenke, Glatzer Schneeberg, Böhmen. — carpathicus Beb. & Bog. schliesst carpathicus. -/ 
sich der vorigen Form eng an, Flügel sehr breit, Grundfarbe weiss, leicht gelblich getönt, beim ? in der 
Regel durch schwarze Bestäubung verdüstert. Alle schwarzen Flecke lebhaft und gross, Ocellen meist regel- 
mässig rund, stark schwarz umrandet, häufig ohne weissen Kern. Analflecke des Hflgls gewöhnlich ganz 
schwarz. In typischen Stücken aus dem Gebiet der Hohen Tatra, jedoch wohl auch in den übrigen Zügen 
der Karpathen (Ungarn). — Ähnlich ist bosniensis Stich, aus Bosnien und Herzegowina, bei dieser nur bosniensis. 
die Grundfarbe etwas mehr gelblich, die Submarginalbinde des Vfigls breiter und länger, die Flecke 
aber weniger stark ausgeprägt. — Eine vorherrschend weisse Form ist liburnicus Beb. & Bog.: Flügel- liburnicus. 
form gestreckt, Htlgl beim cT ohne Marginalzeichnung , auch die Analflecke fehlend oder rudimentär, die 
schwarzen Flecke des Vfigls intensiv aber nur von geringerer Grösse. ? zuweilen mit schwacher schwärz- 
licher Bestäubung im Discus des Vfigls, auch am Flügelsaum etwas schattiert. Kroatischer Velebit; soll sich 
nach Norden bis nach Tirol ausbreiten und dort mit der gewöhnlichen Alpenform (geminus) vermischen. — 
sibiricus Nordm. (12 e) ist die grösste apollo-Form und als solche mit grossen, lebhaft roten Ocellen und Sibiriens. 
ungetrübter weisser Grundfarbe im cf charakterisiert; das ? im lebhaften Gegensatz dazu in der Regel stark 
verdunkelt. — Eine in dieser Hinsicht besonders auffallende Aberration mit vergrösserten roten Augenflecken 
und hell ockerfarben getönter Grundfläche der Flügel ist mit dem Namen graslini Oberth. belegt worden. Das graslini. 
Original dieser Form ist von unsicherer Herkunft, andere Stücke in gleicher Ausbildung indessen mit Sicher- 
heit aus dem Altai bekannt, deshalb der Anschluss an dieser Stelle zweckmässig. West-Sibirien, Fergana 
(Turkestan), Kuldja, Altai, Alatau. — Eine ähnliche grosse Form beherbergt der Ural und Kaukasus, die sich 
apollo typ. nähert und limicola (nom. nov. für uralensis Oberth.)*) (12b) heissen soll. Diese in der Regel limicola. 
mit schärferer Randzeichnung, zuweilen auch leicht schwarzgrau überpudert. Auch die hierzu gehörigen ¥? 
zeichnen sich durch reichliche Bestreuung mit Schwarz, durch lebhafte Zeichnung und grosse, grellrote, 
stark schwarz umzogene Ocellen aus. — Mit sibiricus gewohnheitsmässig verwechselt oder für identisch ge- 
halten wurde hesebolus Nordm. (= var. transbaicalensis, mongolica Stgr. i. 1.) (12 b), welcher durchschnittlich hesebolus. 
kleiner ist, alle schwarzen Flecke des Vfigls, sowie auch die Ocellen des Hflgls und die Analflecke verkleinert, 
letztere oft ganz rudimentär; ? in der Regel weniger dunkel wie das der vorigen Formen, wenngleich auch 
hier schwärzlich überstäubte Exemplare mit vergrösserten Ocellen vorkommen. Nördliche Mongolei (Kentei), 
Transbaikalien, nördlich bis zum Wiljui-Gebiet (Juli-August), auch westlich des Baikalseees (Trkutsk). 

An individuellen , nicht an eine bestimmte Unterart gebundene Aberrationen sind anzuführen : ab. 
nigricans Caradja (13b) für besonders stark verdunkelte weibliche Stücke; mit dieser Verdunkelung ist nigricans. 
manchmal eine hell ockerfarbene Abtönung der weissen Grundfarbe verbunden (siehe Abbildung). — Umgekehrt 
sind solche ?, die besonders hell gehalten sind und den Typus des cf angenommen haben, mit ab. inversa inversa. 
Aust. zu bezeichnen. — ab. pseudonomion Christ. (12b) führt einen roten Kern in einem oder beiden Costal- pseudo- 
tlecken jenseits der Zelle des Vfigls und in der Regel auch im Hrdfleck. — Bei ab. albosignata Schultz nomion. v 
sind die Costalflecke weiss gekernt. — Wenn die Zellflecke des Vfigls durch schwarze Bestäubung brücken- a os '8" a 
artig miteinander verbunden sind, bezeichnet man diese seltene Form als ab. cohaerens Schultz, bildet sich cohaerens. 
dagegen zwischen den jenseits der Zelle liegenden Costalf lecken und dem Hrdfleck eine schwarze Binde, so 
liegt ein völlig vom vorigen Fall unabhängiger, auffälliger Charakter vor, der einen eigenen Namen: 
ab. fasciata (13a) verdient. — Gelbe anstatt rote Ocellen bei frischen, nicht ausgeblassten Tieren kenn- fasciata. 
zeichnen ab. flavomaculata Deck.; der seltene Fall, dass die Augenflecke tief-braunrot anstatt karminrot fiavomacu- 

*) Uralensis ist bereits 1859 für eine delius-Form vergeben, beide Formen sind als systematische Einheiten (Subspecies) 
aufzufassen, daher bedarf es hier der Substitution eines neuen Namens. 



26 PARNASSIUS. Von II. Stichel. 

brunneo- gefüllt sind, führte zur Benennung ab. brunneomaculata Stich. (13a), und Exemplare mit ganz schwarzen 
maculata. Ocellen weiden ab. novarae Oberth. (13b) genannt; mit dieser Eliminierung der roten Farbe ist bei den 
novarae. wen ig en bekannten männlichen Stücken auch ein Schwinden der Costalflecke und des Hrdfleckes des Vtl»ls 
phüippsi. verbunden, bei der Type fehlt sogar die vordere < »celle des Hflgls. — Als ab. philippsi Schultz ist eine 
albo- Form zu verstehen, bei welcher an den Augenflecken die schwarze Umrandung fehlt, hei ab. albomaculata Mnsch. 
maculata. i s \ j n dein schwarzen Ringe derselben nur ein weisser Spitzel ohne jegliches Kot. und ab. intertexta 
intertexta. M : ]vu so l c he Stücke genannt, die zwischen schwarzem Hand und roter Füllung der Ocellen noch einen deut- 
lichen gelben oder sehr selten weissen Ring zeigen, so dass die Augen vielfarbig oder konzentrisch schwarz- 
graphica. weiss-rot mit weisser Pupille sind. - Bei ab. graphica stielt. (12c) ist der weisse Spiegel des hinteren Augen- 
fleckes durch einen roten strich auf dem Medianast in •_* Felder geteilt. — Eine stegartige schwarze Verbindung 
zwischen den Augenflecken oder zwischen dem vorderen Augenfleck und einem Basaltleck oder zwischen 
nexilis. der hinteren Zelle und den Analflecken kennzeichnet ah. nexilis Schultz. — Das Auftreten eines deutlichen 
elsior. roten ßasalfleckes im Hflgl charakterisiert ah. excelsior Stich. (13a), und Stücke mit reicher roter Füllung 
decora. der Analflecke des Hflgls gehören zur ab. decora Schultz; sie ist beim? nicht selten, beim <? (13b) ver- 
wiskotti. einzelt. Kine reiche Verteilung von Rot auf beiden Flügeln begründete die Aufstellung der ab. wiskottl 

Oberth.] hier ergiessen .--ich von der Wurzel des HHlcIs aus breite rote, tränenformige Flecke in die Ader- 
zwischenräume , namentlich unten, und der hintere, vergrösserte rote Augentleck wird durch eine förmliche 
Kelle weiterer roter Flecke bis zur hinleren Ocelle fortgesetzt. 

Das Ei ist flach, kalkweiss, glänzend, mit kleinen Pusteln bedeckt, es soll nach neueren Beobach- 
tungen überwintern iKukh.i und die Rp zeitig im Frühjahr, wenn noch Schnee liegt aber die Futterpflanze 
• bereits junge Triebe hat, schlüpfen. Diese Beobachtung deckt sich mit früheren Annahmen, während von anderer 
Seite die Überwinterung der II]) berichtet worden ist (Selmons, Rühl). Die Rp ist ausgewachsen 48 — 50 mm 
lang, sammetschwarz, auf dem Rücken mit stahlblauen Warzen, fein behaart, seitlich mit je einer Reihe rot- 
Iber Flecke. Luftlöcher ebenfalls rotgelb, umgeben mit blauen Funkten. Kopf klein, schwarz, im Nacken eine 
ausstiilbbare gelbliche, fleischige Gabel, Füsse schwarz. An Sedum album und S. telephium, auch an Semper- 
vivum tectorum, in der Jugend gesellig, namentlich bei ungünstiger Witterung klumpenweise zusammen- 
gedrängt an verborgenen Stellen, frisst nur bei grellem Sonnenschein und verpuppt sich im Juni an der 
Erde, unter Steinen etc. in einem weichen Gespinst. Pp stumpf und dick, etwa 25 mm lang, bläulich bereift. 
Puppenruhe 8—10 Tage je nach Witterung, der Schmetterling nach dem Auskriechen gelblich, nach kurzer 
Finwirkung des Sonnenlichtes weiss gebleicht. Flugzeit nach Höhenlage und Witterung verschieden; unter 
normalen Verhältnissen Mitte Juni bis Ausgang Juli, es wurden aber schon Falter im Mai, ja selbst im April 
und später im August und September beobachtet. Die Entwickelung sehr unregelmässig, so dass die Art 
zu gewissen Zeiten in allen Stadien der Metamorphose zu finden ist (Selmons). Der Flug ist flatternd und 
schwenäUig, in der .Mittagszeit heftiger, sonst ähnlich demjenigen von Aporia crataegi L.\ die Falter sind 
Blütensauger und bevorzugen Distelköpfe. Wenige Sonnenstrahlen genügen, um sie aus ihrer Ruhe zu 
wecken und bis in die späten Nachmittagstunden sind sie auf blumigen Wiesen, Matten und mit Vegetation 
durchwirkten Halden anzutreffen. Ihr Paarungstrieb ist hochgradig entwickelt, die Gopula erfolgt in der 
Regel alsbald nach dem Ausschlüpfen des ?, es wird selten ein solches ohne Fegetasche, dem Beweis erfolgter 
Copulation, in der Natur gefangen; demgegenüber fanden wir wiederholt einzeln oder in copula ¥?, deren 
Flügel noch feucht und schlau waren, mit bereits am Hlb angehefteter Legetasche. 
davidis. P. davidis Oberth. scheint mil den folgenden beiden einen eigenen Formenkreis zu bilden, jedenfalls 

ist die Vereinigung dieser nur in einem weiblichen Exemplar bekannten Art mit P. nomion ebenso unhalt- 
bar wie die Einreihung von honrathi und dux in die engere Verwandtschaft von apollonius. Davidis unter- 
scheidet sieh von der nächstfolgenden Form wie folgt: Glassauin des Vflgls etwas schmaler, die dunkle 
Submarginalbinde breiter, in schwärzlicher Zerstäubung über den Discus bis zur Zelle verbreitert, der vordere 
Costalfleck jenseits der Zelle breiter, fast quadratisch, Hrdfleck ebenfalls eckiger, breiter schwarz gerandet. 
Im IIIIlcI sind bemerkenswerte Unterschiede nicht zu konstatieren. Auf der Fnterseite nähern sich die 
Charaktere beider Formen noch mehr, namentlich im Hinterflügel, nur ist hier der Saum am Aussenrd etwas 
weniger scharf ausgeprägt, der W'urzeltleck hinter der Costaiis weiss gekernt und die Augenflecke etwas 
schmaler und schärfer schwarz umrandet. Fransen beider Flügel nach der Beschreibung schwarz*), in der 
Abbildung in der Mitte der Aderzwischenräume weisslich unterbrochen, Fühler schwarz, Legetasche, soweit 
sich aus der Abbildung ersehen lässt, ähnlich derjenigen von apotto, der Kiel aber schmaler, der distale 

' Diese in der Diagnose als besonderes Charakteristikum erwähnte Eigenschaft darl als spezifisches Merkmal nicht 
angewendet werden. Die Färbung der Fransen ist bei Parnassius-Formen nicht selten wesentlich veränderlich, so liefen uns 
Stücke vim /'. apollo verschiedener Herkunft mit vorwiegend weisslichen, mit gescheckten und mit ganz schwarzen Fransen, sowie 
Exemplare von delius mit weissen und gescheckten Krausen vor. und auch bei amleren Arten, die in normalen Verhältnissen 
weiss,-, an den Aderenden schwarz abgesetzte Fransen tragen, sind die schwarzen Stellen von verschiedener Ausdehnung (siehe 
h honrathi). Ebenso isi aus der Färbung der Fhlr der Rückschluss auf Zugehörigkeit und Artberechtigung unsicher, weil 
Feuchtigkeit und mechanische Einwirkung die aus weisslichen Schuppen bestehende Farbe der Fhlr .stellenweise oder ganz ver- 
was abreiben kann und dann der in allen Fällen ursprünglich schwarze Schaft zum Vorschein kommt. Hiermit erklärt 

sich auch wohl beispielsweise der Umstand, dass Individuen von a/iollo mit geringelten Fhlru getroffen werden, die hauptsächlich 
wegen dieses Umstandes als Hybriden mit delius betrachtet sind. 



PARNASSIUS. Von H. Stichel. 27 

Zipfel kürzer ausgezogen und stumpfer. Nördliches China, zwischen Peking und Jehol. honrathi Stgr. honrathi. 
(= corybas Erschoff, nicht Fischer d. W.) (13 d) ist eine besser bekannte Form, die wegen der roten Füllung 
der äusseren Flecke des Vflgls und des Basaltleckes im Hinterflüge] eine ganz entfernte Ähnlichkeit mit 
apollonius hat, von diesem aber durch die Randzeichnung der Flügel spezifisch unterschieden ist und viel 
eher an discobolus angereiht werden könnte, wenn nicht in den beiden andern hier behandelten Formen eine ge- 
wisse Analogie der vereinigten Charaktere gefunden wäre; als besonderes Merkzeichen werden schwarze Bauch- 
seite, Füsse und Fühler angegeben, Fransen schwarz und weiss gescheckt oder ganz schwarz. Sarafschan 
(Hazret Sultan-Gebirge südlich von Samarkand), 2000 — 2500 m im Juli, im Pamir östlich bis zum Meridian 
nächst Farab, westlich bis zum Kamm der Gebirgskette von Darvaz in gleicher Höhe. -- In unverkennbarer 
Verwandtschaft hiermit steht dux Stgr. (= princeps Gr.-Grsh., nicht Honr.), aus der Buchara, zwischen dux. 
Katta- und Kitchi-Karamuk in Höhen von ca. 2300 m, im Juni tliegend; diese Form stimmt im Vflgl fast 
genau mit der vorigen überein, nur ist die Submarginalbinde etwas schärfer gezackt und der glasige Saum 
durch weissliche, gegen den Rand vorspringende Streifwische teilweise unterbrochen. Hflgl ebenfalls mit 
Wurzeltleck, dieser und die Ocellen gelblich rot, letztere ohne weissen Spiegel : Saumbinde schwindend, da- 
gegen die Submarginalbinde zu scharfen schwarzen Keilflecken oder Halbmonden umgestaltet, ein Merkmal, 
welches namentlich auf der Unterseite auffällt und etwas an apollonius erinnert; die Ocellen unterseits rötlich- 
weiss gekernt, Anal- und Basalflecke des Htlgs hellrot, diese sehr gross, der dritte Fleck, der bei dem vorigen 
fehlt oder rudimentär ist, fast die Hälfte der Zelle einnehmend, alle nur leicht schwärzlich abgegrenzt. 
Fhlr schwarz, Fransen weiss, schwarz gescheckt. 

P. apollonius Eversm. (13 e) ist besonders an den scharf begrenzten schwarzen Submarginalflecken apollonius. 
beider Flügel zu erkennen, auch fehlt dem o" ein eigentlicher grauer glasiger Saum, dieser ist aber etwas 
schwächer weiss beschuppt als die übrige Fläche und nur vorn grau getönt. Anordnung der Fleckzeiclmun^ 
im übrigen wie bei den verwandten Arten, 3 Costaltlecke jenseits der Zelle, von denen der mittlere in der 
Regel rudimentär, der vordere oder hintere oder diese beiden rot gekernt sind, der Hrdfleck seltener ganz 
schwarz. Hflgl mit rotem Basalfleck . das Hrdfeld tiefschwarz, Analflecke vorhanden; auf der Unter- 
seite 3 rote Flecke an der Wurzel, von denen einer hinter der Zelle liegt, weit vorgeschoben und schwächer 
ist als die beiden vorderen. 2 schwärzlich-grau übergössen, fast durchscheinend, Costaltlecke und Hrdfleck 
des Vflgls reichlicher rot gefüllt, Htltrl ohne schwarzes Hrdfeld, dort nur wie im Discus schwarz bestreut. 
Fhlr und Leib auf der Oberseite schwarz, dieser spärlich weisslich behaart. Sarafschan, Fergana (Juli), 
Transalai, Thianschan iKuldja, im Mai), Dsungarei in massiger Höhe. - Raupe schwarz, sammetartig, mit 
2 lebhaft roten Flecken auf jedem Segment, lebt auf einer Scabiosa im Mai, Entwickelung gewöhnlich im 
Juni. Es kommen Exemplare der Falter mit gelblichen anstatt roten Augenflecken vor: ab. flavo- flavomacu- 

maculata Amt., auch solche mit verkleinerten Ocellen ohne hellen Kern, welche ab. occaecata Schultz be- " 
nannt sind. — Eine kleinere, hellere Rasse mit kleineren Submarginalflecken, die im übrigen kaum von der 
typischen Form zu unterscheiden ist, aus Nord-Fergana und vom Issyk-Kul heisst alpinus Stgr. (= alta Bühl) alpinus. 
(c? 13e, ¥ 14a); ähnliche Stücke fliegen aber auch im Bereich der Hauptform im Alai und Transalai-Gebiet, 
wo sie Gkum-Geshimailo in Höhen von 1900 — 4800 m auf Gebirgshängen angetroffen hat, welche schon 
Steppencharakter haben. Mitunter sind die Submarginalflecke dieser Varietät auf beiden Flügeln schwindend 
oder ganz fehlend, dann findet die Bezeichnung ab. albina Schultz Anwendung und als ab. decolor Schultz albina. 
werden solche Stücke angesehen, bei denen alle Flecke des Vflgls einfarbig schwarz sind. — Aus dem Sarafschan- decolor. 
Gebirge (am Sary Ob) ist eine Form daubi Fr/ihst. benannt, welche heller weisse Grundfarbe als apollonius daubi. 
und stark verbreiterte Submarginalflecke besitzt, dies namentlich auffällig im Hflgl des ?. Ausserdem kennt- 
lich an reduzierter schwarzer Bestäubung des Basalteiles des Hflgls und vergrößerten , breiter weiss ge- 
füllten Augenflecken; das 2 ausserdem durch dunklere Färbung der Hflgl-Unterseite charakterisiert. — Grösser 
noch als die vorhergehende ist gloriosus Frühst, aus dem Alexander-Gebirge im nördlichen Turkestan. gloriosus. . 
Grundfarbe des c? reiner weiss, die schwarzen Submarginalpunkte sehr kräftig, Costaltlecke des Vflgls und 
Analflecke des Hflgls vergrössert, die Augenflecke sehr gross, ihre Färbung dunkler rot, die schwarze Um- 
randung doppelt so breit wie bei den anderen Formen; das ? erinnert an alpinus, Vflglzelle und Wurzelfeld 
des Hflgls indessen dicht weiss beschuppt und nur der Aussenteil ist grau. 



nomioti. 



P. nomion F. d, W. (14b) ist ähnlich apollo geminus, unterscheidet sich jedoch durch den in läng- 
liche Bogen- oder Mondflecke zerlegten Glassaum des Vflgls, durch dunkle Saumflecke und schärfer mar- 
kierte Submarginalflecke des Hflgls, die namentlich auf der Unterseite zu grossen glasigen Kappentlecken 
ausgebildet sind. Die Hflgl oben gewöhnlich mit rotem Wurzelfleck, die ganze Flügelfläche oben eigenartig 
seiden-, unten fettglänzend. ? dunkler, lebhafter gezeichnet. Fhlrschaft weisslich, Keule schwarz, Leib bis 
auf einen kleineren Rückenteil weisslich. Bei Stücken, welche der Abbildung der Type entsprechen, sind 
Costal- und Hrdfleck des Vflgls stark rot ausgefüllt. Sollten Exemplare , bei denen nur der Hrdfleck rot 
gekernt ist, alle übrigen Flecke des Vflgls schwarz sind, einen Namen verdienen, so muss ab. venusi Schauf. venusi. 
in Anwendung kommen, und wenn im Vtlgl überhaupt kein Rot vorhanden, so ist dies ab. virgo Schauf. virgo. 
(14 b); dies ist die häufigste der genannten 3 Formen. Sibirien ( Altai i, Amur-Gebiet, Alaska. — Mit trüberer man A Scnu . 
weisser Grundfarbe, schärferer, submarginaler Kappenbinde und dunklerem Flügelsaum ist mandschuriae riae. 



•-'s PARNASSIÜS. Von ||. Stichel. 

Oberth. (= litan Frühst.) geschildert. Bei dieser Form trägt das . entsprechend der ab. virgo, im Vflgl nur 
ganz schwarze Flecke, die Augenflecke des Hflgls sind sehr gross, lebhaft rot mit schmalem schwarzem 
Rande, meist ohne weissen Kern, im Analwinke] stehen stärkere .schwarze Flecke, die unterseits rot gefüllt 
nominulus. sind. Mandschurei, I ssuri-Gebiet (Sidemi, Sutschan). - Eine kleinere Form ist als nominulus Star. (14a) 
beschrieben: Flügel stärker schwärzlich bestreut, Hflgl hinter der /eile reichlicher verdunkelt . die Saum- 
Hecke intensiver und grösser, Augenflecke verkleinert. Ost-Sajan. 
nomius. Den Eindruck einer besonderen Art macht nomius Gh:-Grsh. (14c): Kleiner als nomion, Flügelform 

rundlicher. Grundfarbe rein weiss mit geringer schwarzer Bestreitung, Costalflecke und Hinterrandfleck des 
Vflgls reichlich rot gefüllt, eisten- näher zum Apex gerückt, Submarginalbinde reduziert; Augenflecke des 
Hflgls stark vergrössert, mit weisser Pupille oder ohne solche, das weisse Feld des hinteren Fleckes mitunter 
geteilt, Analflecke stark entwickelt. Nicht alle Stücke in der extremen Bildung wie die Figur; — Nanschan- 
Gebirge, am Kukunor (Amdo). 

discobolus. P. discobolus Alph. (= tianschanica Oberth.) (cf 14h. V 14a) ist wiederum eine äusserst unbeständige 

Art. In der typischen Form von rein weisser oder etwas gelblich getönter Grundfarbe, spärlich mit schwärzlichen 
Atomen durchsetzt, die Costalflecke dr<, Vflgls mit kleinem rotem Kern. Hinterrandfleck sehr gross, innen 
schwach rot iiberstäubt. Glassaum massig breit, Submarginalbinde wenig scharf. Hflgl mit tiefrot aus- 
gefüllten Ocellen und schwachen submarginalen Keilflecken. V dunkler, lebhafter gezeichnet; stark verdunkelte 
nigricans. Stücke führen den Xamen ab. nigricans Stgr. Verbreitet im Thianschan, in Sarafschan und Fergana. 
Bevorzugt Gegenden mit reicher alpiner Vegetation bis zu Höhen von etwa 2300 m. — Im Alatau (? und Tarba- 
miiwr. gatai) fliegt eine durchschnittlich kleinere Hasse, minor Stgr (14d); diese ist in beiden Geschlechtern reichlich 
V insignis. grauschwarz überstäubt, Submarginalflecke des Hflgls verstärkt, Ocellen häufig weiss gekernt. — insignis 
Stgr (14c) ist ausgezeichnet durch breitere schwarze Flecke, schärfere Bindenzeichnung und vergrösserte 
tiefrote Augenflecke: Im Norden des Verbreitungsbezirkes am [ssykkul, aber auch in ähnlichen und 
übereinstimmenden Charakteren im Alai-Gebirge und in Afghanistan (Rochan). Dort in eine Form über- 
superba, gehend, welche als ab. superba Gr.-Grsh, (nicht superbus RühT) bezeichnet werden kann: c/ 1 dunkler, reich- 
licher schwarz bepudert, alle schwarzen Flecke, namentlich auch die submarginalen Dreiecke des Hflgls 
wesentlich verstärkt. Glassaum sehr breit, aber die äusseren Costalflecke des Vflgls meist einfach schwarz 
und nicht selten durch stärkere schwarze Schattierung mit dem Hrdtleck verbunden. Fliegt an Hängen, die 
mit Astralagus-Arten bewachsen sind. - Im Süden des Fluggebietes, Transalai, Pamir in Höhen von 2600 bis 
romanovi. 4000 m im Juni-August erscheint romanovi Gr.-Grsh. (14c). Flügel von gelblich-weisser, beim cf wenig ge- 
trübter Grundfarbe, die äusseren Costalflecke des Vtlgls vergrössert, mitunter bis auf 4 vermehrt, reich rot 
gefüllt, im Hflgl die submarginalen Keilflecke vergrössert, beim <f isoliert, beim ? zu einer breiten Kappenbinde 
vereinigt. Die I Icellen vergrössert, ganz rot ausgefüllt oder weiss gekernt, so namentlich beim ?. — Die Augen- 
connexa. Hecke sind nicht selten durch einen schwarzen Steg miteinander verbunden: ab. connexa Schultz. — Grösser und 
olympius. von rein weisser Grundfarbe mit mehr oder weniger reichlicher Einsprengung schwarzer Atome ist olympius 
Stgr (14d). Dessen Flügelform länglicher (auf der nach einem Aquarell von der Type gefertigten Abbildung 
etwas zu schmal ausgefallen), Submarginalbinden reduziert, häufig nur in unregelmässigen, isolierten Flecken 
erhalten, der glasige Saum schärfer, schmaler, im Hflgl fast ganz erloschen. Costalflecke des Vtlgls ge- 
wöhnlich rot gekernt: die Ocellen des Hflgls gross, intensiv rot, die hintere auch auf der Oberseite zuweilen 
mit weisser Pupille. Fliegt neben discobolus, auch in Übergangsstücken, auf den Bergen des Kurukdag 
(Korla). - Alle genannten Formen bilden unter sich Zwischenstufen und Übergänge selbst innerhalb der 
aufgeführten -Fluggebiete , es lassen sich daher bestimmte geographische Grenzen für die einzelnen Unter- 
arten nicht festlegen. 



- 1 



actius. P. actius Eversm. (14d) ist kenntlich an der gestreckteren, am Apex etwas spitzeren Flügelform. 

Grundfarbe gewöhnlich rein weiss, seltener etwas gelblich, Glassaum des Vflgls schmal, in der Regel den 
Hinterwinkel nicht erreichend oder der Saum selbst im hinteren Teil schmal weiss abgesetzt. Submarginal- 
flecke schwach entwickelt, von den Costalflecken beim gewöhnlich nur der vordere, beim ? beide rot gekernt. 
Das ? im übrigen etwas trüber. Hrdtleck dv^. Vflgls mitunter auch rot belegt, die submarginalen Zeichnungen 
stärker entwickelt. Hflgl in beiden Geschlechtern an der Wurzel grau, nur in einzelnen Ausnahmefällen 
mit rotem Basabieck auf der Oberseite. Typen von den südlichen Ausläufern des Altai angegeben, diese 
Heimatsangabe ist aber fraglich; sicher bekannt vom südlichen Alatau i nächst Kuldja) und Turkeslan i Fergana, 
Xaniangani. Eine durchschnittlich grössere, in beiden Geschlechtern reiner weisse Form mit reduzierter 

caesar. Saumzeichnung ist caesar (Gr.-Grsh.) Stgr. i mouzaffar Gr.-Grsh.) (14e) aus dem Thianschan unweit Korla 
ctinobolus. und dem östlichen Pamir (4000 m). Als Nebenform tritt bei Korla die ab. actinobolus Stgr. (14 ei auf, bei 
welcher die rein weisse Grundfarbe völlig ungetrübt ist, und die submarginalen Flecke beider Flügel fehlen 
superbus. oder nur schwach angedeutet sind. Dagegen ist superbus Rühl (nicht superba Gr.-Grsh.) durch dunklere 

und reichere schwarze Randzeichnung charakterisiert. Diese Form besitzt ausserdem auf dem Vflgl. ver- 
stärkte und zusammengeflossene Costalflecke mit 2 roten Kernen, der Hrdtleck ist gross und kräftig rot aus- 
gefüllt. ? stärker schwärzlich überstäubt. Aus dem Transahii-Gebiet, 3—4000 in. 



PARNASSIUS. Von H. Stichel. 29 

Der Formenkreis von P. jacquemontii Boisd. bildet den Beschluss der Reihe von Arten, deren S ge- jacque- 
kielte Legetaschen*) und gewöhnlich einen roten Basalfleck auf dem Hflgl tragen. Die eigentliche Heimat monüu 
der Art sind die hohen Gebirgspässe im nordwestlichen Himalaya, sie erreicht dort (in Kaschmir: Ladak) 
das paläarktische Gebiet und bildet eine Reihe varianter Formen.**) Der Typus unterscheidet sich im 
wesentlichen von dem abgebildeten nirius wie folgt: Etwas grösser (Vflgllänge 34 mm), Costalflecke und 
Hrdfleck des Vflgls verhältnismässig grösser, reich rot ausgefüllt, submarginale Kappenbinde etwas schärfer, 
bis an den Hrd absteigend; Augenflecke des Hflgls grösser, innen mit weisser Pupille, die submarginalen 
Mondflecke etwas breiter und vorn deutlicher, im Analwinkel ein roter Fleck, das schwarze Hrdfeld etwas 
schmaler, namentlich ohne vortretenden Zahn am Zellende. — ah. niritis Moore (15b) aus Ladak und Karakorum nirius. 
bildet den Übergang zur folgenden, ebenfalls nur als Aberration aufzufassenden Form. Sie ist von geringerer 
Grösse, mit kleinen Costalflecken, von denen beide oder wenigstens der vordere rot gekernt sind, und die 
Saumzeichnung ist etwas reduziert. — Mit verschmälerten, aber schärferen Randbinden ist ab. rhodius Honr. rhodius. / 
versehen, die Costalflecke des Vflgls zipfelartig verflossen, ohne rote Füllung, ebenso der Hrdfleck ganz 
schwarz; Grellen des Hflgls klein, wie bei nirius ganz rot ausgefüllt.- Ebenfalls von Ladak. - Äusserst 
variabel und auf der Oberseite von den vorigen manchmal kaum zu unterscheiden ist himalayensis Elw. hima- 
(15b), welcher auch Übergänge zu tibetanus bildet. Auf der L'nterseite kenntlich daran, dass die blassen la y ensis - 
roten Flecke des Hflgls keine oder nur eine feine, rudimentäre schwarze Umrandung zeigen. Oberseite 
mehr oder weniger reich schwärzlich bestreut, Vflgl in der Regel mit rot ausgefüllten Costalflecken und rot 
gekerntem Hrdfleck. Ocellen des Hflgls klein, ganz rot oder mit kleiner weisser Pupille; Analflecke stets 
vorhanden, häufig rot gefüllt. Submarginalbinden auf beiden Flügeln gut ausgebildet, diejenige des Hflgls 
aus ziemlich scharfen schwarzen Mond- oder Kappenflecken lose zusammengefügt, die Flecke nicht selten 
auch isoliert; an der Wurzel gewöhnlich ein deutlicher roter Fleck. — Vereinzelt finden sich Stücke mit ganz 
schwarzen Costalflecken und ebensolchem Hrdfleck des Vflgls, der Flügelfond alsdann fast weiss, die sub- 
marginalen Zeichnungen reduziert, an der Basis des Hflgls fehlt der rote Fleck und die Augenflecke sind ver- 
kleinert, ganz rot, stark schwarz umrandet: ab. impunctata Aust. Die Fransen bei beiden Formen weisslich impunctata. 
und schwarz gescheckt, seltener ganz weisslich. Eigentliche Heimat sind die Gebirgskämme im zentralen 
Himalaya (Sikkim -Tibet -Grenze), der Falter nordwestlich aber bis Kaschmir vordringend, wo er sich mit 
den vorigen vermischt. Die jacquemontii- Formen des Himalaya steigen von 4500 bis etwa 6000 m auf, be- 
sitzen einen schnellen und andauernden Flug und lieben es, nahe dem gefrorenen oder schneebedeckten Boden 
unstet und hastig hin und her zu fliegen. — Eine dem nirius ganz ähnliche Form ist chitralensis Moore chitralensis. 
aus Chitral, Nordost -Afghanistan. Costalflecke des Vflgls klein, Hrdfleck rudimentär, ganz schwarz oder 
weiss gekernt, die hintere Ocelle nierenförmig (? individuell), das schwärzliche Basalfeld hinter der Zelle 
zahnartig in den Discus vortretend. — Eine mit rhodius allgemein verwechselte und unter diesem Namen im 
Handel und in den Sammlungen befindliche sehr gut differenzierte Form ist rubicundus Stich. (= var. magna rubictmdus. ^ 
Stgr. i. 1.) (15 a). Gewöhnlich grösser als rhodius (Vflgllänge 32— 34mm), Grundfarbe rein weiss, Glassaum des Vflgls 
breit, submarginale Kappenbinde meist scharf, nur durch eine Reihe weisser Mondflecke von der Saumbinde 
getrennt. Costalflecke und Hrdfleck gross, in der Regel rot gefüllt. Hflgl mit grauem glasigem Saum, die 
submarginalen Mondtlecke meist gut ausgebildet, Ocellen gross, meist ganz rot, ein deutlicher roter Basal- 
fleck, das schwarze Hrdfeld das Zellende umfassend; im allgemeinen Ähnlichkeit mit actius, aber an dem rund- 
lichen Flügelschnitt, der eigenartigen Randzeichnung der Flügel und schliesslich an dem roten Basalfleck — 
wenn dies letztere Merkmal auch nicht immer sicher — zu erkennen. — Hierzu gehört ab. parcirubens Scludt-, parcimbens 
analog der ab. rhodius mit schwarzen Costalflecken. und ab. mutilata Schultz, bei der die submarginale Fleck- mutilata. 
reihe des Hflgls fehlt. Beide Aberrationen fliegen auch im Hereich der nächsten Unterart. Pamir, Transalai, 
Buchara, Fergana, Sarafschan. — Im östlichen Teil von Fergana (Alpen von Osch) fliegt wiederum eine 
etwas kleinere, zu rhodius und nirius neigende, aber sehr unbeständige Lokalform: variabilis Stich., die variabilis. 
ebenfalls als rhodius im Verkehr ist. Sie hat 1—2 schwach rot gekernte Costalflecke, ist spärlich gezeichnet 
und ganz wenig mit schwarzen Atomen bestreut; Submarginalbinde des Vflgls scharf gezackt, schmaler als 
bei rhodius, der Saum aber breiter glasig, Hrdfleck kräftig; Submarginalbinde des Hflgls nur in isolierten 
Mond- oder Keilflecken erhalten, die Augenflecke klein, rot, stark schwarz gerandet, das schwarze Basalfeld 
sehr reich weiss bestreut. Bei Stücken mit zwei vollen roten Costalflecken (aberrant) ist die Zeichnung im 
allgemeinen greller, fast wie bei rubicundus. — Eine weitere Unterart aus dem Sining-Gebirge (Amdo, Kuku- 
nor) ist mercurius Or.-Grsh. (15 a). Sie ist viel kleiner als rubicundus, die Saumzeichnungen schwach, grau, mercurius, 



*) P. jacquemontii Boisd. war der ursprüngliche Name einer Mischart, d. h. es lagen der Beschreibung die Geschlechter 
zweier verschiedener Arten zu Grunde, von denen das $ mit gekielter Legetasche angegeben worden ist. Nach dem in der Samm- 
lung des Herrn Ch. Oberthür (Rennes) erhaltenen Original des o* aus dem Museum Boisduval's ist dessen Identifizierung ge- 
sichert und ferner festgestellt, dass zu diesem e? ein $ mit gekielter Legetasche gehört. Die Aufteilung der Mischart erfolgte 
nun dergestalt, dass dieser, durch das Original des cf charakterisierten Art der ursprüngliche Name erhalten blieb, während das 
2 der BoiSDUVAL'schen Diagnose mit der Legetasche ohne Kiel in Verbindung mit einem anderen , als zugehörig erkannten cf 
unter der Bezeichnung P. epaphus Oberth. abgetrennt wurde. 

**) Die Variabilität der Art scheint — wenigstens zum Teil — dem Generationswechsel zuzuschreiben zu sein ; denn wie 
nach Berichten englischer Reisender bei dem unter gleichen Verhältnissen und an gleichen Stellen vorkommenden P. kardwickü 
eine zweite Brut festgestellt ist, kann auch hier mit diesem Fall gerechnet werden. 

I 4 



30 PAENASSIUS. Von H. Stiches,. 

Costa!- und Hrdtlecke des \ r flgls rol gekernt; Hflg] mit grossen zusammenhängenden submarginalen Halb- 
monden, die Ocellen lebhaft rot, auch auf der Unterseite tief schwarz gerandet, Basalfleck schwindend oder 
fehlend. 2 reichlicher grau bestäubt, der Vflg] an den grauen Stellen auch discal fast glasig, im übrigen 
den dunkleren Stücken von himalayensis sehr ähnlich, nur kleiner. Eine prächtige, an Grösse die vorige 
tibetanus. wieder übertreffende, stark verdunkelte Rasse mit glasigem Flügelfond ist tibetanus Rühl (Leech MS.) (15 d). 
Costalflecke und Hrdflecke des Vflgls häufig sämtlich rol gekernt, Submarginalbinde scharf aufgesetzt, der 
dunkle Glassaum breit, nur durch einen schmalen weisslichen Fleckstreifen von jener getrennt. Hflgl mit 
kräftigen roten, breit schwarz gelandeten Ocellen meist mit weisser Pupille, gewöhnlich einem roten Wurzel- 
tleek und grossen schwarzen dreieckigen submarginalen Flecken. Das 2 in der Regel heller gefärbt, die Zeich- 
nungen deswegen schärfer hervortretend, in der Zelle des Hflgls zuweilen noch ein zweiter roter Fleck nahe 
der Wurzel. Südost-Tibet: Jünling (Tschang-ku), West-China (Hukow). 

epaplms. P. epaphus Oberth. und Verwandte bilden einen zusammenhängenden Formenkreis mit durchschnittlich 

kleineren Vertretern, deren ?? Legetaschen ohne Kiel, statt dessen solche mit Querfalten am breiten Ende 
tragen. Die typische Form unterscheidet sich von der folgenden im wesentlichen nur durch breitere und 
schärfere Saumzeichnung des <?, durch grössere Costalflecke des Vflgls, beim ? durch besser ausgebildete 
Analilecke des Hflgls', eine leicht schattierte Saumbinde zwischen den Mondflecken und dem Rande und 
reiner weisse Grundfarbe des Vflgls, die bei jener durch schattige Ausbreitung der Submarginalbinde im 
Discus grau überstäubt ist. Dies letzlere, den Allbildungen des Originals entnommene Merkmal erscheint 
individuell. Nordwest-Himalaya: Kaschmir (Ladak = Leh, bis 4000 ra ; Chonging-Tal im Juli-August). Pamir. — 

cache- cachemiriensis Oberth. (15c) ist vermutlich die Trockenzeitform des vorigen (Moore), erkennbar an feinerer 

mirknsls. Zeichnung, namentlich beim d\ Costalflecke des Vflgls verkleinert, Submarginalbinde wesentlich reduziert, die 

Augenflecke beiderseits und die Basaltlecke der Unterseite gelblich; ? reichlicher schwärzlich bestreut, ohne 

poeta. weitere bemerkenswerte Unterschiede gegen das typische epaphus 2. Kaschmir. — Als poeta Oberth. (15 a) 
ist eine Form zu bezeichnen, die mehr oder weniger grau überstäubt ist. Vflgl mit rotem Kern in den beiden 
1 ostalflecken und häufig auch im Hrdfleck; Hflgl mit grossen, meist ganz rot gefüllten Augenflecken; an der Basis 
meistens mit rotem Fleck, die submarginalen Kappenflecke gut ausgebildet; auf der Unterseite die Augenflecke 
mit weissem Spiegel, an den hinteren schliesst sich eine Reihe weiterer, meist augenartig rot und weiss ge- * 
lüllter Analflecke an. Das Rot der Ocellen mitunter gelblich. Westliches China: Tatsienlu. Tschangku. — Bei 
manchen Stücken sind die Flügel reichlicher schwarz bepudert, das schwarze Basalfeld des Hflgls ist bis zu den 
Augenflecken verbreitert, die Saumbinde breit weisstleckig unterbrochen und der Hrdfleck des Vflgls stark rot 
oberthüri. gekernt. Hierfür kann die Bezeichnung ab. oberthüri (? == tatsienluica Verity) Platz greifen. Das ? dieser Form 
h.it Ähnlichkeit mit tibetanus. — Aus Xordost-Tibet, Nanschan, aus Höhen von 4000 m ist eine sehr kleine, im 
nanchanicus. allgemeinen bell gehaltene Form als nanchanicus Aust. (= nianschana Stgr. i. 1.) (lob) bekannt, deren Sub- 
marginalbinde im Vflgl nur schwach gezackt ist und deren Augenflecke vergrössert sind; auch ist das schwarze 
Pasalfeld des Hflgls weiter ausgedehnt als bei der typischen Form; die Analflecke verbleiben indessen mit- 
unter ganz schwarz, die Fransen des Hflgls sind weniger lebhaft schwarz gescheckt, aber die roten Basal- 
Qecke der Unterseite vergrössert, weiss gekernt. — Eine ähnliche, dunkler getönte Form ist sikJcimensis Elw., 
die den indischen Teil des Himalava bewohnt und hier ausser Betracht bleibt. — Anscheinend beschränkt auf 
tsai-'äie Gebirgskette .südlich Tsaidam (Marco-Polo) and aus Höhen von 5000m angegeben ist tsaidamensis Aust. . 
damensis. (Jj eser ähnlich dem vorigen, mit reduzierten Saumbinden, welche im Vflgl eine Reihe kleiner isolierter Flecke 
bilden, die kaum die Mitte der Flügelbreite erreichen und im Hflgl auf etliche fleckartige Rudimente am 
Hinterwinkel beschränkt sind. Augenflecke sehr gross, weiss gekernt, auf der Oberseite des Hflgls indessen 

/uiii'ci. kein roter Basaltleck: die Fransen scharf weiss und schwarz gescheckt. — huwei Frühst. (= aksuensis Stgr. i. l.i 
(15d) ist auch ähnlich: der glasige Flügelsaum breit. Submarginalbinde des Vflgls schmal und verkürzt, 
aber scharf abgesetzt, Costalflecke klein, in der Regel der vordere rot gekernt; im Hflgl die Randbestäubung 
schwach grau, aber ziemlich breit; 2 mit ausgedehnterer glasiggrauer Flügelzone, starken schwarzen Sub- 
marginalbinden und reichlicher roter Füllung der Costal- und Augenflecke. Südlicher Teil des zentralen 
Thianschan, bei Aksu am Kia-Fluss im Juli. - Nur durch etwas schärfer ausgebildete Submarginaltlecke, 
altynensis. reicher rot gekernte Costalflecke des Vflgls, grösseren roten Basalfleck und vergrösserte Ocellen ist altynensis 
\Stijr. i. 1.) aus dem Altyntag von der vorigen Form unterschieden. 

beresowskyi. P. beresowskyi Stgr. (15c) weicht durch seine Grösse und im ganzen Habitus so erhebbch von 

den epaphus-Fonaen ab, dass er als eigene Art gelten kann. Seine Anreihung an dieser Stelle erfolgt wegen 
der mit epaphus übereinstimmenden Struktur der Legetasche des ?. Grösse wie actius oder rubicundus. 
Grundfarbe rein weiss, alle Zeichnungen lebhaft schwarz. Submarginalbinde aus starken, länglichen, vorn 
fasl pfeilförmigen Keilflecken zusammengesetzt, beim 2 weniger auffällig und die Binde geschlossen bis zum 
Hrd. Der dunkle glasige Saum am Flügelrande von schmalen weissen Stellen durchsetzt, Costalflecke 
schwarz oder der vordere rol gekernt. Hflgl mit rotem Basaltleck, einer Reihe tief schwarzer Halbmonde 
oder Keilflecke nahe dem Saume, dieser reichlich grau: Ocellen stark schwarz umrandet, die hintere manchmal 
völlig schwarz. Auf der Unterseite in den Basaltlecken das Rot zu Gunsten der schwarzen Berandung wesentlich 
reduziert. Nordost -Tibet: Amdo. Sining- Gebirge. 



PARNASS1US. Von H. Stichel. 31 

4. Hardwickii- Gruppe. 

P. hardwickii Gray (15b) ist wiederum eine sehr variabele Art. Die typische Form ist stellenweise hardwickii. 
etwas schwärzlich überstäubt, sowie lebhafter und stärker gezeichnet als die gewöhnlich unter diesem Namen 
im Verkehr befindliche hellere Form . von welcher die Abbildung genommen ist. Besonders stark sind die 
Costalflecke entwickelt, von denen drei rot gekernt sind; auch ist der Hrdfleck tief rot ausgefüllt. Die 
Submarginalbinde des Vflgls besteht aus einer Reihe zusammenhängender schwarzer Flecke; Ocellen des 
Hflgls verhältnismässig gross, die Randflecke stark entwickelt mit blauem Spiegel und weisser Pupille. — Bei 
der ab. afer Frühst, ist der Flügelfond reichlicher schwarz bestreut, namentlich an der Wurzel und im afer. 
Discus des Vflgls, sowie im Hrd- und Basalfeld des Hflgls, die Costalflecke des Vflgls sind rot gekernt und 
die Submarginalflecke in ganzer Reihe verstärkt und fast zusammenhängend. - - Am dunkelsten ist die ab. 
charino Kirby (Gray MS.) Bei dieser bleibt die weissliche Grundfarbe auf dem Vflgl nur in der Zelle, auf diarino. 
dem Hflgl stellenweise im Discus und im vorderen Teile sichtbar; die Verteilung von Rot ist verschieden, es 
kommen Stücke wie die typische Form vor, bei denen Costalflecke und Hrdfleck reichlich rot gefüllt sind, aber 
auch solche mit schwach rot gekernten Flecken und obsoleten Augenflecken, mitunter auch Stücke mit 
gelblichen Ocellen. — Nach der anderen Richtung stellt ab. albicans Frühst, aus Sikkim (Lochung-Tal und albicans. 
Donkia-Pass, ca. 4200 m) angegeben, eine hellere Form mit reduzierter Zeichnung vor. Alle Binden und 
Flecke schmaler, Rot im Vflgl sehr spärlich vertreten, auf dem Hflgl die blauen Flecke verkleinert, die 
hintere Ozelle ohne Rot, die vordere nur mit rotem Punkt; das korrespondierende ? oberseits ohne jede rote 
Zeichnung, auf der Unterseite an Stelle der roten Basalflecke schwärzliche Beschuppung. — Die extremste 
Form albinotischer Entwickelung ist ab. otos Frühst., beschrieben aus Kaschmir. Sie ist kleiner, auf der otos, 
Oberseite fehlt alles Rot, die gesamte Fleck- und Bindenzeichnung auf das knappste reduziert, teilweise 
verwaschen, namentlich die verkürzte Submarginalbinde des Vflgls. Im Hflgl nur die vordere Ocelle er- 
halten, auch diese sehr klein, die Submarginalflecke aber ziemlich intensiv schwarz, ohne blauen Spiegel. Alle 
diese Formen scheinen Zeitformen und extreme Zustände solcher zu sein. Dass mehrere Generationen der 
Art auftreten, ist den Berichten englischer Reisender zu entnehmen.*) Die Frühlingsbrut überwintert in 
der Pp, es sollen aber auch einzelne Spätlinge als Schmetterlinge ausdauern, die dann im März neben der 
Frühlingsform wiedererscheinen. Die zweite Generation fällt in den August bis September, einige wenige 
Nachzügler, eben solche, welche überwintern, sind im Oktober beobachtet worden, und zu derselben Zeit 
wurden auch die Rpn an »niedrigen Kräutern« gefunden. 

Nach F. Mooee (Lep. Ind.) erstreckt sich im westlichen Himalaya die Trockenzeit vom April bis 
Juni; Ende Juni beginnt die Regenzeit und dauert bis Ende August, dann folgt eine regenarme Übergangs- 
periode (dry cold season) und Mitte November setzt die kalte Jahreszeit ein. Hiernach können geschieden 
werden: a) eine Trockenzeitform: Heller Charakter wie unsere Abbildung mit den extremen Zuständen 
albicans und otos; b) eine Regenzeitform: Dunkler Charakter mit Extrem diarino: c) eine Kältezeit- (Winter-) 
Form als verspätete Entwickelung von b (also keine neue Generation) mit Übergangscharakter, hierzu afer. 
Alle drei bilden Übergänge unter sich, so dass feste Grenzen nicht gezogen werden können. Die ?? sind im 
allgemeinen dunkler gehalten und reichlicher schwarz und rot gezeichnet als die oV, sie besitzen eine nach 
hinten spitz ausgezogene, seitlich flach gedrückte, blasenartige, weisslichgelbe Legetasche mit einer Längs- 
furche an der Unterseite. Die Art ist über den ganzen Himalaya verbreitet, sie erreicht im Westen in 
Kaschmir das paläarktische Gebiet. 

P. przewalskii Alph. ist eine ähnliche Art, die aber vermöge verschiedener Bildung der Legetasche przewalskü. 
des ? spezifisch zu trennen ist. Der Falter etwas kleiner als ein typischer harduickii, im Vflgl nur mit ge- 
ringen Unterschieden, Saumbinde schmal, im Hinterwinkel spitz auslaufend, die Submarginalbinde aber als 
schmaler, schwärzlich schattierter, hinten verschmälerter Streifen bis zum Hrd aufgetragen, die Binde am 
3. Subcostalast stufenförmig abgesetzt, beim c? in der Mitte stark eingebogen, beim ? im ganzen breiter und 
gleichmässiger. Jenseits der Zelle 2 Costalflecke, diese und der Hrdfleck tiefrot gekernt, im Discus schwärz- 
liche Schattierung. Hflgl mit grossem rotem Wurzelfleck, zwei grossen voll roten Ocellen, zwischen diesen 
ein schwarzer Wischfleck und zwischen der vorderen Ocelle und dem Wurzelfleck ein weiteres schwarzes 
Fleckchen ; das schwärzliche Hrdfeld am Zellende zahnartig vortretend , zuweilen (beim $) die Zelle völlig 
eingerahmt; von der hinteren Ocelle nach vorn und hinten eine gebogene schwarze Fleckenbinde, nahe dem 
Flügelrande 4 schwarze Flecke mit blauer Füllung, der vordere zuweilen ganz schwarz. Unterseite mit den 
Zeichnungen der oberen, aber blasser, die Analflecke blassrot gefüllt, der ganze Flügelfond bräunlich. 
Legetasche des ? weisslich, breit ringförmig das letzte Leibessegment umschliessend, Gestalt flach blasenförmig, 
hinten spitz ausgezogen. Anscheinend nur in 3 Exemplaren (2 cf , 1 ?) bekannt, aus Zentral-Tibet, Gebirgs- 
kette Burkhane-Buddha (Amdo) in Höhen von 4600 m. 

P. szechenyi Friv. (15 e) ist ausgezeichnet durch einen sehr breiten glasigen Saum des Vflgls, der szechenyi. 
sich unter Zurechnung der Submarginalbinde zu einer breiten Aussenfläche gestaltet, welche durch eine 
weisse, basalwärts scharf schwarz angelegte Reihe zusammenhängender weisser Mondüecke der Länge nach 
durchzogen wird. Costalflecke und Hrdfleck fahl rot ausgefüllt, von ersteren wenigstens der hintere. Hflgl 

*) Lang in Proceed. Zool. Soc. 1865, p. 48; Graham Young ebenda, 1886, p. 38. 



32 PARNASSIUS. Von H. Stichel. 

mit grossen roten, weiss gekernten Ocellen, breitem schwarzem, stark weiss bestreutem Hrdfeld und zwei 
grossen schwarzen Analflecken mit blauem Spiegel, von denen sich nach vorn eine anfangs schwarze, dann 
glasig graue Submarginalbinde fortsetzt. Unterseite eigentümlich fettglänzend, etwas gelblich, die Zeich- 
nungen zumeist nur schwach durchschlagend. Fühlerschaft und Flügelfransen weisslich. Aus Amdo (Kukunor), 
germanae. Nordost -Tibet. -- germanae Amt. ist eine in beiden Geschlechtern, namentlich aber beim ?, im Discus des 
Vtlgls schwärzlich schattierte Form; Htlgl mit dunkler Saumbinde, die Submarginalbinde des Hflgls in Flecke 
aufgelöst, dergestalt, dass sich an die grossen blau gefüllten Analflecke zwei weitere ähnliche Flecke und 
ein schwärzlicher Endtleck, dieser nahe dem Flügelapex, anschliessen. Tatsienlu im westlichen China. 

Orleans. P. Orleans Oberth.*) (13c). Grundfarbe leicht gelblich getönt, Vflgl mit halbbindenartig zusammen- 

hängenden Costalüecken, in denen 2 — 3 rote Kerne auftreten, Hrdtleck ebenfalls häufig rot gefüllt, zwischen 
beiden ein schwärzlicher Schatten, Saumbinde von massiger Breite, durch schmale weisse Randflecke unter- 
brochen, submarginale Kappenbinde tief gekerbt. Htlgl mit grossen roten, weiss gekernten Augenflecken. 
1 — 2 meist ebenfalls rot gefüllten Analflecken und einer submarginalen Reihe von 4 — 5 schwarzen, teilweise 
bläulich gefüllten Flecken. $ schärfer gezeichnet, die Gostalflecke des Vflgls durch dichtere schwarze 
Schattierung mit dem Hrdtleck verbunden, die submarginalen Flecke des Hflgls grösser, lebhafter. Ab- 
gesehen von diesem Charakter ist der Gesamteindruck sehr ähnlich demjenigen von P. eversmanni. Westliches 

groumi. China: Tatsienlu. — Bei dem <f der kleineren Form groumi Oberth. (16b) aus Amdo (Kukunor) fehlt meist das 
Rot in den Vflglflecken , diese selbst recht intensiv aufgetragen, der schwarze Schatten im Discus schärfer, 
der Flügel im übrigen aber von reinerer Grundfarbe, Submarginalbinde des Vflgls in Flecke aufgelöst und 
verkürzt, Ocellen des Hflgls lebhaft rot, Analfleck schwarz. 

cephalus. Hier ist anzuschliessen P. cephalus Gr.-Grsh. (16 b), der bisher in die Verwandtschaft von delphius 

gestellt war, aber wegen einer von delphius verschiedenen (Rühl) und mit szechenyi übereinstimmenden Lege- 
tasche des ¥ (Veeity) mit dem folgenden als besonderer Formenkreis behandelt werden muss. Diese Art 
ähnelt stenosemus Eonr. (s. unten). Grundfarbe rein weiss. Vflgl mit vollkommener schwärzlicher Submarginal- 
und zuweilen verkürzter Discalbinde sowie mit weissen, schwarz gescheckten Fransen. Hflgl mit sehr schmalem 
dunklem Saum, 2 blauen Endflecken, die sich nach vorn in 2 weiteren schwarzen Flecken und einer sub- 
marginalen Binde fortsetzen. Amdo (Sining). — Etwas grösser, der vorigen und ülustris ähnlich, ebenfalls" 
elwesi. mit schwarz und weiss gescheckten Fransen ist elwesi Leech vom Hochplateau nördlich von Tatsienlu in 
West-< ibina: Nur in einem Stück bekannt, welches im Vflgl zwischen den Zellflecken einen weiteren schwarzen 
Wischfleci und zwischen den Radialadern ein rotes Fleckchen in der verkürzten Discalbinde trägt; das 
Hrdfeld ohne Fleck. Hflgl mit grossen roten Ocellen, lebhaft blauen Endflecken, aber ohne Basalfleck. Ein 
ähnliches Stück, ohne roten Fleck im Vflgl und teilweiser (asymmetrischer) Rückbildung der Ocellen des 
Hflgls zu schwarzen Flecken ist aus Tonghö, West-China angegeben (Gh. Obebthüb). 

delphius. Eine sehr formenreiche Art ist P. delphius Eversm. (cf 15 d, ? 15e). Der Typus der Art ist aus 

den »südlichen Vorbergen« des Altai angegeben, nach der Bezettelung der in Petersburg erhaltenen Originale 
aus dem Tarbagatai stammend, in gleicher oder fast übereinstimmender Gestalt aus dem Alatau und Thianachan, 
sowie mit unbedeutenden Modifikationen aus dem Gebiete vom Issykkul und aus Nord-Fergana bekannt. Kenn- 
zeichen: Matte Discal-Zeichnung, Submarginalbinde des Vflgls deutlich, Hrdtleck felüt in der Regel; Ocellen des 
Hflgls grell karminrot, ilrdflecke schwarz, Hrdfeld breit schwärzlich, 2 bläulich-schwarze Analflecke, schwache 
Submarginalbinde, schmaler Saum. — Neben der Hauptform und mit dieser sowie unter sich in allen Übergängen 
caeca. kommen folgende Formen vor: ab. caeca Döniti mit ganz schwarzen Augenflecken, aus Fergana, vermutlich 
namangana. auch als Abart bei den anderen Rassen; — ab. namangana Stgr. (16a), etwas schärfer und breiter gezeichnet, 
im Discus des Vflgls stärker schwärzlich schattiert, Hflgl mit 2 grösseren blauen und 2 kleineren schwarzen, 
mitunter blau bestäubten Submarginalflecken, Hrdtlecke rot. Aus Nord-Fergana (Namangan am Naryn) und 
maximina. aus Kuldja; — ab. maximina Stgr., grösser, in Gestalt an albulus erinnernd, Submarginalbinde kräftig, ge- 
schlossen, Hflgl fast ohne Randbinde, dagegen mit 2 sehr grossen blau gekernten Anal- und 2 ebenfalls blau 
bestäubten Submarginalflecken, wodurch diese Form leicht von allen anderen zu unterscheiden ist. Issykkul: 
infernalis. -- ab. infernalis Elw. (15 f), Vflgl mit verbreiterten, auf dem weissen Grunde scharf abgesetzten schwarzen 
Binden, Saum breit, Unterseite des Hflgls mit roten Wurzelflecken, die auch fehlen können, aus den Alpen von 
styx. Osch (Ost-Fergana) und von Kuldja; -- ab. styx Stgr. (15f), vorwiegend schwärzliche Oberfläche, mitunter 
ohne Spur des weissen Grundes, die Bindenzeichnung nur schwach markiert, Hflgl mit grossen roten, dunkler 
schwarz umrandeten Ocellen und zwei bläulich bestäubten Analflecken, aus Kuldja, in Übergängen zur 
infumata. vorigen Form in deren Fluggebiet; - - ab. infumata Amt., kenntlich an schmutzig gelb getöntem Flügel- 
fond, vom Karategin. - - Im Westen des Verbreitungsgebietes der Art, mit Anschluss nach Süden und Osten 
staudingeri. scheint sich staudingeri Bang-Haas (15 e) als Rasse mit etlichen Nebenformen abgesondert zu haben: 
Grundton der Hauptform reiner und ausgedehnt weiss, Binden des Vflgls ziemlich scharf abgesetzt aber 
schmal, im Discus beim cT ohne Schattierung, mit Hrdtleck; Hflgl mit schmalem grauem Saum, einer 
submarginalen Mondfleckenbinde; zwei ziemlich grossen schwärzlichen Analflecken; Ocellen klein, tief rot 

*) Dieser Name wird in den Katalogen orleansi geschrieben. 



PARNASSIUS. Von H. Stichel. 33 

gefüllt; ? stärker gezeichnet, namentlich im Discus des Vtlgls schwärzliche Bestäubung, die Submarginal- 
binde breiter; im Hflgl grössere Ocellen, der Saum stärker geschwärzt, aus Sarafschan (Samarkand), Alai 
und Transalai-Ketten. Hier in Übergängen zu dem sehr ähnlichen illustris Gr.-Grsh. (= transiens Aust.) (16 a). illustris. 
Dieser letztere ist ebenfalls in beiden Geschlechtern kenntlich an der verschmälerten, scharfen Bindenzeichnung 
auf rein weissem Grunde des Vtlgls; Hflgl mit kleinen oder schwindenden Analflecken und reduzierter Sub- 
marginalbinde, von der oft nur einzelne isolierte Fleckchen übrig sind; der Saum selbst ziemlich breit grau, 
beim o 1 tief bogenförmig gekerbt; aus dem östlichen Transalai- Gebiet, in Höhen von ca. 3200 m, an mit 
Festuca und verschiedenen Arten Allium bedeckten Abhängen, im Juli, ebenso wie infernalis, zu dem er im 
Osten und nach Norden Übergänge bildet. — Rp bräunlich, mit hellem seitlichen Längsstreifen, auf den 
Segmenten dunklere Punkte und Flecke quergestellt ; verborgen unter Steinen . Xahrungsptlanze nicht er- 
mittelt. — Ebenfalls im Sarafschan und Transalai (Ghissar-Gebirge und Gebirge Peters des Grossen), fliegt ab. 
Cardinal Gr.-Grsh. (15 f), eine prächtige, reich schwarz gezeichnete Form mit vergrösserten tief roten Augen- cardinai 
flecken des Hflgls, deren schwarze Ränder durch einen breiten Steg miteinander verbunden sind, die ?? in 
der Regel dunkler und reichlicher gemustert. Auf der Unterseite des Hflgls starke rote Basaltlecke und ein 
rot ausgefüllter Hrdfleck. Im übrigen das <? mit staudingeri oder infernalis übereinstimmend. — Im süd- 
östlichen Fergana (Alai-Gebirge) und am Oberlauf des Naryn-Flusses im Thianschan (Nura-Gebirge, Jitim- 
tau) ist albulus Honr. (? = delphinus Christ, i. 1.) (16 a) mit seinen Nebenformen die vorherrschende Rasse, albulus. 
wenngleich in seinem Gebiet auch Rückschläge zur Stammform und den benachbarten Unterarten auftreten. 
Alle a/WM.s-Formen sind ausgezeichnet durch etwas breitere, am Apex rundlichere Flügelform. Der Typus 
mit schmalem glasigem Vflglsaum, Submarginalbinde des Vtlgls in mehr oder weniger kräftig ausgeprägte 
Flecke aufgelöst, die Costalflecke zu einer kurzen Binde umgestaltet, Hrdfleck isoliert; Hflgl mit schmalem 
schwärzlichen Saum, zwei bläulichen Analtlecken, an welche sich nach vorn 3—4 schwärzliche Submarginal- 
tlecke anschliessen , die Augentlecke gross und lebhaft. Hrdfleck häufig rot gefüllt. In Höhen von 2100 
bis 3600 m. — Bei ab. marginata Hutce ist der glasige Saum beider Flügel bedeutend verbreitert, die sub- marginata. 
marginalen Flecke im Hflgl, ausser den blau gefüllten beiden hinteren Flecken, dagegen reduziert oder 
fehlend, Hrdfleck meist rot gefüllt, im weiblichen Geschlecht häufiger als beim cf. Nura-Gebirge, Jitimtau. — 
ab. boettcheri Huwe hat besonders dunkle und scharfe Zeichnung, die Gostal- Halbbinde des Vtlgls ist ver- boettcheri. 
breitert und mit dem Hrdfleck durch eine geschwungene schwarze Binde vereinigt : Hrdflecke des Hflgls 
meist rot; sonst wie albulus. — Stücke ohne Hrdfleck im Vtlgl gehören zur ab. pura Huwe, bei welcher pura. 
in der extremsten Ausbildung der Mittelzellfleck schwindet und die Submarginaltlecke des Vtlgls fehlen. — ab. 
rubropicta Huwe hat in der costalen Halbbinde des Vflgls einen roten Fleck oder deren zwei, je einer vor und rubropicta, 
zwischen den Radialen. — Wenn die vordere Ocelle des Hflgls einfarbig schwarz verfärbt ist, so kann die 
Bezeichnung ab. semicaeca Huwe in Anwendung kommen; bei dieser die Anal- und Basalflecke des Hflgls semicaeca 
unterseits ebenfalls meist ganz schwarz. — ab. denigrata Huwe (16a) ist der Name für Stücke, bei denen denigrata. 
beide Augentlecke einfarbig schwarz sind, eine Erscheinung, die von der Reduzierung des Rot im allgemeinen 
auf Ober- und Unterseite begleitet zu sein pflegt. Alle diese neben der Hauptform, wie bei marginata an- 
gegeben. — In der Gegend von Kaschgar (chin. Turkestan) scheint sich eine dem albulus einerseits, der ab. 
maxhnina andererseits ähnliche Rasse abgeschieden zu haben : dolabella Frithst. Grundfarbe rein weiss, dolabella. 
Vtlgl mit scharfer, breiter Bindenzeichnung, Submarginalbinde geschlossen, von dem glasigen Saum nur 
durch isolierte, deutlich begrenzte weisse Flecke getrennt, Augenflecke des Hflgls leuchtend karminrot, sehr 
breit schwarz geringt, durch einen schwarzen Strich verbunden (? individuell); Submarginaltlecke schwarz, 
auch die hinteren ohne Blau, nach vorn bindenartig verschmolzen und, ähnlich wie im Vtlgl, durch weisse 
Flecke vom Saum getrennt. — Nach Süden des Verbreitungsgebietes, gegen den Himalaya aufsteigend, er- 
scheint hunza Gr.-Grsh. (16 b). Diese Form ist ähnlich der folgenden aber grosser, die Bindenzeichnung nicht hunza. 
sehr scharf, im Vtlgl die Costal-Halbbinde nicht verlängert, im Discus manchmal etwas reichlicher graue Bestäu- 
bung. Hflgl mit sehr schmalem grauem Saum, aber starker Submarginalbinde, die hinten in 2 schwarzen Flecken 
endet. Augenflecke ganz schwärzlich verfärbt (? individuell), verkleinert oder punktartig. — Schärfer gezeichnet 
und kleiner ist stoliczkanus Feld. ( 16c). Bei diesem ist die discale Vflglbinde verkürzt, in Ausnahmefällen in die stoüczkanus. 
Submarginalbinde einlaufend ; Hflgl mit breiter Saumbinde, in der 4 — 5 runde dunklere Flecke liegen, die beim ? 
blau bestäubt sind, ferner in der Regel mit nur einer, und zwar der hinteren, Ocelle, die zuweilen punktartig 
reduziert ist, ferner häufig mit einem roten Hrdfleckchen. — Nordwest-Himalaya: Ladak, Marka, Rupshu. — Hiermit 
vermutlich als Aberration zu vereinigen ist atkinsoni Moore ? aus Kaschmir (Pir Pinjal); bei dieser die Binden des atkinsoni, 
Vflgls breiter, alle drei vollkommen, Submarginaltlecke in der Saumbinde des Hflgls deutlich blau, 2 Augentlecke, 
der hintere vergrössert, und 2 rot gefüllte Hrdflecke. — Ebenfalls aus Kaschmir (Ladak, Kutie-Pass) und sehr 
wahrscheinlich eine Zustands- oder Zeitform von stoliczkanus ist stenosemus Honr. (16b): Diese ist grösser, die stenosemus. 
Zeichnung weniger scharf, Vflglbinden vollständig, die discale hinten zuweilen in Flecke aufgelöst; Hflgl mit 
schmaler Saumbinde, 2—4 blau gefüllten Submarginalflecken, von denen sich nach vorn eine schmal schat- 
tierte Binde fortsetzt; von den Augenflecken fehlt manchmal der vordere oder ist zu einem schwarzen Fleck- 
chen reduziert; im übrigen ähnlich der ab. namangana. — Hier schliefst sich am besten acdestis Gr.-Grsh. acdestis. 
(16b) an: Hflgl. mit sehr schmalem Saum, die submarginalen Flecke isoliert, klein; der ultracellulare Costal- 
fleck des Vflgls setzt sich nach hinten in grauer Bestäubung bindenartig in S-Form fort. Amdo (Sining). - 



3+ PARNASSIUS. Von H. Stichel. 

In West-China (Tonghö) erscheint eine eintönig graue Form, die im Gesamteindruck an delphius typ. ? er- 
innert, jedoch im Discus des Vflgls und in der Basalhälfte des Hflgls reichlicher grau bestäub! ist; diese mag 
cinerosus. als cinerosus i bezeichnet werden. Kine durch besonders geringe Grösse bemerkliche Rasse ist lampidius 

lampidius. /.,■„/,.< aus Süd-Tibel (Kambadjong) (nicht Sikkimi. Sie ist von rein weisser Grundfarbe, das rf ähnlich 
staudingeri, Zellflecke, Saum des Vflgls verschmälert, auch die Discalliinde, die hinter der Zelle stumpf ge- 
winkelt ist . schmaler. Hflgl von der Wurzel bis zu den Ocellen und nahe dem Hinterwinke] schwärzlich, 
die stark schwarz umrandeten Augenflecke beide deutlich rot gekernt, im Analwinkel 2 schwärzliche Fleckchen. 
nahe dem Discalrande eine schmale graue Binde. ? mit helleren, glasigen Binden des Vflgls und grösseren, 
hellkarminroten Ocellen des Eiflgls. An der Basis des letzteren in beiden Geschlechtern ein blassroter Heck. 
Die aller delphius- Formen besitzen Legetaschen, welche den Leib ringartig umschliessen, breiter als 
hoch sind und in 2 Zipfeln endigen. 

5. Acco-Gruppe. 

Die Arten der letzten beiden Gruppen bilden eine gesonderte Sektion dadurch, dass die Subcostal- 
äste I und 2 ganz oder teilweise verwachsen sind. 
""'<»• P. aeco Gray (16c) ist eine seltene Art. die in der typischen Form aus Kaschmir bekannt ist. 

Vflgl gewöhnlich mit 3 vollkommenen Binden ausserhalb der Zelle, die dieser zunächst Liegende manchmal 
reduziert oder verschmälert, Hflg] mit rotem Wurzelfleck, die Augenflecke klein, rötlich oder weisslich 
gefüllt, nahe dem ^.ussenrde eine Reihe scharfer schwarzer Keil- oder Mondtlecke, der Rand selbst unter- 
brochen schwärzlich bestäubt: bei den ?? die roten Anlagen etwas stärker, Legetasche sackartig, den Leib 
umschliessend, zweifach gezipfelt, unten gefurcht. — Ladak, Barren-Gebirge. Karakorum (3500 nn. Sikkim- 
gemmifer. Tibet-Grenze. — Stücke aus Süd-Tibet sind als gemmifer Frühst, zu bezeichnen und kenntlich an dunklerem 
Flügelsaum und dunkler roten, sowie breit schwarz umringten Ocellen des Hflgls. 

s """ P. simo Gray ist eine zierliche, ziemlich spitzflügelige und seltene Art aus Kaschmir (Ladak); die 

Hauptform unterscheidet sich nur dadurch von der nächstgenannten, dass die Submarginalbinde des Hflgls 
rudimentär als Reihe kleiner halbmondförmiger Flecke ausgebildet ist, auch ist die Zeichnung im Discus des 
simonius. Vflgls weniger vollkommen. — simonius Stgr. (16 d) fliegt in Süd-Fergana (Transalai), ist etwas grösser und 
kenntlich an der schmalen aber scharf aufgesetzten Submarginalbinde des Hflgls. — Die Form vom Issykkul, 
Simulator. Simulator Stgr. (16d), ist im allgemeinen schärfer gezeichnet, die Submarginalbinde des Htlgls ist aus lang 
boidromius. ausgezogenen Mondbogen zusammengesetzt. — boedromius Püng. (16 d) aus chin. Turkestan (Aksu) da- 
gegen zeichne! sieh durch Rückbildung der Zeichnungen aus. Im Vflgl fehlt die Discalbinde fast ganz, die 
Augenflecke sind rudimentär und die Vflgl beiderseits gänzlich ohne Rot. - Als Aberration oder Höhenform 
gylippos. hiervon ist gylippos Frühst. (16c) aus Aksu aufzufassen, welcher wiederum verstärkte und verbreiterte 
Binden und rote Ocellen aufweist: namentlich verbreitert ist die Saumbinde des Vflgls, welche mit der 
Submargmalbinde fast zusammengeflossen ist, so dass die Trennungslinie nur durch eine Reihe weisser 
aeconus. Fleckchen markiert wird. — aeconus Frühst, aus Süd-Tibet (Kambadjong) ist ähnlich simonius, von gelb- 
licher Grundfarbe, besitzt im Vtlgl scharf aufgesetzte Submarginal- und Discalbinden, im Hflgl ziemlich 
grosse rote Ocellen und eine verhältnismässig breite geschlossene Submarginalbinde, auf der Unterseite drei 
längliche rote Basaltlecke und einen rot gefüllten Hrdfleck. — Die Legetasche der ?? dieser Sippe ist ähn- 
' Lieh derjenigen der vorigen Art, indessen schmaler und schlauchartig. 

j tenedius. Etwas von dem allgemeinen Habitus der Gruppe abweichend ist P. tenedius Eversm. (16 c). & mit 

den gewöhnlichen Zelltlecken, der Mittelzellfleck rundlich, ferner mit einer verkürzten Binde jenseits der 
Zelle, in der 2 mehr oder minder deutliche rote Punkte liegen, mit schmalem glasigem Saum und einer 
submarginalen Leihe scharfer schwarzer Fleckchen. Hflgl mit rotem Wurzeltleck, kleinen Ocellen, am Zell- 
ende ein schwarzer Wisch, nahe dem Rande eine Reihe kleiner schwarzer Flecke; auf der Unterseite die 
Flecke stärker, vom hinteren Augenfleck nach dem Analwinkel eine vollständige Kette zumeist rot gefüllter 
Flecke, die nach oben durchscheinen; Wurzelllecke lang ausgezogen; ? stärker gezeichnet, in den Costal- 
tlecken des Vflgls reichlicher rot, ebenso der Hrdtleck rot gefüllt; auf dem Hflgl das llrdfeld breiter schwarz- 
grau, die Analflecke auch oben aufgetragen, alles Rot bleicher, der Flügelsaum schwärzlich. — Ost-Turkestan: 
Issykkul: Süd-Sibirien: Altai, Sajan-, Kenlei-Gebirge; oberes Lena- und Viljui-Gebiet (Juli), Jakutsk. 

6. Charltonius- Gruppe. 

Die letzte Gruppe eidhält die vornehmsten Arten der Gattung. 
imperator. p. imperator Oberth, (16 e) ist der grösste Vertreter der Gruppe, Vtlgl breit, ziemlich reichlich grau 

bestäubt, die Bestäubung hinter der Zelle in Fortsetzung der costalen Halbbinde fast bindenartig verdichtet, 
Submarginalbinde breit, vorn stärker, von dem breiten glasigen Saum nur durch eine Reihe weisser Mond- 
tlecke getrennt. Hflgl mit grossen, reich weiss gefüllten Augenflecken und zwei grossen blau überstäubten 
Analflecken, von denen sich nach vorn eine gewinkelte Schattenbinde fortsetzt; an der Wurzel zuweilen 
l Zu vergl. Etudes ilKntniiiol., Fase. 1(». t. 8, f. 71 (|h<»4i. 



PARNASSIUS. Von H. Stichel. 35 

Spuren eines roten Fleckes. Variiert etwas: Das Rot der Ocellen manchmal orangefarben, die Flecke mit- 
unter ganz rot gefüllt, isoliert oder durch einen schwarzen Steg verbunden, die blauen Flecke zuweilen 
auf 3 oder 4 vermehrt. Das ? meist reichlicher schwärzlich bestreut als das cf . West-China, Tatsienlu. — Etwa 
von gleicher Gestalt ist supremus Frühst. Grundfarbe rein weiss, mit stark verbreiterten schwarzen Flecken supremus. 
des Vflgls; Augenflecke des Hflgls grösser und heller rot, Analflecke ebenfalls grösser, hellblau gefüllt, Sub- 
marginalbinde viel schwächer, an der Wurzel ein auffälliger roter Fleck wie hei imperatrix. Unterseite des 
Hflgls reicher rot, ausser dem Basalfleck zwei längliche rote Wischflecke nahe der Wurzel, sonst wie die 
typische Form. Herkunft ungewiss, wahrscheinlich chin. Turkestan. — musageta Gr.-Grsh. (16 d) ist von musageta. 
annähernd gleicher Durchschnittsgrösse , reiner weiss mit schmäleren Binden, im Discus des Vflgls die 
schattierte Verbindung zwischen Costal- und Hrdfleck schwach oder fehlend, Hflgl zuweilen mit rotem 
Wurzelfleck. Amdo (Sining) am Fluss Ghuanche. — Etwas kleiner aber reicher und schärfer schwarz ge- 
zeichnet ist imperatrix Alph. vom Nanschan (Humboldt-Kette), etwa 3000 m, Juni -Juli. Grundfarbe imperatrix. 
leicht gelblich, fast ohne schwarze Bestreuung, im Vflgl der Hrdfleck bedeutend verstärkt, intensiv schwarz, 
ganz isoliert. Hflgl stets mit sehr auffälligem roten Wurzelfleck, die Augenflecke gross, grell karminrot, 
meist ohne Weiss; Submarginalbinde breit und scharf, hinten anschliessend drei deutlich aufgetragene runde 
schwarze Flecke, die hinteren beiden schwächer blau bestäubt. — Die kleinste Form (32 mm Vflgllänge) ist 
venustus Stich. Grundfarbe weiss, Submarginalbinde des Vflgls schmal, zackig, der vordere Teil näher zum venustus. 
Rande gerückt, Gostalflecke durch dichte schwarze, hinten verbreiterte Schattierung mit dem Hrdfleck verbunden ; 
Ocellen des Hflgls gelblich rot (? individuell), der hintere mit weisser Pupille, Basalfleck nur schwach durch- 
scheinend, Analüecke innen hellblau, Submarginalbinde schwach grau, sehr dünn, mehrfach gewinkelt. 
Samarkand (Sarafschan). Eine Form der Art, augudu* Frühst, die hauptsächlich durch verschärfte Binden- 
zeichnung charakterisiert ist, fliegt ausserhalb des paläarktischen Gebietes an der Grenze von Sikkim und 
Tibet. — Legetasche des ? aller Formen sehr ähnlich derjenigen von delphius, nur robuster, dunkler, unten 
schlittenförmig, hinten in zwei spitze Flügel ausgezogen. 

Schlanker in der Flügelform ist P. charltonius Gray, aus dem nordwestlichen Himalaya, in der charltonius. 
typischen Form von Kaschmir (Ladak). Diese in der Hauptsache von der folgenden Form dadurch unterschieden, 
dass die Gostal-Halbbinde des Vflgls mit dem Hrd durch eine scharf gewinkelte deutliche graue Staubbinde 
vereinigt ist. — Diese Verbindung fehlt bei princeps Hont: (16 e) oder ist nur schwach angedeutet. Bei princeps. 
diesem die Augenflecke des Hflgls häufig kräftiger entwickelt, der hintere manchmal mit den rot gefüllten 
Analflecken eine förmliche Kette bildend; dieselbe Ocelle meist mit einem weissen Kern im vorderen Teil, 
die Gostalocelle meist ganz rot, mitunter eckig. Legetasche des ? gross, schneckenförmig. Süd -Fergana 
(Transalai), Pamir. Die Art ist in den allgemeinen Zeichnungscharakteren ziemlich beständig, erwähnt ist nur 
eine auffällige Aberration (Gr.-Grsh.) mit fast ganz ausgelöschten Zeichnungen des Vflgls und einem schwarzen 
Punkt an Stelle der ganzen Reihe roter Flecke des Hflgls. Von der Stammform wird berichtet, dass die 
Falter in Höhen von 4500—5000 m im Zickzack schwimmenden Fluges über den Boden gleiten wie ein 
Hund, wenn er nach dem Wilde spürt (Lang). Es scheint, als wenn die ?? zur Eiablage zu den tiefer ge- 
legenen Matten herabgehen, weil die gewöhnlichen Aufenthaltsorte zur Zeit der ersten Brutstände noch mit 
Schnee bedeckt sind. Leech sah im Nordwest - Himalaya beide Geschlechter auf den rauhen Grashängen 
dicht an der Schneegrenze in Anzahl beieinander, in den wärmeren Tälern, einige Tausend Fuss tiefer, da- 
gegen nur vereinzelte ?. Leech berichtet weiter, dass der Flug der Tiere heftig und unstet ist, es gelänge 
der Fang nur dann ohne Schwierigkeit, wenn der Falter sich an den Felsen setzt, um auszuruhen. 

Nach Morphologie und Habitus in unmittelbarer Verwandtschaft mit der vorigen Art ist P. loxias loxias. 
Püng. (16d), der zugleich den Beschluss der Reihe bekannter Pamassier macht. Von geringerer Grösse als 
charltonius, Vflgl beim cf nur mit schmaler und undeutlicher Costal-Halbbinde, die Submarginalbinde schärfer, 
aus langgezackten Halbmonden zusammengesetzt, Ocellen des Hflgls verkleinert, kein Analfleck. Beim ? 
die discale Binde des Vflgls verlängert, aber nur schmal und schwach schattiert, Submarginalbinde verstärkt; 
im Hflgl die Augenflecke grösser, die Saumbinde schärfer, im Analfelde ein schwärzlicher Schatten, der 
hauptsächlich durch die von unten durchscheinende Fleckzeichnung hervorgerufen wird; Hrdfeld breiter 
schwarz, die submarginale Fleckenreihe verstärkt. Nur in drei Exemplaren bekannt, aus dem chin. Turkestan, 
nördlich von Aksu. 

Berichtigungen und Zusätze. 

Parnassius citrinarius ab. umbrosa Stich, (p. 21) ist identisch mit ab. melanochroa Reh. Dieser Name mela- 
ist prioritätsberechtigt (Juni 1906). nochroa. 

Von /'. delius (p. 22) wurden ferner benannt: ab. hardwickii Kane, eine Form mit 3 roten Kernen hardwickii. 
in den Costalflecken des Vflgls, — ab. inornata Wheel, diese Flecke ganz schwarz, - - ab. nigrescens Wheel, inornata. 
stark verdunkelte Stücke des ?. S ■" 

Die ab. dis Gr.-Grsh. (p. 23) gehört nicht zu /'. phoebus, sondern als melanotische Aberration zu 
nomion (p. 27) (Veritt). 



36 Urbeschreibungs-Nachweis der pal. Papilioniden. 

nitidus. Vim /'. apoiüo geminus (p. 23) ist ferner abgetrennt: rubidus Frühst, aus dein EisacktaJ in Süd-Tirol, 

rhaeticus. - rhaeticus Frühst, aus dem Engadin (Schweiz), — valesiacus Frühst, aus dem Wallis (Zermatt), — niva- 
valesiacus. j us Frühst, vom Schweizer Jura. Die Aufführung geschieht kritiklos und nachrichtlich, um der Publikation 
5 ' der massgebenden Beschreibungen (Soc. ent.) nicht etwa vorzugreifen. — Pur geminus Stich, sei, zur Ver- 
meidung weiterer Verdrängung, als typisch die Hasse aus dem Berner Oberland (Grindelwald) bezeichnet. 
montanus Stich, (p. 24- als ab. montana) ist den vorhergehenden als Lokalform aus dem Ortlergebiet nebenzuordnen. 
merzbadieri. — Im ferneren ist etwa gleichzeitig hiermit die Einführung der apoüo-Form aus dem Thianschan als merzbacheri 
Frühst, zu erwarten. Voraussetzung für die (ültii, r keit des Namens ist. dass die Form dem westlichen Teil 
mongolicus. des Thianschan angehört . i'üy die des östlichen Teiles müsste eventuell die Benennung mongolicus Stgr. 
alpherakyi. (p. 25) eintreten. — Als var. alpherakyi Krulik. ist eine weitere apoffo-Form vom Altai bezeichnet, welche 
allenfalls als besonders stark verdunkelte Abart des ? von sibiricus (p. -_'~>i gelten kann. — während ab. liimi- 
gatus Krul. mit ab. graslini Oberth, ip. "Jöi zusammenfällt. — Von limicola Stich. (= uralensis Oberth.) würde 
democratus. mit fraghcher Berechtigung democratus Krulik. aus dem südöstlichen Russland (Wiatka, Kasan) abzutrennen 
sein: Flügelspannung 70 — 90 mm, Oberseite rein weiss, cf fast gar nicht dunkel bestäubt, Submarginalbinde 
des Vflgls rudimentär, im Hflgl ganz fehlend, die schwarzen Flecke des Vtlgls stark eidwickelt. Ocellen von 
massiger ( Müsse. stark schwarz umrandet, meist mit grossem weissem Kern: Analflecke des Hflgls meist 
stark entwickelt. ¥ nur wenig dunkel bestäubt, heller als .<il>iri<n.< . Submarginalbinde auf beiden Flügeln 
mehr oder weniger deutlich. Charaktere im allgemeinen wie bei liniicola . nur die ?? heller als Obebthöb's 
i higinal (uralensis). 
privignata. Eine Form von /'. discobolus mit gelben statt roten Flecken ist als ab. privignata Krulik. zu bezeichnen. 

urumtsiensis. /'. actius var. urumtsiensis Veritu ist eine Form benannt, welche supirbus nahesteht aber gelbliche 

Grundfarbe hat. bei der ferner der vorderste Fleck der submarginalen Reihe des Hflgls auffallend vergrössert 
ist. und deren SS fast sämtlich einen roten Basalfleck im Hflgl tragen. Urumtsi, nordöstlich von Korla. 
cyrnus. /'. mercurius cyrnus Frühst, ist eine jacquetnontii-Form von Aksu. deren Beschreibung im Druck ist 

enluica. (Soc. ent.) und tatsienluica Veritu ist eine Form fraglicher Zugehörigkeit (? Original entbehrt noch der Ab- 
dominaltasche) , die vom Autor als jacquemontii-'V&r. und nahe verwand! mit tibetanus betrachtet wird. Sie 
ist von diesem dadurch unterschieden, dass der rlflglsaum zwischen den Adern von weissen Flecken unter* 
brochen ist. die Analflecke sind gross aber ohne Rot. Flügel mehr oder weniger schwarz überstäubt, manch- 
mal transparent. Beschreibung erinnert stark an ab. oberthüri Aust. Die Form kann, falls mit dieser nicht 
identisch, nur als ab. von tibetanus erhalten bleiben. 

Die Literatur ist hiermit bis 1. Dezember 1906 (Yekity. Livr. 6) berücksichtigt. 






Alphabetisches Verzeichnis 

zum Nachweis der Urbeschreibungen der unter den palaearctischen Papilioniden aufgeführten Formen. 
* bedeutet, dass die Form an der zitierten Stelle auch abgebildet ist. 

acco Farn. Gray. Catal. Lep. Brit. Mus. I. p. 76 *. athene Parn. Stich. Beil. Ent. Zt. LI, p. 88. 

acdestis Pam. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXV, p. 486. atkinsoni Farn. Moore. Lep. ind. V, p. 121 *. 

actinobolus Farn. Stgr. Iris X. p. :>47. atrata Farn. Graes. Berl. Ent. Zt. XXXV, p. 71. 

\y actius Parn. 'Eversm. Bull. Mose. 1843, p. 640*. aurantiaca Pap. Speyer. Geogr. Verbr. Scbmett., p. 278. 

— aeacus Pap. Feld. Wien. Ent. Mon. IV. p. 225. aurantiaca Parn. Spuler. Gross-Schmett. Eur., p. 4. 
afer Parn. Frühst. Stett. Zg. LX, p. 354. 

albicans Farn. Frühst. Iris XI. p. 147. . bartholomaeus Parn. Stich. Ins. Bors. XVI, p. 294*. 

. albidior Thais Verity. Rhop. Pal., p. 31 (Stgr i. 1.) bella Thais Neuburg. Soc. Entomol. XVII, p. 154. 

albina Farn. Schultz. Berl. Ent. Zt. 1905, p. 280*. ■ bellargus Dor. Stgr. Iris IV, p, 226. 

albomaculata Musch. Bull. Soc. L6p. Ge.ne.ve I. p. 69'. beresowskyi Farn. Stgr. Catal. Lep. 3. p. 6. 

albosignata Farn. Schultz. Berl. Ent. Zt. 1905, p. 275. -bianor Pap. Ciam. Pap. exot. II, p. 10*. 

albulus Farn. Honr. Berl. Ent. Zt. 1889, p. 161 *. — bipunctata Thais Costnov. Rühl-Heyne Gross-Schm., p. 701. 

albus Farn. Rcb.-Rog. Jahresb. Wien III. p. 60, 71. boedromius Farn. Püng. Deutsche Ent. Ztschr. Lep. XIV, p. 177*. 

alcinous Pap. Klug. Xeue Schmett. Insect. Berlin 1*. boettcheri Farn, ffuwe. Ent. Zeit. Guben XVIII, Xo. 33. 

alebion Pap. Gray. Catal. Lep. Brit. Mus. ]. p . :jo*. borealis Pap. Fldr. Wien. Ent. Mon. VI, p. 22. 

alexanor Pap. Esper. Eur. Schmett. I. Suppl, p. 89*. bosniensis Farn. Stich. Ins Biirs. XVI, p. 303. 

alicea Thais Neuburg. Soc. Entomol. XVII. p. 154. bremeri Farn. Fldr. Reise Xovara II', p. 133*. 

alpherakyi Farn. Krulik. Soc. Entomol. XXI. p. 49. — britannicus Pap. [Spengel i. 1.). Seitz, Gross-Schmett. I, p. 12. 

alpinus Farn. Stgr. Stett. Zg. 1887, p. 4ü. brittingeri Parn. Reb.-Rog. Jahrb. Wien III. p. 59. 

altynensis Farn. Stich. Seit/ Gross-Schmett. I, p. 30. brunneomaculata Farn. Stich. Ins. Bors. XVI, p. 312. 

amasina Dor. Stgr.-Reb. Cat. pal. Lep., p. 4. burdigalensis Pap. Trimoulet. Cat. Lep. Gironde, p. 10. 
amurensis Serie. Stgr. Rom. Mem. Lep. VT, p. 130. 

anna Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. 1, p. 22. cachemiriensis Parn. Oberth. Et. d"Ent. XIV, p. 14*. 

apollinaris Dor. Stgr. Iris IV, p. 225. caeca Parn. Dönitz. Ent. Nachr. 1892, p. 193. 

apollinus Dor. fibst. Natura. Schmett. IX. p. 156. t. 250. ' caesar Parn. Stgr. Iris X, p. 347. 

apollo Parn! L. Syst. Nat. Ed. X. p. 165. canteneri Thais Stgr. Cat. Lep. Eur. Ed. I, p. 1. 

apollonius Farn. Everstn. Bull. Mose. 1847, p. 71 *. Cardinal Farn. Gr.-Grsh. Rom. Mem. L§p. III, p. 397. 

areturus Pap. Westw. Ann. Mag. Nat. Ilist. IX, p. 37. cardinalis Farn. Oberth. Et. d'Ent. XIV, p. 7 *. 

asiatica Pap, Min. Enum. Corp. Mus. Petr. I, p. 70. cannthicus Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. I. p. 24. 



(Jrbeschreibungs-Nachweis der pal. Papilioniden. 



37 



•v^carpathicus Parn. Reb.-Rog. Jahrb. Wien III. p. 61 ". 

— caschmirensis Pap. Rothsch. Nov. Zool. II, p. 407. 

■ cassandra Thais Hbn. Smlg. Eur. Schm., Fig. 910—3 *. 
. castiliana Thais Rühl-Heyne. Gross-Schm., p. 91. 

caucasica Thais Led. Wien. Ent. Mon. 1864, p. 165 *. 

centralis Pap. Stgr. Stett. Zt. 1886, p. 193. 

cephalus Parn. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXV, p. 466. 
. cerisyi Thais God. Mem. Soc. Linn. Paris II, t. 2 *. 

charino Parn. Kirby. Cat. diurn Lep., p. 513. 

charltonius Parn. Gray. Cat. Lep. Brit. Mus., p. 77 ". 

chinensis Luehd. Leech. Butt. China, p. 490, 33 *. 

chinensis Pap. Rothsch. Nov. Zool. II. p. 385. 

chitralensis Parn. Moore. Lep. ind. V, p. 107 *. 

cinerosus Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. I, p. 34. 
■/fitrinarius Parn. Motsch. Bull. Mose. 1866, p. 189. 

clarius Parn. Eversm. Bull. Mose. XVI, p. 539*. 

clymenus Pap. Leech. Butt. China, p. 523 *. 

— clytia Pap. L. Syst. Nat. Ed. X. p. 479. 
cohaerens Parn. 'Schultz. Berl. Ent. Zt. 1905. p. 274. 

— confusus Pap. Rothsch. Nov. Zool. 11. p. 270. 
conjuneta Parn. Stgr.-Reb. Cat. Pal. Lep. III, p. 5. 

V connexa Parn. Schultz. Berl. Ent. Zt. 1905, p. 278. 
corybas Parn. Fisch-Wald. Ent. Russ. II. p. 242*. 

— cretica Thais Reb. Verh. Zool. bot. Ges. Wien LIV, p. 2. 
cyrnus Parn. Frühst. Soc. Entomol. Decbr. 1906. 

— daemonius Pap. Alph. Iris VIII, p. 180. 

daubi Parn. Frühst. Soc. Entomol. XVIII, p. 49. 
davidis Parn. Oberth. Et. d'Ent. IV, p. 23*. 

— dealbatus Pap. Rothsch. Nov. Zool. II, p. 336. 

V decolor Parn. Schultz. Berl. Ent. Zt. 1905, p. 280 *. 
decora Parn. Schultz. Ent. Zt. Guben XX. p. 117. 

— dehaani Pap. Fldr. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1864, p. 323. 
^/delius Parn. Esper. Eur. Schmett. I. Suppl. t. 115. f. 5 *. 

v delphius Parn. Eversm. Bull. Mose. 1843. p. 541 *. 
demetrius Pap. Cram. Pap. Exot. IV, p. 196 *. 
demoeratus Parn. Krulik. Soc. Entomol. XXI. p. 49. 

— demoleus Pap. L. Syst. Xat. Ed. X, p. 464. 
denjigrata Parn. Huwe. Berl. Ent. Zt. 1905, p. 325. 
dentata Parn. Aust. Parn. Pal., p. 149 *. 

— deyrollei Thais Oberth. Pet. nouv. Ent. I, p. 3. 

— dialis Pap. Leech. Entom. XXVI. Suppl. 104. 
dis Parn. Gr.-Grsh. Rom. Mein. Lep. IV, p. 174. 

\/discobolus Parn. Stgr. Stett. Zl. 18*1, p. l'75. 
v'dolabella Parn. Frühst. Ent. Zeit. Guben XVIII. p. 29. 

drusus Fuchs. Stett. Zg. 1884, p. 21. 

dux Parn. Stgr. Cat. Lep. 3, p. 5. 

- elunata Pap. Spengel. Aberr. Machaon, p. 9 *. 
eluta Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. I, p. 21. 
elwesi Pap. Leech. Trans Ent. Soc. Lond., p. 113 ' 
elwesi Parn. Leech. Entomol. XXVI Suppl., p. 104. 
epaphus Parn. Oberth. Et. d'Ent. IV, p. 23 *. 

_eurous Pap. Leech. Butt. China, p. 521 *. 

eversmanni Parn. Min. Siemaschko Russ. Faun., t. 4 *. 
— evittata Pap. Spengel. Aberr. Machaon, p. 16 *. 

excelsior Parn. Stich. Ins. Bors. XVI, p. 312. 

fasciata Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. I, p. 25 *. 

V felderi Parn. Brem. Bull. Acad. Imp. Petersb. III, p. 464 

• feisthameli Pap. Dup. God. Lep. France Suppl. I, p. 7 *. 
- fixseni Sericin. Stgr. Rom. Mem. Lep. VI, p. 136. 

V flavomaculata Parn. Aust. Parn. Pal., p. 123 

-. flavomaculata Parn. Deck. Ann. Soc. France 1898, p. 189. 

— flavomaculata Thais Schilde, Ent. Nachr. 1884, p. 333. 

\ geminus Parn. Stich. Ins. Bors. XVI, p. 301. 

gemmifer Parn. Frühst. Soc. Entomol. XIX, p. 25. 

germanae Parn. Aust. Ent. Zeit. Guben XX, p. 66. 
v-gigantea Parn. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 197. 
\/gloriosus Parn. Frühst. Iris XVI, p. 309. 
. govindra Pap. Moore. Ent. Mont. Mag. I, p. 101. 

graeseri Parn. Honr. Berl. Ent. Zt. 1885, p. 272 ' 

graphica Parn. Stich. Ins. Bors. XVI, p. 312. 

graslini Parn. Oberth. Et. d'Ent. XIV, p. 6 *. 

groumi Parn. Oberth. Et. d'Ent. XVI, p. 3 *. 

gylippos Parn. Frühst. Iris XVI, p. 45. 
\/ C- i '-> 

halteres Parn. Muschamp. Ent. Rec. XVI, p. 52. 

hardwicki Parn. Gray. Zool. Mise, p. 32. 

hardwickii Parn. (delius) Kane. European Buttern. 

hartmanni Parn. Stfss. Berl. Ent. Zt. 1887, p. 234 *. 

hartmanni Thais Stfss. Handb., p. 320 *. 
. hercules Pap. Blanch. Compt. rend. 1871, p. 809. 

I 



— helios Hyperran. Nick. Stett. Zt. 1846, p. 208 *. 
herrichii Parn. Oberth. Et. d'Ent. XIV, p. 7 *. 
hesebolus Parn. Nordm. Bull. Mose. 1851. p. 425. 
himalayensis Parn. Elw. Proc. Zool. Soc. 1886, p. 30. 
hippoerates Pap. Fldr. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884, p. 314. 

_ honnoratii Thais Boisd. Icon., p. 3 *. 
, honrathi Parn. Stgr. Berl. Ent. Zt. XXVI, p. 161 *. 

horatius Pap. Blanch. Compt. Rend. LXXII, p. 809. 
• hospiton Pap. Gen. Mem. Acc. Tor., p. 43 *. 

hospitonides Pap. Oberth. Et. d'Ent. XII, p. 21 * (Raupe). 

hunza Parn. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXII, p. 303. 

huwei Parn. Frühst. Stett. Zg. LXIV, p. 360. 

. illustris Parn. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXII, p. 304. 
. impediens Pap. Rothsch. Nov. Zool. II, p. 270. 

imperator Parn. Oberth. Bull. Soc. Franc. 1883, p. 77. 

imperatrix Parn. Alph. Rom. Mein. Lep. IX, p. 230 *. 

impunetata Parn. Aust. Natural. 1899, p. 154. 

infernalis Parn. Elw. Proc. Zool. Soc. Lond. 1886, p. 39. 

infumata Parn. Aust. Natural. 1891, p. 180. 

inornata Parn. Wheel. Butterfl., Switzerland, p. 56 

insignis Parn. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 94. 

intermedius Parn Min. Siemascko Russ. Faun., t. 4 *. 

interposita Parn. Herz. Ann. Mus. Pet. 1903, p. 62. 

intertexta Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. I, p. 26. 

inversa Parn. Aust. Natural. XXII, p. 42. 

jacquemontii Parn. Boisd. Spec. Gen. Lep. I, p. 400. 

- japonica Luehd. Leech. Entomol. XXII, p. 25 *. 

japonica Pap. Butl. Journ. Linn. Soc. Lond., Zool., IX, p. 50. 

kamtehatica Parn. Min. Sehrencks Reis. Amur. II, p. 13. 
kamtschadalus Pap. Alph. Rom. Mem. Lep. IX, p. 301. 
koreana Sericin. Fixs. Rom. Mem. Lep. III, p. 258. 
_ kry stallina Dor. Schilde. Entom. Nachr. 1884, p. 333. 

ladakensis Pap. Moore. Journ. As. Soc. Bengal 1886, p. 46. 
lama Pap. Oberth. Et. d'Ent. II, p. 15 *. 
latteri Pap. Aust. Pet. Nouv. Ent. II, p. 293. 
leechi Pap. Rothsch. Nov. Zool. IL p. 437. 
leonhardi Rahl. Soc. Entom. 1892, p. 205. 
liburnicus Parn. Reb.-Rog. Jahrb. Wien. III, p. 61 *. 
limicola Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. I, p. 25 *. 
looehooanus Pap. Rothsch. Nov. Zool. III, p. 421. 
loxias Parn. Piing. Iris XIV, p. 178 *. 

maackii Pap. Men. Bull. Ac. Petersb. XVII, p. 212. 
maccabaeus Pap. Stgr. Iris IV, p. 224. 
machaon Pap. L. Faun. Suec. Ed. II, p. 267. 
macilentus Pap. Janson. Cist. Ent. II, p. 158 *. 
majalis Pap. Seitz. Seitz, Gross-Schmett. I, p. 10. 

■ mandane Pap. Rothsch. Nov. Zool. II, p. 348. 
mandarinus Pap. Oberth. Et. d'Ent. IV, p. 115. 
mandschuriae Parn. Oberth. Et. d'Ent. XIV, p. 2 *. 
mardina Dor. Stich. (Stgr. i. I.). Seitz Gross-Schmett. I, p. 19. 
marginalis Pap. Robbe. Comptes Rend. Soc. Ent. Belg. 1891, p. 395. 
marginata Parn. Huwe. Ent. Zeit. Guben XVin, No. 33. 

■ mariesi Pap. Butl. Ann. Mag. Nat. Hist. (Ser. 5) VII, p. 33 *. 
maxima Hypernin. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV, p. 141. 
maximina Parn. Stgr. Iris IV, p. 158. 

medesicaste Thais ///. Mag. II, p. 181. 

melaina Parn. Honr. Berl. Ent. Zt. 1885, p. 273. 

melanochroa Parn. Reb. Verh. Zool. -bot. Ges. Wien 1906, p. 225. 

melanophia Parn. Honr. Berl. Ent. Zt. 1885, p. 274. 

melliculus Parn. Stich. Berl. Ent. Zt. 1906, p. 87. 

mencius Pap. Fldr. Wien. Ent. Mon. VI, p. 22. 

mercurius Parn. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXV, p. 445. 

merzbacheri Parn. Frühst. Soc. Entomol. Decbr. 1906. 

meta Thais Meigen Eur. Schm. I, p. 6 *. 

miegi Pap. Mieg. Natural. (2) XI, p. 74. 

mikado Pap. Leech. Proc. Zool. Soc. Lond. 1887, p. 406 *. 

minima Parn. Honr. Berl. Ent. Zt. 1885, p. 272 *. 

minor Parn. (discob.) Stgr. Stett. Zg. 1881, p. 275. 

minor Parn. (mnemosyne) Reb.-Rog. 3. Jahresb. Wien. Ent. 

V'er., p. 70. 
mnemosyne Parn. L. Syst. Nat. Ed. X, p. 465. 
mongolicus Parn. Stgr. Iris 1900, p. 332. 
montana Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. 1, p. 24. 36 '. 
-vtnontanus Pap. Alph. Rom. Mem. Lep. IX, p. 85. 
montela Serie. Gray. Proc. Zool. Soc. 1852, p. 71. 
musageta Parn. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXV, p. 446. 
mutilata Parn. Schultz. Berl. Ent. Zt. 1905, p. 278. 



:',s 



Urbescbreibungs-Nachweis der pal. Papilioniden. 



namangana Parti. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 196. 

nanchanica Farn. Aust. Natural. XXI, p. 285. 

nevadensis Parn. Oberth. Et. d'Ent. XIV', p. 5. 

nevilli Pap. Wood-Mas. Ann. Mag. Nat. II. (6) IX, p. 105. 

nexilis Farn. Schultz. Berl. Ent. Zt. L905, p. 275. 

nicconicolens Pap. Btlr. Ann. Mag. Nat. II. (V) VII. p. 139. 

niger Pap. Heyne-Rühl. Gross-Schm. p. 694. 

nigrescens Farn. Wheel. Butt. Switzerland, p. ~>7. 

nigricans Pap. Rothsch. Nov. Zool. II, p. 3 

nigricans Parn. (discob.) Stgr. Stett. Zg. 1881. p. 277. 

nigricans Farn, (apoll.) Caradja. Iris VI, p. L69 

nigrofasciata Pap. Rothke. Stett. Zg. LV, p. 303. 

nirius Farn. Moore. Lep. ind. V, p. 108 *. 

nivatus Farn. Frühst. Soc. ent. Decbr. 1906. 

nominulus Farn. Stgr. Iris VII, 241. 

nomion Farn. Fisch.-VC'ald. Ent. Russ. II. 242 *. 

nomius Farn. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXV, p. 445. 

nordmanni Farn. Men. Siemascko Huss. Faun., t. 4 *. 

novarae Farn. Oberth. Et. d'Ent. XIV, p. 7. 

nubilosus Farn. Christ Ilor. Ross. X, p. 19. 

oberthüri Parn. Aust. Natural. 1895. p. 247. 
obscurior Thais Verity. Rliop. pal., p. :il (Stgr. i. I I. 
occaecata Farn. Schultz. Beii. Ent. Zt. L905, p. 279. 
ochracea Farn. Aust. Natural. XIII, p. 180. 
ochracea Thais Stgr. Cat. Lep. Eur. Ed. I, p. 1. 
ochracea Thais Stgr. Cat. Lep. Eur. Ed. I, p. 1. 
ochraceomaculata Hypermn. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV, 

p. III. 
olympius Farn. Stgr. Iris 10, p. 344. 
Orientalis Pap. Roman. Rom. Mem, Lep. I, p. 41 *. 
Orleans Parn. Oberth. Descr. nouv. Lep. (Reimes) 1890. 
otos Parn. Frühst. Iris XVI, p. 46. 

pallida Pap. Tutt. Brit. Lep. I. 

pallidior Thais Verity. Rhop. pal., p. 31 * (Stgr. i. 1.). 
parcirubens Farn. Schultz. Beil. Ent. Zt. 1905, p. 278. 
paucipunctata Thais Neuburger. Soc. Entomol. XVII, p. 154. 
peeroza Pap. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1882, p. 258. 
persica Hypermn. Neuburger. 111. Zeitschi'. Ent. V, p. 330. 
philippsi Parn. Schultz. Beil. Ent. Zt. 1905, p. 276. 
phoebus Parn. Fabr. Ent. Syst. III', p. IM. 
plutonius Pap. Oberth. Et. d'Ent. II, p. 16 *. 
podalirinus Pap. Oberth. Et. d'Ent. XIII. p. 37*. 
podalirius Pap. L. Syst. Nat. Eil. X, p. 463. 
poeta Parn. Oberth. Et. d'Ent. XVI, p. 2 *. 
polyctor Pap. Boisd. Spec. Gen. Lep. I, p. 205. 
polydamas Prunn. Lep. Pedem. Suppl., p. 69. 
polyxena Thais Schiff.-Den. p. 162 *. 
princeps Farn, Honr. Beil. Ent. Zg. 1887, p. XIII. 
privignata Farn. Krulik. Soc. Entomol. XXI. p. 50. 
protenor Pap. Cram. Pap. Exot. I, p. 77 *. 
provincialis Farn. Kheil. Ent. Zeit. Guben XVIII, p. L42. 
przewalskii Parn. Alph. Rom. Mem. Lep. III, p. 403. 
pseudonomion Parn. Christ. Verb. Basel VI, p. 368. 
pumilus Farn. Stich. Beil. Ent. Zt. 1906, p. 88 *. 
\/pura Parn. Huwe. Beil Ent. Zt. 1905, p. 324. 
puziloi Luehd. Ersch. Hör. Ross. VIII, p. 315. 
pyrenaicusParn. Harc. Entomol. XXIX, p. 331. 

raddei Pap. Urem. Mem. Ac. Petr. VIII, p. 3 *. 
ravana Pap. Moore. Ilorsf. Lep. Mus. E. J. C. I, p. 96. 
restrictus Pap. Leech. Butt. China, p. 557 *. 
rhaeticus Farn. Frühst. Soc. Entomol. Decbr. 1906. 
rhetonor Pap. Westw. Arcan. I, p. 59 *. 
rhodius Farn. Honr. Beil. Ent. Zg. 1882, p. 178 *. 
romanovi Farn. Gr.-Grsh. Hör. Ross. XXII. p, 301. 
rubieundus Parn. Stich. Beil. Ent. Zg. 1906, p. 89. 
' rubidus Pam. Frühst. Soc. Entomol. Decbr. L906. 



rubra Dor. Stgr. Iris IV, p. 226. 

rubropieta Farn. Huwe. Beil. Ent. Zt. 1905, p. 323. 

rumina Thais /.. Syst. Nat X. Ed., p. 480. 

V 5 1 1 

saharae Pap] Oberth. Et. d'Ent. IV, p. 68. 

sarpedon Pap. /.. Syst. Nat Ed. X, p. 461. 

schultzi Pap. Bathke. Iris XIII, p. 332. 

sedakovii Parn. Men. Siemascko Russ. Faun.. I. 4 *. 

semicaeca Parn. Huwe. Ent. Zeit. Guben XVIII, No. 83. 

- semifasciatus Pap. Honr. Entom. Nachr. 1888, p. 161. 
/sibiricus Farn. Nordm. Bull. Mose. XXIV, p. 423 *. 

^ siciliae Parn. Oberth. Et. d'Ent. XIV, p. 4 *. 

sikkimensis Pap. Moore. Journ. As. Soc. Bengal 1884, p. 17. 

sikkimensis Parn. Flw. Proc. Zool. Soc. Lond. 1882, p. 399 *. 

simo Parn. Gray. Cat. Lep. Brit. .Mus., p. 76 *. 

simonius Farn. Stgr. Stett. Zg. 1889, p. 16. 

Simulator Parn. Stgr. Stett. Zg. 1889, p. 16. 

smyrnensis Pap. Eimer. Artbild. Schmett.. p. 46 *. 

sphyrus Pap. Hbn. Eur. Schmett., t. 155 *. • 

staudingeri Farn. Bang- Haas. Berl. Ent. Zg. 1882, p. 163 *. 

stenosemus Farn. Honr. Ent. Nachr. 1890, p. 127. 

stoliezkanus Farn. Fldr. Reise Nov. II 2 , p. 138 *. 

stubbendorfii Farn. Men. Acad. Petersb. Ser. VI T. VIII pars 2. 
Sc. nat. Vol. VI, p. 57 *. 

styx Farn. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 195. 
. suffusa Pap. Spengel. Aberr. machaon (Zool. Jahrb. 1899», p. 45. 

superba Farn. Gr.-Grsh. Mem. Lep. IV, p. 180. 

superbus Farn. Ruht. Pal. Gross-Schmett. 1, p. 97. 

supremus Parn. Frühst. Stett. Zg. XVIII, p. 50. 
. syfanius Pap. Oberth. Et. d'Ent. XI, p. 13 *. 

szechenyi Parn. Friv. , ,Term. Füz. X, p. 39 *, 

tamerlanus Pap. Oberth. Et. d'Ent. II, p. 13 *. 

tartarus Farn. Aust. Natural. XVII, p. 39. 

tatsienluica Farn. Verity. Rhop. pal., p. 63. 

telamon Sericin. Don. Ins. China, t. 27 *. 

telemachus Sericin. Stgr. Rom. Mein. Lep. VI, p. 133. 

telmona Sericin. Gray. Proc. Zool. Soc. Lond. 1852, p. 72. 

tenedius Parn. Eversm. Bull. Mose. 1851, p. 621. 

tenuivittata Pap. Spengel. Aberr. machaon, p. 28 *. 

thaidina Armand. Blanch. Compt. rend. Acad. Sc. Paris 1871, 

p. 809. 
thibetanus Pap. Oberth. Et. d'Ent. XIII, p. 14. 
tibetanus Parn. Rühl-Heyne. Pal. Gross-Schm. I, p. 99. 
transiens Parn. Aust. Parn. Pal., p. 81 *. 
trimaculata Parn. Schaposchnikow. Ann. Mus. Pet. IX, p. 191. 
tristis Thais Verity. Rhop. Pal., p. 35 *. 
tsaidamensis Parn. Aust. Natural. 1898, p. 106. 

umbrosa Parn. Stich. Seitz Gross-Schmett. I, p. 21. 
undecimlineatus Pap. Eimer. Artbild. Schmett., p. 41 *. 
uralensis Farn. Men. Schrencks Reis. Amur. II, p. 13. 
urumtsiensis Farn. Verity. Rhop. pal., p. 60 *. 

vvalesiacus Pam. Frühst. Soc. ent. Decbr. 1906. 
variabilis Parn. Stich. Berl. Ent. Zt. 1906, p. 90. 
venusi Parn. Schau/. Nunquam otiosus II, p. 417. 
venustus Parn. Stich. Berl. Ent. Zt. 1906, p. 91. 

V vinningensis Parn. Stich. Ins. Bors. XVI, p. 303. 

.' virgatus Pap. Butl. Proc. Zool. Soc. Lond. 1865, p. 430 *. 
virgo Parn. Schau/. Nunquam otiosus II, p. 417. 

• watzkai Pap. Garbowsky. Soc. Entom. 1892, p. 154. 
wiskotti Parn. Oberth. Et. d'Ent. XIV, p. 16. 

xuthulus Pap. Brem. Bull. Ac. Petr. III, p. 463. 

— xuthus Pap. L. Syst. Nat. Ed. XII, p. 751. 

_ zanclaeus Pap. Zell. Isis 1847, p. 213. 



PIERIDAE. Von ,]. Röbbr. 39 

2. Familie: Pieridae, Weisslinge. 

Die Pieriden sind zum größeren Teile mittelgroße, in einigen paläarktischen sowie exotischen Arten 
aber grosse Schmetterlinge. Der Grundcharakter der Zeichnung besteht in weisser Färbung mit. dunkeln, 
schwärzlichen Streifen und Flecken, doch gibt es namentlich unter den Exoten auch eine grosse Anzahl Arten, 
die an Fliigelgrösse und Farbenpracht mit den schönsten Formen aus anderen Schmetterlings-Familien wett- 
eifern. Bei diesen bunten Arten ist. der Kontrast zwischen Ober- und Unterseite sehr auffallend. Während 
unsere paläarktischen Arten dem Familien-Zeichnungscharakter (weiss-schwarz) im allgemeinen entsprechen, 
gibt es unter den Exoten viele Arten mit gelber, blauer, roter oder schwarzer Grundfärbung der Oberseite, 
andererseits solche mit weisser Ober-, aber bunter Unterseite. So verleugnen die südamerikanischen Pereute- 
Arten mit schwarzer Grundfärbung und roter Vflglbinde ober- und unterseits ihre Zugehörigkeit zu den 
Weisslingen vollständig, und Archonias critias und Verwandte ähneln den Arten der aeweas-Gruppe der süd- 
amerikanischen Papilios. Der Geschlechtsdimorphismus ist auch bei vielen paläarktischen Arten gut ent- 
wickelt, weniger der Saisondimorphismus. 

Fhlr von verschiedener Länge, z. B. bei Leptidia ziemlich kurz, bei der südamerikanischen Gattung 
Leptophobia dagegen sehr lang; die Kolbe deutlich abgesetzt oder allmählich verdickt. Vrdbeine normal aus- 
gebildet, daher gebrauchsfähig, mit zweispaltigen Klauen. Sauger gut ausgebildet. Die Schmetterlinge 
saugen an Blumen und feuchten Stellen des Erdbodens. Taster gut entwickelt, doch von verschiedener 
Ausbildung. Sekundäre männliche Geschlechtscharaktere (Duftorgane) kommen bei den Arten mehrerer Gat- 
tungen vor, so z. B. bei Colias als Schuppennäpfe auf den Htln, bei Catopsilia als breite Flächen dicken 
Schuppenbelags, bei Appias (Tachyris) als Pinsel an der Unterseite des Hlbes. Die gewöhnlichen paläarktischen 
Pims-Arten (brassicae und Verwandte) besitzen »Federbuschschuppen« (ArniviLLius), die über den grössten 
Teil der Flügel verbreitet sind und anscheinend die Ursache des Zurückdrangens der dunklen Zeichnungs- 
teile bei den a*ö* bilden. 

Die Pieriden sind — wie die meisten Khopalocera - sonneliebende Tiere. Sie dringen in Gemein- 
schaft weniger Satyriden weiter als die übrigen Tagschmetterlinge in die arktischen, antarktischen und 
alpinen Regionen vor, ohne an Feurigkeit der Färbung gegenüber Gattungsgenossen aus wärmeren Gebieten 
einzulassen. Die hohen Gebirge Südamerikas und die südöstliche Grenze des paläarktischen Gebiets besitzen 
sogar je zwei ihnen völlig eigentümliche Gattungen, nämlich Kymphula mit etwa sechs Arten und Andina 
mit einer CoKas-ähnlichen Art in Südamerika, sowie Mesapia und Baltia in Asien. 

Die Weissünge sind in der Regel mittelmässige Flieger, können aber auch ungewöhnlich schnell 
(Appias) oder so langsam fliegen, dass sie mit der Hand im Fluge ergriffen werden können (Leucidia). Die 
Pieriden treten in einer oder mehreren Generationen auf. Bekannt ist, dass gewisse Arten, z. B. P. brassicae 
und Catopsilien, zeitweise in ungeheuren Schwärmen Wanderungen unternehmen, die als Hochzeitszüge ge- 
deutet werden. 

Die Eier sind länglich, werden in stehender Lage einzeln oder truppweise an der Unterseite der 
Nahrungsblätter abgesetzt und zeigen verschiedene Färbung. 

Die Raupen sind von walzenförmiger Gestalt, meist grüner oder grünlicher Grundfärbung mit lichten 
Längsstreifen und kurzen Härchen; solche mit dornenförmigerj oder ähnlichen Hautanhängen sind im 
paläarktischen Gebiete noch nicht beobachtet worden. Die den Papilioniden-Raupen eigentümliche Nacken- 
gabel, welche diesen Tieren durch Verbreitung eines widrigen Dufts Schutz vor feindlichen Nachstellungen 
gewähren soll, besitzen die Pieriden-Raupen nicht, doch sind sie für Vögel nicht nur ungeniessbar, sondern 
es ist auch beobachtet wenden, dass die Vögel nach dem Genüsse von Weisslingsraupen verendet sind. Sie 
leben auf verschiedenen strauch- und krautartigen, sowie niederen Pflanzen, wie Papilionaceen , Mimoseen, 
Cruciferen und Capparideen, und einige Arten werden durch massenhaftes Auftreten den Kulturgewächsen 
schädlich, und zwar nicht nur, wie bekannt, in Europa, sondern auch in den Tropen. 

Die Puppe ist an Pflanzen usw. in aufrechter oder hängender Stellung mit dem Hlbe angesponnen 
und wird in dieser Stellung durch einen Gürtel gehalten. Einige, wie die stiefeiförmige Puppe von Euchloe 
cardamines, besitzen eine auffällige Gestalt. Die Pp der südeuropäischen und kleinasiatischen Zegris eupheme 
ruht in einem ziemlich dicken Gespinste, besitzt aber noch einen Rest des Gürtelfadens. Dieser an die 
»Bombyciden« erinnernde Charakter ist viel ausgeprägter bei der mexikanischen Eucheira socialis. Die Rpn 
dieser Art leben gesellig und ziehen nachts — ganz wie unsere Thaumatopoea-Artea -- in Prozession auf 
Nahrung aus. Das gemeinsame Puppengespinst hängt beuteiförmig von einem Aste herunter; in ihm sind 
die Puppen mit dem Kopfe nach unten befestigt (J. Aleman). 

Die Weisslinge überwintern zum Teile als Pp, zum Teile als Rp oder auch — wie z. B. Gonepteryx 
rhamni — als Schmetterling. 

Im paläarktischen Gebiete dominieren die Weisslinge durch grosse Individuenzahl, in den Tropen 
werden sie mehr zurückgedrängt. Einige Weisslinge bewohnen ein sehr ausgedehntes Gebiet, so komm! 
z. B. P. rapae im ganzen paläarktischen und im nordamerikanischen Gebiete, P. mesentina im südlichen 
paläarktischen, indischen und afrikanischen Gebiete vor. 



Ki APORIA. Von J. Röber. 

Obwohl eine Giftübertragung durch die Futterpflanze nicht vorzuliegen scheint, werden die Schmetter- 
linge von den Vögeln ganz wenig verfolgt, scheinen demnach ungeniessbar zu sein. Einige Arten der Gat- 
tung Dismorphia sind in beiden Geschlechtern, von einigen anderen Gattungen die »V sogen. Nachahmer. 

Im folgenden werden die paläarktischen Pieridai in SA Cattuugen eingeteilt. 

Es sind mehine fossile l'ieriden gefunden worden, ilie in der dö>se von den rezenten Arten nicht 
abweichen. 

1. Gattung: Aporia M'»-. Baumweisslinge. 

Ziemlich grosse Schmetterlinge mit steifen, spröden Flügeln, die im Fluge ein (leidliches Rauschen 
vernehmen lassen. Während wegen des ganzen Habitus sowie der von t\<-n Pieriden abweichenden Schuppen- 
tonn manche Autoren eine Verwandtschaft mit Parnassius erblicken (Dixf.yI. wollen andere in ihnen eine 
Annäherung an die Danaiden finden. Unter den l'ieriden selbst stellt sie die Beschaffenheil des Geäders 
in die Nähe von Pieris und Delias; von letzterer Gattung sind sie leicht durch die Zahl der Subcostaläste 

(bei Aporia i. bei Delias -U zu unterscheiden, von Pieris unterscheiden sie siel ch leichter durch ihre 

Schuppenarmut, wodurch dir Flügel in grösserem oder geringerem Grade durchsichtig werden, während die 
Pt'em-Arten dicht beschuppt sind. 

Ihr Rpn Leben in der Jugend gesellig an Prunaceen, Rubiaceen, Berberideen etc. und überwintern 
klein. Die Pp liegt etwa :'> •") Wochen. Die Schmetterbnge fliegen im Vorsommer (Mai, Juni) langsam. 
zuweilen aber auch eleganl segelnd auf Wiesen und Feldern und besaugen mit Vorliehe Seabiosen und 
Disteln. Dir Gattung isl fast ausschliesslich paläarktisch ; nur Im Norden des indischen Gebiets kommen 
zwei Arten vor, deren Übertreten in das paläarktische Gebiel noch nicht hat festgestellt werden können. 

crataegi. A. crataegi /.. (17a). Weiss mit feinen, schwarzen Adern, das V mit einer grossen, schuppen- 

armen Stelle im Discus der Vflgl; Unterseite der oberen ähnlich. Ganz Europa und Nord-Asien bis weil 
nach Norden, sowie Nordafrika, südlich bis zum Abhänge der Aures-Berge; fehlt In Ägypten. - Bei ab. 
alepica. alepica Cosmovici (17a) sind sämtliche Flügel glashell. - Dir form augusta Tur, (19a^ zeigt die Querader 
augusta. der Vflgl deutlicher schwarz und die Adern haben am Aussenrande stärkere schwarze Bestäubung; unter- 
hyalina. seits sind alle Rippen breiler schwarz gesäumt; von Sicilien. Inalina i*nhsp. nov.) vom Taurus isihll. 

Klein-Asien) isl beim ' reinweiss, mit feinen dunklen Rippen und kaum bemerkbarer Verdunkelung an den 
Rippenenden, die 2? sind nicht ganz so durchsichtig wir die von alepica und haben schwache, jedoch breitere 
dunkle Umsäumung der äusseren Rippenenden, auch stärker schwarz beschattete Querrippen ihr Vflgl. 
peUucida. Auch pellticida (subsp. nov.) aus Aidere isl in beiden Geschlechtern schwach beschuppt, doch läuft die 
am Aussenrande beginnende dunkle Besäumung der Rippen weiter nach innen und sind unterseits die 
Hflgl und der apicale Teil der Vflgl gelblich angehaucht, sowie dir Rippen ihr Vflgl ziemlich breit dunkel 
suffusa. gesäumt. Ti n führt noch folgende Aberrationen auf: suffusa, das sind dunkel übergossene Stücke; 

marginata. marginata, Stücke, die am Aussenrde der lltltrl ein deutliches schwarzes Band haben i erinnernd etwas an 
lunulata. Colias edusa I; lunulata hat breit schwarz gesäumte Discocellularen der Hflgl, wodurch ein deutliches schwarzes 
melana. Mondzeichen entstanden i-l : melana hat entlang und zwischen dm Kippen auf der Unterseite der Hflgl' 
a. dunkle Streifen: flava, völlig gelbe Stärke. — Rp kurz weissüch behaart, aschgrau, auf dem Rücken schwarz 
mit zwei orangegelben oder braunroten breiten Längsstreifen und einer rotgelben Längslinie über den Füssi n; 
Kopf. Brustfüsse und Nachschieber sind schwarz. Sie Lebt an Prunus. Pyrus und Crataegus und ist im 
Mai erwachsen. Pp weisslich mit schwarzen, zu Sternchen vereinigten Punkten. Ei kegelförmig, gelblich. 
Ein noch gegenwärtig stellenweise sehr häufiger Kaller. wenn auch seine Häufigkeit und Ver- 
breitung durch systematische Vertilgung der Winternester, sowie durch den Krieg gegen die Schlehenhecken 
-rln abgenommen hat. Aus früherer Zeit werden Schwärme und Züge dieser Kaller gemeldet, und das 
Wunder des Blutregens wiid auf die dunkelroten Exkretionen der Schmetterlinge zurückgeführt, die in 
Mrnge auf kleinem Räume die Puppen verlassen haben. Am häufigsten scheint die Art in .Mitteleuropa zu 
sein; in Ostasien traf Dr. Seitz die Tiere mehr vereinzelt und ebenso in Algerien, wo er sie bei Lambeze 
im Juni tili";. Im südlichen Japan isl .1. crataegi seltener als im Norden dieses Landes, ebenso am Amur, wo 
sie mit ./. /ii]i/>i<i zusammenfliegt. 

hippia. A. hippia Brem. i crataegioides Luc.) (17b). Hflgl unten trüb ockergelb, sonst dem vorigen 

ähnlich, nur die Längsrippen sämtlicher Flügel sowie die Querrippe der Vflgl breit schwarz gesäumt und 

am Vorderrande der Hflgl unterseits ein gelber Basalstreifen. Südost-Sibirien, Mongolei, Nord-China. — 

thibetana. thibetana Gr.-Grsh. i — tianschanica Rühl) (17b) ist eine kleine Form aus China und der Mandschurei mit stärker 

kreitneri. und dunkler gelber Hflgl-Unterseite. — kreitneri Friv. (17c) vom Kuku-Nor isl oben reiner weiss, mit sehr 

sulphurea. breit schwarz beschatteter Querader; von Amdo. ab. sulphurea Oberth. (17b) ist eine (zufällige) Aberration 

transiens. mit hellschwefelgelber Oberseite.— transiens Alph. von Kham stehl der folgenden bieti nahe: sie ist dunkler 

als thibetana. Ob sie zu hippia oder bieti gehört, vermögen wir mangels Materials nicht festzustellen. — 

potanini. potanini Alph. (17c) aus West-China, dir uns gleichfalls nicht vorliegt, besitzt eigentümlich rötlichgraue 

Färbung der Oberseite; die Rippen sind nicht auffäUig dunkel beschuppt und die Mittelzellen lichter als 

der übrige Teil der Flügel gefärbt. 



METAPORIA. Von J. Röbbr. 41 

Die Rp der hippia zog Gräser im Amurlande auf und sandte Winternester nach Deutschland, wo 
sich die Rpn entwickelten. Sie leben an Berberis amurensis und sinensis und erinnern (nach Butler) an 
Arctiiden-R^n. Sie sind kurz pelzig behaart, fleischfarbig, mit schönen schwarzen Flecken über dem Rücken 
und an den Seiten: Kopf und 1. Ring sowie Nachschieber schwarz, Behaarung am 3., 4. und 12. Ringe 
rostrot, am Kopfe und i. Ringe grau, im übrigen ziegelrot. — Pp sehr ähnlich der von crataegi, manche 
Exemplare von crataegi-Fpn nicht zu unterscheiden; Grundfärbung rahmfarbig, die schwarzen Pünktchen und 
Fleckchen häufig zu Streifen vereinigt. Die Schmetterlinge fliegen im Juni und sind häutig. 

A. bieti Oberth. (17c) muss wegen der viel schmäleren Mittelzellen aller Flügel als eigene, Art gelten, bieti. 
Sie zeigt beim d* besonders in der Vtlglspitze, beim ? auf der ganzen Flügelfläche, hauptsächlich am Rande 
und um die Adern, stark schwarze Bestäubung, doch gibt es auch ganz durchsichtige ?? mit dunkler Flügel- 
membran. Das o' ist auf der Unterseite der Hflgl lebhaft gelb (mit schmal gesäumten dunklen Rippen), 
das ? weniger gelb. Mit hippia zusammen in Central- und West -China (Ta-tsien-lu), nicht selten. 
Exemplare, die eine noch reichere, besonders auf der Unterseite über den ganzen Hfigl ausgegossene 
schwarze Bestäubung zeigen, nennt Oberthür ab. fumosa (17 d). — martineti Oberth. (17 d) ist wahrschein- fumosa. 
lieh auch nur eine Form der bieti oder der hippia; die Form ihrer Hflgl ähnelt mehr den Hflgl unserer martineti. 
crataegi; in der Färbung entspricht sie mehr der hippia, die Adern sind tiefschwarz, aber fein liniiert, be- 
sonders die Yflgl im apicalen Teile. A. bieti verbreitet sich bis nach Yünnan (Süd-China), betritt also hier 
das indische Gebiet. Schwärzliche und gelbe Formen kommen bald häufiger, bald seltener unter der 
Stammart vor. 

A. davidis Oberth. (17d). Während die Unterseite der der vorigen ziemlich ähnlich ist. nähert sich davidis. 
die Oberseite bereits dem l'ieris- Typus, indem beim ö 1 eine breite schwarze, weiss gefleckte Binde sich 
längs des Aussenrands hinzieht, die sich aber auf den Hflgl nicht fortsetzt. Beim ? kann dieses Band sich 
sehr verbreitern, ja den Yllgl vollständig einnehmen und nur hinter der Mittelzelle und vor dein Aussen- 
rande je eine Reihe weisse:- Flecke oder Wische übrig lassen. Von Amdo über West- und Central - China 
verbreitet. 

Ob A. venata Leeck (= davidina Oberth.) (17e) als Frühlingsform zu davidis gehört, vermögen wir venata 
n/cht zu entscheiden. Da aber sämtliche bekannten Aporia-Arten nur eine Generation haben, bezweifeln 
wir es. A. venata ist kleiner, enger geädert, die Vflgl-Mittelzelle schmäler und die Hflgl -Mittelzelle nicht 
unbeträchtlich kürzer. Beim cf sind die Htlgl bis auf die nur leicht durchschimmernde Aderzeichnung der 
Unterseite rein weiss; beim ? sendet das weiss gefleckte Marginalband der Vtlgl schwarze Wische bis an 
die Querader, dabei ist die schwarze Färbung nie so stark ausgeprägl wie bei davidis. Unterseite lebhaft 
zitrongelb. Südwest-! Ihina. 

2. Gattung: Metaporia Butt. 

Grosse t«\e\- mittelgrosse Schmetterlinge mit starren Flügeln und Delias- artigem, schwebendem 
Fluge. Die generischen Abweichungen von Aporia sind gering und bestehen in der Hauptsache in der 
Form der Fühler, die keine deutliche Kolbe besitzen, sondern sich nur allmählich verdicken, und in der 
Abzweigung des 4. Subcostalasts, die in geringerer Entfernung vom Zellschlusse stattfindet; Palpen nach vorn 
vorgestreckt. Die Schmetterlinge haben viel mehr Zeichnung als die Aporia -Arten , charakteristisch sind 
die bei den meisten Arten, namentlich auf den Htlgln, vorhandenen pfeilförmigen Flecke. Wie die vorigen 
vorwiegend paläarktisch , doch auch in den angrenzenden Teilen Indiens durch mehrere Arten vertreten. 

M. proeris Leech (= halisca Oberth.) (17e). Bis jetzt ist sicher nur der cf bekannt, der oben und proeris. 
unten zitrongelb gefärbt ist, welche Färbung sich bei abgeflogenen Exemplaren verloren hat (Leech). Auf 
allen Flügeln schiebt sich zwischen die Adern eine submarginale Reihe von Pfeilflecken ein, die auf den 
Vflgln oberseits deutlicher und zuweilen zu einer Kappenlinie verbunden erscheinen, auf der Unterseite der 
Hflgl aber deutlicher sind. Ta-tsien-lu, Ni-tu, im Gebirge in beträchtlicher Höhe, im Juli ; scheint selten zu sein. 

M. lhamo Oberth. (17 e). Von dieser Form aus Ost-Tibet sind nur ?? bekannt, die stark an melano- lhamo. 
tische Exemplare von proeris erinnern. Ob aber lhamo die normalen $? der vorigen sind und überhaupt 
nicht in lichterer Färbung vorkommen, oder ob sie nur, wie unsere Vieris bryoniae, die \ proeris ?? in höheren 
Lagen vertreten, kann erst entschieden werden, wenn reichlicheres Material vorliegen wird. 

M. soraeta Moore (18 a). An die Querader der Vflgl ist ein breiter schwarzer, halbmondförmiger soraeta. 
Fleck angelagert. Unterseite gelblichweiss mit den Zeichnungen der Oberseite und kurzen Pfeilstrichen am 
Aussenrande der Hflgl. Die Art ist in Nordwest-Indien weit verbreitet und betritt das paläarktische Gebiet 
in Kaschmir. Der Schmetterling fliegt im Mai; er ist ein ausgesprochener Waldbewohner und meidet freie, 
grasige Plätze. Die Rp lebt, nach Moore auf Berberis lycium; sie ist auf dem Rücken grau, hat über den 
Füssen einen schwärzlichen, unterbrochenen Streifen, darauf folgen dorsalwärts ein weisser, ein grauer 
und ein hellgrauer Streifen; der Kopf ist dunkelgrau, der Körper mit einzelnen Härchen besetzt. Die Pp 
ist schlank, gewöhnlich geformt und gefärbt. 



)_' METAPOMA. Von J. Rüber. 

leechü. M. leechii Moon (19a). Kleiner als soracta. Die Queraderbinde der Vflgl breiter als bei soracla, 

desgleichen das Submarginalband, das zusammenhängend bis zum 1. Medianaste reicht, wodurch eine voll- 
ständige Reihe weisser Randflecke entstanden ist. Auf der Unterseite der Vflgl sind die Rippen viel breiter 
schwarz gesäumt als bei soracta, die Zeichnung sonst wie oberseits, der Apex ist hellgelb gefärbt. Unterseite 
der Htlgl gleichmässig hellgelb, alle Rippen breit schwarz gesäumt, die Pfeilflecke breiter und besser ent- 
wickell als I» i soracta. Diese Art erreicht das paläarktische Gebiet in Ladak und kommt übrigens im Norden 
des indischen (n-biets vor (Moore). 

leucodice. M. leucodice Ev. (= altensis Heyne-Rühl, belucha Marsh., sorex Gr.-Snu) (19a). Bedeutend kleiner als 

acta, weiss mit schwarzer Submarginalfleckenbinde, die an den Hippen mit den schwarzen Randkeilflecken 

zusammenfliesst. Die Unterseite gelblich angehaucht, am Aussenrande der Htlgl eine Reihe dunkler Keil- 

tlecke. Im Tarbagatai-, Thian Schau-, Fergan- und Sarawschan-Gebiete, in Beludschistan, nach Kihhy auch 
illumina. in Kalifornien (unwahrscheinlich). Die Form illumina Gr.-Grsh. (19a) aus Persien (Schahkuh etc.) zeigt 

breitere dunkle Umrandung der Rippen ober- und unterseits, sowie lichtgelbe Färbung der Unterseite der Htlgl 

und der Vflglspitze. 

nabellica. M. nabellica Boisd. (19b). c? oberseits dunkel graubraun mit einer submarginalen Reihe grosser 

weisser Fleck'' auf deriVflgln, Aussenrand der Hflgl mit Ausnahme des dunklen Saums gelblichweiss, in welch 
letzteren die dunklen Pfeilflecke hineinragen. Unterseite der Vtlgl dunkel. Mittelzelle lichter, eine marginale 
Reihe fast viereckiger länglicher Flecke, die im Apicalteile gelb, im hinteren Flügelteile weiss sind und einer 
gleichgefärbten discalen Fleckenreihe; Htlgl unten gelb, Rippen breit schwarzbraun gesäumt, Pfeilflecke 
. scharf ausgeprägt. Das ? oberseits viel lichter: mit einer discalen Reihe lichter Flecke, Htlgl oben gelblich, 
an der Basis dunkler, mit breiten schwarzbraunen Pfeilflecken. Heimat: Tibet und nordwestliches Indien. 

phiyxe. M. phryxe B. (19a). Das cf ist oberseits weiss (schwach gelblich), die äusseren Rippen sind breit, 

in der Mitte pfriemenfÖrmig schwarz gerandet, am Ende der Mittelzelle der Vflgl ist ein grosser schwarzer 
Fleck; die Unterseite ist gelblicher, die Besäumung der Rippen dunkelgrau; an der Wurzel der Htlgl ein 
gelber Fleck. Das ? ist genau wie der o 1 gezeichnet, nur ist die dunkle Zeichnung etwas fahler. Flugzeit: 
Mai und Juni. Diese in Kaschmir und Nordindien vorkommende Art steht in Kirby's Katalog der Tag- 
schmetterlinge bei agathon Gray, ist aber sicher von letzterer artlich verschieden. 

caphusa. M. caphusa Moore ist wahrscheinlich eine Lokalform der vorstehend beschriebenen phryxe. Sie ist 

etwas kleiner als letztere und bedeutend dunkler gezeichnet, wodurch die bei phryxe vorhandenen weissen 
Streifen am äusseren Teile der Flügel in zwei Reihen weisser Flecke zerlegt werden. Unterseite wie die 
( Iberseite. 

Die Rp ist ähnlich der der si>r<n-l<i , sie tritt aber in zwei Formen, einer rötlichbraunen und einer 
grünen, auf und lebt auf Berberis nepalensis. Die Art fliegt im Juni in Tibet (Kunawur) und dem angren- 
zenden Teile des westlichen Hinialaxa. 

largeteaui. M. largeteaui Oberth. (18b). Alle Adern breit schwarzbraun, gegen den Aussenrand beträchtlich 

erweitert. Durch alle Flügel zieht, unten stets deutlich, oben zuweilen verloschen, ein schwarzbraunes 
Schattenband dem Aussenrande parallel. Hei manchen 2? kann auf der Unterseite die dunkle Färbung so 
vermehrt sein, dass von der lichten Grundfärbung nur noch Flecke übrig bleiben. Einer der gemeinsten 
Falter am oberen Yangtsekiang, von I-tschang bis nach Tibet hinein. 

delavayi. M. delavayi Oberth. (18a). Diese Art. von der Leech meint, dass sie einer riesigen soracta gleiche, hat 

weisse Vflgl mit dunkler Querader und schwärzlichem Apex. Die zart blauweisse Färbung der Htlgl erhält 
durch das Durchschimmern der gelben Unterseite eine licht nilgrüne Tingierung. Durch den Discus der 
Hflgl zieht beiderseits eine zarte braune Kappenbinde, die aber bei manchen Exemplaren oberseits fehlt und 
nur schwach von der Unterseite durchscheint. In West-China, gemein. 

oberthuri. M. oberthuri Liirli (18c). Einer der grössten Weisslinge. Dem vorigen ähnlich, aber zwischen 

den Adern der Htlgl erscheinen schwarze Pfeilflecke, doch kommen auch dunklere Stücke vor, bei denen 

saturata. die Pfeilflecke auf der Oberseite der Vtlgl fast geschwunden sind: ab. saturata (form. nov.). (Dieser Arl am 
nächsten steht die südchinesische Art hastata Oberth. aus Yünnan, die in dem Teile des Werks über die 
indischen Schmetterlinge mit behandelt werden wird). In Zentral- und West-China nicht selten. 

totis. M. lotis Leech (18d). Nicht viel grösser als crataegi. Die Basalteile aller Flügel bläulichweiss , die 

Aussenhälfte schwarzbraun. Die Vtlgl zeigen eine weisse Subapicalbinde und einen ovalen Fleck zwischen 
den beiden ersten Medianästen in der Nähe des .Mittelzellenschlusses. Die Htlgl mit weissen paarigen Rand- 
flecken. In West-China. 

acraea. M. acraea Oberth. (18d). Ahnlich der vorigen Art, aber lichter und die dunklen Zeichnungen viel 

blässer, mit gelblichw eissei' Grundfärbung, einer vollständigen weissen Mittelbinde auf der Oberseite der Vtlgl 
und lichten Randflecken auf allen Flügeln. Diese Form, vielleicht Lokalform der lotis, lebt zweifellos in 
West-China, doch sind genaue Fundorte noch nicht bekannt geworden. 



MESAPIA, DAVIDINA; 1 »ELIAS. Von J. Ruber. 43 

M. larraldei Oberth. (18d). Sehr ähnlich der lotis, aber statt der weissen Randflecke weisse Sub- larraldei. 
marginalflecke , auch unterseits sehr verschieden durch die grössere Ausbreitung der schwarzen Färbung, 
wodurch die Pfeilflecke undeutlich erscheinen. Sehr dunkle Stücke, bei denen die schwarzbraune Färbung 
überwiegt, bezeichnet Oberthür als var. melania und glaubt, dass diese Form an gewisse Lokalitäten bei melania. 
Ta-tsien-lu beschränkt sei, sie kommt jedoch auch in Pa-tse-fang vor. Eine andere Form dieser Art — 
ab. nutans Oberth. — kommt ausserhalb des paläarktischen Gebiets (in Yünnan) vor. 

M. paracraea AVer'/-, aus West-China (Tse-ku) ist offenbar eine Lokalform der larraldei. Die weisse paracraea. 
Zeichnung auf der Oberseite der Htlgl ist auf dem Innenrandsteile noch mehr reduziert als bei melania, 
doch hat die Oberseite der Vtlgl eine vollständige Reihe weisser Subinarginaltleckchen, auch befindet sich 
zwischen dem 2. und 3. Medianaste ein weisser, keilförmiger Discaltleck. Auf der Unterseite sind die gelben 
Zeichnungen gesättigter gefärbt und die dunklen Pfeüflecke gehen fast bis an den Aussenrand, sind auch 
auf den Vtlgl sämtlich gut entwickelt. Der Schmetterling zeigt in seiner gesamten Zeichnung grosse Ähnlich- 
keit mit oberthuri, doch ist die Färbung der lichten Teile der Unterseite sehr verschieden und mehr mit 
larraldei übereinstimmend. 

M. goutelli Oberth. (18 e). Alle Adern, sowie die in den Randzellen stehenden submarginalen Pfeil- goutelli. 
flecke schwarz, letztere sehr gut entwickelt: beim ¥ sind die ganzen Vflgl schwärzlich übergössen. In West- 
China; nach Lkf.cii ist das o 71 sehr häufig, das ? dagegen sehr selten. 

3. Gattung: Mesapia Gray. 

In der Rippenbildung ist segen die vorgenannten Gattungen kein Unterschied, dagegen besitzen die 
Schmetterlinge eine eigentümliche runde Flügelgestalt und starke, buschige Behaarung der Pallien und des 
Thorax. Die Tiere sind gleich den Baltia -Arten Bewohner des Hochgebirgs (15000 bis 18000'). Nur eine Art. 

M. peloria Hew. (18a cf, 19b?). Der c? oberseits weiss mit gelblichem Anfluge, am Aussen- peloria. 
rande fast vollkommen durchsichtig, die Unterseite der Hflgl im inneren Teile rostgelb mit breiten schwarzen 
Rippen. Beim ? sind die Oberseite der Vflgl und die Unterseite gelb mit breiten schwarzen Hippen, die 
Oberseite der Hflgl ist gelblichweiss mit schwarzen Keiltlecken am Rande. Kommf in Nordost-Tibet (Kuku 
Nor) vor und scheint selten zu sein. 

4. Gattung: l>a> iclina Oberth. 

Nach der Abbildung Leech's besitzt der Schmetterling eine fünfästige, nach Oberthür's Abbildung 
sogar eine sechsästige Subcostalis, letztere Abbildung ist jedoch offenbar unrichtig. Da uns kein Exemplar 
dieser sehr seltenen Art zur Verfügung stellt, so können wir selbstverständlich nichts Zutreffendes anheben. 
Nach Leecii*s Abbildung sind sämtliche 3 Disco ceüularen wohl ausgebildet, nach Oberthür's Abbildung fehlt 
die obere Discocellularis ; es scheint demnach, als hätten beide Autoren Stücke verschiedener Arten vor 
sich gehabt, und in Anbetracht des erheblich verschiedenen Aussehens der von den genannten Autoren 
abgebildeten Schmetterlinge scheint es fraglich, ob Leech's D. armandi zu der von Oberthür beschriebenen 
Art gehört. Beide Abbildungen zeigen eine auffallende gegabelte Falte in allen Mittelzellen. 

D. armandi Oberth. (19b) ist ein mittelgrosser, weisser, schwach gelblich angehauchter Schmetterling armandi. 
mit dunklen Rippen und kurzen, vom Flügelrande ausgehenden dunklen Zwischenrippenstreifen, die Unter- 
seite der Hflgl ist im basalen Teile etwas stärker gelblich. Oberthür's Typus isl auf dem höchsten Gipfel 
des Pe-hoa-tschan in Nordwest-China gefunden worden. 

Aus den vorstehend angegebenen Gründen sind wir genötigt, den von Leech abgebildeten Schmetterling 
für eine besondere Art zu halten, die wir alticola (19b cf) benennen. Ob für sie nicht auch eine besondere alticola. 
Gattung zu errichten sein wird, vermögen wir mangels Materials nicht mit Sicherheit zu beurteilen. Sollten 
jedoch die vorstehend nach den Abbildungen angegebenen Strukturunterschiede talsächlich vorhanden sein, 
so müsste alticola eine besondere Gattung bilden, für die wir den Namen Leechia vorschlagen. Die alticola 
hat ober- und unterseits schmutziggelbe Färbung, die jedoch oberseits stark rauchig beschattet ist , so dass 
nur gelbliche Flecke im inneren Teile der Randzellen übrig bleiben, die Rippen sind dunkel, ausserdem 
(ober- und unterseits) kurze dunkle Streifen in den Randzellen vorhanden. Das ? ist an den Flügelrändern 
lichter. Fühler sehr kurz, nur ungefähr halb so lang wie die Mittelzelle der Vflgl, Palpen weit über den 
Kopf ragend. Diese Art kommt in Central-Ghina (Tschang-yang) vor. 

5. Gattimg: Delias Hbn. 

Die Z>e^'«s-Arten unterscheiden sich von den Piens-Arten durch die nur drei- statt vierästige Sub- 
costalis. Fast alle Arten sind sehr bunt gefärbt, meist auf der Unterseite. Die Gattung hat im paläarktischen 
Gebiete nur eine einheimische Art (patrua) und mehrere Lokalformen indischer Arten; im übrigen ist sie 
auf das indo-australische Gebiet beschränkt. Die Aufstellung der Gattung Piccarda Grote für eucharis Drüry 



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PIERIS. Von .1. Röber. 



und verwandte Arten scheint uns unnötig, zumal die Charaktere für sie belanglos oder gar unzutreffend 
sind. Die Rp der Delias aglaia L. leid auf Nauclea cadamba, die von I». eucharis Drury auf Loranthus longi- 
Qorus. Die Rp der l>. aglaia i->( fleischfarbig und hat auf jedem Ringe 3 ziemlich lange gelbe Haare, der 
Kopf ist dunkel. Die Pp hat an den Seiten spitze Höcker und ist dunkel gefärbt. Die D. eucharis-Rj) isl 
bräunlich, hat an den Seilen kleine bläulichweisse Fleckchen, Füsse, Kopf und Nachschieber sind dunkel. 
Die Pp ist gelblich mit schwarzen Flecken. 

belladonna. D. belladonna F. (19c ö"). Das Verbreitungsgebiet dieser Art reichl von Nord - Indien bis West- 

China (Omei-schan und Mupin); im paläarktischen Gebiete Qiegi sie in Erhebungen von 3000 bis 4000' 
im Juli und August. Dieser schöne Schmetterling isl schwarz, hat eine submarginale und eine discale Reihe 
weisslicher Flecke auf beiden Flügelpaaren, einen grossen, scharf begrenzten, leuchtend gelben Fleck am 
Vorderrande der Hflgl und gelbe Bestäubung am Innenrande der Hflgl. Die Unterseite ist lichter, dir 
weisslichen Zeichnungen sind ausgeprägter, auf den Hflgln durch gelbe Flecke ersetzt, auch führen die 
Vflgl -i subapicale gelbe Fleckchen. Das ? hat etwas lichtere Grundfärbung und die lichten Zeichnungen 
sind etwa- vergrössert, 

saruico. D. sanaca Moore ist ein Bewohner des westlichen Himalaya, alter angeblich auch in Tibet (Kunawur) 

gefunden worden. Diese Art fliegl in Indien im .Mai und Juni. Die Schmetterlinge sind sonnescheue Tiere. 
die sich lediglich im Schatten, hauptsächlich der Rosskastanienbäume, tummeln: sie fliegen ausserordentlich 
rasch, sie sind von gleicher Grösse wie subnubila, die Vflgl grauschwarz mit weissen Zeichnungen in der 
Mittelzelle, im Discus, Aussen- und Innenrande. Die Hflgl sind gelblich weiss , stärker gelb am äusseren 
Teile des Innenrandes, die Rippen sind dunkel, die .Mittelzelle ist breit dunkel gesäumt, am Aussenrande 
stehen schattenhafte halbmondförmige Flecke, der Aussenrand ist dunkel und sehr schmal. Die Unterseite 
zeigl ausgebreitetere bellte Zeichnungen, die Hflgl sind bis auf eine Reihe grosser weisser Discalflecke licht 
gelb, die Rippen dunkel gesäumt und die submarginalen dunklen halbmondförmigen Flecke breiter. Das •. 
i-l ober- und unterseits etwas dunkler. 

subnubila. D. subnubila Leech (Ute ') i-i eine Lokalform der viel lichter gefärbten sanaca Moore aus dem 

westlichen Himalaya. sie ist heller gefärbt als belladonna; oberseits hat sie am Aussenrande halbmond- 
förmige weissliche Flecke, die aber unterseits eine fast runde Gestalt zeigen; im Discus und in der Mittel- 
zeih' sind breite lichte Streifen; die lichten gelben und verbreiterten Streifen auf der l'nterseite der Hflgl 
sind weiss gerandet. Sie fliegt in West-China (Mupin, Huang-mu -tschang und Pu-tsu-fong) im Juli und 
adelma. August. — Im Juni und Juli fliegl in Central -China (Chang-yang) adelma Mit ix ilitc S): dies ist eine 
verdunkelte Form der subnubila. 

oätrua. D. patrua Leech (19b '), die im Juni und Juli in Central -China (Chang-yang) fliegt, zeichne! 

sich aus durch das gänzliche Kehlen des basalen gelben Vorderrand-Streifens auf der Oberseite der Hflgl. 
Die lichten Submarginalflecke sind nur klein und die discalen Flecke streifenförmig und schmal; auch die 
gelben Zeichnungen auf der Unterseite der Hflgl sind sehr reduziert, dagegen ist der basale gelbe Streifen 

ativitta. an dem Vorderrande der Hflgl wohl entwickelt. — Bei lalivitta Leech (19c :') aus West-China (Ta-tschien-lu 
und Mupin) sind die lichten Zeichnungen viel mehr ausgeprägt, am Innenrande der Vflgl ist ein breiter 
weisser Streifen, der der Länge nach durch eine schwarze Linie geteilt wird, und die Hflgl haben auch 
oberseits den gelben basalen Streifen am Vorderrande, doch ist dieser viel schmäler als bei belladonna 
und sanaca. 

tollü. D. stollii Butl. (antonoe Stoll) (19d) aus China ist jedenfalls nur eine unbedeutende Lokalform 

der D. (Piccarda) hierU 11/'. aus Vorder- und Hinter- Indien. Das cf isl oberseits weiss, die Vflgl haben 
schwarz gerandete Hippen und eine undeutliche subniarginale Binde schwarzer Klecke, der Aussenteil der 
Hflgl hat einen rötlichen Schein. Die l'nterseite der Hflgl hat eine marginale Reihe roter Flecke und der 
innere Teil ist bis auf einige weisse Submarginalflecke Chromgelb. Das S ist oberseits sehr verdunkelt 
(schwärzlich-braun). 



brassicae. 



6. Gattung: Pieris Schrk., Kohlweisslinge. 

Wie schon vorstehend angegeben, von Delias durch die vierästige Subcostalis verschieden. Während 
Aporia, Metaporia und Mesapia sehr dünn beschuppte Flügel besitzen, sind diese bei Fieris dick (kreidig) 
mit Schuppen belegt. Überseite weiss mit geringen schwarzen Zeichnungen, nur aberrativ gelblich oder 
bei einigen Höhen- oder arktischen Formen verdunkelt, Unterseite weiss oder gelblich mit schwarzen oder 
gelblichgrünen Zeichnungen. Die meisten Arten häufig, einige den Kulturpflanzen schädlich. — Rp an kraut- 
artigen Pflanzen lebend. Im paläarktischen Gebiete nur wenige Arten, in den Tropen aber reich entwickelt. 

P. brassicae /.. (19 d, Frublingsform). <? oben weiss mit schwarzem Apex der Vflgl und einem 
schwarzen Fleck am Vorderwinkel der Hflgl, unten Vflgl weiss mit •_' schwarzen Flecken im Discus, Hflgl 



gelb mit schwarzen Atomen bestreut. 



Beim ? ist die schwarze Zeichnung etwas stärker entw ickelt : es be- 



PIERIS. Von J. Röber. i", 

sitzt noch 2 grosse rundliche schwarze Flecke im Discus und einen wischförmigen schwarzen Fleck am 
Innenrande der Vflgl. Basalteil der Flügel durch schwarze Atome verdunkelt. Unterseite von der des cf 
nicht verschieden, nur bei manchen Stücken am Vorderwinkel der Hflgl ein undeutlicher schwärzlicher Fleck. 

— Die Sommerform ist etwas grösser und die Unterseite der Hflgl viel lichter gelb , auch weniger schwarz 
bestäubt ; die bei den ?? der Frühlingsform häufig vorkommende gelbliche Färbung der Hflgl-Oberseite scheint 
bei der Sommerform nur selten aufzutreten. Es ist daher eine besondere Benennung gerechtfertigt, weshalb 

wir für die Sommerform den Namen lepidii vorschlagen. - - Selten tritt eine gleichmässig rauchgrau über- lepidii. 
schattete Aberration auf (bei Paris und bei Dresden gefunden), die Oberthür obscurata benannt hat. Im obscurata. 
ganzen paläarktischen Gebiete, mit Ausnahme des hohen Nordens und Ost-Asiens, verbreitet, an einigen Orten 
Lokalformen bildend, so - - chariclea Steph. (20a) von den Azoren (Friihlingsform). die sich durch verdunkelte diariclea. 
Unterseite der Htlgl unterscheidet. -- catoleuca Röb. (19e) von Klein- Asien (Taurus, Syrien etc.) ist eine catoleuca. 
Sommerform; sie ist grösser, die schwarzen Flecke sind grösser und die Hflglunterseite ist viel lichter, 
wollastoni Btlr. (19 ei von Madeira, aber auch im März und April in Smyrna vorkommend, ist auf der wollastoni. 
Unterseite der Htlgl grünlichgrau. -- cheiranthi Hbn. (lue) von den kanarischen Inseln ist sehr gross und dieiranthi. 
das ? hat grössere, zusammengelaufene schwarze Flecke und gelbliche Hflgloberseite ; bei beiden Geschlech- 
tern ist die Unterseite der Hflgl gelb mit schwärzlichen Atomen, auch sind (beim <? sowohl wie beim ?) die 
schwarzen Flecke der Vflglunterseite sehr gross und zusammengeflossen. -- ottonis (neuer Name für den ottonis. 
schon früher vergebenen Namen brassicoitlr* Shjr.) von Fergana ist die zentralasiatische Frtihlingsform ; sie 
hat sehr verdunkelte, grünlichschwarz bestreute Unterseite der Hflgl. — ab. nigronotata Jachont. ist ober- nigronotata 
seits in der Mitte der Vflgl schwarz punktiert und bei Nischni-Nowgorod im Mai und Juni gefunden worden. 

— auch eine ober- und unterseits lebhaft gelbe Form, ab. lutea form, nov., ist (in Schlesien) gefunden worden, lutea. 

— nepalensis Dbld. (19e) kommt nicht nur im indischen Gebiet (Nepal), sondern auch in Tibet vor; es ist nepalensis. 
gleichfalls eine grosse Form; die schwarzen Zeichnungen sind breiter und die Htlgl unten gelblich und mit 
schwarzen Schuppen bestreut. — Die Rp ist bläulichgrün mit schwarzen Pünktchen und gelben Rücken- und 
Seitenlängsstreifen, die Bauchseite ist grau mit schwarzen Punkten, der Kopf hellgrau mit schwarzen Punkten 

und schwarzem Rande, die Heine sind etwas lichter als der Bauch. Die Pp ist gelblichgrün mit schwarzen 
Flecken und Punkten, der Kopf läuft in eine stumpfe Spitze aus und auf dem Rücken sind mehrere Höcker- 
chen. Die Raupen leben an Kohlarten (Brassica), Gartenkresse (Lepidium) etc. Die kegelförmigen gelben 
Eier werden in grosser Menge an die Unterseite der Blätter abgelegt. Der grösste Teil der Raupen gelangl 
nicht zur Verwandlung, weil diese von einem Parasiten (Microgaster glomeratus L.) bewohnt werden, dessen 
Larve die erwachsene Rp verlässt, um sich an ihr zu verpuppen (sogen. Raupen-Eier), ein sehr grossser Teil 
der Puppen gehl durch eine andere kleine Schlupfwespe (Pteromcdus puparum L.) zugrunde, die erst im 
Frühjahre die ausgefressene Pp verlässt; auch noch grössere Schlupfwespen leben in Rp und Pp. Die Raupen 
werden, wie schon erwähnt, von den Vögeln nicht gefressen, sie sind für diese Tiere offenbar giftig, da 
Hühner, die mit solchen Raupen gefüttert worden waren, danach verendeten. Der Schmetterling erscheint 
in zwei, in besonders warmen Jahren auch in drei Generationen. 

P. deota Nicev. (= roborowskii Alph.) (20a) von Ladak, dem Pamir-Hochlande, dem Issyk-Kul, deota. 
Lob-Nor etc. ist. etwas kleiner als brassicae und dieser ähnlich. Die schwarze Apical- und Aussenrands- 
zeichmmg der Vflgl ist schmäler, reicht aber bis zum ersten Medianaste, in der Mitte der Vflgl ist ein strich- 
förmiges schwarzes Fleckchen oder mehrere dunkle Flecke, am Aussenrde der Hflgl sind durch die weissen 
Hippen getrennte schwarze Flecke vorhanden. Die Unterseite der Vflgl hat grauen Apex und Aussenrd 
und 3 discale schwarze Flecke, die Unterseite der Htlgl ist stark grau bestäubt, hat dunkle Aussenrands- 
tlecke und verloschene dunkle Flecke im Discus. Beim ¥ sind alle dunklen Zeichnungen stärker entwickelt. 

P. canidia Sparrm. (— gliciria Cr.) (20 b) kommt vor in ganz China, Gorea, Turkestan und im Pamir, canidia. 
sowie in Indien, auf der Insel Hainan, auf Hongkong und der dieser Insel gegenüberliegenden Halbinsel 
Kau-lung, sowie auf den Loochoo-Inseln. Sie ist ein variabler Schmetterling, der sowohl in der Gi'össe als 
auch in der Zeichnung sehr verschieden vorkommt. Es sind daher mehrere Formen aufgestellt worden, so 
claripennis Btlr., eine lichte Form, bei der die graue Bestäubung auf der Oberseite der Vflgl geringer auf- ctaripennis. 
tritt und die schwarzen Discalflecke fehlen; die Hflgl zeigen unterseits in der unteren Hälfte der Mittelzelle 
und dahinter graue Bestäubung und am Vrd einen breiten gelben Fleck. sordida Btlr. ist dagegen die sordida. 

durch Zunahme der schwarzen Zeichnung stark verdunkelte Form ; die Unterseite ist stark gelblich, wenig 
grau beschuppt und trägt an der Basis der Hflgl einen orangegelben Fleck. — palaearctica Stgr. (20 a) von palaearctica. 
Fergana und Buchara ist klein und wenig gezeichnet. 

P. krueperi Stgr. (20 b) kommt in Griechenland, Klein-Asien, Persien und andern Teilen West-Asiens krueperi. 
vor. Diese Art unterscheidet sich von ihren Verwandten durch den Besitz eines subapicalen schwarzen 
Flecks am Vrde der Vflgl und mehrerer, gut getrennter schwarzer Flecke am Aussenrd der Vflgl. Bei der 
typischen Sommerform ist die Unterseite weiss , an den Rändern gelblich , während bei der Frühlingsform verna n s 
vernalis Stgr. (20 b) der grössere innere Teil der Hflglunterseite grünlichgrau ist. Die zentralasiatische venia. 
Friihlingsform verna Crr.Grsk. ist unterseits weiss, aber dunkel gezeichnet. Die Pamirform mahometana mahometana. 

I 6 



46 PIERIS. Von .1. Röbbr. 

Gr. Grsh. ist oberseits schwarz gerandel und unterseita viel dunkler. Beim ? sind die schwarzen Flecke 
vergrössert und zum Teile zusammengeflossen. 

devta. P. devta Nicev. (20b) von Ladak, Kaschgar und Samarkand ist oberseits weiss mit rötlichem Scheine ; 

Vrd der Vflgl von der Basis bis zum Ende der Mittelzelle dunkel, ein schwärzlicher, nach hinten in eine 
Spitze ausgezogener Fleck am Vrde in der Nähe der Flügelspitze, ein grosser rundlicher schwarzer Fleck 
im Discus zwischen den beiden ersten Medianiisten, schwärzliche keilförmige Flecke am Aussenrde an den 
Rippenenden, lltlgl mit einem kleinen schwarzen Flecke am Vorderwinkel, schwärzlichen Fleckchen am 
Äussernde und grauer Beschattung in der Mitte und an der Basis. Unterseite ähnlich der Oberseite, alle 
dunklen Zeichnungen ausgebildeter, Basis und Discus der Hflgl grünlich, ein bräunlicher Fleck an der Basis 
der Hflgl. Das S zeigt die dunklen Zeichnungen mehr entwickelt, sonst ist es vom nicht verschieden. 
Staudin gee und Rebbl halten devta für eine Sommerform der krueperi, deNiceville und Moore dagegen für 
eigene Art. 

rapae. P. rapae L. (29c). Als die typische Form dieser Art ist die Sommerform zu betrachten. Bei ihr 

metra. sind die schwarzen Zeichnungen meist gut entwickelt, auch ist sie grösser als die Frühlingsform metra Steph. 
(20c). Bei dieser sind die schwarzen Zeichnungen weniger ausgebildet, die Unterseite der Hflgl ist dunkler 
immaculata. gelb und mehr schwärzlich bestreut. Unter ihr kommen folgende Aberrationen vor: immaculata <"/,//., die 
• flavescenz. schwarzen Zeichnungen fast oder ganz fehlend, die Flügelbasis grau bestäubt. — flavescenz form, nov., 
Oberseite stark gelblich, dunkle Apicalzeichnung nur angedeutet, aber die schwarzen Discalflecke gut ent- 
wickelt. Unterseite der Hflgl, Vorder- und Aussenrd der Vflgl schön gelb; tritt wohl lediglich im weiblichen 
novangliae. Geschlechte auf. Welcher Generation ab. novangliae Scudd. angehört, konnten wir nicht feststellen; 

diese auch meist nur im weiblichen Geschlechte vorkommende Form ist kanariengelb; in Europa selten, in 
flavida. Nord-Amerika häufig. — flavida Petersen zeigl dottergelb übergossene Oberseite und kräftig gelbe Färbung 
der Unterseite der lltlgl sowie der Vflglspitze; in Finnland. Kurland etc. — Von immaculata wenig ver- 
debilis. schieden ist debilis Mph., bei der die Apicalzeichnung der Vflgl lichtgrau oder völlig geschwunden, beim 
. sämtliche schwarze Zeichnung stark reduziert ist. — Unter der Sommergeneration kommen folgende 
messanensis. Formen vor: messanensis Zell., Stücke mit sehr grossen schwarzen Flecken und stark entwickelter 
deleta. schwarzer Apicalzeichnung. — Bei ab. deleta Strand ist der Spitzenfleck sehr undeutlich und weiss 
dubiosa. bestäubt, etwa wie bei der Frühlingsireneration: kommt im südlichen Norwegen vor. — Ob dubiosa 
form. nov. (20c) zu rapae gehört, oder eigene Art ist, lässt sich nach dem zur Zeit vorhandenen, nur 
geringen Material e nicht mit Bestimmtheit sagen; sie ist etwas grösser als krueperi, schmaltlügeliger, die 
schwarzen Apicalzeichnungen zusammenhängend, jedoch von den feinen weissen Rippen durchschnitten, 
zwischen '2. und 1. Medianaste der Vflgl und am Vorderwinkel der Hflgl ein schwarzer Fleck, die untere 
Discocellularis der Vflgl fein schwarz. Unterseite der Vflgl weiss, Apex und Unterseite der Hflgl licht gelb, 
im inneren Teile sparsam mit schwarzen Atomen, am Vorderwinkel der lltlgl ein obsoleter schwarzer Fleck, 
letztes Palpenglied schwarz mit nur wenigen weissen Haaren vermengt; scheint auf den südlichen Teil des 
leucosoma. Gebiets (Andalusien und Klein- Asien) beschränkt zu sein. — leucosoma Schaw. ist, wie der Autor vermutet, 
die Form der (nur ausnahmsweise auftretenden) dritten Generation; Thorax und Jllb weiss, unterseits ein 
ßitrongelber Streifen in der Mittelzelle der Vflgl, L'nterseite der Hflgl lichtgelb, nicht dunkel gesprenkelt. 
Ausdehnung der schwarzen Apicalzeichnung oberseits variabel, Flügel, namentlich die hinteren, auffallend 
gerundet. Ober- und unterseits düster braun gefärbte Stücke der Sommergeneration, bei welcher die 
fastiata. Medianflecke in ein Band zusammengeflossen sind, hat Tutt iasciata benannt: sie kommt wohl lediglich im 
crucivora. weiblichen Geschlechte vor. Von rapae sind folgende Lokalrassen beschrieben worden: crucivora Btlr. 

(20d) von Japan, so gross wie mitteleuropäische brassicae, die schwarzen Zeichnungen sehr entwickelt, unter- 
orientalis. >v\\s am Vrde der Hflgl ein gelber Streifen. -- Orientalis Oberth. (= mandschurica Spr.) (20d) von Daurien. 
Nord-China und dem Amin ist ebensogross wie crucivora, die schwarzen Zeichnungen der Oberseite sind 
simüis. weniger entwickelt und die Unterseite i>l weniger gelb. — similis Krulik. (aus denselben Lokalitäten?) hat 
minor, grau verdüsterte Oberseite der Vflgl mit kleinen schwarzen Flecken, das ? ist hellgelblich. — minor Costa 
cotera. aus Toskana ist nur eine kleine Form der rapae; — bei leucotera Stef, sind die dunklen Apicalzeichnungen 
last oder gänzlich geschwunden und auf der Unterseite der Hflgl ist in der Mittelzelle ein bräunlichgrauer 
kenteana. Streifen; sie fliegt in Mittel-Rahen im April und Mai. — kenteana Stgr. aus dem Kentei ist eine cf-Form 
mit -1 kleinen Discaltleeken auf der Unterseite der Vflgl, Apex der Vflgl und Hflgl unterseits etwas gelblich. 
fibrinoides. — erganoides Stef. aus Toskana ist. wie ergane, unterseits ohne schwarze Zeichnung, das cf hat oberseits 
schmalen und ausgebogenen Apicalfleck, das? ist oberseits dem ergane-% ähnlich, aber die Vflgl sind — wie 
carrueeii. auch beim <? — breiter (ob ergane-Form ?) ; fliegl im März und April. — Bei ab. carruccii Rostagno ist die 
Oberseite weiss, nur mit grauem Schatten am Apex der Vflgl, die Unterseite fast zeichnungslos, der 
viluiensis. Apex der Vflgl schön Chromgelb und die Hflgl sind orangegelb; in Italien. - viluiensis jorm. nov. zeigt 
sehr geringe Fntwickelung der dunklen Zeichnungen oder völligen Mangel derselben: bei den $? ist die 
dunkle Basalfärbung der Oberseite viel ausgedehnter als bei mitteleuropäischen Stücken, (fast ebenso wie bei 
den ?? der crucivora), auch die discalen Flecke sind nur weisslichgrau , doch ist diese Form nicht grösser 
als die typische rapae; Unterseite bei beiden Geschlechtern schwach gelblich, dunkel beschuppt; vom Wilui 



PIERIS. Von J. Rüber. 47 

(Ottu Herz). Eier gelb, hirnförmig mit Längsleisten und Querfalten, werden einzeln abgelegt. Rp samt- 
artig, mattgrün, auf dem Rücken mit einer feinen gelben Längslinie, an der Seite bleicher mit einem 
schmalen gelben Streifen , in welchem die schwarzen Luftlöcher stehen , Bauch gelbgrün , Kopf bräunlich- 
grün; an Kohlarten und Reseden. Pp gelblich, grüngrau oder bräunlich mit drei gelben Streifen (Spuler). 

P. manni Mayer und rossii Stef. betrachten wir nach den ims brieflich mitgeteilten Beobachtungen mannt. 
des Grafen Emilio Türati als Formen einer besonderen Art. Die Rp ist zwar noch unbekannt, doch scheint 
uns die Puppenform zur Begründung der Artrechte genügend. Die Pp ist nicht grünlich wie die rapae-P\), 
sondern weisslich mit rötlichem Scheine, ohne dunkle Punkte oder sonstige Zeichnung. Die Frühjahrsform 
mannt unterscheidet sich von rapae gen. vern. metra durch viel lichtere Unterseite und viel ausgebreitetere 
schwarze Zeichnung, namentlich der Oberseite. — Die Sommerform rossii Stef. (20 d) ist unterseits nicht rossii. 
viel lichter als manni, auch oberseits sind die schwarzen Zeichnungen nur wenig reduziert, aber weiss be- 
stäubt. Die Art kommt in Italien, Tirol, dem südwestlichen Europa, nach Elwes auch in Tina, nach dem 
uns vorliegenden Materiale im Tauras und wahrscheinlich noch anderen Teilen Asiens vor. 

P. ergane Hbn. (= narcaea Frr.) (20 d) aus Südost-Europa und Klein- Asien hat in beiden Geschlechtern ergaiw. 
unterseits keine schwarzen Zeichnungen. Die Zeitformen scheinen sich nur wenig zu unterscheiden, doch 
konnten wir hierüber nichts sicheres feststellen. — longomaculata Rostagno ist oberseits gelblichweiss , die longo- 
schwarzen Flecke der Vflgl sind kräftiger gefärbt, mehr entwickelt und verlängert, die Unterseite der Vflgl maculata. 
ist strohgelb mit chromgelbem Apicaltleck und die Unterseite der Hflgl ist Chromgelb. — Bei ab. ? magni- magni- 
maculata Rostagno sind die schwarzen Flecke noch mehr entwickelt als bei longomaculata, während bei der maculata 
ab. o 1 semimaculata Rostagno die Oberseite bis auf den dunklen Apicaltleck des Vtlgls völlig weiss ist. Diese drei semi- 
Formen sind in Mittel-Italien beobachtet worden. - - Rp matt blaugrün, Kopf bläulichgrün, der ganze Körper maculata. 
mit vielen kleinen schwarzen, weissbehaarten Wärzchen besetzt, Mundteile hellbraun, die Stigmenlinie auf 
jedem Segmente nur durch einen gelben Fleck vertreten, in dem das hellbraune, dunkelbraun gerandete 
Stigma' steht, Brustfüsse wie der Leib gefärbt, Klauen hellbraun, Bauchfüsse mit hellbrauner Sohle (Spuler). 

P. cisseis Leech. (20 e) ist eine sehr seltene Art von Tschang-yang. Oberseite weiss, gelblich an- cisseis. 
geflogen, die ziemlich breite schwarze Apicalzeichnung reicht bis zum 1. Medianaste, zwischen dem 2. und 
3. Medianaste ein grosser schwarzer, scharf begrenzter, aber durch einen dunklen Hof mit dem schwarzen 
Aussenrd verbundener Fleck, zwischen Submediana und 1. Medianaste ein kleinerer und blasser schwarzer 
Fleck, ein gleicher, ziemlich breiter streifenförmiger auf den Discocellularen. Die Hflgl bis auf geringe 
Schattierung im Basalteile ohne Zeichnung. Unterseite der Vflgl weiss, die Spitze gelblich, ohne die schwarze 
Apicalzeichnung, die schwarzen Flecke zwischen Submediana und 1. Medianaste, 2. und 3. Medianaste und 
an den Discocellularen vorhanden. Unterseite der Hflgl blassgelb, ungezeichnet. 

P. melete Men. (21b) vom Amur, Ussuri, Himalaya, von Corea, China und Japan ist eine sehr ver- melete. 
änderliche Art. Die typische Sommerform ist gross (etwas grösser als brassicae) mit gut ausgebildeten 
.schwarzen Zeichnungen; auf der Unterseite der Htlgl steht am Vrde, von der Flügelwurzel ausgehend, ein 
kurzer gelber Streifen. — mandarina Leech ist die nordchinesische Sommerform; sie ist grösser als melete, mandarina. 
der Apicaltleck ist grösser und die Discaltlecke sind sehr entwickelt, das ? ist dunkel übergössen und die 
Rippen sind breit dunkel, in beiden Geschlechtern sind unterseits die Rippen schwarz. — Von der Frühlings- 
generation sind die folgenden 5 Formen bekannt: aglaope Motsch. aus Japan: sie ist nur so gross wie aglaope. 
napi, das c? bis auf die Apicalzeichnung weiss, nur die Hflgl mit schwach geschwärzten Rippen, das? jedoch 
oberseits mit grossen, fast quadratischen schwarzen Flecken. — megamera Btlr. aus Nord -Japan, eine megamera. 
grosse, wenig gezeichnete Form, das c? oberseits mit geringer, unzusammenhängender Apicalzeichnung und 
sein- verloschenen Discaltlecken, das ? mit besser entwickelter Zeichnung, namentlich gut entwickelten Flecken 
im Discus der Vflgl; bei beiden Geschlechtern ist die Unterseite der Hflgl gelb. -- dulcinea Btlr. aus Nord- dulcinea. 
Ost-Gorea, der megamera sehr ähnlich, Oberseite milchweiss mit stärker entwickelten dunklen Zeichnungen, 
Unterseite milchweiss anstatt gelb. — veris Stgr. (2 1 b) vom südwestlichen China ist kleiner als melete, das veris. 
d" mit Ausnahme der nicht scharfen schwärzlichen Apicalzeichnung und der schmal dunkel gefärbten Rippen 
oberseits weiss, das ? mit breiten schwarzen Rippen, der Apicaltleck durch einen Streifen am Vrde vertreten 
und die schwarzen Discaltlecke wenig entwickelt; diese Form charakterisiert sich hauptsächlich durch die 
scharfe und breite Umrandung der Rippen auf der Unterseite; der gelbe Vrds-FIeck auf der Unterseite der 
Htlgl ist scharf ausgeprägt. — erutae Pouj. aus Ost-Tibet, grösser als ««7;/, <f oben grünlichweiss, mit einem erutae. 
schwarzen Discalfleck der Vflgl, die Rippen aller Flügel leicht geschwärzt, unterseits mehr oder weniger 
bräunlich gerandet, ? mit gerundeteren Flügeln, die Rippen breiter geschwärzt, der Apicaltleck der Vflgl- 
Oberseite sehr gross, mit 2 grossen schwarzen Discaltlecken, am Vrde der Htlgl ein schwarzer Fleck, unter- 
seits dem cf ähnlich, aber mit breiter gerandeten Rippen. — Die Rp ähnelt der daplidice-Rp, sie lebt auf 
Aiabis hirsuta. Der Schmetterling ist sehr häufig. 

P. ajaka Moore (20g) wird von Moore als eigene Art, von Leech, Elwes und de Nick villi-; als faaka. 
melete-Form betrachtet. Sie ist ein indisches Tier, das jedoch in Tibet (Kunawur) und Kaschmir die Süd- 



PIERIS. Von J. RöBEB. 

grenze des paläarktischen Gebiets überschreitet. Etwa von der Grösse der hrassicae, aber schmalfiügeliger, 
oberseits rein weiss mit schwarzen Zeichnungen, unterseits gelblich, namentlich auf den Hflgln, mit gelbem 
ajanta. Streifen am Vrde der Hflgl. — Die Frühlingsform ajanta form. nov. isl viel kleiner, etwa so gross wie rapae, 
oberseits schwach gelblich, mit viel geringeren und fahl schwärzlichen Zeichnungen. 

melaina. P. melaina spec. nov. (20 g) aus Tibet. Oberseite des •/ licht gelblichweiss , die innere Begrenz- 

ung des schwarzen Apicalflecks fast geradlinig bis zum 3. .Medianaste, aber bis zum 2. Medianaste einen 
dachen Bogen bildend, zwischen dem 2. und 3. Medianaste ein submarginaler verwaschener schwarzer Fleck, 
der durch Atome mit der schwarzen Aussenrdszeichnung zusammenhängt, Rippen fein schwarz, die knappe 
basale Hälfte des Vrds der Vflgl und die Flügelbasis schwärzlich, Hflgl von gleicher Grundfärbung, am 
Aussenwinkel ein langgezogener schwärzlicher Fleck, die Rippen fein schwarz, an den Flügelrändern breiter 
schwarz, die Ba-is schwärzlich, Unterseite der Vflgl weiss, am Apex gelblich, Rippen massig breit schwärz- 
lich, vom Zellende eine kurze rücklaufende schwarze Linie, eine unterbrochene schwärzliche Submarginal- 
binde, Hflgl licht gelb, Rippen massig breit schwärzlich. Die Oberseite des ? mehr oder minder gelb, mit 
sehr verbreiterten schwärzlichen Zeichnungen, so dass auf den Vflgln nur Flecke der (irundfärbung üBri^r 
bleiben. Hflgl weniger deutlich gezeichnet, Unterseite wie beim d" gezeichnet, aber die Grundfärbung gelber. 

extensa. P. extensa Pouj. (21a) von Tibet ist kleiner und ober- und unterseits weniger gezeichnet als eury- 

eurydice. dice Leeck. von West- und Zentral-Ghina. Beide werden von Lbecb als Formen einer besonderen Art, von 
Stai mm.i-u und Rebeb dagegen als eine Lokalform der mdete betrachtet. 

tadjika. P. tadjika Gr.Grsh. (20 e). Oberseite weiss mit verloschenem schwärzlichen Apex und einer Reihe 

schwarzer Flecke zwischen dem 3. Medianaste und dem Ird der Vflgl, am Vorderwinke] der Hflgl ein lang- 
gezogener schwarzer Bleck, die Flügelbasis verdunkelt. Unterseite der Vflgl weiss. Apex und Vrd schwach 
verdunkelt, die schwarzen Flecke wie auf der Oberseite, nur etwas kleiner, Unterseite der Hflgl licht gelb 
mit schwärzlichen Atomen und einem sehr verloschenen Flecke am Vorderwinkel. Bas ? hat graubestäubte 
Vflgl, die schwarzen Flecke sind vergrössert und die Htlgl gelblich. Heimat: l'amir-llochland und südliches 
Fergana. 

napi. P. napi /.. (21b) Frühlingsform. Oberseite weiss mit schwarzen Zeichnungen. Unterseite der Vflgl 

weiss, Spitze gelb, Rippen dunkel, mehr oder weniger breft gesäumt, meistens mit 2 kleinen schwärzlichen 
Discalflecken , Unterseite der Htlgl mehr oder weniger gelb, Rippen selbst von der gelben (irundfärbung, 
aber beiderseits grünlichgrau gesäumt. Unter dieser Form kommen mehr oder minder häufig Aberrationen 
luuni. vor, so ab. nana form, nov., eine sehr kleine cf -Form mit schwach gelbhcher Färbung der Oberseite der Vflgl; 
die Vflgl-Spitze zeigt keine zusammenhängende schwarze Zeichnung, sondern nur eine graue Verdunkelung 
der Rippenenden, sonst ausser der dunklen Flügelbasis oberseits keinerlei Zeichnung, die Unterseite der Vflgl 
weiss, die Spitze lichtgelb, die Rippen im vorderen Teile des Flügels grau, sonst ohne Zeichnung, die 
impunctata. Unterseite der Hflgl licht icelb mit dunkel gesäumten Rippen; als ab. impunctata form.nov. bezeichnen wir 
solche V. die oberseits ausser der normalen schwarzen Färbung der Vdflgl-Spitze und der Flügelbasis 
keinerlei Zeichnung besitzen und denen auch unterseits die Diskalflecke der Vflgl fast oder völlig fehlen; 
vema. ab. verna Strand aus dem südlichen Norwegen zeichnet sich durch stärker dunkel bestäubte Unterseite der 
'Hflgl, besonders an den Rippen, sowie dadurch aus. dass der schwarze Spitzentleck der Vtlgloberseite kleiner 
und am Flügelsaume durch tue Rippen unterbrochen ist; die Vflgl sind spitzer als bei napaeae; in 

der Umgegend von Wien kommen bemerkenswerte Formen unter der Frühlingsgeneration im weiblichen 
interjerta. Geschlechte vor; interjecta form.nov., gleich der nachgenannten eine Übergangsform zu bryoniae, die Zeich- 
uung der Vflgl-Rippen etwas verbreitert, jedoch nicht besonders hervortretend, aber die Grundfärbung der 
miliar, i. Oberseite leicht gelb. - ab. radiata form.nov. (21c), noch weniger gelb als interjecta, aber die Oberseite 
der Vflgl viel mehr und verwaschen verdunkelt, die Discalflecke undeutlich und mit der Umsäumung der 
Rippen verschwommen, die Hflgl dagegen mit scharf ausgeprägtem schwarzen Vrdsflecke und scharfer Um- 
säumung der Rippen, die von der Mittelzelle ab wie Strahlen nach dem Aussenrde laufen, die dunklen Zeich- 
napaeae. uungen auf der Unterseite der Vflgl schwach entwickelt. Die Sommerform napaeae Esp. (21 dl ist im 
allgemeinen etwas grösser, oberseits sind die schwarzen Zeichnungen schärfer, aber die Unterseite ist lichter, 
namentlich die dunkle Umsäumung der Rippen auf dem Htlgl viel geringer und bisweilen fast fehlend; auch 
sulphurea. unter ihr kommen mehr oder weniger scharf begrenzte Aberrativ-Formen vor, so ab. siilphurea Schöyen 
meta. (21 c), ?? mit normaler Zeichnung, aber schwefelgelber Färbung der Oberseite. — meta form.nov. (21c), ?? 
nul leicht gelbem Anfluge auf der Oberseite, aber stark ausgeprägter und verschwommener schwarzer Zeich- 
virilis. nung im äusseren Teile der Vflgl, weniger der Hflgl; als Gegenstück dieser Formen kommt vor ab. virilis 
form, nov., ¥?, die -- wie schon der Name sagt - den cfcf sehr nahe kommen; die Oberseite ist bis auf 
die schwärzliche Färbung der Vflgl-Spitze und wenig ausgedehnte Verdunkelung der Flügelbasis, sowie 
eines kleinen schwarzen Flecks am Vrde der Hflgl weiss, die Unterseite der Vflgl bis auf sehr geringen 
gelblichen Anflug der Spitze weiss, die Htlgl sind sehr licht gelblich und die Kippen nur schwach dunkel 
sulphureo- gesäumt; als eine besondere Form betrachtet lin in; ab. sulphureo-tincta, gleichfalls eine weibliche Form 
tincta. Inl t schmutziggelber Oberseite und hellgelber Färbung der Unterseite der Htlgl. Alle diese Formen, wenn 



LEUCOCHLOE. Von J. Ruber. 49 



aucli die eine oder die andere häufiger in dieser oder jener Gegend auftritt, kommen im ganzen Verbreitungs- 
gebiete dieser Art, Europa, Zentral-, West- und Nord-Asien, Nordafrika und dessen Inseln, vor. Dagegen 
besitzen gewisse Gebiete (die höheren Gebirge und die höheren Breitengrade) besondere einheimische Formen. 
— Die in Südrussland, Süd-Sibrien, West-Asien und im Altai-Gebirge vorkommende intermedia Krul. bildet intermedia. 
den Übergang zur bryoniae 0. (21 c), die auf den Alpen, im nördlichen Skandinavien und auf den Gebirgen bryoniae. 
Klein-Asiens vorkommt; das cf ist etwas schmaltlügeliger als die napi-dV und hat auf der Oberseite der 
Vtlgl ausser der schwärzlichen Apical- und Basalzeichnung keine dunklen Abzeichen , das ? hat gelbliche 
Grundfärbung, die aber durch die starke Ausbreitung der von den Rippen ausgehenden dunklen Zeichnung 
mehr oder weniger verdrängt wird; unter den ¥2 kommen Stücke vor, bei denen die Discaltlecke und die 
Rippenstreifen der Vtlgl sehr verloschen sind, eine scharf ausgeprägte Zeichnung also nicht vorhanden 
ist; diese Form bezeichnen wir als ab. obsoleta form. nov.: solche Stücke, bei denen durch grössere obsoleta. 
Ausbreitung der dunklen Zeichnung die gelbliche Grundfärbung namentlich auf den Vtlgln fast ganz ver- 
drängt ist, als ab. concolor form. nov. — Im arktischen Norwegen kommt ab. ? immaculata Strand concolor. 
vor, Stücke, denen die schwarzen Flecke auf der Oberseite der Vtlgl völlig oder doch fast fehlen. — immaculata. 
Die Form kamtschadalis Bang-Haas i. 1. von Kamtschatka ist im weiblichen Geschlechte etwas lichter kam- 
als bryoniae und die Discaltlecke der Vtlgl sind weniger scharf ausgeprägt, die Unterseite der Hflgl ist tsdiadalis. 
viel lichter. Als sabellicae Steph. ( = nigro-venosa Selys) sind scharf gezeichnete Stücke der Sommer- sabellicae. 

generation zu betrachten, bei welchen der Fleck zwischen dem 2. und 3. Medianaste mit der Apical- 
zeichnung zusammengeflossen ist. — Im Juni und wieder im August fliegt in Toskana meridionalis lliilil, meridionalis. 
eine grössere, wenig gezeichnete Form, deren Htlgl unten fast einfarbig sind, weil die Rippen nur ganz 
geringe dunkle Umsäumung haben. — Die Form orientis Oberth. (21 d) vom Amur, von Zentral - China orientis. 
und der Insel Askold ist viel grösser als europäische Stücke; beim cf ist die Unterseite der Hflgl nicht 
Chromgelb, sondern chamoisfarben mit geringer grünlicher Beimischung, das ? ist dem bryoniae- d" ganz 
ähnlich, doch ist die Grundfärbung nicht gelblich, sondern weiss. Dieser Schmetterling fliegt im Mai. - 
heptapotamica Krulik. ist der orientis sehr ähnlich, aber viel kleiner, unterseits dagegen von napaeae nicht iiepta- 
verschieden ; tliegt im Juni und Juli in der Provinz Semiretschje (Russisch-Asien) zusammen mit napaeae. — potamica. 
Etwa ebensogross wie orientis ist sifanica Gr.-Grsh. vom Amdo; beim o 51 sind die Rippen unterseits breit sifanica. 
grünlichschwarz gesäumt; es steht noch nicht fest, ob sifanica eine von orientis verschiedene Form ist. — 
Die nordamerikanischen Formen htthla Edw. von Alaska und frigida Scudd. von Labrador werden bei den 
amerikanischen Pieriden zu erwähnen sein. — Rp schmutziggrün, kurz und dicht behaart, mit einem gelben 
Streifen oberhalb der Füsse, weissen Wärzchen und schwarzen Punkten, die Luftlöcher schwarz, gelblich 
gesäumt; lebt an Kohl und Reseda. Pp grünlichgelb mit schwarzen Flecken und Punkten. Eier birnförmig, 
grünlich, werden einzeln abgelegt. Falter in zwei, mitunter drei Generationen. 

P. ochsenheimeri Stgr. (21 d). Oberseite weiss mit den aus der Abbildung ersichtlichen schwarzen odisen- 
Zeichnungen. Unterseite weiss, Hippen der Vflgl schmal, der Htlgl breiter graugrünlich gesäumt, die Zeich- heimeri. 
ntungen der Oberseite mit Ausnahme der Vtlgl-Apicalzeichnung vorhanden, aber weniger entwickelt. ¥ ähn- 
lich stark gezeichneten napi-$$, aber die Zeichnungen verschwommen. Heimat : Südfergana und Namangan. 

7. Gattung: lieiioocbloö Eöber. 

Diese Gattung unterscheide! sich von Vieris durch die nur dreiästige Subcostalis, von Deltas dadurch, 
dass zwei Subcostaläste vor dem Schlüsse der Mittelzelle abgezweigl und die Fühlerkolben fasl knopfförmig 
sind. Nur zwei paläarktische Arten. Wir sind genötigt, für diese Gattung einen neuen Namen einzuführen. 
Typus der HüBNEB'schen Gattung Synchloe, zu der daplidice bisher gestellt wurde, ist callidice; mit dieser 
Art ist jedoch daplidice nicht kongenerisch. Chloridice, die bisher zu Sinchloe gestellt wurde, gehört zweifellos 
nicht hierher, sondern passt der Rippenbildung wegen viel besser zur Gattung Euchloe. 

S. daplidice L. (21 f). Diese Art kommt im ganzen Gebiete vor und fehlt nur dem hohen Norden, daplidice. 
Sie tritt in zwei Generationen auf. Das ? unterscheidet sich vom cf durch grössere Ausbreitung der schwarzen 
Zeichnung, namentlich auf den Hflgln, die beim cf fast weiss sind; daplidice ist die Sommerform, bellidice bellidice. 
0. (= belemida H6n.) (21 !') die meist etwas kleinere und unterseits viel dunkler grüne Frühlingsform. — 
Stücke, bei denen die sonst weissen Flügelteile durch starke Beimischung schwarzer Schuppen verdunkelt 
sind, gehören zur ab. anthracina Schultz. — raphani Esp. (21 f) aus Süd-Europa, Klein- und West-Asien anthracina. 
ist eine Sommerform, die gelbliche statt grüne Zeichnungen auf der Unterseite der Htlgl zeigt. — Bei albi- raphani. 
dice Oberth. eil fl sind die Zeichnungen der Unterseite nicht nur sehr licht, sondern auch mehr oder weniger " 
geschwunden; aus Algier. -- persica Bien. aus Persien ist kleiner, die Unterseite hat grünlichgelbe Zeich- persica. 
nung, die Rippen sind hellgelb; das ? ist dunkler, aber stets mit starker gelber Beimischung. — ab. flava flava. 
Oberth. von Biskra, der Frühlingsgeneration angehörend, ist im männlichen Geschlechte oben gelb, im weib- 
lichen hellgrün. — moorei form. vor. von Tibet und Kaschmir ist sehr gross, kräftig gezeichnet, hat unter- moorei. 
seits sehr ausgebreitete hellgrüne Zeichnung und am Vrde der Hflgl einen dunkelgelben Basalstreifen. - - Rp 



50 BELENOIS; SYNGHLOE. Von J. Robbe. 

bläulichgrau mit zwei gelben Längsstreifen an jeder Seite Kopf gelb, Bauch blaugrau, lebt am Samen von 
Reseda, Waldkohl, Sofienkraut, Steinkraut und Senf. Pp grün, bräunlich oder grau mit gelblichweissen 
Seitenstreifen am Hlbe. Erscheint im Frühjahre und im Juli — August. 

elauconome. S. glaueonome Klug. (= vipasa Moore) kommt in Arabien, Ost-Afrika, Süd-Persien, Ägypten, Kasch- 

mir und Tibet vor. Oberseits der daplidici sehr ähnlich, aber kleiner, Unterseite mit grossen weissen Saum- 

iranica. flecken auf den Hflgln. ■ iranica Bien. (S merfonn?) (20f) ist grösser und hat nur geringe grünliche 

Zeichnung am Aussenrde und im Discus der Hflgl. Kp hellgrün, mit gelben Längsbändern und schwarzen 
Punkten, in der Mitte am dicksten, Kopf hellgrün mit schwarzen Punkten. 

8. Gattung: Belenois Ubn. 

Subcostalis \ ieriist Ilt . mit zwei Asten vor dem /eilende, mittlere Discocellulai is viel länger als bei 
den vorhergehenden Gattungen, Fühlerkolbe kräftig, länglich eiförmig. Im paläarktischen Gebiete nur eine Art. 
Die Rpn leben an verschiedenen Pflanzen gesellig und zwar in grosser Anzahl, oft Hunderte an einem Busche. 
Die Falter vereinigen sich oft zu Schwärmen. Die Puppenruhe dauert zuweilen nur h t; Tage. 

mesentina. B. mesentina Cr. (aurota F., lordaca II IL.) (21 d, ei Diese in Afrika. Arabien und Indien heimische 

Art findet sich auch im Süden des paläarktischen Gebiets : Syrien und Persien, vermutlich auch in Kaschmir 
und Tibet, (»beiseite weiss mit schwarzen Apicalzeichnungen, schwarzem Fleck am Schlüsse der Vflgl- 
Mittelzelle und geringeren schwarzen Zeichnungen am Aussenrde der Hflgl; beim ? ist die Apicalzeichnung 
verbreiterter, auch die Hflgl haben am Aussenrde mehr und in der Flügelmitte geringere schwarze Zeichnung. 
Unterseite gelbhchweiss mit den schwächer entwickelten Zeichnungen der Oberseite, doch auch mit einem 
dunklen Discalbande auf den Hflgln. Bildet in den Tropen mehrere Lokalformen. — Die Eier, halbkegel- 
förmig, glänzend gelb, werden in Anzahl eng beisammen, jedoch einander nicht berührend, auf die Ober- 
seite des Blattes abgelegt. Die erwachsene Rp ist etwa 3 cm lang, walzenförmig, Dach dem Kopfe zu dicker. 
grün, fein behaart, mit einem breiten schokoladefarbenen , weiss punktierten Streifen an den Seiten und 
einem schmäleren gelben Streifen über den Füssen, Kopf bräunlich; lebt auf verschiedenen Gapparis-Arten. 
Pp grau mit lichten Flecken. 

'.). Gattung: Synchloe /V/<//. 

Fühlerkolbe kräftig, deutlich abgesetzt, löffelartig ausgehöhlt, in der Rippenbildung der vorgenannten 
Gattung gegenüber kaum ein Unterschied, der Gattungscharakter liegl vielmehr in der aus den Abbildungen 
ersichtlichen, von Belenois wesentlich abweichenden Zeichnungs-Anlage. Parapieris AVer, ist synonym 
mit Synchloe. 

callidice. P. callidice Esp. (21 e) kommt in den südlichen Alpen Europa's, im Kaukasus, in Klein-Asien, Persien, 

Südwest-China. Tibet. Kaschmir und im nordwestlichen Himalaya vor: im letzteren ist die Art ausserordentlich 

häufig und scheint daher dort ihre eigentliche Heimat zu haben. Sie bildet einige Lokalformen. Bei der 

typischen Form aus den Schweizer Alpen, den Pyrenäen und dem Kaukasus sind die cfd* oberseil- weiss 

mit geringer schwarzer Zeichnung auf den Vflgln, während die ö sehr mit entwickelte Marginal- und Sub- 

marginalzeichnung auf Vorder- und Hflgln besitzen. Die Unterseite hat grünliche Zeichnungen, die auf den 

Hflgln Pfeilflecke bilden, deren Spitze aber nach innen gerichtet ist (also umgekehrt, als bei den Metaporia- 

dirysidice. Arten). — chrysidice H.-Sch. von den Gebirgen Klein-Asiens und Persiens ist unterseits mehr einfarbig. — 

orientalis. orientalis Alph. (== kalora Gr.-Grsk., chrysidice Stgr.) (21 e) aus den zentralasiatischen Gebirgen hat ober- 

kalora. seits mehr schwarze, unterseits weniger grünliche Zeichnung und kalora Moore aus dem nordwestlichen 

Himalaya, Tibet und Kaschmir unterseits viel mehr grünliche Zeichnung, ist auch oberseits mehr als callidice, 

jedoch weniger als orientalis schwarz gezeichnet. 

dubernardi. P. dubernardi Oberlh. (17f.) Beide Geschlechter oberseits fast gleich gezeichnet: schwarzer Aussenrd, 

ini schwarzer Fleck am Zellenschlusse und ein solcher in der drittten Randzelle, Hflgl mit weniger schwarzer 

Zeichnung am Aussenrde. Unterseite der Vflgl im grösseren inneren Teile weiss, im äusseren Teile gelblich, 
mit breit schwarz gerandeten Rippen und einer discalen schwärzlichen Binde zwischen dem '■'>. .Medianaste 
und der Siibmediana. lltlc;! gelb mit breit schwarz gerandeten Rippen, an die sich •submarginale Flecke 
ansetzen, und irelbem Basalstreifen. Fliegt im Mai bis Juli in West-China: die d"cT sind häufig, die ?? 

viel seltener. 

diumbiensis. P. chumbiensis AVoV. (20ed") aus Tibet ist oberseits dubernardi sehr ähnlich, unterscheidet sich 

aber ausser durch die Flügelform unterseits wesentlich durch hellere Vorder- und dunklere Hflgl, auf 
denen die Kippen sich durch lichte Färbung scharf abheben. 

kozlovi. P. kozlovi Alph. (17 f.) ans Nan-Schan ähnelt im männlichen Geschlechte oberseits dem ? von 

dubernardi, ist aber im weiblichen Geschlechte von dieser Art sehr verschieden: Oberseite gelb mit sehr ent- 
wickelten schwarzbraunen Zeichnungen, die Unterseite der Hflgl bis auf den Aussenrd verdunkelt, aber ohne 



APPIAS: EUCHLOE. Von J. Röbee. 51 

schwarzen Saum der Rippen. — Zur Klärung der Frage, ob die drei vorgenannten Formen zu einer Art 
gehören, oder als eigene Arten zu betrachten sind, bedarf es eines weit grösseren Materials als des 
jetzt vorhandenen. 

10. Gattung: Appias Hin. 

Von dieser grossen Gattung, die im indoaustralischen Gebiete zahlreiche, in Afrika etwa zehn und 
in Süd-Amerika zwei Vertreter hat, überschreitet nur eine indische Art in West-China die Südgrenze des 
paläarktischen Gebiets. Die nachgenannte Art gehört der grossen Gruppe der weissen Appias- (Tachyris-) 
Arten an. Die Gattung zeigt einen grossen Formen-Reichtum, da sie nicht nur viele der vorliegenden 
Gruppe angehörige, sondern auch Arten mit blauer, roter, gelber oder olivenbrauner Grundfärbung auf- 
weist. In der Rippenbildung schliesst sich Appias eng an den Pwm-Typus an, die <f<f besitzen aber eine 
charakteristische Geschlechtsauszeichnung, nämlich zwei steife Haarbüschel an der Unterseite des Leibes in 
der Nähe der AMominalö^rhung , die sekundär-sexuellen Zwecken dienen. Die Appias sind sehr rasche 
Flieger. Die cfo* versammeln sich in grosser Menge an Pfützen, Bachrändern und anderen feuchten Boden- 
stellen, an denen sie saugen und tragen durch ihre grosse Individuenzahl zum Charakter der von ihnen 
bewohnten Gegenden wesentlich bei. Es sind wiederholt Schwärme dieser Kalter in Indien beobachtet 
worden. Die Geschlechtsverschiedenheit der Appias-Arten ist vielfach ausserordentlich, so haben blaue oder 
rote ä*<f weisse oder gelbe ??, weissse o*cf stark dunkel gezeichnete ?? mit weisser oder gelber Grund- 
färbung. Hieraus ergibt sich auch der Dimorphismus der ??. 

A. paulina Cr. (20 g) ist bisher nur in einem Stücke in Ta-tsien-lu in West-China gefangen worden, paulina. 
scheint demnach im paläarktischen Gebiete, wo sie im Juli fliegt, sehr selten zu sein, d" oberseits weiss 
mit schwachem Seidenglanze, nur am Apex und an der Basis der Vfigl öfters, besonders bei indischen 
Exemplaren, schwärzlich , Unterseite der Vflgl weiss mit gelblichem Apicalteile, Unterseite der Hflgl licht 
gelb, ohne Zeichnung: 2 gleichfalls weiss mit schwarzer Apical-, Marginal- und Submarginalzeichnung und 
einer Reihe schwarzer Flecke am Saume der Hflgl, Unterseite weiss mit mattem Seidenglanze und matten, 
der (»beiseite entsprechenden Zeichnungen. 

11. Gattung: Euchloe Hin. 

Von der folgenden Gattung Anthocharis unterscheidet sich Euchloe dadurch, das nur ein Subcostalast 
vor dem Zellende abgezweigt und die mittle Discocellularis der Vflgl sehr klein ist oder völlig fehlt : pyrothoe, 
die wir weisen der Rippenbildung hierher zu stellen genötigt sind, weicht nicht nur im Äusseren, sondern 
auch insofern ab, als bei ihr der zweite Subcostalast entwender am Zellschlusse oder kurz danach abgezweigt 
ist, ihr auch der fünfte Subcostalast fehlt; auch Moridice nimmt wegen der Rippenbildung in dieser Gattung 
eine Sonderstellung ein, doch hat sie jedenfalls in dieser Gattung noch besser ihren Platz, als in einer 
anderen Gattung; die Errichtung besonderer Gattungen für diese beiden Arten halten wir bei dem Zwecke 
ilnses Werks nicht für angebracht. Die Euchloe-Axten kommen ausschliesslich im paläarktischen und im 
nordamerikanischen Gebiete vor, nur eine Art, faUoui, geht südlich bis ins Somaliland; ihre eigentliche 
Heimat ist Nord-Afrika, woselbst die meisten Arten (sechs) vorkommen. Die Schmetterlinge treten in zwei 
Generationen auf. Phyttocharis Schuf: ist synonym mit Euchloe. 

E. Chloridice Hbn. {== russiae Esp.) (20 f) ist im südöstlichen Europa, in Klein-Asien, Persien, Süd- Moridice. 
und Ost-Sibirien, West-Asien. Tibet, Ladak und Südwest-China heimisch. Die typische (Frühlings-) Form 
hat unterseits dunkelgrüne Zeichnungen. Die Sommerform aestuosa Stgr. (20 g) ist unterseits heller aestuosa. 

gefärbt und weniger gezeichnet. - albidice Stgr. (= chloridice Christ.) (20g) aus Persien hat im mann- albidice. 
liehen Geschlechte auf der Unterseite fast keine dunkle Zeichnung. 

E. belemia Esp. (= glauce Frr.) (•_'•_' a) Oberseite weiss mit schwärzlichem, weiss geflecktem Apex belemia. 
und grossem schwärzlichen Flecke am Schlüsse der Mittelzelle. Die Unterseite der Hflgl ist graugrün mit 
scharf begrenzten silberweissen Streifen ; ähnliche Zeichnungen sind im Apicalteile der Vflgl. — Die Sommer- 
form glauce Uhu. (22 a) hat auf der Unterseite der Hflgl breitere weissliche, unregelmässig begrenzte lichte glauce. 
Binden mit gelblicher Beimischung. In Philippeville (Algier) kommt Ende Mai eine grosse Form mit gelblich- 
weisser Grundfärbung, stark entwickelter Apicalzeichnung und sehr grossem schwarzen Mitteltlecke vor, bei 
der auch die Unterseite schärfer grün als bei glauce ist; wir bezeichnen sie als distineta form.nov. — Den distineta. 
Gegensatz bildet eine Aberrativform aus El Kantara (Mitte Mai) mit verloschener Zeichnung der Oberseite, 
sehr verbreiterten weissen Binden und stark gelb gemischten grünen Binden auf der Unterseite der Hflgl: 
ab. evanescens form, nur. — Die Sommerform aus Palästina zeigt vergrösserte weisse Flecke in der Apical- evanescens. 
Zeichnung auf der Oberseite der Vflgl und starke Reduktion der gelblichgrünen Binden auf der Unterseite 
der Hflgl: palaestinensis form.nov. — In Tunis kommt desertorum Tur. vor, eine Zwergform mit ver- palcestinensis. 
schmälerten grünen Binden auf der Unterseite der Htlgl. Diese Art ist bisher in Süd-Spanien, Nord-Afrika, desertorum. 
auf den kanarischen Inseln, in Klein-Asien und in Syrien gefunden worden. 



52 El CHLOE. Von .1. Ruber. 

falloui. E. falloui Allard (22 a). Diese Art unterscheidet sich von der vorigen durch verkürzte und verloschene 

Apicalzeichnung, zu welcher der isolierte und scharf aasgeprägte schwarze .Mitteltleck im Gegensatze steht. 
und die regelmässigen grünen und weissen Binden auf der Unterseite. Sie fliegt im Mai in Süd-Algier 
(Biskra) und geht südlich bis ins Somaliland. Zeitformen dieser Art sind noch nicht festgestellt wurden. 

seitzi. E. seitzi spee. tior. cJofi wurde von Dr. A. Seitz Mitte Mai gleichzeitig mit falloui in Biskra erheutet. 

Sie ist etwas kleiner als falloui, die schwarze Aussenrdszeichnung reicht bis /.um ersten Medianaste, die 
Hflgl sind gelblichweiss , die silberweissen Binden der Hflgl -Unterseite schmäler und zum Teile kürzer, 
die grünen Zeichnungen dunkler (nicht mit gelber, sondern grauer Beimischung), auch ist ihre Lage etwas 
verändert und die Apicalzeichnung der Vflgl reicht (wie oberseits) bis zum ersten Medianaste. Diese Art 
is1 anscheinend noch seltener als falloui. 

belia. E. belia 'V.i : crameri Butl.) (22a) Oberseite weiss mit schwarzen Apicalzeichnungen und schwarzem 

Mittelfleck der Vflgl. Unterseite der Htlgl silberweiss mit unregelmässigen gelbgrünen Zeichnungen. -- Die 
ausonia. Sommerform ausonia IIb». {- belia Esp.) (22b) ist unterseits lichter und hat nicht silberweisse, sondern 
weisse Grundfärbung der Hflgl. Die Arl kommt (abgesehen von den nachstehend beschriebenen Lokalformen) 
romana. in Süd-Europa, Frankreich, Nord-Afrika, Klein-Asien und Armenien vor. -- romana Calb. (22b) aus Italien 
bildet den Übergang von belia zu ausonia; die dunklen Zeichnungen oberseits sind fahler und die Unter- 
simplonia. seile der Hflgl hat grössere weisse Flecke. — simplonia Frr. (= marchandae Hbn.) (22b) aus dem Wallis, 
Piemont, den Pyrenäen und mehreren zentralasiatischen Gebirgen wird von Dr. Arnold Spüxer für eigene Art 
gehalten; sie isl gross, der Mittelfleck auf der Oberseite der Vflgl isl mit der schwarzen Gostalfärbung zusammen- 
geflossen, auch die Unterseite der Hflgl etwas anders gezeichnet; die Rp soll sich von der belia-Rp dadurch 
unterscheiden, dass sie schwarz punktiert ist und die Luftlöcher nicht weiss gesäumt sind. — Die Sommer- 
kruegeri. form kruegeri Tur. (22b) von Sizilien hat breiteren grauschwarzen Apex der Vflgl und scharf dunkelgrün und 
trinacriae. weiss gezeichnete Unterseite der Hflgl. — trinacriae Tur. (22c), gleichfalls aus Sizilien. Sommerform, unter- 
scheidet sich durch stark weiss gefleckten Apex der Vflgl und starke Entwickelung der weissen Flecke auf der 
matutia. Unterseite der Hflgl. — matutia Tur. (22 c), auch von Sizilien, hat im Gegensatze zur vorigen nur kleine weisse 
Flecke im schwarzen Apex der Vflgl, dagegen einen sehr grossen schwarzen Mitteltleck und auf der Unterseite 
taurica. der Hflgl nur wenige und kleine weisse Flecke. - taurica form. nov. (22 c) aus dem cilicischen Taurus (südliches 
Klein-Asien) hat weisslich bestäubten Apex der Vflgl-Oberseite und gelblichgriine Flecke der Hflgl-Unterseite. — 
uralensis. uralensis Barthel (22c) vom Ural und aus der Krim hat auf der Unterseite der Hflgl grosse weisse Flecke 
pulverata. und etwas gelbe Beimischung; sie bildet den Übergang zur simp/oitia. — bei pulverata Christ. (= daphalis 
Gr.-Grsh.) (22 c) aus Transkaspien und Zentral-Asien sind die weissen Flecke im Apex der Vflgl zusammen- 
orientalis. geflossen, die Unterseite der llligl ist grün mit zahlreichen kleinen Silberfleckchen. — Orientalis Bretn. 
(= tagis Trybom.) aus Nordost-Sibirien und Kamtschatka ist kleiner, »die Flügelwurzel schwärzer, auf der 
Unterseite ist die Spitze der Vtlgl dunkler mit deutlichen weissen Längsstreifen vor den Fransen in Zelle 
3, U 5 und 6, die Hflgl sind gleichfalls dunkler und nicht so stark gelb bestäubt als hei belia und durch 
mehr feine weisse Punkte und Striche unterbrochen, besonders am Ird in der Nähe der Flügelwurzel, die 
Flecke vom Aussen- zum Innenwinkel sind zu einer kaum unterbrochenen Binde verbunden, die Flecke 
, vor den Fransen mehr in die Länge gezogen« (Breuer); Staudinger und Rebel halten otientalis für 
odiracea. eigene Art; sie fliegt im Juli. Unter dieser Form kommt ochracea Trybom als gelbe Aberrativ-Form vor. 
In Batna (Algier) fliegt im Mai eine kleine Form mit reduzierter schwarzer Zeichnung der Vtlgl -Oberseite, 
sehr breiter dunkler Flügelbasis und verdüsterten Htlgln (infolge Durchscheinens der Zeichnung der Unter- 
seite), die Unterseite der lltlgl sehr dunkelgrün mit äusserst geringer gelber Beimischung und verkleinerten 
melano- weissen Flecken: melanochloros form.nov. — An den Abhängen des Harro (Andalusien) fliegt ab. alhambra 
Moros. RJbbe: Vflgl spitzer, der schwarze Vrdsfleck nach hinten verlängert, Unterseite der Htlgl sehr grün, die 
weissen Flecke weniger zahlreich und klein, mitunter völlig fehlend. — Fi länglich, nach oben zugespitzt, 
braungelb, zuletzt bleigrau, mit gerippten Seiten. Rp ähnlich der von cardamines, grünlich mit 3 Streifen 
und weissen Luftlöchern; auf Cruciferen, besonders Sisvmbrium erucastrum und Barbaren vulgaris. I'p 
nach vorn und bilden sehr zugespitzt, braun mit schwarzen Pünktchen, kommt manchmal erst nach zwei 
Jahren zur Entwickelung (Spi u:ki. 

daphalis. E. daphalis Moore aus Mittel-Kunawur ist vermutlich eigene Art. Nur das d 1 ist bekannt. Ober- 

seile weiss, Vrd und Apex der Vtlgl fein schwarz bestäubt, am Zellende ein schwarzer Fleck, Htlgl mil 
unregelmässiLcen , blassgrünlichen Bändern durchzogen, ein matter Apicalstreifen, ein kleiner Fleck am 
/eilende und feine schwarze Funkte auf den Fransen. Unterseite der Vtlgl am Vrde schwärzlich bestäubt, 
Fleck am Zellende mit weisser Mitte, Apex grünlichbraun bestäubt, dazwischen fein silberweiss, Hflgl gelb- 
braun mit zahlreichen grossen und kleinen silberweissen Flecken bestreut. Etwas kleiner als belia. Flieg! 
im zeitigen Frühjahr (und wahrscheinlich in zweiter Generation im Sommer) an Felsen; ist. nicht gemein. 

tagis. Ph. tagis Hbn. (22d) aus Portugal und Süd -Spanien ist der belia sehr ähnlich, aber die 

weissen Flecke auf der Unterseite der Hflgl sind schärfer begrenzt; flieg! vom Februar bis Mai. — 

belle rinn, bellezi na Boisd. (= bellesina Ihi/*.. belledice Hbn.) (22d) aus Süd-Frankreich hat auf der Unterseite der 



ANTHOGHARIS. Von J. Ruber. 53 

Hflgl mehr weisse Flecke. — insularis Stgr. (= tagis Mr.) (22 d) aus Sardinien und Korsika hat einen insularis. 
lichteren Apex der Oberseite der Vtlgl und auf der Unterseite der Hflgl kleinere weisse Flecke. - - maure- mauretanica. 
tanica form.nov. (= pechi Oberth.) (22 d) aus Algier ist kleiner als tagis, die weissen Flecke im schwarzen 
Apex der Oberseite sind grösser und zusammenhängend und die Unterseite der Hflgl ist dunkelgrün mit 
nur kleinen weissen Fleckchen. — Die Rp ist dunkel apfelgrün mit einem weissen und darüber einem hoch- 
roten Fussstreifen; von Februar bis Mai auf Biscutella ambigua und Iberis pimata. Pp eckig, kürzer als 
die von cardamines, dunkelfleischfarben mit braunem Rückenstreifen und eben solcher Einfassung der 
Flügelscheiden. 

E. venosa Butt, aus West-Tibet ist so gross wie belia, der daphalis ähnlich, hat jedoch dunklere venosa. 
Vflgspitze, wodurch die weissen Flecke der Apicalzeichnung schärfer hervortreten, der schwarze Fleck am 
Zellende ist grösser und auf den Hflgln die Zeichnung der Unterseite deutlicher durchscheinend. Die Unter- 
seite ist von daphalis sehr verschieden : Vtlgl sclmeeweiss mit schwarzgeflecktem Vrde, der schwarze Fleck 
am Schlüsse der Mittelzelle ist weiss gekernt, Apicalfeld dunkelolivengrün. weiss gefleckt wie bei simplonia, 
Hflgl dunkel olivengrün mit blassgelben Rippen und silberweissen Flecken, ähnlich wie bei simplonia. Das 
? unterscheidet sich durch dunkleren Apex und noch deutlicher durchschlagende Zeichnung der Unterseite 
der Hflgl. unterseits durch saftigeres Grün und orangegelbe Rippen der Hflgl. 

E. pyrothoe Ev. (22 e) Oberseite weiss mit schmalen schwärzlichen Apicalflecken, einem grossen pyrotho?. 
orangeroten Apicalflecke und schwarzem Mitteltlecke, die ganze Unterseite der Htlgl und der Apicalteil der 
Vflgl-Unterseite gelblichgrün mit bindenförmigen silberweissen Zeichnungen. Das ? hat oberseits einen viel 
breiteren dunklen Apex der Vtlgl, in dessen hinterem Teile ein kleiner orangeroter Fleck steht. Heimat: 
südöstliches Russland, Kirghisen-Steppe und Zentral-Asien. 

12. Gattung: Aiithochavis B. 

Diese Gattung charakterisiert sich dadurch, dass bei ihr von den fünf Subcostalästen zwei vor dem 
Schlüsse der Mittelzelle abgezweigt sind, die obere Radialis nur wenig mit der Subcostalis verwachsen und 
die mittlere Discocellulare ziemlich gross ist. Bei sämtlichen Arten ist im männlichen Geschlechte mindestens 
der Apicalteil der Vtlgl orangerot oder gelb gefärbt. Nur eine Art bewohnt auch den nördlichen Teil des palä- 
arktischen Gebiets, die übrigen sind im Süden desselben heimisch, einige Arten auch in Nord-Amerika zu 
rinden, doch tritt keine Art in das tropische Gebiet über. Abweichend von den meisten Arten der vorigen 
Gattung treten die Eudhloe-Avten in nur einer Generation auf. Die Schmetterlinge fliegen im Frühjahre. 

A. tomyris Christ. (22 d) Oberseite gelblich mit schwärzlichem Apex und ebensolchem Mitteltlecke, tomyris. 
der beim S sehr gross ist, Fransen rot, Unterseite der Hflgl graugrün mit weissem Mitteltlecke und gleichem 
Vrdsfleeke, Basis der Vflgl gelblich. Kommt in Turan vor. 

A. pechi Stgr. (20 g) aus Algier ist oberseits weiss, der Apex der Vtlgl ist verloschen schwärzlich, pechi. 
am Schlüsse der Mittelzelle steht ein gleichgefärbter grosser Fleck, die Unterseite der Hflgl ist eintönig 
grünlichgelb mit gelblichem Mittelflecke. 

A. charlonia Dom. (= levaillantii Luc) (22 e) von Nord-Afrika und den östlichen kanarischen Inseln diarlonia. 
hat gelbe Ober- und Unterseite mit schwarzem, undeutlich licht geflecktem Apex und grossem schwarzen 
Mitteltlecke; die Unterseite der Hflgl ist graugrün mit einzelnen lichten Fleckchen. Das ? unterscheidet sich 
durch abgerundetere Spitze der Vtlgl und breitere Apicalzeichnung. — penia Frr. (22 e) aus dem nördlichen penia. 
Klein-Asien und Kurdistan ist lichter gelb, der Mitteltleck ist unterseits verloschen und die Unterseite der 
Htlgl grüner. — mesopotamica Stgr. ist lebhafter gelb, die Apicalzeichnung; hat deutliche gelbe Flecke und meso- 
die Unterseite der Htlgl ist gelblich gemischt. — transcaspica Stgr. (22 ei aus Turan und dem nördlichen potamica. 
Persien ist kleiner, spitzfliigeliger, hat weissliche Grundfärbung und auf der Unterseite der Vflgl einen transcas f" ca - 
grossen schwarzen Mitteltleck. — Dr. A. Skitz beobachtete in Algier ein charlonia-V, als es Eier auf 
Radieschen-Kraut absetzte. 

A. lucilla Btlr., aus dem westlichen Himalaya beschrieben, kommt wahrscheinlich auch im palä- lucilla. 
arktischen Gebiete vor. Oberseite gummiguttfarbig, der schwarze Fleck am Zellende grösser und quad- 
ratisch, das Apicalfeld schwarzbraun, hinten stumpf endigend, die innere Grenze ausgebuchtet und verwaschen, 
das gelbe Band im Apicalfeld wie bei charlonia, Unterseite der Hflgl gelb, der weisse Fleck am Zellende 
gross und grau umrandet, ohne lichte Flecke im Discus. Etwas grösser als charlonia. 

A. bieti Oberth. (22 e f.) aus West-China (Ta-tsien-lu) hat weisse Oberseite, schwarzen Apex, der bieti. 
beim ? breiter ist und im männlichen Gesehlechte einen orangefarbenen Apicalfleck, die Unterseite ist ähnlich 
der von cardamines; der Vrd bildet unter dem Apex eine Spitze. -- decorata form. mir. (22 f.) vom Kuku- decorata. 
Nor ist in beiden Geschlechtern kleiner, sehr lang gefranst, beim d" der schwarze Apicalfleck der Vflgl 
breiter, der orangegelbe Fleck grösser und an letzteren anschliessend, die Unterseite, namentlich der Htlgl 

1 7 



54 



ANTHOCHARIS. Von J. Röbeb. 



schärfer bezeichnet; beim 2 ist die dunkle Apicalzeichnung zu zwei kleinen subapicalen Fleckchen am Vrde 
und einem rundlichen Fleck zwischen dem zweiten und dritten Medianaste reduziert. 

cardamines. A. cardamines /-. (22f.) kommt in ganz Europa, Klein- und Nord-Asien bis China vor, bildet aber 

mehrere Lokalformen. Beim cf der typischen cardamines reicht der orangerote Apicalfleck nicht viel weiter 

als bis an den am Zellenschlusse stehenden schwarzen Fleck, der übrige Teil der Oberseite ist bis auf den 

schmalen schwärzlichen Apicalrand weiss, auch der innere Teil der Ytlglunterseite und die Htlglunterseite 

sind weiss, letztere mit grünlicher i Petersilient-) Zeichnung, die in ihrer Ausdehnung ziemlich abändert. 

Dem ? fehlt der orangerote Apicalfleck, aber die schwarze Apicalzeichnung ist hei ihm breiter und der 

schwarze Fleck am Schlüsse der Mittelzelle grösser, im übrigen ist es dem d" gleich. Unter dieser sogen. 

turritis. Stammform kommen folgende Aberrationen vor: turritis 0. (= minor Cock.) (22f.), mehr auf den Süden 

des Gebiets beschränkt, hat verkleinerten, nur bis zum schwarzen Mitteltlecke reichenden Orangefleck. — 

hesperidis. hesperidis Neumham, eine Zwergform. — alberti //<<//>».: der Orangefleck feuriger, die schwarzen Zeichnungen 

alberti. schärfer, die Unterseite der Vflgl im inneren Teile schwefelgelb, «He Unterseite der Htlgl stärker grün mar- 

lasthenia. moriert und mit schwarzen Punkten. — lasthenia MüL: der Orangetleck normal, der schwarze Mitteltleck 

fehlend, schwarze Apical- und Randflecke, die Basis aller Flügel gänzlich weiss, die Unterseite der Hflgl 

odirea. sehr hellgrünlichgelb gefleckt. ochrea Tutt: die Htlgl fasl vollständig gelb, hauptsächlich 2 -Form. — 

immaculata. immaculata Pabst: ohne schwarzen Mitteltleck der Vflgl. -- quadripunctata Fuchs: alle Flügel ober- und 

quadri- anterseits mit einem schwarzen Mitteltlecke, der Fleck der Vflgl oben gross und strichförmig, vorn abgerundet, 

punctata. \^ n ^ Qn abgeschnitten, der Fleck der Hflgl oberseits lein und rundlich, grauschwarz, unterseits sehr gross 

phoenissa. und tiefscliwarz. in der grünen Zeichnung stehend. -- An Lokalformen sind aufzuführen: phoenissa Kalchb. 

thibetana. aus Syrien, wie ab. turritis, aber unterseits weisser. - thibetana Oberth. aus West-China: Ausdehnung des 

sajana. Orangeflecks wie bei turritis und die Hippen der Hflgl oberseits schwefelgelb gerandet. — sajana Bang-Haas 

i. 1. aus Ost-Sajan: Orangetleck vergrössert, der übrige basale Teil der Vflgloberseite gelblich, unterseits 

stärker gelb, die Unterseite der Htlgl mit lichter und mehr geordneten grünlichen Flecken. — Als Verbindungs- 

extensa. glied zur folgenden Art bambusarum ist zu betrachten extensa form. nov. aus China (Nangking), bei der fast 

der ganze Vtlgl orangerot gefärbt ist ; kaum der vierte Teil der Vflgl ist lichtgelb und das Orange tiefer 

speciosa. als bei den übrigen Formen, doch nicht so dunkel wie bei bambusarum. — Ob speciosa form.nov. (22g) 

Lokal- oder Aberrativ-Forin ist, vermögen wir zur Zeit nicht festzustellen; diese Form aus Süd-Steiermark 

ist sehr gross, das Orange feurig, am Schlüsse der Hflgl-Mittelzelle und am Äussernde der Htlgl stehen 

deutliche schwarze Flecke und die grüne Zeichnung der Htlglunterseite ist fast bindenartig geordnet. — 

orientalis. Orientalis form.noo. aus Buchara, sehr gross, der Orangetleck von tiefer Nuance, und fast so gross wie bei 

sajana. Oberseite der Htlgl durch die stark entwickelte grünliche Zeichnung auf der Unterseite verdüstert. 

leicht gelblich, Unterseite der Vflgl im basalen Teile der Mittelzelle hochschwefelgelb, die gelblichgrünen 

Zeichnungen auf den Hflgln sehr verbreitert, so dass die weisse Grundfärbung sehr zurücktritt. — In Klein- 

Asien (Kara-Hissar) ist eine nette Aberration gefunden worden mit licht citrongelbem Apicalfleck der Vflgl in 

crocea. der Ausdehnung wie hei turritis: ab. crocea form, nor. — Das weissgrüne Ei wird einzeln an die Blätter gelegt. 

Rp blaugrün mit feinen schwärzlichen Pünktchen besetzt, einer weissliehen Rückenlinie auf dem ersten und 

fünften Ringe und einem weissen, oberwärts verwaschenen Seitenstreifen, Bauch graugrün, Kopf dunkelgrün 

mit schwarzen Pünktchen : lebt im Juni und JuH an Turritis glabra, Arabis, Sisymbrium, Cardamine-Arten etc. 

Pp glatt, Vorderteil schlank, mit stumpfer dunkler Spitze, stark zurückgebogen, grün oder bräunlich, mit 

einem weissen Seitenstreifen, feinen rötlichen Strichen und dem Kopf nach aufwärts befestigt (Spuler). 

bambusarum. A. bambusarum Oberth. (22h) aus Tse-Kiang in China ist etwas grösser als cardamines, der ganze 

Vflgl isl ober- und unterseits gleichmässig trüb orangerot; die Flügelspitze ist weniger breit dunkel und 
nicht schwarz, sondern grünlich, der schwarze Mitteltleck weniger deutlich als bei cardamines, die Htlgl sind 
ober- und unterseits denen von cardamines sehr ähnlich. 

gruneri. A. gruneri H.-Sch. (22g) aus Griechenland, der südlichen Türkei und Klein-Asien ist kleiner als 

cardamines, dieser aber ähnlich: die schwarze Apicalzeichnung ist beim & breiter, die Grundfärbung der 

armeniaca. Oberseite stark gelblich. - armeniaca Christ. (22g) aus Klein-Asien und Mesopotamien ist oberseits mehr 

homogena. weisslich und der orangerote Apicalfleck innen dunkel begrenzt. ■ ab. homogena Riihl-Hetfne ist eine 

diiuta. Zwischenform. - Bei Angora fliegl diluta form, nov., die sich durch geringere Entwicklung der grünlichen 

Zeichnungen auf der Unterseite der Hflgl und beim ¥ noch durch weissliche Flecke im dunklen Apex der 

Vflgl -Oberseite und fast völligen Mangel an Zeichnung im Apex der Vtlgl -Unterseite auszeichnet. — In 

Syrien, wo diese Art nicht häufig zu sein scheint, kommt eine besondere Form vor: klein. Oberseite rein 

weiss. Orangefleck reduziert bis an den schwarzen Mitteltleck und innen nicht dunkel gesäumt, die Unter- 

eros. seite der Hflgl mit sehr viel weisser Zeichnung; wir schlagen für diese Form den Namen eros vor. 

damone. A. damone Boisd. (= eunomia Prr.) (22g) aus Süd-Italien, Sizilien, dem südlichen Balkan. Klein- 

Asien und Syrien ist im männlichen Geschlecht e ober- und unterseits zitrongelb mit schmalem dunklen 
Apex, grossem tieforangeroten ^picalflecke, der nach innen mehr oder minder dunkel gesäumt ist. und 
grossem schwarzen Mittelflecke der Vflgl; die Unterseite der Hflgl isl tiefer gelb mit graugrünlichen Zeichnungen. 



MIDEA; ZEGRIS. Von J. Robbe. 

Das ? ist oberseits und auf der Unterseite der Vtlgl weiss und hat breiteren schwärzlichen Apex der Vflgl- 
Oberseite. — pallida form. nov. benennen wir die in Mesopotamien vorkommende Form; sie ist im mann- pallida. 
liehen Geschlechte oberseits etwas bleicher gelb, der dunkle Apex der Vtlgl ist stark rot gemischt, der 
Orangefleck weniger feurig und nur in der Mittelzelle dunkel gesäumt, der schwarze Mitteltleck ist kleiner, 
weniger scharf hervortretend, die Grundfärbung der Hflgl-Unterseite lichter gelb und die dunklen Zeich- 
nungen sind mehr zu isolierten Flecken vereinigt. Beim ? ist der schwarze Mitteltleck der Vtlgl beiderseits 
kleiner und weniger scharf, sowie die Unterseite der Htlgl lichter gelb. 

A. eupheno L. (= douei Her.) (22h) aus Nord -Afrika ist dem vorigen auf der Oberseite sehr eupheno. 
ähnlich, der Orangefleck ist aber etwas kleiner und innen besser dunkel begrenzt und der schwarze Mittel- 
tleck verschwindet in dem dunklen Saume des Orangeflecks, die Unterseite der Hflgl ist aber lichter gelb 
un d _ w ie aus der Abbildung ersichtlich — ganz anders gezeichnet. Dem ? fehlt der Orangefleck, es 
besitzt nur im Apicalteile rötlich gelbe Färbung. — androgyne Leech aus Marokko unterscheidet sich nur androgyne. 
im weiblichen Geschlechte durch stärkere Entwicklung des rbtlichgelben Apicaltlecks. - - Rp grün mit gelb 
und schwarzer Rückenzeichnung, sehr ähnlich der von euphenoides, auf Biscutella (Spülek). 

A. euphenoides Stgr. (= eupheno Esp., ealleuphenia Dtlr.) (22h) unterscheidet sich in beiden Ge- euphenoides. 
schlechtem von eupheno nur durch die Färbung und Zeichnung der Unterseite der Hflgl, die aus der Ab- 
bildung ersichtlich ist. Bei den ?? ändert die Färbung des Apicalteils der Vtlgl-Oberseite erheblich ab, denn 
es kommen auch Stücke mit ziemlich grossem riitlichgelben Flecke vor. — ab. lecithosa Tut:, bisher in lecitlwsa. 
Süd-Frankreich gefunden, hat im männlichen Geschlechte keinen Orangefleck, aber, wie die hierzu gehörige 
2-Form, schwefelgelben Apicalfleck. Rp grünlich mit gelber und schwarzer Rückenzeichnung, weissen 

Seitenstreifen und grossen schwarzen Punkten. Kopf grün: im Herbste auf Biscut ella -Arten; sie ist eine 
sogen. Mordraupe. Pp lichtbraun, auch grün, sehr stark durchgebogen (Spuler). 

13. Gattung: iflidea H.-Sch. 

Die Strukturunterschiede dieser Gattung gegenüber Anthocharis sind sehr gering: der 2. Subcostalasl 
entspringt in grösserer Nähe der Mittelzelle, der 4. und ö. Subcostalast bilden eine sehr enge Gabel und 
die Präcostalis ist schwach nach aussen gebogen. Die auch unter den Midea-Arten etwas schwankende 
Flügelgestalt kann nicht als Gattungscharakter dienen, weil Anthocharis bieti dieselbe Gestalt besitzt. Die 
Gattung hat nur einen Vertreter in Ost-Asien und einige in Nord -Amerika. 

M. scolymus Bär. (23a) aus West- und Zentral- China sowie Japan hat sichelförmig ausgezogene scolymus. 

Vflglspitze, ist ober- und unterseits weiss, hat oben dunkle Apicalzeichnung und schwarzen Mittelfleck der 
Vtlgl, einen schwarzen Fleck im Vorderwinkel der Htlgl, unterseits grünliche Zeichnung der Htlgl und 
gleiche Zeichnung der Vflglspitze und schwarzen Mittelfleck, das <? ausserdem einen massig grossen Orange- 
fleck im Apex der Vtlgl. der jedoch mitunter auch beim V vorkommt = ab. virgo form. nov. Der Schmetter- virgo. 
ling erscheint einmal im Jahre und ist in sumpfigen Lauen gemein. Die Rp lebt auf Kresse. 

14. Gattung: Zegris Hl»: 

Diese Gattung charakterisier! sich durch die sehr kräftig geknöpften Fhlr und die buschigen Palpen, 
hauptsächlich aber durch die Rp- und Pp-Form und die Art der Verpuppung; sie enthält nur drei Arten, 
von denen zwei das paläarktische, die dritte das nordamerikanische Gebiet bewohnen. 

Z. eupheme Esp. (= erothoe Er., tschudica H.-Sch.) (23 a) aus dem südöstlichen Russland, Armenien eupheme. 
und dem Alatau ist oberseits weiss mit dunkler Vflglspitze, in der ein orangeroter Fleck steht, und halb- 
mondförmigem schwarzen Mittelflecke der Vtlgl ; der Orangefleck ist beim ? meist kleiner, mitunter fehlt er. 
Die Unterseite ist weiss, die Vtlgl haben gelbe Spitze und schwarzen Mittelfleck, die Hflgl sind grünlich 
gelb mit weissen Flecken. Nehmen letztere überhand, so gehören die Stücke zur ab. tschudica ll.Sc//. tschudica. 
(23a). — menestho Min. (= erothoe Frr.) (23b) aus Klein-Asien und dem westlichen Kurdistan hat gelbere menestiw. 
Unterseite der Hflgl, ist auch etwas grösser: noch grösser ist meridionalis Led. (= eupheme Itbr.) (23b) meridionaüs. 
aus Zentral- und Süd-Spanien, die fast gleichmässig gelbe Unterseite der Htlgl mit graugrünlichen Zeich- 
nungen hat. — Rp dick, walzig, dicht behaart. Pp plump, mit stark gewölbtem Rücken und Bauch, ruht 
in einem ziemlich dichten Gewebe, in dem sich jedoch noch ein Rest des den meisten Pieriden-Ppn eigen- 
tümlichen Gürtelfadens findet. 

Z. fausti Christ. (23b) aus Turan und Fergana ist kleiner als eupheme; Oberseite weiss mit hellziegel- fausti. 
roter, innen schwarz begrenzter Flügelspitze und grossem schwarzen Mitteltlecke, Unterseite weiss mit röt- 
licher Spitze und schwarzem Mitteltlecke der Vtlgl, auf den Htlgln mit viel gelblichgrüner Gitterzeichnung. 
¥ am Apex der Vtlgl breiter schwarz gerandet und der Orangefleck klein oder ganz fehlend. 



56 BALTIA; TERACOLUS. Von .1. Röbeb. 

15. Gattung: Baltia Moore. 

Die Schmetterlinge dieser Gattung gehören zu den kleineren Vertretern der Familie. Im Geäder 
ist kaum ein Unterschied gegen die südamerikanische Andina Stgr., auch ahnein die Baltia-Arten im äusseren 
der Andina huanaco Stgr. Die Angehörigen beider Gattungen sind Bewohner der höchsten Berge. Gegenüber 
den vorhergehenden Gattungen ist im Rippenbau der Baltia ein wesentlicher Unterschied insofern, als beide 
Radialen der Vflgl aus der Subcostabs entspringen, daher die Mittelzelle lediglich durch die untere Dis- 
cocellul chlossen wird. Palpen weit über den Kopf ragend, buschig behaart. Fhlr mit deutlich ab- 

gesetzter Kolbe. Bisher sind nur zwei bis vier Arten in drei bis fünf Formen bekannt geworden. Sowohl 
der Rippenbildung und dem Haue der Palpen und Fhlr, als auch der Zeichnung und Grösse nach gehört 
Baltia in die Nachbarschaft von Euckloe, aber nicht zur Verwandtschaft der Aporia. 

shawii. B. shauii Bates (23b). Der ist der B. butleri sehr ähnlich, nur sind die schwarzen Zeichnungen 

etwas stärker ausgebildet, unterseits sind statt der marginalen und submarginalen Strichel - Zeichnungen 
dunkle Flecke vorhanden. Beim ? reichen die schwarzen Marginal- und Submarginalbinden bis an den 
Innenrd. Heimat: Pamir, südliches Fergana, Ladak und im indischen Gebiete der nordwestliche Himalava. 
1 ö Im »Ol r. 

bullen. B. butleri Moori (23b). Heim $ gehen, wie beim ? der vorgenannten Art. die schwarzen Binden 

bis an den Innenrd und die schwarzen Saundlecke der Vflgl lauten strahlig in die Submarginalbinde über. 
Hflgl dunkler als beim d*. - Xan Schau. Amdo, südwestliches China, Kaschmir, 15000 — 18000'. — Bei 
potanhti. der Form potanini Alph. aus der Mongolei ist. der c? grösser und es fehlt ihm die schwarze Subapical- 
binde, das ? ist dunkel gelblich. - Nach ihres Autors Meinung ist B. sikkima Frühst, eine eigene Art, Elwes 
behauptet dagegen, dass sie von skairii nicht getrennt werden könne. Sie kommt in Sikkim, also nicht im 
paläarktischen Gebiete, in Höhe von 12000 — 15000' vor. — Die von Gr..- (ii.su im um in Romanoff's Me- 
moires sur les Lepidopteres IV. pl. 10, Fig. 2a, b, als />'. shawii abgebildete Form aus Turkestan benennt 
baitalensis. Moore B. baitalensis. Mangels Materials sind wir nicht in der Lage, zu beurteilen, ob es sich um eine 
besondere Form oder Art handelt. 

16. Gattung: Teracolus Stoains. 

Die>e Gattung, die in den letzten zehn Jahren wiederholt monographisch bearbeitet worden ist. setzt 
sich aus den früheren Gattungen Teracolus, l<hn<ti* und C«//<ismi<' zusammen. Diese Trennung war lediglich 
auf die äussere Erscheinung der efef, nicht auf Strukturunterschiede gegründet. Die Teracolus sind bezüglich 
der Trennung der Arten eine der schwierigsten Gattungen, wie schon die grossen Verschiedenheiten der 
Resultate zeigen, zu denen die Bearbeiter (Butler, Marshall, E. Sharpe) gelangten. Sowohl der Zeit- wie 
der Geschlechtsdimorphismus sind überaus stark und fast allgemein ausgeprägt. Dazu gesellt sich eine 
ausserordentliche lokale Variabilität, denn manche Arten sind aus 20- :!•> oft weit, voneinander verschiedenen 
Formen zusammengesetzt. Nur sehr lange Reihen von Sammelstücken und biologische Kenntnisse ermög- 
lichen eine einigermassen zutreffende Gruppierung der Formen. - Die Teracolus sind kleinere, höchstens 
mittelgrosse Schmetterlinge mit weisser oder gelber Grundfärbung. Die Vflglspitze ist zuweilen orange oder 
scharlachrot, bei einigen Arten hyacinthblau gefärbt und zumeist schwarz gerändert. Die 'li haben meist 
vermehrte schwarze Zeichnung. -- Die Fhlr sind ziemlich kurz, etwas gekrümmt, mit nicht starker, allmählich 
anschwellender Keule. Die Vflgl zeigen vier Subcostaläste , von denen zwei vor dem Zellende abgezweigt 
sind, die obere Radialis verläuft frei und die Präcostalis ist nach aussen gebogen. -- Die Teracolus be- 
wohnen Afrika südlich der Sahara (nur eine einzige Art kommt in Nord-Afrika vor), sowie Vorder-Asien. 
Vorder-Indien und Ceylon; in sumpfigen Gegenden mit saftreicher Vegetation fehlen sie vollständig. Un- 
wirtliche, mit Felsen durchsetzte, heisse und trockene Gegenden oder sonnendürre steppen sind ihr Lieblings- 
aufenthalt. Dort Qiegen sie im brennenden Sonnenscheine rastlos über die Ebene oder schweben an den 
Felsen auf und nieder, zuweilen einer Blume einen meist nur kurzen Besuch abstattend. Dabei halten sie 
die Flügel halb geöffnet wie Anthocharis, während sie in der Ruhe mit geschlossenen Flügeln sitzen. Manche 
Arten sind erstaunlich häufig; so fing Dr. A. Seitz an einem Busche von Gapparis droserifolia IS Ter. pleione, 
ohne dass sich die andern Individuen dieser Art. die zahllos den Busch umflatterten, durch das Wegfangen 
ihrer Artgenossen hätten verscheuchen lassen. Dagegen macht die Unzugänglichkeil der Flugplätze und die 
oft. kaum zu ertragende Sonnenhitze an den stets schattenlosen Flugstellen die Jagd äusserst beschwerlich. 
Es sind etwa I .">< ) -Jim Teracolm-Formen bekannt geworden, die sich alier zu kaum 50 Arten vereinigen lassen. 

fausta. T. iausta Olivier (23c) kommt in Syrien und Persien, in Lokalformen auch in Süd-Arabien, Afghanistan 

und Nordwest-Indien vor. Oberseite rötlich gelb, beim ¥ etwas lichter, mit schwarzer Aussenrds-Zeichiuuig 
der Vorder- und Hflgl, schwarzer Subapical - Zeichnung und schwarzem Mitteltlecke der Vflgl, Unterseite 
graugelblich mit geringer dunkler Zeichnung. Stücke, denen der schwarze Mitteldeck der Vflgl völlig oder 
fast fehlt, womit auch Reduktion der übrigen schwarzen Zeichnung verbunden ist, bezeichnen wir als ab. 



TERACOLUS. Von J. Röber. 57 

immaculata. — Sehr licht gefärbte Stücke aus Beirut (cf fast weiss mit hellorangefarbenen Rippen, ? weiss- immacutata. 
gelb mit hellorangegelbem Tone) hat Nei/burger als ab. louisa beschrieben. louisa. 

T. Calais Cr. (= dynamene Klug, carnifer Btlr.) (23d) ist eine Lokalform der indischen amata F.: calais. 
sie kommt in Süd- Persien, Arabien und Afrika vor. Oberseite fleischfarbig mit schwarzen Marginal- und 
Submarginal-Zeichnungen , sowie schwarzem Mitteltlecke und gleichem Basalstreifen am Vorderrd der Vflgl, 
auch schwarzem Vorderrd der Hflgl. Unterseite dunkel schwefelgelb mit geringen schwarzen Zeichnungen. 
Das 9 hat ober- und unterseits viel lichtere Grundfärbung und reichlichere dunkle Zeichnung. — Rp erbsen- 
grün, unten heller, über den Rücken ein dunkler Schatten. Einzelne Individuen haben hinter dem Kopfe 
zwei dunkle, weiss punktierte Flecke; andere haben helle Längsstreifen. Der Kopf kann grün oder braun 
sein. An Salvadora persica. Pp entweder grün oder gelbbraun, schwärzlich schattiert. - - Die Eier werden 
in Partien von 20-70 Stück abgelegt; die Rpn bleiben lange Zeit gesellig und sind öfter von Tachina be- 
wohnt. Ch. Ndbsb erzog die variierendsten Rpn und Ppn aus einem und demselben Eierhaufen. 

T. phisadia Godt. (23 d). Oberseite der Vflgl lachsfarbig mit breitem schwarzem Aussenrd, in dem phisadia. 
Flecke von der Grundfärbung stehen, grossem runden schwarzen Mitteltlecke und verdunkeltem Basalteile, 
Oberseite der Hflgl gelblich weiss mit breitem, fast die Hälfte der Flügel einnehmendem schwarzen Rande, 
Unterseite schwefelgelb mit einigen schwarzen Submarginalflecken im hinteren Teile und schwarzem Mittel- 
tlecke der Vflgl. Heimat : Arabien und nordöstliches Afrika. — palaestinensis Stgr. aus Süd-Palästina unter- palae- 
scheidet sich durch bräunliche Unterseite. — Rp erbsengrün, in der Jugend mit zwei schwarzen Flecken stinensis. 
am Kopfe, am 2. Ring ein weisser Fleck, der bei erwachsenen Exemplaren dunkel umrandet ist: zwei 
ähnliche Flecke auf der Mitte des Rückens und einer auf dem 11. Ringe. Sie lebt an Salvadora persica. 

T. pleione Klug (= miriam Fldr., chrysomelis Btlr., eucheria Mab.) (23c). Oberseite orangegelb pleione. 
mit schwärzlichen Apical- und Marginal-Zeichnungen , schwärzlichem Mitteltleck und beim c? breitem weiss- 
liclicn Hinterteile der Hflgl und gleichem Vorderrd der Vflgl. ?? mit weisser Oberseite bezeichnen wir als 
ab. tethys (23c). — Rp jung bräunlich, später erbsengrün, etwas rauh, alter nicht eigentlich behaart; über tethys. 
die Rückenmitte zieht eine blasse Längslinie, die vor der Verpuppung verschwindet; in den Seiten zwei 
Reihen kleiner schwarzer Flecke, deren Deutlichkeit variiert. An Capparis droserifolia und Gadaba glandulosa. 
Pp cremefarbig, grün gefleckt, mit stark vorgebauschten Flügelscheiden. Die Tiere sind häufig von zwei 
Arten von Schlupfwespen bewohnt und der Falter fällt einer Spinne zum Opfer, die seine Futterpflanze 
bewohnt und in deren Netzen man die Falterleichen zu Dutzenden hängen findet (Seitz). — Arabien, 
Abessinien und Somaliland. 

T. daira Klug (= dalila Fldr.). Oberseite weiss mit schwarzen Randfleckchen und grossem orange- daira. 
roten, innen schwarz gesäumtem Apicalflecke, Unterseite weiss mit gelbem Apex der Vflgl und rötlicher Sub- 
apicalbinde; Mittelzelle der Vflgl schwefelgelb, ein schwarzer Punkt auf der unteren Discocellularis jedes 
Flügels, der auf den Hflgln innen gelb umzogen ist. Die Winterform nouna Luc. (= demagore Fldr.) nourta. 

(23d) ist unterseits rötlich gelbweiss und es fehlt die schwarze innere Besäumung des Orangeflecks. Das ? 
kann dem o vollständig gleichen, kann aber auch noch mehr Schwarz hallen als das abgebildete Stück. 
Heimat: Arabien, Nord-Afrika. Nubien, Sudan. Abessinien und Somaliland. Rp derjenigen von /'. rapae 
ähnlich, Grundfärbung grün, mit brauner, aber nur am Kopf und After deutlicher Rückenlinie, zwei schmutzig 
gelben Seitenstreifen vom Kopf bis zum 3. Fusspaare, Kopf, Füsse und Nachschieber grün, die ganze Rp 
fein behaart. Pp schmutzig gelb, nach dein Kopfe zu bräunlich angeflogen, mit deutlicher Rückenlinie und 
jederseits derselben einer Reihe feiner schwarzer Punkte; Dauer der Ppnruhe der Sommergeneration etwa 
14 Tage (K. Andreas). In Nord-Afrika kommt nur die Form nouna vor. 

T. eupompe Klug ( — theopompe Fldr., anteupompe Fldr) (23e) kommt auf der Sinai-Halbinsel, in eupompe. 
Arabien, Ost -Afrika und am Senegal vor. Oberseite weiss mit schmalem schwarzen Vorder- und Aussenrd, 
grossem karminroten, innen breit schwarz eingefasstem Apicalflecke der Vflgl und schwarzen Aussenrds- 
flecken auf den Hflgln, Unterseite gelblicbweiss mit kleinen schwarzen Mitteltlecken, einer nicht scharf 
begrenzten roten Subapicalbinde , schwarzbraunen Subapicalflecken , die beim ? strahlenförmig nach innen 
verlängert sind. ? oberseits viel dunkler mit verschwommenen rötlichen Subapicalstreifen. Die abgebildeten 
Stücke stammen aus Nubien. 

T. chrysonome Klug (23c). Oberseite der Vflgl trüb orangegelb, Basis weisslich, mit schwarzen duysonome 
Apical- und Submarginal-Zeichnungen und schwarzem Mitt ellleck. Hflni graugelb mit schwarzen Rippen; 
Unterseite der Vtlgl orangegelb, Apex gelb, Hflgl schwefelgelb, mehr oder minder gezeichnet; beim ¥ ist 
die Oberseite der Hflgl ähnlich wie die Oberseite der Vflgl gefärbt: unterseits ist der Innenteil der Vtlgl 
orange, der Apex gelb, die Hflgl sind schwefelgelb mit vier Reihen bräunlicher Zeichnungen. Die Heimat 
dieser Form ist Süd-Palästina und das nördliche Ost-Afrika. 

T. semiramis Gr.-Grsh. aus Süd-Persien, woselbst sie im Februar fliegt, ist auf der Oberseite rosenrot, semiramis 
das Anteradialfeld der Htlgl orangefarben , Vorder- und Analrd der Htlgl dicht schwärzlich grün bestäubt, 
Aussenrd tiefschwarz, Apex der Vflgl mit drei grossen und zwei kleinen blaugrünen Flecken, die Hflgl wie 



58 IXIAS. TEMAS. Von .1. Röbee. 

bei phiaadia sein- breii schwarz gerandet, der schwarze Mittelfleck ist länglich und tliesst mit dem schwarzen 
Vorderrd zusammen. Unterseite der Flügel verwaschen orange, am Apex blasser, am Vorder- und Aussenrd 
grünlich schwefelfarben, spärlich braun beschuppt, vor dem Hände zwei grössere und zwei kleinere schwarz- 
braune Flecke, ohne Mittelfleck; Hflgl grünlich schwefelgelb, spärlich braun bestreut. Das ? ist vom cf 
nicht verschieden. Etwas grösser als eupompe. Wir kennen diese Art nur aus der Beschreibung. 

eris. T. eris Klug (23e). Kiese fast ganz Afrika südlich der Sahara bewohnende Art erreicht in dem 

zum paläarktischen Gebiete gehörigen Teile Arabiens auch unser Kaunengebiet. Oberseite weiss mit grau- 
bräunlichem Apex, in dem rötlichweisse Flecke stellen, breiter schwarzer Binde am hinteren Teile des 
Aussenrds und am ganzen Innenrd der Vflgl, sowie am Vorderrd der Hflgl. Beim ? sind die dunklen 
Zeichnungen fahler, auch ha1 es einen schwarzen Mittelfleck auf den Vflgln. Die Unterseite ist schmutzig- 
weiss mit geringen schwärzlichen Submarginalflecken auf dem hinteren Teile der Vflgl. 

17. Gattung: Ixias Hbn. 

Diese Gattung ist mit Teracolus nahe verwandt. Der Hauptunterschied in der Rippenbildung besteht 
dann, dass die obere Radialis etwa zum +. Teile mit der Subcostalis verwachsen ist. Die Ixias sind meist 
grössere Schmetterlinge, die Mehrzahl der Arten hat gelbe oder weisse Oberseite mit breiter schwarzer 
Apicalzeichnung und einem grossen orangefarbigen Apicalfleck im männlichen Geschlechte. Die Arten sind 
auf das indo-malayische Gebiet beschränkt, nur eine Art dringt bis in das paläarktische Gebiet vor. 

pyrefte. I. pyrene />. (= aenippe Cr., evippe Dru., anexibia Hbn., sesia F., pirenassa Wall.) (23g) aus dem 

Süden des zum paläarktischen Gebiete gehörigen Teile Chinas, aber in grösserer Verbreitung in Indien vor- 
kommend, hal heim b" hochgelbe, beim ? weisse oder gelbliche Grundfärbung der Oberseite mit breiter 
schwarzer Apical- und Aussenrds -Zeichnung der Vflgl und massig breiten, beim ? noch weniger breiten 
schwarzen Aussenrd der Hflgl, das <? hat ein breites rotgelbes Subapicalband, das innen schmal schwarz 
begrenz! ist: Unterseite gelb mit mehr oder weniger dunkler Zeichnung, namentlich submarginalen augen- 
rhexia. artigen Flecken der Hflgl. Solche stücke gehören der Trockenzeitform an. - Die Regenzeitform rhexia /•'.' 
(= pirithous F.) (23g) ist grösser, stärker schwarz gezeichnet und hat einen breiteren, tiefer rot gefärbten 
Subapicalfleck. /. pyretn ist ein sehr variabler Schmetterling, was zur Benennung einer ganzen Anzahl 

Formen Anlass gegeben hat, die Können sind jedoch nicht konstant. 

18. Gattung: Terias Swains. 

Diese Gattung ist nicht nur über sämtliche tropische, sondern auch über einige Länder nördlich 
und südlich der Wendekreise, so China und Japan, Arabien sowie Nord-Amerika verbreitet. Ihre Haupt- 
entwicklung zeigl sich in Süd-Amerika. Die Terias -Arten sind kleine bis höchstens mittelgrosse Schmetter- 
linge von meist gelber, in einigen Arten weisser Grundfärbung. Die Palpen sind massig lang mit zu- 
gespitztem Endgliede; Fhlr mit allmählich verdickter Kolbe. Subcostalis vierästig mit zwei Asten vor dem 
Zellende, der dritte und vierte Ast in der Klügelspitze eine kurze Gabel bildend. Htlgl entweder abgerundet 
oder am zweiten Medianaste eckig vorgezogen. Präcostalis fehlend, lip schlank, nach beiden Enden massig 
verjüngt. I'p glatt, an den Seiten gekielt, schiffchenförmig, seitlich etwas zusammengedrückt, ohne seitliche 
Höcker, der Kopf sehr zugespitzt. 

laeta. T. laeta D. (= jägeri Men.) (23e) ist sehr häufig in China. Japan, Süd-Gorea und dem nordwest- 

lichen Himalaya. Der Schmetterling fliegl vom September ab, überwintert und beginnt — wie unsere Gon. 
rhamni und die Vanessa-Axtea — im März wieder zu fliegen, paart -.ich offenbar auch erst im Frühjahre. 
Er lindel wegen seiner ziemlich blattähnlichen Unterseite auf dem mit dürren Blättern bedeckten Waldboden 
guten Schulz. Die Tiere fühlen sich in ihrer Umgebung sehr sicher, denn sie müssen erst durch Auf- 
scheuchen zum Auffliegen genötigl weiden, sonst sind sie trotz ihrer Häufigkeit vom Sammler schwer zu 
linden. Vflgl mit etwas vorgezogener und scharfer Spitze, Aussenrd der Hflgl vorn, in der Mitte und im 
Analwinkel stumpf geeckt. Oberseite gesättigt zitrongelb, Vflgl mit schwarzbraunem Apicalteile. Unterseite 
der Vtlgl gelb, am Vorder- und Aussenrd bräunlich beschuppt, Htlgl gelbbraun mit zahlreichen braunen 
Fleckchen und zwei oder drei schmalen dunklen (hierbinden. ? kaum verschieden. — Die Sommerform 
bethesba. bethesba Jans. (== biformis Pryer) ist sehr verschieden; sie hat keine blattähnliche, sondern einfach gelbe 
Unterseite, aber oberseits einen breiteren, bis zum Innenrd reichenden schwarzen Hand der Vflgl, auch sehr 
schmalen dunklen Äussernd der Htlgl: die Flügel sind nicht zugespitzt und am Innenwinkel geeckt, sondern 
gerundet. Die Komi laeta befindet sich nur sieben Tage im Zustande der Pp, der Schmetterling lebt aber 
- einschliesslich der langen Winterszeit - sieben bis acht Monate, bethesba dagegen nur kurze Zeit. Die 
artliche Zusammengehörigkeil beider Formen ist von I'rykr und Leecb durch die Zucht nachgewiesen 
worden. Die Kp lebt auf Cassia miinosoides. ■ Die einzelnen Zeitformen dieser Art variieren etwas: so 
subfervens.geh.UTen zu subfervens Btlr. Stücke der Winterform />nt<< mit rötlich sandfarbener Unterseite. -- Ob 



CATOPSILIA. Von J. Röber. 59 

T. hobsoni Btfr. zu laeta oder der folgenden hecabe gehört oder eigene Art ist, steht noch nicht hobsoni. 
fest. Oberseite kanariengelb mit mehr oder weniger breitem schwarzbraunen Saume der Vflglspitze, sowie 
des Aussenrds der Vorder- und Htlgl. Unterseite kanariengelb oder lichter, dunkel beschuppt und mit mehr 
oder weniger entwickelten Flecken. Heimat: China oder Formosa. 

Die zweite häufige ostasiatische Terias-Ari ist T. hecabe L. (= sinensis Liic, anemone Fldr., hecabeoides hecabe. 
Min., aesiope Men., multiformis Pryer) (23 f). Sie tritt gleichfalls nicht nur in zwei sehr verschiedenen Zeit- 
formen auf, sondern die einzelnen Formen «variieren auch bedeutend. T. hecabe fliegt vom Mai ab, ist also 
die Frühlingsgeneration. Die Grundfärbung der Oberseite schwankt zwischen Schwefel- bis licht Zitrongelb, 
ebenso ist die Form der schwarzbraunen Aussenrds -Zeichnung der Vflgl sehr verschieden; mitunter ist sie 
sehr schmal, doch reicht sie stets bis zum Innenwinkel. Ganz anders ist die auch oberseits meist viel Lichter 
gelb gefärbte Winterform mandarina de TOrza (23f); bei ihr nimmt die dunkle Zeichnung der Oberseite mandarina. 
höchstens den Apicalteil ein, oft ist. sie nur durch kleine Fleckchen am Vorderrd in der Nähe der Flügel- 
spitze vertreten. Sie fliegt vom August ab, überwintert und verschwindet im April. Während hecabe auch 
auf der Unterseite in der Ausbildung der dunklen Zeichnung stark variiert, so dass mitunter grosse bräun- 
liche Flecke vorhanden sind, ist mandarina auf der Unterseite stets wenig gezeichnet. Von diesen Aberrativ- 
formen sind einige besonders benannt worden, von denen wir die bemerkenswertesten erwähnen wollen, so 
mariesii Btlr. : cf hoch zitrongelb, das ? schwefelgell), die Butler in 6 Formen beschrieben hat ; — hybrida mariesü. 
Bt/r. und connexiva Btlr., die sich durch eine andere Bildung der dunklen Ränder charakterisieren sollen, hybrida. 
Alle diese Formen sind jedoch nicht konstant und die für die benannten Formen angegebenen Charaktere connext 
gelten eben nur für die Typen. Die grosse Variabilität dieser Art wird einigermassen veranschaulicht durch 
die Abbildungen P. C. T. Snellen's in »Midden Sumatra«, Taf. I und II. - - Rp kurz behaart, grasgrün, mit 
dunklerem Rückenstreifen und weisslichem Streifen über den Füssen, auf Aeschynomene sesban, Lespedeza 
juncea, »Madras-Dorn« und Leguminosen. Pp gewöhnlich geformt, gelblichgrün mit dunklen Fleckchen. 

Ob T. blanda B. (23 f), die auch in Japan vorkommt, als eigene Art gelten muss, oder ob sie blanda. 
gleichfalls nur eine Form der hecabe ist , steht noch nicht fest. Oberseite schwefelgelb mit schmalem und 
mehr regelmässigem schwarzen Aussenrde der Vflgl, der sich nicht am Irde fortsetzt, und sehr schmalem 
und verwaschenem Aussenrde der Htlgl, Unterseite lichtgelb mit dunklen Fleckchen am Vrd der Vflgl, sonst 
von hecabe nicht verschieden. 

T. senegalensis B. (23 e), die im grössten Teile Afrikas und in Arabien vorkommt. is1 sicher auch senegalensis. 
nur eine Form der hecabe. Flügel schmäler, dunkler Aussenrd der Vflgl etwas reduziert, Htlgl fast, ohne 
dunklen Aussenrd, ? licht schwefelgelb bis gelblichweiss. 

T. venata Moore (23f) kommt nach Butler in Nord-China, sonst noch in einem grossen Teile oenata. 
Indiens, vor. Oberseite dunkelgelb, in der inneren Hälfte stark schwarz bestäub! , mit ziemlich breitem 
schwarzbraunen Rande der Vflgl und Htlgl. Unterseite gelb mit wenigen dunklen Fleckchen. 

19. Gattung: Catopsilia Ulm. 

Diese Gattung ist über sämtliche tropische Länder verbreitet . überschreitet nur in wenigen Arten 
die Wendekreise, erreicht aber in Süd-Amerika den Höhepunkt ihrer Entwicklung. <". philea />., die ineist 
noch zu Catopsilia gerechnete Amynthia menippe Uhu. und ähnliche Arten wetteifern in Grösse und Schönheit 
mit den schönsten Schmetterlingen. Die cfcT besitzen als sekundäre sexuelle Auszeichnung einen breiten, 
dicken Schuppenbelag auf dem äusseren Teile der Flügel, auch Duftpinsel und Schuppennäpfe in der Nähe 
der Flügelwurzel. Die Palpen ragen nur wenig über den Kopf und haben ein sehr kleines, oft unter den 
Schuppen verstecktes Endglied. Die Fldr sind ziemlich kurz, ohne deutlich abgesetzte Kolbe und mit ab- 
gestumpfter oder eingekerbter Spitze. Die Vflgl sind dreieckig, haben eine lange Mittelzelle, eine vierästige 
Subcostalis, deren zwei ersten Aste vor dem Zellende abgezweigt sind, der dritte und vierte Ast bilden eine 
lange Gabel, der vierte Ast mündet in den Aussenrd. Die Hllgl sind rund, aber bei manchen Arten in der 
Mitte des Aussenrds stumpf vorgezogen , bei einigen Arten ist der Analwinkel schwanzartig verlängert. - 
Alle Catopsilien sind äusserst häutige Schmetterlinge, die sich zuweilen zu Schwärmen vereinigen; es sind 
vielfach die ersten Falter, die den in den Tropenhäfen liegenden Schiffen entgegenfliegen. Sie fliegen meist 
schnell, sind aber, wenn sie mit festgeschlossenen Flügeln an den Blumen saugen, leicht zu fangen. 

C. florella F. (= pyrene Swains., minna Ld.) (23 g) kommt in ganz Afrika südlich der Sahara, sowie floretla. 
in Syrien, Arabien und Ägypten vor. o" 1 oben grünlichweiss mit sehr geringer dunkler Apicalzeichnung 
und dunklem Mittelflecke der Vflgl, unten gelblichweiss mit gleichmässiger lichter Sperberzeichnung, von der 
nur der hintere Teil der Vflgl frei ist, auf jedem Flügel ein rötlicher Mittelfleck, Kopf, Augen und Fhlr 
rötlich. Das ? ist gelb mit rotbraunen Flecken am Aussenrde und grossem schwarzem Mitteltleck auf den 
Vflgln, Unterseite gelb mit rötlichen Sperberzeichnungen, am Schlüsse der Vtlglzelle mit einem und am 
Schlüsse der Hflglzelle mit zwei zusammenhängenden rötlichen, silbern gekernten Flecken. Rp hellgrün, 



60 



GONEPTERYX. Von .1. Röbeb. 



rauh und fein schwarz punktiert. Längs den Seiten verläufl ein unterbrochener, aber sehr deutlicher schwarzer 
Streifen, anter dem ein breiteres, orangefarbenes Band sich hinzieht. An Cassia. Pp der von Gonepteryx 
sehr ähnlich, grün. Die Schmetterlinge sind sein' häufig, stellen- und zeitweise massenhaft; sie fliegen 

schnell, sind aber nicht scheu. 

crocale. C. crocale Cr. (= jugurtha Cr.) (24a) ist in Indo -Australien weit verbreitet und sehr gemein, in 

Zentral-China, wo sie von Leech beobachtet winde, aber anscheinend selten. Das P ist oben grünlichweiss, 

am basalen Flügelteile grünlichgelb und bis auf einen schmalen schwarzen Vorder- und Aussenrdstreifen 

flava, zeichnungslos; die ab. flava Btlr. ist ober- und unterseits völlig gell), die Unterseite ist ganz ähnlich 

der (»beiseite und zeichnungslos. Die ?? variieren stark; es i_ r ibt solche Stücke, die den dV ähnlich sind, 
aber auch solche, bei denen die dunkle Färbung überhand genommen hat: zwischen diesen beiden Formen 
kommen alle Zwischenformen vor. Die Unterseite der ?? ist gelblich bis bräunlich mit sehr geringen dunklen 
pomona. Zeichnungen, de NlCEVILLE will durch die Zucht festgestellt haben, dass pomona F., die bisher für eigene 
Art galt, eine Form der crocale sei. Diese hat unterseits submarginale bräunliche Zeichnung und Silberflecke 
am Schlüsse der Utlglnnttelzelle ; bei manchen ?? isl die bräunliche Zeichnung dermasseu entwickelt, dass 
grosse Flecke entstanden sind. - Die Rp lud gekornelte (chagrinierte) Haut, ist oben graugrün, mit einer 
stahlblauen Linie oberhalb der Luftlöcher, über der ein weisser Streifen verläuft, der jedoch an den ersten 
vier Segmenten gelb ist: unterhalb der Luftlöcher ist die Haut hchtgrün, auf der Bauchseite bläulichgrün; 
jedes Segmenl trägt <i Kalten und die ganze Rp ist fein schwarz punktiert. Pp hellgrün, Kopf in eine 
Spitze verlängert, der Kücken mit einem Buckel, von der Kopfspitze bis zum Hülsende isl an jeder Seite 
ein gelber Streifen. Die Rp. lebt auf Cassia alala L. (de Niceville). 



20. Gattung: Gonepteryx Leaeh, Zitronenvögel. 

Diese Gattung charakterisiert sich auffällig durch ihre Flügelgestalt. Die Spitze der Vtlgl ist sichel- 
förmig umgebogen und scharf zugespitzt und die Hflgl sind im hinteren Teile des Aussenrds winkelig vor- 
gezogen. Von den vier Subcostalästen mündet der letzte in die Flügelspitze. Die Kaipen ragen nur \venig_ 
über den Kopf, die Khlr sind kurz, kräftig und allmählich verdickt, daher ohne eigentliche Kolbe, sondern 
keulenförmig, am Ende abgestumpft oder mit einem Spitzchen versehen. Die Verbreitung der Gonepteryx- 
Arten ist eigentümlich. Das paläarktische Gebiet besitzt die meisten Arten, ist daher als die eigentliche 
Heimat der Gattung zu betrachten, Nord-Indien hat nur wenige, mit rhamni nahe verwandte Arten, sonst 
hat nur noch Süd-Amerika einige, aber riesenhafte Vertreter der Gattung. Das ganze afrikanische Gebiet 
südlich der Sahara, [ndo-Australien und das grosse nordamerikanische Gebiet haben keinen Vertreter der 
Gattung aufzuweisen, nur im subtropischen Gebiet Nord-Amerikas tritt ein Einwanderer aus dem Süden 
auf. In der Kracht der Flügelfärbung werden die paläarktischen Arten von ihren exotischen Verwandten 
nicht erreicht. 

aspäsia. 0. aspasia Men. (24b) vom Amur. Ussuri, aus Korea, Turkestan und .Japan, ist grösser als rkatnni, 

die Oberseite der Vtlgl lieht orangegelb, der Hflgl schwefelgelb mit massig grossen rotbraunen Mitteltlecken: 

acuminata: die Saumflecke sind sehr klein, die Unterseite ist sehr lichtgelb, das ? grünlichweiss. -- acuminata Fldr. 

aus Nord- und Zentral-China hat etwas verlängerte Vflglspitze, die Oberseite aller Flügel ist schwefelgelb 
mit grösseren orangeroten Mitteltlecken, die Saumtlecke der Vflgl sind ausgebildeter und bilden mitunter 
von der Flügelspitze bis zum zweiten .Medianaste einen ununterbrochenen Streifen, die Unterseite ist etwas 
grünlicher, das V grünlichweiss. — Rp auf Khamnus dahurica. G. iispati'i fliegt von Juni ab und ist ein 
Bergtier, während die an den gleichen Orten vorkommende rhamni die Täler bevorzugt. 

farinosa. Q. farinosa Z. (24b) aus West-Asien (das Vorkommen in Nord-Afrika ist sehr fraglich) ist auffällig 

grösser als Stücke der rhamni aus Mittel-Kuropa und selbst aus Süd-Frankreich, die Beschuppung des 
ist kreidig dick, auf dem äusseren Teile der Flügel ober- und unterseits lichter, auch sind die ganzen Hflgl 
etwas lichter als die Vflgl gefärbl und die gellten Mitteltlecke undeutlicher, auf den Vflgln oft fehlend, 
namentlich bei den ??, die noch bleicher als die rhamni-^ gefärbl sind. Die Artberechtigung der f<nim>s<t 
isl vielfach angezweifelt worden, nach unserer Meinung aber unbegründeter Weise, denn farinosa tliegl zu- 
sammen mit rhamni und cleopatra (so im südlichen Klein-Asien). 

rhamni. G. rhamni /.. (24b, c) kommt im ganzen paläarktischen Gebiete mit Ausnahme der nördlichsten 

Region und der kanarischen Inseln, aber auch in einer geringen Lokalform in Nord-Indien vor; die Angabe 
in Kntiiv's Katalog, dass die Art auch in Kalifornien vorkomme, ist jedenfalls unzutreffend. Oberseite des <f 
zitrongelb mit orangegelben Mittelflecken und sehr geringen bräunlichen Randflecken, Unterseite schwefel- 
bis bleich ockergelb, im inneren Teile der Vflgl lichter, die Mittelflecke bräunlich, die der Hflgl mit lichtem 
Zentrum, die Saumflecke etwas deutlicher als oberseits, ausserdem die Hflgl mit schwärzlichen, meist strich- 
lormigen Submarginalfleckchen ; Khlr und Kaipen rötlich. — Eine sehr bemerkenswerte Aberration ist die 
progressiva, bei Freiburg in Baden gefangene progressiva Geest; dieses Stück (cf) zeigt auf den Vflgln dieselbe Schmuck- 
färbung wie Cleopatra ö\ - Im südlichen Teile des Gebiets (Algier und südliches Klein-Asien) fliegt eine 



Ausgegeben 5. IX. 07. GONEPTERYX. Von .1. RÖBEß. 61 

grössere und viel gesättigter gelbe, auch unserseits reiner gelbe Form: meridionalis form. nov. — In Nord- meridionalis. 
Indien und zweifellos auch in den angrenzenden Teilen des paläarktischen Gebiets fliegt nepalensis Doubl, nepalensis. 
(24c); Oberseite gesättigt gelb mit etwas grösseren und lebhafter gefärbten Mitteltlecken und deutlicheren 
Saumfleckchen, die an der Vflgl-Spitze eine ununterbrochene Linie bilden. -- amurensis <h-<uü. (24c) ist amurensis. 
eine hübsche grosse, sehr gesättigt gelbe, mitunter orangerot angeflogene Form vom Amur, Nord- und 
Zentral- China mit sehr grossen orangeroten Mitteltlecken und deutlichen, am vorderen Teile des Aussenrds 
der Vflgl eine zusammenhängende Linie bildenden bräunlichen Saumfleckchen. Das ? hat stark grünlichen 
Schein. - Tutt unterscheidet noch folgende Aberrativformen : intermedia: ? grünlich gelb, die Flügel- intermi 
ecken besonders lebhaft gefärbt; ■ cleodoxa: Orangefleck in der Mitte der Vflgl sehr klein oder obsolet cleodoxa. 
oder in die Grundfärbung verflossen. - Eine sehr hübsche Aberration, die als erste Form der Entwicklung 
zur ab. ■progressiva betrachtet werden kann, wurde bei Löbau in Sachsen erbeutet; dies Stück zeigt auf 
allen Flügeln eine schmale orangerote Submarginalbinde ; wir bezeichnen diese Form als ab. filia. — filia. 
Zwischen Stücken aus Nord- Deutschland und solchen südlicher Herkunft (z. B. von Triest) besteht in der 
Färbung, besonders der Unterseite und zwar bei beiden Geschlechtern, ein erheblicher Unterschied; da aber 
die dazwischenliegenden Länderstrecken zweifellos Mittelformen aufzuweisen haben, so wäre eine besondere 
Benennung der einzelnen Formen nicht gerechtfertigt. - Die Art fliegt in Nord - Deutschland von Ende 
Juni ab und überwintert: die Paarung erfolgt erst im Frühjahre. - Rp mattgrün, an den Seiten heller. 
mit einem matten weissen Längsstreifen über den Füssen, Luftlöcher dunkelgrün, Kopf grün; lebt an ver- 
schiedenen Rhamnus- (Faulbaum-) Arten, aber zweifellos noch an anderen Pflanzen (z. B. wahrscheinlich an 
Heidelbeere) , weil der Schmetterling auch an Stellen , wo Faulbaum gar nicht vorhanden ist , doch häufig 
vorkommt. Pp mit sehr bauchigem Bruststück, eckig, grün mit einem hellgelben Streifen an jeder Seite. 
Eier kegelförmig mit vier deutlichen Streifen. 

G. alvinda Blanch (24c) aus Tibet hat im männlichen Geschlechte zitrongelbe Vorder- und ab- alvinda. 
stechend lichte (gelblich weisse) Hflgl. Unterseite sehr licht, nur im inneren Teile der Vflgl leichl schwefel- 
gelb angehaucht. 2 oben fast weiss, unten gelblich, nur der hintere Teil der Vtlgl rein weiss. 

G. Cleopatra /.. (24d) kommt in Süd-Europa, Nord -Afrika, Klein -Asien, Syrien (auch bei Jerusalem, Cleopatra, 
v. iaurica) und Madeira, sowie auch — dafern die Fundortsangabe zutreffend ist - - im nördlichen Ost-Asien 
(Wladiwostok) vor. Die typische Cleopatra aus dem südlichen Europa und Nord -Afrika hat im männlichen 
Geschlechte lebhaft zitrongelbe Oberseite, der grössere innere Teil der Vflgl ist orangerot, die Hflgl haben 
einen mehr oder minder grossen orangeroten Mitteltleck und die Vflgl am Vordem! und vorderen Teile des 
Aussenrds rötliche Saumfleckchen. Die Unterseite ist fahl zitrongelb, die Zeichnung wie bei rhamni, Kopf, 
Palpen und Fhlr sind rot. Die ?? sind mehr oder weniger gelblich weiss, mitunter mit schwefelgelbem 
Anfluge, die Unterseite ist gelblicher als bei den rhamni-^. -- Unter dieser Form tritt einzeln auf ab. virgo virgo. 
Rober (24d), cfcf mit tief orangeroten Vtlgln und geringem violetten Schiller. ■- italica Gerh. ( = massiliensis italica. 
Foulquier) ist nach der Ansicht Dr. Staddinger's und Dr. Rebel's die Sommerform, die sich durch schwefel- 
gelbe Unterseite charakterisiert. Diese Färbung kommt nach dem uns vorliegenden Malenale indessen auch 
bei solchen Stücken vor, die im Frühjahre gefangen worden sind. Wir bezweifeln überdies, dass im 
paläarktischen Gebiete eine Gonepteryx-Ar\ in mehr als einer Generation auftritt, denn im südlichen Klein-Asien 
(Taunus) beginnen die daselbst vorkommenden drei Arten rhamni, farinosa und cleopatra v. taurica zu der- 
selben Zeit zu fliegen, wie rhamni in Mittel -Europa, das Auftreten einer zweiten Generation im südlichen 
Teile des Gebiets müsste aber notwendigerweise eine Verschiebung der Flugzeiten zur Folge haben. - 
taurica Stgr. (= antonia Btlr.) (24 d) aus dem Taurus, Syrien und Palästina (Jerusalem) hat in beiden Ge- taurica. 
schlechtem lichtere Färbung der Ober- und Unterseile: bei den cTo" 1 ist die Orangefärbung der Oberseite 
der Vflgl viel geringer entwickelt. - maderensis Fldr. von Madeira hat im männlichen Geschlechte total maderensis. 
orangerote Vflgl. — Das schon vorher erwähnte Stück einer cleopatra aus Wladiwostok weicht in mehr- 
facher Beziehung von den bekannten Formen ab: die Vflgl-Spitze ist kaum merklich vorgezogen, auch der 
Saum der Hflgl am 2. Medianaste nicht spitzig, sondern nur gebrochen geeckt, das Orange der Vflgl- 
Oberseite steht zwischen cleopatra und taurica und die Unterseite ist viel fahler; sollte dieses Stuck einer 
konstanten Lokalform angehören, so könnte diese Orientalis (24d) benannt werden. — Rp etwas mehr blau orientalis. 
gefärbt als rhamni, mit bestimmterem weissen Seitenstreifen; an Rhamnus alpina, catharticus und alaternus. Pp 
schmutziggrün mit einem gelben Streifen an jeder Seite und roten Tüpfchen daneben. 

G. amintha Blanch. (24e) aus Tibet weicht von den übrigen Arten durch seine Flügelgestalt (vergl. amintha. 
die Abbildungen) ab. Die Oberseite der c?o' ändert ab von tief zitron- bis orangegelb, die Mittelflecke sind 
gross und intensiv gefärbt, die bräunlichen Saumflecke auf dem vorderen Teile der Vflgl und meist auch 
auf dem hinteren Teile der Hflgl zu einer Linie vereinigt. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern 
grünlich weiss, beim cP im grösseren hinteren Teile schwefelgelb. Das ? ist oberseits weiss mit sehr 
schwachem gelblichen Anfluge, an der Flügelwurzel und an den Aussenrdn schwefelgelb angeflogen. 

G. Cleobule Hbn. (24e) von den kanarischen Inseln hat im männlichen Geschlechte tief orangegelbe cleobule. 
Vtlgl mit zitrongelben Fleckchen am Äussernd und rotbraunen Saumfleckchen, die Htlgl sind zitrongelb mit 
I 8 



DERCAS; COLI ^S. Von J. Röber. 

starkem orangegelben Anfluge und grossem orangeroten Mittelflecke sowie braunroten Saumfleckchen ; Kopf. 
Palpen und l-'lilr sind rötlich; die Unterseite der Vflgl ist rötlich gelb, die der Hflgl grüngelb. Die ?? sind 
oberseita gleichmässig licht orangegelb mit orangeroten Mittelflecken auch auf den Vflgbi, die Unterseite ist 
lichter als bei den oV. 

Es isl sein schwierig, die Gonepterux-Arten der Gruppe aspasia-ahinda richtig zu trennen, was schon 
durch den völlig misslungenen Versuch Leech's (Butterflies from (Unna. Japan and Corea) bewiesen wird; 
wir können daher nicht behaupten, im vorstehenden in allen Punkten das tüchtige getroffen zu haben. 

21. Gattung: JDercas Boisd. 

Diese Gattung ist zwar nahe mit Goneptenjx verwandt, doch sowohl im Äusseren, als auch in den 
Organen verschieden. Die auffallendste Eigenschaft ist dir Gestall der Vflgl, die nicht nur eine scharte. 
sondern auch mehr oder weniger lang ausgezogene Spitze haben. Der Aussenrand der Vflgl ist hei verhuellii 
bis zum Innenwinkel, bei enara nur im vorderen Teile kurz gezähnt, der Aussenrand der Hflgl bei verhuellii in 
der Mitte zahnförmig ausgezogen und am Innenwinkel scharf geeckt, bei (»nrn aber ohne Besonderheiten. 
Du- .Mittelzelle der Vflgl ist kurz und sehr hauchig, der zweite Subcostalast genau am Zellschlusse ab- 
gezweigt, der vierte Ast verläuft in den Vorderrand. Die Fühler sind kurz und verdicken sich nur allmäh- 
lich zu einer schwachen, undeutlichen und abgestumpften Kolhe. Die Palpen sind kurz und dicht beschuppt. 
\iiii den drei Arten dieser Gattung kommen zwei in Nord-Indien und China, die dritte Art in Sumatra und 
Borneo vor. 

verha'ellü. D. verhuellii Hoev. (= lycorias Doubl.) (27 e) kommt in Nord-Indien und China vor. Die Oberseite 

ist heiin <? zitrongelb, beim 2 bleicher, mil brauner Apicalzeichnung , rötlichgelbem Mittelflecke und gleich- 
farbigen submarginalen Streifen, auf den Hflghi mit braunen Saumflecken. Die Unterseite ist bleicher, auch 
auf den Hflgln mit licht gekerntem länglichen Mitteltlecke. 

enara. D. enara Stoinh. (= olens Stgr. LI.?) (27 e) ist gemein in Zentral- und West-China und kommt auf 

massig hohen Bergen vor. sie ist eine Lokalform der nordindischen uallichii Doubl. (— urania Btlr., decipiens 
Nkev.). Die Vflglspitze ist scharf, alter kaum verlängert, ^\vv Aussenrand der Vflgl nur im vorderen Teile' 
ganz kurz gezähnelt. Die Oberseite ist satl schwefelgelb, nach den Wandern zu tiefer, die braune Apical- 
zeichnung der vorderen inneren Begrenzung rostgelb, ein gleichgefärbter Streifen zieht sich bis zum ersten 
Medianaste. Die Unterseite ist lichter, mit licht gefülltem .Mitteltlecke, geringen bräunlichen Fleckchen 
am Vorderrande der Vflgl und auf allen Flügeln mit einem von der Flügelspitze nach der Mitte des Innen- 
randes ziehenden bräunlichen Streifen sowie kleinen unre^elmässii^en Flecken im Innern der Flügel. 

22. Gattung: Colias /•'. 

Diese Gattung charakterisier! sich unverkennbar durch die äussere Erscheinung, in der Rippen- 
büdung durch den völligen Manuel der Präcostalis, welchen Charakter sie nur mit der äusserlich ganz ver- 
schiedenen Gattung Terias teilt. Die Schmetterlinge haben meist Mittelgrösse, einige Arien sind zu den 
■ grösseren Fallern zu zählen. Fühler ziemlich kurz mit allmählich verdickter, aber deutlicher Kolhe. Spitze 
der Vflgl abgerundet, Vflgl mil vier Subcostal ästen, von denen der erste weil vor dem Schlüsse der Mittel- 
zelle abgezweigt ist; die obere Radialis entspring! aus der Subcostalis, daher obere Discocellularis fehlend. 
Die Gattung hat ihr Hauptverbreitungsgebiel in Zentral- Asien, wo die meisten Arten ihre Heimat 
haben. Sie ist fast ausschliesslich auf Gebiete mit gemässigtem Klima beschränkt. In Nord-Amerika, in den 
Gebirgen des tropischen Süd-Amerika und in den Ebenen des südlichen Teils von Süd-Amerika kommen 
einige, in Afrika nur zwei Arten (Lokalformen der edusa und der hyale), in Indo-Australien aber kommt, 
abgesehen vom Himalaja und den mil diesem zusammenhängenden Nilghiribergen, keine Art vor. Finige 
Arien dringen weit nach Norden (so C. boothii bis zum 75. Breitengrade), und im Feuerlande komm! eine 
der schönsten und grössten Arien (imperialis Btlr.) vor. Einige Arten treten in zwei Generationen, aber 
wohl die meisten in nur einer Generation auf. Der Geschlechtsdimorphismus ist bei einigen Arien gul ent- 
wickelt, auch der Dimorphismus der weiblichen Formen, die vielfach in einer blassen und einer hochgelben 
oder orangefarbenen Form auftreten. Die Schmetterh'nge sind rasche und andauernde Flieger. Die cfcf vieler 
Arien besitzen als sekundär-sexuelle Auszeichnung am Vorderrande der Hflgloberseite eine scharf begrenzte 
kleine Scheibe kreidig-dicker Schuppen i Mehlfleck»). 

marcopolo. C. marcopolo Gr.-Grsh. (25a) vom südöstlichen Pamir ist eine kleinere Art. Oberseite (lese/ 1 bleich- 

schwefelgelb mit nicht sehr breitem grauschwarzen Aussenrande, wenig auffälligem grossen gelben Flecke 
auf der Oberseite der Hflgl und ohne schwarzen Mittelfleck der Vflgl. Unterseite der Vflgl schmutziggelb 
mit graugrünem Äussernd. Hflgl dunkler graugrün mit weisslichem Mittelflecke. Daseist ober- und unter- 
seits schmutzig dottergelb mit breiteren, nach innen verwaschenen Aussenrändern. auf den Vflgln mit gelben 
Submarginalflecken. — Die Form mit lebhafterer gelber Färbung der Oberseite, schmäleren dunklen Aussen- 

nicolopolo. rändern und schwarzem Mitteltlecke der Vflgl ober- und unterseils benennen wir ah. (?) nicolopolo (26a). 



GOLIAS. Von J. Röbbr. 63 

C. palaeno L. (= philomene Hbn., lapponica Stgr., werdandi H.-Sck. (25a). Oberseite des bleich palaeno. 

gelb mit schwarzbraunen Aussenrändern, dunklem, licht gekerntem Mitteltleck der Vflgl und hellem Mittel- 
deck der Htlgl, Fransen rot, Unterseite der Vflgl bleich gelb mit dunklem, weiss gekerntem Mitteltleck und 
rotem Saume des Vorder- und Aussenrands, Htlgl gelb, stark dunkel bestäubt, mit grossem weissen Perl- 
mutter-Mitteltleck, Fransen rot. Das ? hat oberseits weisse Grundfärbung, die Unterseite der Vflgl ist im Innern 
weiss, an der Spitze gelb, die Htlgl sind etwas lichter als beim d 1 . Kommt in Skandinavien und Nord-Russland 
vor. Unter dieser sogen. Stammform treten ab. schildei Stgr., gelbere Stücke mit schmälerem Aussenrd, schildei. 
und ab. cretacea Schilde auf: letztere ist in beiden Geschlechtern oberseits kreideweiss und unterseits blau- cretacea. 
grau. — In Nord-Deutschland und Livland, auf dem Riesen- und Erzgebirge etc. kommt europome Esp. curoi><>,iir. 
(== palaeno 0.) (25a, b) vor. Diese Form ist etwas grösser, das cT oberseits zitrongelb, unten wie das ? 
gelber; unter ihr kommt ab. illgneri Rühl, ?? mit gelblicher Oberseite und stärker gelber Unterseite, vor. — illgneri. 
europomene 0. (25 b) aus den europäischen Alpen ist etwas kleiner als europome, hat etwas schmälere europomene. 
Aussenränder und wenig dunklere Unterseite. Stücke dieser Lokalform, denen der Mitteltleck auf der Ober- 
seite der Vflgl fehlt und bei denen die Oberseite der Htlgl einen grünlichen Sehein hat, sind von Cabädja 
als cafflischi beschrieben worden. An denselben Orten kommen noch vor: ab. herrichi Stgr. (= werdandi cafflischi. 
H.-Sch., philomene Dup.), weibliche Stücke mit gelber Oberseite, ochracea Geest, S? mit gold- oder ocker- herrichi. 
gelber Oberseite, redueta Geest, ?? mit grossen weissen Submarginalflecken , und herrichina Geest, tV mil 0li ''' l!m '- 

~ l'PuUCtü 

milchgelber Oberseite, also Verbindungsglied der typischen ?? mil herrichi. -- orientalis Stgr. ist in Sibirien herrichina. 
und am Amur heimisch, der europomene sehr ähnlich und nur auf der Unterseite der Htlgl dunkelgrünlich. — orientalis. 
aias Frühst, von Japan ist die grösste palaeno-Form mit sehr breitem Aussenrd der Vflgl und gesätligt grüner aias. 
Unterseite. — pelidnides Stgr. und pelidne Boisd. von Nord- Amerika werden bei den amerikanischen Pieriden 
zu besprechen sein. — Rp meergrün, sammetartig, mit feinen schwarzen Pünktchen, an den Seiten ein 
hochgelber, unten schwarz gesäumter Längsstreifen, unter welchem die weissen, schwarz gerandeten Luft- 
löcher stehen, Bauch und Bauchfüsse mattgrün, Brustfüsse gelblich, Kopf grün; im Mai auf Sumpf heidel- 
beeren. Pp grünlichgelb mit stark gewölbtem Rücken. Her Schmetterling fliegt Ende Juni bis Anfang Juli 
auf Torfmooren und ist nicht selten (Spülkr). 

C. werdandi Zeit. (25b, c) ist die skandinavische, auch auf der Insel Xowaja Semlja vorkommende werdandi. 
Lokalform der nordamerikanischen mute* J3o/W. Die Oberseite isl sehr bleich weissgelb, der Aussenrd grau- 
schwarz und schmal und vor ihm eine submarginale Reihe obsoleter und zusammenhängender grausehwarzer 
Flecke, der Mitteltleck der Vflgl gross und schwarz, die Fransen sind blassrot. Die Unterseite der Vflgl ist 
schmutzigweiss, der Mitteltleck weiss gekernt, vordem Aussenrd eine Leihe schwärzlicher keilförmiger Flecke; 
die Unterseite der Htlgl ist grüngrau, der weissliche oder gelbliche Mitteltleck rot eingefasst, der breite 
Aussenrd viel lichter und der ganze Saum rosenrot. Das ? hat lichte Submarginaltlecke und verdüsterte 
Htlgl. Unter der werdandi kommen folgende Aberrativformen vor: sulphurea Lampa, schwefelgelbe Stücke; sulphurea. 
immaculata Lampa, männliche Stücke, denen die submarginale Fleckenbinde der Vtlgl fehlt; chriestiernssoni immaculata. 
Lampa (25c), Stücke mit ockergelber oder hell goldgelber Grundfärbung; radiata Thurau (25c), Stücke, f^nssoni 
denen der dunkle Aussenrd aller Flügel fehlt, aber die submarginalen Flecke streifenförmig nach dem Flügel- radiata 
rand laufen; insignata Thurau (25c), eine fast zeichnungslose Form, die /war den .Mitteltleck der Vtlgl, aber insignata. 
bis auf die dunkle Beschuppung der Rippen keine Zeichnung besitzt ; Stücke der werdandi, denen der schwarze 
Mitteltleck der Vflgl völlig fehlt, können als anastigma form. nov. bezeichnet werden. — Gol. nastes und rossii anastigma. 
werden bei den amerikanischen Pieriden besprochen werden. Die Art ist stellenweise nicht selten. 

C. cocandica Ersch. (25 d) aus Fergana, dem Issykkul und dem Thian ist im männlichen Geschlecht cocandica. 
oberseits grüngelb, dunkel beschuppt, mit schwarzer Aussenrands- und Submarginalbinde, schwarzem Mittel- 
tleck der Vflgl, rötlichen Fransen und Fhlrn. Die Unterseite der Vtlgl ist graugelb mit gelb bestäubter Spitze, 
schwarzem Mittelfleck, submarginalen schwarzen Fleckchen und rotem Saume des Vorder- und Aussenrands, 
die Hflgl sind dunkel gelblichgrün mit breitem gelblichen Aussenrd, perlmutterfarbigem, rötlich umzogenem 
Mittelfleck und rotem Saume des ganzen Flügels. Das ? ist oberseits düster gelblichweiss, unterseits bleicher 
und etwas stärker gezeichnet als der cf. — ab. galba Gr.-Grsh. ist eine gelbe Form des weiblichen Ge- galba. 
schlechts; - - ab. hybrida Gr.-Grsh. ist viel weniger gelb und vermutlich eine Bastardform von cocandica hybrida. 
und eogene. -- maja Gr.-Grsh. aus Boro Ghoro und den Alpen von Korla ist grösser, lichter gefärbt, das cf maja. 
weniger grün, das 2 fast weiss. — grumi Alph. aus Nan-schan ist heller, auf der Unterseite der Hflgl blau- grumi. 
grau, nicht grünlich. — tamerlana Stgr. (= obscura Aust) (25d) vom östlichen Thyan ist gross und sehr tamerlana. 
dunkel. — mongola Alph. aus dem südöstlichen Altai und der nordwestliehen Mongolei ist der tamerlana mongola. 
sehr ähnlich und unterscheidet sich von ihr hauptsächlich dadurch, dass die lichte Binde auf dem vorderen 
Teile der Hflgl grösser und weisslicher ist. — elwesi (nom. nov. für den früher vergebenen Namen leecki Elw.) elwesi. 
von Ladak ist im männlichen Geschlecht zitrongelb. 

C. melinos Ev. (25d) von Altai, Sajan, Kentei und Amur ist oberseits schwach gelblichweiss, mit melinos. 
grauschwarzem, oft durch die lichten Rippen geteiltem Aussenrd, mehr oder minder entwickelter gleichfarbiger 
Submarginalbinde, grossem schwarzen Mitteltleck der Vtlgl und wenig deutlichem, verschwommenem gelb- 
lichen Mittelfleck der Hflgl. Das ? ist oberseits unrein weiss mit stärker entwickelten schwärzlichen Zeich- 

jn IIa c r- P ict on t 



nungen. Das cf ist auf der Unterseite der Vtlgl unrein weiss mit lichtgelbem Apex und weiss gekerntem 



• ;i COLI \s. Von J. Ruber. 

schwarzen Mittelfleck, anl den Hflgln lichtgelb mil dunklen Atomen und perlmutterglänzendem, rötlich um- 

zogenem Mittelfleck, das j an der Spitze der Vflgl und auf den ganzen Hflgln dunkler gelb, die Fransen 

herzi. sind bei beiden Geschlechtern ober- und unterseits rötlich. herzi Slgr. (= melinos ll<r:\ (25d) aus 

Nordost-Sibirien (vom Wilui) ha1 geringer entwickelte dunkle Zeichnung und isl unterseits fahler gefärbt. — 

vitimensis. vitimensis Aust., am Witim (an dessen Mündung in den Lena) gefunden, ist grösser, rein weiss, ohne gelb- 
liche Färbung, die Unterseite der Hflgl beim ' graugrlinlich und beim i graugelblich. 

phicom C. phicomone Esp. (25e) aus den Upen, Pyrenäen und den Gebirgen Ungarns ist im männlichen 

Geschlecht oberseits gelb nid stark dunkler Beschuppung, so dass die Gesamtfärbung dunkelgrünlich er- 
scheint, dunklem Rande, mehr oder minder entwickelten, ofl teilweise fehlenden gelben Submarginalflecken, 

schwarzem Mittelfleck auf den Vflgln, gelbei ler rötlichem Mittelfleck auf den Mlldn. rosenrotem Saum 

des Vorder- und Anssenrands dei \" 1 1 i_rJ und des ganzen Saums der Hflgl, sowie rotem Kopf und gleichen 
Fühlern. Die Unterseite der Vflgl isl weiss, am Apex mein- oder minder gelb, die der Hflgl gelb, im inneren 
Teile dunkel beschuppt, der ofl doppelte Mittelfleck ist perlmutterfarbig mit rotem Hände, der sich mitunter 
strichförmig nach aussen fortsetzt; das ■. ist oberseits unrein weiss, mit weniger, aber schärfer lokalisierter 
ti dunkler Zeichnung, unterseits bleicher. - ah. geesti Neuburger ist bis auf die gelbe Submarginalbinde und 
elegans. den gelben Mittelfleck der Hflgl eintönig schwarz. Bei ah. elegans Schultz sind die Vflgl eintönig mau. die 
Submarginalflecke kaum erkennbar und auf den Hflgln isl oberseits der rote Mittelfleck vergrössert. Kp 
dick, walzig, dunkelgrün, sammetartig, fein schwarz punktiert, an den Seiten ein weisser Längsstreifen, in 
dem die schwarzen Luftlöcher auf gelben Flecken stehen, Bauch und Küsse grün, Kopf kugelig, gelblich- 
grün, fein behaart; lebl im Mai und Juni an Wickenarten. Pp an beiden faulen zugespitzt, auf dem Hinter- 
rücken gewölbt, dunkelgrün mil einem mattgelben Seitenstreifen. Der Schmetterling flieg! im Juli und 
August. Tritt mitunter in zwei Generationen auf, 
montium. C. montium Oberth. (25f) aus dem südwestlichen China, Nan-schan und Tibet ist vielleicht nur eine 

gut spezialisierte form der phicomone. Die Oberseite des isl gelb, auf dem inneren Teile der Vflgl nicht 
verdunkelt und mil ziemlich scharf begrenzten gelben Submarginalflecken. Die Unterseite, namentlich auch 
dei Vflgl, isl gelber, die Hflgl zeigen auch dottergelbe Subapicalflecke und schwarze Submarginalflecke am 
hinteren Teile des Aussenrands. Das i ist oberseits lichter, die Hflgl sind im inneren Teile dunkler, der' 
^ussenrand ist abstechend licht. 
versi. C. sieversi Gr.-Grsh. (25e) aus dem Sarafschan und nordwestlichen Pamir ist im männlichen Ge 

schlecht ober- und unterseits gelb mil grauschwarzem Äussernd, etwas dunklerer Submarginalbinde und 
schwarzem Mittelfleck der Vflgl, die Hflgl haben nur sehr geringe dunkle Aussenrandszeichnung. Die Unter- 
seite ^v Vflgl i>l gelb mil schwarzem, licht gekerntem Mittelfleck und geringen submarginalen schwärz- 
lichen Flecken, die Hflgl sind dunkel bestäubt und haben einen perlmutterfarbigen, rötlich umzogenen 
Mittelfleck. Die Fransen sind rötlich Das v isl ober- und unterseits schwach gelblich weiss, die Aussen- 
randszeichnungen sind sein' reduziert. 

alphen C. alpherakii Stgr. (25 e, f) vom Sarafschan. südlichen Fergana, nordwestlichen Pamir und östlichen 

Buchara ist oberseits lichter oder dunkler gelb mil gut entwickelten und scharfen schwarzen Marginal- und 
Submarginalzeichnungen und schwarzem Mittelfleck der Vflgl, die Hflgl haben weniger, mitunter gar keine 
aussenrandszeichnung, der hehle Mittelfleck isl sehr schwach entwickelt, die (»beiseite der Vflgl mitunter 
entlang den Rippen mehr oder minder schwarz bestäubt. Die Unterseite ist lichtgelb, mit grossem schwarzen 
Miltelfleck und mein oder weniger entwickelten submarginalen schwarzen Flecken am hinteren Teile der 
Vflgl, die Hflgl sind im inneren Teile, mitunter aber auch bis zum Rande, dunkel bestäubt und haben einen 
weisslichen Mittelfleck. Das S hat lichtere Grundfärbung, weniger entwickelte schwarze Zeichnung, die 
namentlich am Aussenrd der \ flgl sehr verloschen ist. aber einen -rossen schwarzen Mittelfleck. Auf der l'nler- 

roschana. seite ist die spitze der Vflgl lebhaft gelb und die Hflgl sind graugrünlich bestäubt. roschana Gr.-Ch-sh. 
von Roschan im nordwestlichen Pamir isl kleine; und hat eine breite dunkle Aussenrandsbinde der Hflgl. 

sifanica. C. sifanica Gr.-Grsh. (25f) von Amdo und dem Kukunor isl im männlichen Geschlecht oberseits 
licht schwefelgelb mit verdunkelter Flügelbasis, verschwommenen dunklen Marginal- und Submarginal- 
zeichi gen und schwarzem Mittelfleck. Kühler rot. Die Unterseite hat lichtere Grundfärbung als die Ober- 
seite, ist aber dunkel beschuppt, die dunklen Zeichnungen sind sehr schwach entwickelt, die Vflgl haben 
schwarzen, weiss gekernten, die Hflgl einen weissen Mittelfleck. Das . isl oberseits unrein weiss, hat schärfere 
dunkle Zeichnung und gelbliche Hflgl. Der innere Teil der Vflglunterseite isl weiss, die Hflgl haben einen 
össeren und einen kleineren weissen Mittelfleck, lichtere Grundfärbung als das , um! graugrünliche Be- 
schuppung. Eine verdunkelte Form dasei Art kursiert im Handel als nebulosa, ist aber mit der folgenden 
tancrei. Art nicht identisch. Bei dieser Form vom Kukunor, die wir ab. tancrei (25f) benennen, sind die schwarzen 
Zeichnungen entwickelter und auch der innere Teil i\w Vorder- und Hflgl ist stark dunkel beschuppt, so 
\on der gelben Grundfärbung nur noch schmale, streifenförmige flecke übrig bleiben. 

nebulosa. C. nebulosa Oberth. (26f) vom südwestlichen China ist viel dunkler als sifanica, ohne Mittelfleck der 

\ Qg], mil lichten Flecken am Aussenrd, die Hflgl sind fast eintönig schwarz mit grossem, auffälligem, lichtgelbem 
Mittelfleck und beiden strahlenförmigen Flecken auf den Rippen. Wir betrachten nebulosa als besondere Art. 



COLIAS. Von J. Röber. 65 

C. christophi Gr.-Grsh. (= wiskotti Stgr. ?) (25g) von Fergana, dem Sarafschan und dem Alexander- diristophi. 
Gebirge bildet eine Ausnahmeerscheinung in der Gattung Colias durch die eigentümliche rotbraune Färbung 

des vorderen inneren Teils und die ausserordentlich grossen, last weissen, eine geschlossene Binde bildenden 
und nur durch die schmal dunklen Rippen getrennten Submarginalflecke der Vilgl. Die Htlgl sind dunkel, 
schwach grünlich, mit weissem Mitteltleck und einer Binde weisslicher Submarginaltlecke. Die Unterseite 
ist graugrün mit schwarzem Mittelfleck der Vorder- und weissem Mittelfleck der Htlgl. Das ? unterscheidet 
sieb nur durch etwas grössere lichte Submarginaltlecke der Vorder- und Htlgl. Die Stücke vom Alexander- 
Gebirge haben lebhafteres Kotbraun der Vflgl und gelblichere Unterseite. 

C. ladakensis Fldr. (= shipkee Moore) vom östlichen Ladak ist gesättigt schwefelgelb mit schwarzem ladakensis. 

Mitteltleck, die gelben Zeichnungen am Ausseiini sind ähnlich denen von cocandica, die Fransen rot und 
gelblich Lcescheckt. 

C. hyale L- (= palaeno Esp.) (25g) kommt im ganzen paläarktischen Gebiete mit Ausnahme der hyale. 
Polarregion und der kanarischen Inseln vor. bildet aber mehrere Lokalformen. Die typische (mitteleuropäische) 
In/nli' hat im männlichen Geschlecht mehr oder minder hellzitrongelbe Färbung der (»beiseite mit mehr oder 
minder vollständigen schwarzen Marginal- und Subinarginalbinden der Vdr- und Htlgl, grossem schwarzen 
Mitteltleck der Vdr- und orangegelbem Doppelfleck in der Mitte der Htlgl, die Wurzel aller Flügel ist mehr 
oder minder schwarz beschuppt. Die Unterseite ist hochgelb, auf den Vflgln etwas lichter, mit kleinen rot- 
braunen Saum- und grösseren gleichgefärbten Submarginalfleeken, licht gekerntem schwarzen Mitteltleck der 
Vflgl und perlmutterfarbigem, zweimal rotbraun umrandetem Doppelfleck in der Mitte der Htlgl, Fransen 
ober- und unterseits rotbraun, desgleichen Kopf und Fhlr. Das $ hat schwach gelblichweisse Grundfärbung 
der Oberseite und des inneren Teils der Yilglunterseite. Unter der Stammform kommen folgende Aberrationen 
vor: uhli Kovats, Stücke, denen die gelben Submarginaltlecke fehlen: — flava Uusz, Grundfärbung hellgelb, uhli. 
die gelben Randtlecke öfters sehr gross und ein gut begrenztes Band bildend, die Htlgl ohne schwarze Sub- t 1 " 1 '"- 
marginalflecke : — inversa A/j>h., die gelbe Form der??; — apicata 7'////. Stücke, denen ausser dem Apical- ""•'.'',')"' 
tleck alle submarginalen gelben Flecke fehlen; — obsoleta Tutt, stücke, bei denen die dunklen Zeichnungen ',/,,',,'/,.'/„ 
der Htlgl fast geschwunden sind; — intermedia Tutt besitzt nur die marginale Reihe schwarzer Flecke, die intermedia. 
Submarginalflecke fehlen also: unimaculata Titlt zeigt nur einen statt zweier Orangeflecke in der Mitte der unimacutata. 
Htlgl: — pallida Tutt sind Stücke mit mattem Mitteltleck der Hflgl; emarginata form. nov. sind Stücke, P alllda - 
denen die schwarzen Randtlecke der Hflgl völlig fehlen, womit auch eine Reduktion der marginalen und'' 
submarginalen schwarzen Flecke der Vflgl verbunden ist. Bei der anscheinend nur in Süd-Russland 

beobachteten ab. nigrofasciata <ir.-<irxh. ist der dunkle Aussenrd sehr breit und ungefleckt. -- Ribbu beob- nigro- 
achtete in der Sierra d'Alfacar (Andalusien) eine von ihm alfacariensis benannte Aberrativform : d" lichter fasciata. 
gelb und die Unterseite der Hflgl mehr graugelb gefärbt, ? oberseits grünlichweiss, ähnlich der edusa " 
ab.helice, aber mit geringerer schwarzer Zeichnung, Unterseite gleichfalls der helice sehr ähnlich; — simplex simplex. 
Neuburger hat nur geringe dunkle Zeichnung auf dem Apex der Vflgloberseite ; — radiiformis Schultz (= radiata radüformis. 
Geest) hat nach innen strahlig verlängerte Submarginalflecke der Oberseite der Vdr- und Hflgl und der Unter- 
seite der Htlgl; — junior Geest sind cr*ö" mit goldgelber Färbung in der .Mitte der Oberseite der Vflgl; --junior. 
bei atava Reutti ist die Oberseite vollständig verdüstert, nur der schwarze Mitteltleck der Vflgl und der atava. 
lichte Mittelfleck der Hflgl heben sich ab. — In Europa ist nur eine Lokalform beobachtet worden: 
sareptensis Stgr. (25g) aus Süd-Russland, Persien und Zentral-Asien ; bei dieser Form sind die <?<f sehr sareptensis. 
-all gelb gefärbt; die ?? haben lichtgelbe Grundfärbung und in beiden Geschlechtern ist die Submarginal- 
tleckenbinde breiter und verlängert ; Staudingeb vermutet in dieser Form einen Bastard (mit erat/). - - Im 
östlichen Teile des Gebiets kommen vor: alta Stgr. (26a) aus Süd-Fergana, eine grosse Form mit breitem alta. 
schwarzen Rande; — poliographus Motsch. (= simoda de l'Orza) (26a) aus China und Japan, eine im all- poliographus. 
gemeinen grössere, mitunter aber riesige Form, die im männlichen Geschlechl tiefer gelb und im weiblichen 
Geschlecht auch gelblicher gefärbt ist und bei der in beiden Geschlechtern die schwarzen Randzeichnungen 
sehr entwickelt sind. Unter ihr kommen als Aberrativformen vor: hera Gr.-Grsh. (26a), das sind gelbe ??, fiera. 
und chrysocoma Gi:-(lrslt., goldgelb gefärbte Stücke; — elwesii Hl/r., siil><t)ir<tt<t Btlr. und pallens Wir. sind chrysocoma. 
gleichfalls Aberrativformen, die nicht scharf begrenzt werden können ; — zu elwesii gehören zitrongelbe cf d 1 elwesii. 
und ähnlich gefärbte ??; ■ - subaurata ist der elwesii sehr ähnlich, nur hat sie schärfer ausgeprägte sub- subaurata. 
marginale lichte Flecke und leicht grau beschattete Grundfärbung: — pallens unterscheidet sich von hyale pallens. 
»hauptsächlich durch geringe Grösse (unter ostasiatischen Stücken), schmälere Vflgl und blasse Submarginal- 
lleeke«. -- Auch in Indien und Afrika kommen Lokalformen der hyale vor. — In Mittel-Europa erscheint 
diese Art in zwei Generationen; die Schmetterlinge fliegen im Frühjahr und wieder im Spätsommer; hier 
ist die Art an geeigneten Stellen nicht selten, doch gehört sie keineswegs zu den häufigen Schmetterlingen; 
in Ost-Asien ist sie dagegen sehr häufig und neigt dort auch viel mehr zur Variation; sie scheint demnach 
in diesem Gebiet ihre eigentliche Heimat zu haben. Die Schmetterlinge sind wegen ihres raschen, an- 
dauernden und unstäten Flugs schwer zu erbeuten. Beim Hochzeitsfluge zeigen sich die Tiere als echte 
Flugkünstler. — Ei flaschenförmig, weisslich, mit gelbbraunen Streifen. Rp blaugrün oder grasgrün, sammet- 
artig, auf dem Rücken mit zwei Reihen schwärzlicher Punkte, durch welche zwei feine gelbe Längslinien 



66 GOLIAS. Von J. Röber. 

gehen, an den Seiten eine gelbe oder rötliche Längslinie über den Füssen, Kopf dunkelgrün; an Wicken- 
arten, Klee und ähnlichen Pflanzen; die Eierbstrpn ohne schwarze Rückenflecke. Pp grün mit gelben 
Seitenlinien (Spuleb). 

erate. C. erate Esp. I — neriene /'. '/. W.) r_'<;b) kommt in Süd-Russland und dem ganzen paläarktisehen 

Teile Asiens vor. Beide Geschlechter sind tief gelb, das cf ist breit schwarz gerandet , ohne lichte Sub- 
marginalflecke, das ? mit grossen gelben Submarginalflecken. Die Unterseite ist etwas tiefer gell) als hei 
dvysodona. hyale , sonst dieser sehr ähnlich. — In Sarepta, Armenien und Zentral-Asien ist chrysodona Boisd. 
(= helichta /."/.. beckeri Gerh., edusoides Krulik.) (26b), vermutlich ein Bastard von erate und edusa, beob- 
achtet wurden. Die Oberseite dieser Form ist bei den cfcf orangegelb, bei den 22 nur wenig lichter. 
pallida. Unter erate komm! auch eine weisse ?-Porm, pallida Stgr. , vor. — In Zentral-Asien wurde hyaleoides 
hyaleoides. Gr.-Grsh., eine kleinere Form mit schmälerem, auch im männlichen Geschlecht etwas gefleckten Aussenrd 
duyseis. beobachtet; es ist noch unentschieden, ob dies eine Aberrativ- oder Zeitform ist. — chryseis form. um-. (2(>bi 
aus Süd-Russland ist vermutlich auch eine Bastardform; die Grundfärbung der Oberseite ist schiin goldgelb, 
auch die Unterseite der Vflgl ist fast ebenso, die Apicalzeichnung der Vflgloberseite stimmt aber mit keiner 
der hier in Betracht kommenden Arten überein. nur die, wenn auch schmälere, so doch vollständige Aussen- 
randsbinde der lltlgl lässt vermuten, dass cln-i/s/is das Kreuzungsprodukt von erate cf und < </».«' 5 ist. — 
Ganz ähnlich gezeichnete, aber licht gelb gefärbte Stücke aus Süd-Russland, die vermutlich der Kreuzung 
diana. von erate und hyale entsprungen sind, bezeichnen wir als diana form. nov. (26b). - C. eratt ist häufig, 
doch wegen ihres raschen Fln^s schwer zu fangen. 

ersdioffi. C. erschoffi Al/ih. ( — aurora Alph.) (26c) aus dem Thianschan-Gebiet ist eine hübsche gelbe Art. 

bei der auch das o" 1 eine vollständige lieihe submarginaler Flecke trägt, die Geschlechter sich also sein 

ähnlich sind; die Hflgl sind grünlichgelb mit scharf abgesetzter gelber Submarginalbinde und grossem, nach 

aussen in eine Spitze verlaufenden rotgelben, licht gekernten .Mitteltleck. — Stark goldgelb gefärbte Stücke 

tancrei. tragen die Bezeichnung ab. tancrei Aust. -- Die orangerote ?-Form benennen wir ab. clara. -■ Die Art 

clara. fliegt V on Mitte Mai Ins Juli und August in 5000 bis 7000' Höhe. 

berylia. C. berylla Fawcett (== nina Fawcett) (26c) aus Tibet ist im männlichen Geschlecht grünlichgelb mil 

massig breitem, gelb geflecktem Aussenrd, schwarzem Mittelfleck der Vflgl und gelbem Mittelfleck der Hflgl,' 
Hflgl verdunkelt. Unterseite gelbgrün mit schwarzem Mitteltleck der Vflgl, weissem Mitteltleck der Hflgl, 
gelber Submarginalfleckenbinde aller Flügel und submarginalen schwarzen Flecken auf dem hinteren Teile 
der Vflgl. Die 22 variieren in der Grundfärbung von zitrongelb bis [ichtorange, Hflgl stark verdunkelt, die 
lichten Submarginalflecke rundlich oder streifenförmig, oft bis zum Saume reichend. Unterseite stärker grün. 
mitunter sehr verdunkelt. 

romanovi. C. romanovi Gr.-Grsh. (26c) kommt im südlichen Feigana vor. Sie ist durch ihre goldrote Färbung 

der Oberseite eine der schönsten Arten der Gattung. Der gewöhnlich ungefleckte breite schwarze Aussenrd 
der Vflgl der cfcf hat mitunter auf der Flügelspitze eine Reihe zusammenhängender, nicht scharf begrenzter 
gelber Flecke, auch stehen gelbliche Fleckchen vor dem Aussenrd der Hflgl; diese Form geht im Handel 

maculata. als ab. maculata (26c). Das 2 hat fahlere Grundfärbung, breiteren, wenig gelb gefleckten Aussenrd und 
verdunkelte lltlgl. auf denen der grosse orangerote Mitteltleck schalt' hervortritt. Die Fnterseite ist gelb, 
der innere feil der Vflgl licht orangerot, die mitunter fast fehlenden Submarginalflecke sind auf den Vflgln 
schwärzlich, auf den Hflgln bräunlich, die Vflgl haben einen grossen, licht gekernten, die Hllgl einen grossen, 
rötlich umzogenen doppellen Perlmutterfleck. 

staudingeri. C. Staudingeri Alph. (26 d) aus dem Thian-Gebiete ist ziemlich veränderlich. Die typische Form 

aus Kuldja ist schön goldrot, das cf mit schmalem, in der Vflglspitze verloschenem, beim 2 breiterem und 
gelb gelleckten Aussenrd. Die Unterseite der lltlgl ist grünlichgelb beim <f, rötlichgelb beim ?, die der 
pamira. Vflgl beim cf .schwach, beim 2 stark rot mit geringen dunklen Zeichnungen. — pamira Gr.-Grsh. (= pamiri 
maureri. Iliihl) aus dem südlichen Fergana ist grösser und hat breiteren schwarzen Rand. -- maureri Stgr., gleich- 
falls aus dem südlichen Fergana, ist viel kleiner, hat auch im männlichen Geschlecht gelb gefleckten Aussenrd 
und im weiblichen Geschlechl grosse schwefelgelbe Flecke im Aussenrd. Sie ist vermutlich eine eigene Art. — 
('. staudingen fliegt von Ende Juni ab bis zum Juli und August in Höhe von 7000 bis 12000'. 

felderi. C. felderi Gr.-Grsh. von Amdo ist licht orangerol mit schwarzem Rand, der in der Vflglspitze von 

den gelben Kippen durchschnitten wird, und schwarzem Mitteltleck, die Hflgl haben eine gelbliche Binde 
vor dem schwarzen Aussenrd, die keine Besonderheiten zeigende Unterseite hat keine submarginale Flecke. 

regia. C. regia Gr.-Grsh. (26 d) vom südlichen Fergana ist prächtig goldrot mit sehr geringem violetten 

Schiller im männlichen Geschlecht, stärkerem Schiller im weiblichen Geschlecht, nicht sehr breitem schwarzen. 
gelb bestäubtem Rand, schwarzem Mittelfleck der Vflgl und unauffälligem roten Mittelfleck der Hflgl. Beim? 
ist der schwarze Aussenrd etwas breiter und hat im Apicalteil der Vflgl gellte Fleckchen, die lltlgl haben 
im hinteren Teil der schwarzen Kinde verloschene rote Fleckchen. Die Unterseite ist beim cf schön grünlich- 
gelb, wenig gezeichnet, mit schwarzem Mitteltleck der Vflgl und perlmutterfarbigem, bräunlich umzogenem 
Mitteltleck der Hflgl. Die Unterseite der Hflgl ist beim 2 du-nkler, die der Vflgl im inneren Teil schön goldrot. 



GOLIAS. Von .1. Röber. 67 

C. eogene Fldr. (26c) von Kaschmir, Ladak, dem Pamir und südlichen Fergana ist eine sehr ver- eogene. 
änderliche Art. Die typische Form hat fahl goldrote Grundfärbung mit ziemlich breitem, beim <f nur im 
Apicalteil der Vtlgl von den gelben Adern durchzogenen, beim ? rötlichgelb getleckten Aussenrändern. 
Das ? hat verdunkelte Htlgl, auf denen ausser dem grossen Mitteltleck nicht viel von der goldroten Grund- 
färbung übrig bleibt. Unterseite des ö" gelb, im inneren Teil der Vtlgl fahl orangerot, das ? auf den Htlgln 
grünlichgelb, im inneren Teil der Vtlgl stärker orangerot. — Die weisse Form des 2 heisst cana Gr.-Grsh. — cana. 
erythas Gr.-Grsh. aus dem östlichen Pamir und südlichen Fergana ist lichter gefärbt und hat schmälere erythas. 
Aussenränder ; — elissa Gr.-Grrsh. (= flavescens Riihl) ist noch gelber als erythas, sonst von dieser kaum elissa. 
verschieden; — arida Alph. (26 e) vom Lobnor und Kukunor ist lichter als eogene und hat gerundetere arida. 
Vflglspitze; unter ihr kommen auritheme Gr.-Grsh., ?? mit gelb geflecktem Aussenrd, und wanda Gr.-Grsh., heller auritheme. 
gefärbte cfcf 1 , als Aberrationen vor; -- stoliczkana Moore von Ladak. dem südlichen Amdo und südlichen wanda. 
Fergana ist eine kleine Form der arida mit der Färbung der edusa; -- leechi Gr.-Grsh. und miranda Frühst. st " iczkana - 
kommen in Sikkim, also ausserhalb des paläarktischen Gebiets, vor. 

C. dubia Fawcett aus Tibet ist etwa so gross wie sulitelma, hat ockergelbe Oberseite, grün- dubia. 
gelben Vrd der Vtlgl, schwärzlichen Aussenrd aller Flgl, in dem gelbe, keilförmige Flecke stehen, ver- 
waschenen schwarzen Mitteltleck der Vtlgl und verdunkelte Htlgl mit grossem ockergelben Mitteltleck. Die 
Unterseite ist grün, im inneren Teil der Vtlgl ockergelb, mit bräunlichen Submarginalflecken, vor denen auf 
den Htlgln nach aussen noch gelbliche Fleckchen stehen, braunem Mitteltleck der Vflgl und weissem, rötlich 
umzogenem Mitteldeck der Hflgl. Das 9 hat oberseits fahlere Grundfärbung, breiteren dunklen Rand der 
Vflgl mit kleinen runden gelben Flecken, verdunkelte Htlgl mit grossem ockergelben Mittelfleck und in der 
Grösse sehr verschiedenen gelblichen Submarginalflecken. 

C. thisoa Mrn. (26 e) von Armenien, Persien und dem Tarbagatai-Gebiet ist im männlichen Geschlecht thisoa. 
licht orangerot, im weiblichen Geschlecht etwas dunkler, mit massig breiten, beim ? gelb gefleckten schwarzen 
Aussenrändern und verschieden grossem schwarzen Mitteltleck der Vflgl; der grosse orangerote Mitteltleck 
ist auf den verdunkelten Htlgln des ? sehr auffällig. Unterseite der Hflgl beim d" gelb, beim 2 graugelb, 
auf dem inneren Teil der Vflgl mehr oder minder fahl orangerot mit der gewöhnlichen Goliaszeichnung. — 
aeolides Gr.-Grsh. (26e) vom südlichen Fergana und westlichen Issykkul hat schmälere Aussenrandsbinden, aeolides. 
ist unten grünlicher und durch Zwischenformen mit thisoa verbunden. — Fliegt in Höhe von 7000 bis 9000' 
vom Juni bis zum August; ist nicht selten. 

C. viluiensis Mihi. (= chilkana Aust.) (26 f) ist fahl orangegelb mit ziemlich schmalem schwärzlichen viluiensis. 
Aussenrd, licht gekerntem Mitteltleck der Vtlgl und sehr grossem, rotbraun umzogenem Mitteltleck der Htlgl. 
Unterseite fahl gelb, Htlgl grünlich bestäubt, mit fahl schwärzlichen Aussenrändern, licht gekerntem Mittel- 
lleck der Vflgl und grossem weissen, schwarz umzogenem doppelten Mitteltleck der Htlgl : ?? rot oder weiss. 
Htlgl mitunter fast schwarz. Heimat: nordöstliches Sibirien. — dahurica Aust. aus Daurien (südöstliches dahurica. 
Sibirien) hat spitzere Vflgl und hellere Grundfärbung, das 2 ist angeblich dem chrysotheme-2 ähnlich. 

C. lada Gr.-Grsh. von Amdo ist tief dottergelb mit ziemlich schmalem schwarzen Äussernd, .Mittel- lada. 
Heck der Vflgl klein, ? mit sehr verdüsterten Htlgln und auffälliger schwefelgelber Färbung am hinteren Teil 
des Aussenrands. 

C. hyperborea Gr.-Grsh. aus Nordost -Sibirien (den Tälern der Lena und Jana) ist im männlichen hyperborea. 
Geschlecht oberseits goldrot oder goldgelb, selten mit. bläulichem Schiller, Vrd der Vtlgl und Ird der Hflgl 
schwefelgelb, Aussenrd der Vflgl breit schwarzbraun, schwefelgelb bestreut, der Mehltleck am Vrd der Hflgl 
gross, länglich und rötlich, der schwarze Mittelfleck der Vflgl länglich, öfter gross, Mittelfleck der Htlgl gross, 
goldrot, Fransen der Vtlgl rosenrot, der Hflgl öfter schwefelgelb. Unterseite der Vtlgl hell goldrot, am Ird 
lichter, am Vorder- und Aussenrd grünlichschwefelgelb, sehr wenig schwarz bestreut, Hflgl grünlich, der 
silberfarbige .Mitteltleck zart rotbraun umzogen. Das ? ist oberseits durch grünliche oder schwärzliche 
Schuppen verdunkelt und hat im Aussenrd sieben schwefelgelbe oder gelbe Flecke, die Hflgl sind ver- 
dunkelt, der Aussenrd hat grosse Schwefel- oder goldgelbe Flecke, die öfter eine Binde bilden, Fransen und 
\ Kl der Vflgl rosenrot, die Unterseite der Hflgl ist gelbgrünlich, die Rippen sind bläulich beschuppt, der 
Mittelfleck ist silberfarbig, klein und zart rotbraun umzogen. Fliegt im Juni und Juli. 

C. sulitelma Auriv. (= hecla Stgr., boothii H.-Sch., citrina Stgr.) (26 f) ist die nordeuropäische Form sulitelma. 
der hecla von Grönland. Die Oberseite ist hellorangerot, das cT hat schmalen ungefleckten, das 2 breiteren, 
stark gelb gefleckten Aussenrd der Vorder- und Hflgl, schwarzen Mitteltleck der Vflgl und beim cT unauf- 
fälligen, auf den verdüsterten Htlgln des 2 aber scharf ausgeprägten orangegelben Mittelfleck. Die Unter- 
seile der Hflgl des d" ist. gelb, durch dunkle Beschuppung verdüstert, das 2 grünlichgrau mit auffälligem 
weissen oder rötlichen Mitteltleck, innerer Teil der Vflgl rötlichgelb. — ab. sandalili Lampa ist eine hell sandahli. 
ockergelbe Form; in Norwegen (Alten) kommen auch Stücke mit schwefelgelber Grundfärbung vor: ab. 
sulphurea form. nov. — Orientalis Gr.-Grsh. aus dem südöstlichen Sibirien ist grösser und das ? hat grössere sulphurea. 
schwefelgelbe Randflecke; ist vielleicht eigene Art. — C. sulitelma kommt stellenweise häufig vor. orientalis. 



es GOLIAS. Von J. Robbe. 

aquilonaris. C. aquilonaris Gr.-Grsh. aus den Tälern des Olenek und der Jana (nordöstliches Sibirien) isi vielleicht 

Lokalform der heda. Oberseite des d* goldgelb mit schwarzbraunem Aussenrd, der Mittelfleck klein, oft fast 
fehlend, Mittelfleck der Hflgl gross und rot, Vrd der Vflgl und Krausen rosenrot. Unterseite der Vflgl hell 
goldgelb, am Aussenrd lichter, schwarz bestreut, Submarginalflecke schwärzlich, klein oder fast fehlend. 
Hflgl ockergelb, schwärzlich bestreut, an der Basis grünlich, der doppelte silberweisse .Mittellleck breil 
rötlichbraun umzogen. Das v ist oberseits am Vrd und an der Basis der Vflgl grünlichschwarz beschuppt, 
der breite schwarzbraune Aussenrd hat kleine schwefelgelbe Flecke, Hflgl verdunkelt, in der Mitte schwärz- 
lich, die schwefelgelben Submarginalflecke sind klein, der Mittelflek ist gross und goldgelb; die Unterseite 
oliven- odei ockergelb, in der Mitte der Vflgl hell goldgelb, die Hflgl spärlich bräunlich und grünlich be- 
schuppt Ist .Mitte Juli gefangen worden. 

chrysotheme. C. chrysotheme Esp. (26f) aus Nieder-Österreich , Böhmen, Ungarn, Klein-Asien. Armenien, dem 

Altei- und Kentei- Gebirge ist oberseits Licht oder dunkel orangegelb, der massig breite schwarze Aussenrd 

wird heim o" 1 von den gelben Wippen durchschnitten, der grosse schwarzbraune Mittelfleck der Vflgl ist 
meist licht gekernt, die Hflgl haben einen grossen orangeroten Mittelfleck. Das ? hat breitere, gelbgefleckte 
schwarze Aussenränder und verdunkelte Hflgl. Die Unterseite is1 schön ^elb, auf dem inneren Teile der Vflgl 
rötlich, hat auf t\m Vflgln schwarze, auf den Hflgln braune Submarginalflecke, grossen, licht gekernten 

Sibirien. Mitteltleck der Vflgl und doppelten, perlmutterfarbigen, dunkel umzogenen Mittellleck der Hflgl. — sibirica 

Gr.-Grsh. (26g) aus Sibirien (als Aberration auch in Europa vorkommend) ist beider, das cf hat breiteren 

Aussenrd. das i vergrösserte schwefelgelbe Submarginalflecke. Das abgebildete Stück ist bei Wien gefangen 

scfiugurowi. worden. - ab. schugurowi Krulik. ist eine ?-Form aus Süd-Russland mit rein schwefelgelber Grundfärbung 

hurieyi. der Oberseite; die der helice entsprechende ?-Form mit weisslicher Grundfärbung wird ab. hurleyi Aign. 

werneri, bezeichnet. ab. werneri Geest ist eine Form mit stark venjrüssertem Mittelfleck der Vfltd. — Ei 

zylindrisch, schalt' kegelförmig zugespitzt, schwach gerippt, zuerst weissüch, später gelb. Die junge Rp 
schwach behaart, schmutziggrün, Kopf schwärzlich, nach der 1. Häutung stark beborstet, heller grün mit 
deutlichem weissen Seitenstreifen, nach der 2. Häutung mehr gelbgrün mit dunklerem Kopfe, nach der 
+. Häutung (erwachsen) am Körper und am abgeplatteten Kopfe kurz beborstet, schön saftgrün mit scharfer 
weisser Seitenlinie, in der die gleichfalls weissen Luftlöcher stehen und die durch eine lebhaft rote, meist, 
unterbrochene und stellenweise fleckig erweiterte Längslinie geteilt wird. Dann dunkelgrün durchscheinend, 
Gesicht, Deine und Bauchseite mehr gelbgrün gefärbt; überwinternd mitunter bis zum August an Vicia 
hirsuta. I'p grüngelb mit dunkler punktierten Aderenden der Flügelscheiden und einer meist zusammen- 
hängenden, schwärzlichen Punktreihe seitlich am Hlb; Entwicklung nach 14 Tagen (Spuleb). 

fieldii. C. fieldii Men. (26g) aus Ost- und Nord-Indien, Tibet, Zentral- und West-China etc. ist der edusa 

sehr ähnlich, aber feueriger gefärbt, nicht selten mit violettem Schiller, die Knterseite hat mehr dunkle 
leucania. Zeichnung. Die weisse Form des ? benennen wir ab. leucania. Scheint nicht selten zu sein. 

croceus C. croceus Fourcr. (= edusa F., hyale /■:<]>., helena H.-Seh.) (26g) kommt mit Ausnahme der nörd- 

(edusa). Hchsten Region in ganz Europa, in Nord -Deutschland freilich sehr selten, in Nord -Afrika, auf den kanarischen 
Inseln. Madeira, West -Asien, Persien etc. vor. Wir sind nach dem Prioritätsgrundsatze genötigt, diese Art 
unter ihrem ältesten Namen aufzuführen. Croceus ist jedenfalls eine Lokalform der über fast ganz Afrika 
verbreiteten, bereits im Jahre 1763 beschriebenen electo L. Oberseite orangegell) mit breitem, heim o 1 von 
den leinen gelben Lippen durchschnittenem, beim $ e-eih geflecktem Aussenrd, grossem schwarzen Mittel- 
llecke der Vflgl und grossem orangegelben, beim <f wenig, beim ? wegen der dunklen Hflgl sehr auffälligem 
striata. Mitteltlecke • der Hflgl. Unterseite mit t\w gewöhnlichen rV/7/s-Zeichnung. — Bei ab. cf striata Geest aus 
helicina. Deutschland sendet der dunkle Aussenrd Strahlen nach der Flügelmitte; — ab. helicina Oberth. ist eine ?-Form 
aubuissoni. mit weissgelber Oberseite: ab. aubuissoni <'<iru<lj<i aus Süd-Kuropa und Klein-Asien sind ockergelbe ?? mit 
helice. grauer Oberseite der Hflgl und grossem hochorangefarbenem Mitteltleck der letzteren; — ab. helice Ulm. 
pyrenaica. (= hyale var. Esp.) (27a) ist die ?-Form mit weisser Grundfärbung; — ab. pyrenaica Gr.-Grsh. ist eine sehr 
faillae. kleine Form aus den Pyrenäen, Andalusien. Nord -Afrika, Sizilien etc.; — ab. faillae St<[. aus Sizilien ist eine 
'-Form, bei der alle Rippen im schwarzen Lande bis zum Saume durch gelbe Bestäubung abstechen; — mil 
poveli ab. poveli Aign. werden iV bezeichnet, die ungefleckten Aussenrd haben; — ab. velata Ragusa von Sizilien 
velata. sind Stücke, deren schwarzer Aussenrd durch grünliche Beschuppung »wie mit einem Schleier überdeckt er- 
caerulea. scheint ; — ab. caerulea Viriti/ ist eine ?-Form, bei der die Unterseite licht himmelblau (?) ist und die Ober- 
seite starken silberigen Schiller besitzt i?); ist in Nord-Toskana gefunden worden. - ■ Rp dunkelgrün mit einem 
weissen oder rötlichen, gelb gefleckten Seitenstreifen über den Küssen, Luftlöcher rotgelb, Kopf blaugrün; 
überwintert und lebt bis Juni oder Juli am Bohnenbaum (Gytisus capitatus), Esparsette und verschiedenen 
Klee-Arten. I'p grün mil einem gelben Seitenstreifen und gelb gesäumten, schwarz gestrichelten Flügel- 
scheiden (Spüler). Der Schmetterling fliegt in Nord-Deutschland, wo er sehr seilen ist, Ende Augusl bis Sep- 
tember, im Süden häufig und viel früher, z. B. in Algier schon anfangs Juli; er fliegt ausserordentlich rasch. 

myrmidone. C. myrmidone Esp. ('27 a) ist der vorigen Art sehr ähnlich, namentlich im weiblichen Geschlechte. 

so dass Zweifel über die Zugehörigkeil mancher stücke entstehen. Die <?<f sind im allgemeinen etwas 
tiefer orangegelb gefärbt als die croeeus-<f(f, die Vflgl haben eine gedrungenere Gestalt, der Aussenrd ist 



Ausgegeben 27. IX. 07. COLIAS. Voll J. RÖBER. 69 

etwas stärker gelb bestäubt und die ihn durchschneidenden Rippen sind nicht gelb beschuppt. Die 22 sind 
im allgemeinen etwas feueriger gefärbt als die croceus-2%. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern inten- 
siver gelb gefärbt als bei croceus. — Die ?-Form ab. flavescens GarbowsM hat gelbe Grundfärbung, bildet flavescens. 
daher den Übergang zur weissen 2-Form ab. alba Stgr. (= myrmidone ab. H.-Sch.) (27 a). -- ab. helma Geest <£b 
sind weisse ?? mit leicht orangegelber Färbung der Vtlglmitte. - - Nicht selten kommen Stücke mit violettem 
Schiller vor: ab. micans form. nov. -- ab. 2 inumbrata Schultz sind 22 mit ungeflecktem Aussenrd. — ab. micans. 
2 agnes Piesc. ist die der ab. helicina Oberth. von croceus entsprechende Form. Die Grundform hat in Europa inumbrata 
etwa dasselbe Verbreitungsgebiet wie croceus, kommt aber in Nord-Deutschland — wenn überhaupt — jedenfalls '"-'" 
sehr selten und in Asien gar nicht vor. — In Bosnien und der Herzegowina tritt sie in der Lokalform 
balcanica lieb. (27a) auf; diese ist grösser, gesättigter gefärbt und die 22 sind sehr variabel; die weisse balcanica. 
2-Form wird als ab. rebeli Schaw. bezeichnet; — ab. 2 semialba Wagner sind weisse 2? der ab. balcanica rebeli. 
mit orangegelber Vtlglmitte. — ermak Gr.-Grsh , vermutlich vom südöstlichen Ural, is1 grösser, hat breitere semialba. 



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Vflgl und auf der Unterseite grössere Mittelflecke. - Ei lang, spindelförmig. Rp grün mit dunkler Rücken- ''"""'■ 
und lichtgrüner Seitenlinie; bis Mai und Juni an Gytisus biflorus und anderen Cytisus- Arten. Anfangs benagt 
die junge Rp das Blatt in der Mitte, später vom Blattrand aus (Spüler). Pp grün mit einem gelblichen 
Streifen an jeder Seite und kleinen dunklen Flecken an den Seiten des Htrlbs; vor dem Ausschlüpfen des 
Schmetterlings scheint die rotgelbe Flügelfärbung durch. In Süd-Deutschland flieg! <Wv Schmetterling von 
Mitte Juli ab und tritt stellenweise massenhaft auf. 

C. caucasica Stgr. ( = myrmidone var. ? Led., aurora var. anna Gerhard) ('271)1 aus Armenien ist grösser caucasica. 
und tiefer orangerot gefärbt als myrmidone, auch sind die schwarzen Aussein -ander breiter; auf der der myr- 
midone ähnlichen Unterseite fallen die sehr grossen doppelten Mittelflecke der Hflgl auf. Die 22 sind meist 
gelblichweiss, selten orangerot, mit kleinen lichten Submarginalflecken. -- Olga Rom. aus Armenien ist ver- olga. 
mutlich eine Aberrativform der caucasica; sie hat breiteren und schärfer begrenzten schwarzen Aussenrd 
und gleichmässigere gelbe Bestäubung; die 22 sind von aurora kaum verschieden; - ab. alba Rühl (= olga alba. 
ab. Rom.) (27b) ist die weisse ?-Form. 

C. aurora Esp. (= sibirica Led.) (27b) vom Altai, Kentei, Amur, Ussuri und nordöstlichen Sibirien aurora. 
ist eine schöne, dunkel orangerote Art. Die Rippen sind fein schwarz, im schwarzen Aussenrd aber selb 
beschuppt. Die Hflgl sind etwas verdüstert, aber vor dem schwarzen Aussenrd wieder aufgehellt, der Vrd 
der Vflgl ist gelb, der massig grosse Mittelfleck der Vflgl mitunter licht gekernt, der grosse orangerote 
Mitteltleck der Hflgl hebt sich gut ab. Die Unterseite ist schiin gelb, wenig gezeichnet, der schwarze Mittel- 
fleck der Vflgl licht gekernt und der mitunter doppelte perlmutterfarbige Mitteltleck der Hflgl bräunlich 
umzogen. Die 22 treten in orangeroter, gelber oder weisser Grundfärbung auf; die weissen 22 werden als 
ab. chloe Er. bezeichnet; im Aussenrd stehen lebhaft gelbe Flecke, die auf den Hflgln oft zu einer Binde diloe. 
vereinigt sind. — decolorata Stgr. aus Daurien ist eine lichtere Lokalform. decolorata. 

C. diva Gr.-Grsh. (27 b) aus Amdo zeigt im männlichen Geschlecht dunkel bestäubtes Rotorange, diva. 
schwarzgrauen, scharf begrenzten Aussenrd, der am Apex von den gelben Rippen durchschnitten wird, und 
schwarzen Mittelfleck der Vflgl, die Hflgl haben gelbroten Mitteltleck. Die 22 haben rote, gelbe oder weisse 
Grundfärbung, mitunter sind die Hflgl bis auf die Submarginalflecke und den Mittelfleck völlig schwarz. 
Die Unterseite ist ausserordentlich licht grünlichgelb, fast ungezeichnet. 

C. aurorina H.-Sch. (= tamara Nordm., chrysocoma /•>., chrysocome Frr.) (27 b, c) kommt in den aurorina. 
Bergen Armeniens vor. Sie ist eine der grössten Arten der Gattung. Die Oberseite des d" ist verdüstert 
orangegelb und hat massig breiten, im Apex von den gelben Rippen durchschnittenen schwarzbraunen 
Aussenrd, ziemlich grossen schwarzbraunen Mittelfleck der Vflgl und grossen orangeroten Mittelfleck der 
Hflgl. Die Grundfärbung der 22 ist etwas lebhafter rot, im dunklen Aussenrd stehen grosse gelbe Flecke, 
die auf den Hflgln, auf denen der dunkle Aussenrd nur verloschen auftritt, eine Binde bilden, die nach innen 
dunkel begrenzt ist. — libanotica Led. von Syrien und Persien hat in beiden Geschlechtern eine gelbe libanotica. 
Grundfärbung. - taurica Heb. (27 c) vom cilicischen Taurus weicht im männlichen Geschlecht nur durch taurica. 
lichtere Unterseite, im weiblichen Geschlecht aber, das sowohl in der gelben wie weissen Form gleich häufig 
aufzutreten scheint, auch durch eine auffallend breite, gegen den Analwinkel vollständig zusammengeflossene 
gelbe, bezw. weisse Fleckenbinde der Hflgl ab. - - heldreichi Stgr. (27 c) aus Griechenland und Morea ist heldreidii. 
kleiner, dunkler orange und hat etwas violetten Schiller; die weisse 2-Form aus Morea wird als ab. foun- fountainei. 
tainei Aigner bezeichnet. -- transcaspica Christ. (27 c) aus dem westlichen Tura ist in beiden Geschlechtern transcaspica. 
viel weniger ockergelb gefärbt. — Fliegt im Juni und Juli und scheint nicht häufig zu sein. 

C. chlorocoma Christ. (27 c) aus dem südlichen Armenien (Kasikoparan) ist vermutlich eine Lokalform dilorocoma. 
der libanotica; sie ist gross, das <f hat. grünliche, das 2 weisse Grundfärbung. Scheint sehr selten zu sein. 

C. sagartia Led. (27 d) aus Persien hat im männlichen Geschlecht bläulichgrünliche Grund färbun g, sagartia. 
breiten schwarzen Aussenrd der Vflgl, in dem selbe Submarginalflecke stehen und grossen Mitteltleck: die 
Hflgl sind bläulichweiss mit ziemlich scharf begrenztem schwarzen Aussenrd, vor dem eine Reihe gelblicher 
Flecke stehen, auch der Mittelfleck ist gelblich. Das 2 hat lichtere Grundfärbung und grössere bläulichweisse 
Submarginalflecke, der Mittelfleck der Hflgl ist gelb. Die Unterseite ist beim d* gelblich, beim 2 bläulich- 

I 9 



70 LEPTIDIA. \ 011 .1. Röbek. 

pullata. weiss. — Bei ab. pullata Neuburger ist die schwarze Färbimg ausgedehnter, wodurch die gelben Flecke fast 

daubü. verdrängt werden. - ab. o" daubii Geest hat grüne Grundfärbung mii gelber Bestäubung, die bläuliche 

Färbung und die schwarze Randbinde der Vflgl teilten völlig, nur die Hflgl haben eine schmale Rand- 

lisa. binde. — ab. i lisa Geest ist dir weisse oder lieht gelbliche Form. — C. sagartia ist keine seltene Art. 

wiskotti. C. wiskotti Stgr. c_'7di aus dem Sarafschan-Gebiel ist eine ebenso sebüne wie veränderliche Art. 

Bei der typischen Form ist die Oberseite des d" grüngelb mit mein- oder weniger orangegelber Bestäubung; 

der last die Hälfte der Vflgl einnehmende schwarze Rand isl von den feinen gelben Rippen durchschnitten. 

mitunter auch stark gelb bestäubt: die fast ebenso gefärbten und gezeichneten Hflgl haben einen grossen 

gelblichen oder rötlichen Mittelfleck, der an den schwarzen Rand anstösst. Di,. Unterseite ist gelblich oder 

grünlich und hat ausser dem schwarzen Mittelfleck der Vflgl, dem weissen, rötlich umzogenen Mitteltleck 

der Hflgl und dem rosaroten Saum aller Flgl keine Zeichnung. Die ?v haben oberseits im schwarzen 

leuca. Aussenrd mehr oder weniger liebte Fleckchen. ab. leuca Stgr. c27ei ist die weisse ?-Form. — separata 

separata. <;,-.-< hsh {--- seres Gr.-Grsh. (27 e) aus Süd-Fergana und dem östlichen Buchara hat im männlichen Geschlechl 

grünlichgelbe Grundfärbung, das 2 isl goldgelb und hat schmäleren schwarzen Aussenrd; unter dieser kommt 

leueotheme. ab. leueotheme Gr.-Grsh. als -Komi mit weissgelber Grundfärbung und einer Säumfleckenbinde der Hflgl 

aurantiaca. vor. aurantiaca Stgr. (27 e) aus denselben Orten wie separata hat im männlichen Geschlecht goldgelbe 

chrysoptera. Grundfärbung und schmäleren schwarzen Aussenrd. — chrysoptera Gr.-Grsh. aus dem nordwestlichen Pamir 

draconis. ist kleiner und hat in beiden Geschlechtern goldgelbe Färbung. -- draconis Gr.-Grsh. (27 d) vom südwest- 

sagina. liehen [ssykkul ist eine grössere Form der chrysoptera.- sagina Aust. aus dem östlichen Buchara ist kleiner, 

alexandra. unterseits grüner und schwarz gefleckt. - alexandra Stgr. i. 1. muh Alexander-Gebirge steht zwischen 

chrysoptera und aurantiaca. Die Rippen sind auch in dem orange gefärbten Flügelteile schwefelgelb. 

C. wiskotti ist häufig, doch schwer zu fangen, weil sie sehr rasch und unermüdlich an den steilen Bergen 

ihres Wohngebiets auf und all fliegt und sieh nur selten setzt: nur m den kühleren Morgenstunden ist es 

möglich, des Tieres habhaft zu werden. 

23. Gattung: JLeptidia BÜß., Senf-Weisslinge. 

Dm Hauptcharakter dieser unter den paläarktischen Pieriden völlig isoliert stehenden Gattung liegt 

in den sehr kleinen, nur etwa ein Viertel der Flgllänge messenden Mittelzellen und der Art der Abzweigung 

der Subcostalis der Hflgl, die erst weit nach dem Schluss der Mittelzelle erfolgt. Letzterer Charakter sowie 

auch die Bildung der Subcostaläste und der Radialen der Vflgl zeigen die Verwandtschaft dieser Gattung 

mit der südamerikanischen Dismorphia Ulm an. Leptidia ist rein paläarktisch. Vermutlich hat Nord-Amerika 

ehemals Verwandte der beiden genannten Gattungen besessen. Die Leptidia-Arten erscheinen in zwei 

Generationen. Die Schmetterlinge fliegen hauptsächlich an Wahlländern und auf Waldwiesen und haben 

einen langsamen, taumelnden Flug. Die Rpn sind schlank, nach beiden Faulen etwas verjüngt, kurz behaart, 

und leben auf Papüionaceen, hauptsächlich Wicken und Lotus. Die Pp isl länglich, eckig und schlank. 

sinapis. L. sinapis L. (= sartha Rühl) (27f). Oberseite weiss mit schwarzem Apicalfleck, der dem ? fehlt, 

Unterseite schwach gelblichweiss mit schattenhaftem dunklen Apex der Vflgl und ebensolchen Zeichnungen 

lathyri.ja der Mitte der Hflgl; Sommerform. — Die Frühjahrsgeneration lathyri Ubn. (27f) ist auf der Unterseite 

sartha. der Hflgl dunkelgrün gezeichnet. ab. sartha Rühl hat eine gelbliche Unterseite der Htlgl. - ab. sub- 

subgrisea. grisea Stgr. ist auf der l'nterseite der Hflgl nicht grünlich oder gelblich, sondern grau. — ab. erysimi Brkh. 

erysimi. j s t 0Der . und unterseits weiss. Kommt im ganzen Gebiet mit Ausnahme der Polarregion vor. — In Süd- 

diniensis. Kuropa, Kleinasien und Syrien kommt als Sommerform diniensis Boisd. (27f) mit völlig weisser Unterseite 

major, vor. — In Kroatien sind von Ahnost Gbond folgende Formen gefunden worden: ab. major Grund (27f), 

eine sehr grosse Form der Sommergeneration, Unterseite weiss, nur gegen die Ränder gelblich angeflogen; 

croatica. ab. croatica Grund (27 f), Form der Frühjahrsgeneration, bei der der schwarze Apicalfleck in Streifen auf- 

flavescens. gelöst isl. und ab. flavescens Grund, eine Sommerform mit schwach gelber Färbung der Oberseite. — In 

sinensis. China (Schanghai) kommt vor (die uns in natura unbekannte) sinensis Btlr.: Flgl länger als bei sinapis, 

Fransen rotbraun, Vflgl an der Basis verdüstert. Costalrand und Apex rotbraun, ein grosser ovaler schwarzer 

Subapicalfleck , L'nterseite weiss. Fransen wie oberseits. vorderer Teil des Vrds und der Apex ockergelb, 

die Flügelmitte und ein grosser subapicaler Fleck graugrün, ein weisser Fleck auf der oberen 

Discocellularis. Isl vielleicht eine Form der amurensis. -- Der Schmetterling kommt nicht überall vor. isl 

aber an seinen Flugplätzen gewöhnlich nicht selten. Ei gelblichweiss, zylindrisch, länn-s gerippt, sehr 

lang. Rp grün, an den Seiten über den Füssen mit einem hochgelben Längsstreifen; lebt an Schotenklee. 

Platterbse und verschiedenen Wickenarten. Pp ockergelb mit einem rotgelben Seitenstreifen, in 'dem die 

Luftlöcher als weisse Funkte stehen. Flügelscheiden rotbraun gestreift (Spülee). 

amurensis. L. amurensis Men. (27g) vom Amur, von Nord-China und Japan charakterisiert sich hauptsächlich 

durch die verlängerten Vflgl. Die Oberseite ist weiss, beim cf mit grösserem schwärzlichen Subapicalfleck, 

der beim i fehlt oder doch viel kleiner und weniger entwickelt ist. die Unterseite ist weiss mit gelblichem 

vernalis. Apicalfleck der Vflgl und grauen, schattenhaften Zeichnungen dei Hflgl. Die Frühjahrsgeneration vernalis 

vibilia. <iru<<. ist kleiner und unten dunkler. — vibilia Jatison aus Nord-Japan hat spitzere Flügel als amurensis 



Urbeschreibungs-Nachweis der pal. Pieriden. 



71 



und is1 in Zeichnung und Färbung der duponcheli ähnlich. — morsei Fenton ist anscheinend eine Aberrativ- morsei. 
form, bei der der Subapicalfleck der Vflgloberseite weniger entwickelt ist. 

L. duponcheli Stgr. (27 g) von Süd-Frankreich, dem östlichen Teil Süd- Europas, Kleinasien, Armenien duponcheli. 
und Persien unterscheidet sich von sinapis durch die aus der Abbildung ersichtliche Zeichnung der Unter- 
seite. -- Bei der Sommerform aestiva Stgr. (27g) ist die Oberseite schwach, die Unterseite stärker gelblich, aestiva. 
letztere zeichnungslos. 

L. gigantea Leech (27 g) von Zentral- und West-China ist bedeutend grösser als die anderen Leptidia- gigantea. 
Arten. Oberseite der Sommerform schwach gelblichweiss mit einem schwärzlichen Subapicalfleck, Unterseite 
wie die Oberseite, auf den rlflgln aber geringe submarginale dunkle Zeichnung. Der Frühjahrsform 

immaculata Leech fehlt der schwarze Fleck auf der Oberseite der Vflgl, die Oberseite ist etwas mehr gelb- Immaculata. 
lieh, die Hippen sind deutlich dunkel beschuppt und die Unterseite der rlflgl ist viel stärker gezeichnet. - 
Grote hat für diese Art die Gattung Azalais errichtet, wie uns scheint jedoch unnötigerweise. 



Berichtigungen und Zusätze 

zu den paläarktischen Pieriden. 

Pieris napi ab. fumigata GiUmer ist ober- und unterseits gleichmässig rauchgrau gefärbt, die Fransen fumigata. 
und der Vrd der Ytln'l sind blassgelb, dieselbe Färbung zeigen die Rippen unterseits auf der Aussenhälfte, 
während die basale Hälfte geschwärzt ist, die Rippen aber oberseits sämtlich schwarz sind. 

Pieris minor Costa ist nach neueren Untersuchungen des Grafen Emilio Turati als eine Form der 
ergane zu betrachten; sie führt gleichfalls keine schwarzen Flecke auf der Unterseite der Vflgl. Fiue weitere, 
der /'. manni rossii entsprechende Form wird Graf Tttbati demnächsl unter dein Namen rostagni beschreiben, rostagni. 

Euchloe belia ab. philippsi Rudolph aus Dalmatien ist eine Form der Frühlingsgeneration, bei der philippsi. 
die schwarze Apicalzeichnung bis in die Mittelzelle sich ausdehnt, auch Yrd und Mitte der Hflgl schwarze 
Bestäubung zeigen. Nach den Beobachtungen A. v. Gaeadja's fliegt in Südfrankreich /.'. befia in der 

Form ausonia abermals (also in driller Generation) im September und Oktober, und die Rp lebt auch auf 
Biscutella laevigata. 

Anthocharis cardamines ab. lutea GiUmer, eine rem gelb statt orangerol gefärbte Form, wurde bei lutea. 
Regensburg gefunden; sie gehör! der sogen, typischen Form an, während ab. crocea Röb. der Form turritis 
angehört. -- ab. cinerea Newnham zeigl auf der Unterseite der Vflglspitze aschgraue statt grüne Zeichnung, cinerea. 

Gonepteryx Cleopatra mauretanica form. nov. wurde von Dr. Seitz am •_'. Juni 1907 in Süd-Algier mauretanica. 
(bei Batna) entdeckt. Sie charakterisiert sich durch die Unterseite, die eine eigentümliche weisslich-grün- 
liche Färbung besitzt, die auf den Vflgln gegen die gelbe Färbung der Flügelmitte schart' absticht. Diese 
Form scheint in Süd-Algier die vorherrschende zu sein, italica häufig vorzukommen, die typische Form aber 
völlig zu fehlen. 

Seite 4B lies P. ab. flavescens statt flavescenz. 
» 46 crueivora Boisd. statt Btlr. 

Euchloe belia matutia Tur. wurde in West-Ligurien (San Remo und Bordighera) vom Februar bis 
April gefunden, nicht in Sizilien. 



Alphabetisches Verzeichnis 



zum Nachweis der Urbeschreibungen der unter den paläarktischen Pieriden aufgeführten Formen. 
* bedeutet, dass die Form an der zitierten Stelle auch abgebildet ist. 



acraea Metap. Oberth. Bull. Soc. Ent. Fr. 1885, p. 226. 

acuminata (ion. Fldr. Wien. Ent. Mon. VI, p. 23. 

adelma Del. Mitis. Iris 1893, p. 130. 

aeolides Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV, p. 34i>. 

aestiva Lept. Stgr. Hör. Ent. Ross. XIV. p. 47. 

aestuosa Euchl. Stgr.-Reb. Cat. Pal. Lep., p. 12. 

aglaope Pier Motsch. Et. d'Ent. IX, p. 28. 

agnes Col. Piesc. Verh. Zool.-bot. G. Wien 1905. p. 401. 

aias Col. Frühst. Iris XVI, p. 48. 

ajaka Pier. Moore, Proe. Zool. Soc. Lond. 1865. p. 4'.»i. 

ajanta Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 48. 

alba Col. Riihl. R.-Hevne Gross.-Schmett, p. 731. 

alba Col. Stgr. Cat. Lep. Eur. (Ed. II). p. 6. 

alberti Anth. Hoffm.. s. Tutt Britt. Butt 

albidice Euchl. Stgr.-Reb. Cat. Pal. Lep., p. 12. 



albidice Leuc. Oberth. Et. d'Ent VI, p. 47. 

alepica Apor. Cosmov. Natural. 1892, p. 254. 

alexandra Col. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 69 [Stgr. i. I.). 

alfacariensis Col. Ribbe, Soc. Ent. 1905, p. 137. 

alhambra Euchl. Ribbe, Soc. Ent. 1905, p. 137. 

alpherakii Col. Stgr. Beil. Ent. Zt. XXVI, p. 164. 

alta Col. Stgr. Stett. /.(. 1886, p. 200. 

alticola David. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 43. * 

alvinda Gon. Bland/. Compt. Rend. 1871, p. 810. 

amintha Gon. Blandi. Compt. Rend. 1871, p. 810. 

amurensis Gon. Graes. Berl. ent. Zt. XXXII. p. 69. 

amurensis Lept. Men. Bull. Acad. Pet. XVII, p. 213. 

anastigma Col. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 63. 

androgyne Anth. Leedi. Proc. Zool. Soc. Lond. 1896. p. 122. 

anthracina Leuc. Schultz, Ent. Zeitschr. Guben 1904, p. 85. 



72 



Urbeschreibungs-Nachweis der pal. Pieriden. 



apicala Col. Tutt. Brit. Butt., p. 253. 
aquilonaris Col. Gr.-Grsh. Vnn. Mus. Pet. IV, p. 157. 
arida < lol. Alpher. Rom Mi m. Lep. V, p. 76. 
armandi David. Oberth. Et. d'Ent. IV, p. 19. 
armeniaca Anth. Christ. Iris VI, p. 86. 
aspasia Gon. Afl/i. Schi Reis., p. 17. * 

atava Col. Reutti. Lep. Faui Bad< n 

augusta Apor. Tur. Natur. Sicil. 1905, p. 4. * 
aubuissoni Col. Caradja, Iris VI, p. 171. 
aurantiaca Col .SVt.o [ri l\ p. 231. 
auritheme Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXVII, p. 
aurora Col. Es». Schmett. Abb. I (2), Taf. 

aurorina Col. H.-Sch. Sc! ;tt. Eur. I. Hefl 45. ' 

ausonia Euchl. Hbn. Eur. Schmett. I. ' 

baitalensis Halt. Moore, Lepid. Indic. VI. 

balcanica Col. AV/c \nn. Wien Hofm. XIX, p. 148. * 

bambusarum Anth. Oberth. Et. d'Ent. II. p. 20. 

belemia Euchl. Es». Schmett. Abb. 1 (2), Taf. LO. 

belia Euchl. Cr. Pap. Exot. IV, p 225. 

belladonna Del. F. Ent. Syst. 111. p. 180. 

bellezina Euchl. Boisd. Ind. Meth., p. 9. 

bellidice Leuc. 0. Schmett. Kur. 1 (2), p. 154. 

berylla Col. Fawc. Proc. Zool. Soc. Lond. 1904 II. p. L39 

bethesba Ter. Jans. Cist. Entom. II. p. 272. 

bicti Anth. Oberth. Et. d'Ent. IX. p. 1 i 

bieti Apor. Oberth. Et. d'Ent. XX, p. 12. ' 

blanda Ter. Boisd Spec. Gen., p. 671. 

brassicae Pier. /.. Faun. Suec, p. 269. 

bryoniae Pier. 0. Sc! itt. Eur. I (2), p. 151. 

butleri Balt. Moore. Proc. Zool. Soc. I I. 1882, p. 256. 

caerulea Col. Verity Entomol. 1904, p. 54. 
cafllischi Col. ( aradja Soc. Ent. VIII, p. 26. 
calais Terac. Cr. Pap Exot. I. p. 84. ' 
callldlce Synchl. Es» Schmett. Abb. 1. 115. * 
cana Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV, p. 333. 
canidia Pier. Sparrm. Amoen. Acad. VII, p. 504 
caphusa Metap. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1872, p. 564. 
cardamincs Anth. /.. Fa c, p. l'71. 

carruccü Pier. Rostagno. Boll. Soc. Zool. Ital. XII, p. 123. 
catoleuca Pier. Röb. Ent. Nadir. 1896, p. 81. 
caucasica Col. Stgr. Cat. Lep. Eur. (Ed. II). p. 6. 
chariclca Pier. Steph. III. Brit. Ent. I. p. 17. * 
charlonia Anth. Dom. Ann. Soc. Ent. Fr. 1842, p. 197. 
cheiranthi Pier. Hbn. S. Exot. Schmett., Taf. 21 
chloe Col. Eversm. Bull. Mos.'. 1847, p. 7::. 
chloridice Euchl. Hbn. Eur. Schmett. I. * 
chlorocoma Col. Christ. Hör. Ent. Ross. XXII. p. 308. 
chriestiernssoni Col. Lampa, Ent. Tidskr. VI, p. II. 
christnphi Col. Gr.-Grsh. Rom. Wem. Lep. II. p. 220. 
chryseis Col. A'<»/'. Seitz Gross-Schmett. I. p. 66. 
chrysidicc Synchl. Hbn. Eur. Schmett., p. 97. * 
'chrysocoma Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXVII, p, :<7ii. 
chrysodona Col. Boisd. Spec. Gen. Ins., p. 7. 
chrysonome Terac. A7//e;. Symb. Phys., Taf. 7. * 
chrysoptera Co!. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXII, p, 305 
chrysoiheme Col. Es». Schmett. Abb. I (2), Taf. 65. * 
chumbiensis Synchl. Nicev. Journ. As. Soc. Beng. I.\l\ . p. r><;3. * 
cinerea Anth. Newnham. Ent. Rec. I (1890), p. 242. 
cisseis Pier. Leech, Entomol. Will. p. 192, 
clara Col. Röb. Seitz Gross-Schmett. 1. p. 66. 
claripennis Pier. Btlr. Ann. Mag. X. II. (4) XIX. p. 96. 
cleohule Gon. Ulm. Zutr. Exot. Schmett. * 
cleodoxa Gon. Tutt, Br. Lep., p. 264. 
Cleopatra Gon. L. Syst. Nat., p. 7i;.">. 
cocandica Col. Ersch. Fedtsch. Reis., p-, t>. 
concolor Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 19. 
connexiva Ter. Hth. Trans. Ent. Soc. Lond. 1880, p. 199. * 
crataegi Apor. / Faun. Suec, p. 269. 
cretacea Col. Schilde, Eni Nachr. 1884, p. 
croatica Lept. Grund. Ent. Zeitschr. Gub. XIX (1905). * 
crocale Cat. Cr. Pap. Exot. I, p. 87. ' 
crocea Anth. Röb. Seitz Gross-Schm. 1. p. 6, 9. 
croceus Col. Fourcr. Ent. Par. II. p. 250. 
cruclvora Pier Boisd. Spec. Gen., p. 522. 

dahurlca Col. Aust. Le Natural. 1899, p. 284. 
daira Terac. Klug, Symb. Phys., Taf. 8. ' 
damone Anth. Boisd. Spec. Gen. 1. p. 564. 

daphalis Euchl. Moore, Proc. Zool. Soc. I I. 1865, p. 191. 

daplidlce Leuc. /. Syst. Nat. (Ed. X), p. 168 
daubii Col. Geest, Zeit. Ins. Biol. I, p. 378. 
davidis Apor. Oberth. Et. d'Ent. II. p. 



debilis Pier. Alphir. Rom. Mem. Lep. V, p. 70. 

decorata Anth. Röb. Seitz. Gross-Schmett. I. p. 66. ' 

decolorata t'ol. Stgr. Iris \, p. 332. 

delavayi Metap. Oberth. Et. d'Ent. XIII, p. 37. * 

deleta Pier. Strand. N'yt. Mag. XXXIX, p. 14. 

deota Pier. Nicev. Journ. As. Soc. Beng. 1883, p. B2. 

desertorum Euchl. Tur. Natur. Sicil. 1905, p. •">. ' 

devta Pier. Nicev. Journ. As. Soc. Beng. iw.i, p. 82. * 

diana Col. Röb. Seitz Gross-Schmett. 1, p. oh. 

diluta Anth. Röb. Seitz Gross-Schm. I, p. 54. 

diniensis Lept. Boisd. <!en. Mi'-Ih.. p. H. 

distineta Euchl. Röb. Seit/. Cross-Schmett. I, p öl. 

diva Col. Gr.-Grsh Hör. Km. Ross. XXV, p. 449. 

draconis Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXV, p 165. 

dubernardi Synchl, Oberth. El d'Ent. IX, p. 13. * 

dubia Col. Fawc. Proc. Zool. Soc. Lond. 1906, p. 181. * 

dubiosa Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I. p. 16 

dulcinea Pier. Btlr. Ann. Mag. N. II. (5) IX, p. 18. 

duponcheli Lept. Stgr. Cat. Srhtneit. Kur. iK<l. IIi. p. .">. 

elissa Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. I. p. 332. 
elwesi Col. Röb. Seitz Gross-Schmett, I. p. 63. 
elwesii Col. Btlr. Ann. Mag. X. II. (5) VII, p. 138. 
emarginata Col. Röb. Seit/. Gross-Schmett. I, p. 65. 
enara Derc. Swinh. Ann. Mag. X. II. III, p. 107. 
eogene Col. Fldr. Ifeis. Xnvara Lep., p. im;. 
erate Col. Esp. Schmett. Abb. I (2), Taf. 119. * 
ergane Pier. Hbn. Eur. Schmett. I. * 
erganoides Pier. Stef. Bull. Soc. Ent. Ital. XXXII, p. 179. 
eris Terac Klug, Symb. Phys., Taf. <i. * 
ermak Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV, p 301. 
eros Anth. Röb. Seitz Gross-Schmett. |. n. ■">). 
erschoffi Col. Alpher. Hör. Ent. Ross. XVI. p. 362. ' 
erutae Pier. Pouj. Ann. Soc. Ent. Fr. 1888 [Boisd. i. L). 
erysimi Lept Borkh. Xat. Eur. Schmett. I. p. 132. 
erythas Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. I. p. 332 
eupheme Zegr. Es». Schmett. Abb. I (2), Taf. 113, ' 
eupheno Anth. L. Syst. Nat, (Ed. XII), p. 762. 
euphenoides Anth. Stgr. Stett Zt. 1869, p. 92. 
eupompe Terac. Klug, Symb. Phys., Taf. 6. * 
europome Col. Es». SchmetI -Abb. I. Taf. 41. * 
europomene Col. 0. Schmett. Eur. [V, p. l">7. 
eurydice Pier, Leedi, Entomol. XXIV, Suppl. p. ä. 
evanesceus Euchl. Röb. Seil/. Gross-Schm. I, p. 51. 
extensa Anth. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 54. 
extensa Pier. Pouj. Bull. Soc. Ent. Fr. 1888, p. 19. 

faillae Col. Stef. Bull. Soc. Ent. Ital. XXXII, p. Ist 

falloui Euchl. Allard, Ann. Soc. Ent. Fr. L867, p. 318. * 

farinosa Gon. Zell. Isis 1837, p. •">. 

fasciata Pier, Tutt, Brit. Butt. p. 256. 

fausta Terac Oliv. Voy. L'Emp Oth. Atl., Taf. 33. 

fausti /.euM'. Christ. Hör. Ent. Ross. XII. p. 158. 

feldcri Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXV, p. 148 

fieldii Col. Min. Cat. Mus. Petr. Lep. I. p. 79. * 

filia Gon. Röb. Seitz Gross-Schmett. 1, p. 61. 

flava Apor. Tutt, Brit. Butt., p. 227. 

flava Cat. Btlr. Ann. Mag. X. II. (4) IV, p. 202. 

flava Col. Husz, Eperj. Ker. Coli. 1880 l, p. 34. 

flava Leuc. Oberth. Et. d'Ent. XX. Taf. I. 

flavescens Lept. Grund. Ent. Zeit. Gub. XIX (1905). 

flavescens Col. Garbowski. Sitzber. Ak. Wien [892, p. 903. 

flavescens Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I. p. li>. 

flavida Pier. Petersen, Lep.-Fauna v. Estland 1902, p. II. 

florella Cat. F. Syst. Ent., p. 179. 

fountainei Col. Aign. Rovart. Lap. VIII, p. 30. 

fumigata Pier. Gillm. Ent. Zeitschr. Guben XIX (1905), p. 157. 

fumosa Apor. Oberth. Et. d'Ent. IX, p. 12. 

galba Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXVII, p. 381. 
geesti Col. Neuhurgrr. Soc. Kntom. üuiö. 

gigantea Lept, Leech, Ento I. XXIII, p. 15. 

glauce Euchl. Ulm. Kur. Schmett. I. * 
glauconome Leuc Klug, Symb. Phys., Taf. 7. * 
goutelli Metap. Oberth. Et. d'Ent. XI, p. L5. 
grumi Col, Alpher. Rom. Mem. Lep. IX. p. 233 
gruneri Anth. H.-Sch. Schmett. Eur. I. * 

hecabe Ter. /.. Mus. Ulr., p. 249. 

heldreichi Col Stgr. Stett. /.t. 1862, p. 867. 

helice Col. Hbn. Kur. Schmett, I. * 

helicina Col. Oberth Bull. Soc. Ent. Fr. 1880, p. 145. 

helma Col. Geest, Zeit. Ins Biol. I, p. 379. 

heptapotamica Pier. Rrulik. Hev. Russ. Ent. IV. p. 9<>. 



Qrbeschreibunsrs-Nachweii 



pal 



ItTKlril. 



7:> 



hera Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. L6p. IV. 

herrichi Col. S/gr. Iris V, p. 311. 

herrichina Col. (inst. Zeit. Ins. Biol. I. p. 381. 

herzi Col. Stgr. Iris XI, p. 235. 

hespcridis Antli. Newnham. Ent. Rec. V (1894), p. 97. 

hippia Apor. Brem. Bull. ac. Imp. Pet. III, p. 164 ' 

hobsoni Ter. Btlr. Proc. Zool. Soc. Lond. L880, p. 668. 

homogena Anlh. Rahl-Il. Gross-Schmett., p. VIT. 

hurlcyi Col. Aign. Rovart. Lap. VIII, p 30. 

hyale Col. L. Faun. Suec, p. 272. (?) 

hyaleoides Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. L6p. IV, p. 321. 

hyalina Apor. Röb. Seil/. Gross-Schmetl I, p. I" 

hybrida Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXVII. p. 380. 

hybrida Ter. Btlr. Trans. Ent. Soc. Lond. 1880, p. 199. 

hyperborea Col. Gr.-Grsh. Ann. Mus. St. Pet. IV, p. 455. 

illgneri Col. Ruht. Soc Ent. V, p. 89. 
il In tili n ü Metap. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV, p. 227. 
immaculata Anlh. /'<j/».sv. Ber. Nat. G. Chemnitz IX, p. 16. 
immaculata Col. Lampa, Entom. Tidskr. VI, p. 11. 
immaculata Lept. Leech, Butt. China, p, 184 
immaculata Tier. Strand. Xvl. Mag. X.X.X1.X, p. II. 
immaculata Terac. Röb. Seitz Gross-Schmett. I. p. 5, 7. 
impunctata Pier. Röb. Seil/. Crciss-Schmell. I, p. 4h. 
insignata Col. Thur. Berl. Ent. Zt. 48, p. L13. « 
Insularls Euchl. Ster. Cat. Lep. Eur. (Ed. II). p. 2. 
interjecta Pier. Röb. Seit/, Gross-Schmett. I. d. 48. 
intermedia Col. Tutt. Brit. Butt., p. 253. 
intermedia Gon. Tu/t. Brit. Butt., p. 264. 
intermedia Pier. Jachont. Rev. Russ. Ent. IV, p. 15. 
intermedia Pier. Krulik. Bull. Mose. 1890 (4), p. 211. ' 
inumbrata Col. Schult:. Xvl. Magaz. L904, p. 13 
inversa Col. Alp/irr. Hör. Ent. Ross. XVI, p. 134. 
iranica Leuc. Hirn. Lep. Erg. Reis. Pers., p. 27. 
italica Gon. Gerh. Berl. Ent. Zt. XXVI, p. 125. 

junior Col. Geest. Zeit. Ins. Biol. I, p. 381. 

kalora Synchl. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1865, p. 489. ' 
kamtschadalis Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 19 (Bang- 

Haas i. I.i. 
kenteana Pier. Stgr. i. I. s. Tut! Brit. Butt, 
kozlovi Synchl. Alpher. Rom. Mem. Lep. I\. p. 232. * 
kreitneri Apor. Lriv. Term. I uz. X, p. 39. 
kruegeri Euchl. Tur. Natural. Sicil. 1 n« >r>, p, 7. * 
krueperi Pier. Stgr. Wien. Ent. Mon. 1860, p. L9. 

lada Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXV, p. 147. 

ladakensis Col. Fldr Reise Novara Lep. Iit7. * 

largeteaui Metap. Oberth. Et. d'Ent. VI, p. 12. * 

larraldei Metap. Oberth. Et. d'Ent. II, p. L9. ' 

lasthenia Anlh. .Will, lern, Tal. XX. 

laeta Ter. tioisd. Spee den. I.ep., |i. Ü74. 

lathyri Lept. Il.-Sch. Kur. Schmett., Fig. 407. ' 

lativitta Del. Leech. Butt. China, p. 422. ' 

lecithosa Antli. Tur. Natur. Sicil. 1905, p. 9. * 

leechii Metap. Moore, Lep. Ind. VI, p. 150. 

lepidii Pier. Röb. Seil/. (Iross-Schinett. I. p. 45, 

leuca Col. Stgr. Berl. Ent. Zt. XXVI, p. 167. 

leucania Col. Röb. Seil/, Gross-Schmett. I, p. 68. 

leueodice Metap. Eversm. Bull. .Mose. 1843 III, p. 5 1 1 

leueosoma Pier. Shaw, Verh. Zool.-bot. G. Wien, 51. 

leueotera Pier. Stef. Bull. Soc. Ent. Ital. L869, p. I 17. 

leueotheme Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXII, p. 305. 

Ihamo Metap. Oberth. Et. d'Ent. .Will, p. 13. ' 

libanotica Col. Led. Wien. Ent. Mon. 1858, p. 140, ' 

lisa Col. Geest. Zeit. Ins. Biol. I, p. 378, 

longomaculata Pier. Rostas.no. Boll. Zool. Ital. XIII, p. 168. 

lotis Metap. Leech, Entomol. XXIII, p. ü>2. 

louisa Terac. Neuburger, Soc. Ent. I!i()7, p, 164. 

lucilla Anth. Btlr. Proc. Zool. Soc. Lond. 1886, p. 376. * 

lunulata Apor. Tutt. Brit. Butt., p. 227. 

lutea Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I. p. 45. 

lutea Anth. Gillm. Ent. Zeitschr. Guben XX, p. 237. 

maculata Col. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 6, 9. 
maderensis Gon. Tldr. Verh. Zool.-bot. G. Wien 1862, p. 47:> 
magnimaculata Pier. Rostagno, Boll. Zool. Ital. XIII, p. L68. 
mahometana Pier. Gr.-Grsh. Hör. Ent. lioss. IV, p. 220. 
maja Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Hess. XXV. p. 117. 
major Lept. Grund, Ent. Zeitschr. Gub. XIX. 1805. ' 
mandarina Pier. Leech, Butt. China, p. 151. 
mandarina Ter. de l'Orza, Lep. Jap., p. 18. 
manni Pier. Mayer, Stett. Zt. 1851, p. 151. 



marcopolo Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Hess. XII, p. 304. 
mariesii Ter. Btlr. Trans. Ent. Soc. Lond. insu. p . 198, 
marginata Apor. Tutt, Brit. Butt., p. 226. 
martineti Apor. Oberth. Et. d'Ent. IX, p. 12 
matutia Euchl. /'///-. Natur. Sicil. 1905, p. 6. ' 
maureri Col. Stgr.-Reb Cat. pal. Lep., p. 18. 
mauretanica Euchl. Röb. Seil/, Gross-Schmett. I, p. 53. 
mauretanica Gon. Röb. Seitz Gross-Schmett., p. 71. 
megamera Pier, lit/r. Cist. Entomol. I. p. 173. 
melaiua Pier. Röb. Seitz. Gross-Schmett. I, p. in. * 
melana Apor. Tutt, Brit. Butl . p. 227. 
melania Apor. Oberth. Kl. d'Ent. XVI, p. 5. * 
melanochloros Euchl. Röb. Seitz Gross-Schmett. I. p. 52. 
melete Pier. Min. Cat. Mus. Petr. Lep. II, p. 72. * 
melinos Col. Eversm. Bull. Mose. III, p. 72. * 
menestho Zegr. Min. Cat. rais., p. 245. 

meridionalis Pier. Rülil. pal. Gross-Scl tt. 

meridionalis Gon. Röb. Seit/. Gross-Schmett. I. p. 61. 

meridionalis Zegr. Led. Verh. Zool.-bot. G. Wen II. p, 30. 

mesentina Bei. Cr. Pap. Exot. III, p. 140. 

mesopotamica Anth. Stgr. Iris IV, p. 22s. 

messanensis Pier. Zell. s. Tutt. Brit. Butt. 

meta Pier. Röb. Seit/. Cross-Schmett. I, p. ih. ' 

metra Pier. .S'/c/j//. III. brit. Ent. Haust. I, p, in. 

micans Col. Röb. Seitz Gross-Schmetl 1, p. 69, 

minor Pier. Costa, s. Tutt. brit. Butt. 

mongola Col. Alphir. Rom. Mein Lep. IX, p. 188. 

montium Col. OocrifA. Et. d'Ent. XI, p. 16 

moorei Leuc. Röb. Seil/. Gross-Schmett. I. p. 19, 

morsei Lept. Fent. Proc. Zool. Soc. Lond. 1881, p. 855. 

myrmidone Col. Esp. Sclnnett.-Abb. 1 (2), Tat'. <I5 ' 

nabellica Metap. Boisd. Spee. Gen. 1. p. 509. 
nana Pier. Röb. Seitz Gr.oss-Sch.mett. I. p. ih. 
napaeae Pier. Esp. Schmett. Abb. 1, p. 11«». 
napi Pier. /.. Kann. Suec.. p. 471. 
nebulosa Col. Oberth Et. d'Ent. XIX, p. 8. * 
nepalcnsis Gon. Doubl. Gen. I > i . Lep., p. 71. 
ncpalensis Pier. Doubl, last Lep. Ins. I. p, 32. 
nicolopolo Col. Röb. Seil/. Gross-Schmett. I. p. 62. ' 
nigrofasciata Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. I, p. 163. 
nigronotata Pier. Jachont. Rev. Russ. Ent. III, p. 38. 
nouna Terac. Luc. Expl. Alg. III. p. 350. * 
novangliac Pier. Scudd. Canad. Entom. IV, p. 79. 

oberthüri Metap. Leech. Entomol. XXIII. p. 46. 
obscurata Pier. Oberth. Et. d'Ent. 
obsoleta Col. Tutt. Uni. Butt., p. 25:!. 
obsoleta Pier. Röb. Seit/. Gross-Schmett. I, p. 49. 
ocliracca Col. (ieest. /aal. Ins. Biol. 1, p. 381. 
ocliracea Euchl. Tiybom, Kong. Vet. Ac. 1H77, p. :>7. 
ochrea Anlh. Tutt, Brit. Butt., 284. 
ochsenheimerl Pier. Stgr. Stett. Zt. 1886, p. 199. 
olga Col. Rom. Hör Ent. Ross. XVIII, p. 127. * 
orientalis Anlh. Röb. Seit/. Cross-SchnieU. I, p. 54. 
orientalis Col. Gr.-Grsh. Ann. Mus. Pet. IV. p. 458. 
orientalis Col. Stgr. Iris V, p. .'Sil. 
orientalis Euchl. Brem. Bull. Ac. Pet. 1860, p. 8. 
orientalis Gon. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p.m. * 
orientalis Pier. Oberth. El d'Ent. V, p. in. 
orientalis Synchl. Alpher. Ihn-. Ent. Hnss. XVI, p. 359. 
orientis Pier. Oberth. Et. d'Ent. V. p. 13. 
ottonis Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I. p 15. 

palaearctica Pier. Stgr. Stett. Zt. 1886, p. Ins. 

palaeno Col. /. Kann. Suec, p. 272 

palaestinensis Euchl. Röb. Seitz, Gross-Schmett. I, p. 51. 

palaestinensis Terac. Stgr. Iris 1897, p 272 

pallens Col lit/r. Journ Lum. Soc. Lond. IX, p, 52. 

pallida Antli Röb. Seil/, Gross-Schmett. I, p. 55 

pallida Col Stgr. Cat Schmett (Ed 1), p, 3 

pallida Col Tutt, Brit. Butl . p 253 

pamira Col. G) -Grsh. Rom Mem. Lep. IV, p 334 

paracraea Metap. Nicev. Journ Asiat. Soc. Bomb. XIII, p, 171 

patrua Del. Leech, Entomol. XXIII, p. 46. 

paulina App Cr. Pap Exol II, p. 21. * 

pechi Anlh Stgr Entomol. Nachr 1855, p 11. 

pellucida Apor, Röb. Seit/. Gross-Schmett, I. p. 40. 

peloria Mesap Hew. Exot. Butt. 1, Pier. 2. * 

penia Anlh Irr Neu. I'.eitr IV, Tal'. 574. * 

persica Leuc Bien Lep. Erg. Reis. Pers., p, 26. 
phicomone Col. T.sp. Schmett \1>1>. I, Tat'. 56 * 
philippsi Euchl. Rudolph. Ent. Zeitschr. Guben XX, p. 81. 
phisadia Terac Godt. Enc Meth KX, p 132. 



74 



Urbeschreibunes-Nachweis der pal. Pieriden. 



phoenissa Anth Kalchb 5. Jahrb. Wien Ent. Ver., p. 27. 

phryxe Metap Boisd. Spec. Gen. i. p. 117 

pleione Terac Klug. Symb. Phys., Taf. - 

poliographus Col. Mo t seh. Et. d'Enl IX, p 29. 

pomona Cat. F. Syst. Nat., p. 4iü 

potanini Apor Alphir. Rom. Mem Lep. \l. p. 90. 

potanini Bali .l//>/irr. Stett ZI 1888, p. 66 

poveli Col. Aign , I ipok 8, p. 30. 

proeris Metap. Leedi, Entomol. XXlIi. p. 19] 

progressiva Gon (irrst. AUg. Zeitschr Eni \ll. p 529. ' 

pullata Col. Neuburger Soc. Ent. L905 , 12 

pulverata Euchl Christ Rom Mem L6p I. p. 99 

pyrenaica Col. Gr.-Grsh. Hör. Eni Ross. XXVII, p. 383. 

pyrene Ix. /.. .Mus. Ulr., p. 241. 

pyrothoe Euchl. Eversm. Nouv. Mem Mose II. p. 352 

quadripunetata Anth Fuchs, Jahrb. Nass. V. X. 51, p. 203. 

radiata Col. Thurau. Berl. Ent. ZI 4s. p 113. * 

radiata Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett. I. p. 18. 

radiiformis Col. Schultz, X.vt. Mag. Nat. 1904, p. 41. 

rapae Pier. L. Faun Suec., p 270. 

raphani Leuc Esp. Schmett. Abb. I. p 163 

rebeli Col Shaw. Verh. Zool.-bot. i; Wien 1906, p 651. 

redueta Col. (irrst. Zeil. Ins. Biol. I, p 381. 

regia Col. Gr.-Grsh Rom. Mem. Lep. III. p 398. 

rhamni Gon. /.. Faun. Suee, p 272. 

rhexia Ix. F. Syst. Nat., p. 47t>. 

romana Euchl. Calb. bis I, p. 123. 

romanovi Col. Gr.-Grsh. Rom. Mem. L6p. II. p 398 

roschana Col. Gr.-Grsh Hör. Eni Ross XXVII, p. 381. 

rossii Pier. Ste/an. MuH. Soc. Eni [tal XXXII, p. 17s. 

rostagni Pier. Tur. Natur. Sicil. \'.m~. 

sabellicae Pier. Steph. 111. brit. Haust. 1. p 21. * 
sagartia Col. Led. Hör. Ent Ross IV. p 75. * 
sagina Col Ausi Natural. L891, p. 99. 
sajana Anth. Röb. Seitz Gross-Schmett I. p. ■">! [Bang-H. i. L). 
sanaca Del. Moore, Cat. Lep. E. J. i '. I. p. 79. 
sandahli Col. Lampa, Entom Tidskr. VI, p. 11. 
sareptensis Col. Stgr. Ca1 Lep. Eur. (Ed. IL, p 5. 
sartlia Lept. kühl. Gross-Schmett., p 143. 
saturata Metap. Röb. Seitz Gross-Schmett. I, p. 12, 
schildei Col. Stgr. bis V. p. 310. 
schugurowi Col. Krulil;.. Rev. Russ. Ent. III. p. 301. 
scolymus Midea Htlr. Journ. Lirin. Soc. Lond. (Zool.) IN, p. 52. 
seitzi Euchl. Röb. Seitz Gross-Schmetl I, p. 52. ' 
semialba Col. Wagner, Entom. '/.. Stuttgart XXI, p. 125. 
semlmaculata Pier Rostagno, Boll. Zool. Ital. XIII, p. bin. 
semiramis Terac. Gr-Grsh. Ann. .Mus. Pet. 7. p 191. 
senegalensis Ter. Boisd. Spec. Gen. I. p. 672. 
separata Col Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. \NII. p 305 
shawil Ball Bates, Lahore-Yarkand, p. 305. 
sibirica Col. Gr.-Grsh Hör. Ent. Ross. XXII, p. 380 
sieversi Co] Gr.-Grsh Rom Mem. Lep. III, p. 3!i7. 
sifanica Col. Gr.-Grsh Hör. Ent. Ross. XXV, p. 177. 
sifanica Pier. Gr.-Grsh. Hör. Eni Ross NXIX, p. 290. 
similis Pier. Krulik. Bull. Mose. 1890 (4t, p. 210 
simplex Col. Neuburger, Soc. Ent. 1905, p. 42. 
simplonia Euchl. Frr. Beitr. Schmett. II. Taf. • I 
sinapis Lept. /.. Faun. Suec, p. 271. 
sinensis Ter. Luc. Rev. Zool. i2) IV, p. 129. 

sinensis Lept Btlr. Cist Eni I. p. 173. 

soraeta Metap Moore, Cat. Lep. E. J. C. I, p. 83. 



sordida Pier. Btlr. Ann. Mag. X. II. (4) XIX, p. 96. 
speciosa Anth. Roh. Seitz Gross-Schmett I. p. ö4. 
staudingeri Col. Alphir. Hör. Ent. Ross. XVI, p. 368 
stoliezkana Col. Moore, Ann. Mag. X. H. 1 (5), p. 229. 
stollii Del. Btlr. Ann. Mag. Nat. II. XX. p. 144. 
subaurata Col. Btlr. Ann. Mag. N. II. (5) VII. p 138. 
subfervens Ter. Btlr. Ann. Mag. N. H. (5] XI. p. 278. 
subgrisea Lepl Stgr.-Reb. Cat, Pal. Lep.. i». 15. 
subnubila I h, Butt. China, p. 421. * 

suffusa Apor, Tutt, Brit. Butt. p. 259. 
sulitelma Col. Auriv. Bih.,Swensk. Haud. XV, p. 12 
sulphurea Apor, Oberth. Html. 
sulphurea Col. Lampa. Entom Tidskr. VI, p. 10. 
sulphurea Col. Röb., Seitz Gross-Schmett. XI. p. ti7. 
sulphurea Pier Srliy. Entom Tidskr. IV, p. 140. 
sulphureotincta Pier. Reut. Act. Soc. Fenn. IX, p. 10. 

tadjika Pier. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XII, p. 304. 

tagis Euchl. Uhu Eur. Schmett. I. * 

tamerlana Col. Stgr. Iris X. p. 152. * 

tancrei Col. Aast. Natural. 1890. p. 94. 

tancrei Col. Röb, Seitz Gross-Schmett. I, p. ti4. ' 

taurica Col. Reh- Verh. Zool.-bot. G. Wien 51, p. 310. 

taurica Euchl. Röb. Seitz Gross-Schmett I. p. 52. 

taurica Gon. Stgr. Hör. Ent. Ross. XV, p. 65. 

tethys Terac. Röb. Seitz Gross-Schmett 1. p. 57. 

thibetana Anth. Oberth. Et. d'Ent XI, p. 16. 

thibetana Apor. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXVII, p 127 

thisoa Col. Min. Cat. rais., p. 244. 

tomyris Anth. Christ. Rom. Mem. Lep. I, p. 99 

transcaspica Anth. Stgr. Iris IV, p. 229. 

transcaspica Col. Christ. Rom, Mem. Lep. V, p. 4. ' 

transiens Apor. Alpher. Rom. Mem. Lep. IX. p. 89. 

trinacriae Euchl. Tur. Nabu-. Sicil. 1905, p. 9. 

tschudica Zegr. H.-Sch. Schmett. Eur. VI. 

turritis Anth. 0. Schmett. Eur. IV, p. 156. 

uhli Col. Kovats, Gub. Ent. Zt. XII, p. 169. 
unimaculata Col. Tutt, Brit. Butt., p. 253. 
uralensis Euchl. Bartel, pal. Gross-Schmett. 

velata Col. Ragtisa, Natur. Sicil. XVII, p. 42. 

venata Apor. Leedi, Entomol. XXIV Suppl., p. 58. 

venata Ter. Moore, Cat. Lep. E. J. ('... p. 65. 

venosa Euchl. Btlr, Proc. Zool. Soc. Lond. 1881, p. 151. 

verhuelli Dero llorv. Tijd. Nat. Ges. V. 

veris Pier. Stgr. Rom. Mem. Lep. III. Taf. 16. * 

verna Pier. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXV11. p. 304 

verna Pier. Strand. Nvt. Mag. XXXIX. p. 44. 

vernalis Lept. Graes. Berl. Ent. Zt. 1892, p. 209. 

vernalis Pier. Stgr. Hör. Ent. Ross. VII, p. 34. 

vibilia Lept. .laus. Cist. Entom. IL p. 272. 

viluiensis Pier. Röb., Seitz Gross-Schmett, p. 4ü. 

viluiensis Col. Min. Bull. Ac. Pet. XVII. p. 213. 

virgo Gon. Röb. Ent. Nachr. Berlin XXIII (1897), p. 263. 

virgo Midea Röb. Seitz Gross-Solnnett. I. p. .">.">. 

virilis Pier. Röb. Seitz Gross-Schmett I. p 48. 

Vitimensis Col. Aust. Natural. 1899, p. 284. 

wanda Col. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. XXVII, p. 383. 
werdandi Col. Zeit Ins. Lap. p. 308. 
werneri Col. Geest. Zeit. Ins Biol. I. p. 379. 
wiskotti Col. Stgr. Beil. Ent. Zt. XXVI. p. 166. * 
wollastoni Pier. Btlr. Ann. Mag. N. II. (5) XVII, p. 430. 



DANAIS. Von Dr. A. Seitz. 75 

3. Familie: Danaidae. 

Die Danaiden sind eine sehr artenreiche, aber fast ganz auf die Tropen und die subtropischen 
Gegenden beider Hemisphären beschränkte Familie. Sie spielen in den heissen Ländern besonders wegen 
der ungeheuren Individuenzahl, in der sie erscheinen, fast durchweg die Hauptrolle unter den Schmetter- 
lingen und wegen ihrer lebhaften, mit der Umgebung kontrastierenden Farben auch unter allen Insekten. 

Die Schmetterlinge sind meist gross, die Flügel ganz- und glattrandig, ohne Anhängsel. Die Zellen 
aller Flügel stets geschlossen. Im Vflgl fehlt die obere Discocellulare oder sie ist ganz kurz. Die Vorder- 
beine sind, besonders bei den d"d", zu sog. Putzpfoten umgebildet; die Fhlr stets allmählich verdickt, wenig 
kräftig und ohne deutliche Keule. Die Duftapparate der cfcf gut entwickelt : es sind verschieden gestaltete 
Taschen oder Falten, in die zuweilen langhaarige Bürsten oder Pinsel eingetaucht werden, oder auch sammet- 
artige Flecke oder Scheiben. Eigentümlich ist noch eine weisse Punktierung an Kopf und Thorax, die 
alle Danaiden zeigen. 

Die Rpn sind glatt, bunt gefärbt, mit fleischigen Anhängen an den Thoracalsegmenten und an den 
vorletzten Ringen: diese Anhängsel sind nicht zurückziehbar. wie die Genickgabeln der Papilio, doch das 
vorderste Paar ist frei beweglich und wird oft als Tastorgan gebraucht, indem die Rp die zu beschreitende 
Stelle damit befühlt. Die' meisten Danaidenrpn wachsen schnell und verwandeln sich in eine kurze, stumpfe 
l'p, die häutig mit prächtigen Goldleisten und glitzernden Spitzen geziert ist oder über die ganze Ober- 
fläche golden glänzt. 

Die Schmetterlinge fliegen sehr langsam und schlecht, sind gesellig, indem sie sich häufig in grossen 
Scharen sammeln, zu Dutzenden um Zweigspitzen und Büsche tanzen und zum Ruhen sich dichtgedrängt 
an herabhängende Zweige, besonders Schlingpflanzen, setzen. Sie sind gar nicht scheu, weichen kaum aus 
und es ist mitunter kaum möglich, sie von blühenden Bäumen, die ihre Scharen überdecken, zu vertreiben. 
Wie alle geschützten Falter haben sie ein sehr zähes Leben: ihr Thorax ist gummi-artig weich und mit 
einem gelben ölartigen Safte angefüllt, der auf der Zunge ein widriges, brennendes Gefühl verursacht, wenn 
man ein solches Tier zerbeisst (Haase). 

Die wenigen Gattungen der altweltlichen Danaiden enthalten zumeist eine sehr beträchtliche Zahl 
von Formen, die einander so nahestehen, dass man oft Dutzende als zu einer Species gehörig betrachtet 
hat. Zweifellos sind die Danaiden eine durchaus moderne Gruppe, vielfach noch in Artbildung begriffen 
und trotz ihrer geringen Fluggewandtheit gerade gegenwärtig im Begriff, sich von Jahr zu Jahr weiter 
auszubreiten. 

Ihre bemerkenswerteste Ausbildung erfährt die Familie der Danaiden in der rein indischen Gattung 
Kestia, die aus durchschimmernd weissen, schwarz gezeichneten Formen von auffallender Grösse besteht. 
Diese Riesenfalter durchschweben, grossen japanischen Papierschmetterlingen vergleichbar, die dichten Wälder 
der Tropen Ostindiens, indem sie oft minutenlang ohne Flügelschlag, mit halbaufgerichteten Flügeln dahin- 
gaukeln, wenn sie sich im Liebesspiel verfolgen. Besonders in der Umgebung kleiner Waldgewässer sieht 
man sie auf- und niederschweben und ihre langsamen, schaukelnden Bewegungen gewähren einen so eigen- 
tümlichen Anblick, dass selbst die interesselosen Völker der östlichen Tropen die Danaiden der Gattung 
Hestia mit einem Sagenkreis umwoben haben. 

1. Gattung: Dun.'iis Latr. 

Grosse braungelbe oder grüne, schwarz geäderte Schmetterlinge mit grossen, starren Flügeln, ziem- 
lich dünnen, am Ende kaum verdickten Fhlrn und kurzen, aufgerichteten Palpen. Sauger durchweg gut 
und kräftig entwickelt. Die Falter hängen beim Saugen schwerfällig an den Blüten, meist mit festgeschlossenen 
Flügeln und lassen sich bei einiger Vorsicht mit den Fingern ergreifen. — Die Rpn leben an Asclepiadeen, 
sind meist lebhaft quergestreift und zeigen fleischige Fadenanhänge an den Seiten des 3., und zwei andere, 
kürzere, auf dem L2. Ringe. Pp mit Goldleisten. — Sie bewohnen alle heissen Länder der Erde und ge- 
hören dort zu den alltäglichen Erscheinungen, indem sie sich mit Vorliebe in blumenreichen Gärten tummeln 
und die Strassen der Tropenstädte beleben. Die grösste Ländermasse des paläarktischen Gebietes beherbergt 
jedoch keine Vertreter dieser Gattung, die nur von Süden und Westen in das Gebiet eindringen; manche 
Arten sind erst in historischer Zeit in das paläarktische Gebiet eingewandert. 

In erster Linie wohl, um bei der grossen Zahl einander ähnlicher Formen die Übersicht nicht zu 
verlieren, hat man die alte Gattung Danais in eine ganze Reihe von einzelnen Gattungen zerlegt, bei deren 
Aufstellung besonders die sekundären Geschlechtscharaktere Berücksichtigung fanden. Bei Behandlung der 
zahlreichen Danaidenformen des indo-australischen Gebietes (in Teil III) werden diese Einteilungsversuche 
eingehender besprochen werden. 

D. chrysippus L. (28a). Honiggelb, Flügel schwarz gerandet, die vorderen mit schwarzem Apex, cfirysippus. 
durch den eine weisse, gebuchtete, von weissen Fleckchen umgebene Schrägbinde zieht; das Costalfeld dunkler 
braun. Auf den Ganaren und in dem gegenüberliegenden Teil von Marokko, ferner in Nordost -Afrika. 



76 DAXAls. Von Dr. A. Seitz. 

Ägypten, Tripolitanien ; in ganz Syrien, in Griechenland, Klein-Asien, Arabien, Persien, Kaschmir, Süd- 
Turkestan und Tibet: in West- und Zentral-China und auf den südlichsten Inseln Japans. Ausserdem im 
ganzen äthiopischen Gebiet, in Süd-Asien und Nord-Australien. Als Wanderer isl chrysippus auch mehrfach 
in Süd-Italien te1 worden. Auffallend ist das Fehlen des Falleis in Algerien. Bei der Form 

cratippus. cratipptis Fldr. (28a), die in Vorder-Asien und Indien vielfach, aber nicht ausschliesslich vorkommt, ist das 
Honiggelb der Vflgl völlig durch Braun ersetzt mit Ausnahme einer Stelle am Analwinkel der Vflgl. — Bei ab. 
alcippus. alcippus F. (28a) sind die Hflg] bis auf dvn Hand und etwas gelbe Bestäubung an der Wurzel weiss. In Syrien 
und Klein-Asien, sowie in den meisten Flugstellen Afrikas, unter der typischen Form, oft häufiger als diese. — 
alcippoides. Als ab. alcippoides Moore wird eine Form bezeichnet, die im paläarktischen Gebiete nur auf diu Canaren 
und im gegenüberliegenden Teil .Marokkos beobachtet winde, sonst aber in Afrika viel vorkommt: sie bildet 
einen Obergang von alcippus zum typischen ch)"ysippus, indem die IHIlcI nicht bis auf den Rand weiss ge- 
dorippus. färbt, sondern nur im Discus weiss angeflogen sind. - dorippus Klug (28b), eine Form, die in Syrien und 
besonders an den Küsten des Roten Meeres (sonst noch in ganz Afrika und in Nordwest-Indien) mit chry- 
sippus zusammen fliegt und mit diesem sich paart, ohne dass man je I bergänge gefunden hätte . ist ganz 
klugii, honiggelb, schwarz gerandet, ohne den schwarz-weissen Apex des typischen chrysippus. — klugii Btlr. (28b) 
ist eine dorippus-Form , bei der die Basalhälfte aller Flügel dunkel überschattet ist: an vielen Stellen mit 
albinus. chrysippus zusammen, aber selten» i . ab. albinus /.<<//; (28b) hat weiss angeflogene HHgl und verhält sich zu 
dorippus etwa wie alcippoides zu chrysippus; in Nord-Arabien, (auch bei Aden und in Afrika). — Rp hell 
bleigrau mit gebblichen Beimischungen; die Grundfarbe bald mehr ins bläuliche, bald ins gebbliche ziehend. 
Alle Segmente sind mit schwarzen Querstreifen von verschiedener Dicke gezeichnet, die y:elbe Flecke zwischen 
sich fassen. Das 3., 6. und 12. Segment trägt je zwei spitze, geisseiförmige, fleischige Anhänge, von denen 
die vordersten die längsten sind. An Asclepiadeen. besonders Asclepias curasavica. Pp hellgrün oder 

lehmgelb, etwas durchschimmernd, mit einer schwarz begrenzten Goldleiste quer über den Kücken und 
goldenen Spitzchen. - Die Schmetterlinge fliegen, wo es warm genug ist, das ganze Jahr hindurch an 
allen denkbaren Lokalitäten, selbsl auf den Strassen, und im Gebirge bis zu einer Höhe von 2000m. In 
kühleren Gegenden ist ihr Erscheinen auf den Sommer beschränkt, doch gehören sie in ihrer Flugzeil zu 
den gemeinsten Insekten. Der Flug ist klappend, zeitweise etwas schwebend, immer langsam, geradeaus 
und sehr unbeholfen. Auch das Auffliegen vom Boden und aus dem Grase geht schwerfällig vor sich, so 
dass man jedes vorbeifliegende Exemplar, wenn es sich nicht zufällig in die Höhe arbeitet, mühelos fangen 
kann. Auch im Xetze bewegen sich die Tiere so wenig, dass sie sich kaum jemals die Flügel verletzen. 

genutia. D. genutia Cr. (= plexippus F.) (28c). Dem chrysippus ähnlich, aber durch den honiggelben Discus 

aller Flügel ziehen dicke schwarze Adern. -- Im südlichen Kaschmir und in Zentral- und West-China, meist 
nicht häufig. Dagegen sehr gemein in der orientalischen Region; im Himalaya und in Süd-China zuweilen 
massenhaft. Rp schwarz mit fleischigen Anhängseln am 3., 6. und 12. Segment, jedes Segment mit weissen 
und gelben (hierstreiten und -tleckchen: an Kaphis, Passularia und Ceropegia intermedia, in der Jugend 
meist auf der Blattunterseite sitzend. Pp. durchschimmernd grün mit schwarzen Fleckchen und silbernen 
und goldenen Spitzchen. 

I>. genuäu isl an vielen Orten der indischen Fauna ein ungemein häufiger Falter, Oft sieht man 
ganze Scharen wie Wirbel von dürren Blättern durcheinandertreiben und an den Ruheplätzen sind lange 
Reihen dieser Falter an den herabhängenden Lianen versammelt, wo sie zuweilen so dicht sitzen, dass die 
einzelnen Exemplare einander berühren. Sie haben zwei Flugzeiten: im Frühling und dann nochmals im 
Herbst, vornehmlich im Oktober, wo sie besonders zahlreich auftreten: doch gibt es einzelne Individuen das 
ganze Jahr hindurch. — Die efer* führen eine deutliche Dufttasche auf dem Hflgl. 

plexippus. D. plexippus L. (= archippus F., erippus 'V.. megaüppe ///<» . menippe Hbn. (28c). Grösser als die 

vorigen; die honiggelben Flügel von dunklen Adern durchzogen wie bei genutia, alter ohne deren weisses 
Apicalband der Vflgl. Auf den kanarischen Inseln, nicht seilen; sonst noch in Amerika und Australien, so- 
wie den dazu gehörigen Inseln weit verbreitet. - Die Rp zitrongelb, dicht zebra-artig schwarz gestreift; 
fleischige Anhänge am :*>. und 12. Ringe. An Asclepias. - Pp. hellgrün, etwas durchschimmernd: über den 
Kücken verläuft eine goldene, schwarz angelegte Querleiste. 

Das eigentliche Vaterland dieses Schmetterlings ist Amerika, das er in einer Reihe von Lokalformen 
von Canada bis Patagonien bewohnt. Im äussersten Norden seines Verbreitungsgebietes fliegt er nur als 
Wandervogel zu, vermag sich aber, da dort die Nahrungspflanze nicht mehr vorkommt, dort nicht zu halten. 
Ich habe die Rp stets nur auf Asclepias im Freien gefunden, doch Hessen sich jung eingefangene auch mit Salat 
füttern und gediehen bei dieser Ernährung. Von Nord- Amerika, wo er unter dem Namen Monarch bekannt ist. 
hat sich der plexippus nach Südwesten über den Crossen Ozean bis nach Australien verbreitet. ) Hort wurde 
mir von älteren Sammlern erzählt, dass um die Mitte des 19. Jahrhunderts der plexippus noch unbekannt war. 
und noch vor kurzem konnte man beobachten, wie er von Jahr zu Jahr häufiger wurde. Nach Osten zu 
hat er. gleichfalls in historischer Zeit, die Ranaren erreicht und gehört seitdem der paläarktischen Fauna an. 



• Man vermutet, 'lass die Puppen in Heuballen eingeschleppt wurden. 



Ausgegelen IL X. 07. EUPLOEA. Von Dr. A. Skit/. 77 

So langsam und unbeholfen auch der Flug des plexippus scheint, so ist er doch ausdauernd und 
mitunter gleitet das Tier weite Strecken dahin, indem es die Flügel still ausgebreitet hält. Ich sah ihn oft 
in sehr beträchtlicher Höhe über dem Meere dahintliegen und beobachtete, wie er sich mit ausgebreiteten 
Flügeln auf die Meeresoberfläche setzte und dann wieder ohne Schwierigkeit auffliegen konnte. Schon einige 
Male haben auch vereinzelte Exemplare dm europäischen Kontinent erreicht und sind in Portugal und in 
Gross-Britannien gefangen worden, so dass in Süd-Europa, wo Asclepias wächst, seine spätere Einbürgerung 
nicht unmöglich ist. 

D. septentrionis Btlr. (28d). Schwarz, alle Flgl bestreut mit durchsichtig hell blaugrünen Streifen septentrionis. 
und Fleckchen. Das <? besitzt ein oben als graubrauner Seidenfleek sichtbares, unten als halbmondförmige 
Falte abstehendes Duftorgan zwischen dem ersten Medianast und der Submediana des lltlgls. Tm südlichen 
Kaschmir selten, im April und wieder vom Juli bis Oktober: in West-China gemein, in den Gebirgen bis 
15()Om hoch. Die Rp soll der der folgenden Art ähnlich sein und an Vallaris dichotoma leben. Dieser 

Falter ist über einen sehr grossen Teil des orientalischen Gebiets verbreitet und an vielen Stellen, so bei 
Colombo auf Ceylon, äusserst häutig. 

D. limniace Cr. i = exoticul (Intel.) (28 e). Dem Vorigen ähnlich, die Grundfarbe weniger tief- limniace. 
schwarz, die nilgrünen Streifen und Flecken viel grösser, teilweise zusammentliessend. Duftorgan wie bei 
septentrionis. In Kaschmir, häufig, doch jahrweise; im Mai und wieder im Herbst (Yotjitg). Rp hell 

gelbgrün mit zahlreichen schwarzen Querstreifen und gelben Seitenstreifen. Kopf und Bauchfüsse schwarz 
gedeckt: die Fadenanhänge schwarz und hellgrün: an Asclepias. Pp grün, hinter dem Thorax etwas ein- 
geschnürt, mit goldenen, erhabenen Tüpfelchen. 

Wiewohl limniace noch im südlichen China (Swatow, Hongkong) äusserst zahlreich vorkommt und 
die dortigen Exemplare zu den grössten Vertretern der Art zählen, erreicht sie in China wie es scheint 
nicht mehr die paläarktische Grenze und gehört unserm Gebiet daher nur in Kaschmir an. 

D. melaneus 'V. (= ephyra Hbn.) (28d). Gleichfalls den vorigen ähnlich alter die d*cf ohne die melaneus. 
Halbmondklappe auf der Unterseite der Htlgl. Dagegen steht beim c? nahe dem Analwinkel ein schwarzer 
Sammetfleck. Grundfarbe is1 bei beiden Geschlechtern mehr dunkelbraun, und die Zellen aller Flui sind 
glasig hellgrün ausgefüllt. In West-China, östlich bis Chang Yang; häutig, vom Mai bis Oktober, in 
mehreren ineinander übergehenden Generationen: fliegt in Wäldern. Die paläarktischen Frühlingstiere sind 
z. T. wesentich kleiner als die Indier: manche Stücke sind weit grösser als das abgebildete. 

D. tytia Gray i = sita Koü.) (28e). Die grösste paläarktische Danaide. Basalhälfte aller Flgl vor- tytia. 
wiegend nilgrün; Aussenhälfte der Vflgl schwarz, grün gefleckt, die derHflgl zimtrot. - In Kaschmir nicht 
selten, in Wäldern: den ganzen Sommer hindurch. In China, überall; Japan, nicht selten: Askold ( < ) i . k i ; - 
thük). Rp trübweiss. über dem Kücken schwärzlich, mit •_' dorsalen und einer seitlichen Reihe gelber 
Flecke. Kopf schwarz, grau gefleckt. Füsse schwarz. An Marsdenia roylei. Pp blass glasgriin mit gold- 
gelben Flecken. 

Der Schmetterling fliegt mit Vorliebe im Walde, schneller als die meisten Danaiden, und setzt sich 
zur Hube an ganz dünne, herabhängende dürre Zweige. Eine Scheidung der festländischen von der japa- 
nischen Inselform ist auf untergeordnete Differenzen gegründet und dürfte kaum haltbar sein. 

2. Gattung: fhiploea /•'. 

Ziemlich grosse fast durchgängig schwarzbraune Schmetterlinge, zuweilen mit prächtigem blauem 
Schiller. Männchen und Weibchen haben oft verschiedene Form der Vflgl, indem bei den cfo* der Ird 
weit vorgebuchtet ist. Fhir nicht stark, sehr allmählich verdickt. Wie alle aus einer grossen Zahl von 
Formen zusammengesetzten Gattungen hat man auch diese, nach den männlichen Duftorganen, in zahlreiche 
Gattungen geteilt. Die Gattung ist fast ausschliesslich indoaustralisch, wenige Formen gibt es in Afrika 
und nur eine Art verbreitet sich bis in das paläarktische Gebiet.*) 

Die Euploea zählen zu den charakteristischen Faltern der indischen Region, wo sie die gleiche Rolle 
spielen wie die Neotropiden in Amerika. Sie sind ganz auf die warmen Gegenden beschränkt und nehmen 
nach Norden, wie nach Süden vom Äquator, schneit ab. Ausser an ihren Grenzgebieten sind fast sämtliche 
Arten in ihrem Verbreitungsgebiet äusserst häutig. Sie vereinigen sich zuweilen zu grossen Zügen, zu- 
weilen ziehen sie einzeln, in fast gleichen Abständen, die Waldwege entlang fliegend. Ihr Flug ist langsam, 
wenig fördernd, unbeholfen, aber wenn sie. sich dem Winde überlassend, dahinschweben, nicht unelegant, 
worauf der Name anspielt. Die Tiere haben eine doppelte Schwärmzeit, von — 12 und nochmals von 



*) Eine zweite Art, Euploea vestigiata, existiert in 2 Exemplaren aus der westchinesischen Provinz Kwei-Tschou. Da 
aber die Euploen arge Wanderer sind, so dürfte man so lange an verflogene Stücke glauben, bis weitere Daten über Vorkommen 
im paläarktischen Gebiete bekannt werden. Die Provinz Kwei-Tschou liegt ausserdem mit dem bei weitem grössten Teil im 
indoaustralischen, nicht im paläarktischen Gebiete. 

I 10 



,s Urbeschreibungs-Nachweis der paläarktischen Danaiden. 

3 — 5 Uhr nachmittags. Sie besuchen eifrig Blumen, besonders die Blüten der Lantana, und bedecken oft 
gleich schwarzen Wolken die blühenden Bäume. 

midamus. E. midamus L. ( = linnaei Moore) (28e). Von dieser iil)er einen grossen Teil von Indien verbreiteten 

Art sind die cfcf sammetschwarz mit prachtvollem, besonders beim Lebenden Tier intensivein cyanblauem 
Schiller auf der etwas weiss gesprenkelten Aussenhälfte der Vflgl. Bei den ??, die nur zuweilen etwas 
blauen Schiller besitzen, sind alle Flügel stark mit weissen Strichen und Fleckchen überdeckt, so dass die 
matt schwarzbraune Grundfarbe stark zurückgedrängt wird und eine oberflächliche Ähnlichkeil mit einer 
der grün gezeichneten Danais entsteht. Zentral- und West-China; bei [tschang und am Oberlauf des 
Yangtsekiang , von wo ich Exemplare durch Jankowski erhielt. In Kaschmir näher! sich die Art hei Kulu 
der paläarktischen Grenze und dürfte In verflogenen Exemplaren auch dort unser Gebiet besuchen, jeden- 
falls aber dann als Irrgast. 

Die Rpn von prallem und fettem Aussehen, trüb gelbweiss, die einzelnen Segmente mit schwarzen 
Linien und gelben Bändern. Von 8 weichen, geisseiförmigen Anhängen stehen 3 Paar am Vorderteil der 
l!|i. ein Paar auf dem 12. Hinge: sie sind ockerfarbig mit schwarzer, zuweilen nach hinten übergekrümmter 
Spitze. An Schlingpflanzen, nach Hoesfield auch an einer Ficus-Art. I'p kurz und dick, im Kücken ein- 
gezogen, bräunlichgelb, an vielen Stellen metallisch golden glänzend, mit schwärzlichen Zeichnungen. Die 
Schmetterlinge (liegen im Frühling und dann nochmals, häufiger, im Oktober. So zahllos die Art in Indien 
vorkommt, so sind die Schmetterlinge im paläarktischen Gebiet verhältnismässig selten. Sie besuchen eifrig 
Blüten, an denen sie mit stets lest geschlossenen Flügeln hängen. Sie lassen sich mit dem Xetz einfach 
von den Blüten abschöpfen, da sie kaum flüchten und fliegen so schlecht, dass man jedes Exemplar, dessen 
man in erreichbarer Höhe ansichtig wird, als sichere Beute betrachten kann. 

Für diese und verwandte Arten, deren cfd" einen weisslich seidenglänzenden Costalteil der Htlgl 
haben, ist die Gattung 'l'rt/isiilirois Hbn. aufgestellt worden. 



Aphabetisches Verzeichnis 

zum Nachweis der Urbeschreibungen der unter den paläarktischen Danaiden aufgeführten Formen. 
* bedeutet, dass die Form an der zitierten Stelle auch abgebildet ist. 



klugii Dan. Htlr. Proc. Zool. Soc. Lond. 1885, p. 758. 

limniace Dan. Cram . Pap. Exot I, p. 92. * 

melaneus Dan. Cram.. Pap. Exot. I. p. 48. * 
midamus Eupl. /.. Mus. Ülr., p. 251. 

plexippus Dan. L. Syst. Nat. (Ed. X), p. 471. 

dorippus Dan. Klug. Symb. Phys. Dec: V. septentrionis Dan. Htlr. Entom. Monthl. May. 1874, p. 163. 

genutia Dan. Cram. Pap. Exot. III. p. 23. lytia Dan. Gray, Lep. Ins. Nepal., p. 9. * 



albinus Dan. I.mig. Iris l.\. p. 130. 

alcippoides Dan. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1883, p. 238 

alcippus Dan. Fabr. Enum. Spec, p. 50. 

chrysippus Dan. /.. Syst. Nat. (Ed. X), p. 171. 
cratippus Dan. Fldr. Sitzber. Akad. Wien 1860, p. 449. 



SATYRLDAE. Von Dr. A. Seitz. 7'.» 

4. Familie: Satyridae. 

Diese an Arten, noch mehr aber an Individuen ausserordentlich reiche Familie vereinigt Haase mit 
den Morphiden und Brassoliden zu der grossen Gruppe der Saty romorphen. Die Gestalt der Rp, 
ihre Lebensweise, die Gestalt der Pp, die Färbung, Zeichnung und Flugart der Falter bringt diese 3 Familien 
einander ebenso nahe, wie das Flügelgeäder, die Fhlr und die Gestalt und Ausbildung der Beine. Diesen 
Satvromorphen stehen auf der einen Seite die Danaomorphen, auf der andern die Acraeomorphen 
gegenüber, wie dies in dem von den Systemen handelnden Kapitel der Einleitung eingehender besprochen ist. 

Eine Eigentümlichkeit im Adersystem der Satyridenflügel ist die cystenartige Erweiterung einzelner 
Nippen im Basalteile der Vflgl, so dass blasenartige Auftreibungen der Hauptadern bald auf der Ober-, bald 
auf der Unterseite der Flügel wahrnehmbar sind. Die Anordnung der Adern ist nicht wesentlich von der 
der Acraeomorphen verschieden, nur dass bei den echten Satyriden die Zellen aller Flügel stets geschlossen 
sind, was bei jenen nicht durchgängig der Fall ist. 

Die Fhlr sind zumeist zart und am Ende allmählich verdickt, zuweilen aber auch (Satyrus) mit 
dickem Knopfe, aber nie über mittellang. Die Palpen sind seitlich flach, dicht borstig behaart; auch die 
Augen zuweilen haarig; Sauger kräftig. Die Vorderbeine in beiden Geschlechtern zu »Putzpfoten« um- 
gewandelt, die beiden hinteren Beinpaare stark entwickelt. Ei rund, glatt oder mit feiner Netzzeichnung. 
Rpn spindelförmig, mit rundem Kopfe, der zuweilen Spitzen oder Hörner trägt; Körper fein gekörneU 
oder kurz flaumig behaart, ohne verästelte Dornen, am Hinterende zuweilen in 2 Spitzen endigend. Sie 
leben an Monokotyledonen, an Gras, Bambus, Palmen etc. und sind am Tage verborgen, während sie des 
Nachts fressen. Die Pp ist entweder am Cremaster aufgehängt oder liegt frei an oder auf der Erde; sie 
ist ganz oder fast unbeweglich mit stumpfem Kopfende und stark nach der Bauchseite gekrümmtem Hlb. 

Die Satyriden selbst sind an Grösse verschiedene, an Gestalt aber sehr ähnliche Schmetterlinge. Die 
in der Regel düster gefärbten, meist oben braunen Vflgl sind von gewöhnlicher Gestalt, d. h. dreieckig mit 
konvexem Costalrande, die Htlgl sind meist ei- oder kreisrund. Selten nur zeigen sich am Aussenrd der 
Vflgl vorspringende Ecken, die mit Analspitzen der Hflg] korrespondieren, um dein sitzenden Falter die 
Gestalt eines dürren Blattes zu geben, dessen Zeichnung und Farbe dann auf der Unterseite nachgeahmt ist. 

Die Satyriden sind nicht geschützt: keine ätzenden Säfte, keine mit der Nahrung aufgenommenen 
Pflanzengifte machen sie für ihre Feinde ungeniessbar. Sie würden daher diesen in noch grösserer Zahl 
zum ( )pfer fallen, wenn nicht ein taumelnder und völlig unberechenbarer Zickzackflug dem Vogel das Weg- 
schnappen aus der Luft sehr schwierig, und der sehr schmächtige, vielfach auch noch stark behaarte Körper, 
den Fang wenig lohnend machte. Junge Insektenfresser, wie Fliegenschnäpper und Notschwänzchen 
kann man öfter Epineph ele- Arten , verfolgen sehen und sich dabei überzeugen, wie schwer es dem Vogel 
fällt, den beständig hin- und herspringenden Falter zu haschen: diese Jagd scheint aber nur Spiel oder 
Übung zu sein, da sonst die Vögel die umherfliegenden Satyriden völlig unbehelligt lassen. 

Fast durchgängi!;- haben die Satyriden eine nur kurze Flugzeit, die sich kaum über einige Wochen 
erstreckt. Dabei ist in der Erscheinungszeit der sexuelle Dimorphismus sehr stark ausgeprägt, indem in 
den ersten 2 — 3 Wochen der Flugzeit fast, ausschliesslich Männchen auftreten, am Schlüsse derselben nur 
noch Weibchen existieren, hast überall, wo zwei oder mehr Generationen auftreten, finden wir auch Saison- 
dimorphismus und bei manchen Gattungen auch eine Art von Polymorphismus, wie z. B. bei Melanargia, 
wo man an einer Fingst eile Exemplare mit gelber und rein weisser Grundfarbe, mit gezeichneter und ein- 
farbiger Unterseite etc. beobachten kann; im ganzen ist aber Polymorphismus bei den Satyriden selten. 

Die Satyriden treten gewöhnlich sehr lokal auf, so dass sich ihre Flugplätze auf gewisse Berghänge 
oder Walddistrikte beschränken; dort aber linden sie sich meist massenhaft, so dass man wirklich seltene 
Satyriden kaum kennt. Ihre Lokalisierung ist vielfach durch den Standort dei Futterpflanze, die oft in 
einer bestimmten Grasart besteht, bedingt, doch spielen auch physikalische Verhältnisse, wie das Vorkommen 
gewisser Bäume, von Kalkboden etc. eine grosse Rolle. Ebene Gegenden sind nur von ganz wenig Arten 
bewohnt, während bei weitem die meisten Species auf die Gebirge, oft auf ganz bestimmte Gebirgszüge, 
beschränkt sind, ja manche Formen sich, ähnlich wie die Zygaenen, nur an einer ganz bestimmten, zirkum- 
skripten Stelle finden; ein Verhalten, das beispielsweise bei Pieriden oder Nymphaliden unbekannt ist. 

Die Schwärmzeit ist nicht wie bei den andern Tagfaltern nur auf die Zeit des Hochstandes der 
Sonne beschränkt. Im Gegenteil fliegen die Satyriden häufig noch spät am Tage und gewisse Gattungen 
wie Lethe und Melanitis enthalten ausgesprochene Nachttiere, die sich am Tage nur aufgescheucht erheben, 
um erst nach Sonnenuntergang der Nahrung und Gopulation nachzugehen. Solche Arten fliegen dann beim 
Lichtfang an die Laterne. Als Schwärmplätze sind von den düster gefärbten Arten schattige Plätze bevor- 
zugt, so tief eingeschnittene Felsschluchten, dicht überwachsene Waldwege und dichtes Unterholz. Während 
fast alle übrigen Tagfalter nur bei Sonnenschein hervorkommen, fliegen viele Satyriden, besonders in den 
Tropen, mit Vorliebe an trüben Tagen, so z. B. Ypthyma und Mycalesis. 



sii ACROPHTHALMIA; RAGADIA; MANDAR1N1A; MYCALES1S. Von Dr. A. Seitz. 

1. G-attung: Aeroplitlialmia /•'/</,-. 

Die .in sich nichl grossen Kalter dieser Gattung haben ganz ausserordentlich kleine und zarte Kör- 
perchen. Die Flügel sind verhältnismässig ln.il und stark gerundet. Die Subcostalis der Vflgl ist bis über 
das Basaldrittel hinaus sehr stark und gleichmässig aufgeblasen. Hierin ähneln die Arten der folgenden 
Gattung Uagadia. Sie unterscheiden sieh von dieser aber dadurch, dass der erste Subcostalast der Vflgl am 
Zellende entspringt und die Subcostaläste der Hflgl länger gestiell sind. .Man kennt von dieser Gattung nur 
wenige Formen vom malayischen Archipel und den Philippinen, die einander recht ähnlich sind. Von den 
l.'pu ist gar nichts bekannt. Im paläarktischen Gebiel komml nur eine Art vor, die von Leecb in Se- 
tschuen in West-China aufgefunden wurde. Der Bau des Körpers und der Flügel lässt auf einen schwachen, 
tänzelnden Flug schliessen. 
ihaiia. A. thalia Leech. (29a). Matt dunkelbraun; ein weisses Band zieht muh Costalrand der Vflgl zum 

\nalrand der IUI. Die Yll haben im Apex, die Hflgl nahe dem Analwinke] einen dunkeln Augenfleck, der 
auf der Unterseite gelben Ring und weisse Pupille führt. Hei Omei-Shan und Putsufong; im Juli. 

2. Gattung: Ragadia Weslw. 

\n Grösse und Zartheit der vorigen Gattung nahe, aber die Vflgl viel spitzer, auch der Apex der 
Hflgl weniger gerundet Die cfd 1 haben auf der Unterseite der Htlgl eine abstehende Längsfalte, die am 
unteren Zellrande verläuft und vor einer länglichen Grube steht. Die bisher beschriebenen Formen von 
Ragadia sind über einen grossen Teil Süd-Asiens verbreitet, fehlen aber in ganz Vorder-Asien, Ceylon und 
dem eigentlichen Vorder-Indien ; dagegen sind sie verbreitet im malayischen Archipel und den Himalaya- 
[ändern. Hampson, der alle Formen als Hassen einer Art auffasst, dürfte hierin zu weit gehen, wiewohl 
einzelne Formen sieher nur Lokalvarietäten von anderen sind. - - Die Ragadien lieben offene, aber mit 
Unterholz bewachsene Lichtungen, wo sie im Sonnenschein tänzelnd umherfliegen und sich mit halboffenen 
Flügeln auf Buschwerk oder auf die Erde setzen. 

latifasciata. R. latifasciata Leech (29a). Ähnlich der R. crisüda von Sylhet und der anwulata von Borneo. Eine 

weisse Schrägbinde zieht vom Apex der Vflgl, dort spitz beginnend, nach der Mitte des Analrandes der 
Hflgl hin. Nach aussen von dieser Binde steht eine Reihe, besonders auf der Unterseite stark hervortretender 
Augenflecke. Bei Mupin, im Juli; scheint selten zu sein (Leech). 

3. Gattung: Mandariiiia Leech. 

Dil' einzige Art dieser ziemlich isoliert stehenden Gattung ist ein mittelgrosser Tagfalter mit sehr 
kraftmein Körper. Der Aussenrd der Vflgl verläuft beim ■■■' ^mz gerade und der Apex derselben bildet 
fast genau einen rechten Winkel. Diese Flügelform, sowie der ['instand, dass keine Adern an der Wurzel 
aufgeblasen sind, sowie auch der sehr konvexe Costalrand der Vflgl rücken diese Gattung von den übrigen 

' Satyriden ab und deuten nach den Morphiden bezw. Anialhusiiden hin. 

regalis. M. regalis Leech (29a). Schwarzbraun mit. besonders im Heben starkem, violettem Schiller. Vflgl 

mit beim ' breitem, beim ? schmalem, cyanblauem. glänzendem Schrägbande. — In Zentral- und West- 
I Unna : lokal und nicht häufig. 

4. Gattung: OTjcalesis iu,„. 

Schwächer und zarler als die Mandarinia ; meist mittelklein. Die Fhlr sehr fein, die Augen behaart 
oder nackt. Die Flügel der paläarktischen Können dunkelbraun mit der Anlage von submarginalen Augenreihen, 
von denen bald dieses bald jenes Auge hervorragend ausgebildet ist. Im Basalteil der Vflgl ist die Sub- 
costalader stets, meist auch die Discocellularis aufgeblasen. Die oV haben bald an dieser bald an jener 
Stille der Flügel Duftorgane. Man kennt aus dem wärmeren Asien und Afrika eine sehr grosse Zahl von 
Arien und man hat daher, wohl um die Übersieh! nichl zu verlieren, diese Gattung in zahlreiche andere 
zerspalten; doch zeigen die Arien morphologisch und biologisch irrosse Übereinstimmung. Merkwürdig ist 
ein sehr ausgebildeter Saisondimorphismus bei einer Reihe von Arten, die in der Regenzeil mit geaugter, in 
der trockenen (Winters-) Zeil mit ungeaugter, blattartiger Unterseite fliegen. 

Die Mi/r, ,l, s/s fliegen auf Wegen und Waldlichtungen, an Felsen, um Büsche etc. Die meisten 
erinnern sehr in ihrer äusseren Erscheinung an unsern Aphantopus hyperanthus ; sie Haltern in hüpfendem 
Fluge wenige Schrille weit, um sich dann mit fest geschlossenen Flügeln auf ein Blatt oder auch auf den 
Erdboden, mit Vorliebe in dürres Laub zu setzen, sie sind fast sämtlich an ihren Flugplätzen sehr gemein 

und werden, da sie durchaus nicht scheu sind und stets niedrig fliegen, leicht gefangen; doch sind ihre 

Flügel sowohl in der Berandung wie in der Bestäubung sehr zart, so dass die Tiere beim Einbringen 

leicht h 



MYGALESIS. Von Dr. A. Sjsitz. 81 

Die Rpn erinnern an die unserer Epinephele; sie sind nur von wenigen Arten bekannt. Die bis 
jetzt beobachteten sind in der Jugend blassgrün mit dunklem Kopfe, an dem zwei stumpfe Hörner hervor- 
ragen; nach der letzten Häutung sind sie grünlich und braun gemischt, die ersten 3-4 Ringe mit lichten 
Längslinien, die übrigen Segmente mit Schrägwischen zu Seiten des Rückens. Wie viele Raupen fressen 
sie nach dem Auskriechen ihre Eierschale auf. Sie nähren sich von Gras, fressen des Nachts und hallen 
sich am Tage versteckt. In wärmereu Gegenden war die Rp in kaum 3 Wochen erwachsen, in den nörd- 
lichsten Distrikten . in denen die Gattung vertreten ist. scheint (der Flugzeit nach) die Rp zu überwintern. 
Sie verwandeln sich in eine denen von Epinephele sehr ähnliche, durchschimmernd grüne oder braune Pp, 
die mit langem Cremaster an einem Halme oder Stein so befestigt ist, dass sie steif nach unten hängt. Die 
Schmetterlinge fliegen in warmen Gegenden das ganze Jahr hindurch in zahlreichen Generationen , die in- 
einander übergreifen: im nördlichen Ost-Asien fand ich die Falter erst von der Mitte des Sommers ab bis 
in den Herbst. Wo ein ausgesprochener Saisondimorphismus besteht, lösen die verschiedenen Formen nicht 
einander regelmässig ab, wie bei uns die Araschnia, sondern bis zu einem bestimmten Monat fliegt aus- 
schliesslich die eine Form, von da ab durch Generationen hindurch die andere. 

Die Mycalesis ' sind auf die Alte Welt beschränkt und reichen im Osten des paläarktischen Gebietes 
nördlich bis Japan. Korea, Zentral- und West-China. Ferner ist die Gattung in den Gebirgsländern von 
Kaschmir verbreitet. In der Westhälfte des paläarktischen Gebietes fehlen sie. da sie den grossen Wüsten- 
giirtel Sahara -Arabien -Iran nicht zu überschreiten vermögen. In ihrem biologischen Verhalten entsprechen 
sie den neuweltlichen Euptychia. 

M. mineus. Ein verbreiteter, gemeiner indischer Falter, dessen cf auf der Unterseite der Htlgl an 
der Submediane eine Haarbürste hat. die in einem gelblich-seidenglänzenden Felde steht. Auf der einfarbig 
dunkelbraunen Oberseite steht ein grosses Auge vor der Aussenrdsmitte der Vflgl. Die zuerst beschriebene 
Form, mineus /.. (29b), ist die in Indien vorkommende Regenzeitform. Sie hat auf der Unterseite der Vflgl 
ein kleines Auge im Apex und ein grosses vor der Aussenrdsmitte: die Htlgl führen eine ziemlich gleich- 
massig gebogene submarginale Reihe verschieden grosser Augen, deren Zahl und Form ungemein variiert; 
dieses augenführende, gelblichbraune Handfeld der Flügel ist durch einen geraden, weissen Streifen vom 
dunkler braunen Discal- und Wurzelteil der Flügel getrennt. In Ost-China, von der YangtsekiangjMündung 
südwärts, sowie am ganzen Unterlauf dieses Stromes: von Süd-China durch ganz Indien bis in die malayischen 
Gebiete. Die chinesischen Exemplare sind kleiner und etwas matter als die von Zentral-Indien : die Augen. 
welche die auf den lltlgln verlaufende submarginale Kette bilden, sind kleiner, ihre lichten Hinge blasser 
gelb, die Reihe selbst ist häutig unvollständig. — confucius Leech (29a) ist eine nördliche Form mit mehr confucius. 
violettgrauer Unterseite und kleineren, bisweilen stark reduzierten Submarginalaugen. — Im Juni (weiter im 
Süden, bei Hongkong, schon im Mai) und wieder vom Juli bis in den Herbst an schattigen Stellen und 
Waldlichtungen, sehr gemein. - In Indien, wo die Art noch massenhafter vorkommt, tritt sie auch in ganz 
augenlosen Trockenzeitformen mit blattartig veränderter Unterseite auf. 

M. sangaica Btlr. (29b). Der vorigen ähnlich, aber das Auge auf der Vflgloberseite viel kleiner- sangaica. 
besonders heim <?; die Unterseite weniger gleichmässig gefärbt, die submarginalen Augen auf der Hflgl- 
unterseite meist zu kleinen, zuweilen noch pupiüierten Schatten reduziert; der lichte, "durch alle Flügel 
gehende gerade Streif viel trüber. Mongolei und fast ganz China, nicht selten. parva Leech (29 b) ist parva. 

noch etwas kleiner als die entsprechenden Geschlechter von sangaica; die Unterseite ist, besonders auf dem 
Htlgl, lichter grau und die submarginale Augenkette vorn und hinten weisslich gesäumt; hei Omei-Shan in 
West-China. 

M. perdiccas Eetv. (— penicillata Pouj.) (29b). Oben den vorigen ähnlich, aber alle Flügel weit perdiccas. 
mehr gerundet; die meisten Exemplare haben auf der Oberseite ausser dem grossen Aussenrandsauge noch 
ein kleines, aber scharfes Apicaläugelchen und ein weniger scharfes über dem Analwinkel der Htlgl. Unter- 
seite stark violett überhaucht; alle Augen zu Punkten oder winzigen Hingelchen verkleinert bis auf das vor 
der Aussenrandsmitte der Vflgl. China. Corea und Japan: im Sommer und Herbst, an vielen Stellen ge- 
meinschaftlich mit M. gotama fliegend, aber viel seltener. Bei innerchinesischen Exemplaren ist oft der Lila- 
schimmer der Binde auf der Unterseite stark reduziert. - - Die Form magna Leech ist grösser, unten mehr magna. 
russbraun und hat auf der Yflglunterseite 3 deutliche apicale Ocellen; im westlichen China. — Der am 
weitesten nach Westen vordringende Vertreter der M.perdiccas ist M. sanatana Moore, die bis Süd-Kaschmir geht sanatana. 
und sich durch die Vollständigkeit der Augenreihe auf der Unterseite der Htlgl von perdiccas unterscheidet. 

M. gotama Moore (29c). Alle Flügel unten mit je einem grossen Auge vor dem Aussenrd über gotama. 
dem Analwinkel, ausserdem haben die Htlgl noch ein Analauge. Daran ist die Art sofort kenntlich, auch 
wenn sich bei einzelnen Arten zuweilen kleine akzessorische Punktaugen finden. Japan. Corea. — Fxem- 
plare von Shanghai mit weisslichen Fransen und schmalem, nach innen stark dunkel angelegtem Discalstreif 
sind borealis /•'/»//•. Sehr geniein. im Juni und vom August ab in China und Zentral-Japan. auf bewaldeten borealis. 
Bergkuppen, besonders unter Gryptomerien, in den sog. heiligen Hainen der Japaner. 



82 LETHE. Von Dr. \. Si a 

""'<"■ M. unica Leech (29c). Die Unterseite hal wie hei gotama neben einer Anzahl verkümmerter Augen 

je ein grosses Auge auf jedem Flügel. Aber auf dem Vflg] ist es hier das Apicalauge, das vorherrscht. Dei 
Discalstreif der Unterseite is1 sebi breil und geschwungen und schimmert auf der Oberseite deutlich durch. 
— Das -.. auf welches die Art gegründet ist, wurde bei Mupin im Juli gefangen. 

lepcha. M. lepcha Moore. Leicht kenntlich an den behaarten Augen, dem gewellten Aussenrd der Hflgl, 

an ihren Wurzel über der Subcostalis heim ' ein Duftfleck sieht. Unterseile fein marmoriert, nach aussen 
zu grau. Eine sehr auffallende, lebhaft lichte Discalbinde zieht durch alle Flügel; dieser Streif schimmerl 
auf der Oberseite deutlich durch. Nach aussen von ihm zeigen beide Flügel submarginale Augenflecke in 
sehr variabler Ausbildung. Die Art scheint in Kaschmir nicht häufig zu sein, ist aber in Indien in einer 
ganzen Reihe von nahe verwandten, kaum spezifisch zu trennenden Können wie rudis Moore von Bengalen, 
bethami und davidsoni Moore, malsara Moore von Sikkim stellenweise gemein. 

serica. M. misenus Nicev. Diese indische Art kommt im paläarktischen Gebiet mir in der Form serica Leech 

(29c) vor. die sich von der typischen misenus durch Reduktion oder völliges Fehlen des Apioalauges auf der 
Oberseite unterscheidet; auch das Analauge der Hflgl ist kleiner oder kann selbst ganz fehlen. Eine dei 
grösseren Arten, von Omei-schan, im .Juni in 1000 m Höhe gefangen.*) 

5. Gattung: T^ethe Elm. 

Braune, einfarbige Schmetterlinge, nicht unter mittelgross , eine Art sehr gross. Der Körper ist 
stark behaart, der Thorax kräftig; die Fhlr sehr zart, am Ende kaum verdickt; die Taster lang und vor- 
stehend. Augen haarig. Die Adern sind an der Wurzel nicht aufgehlasen, nur die distale an der Basis 
etwas verdickt. Die Costa der Vflg] ist stark gebogen, die Hflgl sind fast kreisrund, bald mit gewelltem, 
bald mit gezähntem Saume, der sogar in dei Aussenrdsmitte in einer Zacke vorspringen kann. Die Vflgl- 
zelle ist breil und erreicht nicht völlig die Flügelmitte, ihr Ende gerade abgeschnitten oder gerundet. Die 
Hflglzelle endigt spitz. Die öV zeigen meist keine Duftorgane, einzelne Arten haben solche aber sehr 
auffallend und deutlich ausgeprägt. Während die ( »beiseite ganz oder fast zeichnungslos ist, führt die Unter- 
seite stets Discalstreifen oder -binden, sowie meist auch Augen, die in ihrer Gruppierung an die der Myca- 
lesis erinnern. 

Die Lethe haben ihr Verbreitungszentrum im Gebirgssystem des Himalaya, in dem allein 80 °/ aller 
bekannten Formen vorkommen. Die meisten Können linden sich in Nord-Indien: von Sikkim allein kennt 
man 24 formen. Alle sind Bergtiere bis auf die einzige, sehr weit verbreitete /.. europa, die bis in die 
f. bene hinabsteigt. Von diesem Verbreitungszentrum aus nehmen sie nach allen Richtungen hin schnell ab. 
Nach Westen hin reichen die Ldhv bis Kaschmir und dringen vermutlich bis in den lepidopterologisch noch 
nicht genügend erforschten Hindukush vor: östlich erreichen sie Japan und das Amurland. 

Die Rpn sind spindelförmig, grünlich oder bräunlich, oft mit lichten Längslinien. Der Kopf ist in 
ein beim Fressen gerade emporstehendes Hörn ausgezogen. Sie leben an Bambus oder Gras. Pp meist 
grün, vorn stumpf, am Gremaster befestigt. Die Schmetterlinge fliegen im Summer und Herbst, in wärmeren 
•Gegenden das ganze Jahr hindurch. Bei Tag sitzen sie meist still im Laub und fliegen, wenn aufgescheucht, 
nur wenige Schrille weil. Nach Sonnenuntergang werden sie inunter und fliegen lebhaft umher. Sie saugen 
an ausfliessenden Baumsäften und Pfützen und kommen an den Ködei aus Zuckerbier, fliegen auch nach 
dem Licht; L. rohria fand ich an frischem Biiti'elmist saugend. Kurz nach Eintreten der Dunkelheit kann 
man auf Waldlichtungen wahrnehmen, wie die dV mit halbgeöffneten Flügeln auf Buschspitzen und Zweig- 
enden auf die vorüberfliegenden ;V lauern und sich auf jedes vorbeieilende Insekt stürzen, um nach dessen 
Verfolgung wieder auf ihren Kosten zurückzukehren. 

schrenckü. L. schrenckii Men. (29d). Dunkelbraun, vor dem Apex der Vflgl und nach aussen vom Discus der 

Hflgl ovale schwarze, in lichterem I Inf stehende Flecken. Auf der Unterseite sind diese Flecke weiss ge- 
kernt und von gelben Ringen umzogen. In ganz Ost-Asien, von Tibet bis nach Yezo und dem Amurland, 
lokal, aber ziemlich häufig, im Juli. Kür diese Art, die sich ziemlich weit von den andern l.<lh< entfernt 
und sofort an ihrer Grösse erkannt wird, könnte wohl eine besondere Gattung gegründet werden. Schatz 
stell! sie zu Pararge; mit den Pronophüa, zu denen sie von M kn k ii,i i- gestellt worden ist, hal sie nichts zu 
tun. Die festländischen Exemplare sind etwas kleine!' und dunkler als die Japaner; die Rp ist unbekannt. 
Die Kalter fliegen an stark mit Unterholz bestandenen Plätzen und flüchten in dichtes, dorniges Gebüsch, 
aus dem sie nur schwer unbeschädigt herausgefangen werden können. Sie haben im Fluge grosse Ähnlich- 
keit mit der an den nämlichen Orten gleichzeitig fliegenden sehr grossen asiatischen Form von Satyrus dryas. 

epimenides. L. epimenides Men. i fentoni Btlr.) (29e). Oben einer verkleinerten, hellen schrenckü ähnlich, 

1 nterseite aber blass ledergelb, der Discus von zahlreichen braunen Streifen durchzogen. Exemplare mit 
Stumpferen, breiteren Vflgln, die einfarbig braune Färbung der Oberseile, ohne die graue, besonders in der 

Mycalesis perseus /■'., ein gemeiner indischer, weitverbreiteter Falter, nähert sich in Kangra sowohl, wie wahrschein- 
lich auch in China der paläarktischen Südgrenze; es ist mir aber nicht bekannt geworden, dass ei in das Gebiet selbst eindringt 



LETHE. Von Dr. A. Seitz. 83 

Zelle deutliche Beimischung zeigen und denen auf der Hflglunterseite die dunkle Beschattung der Subcostalis 
fehlt, unterscheidet Staudinger als L. epaminondas (29e) und hält sie wie Gräseb für eine eigene Art, obwohl epaminondas. 
sie stets zu gleicher Zeit und an den gleichen Platzen wie epimenides fliegt. Uns scheinen beide Formen 
zuweilen ineinander zu spielen. Von Zentral- und West-China bis nach Japan, Korea und dem Amurland 
verbreitet. Der Falter im Juli; im Norden des Verbreitungsgebiets häufiger; er fliegt hauptsächlich im 
Hochwalde und setzt sich mit Vorliebe an Baumstämme (Gräser). 

L. satyrina Btlr. (= naias Leech, styppax Oberth.) (30a). Vflgl mit ganz stumpfer Spitze, dunkel- satyrina. 
braun, vor Apex und Aussenrd etwas lichter: Htl^l mit hellerem Costalfeld und 2 schwarzen, licht umringten, 
ovalen Flecken vor dem Saume. Unten haben die Vflgl 2 kleine Apicalaugen, die FTfli^l eine Reihe von 
6 weissgekernten, gelbgeringelten Submarginalaugeri, wovon das 2. und 3. besonders klein sind. Im ganzen 
Yangtsetal, von Shanghai bis an die tibetanische Grenze, im Sommer. Bei Ghang-Yang bis zu 6000 Fuss 
Höhe. — Diese und die folgende Art bilden in ihrer Gestalt einen Übergang zur Gattung Mycalesis, wohin 
sie auch von Oberthüb gestellt wurden. 

L. butleri Leech ( = turbilius Obertli.) (30a). Grösser, der Apex der Vflgl nicht ganz so stumpf wie bauen. 
bei satyrina; unten heller, die braunen Discallinien der Htlgl viel weiter voneinander entfernt. — Vom Juni 
bis August gemein im Yangtsetal, bis zu einer Höhe von 7000 Fuss. 

L. lanaris Btlr. {== davidianus Pouj.) (30b). Eine der grössten der Gattung. Apex spitzer als bei lanaris. 
den vorigen, der Aussenrd gerade abgeschnitten. Auf der Unterseite stellen vor dem Aussenrd der Vflgl 
5 doppelgeringte Augen in schnurgerader Reihe; von den 6 Hflglaugen ist das 1. und 5. gross, das 3. und 
4. klein, das 6. doppelt. Nicht selten, von Ningpo durch ganz China hindurch bis Se-tschuen. Sie steht der 
L. marginalis von Japan und Nord-China nahe, hat aber spitzere Vflgl. 

L. oculatissima Pouj. (30a). Eine in ganz Zentral- und West-China gemeine und sehr variable oculatissima. 
Art. Konstant ist das gegen den dunkleren Basalteil aller Flügel abstechende lichtere Randfeld, das auf 
der Oberseite 2 runde schwarze Tupfen hat; einen im Apex, den andern vor dem Analwinkel. Der Anal- 
fleck der Hflgl ist stets, der der Vflgl ausnahmsweise pupilliert. Unten befinden sich submarginale Augen- 
reihen, die auf den Vflgln 5, auf den Hflgln 6 Augen zeigen. Durch den Discus <\w Flügelunterseite ziehen 
je 2 unregelmässige, dunkle Linien. Mupin, Omei-shan. -- OCCUlta Leech ist die östliche, zentral-chinesische oeculta. 
Form von Chang-Yang; sie ist grösser und die Augenreihe der Vflglunterseite zeigt nur 4 Augen, indem 
das dem Apex zunächstliegende auslöscht. 

L. christophi Leech (29e). Diese ziemlich grosse Art ist sofort kenntlich an einem grossen Duft- christophi. 
fleek unter der Mitte der Hflgl, der den Eindruck eines grossen glänzenden Ölflecks macht; sonst zeigt 
die Oberseite der Flügel ausser einer submarginalen Reibe verloschener, schwarzer Tupfen auf dem Hflgl 
keinerlei Zeichnung. Auf der Unterseite sind die Flügelränder gebräunt und den Discus durchziehen 2 teils 
gerade, teils etwas geschwungene dunkle Linien. Auf dem Hflgl eine submarginale Reihe kleiner Augen, 
wovon das 1. und das 6. (doppelte) deutlich, die andern wie verloschen sind. Beim $ sind die Vflgl gegen 
den Aussenrd hin etwas blasser. Im Juli und Augusi in Zentral- und West-China. 

L. serbonis Hew. Diese indo-australische Art kommt im paläarktischen Gebiet nur in der Lokalform 
davidi Oberth. (30b) vor. Hs ist eine der grössten paläarktischen Lethe, oben ganz braun mit dunklen, ganz davidi. 
schwach hell gerandeten Submarginalaugen auf dem Hflgl, wovon das am analen Ende mit lichter Pupille. 
Unten springt der äussere Discalstreif hinter der Zelle auf beiden Flügeln saumwärts in einer Ausbuchtung 
vor. Die Vflgl haben auf der Unterseite im Apex 2—3 verloschene Augen, die Hflgl führen eine komplette 
Reihe von Submarginalaugen, wovon das 1. und 6. besonders hervorleuchten. Die Hflgl zeigen einen kräf- 
tigen Zahn. — Bei typischen davidi beschreibt die Ausbuchtung der hinteren Discallinie auf der Flügel- 
unterseite nur eine leichte Kurve; bei manchen Exemplaren aber, die wir als ab. angulata form. nov. be- angulata. 
zeichnen, springt eine grosse, rechtwinkelige Ecke vor. Übrigens ist davidi eine so veränderliche Art, dass 
man kaum zwei ganz gleiche Individuen rindet. Bald biegen sich die die Zelle durchquerenden Streifen zu 
einem Ring zusammen, bald laufen sie parallel: bald leuchtet ausser dem 1. und 6. ein weiteres Auge der 
Hflglunterseite hervor etc. etc. Allen diesen Aberrationen Namen zu geben dürfte zwecklos sein. Wir 
erwähnen nur noch die ab. flavofasciata Leech, die diejenigen ?? betrifft, bei denen der äussere Discalstreif flavo- 
der Vflgl aussen breit rotbraun angelegt ist, während die normalen S? bis auf den blasseren Aussenteil der fosciata. 
Flügel den cfo 1 gleichen. Wie die serbonis in Indien, so ist die davidi in West-China ein häufiger, sehr 
weitverbreiteter Falter, der bis 8000 Fuss hoch geht. Juni, Juli. 

L. laodamia Leech. Oben genau wie davidi, nur in der Grundfarbe etwas heller braun, so dass laodamia. 
die schwarzen Submarginalpunkte der Hflgl dunkler hervorstechen. Unten, besonders im Randfelde, viel 
heller, die Vflgl. mit kompletter Ocellenreihe. Von Leech in wenigen Exemplaren bei Wa-schan und Omei- 
schan, 4 — 6000 Fuss hoch, im Juli gefangen. 

L. camilla Leech (30c). Oben fast genau wie davidi, nur die Hflglaugen zu verloschenen Tupfen camilla 
reduziert. Das d" führt aber vor dem Analwinkel einen fettglänzenden Duftfleck wie christophi, der aber 



st LETHE. Von Dr. A. Sbitz. 

bei weitem nichl so intensiv hervorsticht. Auch die Unterseite gleicht der von davidi, alter der äussere 

Discalstreif der Vflgl is1 uach aussen breit gelblich angelegt. Beim $ tritt diese beingelbe Schrägbinde auch 

oben hervor. Ghia-ting-fu , Wa-schan, aufwärts Ins 6000 Fuss. Über dieser Höhe findet sich die Form 

privigna. privigna L<<<l, i:ion. deren auf der »tlierseile reduzierten Duftfleck, dessen \ reduzierte Schrägbinde der 
Vflgl zeigt. 

baucis. L. baucis Leech (30c). Das d" der vorigen Arl oben sehr ähnlich, doch zeigen die stumpferen 

Vflgl einen matt lichten Schrägstrich, der von der Costa nach dem Analwinkel hinzieht. Unten hat dei 
Vflgl eine Reihe von drei vollständigen und einem um Apex hegenden) verloschenen Auge. Heim i ist die 
Schräglinie durch eine weisse Binde ersetzt, zu der parallel eine Reihe von 2—3 weissen Fleckchen vor 
procris. dem Apex tritt. Bei der kleineren ab. procris Leech ist der Hflgl stärker gewinkell und sein äusserer 

Distalstreif auf der Unterseite weiter vorgebuchtet. In West- und Zentral-China verbreitet. 

dyrta. L. dyrta Fldr. (30d). oben mattbraun, Vflgl mit •_' weissen Gostalwischen, beim ? ausserdem mich 

mit breiter weisser Schrägbinde. Die sehr lebhaft weisslich gezeichnete Hflglunterseite zeig! das Auge vor dem 
\pe\ gewaltig vergrössert, die andern (dinier der submarginalen Augenreihe zu unregelmässigen schwarzen, 
silbern bestreuten Figuren umgewandelt. Die gesamte Unterseite lebhaft an die von /,. europa erinnernd. 
Hflglzahn lang und spitz. West-, Zentral- und Ost-China, ausserdem im nördlichen Indien weit verbreitet. 
Gemein, im April und wieder vom Juni ab. Bingham hält die süd-indische neelgheriensis (hin-, für eine 
Nebenform der dyrta, was wir für möglich hallen. Die Rp mit einer nach muh gerichteten Kopfspitze und 
einer nach hinten gerichteten Analspitze, grün mit dunklem Streif über den Rücken und in den Seiten und 
gelblichen Nebenrückenlinien; an (iras. 

europa. L. europa /•'. i aivte Cr. i beme Cr.) (30 d, e). Gross, d" oben braun mit •_' weissen Apical- 

flecken, ? ebenso mit breiter weisser Schrägbinde. Unterseite an die der dyrta erinnernd; die Submarginal- 
augen der Hflgl fli essen zu einer buchtigen Binde zusammen, die unregelmässige, metallisch bestreute Kerne 
enthält. Zentral-. West- und Süd-China. Vorder- und llinter-lndien bis Malakka. Rp mit aufgerichtetem 
Kopfhorne, Körper hinten spitz, grün, unten blasser, l'p regelmässig, mit eckigem Kopfe, blassgrün mit 
■2 Punkten an der Stirn. Die Falter sind gemein und fliegen in wärmeren Gegenden den ganzen Sommer 
hindurch; bei Tage nur aufgescheucht, gegen Abend aber rastlos. Sie saugen am ausfliessenden Saft der 
Bäume, an Wegpfützen und an abgefallenen Früchten. Beim Umherklettern an den Bäumen bewegen sie 
sieh ruckweise und führen mit den Flügeln klappende Bewegungen aus. Der mit geschlossenen Flügeln im 
dürren Laub auf dem Beden sitzende Falter ist kaum zu erkennen (A. Janet). 

rohria. L. rohria /. nfusa Aur) (30e). Oben sehr dunkel, fast schwarz: Vflgl in beiden Geschlechtern 

mit weisser Schrägbinde und ■_' weissen Apicalflecken. Unterseite der von europa ähnlich, aber die Sub- 
mai'ginalaugen schärfer und regelmässiger. Ganz China mit Ausnahme von dessen Nordprovinzen, Himalaya- 
länder und die Gebirge von Vorder- und llinter-lndien. bis auf die Sundainseln reichend. Überall im Ver- 
breitungsgebiet häufig und auch mehr bei Tag fliegend als ihre Gattungsgenossen. Bingham fasst als die 
rohria /•'. die eben beschriebene dyrta Fldr. auf. i 

vertria. L. verma Kott. (30e). Ziemlich variabel; oben dunkelbraun mit beim V sehr breiter Schrägbinde 

der Vflgl, die aber abgekürzl und beim zuweilen unterbrochen ist: ohne weisse Apicalflecke ; Unterseite 
der von rohria ähnlich, die Discallinien violett, etwas silberglänzend. In West-China. Kaschmir, sowie vielen 
zum indo-australischen Gebiet gehörenden Himalayaländern. Sehr häufig, bis 9000 Fuss hoch. Im palä- 
arktischen Gebiel im Juni und Juli, im wärmeren Indien vom April bis November, an schattigen stellen, 
wo sich die Falter mit Vorliebe au die Stämme von Rhododendron oder Eiche setzen (Lang). 

L. chandica Moort (31a). Dieser häufige und in Indien weitverbreitete Himalaya-Falter ist in China 
lestis. vertreten durch die form coelestis Leech. Das <? ist oben schwarzbraun mit schwachem Violettglanz; das i 
rotbraun mit weisser, unten sich in Fleckt' auflösenden Schrägbinde und schwarzen Submarginalflecken der 
Hflgl. hie I nterseite ist ähnlich wie die von chandica gezeichnet, aber mehr Lila angeflogen, und die Discal- 
linien im Verlauf etwas anders. West- und Zentral-China. bis Futschau, gemein. 

diana. L. diana Btlr. (= whitelyi Btlr., consanguis Btlr., fixseni BÜr.) (31a). Oben sehr tief schwarzbraun 

mit kaum lichterem Randfeld der Vflgl. Unten fällt eine nach aussen weiss angelegte Schrägbinde auf. 
sowie die sehr regelmässigen und deutlichen Submarginalaugen der Hflgl, von denen das I. und ö. besonders 
hervorstechen. Japan und Korea, bis West-China; nach Leech gemein, doch fand ich sie weit weniger 
häufig als sicelis. sie fliegt besonders in überschatteten Felstälern und Hohlwegen und erinnert im Fluge 
etwas an eine grosse Erebia. Ich fing sie frisch im August, schon abgeflogen im September. 

sicelis. L. sicelis //<". (31 In. Meli erdbraun, oben ganz einfarbig ( I odei mit undeutlichem Schrägband i 

die Hflgl mit pupilliertem Analauge und den mall durchschlagenden Submarginalaugen der Unterseite. Sofort 



*) Welche Arl Fabricius vorgelegen hat, können wir niQkt feststellen; aas dei Beschreibung lässt sicli dies nichl 
entnehmen. 



Ausgegehen 5. XL <>,. LETHE. Von Dr. A. SEITZ. 85 

kenntlich an einem über 3 mm langen Duftpinsel, der auf der Hflgloberseite genau in der Mitte der Zelle 
angewachsen ist. — In Japan und Korea, mehr in der Ebene: Rp an Bambus (Pkyer). Die Schmetterlinge 
sind äusserst gemein. Es sind ausgesprochene Nachttiere; ihre Schwärmzeit beginnt im August etwa um 
8 Uhr abends. Die cfcf 1 sitzen auf einem Buschzweige in der Mitte einer Waldlichtung: wird eines weg- 
gefangen, so setzt sich sofort ein anderes cf an die nämliche Stelle, so dass ich einstmals, ohne die Stelle 
zu ändern, Dutzende einfangen konnte. 

L. hecate Leech (31b). Der sicelis ähnlich, aber dunkler und stärker gezeichnet. Auf der Unter- hecate. 
seite sind die Augen der Hflgl viel deutlicher und schärfer und schlagen auch mehr auf die Oberseite 
durch. Das c? hat keinen Haarpinsel in der Zelle. In West-( !hina (bei Wä-shan und Ta-stien-lu) nicht 
selten, von 2000 Fuss ab aufwärts, im Juni und Juli. 

L. manzorum Pouj. (31c). Oberseite viel bunter als bei den vorigen. Vflgl mit Apicalauge, Discal- manzorum. 

streif und 2 dunkeln Linien quer durch die Zelle. Hflgl mit nach aussen schwarz angelegter Augenkette 
wovon das 5. Auge mit grosser, weisser Pupille. Unten gelbgrau, alle Querlinien dick braun und gerade, nur 
das 1. und 5. Auge gross, alle andern sehr klein oder durch Punkte ersetzt. Zentral- und West-China, 
im Juni und Juli. 

L. gemina Leech (31 c). Oben einfarbig dunkel erdbraun. Hflgl mit einer Reihe von + grossen, gemina 
schwarzen, fein gelb umzogenen Ovalen. Auf der Unterseite nur das 1. und .">. Auge ausgebildet mit grosser 
Pupille, die andern Augen fehlen. Zum Unterschied von syrcis sei bemerkt, dass der 1. und 2. Ovalring 
auf der Oberseite ganz oder fast zusammenstossen. Auf Taf. 31 stellt also die letzte Figur der Reihe b 
nicht, wie irrig angegeben, die Oberseite von gemina, sondern die von syrcis ¥ dar. In West-China, bei 
Omei-shan im Juli; scheint selten. 

L. syrcis Hew. (31 b, die irrig mit „gemina" bezeichnete Figur und 31c). Oben wie die vorige, aber syrcis. 
alle Flügel gerundeter; auf dem Hflgl ist oben der 2. Ring nicht an den ersten angeschlossen, sondern 
ziemlich entfernt; unten sind ausser dem 1. und 5. auch noch andere Augen, wenn auch klein, vorhanden, 
und durch den Discus zieht, die Zelle beider Flügel durchschneidend, eine bei gemina völlig fehlende, gerade 
dunkle Linie. -- Durch ganz China mit Ausnahme des Nordens, auch in der Ebene, im .luni und Juli. 

L. titania Leech (31c). An die davidi erinnernd: oben mit scharf abgesetztem, lichterem Rand der titania. 
Vflgl, unten alle Augen der Vtlgl wie Hflgl mit relativ sehr stark hervorstechender Pupille. West-China. 
im Juni und Juli. 

L. ocellata Pouj. (= siinulans Leech) (31c). Oben braun: von der Costa zieht eine Reihe nur in ocellata. 
gewisser Beleuchtung dunkel hervortretender Wisehtlecke im Bogen hinter der Zelle vorüber, und die 
Augen der Hflglunterseite schlagen als schwach licht umzogene Punkte auf die Oberseite durch. Auf der 
Unterseite setzt sich das lichtere Randfeld der Vflgl scharf gegen den dunkeln Wurzelteil ab. Die Vflgl- 
unlei seite zeigt keine Augen, sondern nur ein kleines, aus 2 aneinanderstossenden Flecken bestehendes 
kleines weisses Bändchen vor dem Apex. Wie die vorige Art ausschliesslich paläarktisch ; bis jetzt nur in 
West-China aufgefunden, wo die Art selten zu sein scheint: im Juni und Juli. 

L. violaceopicta Pouj. (= calisto Leech) (31c). Oben ist das d* ganz einfarbig braun, das ? hat violaceopicta 
eine Kette weisser Wischflecken vor dem Vflglsauni und eine abgekürzte weisse Binde hinter dem Zellende. 
Unten haben die Vtlgl 3, die Htlgl 6 Augen, wovon das letzte stets doppelt gekernt. Der Wurzelteil des 
Hügls ist unten von zahlreichen unregebnässigen gezackten und durchbrochenen silberglänzenden Linien 
durchzogen. In West-China, im Juni und Juli. 

L. sidonis Hew. (31 d). Oben braun; beide Geschlechter führen in der äusseren Vflglhälfte 2 weiss- sidonis. 
liehe Costalfleckchen. Unten gehen silberweisse, besonders beim cf deutliche, abgekürzte Bogenstreife durch 
die Zelle, hinter der Querader und vor dem Apex vorüber. Die Hflgl unten in ihrer Wurzelhälfte von 
unregelmässigen, vielfach durchbrochenen Silberlinien durchzogen. Flügelränder fast ganz gleichmässig ge- 
wellt, die Hflgl mit kaum angedeutetem Zahn auf der Mediane. Afghanistan. Nord- und Zentral-Kaschmir, 
auch sonst im Himalaya verbreitet. In dem südlichsten Teil von Kaschmir, dem nicht mehr paläarktischen 
Kulu, wird die Art durch L. vaivarta Doli, vertreten, die sich aber durch den Bau der männlichen Genitalien 
von sidonis unterscheiden soll. (Doherty.) 

L. siderea Marsh. Der sidonis sehr ähnlich, aber kleiner und oben ganz zeichnungslos dunkel- siderea. 
braun; unten bilden die Hflglaugen eine unregelmässig gebogene Reihe. Ein Sikkimfalter der indoaustra- 
lischen Fauna, doch berichtet Leech, dass ein Exemplar von Krischeldorf im Juli bei Mu-pin gefangen 
worden sei, weshalb wir die Art hier aufführen. 

L. nigrifascia Leech (31 e) ist sofort kenntlich durch den breiten, auf den Adern zu Knoten an- nigrifascia. 
geschwollenen Duftstreifen, der beim cf vom Zellende nach der Innenrandsmitte zieht. Auf der Vtlglunterseite 
ist der aussen weiss angelegte Discalstreif hinter der Zellspitze saumwärts gebuchtet. Von Ghang-Yang. Eine 

I 11 



86 



ZOPHOfiSSA. Von Dr. A. Seitz. 



fasciata. der grössten paläarktischen Leihet— Bei Putsu-fong kommt aber eine weit kleinere Form vor. ab. fasciata (31 d). 
Bei dieser ist der Duftstreif schmäler, auf den Adern weniger verdickt und der Discalstreif der Yflglunter- 
seite ist mehr gewellt, aber hinter dem Zellende weniger saumwärts vorgewölbt. Vielleicht sind beide 
Formen nur Russen gewisser indischer Arten. 

marginalis. L. marginalis Motsch. (= maackii Bretn.) (31 d). Oben dunkelbraun: die Hflgl beim cf mit 2 4. 

beim ? mit 4 Augen, wovon wenigstens 3 weiss gekernt. Inten zeigen die Vtlgl 3 stark ausgebildete 
untereinander stehende Augen: vor diesen zieht ein ganz schwach gebogener, weisslicher Discalstreif von 
der Costa nach dem [nnenrand. Von den Hflglaugen isl «las 1. und -~>. sehr gross, die andern sind wesentlich 
kleiner. ? beträchtlich grösser als das . mit breiteren Flügeln. Weit verbreitet, von Japan einschliesslich 
der Nordinsel über Korea, den Yangtsekiang hinauf bis West-China; im Juli, nicht selten. 

helena. L. helena Leech. c' dem marginalis-cf sehr ähnlich, aber die Vflgl zeigen unten statt der 3 deut- 

lichen Augen eine Reihe von 5 mehr verwaschenen Ocellen. Das ? hat beiderseits eine von der Costamitte 
in leichtem Bogen nach dein Innenwinkel ziehende weisse Binde. Im Juli in West-China. 

proxima. L. proxima Leech (31 e). Oberseite dunkelbraun. Vflgl mit grossem Apicalauge, Hflgl mit dunkeln 

Submarginalpunkten. Auf der Hllgluuterseite ist an Stelle des obersten Submarginalauges ein längliches Oval 
getreten, das 2 zusammengelagerte Augen enthält. In West-China, von 5000—7000 Fuss Höhe, im Juli 
und August. 



Irimacula. 



labyrinlhea. 



L. trimacula Leech (31 e). Der vorigen sehr ähnlich, auf der Oberseite kaum davon zu unterscheiden: 
aber unten ist das Oval des I. Auges nicht so länglich, mehr ein Auge mit 2 Pupillen darstellend: im 
übrigen sind die den Hflgldiscus auf der Unterseite durchziehenden Linien anders angeordnet; im Juli bei 
Chang-Yang und [-tschang in Zentral-Ghina. 

L. labyrinthea Leech i30e). Diese ausschliesslich paläarktische Form gehört zu den grössten und 
schönsten Lethe, die bis jetzt bekannt sind. Besonders die ?? sind lebhaft gefärbt. Auf erdbraunem Grunde 
zeigen sich vor dem dunkeln Saume Reihen grosser beingelber Wische, in denen auf den Htlgln grosse, ei- 
förmige schwarze Flecke stehen. Ebensolche gelbliche Wische sind in und hinter der Zelle, deren Farbe' 
vor dem Apex sich zu fasl weiss aufhellt. Auf der Unterseite sind die Vflgl beim cf ohne, beim ¥ mit höch- 
stens 2 -3 kleinen Ocellen versehen. Das cf ist oben trüber und hat den Duftstreif in Gestalt und Lage 
wie nigrifascia, aber weniger hervorstechend. In Zentral- und West-China, im Juli. 

caüipteris. L. callipteris Btlr. (31 e). Oben gelblich graubraun: in und unter der Vtlglzelle. sowie vor dem 

Saume aller Flügel beingelbe Flecke, die auf den Htlgln ovale schwarze Flecke führen und deren Reihe 
sich gegen die Costa der Vflgl hin gabelt. Die Tiere sehen aus wie eine kleine Form der labyrinthea, doch 
fehlt dem cf das jener eigene zackenstreifartige Duftorgan. Der Falter war bisher nur von Japan bekannt: 
das Exemplar aber, nach dem unsre Abbildung gemacht ist, und das dem Tring Museum gehört, führt die 
Bezeichnum: Kaschmir«. Wenn dies nicht auf einer Verwechslung beruht, neige ich der Ansicht zu, dass 
trotz der Verschiedenheit des Duftorgans callipteris und labyrinthea Lokalformen einer weitverbreiteten Art sind. 

L. cyrene Leech (30 c). Erinnert oberseits an sicelis; die Hflgl führen eine Reihe von 5 ovalen, 
schwarzen, gelbumzogenen Flecken. Fnten der vorigen Art ähnlich, aber die Discallinien gerade und die 
Vflgl mit einer geraden Reihe von 5 kleinen Submarginalaugen. Diese der syrcis verwandte Art scheint 
sehr lokal zu sein (Leech): sie wurde bei Chang Yang im Juli gefangen. 



cyrene. 



monpinensis. 



5. Gattung: Zophoessa Doubl. 

Diese Gattung lässt sich kaum von Lethe trennen. Die Fhlr sind wie bei jener Gattung zart und 
am Ende kaum verdickt; die Palpen lang, fein, seitlich zusammengedrückt: die Augen haarig. Sauger 
ziemlich kräftig. Die Vorderbeine beim cf 1 sehr verkümmert. Die Vflgl dreieckig, der Aussenrd im Gegen- 
satz zu den meisten L'the-Artei\ nach aussen etwas konkav. Die Hflgl mit stark gezacktem Saume, auf der 
Mediane häutig in einem starken Zahn vorspringend. Färbung oberseits ziemlich einfarbig dunkelbraun, 
auf der Unterseite dagegen mit lichten, zuweilen silberglänzenden Flügelstreifen und Bändern. 

Die Zophoessa sind in ihrer Verbreitung auf das Gebirgssystem des Himalaya beschränkt. Im palä- 
arktisclien Gebiete kommen 9, im indischen gleichfalls 9 Formen vor; einige davon sind diesen beiden 
Faunen gemeinsam. Die ersten Stände sind nicht bekannt. Die Schmetterlinge sind lokal, aber an ihren 
Flugplätzen oft häufig. Sie fliegen des Abends, bei Tag nur aufgescheucht oder bei trübem Wetter, ziem- 
lich schnell. Es sind ausgesprochene Bergtiere, die sich mit Vorhebe an Felsen oder auf kahle Bodenstellen 
setzen; an Blumen sind sie noch nicht beobachtet worden. Sie erscheinen im Hochsommer und scheinen 
nur eine Generation zu haben. 

Z. sura Doubl. Diese Art kommt in der der Z. dum Marsh, ähnlichen Lokalform moupinensis Pouj. 
(32 a) an verschiedenen Stellen des westlichen China vor. Oben tief dunkelbraun mit langgezähnten bezw. 



RHAPHICERA. Von Dr. A. Seitz. 87 

geschwänzten Htlgln, in deren lichterem Randfeld dunkle Punkte stehen. Unterseite heller braun gezeichnet, 
aber ohne eigentliche weisse oder hellgelbe Bänder; von der dura ist die Form moupinensis durch kürzere 
Schwänze und dunklere Flügelfärbung unterschieden. Die grösste paläarktische Form ; vereinzelt bei Chang- 
Yang, Omei-shan (Tring Museum) und an andern Orten West-Chinas. 

Z. albolineata Pouj. (= andersoni Pouj.) (32 a). Diese fast am ganzen Yangtse nicht seltene Art albolineata. 
erhielt ich von Cpt. Jankowski aus I-tschang. Sie ist oben olivenbraun; etwa 5 mm vor dem Aussenrd zieht 
ein gleichmässiges, kaum von der Grundfarbe sich abhebendes Band, das nach dem Analwinkel mit einem 
zweiten von der Costa ziehenden convergiert. Diese Bänder sind nichts weiter als die cremefarbig atlas- 
glänzenden Bänder der Unterseite, die nach oben durchschlagen und die so charakteristisch sind, dass nur 
auf die Abbildung verwiesen zu werden braucht. Verwechslungen können nur mit der Z. avdersoni Atkins. 
vorkommen, die aber nur in Süd-China (Yünnan) und Ober-Burma gefunden wird und sich durch einen 
lebhafteren Silberglanz der Binden der Unterseite unterscheidet. 

Z. argentata Le.ech (32a). Der vorigen ähnlich, kleiner, die Htlglbinden der Unterseite lebhaft argentata. 
silbern und stärker auf die Oberseite durchschlagend, die discale Hflglbinde nur bis zu den Ästen der Mediana 
reichend, diese selbst und ihre Ausläufer silberweiss beschuppt; Grundfarbe der Unterseite mehr rotbraun. 
Im Juni, Juli und August, in Berggegenden West-Chinas, bis 7000 Fuss hoch nicht selten. 

Z. luteofasciata Pouj. (32 c). Grösse und Oberseite der der vorigen Art ähnlich ; Unterseite aber mit luteofasciata. 
gelblichen, wenig speckig glänzenden, niemals silberigen Bändern. Auf der Vflglunterseite tritt nach innen 
von dem lichten Zellband noch ein zweites, kürzeres auf und an Stelle des Discalbandes tritt auf der Hflgl- 
unterseite ein Netz Leiblicher Linien, die z. T. der Mediana und ihren Asten folgen. Abbe David ent- 
deckte die Art bei Mu-pin in West-China, Poujade beschrieb sie und Obeethür bildet sie ab; Leech hält 
sie für lokal, da seine Sammler sie bei Mu-pin nicht erhielten. Mir in Natur unbekannt. 

Z. jalaurida Nicev. (32 c). Der argentata ähnlich, aber die Grundfarbe oben und unten olivenbraun, jalaurida. 
Auf der Unterseite bildet die mittlere Binde nur von der Costa bis zur Mediane eine gleichmässige Binde 
und wird dann durch 3 trübweisse Würfelflecke fortgesetzt. Sehr häufig im oberen Himalaya, zuweilen 
des Abends oder bei regnerischem Wetter in Menge fliegend, im paläarktischen Gebiet West-Chinas seltener 
und mehr lokal. Die Tiere setzen sich mit Vorliebe auf die Zweige der Bambuswände, die in China an Stelle 
von Mauern die Höfe und Felder abgrenzen, oder auch an Felsen. Die etwas zerschlissenere Silberfleckung, 
die Leech als für die paläarktischen Stücke charakteristisch bezeichnet, lindet sich auch bei vereinzelten 
Sikkim-Exemplaren. 

Z. gracilis Öberfh. (32 b). Der vorigen ähnlich ; der lichte Zelltleck der Vflglunterseite schlägt nach gracilis. 
oben nicht durch, wie bei jalaurida, und auf der Hflglunterseite ist das Discalband viel breiter, nicht silber- 
weiss, sondern gelbgrau; die Htlgl sind gleichmässiger gezackt, ohne den scharfen Zahn in der Aussenrds- 
mitte. den die jalaurida zeigt. Die cfcf in West-China und Thibet nicht selten, Mai bis Juli, in Gebirgs- 
gegenden, nach Leech bis 9000 Fuss hoch. 

Z. helle Leech (32 b). Diese, die vorige und die beiden folgenden Arten sind auf der Oberseite fast lielle. 
nicht voneinander zu unterscheiden. Auch unten gleichen sie einander. Bei helle verläuft das weisse Discal- 
band der Vflgl in einem gleichmässigen Bogen, unter dem weissen Apicalfleck stehen in der Regel 2 Ocellen 
und das weisse Querbändchen zieht sehr schräg durch die Zelle; Fransen gescheckt. Verbreitet und häufig 
in West-China, bis 10 000 Fuss hoch gehend, vom Juni bis August. 

Z. armandina Oberth. (32 b). Unter dem weissen Apicalfleck auf der Unterseite der Vflgl stehen armandina. 
fast nie Ocellen oder sie sind nur schwach angedeutet; die Discalbinde verläuft viel gestreckter und der 
weisse Querfleck durchzieht die Zelle gerade, d. h. senkrecht zu ihrer Längsachse. Die Fransen der Vflgl 
nicht deutlich gescheckt. In West-China, vom Mai bis August nicht selten, in Höhen von 4—8000 Fuss. 

Z. procne Leech (32 b). Beiderseits bunter als die vorigen. Auf der Oberseite schlägl die Unter- procne. 
seitenzeichnung stärker durch ; unten ist die aus weissen Würfeltlecken bestellende Discalbinde der Vflgl 
etwas unregelmässig gebogen; auf der Hflglunterseite beginnt die Discalbinde an der Costamitte breit, weiss- 
lich und wird nach dem Analrande zu mehr und mehr durch graubraune Einlagerungen zerschlissen. In 
West-China, gemein, vom Mai bis August; an den gleichen Stellen wie helle fliegend. 

6. Gattung: Rhapliicera Btlr. 

Fhlr massig lang, bis zur Vtlglmitte reichend, allmählich verdickt, mit schwacher Keule. Palpen 
stark vorstehend, dicht und regelmässig bürstenförmig behaart. Augen haarig. Thorax dicht behaart, Hlb 
dünn. Hflgl mit wenig gezacktem oder sogar fast glattem Saum, der in der Aussenrdsmitte nicht deutlich 
vorspringt; Aderung von der der Lethe nicht wesentlich verschieden. 

Mittelgrosse, oben gelb und schwarz gezeichnete Satyriden, die Beziehungen zu der Gattung Neope 
zeigen, obwohl ihre äussere Erscheinung stark an die australischen Heteronympha erinnert. Sie fliegen schnell 



ss MELANITIS. Von Dr. A. Sjbitz. 

in stürzendem Fluge auf Waldwegen und setzen sich an feuchte Waldstellen, zu denen sie, wenn auf- 
gescheucht, nach kurzer Zeil zurückkehren. Ebenso Lassen sie sich gern auf schattig-feuchte Felsen nieder. 
und Qiegen ebensogut bei bewölktem Himmel als bei sonnigem Wetter (Elwes). 

dumicola. R. dumicola <>/>< rth. (32c). Oben schwarzbraun mit zahlreichen hellgelben Flecken, unten trüb gelb 

mit zahlreichen feinen oder dicken schwarzen Linien und schmalem Orangeband vor dem Saume. In West- 
( Ihina, uicht häufig. 

moorei. R. moorei Btlr. \ satricus Moore) (32c). Oben spärlicher und dunkler gelb gefleckt, zwischen 

//. dumicola und satricus bezüglich Färbung und Zeichnung in der Mitte, aller kleiner als beide. Auf der 
Hflglunterseite eine submarginale Ocellenreihe mit sehr leuchtenden Pupillen der Augen. Im westlichen 
Himalaya, in Kaschmir, im Herbst, nicht häufig, doch jahrweise stärker auftretend (Dohebty). 

satricus. R. satricus Doubl. (32c) Oberseite lebhaft dunkelorange, Unterseite der oberen ähnlich gefärbt; 

Hflgl unten mit einer submarginalen Reihe sehr leuchtend weissgekernter Ocellen. In (ihina ziemlich selten, 
in Nord-Indien grösser und weil häufiger. 



-■ 



7. Gattung: Jlelanitis /•. 

Die Melanitis sind grosse dunkle Schmetterlinge, die sich ebenso an die Let Ae-Formen , wie an die 
Gattung Neopt anschliessen. Die Adern sind zwar alle kräftig und deutlich über die Flügelfläche hervor- 
ragend, aber nicht an der Wurzel aufgeblasen, wie bei den Zophoessa. Auf den Vflgln ist die Zelle sehr 
breit und die bei Lethe liniengerade verlaufende Submediane etwas geschwungen; dadurch wird der Flügel 
sehr breit im Verhältnis zum zarten, schwachen Körper. Der Äussernd heider Flügel bildet vom Apex der 
Vflgl, der oft in eine schalle Ecke vorgezogen ist. Ins zum stets vorhandenen Hflglschwänzchen fast eine 
-eiade Linie, indem der Analwinkel der Vflgl, sowie der Apex der Hflg] weit vorgezogen sind. Die Grund- 
farbe der Oberseite ist bei den paläarktischen Arten stets einfarbig dunkelbraun, nur zuweilen tritt ein grosses 
Apicalauge auf; einige indische Arten zeigen eine helle Vflglbinde. Die Unterseite ist je nach Jahreszeit 
und Flugplatz vielen Variationen unterworfen. — Die Rpn sind spindelförmig, fein sammetartig behaart mit 
zwei ziemlich langen Kopfhörnern; der Körper geht hinten in zwei Spitzen aus. Sie sind grün, mit helleren 
und dunkleren Längslinien und leben an Bambus, Zuckerrohr und andern Gramineen. Die Schmetterlinge 
sitzen tagsüber am Fuss der stamme oder im Laub, auch auf dem nackten Erdboden und Qiegen nur auf- 
gescheucht einige Schritte weit, worauf sie, die Flügel stets geschlossen, wieder niedersitzen. Nachts aber 
schwärmen sie lebhaft umher und saugen an ausfliessendem Baumsafl und an abgefallenen Baumfrüchten. 
sie knmnieu sowohl an den Köder wie an helle Laternen. Ihr Flug ist unruhig, springend, aber ziemlich 
schnell. Sie sind nicht scheu, so dass sie leicht erheutet werden. Wo sie vorkommen, gehören sie zu den 
gemeinsten Faltern, nur an der Grenze ihres Verbreitungsgebietes sind sie selten. 

leda. M. leda L. (32e). Oben einfarbig dunkelbraun, vor dem Apex der Vflgl und über dem Analwinkel 

der Hflgl je ein runder schwarzer Fleck mit weisser Pupille. Unterseite grau|, dicht und fein gestrichelt, 
Hflgl mit mehreren verschieden grossen, weiss gekernten und oft gelb umringelten Augen. Zur Zeit der 
ismene. Sommerregen, gemein. ismene Cr. (32e) ist die hierzu gehörige Winterform, die zur trockenen Jahres- 
zeil fliegt. Sie ist grösser, das Apicalauge der Vflgl doppelt gekernt und zumeist von orangeroten Flecken 
umgeben; die Unterseite ist einfarbig, ohne die feine Strichelung, oft mit dunkeln Wischen und Schatten: 
statt der Augen linden sich hier nur kleine Ringelchen oder Punkte. 

Für diese variable Art eine bündige, gemeinsame Beschreibung zu geben, ist nicht möglich. Besonders 
die ismene-Form wechselt ausserordentlich. Unter 68 Exemplaren, die ich alle binnen wenigen Tagen und 
an einer wenig grossen Stelle in (ihina fing, sind kaum zwei gleiche. I >ie Unterseite kann grau, lehmgelb, 
erdbraun, oder -- wie in der Fig. 32 e - braunrot sein; ganz einfarbig oder dunkel gebändert, ohne jede 
Spur der Ocellen. mit Punkten, schwarzen Würfeltlecken oder kleinen Ringelchen. Im allgemeinen richtet 
sich die Farbe der Flügelunterseite etwas nach dem Untergrund, so dass an Berghängen mit Basaltfelsen 
die bleigraue, auf Sand die ockergelbe und auf rotem Eisenstein die rotbraune Farbe dominiert. Ich 
habe aber oftmals auch völlig vom Untergrunde abstechende Tiere gefunden, so bleigraue auf rotgelbem 
Sand etc. Diese Tiere scheinen dann dürren Blättern nachgebildet, indem sie mitunter deutlich die Blatt- 
rippenzeichnung wiedergeben. 

Wie bei Mifi'alesis findet hier nicht ein Generationswechsel statt, sondern mit dem Andern der Jahres- 
zeit beginnt eine bestimmte Form aufzutreten und dann mehr und mehr zu dominieren, de Niceville erzog 
die Rpn eines ganzen, von einem -. herrührenden Geleges, die verschieden schnell wuchsen und auch nach 
verschieden laimer Zeit den Falter lieferten. Die ersten, die auskrochen, glichen der Mutter; die späteren 
nahmen dann die andere, der inzwischen eingetretenen Jahreszeit entsprechende Form an. In Indien, wo 
die Rpn sehr schnell wachsen und eine Generation ihre Phasen in wenig Wochen durchläuft, folgen stets 
mehrere Generationen einer Form einander, bis diese in die andere umschlägt. Ob im paläarktischen Gebiet 
die Generationen auf zwei pro Jahr reduziert sind und dann ein regelrechter Generationswechsel stattfindet, 
habe ich nicht feststellen können. 



NEORINA: NEOPE. Von Dr. A. Seitz. 89 

Die M. leda ist einer <ler weit verbreitetsten Falter. Das paläarktische Gebiet erreicht er allerdings 
nur knapp. Im Pandschab noch massenhaft, wird er im südlichen Kaschmir bereits selten. In Japan rindet 
sich leda nur im äussersten Süden und ist hier selten (Petee); in Korea und am ganzen Yang-tse-kiang 
tritt sie vereinzelt auf. Rp grasgrün mit gelbem Seitenstreit' und feinen, aus lichten Fleckchen gebildeten 
Längslinien. Der Kopf mit zwei etwas dornigen Hörnern, hellgrün mit 3 schwarzen oder braun mit drei 
weissen Flecken im Gesicht. An Gramineen. Pp stumpf, im Rücken eingeschnürt, kurz, in der Gestalt 
einer Euploea-Puppe ähnlich, hellgrün. 

.1/. aswa Moore. Eine indische Form, grösser als die vorige, viel konstanter, sowohl zeitlich als 
individuell. Sie erreicht das paläarktische Gebiet im südlichen Kaschmir und in West-China in der Form 
tristis Fldr, (32d). Oben sehr dunkel und gleichmässig schwarzbraun, das 2 mit verwischten, weissgekernten tristis. 
Ocellen; unten sehr fein dunkel auf braunem Grunde gestrichelt, von der Costa zum Analrand ziehen dunkle 
Bogenlinien. Die zuweilen bei paläarktischen ?? vorkommende, sonst mehr indische Form suyudana Moore suyudana. 
zeigt auf der Vtlgloberseite nur eine weisse Pupille und auf der Unterseite findet sich vor dem Apex ein 
grosser, lichter, dreieckiger Fleck, der nach innen von dem schräg verlaufenden Discalstreif begrenzt wird. 
Sofort durch die Gestalt der Flügel von leda zu unterscheiden. — Im Juni und Juli, nicht häufig. 

8. Gattung: Neorimi Westw. 

Sehr grosse Schmetterlinge mit einem Aussenrdszahn der Hflgl; oben dunkelbraun mit beingelber 
Zeichnung, unten mit grossen Hflglaugen. Die Yflgl sind nicht, wie bei den Melanitis ?? unter dem Apex 
in eine Spitze ausgezogen. Charakteristisch für alle Neorina ist. d;iss die beingelbe Zeichnung auf den Vflgln 
nicht an deren Analwinkel endigt, sondern sich auf den Apex der Hflgl mich fortsetzt. Man kennt vier 
indische und eine paläarktische Art. Die Neorina sind Waldfalter, die sich bei Tage im Laub verborgen 
halten. Aufgescheucht fliegen sie einige Schritte weit mit klappendem Fluge ziemlich schnell, werden aber 
an der Erde sitzend, leicht gefangen. Sie finden sich einzeln: über ihre ersten Stände ist nichts bekannt. 

N. patria Leeck (:>2d). Vielleicht nur eine Form der indischen A. hilda Westw. Yflgl mit breiter patria. 
weissgelber Schrägbinde, in der die dickschwarz markierte Ouerader ziemlich in der Mitte steht, so dass 
der ganze hintere Teil der Yflglzelle noch weissgelb ist. Hierin unterscheidet sie sich von der sonst ähn- 
lichen indischen hilda, bei der nur noch das äusserste obere Eckchen der Zelle in die lichte Binde fällt. 
Im Apex der Vtlgl ein kleines weisses Fleckchen. Bei Ornei-shan und Mu-pin in West-China. 

9. Gattung: Xeope Btlr. 

Fhlr mittellang, am Ende wenig verdickt; Palpen ziemlich lang, aufgerichtet; die Vtlgl 3eckig mit 
etwas konkavem Aussenrd, besonders bei den o~o\ Die Adern wie bei Leihe angeordnet, dick und deutlich, 
oft licht auf dunklem Grunde, aber nicht eigentlich aufgeblasen. Charakteristisch für die Gattung ist die 
reich gezeichnete Unterseite, die ausser einer kompletten, beide Flügel durchziehenden submarginalen 
Augenreihe, noch allerhand Figuren, Zackenlinien und Makeln aufweist. Die Oberseite ist braun, bei den 
meisten Arten mit zahlreichen kleinen weissen oder gelben Fleckchen besät. 

Die Neope sind grosse Schmetterlinge von gedrungenem, kräftigem Bau, die sich so eng au die Lethe 
anschliessen, dass man sie neuerdings wieder mit ihnen vereinigen wollte. Ihr Verbreitungsgebiet beschränkt 
sich auf das Gebiet des Himalava und dessen östlicher Ausläufer. Man findet sie von Kaschmir bis Japan, 
doch nicht in der Ebene. Sie fliegen in der Dämmerung, aufgescheucht auch bei Tage, wo sie sich sonst 
an Mauern und Stämmen still verhalten. In der Ruhe haben sie die Flügel stets geschlossen und ineinander- 
geschoben und sind durch ihre dem Felsgeröll und Mauerbewurf ähnliche Unterseite trefflich geschützt. Sie 
haben zwei Generationen und treten an ihren Flugplätzen meist in grosser Menge auf. kommen auch in 
grosser Zahl in die Gärten der Städte, wo sie morgens früh am Fuss der Mauern abgesucht werden können. 
Einmal zum Abfliegen gebracht, flüchten sie stets in die Höhe, wo sie sich dann oft in unerreichbarer Entfernung 
an die Stämme oder Felswände bergen. Im September trifft man sie z.B. in den Vorstadtgärten von Tokio 
als die gemeinsten Schmetterlinge : auf dem Bluff bei Yokohama erbeutete ich in einer Stunde 42 Exemplare. 
Männchen und Weibchen sind gleich häufig. 

N. yama Moore. Diese in den indischen Himalayaländern gemeine Art kommt im paläarktischen Ost- 
Asien in der Form serica Leech (33a) vor. Oben schwarzbraun mit zwei feinen, weissen Costalfleckchen serica. 
und kaum erkennbaren schwarzen Punkten vor dem Rande, die den Ocellen auf der Unterseite entsprechen: 
diese selbst olivengraubraun mit lichter Xetz- und Augenzeichnung. Bei der typischen yama sind diese 
submarginalen Punkte deutlicher und die Grundfarbe der Unterseite mehr rotbraun, auch sind hier die Flügel 
nicht so spitz wie bei serica. In Mittel- und West-China, am Yang-tse-kiang. häufig, im April und wieder 
im August und September, in Höhen von 5 — 1000«)'. 



90 NEOPE. Von Dr. A. Seitz. 

muirheadi. N. muirheadii Fldr. (33a). Gross, oben dunkel sammetbraun; Hflgl mit einigen verloschenen Sub- 

marginalaugen , alle Fransen hell. Unten zieht ein lichter, wurzelwärts dunkel begrenzter Discalstreif von 
der Costa durch Vflgl und 1(11-1 bis zum Analwinkel der letzteren: hinter diesem steht eine Kette sub- 
marginaler Augen auf beiden Flügeln: im Discus und Wurzelfeld einige unregelmässige Charaktere. Mittel- 
segonax. und West-China. — Als segonax Heu\ wurde ein Exemplar abgebildet, bei dem die Bünderzeichnung der 

segonacia. Unterseite mehr rotgrau als gelbgrau ist. - segonacia Oberth. ist kleiner, und auf der Unterseite ist der 

lieble Discalstricb nur in der Costalhälfte der Flügel deutlich; die Hflglocellen sind sehr klein, fast punkt- 

felderi. förmig; von Kiang-si. - Bei ab. felderi Leech, die bei Omei-shan mit den andern Formen zusammenfliegt, ist 

die Oberseite lichter, etwas golden übergössen, ohne oder kaum mit schwarzen Flecken: das weisse Band 

der Intel seile isl breiter und schlägt etwas auf die Oberseite durch. 

bremeri. N. bremeri Fldr. (33b). oben dunkelbraun mit schwarzen Submarginalflecken, vor und hinter denen 

je ein beingelbes Einfassungsfleckchen steht, l'nteu graubraun, lila übergössen und gelblich gemischt; eine 
submarginale Reihe weissgekerhter Augen, die gelb und auf den Hflgln dann nochmals dunkel umzogen 
sind. Nicht selten und über ein sehr weites (leinet verbreitet, von den Provinzen der Yang-tse-.Mündung 
bis nach Tibet; im .Mai und wieder vom Juli bis September. 

pulaha. N. pulaha Moore (33b). Flügel oben schokoladefarbig, nach der Wurzel hin kastanienbraun. Von 

der Costa aus ziehen ockergelbe Querbänder durch das Costalfeld; eines am Zellende, eines vor dem Apex 
und ein drittes mitten zwischen diesen; diese Bänder setzen sich in gelbe Fleckenreihen fort. Ausserdem 
is! die Mediana und Submediana in der Wurzelhälfte des Vflgls gelb. Htlgl unten dunkel gewölkt; durch 
den Discus zieht eine dunkle, saumwärts weiss angelegte und weiss untermischte, unregelmässige Binde. 
In den westlichen Hhnalayaländern, bis Kaschmir, wo Yorac; die Tiere scharenweise um Eichenstämme 

ramosa. schwärmen sah. Die östliche Form davon ist ramosa Leech (33b, c), bei welcher die Flecke der Ober- 

seite trüb weiss statt ockergelb und in der Grösse reduziert sind. In Mittel- und West-China, im April 
und wieder vom Juni bis August. 

gosdi- N. goschkevitschii Men. (= gaschkevitschii Fldr., niphonica Btlr.) (33c). Oberseite beim o" lebhaft, 

kevitsdin. ockergelb, beim 2 beingelb gefleckt und geädert. Eine der hellsten Neope- Arten, indem die gesamte 
Flügelfläche beim o mit goldgelbem Schimmer übergössen ist. In Japan, äusserst häutig, im Frühling und 
wieder von Ende Juli ab. an Baumstämmen, Pfählen. Mauern u. dergl. 

armandü. N. armandii Oberth. (33d). Die Vflgl spärlicher gelb gefleckt, die Hflgl dagegen fast ganz gell), 

bis auf den Costalrand, den anschliessenden Teil des Aussenrds und das Wurzelfeld. Aus der sehr unregel- 
mässigen Zeichnung der Hflglunterseite lässt sich eine ganz bestimmte Figur herauserkennen: Es zieht 
nämlich ein trüb weisses, speckig glänzendes Band von der Mitte der Umschlagfalte nach dem Apex hin, 
sendet aber an der Subcostalis ein zweites Band ab. das. mehrfach gebuchtet der submarginalen Augenreihe 
parallel läuft und über dem ^.nalwinkel endet. Dieses Band schneidet einen dunkeln, netzig weiss durch- 
zogenen, wolkigen Fleck aus dem Discus der Hflglunterseite aus. In West-China, bei Mupin und Ta-tsien-lu; 
. bis jetzt nur im Hochsommer gefangen, flieg! aber sehr wahrscheinlich auch im April und Mai. — Die Form 
fusca. fusca Leech (33c, d) von Ghang-Yang und Omei-shan bat oben braune Htlgl. gleichl also sehr der bremeri, 
ist aber soforl an der charakteristischen Figur auf der Hflglunterseite zuerkennen. Hierbei- gehört vielleicht 
die lebhafter gefärbte .V kashiana Moore von Nord-Indien als Nebenform. 

oberthüri. N. oberthüri Leech (33d). Gleichfalls der bremeri aut der Oberseite ganz ähnlich, nur zeigen die 

Vflgl oben diei deutliche, lichte Costalwischc. Enten sind die Hflgl last einfarbig dunkelbraun, fein ziseliert. 
In West-China, bei Omei-shan, Mupin. Putsufong und Tschou-pin-sa, im Juni und Juli. 

diristi. N. Christi Oberth. (33d). oben schwarzbraun, ziemlich reichlich -- besonders beim 2 — beingelb 

gefleckl und geädert. Die Unterseite beider Flügel sehr unruhig gemustert, mit zahlreichen Bändern, Linien, 
Wölkchen und Ringen. Aus diesen lassen sich auf der Hflglunterseite 2 lichte Bänder erkennen, die von der 
Costa nach dem Analauge ziehend, konvergieren, und sich zwischen dem analen und dem vorhergehenden 
Auge treffen. In West-China verbreite! und nicht seilen: im Mai und Juni und wieder vom August an. 

simulans. N. simulans Leech (33e). Eine der schönsten Neope; oben tief .schokoladebraun mit periweisser, 

doppelter Fleckenreihe und feinem weissem Bogenstreif am Zellende der Vflgl. Hflglunterseite fein violett 
ziseliert. In West-China, im Sommer. Die abgebildeten Exemplare stammen von Ta-tsien-lu und 

Wa-su-kow . 

agrestis. N. agrestis Oberth. (33e). Viel kleiner als alle seitherigen. Oben braun, dunkelgelb gefleckt. Die 

albicans. Hflglunterseite dunkelbraun, an der Costa zwei grössere, eckige weisse Flecke. -- Bei der ab. albicans 

Leech (33e) isl die dunkle Hflglunterseite grau überstäubl und mehrfach weiss gemischt. In West-China, wo 

beide Formen bald getrennt, bald untereinander fliegen; bis jetzt im .Mai und Juni gefunden, wahrscheinlich 

vom August ab in zweiter Generation. 



YPTHIMA. Von Dv. A. Seit/. 91 



10. Gattung: Y|>tliim;i Hbn. 

Körper zart und schwach. Kopf klein, Augen nackt und stark vorstehend. Fhlr ziemlich kurz, 
nie über die Hälfte des Gostalrandes reichend, am Ende kaum verdickt. Taster um mehr als Kopteslänge 
vorragend, spitz, dicht mit einer Bürste rechtwinkelig abstehender Haare besetzt. Flügel im Verhältnis zu 
dem dürftigen Körper sehr breit, oben einfarbig schwarzbraun, zeichnungslos oder mit Ringaugen, unten 
grau mit brauner Strichelung und meist mit submarginalen Augen. Die Subcostalis ist an der Basis zu 
einer Blase erweitert, die übrigen Adern- ziemlich schwach. 

Die Ypthima sind kleine, selten mittelgrosse, düster gefärbte Tagfalter, die sich in niedrigem, lang- 
samem, hüpfendem Fluge, bei dem die Flügel wechselweise geöffnet und ganz zusammengeklappl werden, 
im Grase und auf Büschen tummeln. Fast alle Arten sind, wo sie vorkommen, sehr gemein; sie fliegen 
auf Wiesen, in Hohlwegen, an Bahndämmen und Felshängen, nicht nur bei gutem Wetter, sondern auch 
bei trübem Himmel und selbst bei Regenwetter. Sie rasten auf Grashalmen und niederen Büschen, wobei 
sie in der Sonne die Flügel geöffnet halten. Die ¥? fliegen weniger und müssen aus dem Gras und Unter- 
holz aufgescheucht werden; die Bestäubung ist äusserst zart und die Flügel zerreissen beim Fangen sehr 
leicht. Während des Schwärmens haben sie im allgemeinen die Gewohnheiten unserer Goenonympha. Sie 
sind über die ganze Alte Welt verbreitet und fehlen nur in Europa, Nord-Asien, Nord-Afrika und einem 
grossen Teil Australiens. Man kennt über 70 Arten, wovon die meisten in Indien und dem tropischen Afrika 
gefunden werden. Das paläarktische Gebiet wird nur in Syrien, Kaschmir und Ost-Asien von ihnen bewohnt. 

Y. huebneri Kirby ( = philomela II /dl, howra Moore, apicalis Moore, catharina Btlr.) (34a). Eine huebneri. 
der kleinsten, wenn nicht die allerkleinste Art. Oben dunkelbraun mit einem grösseren Auge auf dem Vflgl 
und zwei kleineren auf dem .Htlgl. Unten Vflgl mit einem, Htlgl mit vier Augen, wovon eines im Apex 
und drei in der Analgegend. Die Vflgl zeigen oben noch eine deutliche Submarginallinie.- West-Kaschmir. 
den ganzen Sommer hindurch nicht selten. — Die Form kasmira Moore (= kashmira Bingh.) (34a) von Ost- kasmira. 
Kaschmir unterscheidet sich äusserlich nur durch das Fehlen der dunklen Submarginallinie auf der Ober- 
seite der Vflgl und die etwas tiefer braune Grundfarbe; Elwes und Edwards aber trennen sie als eigene Art 
ab auf Grund der Unterschiede in den männlichen Genitalien. Vom April bis September. -- Ob die (in- 
dische) ceylanica mit schneeweissen Hflgln von Bingham mit Hecht als Kasse zu huebneri gezogen ist. mag 
hier unentschieden bleiben. 

Y. asterope Klug (= mahratta Moore, alemola Stvinh., complexina Swinh.) (34a). Oben der vorigen asterope. 
sehr ähnlich, leicht kenntlich an der Unterseite, wo sich die Strichelung zu gebogenen Streifen verdichtet, 
deren einer das Apicalauge der Vflgl oft schleifenförmig umzieht. Unter dem Auge lässt die Strichelung 
einen Raum frei. Die Art. die von Syrien durch Arabien, bis weit in das tropische Afrika und über 
Kaschmir bis nach China und Indien hin verbreitet ist, variiert nach Lokalität, wie auch nach Jahreszeit 
sehr stark. Bei der ab. norma Westw. fehlt sogar das Apicalauge auf der Vflgloberseite völlig. Ebenso norma. 
können die Submarginalaugen der Hflglunterseite viel grösser sein als auf unsrer Abbildung, oder auch - 
bei Trockenzeitformen, zu Punkten verkümmern. In der paläarktischen Region, d. h. in Syrien, Kaschmir. 
Zentral- und West-China, vom April bis Oktober; in warmen Gegenden das ganze Jahr hindurch sehr häufig. 

Y. baldus /'. (34a, b). Bei dieser Species, die der indischen Y. philomela Joh. nahesteht, nach Elwes baldus. 
und Edwards aber nicht mit ihr vereinigt werden darf, ist das Vflglauge oben doppelt gekernt, und die Htlgl 
tragen unten eine dicht gedrängte Reihe von 6 Ocellen. - - Bei ab. argus Btlr. i: J »+b) ist die Augenzahl auf 5 argus. 
reduziert; bei ab. evanescens Btlr. sind zwar alle 6 Ocellen vorhanden, aber sie sind zu winzigen Ringel- evanescens. 
chen oder gekernten Punkten reduziert. — Die Form prattii Elw. n. Edwards gleicht der «r^ws-Form, hat prattii. 
aber oben ein auffallendes, nach innen scharf begrenztes Marginalband. 

Y. baldus ist einer der gemeinsten ostasiatischen Schmetterlinge. In Japan fand ich bisweilen 5 und 
mehr auf einem einzigen Blatte sitzend. Ein sehr reiches Material meist selbstgefangener Exemplare zeigt 
eine ausserordentliche Variabilität, besonders in Zahl und Anordnung der Hflglocellen. Diese können bei 
einzelnen Stücken bis auf eins reduziert sein (Leech), und wollte man jede Abweichung in dieser Hinsicht 
wie bei europäischen Arten mit eigenen Namen belegen, so würde man Seiten mit Neubeschreibungen füllen 
können. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Japan und das gegenüberliegende China, bis nach 
Se-tschuen, sowie Korea und das Amurland. 

Y. zodia Bf/r. (34a). Es scheint, als ob unter diesem Namen eine Anzahl verschiedener Arten geht, zodia. 
Während bei der Form albescens Pouj. eine Reihe deutlicher, perlgrau gekernter Augen auf der Hflglunter- albescens. 
seite stehen, sind dieselben bei typischen zodia zu winzigen Ringelchen oder Pünktchen reduziert, so dass 
sie völlig in der grauen, wolkig 'getrübten Strichelung versteckt sind und auf den ersten Anblick völlig zu 
fehlen scheinen, so auf unsrer Abbildung und der von Leech. Sehr merkwürdig ist auch, dass zodia nur 
im Frühling gefunden ist, während alle anderen Ypthima den ganzen Sommer hindurch fliegen. Dies legt' 



92 YPTHIMA. Von Dr. A. Sbitz. 

die vnii l.r.r.i ii bereits ausgesprochene Ansicht nahe, dass es sich bei zodia gar nicht um eine Art. sondern 
um Frühlingsformen anderer Arten handelt. 

motsciiulskyi. Y. motschulskyi Brem.u.Grey (34b). Grösser und kräftiger gefärbl als die vorige Art. Die Iltlgl 

haben unten stets 3 Augen, wovon das erste und zweite sehr gross, last so gross wie das Apicalauge der 
Vflgl, und nur das letzte, ganz im Analwinkel gelegene kleiner ist. Die Unterseite ist einfarbig grau und 
sehr gleichmässig braun gestrichelt, während die Oberseite der Vflgl bei typischen riV dunkle, schleierartige 
Auflagerungen zeigt. Japan und das gegenüberliegende China und Korea. — Vom Amurland ist die 
amphithea. Form amphithea Men. bekannt, die der Verdunkelungen in dem Discus der Vflgloberseite entbehrt. - In 
perfecta. Zentral- und West-China wird die Art vertreten durch die Form perfecta Leech (34b), bei der die Augen 
auf beiden Flügelseiten in einer besonders auf den Vflgln deutlichen lichten Wolke stehen. Durch diese 
Aufhellung tritt auch die Submarginallinie der Vflgl viel schärfer hervor. Am mittleren Yang-tse-kiang kommen 
I bergänge von motschulskyi zu perfecta vor. die die Färbung der ersteren mit der Augenzeichnung der per- 
fecta vereinigen: das auf Taf. 34 abgebildete )'. motschulskyi-% stellt ein solches Exemplar dar. Sehr dunkle 
Stücke, hei denen das Apicalauge der Vflgl oben kaum noch erkenntlich ist . von Gensan (Korea), trennen 
obscura. Elwes und Edwards wegen ihr Unterschiede in den männlichen Geschlechtsteilen in Y. obscura als eigene 

multistriata. Species ah. Bei der Form multistriata />//•■. vom mittleren Yang-tse-kiang (und Formosa) i-l das Apical- 
auge auf der Vflgloberseite völlig verschwunden, wogegen im Analwinkel der lltlgl auch heim o :1 oben ein 
Aii»o erscheint, das bei typischen motschvlskyi-<3 oft fehlt. — Nicht seilen, abei mehr lokal, wie Im/Jus; 
auf bewaldeten Hügeln, in den Berghainen der Japaner, den ganzen Sommer hindurch, bis zu einer Höhe 
von 1 Fuss. 

xhinensis. Y. chinensis Leech (34b). Grösser als die vorige Art, Unterseite ziemlich gleichmässig gefärbl und 

gestrichelt, das Vflglauge mein oval und etwas schräg gestellt, die Hflglunterseite mil :; Augen: eins vor 
dem Apex, zwei, wenig kleinere in der Analgegend, einander sehr genähert. Zentral-China, nicht selten. 

nareda. Y. nareda Koll. Viel kleiner, alu-r die Augen beiderseits wie bei chinensis; die Strichelung der Unter- 

seite sehr fein; der Rand aller Flügel licht, während die davorliegende Submarginalregion , besonders auf 
dem Vflgl, verdunkelt ist. Kaschmir, bis 8000 Fuss hoch, häutig. .Man hat diese wie auch die vorige Art 
als Lokalformen der indischen )'. newara Moore aufgefasst, indem man newara für den Bewohner de- mitt- 
leren Himalayasystems nahm, der im Westen von nareda , im Osten von chinensis vertreten werde. Elwes 
und Edwards aber trennen alle drei auf Verschiedenheiten in den Genitalien hin. 

praenubila. Y. praenubila Leech (34c). laue der grössten Arien: unten ist das Apicalauge der Vflgl Länglich 

oval, aher niclil quer- oder schräggestellt. Der Aussenrd sowohl wie ein Schatten vor dem Aussendritte] 
des Vflgls lebhaft dunkel, so dass (las Apicalauge in einer lichten Binde steht. Sowohl oben wie unten 
können zu den grossen normalen Augen noch kleine akzessorische treten. In Mittel- und West-China, vom 
Mai bis August. 

sördiila. Y. sordida /•.'/"■. ". Edw. von Kiu-kiang wurde auf ein einziges cf gegründet, dem die auf der Unter- 

seite das Randfeld der Vflgl einfassenden dunkeln Schattenbinden fehlen, wogegen die sehr dichte Strichelung 
die Vflglunterseite fasl braun erscheinen lässt. Im Juni gefangen: der Typus findet sich in der EiiWEs'schen 
Sammlung. 

megalomma. Y. megalomma litlr. (34c). Mil sehr grossem, doppelt gekerntem Auge der Vflgl und nur auf der 

Oberseite .vorhandenem Analauge der Hflgl. Diese letzteren unten ohne deutliche Strichelung, braun, mit 
grauem, am Zellende winkelig gebrochenem Randfelde. Am Yang-tse-kiang, von Se-tschuen bis Ningpo, im 

April und wieder im Juni. 

beautei. y. beautei Oberth. (34c). Braun; ein riesiges, ovales, schräg gestelltes, doppelt gekerntes Auge nimmt 

fast da- ganze Subapicalfeld ein: Unterseite gleichmässig braun, die Hflgl mit 3 unregelmässigen Linien. 
Bei Ta-tsien-lu in West-China, im Mai und Juni. 

insolita. Y. insolita Leech (34d). Oben ganz wie )'. megalomma; auch unten ähnlich, aber mehr gelbgrau 

und mit kleinen Ringelchen unter dem Apicalauge und auf dem lltlgl. Bei Wa-SU-kow, in West-China, in 
5000 Fuss Höh. gi fangen. 

avanta \, avanta Möwe \ - ordinata Btlr.?). Etwas grösser als baldus. Auf der Unterseite ist die Striche- 

lung zu braunen Streifen verdichtet, welche die Flügel von der Costa bis zum Analrand durchziehen und 
sie so in :; fasl gleiche Felder teilen, ähnlich wie bei asterope. Die Hflgl mit 5 oder t; gut ausgebildeten 
Ocellen. In Kaschmir. West- und Süd-China, sowie in Nord-Indien, nicht selten, vom April bis August. — 
Die Idendität dieser form mit der bengalischen ordinata wird bestritten. 

iris. Y. iris /. ch (34d). Sofort kenntlich an dem grossen, schräggestellten Apicalauge der Vflgl und 

den '■'> fast gleich grossen Hflglaugen. In West-China, nicht selten, vom Mai bis Juli. Oberthüb vermutet, 

dass die süd-chinesische )'. dromon eine form dieser Art sei. Ein Exemplar, bei dem auf der (»beiseite der 

dromonides. Ulli:!, da- Analauge fehlt, bildet Oberthör als dromonides (34d, nicht drommonides, wie auf der Tafel) ab: 

es stammt von Ta-tsien-lu. 



Ausgegeben 12. XII. 07. < 1ALLEREBIA. Von Dr. A. Seitz. 93 

Y. Ciris Leech. (= clinia Oberth.) (34d). Das Vflglauge wie bei der vorigen Art gross und schräg- eins. 
gestellt, aber die Hflgl unten mit mehr als 3 Augen; das Auge im Htlglapex meist doppelt gekernt. Tn 
West-China weit verbreitet, bis 10 000 Fuss hoch, im Juli und August. Eine südliche Form dieser Art 
dürfte die (nicht mehr paläarktische) clinoides Oberth. sein. 

Y. sakra Moore (34 e). Unterseite der Vflgl mit dem gewöhnlichen, ziemlich kreisrunden, doppelt- sakra. 
pupillierten Apicalauge. Die Htlgl zeigen unten 3 Ocellen vor dem analen Teil des Aussenrds und ein 
8 förmiges Doppelauge vor dem Apex. In Kaschmir sowie mehreren indischen Himalayaländem, bis 8001) Fuss 
hoch, stellenweise sehr häutig, im April und Mai. — ab. nikaea Moore ist eine dunklere, gewöhnlich auch nikaea. 
kleinere Form, der die gelbe Umrandung des 8 Flecks vor dem Apex der Htlglunterseite fehlt. Diese Aber- 
ration ist im westlichen Himalaya die häutigere Form, während im östlichen die typische sakra vorherrscht. 

Y. methorina Oberth. (34 e). Unten das Apicalauge der Vflgl sehr breit gelb umrandet; die Hflgl methorina. 
unten mit 5 Augen, die in 2 Gruppen aneinander gereiht sind, und zwar 2 im costalen , 3 im analen Teil 
des Hflgls. Die Strichelung der Unterseite ziemlich grob. Durch die Lücke in der Augenreihe der Htlgl- 
unterseite zieht sich bei den meisten Exemplaren ein lichtes Band, das aber der Obebthü; 'sehen Abbildung 
fehlt, während Liren es für charakteristisch hervorhebt. - Bei der ab. medusa Leech ist die gelbe Um- medüsa. 
raudung des Apicalauges auf dem Vflgl beiderseits geringer und die Strichelung der Unterseite feiner. In 
West-China weit verbreitet, hier durch die eine, dort durch die andere Form vertreten; stellenweise, wie 
z. B. hei Wa-shan und Huang-mu-tschang fliegen beide Formen nebeneinander. 

Y. conjuneta Leech (34e). Die grösste Ypthima; Unterseite der von methorina sehr ähnlich, aber conjuneta. 
das Apicalauge grösser, mit noch dickerem gelbem Rande; die vor dem Apex der Htlgl liegenden beiden 
Augen zu einer 8 vereinigt, beide abgeflacht: die 3 Augen der Analhälfte einander mit den gelben Rändern 
berührend. Das & scheint im Apicalauge der Vflgl unten nur eine Pupille zu haben, doch findet sich 
meist noch eine zweite exzentrisch, oben im oder am gelben Rand. Zentral- und West-China, gemein. 

Ausser den aufgezählten 30 Ypth /'»/«-Formen gibt es noch eine ganze Anzahl, die der Grenze des 
paläarktischen Gebiets sehr nahe kommen, so z. B. Y. bolanica von Beludschistan , )'. indecora u. a. Wir 
haben uns indessen auf die beschränkt, die bereits auf paläarktischem Boden nachgewiesen sind. 

11. Gattung: Cnllerebia Btk. 

.Mittel- oder ganz grosse Schmetterlinge von oben einfarbig dunkelbrauner Färbung, mit einem 
grossen, meist doppelt gekernten Apicalauge der Vflgl. Der Körper im Verhältnis zu den sehr breiten 
Flügeln schmächtig; besonders der Kopf ist sehr klein. Die Augen treten stark hervor, die Palpen lang, 
gerade vorstehend, die Fhlr sehr zart. Die Subcostalis der Vflgl ist bis etwa zur Zellmitte aufgeblasen, 
was besonders auf der Unterseite deutlich zu erkennen ist. Von Ypthima unterscheidet sich die Gattung 
durch die oft beträchtliche Grösse der Arten; auch haben die Htlgl unten nie eine komplette Ocellenreihe, 
sondern sind oft wolkig getrübt und nicht so regelmässig gestrichelt wie die Ypthima. Den Erebia steht die 
Gattung so nahe, dass neuere Autoren die ursprüngliche Trennung beider aufgegeben haben. Als Unter- 
schiede beider werden die zarteren Fhlr und die lappig vorgezogenen Analwinkel der Hflgl vieler Callerebien 
angegeben, sowie die grössere Breite ihrer Vflgl. Frisch ausgekrochene Exemplare haben im Leben einen 
prachtvoll tiefblauen Schiller über die Flügel. 

Mit einer einzigen Ausnahme leben alle CaUerebia im Gebirgssystem des Himalaya, und zwar wesentlich 
in dessen westlichen und nördlichen Ketten . so dass die Gattung vorwiegend paläarktisch ist. Die meisten 
Species bewohnen Kaschmir und die angrenzenden Himalayatäler, und zwar die Hügelregion mehr als die 
Hochgebirge. Sie fliegen bei Tage, aber meist im dichten Schatten der Wälder, mit schwachem, hüpfendem 
Fluge und setzen sich mit geschlossenen Flügeln auf Büsche oder auf den Erdboden. 

C. annada. Das Apicalauge unten und oben ganz gleich, doppelt blauweiss gekernt und breit 
orange gerandet. Die Htlgl unten im Saumfeld und der Wurzelhälfte dunkler, dazwischen weisslich auf- 
gehellt. Die Art ist gut charakterisiert durch den sehr stark gerundeten Apex der Vflgl und den stark vor- 
springenden Anallappen der Htlgl. Sie kommt in einer ganzen Reihe von teils geographisch getrennten, teils 
durcheinander fliegenden Rassen von Kaschmir bis nach Inner-Ghina hin vor. Bei der typischen annada annada. 
Moore (35a) von Kaschmir ist der Discus der Vflgl unten rostrot bestäubt; bei orixa Moore (34 f) vom Nord- orixa. 
abhang des Himalaya ist er mehr stammbraun: hier sind die Htlgl unten in der Wurzelhälfte durch dichte, 
braune Bestrichelung dunkel, dann, saumwärts von einer braunen, mehrfach gezackten Discallinie, breit weiss 
gepudert; bei chinesischen orixa- Exemplaren hat die Grundfarbe einen Stich ins Rote. polyphemus polyphemus. 

Oberth. (34 f) ist die bei weitem grösste Form der ganzen Gattung und schon dadurch genügend kenntlich: 
hier treten auf der Oberseite der Vflgl häufig noch akzessorische Augen hinzu. - Die kaum halb so grosse 
hybrida Btlr. (= annada Marsh, und de Nicev. in tab.) (35a) hat ein längliches Apicalauge der Vflgl, zwei hybrida. 

I 12 



94 GALLEREBIA. Von Dr. A. Sbitz. EREBIA. Von G. Eiffingeb. 

ophthalmica. Ocellen im Analtei] der Hflglunterseite ; sie kommt der typischen m/not/« am nächsten. - ophthalmica Stgr. 
carola. ist genau wie orixa, doch sind die Hflgl im ganzen Analtei] stärker weiss bestäubt; carola Oberth. ist 
wahrscheinlich auch nur eine Form der annada, noch etwas kleiner wie diese, aber von genau der gleichen 
Gestalt, mit nicht sehr stark entwickeltem Anallobus der Hflgl. Hier setzt sich die Umrahmung des Vflgl- 
auges nach dem Inl zu in eine orangebrsune Binde fort, in der 2 Ocellen stehen; auch der Hflgl hat oben 
zwei submarginale Äugelchen. Ans dem westlichen Se-tschuen. 

scanda. C. scanda Kott. (35a) hat durchaus die Gestalt der annada, besonders die Form der orixa, der sie 

h ist: aber die Unterseite der Vflgl hat nicht das Gelbbraun, sondern ist dunkel. Oben sind die 

Flügel nach dem Aussenrand zu blasser gefärbt: die Hflgl haben unten einige submarginale weisse Fleckchen 

und zuweilen '2 oft blinde subanale » Icellen. I >as Analauge auf der I [flgloberseite, das unsere Abbildung zeigt, 

kann auch fehlen. Süd-kaschmir. im Juli und August, S0\* ie in den indischen Himalayaländern östlich bis Mussoree. 

phyllis. C. phyllis Leech (35b). Das Apicalauge der Vflgl ist Länglich-oval und steht fast schräg. Die Hflgl 

zeigen unten einen ziemlich gleichmässig gebogenen, gewellten Discalstrich , und nach aussen von diesem 
ypthimoides. 5 deutliche, weisse Punkte. In West-China, in beträchtlicher Höhe gefangen. — Bei ypthimoides Oberth. 
ist das Vflglauge zwar ebenso schlug, aber kleiner und steht auf der Flügeloberseite in einer rötlich gefärbten 
Wolke; die Hflgl sind unten im ganzen blasser und so stark weiss gesprenkelt und bepudert, dass die fünf 
weissen Submarginalpunkte völlig verlöschen. Von Tse-ku in West-China. 

sylvicola. C. sylvicola oberth. (35a). Das Apicalauge ist auf der Vflgloberseite dunkel umzogen und hat auf der 

Unterseile eine rUias ii nregelmässige Gestalt. Auf der Oberseite der Hflgl stehen 5 dunkle, weissgekernte 

(»cellen. die von der Unterseite durchschlagen. Die Vflgl Indien unten einen weisslichen Vorder- und Aussen- 

bodti. rand. Von Se-tschuen. im .luli gefangen. — Bei bocki Oberth., gleichfalls von Se-tschuen, zeigen die Vflgl 

megalops. akzessorische Augen, die sich in einer Kette an das Apicalauge anschliessen; -- bei megalops Alpher. steht 
dieses letztere schräger und die kleinen submarginalen Hflglocellen sind oben breiter braungelb umzogen: 
in Se-tschuen, im Juni und August. 

albipuneta. C. albipuneta Leech (35b). Bei dieser häutigen Art aus Mittel- und West-China ist das etwas 

schrägstehende, längliche, doppelt gekernte Apicalauge der Vflgl von unregelmässiger, zuweilen birnförmiger 
Gestalt. Die Hflgl sind unten ziemlich gleichmässig fein gestrichelt und zeigen eine submarginale Reihe 
weisser Punkte, von denen der zunächst dem Analwinkel gelegene die Pupille eines schwarzen Äugelchens bildet. 

pratorum. C. pratorum Oberth. (35a). Her vorigen ähnlich, das Apicalauge weniger länglich. Der Apex auf 

der Vflglunterseite hellgrau; die llllgl unten ebenso, dunkel gewölkt, mit welligem, in ganz flachem Bogen 
verlaufendem Disealstreif, in der ganzen Färbung der Unterseite stark an orixa erinnernd. In West-China 
weitverbreitet, gemein, vom Juni bis August, in den Gebirgen bis 10000 Fuss hoch gehend. 

nirmala. C. nirmala Moore. Oben einförmig dunkel, der Form hybriila gleichend, aber das Apicalauge kleiner. 

Auf der Unterseite sind die Vflgl einfarbiger dunkel und das Apicalauge ist nur matt umzogen, ist aber 
hier gross und kreisrund. Die lltlgl ohne die feine Strichelung. aber mit einer sehr regelmässigen Reihe 
weisser Submarginalpunkte. Die Krausen licht gescheckt. Sehr gemein im ganzen westlichen Teil des 
Himalaya, aber mehr auf indischem Gebiet. — Während die typische nirmala' meist noch kleine, akzessorische 
intermedia. < »eilen zeigt, hat die Form intermedia Moore (35b) vom südlichen Kaschmir stets nur das grosse, runde 
Apicalauge auf der Oberseite der Vflgl. Gleichfalls häufig, vom Mai bis September. - Die noch südlichere 
cashapa. Form cashapa Moore hat auf der Hflglunterseite eine Reihe von Ocellen. 

daksha. C. daksha Moore. Dies ist die kleinste Art der ganzen Gattung und leitet in ihrer ganzen Erscheinung 

zu den Erebia der cyclopius- und rurigena-Gvu^e hinüber. Sie ist charakterisiert durch das Fehlen des 
rotgelben Ringes um das Apicalauge der Vflgloberseite und unten durch das Fehlen der Querstrichelung 
auf der Hflglunterseite. Die weissen Submarginalpunkte sind hier stets deutlich, während die Zahl der 
Ocellen schwankt. In Kaschmir, in 8 — 9000 Fuss Höhe, im Juni, selten und lokal. 

12. Gattung: £i*ebia Daim. 

Die Erebien sind Schmetterlinge von durchschnittlich mittlerer Grösse. Die charakteristischen .Merk- 
male dieser Gattung liegen neben dem gemeinsamen Habitus vorzugsweise in der konstanten Färbung und 
Zeichnung der Flügel, die bei sämtlichen Arten dieser Gruppe übereinstimmend ist. Die Grundfärbimg ist 
ein mehr oder weniger dunkles Braun, mit zusammenhängender oder unterbrochener Submarginalbinde, die 
nur selten gänzlich fehlt. In dieser Submarginalbinde stehen meist schwarze, öfters weissgekernte Augen- 
punkte, die nur bei wenigen Arten nicht vorhanden sind. Der Kopf gross, nur wenig schmäler als der 
Brustteil., die Augen nackt und hervortretend, die Palpen mit feinen Ilaaren dicht besetzt, Fhlr normal. 
gewöhnlich oben schwarz oder braun, unten weissgrau, seltener geringelt, mit in die Länge gezogener, 
etwas abgeplatteter Kolbe. Thorax und Abdomen mit dünner seidenartiger Behaarung. Das Geäder ist 
nicht konstant und zur Charakterisierung der Gattung daher wenig geeignet. 



EREBIA. Von G. Eiefingek. 95 

Die mit ausgebildetem Saugrüssel versehenen Falter besaugen sowohl Blumen , namentlich Com- 
positen, als auch feuchte Stellen des Erdbodens, doch trifft man bei diesem Geschäfte fast nur das männ- 
liche Geschlecht: die Weibchen sitzen meistens träge im Grase, die Begattung erwartend, und erst wenn 
diese vollzogen und die Ablage eines Teiles der Eier stattgefunden hat, geht das Weibchen der Nahrung 
nach. Die Eier werden nicht an die Halmen der Nahrungspflanze gelegt oder angeheftet , sondern das 
Weibchen lässt sie ins Gras auf die Erde fallen. Die schneckenförmige Raupe, mit hügligem Kopfe, nach 
hinten stark verdünnt und in zwei kleinen Spitzen endigend, ist meistens der Länge nach heller und 
dunkler gestreift. Nur von wenigen Arten ist die Raupe bekannt. Als Nahrung dienen verschiedene Gras- 
arten. Die Schmetterlinge haben nur eine Generation. 

Die Erebien bewohnen die Berg- und Hügellandschaften, vorzugsweise aber die alpinen Regionen 
des paläarktischen Gebietes von Europa und Asien, sowie Amerikas, nur vereinzelte Repräsentanten gehen 
bis in die Ebene herab. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Gebirgen Süd-Spaniens bis zum 
Stillen Ozean in Ost -Asien. Amerika kommt hier nicht in Betracht. 

Der Haupt Verbreitungsbezirk und der artenreichste Teil des ganzen Gebietes sind die Zentral -Alpen 
in Europa, welche von den bis jetzt bekannten ungefähr 70 Arten allein 24 beherbergen, während der Rest 
der Repräsentanten sich auf bestimmte Gegenden des ausgedehnten Gebiets verteilt. Sieben europäische 
Arten, disa, embla, medusn, aethiops, tyndarus, euryale und lujea, haben sich bis weit in das östliche Asien aus- 
gebreitet, während von den zentral-asiatischen Erebien auch nicht eine einzige Art bis nach Europa vor- 
gedrungen ist; sie sind, wie es scheint, sesshaft geblieben. Die Erebien -Arten Zentral -Asiens stimmen zwar 
in Habitus und Färbung im allgemeinen mit den europäischen Arten überein. doch sind bei einzelnen Arten 
die Zeichnungen ganz anders wie bei den europäischen Erebien und auch in habitueller Beziehung sind sie 
von diesen abweichend. Dies bezieht sich namentlich auf die Arten mani mit ihren Unterformen, parmt nio, 
kalmuka, radians, maracandica, hades, tristis, saxicola u. a. Diese Gruppe nähert sich mehr den Catterebia, 
sie kann gewissermassen als Bindeglied zwischen der Gattung Erebia und der dieser verwandten und sehr 
nahestehenden Gattung Callerebia angesehen werden. 

Bekanntlich wechseln die meisten Erebien ausserordentlich in Deutlichkeit der Zeichnung, Färbung 
und Grösse; oft steigert sich diese Veränderlichkeit geradezu bis fast zur Unkenntlichkeit einer Art. Diesem 
Umstände konnte bei den Abbildungen der Erebien in diesem Werke selbstverständlich nur teilweise Rechnung 
getragen werden. In der Beschreibung der einzelnen Arten ist, soweit dies erforderlich erschien, auf die 
vorkommenden Abweichungen von den Artkennzeichen hingewiesen worden. 

Bei der Beschreibung ist die Reihenfolge nach dem Kataloge von Stauihnger u. Rebel von 1901 
eingehalten worden. 

E. epiphron. Oben dunkelbraun, der Saum bräunlichgrau. Vor dem Aussenrd der Vtlgl eine, 
durch die Adern abgeteilte, rostrote Querbinde, in der 3 — 4 schwarze Augenflecke stehen, die beim ? 
grösser und meist weiss gekernt sind. Auch auf den Hflgln ist die Binde von den Adern durchschnitten 
und bildet 3, selten 4 länglichrunde Flecke, in denen schwarze, hin und wieder mit kleinen weissen Pupillen 
versehenen Augen stehen. Unterseite der oberen ähnlich, aber heller; auf den Ytlgln verliert sich die nach 
aussen scharf begrenzte Binde wurzelwärts in die Grundfarbe. Fhlr ölten schwarzbraun, unten weissgrau. 
Als typische epiphron Ktioch (= egea. Bkh.) (36a) muss die Form aus dem Harz aufgefasst werden, nach epiphron. 
der Knoch die Art beschrieb. Bei Exemplaren vom Altvater in Schlesien und von den Vogesen sind 
Färbung und Zeichnung weniger ausgebildet wie bei Harzer Stücken; diese sind als Übergänge zu der 
alpinen Form cassiope anzusehen. - cassiope F. (= melampus Esp., alcyone Bkh., aethiops minor 17//., cassiope. 
rhodia Hb».) (36a) ist in der Regel etwas kleiner als die zuerst beschriebene Form: die rostrote Querbinde 
der Vtlgl ist schmäler, weniger scharf begrenzt und meist in einzelne Flecke aufgelöst. In der Binde 
stehen 3 — 4 schwarze Punkte, die oft kaum bemerkbar sind. Auf den Hflgln befinden sich vor dem Aussenrd 
einige braune Fleckchen zuweilen mit schwarzen Pünktchen. Das ¥ ist etwas grösser und schmaltlügliger 
wie der <? und zeigt hellere Grundfarbe. -- Bei ab. nelamus Boisd. (= cassiope Meyer-Dür) (36a) wird die nelamus. 
rostrote Aussenbinde durch die Grundfarbe fast ganz verdrängt und in kleinen Fleckchen aufgelöst, in 
denen kaum sichtbare schwarze Pünktchen stehen; die Hflgl sind zeichnungslos. Auch eintönig schwarze 
Exemplare ohne jede Zeichnung kommen hin und wieder vor. - Eine etwas grössere Form mit aus- 
gebüdeterer und zusammenhängender Binde und 4 — 5 grösseren Augenpunkten in dieser ist die in den süd- 
lichen Walliser Alpen vorkommende valesiana Meyer-Dür. — mnemon Ihn-, hat hellere Grundfarbe und valesiana. 
3 — 4 schwarze, rostgelbumzogene Punkte auf den Vflgln. Die Hflgl zeichnungslos. Diese Form und ab. mnemon. 
obsoleta Tutt mit einfach schwarzbraunen Flügeln ohne Spur einer Zeichnung sind Bewohner der schottischen obsoleta. 
Gebirge. — pyrenaica H.-Sehiiff'. (36 a) ist etwas grösser wie cassiope mit breiterer Binde und grösseren pyrenaica. 
Augenflecken ; aus den West -Pyrenäen. — Die Eier von epiphron sind elliptisch, gerippt, gelbgrün und 
liefern die Rpn nach 14 Tagen. Diese sind erwachsen grün mit dunklen Längslinien und gelbem Seiten- 
streif; die Endspitzen bräunlich. Sie leben an Gräsern, besonders an Aira praecox und caespitosa; Pp hell- 
grau. — Die Schmetterlinge fliegen vom Mai bis August auf grasreichen etwas feuchten Stellen und sind 
an ihren Flugstellen nicht selten. 



96 EREBIA. Von G. Kiifim.er. 

melampus. E. melampus Fuessl. i janthe 11/»/.. aetherius Esp., arete Bell.) (36b). Eine der häufigsten Erebien 

der Alpen. Weitere Fluggebiete sind die Pyrenäen, die hohe Tatra, die westlichen und die Süd-Karpathen. 
Die Grundfarbe ist schwarzbraun, der Saum rötlichgrau, Fhlr oben schwärzlich, unten weissgrau. Die Vflg] 
haben eine rostrote, durch die Rippen unterbrochene Fleckenbinde und in dieser zeigen sich 2 -3, seltener 
4 schwarze Augenpunkte. Auf den Hflgln stehen vor dem Aussenrd 3—4 länglichrunde rostrote Flecke, 
die schwarz punktier! sind. Die Unterseite ist lichter, mehr rötlichbraun, Binde und Flecken sind deutlich 
vorhanden. Beim i sind die Flügel mehr in die Länge gezogen, Grundfarbe und Binde sind heller als 
sudetica. beim er*. - - Auf dem Altvater in Schlesien kommt die Form sudetica Stgr. (36b) vor; sie unterscheidet 
sich von der alpinen Form durch breitere und heller gefärbte Aussenbinde der Vflgl, in welcher regel- 
mässig 1. mitunter auch 5 schwarze Punkte stehen, auch die rostgelben Flecken auf den Hflgln sind grösser 
und treten schärfer hervor als bei dem typischen melampus. - - Ei elliptisch, längsgerippt, schwefelgelb, vor 
dem Auskriechen rotgrau. Rp vor der letzten Häutung Lehmgelb, dann lebhaft grün mit dunkler, zart licht 
eingefasster Rückenlinie und undeutlichen helleren, dunkel angelegten Nebenrückenlinien ; ein Seitenstreif 
hellgrün, über dem die kleinen, orangefarbenen Stigmen stehen. Sie wurde mit Poa annua erzogen. Pp 
blass gelbgrau, dunkln gezeichnet; frei an der Erde hegend. I>ie Schmetterlinge fliegen im Juli und August 
vielfach massenhaft in niedrigem, Langsamem, geradem Fluge auf den Grasmatten der Hochgebirge und gehen 
Ins zu einer I Lohe von 2600 m. 
kefersteini. E. kefersteini Ev. (36b) steht dem melampus am nächsten und ist von gleicher Grösse. Das Mittel- 

feld einschliesslich der Mittelzelle isl braunrot, die Wurzel. Vorder-, Aussen- und Ird sind schwarzbraun. Die 
durch die Rippen in 6 Flecke geteilte rotgelbe Aussenbinde hebt sich beim d" von der Färbung des Mittelfeldes 
nur wenig ab und verliert sich nach innen allmählich in dieses. In den Flecken ■_!. 3 und 4 von oben stehen 
kleine schwarze Augenpunkte. Die Hflgl sind schwarzbraun, die braunrote Randbinde ist durch die Rippen 
in 4 keilförmige oder auch rundliche Flecken geteilt, von welchen die unteren 3 schwarze Augenflecken 
tragen. Die untere Seile ist heller, mehr graubraun, im übrigen die Zeichnung wie oben. Unter den vor- 
liegenden wenigen Exemplaren befindet sich eines, das wesentlich abweichend gezeichnet ist. Die Vflgl 
sind schwarzbraun, im Mittelfeld nur wenig braun bestäubt. In der Binde der Vorder- und Hflgl fehlen die 
schwarzen Punkte vollständig. Beim ? sind die Vflgl dunkelbraun, die Mittelzelle ist mehr oder weniger 
rotbraun ausgefüllt. In den Flecken der Querbinde stehen 4—5 schwarze Augen und die Hflgl führen vier 
rotbraune längHchrunde Flecken mit schwarzen Punkten. In der letzten Hälfte des Juli auf Alpenwiesen 
in den Bergen Zentral-Sibiriens. 
flavofasciata. E. tlavofasciata Heyne. (36b). Diese interessante Erebie ist erst in neuerer Zeit entdeckt worden. Oberst- 

Leutnant v. Noltb liiii.'- die ersten stücke im Juli L893 in den Tessiner Alpen am Gampolungo-Pass bei Fusio. 
Später wurde auch das Vorkommen dieser Art hei Pontresina im Ober-Engadin in nur wenig abändernder 
Form festgestellt. Sie hat die Form und Grösse der cassiope, nähert sich aber in der Zeichnuni;' mehr dem 
melampus. Grundfarbe, wie hei den meisten Erebien, dunkelbraun, beim ? wesentlich heller. Die schmale 
rostbraune aussenbinde der Vflgl ist durch die Adern in ~i -(' runde oder länglichrunde Hecken geteilt, m 
welchen kleine schwatze Punkte stehen. Die Flecken in Zelle 4 und 5 sind meistens etwas in die Länge 
gezogen und kräftiger schwarz punktiert als die übrigen. Die Hllgl führen oben vorm Aussenrde vier 
rostgelbe runde Flecken mit schwarzen Punkten. Beim ? sind diese Flecken grösser und stärker schwarz 
punktiert. Die Unterseite der Vflgl graubraun, die mehr gelbbraun gefärbte Aussenbinde ist nicht wie oben 
in Flecken geteilt, sondern zusammenhängend, auch etwas breiter. Die schwarzen Punkte treten in der 
Binde scharf hervor. Das Mittelfeld hat eine verloschene rotbraune Färbung, die sich nach innen in die 
dunkle Grundfarbe allmählich verliert. Die Hflgl sind unten braungrau, vorm Aussenrde und mit diesem 
parallel laufend zieht eine ziemlich starke strohgelbe Binde, die vom \'rd Ins in die Nähe des Innenwinkels 
reicht. In dieser Binde stehen etwas nach aussen gerückt ■"> <i schwarze Punkte von fast gleicher Grösse. 
thiemei. Das ? ist unten heller und Lebhafter gezeichnet als das <f. - - Die Engadiner Form thiemei Bartel (36c) ist 
dunkler als Stücke aus dem Tessin. Die Aussenbinde der Vflgl ist in einzelne braune Fleckchen ver- 
schiedener Grösse aufgelöst. Die Anzahl dieser Fleckchen, die nur schwach schwarz punktiert sind, ist 
schwankend, zuweilen sind sie nur schwach angedeutet. Im übrigen von der typischen Form nur wenig 
abweichend. Der Kalter flieg! an steilen, grasigen, mit Felsen durchsetzten Hängen. 
eriphyle. E. eriphyle Fn: (36c). Diese dem melampus sehr nahe kommende Erebia wurde früher nur als eine 

Form dieser angesehen, unterscheide! sich aber konstant von ihr. Die Aussenbinde der Vflgl ist mehr oder 
weniger rotbraun, zuweilen auch braungelb, und durch die Hippen in mehrere Längliche, nach aussen ab- 
gerundete Flecken geteilt. Die Anzahl dieser Flecken ist verschieden, meistens sind es deren 5. zuweilen 
nur 3 — 4. Die beiden Flecke nahe am Aussenrde führen kleine schwarze Punkte. Auf den Hflgln stehen 
:; 4 rotbraune oder bräunlichgelbe Flecke, von welchen der nahe der Mittelrippe in Zelle 4 etwas wurzel- 
wärts stehende stets grösser und mehr in die Länge gezogen ist, während er hei i,irhti>ij,u.< nie grösser als 
die übrigen Hflglflecke ist. Die Gestalt und Anordnung dieses Fleckes, sowie das Fehlen der schwarzen 
Zentren sind die auffallendsten .Merkmale der eriphyle, die übrigens auch merklich grösser als melampus ist. 
Auf der Unterseite ist die Binde der Vflgl heller als oben, bei manchen Stücken ockergelb, und von gleicher 
Farbe sind auch die Flecke der Hflgl, die hier viel schärfer als auf der Oberseite hervortreten. Beim ? ist 



FREBIA. Von G. Eiffinger. 97 

die Grundfarbe heller, die Unterseite gelblichbraun. Binde und Flecke weniger deutlich als beim \ Der 

Saum beim d 1 etwas heller als die Grundfarbe, beim ? bräunlichgrau. Fhlr oben schwarzbraun, unten weiss- 

grau. Ein Bewohner der Alpen, liebt Kalkboden und fliegt im Juli und August in Höhe von 900 — 2200 m. 

— ab. impunctata Höfn. unterscheidet sich durch grössere Flecken auf den Vtlgln und Hflgln, sowie durch impunctata. 

den Mangel von schwarzen Punkten in der Vtlglbinde. • - ab. tristis H-Schäff. von Graubünden und den 

Schweizer Alpen zeigt eine lebhafter gefärbte Randbinde der Vflgl und rötlich angehauchten Discus auf der tristis. 

Hflglunterseite. — ab. intermedia Frey hat auch auf den Hflgln deutlichere, rotgelbe Flecke; von Kärnten, intermedia. 

E. Christi Rätzer (36 c). Diese Art steht der cassiope am nächsten , die sie aber an Grösse um gut diristi. 
ein Drittel übertrifft. Die Vflgl sind länger gestreckt als bei cassiope, Flügelspitze und Aussenrd gerundet, 
ebenso. die Hflgl, während diese bei cassiope eine stumpfe Spitze haben. Die gleichbreite braune Querbinde 
der Vflgl läuft parallel mit dem Aussenrd, ist nach innen und aussen scharf begrenzt und durch die Adern 
in der Regel in 6 Flecke geteilt. Von diesen sind der 2. und 3. Fleck von oben, nicht wie bei cassiope 
beiderseits verlängert, sondern von gleicher Grösse wie die übrigen. In den oberen Flecken stehen 3 bis 
4 schwarze Punkte in gerader Reihe untereinander, von welchen die beiden mittleren stets grösser als die 
übrigen sind. Die Hflgl haben 4. seltener nur 3 ovale rostgelbe Flecken mit länglichrunden schwarzen 
Punkten, die beim ? mitunter strichförmig in die Länge gezogen sind. Die Unterseite der Vflgl ist rost- 
braun, gegen die Wurzel dunkler, die hellere Binde hebt sich vom Mittelfelde deutlich ab. Vrd und Aussenrd 
braungrau. Von den schwarzen Punkten sind nur die beiden mittleren in gleicher Grösse wie oben sichtbar, 
wahrend die übrigen entweder vollständig fehlen oder nur als kleine schwarze Pünktchen erscheinen. Die 
Unterseite der Hflgl veilgrau mit einer dunkleren zackigen Binde, die beim d" nur verloschen, beim ? da- 
gegen deutlich hervortritt. Als Fundort ist bis jetzt nur das Laquintal an der südlichen Simplonstrasse. 
unterhalb des Dorfes Simplon, bekannt. Das Fluggebiet ist sehr begrenzt, es beschränkt sich auf eine 
Strecke von etwa 5—600 m und besteht aus steil abfallenden, mit Felsen und Steingerölle durchsetzten 
gras- und blumenreichen Halden. Der Falter ist nicht häufig. 

E. mnestra Hlm. (36c, d). (Jestaltet wie melampus, aber grösser. Die rot- oder braungelbe, nach mnestra. 
aussen scharf begrenzte Binde der Vflgl verläuft beim 9 nach innen mehr oder weniger in die schwarz- 
braune Grundfarbe. In ihr können sich nach der Flügelspitze zu 2 kleine schwarze Augenflecke zeigen, 
die aber meistens fehlen. Die Htlgl haben zuweilen eine durch die Adern durchbrochene, in 3—4 braune 
Blecken geteilte Binde, die aber auch fehlen kann. Die Vflglunterseite ist rostbraun, Vrd und Aussenrd 
sowie die Hflgl dunkelbraun. Bei dem etwas lichter gefärbten ? ist die beiderseits deutlich begrenzte Aussen- 
binde der Vflgl rostgelb, mit zwei, gewöhnlich weissgekernten Augenflecken, die auch auf der Unterseite 
sichtbar sind. Bei den Exemplaren, bei denen die Binde besonders hervortritt, stehen in dieser 2 — 3 kleine 
schwarze Augenpunkte mit weissen Pupillen. Meistens fehlt aber diese Binde ganz und es zeigen sich an 
deren Stelle nur einige verwaschene braune Fleckchen. Die Unterseite der Vflgl wie beim c? . aber die 
Binde ist heller und der Raum hinter dieser bis zur Wurzel rostbraun. Die Hflglunterseite hellbraun und 
die ganze Fläche mit gelbgrauen Atomen bestreut. Durch die Flügelmitte zieht eine nur wenig heller ge- 
färbte, auf beiden Seiten etwas gezackte Binde. Fhlr oben schwarz, unten weiss. In den Schweizer und 
Tiroler Alpen, aber nur stellenweise. — gorgophone Bell, von Süd-Frankreich ist kleiner und hat breitere Binde, gorgophone. 

E. arete F. (nee Bell. — claudina Bkh.) (36 d). Vflgl tief dunkelbraun; die durch die Adern leicht arete. 
durchbrochene rotbraune Binde ist beiderseits scharf begrenzt und reicht bis zum Ird. In der Binde stehen 
2 kleine schwarze weissgekernte Augenpunkte, die beim a" meist nur auf der Unterseite sichtbar sind. Auf 
den Hflgln verschwindet die braune Binde entweder ganz, oder es sind nur kleine braune Fleckchen davon 
bemerkbar. Vor dem Aussenrde stehen 4—5 weisse Punkte, die beim d" kaum sichtbar sind oder auch 
fehlen, beim ? aber sind sie stets vorhanden und treten deutlich hervor. Unten sind die Vtlgl beim <f trüb 
rotbraun, Vrd und Aussenrd sowie die Htlgl schwarzbraun; beim ? Vrd. Flügelspitze und Hflgl grünlichgrau. 
Fransen beim tf nur wenig heller als die Flügel, beim ? gelblichgrau. Fhlr oben schwarz, unten weisslich. 
Auf den Kärntner und Salzburger Alpen, im Weissbriachtal , im Juli und August, angeblich nur in Jahren 
mit ungerader Zahl. - - ? mit beingelber Binde und reinweissen Fransen wurden als ab. albofasciata Höfn. albofasciata. 
unterschieden. Das Ei wird als rund und weiss angegeben. Es lieferte nach 1 I Tagen die jungen Räupchen, 
die hellgrün mit 6 dunklen Längslinien waren: sie wurden mit Aira caespitosa genährt. 

E. pharte Hbn. (36 d). Form und Grösse wie melampus, die Vflgl sind jedoch schmäler, mehr in pharte. 
die Länge gestreckt, die Flügelspitze nicht so abgerundet wie bei diesem. Die gelbbraune Aussenbinde der 
Vtlgl ist durch die Adern unterbrochen; sie reicht gewöhnlich bis in die Nähe des Irds, oft aber auch nur 
bis zur Flügelmitte. Die Hflgl haben gewöhnlich 3 — 4 gelbbraune Flecken verschiedener Grösse, die aber 
zuweilen vollständig fehlen, oder es zeigen sich an deren Stelle einige kleine braune Punkte. Auf der 
Unterseite ist die zusammenhängende Binde der Vflgl etwas heller gelbbraun als oben, der Discus verwaschen 
rostbraun. Die Htlgl beim o* unten dunkelbraun mit den gleichen gelbbraunen Flecken wie oben, die hier 
aber deutlicher hervortreten. Beim lichter gefärbten ? ist die Unterseite besonders am Vrd und Aussenrd 
der Flügel graugelb bestäubt. Hochvogesen und Zentralalpen, vorzugsweise auf nassen Wiesen, die Baum- 
grenze selten übersteigend. -- Bei der ab. phartina Stgr. (36 d) sind von der braungelben Fleckenbinde auf phartina. 



98 EREBIA. Von G. Eifpingee. 

den Vflgln nur 2- 3 Flecken verschiedener Grösse vorhanden, auf den ringln zeigen sich nur einige kleine 
verloschene Fleckchen, die auch fehlen können. Kommt unter der Stammform vereinzelt vor. besonders in 

fasciata. höheren Lagen. -- Die Form iasciata Spul, aus Kärnten zeig! lies lers dunkle Grundfarbe; beim d 1 rot- 

orangene, beim S gelborangene Binden; diese breiter, auf den Hflgln grösser, mit helleren Flecken als 
Augenresten. 

kindermanni. E. kindermanni Stgr. (36e), etwas kleiner als maurisius, dieser aber nahestehend. Die braune Flecken- 

binde ziemlich breit, die .Mittel/eile nach aussen braun; beim? ist das ganze Mittelfeld bis zur Aussenbinde 
braun angeflogen. Auf den Hflgln stehen 5 6 rostbraune Flecken, die beim ri" länglich, beim ? etwas 
kleiner und rundlich sind. Auf der Unterseite ist das Mittelfeld der Vflgl braun, die Fleckenbinde etwas 
breiter als oben, aber weniger hervortretend. Nur beim ? zeigen die beiden Randflecken in Zelle 4- und ö 
der Vflgl und die drei in /.eile 2—4 dvr lltlirl in der Mitte einen sehr kleinen schwarzen Punkt. Aus dem Altai. 

pawlowskyi. E. pawlowskyi Men. > - herzi Christ.) Form und Grösse der pharte, mit der sie viel Ähnlichkeit hat. 

I he Aussenbinde der \ Qgl besteht aus einer Reihe getrennter rostbrauner flecken, gewöhnlich 5—7, von welchen 
die beiden oberen etwas breiter als die unteren sind: letztere haben auch eine mehr rundliche Form. Die Hilgl 
führen vor dem Äussernd, mit diesem parallel laufend. 5 rostbraune Flecke, die nicht wie bei phartt ge- 
rundet, sondern länglich sind. Die braune Querbinde auf der Oberseite ist sehr veränderlich, sie tritt bald 
mehr oder weniger breit auf oder ist derart reduziert. dass an ihrer Stelle nur einige braune Punkte be- 
merkbar sind. Die Unterseite ist lebhaft braun (von der gleichen Farbe wie bei manto Esp.), im .Mittelteide 
der Vflgl mit rostgelbem Anfluge. Die Flecke sind heller, mehr braungelb und treten schärfer hervor als 
oben. Die nur wenig dunklere Unterseite der Hflgl mit 5—7 rostgelben länglichrunden Flecken. Das ? ist 
oben lichter, mehr graubraun, die Flecke sind grösser und von bräunlichgelber Farbe. Unterseite grau- 
braun, die flecke der Vflgl braungelb, die der Hflgl ockergelb. Am Ende der Mittelzelle steht ein ver- 
loschene:' gelber Wisch, der auch dann und wann beim d 1 sichtbar ist. Nordost-Sibirien im Juni und Juli 
sajana. stellenweise häufig. - sajana Stgr. (36e) ist etwas grösser als die zuerst beschriebene Form, im übrigen 
von dieser nur wenig verschieden. Die braunen flecke ändern in Anzahl und Färbung ab, was aber auch 
bei dei' typischen pawlowskyi der Fall ist. Fliegt in den Bergen der östlichen Mongolei. 

haberhaueri. E. haberhaueri Stgr. (36e). Die schwarzbraunen Flügel führen vor dem Aussenrd eine rostbraune 

Binde, die durch die Adern in eine Anzahl Flecken — gewöhnlich 6 in der Zahl — geteilt ist. Die Mittel- 
zelle der Ytlgl braun angelegt. Die flecke der Hflgl sind rundlich, die der Ytlgl etwas in die Länge ge- 
zogen. Auf der Unterseite sind die Vflgl im Mittelfelde rostbraun, V- und Aussenrd dunkelbraun. Die 
fleckenbinde tritt beim d 1 deutlich hervor, während sie beim ? nur schwach bemerkbar ist, indem sie durch 
das rostbraune Mittelfeld teilweise absorbiert wird. Die Unterseite der Htlgl ist dunkel mit 5—6 kleinen 
gelblichen Punkten vorm Aussenrd. die nach innen zu zuweilen durch je ein kleines schmales rostbraunes 
Strichelchen begrenzt sind. Die gelblichen Punkte sind beim ? kleiner als beim d". Tarbagatai. — Bei 
elwesi. elwesi Stgr. i = maurisius Stgr.) (36 e) vom Altai ist die fleckenbinde beider Flügel viel breiter und leb- 
hafter braun, die .Mittelzelle der Vflgl ist braun ausgefüllt und unterhalb der Subcostalrippe steht ein ver- 
loschener rostbrauner Wisch. Unterseite der Vflgl rostbraun. V- und Aussenrd dunkelbraun, die braungelbe 
Aussenbinde hebl sich vom Untergrunde deutlich ab. Die Flecken der Htlgl etwas kleiner und heller als oben. 

maurisius. E. maurisius /'.'*/<. (36 e). Die rotbraune Vflglbinde ist durch die Rippen in eine Anzahl längliche] 

Flecken geteilt — gewöhnlich 6 in der Zahl — die Mittelzelle mehr oder weniger rostbraun ausgefüllt und 
hinter der Querader ziehen 2 etwas verloschene schmale braune Streifen nach der Aussenbinde zu, in die 
sie verfliessen. Die Hflgl führen 6 runde rostgelbe flecken. Auf der Unterseite ist die Binde der Vflgl 
heller und der Raum zwischen dieser und der verdunkelten Wurzel ist rostbraun ausgefüllt; Ird und Aussenrd 
schwarzbraun. Die Htlgl beim cf dunkelbraun mit sehr kleinen, punktartigen, rostgelben Fleckchen. Beim 
? sind die Hflgl unten graubraun, fein prange lb liestäubt, die ockergelben Punkte im Aussenrd sind strich- 
förmig in die Länge gezogen. In der Mittelzelle steht oben ein wischartiger weissgelber Fleck. Die Fransen 
heim •' graubraun, heim ¥ weissgrau. Fhlr fein geringelt, die Kolbe innen weiss, aussen schwarzbraun. 
theano. Mitte Juli im Altai, von -itioo -2700 m. auf grasreichen Halden. -- Die Form theano Tausch. (= stubben- 
dorfii Ulm.) (36 f) ist viel lebhafter gezeichnet als maurisius; die flecken der Aussenbinde sind grösser und 
nicht rostbraun, sondern gelb. Die beiden oberen und beiden unteren Flecke sind gleichbreit, während die 
übrigen beiden, nach der .Mittelzelle zu ziehenden besonders lang sind. Die Vflgl haben beiderseits einen 
gelben Fleck im Discus, der die Mittelzelle mehr oder weniger ausfüllt und darunter befindet sich ein 
gelbes Fleckchen, das oft nur durch gelbe Bestäubung angedeutet ist. Die Binde der Htlgl besteht aus 
6 rundlichen oder viereckigen gelben flecken und ein weiterer kleiner steht in dw Mittelzelle. Auf der 
etwas helleren Unterseite sind die die Binden bildenden flecke wie oben angeordnet, aber die der Hflgl 
gross und lebhaft beingelb; eine Anzahl ähnlicher flecke, in Form und Grösse veränderlich, umgibt auch 
die Wurzel der Hflgl. Fransen dunkelbraun und grau gescheckt. 

turanica. E. turanica Ersch. (36 f). In Grösse und Zeichnung sein- veränderlich. Die Oberseite der Flügel 

düster schwarzbraun. Am Aussenrd der Vflgl steht eine Reihe von 5 ockergelben Flecken verschiedener 



FREP.IA. Von G. Eiffinger, 99 

Grösse; ein kleiner nahe am Vrd, dann etwas einwärts gerückt ein grosser, der aus zweien zusammen- 
geflossen ist und unter diesem 2 etwas kleinere Flecke, die mehr gerundet sind als die übrigen. Der am 
Ird stehende Fleck ist entweder sehr klein oder fehlt ganz. Auch kommt es vor, dass alle Flecken derart 
zusammengeflossen sind, dass sie eine breite, unregelmässige, gelbe Binde bilden. Die Htlgl führen, mit 
dem Aussenrd parallel lautend, 5 — 6 gelbe Flecken, die ziemlich gleichgross sind und von welchen die 
beiden am Ird stehenden meistens zusammenhängen. Die Vtlgl sind unten etwas lichter, die Zeichnung 
stimmt mit der Oberseite überein. Auf der Unterseite der Htlgl sind die gelben Flecken etwas kleiner als 
oben, in einem Teile derselben stehen kleine schwarze Pünktchen. Hinter den Flecken steht eine weisse 
Binde, die nach aussen etwas gezackt und hier und da auch in einzelne weisse Flecken aufgelöst ist. 
.Manchmal zeigt sich auch in der Mittelzelle ein kleiner weisser Fleck. Im Ala-tau. -- laeta Stgr. (36 f), die laeta. 
den nördlichen Thian-Shan bewohnt, führt auf der Oberseite der Vflgl nur 4 Flecke, wovon die beiden 
oberen etwas einwärts gerückt und zusammengeflossen sind, während die beiden übrigen mehr nach dem 
Aussenrd zu stehen und mit diesem parallel laufen. Die Flecke der Hflgl wie bei turanica. Auf der 
Unterseite sind sämtliche Flügel fein graugelb bestäubt. Der weisse Fleck in der Mittelzelle der Hflgl fehlt 
beim o' meistens, während er beim ? fast stets vorhanden ist. Bei der Form tristis Gr.-Grsh. sind die tristis. 
Flecken der Oberseite dunkler, mehr braun, die weisse Binde auf der Unterseite der Htlgl fehlt. Vom 
oberen Thian-Shan. jucunda Püng. (36 f, g) ist die grösste und ansehnlichste der turanica-F ormen. Die jucunda. 
bräunlichgelben Flecke sind lebhaft und hell, die der Vflgl gross und oft zusammenmessend, der unterste 
in Zelle 1 bald fehlend, bald gut ausgeprägt, die der Htlgl verhältnismässig klein. Hflgl unterseits mit zu- 
sammenhängender weisser Binde. Im Thian-Shan-Gebiet, nördlich von Korla. 

E. manto /.'>/<. (— erina F., pyrrha F., oeme var. Esp.) (36g). Die rostfarbige Binde der Vtlgl be- manto. 
steht meistens nur aus länglichrunden Flecken, in welchen sich 2 — 3 schwarze Punkte zeigen. Die Htlgl 
haben öfters, aber nicht immer, einige rostrote, verloschene Fleckchen. Die Unterseite ist beim d" braun, 
die Binde der Vtlgl tritt deutlicher und schärfer hervor als oben und ist öfters zusammenhängend. Die 
Binde der Hflgl besteht aus einigen rostgelben Flecken und in diesen stehen zuweilen einige schwarze 
Punkte. Das ? ist auf der Unterseite merklich heller, der Mitterraum der Vflgl bräunlich, V- und Aussenrd 
sowie die Hflgl dicht gelbgrau bestäubt. An der Wurzel der Htlgl stehen eine Anzahl ockergelbe Flecken 
und ebenso ziehen sich einige, zuweilen zu einer breiteren Halbbinde zusammengeflossene gelbe Flecke von 
dem Vrd bis nahe hinter das Zellende, indem sich öfters noch einige kleinere Fleckchen, eine dem Aussenrd 
parallel laufende Reihe bildend, ihnen anschliessen. Fransen beim cT etwas beller als die Grundfarbe, beim 
? grau. Der Falter ist über die ganze Alpenkette verbreitet und in vielen Gegenden häufig; er fliegt auf 
grasreichen Matten der montanen und subalpinen Region; ausserdem in den Bergen <U-v Auvergne und den 
Pyrenäen, sowie auf den Gebirgen Ungarns. - ■ Bei der ab. bubastis Meissn. (= pyrrha maccabaeus Frr.) bubastis. 
von den nördlichen Zentral -Alpen hat die Hflghmterseite eine weisse Binde; die Fransen sind dunkel ge- 
scheckt. - ab. caecilia Hbn. (36g), oben einfarbig schwarzbraun ohne Flecken, fliegt in der Schweiz und caecilia. 
Tirol unter der Stammform, kommt aber selten vor. - - Eine ähnliche Form, deren Grundfarbe mehr grau- 
braun und che gleichfalls zeichnungslos ist. fliegt in den Pyrenäen; dies ist constans Elwes (= caecilia Dup.) constans. 
(36g). — In den schweizer und tiroler Alpen fliegt hoch über der Baumgrenze eine sehr kleine Form, kaum 
so gross als pharte, die pyrrhula irey (36h). Auf den Vflgln zeigen sich einige streifenförmige rostbraune pyrrhula. 
Fleckchen, in welchen nur selten kleine schwarze Punkte erscheinen. Die Hflgl sind in der Regel zeich- 
nungslos, nur hin und wieder sind kleine keilförmige braune Fleckchen bemerkbar. Die Unterseite wie bei der 
manto, jedoch mit sehr reduzierter Zeichnung. — trajanus Hormuz. unterscheidet sich von der zuerst beschriebenen trajanus. 
Form vorzugsweise auf der Unterseite. Die Vflgl sind hier licht rötlichbraun, gegen die Flügelspitze und den 
Vrd gelblichgrau bestäubt. Die hell rotgelbe Binde hat entweder beiderseits zwischen den Rippen vor- 
tretende Zähne oder ist nur auf der Innenseite schwach gezähnt, immer mit 2 deutlichen Augenpunkten in 
Zelle 4 und 5. Die Hflgl unterseits grünlichgrau, die Flecken der Aussenbinde von ungleicher Grösse und 
nicht rötlichgelb wie bei der Stammart, sondern bloss weissgelb, die Wurzelflecken fehlen gänzlich. Flug- 
gebiet: Bukowina. -- Als vogesiaca Christ wurde die Vogesenform beschrieben, deren ?? auf der Hflglunter- vogesiaca. 
seite keine hellen Basalflecke haben. -- Rp grüngelb mit honiggelbem Kopf und Füssen; über den Rücken 
2 Reihen schwarzer Kommastriche. Pp gelb, schwarz gezeichnet: sie liefert den Falter nach 3 Wochen, 
während deren sie frei an der Erde liegt. Die Schmetterlinge sind häufig und fliegen vom Juni bis August. 

E. ceto Hbn. (36 h). Grundfarbe dunkel schwarzbraun. Die aus einer Anzahl schmaler länglich- ceto. 
runder und abgesonderter Flecke bestehende Aussenbinde ist beim <? rostfarben, beim ? rötlichgelb. In den 
Flecken stehen kleine schwarze Punkte, die beim $ etwas grösser sind. Die Hflgl führen 4 — 5 kleine rund- 
liche braune Flecken mit schwarzen, weissgekernten Augenpunkten. Die lichtere Unterseite ist wie oben 
gezeichnet. Das ? ist auf der Oberseite merklich heller, die rostgelben Flecken und die in diesen stehenden 
Augen sind grösser als beim d\ Die Unterseite ist braungrau, die Flecken ockergelb. Die ?? wechseln in 
der Zeichnung ungemein; die rostgelbe Binde der Vflgl ist nicht selten bis zum Verschwinden reduzie.it und 
auf den Hflgln fehlt oft jede Spur von der Fleckenbinde. — Vorzugsweise in den südlichen Alpen und dort 
häufig; in den Zentral- und den nördlichen Kalkalpen seltener und nur lokal. Ferner auf den höheren 



100 FREBIA. Von G. Eiffixoek. 

phorcys. Gebirgen Süd-Ungarns und den ^.penninen. — phorcys Frr. (36h) ist die Form vom Balkan: hier sind die Flecke 
obscura. der Hflgluntersi - oder weiss umgrenzt. - Bei ab. obscura Kötzer (36h) sind auf allen Flügeln die 

braunroten Flecke bedeutend verkleinert; sonsl wir die typische Form; im simplon-Gebiet und den Kärntner 
caradjae. Alpen. In dm Graubündener Upen fliegl eine kleine Form, caradjae Cafliseh, mit kleinen, matt' rot- 

braunen Flecken, dir zuweilen nur ganz schwach angedeutet sind. — Ei oval, blassgelb, vordem Aus- 
kriechen schmutzig ml. Die nach 12 Tagen auskriechende Rp ist vor der letzten Häutung gelbgrau, er- 
wachsen grün mit dunkler, weiss eingefasster Rückenlinie und lichter, dunkel gesäumter Nebenrückenlinie. 
Am 4. Ring beginnl über den Füssen eine feine, in jedem Ringeinschnitt ])iinkiarlig erweiterte schwarz- 
braune Linie. Kopf gelbgrau mit rotem Maul. Wurde mit l'oa annua erzogen (Liebmann). Pp gelb mit 
braunem Kücken und schwarzen Augen; frei an der Erde liegend. Die Schmetterlinge von .Mitte Juni 

bis in <\f]\ August; die cfd fliegen in niedrigem geradem Fluge, indem sie sehr gleichmässig mit den 
Flügeln schlagen. Die 9? sind anfangs so schwerfällig, das^ sie sich zuweilen mit den Händen aus dem 
(das aufnehmen lassen. 

medusa. E. medusa F. (= ligea Esp., themistocles dt Loche, medea Bkh.) (35 fi. In der aus rotgelben Flecken 

zusammengesetzten Aussenrdbinde stehen an der Spitze 2 grössere schwarze weissgekernte Augenflecke nahe 
beieinander, die zuweilen zusammengeflossen sind. Die in den übrigen Flecken -- gewöhnlich 3 in der 
Zahl stehenden Augen sind kleiner und oft zeigen sich an deren Stelle nur ungekernte schwarze Punkte. 
X ii t ' den Hflgln stehen getrennt 3—4 rotgelbe Flecken, mit schwarzen, weissgekernten Augen. Die etwas 
hellere Unterseite entspricht in Zeichnung der oberen. Abänderungen in bezug auf Anzahl der Augen und 
rotgelben Flecke kommen vielfach vor. Zentral-Europa , von Nord -Deutschland und Belgien südlich bis 
Mittel-Italien. Süd-Frankreich und dem Balkan und östlich bis zum Amur, auch in der Ebene fliegend. - 

psodea. Bei der Form psodea Hbn. (= eumeni- FW. (35f) ist die Fleckenbinde etwas heller und breiter: die 

Augen, namentlich in der Hflglbinde, sind grösser und lebhafter weiss gekernt. In Süd-Ungarn, dem 

procopiani. Balkan, Kaukasus und West-Sibirien: angeblich auch in Mittel-Europa vereinzelt als Aberration. - procopiani 

hippomedusa. Hormuz. mit nicht gekernten Augen ist eine kleinere Form aus der Bukowina. -- Noch kleiner ist hippomedusa 

polaris. 0. (35g), die in den Hochgebirgen vorkommt, mit reduzierter Fleckenbinde und kleineren Augen. -- polaris 
Stqr. (35g) nur wenig grösser als die vorige, mit verloschener Fleckenbinde auf der Hflglunterseite. Lapp- 
uralensis. land. Finmarken. Norwegen. - uralensis Stgr. (= medusa /•>.> (35g) mit weniger Augen, sonst von polaris, 
zu der sie einen Fbergang bildet, nur wenig verschieden, aber mit anderer Hflglunterseite. Im südlichen 
subalpina. Ural, der Kirgisensteppe und dem angrenzenden Sibirien. - subalpina Gumpp. Unten wie medusa, aber 
transiens. oben t ielschw ai z. Vflgl mit rostroten punktierten Flecken: in den bayrischen Alpen, bis 3000'. — transiens 
Rühl-Heyne i medusa var. Stgr.) nähert sich mehr der psodea ; sie hat mehr und grössere Augen als 
medusa; die Hflgl unterseits beim % mehr oder weniger grau bestäubt: Ost -Sibirien. Kp hellgrün mit 

dunklem, licht gesäumtem Rückenstreif, hellem Streif über den Luftlöchern und weissem Seitenstreif über 
den Füssen und ■_' schwarzen Augenflecken am Kopfe. Sie lebt an verschiedenen Gräsern, wie Panicum 
sanguinale, Millium effusum etc. überwintert und verwandelt sich Ende April in leichtem Gespinst an der 
Erde in eine hellgraue Pp. die nach + Wochen den Falter liefert. Die Schmetterlinge fliegen von Ende 
Mai bis Anfang Juli in langsamem, aber unregelmässigem, suchendem Fluge auf Waldwiesen und gras- 
bewachsenen Waldwegen, in Chausseegräben etc. Die ?d sind sehr häutig, die ?? halten sich ruhig und 
erscheinen erst am Ende der Flugzeit. 

oeme. E. oeme Hbn. (35g). In der Grösse wechselnd, gewöhnlich etwas kleiner wie medusa, die Flügel 

gestreckter. Auf beiden Vflgln steht in der Nähe des Vorderwinkels ein rostgelber, zuweilen geteilter Fleck 
mit 2 schwarzen, weisgekernten Augen. Die Hflgl führen nach aussen 2—4 weissgekernte Augenflecke, die 
rostgelb umrandet sind. Unterseite graubraun, Zeichnung wie oben. Das gewöhnlich etwas grössere ? ist 
heller, die Augen grösser und deutlicher wie beim ö* : die Hflgl unten gelblichgrau. In den Alpen weit 
verbreitet, aber zerstreut vorkommend und lokal, besonders auf Kalkboden, an den Flugstellen gewöhnlich 
Intens, nicht selten. — ab. lugens Stgr. ist eine kleinere Form, bei der die Vflgl oben einfarbig schwarzbraun sind: 
spodia. unterseits sind die Augen unter der Costa stets getrennt. Im (iadmental in der West-Schweiz. — spodia 
Stgr. (35g) ist meist etwas grösser wie oeme, Vflgl und Hflgl mit vollständiger Aussenbinde, die Angentlecke 
grösser und lebhaft weiss gekernt. Übergänge zur Stammform sind nichl selten. Dies ist die Form der 
Ost -Alpen und des Balkan. — Ei (der Form spodia) rund, glatt, glänzend weiss. Rp in Gestall und Zeich- 
nung der medusa-Rp ähnlich, aber nicht grün, sondern blass lehmgelb mit bräunlichen Längslinien. Über 
die Ringe lauten aus je 4 Punkten zusammengesetzte Querlinien: über den Füssen ein schokolädebrauner 
Seitenstreif. An Luzula-Arten. Pp blassgelb, Augen-, Rüssel- und Fussscheiden braun gerandef (Rogen- 
hofeb). Die Schmetterlinge im Juni und Juli. 

stygne. E. Stygne <>. (= pirene ///</>.) (35g). Oberseite aller Flügel dunkel schwarzbraun. Die Vflgl führen 

am Aussenrd eine vorn breite, nach hinten schmal zulaufende, rostbraune Binde, in deren oberem Theil 

■_' schwarze, weissgekernte Augen stehen: gegen den Ird zu ist ein weiteres, etwas kleineres Auge bemerkbar. 
Die Hflgl haben 3—4 weissgekernte Augen, die braun umrandet sind. Die Unterseite der Vflgl ist bei 



Ausgegeben 30. XII. ffr. EREBIA. Von G. Eiffinoff. 101 

beiden Geschlechtern nur wenig heller wie oben, die Aussenbinde ist breiter, heller braun und zusammen- 
hängend. Die Hflgl unterseits beim cf dunkel-, beim 2 braungrau. Die Augen wie auf der Oberseite, aber 
kleiner und schmal braun umrandet. Exemplare vom Schwarzwalde sind viel lebhafter gezeichnet, die breit 
angelegte rostgelbe Binde der Vflgl beginnt in der Nähe des Vrds und zieht fast in gleicher Breite bis zum 
Ird. In der Binde stehen regelmässig 3 — 5 grosse schwarze, weiss gekernte Augen und namentlich beim 2 
zeigt sich zuweilen über den oberen Augen, nach dem Vorderwinkel zu, ein weiteres kleineres Auge mil 
weissem Kerne, das aber auf der Unterseite nicht sichtbar ist. Die Hflgl setzen die braune Binde in gleicher 
Breite wie auf den Vflgln fort, die Augenflecken, 3—4 in der Zahl, sind gleichfalls gross und lebhaft weiss 
gekernt. — Von der zuerst beschriebenen Form nur durch reduzierteres Rot unterschieden ist die Form 
pyrenaica Bühl, die im Juni in den West-Pyrenäen gefunden wird. Bei der ab. valesiaca Flu:, die pyrenaica. 

sich ausser im Wallis auch am Simplem, sogar in den Pyrenäen findet, ist das Rostrot beim ? bis auf valesiaca. 
dürftige Spuren, beim cf ganz verschwunden. Die stygne findet sich im Schwarzwald, Thüringer Wald, 
Jura, auf den Alpen, den Vogesen, den Pyrenäen, den Apenninen und geht östlich Ins Armenien; im Juni 
und Juli; das Fluggebiet beginnt schon unterhalb 3000 Fuss Höhe und der Falter überschreitet nur selten 
die Baumgrenze. 

E. evias God. (= bonellii Hbn.) (35g). Durchgängig etwas grösser wie die vorige; die Oberseite evias. 
der Flügel dunkel schwarzbraun, die Vflgl mit. rostroter oder rötlichgelber Querbinde, in welcher 5 schwarze, 
weissgekernte Augen verschiedener Grösse stehen. Am Vrd befinden sich 3 davon, die zusammengeflossen sind : 
dann folgen 2 weitere etwas kleinere Augen. Die Binde der Hflgl besteht aus 4 — 5 länglichrunden braunen 
Flecken und in jedem derselben steht wieder ein schwarzes weissgekerntes Auge. Auf der Unterseite sind 
die Vflgl ähnlich wie oben gezeichnet, die Hflgl beim cf schwarz, fein graubestäubt und mit einer mehr 
oder weniger dunklen nach aussen etwas gebogten Mittelbinde. Im helleren Aussenrd stehen 3—5 kleine 
schwarze Augen mit weissen Punkten. Das 2 ist unten braungrau, Vrd und Aussenrd der Vflgl sowie die 
Hflgl grau und braun marmoriert, auf letzteren tritt die durchziehende Mittelbinde deutlicher hervor wie 
beim cf. — Bei der kleineren Pyrenäenform pyrenaica Stgr. mit .stärker gezeichneter Unterseite ist die rost- pyrenaica. 
rote Binde schmäler und die Ucellen sind geschwunden oder doch stark reduziert. — Die Form hispanica hispanica. 
Zap. (37a) ist etwas kleiner, die Querbinde bei beiden Geschlechtern heller, mit kleineren Augen, auch sind 
die 3 oberen Augen in der Vflglbinde nicht zusammengeflossen wie beim typischen evias, sondern sie 
stehen getrennt untereinander. — Die evias erscheinen in wärmeren Lagen schon Mitte Mai. an höheren 
Orten vom Juni bis August und (liegen an grasreichen Halden, an den meisten Flugplätzen häufig. Der 
Falter kommt in den Pyrenäen, den niederen Alpen Südfrankreichs, im Wallis und Südtirol vor. 

E. hewitsoni Led. Die breite rostrote Binde der Vflgl wird nach dem Ird zu allmählich schmäler hewitsoni. 
und endigt kurz vor diesem. Am Anfange stehen 3 grosse weissgekernte Augen, die gewöhnlich ineinander- 
fliessen und nur selten getrennt sind, dann folgen nach dem Ird zu 2 — 3 kleine schwach weissgekernte 
Augen. Auf den Hflgln setzt sich die rostrote Binde fort und in ihr stehen 4 — 5 gleichgrosse weissgekernte 
Auuenflecke. Auf der Unterseite der Vflgl stimmt die Zeichnung mit der Oberseite überein. Die Hflgl sind 
unterseits von der Wurzel bis zur Flügelmitte dunkelbraun, schwach graubestäubt, der Aussenrdsteil ist 
heller, mit 5-6 schwarzen weissgeKernten Augen, die schmal braun umrandet sind. Im Juni und Juli in 
Armenien und Nord-Persien. 

E. nerine Frr. (= goante H.-Schäff.) (37 a, b). Die Überseite dunkelschwarzbraun mit etwas Glanz, nenne. 
Die rotbraune Querbinde der Vflgl wird gegen den Innenrand zu durch die Adern durchbrochen und bildet 
3 — 4 nach innen etwas zugespitzte Flecken. Mitunter verläuft auch die Binde ohne Unterbrechung, was 
beim 2 fast stets der Fall ist. Am Anfange der Binde stehen in etwas schräger Richtung 2 schwarze Augen 
mit weissen Pupillen. Auf den Hflgln ist. die Binde durch die Adern getrennt, und in ihr stehen 3 kleinere 
Augen. Die Vflgl unterseits lebhaft rostrot, gegen die Wurzel zu dunkler, Vrd und Aussenrd schwarzbraun. 
Die Augen wie auf der Oberseite. Die Fnterseite der Hflgl bis zur Flügelmitte dunkelbraun, diese wird 
durch eine nach der .Mitte zu etwas gebuchtete schmale weissgraue Binde begrenzt. Im helleren Aussenteile 
sind die Augen meist durch kleine weisse, schwarz umzogene Pünktchen angedeutet, die aber auch mitunter 
fehlen können. Die Grundfarbe des 2 ist heller, die Binde der Vflgl breiter und rostgelb, die beiden Augen an 
der Flügelspitze grösser und meistens zusammengeflossen, nach dem Irde zu stehen öfters noch 2 weitere kleine 
Augen. Auch die in der Binde der Hflgl stehenden Augen sind grösser und lebhaft weiss gekernt. Unten 
sind die Vflgl hell rostgelb, wurzelwärts verdunkelt. Saum und Vrd graubraun, die Flügelspitze weissgrau 
bestäubt. Die Hflgl unten weissgrau mit beigemischten braunen Atomen. Die weissgraue Binde, welche 
die dunklere Wurzelseite abschliesst, tritt deutlich hervor. Die Fransen beim 2 gescheckt; der Aussenrd der 
Hflgl leicht gezähnt. In den mittleren und südlichen Alpen, nördlich bis zum Fernpass und dem Scharnitztal. 
— reichlini H.- Schaff. (= stvx Frr.) von den bayrischen Alpen, Reichenhall und dem Glocknergebiet ist reidilini. 
meistens etwas grösser als die Stammform. Die Binde der Vflgl ist stark reduziert. Die Hflgl mit 3 kleinen 
Augen in rostroten Flecken. - - Einen Übergang von nerine zu reichlini bildet italica Frey von den Walliser italica. 
Alpen und Nord-Italien. — Bei stelviana ( 'uro von Bormio ist die rote Vflglbinde zusammenhängend . die stelviana. 
Unterseite augenlos. blasser und an der Wurzel nur undeutlich weiss bestäubt. morula Sj>r. vom Süd- morula. 

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102 EREPJA. Von G. ErmNftER. 

abhang der Ostalpen isl kleiner und dunkler, die Augen sind nur schwach rostgelb umrandet. Hflgl unten 
mit dunkelbrauner Wurzelhälfte und hellerem Saumf'elde, in welchem :> weisse Pupillen stehen. In Süd- 
Tirol: Seiseralpe. — Die nenne fliegt zerstreut an einzelnen Lokalitäten, von Ende Juni bis August an 
schattigen Stellen in der Waldregion bis zu einer Höhe von über 5000 Fuss. 

mrias. E. melas Hbst. (= maurus Bsp.) (37 a). Form und Grösse der stygne, mit deren alpiner Form sie 

viel Ähnlichkeit hat; die Grundfarbe »her um vieles dunkler, beinahe schwarz. Auf den Vflgln stehen gegen 
den Augenwinkel zu ■_' schwarze Augen mit weissen Pupillen, die deutlich aus der Grundfarbe hervortreten 
und zuweilen zusammenfliessen. Gegen den Ird steht ein drittes kleineres Auge. Die HtlL,d führen nach 
aus i weissgekernte Augenflecke, die mitunter so gross sind wie die auf den Vflgln. Die Rostbinde 

ist nur heim ? durch einen fahlen Schein angedeutet. Die l oterseite stimmt heim cT mit der oberen ziem- 
lich überein, die Htlgl sind etwas dunkler als die Vflgl und zuweilen zeigen sich Spuren einer nach aussen 
leicht gezähnten Mittelbinde. Beim ? ist die Unterseite veränderlich, manchmal ist auf den Vflgln die braune 
Binde deutlich vorhanden, oder sie ist durch lichtere Färbung angedeutet; zuweilen fehlt sie auch ganz. 
Die Htlgl sind braungrau mit schwärzlichen Atomen. Vor dem Aussenrd steht eine hellere, nach aussen 
gewellte Binde mit 3—4 kleinen weissgekemten Augenflecken. In Kärnten. Istrien, den Balkanländern, Süd- 
astur. Russland und Griechenland. - Bei der Form astur Oberth. (37a) ist die Oberseite ganz schwarz, zuweilen 
ohne Ocellen, meist aber mit i' leinen weissen, gewöhnlich tief schwarz umzogenen Augen; das ? unten 
silbergrau, mit dunkleren Vflgln. Vor dem Äussernd zieht eine Binde, die sich auf den Vflgln dunkelrot- 
lefebvrei. braun, auf den Hflgln blassgrau vom Hintergrunde abhebt: von den Indien Pyrenäen. lefebvrei /'"/<. 
(37a) hat gestrecktere Vflgl als die typische melas; die Augen der 4- Flügel sind grösser und lebhafte] 
weissgekernt und die beiden der Vflgl sind meistens zusammengeflossen. Auf i\w Unterseite sind die Vflgl 
wenig heller als oben und die rostrote Binde tritt deutlich hervor. Die Htlgl sind einfarbig dunkelst hwarz- 
braun ohne Binde, die Ocellen vor dem Aussenrd sind -ehr klein oder fehlen gänzlich. Fhlr oben und unten 
pyrenaea. schwarz, während sie bei melas unten weiss sind: Pyrenäen. — pyrenaea Oberth. hat heim o 71 oft eine rot- 
braune Binde auf der Vflgluhterseite ; das ? hat dunkelrotbraune Vflgl unterseits mit lebhafter roter Aussen- 
binde, und unterseits braunrote Htlgl mit blasser gelblichem Aussenband. An den steinigen Abhängen des 
intermedia. GanigOU, von •24-1«) m ab bis zum Gipfel. — Eine Mittelform, intermedia, wurde von Oherthür von den 
Bergen Uambres-d'Ase, südlich von Montlouis (Pyrenäen) beschrieben. - Ei hell ockergelb mit 30 — 32 Längs- 
riefen und unregelmässigen Eindrücken. Rp gelb- oder rotgrau, mit gelben Seiten, über den Rücken braun 
getüpfelt und mit breiter, dunkler Rückenlinie. Pp anfangs grün mit rotgezeichnetem Hlb und später milch- 
weissen Flügelscheiden. Die Schmetterlinge leben im Juli. Sie Biegen in schnellem Fluge über die Abhänge 
und das Felsengeröll, indem sie sich nur wenig über das Gestein erheben (Oberthüb). Gemein. 

seipio. E. seipio Bsd. (37b). Ziemlich gross, die Flügel schmal und länglich, der Aussenrd nur massig 

gebogen. Die rostrote, durch die Adern unterbrochene Binde der Vtlgl ist oben ziemlich breit angelegt 
und verjüngt sich nach dem Ird zu. Oben stehen in der Binde 2 gleichgrosse weissgekernte Augen dicht bei- 
einander, dann folgen - weitere kleine schwarze Augenflecke, die ebenfalls meist gekernt sind. Auf der Unter- 
seite sind letztere häufig nicht vorhanden oder sie erscheinen als einfache schwarze Punkte. Die Binde der 
.Hflgl besteht aus 3—4 länglichen rostroten Flecken, in welchen nur selten kleine Augen stehen. Auf der 
Unterseite sind die Vflgl des >' rostrot, die des? rostgelb. Vrd und Aussenrd bei ersterem graubraun, bei 
letzterem weissgrau. Die Augenflecke wie auf der (»beiseile. Die Hflgl sind beim ri* unten dunkelbraun, 
nach dem Aussenrd manchmal etwas lichter, beim ? einfarbig weissgrau, ohne jede Zeichnung. In den 
Basses-Alpes*, so bei Digne in Süd-Frankreich. 

ialis. E. glacialis Esp. I alecto Frr.) (37b). Oberseite aller Flügel düster schwarzbraun mit einer ver- 

loschenen rotbraunen Binde auf den Vflgln, die sich öfters von der Grundfarbe kaum abhebt. Die Hflgl 
sind entweder einfach schwarzbraun o.ler es zeigt sich an Stelle der Aussenbinde ein schwächer rotbrauner 
Schein. Auf der Unterseite sind die Vflgl im .Mittelfelde dunkel rostfarben, heim ? ein wenig heller, die 
Htlgl beim & einfach dunkel schwarzbraun, beim $ schwarzgrau, nach aussen wenig aufgehellt. Über die 
ganze Alpenkette verbreitet, aber über der Baumgrenze fliegend, im Juli und August, an mit Steingeröll 

alecto. überdeckten stellen. — Bei alecto Hin. (— persephmie /:'*]>., nicholli Oberth) (37b) führen beide Geschlechter 
vor dem Apex der Vtlgl 2 weissgekernte Augenpunkte, die auch auf der Unterseite sichtbar sind. Auch 
auf den Hflgln treten 2—4 fein weissgekernte Augen auf, die auf der Unterseite meistens nur teilweise 
vorhanden sind oder auch gänzlich fehlen: sonst wie die form glacialis. .Mehr ein Bewohner der nördlichen 

ptuto. und östlichen Kalkalpen, kommt aber nur lokal und meist in geringer Anzahl vor. - plutO Esp. (= tisi- 
phone Esp., duponcheli Oberth) (37c) hat die Ober- und Unterseite einfach schwarz, nur beim ? zeigt sich 
zuweilen auf der Oberseite der Vtlgl ein schwacher rostbrauner Anflug. Von den Abruzzen und den 
höchsten Alpen. 

erinna. E. erinna Stgr. | - erynnis Stgr.). Wesentlich grösser als glacialis, der sie am nächsten steht. <? oben 

lief braunschwarz mit einigen verloschenen braunen Längswischen im Aussenteil des Vtlgls. Auf der Unter- 
seite steht hier ein grosser brauner Fleck, der das Zellende noch mit bedeckt. Htlgl beiderseits ganz dunkel 



EREBIA. Von G. Eutinger. 103 

schwarzbraun mit glänzenden, tiefschwarzen Rippen. Bei dem etwas matter gefärbten ? ist der ganze Discus 
der Vflgl oben dunkel kastanienbraun, unten hell rotbraun, so dass nur die Flügelränder dunkel bleiben; 
alle Adern, die diesen braunen Discus durchziehen, sind schwarz. Bei den oben schwarzbraun, unten etwas 
lichteren Hflgln tritt in gewisser Beleuchtung eine schwach wahrnehmbare Bindenzeichnung auf. Aus Ost- 
Sajan; wie Staudinger vermutet, vom Hochgebirge. 

E. fasciata BÜr. Grösse und Gestalt wie glacialis; Grundfarbe düster schwarzbraun, mit einer von fasciata. 
den Adern durchzogenen unvollständigen rostbraunen Aussenbinde ohne Augenpunkte. Auf den Hflgln zieht 
vor dem Aussenrd eine ziemlich gleichbreite, vom Ird bis zum Analwinkel reichende Binde von graubräun- 
licher Färbung. Auf der Unterseite der Vflgl ist die rostbraune Binde heller und deutlicher hervortretend, 
der Vrd und ein Teil des Aussenrds dünn grau bestäubt. Die Hflgl unten an der Wurzel mehr oder weniger 
grau bestäubt, das nach aussen etwas gezackte Mittelfeld dunkelbraun, die Aussenbinde hell aschgrau und 
der Aussenteil von gleicher Farbe wie das Mittelfeld. Das $ ist in allen Teilen heller gefärbt, die Vflgl 
mit bräunlichem Schimmer und etwas grösserer und breiterer Aussenbinde, auf den Hflgln Wurzelfeld und 
Randbinde weissgrau, das Mittelfeld und Aussenrd graubraun. Aus Ost-Sibirien: bei Pokrofka und an der 
Mündung des Jenisei, im Juni. 

E. pronoe Esp. (= arachne Hbn) (37 c). Dunkel schwarzbraun mit oben breiter, nach unten schmäler pronoe. 
werdender rotbrauner Binde, in welcher am Vrd zwei weissgekernte Augen und gegen den Ird ein weiteres 
kleineres stehen. Die Binde der Htlgl besteht aus 3 rundlichen rostbraunen Flecken mit schwarzen Augen- 
punkten, die zuweilen fein weissgekernt sind. Unterseite der Vflgl düster rotbraun, die Binde heller und 
deutlich hervortretend. Aussenrd und Flügelspitze bläulichgrau bestäubt. Die Unterseite der Htlgl blau- 
oder aschgrau mit schwarzbrauner Bestäubung. Durch die Flügelmitte zieht eine gebogene, nach unten 
breitgezackte, fast einfarbig braune Binde, die den helleren Aussenteil scharf begrenzt. In diesem stehen 
ein oder zwei schwarze ungekernte Augenpunkte. Das ? ist auf der Ober- und Unterseite viel heller und 
lebhafter gezeichnet als das <f , die Augen sind grösser und auf der Unterseite der Hflgl ist Wurzel und 
Aussenbinde hell weissgrau, die braune Mittelbinde tritt scharf hervor. Über die ganze Alpenkette ver- 
breitet, in den Apenninen, Pyrenäen, den Karpathen, in Süd- und Siidwest-Russland , und an den südlichen 
Abhängen des Kaukasus. — Bei pitho Hbn. (37c), welche die Art in den Schweizer Alpen und dem süd- pitho. 
liehen Jura vertritt, fehlt die Zeichnung auf der Oberseite entweder ganz, oder es zeigen sich nur geringe 
Spuren davon in Gestalt eines rostbraunen Schimmers, die beiden Augen im Apex sind klein und dünn 
weissgekernt. Manche Stücke sind ganz augenlos, einfach dunkel schwarzbraun mit etwas violettem Schimmer. 
Unterseite wie bei der Grundform. — Bei der Form almangoviae Stgr. sind die Ocellen unter dem Vrde almangoviae. 
in der braunen Binde zwar vorhanden, aber ohne deutliche weisse Kerne, ebenso wie die Hflglocellen, die 
gar keine oder kaum wahrnehmbare Spuren weisser Pupillen zeigen; aus dem Allgäu. — Ei tonnenförmig, 
gerieft . weiss. Rp schmutzig rötlichgelb , mit dunkler Rückenlinie und aus Strichen bestehender Seiten- 
zeichnung und schwarzen Stigmen. Sie lebt vom Oktober bis Juli an Poa. Pp vorn beingell), dunkel 
gezeichnet. Uli) zimtbraun mit schwarzen Einschnitten. Sie liegt zwischen Graswurzeln so eingebettet, dass 
nur der Kopf sichtbar ist (Guoss-Steyer). Die Falter erscheinen im August und September und flattern in 
hüpfendem Fluge auf Wiesen und grasigen Alihängen der montanen und der Alpenregion; sie sind jahr- 
weise nicht selten und gehen im Hochgebirge bis 6000 Fuss. 

E. epistygne ///</<. (= stygne Hbn) (37c). Oben kaffeebraun. Vrd graubestäubt. Die Vflgl haben e/>istygne. 
gewöhnlich in der Mittelzelle einen verwischten gelben Fleck und am Aussenrd eine breite, nach unten 
schmäler werdende hellockergelbe, durch die Flügelrippen deutlich durchschnittene Binde. In dieser stehen 
5—6 schwarze, weissgekernte Augen, 3 grössere zusammenhängende an der Flügelspitze und nach innen 
zu 3 weitere kleine, fein weissgekernte Augen. Die Randbinde der Htlgl besteht aus 4—5 länglichrunden 
rostroten Flecken und in jedem derselben steht ein kleines weissgekerntes Auge. Die Unterseite der Vflgl 
rostrot, die Aussenbinde etwas heller und von den braunen Rippen durchzogen. Vrd und Aussenrd, sowie 
die Flügelspitze grau mit bräunlichen Atomen. Die Hflgl unten graubraun, grau und dunkelbraun bestäubt. 
Die nach aussen gebuchtete Mittelbinde ist dunkler wie das Wurzelfeld und der Aussenteil. In diesem 
weiden die Augen nur als schwarze Punkte sichtbar. Das ? ist auf der Oberseite vom <f nicht wesentlich 
verschieden, che Grundfarbe ist etwas lichter, die Flecken der Aussenbinde auf den Hflgln sind nicht rostrot, 
sondern mehr rotgelb und die darin stehenden Augen sind grösser und lebhafter weissgekernt. Die Unter- 
seite der Hflgl weissgrau, braunbestäubt, die nach aussen durch eine weissgraue Linie begrenzte Mittelbinde 
tritt scharf hervor. Die durchziehenden Rippen sind weissgrau. Südspanische Stücke sind wesentlich lebhafter 
gezeichnet, die breitere Handbinde der Vflgl zieht in fast gleicher Breite bis zum Ird, sie ist nicht ocker- 
farben, sondern hell weisslichgelb. Im übrigen ist die Zeichnung nicht abweichend. - Der Falter fliegt 
anfangs März bis Ende April in Süd -Frankreich in den Nieder- Alpen und in Mittel- und Süd- Spanien. 

E. goante Esp. (= scaea Hbn.) (37c). Auf der Oberseite wie nenne gezeichnet, aber mit in der goante. 
Regel etwas kleineren Augen und beim ? deutlicher gezähnten Hflgln. Die nach dem Ird zu schmäler 
werdende Binde der Vflgl ist lebhaft rostfarben, beim ? hell rostgelb. An der Flügelspitze stehen 2 ver- 



104 EREBIA. Von G. Eiffingeb. 

einigte schwarze weissgekernte Augen und über diesen zeigt sieh liin und wieder ein schwarzer augenförmiger 
Punkt, der nur selten gekernt ist. Gegen den Ird zeigt sich ein weiteres kleines Auge zuweilen mit weissem 
Kerne, der aber auch mitunter fehlt. In der etwas schmäleren Saumbinde der Hflgl stehen 3, selten 4 schwarze 
weissgekernte Augen. Die Unterseite der Vflg] rostbraun , beim ? heller, mit schwarzbraunem Saume, die 
Flügelspitze weissgrau bestäubt. Unterseite der Hflgl schwarzbraun, weissgrau marmoriert. Die stark ge- 
zackte Mittelbinde ist nach aussen durch eine, aus Anhäufung' weissgrauer Atome bestehende schmale. 
stellenweise unterbrochene bindenförmige Linie begrenzt. Gegen den Aussenrd stellen 3 — 4 schwarze, weiss- 
gekernte Augenpunkte. Das V isl durchaus heller gefärbt, mit grösseren Augen. Die Unterseite der Hflgl 
ist weissgrau, mit braunen Atomen fein bestäubt, die durchziehenden Hippen sind weiss angeflogen. Der 
Saum beim c? etwas heller wie die Grundfarbe, beim ? braun und weiss gescheckt. In den Alpen in der 
montan- und subalpinen Region, in der hohen Tatra und den Karpathen; in den West- Pyrenäen in einer 
kleinen Form, die Hereich-Schäffeb als gorgone abbildet. Der Schmetterling fliegt im Juli und August an 
trockenen und steinigen stellen und setzt sich gern mit halbgeöffneten Flügeln auf Felsblöcke. 

gorgone E. gorgone Bsd. (37 d). Wurde früher für eine Varietäl von gorge angesehen und erst in neuerer 

Zeil ist durch Untersuchung der Genitalien festgestellt worden, das-, sie eine gute Art ist. Die Grund- 
farbe ist ein rötliches Braun mit starkem Schimmer. Die düster rostfarbene Binde der Vflgl hebt sieh 
von der Grundfarbe nur schwach ab und verlier! sich in diese allmählich nach innen. In der Binde stehen 
:'. schwarze weissgekernte Augen, die beiden an der Flügelspitze sind etwas grösser und berühren sich 
meistens. Die Aussenbinde der Hflgl besteht aus 3 keilförmigen rostfarbenen Flecken, die sich zuweilen 
• zu einer Binde vereinigen; sie führen 3 kleine weissgekernte Augen, die oft kaum sichtbar sind. Auf der 
Unterseite sind die Vflgl rostbraun, wurzelwärts ein wenig verdüstert, Vrd und Aussenrd dunkelbraun, die 
Augen wie auf der Oberseite. Die Unterseite der Hflgl dunkelbraun, fein graubestäubt, die Aussenseite 
etwas lichter, mit 3 schwarzen oder schwarzbraunen Fleckchen an Stelle der Augen. Das ? ist heller und 
lebhafter gezeichnel wie das .-". die Binde der Vflgl hebt sich von der Grundfarbe deutlich und scharf ab. 
In der hellgrauen Aussenbinde der Hflgl stehen 3 kleine weissgekernte Augen. In den Ost-Pyrenäen, Ende 
rhodopensis Juli. Bei rhodopensis Stgr. (37 d) sind die Flügel gestreckter als bei gorgone. In der durch die Grund- 

farbe nach innen zu begrenzten Binde der Vflgl stehen oben ■_> weissgekernte Augen dicht untereinander 
und nach dem Ird zu ein weiteres kleines, dünn weisspunktiertes Auge. In der zusammenhängenden Binde 
der Hflgl zeigen sieh 3 kleine Augenflecke, die gleichfalls dünn weissgekernl sind. Auf den Gebirgen 
Bulgariens (Rhodope-Gebirge). 

gorge. E. gorge Esp. \— aethiops minor Esp.) (37d). Die Flügel sind etwas schmäler und weniger ge- 

rundet wie bei gorgone, die Hflgl deutlich geeckl und beim ? schwach gezähnt. Die rostfarbene Saumbinde 
der Vflgl ist ziemlich breit angelegl und reicht meistens bis an den ird. In der Binde stehen am Vrd in 
elwas schräger Richtung •_' gekernte Augenflecke, die beim ? zusammengeflossen sind. Zuweilen zeigt sich 
bei dies« m seltener beim d" nach dem Ird zu ein kleines 3. Auge oder an dessen Stelle ein schwarzer 

Punkt. In Att- schmäleren Binde der Hflgl stehen :'> -4 weissgekernte Augen. Auf der Unterseite sind die 
Vflgl rostbraun, Vrd und Aussenrd schwarzbraun, zuweilen fein weissgrau bestäubt. Die Hflgl unten dunkel 
schwarzbraun und weissgrau marmoriert, die Aussenrdsbinde ist mehr oder weniger aufgehellt, in ihr stehen 
zuweilen :i schwarze Augenflecke, die selten weissgekernt sind. Das ? ist kaum verschieden, nur heller in 
Farbe, die Unterseite der Hflgl grau, braunbestäubt, mit dunkler nach aussen gezackten Mittelbinde. In 
erynis. den Hochalpen, weil verbreitet, aber erst von der Baumgrenze aufwärts. ab. erynis Esp. (37 d) ist eine 
selten vorkommende Aberration, bei der die Ocellen entweder fehlen oder nur Spuren davon vorhanden 
triopes. sind: in den südlichen. Zentral- und (Kl -Alpen und in den Abruzzen.*) - - ab. triopes Spr. kommt unter 
der Stammarl vereinzelt vor, in den Ost-Alpen tritt sie häufiger auf und an der Stilfserjochstrasse, wo die 
typische gorge nur selten vorkommt . dominier! die triopes. In der Saumbinde der Vflgl stehen regelmässig 
3 grosse weissgekernte Augen, die meistens zusammengeflossen sind. Gegen den Ird stehen — jedoch aicht 
immer saumwärts gerückt, •_' weitere etwas kleinere Augen, die auch auf der Unterseite sichtbar sind. 
Die Hflgl führen gewöhnlich 4 lebhafl weissgekernte Augen, die auf der Unterseite etwas kleiner erscheinen. 
gigantea Eine sehr grosse form ist gigantea Oberth., die sich aber sonst von der Grundform kaum unterscheidet; 

von den spanischen Hochgebirgen. - Die gorge ist ein munteres Falterchen, das trotz der kalten Luft in 
den gewaltigen Hüben seiner Flugplätze ziemlich schnell im Sonnenschein umherflattert und sich mit Vor- 
liebe mit halb geöffneten Flügeln auf von der Sonne angewärmte Geröllsteine setzt. Es ist etwas scheuer 
als die meisten Krebien. flieg! aber nicht leicht hoch. Wohl aber wird das verfolgte Tier oft von dem auf 
den Berggipfeln herrschenden Winde weggerissen, von dem es sich talabwärts tragen lässt, um dann an 
i windstillen Sonnenseite wieder langsam gegen die Bergspitze anzufliegen. .Mitunter wird es auf den 
Schnee geweht, auf dem es dann oft eine ganze Weile liegen bleibt. Es ist an den Flugplätzen häufig: 
trotzdem ist über seine Entwicklungsgeschichte noch nichts bekannt. 



'i Auf der Tafel ist der Figur der korrigierte Name erinnys untergesetzt, 



EREBIA. Von G. Eiffinger. 105 

E. neoridas Bsd. (37 d, e). Kleiner als aethiops, der sie am nächsten steht. Die Aussenbinde der Vflgl neoridas. 
hell rostfarben, beim ? gelbrot, am Vrd breit, nach unten zu schmäler, nach innen scharf abgeschnitten und 
an der Aussenseite in der Mitte schwach eingebogen. Am Vrd der Binde stehen 2 zusammenstossende 
weissgekernte Augentlecke, dann folgt ein etwas kleinerer in der Nähe des Irds, der nur zuweilen weiss ge- 
kernt ist. Die Hflglbinde besteht aus 4 rundlichen oder eckigen Flecken, von denen 3 oder 4 fein weiss- 
gekernte Augen führen. Unterseits ist die Binde der Vtlgl unregelmässiger und etwas dunkler rostfarben 
wie oben, che Flügelspitze bläulichgrau bestäubt. Die Hflgl unten von der Wurzel bis zur Mitte graubraun, 
dann folgt eine nach innen etwas zackige aschgraue Binde, das Saumfeld ist von gleicher Farbe wie das 
Wurzelfeld. Die Augen fehlen gänzlich. Das ? ist in allen Teilen heller, auch sind die Augentlecke in der 
Kegel etwas grösser wie beim cf. Die Fransen des d* bräunlichgrau, die des ? weissgrau. -- Als margarita margarita. 
bilde! Obebthür ein kleines Exemplar aus den Ost -Pyrenäen ab, dessen Oberseite lebhaft an zapateri 
erinnert, während die Unterseite die von neoridas ist. Die typische Form fliegt in den Basses-alpes, so in 
der Umgegend von Digne. - - Ei hellgrau, dunkel gerieft. Rp grüngell) mit dunklem Rückenstreif, weiss- 
lichem Seitenstreif und weissen, dunkel umzogenen Stigmen. Kopf mit 2 dunklen Flecken, braun, ebenso 
die Füsse. Au Poa annua und Panicum sanguinale. Der Falter vom Juni bis September. 

E. zapateri Oberth. (37 e). Die Oberseite dunkel schwarzbraun, am Aussenrd steht eine oberhalb zapateri. 
hielte, nach unten schmal zulaufende ockergelbe Binde, in welcher am Anfange 2 kleine Augen mit weissen 
Pupillen untereinander stehen. Die Htlgl sind meistens zeichnungslos, zuweilen zeigen sich an Stelle der 
Binde 3 rostrote oder rotgelbe kleine runde Fleckchen mit schwarzen Punkten. Die Unterseite der Vflgl 
ist rostfarbig, die gelbe Binde nach innen verkürzt, die beiden Augen sind grösser als oben, die Flügel- 
spitzen grau bestäubt. Die Htlgl unten mit braunem Wurzelfeld und hellerer Aussenbinde, ohne Augen oder 
Punkte. Beim ? ist die Aussenbinde aschgrau, mit kleinen braunen Atomen bestäubt. - In den bergigen 
Teilen von Aragonien und Gatalonien. 

E. sedakovii Ev. (= stygne Fi seh.- Wahl.) (37 e). Auf der Oberseite dunkelschwarzbraun, die Flügel sedakovii. 
beim <f kaum bemerkbar, beim ? deutlich gezähnt, bei letzterem der Saum grau und braun gescheckt. Die 
ockergelbe Aussenbinde ist nach innen gerade, nach aussen etwas gebuchtet, mit 3 gleichgrossen weissgekernten 
lugen. Die oberen beiden sind zusammengeflossen, darunter steht zuweilen, etwas nach aussen gerückt, 
ein kleiner schwarzer Augenfleck, der auf der Unterseite nicht sichtbar ist. Die Hflgl mit schmaler rot- 
gelber Binde, in welcher 3 schwarze Augen mit weissen Kernen stehen. Die Unterseite beim cj 1 zimmt- 
farben, die Binde der Vtlgl wie oben, die etwas grau bestäubte Aussenbinde. der Htlgl tritt nur schwach 
hervor, in ihr stehen 3 weisse, schmal schwarzumzogene Punkte. Das ? ist auf der Unterseite gelblich- 
braun, die Binde der Vflgl heller wie oben, der \v>\ graugelb. Die Aussenbinde der Hflgl hell weisgrau 
und die in ihr stehenden 3 weissen Punkte sind braun umrandet. Vom Altai und den Gebirgen des Amur- 
landes. — niphonica Jans, ist die japanische Form, von den Höhen des Assama-Yama (7000 Fuss), deren cf niphonica. 
unten gleichmässig braune, deren ? stark weissgebänderte Unterseite hat. Bei scoparia Btlr. ist die scoparia. 

Oberseite wie bei niphonica, aber die Unterseite bunter, die Vflgl im Wurzelteil lebhaft weiss bestäubt und 
mit tief schokoladebraunem Aussenrd: die Hflglunterseite lebhaft an die von aethiops erinnernd, aber die 
Pupillen der Oberseite schlagen als deutliche weisse Punkte durch: im Hokkaido (Yezo), im August. — 
alemene Gr.-Grsh. (37 e) von den Dschakar-Bergen (? und Amdo) unterscheidet sich von der sedakovii durch alemene. 
die einwärts gekrümmte Rostbinde der Vflgloberseite , die auch düsterer gelb getärbt ist und deren Augen 
nicht oder ganz undeutlich gekernt sind. Die Exemplare von West -China unterscheiden sich von den 
tibetanischen durch blassere Farbe der Ytlglbinde und durch eintönigere Graufärbung der Hflglunterseite. 
Die Schmetterlinge sind in Sibirien und auf der japanischen Nordinsel nicht selten: auf der Hauptinsel 
Japans sehr lokal, in West-China aber in einer Höhe von 10 000' sehr zahlreich. Im Juli und August. 

E. aethiops Esp. (= blandina F.. medea W. F.. medusa Bkh., aleyone Stew.) (37 e). Die Flügel sind aethiops. 
gezähnt, der Saum des cf graubraun, der des ? weissgrau und braun gescheckt. Die rostbraune, beim ? 
rotgelbe Saümbinde der Vflgl ist in der Mitte etwas eingeschnürt und bei beiden Geschlechtern nach unten 
schmäler. Die Binde führt gewöhnlich 3 schwarze, weissgekernte Augen, von welchen die beiden oberen 
zusammengeflossen sind, und gegen den Ird ein weiteres, das ein wenig kleiner ist. Zwischen diesen Augen 
steht zuweilen ein schwarzer Augenfleck, der nur selten gekernt ist, und meistens als einfacher schwarzer Punkt 
erscheint. In der schmäleren Binde der Hflgl stehen 3, seltener 4 weissgekernte Augen. Die Vflgl unten 
graubraun, der Saum ein wenig heller, Binde und Augen wie oben. Unterseite der Htlgl rotbraun, an der 
Wurzel etwas heller, mit graubestäubter Mittelbinde, in welcher 3 4 weisse Pünktchen stehen, die dünn 
schwarz umzogen sind. Beim ? ist die Unterseite der Hflgl viel heller gezeichnet, das Wurzelfeld ist weiss- 
grau, mehr oder weniger grau bestäubt, die Mittelbinde braun oder graubraun, nach aussen etwas gebogt, 
die Aussenbinde hell aschgrau, mit 3 oder 4 ganz kleinen schwarzen, weissgekernten Pünktchen, der Aussenrd 
von gleicher Farbe wie die Mittelbinde. Von Sehottland und Livland bis Italien und Südost-Sibirien, auch 
in der Ebene. - ab. leueotaenia Stgr. (= neoridas Frr.) (37 e) ist eine zerstreut vorkommende, im Süden leueotaenia. 
häufigere Form, bei der auf der Hflglunterseite die Aussenbinde stark weiss bestäubt ist. - Bei melusina melusina. 
[/.-Schaff'. (37 f) ist die Rostbinde aller Flügel breiler. die der Htlgl zusammenhängend; sonst von der 



106 EREBIA. Von G. Eiffingeb. 

aethiopella. Stammform nicht verschieden; in Armenien, Kurdistan und dem nördlichen Klein-Asien. — aethiopella 
ist von Staudistobb nach einem einzelnen Exemplar muh Kentei beschrieben. Auf den Vflgln sind nur 
geringe Spuren der braunen Querbinde bemerkbar, auf den Hflgln fehlt die braune Binde gänzlich, auf der 
Oberseite treten liier :>. auf der Unterseite 4 grosse weisse Punkte vorm Aussenrd auf. Die bindenartige Zeich- 
nung auf der Unterseite der Hflgl, welche hei aethiops stets vorhanden ist, fehlt ganz. Der Autor lässl es 
übrigens dahingestellt sein, ob es sich hier um eine konstante oder zufällige Varietät von aethiops oder 
auch um eine eigene Art handelt. - Ei blass gelbrot, längs- und fein quergerippt; Rp gelbgrau, an den 
Seiten heller mit dunkler, licht gesäumter Rückenlinie, an den Seiten steht auf jedem Ring ein dunkler 
Längsstrich. Stigmen schwarz: bis Juni an Poa annua, Agrostis canina, Dactylis glomerata etc. hei Tage 
sehr versteckt. Pp bräunlichgelb mit beinfarbenen Flügelscheiden und dunklerem Kopfe. Die Schmetter- 
linge erscheinen Ende Juli und fliegen mil langsamem, suchendem Fluge über den grasbewachsenen Boden 
lichter Wähler, sie saugen an Blumen, vornehmlich Compositen und Hellen auch besonders den Schweiss 
der Menschen, so da-- sie an heissen Tagen die Spaziergänger umgaukeln und sich auf der hingehaltenen 
Hand zum Besaugen niederlassen. Sie sunt, wo sie vorkommen, sehr häufig und nicht auf bestimmte Flug- 
plätze beschränkt. 

melandiolica. E. melancholica H.-Schäff. Nur wenig kleiner wie Aethiops, die Zeichnung ähnlich wie hei diesen, 

die Augen in der rostgelben Binde der V- und Htlud sind lebhaft weissgekernl. Die Vflgl unten graubraun, 
die Binde nach innen nicht begrenzt, sie verliert sich allmählich in die Grundfarbe. Die Unterseite der 
Hflgl mit ziemlich breiter rostgelber Binde, ohne Augen und Punkte; Wurzel und Aussenteil gelblichgrau, 
die Mittelbinde graubraun, nach aussen etwas gebuchtet. Fluggebiet: Kaukasus, südliches Armenien. 
Altaigebirge. 

dabanensis. E. dabanensis Erseh. (37 f). Oberseite dunkel schwarzbraun. Vor dem Aussenrd der Vtlgl stehen 

in gerader Reihe untereinander + runde kleine braune Flecke mit schwarzen Punkten. Vor dem Hflglrande 
zeigen sich in der Regel 3, nur selten 4 dieser rostbraunen Fleckchen, die nur ganz fein oder gar nichl 
schwarz punktiert sind. Die Unterseite der Vflgl graubraun mit verloschener rostbrauner Aussenbinde, in 
welcher die Augenflecken in etwas hellerer Umrandung stehen. Die Flügelspitze sowie der Flügelrand dünn 
weissgrau bestäubt. Die etwas dichter weissgrau bestäubte Unterseite der Hilgl führt ein nur wenig dunkleres," 
nach innen und aussen scharf begrenzte- gezacktes Mittelfeld, das hier und da auf beiden Seiten durch eine 
schmale weissliche Zackenbinde begrenzt ist. Die in dem etwas helleren Aussenteile stehenden Augen sind 
kleiner als auf der Oberseite, zuweilen fehlen sie ganz oder es stehen an deren Stelle kleine, kaum sicht- 
bare schwarze Pünktchen. Vor dem Aussenrd zieht eine au- verloschenen braunen Fleckchen gebildete 
Submarginalbinde. Das ? ist heller, mehr graubraun, die Augenflecke der Hflgl sind merklich grösser 
tundra. und auf der Unterseite der Hflgl von gleicher (misse wie oben. Von Ost - Sibirien. — Die Form tundra 
Stgr. ist kleiner, die Aussenbinde oben elwas verloschen, auf der Unterseite breiter und beiderseits scharf 
begrenzt Die Unterseite der Hflgl weissgrau bestäubt mit dunkelbrauner, nach aussen gezackter Mittel- 
Uetdieri. binde und \orin Aussenrd eine schwach gezackte dunkle Querlinie. Gleichfalls von Ost-Sibirien. — fletcheri 
/■.V/r., von Aw wir nur die (nach dem einzigen sicheren, von Fletcheb in 7500 Fuss Höhe im Altai er- 
beuteten weihlichen Exemplar gefertigte) Abbildung kennen, halten wir nur für eine dabanensis, hei der die 
rotgelbe Umrandung der Vflglocellen beiderseits zu einer breiten Rostbinde zusammenfliesst. Auf den 
Hflgbn stehen die Äugelchen weit voneinander getrennt. Die hei der typischen dabanensis etwas dunkel 
hervortretende Millelbinde auf der Htlglunterseite ist bei fletcheri von der nämlichen dunkelbraunen Farbe 
wie der Rest de- Flügels, so dass nur die Grenzen dieser Binde in Gestalt zweier lein gezackten schwarzen 
Bogenlinien hervortreten. Im Juli zwischen dem Kurai und Baschkaus gefangen. 

nieta. E. meta. Eine nach Grösse und Zeichnung sehr variable Art. Die typische meta Stgr. hat etwa die 

(Inisse von ceto. Die Grundfarbe ist dunkelschwarzbraun, vor dem Aussenvde stehen getrennt i 5 rostbraune 
runde Flecken mit schwarzen Punkten. Die oberen beiden, ein wenig nach innen gerückten Flecken berühren 

sich meisten-, zuweilen tliessen sie auch zusai en. Die Hflgl führen 5, seltener 6 kleine rundliche braune 

Fleckchen mit schwarzen Punkten. Auf der Unterseite der Vflgl sind die braunen Umrandungen der schwarzen 
Punkte etwa- in die Breite gezogen und der Aussenteil, in dem die Flecken stehen, ist etwa- braun angeflogen. 
\ul der Unterseite der Hflgl steht zwischen den Augen und der .Mittelzelle eine Reihe weisser (Mierstriche, 
die auf den Rippen liegen. Diese Zeichnung ist sehr veränderlich, hei manchen Stücken sind die weissen 
Querstriche ganz verloschen, bei anderen dagegen und vorzugsweise bei weiblichen Exemplaren erweitert 
sich die weisse Bestäubung und es entsteht auf diese Weise eine -chmale, unregelmässige weisse Querbinde. 

Hie Fühler oben lein geringelt, unten weisslich. die Kolbe schwarzbraun mit rotgelber Spitze. Im Juli auf 

mopsos. Alpenwiesen in den Gebirgen von Osch in Ost-Turkestan und im Altai. - Die Form mopsos Stgr. von 

Namangan in Turkestan hat die trübroten Flecken, in denen die schwarzen Augenpunkte stehen, grösser 

und breiler al- die typische meta. Zuweilen sind sie zusammengeflossen und bilden eine unregelmässige 

rostrote aussenbinde. Auf der Unterseite sind dagegen die schwarzen Flecken nur schmal braun umrandet: 

die auf der I Itlirlunler-eile sind kleiner als oben und stellen zuweilen in schmalen braunen Ringen, meistens sind 

sie jedoch ohne solche. In dem etwas graugemischten ^.usSenteile treten die schwarzen Punkte scharf hervor. 



KRERIA. Von G. Eipftnrkk. 107 

Vor dein dunkleren Mittelfelde steht eine verloschene weissgraue Querbinde. Das 2 ist auf den Vflgln rötlich- 
braun mit schmaler dunkelbrauner Umrandung und schwarzbraunen Rippen. Unten sind die Vtlgl matt 
rotbraun, Vrd und Aussenrd etwas dunkler mit feiner grauer Bestäubung. Die Hflglunterseite graubraun, 
die im Aussenteil stehenden schwarzen Punkte sind klein und nur dünn braun umrandet. Die weissgraue, 
etwas gezackte Mittelbinde isl ziemlich breit angelegt. ■ Bei ab. gertha Stgr. (37 f) sind die rotbraunen gertha. 
Flecken am Äussernde vollständig zusammengeflossen und bilden eine zusammenhängende unregelmässige 
Binde, in welcher die schwarzen Augenflecke stehen. Auch auf den Htlgln zeigen sich die braunen Flecken in 
Form einer Binde, die durch die Adern schwach unterbrochen ist. Unterseits sind die Vtlgl im Aussenfeide, 
in welchem die schwarzen Punkte stehen, nach innen dunkelbraun. Die Augenflecke der Hflglunterseite 
schmal rostgelb umrandet, die weissliche Querbinde wie bei mopsos. Fliegt im gleichen Gebiete wie diese. 
— Die durchschnittlich etwas grössere Form issyka Stgr. (37 f) hat nur etwas dunklere Grundfarbe. Die issyka. 
rostbraunen Randflecken sind noch breiter als bei gertha und bilden fast stets eine zusammenhängende 
Binde, in welcher die schwarzen Punkte lebhaft hervortreten. Auch auf den Hflgln sind die braunen Flecken 
breiter, aber nur selten zusammenhängend. Auf der Unterseite der Vflgl sind die braunen Randflecken 
schmaler als oben , zuweilen fehlen sie auch gänzlich und die schwarzen Punkte sind nur schmal rostgelb 
umrandet. Die weisse Bindenzeichnung tritt beim a bald stärker bald nur verloschen auf, beim ? erscheint 
sie dagegen meistens ziemlich breit angelegt. Das 9 ist auf der < »beiseite heller als das cf und die Mittelzelle 
der Vflgl zeigt meistens rotbraune Färbung, die sich zuweilen über den ganzen Flügel bis zum Aussenrd 
ausbreitet. Die rotbraune Umrandung der Augenflecken auf den Hflgln ist breit und öfters zu einer Binde 
zusammengeflossen. Im Issykkul-Gebiet. - Bei alexandra Stgr. (37 f) hat die schwarzbraune Grundfarbe alexandra. 
einen rötlichbraunen Schimmer, der namentlich auf den Vfln stark zutage tritt. Die rostbraunen Flecken der 
Vflgl und Hflgl sind breit angelegt und bilden eine zusammenhängende Binde, in welcher die ziemlich 
grossen schwarzen Punkte stehen. Beim ? ist auf den Vflgln die Mittelzelle bisweilen rostbraun angelegt. 
Die Unterseite ist graubraun, die schwarzen Augenflecke der Vflgl sind ziemlich breit rostbraun umrandet, 
während sie auf den Hflgln mit schmalen braunen Ringen umzogen sind. Die weissliche Querbinde in der 
Plügelmitte tritt bald mehr bald weniger stark auf. Vom Alexander-Gebirge. - melanops Christ. (37 g) melanops. 
von den Bergen aus der weiteren Umgebung Samarkands hat die Oberseite düster schwarzbraun, die schwarzen 
Augenpunkte der Vtlgl und Htlgl sind kaum bemerkbar schmal trübbraun umzogen; bisweilen fehlt auch diese 
braune Umrandung und dann sind die Augenpunkte kaum noch zu erkennen. Die Unterseite ist etwas 
lichter schwarzbraun, bei manchen Stücken ist die Fliigelspitze und ein Teil des Aussenrds dünn weiss be- 
stäubt, die braune Umrandung der schwarzen Augentlecke ein wenig heller wie oben. Das dunkle Mittel- 
feld der Htlgl ist nach aussen durch eine unregelmässige weissgraue Querbinde begrenzt. Der Aussenteil fein 
weiss bestäubt und die darinstehenden schwarzen Punkte sind ohne braune Besirenzuiii;-. Das ? ist etwas 
heller, Mittelzelle und zuweilen auch das Mittelfeld verloschen braun. Die Augenpunkte etwas grösser und 
nur schwach braun umrandet. 

E. euryale Esp. (= philomela Esp.) (37g). Die Saumbinde der Vtlgl lindert bei typischen Stücken euryale. 
von trüb rostbraun bis lebhaft rotgelb; sie wird nach unten schmäler und erreicht fast regelmässig den Ird, 
bisweilen ist sie auch in einzelne Flecken aufgelöst. In dieser Binde stehen 3 — 4 schwarze, gewöhnlich nur 
auf der Unterseite schwach weissgekernte Augenflecke, von welchen die beiden oberen nahe beieinander 
stehen, der dritte ist kleiner und etw-as nach aussen gerückt. Die schmälere Binde der Htlgl ist durch die 
' Adern in 5 rostrote Flecken geteilt, in welchen, mit Ausnahme desjenigen am Irde, schwarze Punkte stehen, 
die bald grösser bald kleiner sind und auch gänzlich fehlen können. Auch kommt e.s vor, dass die Binde 
nicht in Flecken geteilt, sundern zusammenhängend ist. Auf der Unterseite der Vflgl verläuft die braune 
Binde nach innen zu, Vrd und Aussenrd sind dunkelbraun, die Augen wie oben. Die Unterseite der Hflgl 
dunkel rotbraun mit einer helleren, mehr oder weniger graubestäubten Aussenbinde, mit 3 — 4 rostgelb um- 
zogenen Augen, die meistens ganz dünn weissgekernt sind. Die Aussenbinde ist manchmal kaum bemerkbar 
angedeutet. Bei dem in der Grundfarbe helleren $ ist auf der Unterseite der Vflgl die Binde hell rostgelb, 
die in dieser stehenden Augen sind dünn weissgekernt, der Vrd oberhalb der Binde ist bald mehr bald 
weniger weiss- oder gelb^rau bestäubt. Auf der Unterseite der Hflgl ist in der Regel, jedoch nicht immer, 
die Wurzel in ziemliche] Breite mit weisslichen oder gelblichen Atomen angeflogen und die graue oder 
gelblichgraue Aussenbinde hebt sich von der Grundfarbe scharf ab. Die in der Binde stehenden Augen sind 
oft kaum sichtbar, zuweilen fehlen sie auch gänzlich. Der Saum ist deutlich gezackt, die Fransen braun 
und weiss gescheckt. - Bei der Form isarica Rühl von den bayrischen Bergen ist die Aussenbinde oben isarica. 
wie unten gelbbraun statt rotgelb; die Augen sind klein und ungekernt und die Fransen nicht deutlich ge- 
scheckt. — ocellaris Stgr. (37g), die von Mitte Juli bis Ende August auf ^rasreichen Matten der Steyrer, ocellaris. 
Kärntner und Tiroler Alpen fliegt, hat die Grundfarbe weit dunkler, ein tiefes, gesättigtes Schwarzbraun. 
Die Binde der Vflgl und Hflgl in kleine rundliche düster rotbraune Fleckchen aufgelöst, mit kleinen schwarzen 
Punkten. Auf den Htlgln fehlen diese Flecken oft vollständig. -- Stücke, wo oben jede Zeichnung fehlt, 
kommen vor, doch sehr selten; es ist dies ab. extrema Schau: Hier haben die Vflgl nur unten eine ver- extrem,/ 
loschene Spur der Aussenbinde. ohne Punktaugen: die Hflgl sind auch unten zeichnungslos. Bei Toblach, Seis, 



IOS EREBIA. Von G. Eiffingef. 

euryaloides. am Karersee.. Bei euryaloides Tengstr. zeigen sich auf der Vflgloberseite als Rudimente der Randbinde nur 
2 kleine länglichrunde braune Flecken ohne Augenpunkte. Die Hflgl meistens zeichnungslos oder es sind nur 

jeniseiensis. geringe Spuren von den rostbraunen Flecken vorhanden. - jeniseiensis Trybom i velox Herz) is1 eine in 
Zentral- und Nordost-Sibirien verbreitete Form, bei der die schwarzen Punkte fein rostgelb umrandet sind. Die 
Hflgl sind oben meistens zeichnungslos, die I Fnterseite der Hflgl mit schmaler weisser Binde. — Rp hell gelbbraun 
mit licht braunem Kopte, dunkler, weissgesäumter Rückenlinie und gelben Nebenrückenbnien , sowie eben- 
solchem Seitenstreif; die Luftlöcher schwarz. Bis Juni an Gräsern. Pp gelblich, mit dunkeln Punkten und 
Strichen; frei an der Erde liegend. Die Schmetterlinge im Juli und August auf lichten Waldstellen der 
montanen und besonders dei subalpinen Region. In der typischen Form auf den Hochgebirgen Kuropas, 
so den Pyrenäen, Alpen. Apenninen, Karpathen und dem Balkan; in Nebenformen nördlich bis Finnland 
und östlich bis Ost-Sibirien verbreitet. 

ligeq. E. ligea /.. (= alexis Esp.) (37g). Der euryale ähnlich, aber wesentlich grösser. Die (»beiseite 
dunkel schwarzbraun, die Hflgl merklich gezähnt, die Fransen braun und weiss gescheckt. Die rostfarbene 
oder lebhaft rostgelbe Saumbinde \erhiuft entweder in gleicher Breite bis /um Ird oder Nie ist in der Mitte 
beiderseits eingeschnürt und nach unten zu schmäler. Die Kinde führt gewöhnüch 4-, seltener •"> schwarze 
Aimen. wovon die beiden oberen, nahe zusammenstehenden, fast immer weiss gekernt sind. Zuweilen 
kommt es vor namentlich beim o", seltener beim ? dass sämtliche Augen kleine weisse Pupillen 

haben. In der etwa- schmäleren Binde der Hflgl stehen 3 — 4 weissgekernte Augen. In Ansehung der 
Zeichnung der Binden und der Anzahl der in diesen stehenden Augen sind beide Geschlechter sehr ver- 
änderlich. I'ie Unterseite dir Vflgl beim ' schwarzbraun, der Saum etwas heller, beim ? graubraun; bei 
letzterem ist der \ rd oberhalb der Kinde weissgrau bestaubt. Auf der Unterseite der Hflgl stehen in der 
nur wenig lichteren Aussenbinde "> -4 kleine weissgekernte Annen mit rostgelben Ringen. In der Flügel- 
mitte befindet sieh am Yrd ein milchweisser Fleck, der oft bindenartig, jedoch allmählich schmäler werdend, 
bis in die Mitte der Flügel zieht. Das $ ist auf der Unterseite der Hflgl wesentlich abweichend gezeichnet. 
Das Wurzelfeld ist grau bestäubt und hier und da nach aussen durch einige weissgraue Flecken begrenzt, 
die Aussenbinde ebenfalls weissgrau und mehr oder weniger braun bestäubt, die in der Binde stehenden 
Augen sind klein, fein weissgekernt und kaum merklich rostgelb umrandet oder sie sind so gross wie auf 
adyte. der Oberseite in breiten rostgelben Kreisen. -- adyte Il/m. (37g) ist eine nach der euryedt hin abweichende 
kleinere form: hier ist die Saumbinde der Vflgl schmäler, mitunter unterbrochen und die beiden zusammen- 
hängenden Augen am Anfange der Binde sind stets weissgekernt. Die Kinde der Hflgl ist gleichfalls schmäler 
livonica. und öfters in Flecken aufgelöst. In der Schweiz, in Schlesien. Kärnten und Skandinavien. - Bei livonica 
Teich aus Liv- und Finnland, ist die Hflglunterseite einfarbig braun, ohne Weiss oder weissgraue Zeich- 
ajanensis. nung. ajanensis flfön. (= eumonia Men.) (37g) vom Amur und Ussuri weicht nur wenig von der 
typischen Komi ab. Die weisse Binde auf der Unterseite der Hflgl ist breiter und mehr zusammenhängend, 
nahe der Flügelwurzel zeigen sich einige verloschene weisse Flecken, was übrigens auch bei der typischen 
ligea zuweilen vorkommt. In der Bukowina kommen Exemplare vor. welche die Oberseite der typischen 
ligea, die Unterseite aber von ajanensis haben. - Rp der von euryale ähnlich, graugelb mit wenig dunklerem 
Kopfe, der 2 weissliche Striche zeigt, mit dunkler, hell eingefasster Kiickenlinie und lichtem Seitenstreif; 
' Stigmen schwarz; bis Mai an Gräsern. Pp hellbraun, dunkel gezeichnet, frei an der Erde liegend. Die 
Schmetterlinge fliegen im Juli und August in lichten Laubwäldern und saugen gern an Brombeerblüten. In 
manchen Gegenden erscheint der Kalter regelmässig nur jedes zweite Jahr, ist aller dann häufig. Er be- 
wohnt fast sämtliche Mittelgebirge Deutschlands, den Harz. Schwarzwald, Vogesen, die schlesischen Gebirge, 
sowie die Hügellandschaften Nord -Deutschlands: ferner in Italien die Apenninen, die Abruzzen . in Frank- 
reich die niederen Alpen (de. die Karpathen. den Balkan und ganz Skandinavien: in Russland und 
Skandinavien k m1 er auch in der Ebene vor; in Asien im Kaukasus. Nord-Sibirien, der Mongolei. 

embia. E. embla Thunb. (= dioxippe W>n- 1 (37h). oben dunkel graubraun, die Hflgl schwach gezähnt, 

die Krausen grau und braun gescheckt. Die Vflgl führen :S schwarze Augenflecken in braungelben Kreisen, 
am Vrd einen grösseren, der meistens doppelt weissgekernt ist und unter diesem, saumwärts gerückt, '1 kleinere 
ungekernte schwarze Flecken. Auf den Hflglrj stehen meist :\ \ schwarze, braungelb umzogene Augen, die un- 
gekernt sind und manchmal auch fehlen. Die Vflgl auf der Unterseite etwas dunkler wie oben. Flügelspitze 
und ein Ted des Saumes aschgrau bestäubt. Die Augen nicht braungelb, sondern bell ockergelb umrandet. 
infolgedessen sie deutlicher wie oben hervortreten. Die Hflgl unten dicht weissgrau bestäubt, mit einer mehr 
oder weniger hervortretenden braunen, nach aussen stark gezackten Mittelbinde, an welcher auswärts am Vrd 
zuweilen ein grösserer, etwas verwischter, grauer und in der Mitte gewöhnlich ein kleiner weisser.Fleck steht. 
Letzterer fehlt manchmal. Am Aussenrd st, dien einige schwarze Punkte, die hier und da schmal gelb um- 
sueculenta. zogen sind. In Skandinavien, Nord-Russland und Sibirien. ab. sueculenta Alph. ist oben heller als die 

typische embla, mit zahlreicheren und grösseren schwarzen Augenflecken, die breit braungelb umzogen 
sind. In Kamtschatka und der Mongolei; in Kuropa nur als vereinzelte Aberration unter typischen Exem- 
unicolor. plaren. unicolor Spul, ist die in Lappland fliegende Form; sie ist einfarbig schwarzbraun und von den 

Vflglocellen sind nur die beiden vorderen erhalten, mit schwacher oder ohne rote Umrandung. - über die 



Ausgegeben 14. XII. 07. EREBIA. Von G. EiKFlNGElt. 109 

Rp ist nichts bekannt. Die embla fliegt auf nordischen Mooren, die succwUnta nach Elwes hn Walde, wie 
es scheint nirgends in grosser Anzahl. 

E. disa Thunb. (= embla Boisd., gefion Quem., stheno Hbn., mancinus DU.) (37 h). Grundfarbe wie disa. 
bei embla, mit der sie grosse Ähnlichkeit hat. Die schwarzen Augenflecke am Aussenrd der Vflgl sind 
kleiner und nur selten weissgekernt. Die rotgelben Ringe, in welchen die Augen stehen, hängen zusammen; 
manchmal tliessen sie derart ineinander, dass sie eine förmliche Binde bilden. Beim ? ist der Vrd, die 
Flügelspitze und ein Teil des Aussenrds weissgrau bestäubt. Die Hflgl sind bei beiden Geschlechtern ein- 
tönig graubraun und zeichnungslos. Auf der Unterseite der Vflgl erseheinen die gelben Ringe getrennt 
und die in diesen stehenden schwarzen Augen sind oft, nicht immer, fein weissgekernt. Die weissgraue 
Bestäubung der Flügelspitze und des Aussenrds ist dichter wie oben. Die Hflgl sind unten mehr oder 
weniger weissgrau, mit einer die Mitte durchziehenden breiten Binde, die innen und aussen gezackt ist. 
Zwischen dieser und dem Saume läuft bogenförmig eine braune, durch die Adern unterbrochene Linie. Die 
Fransen braun und grau gescheckt. In Skandinavien, Lappland, Finnland. Nord-Russland und Sibirien, im Juli. 

E. rossii Curt. Gestalt und Grösse der disa. Grundfarbe wie bei dieser dunkel schwarzbraun, die rossii. 
Fransen nur wenig heller, während sie bei disa braun und grau gescheckt sind. Auf den VHgln steht nach 
der Flügelspitze zu ein länglich runder rostbrauner Fleck mit 2 schwarzen Augenpunkten, darunter zeigen 
sich zuweilen 2 weitere braune runde Flecken mit schwarzen Punkten. Diese Flecken treten meistens beim 
¥ und nur selten beim <f auf. Die Htlgl sind beim cf 1 entweder zeichnungslos oder es stehen vorm Aussenrd 
3 schwarze, verloschen braun umzogene Punkte, die beim ? grösser und heller braun umrandet sind. Die 
Vflgl unten düster rotbraun. Vorder- und Aussenrd dunkelbraun, die Augentlecken zuweilen weissgekernt. 
Die Htlglunterseite dunkelbraun, dünn weissgrau bestäubt, mit einer verloschen auftretenden dunkleren Mittel- 
binde. Vorm Ouerast der Mittelzelle steht gewöhnlich ein rundlicher weisser Fleck, der auch fehlen kann, und 
dahinter im Aussenteile 2 — 3 kleinere Flecken von gleicher Farbe. Fhlr schwarzbraun mit schmaler Kolbe. 
In ( Ist- Sibirien . im Altai und Daurien . in der alpinen Region, Ende Juni und im Juli. — Bei ero Brem. ero. 
ist die Htlglunterseite dichter weissgrau bestäubt, so dass die braune Zackenbinde und der dunkle Aussenteil 
schärfer hervortreten wie bei der typischen rossii. Der Falter fliegt an steilen und felsigen Hängen: im 

Altai ist er im Juli an manchen Stellen nächst der Argynnis freija der gemeinste Schmetterling, aber, wie- 
wohl an sich leicht zu fangen, nur schwer in gutem Zustande zu erhalten (Elwes). 

E. edda Min. (= intermedia Trybom) (35 c). Flügel oben kaffeebraun, nach der Wurzel zu dunkler, edda. 
nach aussen mit rostbraunem Schimmer. Vor der Spitze der Vflgl steht ein grosser runder rötlichgelber Fleck 
und in diesem ein schwarzes aus zweien zusammengeflossenes Auge mit 2 kleineu weissen Pupillen. Die 
Htlgl sind zeichnungslos. Auf der Unterseite der Vflgl ist der gelbe Flecken grösser wie oben und heller, 
mehr ockergelb, das Doppelauge mit lebhaft weissen Kernen. Die l'nterseite der Htlgl dunkelbraun, mit 
dünnen weisslichen Atomen bestäubt, namentlich gegen den Ird zu. Am Schlüsse der Mittelzelle ein runder 
weisser Fleck und im Aussenrd zeigen sich 3 — 4 weisse Punkte. Fhlr oben schwarzbraun, unten bis zu 
den rostbraunen Kolben fein braun und weiss geringelt. Beide Geschlechter sind in Zeichnung und Grösse 
gleich, nur ist beim ? der gelbe Fleck der Vflgl blasser wie beim cf. Bei einzelnen Exemplaren konstatierte 
Elwes akzessorische Ocellen unter dem grossen Apicalauge. e<lda leitet diejenige Gruppe von Erebien ein, die 
sich am engsten an die vorige Gattung (Callerebia) anschliesst. Sie gleicht den Gallerebien auch darin, dass 
sie kein eigentliches Hochgebirsslier ist. sondern mehr im Hügellande vorkommt. In Ost-Sibirien, im Fluss- 
gebiet des Amur fand sie Graeskk im Juni und Juli in sumpfigen Wäldern, aber selten. Im Altai fliegt 
sie sehr lokal, aber stellenweise häutig, schon bei 4000 Fuss. Sie flattert mit schwachem Fluge durch das 
Gras und setzt sich stets auf Steine in wasserlose Bachbette. 

E. cyclopius /•>. (35c). Oberseite graubraun. Die Vflgl haben auf beiden Seiten an der Spitze ein cyclopius. 
grosses fast kreisrundes schwarzes Auge mit 2 weissen Pupillen und ockergelber Umrandung. Auf der 
Unterseite sind die Vflgl etwas lichter als oben, die gelbe Umrandung des Auges ist viel breiter als oben, 
die Flügelspitze schwach blaugrau bestäubt. Die Hflgl unten, an der Wurzel in beträchtlicher Breite blau- 
grau bestäubt : vor dem Aussenrd läuft eine bläulich aschgraue Binde, die durch die Grundfarbe stellenweise 
unterbrochen ist. Beim ¥ sind die Augen grösser und breiter gelb umrandet als beim o 71 und die Flügel- 
spitze ist dichter graublau bestäubt. Fhlr schwarz und weiss geringelt, Kolbe rostgell). Im Ural, Altai 
und Kentei-Gebirge, am Amur und dessen Nebenflüssen und auf Asknld: im Mai. Juni und Juli in feuchten 
Nadelwäldern, stellenweise häufig. Die grössten Exemplare kommen auf Askold vor und diese zeigen ein 
besonders grosses Apicalauge. 

E. tristis Brem. (= wanga Brem.) (35c). Der vorigen sehr ähnlich, mit der sie Grösse, Form und tristis. 
Grundfarbe gemein hat. Die gelbe Umrandung des Doppelauges ist beim c 71 schmaler und etwas getrübt, 
beim ¥ breiter und lichtgelb. Auf der Unterseite ist die Umrandung der Augen bei beiden Geschlechtern 
gell) und breiter als oben. Die Htlgl sind unten beim <f dünn mit weisslichen Atomen bestreut und am 
Schlüsse der Mittelzelle steht ein kleines weisses Fleckchen. Beim 2 ist die Unterseite der Htlgl stärker 
weisslich bestäubt, wodurch die dunkle Zackenbinde, welche die Mitte der Flügel durchzieht, deutlicher 

I u 



110 



EREBIA. Von (,. Eipfinger. 



hervortritt als beim . wo sie sich von der Grundfarbe nur wenig abhebt Vor dem Aussenrd zieht bogen- 
förmig eine schmale dunkle Zackenlinie und vor dieser stehen in Zelle "2 und 4 kleine weisse Punkte. Die 
Fhlr fein schwarz und weiss geringelt, Fhlrkolben oben schwarz mit rostgelber Spitze, unten rostgelb. Im 
Amurland; die Exemplare von Blagowjeschtschenslt grösser als die von Raddefka. 

ruricola. E. ruricola Leech. Diese Art zeig! oben ein riesiges, Easl kreisrundes Apicalauge, das gelbgerandet 

und doppell gekernt, aber mein- als doppell so gross als bei tristis ist. Sonst ist die Oberseite einfarbig russ- 
braun mit dunkler Submarginallinie. Unten sind die Vflg] wie oben, nur etwas lichter in der Grundfarbe; 
die Hflgl sind unten graubraun, wolkig getrübi und an mehreren Stellen weisslich bestäubt, ohne Oeellen. 
avayi Oberth. ist nichts als eine grössere Form der ruricola, die aber ihr Autor bei Callerebia einreiht, 
wohin die Art wegen des deutlich vorgezogenen Anallappens der Hflgl vielleicht richtiger gesetzt würde. 
In West-China, im Juli, selten. Die südliche Form delavayi in dem (nicht mehr paläarktischen) Yünnan. 

rurigena. E. rurigena Leech (35b). Der vorigen ähnlich, grösser, die Vflgl spitzer (besonders beim •'). das 

Apicalauge viel lebhafter gelb umrandet, die Htlgl im Analteil nicht so weit vorgezogen. Mas Apicalauge 
in Grösse variabel. In West-China, lokal, im Juli. 

saxia E. saxicola Oberth. (35e). Vflgl breit mit bauchigem Aussenrd. abgerundeter Flügelspitze und ge- 

schwungenem Vrd. Grundfarbe dunkel schwarzbraun, Vflgl mit einem tiefschwarzen, länglichrunden, schwach 
braun umzogenen Augenfleck, der doppelt weiss gekernt ist. Auf den Hflgln am Innenwinkel ein grösseres 

und darunter zuweilen ein kleineres schwarzes, weiss gekerntes Auge, mit mattbrauner Umrandung. Über 
dem grösseren Auge zeigen sich :'> — t weisse Punkte. Unterseits graubraun mit der gleichen Zeichnung 
wie oben; das Doppelauge der Vflgl beim f schmal rostbraun, beim 2 breiter rostgelb umzogen, der Disco- 
unt mattbraunem Schimmer. Aul' der Unterseite der Htlgl treten die Weissen Punkte schärfer hervor als 
auf dvr Oberseite und beim 2 sind sie zum Teil schmal gelb umringt. Fhlr oben und unten dunkel mit 
länglicher Kolbe. Fluggebiet: Nördliches Kaschmir und die Mongolei, wo sie bis zu einer Hiihe von 6000' 
gefunden wird. Setzt sich gern an Felsen. 

shallada. E. shallada Lang (35b). Grösser als die vorige, üben dunkelbraun, im äusseren Teil des Discus 

aller 4- Flügel ein grosser, rostbrauner Wisch. Das Apicalauge ist gross und kreisrund, aber in der Regel. 
nur einlach gekernt; die Hflgl zeigen unten eine submarginale Reihe weisser Punkte. In Kaschmir, lokal. 
aber stellenweise häufig, an grasbewachsenen Felshängen Biegend, im Mai und Juni. 

hyagriva. E. hyagriva Moore. Dieser Falter von Kaschmir wird jetzt von Bingham zu den Erebien gestellt, 

während ihn frühere Autoren zu den Ypthima brachten. Tatsächlich sieht er wie eine Ypthima aus: oben 
(hinkelbraun mit grossem, etwas ovalem, gelbumzogeueni. doppell gekernten Apicalauge im Vflgl und etwas 
kleinerem, ebensolchem Auge im Analteil der Hflgl. Unten sind die Hflgl, wie bei den Ypthima graubraun, 
fein braun craergestrichelt ; ein Doppelauge im Apex der Hflgl und zwei zusammenstossende Augen im Anal- 
winkel. Von Kaschmir bis Sikkim; in letzterem Distrikt häufig, auf paläarktischem Boden aber ziemlich 
selten, im August und "September. 

hades E. hades Stgr. (35e). Oben der shallada ähnlich, fast schwarz. Vflgl mit 1—2 kleinen weissen Apical- 

. Hecken. Die Unterseite grauschwarz, die Vflgl mit einem grossen schwarzen, doppelt weissgekernten Auge 
mil mattgelber Umrandung. Die Unterseite tlw Hflgl ist dünn grau bestäub! und vor dem Aussenrd stehen 
bogenförmig 6 7 weisse Punkte, Bei dem auf der (»beiseite etwas lichteren 2 ist. die Fiiterseite der Htlgl 
dicht weiss bestäubt und der Augenfleck der Vflgl ist scharf hellgelb umzogen. Die Fransen sind beim cf 
kaum merkbar, beim -.' dagegen deutlich schwarz und weiss gescheckt. Im Altaigebirge sowie in den Bergen 
des Transalai. 

nero. E. nero Stgr. (35d). Oberseite wie bei hades mit schwarzem, weissgekerntem Augenfleck vor dei 

Vflglspitze. Auf der etwas lichteren Unterseite ist der Augenfleck der Vflgl grösser und lebhafter weis^ 
gekernt als oben, die Umrandung ist schmutzigbraun. Im übrigen sind die Flügel (dien und unten zeich- 
nungslos. Die Fhlr schwarz und weiss geringelt, mit dunkler Kolbe. Im südlichen Fergana. 

mani. E. mani Nicev. Oben schwarzbraun; Fransen dunkelbraun und grau gescheckt. Ytlgl mit breiter. 

länglichrunder, gelber, nach unten braun angeflogener Aussenbinde, in welcher ein grosses, schwarzes, weiss- 
gekerntes Auge steht. Beim i ist die Aussenbinde mehr länglich und zieht bis nahe an den Ird. während 
sie beim o 1 gewöhnlich nur Ins zur Zelle 2 reicht. Die Hflgl eintönig schwarzbraun, ohne Zeichnung. Auf 
<{r\- Unterseite die Vflgl rotbraun mit dunklerem Ird und Aussenrd. Die Aussenbinde rötlichbraun. das Auge 
breit gelb umzogen. Renn . is1 die Binde mehr gelb mit brauner Beimischung. Die Hflgl unten graubraun, 
beim dünn, beim ? dicht grau bestäubt. Vor dem Aussenrd und mit diesem parallel laufend stehen <> Ins 
/(V'Ai.v. 7 weisse Punkte. Im Pamir und in Kaschmir (Ladak), in beträchtlicher Höhe, im Juli. Als icelos be- 
schreib! Geum-Geshmailo einen der Form jordana ähnlichen Falter, der im Pamir in 11000 Fuss Höhe im 
.Juli gefangen wurde, liier ist die rotgelbe Vflglbinde kürzer, den Hflgln fehlt im Discus der Oberseite die 
jordana. rote Bestäubung und die Oberseite is1 im ganzen dunkler. — Als jordana Stgr. wurde die Form vom Thian- 
shan und aus Khokand beschrieben. Bei dieser reicht die breite gelbe Aussenbinde mit mehr oder weniger 



EREBIA. Von G. Eiffinger. 1 1 1 

braunem Anfluge bis zum Ird. Auf den Hügln zeigen sich zuweilen Spuren einer braunen Aüssenbii 
fasciata Stew. (= roxane Gr.-Grsh.) (35e) unterscheidet sich durch breitere und hellere Aussenbinde der fasciata. 
Vtlgl, suwie durch breite kastanienbraune Binden auf den Hflgln, die bei jordana entweder gar nicht, oder 
nur verloschen auftreten. Auf der Unterseite der Yflgl ist die Binde fasl rein gell), nur der untere 1 
ist dünn braun gesprenkelt. Die weissen Punkte vor dein Aussenrd auf der Unterseite der Hflg] fehlen 
zuweilen. Von den Bergen des Transalai. - ■ Die ab. subocellata Stgr., gleichfalls vom Pamir, hat unten subocellata. 
dunklere Htlgl, die vor dem Apex auf der Unterseite bei beiden Geschlechtern ein gelb umzogenes Auge 
führen. — Bei ida Gr.-Grsh. ist dir gelbrote Binde am stärksten ausgebildet und zieht breit und deutlich «to. 
vom Flügelgrunde sich abhebend durch Vtlgl und Htlgl: die Fransen sind rein weiss, nur an der Ein- 
mündungsstelle der Adern auf den Vflgln kleine, kaum bemerkbare, graue Unterbrechungen. Am Kodja- 
Djailau (im Pamir) II 000 Fuss hoch.*) 

E. maracandica Ersch. (35e). Auf der dunkel schwarzbraunen Oberseite führen V- und Htlgl nach maracandica. 
aussen zu grosse rotbraune Flecken. An der Spitze der Vtlgl steht ein schwarzes, lebhaft weiss gekerntes 
Auge. Die Unterseite der Vtlgl rotbraun, Vrd, Aussenrd und Ird dunkelbraun, das Auge wie oben, hier 
aber mit gelber Umrandung. Die Htlgl unten bräunlichgrau mit (> — 8 weissen Punkten vor dem Aussenrd. 
Das ? ist oben wesentlich heller gefärbt, mehr braungrau, die braunen Flecke sind grösser, namentlich auf 
den Vtlgln. Die Mittelzelle ist meistens rotbraun ausgefüllt. Die Htlgl unten dichter grau bestäubt. Fhlr 
schwarz und weiss geringelt, Kolben unten weiss. In Turkestan weit verbreitet; im Altai-Gebirge, in der 
weiteren Umgebung von Samarkand, im Pamir und der östlichen Bucharei; schon im Hügellande, im Mai 
und Juni, stellenweise sehr gemein. 

E. herse Gr.-Grsh. (37h). Oben dunkel schwarzbraun mit breiter rotbrauner Binde auf den Vflgln, herse. 
in welcher an der Flügelspitze ein grosses schwarzes Auge steht, das lebhaft weiss gekernt ist. Die Mittel- 
welle zeigt beim o 71 zuweilen einen nistbraunen Anflug, während sie beim ? fast immer rostbraun ausgefüllt 
ist. In Zelle 2 und 3 stehen manchmal kleine schwarze ungekernte Punkte. Die Htlgl einfarbig schwarz- 
braun. Auf der Unterseite die Vtlgl rotbraun, breit dunkel umrandet, die Binde nur wenig heller wie oben, 
die Flügelspitze fein grau und braun marmoriert. Der Augenfleck schmal rosty;ell> umzogen und zuweilen 
doppelt weiss gekernt. Die Htlgl unten graubraun und schwarz marmoriert. Das $ ist beiderseits heller, 
sein Augentleck grösser. Fliegt in bergigen Gegenden von Tibet und West-China, so bei Ilaw-Kow und 
Ta-tsien-lu, in kleineren Exemplaren im Sinin-Gebirge. 

E. discoidalis Krb. (= lena Christ.) (37h). Die schmalen am Apex gerundeten Vtlgl mit bräunlich- discoidalis. 
grauem, weissgrau und braun gestricheltem Vrd. Der mattbraune Discus am Ird und Vrd breit, am Aussenrd 
schmal dunkel schokoladefarben umrandet, die dunkle Flüyelspitze schwach grau bestaubt. Unten sind die 
Vtlgl wie oben gezeichnet, die Umrandung des braunen Mittelfeldes ist etwas breiter, Flügelspitze und Aussenrd 
dicht bläulichgrau bestäubt. Die Htlgl unten von der Wurzel bis zur Flügelmitte dunkelbraun, dünn weiss- 
grau bestäubt, die äussere Hälfte blaugrau, mil kleinen dunkelbraunen Querstrichelchen. Am Schlüsse der 
Mittelzelle steht ein länglichrunder weissgrauer Fleck und 2 — 3 etwas kleinere am Vrd. Von Zentral- und 
Ost-Sibirien (Amurland); ausserdem im arktischen Amerika. Gbäsee fand die Art sehr selten im Juni bei 
Pokrofka; dem abgeflogenen Zustand der erbeuteten Exemplare nach hält er es aber für möglieh, däss 
die Art in früherer Jahreszeit häufiger sei. 

E. kalmuka Alpher. ( — calmucca Bühl) (35c). Oberseite eintönig graubraun mit seidenartigem Glänze, kalmuka. 
ohne Binde und Augen. Vrd, Flügelspitze und Aussenrd der Vtlgl weiss, sowie die Htlgl bläulichweiss um- 
randet, an der Flügelspitze und am Ird der Htlgl ist die Umrandung merklich breiter. Zwischen dem 
Aussenrd der Vtlgl und dem oberen Teile der Querader zeigt sich mitunter ein schmaler hakenförmiger 
Fleck. Auf der Unterseite sind die Vflg] rostbraun. Vrd dünn weissgrau, Flügelspitze und Aussenrd dicht 
silbergrau bestäubt. Die Htlgl unten einfach silbergrau und zeichnungslos. Fhlr schwarz und weiss geringelt. 
Fhlrkolbe gelbbraun. Das ? ist durchschnittlich kleiner als das cf, mit schmäleren Vflgln und etwas hellerer 
Grundfarbe. Im Thian-shan, bei Kuldscha, 9000 Fuss hoch. 

E. radians Stgr. (35 c, d). Vtlgl breit mit gerundetem Saum. Alle Flügel auf der Oberseite dunkel radialis. 
schwarzbraun. Vom dunkeln Aussenrd der Vtlgl ziehen nach der Flügelmitte 4—5 breite, rotbraune Längs- 
streifen. Der Ird bleibt breit dunkel und der erste braune Randstreifen beginnt fast stets erst oberhalb der 
ersten Subcostalrippe. Oft ist der ganze obere Teil der Vtlgl bis zur Mittelzelle und diese selbst rotbraun 
und nur die Rippen bleiben mehr oder weniger dunkel. Die braunen Streifen auf den Hflgln verlaufen 
nach innen spitz, während sie nach aussen breit und gerundet sind, sie beginnen am Aussenrd und ei- 
strecken sich nicht bis zur Mittelzelle. Die Unterseite der Vtlgl rostbraun mit breitem dunklem Ird. Vrd, 
Flügelspitze und ein Teil des Aussenrds sind weissgrau bestäubt. Die Htlgl unten von der Wurzel bis 
zum Saume dicht weissgrau bestäubt, von den braunen Flecken der Oberseite sind nur selten schwache 
Spuren bemerkbar. Durch die Mitte der Flügel zieht eine schmale braune Querbinde, die nach aussen 



*) Hier würde sich die Er, halinda Moore aus dem südlichsten (indischen) Kaschmir (Kuhn einreihen, deren Heimats- 
angabe „Pamir" wohl auf einem Irrtum beruht. 



1 12 EREBIA. \ on G. Eifmngek. 

durch eine Anzahl weissgrauer Flecken begrenzl ist. Das ? isl kleiner wie 'las '. die (»beiseite der Vflgl 
meistens ganz rotbraun und nur der aussen- und [rd sowie die Basis bleiben dunkel. Auch auf den Hll-In 
i>l die braune Färbung stärker wie beim cf, aber sie reicht auch hier nicht bis zur Mittelzelle. Die kurzen 
usgentensis. Fhlr grauweiss mit schwarzer Kolbe. Die Komi usgentensis Stgr., nach ihrem Vorkommen bei Usgenl 
In Turkestan benannt, hat auf der Unterseite so dünn weissbestäubte Hflgl, da~^ die dunkelbraune Grund- 
farbe zum Durchbruch kommt. ■ Besonders grosse Exemplare dieser turkestanischen Form k men als 

magna, ab. magna Stgr. in den Handel. Umgekehrt bezeichnet Gm w-GrshijiaiIiO als progne kleine Exemplare. 
progne. k aum ] ia ]b so gross wie die typische radians; bei diesen ist die Oberseite In- auf den dunkeln Rand ein- 
farbig rostbraun, die Hflgl sind unten grauschwarz; von '\rv Nordseite des Transalai. — radians fliegt in 
beträchtlicher Höhe im Pamir und den Gebirgen von Turkestan: sie setzl sich häufig nieder und hat einen 
trägen und niedrigen Flug. Im Juni und Juli, stellenweise sehr häufig. 

sibo. E. sibo Alph. (37i). Oben alle Flügel dunkel schwarzbraun, zuweilen mit schmalen braunen, nach 

dem Aussenrd spitz verlaufenden Längsstreifen , die nur ganz verloschen auftreten, beim c auch gänzlich 
fehlen können. Bei dem etwas helleren v sind sie aber fast stets mehr oder weniger deutlich vorhanden. 
.Unterseite der Vflgl beim trüb rostbraun, Vrd, Flügelspitze und Rippen sind graubestäubt. Die Hflgl 
unten graubraun mit weissgrauer Beimischung, samtliche Rippen wei>s angelegt. Die dunkelbraune, nach 
aussen stark au^^ebuchtete Querbinde ist im Aussenteil durch eine Anzahl grauweisser Flecken begrenzt. 
I.iin-s des Saumes läuft eine aus braunen Zacken bestehende Randbinde. Beim $ ist die Unterseite aller 
Flügel durch starke Anhäufung der weissgrauen Bestäubung bedeutend heller wie beim d". die braunen 
Längsstreifen der Oberseite sind auf den Vflgln unten nur schwach angedeutel oder es zeigen sich nur 
kleine Rudimente davon. Die Hflgl unten noch dichter weissbestäubt , zuweilen ist die ganze Flügelfläche 
weissgrau übergössen, nur die braune Mittelbinde und Zackenbinde am Aussenrd sind dann sichtbar und 
treten scharf aus der weissgrauen fläche bervor. Die fhlr oben schwarzbraun, unten weissgrau, Kolben- 
spitze rotgelb. Das ? ist stets kleiner wie das \ das in der Grösse zwischen 43 und 65 mm wechselt. 
während das ? meistens nur 12 — 44 mm misst. Im Thian-shan im Distrikt Kuldscha. bis zu 10000 Kuss. 

ocnus. E. ocnus Ev. I>er lappona Esp. ähnlich. Vflgl düster schwarzbraun, mit dunklem Vorder- und 

Aussenrd. Das braunrote Mittelfeld durch die dunklen Adern zuweilen in braune Längsstreifen zerteilt oder" 
auch bis auf geringe braune Spuren am Aussenrd uanz verdunkelt. Die im letzteren stehenden schwarzen 
Augenpunkte haben die gleiche Stellung wie bei lappona, sie sind aber meistens kleiner wie bei dieser oder 
sie fehlen auch gänzlich. Auf der Unterseite sind diese Augenpunkte nicht sichtbar. Die Vflgl unten mit 
rostbraunem Mittelfeld und zuweilen mit dünn weisslicher Bestäubung an V- und Äussernd, die aber 
auch fehlen kann. Die Unterseile '\^r Hflgl mehr oder weniger graubestäubt, das Mittelfeld öfters durch 
mongolica. •_' schmale dunkle Zackenlinien eingefasst. Im Alatau. Bei mongolica Ersch. isl die Grundfarbe auf der 

Hflglunterseite stärker weiss überstäubt, was ein stärkeres Hervortreten der dunkleren Mittelbinde zur Folge 
thiandianica. hat: vom Thian-shan. — Bei ab. thianchanica Alph. hat die Hflglunterseite einen Stich ins Grünliche und 
ihre Gesamtzeichnung wird liier von den weisslichen Adern durchsetzt: gleichfalls vom Thian-shan. 
lappona. E. lappona Esp. (= manto Frr., zilia Bkh.) (37 i). Oberseite aller Flügel schwarzbraun, etwas 

schillernd, die Grundfarbe des . heller, mehr graubraun. Die Vflgl mit einer ziemlich breiten, den [rd nicht 
erreichenden rostbraunen Binde, mit i schwarzen ungekernten Augen, von welchen die beiden oberen nahe 
beieinander stehen und etwas nach innen gerückl sind. Die Binde ist nicht immer gleich deutlich und 
klimmt in mancherlei Abänderungen vor. Die Hflgl führen 3—4 schwarze Augen in rostbraunen Kreisen 
oder sie sind ^anz einfarbig und zeichnungslos. Auf der Unterseite die Vflgl mit rostbraunem Mittelfeld, 
Vorder- und Aussenrd weissgrau oder bläulich weissbestäubt, der Ird schwarzbraun. Die Augenflecke wie 
auf der Oberseite, aber meistens mit rostgelben Ringen umzogen. Die Hflgl unten weiss- oder bläulich- 
grau mit einer auf beiden Seiten durch eine schmale braune Zackenlinie eingefasste Mittelbinde. Beim ? 
ist diese Mittelbinde mehr oder weniger braun bestäubt, die Zackenlinie ist dunkler und breiter angelegt, 
infolgedessen tiill die Binde hur viel schärfer wie beim cT hervor. Vor dem Aussenrd stehen zuweilen -J 
oder 3 schwarze Punkte, die mitunter aber auch fehlen. Kopf. Torax und J IIb schwarz, letzterer unten 
aschgrau, fhlr oben braun, unten grau mit -eiber Kolbe. Auf den Pyrenäen, Apenninen, Alpen und 

pollux. Karpathen. meist nur in beträchtlicher Höhe. Die ab. pollux Esp. (= dubius Fuessl, aglauros HbsL, 

baucis Schit.) hat eine zeichnungslose, weissgrau bestäubte Unterseite; vereinzelt unter typischen Exemplaren 

castor. (liegend, in Graubünden und in Finnmarken. ab. castor Esp. (= pandrose Bkh.) bat eine stumpfer ge- 

lärbte Oberseite mit •_' Apicalpunklen : durch die sehr gleichmässig bleigraue Hflglunterseite ziehen ■_' scharf 

schwarzbraune Zackenlinien. Eine unbedeutende Abart, wie sie wohl überall auf den Alpen unter typischen 

sthennyo. Exemplaren fliegt. Bei der auf den Zentral - Pyrenäen vorkommenden Form sthennyo Grasl. ist die 

Aussenbinde der Vflgl nicht rostbraun, sondern -eibrot und nach innen nur undeutlich oder auch gar nicht 

stelviana. begrenzt. Die Augen auf der ober- und Unterseite sind mit gelben Ringen umzogen. -- Bei ab. stelviana 

Gumpp. sind die Vflgl oben ganz ohne Augen; von den tiroler Alpen, kommt aber auch als Aberration fasl 

mantoides. überall unter typischen Exemplaren vor. Bei der nordischen Form mantoides Btlr. bangen auf der Vflgl- 

unterseite die Ocellen in einer Kette zusammen. Übrigens variier! sowohl die mitteleuropäische Bergform 



EREBIA. Von G. Eifpingek. 113 

als auch die arktische Form in ihren einzelnen Individuen so stark untereinander, dass fast sämtliche 
Aberrativformen aus beiden Gegenden stammen können. - Rp erwachsen grasgrün; Kopf, eine Rücken- 
linie, seitliche Fleckenlinien und Luftlöcher schwarz. Sie lebt an Gras und zieht sich, wenn sie berührt 
wird, wie eine Schnecke zusammen. Im Mai verwandelt sie sich frei an der Erde in eine stumpfe Pp mit 
grünem Vorderteil und bräunlichem HU). Der Falter erscheint je nach Höhenlage im Juni oder erst im 
August. In den Alpen trifft man ihn meist erst über der Baumgrenze, bis zur Schneelinie. Fr fliegt vor- 
zugsweise an Steinhalden mit dünnem Graswuchse und sitzt mi1 Vorliebe auf der Erde, Blumen besucht er 
nur selten. Er ist sein' scheu und daher nicht leicht zu erhaschen. 

E. tyndarus Esp. (= hei*se Bkh., dromus /•'.. tyndarellus übst.) (37i). Eine weit verbreitete, geo- tyndarus. 
graphisch in Grösse, Färbung und Zeichnung sehr variable Art. Die Flügel oben beim r lebhafter, beim 2 matter 
bläulichgrün schillernd. Die rostbraune Vtlglbinde ist am Aussenrd breit, nach unten schmäler und erreicht 
nur die Flügelmitte. Gegen die Flügelspitze stehen zwei kleine weissgekernte Augen, oder an deren Stelle 
nur 2 schwarze Punkte. Die Hflgl ent weder ganz einfarbig schwarzbraun, oder es zeigen sich am Saum- 
felde 3 schwarze Pünktchen in kleinen runden rotbraunen Flecken. Die Vflgl unten braunrot, beim ? rot- 
gelb, mit dunklerem Vorder- und Aussenrd, letzterer mit asckgrauer Bestäubung. Die Unterseite der Hflgl 
hell aschgrau, braun bestäubt, mit einer etwas dunkleren zackigen Querbinde. In der helleren Saumbinde 
stehen zuweilen einige schwarze Punkte, die indessen meistens fehlen. Beim ? ist die braune Bestäubung 
der Hüglunterseite dichter, die Querbinde schärfer begrenzt und deutlicher hervortretend. Auf den süd- 
und mitteleuropäischen Hochgebirgen, den Alpen. Apenninen und Karpathen. — Als cassioides Esp. (= cleo cassioides. 
Ulm., neleus Frr.) wird eine Form aufgefasst, die hauptsächlich auf den höheren Bergen von Ungarn und 
Dalmatien lebt, die hellere Hflgl und mehr gelbbraune Vflgl hat, übrigens alle Übergänge zur typischen 
Form aufweist. -- ab. coecodromus Gn. ist eine unter der typischen Form besonders im Ortler-Gebiet vor- coecodromus. 
kommende Abart, bei der Vflgl und Hflgl augenlos sind und die Vflglbinde undeutlich oder verwaschen er- 
sehend, oder auch ganz fehlt. -- Bei dromus H.-Schäf. (37i) sind die Binden der Vflgl breiter und heller, dromus. 
mehr rotgelb, die beiden Augen an der Flügelspitze grösser, meist zusammengeflossen und lebhaft weiss 
gekernt. Die stets vorhandene Binde der Hflgfl mit :'> kleineren, fast immer weissgekernten Augen. Die 
Unterseite der Hflgl aschgrau oder gelblichgrau, nur wenig braun bestäubt, mit verloschener Binde. In den 
westlichen Pyrenäen. — Die in den östlichen Pyrenäen fliegende, kaum verschiedene Form ist bei Hi m,-lli vxf. 
als pyrenaica abgetrennt. Hier reicht die rotgelbe Vflglbinde nur bis zum 2. Medianast herab: die beiden pyrenaica. 
Apicalaugen tliessen zu einem zusammen, das dann 2 Pupillen bat; die Htlglbinde ist verschwommen; an 
ihrem Aussenrd stehen kleine, weiss gekernte Oeellen. -- hispania Bttr. (= nevadensis Stgr. (37h) von der hispania. 
Sierra Nevada ist etwas grösser als der typische tyndarus; die rötlichgelbe, beim f ockergelbe Binde der 
Vflgl erreicht nur beim f zuweilen den Ird, meistens erlischt sie aber kurz vor diesem. Die beiden Augen- 
Hecke am Vrd zusammengeflossen und doppelt weiss gekernt. Auf den Htlgln zeigen sich zuweilen Spuren 
einer Aussenbinde mit verloschenen schwarzen Punkten. Die Htlgl unten beim d" aschgrau, dicht braun 
bestäubt, beim ? hellgrau mit kaum sichtbaren Spuren einer Querbinde. - altajana Stgr., von den armenischen altajana. 
und sibirischen Hochgebirgen, hat die rostrote Vtlglbinde sehr breit: sie reicht innen bis an die Zelle und 
zieht, nur wenig schmäler werdend, bis zum Ird. - Von dieser Form ist nochmals sibirica Stgr. (37i) vom sibiiica. 
Altai und aus der Mongolei abgetrennt: es ist eine etwas grössere Form, die Htlgl meist ohne Oeellen und 
ohne deutliche Binde, unten braun und grau gemischt. -- dromulus Stgr. (37 i) ist dem Typus ähnlich; die dromulus. 
Vflglbinde breiter, die Hflglunterseite nur dünn oder gar nicht grau bestäubt: östliche Küstenländer des 
Schwarzen Meeres. — ottomana H.-Schäff. (37i) ist die grösste aller tyndarus-F ormen. Ausser den beiden ottomana. 
Augen im Apex führt die Binde nach innen noch -J weitere kleine Augenflecken, die entweder undeutlich 
weiss gekernt oder ganz blind sind: Hflglunterseite einfarbig grau: von der Balkanhalbinsel, Griechenland. 
sowie Armenien erscheint neuerdings öfter im Handel als bakanica. -- iranica Gr.-Grsh. (37i) ist oft kleiner iranica. 
als die typische Form, mit ziemlich lebhaft rostroter Binde auf den V- und Htlgln. Die Apicalaugen der 
Ytlgl gross und lebhaft weiss gekernt: von Nord-Persien. 

Während manche dieser eben aufgezählten Formen durch Übergänge miteinander verbunden sind, 
vermutet man noch heute unter einigen derselben eigene Arten; eine Frage, die wohl nur die Kenntnis der 
Kntwieklungsgeschichte sicher lösen wird. Diese ist aber nur von der typischen (Alpenform) bis jetzt be- 
kannt. Die iyndarus-Rp ist braungrau mit 5 dunkeln Längslinien über den Rücken: über die schwarzen 
Luftlöcher zieht gleichfalls eine aus dunkeln Flecken gebildete Längslinie, unter dieser läuft nochmals ein 
dunkler, zusammenhängender Seitenstreif. Kopf dunkelbraun mit heller Linie über das Gesicht und schwarzem 
Maul (Gkiebel). Bis Juli an Gräsern. Die Schmetterlinge fliegen im Juli und August auf Almen und an 
sonnigen Berglehnen: sie haben einen hüpfenden Flug und setzen sich wie lappona mit Vorliebe mit ge- 
schlossenen Htlgln auf Geröll oder auf den nackten Erdboden. Die Tiere sind stellenweise äusserst häufig. 

E. afer Esp. (= afra Bsd., phegea Bkh.) (37h). Htlgl oben dunkel schwarzbraun. Der Apex und afer. 
meist auch der obere Teil des Aussenrds grau bestäubt. Die Vdrflgl mit 6 — 7 schwarzen weiss gekernten 
Augen in rötlichgelben Kreisen. Ein kleineres steht an der Flügelspitze, dann folgen, mehr nach innen zu, 
zwei grosse zusammenhängende, mitunter auch zusammengeflossene Augen, und die übrigen 3 — 4 vor dem 



114 MELAN \1X.IA. Von Dr. A. Seitz. 

Aussenrd sind nur wenig kleiner. Unterseite der Vdflgl düster braun, die Mittelzelle rotbraun, die Flügelr 
spitze mein- oder weniger grau bestäubt. Die Augen wie oben, doch fehlen die beiden am Ird fast immer. 
Die IIHlcI unten schwarzbraun mit weissgrauen Adern und einer verloschenen Binde von gleicher Farbe. 
Die Augen wohnlich 7 kleiner wie oben und nichl rotgelb, sondern weissgrau umrandet. Der 111h 

dalmata. oben schwarz, unten grau. In Süd-Russland und Vorder-Asien bis nach Ost-Sibirien. Die Form dalmata God. 
(37h) is1 etwas grösser, der Apex und Äussernd dünner weissgrau bestäubt, auf der Unterseite der FTflg l 
sind die Adern dunkel und nichl weissgrau angelegt wie bei afer; von Dalmatien und dem westlichen 

hyrcana. Kurdistan. — hyrcana Stgr. (= afra Christ.) (37h) ha1 Apex und Aussenrd in ansehnlicher Breite dicht 
weissgrau bestäubt, alle Augen auf beider Seiten merklich grösser und mit hellgelben Rippen umzogen. 
In Persien. — Die Schmetterlinge fliegen im Frühjahr, ofl schon im April, an Felswänden und Geröllfeldern 
und setzen sich auf Steine: an vielen ihrer Flugplätze scheinen sie nicht häufig zu sein. 

E. parmenio. Diese Art eine der grössten der Gattung - wurde als Gattung Erebomorpha Ehr. 
von den übrigen Erebia abgetrennt. Massgebend hierfür waren ausser grösseren Unterschieden im Bau der 
Sexualorgane vor allem die ungemein kurzen Fühler, sowie auch der höchsl merkwürdige Flug dieser 

parmenio. Schmetterlinge. Der typische parmenio Boeb. (35d) komm! von den Bergen Sibiriens, besonders dem Altai 
und Amurland, sowie der Mongolei und Mandschurei. Die Grundfarbe der Hflgl ist oben etwas heller als 
bei "/"'. Vrd und zuweilen die Flügelspitze grau bestäubt. Die Binde der Vflgl besteht aus 4 runden rost- 
gelben Flecken mit schwarzen, weiss gekernten Augen. Die beiden oberen sind zusammengeflossen und 
bilden einen grossen schwarzen Flecken, der doppelt weiss gekernt ist. Die Htlgl führen 3—4. seltener 5 
rostgelbe Flecken mit schwarzen, weiss gekernten Augenpunkten. Die Vtlgl unten rotbraun. Vrd, Flügel- 
spitze und ein Teil des Aussenrds silbergrau bestäubt, das Doppelauge sehmal gelb umrandet. Die übrigen 
Augenflecken sind sehr klein, sie fehlen oft teilweise oder auch gänzlich. Die Unterseite der Htlgl grau- 
braun, lein weissgrau bestäubt, besonders nach der Wurzel zu. Sämtliche Adern sind mau angelegt und 
heben sieh von der Grundfarbe schalt' ab. Die nach aussen gezackte Mittelbinde ist durch eine binden- 
förmige silbergraue Bogenhnie begrenzt. Der Saum ist durch eine graue Linie eingefasst und vor dieser 
zieht eine schmale, durch die Adern geteilte braune Zackenbinde. Die Augen vor dem Aussenrd mit blass- 
gelben Ringen umzogen. Das ^ ist auf der Oberseite vom 6* nur wenig verschieden, die graue Bestäubung 
der Ytlglspitze dehnt sieh bei manchen Stücken bis in die Nähe der .Mittelzelle aus. namentlich auf der 
Unterseite, wo auch die Adern silbergrau sind. — Bei der unter den typischen Exemplaren vereinzelt vor- 

inocellata. kommenden ab. inocellata Graes. (35d) leiden beiderseits die Augenflecke entweder ganz oder es sind auf 
alpina. den Kugln nur geringe Spuren davon bemerkbar. — alpina Elw. ist eine kleine dunklere Form von den 
höheren Bergen des Altai: sie hat oben weniger rotbraun auf den Vflgln und kleinere Ocellen : die Unter- 
seite unterscheidet sieh aber nicht von der typischen Form. -- Die Falter flattern an trockenen, steinigen 
stellen langsam und niedrig über das Geröll, indem sie die Vflgl in einer andern Ebene bewegen, wie die 
Hflgl; ein Flug, wie ihn ElWBS, der alle Formen des i><in„i nio lebend beobachtete, bei keiner andern 
Sehmetterlingsart fand. Fliegl im Juli und setzt sich an Gras: an seinen Flugstellen kommt der Falter in 
grossen Mengen vor. die sieh schwarmartig vor den Füssen des Beobachters erheben. 

13. Gattung: Melanargin •!/"'.'/• 

Diese Gattung wird von gegen 50 einander recht ähnlichen Formen gebildet. Es sind mittelgrosse 
schwarz und weiss gezeichnete Schmetterlinge mit stumpf dreieckigen Vflgln und mit sanft gewelltem oder 
leicht gezacktem Saume der Hflgl. Die Vflgl führen ein zuweilen in der schwarzen Fleckung verstecktes 
Apicalauge; die Unterseite hat vor dem Rande meistens eine schwarze Kappenlinie und auf den Hflgln 
einige Submarginalaugen. Fast sämtliche Arten kommen sowohl mit schneeweisser als auch mit leicht gelb- 
licher Grundfarbe vor und zwar fliegen beide Formen gleichzeitig und nebeneinander, ohne dass Übergänge 
gefunden werden. - Die Rpn sind gelblich-, bräunlich- oder hellgrün: sie leben an Gras, bei Tage ver- 
steckt und überwintern halberwachsen oder auch kurz vor der Verpuppung. Die l'p ruht ohne Gespinst 
frei an der Erde. Soviel bis jetzt bekannt, haben die Melanargien nur eine Generation. Sie sind fast 

ausnahmslos an ihren Flugplätzen gemein und wegen des ziemlich langsamen Fluges leicht zu fangen. Die 
Gattung isl fast ausschliesslich paläarktisch ; bis auf eine, die im äussersten Südosten des Gebietes die 
Grenze in das indische Gebiet überschreitet, sind sämtliche Formen auf das paläarktische Gebiet beschränkt. 
Untereinander stehen sich die bisher unterschiedenen Formen sehr nahe, so dass man mit Sicherheit kaum 
8 — 12 gute Arten rechnen darf. 

M. galathea. In der sonst schwarzen Zelle auf allen 4 Flügeln ein ovaler, weisser durch keinen 

Querstreif geteilter Fleck. Auf <\rv (»beiseite der Hflgl sind die Ocellen ganz unsichtbar oder schlagen nur 

als ganz matte Spur von der Unterseite durch. - Überall häufig, von Livland bis Nord-Afrika und von 

galathea. Spanien bis zum Kaukasus. Die zuerst beschriebene Form, galathea L. (38a), besonders in Nord- und 

procida. Mittel -Europa. Bei der Form procida Hbst. i galacaera Esp.) (38b) ist die Oberseite viel intensiver 

schwarz und die weissen Randflecke sind oben auf allen Flügeln stark reduziert. In Süd-Europa, bis 



MELAXARG1A. Von Dr. A. Seitz, 115 

in die südlichen Alpen. -- ab. vispardi Jullien, die ich nur aus der unkolorierten Abbildung kenne, scheint vispardi. 

ein leichter Übergang zu dieser Form mit sehr dickem Zellschlussfleck und etwas trüber Färbung zu sein. 

— Bei turcica Boisd. (38a, b) ist das Weiss auch im Discus stark reduziert, so dass das Schwarz auf turcica. 

der Oberseite bedeutend überwiegt. Die ab. galene 0. hat auf der Unterseite anstatt der Augenreihe galene. 

nur Pünktchen und die ab. leucomelas Esp. (38 a) hat eine ganz weisse oder cremefarbige Hflglunterseite, leucomelas. 

auf der nur ganz matt die Zeichnung der Oberseite durchschimmert. Solche Stücke mit zeichnungslos 

weisser Hflglunterseite kommen sowohl unter der Stammform wie auch unter den procida und turcica vor, 

sind aber nicht häufig und ausnahmslos Weibchen. — Jenseits des Mittelmeeres fliegt eine grosse galathea- 

Form. lucasi Rbr. (— mauritanica Oberth.) (38b). Sie ist schärfer, aber nicht anders gezeichnet und gefärbt lucasi. 

als die typische Form, höchstens dass auf der Unterseite der Htlgl der Stiel, mit dem der costale und 

discale Teil der grauen Mittelbinde zusammenhängen, weniger dünn ist. - Eine auf beiden Seiten ganz 

einfarbig dunkelbraune (melanotische) Varietät, bei der nur auf der Hflglunterseite die 5 Äugelchen als 

lichte Ringe erkennbar sind, bildet Oberthür als ab. lugens ab und als ab. melania Oberth. wurde ein lugens. 

Exemplar mit dichtgrau überstäubter Unterseite der Hflgl von der Lozere bezeichnet. Bei syriaca Oberth. melania. 

ist die ganze Oberseite schwarz bis auf ein weisses Discalband, das durch beide Flügel zieht. So entsteht s 

ein Färbungsbild wie bei tu urica Höh. i39a, = syriaca Stgr. auf der Tafel mit s\ riaca» bezeichnet), die 

aber zur larissa - Gruppe gehört. Zuweilen kommt es vor, dass die feine dunkle Saumlinie fehlt; solche 

Stücke nannte Metzger ab. amarginata; die Abweichung kann bei den verschiedenen Formen auftreten. — amarginata. 

Es kommt auch vor, dass auf den Hfigln das letzte (anale) Auge, anstatt nur doppelt gekernt zu sein, in 

"2 Augen zerlegt ist, so dass dann die submarginale Reihe statt 5 sechs Ocellen hat, was besonders bei 

der procida-Form öfter gefunden wird: dies ist ab. electra Meig. - - Rp hell grüngelb, die Rücken- und electra. 

Seitenlinie braun; im Mai erwachsen an verschiedenen Gräsern. Die Schmetterlinge fliegen im Juni und 

Juli, in Afrika schon von Ende Mai ab. Die cfcf flattern langsam suchend auf grasreichen Waldplätzen 

und Wiesen umher, die etwas später erscheinenden ?2 findet man meist mit zusammengeklappten Flügeln auf 

Distelblüten und Skabiosen sitzend. 

M. lachesis Hbu. (= nemausiaca Esp.) (38b). Lichter als galathea, selbsl als deren hellste Form. Der lachesis. 
schwarze, über die Querader der Vflgl führende winklig gebrochene Fleck an der Bruchstelle eingeschnürt. 
Hflgl bis auf die unterbrochene Submarginalbinde ganz weiss, mit ganz dürftiger Bestäubung an der Wurzel, 
nur schlagen beim cf die Zeichnungen der Unterseite durch. In Spanien. Portugal und Süd-Frankreich. — 
Die Exemplare mit cremegelber Grundfarbe, die etwas seltener sind als die kreideweissen, sind canigulensis canigulensis. 
Oberth. genannt wurden: aus den Pyrenäen. - ab. cataleuca Stgr. (38b) sind Weibchen, deren Hflgl unten cataleuca. 
weiss überdeckt, mit kaum erkennbarer Zeichnung, sind: überall unfer der Stammform, aller vereinzelt. — 
Die Schmetterlinge fliegen im Mai und Juni an Berghängen und Brachäckern und sind an ihren Flug- 
plätzen häufig. 

M. titea. Vflgl wie lachesis, die Wurzel zuweilen stark, zuweilen gar nicht bestäubt. Die Hflgl 
sind oben im Discus stets ganz weis^ Inder cremefarbig): der Hauptunterschied liegt auf der Unterseite der 
Hflgl, wo die Händer der Mittelbinde zwar durch 2 scharfe, unregelmässige Wellenlinien bezeichnet sind. 
der Raum dazwischen aber der Grundfarbe gleich ist. Die eigentliche titea Klug ( = darceti Dup.) (38c) hat titea. 
breiten, tiefschwarzen Rand aller Flügel, eine gleichbreit verlaufende, schräge Halbbinde über die Querader 
und bis auf den Raum in der Vflglzelle stark schwarzbestäubte Flügelwurzeln. Syrien, von Beirut bis 
Antiochia. -- Bei teneates M4n. (38c) ist zwar der Rand aller Flügel noch tiefschwarz, aber ihre Wurzeln teneates. 
sind weiss und das Schräghand am Zellende verschmälert sich gegen den Discus hin. In Armenien und 
dem Taurus. — Bei palaestinensis Stgr. (38c, d) zeigt der Flügelrand eine Reihe grösserer weisser Flecke, palaesti- 
die bei den vorigen Formen dieser Gruppe nur spurweise zu sehen waren; auf der Unterseite ist die innere nensis - 
der beiden durch den Discus ziehende Wellenlinie in ihrem mittleren Ted gewöhnlich ausgelöscht. Palästina. — 
Eine wahrhaft riesige Form, deren ?? über ei cm spannen, ist wiskotti Röb. von Persien; auf den Vflgln wiskotti. 
beginnt hier die weisse Subapicalbinde gleich an der Gosta breit und die Ocellen auf der Hflglunterseite 
sind weit grösser als bei allen andern titea-Formen. Die mir von Herrn Röber freundlichst zum Vergleich 
gesandten Exemplare stammen von Dorak unweit der Schatt-el-arab-Mündung. Bei titania Calb. (38 d) titania. 

aus der syrischen Wüste (Aleppo, Aintab) ist der schwarze Rand der Flügel stark reduziert und begleitet 
die sehr gross gewordenen weissen Submarginalflecke nur noch als eine aus dreieckigem Schatten zusammen- 
gesetzte Fleckenbinde. Die titea ist sehr lokal; sie fehlt in grossen Distrikten ihres Vaterlandes. Sie 
liebt eichenumstandene Weideplätze und fliegt im Mai. an ihren Flugstellen nicht selten. 

M. japygia. Diese hat niemals einen breiten schwarzen Flügelrand, Mindern nur eine Saum- und 
davor eine Kappenlinie. Durch die Vflglzelle zieht etwa in deren Mitte eine sägeförmig gezähnte Querlinie. 
Hinter der Zelle zieht durch alle Flügel eine oben stets deutliche, unregelmässig aus Flecken und Strichen 
sich zusammensetzende Binde. In ihren verschiedenen Lokalformen ist die japygia über ein ungeheures Gebiet 
verbreitet und reicht von Portugal bis zum Pamir und Altai. Am meisten Schwarz von allen Formen hat die 
kleine Form ab. atropos Hbu., die unter der Stammform im südlichen Italien fliegt. Die zuerst beschriebene atropos. 
Form, japygia Cyrilli (38d), hat besonders in der Analgegend der Hflgl nach starke schwarze Bestäubung, japygia. 



116 MELANARGIA. Von Dr. A. Seitz. 

cleanthe. in der die unten als grosse Ringe erscheinenden Ocellen stehen. Süd-Italien, Sizilien. cleanthe 

Bsd. (38d, e) isl die westlichste Vertreterin der Art, die in Süd-Frankreich, an der Riviera und in Spanien 
fliegt; hier treffen wir nur noch einen leichten, graulichen Schatten um die Hflglocellen. Dagegen zeigen 
suwarovius. die Vflgl am Zellende uoch ein dickes, schwarzes Band. Bei suwarovius Übst. <— clotho Uhu., russiae 
Esp - i, welche die Art im Norden vertritt und von Ungarn durch ganz Süd-Russland und Sibirien bis 
zum Altai reicht, belli sich auch das Band über der Querader der Vtlgl durch Einlagerung eines weissen 
Mittelflecks auf, so dass dieser belle Fleck, von Schwarz umrahmt, zu einer Art von Mittelauge wird. — 
caucasica. Bei caucasica Nordm. (= Kenia Frr.) (38e) bellt sieb auch die Mittelbinde der Hflgl durch weisse Ein- 
lagerungen auf, so dass nunmehr die gesamte schwarze Zeichnung in Striche, Kappen und Bogenlinien auf- 
gelöst ist; im Ost-Kaukasus (Dagestan) und Armenien. -■ Etwas mehr Schwarz als diese weisse Form hat 
transcaspica. transcaspica Stgr. (38e), indem die submarginalen Kappenlinien hier verdickt und innen durch graue Be- 
stäubung beschatte! sind, die sich auf den Aderenden in dunklen Zacken an den Rand erstreckt; dabei isl 
auch die Mittelbinde der Hflg] oben dunkel ausgefüllt. Persien, Turkestan. Die Können der japygia 

bevorzugen als Flugplätze steinige Halden, wo vereinzelte Grasbüschel, an denen die V suchend umher- 
fliegen, zwischan Felsen und Geröll hervorspriessen. sie gehen in den Gebirgen bis zu beträchtlicher Höbe. 
M. parce. Diese steht der vorigen SO nahe, dass man sie mit ihr vereinigen könnte. Die Zeichnung 
parce. stimmt ganz mit der von cleanthe und suwarovius überein, doch hat die typische parce Stgr. (38f) vom 
Pamir eine aufgehellte Mittelbinde und dafür einen breit schwarzbestäubten Wand (innerhalb der Kappen- 
lucida. linie) der Hflgl. Die Form lucida Stgr. (38f) von Koksu und Ferghana dagegen ha1 einen rein weissen. 
zeichnungslosen Discus aller Flügel und auch das Aussendritte] der Vflgl isl weiss, in dem dann das Apical- 
auge wie ein dicker Punkt steht. 

M. larissa. Auch die an diese sich anschliessenden Formen lassen sich nur schwer und gewaltsam 
von den japygia-Formen trennen. Das Querbändchen der Vflglzelle steht deren Mitte nicht so nahe, sondern 
scheint etwas mehr nach dem Zellende gerückt, und die Mittelbinde der Htlgl zeigt einen etwas andern 
Verlauf, variier! aber auch unter den Exemplaren einer Form nicht unbeträchtlich. Geographisch gruppieren 
sich die larissa-Formen mehr in weiten Grenzen um die Länder am Schwarzen Meer, wahrend das Fluggebiet 
larissa. der japygia-Formen das der larissa in weitem Bogen umspannt. - Die typische Form larissa Ubn. (38f) ist 

leicht kenntlich an der stark russigen Verschwärzung aller Flügelwurzeln, die in der Zelle noch lichte 

Stellen lässt. Balkanhalbinsel, besonders deren östlicher Teil, Küsten des Schwarzen Meeres und Teile von 
astanda. Armenien. Als astanda Stgr. (38 f) kommen sein verschiedene Tiere in den Handel, die eine stark verdunkelte 
Mittelbinde der Hflgl, jedoch bald stark dunkel bestäubte, bald (wie in der Abbildung 38f) sehr belle Vflgl 
zeigen. Da auch die der Urbeschreibung beigegebene Abbildung (Rom. Mein. Lep. I. Tat'. 1. Fig. 5, 6) halt- 
bare Charakteristika nicht ergibt, so dürfte es sich empfehlen, diesen Namen ganz fallen zu lassen.' wenn 
er nicht allgemein für diejenigen Exemplare bestehen bleiben soll, die in sich Charakteristika von japygia 
taurica. mu \ /„ //s> „ vereinigen. taurica Ebb. I syriaca Stgr.) ist eine prächtige Form, die besonders am Süd- 
abhang des Taurus (bei Adana) fliegt und bei dei ausser dem Wand auch die ganze fnnenhälfte aller Flügel 
schwarz ist, so dass nur eine weisse Mittelbinde bleibt. Auf derTaf.39 ist diese Form in Reihe a abgebildet 
und als „syriaca" bezeichnet. Exemplare, bei denen auch diese Mittelbinde im Costalteil der Vflg] noch von 
gnophos. Schwarzbraun überschattet ist, unterscheidet Obeethüb als ab. gnophos, die er aber für eine galathea-Fovm 
anspricht; von Akbes in Syrien. Diesen exzeptionell dunkeln Formen stehen nun eine Anzahl heller 

grumi. gegenüber; so grumi Stdfss. (39b), bei der die Zellen sowie selbst die Mittelbinde der Hfgl aufgestellt 
occaecata. sind: ab. occaecata Stgr., >\^v die Ocellen auf der Hflglunterseite fehlen: massageta Stgr., die oben so 
"'"■ v - s " "'''"• dunkel ist wie die typische larissa, unten aber verloschene Zeichnungen hat; diese Formen kommen, zum 
iirria. Teil wohl nebeneinander, in Kurdistan und dem südlich daran stossenden Mesopotamien vor. herta Eon. 
(39a) hal zwar noch bestäubte Hflglwurzeln, aber sonst im Discus bereits viel und reines Weiss: im Süden 
hertina. U nd Westen der Balkanhalbinsel. hertina Stgr. sind Exemplare von Achalzich in Armenien genannt, die 
der vorigen sonst ähnlich, aber mit schärferen schwarzen Zeichnungen versehen und wesentlich kleiner als 
adriatka. herta sind. Eine sehr weisse Form von Dalmatien führen wir hier als adriatica form. nov. (39a) ein, bei 
der Apicalauge und Hflglocellen als schwarze Funkte auf völlig weissem Grunde stehen, und bei der der 
subapicale Schrägschatten der Vflgl völlig weggelöscht ist. Wie astanda, so vermittelt auch diese Form 
zwischen dem larissa- und dem japygia-Tyipus. 
hylata. M. hylata Men. (39b). Diese Form aus Armenien isl sofort kenntlich an der weissen Unterseite, wo 

aut den Hflgln nur ganz verwaschene, kaum angedeutete Zeichnungen sich finden. Auf den Yllgln ist nur 
das Schrägband am Zellende und ein unregelmässiges von der Aussenrdsmitte nach dem Innenwinkel sich 
verbreiternde- Submarginalband schwarz. Exemplare von Seinras zeichnen sich durch beträchtlichere 

Grösse und sein breite weisse Fransen aus. in welche die stark vergrösserten weissen Marginalflecke ohne 
scharfe S.cheidungslinie einmünden: wir nennen diese -rosse Form zum Unterschied von den kleineren 
iranica. Armeniern iranica form. nov. (39b). 

M. halimede. Diese Form führt, wie alle ostasiatischen Melanargien, auf der Oberseite der Vflgl 
einen breiten, schwarzen [rdsstreif, so da— jede Verwechslulig mit einer europäischen oder vorderasiatischen 



Ausgegeben 2Z. t. 08. OENEIS. Von Dr. A. Seitz. 117 

Form ausgeschlossen ist. Bei der typischen halimede Men. (39b, c) ist dieser [rdsstreif ziemlich breit und halimede. 
die Ocellen der Htlglunterseite sind mittelgross, in einer dunklen, nach innen gerade abgeschnittenen Halb- 
binde eingebettet. In Nord-China, der Mongolei und Süd-Sibirien. - - Als ganymedes Riihl-Reyne (39c) ganymedes. 
wurden mir Exemplare mit etwas vermindertem Schwarz auf beiden Seiten eingesandt; aber die in der Ur- 
beschreibung angegebenen Trennungskriterien lassen sich nicht halten und daher wurde diese wenig ver- 
schiedene Form, als keines Namens wert, in Staüdinger-Rebel's Katalog der paläarktischen Schmetterlinge 
wieder eingezogen. — meridionalis Fldr. (= epimede Stgr. (39 c) ist eine grosse, oben sehr breit schwarz meridionalis. 
gezeichnete Art, die hauptsächlich bei Ningpo und Kiukiang vorzukommen scheint. Vor allem sind auf der 
Unterseite die Ocellen gewaltig entwickelt. Eine auf beiden Seiten melanotisch veränderte Form ist 

ab. lugens llonr. (39 d), bei der nur noch reduzierte weissliche Wische in die sonst ganz dunkle Flügel- lugens. 
fläche zwischen die Adern eingelagert sind ; sie ist aus Zentral-China bekannt. - - Die grösste Form dieser 
Art und der ganzen Gattung überhaupt ist montana Leech (39 c), die hauptsächlich am Yang-tse-kiang montana. 
(I-tschang, Ghang-Yang) vorkommt und dort nicht selten ist. Sie ist oben fast ganz weiss, nur die Adern, 
der Irdsstreif und eine schräge Fleckenbinde der Vflgl sind schwarzbraun. 

Als M. meda Gr.-Grsh. wurden mir verschiedene Formen zugesandt, bei denen der dunkle Irdsstreif meda. 
der halimede durch einen auf der Submediane verlaufenden Streif ersetzt ist, der aber nur bis zur Flügel- 
mitte zieht und dann im weissen Discalfeld erlischt. Von diesem Schatten abgesehen sind die Flügel bald 
bis auf den schwarzen Aussenrd rein weiss, bald steht am Zellende der Vflgl ein Schattentleck, der mitunter 
sich schräg nach dem Innenwinkel hin fortsetzt. Staudinger u. Rebel stellen die Art zwischen japygia und 
lucasi, doch dürfte sie von Standfuss richtiger als eine Nebenform zu titea gezogen worden sein, wenn er 
in der Roman. Mem. Lep. 6. p. 661, beschriebenen aber nicht genannten Form die echte meda vor sich 
gehabt hat. 

M. leda Lcech {■= yunnana Oberfh.) (39 d). Diese gleicht zwar auf der Oberseite der halimede, zeigt leda. 
aber auf der Htlglunterseite eine völlig von dieser verschiedene Zeichnungsanlage, indem sich einige graue 
Flecke und Streifen zu einer Art von Mittelbinde zusammensetzen , die an abendländische Formen erinnert. 
Der breite, tiefschwarze Irdsstreif auf der Oberseite der Vflgl lässt keinen Zweifel, dass leda sich in den 
Kreis der ostasiatischen Formen einreiht. Sie ist in Ost -Tibet (How-Kow) im Juli und August häufig bis 
zu einer Höhe von 10000 Fuss (Leech). Von dieser Art muss auch bemerk! werden, dass ihr Vorkommen 
in der chinesischen Provinz Yunnan erwähnt wird : es ist dies die einzige Melanargia . die bis jetzt ausser- 
halb des paläarktischen Gebietes, nämlich in Süd-China, beobachtet worden ist. 

M. syllius Hbst. (occitanica Esp.) (39d, e). Sofort kenntlich an dem gitterartigen braunen Adernetz syllius. 
der Htlglunterseite, zwischen dem die grossen, dick weissviolett gekernten Ocellen stehen. Oben trägt die 
Vflglzelle nicht weit von ihrem Ende eine schwarze Querlinie. Von Spanien über die französische und 
italienische Riviera bis Ober -Italien und Piemont verbreitet. Im April und Mai auf steinigen, Geröll 
führenden Berghängen, wo die Männchen lebhaft und ziemlich schnell umherfliegen. Beim Niedersetzen 
wählen sie als Ruheplatz stets einen Felsen oder Geröllstein, oder setzen sich auf die nackte Erde, dagegen 
nicht an Pflanzen, wie die andern Arten. An ihren Flugplätzen ist die Art sehr häufig. -- ab. ixora Bsd. ixora. 
(= psycbe Hbn) ist die unter der Stammart, aber nicht häufig, vorkommende Form ohne Ocellen. — Bei 
ab. antixora Oberth. von Hyeres in Süd -Frankreich ist umgekehrt die um die Ocellen gelagerte Schatten- antixora. 
und Zackenzeichnung verschwunden, die Ocellen aber stehen frei und gut ausgebildet auf der Flügel- 
fläche. — Bei pherusa Bsd. (39 e) ist das Querbändchen in der Vflglzelle mehr in die Mitte der Zelle gerückt pherusa. 
und etwas anders verlaufend und die Gitterzeichnung sowie die Ocellen auf der Htlglunterseite sind blasser. 
Sizilien, im Mai und Juni. - plesaura Bell. (39 fi hat ganz weisse Hflgl; von der Streifenzeichnung ist plesaura. 
nur noch die Randkappenlinie übrig und die Ocellen sind, auch auf der Unterseite, verschwunden. 

M. ines Hoffgg. (= thetis Hbn.) (39 e). Oben dem syllius ähnlich, aber das Querbändchen der Vflgl- ines. 
zelle dick schwarz , genau in der Zellmitte und mit dem schwarzen Fleck auf der Querader nicht ver- 
bunden. Auf der Htlglunterseite treten die Ocellen als prächtig bunte Augen mit himmelblauem, nach- 
einander rostrot, gelb und schwarz umringtem Kerne hervor, auf der Oberseite sind die costalen stets blau 
gekernt. -- Im Frühling in Andalusien, Marokko und Algerien auf steinigen, vegetationsarmen Höhen; gemein. 

M. arge Sulz, i — amphitrite Hbn) (39 f). Oben weiss, nur die Randkappenlinie, die 2 Bändchen arge. 
auf Zellmitte und -ende und die schön blau gekernten Augen dunkel; unten ist die Zeichnung der Vtlgl in 
gleicher Weise reduziert; in Süd- und Mittel-Italien, aber sehr lokal, im Juni. -- Die ab. caeca Stgr. ohne caeca. 
Ocellen. selten unter der Stammart. 



14. Gattung: Oeneis Hb 



n. 



Fhlr sehr kurz, nach der Spitze zu allmählich zu sehr verschieden ausgebildeter Keule verdickt. Kopf, 
klein, in starker Behaarung versteckt. Augen nackt. Palpen dicht und stark behaart, bis auf etwa Kopfes- 
länge vorgestreckt. Vtlgl gestreckter als bei den meisten Erebia und Melanargia, die Flügelzelle dadurch länger; 

I 15 



I is OENEIS. Von Dr. A. Seitz. 

der Vrd sehr gerade, ebenso der Ird der Vflgl. Die Hflgl gerundet, zum Teil am Saume gewellt oder 

schwach gezackt, mit fast geradem Costalrande. Die Farbe der dünn beschuppten Flügel ist ein fahles Gelb 
oder Russbraun, mit einer oft unscheinbaren, Punktaugen führenden Aüssenbinde. Die Htlgl unten vielfach 
fein dunkel gestricheil . von lichten Adern durchschnitten und meist von einer dunkeln .Mittelbinde durch- 
zogen. -- Die Eier, soweit bekannt, sind länglich, hell gefärbt, mit dichtstehenden Fängsrippen. Die Rpn 
gleichen in auffallender Weise Blattwespenraupen; sie haben einen grossen, kugeligen Kopf, sind ziemlich 
dick, nach hinten stark verjüng! und in -2 kurze Afterspitzen ausgezogen. Die Farbe ist ein trübes Grün- 
braun oder Gelbbraun, mit Längszeichnungen. Sic leben an Gräsern wachsen sehr Langsam und ver- 
wandeln sich zuweilen erst nach zweimaliger Überwinterung in eine frei an der Erde liegende überall ab- 
gerundete Pp, die vielfach dunkle Flügelscheiden zeigt. Die Schmetterlinge fliegen im Sonnenschein an 
Waldrändern und felsigen Berghängen, im Süden ihres Gebietes nur in beträchtlicher Höhe, im Norden in 
der Ebene. Die sein' dickleibigen S fliegen wenig. Die Tiere setzen sich an Baumstämmen und Felsen 
mit zusammengeklappten Flügeln, wo sie durch ihre den Steinen oder der Tannenrinde ähnliche Unter- 
seite schwer erkennbar sind. Es ist zweifellos, dass von den über 50 verschiedenen bis jetzt bekannten 
Formen die meisten nur Kassen einzelner Species bedeuten, deren sichere Vereinigungen erst nach ge- 
nauerer Kenntnis der Jugendzustände möglich ist. Die Gattung ist zirkumpolar verbreitet und zwar auf 
den Norden der paläarktischen und nearktischen Region beschränkt. Einige südamerikanische Bergfalter, 
die man bisher zu Onnis rechnete, werden wohl besser anders untergebracht. Die meisten Arten finden 
sich im Altai, in Skandinavien und in Kanada. Die imposantesten Formen sind ehryxus und vor allem 
gigas, eine Form der nevadensis, von der pazifischen Küste Nord -Amerikas; die kleinste Form ist sculda von 
Süd-Sibirien, von der manche Exemplare nicht grösser sind als Caenonympha tiphon. 

intta. O. Jutta Hbn. {= ballier H.-Sckäff.) (40a). Eine der grössten und dichtest bestäubten Arten, cf 

mit einem schwarzen, von den Adern durchbrochenen Duftstreif, der unter der Vtlglzelle hinzieht und auf 
deren äussere untere Fcke übergreift. Oberseite russbraun; vor dem Saume eine Reihe ockergelber 
Flecke, die sich beim ? bis fast zur Berührung nähern (und bei amerikanischen Exemplaren zu einer Binde 
zusammenüiessen). In diesen Hecken stehen Augenpunkte, fast stets ungekernt: einer im Apex, einer über 
dem Innenwinkel der Vflgl und ein dritter im Analwinkel der Hflgl. Zwischen die 2 Vflglpunkte schiebt 
sich gewöhnlich ein kleiner, akzessorischer vor der Aissenrdsmitte ein und auf den lltlgln können sich 
ebenso 1 — 2 weitere vor dem Aussenrd linden. Die Unterseite der Vflgl der obern ähnlich, die Ockerflecken 
mehr verlaufen; die Hflgl unten so dicht dunkel quergestrichelt, dass sich die buchtige. dunkle Mittelbinde 
kaum vom Grunde abhebt. Skandinavien, Nord - Russland und Sibirien; in Europa südlich bis Königsberg, 
in Asien bis zum oberen Jenissei und Amurland; ausserdem in Nord-Amerika. Die Inländische ab. 

balderi. balderi Hbn. (= balder l!si/.\, die neben typischen Exemplaren nicht selten vorkommt, zeigt weniger und 
verloschenere Augen und ist beträchtlich kleiner als die gewöhnliche nordeuropäische Form, zu der sich 

magna, alle Übergänge linden: als magna Graes. bezeichnet man die grosse asiatische Rasse, deren c/'c/ 1 der Duft- 
streif unter der Zelle fehlt. Fi länglich mit Längsrippen. Die Rp lederbraun mit dunkeln Fängslinien 
und braunem Kopfe. I'p trüb beingelb mit wenig dunkleren Flügelscheiden. Die Schmetterlinge (liegen 
im Juni und Juli an Waldrändern und setzen sich gern auf Weidenzweige und Blumen; an ihrer Südgrenze, so 
'im äussersten Nordosten von Deutschland, sind sie selten, im hohen Norden aber bedeutend häutiger. Der 
Flug ist ziemlich schnell, der sitzende Falter aber nicht scheu und leicht zu fangen. 

muiia. O. mulla Stgr. Wenig kleiner als die grosse jutta - Rasse. Alle Flügel ziemlich dunkel braun mit 

breiter ockerfarbiger Aüssenbinde. die auf den lltlgln ungedeckt ist. auf den Vflgln 2—3 Augenpunkte hat: 
einen grossen im Apex und I 2 gewöhnlich kleinere darunter. Vtlglzelle beim <? oben aufgehellt. Hflgl 
unten ohne deutlich weisse Adern, mit dunkler, durch starke Querstrichelung an der Innengrenze ver- 

elwesi. waschener, unter der Zelle eingeschnürter Mittelbinde; vom Tarbagatai. -- Die Form elwesi Stgr. (= mulla 
Elw.) (40a) lebl im Altai, ist kleiner und dunkler, das ? fast kaffeebraun. Hier isl die Mitlelbinde auf der 
Hflglunterseite in kleinen Zähnchen nach dem Aussenrd hingezogen und das Saumfeld isl direkt hinter 
dieser Mittelbinde weisslich bestäubt. In beträchtlicher Höhe, an Felsen fliegend, lokal, die 9$ nicht häutig. 
Ende Juni und im Juli. Die Faller gleichen im Fluge sehr dem Satyrus hippolyte, der in einer kleinen 
Lokalform an gleicher Stelle fliegt. 



5' 



tarpeja. O. tarpeja PgJl. (= celimene Cr., vaeuna Gr.-Grsh.) (40a, bi. Ziemlich konstant oben honiggelb 

mit braungrauen Flügelrändern, vor denen Kelten von je 4— 5 dicken, schwarzen Funkten stehen. Unten 
sind die Vflgl ähnlich wie oben, aber beim d" befinde! sich in der Zelle, beim ? auch um dieselbe, eine graue 
Bestäubung. Hflgl unten weiss geädert, an der Wurzel dunkle Wolkenzeichmmg, die öfters mit der dunklen 
Mittelbinde zusammenfliesst. Die letztere vorn und hinten meist breit weiss angelegt. Sehr weit verbreitet, 
von Süd-Russland durch die Kirgisensteppe und über den Kukunor bis nach Daurien; nicht selten, im 
/cderi. Juni. -- Die ab. lederi Alph.(40b) zeigt eine trüb milchweisse oder cremefarbige Grundfarbe; aus der Mongolei. — 
Die Rp der von vielen Lepidopterologen als die amerikanische tar/xja angesprochenen nlhcrta aus Kanada ist. 
dunkel okvengrün mit dicken braunen, sehr gerade verlaufenden Fängslinien; die Pp mit lief dunkelbraunem 



0ENE1S. Von Dr. A. Seitz. im 

Vorderteil und beingelbem Hlb (Edwards); die Entwicklungsgeschichte der europäischen Form ist mir 
nicht bekannt. 

O. aello Hbn. (= norna Hbit., glacialis Schrk.) (40b, c). Nächst (den amerikanischen) gigas und aello. 
chryxus die grösste Oeneis. Oben russbraun; in verloschener, zuweilen nur angedeuteter blass ockergelber 
Aussenbinde stehen einige Augenpunkte; zuweilen nur Apical- oder Analaugen, zuweilen ganze Reihen mit- 
unter gekernter Punkte. Unten sind die Htlgl und die Spitze der Vtlgl stark dunkel quergestrichelt und 
von dicken, weissen Adern durchzogen; nur in den Alpen, von 2000—7000 Fuss Höhe, vorzugsweise an 
felsigen Stellen. In vielen Gegenden der Schweiz und Tirols fliegt sie nur jedes zweite Jahr, hier in den 
Jahren mit gerader, dort mit ungerader Zahl erscheinend. In andern Gegenden erscheint sie jährlich, aber 
nur jedes zweite Jahr häufiger; im Juli und August. — Rp gelbbraun oder olivenbraun, mit feineren dunkeln 
Längslinien über den Rücken und braunem Seitenstreif; an Gräsern. 

O. norna. Bei dieser Art hebt sich der hell ledergelbe Aussenteil aller Flügel scharf gegen den rauch- 
braunen Wurzelteil ab; die Fransen sind lebhaft gescheckt. Die Vtlgl führen stets, zuweilen gekernte, Augen- 
punkte; 1 vor dem Apex, 1 über dem Innenwinkel, die bald allein stehen, bald durch eine Reihe kleinerer, 
akzessorischer Punktflecke verbunden sind. Die Mittelbinde auf der Hflglunterseite in ihrer oberen Hälfte 
meist zweimal nach aussen gezähnt, in ihrer äusseren Umgrenzung vom lichten Aussenrdsteil sich abhebend, 
dagegen mit dem dunkeln Wurzelteil ziemlich gleichfarbig. Die typische norna Thunb. (= celaeno Hbn.) norna. 
(40 c) zeigt eine stattliche Augenreihe der Vtlgl und mindestens 1 Punktauge über dem Analwinkel der 
Htlgl. — Bei der ab. hilda Quens. (40c) haben die Vtlgl nur das Apicalauge deutlich. -- Bei ab. ochracea hilda. 
Auriv. sind die Vtlgl fast ganz einfarbig gelbbraun. — ab. lampana Auriv. zeigt die Aussenbinde säum- ochracea. 
wärts rostrot angeflogen. Diese sämtlichen Formen kommen in Nord -Europa und dem nördlichen Vorder- lam P ana - 
Asien vor. — Im Altai wird die Art vertreten durch die grosse altaica Elw. (40c, d), so gross wie aello ; altaica. 
dunkler als die europäischen Stücke, mit weit lebhafter gefärbter Unterseite; auch ist hier beim cf der bei 
typischen norna -<?<? zuweilen stark reduzierte oder gar fehlende Duft streif unter der Vflglzelle stets dicht 
und dunkel. — Bei fulla />. (40d) vom Tarbagatai ist im Vflglapex nur ein, bei manchen ?? zu einein fulla. 
einzigen Pünktchen reduziertes Auge. — Bei elsa Äust. (40d) ist (dien auch beim cf jede Spur eines Apical- elsa. 
auges der Vflgl verschwunden und auf der Unterseite findet sich ein mit blossem Auge kaum wahrnehm- 
bares Ringelchen und die gesamte Flügeloberseite ist fast ohne jede gelbe Beimischung einfarbig düster 
staubgrau. — Ebenso ist vanda Aust. (40d) eine unbedeutende Aberration, der fulla sehr nahestehend, unten vanda. 
genau wie diese gezeichnet, aber grauer, ganz augenlos, auf der Oberseite dünn staubgrau beschuppt, die 
Htlgl stark transparent, die Vtlgl mit 2 ganz verloschenen Augenpunkten vor dem Apex und über dem 
Innenwinkel. Die Oberseite aller Flügel ist fahler, die Mittelbinde der Hflglunterseite dunkler als das 
Wurzelfeld; Duftstreif der o"cf unter der Vflglzelle sehr schwach. Von elsa und vanda befindet sich die 
Type, die wir hier zur Abbildung bringen, im Tring Museum. - - Die Falter fliegen einzeln im Juni an den 
Rändern von Nadelwäldern und setzen sich besonders gern an Lärchenstämme. Frische Falter haben im 
Leben einen angenehmen Dufl . wie angegeben wird , nach Rosen. Die Tiere sind ziemlich scheu und 
schwer zu fangen. Elwes sah im Altai niemals mehr als 1 oder 2 Exemplare bei einem Ausflug. 

O. dubia Elw. (40 d, e). So gross wie die altaica. Vtlgl dunkel russbraun, so dunkel wie bei jutta, dubia. 
die Aussenbinde sehr regelmässig, lebhaft ockergelb sich abhebend. Auf der Hflglunterseite ist che Mittel- 
binde regelmässiger und nicht vie bei den »oraa-Formen saumwärts in Fortsätze ausgezogen. Da Elwes 
überdies die männlichen Genitalien anders fand als bei den norna, so führen wir diese Form hier gesondert 
auf. dubia fliegt im Juli (vier Wochen später als norna) in sumpfigen Lärchenwäldern im Altai, wo sie 
nördlich vom Kurai-Pass und bei Ongodai gefangen wurde. 



■-' 



O. hora Gr.-Grsh. (40e). Unsere Abbildung giebl die Type, ein stark abgeflogenes Exemplar, aus hora. 
dem Tring Museum. Die Vtlgl scheinen oben ziemlich gleichmässig matt ockergelb gewesen zu sein; vor 
dem Apex und über dem Analwinkel verloschene Punkte. Auf den Hflgln schlägt die Zeichnung der Unter- 
seite, die Mittelbinde, sowie auch die feinere Strichelung und Fleckung, sehr stark auf die Oberseite durch. 
Auf der Hflglunterseite erreicht die dunkle Mittelbinde nicht den Costalrand; sie ist knieförmig gebogen und 
unterhalb der Kniestelle stark eingeschnürt. Die kaum helleren Adern wenig bemerkbar. Ferghana, im 
August. — Die sehr ähnliche verdanda Stgr. (40 e) mit sehr mattgefärbtem cf, aber mit durch schöne gelbe verdanda. 
Randbinde geziertem ? stimmt auch hinsichtlich der Genitalien mit hora überein, während sie sich von der 
bore hierin unterscheidet (Elwes). Die von Staudingeb als charakteristisch für verdanda angeführte Flügelbinde 
ist inkonstant. Im Thian-shan. 

O. bore Hbn. (40 e) steht der vorigen sehr nahe, aber hier sind die Flügel oben noch fahler, fast bore. 
staubgrau; die Vflgl zeigen beim ? stets, beim c? meist vor dem Aussenrand eine kaum gelbliche Aufhellung, 
während bei den Hflgln die Mittelbinde der Unterseite matt durchschlägt. Unten sind die Vtlgl fahl gelb, 
die Hflg] zeigen eine aus einzelnen Wischflecken bestehende, weisse Begrenzung der Mittelbinde. Von Nor- 
wegen und Nordrussland. Staudingeb vermochte die amerikanische Form - taygete Hbn., die wir nicht zu 
den Paläarktikern zählen — nicht spezifisch von bore zu trennen. Das weisse Ei ist längsgerieft; Rp braun- 



120 OENEIS. Von Dr. A. Seitz. 

gelb, mit grünlichem gestreiftem Kopte und dunkeln Längslinien, an Gras, Lp mit braungelbem Hlb und 
hellgrünem Vorderteil; zu Seiten des Kopfs zwei schwarze Bogenflecken , iilier den Rücken eine grüne, 
dunkel eingefasste Längslinie; sie liegt ohne Gespinst an der Erde zwischen Graswurzeln (Saxijbeeg). Die 
Schmetterlinge fliegen im Juli auf sumpfigen Wiesen und sind nicht selten. 

ammon. O. ammon Ehr. (40 f) wurde als eine bore-Yotm beschrieben. Oberseite staubgrau, ohne Punktaugen ; 

der Wurzelteil etwas dunkler. Unten sind dieHflgl sehr blass und so wenig gestrichelt, dass sich die Mittel- 
binde dick und dunkel vom Hintergrunde abhebt. Im hohen Altai, 7000— 9000 Fuss, die 0*0" sehr gemein, im 
alda. Juli. Hierher gehört auch die Form alda Aust. (40 e), die dem ammon oben genau gleicht und sich nur 
auf der Hflglunterseite dadurch von ummnii unterscheidet, dass sich die Mittelbinde, die am Gostalrand breil be- 
ginnt, nach dein Analrand zu nicht verengt, sondern in den dunkeln Wurzelteil zerfliesst; von Augenpunkten 
kann ich bei der mir freundlichst zur Verfügung gestellten Type (Tring Museum) selbst mit der Lupe keine 
pansa. Spur mehr entdecken. — pansa Christ. (40f) ist ebenso augenlos wie die vorige, aber im ganzen etwas leb- 
hafter gefärbt, grösser, stark braunglänzend und der Aussenteil der Htlgl stark gelbrot fingiert ; europäisches 
und asiatisches Polargebiet; auch im Altai. Besonders in den letzten beiden Formen haben wir altweltliche 
Vertreter der amerikanischen taygete zu erblicken. 

crambis. O. crambis Frr. (= subhyalina Ehe, oeno Scudd.) (40 f). Eine vorwiegend nearktische Form. Flügel 

mein behaart, als beschuppt, oben einfarbig staubgrau, mit sehr lebhaft gescheckten Fransen. Ebenso ist auf 
der Unterseite der Gostalrand aller Flügel lebhaft gescheckt; die Htlgl sind unten weit dichter gesprenkelt und 
bestaubt, als bei anderen Oeneis. Die Mittelbinde ist genau gleichfarbig mit dem Wurzelteil der Hflglunter- 
oeno. seite, nur durch eine bandähnliche weisse Einmischung von diesem getrennt. — Bei oeno Bsd. von Lappland 
also, und Sibirien, ist diese weisse Einmischung stärker, wischartig. Bei also B$>/., gleichfalls von Sibirien, ist 
dieselbe so geschwunden, dass der Htlgl auf der Unterseite von der Wurzel bis zum Aussensaum der Mittel- 
binde eine dunkelbraune, grob und gleichmässig schwarz gestrichelte Fläche darbietet, gegen die sich das 
nur wenig hellere Aussendritte] der Hflglunterseite etwas abhebt. — Dieser Falter ist in Nord-Amerika nicht 
selten, wenn auch, wie alle Oeneis, lokal in seinem Vorkommen. Die altweltlichen Formen sind wenig be- 
kannt und wurden früher zu der sehr nahestehenden, aber wie es scheint, ausschliesslich amerikanischen 
Form semidea Sag gezählt. 

tunga. O. tunga Stgr. (= also Herz) (40 g). Diese grosse Art ist oben fast zeichnungslos; die gleichmässig 

düster erdbraune Laibe wird vor dem Saume gelblich aufgehellt; auf der Hflglunterseite, die sehr gleich- 
massig dunkel bestäubt ist, lässt sich trotzdem die Mittelbinde unschwer herauserkennen, wiewohl sie in der 
Färbung nicht gegen den Untergrund absticht. Vom Sajan-Gebiete. 

buddha. O. buddha Gr.-Grsh. (40g). Oben hell sandgelb. Vflgl mit 1 — 3 Augenpunkten in einer lichteren 

Linde. Die Querader sowie die Mediane, manchmal auch die Subcostale, lebhaft schwarz. Die Htlgl lassen 
die Unterseitenzeichnung deutlich durchschlagen. Diese ist sehr lebhaft; die Vflgl zeigen eine schwarz- 
braune Begrenzung der Aussenbinde, sowie die Querader und den Flügelsaum dunkel. Die Htlgl zeigen auf 
der Unterseite die Adern dick weiss, die das fast gleichmässige, an den Rändern dunkle Mittelband strahlen- 
förmig durchziehen. Die mir vorliegende Type (aus dem Tring Museum) zeigt auf den Vflgln jederseits 
.3 Augenpunkte, auf den Hflgln nur oben ein Subanalauge. Tibet. 

mongolica. O. mongolica Oberih. (40 g). Wie sehr diese auch oben in manchen Stücken an turpeja erinnert' 

da Flügelform, Grundfarbe und Augenpunkte zufällig mit dieser stimmen, so haben doch die Unterseiten beider 
kaum eine Ähnlichkeit: von der bei tarpeja so kräftig dunkel hervorstechenden und noch dazu weiss an- 
gelegten und von den weissen Adern durchzogenen Mittelbinde linden wir bei mongolica keine Spur. Der 
( ir.i i: i ni [»'sehen Abbildung nach, die wir hier kopieren, sind die Htlgl unten sandfarben, dürftig grau bestreut 
mit einem dunkeln, gebuchteten Mittelstreifen. In der östlichen Mongolei; schon bei ca. 550 m Höhe. 

|( llU'.KTIli'lf.) 

urda. O. urda Ev. (40g). Sehr veränderlich, oben gelbbraun, graubraun oder auch einfarbig staubgrau, 

mit mindestens zwei, meist gekernten Augen auf i\vn Vflgln und oft einer ganzen Reihe auf den Hflgln. 
Trotz aller Veränderlichkeit ist die Art leicht daran kenntlich, dass die Mittelbinde auf der Hflglunterseite 
an der Kniestelle in einer spitzen Zacke bis über das Zellende hinaus saumwärts vorspringt. Arn Amur 
und in Transbaikalien. im .Mai und Juni, an felsigen Stellen nicht selten; während sich aber viele Ocin/s 
last ausschliesslich auf den nackten Loden oder an Gestein setzen, besucht urda nach Gbaeseb mit Vor- 
umbra. [iebe Blumen. - Grosse dunkelbraune Exemplare nennt Staudikgeb ab. umbra. 

nanna. O. nanna Min. (= hulda Stgr.) (40g). Eine der grössten und schönsten Ot neis der alten Welt. 

Oben Ledergelb mit dunklem Basalteil aller Flügel, der ockerfarbene Aussenteil der Flügel von den dunkeln 
Adern durchschnitten. In diesem zieht eine Kette von zum Teil gekernten Augen, auf den Vflgln mindestens 2, 
meisl zwischen diesen noch kleinere, auf den Hflgln 5—7. Unten sind die Htlgl gelblich, ähnlich wie oben, 
die Zelle innen graugestrichelt : auf den Hflgln tritt auch unten die Augenreihe lebhaft hervor, während der 
Basalteil oft ganz dunkel, oft marmoriert ist: bei Pokrofka am obere Amur, nicht selten: im Altai, in mit 



SATYRUS. Von Dr. A. Seitz. 121 

Felsen durchsetzten Lärchenwäldern, im Juli. — Als ab. coriacea ab. nov. (40g) bezeichne ich eine hell coriacca. 
ockergelbe Form aus dem Apfelgebirge, die nicht selten unter der typischen Art fliegt. Hier sind die 
Flügel oben fast durchaus einfarbig ockerfarben ohne den kontrastierenden dunkeln Basalteil; die vordem 
haben nur 2 Augen und auch auf den Htlgln sind die Augen an Grösse und zuweilen auch an Zahl reduziert. 
Auf der Unterseite zeigen die Htlgl zwar noch die deutliche Mittelbinde, aber doch schon Neigung zu 
einem klaren, fein und gleichmassig besprenkelten Untergrund. — Die Form walkyria Fi.rs. endlich hat auf walkyria. 
den Vflgln nur noch 1 Äuge und zwar zwischen den Asten der Mediane, nicht im Apex; auf der Hflgl- 
unterseite kontrastiert der wenig dunklere Wurzelteil nur noch schwach gegen den gleichmässig gefärbten 
Aussenteil; Korea, im Mai und Juni. 

O. sculda Er. (40g). Sieht fast wie eine kleine naima aus. aber die Flügel oben gleichfarbiger, sculda. 
der Basalteil weniger intensiv verdunkelt. Die Mittelbinde auf der Hllylunterseite viel klarer hervortretend 
und bestimmter begrenzt, zuweilen beiderseits licht angelegt. Vtlgl gewöhnlich mit 2, Htlgl zuweilen mit 
einer kompletten Reihe von Punktaugen. Bei Kiachta, im Altai und am obern Amur. - Die kleinere, 
blassere ab. pumila Stgr. (= sculda Graes.) (40 f) fliegt unter der typischen Form, sowohl am Amur wie pumila. 
im Altai, sculda ist dort zeitweise einer der gemeinsten Schmetterlinge; im Altai fliegt er in der ersten 
Julihälfte zahlreich an grasbewachsenen Hängen. Er setzt sich in das Gras zur Ruhe und meidet felsige 
oder geröllreiche Stellen; sein Flug ist matt und nur auf kurze Strecken, die Flügel sind zart und 
empfindlich, so dass der Falter schnell abfliegt (Elwes). 

15. Gattung: Satyrus Latr. 

Wiewohl diese formenreiche Gattung sich aus einer Anzahl unschwer zu trennender Gruppen zusammen- 
setzt, lassen wir doch alle im gleichen Sinne wie Staudinger-Rebe l's Katalog zusammen. Die erste Gruppe, 
von Mooee als Paroeneis abgetrennt, zeigt schon durch diesen Namen, dass sie zur vorigen Gattung hinüber- 
leitet. Die Kanetisa-Formen schliessen sich den Paroeneis an und enthalten gleichfalls Hochgebirgsfalter mit 
oft ganz rudimentärer Bindenzeichnung und noch recht Oeweis-artiger Unterseite. Die Karanasa zeigen dann 
bereits deutliche Anklänge und Übergänge zu vorderasiatischen Satyrus, deren stattlichste und früher als 
besonders typisch aufgeführte Formen von Butler den Namen Aulocera erhalten haben. Kieby fasst die Satyrus 
in gleichem Sinne wie wir auf, nimmt aber, worin ihm Rühl-Heine folgen, die Aphantopus, die lange mit 
den Epinephele vereinigt waren, unter dem alten Namen Hipparchia mit hinzu. 

Fhlr zart, unter halber Gostallänge, bei einer Anzahl von Arten nach der Spitze zu allmählich ver- 
dickt, bei den meisten mit dickem, kurzem, scharf abgesetztem Knopfe. Augen nackt, Palpen bürstenartig 
behaart, um Kopfeslänge vorgestreckt; Sauger stark entwickelt. Vorderfüsse verkümmert, meist stark 
behaart. Mittel- und Hinterbeine kräftig. Flügel ganzrandig, die hinteren zuweilen mit gewelltem oder schwach 
gezacktem Saume ; die Vtlgl dreieckig mit gebogenem Costalrand. Die Subcostalis, zuweilen auch die Mediane 
an der Wurzel stark aufgeblasen. Die Grundfarbe ist ein zuweilen tief geschwärztes, zuweilen bis zu 
Giaugelb oder Fahlgelb ausgebleichtes Braun, die Zeichnung bestellt in Aussenbändern oder apikalen und 
submarginalen Augenflecken. Die Unterseite der Hflgl und die Vtlglspitze unten sind korrespondierend 
gefärbt und Baumrinde oder Felssteinen ähnlich. - l!p stets völlig unbehaart, gelb-, grün- oder bräunlich, 
längsgestreift, nach hinten stark verdünnt, ohne Kopfhörner, mit kräftigen Analspitzen. Sie lebt am Tage 
verborgen an Gräsern, überwintert und verwandelt sich im Vorsommer in eine kurze, nach beiden Enden 
spitz zulaufende Pp , die zwischen Erdbrocken und Graswurzeln frei am Boden liegt und im Hochsommer 
den Falter liefert. Die Schmetterlinge haben nur eine Generation; sie saugen an Blumen, doch auch an 
Fallobst, Mist und Wegpfützen, wobei sie die Flügel stets festgeschlossen halten. Sie fliegen hüpfend und 
unregelmässiti alier ziemlich rasch und setzen sich gern an Pjaumstämme und auf Felsen. Die meisten 
Arten haben ein sehr grosses Verbreitungsgebiet, in dem sie nach den einzelnen Distrikten oft erheblich 
abändern. Ihr llauptgebiet ist das Mittelmeerbecken, besonders dessen nordöstlicher Teil und Vorderasien. 
Sie sind fast ganz auf das paläarktische Gebiet beschränkt, indem nur ganz wenig Arten im Hiinalaya die 
Nordgrenze des indischen Gebietes überschreiten. Die pazifische Küste erreicht nur eine Art; in Amerika 
kommen echte Satyrus nicht vor; dort vertritt sie die Gattung Cercyonis. 

S. pumilus Fldr. (4'2b). Dieser kleine Falter hat beiderseits eine den Oeneis ähnliche Zeichnung pumilus. 
und Färbung, so dass er von vielen Autoren zu Oeneis gestellt wird, was zu Verwechslungen mit der ganz 
fernstehenden Oeneis sculda pumila Stgr. geführt hat. Oberseite fast gelbbraun mit verloschener ockergelber 
Binde durch alle Flügel und ebensolchem Apicalfleck der Vflgl. Auf den Vflgln ist die Binde durch die 
dunkeln Adern durchbrochen und wird gegen den Innenwinkel hin ganz undeutlich. Auf der Unterseite ist 
die Binde viel hervorstechender, ziemlich gleich breit verlaufend, beiderseits dunkel eingefasst, auf den grau 
marmorierten Hflgln fast weiss; Fransen gescheckt. Eine Form aus dem Ghumbi-Tal (Tibet) mit 
deutlichem Apicalauge, bei der der ockergelbe Innenteil aller Flügel mit dem tief schwarzbraunen Äussernd 
scharf kontrastiert, nenne ich bicolor form. nov. (42b). ■ pumilus wurde von Stoliczka in Kaschmir in bicolor. 
15000 Fuss Höhe entdeckt, dann nach langer Zeit auch in Tibet gefunden und scheint auch dort nur in 



122 SATYRUS. Von Dr. \. Sei rz. 

grosser Höhe vorzukommen. Wir lassen die Species, für die Moore die Gattung Paroeneia aufgestellt, bei 
Satyrus stehen, Bchliessen sie aber direkl an die Oenm an. sie ist, wie es scheint, nichl häufig. 

palaearcticus. S. palaearcticus Stgr. i lama Alph.) (41b). Weil grösser und besonders am Aussenrd 

dunkler; die ^.ussenbinde schmutzig weiss, gerader, auf den Vflgln in Flecke aufgelöst, Die Unterseite mehr 

grau, die Hflgl unten \ licken weissen Allein durchzogen; die Binde auf der Hflglunterseite in der Mitte sehr 

breit, nach Co tal und Analrand stark verschmälert. Vom [ssikkul, Lob-Nor und andern Stellen Zentral- 

sikkimensis, Asiens, wo sie ätellenweise häufig sein muss. sikkimcnsis Stgr. ha1 die Binde auf der Oberseite aller 

Flügel stark gebräunt, auf der viel dunkleren Unterseite stiehl Bie aber lebhafl hervor und isl beiderseits 

iole. Bchwarz eingefasst; in Tibet, bis Sikkim ins indoaustralische Gebiel verbreitet. iole Leech (41a) isl eine 

Ii dunklere Form, bei der die Gr [färbe schwärzlich braun und die Aussenbinde nur noch durch einige 

ganz verloschene Fleckchen im Discus der Flügel vertreten ist. In Tibe! und West-China, ein/ein. Die?? 
aus der Gegend von Vmdo Bind blasser (Leech)- Diese ganze Gruppe ha1 man bisher mit den pumilus- 
Formen zu einer Gollectiv-Arl zusammengefasst , indem man die letzteren als die Höhenforraen der palae- 
arcticus auffasste. Da aber die Jugendzustände noch nichl bekannl sind, lässl sich der Zusa lenhang nichl 

beweisen. 

sybillina. S. sybillina Oberth. (41b). An unsre cira erinnernd, aber viel kleiner und die weisse Binde ganz 

schmal und auf den Vflgln in Flecke aufgelöst. Aul' der Unterseite bebl sieh die Binde, die dorl doppell 
sii hreil isl als auf der Oberseite, lebhafl gegen den schwarzen, etwas marmorierten Grund ah. In West- 
bianor, China, im Juni und Juli, stellenweise häufig. - bianor Qr.-Grsh, (41a) von Amdo unterscheide! sich oben 
nur ganz wenig durch eine etwas breitere Binde; die Unterseite aber ist, besonders auf den Hflgln, lebhafl 
«rhs Llberstäubl und hell gesprenkelt, so dass die weisse Binde da nichl so lebhafl hervorleuchtet, wie hei 
der zuerst beschriebenen Form. 

brahminus. S. braliiniiius Blanch. />. />. (41 c). Der vorigen Arl sehr ähnlich, aber die weisse Binde auf den 

Hflgln erreich! nichl den analrand, wie hei sybillina', auch isl die weisse Binde nicht so gleichmässig 

gebogen, sondern hinter dem /eilende etwas stumpfwinkelig geknickt. Bei den typischen brahminus isl die 

Unterseite der Hflgl weiss bestäubl und saumwärts von der Binde sieht eine Reihe von 3 5 unregelmässigen, 

werang. weissen Flecken. Im südlichen Kaschmir, im Juni und Juli. — werang Lang i veranga aut.) (41c) hat 

eine l'asi ebensolche Oberseite mit kaum schmalerer Binde; die Unterseite aber zeigt, besonders auf den 

Hflgln. braune I berstäubung und Einmischungen, so dass typische werang ganz verschieden von Irahminus 

brah- aussehen; doch kennt man alle Übergänge. brahininoides Moon ha1 eine tiefer schwarze, glänzendere 

minotdes. Grundfarbe und komm! in Tibel vor, häufiger jedoch im indoaustralischen Himalay a-Gebiet , auf das eine 

weitere Form, scylla Bttr., ganz beschränk! ist. 

'aha. S. swaha Koll. \ brahminus Blanch. p.p.)(41d). Dem vorigen ähnlich, aber soforl kenntlich au einer 

malt rosenroten oder rötlichgelben Tingierung der Vflglbinde. Auch isl die l nterseite bronzebraun über- 
gössen. Rp glatt, bräunlich, an Gras; Young, der sie als »dich! gelb behaart, an Iris schildert, lud sich 
entschieden geirrt, worauf schon Bingham hinweist. In Kaschmir und Tibet, vom Juni bis Oktober lokal 
aber an den Flugplätzen sehr gemein. 

padm'a. S. padma Koll. i avatara Moore) (41 f). Oben sehr an ciret erinnernd, auch von gleicher (Inisse: 

aher die weisse Binde auf den Hflgln isl wurzel- und heim cf auch saumwärts gerade abgeschnitten. Unten 
ist die Grundfarbe dunkler und weil weniger marmoriert, so dass das Gesamtbild der Unterseite dem der 
oberen viel ähnlicher ist, wie hm circe, besonders hei den ', die man früher als avatara (üv eine eigene 
Art hielt. Im Himalaya, von Kaschmir bis Sikkim und West-China, stellenweise sehr häufig, im Juni. 
loha. loha l><>li. (41 f) ha! eine leicht gebogene, nichl gerade Hflglbinde, die auf dei Unterseite gelblich und nach 
diumbica. dem Analrande nicht verschmälerl ist. wogegen chtiinbica Moon beträchtlich kleiner als alle andern padma- 
Formen und ganz schmalbindig ist: vom südlichen Tibet. Die padma sind kräftige Flieger, bis auf die 
kleineren •' der avalara-Fovm, die nur kurze Strecken fliegen und sich oft setzen sollen. Von den andern 
formen geben Young und Leech übereinstimmend an. das-, sie einen anhaltenden schnellen Flug haben; 

ihre Lieblingsplätze sind mil einzelnen hohen Bäumen bestandene Grasplätze, WO sie sieh an die Stämme 
setzen aber nichl leicht zu fangen sind. 

saraswati. S. saraswati Koll. (41 d). Kleiner als die vorigen, da- Grundfarbe weniger tiefschwarz, die weisse 

l'.mde sehr breit, am breitesten von allen weissbindigen Satyrus. Besonders unten ist die Vflglbinde ganz 
hervorragend breit und die Grundfarbe lieh! grau mit feiner schwarzer Strichelung. In Kaschmir, von 
1000 Fuss aufwärts, stellenweise häufig, vom Juli bis Oktober. Flieg! auf grasigen, wenig bewaldeten stellen 

und selzl sich auf Disteln, an denen man die Tiere in Anzahl fangen kann. 

merlina. S. merlina Oberth. (41 e). Grösse, Habitus und Färbung ähnlich wie circe, aber auf den Vflgln ist 
der unter dem Apicalauge gelegene Teil der weissen Binde durch schwarze Einlagerungen durchgeteill und 
auf der Unterseite läuft ein weisser Streif der Länge nach durch die Vflglzelle. Im westlichen China, weil 
verbreitel und nicht selten, \ Juni bis August. 



SATYRUS. Von Dr. A. Seitz. 123 

S. magica Oberth. (41c). Der vorigen ähnlich, aber auf der Unterseite zeigen sämtliche Mittelzellen magica. 
weisse Längsstreifen. Bei der typischen Form erscheinl nur der Zellstreif des Hfigls auch auf der Ober- 
seite, ali. Iativitta Leech (41c) hal auch auf der Vflgloberseite den weissen Zellstrich und die Oberseite lativitta. 
der Hflgl isl Ins auf einen breiten schwarzen Aussenrd ganz weiss. Im westlichen China (bei Wa-shan 
und Ta-tsien-lu) und in Tibet, seilen, im Juni und Juli. 

S. circe /•'. i proserpina W. I'.) (41 e). Oben tiefschwarz mit deutlichem Apicalauge, die die Binde tirce. 
bildenden Flecken oval und zusammenhängend. Unterseite grau marmoriert, öfters mi1 gelblichen oder 
bräunlichen Einmischungen. Ganz Südeuropa nördlich bis Mitteldeutschland (Kassel) und von Portugal 

östlich bis an den Libanon und Mesopotamien. Als asiatica form. nov. (41 e) bezeichnen wir die Form \ asiatica. 

höheren Taurus, bei der die Vflglflecke bis auf einen schmalen Zusammenhang getrennl sind und die ziemlich 
schmale Hflglbinde saumwärts sägeartige spitze Zähne aussendet. - Auch eine melanotische Form mil ver- 
löschender Binde ist bekannt: dies ist ab. silcmis Stgr. Rp gelbbraun mil dunkler, lichl eingefasster silenus. 
Ruckenlinie und schmutzig gelbem, dunkel gezeichneten Kopfe; über die lichtere Seite laufen abwechselnd 
hellere, dunkle und rötliche Längslinien. Sie lebt bis Juni an Gräsern (Lolium, Anthoxanthum odoratum etc.) 
und verwanden sieh frei an der Erde in eine in dei Mitte dicke, vorn und hinten zugespitzte Pp. Diese 
isl purpurbraun und zeigt über die Flügelscheiden, ungefähr in der Richtung iU'v weissen Vflglbinde eine 
Keile gelblicher Fensterflecke. Der Schmetterling flieg! vom Juli bis September mit Vorliebe auf gras- 
reichen, mil einzelnen Eichen bestandenen Halden und setz! sich auf kahle Erdstellen, Maulwurfshügel und 
an Baumstämme, stets mil dem Kopf nach oben und fesl geschlossenen, ineinandergeschobenen Flügeln, 
deren Unterseite dw Baumrinde angepassl ist. Blumen besucht er seilen, dann gewöhnlich Distelköpfe, doch 
trifft man ihn öfter an feuchten Wegstellen. Der Flug der d"cf isl langsam suchend, bei gescheuchten 
Exemplaren aber stürzend und ziemlich schnell. In Südeuropa schein! er überall sehr zahlreich vorzukommen 
und auch im südlichen Deutschland isl er noch sehr gemein (Darmstadt), im Norden nur noch selten, bis 
Waldeck und zum Harz reichend, im Westen zahlreiche!' und kräftiger entwickelt, so bei Toulouse in 

riesigen Exemplaren. In Unmenge k ml das Tier an der europäischen Südkiisle vor, WO ich bei Genua 

an einem Baume über 80 d"c? zählte. 

S. hermione /.. i fagi Scop.) (41 f). Grundfarbe glänzend braun übergössen, ebenso die helle hermione. 
Binde, besonders auf dem Apicalteil der Vflgl, und bei den oV. Hflgl unten marmoriert, rindefiartig ge- 
zeichnel und mit gelbbraunen Einmischungen. Von der aleyone besonders auf der Unterseite zu unterscheiden 
durch die stärker getrübte und von Strichchen und Sprenkelung überdeckte Hflglbinde, in die «las dunkle 
Wurzelfeld in einem rundlichen, ofl zweiteiligen Bogen hereinspringt. Süd- und Mitteleuropa, von Frank- 
reich bis zur Balkanhalbinsel, nördlich bis Mitteldeutschland. ■■ In Vorder-Asien (Syrien, Mesopotamien) 
komm! die Form syriaca Stgr. (42a) mil auf den Vflgln schmälerer, im Analteil der Hflgl völlig ver- syriaca. 
loschener Binde vor- Bei der noch dunkleren cypriaca Stgr., von Cypern sind die Binden fasl ganz cypriaca. 
ausgelöscht. -- Übergangsformeh zu diesen beschreib! Fruhstorfeb als tetrica von Saratow, wo die ganz tetrka. 

malle Binde der Oberseile mil schiefer^raiien Schuppen überdeckt, so dass die Oberseite noch dunkler, die 

Unterseite aber etwas lichter isl als bei cypriaca. Derselbe Autor benennt griechische Exemplare attlkana, attikana. 

die in \\vv Verdunkelung der Oberseite zwischen der zuersl beschriebenen form und cypriaca stehen. 

Rp braungrau mil schmutzig gelbem, schwarz gezeichnetem Kopfe, schwarzer, muh undeutlicherer Rücken 

liuie und dunkeln Wischen an den Seilen: bis Juni an Grasarten, l'p dunkelbraun, die Flügelscheiden 

lichter. Die Schmetterlinge fliegen im Juli und Augusl besonders an Waldrändern und auf Lichtungen, wo 

sie sich gern an die Stämme der Waldriesen setzen; sie sind stellenweise (besonders in Süddeutschland 

und Sülleuropa i häufig und fliegen ofl mil ciret an den gleichen Lokalitäten. 

S. aleyone W. V. (= hermione minor Esp., jurtina Hufn) (4Öa). Der vorigen ähnlich, aber meisl aleyone. 
kleiner: auf der Unterseite setzl sich der tief dunkle Basalteil aller Flügel viel schärfer gegen die beide 
Binde ab, und diese, die auf den Hflgln fasl rein weiss ist, kontrastiert wieder lebhaft gegen den breiten 
dunkeln Ausseurd. Besonders bei den ' : ist diese Buntheil der Hflglunterseite augenfällig; aber selbsl bei 
den matter gezeichneten ¥¥ Irin die Hflglbinde auf der Unterseite, wenn auch spärlich schwarz gesprenkelt, 
noch auffällig hervor. Süd- und Mitteleuropa, viel weder nördlich gehend als die vorige, bis Pommern, 

Schwerin und Hamburg, sowie in Klein-Asien. In Süd-Spanien erscheinl der Kaller in der Form 

vandalusica Oberth. (42a) mit schmälerer aber scharf gekennzeichneter Binde. Bei der etwas kleineren vandalusica. 
pyrenaea Oberth. ist die Binde auf der Vflgloberseite wenn auch etwas getrübt, doch ziemlich breit, auf den pyrenaea. 
Illli^ln aber ziemlich schmal: von den französischen Pyrenäen, in höheren Lagen. - Als ab. vernetensis vernetensis. 
bildet OsERTHÜE eine Aberration aus den Pyrenäen ab, bei der der braune W'urzelteil vermittelst der ganz 
braun gefüllten Zelle weit in die wurzelwärts verbreiterte weisse Hflglbinde hineinspringt, womit eine sonder- 
bare Schwarzzeichnung der Unterseite korrespondiert. Die grösste Form ist die algerische ellena Oberth. ellena. 
(42a), die an der Küste bei Bona, Philippeville und in der Kabylie vorkommt, jedoch nicht sehr häufig ist. 
Hier isl die Binde hell aber nichl nach dem Wurzelteil zu gerade abgeschnitten, sondern unregelmässig und 
ueliiir begrenzt. - Rp beingelb mil dunklem Rückenstreif und lichten Seitenstreifen und mil schmutzig 
gelbem, schwarz gezeichnetem Kopfe: In den Seilen dunkle Wischstreifen. Bis Ende Mai an Brachypodium 



[24 SATYRUS. Von Dr. A. Seitz. 

pinnatum. Der Schmetterling fliegl vom Juni bis September auf Sandboden, mit Vorliebe am Ramie und 
in Lichtungen von Nadelwäldern, indem er sieh gern an die Stämme setzt. Er ist lokal, aber wo er vor- 
kommt meist häufig, wegen seines schnellen Fluges aber nicht leicht zu fangen. 

briseis. S. briseis L. (= janthe Fall., daedale Bgstr.) (42b). Sein- variabel in Grösse und Zeichnung ; kenntlich 

an dem dreieckigen flachen Fhlrknopf und dem liebten Vrd derVflgl. Durch die dunklen Flügel zieht eine, 
zumeist aus schmalen Querflecken gebildete Binde mit deutlichem Apicalauge und einem zweiten gleichartigen 
Fleck vor und etwas unterhalb der Aussenrdsmitte. Hflglbinde zuweilen getrübt. Auf der Unterseite zeigt 
das ' grosse, dunkle, kantige Flecke im Wurzelteil aller Flügel, das ? bat die Hflgl unten meist gleichfarbig 
bräunlich oder grau; Nord-Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn und das angrenzende Russland. 
meridionalis. meridionalis >7;/y. (42b) ist die südeuropäische Form, du- besonders an der Mittelmeerküste Europas häufig ist. 
magna. Hier sind die weissen, die Vflglbinde bildenden Flecke breiter, als bei mitteleuropäischen Stücken. magna 
Stgr. ist die osteuropäische Form, die auch in einzelnen Teilen Klein-Asiens fliegt; Grösse der meridionalis, aber 
pirata. die Binden, besonders auf den Hflgln, etwas breiter und reiner weiss. ab. pirata Esp. (42f) hat die Grösse 

der vorigen, aber ockergelbe Binden; kommt in Süd- und Osteuropa sowie in Vorder-Asien, dort besonders gross, 
major, unter den weissbindigen vor. - major Oberth. (42c) is1 noch beträchtlich grösser als meridionalis, hat weit 
schmälere Vflglbinden und unterscheidet sich sofort von allen übrigen &m«'s-Formen dadurch, dass auf der 
Hflglunterseite des d" der dunkle dreieckige Fleck an der Hrdsmitte fehlt und der dunkle Längstleck über 
der Zellmitte ganz licht grüngrau und nicht scharf begrenzt ist. Diese grosse Form ist in Nord-Afrika, in 
hyrcana. den Aures-Bergen und der Kabvlie stellenweise nicht selten. - hyrcana Stgr. (4-->b) ist eine der magna 
ähnliche Form, die auf der Oberseite sehr schmale weisse Binden und eine sehr lebhaft bunte Unterseite hat; 
fergana. in l'ersien und an verschiedenen Plätzen Vorder-Asiens, besonders im Achal-Tekke-Gebiet. -- fergana Stgr. 
(42c) ist die grösste Form, mit ziemlich breiter weisser Binde und beim ? rötlichgrauer Unterseite : von Klein- 
turanka. Amin und dem Pamir. -- turanica Stgr. ist fast ebenso gross, mit nicht sehr breiten, auf den Hflgln der dV 
maracandica. deutlich rotbraun tingierten Binden. - maracandica Stgr. (42b) von Samarkand ist eine mittelgrosse Form, die 
sehr viel Weiss hat: erstlich ist die Mittelbinde beider Flügel sehr breit, und dann hat das Tier noch einen 
breiten weissen Aussenrd der Hflgl. — Rp gelbgrau mit dunklem Kückenstreif und dunklen Nebenrücken- 
linien; über den Stigmen zwei lichte Seitenlinien, die Stigmen selbst schwarz; Bauch hellgrau; bis Juni an 
Grasarten. Pp bräunlichgelb mit dunklerem Rückenstreif. Die Schmetterlinge vom Juli bis September: sie 
lieben Kalkboden und setzen sich mit Vorliebe auf nackte Bödenstellen und auf Geröll. Der Flug der 
kleinen nördlichen Form ist niedrig und hüpfend, der der grossen afrikanischen und kleinasiatischen 
Exemplare majestätisch, schwebend und ziemlich schnell. Der Falter besucht ab und zu Disteln, Scabiosen 
oder Gompositen und hält in der Ruhe die Flügel fest geschlossen. 

bischoffii. S. bischoffii H.-Schäff. (42c, d). Vflgl fast genau wie bei den öWseis-Formen , aber von dem das 

Apicalauge umgebenden weissen Fleck führt ein weisser Bandfleck schräg aufwärts zur Costa. Diese ist bei 

der typischen Iiis<-Ii<>Hü dunkel, fast wie die Grün dfarbe, gegen welche die beim ' intensiv orangegelb, beim? 

etwas malten Hflgloberseite sein' eigentümlich kontrastiert. Die Hflglunterseite ist einfarbig sandfarben mit 

nigra- dunklerem Submarginalschatten. Armenien und die östlichen Küsten des Schwarzen Meeres. - - ab. nigro- 

limbatus. ljmbatus Stgr. aus der Gegend von Malatia hat einen mein oder weniger dunkeln Aussenrd der Hflgl. — 

eginus. Bei ab. eginus Stgr. sind die letzteren sein' bunt, nämlich an Wurzel und Aussenrd dunkelbraun, das Mittel- 

kaufmanni. fehl innen weiss, nach aussen rotgelb; aus Klein-Asien. — kaufmanni Ersch. (42d) hat die Hflgl oben beim cT 

total schwarzbraun und selbst der daranstossende Teil der Vflglbinde ist ausgelöscht; von Turkestan. - 

sa rtha. sartha Stgr. (= gultschensis Gr.-Grsh.) hat die Vflglbinde erhalten; auch die der Hflgl ist erhalten, nach 

sieversi innen scharf vom dunkelbraunen Wurzelteil begrenzt, nach aussen rotgelb getrübt; Fergbana. — sieversi 

( 'hrist. i K>ai hat stark reduziertes Weiss auf ^\rv ( »berseite, so dass dadurch ein Übergang zu kaufmanni entsteht. 

obscurior. die in ihrer dunkelsten Form von Stai dinger als ab. obscurior unterschieden wurde: Turkestan. - - Dieser 

tadjika. ungewöhnlich dunkeln Form stehen mehrere hellbindige gegenüber; so tadjika (ri:-<>r.<li. i= sartha Gr.-Grsh.), 

deren Vflgl ähnlich wie die von briseis, deren Hflgl alter mein' circe-artig, d.h. mit gleich breit verlaufender, 

gleichmässig gebogener Mittelbinde versehen sind. Diese Mittelbinde ist bei Stücken aus der Bücharei rein 

weiss; bei Exemplaren vom Sarawshan aber breiter und aussen rotgelb angelegt. Letztere Färbung bezieht 

sich nur auf männliche Stücke: die dazu gehörigen ?? haben oben ganz weisse Htlgl mit dunkler Wurzel 

staudingeri. und einer submarginalen Reihe dunkler Flecke: dies ist staudingeri Bang-H. (43a). - 

Alle diese Formen sind durch Übergänge derart miteinander verbunden, dass sich manche Exemplare 
nur schwer einreihen lassen. Die Unterseite aller ist fast dieselbe: licht sandfarben mit dunkeln Submarginal- 
schatten und auf den Hflgln oft einer leinen, dein Saum parallel laufenden, undeutlichen Mittellinie. Über 
die Entwicklungsgeschichte ist nichts bekannt: die Schmetterlinge fliegen vom Juni bis August auf kahlen 
Kalkbergen und Sandhügeln und setzen sich stets mit geschlossenen Flügeln auf den nackten Erdboden, so 
das> sie kleinen Geröllsteinen gleichen. 

heydenreidii. S. heydenreichi Led. (42e). Vflg denen von briseis ähnlich, aber die Zellen aller Flügel oben durch 

einen grossen, ovalen, weissen Fleck ausgefüllt. Die typische Form kommt von den grösseren Gebirgen 



Ausgegeben 16. III. 08. SATYRUS. Von Dr. A. Seitz. 125 

Zentral -Asiens, Altai, Tarbagatai, Ala Tau und hat etwas verschwommene Begrenzung der weissen Hflgl- 
zeichnung. -- Bei der ab. caliginosa Schultz ist die Vflglbinde und das Weiss der Hflglmitte verdunkelt. - caliginosa. 
Die Form shandura Marsh. (= nana Buhl) (42 d) aber hat scharf begrenzte weisse Hflglzeichnung ; vom shandura. 
Shandur-Pass im Himalaya, aber auch im Thian-shan und Pamir. - - Die Unterseite von heydenreichi ist 
der von iriseis gleichfalls nicht unähnlich. Besonders sind beim <? die eckigen Flecke im Basalteil der Flügel 
deutlich vorhanden. 

S. prieuri Her. (42 d, e). Dieser Falter gleicht oben der vorigen Art, aber der über das Apicalauge prieuri. 
der Vflgl wegziehende quere weisse Streifenfleck reicht nicht bis zur Costa; der ovale Fleck in der Vflgl- 
zelle ist so stark braun getrübt, dass er sich nur noch wenig von der Grundfarbe abhebt und die weisse 
Discalbinde ist etwas deutlicher als bei heydenreichi, sendet aber keinen Wischstreifen nach der Wurzel. 
Die Unterseite der Hflgl ist, besonders beim ?, ausgedehnter aber matter graubraun gefleckt, so dass sie 
sich einigermassen der von semele nähert und die eckigen Flecke nicht so scharf hervortreten lässt als briseis 
und heydenreichi. Auch bei dieser Art wurden Ocellenabweichungen gefunden (z. B. punctata Aign). In 
Spanien und dem gegenüber liegenden Nord -Afrika. — Die ¥-Form ab. uhagonis Oberth. (42 e) hat ocker- uhagonis. 
gelbe Binden und entspricht somit der pirata-Form der briseis ; Spanien. 

S. anthe 0. (= persephone Hbn.) (42 e). *) Hier ist die Zelle der Vflgl oben ohne lichten Fleck, anthe. 
so dass die ganze Costalhälfte aller Flügel bis auf den beingelben Costalrand der Vflgl einfarbig dunkel- 
braun erscheint. Der vor der Aussenrdsmitte der Vflgl stehende runde, schwarze Fleck ist von Weiss so 
umgeben, dass er wie die Pupille eines grossen Auges aussiehl. Unten ist die Vflglzelle lebhaft quer- 
gestrichelt, und die Hflglunterseite ist marmoriert, von lichten Adern durchzogen. An den Küsten des 
Schwarzen Meeres: Süd-Russland, Armenien, Klein-Asien, ferner Persien und Afghanistan. Bei der ab. hanifa hanifa. 
Nordm. (42 e) sind die lichten Flügelbinden lebhaft ockergelb. Solche Stücke mit rein ockerbraunen Binden 
sind besonders im weiblichen Geschlecht häufig unter der Stammform; bei den cfd" finden sich meist Über- 
gänge, bei denen die Vflglbinde nur in der Flügelmitte stark gebräunt, am Gostal- und Irdsteil aber noch 
ziemlich weiss geblieben ist. — Die Form enervata Stgr. von Inner- Asien, dem Altai, Thian-shan und aus enervata. 
Turkestan ist oben wie anthe, doch ist die Hflglunterseite nicht von weissen Adern durchzogen. - - ab. 
analoga Alph. (= ochracea liühl [Stgr. i. I.}) (42 e) hat ockergelbe Binden und die Hflglunterseite ohne das analoga. 
weisse Adernetz; unter den enervata fliegend. — anthe ist ein in Vorder- Asien weitverbreiteter Schmetterling; 
dort und in Süd-Russland im Juni und Juli sehr häufig; er setzt sich mit Vorliebe an Baumstämme, das ¥ 
auch öfter an Mauern oder auf den Boden. 

S. semele L. (42 f). Das $ oben der vorigen ähnlich , aber die Binden oben beingelb , vielfach, semele. 
besonders auf den Htlgln, getrübt. Das <? oben fast ganz verdunkelt, so dass nur auf den Hflgln eine 
Reihe verloschener Ockerflecke den Aussenteil der Binde andeutet. Beiden Geschlechtern gemeinsam ist 
ein dunkler, zuweilen weisslich gekernter Augenfleck über dem Analwinkel in ockerfarbigem Grunde. Die 
Unterseite der Hflgl ist dunkel marmoriert; eine bindenförmige lichte Bestäubung schliesst das Wurzel- 
feld nach aussen ab, das hinter der Zelle in einem kräftigen Zahn saumwärts vorspringt; von Madeira, 
der europäischen Westküste und Grossbritannien bis Turkestan und Mesopotamien. — Bei maderensis maderensis. 
Baker von Madeira ist die Oberseite bei beiden Geschlechtern stark verdunkelt und beim d" fast völlig 
zeichnungslos. — Umgekehrt sind bei der Form algirica Oberth. (42 f) bei beiden Geschlechtern die Binden algirica. 
deutlich, aber nur wenig rotgelb fingiert. — aristaeus Bon. (42 f) von Sardinien und Corsica hat starke aristaeus, 
rotbraune Färbung der lichten Binden, die sich beim ? noch weit in den Discus der Vflgl erstreckt. — Bei 
mersina Stgr. (43a) ist die Hflglunterseite mehr gleichmässig grau gefärbt, das Wurzelfeld weniger deutlich mersina. 
gegen das Randfeld abgesetzt. Überhaupt die Marmorierung weniger buntscheckig; auf Gypern und in Klein- 
Asien, nach Röhl auch in Süd-Frankreich, nach Röber sehr konstant und scharf von der semele geschieden. 
— Ferner hat man noch Formen mit vermehrten und verminderten Augenflecken gefunden und erstere als 
ab. triocellata Ragusa, letztere als ab. anopenoptera Lambrichs benannt. — diffusa Btlr., eine oben und unten 
ganz dunkle Form, geht bis in den nordwestlichen Himalaya und streift da indisches Gebiet. — Rp graubraun diffusa. 
mit grauem Kopfe, dunkler Rückenlinie, lichten Längsstreifen und unten schwarz gesäumtem rötlichem Seiten- 
streif, sowie schwarzen Stigmen. An vielen Grasarten, wie Aria cespitosa u. a., im Mai erwachsen, bei Tage ver- 
steckt. Pp graubraun, hinten stark verjüngt. Die Schmetterlinge fliegen vom Juli ab, an den Mittelmeerküsten 
schon im Juni. Sie sind überall sehr häufig und setzen sich mit Vorliebe an Eichenstämme, an Mauern 
oder auf den Erdboden. Ihre der Baumrinde angepasste Unterseite macht sie um so unkenntlicher, als in 
der Ruhe durch Ineinanderschieben der Flügel das Apicalauge verborgen wird und das Tier durch eine 
eigentümliche Schrägstellung die Hflglunterseite noch mehr der Umgebung anzupassen bestrebt ist. Auf- 
gescheucht fliegt der Falter meist nur kurze Strecken, oft nur bis zum nächsten Baumstamm: in der Frühe 
heisser Tage aber kommen die Tiere scharenweise in stürzendem, schnellem Fluge die Berge herab, um an 
Quellrändern zu trinken. Blumen besuchen sie gern, so besonders die Thymian- und Quendelblüte. 

*) Ich lasse hier „anthe", als das Gebräuchlichste, stehen, dem älteren HüBNER'schen persephone gegenüber, das als prä- 
okkupiert geändert wurde. Da heute ein anderer Satgrus persephone nicht existiert, so könnte der ältere Name wiederhergestellt 
werden. Da wir aber keine „kritische Monographie" hier geben, lassen wir das Gebräuchliche stehen. 

I 16 



126 SATYRUS. Von Dr. A. Sbepz. 

autonoe. S. autonoe Esp. (43 b). Oben dunkel rauchbraun. Beim b" hebt sich die Binde sehr schwach vom 

Untergründe ab; nur hinter dem Apicalauge steht ein lichteres Fleckchen. Das Apicalauge sowie ein zweites 
vor und etwas unter der Aussenrdsmitte sind fein weiss gekernt. Die Hflgl führen nur einen feinen, halb- 
kreisförmigen, lichten Bogenstrcif, der das Zellende berührt. Unten zeigen die Htlgl drei dunkle, meist 
licht angelegte Zackenstreifen und lichte Adern. Beim 9 ist die trübgelbe Vtlglbinde deutlicher und schärfer 
begrenzt, erreicht aber weder den Costal- noch Ird. Auf den Htlgln ist die Binde nur nach innen deutlich 
begrenzt und erlischt nach aussen in der Grundfarbe. Im Steppengebiet von Süd-Russland und in Vorder- 

sibirica. Asien bis zum Altai und Daunen. - Bei der weiter östlich, im Araurlande, fliegenden Form sibirica Stgr. 

extrema. sind die Binden oben etwas heller weisslich, während die Unterseite nicht verschieden ist. — extrema Alp/t. 

ist grösser und hat ganz weisse Binden, sowie sehr grosse Augenflecke; von Nordwest-China und Tibet. — 

celaeno. celaeno Leech (43a) hat dagegen alle Flügel stark verdunkelt; auf der Unterseite sticht die gelbe Vtlglbinde 
lebhaft hervor und die einzige deutliche (mittlere) Zackenbinde der Hflgl ist reinweiss angelegt; bei Howkou 
in Tibet, 2 — 3000 m hoch. - Die autonoe fliegen vom Juni bis August an sterilen Stellen und sind an 
ihren Flugplätzen häufig; die Form celaeno, die nach einem cT beschrieben wurde, kann eine Höhenform, 
aber auch eine zufällige Aberration sein. 

hippolyte. S. hippolyte Esp. (== aleyone F., agave Esp.) (43b). An Grösse und Gestalt der vorigen ähnlich, 

aber die Aussenbinde zieht hier breit und scharf begrenzt, gelblich, nach aussen gelbrot tingiert, durch alle 
Flügel. Bei der typischen Form führt die Hflglunterseite 3 deutliche Zackenlinien, zwischen deren ersten 
beiden die Grundfarbe ofl verdunkelt ist, so dass eine dunkle Mittelbinde entsteht. In Spanien und in Süd- 

mercurius. Russland sowie Vorder-Asien. Die Form mercurius Stgr. aus dem Thian-shan-Gebiet hat lebhafter gelb 

rhena. gefärbte Binden und bei rhena H.-Schäff.*) spielen diese stark ins Orangefarbene; Tokat. -- Umgekehrt 
fand Elwbs im höheren Altai eine kleinere Form, die rein blassgelbe, nicht orange angeflogene, dabei stark 
paltida. von den dunklen Adern durchschnittene Binden hat; dies ist pallida Stgr. (43b), die sich ausserdem durch 
fein aber gleichmässig staubgrau gesprenkelte Hflglunterseite unterscheidet. — hippolyte ist an ihren Flug- 
plätzen, auf Steppen und sterilen Weiden, im Juni und Juh gemein; sie setzt sich auf nackte Bodenstellen 
und fliegt aufgescheucht nur kurze Strecken, so dass sie leicht erbeutet wird (Ei.wes). 

arethusa. S. arethusa Esp. (43b, c). Oben dunkelbraun mit gelber, beim <f meist in Flecke aufgelöster, beim ¥ 

blasserer und breiterer Aussenbinde, dunklem, ungekerntem Apicalauge und grau und braun gescheckten 
Fransen. Unten sind die Vllgl gelb mit grau marmoriertem Rande, die Htlgl grau marmoriert mit dunkler, 
beim d" gebogter Mittellinie, an die nach aussen ein lichtes, weissgrau gesprenkeltes Band anschliesst. Die 
aussenbinde der Oberseite variiert ungemein; sie kann breit und zusammenhängend sein, aber auch auf den 

erythia. Illlgln völlig und auf den Vflgln bis auf Spuren verschwinden. — Bei ab. erythia Höh. von Süd-Frankreich 

dentata. und dem Orient ist durch Zuspitzung der Flecke die Aussenbinde leicht gezähnt; — bei ab. denlata Stgr., 
die an der Riviera die gewöhnlichere Form ist, entsteht durch gleichmässige stärkere Zuspitzung der Flecken 

boabdil. eine förmliche Säge. Bei boabdil Ubr. (43c) nimmt die Binde oben durch rauchige Trübung eine der 

Grundfarbe so ähnliche Färbung an, dass sie fast darin erlischt und nur noch das Apicalauge mit ganz 

obscura. schwachen Bindenspuren deutlicher hervortritt; Spanien. — Als obscura (43c) endlich sandte mir Ribbk 
oben ganz schwarze, unten sehr lebhaft marmorierte Exemplare aus Andalusien. — Rp beinfarben mit rot- 
. gelbem Rückenstreif, in dem eine feine dunkle Linie verläuft, gelbem Seitenstreif und matten, kaum bemerk- 
baren Längslinien: bis Juni an Festuca. Die Schmetterlinge vom Juli bis September, die verschiedenen 
Formen bald getrennt, bald beieinander (liegend, auf Kalkbergen gemein, in ganz Süd-Europa, von Portugal 
bis zur Türkei und Süd-Russland; überall am Schwarzen Meere, östlich bis Saisan im Altai (Rukckbeil). 
Nördlich geht die Art in Europa bis zum Elsass, Baden, Ungarn (ab. peszerensis) und Galizien. Die Flug- 
plätze sind oft weit voneinander gelegene, sterile Höhen und Brachfelder, besonders solche mit Kalkboden. 

neomiris. S. neomiris God. (= marmorae Ulm., jolaus Bon.) (43c). Der aleyone ähnlich und zweifellos dieser 

nahe verwandt; oben mit lebhafter, auf den Hflgln sehr breiter, nach innen scharf begrenzter, nach aussen 
rotgelb tingierter, hell orangefarbener Aussenbinde. Unten hebt sich die orangefarbene Vtlglbinde scharf 
gegen den schwarzbraunen Wurzelteil ab. Die Hflgl unten mit breiter weisser, innen schwarz begrenzter 
Mittelbinde. Das Apicalauge der Vflgl beiderseits weiss gekernt. Auf Sardinien und Corsica, auch auf 
Elba. — Ei ziemlich kugelrund, bein weiss, fein gerieft, ergibt nach 14 Tagen die Rp. Diese ist beingelb 
inil fein schwarzer, doppelter Rückenlinie; über den Stigmen eine schwarze, auf jedem Segment unter- 
brochene Seitenlinie. Kopf hellbraun mit schwarzen Mandibeln; an Gras (Kollmorgen). — Die Schmetter- 
linge fliegen in Berggegenden, von 700 m aufwärts, vom Juni bis August stellenweise häufig und setzen 
sich gern an die Stämme der Nadelholzbäume. 

azorinus. S. azorinus Streck. Dieser mir in Natur unbekannte, angeblich von den Azoren stammende Falter 

ist dunkelbraun: Vflgl mit gelb aufgehelltem Discus und kleinem Apicalauge; Hflgl mit gelber, undeutlich 
begrenzter Mittelbinde, die über dem Analwinkel und unter dem Apex stark einwärts ausbiegt. Fransen 
gescheckt. Hllglunterseite mil reinweissem, hier scharf begrenztem Mittelband, von dem wurzelwärts zwei 



*) Die HERRlCH-ScHÄFFEK'sche rhena setzt sich aus orange gefärbten $$ dieser Art und aus dunklen beroe-tfd* zusammen. 



SATYRUS. Von Dr. A. Settz. 127 

weisse Flecke stehen: einer unregelmässig nahe der Wurzel, der zweite viereckig unter der Zelle. Nach 
einem cf beschrieben. Diese von Strecker neben neomiris gestellte Form dürfte der alcyone nahekommen. 

S. geyeri TS.-Schäff. (43c). An die autonoe erinnernd, aber die Oberseite nicht so dunkel gefärbt: geyeri. 
die Grundfarbe ist ein fahles Grau, in dem die Zeichnung der Unterseite deutlich durchschlägt und sich die 
Adern dunkel abheben. Unterseite der Vflgl licht, schwach gelblich getrübt, die Htlgl unten grob marmoriert 
und weiss geädert mit lichter, über und hinter dem Zellende unterbrochener Binde hinter der Mitte. An 
der Ostküste des Schwarzen Meeres, in Kleinasien, Armenien und Kurdistan, im Juli und August, sehr häufig. 

S. regeli Alph. (43 d). Viel kleiner als die vorigen, die Aussenbinde weiss, matt getrübt, die Vflgl regelt. 
mit zwei beiderseits gekernten Augen; eines im Apex, ein noch grösseres über dem Innenwinkel. Hflgl- 
unterseite marmoriert und von weissen Adern durchzogen; hinter der Mitte eine in ihrem costalen Teil nach 
innen scharf sägeartig gezähnte schmale weisse Binde. Nach aussen von derselben steht eine Reihe von 
durch die weissen Adern durchschnittenen Kappentlecken. Kuldscha. — Ein breitbändiges <f aus dem 
Sarydshass-Flusstal , beiderseits gelblich fingiert, nennt Grum-Grshimailü ab. latefasciata; es bildet wohl latefastiata. 
einen Übergang zur folgenden (huebneri-) Gruppe. - - Bei der kleineren tancrei Gr.-Grsh. (= conradti Alph) Innerei. 
(43 d) von Kaschgar sind die Binden breiter und klarer weiss, die Vflglzelle hat einen weissen Längs- 
keil und unter ihr ist die Flügelwurzel autgehellt. — abramovi Ersch. (— regulus Stgr.) (43 d) ist abramovi. 
grösser, die Binde blendend weiss, aber zwischen dieser und der gleichfalls weissen Flügelbasis stets 
eine schmale, schwarze, unregelmässige Binde; vom Pamir und Issykkul. — korlana Stgr. vom Thian- korlana. 
shan ist ebenso, aber die Aussenbinde gelblich getrübt und nach aussen etwas gebräunt. boloricus boloricus. 

Gr.-Grsh. vom südöstlichen Pamir ist eine kleine Form mit ganz schwarzgrauem, nirgends aufgehelltem 
Basalteil aller Flügel und breiter blassgelber Aussenbinde; die letztere führt aber nur das Apicalauge und 
vor dem Analwinkel niemals ein zweites grosses Auge, sondern nur hie und da einen feinen Punkt. - - Hei 
hoffmanni Citri*/, von Turkestan sind die Aussenbinden der Oberseite derart verdunkelt, dass sie nur von hoffmanni. 
der Unterseite schwach durchzuschlagen scheinen. 

Über die Entwicklungsgeschichte der Falter dieser Gruppe ist nichts bekannt. Ob alle, wie Rühl 
will, zu einer Art gehören, vielleicht sogar sämtlich nur Formen der nächsten Gruppe sind, oder ob sie, 
wie Grum-Gksiiimailo meint, richtiger als mehrere getrennte Spezies anzusehen sind, mag hier unentschieden 
bleiben. Sicher ist, dass es Hochgebirgstiere sind, die, soviel wir wissen, zwar geographisch getrennte 
Formen darstellen, in ihrer Lebensweise aber sehr übereinstimmen. Sie fliegen von Ende Juni bis August 
an felsigen Stellen, gehen im Gebirge bis 10000 Fuss hoch, sind nicht selten und setzen sich an Felsen 
und ins Geröll. 

S. huebneri. Eine ganze Reihe von zum Teil stark ineinander übergehenden Formen schliesst sich 
hier an. Bei cadesia Moore (= wilkinsi Ersch., josephi Stgr.) (43 d) sind die Flügel dunkelbraun, die Vflgl cadesia. 
in und unter der Zelle goldgelb aufgehellt. Die rotgelbe Aussenbinde ist ziemlich schmal; sie führt im 
Vflgl 2 grosse gekernte Augenflecke und ist dort an ihrem Apicalteil blassgelb aufgehellt. Pamir, Kaschgar, 
Kaschmir. — Die Form leechi Moore (== huebneri Gr.-Grsh.) ist ebenso, nur dass die Aussenbinde statt rot- leedii. 
gelb blassgelb ist ; vom Pamir. - - Bei ab. decolorata Stgr. ist die blassgelbe Binde zuweilen noch weisslich decolorata. 
gemischt und der Basalteil der Vflgl nicht aufgehellt; Thian-shan, Bucharei. - Die zuerst beschriebene 
Form huebneri Fldr. von Kaschmir hat eine dunkelgelbe Aussenbinde, deren Färbung zwischen der der huebneri. 
beiden vorigen Formen die Mitte hält, die aber bedeutend schmäler ist als bei beiden. — Bei modesta modesta. 
Moore ist Basal- und Randteil intensiv dunkel, so dass die lebhaft orangefarbene Aussenbinde gegen diese 
Grundfarbe lebhaft kontrastiert; Kaschmir. -- Bei dissoluta Stgr. (= wilkinsi Gr.-Grsh.) (43 d) sind die Vflgl dissoluta. 
ganz rotgelb bis auf einen dunkeln Costalwisch am Zellrande, die Htlgl aber sind im Wurzelteil noch 
dunkler. — intermedia Gr.-Grsh. (43 d, e) ist eine der kleinsten Formen, aber am intensivsten rötlich ge- intermedia. 
färbt, vom Altai; alle Flügel sind im Basalt eil nur ganz schwach beschattet und die Vflgl sind am Costal- 
teil aufgehellt. — pamira Stgr. ist wie eine grosse Form der vorigen mit vorzugsweise grossen Augen- pamira. 
flecken der Vflgl; der Gostalteil der Htlgl ist über der Zelle schwarz, welche Färbung sich gegen die zu 
fast weiss abgeblasste Stelle vor dem Apex stark abhebt; Ferghana. Diese sämtlichen Formen gehen 

vielfach vollständig ineinander über. Auch variieren sie in Zahl und Grösse der schwarzen Punktaugen, 
wie alle Satyrus, und unterscheiden sich wohl auch nach der Höhe, in der sie gefangen sind. Sie kommen 
noch in sehr beträchtlicher Höhe, bis 13000 Fuss hoch, vor, fliegen daselbst erst Ende Juli und August 
und scheinen nirgends massenhaft vorzukommen. 

S. telephassa Hbn. (43 e). Dunkel braungrau mit rotgelber Aussenbinde und 2 äusserst fein oder telephassa. 
gar nicht gekernten Augenflecken in der Vflglbinde. Unten sind die Vflgl gelbbraun mit blasser Binde, die 
Htlgl marmoriert, erdgrau. Die Art gleicht mehreren andern Satyrus aus dem gleichen Vaterlande, ist aber 
leicht daran zu kennen, dass das o 71 in der Vflglzelle einen wischartigen schwarzen Samtfleck hat. Beim ? 
ist die Vflglbinde nach innen sehr deutlich und glatt abgeschnitten, indem die Grundfarbe in einen langen, 
geradelinigen Zacken hinter dem Zellende in die Binde hineinspringt; auch zeigt die gelbe Binde der Hflgl- 
oberseite in ihrem analen Teil nur ein feines, weissgekerntes Punktauge, wo andere Formen 2 hintereinander- 



128 SATYRUS. Von Dr. A. Seitz. 

stehende meist deutliche, blauweisse Fleckchen zeigen. — In Vorder -Asien, besonders Syrien, Klein -Asien 
und Armenien, in Persien, Afghanistan und Beludchistan ; im Mai, stellenweise sehr häufig. 
mniszedüi. S. mniszechii H.-Schäff. (43 e). Der vorigen, besonders im weiblichen Geschlecht, sehr ähnlich, aber 

die rotgelbe Vflglbinde nach innen nicht so geradelinig begrenzt und unter dem Apicalauge weder unter- 
brochen, wie bei den pelopea-Fovmtu. noch stark eingeengt, wie bei telephassa. Die Htlglbinde gleichmässiger 
als bei telephassa und den Costalrand fast erreichend. Im Analwinkel der Hflgloberseite stehen stets 2 deut- 
liche weisse Fleckchen. Unterseite bei beiden Geschlechtern gleichmässiger sandgrau oder sandbraun. Grösse 
herridiii. genau wie telephassa. Ostküste des Schwarzen Meeres und Klein -Asien. — Bei herrichii Stgr. von Nord- 
Persien und Turkestan sind die Fransen weiss, die Binden der Oberseite breiter und lebhafter rotgelb, die 
baldiva. Hflglunterseite grau und beim cf deutlicher gezeichnet. - baldiva NLoon gleicht im männlichen Geschlecht 
durchaus der telephassa, ist aber sofort daran kenntlich, dass der Brandfleck in der Vtlglzelle nicht schwarz, 
von der Grundfarbe kaum verschieden und daher unauffällig ist. Der Augenfleck vor dem Aussenrd fehlt 
sagina. oft oder ist sehr klein; Tibet. — Bei sagina Eühl sind umgekehrt die Augenflecke der Vtlgl ganz besonders 
gross; auch ist die Aussenbinde dunkler und beim cf von dunklen Rippen durchzogen; Turkestan. — 
lehana. lehana Moore I t3f) hat oben sehr klar gelbrote, beim ? nach innen blasser gefärbte Binden; auf der Unter- 
seite sind Vflgl und Hflgl fast von gleicher, sandgelber Grundfarbe; das Analauge der Hflgl fehlt beiderseits 
bei cf und ? vollständig oder es rindet sich an seiner Stelle nur ein einziges Pünktchen; Kaschmir, Ferghana. — 
turkestana. tuikestana Gr.-Grsh. \ Qgl stumpfer, die Vflglocellen auf der Oberseite blind, ohne weisse Zwischenpunkte. 
Hflprl dunkler, auf der Unterseite verwaschene]-, undeutlicher gezeichnet; Fransen gelbbraun: in Turkestan 
tarbagata. unu dem östlichen Thian-shan. ■ ■ Bei tarbagata Stgr. (= alpina Stgr.) vom Thian-shan sind die Binden 
atlantis. etwas schmäler und düsterer. Umgekehrt hat atlantis Aust. (= maroccana Meade - Waldo) (43 f) aus den 
höheren Lagen des marokkanischen Atlas sehr helle und breite Binden, sehr wenig gezackte HfJglränder. — 
Eine dieser »;anz ähnliche Form, mit ausserordentlich breiter Binde, sehr blasser Grundfarbe und ganz 
weissen Fransen, lebt in West-China: da sie sich mit keiner der bis jetzt mir bekannt gewordenen Diagnosen 
clarissima. ganz deckt, mag sie clarissima form. nov. (43 f, g) heissen. 

Alle Formen der mnizechii treten an ihren Flugplätzen häutig, viele sogar in grossen Mengen auf. 
Die Flugzeit ist im Juni und Juli und für Kaschmir nochmals im September. Hier ist diese zweite Genera- 
liou von lehana festgestellt; ob auch die vorderasiatischen Formen nochmals im Spätherbst fliegen, ist mir 
nichl bekannt, ntliuttis i^t im Juli aufgefunden worden und hat aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Generation. 

pelopea. S. pelopea Klug (43 f). Den vorigen sowie auch den telephassa-Formen ähnlich; aber sofort daran 

zu unterscheiden, dass die rotgelbe Aussenbinde auf den Vflgln unter dem Apicalauge durch die dunkle 
Grundfarbe breit unterbrochen ist. Auf den Hflgln ist die Binde trüber braungelb: das cf hat in der Zelle 
ein dunkles Brandüeckchen. Die Unterseite der Hflgl ist düster erdgrau und bei der grossen, armenischen 
caucasica. Form caucasica Led. (= kir^isa Gerh.) sogar ganz dunkel schwarzgrau gefärbt. Vom Libanon. — Bei der 
kurdistana. Form kurdistana Stgr. vom Taurus ist die Aussenbinde so getrübt, dass sie nur wenig von der Grundfarbe 
tekkensis. absticht , wogegen sie bei tekkensis Eühl-Heyne aus Turkestan breit und sehr feurig gelbrot ist. — Bei 
persica. persica Stgr. (43 f) ist die Vflglbinde in ihrem costalen Teil fast erloschen, so dass beim cf nur noch ein gelb- 
roter Hof um die Punktaugen bleibt, und die Hflglunterseite ist aschfarben: aus dem Achal-Tekke-Gebiet. - 
sdiaruh- scharuhdensis Stgr. von Armenien und dem persischen Hochland hat gleichfalls aschgraue Hflglunterseite, 
densis..^ a ] 3er au f derselben weisslich gemischt und zeii^t deutlichere, gebogte Zickzacklinien. Auf der Oberseite 
ist die Aussenbinde nicht nur nicht reduziert wie bei persica, sondern zieht beim ? weit in den Hflgldiscus 
hinein. pelopea und ihre Formen fliegen im Juni und Juli auf sterilen Höhen oder auf felsenreichen 

Plateaus und lassen sich auf Geröll oder nackte Sandstellen nieder. Sie sind an ihren Flugplätzen nichl 
selten und ihre Unterseite variiert in der Farbe je nach dem Ton. den die vorherrschende Gesteinsart dem 
Boden verleiht. 

alpina. S. alpina Stgr. (== olga Gerh.). Den vorigen Arten, besonders der mnizechii ähnlich, von der sie 

vielleicht nur eine Form ist: die gelbrote Binde ziemlich breit, lebhaft, nicht unterbrochen, innen sehr regel- 
mässig begrenzt: auch auf den Hflgln ist die Binde deutlich, keinen der Ränder erreichend. Auf der Unter- 
seite sind die Iltlgl sehr gleichmässig dunkel erdbraun, nur die Binde der Oberseite schlägt etwas licht 
durch. Wie bei den meisten Formen dieser Gruppe, finden sich zwischen den dunkeln Augenpunkten 
2 weisse Fleckchen, meist von ziemlicher Grösse und Deutlichkeit: Exemplare, bei denen diese besonders 
klein sind, hat Staudingeb als ab. guriensis bezeichnet. — Die Art ist. wie es scheint, über die ganze Kette 
des Kaukasus verbreitet ; die Tiere fliegen an steinigen Hängen im Sommer bis Anfang August (Romonoff). 

anthelea. S. anthelea llbn (= telephassa Dup.) (43g). cf mit weisser, nur aussen rotgelb angelegter Binde 

und schwarzem, wischartigem Brandfleck in der Zelle; die unten grau marmorierten Htlgl zeigen in ihrem 
Discus einen unregelmässigen, bindenartigen weissen Fleck. Das ? hat lebhaft ockergelbe Aussenbinde, die 
auf den Vflgln sich in langem und breitem Wisch über den Discus bis gegen die Wurzel in die braun- 
graue Grundfarbe hineinzieht. Diese Formen sind die häufigeren. Es kommen aber auch cfcf mit stark 
syriaca. gelb übergossenen I linden vor; dies ist ab. syriaca Eühl. In Klein -Asien, besonders häufig im Taurus, 

amalthea. hinter Adana; ferner in Lydien und Kurdistan. — Die europäische Form, amalthea Friv. (43g), hat ahn- 



SATYRUS. Von Dr. A. Seitz. 129 

liehe efe? wie die kleinasiatische, aber ganz andere ??; dieselben gleichen den dV, haben auf den Vflgln 
weisse Fleckbinden mit sehr grossen Augenflecken und gewöhnlich steht auch in der Hflglmitte ein weisser 
Wischfleck; südöstliche Balkanhalbinsel. — Die Falter sind an ihren Flugplätzen, nämlich auf kahlen An- 
höhen oder sterilen Geröllfeldern, äusserst häufig und fliegen im April und Mai, in höheren Lagen erst von 
Ende Mai ab. 

S. beroe Frr. (43g). In der Zeichnungsanlage an die pelopea erinnernd, aber die Grundfarbe viel beroi>. 
lichter, glänzend staubgrau und die Aussenbinde matt wachsgelb, mit 2 ziemlich grossen dunkeln Augen- 
flecken auf den Vflgln. Costalrand und Fransen weisslich seidenglänzend. Hflgl unten fahl graubraun mit 
unrein weisser Binde hinter der Mitte. — Bei ab. rhena B.-Schäff'.*) ist die Binde nach aussen mehr oder rhena. 
weniger rotgelb angeflogen und bei der ab. aurantiaca Stgr. (43g, 44a) sind die Binden ganz orangegelb, aurantiaca. 
In Klein -Asien, mehr vereinzelt, vom Juni bis August. 

S. mamurra IL-Schäff. (= pelopea K-Schäff.) (44 a). Die ursprünglich lehmgelb getönten Binden mamurra. 
sind beim <? — besonders auf dem Vflgl — durch rauchbraune Überstäubung derart getrübt, dass sie nur 
noch als matt gelbliche Aufhellung die grossen Ocellen der Aussenbinde umgeben. Beim ? tritt die Hfl^l- 
binde in ihrem inneren Rande blass- im äusseren Teil rotgelb hervor. Nach innen schneidet sie nicht 
gerade mit dem dunkeln Wurzelteil des Hflgls ab, sondern greift mit kleinen Eckchen oder Zähnchen in 
diesen hinein. Obwohl selbst efef von gleichem Flugort und gleichem Fangdatum bezüglich der dunkeln 
Überstäubung nicht unbeträchtlich variieren, hat man doch hauptsächlich nach der Verdunkelung verschiedene 
Formen unterschieden. Die typische mamurra kommt hauptsächlich von Kleinasien, wo sie, besonders in 
dessen südlichem Teil, sehr häufig ist. - - Von schakuhensis Stgr. (44a) ist das d* oben dunkler, auf der Unter- sdiakuhensis. 
seite alter heller, gelblichweissem Sande angepasst ; von Persien. — graeca Stgr. (44a) von Griechenland graeca. 
ist noch dunkler und dabei nicht unbeträchtlich kleiner als die vorigen. — ab. obscura Stgr. aus dem obscura. 
Taurus hat im männlichen Geschlecht die Oberseite derart verdunkelt, dass von den Binden nur noch ganz 
schwache Spuren erkennbar sind; die Unterseite ist hell weissgrau. — Iydia Stgr. ist oben weit minder fydia. 
verdunkelt als die beiden vorigen, dagegen ist die Hflglbinde einfarbig ockergelb, ihre Innenkante nicht 
blasser als der äussere Teil der Binde; auch sind die Fransen dunkelgrau. Die weissen Punkte in der 
Binde fehlen sowohl auf den Vflgln wie auf den Hflgln; auf kahlen Höhen des Bosz-Dagh in Kleinasien. — 
sintenisi Stgr. (44 a) ist zweifellos gleichfalls nur eine stark verdunkelte mamurra-F orm , im Hinterland von sintenisi. 
Trapezunt. — Wie die meisten Satyrus dieser Gruppe fliegen die Falter im Juli und August an steinigen 
Stellen , setzen sich auf den nackten Erdboden oder auf umherliegende Steine und fliegen aufgescheucht 
nur kurze Strecken. 

S. statilinus Hufn. (= fauna Sulz., arachne Esp.) (44b). Oben schwärzlich, seidenglänzend, die mit statilinus. 
gescheckten Fransen besetzten Ränder dunkler, der Discus vor diesen durch braunen Schimmer kaum 
merklich aufgehellt. <? oben fast zeichnungslos, hie und da mit 2 weissen Pünktchen zwischen den kaum 
noch erkennbaren Ocellen: über dem Analwinkel der Htli*l ein dunkler Punkt. ? mit silbergrauem Costal- 
rand und langen, hell aschgrauen Fransen; die Flügel etwas lichter, mehr braunschwarz, die Binde noch 
deutlich erkennbar, um die Ocellen lichte Stellen. Unterseite aschgrau, der Vflgldiscus braun schillernd, 
das Apicalauge, beim ? auch das zweite Vflglauge, gelb umzogen. Ganz Europa mit Ausnahme des Nordens 
und Englands, bis zur Nord- und Ostseeküste, aber lokal und nur stellenweise häufig. — apennina Z. hat apennina. 
sehr dunkle, beim <? im Leben lebhaft schillernde Flügel mit weissen Fransen; die hinteren stark gezackt; 
die Htlglunterseite ist braun mit 2 deutlicheren Zackenstreifen ; von den Apenninen. — allionia F. (= fauna allionia. 
Hbn.) (44b) ist grösser und mehr tief schwarzbraun . unten bunter, der äussere Zackenstreif nach aussen 
von einer weissen Binde begleitet; an der Riviera, in Andalusien und an den Küsten des Schwarzen 
Meeres. — Die sizilianische Form ab. martiani H.-Schäff. hat sehr grosse, zuweilen doppelte Augen; ahn- martiani. 
liehe Bildungen findet man auch bei Stücken vom Schwarzen Meer. Eine sehr merkwürdige Form 

(vielleicht richtiger Art) ist hansii Anst. (44b), von der wir die Typen, die uns in dankenswerterweise zum hansii. 
Abbilden überlassen wurden, im Bilde bringen. Hier sind die Vflglocellen auch auf der Oberseite beim a* 
schmäler, beim ? breiter gelb umringt; beim <? ist auch das Analauge der Hflgl lebhaft gelb umzogen. Die 
Unterseite ist sehr lebhaft bunt, die Hflgl mit dunkler, nach aussen breit weiss angelegter Mittelbinde. Im 
Atlasgebirge, im westlichen Algerien und in Marokko. — Rp samtartig fein behaart, lehmgelb mit 5 braunen 
Längsstreifen. Kopf bräunlich, Stigmen rot (Brants). Im Juni erwachsen an Poa annua, Festuca und 
andern Gräsern. Pp bräunlich mit langen Flügelscheiden. — Die Schmetterlinge fliegen vom Juli ab am 
Rande und auf Lichtungen von Nadelgehölzen , wo sie sich mit Vorliebe mitten auf den Weg setzen. In 
den kleinen Kieferngehölzen, welche die sonnbestrahlten Hügel der Riviera krönen, trifft man die Schmetter- 
linge im August zuweilen in erstaunlicher Häufigkeit. 

S. fatua Frr. (= allionii Hbn.). Der vorigen Art sehr ähnlich, meist grösser; unterschieden auf der fatua. 
Oberseite durch eine dunkle Submarginallinie, auf der Unterseite durch eintönigere Hflgl, durch deren Mitte 
meist 2 tief gezackte schwarze Bogenlinien führen. Hflgl oben in ihrem Aussenteile oft stark aufgehellt. 



*) S. Fussnote p. 126. 



13n SATYRUS. Von Dr. A. Sbitz. 

sidiaea. Griechenland, Klein-Asien. - sichaea Led. (44c) ist eine sehr grosse Form von Syrien, mit stark marmo- 
wyssi. rierter Hflglunterseite. - wyssi Christ. (44c) von den Kanaren stehl zwischen den beiden letztgenannten 
Können in der Mitte und kommt in manchen Exemplaren der typischen fätua, in andern der sichaea näher. — 
sylvicola. sylvicola Aust. (44c) ist eine oben der typischen ähnliche Form, die aber eine durchaus einfarbige, braun- 
graue, völlig zeichnungslose Hflglunterseite hat. Sic fliegt in West -Algerien und wurde vom nämlichen 
Orte, wie hansii gebracht, fliegl aber im September, während hansii im Juli gefangen wurde. Die Zu- 
gehörigkeil dieses nordafrikanischen Formen ist noch nicht völlig geklärt. - - Die Schmetterlinge lieben, wie 
die statilinu8-Fovmea, Sandboden und Nadelwälder. Auf den kanarischen Inseln winden sie beobachtet, wie 
an den Felsen der Küstengebirge flogen und sich mit Vorliebe an die Sonnenseite der Stämme von 
Pinus canariensis setzten. Wie Staudingeb aus Klein-Asien berichtet, schwärmen die fatua zuweilen de^- 
Nachts und kommen in die erleuchteten Fenster und an die Laterne. 

fidia. S. fidia /.. (44d). Oben den vorigen ähnlich, aber die Unterseite viel hunter und Lebhafter; die 

Vflglaugen gross, breit gelb umzogen, vor beiden weisse Wische, die wurzelwärts durch eine schwarze 
Linie begrenz) sind. Auf der Hflglunterseite springt die äussere schwarze Discallinie hinter dem Zellende 
in breitem Zahn vor; sie ist nach aussen breit weiss angelegt und hinter ihr ziehen nach dem Aussenrd 
hin noch starke weisse Wische. In Süd-Frankreich und auf der iberischen Halbinsel. - In Nord-Afrika von 
albovenosa. Marokko Ins Tunis kommt die Form albovenosa Aust. (44d) vor, deren Hflglunterseite noch reicher weiss- 
monticola. scheckig is1 und einen noch längeren und spitzeren Zahn der .Mittellinie hat. monticola Mief, eine 

Gebirgsform aus den Ost-Pyrenäen, hat im Gegensatz zu der vorigen das Weiss auf der Hflglunterseite 
calabra. reduziert. Bei calabra Costa aus den Abruzzen fehlt das Apicalauge und die gelbe Umsäumung der Vflgl- 
augen ist getrübt oder verloschen. ■ Rp röflichhraun mit verloschenem Rückenstreif und gelbem Seiten- 
eif; Kopf schwarz gezeichnet: Stigmen schwarz: an .Milium multiflorum und andern Gräsern. Pp liell- 
braun mit dunkleren Flügelscheiden. Die Schmetterlinge fliegen in den Nadelgehölzen, welche die sandigen 
Hügel krönen, vom Juli bis September und setzen sich auf den nadelbestreuten Waldboden oder an die 
Stämme; sie sind an ihren Flugplätzen gemein. 

pisidice. S. pisidice Klug (44d). Den vorigen oben ganz ähnlich aber düsterer, zeichnungsloser, alle Flügel 

mit langen, auch auf den Vtlgln ungescheckten Fransen. Unterseite völlig verschieden von fidia, gelblich 
staubrau. Die Discallinie der Vflgl fast gerade, die innere der rlflg] ganz gerade, die äussere wenig gezackt, 
nicht lang gezähnt. Ausserdem ist die Hflglunterseite äusserst fein quergestrichelt. Im Juli auf dein Libanon, 
am Sinai und anderen syrischen Gebirgen. 

stulta. S. stulta Stgr. i44di. Oben schwarz, der vorigen ähnlich, aber mit einem weissen Streif längs der 

Costa, der vor dem Apex etwas erweitert ist. Die Vllglocellen treten nur undeutlich auf der dunkeln 
Flügelfläche hervor, um so mehr die zwischen ihnen gelegenen beiden weissen Punktflecken. Hflgl sehr 
stark gezackt mit sehr breitem weissem Aussenrd, der noch den kleinen schwarzen Analaugenfleck umfasst, 
den Ird aber nicht ganz erreicht. Unterseite staubgrau, die schwarzen Discallinien fehlend oder nur noch 
in unterbrochenen Spuren vorhanden. In Turkestan, im Juli in Höhen von 1500—4000 Fuss, sehr geniein. 

parisatis. S. parisatis Kott. (44e). Wie die vorige, die weissen Punkte zwischen den Ocellen auf der Vtlgl- 

oberseite kleiner, beim d* zuweilen völlig ausgelöscht. Hier ist weniger der Gostalrand als der Aussenrd 
der Vflgl weiss, und zwar bei der typischen Form sehr breit. — Transkaukasien , Persien, Turkestan. und 
macro- im Pamir. macrophthalma /•>. (44 e) ist die südöstlichste Form, von Kaschmir und Afghanistan, unter- 
phthalma. .schieden durch den schmäleren, nur aus den Langen Krausen gebildeten weissen Vflglrand, den schmäleren, 
innen weniger ausgezackten lltlglrand und die auf der Unterseite viel grösseren Augenflecke. Die ab. 
laeta. laeta Christ. (44e) unterscheide! sich dadurch, dass der weisse Aussenrd nicht vor dem Analwinke] erlischt, 
sondern breit in diesen hineinzieht. Diese Schmetterlinge, die im Leben einen wundervoll blauen Schiller 
haben, sind an ihren Klugstellen, zerklüfteten Felshängen, äusserst gemein, aber wegen der Terrainverhält- 
nisse oft sehr schwer zu fangen (Lang). Sie haben einen nyraphalidenartigen , schnellen Klug und setzen 
sich an Felsen und Gestein. Bei Kandahar traf sie Roberts sein- gemein an schattigen, feuchten Stellen. 
wo sie dutzendweise gefangen werden können. Da die Fangdaten vom Mai bis September auseinander- 
gehen, scheinen sie entweder mehrere Generationen zu haben, oder ihre Erscheinungszeil ist je nach der 
Höhe der Fluggegend sehr verschieden. 

digrm. S. digna Marsh. Diese, mir in Natur unbekannte, gewissen actaeu- Formen ähnliche Art hat eine 

breite, orangefarbene lussenbinde, die das Apicalauge der Vflgl umzieht. Ein zweiter Augenileck vor dem 

Innenwinkel fehlt. Auf der Hflglunterseite eine aussen und innen dunkel beschattete Zickzacklinie vor dem 
Saume (Bingham). Vom Shandur-Plateau in Kaschmir und Chili -al. 

S. abdelkader. So gross wie die grössten cordula, diesen oben ahnlich, die Flügel gestreckter, auf 
allen vier Flügeln zwischen den Ocellen bläulichweisse Wischfleckchen; Hflglunterseite mit dunklerer, recht- 
winkelig gebrochener Alittelbinde und lichten \dern. Von der zuerst beschriebenen, westlichen Form. 
abdelkader. abdelkader Pier, aus der Provinz Oran und von Marokko unterscheidet sich lambessana Stgr. (44e) aus 
lambessana. fl en Aures-Bergen durch dunklere Grundfarbe, deutlichere, blaue Ocellenkerne und grössere Wische zwischen 



SATYRUS. Von Dr. A. Seitz. 131 

denselben; die ab. serrata Aust. mit nicht winkelig gebrochener . sondern bogiger und am äusseren Rande serrata. 
gewellter Binde auf der Htlglunterseite, von Magenta, ist wohl nur eine individuelle Aberration der west- 
algerischen Form, die der europäischen cordula, von der abdelkader der nord-afrikanische Vertreter ist, etwas 
näher kommt. — Die Rp lebt unzweifelhaft an einem kniehohen, grossrispigen Gras; das überall da wächst, 
wo man den Falter findet, und dürfte der cordula-Rp sehr nahestehen. Die cfc? schweben in flatterndem Fluge 
suchend von einem Grasbüschel zum andern und besuchen besonders Disteln und Löwenzahn. An bestimmten 
Klugplätzen, wie z. B. an der Mühle des Pic des Gedres bei Batna sind die Faller im Mai und Juni zahl- 
reich; aber auch sonst trifft man sie vereinzelt im Gelände, besonders an felsigen, überschatteten Bachbetten. 

S. actaea. Oberseite des cf schwarzbraun, im Leben dunkel schimmernd; die zwei Yllglocellen sind 
meist nur an der feinen blauweissen Pupille erkennbar. Bei älteren Exemplaren mit abgeblasster Grund- 
farbe zeigt sich die Pupille dann tiefschwarz umzogen. Zwischen den Vflglocellen zuweilen -2 feine weisse 
Pünktchen. Die Ocellen können vermehrt und vermindert sein wie bei allen Satyrus, z. B. merula Schultz, 
ornata Schult:. Beim ? tritt die Aussenbinde durch lichtere, zuweilen durch gelbbraune Färbung hervor, und 
die Ocellen sind erheblich grösser als beim cf. l'nterseite bei den einzelnen Formen verschieden gefärbt, 
mit deutlich abgesetzter Aussenbinde, dunkler Zackenlinie in der Zelle und durch die lltlgl. und etwas 
unregelmässiger Submarginallinie. - Die bekannteste Form ist cordula F. (= hippodice Hbn., bryce God.) cordula. 
(44 f), deren tiefschwarze, oft braunviolett schimmelnde öV deutliche, hervorstechende Ocellenpupillen 
und eine fast einfarbige dunkle Htlglunterseite haben, cf wie besonders auch V gehören zu den grössten 
bekannten acfaeff-Formen. in der Schweiz und Tirol, besonders am Südabhang der Alpen, in Oberitalien, 
den Apenninen und der italienischen Riviera. — Bei der ?-Form ab. peas Ulm., die in gewissen Alpen-/ 
tälern (angeblich auch in Portugal) die vorherrschende Form ist, sind die Aussenbinden lebhaft ockergelb. — 
virbius H.-Schäff. von Süd-Russland, besonders dem Kaukasus, hat gleichfalls eine sein- einfarbige, düstere virbius. 
Htlglunterseite der cfcf wie cordula, ist. aber kleiner als diese. -■ Die zuerst beschriebene Form actaea Esp. actaea. 
(44f) hat auf der Htlglunterseite ein w eissliches, unregelmässiges Mittelband; sie kommt von Süd-Frankreich 
und in besonders typischen Exemplaren von Digne. - - podarce 0. von Portugal, dem südöstlichen Klein- podarce. 
Asien und Syrien ist eine kleinere Form mit einem lichten Adernetz auf der Htlglunterseite. - cordulina cordulina. 
Stgr. von Zentral-Asien unterscheidet sich nur durch geringere Grösse von der cordidu. bryce Hbn. bryce. 
(44 f) vom Altai, Ferghana und den dazwischen liegenden Gebirgszügen sowie von Tibet hat eine Licht erd- 
braune oder staubgraue (»beiseite ohne schwarzen oder dunkelblauen Schimmer, im übrigen die Grösse und 
Gestalt von cordula. ■ ab. ganssuensis Gr.-Grsh. von Tibet hat grosse Ocellen und das ? eine sehr ganssuensis. 
deutlich abgegrenzte graubraune Binde; unten sind die Flügel Mass, mit hervortretender Binde und 
scharfen Zeichnungen, die vordem in der Spitze, die Htlgl im Wurzelten weiss gemischt. 
favonia Stgr. steht der bryce nahe, hat aber nur actaea - Grösse. Ytlgl unten mit gelbem Discus. favonia. 
Hauptunterscheidungsmerkmal sind die weissen Fleckchen zwischen den Vflglocellen, die etwas saum- 
wärts verschoben erscheinen. Beim cf ist der Duftstreif, der bei den andern actaea-Formen häufig 
fehlt, deutlich vorhanden. Hadjin. nevadensis Eibbe (44 e) ist die kleinste Form, aus Andalusien, nevadensis. 

mit lebhaft gezeichneter, der actaea ähnlicher Htlglunterseite, aber ohne deren weisse Mittelbinde. 
mattozi Mont. von den Höhen der Serra da Estrella ist beträchtlich kleiner als actaea, dunkler, die mattozi. 
Ytlgl des cf stärker schillernd, ohne die weissen Zwischenpunkte, die des $ mit stärkerer Ockerfärbung; 
an podarce erinnernd, von der sie einen Übergang zu der sehr nahestehenden iierai/eiisis bildet. • 
amasina Stgr. hat eine matter gefärbte (»beiseite und auf der Htlglunterseite weisses Adernetz; unter amasina. 
cordula-Gr'6ss&] von Klein-Asien. -- Auch parthica Led. von Persien und dem angrenzenden Transkaspien parthica. 
hat unten weiss geäderte Hflgl, aber die Oberseite ist tief schwarz mit intensiv dunklem Schimmer wie bei 
cordula. Die Unterseite der Vflgl ist im Discus lebhaft rostgelb gefärbt. - pimpla Fldr. ist der parthica ptmpla. 
nahe, die dV sind sogar ganz schwer von dieser zu scheiden; das ¥ aber hat das sehr grosse Apicalauge 
ockergelb umzogen und darunter steht ein ockerfarbener Bindenwisch, so dass eine oberflächliche Ähnlichkeit 
mit arethusa entsteht: der pimpla fehlt aber stets ^Vv zweite schwarze Augenlleck über dem Analwinkel. 
Afghanistan, Beludschistan und Kaschmir . überall sehr selten; das cf ist lange nach dem ? bekannt ge- 
worden. - ■ Bei der der parthica sonst ganz ähnlichen alaica Stgr. fehlt das Rostgelb der Unterseite oder alaica. 
ist wenigstens matter, so dass diese Form auf die amasina herauskommt, aber oben undeutlicher gekernte 
(»•■eilen hat; eine Höhenform aus dem Alai-Gebirge. -- nana Stgr. hat den Discus der Vflglunterseite mehr nana. 
rotgelb als alaica, aber oben ist das Apicalauge stark reduziert und gewöhnlich blind; Turkestan. -- hadjina hadjina. 
Rühl-Seyne vom Taurus und aus Lydien ist oben, wie bryce, matt gefärbt, aber viel kleiner als diese, unten 
weniger bunt, mit dunkler, weisslich gezeichneter Htlglunterseite. — penketia Frühst, von Griechenland penketia. 
gleicht der südrussischen virbius, hat aber grössere Ocellen und eine verwaschenere, weisse .Mittelbinde auf 
der Htlglunterseite. — Die Zermatter cordula-Stücke trennt Fruhstoheer als milada ab: sie ballen zwischen milada. 
actaea und cordula die Mitte und ihre ¥¥ nähern sich durch ockergelben Schimmer der Mittelbinde der ab. 
peas. - - Rp braun mit 5 dunkeln, zum Teil licht eingefassten Längslinien und schwarzen Stigmen, die von 
der helleren Unterseite durch eine dunkle und darüber eine helle Seitenlinie geschieden sind; Kopf schwarz 
gezeichnet (Guiebel). Bis Mai oder Juni an Gräsern. Pp braungelb mit dunklem Vorderteile. Die 



132 GALLARGE. Von Dr. A. Seitz. 

Schmetterlinge fliegen von Ende Juni ab an offenen, steinigen Stellen, mit Vorliebe an dürftig bewachsenen, 
röllreichen Berglehnen. In den Vormittagsstunden besaugen die cfc? Lebhaft die Distelköpfe, auf denen 
sie sich mit halbgeöffneten Flügeln niederlassen, während die ö sich mehr am Boden halten und besonders 
auf Geröllsteinen und kahlen Bodenstellen mit festgeschlossenen Flügeln sitzen. Die c~c~ haben einen un- 
regelmässigen, hüpfenden Flug; sie sind an ihren Flugplätzen meist sehr zahlreich, aber wegen der Ungunst 
des Terrains oft schwer zu erlangen. 

siheno. S. stheno Gr.-Grsh. Von einer mittelgrossen rordvla dadurch unterschieden, dass sieh ausser den 

Ocellenkernen noch 2 — 3 weisse Wische hinter dem Ende der Ytlglzelle linden. Das Mittelhand auf der 
licht geäderten Hflglunterseite ist sehr regelmässig und durch ganz gleichmässig gebogene weissliche Bogen- 
streifen begrenzt. Im Karategin-Berglande, in Turkestan, +000 — 4500 Fuss hoch, häufig, im Juli. 

S. dryas. Schwarzbraun, grösser und lichter als die meisten acte«a-Formen , die zwei Vflglocellen 

oben mehr blau als weiss gekernl und meist grösser als bei den actaea, die Hflglunterseite einfarbiger, nicht 
stark gezeichnet, nur zuweilen matt gewölkt oder mit blassem Mittelband, dagegen häufig mit deutlichem 
Analauge. Einer der weitverbreitetsten Schmetterlinge ; von Nord-Spanien durch ganz Europa und Asien 
hindurch bis zur japanischen Ostküste, von der Ostseeküste bis zum Mittelmeer und in Asien südlich gehend 
bis an die Grenze des* paläarktischen Gebietes. Im allgemeinen nimmt die Grösse der Tiere von Osten nach 
Westen ab und ebenso von der Ebene nach der Höhe. Von Norden nach Süden nimmt dagegen die Grösse der 
dryas. Ocellen zu, und aus diesen Variationen ergibt sich eine Anzahl von Formen. - Die typische dryas Scop. 
(= phaedra /... briseis Esp., athene Bkh.) (44f) hat ziemlich kleine, matt gekernte Ocellen und einfarbige Unter- 

drymeia. Seite; Mittel- und Süd-Europa. Süd-Tiroler Exemplare mit auffällig stärker entwickeltenOcellen sind drymeia 

Frühst, genannt worden. Zwischen diesen und den typischen Nordländern stehen südbayrische Exemplare, die 

tassilo. Fei b i OB] i B aus Wörishofen beschreibt und tassilo nennt. — Mit der nordeuropäischen Form korrespondiert die 

Sibirien, nordasiatische Festlandsform sibirica Stgr., die sehr viel grösser ist, aber auch noch ziemlich einfarbig dunkle 
Färbung und massig grosse Ocellen hat; in ganz Nord-Asien, südlich bis zum Yang-tse-kiang , äussi 
agda. gemein bei Peking, Hankow und [tschang; in Kiautsehou. nördlich bis ins Amurland. -- agda Frühst, igt 
der Name für eine Südwest-chinesische , kleine Form vermutlich eine Bergform — mit ganz kli 

paupera. Ocelle zwischen den Medianästen und sehr undeutlich gezeichneter Hflglunterseite. — paupera Aljih. (44 f) 
von [nner-China hat völlig zeichnungslose Hflglunterseite, ist im ganzen matt gefärbt und erreicht kaum 

astraea. die Grösse mitteleuropäischer Exemplare. — astraea Leech (= tibetanus Rühl-Sei/ne) ist eine kleine, aber 
grossäugige Form mit wenig gezeichneter Hflglunterseite, von Se-tschuen und dem angrenzenden Tibet. - 
bipunetatus. bipunctatUS Motsch. ist die koreanische Form, sehr gross, mit stark vergrösserten, dick blau gekernten Augen. 
okumi. von der sich okumi Frühst. (44f) von der japanischen Hauptinsel durch noch etwas grössere Augen unter- 
scheidet. Die letzten beiden haben das lichte Mittelband der Hflglunterseite am deutlichsten ausgebildet. — 

kawara. Der kleineren Form vom Hokkaido (Yezo), kawara Frühst., fehlt diese weissliche lltlglbinde. Bei diesen 
sämtlichen ostasiatischen Formen können ausnahmsweise ganze Ketten von Ocellen auf Yflgln oder Hflgln 
auftreten. Alle diese Augenabweichungen, wie bereits in einzelnen Fällen geschehen ist (z. B. tripunetatus 
. Nevbgr. etc.) mit Namen zu belegen, hat keinen Wert. — Rp oben graugelb, unten hellgrau, mit rötlichem. 
schwarz gezeichnetem Kopf, feinen dunkeln Längslinien und braunem Seitenstreif; bis Juni an Gräsern wie 
\\eua elatior u. a. Pp braungrau, vorn dunkelbraun; am Hlbsende ein Borstenbüschel. - Die Schmetter- 
linge fliegen vom Juli bis September in Laubwäldern: sie lieben den Schatten und flattern langsam, in 
klappendem Fluge über das Unterholz, in das sie auch zuweilen flüchten. Während die kleinen europäischen 
Exemplare an Erebia erinnern, sind die riesigen Ostasiaten von den gleichzeitig und an denselben Orten 
vorkommenden Lethe schrenkii im Fluge kaum zu unterscheiden. 

16. Gattung: Callai'ge Leech. 

Diese Gattung gründet sich auf eine chinesische Art. Die Fhlr ganz allmählich und- nur wenig 
verdickt, ähnlich wie bei Melanargia. Taster lang, bürstenförmig behaart. Augen nackt. Die Aderung sehr 
ähnlich der von Melanargia, aber die Vflglzelle schmäler. Die Gattung scheint den indischen Zeihera nahe- 
zukommen, einer aus wenigen, z. T. stark mimelisch veränderten Arien bestehenden Gattung der indo- 
auslralischen Fauna. 

C. sagitta. Weisslich, unten gelblich, mit dunklen Adern, Längsschatten an Costal- und Ird und 

sagittn. matten Zacken am Saume. Am Yang-tse-kiang. Man kennt zwei Formen: sagitta Leech (41a), bei Chang- 

occidentalis. Yang am mittleren Yang-tse. ist die lichtere Form, während OCCidentalis Leech die westliche Form von 

Wa-SU-kow eine schwach ockergelb getrübte Grundfarbe mit starken dunklen Aderstreifen und eine dunkle 

Beschallung im Aussenteil aller Flügel zeigt. Nach Leech scheint die typische Form bei Chang-Yang sehr 

gemein zu sein. 



Ausgegeben 2. IV. 08. PARARGE. Von Dr. A. Seitz. 133 

17. Gattung: Pararge Hh>. 

Wir rechnen zu dieser Gattung etliche 40 fast auschliesslich paläarktischer Schmetterlingsformen, 
die etwa ein Dutzend Arten bilden dürften und von Madeira und den Kanaren durch ganz Europa, Nord- 
Afrika und Nord-Asien Ins zur japanischen Ostküste reichen. Für die Spaltung in mehrere Gattungen und 
die Anwendung besonderer Namen (Amecera, Lasiommata, Satyrus etc.) für die wenigen Gruppen sehen wir 
kein rechtes Bedürfnis. Morphologisch und biologisch stehen diese Gruppen einander nahe. Die Pararge 
haben durchgängig dünne, schwachgeknöpfte Fhlr mit etwas flacher Kolbe; die Palpen massig lang, auf- 
gerichtet, mit kurzem Endgliede, unten stark bürstenförmig behaart. Augen haarig. Die Flügel ganzrandig, 
die Hflgl mit gewelltem, zuweilen gezacktem Saume. Auf den Vflgln sind Subcostalis, Mediane und zuweilen 
auch in geringem Grade die Submediane an der Wurzel aufgeblasen, die Htlgl haben gegabelten Präcostalast. 
Die Färbung der Pararge schwankt zwischen Dunkelbraun und Rotgelb, die verschieden und scheckig gemischt 
sind, oder wovon eines dominirt. Die Vflgl führen ein stets erkennbares Apicalauge, das meist isoliert ist 
und deutlich hervorsticht, aber auch durch Fleckung der Umgebung verborgen sein kann. Die Hflgl haben 
eine unten stets deutliche, oben zuweilen rudimentäre Ocellenreihe. Auf beiden Flügeln kommen, wie bei 
den meisten Satyriden, akzessorische Augenflecke vor, was zu verschiedenen Benennungen Anlass gegeben 
hat. Da sich solche Abweichungen aber in den verschiedensten Zusammenstellungen bei sämtlichen Pararge 
wiederholen können, so würde eine konsequente Benennung aller festgestellter Möglichkeiten die Einführung 
von Hunderten neuer Namen in diese Gattung bedeuten. Wie bei Behandlung der Satyrus beschränken 
wir uns daher auf die Registrierung derjenigen Abweichungen, die als geographische Rassen und lokale Eigen- 
tümlichkeiten oder als häufig auftretende Erscheinungen Bedeutung haben. — DieRpn sind vorn und hinten ver- 
jüngt und haben einen kugeligen Kopf, dichte feine und ganz kurze Behaarung, sind grün und leben an Gras. 
Die Ppn sind vorn abgerundet, gestürzt aufgehängt, der Hlb derselben stark übergebogen. Die Schmetter- 
linge fliegen selten in einer, meist in zwei, zuweilen in mehreren Generationen, die auffällig wenig Saison- 
dimorphismus zeigen. Sie sind öfters lokal, aber fast stets sehr häufig. Sie fliegen im Sonnenschein und 
setzen sich teils auf den nackten Waldboden und Felsen, Geröll oder Mauern, teils auch auf Büsche und 
Blätter. Sie besuchen sowohl Blumen als auch nähren sie sich vom ausfliessenden Wundsaft der Wald- 
bäume. Sie haben einen nicht schnellen, aber unruhig schaukelnden oder wackelnden Flug; in Süd-Europa 
scheinen einige zu überwintern, wenigstens traf ich an ungewöhnlich warmen und sonnigen Dezember- und 
Januartagen an der Riviera abgeflogene Exemplare von /'. megera an. die bei eintretender Kälte wieder 
verschwunden waren. 

P. aegeria. Dunkelbraun, blass- oder braungelb gefleckt, <? mit kleineren, ? mit grösseren Flecken; 
Vflgl mit beiderseits gekerntem Apicalauge, Hflgl mit einer submarginalen Reihe von 3 — 7 Augenringen, 
oben mit dunklem Discus, unten marmoriert, zuweilen mit einem unregelmässigen Mittelstreif. Von Madeira 
und den Kanarischen Inseln durch ganz Europa (ausser dem äussersten Norden) und Afrika nördlich der 
Sahara bis nach Klein-Asien, dem Kaukasus und Ural. — egerides Stgr. (= aegeria Esp.) (45a) ist die egerides. 
blass getleckte Form aus Mittel- und Nord-Europa, mit olivengrüner, braungemischter Hflglunterseite. Im 
ersten Frühling und wieder vom Juli ab. -- intermedia Weism. (45a) von der Riviera, besonders der Um- intermedia. 
gebung von Genua, hat einzelne Flecke weissgelb. die andern aber, wenigstens am Rande, braungelb ge- 
trübt. An Waldwegen und in Bachbetten, den ganzen Sommer hindurch, in mehreren Generationen. — 
Bei der zuerst beschriebenen Form aegeria L. (= meone Esp.) (45 a) sind alle Flecke der Oberseite aegeria. 
rötlichgelb und die dunkle Grundfarbe, sowie die ganze Unterseite sind rotgelb übergössen. Diese südliche 
Form lebt überall an den Mittelmeerküsten, in Spanien, Portugal, Süd-Italien, Nord-Afrika, Sizilien, Sar- 
dinien etc., im Süden der Balkanhalbinsel, in Syrien und Klein-Asien. In den wärmeren Gegenden fliegt 
der Falter das ganze Jahr hindurch, indem die zahlreichen Generationen ineinander übergreifen. — xiphioides xiphioides. 
Stgr. (45a) von den Kanarischen Inseln hat infolge kleinerer und mehr rotbrauner Fleckung eine dunklere 
Oberseite, während die Hflglunterseite mehr geklärt, weniger marmoriert und mit deutlichem, im costalen 
Teil weiss angelegtem Mittelstreif versehen ist. — xiphia F. (45 a) von Madeira ist die grösste und dunkelste xiphia. 
Form mit fast einfarbiger, prächtig goldrot übergossener Unterseite, auf der die Mittelbinde der Hflgl nur 
durch verloschene Fleckung an der Costa angedeutet ist. — Ei rund, weiss, mit netziger Struktur. Rp 
sehr fein und dicht behaart mit kugeligem Kopfe, grün mit dunkler, licht gesäumter Rückenlinie und gelb- 
lichem, doppeltem Seitenstreif: Stigmen gelb. Pp grün oder braungelb mit licht gesäumten Flügelscheiden, 
sehr nahe an der Erde, oft an Steinen etc. aufgehängt, überwinternd. Die Schmetterlinge gehören in ganz 
Europa zu den gemeinsten Faltern. Vom April ab bis in den Juni und wieder vom Juli ab den Sommer 
hindurch in Laubwäldern, wo sich die Tiere auf Wegen und an den Stellen, wo die Sonne durch das Laub- 
dach bricht, miteinander spielend tummeln. Der Flug ist wackelnd oder hüpfend, unregelmässig. In Nord- 
Afrika ist an den meisten Stellen die dortige Form aegeria der gemeinste Schmetterling, fliegt aber auf- 
fallenderweise dort nicht in Wäldern, sondern im Schatten einzelner Büsche an sonnigen Berghängen. Auf 
Teneriffa traf ich die dort heimische xiphioides besonders auf den mit einzelnen Opuntien bewachsenen 
Brachfeldern der ehemaligen Korhenille-Ziichtereien. 

I 17 



134 PARARGE. Von Dr. A. Seitz. 

thibetana. P. thibetana Oberih. (45a, b). Viel grösser als die vorigen; oben dunkelbraun mit heim cf blassen 

und verloschenen, heim ? rotgelben, zum Teil konfluierenden Flecken im Apicaltei] des Vflgls. Auf der 
übrigen Flügelfläche, besonders der Hflgl, schlägt die Unterseitenfärbung durch. Diese besteht aus kantigen 
Flecken und dunkeln Ringen auf elfenbeingelber, um den Innenwinkel der Vflgl rotgelb fingierter Grund- 
färbung. Die Exemplare weichen hinsichtlich der Fleckung auf der Oberseite des Vflglapex ziemlich ab, 
sind aber an der eigentümlichen Unterseite sofort kenntlich. In West -China und Tibet, vom Juni bis 
August, sehr gemein und weit verbreitet, bis zur Hohe von 10000 FUSS. 

episcopa/is. P- episcopalis Oberih. (45b). Schwarzbraun mit gescheckten Fransen, vor dem Apex eine gewellte, 

weisse Schrägbinde; ? im Vflgldiscus purpurbraun tingiert. Hflglunterseite der von maera ähnlich. An 

denselben Orten wie fliibefinw.* : in West-China und Tibet, weit verbreitet und häufig, an felsigen Stellen, 
vom Juni bis August. 

praeusta. P. praeusta L><rh (45b). Der vorigen ähnlich, aber die subapicale Schrägbinde ist nicht weiss, 

sondern rotgelb und springt unter dem Apicalauge in einem grossen Zacken gegen den Aussenrd vor. In 
ganz West-China verbreite! und häufig, vom Juni bis August. 

roxelami. P. roxelana Cr. (45c). Die grüsste Pararge mit besonders beim 2 stark gezacktem Hflglrand. cf 

schwarzbraun, 5 graubraun, im Discus der Vflgl rotgelb aufgehellt. Vflgl unten brennend gelbrot, mit mau- 
braunen Rändern; Hflglunterseite mit dunkeln Zackenlinien und einer Bogenreihe ungleicher Ocellen hinter 
der Mitte. Von Südost-Ungarn bis ans Schwarze .Meer. Balkanhalbinsel, Cypern, Klein-Asien und Mesopo- 
tamien, in der Ebene wie im Gebirge, im Juni und Juli, nicht selten. 

climene. P. climene Esp. i clymene <>.. synclimene Ubn. i (45c). Viel kleiner als die vorige, die Htlgl 

nicht so gross gegen die Vflgl wie bei .jener, der Äussernd derselben nicht gezackt. Hflglocellen der Unter- 
seite viel kleiner und unscheinbarer auf einfarbigem Grunde. An den Unterlaufen der Donau und Wolga. 
roxandra. in Süd-Russland, der Türkei und Klein-Asien, angeblich auch im Altaigebiet. roxandra H.-Schäff. 

caucasica Nordm.) von Armenien ist unten lebhafter und bunter gefärbt und hat am Ende der lltlgl- 
zelle einen seidenglänzenden, weissen Fleck. Die Schmetterlinge leben im Mai und Juni; es sind echte 
Steppentiere, die auch in der Ebene, besonders an steinigen Stellen nicht selten sind und im Fluge an eine 
Epini pht '< erinnern. 

eversmanni. P. eversmanni Ev. (45c). Oberseite orangegelb, die Ränder, einige Fleckchen im Apex, am Zell- 

ende und in der Aussenrdsmitte der Vflgl schwarz. Heim j hat die Oberseite mehr Schwarz. Hflglunter- 
seite grau marmoriert mit Mittelbinde und weissen Flecken. In Zentral -Asien; in den Gebirgen von 
cashmirensis. Turkestan , dem Pamir und Altai. - cashmirensis Moort (45c) von Kaschmir hat den Wurzelteil der Vflgl 
unicolor. und die Hflgl bis auf die Ocellenringe dunkelbraun getrübt. ab. unicolor Gr.-Grsh. aus der Bucharei 

hat schmaleren und blasseren, auf der Unterseite last geschwundenen Aussensaum der Vflgl; die Hflglunter- 
seite ist bräunlichgelb ohne graue Einmischungen. — Lokal und meist einzeln, nur an manchen Gebirgs- 
pässen (Kok-su) häutig (liegend, vom Mai bis Juli. 

megfra. P. megera /.. (= xiphia Boisd. p.) (45d). Oben rotgelb mit schwarzer Zeichnung, welche die 

Aussenbinde, von der Vflglzelle ab bis zum Analrand der Hflgl, durchzieht und in kurzen streifen Discus 

und Vflglzelle durchquert, lltlgl unten ziemlich gleichmässig braun marmoriert. In ganz Europa, von der 

mediolugens. Westküste ' inkl. England, bis nach Klein-Asien, Persien und dem Ural. -- Die Form mediolugens Fuchs 

hat einen stark verbreiterten schwarzen Mittelstreif der Vflgl; derselbe ist auch glänzender und tieler 

schwarz, so dass ein sehr verändertes Aussehen entsteht, was schon beim dahinfliegenden Tier leicht zu 

bemerken ist; lokal am Mittelrhein, in den Wingertwegen der Bergstrasse stellenweise die vorherrschende 

megaerina. Form. Umgekehrt hal die Oberseite von megaerina H.-Schäff. die Schwarzzeichnung der Oberseite 

lyssa. reduziert; von Armenien. - lyssa Boisd. (45d) hat eine klarere nichl braun melierte und weniger und 

tigeiius. feiner gezeichnete Hflglunterseite; von der Balkanhalbinsel und Klein-Asien. — Bei tigelius Bon. (== para- 
megera Hbn.) (45d) fehlt auf der Oberseite der schwarze, die rotgelbe Aussenbinde durchziehende Streif: 
che Hflglunterseite ist braun meliert, doch hebt sich aus der sehr unruhig gezeichneten Flügelfläche die 
aschgrau, beiderseits durch dunkle Zackenlinien begrenzte .Mittelbinde hervor; Sardinien und Gorsica. — 
Ei elliptisch, weisslichgrün mit lichter Netzzeichnung. Rp hellgrün, mit dunkler, licht gesäumter Rücken- 
linie und bläulichgrünem Kopfe; Seitenstreif weiss, gelb angelegt; Stigmen gelb; den ganzen Sommer 
hindurch an Gräsern. Pp gelbgrau oder braungrau, auf dem Kücken eine stumpfe Erhabenheit. Die 
Schmetterlinge lliegen von Ende April bis September auf Kieswegen. Sanddünen etc., mit Vorliebe längs 
der Felswände und Mauern. Auf den steinigen Gipfeln unbewaldeter Hügel trifft man fast stets einige efef 
an. Der Flug ist stark wackelnd, unregelmässig, aber ziemlich schnell. Die Tiere setzen sich mit Vorliebe 
auf Blumen, Steine oder Sandschollen und halten dabei die Flügel halb geöffnet. Gegen Abend sammeln 
sie sich an Löchern und Kitzen in Gesteins wänden, in denen man die schlafenden Tiere zuweilen dutzend- 
weise nebeneinandersitzend antrifft. Sie gehören in Europa zu den gemeinsten Schmetterlingen und finden 



PARARGE. Von Dr. A. Seitz. 135 

sich sowohl in der Ebene wie im Gebirge. Exemplare mit Abweichungen in Zahl oder Anordnung der 
Ocellen (ab. alberti u. a.) kann man vereinzelt überall unter der Stammart antreffen. 

P. hiera F. (45 d). Oben der folgenden Art, maera, sehr ähnlich, aber stets schwarzbraun, von der hiera. 
Farbe der dunkelsten maera-Form, die Vflgl weniger spitz mit mehr geradem Aussenrd; auf der Vflglunter- 
seite zieht die rostgelbe Aussenbinde nicht ununterbrochen bis an den Analwinkel , sondern ist auf dem 
untersten Medianast geschlossen oder unterbrochen. Auch zeigt das Apicalauge nicht soviel Neigung zu 
verdoppelter Pupille, sondern ist meist ganz kreisrund und nicht immer von einem kleinen akzessorischen 
Punktaugelchen (nach dem Apex zu) begleitet, wie dies fast stets bei maera der P'all ist. hiera ist auch 
meist kleiner als die kleinsten maera und lässt die schwarze, der von megera sehr ähnliche, Zeichnung 
durch die völlig verdunkelte Oberseite durch erkennen. In den höheren Gebirgen Süd -Europas: dem 
Schwarzwald, den Alpen. Karpathen, Apenninen und dem Balkan; ferner in Klein -Asien, den Gebirgen in 
Zentral -Asien, dem Altai und Kent ei -Gebirge. Ferner im Norden und dort vielfach in der Ebene, so in 
Nord-Russland, Finnland. Livland und im Amurland: doch auch in den Gebirgen des Nordens, so in Skan- 
dinavien. Die nordischen Exemplare sind im allgemeinen düsterer und einfarbiger, mitunter sogar fast 
zeichnungslos; solche Stücke bezeichnete Neubürger als finmarchica. -- Rp einfarbig grün mit nur hinten finmardiica. 
deutlichem, dunklerem Rückenstreif: an Festuca. Der Schmetterling fliegt in der Ebene im Mai und Juni, 
im Hochgebirge erst im Juni und Juli . an den meisten Flugstellen nicht selten ; er ruht gern unter über- 
hängenden Felsplatten und setzt sich an Steine und Mauern ; der Flug ist ähnlich dem von megera und maera. 

P. maera L. (= adrasta Dup.) (45 d). Durchschnittlich grösser als hiera, gleichmässiger gefärbt, bei maera. 
der typischen Form mit russbraunem Discus tritt die schwarze Grundzeichnung weniger scharf hervor; die 
Vflgl beim c? spitzer, der Vrd derselben länger, der Aussenrd schräger; auf der Vflglunterseite geht die 
Aussenbinde ohne Unterbrechung über alle Medianäste hinweg bis zum Ird. Die Hflglunterseite hat viel 
klarere Grundfarbe. iL h. zwischen den einzelnen, den Discus durchziehenden Zackenlinien finden sich nicht 
soviel wolkige Einlagerungen und Schattierungen. Das Apicalauge zeigt mehr Tendenz zur Verdoppelung, 
ist gewöhnlich etwas schräg verzerrt und - wenigstens auf der L'nterseite -- doppelt gekernt. Zwischen 
ihm und dem Apex findet sich fast stets ein winziges Punktäugelchen, auch andere akzessorische Augen 
kommen vielfach vor (ab. triops Fuchs); auch sind die Hflglocellen in der Regel etwas grösser als bei dem 
gleichen Geschlecht der hiera. - Ein sehr grosses Material zeigt, dass sich ganz bestimmt durchschlagende 
Kriterien, besonders wenn man die vielen Lokalformen der maera in Betracht zieht, kaum finden lassen, da 
alle einzelnen Zeichnungs- und Färbungsmotive grosser Variabilität unterworfen sind. In Nord- und Ost- 
Europa bis zur Mittelmeerküste, in Marokko, in Vorder- und Zentral -Asien bis zum Altai. - - Bei der Form 
monotonia Schilde ist die Oberseite ganz einfarbig, ohne ockergelbe Aufhellung um die Augenflecke der monotonia. 
Oberseite; sie kommt im hohen Norden regelmässig, auf verschiedenen Hochgebirgen (Alai-Tau, Balkan, 
Ararat) in überwiegender Zahl und in sehr vielen Gegenden als seltene Aberration vor. - Die vorwiegend 
westeuropäische adrasta Ulm. (45d) hat ganz gelbe ??, während die <?<f eine sehr lebhaft ockergelbe adrasta. 
Aussenbinde, weniger dunkle Grundfarbe und meist auch Aufhellungen des Vflgldiscus führen. Von den 
sehr gelben adrasta-Formen , wie sie westlich vom Rhein vorkommen, findet man. nach Norden und Osten 
fortschreitend, alle Grade der Verdunkelung bis zum Typus und selbst bis zu monotonia. -- maja Fuchs ist maja. 
nur eine kleine adrasta aus der Rheingegend. — sicula Stgr. (45e) ist eine grosse etwas blasse maera-Form von sicula. 
Sizilien mit sehr lichter l'nterseite. bei der die Vtlglbinde sehr deutlich von den dunkeln Adern durchschnitten 
ist : durch das blasse Aussehen erinnern die ¥? stark an die asiatische schakra. — Bei Orientalis Stgr. von orientalis. 
Klein-Asien, Syrien und Armenien ist das Ockergelb der Oberseite durch Braungelb ersetzt. Unter 

adrastoides Bien. (45 e) ist die sehr abweichende Form von Persien verstanden, die oben tief schwarz- adrastoides. 
braun mit lebhaft rotgelben Binden geschmückt ist. so dass sie fast einer Erebia gleicht; auch die Unter- 
seite ist bunter als bei allen andern w«era-Formen. - ■ Bei maerula Fldr. (45 f) ist die Aussenbinde durch maerula. 
die Adern geteilt wie bei sicula, aber so breit, dass die Binde auf den Vflgln in völlig getrennte, abgerundete 
Flecke aufgelöst ist. Auf der Hflglunterseite entsteht durch dunklere Färbung des Wurzelteils und Randes 
eine licht grau hervortretende Aussenbinde; in Kaschmir, im westlichen Himalaya auf indisches Gebiet über- 
greifend; selten. — schakra Koll (45 e) gleicht der vorigen Form in Farbe und Zeichnung so genau, dass sdiakra. 
Marshall und Nicevillf. jene für eine mögliche Aberration von schakra halten. Aber das d" von schakra 
hat stets einen sehr breiten und auffallenden Duftstreif unter der Vflglzelle, der bei maerula niemals hervor- 
tritt. -- montana Hormuz. von den Bergen der Bukowina ist eine sehr dunkle Form; oben nähert sich die montana. 
Grundfarbe der der folgenden menava, unten sind die Hflgl braun statt grau. Von menava Moore menava. 

(= nashreddini Christ.) (45 f) hat das cf keine Aussenbinde, aber ein in gewissem Lichte deutlich hervor- 
tretendes Duftorgan, das als schwarz glänzender Keilfleck mit der Spitze am Zellende der Vflgl beginnt 
und mit breiter Basis auf der Irdsmitte aufsitzt: das 2 hat eine breite aber kurze, nach innen dunkel ab- 
gegrenzte Aussenbinde. Persien, Afghanistan, Beludschistan, Kaschmir. Ghitral, Turkestan. — maeroides maeroides. 
Fldr. steht der menava so nahe, dass manche Autoren sie vereinigten. Bingham hält sie für eine Zufalls- 
aberration, doch unterscheidet sich das cT von maeroides konstant durch einen rotgelben würfelförmigen 
Fleck unter dem Apicalauge der Vflgloberseite. Kaschmir. Rp oben bellgrün, unten blaugrün, mit 



136 APHANTOPUS. Von Dr. A. Skitz. 

dunkler, lichl gesäumter Rückenlinie, hellen Längs- und grauen Seitenstreifen; Stigmen gelb; im Juni und 
Herbst an Gräsern. Pp hell- Ins dunkelolivengrün mit zweispitzigem Kopfe und gelben spitzen auf den 
rflbssegmenten ; am Fusse von Mauern und Steinen angeheftet. Die Schmetterlinge haben, vom Norden 
ihres Gebietes abgesehen, überall zwei Generationen, ohne aber einen deutlichen Saisondimorphismus zu 
zeigen. In der Rheingegend kommen unter den «drasiu im August gelbere Stücke vor als im Mai. Die 
Falter fliegen den Tag über an Mauern und Felswänden entlang in -einem unruhigen, herüber- und hinüber- 
hüpfenden Fluge. Sie besuchen eifrig die aus den Felsen hervorspriessenden Blumen, auf die sie sieh mit 
halbgeöffneten Flügeln niederlassen, schliessen letztere aber, wenn sie sieh an eine steinwand setzen, der ihre 
Unterseite angepassl ist. sie sind lokal, im Süden ihres Gebietes auf bergige .Stellen beschränkt, aber an 
ihren Flugplätzen häufig. 

majuscula. P. majuscula Leeeh (45f). So gross als die grössten scAaira-?? oder noch grösser, sofort kenntlich 

an dem besonders beim ? riesig vergrösserten Apicalauge. Audi die Augen der Ocellenkette auf der Hflgl- 
unterseite sind sehr gleichmässig und gross eul wirkell. In West-China und Tibet, im Gebirge Ins 
10000 Fuss hoch, nicht häufig, im Juni und Juli. Trotz des Unterschiedes in der Augenzeichnung könnte 
man diese Form doch als die östlichste Vertreterin der maera ansehen. 

deidamia. p. deidamia Ev. (= menetriesii Brem.) (45f). Das cf oben dem menava-d' nichi unähnlich, das ? 

mit weissen Flecken vor und unter dem Apicalauge; beide Geschlechter kenntlich an der Unterseite, die 
dunkel, schwarzbraun und ohne die Zackenlinien der megera- und waera-Gruppe sind. Sehr weit verbreitet; 
vom Ural durch ganz Asien. Sibirien, Tibet, China bis Japan. — Auf Korea kommt die dunkle Form 
erebina. erebina Bt/r. vor, die sich durch spitzere Vflgl und stark vergrössertes Apicalauge auszeichnet. — Mehr 
vereinzelt, in manchen Ländern auf die Gebirgsgegenden beschränkt, wo die Tiere in schwachem, trägem 
Fluge unter Bäumen und an Wegrändern fliegen und sich an Pfützen setzen. Im Süden des Gebiets im 
Mai und wieder vom August an. in gewissen Gegenden von China und dem Amurland im Juli; meisl 
selten. Nach Gegend und Flugzeit Hesse sich, ähnlich wie bei maera, eine ganze Reihe von speziellen 
Formen aufstellen. 

dumetorum. P. dumetorum Oberth. (45 f). Oben den S der vorigen ähnlich, aber die weissen Wischflecke im 

Apicalteil der Vflgl anders gestellt: auf der Unterseite ist der Wurzelteil der Hflgl mit kleinen weissen 
fulvescens. Flecken bestreut. — Bei t\w ab. fulvescens Alph. von Tscha-tschi-ku sind die Vflglflecke braungelb: die 
Form nemorum Oberth., wo sie zum Teil fehlen, kommt von Yunnan (Süd -China) und ist nicht mehr 
paläarktisch. Weil verbreitet in den Bergländern West-Chinas, in Höhen von 5000 — 10000 Fuss, stellen- 
weise nicht selten, im Juni und Juli. 

adiine. P. achine Srop. ( = dejanira L) (45g). Dunkelbraun, Vflgl mit 5 — 6, eine Kette bildenden Augenringen. 

Hflgl mit •_' 4 solcher Ringe. Unterseite mit weisser Aussenbinde vor den Ocellen, die variiert und so reduziert 
sein kann, dass die Ocellenreihe in der Grundfarbe steht. Besonders alpine Stücke zeigen Bindenabweichungen, 
mendelensis. die aber vereinzelt auch anderwärts vorkommen, und auf die Lowe die ab. mendelensis gründet. - Von West- 
europa, durch ganz Zentral- und Nord-Europa, durch Sibirien und Nord-China bis nach Japan; nördlich 
bis Livland, Nord-Russland und Amurland, südlich bis Ober-Italien. -- Im Osten kommen Exemplare mit 
adiinoides. -grösseren Augenringen der Oberseite vor - ab. achinoides Btlr. (= eximia Stgr.) — die vielfach auch 
lebhafter gefärbl sind; diese fliegen aber unter Stücken, die von europäischen nicht zu unterscheiden sind. — 
Rp grün mit gelblichbraunem Kopfe, 3 dunklen Rückenlinien und lichtem, doppeltem Seitenstreif; bis Mai 
an l.olium. I'oa. Trilicum etc. Pp grün mit eckigem Kopfe und einem Thoraxhöcker. Die Schmetterlinge 
fliegen in hochstämmigen Laubwäldern, am liebsten mit reichlichem Unterholz, im Juni und Juli in 
tänzelndem Fluge: sie setzen sieb auf Plüsche und saugen an feuchten Wegstellen und am Safte verwundeter 
Bäume. Sic sind in Europa weil verbreitet, aber lokal und gewöhnlich nicht sehr zahlreich, während sie in 
Ost-Asien äussersl häutig vorkommen und sich zuweilen in Scharen sammeln. Sie fliegen selbst auf den 
der pazifischen Küste vorgelagerten Inseln (Yezo, Askold) noch zahlreich. Die öV kommen so lange vor 
den w hervor, dass sie meist schon abgeflogen sind, wenn die ersten ¥? erscheinen. 

catena. P. catena Leech (45g). Der achine ähnlich, durch die stärkere Ausbildung der lichten Aussenbinde 

auf der Unterseite unterschieden, die auch auf die Oberseite durchschlägt, sowie durch die Anwesenheil 
mehrerer weisser Flecke im Wurzelteil der Hflglunterseite. Diese Form von Chang-Yang berühr! eben nur 
das paläarktische Gebiet; sie schein! nicht häutig und lokal und dürfte sieh, wie Leech schon vermutet, als 
eine südöstliche Form der achine erweisen. 

18. Gattung: Apliantopus Wallgr. 

Wenige schwarzbraune, mittelkleine Faller bilden diese Gattung. Die Fhlr sind am Ende kaum 
verdickt, die Palpen laug, vorgestreckt, die Augen nackt. Die Flügel regelmässig geformt, abgerundet, der 
Analteil der llllgl nichl vorgezogen. Subcostalader und Mediane der Vflgl an der Wurzel aufgeblasen. Die 
Färbung isl eintönig und die Zeichnung besieht in einigen Augenflecken, die gekernl sein können. Die 



EPINEPHELE. Von Dr. A. Seitz. 137 

Rpn sind spindelförmig, mit kleinem, kugeligem Kopfe, sehr fein samtartig behaart. Sie überwintern und 
leben an Gras und verwandeln sich an der Erde in eine rundliche, durch einige Gespinstfäden geschützte 
Pp mit kurzem , am Ende ein Bürstchen führenden Hlh. 1 >ie Schmetterlinge haben nur eine Generation ; 
sie haben einen klappenden, etwas hüpfenden Flug und setzen sich stets mit geschlossenen Flügeln auf 
Blumen oder Gebüschblätter. Die Gattung verbreitet sich von der europäischen Westküste durch Europa 
und Asien hindurch bis zur pazifischen Küste; in Nord-Afrika noch nicht aufgefunden. 

A. maculosa Leech (45 g). Vtlgl oben und unten mit 3 Augenringen; Hflgl oben mit 2, unten mit maculosa. 
5 Augenringen; alle Augen oben ungekernt. Chang-Yang, vereinzelt, im Juli. 

A. arvensis Oberth. (45g). Dem vorigen ähnlich, Vflgl beiderseits in der Regel nur mit 2 Augen- arvensis. 
Hecken, diese ungleich gross. Augenflecke beider Flügel auch oben zum Teil gekernt. Von West- China: 
Mupin, Wa-shan u. a. 0. - Die Form campana Leech von Ta-tsien-lu ist oben dunkler und hat weit campana. 
kleinere Augen. Auf der Hflglunterseite steht vor dem Costalauge ein weisser Fleck und die weisse, die 
Ocellenkette durchbrechende Aussenbinde ist heller und ausgeprägter. Vom Mai bis Juni. 

A. hyperantus L. (= polymeda Ulm.) i46a). Oben einfarbig dunkelbraun mit lichten Fransen, unten hyperantus. 
gelblich überstäubt mit feinen Augenringen. Europa, von Finnland bis ans Mittelmeer und von der atlantischen 
Küste bis nach Ost -Asien. *) — Bei ab. arete Müll. (46 a) sind die Ringelchen der Unterseite zu lichten Punkt- arete. 
eben reduziert, bei ab. lanceolata quer verzogen : arete ist fast überall ziemlich selten unter der typischen Form, 
in einzelnen beschränkten Lokalitäten aber häufiger. — Bei ab. caeca Fuchs sind auch diese Pünktchen fast caeca. 
verschwunden. — In Ost -Asien kommt die grössere Form ocellatus Bt/r. (= amurensis Stgr.) (46 a) vor, mit ocellatus. 
bedeutend weiteren Hingelchen. Vom Amurland und Korea. - - Die ganz kleine Form des höchsten Nordens 
bilden wir als arcticä form. nov. ab (46a). - - Als bieti Oberth. geht im Handel und in den Sammlungen zumeist bieti. 
eine hyperantus-Form, bei der die Ringelchen durch weisse Punkte ausgefüllt sind, welch letztere meist auch arctlca - 
auf die Oberseite durchschlagen. Die eigentliche OBERTHÜB'sche bieti zeigt aber diese Eigenschaften nicht, 
sondern ist nichts als eine kleine, etwas verfärbte hyperantus-Form, die, wie schon Rühl vermutet, mit der Form 
minor Fuchs, die von Oberstdorf stammt, identisch scheint; die Form mit den weissen Augenkernen, die 46a ab- 
gebildet ist, müsste dann einen andern Namen erhalten, für den wir centrifera nom. nor. (46a) vorschlagen. -- centrifera. 
Rp graugrün oder gelbbraun mit dunkler Rückenlinie und gelbem Seitenstreif; bis Juni an Poa annua und 
andern Gräsern. Die Falter gehören im gemässigten Europa zu den gemeinsten Schmetterlingen. 

Dt. Gattung: Epiuephele Hbn. 

Die ca. 70 benannten paläarktischen Formen dieser Gattung gruppieren sich zu etwa 25 Arten, 
deren Verhältnis zueinander noch nicht in allen Fällen geklärt ist. Sie zeigen grosse Verwandtschaft zu 
den Satyrus. Die Fhlr sind zart, allmählich verdickt, ohne deutliche Kolbe. Die stark borstig behaarten 
Palpen um Kopfeslänge vorgestreckt. Augen nackt. Körper im Verhältnis zu den breiten Flügeln schwach, 
das Abdomen der ?? bei weitem nicht so dick wie etwa bei Erebia, Oeneis oder dergleichen. Vflgl sehr 
breit mit stark gebogenem Vrd. Die Subcostalis sehr stark, die Mediane etwas weniger, an der Wurzel 
aufgeblasen. Die Submediane an der Wurzel noch etwas verdickt, aber nicht blasig aufgetrieben. Bei den 
Hflgln ist der Analwinkel häufig sehr stark vorgezogen, der Analrand über demselben ausgeschnitten. 

Die Epinephele sind mittelgrosse bis ziemlich kleine, dunkelbraun und rostgelb gefärbte Schmetter- 
linge, die in der Regel auf der Oberseite nur ein Apicalauge haben. Kleinere Ocellen kommen auf der 
Hflglunterseite vor, die bei gewissen Formen ausnahmsweise in ganzen Reihen erscheinen können. Ebenso 
leicht können sie auch fehlen, was eine ganze Anzahl von Benennungen veranlasst hat. Da den Variationen 
der Ocellen bei den Satyriden irgend eine Bedeutung nicht zukommt (neuerdings wurden sie mit der 
Witterung in Zusammenhang gebracht), so haben wir ihre Registrierung und ihre Vervollständigung nach 
dem an Ocellenaberrationen reichen vorliegenden Material nicht durchgeführt. Ein derartiges Verfahren 
würde eine grosse Menge von Neubenennungen erfordert haben, da uns z. B. von E. janiroides Exemplare 
mit 1, 2, 3, 4, 5 und 6 Ocellen vorliegen, die alle am gleichen Orte, zum Teil im selben Jahre, ge- 
fangen sind. 

Fast alle Epinephele treten an ihren Flugstellen häufig, manche sogar in Massen auf. Sie tummeln 
sich an sonnbeschienenen, grasreichen Hängen und aufwiesen; beide Geschlechter fliegen gleich leicht 
in niedrigem, hüpfendem Fluge, bei dem sie die Flügel wechselweise öffnen und wieder vollständig 
schliessen; sie besuchen Blumen aller Art, besonders Dolden, und halten in der Ruhe die Flügel meistens 
festgeschlossen. Sie haben nur eine Generation, die sich aber meist durch einen grossen Teil des Sommers 
hinzieht. Ihre grünen Rpn sind fein samtartig behaart mit kugeligem Kopfe und kurzen Analspitzen. Sie 
leben, am Tage verborgen, an Gräsern und überwintern jung. Die Pp meist grün, nahe an der Erde ge- 
stürzt aufgehängt. 



*) Die Art gehl bis zur pazifischen Küste, aber nicht nach Japan. Die Angabe über ihr Vorkommen dort beruht sicher 
auf einer Verwechslung mit den grossen japanischen Cveit. oedippus. 



[38 EPINEPHELE. Von Dr. A. Seitz. 

Lnfolge ihrer grossen Individuenzahl gehören die Epinephelt zu den Charaktertieren der paläarktischen 
Sommerlandschaft. Merkwürdigerweise t'elilen sie dem gemässigten Nord-Amerika fast ganz; nur die eine 
/•.'. xicaque tritt in .Mexiko und dem anstossenden Arizona auf. Wohl aber finden wir sie in einer ganzen 
Anzahl von Arten im gemässigten Süd-Amerika, in den chilenischen Andentalern, wo sie auch ganz in 
Zeichnungs- und Färbungscharakter, in Flug, Lebensweise, Erscheinungszeit etc. mit ihren paläarktischen 
Artgenossen harmonieren. Während man unter den Paläarktikern deutlich zwei Gruppen unterscheiden kann 
— solche mit oder ohne Brandfleck der cfo", ■ haben neuere Untersuchungen der Süd-Amerikaner keine 
Anhaltspunkte für eine generische Trennung von den Paläarktikern ergeben. 

janiroides. E. janiroides H.-Schäff. (46b ?). Dunkelbraun, rotgelb behaart, Vflgl mit rotgelben, die Ränder 

nicht erreichenden, das Apicalauge umziehenden Aussenbinde, die nach innen vom schwer sichtbaren Duft- 
streif begrenzt ist. ? im Discus aufgehellt. Hflgl mit nach hinten stark verbreiterter rotgelber Aussenbinde. 
Unterseite der Hflgl mit beiderseits deutlich begrenzter Mittelbinde, vor der 1 —5 lichte, undeutlich um- 
schriebene Ocellen stehen können, die zuweilen alle oder /.um Teil dunkle Pupillen fühlen. - Bei der ab. 

abbreviata. abbreviata form. nov. (46b) reicht die Vflglbinde nicht Ins an das Apicalauge. sondern erlischt unterhalb 
desselben, so das-, dieses isoliert steht. Am Nordabhang des Alias, in der Kabylie, vom Mai bis Juli, an 
bewachsenen Berghängen, häufig. Während der Mittagssonne sammeln sich die Falter in grosser Zahl in 
Erdlöchern und Trainierungsgräben. 

passiphae. E. passiphae Esp. (= bathseba Godt.) (46b, c). \ iel kleiner, sonst oben der vorigen Art ähnlich, 

aber mit ganz anderer Hflglunterseite ; diese einfarbig erdbraun mit weissem Band hinter der .Mitte, hinter 
dem eine variable Zahl von ( •cellen steht. In Süd-Frankreich und der pyrenäischen Halbinsel, im Juni und 
Juli. - Bei Exemplaren von Nord-Afrika (Algerien. Marokko) ist die Binde der Hflglunterseite oft sehr ver- 

philippina. schmälert ; dies ist die Form philippina Aust. (46c), von der wir die Type zur Abbildung bringen; wir 
bemerken aber hier, dass auch in Europa gar nicht selten ri*d" mit stark verschmälerter Binde vorkommen. 

tessalensis. - Bei der meist als philippina in den Sammlungen steckenden Form tessalensis Aust. (46c), gleichfalls von 
Mauretanien, ist diese verschmälerte Binde ausserdem noch rauchbraun getrübt oder fast der Grundfarbe 
flava, gleich. Als ab. flava bezeichnet Wheeleb eine hellgelbe Form. — Rp kurz, braungrau mit braunenr 

Kopfe und lichten Längslinien; bis Juni an Grasarten. — Pp rotbraun, heller gezeichnet. -- Die Schmetter- 
linge sind lokal, fliegen in der Regel vereinzelt und zuweilen mit der ähnlichen ida zusammen, aber früher 
als diese il!i in,). 

ida. E. ida Esp. (= aetaea Lang) (46c). Lebhaft rotgell) mit doppelt gekerntem Apicalauge, Htlgl unten 

wolkig braun, gestrichelt, mit Bindenzeichnung. Das viel kleinere tf hat im Vflgldiscus einen schwarzen 
Brandfleck, den die gelben Adern vielfach durchziehen. In Süd-Europa, Klein-Asien und Nord-Afrika, nörd- 
cecilia lieh bis in die Alpen und Rumänien. -- cecilia Vol. ist die Form vom Nordabhang des östlichen Atlas, die 
kaum einen eigenen Namen verdient. Die Grundfarbe ist etwas tiefer rotgelb, die Hflglunterseite ist. 
besonders beim kleineren ', einfarbiger, aber die Vflgl sind spitzer als bei europäischen Exemplaren, im 

lapidipeta. Gegensatz zu der folgenden Form.* Diese, lapidipeta f<>nn. iior. (46d't. ist eine sehr kleine Form mit 

gerundeten Vflgln, verbreitertem Brandfleck des <f und einfarbigerer Hflglunterseite; nur im Süden von 

(übo- Algerien, wo die Vegetation fast aufgehört hat. in den Oasen der Sahara, auf Geröll fliegend. ab. albo- 

"""'s'""""- 'marginata hat Falloi einen Albino genannt, der in Süd-Frankreich gefangen wurde. Bei ihm ist das Rot- 
L, r < IL unverändert geblieben, aber alles Schwarz, nicht nur die Flügelränder, sondern auch der Basalteil 
sowie der Brandfleck durch trüb Weiss ersetzt: ebenso isl auch die Hflglunterseite weisslich und das Apical- 
auge ist licht- gerandet. Rp matt rötlichgrau mit grauem Kopfe, dunkler ltückenlinie, hellen Längslinien 
und doppeltem, weissem Seitenstreif, in dem dunkle Punkte stehen; bis April an Gräsern. -- Pp braun, 
mil dunkeln Rückenpunkten und gelbgrauen Flügelscheiden. Die Schmetterlinge fliegen vom Juni bis 
August, sowohl in t\i-v Ebene wie im Gebirge, in hüpfendem, ziemlich langsamem Fluge. Sie halten sich 
stets niedrig und lassen sich mil Vorliebe auf die Knie im Schalten von Grasbüscheln und niederem Strauch- 
werk nieder. Sie sind meist sehr häutig und in den dichtbewachsenen Nordabhängen des Atlas die ge- 
meinsten Schmetterlinge. 

tithonus. E. tithonus L. < — tithonius HbsL, tiphon Kühn, pilosellae /<'., herse IL. F., phaedra Esp., amaryllis 

Bkh.) (46d). ? oben wie ida, auch das o* dem ida-tf ähnlich, aber der Brandtleck nicht durch die gelben 
Adern zerschnitten. Hflglunterseite bräunlich olivengrün, im Aussenteil etwas licht gewässert, oft mit punkt- 
artigen Ocellen. • Mittel- und Süd-Europa, bis Sardinien, Süd-Italien. Griechenland nördlich bis Gross- 
britannien. den Niederlanden, den baltischen Provinzen: ausserdem in Klein-Asien. -- Der Albinismus kommt 
bei dieser All in verschiedenen Graden vor und scheint sich besonders in der Nähe der Küsten zu zeigen 
(England, Portugal); so kennt man Exemplare, bei denen das Ockergelb der Grundfarbe durch Hellgelb 

miiitki. (ab. mincki Seebom), blass Gelblichweiss (ab. subalbida Verity) oder Weiss (ab. albida Rüssel) ersetzt ist. — 
subalbida. Umgekehrt ist bei ab. obscura Schultz das Wurzelfeld der Vflgl sowie die Hflgloberseite verdüstert. -- Auch 

.' können die Ocellen auf das Apicalauge beschränkt sein, aber auch, wie hei fast allen Satyriden, auf den 
Vflgln wie Hflgln akzessorische Augen hinzutreten (ab. exceesa Tutt) und es sind efef bekannt, die bis zu 



aiien. 



EPINEPHELE. Von Dr. A. Seitz. 139 

7 Punktaugen auf der Oberseite zeigen. - - Rp grünlichgrau mit rötlicher Rückenlinie, weissen Nebenrücken- 
linien und gelbem Seitenstreif; Kopf graugrün mit braunen Linien. Stigmen gelb, bis Juni an Gräsern. — 
Pp grünlichgrau, hinten rotbraun und schwarz gefleckt. Die Schmetterlinge von Juni bis August an Wald- 
wegen und Wiesenrändern , auf dem Unterholz der Laubwälder fliegend, überall in ihrem Verbreitungs- 
gebiet häufig. 

E. narica Hbn. (46 d). Oben zeigt das c? einen sehr intensiven Duftstreif unter dem hinteren 'feil narica. 
der Vtlglzelle. Unten haben beide Geschlechter auf den Hflgln eine gebuchtete, beiderseits scharf dunkel 
begrenzte und weiss angelegte Mittelbinde. Südost -Russland, durch die Steppe bis nach Turkestan und 
Saisan. ■ Bei der kleineren, sonst ähnlichen naricina Stgr. (46e) von den Küsten des Kaspischen Meeres naricina. 
hat das <f einen viel schmäleren Duftstreif und das ¥ ein kleineres Apiealauge. Im Juni und Juli, auf 
blühenden Tamarinden. 

E. hirghisa. Stumpfflügeliger und kleiner als narica ; unter dem Apiealauge hat das d 71 meist noch 
ein kleineres, akzessorisches; das Punktauge im Analwinke] der Htlgl beim cf deutlich. Durch die Hflgl- 
unterseite ziehen 3 bogige Zackenstreifen. Bei der typischen Form kirghisa A/ph. (46e) vom westlichen kirghisa. 
Thian-shan sticht der schwarzgraue Duftstreif des cT scharf gegen die Grundfarbe ab. - Bei der Form 
Chamyla Stgr. (46 e) ist beim cf der ganze Wurzelteil bis zur Vflglmitte verdunkelt, so dass der dunkle chamyla. 
Duftstreif kaum hervortritt. Auch die schwarzen Flügelränder sind breiter, so dass auf den Hflgln nur ein 
zentrales gelbes Wölkchen im Discus bleibt. - Von Ende Mai bis Juni in Turkestan, bei Kuldscha und im 
Thian-shan; auf blühenden Tamarinden. • haberhaueri Stgr. (46 f) ist auf der Unterseite ganz ähnlich, haberh 
oben aber so stark verdunkelt, dass sich nur noch im Discus der Vtlgl ein ockergelber Wisch findet, durch 
den die Mediana als ein schwarzer Bogenstreif hindurchzieht. Bei Kuldscha, im Alai-Dagh, zwischen 3000 
und 6000 Fuss. — sartha Gr.-Grsh. vom Pamir steht zwischen den beiden letzten Formen etwa in der sartha. 
Mitte; der dunkle Rand ist viel breiler als bei kirghisa, lässt aber selbst auf dem Htlgl noch eine ockergelbe 
Mitte übrig. — maureri Stgr. (= galtscha Gr-Grsh.) (47a) ist wesentlich kleiner und hat eine so stark ver- maureri 
dunkelte Oberseite, dass beim d 1 selbst auf den Vflgln vom Ockergelb im Discus fast nichts mehr zu sehen 
isl. Im Pamirgebiet; Karategin-Gebirge, Alai-Dagh. -- germana Stgr. (46f) hat die Grösse von kirghisa, aber germana. 
die dunkle Oberseite der maureri; nur ist die gelbe Discalfarbe noch in deutlichen Hingen um die Ocellen 
stehen geblieben: Alexandergebirge. -- ab. rubrieeps Herz fliegl im Juni in der nördlichen Bucharei unter rubrieeps. 
typischen kirghisa; sie siebt unten genau wie haberhaueri aus. hat aber oben im Discus rotbraune Htlgl. 
Auch die Vflgl haben oben im Discus noch Rotbraun, das bis an den Ird reicht. - Die Schmetterlinge 
dieser Formen sind an ihren Flugplätzen nicht selten. Sie lieben heisse, sonnbestrahlte, dürftig bewachsene 
Berghänge und fliegen aufgescheucht nur einige Schritte weit: im Juni und Juli, in besonders heissen 
Lagen schon im Mai. 

E. rueckbeili Stgr. (46 f. g). Grundfarbe ockergelb, alle Flügel schwarzbraun gerandet und recht rueckbeili. 
verschieden beschattet, so dass die Überseite bald der einen, bald der andern Form von kirghisa gleicht. 
Sofort kenntlich an der H tlgl Unterseite , die auf fast gleichmässig erdgrauer Grundfarbe eine Reihe von 
4-6 zum Teil aneinander anschliessenden Ocellen zeigt. Kuldscha. 

E. naubidensis Ersch. (46 f i. d 1 oben dunkel, an das <f von E. lycaon erinnernd, aber die Hflglunterseite naubidensis. 
meist mit einigen Ocellen und nicht wie bei der vorigen einfarbig, sondern mit deutlicher dunkler, aussen 
breit licht angelegter, unregelmässiger Mittelbinde. ? unten mit meisl sehr grossem, gekerntem Apiealauge 
und einem weiteren, blinden Auge zwischen den Medianästen. Pamir; Turkestan, im Juni und Juli, an 
heissen Berglehnen, aber auch in der Steppe, wo Stipa wächst, baldig. 

E. amardaea Led. (46g). Die Oberseite des o 1 dunkel wie lycaon, die des ? mit abgekürzter ocker- atnardaea. 
gelber Binde, also etwa wie ein kleines jnrtina-2. Leicht kenntlich an der Hflglunterseite, die bei typischen 
Stücken deutlich und lebhaft gezeichnet ist und von einer dunkleren, beiderseits schwarz begrenzten Mittel- 
binde durchzogen ist. Achal-Tekke-Gebiet und Persien, dort ziemlich verbreitet und stellenweise häutig, im 
Juli. In Ferghana kommen auch Exemplare mit mehr einfarbiger Unterseite vor; dies ist glasunovi Gr.-Grsh. glasunovi. 

E. capella Christ. (46g). Den vorigen ähnlich, grösser: das o" 1 hat auf der Oberseite einen rot- capella. 
goldenen Kupferglanz: Oberseite des ? der des jurtina-2 ähnlich. Auf der Hflglunterseite ist ein lichterer, 
weissgrau gemischter Aussenteil von einem wenig dunkleren fein braun gestrichelten Wurzelteil durch eine 
matte, gebuchtete Linie geschieden. Im Pamir, Turkestan und Xord-Persien, im Hochgebirge, ca. 10000 Fuss 
hoch, auf Geröllfeldern, im Juni und Juli. 

E. hilaris Stgr. (= pulchella Gr.-Grsh.) (46g). Eine der kleinsten Arten, nicht grösser als ein ida-d 1 . hilaris. 
Vtlgl hell ockergelb, Rand und die ganzen Htlgl braungrau. Das oben ungekernte Apiealauge ziemlich gross. 
Hflglunterseite eidgrau mit 2 oder 3 z. T. ganz verloschenen oder unvollständigen, welligen Bogenlinien. 
bori Herz sind Exemplare mit absolut zeichnungsloser Hflglunterseite und sehr fahlem Vtlgldiscus: in der nörd- bor/. 
liehen Bucharei. Beim <? befindet sich zwischen Zelle und Ird der Vtlgl ein ziemlich grosser Duftfleck, der 



I4() EPINEPHELE. Von Dr. A. Serrz. 

sich alicr nicht durch die Farbe, sondern durch einen seidenartigen, in gewissem Lichte silbergrau schim- 
mernden Glanz von der übrigen, matten Hflglfläche abhebt. Turkestan; am Koksu-Pass sehr häutig, im 
Juli. Exemplare von Samarkand haben eine dunkler braungelbe Grundfarbe der Vflgl. 

pukhella, E. pulchella Fldr. (48 a). In manchen Exemplaren einer Maris so ähnlich, dass beide mehrfach zusammen- 

geworfen wurden: grösser, o ohne den Seidentleck im Discus der Vflgl. Das Apicalauge ist ein klein 
wenig mehr vom Apex abgerückl als bei hüaris und öfters ganz leicht queroval, oben stets ungekernt. 
neoza. Turkestan; Hindukusch. - - neoza Lang (48a) hat einen mehr dunkelbraunen als ockergelben Vflgldiscus 
und ist meist beträchtlich grösser als pulchella. (Auf der Abbildung 47 a ist der Anallappen der Hflgl zu 
weil vorgezogen; in Wirklichkeit springt er weil weniger vor als bei den meisten Epinephele; auch die mit 
neoza U. bezeichnete Figur Tat'. 47a ist unrichtig mit neoza bezeichnet: diese Unterseite stellt die kasch- 
puldira. mirische lycaon-Yovra dar.) — pulchra Fldr. ist etwas weniger düster gefärbt und zeigt eine discale Quer- 
linie; Kaschmir und nordwestlicher Himalaya; verbreitet sich bis nach Xord-lndien. - Die Schmetterlinge 
sind Hochgebirgstiere ; sie fliegen im Juli auf hochgelegenen Festuca-Steppen. 

coeno- E. coenonympha Fldr. (47a). cf oben ganz einfarbig dunkelbraun, im Wurzelteil wenig heller als 

nympha. nil ^ussenteil. Das ? hat 2 dunkle, fein licht umringte Augenpunkte. Auf der Unterseite haben die Vflgl 
eine rotgelbe Aussenbinde, in der beim v die 2 Ocellen stehen, die Hflg] führen im Discus und an der Zelle 
maiza. lichte Wischfleckchen. — Die ab. maiza Lang zeigt auf der Unterseite der Vflgl eine dunkle Discallinie. — 
murga. Bei der ab. goolmurga Lang ist der Vflgldiscus auf der Unterseite weiter gelb aufgehellt und die schwarz- 
braunen Fliigelränder sind beträchtlich schmäler. Diese Schmetterlinge, über die noch wenig bekannt ist, 
kommen von Kaschmir, wo sie in ca. 10000 Fuss Höhe vorkommen: sie sind entweder selten oder auf 
minder zugängliche Hergzüge beschränkt. 

cadusia. E. cadusia Lnl. (4öc, f). Heide Oesehlee.hter erinnern auf der Oberseite an kleine, mitteleuropäische 

jurtina-$$; sie sind dunkelbraun mit abgekürzter Ockerbinde der Vflgl; die fransen sehr hell. Hflglunter- 

seite mit deutlich gezeichneter, aber in {\i'v Färbung sehr wenig hervortretender Mittelbinde. Persien, 

cadusina. Turkestan. ?$ von Askabad sind grösser als persische. — cadusina Stgr. ist vielleicht eine besondere Art. 

deren c^c? auf der Oberseile stark verdunkelten Discus der Vflgl und kaum eine Spur der gelben Halbbinde 

zeigen. In der Zelle ist niemals Gelb; der Duftstreif der <f<f feiner als bei cadusia, zuweilen sehr reduziert. 

Die Unterseite der Hflgl ist in der Regel viel dunkler als bei cadusia, fast wie die von naubidensis; in 

laeta. Turkestan, am Balkash-See. - - laeta Stgr. (47a) ist eine grössere form mit lebhaft gelbbraunen, dunkel 

gerandeten Vflgln mit sehr auffälligem Duftstreif des o" unter der Zelle; Turkestan. besonders \ord- 

monotoma. Bucharei. - monotoma Stgr. (47a) ist der vorigen sehr ähnlich, aber durch dunkleren Basalteil der Vflgl 

und eintönigere, helle Unterseite der Hflgl zu unterscheiden; Samarkand. 

dieena. E. cheena Moore (47 a. b). Weil grösser als die vorigen, oben in beiden Geschlechtern einfarbig 

dunkelbraun mit einem Apicalauge und einem beim ? gleich grossen, beim ri* kaum sichtbaren oder ganz 
fehlenden zweiten Augenfleck darunter. Diese Annen sind zart gelbrot oder (beim d") licht braun umzogen. 
kashmirica. Nach der Ausbildung diese-, Hofes hat man nun nochmals von den typischen cheena die Form kashmirica 
, Moore abgetrennt, bei der die Augenringe nur ganz verschwommen und wenig auffällig gefärbt erscheinen. 
(Die Abbildungen Tat'. 47a. b gehören mehr der letzteren Form an; das Bild der Unterseite ist verseheidlich 
mit neoza unterzeichnet.) Unterseite der IUIlcI bräunlich mit gebogtem Discalstreif und schwarzer, schwach 
deiphobe. gewellter Submarginallinie. - deiphobe Leech ist eine cAee»ia-Form vom Plateau nördlich von Ta-tsien-lu, 
bei der die 'Ocellen des ? fein weiss gekernt und der Raum zwischen ihnen ockergelb ausgefüllt ist; die 
Hflglunterseite zeigt in der Anal- wie Apicalgegend häufig Ocellen. — Von Kaschmir durch den ganzen nord- 
westlichen Himalaya bis in das indo-australische (leinet hinein, sehr häufig, vom Juni bis August, in ihrem 
Vaterlande die gemeinste Epinephele. 

jurtina. E. jurtina //. (= janira L, lemur Schrk., pamphilus Httfn.) (47 b). Oben dunkelbraun mit fein licht 

gekerntem Apicalauge, das beim o" trüb dunkelgelb umzogen ist, beim V in einer nach dem Ird sich ver- 
jüngenden und diesen nicht erreichenden ockergelben Halbbinde steht. Die Oberseite des o* hat im Leben 
oft einen herrlichen Metallschimmer und unterhalb der Zelle einen breiten Duftfleck. Hflglunterseite beim d* 
dunkelbraun, mit kaum wahrnehmbarer Mittelbinde, beim ? graubraun mil breiter, lichter, nach innen gold- 
braun begrenzter Bogenbinde. In verschiedenen Können in ganz Europa bis auf den äussersten Norden, 
doch selbst noch auf vielen Inseln iKanaren, Sylt etc.) vorkommend, ferner in West-Sibirien und Vorder- 
Asien bis Kurdistan und Persien. Je nach der geographischen Lage des Fangortes, sowie auch nach zu- 
fälligen Zeichnungs- und Färbungsanomalien hat mau eine Reihe von Formen benannt. Von den nur durch 
akzessorische oder verloschene Ocellen ausgezeichneten formen, wie z. B. exymanthea Esp., obliterans Schultz, 

brigitta. abgesehen, hal man zunächst die Abinos unterschieden und als ab. brigitta Ljungh. diejenige Form be- 
zeichnet, bei der die schwärzliche Grundfarbe durch trübes Weiss ersetzt ist, während die rotgelbe Halb- 

pallens. binde als solche erhalten ist. — ab. pallens Mieg ist die entgegengesetzte, weit weniger seltene Form, bei 
cinerascens. der die rotgelbe Halbbinde des weiblichen Vflgls zu Beinweiss verblassl ist. - Als ab. cinerascens Fuchs sind 



Ausgegeben 18. IV. 08. EPINEPHELE. Von Dr. A. SEfTZ. III 

Exemplare mit seidenglänzend staubgrauer Oberseite bezeichnet, bei denen der Brandfleck der cTd* sieh sein 
intensiv abhebt. - - cinerea Cosmov. hat auf der dunkeln Oberseite bläulichen Glanz: die Htli^l sind stark cinerea. 
gezackt, unten rosa angeflogen, mit zwei Punktaugen; Rumänien. - In heissen Sommern trifft man nicht 
selten Exemplare mit vermehrtem Kotgelb, das sich beim d" in gelbroter Bestäubung im Apicalfeld, beim ? 
in einer gelbroten Füllung des Htigldiscus ausspricht. Fuchs nennt diese, einer kleinen hispulla nahekommende 
Form ab. rufocincta. - Die hispulla Hbn. (47 b) selbst aus Süd-Europa hat diese Merkmale in noch aus- mfocincta. 
gesprochenerem Grade und ist dazu gewöhnlich breitflügeliger als die typische jurtina. — fortunata Alpher. (47 c) hispulla. 
ist eine noch weiter aufgehellte Form. Das c? hat im Apicalteil auf tiefschwarzem Grunde im Leben l °' 1 "'"" 
prächtig schimmernden Goldglanz, beim 2 hat das Rotgelb die Grundfarbe oben ganz zurückgedrängt. Ausser- 
dem ist die Form viel grösser und der Basalteil der Hflgl unten so verdunkelt, dass die lichte Discalbinde 
lebhaft absticht. Diese Form wurde von den Kanarischen Inseln beschrieben, doch fand ich sie auch im 
südlichen Portugal und in Nordafrika auf. -- telmessia Z. i+7b. 48a) endlich ist eine Form von Gypern telmessia. 
und dem gegenüberliegenden Kleinasien, die sich durch einen anders gestalteten Duftfleck des 6" auszeichnet. 
um dessen Spitze ist der Flglgrund lichter gebräunt, so dass er viel lebhafter sammetartig hervorsticht. 
Das ? hat den Discos nicht ockergelb, sondern lebhaft fuchsbraun gefärbt; beide Geschlechter haben auch 
eine etwas andere Unterseite als die typischen jurtina. Exemplare von Cypern haben angeblich weil ge- 
runderte Vflgl, doch kommen solche Gestaltsveränderungen auch genau so im übrigen Europa vor, wenn 
auch als ziemlich seltene Ausnahmen. Im ganzen sind die seither als telmessia zirkulierenden Exemplare 
sicher meist südöstliche Lokalformen der hispulla, deren Variationsrichtung noch genauer festzusetzen ist. 
Wir bilden 47b echte Cypernstücke, 48a ein Exemplar von der Donau ab, welch letzteres den telmessia- 
Gharakter viel schärfer wiederzugeben scheint. - - Hierher gehör! auch die Form kurdistana Rühl, bei deren kurdistana. 
¥? die Halbbinde der Vflgl in Flecke aufgelöst ist. -- Rp dunkelgrün mil hellgrünem, zwei Augentlecke 
führendem Kopfe, dunkler Hucken- und heller Seitenlinie. Lauch graugrün. Bis Juni an Gräsern. - l'p 
grüngelb, braun gezeichnet. -- Die Schmetterlinge fliegen vom Juni bis August, überallgemein aufwiesen. 
auf Waldlichtungen und längs der Chausseegräben, ferner an Lahndämmen und selbsl in Gärten und den 
Anlagen der Städle. Sie haben einen etwas unregelmässigen klappenden Flug und setzen sich auf Sleine. 
kahle Bodenstellen. Maulwurfshügel etc. In den Gebirgen gehen sie bis ca. 5000 Fuss hoch. 

E. nurag Ghil. (47c). Beträchtlich kleiner als alle /MrtftMa-Formen, sonst diesen sehr nahestehend, nurag. 
Beide Geschlechter mit ockergelber Aussenbinde, die beim cf zuweilen auf eine unterbrochene Vflglhalbbinde 

reduziert ist. gewöhnlich aber, wie beim 2 stets, durch alle Flgl zieht: die Grundfarbe sehr blass braun. Hflgl- 
unterseite graubraun, mil zuweilen verloschener, meist wenig sich abhebender .Mittelbinde. Auf Sardinien und 
Gorsica, im Juni und Juli, sein 1 lokal, wie es schein! nur auf ganz bestimm! gelegenen, mit dürrem Gras 
bestandenen Flächen Biegend. 

E. lycaon. d" schwarzbraun mil punktförmigem Apicalauge in kaum lichterem Hole: im Leben 
mil prächtigem, zuweilen goldgrün schillerndem Seidenglanz auf den Flügeln. ? mit ■_' grossen gelbbraun 
umzogenen Vflglocellen und immer dunkel begrenzter, lichter, unregelmässig gebogener Discallinie. Unter- 
seite der Vflgl rotgelb, graubraun gerandet; die der Hflgl staubgrau mil kaum wahrnehmbarer Discalbinde. 
Vmi Finnland und Nordrussland bis Nordafrika und von Spanien bis zum Amur. - - Die typische Form lycaon lycaon. 
Holt (= jurtina Hf»i. o". eudora Esp.) (47c d) kommt im ganzen Norden des Gebietes vor und geht südlich 
in Europa mehrfach bis zur Mittelmeergrenze und in Asien bis zur paläarctischen Südgrenze. Die cfcf sind 
oben tief schwarzbraun, im Leben infolge einer schimmernden Behaarung der Flglfläche seidenglänzend; um 
das Apicalauge zeigt sich ein rötlicher Glanz. Die Hflglunterseite ist einfarbig erdbraun, fein dunkel be- 
släubt. Die ?? haben eine ockerfarbene Aussenbinde der Vflgl, in der die grossen, oberseits blinden Augen- 
punkte stehen: die Hflgl sind dunkelbraun mit gelbrotem Goldschimmer und lichter Aussenbinde: unten sind 
sie dunkelbraun, die lieble Discalbinde nur wurzelwärts scharf begrenzt. - Ausser den bekannten, bei den 
meisten Epineph le vorkommenden Variationen der Ocellen {schlossert, j><in>i/i<i Voelschow; biocellatus, hi*<-<t Schult-) 
kommen auch Albinismen vor, so ab. subalbida Schultz mit weisslichen Vflglflecken; die nicht allzu seltenen subalbida. 
Zwerge, wie sie in besonders dürren, und dabei hochgelegenen Lokalitäten, vereinzelt aber auch in der 
Ebene angetroffen werden, haben nach einem <? den Namen janirula Esp. erhalten. - catamelas St<jr. (47 d) janirula. 
isl auf der Oberseite nur durch etwas längeres Seidenhaar zu unterscheiden; unten ist die Hflglunterseite catamelas. 
ganz einfarbig dunkelbraun, beim o" ohne die Bestäubung, beim V ohne die lichte Discalbinde: Südostsibirien, 
Altai und Thian-shan. pasimelas Stgr. von Irkutsk und dem Amur ist grösser und das Gelbrot auf der pasimelas. 
Vflglunterseite stark reduziert oder ganz durch Dunkelbraun ersetzt. - erebiformis Cosmov. wurde nach erebiformis. 
einem Exemplar von Bahiceni in Rumänien beschrieben, das durch eine sehr lebhafte gelbrote Aussenbinde 
auf ganz dunkler Flgloberseite einen an Erebia erinnernden Eindruck machen soll. - Bei catalampra Stgr. catalampra. 
(47 d) treten beim cT auf der Vflgloberseite beide Ocellen in einem düster gelbbraunen Hofe auf und die 
Hflglunterseite des ? ist grau mit wenig lichterem Marginälteil ; aus der Mongolei. - - Bei mauritanica mauritanica. 
Oberth. (47 e) von Nordafrika ist die Oberseite des cP sehr tiefschwarz, im Leben mit herrlichem Bronze- und 
Kupferglanz; auch das ? ist dunkler als alle andern Formen und das Kotgelb ist nur auf zwei Ringe um 
die Ocellen beschränkt und erscheint nur ganz ausnahmsweise als schwaches Wölkchen am Discus. — 

1 18 



I i-j COENON^ MPHA. Von Dr. A. Seitz. 

intermedia, intermedia Stgr. (47d) hat sehr stark gezackte Hflgl; die Oberseite ist dunkler als lycaon, aber heller als 

mauritanica. Die Hflglunterseite ist viel lebhafter gefärbt als bei den vorigen und bildel schon einen Über- 

coüina. gang zu rhamnusia. In Südost-Europa und Vorder-Asien. collina Rö'b, isl eine aus den gleichen 

Ländern stammende Bergfornij deren ? oben und deren Unterseite in beiden Geschlechtern lichter gefärbt 

lanata. ist. lanata Alpher. aus dem Kaukasus hat längere Behaarung und dunkleres Kolorit als die typische 

turanica. Form; besonders die Vflglunterseite des o' isl <>H ganz dunkelbraun. turanica Rühl von Turkestan 

ist der typischen Form ähnlich, hal aber lichtere Unterseite und das tf einen breiteren Duftstreif. — 

libanotica, libanotica Stgr. isl umgekehrt eine überaus helle Form, die besonders auf der Unterseite wie weiss über- 

puderl erscheint; vom Libanon, doch erhielt ich völlig gleiche Exemplare, wiewohl als einzelne Ausnahmen. 

lupinus. von Digne in Südfrankreich und solche Stücke dürften sieh auf Kalkboden mehr linden. lupinus Costa (47 e) 

isl nicht unbeträchtlich grösser als die bisher aufgezählten Formen; das Rostgelb der Vflglunterseite feuriger, 

rhamnusia. die Hflglunterseite stark gesprenkelt; Süd-Italien, Griechenland. rhamnusia Frr. (47 e) endlich ist die 
grösste Form, so gross wie die Form fortunata von jurtina. Die Vflgl sind oben mit einem gelbbraunen, 
seidenglänzenden Filz überzogen, der über dem sein- stark hervorstechenden Duftfleck zu einem glatt- 
gekämmten Haarwulst auswächst. Die Unterseite der sein stark gezackten Hflgl in beiden Geschlechtern 
sifanica: von weissgrauen Wölkchen durchsetzt. Sizilien. — sifanica Gr. Grsch. (47 f) von Zibat hat eine der typischen 
Form sehr ähnliche Oberseite; aber der Duftstreif des d" fehlt, wiewohl die liegende Haarlocke darüber er- 
halten ist: das Apicalauge der Vflglunterseite isl vergrösserl und ofl doppelt gekernt, und auf der Unterseite 

interposita. der lltly;! finden sich einige gelbumzogene Ocellen. -- interposita Hirsch. Der vorigen sehr nahe, die Vflg] 
des cf mit lebhaftem, aber nur in gewissem Lichte wahrnehmbarem, kupferigen Schimmer und sehr breitem 
Duftschuppenstreif unterhalb der Vflglzelle. Die?? haben selten ausser dem Apicalauge noch ein zweites 
auf dem Vflgl; dagegen sind fast stets kleine Analaugen auf den Hflgln wahrnehmbar. Diese letzteren sind 
unten grau, weiss gemischt, mit mehr oder weniger verloschenen Discallinien. In Zentralasien weit ver- 
breitet, im Thian-shan, Ala-tau und Karategingebirge, ferner in Afghanistan, und in Beludchistan auf das 
indische Gebiet übergreifend. Rp lebhaft grün; Kopf grün mit schwarzen Augenflecken; Rückenlinie 

dunkel. Nebenrückenlinien weiss und Seilenlinien gelblich: das Ende der Afterspitzen rot. — Pp grün oder 
braun, weiss gezeichnet. Die Schmetterlinge fliegen im Juli und August an steinigen Stellen und setzen 
sich gern auf den Boden. Im Süden traf ich sie gesellschaftlich an den Blüten kleiner blauer Disteln 
ii^end. Sie fliegen, aufgescheucht, nur kurze Strecken und sind an ihren Flugplätzen überaus häufig, 
wenn auch ihr Auftreten lokal ist. Nach einer Mitteilung des Herrn Krügeb begibt sich rhamnusia öfters 
auf die Bäume, was ich auch bei der Form mauritanica konstatieren konnte, die ich in Menge aus den 
Zweigen der Korkeichen klopfte. 
yieri. E. wagneri H.-Schäff. (47f ?, nicht f) sofort daran kenntlich, dass das Apicalauge bei beiden Ge- 

schlechtern zu einem länglichen Queroval in die Länge gezogen ist. Dies aber nur auf der Oberseite, während 
das Apicalauge auf der Unterseite gross und rund ist. Hflgl unten mit •_' gelbumringten blinden Analaugen 
und dunklem, aussen lieht angelegtem Discalstreif. In Armenien und dem anstossenden Kleinasien und Meso- 
mandane. potamien. mandane Koll. (4 7 f i von Persien unterscheidet sich durch das noch mehr ausgezogene, fasl 
zu einem Streifen verschmälerte Apicalauge und eine blassere Flgloberseite, die besonders beim d" auffällt 
und den Duftstreif desselben stärker hervortreten lässt. -- Die Schmetterlinge sind besonders in Gebirgs- 
gegenden nicht selten: sie fliegen vom Mai bis Juli, treten an ihren Flugstellen zahlreich auf und suchen 
während der Tageshitze Erdgräben und Felsspalten auf. 
dysdora. E. dysdora Led. (= tristis Gr. Grsh.) (47g). »'beiseite auch beim o" mil ockergelber Aussenbinde 

der Vflgl. Unterseite >\*-v von wagneri nichl unähnlich, heller gelb, die Hflgl weniger stark gezackt, unten 
ohne Analaugen und mit geraderem Discalstreif. Von Persien und Ferghana bis nach Kuldscha und dem 

dysdorina. Altai. — dysdorina Rühl (4-7 lt) vom Thian-shan hal .stärkere, fast bis an die Wurzel rotgelbe Vflgl der cTo" und 
auf der Hflglunterseite zwei grosse, schwarze, gelbumringte Augenpunkte. Im Juli und August an nackten. 
sonnigen und steinigen Abhängen (Rühl). 

davendra. E. davendra Mm, n i roxane F/i/r.) 1+7 g). Oben die Vflgl beim cf ganz hell orangegelb, beim ? 

mit solcher Halbbinde, in der zwei Augenpunkte sieben. Unten sind die Vflgl etwas I rüber gelb, die . Discal- 

linie hinter der Zelle winklig gebrochen; hinter ihr einige Ocellen. Ferghana; Kaschmir; Afghanistan. 

bis ins indische Gebiet des nordwestlichen Himalaya und Beludchistan. - Je nach der Ausdehnung des Duft- 

laiistigma. streifs der 6 f unterscheide! Mooee die Formen mit besonders breitem Duftstreif als ab. latistigma, während er 

brevistigma. ab. brevistigma die f mit verkürztem und tenuistigma die mit verschmälertem Duftstreif nennt. 

tenuistigma. comara Led. (= cyri Bien.) 47g) ist die trüb dunkelorange gefärbte Form von Turkestan und Persien. — 

comara. | )|( , Sehmetlerlinire fliegen Im Juni und Juli auf geröllreichen Hängen und sind nichl selten. 

20. Gattung: Coenonyiiiplia llbn. 

Kleine Falter mit trüben Farben, aber zuweilen metallisch glänzenden Linien oder Augenpupillen 
auf der Flglunterseite. ^ugen nackt, Palpen lang, aufgerichtet, spitz, mit langborstiger, abstehender Be- 
haarung. Fhlr zart, unter ballier Gostalänsje, am Ende kaum merklich verdickt. Subcostalis, Mediane und 



COENONYMPHA. Von Dr. A. Seitz. I 13 

Submediane der Vügl an der Wurzel zu spindelförmigen Bläschen aufgetrieben. Die obere und mittlere 
Discozellulare bilden zusammen einen wurzelwärts gescheitelten Winkel, von dessen Spitze ein Astchen in 
die Zelle hineinragt. Hfl gl fast, kreisrund, selten mit leicht gewelltem Saume, am Analwinkel zuweilen vorgezogen. 

Die Coenonympha sind gelb- bis dunkelbraune, selten weisslich gefärbte Schmetterlinge, die auf der 
Oberseite augenlos sind oder ein Apicalauge, sowie zuweilen Htlglaugen zeigen. Unten sind die Hflgl 
meist grauem Sande angepasst. oder zeigen, besonders bei den waldbewohnenden Arten, eine Serie zu- 
weilen schön gekernter Augen. 

Die Raupen sind zart, grün, mit kugligem Kopfe, hinten spitz und leben an Gras; viele überwintern. 
Die Puppe ist grün oder grau und hängt nahe der Erde gestürzt an Stengeln oder Steinen. Während 
einzelne Arten zu den allergemeinsten bis jetzt bekannten Schmetterlingen zählen, zeigen sich andre als 
ganz vereinzelte Seltenheiten zuweilen in gut durchsuchten Gegenden, in denen sie vorher unbekannt waren. 
Ihr Verbreitungsgebiet isl meist sehr gross; eine Art. ''. tiphon, scheint in verschiedenen Lokalformen rings 
um die Erde zu reichen. Man kennt heute 70 Formen, die in ihrem Vorkommen auf das paläarktische Ge- 
biet und das nördliche und zentrale Nordamerika beschränkt sind. Während die meisten Arten nur eine 
Generation haben, treten von andern zahlreiche Brüten auf, die ineinander greifen. 

C. oedippus F. (= oedipus it., geticus Esp., pylarge Hbn.) (48a). Oben zeichnungslos, dunkel russ- oedippus. 
braun. Unten rostbraun, gelb übergössen; auf den Hflgln ein Auge vor dem Apex und eine gerade Reihe 
umringelter Augen Mir dem Aussenrde. In Zentraleuropa, sehr zerstreut, in Belgien, Frankreich, Oberitalien, 
Österreich, Ungarn; in Süd-Russland und dem Ural. -- ab. miris F. hat auf der Vfiglunterseite vermehrte und miris. 
vergrösserte Augen; unter der typischen Form. — amurensis Bühl (48a) ist beträchtlich grösser, oben be- amurensis. 
sonders dunkel gefärbt, mit sehr deutlicher Metalllinie der Unterseite; von Ostsibirien, besonders dem Amur- 
lande. — annulifer />'///•. i4Sai ist noch grösser, die Augen der Unterseite stark vergrössert, zuweilen quer annulifer. 
in die Länge gezogen; Japan. - - Rp hellgrün mit dunkler Rückenlinie und lichtem Seitenstreif: Kopf dunkel 
olivengrün. Vom Juli bis .Mai an Riedgräsern (angeblich auch Schwertlilien). — Pp gelbgrün mit bräun- 
lichen Kopfspitzen und gelblichen, licht gesäumten Flglscheiden. -- Die Schmetterlinge fliegen im Juni und 
Juli in hüpfendem Fluge auf feuchten, besonders auf zeitweise überschwemmten Wiesen. Dortselbst be- 
vorzugen sie mit Steinen durchsetzte Bodenerhebungen. Sie sind gewöhnlich an ihren Flugstellen nicht sehr 
zahlreich und diese, weil häufig im Sumpf gelegen, nicht immer zugänglich. 

C. hero L. (48b). Oben der vorigen ähnlich, kleiner, ebenso dunkel, doch schlagen auf dem Hflgl hero. 
•_)_: J , Augen der Unterseite als gelbbraune Ringe durch. Auf der Unterseite selbst stehen die Augen in 
orangenen Ringen und wurzelwärts von ihnen zieht eine gerade, auf den Adern knotig verdickte, weisse Linie. - 
Nord- und Mitteleuropa und ganz Nordasien, von Schweden bis in die Alpen und von Belgien ostwärts bis an 
den grossen Ozean und Japan. — ab. stoWda. Schilde von Skandinavien ist kleinerund dunkler und die Vtlgl zeigen stolida. 
auf der Unterseite eine weisse Aussenbinde. -- Bei ab. perseis Led. (= sibirica Stgr.) (48a), die in Ostasien perseis. 
unter der typischen Form, stellenweise aber auch allein fliegt, isl die weisse Binde vor der Augenreihe auf 
der Hflglunterseite stark verbreitert. - - Von dieser Form zweigt Fruhstorfer die grössere Form vom Ho- 



'^ 



kaido als neoperseis besonders ab. - - Bei ab. areteoides Fol, die von Belgien gemeldet ist, sind die Htlgl- neoperseis. 
äugen obsolet. - Rp hellgrün, an Strandhafer (Elymus) und Waldgräsern. - - Die Schmetterlinge fliegen in areteoides. 
Europa im Juni und Juli, nach Gbaesbr in Ostasien in 2 Generationen; in Laubwäldern und auf gebüsch- 
reichen Wiesen. Die hero erheben sich beim Fluge höher über die Erde, als die hellen coenonympha- Arten 
und erinnern etwas an kleine Erebia; sie treten mehr vereinzelt und gewöhnlich sehr lokal auf und man 
fangt nicht leicht mehr als einige Exemplare an einem Tage. 

C. nokkeni Ersch. (48b). Grösser, oben dunkel, kupferig übergössen; der Vtlgldiscus dunkel kupfer- nolckeni. 
färben, die Htlgl schwarz mit feurig kupferigem Aussenrd. Unterseite dunkelgelbgrau, Vflgldiscus und Htlgl- 
saum kupferrot; Vtlgl mit vereinzelten, Htlgl mit einer kompletten Reihe von Ocellen vor dem Saume. 
Ferghana. — Auf Wiesen und Waldlichlungen, im Mai und Juni, häufig. 

C. myops Stgr. Oben einer Erebia l<i\>pt»ut ganz ähnlich, Vtlgl stark kupferig angeflogen. Unter- myops. 
seits ebenfalls an eine Erebia erinnernd, Vflgl mit grossem Apicalauge, Htlgl mit dunkler Mittelbinde, hinter 
der zu lichten Punkten verschrumpfte Ocellen stehen- Vom Ala-Tau und dem Alai-Gebirge. - - tekkensis tekkensis. 
Stgr. (48b) vom Achal-Tekke-Gebiet hat auch auf der Oberseite ein grösseres, ausgesprochneres Apicalauge 
der Vtlgl; die Htlglunterseite ist in der Grundfarbe so verdunkelt, dass die Mittelbinde sich kaum noch ab- 
hebt. Ende Juli. 

C. leander Esp. (48c). d 1 oben fast wie arcania, Vtlgl gelbrot, schwarzrandig, Hflgl dunkel russ- leander. 
braun: doch schlagen die Ocellen der Unterseite etwas durch. ? elwas lichter mit schmalerem Vflglrand. 
Unterseite gelbbraun, die Htlgl graulichgrün übergössen mit 6 gleichmässigen Ocellen, wovon das im Anal- 
winkel zuweilen verdoppelt 'sein kann. Von Ungarn durch Bulgarien bis ans Schwarze Meer, in der Krim, 
dem Ural und Wolga-Gebiet, in Kleinasien und Persien. -- Die Form obscura Rühl (48c) ist kleiner, dunkel obscura. 
Übergossen, so dass die Oberseite einfarbig russbraun erscheint; von Armenien, -- iphioides Stgr. (48c) von iphioides, 



141 COENUNYMPHA. Von Dr. A. S:.i:z. 

Kaslilicii gleichl oben einer iphis, doch sind unten die Hflglocellen sehr gross und vollständig, mit den l'm- 
randungsringen einander berührend. Her fein schwarze Flglsaum der Unterseite, an dem die lichten Fransen 
sitzen, kontrastier! stark mil einem lieht ockergelben Marginalband, das wurzelwärts von der .Metalllinie ab- 
geschlossen wird. Bei lldefonso gefangen. — Im Mai und Juni. 



- 



iphis. C. iphis W. V. i amyntas Btlr., mandane Ky.) (48c). •' oben mit kupferbraun, i mit gelbbraun 

übet 'in Vflgldiscus, der bald dunkler iah. sübnigra), bald heller iah. paüida) getönt sein kann. Hflgl 

einfarbig schwarzbraun. Vflgl unten ganz ohne Ocellen, selten mit einem blassen Apicaläugelchen. Hflgl 
unten mit einigen zerstreuten und verkümmerten Ocellen. Hinter der Mitte stehen -J grosse, getrennte 
oder ganz dünn zusammenhängende, unregelmässige weisse Lappenflecke, woran die typische Form ohne 
weiteres kenntlich ist. Ganz Zentral- und ein grosser Teil von Nordeuropa und Nord- und Zentralasien; 

anaxagoras. von England und Belgien bis zum Grossen Ozean und von Finn- und Livland bis Dalmatien. - Bei ab. anaxa- 

goras Assmus, die in Zentraleuropa vereinzelt vork il und in Osteuropa überwiegt, fehlt die Metalllinie auf 

.iphicles. der Unterseite und die Hflglocellen sind reduziert. Hei iphicles Stgr. i = heroides Christ.) (48c) sind um- 
gekehrt die Hflglocellen sehr regelmässig, deutlich und schlauen auf die Oberseite in Form bräunlicher Ringe 
carpathka.. durch, so dass eine Ähnlichkeit mit hero entsteht; aus Zentralasien. — carpathica Eorm. ist eine kleinere Gebirgs- 

mahometana. form, deren Hflglaugen ganz oder fast ganz ausgelöscht sind: von den Karpatben. - Auch mahometana .!//>/<. 
(48d) hat keine Ocellen, höchstens an deren stelle einige weisse Punkte; ausserdem ist die Oberseite ein- 
iphina. farbig russbraun, die ganze I nterseite weiss überstäubt; vom Thian-shan. ab. iphina stgr. ist eine zentral- 
asiatische Form, hei der die Ocellen unten braun umringt sind: sie dürfte wohl nirgends als einzige Form 
der Art fliegen. Rp trüb grün mit blaugrünem Kopfe, dunkler Kücken- und lichter Seitenlinie, sowie 

roten Vfterspitzen ; Luftlöcher gelbrot. Bis Mai an Gräsern. — Pp grün mit weissgeflecktem Hlbsteile und 
dunkel eingefassten Flglscheiden. -- Die Faller fliegen im Juni und Juli auf grasbewachsenen Waldwegen 
und auf feuchten Wiesen nicht selten, aber auch nicht leicht in grosser Zahl beieinander. Die sehr dick- 
leibigen ( 'j erheben sich nicht leicht mehr als 1 —2 Fuss über den Erdboden. Aufgescheucht flüchten sie 
meist nur einige Schritte weit, indem sie der Richtung des Waldwegs folgen und fallen dann wieder ins Gras ein. 

arcania. C. arcania /.. (48d). Vflgl brennend rotgelb mit schwarzem Aussenrd, Hflgl dunkelbraun. Leichl 

kenntlich an der Hflglunterseite, deren Marginalteil von einem breiten weissen Bande eingenommen wird, 
das bei der typischen Form die Ocellenreihe unterhalb des Apicalauges durchbricht, so dass das Apicalauge 
nach innen zu aus der weissen Binde herausgerückt erscheint. Ganz Europa, ausser Britannien, von Skandi- 
navien bis zum Mittelmeer und von Spanien und Frankreich bis nach dem Schwarzen Meer und Armenien. — 

insubrica. Als ab. insubrica Frey (48d) fassl man Exemplare mit sein- breit schwarzem Vflglrand und verschmälertem, 
etwas gezähntem Hand der Hflglunterseite auf, die wohl überall, besonders aber im Süden, unter den typischen 

satyrion. Stücken vorkommen. - satyrion Esp. (48d) ist die vom Typus sehr verschiedene Bergform von den Alpen 
und Karpathen: oben ist das ? mausgrau, das ? braungrau, fast einfarbig; unten is1 die weisse Aussenbinde 
der Hflgl gleichmässig und nimmt die sehr regelmässige Weihe der deutlichen Ocellen genau in ihre Mitte 
darwiniana. auf; von ca. KX)0 7000 Fuss. ab. darwiniana Stgr. (48d) (= philea Frey) sind Übergänge zwistdien 

beiden genannt worden: während bei dem eigentlichen satyrion das Apicalauge (h^i- Hflglunterseite ganz am 
Aussensaum der weissen Submarginalbinde steht, ist es bei darwiniana schon bis über deren Mitte nach 

melania. innen, oder gar schon nach innen aus der Binde herausgerückt. Alpen : Visp; Simpeln : Piemont. — ab. melania 
Oberth. ist auf ein Exemplar gegründet, hei dem die Aussenbinde der Hflglunterseite grau getrübt ist. so 

badensis. dass sie sich von der Grundfarbe nur wenig abhebt. - ab. badensis Heutti ist eine unbedeutende, an allen 
Flugplätzen -mögliche Aberration mit Anomalie der Augen, von denen auch saumwärts noch etwas Weiss 
steht. Rp grün mit dunkler, gelblich gesäumter Rückenlinie, mit lichter Nebenrückenlinie und hellgelbem 
Seitenstreif; Kopf blaugrün, Maul und Afterspitzen rot. Bis Mai an Gräsern. -- Pp braun, mit weisslichen, 
rot eingefassten Flügelscheiden. - Schmetterling muh Juni bis Augusl ausseist häufig und oft in grosser 
Zahl beieinander fliegend. Am Rande unterholzreicher Wälder, aber auch im offenen Gelände und auf 
Bergen; sie umfliegen mil Vorliebe Gebüsche und setzen sich auf niedrige Zweigspitze, erheben sich zuweilen 
aber auch bis an die höheren Baumäste. Die?? fliegen weil minder zahlreich als die dV und erscheinen später. 

arcanioides. C. arcanioides I'in\ (48e). Dieser Falter erscheint in 2 Können: einer kleineren, dunkleren und 

einer grösseren, lichteren (forma major, töe). Erstere ist oben bis auf einen braungelben Scheibenfleck im 
Vflgldiscus russbraun, letztere hat den ganzen Vflgldiscus feurig gelbrot. Unten haben beide Formen rot- 
gelbe Vflgl mit schwarzem Ird und Analwinkel, die rotbraunen lltlgl führen ein weisses, etwas geschweiftes 
Aussenband. hinter dem deutliche, aber sehr kleine Ocellen stehen. Die kleine Form, die der Sommer- 
generation angehört, hat unten vordem Apicalauge einen lichten Streif. Die Schmetterlinge fliegen vom 
Mai bis Anfang Juli in Nord-Afrika (Algerien. Marokko) und sind als Irrgäste von Südspanien bekannt. Sie 
sind in den vegetationsreicheren Distrikten der Atlasländer nicht seilen, aber ziemlich lokal und niemals in 
grosser Anzahl beieinander. Die beiden Generationen greifen ineinander über und ich fing oft in den ersten 
Junitagen die fristdien Exemplare der II. zusammen mit abgeflogenen Stücken der I. Generation. Man klopft 
die Tiere aus den die Wegränder überhängenden Gebüschen, von denen sie besonders die Brombeerbüsche 



COENONYMPHA! Von Dr. A. Seitz. 14-.") 

bevorzugen. Sie haben genau das Verhalten der dort in Algerien sein- klein vorkommenden Epin. ii/a-cfc?, 
von denen sie im Fluge fast nicht zu unterscheiden sind. Zur heissesten Tageszeit bergen sie sich in die 
austrocknenden Betten der Bache und in Drainierungsgräben. Sie fliegen stets dicht am Boden und so 
zwischen Dornbüschen hin, dass ihnen schwer beizukommen ist. 

C. vaucheri Wach. (48e). Dies ist die merkwürdigste bis jetzt bekannte Coenonympha. Oben ocker- vaucheri. 
yelb mit tiefschwarzem Äussernd; die Vflgl mit riesigem, kernlosem Apicalauge, die Hflgl mit 4 — 5 schwarzen 
Submarginalpunkten in gerader Linie. Die Unterseite hat das Apicalauge gekernt. Kerne wie Augenpunkte 
können vermehrt sein (ab. geminipuncta Black.). Die Htlgl sind hier im Wurzelteil schwärzlich olivenfarbig 
mit weisser Zellenspitze: der Aussenteil ist trübweiss und führt 6 gleichgrosse, gekernte Ocellen. Aus 
Marokko, wo das Tier im Juni, sehr lokal auftretend, gefunden wurde. 

C. thyrsis Frr. (48 e). Der vorigen am nächsten, aber das Apicalauge nicht sonderlich gross: die thyrsis. 
5 Aussenrdspunkte der Htlgl sehr fein. Unten weit weniger bunt und kontrastierend, wie vaucheri; das 
Zellende nicht weiss: der trüb weisse Aussenteil der Hflgl durch breite Verdunkelung des Aussenrds zu einem 
lichten Bande reduziert. Auf Gandia, im .Mai und Juni. 

C. Corinna Hbn. (= norax Bon.) (48f). Die kleinste Coenonympha. Oben brennend gelbrot mit breit Corinna. 
schwarzem Apex aller Flügel; auf dem Vflgl zieht sich das Schwarz in einen submarginalen Streifen bis 
zum Innenwinkel. Unten sind die Hflgl einfarbig gelbrot mit kleinem Apicalauge : die Hflgl zeigen dunkleren 
Wurzelteil und im lichteren Saumteil kleine Ocellen von sehr verschiedener Ausbildung. - elbana Stgr. elbana. 
von der Insel Elba hat oben ungekerntes Apicalauge und unten grössere Htlglocellen. In Sardinien, Corsica 
und Sizilien, stellenweise sehr häufig, im Mai und Juni und wieder vom Juli ab. - - Rp hellgrün mit dunkler, 
lichtgesäumter Rücken- und gelblicher, dunkel beschatteter Seitenlinie; an Garex gynomane und Triticum 
cespitosum. — Pp rötlichgrau mit weissen Wischen und Zeichnunyen. 

C. dorus Esp. (- dorilis Bkh., dorion Ulm.) (48f). cf oben ganz russig verdunkelt bis auf den dorus. 
hinteren Teil des Hflgldiscus, ? rotgelb mit breit schwarzem Apex und Aussenrd aller Flügel. Die Hflgl 
zeigen oben eine bogige. wurzelwärts konvexe Ocellenreihe, die auf der Unterseite sehr unregelmässig aus- 
sieht. In Süd-Frankreich. Spanien und Portugal, sowie in Italien, an steinigen Stellen, nicht selten, im Juni 
und Juli. Die Form austauti Oberth. hat auf der Vflgloberseite ockergelbe Wische und die weisse Binde anstaut!. 
der Hflglunterseite tritt weit lebhafter hervor; von Westalgerien. - bieli Stgr. von Portugal hat oben die Meli. 
Htlgl in beiden Geschlechtern stark überrusst, so dass fast alles Rotgelb aus dem Discos verschwunden ist 
und die Htlgl zeigen unten die Ocellen wie auch die Metalllinie stark reduziert. -- andalusica Bibbe hat andalusica. 
stark reduzierte Ocellen auf der Hllylunterseite, während die Oberseite, besonders der ??, noch lebhaft lehm- 
gelb ist: von Süd-Spanien. Bei ab. caeca Oberth. (48f) fehlen die Ocellen unten ganz, die lichte Aussen- caeca. 
binde ist aber als leeres Feld vorhanden; von den Pyrenäen. - Die ab. fulvia Oberth. (von Lozere) hat um- fulvia. 
gekehrt die Augenflecke, doch fehlt deren lichte Umgebung, so dass sie direkt in der Grundfarbe stehen. - 
Über die dorus-Rp ist nichts bekannt, als dass sie an Straussgras (Agrostis) leben soll (Rühm. 

C. fettigii Oberth. (48f). Oben fast wie dorus mixtaiiti, nur hat das cf deutlichere rotgelbe Wische fettigii. 
unter dem Apicalauge und dieses ist lebhaft rotgelb umringt, tuten sind die Hflgl beim cf ganz, beim ? 
fast ganz zeichnungslos staubgrau; bei letzterem meist nur versehwindende Spuren von Ocellen in Gestalt 
winziger Ringelchen und ein schwacher Ansatz zu einem Discalbande. -- In Algerien, zerstreut, aber stellen- 
weise häufig, so bei Tlemcen. Sebdou, ferner in Marokko, vom Juni bis August; setzt sich gern auf Fichenbüsche. 

C. saadi Kott. (= iphias Ev.) (We). Oben blass sandgelb, so wie das $ von pamphilus gefärbt, an saadi. 
Stelle des Apicalauges der Vflgl höchstens ein feines Pünktchen. Dagegen findet sich ein blindes Auge vor 
und über dem Innenwinkel der Vflgl, zu dem sich zuweilen ein zweites gesellt. Auf der Unterseite aller 
Flügel zieht von der Vflglcosta bis in den Analrand der Hflgl eine lichte, wurzelwärts dunkel beschattete 
Linie. In Transkaukasien und Persien. - mesopotamica Stgr. ist viel heller sandgelb, auch auf der Unter- meso- 
seite lichter, die Zeichnunti- blasser und der akzessorische Augenfleck über dem vor dem Analwinkel be- potamica. 
bildlichen fehlt konstant; Mesopotamien. -- Die Schmetterlinge fliegen im Mai und Juni auf sandigen Stellen, 
setzen sich auf den nackten Boden, sind nicht selten und weniger an bestimmte Flugplätze gebunden. 

C. amaryllis. Oberseite einfarbig sandgelb, wie bei pamphilus, zuweilen, besonders beim ?, am 
Aussenrde schwach beschattet. Unterseite hell honiggelb, die Hflgl graugrün übergössen: durch den Discos 
der Vflgl zieht eine blasse Linie. Vor dem Aussenrd stehen Reihen von Ocellen in sehr verschiedener Aus- 
bildung. Am stärksten finden sich diese bei der Form aecrescens Stgr. (48f) von Nord-China und Korea, aecrescens. 
Diese besonders in der Gegend von Peking (wo man sie in Gärten. Höfen und selbst auf den Strassen 
herumtlattern sieht) gemeine Form hat auf den Vflgln unten 3— 4, auf den Hflgln 6 fast gleiche, grosse, 
metallisch zentrierte Augen, die nach der Oberseite als dicke schwarze Punkte oder als Ringelchen durch- 
schlagen. - - Die zuerst beschriebene amaryllis Cr. (= amarillis Hbst.) (48g), die vom Ural bis zum Amur amaryllis. 
durch ganz Sibirien und die Mongolei vorkommt, hat etwas kleinere, aber noch vollzählige Augen, von denen 



146 COENONYMPHA. Von Dr. A. Seitz. 

rinda. aber nur einige als zarte schwarze Punkte auf der Oberseite durchleuchten. — Bei rinda Men. (48g) von 
Zentral- und Ostsibirien ist der schwarze Grund der Augen fasl geschwunden, so dass diese sehr licht sind, 

nescens. und die gesamte Unterseite aller Flügel ist stark grau getrübt. - Bei evanescens Alph. endlich sind die 
Augen auf der Unterseite bis auf einige Spuren verschwunden und oben ist nichts mehr von durchleuchtenden 
Keinen zu erblicken. Auch die Metalllinie der Unterseite fehlt. Amdo. — Kleine Exemplare mit besonders 

ordossi. verloschene] Unterseitenzeichnung aus Ordos lud Alphebaky als ordossi bezeichnet. — Die Schmetterlinge 
sind häufig, fliegen im Juni und Juli und setzen sich gern auf sandige Plätze und steinige Gebirgs- oder 
Feldwi 

pavonina. C. pavonina Alph., die mir in Natur unbekannt ist. soll oben goldgelb sein mit blindem Apicalauge 

und einem kleinen dunkeln Punkt vor dem Aussenrde derVflgl; auf den Hflgln eine Reihe blinder, brauner 
Aussenrdspunkte. Unterseits hell ockergelb mit graubestäubtem Wurzelteil der Hflgl. L'nten sind alle Augen 
gekernt. -- Vom Hei-ho-Fluss (N.W.-Ghina). Vielleicht nur eine stark abweichende amaryUis-Form. 

C. pamphilus. Kleine Falterchen, üben von der Farbe des rotgelben Sandes. Die Vflgl unten rot- 
gelb, grau gerandet mit kleinem, gekerntem Apicalauge, die Hflgl grau gewässert, mit weisslicher, braun 
beschatteter, abgekürzter, geschweifter Mittelbinde. Die Ocellen fehlen meist ganz oder finden sich nur 
pamphilus. durch leichte und undeutliche Punkt- oder Ringschatten angedeutet. - Die nordische Form, pamphilus L. 
(= nephele ///<//.. menalcas Poda., gardetta de Loche) (48g), hat unten mausgraue Grundfarbe der Hflgl; sie 
ist im Norden des Gebietes die einzige Form und ihr Verbreitungsgebiet gehl durch ganz Nord- und Zentral- 
bipupillata. Europa bis nach Vorderasien, Turkestan, Ferghana und Persien. - Bei ab. bipupillata Cosm. ist das Apicalauge 
marginqta. stark vergrössert und doppell gekernt. marginata Stgr. (48g) hat einen sehr breiten dunkeln Aussenrd 
aller Flügel, aber eine der des lyllus ähnliche Unterseite. (Eine Verbreiterung des schwärzlichen Aussenrdes 
lyllus. kommt in vielen Gegenden unter den Sommergenerationen vor.) lyllus Esp. ist die Sommerform von 
Süd-Europa, Nordafrika und dem südlichen Vorderasien. Hier sind die Flügel breiter, die Vflglspitze ge- 
rundeter, der Hflglsaum ofl gewellt, die Hflglunterseite nicht mausgrau, sondern gleichfalls sandgelb mit 
thyrsides. feiner, gebogter Mittellinie. - Bei thyrsides Stgr. (48g) von Sizilien. Dahnatien und dem südlichen Vorder- 
asien, die ich abei auch in typischen Stücken in den Tidern des Atlas auffand, führen die Hflgl beiderseits 
eine submarginale Reihe zuweilen gekernter Augentlecke. — Rp lebhaft grün mit feiner, doppelter, weisser 
Kücken- und gelber Seitenlinie. Kopf hellgrün ; den ganzen Sommer hindurch an Gräsern. — Pp gedrungen. 
grün, mit dunkleren Zeichnungen. Die Schmetterlinge sind in ganz Europa die gemeinsten Satyriden 

und fliegen von Kode April bis in den Oktober, überall, aufwiesen und Brachäckern, auf Kornfeldern und 
kahlen Bergspitzen, sie fliegen fast nur aufgescheucht, um bald wieder einzufallen. Dabei setzen sie sich 
mit Vorliebe auf Wege oder unbewachsene Bodenstellen, indem sie die stets geschlossenen Flügel zuweilen 
schräg nach einer Seite aeigen. Der Flug selbst ist hüpfend, langsam und niedrig. Sie kommen bis in die 
Städte und verbreiten sich Über Höfe und Gärten und selbst in den gepflasterten Verkehrsstrassen sieht man 
sie zuweilen dahinhüpfen und sich vorübergehend auf das Pflaster niederlassen. 

symphita. C. symphita /.<</. (48g). Vflgl beiderseits wie bei pamphilus, ebenso die Oberseite der Hflgl; diese 

uiden aber gelbbraun, am Saum breit hellgrau, im Wurzelteil spangrün angeflogen, mit einer submarginalen 

tiphonides, Reihe von 6 sehr kleinen (hellen. Im Kaukasus und Armenien. - Die Form tiphonides Stgr. von Bulgarien 

hat auf der Hflglunterseite weissliche Wischflecke und die schon bei der typischen Form sehr kleinen Ocellen 

sind in der Zahl reduziert. 

ii/>iion. C. tiphon Unit, i davus /•'.. tullia Kbn) (48h). oben sandgelb, den vorigen ähnlich, etwas trüber; 

zeichnungslos, ? mit durchschlagenden Ocellen. Auf der Hflglunterseite reihen sich weissliche Wischflecke 
zu einer mehr oder weniger unvollständigen Mittelbinde zusammen, hinter der beim <f vereinzelte, beim $ öfters 
vollzählige Ocellen stehen. In Zentral-Europa, besonders dem Alpengebiet, Zentral- und Süd-Deutschland und 
philoxenus. den Donauländern. philoxenus Esp. (rothliebi Stgr.) i4shi ist eine ziemlich grosse, (dien grau getrübte. 
unten stark geaugte, nördlichere Form von der europäischen Nordseeküste und Britannien (angeblich auch 
laidion. bei Lemberg). ab. laidion Bkh. ist .■ine unbedeutende Abweichung vom Typus, die üben etwas heller ocker- 
ww. gelb ist: sie finde! sich wohl ausnahmsweise überall vereinzelt unter der typischen Form. -- isis Thnbg. 
i demophile Frr.) (48h) hat eine graue statl braune Unterseite mit weniger und kleineren Augen und 
gänzlich zeichnungslose Oberseite, die aber gleichfalls graulich verfärbt ist. Skandinavien. Xordrusslaml. bis 
viluiensis. Zentralasien. viluiensis Men. i grisescens Christ.) vom Viluifluss in Sibirien und vom Werchojanskischen 
Gebirge nördlich von Jakutsk ist beiderseits lebhaft grau, nicht gelb; die weissliche Mittelbinde der Htl^l- 
unterseite schimmert nach oben durch und ist wurzelwärts grau angelegt; die Hflglwurzel unten- grün an- 
caeca. geflogen. caeca Stgr. vom Namangangebirge ist eine kleine Form ohne jede Spur von Augenzeichnung, 
mixturata s,, dass eine oberflächliche Ähnlichkeil mit pamphilus entsteht. — mixturata .Uph. ist die östlichste alt- 
weltliche Form, von Kamtschatka, die eben und unten augenlos, wie die amerikanische >>rhr<ic,,i ist. aber 
statt deren blass gelbbrauner Farbe oben ein leichtes »Trau hat: unterseits sind die Hflgl grau, die Vflgl 
ockergelb mit grauen Rändern. .leiisrils des Behringsmeeres setzt sich in Alaska die Art in der nahen 

scotka. Form kodiak Edw. fort. - Nach Westen zu ist die äusserst? altweltliche Form scotica Stgr., die oben von 



TRIPHYSA. Von Dr. A. Seitz. 147 

graulichtrüber Grundfarbe und dunkel gerändert, unten augenlos ist; von Irland und Schottland. - Eine 

Mittelform, grösser und dunkler als caeca, aber heller als isis, der ockracea von Colorado nahe. \ höheren 

Altai, ist subcaecata Eühl; einzelne Exemplare zeigen unten verloschene Spuren von Augenflecken. - subcaecata. 
rhodopenses Ehe. ist eine Form der Donauländer, die der isis nahesteht, oben gelbbraun, selten heim <? rhodopensis. 
dunkler ist. Von den Augen der Unterseite schlägt nur der Kern des Apicalauges und zuweilen eines der 
Hflglaugen durch. Unten aber zeigt diese Form meist eine komplette Reihe von Hflglocellen. während diese 
einer sonst nahestehenden Form, der oecupata Beb., vollständig abgehen; letztere stammt aus Bosnien und der oecupata. 
Herzegowina. — Rp hellgrün, mit ganz feinen Punktwarzen überdeckt, mit kugeligem grünem Kopte und 
gelbem Maule, mit dunkler licht gesäumter Rückenlinie, weisslichen Nebenrückenlinien und hellgelbem Seiten- 
streif; Xachschieber und Afterspitzen rosenrot. Vom September Ins Mai an Sumpf- und Riedgräsern, wie 
Carex, Rhynchospora, Festuea etc. - - Pp blassgrün. Hlb weisslich. - - Die Schmetterlinge fliegen im Juni 
und Juli, einzeln und an den meisten Flugplätzen nicht häufig. Mitunter werden ganz frische Exemplare 
an Fundstellen entdeckt, wo trotz jahrzehntelangem intensivem Sammeln noch kein Exemplar gefunden 
wurde und auch auf lange Zeit hinaus die Art wiederum verschwunden bleibt. Die Flugplätze sind zumeist 
Torfmoore und temporär überschwemmte Wiesen, nach Rühl besonders solche, auf denen Eriophorum wächst. 

C. sinica Alph. (=tydeus Leech) (48h) steht unzweifelhaft dem tiphon sehr nahe und würde vielleicht sinica. 
besser mit ihm vereinigt. Oben genau wie typische tiphon, doch mit langen, blauweissen (bei tiphon gelb- 
weissen) Fransen. Hflgl unten mausgrau mit wenigen, ungleichmässigen Ocellen ; aus dem Zellende zieht 
ein länglicher weisser Schrägwisch in der Richtung nach der Aussenrdsmitte, die er aber nicht erreicht. In 
Tibet gemein, im Juli und August, bis 10 000 Fuss hoch. 

C. semenovi Alph. (48i). Eine der kleinsten Arten, oben trüb ockergelb (c?) oder schmutzig weiss (?). semenovi. 
Auf der Hflglunterseite eine Anzahl sehr auffälliger weisser Flecke, die auf die Oberseite durchschlagen. In 
Tibet und West-China, im Juli und August. Die Falter sind an ihren Flugstellen häufig und gehen in 
Innerasien bis zu einer Höhe von 10000 Fuss. Nach Leech variieren sie sehr wenig, doch kommen SV vor. 
die wie die cfd" dunkel gefärbl sind. 

C. sunbecca Er. (48h, ii. Beide Geschlechter oben von trüb milchweisser Farbe, durch die das sunbecca. 
.Muster der Unterseite hindurchleuchtet. Dieses besteht in einer grossen Zahl weisser Flecke auf gyaugrünem 
Grunde, die bei der typischen Form die ganzen Htltjl überdecken, bei der Form alexandra Bühl von Türke- alexandra. 
stau an Grösse und Zahl stark reduziert sind. Von Ferghana, dem Thian-shan und Ala-tau, in beträcht- 
licher Höhe, im Juni und Juli. 

C. mongolica Alph. (48h). Bei weitem die grösste Coenonympha. Alle Flügel dicht blauweiss über- mongolica. 
stäubt, so dass nur derAussenrd der Vflgl und der Apicalteil der Htlgl in der russig schwarzbraunen Grund- 
farbe erscheinen. Beide Flügel oberseits mit einigen Ocellen. Unterseite bleigrau; von der Hflglzellspitze 

zieht ein weisser Wisch gegen den Aussenrd hin. Im Thian-shan. im Kuldseha-Gebiet und den daran 
stossenden Distrikten der Mongolei; nicht selten. 

21. Gattung: Trlphysa < Z. 

In Grösse und Gestalt an die vorigen erinnernd: auch die blasige Auftreibung derVflgladern an der 
Wurzel ist vorhanden. Aber die Fhlr sind ganz kurz und endigen in einen dicken, scharf abgesetzten Knopf. 
Die Palpen sind zu zwei besenartigen Schöpfen umgestaltet. Der Analwinkel der Htlgl ist niemals vor- 
gezogen, sondern im Gegenteil zu einem ganz flachen Bogen abgerundet, so dass die Htlgl statt der fast 
kreisrunden eine länglichovale Gestalt erhalten. Auch die Vflgl sind gestreckter, besonders bei den ¥¥. Die 
Färbung ist bei den efe? ein dunkles Russbraun, bei den SS ein trübes Perlmutterweiss; die Unterseite ist. 
bei beiden Geschlechtern graubraun, von dem Netz der lichten Adern durchzogen. .Man kennt nur 5 ein- 
ander sehr ähnliche Formen, die auf das pal ii arktische Gebiet beschränk! sind. 

T. phryne Fall. (= tircis fV.i (48i) schwärzlich braungrau, cf mit fein goldigem Flügelsaum. Auf phryne. 
der Unterseite steht zwischen den Rippen eine Reihe submarginaler Ocellen, die beim ? nach oben durch- 
leuchtet. Von Südost-Russland durch Transkaukasien , Armenien und West-Sibirien bis nach Kuldscha. 
und dem Altai hin. - - Die ostsibirische und tibetanische Form dohrni Z. hat einen breiteren, mehr weiss- dohrni. 
metallischen Rand. — Bei der Form biocellata Stgr. schlagen zwei Augen der Unterseite auf die Oberseite biocellata. 
der Vflgl durch, wo sie als zuweilen gekernte Ocellen erscheinen und bei striatula Ehr. (48i) vom Thian- striatula. 
shan zeigen die Flügel auch oben deutlichere lichte Aderung und die Ocellenreihen der Unterseite steht 
durch hofartige Aufhellung um die Augen herum in einer Art lichter Binde. -- nervosa Motsch. i — albo- nervosa. 
venosa Ersch.) (48 i) den vorigen sehr ähnlich, aber in beiden Geschlechtern auf der Unterseite ohne Ocellen: 
vom Amur, angeblich auch aus Japan: ich konnte sie dorl nicht auffinden und halte der Natur des Landes 
nach ihr Vorkommen dort für ausgeschlossen. — Über die Entwicklungsgeschichte der Triphysa ist mir 
nichts bekannt. Es sind Tiere der Steppe, in der sie im Juni und Juli erscheinen und wo sie stellenweise 



1 is 



PALAEONYMPHA. Von I>r. A. Seitz. -- Urbeschreibungs-Nachweis der pal. Satyriden. 



nicht selten sind. Die ?? scheinen sehr wenig zu (liegen und lassen sich sogar nirht leicht aufscheuchen; 
die <?ä" fliesen in niedrigem Fluge suchend an den Grasbüscheln umher, erheben sich, wenn gescheucht, 
einige Schritte weil in die Luft, senken sich aber bald wieder zu Boden. 



22 



( lattung: 



O/Illlillll 



Palaeoii.vniplia Bür. 

Wir bringen am Schluss der Satyriden diese, auf eine mittelkleine braune Art gegründete Gattung, 
die in das System der altweltlichen Satyriden nicht recht hineinpassen will. Oberflächliche Ähnlichkeiten 
verbinden sie mit Mycalesis, Ypthima und Aphantopus. Butleb weist auf die grosse Übereinstimmung mit 
der lein amerikanischen Gattung Euptychia hin. Er führt als unterscheidendes Kriterium zwischen diesen 
letzteren den Brandfleck der ' ' hei Palaeonympha an, aber Leech mach! auf die Variabilität der Duftflecke 
bei asiatischen Satyriden im allgemeinen aufmerksam und einige mir aus dem Tring .Museum vorliegende 
<?<? von /'. opalina zeigen in der Tat eine Inkonstanz des Duftorgans. Somit bliebe als wesentlicher Unter- 
schied von Euptychia noch die Gestall der Ytlglzelle und das bei Palaeonympha längere letzte Palpenglied. 
Tatsächlich aber zeigen fast sämtliche mir bekannte Euptychia einen viel grazileren Körperbau und. anstatt 
der dichten Körperbehaarung der paläarktischen Satyriden sind die Euptychia viel feiner, oft schuppig be- 
haart, die Beborstmm der Palpen ist anders gerichtet etc. Über die Lebensgeschichte ist nichts weiter be- 
kannt, als dass die einzige Art eine sehr grosse Verbreitung besitzt und von der Mündung des Yangtsekiang 
bis an dessen Oberlauf häufig ist. 

P. opalina l>tlr. (48i). Oben einfarbig dunkelbraun mit einem Apicalauge der Vflgl und einem 
Analauge der Hflgl. Durch die Mitte aller Flügel zieht eine schwärzliche, auf der Mitte der Htlgl winklig 
gebogene Linie. Auf der Unterseite zeigen die Vflgl im lichten Aussenteil unter dem gelb umringten Apical- 
auge quere, dunkle, z. T. mit opalisierenden Kernen ausgefüllte Flecke, die Htlgl zeigen 2 anale und 1 api- 
cales Auge, zu denen noch weitere rudimentäre Augen oder ähnliche Upaltlecke wie auf dem Vflgl akzessorisch 
hinzutreten können. Eine dunkle Linie scheidet den lichten Randteil vom dunkleren Discus, und dieser 
letztere wird wieder von einer schwärzlichen Linie durchzogen. 



Berichtigungen und Zusätze. 

Melanargia hylata iranica ist auf Tat'. 39b irrig mit parthica bezeichnet. 



Alphabetisches Verzeichnis 



zum Nachweis der Urbeschreibungen der unter den paläarktischen Satyriden aufgeführten Können. 
bedeutet, dass die Form an der zitierten Stelle auch abgebildet ist. 



abbreviata Epin. Seitz. Gross-Schmett. I. Bd. 1. p. 138. * 
abdelkader Sat. Pier., Ann. Soc. Int. Fr. 1*:;:. p. 19. • 
abramovi Sat,. Ersch. Hör. Ent. Ross. 18, p. 245. 
accrescens Coen. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 66. 
achine Par. Scop. Int Carn, p. 156. 
achinoides Par. Bür. Cist. Entom. II. p. 283 
actaea Sat. Esp. Schmett. Abbild. * 
adrasta Par. Ulm. Sammig. Eni-. Schmett. 
adrastoides Par. Hirn. Uiss.. p. (0 

adriatica Mel. Seitz, Gross-Sch 11 I Bd 1. p. 116. 

adyte Kr. Hbn. Sammig. Kur. Schmett. 

aegeria Par. /.. Syst. Nat. \ p. 13. 

aello den. Ulm. Sammig. Km. Schmett. 

aethiopella Er. Stgr. Ins LO, p. 324. 

aethiops Er. Esp. Schmett. Abbild. " 

afer Er. Esp. Schmett. Abbild. * 

agda Sat. Frühst. Guben. Ent. Ztschr. L908, p. 359. 

agrestis Neope Oberth., Et. d'Ent. II. p. 27. 

ajanensis Er. Min. Enum. Mus. Pet. II. p l"l 

alaica Sat. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. I. p. 4sü. 

albescens Ypth. Pouj., Ann. Sei-. Ent. Kr. 1885, p. \ll. 

albicans Neope Leech, Butt. China I. p. ■"■ l 

alhida Epin. Rüssel, Entomologist 1904, p. 125. 

albipuneta Caller. Leech. Entomologisl 23, p. 31. 

albofasciata Er. Höfn. Wen. ent. Ztschr. 1883, p. L93. 

albolineata Zoph. Pouj., Ann. Soc. Ent. Kr. 1884, p I L\ 

albomarginata Epin. Fall., Ann. Soc. Ent. Fr. lss:t, p. 21. * 

albovenosa Sat. Aust, Le Natural. '. p. 142. 



alemene Kr. Gr.-Grsh. Ihn. Ent. Ross. 1891, p. t">7. 

aleyone Sat. U". V., p. Hü'. 

alda Oen. Aust. Le Natural. 1895, p, 84. 

alecto Er. /ihn.. Sammig. Km Schmett. Fig -">r> 

alexandra Coen. Rühl. Pal. Gross-Schmett, p. 624. 

alexandra Er. Stgr. Stett. Zg. 1887, p. 55. 

algirica Sat. Oberth., Kl. d'Ent. 1. p. ^!7. 

allionia Sat. F. Spec. Ins.. p. 83. 

almangoviae Er. Stgr. Ins B, p. i'ST. 

alpina Er. Elw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1899, p. 351. 

alpina Sat. Stgr. Hör. Ent. Imss. 16, p. 281. 

also Oen. Möschl. Wien. Ent. Mon. 1860, p. 342. 

altaica Oen. Elw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1899, p. 353 

altajana Er. Stgr.-Reb., Cat. Lep. Pal., p. 50. 

amalthea Sat. Friv. Magy. Ac. ist:., p. 186. * 

amardaea Epin. /.<■</. Hör. Ent. Ross. »i. p, 84. * 

amarginata Mel. Metzger, Jahrb. Wien. Ent Ver. S. p. 21. 

amaryllis Coen. Cr. Pap. Exot. IV. 

amasina S.d. Stgr. Cat. Lep. Pal. iL. p. 13. 

ammon üen. Elw. Trans. Ent. Soc. Lond. l^'K p'. 356. 

amphühea Ypth. Min. Bull. \ k.i-1. Pet. 17. p. 216. 

amurensis Coen. Rühl, Pal. Gross-Schmett., i>. 607. 

analoga S.d. Alph. Hm. Ent Ross. 16, p. 418. 

anaxagoras Coen. Assm. Bresl Ent. Zg. ls*i7. p. 9 

angulata Lethe Seitz, Gross-Schmett. I. Bd. 1. p. 83. 

annada Caller. Moore. Cat. Lep. K. I. C. I. p. 226. 

annullier Coen. Pryer, Rhop. Niphon., p. 32. * 

antbe S.d. (). Schmett. Km. [ (1), p. 169. 



Ausgegeben 20. V. 08. 



Urbeschreibungs-Nachweis »Ter pal. Satyriden. 



149 



anthelea Sat. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

antixora Mel. Oberth., Et. d'Ent. 20, p. 34 

antonoe Sat. Esp. Schmett. Abbild. 1 (2). ' 

arcania Coen. L. Faun. Suec, p. 273. 

arcanioides Coen. Pier. Ann. Soc. Ent. Fr. 1S37. p. 306. ,: 

arctica Aphant. Seitz, Gross-Schmett. I, Bd. 1. p. 137. 

arete Aphant. Müll. Faun. Friedr., ]). 36. 

arete Er. F. Mant., p. 42. 

areteoides Coen. Fotogne, C. Rend. Soc. Relg. 1.. p. 98. * 

arethusa Sat. Esp. Schmett. Abbild. * 

arge Mel. Salzer, Abg. Gesch. Ins. * 

argentata Zoph. Leedi. Entomologist 24. Suppl., p. 1. 

argus Ypth. Btlr. Proc. Linn. Soc. Lond. Zool. 1878, p. 56. 

aristaeus Sat. Bon., Descs,. Ins. ecc, p. 177. 

armandii Neope Oberth., Et. d'Ent. 2. p. 26. * 

armandine Zoph. Oberth., Et. d'Ent. 6, p. 16 

arvensis Aphant. Oberth.. Et. d'Ent. 2, p. 30. * 

asiatica Sat. Seitz, Gross-Schmett. I. Bd. 1. p. 123. 

astanda Mel. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p. 23 

asterope Ypth. Klug. Symb. Phys., PI. 29. 

astraea Sat. Leech, Butt. China I. p. 70. 

astur Er. Oberth., Et. d'Ent. 8. p. 20. * 

atlantis Sat. Aust. Guben. Ent. Ztschr. 19. p. 25. 

atropos Mel. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. 

attikana Sat. Frühst. Gub. ent. /.«. 1907, p. 215. * 

aurantiaca Sat. Stgr. Cat. Lep. Pal (II), p. 29. 

austauti Coen. Oberth., Et. d'Ent. 6, p. 59. 

avanta Ypth. Moore. Proc. Zool. Soc-. Lond. 1*74. p. 567. 

azorinus Sat. Streck. Lep. Rhop. Het. Suppl. 2, p. 17. * 

badensis Coen. Rühl. Pal. Gross-Schmett., p. 613. 

balderi i >en. Hbn. Zutr. Sammig. * 

baldiva S.u. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1865, p. 499. * 

baldus Ypth. F., Syst. Nat. Append., p. 829. 

baucis Lethe Leedi, Entomologist 24. Suppl., p. .'S. 

beautei Ypth. Oberth.. Et. d'Ent. 9, p. 18. ' 

beroe Sat. Frr. Neu. Beitr. V, p. 53. " 

bianor Sat. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. 2ä, p. 4."vs. 

bicolor Sat. Seitz, Gross-Schmett. 1, Bd. 1. p. 121. * 

bieli Coen. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 65. 

bieti Aphant. Oberth., Et. d'Ent. 9. p. 17. * 

biocellata Epin. Ragus. Nat. Sicil. 17. * 

biocellata Triph. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 67. 

bipunctatus Sat. Motscii. Et. d'Ent. 9, p. 29. 

bipupillata Coen. Cosm., Le Natural. 1892, p. 264. 

bischoffi Sat. H.-Schäff. Syst. Schmett. Eur. 6. p. 12. * 

boabdil Sat. Ratnb. Faun. Andal. T. 12. * 

boloricus Sat. Gr.-Grsh. ihn-. Ent. Ross. 22. p. 307. 

bore Oen. Hbn. Sammig. Em-. Schmett. * 

borealis Myc. Fldr., Novara Lep., p. 500. 

bori Epin. Herz, Ann. Mus. Pet. V, p. 446. 

brahminoides Sat. Moore. Lep. Ind. 2, p. 29. * 

brahminus Sat. Blanch.. Jacquem. Voy. IV. Ins.. p. 22. 

bremeri Neope Fldr.. Wien. ent. Mon. 6. p. 28. 

brevistigma Epin. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1865, p. 502. 

brigitta Epin. Ljungh, Act. Holm. 1799, p. 147. * 

briseis Sat. L. Mus. Ulr., p. 276. 

bryce Sat. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

bubastis Er. Meissn. X. Anzeig. Schw. 1*1*. p. 7*. 

buddha den. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. 1891, p. 458. 

butleri Lethe Leedi. Trans. Ent. Soc. Lond. 1889, p. 99. * 

cadesia Sat. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1*74. p. ">65. * 

cadusia Epin. Led. Hör. Ent. Ross. 6. p. *4. * 

cadusina Epin. Stgr. Stett. Zg. 1881, p. 299. 

caeca Aphant. Fudts. Stett. Zg. 1884. p. 253. 

caeca Coen. Oberth., Et. d'Ent. 20. p. 35. * 

caeca Coen. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 251. 

caeca Mel. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. t:i. 

caecilia Er. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. p. 35. * 

caliginosa Sat. Schultz, Soc. Entom. 19, p. 10. 

callipteris Lethe Btlr. Ann. Mag. Nat. bist. (4) XIX. p. 92. 

camilla Lethe Leedi, Entomologist 24. Suppl., p. J. 

campana Aphant. Leedi, Butt. China 1, p. 79. 

canigulensis Mel. Brams. Tagt'. Eur. Cauc, p. 81. 

capella Epin. Christ. Hör. Ent. Ross. 12, p. 245. * 

caradjae Er. Caf lisch. Fauna Graub. IL Nachtr., p. 15. 

carola Caller. Oberth., Et. d'Ent. 1*. p. 18. 

carpathica Coen. Horm. Verh. Zool.-b. G. Wien 1*97. p. 45. 

cashapa Caller. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1882, p. 236. 

cashmirensis Par. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1874, p. 265. * 

cassioides Er. Esp. Schmett. Abbild. * 

cassiope Er. F.- Mant. p. 42. 

castor Er. Esp. Schmett. Abbild. * 

I 



catamelas Epin. Stgr. Stett. Zg. 1896, p. 251. 

catalampra Epin. Stgr. Iris 8. p. 347. 

cataleuca Mel. Stgi. Cat. Lep. Pal. (II), p. 22. 

catena Par. Leedi. Entomologist 23. p. 30. 

caucasica Sat. Led. Wien. Ent. Mon. 1864, p. 168 

caucasica Mel. Nordm., Bull. Mose. 1851 (2), p. 403. 

cecilia Epin. Vallant. Le Natural. 1894, p. 260. 

celaeno Sat. Leedi, Butt. China I, p. 69. * 

centrifera Aphant. Seitz, Gross-Schmett. I, Ed. 1, p. 137. 

ceto Er. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

chamyla Epin. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 63. 

cheena Epin. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1865. p. 5ol. 

chinensis Ypth. Leedi, Bull. China I, p. 89. * 

Christi Er. Rätzer. Mitt, Schweiz. Ent. lies. VIII. p. 220. 

christi Neope Oberth., Et. d'Ent. 11. p. 25. 

christophi Lethe Leech, Entomologist 24. Suppl., p. 97. 

chumbica Sat. Moore, Lep. Ind. 2, p. 30. * 

cinerascens Epin. Fudis, Jahrb. Nass. Ver. Nat. 45, p. 85. 

cinerea Epin. Cosm. Le Natural. 1892. p. 264. 

circe Sat. F. Syst. Ent., p. 495. 

ciris Ypth. Leech. F.ntomologist 24. Suppl., p. 4. 

clarissima Sat. Seitz, Gross-Schmett. I. Bd. 1. p. 12*. 

cleanthe Mel. Boisd. Icon. 46. * 

climene Par. Esp. Schmett. Abbild. * 

coecodromus Er. Vil/.-Guen. Tabl., p. 87. 

coelestis Lethe Leedi, Butt. China I, p. 20. * 

coenonympha Epin. Fldr. Novara Lep., p. 492. 

collina Epin. Röb. Entom. Nachr. 23, p. 267. 

comara Epin. Led. Hör. Ent. Ross. 8, p. 12. 

confucius Myc. Leech, Butt. China I, p. 12. * 

conjuneta Ypth. Leech. Entomologist 24. Suppl., p. 66. 

cordula Sat. F. IL Svst. Ent., p. 226. 

cordulina Sat. Stgr. Stett. Zg. 1886. p. 246. 

coliacea Oen. Seitz, Gross-Schmett. 1. Bd. 1. p. 121. 

Corinna Coen. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

crambis Oen. Frr. Neu. Beitr. 5. 44a 

cyclopius Kr. Ev. Bull. Mose. 1*44 (3), p. 590. * 

cypriaca Sat. Stgr. Hör. Ent. Ross. 14. p. 274. 

cyrene Lethe Leedi. Entomologist 23. p. 27. 

dabanensis Kr. Ersdi. Hör. Ent. Ross. *. p. 315. 

daksha ('.aller. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1*74. p. 266 

dalmata Kr. Godt. Enc. Meth., p. 530. 

darwiniana Coen. Stgi. Cat. Lep. Pal. (II), p. 32. 

davendra Epin. Moore,, Proc. Zool. Soc. Lond. 1865, p. 502. " 

davidi Lethe Oberth.. Et. d'Ent. 6. p. 15. * 

decolorata Sat. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 56. 

deidatnia Par. Ev. Bull. Mose. 1851. I. p. 617. 

dentata Sat. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p. 29. 

diana Lethe Btlr. Journ. Linn. Soc. Zool. 9. p. .Vi. 

diffusa Sat. Btlr. Proc. Zool. Soc. Lond. 1880, p. 147. _ 

digna Sat. Marsh. Journ. Asiat. Soc. Beng. 1**2. p. 67. 

disa Er. Thunbg. I>iss. Ent. 2, p. 37. 

discoidalis Er. Krb.. Faun. bor. am., p. 29*. 

dissoluta Sat. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 246. 

dohrni Triph. Z. Stett. Zg. 1*50. p. 308. 

dorus Coen. Esp. Schmett. Abbild. * 

dromonides Ypth. Oberth., Et. d'Ent. 15, p. 15. * 

dromulus Kr. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 50. 

dromus Er. H.-Schäff., Syst. Schmett. Eur. * 

dryas Sat. Scop. Ent. Carn., p. 153 

drymeia Sat. Frühst. Guben. Ent. Zg. 1908, p. 358. 

dubia Oen. Elw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1899, p. 3ö4. * 

dumicola Raph. Oberth., Et. d'Ent. 2. p. 29. * 

dumetorum Par. Oberth.. Kt. d'Ent. 11, p. 23. * 

dysdora Epin. Led. Hör. Ent. Ross. 6, p. 85. * 

dysdorina Epin. Rühl, Pal. Gross-Schmett.. p. 589. 

dyrta Lethe Fldr., Novara, Lep., p. 497. 

edda Er. Men. Midd. Reis., p. 58. * 

egerides Par. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p. 30. 

eginus Sat. Stgr. Iris 4, p. 237. 

elbona Coen. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 66. 

electra Mel. Meig., Svst. Eur. Schmett. I, p. 99. 

ellena Sat. Oberth., Et. d'Ent. 19, p. 19. * 

elsa Oen. Aust., Le Natural. 1895, p. 85. 

elwesi Er. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal , p. 44. 

«lwesi Oen. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 52. 

embla Er. Thunbg. Diss. Ent. 2, p. 38. * 

enervata Sat. Stgr. Stett. Zg. 1881. p. 271. 

epaminondas Lethe Stgr. Rom. Mem. Lep. 111, p. 150. * 

epimenides Lethe Men., Schrencks Reis., p. 39. 

epiphron Er. Knodi. Beitr. Ins. III, p. 131. * 

episcopalis Par. Oberth.. Ann. Soc. ent. Fr. 1885, p. CCXXVII. 

19 



15(1 



Urbeschreibungs-Nachweis der pal. Satyriden. 



epistygne Er. Hbn. Verz. bek. Schmett., p '>2. 

eriphyle Er. Frr. Beitr., T. 187. * 

erebina Par. Btlr. Ann. Mag. Nat-hist (5) XI. p. 278. 

erinna Er Stgr. Iris 7. p. :t7K. 

ero Er. Brem.. Lep. O.-Sib., p. 20. * 

erynis Er. Esp. Schmett Abbild. 121. * 

erythia Sat. Hbn. Sammig. Eur. Schmett * 

europa Lethe F. Syst Ent, p. 500. 

euryale Er. Esp. Schmett. Abbild. * 

euryaloides Er. Tengstr. Cat. Lep. fenn., p. 5. 

evanescens Ypth. Btlr. Ann. Mag. Nat-hist (5) VH, p. 184. 

evanescens Coen. Alph. Rom. Mim. Lep. V, p. 118. 

eversmanni Par. Ev. Bull. Muse. 1*47, 2. * 

evias Er. Godt. Enc. Math., p. 21. 

extrema Sat. Alph. Rom. Mein. Lep. V. p. 116. 

fasciata Er. Stgr. Stett Zg. 1887, p. 57. 

fasciata Er. Btlr. Cat Satyr. 1868, p. 92 

fatua Sat. Frr. X. Beitr., Tai. 415. * 

favonia Sat Stgr. Iris 4. p. 239. * 

felderi Xeope Leedi, Butt. China I. p. 54. * 

fergana Sat. Stgr. Stett Zg. 1886, p. 24;;. 

fettigii Coen. Oberth. Pet Nouv. Em. ls74. |>. 412. 

fidia Sat. /.. Syst Nat (KU), p. 770. 

finmarchica Par. Neubrgr. Soc. Entom. 2". p. 49. 

flava Epin. Wheeler. Butt. Switz., p. 115. 

flavofasciata Er. AW;/. Pal. Gross-Schmett, p. 805. 

flavofasciata Lethe Leedi, Butt China 1. p. 30 

fletcheri Er. Elw. Trans. Ent. Soc. Lond! 1899, p. :il7. 

fortunata Epin. Alph. Rom. Mem. Lep. V, p. 222. * 

fulla Oen. Eo. Bull. Mose. 1851, p. hu. 

fulvescens Bar Alph. I! Mein. Lep. \', p. 1 ls. 

fulvia Coen. Oberth., Et. d'Ent. 20, p. 35. * 

fulvocineta Epin. Fuchs, Jahrb. Xass. Ver. Xat. 53, p. 37. 

fusca Neope Leedi, Butt. China I. p. 50. ' 

galathea Mel. /.. Syst. Xat. (X), p. 17 1. 

galene Mel. ().. Schmett. Eur. I (2), p. 236. 

ganssuensis Sat. Gr.-Grshim. Hör. Ent. iln>>. 27. p. 384. 

ganymedes Mel. Rühl, Pal. Gross-Scl lt.. p. 804. 

gemina Lethe Leedi. Entomologist 21. Suppl., p. 24. 

germana Epin. Stgr. Stett. Zg. 1**7. p. 62. 

gertha Er. Stgr. Stett. /.»■. !**>;. p. 2. :;*. 

geyeri Sat. H.-Sdiäff. Syst. Schmett. Eur. VI, p. 13. * 

gigantea Er. Gberth., Ei. d'Ent. 8, p. 21. ' 

glacialis Er. Esp. Schmett. Abbild. 116 

glasunovi Epin. Gr.-Grshim. Hör. Ent. Ross. 27. p. 129. 

gnophos Mel. Oberth., El. d'Ent. 19. p. L8. * 

goante Er. Esp. Schmett. Abbild. 116. ' 

goolmurga Epin. Lang, Eni. Monthl. Mag. 1868, p. 36. 

gorge Er. Esp. Schmett. Abbild. 119. * 

gorgone Er. Boisd., Icon 29. 

gorgophone Er. Bell. Ann Soc. Ent. Fr. 1863, p. 419. * 

goschkewitschii Neope Min., Cat. Mus. Petr. II, p. 121. 

gotama Myc. Moore. Cat. Lep. E. J. ('.. I. p. 232. 

gracilis Zoph. Oberth.. El. d'Ent. 11. p. 23. * 

graeca Sat. Stgr. Hör. Ent. Ross. 7. p. 70. 

grumi Mel. Standt.. Rom. Mem. Lep. VI, p. 661. * 

haberhaueri Epin. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 217. 
haberhaueri Er. Stgr. Stett. Zg. 1881, p. 268. 
hades Er. Stgr. Kerl. Ent. Zg. 1**2. p. 172. 
hadjina Sat. Rani, Bai. Gross-Schmett., p. 822. 
halimede Mel. Min., Bull, de l'Acad. Pet. 17, p. 216. 
hanifa Sat. Nordm. Bull. Muse. 1851, p. 405. 
hansii Sat. Aust., Natural. I. p. 138. 
hecate Lethe Leedi. Entomologist 21. Suppl., p. 3. 

hclena Lethe Leedi. Eni logist 21. Suppl., p. 3. 

helle /.nph. Leedi. Eiitciiuiilnu-isl 21. Suppl. , p. 1. 

hermione Sal. /.. Mus. Ilr.. p. 281. 

hero Coen. L. Fauna Suec, p. 271. 

herrichii s,it. Stgr.-Reb. Cat Lep. Pal., p. 57. 

herse Er. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Boss. 1891, p. 457. 

herta Mel. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

hertina Mel. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Bai., p. 42. 

hewitsoni Er. Led. Wien. Ent. Mon. 1864, p. 167. * 

heydenreichi Sat. Leedi. Verh. zool.-b. Ges. Wien 1853, p. 350. 

hiera Par. /-. < len. In-., p. 262. 

hilaris Epin. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 249. 

hilda Oen. Quensel, Act Holm. 1791, p. 256. 

lüppolyte Sat. Esp. Schmett. Abbild. I i2i. * 

hippomedusa Er. Meissn. \. An/.. Se.hw. No. 12. p. 15. 

hispania Er. Btlr. Cat. Satyr., p. 86. 

hispanica Er. Zap., Ann. S«.c. Esp. l*s:;. p, :;no. 



hispulla Epin. Hbn. Sannnltr. Eur. Schmett. * 
hoffmanni Sat. Christ.. Stett. Zg. lhicj. p. :vj 
hora Oen. Gr.-Grshim. Hör. Ent. Bnss. 22. p. .'{07. 
huebneri Sit. Fldr. Novara Lep.. p. 494. * 
huebneri Ypth. Krb. Syn. Cat. D. 1... p. 95. 
hyagriva Er. Moore. Cat. Lep. E. I. C. I, p. 236. 
hybrida Caller. Btlr. Proc. Zool. Soc. Lond. 1880, p. 147. 
hylata Mel. Min. Cat. raison., p. 251. 
hyperantus Aphant. L. Syst. Xat. (X), p. 471. 
hyreana Er. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Bai., p. 51. 
hyreana Sat. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 24:;. 

ida Epin. Esp. Schmett. Abbild. * 

ida Er. Gr.-Grsh. Rom. Mein. Lep. IV. p. 452. 

impunetata Er. HOfn. Soc. Entom. II. p. 121. 

ines Mel. Hoffmgg. III. Magaz. III, p. 205. 

inocellata Cr. Gr'nes. Berl. Ent. Ztschr. 1888, p 96. 

insolita Ypth. Leedi, Entomologist 24. Suppl., p, 01;. 

insubrica Coen. Frey, Mitt. Schweiz. <>. p. :;.">:;. 

intermedia Caller. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1882, p. 236. 

intermedia Epm. Stgr. Stett. Zg. 18.s<;. p 251. 

intermedia Er. Oberth.. Et. d'Ent. B, p. 21. 

intermedia Er. Frey, Soc. Entom. I, I 1 - 161. 

intermedia Par. Weism. Stud. Descend. I. 

intermedia Sat. Gr.-Grshim. Rom. Mem. Lep. IV, p. 4*0. * 

interposita Epin. Ersdi. Fedtsch. Beis.. p. 22. " 

iole Sat. Leedi, Butt. China 1. p. 75. * 

iphicles ('.neu. Stgr. Iris 5. p. .-S38. 

iphina Coen. Stgr. Iris 5. p. 339. 

iphioides Coen. Stgr. Berl. Ent. Ztschr. 1970, p. 101. 

iphis Coen. W. V., p. 321. 

iranica Er. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. 29, p. 291. 

iranica Mel. Seitz. Gross-Schmett. I, Bd. 1, p. 116. * 

iris Ypth. Leedi. Entomolojrist 24. Suppl. 5. 7. 

isarica Er. Ruh/, Pal. Gross-Schmett, p. «12. 

isis Coen. Thunbg., Diss. Ins. 2. p. 31. 

ismene Melanit. Cr. Pap. Exot. I. * 

issyka Er. Stgr. Stett. Ztr. 1886, p. 238. 

ixora Mel. Boisd. Icon. 27. * 

jalaurida Zoph. Nicev., Journ. Asiat Soc. Ben-. 19, p. 245. 

janiroides Epin. H.-Sdläff. Syst. Eur. Schmett. 6, p. 17. * 

janirula Epin. Esp. Schmett. Abbild. * 

japygia Mel. Cyrilli, Eni. Neap. I. * 

jeniseiensis Er. Tryb. Vet Ak. Stockh. 1*77. p. 46. 

jueunda Er. Püng. Iris lti. p. 2*6. * 

jurtina Epin. /.. Syst. Xat. (X), p. 115. 

Jutta ( »en. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

kalmuka Er. Alph. Hör. Ent. Ross. lti, p. 414. * 
kashmirica Epin. Moore, Lep. Ind. 2, p. 51. * 

kasmira Ypth. Moore. .1 Asiat. S.ic. Ben?, 1**4, p. 17. 

kaufmanni Sat. Ersch. Fedtsch. Beise, p. in. 
kawara Sat. Frühst. Guben. Ent. Zg. 1908, p. 359. 
kefersteini Er. /:;>. Bull. Mose. 1851, p. 610. 
kindermanni Er. Stgr. Stett. Zg. 1881. p. 269. 
kirghisa Epin. Alph. Hör. Eni. Boss, 16. p. 423. " 
korlana Sat. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 56. 
kurdistana Epin. Riihl. Bai. Gross-Schmett., p. 601. 
kurdistana S.d. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Bai., p. 57. 

labyrinthea Lethe Leedi, Entomologist 2-i. p. 28. 

lachesis Mel. Hbn. Beitr. Samml. II. * 

laeta Er. Stgr. Stett. Zg. 1881, p. 295. 

laeta Sat. Christ. Stett. Zg. 1**7, p. 162. 

laeta Epin. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 250. 

laidion Coen. Bkh. Eur. Schmett. I. p. 91. * 

lambessana Sal. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Bah, p. 58. 

lampana Oen. Auriv., Nord. Ejäril, p. :>.'i. 

lanaris Lethe Btlr. Ann. Mag. Nat-hist (4) XIX, p. 95. 

lanata Epin Riihl. Bai. Gross-Schmett., p. 599. 

laodamia Lethe Leedi. Entomologist 24. Suppl., p. 07. 

lapidipeta Epin Seitz, Gross-Schmett. I. Bd. 1, p. 138. * 

lappona Er. Esp. Schmett. Abbild. 

larissa Mel. Hbn. Samml. Eur. Schmett. * 

latefasciata Sat. Gr.-Grsh. Ann. Mus. Pet. 7, p. 193. 

latifasciata Rag. Leedi, Entomologist 24, Suppl., p. 25. 

latistigma Epin. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1865, p. 502. 

lativitta Sat. Leeeh. Butt. China I. p. 73. * 

leander Coen. Esp. Schmett. Abbild. * 

leda Mel. Leedi. Entomologist 24, Suppl., p. 57. 

leda Mel. /.. Syst. Nat. II. p. 77.;. 

lederi Oen. Alph. Rom. Mem. Lep. IX, p. 186. 

leechi Sat. Gr.-Grsh. Rom. Mein. Lep. IV. p. 173. * 



Urbeschreibungs-Nacfaweis der pal. Satyriden. 



151 



lefebvrei Er. Dup. Hist. nat. Lep. I. 35. * 

lehana Sat. Moore, Ann. Mag. nat.-hist. (5) I. p. 227. 

lepcha Myc. Moore. Trans. Ent. Soc. Lond. 1880, p. 167. 

leucomelas Mel. Esp. Schmett. Abbild. * 

leucotaenia Er. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p. 26. 

libanotica Epin. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. <;:s. 

ligea Er. L. Syst. Nat. (10), p. 473. 

livonica Er. Teich, Stett. Zg. 1866, p. 33. 

loha Sat. Doli., Journ. Asiat. Soc. Beng. 1886, p. 118. 

lucasi Mel. Ramb. Cat. Andal., p. 20. 

lucida Mel. Stgr. Berl. Ent. Ztschr. 1886, p. 237. 

lugens Er. Stgr.-Reb. Cat. Lep , p. 45. 

lugens Mel. Honr. Entom. Nachr. 14, p. 161. 

lugens Mel. Oberth., Et. d'Ent. 20. p. 34. * 

lupinus Epin. Costa. Fauna Nap. * 

lusca Epin. Sdiultz. Ent. Zg. Stuttg. 21. p. 279. 

luteofasciata Zoph. Pouj., Ann. Soc. Ent. Fr. 1884, p. CL1V. 

lycaon Epin. Rott. Naturf. 6, p. 17. 

lydia Sat. Stgr. Hör. ent. Boss. 14, p. 281. 

lyllus Coen Esp. Schmett. Abbild. * 

lyssa Par. Boisd. Icon I, p. 222. * 

macrophthalma Sat. Ev. Bull. Mose. 1851, p. 615. 

maculosa Aphant. Leedi, Entomologist 23, p. 30. 

maderensis Sat. Baker, Trans. Ent. Soc. Lond. 1891, p. 202. * 

maera Par. L. Syst. Xat. (X), p. 4H7. 

maeroides Par. Fldr. Novara Lep . p. 496. * 

maerula Par. Fldr. Novara Lep.. p. 496. 

magica Sat. Oberth. Et. d'Ent. 11, p. 24. * 

magna Myc. Leedi, Butt. China I, p. 14. 

magna • )en. Graes. Berl. Ent. Ztschr. 188s, p, ii7. 

mahometana Coen. Alph. Hör. Ent. Boss. 1 »> . p. 128. 

maiza Epin. Lang, Enth. Monthl. May. 1868, p. 36. 

maja Par. Fuchs, Stett. Zg. 1873, p. 98. 

major Sat. Oberth., Et. d'Ent. 1, p. 27. 

majuscula Par. Leedi, Butt. China 1, p. 67. * 

mamurra Sat. H.-Sdiäff. Syst. Schmett. Eur. * 

mandane Epin. Roll. ins. Pers.. p. 52. 

mani Er. Nicev. Journ. Asiat. Soc. Beiiy. 49 i2i, p. 247. 

manto Er. Esp. Schmett. Abbild., p. 106. 

mantoides Er. Btlr. Cat. Satyr., p. «7. * 

manzorum Lethe Pouj., Ann. Soc. Ent. Fr. 1884, p. CXXXIX. 

maracandica Er. Ersdi.. Fedtsch. Reis., p. 17. * 

maracandica Sat. Stgr. Stett. Zg. lnnti. p. 245. 

margarita Er. Oberth. Feuille Jeun. Nat. 1896, p. 110. 

marginalis Lethe Motsdi. Et d'Ent. 9, p. 29. 

martiani Sat. /-/.-Schaff. Syst. Schmett. Eur. 6, p. 15. * 

massageta Mel. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 42. 

mattozi Sat. Jörn. Sei. M. Ph. Lisboa :u. p. 117. 

maureri Epin. Stgr. Stett. Zg. 1887, p. 62. 

maurisius Er. Esp. Schmett. Abbild., p. 106. * 

mauritanica Epin. Oberth., Et. d'Ent. 6, p. 58. 

meda Mel. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Boss. 29. p. 291. 

mediolugens Par. Fuchs. Jahrb. Nass. Ver. Nat. 1892, p. 87. 

medusa Er. F. Maut, p. 40. 

medusa Vpth. Leedi, Butt. China, p. K4. * 

megaera Par. L. Syst. Xat. (XII i. p. 771. 

megaerina Par. H.-Sdiäff. Syst. Schmett. Eur. VI. p. 19. 

megalomma Vpth. Btlr. Cist. Entom. I, p. 236. 

melampus Er. Fuessl., Verz. Schweiz. Ins., p. 31. * 

melancholica Er. H.-Sdiäff. Syst. Schinett. Eur. VI. p. 10. * 

melania Coen. Oberth., Et. d'Ent. 20, p. 35. * 

melania Mel. Oberth., Et. d'Ent. 20. p. 34. * 

melanops Er. Christ. Hör. Ent. Ross. 22, p. 299. 

melas Er. Hbst. Xaturs., p. 191. * 

melusina Er. H.-Sdiäff. Syst. Schmett. Eur. VI, p. 10. * 

menava Par. Moore, Proc. Zool. Soc. 1865, p. 499. * 

mendelensis Par. Lowe. Entomologist 1905, p. 60. 

mercurius Sat. Stgr. Stett. Zg. 1887, p. 58. 

meridionalis Mel. Fldr. Wien. Ent. Mon. 6, p. 29. 

meridionalis Sat. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 242. 

merlina Sat. Oberth., Et. d'Ent. 13, p. 40. * 

mersina Sat. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p. 28. 

mesopotamica Coen. Rilhl, Pal. Gross-Schmett, p. 617. 

meta Er. Stgr. Stett. Zg.. 1886, p. 237. 

methorina Ypth. Oberh.. Et. d'Ent. 15, p. 15. * 

miris Coen. Rühl, Pal. Gross.Schmett., p. 607. 

mixturata Coen. Alph. Born. Mein. Lep. IX, p. 326. 

mnemon Er. Haw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1812, p. 332. 

mnestra Er. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

mniszechii Sat. H.-Scha>ff. Syst. Schmett. Eur. VI, p. 14. * 

modesta Sat. Moore, Lep. lud 2. p. 41. * 

mongolica Coen. Alph. Hör. Ent. Ross. 16. p. 426. * 

mongolica Er. Ersdi.. Hör. Ent. Ross. 22, p. 199. * 



mongolica Oen. Oberth.. Et. d'Ent. 2, p. 31. * 

monotonia Epin. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 250. 

monotonia Par. Schilde. Entom. Nachr. 1885, p. 137. 

montana Mel. Leedi, Entomologist 23, p. 26. 

montana Par. Honnuz. Verh. zool. -bot. Ges. Wien 1897, p. 40. 

monticola Sat. Thier.-Mieg. Le Natural. 11, p. 181. 

moorei Raph. Btlr. Ann. Mag. nat.-hist. (3) XIX, p. 166. 

mopsos Er. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 239. 

morula Er. Spr. Stett. Zg. 1865, p. 248. 

motschulskyi Ypth. Brern. u. Grey. Schmett. N.-China, p. 8. 

moupinensis Zoph. Pouj.. Trans. Ent. Soc. Fr. lsst. p, CXI.. 

muirheadi Xeope Fldr. Wien. Ent. Mon. 6, p. 2*. 

mulla Oen. Stgr. Stett. Zg. 1881. p. i J 7o. 

multistriata Ypth. Btlr. Ann. Mag. Xat. -Inst. (5) XII, p. 50. 

myops Coen. Stgr. Stett. Zg. 1881, p. 296. 

nana Sat. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 247. 

nanna Oen. Men. Schreneks Reis. II, p. 38. * 

nareda Ypth. Koll. llüsels Kaschmir IV, 2, p. 451. 

narica Epin. F/bn. Sammle; Eur. Schmett. * 

naricina Epin. Stgr. Berl. Ent. Ztschr. 1870, p. 100. 

naubidensis Epin. Ersdi. Fedtsch. Reis., p. 21. * 

nelamus Er. Boisd. Gen. Ind., p. 26. 

neomiris Sat. Godt. Enc. Meth., p. 827. 

neoridas Er. Boisd., Eur. Lep. Ind., p. 23. 

neoza Epin. Lang, Ent. Monthl. Mag. 1868, p. 35. 

nerine Er. Frr. Beitr. 13. * 

nero Er. Stgr. Iris 7, p. 247. 

nervosa Triph. Motsdi. Bull. Mose. 1866 (1), p. 189. 

nevadensis Sat. Ribbe, Soc. Entom. 20, p. 137. 

nigrifascia Lethe Leedi, Entomologist 23, p. 28. 

nigrolimbatus Sat. Stgr. Iris 4, p. 238. 

niphonica Er. Jans.. Cist. Entom. II, p. 153. 

nirmala Caller. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1865. p. 501. 

nolckeni Coen Ersdi. Fedtsch. Reis., p. 23. * 

norma Ypth. Westw., Gen. D. L. II, pl. 67. * 

norna Oen. Thunbg., Diss. Ins. II, p. 36. * 

nurag Epin. Ghil. El. Lep. Sard., p. 83. 

oberthüri Neope Leedi, Entomologist 24, Suppl. 2#. 

oblitescens Epin. Sdiultz. E. Z. Stuttg. 21, p. 279. 

obsoleta Er. Tutt, Britt. Butt., p. 427. 

obscura Coen. Rühl. Pal. Gross -Schmett., p. 610. 

obscura Er. Rützer. Mitteil. Schweiz. Ent. Ges. s, p, 222. 

obscura Sat. Stgr. Hör. Ent. Ross. 14, p. 282. 

obscura Ypth. Elw.u.Edw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1893, p. 17. 

obscurior Sat. Stgr. Stett. Zg. 1867, p. 57. 

occaecata Mel. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 42. 

occidentalis Callarg. Leedi, Butt. China I, p. 58. 

oecupata Coen. Reh. Ann. Wien. Hofm. IN, p. ls^. 

ocellaris Er. Stgr. Cat. Lep. Pal. (1), p. 11. 

ocellatus Aphant. Btlr. Ann. Mau. Xat. -hist. (5) IX, p. 14. 

ocellata Lethe Pouj., Ann. Soc. Ent. Fr. 1885, p. X. 

ochracea < >en. Auriv.. Xord. Fjäril.. p. 33. 

oenus Er. Ev. Bull. Mose. 1843 (3), p. 538. * 

oculatissima Lethe Pouj. Ent. Soc. Ent. Fr. 1S85, p. XXIV. 

oeculta Lethe Leedi, Entomologist 23, p. 26. 

oedippus Coen. F. Mant., p. 31. 

oeme Er. Hbn. Sammig. Eur. Schmett. * 

oeno < len. Boisd. Icon., p. 195. * 

okumi Sat. Frühst. Guben. Ent. Ztschr. 1908, p. 359. 

opalina l'alaeon. Btlr. Trans. Ent. Soc. Lond. 1871, p. 401. 

ophtha! mica Caller. Stgr. Exot. Schmett. I, p. 227. * 

ordossi Coen. Alph. Rom. Mem. L6p. V, p. 118. 

orientalis Par. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 61. 

orica Caller. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1872, j. 555. 

ottomana Er. H.-Schäff. Syst. Schmett. Eur. * 

padma Sat. Koll. Hügels Kaschmir IV, 2, p. 445. * 
palaearcticus Sat. Stgr. Stett. Zg. 1889, p. 20. 
palaestinensis Mel. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 42. 
pallens Epin. Thiery-Mieg. Le Natural. 1889, p. 74. 
pallida Sat. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 55. 
pamira Sat. Stgr. Stett. Zg. 1887, p. 61. 
pamphilus Coen. L. Syst. Xat. (X), p. 472. 
pansa < len. Christ. Iris 4, p. 87. 
parce Mel. Stgr. Berl. Ent. Ztschr. 1882, p. 170. 
parisatis Sat. Koll. Ins. Pers., p. 52. 
parmenio Er. Boeb. Mem. Ac. Mose. 2, p. 306. * 
parthica Sat. Led. Hör. Ent. Boss. 6, p. 83. * 
parva Myc. Leedi. Butt. China I, p. 12. * 
pasimelas Epin. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 251. 
passiphae Epin. Esp. Schmett. Abbild. * 
patria Xeor. Leedi. Entomologist 24, Suppl., p. 25. 



15-2 



Urbeschreibungs-Nachweis der pal. Saiyriden. 



paupera Sat. Alph. Rom. Mem. Lep. V, p. 117. 

pavonia Epin. Voelsdi. Soc. Entom. 15. p. 121. 

pavonina Coen. ,4//>/r Rom. Mem. Lep. V. p. 119. 

pawlowskyi Er. .U< : w. Bull. Pet. Phys. 17, p. 217. 

peas Sat. film. Sammig. Eur. Schmetl 

pelopea Sat. Klug, Symb. Phys. III. * 

perdiccas Myc. Hew. Exot, Unit- III. 

perfecta Ypth. Leedi, Butt. China I, p. 88 

perseis Coen. /.<</. Verh. zool.-bot. Ges. Wien 1853, p. 360. 

persica Sat Stgr. Hör. Ent. Ross. 16, p. 69. 

pharte Er. Ilbn. Sammig. Eur. Schmett 

phartina Er. Stgr. Ins 7. p. 245. 

pherusa Mel. ßoisd. leim. 26. * 

philippina Epin. Aust. Pet. Nouv, Ent. Is77. p. 149. 

philoxenus Coen. Esp. Schmett. Abbild. * 

phorcys Er. Frr. Beitr. 193. * 

phryne Tripb. Po//. Reis., p. 47a 

phyllis Caller. Z.eeo';. Entomologisl 24; Suppl., p. 57. 

pimpla Sat. l-'ldr. Novara Lep., |>. 494. ' 

pisidice Sat. Klug, Symb. Phys. * 

pitho Er. Ilbn. s.uiiihIl. Eur. Schmett. * 

plesaura Mel. Bell. Ann. Soc. Ent. Fr. 1860j p. 678. * 

pluto Kr. Esp. Schmett. Abbild. I. 121. * 

podarce Sat. 0. Schmett. Kur. [ (1), p. 195. 

polaris Kr. Stgr. Cat, Lep. Pal (I), i>. 10. 

pollux Kr. Esp. Schmett. Abbild. * 

polyphemus Caller. Oberth.. Kt. d'Ent. 2, p. 32. 

praenubila Ypth. Leedi, Entomologist 24. Suppl., p. 66. 

praeusta Par. Leedi. Entomologisl 23, p. ls*. 

pratorum Caller. Oberth., fit. d'Ent. 11. p. 25. * 

pratti Ypth. Elw. u. Edw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1893, p. 35. 

prieuri Sat. Pier. Ann. Soc. Ent. Fr. 1*37, p. 304. * 

privigna Lethe Leedi. Butt. China I. p. 32. * 

procida Mel. Hbst. Xatins. 183. * 

procne Zoph. Leedi, Entomologist 24, Suppl., p. 2. 

procopiani Kr. Hormuz. Entom. Nachr. 1888, p. 2. 

procris Lethe Leedi. Entomolo;;ist 2t. Suppl.. p. 2. 

progne Er. Gs.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV. p. 454. 

pronoe Kr. Esp. Schmett. Abbild. I. * 

proxima Lethe Leedi. Butt. China I, p. 32. 

psodea Er. Ilbn. Si ilg. Kur. Schmett. * 

pulchella Kpiu. l-'ldr. Xovara Lep., p. I!»0. * 
pulchra Kpiu. l-'ldr. Novara Lep., p. 491. 
pulaha N'eope Moore. Cat. Lep. K. I. C. I. p. 227. 
pumila Oen. Stgr. Rom. Mim. Lep. VI, p. 201. 
pumilus Sat. Fldr. Novara Lep., p. 490. * 
pyrenaea Er. Oberth.. Et. d'Ent. 8, p. 20. 
pyrenaea Sat. Oberth., Kt. d'Ent. 19, p. 19. * 
pyrenaica Er. ff. -Schaff. Schmett. Kur., Fig. 535—8. * 
pyrenaica Er. kühl. Pal. Gross-Schraett., p.'8l2. 
pyrenaica Er. kühl. Pal. Gross-Schmett., p. 489. 
pyrenaica Kr. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p. 26. 
pyrrhula Kr. Frey, Lep. Schweiz, p. 37, 

radians Kr. Stgr. St.-tt. Zg. 1886, p. 240. 

ramosa Neope Leedi, Entomologisl 23, p. 29. 

regalis Maml. Leedi. Trans. Ent. Soc. Lond. 1889, p. 102. * 

regeli Sat. A/ph. Hör. Ent. Ross. 16, ... 419. * 

reichlini Kr. H.-Sdiäff. Corr. zool. min. V. Key. I, p. 5. 

rhamnusia Kpiu. Frr. Beytr. 457. * 

rhena Sat. H.-Sdiäff. Syst. Schmett. Kur. * 

rhodopensis Coen. Elw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1900, p. 205. 

rhodopensis Kr. Stgr.-Reb. Cat. Lep., p. 47. 

rinda Coen. Min. Schrencks Reis., p. 42. ' 

rohria Lethe /•'. Maul. II, p. 45. 

rossii Kr. Ciut.. App. Ross. Vov., p. 67. * 

roxandra Par. H.-Sdiüff. Syst. Schmett. Eur. * 

roxelana Par. Cr. Pap. Exot. II. HU, p. HU. * 

rubrieeps Kpiu. Ann. Mus. Pet. V, p. 446. 

ruricola Kr. Leedi. Entomologist 23, p. Ist. 

rurigena Kr. Leedi. Entomologisl 23, p. 1*7. 

saadi Coen. Koll. Ins. Pers., p. 52. 

sagma Sat. kühl. Pal. Gross-Schmett., p. 512. 

sagitta Callarg. Leedi, Entomologisl 23, p. 26. 

sajana Er. Stgr. [ris 7. p. 244. 

sakra Ypth. Moore. Cat. Lep. K. I. f.. I. p. 236. 

sanatana Myc. Moore. Cat. Lep. F.. I. C. I. p. 231. 

sangaica Myc. Btlr. Ann. Mag. Nat.-hist. (4) XIX, p. 95. 

sartha Epin. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV. p. 191. 

sartha Sat. Stgr. Stett. Zg. 1886, p. 244. 

satricus Raph. DM. u. Hew. Gen. Lep.. p. 3*7. 

satyrina Lethe Btlr. Trans. Ent. Soc. I I. 1871, p. 102. 

satyrion Coen. Esp. Schmett. Abbild. * 



saraswati Sat. Koll. Hügels Kaschmir IV. p. 445. * 

saxicola Kr. Oberth.. Kt. d'Knt. 2, p. 32. • 

scanda Caller. Koll. Hügels Kaschmir IV (2), p. 452. * 

schakra Par. Koll. Hügels Kaschmir IV (2), p. 146. * 

schakuhensis Sat. Stgr. Hör. Ent. Ross. 16, p. 70. 

scharuhdensis Sat. Stgr. Hör. Ent. Hess. 16. p. 69. 

schlosseri Kpiu. Voelsdi. See. Entom 15. p. 121. 

schrenckii Lethe Man., Schrencks l.'eis.. p. 33. * 

seipio Kr. Boisd, [con, p. 152. * 

scoparia Kr. Btlr. Proc. Zool. Soc. Lond. 1881, p. 

scotica Coen. Stgr.-keb. Cat. L*>p. Pal., p. 66. 

sculda den. Ev. Bull. Mose. 1851, p. 612. 

sedakovii Kr. Ev. Bull. Mose. Is47. p. 70. * 

segonacia Neope Oberth.. Kt. d'Ent. 6. p. 14. * 

segonax Neope Hew. Exot. Butt. III. * 

semele Sat. /.. Syst. Nat. (X), p. 474. 

semenovi Coen. Alph. Rom. Mem. L7p. III. p. 405. * 

serica Myc. Leedi. Butt. China 1. p. 15. * 

serica Neope Leedi, Butt. China I. p. 19. 

shallada Kr. Lang. Journ. Asiat. Soc. Henir. Inno. p. 047. 

shandura Sat. Marsh. Journ. Asiat. Soc. Beng. 1**2, p 38 * 

sibirica Kr. Stgr. Stett. Zg. L881, p. 270. 

sibirica Sat. Stgr. Cat. Lep. Pal. iL. p. 12. 

sibirica Sat. Stgr. Cat. Lep. Pal. (Ed. IL. p. 29. 

sibo Er. Alph. Hör. Ent. Ross. 16, p. 416. * 

sicelis Lethe Hew. Exot. Butt. III. * 

sicula Par. Stgr. Stett. Zg. 1876, p. 138. 

sichaea Sat. Led. Wien. Ent. Mon. 1*57. p. 91. 

siderea Lethe Marsh. Journ. Asiat. Soc. Beng. 49. p. 246. 

sidonis Lethe Hew. Exot. Butt. III. * 

sikkimensis Sat. Stgr. Stett. Zg. 1889, p. 21. 

sifanica Kpiu. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. 25, p. 459. 

silenus Sat. Stgr. Hör. Ent. Boss. 14. p. 276. 

simulans N'eope Leedi, Entomolojrist 24, Suppl.. p. 66. 

sinica Coen. Alph. Stett. Zg. 1888, p. 66. 

sintenisi Sat. Stgr. Iris 8, p. 288. * 

sieversi Sat. Christ. Rom. Mem. Lep. II, p. 167. * 

sordida Ypth. Elw. 11. Edw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1893, p. 19. 

spodia Er. Stgr. Cat. Lep. Pal. 1II1. p. 24. 

statilinus Sat. Hufn. Berl. Magaz. 2, p. 84. 

staudingeri Sat. Bang-Haas, Beil. Ent. Ztschr. 1882, p. 172. 

stelviana Kr. Curo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1871, p. 347. 

sthennyo Kr. Grasl. Ann. Soc. Ent. Fr. 1850. * 

stheno Sat. Gr.-Grsh. Born. Mein. Lep. III, p. 401. 

stolida Coen. Sdiilde. Ent. Nachr. 1885, p. 171. 

striatula Triph. Elw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1899. p. 364. 

stulta Sat. Stgr. Berl. Ent. Zg. 1882, p. 175. 

stygne Er. O. Schmett. Eur. I, p. 276/ 

subalbida Epin. Schultz. Ent. Zg. Stutta-. 21. p. 279. 

subalpina Er. Gumpp. Stett. Zg. 188s. p. ;\-: t . 

subcaeca Coen. kühl. Pal. Gross-Schmett., p. «27. 

subocellata Er. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 49. 

sueculenta Er. Alph. Rom. Mem. Lep. IN. p. 325. 

sudetica Er. Stgr. Cat. Lep. (I), p. 10. 

sunbecca Coen. Ev. Bull. Mose. 1843 (3), p. 538. * 

suwarovius Mel. Hbst. Naturs. *, p. 13. * 

suyudana Melanit Moore. Cat. Lep. E. I. C. I. p. 224. 

swaha Sat. Koll. Hügels Kaschmir IV, p. 444. * 

sybillina Sat. Oberth., Et. d'Ent. 13. p. 40. * 

syllius Mel. Hbst. Naturs. 8, p. 15. * 

sylvicola Caller. Oberth.. Kt. d'Knt. 11. p. 25. * 

sylvicola Sat. Aust. Le Natural. I, p. 2*4. 

symphita 1 loen. Led. Ann. Soc. Ent. Belg. 1870, p. 44. 

syreis Lethe Hew. Exot. Butt. IV. * 

syriaca Mel. Oberth.. Kt. d'Knt. 19, p. 18. * 

syriaca Sat. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p, 27. 

syriaca Sat. kühl. Pal. Gross-Schm., p. 544. 

tabagata Sat. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 57. 

tadjika Sat. Gr.-Grsh. Rom. Mem. Lep. IV. p. 163. 

tancrei Sat. Gr.-Grsh. Ihn-. Ent. Boss. 27. p. 128. 

tarpeja den. I'ull. L'eis. Russ. I. p. 18. 

tassilo Sat. Frühst. Guben. Ent. Ztschr. 1908, p. 359. 

taurica Mel. köb. Ent. Nachr. 1*96, p. s.S. 

tekkensis Coen. Stgr. Stett. Zg. 1*86. p, 241. 

tekkensis Sat. kühl. Pal. Gross-Schmett.. p. 819. 

telephassa Sat. Hbn. Sammig. Exot. Schmett. * 

telmessia Kpiu. Z. Isis 1*47. p. I. 

teneates Mel. Men. Cat. raison., p. 252. 

tenuistigma Epin. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond. 1865, p. 502. 

tessalensis Epin. Aust. Le Natural. I880, p. 156. 

tetrica Sat. Frühst. Guben, ent. Zg. 1907, p. 209. 

thalia Acrophth. Leedi. Entomologist 24, Suppl., p. 25. 

theano Er. Tausch., Mein. Ac. Mose. 1809. * 



Urbeschreibungs-Xachweis der pal. Satyriden. 



153 



thianchanica Er. Rülil. Pal. Gross.-Schmett., p. 501. 

thibetanus Par. Oberth., Et. d'Ent. 2, p. 28. 

thiemei Er. Bartel, Iris 17, p. 165. 

thyrsides Coen. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 66. 

thyrsis Coen. Frr. N. Beytr. V, p. 157. * 

tigelius Par. Bon. Descr. Ins. ecc., Taf. 7. * 

tiphon Coen. /?o?/. Naturf. VI, p. 15. 

tiphonides Coen. Stgr-Reb. Cat. Lep. Pal., 

titania Lethe Leech, Entomologist 24, Suppl., p. 67. 

titania Mel. Calb. Iris 4. p. 41. 

titea Mel. Klug. Symb. Phys., Taf. 29. 

tithonus Epin. L. Syst. Nat. iXIH App., p. 537. 

trajanus Er. Horm. Soc. Entom. 9. p. 161. 

transcaspica Mel. Stgr.-Reb. Cat. Lep. Pal., p. 41. 

transiens Er. Rähl. Pal. Gross-Schmett., p. 810. 

trimacula Lethe Leech. Entomologisl 23, p. 29. 

triopes Er. Spr. Stett. Zg. 1865, p. 24s. 

tristis Er. Brehm.. Bull. Acad. Mose. 1861 (3), p. 467. 

tristis Er. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. 27, p. 383. 

tristis Er. H.-Sdiäff. Schmett. Eni-., Fig. 397-90. * 

tristis Melanit. Fldr. Novara Lep.. p. 4H4. 

tundra Er. Stgr. Rom. Mem. Lep. MI. p. 148. 

tunga Oen. Stgr. Iris 7. p. 248. 

turanica Epin. Rähl. Pal. Gross.-Sehmett., p. 578. 

turanica Er. Ersdi. Hör. Ent. Ross. 12, p. 336. 

turcica Mel. Boisd. Gen., p. 25. 

turkestana Sat. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. 17, p. 384. 

tyndarus Er. Esp. Schmett. Abbild. * 

uhagonis Sat. Oberh. Ann. Soc. Ent. Esp. 1875, p. 371. * 

umbra Oen. Stgr. Iris 5, p. 335. 

unica Myc. Leech, Butt. China I, p. 15. * 



unicolor Par. Gr.-Grsh. Hör. Ent. Ross. 27, p. 484. 
uralensis Er. Stgr. Cat. Lep. Pal. (I), p. 10. 
urda Oen. Ev. Bull. Mose. 1847 (3), p. 69. * 
usgentensis Er. Rühl, Pal. Gross-Schmett., p. 502. 

valesiaca Er. Etw. Trans. Ent. Soc. Lond. 1898, p. 177. 

valesiana Er. Meyer-Dür, Tagt. * 

vanda Oen. Aust. Le Natural. 1895, p. 48. 

vandalusica Sat. Oberth.. Et. d'Ent. 19, p. 19. * 

vaucheri Coen. Bleich. Bull. Soc. Ent. Fr. 1905, p. 213. 

verdanda Oen. Stgr. Iris 10, p. 349. 

verma Lethe Koll. Hügels Kaschmir 4. p. 447. 

vernetensis Sat. Oberth.. Et. d'Ent. 19, p. 19. 

viluiensis Coen. .Wen. Schrencks Reis., p. 44. 

violaceopicta Lethe Pouj. Ann. Soc. Ent. Fr. 1884, p. CLVI1I. 

virbius Sat. H.-Sdiäff. Syst. Schmett. Eur. I, p. 79. * 

vispardi Mel. Juli. Bull. Soc. Lep. Geneve I. T. 6. * 

vogesiaca Er. Christ. Mitt. Schweiz. Ent. Ges. 6, p. 239. 

wagneri Epin. H.-Sdiäff. Syst. Schmett. Eur. 6, p. 16. * 
walkyria den. Fixs. Rom. 'Mem. Lep. III. p. 310. * 
werang Sat. Lang. Ent. Monthl. Mag. 1868, p. 247. 
wiskotti Mel. Röb. Ent. Nachr. 1896, p. 83. 
wyssi Sat. Christ, Mitt. Schweiz. Ent. 8, p. 98. 

xiphia Par. F. Syst. Ent., p. 492. 

xiphioides Par. Stgr. Cat. Lep. Pal. (II), p. 30. 

ypthimoides Caller. Oberth., Et. d'Ent. 15, p. 14. * 

zapateri Er. Oberth. Ann. Soc. Ent. Esp. 4. p. 370. * 
zodia Ypth. Btlr. Tran-. Ent. Soc. Lond. 1861, p. 402. 



MORPHIDAE. Von H. Stichel. 155 

5. Familie: Morphidae. 

Die Morphiden oder Riesenfalter setzen sich zusammen aus einer Anzahl ziemlich ungleichwertiger 
Modifikationen des Satyridentypus. Untereinander haben die einzelnen hierher gerechneten Gruppen kaum 
mehr Beziehungen als die, welche sie mit den Satyriden selbst verbinden und die E. Haase veranlassten, 
sie mit den amerikanischen B rassoliden und den Satyriden selbst zu der grossen Abteilung der 
Satyr omorphen zu vereinigen. Speziell die Gattung Morpho, die der Familie den Namen gab, entfernt 
sich sehr weit von denjenigen Asiaten, die man als «Morphiden» bezeichnet hat. Die Gattung Morpho ist rein 
amerikanisch, besteht aus zarten, aber mit riesenhaften Flügeln ausgestatteten Faltern, die ausschliesslich 
am Tage fliegen und in ihrem Äussern dem Leben im brennenden Sonnenschein angepasst sind. Der im 
Falterreiche geradezu einzig dastehende Blauglanz, die Flugzeit zwischen 9 Uhr vormittags und 4 Uhr 
nachmittags, die Flugbahn an der Sonnenseite der Waldwege oder an direkt beschienenen Berghängen setzt 
die Morpho in scharfen Gegensatz zu den schattenliebenden, zum Teil sogar nächtlichen, düster gefärbten 
Amathusiinae und Brassolidae. Durch ein primitives Geäder und geringere Spezialisierung in den Kopf- 
organen als die ursprünglichere Gruppe gekennzeichnet, besitzt die Gattung Morpho in der Eigentümlichkeit 
ihrer Pelzraupen, Dicotylodonen zu fressen, wiederum ein Merkmal, das sie als die fortgeschrittenere Gruppe 
erscheinen lässt. Eine ganze Reihe von vortrefflichen Systematikern, wie Herrich -Schäffee, Bates und 
Burjieistf.r, wussten sich nicht anders zu helfen, als dass sie die Gattung Morpho zu den Nymphaliden 
zählten. Eine befriedigende Lösung war aber darum nicht möglich, weil es sich eben bei den Morphiden 
um keine homogene Gruppe handelt. Reuter fand sogar, dass die bei den Satyriden — ja bei einzelnen 
Autoren, wie Westwood und Lucas, sogar bei den Nymphaliden — stehende Gattung Bia zu den Morphiden 
nahe Beziehungen hat. 

Wir würden nun diesen gordischen Knoten durchhauen und durch Entfernung des Sammelnamens 
„Morphidae" das systematische Dilemma umgangen haben, wenn wir nicht jede Reform der seither üblichen 
Systeme vermeiden wollten, solange wir nicht definitive Tatsachen an Stelle der seitherigen Hypothesen zu 
setzen haben. Wir lassen daher die alte Bezeichnung der Morpbidenfamilie bestehen und betonen hier nur, 
dass sich eine gemeinsame Definition nicht geben lässt, die sich nicht auf die Aufzählung allgemein 
satyroider Charaktere beschränkte. Was die asiatischen «Morphiden seihst betrifft, so finden sich die 
Gruppenbeschreibungen bei den einzelnen Abteilungen. 

A. Subfamilie: Amathusiinae. 

Körperbau und Flügelgeäder im Verhältnis zur Grösse der Falter nicht besonders kräftig, meist aber pro - 
portioniert. Grösse der Flügel schwankend, die Form ziemlich mannigfaltig, hei den paläarktischen Arten einfaeh- 
Was die Zeichnung betrifft, so ist manchen Arten ein ornamentales Randmuster eigen und auf der Unterseite tragen 
die meisten Vertreter Augenflecke, zum Teil in ähnlicher oder gleicher Anordnung wie gewisse Satyriden und amerikanische 
Morphiden. Die Augen sind gross, nackt oder behaart, die Palpen überragen den Kopf in der Regel etwas und sind 
dicht beschuppt und behaart. Antennen von massiger Länge, gewöhnlich unter der Hälfte des Vflgls, dünn, gegen 
das Ende schwach keulen- oder spindelförmig verdickt. Vorderbeine des T verkümmert, mit eingliedrigem, die 
des ? mit fünfgliedrigem bedorntem Tarsus. Vflgl mit geschlossener, Hflgl mit offener Zelle; Subcostalis des Vflgls, 
mit Ausnahme der Gattung Stichophthalma, fünfästig, nur ein Ast vor dem Zellende abgezweigt. 

Die Amathusiinat sind Waldtiere, welche sowohl den hohen Urwald als auch dichtes Strauch- und Busch- 
werk. Bambusgestrüpp etc. bewohnen, jedenfalls schattige Stellen bevorzugen, bei Tage versteckt der Ruhe pflegen 
und erst bei Sonnenuntergang lebhaft werden. Eine Ausnahme hiervon bilden die Gattungen Faunis, Xanthotaenia 
und Taenaris, von denen nur erstere einen Vertreter im paläarktischen Gebiet besitzt. Die Arten dieser Gattungen 
lieben es, sich in Wäldern und Waldlichtungen (an Flussläufeni bei Tage unsteten und taumelnden Fluges zu be- 
wegen. Alle Amathusiinae saugen gern an gefallenen aromatischen Früchten, gewisse Arten sind an ausfliessendem 
Saft der Zuckerpalme (exotische Amathusia -Arten) oder auf Abfallstätten in der Nähe menschlicher Behausungen 
anzutreffen. Der Flug der meisten ist des Abends kräftig und rasch, aber nicht anhaltend. Die Falter setzen sich 
mit zusammengeklappten Flügeln in das Buschwerk oder auf den Erdboden zwischen dürre Blätter und sind für 
das menschliche Auge schwer zu sehen. Bei Tage aufgescheucht, flattern sie, den Boden fast streifend, fort und 
suchen einen andern Schlupfwinkel im Unterholz auf. Einige Arten sollen einen angenehmen Geruch verbreiten, 
der den Duftorganen des Hflgls (o") entströmt, so soll Amathuxidia plateni (exotisch) nach Veilchen, Thaumanüs 
diores (exotisch) nach Vanille und Stichophthalma camadeva (ebenfalls exotisch) nach frisch gegerbtem Zobel- 
fell riechen. 

Über die biologischen Verhältnisse der Amathusiinat ist wenig bekannt. Nach der Lebensweise des be- 
kannten Vertreters der typischen Gattung, Amathusia phidippus (exotisch), zu schliessen. leben die Rpn an Mono- 
cotyledonen (Palmen -Arten), in der Jugend gesellig. Der Körper ist walzenförmig, behaart, hinten mit Schwanzgabel, 
der Kopf mit 2 hörnerartigen Fortsätzen. Die Pp ist hängend, kahnförmig. mit 2 Kopfhörnern. 

Bis 1895 wurden die hierher gehörigen Gattungen zu den neotropischen Morphidae im engeren Sinne ge- 
rechnet („Morphiden der alten Welt' ; nach Schatz), sie haben aber mit diesen kaum etwas anderes gemein als 
habituelle Eigenschaften und diese sind eigentlich auch nur auf die Gattung Stichophthalma beschränkt, während 
andere eine eigene Sippe darstellen (Amathusia, Zeuxidia usw.) und wieder andere an die Satyridae erinnern 
(Faunis, Xanthotaenia). Jedenfalls ist Lebensweise, Entwicklungsgeschichte (soweit bekannt), Flügel- und Körperbau 
so weit von denen der echten Morphiden abweichend, dass die von F. Moork erfolgte Abtrennung der Amathusiinat 
als Sondereinheit durchaus berechtigt ist. Stichel teilte (1906) die Unterfamilie in 2 Tribus: Amathusiidi und 
Taenaridi, nur Vertreter der ersteren kommen für das paläarktische Gebiet in Betracht, 



156 STICHOPHTHALMA; AMOENA; FAÜNIS. Von H. Stichel. 

1. Gattung: Sticlioplitlialiua Fldr. 

Kopf ziemlich klein, Augen breit eirund gewölbt, nackt. Palpen dicht und glatt beschuppt und be- 
haart. Thorax klein, Abdomen massig gross, etwa von halber Länge des Hflgls. Vflgl breit, rechtwinklig 
dreieckig. Subcostalis vierästig, der erste As1 vor dem Zellende abgezweigt. Zelle breit und kurz, die 
beiden Ecken in fast gleichem Abstände von der Flügelwurzel. Von den Discocellularadern nur die hintere 
lang entwickelt. Hflgl annähernd eirund. Vrd flach, Apex abgerundet. Präcostalis einfach, wurzelwärts ge- 
krümmt. Zelle schmal, orten, e 1 mit einem kleinen, nach vorn gerichteten Haarbüschel (Duftbüschel) nahe 
der Hflglwurzel, dicht hinter der .Mediana, der bürstenartig aufrichtbar ist. 

Grosse Falter in hellen Farbtönen mit schwarzbrauner, meist ornamentaler Randzeichnung, Unter- 
seite mit mehr oder weniger reichlich ausgebildeten discalen Augenflecken; sie erinnern in Gestalt und in 
Zeichnung der Unterseite an die südamerikanische Gattung Morpho. Hauptsächlich Bewohner der nördlichen 
Teile Indiens; ■_' Formen dringen nach Norden in das paläarktische Gebiet vor. 

howqua. S. howqua Westw. (49a) von stattlicher Grösse, die Oberseite der Flügel ockergelb mit schwarzem 

Randmuster, unterseits der Vflgl mit 3, Hflgl mit ~> rötlichen, weiss gekernten und schwarz geringten Augen- 

suffusa. flecken. ¥ grösser und von fahlerem Farbton. Nord- und Zentral -China, Formosa. — suffusa Leech 
(= tonkiniana Frühst.) (49a) ist eine Form der \origen mit verbreiterter und zusammengeflossener schwarzer 
Zeichnung der Hflgloberseite, auch ist die Wurzelhälfte der Flügel rötlichbraun angeflogen. West -China: 
W'ashan. Chiakuho, Kweichow, Omei-shan. Tongking. 

neumogeni. S. neumogeni Leech (49b) ist eine der vorigen ähnliche, aber kleinere Art. die Hflgl führen auf 

der Unterseite in der Zelle zwei schwärzliche Zeichen. Beim ? ist der Apex des Vflgls breit schwärzlich 
schattiert und führt einen weissen Fleck, der beim d" nur zuweilen angedeutet ist. West-China: Omeishan, 
Tientsuen. 

•_ ; . Gattung: tmociin Westw. 

Kopf klein, Augen eirund gewölbt, nackt: Stirn kurz behaart. Palpen klein, dicht beschuppt und 
behaart, den Kopf nicht überragend. Antennen dünn, unter halber Flügellänge, am Ende schwach spindel- 
förmig verdickt. Thorax und Abdomen in verhältnismässig normaler Grösse. Vflgl rechtwinklig dreieckig, 
Vrd gekrümmt, Apex spitz. Costaiis lang, Subcostalis fünfästig. Subcostalast t mit der Costaiis verwachsen. 
Zelle kurz und breit, die vorderen Discocellularadern kurz, die hintere viel länger. Htlgl etwa eirund, Vrd 
abgeflacht, Apex leicht gewinkelt. Aussenrd am vorderen .Medianast schwach geeckt. Präcostalis einfach, 
wurzelwärts gekrümmt. Zelle offen. Die Submediana bildet beim ,r im Analleide des Flügels eine scharf 
Ausbiegung, in welcher eine Falte mit einein länglichen Dufthaarbüschel liegt. 

Falter mittlerer Grösse und unscheinbarer Färbung, über deren Lebensweise und Entwicklung nähere 
Angaben fehlen. Bewohner Nord-Indiens und von China, nur eine paläarktische Form: 

oberthüri. A. oberthüri Stich. (49c, ?) ist eine Unterart der indischen .1. amathusia ffew. d" oben hellockergelb 

bis fahl rauchbraun, wurzelwärts etwas dunkler, mit dunkelbrauner Zeichnung , von der namentlich eine 
kräftig aufgetragene spitzbogenförmige Zeichnung des Hflgls charakteristisch ist. Unterseite ockergelb, beide 
• Flügel mit zwei braunen Querlinien, das Feld zwischen ihnen bräunlich schattiert, auf dem Hflgl mitunter 
so reichlich, dass dasselbe als breite Binde erscheint. Flecke und Aussenteil beider Flügel unbeständig in 
Ausbildung und Anzahl, manchmal im Vflgl nur ein einfacher kleiner Ringfleck im hinteren Felde oder 
3 — 4 solcher oder eine Reihe punktartiger Flecke, im Hflgl gewöhnlich eine vollständige Reihe von 
6 Flecken, die teilweise weiss gekernt sind. 2 fahl rauchbraun, sonst mit dem o" ziemlich übereinstimmend, 
die Bogen am Bande des Hflgls mir vorn deutlich, in ihren offenen Wölbungen fahl ockergelb aufgehellt. 
West-China: Siaolu, Tatsienlu. 



3. Gattung: Fauilis ///. 



- 



ßii. 



Kopf breit, Augen eiförmig gewölbt, nackt: Stirn kurz behaart. Palpen kurz, glatt beschuppt und 
behaart, den Kopf kaum überragend. Antennen dünn, gegen das Ende nur sehr wenig verdickt. Vflgl 
fast rechtwinklig dreieckig, Hrd beim c? an der Basis etwas gelappt. Subcostalis fünfästig, der erste Ast 
nahe der vorderen Zellecke abgezweigt. Zelle schmal und lang, die beiden vorderen Discocellularadern 
kurz, die hintere bedeutend länger, S-förmig gekrümmt, hinten weit gegen den Aussenrd vortretend. Hflgl 
last eiförmig, Vrd tlach, Apex abgerundet. Präcostalis einfach, wurzelwärts gekrümmt. Zelle schmal, offen. 

Falter mittlerer Grösse und meist unscheinbarer Färbung. Von den nach tertiären Geschlechts- 
charakteren (Duftbüschel) durch Stichel aufgestellten beiden Sektionen Agroeci und Thaumaturgi ist nur 
erstere in einer einzigen Form im paläarktischen Gebiet vertreten: 

aerope. F. aerope Leech (49c). In beiden Geschlechtern hellgrau, etwas seidenglänzend; Unterseite "beim d" 

hellbraungrau mit rötlichen Querlinien, die äusseren gewellt und gezackt, und einer Reihe von Flecken im 
Aussenfeide beider Flügel. Hinter der Zelle des Vflgls nahe der Flügelwurzel beim d" eine blanke Reibe- 
fläche, auf der Oberseite des Hflgls an der Subcostalis ein nach vorn gerichteter Haarbüschel. Beim ? 



2i. V. 08. ENISPE. Von H. Stichel. — Urbeschreibungs-Nachweis der paläarktischen Morphiden. 157 

Färbung und Zeichnung der Unterseite in der Regel dunkler und kräftiger, die Linien stärker, die hellen 
Punkte schärfer abgesetzt. Vflgllänge bis 48 mm. Zentral- und West-China, im Juli. 

B. Subfamilie: Discophorinae. 

Falter von kräftigem Körper- und Flügelbau, in der Grösse etwas über dem Durchschnitt der Tagfalter. 
Färbung der Oberseite im allgemeinen in dunklem Grundton mit hellerer Binden- und Fleckzeichnung in weisslichem, 
blauem oder braunem Farbton , auf der Unterseite der Hflgl meist zwei Augenflecke. Kopf und Körper normal, 
Augen gross, nackt. Palpen den Kopf wenig überragend, dicht beschuppt und behaart. Antennen dünn, gegen das 
Ende schwach spindelförmig verdickt, etwa von halber Länge des Vflgls. Vorderfüsse des d" verkümmert, mit ein- 
gliedrigem, diejenigen des ? mit fünfgliedrigem, bedorntem Tarsus. Abdomen des cf an der Bauchseite kielartig 
zusammengedrückt, diese Stelle unbehaart, mit zwei seitlich liegenden plüschartigen Reibewülsten. Vflgl mit ge- 
schlossener Zelle, die mittlere Discocellularader verkümmert, Subcostalis vier- oder fünfästig. Nur ein Ast vor dem 
Zellende, der mit der Costaiis, meist auch mit dem zweiten Subcostalast stellenweise verwachsen ist. Hflgl mit 
offener Zelle, Präcostalis einfach, leicht wurzelwärts gekrümmt. 

Die Discophorinae fliegen bei Tage, lieben aber schattige Stellen im Walde oder Bambusdickicht und saugen 
nicht an Blumen, sondern an Fäkalien und faulenden Stoffen. Sie sitzen dabei mit zusammengeklappten Flügeln, 
sind sehr scheu und flüchten bei einer Störung ins Gebüsch, hängen sich dort an die Unterseite der Blätter und 
Zweite, um nach Beruhigung wieder auf den verlassenen Platz zurückzukehren. Die selteneren $? scheinen bei 
Tage zu ruhen und zeigen sich erst gegen Abend. Der Flug der Falter ist rasch, energisch und stossweise, aber 
nicht andauernd. 

Das Ei der Discophorinae ist kugelig, mit glatter Oberfläche, die Rpn leben an Palmen, am Zuckerrohr, 
Bambus und andern grasartigen Monocotyledonen. Ihr Körper ist walzenförmig, fein behaart, mit zwei kurzen Anal- 
fortsätzen, Kopf ohne Hörner. Pp hängend, kahnförmig, Kopfstück mit zwei Spitzen. 

Die Abtrennung der Subfamilie von den Amathusiinne als systematische Sondereinheit erfolgte 1902 durch 
Suchet, auf Grund natürlicher Unterscheidungscharaktere. Von den zwei zugehörigen Gattungen üiseophora und 
Enispe ist nur letztere mit einer Art im paläarktischen Gebiet vertreten. 

1. Gattung-: Euispe Westw. 

Kopf gross, Augen oval gewölbt, nackt, Palpen kräftig, dicht anliegend beschuppt und behaart, den 
Kopf etwas überragend. Antennen dünn, gegen das Ende schwach spindelförmig verdickt. Vtlgl recht- 
winklig dreieckig, Apex spitz, beim ? mitunter leicht vortretend. Subcostalis vierästig, der erste Ast ent- 
springt unweit des Zellendes und ist mit der Costaiis auf eine kurze Strecke verwachsen, zweiter Ast fehlt, 
die drei letzten Äste (hier Subcostalis 2—4) zweigen sich nahe voneinander unweit des Apex ab. Zelle ziemlich 
breit, aber kurz, die beiden vorderen Discocellularäste verkümmert. Htlgl zugespitzt eiförmig, Vrd etwas 
gekrümmt, Apex abgerundet, Hinterwinkel spitz vorgezogen. Präcostalis einfach, fast gerade, die Spitze 
etwas wurzelwärts gekrümmt. Zelle schmal, offen. cT mit blanker Keibetläche im vorderen Teil des Hrd- 
feldes, auf welcher ein kleiner bürsten- oder fleckartiger Büschel von kurzen Borstenhaaren liegt. 

Nur eine paläarktische Art: 

E. lunatus Leech (4Mb). Oberseite rotbraun mit schwärzlicher Zeichnung, die nahe dem Flügelrande iunatus. 
schmale, bogenartige Halbmonde bildet, l'nterseite fahl braungelb, im Wurzelfeld etwas dunkler, quer 
über die Zelle des Vflgls zwei gewinkelte braune Linien, über die Flügelmitte eine schmale braune Querbinde, 
im Aussenteil die Zeichnung der Oberseite schwach durchscheinend; Hflgl mit einem länglichen bräunlichen 
Fleck in der Zelle, sodann folgt eine zackige Linie vom Vrd bis zur Submediana und über die Mitte des 
Flügels eine schmale braune Querbinde: Aussenteil mit schwach schattierter Zeichnung der Oberseite und 
einer Reihe brauner Halbmondflecke, zwischen diesen und der Mittelbinde zwei kleine schwarze Flecke, der 
hintere silberweiss gekernt. ? grösser, Oberseite ockerfarben, nach aussen lichter und in ein breites weiss- 
liches Vorder- und Aussenfeid übergehend. Zeichnungsanlage wie beim cf, aber stärker. Westliches China, 
Ost-Tibet. • In beiden Geschlechtern erscheint eine kleinere Form, enervata Stich. (49c), mit wesentlich enervata. 
verringerter Zeichnung. Vflgllänge des d* 35 mm, Oberseite gleichmässig rotgelb, von der normalen Zeich- 
nung im Vflgl nur die gekerbte Aussenrdbinde, die submarginale Mondtleekenreihe und der Endzellfleck er- 
halten, aber stark verblichen. Hflgl mit schattenhafter Mondfleckenreihe am Rande und einer Reihe von 
vier schwärzlichen länglichen Flecken vor dieser. Unterseite fast einfarbig Chromgelb, der Basalteil etwas 
dunkler, leicht rötlich, Zeichnung der Oberseite schwach durchscheinend. ? noch schärfer von der Hauptform 
abweichend, im Gegensatz zu der dimorphen Bildung der letzteren fast wie das zugehörige er", Färbung 
etwas blasser, die Zeichnung grauschwarz, Unterseite gelb. West -China: Siaolu, Tatsienlu; Ost-Tibet. 
Vielleicht Trockenzeitform. 

Alphabetisches Verzeichnis 

zum Nachweis der Urbeschreibungen der unter den paläarktischen Morphiden autgeführten Formen. 
* bedeutet, dass die Form an der zitierten Stelle auch abgebildet ist. 

neumogeni Stich. Leedi. Butt. China I, p. 114. * 



aerope Fan. Leech. Entomologist 23, p. 31. 
enervata En. Stielt.. Gen. Insector. Fase. 31, p. 12. * 
howqua Stieb. Westw.. Trans. Ent. Soc. Lond. 1851, p. 174 
lunatus En. Leedi, Entomologist 24, Suppl. 26. 



oberthüri Am. Stich.. Gen. Insector. Fase. :SK, p. 30. 
suffusa Stich. Leech. Butt. China I, p. 114. * 



1 20 



NYMPHALIDAE, Allgemeines. Von Dr. A. Seitz. 159 



6. Familie: Nymphalidae, Edelfalter. 

Bei der Besprechung der Systeme in der Einleitung, sowie auf S. 79 gelegentlich der Charakterisierung 
der Satyriden wurde schon des von E. Haase vertretenen Prinzips Erwähnung getan, welches die grosse Ab- 
teilung der Nymphalina in 3 Gruppen teilt. Zu den Nymphalina selbst gehören alle Tagfalter, die in beiden 
Geschlechtern verkümmerte Vorderbeine haben. Die 3 Gruppen sind die seither behandelten Danaomorphen 
und Satyromorphen, sowie die in dem hier folgenden Abschnitt enthaltenen Acraeomorphen. 

Die Acraeomorphen umfassen nach Haase 3 Familien: Nymphalidae s. s.. Acraeidae und 
Heliconiidae. Letztere sind ausschliesslich amerikanisch; die Acraeidae haben eine paläarktische Art 
und bevölkern in der Hauptsache Afrika und das wärmere Amerika. Diesen 3 Gruppen räumen verschiedene 
Autoren (E. Reuter u. a.) nur noch Subfamilien - Rang ein und tatsächlich stehen die Acraeen den Meli- 
taeen, die Heliconier den Colaenis und Cethosia so nahe, dass eine energischere Trennung von diesen nur 
bei Nichtbeachtung schwerwiegender morpho- und biologischer Momente möglich ist. Wir lassen aber, um 
uns mit den früher erschienenen Werken nicht in Widerspruch zu setzen, die seitherige Abtrennung 
der Acraeen einer- und der Cethosien andererseits hier bestehen und beschränken uns darauf, auf unsere 
systematischen Bedenken aufmerksam zu machen. 

Es charakterisieren sich die Nymphaliden am schärfsten in folgender Weise: Die Falter haben in 
beiden Geschlechtern verkümmerte Vorderfüsse, die Ppn hängen gestürzt und die Rpn führen entweder gut 
ausgebildete, oft verzweigte Dornen (wie z. B. Vanessa) oder zurückgebildete, nur noch am Kopf ( Apatit ni, 
Charaxes) oder den Seiten (Euthalia) erhaltene, im übrigen zu borstentragenden, feinen Wärzchen ver- 
kümmerte Excrescenzen. 

Die Nymphaliden sind mit fast 40 Gattungen und einer sehr grossen Artenzahl im paläarktischen 
Gebiet vertreten und einzelne Arten gehen bis in den höchsten Norden der bis jetzt bekannten Welt. Wie- 
wohl nicht so formenreich als die Satyriden, fallen sie in unserem Gebiet infolge ihrer Ansehnlichkeit und 
ihrem vielfach imposanten Kolorit besonders auf. Diese lebhafte und oft auffallend schön angeordnete 
Färbung steht, wie die bahnbrechenden Versuche von Standfuss und Fischer nachgewiesen haben, selbst 
bei Arten mit sehr abweichenden Zeichnungsniotiven in nahem Zusammenhang und lässt sich auf eine 
gemeinsame Grundzeichnung zurückführen. Als das Grundmotiv der Nymphaliden -Färbung nimmt Eimer 
ein gestreiftes, Haase ein gestreiftes oder ein gedecktes Muster an, wie wir es bei X<[>tis (schwarz, weiss- 
gestreift) oder bei Argynnis (rot, schwarzgefleckt) noch erkennen. Schutzfarbe ist auf der Unterseite der 
Flügel ziemlich allgemein. 

Die Nymphaliden sind mit Ausschluss der Heliconier -artigen Gattung Cethosia und der Acraeen 
nicht durch innere Eigenschaften geschützt. Dementsprechend haben sie einen schnellen und gewandten 
Flug, dessen Rapidität sich bei Verfolgung noch sehr steigern lässt. Ausnahmen hiervon machen nur die- 
jenigen Arten, welche gewissen, langsam fliegenden Danaiden mimetisch angepasst sind und deren Flug 
nachahmen, wie z. B. die Gattung Hestina und die $? von Hypolimnas. Die Falter haben ein schwaches 
Leben, Verletzungen gegenüber, und der starre Thorax zerkracht bei vielen Arten selbst bei leichtem Druck, 
so dass der Falter nach solchem direkt tot oder sterbend ist, ohne sich, wie die Danaiden, wieder erholen und 
später wieder fliegen zu können. Die Rpn und Ppn vieler Arten sind stark der Infektion mit Parasiten, 
besonders mit Microgaster ausgesetzt , welche die Ppn im Moment des Abstreifens der Rpnhaut belegen. 
Die Rpn sind grossenteils gesellig, oft bis zur Verpuppung, und viele überwintern. Sie leben zumeist an 
nicht giftigen Pflanzen (Laubhölzern, Nesseln, Violaceen etc.) und sind nur durch die Schutzfarbe oder 
durch äussere Dornen gegen manche Feinde gesichert. 

Die Schmetterlinge sind ausnahmslos Tagtiere; im Gegensatz zu den oft schattenliebenden Satyriden 
bevorzugen sie sonnenbeschienene Wege und Berghänge. Sie sind in ihrer Verbreitung durchaus nicht auf 
die Gebirgsgegenden angewiesen, sondern viel mehr Bewohner der Ebene und des Hügellandes. Einzelne 
Arten halten sich fast ausschliesslich in Höhe der Baumkronen auf und besuchen die Erde nur behufs 
Nahrungsaufnahme zu bestimmten Tagesstunden, während deren man sie ködern kann. Andere wieder 
lieben Blumen und treiben sich allerorten auf Brachäckern und in Gärten herum, so dass sie zu den 
häufigsten Lepidopteren zählen. Einige machen die kalte Jahreszeit selbst in nördlichen Distrikten im 
Zustande der Imago durch, indem sie im Herbst in verborgenen Schlupfwinkeln erstarren und im Frühling, 
mitunter auch an abnorm warmen Wintertagen, zu neuem Leben erwachen, worauf sie sich erst zur Fort- 
pflanzung anschicken. 

A. Subfamilie: Nymphalinae, Schneckenraupen. 

Fhlr lang, gerade, allmählich zu länglich eiförmiger Kolbe verdickt. Augen meist nackt. Körper äusserst kräftig, 
die Chitinkiille starr und fest, bei manchen Charaxes fast so hart wie bei Käfern. Flügel starr, hart und ganzrandig, 
die hinteren stets mit offener Zelle. Die Rpn spindelförmig, chagriniert, Körper ohne Dornen. Hinterende in zwei 
Spitzen auslaufend; Kopf mit Hörnern. Sie sind meist grün und in der Farbe dem Laube der Futterpflanze genau 
angepasst, darum schwer zu sehen. Die Ppn sind gleichfalls schwer zu entdecken, entweder halbdurchsichtig, wie 



[60 APATURA. Von H. Stichel. 

von matt. ■in grünem Glase, oder kleine Früchtchen darstellend. Die Schmetterlinge fliegen im Sonnenschein und 
verschmähen Blütenhonig, saugen aber am ausfliessenden Saft verwundeter Bäume, an feuchten Wegstellen und an 
stark riechenden, faulenden Stoffen. Sie sind ziemlich scheu und halten sich in der Zeit, in der sie nicht der 
Nahrung nachgehen, meist in beträchtlicher Höhe auf. Ihr Plug Ist sehr kräftig und kann heim flüchtenden Tier 
äusserst schnell sein. 

a. Gruppe Apaturidi. 

Mittelgrosse Schmetterlinge mit starken, gekeulten Phlrn, vorgestreckten, spitzen Palpen, starkem Thorax 
und schlankem lllh. Der Sauger ist bei vielen Gattungen nicht schwarzbraun pigmentiert, sondern durchschimmernd, 
im l.elien hellgrün, später gelblich. Die Zellen aller Plügel meisl offen, nur bei Dilipa und Thaleropis geschlossen. 
Die Rpn mit zwei in der Ruhe nach vorn gerichteten, beim Fressen nach oben gestellten, Kopihörnern (Schnecken- 
raupen); sie leben an Laubhölzern und die in den höheren Breiten lebenden Arten überwintern als Rp. Die Falter 
leben sowohl auf den Gebirgen wie in der Ebene; sie fliegen im Eochsommer und haben einen schwimmenden oder 
schiessenden Flug, bei dem sie die Flügel flach ausgebreitet halten und nur zuweilen kurze, zuckende Schläge aus- 
führen. .Mit Ausnahme des hohen Nordens sind sie über die alte Welt nördlich vom Äquator verbreitet, diesen 
nach Süden hin wenig überschreitend. In Nord-Amerika werden sie durch Doxocampa, in Süd-Amerika durch 
Chlorippt vertreten; in Nord-Afrika und Australien fehlen sie ganz, im aethiopischen Afrika vertritt sie die Gattung 
C nis mit einem Dutzend Formen. 

1. Gattung: Apatura F. 

Die Gesamtheil der Gattung ist unter der vulgären Bezeichnung Schillerfalter bekannt und hat 
diesen Namen von der Eigenschaft der d"<? gewisser Arten, auf der Oberseite der Flügel bei gewisser Be- 
leuchtung zu irisieren. Die Augen sind nackt. Fhlr stark, etwa von halber Flügellänge, am Ende keulen- 
förmig verdickt; die Palpen überragen den Kopf, ihr Endglied ist kurz, spitz und glatt beschuppt. Der 
Flügelschnitl ist einfach. Vflgl fast rechtwinklig dreieckig mit ziemlich spitzem Apex. Subcostalis fünfästig, 
■J Aste vor dem Zellende, Ast 3 in beträchtlicher Entfernung jenseits desselben abgezweigt. Vordere Disco- 
cellularis verkümmert, die mittlere in kurzer Krümmung in die hintere Radialis übergehend. Zelle beider 
Flügel offen. Hflgl fast dreieckig. Vrd flach, Apex wenig, Hinterwinkel spitz abgesetzt. Aussenrd gewellt, 
hinten mitunter zackig. Präcostalis einfach, nach aussen gekrümmt oder gegabelt. 

Von Annahme der durch F. Mooke (Lep. ind. Vol. Uli eingeführten Spaltgattungen sehen wir hier, 
soweit ein Bedürfnis nicht vorliegt, ab. Moobe teilte die Gattung wie folgt: Potamis Ubn. (Typus: /'. iris), 
Limina Moort (Typus: L. subalba), Mimathyma Moore (Typus: .1/. chevana), Ckitoria Moore (Typus: C. sordida), 
Uravira Moore (Typus: I). n/i/jiit. Narsenga Moore (Typus: A". parvata), Rohana Moore (Typus: li. parisatis), 
Eulaceura Btlr. (Typus: /•.'. osteria). 

Die Apatura-Arten sind starke, ungestüme Flieger, welche mit Vorliebe in den frühen Tagesstunden 
zum Erdboden niederkommen, um an feuchten Stellen oder Pfützen der Waldwege oder Waldränder oder 
an fauligen animalischen Stoffen (Exkrementen, Jauche und Unrat) zu saugen. Sie ruhen mit ausgebreiteten 
Flügeln auf dem Blätterwerk von Büschen und Bäumen, tue ?? werden seltener niedrig fliegend getroffen. - 
Die Kp ist nacktschneckenförmig, mit Kopfhörnern und Schwanzgabel; Pp hängend, gedrungen, etwas kantig. 
gegen den Kopf stark verjüngt, dieser in zwei kurze Spitzen gespalten. 

Die Gattung ist verbreitet über Europa und Asien bis in die nördlichen Teile Indiens, sowie in 
Nordamerika. 

ambica. A. ambica Koll. (= namouna Dil.) (50a ri", 55d ?) ist eine Art mit weissen Binden, deren cf auf 

der Oberseite blau schillert. Sie ist in der Breite der Binden und Ausdehnung des Blauschillers etwas 
variabel, eine Kigenschaft, welche indessen nicht an die Lokalität*) gebunden zu sein scheint, sondern 
vielleicht mit der Jahreszeit wechselt. Bei einzelnen Stücken aus Kutabul, Pangai (Kaschmir) ist der Schiller 
unscharf begrenzt und matter, die Binden sind in weisser Bestäubung verbreitert, namentlich im Hflgl, alle 
Flecke grösser, die im Saumfeld des Htlgls zu einer zusammenhängenden Reihe weisslicher Mondtlecke um- 
gestaltet; auf der L'nterseite ist die rotbraune Binde breiter, distal (nach aussen) scharf begrenzt, weniger 
gekrümmt und es fehlt der schwarze Fleck in derselben nahe dem Hinterwinkel: im Vflgl die dunklen Flecke 
bhavana. in der Zelle vergrössert, zuweilen zusammentliessend (Moore). — ab. bhavana Moore besitzt nur zwei weisse 
Subapicalflecke im Vflgl, auf beiden Flügeln tritt an Stelle der Saumflecke eine rötlichbraune Mondilecken- 
binde auf und der blaue Schiller ist räumlich beschränkter. - - Das ? der Art ist rauchbraun, mit breiteren 
weissen Funden und grösseren, reiner weissen Submarginaltlecken auf beiden Flügeln. — Der männliche 
Falter ist ein starker, rastloser Flieger, welcher mit den europäischen «Schillerfaltern die Gewohnheit teilt, 
beharrlich auf ein und denselben Ruheplatz zurückzukehren, wenn er aufgescheucht wird (Elwes). Er ist 
eigentlich Bewohner des indischen Gebietes, dringt aber im Nordwesten bis Kaschmir vor. im Osten erreicht 
er Assain und Oberburma und bildet in anschliessenden Gebieten einige weitere Unterarten oder Zustands- 
forinen, die im Exotenteil (Bd. '.M behandelt werden. 



*) Das Original der KoiXAE'schen ambica i>l aus Masuri iX.-W. Himalaya). Sollte es sich ergehen, dass die Individuen 
von dort und dem anschliessenden Kaschmir einer Sonderrasse angehören, so würde für die Hasse aus dem zentralen Himalaya 
is, die Abbildung 50a der Name namouna Dbl. anzuwenden sein. Die MooRE'sehe Beschreibung der Stücke aus Kaschmir 
(Kutabul) entspricht nicht ganz der Abbildung von Kollar, so dass individuelle Variabilität vorzuliegen scheint. 



APATURA. Von H. Stichel. 161 

A. iris L. (50a) hat im männlichen Geschlecht einen violettblauen Schiller und ist dadurch charak- iris. 
terisiert, dass die weisse Querbinde des Hflgls am vorderen Medianast einen scharfen Zahn nach aussen 
bildet, der Rand des Vflgls ist hinter dem Apex nur wenig eingebuchtet. ? grösser als das d\ etwas breit- 
flügliger, braun, ohne Schiller. Die typische Unterart ist individuell etwas variabel, so kommen vereinzelt 
öV mit rein blauem statt violettem Schiller vor (Ungarn), oder die weissen Zeichnungen sind rosenrot über- 
gössen und die Randbinde des Htlgls ist zimmetbraun. - - Von benannten Aberrationen sind bekannt: ab. 
thaumantis Schultz, die weissen Flecke und Zeichnungen vergrössert und verbreitert, die sonst nur undeut- thaumantis. 
lieh lichter angelegten Flecke grösser und schärfer, besonders am Hflglsaum; auf der Unterseite im Vtlgl 
die rostrote Bestäubung durch Verbreiterung des Schwarz eingeschränkt, im Htlgl fehlt die schmale dunkle 
Saumlinie, die weisse Mittelbinde ist mehr oder weniger schwarz beschattet; bisher wurden nur dV selten 
in der Natur beobachtet, sonst als Kunstprodukt bei Temperaturexperimenten. - ab. jole Schiff. (50b Über- jole. 
gangsstück), das Gegenstück zur vorigen: die weisse Zeichnung bis auf die Subapicalflecke des Vflgls schwindend, 
auch diese manchmal fehlend, die ganze Flügelfläche blauschillernd schwarz. In allen Übergängen zur Haupt- 
form auch asymmetrisch, zuweilen mit hellen Wischflecken strahlenförmig im Aussenteile des Hflgls. Allent- 
halben selten neben der Hauptform, in beiden Geschlechtern bekannt. -- ab. lutescens Schultz, nur als ¥ be- lutescens. 
obachtet, die weissen Binden und Flecke dunkler oder lichter bräunlichgelb angeflogen, ebenfalls selten in der 
Natur gefunden. Ganz vereinzelt tritt die Art in einer weiblichen Form auf, bei welcher auf der Flügel- 
oberseite goldige Schuppen eingestreut sind, welche sich im hinteren Felde des Vflgls und im vorderen Felde 
des Hflgls etwas stärker anhäufen, es ist dies ab. aurosquamosa Gillm. - Im übrigen ist die Verbreitung auro- 
der typischen Unterart mit ihren Formen folgende: Zentral-Europa, südliches Grossbritannien, nach Süden bis squamosa. 
Spanien, Nord-Italien, Dalmatien, Rumänien, Bosnien; asiatisches Russland, Klein-Asien (Amasia). ■ Ei 
zylindrisch, gerippt, gelblich oder grünlich, etwas rot getönt. Rp auf Salix caprea (Saalweide), Salix cinerea 
und aurita; in der Jugend braun, nacktschneckenartig; nach der ersten Häutung bilden sich am Kopf 2 Hörner, 
die Farbe wird grünlich. Sie überwintert jung auf einem Spinnpolster an einem Zweige der Futterpflanze 
in der Nähe einer Knospe; im Frühjahr (Mai) erfolgt die dritte Häutung, der Körper wird blattgrün mit gelben 
Punkten und Seitenstreifen an den vorderen Segmenten, der Kopf blaugrün mit roten Kiefern und weissen 
Strichen, die Hörner grün, vorn blau, seitlich gelb gerandet, am Ende rötlich, gabelförmig verzweigt; Afterende 
mit zwei rötlichen Fortsätzen. Verpuppung erfolgt Ende Mai oder im Juni. Pp seitlich zusammengedrückt, 
bläulichgrün oder weisslich, Kopf mit 2 Spitzen, Abdomen mit gelblichen Schrägstreifen, Ppnruhe etwa zwei 
Wochen. Der Falter an und in Laubwäldern, in den Morgenstunden auf taufeuchten Waldwegen oder an 
Pfützen saugend anzutreffen, er wird später ruheloser und bewegt sich in beträchtlicher Höhe, liebt übelriechende 
Stoffe (Exkremente, Mist, Jauche, Käse) und ist damit leicht zu ködern. Sein Flug ist kräftig und elegant, der 
Falter ruht mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Blatte der Bäume oder Sträucher und hat, wie die vorige 
Art, die Gewohnheit, auf seinen Ruheplatz oder in dessen Nähe zurückzukehren, wenn er gestört worden 
ist. Die ¥? kommen selten zur Erde herunter und halten sich meist in den Baumkronen auf. - - Im Aiiuir- 
gebiet wird die bräunliche Färbung der Binden und Flecke der ?? (vgl. lutescens) zur Regel, die dV er- 
reichen eine besonders stattliche Grösse, die Grundfarbe ihrer Flügel ist weniger dunkel und der Schiller 
stärker und lichter rötlichblau. Es handelt sich um eine lokalisierte Unterart, für welche die Bezeichnung 
amurensis (subsp. nur.) einzuführen zweckmässig erscheint. -- Bei bieti Obetth. (50b) sind beim cf die Zeich- amurensis. 
nungen bräunlichgelb, in der Anlage denen der europäischen Form ähnlich, nur ist der schwärzliche Fleck bietl - 
im Analteil des Vtlgls augenartig mit blauem Kern umgebildet, auf dem Htlgl der Augenfleck vergrössert 
und ausser der Mittelbinde erscheinen dort zwei weitere bräunliche Querbinden im Aussenfeide; beim ¥ sind 
die Zeichnungen bis auf die weissen Subapicalflecke des Vtlgls gelblich. Tibet, West- und Zentral-China; 
Juni, Juli" bis etwa 3000 m Höhe. - Neben dieser braunen Hauptform erscheint im gleichen Fluggebiet 
eine in beiden Geschlechtern ganz weiss gefleckte Form, die aber viel grösser ist als die europäische und 
eine tiefer schokoladebraun gefärbte Unterseite hat, dieselbe nähert sich der Amur-Rasse und mag als 
reeidiva form. nov. bezeichnet werden; das $ dieser Form lässt meistens noch eine trübe ockergelbe Saum- reädiva. 
binde des Htlgls erkennen. 

A. ilia Schiff. (= Pap. iris Esp) (50c) ist charakteristisch dadurch, dass der Aussenrd des Vflgls ilia. 
hinter dem Apex stumpf geeckt ist, im Analteil dieses Flügels steht ein gelblich geringter Augenfleck und die 
Mittelbinde des Hflgls ist ohne zahnartigen Vorsprung nach aussen; das d* mit violettblauem Schiller, das 
¥ stumpf schwarzbraun oder graubraun, Binden und Flecke bei beiden rein weiss. Sehr variabel in Färbung 
und Zeichnung, c? mitunter, wie die vorige Art, mit rein blauem statt violettem Schiller. — Eine weibliche 
Form, bei welcher die in normaler Anlage vorhandenen Zeichnungen gelblich überlaufen sind, bei der aber 
(zum Unterschied gegen dunklere Stücke von clytie) der Htlgl keine Saumflecke aufweist, ist ab. iliona ¥ Mona. 
Schultz; sie entspricht der ab. lutescens von A. Iris und kommt als Seltenheit unter der Hauptform vor. - 
Bei ab. distineta Schultz ist die Htlglbinde durch die auf den Adern verbreiterte Grundfarbe in einzelne distineta. 
Flecke zerteilt. — Mit ab. pallescens Schultz werden bleicher gefärbte Exemplare beider Geschlechter von pallescens. 
licht aschgrauer Grundfarbe, das cf mit schwachem Schiller, bezeichnet; die Unterseite solcher Kümmer- 
linge ist heller, ins Gelbliche spielend, es handelt sich wohl vornehmlich um Kunstprodukte aus Wärme- 



162 APATURA. Von H. Stichel. 

inspersa. behandlung; ähnliche Tiere kommen aber auch hin und wieder im Freien vor. — ab. inspersa Schultz ist 
gekennzeichnet durch dunkel berusste Binden und Flecke beider Flügel, ohne dass die Zeichnung als solche 
aufgehoben oder verwischt wäre. — ohne jede Zeichnung, schwarz, cf blauschillernd, höchstens mit den weissen 
iliades. Subapicalflecken des Vflgls, ist ab. iliades Mitis, die allenthalben in der Natur neben der Hauptform in extremer 
Bildung und in allen Übergängen zu jener gefunden wird, meisl als cf. seltener als $. -- Manchmal treten 
bei sonst normal gefärbten Tieren im Hinterwinkel des Vflgls gelbliche Flecke auf, im Saum des Hflgls 
bildet sich eine bräunliche Fleckenbinde und zwischen dieser und der weissen Mittelbinde etliche bräunliche 
asta. Wischflecke, es ist dies ab. asta Schult;, die der bunea H.-Schäff. in gewissem sinne ähnelt. — Eine breit 

magnifica. gelbe, von den schwarzen Adern geschnittene Besäumung charakterisiert ab. magnifica Schultz. Bei dein 
Original (cf) sind die übrigen weissen Zeichnungen wie bei ah. inspersa stark berusst; eine weibliche Form 
(55e), die hier anzuschliessen ist, zeigt auf sehr dunkler Grundfarbe elfenbeinfarbene Flecke und Mittei- 
lenden und einen breiten bräunlichen Hflglsaum. Selten in der Natur, sonst wohl aus Temperaturexperimenten 
clytie. bekannt. - Mit ab. clytie Schiff. i= 'ms Esp., Julia Schrk, astasia Hbn.) (50c) wird diejenige Form bezeichnet, 
bei welcher die gesamte Zeichnung bei .sonst normaler Anlage bis auf die Subapiealtlecke des Vtlgls bräun- 
lich ist und bei welcher auf dem Htlgl eine ebenso gefärbte submarginale Binde oder Fleckenbinde auftritt, 
überall neben der Hauptform, in hellerer oder dunklerer Tönung der Grundfarbe in Übergängen zur Haupt- 
form und. einzeln in Bildungen, welche sich den im nachfolgenden behandelten braunen Lokalrassen nähern 
oder ihnen sogar gleichen, im südlicheren Fluggebiet der Art stellenweise überwiegend oder ausschliesslich 
astasioides. auftretend und in jene braune Unterarten übergehend. -- Bei ab. astasioides Stgr. sind die braunen Binden 
und Flecke der Oberseite ganz oder fast ganz verschwunden: diese Form steht zu clytie in dem Verhältnis 
phryne. wie ab. iliades zu üia. Hie und da neben der Hauptform. — Einen Übergang hierzu bildet ab. phryne Aigner 
(50c), hei welcher die Zeichnung im .Mittelteil des Vtlgls und im Hflgl eine submarginale Fleckenbinde, 
sowie die Mittelbinde rötlichbraun angedeutet sind. Aus Ungarn gemeldet, sonst wohl auch neben clytie in 
anderen Gegenden. — Rp der Art erwachsen 4—5 cm, schmutziggrün, in Gestalt und Zeichnung derjenigen 
von iris ähnlich, die rötlichen Kopfhörner mit schwarzem Streif; am vorderen Teil des Körpers zwei gelbe, 
rötlich gesäumte Linien, von der Mitte der Körperseiten ab jederseits 5 gelbe, rötlich gerandete Schräg- 
streifen, die je über '2 Leibesringe reichen, Afterspitzen rötlich, Bauch und Füsse blaugrün. Sie lebt in 
ähnlicher Weise wie iris, besonders auf Populus tremula (Zitterpappel), P. pyramidalis und an Weidenarten: 
Salix caprea, viminalis, rosmarinifolia. Pp grünlich, Rücken kielartig; dieser, die Flügelscheiden und Kopf- 
spitzen gelb gesäumt. Die Lebensgewohnheiten des Falters gleichen denjenigen des vorhergehenden, die 
typische Unterart mit ihren vorgenannten Formen ist verbreitet über Deutschland, Belgien, Frankreich, die 
Schweiz. Osterreich. Bosnien, Serbien, das westliche und nördliche Ungarn, Finnland, die russischen Ostsee- 
l'roviiizen und Süd-Russland (Wolgagebiet). — Wie erwähnt, nimmt die weissy:ezeiclmete Form schon in 
gew issen südlicheren Gegenden von West- und Zentraleuropa an Häufigkeit ab und braune Individuen treten 
als Hauptform vorwiegend oder allein auf und repräsentieren sogar eigene Unterarten (siehe weiter unten i. 
Um so auffälliger ist es, dass in Portugal eine weissgezeichnete Rasse fliegt, welche von dem nördlichen 
\ ertreter der Art nur sehr wenig abweicht. Charakteristisch für dieselbe scheint eine Verstärkung der 
weisslichen Flecke an dem Augenfleck des Vflgls zu sein und im Htlgl bildet sich in beiden Geschlechtern, 
ähnlich wie bei ab. asta, eine Reihe biäunlicher Fleckchen zwischen den weisslichen Submarginalfleeken 

lusitanka. .und der Mittelbinde. Diese anscheinend südlichste Rasse sei als lusitanica subsp. nov. eingeführt. Porto, 
eos. Portugal. -- Braun gefärbte Unterarten sind deren zwei benannt: eos h'ossi (= lieos Meigen, dilutior Stgr.) 
(50d) und budensis Fuchs. Bei ersterer ist die dunkle Grundfarbe allenthalben, namentlich aber an der 
Flügelwurzel, bräunlich aufgehellt und überstäubt, der violette Schiller fast ganz fehlend, die ocker- 
gelben Zeichnungen sind verbreitert, teilweise ungewiss begrenzt, im Htlgl bildet sich nächst der 
hellen Submarginalbinde eine Reihe rundlicher, schwarzbrauner Flecke, die nach der Flügelwurzel zu 
budensis. schattenartig ausfliessen. Süd-Frankreich (Provence), nördl. Italien. -- Die zweite, budensis Fuchs, hat ähn- 
liche Eigenschaften, ein Schiller der Flügelflächen fehlt fast gänzlich, das Wurzelfeld des Hflgls ist hoch- 
gelb aufgehellt, die hei clytie meist vorhandene dunkle Besäumung der Flügel fehlt mitunter ganz oder es 
tritt am Flügelrande statt dessen ein verdickter braungrauer Bogenstreif auf. Ungarn, insbesondere von 
Budapest an südlich und östlich: nördlich weniger konstant und charakteristisch, dort in Übergängen zu 
clytie und zum Teil in einer Ausfärbung, welche an eos anknüpft (Eperjes). Im übrigen aus Bulgarien und 
der Bukowina bekannt und mehrfach, anscheinend irrtümlich, mit metü Freyer identifiziert. - Noch weiter 
here. vorgeschritten ist die Aufhellung der Flügelfläche bei here Fldr. (50e), hier liegt auf den dunkel verbliebenen 
Stellen beim cf ein schwacher violetter Schiller, der ganze Flügel schillert aber bei sehr schräg auffallender 
Beleuchtung prächtig rotviolett; die Mittelbinde des Hilgls ist nach dem Rande zu zuweilen derart ver- 
breitert, dass sie mit der Submarginal-Binde eine breite, sattockergelbe Fläche bildet, in welcher eine Reihe 
isolierter rundlicher dunkler Flecke liegt, die nach der Flügelwurzel zu in schwacher Schattierung strahlen- 
förmig ausfliessen; es treten aber auch Individuen auf, namentlich ?$, bei denen die Mittelbinde durch ein 
graubraunes Feld von der Randbinde getrennt ist; letztere ist dann aber völlig geschlossen und sehr breit. 
Andererseits i_ri 1 • t es eine weibliche Form mit weisslichen Binden und Flecken, welche auf der ganzen Flügel- 
fläche hell ockerfarben und nur hie und da leicht schwärzlich angehaucht ist, im Htlgl sind dann die dunklen 



APATURA. Von H. Stichel. 163 

Flecke verkleinert, rundlich und völlig isoliert. Diese auffällige Form sei als sobrina form. nov. (50e) Sabrina. 
eingeführt. Östliches Zentral- und Nord-China (von Felder, anscheinend irrtümlich, auch aus Japan 
gemeldete Es kommen neben der gelben Hauptform und in West-China, sowie in anscheinend gleicher 
Bildung in den Shan-Staaten und Ober-Burma (Bingham), auch dunkler getönte Stücke mit weisslichen 
oder teilweise (im Vflgl) weissgefärbten Binden vor, welche hinweisen auf: serarum Oberth. (cf = phaedra serarum. 
Leech) (50 d). Bei dieser Unterart ist die Grundfarbe dunkel, beim d" tiefblau schillernd, Zeichnung weiss, 
die Binden verbreitert, im Hügl gerade gestreckt, beiderseits scharf begrenzt, am Rande des Hflgls eine 
Reihe weisslicher Submarginalfleckchen, beim ? die Grundfarbe fahler, ohne Schiller. West-China (Yunnan, 
Tatsienlu. Omeishan etc.), Zentral-Ghina (Changyang). -- Eine andere Entwicklungsrichtung der Art äussert 
sich im Schwinden der augenartigen Flecke im Analteil des Hinter- und auch des Vflgls und schärfer 
begrenzte Ausbildung der Htlglbinde bei gleichbleibender Breite. Eine solche Form finden wir im süd- 
lichsten Russland als metis Frr.*) (55 e ¥). Sie ist etwas kleiner als typische Vertreter der Art, hat meto. 
eine schärfer geschnittene Flügelform, alle Zeichnungen ockerfarben wie bei clytie, mehr oder weniger aus- 
gedehnt, im Hflgl fehlt der augenartige Fleck mitunter ganz, im Vtlgl ist er meist punktartig verkleinert, 
das ? heller, mit mehr oder weniger reicher gelber Bestäubung. — Neben dieser iweil erstbenannt) als 
Hauptform geltenden, tritt eine andere Form auf, bei welcher nur die Submarginalbinde des Hflgls und ge- 
wisse Flecke im Aussenteil des Vflgls goldgelb, die Zeichnung des Mittelfeldes aber weiss ist, sie heisst: 
ab. bunea H.-Schäff. (55 d) und scheint auf das männliche Geschlecht beschränkt zu sein.**) -- In dritter bunea. 
Linie kommen Exemplare in beiden Geschlechtern vor, welche der Hauptform von ilia entsprechen, also 
weiss gezeichnet sind und am Rande des Hflgls nur eine Reihe verloschener weisslicher Flecke tragen. Diese 
Form soll gertraudis form. nov. (55 d) heissen. Sie unterscheidet, sich von ilia leicht durch die gleich- gertraudis. 
massig breite, scharf begrenzte Htlglbinde und die Reduzierung der Analaugenflecke; ?? der Form sind von 
mehr oder weniger dunkler Grundfarbe, mitunter fast aschgrau und verwaschen in der Zeichnung. — Mit 
coelestina Gr.-Grsh. endlich sind solche männlichen Exemplare der Hauptform (metis) zu bezeichnen, welche coelestina. 
einen verstärkten, zart himmelblauen, nicht lilafarbenen Schiller der Oberseite zeigen; bei dieser Form ist 
das helle Saumband des Hflgls verbreitert und reicht bis zu den Flecken, mit denen es vereinigt ist. Süd- 
Ost-Russland (Sarepta), Kaukasus. ? Altai. — Der Subspecies metis ganz ähnlich (und deshalb vielfach damit 
identifiziert), wiederholt sich die Art in Japan als substituta Bär. (5Qd). Die Grundfarbe dieser Form ist snbstituta. 
im allgemeinen dunkler, die augenartigen Flecke beider Flügel nicht schwindend, die Submarginalflecke des 
Hflgls länglich eirund oder abgerundet quadratisch, statt kappen- oder mc-ndfÖrmig wie bei metis, auf der 
Unterseite des Hflgls die Binde deutlicher weiss von der Grundfarbe abgehoben. Einzelne Stücke (von 
Korea) haben oberseits weissliche Binden und erinnern deshalb an bunea. Pkeyer erzählt von dieser Ras>e, 
dass die Tiere es lieben, um die Wipfel hoher Weidenbäume zu kreisen, an denen die Rpn leben, hin und 
wieder kommen sie zu feuchten Stellen der Landstrasse herab oder ruhen auf den Blättern ihres Lieblings- 
baumes. Die grüne Pp ist einem jungen Weidenblatt in Form und Farbe nicht unähnlich: der Falter ist 
variabel in der Intensität der Färbung und häufiger im Gebirge als in der Ebene. Tokio, auf dem Asa- 
inayama und Oyama, im Hokaido, und nach Leech auch in Nord-China und Korea: nach Stattdingeb und 
Heyne vom Amur, von Askold, Suifun und Sutschan. 

A. subcaerulea Leech (50e) ist eine grosse und prächtige Art, welche auf der Vflgloberseite den subcaeruleä. 

vorangehenden nicht unähnlich ist, indessen ist die Basalhälfte beim d* blaugrün angeflogen, Hflgl ohne 
Bindet der blaugrüne Anflug bis auf ; i der Länge verbreitert, am Übergang zum schwarzbraunen Randteil 
befinden sich einige bräunliche Flecke und im Analteil ein schwarzer Fleck, der bleiche Saum des Aussenrds 
ist an den Adern gelblich gefleckt und nahe dem Rande verläuft eine bräunliche Linie, während die Grund- 
farbe der Unterseite weisslichblau ist. Das ? ist dem o 1 ähnlich, besitzt aber auf dem Hflgl eine deutlichere 
weissliche Mittelbinde, die sich gegen den Hinterwinkel zu verschmälert, es hat grosse Ähnlichkeit mit 
A. iris-2, unterscheidet sich aber hiervon durch die Form der Htlglbinde und durch einen grünlichen Anflug 
der dunklen Grundfarbe. West-China: Omeishan. im Juni und Juli, und in der Provinz Kweichow. 

A. laverna Leech (51a) erinnert in der Flügelform an A. ilia here, der Aussenrd des Vflgls ist aber laverna. 
hinter dem Apex deutlicher geeckt und hierauf tiefer konkav eingebuchtet. Grundfarbe satt ockerbraun, 
die Zeichnungen schwärzlich und ähnlich der vorerwähnten Unterart, nur fehlen die runden Flecke 
im Aussenteil des Hflgls, es tritt dort eine schwärzliche schmale Binde auf, an welche sich nach dem 
Flügelrande zu eine Reihe weisslicher Flecke anlehnt. ? unbekannt. West -China: Putsufong, Wassukow, 
Omeishan; Juni, Juli in Höhen von 1200 — 3000 m. 

A. pallas Leech (51a) ist eine Art mit spitzer geschnittenem Vtlgl, in der Zeichnung nicht im- pallas. 
ähnlich dem & von A. iris bieti, aber die bräunlichen Flecke sind bleicher und der schwarze Fleck im Anal- 



*) Herrich-Schäffer bildet in iler Syst. Bearb. d. Schmettert, v. Europa Bd. I, Fig. 539-541, ein mit dem Bilde von 
Freyer übereinstimmendes Exemplar ab und gibt, Suppl. p. 6, als Heimat Syrmien (= Slawonien) an. Die Form wird auch 
aus Ungarn und der Bukowina (Spuler), sowie aus Bulgarien (Rebel) abmeldet, anscheinend aber nur in einzelnen Stücken. 

**) Das von Herrich-Sc.häffer Fig. 164 als bunea abgebildete 2 gehört zur Haupt form metis. 



164 APATURA. Von H. Stichel. 

teil des Vflgls ist weniger deutlich, nicht augenartig, Mittelbinde des Htlgls schmaler und an der inneren 
Begrenzung gekrümmt, die Flügelfläche ohne Schiller. Grundfarbe der Unterseite grünlich, die Zeichnung 
sehr eigenartig, fasl an Argynnis paphia erinnernd. Nur 1 <f bekannt aus Chiakuho, Juli, auf etwa 520 m 
Höhe gefangen. 

fasciola A. fasciola Leeeh (51a) ist von gleichem Flügelschnitt, ebenfalls ohne Schiller, besitzt aber auf den 

dunkelbraunen Flügeln nur eine gemeinsame ockerfarbene .Mittelbinde, die auf dem vorderen in der Mitte 
gebrochen ist und im vorderen Teil stumpf zahnartig gegen den Aussenrd des Flügels vorspringt; die 
Unterseite ist bräunlich mit einer dunkleren Mittellinie, die der inneren Begrenzung der Binden der Ober- 
seite folgt, nach aussen weisslich und grau angelegt ist: im Yflgl ist ein weisslicher Subapicalfleck , eine 
Reihe kleiner heller Flecke hinler diesem wahrzunehmen und in dem weisslich angehauchtem Analteil des 
Hflgls liegt ein gelbgeringter Augenfleck. Die Geschlechter scheinen nicht verschieden voneinander zu sein, 
das ? ist nur etwas grösser. Zentral -China: Ghangyang, im Juli, August: West-China: Omeishan, 
Kweichow. 

fuivn. A. fulva Leeeh (51a) schliesst sich als Unterarl an idupi Dohert. aus Assam an. Grundfarbe leder- 

braun, ohne Schiller, die spärliche Zeichnung dunkelbraun, Unterseite trüb ockerfarben, die Zeichnung der 
( »beiseite in dunklerer Schattierung, ein Fleck im Analteil des Flügels augenartig vervollkommnet, der Htlgl 
-.teilenweise weisslichgrün angehaucht, im Aussenteil eine Reihe weisslicher Fleckchen, am Saum eine dunkle 
Doppellinie, wovon die innere breiter schattiert ist, im Analteil ein kleiner augenartiger Fleck. West- 
China: Omeishan, Kweichow. 

nycteis. A. nycteis Men. (51c) ist weniger schlank als die vorige, aber sehr verschieden von dieser, auf der 

Oberseite gewissen Arten der Gattung Athyma ähnlich, namentlich auch mit einem längs der .Mediana hin- 
ziehenden weissen Längsstrahl in der Vtlglzelle. Unterseite violettbraun mit den teilweise verbreiterten 
Zeichnungen der Oberseite in weisser, fast perlmutterartig glänzender Färbung, im Basalfeld des Htlgls liegt 
vorn ein langer gekrümmter weisser Fleck, zwischen der Mittelbinde und der submarginalen Fleckreihe 
verlauf! in der dunklen Grundfarbe eine Reihe bläulichweisser Flecke. ? grösser, dem cf ähnlich, selten 
mit einer Reihe rotbrauner Flecke nahe dem Aussenrd des Htlgls. Rp dunkelgrün, seitlich mit hellen 
Schrägstrichen, nacktschneckenförmig, auf den Segmenten 6 — 12 .stehen je 2 bedornte Zapfen, diejenigen 
auf dem 6., 8. und 11. Ringe länger und dicker als die übrigen, am Leibesende mit 2 langen spitzen Fort- 
sätzen. Auf dem Kopf 2 lange bedornte Hörner, die am Ende in je 2 nach vorn gerichtete rundliche 
Knöpfe auslaufen. Kopf und Rücken der Rp ist mit einzelnen kurzen Dörnchen besetzt, welche an den 
Seiten des Kopfes am längsten sind und am dichtesten stehen. Die unterhalb der Luftlöcher gelegenen 
Körperteile mit feinen gelblichen Härchen bekleidet. Bauchseite heller als der Rücken. Im Juni auf Ulme. 
Länge der erwachsenen Rp 52 mm. Pp weisslichgrün wie diejenige von Hin und iris, aber auf der scharf- 
kantigen Rückenseite des Hlbs eine Reihe stumpfer Höcker (nach GeÄser). ■ Eine anscheinend seltene 
cassiope. Form dieser Art ist ab. cassiope Men. (51c), bei welcher die weissen Flecke im Mittelfelde des Vflgls 
derart vergrössert sind, dass sie eine fast zusammenhängende breite, stark gekrümmte Binde bilden: auch 
die Mittellmide des Htlgls ist wesentlich verbreitert. Amurgebiet, Ussuri, Sutschan, Korea. 

leedüi. .1. chevana Moore von Nord-Indien wird in China von der Unterart leechii Moore (= chevana Lenin 

(51b) vertreten. Sie ist von breiterem Flügelschnitt als die vorige Art, in der Zeichnung dieser aber 
ähnlich. Die (»beiseite ist dunkler als bei der typischen Unterart, im Discus bei gewisser Beleuchtung tief- 
blau glänzend, alle Zeichnungen schmäler und reiner weiss. Die L'nterseite erinnert mit ihrer glänzend 
weisslichblauen Grundfarbe an .1. anibica und ähnelt in der Zeichnung der folgenden Art. Beim ? fehlt der 
Blauschiller, die Zeichnungen sind breiter und bleichgelb. West-China: Mupin; Zentral -China: Ghangyang. 

sdiremtii. A. schrenckii Men. (51b). * »beiseile schwarzbraun. Zeichnung des Vflgls weiss, ein Fleck am Hrd 

bläulich, vorn durch einen rostroten Doppeltleck mit der weissen Discalzeichnung verbunden. Im Htlgl eine 
sehr breite weisse Querbinde, die allseitig durch blauschillernde Bestäubung begrenzt wird, am Aussenrd 
eine Reihe bläulichweisser, nach hinten zu undeutlicher Flecke. Die dunkle Fläche beider Flügel bei ge- 
wisser Beleuchtung mit blauem Schiller. $ grösser, Grundfarbe matter, grünlich angeflogen, dem Hrd des 
Vflgls an Stelle des I iläulicheii Fleckes eine bräunliche verkürzte Binde aufsitzend. Die Unterseite des 
Htlgls in beiden Geschlechtern hellblau mit Silberglanz und einer olivenbraunen, schwarz gesäumten (hier- 
binde und braunem Saum. Rp blassgrün, auf Ostrya, im Habitus ähnlich einer sehr grossen i/in-\l\) und 
fast wie die von nycteis gebildet: auf dem Rücken der Segmente 5, 7 und 10 je 2 warzenartige Erhöhungen, 
die je ein kleines Häkchen tragen, am Körperende 2 dünne Gabelspitzen, länger als bei europäischen 
Apatura -Arten. Pp auf der Oberseite des Blattes befestigt, in Form und Färbung wie bei den verwandten 
Arten mach Ki'ui. und Geäsee). Amurgebiet. Ussuri, Korea. 

subalba. A. subalba Pouj. (51c) steht etwas abseits von der Reihe verwandter Arten und erinnert sehr an 

eine Helcyr'a. (»beiseite einfarbig schwarzbraun mit etlichen trübweissen Flecken, die Unterseite silberweiss, 
leicht bläulich getönt mit einem bräunlichen Fleck im Hinterwinkel des Vflgls, die weissen Flecke der 



Ausgegeben 15. VI. 08. DILIPA ; SEPHlSA. Von H. Stichel. 166 

Oberseite leicht durchscheinend. ¥ wie das cf, etwas breiter und stumpfer im Flügelschnitt. Bei einigen 
Exemplaren beider Geschlechter fehlen die Flecke am Vrd des Hflgls oder sind sehr undeutlich, bei einem 
bekannten Stück erscheint auf der Unterseite im Analwinkel des Hflgls ein grosser Fleck in Gestalt eines C, 
der aussen schwarzlinig angelegt ist, und über diesem ein schwärzlicher Fleck im hinteren Medianzwischen- 
raum (nach Leech). West -China, Juni -August; Zentral -China, Mai -Juli. 

2. Gattung: IHlipn Moore. 

Die Arten dieser Gattung sind habituell gewissen Vertretern der Gattung Apatura (fulva) ähnlich. 
Hiervon unterscheidet sich Dilipa hauptsächlich dadurch, dass die Zelle auf Vflgl und Hflgl durch eine 
deutliche hintere Discocellularis geschlossen ist. Weitere Merkmale: Augen behaart, der 2. Subcostalast 
des Vflgls entspringt in beträchtlicher Entfernung nach dem Zellende, Präcostalis des Hflgls gegabelt. 
Palpen und Antennen wie bei Apatura, Rp schneckenartig mit 4 kurzen Rückenzapfen, Kopf mit 2 Hörnern. 
Pp hängend, gekielt, Kopf mit 2 Fortsätzen. 

D. fenestra Leech (d* — Apatura chrysus Oberth.) (51c) ist. eine eigenartige Species von vorwiegend fenestra. 
rotbrauner Grundfarbe, beim cf der Vtlgl mit schwärzlich bestäubtem Wurzelfeld, einer breiten schwarzen 
Schrägbinde vom Vrd bis zum mittleren Medianast, hinter dieser ein runder Fleck wie beim ¥, sodann ein 
länglicher Fleck im Hinterwinkel, Aussenrd schwarz gesäumt, vorn 2 durchscheinende Subapicaltlecke. Hflgl 
schwarz gesäumt, mit einer aus 6 schwarzen Flecken zusammengesetzten Mittelbinde, Wurzelfeld und Hrd- 
teil grau, schwarz bepudert. Unterseite wie beim ¥, Grundfarbe des Vflgls mehr gelb. West-China: Omei- 
shan, Lufang. Im Juli, sehr selten. — Die zweite bekannte, aber wesentlich verschiedene Art dieser Gattung, 
D. morgiana Westw., bewohnt die Gebirge Nord -Indiens und streift nur im Nordwesten (Kaschmir) das 
paläarktische Gebiet. Über die biologischen Verhältnisse ist nichts bekannt. 

3. Gattung: Sephisa Moore. 

Im allgemeinen Habitus ebenfalls gewissen Vertretern der Gattung Apatura (laverna) ähnlich: Augen 
nackt, Fhlr lang mit deutlicher Keule, Palpen aufrecht, dicht mit Schuppen bekleidet, Thorax robust, 
Abdomen verhältnismässig klein. Vtlgl am Aussenrd hinter dem Apex stumpf geeckt. Costaiis hinter der 
Mitte des Vrds auslaufend, Subcostalis 4 ästig, 3 Äste jenseits des Zellendes. Zelle beider Flügel offen, 
Präcostalis des Hflgls einfach, nach aussen gekrümmt. -- Rp schneckenartig, mit körnigen Lappen, Kopf 
mit Hörnern, Leibesende mit 2 Fortsätzen. 

S. dichroa Koll. (56a). Oberseite rütlichbraun mit schwarzen Zeichnungen, auf der Unterseite der dichroa. 
Vtlgl ähnlich, stellenweise weisslich und weisslichblau bestäubt, Htlgl fast ganz weisslich mit etlichen gelb- 
lichen Wischen, einer Reihe schwärzlicher Flecke im Aussenteil und submarginaler Wellenlinie. ? etwas 
grösser, Flügelschnitt etwas plumper, auf der Oberseite ohne wesentliche Unterschiede, unten die Grund- 
fläche des Vflgls reicher weisslich, im Htlgl die schwärzlichen Flecke zu einer Mondlleckenbinde ausgebildet, 
im ganzen etwas trüber im Farbton. - - Rp grün, nacktschneckenfönnig, mit 2 spitzen Analfortsätzen, Haut 
gerunzelt und chagriniert , auf dem 8. und 11. Segment je 2 kleine körnige, lappenartige Erhöhungen, die 
vorderen Segmente mit 2 gelblichen Rückenlinien, auf den hinteren Segmenten schräge Striche in gleicher 
Farbe, zwischen den Rückenzapfen ein roter Fleck. Der Kopf mit 2 ockergelb gefärbten verzweigten 
Hörnern. Sie lebt an einer Eichenart (Quercus incana), sitzt auf ihr ( Hierseite des Blattes in der Richtung 
der Mittelrippe auf einem Spinnpolster, den Kopf gegen den Stiel gerichtet und niedergedrückt, so dass die 
Hörner in der Verlängerung des Körpers liegen. Verpuppung erfolgt im Mai ; der Falter erscheint Anfang 
Juni, er liebt reife Früchte, man findet ihn in offenen Waldungen auf dem Geäst hoher Sträucher ruhend, 
rasch auffliegend und zu demselben Fleck zurückkehrend (Moore, Lang). West-Himalaya, in Kaschmir bis 
in das paläarktische Gebiet (Chumba-Berge) vordringend. — princeps Fixsen (= cauta Leech) (56 b) ist ein princeps. 
nördlicher Vertreter der Art mit etwas reduzierter schwarzer Zeichnung, die submarginalen und subapicalen 
Flecke des Vflgls braun anstatt weiss. Korea, China, Changyang, Omeishan. — Neben typisch (wie cf) 
gefärbten $? erscheinen in China Exemplare, bei denen fast alle bräunlichen Stellen weiss verfärbt sind, 
diese Form heisst ab. albiinacula Leech (56b), sie ist sonst in Anlage der Flecke und in der Gestalt mit albimacula. 
der Hauptform des ? übereinstimmend. — Chandra Möwe (56 a) zeichnet sich dadurch aus, dass die rötlich- diandra. 
braune Grundfarbe des Vflgls bis auf einige Flecke in der Wurzelhälfte verdrängt ist, ausserdem ist die 
schräg liegende Fleckenbinde im Aussenteil rein weiss, der Hflgl zeigt ausser einem schwarzen Zellfleck 
keine wesentlichen Verschiedenheiten gegen dichroa. Es ist zweifelhaft, ob Chandra Artrechte besitzt, sie 
wird hier der Vollständigkeit wegen aufgeführt, obgleich sie in das paläarktische Gebiet nicht vorzudringen 
scheint, das ¥ erscheint in mehreren Formen, deren Behandlung für den Exotenteil vorbehalten bleibt; die 
eigentliche Heimat der Form ist Nepal und Sikkim, im Osten verbreitet sie sich bis Ober-Siam. 

I 21 



166 



THALEROPIS; SASAKIA. Von II. Stk 



I. Gattung: Tlmleropis Stgr. 

Im Habitus der vorigen Gattung ähnlich, nur kleiner. Augen behaart, Palpen lang, dicht beschuppt 
und behaart, den Kopf überragend; Fhlr lang, am Ende keulenförmig verdickt. Vflgl in der Gestalt 
ähnlich der Gattung Apatura, Aussenrd hinter dem Apex stumpf gewinkelt. Subcostalis fünfästig, nur ein 
Ast vor dem Zellende. Zelle geschlossen. Hflgl dreieckig, Vrd abgerundet, Hinterwinke] eckig vortretend: 
Präcostalis gegabelt, Zelle geschlossen. - Rpn glatt, nacktschneckenartig mit Kopfhörnern und Schwanz- 
gabel. — -Nur eine paläarktische Art : 

T. ionia /•>. i Apatura ammonia W.-Schäff.) (56a). Oberseite rötlich ockerfarben mit schwarzen 
Zeichnungen und weissen Subapicalflecken. Unterseite gelblich und weisslich getönt, im Vflgl die Zeich- 
nungen der Oberseite teilweise schwach ausgeprägt, teilweise durch schwarze Flecke ersetzt: Hflgl mit 
brauner Querbinde in der .Mitte. ? etwas grösser, Flügel breiter, Grundfarbe heller, sonst wie das <?. Im 
April. Mai. und wieder von Ende Juni bis September, sehr gemein, selbst in den Dorfstrassen. Rp grün mit 
sehr dickem, m der Jugend schwarzem Kopfe, dessen Stirnhöcker in zu ei nach hinten gekrümmten Zapfen 
endigen. Sie lebt im Juli und wieder im Herbst am Zürgelbaum zwischen zusammengesponnenen Blattern. 
I']) ähnlich derjenigen von Apatura, aber mit abgestumpftem Kopfende. Nördliches Kleinasien, Taurus, Kurdistan, 



Armenien. 



Die Schmetterlinge erinnern im Flug an Exemplare der gleichzeitig fliegenden Polygonia egea. 



diaronda 



5. Gattung: Sasakia Moore. 

Klüftig gebaute, grosse Falter, das d" des typischen Vertreters mit prächtigem Blauglanz auf den 
Flügeln. Augen gross, unbehaart; Palpen dicht beschupp! und behaart, den Kopf etwas überragend; Fhlr 
stark, etwa von halber Flügellänge, am Ende etwas verdickt. Vflgl rechtwinklig dreieckig, Apex spitz. 
Subcostalis fünfästig, zwei Äste vor dem Zellende oder der zweite unmittelbar von der vorderen Zellecke 
ausgehend. Vordere Discocellularader verkümmert, Zelle offen. Htlgl fast eiförmig, Vrd etwas abgeflacht, 
Apex abgerundet, Hinterwinke] eckig abgesetzt. Präcostalis gegabelt, Zelle offen. 

l'p des typischen Vertreters dick und plump im Apaturiden-Charakler, ein umstand, der zu dem 
Schluss berechtigt, dass auch die Rp analoge Struktur zeigt. Lebhafte, sonnenliebende Schmetterlinge, 
deren Gebahren und Lebensweise, soweit bekannt, lebhaft an die europäischen Apaturiden erinnert. 

Die hierher gehörigen Arten waren bislang bei der Gattung Euripus untergebracht. Da die Vertreter 
dieser aber in habitueller, morphologischer und biologischer Hinsicht (Rp mit behaarten Warzen) ganz andere 
Eigenschaften haben, wird der von F. Moore erfolgten Abtrennung zugestimmt. 

S. charonda Hew. (51 d). d" mit lebhaftem Blauschiller, nur der Apicalteil des Vilgls und das Aussen- 
feld des Hflgls schwarz. Unterseite des Hflgls grünlich mit rotem Analfleck und weisslichen, undeutlichen 
Flecken. S? bedeutend grösser, sie erscheinen in zwei Formen, die häutigere stumpf schwarzbraun, ohne 
Spur von Schiller, mil gelblichen Flecken, die andere leicht blauschillernd mit vorwiegend weissen Flecken, 
splendens. sie mag als forma splendens Stich, bezeichnet werden. Das Männchen dieser Art ist ein streitbarer Kämpe, 
dessen Gewohnheiten von I'hyik wie folgt geschildert werden: Furchtlos thront er in dem Gipfel eines 
hohen Baumes, von dem er auf jeglichen sich nähernden Vogel oder auf vorbeifliegende Insekten einen Ausfall 
macht, diese angreift und nicht eher ruht, bis er den Eindringling fortgejagt hat. Die einzige Möglichkeit, ihn 
zu fangen, besteht darin, dass man ihn an einer von Bohrlarven bewohnten Liehe oder Kastanie findet, deren aus- 
tliessender Saft eine besondere Anziehungskraft für ihn hat. Jeder Falter hat seinen begünstigten Bauin. 
zu welchem er herunterkommt, um den Saft zu saugen: alle anderen Insekten, welche ein gleiches Gelüst 
verspüren, werden heftig bekämpft. An einem solchen Baum bemerkt man ihn oft in Gesellschaft von 2 oder 
3 enormen Hornissen oder einem Haufen der Satyride Lethe sicelis, Hirschkäfern oder anderen Celeopteren, 
welche er mit den Flügeln solange bearbeitet, bis seine Herrscherrechte respektiert werden. Verfehlt man 
ihn beim Fange, so ist Geduld nötig; nach Verlauf einer Stunde etwa kehrt er wieder zurück. Die Pp ist 
gross und plump, schön grün gefärbt. So oft Peter auch che Rpn aus Eiern erzog, es ist ihm nicht ge- 
glückt, die Futterpflanze ausfindig zu machen. Flugzeit: Juli. Japan: Yokohama, Yamato, Kaga etc. — 
coreana. coreana Leech (52a) ist eine unbedeutend veränderte Form, die auf der Oberseite etwas vergrösserte Flecke, 
namentlich im Hflgl, trägt und unten auf dem Hflgl eine markante braune Zeichnungsanlage aufweist. Korea. 
Die Form lebt in Wäldern, hält sich, wie die vorige, in den Wipfeln hoher Bäume auf und ist schwer zu 
fangen. Korea; Zentral-« Unna (Changyang); West-China (Mupin), Juli. 
funebris. S. funebris Leech (52a) ist eine Art von gleicher Gestalt, aber vermöge der schwarzen Färbung der 

Flügel sehr abweichend. Vflgl mit einem roten, etwas schwärzlich bestreuten Fleck an der Wurzel, 
Aussenhälfte beider Flügel zwischen den Adern mit langen weisslichen Streifen, welche im Vtlgl je paarig 
bogenförmig zusammenfliessen und auf der Unterseite verstärkt sind. Sehr seltene Art, deren ? unbekannt 
genestieri. ist, aus West-China: ( »meishan, Tatongkiao, Tientsin. im Juli. — genestieri Oberth. aus Lutsekiang unterscheidet 
sich von der typischen Form dadurch, dass im Htlgl beiderseits die Streifen zwischen den Adern in der 
Weise wie im Vtlgl paarweise bogenförmig vereinigt und reiner weiss sind. Der rote Basalfleck des Vtlgls 
ist lebhafter und ebenfalls reiner in der Farbe. 



DIAGORA; DICHORRAGIA. Von H. Stichel. 167 

6. Gattung: Diagora Snett. 

In morphologischer Beziehung hat diese Gattung viel Ähnlichkeit mit Sasakia, indessen zweigt sich 
Ast 2 der Subcostalis in kürzerer oder massig längerer Entfernung jenseits der vorderen Zellecke ab. In 
der Flügelform stimmen die beiden Genera auch ziemlich überein, weichen aber sehr in Färbung und Zeich- 
nung ab. Die Vertreter von Diagora sind von heller, weisslicher oder grünlicher Grundfarbe mit schwärz- 
lichen Streifen längs der Adern und Fleckbildung, namentlich im Aussenteil des Vflgls. Die Falter haben 
viel Ähnlichkeit mit gewissen Danaiden und mit Hestina, sind aber von dieser sowohl in morphologischer 
Hinsicht, als auch in den Entwicklungsstadien und in der Lebensweise recht verschieden ; in dieser gleichen 
sie, soweit bekannt, den Apaturiden. Durch die Sonderstellung der nachbehandelten Arten wird zugleich 
der Unsicherheit, mit welcher dieselben eben wegen ihrer habituellen Ähnlichkeit bisher bei den Gattungen 
Euripus und Hestina eingereiht waren, ein Ziel gesetzt, in ähnlicher Weise, wie es F. Moore für seine Gat- 
tung Parhestina angestrebt hat. Dieser Autor verwarf aber unrechtmässiger Weise den prioritätsberechtigten 
Namen Diagora wegen vermeintlicher Tautonomie und anderweitiger Benutzung im Tierreich.*) 

Die Rp der Gattung, soweit bekannt, hat den allgemeinen Apaturiden-Charakter : schneckenförmig, 
nackt, mit 2 Kopf hörnern. Die Falter umkreisen die Baumkronen und saugen am ausfliessenden Saft der 
Bäume (D. japonica). 

D. subviridis Leech. (60b) ist vermutlich eine Unterart von persimilis Westw., deren typischer Ver- subviridis. 
treter im Himalaya wohnt. Von diesem unterscheidet sich subviridis nur durch vergrösserte weisslichgrüne 
Fleck- und Strichbildung, die Unterseite ist grünlich getönt. — Noch weiter vorgeschritten sind die hellen Flächen 
bei yankowskyi Sm.-Kirb. aus Wychang, eine Form, die nur als unbedeutende Aberration betrachtet werden yankowskyi. 
kann. Die Aufhellung erstreckt sich namentlich auf den Hflgl, in welchem, abgesehen von dem Saumfelde, 
nur die Adern dunkel angelegt sind; besonders hell ist auch die Unterseite gehalten, an der Wurzel des 
Hflgls erscheint etwas gelbliche Färbung. — Im gleichen Fluggebiet der Hauptform kommen Exemplare 
vor, die auf der Oberseite reichlicher schwarz gezeichnet sind; die grünlich-weissen Flecke sind schärfer 
begrenzt, auf der Unterseite des Vflgls die Zeichnung der oberen besser markiert, Hflgl grünlichweiss mit 
einem grossen schwärzlichen Fleck am Vrde und mit deutlicheren dunkleren Zeichnungen im Saumfelde. 
Diese Form ist mit ab. intermedia Leech zu bezeichnen. West-China: Mupin, Wassukow, Tatsienlu, im intermedia. 
Juni, Juli. — Einzelne Stücke ähneln wiederum der Form aus dem westlichen Himalaya, zella Htlr., wieder 
andere bilden Übergänge zu chinensis Leech (56 c). Bei dieser ist die Grundfarbe weiss, durch die schwarze diinensis. 
Zeichnung zu scharf begrenzten Flecken und Streifen eingeschränkt, auf der Unterseite des Hflgls liegt ein gelber 
Basameck und gleichgefärbter Streif am Vrde und Hrde. Mupin, Washan. -- japonica Fldr. (= Diadema japonica. 
diagoras Hew.) (56 b, c) ist der vorigen Form sehr ähnlich, meist etwas grösser, die Streifen und Flecke 
leicht gelblich getönt, die dunkle Zeichnung auf der Unterseite eingeschränkt und verwaschen. — Eine in 
dieser Richtung extrem ausgebüdete Form, die neben jener fliegt, ist ab. australis Leech (56c). Hier ist australis. 
auf der Oberseite die helle Färbung stark verbreitert, auf der Unterseite herrscht ein gelbliches Weiss vor; 
in beiden Geschlechtern, namentlich aber als ? auftretend. Verbreitet in Japan, in 2 Generationen. Alan 
sieht den Falter oft um die Kronen von Bäumen, namentlich Celtis, fliegend und, wie S. charonda, den aus 
Insektenbohrlöchern tliessenden Saft saugend. Die Rp ist grün, von Gestalt wie die der Apaturen, mit 
2 starken Hörnern auf dem Kopf; sie überwintert an Baunizweigen und verfärbt sich dabei grau wie die Rinde. 

D. viridis Leech (60a) ist eine grössere, helle Form, mit sehr ähnlichen Zeichnungsanlagen, welche viridis. 
wiederum in abhängiger Verwandtschaft von mena Moore steht, deren Heimat nicht bekannt, wohl aber auch 
im Himalaya zu suchen ist. Die Grundfarbe von viridis ist bleichgrün, die Zeichnung besteht aus schwärz- 
lichen Streifen, die sich im Vtlgl aussen zu einer breiten dunklen Fläche mit hellen Flecken verbreiten. 
Auf der Hflglunterseite ist die Wurzel und ein Streif am Vrd und Hrd gelb und die dunklen Teile der 
Oberseite sind schwach und verwaschen angedeutet. Das ? ist ähnlich, die hellen Stellen sind auf Kosten 
der dunklen Zeichnung verbreitert. Zentral-China : Changyang, im Juni, Juli. — nigrivena Leech (60b), nigrivena. 
welche mit der vorigen durch Zwischenformen verbunden ist (Leech), zeigt vermehrte helle Flecke im 
dunklen Saumfelde des Vflgls, der Hflgl ist an den Medianadern etwas eingebuchtet und vor einer Reihe 
dunkler submarginaler Flecke sind schwache Spuren rötlicher Ring- oder Mondflecke bemerkbar. Auf der 
Unterseite des Hflgls fehlt die gelbe Färbung an der Wurzel und dem Hrd. West-China: Mupin, Washan, 
Chiatingfu. Zentral-China neben der vorigen. Nach Walker ist die Rp schneckenartig, glatt, von grüner 
Farbe, auf dem Kopf mit zwei verzweigten Hörnern bewehrt. 

7. Gattung: Dichorragia Btlr. 

Kräftig gebaute Schmetterlinge. Kopf gross, Augen| nackt, Palpen vorstehend, den Kopf nicht 
überragend, Fhlr kräftig, von etwa 2 /3 der Flügellänge, gegen das Ende keulenförmig verdickt. Vflgl 

*) Abgesehen davon, dass Tautonomie (wörtliche Übereinstimmung des Gattungs- und Artnamens) kein Grund zur 
Verwerfung eines der gleichklingenden Worte ist, lautet der betreffende (synonyme) Name diagoras; gleichlautend ist die Be- 
zeichnung einer Orthopteren - Gattung : Diagoras Stäl. Der Anwendung des Genus -Namens Diagora Snellen steht daher nichts 
im Wege. 



168 HELCYRA. Von H. Stkiii .... 

rechtwinklig dreieckig. Apex spitz geeckt, Subcostalis fünfästig, zwei Aste vor dem Zellende abgezweigt 
Zelle beider Flügel geschlossen. Illlgl dreieckig mit gekrümmten Seiten, Präcostalis gerade aufsteigend, am 
Ende nach aussen gekrümmt. Zelle lang, etwa von halber Flügellänge. Oberseite der Flügel schwarz, 
grün angeflogen mit weissen und grünlichen Flecken und Wischen, am Flügelrande eine weissliche Zickzack- 
linie. Die Falter sind starke Flieger, setzen sich gern auf Waldwege und ruhen mit halbaufgeschlagenen 
Flügeln. Entwicklungsstände unbekannt. 

nesimadius. D. nestmachus Bsd. (60b). Oberseite schwarzgrün, die Vflgl mit schwarzen Tupfen und schmalem 

schwarzem Saum, im übrigen weisse und grünliche Flecke auf der ganzen Fläche verteilt und eine aus 
grauen Wischflecken bestehende verkürzte schräge Costalbinde unweit des Zellendes, ferner mit einer Reihe 
weisser Submarginalpunkte, weissen Bogenstrichen im Saumfelde beider Flügel und im lltlgl mit einer Reihe 
schwarzer Flecke im Saumfelde und einer geschweiften Weihe bläulichgrüner [lecke im Discus; im Apical- 
teil ein grösserer weisser Fleck. Saum des Hflgls zackig gewellt. ? etwas grösser, die Flecke ausgedehnter. 
Grundfarbe weniger dunkel. Die Falter gleichen im Gebabren den übrigen Apaturiden, sie besitzen einen 
heftigen Flug, haben die Gewohnheit, auf ihren Ruheplatz zurückzukehren, selbst wenn sie mehrere Male 
gestört werden, und pflegen sich mit halbausgebreiteten Flügeln auf Waldwege zu setzen. Die typische 
I nterart ist verbreitet in Nord-Indien, in Assam, Burma, Tenasserim, auf der malayischen Halbinsel, in 
Sumatra, Java, Borneo und den Philippinen, sie streift im Himalaya das paläarktische Gebiet und wird der 
Vollständigkeil wegen hier mit aufgeführt. — In West-China erscheint eine der typischen sehr ähnliche Form, die 
nesseus. aber bedeutend weniger stark gefleckt ist und nesseus Gr.-Smith heisst. Die Flügeloberseite ist dunkel grau- 
grün, in der Zelle des Vflgls stehen 3 schwarze längliche Flecke, das Saumfeld ist mit spitzbogenförmiger 
Abgrenzung heller getönt, zwischen den Adern stehen lange weisse und weissliche Doppel-Spitzbogen, von 
denen die äusseren schwarz ausgefüllt sind, die Füllung hängt mit dem schmal schwarzen Saum zusammen. 
Der Hflgl ist dunkler, vorn leicht violett scheinend, die Adern strahlenartig schwarz angelegt, am Saum 
liegen grosse schwarze Keilflecke, im vorderen Teil weisse Doppelwinkel. Unterseite braun, in der Zelle 
des Vflgls zwei bläulichweisse Quermakeln, im mittleren Teil eine Anzahl weisser und weisslicher Flecke, 
im Saumfeld lange weisse doppelte Spitzbogen. Hflgl im äusseren Feld aufgehellt, dieser Teil gegen das 
Wurzelfeld durch eine Reihe schwärzlicher Mondflecke abgegrenzt, etliche bläuliche Punkte im Wurzel-« und 
Discalteil, am Saume schwärzliche Pfeilflecke mit bläulichweisser Begrenzung. Nord- und West-China: 
nesiotes. Omeishan, Tatsienlu. — Eine weitere Lokalrasse bewohnt Japan, es ist dies nesiotes Frühst. (60b), mit 
reiner und breiter weissen Flecken und Punkten auf der Oberseite. Die Zeichnungen sind im übrigen ver- 
kürzt, besonders die subapicalen Wischflecke des Vflgls. Im Htlgl sind die schwarzen Flecke des Saum- 
feldes sehr deutlich, die übrigen grünlichen Flecke aber nur frühe und verschwommen aufgetragen, teilweise 
ganz ausgelöscht. Zentral- Japan: Nikko, Tosa, Niigata, mehr im Gebirge, Juni bis Juli. 

8. Gattung: Helcyra Fldr. 

Habituell der Gattung Eriboea ähnlich, aber ohne Schwanzbildung am Hflgl. Kopf breit, Augen 
gross, nackt; Palpen dicht beschuppt, den Kopf wenig überragend, Fhlr schlank, am Ende flach kolbig 
(elliptisch) verdickt. Vflgl rechtwinklig dreieckig, Apex spitz. Subcostalis fünfästig, Ast 1 beträchtlich vor 
dem Zellende, Ast 2 alsbald nach diesem abgezweigt, Miniere Discocellularader verkümmert, Zelle offen, 
lltlgl nahezu eiförmig, der Äussernd stark gewellt; Präcostalis einfach, nach aussen gekrümmt, Zelle offen. 

Ober Entwicklungsgeschichte und Lebensweise fehlen nähere Angaben.. 

Im paläarktischen Gebiet nur eine Form: 

superba. H. superba Leech (52b), welche als nördliche Vertreterin von Itemina Hew. zu betrachten ist, deren 

typische Unterart Indien bewohnt. < (berseite weiss mit Seidenglanz, Apicalfeld schwarz mit zwei weissen Flecken, 
Hflgl mit scharfer submarginaler Zickzacklinie. Auf der Unterseite die Zeichnung der oberen schwach durchscheinend, 
Hflgl mit einer Querreihe von schwarzen Halbmonden und zwei orangefarbenen, schwärzlich umzogenen Flecken. 
Mitunter tritt ein solcher Fleck im mittleren Medianzwischenraum des Vflgls auf. ? ohne Abweichungen, nur 
grösser. Nicht selten im Juli bei Chiakuho (West-China), vereinzelt in der Provinz Kweishow und bei Mupin. 

b. Gruppe Charaxidi. 

Grosse, selten. nur mittelgrosse, sehr kräftige Faller mit harten, starren Flügeln. Kopf gross, breit, mit 
spitz vorgestreckten Palpen. Fhlr dick, am Ende nur schwach und ganz allmählich verdickt. Thorax sehr gross 
und breit, weit voluminöser als der verhältnismässig kleine Hlb. der nur wie ein Anhang, an der Wurzel durch zwei seitliche 
Haarbürsten des Thorax verdeckt, sich an letzteren anfügt, hie Flügel sehr breit, starkrippig, der Aussenrd der Vfl bei 
den cTd" konkav ausgeschnitten; die Illlgl am bände gezackt, häufig mit zwei Spitzen. -- Die Rp mit chagrinartig 
raulier Oberfläche und vier Hörner tragendem , ziemlich grossem Kopf. Sie leben oft an sehr hartblättrigen Laub- 
pflanzen und wachsen ziemlich schnell. Die I'p kurz, einer Heere ähnlich. --- Die Schmetterringe saugen mit Vorliebe 
den ausfliessenden Safl verwundeter Hamm' und lassen sich mit faulenden Stoffen ködern, lassen sich zuweilen auch auf 
der schweissbedec Uten Hand oder dem bücken von arbeitenden Menschen nieder, um zu saugen. Die cT<f besetzen 
gewisse hervorragende Zweigenden oder Buschspitzen, zu denen sie stets wieder zurückkehren. Fängt man ein 



ERIBOEA. Von H. Stichel. 169 

Exemplar wen-, so nimmt kurz darauf ein anderes den frei gewordenen Posten ein. Hier sitzt der Falter mir ganz 
oder fast geschlossenen Flügeln, wobei er mit den Hflgln eigentümliche reibende Bewegungen ausführt. Der 
Flug ist äusserst heftig, dabei alier unregelmässig flatternd, nur zuweilen schaukelnd oder segelnd. Die Schmetter- 
linge sind von sein - verschiedener Seltenheit und erscheinen in gemässigten Breiten zweimal, im Vorsommer und im 
Herbst, in den Tropen fliegen manche das ganze Jahr hindurch. Zur Begattung rinden sich die Geschlechter auf 
Berggipfeln und Baumkronen, wo die d"cf lauern, um sich auf die vorüberschiessenden §? zu stürzen. Bei der Copula 
rindet zuweilen längere Vereinigung statt. 

9. Gattung: Eriboea Hbn*) 

Kräftig gebaute Falter. Kopf breit, Augen gross, nackt; Palpen dicht beschuppt, den Kopf über- 
ragend. Fhlr stark, kurz, unter halber Flügellänge, am Ende schwach keulenförmig verdickt. Vflgl 
rechtwinklig dreieckig, Apex ziemlich spitz. Subcostalis fünfästig, Ast 1 und 2 vor dem Zellende, Ast 3 
und 4 kurz hinter ihm abgezweigt, Ast 4 und 5 bilden eine sehr lange Gabel. Vordere Discocellularis sehr 
kurz, Zelle geschlossen. Hflgl verschoben viereckig, Vrd gekrümmt, Aussenrd stark gewellt, am hinteren 
und vorderen Medianast gezipfelt oder geschwänzt, Hrd mit tiefer Leibesfalte. Präcostalis gegabelt, Zelle offen. 

Rp schlank, in Form einer Nacktschnecke, nackt, Kopf mit 4 Hörnern, Leibesende mit zwei Spitzen. 
Pp plump, Kopf breit, abgestutzt. Die Falter sind kräftige, ungestüme Flieger, welche sich gewöhnlich in 
den Bäumen aufhalten, an faulenden tierischen Stoffen, Dünger etc. saugen, und, gleichwie die Apaturiden, 
die Gewohnheit haben, auf ihren Ruheplatz zurückzukehren, wenn sie verscheucht worden sind. 

E. athamas Don. (61 a) Grundfarbe der Flügel grünlich, Vflgl mit mehr oder weniger breitem schwarzen athamas. 
Vorder- und Aussenrdfelde und einem oder mehreren Subapicalilecken, Hflgl am Aussen- und Hrde breit 
schwarz, an jenem eine Reihe gelblicher Fleckchen und weiss] ieher Punkte. Unterseite bleicher, mit silber- 
weisser Beimischung. Die Art erscheint in 2 Generationen und variiert ziemlich stark in den Jahreszeiten. 
Die typische Form athamas erscheint im August bis Dezember, sie besitzt eine verhältnismässig schmale Flügel- 
einfassung, darin ausser dem grösseren noch ein kleinerer Subapicalfleck, die Breite des hellen, binden- 
artigen Mittelfeldes im Vflgl etwa gleich der des dunklen Randteiles, die weisslichen Saumtlecke des Hflgls 
oft sehr klein, die gelben Fleckchen mehr oder weniger deutlich und klar. ? grösser, Flügel breiter, der helle 
Mittelteil beider Flügel verbreitert, Subapicalflecke des Vflgs grösser. Als ab. hamasta Moore (62c) wird hamasta. 
diejenige Form bezeichnet, welche ein verbreitertes helles Mittelfeld beider Flügel besitzt. Sie erscheint im 
Himalaya im März, Flügelform etwas schlanker, das helle .Mittelfeld des Vflgls etwa doppelt so breit wie 
der dunkle Randteil, Wurzel beider Flügel und Hrdfeld des Hflgls bleicher, der innere Subapicalfleck des 
Hflgls gross, der äussere klein oder fehlend. Unterseite bleicher, die dunkle Discalzeichnung mehr 
oder weniger verwaschen oder fehlend. - - Die dritte benannte Form, bharata Fldr,, nimmt eine Mittelstufe bharata. 
ein und fliegt im April bis Juni. Gestalt wie athamas, Hflgl bisweilen etwas mehr dreieckig. Das helle 
Feld des Vflgls um '/* bis l ß breiter als das dunkle Saumfeld, der innere Subapicalfleck des Vflgls sehr 
vergrössert, im Hflgl zieht die äussere Grenze des hellen Feldes etwa durch die Mitte der Biegung des 
vorderen Medianastes. Unterseite bleich, die schwarzen Zeichnungen in der Wurzelhälfte mitunter weniger 
kräftig als bei der Hauptform, der zweite Fleck in der Zelle des Vflgls manchmal fehlend, die postdiscalen 
roten Flecke spärlicher, regelmässiger gebogen. Die Form zeigt aber im allgemeinen sein- unwesentliche 
Verschiedenheiten, die überdies nicht beständig sind. Als weiteres Charakteristikum wird noch angeführt, 
dass das helle Feld auf der Unterseite gelb mit weissem Rande ist. Die Reduktion der roten Flecke der 
Unterseite wird als wesentlichstes Merkmal bezeichnet (Rothschild-Jordan). -- Die Rp der Art ist schlank, 
nacktschneckenförmig, dunkelgrün, der Kopf mit 4 divergierenden , gekrümmten, spitzen Hörnern, Anal- 
segment des Körpers in zwei Spitzen gespalten. An der Stile des Körpers liegen gelbe Schrägstreifen, 
darunter eine Reihe weisser Flecke. Pp dick, oval-zylindrisch, grün, weiss gemischt, Rücken und Brust konvex, 
Kopf breit, geeckt, abgestumpft : im Juni bis Oktober an Leguminosae: Poinciana regia Boj., Gaesalpinia 
mimosioides Lam., Acacia pennata Willd., Albizzia lebbek Benth., Adenanthera pavonica und Grewia (Ti- 
liaceae), frisst des Nachts. Verbreitet: Nord-Indien, Kaschmir, Süd-China, N.W.-Indien bis Siam und Burma, 
Cliin-Gebirge, Shan-Staaten, auch Malacca, Tongking. Ausserdem in mehreren Inselrassen bekannt, deren 
Behandlung dem Exotenteil vorbehalten ist. 

E. rothschildi Leech (52 c) ist der chinesische Vertreter von /•.'. eudamippus DM. aus Indien. Oberseite rothschildi. 
gelblichgrün, Vflgl mit schwarzbraunem Wurzel-, Vorder- und Aussenrdfeld. etlichen Flecken im Costal- 
felde und einer Doppelreihe von Flecken im Aussenteil. Htlgl mit dunkler Submarginalbinde, an welcher 



*) Der von F. Moore eingeführte (Jattungsname Eulepis ist zu verwerfen, weil er erstmalig durch Billberg (1820) als 
Teil-Einheit von Nymphidium Fab., einer Gattung der „Zephy rüden" {— Lycaeniden und Lemoniiden) angewendet worden 
ist und deshalb die als einziger Vertreter aufgeführte E. athamas (nomen nudum!) nicht identisch mit athamas Dm. sein kann. 
Durch die einmalige Anwendung in der zoologischen Nomenklatur ist der Wiedergebraueh des Wortes als Gattungsbezeichnung 
unzulässig. An seine Stelle tritt Eriboea Hbn. (1816) mit dem Typus athamas Vru. Die Typus-Bestimmungen von Scudder 
(1875: etheocles Cr.) und von Rothschild-Jordan (1898: brutus Cr.) sind ungültig, weil beide Arten der Gattung Charaxes s. str. 
angehören. 



170 



ERIBOEA; GHARAXES. Von H. Stichel. 



aussen eine Reihe bläulichweisser Flecke liegt. Unterseite silberweiss mit schmalen gelben Bändern, unter- 
scheide sich von der typischen Form hauptsächlich durch grössere Fleckt- im Vflgl, kleinere Randflecke im 
Hflg] und breitere Marginallinie, auf der Unterseite sind die Binden von dunklerer Farbe. ? dem cf ähnlich, 
die dunklen Teile weniger intensiv, das helle Mittelfeld des Vflgls breiter, im Hflg] weniger Schwarzbraun 
an der Wurzel, die vorderen Randflecke bleicher, weniger bläulich getönt Zentral- und West-China im 
Juli, August. 

dolon - E. dolon Westw. (61a) is1 eine ähnliche Ar! von gelblichweisser Grundfarbemil Leicht grünüchem Ton, 

auf deiii Vflgl der Vrd schmal, Apex breit, Äussernd wieder sei der schwarz, mit einer Reihe von weiss- 

Lichen flecken nahe der inneren Grenze des dunklen Aussenteiles und einem schwarzen Zellabschluss. Hflg] 
mit schwarzbrauner Subraarginalbinde, eine Reihe bläulichweisser Flecke einschliessend. Unterseite glänzend 
weiss mit leicht grünlichem Ton. im Vflg] ein Streif über den Zellschluss und ein schräger Streifen im 
Aussenfeld von der Costa zum Hinterwinke] braun, zum Teil schwarz gerandet. Hflg] mit einer nach aussen 
schwarz gerandeten Querbinde, der uach aussen eine weitere wellige und am Rande eine dritte Binde folgt, 
Sämtlich braun. In der mittleren der :S Binden und zwischen dieser und der Kandbinde je eine Reihe schwarzer 
Flecke. Nordwest-Himalaya, Kaschmir, bis etwa 2400 m, April, Mai. Im zentralen Teil des Himalaya (Sikkim, 
Nepal etc.) flieg! eine leicht differenzierte Form, die als /.. dolon centralis Eothsch. abgetrennt ist." 

/" ,s " / ""'"' s - E. posidonius Leech (= clitiphon Oberth.) (52d), ebenfalls gelblichweiss mit schwarzbraunem Vorder- 

und Aussenrdfelde des Hflgls, in letzterem eine Reihe lieber Submargmalflecke, vorn ein grösserer Subapical- 
und kleinerer ( Jostalfleck : Hflg] mit dunkler, aussen gezackter Submar-inalbinde, im Analwinkel gelbe, auf 
den Schwänzen blaue Bestäubung. Unterseite grünlich mit braunen Binden eigener Anordnung und grau- 
violettem, braun und ockerfarben begrenztem Saum. Als morphologische Eigentümlichkeit ist eine gegen 
die verwandten Arten verlängerte Vflglzelle zu erwähnen (Rothschild- Joedan). West-China: Xitu. Mai; 
Wasinkow, Juni; Tseku. 

"<"'<'<"'"• E. narcaea Hetv. (52d). Oberseite grünlich mit eigener schwarzbrauner Rindenzeichnung, welche im 

Vrdfelde einen -rossen hellen Fleck und im Saumfelde des Vflgls einen breiten Streifen der Grundfarbe frei 
liisst und an der .Mediana einen stumpfen Zweig wurzelwärts entsendet. Im Hflg] ein schmaler Saum und 
eine Querbinde von -leicher Farbe, im Hinterwinkel ein augenartiger gelber, bläulich und schwarz gekernter 
Fleck. Unterseite bleich grün, die fahler braunen Binden silberweiss angelegt, am Saume des Hflgls ein 
goldgelber Streif mi1 anschliessender Reihe schwarzer Punkte, eine zweite, im Hrdfelde des Hflgls und 
Wurzelfeld des Vflgls verlaufende (hierbinde ist in diesem durch einen Querriege] mit dem braunen Vrde 

menedemus. verbunden und endet vorn in einem nach aussen gebogenen stumpfen Zapfen. — ab. menedemus Oberth. 

mandarinus. j s t eine kleine, lebhafter gefärbte Zustandsform mit kürzeren und stumpfen Schwänzen des Hflgls. — man- 
darinus Fldr. (52 d) gilt als Regenzeitform von narcaea und unterscheidet sich von dieser ziemlich auffällig 
durch Ausdehnung der schwarzbraunen Zeichnung im Wurzel- und Aussenteil beider Flügel — Die ab. 
thibetana. thibetana Oberth. (52d) is1 eine unwesentlich abweichende Zwischenform, bei welcher die Ausbreitung der 
dunklen Rinden im Randteil beider Flügel nicht ganz so weit vorgeschritten ist, wie bei der vorigen, so 
dass noch eine fast zusammenhängende helle Subraarginalbinde freigeblieben ist. während auf der Untereite 
die braunen Binden weniger lebhaft und schmaler erscheinen. Ost-, Zentral- und West-China von Ningpo 
bis Mupin. April. August in 2 Generationen. Die Art ist auch von Japan an-egeben (Lewis), das Vor- 
kommen daselbst aber nicht weder bestätigt. 



10. Gattung: Cliaraxes 0. 

Habituell ähnlich der vorigen Gattung. Augen gross, nackt. Palpen dicht beschuppt und behaart, 
den Kopf überragend, Antennen stark, unter halber Flügellänge, am Ende schwach keulenförmig verdickt. 
Körper robust, Abdomen kurz. Vflg] fast rechtwinklig dreieckig, Apex ziemlich spitz, Vrd gekrümmt. Sub- 
costalis fünfästig, zwei Aste vor dem Zellende, Ast :; und 4 in kurzer Entfernung voneinander bald jenseits 
der vorderen Zellecke auslaufend, Ast 4 und 5 bilden eine sehr lange gekrümmte Gabel. Vordere Diseo- 
cellularis rudimentär, die mittlere auch nur kurz, die hintere länger, nur schwach ausgebildet. Zelle kurz, 
schmal, geschlossen. Iltlgl nahezu viereckig, Vrd gebogen, Aussenrd meist weih- mit zwei mehr oder 
weniger langen, häufig gekrümmten Schwänzen am hinteren und vorderen .Medianast. Präcostalis einfach, 
nach aussen gekrümmt, zuweilen etwas gegabelt, Zelle geschlossen (Unterschied ge^en Eriboea). ■ 

Fi kugelförmig, etwas breiler als hoch, oben längs- und quergerippt. Rp von der Form einer Nackt- 
schnecke mit granulierter Haut, Kopf mit i Hörnern, I. eibesende mit 2 Fortsätzen, Farbe gewöhnlich grün. 
Sie ruhl auf einem seidenartigen Gespinsl auf der Oberseite der Blätter der Nahrungspflanze. Pp hängend, 
plump. Rücken stark gekrümmt, Kopfstück zweiteilig. Die Faller haben einen rapiden Flu-, ruhen auf 
Blättern vorspringender Zwei-,, der Räume und kehren beharrlich zu diesem Platz zurück, wenn sie auf- 
gescheucht weiden. Sie haben Vorliebe für reife Früchte, faulende tierische Stoffe, Exkremente usw., so- 



CHARAXES. Von H. Stichel. 171 

gar tierischer und menschlicher Schweiss wird als Anziehungsmittel geschildert. Die Färbung ist von mannig- 
facher Art, die Unterseite häufig besonders bunt und auffällig gezeichnet. 

Verbreitet in den Tropen und Subtropen der Alten Welt, besonders artenreich ist Afrika, sodann 
die indo-australische Zone, während nur je eine Art in die gemässigte Zone und auf den europäischen Kon- 
tinent vordringt. 

C. jasius L. (= Jason L., rhea Ulm., unedonis Uhu.) (52b, c). Oberseite braun, ganz schwach blau schil- jasius. 
lernd, mit ockergelbem Saum, Vtlgl mit mehr oder weniger deutlich ausgeprägten submarginalen gelblichen 
Flecken, Htlgl mit ebensolchen blauen Flecken ; Unterseite mit Ringen und unregelmässigen weissen Figuren 
auf blauem Grunde, einer silberweissen Querbinde und im Aussenfeide mit gelber, blau angelegter Flecken- 
binde. 2 grösser, weniger dunkel, die submarginalen Fleckreihen in der Regel deutlicher ausgeprägt. — 
Der Falter variiert etwas, namentlich in der Zahl und Grösse der blauen Htlglflecke, welche mitunter ganz 
undeutlich sind. Solche Stücke sind anzureihen an die durch erhöhte Kälteeinwirkung erzielte ab. hageni hageni. 
Fischer. Das Kunstprodukt zeigt allgemeine Vereinfachung des Musters, auch der Unterseite, im Vtlgl fehlen 
die Submarginaltlecke und die blauen Flecke des Hflgls sind ganz ausgelöscht. - - Das Gegenteil hierzu 
stellt ab. bachmetjevi Fischer dar, ebenfalls ein Kunstprodukt (Kälte). Hier ist die braune Fleckreihe des badimetjevi. 
Vtlgls deutlich bis zum Hrd ausgedehnt, die Flecke sind grösser und heller und wurzelwärts bildet sich 
eine zweite, mehr oder minder vollständige ockerfarbene Fleckreihe, während im Htlgl eine weissliche Mittel- 
binde auftritt und die blauen Flecke stark vergrössert sind. Auch in der Natur kommen männliche Stücke 
mit solchen vergrösserten und bis zum Hrd verlängerten Submarginaltlecken des Vflgls vor (1. Gener.). - 
Das Ei der Art ist dunkelgelb, kugelig, oben abgeflacht mit gegitterten Riefen. Rp in Form einer Nackt- 
schnecke , vorn und hinten verjüngt , das letzte Körpersegment zu zwei spitzen Fortsätzen verlängert , von 
hellgrüner Farbe mit gelber Seitenlinie. Kopf gross mit 4 teilweise rot gefärbten, mit Höckerchen bedeckten 
Hörnern, seitlich mit einem gelben Streif, der sich an dem unteren langen Kopf hörn fortsetzt. Haut des 
Körpers dicht weisslich granuliert, die gelbe Seitenlinie nach hinten zu allmählich lebhafter, an dem unter 
ihr befindlichen Körperteil kurze Härchen. Auf dem Rücken des 6. und 8. Segmentes je ein helles rundes 
Fleckchen, bei der ausgewachsenen Rp das vordere orangegelb geringt, das zweite bläulich, dunkel ge- 
randet; Länge 50 — 52 mm. Die Rp lebt auf dem Erdbeerst rauch (Arbutus unedo), auf niederen Stämm- 
chen und ist in der Gefangenschaft mit Rosenlaub gefütterl , soll auch Schwarzpappel (Populus nigra) an- 
nehmen (Rössler). Sie sitzt auf einem auf der Oberseite der Blätter gefertigten Gespinst, ist sehr träge, 
bei Tage untätig, frisst des Nachts, nicht gierig, sondern ruckweise und fängt an einem neuen Blatt nur 
an, wenn das alte bis zum Stiel abgefressen ist. Eigentümlich ist die Gewohnheit, dass sie, starker Sonne 
ausgesetzt, die Segmente ausdehnt und zusammenzieht, als wenn sie sich in der Hitze behaglich fühlt. Ob- 
gleich in trockenen Gegenden lebend, scheint sie Feuchtigkeit zu lieben und trinkt gern die auf das Futter 
gespritzten Wassertropfen. Pp hellgrün, hängend, fast eiförmig mit schwach rot gesäumten Flügelscheiden, 
Kopf keilförmig, Abdomen nahe der Anheftung etwas umgebogen. Ppnruhe 10 — 12 Tage. Der Falter ist 
ein rapider Flieger, setzt sich an Baumstämme und nimmt gelegentlich reife Früchte (Feigen) an. Mittel- 
meerländer: Griechenland, Italien (bis Florenz), Dalmatien, Süd-Frankreich, Portugal, Nord- Afrika. In zwei 
Generationen, die Tiere der zweiten Brut haben schmalere und längere Schwänze, griechische Stücke sollen 
allgemein eine breiter ausgebildete orangegelbe Randbinde tragen. 

C. polyxena Cr. ($ = bernardus Bon.) (61 a, b). cf in 2 Formen, typisch mit weisser Binde, die am Rande polyxena. 
bläulich scheint und mehr oder weniger vollständig auftritt, an ihrer Aussenseite etliche trübgelbe halb- 
mondförmige Flecke im schwarzen Felde, die bisweilen fehlen. - - Die zweite Form, sinensis Eothsch., ohne sinensis. 
weisse Binde oder nur mit einer Andeutung solcher im vorderen Flügelfeld, die gelblichen Flecke in der 
äusseren Flügelhälfte vorhanden, im Htlgl die schwarzen Submarginalfle'cke mehr oder weniger zusammen- 
hängend bis auf die letzten drei, mit oder ohne weisse Kernpunkte. Auf der Unterseite die schwarze Zeich- 
nung im Hflgl deutlicher ausgeprägt. Diese Form ist von der indischen Unterart hierax Fldr. kaum zu 
unterscheiden. Bei dem grösseren ? variiert die Farbe der Binde von gelblich-weiss bis bleich-ockergelb, 
die Extreme können mit den beiden Formen der cfc/ 1 vereinigt werden; die ausseien gelblichen Flecke des 
Vtlgls variabel in Zahl und Grösse, im Htlgl die Submarginaltlecke getrennt bis auf die vorderen, oder mehr 
oder weniger zusammenhängend. Selten; China von Hongkong bis Mupin und Omeishan. — Im nordwest- 
lichen Himalaya fliegt eine ähnliche Unterart, hemana Koll., welche das paläarktische Gebiet hart streift. 

B. Subfamilie: Limenitini. 

Diese artenreiche Subfamilie spielt in den heissen Gegenden unter allen Tagfaltern fast die wichtigste Rolle. 
Angehörige der Gattung Neptis in der Alten, Adelpha in der Neuen Welt, sieht man zu allen Jahreszeiten, bei jedem 
Wetter, auf jedem Weg, in jedem Garten und auf jedem Hügel. Die Individuenzahl, in der sie auftreten können, 
ist geradezu erstaunlich. Im südlichen Vorder-Indien sieht man zuweilen vom Eisenbahnzuge aus von den die Bahn- 
dämme bedeckenden Lantanabüschen die Neptis gleich bunten Papierschnitzeln emporwirbeln und in gewissen 
Gegenden Inner-Brasiliens thront auf jeder in den Weg hineinragenden Zweigspitze eine Adelpha. 

Merkwürdigerweise nehmen diese Tiere rasch ab, sobald wir in höhere Breiten kommen. An der Südküste 
von Australien, in Patagonien und Süd -Chile fehlen sie ganz, und im Norden schrumpft ihre Artenzahl auf eine 



17-_> GYRESTIS. Von H. Stichel. 

minimale zusammen. Im ganzen paläarktischen Gebiet kommt nur noch ein kleiner Prozentsatz der zum Teil 
einander sehr nahestehenden Formen vor und dies.' zumeist in den an das indische Gebiet angrenzenden südöstlichen 
Ländern. Im eigentlichen Norden finden sich nur noch ganz wenige, wenn auch ansehnliche Arten, die zumeist in 
bescheidener Individuenzahl auftreten. 

Morphologisch unterscheiden sich die Limenitini von den vorigen sofort durch die Palpen, die nicht, wie 
bei den Apaturiden, anliegend beschuppt, sondern fein behaart sind, wenn auch nicht bei allen Formen gleich 
deutlich. Die Zelle der Vrlgl ist stets geschlossen, die der Htlgl meistens offen. Die Rpn haben kein eigentliches 
Dornenkleid, sondern nur einzelne, teils paarig, teils median stehende Spitzen, deren finden zum Teil in kurze Keulen 
umgewandeil sind (Tubenraupen). Die Ppn führen zuweilen Höcker oder spitzen; manche haben auf der sattelförmig 
eingezogenen Rückenmitte einen beilförmigen Fortsatz, in dem sich ein dorsaler Baarbusch des Falters entwickelt. 

Die Limenitinae sind gewandte Flieger; die Flügel werden zumeist flach ausgebreitet gehalten, wodurch 

ein sehr eleganter schwimmender Flui: zustande kommt, indem der Falter mit kurzen, zuckenden Flügelschlägen 

ossweise vorwärtsscliiesst. Viele Arten, wie z. B. die Neptis, sind ausgesprochene Blumenfalter, während die 

grösseren IAmenitis und die Aihyma sich wenig aus Blüten zu machen scheinen; aber alle ausnahmslos saugen 

begierig Wasser an Bachufera und schlan gen Wegstellen, die man an heissen Morgen zuweilen geradezu mit 

ihnen liedeckt linder. Die Rpn leben an Laubhölzern ; in den nördlichen Teilen des paläarktischen Gebietes er- 
scheinen die Tiere stets nur in einer Generation, die zu Anfang des Sommers fliegt. 

1. Gruppe: Cyrestidi. 

Diese über beide Hemisphären verbreitete, aber fast durchgehends auf die tropischen und subtropischen 
Gebiete beschränkte Gruppe enthält die höchsl auffallenden Gattungen Megalura in der Neuen und Cyrestis sowie 
Pseudergolis in der Alten Welt. Die für das paläarktische Gebiet in Betracht kommenden beiden letzten Gattungen 
linden sich nur im äussersten Süden des östlichen Teils und sind als Eindringlinge aus der indischen Fauna anzuseilen. 
Die beiden Gattungen, Cyrestis und fseudergolis, haben als Falter wenig Gemeinsames, während die Rpn beider 
Gattungen ebenso wie die amerikanischen Megalura durch lange Kopfhörner und unpaarige Rückenspitzen auf der 
Medianlinie ausgezeichnet sind. Die Falter Siegen einzeln auf Lichtungen unterholzreicher Wälder, wo sie, fast 
ohne Flügelschlag dahinschiessend . die Büsche umkreisen; nur beim Wassertrinken an Pfützen trifft man sie zu- 
weilen in grösserer Zahl. 

1. Gattung: Cyrestis Bsd.*) 

Zarter gebaute Falter. Kopf klein, Augen nackt. Palpen ziemlich lang, nasenartig vorstehend, 
Endglied beim ? länger als beim cf. Antennen zart, am Ende etwas verdickt. Die Flügel zart, aber 
verhältnismässig gross. Ytlgl rechtwinklig dreieckig. Apex spitz. Aussenrd gewellt, am Hinterwinkel eckig 
eingeschnürt. Costaiis kurz. Subcostalis 5ästig, ■_' Aste vor dem /eilende. Zelle gewöhnlich offen oder 
durch eine zarte hintere Discocellular-Ader geschlossen, diese mitunter rudimentär, vordere Discocellularis 
sehr kurz. Hflgl verschoben viereckig mit gekrümmten Seiten, Aussenrd am Apex eingekerbt, sonst ge- 
wellt, zwischen dem mittleren und hinteren Medianast in der Hegel gezipt'elt , am Hinterwinkel gelappt. 
Präcostalis einfach, nach aussen gekrümmt. Zelle offen oder durch eine feine Ader geschlossen. Grund- 
farbe weisslich oder gelblich mil zarler Zeichnung, hauptsächlich bestehend aus dunklen Längsbinden und 
Linien. Fi konisch, oben mit einein rundum tief eingekerbtem, zahnradartigem Aufsatz. Die Rp leb! 
{? gesellig) auf Ficusarten, sie isl schlank, nackt, Kopf mit zwei langen, gebogenen weichlichen Hörnern, 
auf dem Rücken mit einem gekrümmten nach hinten gerichteten, an der inneren Seite gezackten Zipfel 
-und einem ebensolchen, aber nach vorn gerichteten Fortsatz auf dem Fndsegment. Pp hängend, stark 
zusammengedrückt mit einer stumpfen Rückenkante, Palpenscheiden nasenförmig vortretend (Davidson). 
Elegante Flieger von segelndem Fluge ohne merkliche Flügelschwingungen, welche sich gern, wenigstens 
die o 71 d\ um Feuchtigkeit zu saugen, an die Flussufer niederlassen, mit weit ausgebreiteten Flügeln und 
flach auf dem Grunde autliegend. Bei einer Störung enteilen sie mit grosser Heftigkeit und haben die 
Gewohnheit, sich mit ausgebreiteten Flügeln an die Unterseite eines Blattes zu hängen, wo sie schwer zu 
entdecken sind (Feühstoefee). Hagen sagt von einer bestimmten exotischen Art: Das Tierchen sieht im 
Fluge ganz wie ein Stückeben Papier aus, das. von einem Windzug erfasst, plötzlich vom Boden in die 
Höbe gerissen, eine Zeillaug in der Lull bertimgewirbelt wird und wieder ebenso plötzlich und unvermittelt 
zu Loden fällt. Verbreitet von Nord-Indien bis zur Südsee und in Afrika, im paläarktischen Gürtel nur 

in zwei Formen vertreten: 

thyodamas. C. thyodamas Bsd. (= Amathusia ganescha Kott.) (61 c). Erscheint in zwei Generationen, die 

Regenzeitform mit weisser. Trockenzeitform mit bleich ockergelber Grundfarbe, die Zeichnung bei beiden 
Formen übereinstimmend tiefer oder Hauer in der Farbe, auch in der Breite etwas variabel, bei der 
Regenzeitform aber durchweg kräftiger, auf der Unterseite durchscheinend, die ockergelbe Bestäubung im 
lltlgl beschränkter, aber der lappenartige Fortsatz dunkler gelb mit einem schwarzen Kern. Geschlechter 
ohne wesentlichen unterschied, das S etwas grösser und ein wenig breiter im Flügelschnitt. Rp an Ficus 
indica, F. nemoralis, F. glomerata. Südwest-China (Yunnan), Himalaya, Nord-Indien bis Tenasserim, Hainan. - 



*) Die Gattung i-l in die Untergattungen Sykophages Marl., Apsithra Moore und Chersonesia Dist. geteilt worden. Für 
uns käme nur die erste Einheit in Betracht, es wird aber vorgezogen, die Bezeichnung der Kollektivgattung zu gebrauchen, da 
sonst dieser Name für die typische Gruppe verschwinden winde. 



Ausgegeben 18. VI. 08. PSEUDERGOLIS ; NEPTIS. Von H. Stichel. 173 

In West- und Süd-China erreicht die Art eine ganz aussergewöhnliche Grösse und repräsentiert eine Sonder- 
rasse, welche als chinensis Martin eingeführt ist. Grundfarbe weiss oder gelb, auch in Übergängen, Apex diinensis. 
des Vflgls breiter schwarz, alle Zeichnungen, besonders die Querstreifen, breiter und dunkler, der dritte 
Streif mit der submarginalen Binde des Vflgls durch einen eckigen, russfarbigen Fleck verbunden, die blaue 
Submarginallinie des Hflgls verbreitert und sehr deutlich. Die Form bildet in der Zeichnungsanlage etwa 
eine Mittelstufe zwischen der Regenzeitform der typischen und der folgenden Unterart. — mabella Frühst, mabella. 
(61 c), in der Grösse den chinesischen Stücken durchschnittlich noch etwas überlegen, ist die dunkelste Form 
der Art mit den breitesten Querstreifen und dem am breitesten braunschwarz verdunkelten Apex des Vflgls. 
Der äusserste Streif ist vor dem vorderen Medianast mit der inneren Submarginallinie durch einen mehr 
oder minder deutlichen Russfleck verbunden ; alle sonst gelben Farbtöne sind braun , der Raum zwischen 
den submarginalen Linien des Hflgls braun ausgefüllt und der blaue Streifen aussergewöhnlich breit. Die 
Grundfarbe ist gewöhnlich rein weiss, es kommen aber auch gelbliche Exemplare vor. Süd-Japan: Liukiu- 
Inseln (Okinawa), Jamato, Satsuma. — Im Gegensatz hierzu ist afghana Martin in gewöhnlicher Grösse und afghana. 
alle Zeichnung auf das Mindestmass reduziert; bei den bekannten Stücken ist die Grundfarbe gelblich. Die 
Rasse scheint als Falter zu Überwintern (Hagen nach Angabe Hocking). Afghanistan, vermutlich che nörd- 
lichste Grenze des Vorkommens. Im Süden des Verbreitungsgebiets erscheinen einige weitere Formen, 
deren Behandlung dem Exoten-Teil vorbehalten bleibt, es sind dies nobilior Martin aus Burma und formosana 
Frühst., welch' letztere vielleicht mit mabella zusammenfällt. Die weiter aus Süden (Tenasserim) und aus 
dem Osten (Shan- Staaten und Tonking) stammenden Stücke sollen sich von der typischen Unterart nicht 
unterscheiden (Martin). 

2. Gattung: Pseudergolis lldr. 

Kleine, unscheinbar braun gefärbte Falter. Kopf und Körper zierlich, Palpen den Kopf etwas über- 
ragend, Fhlr schlank, vorn wenig verdickt, etwas über halber Flügellänge. Vtlgl fast rechtwinklig drei- 
eckig, Vrd gekrümmt. Apex eckig, Aussenrd hinter diesem ebenfalls eckig geschnitten, ähnlich wie bei 
Vanessa. Gostalis sehr kurz, Subcostalis fünfästig, 2 Äste vor dem Zellende, der dritte weit jenseits der 
vorderen Zellecke auslaufend. Zelle schmal, geschlossen, unter halber Flügellänge, vordere Discocellularis 
verkümmert, mittlere stark, hintere schwach konkav gebogen. Htlgl fast dreieckig mit gekrümmten Seiten, 
Apex und Hinterwinkel geeckt, Aussenrd wellig; Zelle kurz, durch eine feine Ader geschlossen, Präcostalis 
gegabelt, die Radialadern auf kurzem Stiel aus der Subcostalis. In der Flügelform sehr ähnlich der Gattung 
Vanessa und im Aussehen wie Ergolis, von beiden aber natürlich getrennt durch die ganz verschiedene 
Raupenform, welche eine Einreihung an dieser Stelle bedingt. 

Rp nackt, Oberfläche des Körpers granuliert, auf dem 5. Segment mit einem Ruckenzapfen, und 
mit 2 Spitzen auf dem 11. Ringe. Kopf mit 2 divergierenden Hörnern. Pp hängend, mit kielartigem Grad 
auf dem Rücken, Analsegmente aufwärts gekrümmt, Thorax breit, Kopf mit 2 konischen Spitzen. 

Nur eine Art im paläarktischen Gebiet bekannt : 

P. wedah KoU. (= Precis hara Möwe) (61 e). Braun mit schwärzlichen Querlinien und einer Reihe wedah. 
submarginaler Punkte. Unterseite leicht grau bestäubt, die dunklen Zeichnungen wie oben, aber braun, die 
Mittelbinden breiter, die Submarginallinie in mondförmige Flecke aufgelöst und beiderseits fahl violett an- 
gelegt. Die Geschlechter nicht verschieden. Himalaya, von Kaschmir bis Sikkim, sodann Assam bis Tenasserim, 
West- und Zentral-China. Rp an Debregeasia bicolor Wedd., dunkelgrün mit weisslichem Seitenstreif und 
reihenweise querlaufenden weissen Warzen, die Spitzen des 11. Segments schwarz, die Wurzel bleich grün- 
lichblau. Kopfhörner grünlichgelb mit schwarzen Linien und schwarzer Spitze. Pp grün, mit braunen Zeich- 
nungen (Mackinnon). 

2. Gruppe: Limenitidi. 

Für diese Unterabteilung gilt im wesentlichen das bei der Charakterisierung der Subfamilie Gesagte. Die 
eisfalterartigen Schmetterlinge sind elegante, vorwiegend auf dunklem Grunde weiss- oder gelbgebänderte Falter mit 
ganzraudigen Flügeln und ohne die sonderbaren Anhängsel und Zackenlinien vieler Cyrestidi. Die Rpn haben stets 
keulenartige, teils symmetrische Rückenzapfen; die Falter sind über alle wärmeren Länder und den gemässigten 
Norden verbreitet und finden sich überall, wo Wälder sind, zuweilen in grosser Häufigkeit. Der Flug ist unruhiger 
und nicht ganz so elegant schwimmend, wie bei den Cyrestis, weil öfters durch kurze Flügelschläge unterbrochen. 
Die äusserst formenreiche Gattung Neptis ist auf Grund der Untersuchung der Palpen vom eigentlichen Stamm der 
Limenitidi abgetrennt worden (Reuter); bei ihr folgt auf ein ganz kurzes Mittel- ein sehr langes Palpenendglied, das 
einen Übergang zur vorigen Gruppe, den Cyrestidi, anzudeuten scheint. Wir wollen aber die an sich im paläark- 
tischen Gebiet nicht stark vertretene Gruppe nicht weiter zerspalten und behandeln dieselbe einheitlich. 

3. Gattung: Neptis F. 

Mittelgrosse Falter von normalem Bau. Kopf klein, Augen nackt, Palpen kurz, nach vorn ge- 
richtet, den Kopf nicht überragend, Antennen von halber Flügellänge, am Ende allmählich etwas verdickt. 
Vtlgl rechtwinklig dreieckig. Costaiis etwa von der halben Länge des Flügelvorderrandes, Subcostalis fünf- 
ästig. Der 1. Ast vor dem Zellende, Stellung des 2. Astes schwankend, meist vor, zuweilen hinter der 

I 22 



174 



NEPTIS. Von II. St» im,. 



vorderen Zellecke, Ast 3 weil jenseits derselben auslaufend. Zelle offen. Hflgl eiförmig, Costaiis beim c? 
kurz, etwa bis zum halben Vrd reichend, beim 2 länger, in die apicale Rundung des Flügels einlaufend. 
Präcostalis gerade aufsteigend, Spitze nach aussen gebogen oder gespalten. Basis der Subcostalis und der 
Radialadern sehr dicht beieinander stellend, diese auf gemeinschaftlichem kurzem Stiel (diese Anordnung 
etwas schwankend), Zelle offen. -- Ei höher als breit, Kuppe gewölbt Die Rp lebt hauptsächlich an Legu- 
minosae. Malvaceae, Urticaceae etc., sie besitzt einen tief gekerbten Kopf (Scheitel), auf dem 2 Spitzen 
stehen. Körper in der .Mitte verdickt, mit behaarten Höckern und Warzen bedeckt. Pp hängend. Kopf mit 
2 Spitzen, Antennenscheide linsenförmig vorspringend. Oberseite der Flügel meist schwarz mit weissen oder 
bräunlichen Binden und Flecken, die Falter besitzen einen Langsamen, schwebenden Flug, Verbreitet von 
Sibirien durch China bis zur Südsee und in Afrika. In Europa nur in 2 Arten vertreten. F. Mooke hat das 
Genus Neptis ohne zwingendes Bedürfnis in nachfolgende Gattungen zerlegt, von deren Einführung, soweit 
solche hier in Betracht kommen, Abstand genommen wird: Paraneptis (Typus P. lucilla), Kalkasia (Typus 
K. alwina), Hamadryodes (Typus H.lactaria), Accu (Typus A.venüia), Phaedyma (Typus P.amphion), Andrapana 
(Typus A. columelld), Neptis (Typus N. aceris), Philomona Bülb. (Typus P. agatha Cr. = melicerta F.), Bimbisara 
(Typus B. sankara), l'inidasmnia (Typus P /n/it/iiiosa), Stabrobates (Typus S.rbada), Tagatsia (Typus T. damä), 
Rahinda (Typus R. hordonia), Lasippa (Typus L.heliodore), Bacalora (Typus B. pal<i), Atharia (Typus .1. consi- 
milis), Andasenodes (Typus A. mimetica), Rasedia (Typus R. gracüis), Aldania (Typus A. raddei). 



coenobita. N. coenobita Stoü (2 = fridolini Frühst.) (53 a) trägt in der Zelle meistens einen scharf aufgesetzten 

Wurzelstrich, die weissen Flecke sind wenig veränderlich in der Grösse, beim cf von etwas geringerer Aus- 
dehnung als beim 2, auf der Unterseite bildet sich nahe dem Rande eine mehr oder weniger deutlich graue 
Fleckenbinde, die vor ihr liegende submarginale Fleckenreihe zuweilen leicht nach oben durchschlagend, die 
gleiche Erscheinung auf dem Vtlgl im Aussenrdfelde; <?<? der typischen Unterart (s. Abbildung nach Stück 
von Saratow) sind lebhafter gezeichnet, die Flecke etwas vergrössert, Binde des Htlgls verbreitert. Charak- 
teristisch für diese und die nächste Form ist die Färbung der Fransen des Vflgls, die vorwiegend schwarz, 
nahe dein Hinterwinkel einmal und im vorderen Teil an zwei Stellen weiss unterbrochen sind, ausserdem 
noch am Apex eine weisse Stelle zeigen. Hauptsächlich in Süd-Russland (Wolgagebiet), östlich bis zu den 
zentralasiatischen Gebirgszügen und nordöstlich etwa bis zum Baikalsee. - ■ Nur unwesentlich abweichend 
lucilla. hiervon ist lucilla Fab. (= Pap. camilla Esp., nicht /.., = N. sappho Kirb., nicht Pull., = X. innominatus Lew.) 
(53a). Bei dieser der Wurzelstrich in der Zelle des Vflgls meist undeutlich oder rudimentär, die Flecken- 
binde auf der Unterseite des Htlgls einfach und bisweilen undeutlich oder fast fehlend, die Zeichnung im 
übrigen, wie bei der vorigen, beim 2 lebhafter und reicher als beim cf, sonst aber ziemlich beständig; auf 
der trüb-rotbraunen Unterseite die weissen Flecke und Binden schwarz umrandet, Strichzeichnung in der 
Vflglzelle schäit'er, das ? etwas breiter im Flügelschnitt. Rp erwachsen 4 — 4,2 cm, bräunlich oder rötlich- 
braun, mit heller Rückenlinie und 4 paarigen, gelb punktierten zapfenförmigen Höckern, seitlich mit dunklen, 
hell geränderten Schrägstrichen und einem gelblichen Längsstreif über den Füssen; Bauch unscheinbar hell 
gefärbt, gelb punktiert; Kopf schwarzbraun mit gelben Punkten. Im Mai an Spirala salicifolia, Sp. ulmi- 
folia. Sp. flexuosa. Falter vom Mai bis Juli, Flug langsam und schwebend. Südhänge der europäischen 
.Mittel- und Ostalpen, etwa von Tessin ab östlich, südlich bis zum Lago Maggiore; in Süd-Tirol, Kärnten, 
■ Kram, Steiermark, Wiener Wald, Ober-Österreich bis Salzburg (siehe Abbildung 2) und in Österreichisch- 
Schlesien, Preuss. -Schlesien (YValdenburg), Siebenbürgen, Ungarn. Im östlichen Verbreitungsgebiet in Über- 
ludmilla. gangen zur nächsten Form. — ludmilla Nordm. (53a). Bei dieser sind alle Flecke wesentlich verkleinert, 
der Wurzelstrich in der Zelle des Vflgls fehlt, die Hrdflecke sind verloschen oder fehlend und die Binde 
des Htlgls ist verschmälert, beim d* durch die stark schwarze Aderbestäubung in Flecke zerlegt. -- Mit 
diesem Namen wurden bisher unzutreffenderweise asiatische und osteuropäische Vertreter der Art insgesamt 
bedacht; die Form scheint in charakteristischer Bildung selten zu sein (die Originale stammen aus dem 
Kaukasus), sie wiederholt sich jedoch in gleicher oder ähnlicher Ausbildung in Bulgarien (s. Abbildung?), 
Rumänien und der Bukowina, wohl auch in den westlichen Teilen Ungarns (stellenweise neben lucilla), ist 
sogar einzeln aus Kärnten gemeldet und breitet sich in Asien bis zum Altai aus (s. Abbildung d"), sie scheint 
also auch strichweise neben der typischen Unterart coenobita zu tliegen. -- Östlich der Gebirgszüge am 
magnata. Baikalsee tritt eine der coenobita ähnliche Form auf: magnata Heyne. (53a). Sie ist gekennzeichnet durch 
reichere weisse Zeichnung, durch deutlicher nach oben durchschlagende weisse Subinarginaltlecke beider 
Flügel, gleichmässiger schwarz und weiss gescheckte Fransen des Vflgls und durch lichter bräunliche Unter- 
seite mit 2 Reihen weisslicher Subinarginaltlecke oder Streifen (im Vflgl). Neben dieser Hauptform soll im 
gleichen Gebiet eine wiederum geringer weis-, gedeckte, der coenobita ähnliche Form vorkommen, für welche 
synetairus. die Bezeichnung ab. synetairus Frühst, anzuwenden wäre. Amurland, Mongolei, West-China, Korea. — Als 
insular um. östlichster Ausläufer tritt in Japan wiederum eine der ludmilla analoge Rasse als iiisiilariini Frühst. (53b, ?) 
auf. Sie ist grösser als die Festlandsformen, mi