(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Die krebse von Sud-Georgien nach der ausbeute der Deutschen Station 1882-83"

Cru5. 



Die 

Krebse von Süd - Georgien 

nach der Ausbeute 
der Deutschen Station 1882-83. 



1. Ten. 

Von 

Dr. Geora Pfeffer. 

Mit 7 Tafeln Abbildungen. 



Aus dem Jahrbuch der wissenschaftlichen Anstalten zu Hamburg. IV. 
Beilage zum Jahresberichte 
• Tiber das Naturhistorische Museum zu Hamburg für 1886. 



Hamburg 1887. 

Gedruckt hei Liilckc & Wulf f. E. H. Seuat.s Buehdruekem 



/<: 




-7 

y 



Die 

Krebse von Süd -Georgien 

nach der Ausbeute 
der Deutschen Station 1882-83. 



1. Teil. 



L J B ^ S i V 



ä^'4?7 



Von 

invertebrat: 

Dr. Geor(j Ffetter. v ynof nnv 



\ 



Crustacea 



Mit 7 Tafeln Abbildungen. 



Aus dem Jahrbuch, der wisseu schaftlichen Anstalten zu Hamburg. IV. 

Beilage zum Jahresberichte 
über das Naturhistorische Museum zu Hamburg lür 1886. 



Hamburg 1887. 

Gedruckt bei Lütcke & Wulff, E. H. Senats Buchdvuckeru. 



A/ 



^y/^ 



El B R Ä i Y 



Die vorliegende Arbeit schließt sich den bereits in diesem 
Jahr])uche gebrachten Al)handknigen über die Fauna von Süd-Georgien 
an, zu der die an das Hamburger Museum überlassenen Sammkmgen 
der Deutschen Polarstation von 1882/83 das Material geliefert haben. 
In erster Linie ist die Arbeit systematisch; da jedoch die Systematik 
der Krebse von der Morphologie nicht gut zu trennen ist, so war es 
nötig, die aus dem HinzAikommen des neuen Materials sich ergebenden 
Beeinträchtigungen der bisher geltenden morphologischen Gesichtspunkte 
insoweit zu erörtern, als der systematische Charakter der Arbeit es 
verantworten konnte. So muCite auf der einen Seite vermieden werden, 
bis in die histiologischen Einzelheiten zu gehen, und auf der andern 
Seite, die Abweichungen von "gewissen landläufigen morphoktgischen 
Ansichten in der ganzen Weite des Gesichtspunktes und mit dem 
gesamten Beweismaterial abzuhandeln, wozu die Gelegenheit in Bälde 
gesucht werden soll. • 

I. Oariden. 

Bisher sind aus der antarktischen Zone nur drei Cariden mit 
Sicherheit bekannt, nämlich Alpheus (Betaeus) truncatus Dana von 
Feuerland, A. (B.) scabrodigitatus Dana, Miers Proc. Zool. Soc. 1881, 
p. 79 von Trinidad Channel, und Pandalus paueidens Miers 1. c. p. 74 
von Tom Bay und Trinidad Channel. Zu diesen dreien kommen zwei 
weitere als Vertreter von Gattungen, die bisher aus der antarktischen 
Zone noch nicht bekannt waren, und als deren Hauptverbreitungsbezii'k 
die arktische Zone betrachtet werden kann, nämlich Crangon antarcticus 
und Hippolyte antarctica. 

Hinsichtlich der bei der Beschreibvmg der Kaufüße angewandten 
Nomenklatur habe ich zu bemerken, daß dieselbe von anderen Autoren 
abweicht, doch wird eine kurze Erörterung genügen, um die Ver- 
gleichung mit früheren Boschreiliungen zu gestatten. Betrachtet man 
die 5. Kaugliedmaße (2. Kieferfuß) eines Cariden oder überhaupt eines 



Cariden. 



4 Pfeffer, Krebse vou Süd-Georgien. 

höheren Krebses, so ist die Vergleichiing sowolil mit den Wandel- 
gHe(hnar$eu wie mit den Kaughedmaßen angebahnt. Es ist im allgemeinen 
zu miterscheiden ein Grundglied mit einem Epipoditen; ein zweites 
Glied, von welchem ein Endo^iodit und ein Exopodit entspringt. Dem 
allgemeinen Habitus nach ist der Endopodit die direkte Fortsetzung 
des 1. und 2. Stammgliedes, und der Exopodit (Taster) erscheint als 
ein vom 2. Gliede entspringender Nebenast. Die Endglieder des Innen- 
astes sind nach innen eingebogen und auf ihrer nunmehr nach einwärts 
gewandten Ausscnseite mit starken Kauborsten versehen. 

Bei der Vergleiclmng mit der 4. Kaugliedmaße sind sofort wieder- 
zuerkennen: das Grundglied mit dem starken nach außen entwickelten 
unbewimperten Epipoditen und der nach innen entwickelten Kaulade, 
ferner der tasterartige Exopodit. Wenn das 2. Glied nicht genau 
begrenzt ist, so ist seine Lage und Ausdehnung aus den allgemeinen 
Eigenschaften des 2. Gliedes aufs leichteste festzustellen. Alles, was 
vom 2. Gliede distalwärts und vom Exopoditen aus nach innen liegt, 
entspricht dem Endopoditen. Dies ist die äußere (distale) der beiden 
Laden, ferner ein tasterartiges, nach aufwärts vom 2. Gliede entsprin- 
gendes Gebilde (welches übrigens bei Crangon Kauladen-artig um- 
gebildet ist. Dies Gebilde entspricht dem distalen Teile des Endopoditen 
vom dritten Gliede an. Außerdem entwickelt das 2. Glied nach außen 
ein Epipoditen-artiges Gebilde, Avelches mehr weniger innig mit dem 
Exopoditen verwachsen und demselben schließlich als Crista auswärts 
aufsitzen kann. 

Beim 3. Gliedmaßenpaare ist der Epipodit mit Wimperrand 
bekleidet, stellt sich jedoch bei näherer Betrachtung durchaus als 
Homologen des Epipoditen der 4. Ghedmaße dar. Die Kaulade des 
Grundgliedes ist oft nur schwach entwickelt, die des 2. Gliedes am 
Ende oft gespalten. Das freie Ende des Endopoditen und der ganze 
Exopodit sind verschmolzen und bilden jetzt den „Taster" der 3. Gliedmaße. 

Das Eiiipoditen-artige Gebilde des 2. Gliedes verschmiltzt ent- 
weder mit dem Taster oder mit dem Epipoditen des Grundgliedes; 
je nachdem kann man infolge dessen den Epipoditen bis auf das 2. 
oder das Grundglied der Gliedmaße verfolgen. 

Bei der 2. Gliedmaße ist der Epipodit verschwunden; die Lade 
des Grundgliedes hat si(;h kräftig entwickelt und an ihrem distalen 
Ende oralwärts eingekrümmt, und zwar so, daß die Innenecke des 
Vorderrandes gänzlich oralwärts eingerollt ist. Die Lade des 2. Gliedes 
ist, wenn sie an der 3. Ghedmaße gespalten war, wieder einfach geworden. 
Der Taster entspricht dem der 3. Gliedmaße; er ist starr geworden 
und nach außen abgekrümmt. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. ,. 5 

Bei der 1 . Gliedmaße entspricht die innere, querliegende Kaulade 
der Lade des Basalgliedes, die äußere, liochsteliende der Lade des 
2. Gliedes. Der Taster entspricht dem der 2. Gliedmaße; er ist wohl 
stets gegliedert. Das 2. Glied, von welchem die Lade wie der 
Taster zu entspringen hat, ist in das große Grundglied der Gliedmaße 
aufgegangen. 

Epipodite und Kiemen sind zwar gleichartige, aber nicht im 
engsten Sinne homologe Bildungen, insofern z. B. an der 4. und 5. Glied- 
maße von Penaeiden beide Bildungen zugleich auftreten können. 

Crangon antarcticus nov. spec. (Tafei i, Fig. 1—21.) crangon 

1 • • 111 • 1 1 1 1 II- antarcticus. 

Gestalt nn allgemeinen sclilank, viel schlanker als bei unserem 
Crangon vulgaris. Die Skulptur und Bestachelung des Panzers entspricht 
durchaus unserer einheimischen Art, doch sind alle Eigenschaften viel 
deutlicher ausgesprochen. Betrachtet man die Skulptur der Crangoniden 
im allgemeinen, so ergiebt sich folgender Typus: Vom Stirnstachel 
aus ziehen zwei Cristen, bogenförmig auseinander weichend, nach dem 
Hinterrande des Thorax zu, ein sattelförmiges Mittelfeld einschließend. 
In der Medianen dieses Mittelfeldes befindet sich ein Stachel bez. 
eine Crista oder Stachelreihe, die eine Strecke weit hinter dem Stirn- 
schnabel beginnt. Am Vorderrande des Panzers steht ferner ein 
kleiner Stachel zwischen Auge und Fühlerschuppe und ein zweiter an 
der unteren vorderen Ecke des Panzers, auswärts von der Basis der 
Fühlerschuppe ; der letztere Stachel setzt sich als Crista auf den 
Panzer fort. Auf demselben Höhen-Niveau, wie diese Crista, aber 
durch eine tiefe Einsenkung getrennt, und auf demselben Längen-Niveau 
mit dem hinter dem Stirnstachel stehenden Medianstachel, beginnt eine 
fernere, den Panzer entlang laufende Crista; der vordere Anfang der- 
selben steht mit dem oben beschriebenen kleinen Stachel in Verbindung. 
Schließlich ist nahe dem Unterrande des Panzers meist eine flache 
Längserhebung festzustellen. 

Der Stirnstachel der neuen Art ist schlank und spitz und 
überragt die Augen ein wenig; ■ er ist im Winkel von etwa 25° nach 
oben gerichtet. Die das Mittelfeld des Panzers einschließenden Cristen 
verlaufen zunächst eine kleine Strecke weit zusammen mit dem Stirn- 
rande, wenden sich dann im Bogen nach hinten, und verlaufen, erst 
schwach divergierend, dann schwach convergierend und sich nach hinten 
verbreiternd und verflachend '), bis gegen den Hinterrand des Panzers 



') Diese letzteren Charaktere sind auf Fig. 2 deshalb nicht genau zu sehen, 
weil, dem Charakter der Abbildung als eines Habitus-Bildes entsprechend, 
die durchscheinende Kiemeuliölilß dunkel daraestollt werden mußte. 



C Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien 

v.u. Die mediane Crista beginnt mit schwachem Dorn kurz hinter dem 
Stirnstachel und reicht nach hinten ebenso weit wie die andere Crista. 
— Der kleine Stachel am Vorderrande ist sehr spitz und setzt sich, 
zuerst als Höcker, dann als Crista auf den Panzer fort, schräg nach 
außen und hinten gewandt. Der große untere Stachel am Vorderrande 
des Panzers ist spitzig und schlank ausgebildet und ist als Crista noch 
um das doppelte seiner eigenen Länge über den Panzer zu verfolgen. 
Kurz hinter dieser Crista, durch eine tiefe quere Furche getrennt, 
steht der oben beschriebene starke Stachel, durch eine schräge Crista 
mit dem kleinen Stachel des Vorderrandes verbunden, nach hinten sich 
;ils Längshöcker weit über den Panzer fortsetzend. Die Crista am 
Unterrande des Panzers ist breit, flach und schwach ausgebildet (auf 
Figur 1 nicht wahrzunehmen). 

Die vier ersten Postabdominal - Segmente zeigen keine 
besondere Auszeichnung, das fünfte und sechste hat am Hinterrande 
zwei starke Zähne; ferner hat letzteres auf der Mittellinie eine starke 
Längsgrube, deren Ränder kielartig erhoben und zusammen gedrückt 
sind. (Ein Stück hat auch auf dem viet-ten und fünften Segmente 
mediane, grubenartige Längseindrücke.) Die Epimeren sind recht 
charakteristisch, und zwar in erster Linie durch eine große Unregel- 
mäßigkeit und Unschönheit der Formen. Die Epimeren sind im 
allgemeinen breite Blätter, deren Vorderrand mit Ausnahme des zweiten 
nicht nach vorn vorgezogen ist. Das 1. Epimer ist rundlich-dreieckig, 
mit zurückweichendem Vorderrand, ziemlich grade herabsteigendem 
Hinterrand, und gerundeter hinterer unterer Spitze. Der Vorderrand 
des 2. Epimers wendet sich zu einem sj)itz bogenförmigen Lapper. 
nach vorn, steigt dann herab bis zum unteren, am Anfang des hinteren 
Drittels liegenden, stumpfwinkligen Ende des Epimers; der Hinterrand 
steigt gradlinig nach hinten auf, wendet sich dann in gerundetem 
Winkel nach oben und verläuft im Sinne des Hinterrandes des Segments. 
Das 3. Epimer hat annähernd parallele Vorder- und Hinterränder, 
die sich nach unten zusammen neigen und, grade oder sogar etwas 
konkav werdend, sich in der stumpfwinkligen, weit hinter der Hälfte 
gelegenen Spitze vereinigen. Das 5. Epimer wendet sich stark nach 
hinten; der Vorderrand weicht sehr zurück, der Hinterrand ist bogen- 
förmig; die Spitze ist stumpf gerundet und liegt hinten. Einen großen 
Teil des Vorderrandes könnte man auch als Unterrand des Epimers 
bezeichnen, insofern er parallel mit der Rückenkante des Segments 
verläuft. Bei dem G, Epimer ist fast der ganze Vorderrand zum 
Unterrande geworden ; die stumpf gerundete Sjutze bildet den hintersten 
Teil des Epimers; der Hinterrand ist kurz. Das TeLson (Fig. 11), 20) 



Pfeffer, Krebse voq Süd-Georgien 7 

verschmälert sich allmählich nach dem Ende zu und schließt dann, 
plötzlich von beiden Seiten stark abgeschrägt, in einer gedornten 
Spitze. Am Hinterrande stehen 4 — G starke Stacheln; ferner finden 
sich in gewissen Entfernungen von beiden Rändern je 3 Dornen, die 
bei einem Exemplare verkümmert sind. 

Die Augen stehen auf kurzen dicken Stielen und sind seitlich 
gewandt. 

Die Geißel der inneren Fühler reicht etwas über das Vorder- 
ende der Schuppe der großen Fühler hinaus, die obere (äußere) Geißel 
ist etwas kürzer. Die Schuppe der äußeren Fühler ist fast so lang 
wie die Mittellinie des Thorax (den Schnal)el nicht mit gerechnet). 
Der Schaft der großen Antennen reicht etwa bis zur halben Länge 
der Schuppe. 

Die oberen Fühler (Fig. 5) haben ein ganz kleines, queres, 
auswärts gelegenes 1. und ein langes, in natürlicher Lage schwach 
abwärts gekrümmtes, großes 2. Glied, welches auf seiner Ventralfläche 
einen Stachel trägt. Die an seiner Außenseite entspringende Schuppe 
ist viereckig blattförmig, mit der dornförmig ausgezogenen Spitze an 
der vorderen, inneren Eclce. Sie trägt überall am Eande schlaffe 
Haare, jedoch keine Borsten. Das 3. Glied ist annähernd quadratisch, 
das 4. viereckig, innen länger als außen. Auf der Außenseite folgt 
nunmehr ein ganz kleines, dreieckiges 5. Glied, dem die äußere Geißel 
aufsitzt, (Fig. 4). Auch auf der Innenseite des 4. Ghedes scheint eine 
Furchenbildung ein ganz kleines 5, mit dem 4. verbundenes Glied anzu- 
zeigen. Die Außengeißel ist dick, nach der Mitte zu anschwellend. 
Das Grundglied derselben ist lang, die Gheder kurz, stets breiter als 
hoch, etwa 16 an der Zahl. Die innere Geißel ist etwas länger als 
die äußere; sie hat ein sehr langes Grundghed und etwa 15 Gheder, 
welche länger als breit sind. Jedes Ghed trägt nahe dem distalen 
Ende einzelne Haare. Die Außengeißel ist haarlos. Die Glieder des 
Stammes snid ndt schwachen, schlaffen Haaren besetzt. 

Die äusseren Fühler (Fig. 3) haben ein kurzes, queres 
Grundglied, auf welches ein schräg viereckiges folgt, mit dornartig aus- 
gezogener vorderer äußerer Ecke; auf seiner Imienseite entspringt das 
kleine dreieckige 3. Glied, dem ein ganz kleines, schmales 4. folgt. 
Das 5. ist lang und schlank, fast von halber Schuppenlänge, das G. 
klein und gebogen, es schließt sich seiner Dünnheit nach an die Geißel, 
seiner Farbe und Bildung nach jedoch, ebenso wie bei den Isopoden, 
dem Stamme an. Die Geißel übertrifft etwas die Länge des ganzen 
Tieres ; ihr Grundglied ist etwa von vierfacher Länge der eigenen Breite. 
Die Schuppe ist im Verhältnis schmal, der Außenrand etwas konkav; 



8 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

seine vordere Spitze erreicht nicht das Vordort^nde der eigentlichen 
Schuppe. 

Das Ejjistom ist eine schmale, vor der Oherlippe liegende 
Platte mit einer medianen vorderen, zwischen die inneren Fühler ein- 
dringenden Spitze. 

Die Oherlippe (Fig. 10 a) springt stark vor und vereinigt 
sich mit der Unterlippe (h.) zu einem großen, die Mundöftnung um- 
gehenden, etwa viereckigen Wall. Die Oberlippe ist in der Aufsicht 
dreieckig, mit starkem dorsalen Kiel; die beiden Unterlippen-Hälften 
sind l)ogig-winklig, mit dem hinteren Schenkel median zusammenstoßend, 
mit dem vorderen auseinander weichend, und sich an den distalen 
l^and der Oherlippe legend. 

Die Oberkiefer (Fig. 0) liegen fest eingeschlossen zwischen 
Ol)eili|)pe und Unterlippe, sodaß nur der Basalteil frei liegt. Sie sind 
srlil.-iiik, mit nicht verbreiterter Kauspitze, die si(^h aus einer äußeren 
und inneren Lade zusammen setzt; jede l)esteht in gleicher Weise aus 
einer großen, das eigentliche Ende des Kiefers ausmachenden dreieckigen 
Hauptspitze und einer darüber liegenden kleinen Nebenspitze. Ich 
bemerke dal)ei, daß diese Laden gewiß nicht den Laden der 
andern Kaufüße gleich zu achten sind, sondern l)eide zusammen der 
inneren Lade anderer Oberkiefer entsprechen dürften. Die Kauränder 
sind goldgelb und durchscheinend, der übrige Kiefer gelblichweiß; eine 
Asymmetrie beider Kiefer ist nicht festzustellen (Fig. 7). Ein Taster 
ist nicht vorhanden. 

Die ersten Maxillen (Fig. 8) haben eine größere, hakenförmig 
gekrümmte äußere (a) und eine kleinere und eiförmige innere (b) 
Kaulade. Beide sind stark und glänzend verkalkt. Die letztere ist 
ein Fortsatz des Grundgliedes der Gliedmaße; sie ist am Ende nicht 
dunkel chitinisiert und trägt auf und nahe der Oberkante starre Chitin- 
bortcni. Am distalen Ende der Lade selber stehen etwa sechs sehr 
starke braune Chitinstacheln, jedoch keine Haare. Der Taster (c) 
entspringt nach auswärts auf der dem Munde zugekehrten Fläche des 
;i. Gliedes; er ist ganz starr und trägt auf der konvexen Seite und 
am Ende einige Haare; auf der distalen Hälfte der konvexen Seite 
zeigt sich auch die durchscheinende Crista des Exopoditen des 1. Kiefer- 
fußi)aares, kurz vor dem Ende des Fühlers plötzlich abschließend. 
(Der Buchstabe S in der Figur bedeutet: Segment.) 

Die zweiten Maxillen (Fig. 10) sind häutig; ihr Grund- 
glied (I) ist groß und umschließt das 2. derartig, daß dieses auf der 
Außenfläche des 1. sitzt. Das Grundglied entwickelt ehien gewaltigen 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 9 

Epipoditen (Ep.), von der Struktur der zarten Schwimm- und Atem- 
platten der Isopoden, gewöhnlich Wimperplatte genannt, mit langen, 
gefiederten Wimpern am Rande. Die Gestalt des Epipoditen gliedert 
sich in einem großen, an der Innenseite sehr lang, an der Außenseite 
kürzer bewimperten, breit zungenförmigen Vorderlappen und einen 
eiförmigen, an der Außen und Innenseite kurz, an der Hinterseite 
außerordentlich lang bewimperten Hinterlappen. Sowohl das 1. wie 
das 2. Glied zeigen an der Kauseite die ganz schwach vorspringenden 
Rudimente von Laden, jedoch ohne jede Beborstung. Von dem 
2. Glied entspringt ein tasterartiges Gebilde, welches jedoch bei 
näherem Studium sich als eine Verschmelzung des .3. Gliedes des 
Endopoditen (oder eines nach vorn gerichteten Fortsatzes der Lade 
des 2. Gliedes) mit dem Exopoditen herausstellt; der erstere ist viel 
kürzer; beide tragen am Ende schwache Borsten. 

Das 1 . Paar der K i e f e r f ü ß e (Fig. 11) ist durchaus nach 
dem Typus der 2. Maxillen gebildet. Vom großen Grundglied ent- 
springt ein großer Epipodit (Ep.) mit spitzem, nach vorn gerichteten 
Vordorlappen und spitzem, nach hinten gerichteten Hinterlappen, jedoch 
ohne alle Bewimperung. Die Grenze des 1. und 2. Gliedes ist nicht 
deutlich wahrzunehmen, jedoch scheint sie, wie in der Zeichnung an- 
gegeben, von der Ursprungsstelle des Exopoditen schräg nach innen 
und hinten zu verlaufen. Das 1. Glied trägt ein ganz schwaches, 
unbewimpertes Rudiment einer Kaulade (1. i.) Das zweite Glied trägt 
an der Kauseite das schwach beljorstete Rudiment einer Kaulade. Das 
deuthch abgegliederte 3. Glied, beziehentlich der gesamte Endopodit, 
vom dritten Gliede an distalwärts gerechnet, ist deutlieh als Kaulade 
gebildet; es ist starr und mit langen, mittelstarken, befiederten Borsten 
versehen. Der Taster liegt dem 3. Gliede dicht an und zeigt, wie die 
Taster der beiden folgenden Gliedmaßen, drei Abschnitte, 1) ein grades 
sehr langes Grundglied mit durchsichtiger, beborsteter Crista an seinem 
äußeren Rande, 2) ein zweites, sich im rechten Winkel nach innen 
ansetzendes Glied von mäßiger Dicke, und 3) eine mehr weniger deutlich 
gegliederte Endgeißel, welche auf ihrem distalen und vorderen Bereiche 
lange, in der Richtung des Gliedes stehende Borsten trägt. 

Das 2. Paar der Kieferfüße (Fig. 13) hat ein deutlich aus- 
gebildetes queres Basalglied mit halbeiförmigem EiDipoditen, der dem 
Kaugliede an Größe etwa gleichkommt. Das 2. Glied ist länger als 
breit und trägt den Exopoditen, der genau so gebildet ist, wie beim 
1, Kieferfußi^aar. Das 3. Glied ist wiederum länglich, das 4. klein, 
dreieckig und vermittelt die Möglichkeit der völligen Rückwärtswendung 
des 5. Gliedes. Dies ist zu einem starken Kauyliede umgebUdet. inso- 



10 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. , 

fem es starr und stark chitinisiert und an seinem Kaurande starke 
Chitinstacheln und eine Anzahl starker Chitinborsten trägt. 

Das 3. Paar der Kieferfüße hat ein kurzes, queres Grundglied 
mit gebogen-zungenförmigem, kleinen Epipoditen; das 2. Glied ist glatt, 
an seinem proximalen Teile viel breiter als am distalen, und am ersteren 
mit einem stark beborsteten, Kauladen-artigen Teile, mit etwa halb so 
großem 3. und 4. GUede. Das 2. Glied hat kurz vor seinem Ende 
einen Stachel auf der Innen-, und einen Büschel Fiederhaare auf der 
Außenseite. Im übrigen ist die Gliedmaße, vor allem das Endglied, 
mit starken, braunen Chitinborsten versehen; der Exopodit entspriclit 
durchaus dem der 2. Kieferfüße. Vergleicht man diese Ghedmaße mit 
dem folgenden Paare, so scheint der Dorn am Ende des 2. Gliedes 
ein Homologon in dem Enddorn des 4. Gliedes des folgenden Paares 
zu finden; demnach wäre das 2. Glied der letzten Kieferfüße aus 
Glied 2, 3 und 4 verschmolzen. Nach der Sars'schen Abbildung von 
Sclerocragon salebrosus Owen (Norske Nordhavs Expedition, 
Crustacea, Taf. II, Fig. 14) erscheint freilich das Endglitnl der Glied- 
maße als aus zweien zusammengesetzt. Wenn dies wirklich der That- 
sache entspricht, so dürfte die soeben gelieferte Homologisierung freilich 
zu verwerfen sein. 

Die Greifglied maße (Fig. 2, 17) ist im Verhältnis zu unsern 
nordischen Crangoniden schwach, die drei proximalen Glieder sind kurz, 
das 4 . lang, auf der Innenseite mit kielförmiger Erhebung, am distalen 
Phule außen mit einem kleinen Stacliel versehen; das 5, Glied ist nur 
ein kurzes Gelenkstück ohne alle Stachelbildung; das G. groß, von 
gewöhnlicher Form, ebenso Avie das 7. 

Das 2. Paar (Fig. 18) ist sehr schlank und farblos; es wird, 
wie bei andern Crangoniden, eingeschlagen getragen ; die Einschlagsstelle 
ist das Gelenk zwischen dem 4. und 5. Glied. Das 1. Ghed ist ganz 
kurz, das 2. länger und einigermaßen kräftig; die folgenden Glieder 
sind viel dünner; das 3. ist länger als das 2., das 4. gleich l'A-j des 3. 
und gleich dem 5.; das 6. bildet eine schwache Scheerenhand von der 
Länge des 2. Gliedes, deren Finger noch nicht Vs der Handlänge betragen. 

Das 3. Paar (Fig. 19) ist lang und ebenso dünn wie das 2. 
Die beiden Grundgheder sind kurz, das 1. viel kräftiger als das 2. GUed. 
Glied 3 und 4 sind gleich lang und außerordentlich schlank und dünn; 
Ghed 5 ist um Vs länger als 4, Glied etwas mehr als halb so lang 
wie 5; Ghed 7 etwa ''3 von 6. Zwischen 4 und 5 ist ein ganz kleines 
Interstitialglied eingeschoben. 

Paar 4 und 5 der Pereiopoden sind in gleicher Art gebaut; 
es sind gewöhnhche Wandelbeine, die im Verhältnis zu Paar 2 und 3 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 1 1 

stark sind, immer aber noch als auü erordentlich schlank bezeichnet 
werden müssen. Glied 1 ist kurz und dick, Glied 2 kurz und schlanker, 
auf der Oberseite kaum, auf der Unterseite zu größerer Länge ent- 
wickelt. Glied 3 ist so lang wie 1 und 2 zusammen genommen, Glied 4 
das längste von allen, über dopj^elt so lang wie 3. Glied 5 gleich V. 
von 4; Glied 6 am 4. Paare gleich 7io, am 5. gleich */5 von 4. Die 
Endklaue ist schlank, etwas gebogen, nicht ganz so lang wie das 5. Glied. 

Die Postabdominal - Gb'edmaßen sind nach Art der 
Crangoniden im allgemeinen gebaut. Das Grundglied ist kurz, das 
zweite lang und stark, quer zusammengedrückt, distal sich verbreiternd. 
Der Außenast ist stark chitinisiert, hart, sehr lang, auswärts gerundet, 
einwärts platt, gertenförmig, wenig breiter in der Längs- als in der 
Querrichtung der Körperaxe; in seiner ganzen Länge, mit Ausnahme 
des inneren Teiles der Basis, geringelt, derart, daß an der Hinterseite 
die Eingel sägeartig vorspringen; an der Hinter- und Ventralkante 
behaart. Der Innenast ist sehr klein, am 1. Paare gleich der Hälfte 
des Außenastes, am 3. Paare gleich Vs, am 4. Paare längst nicht 
gleich V2 des Außenastes. 

Die Uropoden (Fig. 1, 2) entsprechen dem Befunde der 
Gattung; sie sind schlanker, als bei Sclerocrangon. Der innere Ast 
trägt längs der Mittellinie einen Kiel und, durch eine seichte Grube 
getrennt, nach innen davon einen parallelen schwächeren. Der hintere 
Teil des Außenrandes und der Innenrand ist schwach körnig gesägt. 
Der Außenast zeigt einen schwachen, bis zum Anfang der Endschuppe 
verlaufenden Kiel und einen etwas stärkeren, nach dem seitlichen 
Dorn zu verlaufenden. Die Ränder der Endschuppe zeigen dieselbe 
Körnelung wie die des Innenastes. 

Das 2. Segment des Sternum (Fig. 20) entsendet nach vorn 
einen starken, spitzen Dorn zwischen die Grundglieder des ersten 
Pereiopodenpaares ; die folgenden Segmente sind in der Mittellinie nur 
in sofern skulpiert, als sich der Dorn nach hinten eine Strecke weit 
als erhabene Leiste hinzieht. Die Bezeichnungen „p. I" und „p. II" 
in Fig. 20 bedeuten Grundglieder von Paar I und II der Pereiopoden. 

Länge vom Stirnstachel bis zum Schwanzende 50 mm. 

Farbe hellbräunlich-fleischfarben, bezeichnet „Grauer Dredge- 
Krebs". 4 Exemplare. 

Hippolyte antarctica nov. spec. (Tafei i, Fig. 22-27.) Hippoiyte 

. antarctica. 

Der Schnabel ist (von der Verbindungsstelle der Basis der 
Augenstiele an gerechnet) so lang, wie die Mediane des Panzers, in 
der vorderen Hälfte aufsteigend, nach oben überall eine niedrige Crista 



12 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

tragoiifl, welche, nach hinten hreiter und flacher werdend, sich noch 
etwa über die Hälfte der Mittellinie des Panzers erstreckt. Von den 
Zähnen steht einer auf der Verbindungslinie der Basis der Augenstiele, 
einer dahinter. (Bei einem Individuum steht der zuerst erwähnte Zahn 
hinter der Verbindungslinie.) Auf dem freien Teile des Schnabels stehen 
fünf Zähne ; der letzte steht so kurz vor der eigentlichen Spitze, daß 
er mit derselben bei einigen Exemplaren eine einzige vordere Abstutzung 
zu bilden scheint. Nach unten trägt der Schnabel nur auf den vorderen 
zwei Dritteln eine Crista, die viel höher ist, als die der Dorsalseite, 
und, von hinten nach vorn zu niedriger werdend, in die Schnabelspitze 
ausläuft. Sie trägt acht, hinten enger, vorn weiter stehende, saum- 
artig behaarte Zähne. Ein Stück hatte nur 5; dies ist dadurch zu 
erklären, daß anstatt mehrerer der hinteren Zähne sich nur ein ein- 
ziger, großer, ausgebildet hatte. Am Vorderrande des Panzers findet 
sich unterhalb der Augen-Insertion ein mäßiger, und unterhalb der 
Insertion der großen Fühler ein kleiner Zalin. 

Das Telson (Fig. 25) endigt hinten schmal zugerundet und zeigt 
auf der hinteren Hälfte ganz nahe dem Seitenrande je 2 kleine Stacheln. 
Der Hinterrand ist rechts und links durch je einen stärkeren Stachel 
bezeichnet; dazwischen stehen einige schwächere. Sämtliche Ränder 
sind saumartig behaart. Auf den Medianen findet sich kurz vor der 
Insertion ein kleiner, quer saumartig behaarter, oder, falls die Haare 
ausfallen, rauher Fleck. 

Das 2. — 4. Postabdominal Segment ist nach den Geschlechtern 
verschieden. (Fig. 22$, Fig. 27 cr^.) Sämtliche Epimerialschuppen sind 
beim c^ niedriger, sodaß die Hinterleibsbeine ein größeres Stück frei 
hervon^agen; so ist beispielsweise beim 3. Segment der unterlialb der 
Schuppen hervorragende Teil des Grundgliedes der Pleopoden beim c/' 
etwa gleich Vr., beim 9 etwa gleich Va der Länge des äußeren S])alt- 
astes. Die zweite Epimerialschuppe des o^ ragt nach unten so weit 
wie die erste; sie ist unten mit gerundeten Ecken ziemlich quer ab- 
gestutzt und überragt seitlich die 1. und B. Epimerialschuppe bedeutend, 
doch nicht so weit, wie beim $. Die Höhe der Schuppe ist etwa 
gleich */? der äußeren Fühlerschuppe, die Breite gleich %. Dieselbe 
Schuppe ist beim $ länger als die des 1. Segments, am Unterrande 
quer zugerundet, und überdeckt mit den Seitenrändern einen viel 
größeren Theil der Schuppe des 1. und 3. Segmentes. Die Höhe der 
Schuppe ist fast gleich der Länge der großen Fühlerschuppe, die 
Breite ein wenig mehr als die Länge der Fühlersclnq^pe. Die Schuppe 
des 3. Segments ist beim cT^ ein klein wenig länger, als die des 2., 
mit einer stumpf zugerundeten, rechtwinkligen, hinteren Ecke und mit 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 13 

stumpf riindlicli abgestuztem Unterrande versehen. Das 3. Segment 
ist überhaupt beim o^ verhältnismäüig etwas länger als beim $. Die 
Höhe des Segmentes ist gleich der Länge. Die Schuppe desselben 
Gliedes ist beim $ nicht ganz so lang, wie beim o^, bildet keine hintere 
Ecke, sondern läßt den Hinterrand in stumpfem Bogen in die stumpf 
rundliche Spitze übergehen. Die Höhe des Segmentes ist fast gleich 
l'A der Länge. — Die Epimerialschuppen des 4. und 5. Segmentes 
sind dreieckig und unterscheiden sich in den Geschlechtern dadurch, 
daß der Winkel, in dem sich die Schuppe vom Hinterrande des Seg- 
mentes absetzt, beim $ viel größer ist, als beim ö^. 

Der Schaft der inneren Fühler wird von den vorderen zwei 
Fünfteln des Schnabels überragt; die äußere Geißel überragt um 
Vs ihrer Länge die große Fühlerschuppe. Das Grundglied der inneren 
Antennen (Fig. 33) ist ganz kurz und rudimentär, das 3. lang, vier- 
eckig, oben .abgeplattet, auf der vorderen Hälfte der Oljcrfläche mit 
ehiem schrägen Saum von Filzhaaren; unten an der Innenkante mit 
nach unten vorspringendem Kiel. Die Schuppe ist von dem 3. Gliede 
durch keine Gelenkfurche getrennt; sie ist schmal, hat in ihren hinteren 
zwei Dritteln parallele Ränder und spitzt sich im vorderen Drittel 
schräg zu, derart, daß die Spitze in der Flucht des Außenrandes der 
Schuppe liegt. Das folgende Glied ist rundlich, um die Hälfte länger 
als breit, '/s von der Länge des 3. Gliedes, außen filzig behaart, von 
dem 3. Glied durch eine behaarte Furche geschieden. Das 4. Glied 
ist klein und schmäler als das 3. Glied, dreieckig, mit der Spitze nach 
vorn. Das 5. Glied ist zum größten Teil schon in zwei seitlich neben 
einander liegende gespalten ; docli scheint der dorsale Kontur noch 
ununterbrochen. Die äußere Geißel ist breit rutenförmig mit einer 
festen, abgestutzten Spitze am distalen Endglied; das proximale Glied 
ist lang, die folgenden cc. 36 Glieder breiter als lang. Die Geißel 
überragt um '/ä ihrer Länge die große Fühlerschuppe ; die innere ist 
beim cf^ um ^A, beim $ um '/5 länger als die äußere und wenig mehr 
als halb so dick. Das erste Glied ist länger als die folgenden, die 
beiden ersten zusammen genommen so lang wie das 1. Glied der 
äußeren Geißel. Die Anzahl der Glieder ist gegen 30, sie sind meist 
etwas länger als breit. 

Der Schaft der äußeren Fühler (Fig. 30) ragt nach vorn 
nicht ganz so weit, wie die Schuppe der inneren Fühler; die Geißel 
ist etwa so lang, wie Tier vom Schnabelende bis zum Oberrande des 
drittletzten rostabdominalsegments, unbehaart. Das Grundglied ist 
klein und ringförmig , fast nur auf der Innenseite entwickelt, das 
3. Glied ist groß, breiter als lang, außen am Vorderrande mit starkem 



14 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Stachel. Die Schuppe reicht bei den meisten Stücken weiter nach 
vorn als der Schnabel (Fig. 2G), bei dem größten $ jedoch nicht (Fig. 22). 
Der Zahn an der vorderen, äußeren Ecke ist schwach und reicht fast 
bis zu dem stumpf zugerundeten distalen Ende der Schuppe. Das 
3. Glied entspringt auf der unteren Hälfte der Innenseite des 2. Ghedes 
und ist schmal. Das 4. Glied entspringt auf der Außenseite des 3., 
derart, daß der ganze Innen- und Vorderrand des 3. Gliedes um ein 
weniges von dem sehr schmalen 4. Gliede überragt wird. Das 5. Glied 
ist länger als das 3. und 4. zusammen, schmaler, cylindrisch. Das 
6. Glied ist ganz kurz und schmaler als das 5. Glied. Die Geißel 
beginnt mit einem Grundgliede, dessen Länge etwa das anderthalbfache 
seiner Breite beträgt. 

Das Epistom ist eine winklige Platte, von der nach vorn die 
inneren Fühler entspringen, dieselbe ganz seicht ausrandend. Die einen 
Winkel von etwa 100 ° einschließenden Schenkel reichen nach hinten 
und seitwärts bis an die Grundglieder der großen Fühler. Die ()l)er- 
lippe ist groß, distal ganz stumpf gerundet abgesetzt, auf der Mittellinie 
mit kielartiger Erhebung; die schmale proximale Partie durch eine 
deutliche Furche von dem Hauptteil der Lippe geschieden. 

Die Kiefer und inneren Kieferfüße will ich bei der großen Ein- 
förmigkeit der Gattung Hippolyte vorläufig nicht beschreiben, weil ich 
dazu eines von den wenigen, überhaupt schon sehr schadhaften Stücken 
opfern müßte. 

Der 2. Kiefer fuß hat einen Palpus und ein Flagellum, die 
beiden folgenden Beinpaare je ein Flagellum. Die zweiten Kieferfüße 
sind stark und ragen bis an das letzte Viertel der großen Fühlerschuppen ; 
die beiden Endglieder sind, besonders am Innenrande, stark borstig 
behaart. Das 1. Bein paar wird von dem letzten Kieferfußpaare um 
die Hälfte des Endgliedes überragt ; es ist schwach behaart ; der beweg- 
liche Scheerenlinger ist Va von der Länge der ganzen Hand ; die Scheeren- 
linger sind am Ende behaart. Die Hand ist etwas kürzer als das 5., 
und nicht so lang wie das 4. Ghed. — Das 2. Beinpaar ist lang und 
schlank und überragt, nach vorn gewendet, die große Fühlerschuppe 
um Vi — Vs ihrer Länge; der bewegliche Scheerenfinger ist etwa gleich 
^/s der Länge der ganzen Hand. Der Carpus bestellt aus 1 1 Gliedern, 
welche sich der Länge nach folgendermaßen anordnen : ( 1 ist das 
proximale, 11 das distale Glied) 1. 11. 4. 3. 5. Ü. 2. 7. 8. 9. 10. 
Glied 10 ist etwa V3 der Länge von 11. Das 3., 4. und 5. Beinpaar 
sind lang und ziemlich gleich stark. Die relative Länge ist wegen der 
Härte und Brüchigkeit des Materials nii'lit gut vergleichungsweise an- 
zugeben, dagegen leiclit aus der Al)l)ildung /u ersehen. Die Beine 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georfrien. 15 

sind behaart und haben auf der Innenseite des Klauenghedes einen 
Kamm von starken Chitindornen. Die Hinterränder der Femora des 
3. und 4. Paares tragen eine Reihe von Dornen, das folgende Glied 
2 Dornen ; das vorletzte Glied besitzt eine Anzahl von entfernt stehenden 
Chitinstacheln. Das 5. Paar zeigt auf dem Femur nur 2, auf dem 
folgenden Gliede nur 1 Dorn, sonst die Bildung des 3. und 4. Paares. 

Die Pleopoden des 1. Paares sind sehr viel schwächer als die 
folgenden. Paar 3 ist am kräftigsten, dann folgt Paar 4, dann 2 und 5, 
welche etwa gleichmäßig entwickelt sind. Die Spaltfußlamellen sind 
ganz platt. Der innere Spaltast des 1 . Paares ist beim d^ und $ gleich 
gebildet, etwa von Vft der Länge des äußeren, proximal schmal elliptisch, 
distal in eine längere, vorn stumpfe Spitze ausgezogen. An den folgenden 
Paaren ist der Außenast etwas länger als der Innenast, beide an der 
äußeren wie inneren Kante mit Andeutung einer Ringelung und an 
den Randen selbst mit schlaffen Haaren dicht besetzt. An der Grenze 
des 1. und 2. proximalen Viertels entspringt am Innenrande des Innen- 
astes der für die Gattung charakteristische, schmale, stabartige, an der 
Basis etwas verjüngte Griffel von '/4 Länge des Innenastes. 

Von den Ästen des Schwanzfuß paar es ist der innere schmaler, 
der äußere breiter zugerundet, l^eide länger als das Telson, gesäumt 
behaart; zwei kleine Stacheln neben einander am Außenrande des 
Außenastes. 

3 $ und 2 cr^. Gedredgt auf 7 — 9 Faden. „Roter Dredgekrebs." 
Die Länge des größten $, von der Schnabelspitze bis zum Ende des 
3. Nachleibsegmentes gemessen, beträgt 53, die des größten c^ 41,5 mm. 



IL Isopoden. 



Von Isopoden finden sich weniger Arten vor, als man nach der 
im übrigen so reichen Ausbeute erwarten sollte; es rührt dies davon 
her, daß wegen der beschränkten Bedienungs-Mannschaft weitere Aus- 
flüge zur Erforschung größerer Tiefen und der weiter hinaus liegenden 
See nicht gemacht werden konnten. So gehören denn alle erbeuteten 
Formen der Litoralzone an, vielleicht mit Ausnahme des Glyptonotus, 
der bei Sturm an das Ufer geworfen wurde. Landformen wurden über- 
haupt nicht vorgefunden. 

Bei Vergleichung der von Süd -Georgien nunmehr bekannt 
werdenden 1 1 Isopoden mit denen der Magelhaens-Straße und Kerguelen- 
landes findet sich nur eine der Südspitze Amerikas, Süd-Georgien und 



Isopoden. 



16 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Kerguelen gemeinsame Art, nämlich Cassidina emarginata Guer. ; und 
ferner eine Art, welche Süd -Georgien und Kerguelen gemeinsam ist, 
nämlich Serolis semptemcarinata Wh. — Glyptonotus antarcticus Eights 
war hisher von den Süd-Georgien am nächsten liegenden Süd-Shetlands- 
Inseln bekannt. 

Alle andern Arten sind neu und gehören teils der Gattung, 
teils der Familie nach zu Formen, welche schon in antarktischen Ver- 
tretern bekannt waren; für andere mußten neue Gattungen gegründet 
werden. 

In dem neben folgenden Verzeichnis sind alle mir von den süd- 
lichsten Punkten der Erde aus der Litteratur bekannten Arten auf- 
geführt. Auf ein vergleichendes Verzeichnis der antarktischen Gattungen 
oder der arktischen mit den antarktischen ist verzichtet, weil weder in 
der arktischen noch antarktischen Zone sich eine Trennung von den 
Formen der daran gi*enzenden Zone durchführen läßt. Als Ersatz 
dafür habe ich jedoch, anschließend an die Tabelle, einen kurzen 
Ueberblick der Familien und wichtigsten Gattungen der Isopoden grade 
im Hinblick auf ihre Verbreitung in den kälteren Zonen gegeben. Die 
Liste der für die antarktische Verbreitung der Isopoden in Frage 
kommenden Original -Litteratur habe ich, um Wiederholungen zu ver- 
meiden, vorangeschickt. Arbeiten, welche in spätere, größere Werke 
aufgenommen sind, wurden ausgelassen. 

Litteratur. Liste dci* Litteratui* über antarktische Isopoden. 

1. F. E. Beddard, Report on the Isopoda collected by H. M. S. 
Challenger. Pt I. The genus Serolis. 1884. 

2. — Preliminary Notice of the Isopoda, collected during the Voyage 
of H. M. S. Challenger. Pt II. Munnopsidae. Proc. Zool. Soc. 
1885 pp. 9 IG— 925. 

3. PtllL Id. op. 1886. pp. 97—122. 

4. C. Bovallius, Notes on the Family Asellidae: Bih. Sv. Vet. Ak. 
Handl. XI (1886) No. 15 

5. B.. Cimninfiham, Notes on the Crustacea, obtained diu'ing 

the Voyage of H. M. Ship Nassau. Tr. Lin. Soc. XXVII, 187L 

6. J. D. Dana, Crustacea in: United States Exploring Expedition. 

7. Gimin-Mcneville, Jcon. regne animal. 

8. E. J. Miers, Crustacea in: An Account of the Petrological, 
Botanical and Zoological Collections made in Kerguelcns Land and 
Kodriguez. Plül. Trans. Tom. 168. London 1879, pp. 200—204. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 



17 



ü, — Account of tlie Criistacea collected diiring tlie Survey of 
H, M. S. Alert in the Straits of Magellan and on tlie Coast of 
Patagonia. Proc. Zool. Soc. 1881, pp. Gl — 79. 

10. — Revision of the Idoteidae. Jouni. Lin, Soc. XVI (1881) 
pp. 1—88. 

11. J. C. Scliioedte & Fr. Meinert, Symbolae ad Monographiam Cymo- 
thoarum. Naturli. Tidskr. Ser. III. 1879—1884. 
TJi. Studcr, Beiträge zur Kenntnis niederer Tiere von Kerguelens- 
land. Die Arten der Gattung Serolis von Kerguelensland. Arcli. 
f. Naturg. 45. Jahrg. 1879. pp. 19—34. 

— Isopoden, gesammelt während der Reise S. M. S. Gazelle um 
die Erde 1874—76. Abh. Kgi. Akad. Wissensch. Berlin 1883. 
(veröff. 1884). 

G. Tlwmson, New Zealand Crustacea. Trans. New Zeal. Inst. XL 
1878 (veröff. 1879) pp. 230—350. 

Liste der antarktischen Isopoden und ilirer Verbreitung. 

(Die eiügekhininiei'teu Zalileu beziehen sii'li auf die laufende Nummer der 
voraustelieudeu Litteraturliste.) 

Serolidae. 



12. 



13 



14. 



Serolis paradoxa Fabr. (Bedd. 1) 

— Orbignyana Aud. et Milne- 

Edwards 

— trilobitoides Eights (Bedd. 1) 



( 



— plana Dana 

— convexa Cunningli. ( 

— Schythei Lütk. ( 

— latifrons White ( 

— septemcarinata 

White ( 

— cornuta Stud. (12) ( 

— Serrei Lucas ( 

— Pagenstecheri Pffr 

— polita Pffr 

Ohelonidiidae. 
Chelonidium punctatissimum Pft'r 

Limuoriidae. 
Linnioria antarctica Pffr 

Oniscidae. 
Trichoniscus ( Actaecia ) 
laudicus Thoms, 



Patagonien, Falklands-I. 

Punta Arenas (Stud. 13) (Mus. 
Hamb.) 

Süd-Shetl. Ins., Patagonien. 

l'atagonien. 

Magelhaens-Str. (Stud. 13). 

Patagonien, 4 — 55 Fd. 

Auckland-L, Kerguelen, 1 — 210Fd. 

Kerguelen, 1 — 150 Fd., Süd- 
Georgien, 1 — 7 Fd. 
1—120 Fd. 

Patagonien. 

Süd-Georgien. 



m Pffr. 


Süd-(jeorgien. 




Süd-Georgien. 


auck- 




(14) 


Auckland-Ins. 



Antarktischü 

Isopodeu. 



18 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 



Oiiiscidae. 

Styloniscus magellanicus Dana 
Oniscus (?) angustus Dana 
Porcellio (?) fnegiensis Dana 
Tylos spinulosus Dana 

SplLieromidae. 

Sphaeroma gigas Leach 

— lanceolata White 

— calcarea Dana 

— globicaiula Dana 
Cymodocea (Dynamena) Eatoni 

Miers 

— Darwinii Cunningh. 
Cymodocella georgiana Pffr 
Cassidina emarginata Gner.— Men. 

(:=latistylis Dana teste Miers) 



— maculata Studer (13) 

Aegidae. 
Aega (Pterelas) magnifica Dana 

— semicarinata Miers (S) 

— punctulata Miers (1>) 
Cirolana magellanica Pffr M S 
Rocinela australis Schioedte n. 

Meinert 
(Aegathoa macrophtlialnia Dana) 
( „ laticeps Dana) 

Asellidae. 

Jais Hargeri Bov. 

— (Janthe)pubescensDana (P)Ov.) 
Notasellus Sarsii Pffr 

Jaera antarctica Pffr 
Muimidae. 
Munna maculata Bedd. (3) 

— pallida Bedd. (3) 
Haliacris antarctica Pffr 
Astrurus crucicauda Bedd. (3) 
Neasellus kerguelenensis Bedd. (3) 



Feuerland. 



Auckland-I. (Stud. 13). 
Feuerland (Dana), Magelhaens-Str. 

(Stud. 13). 
Feuerland. 



Kerguelen. 
Ost-Feuerland. 
Süd-Georgien. 

Magelhaens-Str. (Stud. 13). 
Falklands-Ins. (Guer.) 
Süd-Georgien. 
Kerguelen (Miers). 
Kerguelen. 

Feuerland. 
Kerguelen. 
Magelhaens-Str. 



(? Feuerland, ? Rio Janeiro). 

Magelhaens-Str. 

Feuerland. 

Süd-Georgien. 



Kerguelen, 25 Fd. 

30 Fd. 

Süd-Georgien. 

Kerguelen 120 Fd. 

120 Fd. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien 



19 



Pleurogouium albidum Bedd. (3) 
„ serratum Bedd. (3) 

Mimiiopsidae. 

Eiu-ycope fragilis Bedd. (2) 

— spinosa Bedd, (2) 
Acanthocope spinicauda Bedd. (2) 

Arcturidae. 

Arcturus furcatiis Stiider (13) 

— Coppingeri Miers (9) 

— giacialis Bedd. (3) 

— Studeri Bedd. (3) 

Idoieidae. 
Edotia tuberculata Giier. (Miers 10) 
Idotea annulata Dana 

— rotimdicauda Miers (10) 
Glyptouotus antarcticus Eiglits 

Aiiceidae. 

Anceus antarcticus Stud. (13) 

— gigas Bedd. (3) 

— tuberculatus Bedd. (3) 



Kergiielen, 120 Fd. 
„ 120 Fd. 

60° 52' S. 80° 20' 0. 1260 Fd. 

(und weiter nördlich). 
53" 55' S. 108*^ 35' 0. 1950 Fd. 
500 |'g_ 123° 4'0. 1800 Fd. 

Kerguelen, 10—60 Fd. 
Trinidad Channel. 
65M2'S. 79« 49' 0. 1675 Fd. 
Kerguelen. 

Magelhaens-Str., Falklds-Ins. 
Antarktisch, südl. v. Neu-Holland. 
Magelliaens-Str. 
Süd-Shetlands Ins. (Eights). 
Süd-Georgien. 

Ost-Patagonien, 60 Fd. 
Kerguelen. 



Allgemeine Betrachluiig der geographiselieii Verbreitung der Isopoden 
in Bezug auf ihr arktisches und antarktisches Vorkonnnen. 

Serolidae. Die Familie gehört diu'chaus der südlichen Halb- verbreituug der 
kugel au und zwar meist der antarktischen Zone; mehrere Arten ^^"i-" ^" 
reichen bis Süd- und Südost-Australien, zwei Arten sogar bis in die 
Tropen (Rio Janeiro und Pernambuco), diese letzteren kommen jedoch 
aus sehr großen Tiefen. Eine Art (carinata Lockington) kommt von 
San Diego, Unter- Californien ; diese hat sich also über den Acquator 
und sogar den Wendekreis des Krebses hinaus nach Norden verbreitet, 
ein Faktum, welches, so auffallend es ist, an keiner Stelle der Welt 
weniger befremdet, als grade an der Westküste Amerikas, wo es in 
der That zwischen Californien und Cliili die mannichfachsten zoogeogra- 
phischen Bezielumgen giebt. 

Chelouidiidae. Die Famihe ist auf die in einer Art vor- 
Hegende Gattung Chelonidium von Süd -Georgien gegründet. Die Ver- 
waiidschafteu dieser FamiUe liegen zum teil bei den Seroliden, zum 
teil bei den Onisciden. 

2* 



20 Pfeffer, Krebse vou Süd-Georgien. 

Ouiscidcie. Die Familie ist über alle Teile der festen Erde ver- 
breitet. Nacb dem von Budde-Lund 1879 veröffentlichten vorläufigen 
Kataloge überwiegen die Formen der gemäßigten Zone ; doch sind Ver- 
treter sämtlicher wärmeren Länder vorhanden. Die 4 antarktischen 
Formen sind oben angeführt ; an diese schhefäen sich Formen von Chili, 
dem Cap und Neu -Seeland an. Von Süd- Georgien ist keine Art be- 
kannt geworden. 

Liuiiioriidae. Von den 5 bekannt gewordenen Arten sind drei 
nordatlantisch (zum teil auch an der amerikanischen Küste) , während 
L. segnis Chilton von Neu-Seeland und die neue Art L. antarctica von 
Süd-Georgien die südlichen Vertreter sind. 

Sphaeroiiiidae. Der Schwerpunkt der Familie liegt in den ge- 
mäßigten Breiten der südlichen Halbkugel und hier reichen sie bis in 
die wirklich antarktischen Gegenden. Nach Norden verbreiten sie sich 
bis in die kältere gemäßigte Zone, ohne jedoch bis in die arktische 
zu gehen. In den heißen Klimaten sind sie, wenn auch sclnvach, ver- 
treten. Die drei großen Gattungen der Familie, S])liaeroma, Cymodocea 
und Nesaea entsprechen diesem Bilde, doch scheint Nesaea nicht bis 
in die eigentlich antarktische Zone zu gelien. Allein auf der nörd- 
lichen Halbkugel kommen vor: Leptos^jkaeroma, Campeco2)ea und 
Prochonesaea ; allein auf der südlichen: Haswellia ( = Calyptura), 
Cerceis, Amphoroidea, Scutuloidea, Plakarthrium, Cassidina, Cymodocella. 
(Die Fundorte von Monulistra und Ancinus sind mir nicht bekannt). 

Die halb -parasitischen und parasitischen Isopoden haben ent- 
sprechend ihrer Lebensweise und der dadurch bedingten Verbreitungs- 
fähigheit die eigenthchen Heimatsstätten der Ordnung aufgegeben und 
sind Kosmopoliten geworden. Es mögen daher hier nur die Gattungen 
betrachtet werden, welche ausgesprochen nördliche oder südliche Ver- 
treter haben. 

Aeg'idae. Aega psora und ventrosa gehen 1)is in die arktische 
Zone, punctuluta kommt von der Magelhaens-Straße. — Eocinela reicht 
bis in die kältere gemäßigte Zone des atlantischen Ozeans beider Hemi- 
si^haeren, ebenso im stillen Ozean bis Wladiwostok, auf der südlichen 
Halbkugel ist eine Art (vigilans Hasw.) von Pt. Dennison und eine 
(australis Schioedte und Meinert) vou der Magelhaens-Straße bekannt. 
Cirolana ist kosmopolitisch, geht in einigen Arten ziemlich weit nach 
Norden, C. microphthalma Hoek sogar bis in die arktische Zone; C. 
magellanica Pffr MS kommt von der Magelhaens-Straße. 

Von Cymothoiden reicht keine einzige Art bis in die kälteren 
Gegenden. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 21 

Die Bopyriden gehören fast nur der nördlichen Hal])kn«>-el an; 
einige Arten gehen l)is in die arktische Zone ; drei Arten, welche vom 
Rothen Meere, Mauritius und Süd-Urasilien hekannt worden sind, 
gehören der heissen Zone an und sind zugleich dit^ südlichen Vertreter. 

Die Entoiiisciden scheinen Kosmopoliten zu sein. Einige von 
Sars betriebene Arten rücken bis über den nördUchen Polarkreis; das 
südlichste bekannt gewordene Vorkommen ist Süd-Brasilien. 

Von den marinen Asellideii geh()rt keiner den Trojien und nur 
ganz vereinzelte der wärmeren gemäßigten Zone an. (Trichopleon ramosum 
Bedd. ist zwar unter dem Aequator, aber auf 500 Faden bei 5, .3*^ C ge- 
funden.) Der Hauptverbreitungsbezirk ist die subarktische und arktische 
Zone auf der einen Seite und die antarktische auf der anderen.. Die 
Gattungen Leptaspidia, Acanthoniscus, (.lamiui ist mediterran) und 
Janira sind nordisch; Stenetrium, Notasellus, Jatri])})a, Jais und Jolanthe 
gehören der südlichen Halbkugel an; Janthe und Jaera h^ben 
arktische und antarktische Vertreter. 

Die Miniiiidftii gehören durchaus der kalten Zone an. Arktisch 
sind : rarannnnia. Nannoniscus, Dendrotion, Macrostylis und Desmosoma ; 
antarktisch: Astrurus, Neasellus, Acanthosoma, Haliacris; in beiden 
Zonen vertreten: Munna, Pleurogonium, Isclmosoma. 

Eine gleiche Verbreitung zeigen die Muiiiiopsideii. Diejenigen 
Arten, welche aus niedrigen Breiten erhalten sind, wurden aus ganz 
ungeheuren Tiefen heraufgeholt. Ilyarachna ist nordisch, Acanthocope 
antarktisch, Munnopsis und Eurycope in beiden Zonen vertreten. 

Die Arcturiden gliedern sich in einem arktischen und einen 
antarktischen Komplex mit ganz vereinzelten Vorstößen nach den 
Tropen zu, so bis nach Süd- Australien, ja in zwei Fällen bis in die 
Wendela-eise ; doch wurden die Stücke aus gewaltigen Tiefen und sehr 
niedriger Temparatur geholt. Eine besondere Ausnahme macht, wie bei 
der Gattung Serolis, die Westküste von Mexiko, von woher das hiesige 
Museum eine Art besitzt. 

Idoteidae. Die Gattung Glyptonotus weist nur nordische, zum 
teil hocharktisi^he Formen inid dann im Gegensatz dazu eine hoch- 
antarktischc^ Art auf. — Die sehr zahlreichen Arten der Gattung 
Idotea, sind über die ganze Welt verbreitet mit je einem Hauptzentrum 
in jeder gemäßigten Zone; von da verbreiten sich einige Arten bis in 
die Tro})en, andere bis Spitzbergen und Magelhaens-Straße. — Die 
(Gattung Edotia hat ihren Haupt verbreitungskreis nordisch bis arktisch; 
eine Art soll von Afrika konimcMi; dagegen leben zwei in der ]\Iagel- 
haens-Straße. Die kleine Gattung Cleantis reicht weder in die arktische 
noch bis in die antarktischen Regionen. 



22 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Die Aiitliiirideil haben gleichfalls einen nördlichen und südlichen 
Verbreitungsbezirk, reichen jedoch nur vereinzelt in die wirklich arktische 
(Paranthura arctica) oder antarktische Zone hinein. Den nördlichen 
Verbreitungsbezirk bilden der nordatlantische Ozean Europas und 
Amerikas, den südlichen die Südküste Australiens, Vandieniensland und 
Neuseeland. Philanthura ist nordisch; Hahphasma, Cruregens, Phrea- 
toicus, Eisothisthos südlich; Anthura und Paranthura gehören beiden 
Gegenden an. 

Von den Anceideii gehören die meisten den nordischen Meeren 
an ; einige sind hocharktisch ; wenige sind aus der nördlichen wärmeren 
und gemäßigten und der heißen Zone bekannt. Aus der wärmeren 
gemäßigten Zone der südlichen Halbkugel ist nur eine Art beschrieben 
(A. ferox Hasw. von Pt Jackson), dagegen gehören drei Arten der 
antarktischen Zone (Patagonien und Kerguelen) an. 

Terminologie. Eiiiigc Voi'bemerkuiigeii betreifeiul die Terminologie. 

Eine ausführlichere Darlegung der morphologischen Merkmale 
der Iso})oden, in welchen eine Anzahl von Anschauungen zu begriunlen 
wären, die bei den nachfolgenden Beschreil)ungen leitend gewesen sind, 
wird an anderer Stelle in kürzester Frist geliefert werden; im Folgenden 
sollen nur einige zum Verständnis unerläßliche Bemerkungen gemacht 
werden. 

Am Koi)fe erscheinen gewisse Regionen ausgebildet. Zunächst 
liegt eine (piere Z(me am vordersten Teil des Kopfes, die sich oft 
segmentartig absetzt, der Stirn teil. Ferner finden sich außer 
gnißeren Eandwulst-Bildungen eine Anzahl Höcker, die mit dem Ansätze 
der Mandibel-Muskulatur in Beziehung stehen, wie denn überhaupt die 
Maße der Drosalfläche des Isopodenkopfes , gleichwie bei den Dekapoden, 
Mandibular-Segment ist. Vor den Augen Hegt ein (oder nebeneinander 
zwei) V o r d e r h ö c k e r , dahinter auf j eder Seite ein ä u ß e r e r und innerer 
Seit enli Ocker, welch letztere zu einem medianen Mittelhöcker ver- 
schmelzen können. Sehr oft Hegen die Augen auf einem Augen- 
höcker. — Die Leibes-Segmente zeigen einen medianen Mittelhöcker 
und einen schräg von hinten und außen nach vorn und imicn ziehenden, 
liäufig skulpierten Seit enwu Ist. — Am Schwanzschilde ist die Inser- 
tionsstelle des freien Teiles der Uropoden als Seiten ecke bezeichnet. — 
Der Schaft der äußeren Fühler ist als sechsgliedrig betraclitet worden. — 

An den Mittelleibsbeinen sind, selbst wenn das 1. und 2. Glied 
verschmolzen sind, dieselben für die Zählung der Glieder stets als ge- 
trennt betrachtet worden. — Hinsichtlich der Mundgliedmaßen ist von 
der Ansicht ausgegangen, daß die Mandibeln der Isopoden denen der 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 23 

Dekapoden durchaus gleichwertig sind; dann entspricht nach den An- 
schauungen, die icli bakligst begründen werde, die sogenannte äußere 
Kaulade dem zweiten, die innere dem Grundgliede der Gliedmaße. 
Ebenso verhält es sich bei der 1. Maxille. Bei der 2. Maxille ent- 
spricht die innere Kaulade der gleichen bei der 1. Maxille; von den 
beiden äußeren Laden entspricht die innere mitsamt der Basis dem 
zweiten Gliede, die äußere dem Taster. Die Homologieen der 2. Maxille 
und des Kieferfußes sind aufs leichteste festzustellen. Die innere Lade 
der 2. Maxille entspricht der Lade der Kieferfüße ; diese muß deshalb 
als Lade des 1 . Gliedes gedeutet werden ; und wenn sich proximal von 
diesem Xlliede noch eins befindet, so mag es — bis die Frage endgültig 
entschieden — für eine nachträgliche Abgliederung gehalten und als 
Artikulationsglied bezeichnet werden. Der sogenannte Taster besteht 
aus dem zweiten Stammgliede der Gliedmaße und aus dem (wie bei 
vielen Dekapoden) verschmolzenen Endopoditen und Exopoditen. 

Serolis septemcarinata Miers. seroiis 

septemcarinata. 
(Taf. II, Fi<.-. 5, 6. Taf. III, Fig-. 1-26. Taf. IV, Fig. 6.) 

Ann. Nat. Hist. (1875) XVI p. IIG. — Id. Phil. Tians. Tom. 168 (1879) p. 206, 
pl. XI, fig. 3. — Beddard, Chall. Rep. Serolis p. 47 pl. II, fig. 14, VIII figg. 3—5. 
Studer, Jsop. Gazelle, Abb. Akad. Berl. 1882, p. 8. 

S. quadriearinata White, List. Crust. Brit. Mus. 1847, p. 106. 

S. ovalis Studer, Arcb. Nat. 1879, p. 24, Fig. 8—10. 

Die Gestalt des Tieres (Taf. II, Fig. 5, 6) ist (abgesehen vom 
Schwanzende) ein regelmäßiges Oval, dessen Breite gleich ^/i seiner 
Länge beträgt; die größte Breite liegt an den Epimerenspitzen des 
2. freien Mittelleibs - Segmentes. — Die grobe Skulptur der Art ist 
eine ganz schwache, dagegen ist die ganze Haut mit lauter kleinen, 
oft in einander fließenden Tuberkeln mit ebenso oft zusammenfließenden 
punktförmigen oder unregelmäßig in einander fließenden Gruben vöUig 
bedeckt. — Die Epimeren-Bildung ist nicht grade stark, aber sehr 
gleichmäßig ausgebildet. Meist schließen sie an einander; das letzte 
Mittelleibs- und die beiden Nachleibs-Epimeren treten auch nm- wenig 
aus dem allgemeinen Kontur heraus, und ihre Spitzen liegen auf der 
von der vorderen Körperhälfte angegebenen ovalen Linie. 

Das Kopfschild (Taf. II, Fig. 5) ist verhältnismäßig lang zur 
Breite ; seine Länge beträgt, in der Mittellinie gemessen, etwas mehr 
als Vs der Breite. — Der Stirnteil ist gegen das Mittelschild mit 
einem fast graden, deutlich erhabenen Kontur abgegrenzt; seine Aus- 
dehnung ist eine kleine ; in der Mitte zwischen den Grundgliedern der 
inneren Fühler ist er nur als ganz kleiner Stirnstachel entwickelt ; an 



04 Pfeffer, Krebse 'vou Süd-Georyien. 

der iiin(3ren Hälfte der Grundglieder der inneren Antennen ist er auf 
der Überseite des Kopfes garnicht ausgel)ildet; seitwärts davon ist er 
jedcrseits als eine parallelogramni-artige Platte entwickelt. — Das 
Mittelschild hat die üldichc Form, zeigt aher die charakteristische 
Skul])tur in ganz schwachem Maße. Die ])eiden Vorderlu'ickiu- sind 
verschmolzen und zeigen als hintere Degrenzung eine bogenfih'niige, 
nocli vor den Augen liegende Kante, von der aus sich eine his 
zum Stirnrand gehende, flache Abdachung findet, die ein queres 
Rechteck bildet. Der übrige Teil des Mittelschildes ist erhaben und 
zeigt wenig Niveau - Unterschiede. Am Hinterrande bemerkt man 
deutlich die Teilung in den Mittel- und die l)eiden Seitenlir)cker ; die 
(irenzlinien zwischen ihnen sind nicht sehr scharf ausgei)rägt. endigen 
al)er nach vorn sehr deutlich in ("iner |)unktförniigen (Jrube. Die 
Augenhöcker sind als zwei schni:il(% g;inz schwache Wülste auf der 
Außen- und Innenkante des iVuges zu bemei'ken. Auf dem Mittel- 
höcker findet sich meist ein sehr kleinei". dunkler, glänzender Tuliei'kel. 
— Von sonstigen charakteristischen MerkmahMi des K()})fschildes rindet 
sich noch vor die Linie, die den epimerialen Randteil vom zentralen 
scheidet; sie ist als eine nicht ganz regelmäßige, etwas hin und her 
gezogene erhabene Linie ausgebildet; der Randteil selber ist, wie auch 
die epimerialen Teile der folgenden Segmente, mit gröl^erer, sehr 
unregelmäßig in einander laufender Runzel-Skulpierung versehen. 

Die folgenden Segmente sind in der Mitte nicht ausgezogen, 
dagegen findet sich eine ganz flache Ausziehung am dritt- und vor- 
letzten Mittelleibs- und an den drei freien Nachleibs-Segmenten. Die 
schräge Leistenbildung jedes Segmentes findet sich überall, jedoch 
schwach, ausgebildet, am stärksten am drittletzten Mittelleibs-Segment. 
Auch an den Nachleibs - Segmenten kann man ganz außer- 
ordentlich schwache Spuren davon wahrnehmen, alles aber nur, wenn 
die Haut angetrocknet ist; dann erscheinen die in der Nähe der 
eiiimerialen Teile beginnenden , mehr oder weniger deutlich ein- 
gedrückt und mein- oder weniger unregelmäßig ausgebildeten, weit vor 
der Älittellinie verschwindenden Furchen. Eine Skulptur der Mittellinie 
ist nicht vorhanden. Die Epimeren des 1., 2. und o. freien INnttel- 
leil)s-Segmentes sind durch deuthche P'urchen vom Segment getrennt; 
nm 4. und 5. ist eine selir undeutliche, nur an einem Teile des Seg- 
mentes erscheinende und an manchen Stücken überhaupt nicht fest- 
zustellende Linienbildung wabrzunelunen. Überall, besonders aber am 
2., .3. und 4. Segment, findet sich an dieser Stelle ein deutlicher 
Längsliöcker. Nahe und ])arallel dem Vorderrande trägt jedes Epimer, 
auch die des Nachleihs, eine sehr kräftige, ziemhch regelmäßig aus- 



Ere 



vi f.: ^ Y 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 25 

ii('präi]^to Furche. Hinter und })arall(4 mit dieser findet sicli außerdem 
nocli zwei etwas unregelmäüig ge])il(lete Furchen, die hei feuchter Haut 
hesser als im angetrocknetem Zustande wahrzunehmen sind. Sie sind 
liesonders deuthch und einigermaßen regehnäßig an den beiden letzten 
]\Iittelleihsring(Mi ausgebildet. Ganz nahe dem Hinterrande des Epimers 
findet sich eine ganz schmale, platt-fadenförmige Randleiste, die auch 
noch eine Strecke Aveit auf das Segment selber zu verfolgen ist. Das 
F])imer des 1. freien Segmentes ist gleich Vs der Hälfte des eigent- 
lichen Segmentes, das des 2. gleich 7s, das des 3. gleich Va, das des 4. 
ist so lang wie die Hälfte des eigentlichen Segments. Bei den folgenden 
sind die Verhältnisse in Zahlen nicht recht anzugeben, doch sind die 
Epimeren sehr viel länger als die halbseitigen Segmente. 

Die Nach leib sringe sind in ihr(>m Hauptteile nicht skuljjiert; 
ihre Epimeren zeigen zAvei Querleisten, die eine dem Vorder-, die andere 
dem Hinterrande gen.ähert, die Homologa der oben bei dem Mittelleibs- 
Epimeren beschriebenen Bildungen. Die Epimeren der Nachleibsringe sind 
zeimlich lang, aber schmaler als die des Mittelleibs; beide reichen weiter 
nach hinten als das letzte Mittelleibs-E])imer, und zwar das zweite weiter 
als das erste. — Die Verl)indungslinie der Spitzen der vorletzten Mittel- 
leibs-Epimeren verläuft eben über dem Anfang des Schwanzschildes ; die 
des letzten Mittelleibs-Segments reicht etwas weiter nach hinten, als 
die Seitenecken des Schwanzschildes. Das letzte Nachleibs - Epimer 
reicht Aveiter nach hinten als das Grundglied des Uropoden, das letzte 
etwa bis auf die Hälfte der Blätter der Uropoden. 

Am Schwanzschilde ist der vor den Seitenecken gelegene 
Teil eben so lang wie der dahinter liegende. Das Schild als ganzes 
bildet etwa ein regelmäßiges Achteck, dessen innerhalb des Halbkreises 
gelegene Ecken stumpf gerundet sind und dessen \ordere, quere Seite 
ein wenig eingezogen ist. Die Seitenecken des Schildes sind, wie 
gewöhnlich, sjjitz ausgezogen; die seitlichen hinteren Kanten sind 
ziendich grade, ganz wenig konkav, und konvergieren in einem Winkel 
von cc. 70". Kurz vor der Spitze ist das Schild ausgeschnitten und endigt 
in drei kleinen Spitzen, einer stumpfwinkeligen größeren Mittelspitze, 
und zwei s])itzwinkligen kleineren Seitenspitzen, die manchmal nicht 
so weit, manchmal hingegen weiter nach hinten reichen als die Mittel- 
spitze. Auf den Medianen des Schildes bemerkt ]nan zunächst eine 
Erh()hung. die nach dem Grunde des Telsons zu als ein annähernd 
herzi'ö)-miger, flacher Höcker von der Breite der queren Vorderkante 
des Schildes beginnt, sich dann verjüngt und als schmale Längs- 
erhöhung nach der Spitze des Telsons zu streicht. Auffallend ist diese 
erhabene Bildung durch die Punkt-Skulptur, die sehr viel feiner und 



36 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

gedrängter ist, als auf dem übrigen Bereiche des Schwanzschildes, und 
die hellere Farbe. An der Vorder- und den vorderen Seitenkanten 
des Schwanzschildes verläuft eine glatte, schmale Randkante, die an 
der Vorderkante sich verbreitert und eine kurze Strecke weit auf 
die hinteren seitUchen Kanten zu verfolgen ist. An derjenigen Stelle 
der Medianen, wo diese Kante aufhört und die Erhabenheit der Mittel- 
linie beginnt, befindet sich grade auf der Mittellinie che kurze, fein 
linienf()rmigc Längsspalte, die bei der Gattung gewöhnlich auftritt. 

Die äußeren Antennen ragen in natürlicher Lage eben etwas 
ül)er den Eand des Kopfschildes hinaus ; der Schaft reicht etwa bis auf 
das Niveau des Hinterrandes des Mittelschildes ; die Geißel ist noch 
nicht so lang wie das letzte Stamniglied. Die inneren Antennen ragen, 
an die äußeren gelegt, bis über die ersten zwei proximalen Dritteile 
des letzten Scliaftghedes der äußeren Antennen; die Geißel der inneren 
ist etwas länger als die der äußeren und fast so lang, wie das distale 
Stamniglied der letzteren. 

Über das Grundglied der inneren Antennen (Taf. III, Fig. 2) 
bin ich mir nicht völlig klar geworden, ob nändich das in der Zeichnung 
als proximales Glied gezeichnete Gelulde wirklich als Glied, oder als 
Stück des dazu gehörigen Segmentes anzusehen ist. Der Umstand, 
daß die Konturen dieses Gebildes nach innen ganz scharfe, freie, sind, 
spricht für seine Natur als Glied. Das folgende Glied, welches ich des 
Vergleiches mit anderen Befunden bei Isopoden wegen als erstes 
bezeichne, ist kurz und breit; darauf folgt ein größeres, schlankeres, 
distal verbreitertes, welches sich durch eine scharfe, quere, dem distalen 
Ende nähere Furche als aus zweien verschmolzen ausweist; sein distales 
äußeres Ende ist etwas hornartig vorgezogen. Darauf folgt ein längeres, 
dem verschmolzenen an Länge fast gleichkommendes, schlankes Glied 
und schheßlich als letztes Stamniglied eines von gleicher Dicke aber 
nur Vs Breite des vorhergehenden. Die Geißel weist bei den jüngsten 
Stücken 9, bei den älteren bis 12 etwas ungleichmäßig ausgebildete 
Glieder auf. — Die Antenne ist völlig unbehaart. 

Das Grundglied der äußeren Antennen (Fig. 1) ist kurz, 
quer; das 2. ganz klein, nur auf der Außenseite entwickelt, mit dem 
3. verschmolzen, doch durch eine Verwachsungs-Naht deutlich getrennt. 
Das 3. ist dick, etwa so lang wie breit, seine Inncnicante außerordentlich 
viel mehr entwickelt als die äußere ; es vermittelt daher in erster Linie 
die Rückwärts-Wendung der Fühler. Ein vorderer Teil des Segmentes 
wird auf der Innenseite durch eine kräftige Einschnürung abgesetzt. 
Auf eine Verschmelzung von zwei Segmenten scheint dieselbe nicht 
hinzudeuten, insofern die tyjjische Anzahl der Schaftglieder, nämlich 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 27 

sechs, schon erreiclit ist, und insofern die Schuppe dos 2. Ghedes, welche 
noch als Rudiment auftreten könnte, sich auf der Außenseite des Fühlers 
befinden würde. Das 4. Glied ist schlank, von iVafacher Länge seiner 
Breite, distal verbreitert, auf der Innenseite viel stärker ent\vickelt als 
auf der äußeren und etwas nach außen gekrümmt; dies Glied vervoll- 
ständigt die durch Glied 3 schon angebahnte Fähigkeit der Rückwärts- 
wendung der Antenne. Glied f) und sind, wie gewöhnlich, lang und 
etwa gleich groß. An der kurzen Geißel sind 9 Glieder zu zählen. 
Die Behaarung der (Uieder besteht aus Büscheln sclüaffer, heller Haare, 
welche im Habitus und der Anordnung durchaus denen auf den Beinen 
entsprechen. 

Das Epistom (Fig. 3, ep.) ist, wie gewöhnlich, eine schmale 
parallele Umrandung der Oberlippe, mit vorn kurz dreieckig aus- 
gezogener Vorderspitze. Die Oberlippe ist breit dreieckig, mehr als 
doppelt so breit, wie lang; mit sehr stumpf gerundeter, nach vorn 
liegender Spitze und spitz zugerundeten Seitenecken; die nach hinten 
liegende Kante ist ganz schwach konvex. 

Der Oberkiefer (Fig. 3, 4, 5, G) ist nach Art der Gattung 
überhaupt gebaut und zeigt demgemäß einen starken viereckigen 
l)roximalen Teil, der an seiner oralen Seite eine große viereckige 
Öffnung für den Muskeldurchtritt hat; eine kleine Platte, welche den 
am proximalsten gelegenen Teil des Kiefers ausmacht, ist der Insertions- 
punkt für den die Iviefer aufsperrenden Muskel. Der vor dem Munde 
und hinter der Hinterkante der Oberlippe gelegene Teil des Kiefers 
zeigt eine plötzliche Verschmälerung und endigt, sich nicht weiter zu- 
spitzend, in die Kauladen. Die aborale Fläche dieses Kieferteiles 
zeigt eine längs laufende Crista und von da nach vorn und hinten einen 
schrägen Abtall. An der Grenze des proximalen und distalen Kiefer- 
teiles steht ein rauher Tuberkel (a), der wahrscheinlich dem 2. Gliede 
der Gliedmaße entspricht, und von dem die soeben besprochene Crista 
ausgeht. Der Taster entspringt, wie gewöhnlich, auf der vorderen 
proximalen Ecke, die etwas höckerig vorgezogen ist. Das Grundglied 
desselben ist etwas gebogen und legt sich völlig dem proximalen lüefer- 
teile an. Das 2. GHed ist von mehr als lV2facher Länge des I., 
gi'ade, schlanker, und legt sich an die distale Hälfte des proximalen 
Kieferteiles und die vordere Kante des Epistomes. Das Endglied ist 
klein, zungenförmig und legt sich an den vordersten Teil des Epistoms, 
diesen nach vorn überragend, sodaß die Innenkanten der beiderseitigen 
Endglieder sich berühren. Die distale Hälfte der Außenkante des 2. 
und die Außenkante des Endgliedes sind mit langen, aufrecht stehenden 
Sinnesborsten (Fig. 12) versehen. Diese sind sehr schlank, von ge- 



28 Pfeffer, Krebse von Süd-Georj^ien. 

wölinlicher Insertion, mit proximal weitem, distal sehr schmalem Kanal, 
gefiedert, mit schwach angeschwollener Endsi)itze. Die weiteren Einzel- 
heiten dieser, ebenso wie der im Folgenden beschriebenen Sinnesborsten 
habe ich zum Teil weiter verfolgt; doch sind die Schwierigkeiten der 
Untersuchung des Spiritus -Materiales, ebenso die Weitläutigkeiten des 
Zeichnens und Beschreibens derartige, daß ich, dem systematisch- 
geographischen Gepräge der vorliegenden Arl)eit Rechnung tragend, 
die angezogenen Verhältnisse nur in soweit l)esclireibe, als sie zur 
Wiedererkennung der Art und Vergleichung mit Verwandten wesentlich 
erscheinen. — Die distale Randpartie des Kiefers ist auf dei' aboralen 
Fläche ix^chbraun gefärbt, der Rand selber fast schwarz und zeigt auf 
der linken Seite etliche, etwa vier, unregelmäßige^ stumpfe Zähne (Fig. (») ; 
der rechte (Fig. .5) weist nur drei Zähne auf. Auf der oralen Fläche 
besitzt der linke Kiefer (Fig. 4), etwas vom Rande zurückstehend, eine 
große, mit langem Kaurande versehene innere Lade und, noch Aveiter 
zurückstehend, eine dritte in Gestalt eines chitinigen Stachels. Die innere 
Lade hat einen Kaurand von etwa V» Länge des Kaurandes des Kiefer- 
endes, welcher durch etwa acht kleine Zähne eingeschnitten ist. Er 
ist nicht so dunkel gefärbt, wie der eigentliche Kieferrand und hat seine 
dunkelste Stelle nicht am Rande selber, sondern ein Stück vor dem- 
selben. Die dritte Kaulade entspringt als schlanker, schwach nach hinten 
gebogener, goldgelber Stachel auf der Oralfläche des Kiefers ein klein 
wenig proximalwärts von der Lisertion der innern Lade, und deren hinterm 
Rande genähert; er reicht distalwärts so weit wie die innere Lade. 
Am rechten Kiefer (Fig. 5) ist auf der Oralseite nur noch eine einzige 
winzige Lade entwickelt, welche am hintern Ende der vorderen Hälfte 
des Kieferendes schmal entspringt, sich aber nach vorn bandförmig 
verbreitert und in drei Zähne ausläuft; die Länge dieser Hand (von 
vorn nach hinten gemessen) ist etwa gleich '/.-. der Länge des Kaurandes 
des Kiefers. 

Die Maxillen sind ganz außerordentlich klein im Verhältnis 
zu den Mandibeln, wie aus der Vergleichung der' Figuren T», 7 und 8 
hervorgeht. Die 1. Maxillen (Fig. 7 A von der oralen, ß von der 
aboralen Seite) sind einfache gekrümmte Kalkhaken mit einem einzigen 
Kau-Ende, an welchem etwa acht dunkle Borstenstacheln stehen. Von 
der im allgemeinen üblichen Innenlade ist nichts zu bemerken. 

Die 2. Maxillen (Fig. 8 A von der oralen, B von der abo- 
ralen Seite) sind im Verhältnis ziemlich starr. Sie besitzen drei Laden, 
eine innere breite und zwei schmälere, äußere, von denen die äußerste 
am weitesten aboralwärts ents])ringt, derart, daß sich ihr Innenrand 
(in der Aufsicht gesehen) über den Außenrand der inneren Lade 



Pfeffer, Krebse vou Süd-Georgien. 29 

schiebt. Die Kauränder aller drei Laden sind mit langen Borsten- 
staclieln besetzt, die nicht so dunkel erscheinen, wie die der 1 . Maxillen. 
Die äußerste Lade trägt 2, die mittlere 5, die innere 8 Borstenstacheln. 
Den morphologischen Wert der verschiedenen Laden ergiebt die Be- 
trachtung der Kieferfiiße. Daraus geht hervor, daß die gi'oße Lade 
der Lade des Kieferfußes entspricht, die mittlere dem zweiten Gliede, 
die äußere dem Taster. 

Die Kieferfüße (Fig. 3, 9) sind, wie bei den Seroliden über- 
haupt, absonderlich gebildet; sie stellen je eine große dreieckige Platte 
vor, welche den Raum zwischen Kinn und Oberkiefern fast ausfüllen. 
Das Artikulationsglied (I) ist klein und hegt an dem inneren, hinteren 
Winkel der ganzen Platte; von ihm entspringt, wie es bei den Isopoden 
meist vorkommt, nach vorn zu das eigentliche 1. Glied, nach außen der 
Epipodit, der bei den Seroliden stets sehr groß ist. Das 1. Glied des 
Epipoditen (Ep. I) ist eine quere Platte und nimmt den hinteren Rand 
des ganzen Kieferfuß-Komplexes ein, gewissermaßen als Fortsetzung des 
Grundgliedes der Gliedmaße. Das 2. Glied des Epipoditen (Ep. II) liegt 
vor dem ersten, in größerer Länge , aber nicht ganz so großer Breite 
entwickelt; es ist stumpfwinklich i^arallelogrammatisch ; seine vordere 
innere Ecke verbii'gt es oralwärts unter dem Taster der Gliedmaße. 
Das 1 . Glied des Kieferfußes ist sehr groß ; sein Innenrand nimmt (mit 
Ausnahme der vom Artikulationsglied eingenommenen P]cke) die ganze 
Innenseite der Kieferfuß-Platte ein. Etwas mehr als die vordere Hälfte 
des I.Gliedes Avird von der Kaulade eingenommen, die sich vom Gliede 
nicht durch eine Furche absetzt. Diese ist ein sehr solides Kalkgebilde, 
dessen langer Innenrand sich oralwärts ein- und etwas herumschlägt. 
Auf der aboralen Fläche stehen einige Borsten, dagegen ist ein Haft- 
apparat am Innenrande nicht entwickelt. An seinem breiten distalen 
Rande stehen zwei Dornen, einer an der vorderen, inneren Ecke, ein 
anderer weiter auswärts. Der Taster ist dreigliedrig und inseriert 
auf der Mitte der aboralen Fläche. Sein Grundghed ist ein ganz 
schmaler Halbring; sem zweites Glied ist groß, schief herzförmig, 
distalwärts verbreitert mit stärker entwickelter, spitz zugerundeter 
Außenecke und stumpfwinkliger, nicht vorgezogener Innenecke. Zwischen 
beiden Ecken ist der Vorderrand etwas ausgebuchtet. Auf seiner 
aboralen Fläche stehen einige kleine Stachelborsten, an seinem Innen- 
rande dagegen, nach der Mitte und dem distalen Ende zu, sehr viele 
starke Chitinstacheln ; einige schwächere stehen auch an der äußeren, 
vorderen Ecke. Das Endglied des Tasters ist, wie gewöhnlich, klein, 
nach einwärts gebogen, am Endrande mit Stachelborstcn versehen. — 
Wenn man den Kieferfuß von der oralen Fläche betrachtet, so ergeben 



30 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

sich einige interessante, morphologische Merkmale. Das Artikulations- 
gliecl, welches von der Außenfläche betrachtet, als eine Platte erscheint, 
ist in Wirklichkeit ein Artikulationsring, wie bei anderen Gliedmaßen. 
Lade und erstes Glied sind auch oralwärts durchaus ein einziges 
Ganze; daraus ist ersichthch, daß bestimmt ein großer Teil, und zwar 
der innere, zum ersten Gliede gehört; ob dagegen der ganze äußere 
Teil der Lade, der teils durch die Niveauveränderung, teils durch eine 
Furche und durch den Stachel am distalen Rande sich kennzeichnet, 
einer Lade des 2. Segmentes entspricht, sodaß das ganze Gebilde aus 
den verschmolzenen Gliedern 1 und 2 nebst deren Laden besteht, ist 
nicht festzustellen. 

Pereiopoden. (Fig. 17 — 21). Der größte Teil der Grund- 
glieder ist in die Bildung der Epimeren übergegangen; der kleine frei 
gebliebene Teil ist mit dem 2. Gliede verschmolzen und bildet dessen 
Gelenkhöcker. Am 1. Gliedmaßenpaar (Fig. 17) ist der Gelenkhöcker 
sehr klein, das 2. Glied stark und kräftig, lang, distal sich verbreiternd. 
Das 3. Glied ist etwas schmaler, von doppelter Länge seiner Breite, 
am vorderen aboralen Rande rechtwinklig-dreieckig, am oralen nur 
wenig vorgezogen. Das 4, Ghed ist schmal, nur von halber Länge 
seiner Breite, mit seinem distalen Rande dem des 3. Gliedes parallel 
laufend, die Innenecke stark vorgezogen. Das 5. Glied stellt ein spitz 
vorspringendes grades Hörn von doppelter Länge seiner Breite vor, 
an dessen Außenrande das Handglied entspringt, derart, daß nicht 
nur der ganze distale, sondern auch der vordere Teil des Außenrandes 
über die Insertion des Handgliedes hinaus springt. Das Handglied 
hat die gewöhnliche schief dreieckige Form mit abgerundeten Ecken; 
seine Breite ist '^k seiner Länge ; sein proximaler Rand ist der kürzeste 
von den dreien; er legt sich an die Außenseite der vorangehenden 
Glieder und reicht proximalwärts weit über das 4. Glied hinaus. Der 
Innenrand ist stark bogig, der Außenrand ganz schwach bogig. Die 
Endklaue ist gleich ^h der Länge des Handgiiedes. Das 1. Fußpaar 
ist im allgemeinen glatt. Die Spitze des 5. Gliedes zeigt eine kleine 
Anzahl von Borsten und Borstenstacheln (Fig. 10); sie sind solide 
Zapfen mit einem axialen längsstreifigen Teile und einem darum 
liegenden Mantel, dessen Streifung in einem Winkel auf die Axe stößt, 
sodaß es scheint, als entspreche diese Streifung einer urs})rünglicheu 
Zusammensetzung des Mantels aus Fiedern. Der axiale Teil überragt 
als Endstachel den nach oben stumpf zugespitzten Mantel. Längs der 
Innenkante des Handgliedes stehen, wie gewöhnlich, zwei Reihen von 
Stachelborsten (Fig. 13, 14, 15) so nahe neben einander, daß grade 
die scharfe Schneide der Endklaue sich dazwischen einschlagen kann. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 31 

Die die aborale Reihe zusammen setzenden Borsten sind platt, feder- 
förmig mit abgerundeter Spitze; mau erkennt einen axialen Teil und 
eine Zusammensetzung der seitlichen Teile aus verschmolzenen Fiedern. 
Die orale Reihe besteht aus etwas längeren, etwas platt-pallisaden- 
förmigen Stachelborsten mit etwas zugespitztem Ende. Auch hier 
erkennt man einen axialen Teil und die Zusammensetzung des seitlichen 
aus sehr schräg auf die Axe zu gerichteten Elementen. Die Scheeren- 
klaue ist auf ihrer inneren (der Hand zugekehrten) Kante in eine 
scharfe Schneide ausgezogen ; auf beiden Seiten der Schneide sieht man 
als Narben die Punlde, welche beim Einschlagen des Scheerenfingers 
gegen die Hand auf die Spitzen der Stachelborsten zu hegen kommen. 

Das 2. Paar der Brustgliedmaßen des o^ (Fig. 18) ist nach 
demselben Plane gebaut, wie das 1. Paar. Der das 1. Glied vor- 
stellende Gelenkkopf ist beweglich mit dem 2. Gliede verbunden; dies 
ist lang und viel schlanker als das entsprechende des 1. Paars. Glied 3 
ist etwa halb so lang wie 2, proximal etwas schmaler, distal mit vor- 
zogener Ecke auf der aboralen Distalkante. Ghed 4 ist etwas kürzer 
und dicker wie 3, sonst gleich gebildet, mit wenigen Stacheln am 
Distalrande. Glied 5 ist so lang wie breit, sonst ähnlich gestaltet, 
wie die vorangehenden Glieder, auf der Innenkante mit einfachen 
Borstenstacheln. Glied (> und 7 bilden eine Scheere. Glied G über- 
trifft an Breite das Glied 5 kaum, ist dagegen doppelt so lang und 
gebogen, derart, daß die konkave Seite nach innen liegt; diese 
Konkavität wird dadurch noch vergrößert, daß die innere proximale 
Ecke zu einem kräftigen Fortsatze ausgezogen ist. Die nach innen 
und vorn gerichteten Ränder dieses Fortsatzes sind mit (oralwärts 
größeren, aboralwärts kleineren) Chitindornen besetzt. Gegen diese 
bedornte Spitze schlägt sich der Scheerenfinger ein, sodaß zwischen 
ihm und dem ganzen übrigen Innenrande des Handgliedes eine breite 
offene Lücke bleibt. Der distale Teil des Innenrandes und der äußere 
Teil des distalen Randes des Handgliedes sind mit kleinen Cliitin- 
stacheln bewehrt. Der Scheerenfinger ist in sich etwas stärker ge- 
bogen als der des 1. Paares. — Das 2. Paar des $ ist durchaus nach 
dem Typus der folgenden Beinpaare gebaut. 

Die Wandelbeine wachsen an Länge vom 2. bis 6. Paare (Fig. 19 
stellt das 8., Fig. 20 das 6. und Fig. 21 das 7. Paar dar); das 7. ist 
viel kürzer als das 5. und 6. und viel schwächer als alle ül)rigen, mit 
Ausnahme des 2. Paares. Bei den Paaren 2 — 6 ist das Grundghed klein, 
mit dem 2. Ghede schwach beweghch verbunden; das 2. Ghed ist das 
längste und dickste: das 3. Glied ist bedeutend kürzer und etwas 
schlanker; beide Glieder sind glatt, das 4., .5. und G. Beinpaar hat am 



32 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Distalrande Dornbilclung. Das 4. Glied ist kurz, distal verbreitert, 
die äußere distale Ecke etwas ausgezogen und mit Dornen versehen; 
außerdem stehen auf der Innenfläche zwei oder drei Stachelkämme, (am 

3. Paar nur ein oder zwei), wovon der eine an der Distalkante. Das 
5. Glied ist etwas länger als das 4., distal Avenig verbreitert, hier auf 
der oralen Seite in eine stumpfe Spitze ausgezogen; am äußeren distalen 
Rande bestachelt. Außerdem finden sich, entsprechend denen des 

4. Gliedes, am 2. Paare zwei, bei den andern drei Stachelkämme. Das 
G. Ghed ist etwa so lang, wie das 5. Glied, aber viel schlanker, mit 
den Stacheln am distalen Ende und mit vier (am 2. Paare nur zwei) 
Stachelkämnien. Die Endklaue ist kräftig gebogen, die Spitze chitiuig 
und goldgelb. — Am 7. Paare sind die Stachelkämme ganz rudimentär, 
nur das 5. und 6. Ghed besitzen die Enddornen der übrigen 
Beinpaare. 

Die Pleopoden weichen nur in Kleinigkeiten von dem allge- 
gemeinen Bauplan der Seroliden ab. Die drei ersten Paare haben ein 
kurzes Grundglied und ein dreieckiges 2. Glied, welches am vorderen 
Teile seiner Innenkante mit dem Grundglied inseriert, an der hinteren 
äußeren Ecke den Außenast und auf der äußeren Hälfte der Hinter- 
kante den viel kleineren Innenast trägt. Die beiden Aste sind mit 
langen, schlaffen gefiederten Haaren verselien; an der Innenecke des 
2. Gliedes stehen mehrere Dornenborsten. Am 1 . Paare (Fig. 22) trägt 
das 2. Ghed H Dornen, der Inneuast ist rundlich beilförmig; am 2. Paare 
trägt das 2. Glied nur 2 Dornen, der Innenast des $ ist etwas mehr 
nach innen ausgezogen; beim c^ ist er iu)ch kräftiger ausgezogen und 
trägt am Ende den sehr langen Penis-Stiel. der in natürlicher Lage 
bis an das hintere Ende des 4. Pleopoden reicht. Das o. Paar (Fig. 24) 
hat zwei Dornen am 2. Ghede und einen sehr großen, ovalen Innenast, 
der an Oberfläche dem Außenast des 1. Paares gleichkommt und den 
Innenast desselben Paares um mehr als das dreifache übertrifft. Die 
Außenäste der drei ersten Paare wachsen vom 1, bis 3. an Größe. 
Der Innenast des 4. Paares (Fig. 25 A.) der Pleopoden hat sich derart 
gegliedert, daß drei Fünftel der Länge desselben vor und zwei Fünftel 
hinter der (pieren Teilungsgrenze liegen. Der Innenast ist auf der von 
der inneren Seite gezeichneten Figur 25 B. dargestellt. Das 5. Paar 
(Fig. 26) zeigt die gewöhnliche Bildung; die Stelle, an Avelcher der 
Außenast des 4. Paares die quere Teilungslinie zeigt, ist am Innenrande 
durch einen Einschnitt gekennzeichnet. Das Grundglied der Uropoden 
(Taf. II, Fig. 5, 6) ist an der x\ußenecke in eine dreiec^kige Spitze 
ausgezogen. Von den schmal elliptischen Ästen ist der imiere etAvas 
länger und stumpfer, der äußere am distalen Ende etwas spitziger 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 33 

zugerimdet; die Spitze des Iiinenastes ragt bis an das letzte Viertel der 
seitlichen hintern Kante des Telsons. 

Auf Taf. IV, Fig. 6 ist die linke Hälfte des 1 . Segmentes eines 
ö^ dargestellt, um die nur beim a^ vorkommenden schrägen Falten 
auf dem epimerialen Teile zu zeigen. 

Die Farbe ist ein ziemhch helles, schmutziges Grau, mit mehr 
oder weniger olivengrün gemischt ; die ganze Rückenseite ist mit ziemlich 
undeutlichen violetten Flecken übersät, die auch die für die äußeren 
Fühler sonst typische Ringelung verdrängt haben. Auch die Bauch- 
seite ist mit kleinen, hellbraunen Flecken bedeckt. 

Von dieser häufigsten Art wurde eine größere Anzahl an Tang- 
wurzeln und unter Steinen gefunden, zum Teil auch auf 7 — ü Faden 
mit Tangwurzeln gedredgt. - — Größe bis 15,5 mm. 

Ich habe diese Art hier noch einmal in allen Einzelheiten 
beschrieben, weil manches sowohl in Abbildung wie Text zu den von 
früheren Autoren gegebenen Darstellungen nachzutragen war und weil 
diese häutigste Art das Material abgab zu den in vorstehender 
Beschreibung vei'werteten morphologischen Anschauungen über die 
ganze Familie. 

Serolis Pagenstecheri spcc. mv. (Xaf. ii, Fig. 1,2. xuf. iv, Fig. i— 3.) serous 

Der Körperumriß ist eine sehr stumpfe Eilinie, die sich dem 
Kreise selber nähert, insofern die Breite des Körpers gleich seiner Länge 
ist, abgesehen von dem Teil des Kopfes, der vor den Augen liegt. 
Die größte Breite liegt an der Epimerenspitze des o. (2. freien) Epi- 
merialfortsatzes. 

Die Länge des Kopf Schildes, in der Mittelhnie gemessen, ist 
ohne den Stirnstachel gleich einem Drittel der Breite des Schildes und 
ebenso gleich der Gesamtlänge des Mittelleibes ohne den ersten freien 
Ring, in der Medianlinie gemessen. Es ist besonders stark skulpiert. 

Das vor dem Mittelschild liegende Segment des Kopfes ist breit 
entwickelt, seine seitlichen Teile sind Epimeren- artig ausgebildet; der 
Hinterrand ist außerordentlich kräftig entwickelt. Das Mittelschild des 
Kopfes hat die gewöhnhche Wappenform und ist ziemlich breit; seine 
Länge (ohne den Stirnstachel) ist gleich "''/s seiner Breite, an der Ein- 
schnürung gemessen. Der Stirnteil ist ziemlich breit; sein Vorderrand 
zeigt zwei tiefe Einbuchtungen für die Aufnahme der oberen Fühler; 
dazwischen ist er in einen spitzigen Stachel ausgezogen, der in seiner 
Länge nicht ganz der Breite des vordersten (ersten freien) Segmentes 
gleichkommt. Seine Hinter- und seine Seitenränder setzen sich durch 
einen plötzlichen Abfall und schwache Wulstbildung von den umgebenden 



34 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Teilen des Kopfscliildes sehr kräftig ab. Die Epimerialbildung dieses 
Segmentes ist deutlich. 

Der Hinterrand des 1. Epimers wendet sich erst schwach nach 
vorne und daiui ziendich kräftig nach hinten, sodaß die Verbindungslinie 
der beiden äußersten seitlichen Ecken etwa mit dem Symmetrie-Punkt 
des Hinterrandes des Segmentes zusammen fällt. Die Skulpierung des 
Mittelfeldes ist außerordentlich stark. Die beiden Vorderhöcker sind 
von allen am stärksten ausgebildet, annähernd quadratisch; ihr Hinter- 
rand fällt tief und senkrecht ab; unter sich und ebenso vom Vorder- 
rande des Auges sind sie durch tiefe, breite Furchen von etwa der 
llälfte ihrer eigenen Breite getrennt. Der Augenhöcker ist breit halb- 
mondförmig und wird durch das Auge in drei nebeneinander liegende, 
schmal Mondsichel-förmige Regionen geteilt, die von innen nach außen 
an Länge etwas wachsen, während an Breite der vom Auge innegehabte 
Raum überwiegt. Die vordere Hälfte des Auges ist etwas breiter als 
die hintere, und demnach das vordere P^nde etwas weniger spitzig zu- 
gerundet als das hintere. Neben und etwas nach innen vom Hinter- 
rande des Auges steht ein kleiner heller Punkt-Tuberkel. — Die Seiten- 
höcker sind groß, rechtwinklig mit gerundeter Hinterseite, nach allen 
Seiten abfallend, am wenigsten steil nacli der vorderen, inneren Ecke. 
Von dem Augenhöcker und dem hinteren Mittelhöcker sind sie durch 
tiefe Furchen getrennt, die etwa '/'s bis '/2 von der Breite der Seiten- 
höcker selbst ausmachen. Der Mittelhöcker ist deutlich, hinten stark 
abfallend, nach vorne allmählich in das Wölbungs-Maximum des ge- 
samten Kopfes übergehend. — Zwischen dem Hinterrande der Vorder- 
höcker und den Vorderrändern der übrigen Höcker liegt ein tieferer, 
dreieckiger Raum, dessen Basis vorn liegt und dessen Länge der Hälfte 
der Basis gleichkommt. — Der Kopf hat eine ausgeprägte Epimerial- 
bildung, deren hintere Grenzverbindung auf den Halbierungspunkt der 
Länge der Augen stoßen würde. Die Grenzlinie selber ist nur ganz 
schwach geschwungen und verläuft im ganzen parallel dem mittleren Teile 
des Hinterrandes der Kopfplatte. Die bei manchen Arten ausgebildete 
durchsichtige Stelle auf dem Epimerialteile dieses Segments ist bei der 
vorliegenden Art zwar nicht entwickelt, doch ist die an der Innengrenze 
der hyalinen Stelle sonst verlaufende Kante auch bei der vorliegenden 
Art als eine kräftige, am Vorderrande des Segmentes entspringende 
und annähernd parallel dem Außenrande bis gegen den Hinterrand 
verlaufende erhabene Crista ausgebildet. 

Das mit dem Kojjfe verschmolzene 1. Mittelleibs-Segment 
ist in geAvöhnhcher Weise gebildet. Die Grenze zum epimerialen Teile 
ist nicht zu erkennen. In dem Symmetriepunkt des Hinterraudes rindet 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 35 

sich ein kleiner, nach hinten nnd oben spitz aufstehender Höcker; 
die schrägen Seitenwülste mit dem schräg gerunzelten hintern Abfall 
sind vorhanden. Nach hinten und außen vom Auge findet sich eine 
kleine, bogig nach hinten und außen verlaufende Crista. 

Die fünf folgenden Mittelleibs - Segmente sind nach 
gleichem Muster gebaut. Ihr Hinterrand ist schwach gebogen mit 
hinterer schwach und spitz ausgezogener Spitze der Mittellinie. Die 
epimerialen Teile setzen sich in einem nach vorn geAvandten Bogen ab ; 
dieser wird vom 1 . zum 4. Segment immer flacher, das Epimer immer 
länger. Der Winkel zwischen dem Hinterrande des Segmentes und 
dem Hinterrande des Epimers beträgt am Kopfschilde etwa 220", am 
Ende des 3. freien Segmentes etwa 190% d. h. der Kontur ist fast 
kontinuierlich. Der Mittelhöcker in der Mitte der Hinterränder ist ein 
wenig spitz ausgezogen und etwas erhaben und zwar bis zum 4. Ringe 
zunehmend. Die Seitenwülste sind wie beim 1. Leibessegment gebildet. 
Die (jrenze zAvischen Segment und Epemerialteil wird durch scharfe 
Furchen gekennzeichnet. Am Vorderrande des Epimers verläuft 
ein platter Randwulst, der nach hinten in einem scharfen, dem 
Vorderrande des Epimers parallelen Rande abschHeßt. — Das 4. freie 
Segment ähnelt dem 3., ist aber in seinem mittleren Teile sehr stark 
gebogen und hat kaum eine Andeutung eines Mittelhöckers. — Der 
5. freie Ring ist in seinem mittleren Teile noch stärker gebogen. Die 
SeitenAvülste sind nur ganz schwach angedeutet; in der Medianen 
schliesst sich der Hinterrand nicht ; infolge dessen ist auch kein Mittel- 
höcker ausgebildet, oder er fließt nach hinten mit dem des 1. Nach- 
leibs-Segmentes zu einem Kiel zusammen. Die Grenzen der Epimeren 
sind, wenn auch schwach, so doch deutlich wahrzunehmen. 

Während die Epimeren des Kopfschildes und der drei ersten 
Mittelleibs-Ringe so fest an einander schließen, daß der Außenkontur 
des Tieres ein im allgemeinen zusammenhängender ist, treten die 
Epimeren der beiden letzten Mittelleibs-Ringe selbstständig aus dem 
Kontur als kräftige Spitzen heraus, das Epimer des 4. Ringes ist in 
eine starke, nach hinten gewandte Spitze ausgezogen, während die 
gleichfidls ausgezogene Spitze des letzten Epimers nach hinten und 
innen weist. Der Winkel, den der Hinterrand des Epimers mit dem 
des Ringes macht, steht etwa in der Mitte zwischen dem des 3. und 
2. freien Segments. Der Hinterrand des Epimers des letzten Ringes 
geht parallel mit dem Außenkontur des Schwanzschildes und reicht 
ein gut Stück über die Seitenecke des Schwanzscliildes hinaus. 

Der 1. Nachleibsring ist Avie gewöhnlich gebildet; er füllt 
gTade den großen Bogen des letzten Mittelleibs-Segmentes aus. Über 

3* 



36 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

seine Mittellinie streicht ein erhabener Kiel, hinten ist er in eine 
hochstehende Sjntze ausgezogen. Der vom Hinterrancle des 1. Nach- 
leibssognientes und den Epimeren des letzten Mittelleibssegmentes 
gebildete Kontur geht parallel dem Kontur des Schwanzschildes. In 
den zwischen diesen l)ei(lt'n i)Mrallelen Linien liegenden Kaum teilen 
sich das 3. und 15. Nachleibsscgment. Ihi'c Hinterränder wenden sich 
nach der Mittellinie zu schwach nach hinten und treffen in der Mittel- 
linie unter sehr stumj^fem Winkel zusammen; hier befindet sich der 
kleine aber scharf ausgeprägte, nach vorn etwas kielartig verlängerte 
Mittelhöcker. Die Grenze der ei)imerialen Teile ist als Furche nicht 
zu erkennen, dagegen kaini man an dem Winkel des Hinterrandes, 
welcher der (irenze des Segmeiiti'andes und des Epimers entspricht, 
deutlich die [Stelle erkennen. 8ie liegt auf dem Schnittpunkte der 
Hinterränder der Segmente mit einer Linie, welche das hinterste Ende 
dei" I*^])imerialgrenze des letzten Mittelleil)sringes mit dem Mittelhöcker 
des Schwanzschihles verbindet. Es ist somit gut zwei Drittel der 
ganzen Ausdi^hnung dieser beiden SegnuMite als Ei)imer anzusehen. 
Skul})ierung ist an ihnen nicht Avahrzunelnnen. Das Epimer des 2. Nach- 
leibsringes reicht nicht ganz bis zur Seitenecke des Schwanzschildes, 
das des 3. l)is zur Ecke oder etwas dariil)er hinaus. Es ist keine 
eigentlich freie Spitzenbildung der Epimeren vorhanden, sondern sie 
liegen vöUig zwischen dem Ivande des Schwanzschildes und des Epimers 
des letzten Mittelleibsringes. 

Das Schwanz Schild ist annähernd herzförmig; seine Breite 
ist etwa ^/n oder 'V^ der Länge (die Länge bis zu den Endspitzen ge- 
rechnet). Die Verbindungslinie der beiden Seitenecken des Schildes 
trifft die Mittellinie desselben etwas hinter der Mitte. Der vor den 
Seitenecken gelegene Teil hat etwa den LImfang eines Halbkreises, ist 
jedoch am besten als ein Fünfeck zu bezeichnen, dessen vordere und 
hintere Ecken winklig sind, während die seitlichen stumpf zugerundet 
erscheinen. Die nach vorn gelegene Seite ist, entsprechend der Bildung 
des Hinterrandes des 3. Nachleil)s-Segmentes, etwas eingezogen. Die 
Hinterränder des Schwanzschildes sind fast grade, ganz schwach konkav, 
im Winkel von 90" konvergierend. Sie schneiden sich jedoch nicht, 
sondern kurz vor dem idealen Schnitt])unkt ist das Schild abgestutzt, 
die Abstutzung sell)st bogenförmig ausgeschnitten und die Ecken der 
Auskerbung nach hinten ausgezogen. Die Tiefe der Auskerbung ist 
nunmein- gleich ihrer halben Breite. Das Ende des Schwanzschildes 
ist nach oben aufgezogen, sodaü es im Profil als Zahn erscheint. Die 
Mittellinie des Schildes wird von einem ganz sclnvachen Kiel ein- 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 37 

f^enoinmcn, der am Sclnvau/ciide in eiiic kloino, nach oben stellende 
Spitze ausläuft. Das erste Drittel de]- Mittellinie wird von einem 
lierzförmigcn, nach hinten sich spit/-/ahnartig aufrichtenden Höcker 
eingenommen; auch über diesen Höcker läuft der Mittelkiel; seine 
vordere Hälfte trägt auf der Firste eine dünne, scharf eingedrückte 
Furche. Die Randleiste beginnt mit einer ganz platt höckerförmigen, 
runden Verbreiterung neben dem Ursprünge des medianen Höckers. 
Da wo der epimeriale Teil des o. Nachleibsringes anfängt, schlieüt der 
Höcker ab und die Leiste beginnt in ihrer normalen Schmalheit; sie 
läuft, sich gleichbleibend, den Rand des Schildes entlang bis zum 
letzten Drittel und wendet sich dann quer über die Obertiäche des 
Schildes, wobei sich der Vorderraiul auf der Mittellinie ein wenig nach 
vorn auszieht. Der äußere Seitenhöcker ist sehr kräftig ausgebildet; 
sein Innem-and ist in einer Linie abgeschnitten, die dem vorderen 
Seitenrande des Schildes parallel geht; er läuft nach hinten in eine 
Spitze aus; der Außenrand des Höckers ist etwa in der halben Länge 
des Innenrandes entwickelt und läuft dem hinteren Seitenrande des 
Schwanzschildes parallel. Die Innenhöcker stehen in dem zweiten 
Drittel der Länge des Schwanzschildcs, der Mittellinie doi)pelt so nahe, 
als der Spitze des Außenluickers ; sie laufen in eine kleine, aber 
scharfe Spitze aus. 

Die inneren Antennen überragen in der natürhchen Lage, 
nändich über die Rückenfläche des Kih'pers zurückgeschlagen, den 
Stamm der äußeren um ein weniges; die äußeren reichen in derselben 
Lage bis auf das 3. freie Mittelleibs-Segment; der Raum der äußeren 
überragt den der inneren um das letzte und einen ganz kleinen Teil 
des vorletzten Gliedes. — Das 1. Glied der inneren Antennen ist 
annähernd rechteckig und i)aßt in den inneren Stirnaussclmitt ; das 2. 
ist etwas länger und schmaler und legt sich in den äußeren Stirn- 
ausschnitt; das ■). ist etwa halb so breit wie das L, und so lang wie 
das 1. und ',2. zusammen. Die Geißel ist so lang wie der Stamm. — 
Die ersten drei Gheder der äußeren Antennen sind in gew()hnlicher 
Weise gebildet, das 4. überragt den Schaft der inneren Antennen ein 
wenig; das T). (distale Stannnglied) ist so lang Avie das 4., doch etwas 
schmaler; die Geißel ist ein wenig länger, als das 5. (ilied, etwa von 
dei' Länge der Geißel der ümeren Antennen. 

Das Epistom (Taf. IV, Fig. 1 e) ist eine schmale, für die 
Verhältnissen der Gattung jedoch in relativer Breite entwickeltem, winklig 
gebogene Platte vor der 0])erlippe mit schwach geschwungenem Vorder- 
kontur und nach vorn allmälilich ausgezogener Spitze ; über die Mittel- 



38 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

linic verläuft ein ziemlich niedriger, etwas abgeplatteter Kiel. Die 
Oberlippe (1. s.) ist quer dreieckig, doppelt so breit wie lang, mit 
spitz zugerundeten Seitenecken und stumpf gerundeter Spitze. 

Der Oberkiefer ist normal gebildet; sein Kaurand ist schwach 
konvex abgeschnitten; in der Aufsicht ist keine Spur von Zähneluug 
des Randes zu bemerken. (Von einer Zergliederung mußte Abstand 
genommen werden, weil sich das gesamte Material nur aus einem 
l'ärchen und einem dritten kleinen Stück zusammen setzt.) Der 
Palpus hat ein über die vordere, äußere Ecke des Oberkiefers etwas 
bogig hinweg gekrümmtes Grundglied, ein fast doppelt so langes, 
dünneres 2. Glied und ein verhältnismäßig breites und langes Endglied. 
Die Unterkiefer konnten aus dem soeben genannten Grunde nicht 
beobachtet werden. 

Das Angelglied der Kieferfüße ist außerordenthch stark in 
die Quere entwickelt; an sein innerstes Stück schließt sich das 1. Stamm- 
glied an, während der bei weitem größte Teil an das 1. Glied des 
Epipoditen stößt. Das 1. (Haupt-) Glied der Kieferfüße ist von 
doppelter Breite seiner Grenzkante nach dem Basalgliede zu, von un- 
regelmäßig viereckiger, querer Form, nach der Kaulade zu nicht durch 
einen Kontur abgesetzt. Das 1. Tasterglied ist ganz schmal, das 2. 
von der gew(»hnlichen, schlanken, herzförmigen Gestalt, mit rund lappen- 
förmigen Vorderecken, deren innere bedeutend größer ist als die äußere. 
Die Länge des letzten Gliedes beträgt etwa "■'Ai der Breite des vorletzten. 
Die Lade ist an ihrem Vorderrande schwach ausgeschnitten, Stachel- 
bildungen kann ich in situ nicht erkennen. Der Epipodit hat ein sehr 
großes, queres, erstes Glied, welches die Breite des 2. nach innen weit 
überragt; das zweite Glied liegt mit seinem oberen und inneren Teile 
hinter dem Taster versteckt ; er ist groß , Parallelogramm-artig, mit 
gerundeter innerer und vorderer Ecke. — Das Kinn (m.) ist quer, 
sehr niedrig dreieckig, die vordere ausgezogene Spitze bildet einen stumpf 
gerundeten, spitzen Wnikel. Die Seiten sind sehr Aveit ausgezogen; 
außerdem gliedert sich davon noch ein äußeres, schmal spangen- 
förmiges Stück ab (m, e.), sodaß es im ganzen fast bis an die äußerste 
seitliche Grenze des 1 , Epipoditen-Gliedes reicht. Nach der Mittellinie 
zu ist es erhaben und trägt auf dieser einen scharfen, linien förmigen Kiel. 
Auf der Unterseite trägt das Segment des 1. Beinpaares in der Mittel- 
linie einen kleinen Höcker; von den folgenden fünf Segmenten erhebt 
sich jedes nach der Mittellinie zu und trägt neben der durch einen 
Längsspalt bezeichneten Mittellinie jederseits einen bogenförmigen Kiel, 
der, entsprechend der Ausdehnung der Segmente, beim letzten klein, 
beim vorletzten etwas größer und bei den drei vorhergehenden ziemlich 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 39 

bedeutend entwickelt ist. Jedes Segment trägt neben der ventralen 
Mittellinie einige kurze Querreihen kleiner borstiger Haare. 

Das 5. Glied des 1. Fußpaares ist viereckig mit nach innen 
und vorn ausgezogener Spitze ; es ist mit einer diagonal nach der Spitze 
verlaufenden höckerigen Leiste versehen. Die Basis des Handgliedes 
ist nach hinten bis über das distale Ende des 3. GHedes hinaus ent- 
wickelt. Sein Kontur ist etwa halbeiförmig; insofern sein Innenrand 
eine ziemlich regelmäßige Bildung zeigt, während der äußere ganz 
schwach gebogen ist und fast eine gerade Linie bildet. Proximal ist 
das Oval stärker gewölbt als distal; die größte Breite liegt etwa in 
der Mitte der Länge. 

Das 2. Beinpaar ist durchaus nach dem Typus der folgenden 
gebildet und zeigt nichts von der bei der Gattung sonst häutig vor- 
kommenden Bildung einer Greif hand; das einzige darauf hindeutende 
morphologische Merkmal ist die etwas stämmigere Bildung des vorletzten 
Gliedes. 

Die beiden langen (ersten 3) Glieder der Wandelbeine sind glatt, am 
distalen Ende zeigen sie Borstenbildung, das 0. und 7. auch nahe dem 
Außenrande. Das 4. Ghed zeigt am 4.-6. Beiupaar außer am distalen 
Rande noch je drei auf schwach sägezahnförmigen Höckern an der 
Vorderkante der Beine stehende Haarbüschel. Die gleiche Bildung 
zeigt mit geringen Abänderungen das 4. und 5. Ghed. Das 2. und 
7. Beinpaar ist nicht ganz so höckerig, wie das 3.— G. Paar. Die End- 
klauen sind einfach, gebogen. 

Die blättchenförmigen Pleopoden (Taf. IV, Fig. 2) haben breite 
Basen und verjüngen sich stark nach ihrem distalen Ende. Die innere 
Ecke der Basis ist zu einem kräftigen, scharf spitzwinkligen Lohns aus- 
gezogen, der an der Spitze lang behaart ist. Die Außenäste haben 
einen bohnenförmigen Umriß; ihr Distal-Ende ist etwas stumpfer ge- 
rundet. Der fast grade abgeschnittene Innenrand trägt kurze, filzige, 
die anderen Ränder lange, weiche Haare. Der Innenast hat einen un- 
regelmäßig Ijolzenförmigen Umriß; sein Außenrand ist weit über den 
Insertionspunkt hinaus rundlich-lappenförmig ausgezogen ; sein Innenende 
ist ziemlich spitz zugerundet; seine Dimensionen sind sowohl in Länge 
wie Breite etwa ^h des Außenastes. Die Behaarung gleicht der 
des Außenastes. 

Die äußeren Genital-Merkmale sind die folgenden. Das $ 
hat Brutplatten an den vier ersten Mittelleibs-Beinpaaren entwickelt. — 
Die oben beschriebene Kielbildung auf der Ventraliläche des G. Mittel- 
leibs-Segments ist mu' auf den vorderen zwei Dritteln entwickelt; das 
hintere Drittel wird durch eine tiefe Querfui-che von den vorderen 



40 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

geschieden ; die Furclio ist jederseits etwas längPi' als die mediane 
Länge des Segmentes nnd endigt mit einem länglichen, etwas tiefer ein- 
gedrückten Punkte. Die mediane Partie dieses letzten Drittels wird 
l)eim o^ durch einen nach vorn spitz zulaufenden Kerbschnitt in seiner 
ganzen Länge geteilt. (Dieser Schnitt fehlt dem $). Eben neben diesem 
Kerbschnitt befindet sich, auf der 01)erfläche des Segments mündend, 
die männliche Genitalöffuung als eine kleine, punktförmige, flache 
Grube. ■ — Der Penisstiel (Taf. IV. Fig. 8.) ist an seinem Beginn 
scliAvach gebogen, wendet sich dann, sich zu einer feinen, stumpfen 
Spitze verjüngend, in grader Linie schräg nach innen ; er ist etwa 
gleich der do])pelten Länge der Innenkante des Innenastes seines 
Beinpaares. 

Die Ventralflächen der Nachleibs-S egmente werden 
durch die außerordentlich großen und tiefen Gelenklöcher so ausge- 
schnitten, daß sie in einen kleinen äußeren imd einen höchst charakte- 
ristischen medianen Teil zerfallen. Dieser Teil der Segmente hat im 
allgemeinen eine fünfeckige Wappenform von etwa gleicher Breite und 
Länge ; der erste sitzt vorne breit dem letzten Mittelleil)s-Segment auf, 
hat seitlich zwei schwach konkav geschwungene, nach hinten und 
etwas nach innen verlaufende Seitenkanten, und zAvei nach innen und 
schwach nach hinten schräg verlaufende, etwas konkave Hinterkanten. 
Die seitlichen wie die Hinterkanten sind etwas spitz ausgezogen. An 
der Hinterkante beginnend, verläuft nach vorn ein dick fadenförmiger 
Kiel, der beim ersten Ring einfach ist und auf der vorderen Hälfte ver- 
schwindet, bei den beiden folgenden dagegen sich nach vorn gabelt. 
Das 4. Nachleibs-Segment trägt in der Mitte ein ähnliches, jedoch ganz 
schmales Gebilde, wie die drei vorangehenden. An ihm inseriert das 
4. Nachleib s-Beinpaar. Sein Grundglied ist unregelmäßig quer-viereckig, 
etwa von dem Flächenraum der Innenäste der vorangehenden Paare. 
Die beiden folgenden Glieder sind in ihrer Gesamtheit halb-herzförmig, 
hinten ziemlich spitz auslaufend; das Endglied nimmt etwa -A, das 
zweite % der gesamten Länge ein. Der Innenast dieses Fußpaares, 
ebenso Avie die beiden Äste des folgenden Paares, sind weich, sonst 
ähnlich gebildet, nur kürzer und mit stumpierer Spitze. Das Basal- 
glied des Uropoden-Paares ist nach hinten und innen etwas spitz aus- 
gezogen ; die Äste sind schmal-oval, der äußere halb so lang wie die 
Entfernung seines Insertionspunktes von der hinteren Seitenspitze des 
Schwanzschildes; der äußere ist etwa um Vs der Länge des Außenastes 
länger als dieser. 

Die Farbe ist ein schmutziges Violetgrau, unregelmäßig mit 
etwas oliven-graugrün gemischt. Heller hervor treten die höchst 



Pfeffer, Krebso von Süd-Geargien. 4| 

gelegenen Teile des Kopisohildes, die Grenzen der Epimeren nacli den 
Segmenten zn, die mittlere basale Partie des Schwanzschildes, ein Stricdi 
anf dem Mittelkiel und die Innenkanten der Außenhöcker des Telsons. 

Die Länge des Männchens (bis an die Umknickungsstelle der 
Fühler gerechnet) beträgt 20,2 mm, des WeÜK'hens 20 mm. 

3 Stück, 7 — Faden, an Tangwurzeln. 

SeroliS polita nOV. SpeC. (Taf. n, Fig. 3, 4. Taf. IV, Fig. 4.) Serolis polita. 

Der Umriß des Körpers ist eine sehr stumpfe Eilinie; Länge 
ist ungefähr gleich Breite, vorn stumpfer, hinten spitzer gewr)ll)t als 
eine Kreislinie. Die größte Breite liegt an der Spitze des Epimers 
des 2. und 3. Mittelleibsringes. Das Tier ist ziemlich gl;itt, seine 
Skulpierung nicht stark ausgeprägt. 

Die Länge des Kopfschildes ist in der Mittellinie gleich der 
Länge der vier ersten Mittelleibsringe und beträgt etwas mehr als '/• 
seiner Breite. Seine Epimerenbildung ist nicht stark entwickelt; der 
Hinterrand des epimerialen Teiles wendet sich meist nach vorn, wenig 
nach hinten, sodaß die Verbindungslinie der beiden äußersten Epimeren- 
spitzen noch die hintere Grenze des Mittelfeldes berührt. An der 
Grenze des inneren und äußeren Stirnausschnittes steht ein kleiner, 
spitziger, nach außen gerichteter Zahn. Vom mittleren Stirnzahn ist 
nur eine kleine Spur zu sehen. Von dem vor dem Mittelschild liegenden 
Teile des Kopfschildes ist der mittlere Teil ausgefallen, und es sind 
nur die beiden seitlichen übrig. Das Fehlen des mittleren Teiles 
erstreckt sich auf die ganze innere Hälfte des inneren Stirnausschnittes ; 
an dieser Stelle ist nur der ganz fein fadenfch-mig aufgewulstete Stirn- 
rand vorhanden. Das Mittelschild ist durch eine Furche überall 
deutlich abgegrenzt. Eine Trennung der seitlichen Teile des Kopf- 
schildes in zwei Segmente oder Segmentgruppen ist durch ganz schwache 
Andeutungen von Skulptur festzustellen, ebenso die Grenzlinien der 
Epimeren; ferner verläuft in der Fortsetzung des Hinterrandes des 
Stirnteiles, parallel dem Seitenrande des Kopfschildes und etwa in 
seiner halben Länge, eine linienförmige, sehr scharfe Erhebung. 

Die vorderen Höcker des Mittelfeldes sind zu einem einzigen 
verschmolzen, ohne daß eine Scheidung noch irgendwie angedeutet 
wäre. Der Höcker nimmt, seitlich nach dem Augenlu'icker zu eine 
seichte Furche lassend, den ganzen Raum vor den Augen ein in Form 
einer nach hinten aufsteigenden trapezischen Platte. Der HinteiTand 
ist konkav bogenfiu-mig steil abgeschnitten. Der Mittelhöcker ist eine 
mäßig runde, nach hinten den Band des Mittelfeldes stumpf zabnförmig 
ausziehende Erhebung. Die Seitenhöcker sind rechteckig; ihr innerer 



42 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

hinterer Winkel springt scliarf eckig über den Hinterrand des Mittel- 
feldes hinaus. Nach vorn erstrecken sich sämtliche drei Höcker nicht 
sehr weit und lassen einen sehr großen Teil des Mittelfeldes unskuli)iert. 
Der von den Augen aus nach innen liegende Teil des Augenhöckers 
ist sehr kräftig gewöll)t. Die Furche zwischen Augenhöcker und 
Seitenhöcker ist tief, aber ganz schmal; die zwischen Seiten- und 
Mittelhöcker breit, nach vorn schmaler werdend, außen tiefer als innen ; 
doch schneiden sie nicht bis auf den Grund des Mittelfeldes ein, 
insofern selbst die Gruben noch ein erhebliches über dem Gesamt- 
niveau des Kopfes liegen und der Hinterrand des Mittelfeldes überall 
einen deutlich ausgeprägten, scharfen Abfall luit. Die Homologa der 
Seitenwülste der Mittelleibs-Segmente sind ganz nahe dem Hinterrande 
des Kojifpanzers als eine Reihe flach eingedrückter, grober Punktgruben 
zu sehen. 

Die Mittelleibs-Segmente zeigen als Hauptmerkmal eine 
nur ganz schwache Skulpierung ; im übrigen sind sie nach dem allge- 
meinen Typus von Serolis gebaut. Das 1., 2. und o. wachsen an 
Länge, das 4. und 5. sind sehr viel schmaler als der 1. freie Ring. 
Die Epimeren sind bei den drei ersten kürzer, l)eim 4. ebenso lang, 
beim 5. länger als der Hauptteil des Segments bis zur Mittellinie. 
Die Epimcrialgrenzen sind bei den drei ersten Mittelleibssegmenten 
kräftig, beim 4. schwach, beim 5. eigentlich kaum zu erkennen. Ein 
Mittelkiel ist nicht vorhanden, die HinteiTänder der Segmente sind 
hinten zu ganz stumpfen, ganz flachen Zähnen ausgezogen. Die Seiten- 
felder sind als einfache Reihen grober, flach eingedrückter Punkte zu 
bemerken, auf dem 4. und 5. jedoch ziemlich undeutlich. Nahe und 
parallel dem Vorderrande des Epimers verläuft eine scharfe Furche. 
— Der letzte Mittelleibsring ist in der Mitte seines Hiuterraudes 
geschlossen. 

Die Nachleibsringe sind auf gewöhnliche Art gebildet, 
zeigen jedoch eigentlich gar keine Skulptur mehr mit Ausnahme kleiner 
unregelmäßiger Stichpunkte, die besonders in der Gegend der Medianen, 
wie auch bei den Mittelleibsringen, stehen. Die Grenze zu den Epimeren 
ist nur an den Konturen der Hinterränder zu bemerken. 

Die Epimeren der Art schheßen sich an keiner Stelle des 
Leibes so an einander, daß ein einheitliclier Außenkontur des Körpers 
gebildet wird; alle stehen mit dem sichelfih'migen Ende frei heraus. 
Der Hinterrand des Epimers des letzten Mittelleibsringes divergiert mit 
der Seitenkante des Schwanzschildes recht bedeutend, sodaß ein be- 
deutender Raum für die Epimeren der beiden freien Nachleilissegmente 
übrig bleibt. Demnach haben sich diese auch hi beträchtlichem Maße 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 43 

entwickelt. Wilhreiul die Veil)in(luiigsliiiie der Epimerenspitzen des 
letzten Mittelleibsringes das Schwanzschild etwas in der Mitte schneidet, 
so reicht das breite Epimer des 2. Nachleibsringes fast ])is an (oder 
sogar noch weiter als) die Seitenecko des Schwanzschildes, und die 
Verbindungslinie der Epimerenspitzen schneidet das Schwanzschild so, 
daß etwa ^/s seiner Länge vor, '/s hinter ihr hegen. Das Epimer des 
3. Nachleibsringes legt sich ziendich eng an die Aufjenkante des 
Schwanzschildes, ist etwas schmaler als das vorangehende und reicht 
ein gut Teil über die Seitenecken des Schildes hinaus nach hinten. 

Das Schwanz Schild hat einen quer-sechseckigen Umriß, vorn 
und hinten liegt ein stumpfer Winkel; die Seitenkanten verlaufen parallel 
der Längsaxe des Tieres; die Verbindungslinie der Insertionsecken der 
Uropoden schneidet die Mittellinie des Schwanzschildes so, dass über 
'^3 vor, V:! hinter dem Schnittpunkt liegt. 

Die inneren Antennen ragen in ihrer natürlichen Lage (nach 
rechts und links seitwärts geschlagen) mit ihrem Schaft fast bis an das 
Ende des vorletzten Schaftgliedes der äußeren Antennen, während ihre 
Geißel den Schaft der großen Antennen um '/s ihrer eigenen Länge 
überragt. Der Schaft der äusseren Antennen reicht bis auf die Mitte 
des 1. freien Mittelleibs -Segmentes, die Geißel bis an den Hinterrand 
des 3. Segmentes. Die Geißel der äußeren Fühler ist um ein geringes 
länger als die der inneren. Die Stammgiieder der inneren Fühler sind 
breit entwickelt; das 2. ist, wie geAvöhnlich, etwas länger und schmaler 
als das 1., das 3. noch länger und schmaler, die Geißel etwas länger 
als Glied 2 und 3 zusammen genonnnen. Am Stamm der äußeren 
Fühler sind das 3. und 4. Glied etwa gleich lang, beide zusammen er- 
reichen die Länge der sieben ersten freien Leibesringe. 

Das Epistoui (Taf. VI, Fig. 4 e) ist eine die Oberlippe nach 
vorn zu ganz schmal konturierende Platte , die sich in der Medianen 
nach vorn in einen dreieckig-zungenförmigen Zahn auszieht. Die Ober- 
li])pe (1. s.) ist eine quere dreieckige Platte von mehr als doppelter 
Breite ihrer Länge, nach vorn sehr stumpf zugerundet, ohne Kielbildung 
in der Medianlinie, der Hinterrand in der Mittellinie kerbartig einge- 
zogen. — Die Mandibeln sind verhältnismäßig schlank gebildet. Kurz 
vor der Kaukante findet sich eine Einziehung und gegen die Kante zu 
eine Erweiterung; der Rand der linken Mandibel (Fig. 5) zeigt vier 
starke, schwärzliche Zähne. Der Taster ist dünn , das 1 . Glied wenig 
gekrümmt, das 2. etwas länger als das 1. Glied. — Die Maxillen kann 
ich nicht beschreiben, Aveil ich von dem einzig vorliegenden Pärchen 
kein Stück zu opfern in der Lage bin. Hinsichtlich der Kieferfüße ist zu 
bemerken, daß die Lade nach vorne stumpfwinkhg mit etwas ausge- 



44 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

zogenem Winkel endigt; daß der Außonlnppen am Vorderrande des 
vorletzten Tastergliedes gi-ößer ist als der innere; schließlich, daß das 
1 . Glied des P^pipoditen breit nnd daß dies, ehenso wie das 2, Glied, 
anßen ganz schmal hraun herandet ist. — Das Kinn ist hinten nicht 
ansgerandet ; üher seine Mediane verliUift ein feiner, doppelt kontnrierter 
Kiel, dessen Kanten nach vorn ganz Avonig auseinander weichen und 
zwischen sich eine kleine Ausrandung der Vorderspitze des Kinnes 
einschließen. 

Das Handglied des 1. Mittclleibs-Beinpaares verlängert 
sich nach rückwärts üher das 2, Glied; es ist länglich unregelmäßig- 
elliptisch, der Innenrand viel stärker gebogen, als der äußere; die 
Länge l)eträgt etwas mehr als die doppelte Breite. An der Vorderecke 
des 8. Gliedes ist kein Haarbüschel. — Das 2. Paar ist beim 9 nach 
dem Typus der folgenden gebildet, im allgemeinen glatt, und zeigt 
nur am distalen Ende des di'itt- und vorletzten Gliedes einige Stacheln. 
Beim o^ ist es völlig glatt und zum Klammerfuß ausgebildet. (Taf. II, 
Fig. 4.) Auf ein langes Basalglied folgen drei etwa halb so lange, 
ziemlich gleich lange Glieder, deren erstes dünner, die beiden andern 
dicker sind, alle distal keuhg anschwellend. Das vorletzte GHed ist 
etwa von der Länge des drittletzten, schmal birnförmig, distal ziemlich 
schwach ausgezogen; an der distalen Kante ist es so breit, wie die 
Klaue, welche so lang ist wie das vorletzte Glied, kurz nach ihrem 
Ursprünge sich rechtwinkhg umbiegt und mit ihrem Ende den basalen Teil 
des 5. Gliedes berührt. Im üJai'igen bleibt zwischen dem Handglied 
und der zurückgeschlagenen Klaue ein schmal elliptischer Raum offen. — 
Die folgenden Beinpaare haben ein glattes Basal-Doppelglied; das 3. 
hat kurz vor dem distalen Ende einige Borsten; das 4. trägt kurz vor 
(hnn distalen Rande und auf der Mitte einen Borstenstachel-Kamm, 
außerdem kurz vor dem distalen Ende auf der Außenseite eine lange 
Borste ; 5 ist auf seinem Innenrand gesägt und trägt an jedem Sägezahn 
einen Stachelkamm ; außerdem am distalen Ende außen einige sehr lange 
Borstenstachehi. Das 0. hat dieselbe Bildung wie das 5., nur schwächer 
ausgepi'ägt. Die Klaue ist kräftig und am P]nde gebogen. 

Die Grundglieder der drei ersten Nachleibs- Fußpaare haben 
die Basis des 1. Gliedes nach innen in einen stumpf gerundeten Lappen 
ausgezogen, dessen Spitze einen Haarbüschel trägt. Der Penis-Stiel des 
2. Paares ist außerordentlich lang und reicht fast bis an die Sj)itze 
der großen Deckplatten des 4. Nachleibs-Fußpaares. Das Endglied der 
großen Deckplatten ist ziemlich groß, die (Jrenzkante stcißt auf die 
Mittellinie so, daß "*/? der Gesamtlänge vor, V? hinter ihr liegen; dann 
wendet sie sich etwas schrä«? nach seitwärts und vorn. — Das 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 45 

G. Nachleibs-Fußpaar ist sehr lanj^; die Iiiiieiiäste berühren sich gegen- 
seitig fast am Schwanzende ; der Innenast ist schmaler nud nm Vü kürzer 
als der Außenast. — Skupturen linden sich auf der Ventralseite der 
Mittelleibsringe nicht. Eine quere Furche auf dem G, Segment ist 
gleichfalls nicht vorhanden; die männlichen Genitalüffnungen liegen nicht 
auf Erhöhungen, lieim $ sind am 1. bis 4. Beinpaare Brutlamellen 
entwickelt. — Die wappenfürmigen Mittel-Partien der Postalxlominal- 
segmente sind vorhanden, haben jedoch kürzer ausgezogene Hinter- 
spitzen, als bei Serohs Pagenstecheri, und nehmen von 1. — 4. sehr 
schnell ab in ihrer Längsausdehnung. 

Die Farbe der Epimeren ist liornl)raun; das Mittelfeld des 
Kopfes im ganzen grauviolet, vorn dunkel blaugrau, in der Mitte violet, 
hinten hell Idaugrau. Die vier ersten Segmente sind violet, ihre 
Mitten und der Hinterrand des 4. blaugrau; diese Farbe mischt 
sich beim 5. und G. auch an den seitlichen Teilen des Segmentes etwas 
in den Grundton. Die Nachleibsringe mit Ausnahme der epimerialen 
Teile sind blaugrau. Das Schwanzschild ist wieder violet mit Aus- 
nahme der blaugrauen Erhaljenheiten und des ebenso, aber dunkler, 
gefärbten Hinterrandes. Die Fühler sind, wie gewöhnlich, gefleckt. 

Länge des Männchens von der Umknickungsstelle der äußeren 
Fühler bis zum Hinterrande 15,8 nun, des Weibchens 14 mm. 

2 Stück, c5^ und 9? "^ — ^ Faden, an Tangwurzeln. 

Familie Chelonidiiclae rwv. Famuie 

Clielonidiidae. 

Kör])er schwach gewölbt, der Zusanmienkugelung nicht fähig. 
Kopf quer entwickelt, von den Epimeren des 1. Segmentes des Mittel- 
leibes seitlich umftißt, mit geringer Skulptur; die kleinen Augen auf 
der Obertläche, ziiMulich weit seitlich. Innere Fühler distal reduziert, 
äußere wohl ausgebildet. Mandibeln schlank, die Innenlade nicht aus- 
gebildet, ohne Taster. L Maxille schlank, die Innenlade nur schwach 
ausgebildet. 2. Maxille nur aus dem Grundglied bestehend; die äußere 
Lade samt dem Taster fehlen. Kieferfüße ohne Epipodit, das Grund- 
glied mit Kaulade; Taster fünfgiiedrig. Mittelleibs -Segmente mit 
großen, schindlig gedeckten Epimeren. Beine des Mittclleibes Wandel- 
beine. Nachleibs-Segmente in der Mittellinie zu einem Ganzen ver- 
schmolzen, ohne E})imeren. Schwanzschild aus dem (>. und 7. Nach- 
leibs-Segment bestehend. Uropoden mit großem, nach innen gerichteten, 
starren Epipoditen, der sich hinter dem Schwänzende mit dem der 
Gegenseite berührt; der Außenast ist völlig verschwunden, di'r ndt dem 
3. Gliede verschmolzene Innenast als ovales Plättchen entwickelt. 



46 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 



Die Familie scheint mit den Onisciden am nächsten verwandt; 
die ganze Körperbildung, das Rudimentär-werden der inneren Fühler, 
die Reduktion der 2. Maxillen, das Ausfallen des äußeren Spaltastes 
der Uropodon, die Entwickolung des Epipoditen der Uropodeu — all 
das sind Merkmale, die beiden Familien gemeinsam sind. 



Gattuup; 
Chelouidiuin. 



Chelonidiuni 

puncta- 

tissimum. 



Gattung Chelonidium nov. 

Körper oval; um das ganze Tier läuft ein aus Epimeren-artigen 
Platten gebildeter Saum. Obere Fühler distal reduziert, die beiden 
Grundglieder mit Epimeren-artigen Verbreitungen; das 3. Glied kurz, 
die Geißel zu einem in einer Scheide steckenden Haarbüschel um- 
gebildet. Äußere InÜiler mit wohl entwickeltem Schaft, von dem 
etliclie Glieder Epimeren-artig verbreitet sind. Mittelleibs-Beine des 
1., 2. und 7. Paares schlank, die anderen fester, Klammerfuß-artig. 

Wieweit sonstige Eigenschaften Merkmale der Familie, der 
Gattung oder der Art sind, ist, da alle diese Kategorien nur durch 
die einzige Art vertreten sind, nicht anzugeben. 

Chelonidium punctatissimum mv. spec. 

(Taf. ]I, Fig. 11, Taf IV, Fig. 6-33, Taf. V, Fig. 1.) 

Der Umriß des Tieres (Taf. II, Fig. 11) ist eine ganz regelmäßige, 
nirgends unterbrochene Eiliiiie, bei der sich jedoch kein Teil der 
eigentlichen Körperkante beteiligt; sondern die Grundglieder der An- 
tennen, die Epimeren und die Schwanzfüße schließen Rand an Rand 
so dicht an einander, daß ein aus (ihedmaßen-Teilen gel)ildeter, breiter 
Saum um den ganzen eigentlichen Körperumriß des Tieres herumläuft. 
Das Oval des allgemeinen Körperumrisses ist vorn l)reiter, nach hinten 
sich verschmälernd; die größte Breite befindet sich am 3. Mittelleibs- 
ring, sie verhält sich zur Länge wie 3 : 4. Von vorn nach hinten, wie 
von rechts nach links ist das Tier etwa in derselben Stärke, wie bei 
unseren Schildkäfern (Cassididen), gewölbt. 

Die allgemeine Körper haut ist glatt, aber nicht glänzend; 
stärkere Skulpturen linden sich garnicht. Die chitinige Grundlage ist, 
wie es Regel, facettiert. Die Balken der in der Anlage sechseckigen, 
aber viel verschobenen Facetten sind kräftig entwickelt, hyalin; die 
dazwischen liegenden Felder erscheinen weniger stark lichtbrechend 
inid, den Porenkanälen entsprechend, mit feinen Durchl)ohrungen ver- 
sehen. Das Gewebe ist an den festen Skelet-Teilen (Taf. IV, Fig. 6 bis) 
engmaschig, an den zarthäutigen breitmaschig (Fig. V) ; über den 
Augen sind die Facetten groß und sehr zarthäutig, doch ganz nach 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 47 

Art der ül)rigen gebildet; es sind etwa dreißig Facetten bei der 
Cornea-Bildung beteiligt. 

Der Kopf des Tieres ist sehr stark nach vorn und unten 
abfallend, deshalb habe ich in den beiden folgenden Abschnitten das 
Bild des Kopfes in der allgemeinen Aufsicht des Tieres und das 
eigentliche Bild des Kopfes streng geschieden. 

In der Zeichnung Taf. II, Fig. 1 1 ist das Tier etwas von oben 
gedrückt, so daß das Bild einen zwischen den beiden Beschreibungen 
stehenden Befund bietet. 

In der Aufsicht gesehen, stellt der Kopf ein (pieres Viereck 
vor. dessen Länge gleich einem Drittel seiner Breite ist; der quere 
Hinterrand ist in sich grade und geht rechtwinklig, wenig zugerundet, 
in die parallelen Seitenränder über. Die vorderen Seitenecken sind 
gerundet, der mittlere Teil des Vorderrandes schwach wellig ausgezogen. 
Die kleinen Augen liegen im allgemeinen weit nach außen und hinten, 
jedoch nicht so weit, Avie bei den Sphaeromiden ; sie sind von der 
Außenkante des Kopfes um ihre eigene Breite und von der Hinterkante 
um ihre eigene Länge entfernt. 

Ganz anders erscheint der Kopf, wenn man das Tier derart 
aufrichtet, daß man senkrecht auf die Kopfoberfläche blickt. Dann 
zeigen sich die Hinterecken stärker gerundet und der Stirnrand in 
mannichfacher Weise ausgeschnitten; auch beträgt dann die Länge des 
Kopfes ül)er die Hälfte seiner Breite. Der mittlere Bereich des 
Vorderrandes ist in großer Breite dreieckig ; die äußerste Spitze selber 
ist abgegliedert durch eine nach vorn konkave Naht; die Seiten der 
äußersten Stirnspitze sind koidcav, el)enso der übrige Teil der Seiten- 
kanten des Stirnfortsatzes, sodaß an der Nahtstelle beide konkaven 
Linien in einer Spitze zusammen stoßen. Längs der Stirnspitze liegt 
der Innenrand des ersten Gliedes der inneren Fühler. Zwischen dem 
Grunde des großen Stirnfortsatzes und den Seitenecken des Kopfes 
findet sich ein fernerer, tiefer Ausschnitt zur Aufnahme des L und 
2. Gliedes der äußeren Fühler. Zwischen der Außenecke dieses Aus- 
schnittes und der vorderen Seitenecke des Kopfes ist noch ein kleines 
Stück eines wenig schräg nach hinten verlaufenden, vorderen Stirn- 
randes entwickelt. Die Skulptur des Kopfes ist schwach, aber ganz 
besonders charakteristisch. Zunächst findet sich stets der hinterste 
Teil (? Segment der Kieferfüße) als deutlich trapezförmige Region 
ausgei^rägt, Avenn auch sein Vorderrand nur selten zusammenhängend 
ausgebildet ist; sehr kräftig sind aber die äußeren Teile der Grenze 
als je eine tief einspringende breite Furche, die vom Hintei'rande des 
Kopfes beginnend ziemlich weit nach vorn und innen verläuft. Des 



48 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

weiteren finden sich vor diesem Absclinitte zwei (j[uere Höckerbildungen, 
die man in je einen inneren und einen äußeren, etwas weiter nach 
hinten gelegenen Absciniitt trennen kann ; diese stoßen nach den Seiten 
/u grade auf die tiefe, soeben besprochene Grenzfurche. Vor diesen 
Höckern kann man auch, aber immer undeutlich und nicht bei allen 
in gleicher Weise, die Rudimente der Vorderhöcker bemerken. Alle 
diese Bildungen sind aber so schwach, daß sie in eine BescJu'eibung 
kaum geh(»ren würden , wenn nicht der mor2)hologisc]ie Wert der 
Beobachtung, daß die typischen Höckerbildungen des Kopfes in allen 
Iso])oden-Familien verkommen, die Erwähnmig nötig machte. Ein 
Kj)inier des Segmentes der Kieferfüße ist nicht vorhanden ; die oben 
besi)rochene Grenzfurche liegt in der direkten Fortsetzung der epimerialen 
Gelenklinie des 1 . Mittelleiljs-Segmentes. 

Die ersten vier Mittelleibs -Segmente sind um etwas länger, 
als die folgenden drei, und zwar sind sie unter sich etwa gleich lang. 
Die folgenden drei sind in der Mittellinie etwa gleich lang, etwa drei 
Viertel der Länge eines der beiden vorangegangenen Segmente meßend ; 
nach den Seiten zu werden sie länger und zAvar nimmt daselbst ihre 
Länge vom 5. bis 7. Segment ab. Hat das Tier seine gewöhnliche, 
stark konvexe Gestalt, so verlaufen die Hinterränder der Epimeren 
etwa in der Flucht der Hinterränder der Segmente. Ist das Tier etwas 
platt gedrückt, so sind die Hinterränder der ersten drei Segmente und 
des 6. schwach konvex, der des 4., 5. und 7. schwach konkav. 

Alle Mittelleibsringe sind an ihrem Hinterrande in großem Be- 
reiche zu lieiden Seiten der Mittellinie scliAvach konkav; und zwar 
nimmt die Breite der Konkavität von vorn nach hinten zu. Der G. 
und 7. Ring sind eigentlich an ihrem ganzen Hinterrande konkav. 
Bei den vorderen Segmenten wenden sich die seitlichen Enden der 
Hinterräiider in sanftem Bogen wieder etwas nach vorn, eine Bildung, 
(he nach hinten immer schwächer Avird und beim 3. Ringe aufhört. 
Dadurch entsteht es, daß die Konkavität des Mittelteiles des Hinter- 
randes hier sich über den gesamten Hinterrand ausbreitet. 

Eine Eigentümlichkeit der Segmente ist hier wegen ihres all- 
gemeinen Charakters noch ' zu erwähnen. Von dem unter dem Hinter- 
rande des vorangehenden Segmentes für geAvöhnlich versteckten Teile 
jedes Ringes, der bei den meisten Krebsen nur bei starker Einrollung 
hervortritt und im allgemeinen ganz farl)los ist, ist bei der vorhegenden 
Art als Regel ein Stück auf der Oberfläche des Rückens zu sehen, und 
zwar zeigt die Fär1)ung, dass dieser Teil in der Tliat nicht etwa durch 
den Grad der Zusamnienkugelung der vorliegenden Stücke an die 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 49 

Oberfläche gerückt ist. Ueberliaupt ist das Zusammenkugelungs- Ver- 
mögen der Art ein ganz geringes. 

Beim 2., 3. und 4. Segment ragt die Hinterkante seitlich über 
den Ansatz des Seitenrandes des folgenden Segmentes hinaus; zwischen 
dem 1. und 2. und andrerseits dem 5. und 6. bilden die Seitenkanten, 
d. h. die Gelenkkaiiten der Epimeren, eine einheitliche Linie. — Das 
3. und 4. Segment ist ziemhch gleich breit, das 2. und 4. etwas 
schmaler, die übrigen natürlich noch schmaler. 

Die Breite des Postabdomens ist im allgemeinen sich gleich- 
bleibend, am Grunde ist es ein Avenig breiter als an den Seitenecken 
des Schwanzschildes. Die Figur des Ganzen ist ein Viereck, dessen 
Breite etwas größer ist als die Länge. — Die Gesamtheit der Nach- 
leibs-Segmente ist in der (legend der Mittellinie verschmolzen. Die 
Hinterränder der vier ersten Ringe sind als scharfe Furchen erkennbar; 
die mittlere Unterbrechung ist am Hinterrande des 2. Ringes am 
größten, des 1. am kleinsten; die Hinterränder des 3. und 4. Ringes 
zeigen einen mittleren Befund, doch ist die Unterbrechung beim 3. 
größer. Sie beträgt beim l. nicht viel mehr als ein Viertel, beim 2. 
über die Hälfte der Nachleibsbreite. Der Hinterrand des L Segmentes 
verläuft quer, der der andern nach vorn gewandt. Bei dem auf Taf. II, 
Fig. 11 dargestellten Stücke ließ sich der Hinterrand des L Nachleibs- 
Segmentes in seiner ganzen Ausdehnung erkennen, doch Avar der Ring 
nichts desto weniger fest, ohne jede Artikulation, mit den folgenden 
verbunden. 

Das Schwanz Schild ist, wenn man einen Basal-Kontur 
konstruiert, ein queeres Sechseck, dessen ])asale und apikale, parallele, 
quere Seite nicht ausgebildet ist, insofern die basale der Unterbrechung 
des Hinterrandes des (j. Segmentes entspricht, während die a^Dikale durch 
einen großen trapezförmigen oder stumpf-dreieckigen Ausschnitt ersetzt 
ist. Eine Scheidung des aus zwei Segmenten zusammengesetzten Schwanz- 
schildes ist auf der Oberseite nicht genau festzustellen; mit Bestimmtheit 
gehören die Ränder bis an die hinteren Ecken des hinteren Ausschnittes des 
Schildes dem (i. Segmente zu. Auf der Ventralseite (Taf. V, Fig. 1) des 
Tieres dagegen ist solches festzustellen. Indem sich nämlich die Außen- 
kanten der Nachleibsringe (ebenso die Vorderkante des 1 . Nachleibsringes) 
nach unten hin umschlagen, bilden sie einen einheitlichen, den Nachleib 
einschliessenden, hochstehenden Saum. Auf dem Schwanzschilde schlägt 
sich dieser Saum um 90" ein, sodaß er der Rückenfläche des Schildes 
annähernd ])arallel wird ; außerdem verbreitet er sich nach hinten bis 
zum Ansatz der Uropodcn. Diese letztere Verbreiterung gehört natürlich 
nur zum 6. Segment. 

4 



50 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Die Epimeren-Bildung ist, abgesehen von den Antennen, 
nur auf die Mittelleibs-Segmente beschränkt, ist hier aber allgemein. 
Die Epinieren shid groß, nach außen verbreitert, und schließen dicht 
aneinander; sie sind durch (Jelenkkanten abgeghedert. — Alle Epinieren 
ragen mit ihrem Hinterrande über den Vorderrand des folgenden 
Segmentes. Das 1. wendet sich mit seinem Hinterrande nach vorn, 
das 2. quer nach der Seite, die folgenden immer stärker nach hinten. 
Beim 3. steht der (bei durchfallendem Lichte zu beobachtende) Vorder- 
rand quer, bei ben folgenden wendet auch er sich nach hinten. An 
der äußeren hinteren Ecke hat jedes Epimer eine ganz kleine, breit 
dornige Spitze, welche über den allgemeinen Außen-Kontur des Tieres 
ein wenig hinaus ragt. — Das 1 . Epimer umfasst mit seinem Proximal- 
rande einen Teil des Hinterrandes und den gesamten Seitenrand des 
Kopfes; der Vorderrand des Epimeres wendet sich in rechtem Winkel 
nach außen, an dem Außenrande des 4. Gliedes der äußeren Fühler 
entlang. Hier erreicht er die Außenkante des Tieres, an deren Bildung 
das ] . Epimer den geringsten Anteil von allen nimmt. Die seitlichen 
und hinteren Eänder der Epinieren (ebenso der ei)inierenartig umge- 
bildeten Fühlerglieder) haben eine schmale, bei durchftdlendem Lichte 
durch eine scharfe Linie begrenzte, hyaline Randzone. Das 7. Epimer 
legt sich mit seinem Hinterrande an die Außenkanten des Nachleibes, 
des Schwanzschildes , des Grundgliedes und zum Teil der Endplatte 
der Uropoden. 

Die beiden Grundglieder der inneren Fühler (Taf. IV, Fig. 8, 9) 
haben epimerenartige Lappen entwickelt und beteiligen sich an der 
Bildung des um den ganzen Körper herumlaufenden epimerialen 
Saumes. Das I.Glied ist groß, annähernd trapezisch ; das 2. erscheint 
gleichfalls als eine große, blattförmige Platte, welche etwa zAvei Drittel 
der Länge und Breite des 1. Gliedes erreicht. An diesem Gliede ist 
die Scheidung des eigentlichen Fühlergliedes und der epimerialen Platte 
sehr deuthch zu bemerken; das erstere ist nur ein kleiner, viereckiger, 
dem Körper zugekehrter Teil des Ganzen, während sein Epimer nach 
dem Außenrande des Tieres zu (also auf der eigentlichen inneren 
Seite des Fühlers), und dann, an der Bildung der Körper-Randzone 
teilnehmend, sich über sämtliche folgenden Fühlerglieder weit hinaus 
verlängert. Beide Grundglieder zeigen die Bildung der oben erwähnten 
schmalen hyalinen Randzone, gleichwie die Epimeren der Segmente. 
Das 3. Stammglied hat etwa die halbe Länge und Breite des eigent- 
lichen 2. Fühlergliedes; ein Epimer entwickelt es nicht. Das 4. Stamm- 
glied (Fig. 10) ist ein ganz schmaler, kleiner Ring. Am Flagellum 
kann man zunächst ein großes Grundglied wahrnehmen; sein distales 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 51 

Ende ist deutlich doppelt-konturiert ; die Abgliederung eines distalen 
Stückes scheint angedeutet. Ein zweites Glied des Flagellums ist 
schon undeutlicher; von da ab aber ist höchstens noch eine Spur von 
Querscheidung zu bemerken, das übrige Ende des Flagellums ist ein 
dünner, langer Haarbüschel. Man kann einzelne Konturen der Haare 
durch die Glieder des Flagellums hin verfolgen, wie es denn überhaupt 
den Anschein hat, als ob das Flagellum nur eine offene Röhre für 
das Haarbüschel ist. 

Ein mit Kalilauge behandeltes Präparat (Fig. 10 A) zeigte die 
Haarbüschel nicht mehr ; nur die proximalen Enden der Haare waren 
vorhanden. Das letzte Stammglied Avar sehr ungleich angegriffen; der 
in der Zeichnung unten liegende Teil hatte mehr widerstanden; von 
da ab schien sich das Flagellum gespalten zu haben; doch ist diese 
Spaltung als sekundär anzusehen , indem ein querer Eingelungs-Kontur 
sich über die ganze Breite des Flagellums verfolgen ließ. Das als 
Grundglied des Flagellums erkennbare Glied zeigt sich deutlich abge- 
gliedert, außerdem aber noch mit mehreren schwachen Eingelfurchen 
versehen; ebenso ist auf dem proximalen Teile des Präparates die 
Region zu bemerken, welche dem oben als zweites bezeichneten Geißel- 
gliede entspricht. Beide Glieder machen denselben Eindruck, Avie im 
unbehandelten Zustande, nämlich des Bestehens aus mehr Aveniger 
verschmolzenen Längsfasern. Aus den Gliedern heraus entspringen 
drei sehr schlanke Riechkolben von ungleicher Länge, denen gegen- 
über sich der Rest der Flagellums - Glieder wie eine Scheide zu ver- 
halten scheint. 

Die äußeren Antennen (Fig. 8) bestehen aus einem sechs- 
gliedrigen Stamm und einer ISghedrigen Geißel. Die beiden Grund- 
glieder liegen innerhalb von dem durch die Epimeren gebildeten Rande, 
Glied 3 und 4 treten Epimeren-bildend in die Randzone ein, Glied 5 
entspringt wiederum an der Unterseite von 4. Das letzte Stammghed 
mitsamt der Geißel liegt bei allen Exemplaren zurückgeschlagen auf 
der Ventralseite des Tieres. Das 1. und 2. Glied sind klein, nicht ganz 
leicht A'on einander und von dem 3. zu unterscheiden; das 3. sendet 
ein ganz schwaches Epimer nach vorn, das 4. ist außerordentlich 
groß und bildet ein Epimer fast so groß, Avie das 1. Glied der Innern 
Antennen. Das 5. Glied ist zyhndrisch, ebenso lang Avie breit, hat 
kein Epimerial-Stück und entspringt Aveit vor dem distalen Ende des 
4. auf dessen Unterseite. Bei den erwachsenen Stücken sind das 4. 
und 5. Glied fast völlig verschmolzen, so daß es aussieht, als Avenn 
am distalen Rande des 4. Ghedes der eigeuthche Schaft das Epimer 
um ein gut Teil überragte. Das 6. Glied ist etAva so lang aa^c das 5., 

4* 



52 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

jedoch sehr viel schlanker, und macht hier, ebenso wie bei andern 
Gattungen, den Überganij zur Geißel. Diese reicht in ihrer natürlichen 
Lage bis an die hintere (ircnze des 4. Epimers. 

Das Epistom (Fig. 8, 11, ep.) erscheint als ein schmaler 
Halbring, dem nach vorn zu eine rechtwinklig -dreieckige Spitze aufsitzt; 
an seinem Hinterrande tinden sich neben der Mittellinie und nahe den 
hinteren Enden je ein Zähnchen. Zwischen den zuletzt genannten 
Zähnchen, die ganze Konkavität des Epistoms ausfüllend, hegt die breit 
mondförniige Oberlippe (1. s.). 

Die Oberkiefer (Fig. 12) sind lange, schmale Haken, die mit 
einem kompliziert gebildeten Gelenkkopf artikuheren; als Stütze der 
starken Muskeln dient ein schlankes, Blumenkohl-artig verästeltes 
Chitingebilde, welches mit dem Stiele vom Kiefer entspringt und mit 
dem kopfartigen Ende im Inneren des Isopoden- Kopfes steckt. Der 
Muskelansatz erstreckt sich als lange Grube über die Hälfte der Länge 
des Kiefers. Der vordere Teil des Kiefers ist sehr schlank; etwa an 
der Stelle, wo sich die Lade vom Grundgliede abhebt, finden sich zAvei 
starke Höckerbildungen, von denen der eine wohl dem bei den Idoteiden 
auftretenden Höcker homolog ist, während der andre vielleicht mit 
dem Ausfall des Tasters zusammen hängt. 

Der proximahvärts von diesen Höckern liegende, allseits ge- 
schlossene Teil des Oberkiefers zeigt schwache Haarbildung. Das distale 
Ende des Kiefers ist helll)raun gefärbt, es weist keine eigentlichen 
Zahnbildungen auf, sondern einen vorderen bogenförmigen, schwach ge- 
buchteten und einen hinteren, weiter ])roximalwärts gelegenen, etwas 
gröber gebuchteten Eand. Außerdem linden sich an der oralen Fläche 
kurz vor dem Ende zwei Höcker mit je zwei Borsten, deren Homologie 
in dem messerförmigen, ganz nach innen und am weitesten nach hinten 
gelegenen Ladenteile anderer Isopoden zu suchen sein dürfte (vgl. die 
gedrehte Figur 19). — Die Asymmetrie beider Kiefer scheint nicht 
besonders scharf aufzutreten; bei der Schwierigkeit, die außerordenthch 
kleinen und brüchigen Objekte in jede gewünschte Lage zu bringen, 
habe ich auf die eingehende Feststellung dieses Punktes verzichtet. — 
Ebenso ist mir che Bildung der Paragnathen nicht klar geworden. 

Die 1. Maxille (Fig. 13) ähnelt im allgemeinen Habitus und 
in der Größen-Entwickelung ganz den Mandibeln; es ist ein schlankes, 
in seinen jjroximalcn drei Fünfteln etwas breiteres und für den Ansatz 
der Muskulatur Halbrinnen-förmig offenes, Femur-artiges Gebilde; der 
Kücken des hniteren Teiles ist mit wenigen Längsreihen feiner Chitin- 
stacheln versehen. Das Distal-Ende (Fig. 14) ist hellbraun, mit einem 
apikalen Bündel kräftiger, in der Richtung der langen Axe der Maxille 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgieu. 53 

gestellter Cliitinstacheln versehen; es, ist uiclit nur durcli die dunklere 
Färbung, sondern auch durch eine schwache Einschnürung und Furche 
von dem übrigen Kiefer geschieden, dessen Innenseite ganz schwache 
Haarbildungen zeigt. Das Aequivalent der Inneidade ist ein am distalen 
Ende der Muskelgrube gelegener, schmaler, hyaliner, zarter, schwach 
gekrümmter Haken. Dieser Kiefer weicht recht Avesentlich von den 
bisher bekannt gewordenen Isopoden-Kiefern ab. Gewiße Aselliden, 
am meisten die von Sars gegebene Abbildung des Kiefers von Nanno- 
niscus bicuspis (Nordhavs-Exp. Crust. Taf. X Fig. 37) bilden eine Ver- 
mittelung; doch liegen diese Befunde immer noch viel näher nach den 
typischen Kiefern zu, als nach dem oben beschriebenen. 

Die 2. Maxi 11 e (Fig. 15) weicht gleichfalls von der anderer 
Isopoden ab und nähert sich der Bildung der 1 . Maxille ; sie ist kleiner 
und weiter nach innen eingelenkt, aber stark chitinisiert und Femur- 
artig ausgebildet; ihr distales Ende (Fig. IG) zeigt ein dichtes Bündel 
von Chitinstacheln, Avährend der übrige Teil der Oberfläche in weiteni 
Bereiche schwache, aber /ahlreiche Haar])ildungen aufweist. 

Die KieferfüPie (I^g. 11, 17) nähern sich den Befunden anderer 
Isopoden, besonders der Sphaeromiden, noch am meisten. Die Angel- 
glieder liegen quer und sind nicht recht frei zu präparieren. Die ersten 
Glieder entspringen neben der Älittellinie, sodaß sich die Innenkanten 
berühren; sie setzen sich nach vorn in eine schmale Lade fort, deren 
Innenrand anf der rechten Seite nach außen, auf der linken nach innen 
umgeschlagen ist. Durch Ineinanderhaken der beiden Ränder wird der 
feste Schluß hervorgebracht. Die Innenkanten selber sind fein gesägt. 
Das distale Ende der Lade (Fig. 18) zeigt etwa ein halbes Dutzend 
breiter, bewimperter Stachelborsten und einige stärkere, unbewimperte 
Keulen- oder Griffel-artige Bildungen. Der Taster ist normal gebildet; 
das 1. Glied ist kurz, das 2. viereckig mit langem Innen- und kurzem 
Außenrand; das 3. viereckig mit kurzem Innen- und langem Außen- 
rand. Das 4. ist schmaler als die vorangegangenen und das längste 
von allen. Das Endglied ist schmal und kurz. Der Taster trägt, be- 
sonders an den Vorderrändern, einige wenige Borsten-artige Chitinhaare. 
Von der Bildung der Epipodien ist durchaus nichts zu l)emerken. 

Die Beine sind nach zwei ganz verschiedenen Typen gebildet. 
Das 1., 2. und 7. Paar sind schlank, haben lange Femora und 2 End- 
klaueii (s. das 1. linke Bein Fig. 20, das 7. Fig. 22); die übrigen sind 
kürzere und feste Klammerfüße mit ganz kurzem Femur und einfacher, 
großer Endklaue. Das 1. und 2. Beinpaar hat ein sehr langes Femur, 
ein nicht viel mehr als halb so großes 3. und 4. Glied, an dessen 
distalem Ende sich ein Halbkreis bewimperter Chitinborsten belimlet 



54 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

(s. das ganz ähnliche 7. Bern Fig. 27) ; das 5. und 6. Glied sind viel 
schlanker und etwas kürzer als die beiden vorhergehenden. Das End- 
glied (Fig. 23) ist kurz, eiförmig, wenig dünner als das vorletzte, mit 
zwei hakenförmigen, gegen die Spitze zu plötzlich stark verjüngten, 
hyalinen Endklauen und einigen Haaren. Das 7. Paar (Fig. 22) schheßt 
sich diesem Typus an, ist aber kürzer und etwas kräftiger, besonders 
im Femur. Das vorletzte Glied ist mit ganz kurzen Chitinstacheln 
bewehrt. Die Stachelborsten des 3. Gliedes sind zum Teil länger als 
das 4. Glied (Fig. 27). Fig. 26 stellt die Endglieder dieses Paares dar. 

Das 2. bis 6. Beinpaar (s. Fig. 21 das dritte Bein links) 
hat ein ganz kurzes erstes, ein kräftiges, Femur- artiges 2. Glied und 
ein etwas kürzeres, aber gleichfalls sehr starkes 3. Glied. Das 4. Glied 
hat an seinem Bande kurze, unbewimperte Stachelborsten. Glied 4 
ist eifönnig; 5 zylindrisch, zum Teil in 4 steckend, sodaß es bei 
schwächerer Vergrößerung kugelförmig (in der Aufsicht dreieckig) 
erscheint. Glied G ist eiförmig (Fig. 25), sehr uneben; im Ganzen 
lassen sich diese Unebenheiten auf drei ringförmige Eindrücke ziu'ück- 
führen, neben denen sich die Oberfläche stark aufwulstet. Der distale 
dieser Eindrücke schnürt die große, gebogene, braune Endkralle ab. 
Die Beine sind ganz schwach behaart; die Innenseiten der Glieder 
zeigen kurze, schlaffe Haare, die gegen das distale Ende der Beine 
zu wollig werden. 

Von den Nachleibs-Beinpaaren ist das 1. und 2. Paar von 
der bekannten Form der ovalen, lang gefiedert-bewimperten Schwimm- 
platten; das 2. Glied ist breit und hoch, ohne vorspringenden Winkel 
am Innenrande, die Äste fast gleich groß, am 1. Paare (Fig. 28) 
sclüanker, als am zweiten (Fig. 29). Am 3., 4. und 5. Paare (Fig. 31, 
32, 33) hat der Außenast eine sclilank bohnenförmige Gestalt und 
kurze Wimpern ; der Innenast ist zu einer dreieckigen Athemplatte 
umgebildet. Am ö. Paare ist der Außenast merklich schmaler, der 
Innenast merklich breiter als an den anderen Paaren. 

Die Uropoden erfordern zu ihrem Verständnis eine weitere 
Auseinandersetzung. Wenn man das Schwanzschild eines Isopoden 
von der Bauchseite betrachtet, so setzt sich die Ursprungs-Stelle der 
Uropoden als ein scharf einspringender Winkel ab, der die äußere 
Ecke des 1. Gliedes vorstellt. Diese Stelle ist, besonders wenn man 
einen Sphaeromiden zum Vergleich nimmt, in allen ihren Beziehungen 
leicht festzustellen. Dann entsprechen die frei eingelenkten auf Taf. V, 
Fig. 1 mit up bezeichneten Gliedmaßen den Uropoden in ihrer Gesamtheit ; 
die nach innen davon liegenden, durch Naht vom Segment getrennten 
Platten wären demnach entweder als Segmentstücke oder als Epipodite 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 55 

ZU deuten. Diese Erklärung scheint sehr gezwungen gegenüber der 
scheinbar viel näher liegenden, daß der mit up bezeichnete der 
Außenast, der mit ep bezeichnete der Innenast der Uropoden sei. 
Dazu paßt die Einlenkung des beweglichen Astes, ebenso seine Lage 
frei nach außen von dem mit ep bezeichneten Aste nicht; ferner 
entspräche dann die an der Insertion des gelenkenden Astes gelegene 
Ecke der distalen äußeren Ecke des zweiten Gliedes der Uropoden. 
Der Vergleich mit anderen Isopoden stellt aber das Verhältnis dieser 
Ecke aufs sicherste so fest, wie es oben geschildert ist. Schließhch 
kann man bei Sphaeromiden die Homologa der epipodialen Platten 
als festgewachsene Teile des Schwanzschildes noch feststellen. Solche 
epipodialen Platten sind in deutlichster Ausbildung bei \'ielen Onisciden 
und bei den Limnorüden zu beobachten. Bei den ersteren, ebenso 
bei vielen Sphaeromiden, zeigt es sich, daß bei Reduzierung der 
Uropoden der äußere Ast der verschwindende ist, sodaß die Schwanz- 
füße der vorliegenden Art als aus dem 2. Stammglied und dem 
Endopoditen verschmolzen anzusehen sind. 

Hinsichtlich des Geschlechts-Dimorphismus ist zu bemerken, daß 
vom 6. Hinterleibsringe des o^, wie bei vielen anderen Familien, zwei 
platte kurze Griffel entspringen und daß der Penis-Stiel des 2. Nach- 
leibs-Fußpaares (Fig. 30) bis auf die Hälfte der Epipoditen der Uropoden 
reicht; er ist verhältnismäßig breit, deutlich durch eine Furche vom 
Spaltast abgegliedert, der, mit dem entsprechenden Aste des 9 ver- 
glichen, keine Größen-Einbuße zeigt,, Die Haare neben dem Penisstiel 
zeigen dieselbe Länge und denselben Habitus wie dieser und scheinen 
den Penisstiel als den Wimperhaarbildungen der Schwimmftiße homolog 
hinzustellen. 

Die Farbe der Rückenfläche ist hell graugrün oder grüngrau 
mit etwas braun gemischt, die ganze Fläche mit Ausnahme der seit- 
lichen und hinteren Ränder der Epimeren und der vorderen Teile der 
Segmente, die bei der Bewegung sich unter das vorhergehende Segment 
schieben, ist mit kleinen, unregelmäßig gestalteten, jedoch im allgemeinen 
regelmäßig angeordneten, violetbraunen Punkten dicht bedeckt. 

Etwa zwei Dutzend Exemplare, bezeichnet: „hellbraun, an 
Blättern von Macrocystis." 

Länge der größeren Stücke 5 mm. 



antarctica. 



56 Pfeffer, Krebse vo)i Süd-Georgien. 

Limnoria Limiioria antarctica nov. spec. cjaf. ir Fi<,^ 12, 13. Taf. v Fig. 2—22.) 

Dio allfjjcnieincii Körperverhiiltnisse sind wegen der Einrollung 
des Tieres nicht ganz genau festzustellen; im allgemeinen verhält sich 
die Breite zur Länge wie 1 : 2V2^ — o. Die Bi-eite ist überall ziemlich 
gleich; am 4. — G. Ringe ist sie am größten, nach dem Kopfe zu ver- 
ringert sie sich etwas; nach dem Schwänze zu bleibt sie im ganzen 
gleich, nur das Schwanzschild selber wird etwas schmaler. 

Die Körperoberfläche ist im allgemeinen als glatt zu l)ezeichnen. 
Über den ganzen Körper sind ziemlich lange, um-egelmäßig stehende 
Borstenhaare zerstreut. 

Im allgemeinen stellt der Kopf einen Kugelsektor von '/< Kugel- 
inhalt vor. Im Profil betrachtet, verläuft die Oberkante des Kopfes 
zunächst in der geraden Flucht der dorsalen Oberfläche des Tieres 
überhaupt, Avendet sich dami in gerundet-rechtem Winkel nach unten, 
so daß der größere Teil der Kopfoberfläche nach vorn weist, Bildungen 
von Hr)ckern und Kanten sind nicht vorhanden. Der Vorderrand zeigt 
einen kleinen, direkt nach unten gewandten, sich zwischen die Wurzeln 
der inneren Fühler einschiebenden, dreieckigen Stirnfortsatz. Die durch 
die Wurzeln der Fühler veranlaßten Ausbuchtungen des Vorderrandes 
sind ganz gering, kaum merkbar, und der kleine Vorsprung zwischen 
der Ausbuchtung für die inneren und für die äußeren Fühler nur als 
ein kurzer Kerbzahn angedeutet. Die untere Seitenkante des Kopfes 
ist etwa in der Mitte etwas nach unten vorgezogen. Das Auge liegt 
nahe der vorderen unteren Ecke des Kopfes, hat eine unregelmäßige, 
rundlich viereckige Form; die Cornea erstreckt sich etwa über vier 
Facetten, welche durch schmale, aber selbst bei schwachen Vergrößerungen 
wohl bemei'kbai'e Zwischenräume getrennt sind ; außerdem erstreckt sich 
jedoch die Pigmentierung noch über die Facetten etwas hinaus. 

Das 1, Segment ist sehr viel länger als die andern und gliedert 
sich in einen vorderen, schmalen, tiefer liegenden Teil, welcher den 
Kopf umscldießt, und das dahinter hegende, breitere, höher liegende 
Segment, Nach ihm sind das 2. und 3. Segment die längsten und 
zwar unter sich etwa gleich lang; das 4., 5., G. und 7. Segment verkürzt 
sich immer mehr; die Länge des 7. beträgt nur die Hälfte des dritten. 

Von den Epimeren des Mittelleibes deckt jedes mit dem 
Hinterrande den Vorderrand des folgenden Segmentes. Das Epimer des 
1. Segments ist größer und reicht ventralwärts weiter als alle folgenden; 
doch ist die Grenze, in der es sich vom Segment absetzt, durchaus 
nicht ausgel)ildet. Das Epimer des zweiten Segments ist ein breites, 
niedriges Plättchen von mehr als doppelter Breite seiner Höhe, vorn 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 57 

abgestützt, hinten unten zugerundet, unten gerade. Das Epiraer des 
3. Segments ist ebenso gebildet, nur der Ventralrand sanft konkav 
ausgeschweift. Das 4. ist ])reiter und höher, der Ventralrand sehr 
stark konkav, die Hinterecke zungenhirmig ausgezog(Mi. Am 5., G. 
und 7. ist das Hhiterende spitz dreieckig -zungcntVirniig nach hinten 
(wenig nach unten) ausgezogen ; der Ventralrand ist hei 5 noch schwach 
konkav, hei G und 7 gerade. 

Die vier ersten Nachleibs- Segmente sind einfache quere 
Ringe, noch kürzer als das 7. Segment des Mittelleibes und etwa von 
gleicher Breite mit diesem. Die Epimeren sind kräftig entwickelt, aber 
durchaus nicht von den Ringen durch Eurchen getrennt; sie reichen 
viel weiter nach der Mittellinie zu, als die der Mittelleil)s-Segmente. 
Die der ersten drei Nachleibs-Segmente sind ganz schmal und wenden 
sich nur mit dem spitz zugerundeten distalen Ende etwas nach hinten, 
liegen aber sonst im Breitenniveau der Ringe selber. Das Epimer des 
1. Nachleibs-Segments wird durch das des 7. Mittelleibs-Segments zum 
or()ßten Teil verdeckt. 

Das 5. Segment des Nachleibes ist in der Mittellinie doppcdt so 
lauer, als eines der vorhergehenden; sein Hinterrand ist si-hwach konvex; 
da, Avo das eigentliche Segment aulhört, sind zwei kleine, halbkreis- 
förmige Ausbuchtungen für die Einlenkung des Schwanzschildes. Seitlich 
von diesen Auslnichtungen betindet sich das grofse, stark nach unten 
und hinten gerichtete, mit geschwungenem, hauptsächlich konkavem 
Hinterrand versehene Epimer. An dem VordeiTande des Segments 
verläuft ein erhabener V^ulst, der auf den Epimeren erhaben breit-linien- 
förmig erscheint, auf dem eigentbchen Segment jedoch, in dem sein 
Hinterrand dem Hinterrande des Segments parallel verläuft, sich 
flächenhaft beträchtlich ausbreitet. Der Hinterrand des Wulstes ist 
scharf ausgeprägt, sodaß bei oberflächlicher Beobachtung das Segment 
aus zweien zu bestehen scheint, deren vorderes sich zum hinteren wie 
Vö zu ''!■> verhält (s. auch Fig. 22). 

Auf dem 4. Segment ist dieselbe Bildung, jedoch ganz schwach, 
vorhanden. Auf dem Epimer ist der Randwulst so stark, wie auf dem 
des 5. Segments, erweitert sich jedoch viel früher, als der des 5. Epimers 
(woraus zu ersehen ist. dafi sein Epimer viel kürzer). Nach der Er- 
weiterung wird der Wiüst jedoch so flach, daß sein Hinterrand nicht 
mehr festzustellen ist; er hegt jedoch potenziell sehr nahe dem Hinter- 
rande des Segments. 

Der allgemeine Umriß des Schwanzschildes ist quer breit- 
eiförmig. Der Vorderrand erscheint bei der Autsicht auf das unversehrte 
Tier wegen der starken Zusammenrollung etwas konkav, ist aber konvex. 



58 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Seitlicli endigt er in den liöckerförmig nacli vorn vorspringenden Gelenk- 
höckern. Der Seitenrand wendet sich von den Höckern aus ziemlich 
gradlinig nach außen, hinten und unten, dem Kontur des Hinterrandes 
des 5. Nachleibs-Epimers folgend, bis zur Seitenecke, wo, gerundet 
stumpf um])iegend, der Hinterrand beginnt. Dieser bildet einen ziemlich 
flachen Bogen. Das Ende des Schwanzschildes ist nur ganz wenig, 
kaum merkbar, vorgezogen, was, ebenso wie die neben der Ausziehung 
liegenden Konkavitäten, nur ganz schwach ausge])ildet ist (s. Fig. 22). 

Das Schwanzschild ist das morphologisch wichtigste, welches 
bisher aus der Ordnung der Isopoden bekannt geworden ist, insofern 
es die Wertigkeit der einzelnen Teile klarlegt. In der dorsalen Aufsicht 
erkennt man 1) klar einen hinteren schildförmigen Hauptteil mit seitlichen 
deutlichen Kanten und 2) eine schmale, ihn vorn und seitwärts um- 
randende Zone. Die seitlichen Teile gehören, wie man aus dem Studium 
der Uropoden ersieht, zu den Grundgliedern der letzteren, sind richtige 
Epimerialbildungen ; der vordere mittlere Teil dagegen ist das eigentliche 
6. Segment. (Weiteres über das Schwanzschild s. pag. 62.) 

Die beiden Fühlerpaare sind unter sich etwa gleich lang und 
(ohne die Endborsten) etwa so lang wie das 1. Mittelleibs - Segment ; 
sie werden frei nach außen und vorn vorstehend getragen ; das 1 . Paar 
ist sehr platt gedrückt, das 2. weniger. 

Die oberen Fühler (Taf. V, P'ig. 2) entspringen dicht neben 
einander; an der Stelle, wo sich die Basalglieder am meisten gegen 
einander wölben, ist eine nur ganz fein fadenförmige Grenzzone; von 
oben scliiebt sich zwischen die Fühlerwurzeln der ganz kleine Stirnfortsatz 
ein. Das Basalglied ist fast so breit Avie lang, ziemlich dick; das 2. 
etwas schlanker und kürzer, annähernd quadratisch ; das 3. von wenig 
mehr als halber Breite des 1., doppelt so lang wie breit; das 4. GHed 
ist ganz kurz, nur ein ganz schmaler Bing, etwas weniger breit, als 
das 3. Glied. Das 5. ist schief viereckig, etwas breiter als lang, etwa 
von Vg Länge des 3. Gliedes. An seinem distalen Ende steht ein 
Büschel von etwa zehn langen Sinneshaaren, die sich in ihrer Dicke 
auf ihrer ganzen Länge ungefähr gleichbleiben, gegen das Ende zu 
sich verjüngen und hier eine runde Öffnung haben (Taf. V, Fig. 3); vor 
derselben befindet sich an den meisten Haaren etwas koaguliertes Plasma. 

Das Grundglied der äußeren Fühler (Fig. 4) ist kurz, quer; 
die folgenden drei gleichfalls kurz, höchstens so lang wie breit, an 
Breite abnehmend. Das 5. und 0. sind verhältnismäßig lang, das 5. 
proximal sich verbreiternd, das G. schmal, überall gleich breit. Das 
L und 2. Glied haben je eine starke und lange Borste, die übrigen 
zeigen eine ganz sparsame und ziemlich schwache Haarbildung. Geißel- 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 59 

glieder sind drei deutlich festzustellen; kurz vor seinem distalen Ende 
trägt jedes Glied, ebenso wie das letzte Glied des Stammes, einen 
Kranz von feinen, langen Borsten, die spitz endigen und außerordentlich 
viel feiner sind als die sonst auftretenden Sinneshaare (Fig. 5). 

Das Epistom ist eine schmal mondsichelfiirmige Platte, die sich 
vorne niclit zu einem Hcicker auszieht und sich daher nicht von unten 
zwischen die Wurzeln der äußeren Antennen schiebt. Die Oberlippe 
ist schmal und füllt den Raum zwischen dem konkaven Distalrande 
des Epistoms aus, derart, daß ihre untere (hintere) Kante eine quere 
grade Linie bildet. 

Der Oberkiefer (Fig. 7) ist verhältnismäßig kräftig; der Taster 
entspringt ziemlich weit proximal; er ist kräftig, frei hochstehend und 
besteht aus drei Gliedern, deren erste beide einige wenige starre Haare 
zeigen, während das letzte Glied an seinem abgestutzten Ende eine 
einfache Reihe dicht nel)en einander stehender, starrer Stachelborsten 
trägt. (Fig. 8). Der Hauptteil des freien Kieferrandes ist vom zweiten 
Gliede des Kiefers gebildet. Von dem Fühler aus nach vorne und 
innen ziehend findet sich auf der aboralen Fläche dieses Teiles eine 
flache höckerförmige Erhebung. Das Ende selber ist dunkel chitinisiert, 
verjüngt sich allmählich und zeigt auf der linken Seite drei schwache, 
auf der rechten drei stärkere zahnartige Vorsprünge an der Schneide. 
Die Innenlade ist durch ehie schwach chitinisierte, frei nach innen ab- 
stehende flache Platte vertreten. Auf der Zeichnung Taf. V, Fig. 7 ragt 
sie, mit 1. i. bezeichnet, scheinbar nach vorn, doch muß man sich den 
dargestellten Kiefer, um dessen Insitu-Lage zu erhalten, um die durch 
die beiden Kreuze bezeichnete Rotationsaxe in der Richtung des 
Pfeiles gedreht denken; dann weist der Fortsatz nach innen und der 
Taster entspringt nahe der vorderen, äußeren Kante des Kiefers. 

Der Unterkiefer des 1. Paares (Fig. 9) ist ein solider 
Kalkhaken, der am distalen Ende eine Anzahl (etwa 8) kräftiger, stark 
chitinisierter Dornen trägt, die nach außen zu auf der Außenseite 
kammartig gezähnt sind. (Fig. 10). Ehie Scheidung in zwei Laden 
ist nicht festzustellen. Auf dem ganzen Innenrande ist der Unterkiefer 
fein behaart. 

Der Unterkiefer des 2. Paares (Fig. 11) ist typisch gebaut; 
es zeigt eine rundhche, kräftig entwickelte Innenlade und zwei 
schmalere Außenladen. Alle drei sind am distalen Ende mit langen 
Stachelborsten versehen. 

Die Kiefer fuße (Fig. G) zeigen ein gemeinsames, symmetrisches, 
in der Mittellinie durchaus nicht geteiltes, schmales, cpieres Angelglied, 
von dem nach vorn sowohl die ersten Glieder der Kieferfüße, wie die 



(;0 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

starren, ungegliederten, sclinial l)lattf()rmigen, langen, den ersten l)eiden 
Gliedern der Kieferfiiße an Länge gleiclikonnnenden Epipodite ent- 
springen. Der Kieferfuß ist sechsgliedrig. Das 1. Glied ist lang und 
schlank, distal wenig verbreitert, dreimal so lang wie hreit, länger als 
alle folgenden (llieder zusammen. Es entsendet eine lange Lade, die 
nach vorn so weit reicht, wie der eingcntliche Kieferfuß. Sie ist am 
Ende mit kurzen Stachelborsten versehen; der Schluss beider Laden 
wird gebildet durch je eine am Ende kolbig verdickte, etAvas 
gekrümmte, kurze Stachelborste. — Die folgenden, im allgemeinen als 
Taster bezeichneten Glieder des Kieferfußes sind kräftig entwickelt; 
die l)eiden ersten wachsen an Breite, die drei folgenden nehmen wieder 
ab ; das letzte ist klein und spitz. Auf der Innenseite des Gliedes 
findet sich ein kräftiger, an den proximalen Gliedern nur in der 
Einzahl, an den distalen in grösserer Anzahl entwickelter Borsten; 
das Endglied ist klein und spitz und allerseits behaart. 

Die Pereiopoden (Eig. 12, 13 und 14 sind 1., G. und 7. Paar 
der linken Seite) sind von mäßiger Länge und Stärke; sie entspringen 
sehr weit ab von der Mittellinie. Das I.Paar ist kürzer und kräftiger, 
das letzte länger und schlanker, als die übrigen fünf im allgemeinen 
gleich gebildeten Paare. Das Grundghed ist aus den beiden ersten 
proximalen verschmolzen, auf der Innenkante mit kleinen dornigen 
Borstenstacheln versehen, die am 1. Paare nicht zu bemerken sind, 
wogegen sich hier eine leichte Krenulierung der Chitinhaut findet. Das 
3. Glied ist kürzer und schmaler, mit spärlichen, zum Teil stachelartigen 
Borsten versehen; das 4. Glied ist (mit Ausnahme des 1. Paares) distal 
stark verbreitert und trägt auf dem hinteren Teile seiner Distalkante 
einen Kamm von Stachehi, die nach innen zu eine kammartige Krenu- 
herung zeigen, gleich der Bildung, wie sie sich an den Endstacheln 
des 1. Unterkieferpaares und des Endgliedes vom Taster des Ober- 
kiefers findet. Das 5. Glied ist kurz, distal verl)reitert und trägt (mit 
Ausnahme des 1 . Paares) am äußeren Teile des distalen Randes, oder, 
Avie beim 7. Paare, am ganzen Rande die gleichen Stachelbildungen 
wie das 4. Glied. Das 5. Ghed ist cylindrisch, meist schlank, auf der 
Innenseite (in der Figur nicht sichtbar) mit einer gezähnelten Crista 
versehen. Am 1 . Paare ist es gedrungen und trägt am distalen Rande 
einige gekämmte Stacheln. Das 7. Glied ist überall klein, kurz und 
schmal und geht ganz allmählich in die Endklaue über. Neben der 
Endklaue trägt es ein oder zwei gekrümmte Stacheln. Beim 1. Paare 
ist die Nebenklaue am Ende gespalten. 

Von den Nachleibsbein paaren sind die vier ersten 
(P'ig. 15 — 18) mit je zwei lang -behaarten Schwimmplatten versehen; 



1 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georg:ien. 61 

nur das 5. Paar trägt zwei unliewimperte Atemplatten. Die Grund- 
form aller Platten ist ein Oval ; die langen , sehr fein gefiederten 
Sehwimmwimpern linden sich im allgemeinen auf dem Hinter- und 
Außenrande des Außenastes und dem Hinterrande des Innenastes; 
die ührigen Ränder Averden von ganz feinen, dichtstehenden Wimpern 
eingenommen. Das Grundglied ist (pier, im Verhältnis jedoch ziemlich 
lang; es zeigt am Innenrande der ersten beiden Paare drei Stacheln; 
das 3. besitzt einen dünnen vorderen und einen breiten hhiteren Stachel; 
das 4. zwei gleiche, das 5. keinen. Der Innenast ist rechtwinkhg oval; 
am 1. und 2. Paare erstrecken sich die Schwimmhaare auch auf den 
hinteren Teil des Innenrandes, während sie beim 3. und 4. Paare nur 
am Hinterrande stehen. Der Außenast des 1. Paares ist oval; am 
2. Paare plattet sich der Innenrand etwas ab; beim 3. und 4. Paare 
ist er grade; bei allen erstrecken sich die SchAvinnnhaare auch auf 
einen Teil des Innenrandes und zwar beim ersten am Aveitesten, dann 
abnehmend bis zum 4. Paare, an dem eigentlich nur ein einziges Haar 
dem Innenrande angehört. Der Außenrand des 1. und 2. Paares trägt 
nur Schwimmhaare, beim 3. und 4. Paare ist jedoch die vordere 
Hälfte von ganz kleinen Wimpern eingenommen. 

Das 5. Paar (Fig. 19) hat ein kleines, fünfeckiges Basalglied, 
von dem zAvei kleine, mit breiter Basis neben einander eingelenkte, 
sich in keiner Weise deckende, ovale Atemplatten entspringen. Die 
innere ist länger und breiter. 

Am G. Paare der N ach leib sfüße (Fig. 21 pl.) sind die 
beiderseitigen Grundglieder zu einem über die ganze Quere des Nach- 
leibes reichenden Gliede verbunden. Das jederseits entspringende 
Plattenpaar ist seitlich verschmolzen, sodaß jederseits nur eine einzige, 
etwa dreieckige, mit der Spitze nach hinten gerichtete Platte vorhanden 
ist. Diese ist am Innenrande frei, am äußeren Seitenrande dagegen 
am Grundgliede der Uropoden festgewachsen. Die 'j'rennung der beiden 
Elemente jeder Platte ist jedoch an den Muskelzügen und, gleichwie auch 
an den andern Pleopoden-Paaren, an den Muskelzügen im Grundgliede 
aufs deutlichste zu bemerken. — Die innige Verbindung dieses Ü. Paares 
der Nachleibsfüße mit den gleichfalls am 6. Segment entspringenden 
Uropoden läßt sie sogleich als Epipodite der Uropoden erkennen, und 
da ihre GleicliAvertigkeit mit den vorangegangenen Nachleil)s-Beinpaaren 
nicht anzuzweifeln ist, so ergiebt sich daraus, daß die Pleopoden 
überhaupt nicht die AVertigkeit einer Gliedmaße, sondern eines Epi- 
poditen halben, sodaß also die Kiemenplatten der Isopoden gleichwie 
die der Dekapoden, Epipodite und daher in gewissem Sinne gleich- 
wertige Bildungen sind. Die eigentlichen Gliedmaßen des Pleons sind 



62 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

demnach (mit Ausnahme des als Epimer bestehenden 1. Gliedes) als 
ausgefallen zu betrachten ; nur die Uropoden sind echte Gliedmaßen, 

Das Grundgbed der Uropoden (Fig. 21, 22) ist überall fest 
mit dem Sclnvanzschilde verwachsen, docli sind seine Konturen völhg 
zu verfolgen. In der Profilansicht des Schwanzschildes (Taf. II, Fig. 13) 
])emerkt man längs des ganzen vorderen seithchen Randes die (per- 
spektivisch verkürzte) Außenfläche des Gliedes. Auf der Ventralfläche 
des Schwanzschildes (Taf. V, Fig. 22 ur) ist das Glied gleichfalls mit 
seiner ganzen breiten Innenfläche deuthch Avahrzunehmen, nur ist der 
Innenkontur im größten Teile seines Verlaufes mit dem Schilde ver- 
wachsen. Das 2. Glied der Uropoden ist lang, cyhndrisch, legt sich 
längs der hinteren seithchen Kante des Schildes an, ohne dieselbe zu 
überragen. Die beiden von ihm entspringenden Spaltäste sind sehr 
klehi, konisch, der innere sehr viel größer als der äußere, letzterer 
ganz rudimentär. 

Die zu beiden Seiten des Anus liegenden Platten (an.) schheßen 
sich in ihren Konturen parallel an die des 6. Pleopoden an, sodaß die 
Homologie derselben als Epii)odite des Telson nahe gelegt wird. 

Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen shid durch- 
gehends stärker eingerollt, als die Weibchen. Ein Dimorphismus der 
Laufgliedmaßen ist nicht recht festzustellen, weil die Beine, wenn sie 
nicht isoliert werden, kaum zu beobachten sind. — Das o^ hat am 
6. Mittelleibs - Ring die beiden übhchen platten Griffel und je einen 
Penis-Stiel am Innenast des Pleopoden. Derselbe (Fig. 20) entspringt 
im zweiten Drittel der Platte und überragt dieselbe am Ende etwas; 
er ist säbelförmig gekrümmt und im Verhältnis zienüich breit. — Die 
Brutplatten des $ finden sich am 2. und 3. Mittelleibsringe. Sie sind 
ganz außerordentlich groß, etwa so lang wie die Wandelgliedmaßen, und 
entspringen vorn am Epimer außerordenthch frei beweglich mit einem 
zweiteiligen stärker chitinisierten Gelenkkopf, von dem aus sich eine 
Art Mittelrippe weit über die Platte hinzieht. Das ganze Gebilde hat 
durchaus den Habitus des Flügels niederer Orthopteren (der übrigens 
gleichfalls am besten als eine Epipodialbildung des betreffenden Beines 
zu betrachten ist). In der Bruttasclie hatten die meisten $ weit aus- 
gebildete Junge, auf die bei anderer Gelegenheit näher eingegangen 
werden wird. 

Die Farbe ist hell graulich gelbbraun. 

Etwa ein Dutzend Stücke, die aus ihren Bohrlöchern in den 
Tangwurzeln heraus geholt wurden, große und kleine; die Mehrzahl 
der erwachsenen sind $. Länge 4,5 mm, größte Breite 1,6 mm. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 63 

Cassidina emarginata Guerin-Meneville. cassidina 

(Taf. II, Fig. 9, 10. Taf. V, Fig. 23-;30. Taf. VI, Fig. L-10.) emarginata. 

Jcon. Regne Anim. Texte, Crust. p. 31. — f'unningham, Trans. Liii. Soc. 1871. 

XXVII pt. IV p. 499, pl. 59 fig. 4. — Miers , Phil. Trans. Vol 168 p. 204. — 

Studer Abh. Akad. Berlin, 1883 p. 19. — Cassidina latistylis Dana, Crust. Unit. 

Stat. Expl. Exp. II p. 784, pl. 52, fig. 12. 

Gestalt (Taf. II, Fig. 9) ungefähr eiförmig; Breite zur Länge 
wie 'Vt oder V2 zu 1 ; die größte Breite liegt am 4. Mittelleibsring. Die 
allgemeine Körperbedeckung ist glatt. 

Der Kopf ist klein, seine Breite, in der Aufsicht betrachtet, nur 
gleich ^/s der Breite des 1. Brustringes; er stellt annähernd einen Kugel- 
quadranten dar, d. li. er ist stark konvex von vorn nach hinten und 
von rechts nach links, und der mediane Bogen vorn -hinten ist gleich 
der Hälfte des hinteren Begrenzungsbogens, nändich beide Mal gleich 
V4 Kreisbogen. Vorn hat der Kopf einen queren Ausschnitt; die 
Mittellinie ist in einen kleinen, stark dreieckigen Schnabel mit abge- 
rundeter Spitze ausgezogen, welcher der Biegung der Medianhnie des 
Kopfes folgt. Ferner findet sich, der Grenze des 1. und 2. Gliedes der 
inneren Fühler entsprechend, eine ganz schwach zalinartige Ausziehung 
des Randes. Die Augen liegen in den seitlichen hinteren Ecken des 
Kopfes, ganz wenig vom Rande entfernt; sie sind erhaben, von massiger 
Grösse und wohl ausgebildet. Der Vorderrand des Kopfes ist von einer 
ganz feinen, erhabenen Linie umzogen. Beide Seitenränder werden völlig 
von einem dreiseitigen, nach vorn bis vor die Augen vorspringenden 
Lappen des 1. Brust-Segmentes umschlossen. 

Der Vorderrand dieses 1 . B r u s t s e g m e n t e s verläuft infolge 
dessen grade, Avendet sich aber am Rande in abgerundetem rechten 
Winkel nach vorn und schließlich sogar ein klein wenig nach innen. 
Die Entwicklung dieses Segmentes ist ziemlich beträchtlich; seine Länge 
ist ftist gleich der des Kopfes (ohne den Schnabel), seine Seitenränder 
konvergieren stark nach vorn (wegen der Schmalheit des Kopfes) und sind 
sehr lang (wegen des Fortsatzes), nämlich gleich dem anderthalbfachen 
seiner Mittellinie. Sein epimerialer Teil läuft nach hinten als ein spitz 
dreieckiger Lappen aus, ist jedoch vom eigentlichen Segment in keiner 
Weise abgesetzt. — Die folgenden Segmente des Mittelleibes 
sind sich sehr ähnhch; das 4., 5. und 6. sind ungefähr gleich lang 
und länger als das 2. und 7., die wieder unter sich gleich lang sind. 
Ganz genaue Zahlen lassen sich nicht angeben, Aveil sich die Länge 
der Segmente nach dem Grade der Zusammenkugelung richtet, und man 
bei einem Sphaei'omiden nie sagen kann, welche Stellung nmn als die 
normale betrachten soll. 



64 Pfeffer, Krebse A'on Süd-Georgien. 

Die Ei)i liieren setzen sich in der Regel nicht dnrch T^nrchen 
von den Segmenten ah; aucli ist am Hinterrande (h'i- Punkt, wo sie 
ahschheßeiu mit Ausnahme des einen riesigen Exemphirs, niclit a])sohit 
genau festzusteUen ; immerhin kann man eine ganz schwach ausgeprägte 
Knickungs - Stelle l)emerken, sodaß die Epimeren als elliptische, nach 
den Seiten und unten, nicht al)er nach hhiten gerichtete Lapi)en er- 
kennhar sind; das letzte Epimer ist am Ende etwas sjjitzer als die 
ührigcn. — Die Länge der Epimeren ist etwas mehr oder etwa gh^ich 
dem vierten Teile des Ihvite des ührigen Segmentes. 

Die Hinterr ander der Segmente verlaufen quer in ziemhch 
grader Richtung ; um die Mittelhnie herum tindet sich eine sehr hreite, 
sehr tiache Ausziehung nach hinten. Da, wo die Epimeren heginnen, 
wendet sich der Hinterrand in konkavem Bogen nach hinten. Dieser 
Bogen ist im allgemeinen sclnvach, heim 5. und 6. Segment etwas stärker. 

Die vor dem Schwanzschilde liegenden Segmente des Nacli- 
leihes süid verschmolzen zu einem Ringe, dessen Länge etwa 4/3 von 
der des letzten Brustsegments l)eträgt. Bei genauerem Studium hemerkt 
man, daf$ der Ring aus vier Segmenten verschmolzen ist. Der 1. ist, 
wenn der Nachleil) eingerollt ist. als ein deutlicher Ring mit völlig aus- 
geprägtem, queren, graden Hinterrand zu bemerken; ist der Nachleib 
ausgestreckt, so verschwindet der Ring fast ganz unter dem 7. Mittel- 
leibs-Ring; das Segment reicht nach rechts und links nur ein ganz 
Avenig über den Anfang des Epimers des 7. Rhiges hinaus; es erreicht 
also längst nicht den Seitenrand des Tieres. — Die folgenden drei 
Ringe sind schmal, an Länge nach hinten etw^as abnehmend; ihre 
Grenzen gegen einander sind unvollständig niid fehlen nach der Mittel- 
hnie zu, an der Grenze des 2. und 3. Ringes hi einer Breite, Avelche 
der Länge des 2. bis 4. Nachleibs-Segmentes gleichkommt, während die 
noch viel breitere Unterbrechung der Grenzen zwischen dem 3. und 
4. Nachleibsringe 2/3 der Schwaiizfiosse gleichkommt. Dieser ganze erste 
Komplex des Nachleibes besitzt nur ein einziges Epimer, welches zum 
2. Segment gehcirt; dasselbe ist gerundet dreieckig, viel größer als 
irgend eines der vorhergehenden, und richtet sich in kräftigem Whikel 
nach hinten, ein gut Stück auf die SchwanzÜosse hinauf ragend. Auch 
der 3. und 4. Nachleibsring haben seitliche Teile, die wohl dem Grund- 
teile von Epimeren gleich zu achten sind, aber sie reichen längst nicht 
bis an den Seitenrand des Tieres. — Der 3. Nachleibsring läuft seitlich 
spitz aus und biegt sich, dem Epimer des 2. Segmentes folgend, ziem- 
lich Aveit zurück, mit seiner Spitze um die Spitze des 4. Segmentes bis 
an das Schwanzschild reichend. — Der Hinterrand des 4. Segmentes 
hat einen im allgemeinen gradlinig-queren ^'erlauf; kurz vor dem seit- 



Pfeffer, Krebse voq Süd-Georgien. 65 

liehen Ende, etAva dem Punkte entsprechend, wo sich sein Epinier ah- 
setzen würde, trägt es einen dreieckigen Zahn mit konkaven Rändern. 
Die jenseits des Zahnes verlaufende lange Strecke des Hinterrandes 
verläuft wieder in die Flucht des ül)i-igen Hinterrandes. 

Das Schwanzschild ist in Quer- und Längsrichtung stark 
gewölbt; die Breite ist (in der Projektion gemessen) gleich 4/3 der Länge. 
Der Vorderrand besclu'eibt eine durch den Zahn des 4. Nachleibs- 
Segmentes unterbrochene, schwach nach hinten und unten gerichtete 
Bogenhnie. Die Seitenkanten sind ganz kurz, etwa gleich der andert- 
halbfachen Länge des 4. Nachleibsringes; sie sind Epimeren-artig ge- 
bildet und verlaufen in der Fortsetzung des vorhergehenden Epimers. 
Für die Insertion der Schwanzfüße lindet sich ein sehr kräftiger Aus- 
schnitt, der sich im rechten Winkel von der Seitenkante absetzt (und 
diese daher grade epimerenartig abschneidet), sich dann gerundet- 
rechtwinklig umwendet, einen sclnvacli gebogenen Innenrand des Aus- 
schnittes l^ildend, und sich dann wieder, ziemlich rechtwinklig umbiegend, 
nach der Kante des Schwanzschildes wendet. — Die Hinterränder sind 
grade und konvergieren im Winkel von etwa 110", die Spitze ist ab- 
gestutzt, die Abstutzung ist an Breite gleich der Länge der Seiten- 
kante des Schwanzschildes; sie ist ganz leicht gekerbt, die seitlichen 
Ecken ganz schwach rundlich vorgezogen. 

Beide Paare der Antennen sind in der Ruhe auf die Bauch- 
seite des Tieres zurückgeschlagen ; liierbei reicht der Stamm der oberen 
bis an den Anfang des letzten Stammgliedes der unteren, und die Geißel 
der oberen über die halbe Geißel der unteren; die erstere reicht grade 
über die vordere Hälfte der Länge des 1. Mittelleibs - Segmentes, die 
andere bis an das 2. Segment. 

Die Länge der oberen Antennen (Taf. V, Fig. 29, 30) ist gleich 
der Breite des Kopfes, eben vor den Augen gemessen; sie entspringen 
direkt unter dem Stirnrande. Das Grundglied ist dreieckig, ganz klein, 
füllt nur den Raum zwischen der Schnabelsi)itze und der kleinen Spitze 
am Vorderrande des Kopfes aus. Das 2. Glied ist an den Kopf an- 
gedrückt und verläuft quer ; seine Breite ist nicht viel geringer, als die 
halbe Länge des Kopfes (den Schnabel mit gemessen). Auf der nach vorn 
gewandten Fläche trägt es, ebenso wie das 1 ., einige in seiner ganzen Länge 
verlaufende, wulstige Kanten. Das 3. Glied ist nicht viel größer, als das 
1., viereckig, etwas breiter als lang, aber viel schmaler als das 2. Ghed. 
Auf der Hinterfläche des 2. und 3. Gliedes befindet sich eine breite 
Längsaushöhlung, welche der Konvexität des Stammes der untern Antennen 
entspricht und diesen gestattet, sich ganz eng an die ersteren anzulegen. 
Das 4. Glied ist etwas kürzer und mekr als doppelt so schmal wie 



66 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgieu. 

das dritte; es nähert sicli in Farbe und Habitus viel mehr der Geißel, 
als den 8tammgliedern. Die Geißel besteht aus etwa 8 — 14 Gliedern, 
deren erstes nicht viel länger ist, als die folgenden. 

Die äußeren Antennen. (Taf. V, Fig. 29, 30). Das Grundglied 
ist ganz kurz und breit. Das verschmolzene 2. und 3. ist auch kurz, 
schmaler als das 1., länger als breit, nach vorn etwas an Breite 
/unehmend. Das 4. ist ganz kurz, breiter als lang. Das 5. ist kräftig, 
breiter als das 4., so lang wie die beiden vorhergehenden zusammen. 
Das 6. ist kürzer und sehr viel dünner als das 5., nach dem distalen 
Ende zu anschwellend. Das 1. Ghed der Geißel ist halb so lang und 
nicht viel dünner als das G. Stammglied; außerdem hat die Geißel 
noch 14 Glieder, deren jedes am Vorderrande einen kleinen Haar- 
büschel trägt. 

Das Epistom (Taf. V, Fig. 29) umgiebt, wie gewöhnlich, als 
schmale Berandung die vordere und die seitlichen Kanten der Oberlippe ; 
die an den Seitenkanten der Oberli])pe liegenden Schenkel verbreitern 
sich nach hinten ein Avenig; der vor der Vordei'kante liegende ist 
rundlich dreieckig mit konvexen Seiten und vorn ausgezogener, 
schlanker Spitze, welche zwischen die Wurzeln der oberen Antennen 
eindringt. 

Die Oberlippe (Taf. V, Fig. 29) ist trapezisch, nach vorn 
sich bis zur Hälfte ihrer Breite verjüngend, mit graden Vorder- und 
Seitenkanten und konvexer Hinterkante. Diese Konvexität ist als 
besondere Platte (wie es oft bei Isopoden der Fall ist), durch eine 
quere Furche abgegliedert. Der Hinterrand ist in der Mitte ganz 
schwach ausgeschweift; davor steht ein querer Höcker. Der zentrale 
Teil der Oberlippe ist etwas eingesunken, die darum liegenden Teile 
etwas aufgewulstet. 

Der Oberkiefer (Fig. 24, 25) hat die typischen beiden Laden und 
den Taster; die zum ersten Gliede gehörige Lade reicht in der 
Ruhelage des Kiefers in den Mund zurück, die des 2. Gliedes liegt, 
wie gewöhnlich, frei vor der Oberlippe. Die des ersten Gliedes ist 
solide, gegen das Ende zu von rundlichem Durchschnitt, am Ende 
selber stumpf-elliptisch abgestutzt; der Rand dieser Abstutzung ist 
gelbbraun chitinisiert und hier mit ganz kurzen Stachelborsten bürsten- 
artig besetzt; am vorderen oralen Rande sind diese etwas länger. 
Die zum 2. Gliede gehörige Lade setzt sich durch eine dunkle Ring- 
furche kräftig von der Innenlade ab und sitzt als eine etwa dreieckige 
starke Lamelle der Lnienlade auf. indem sie sich horizontal nach der 
aboralen Seite wendet. "Wenn man daher den Kiefer schräg von hinten 
und von der oralen Seite betrachtet (Fig. 25), so ist seine Mor- 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 67 

phologie leicht zu verstehen, während bei andern Abbildungen die 
Stärke der Verkürzung der Außenlade die Anschauung erschAvert. Der 
am meisten oralwärts gelegene Teil der Außenlade ist schwach 
chitinisiert und entwickelt einen kleinen, mit Borsten versehenen Lappen. 
Der aborale ist besonders gegen das Ende zu stark chitinisiert; hier 
teilt er sich, wie es sehr häutig geschieht, in zwei nach dem Munde 
zu hinter einander liegende Sehneiden, deren äußere bei dem der hnken 
Seite vier, deren innere drei dunkelbraune Zähne aufweist. Bei dem 
Kiefer der rechten Seite ist die innere Schneide der Außenlade nicht 
ausgebildet. 

Die Unterkiefer (Fig. 26,27) sind kräftig entwickelt; von dem großen 
Grundstück gehen die l)edeutende aborale und äußere und andererseits 
die kleinere innere und orale Lade ab. Die Spitze der letzteren ist 
dermaßen oral gedreht, daß sich die Längsaxen beider Ladenenden 
etwa im rechten Winkel schneiden. Die Außenlade trägt an ihrem 
distalen Ende etwa sechs starke von vorn nach hinten an Größe und 
Farbe abnehmende Chitinzähne, während die innere etwa vier längere 
aber schwache, behaarte, helle Chitin-Haken besitzt. 

Die 2. Maxillen (Fig. 28) haben ein sehr kräftiges erstes 
Glied, welches eine zungenförmige, mit dem inneren Rande kräftig oral- 
wärts eingebogene Lade besitzt. An der ganzen Innenkante ist sie 
mit Haaren versehen, welche nach der Spitze zu Borstenstacheln werden. 
Das 2. Glied ist gleichfalls kräftig entwickelt und trägt eine Lade etwa 
von der Form der Außenlade, welche auch ebenso weit wie diese nach 
vorn reicht und mit kräftigen langen Borstenstacheln bewehrt ist. Die 
Tasterlade reicht nicht ganz so weit nach vorn wie die des 2. Gliedes, 
hat jedoch dessen Form und Bewehrung. 

Die Kiefer fuße (Fig. 23,29) sind schlank; das 1. Glied ist 
von anderthalbfacher Länge seiner größten Breite, njich vorn verjüngt; 
seine Lade ist schlank viereckig mit etwas konvexem Außenrande, 
dessen Distalrand mit dicht an einander stehenden dicken stiftartigen, 
stumpfen, braunen Chitinstacheln besetzt ist. Der Lmenrand trägt 
einen Haftapparat in Gestalt eines einfachen, wenig gekrümmten, 
kräftigen Chitinhakens. Das 2. Glied ist überall deutlich abgeghedert, 
ziemlich groß. Das 3. Glied ist sehr groß, distal stark verbreitert, 
an der distalen Linenecke in einen beborsteten Lapjien ausgezogen; 
das 4. Ghed ist kurz und ähnelt durchaus dem distalen Ende des 
3. Gliedes. Das 4. ist schlanker, distal weniger verbreitert und in einen 
ganz schwachen Lappen ausgezogen, etwas länger als das 5. Glied. 
Das Endglied ist schmal, nicht ganz so lang wie das 5., von dreifacher 
Länge seiner Breite, mit Borsten am Ende. 



68 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Die Mittelleibs-Bein paare sind nach demselben Typus ge- 
bildet als Wandelbeine, die zu Klammerbeinen überführen; das 2. und 
3. Beinpaar ist viel schlanker, das 1. etwas kräftiger als die übrigen. 
Die Grundglieder sind mehr weniger fest mit dem zweiten Gliede ver- 
schmolzen, überall jedoch, mit Ausnahme des 1. Paares, deutlich zu 
erkennen. In der natürlichen Lage hält das Tier das verbundene 1. 
und 2. Glied direkt und (juer nach der Mittellinie des Bauches zu; 
das 3. Glied vermittelt die Knickung nach unten und hinten; die übrigen 
Glieder wenden sich nach außen. Am 1. Beinpaare sind die vier 
distalen Glieder verkürzt und verdickt; das 5. ist apikal stark ver- 
breitert und nach außen kräftig ausgezogen; das 6. ganz kurz, ring- 
förmig; das 7, ist doppelt so lang als breit, am inneren und am 
distalen Bande mit stachligen Borsten versehen. Die Endklaue trägt 
eine sehr starke Endkralle und eine schwächere davor stehende. Das 
2. und 3. Paar ist in allen Teilen schlanker und länger, die Endklaue 
schwächer chitinisiert. Die folgenden Beinpaare ähneln dem ersten, 
doch sind das 4., 5. und 6. Glied etwas länger und schlanker. Die 
gi'oße Endkralle ist größer und weniger gebogen als am 1. Paare. 
Taf. VI Fig. 1 stellt das 1., Fig. 2 das 2., Fig. 3 das 5. rechte 
Beinpaar dar. 

Von den Na chleibs-Bein paaren (Taf. VI, Fig. 4 — 9) sind 
die drei ersten als langwimperhaarige Schwimm-, das 4. und 5. als 
Atemplatten ausgebildet. Das erste Glied derselben ist nicht immer 
deutlich zu erkennen, das 2. ist stets groß, breit und lang, ohne vor- 
gezogene Innenecke, an den drei ersten Paaren mit einigen kurzen 
Haaren daselbst. Am 1. Paar ist der Innenast rundhch dreieckig, der 
Außenast stumpf oval, etwas länger und breiter als der Inuenast. Am 
2. Paare ist der Innenast von derselben Form geblieben, aber weit 
größer geworden und zwar um vieles größer als der Außenast, der 
etwas kleiner und schmaler geworden ist, sich dagegen distal stark 
verbreitert hat. Am 3, Paare ist der Innenast um ein weniges länger 
als der äußere, welcher schlanker und regelmäßiger eiförmig geworden 
ist. Das 4, und 5. Paar hat die Wimperhaare verloren und sich nach 
dem bekannten Typus zu Atemplatten umgebildet und zwar sind Außen- 
und Innenast gleichmäßig gebildet. Bei Paar 4 ist der Innenast 
länger und überragt, von der aboralen Seite gesehen, den Außenast 
fast auf der ganzen Innenseite und am Hinterende. Beim 5. Paar 
hat sich der Außenast im Verhältnis zum Innenast stärker entwickelt; 
seine vordere, innere Ecke, die sich beim 4. Paare schon vorgewölbt 
hatte, hat sich unregelmäßig lappenförmig ausgezogen, ebenso hat die 
Spitze hinten und innen einen di'eieckigen Lappen entwickelt. Der 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 69 

Imieiiast überragt den äußeren, von der aboralen Seite gesehen, nur 
mit seiner äußersten Spitze. Taf. VI, Fig. 4 stellt das 1., Fig. 5 das 
2., Fig. 7 das 3., Fig. 8 das 4., Fig. 9 das 5. Paar von der aboralen 
Seite, Fig. 6 das 2. Paar von der oralen Seite dar. 

Das 1. Glied der Uropoden (Fig. 10) ist völlig mit dem 
Schwanzscliild verwachsen, derart, daß die ganze vor der Seitenecke 
hegende Randzone als das Grundglied anzusehen ist. Auf der Ventral- 
seite ist die Grenznaht deutlich festzustellen. Das 2. Glied ist mit dem 
Innenaste, wie bei den Sphaeromiden stets, völlig verwachsen ohne eine 
Spur einer Grenznaht, doch scheint eine schräge von der vorderen 
inneren Ecke nach dem äußeren Spaltast zu streichende Kante die 
Grenze anzudeuten. Der Innenast ist beilförmig, groß, hinten mit einer 
langen diagonalen graden Kante abschließend, deren Innenecke etwas 
unter das Schwanzschild hinausragt, während die äußere dasselbe weit 
überragt. Der Außenast ist ganz rückgebildet; seine Länge beträgt 
nur zwei Dritteile der Länge des Innenastes, seine Breite etwa ein 
Viertel der Breite des Innenastes. 

Die Farbe ist ein ganz helles braun mit ganz wenig grüngrau 
gemischt. Die ganze RückenHäche des Tieres ist mit ganz kleinen, 
dichtstehenden Punkten übersät, welche auf den Epimeren etwas größer 
sind und noch dichter stehen. 

7 Stücke, darunter ein riesiges c^ von 27 mm Länge und 
11,2 nmi Breite; die anderen haben eine Länge von nur 15 — 16 mm. 

Bezeichnet: „Tangblätter" und „7 — 9 Faden, orangebräunhch 
mit röthchen Beinen". 

Die Art ist schon des öftern abgebildet und beschrieben worden; 
es war jedoch in Bildern Avie Text so viel nachzuholen, daß ich beides 
wie bei einer neuen Art liefern zu müssen geglaubt habe. 

CymodOCella gen. nov. Sphaeromidarum. Gattung 

Kopf breit und kurz, von oben nur als schmaler Ring sichtbar, °^^ ** 

in der Hauptsache mit seiner Oberfläche nach voni gerichtet. Augen 
klein, ganz seitlich und seitwärts gelegen. Obere Fühler kürzer als 
die unteren. Die drei proximalen Schaftglieder der innei-en Antennen 
breit und stark, die proximalen Schaftglieder der äußeren Antennen 
verdeckend. Das 1. Mittelleibs-Segment länger, das 7. küi'zer als die 
übrigen. Schwanzschild mit stark skulpiertem Mittelfelde; die Ränder 
der hinteren Seitenränder eingerollt und eine Halbröhre oder eine 
elliptisch abgestutzte Röhre bildend. Beinpaare unter sich ähnlich, 
mit doppelter Klaue; das I.Paar etwas kürzer und stärker. Spaltäste 
der Schwanzfüße bedeutend ungleich. 



70 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Es uiiteiiiegt keinem Zweifel, daß die soeben gekennzeichnete 
Gattung dicht neben Cymodocea Leach steht; man wird sie 
vielleicht, wenn gewisse morphologische Merkmale der bisher be- 
schriebenen (Cymodocea- Arten nochmals geprüft werden , als Unter- 
gattung /u Cymodocea ziehen können, ein Vorgang, den ich durch die 
Wahl des Namens zu erleichtern mich l)estrebt habe. Vorläufig freüich 
sind die Abweichungen von Cymodocea noch mhidestens ebenso groß, 
Avie die der meisten als gut bestehenden Sphaeromiden-Gattungen. 

Eine zweite Art der neuen Gattung, von der Ostküste Patagoniens 
stammend, befindet sich im hiesigen Naturhistorischen Museum in 
größerer Anzahl, sodaß die bei dem geringen Material der Süd- 
Georgien- Art noch nicht festzustellenden Charaktere in kurzem nach- 
geholt werden können. 

Cymodocella CyillOdOCella tubiCaUda SpeC. mV. (Taf. II, Fig. S, Taf. VI, Fig. 11, 12.) 

Die allgemeine Körperform ist, da die beiden einzigen vor- 
handenen Stücke stark eingekugelt sind, nicht genau zu schildern. Die 
Breite des 5. (breitesten) Segmentes ist gleich der Länge von Kopf 
und den vier ersten Mittelleibsringen zusannnen, ebenso gleich der 
Länge vom Ende des 5. Segmentes bis zum Ende des Schwanzschildes. 

Der Kopf ist ganz nach vorn gebeugt, sodass, im Profil gesehen, 
die Firste des Kopfes nur eine ganz kleine Strecke weit in der Ver- 
längerung der Rückenhnie verläuft, dann al)er ganz plötzHch herabsteigt 
und so dem gesamten Vorderrande des 1, Segmentes parallel läuft. 
Der hintere, kleine, in der Verlängerung der Rückenhnie liegende, 
schmal - mondsichelförmige Teil liegt tiefer als die wulstig erhabene 
Umbiegungskante nach dem umgebogenen Teile des Kopfes. Von vorn 
gesehen, bildet der Kopf ehie schmale, quere, unten abgeplattete 
Ellipse; die Breite ist "^/i3 von der Breite des 1. Mittelleibs-Segments. 
Der Vorderrand ist im allgemeinen grade abgeschnitten; zwischen die 
Grundglieder der inneren Antennen schiebt sich ein ganz schwacher, 
dreieckiger Stirnfortsatz. Ausschnitte für die beiden untersten Stamm- 
glieder der iimeren Antennen sind nicht vorhanden, da dieselben weit 
vom Stirnrande entfernt entspringen. Der Hinterrand des Kopfes hat 
im allgemeinen einen graden, queren Verlauf; nur an den beiden 
hinteren Seitenecken bildet er je einen rundlichen, in das 1. Segment 
hineinspringenden Lappen. Genau betrachtet, ist die Lmenkante des 
Lappens ein nach innen offener Bogen, während die Hinterkante einen 
nach vorn offenen darstellt; natürlich entsteht so eine ziemlich scharfe 
hintere innere Ecke. Am Grunde dieses Lappens, der Außenkante 
desselben fast anliegend, sitzt das kleine umgekehrt stumpf-eiförmige Auge. 



Pfeffer, Krebse vou Süd-Georgien. 71 

Die Mi ttelleibs- Segmente zeigen eine Anzahl gemeinsamer 
Merkmale. Alle tragen Epimeren von spitz zungenförmiger Gestalt nnd 
mäßiger Größe, die durch einen queren Grenzeindruck und ferner 
durch den Winkel am Vorder- und Hinterrande des Segmentes 
sich deuthch absetzen. Alle Segmente zeigen an ihrer Hinterkante 
einen breiten, über Vs der Segmentlänge einnehmenden, glatten Querrand, 
der sich ganz deutlich von dem davor liegenden, skulpierten Teile des 
Segmentes absetzt, ohne daß indessen eine Linie als solche ausgeprägt 
wäre; an den Epimeren dagegen findet sich die Fortsetzung dieser Linie 
als eine scharfe, erhabene, dunkel gefärbte Kante ausgebildet. Ferner ist 
der hintere bez. untere Eand der Epimeren durch eine gleiche Linie 
gekennzeichnet, die besonders am 1. Segment stark hervortritt. — Die 
Mittellinie der Segmente zeigt keine besondere Skulptur; dagegen ist 
der Raum vor dem soeben beschriebeneu Rande von schwachen, ganz 
niedrig erhabenen, [)arallelen, etwa im Abstände ihrer eigenen Breite 
verlaufenden Längsrippen skulpiert, die gegen die Mittellinie zu ver- 
schwinden, sodaß diese Region glatt ist; indessen unterscheidet sie sich 
durch die Farbe aufs schärfste von dem dahinter liegenden Rande. — 
Der Länge nach ist das 1 . Segment das am stärksten entwickelte, darauf 
folgt das 2., dann die übrigen, welche etwa gleich lang sind, mit Aus- 
nahme des 7., welches etwas kürzer ist. 

Die Epimeren werden von vorn nach hinten etwas länger. Das 
1. ist trapezisch, mit grader Unterkante, mit einem vorderen Winkel 
von etwa 70 o und ehiem wenig-abgerundet-dreieckigen hinteren Winkel. 
Das 2.-4. Epinier ist spitz zungenförmig und ein wenig nach hinten 
gerichtet; das 5. breit zungenfih'mig und recht stark nach hinten 
gerichtet ; sein Vorder- wie Hinterrand liegt völlig frei, während bei den 
davor liegenden Segmenten der Vorderrand ehies jeden über dem 
Hinterrande des davorliegenden hegt, und umgekehrt bei dem hinter dem 
5. Segmente liegenden Epimeren der Hinterrand des Segmentes den 
Vorderrand des dahinter liegenden deckt. Dies Verhältnis kommt bei 
den Sphaeromiden sehr häufig vor, und zeigt, daß beim Zusammenrollen 
das 5. Segment der feste Punkt ist, gegen den sich Vorder- und Hinter- 
körper einrollt. — Das G. Ei)imer ist ziendich breit blatttTtrmig, spitz 
auslaufend, am Hinterrande sich in ki'äftigem Winkel vom Segment 
absetzend; die erhal)ene Längslinie stößt grade auf die Spitze. — Das 
7. Epimer ist breit blattfcu-mig mit zugerundeter Spitze; die erhabene 
Längslinie stößt auf den Hinterrand und verläuft mit diesem zusammen 
bis zur stumpfen Spitze. Der Winkel , in dem sich der stark bogen- 
förmige Hinterrand vom Segmente absetzt, ist nicht viel größer als 
ein rechter. 



72 Pfeffer, Krebse von Süd-Georfjien. 

Das 1. Segment des Mittelleibes ist nach dem Typus der 
ttl)rigen Sphaeromiden gebildet, nämlich länger als alle anderen, mit 
ganz außerordentlich entwickeltem, trapezischen, epimerialen Teile. Der 
nach vorn gerichtete, spitz- (60 — 70 ") dreieckige Lai)pen des epimerialen 
Teiles reicht, im Profil betrachtet, fast bis an die vordere (eigentlich 
obere) Kante des Kopfes. 

Das 1. Segment des Nachleibes hat einen vollständigen 
Hinterrand und endigt ohne Epimer in dem Winkel zwischen dem 
Hinterrande des 7. Mittelleibs -Segmentes und dessen Epimer. Ist das 
Tier wenig zusammengerollt, so erblickt man vom 1. Nachleibs-Segment 
nur ein ganz klehies Stück, nämlich eine ganz schmale Zone in der 
Gegend der Mittellinie und je ein kleines dreieckiges Stück in dem 
Winkel zwischen dem Hinterrande des 7. Segmentes und des dazu 
gehörigen Epimers. Während ZAvischen den bisher betrachteten Segmenten 
eine starke Niveau-Veränderung besteht, (dadurch daß der Hinterrand 
jedes Segmentes steil nach dem folgenden abfällt) ist zwischen dem 1. 
und 2. Nachleibsringe von einem Niveau-Unterschied eigenthch garnicht 
ZU reden , während die beiden folgenden Ringe wieder stark nach 
hinten abfallen. 

Das 2. bis 4. Nachleibs- Segment sind in der Gegend der 
Mittellhiie verschmolzen ; der Hinterrand des 2. wie des 3. endigen weit 
von der Mittellinie entfernt, und zwar der des 3 weiter. Die auf 
den vorhergehenden Epimeren stark ausgeprägte erhabene Linie ist 
auch hier vorhanden, doch ist sie nur über das Epimer selbst hin zu 
verfolgen und verschwindet auf dem Segment. Der Hinterrand des 
Segmentes und des Epimers bilden keinen Winkel, sondern einen 
sanften Bogen. — Das 3. Nachleibs-Segment ist schmal und folgt dem 
soeben beschriebenen Bogen eine Strecke weit, endigt aber dann in dem 
Punkte, an welchem der Hinterrand des Epimers das Maximum seiner 
Wölbung und zugleich seinen hintei'sten Punkt erreicht. Es stößt schräg 
abgestutzt auf das Schwanzschild. — Das 4. Segment erweitert sich nach 
den Seiten zu beilförmig, derart, daß die Schneide des Beiles seine in 
konkavem Bogen abgestutzte seitliche Kante darstellen würde ; die hintere 
Kante ist etwas abgestutzt. — Bei dem jungen der beiden vorliegenden 
Stücke ist die Ecke etwas rund-lappenförmig ausgezogen und nicht 
eigentlich abgestutzt. — Das Segment reicht bis zu dem Punkt des 
epimerialen Teiles des 3. Segmentes, der sich am weitesten nach hinten 
wendet. Der durch eine erhabene braune Linie gekennzeichnete 
eigentliche Hinterrand des 4. Nachleibs-Segmentes liegt sehr hoch über 
dem Schwanzschilde ; von da ab steigt das Segment schräg nach diesem 
zu herab. Dieser ganz regelmäßige, schmal Mondsichel-förmige Abstieg, 



I 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 73 

der seitlich etwa bis zu dem Beginn der Begegnungs - Linie zwischen 
dem 2. und 3. Segment zu reicht, macht durchaus den Eindruck eines 
Segmentes, besonders da auch er wieder mit einer dunklen Linie nach 
hinten abschließt. Beim jungen Tiere tritt die Segment - Natur dieses 
Abschnittes viel stärker hervor. Es bleiben somit für die Bildung des 
Schwanzschildes zwei, uändich das G. und 7. Segment, über. 

Die Scheidung des Schwanz Schildes in zwei Segmente ist 
durch die Niveau-Differenz zAvischen beiden deutlich gekennzeichnet. 
In der Mittellinie reicht das 6. Segment über fast "/s des Schwanz- 
schildes; hier fällt der Rand plötzlich ab und zieht sich, als deutlicher 
Abfall überall kenntlich, im Bogen bis gegen den Ursjjrung der 
Schwanzfüße hin. — Das Schwanzschild, als Ganzes betrachtet, bildet 
ungefähr em Fünfeck mit langer nach hinten stehender Spitze. Genauer 
ist es folgendermaßen zu schildern: Die Vorderkante des Schildes, 
uämlich der Teil, welcher der Breiten - Ausdehnung des 5. Segmentes 
entspricht, ist quer und grade. Die vorderen Seitenkanten sind in 
ihrer Gradheit durch die beilförmige Erweiterung des 4. Segmentes 
unterbrochen. Die Seitenecken des Schwanzschildes liegen da, wo es 
unter dem letzten Epimer hervortritt. Unmittelbar dahinter findet sich 
der Ausschnitt für den Ansatz der Schwanzfüße. Die Hinterränder 
des Telsons sind, von oben betrachtet, ungefähr grade und neigen im 
Winkel von 70 ^ gegen einander ; die Spitze ist etwas ausgezogen. 
(Genaueres folgt unten.) — Der dem G. 'Segment entsprechende, 
gewissermaßen zentrale Teil des Schwanzschildes ist in Länge und 
Quere sehr stark gewölbt. Seine Skulptur wiederholt den Typus der 
schon auf den Mittelleibs-Segmenten ausgeprägten schwachen Skulptur 
in sehr starkem Maße. Es finden sich, eben neben der Mittellinie ver- 
laufend, vorn zusammenlaufend, nach hinten schwach schenkeiförmig 
auseinander weichend, einen schmalen Zwischenraum zwischen sich 
lassend, zwei ziemlich glatte, breite, stark erhabene Längsrippen und 
neben diesen einige unregelmäßige, rauhe, schmalere, wenig erhabene, 
unregelmäßig gebildete Längs- Runzelbüdungen. Der Hinterrand des 
Segmentes zeigt somit neben der MitteUinie zwei kräftig nach hinten 
springende Bogen, welche durch die Hauptrippen gebildet werden; im 
übrigen verläuft es ganz regelmäßig. — Der nach hinten gelegene 
Teil des Schwanzschildes zeigt eine eigentümliche Bildung, die das 
Ergebnis zweier bei Sphaeromiden gern auftretender Tendenzen ist. 
Wegen der starken rechts -linksseitigen Wölbung des Sphaeromiden- 
Schwanzes schneidet die am Schwanzende der Lsopoden meist auf- 
tretende Abstutzung den Schwanz nicht in einer graden, sondern stark 
gebogenen Lhiie, die bei vielen Arten ein Halbkreis sein kann. Ferner 



74 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

liubeii die Sphaeroiuideii die Neigung", den vorderen Teil des seitlichen 
hinteren Randes V(ni dem Urspriuii,' der Schwanzfüße an hauchwärts 
vollständig einzuschlagen, so daß der Umschlag in der Richtung der 
kleinen Axe des Tieres verläuft. Piine ähidiche Tendenz kann nun 
auch — freilich ganz selbständig für sich — den hinteren Teil des 
Schwanzschildes ergreifen, indem sich die Ränder l)auchwärts einrollen, 
so daß der Durchschnitt dieses Teiles, der zuerst etwa ehien Halbkreis 
bildete, schließhch ein Kreis wird und die Kanten des Schildes in der 
ventralen Mittellinie in längerer Flucht zusammenstoßen. (Taf. VI, Fig. 1 2). 
So entsteht eine völlig geschlossene Röhre, die hinten in Form einer nach 
hinten und unten gerichteten stehend-elliptischen Öfiiiung abgestutzt ist. 
Der hauchwärts umgeklappte Rand des vorderen Teiles der hinteren 
Seitenränder des Schwanzschildes ist breit und deutlich ausgeprägt und in 
sehier ganzen Länge schwach-rinnenförmig ausgehöhlt für die Aufnahme 
eines inneren Längsanteiles des Innenastes der Schwanzfüße. 

Die Schwanzfüße zeigen ein deuthches Basalghed; der Innenast 
nimmt etwa die Hälfte der Länge vom Hinterrand des Basalghedes 
bis zur Schwanzspitze ein, ist schlank eiförmig und ganz außerordentlich 
viel größer als der ziemhch spitze, schmale Außenast, dessen Länge 
etwa V2 bis Vs, dessen Breite jedoch kaum die Hälfte von der des 
Innenastes beträgt. 

Die oberen Antennen ragen im gew()hnlichen Zustande, unter 
Kopf und Leib zurückgeschlagen, grade über das (irundglied des 
2. Beinpaares, die äußeren Antennen eben bis auf das Grundglied des 
4. Paares. Neben einander gelegt, fällt der distale Rand des 3. Schaft- 
gliedes der inneren und des vorletzten Schaftgliedes der äußeren zusammen. 

Das Basalglied der inneren Antennen erscheint klein, drei- 
eckig; das 2. ist lang und dick, zylindrisch, sich distal etwas verjüngend, 
das 3. ist etwas schmaler als das 2., das A. so lang wie das 3. , aber 
nur halb so breit und nicht viel breiter als die Glieder der Geißel. 
Die drei proximalen Glieder sind rauh, wie auch die Epistomgegend 
und die Oberlippe. Die Geißel ist kaum länger als das 2. Schaftghed. 
Die Anzahl der Glieder vermag ich nicht zu bestimmen. 

Von den äußeren Antennen sind nur die beiden letzten 
Schaftgheder zu erbhcken ; die übrigen sind von den starken, 
inneren Antennen völlig verdeckt. Das geringe Material erlaubt es 
nicht, durch Präpariei-ung die Verhältnisse aufzuklären. Das letzte 
Schaftglied ist etwas länger, als das 3. der inneren Antennen, aber nur 
so dick, wie das 4. derselben; es ist im allgemeinen gleich breit, dist.il 
etwas verbreitert. Die (ieißel ist etwa so lang Avie die der inneren 
mitsamt dem 4. Stammgliede. 



I 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 75 

Die Kauwerkzeuge kann icli nicht besclireil)en, weil es l)ei 
der starken Zusammenkugelmig der l)eideu Tiere unmöglich ist, die 
betreifenden Organe zu sehen. Ein gleiches gilt von den einzelnen 
Beinen, die dicht und wirr an und um einander gelegt sind. Sie sind 
im allgemeinen als schwache Klammerl'üße zu bezeichnen; das 1. Paar 
ist etwas kürzer und stärker als die übrigen. Die Endglieder haben je 
2 Klauen von ungleicher Länge. 

Die P\irbe der hinteren Ränder der einzelnen Segmente auf der 
Oberseite des Tieres ist bräunlichgelb; das übrige ist fahl mit ganz 
schwachen, klehien, verschwommenen, ganz hell violetten Punkten, 
ferner unregelmäßig weißlich geflammt. Der erhabene Teil des Schwanz- 
schildes ist bräunlich. 

2 Stücke. Das größere, soweit als möglich ausehiander gerollt, 
5,7 mm bei einer Breite von 3,5 mm; Breite des Kopfes 2.45 mm, des 
1. Segmentes 3,1 mm. 

Glyptonotus antar oticus Eights. Giyptouotus 

antarcticus. 
(Taf. ir, Fig. 7, Taf. VI, Fig. 13—27.) 

Am Jouru. Sei. Arts (2) XXII (1856) p. 391—394. Taf. II. III. - Miers, Revision 

of the Idoteidae. J. L. Soc. XVI (1883) pp. 11. 12. — Gerstiicker, Bronii's Klassen 

und Ordnungen des Tierreichs. V. Band, 2. Al)tciluDg, Taf. IV, Fig. 13. 

Der Körper ist länglich, 2V8 — 2Va mal so lang wie breit, in 
querer Richtung sehr stark (etwa im Umfange eines Viertel-Kreisbogens) 
gewölbt. Mittel- und Nachleib kommen sich bei den erwachsenen 
Stücken an Länge etwa gleich, bei den Jungen ist der Mittelleib kürzer. 
Die Seitenränder des vorderen Leibesabschnittes sind im Sinne der 
langen Linien eines eiförmigen Konturs gebogen ; die größte Breite 
findet sich am hinteren Ende des 4. Ringes. Die Haut als solche ist 
im allgemeinen als glatt zu bezeichnen. 

Die Länge des Kopfes beträgt "li seiner Breite; er ist von vorn 
nach hinten, wie von rechts nach links, außerordentlich stark gewölbt 
und wird zu bedeutendem Teil vom L Segment ehigeschlossen ; ver- 
bindet man die vorderen Ecken des letzteren, so trennt diese Linie 
nur das vorderste Drittel des Kopfes als frei und nicht -eingeschlossen 
ab. Der Vorderrand des Kopfes bildet, von oben gesehen, eine in der 
Mittellinie schwach eingezogene Abstutzung; von vorn gesehen bildet 
sein vorderer (nunmehr unterer) Rand die Eigur einer in der Mitte 
schwach eingezogen, liegenden 3 (—n-^). Die Regionen - Bildung des 
Kopfes ist die folgende : Zuvorderst findet sich am Vorderrande des 
Kopfes ein ganz schmaler, aufgewulsteter, platter Stinn-and, der, wenn 
auch nicht überall gleich deutlich abgesetzt, auch an den Seitenkanteu 



70 Pfeffer, Krebse von Süd-Georoien. 

des Kopfschikies herum läuft. Hinter diesem Stiriirande liegt, in der 
Mittellienie schmal und undeutlich, nach den Seiten zu breiter werdend, 
und in die Vorderecken des Kopfschildes auslaufend, eine dem Vorder- 
rande parallele, oleiclifalls glatte Eegion. Die dritte glatte Region 
umfaßt die seitlichen Teile des Kopfes ; sie ist trapezförmig, iln- innerer 
Kontur verläuft schräg nach hinten und innen und stöüt auf den 
Hinterrand des Kopfschildes. Das nach Abtrennung der bisher 
besprochenen Regionen übrig bleibende, stark runzelig skulpierte Mittel- 
feld wird nunmehr folgendermaßen begrenzt: vorn von dem 2. Stirn- 
wulst, hinten von dem mittleren Teil des Hinterrandes des Kopfschildes, 
seitlich von den Furchen, welche die Seitenregionen des Kopfschildes 
abschließen. Dies Mittelfeld gliedert sich in drei symmetrische, hinter 
einander gelagerte Regionen. Die erste besteht aus je einem queren, 
elhptisch viereckigen Höcker, die in der Mittelhnie durch eine )(-förmige 
Furche getrennt sind. An der vorderen, inneren Ecke jedes Höckers, 
eben vor der )(-förmigen Zwischenfurche, liegt auf jeder Seite je ein 
kleines, rundhches Höckerchen. Die zweite Region zeigt zunächst in 
der Mittellinie des Vorderrandes einen kleinen Höcker, der nach vorn 
vorspringend, in die Schenkel der )(-förmigen Furche der 1 . Region etwas 
hinein ragt. Im übrigen ist der vordere Teil dieser 2. Region nicht 
besonders deuthch skulpiert, um so mehr der hintere ; man bemerkt 
daselbst vier Höcker, nämlich zwei kleinere neben der Älittellinie liegende 
und zwei größere äußere. Der Hinterrand dieser Region ist sehr tief 
ausgehöhlt und springt nach vorn stark zwischen die einzelnen Höcker 
ein. Der Hinterrand der Mittelhöcker gleicht völlig einer liegenden 
3 (^-^w^). Zwischen diesem Hinterrand und dem mittleren Teile des 
Vorderrandes des 1. Segmentes liegt die 3. Region des Mittelfeldes als 
ein ganz schmal mondsicliel - förmiger Wulst von verhältnismäßig 
schwächerer Skulptur. Die Skulpierung des Mittelfeldes besteht aus 
niedrigen, rundlichen Höckern, die bei dem ältesten Exemplare ab- 
geplattet, wie abgeschliifen, erscheinen. 

Die Mittelleibs-Segmente sind schmale Platten, deren Länge 
ungefähr Ve der Breite beträgt, mit annähernd parallelen Vorder- und 
Hinterkanten. Hiervon macht das 1. Segment eine Ausnahme, insofern 
sein Hinterrand grade und sein Vorderrand halbkreisförmig ist. Die 
Hinterränder des 2. — 4. Ringes bilden gleichfalls im allgemeinen grade 
Linien, der des 5. Segments ist ein flacher, der des G. ein stärkerer 
und der des 7. (ohne die Epimeren) ein halbkreisförmiger Bogen. Die 
IVfitte des Hinterrandes ist am 5.-7. Segment in eine schwache Spitze 
ausgezogen. Die eigentlichen Vorderränder der Segmente sind 
natürlich nicht zu sehen ; sie sind etwas bogenförmig mit seichter Ein- 
sattelung in der Mitte. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 77 

Ep im ereil, die diireh Furchen vom Segment abgesetzt sind, 
haben nur der 5. — 7. King, dagegen sind die homologen Teile auch 
an den andern Segmenten im allgemeinen durch die Glätte und schwache 
Einsenkimg der Grenzgegenden wahr zu nehmen. Die hinteren Ecken der 
epimerialen Teile sind am 1. — 3. Segment gerundet, am 4. scharf 
eckig; beim 5. ist die Ecke etwas, beim 6. st.ärker, beim 7. sehr stark 
ausgezogen. Die Grenze der Epimeren gegen das Segment hin ist ein 
nach innen winklig ausgezogener Bogen; am innersten Teile dieses 
Winkels liegt ein Hach hügelförmiger Höcker ; hinter diesem, dem Hinter- 
rand der Epimeren parallel, verläuft eine Depression. Diese beiden 
Merkmale lassen auch an den vorderen Segmenten die epimerialen 
Teile sogleich erkennen. Am 1. Segment ist der Höcker klein und 
liegt oben auf der Mitte der Innengrenze des epimerialen Teiles; auf 
dem 2. und 3. Segment liegt er am Vorderrande des Segmentes (soweit 
er sichtbar ist) ; beim 4. etAvas hinter der Mitte der idealen Grenzlinie ; 
beim 5. und noch mehr beim 6, liegt er hinter der Mitte, beim 7. 
wieder etwa in der Mitte. 

Der Vorderrand der Segmente ist mit einem Randwulste ver- 
sehen, der sich jedoch nicht auf die Epimeren oder auf die epimerialen 
Teile erstreckt. Wegen der Deckung der Segmente ist diese» am un- 
verletzten Exemplar nur am vordersten Segment zu sehen. Die Mittel- 
linie jedes Segmentes wü'd skulpiert von einem dreieckigen, mit der 
Basis nach vorn gerichteten, flachen Höcker. Auf dem 1. und 7. Seg- 
ment ist er ganz schwach; auf dem 3. sehr breit dreieckig, vom 4.— 
6. Segment immer schmaler dreieckig werdend, auf dem 7. wird er 
etwas stärker. Der Höcker reicht weder bis zum scheinbaren Vorder-, 
noch bis zum Hinterrande des Segmentes; während aber der Raum 
vor ihm glatt ist und tief liegt, zieht von der hinteren Spitze des 
Höckers eine stärkere oder schwächere, ganz niedrig kielartige, schmale 
Erhöhung bis zum Hinterrande des Segmentes. Die zwischen dem 
Mittelhöcker und den epimerialen Teilen gelegenen Gegenden der Seg- 
mente zeigen zu jeder Seite eine charakteristisch skulpierte, etwa zungen- 
förmige Region; die (kurze) Basis dieser Region hegt auf der Grenze 
des Segments gegen den epimerialen Teil, che Spitze an dem vorderen 
Teile des Mittelhöckers eines jeden Segmentes; somit ist die zungen- 
förmige Figur etwas schräg nach vorn gerichtet. Nach dem Vorder- 
rande des Segmentes zu flacht sich diese Region allmählich ab, behält 
jedoch mit ziemlicher Deuthchkeit ihren vielfach und unregelmäßig ge- 
kerbten Grenzkontur bei; der hintere Rand ist von dem übrigen Be- 
reiche des Segments durch eine starke Furche abgesetzt; ebenso stark 
sind die Einschnitte zwischen den Kerben des Hinterrandes. Die Ober- 



78 Pfeffer, Krebse von Süd-Geovgien. • 

fläche der zungenförmigen Region ist platt, ebenso wie die Mitte des 
Kopfes flachrunzelig skulpiert. 

Die Nachleibs-Segmente schließen sich ni ihrer Bildung ganz 
an die Leibes-Segmente an; sie sind viel schmaler; der 1. hat etwa ^/i von 
der Länge des letzten Leibessegmentes; der 2., 3. und 4. werden immer 
schmaler, so daß der letzte h(>chstens ^h, der Länge des 7, Mittelleibs- 
Segments ausmacht. Umgekehrt wird die Breite der Postabdominal- 
Segmente immer größer. Der 1. Ring ist grade so breit, wie der 
7. Leibesring ohne das Epimer; er hat keinen wahrnehmbaren epi- 
merialen Teil; der 2. Nachleibsring hat einen schwach ausgezogenen, 
schwach nach hinten und außen gezogenen, epimerialen Teil; beim 

3. Segment vergrößert sich dieser Teil, bleil)t aber in derselben Richtung, 
während er beim 4. Segment sehr viel größer wird und sich fast recht- 
winklig nach hinten wendet. Nur die epimerialen Teile des 3. und 

4. Ringes ragen frei nach außen, am 1. und 9. sind sie vom letzten 
Mittelleibsring völlig umschlossen. Die Skulptur entspricht der der 
Leibesringe. Der vordere Teil der Mittelhöcker ist fast verschwunden, 
dagegen ist die kiehirtige I'ortführung derselben bis zum Hinterrande 
des Segmentes sehr deutlich ; die Spitze dieses Kielhöckers springt beim 
1. und 2. Segment schwach, beim 3. und 4. stärker über das Niveau 
des Segment -Hinterrandes in Form einer breit dreieckigen Spitze vor. 
Die Spuren der skulpierten Seitenhgur sind auf jedem Nachleibs- 
Segmente deutlich erkennl)ar. 

Das Schwanz Schild hat einen im allgemeinen dreieckigen Umriß. 
Die Basis bildet, entsprechend dem Hinterrande des 4. Nachleibs- 
Segmentes, einen flachen Bogen. Die Länge des Schildes ist gleich 
"'s seiner Breite, die Hinterränder bilden je einen flachen Bogen. In 
seinem vorderen Teile zeigt es völlig die Skulptur der übrigen Ringe, 
sogar stärker als die Nachleibsringe ; es hat einen ganz außerordentlich 
stark kielartig ausgebildeten Mittelhöcker, der hinten ganz plötzlich 
abgeschnitten ist und von dem dahinter liegenden Längskiele durch 
eine starke Niveau - Diff"erenz abgesetzt ist. Seitlich von diesem Kiel- 
höcker ist die Oberfläche des Schwanzschildes grobrunzlig, man kann 
auch eine durch grobe, undeutliche Furchen gebildete hintere Abgrenzung 
dieses Teiles wahrnehmen. Die dahinter liegende Region des Schwanz- 
schildes ist mit Ausnahme der seitlichen und des hintersten Teiles 
punktiert. Die Medianlinie des Schwanzes wird durch einen starken, 
schmalen und hohen Kiel bezeichnet, dessen Seiten glatt, dessen Firste 
dagegen zerstreut punktiert erscheint. Der Kiel stößt scharf auf den 
Hinterrand und zieht diesen zu einer Spitze aus. 

Die Unterseite der Segmente bietet wenig bemerkenswertes 
dar. Der Hinterrand der Leibes-Segmente zeigt einen schmalen Randwulst ; 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 79 

außerdem findet sich neben der Sternalsutar, dem Hinterrande näher 
als dem vorderen, je ein runder, kleiner Tuberkel. Bei dem schmalen 
7. -Segment, wo die Sutur fast verschwunden und der Randwulst sehr 
stark geworden ist, stoßen diese Tuberkeln zusammen und stehen als 
ein kleines, sclnvach zweiteiliges Höckerchen auf dem Wulst selber. 
Am 1. Postabdominalring findet sich das Homologon als eine längliche, 
schmale, in der Aufsicht schmal lanzettliche, steil hochstehende, nach 
vorn und hinten abfallende Leiste zwischen den Grundgliedern des 
1. Postabdominal-Fußpaares. Am 2. Paare ist diese Leiste niedriger, 
kürzer und breiter; am o. steht sie, nach hinten in eine schwach 
hakenf()rmige Spitze ausgezogen, empor; am 4, ist die Bildung noch 
schwächer geworden und am 5. wegen -der Analplatten überhaupt 
nicht festzustellen. 

Die Augen stehen, wie die Gattungsdiagnose sagt, auf der Ober- 
fläche des Kopfes, während sie bei der Gattung Idotea am Rande 
stehen. Das morphologische Verhältnis dieser beiden Befunde ist 
folgendermaßen aufzufassen: Bei allen Isopoden sucht eine Kante um 
die ganze Peripherie des Tieres herum zu laufen; so auch bei Idotea, 
und zAvar läuft sie am Kopf mitten üljer das Auge, ohne freilich an 
dieser Stelle die Sehfähigkeit des Auges einzuschränken; denn sie ist 
durchsichtig und nimmt deshalb an der Cornea-Bildung teil. Auf diese 
Weise kann eine Idotea nach oben, nach der Seite und nach unten 
sehen. Bei Glyptonotus hat sich die Durchsichtigkeit der Kante ver- 
loren; diese ist derb und stark pigmentiert, verläuft aber, wie bis 
Idotea, gerade über dem Auge. Auf diese Weise wird dem Tier das 
Sehen nach der Seite genommen; nach oben aber, ebenso wie nach 
unten, ist die Haut über dem Auge nach wie vor durchsichtig geblieben. 
Somit hat Glyptonotus ein auf der Oberfläche des Kopfes liegendes und 
ein auf der Unterseite des Kopfes nahe dem Seitenrande hegendes Auge ; 
auch dieses letztere hat Cornea-Bildung, wenn auch nicht so regelmäßig 
und deutlich, wie das obere (s. Fig. 15 o und Oi). 

Die beiden Fühler paare entspringen neben einander, die inneren 
ein wenig höher; der Schaft der inneren wird von dem Schaft der 
äußeren um das letzte Ghed überragt; der Schaft der äußeren ist 
gleich der Länge des Kopfes (ausgenommen den hinteren Randwulst). 
Das Grundghed der inneren (Taf. VI, Fig. 1 3) Fühler ist gebogen, zeigt 
eine größere, konvexe, innere Seite, welche sich an den kleinen Stirn- 
fortsatz legt, und eine kleine, konkave Außenseite; an der Innenseite 
des Vorderrandes trägt es einen Büschel Borsten; quer und schräg 
nach innen verläuft über seine Oberfläche eine Furche, welche die 
\'erschmelzung dieses («liedes aus ursprünglich zweien anzudeuten scheint. 
Das 2. Glied, schmaler und kürzer, als das 1., trägt auf der Innenseite 



80 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

des Vorderrandes ein Büschel Borsten, außerdem aber noch ein gleiches 
etwa auf der Hälfte seiner Länge, gleichfalls auf der Innenseite. Das 
3. Glied, von fast zweifacher Länge des 2., und sehr viel schlanker, 
trägt an seinem Vorderrande außen imd innen je ein kleines Haar- 
büschel. Die Geißel ist durchaus ungegliedert und erreicht nicht ganz 
die Länge des 3. Gliedes; ihre größte Breite erreicht sie in ihrem 
proxinmlen Drittel; sie ist schwach sichelfcirmig gebogen; der konvexe 
Rand ist der innere ; auf diesem steht in der ganzen Länge ein Kamm 
von feinen Borsten. 

Die äußeren Fühler (Fig. 15) haben ein ganz schmales, hall)- 
ringf()rmiges, nur auf der Unterseite entwickeltes (irundglied, dem drei 
weitere, kurze Glieder folgen; das 2. zeigt deutlich the Verschmelzung 
aus ursprünglich zwei Gliedern; das 4. ist etwa von anderthalbfacher 
Länge des dritten und viel schmaler. Alle haben an der Innen- und 
Unterseite ganz nahe dem Vorderrande einen stark beborsteten, queren 
Fleck; außerdem tragen sie aber auch, mit Ausnahme des 3. Gliedes, 
Borsten an der Außenkante des Vorderrandes. Am 5. Glied ist der 
1)orstentragende Fleck vom Vorderrande zurück gewichen bis auf (he 
Mitte des Gliedes; außerdem stehen freihch noch etliche Borsten auf 
der ursprünglichen Stelle. Die unversehrte Geißel zeigt 24 Glieder, 
deren unterste breit und niedrig sind, während sie sich nach oben ver- 
dünnen und strecken. 

Zwischen den Fühlern liegt der Stirnzapfen als eine ganz niedrige, 
dreieckige, mit der Basis nach liinten und unten gerichtete Platte, 
deren Spitze in den etwas knopfförmigen, kurzen Stirahöcker aus- 
gezogen ist. 

Das Epistom ist eine ziemhch schmale Platte mit parallelen 
Rändern, welche sich in der Mittellinie dachförmig erhebt und hier 
außerdem zu einem stumpfen Höcker ausgezogen ist; seijie nach oben 
und hinten gewandte Ecke ist nach der Basis der großen Fühler zu 
epimerenartig ausgezogen. 

Die Oberlippe (Taf. VI, Fig. 17) ist eine große, im allgemeinen 
dreieckige, mit der breiten Basis nach den Oberkiefern zu gerichtete 
Platte, welche längs ihrer Mittellinie eine strichförmige Längsgrube 
zeigt; außerdem sitzt, ein wenig auf die Oberkiefer hinaufreichend, der 
Basis der Oberlippe eine ganz schmal Mondsichel - förmige chitinige 
Platte auf. 

Die Oberkiefer (Vig. 16) sind ganz außerordentlich starke, 
hakenförmige Kalkplatten; die i)roximal mit dem dicken, starken Ende 
inserieren, im ersten Teile ihres Verlaufes nach vorn und etwas nach 
innen gCAvandt sind, in der Mitte ihrer Länge sich ziemlich plötzlich 



Pfeffer, Krebse vou Süd-Georgien. 81 

nach unten und innen einbiegen, so daß dieser Ast mit dem der andern 
Seite vor der Mundöffnung zusammen stößt. Der linke Kiefer bedeckt, 
wie gewöhnlich, den rechten etwas. Der proximale Teil des Kiefers 
ist auf der der Außenwelt zugewandten Seite glatt, mit einem Rand- 
wulst umgeben, zwischen dem das Niveau der Kieferfläche eingesenkt 
ist, nach innen deuthch sich abgrenzend, nach außen allmählich m den 
Randwall übergehend. Die nach innen und oben gewandte Grenzfläche 
dieses Kieferteiles fällt stark dachförmig nach dem Munde zu ab. Die 
nach außen gewandte Fläche des proximalen Kieferteües ist älmhch 
gebüdet, wie die untere; ein Randwall umgiebt die etwas eingesenkte 
Fläche. An der konvexen Seite der Knickimgsstelle des lüefers findet 
sich eine ziemlich große, unregelmäßig rauhe Region, welche der 
Insertionsstelle des hier nicht vorhandenen Tasters zu entsprechen 
scheint. Die obere (äußere) Schneide der Außenlade ist normal gebddet; 
sie schließt oben, vorn und zum Teil auch neben dem Kiefer bogenförmig 
ab Der Rand des Kiefers ist fast schwarz, proximalwärts dunkelbraun 
werdend; diese Zone ist von dem sonst weißen Kiefer durch ziemhch 
scharfen Kontur abgesetzt. Die untere (innere) Schneide der Außenlade 
ist am linken Kiefer als kleine, frei hochstehende, etwa viereckige 
Platte mit einer darunter und dahüiter befindlichen Grube entwickelt, 
dunkelbraun, an der Kante schwarz, die Grube hellbraun. Am rechten 
Kiefer ist diese Schneide als ein kleiner, hellbrauner, an der Spitze mit 
einigen Haaren versehener Tuberkel entwickelt. Die Innenlade ist groß, 
mahlzahnförmig, mit einer Fläche nach innen abscliHeßend, die gelb 
gefärbt ist und einige schwache Höcker trägt ; rund um ihren Kaurand 
finden sich einige kleine Haarbüschel. 

Die Unterlippe (Taf. VI, Fig. 14) erscheint annähernd herzförmig; 
das schmale, spitz ausgezogene Ende nach hinten gewandt. Hier sind 
beide Hälften durch eine tiefe Furche getrennt; im vorderen Teil 
weichen die Hälften auseinander und stehen nach außen blattartig 
frei hoch. Nach innen und vorn fiillen sie dachig nach dem Munde 
zu ab; dieser dachige Abfall ist an seinen Rändern fein behaart. 

'Das 1. Unterkieferpaar (Taf. VI, Fig. 17) ist kräftig. Das 
Grundghed ist verhältnismäßig schwach entwickelt und ragt nach innen mit 
gerundetem Ende frei vor. Die Außenlade ist hart kalkig und trägt 
an den Kanten ihres elliptisch abgestutzten Vorderrandes lange, starke, 
schwärzhche Stacheln. Die Innenlade ist viel weicher und trägt am 
Ende goldgelbe Borsten. 

Die 2. Unterkiefer (Fig. 19) sind klein, mit einem großen Grimd- 
gliede, welches sich nach innen direkt in die fein behaarte, innere Kaulade 
fortsetzt; freiUch erkennt man nach außen je eine schwach entwickelte 



82 Pfeffer, Kiebse von Süd-Georgien. 

Scheidung (lieser beiden Stücke. Der Außeuast inseriert mit deutlicher 
Kante und trennt sich in zwei annähernd gleicli große, an der Vorder- 
und Innenseite lang und zart behaarte Blättchen. 

Das Grundglied der Kieferfüße (Taf. VI, Fig. 17) ist klein, quer, 
undeutlich ausgebildet und nur undeutlich vom eigentlichen StamtngUede 
geschieden. Dieses ist ziemhch groß, nach vorn und innen spitz aus- 
laufend. Das 1. Tasterghed ist schmal, rechteckig; das 2. dreieckig, 
mit der Spitze nach vorn, so lang wie breit ; das dritte größer und breiter, 
vorn nach innen mit gerundetem, nach außen mit spitz dreieckigem 
Lappen. Das 4. Glied ist beträchtlich länger als das 3., distal etwas 
erweitert. Das letzte Glied ist klein, oval, und fast so lang, wie die 
Breite des distalen Randes des 4. Gliedes. — Die Innenladen reichen 
fast so weit nach vorn, wie das 2. Tasterglied. — Der Epipodit hat 
ein breites queres, erstes GUed und ein dreieckig-blattförmiges, an der 
inneren Ecke des 1 . Ghedes eingelenktes, innen proximal ziemlich grad- 
kantiges, nach außen und vorn abgerundetes 2, Glied, welches bis 
unter das 3. Tasterglied reicht. Das Kinn ist eine ganz schmale, quere 
Platte. Die Gegend um das Kinn und die (irundglieder des Stii)es wie 
des Exopoditen ist nicht so deutlich ausgeprägt, daß man mit voller 
Sicherheit die Grenze der Glieder feststellen und diese von der ver- 
bindenden Naht scheiden könnte. 

Die Beine sind durchgängig sehr kräftig und nehmen in ihrer 
Länge von vorn nach hinten zu. Die 3 vordersten Paare sind gleich gebildet. 
Das Grundglied hat etwa die Länge der drei folgenden zusammen, ist 
schlank und haarlos, auf der Außenseite mit schwach eingedrückter, 
breiter Längsfurche ; das folgende ist etwas mehr als halb so lang wie 
das Grundghed, am Vorderrande behaart; das 3. ist schmal, am Innen- 
rande mit einem dicken Haarfilz versehen; der Außenrand ist horn- 
förmig ausgezogen und reicht über das 4. Glied weg bis auf das ver- 
breiterte 5. Glied; an seiner Innenseite trägt es einen dicken Haar- 
filz, an der ausgezogenen Außenseite einen Kamm von Borsten. Das 
4. Glied ist (umgekehrt wie das 3.) an seinem Außenteile fast garnicht, 
innen zu kräftiger Länge entwickelt ; hier trägt es ein dichtes Borstenfeld, 
der Außenrand ist nackt. Das 5. Glied ist verbreitert, etwas unregel- 
mäßig eiförmig, auf seiner Innenseite mit zwei Reihen von eng anein- 
ander stehenden Borstenbündeln , ebenso am Vorderrande außen mit 
einem Borstenkamm versehen. Das kräftige Endglied zeigt außen zwei 
breitere und stärkere, innen zwei schmalere und flachere, filzig behaarte 
Längsfurchen. — Die übrigen 4 Beinpaare sind sehr kräftig; das aus Glied 
1 und -2 verschmolzene Grundglied ist stark und hat auf seiner Außenseite 
zwei Längsleisten, die als Fortsetzungen des distalen Randes des Gliedes 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 83 

beginnend, gegen die Mitte des Gliedes zu nahe an einander treten und sich 
proximal wieder entfernen. Zwischen diese Leisten ist das Glied aus- 
gehöhlt und ziemlich weich, so daß die harte Chitindecke des Gliedes 
wie ein eingerolltes Blatt erscheint, dessen Ränder nicht ganz bis an 
einander reichen. Innen am Distalrand steht ein Kamm kleiner 
Stacheln. Das 3. Glied ist bedeutend kürzer, als das 1.,' proximal 
dünner, distal kolbig verbreitert, im Durchschnitt dreieckig, ebenso 
wie alle folgenden Gheder. Am Vorderrande hat es, innen wie außen, 
Borsten und Stacheln, und zwar innen größere, außen kleinere. Außer- 
dem finden sich längs der Innenseite des 4. und 5. Beinpaars zwei, 
auf der entsprechenden Seite des G. und 7. dagegen drei quere, in 
zwei Längsreihen angeordnete Stachelkämme. Das 4. Ghed ist ganz 
kurz, an seinem Vorderrande außen hornförmig ausgezogen und trägt 
am Vorderteile des distalen Randes zwei, am hinteren eine Stachelleiste, 
außerdem eine mitten auf dem Gliede an der Innenseite. Das 5. Glied 
ist etwa so lang Avie das 3., am distalen Rande bestachelt, auf der 
Innenseite mit 6 in ZAvei Längsreihen angeordneten Stachelkämmen. 
Das 6. Ghed ist sehr schmal, etwa von der Länge des 4., am Distal- 
rand bestachelt, längs dem Innenrande mit 8 in zwei Reihen stehenden 
Stacheln versehen. Die Endklaue ist kräftig, ohne Furchenbildung und 
entspricht dem 7. Glied plus Klaue anderer Isopoden. 

Die Brutlamellen sind von den Grundgliedern des 1. — 5. Bein- 
paares entwickelt. Es liegt ein Stück vor, an dem sie noch klein, 
oval und derb lederig sind; ferner ein Bruchstück eines größeren, bei 
dem die Lappen groß, etwas unregelmäßig blattförmig und Aveichhäutig 
geworden sind und fast so gi'oß sind, daß sie, an die Ventralfläche 
des Tieres gelegt, bis an die Basis der Lamellen der gegenüber liegenden 
Seite reichen. 

Die drei ersten Pleop öden -Paare sind als Schwimmplatten 
ausgebildet, insofern sie eine größere, wenn auch an und für sich 
unbedeutende Starrheit besitzen und an den Rändern eine, freilich ziemhch 
schwache, Bewimperung aufweisen; der äußere Ast überdeckt den 
inneren fjist völlig und ist ein wenig kürzer als der letztere. Von den 
beiden Basalgliedern ist das erste klein und niedrig, das zweite ziemhch 
groß. Die Platten selber sind sehr schlank eiförmig, die innere, wie 
gewöhnlich, mit breiter, die äußere mit spitzerer Basis. — Die beiden 
folgenden Paare sind unbewimperte Atemplatten; sie sind schlank 
dreieckig, mit grader Innen- und gebogener Außenkante und stark 
lappenförmig nach vorn vorgezogener vorderer innerer Ecke. Außen- 
wie Innenkante haben in ihrer proximalen Hälfte einen länglich-blasigen, 
schräg nach innen und distalwärts gerichteten Hohlraum, der beim 

6* 



84 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

5. Paare kleiner ist als beim 4. Paare. Der jenseits dieser Blasenbildung 
liegende distale Teil der Außenplatten ist durch eine schräge nach 
hinten und innen verlaufende Furche abgegliedert, welche beim 4. Paare 
in dem mittleren Verlaufe unterbrochen ist, beim 5. ununterbrochen 
verläuft, und den AufBcn- und Innonrand der Platten, wo sie ihn tritt't, 
etwas einkerbt. Auf dit^scr Furche als Basis entspringt am 4. Paare 
ein größerer, dem Außenast des PIeoi)oden aufliegender, zungcnförmiger, 
freier, platter Zipfel von etwa 'A ($) bis Va (cr^) der Pleopodenlänge, 
der mit seinem Innenrande dem Lnienrande ^ der Gliednuiße aufliegt ; 
ferner ein sehr viel kleinerer Zipfel, welcher sich ebenso zum Außen- 
rande verhält. Behn 5. Paare ist der innere Zipfel völlig verschwunden, 
der äußere stark verkleinert (s. Fig. 20 — 24). 

Die Uropoden sind stark und fest. Ihr Basalglied ist nicht 
festzustellen, sondern ist völlig in das Schwanzschild aufgegangen. Die 
zweiten Glieder sind große Platten, welche die Platten der Pleopoden 
völlig überdecken. Ihr vorderer und innerer Rand ist durch eine kräftige 
Leistenbildung ausgezeichnet. An ihrer hinteren Abstutzung läßt die 
Platte die beiden kleinen plattenförmigen Spaltäste entspringen, von 
denen der äußere, härtere den inneren, weicheren an Größe überragt 
und fast völhg bedeckt; beide sind etwas unregelmäßig oval (s. Fig. 27). 

Die Ausmündungen der Genitahen liegen auf einem Paare kurz- 
griffelfönnigcr, platter Stiele (Taf. VI, Fig. 25, p. 1), die auf den Seiten einer 
queren, dreieckigen Erhebung hinter der das 7. Mittelleibs -Beinpaar 
verbindenden Querleiste steht. Sie tragen an der Spitze ein Büschel 
kurzer Haare. 

Der Penis-Stiel des 2. Peleopodenpaares (Fig. 25, p.2) ist länger als 
der Innenast dieser Gliedmaßen und mißt gut Vi der Länge des Schwanz- 
schildes. Die Außenecke des Basalrandes ist Aveit nach vorn und etwas 
nach außen ausgezogen. Die Rinne beginnt an der Innenkante des 
Penis, etwa im Niveau der äußeren proximalen Ecke desselben, Avendet 
sich dann im Bogen gegen die Mittellinie zu und verläuft diese 
entlang, eine icienüich breite, nach der Spitze der Penis zu sich ver- 
schmälernde Furche bildeiul. Das Ende des Penis ist zu einem kleinen, 
ausgehöhlten, an den Grenzrändern mit einem Wallrande versehenen 
Löffel erweitert, der an der Spitze einen in der Aufsicht nicht bemerk- 
baren, ganz Hachen Ausguß besitzt (Fig. 26). Legen sich beide Penis- 
Stiele an einander, so bilden die Ausgußöffnungen zusammen ein ])unkt- 
förmiges Loch am Hinterrande des Do[)pelpenis. 

Die Farbe der Oberseite der Tiere ist ein dunkles Grau, in 
welches zuweilen etwas Rot, meist aber ziemlich viel Grün gemischt 
ist; die E])imeren und das Schwanzschild mit Ausnahme der Spitze 
sind schwärzlich gewölkt. Im Leben sahen die Tiere „hummerrot" aus. 



Pfefler, Krel)se von Süd-Georgien. 



85 



Länge des grüßten Stückes vom Stirnzai)fen l)is y.nr .Sclnvnnz- 
spitze ()2 mm. 

1 ganzes und 4 stark beschädigte Stücke, die l)ei Sturm ange- 
spült waren. 

Gattung Notasellus nov. 

Leib im allgemeinen rechteckig, platt. Kopf quer, mit kräftigem 
Stirnschnabel. Augen groß, auf beträchtlichen Stielen. Obere Anteimen 
klein, mit vielgliedriger Geißel; untere Antennen länger als das ganze 
Tier, mit sehr langen distalen Fühlergliedern und sehr langer, viel- 
gliedriger Geißel. Mandilieln mit beiden Laden und dreigliedrigem 
Taster. Kieferfüße nach dem Geschlecht verschieden. Die Seiten der 
Segmente des Mittelleibes in 1 oder 2 Spitzen ausgezogen. Jedes Hüft- 
giied trägt ein doppeltes, kleines Epimer. Freie Segmente des Nach- 
leibes außer dem großen Sclnvanzschilde beim o^ 2, Ijeim $ L — Alle 
Mittelleibs-Beinpaare lange Wandelbeine, die drei vorderen länger, als 
die vier hinteren. Die drei ersten Paare der Pleopoden beim o^ derb, 
beim $ nur das 1., zu einer unpaaren großen Klappe verwachsene. 
Uropoden mit zwei getrennten Spaltästen. 



Gattung 
NotaseUua. 



Notasellus Sarsii nov. spec. (Tai. vii, Fig. 5-28.) 

Leib im allgemeinen länglich -rechteckig; die Breite geht etwa 
2'/:i Mal in der Länge auf (den Schnabel mitgerechnet); die Seiten- 
ränder des Körpers sind etwas gebogen, derart, daß die kleinste Breite 
am Kopf liegt, sie dann bis zum 4. Segment wächst und vom letzten 
Mittelleibs-Segment an wieder abnimmt. Die Segmentierung ist locker. 
Eine allgemeine Oberflächen -Skulptur des Hautpanzers ist vorhanden, 
aber nur schwach, oft kaum sichtbar, ausgeprägt. 

Die Gestalt des Kopfschildes im allgemeinen (ohne den 
Schnabel) ist ein (j[ueres Rechteck, dessen Breite das dreifache seiner 
Länge beträgt; Vorder- und Hinterrand sind parallel, der erste schwach- 
konkav, der andere schwach-konvex. Das Profil des Kopfschildes steigt 
nach vorn kräftig herab. Die vorderen Seitenecken sind nach vorn 
spitzig ausgezogen und etwas nach oben gerichtet. Die Mittellinie trägt 
nach vorn einen Vogelschnabel-artigen, erst ein wenig nach oben, dann 
nach unten gel)ogenen, spitzen, schmalen Stirnschnabel, der die Länge 
des Kopfschildes fast oder ganz erreicht. Die außerhalb der Augen 
liegende seitliche Partie stellt einen dreieckigen, nach vorn, unten und 
außen gerichteten Lappen voi-, der nach vorn ein wenig über das 
Niveau des vorderen Augenrandes hinausragt. Die Augen stehen auf 
der Dorsalfläche des Kopfschildcs, sehr nahe dem Rande, auf einem 
selu- kräftig erhabenen Höcker, sodaß sie wie kurzgestielte DekaiJodeu- 



Notasellus 
Sarsii. 



86 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Augen erscheinen. Der Höcker ist in der Aufsicht elhptisch, etwas 
länger als breit, von halber Länge des Koi)fschildes. Die Augen selber 
sind groß und wohlgcbildet , nierenförmig, und nehmen den größten 
Teil der Oberfläche des Höckers ein; ihre Länge ist etwa gleich einem 
Drittel des Kopfschildes. 

Die Oberfläche des Kopfes zeigt die typische Regionen- und 
H()ckerl)ildung, doch so schwach, daß sie nur bei Anwendung schräger 
Beleuchtung, und oft auch dann noch nicht erkannt werden kann, 
lieber der Mittellinie liegt eine flache, nach hinten etwas breiter 
werdende, und hier mit einem Längseindruck versehene Erhabenheit; 
zwischen ihr und dem Augeidiöcker liegt je ein kleiner Längshöcker, 
die Augenhöcker sind, wie schon betont, sehr stark ausgebildet; die 
Stirnhöcker liegen vor den Mittelhöckern, etwas von der Mittellinie 
entfernt. Vor diesen Höckern befindet sich nalie dem Stirnrande und 
diesem parallel ein ziemlich breiter, flach furchenförmiger Eindruck. 
Die Vertiefungen zwischen den Höckern waren bei einem Stück be- 
sonders ausgeprägt und sind Eig. 12 dargestellt worden. 

Auf den Mittelleibs-Segmenten ist der Mittelhöcker im 
aflgemeinen stark ausgeprägt; auf den beiden letzten Mittelleibs- 
Segmenten ist er l)reit und mäßig deutlich entwickelt; auf den vor- 
deren dagegen ist die Bildung l)esonders deutlich. Ein sehr deuthcher 
Höcker steht ferner auf jedem Segment nahe dem Seitenrande; zwischen 
ihm und dem Mittelhöcker finden sich etwa drei (manchmal auch mehr, 
und dann nicht in einer Reihe stehend) undeuthche, flach und unregel- 
mäßig ausgebildete Erhabenheiten. 

Die Mittelleibsringe zeigen ehie im allgemeinen gleichmäßige 
Ausbildung; sie sind, von oben betrachtet, schmale Ringe mit einem 
oder zwei seitlichen Fortsätzen und außeixlem wirklichen, abgegliederten 
Epimeren. So kann es geschehen, daß Segmente, wie das 2. und ?>., 
auf jeder Seite vier Fortsätze tragen. 

Das 1. Mittelleibs- Segment hat einen queren oder schwach 
konkaven Vorderrand ; der Hinterrand zeigt eine ziemlich stark konvexe 
Bildung; das 2., 3. und 4. Segment hat am Vorderrande noch eine, 
nach dem Schwänze zu immer schwächer werdende Ausbuchtung; am 
5. ist der Vorderrand im allgemeinen wieder grade zu nennen, w^ährend 
sein Hinterrand sich an den Ecken schon etwas nach hinten wendet. 
Am 6. Ringe weisen die seitlichen Teile schon vernehnüich nach hinten, 
am 7. ist der Vorderrand stark konvex, der Hinterrand noch viel 
stärker konkav. 

Der Seitenrand des 1. Segmentes geht vorn rechtwincklig in den 
Vorderrand über; sehie hintere Hälfte ist zu einem zungenförmigen. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 87 

querstehendeii , seitlichen Lappen ausgezogen , dessen Länge etwas 
größer ist, als seine Breite. Das Epinier tritt an der vorderen Ecke 
des Seitenrandes hervor. Das 2. und 3. Segment hat sowohl die vor- 
dere wie die hintere Ecke des Seitenrandes hi einen queren, schmal- 
zungenförmigen Lappen ausgezogen; zwischen heiden tritt das Epimer 
heraus. Am 4. Segmente ist das Vorderstück der Seitenkante zu einem 
ganz schmalen, queren, zungenförmigen Lappen ausgezogen, während 
die hintere Ecke nur das Rudiment ehies solchen Lappens zeigt; 
das Epimer tritt an der Seitenkante des Segmentes hervor. Am 
5. — 7. Segment ist von dem Lappen der Hinterecke nichts mehr zu 
bemerken ; dieselbe ist zuerst rechtwinklig, nach dem Schwänze zu immer 
stumpfwinkliger werdend, abgerundet; der Lappen der Vorderecken des 
Seiten randes ist viel kräftiger und breiter entwickelt, als an den vorher- 
gehenden Segmenten; am 5. ist er noch quer gestellt, am 6. weist die 
Spitze und am 7. der ganze Lappen stark nach hinten. Die Epimeren 
dieser drei Segmente treten an den Hinterecken liervor. 

Die Epimeren laufen an ihrem Rande in zwei Lappen aus, 
von denen der vordere der umfangreichere und rundere ist, Avährend 
der hintere schmal zungenförmig erscheint; am 5. bis 7. Segment ist 
der hintere rudimentär und sitzt als Zahn auf dem großen, rundlich 
dreieckigen vorderen. 

Freie Nachleibsringe sind beim cf^ zwei vorhanden ; der erste 
schmal halbmondförmig, der zweite schmal ringförmig entwickelt; beide 
zusammen kommen au Länge nur einem Drittel der Länge des letzten 
Mittelleibsringes gleich. Beim 9 ist nur ein fi-eier Nachleibsiing vor- 
handen. Das Schwanzschild ist breit blattförmig, um die Hälfte breiter 
als lang. Seine Gestalt läßt sich am besten ursprünglich als Kreis- 
scheibe denken. Die Basis ist dann schwach ausgerandet durch die 
beiden freien Nachleibs-Segmente; nimmt man diese dazu, so ist der 
Kreisbogen vollständig. Auch die Seitenränder des Schwanzscliildes 
nähern sich sehr einem Kreisbogen. Etwa in der Mitte der Länge des 
Schildes findet sich am Rande je eine den sonst auftretenden Seitenecken 
des Telsons nicht homologe Vorbuchtung. Der HinteiTand des bisher 
kreisförmig gedachten Schwanzschildes ist breit abgestutzt, die Mitte 
und die Seitenecken der Abstutzung zu rundlichen kurzen Lappen 
ausgezogen; der mittlere ist meist länger, die seithchen manchmal 
etwas kantig. (S. Fig. 28; in Fig. 16 ist das Schild ausnahmweise 
stark kantig.) 

Die Antennen des 1. Paares (Taf. VII, Fig. 9, 16) zeigen ein 
starkes und ziemlich langes Grundglied, dem ein zweites, nicht ganz so 
langes, sehr viel schmaleres, distal etwas verbreitertes Glied folgt ; das 



88 Pfeflfer, Krebse von Süd-Georoien. 

3. Glied ist etwas kürzer als das 2. und sehr viel dünner; das 4. ist kurz, 
ringfiirmig. Der ganze Antennenschaft ragt nach vorn bis gegen das 
Ende des 4. Gliedes der äußeren. Die Geißel ist etwa so lang wie 
der Stiel und überragt etwa noch die beiden proximalen Drittel des 
5. Gliedes der äußeren. Das 1. Geißelglied ist ziendich lang; im ganzen 
sind etwa 28 vorhanden. 

Die Antennen des 2. Paares (Taf. VII, Fig. 10) sind sehr lang, 
um die Hälfte länger als der Körper des Tieres. Der Stamm ist so 
lang, wie Schnabel, Kopf und die fünf ersten Mittelleibs-Segiuente, 
die Geißel so lang wie der Körper ohne Schnabel. Das Grundglied 
ist kurz, ringförmig; das 2. groß, auf der Innenseite ausgezogen und 
weit nach vorn reichend; an der Außenseite der Vorderkante trägt es 
die schmale Schuppe, welche die Länge des Gliedes nicht ganz erreicht. 
Das 3, Glied ist ganz klein und schmal und nur auf der Außenseite 
entwickelt; das 4. ist kurz, breit ringförmig und auf der Innenseite 
vorgezogen. Das 5. Glied ist lang, etwa gleich der Länge des 2. bis 
5. Mittelleibs-Segmentes ; das 6. ist ganz wenig länger und schmaler. 
Die Geißel besteht aus einem langen Grundgliede. welches nach dem 
distalen Ende zu ganz schmale Andeutungen einer Ringelung zeigt, 
ferner aus sehr vielen, über den größten Teil der Geißel hin ganz 
schmalen, sich allmählich verlängernden, beim 1 30. Ringe etwa in Länge 
und Breite gleichen, und an der Spitze der Geißel in der Länge über- 
wiegenden Gliedern. Ein mittelgroßes Stück hat etwa 188 Glieder. 

Das Epistom berandet die schmal eiförmige Oberlippe nach 
vorn mit zwei schmalen, im Sinne der Oberlippe, also konvex ge- 
sclnvungenen Schenkeln, die sich nach ihren Enden zu ganz schwach 
S-förmig, also schwach konkav, nach außen wenden. Der Mittelteil 
des p]pistoms ist als eine beträchtliche, annähernd gleichseitig-drei- 
eckige Platte ausgebildet. Die Ecken, welche nach den Schenkeln zu 
liegen, zeigen eine schwache Höckerbildung. 

Der Oberkiefer (Fig. 0, 1 1) weist vielerlei, in den verschiedensten 
Richtungen des Raumes ausgebildete Merkmale auf, sodaß mit der 
Zeichnung, die ja den Kiefer nicht orientiert, sondern liegend darstellt, 
zugleich in jedem Falle die Beschreibung verghchen werden muß. Der 
Kiefer besteht aus dem kräftigen, nach innen und etwas aboral gerich- 
teten Grundteil und dem im stumpfen Winkel sich davon absetzenden, 
direkt nach innen gewandten Endteil. Derselbe trägt am Kaurande, 
am Aveitesten nach vorn gelegen , eine stumpf gezähnelte Spitze ; 
außerdem, weiter oralwärts und proximal, einen spitzigen, am Ende 
etwas gezähnelten Fortsatz und einen in der Richtung des Kaurandes 
stehenden Kamm von Kauborsten. An beiden Kiefern sind die am 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 89 

weitesten nach vorn gelegenen Borsten zn einigen soliden Zähnen ver- 
schmolzen. Diese drei Bildungen zusammen stellen die Lade des 

2. Gliedes vor. Die Lade des L Gliedes ist ein ziemhch langer, dicker 
Fortsatz, der sich vom Grundteil des Kiefers aus, etwa da, wo der 
Taster inseriert, nach der Medianlinie des ganzen Tieres zu absetzt. 
Sein Ende ist in einer oral-aboralwärts gestellten lang-elliptischen, am 
Bande etwas zähnig unebenen Fläche abgestutzt. Der Taster ist, wie 
gewöhnhch, dreigliedrig; das 2. Glied ist das längste, das 1. und 

3. Glied gleich gror3, von wenig mehr als halber Länge des 2. Gliedes. 
Das 1 . Glied ist am distalen Ende mit einer starken einfachen Borste, 
das 2. gegen das distale Ende zu mit einer großen gekämmten Borste 
und einer bogenförmigen Reihe etwas kleinerer, ebenso gestellter Borsten 
versehen. Das Endglied ist länghch-elliptisch, der äußere Rand ge- 
zähnelt, distal mit einer Reihe auf den Zähnelmigen stehender, unge- 
kämmtei-, kürzerer Borsten. 

Der Unterkiefer (Fig. «S) besitzt ein wie gewöhnlich undeutlich 
gebildetes und vorläufig nicht völlig verständliches Grundglied außer 
den eigentlichen beiden Laden. Die äußere ist kräftig, in ihrer Bildung 
an den Oberkiefer erinnernd, mit vielen teils gekämmten, teils glatten 
Chitinstacheln am distalen Ende und einer filzigen Behaarung an dem 
distalen Teile der Innenkante. Die Innenlade ist viel schwächer als 
die äußere, am distalen Ende mit dicken, jedoch mäßig starren 
Haaren besetzt. 

Das 2. Paar der Unterkiefer (Fig. 7) zeigt eine große, 
elliptische Innenlade mit Haaren und schwachen Stacheln am Iinien- 
rande. Das 2. Glied- ist groß und schickt von seinem basalen Teile 
eine längliche Lade nach vorn ; außerdem besitzt das Glied noch eine 
eigene, freie Entwicklung, von wo aus der eingliedrige, gleichfalls zu 
einer Lade umgebildete Taster entspringt. Die beiden Außenladen 
haben schwache Beborstung an den Innenrändern und außerdem am 
distalen Ende einige wenige, schlanke, ungekämmte Stachelborsten. 

Die Kieferfüße (Fig. 5, 10, 26) zeigen je ein kurzes, queres 
Angelglied, dem ein sehr großes 1. Glied folgt. Auf der aboralen Fläche 
setzt es sich durch eine Furche von der breiten halbschaufel-formigen 
Lade ab. während es auf der oralen Fläche direkt in dieselbe übergeht. 
Die' Innenkanten des Laden rollen sich ein und begegnen gegenseitig 
in der Mittellinie des Tieres mit dem medianen Teile der eigentlich 
aboralen Fläche; den festen Schluß besorgen eine Anzahl ganz kurzer, 
am Ende fast kugelig angeschwollener und umgebogener Chitinhaken, 
die besonders auf der linken Lade stehen. Am vorderen Rande der 
Lade stehen eine Anzahl dunkler Chitinborsten, die außen etwas kräftiger 



90 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

sind als innen. Der Vorderteil der Oralfliiclie ist mit kurzen, dunklen 
Chitinbörstchen sammetarti^ beliaart. Das 2. Glied ist kurz und l)reit, 
auswärts distal etwas ausgezogen. Das 3. Glied ist groß, so breit wie 
das 2., so lang wie breit, an der vorderen Innonecke mit einigen steifen 
Haaren. Das 4. ist viel schmaler als das 3., außen so lang, wie breit, 
innen viel schmaler, an der vorderen, inneren Ecke Ijehaart. Das 5. 
und 0. Glied sind ganz schmal, das G. etwa so lang, wie das 4., das 
T). etwas länger. Das 5. ist an der distalen Kante mit einem Kragen 
von steifen Haaren, das G, an seiner ganzen Spitze mit steifen Haaren 
besetzt. Auf der oralen Fläche bemerkt man, daß auf dem 4. (dritt- 
letzten) Gliede die völlige, wohl konturierte und durch ihre größere 
Dicke sich absetzende Fortsetzung des vorletzten Gliedes wahi'zunehmen 
ist, daß sich sogar eine schwache Spur des Innenkonturs noch auf das 
viertletzte Glied verfolgen läßt. Es ist diese Bildung kaum anders zu 
deuten, als indem man, wie das oben p. 4 für die Cariden ausein- 
ander gesetzt ist, den Taster als eine Verschmelzung des Endopoditen 
und Exopoditen auffaßt, derart, daß der Exopodit den beiden letzten 
Gliedern nel)st den äußeren Randi)artieen der vorhergehenden Glieder 
entspricht, und die nach innen davon liegenden, vorspringenden Ver- 
breiterungen des 2., 3. und 4. Gliedes dem Endopoditen entsprechen 
(s. Fig. 10). - 

Je nach den Geschlechtern findet sich ein ausge])rägter Dimor- 
phismus des Tasters; insofern die drei distalen Glieder l)eim o^ so stark 
verlängert sind, daß der Taster das Hauptglied samt der Lade um das 
anderthalbfache von deren Länge nach vorn überragt (Fig. 2G), während 
Hauptghed und Lade vom Taster des 9 nur um seine eigene halbe Länge 
überragt wird. Der o^ Taster ist auf dem Bilde Taf. VII, Fig. 1 G, wo 
er vollständig den Habitus eines Pereiopoden hat, mit x bezeichnet. — 
Der Epipodit ist so lang, wie das Angelglied, Hauptglied und 1. Taster- 
glied der Ghedmaße, mit geradem Innen- und gebogenem Außenrand ; 
beim 9 ganz schmal, spitz lanzettlich auslaufend, beim ö^ von mehr ei- 
förmiger Wölbung, stumpfer endigend, in Fig. 2G jedoch gleichfalls spitzig. 

Die Pereiopoden sind durchweg nach demselben Typus gebaut; 
alle hiserieren am äußersten Körperrande. Das 1. Glied ist selbst- 
ßtändig ausgebildet und gelenkt frei, sowol mit dem Segment wie dem 
2. Ghede. Nach außen trägt es zwei Fortsätze, welche seitwärts über 
die Seitenkanten des Segmentes frei herausragen und die Pigmentierung 
der Rückenfläche des Segmentes aufweisen. Diese Fortsätze sind die 
Homologa der Epimeren und bilden (wie auch bei den andern Aselhden) 
den besten Beweis für die Homologisierung der Isopoden-Epimeren als 
Stücke des 1. Ghedes. — Das 2. zienüich lause Glied wendet sich nach 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 91 

der Mittellinie des Bauches zu, direkt nach innen, und scheint bei 
fast jeder Stellung der Beine dem Bauche des Tieres angedrückt 
getragen zu werden. Glied 3 und 4 sind kürzer, unter sich etwa gleich 
lang, 3 distal ein wenig verhreitert, 4 in eine kräftige, äußere, distale 
Ecke auslaufend, Glied 5 ist dick, das längste (nur heim 4. Paare 
etwas kürzer) breit und «ach ausgebildet. Das G. ist ganz aufser- 
ordentlich viel dünner als das 5., bei den drei ersten Paaren kürzer, 
beim 4. länger, beim 5.-7. etwa ebenso lang wie das 5. Glied. Das 
7. GHed ist kurz, eiförmig, und trägt drei Endkrallen, von denen die 
eine etwas schwächer ist. — Alle Pereiopoden siud behaart mit ein- 
fachen, dünnen, aber ziemlich starren Haaren, die untereüiander ver- 
einzelt stehen oder in kurze quere Reihen angeordnet sind. Die 
proximalen Gheder sind schwächer behaart, als die distalen; das 0. Glied 
zeigt die stärkste Behaarung; auch auf den Epimeren stehen einzelne 
Haare. — Hinsichtlich der relativen Länge der Gliedmafsen kann man 
kurz sagen, daß die letzten vier sehr viel kürzer sind, als die ersten 
drei, und daß beide Gruppen unter sich im allgemeinen gleich lange 
Glieder aufweisen. Bei den guten Exemplaren der Ausbeute sind alle 
Beine zu einem dichten Bündel nach unten aneinander gelegt; bei dem 
(Taf. VII, Fig. 1 ß) dargestellten, etwas weich gewordenen Stücke fehlt 
auf jeder Seite das 1. Paar; die andern Gliedmaßen hatten sich ver- 
schieden stark ausgestreckt, so daß die Art, wie sie über die Segment- 
ränder herausragen, ein ungefähres, aber nicht durchaus genaues Büd 
der relativen Behilänge darbietet. Ein Geschlechtsdimorphismus hm- 
sichtlich der Pereiopoden scheint nicht vorhanden zu sein; wenigstens 
lassen die vorliegenden Stücke, wenn man sie nicht opfern will, ein 
derartiges Verhältnis nicht erkennen. Taf. VII, Fig. 13 stellt das 3.. 
Fig. 14 das 6. Beinpaar eines c^ dar; Fig. 15 zeigt das Ende des 

3. Paares. 

Die Nachleibs-Gliedmaßen bieten, wie bei den Aselliden 
überhaupt, viel charakteristisches. Zwischen beiden Geschlechtern herrscht 
ein erheblicher Dhnorphismus. Beim $ ist das 1. Paar (Fig. 18) zu einer 
einzigen großen, annähernd kreisrunden, hinten etwas seicht ausgekerl)ten, 
derben Platte verschmolzen, hinter der die übrigen, nachfolgenden Pleo- 
podenpaare völlig versteckt hegen. Das 2. Paar (Fig. 23) hat ein großes 
Basalglied, einen sehr großen gerundet viereckigen Innenast und einen 
länghchen, zweiteiligen Außenast. Das Basalghed ist in seinen Einzel- 
heiten nicht ganz deutlich zu erkennen und zu beschreiben. Die Form 
des Innenastes entwickelt sich aus einer stumpfen Eiform, wobei der 
nach innen weisende Rand grade abgeschnitten ist. Am Hinterrande 
stehen einige wenige bewimperte schlaffe Haare. — Der Außenast ist 



92 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

länger, al)or viel sclinialer als der Iiinoiiast; er ontspriiif;! aiisAvürts am 
Basalgliede, mit seinem gernndeten Vorderrande die Insertionsstelle 
lappenartig nach vorn weit überragend, an der Insertionsstelle selber 
scharf eingezogen. Die distale Abgliedernng ist oben schlank halbeiförmig, 
mit grader Basis und sich sanft nach der Spitze zn zusammenneigenden 
Seitenrändern. — Die Form des 3. Paares (Fig. 24) entwickelt sich leicht 
aus der des vorangehenden. Das Basalghed ist undeuthch; der Innenast 
ist nach dem Fnde zu etwas spitziger als der des 2. Paares. Der 
Auüenast ist breiter als am vorangehenden Paar, die distale Abgliederung 
\iel kürzer und am Hinterramie mit einigen schlaffen Haaren versehen. — 
Am 4. Paare (Fig. 25) ähnelt der Innenast durchaus dem des H. Paares; 
der Außenast hat seine distale Abgliederung eingebüßt und ist mit seinem 
Außenrande völlig mit dem Auß^'urande des Innenastes verwachsen, so- 
daß er als ein den Außen- und Hinterrand des Innenastes umgebender, 
umgeklappter Saum erscheint. — p]in 5. Paar der Pleopoden ist nicht 
vorhanden; welchem Paare anderer Iso]ioden das ausgefallene Paar 
entspricht, ist vorläufig nicht festzustellen. — Das 0. Paar der Pleopoden 
ist als Rudiment vorhanden und wird l)ei den Schwanzfüßen be- 
handelt Averden. 

Die Pleopoden des <^ sind sehr charakteristisch. Das 1. Paar 
(Fig. 17, 19, 20) stellt zwei gesonderte, symmetrische, sehr derbhäutige 
Platten dar, die in der Mittellinie ganz dicht aneinander stoßen. Das 
Pasalglied und die beiden Äste sind jederseits zu einem einheitlichen Stück 
von der halben Länge des Schwanzschildes verschmolzen. Jeder Pleopode 
ist im allgemeinen schlank dreieckig; weit über die Hälfte des proximalen 
Teiles wird vom Basalglied eingenommen, in dessen grader Fortsetzung 
sich der gleichfalls schlank dreieckige Innenast befindet. Der Außenast 
ist grade so gebildet wie der Innenast und sitzt dem Basalteil schräg 
auf, mit der Spitze den Außenrand des Pleopoden überragend. Der 
Hinterrand des Innenastes und der Außenrand beider Äste ist mit einigen 
kleinen, aber starren Haaren besetzt. Außerdem finden sich einige 
Bildungen, deren morphologischen Wert ich nicht anzugeben vermag, 
nämlich 'an der Spitze jedes Spaltastes eine kleine aufgesetzte, durch eine 
schwache Linie längsgeteilte Spitze, und auf der dem Körper zugekehrten 
Fläche jedes Basalgiiedes eine schräg nach außen frei hochstehende, 
rundlich dreieckige, harte, kleine Platte (Fig. 20). — Das 2. Pleopodenpaar 
(Fig. 21, 22) ist, wie gewöhnlich, durch die Penisstiele ausgezeichnet. Das 
Basalglied ist mit dem großen dreieckigen, nach außen gerundeten Außen- 
ast ziemlich innig verschmolzen, doch kann man auf der oralen Fläche 
(Fig. 22) die Naht erkennen. Der Innenast sitzt als eine schmale 
Platte der oralen Fläche des Außenastes auf, mit diesem fest ver- 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 93 

wachsen; nur am distalen, über den hintersten Teil der Innenkante des 
Außenastes hinausragenden, etwas erweiterten Ende zeigt er eine freie 
Entwickelung. Von der Innenfläche, dem HinteiTande etwas näher als 
dem vorderen, des Innenastes entspringt der zweighedrige Penisstiel. 
Das Grundglied ist eiförmig, nach vorn gerichtet; das Hauptglied ist 
platt säheiförmig, nach der Spitze zu allmählich verjüngt, nach hinten 
und mit der Spitze etAvas nach außen gewandt; die Rinne beginnt mit 
einer ovalen Aushöhlung, erhält dann aber parallele, den ganzen 
Penisstiel entlang ziehende Ränder, — Die folgenden Pereiopodenpaare 
sind dünnhäutig; doch kann ich sie nicht beschreiben, weil ein ganz be- 
sonders ungünstiger Tag mir die Präparate nicht gehngen ließ, und 
das siiärliche Material nicht weiteren Untersuchungen vorenthalten 
werden durfte. 

Die Bildung der Schwanzfüße ist eine ganz eigentümliche und 
erklärt zugleich die Morphologie des Scliwanzschildes der Aselliden. Die 
Merkmale der Bauchseite des Schwanzschildes erhellen sofort aus den 
bei Limnoria und Chelonidium gewonnenen Gesichtspunkten. Vom Grunde 
des Schildes (Fig. 28) an den Seiten entlang läuft ein umgeschlagener 
Rand, wie er bei Gelegenheit Yon Cymodocella tubicauda (s. oben 
pag. 73) und Chelonidium punctatissimum (s. oben pag. 54) genauer 
besprochen ist. Dieser Rand ist außerordentlich weit umgeschlagen, 
sodaß unter ihm tiefe seitliche Längsnischen sich betinden. Dieser 
Rand schließt, gerade wie bei den soeben angezogenen Formen 
(und bei den meisten Isopoden überhaupt) nach hinten mit der stets 
die Einlenkungsstelle des freien Teiles der Uropoden kennzeichnenden 
Ecke ab. Dieser ganze Rand entspricht, wie oben mehrfach erwähnt 
und bei Limnoria (s, oben pag. 61) bewiesen ist, dem Grundgliede 
der L^ropoden. Seine (in den Beschreibungen als Seitenecke des 
Schwanzschildes bezeichnete) distale Ecke liegt meist in einem mittleren, 
häutig auch in einem vorderen Bereiche des Schwanzschildes; bei 
andern, wie z. B. bei Chelonidium und bei allen Aselliden liegt sie am 
Ende des Seitenrandes ; und da nach innen von der P^cke das 2. Glied 
der Uropoden entspringt, so ist es klar, daß bei den Aselliden, Avie 
es auch die Familien-Diagnose sagt, die Uropoden frei vom Hinterrande 
des Telsons entspringen. Bei sehr vielen Sphaeromiden läßt sich nun 
von der Seitenecke des Scliwanzschildes (L Glied der Uropoden) noch 
ein nach hinten und innen ziehender Rand erkennen, dessen Homologie 
durch den Befund von Chelonidium festgestellt ist; er entspricht zum 
Teil einem nach innen gerichteten Fortsatze des Grundgliedes, zum 
Teil den davon entspringenden Epipodien-artigen Gebilden. Diese 
Bildungen, die bei Chelonidium in ihrer Wertigkeit klar zu erkennen 



94 Pfeffer, Krebse von Süd-Geoigien. 

waren, sehen wir bei Cymodocella verschmolzen; hier wie da aber stießen 
die beiderseitigen Teile in dem ventralen Hinterrande der Mittellinie 
zusammen. Die "leiche Bildung findet sich bei vielen Aselliden 
und auch der vorliegenden Gattung; die Epipodialbildungen wölben sich 
über die Analgegend hinweg und sind in der Mittellinie zusammen 
gewachsen, doch ist die Naht noch mehr-weniger deutlich zu erkennen. — 
Das 2. Glied der Uropoden (Fig. 16, 27) mißt an Länge etwa ''4 der 
Breite des Schwanzschildes; es begimit dünn und verbreitert sich distal 
ziemlich kräftig, ist am distalen Ende schräg abgestutzt und an der 
Innenlade ausgezogen. Beide Spaltäste sind lanzettlich, der innere 
etwas größer als der äußere; sie entspringen getrennt. Ihr Rand ist 
kräftig sägezahnartig ausgebuchtet; an den Sägezacken stehen Kämme 
von einfachen Borsten. — Die Analöffnung findet sich, abweichend von 
den meisten übrigen Isopoden-Familien, am Ende des Schwanzschildes; es 
scheinen daselbst auch Rudimente der Analplatteii sich vorzufinden. 
Demnach ist der die Hauptmasse des 7. Nachleibssegmentes anderer 
Isopoden ausmachende, hinter der Analöffnung liegende Teil bei den 
Aselliden garnicht entwickelt. 

Geschlechtsdimorphismen. Die Merkmale des Tasters der 
Kieferfüße und der Penis-Stiele sind schon oben pag. 90 und 93 aus- 
einander gesetzt. Die Brutplatten finden sich als große, breit ovale 
Platten am 2., 3. und 4. Mittelleibs-Segment entwickelt. Sie sind ganz 
außerordentlich dünn und völlig durchsichtig, sodaß ihre Grenzkonturen 
nur mit Sclnvierigkeit aufzufinden sind. 

Die Farbe der guten Stücke ist ein ganz helles bräunliches gelb- 
grau, die der schlechteren Stücke dunkelgrau; die ganze Rückenfiäche 
des Leibes ist mit unzählig vielen, ganz kleinen violetten Punkten über- 
sät, welche auf den erhabenen Teilen fehlen, sodaß diese sich also hell ab- 
heben. Auch auf der Ventralfläche findet sich die violette Farbe 
vereinzelt, z. B. auf der Bauchseite des Schwanzschildes, und dann in 
Gestalt von sternförmigen Chromatophoren (s. Fig. 28). 

Etwa ein Dutzend Stücke von meist schlechter Erhaltung, die 
meisten Männchen, ausgewachsene und unausgewachsene. Die Notizen 
der Sammler über das lebende Tier lauten: ,,An Tangwurzeln, an 
Blättern von Microcystis ; tiefe Ebbe ; hellbräunhch-schmutziggrau ; hell- 
bräunlich violett; Rücken gelbbräunlich, unten heller." Länge etwa 9 mm. 

Jaera JaSPa ailtarCtiCa nOV. SpcC. (Tat. VII, Fio. 1-3.) 

Gestalt sehr schlank, viel schlanker als bei unserer nordischen 
Jaera marina; die größte Breite (am vorletzten Mittelleibs-Segment) 
ist nicht viel größer, als 'A der Länge. Die Oberfläche der Haut ist 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 95 

glatt und etwas glänzend; die Regionenbildung auf den Segmenten ist 
ausgeprägt, jedoch ganz schwach. Die einzelneu Segmente sind locker 
an einander gereiht, sodaß nirgends ein einheitlicher Körper-Umriß 
gebildet wird. 

Das Kopfschild ist im allgemeinen (pier-rechteckig-trapezisch, 
nach hinten nur wenig breiter werdend, doppelt so breit wie lang. 
Der Stirnrand ist im allgemeinen quer, in der Mitte in eine ganz 
stumpfe Spitze vorgezogen, an den vorderen seitlichen Ecken je einen 
kleinen, ziemlich spitzigen Zahn bildend. Die Seitenränder wenden 
sich, der annähernd trapezischen Form des Kopfschildes entsprechend, 
in ganz seicht-konkavem Bogen ganz schwach nach außen und gehen 
dann in gerundetem Winkel in den ziemlich graden Hinterrand über. 
Eine irgendwie charakteristische Höckerbildung auf der Oberfläche des 
Kopfes ist nicht festzustellen; höchstens kann man auf dem mittleren 
Teile, wie in der Zeichnung dargestellt ist, zwei ganz schwach erhabene, 
neben einander liegende Stellen wahrnehmen. Das Auge ist ein ganz 
kleiner, unregelmäßiger Fleck nahe der hinteren seitlichen Ecke des 
Kopfes, über dem durchaus keine Facettenbildung festzustellen ist. 

Die Segmente des Mittelleibes sind auf dem Rücken nur 
ganz schwach skulpiert ; sie sind im allgemeinen gleich breit, der Länge 
nach folgen sie sich: 3, 1, 7, 2, 4, 6, 5. Die Segmente sind an den 
Seitenkanten in schwache Ecken vorgezogen. Beim 1. Segment liegt 
diese Ecke vorn und springt scharf nach vorn vor; beim 2. hegt sie 
auch vorn, springt aber besonders nach der Seite, wenig nach vorn 
vor; beim 3. ist die Ecke etwas größer und stumpfer als beim 2,, im 
allgemeinen aber gleich gebildet; beim 4. liegt die kleine, gerundete 
Ecke in der Mitte der Seitenkante. Beim 5., 6. und 7. hat sich die 
Ausziehung mit der Hinterecke verbunden; diese ist beim 5. sclnvach, 
beim 6. und 7. stark nach hinten ausgezogen. Die Hinterränder der 
Segmente sind im allgemeinen quer, wenden sich jedoch nach den 
Seiten zu (wie bei den Aselliden im allgemeinen) an den vier ersten 
Segmenten nach vorn, im den drei letzten nach hinten. — Epimeren 
sind nicht vorhanden. — 

Ein freies N a c h 1 e i b s - S e g m e n t ist als kurze, schmale Spange 
ausgebildet. 

Das Schwanzschild ist ziemhch bedeutend entwickelt, länger 
als die drei letzten Mittelleibs-Segmente ; um ein weniges länger als 
breit, halbeiförmig, mit grader querer Basis. Sein ganzer Rand ist fein 
sägeförmig gezähnelt und fein liehaart. An der Einlenkungsstelle der 
Uropoden ist es etwas eingeschnitten, der Hinterrand schwach rundlich 
ausgezogen. Einige Niveau-Verschiedenheiten sind auf der Rückenseite 



96 Pfeffer,. Krebse von Süd-Georgien. 

des Schildes zu sehen, doch sind sie unregelmäßig und von anderen 
durch frühere Eintrocknung entstandenen Bildungen nicht völlig zu 
unterscheiden. Die Mittellinie scheint tiefer zu liegen und von zwei 
Kanten umschlossen gewesen zu sein. 

Die oberen Fühler sind etwas kürzer als der Kopf; sie 
scheinen drei Grundglieder und eine kurze Geißel zu haben; die letztere 
ist derartig beschädigt, daß an ihr nichts zu erkennen ist. Die 
äußeren Fühler sind abgebrochen. 

Von den Mundgliedmaßen ist nichts zu beschreiben; was 
man jedoch, wenn auch nur fragmentartig, erkennen kann, stimmt, 
besonders hinsichtlich der Kieferfüße, recht gut zu unserer Jaera marina. 

Die Mittelleibsbeine (s. Fig. 3 das (i. hnke Bein) sind kurz, 
im allgemeinen nicht länger als die Breite der Segmente, und im ganzen 
gleich lang mit Ausnahme der beiden letzten, die etwas länger sind; 
alle sind bei dem vorliegenden, wahrscheinlich weiblichen Stücke gleich 
gebildet als Wandelbeine von mittlerer Stärke, etwas kräftiger als bei 
unserer Jaera marina, sonst diesen in der ganzen Bildung durchaus ähnlich, 
besonders in der charakteristischen Ausziehung der äußeren Ecke des 
4. Gliedes. Die ersten beiden Glieder sind verschmolzen; irgend welche 
epimeriale Ausziehungen des Hüftgliedes sind nicht genau festzustellen, 
doch scheint von der Insertionsstelle der Hüftglieder aus eine verdickte 
Stelle nach den oben beschriebenen seitlichen Ecken der Segmente zu 
ziehen. Das 3. Glied ist auf seiner Außenseite stark konvex gCAvölbt, 
das 4. dreieckig, an der Außenecke des Distalrandes kräftig ausgezogen, 
das 5. und 6. lang, cyhndrisch, etwa gleich lang, das 5. jedoch viel 
breiter. Das 7. ist eiförmig, kurz und trägt zwei Krallen. Die sonst 
für die Gattung charakteristische 3., kleinere Kralle konnte an keinem 
Paare gesehen werden. 

Das 1. Paar der Nachleibsfüße ist zu einer derben, großen, 
stumpf eiförmigen, die anderen Nachleibsfüße deckenden Platte ver- 
wachsen (s. Fig. 2). 

Das Grundglied der Schwanzfüße bildet einen breiten, auf 
der Bauchseite um die Seitenränder und den Hinterrand des Schwanz- 
schildes herumgeklappten Rand. Das 1 . freie Glied ist kurz , cylin- 
drisch und trägt an seinem distalen Rande einige Haare und die 
beiden, neben einander entspringenden, schlank griifelförmigen, am 
Ende behaarten Sjialtäste, deren äußerer kürzer und schmäler ist. 

Ein einziges, sehr mäßiges Exemplar, bezeichnet „1883, 13. August". 
Die Farbe ist bräunlich. Länge vom Kopf bis zum Ende des Schwanz- 
schildes 3,2 mm. Da das einzige Stück außerordentlich geschont werden 
muß, so ist nur die Insitu-Beschreibung gegeben worden. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 97 

Haliacris nov. gen. Munnidarum. Gattung 

Haliacris. 

Körper älinlicli dem der Gattung Mimna ; Kopf und Mittelleib 
bilden eine stumpfe Eilinie, der Nachleib hängt als kleines, schmales 
Oval daran. Kopf kurz und sehr breit, mit breitem Stirnvorsprung 
und spitzen Seitenecken. Augen wohl gebildet, auf langen Stielen. 
Innere Fühler kurz, äußere sehr lang. Die vier vorderen Mittelleibs- 
ringe groß, lang und breit, die hinteren kleiner, sowol kürzer wie 
schmaler. Epimeren an allen Segmenten. Erstes Beinpaar eine schwache 
Greifgliedmaße, die anderen lange Wandelbeine, das 2. — 4. Paar länger 
und kräftiger als das 5. — 7. Paar, alle mit zwei Endklauen. Hinter- 
leib aus einem freien Segment und dem kornförmigen Schwanzschilde 
bestehend. — Hinsichtlich der Pleopoden und Uropoden kann ich 
wegen gänzlichen Mangels an Material von Munniden und wegen 
der für mich vorhandenen Unzugänglichkeit der besten Arbeiten über 
die Familie nicht sagen, welches Gattungscharaktere und welches Merk- 
male der Art shid. 

Haliacris antarctica nov. spec. (Taf. vi, rig. 28—47.) Haliacris 

antarctica. 

Gestalt zusammengesetzt aus einem ovalen Mittelleib und aus 
einem als selbständiges, kleines, hinten zugespitztes Oval daran hängen- 
dem Nachleib. Der Mittelleib ist in der Querrichtung ziemlich stark, 
der Hinterleib außerordentlich stark gewölbt; in der Längsricktung ist 
die Wölbung schwach (Fig. 28). 

Der Kopf ist breit und quer entwickelt, über doppelt so breit 
wie lang. Sein Hinterrand, in der Aufsicht gesehen, verläuft im 
ganzen quer. Ein Seitenrand ist eigentlich kaum ausgebildet, da 
die dicken Augenstiele, welche die ganze Breitseite des Kopfes mit 
Ausnahme des vorderen seitlichen Zahnes einnehmen, die Seitenkanten 
weit überragen. Der Uebergang des Hinterrandes in den Hinterkontur 
des Augenstieles geschieht durch eine kräftige konkave Ausbuchtung. 
Die Augenstiele selber erreichen über Vs der Kopflänge; sie scliAvellen 
nach dem Ende zu kräftig an. Der Vorderrand des Kopfes ist ganz 
besonders charakteristisch, insofern der sonst als schmaler Stirnstachel 
entwickelte Kopfteil sich zu einer großen quer rechteckigen Platte aus- 
gebildet hat und sich breit zwischen die Fühler einschiebt, sodaß die 
Grundglieder ganz außerordentlich Aveit von einander getrennt werden. 
Die beiden seitlichen vorderen Ecken sind zu je einem großen, drei- 
eckigen, nach außen und ohen schräge hochstehenden platten Zahn aus- 
gezogen. In der tiefen Ausbuchtung zwischen dem Eckenzahne und 
der Stirnplatte hegen die Grundglieder der Fühler, und zwar die der 



98 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

iiiiieroii Fülller direkt über denen der äußeren. — Die auf der Ober- 
fläclie des Kopfes auftretenden Niveau- Verschiedenheiten sind außer- 
ordenthch unbedeutend. Vom hinteren Rande entspringend, und sich 
quer nach innen und wenig nach vorn wendend, verläuft je eine nach 
innen zu versiegende Furche. An der Stelle, wo die Stirnplatte sich 
vom übrigen Kopfe absetzt, befinden sich nahe der MittelHnie zwei 
symmetrische, ganz kleine, kreisrunde Erhebungen. 

Die Mittellei bs-Ringe wachsen an Länge und Breite vom 
ersten bis dritten und nehmen an Breite bis zum siebenten alhnähhch 
ab; an Länge nimmt der 4. schon kräftig ab; Ring 5, G und 7 sind 
jedoch ganz kurz und bilden nur ganz schmale Spangen. — Epimcren 
sind als deuthche Fortsätze des 1. Gliedes der Beine an allen Ringen 
vorhanden. — Der quere vordere Teil jedes Ringes zeigt eine kräftige 
quere Depression, die sich gegen den hinteren, höher Hegenden Teil 
des Ringes durch eine Kante absetzt. Am 1. Ringe ist der vordere 
Teil kürzer, an den drei folgenden der hintere; am 5. bis 7. Ringe ist 
der hintere Teil auf die ganz am Hinterrande liegende Kante reduziert. 
Sonstige Skulpturen sind nicht zu erkennen. — Die Hinterkanten der 
Rhige verlaufen in der Gegend der Mittelhnie (pier, nach den Seitenecken 
zu wenden sie sich an den vier ersten etwas nach vorn, an den drei 
letzten, immer stärker, nach hinten. Die vier ersten Ringe snid seithch 
im allgemeinen quer abgestutzt, sich nicht verbreiternd; die hintere 
Ecke dieser Abstutzung ist zahnartig ausgezogen und zwar beim ersten 
am stärksten, beim vierten kaum mehr wahrnehmbar; Ring 3 und 3 
stellen die Zwischenstufen dar. Die drei letzten Mittelleibsringe ver- 
breitern sich kräftig nach den Seiten zu und endigen abgerundet an den 
Seitenkanten. — Die Epimeren stellen sich als körperhche, konische, 
in der Aufsicht im allgemeinen dreieckige Fortsätze dar. Das 1 . Epimer 
wird von den Augenstielen verdeckt; an den drei letzten hat sich, von 
Segment zu Segment zunehmend, die nach außen weisende Spitze 
kräftiger entwickelt und setzt sich etwas vom übrigen Teile des 
Epimers ab, kräftig nach außen und hinten weisend. 

Der Nachleib besteht aus einem freien Ringe und dem Schwanz- 
schilde. Der erste, freie Ring ist ganz kurz und auch sehr schmal, 
indem er sich an den Hhiterrand des 7. Mittelleibs-Segmentes nur 
soweit anschließt, als dieser quer verläuft. Das Schwanzschild ist in 
der Aufsicht elliptisch blattförmig mit etwas ausgezogener Spitze und 
breit abgestutzter Basis; die Länge ist gleich der Quere; die größte 
Breite liegt etwa am Ende des vorderen Drittels. Das Schild ist ganz 
außerordentlicli körperlich; man könnte es fast kornförmig nennen, 
insofern die Ausdehnungen in Länge, Breite und Dicke sich etwa so 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 99 

verlialten, wie bei einem Weizenkorii. Die Wöll)uiig von vorn nacli 
liinten ist eine regelmäßig zu- und abnehmende, sodaß das Maximum 
in der Mitte der Länge des Schildes liegt. Die MittelUnie entlang 
verläuft ein breiter, ziemhch flacher lüelwulst, der gegen das Ende des 
Schildes zu die ganze Spitze des Schildes in sich aufnimmt. Die 
seitlich von der Mittellinie liegenden Teile des Schildes sind sclnvach 
backenförmig aufgetrieben. Dicht neben der Basis des Schildes befindet 
sich zu beiden Seiten des Kiehvulstes je eine ganz kleine runde Erhöhung. 

Die Antennen des 1. Paares (Fig. 28, 29, 30; siehe auch 
Figuren-Erklärung) werden grade nach vorn getragen und reichen 
bis über die Hälfte des 5. Stammgliedes der äußeren Antennen; 
die Geißel hat etwa die Länge des Stammes, welcher der Länge 
der Mittellinie des Kopfschildes gleichkommt. Das 1. und 3. Schaft- 
glied sind kräftig und pigmentiert, das 1. etwas länger und dicker; 
das 3. und 4. Glied ist pigmentlos, sehr viel dünner als die voran- 
gehenden, das 3. kürzer und dicker als das 4. Glied, beide zusammen 
so lang wie das 2. Glied. Das 5. und G. Glied sind noch dünner, 
lang und schlank, das G. etAvas kürzer als das 5., das G. etwas länger 
als 3 und 4 zusammen, das 5. um 'A länger als das G. Glied. An 
seinem distalen Ende trägt es innen ein langes, ziemlich dickes, geißel- 
artiges Haar und außen das dünne, kurze 7. Glied, Dies trägt an 
seinem Distalrande einige kurze Haare und das noch schmalere 
und noch kürzere 8. Gb'ed, welches seinerseits wieder in ein Haar 
ausgeht, welches dem Haare des 7. Gliedes durchaus gleichgebildet ist. 
Es macht diese ganze Bildung den Eindruck, als ob man vorn den 
Fall einer doppelten Endgeißel vor sich hätte. — Die im vorigen 
gegebene Schilderung, der auch das Bild Fig. 29, 30 entspricht, ist nach 
einem kleinen Exem^ilar mit verhältnismäßig gut erhaltenen Fühlern 
entworfen. Das größte Stück stimmt im allgemeinen dazu, doch haben 
sich hier anstatt der beiden langen Glieder G und 7 vier Glieder aus- 
gebildet, sodaß eine Vermehrung dieser Glieder mit dem Alter anzu- 
nehmen sein dürfte. 

Das 1. Glied der äußeren Antennen (Fig. 31) ist kurz, ring- 
färmig, das 2. auf der Innenseite kaum entwickelt, auf der Außenseite 
distal in einen kräftigen Fortsatz ausgezogen, der sich durch eine 
schwache Furche von dem übrigen Teile des Gliedes absetzt. Die 
Vergleichung mit den Aselliden legt klar, daß dieser Fortsatz das 
Homologon der Fühlerschuppen anderer Krebse ist. Das 3, und 4, Glied 
ist kurz, ringförmig, das 4. länger als das 3,; das 5. und 6, Glied sind 
sehr lang und von gleicher Länge, jedes fast doppelt so lang, wie 
sämtliche vorangegangenen Glieder zusammen. Die Geißel ist so lang 

7* 



100 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

wie der Körper des Tieres von der Stirnkante bis zum Ende des 
Schwanzschildes. 

Der Oberkiefer (Fig. 32) ist ziemlich schwach verkalkt, überall 
l)raun gefärbt. In der Al)l)ildung ist die Gliedmaße von der oralen 
Seite gesellen und wie gewöhnlich, verzerrt, insofern er umgekii)pt ist. 
Die Innenlade ist ganz rudimentär, als ein stärker verkalkter Wulst 
in der Nälie des Taster -Ursprungs zu sehen. Die Außenlade zeigt 
zunächst, wie gewöhnlich, eine Üache löffeiförmige, gezähnt-gekerbte 
Endsclmeide; ferner eine weiter proximal liegende bandförmige, am 
Ende gezähnelte Innenschneide, und von dieser entspringend, proximal- 
und oralwärts gewandt, einige ziemlich schlaffe Kauhaare. Den rechten 
Kiefer habe ich nicht beobachtet; nach der Analogie zu schheßen, 
würde er anstatt der inneren Schneide eine einfache Spitze haben. 
Der Taster ist sehr kräftig; das Proximalstück seines 1. Gliedes ist 
auf der Zeichnung verborgen; das 2. Glied hat gegen das distale Ende 
zu auf der Außenkante einige wenige gefiederte Borstenstacheln. Das 
große Endglied trägt auf der Außenseite einen dichten Kamm kurzer 
Haare und am Ende einige gefiederte Bostenstacheln. 

Der Unterkiefer (Fig. 33) ist typisch gebildet. Ein die Laden 
verbindender Stipes ist nicht festzustellen. Die Innenlade ist schwach 
und trägt am Ende eine geringe Anzahl schlaffer, gefiederter Kauhaare ; 
die äußere, viel kräftigere trägt am Ende einen dichten Kamm ge- 
kämmter Borstenstacheln. Die .Außenseite trägt ganz schwache Spuren 
der sonst häufig vorkommenden Bedornung (s. z. B. Taf. IV, Fig. 18). 

Das 2. Paar der Unterkiefer (Fig. 34) ist typisch gebildet. 
Die Lade des 2. Gliedes ist nach diesem zu (und das 2. Glied über- 
haupt nach dem 1. Glied zu) nicht scharf begrenzt. Diese Lade sowie 
die Tasterlade tragen jede am Ende je drei schlanke, starre Borsten. 

Die Kieferfüße (Fig. 35) haben ein großes, ziemlich langes, 
quer viereckiges Angelglied, von dem nach vorn das Hauptghed des 
Tasters, nach außen der Epipodit entspringt. Der Epipodit zeigt ein 
kleines erstes und ein großes, schlank ovales, an der Innenkante abge- 
stutztes 2. Glied, welches bis an die äußere, vordere Ecke des 2. Taster- 
gliedes reicht. Das Hauptglied des Kieferfußes ist kräftig, sein 
Grundteil viereckig, wenig länger als breit; sein Ladenteil etwas 
länger als der Gi'undteil, nacli vorn etwas verschmälert, die Außen- 
kante gerundet. Die Innenkante des sehr kräftig verkalkten Grund- 
teiles schlägt sich sehr weit, die des Ladenteiles schwach nach innen 
ein, sodaß die beiderseitigen Gliedmaßen in einer nach oben ver- 
schmälerten Fläche zusammen stoßen ; einen eigentlichen Heftaj)parat 
konnte ich nicht sehen; auch merkte man beim Praeparieren, daß die 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georoien. 101 

beiden Gegenstände durclians nicht fest aneinander liafteten. Am 
Vorderrande steht eine Eeihe von etwa 8 Chitinstiften, von denen 
einige hyahne, spitz pyramidenartige Stachelborsten sind, während die 
andern die bekannte gefiederte Form anfweisen. Außerdem findet 
sich an der Innenseite ein dichter Fleck kleinerer, unregelmäßig schwach 
gefiederter Chitinborstenstacheln. Der Taster ist etwa so lang, wie 
das Hauptglied mitsamt der Lade. Sein 1. Ghed ist, wie gewölmhch, 
kurz ringförmig; sein 2. sehr groß, länger wie breit, distal kräftig ver- 
breitert, mit ausgezogener Innenecke. Das B. ist noch nicht halb so 
lang, wie das 2., seine Länge gleich ^h seiner Breite, distal schwach 
verbreitert, die Innenecke gro& und vorgezogen, stumpfer als die des 
2. Ghedes. Das 4. Glied ist länger als das 2., an seinem Ursprung 
von noch nicht halber Breite des 3., distal um das doppelte verbreitert, 
mit vorgezogener Innenecke und schrägem Distalrande. Das 5. Glied 
ist klein, noch nicht so lang, wie das 3., von halber Breite des Distal- 
randes des 4. Ghedes. Die ausgezogenen Innenecken des 2., 3. und 
4. Gliedes, sowie die Spitze des 5. sind mit langen, dünnen, aber 
staaren Borsten versehen. Außerdem findet sich an der Innenecke des 
4. Gliedes ein Bündel weicher Haare und die Außenkante des Endgliedes 
ist mit den gleichen Haarbildungen dicht liesetzt. Auf der Oralseite 
des 4. Gliedes kann man Spuren von der Fortsetzung des Innen- 
konturs des 5. Gliedes bemerken. 

Die allgemeinsten Merkmale der Gliedmaßen des Mittel- 
leibs sind: das L Paar sind kurze Greifgliedmaßen, die übrigen lange 
Wandelbeine, die drei vorderen Paare kürzer, als die folgen drei. 
Bei einem kleinen vorliegenden Stücke mit vollständig erhaltenen Bein- 
paaren ist der Unterschied des 2. bis 4. Paares und andererseits des 5. bis 
7. Paares ein ganz außerordentlicher, während bei dem großen Stück, dem 
freilich das 6, und 7. Paar fehlen, der Unterschied nicht besonders 
auffällt. Die Fig. 44, 43, 42 stellen das 1., 4. und 5. Hnke Bein des 
großen Stückes dar. Das 1. Paar (Fig. 44, 45) ist klein und auch wenig 
kräftig, bei beiden Geschlechtern in gleicher Weise zu einer Greif- 
gliedmaße umgestaltet. Das l. und 2. Glied sind verschmolzen, zu- 
sammen ein klein wenig länger als das 3. Glied; das vierte ist distal 
verbreitert und an der Außenecke ausgezogen; hier trägt es eine Borste. 
Das 5. ist sehr breit, unregelmäßig viereckig mit schräg abgesetztem 
Distalrande uml vorgezogener Innenecke. An der Außenecke trägt es eine 
schwache Borste, auf der Innenseite jedoch kräftige stiftartige Dornen, 
gegen Avelche sich die Endklaue einschlägt (Fig. 45). Das 0. Glied ist 
unregelmäßig eiftirmig, schehit hauptsächlich dazu zu dienen, das Ein- 
schlagen des 7. Gliedes gegen das 5. zu vermitteln. Das 7. Glied ist 



102 Pfeffer, Kiel)so von Süd-Georgieu. 

eine sehr schlanke, laiic;o Klaue. — Die übrioen Beinpaare sind in 
ihrem proximalen Teile völlig? nach dem Muster des 1. gebildet, nur 
ist das (irundglied ein wenig selbständiger entwickelt. Beim 3. GHed 
ist die Aurjenecke noch kräftiger ausgezogen, als am 1. Paare. Das 
f). (Jlied ist lang und kräftig, auf der Innenseite mit kleinen Borsten- 
stacheln versehen, außerdem mit einigen schlafferen Haarbildungen. 
Das G. (ilied ist lang und sehr schlank, am Innenrande mit mehr weniger 
starren Chitinborsten. Das 6. Glied ist ganz klein, Avie l)ei den Aselliden, 
eih'irmig, mit zwei an Größe wenig verschiedenen Endklauen, 

Das erste Paar der Nachleibsgliedmaßen ist eine derbe un- 
l)aare Chitinphitte , welche grade in die untere Öffnung des Schwanz- 
schildes jjaüt. Die übrigen Paare sind Atemplatten ; als Schwimmplatte 
ist keines ausgebildet. Das 2. Paar hat einen großen länglich dreieckigen 
Außenast mit grader Innenkante und H\niy. zugerundetem Ende. Etwa 
das letzte Drittel seiner Länge ist durch eine (piere, etwas schräg 
nach innen und hinten verlaufende Furche abgegliedert. Auf der 
äußeren Fläche des Innenastes sitzt als kleine, ovale Platte von etwa 
halber Länge des Innenastes der Außenast. Fig. 3() stellt diese Glied- 
maßen von' der äußeren, Fig. 37 von der inneren Fläche dar. — Die 
in Fig. 39 dargestellte CJ Hedmaße scheint zwei Metameren zuzugehören. 
Der Außenast ähnelt nämlich durchaus dem gesamten Pleopoden des 
auf diesen folgenden Segmentes und ebenso dem auf Taf. VII, Fig. 25 
dargestellten 4. Pleopoden von Notasellus. Bei der Vergieichung des 
2., 3. und 4. Pleopoden von Notasellus (Taf. VII, Fig. 23 bis 25) 
scheint es aber durchaus so, als ob der an der Ghedmaße außen 
herundaufende umgeklappte Rand dem festgewachsenen Innenaste ent- 
spräche. Ist diese Anschauung richtig, dann dürfte auch auf den 
Taf. VI, Fig. 38 und 39 dargestellten Pleopoden von Haliacris die 
Randpartie dem festgewachsenen Außenaste entsprechen; dann stellte 
also Fig. 38 den 3, und 4., Fig. 39 den 5. Pleopoden dar. Ist dagegen 
auf Fig. 38 das schmalere, oberflächlich liegende Gebilde als Lmenast 
und die darunter hegende blattförmige Platte als Außenast anzusehen, 
so ist auch die in Fig. 39 dargestellte Gliedmaße nur Außenast (mit 
ausgefallenem Innenast), und dieselbe Anschauung müßte dann auch 
auf Notasellus angewandt werden, — - Die Platte, welche als das 
Aequivalent des 3. Pleopoden angesehen wird, ist ganz abweichend von 
den sonst gewöhnlichen Befunden gebaut; sie ist schmal, ähnelt in 
ihrem Habitus dem Außenrande des 4. u. 5. Pleopoden, trägt an 
ihrem Ende zwei kräftige (im vorliegenden Falle abgebrochene) 
Borstenstacheln und auf ihrem distalen Teile zwei Längsreihen von 
Stacheln, zwischen denen die Gliedmaße ausijehöhlt ersclu^int. Würde 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. ] 03 

diese Bildung an einem 3. Pleopoden auftreten, so würde man sie für 
den Penisstiel ansprechen. Im vorliegenden Falle muß jedoch mit jedem 
Versuch der Deutung zurückgehalten werden, da an dem präparierten 
Stück das Geschlecht durchaus nicht festzustellen ist. Es ist das 
größte und kräftigste, zeigt aber keine Bildung von Griffeln am 
7. Mittelleibs-Segment, andererseits aber auch keine Brutplatten, die ein 
viel kleineres Stück in völlig ausgebildetem Zustande aufweist. Fig. 41 
stellt das Distalende des 3, Pleopoden dar. Der 4. Pleopode (Fig. 38, 4) 
ist blattförmig, dreieckig, mit kräftig verdicktem, als Spitze ülier den 
Imienrand hinausragenden Außenrande. Der 5. Pleopode (Big. 39) 
ist ebenso gebildet, nur reicht die Spitze nicht so weit hinaus. 

Die Bauchseite des Telson zeigt eine ovale, nach vorn jederseits 
eingekerbte Eingangsöffnung in das hohle Innere; die beiden Kerben 
entsprechen dem Ansätze der 1. Pleopodenplatte; die ganze Eingangs- 
öffnung wird, von einem doppelt konturierten, nach dem Innern des 
Telson zu geneigten Randsaume umgeben. Die Uropoden entspringen, 
dem Hinterrande ziemlich genähert, dicht neben dem Eandsaume, 
durch eine Kielbildung mit ihm verbunden. Es ist nach der Homologie 
anderer Schwanzschilder anzunehmen, daß der herumlaufende Randsaum, 
soweit er sich vor dem Ansätze der Uropoden befindet, dem Grund- 
gliede derselben entspricht. Der freie Teil der Schwanzfüße ist an 
keinem der vorliegenden Stücke so ausgebildet, daß man ihn für 
unverletzt halten kann. An dem abgebildeten Stücke ist nm' ein 
kleines freies Glied zu bemerken, welches nach hinten etwas verjüngt 
ist; es trägt an der Spitze und kurz vor derselben einige schlaffe 
Haare. Die Epipodialbildungen der Uropoden sind wohl ausgebildet 
als zwei sich an dem Randsaum anschließende, in der Medianlinie 
schwach verwachsene und durch eine breite Naht getrennte feste 
chitinige Platten, welche am Hinterende der ventralen Öffnung des 
Schwanzschildes eine Art von Ausguß bilden. 

Ueber das lebende Tier sagt eine Notiz der Expedition: 
„August 1883, Ebbe, gelblich''. Dieses Tier, ebenso wie ein kleines 
Weibchen, sind hell; ein anderes kleines Stück dagegen, ebenso wie 
das große, welches für die Beschreibung verwendet wurde, sehen in 
Spiritus braun aus; das Schwanzschild des letzteren zeigt neben der 
Mittellinie vorn und hinton je einen, also zusammen vier grauviolette 
Flecke; diese sind in der Zeichnung Fig. 28 dunkel gehalten, sodaß 
die helle Partie annähernd kreuzförmig erscheint. 

Vier ganz schlechte Exemplare, das größte 5,1 mm lang von 
der Stirn bis zum Schwänzende. 



104 Figuren-f^rklärung. 



Figuren - Erklärung. 



Die deutschen Ziffern auf den P'iguren l)ezei(!hnen die Nummer der 
Gliedmaßen in der Reihe, die lateinischen die Nummer der Glieder an der 
Glied maße. 

Die Vergrößerungs - Werte sind etwa um '/^ kleiner, als diejenigen, 
welche die benutzten Zeiss'schen Systeme in dei- Zeiss'schen Tabelle der Ver- 
größerungswerte angeben. Die Bilder sind mit dem Zeichenprisraa angefertigt 
und dann mit Zuhülfenahme des nächst stärkeren oder mehrer stärkerer Systeme 
verbessert und ausgeführt. Die oben angeführte Verminderung der Vergrößerung 
wurde dadurch gefunden, daß ein Millimeter-Maßstab mit dem Zeichenprisma 
gezeichnet und das Bild nachher gemessen wurde. 

Tafel I. 

Figur 1—21. CraiigMli aiitarcticns Pffr. Die Kaugliedmaften sind von der aboralen 
Seite dargestellt. 

Fig. 1. Von der Seite; von den Fühlern sind nur Grundglieder angedeutet, '-^/i. 

„ 2. Von oben; auf der einen Seite der Abbildung sind die Gliedmaßen 

nicht ausgeführt. '/|. 

„ 3. Fühlerschuppe und Grundglieder des linken äußeren Fühlers, von unten 

gesehen, '-'/i. 

„ 4. Geißel der inneren Fühler, ^/i. 

„ 5. Innere Fühler. 3^'i. 

„ 6. Rechter Oberkiefer, von der Aboralseite gesehen, ^/i. 

„ 7. Oberkiefer-Enden. 2i/j. 

„ 8. Erster rechter Unterkiefer, ''/i. a. äußere Lade, Vi. innere Lade, c. Taster. 

„ 9. Spitze desselben, ^i/j 

„ 10. Zweiter rechter Unterkiefer. Vi- 

„ 11. Erster rechter Kieferfuß. ''/j. 

„ 12. Taster des zweiten Unterkiefers, '-^'/i- 

„ 13. Zweiter rechtei' Kieferfuß. '/»• S Segment. 

„ 14. Dritter rechter Kieferfuß. ^/i. S-Segment. 

„ 15. Grundglieder desselben, ^i. 

„ 16. a. Ober- und b. Unterlippe. *l\. 

„ 17. Endglieder des 1. Pereiopoden. 2/,_ 

« 18. „ „ 2. „ Vi- 

n 19. „ „ 3. „ Vi- 

„ 20. Sternum, ■•/t. 

„ 21. a. Telson. 2/, ^ Endpartie. 

Figur 22—26. Hippolyte aiitarctica Pffr. , 

Fig. 22. ? von der Seite. 1 1. 

„ 23. Grundglieder der inneren Fühler. Vi. 

„ 24. Endglieder des 2. Pereiopoden. Vi- 



Fig. 


25. 


1« 


26. 


V 


27. 


Fig. 


1 


)) 


2, 


» 


3. 


n 


4. 


5» 


5. 


„ 


6. 


„ 


7. 


n 


8. 


)) 


9. 


11 


10. 


11 


11. 


« 


12. 


11 


13. 



Figuren-Erkläruug. 105 

Telson. 

Thorax von oben. '/2. 

Nachleib eines (^. Vi- 

Tafel IL 

Serolis Pagenstecheri Pß'r, von olieu. ^i'\. 
„ „ „ „ unten. Vi- 

„ polita i^V, von oben. ^,'i. 
„ „ „ unten. 2/,. 

„ septemcarinata Miers, von üben. 2/, 
„ „ „ unten. 2/,. 

GlyptonotiLs autarcticus Eiyhts, von olien. Vi- 
Cymodocella tiiljicauda Pffr, von der Seite. Vi- 
Cassidina emarginata Guh:, von oben, kleines Stück. 'Vi. 

„ „ „ „ der Seite. Vi- 

Chelonidium punctatissimum Pff'r, von oben. V»- 
Limnoria antarctica I^r, von oben, etwas gepreßt. Vi- 
„ „ „ „ der Seite. 7,. 

Tafel III. 

Serolis septemcarinata Miers. 

Fig. 1. Äußere Fühler. Vi- 

„ 2. Innere „ Vi- 

„ 3. Mundteile Vi ep. Epistom, 1. s. Oberlippe. 

„ 4. Linke Mandibel von der oralen Fläche. 2i', 

„ 5. Distalende der rechten Mandibel von der oralen Hache. 

„ G. Linke Mandibel von der aboralen Fläche, '''i/j 

„ 7. Rechte 1. Maxille, A von der aboralen, B von der oralen Fläche. 2l/,_ 

„ 8. Rechte 2. Maxille ; Bezeichnung wie Fig. 7. 

„ 9. Rechter Kieferfuß von der aboralen Fläche. I* Angelglied. Ep. I. 
Ep. II die beiden Glieder des Epipoditen. 2i/, 

,, 10. Kieferfuß von der oralen Fläche. 2y, 

„ 11. Der gleiche mit der ringförmigen Gelenkhaut des 1. Gliedes. 

„ 12. Sinneshaare vom Mandibular-Taster. Vi- 

„ 13. Borsten des Handgliedes des Greift'ußes, von der Außenseite gesehen. 

„ 14. Dasselbe von def Innenseite gesehen. 

„ 15. Distale Borstenpartie des Handgliedes. 

„ 16. Borsten von der Spitze des drittletzten Gliedes des Greifl'ußes. 

„ 17. 1. Mittelleibsbeinpaar. Vi- 

„ 18. 2. „ 

11 19. 2, „ 

„ 20. 6. 

„ 21. 7. 

„ 22. 1. Nachleibsbeinpaar des ^j" von der aboralen Fläche. 2i^j 

oq o 21/, 

n *"• •*■ 11 11 11 V 11 11 11 !>• 

24 3 21/, 

„ 25. 4. ,, A von der aboralen, B von der oralen Fläche 

gesehen, ^^/i. 
„ 26. 5. Hinterleibsbeinpaar, von der aboralen Fläche gesehen. 2i'j 



des (f. 


Vi 


des $. 


"i 


des c^. 


V. 


Vi. 





106 Fi<>uren-Erkl:irung. 

Tafel lY. 

Figur \—?>. Scrolis l'jigenstcclieri Pfr. 

Fig. 1. Mundgliedmaßen, von der aboralen Seite betrachtet. 
„ 2. Ein Schwimmfuß des 1. Paares. 
„ 3. Der innere Spaltast des 2. Paares mit dem Penisstiel. 

Figur 4—5. Scrolis polita Pff'r. 

Fig. 4. Mundgliedmaßen. 
„ 5. Linker Oberkiefer von der aboralon Seite. 

Figur (I. Sorolis scptcmcarinata Miers. 

Fig. 6. Linke Hälfte des ersten Mittelleilis-Segmentes eines q^, um die Falten 
auf dem Epimer zu zeigen. 

Figur 6 bis— 33. (üieloiiidium punctatissimnm PJfr. 

Fig. 6bis. Ein Stück des Cliitinskeletes von der Mitte der Schwanzflosse, nach 
Behandlung mit Kalilauge, ^^^i. 

„ 7. Dasselbe von einem Epimer. ^''Vi- 

„ 8. Ventralansicht der Fühler eines jungen Stückes, ^"/i- 1. s. Olierlippe, 

ep. Eitistom. 

„ 9. Innere Fühler von der Ventralseite. 3*^/1. 

„ 10. Distales Ende dei'selben. 270/^ 
„ lOA. Dasselbe, mit Kalilauge behandelt. ''^'Vi- 

„ 11. Mundgliedmaßen, ^'^/i. 

„ 12. Linker Oberkiefer. *% 

„ 13. 1. Maxille, ^",'i, etwas von der hinteren und oralen Seite gesehen. 

„ 14. Distales Ende derselben. 270/j. 

„ 15. Linke 2. Maxille. 40;j. 

„ 16. Distales Ende derselben. ^^% 

„ 17. Linker Kieferfuß. ■'O/i. 

„ 18. Distales Ende der rechten Lade, von der oralen Seite gesehen, ^'"/i. 

„ 19. Linker Oberkiefer, von der oralen und hinteren Seite gesehen, •''^/i. 

„ 20. Linkes 1. Mittelleibs-Bein. 2i/,, 
„ 21. „ 3. „ „ 21/1- 

„ 22. „ 7. „ „ 2i/j. 

„ 28. Endstück des 1. Beinpaares, ^^^i. 

24 3 "2/, 

2.5 4 J12/, 

26 7 >*2/, 

„ 27. Distalen Ende des 4 Gliedes des 7. Paares. "Vi. 

„ 28. Linkes 1. Nachleibs-Beinpaar. 2y, 
„ 29. „ 2 „ „ $ 2i'j 

„ 30. „ 2. „ „ c^ 21/,. 

„ 31. „ 3. „ „ 21/,. 

» 32. „ 4. „ „ 21/,. 

„ 33. „ 5. „ „ 21/,. 



Figuren-Erklärung. 1 07 

Tafel V. 

Figur 1. Chcloiiidiiim puiictatissiminn Fffr. Nachleib von unten gesehen. 

Figur 2—22, Limnoria antarctica Fffr. 

Fig. 2. Linker oberer Fühler. ■*"/]. 

3. Spitze eines Haares vom Ende der oberen Fühler, ^'^'/i- 

„ 4. Äufjerer Fühler. *Vi. 

„ 5. Spitze der äußeren Fühler. 270/j_ 

„ 6. KieferfüPse. "O/j. 

7. Linker Oberkiefer. (Um die natürliche Lage zu erhalten, muß man die 
Figur in der Richtung des Pfeiles um die durch die Kreuze an- 
gegebene Achse drehen.) '*'Vi- 

„ 8. Spitze desselben, "-'^"/i. 

„ 9. Linker Unterkiefer. (Die Figur ist, wie Fig. 7, gedreht zu denken.) ^o/,. 

„ 10. Spitze desselben. 27o/j_ 

„ 11. Zweiter linker Unterkiefer. 2?oy,. 

„ 12 1. linkes Mittelleibs-Bein. '»"i. 

„ lo. u. „ „ 5j /!• 

„ i-t. / . „ „ „ / 1 • 

„ 15. 1. linkes Nachleibs-Bein. -'/i- 

„ 10. 2. „ „ des ?. 21/,. - 

„ 17. 3. „ „ ^Vi. 

„ 18. 4. „ „ ^Vi. 

„ 20. 2. „ „ des c^. •'"/i- 

„ 21. Die Sehwanzfüße mit dem 6. Pleopodenpaare, von der Bauchseite gesehen. 2i/i. 

„ 22. Das Schwanzschild, von der Rückenseite gesehen, '-i ,_ 

Figur 23—30. ("assidina emarginata Gm-r. (s. auch Taf. VI). 

Fig. 23. Linker Kieferfuß. 2i/,. 

„ 24. „ Oberkiefer, von der aboraleu Seite gesehen. 2iy,. 

„ 25. „ „ „ „ oralen „ „ 2"|. 

„ 26. 1. Unterkiefer, von der nboralen Seite gesehen. '-^Vi- 

„ 27. 1. „ „ „ oralen „ „ ''*Vi. 

„ 28. 2. „ „ „ aboralen „ „ ^i/,. 

„ 29. Ansicht der Bauchseite des vorderen Körperendes. Vi- 

„ 30. Das vordere Körperende, von oben und vorn gesehen. 

Tafel VI. 

Figur 1—10 Cassidina emarginata Gitfrin. 
Fi ff. 



Vi. 

Vi. 
Vi. 



1. 


1. 


rechtes Bein. Vi- 


2. 
3. 
4. 


2. 
5, 
1. 


Vi- 
„ Vi- 
linker Pleopode. 


5. 


2. 


51 55 


6. 


3. 


5» 55 



108 Figuren-Erklärung. 

Fig. 7. 3. linkor Pleoiiotle von der dem Körper zugekehrten Flüche gesellen, ^/i. 

„ 8. 4. „ „ Vi. 

„ 9. o. „ „ /i. 

„ 10. Schwanzstück des größten Stückes, von der Bauchseite, '/a- 

Figur 11, 12. Cymodocelhi tiihiciuida Pffr. 

Fig. 11. Snhwanzsohild, schräg von oben und hinton gesehen, ''/i. 
„ 12. „ von unten gesehen, ^/i. 

Figur IS— 27. (llyptonotus jinturclicus Eiyhfs. 
Fig. 13. Linker innerer Fühler. 2/, 
„ 14. Linke Hälfte der Unterlippe. 7i- 
„ 15. Seitenansicht des Kopfes. 'Vi. o. das Auge, oj. der nach der Bauchseite 

gerichtete Teil des Auges. 
„ 16. liinker Oberkiefer. -Vi. 
„ 17. Mnudgliedmaßen. ^/i. 1. s. Oberlippe, o. k. Oberkiefer, t. Taster, ep. Epi- 

podit, k. Kinn. 
„ 18. 1. linker Unterkiefer, "^jx. 

11 19- *• 11 V 71 • 

„ 20. 1. rechter Pleopode eines $. V|. 

21 2 Vi 

22 3 '/i 
„ 23. 4. „ „ „ „ /i. 
„ 24. o. „ „ „ „ /j. 

„ 25. Pleopoden eines (^, von der Bauchseite gesehen, auf der linken Seite 
des Tieres ist der 1. Pleopode abgetragen, um den Penisstiel bloß 
zu legen, pi. die Penisgriftel, pg. die Peuisstiele. '7i- 

„ 26. Ende des Penisstieles, stärker vergrößert. 

„ 27. Püstabdomen von der Bauchseite IL das 2. Glied der Uropoden, e, der 
Außeuast, t. das Ende des Sclnvanzschildes. 

Figur 28—47. Haliacris antarctica Pffr. 

Fig. 28. Bas größte Exemplar, von der Rückenfläche gesehen. Die großen 
Fühler, die Enden der Geißeln der kleinen Fühler und die Beine 
fehlen, '^/i. , 

„ 29. Innere Fühler. '-^Vi. 

„ 30. Ende derselben. <'2/|. 

„ 31. Große Fühler, ^i/, 

„ 32. Linker Oberkiefer von der oralen Fläche aus gesehen. '^\i. 

„ 33. „ 1. Unterkiefer, a«/!. 

„ 34. „ 2. „ •-"/,. 

„ 35. „ Kieferfuß. ä'/i. 

„ 36. 2. rechter Pleopode, von der Innenseite. 2i^/j 

„ 37. 2. „ „ „ „ Außenseite. ^*/i. 

11 38. 3. „ „ „ „ ,, 21/, _ 

39 4 21' 

„ 40. Ende des Tasters der Kieferfüße. "2/i. 

„ 41. „ „ Innenastes des 3. Pleopoden. "2/i. 

„ 42. 4. hnkes Bein. 2i/,. 



Figuren-Erklärung. 109 

Fig. 43. 5. linkes Bein. 2i/, 
44 1 21/, 

„ 45. Spitze desselben, stärker vergrößert. 

Tafel VII. 

¥\^nv 1—4. Jaera antarctlca Pfr. 

Fig. 1. Ansicht von der Rückenfläche, "»/i- 

., 2. „ ., „ Bauchfläche. '"/i. 

„ 3. 6. linker Pereiopode. ^7i- 

„ 4. Innerer Fühler. 

Figur 5— 2S. Notaselliis Sarsii Pffr. 
Fig. 5. Kieferfüße des $. '*/i. 

„ 6. Oberkiefer. Von der aboralen Seite und etwas von hinten gesehen. 'Vi- 

„ 7. 2 Unterkiefer, von der aboralen Fläche gesehen, "/i. 

)? 8. 1. „ „ „ „ „ „ i^/i. 

„ 9. Innerer Fühler. 

„ 10. Kieferfuß eines $, von der oralen Fläche gesehen. '■*/!. 

„ 11. Kauende des linken Oberkiefers, von der aboralen Seite. *%. 

„ 12. Kopf. 

„ 13. 3. linkes Mittelleibsbein. Vi. 

„ 14. 6. „ „ Vi. 

„ 15. Endklaue des 6. Mittelleibsbeiues. ^''/i. 

,, 16. Das ganze Tier ((^), nach einem etwas gedrücktem Stücke; das erste 
Beinpaar fehlt. Vi- Das als 1. Beinpaar erscheinende Gebilde (x) 
ist Taster des Kieferfußes. Das 1. Glied der inneren und das 3. Glied 
der äußeren Fühler sind in der Figur nicht zu sehen. 

„ 17. Nachleib eines (f, von unten gesehen. 

„ 19. 1. Pleopode eines q^, von außen gesehen. 

„ 20. 1. „ „ „ „ innen „ 

„ 21. 2. u. 3. „ „ „ „ außen „ 

.. 22. 2. „ ,, „ „ innen „ 

24 3 

„ äO. 4. ,, „ ,, „ jj ,, 

„ 26. Kieferfuß eines c^. "/i- 

„ 27. Schwanzfuß; i. innerer, e. äußerer Spaltast. 

„ 28. Schwanzschikl von unten gesehen, nach Wegnahme der Gliedmaßen, 
u u. die Ansatzstellen für die Schwanzfüße, a. Anus, ]>. (kreisrunde 
Öffnung) die Durchreißungsstelle des Darmes; c. der verletzte Rand 
nach dem freien Nachleibssegment zu. Die verzweigten Figuren 
sind Chromatophoren. 



110 Inhalt. 



Inhalt. j 



Cariden 3 

Crangou antarcticus Pffr 5 

Hippolyte antarctica Pffr 11 

Isopoden 15 

Serolis septemcariuata Aliers 23 

„ Pagensteclieri Pffr 33 

„ polita Pffr 41 

Clielouidium puuctatlssimum Pffr 46 

Lirauoria antarctica Pffr 56 

Cassidiiia emargiriata Gucr 63 

Cymodocella tubieauda Pffr 70 

Glyptonotus autarcticus Eights 75 

Notasellus Sarsii Pffr 85 

Jaera antarctica Pffr 94 

Haliacris antarctica Pffr 97 



Pfeirer, Krebse von Süd- Georgien I. 



Tal'. I. 




P^cMr ic.Stendür deZ. 



EDuru? UtA 



Jahrbuch der Hamburg. wissonschAnstahen R'' 1887 



Pfeifer, Krebse von Süd- Georgien I. 
Zzmi Bericht üdercäi.9Jafur/w}torisdi/>jW/Afe/un rMlfamöuj:g für fSSd 



Taf.II. 




St^TMerw.Pfe/f^rdel jgj^pbuch der llaiuburu wissensch AuRtallon IV 1887 



JiDuvaZ liJth: 



Pfeffer. Krebse von Süd-GGorqien I. 
Zum-j^erir/^tu/^rr^/u?J}:'r/^r/iist/>r/sc/ieJh.mrm .-:// J/amMn/ für /SS'<^ 



Wim. 







E Durui htJi 



Juhrbucli der Han;"burq. wisspnsch. Aaslalten iV 1887. 



Pfeffer, Kre"bse von Süd- Georgien I. 



Taf.lA' 




F^e/&r K.Sten^xer 0C&0. 



JiDuval ät/v. 



Jahrbuch der Hamburg, wissensch. Anstalten JV. 1887. 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georqien I. 



Taf.y 




Pfc/^ i^.öterodcr deZ. 



Jahrbuch der Hamburg, wissensch. Anstalten F 1887 



^J)u.voüL lak'. 



Pi^eiTer. Krebse von Süd- Georgien I. 



Taf.Vl. 




PtgMt iL-.Stervder oi&d. 



Jahrbuch der Hamburg wissensch. Anstalten JV 1887. 



HJ)uva/L (iitk/. 



PfeiTer. Krebse von Süd-Georqien I 
Xiim Bericht ü/?(r<:ta9Jatar/u:stor(sc/icMu.miw xa ffamönrcr fiä- ^S/?^. 



Taf.VII. 

6: 




P^eMr x^.Stuvder öieZ. 



Jahrbuch der Hamhurg.wissensch Anstalten 17. 1887. 



j:, j^uuauLlUh' 






^ 



Zo-.t fruj. 

^' 12. •"' 
f 



^ n.j 



>' 



Die 



Krebse von Süd - Georgien 

nach der Ausbeute 
der Deiüselieii Station 1882-83. 



2. Teil. Die Amphipoden. 

Von 

Dr. Georfß Pleffev, 

Mit 3 Tafeln Abbildungen. 



Aus dem Jahrbucli der wissenscliafiliehen Anstalten zu Hamburg. V. 

Beilage zum Jahresberichte 

über das Natiirhistorisclie Museum zu Haml)urg für 1887. 



Hamburg 1888. 



CTedvuckt bei Lütck»> t Wulff, K. H. Senats Bin'hdruckern. 







Die 

Krebse von Süd - Georgien 

nacli der Ausbeute 
der DeiitscJieii Station 1882-83. 



2. Teil. Die Aniphipoden. 
Dr. Georg Pfeffer. 

^it 3 Tafel^TAbblTdungen. 

AUS de. Jahrbuch der wissenschaftlichen Anstalten zu Ha.bur,. V. 

Beilage zum Jahresberichte 

über das Naturhistorische Museum zu Hamburg für 1887. 



XM^/r 



Hamburg 1888. 

Gednu.Ktl.ei Lut,.k,. ^ AVulfr ,,- ,, v 



' Allorchestes georgianus nov. spcc. (Xaf. i, Fig. i a-n.) 

Der Kopf ist ein weniges länger als hoch; die Breite übersteigt AUorcho^tes 
die Länge etwas. Der Vorderrand des Kopfes ist ni der Mitte /n 
einer -anz schwachen, zwischen die Wurzeln der oberen Fühler ein- 
drinoenden Spitze ausgezogen. Die oberen Fühh'rwurzeln liegen in 
einer etwa "•, Kreisbogen gleichkommenden Ausbuchtung des Vorder- 
randes; das untere Ende der Ausbuchtung reicht weiter nach vorne, 
'als daJ obere, und setzt sich in den ziemlich kräftigen, sich allmählich 
erhebenden, stumpf zugerundeten Backen-Lappen fort, welcher die 
obere Hälfte des Grundgliedes der unteren Fühler von auüen bedeckt; 
außerhalli der unteren Hälfte des Grundgliedes zieht sich der Vorder- 
rand des Kopfes wieder etwas zurück, jedoch nicht bis zum Niveau 
des Stirnschnabels, um dann annähernd rechtwinklig in den Unterrand 
des Kopfes überzugehen. Das Auge ist wohl entwickelt; es hegt dicht 
hinter der Ausbuchtung am Grunde den' groÜen Fühler. 

Der Rücken ist überall wold gerundet. Die Dorsal-Lmie der 
einzelnen Ringe ist im aUgemeinen ziemlich schwach konvex; auf dem 
letzten Älittelleibs-Ringe beginnend, auf dem Nachleibe stärker w(u-dend, 
findet sich in der Mitte jedes Ringes eine schwache Einsattelung. 

Die unteren vorderen Ecken der Ringe sind nicht ausgebildet, 
sondern hier weicht der Kontur im Bogen zurück, um dann in den 
Bauchrand des Segmentes überzugehen; am I.Ring ist der Bogen 
flacher als am 2., etwa gleich dem am H., der sich annähernd so wie 
der 4 verhält; die Ventralkanten der Ringe sind etwas geschwungen. 
An den drei folgenden Ringen stofsen Ventralrand des Ringes und 
Oberrand des Epimers in grader Linie zusammen; am 5. verläuft diese 
Kante parallel der Dorsalkante des Ringes, am folgenden neigt sie 
sich wie gewöhnhch, schwach, am 7. stark nach vorn und unten. Die 
hintere untere Kante des 5. Ringes zeigt eine kräftige, die des 0. eine 
schwächere, die des 7. keine Ausziehung. 

3 i' 



78 Pfeffer, Krelise von Sü(l-Geoip;ien. 

Die Ep im er eil sind, wie in der Gattung überhaupt, ziemlich 
hoch; die Höhe einer jeden ist etwa um >/:{ melir, als die des 
entsprechenden Ringes. Bei den älteren Tieren findet sich am Ventral- 
rande des 2., 3. und -1. Epimers ein kerbartiger Einschnitt, der bei 
den verschiedenen Individuen nicht ganz, aber doch annähernd an 
derselben Stelle sich befindet. Von den vier großen Epimercn ist das 
3. das höchste, dann folgt das 4. und 2.; das 1. ist das niedrigste. 
Das 1. ist dreieckig spatelförinig und reicht mich vorn Ijis an das 
Niveau des Auges; sein Vorderrand ist schwach konkav geschwungen, 
die vordere Ecke zugerundet, der Unterrand konvex. Die von den 
folgenden Epimeren überdeckten Hinterränder des ',2. und 3. Epimers 
sind grade, senkrecht, der des 4. konvex geschwungen. Der Vorder- 
rand des 2. bis 4. Epnners ist geschwungen und geht gerundet in den 
Unterraiid über; beim 4. Epimer ist eigentlich kein Unterrand vor- 
handen, sondern Vorderrand und Hinterrand neigen sich allmählich 
gegen einander und gehen zugerundet in einander über. 

Die ersten drei Nachleibs-Segmente haben charakteristisch 
gebildete epimeriale Lappen, die jedoch nicht sehr hoch sind, sodalJ der 
sonst bei Amphipoden auftretende ganz ungeheure Höhenunterschied 
zwischen den letzten Mittelleibs- und ersten Nachleibsringen hier nicht 
auftritt. Der Winkel, in dem sich der Hinteirand des epimerialen 
Lappens von dem des Segmentes absetzt, ist beim 1 . Segment kaum 
angedeutet, beim 2. ganz schAvach, beim 3. merklich, jedoch sehr 
stumpf, sodaß sich der dorsale Ted des Segmentes nur schwach kappen- 
förniig ül)er das folgende Segment hinweg legt. Der Vorderrand des 
Lappens am 1 . Segment weicht stark zurück, bei den beiden folgenden 
verläuft er parallel dem Hiiiterraiide. Der Unterrand ist beim 1. ganz 
kurz und aulJerordentlich stark geschwungen; bei den beiden folgenden 
länger und schwach konvex. Der Hinterrand geht beim 1 . Segment 
allmählich in den Unterrand über; bei den beiden folgenden findet sich 
an der Grenze beider Ränder eine etwa rechtwinklige, ein wenig aus- 
gezogene Ecke. 

Das Telsoii ist kurz und dick; es ist bis auf den Grund ge- 
spalten; die Spaltäste stehen weit aus einander, sind fast doppelt so 
lang wie breit, proximal und außen abgeschrägt, sodaß sie in einer 
schräg stehenden Spitze endigen. 

Die oberen A ntenn en überragen den Stiel der unteren um die 
Länge des 5, Stammgliedes der unteren. Die oberen sind so lang, wie 
Kopf plus erstes Segment, die unteren etwas länger, als Kopf plus die 
ersten beiden Segmente. Die drei Stammglieder der oberen Antennen 
nehmen ein wcniü; an Läime und ziendicli kräfti"; an Dreite ab. Die 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 79 

einzelnen Geißelglieder sind trapeziscli, die ])roxinialen breiter als lang, 
das !). ebenso breit wie lang, die distalen schmaler als lang, die 
äußersten lang zylindrisch. Durch die trapezische Form der einzelnen 
GHeder erscheint die Geißel kräftig gesägt; sie hat etwa 17 Glieder. 

Das 1 . Glied der unteren Antenne n ist, wie gewöhnlich, 
nur auf der Außenseite, und zwar als eine unregelmäßig rundliche 
Platte entwickelt. Das '2. Glied ist ein ziemhch schmaler, vollständig 
herumlaufender King, der sich oberhalb des 1. Gliedes etwas mehr 
entwickelt und dort als schmale, das 1. GHed oben überlagernde und 
mit ihm zugleich distal abschließende Platte zu Tage tritt. Das 
a. Glied ist zylindrisch, etwa so lang, wie das 1. oder 2.; das 4. ist 
etwas länger als die vorangehenden zusammen; sein Innenrand ist mit 
einigen kräftigen Sägezacken versehen ; der 5. Ring ist ein wenig länger 
und schmäler, gleichfalls mit gesägtem Innenraiule. Die Geißel besteht 
aus etwa 18 Gliedern, deren trapezische Gestalt der Geißel scharf 
gesägte Ränder giebt. Das 1 . Geißelghed ist fast doppelt so lang, wie 
die folgenden, die folgenden sechs sind breiter als hoch, das 7. von 
gleicher Höhe und Breite, die folgenden an Höhe gegen die Breite 
zunehmend; die äußersten sind schlank zyHndrisch. Der distale obere Rand 
sämtlicher (Nieder, ebenso wie die Sägezacken der Stammglieder sind 
mit steifen, im letzten Falle zu Bündeln zusammen tretenden Haaren 
besetzt. Außerdem zeigt jedes Geißelglied am distalen unteren Rande 
ein dichtes Büschel langer Haare von mäßiger Steifheit. 

Das Epistom ist etwa dreieckig, ein wenig länger als breit; 
die zugerundete Spitze liegt nach hinten; der Vorderrand ist abgestutzt, 
die Mitte schwach und stumpf herzförmig eingekerbt, an der vorderen 
seitlichen Kante schräg abgestutzt. — Die Oberlippe ist im allgemeinen 
trapezisch, etwas breiter als lang, die hinteren Ecken abgeschrägt, die 
Vorderkante und die vorderen Ecken etwas zugerundet. Der seitliche 
Rand ist nach hinten stark chitinisiert, nach vorn, ebenso an den 
seitlichen Ecken, mit einem dichten Kamm kurzer Haare berandet, die 
nach der Mitte der Vorderkante zu immer kleiner werden. 

Die Spitze der Oberkiefer zeigt eine Reihe von drei kräftigen 
Zähnen, welche sich in eine nach hnien herundaufende Reihe von 
kleinen Zähncheii fortsetzt. Nach innen und proximal von dieser 
Schneide tiiulet sich die andere, annähernd frei bandförmig entwickelte 
Innenschneide mit etwa fünf kurzen Zähnen. Beide Schneiden sind 
braun chitinisiert. Proximal von der Innenschneide zeigt der Innenrand 
einige wenige lange Fiederhaare. Der Molarfortsatz hat eine schmal 
ellip'tische Endfläche; der Rand ist gelb chitinisiert und mit den 
übhchen feinen Zähnchen versehen. Der innerste proximale Rand des 

5 



jsO Pfeffer, Kielisc von Süil-Geurgicn. 

Molarfortsatzes zieht sich als scharte Leiste nach außen und distalwärts 
auf den Staniniteil des Kiefers herum und ragt in der aboralen Aufsicht 
als Zahn hervor. Die Innenschneide des rechten Kiefers ist etwas 
schwächer und zeigt etwas längere, aber unregelmäüige Zähne. 

Die Außenlade des I.Unterkiefers zeigt an ihrem Ende etwa 
fünf starke gelbe Stacheln, welche einseitig mit einem Kamm starker 
dicker Fiederzähne versehen sind. Auf dem am tiefsten und am 
meisten einwärts gelegenen Teile der Distalkante shid in ähnliciier 
Weise vier zartere hyahne Stacheln mit sehr feiner einseitiger Fiederung 
von kammzahnartigen Kiementen. Die Innenlade ist klein und schmal, 
sich distal verjüngend, mit gradem Auüenrande, etwas gebogenem, 
schwach behaarten Innenrände und an seinem Ende mit zwei langen 
gefiederten Haaren, die sich von der Lade mit deutlichem Gelenk 
absetzen. Der Taster ist ganz schlank biscuitförmig, wodurch 
anscheinend sein Bestehen aus zw^ei Gliedern angedeutet Avird ; am 
Ende trägt er einige schwache Haarbildungen und eine lange Borste. 

An den Unterkiefern des zweiten Paares zeigt der idcht- 
ladenförmige Teil des 1 . Gliedes einen im Bogen nach vorn und innen 
verlaufenden Kontur. Die Innenlade ist halbeiförmig, mit gebogenem 
Innen- und gradem Außenrande. Die distale Hälfte des Innenrandes 
trägt eine große Anzahl gekämmter Dornen, deren proxinuder größer 
ist, als die übrigen. Der mittlere Teil des Innenrandes trägt ganz 
schwache Haare. Die Außenlade überragt die innere an Länge ein 
Avenig, ist schmaler, mit annähernd parallelen, schwach behaarten 
Eändern ; das Apikal-Ende trägt eine große Anzahl nicht gefiederter 
Stachelborsten, die dünner und fast so lang sind wie die der Innenlade. 

Der hintere Kontur der Grundplatte der Kieferfüüe stellt 
einen Bogen von dem Umfange ehies drittel Kreises dar; von da an 
wenden sich die Kanten plötzlich in der Richtung der kleinen Axe 
nach innen un<l Ijiegen dann rechtwinklig nach vorn ab. Die ganze 
Platte ist ein wenig länger als breit. Dei- Vorderrand ist, A\ie 
gewöhnlich, nur an den Seiten entwickelt, indem sich das 1 . Glied der 
Gliedmaaße innen Aveit in die Grundplatte hineinschiebt. Das I. Glied 
ist, Avie geAvöhnlich, halbherzförmig. 

Die Innenlade reicht nicht ganz so Aveit nach vorn, A\äe der 
Außenrand des H. Gliedes; die Ränder sind annähernd parallel; am 
Distalrande zeigt sie eine BeAvehrung mit einigen dicken, kurzen Zähnen 
und einer Anzahl von Borsten, die auf der konvexen Seite oder auf 
beiden Seiten gekämmt sind; der an der Innenecke stehende Zahn ist 
kurz; die übrigen Stacheln des Distalrandes nehmen nach außen an 
Länge zu, dagegen i:n Dicke und Festigkeit ab. Der orahvärts ein- 

6 



Pfeffer, Krel)se von Süd-Georgien. gl 

geschlagene vordere Teil des Iniienrandes trägt lauge, sclilaife Fieder- 
haare; der vorderste Teil der Außenkante hat einige wenige Haare. 
Das 2. Glied sitzt mit ziemlich breiter Basis dem Distalende des 
1. Gliedes auf, nur von den Ecken überragt; sein Außenrand ist etwa 
doppelt so lang, wie der des 1 . Gliedes ; es verbreitert sich distal 
ziemUch kräftig. Die Außeulade ist bedeutend entwickelt; ihre Spitze 
reicht distalwärts üljer die proximalen zwei Drittel des 4. Gliedes 
hinaus; ihr Innenraiid ist fast doppelt so lang, als der äußere, der 
freie distale Lappen ist annähernd elliptisch. Der äußerste Teil des 
Außenrandes und die distale Hälfte des Innenrandes trägt kleine 
Borstenstifte, die nur zum kleinen Teile über den Ladenrand hervorragen, 
sondern in der Hauptsache innerhalb der Lade zwischen den Chitin- 
lamellen verlaufen. Da, wo der freie Lappen der Lade sich von dem 
proximalen Teile absetzt, steht am Rande und auf dem daneben 
liegenden Theile der Aboralfiäche eine schräg nach außen und distalwärts 
ziehende Reihe langer Borsten. - - Der inneren Hälfte des freien Distal- 
randes des 2. Gliedes aufsitzend schließt sich der sehr viel schmalere 
tasterartige Teil der Gliedmaße an. Der Linenrand des 3. Gliedes ist 
etwa so lang, wie der Außenrand des ersten, sein Außenrand dagegen 
doppelt so lang, so daß der Distalrand sehr schräg nach außen 
gewandt ist; die innere distale Ecke ist schwach lappenförmig entwickelt. 
Der Innenrand des 4.. Gliedes ist fast so lang, wie der Außenrand des 
3., der Außenrand um ein Drittel kürzer; der Distalrand ist quer, 
die distale innere Ecke in einen gerundet-dreieckigen, nach innen und 
distalwärts ragenden, deuthchen Lappen ausgezogen. Das vorletzte 
Glied ist annähernd so lang, wie der Innenrand des 4., von halber 
Breite des 4., mit deutlichem vorderen inneren Lappen. — Das Endglied 
erreicht etwa drei Viertel der Länge des vorletzten, ist noch nicht halb so 
breit wie dieses, distal sich zusj^itzend und hier mit emer hyalinen 
Kralle versehen. — Die Außen- und Innenecke der Distalkante der 
Glieder zeigen Haarbüschel; außerdem noch die ganze Distalkante des 
5. und 6. und der Innenrand des (>. und 7. Gliedes. 

Die beiden ersten Beinpaare des Mittelleibes haben 
Greif bände, die am "2. Paare ganz außerordentlicli viel stärker ent- 
Avickelt sind; das Handglied ist fast zwei ein halb mal so lang und 
fast drei mal so breit Avie das des 1 . Paares. Das 2. Glied des 
1. Paares verbreitert sich distal kräftig; das o. ist kürzer und trägt 
am Außenrande einen kleinen, aber ganz scharfen, halbkreisförmigen 
Ausschnitt; das 4. ist etwas länger, sein Innenrand lang, sein Außen- 
rand kurz, sein Distalrand in der aboralen Mitte stumpfzähnig aus- 
gezogen. Das 5. Glied ist an seinem Außenrande etwa so lang, wie 

7 



32 Pt'etVcr, Krel)se von Siid-üeorfrien. 

der Iiineiir;iii(l dos 1., die Distalkaiite su laii^ wie die äußere. Das 
stanze Glied ist (wenn es gehörig zur Geltung kommt, was auf der 
Zeiclinuiig Taf. 1 , Fig. 1 d nicht ganz der Fall ist) von etwa anderthalb- 
facher Größe des i. Gliedes. Das I. und 5. Glied zusammen machen 
etwa zwei Drittel von der (iröüe des Handgliedes aus. Dies hat einen 
schwach gebogenen Auüenrand und einen graden Innenrand; der grade 
Distalrand stößt mit ihm in einer stumpf gerundeten Ecke zusammen. 
Die Länge des (jlliedes i.st etwa gleich der des o., 4. und 5. zusammen 
genommen, die Breite gleich zwei Dritteln der Länge. Das Endglied 
reicht mit der stärker eingebogenen chitinigen Spitze etwas über den 
Anfang des Innenrandes hinweg. Die Haarbildungen der Gliedmaße 
sind schwach, doch an den charakteristischen Stellen ausgeprägt. Der 
Innen- und Distalrand des Handgliedes ist mit gewöhnhchen Borsten 
versehen ; an der Stelle, gegen welche sich die Spitze des Klauen- 
gliedes einschlägt, steht dicht neben dem Rande jederzeit je ein 
sj)itziger Stachel. 

Das 3. Glied der I?. Gliedniaße ist lang und kräftig, die drei 
folgenden dagegen schwach und klein; das dritte ist ziemlich schmal, 
das folgende scheinbar distal verbreitert; in Wirklichkeit ist jedoch 
die scheinbare Distalkante des Gliedes der vordere Teil der Innenkante, 
der sich von dem hinteren Teile derselben so scharf absetzt, daß das 
Glied hier in eine dreieckige Spitze ausgezogen ist; der vordere 
Teil der Innenkante legt sich gegen das proximale Stück der Innenkante 
des Handgliedes. Außenkante und Distalkante des 4. Gliedes liegen 
in gleicher Flucht; die Außenkante ist kaum angedeutet. Das 5. Glied 
ist ganz kurz, dreieckig, mit wenig angedeutetem Innenrande. Das 
Handglied ist schlank herzförmig; die Außenkante bildet die eine, die 
Distalkante die andere Seite der Herztigur, die Spitze liegt am Ursprung 
des Klauengliedes. Das wesentlichste Merkmal des Handgliedes ist, 
daß der Innenraiid sich halbkreisförmig heruniwölbt und gegen den 
Innenrand des T). und 4. Gliedes legt. Das Handglied ist so lang, wie 
das '2., o., 4. und 5. Glied zusammen genonnnen; die Breite ist gleich 
vier Fünfteln der Länge. Die Haarbildung auf der GHedmaße ist eine 
ganz schwache; an den üblichen Stellen stehen nur vereinzelte Rudimente; 
der Innen- und Distalrand des Handgliedes dagegen trägt zwei dichte 
Reihen von Borsten, die an dem })roxinuilen Teile des Innenrande deut- 
licher zu Büscheln zusammen treten ; am Ursprung dieser Büschel findet 
sich stets eine schwache Einkerbung des Randes. Stachelbildungen siiul 
nicht vorhanden. Zwischen die beiden Borstenreihen schlägt sich das 
Klauenglied der Gliedmaße ein. Dies ist stark eingebogen; es führt 
am Innenrande ganz kleine, hyaline Borstenstifte. 

8 



Pfeffer, Krolise vuii Siid-Georoien. 83 

Das H. und ]. Hei 11]) aar ist gleicli gebildet, etwas dünner und 
nicht so borstig, wie die drei folgendeii. Das :.'. (ilied ist ziemlich 
kräftig, das Ü. dünner und kürzer, das 1. lang, mit einer dreieckigen 
Auszieluing am Distalraiide ; das 5. wieder viel kürzer und schwächer, 
mit einer ähnlichen al)er sdiwächereii Auszieluing; da^ (i. schlank und 
fast so lang wie das 4.; das Klauenglied kräftig und gebogen. Die 
Behaarung ist ziemlich schwach; das 1. zeigt auf der (nach vorn 
gerichteten) AuTjenkante, das 5. auf der Innenkante einige Ausschnitte, 
die Haarbüschel tragen. 

Das 5., (». und 7. Bein paar ist einheitlich gebildet, kräftig, 
stark behaart, an Länge etwas, jedoch nicht bedeutend, zunehmend. 
Die Epimeren der beiden ersten setzen sich mit scharfem Einschnitt 
als rundliche Lappen ab ; das 7. Paar zeigt keine epimeriale Aligliederung, 
sondern das I. (ilied ist eine gleichinäüig halbkreisförmige Platte. — 
Die 2. Glieder sind kräftig, nach hinten mit einer grorien halb-blatt- 
förmigen Verbreiterung versehen; dieselbe setzt sich hvhn o. Paare 
durch einen schwachen Kerbschnitt, beim 6. durchaus nicht, beim 7, 
mit einer sehr kräftigen Auskerbung vom Distalrande des (Jliedes ab. 
Die 2. Glieder sind etwa von der Ausdehnung des Epimers der :L oder 
o. Gliedmaße, etwa so hoch wie breit. Der Hinterrand ist bei allen 
Exemplaren ab und zu eingeschnitten, gleich wie die vorderen Ephneren. 
— Die n. Glieder sind klein. — Die I. Glieder sind kräftig, an der 
Außen- und Innenkante stark gesägt und mit kräftigen Haarbüscheln 
versehen, die Außens})itze des Distalendes ist etwas ausgezogen. — Die 
T). Glieder sind schwächer und kürzer, mit distaler Ausziehung, jedoch 
nur an der Innenkante und an der Spitze der Ausziehung mit Haar- 
büscheln versehen. — Die (i. Glieder sind lang und schlank, in gleicher 
AVeise wie die fünften Glieder behaart. — Die Klauen sind ein wenig 
stärker als bei den beiden voraufgeh enden Gliedmaßen. 

Die Nektopoden haben ein sehr kurzes Grundglied und ein 
sehr langes Hauptglied des Stammes; die Geißeln shid etwa doppelt 
so lang, als das 2. Stammglied, die innere ganz wenig länger, platt, 
schmal. Die Einkerbungen am Rande des proximalen Teiles sind 
ziemlich undeutlich und nahe bei einander stehend, die des distalen 
Teiles schärfer und Aveiter von einander entfernt; es sind etwa 
1 H Kerbglieder vorhanden und ein ungekerbter proximaler Teil, der an 
Länge etwa einem Drittel des ;.'. Stammgliedes gleichkommt. Die 
Schwimmhaare sind länger als der dritte Teil der Geißellänge. 

Die Hai top öden nehmen an Länge stark ab. Das Stammglied 
des 1. Paares ist etwa so lang, wie das 5. Glied des 7. Beinpaares; 
das des 2. Paares ist halb so lang, und das des o. Paares erreicht 

9 



84 Pf'eH'er, Krclisc von Süd-Georgieu 

noch iiiclit die lialhe Länge des betreftcndcii (ilicdcs der ;2. HaltopodiMi. 
Der Auüenast jeder (»liednuiüe ist länger als der Iinienast; beide Äste 
sind an der hinteren Kante mit einigen ein/einen Stacheln nnd am 
Ende mit mehreren, nändicli 2 oder ?i, dicht hei einander stehenden 
gröüeren Stachehi versehen. Am o. Paare ist der Außenast ver- 
sclnvunden. 

(iröüc des ausgestreckten Tieres IC»/) mm. 
Ziemlich viel Stücke, „Tiefe P^bhe, grau-grün, unter Stein(Mi." 
I>ei den jungen Stücken sind die (ilieder der Antcinicngciüeln 
in ganz geringer Zahl ausgebildet und unterscheiden sich in ihrer Aus- 
bildnng kaum von den Stammgliedern; ferner überragen die oberen 
Antennen den Stiel der unteren kaum, sodaü dies Jugendstadiuni auf 
diese Weise den wichtigsten Charakter der Gattung Orchestia aufweist. 

Metopa Sarsii ucxk sjjvc. (Taf. ii, Fig. 3, h mui Taf. in, Fig. 2.) 

Metopa Die allgemeine Gestalt schlieft sich durchaus an die der nordischen 

Metopa- und Montagua-Arten an. Skulj)tur ist nicht vorlianden; ebenso 
sind die Mittelleibs- Segmente durchaus nicht ausgezeichnet. Die 
Hinterränder der Segmente richten sich ein ganz wenig nach hinten; 
die hintere untere Ecke ist ein wenig gerundet, , winklig ausgezogen. 
Die Hinterkante des 1. Nachleibs -Segmentes ist bei den vorliegenden 
Stücken nicht deutlich zu sehen; die der beiden folgenden Segmente 
ist blattförmig ausgezogen, mit hinterer S^jitze. 

Das Telson ist lanzettlich, mit (|uei'em, in der Mittellinie etwas 
eingekerbtem Grunde; es ist dick, seine Seitenränder scheinen etliche 
Stachelzähne zu haben. 

Die Stirn springt in der Mittellinie mit einem stumpfen Winkel 
zwischen die Basis der oberen Fühler. Der Ausschnitt für die letzteren 
ist kräftig; der Backenlai)pen wölbt sich sehr kräftig nach vorn und 
biegt dann in gerundetem rechten Winkel nach hinten und etwas nach 
unten um. Die Augen hatten bei allen drei Stücken ilir Pigment ver- 
loren; sie sind kreisrund, so hoch wie die Dicke der Grundglieder der 
oberen FiUder. 

Das 1 . (died der oljcren Fühler ist länger und besonders 
nach der Basis zu viel dicker als das ;2.; das H. Glied ist wiederum 
viel dümier und erreicht noch nicht die Hälfte der Länge des ;2. (iliedes. 
Die (Jeiüelglieder schließen sich in ihrem Habitus durchaus an das 
letzte (ilied des Stammes an; sie nehmen nach der Spitze zu an Länge 
etwas zu und an Breite ab; das 1. ist ein wenig länger als breit, das 
2, doppelt so lang als breit und so fort; die späteren werden stab- 
förmig, die allerletzten wieder kürzer als die voraufgehenden. Es sind 

10 



Pfeffer, Ki-ebse von Süd-Georgien. 85 

1;2 (leißeliilieder vorhanden. Am 2. Stamnii>lRMlt' und an der Spitze 
der (ieifkd finden sieli einige sehwaehe Haarl)ildungen; tonst sind die 
Fühler kahl. 

Das 1. und ;2. GHed der unteren Fühler ist nach der 
gewöhnlichen Art gebildet; das letztere hat eine sehr kräftige, schuppen- 
förniig vorspringende, untere distale Fcke. Das :>. ist mu- ganz wenig 
länger als das ;,'., zylindrisch. Das 4. ist sehr lang, das 5. etwas 
weniger lang und etwas weniger dick. Die darauf folgende Geißel 
schließt sich, wie hei den oberen Fühlern, im Habitus durchaus an den 
Stamm an. Es sind 1 ;i Geifielglieder vorhanden, die alle sehr viel 
länger als breit sind; auf der oberen Fläche der Geißel und am Ende 
stehen einige vereinzelte Haarbildungen. 

Der Oberkiefer hat einen kurzen, dreigliedrigen, am Ende 
beborsteten Taster, dessen letztes Glied sehr kurz ist. 

Die ersten Maxillen haben eine kurze Innenlade, deren 
Behaarung ich nicht erkennen kann. Die Auüenlade ist von mittlerer 
Größe, wenig gebogen, von gewöhnlicher Form und zeigt am Ende fünf 
sehr lange, wenig gebogene, spitze, kräftige Stacheln und an der inneren 
Ecke einige steife Haare. Der Taster ist zweigliedrig; das 1. Glied 
kurz, das 2. lang, eiförmig. Es legt sich völlig an die xAußenlade an 
und überragt deren Distalrand mit den distalen zwei Dritteln ihrer 
eigenen Länge; jedoch reichen die großen Stacheln der Außenlade 
ebensoweit wie der Taster. Der Distalrand ist sehr kräftig und scharf 
gesägt; im Grunde jedes Eindruckes steht eine Stachelborste. 

Was ich voni zweiten Unterkiefer zu sehen vermochte, 
entsprach den gewöhnlichen Befunden. 

Das Segment der Kiefer fuße ist eine trapezische Platte, vorn 
durch eine Kante l^egränzt, deren l)eide Hälften in der Mitte in einem 
Winkel von etwa NO" zusannnenstoßen. Demgemäß springt das I.Glied 
nicht, wie gewöhnlich, tief in das Segment ein. Die Außenkante des 
1 . Gliedes ist etwas länger als die Hälfte der Imienkante. Die Innen- 
lade ist klein, kurz rundlich, nur über zwei Fünftel des Gliedes hinweg 
reichend, am Distalende mit zwei kräftigen Borsten. Von einei- Be- 
haarung des eingeschlagenen Randes mit Fiederl)orsten konnte ich nichts 
sehen, obgleich das Bild recht klar war. Das ',2. Glied ist sehr lang. 
Die Außenlade ist nur ausgeprägt als die zugerundet dreieckige, etwas 
vorspringende distale Ecke, welche am Innenrande drei Borsten trägt. 
Die folgenden Glieder sind etwas schmaler als das '-2., die drei folgenden 
verlängern und verschn)älern sich etwas; am Innen- und Vorderrandc 
haben sie einige Borsten, besonders das vorletzte. Die Endklauc ist 

11 



8fi Pfeffer, Krebse von Siul-Geortfien. 

selilank. so lan,-; wie das voraii%oheiKle Glied, au dei- liiuenkaute mit 
km/eu. steilen Haaren bestanden. 

Das 2. (ilied der 1. Gliediiiaüe ist lang und seiir seidank; das 
folgende ist kurz, der Innem'and länger, der Auüenrand kürzer als die 
Breite des (iliedes; das folgende (ilied mit ganz kurzem Auüen- und 
langem Innenrande, die distale innere vorspringende Ecke mit einem 
Borstenbündel besetzt; der distale, ganz auf die Auüenseite gerückte 
Rand ist selir lang; das T). Glied ist ])reit, der Auüenrand doppelt so 
lang als der innere, an der Innen- und Vorderkante nn't langen Borsten 
bestanden. Das Handglied sitzt mit breiter Basis auf und bat einen 
amiäbernd bogenförmigen Umriü ; der Distalrand ist mit einer lockeren 
Reibe ziemlich kurzer Borstenstifte bestanden. Die Klaue ist sebr schlank, 
mäßig gebogen, von etwas melir als halber Länge des Handgliedes. 

Die '2. Gliedmaüe ist viel länger und kräftiger als die 1., zeigt 
aber im übrigen durchaus entsprechende Merkmale; nur ist das dritt- 
letzte (ilied im Verhältnis viel kürzer. Das Handglied verbreitert sich 
von seiner Basis bis an die mit einem kleinen, s})itzen Zahn versehene 
Innenecke des distalen Teiles des Innenrandes ; dieser ist doppelt so lang 
wie der proximale und etwas gebogen, während Innen- und Auüenrand 
grade ist. Der distale Innenrand ist mit einer lockeren Reihe von 
kurzen Borstenstacheln Ix'setzt ; die Klaue ist sehr schlank, mäßig gebogen 
und reicht über die äußeren drei Viertel des distalen Innenrandes. 

Fiu- den Typus der drei folgenden Beinpaare schüdere ich das 
4. Paar. I^s hat ein ziendich scbhudies 2. Gbed, dem ein ganz kurzes a. 
folgt; das 4. erreicht an Länge etwas mehr als ZAvei Drittel und an 
Breite etwas mehr als die Hälfte des 2. Gbedes; an der äußeren distalen 
Ecke ist es in eine kräftige, dreieckige Spitze ausgezogen. Das A . Glied 
ist halb so lang und etwas dünner als das 3., gleichfalls mit ausgezogener 
Ecke. Das (i. ist etwas schlanker und hat die halbe Länge des G. (iliedes. 
Abgesehen von schwachen Haarbildungen sind die in regelmäßigen Ab- 
ständen auf dem Innenrande des dritt- und vorletzten (iliedes stehenden 
kräftigen Borstenstacheln hervor zu heben. 

Die zweiten Glieder der drei folgenden Beinpaare haben nur 
schwache Verbreiterungen ; proximal ist die ^^'rbreiterung etwa so 
breit wie der eigentliche Stannn des (iliedes, distal wird sie niedriger; 
das verbreiterte Glied hat im allgemeinen eine schlank elliptische Form. 

Länge 3,1 mm. 

Es sind im ganzen 3 sehr mäßig erhaltene Stücke vorhanden, 
voif denen das schlechteste zur Beschreibung der Einzelheiten der 
(iliedmaßen benutzt wurde. Eine Notiz über eines der Stücke lautet: 
Tiefe Ebbe. 

12 



Zsehauii. 



Pfeffei-, Kiohse von Süd-fleoigien. 87 

Anonyx Zsehauii now npec. (Taf. ii, Fig. i.) 

Die Gestillt ist sehr liocli geAvölbt, indem die Höhe der Se»- Anonyx 
mente wie der Epiraeren nach der Mitte der Körperlänge zu stark 
wächst. Die Ringe des Mittelleihes wachsen derart, daß die letzten 
drei Ringe mehr als die doppelte Höhe des ersten Ringes haben. 

Die Hinterkanten der ]N[ittelleibs-Ringe ricliten sich sehr schräg 
nach hinten; die untere hintere Ecke zieht sich an allen Segmenten 
nach hinten in einen kleinen, gerundet-dreieckigen Lappen aus. Die 
Ventralkante der ersten fünf Ringe liildet, wie gewöhnlich, eine grade 
Linie ; bei den folgenden beiden steigt die Ventrnlkante nach vorn herab. 

Die drei ersten Ringe des Nachleibes entwickeln grosse epi- 
meriale Lappen; der Hinterrand des ersten setzt sich vom Hinterrande 
des Ringes in weitem Bogen ab; er ist breit blattförmig und endigt 
rundlich, mit kaum angedeuteter Hinterecke. Der Lappen des 2. Seg- 
ments setzt sich kräftiger ab; er ist größer, noch l)reiter blattförmig 
und hat eine rechtwiidvlige Hinterecke, in welcher der schwach kon- 
vexe Unter- und Hinterrand zusammen stoßen. Der ü. Nachleibsring hat 
die häufig vorkommende kappenartige Form; sein epimerialer Lappen 
setzt sich rechtwinklig vom Segment ab und endigt gerundet recht- 
winklich mit gebogener Ventral- und Hinterkante. Der 4. Nachleibsring 
ist tiir die Art am meisten charakteristisch. Der vorderste Teil des 
Rückens liegt, wie in der Gattung gewöhnlich, zunächst in der Flucht 
des vorangehenden Segmentes, fällt dann aber plötzlich ab, um sich 
kurz darauf wieder zu erheben; dieser Anstieg ist kielartig zusammen 
gedrückt; hier auf der höchsten Höhe des Segmentes erhebt sich 
plötzlich ein Dorn, dessen Vorderkante senkrecht abfällt, während dies 
nach hinten allmählich geschieht, und dieser Abfall allmähhch in den 
des ganzen Segmentes übergeht. Der Teil hinter dem Dorn ist nicht 
zusannnen gedrückt. Das '). Nachleibs-Segment ist klein, mit rundem 
Rücken. Am (1. setzt sich der Rücken von den Seiten durch zwei 
kleine aber sehr scharfe, hochstehende Leisten ab ; zwischen beiden ist 
der ganze Rücken von einer Längsgrube eingenommen. Das Telson 
ist dreieckig blatttormig, durch einen Schnitt mit parallelen Wänden 
bis fast auf die Basis geteilt; die Spalthälften sind schmale, etwas ver- 
jüngte, kammzahnartige Blättchen. 

Die Epimeren sind groß, wenn auch nicht ganz in dem Maße 
entwickelt, wie l)ei A. feromatus. In der Mitte der Segmentlänge 
gemessen, verhalten sich die H()hen der Segmente zu denen der Epi- 
meren l)eim 1. und 2. fast wie 1:2; beim o. wie 1 : l'a; beim 4. wie 
1 : 1 ' 3. Das 1. Epinu'r schiebt sich stark nach vorn über einen Teil 

13 



38 l'feflfer, Krel)se von Siid-Gcoroficn. 

des Kopfes hinweg; sein Vorclerrand ist etwas konkav, die vordere Ecke 
f^erundet-spit/winklig, der Ventralrand mäßig gerundet; der frei liervor- 
tr(>tende Teil dieses Kandes ist so lang, wie der des 2. und 8. Epimers 
/usannnen genommen. Die drei folgenden Epimeren wölben sich, die 
ersten schwach, das 4. kräftiger konvex, nach vorn ; die vorderen 
Winkel sind gerundet, beim letzten stumpfer; die Ventralkanten sind 
fast grade, ganz schwach konvex. 

Die Stirn laut ihre beiderseitigen graden Kanten in der Mitte 
in (nnem durchaus niciit ausgezogenen Winkel von etwa 140" zusammen 
stoüen. Der Ausschnitt für die großen Fühler ist kräftig. Der Backen- 
lajjpen wöll)t sich mit konvexer Kante sehr kräftig nach vorn und 
bildet einen zugerundeten spitzen Winkel. Das Auge ist außerordentlich 
groß ; es reicht mit Ausnahme eines kleinen oberen und eines noch 
kleiner(Mi unteren freibleil)enden Stückes id)er die ganze Seite des 
vorderen Kojjfteiles. Es ist unregelmäßig biscuitförmig ; ' der obere Teil 
kürzer und schmaler als der untere. 

Die Fühler sind kurz; die oberen etwa so lang wie die Rücken- 
linien der drei ersten ISIittelleibs - Segmente ; die unteren reichen, nach 
vorn gerichtet, immer ein Stück weiter als die oberen; bei einigen 
übertreffen sie die oberen an Länge nur wenig, bei anderen sind sie 
dagegen so lang wie die Rückenlinie des Ko])fes ])lus den sechst ersten 
Ringen des Mittelleibes. Ob dies Verhalten mit dem Geschlecht zu- 
sammenhängt, habe ich nicht feststellen können. 

Das I. Glied der oberen Antennen ist, wie bei der Gattung 
gewöhnlich, gioß und dick; oben innen hat es eine scharfe Kante; 
diese ist doppelt so lang wie die Breite des (Jliedes, während der 
ünterrand nur das nnderthalbfache der (iliedbreite erreicht. Die beiden 
folgenden Glieder sind klein und kurz, ringförmig, an P)reite stark ab- 
nehmend. Das T). /('igt eine deutliche Längsteilung ; von jeder Teilhälfte 
entspringt eine der l)eiden Cieißeln. Das 1. Glied der Hauptgeißel ist 
groß und ziemlich dick ; es trägt auf seiner Imienfiäche einen dicken 
Busch von Haaren , der sich aus acht Qnerreihen zusammen setzt. 
Die folgenden H) Glieder der Hauptgeißel erweitern sich distal etwas; 
die meisten (ilieder sind bi'eiter als lang, die distalen länger als breit; 
auf der Innenfläche findet sich kurz vor dem Distalrande eine Querreihe 
von Haaren. Die Nebengeißel hat ein großes (irundglied von mehr 
als doppelter Jjänge seiner Breite; dann folgen sechs andere Glieder, 
die ebenso i>('bant sind, wie die der Hauptgeißel, doch nur die halbe 
Breite haben. 

Das 1. (ilicd der unteren Fühler ist ziendich lang und dick; 
das 2. lüldet eine nur auswärts ausgebildete ziemlich kurze Schuppe; 

14 



Pfeffer, Krebse von Snd-Geor<)ien. 39 

das B. Glied ist schlank, etwas länger als das 1,; das 4. ist dicker 
und etAva eben so lang wie das 8., das 5. wieder etwas kürzer und 
dünner. Die Oberseite des 4. und 5. Gliedes ist dicht mit borstigen 
Haaren bestanden ; auf der Unterseite finden sich einige wenige einzelne 
Borsten, besonders an einer ventralwärts vorgezogenen Stelle des 
4. Gliedes. Das 1. Glied der Geißel ist groß, von anderthalbfacher 
Länge der eigenen Breite; die meisten folgenden der etwa 17 Glieder 
sind etwas breiter als lang, die distalen länger als breit. 

Der Oberkiefer zeigt keine besonders bemerkenswerten Eigen- 
schaften; die Kauspitze ist, wie gewcihnlieh in der Familie, stark ver- 
breitert, unten mit einem oder zwei kleinen Zahn-Einschnitten. Die 
Innenschueide ist am rechten Kiefer nicht zu bemerken, am linken 
lang, gebogen, von der Form eines schlanken Nagetier-Schneidezahnes, 
am Ende gezähnelt. Die Borsten sind klein. Der Taster ist lang, das 
2. Glied von anderthalbfacher Länge des letzten; das vorletzte auf der 
distalen Hälfte des Innenrandes beborstet, das letzte am ganzen Rande- 
an der Spitze stehen einige stärkere Borsten. 

Die Unterlippe ist fast bis auf den Grund ehigeschnitten ; der 
seitliche Fortsatz beginnt nahe dem freien Ende der Lippe, klappt 
sich dami um und verläuft direkt nach hinten, sich nach dem Ende 
zu plötzlich zuspitzend und den Grund der Unterhppe überragend. 

Die Innenlade des l. Unterkiefer-Paa}'es ist kurz, ziemhch 
spitz zulaufend, am Ende mit zwei nicht grade langen, al^er sehr starken 
gefiederten Haaren versehen. Die Außenlade ist lang und ziemlich 
schlank, ihr Ende trägt auswärts einige ganz besonders starke, vor der 
Spitze mit einem oder mehreren ganz groben Sägezähnen versehene 
Stacheln; nach innen stehen ganz wenig (2) sehr tlache, ziemlich grol) 
und scharf gesägte Stacheln, deren innerster fast bandförmig zu nennen 
ist. Der Taster ist, nach der gewöhnlichen Art zu reden, zweigliedri,"- • 
doch bemerkt man auf der oralen P'läche noch außerdem ein Grund- 
ghed. Das distale Ghed ist lang, kurz vor seinem Ende am breitesten, 
am Ende selbst mit einer Reihe von etwa 14 kurzen und dicken, ganz 
dkäht neben einander, stehenden Stacheln versehen. 

Das 2. Paar der Unterkiefer des präparierten Stückes ist 
ganz außerordentlich belehrend; es zeigt das völlig erhaltene Segment 
der Gliedmaß(>. welches hinten als eine breit dreieckige Platte aus- 
gebildet ist und sich von da ein schlanker zweiteiliger Strang zwisclien 
die Grundgheder der Gliedmaße einschiebt. Auch hier zeigt, ebenso 
wie bei den Kieferfüßen, das (irundglied eine proximale Abgliederung, 
deren quere distale Abgrenzung auf beiden Seiten durchaus überein- 
stimmend ausgebildet ist; erst distal von diesem liegt das große Glied, 

15 



90 Pfeffer, Krel)se von Süd-ficorfricn. 

von (lein die IiiiiohIikIc ('iits])riii<it Es lo^t dicsci' Befund, verbundien 
mit nianclu'u iindci'en, die in der vorliegenden wie in der Arbeit über 
di(! Süd-Cieorgien-Isopoden l)es]iroclien sind, die Vermutung nalie, daß 
die Inueulade in der Tlint vom ;2., die Außenlade vom IJ. Segment 
ents])ringt. — Die Inneulade ist nur ein Drittel so breit wie die iiußcre 
und reicht nur über die proximalen zwei Drittel dov Anf.'cidndc liinw(\ü. 
IJeide Lüden Inufen spitz zu. Von der Ecke der Inncnbidc ;ni über 
«'inen grol.'cn 'i\'ii des Innt'urandes liin steht eine groi.'e Anz;ihl von 
schlanken, an der Spitze etwas eingekrümmten hyalinen Borstenstacheln ; 
das proximale Ende der Eeihe wird von einer einzigen, sehr großen 
stachelartigen Borste mit sehr starker Wimpeiung gebildet. Der 
proximale Teil des Innem-andes ist dicht mit sehr leinen Haaren be- 
standen. Das distale innere Ende der Auüeidade trägt sehr viele 
große und schlanke, gekrümmte, ganz außerordentlich fein gekämmte 
Borstenstacheln ; einige scheinen keine Kammzähne zu haben. 

Das 1. (ilied der Kieferfüße ist ganz außerordentlich groß, 
es springt mit mehr als der Hälfte seiner Länge in das Segment hinein; 
dieser einspringende Teil ist von dem frei entwickelten durch eine 
quere, einer Artiknhitionskante der andern Glieder gleichende Kante 
abgegrenzt. Der freie Teil des 1 . Gliedes ist annähernd quadratisch. 
Das zweite Glied ist an seiner Außenkante halb so lang wie der freie 
Teil des 1. Gliedes, Das 3. Glied ist nur von der halben Breite des 
2,, an seine]- Außenkante fast so lang, wie die Außenkante des 2, mit 
der freien Anßenkante des 1, zusammen genommen; die Länge der 
Innenkante ist etwa gleich drei Siebenteln der Außenkante, so daß 
das Glied einen außerordentlich schräg gerichteten Vorderrand erhält. 
Die distale äußere Ecke ist ein wenig spitz ausgezogen und zugerundet. 
Das 4, Glied ist distalwärts etwas verbreitert; sein Außenrand ist 
wenig länger als der Lnienrand des vorangehenden Gliedes, und der 
Innenrand etwa so lang wie der Außenrand des n. Gliedes. Das vor- 
letzte (ilied ist schmaler und erreicht etwa zwei Drittel der Länge des 
4, Gliedes, Die Klaue ist schlank, wenig geki'ümmt und erreicht etwa 
zwei Fünftel der Länge des v'orletzten Gliedes. 

Das 1, Glied hat innen kurz vor seinem distalen Rande eine 
kleine Reihe von Haaren ; die folgenden Glieder sind an den Innen- 
und Distalkanten mit langen Haaren versehen; an den äußeren distalen 
Ecken stehen einige stärkere Borsten, Auf dem Innenrande der Klaue 
findet sich eine Reihe kleiner stiftartiger Borsten. 

Die Laden sind ganz außerordentlich lang; die innere reicht fast 
bis an das Ende des 1,, die Außenlade bis an das Ende des 2. Taster- 
gliedes, Der Distalrand der Innenlade ist grade abgeschnitten; er 
trägt drei ganz kurze, stu]n])fe Stachelhöcker; der eingeschlagene Innen- 

16 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 91 

rand träst eine nroüe Aiizalil ziemlicli fester, sehr lauster und dicker 
Fiederhaare , welche in Säge-Einsclniitt 'n des Bandes stehen. — Der 
Distah-and der Auüenlade liat zu äußerst einige kräftige, gehogene, 
hyaline Stacheln; von da an zieht den ganzen Distal- und Innenrand 
entlang eine Reihe kleiner, rundlicher, dicht nehen einander stehender 
Höcker, sodaß es den Anschein gewäln-t. als oh der ganze Rand fein 
gekerht wäre. Eine knrze Strecke vom Innenrande entfernt und 
l)arallel mit ihm läuft eine Reihe von kleinen Stachelborsten auf der 
Aboraltläche. 

Das 1. Paar der Mittelleibs -Beine hat ein sehr starkes 
;?. Glied. Ghed ?^ . 4 und H sind kurz und kräftig, die beiden ersten 
innen, die letzteren außen sehr viel stärker entwickelt. Das f). Glied 
entsendet an seiner inneren distalen Ecke einen Fortsatz, der sich an 
den Innenrand des Handgliedes anlegt. Das Handghed ist annähernd 
rechteckig, doppelt so lang wie breit; der Außenrand ist grade, der 
Innenrand zuerst konvex, dann konkav gebogen; kurz vor dem distalen 
Ende bildet der Innenrand eine scharfe Ecke von etwa TH"; hier 
stehen distalwärts gerichtet zwei kurze, spitze, sich gegenüberstehende 
Dornen frei hoch; der Distalrand selber ist mit kurzen, dicht neben 
eüiander stehenden Stiftborsten bestanden. Der eigentliche Distalrand, 
von dem die Klaue entspringt, ist kurz und viereckig vorgezogen. Die 
Klaue ist kräftig, etwas länger als der distale Teil des Innenrandes. Das 
?. Glied zeigt nur einige schwache Borstenbildungen; das 3, ist auf der 
Iimenseite, besonders an der Distalecke. kräftig beborstet; das 4. Glied 
auf der distalen Hälfte des Innenrandes, das 5. an der distalen Außen- 
und Innen-Ecke; das G. an zwei Reihenzonen auf der Außenseite nahe 
dem Innenrande und am Ursprung der Klaue. 

Das 2. Paar hat ein sehr langes, schlankes 2. Glied, dem ein 
halb so langes noch schlankeres 3. Glied folgt. Die drei folgenden 
Glieder sind eigentümlich umgel)ildet; der Innenrand des ganz kurzen 
4. (ihedes ist in einen rundlichen, sammetartig behaarten Lappen aus- 
gezogen. Das 5. Glied ist ziendich lang; sein Aussenrand ist länger 
als der innere und wölbt sich proximal sehr weit herum ; der Innenrand 
ist scharf, dünn . durchsichtig, der Außenrand mit dichtem Sammet 
bekleidet; an seinem distalen Ende steht außen ein Borstenbusch. Das 
n. Glied ist klein, hat einen fast graden, schwach konkaven Iinienrand, 
einen gewölbten Außenrand und einen graden Distalrand . der in den 
Außenrand bogenförmig übergeht, während er mit dem Innenrande 
einen scharfen Winkel von etwa 80 ^^ bildet. Auf dem gnißten Teile 
seiner beiden Flächen ist er mit einem dichten Filz besetzt. Nahe dem 
Distalrande steht ein Busch sehr kräftiger, von auß(Mi nach innen an 

17 2 



92 Pfeffer, Krebse von Süd-Geoicrien. 

Größe abiiehmendor , einwärts gekrümmter und die Distalkante des 
Gliedes weit überragender Borsten. 

Das 9,. Glied des 3. und 4. Paares ist lang und schlank, das 
?K kurz und dünn, bogenförmig, das 4. nicht so lang wie das 2., 
trapeziscli. mit schrägem Proximal- und I)ist;ilrande; die Ecke des 
letzteren ist nach auruMi vorgezogen. Das r». ist von ähnlicher Form, 
aber kürzer und von nicht viel mehr als der halben Dicke. Das 

0. Glied ist noch dünner und ebenso lang wie das f).; die Klaue zeigt 
die gewöhnliche Bildung. Die Behaarung ist schwach und zerstreut. 

Die drei folgenden Gliedmaßenpaare sind kräftiger; sie nehmen 
an Länge zu; alle haben sie sehr breite und hohe erste und zweite 
Glieder. Glied 3 ist kurz und kräftig, 4 und T) stark, ersteres mit nach 
außen ausgezogener distaler Ecke; Glied (1 anul 7 schlank. Die Grund- 
glieder werden vom ä. zum 7, Paare kürzer, ;ille andern Glieder länger. 

Die ersten Glieder sind ganzrandig; das des 5. Paares ist so 
lang wie hoch, ebenso hoch wie das 1. Epimer, in der Mitte sehier 
Länge gemessen, mit konvexem Vorder- und Hinterrand; das des 
G. Paares ist niedriger und nur von halber Breite; sein in der Zeichnung 
nicht sichtbarer Vorderrand ist parallel dem Hinterrande schwach 
konkav. Das 1. (ilied des 7. Paares ist noch niedriger; es hat kehien 
Vorderrand mehr, sondern der stark konvexe Ventralrand zieht sich 
schräg nach vorn bis zur vorderen proximalen Ecke. — Die Vorder- 
ränder der zweiten Glieder des 5., (k und 7. Paares sind ziendich 
grade, die Innteren gewölbt, der des (J. am wenigsten, der des 7. am 
meisten; die blattförmigen Verbreiterungen enden distal mit kräftigem, 
gerundeten Lappen, 

Das 1. Glied des 1, Nektopoden ragt weit, das des 2. weniger 
weit und das des n. nicht unter den Hinterleibs -Ringen hervor. Die 
Schwinunäste sind sehr lang, so lang wie die Höhe der großen Epimeren. 

Das Grundglied der 1. H alt op öden ist so lang wie die beiden 
Endglieder des * 1. Mittelleibs-Beinpaares, das des 2. nur die Hälfte des 
1 .. und das 3. nur die Hälfte des 2. Paares. Von den Asten ist am 

1. und 2, Paare der innere um ein ganz weniges kürzer als der äußere; 
beim 3. ist dies indessen schärfer bemerkbar. Die Spaltäste der ersten 
beiden Paare sind glatt, die des 3. mit langen, gewimperten Haaren 
versehen und auf der Längskante des Außenastes mit kleinen Punkt- 
stacheln bewehrt, 

Länge des ausgestreckten Tieres von der Stirn l)is zum Ende 
des Telson: 15, ,5 mm. 

Diese Art war in dei- allgemeinen Ausbeute der Station nicht 
vertreten, land sich aber unter aiuleren, Hei'rn Zchau gehörigen Sannnel- 

18 



fomovatu.s. 



Pfeffer, Krebse von Sikl-Genrofien. 93 

Objekten von Sü(l-(ieoroien vor, welcher die Stücke freundlichst dem 
Museum überließ. 

Anonyx femoratus non sper. (Tnf. ii, Fio-. 2.) 

Der Köri)er zeigt die bei der Gattun,!!; meist auftretende hoch- Anonyx 
gewölbte Form, ist jedoch nicht ganz so hoch wie der oben beschriebene 
x\nonyx Zschani. Die Körperringe sind weder durch Skulptur noch 
Kiele ausgezeichnet, sondern zeigen einen gerundeten Rücken mit im 
allgemeinen gradem Rücken -Kontur; nur die Nachleibsringe . zeigen 
charakteristische Bildungen. 

Die Ringe des Mittelleibes sind annähernd gleichmäüig 
ausgebildet; sie wachsen an Höhe; ihre ventralen Ränder bilden an 
den fünf ersten Ringen eine gerade Linie; der (!. und 7. Ring setzt 
etwas tiefer an. Die Hinterkanten der Ringe weichen zurück; ihre 
Ecken mit der Ventralkante sind spitz zugerundet nach hinten ausgezogen. 

Die Epimeren sind in außerordentlicher Stärke ausgebildet, 
sie sind immer doppelt so hoch wie das dazu gehörige Segment; das 1. 
überragt ein großes Stück des Koj^fes; sein Vorderrand ist zunächst 
grade und geht dann in stumpf gerundetem Winkel in den gerundeten 
Ventralrand ülier. Das 52. und .'"!. Epimer sind gleich gebildet, der 
ziemlich grade, ganz schwach konvexe Vorderrand geht in gerundetem 
recliten Winkel in den ziemlich graden Ventralrand über. Der Vorder- 
rand des 4. Epimers ist etwas stärker konvex, der vordere Winkel 
mehr gerundet, der Ventralrand stärker konvex; der Hinterrand ist 
charakteristisch, indem er dem Vorderrande des 3, Gliedes der 4. Ghed- 
maße folgt, also eine starke Konkavität aufweist; an der Stelle, wo 
diese Konkavität mit der Konvexität der Ventralkante zusammen stößt, 
entsteht ein bemerkenswertev. scharfer, rechtwinkliger Zahn. Es nmg 
bemerkt werden, daß dies Merkmal der ganzen (iattung zukommt. 

Die Ringe der Nektopoden sind, wie gew()hnlich, die höchsten 
und längsten des Tieres; der epimeriale Lappen ist als blattförmiges 
Stück ausgebildet; die hintere Ecke des M. Nachleibs-Segmentes ist in eine 
kräftige, nach hinten und oben gebogene, zahnartige Spitze ausgezogen. 

Das erste Segment der Haitopoden ist auf der Dorsalfläche 
plötzlich tief und kerbartig eingesattelt ; dahinter erhebt sich der Rücken 
zu einem gerundet kielförmigen Grat. Die beiden folgenden Ringe 
haben wieder die gewöhnliche, platte Bildung; der zweite ist dorsal 
fast gar nicht entwickelt. 

Das Telson ist ganz außerordentlich klein, ein wenig länger 
als breit, rechteckig mit etwas konvexen Seiten, das Distalende ab- 
gestutzt und ganz schwach ausgeraudet. 

19 2* 



94, PfffH'er, Krebse von Süd-Gooigien. 

Ein großer Teil des Kopfes ist unter dem 1. Epinier verborgen. 
Die ziemlich ])reite Stirn bildet vorn in der Mittellinie einen stumpfen 
"Winkel, der sieb nicbt zwischen die Fühlerwurzeln einschiebt; im Protil 
gesellen, macht dies freilich den Eindruck, doch hängt dies mit dem 
auf der Seite des Kopfes sehr tief entwickelten Fühler -Ausschnitte 
zusammen. Der Backenlappen ist nicht bedeutend, aber charakteristisch 
entwickelt als dreieckige, vorn gradlinig begrenzte, schwach zugerundet 
rechtwinklige Platte. Das Auge ist sehr groü. seine Höhe gleich zwei 
Dritteln der Koi)fhöhe; bohnenförmig, oben spitzer, unten schmaler, 
mit verhilltnismäüig großen Fassetten. 

Die oberen Fühler sind ein wenig länger als Kopf plus erstes 
Segment; die unteren ragen, nach vorne gestreckt, ein Stück über das 
Ende der oberen hinaus. 

Das 1. Glied der oberen Fühler ist doppelt so lang wie dick; 
das zweite ist ein ganz kurzer, sich distal stark verjüngender Ring; 
der 3. ist noch kürzer, auf der Ventralseite kaum entwickelt, sich 
wiederum distal stark verjüngend. Das 1 . (leißelglied verl)indet in Form 
und Größe Stamm und Geißel; es ist doppelt so lang wie dick. Die 
Geißel besteht aus etwa l'i Gliedern, die am proximalen Teile der 
Geißel etwas breiter als lang, am distalen etwas länger als breit sind. 
Die Nebengeißel kommt an Länge nicht ganz der Hälfte der Haupt- 
geißel gleich; sie hat 5 Glieder, deren erstes sehr lang ist; das zweite 
hat etAva die hallie Länge des 1 . ; die folgenden werden etwas kürzer 
und sehr viel dünner. Die Innenfläche der Fühler zeigt dieselbe Haar- 
bildung wie bei Anonyx Zschaui. 

Vom Stamme der unteren Fühler sind nur die beiden distalen 
Glieder zu erblicken, welche, . nach vorne gestreckt, soweit reichen, 
wie die vier proximalen (ilieder der oberen Fidder. Das vorletzte ist, 
besonders auf der Unterseite, schwach filzig behaart; am Vorderrande 
stehen einige Borsten. Das letzte Stammglied ist glatt, dünner als 
das vorletzte, etwa dreimal so lang als breit Die Geißel hat etwa 
20 Glieder, welche länger als breit sind. 

Das 1. Paar der Mittelleibs -Beine hat ein distal nicht 
verjüngtes Handglied mit mehreren Dornstacheln an der Stelle, gegen 
die sich die Si)itze der Endklaue einschlägt. — Das Endglied des 
2. Fußpaares ist etwa so breit wie lang, dreieckig mit distaler Basis, 
die Seiten kräftig konvex, am distalen Ende mit einem Büschel starker, 
gelber, gebogener Borsten; das vorletzte (illicd hat fast die dreifache 
Länge des letzten; es ist halb so breit wie lang; der x\ußenrau(l ist 
sehr schwach, der Inneiu-and sehr stark konvex. — Das 3. und 
4. Beinpaai- ist gleich gcl)il(lct. sclibiiik; das 4. Glied behaart, distal 

20 



Pfeffer, Krelise von Süd-Georo^ien. 95 

und außen ausgezogen, das (i. auf dem Innenrande mit einer Reihe 
kleiner Stacheln. 

Das 5. Paar zeigt ein ganz außerordentlich großes 1. Glied 
von der Bildung der vorangehenden Ejumeren; seine Länge ist über 
zwei Drittel der Höhe des 4. Epimers und seine Breite ein wenig 
größer als seine Länge; seine Vorderecke ist sehr stumpf zugerundet; 
die untere hintere Kante ist eine schräge Abstutzung für die Insertion 
des 5. Gliedes, Die 1. Glieder der folgenden Paare nehmen an Höhe 
und Breite kräftig ab. 

Das 2. Glied des 5. Paares ist verhältnismäßig kurz (etwa "'/s 
der Länge des 1 . Gliedes) und etw^as breiter als lang, stellt also eine 
ziemlich große, unregelmäßig viereckige Platte dar; Vorder- und Hinter- 
rand sind kräftig gebogen; der Oberrand steigt schräg nach oben und 
unten; der Unterrand zeigt ehie ziemlich schwache Auskerbung. -- 
Das 2. Ghed des 0. Paares ist länger und schlanker als das des 
5. Paares; das des 7. Paares ist zu einer gewaltigen, ovalen Platte 
entwickelt. — Die übrigen Glieder der drei letzten Mittelleibs -Glied- 
maßen ähneln denen der beiden vorangehenden, sind jedoch etwas 
kräftiger. 

Die übrigen Merkmale können vorläufig nicht angegeben werden, 
da nur zwei Stücke vorliegen und, abgesehen davon, daß keines der- 
selben geo})fert Averden soll, die Brüchigkeit des Materiales selbst ein 
Eingehen auf Merkmale verbietet, die im allgemeinen sonst am unver- 
letzten Tiere schon festzustellen sind. 

Länge in der abgebildeten Stellung (vom Kopfende bis zum 
Hucken des 10. Segmentes) 11,6 mm. 

Bovallia fjcn. nov. Atylidarum. 

Körper zusammengedrückt; Rücken vorn zusammengedrückt- Bovaiiia 
rundlich, an den letzten Mittelleibs- und an den drei ersten Nachleibs- ^^°" "°^' 
Ringen gekielt und in kräftige Spitzen ausgezogen. Die P]pimeren 
sind sehr groß , höher als die dazu gehörigen Segmente , nirgends 
be-wimpert. Augen schmal und hoch, schlank bohnenförmig. Fühler 
mit starken Stammgliedern und ziemlich kurzer Geißel; keine Nebeii- 
geißel. Oberkiefer mit kräftigem, dreigliedrigen Taster, ndt Borstenreilie 
und gezähnter Kauspitze. Rand der Innenlade des 1. Unterkiefers 
reichlich mit gehederten Haaren bestanden, Außenlade mit gesägten 
Stacheln; Taster zweighedrig, mit Stachelborsten am distalen Ende. 
Innenrand der Imienlade des :l. Unterkiefers mit gefiederten Haaren. 
Distalra.nd beider Laden mit Borsten. Kieferfüße stark, mit kräftigen 
Laden und sehr kräftigem Taster mit spitzer Endklaue. Innenlade am 

21 



96 Pf'effpr, Krebse von Süd-Cleoiüien. 

Distalrantle mit dicken Zäliiioii , Auüciilade ;iiii Rande mit kleinen 
Stiftstaclieln. Die beiden ersten Beinpaare mit Halbscheereu von etwa 
gleielier Entwickelung; ö., (i. und 7. Beinjjaar mit länglicli blattl'örmigen 
Hüften. Die beiden seitbeben hinteren Kanten jedes Stammgliedes der 
beiden ersten Haitopoden- Paare sowie jedes Spaltastes aller dreier 
Paare nnt kleinen Durneii Ijeselzt. Die ISjjaltäste der beiden ersten 
Paare tragen am Ende zwei kräftige, bocliriclitbare Dornen; die des 
letzten Paares geben in kräftige Dornspitzen aus ; an den ersten beiden 
Paaren ist der Auüenast kürzer, beim letzten Paare sind beide Aste 
gleich lang, kräftig. ISclnvanzschild schmal, blattförmig, bis über die 
Mitte gespalten. 

Bovallia gigantea iwr. spcc. (Tat. i, rij». 5.) 

Bovaiiia Körper kräftig, hoch, dick und ziendich kurz. Die Höhe (von 

gigantea. j^j. RüeJcenfirste des 1. Segmentes bis zu dessen unterster Epimerial- 
kante gemessen) ist nicht ganz gleich einem Viertel der Länge des 
Tieres vom Koi^fschnabel bis zum Ende des Telson, oder gleich der 
Länge des Kopfes und der drei ersten Segmente zusammengenommen. 
Die Körperbreite wächst bis zum 4. Segmente und nimmt dann wieder 
ab. Die Länge und Höhe der Körpersegmente wächst Ins zum ;>. Nacli- 
leibsringe ; die folgenden werden dann Avieder kürzer und niedriger. 

Die fünf ersten Kör per- Segmente haben einen gerundeten 
Eücken; auf dem (j. erhebt sich ein stumpfer Kiel, der auf den fol- 
genden vier Ringen immer schärfer und höher wird. — Die Mittellinie 
der Hinterkante ist an den ersten Ringen des Mittelleibes schwach 
ausgezogen; dies Verhältnis Avird nach hinten inuner deutlicher; am (». 
ist die Auszielmng schon recht bemerkbar und verbindet sich mit dem 
Phide des auftretenden Längskieles zu einem ein wenig vorspringenden 
stumpfen Hügel ; an den drei folgenden Ringen wird durch die hintere 
Ausziehung, verbunden mit dem nach hinten aufsteigenden Kiel, ein 
kräftiger, schnabelartig gebogener, frei nach hinten hochstehender 
Zahn gebildet. Auf dem 3. Nachleibs -Segmente ist der Kiel höher, 
sein Ende jedoch nicht schnabelartig gebogen, sondern sein Hinterrand 
lallt senkrecht ab. Das -1. Nachleibs-Segment ist kräftig eingesattelt, 
so daij der vordere und hintere Teil seines Rückens höckerartig vor- 
springt. Die beiden folgenden Segmente haben einen runden Rücken. 

Die Ventralkante der Mittelleibsringe liegt in derselben 
Flucht; jeder folgende King setzt sich etwas oberhalb der hinteren 
unteren Ecke des voraufgehenden an. Der ('». setzt sich um ein weniges 
tiefer an als der vorangehende, ein Verhältnis, welches zwischen dem 
G. und 7. Ringe noch etwas stärker entwickelt ist. 

22 



Pfeffer, Kreljse von Süd-Georgien. 97 

Die seitlichen Kanten der Mittelleibs- Segmente verlaufen 
kräftig nach hinten gewandt, mit Ausnahme derjenigen zwischen dem 
Kopf und 1. Segment, welche zienüich senkrecht ist; die hinteren er- 
halten einen etwas konvexen Schwung, so dal? die bei allen Segmenten 
auftretende zugerundete spitzwinklige Hinterecke l)eim T). und (i. etwas 
zahnartig vorgezogen erscheint; der Zahn ist auch beim 7. Segment 
geblieben, doch ist der Winkel annähernd ein rechtei-. 

Die vier großen Epimeren wachsen ganz außerordentlich 
stark in Länge uiul Höhe. Die Höhe des 1. Epiuiers (in der Mitte 
gemessen) ist gleich der Länge der Ventralkaike des 5. Mittelleibs- 
Ringes; die Höhe des '2. last gleich der Ventralkante des 4. und 5. 
zusammen; die Höhe des H. ist reichlich so lang wie die soeben an- 
geführten Ventralkanten, und die Höhe des 4. noch ein Stück mehr. 
Die zur Sichtbarkeit tretenden Längen der Epimeren verhalten sich 
(in der Mitte ihrer Höhe gemessen) etwa wie 1 : 1,1 : 1,5: 3. Vorder- 
und Hinterkanten der Epimeren richten sich nacli vorn und zwar vom 
1. bis zum 4. allmählich abnehmend; der Vorderrand des 1. ist ganz 
schwach konkav, der des !2. grade; die folgenden haben einen schwach 
konvexen Schwung, die Ventralkanten sind schwach konvex ; die Vorder- 
ecke des 1. Epimers ist nicht ganz ein rechter Winkel, zugeruhdet; die 
Vorderecken der übrigen und die Hinterecken sind stumpf zugerundet. 

Über die Epimeren der andern Gliedmaßen siehe daselbst. 

Das Telson ist von mäßiger Starrheit, sehr schmal, schlank 
halb-lanzettlich, solang wie das Femoralglied des 5. Beinpaares, zwei 
ein halb mal so lang wie breit; die Seitenränder sind zunächst am 
Grunde etwas konkav, die Spitze etwas ausgezogen ; bis zur Hälfte ge- 
spalten, die Spalte als seichte Furche noch eine Strecke weit über den 
ungespaltenen Teil des Telsons fortgeführt. Die Spalthälften schließen 
dicht an einander. 

Die Länge des Kopfes mitsamt dem Stirnschnabel kommt der 
dorsalen Länge des 5. Mittelleibs-Ringes gleich; die gleiche Entfernung 
findet sich zAvischen seiner Hinterecke und dem hinteren Endpunkte 
der'r dorsalen Längslinie. — Der Schnabel dringt als ein kleiner, drei- 
eckiger, stark nach abwärts gebogener Zahn zwi^^•hen die Fühlerwurzeln 
ein. Die Ausschnitte für die Fühlerwurzeln sind seicht; der Backen- 
lappen springt nur ganz wenig vor, nicht weiter als der Stirnschnabel; 
er ist vorn grade abgeschnitten, seine untere Ecke ist gerundet recht- 
winklig. — Das Auge ist sehr groß, schmal bohnenförmig, fast viermal 
so lang wie breit; es ist länger als der Ausschnitt für die großen 
Fühler und reiclit, im Profil gesehen, oben fast bis zur Eückenkante 
des Kopfes und unten l»is fast an die vordere Kante des Backenlappens. 

23 



98 Pfeffer, Krebse von Süd-Geoigien. 

Der Abstand /wisclitMi beiden Anjien anf der Dorsalfläche ist kaum 
größer als die Augenbreite. 

"Wenn die Fühler naeli vorn gestreckt werden, so reicht der 
Stiel der unteren ebenso Aveit wie der Stiel der oberen; das distale 
Ende des vorlet/teii Stanmigliedes der unteren reicht l)is auf die Mitte 
des vorletzten Stanungliedes der oljeren. Der Stamm der oberen Antennen 
ist so lang wie die Mittellinie des 4., 5. und (». Segmentes, die Geiüel 
so lang wie die Mittelhnie des 4.— -7. Segmentes. Das 1. Ghed ist so 
lang, wie die beiden folgenden zusammen genommen, kräftig, mit einem 
scharten, gezähnten Kiel an der Unterseite. Da, wo sich der Kiel 
absetzt, befindet sich eine wohl ausgeprägte Längskante und zwischen 
ihr und der Kielkante ist der Kiel ausgekehlt. Das 2. Glied ist kürzer 
und dünner, mit ausgekehltem, schwach und unregelmäüig gezähneltem 
Kiel. Das 8. Glied erreicht etwa eni Drittel der Länge des 'J. GHedes; 
es hat nur eine Sägekante. In all diesen Sägekanten, ebenso wie an 
der Ventralseite der Distalkanten der Glieder, stehen Stachelborsten, die 
am 1 . Gliede sehr kräftig sind, bei den folgenden Gliedern länger und 
schwächer werden. Der proximale Teil der Geißel zeigt zunächst ein 
großes Glied, welches auf der Rückenseite fast so lang wie l)reit ist, 
während seine Entwickelung auf der Ventralseite ganz gering wird ; es 
dürfte dies Glied demjenigen entsprechen , welches man bei Isopoden 
noch zum Stamm rechnet. Der übrige Teil der Geißel setzt sich aus 
lauter niedrigen, Drettstein-ai'tigen Scheiben zusammen, von denen innner 
ein ganz niedriger mit einem etwas Iniheren, außerdem auf der V'entral- 
seite in einen Fortsatz ausgezogenen abwechselt. Auf der Kückenseite 
dieser letzteren Ringe stehen einige Avenige, kleine, auf dem Fortsatze 
ein Bündel stärkerer Haare. Außerdem findet sich hinter dem Büschel 
beim c/' <?iii auf einem dünnen Stiele stehendes napfartiges Organ. Der 
Vergle"ch mit andern Geißeln lehrt sofort, daß im vorliegenden Falle 
jedes Geißelglied sich in zwei gegliedert hat. Auf dem proximalen 
Teile der Geißel haben die Gheder nur die Länge von einem Sechstel 
ihrer Breite, nach dem Ende zu werden sie länger und schlanker, und 
es verrwischt sich schließlich fast der Unterschied zwischen beiden 
Arten von Ringen, indem die Fortsätze schwächer werden und die 
andere Art von Ringen Randhaare entwickelt. Die äußersten Ringe 
sind doppelt so lang wie breit. 

Der Stiel der unteren Antennen ist so lang wie seine Geißel 
Das 1 . Glied erscheint im Profil als eine dreieckige, mit der gerundeten 
Spitze nach vorn liegende, am ventralen Teile des Fühleranfanges 
gelegene, schuppenförmige Platte. Über demselben Hegt das im Profil 
dreieckig erscheinende, mit der oberen Kante etwas zahnartig vorge- 

24 



Pffffer, Krel)se von Siid-Gcorgien. 99 

zogene ;?. Glied. Auf der Inuenseito ist das 1. Glied gMriiicht ausge- 
bildet, sondeni der proximale Fühlerteil wird hier vom L'. (ihed gebildet, 
welches auf der Unterseite die spitz dreieckige, scheiiil)ar aus dem 
1. Glied sclnvach zalniartig hervorspringende Schuppe entwickelt. Das- 
3. Glied ist so lang wie d;is 1., das 4. etAvas länger als die vorher- 
gehenden zusannnen genommen; das :>. hat etwa zwei Fünftel von der 
Länge des 4. - An der Distalkante, ebenso an einigen Sägezahn- 
förmigen. schwachen Einsclniitten. d'w auf der Ventralseite der GHeder, 
beim t2. und ii. auch auf der Dorsalseite sich betindcn, stehen etliche 
Borsten. Die Geiüel ist durchaus nach Art der GeiÜel der oberen 
Fühler gebildet. 

Die Oberlippe ist sehr stumpf, halb eiförmig, mit ein wenig 
ausgezogener Spitze, diese ist am freien Rande mit einem dichten 
Kamme ganz kleiner, starrer Haare versehen. Eine Strecke vor der 
Spitze läuft eine quere Zone über die Oberliitpe. Avelche einen nach 
der Spitze der Lippe zu gerichteten ziemlich dichten Kamm längerer 
Haare trägt. 

Oberkiefer. Die stärker chitinisierte Fläche des Molar-Fort- 
satzes ist unregelmäßig oval, mit ausgeschnittenem Rande gegen den 
Gelenkhöcker zu. Die kurzen Stacheln dieses Randes ragen frei über 
den Rand hinaus; in der Fortsetzung dieser Konturen ist die ganze 
MahlHäche mit feinen, sauberen Riefen ül)erzogen. Die Stachelchen 
des gegenüberliegenden Randes stellen, wie gewöhnlicli, über die Mahl- 
Häche zurück schräg auf. Drei lange schlaffe Haare bezeichnen die 
Stelle, welche dem distalen Ende der Imienlade entspricht.. Der innere 
(den Molarfortsatz mit den Schneiden verbindende) Rand der Auüen- 
lade ist mit einer Reihe dicht stehender, gekrümmter, nicht getiederter 
Borsten bestanden. Die beiden Schneiden des linken Kiefers sind wohl 
entwickelt, handförmig, die äußere mit vier, die innere mit fünf rund- 
lichen Zähnen auüer der Haupts])itze. Beim rechten Kiefer ist die 
Außenschneide breiter und trägt außer den oral gestellten noch einen 
ziemlich großen aboralen Zahn; die Innenschneide dagegen ist schmal 
bandförmig mit drei Zähnen. — Der Taster ist lang und kräftig; seine 
Länge ist gleich der anderthalbfachen des Kiefers, vom Gelenkkopf 
bis zur Kauspitze gerechnet. Das i . Glied ist kurz, die beiden andern 
etwa gleich lang; das -2. etAvas zurückgebogen, ziemlich breit, von 
doppelter Länge seiner Breite, mit ziemlich langen und schwachen 
Borsten längs dem Innenrand. Das 3. Glied ist schmal eiförmig, auf 
seinen Innenkanten dicht mit Borsten besetzt; an der Spitze stehen 
deren vier längere und stärkere. 

25 



100 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Das (irund^lied des 1. ITnterkiefers ist an der Außenkante 
deutlich vom Segment und vom 2. Gliede a])<ijesetzt, doi't ist die Distal- 
grenzc nicht deutlich. Die Innenlade ist oval, ihre Innenkanten init 
verhältnisniäüig dicken und kräftigen Fiederhaaren versehen. Das 
:L Glied ist an der AuUenkante /ienilich lang. Die Auüenhide ist von 
der ühli{;hen Form, an der Distalkante mit etwa 10 langen und starken, 
auf der Innenseite mit Fieder/iUmen versehenen, unter sich gleichen, 
hrauneii Stacheln und einer Anzahl von Borsten versehen. Der Taster 
überragt die AuBenlade. Das 1. Glied ist kurz, auÜen vorgezogen und 
an der Fi'ke mit einer langen, starken Borste verseilen, das Endglied 
ist so lang, wie die Auüenkante der Auüeidade mitsamt den Knd- 
stacheln. Es ist am distalen Rande mit einer Anzahl von Borsten- 
stacheln versehen. 

Die Laden des 2. Unterkiefers sind gleich lang, die Iinien- 
lade etwas breiter. Der Innenrand der Innenlade trägt eine Anzahl 
gehedertei-, schlaffer Haare; der Distalrand ist sein- dicht mit Stachel- 
borsten besetzt. Die gleichen Gebilde der Außenlade sind von do])pelter 
Länge. 

Die Kieferfüße sind stark und kräftig chitinisiert und stark 
beborstet. Die Grundglieder und die ;2. Glieder haben die übliche P'orm. 
Die freie Seitenkante des 2. ist etwa gleich einem Drittel der Außen- 
kante des 1. (iliedes; der Fortsatz reicht bis an die Proximalkante 
des 1. Gliedes. Das H. (Tlied ist an der Außenkante etwa so lang 
wie das 1 ., sehie Distalkante hat die Länge von mehr als zwei Dritteln 
der (iliedbreite und ist ebenso lang wie die Außenkante. Das 2. wie 
das o. Glied springt mit der distalen äußeren Ecke etwas vor. Das 
4. Glied hat nicht viel mehr als die halbe Breite des o.; auf der 
Innenseite ist es sehr kiu^z, auf der Außenseite sehr lang; wälu'end 
nämlich die Innenkante etwa gleich der Hälfte der Proximalkante des 
Gliedes ist. so ist die Außenkante doppelt so lang w-ie die Proximal- 
kante. Die Distalkante veiläuft an der Angellinie des 5. Gliedes 
parallel der Proximalkante, wendet sich dann nach außen und distal- 
wärts, so daß der äußere Teil des Gliedes hornartig vorgezogen ist.. 
Das 5. Glied ist so lang wie das Ü. und 4. zusannnen; es setzt sich 
schmal an das 4. an, erweitert sich dann etwas distal; die proximale 
Hälfte seines Außenrandes liegt neben dem hornartigen Fortsatze des 
4. Gliedes. Das vorletzte Glied ist nicht viel mehr als halb so lang 
wie das ;'). Glied. Das Endglied ist eine kräftige Kralle mit starker 
hornl)rauner Sjjitze. — Die Innenlade ragt distalwärts so weit wie die 
Innenkante des 4. Gliedes; sie ist schmal, annidiernd rechteckig, distal 
etwas abgerundet. Auf der Distalkante stehen zu innerst etliche dicke 

26 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georeien. 101 

Stacheln, forner auf der oralen wie ahoralen Fläche kurz vor dem 
Eande eine Reihe von Borsten. Der umgeklappte Innenrand der Lade 
zeigt lange, schlaffe Fiederhaare. — Die Auüenkante reicht distal etwas 
weiter als die AuTienecke des O.Gliedes; der Innenrand ist grade, der 
Auüenrand ist konvex; die gniüte F)reite liegt etwas distalwärts von 
der Hälfte der Länge. An der Außenkante his zur Spitze stehen 
lange, schlaffe, getiederte Haare ; auf der Oraltiäche, nahe dem Innen- 
rande, dicht nehen einander stehende, knize. feste Chitinstifte; auf der 
AboralHäche zieht sich nahe dem distalen und inneren Rande eine 
Reihe von Borsten entlang. — Die Innenseiten der Glieder sind durch- 
weg mit starren Borsten besetzt; am distalen Teil des (». (iliedes sind 
die Borsten am dichtesten, so daQ sie das 7. Glied fast ganz verbergen. 
Das Grundglied führt noch zwei kurze behaarte quere Linien. 

Die beiden ersten Mittelleil)s-Beinpaare haben wohl- 
ausgebildete Haibscheeren von mäßiger (iröTje; die Länge der Glied- 
maßen steht nicht viel hinter der der folgenden Gliedmaßen zurück. 
Das ^. Glied ist lang und kräftig, kantig, am ;.'. Paare länger. Kurz 
vor der äußeren distalen Ecke lindet sich ein kleiner, beim '2. Paare 
spitzerer Tuberkel. Das :>. Ghed ist kurz, auf der Innenseite kaum 
länger als auf der Außenseite, hier mit dem üblichen halbkreisförmigen 
Ausschnitt versehen. Das A. Glied ist außen nicht entwickelt, vielmehr 
verläuft der Distalrand in der Richtung der Gliedmaßen-Längsaxe. das 
4. Glied der 2. Gliedmaße ist viel schlanker, ebenso die innere distale 
Ecke spitziger und länger ausgebildet. Das 5. Glied hat ein breit 
dreieckiges Profil, indem sein ganzer Innenrand in einen runden, pro- 
ximal gewölbt ansteigenden, distal plötzlich abfallenden, sich an das 
Handglied anlegenden Lappen ausgezogen ist. Das Handghed ist so 
lang, wie das ">. und (i. Glied zusannnen genommen; sein Außenrand 
liegt in der Fortsetzung des Außenrandes des 5. Gliedes; sein Innenrand 
divergiert indessen stark damit. Wahrscheinlich ist der Innenrand als 
solcher weiter zu rechnen, als er sich an das 5, Glied anlegt ; 
hier wendet er. beim 1. Beinpaar in einem gerundeten rechten, beim 2. in 
einem gerundeten stumpfen Winkel um und begiebt sich ziemlich grade 
zur distalen Spitze des Handghedes; dieser distale Rand hat beim 
1. Paare etwas mehr als die doppelte, beim zweiten nicht ganz die 
doppelte Länge des Iimenrandes. Die Klaue ist sehr schlank und 
besonders kräftig gebogen, mit dunkel chitinisierter Spitze; sie vermag 
sich etwa über zwei Drittel des Innenrandes hinweg einzuschlagen. 

Das 2. Glied zeigt eine größere Anzahl ziendicli schwacher, 
schwach behaarter Einschnitte; das folgende Glied ist an der Innenecke, 
das 4. an der distalen Hälfte tles Inuenraudes, das ö. am uanzen 

27 



102 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

Innenraiidc imd das (>. am f>anzeii Distalrande sehr kräftig l)raun 
behaart. 

Das :;. und 4, Beiiipaar ist scldank; das dritt- und vorletzte 
(ihed ist mit sehr vieh^n kh'ineu und kurzen Borstenkäninieu auf der 
Iiinciitlächc auso'ezcirhnet. 

Das f). Paar ist sehr viel kürzer, als das folgende, welches vom 
7. Paare an Jjänge nur sehr wenig ühertoii'en wird. 

Das 1. (Jlied des .5. Paares ist stark in die Breite entwickelt, 
das (>. schon weniger und das 7. durchaus nicht; der epimeriale Lappen 
des (ihedes ist bei den l)ei(len ersten s})itz dreieckig, etwas hornartig 
gebogen, mit gerundeter Spitze; beim 7. Paare ist er, wie gewöhnlich, 
rundlich. — - Die Coxalglicder sind kräftig in Höhe nnd Breite ent- 
wickelt. Das des 5. Paares schlieüt distal mit dem unteren Rande 
des 4. Epimers ab ; die Goxalgliedcr der folgenden Paare sind etwas 
länger nnd breiter; der gebogene Hinterrand liacht sich immer nielir 
al) und ist Ix'im 1 . Paare ganz grade. Der rundliche distale La})pen 
ist überall kräftig ausgel)ildet; die Vorderkante der C'oxalgiieder ist 
mit feinen beborsteten Sägeschnitten versehen. Das gleiche zeigen 
sämtliche folgenden Glieder auf der InnenÜäche, nnd das vorletzte 
Glied nach außen. 

Die Nektopoden zeigen keine liemerkenswerten Eigenschaften. 
Die Grundglieder der beiden ersten Haitop öden- Paare reichen 
gleich Aveit nach hinten und zwar l)is auf die Hälfte des Grundgliedes 
des dritten Paares. Mit den Si)altästen überragt jedes Paar das 
vorangehende um ein weniges. Der Außenast der beiden ersten Paare 
ist kürzer als der innere, während beim letzten Paare dies Verhältnis 
unxgekehrt ist. Die beiden Kanten der 8tammglieder wie die Aste 
der beiden ersten Haltopoden-Paare sind mit ganz kleinen, feinen, roten 
Stacheln bestanden. Die distalen iMiden der Stammglieder sind nicht 
weiter ausgezeichnet; die Spaltäste der beiden ersten Haltopodenpaare 
tragen je zwei aufrecht stehende, stärkere Stacheln. Das Stammglied 
des 8. Paares ist stark und kräftig, mit oberer Kante, unbewehrt ; die 
Spaltäste sind breiter, lanzettlich als die der vorangehenden Paare, von 
gleicher Bewehrung der seitlichen Kanten, am Ende in eine kräftig 
chitinisierte Spitze auslaufend. — P'arbe im Leben orange- bis j)urpurr(»t. 
Länge 45 mm. 

Eurymera f/m. nor. Aftjlidnrum. 

Eurymera Körper nur hinten zusammengedrückt, der Kücken ganz außer- 

gen. nov. ordentlich l)reit und flach gewölbt. Epimeren ganz außerordentlich 

groß, hoch und breit. Der Stirnvorsprung ist nur ein Winkel. Auge 

klein, glänzend, rund, auf einem kräftig vorspringenden Höcker liegend . 

28 



Pfeffer, Krchso von Süd-Georgien. \0n 

Telsoii gespalten. Fülilei- von luiiüiger Länge, die ol)eren ziemlich 
stark; der Stamm der unteren etwas länger; keine Nebengeißel. Die 
Außenschneide des Oberkiefers g(>/ähnt, ebenso die Innenschneide des 
linken Kiefers; eine größere Anzahl nicht gefiederte Borsten. Innenrand 
der Innenladc des 1 . Unterkiefers mit vielen Fiederhaai'eii; Anßenlade 
jiroximal mit schwach getiederten .Stacheln; Taster länger als die 
Außenlade, das Endglied beborstet. Laden des 2. Unterkiefers gleich 
lang, die innere schmäler. Proximalrand der Innenlade der Kieferfüße 
mit gefiederten Borsten; an der inneren Ecke mit einigen Stachehr 
Proximalrand der Außenlade mit schlanken Stacheln. Die Handglieder 
der beiden ersten Paare nur ganz schwach ausgebildet, beim I.Paare etwas 
länger und kräftiger als l)eim f>.; die drei hinteren Mittelleibsbeine 
wachsen nach der Reihe an Länge, die Coxalglieder an Länge und Breite. 

Eurymera monticulosa sjm'c. uov. (Tat. i, vig. 3.) 

(restalt mäßig schlank; die Höhe des 4. Ringes nebst Epimer Emymera 
ist gleich einem Viertel der Körperlänge von der Stirn bis zum Ende iii"»iticuiosa. 
des Telsons. Dies Tier ist nur an den letzten Nachleibsringen zusammen- 
gedrückt; der Rücken ist außerordentlich lireit und Hach gewölbt; die 
größte Breite liegt beim 4. und o. Segment. Länge und Höhe der 
Segmente wachsen wie gewöhnlich; doch ist der 1 . Mittelleibsring ein 
wenig länger als der zweite. 

Die Ventralkanten der 5 ersten Mittelleibs -Ringe liegen in 
einer Flucht; der <>. und 7. Ring setzt etwas tiefer an. 

Die Hinterkanten der Mittelleibs-Ringe verlaufen stark nach 
hhiten geneigt; bei den Nachleibs - Ringen dagegen stellen sicli die 
Hinterkanten etwa im Winkel von !)() " zu der Rückenkante. Der 
hintere untere Winkel der Mittelleibs-Ringe ist im allgemeinen gerundet- 
si)itzwinkb'g; der (h^s 7. ist ziemhch scharf und a.nnäliernd gleich einem 
Rechten, die andern wei-den allmählich kleiner. 

Jedes Mi ttelleibs- Segment trägt vor seinem Hniten-ande 
auf* dem Rückeu einen kräftigen Querwulst. Auf der Seite, oberhalb 
der Ventralkante des Segmentes, trägt ein jeder einen kräftigen Höcker, 
der hinten am höchsten ist; von ihm zieht sich ein« erhabene, innner 
flacher werdende Leiste nach oben und vorn, um sich da mit einem 
schwächeren, nicht überall gleich deutlichen, hinter dem Vorderrande 
des Segmentes stehenden Querwulste zu verbinden. Am 1. Ringe 
hegt natürhch (1er l)ei den ül)rigen Ringen verdeckte Vorderwulst klar; 
er ist hier in eben derselben Stärke entwickelt, wie der Hinterwulst; 
ferner ist der H(icker am \'entralraiide hier leistenförmig umgebildet. 
so daß das ganze Segment von einem kräftigen Randwulste umgeben ist. 

29 



] Q4 ri'offi'i'. Ki'ebsc von Süil-(ir(ir<ri('n. 

Die vier ^roücii Kpiiiierou sind sclir ki'iifti^ entwickelt ; ihre 
Vorder- und Hinterründer weisen nucli vorn, und /war am l.liinfj;e 
am stärksten, nacli hinten zu abuelimend. Die Höhe des 1. Epimers ist 
(in der Mitte der Länc;slinie gemessen) etwa so «rroß wie die Ventral- 
kanten des •.'. und :>. Segmentes; das 9.. liat etwa 7'.. das M. und 1. 
etwa V» dieser Höhe; die IJreite des 4. Ejjiniers ist gleicli der Höhe des 
/weiten. Der Vor(h^iTand des 1. ist grade, der dei- andern etwas konvex. 
Der vorch're Winkel ist ein etwas stumpf /ugerundeter sjjitzei' Winkel; 
heim 1. K])imer l)eträgt er etliche (iO ". liei den andern wird er größer, 
beim -I. macht er etwa SO" aus. Der hintere Wiid-ct'l des letzten Ei)imers 
ist ein stumpf zugerundeter stumpfer AVinkel. Der hintere Teil des 
Vorderrandes der drei ersten Epimeren ist fein gesägt, der Hinterand 
mit feineu Dornen versehen. 

Über die Epimeren der folgenden drei Segmente siehe pag. '\^). 

Die epimerialeu Lappen der drei ersten Nachleibs- Seg- 
mente sind verhältniümal.iig schwach vom Segment abgesetzt; mu' beim 
dritten ist die Absetzung vom Segment scharf. Das 1. Nachleibs- 
Segment gleicht durchaus dem 7, Mittelleibs-Segment jdus coxa. sowohl 
in Gestalt wie in Ausdehnung; das !?. ist viel Iniher; der Vorderrand 
seines epimerialeu Lappens setzt sich ki-äftig vom V^orderrande des 
Segmentes ab und rundet sich etwa im Halbkreis nach vorn, um dann 
zurücklaufend in den graden VtMitralrand über zu gehen; der Hinterrand 
ist grade und senkrecht und stöüt mit der Ventralkante in einer recht- 
winkligen Ecke zusammen. Das 3. Nachleibs - Segment ist nicht so 
hoch wie das 4.; der epimeriale Lappen erscheint gleiehgebildet mit 
dem des ;2. Segmentes; doch ist der (vom voranfgehenden Epimer über- 
deckte) Vorderrand nicht so stark geschwungen. Die Höckerbildung 
der drei ersten Nachleibs-Segmente ist die gleiche wie auf dem Mittelleib, 
aber schwächer und nicht so klar zu verstehen. 

Der 4. Nach leibs-K ing ist etwa so lang wie der '2.; sein 
Ventralrand wird von dem voraufgehenden Epimer überdeckt; die beiden 
Wülste am Vorder- und Hinterrand sind sehr Üach. doch deutlich, der 
vordere stärker als der hintere. Ein epimerialcM- Absatz am Hinter- 
rande ist schwach angedeutet; vor der Iiisei'tioii di'r (iliedmal.Je steht 
ein spitziger Zahn.^ Der o. Nachleibs -King ist ganz kurz, etwa gleich 
einem Viertel des voraufgehenden, skulpturlos. D(U' (i. ist beinahe 
doppelt so hing wie der ö. ; das Epimer setzt sich deutlich ab; es hat 
einen graden hinteren uncl einen geschwungenen Ventralrand, die in 
einer hinti'ren Ecke von etwa 00 " zusammen stossen. 

Das Telson ist ziendich schlank dreieckig, von nicht ganz 
doppelter Länge seiner Breite, mit ganz schwach konvexen Seitenräudern; 

30 



Pfeffer, Ki-phsp von Sürl-Gporsfieii. 



105 



die Spitze ist zugeruiKlet ; es ist in seinen beiden distalen Dritteln 
gespalten; die Spaltstücke schließen an einander, ihre distalen Spitzen 
sind zugerundet. 

Die Stirn zeigt einen sehr tiefen Ausschnitt für die Insei'tion 
der (»l)eren Fnliler. Der IJackf'nlappen ist klein, vorn in langer, schwach 
konvexer Kante abgestutzt; unten setzt er sich durch einen kleinen, 
aber sehr scharfen Einschnitt voui unteren Teile des Kopfes al). Die 
untere vordere Ecke des Kopfes ist stark vorgezogen und endigt in 
einem spitzen zugerundeten Winkel ; auf diese Weise wird an der Insertion 
des unteren Fühlers ein konkaver Ausschnitt gebildet. Das Auge sitzt 
auf einen kräftig entwickelten Höcker; es ist ziendich klein, nieren- 
förniig; seine Höhe erreicht nicht ganz die Dicke des ( Jrundgliedes der 
oberen Fühler. Es ist anfallend glänzeiul. Der Stirnschnabel ist kurz, 
stumpfwinklig, die Stirnkanten schwach konvex. 

Das Längenverhältnis der Fühler ist nicht mit viilliger Geuaui«'- 
keit wiederzugeben; weil die Stücke nicht unverletzt sind. Im alh-e- 
meinen sind beide Fühler etwa gleich lang und zwar so lang wie die 
Mittellinie des :'>.. 4. und 'k Segmentes. Der Stamm der unteren ist 
um die halbe Länge sehies letzten Stammgliedes längei- als der der 
oberen; die Länge des letzteren ist gleich der des o. Postabdominal- 
ringes, in der Mittellinie gemessen. 

Das Gruudghed der olieren Fühler nimmt die halbe Länge 
des Stammes ein; es ist ziemlich dick und kräftig, doppelt so lang wie 
dick; vorn oben ist es kräftig ausgezogen. Die beiden folgenden Glieder 
nehmeu an Länge und Dicke stark ah. Das 1. Glied der Geiliel ist 
verhältnismäüig groß, fast so lang wie breit; die folgenden sind sehr 
viel breiter als lang, wachsen jedoch nach der Spitze des Fühlers zu 
an Länge, so daß etwa das 14. tilied die gleiche Breite und Länge 
hat; die äußersten Glieder sind lang und schlank. Die Geißel ist so 
gegliedert, daß innner zwei (ilieder zusammengehören, nändich ein 
dünnes und ein dickes; das erste hat immer an seinem distalen Rande 
einige Haare, das andere ist an der unteren distalen Ecke nach unten 
ausgezogen und tr'igt hier ein lUischel von Haaren. Es sind etwa 
H4 Glieder vorhanden. 

Das ]. Ghed der unteren Fühler ist schui)penförmig, mn- 
auf der Unter- und Außenseite entwickelt. Das L>. (ilied ist im I'rotil 
nur als eine über dem 1. Gliede liegende Schui)pe zu bemerken; die 
Haui)tentwicklung des Gliedes liegt auf der Innenseite, wo es unten 
wie oben in einen kräftigen dreieckigen Lappen ausgezogen ist. Das 
3. Glied ist klein, wenig länger als dick, außen und innen in einen 
dreieckigen Lappen ausgezogen. Das 4. Ghed ist fast do])pelt so lang, 

31 



106 Pfeffer, Krebse von Süd-Georjjieti. 

als (las o., mir etwas düunor; das '). (ilicd ist ein Stück küi/.t'r und 
ziemlifli viel düniu'r; beide sind an ihrem Distalrande melirl'aeh lappig 
auBgezogeii. Das 1. (ieiÜelglied ist viel länger als breit, so lang wie 
die drei folgenden 'ieiüelglieder zusammen; diese sind an der l>asis 
der (leiüel breiter als lang; beim 10. (lliede ist die IJreite gleich der 
Lauge; die folgenden werden dann immer schlanker; jedes (ilied tiiigt 
am Distalrande oben auf seiner Imienseite zwei kleine r)orstenl)üschel; 
im übrigen finden sich an den üblichen »Stellen dei" Stiele wie der 
Geiüelu Haarbildungeu, jedoch von keiner besonderen Ausbildung. 

Die Oberlippe ist im allgemeinen dreieckig mit gerundeten 
Ecken; die Kaute, mit der sie an das Ei)ist(»m st(»üt, ist in der Mitte 
etwas eingezogen ; das Ende ist ganz fein behaart; am Ka.nde des 
seitlichen Teiles tindet sich ein Kamm schwacher Haarbildungeu. der 
sich jedoch nicht auf die Eläche der Lippe fortsetzt. 

Der Schneide-Teil des Oberkiefers ist kurz, der Taster lang. 
Der ]\L)larfortsatz ist annähernd nierenförmig, selu' dunkel cliitiuisiert. 
mit sehr scharfen und kräftigen Riefen überzogen; die Randstacheln 
sind kräftig; ferner finden sich vier lange, schlaffe gefiederte Haare 
vor. Die Borsteureihe besteht aus etwa zw()lf nicht gefiederten Borsten. 
Die Innenschneide hat am rechten Kiefer vier Zähne, am linken nur 
einige Einschnitte. Die Auüenschneide hat drei Hauptzähne und etwa 
drei proxiuuil davon liegende, welch letztere beim rechten Kiefer stärker 
sind als beim linken. Das 2, Glied des Tasters ist ein wenig länger 
als das H., etwas zurückgebogen, am Luienrande schwach beborstet. 
Das Endglied ist schlank, halb eiförmig, insofern der Lmenrand fast 
grade ist; dieser ist mit einer Reihe kräftiger Borsten besetzt. Am 
Ende des (iliedes stehen etwa neun längere und stärkere Borsten, 
welche mit Ausnahni(> der äuüei-sten eine ganz ungemein feine Krenu- 
lierung aufweisen. 

Am 1. Unterkiefer ist die Inuenlade sehr groü. auf ihrem 
ganzen Innenrande mit mehr als zwanzig Fiederhaaren von mäÜiger 
Länge besetzt. Die Außenlade trägt am Ende kräftige Stacheln der 
gewöhnlichen Art, die sich dadurch auszeichnen, daß ihre Fiederung 
nur aus einem oder zwei Fiederstacheln besteht. An der inneren 
distaliMi Ecke steht außerdem noch ehi Filz von schwachen, kurzen 
Borstenhaaren. Auf dem Innen- wie Auüenrande der Lade finden sich 
dann noch außerdem schwache Haarbildungen. Der Taster überragt 
die Außenlade um etwas. Das zweite Glied ist über dopjxdt so lang 
als das erste, von gewöhnlicher Form ; am Innenrande und von hier 
abbiegend und über die aboi'ale Fläche kui'z vor dem Distalramle 
entlang laufend, findet sich eine Borstenreihe; ferner ist das Ende dicht 
mit kurzen, aber stärkeren Borsten besetzt. 

32 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 107 

Die beiden Laden des 2. Unterkiefers sind gleich lang, die 
innere jedoch ein gut Teil schmaler; beide haben gebogene Außen- 
länder ; der Innenrand ist grade ; die Innenlade verschmälert sich nach 
dem Ende zu. Die Enden beider Laden sind mit den iil)liclien Borsten 
versehen, die bei der Außenhule länger und stärker sind; außerdem 
tindet sich auf der 01)ertiäche der Innenhule die bekannte schräge 
Reihe gefiederter, langer, schlaffer Haare. 

Das Segment der Kieferfüße umschließt, Avie gewöhnlich, das 
1. Glied der Gliedmaße; es zeigt jederseits einen basalen etwa recht- 
eckigen, seithchen Fortsatz, auf dessen Oberfläche eine Reihe von 
wenigen, langen Haaren steht. Das 1. Glied hat die übliche Form; 
der freie Teil des Außenrandes ist etwas mehr als ein Drittel des 
ganzen; der Distalrand ist um die Hälfte länger als der freie Teil des 
Außenrandes. Das 2. Glied ist sein" 1)reit, sein Außem-and etwas länger 
als sein Innenrand, welch letzterer etwa gleich dem freien Teile der 
Außenkante des 1. Gliedes ist; die Distalkante ist gleich dem andert- 
lialbfaclien des Außenrandes, konvex gel)ogen; der Distah-and ist auch 
gegen die Lade zu als eine l)raune (irenzkante ausgebildet. Die vier 
nun folgenden Glieder sind ganz außerordentlich schmal, so daß das 
1. GHed derselben noch nicht zwei Fünftel von der Breite seiner Basis 
(des Distalrandes des 3. Gliedes) hat; es hat, wie immer, eine vor- 
gezogene distale Außeneeke. Das folgende (JHed ist so lang wie 
die beiden vorhergehenden, schhink, distal nicht verl)reitert. Das vorletzte 
(ihed ist schmal, distal nicht verbreitert, die Kralle so lang Avie der 
Innenrand des voi'letzten Gliedes, mit schlanker, chitiniger .Spitze. 

Die IJeobachtung der Alioraltläche fördert zwei ansclieinend 
wichtige morphologische Merkmale zu Tage. Erstens läuft von der 
Stelle, an welcher sich das Segment und der freie Außenrand des 
1 . (iliedes treften, eine auf l»eiden Seiten durchaus gleichmäßig gebildete, 
einer etwas schwach gewordenen Artikulationslinie völlig gleich sehende 
Linie nach der Innenkante des Gliedes zu fast hinüber. Eine solche 
Bildung dürfte wesentlich sein für die Erih-terung der Frage, welchen 
Teil bez. welche Teile man als 1. Glied, l)ez. Abgliederung des 
1. Gliedes, und andrerseits, welche Teile man für das Segment der 
Kieferfüße zu halten hat. Das andere Avesentliche ^Merkmal ist der 
Ansatz der Innenlade am 1. (iliede. Es war oben gesagt, daß sie 
sich auf der AboralHäche durch eine wirkliche Al)grenzung vom Gliede 
absetzte; auf der Oraltiäche sieht man dagegen deutlich den Innenrand 
etwa bis zur Stelle, wo der fein l)ehaarte Außenrand aufhört, sich 
über das Glied fortsetzen. Es ist somit die Anschauung berechtigt, 
die Lade als eine der a1)oralen Fläche zugelu'h'ige Laiipenbildung der 

33 3 



108 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

nach innen gelegenen Teile des Gliedes zu Ijetracliten; oder aber es 
ist anzunehmen, daß der nach vorn gelegene Teil zugleich von einem 
yAirückgehildeten Teil des Endopodites gebildet wird. 

Die hnuMilade ist Üacli eiförmig, distal zugerundet -abgestuzt. 
Sie trägt an ihrem Distalrande gekrümmte Borsten mit wimperiger 
iMcdcrung, nach innen werden sie ansclieinend etwas starrer. Die 
distale^ innere Ecke ist mit einigen festen, braunen, kurzen C'hitinstacheln 
besetzt. Der eingeschlagene Innenrand trägt, wie geAvöhnlich, sehr 
lange und breite, ziemlich weiche, gewimperte Haare. Die Lade reicht 
distal l)is zum distalen Ende der Innenkante des 3. Uliedes. Die 
Bewehrung der AboraWäche der Lade ist in situ nicht zu sehen; eine 
weitere Zerlegung des Präparates soll jedoch nicht eher vorgenommen 
Averden, als das Material zugleich morphologisch völlig verwertet 
werden kann. 

Die AuTknilade reicht distal um ein gutes Stück weiter als die 
AuTscnkante des o. Gliedes; nämlich mit den Spitzen ihrer liorsten bis 
an die innere distale Ecke des drittletzten Gliedes. Ihr Innenrand ist 
ziendich grade abgeschnitten, ihr Außenrand ist sehr stark gebogen. 
Der am weitesten nach außen gelegene, scheinbar schon zum Außen- 
rande geh()rige T(m1 des Distalrandes ist mit sclnvach bewimi)erten, 
schwaclien und schlanken Borsten l)esetzt, nach innen werden sie zu 
stark gekrümmten, etwas kurzen, ziemlich breiten, doch immerhin 
noch sehr schlanken Stacheln. Am Anfang des Innenrandes hört diese 
Bildung plötzlich auf; er ist mit kurzen, ziemlich breiten Stiftstacheln 
völHg besetzt. 

Die Beborstung der ganzen Gliedmaße ist eine recht kräftige 
zu nennen. An der Außenkante der Glieder steht eine geringe Anzahl 
starker Borsten, vor der inneren Hälfte der Distalkante steht die 
bekannte kurze, schräge Reihe von Borsten; die Innenkante des dritt- 
letzten Gliedes und der distale orale Teil des vorletzten Gliedes sind 
dicht mit Borsten ])esetzt, deren letzteren einige ganz schwach gesägt 
erscheinen. Außerdem finden sich auf der aboralen Eläche des 2. Gliedes 
zwei längere und auf der des drittletzten Gliedes vier kleine Reihen 
von Borsten. Der Innenrand der Endklaue trägt eine Anzahl kurzer, 
fester Borsten. 

Die beiden ersten Paare der Mi ttelleibs-Beine haben etwa 
dieselbe Längsentwickehini;- wie die Ixnden foli^^enden Paare; das \. ist 
etwas kürzer und kräftiger; beide Paare haben eine mäßig ausgel)ildete 
Haibscheere, deren Handglied weder in Länge noch Preite das 5. (Jlied 
der Ghedmaße sonderlich ül)ertrifit. — Das 3. Glied ist bei beiden 

34 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 109 

Paaren lang und kräftig, das 3. kurz, außen und innen annähernd 
gleich lang entwickelt. Das 4. hat keine Entwickelung auf der Anfsen- 
seite ; sein Innenrand ist gebogen ; er ist beim 1 . Paar sehr viel kleiner 
als beim 2.; das 5. Glied zeigt eine kräftige Entwickelung; es ist am 

1. Paare doppelt und am 2. Paare mehr als doppelt so lang wie breit; 
der Innenrand ist lieim 1. Paar sclnvächer, beim 2. Paar stärker 
herausgezogen, ohne daß man freilich von einer wirldichen Lappen- 
bildung sprechen könnte. Die Eänder des Handghedes divergieren 
beim 1. Paar ein Avenig, beim 2. dagegen nicht, so daß eine wirkliche 
verbreiterte Hand nicht gebildet wird. Kurz vor dem distalen Ende 
des Ghedes wendet sich der Innenrand plötzlich nach außen, so daß 
eine schwach stumpfwinklige Ecke gel)ildet Avird, gegen deren distale 
Kante sich die Endklaue •einschlägt. Über die ganze Fläche des Hand- 
gliedes hin ist der eigentliche Innen -Kontur des Gliedes zu verfolgen 
und an dem am weitesten distal gelegenen Angelpunkte des Endgliedes 
tritt das unverbreiterte Glied auf eine kurze Strecke frei zu Tage. 
Die Endklaue ist kräftig. — Das 2. Glied zeigt eine mangelhafte Haar- 
bildung; auf der proximalen Hälfte des Innenrandes steht ein Büschel 
schlaffer Haare; die innere distale Ecke des 3. und 4. Gliedes zeigt 
ein kräftiges Borstenbüschel. Die Imienkantcn des 5. und 6, Gliedes 
zeigen viele Kerl)schnitte mit Borsten, die besonders auf dem 5. Gliede 
lang und dicht entwickelt sind. 

Die beiden folgenden Gliedmaßenpaare sind schlank; die 
äußere distale Ecke des 4. und 5. Gliedes ist etwas ausgezogen; das 

2. Glied zeigt dasselbe Büschel schlaffer Haare, wie beim 1. und 
2. Paar. Die inneren distalen Ecken des Gliedes, die äußeren distalen 
Ecken des 4., 5. nnd 0. Paares und einige Sägeschnitte auf dem 4. 
und 5. l'aare sind mit langen Borsten bestanden. Außerdem zeigt das 
6, Glied auf dem Iimenrande eine größere, auf dem Außenrande eine 
kleinere Zahl von Einschnitten, auf denen kurze Borsten stehen. 

Di(^ ] . ( ilieder der d r e i folgenden M i 1 1 e 1 1 e i b s- B e i n p a a re 
nehmen an Höhe und Breite ab. Der epimeriale Lappen des 5. Paars 
ist stumpf rundlich, der des G. spitze)-; der des 7. hat die gewöhnliche 
Bildung. 

Die Coxalglieder wachsen nach der Eeihe in Länge und Breite; 
der Hinterrand der ersten beiden ist konvex, der des 3. Paars grade; 
der distale gerundete Lappen jeder Coxa ist d(>utlich ausgeprägt; auf 
der Mitte der äußeien Gl)crtläche zieht eine kräftige Läiigskante über 
das ganze Goxalglied. — Die übrigen Glieder des 5.. 0. und 7. Paars 
gleichen denen des 3. und 1. Paars; sie sind jedoch durchgehends 
kräftiger gebaut; die äußere distale Ecke des 4. und 5. Ghedes ist 

35 3- 



110 



Pfeffer, Krebse von Siid-Gcorjjien. 



sclir kiiiftit;' ausgezogen ; die drei l}eiii})aare wachsen nach der Reihe 
au Lauge. 

Die Nektopodeu sind ganz l)esonders stark hewimpert. 

Der Slaunu des 1. Haltojxxleu reicht l)is ans Ende des 
r», Nachh'ibs-Segnientes; der des 2. Paares ein ganz wenig weiter; die 
kSpaltäste reichen oheu über den Kamm des H, Paares liinaus und zwar 
die des ;2. Paares etwas weit(U'. Der Aur3euast aHer drei Paare ist 
um ein l»eträclitliclu^s Stück kürzer als der Inueuast. Die Kauten der 
iStämme wie der Spaltäste sind in gewöhnlicher Weise bewehrt. Am 
Ende der Si)altäste des 1. und 2. Paares steht nur je 1 Stachel. 

Mehrere Stücke. Länge 27 mm. 



StcLbiiigif 
Kcn. nov. 



Stebbingia 'rjen. nov. AhjHdarum. 

(Jestalt schlank. Körper zusammen gedrückt, nirgends gekielt. 
Di(^ Nachleibs-Segmeute schwach eingesattelt, nirgends skulpiert oder 
in Spitzen ausgezogen. Die Epimeren sind zieudich groß, höher als 
die dazu gehörigen Segmente. Augen bohnenförmig. Fühler von 
mäßiger Länge, die oheren etwas länger, nicht so laug wie der Mittelleib. 
Die Stäunue sind etwa gleich lang, ziendich schlank; die Geißeln etwa 
doppelt so lang wie die Stämme. , Keine Nebengeißel: Oberkiefer wie 
bei den xAtyliden überhaupt, gezähnt; die Borsten kurz, hyalin und 
ungetiedert. Wenige längere Dorsten am Tasterende. 1. Unterkiefer 
wie bei Dovallia. Innenladen des 2. Unterkiefers etwas kürzer und 
breiter als die Außeulade; die Distalenden mit P)Orsten. Innenlade 
der Kieferfüße mit Dorsten und wenigen Stachelhöckern ; Außenlade 
am Distahaude mit gebogenen Stacheln, am Inueurande mit kurzen 
Borstenstifteu. Die beiden ersten Beinpaare mit schwacher, wenig 
verdickter Haibscheere; das 1. Paar ganz außerordentlich viel schwächer 
als das 2. Paar. Die Coxalglieder der drei letzten Mittelleibs-Beinpaare 
wenig verbreitert. Telsou bis zur Hälfte gespalten. 



Stobbinsia 
Ki'egaria. 



Stebbingia gregaria nov. spec. (Taf. ii. Fig. 7.) 

Die Länge des Kör]) er s ist etwas mehr als das vierfache der 
Höhe des 4. Segnu'utes samt dessen Epimer. — Die Ventralkanten 
der fünf ersten Älittelleibssegmente liegen in grader Flucht; die Leiden 
l'olgeudeu Segiueute steigen etwas unter die Kauten der voraufgcheiulen 
SeguuMite heral). Die Hinterkanten der Segmeute des Mittelleibes 
steigen in der Protilaiisicht schräg nach hinten und nuten, der hintere 
untere; Winkel ist bei (\vn ersten fünf Ringen abgerundet dreieckig, 
wenig ausgezogen; heim (i. uud 7. scharf, fast rechtwinklig. 

3tj 



Pfeffer, Krel)se von Sü(l-Ge()r<>ieii. lU 

Das 1. Epimer errciclit die Länge von drei Fünfteln des 4,, 
das 4. ist etwa um ein Seclistel liciher als lang, und etwa so lang, 
wie die ventrale Kante des 5, und ('>. Segment:^ zusammen genommen. 

Die Vorderkante der drei ersten Epimeren ist stark nach vorn 
geneigt, die des 4. nur scliwacli. Der Vorderrand des 1. Epimers ist 
grade, der der beiden folgenden ganz scliwacli, der des 4. ziemlich 
kräftig geschwungen. Der Hinterrand des 1 . ist etwas konvex, der der 
beiden folgenden ziemlich grade, der des 4. wiederum etwas konvex. 
Der Ventralrand des 1. ist axial, die vordere Ecke hat einen stumpf 
zugerundeten Winkel von etwa 80°; der hintere ist etwa 120 '\ Die 
Ventralkante des 2. Epimers ist kaum ausgel)ildet; der Vorder- wie 
Hinterraiid gehen gerundet in einander ülier , so daß das unterste 
Ende des Epimers annähernd einen Halbkreis darstellt. Auch das 
3. Epimer besitzt keine eigentliche Ventralkante ; die Hinterecke ist 
ein gerundeter rechter Winkel, die vordere, ein sehr stumpfer Bogen. 
Das 4. Epimer hat einen ziemlich langen, etwas aufsteigenden, schwach 
konvexen , fast graden Ventralraiid ; beide Ecken sind stumpfwinklig, 
abgerundet, der vordere stumpfer als der hintere. 

Der Absetzungswinkel des epimerialen Lappens des 1., 2. und 
3. Nachleibs-Segmentes ist bei den beiden ersten schwach, aber deutlich, 
beim 3. beträgt er etwa lOO". Der 1. ist verhältnismäßig niedrig, 
nicht viel höher als der ß. Mittelleibsring (samt seinem Coxalglied), 
der 2. ist ein gutes Stück höher, der 3. wieder niedriger, aber länger. 
Die Ventralkante des 2. reicht so weit nach unten wie der des 3.; 
die des 1, endigt sehr viel höher, etwa in der Höhe des ventralen 
Endes des Epimerial- Lappens bei den drei voraufgehenden Gliedern. 
Das Epimer des 1. Nachleibs-Segmentes weist kräftig nach hinten und 
ist blattförmig; sein Vorder- und Hinterraiid geschwungen, der letztere 
etwas stärker; beide treffen in einem nicht ausgezogenen Spitzbogen 
zusammen. Die beiden folgenden Epimeren haben eine hintere Bogen- 
ecke, die behn 2. etwas weniger, beim 3. etwas mehr als 90 "^ beträgt. 
Der Ventralrand ist beim 2. ein schwach aufsteigender, schwach gewölbter 
Bogen, der sich in sehr stumpfem Winkel in den Vorderrand fortsetzt. 
Der Ventralrand des 3. e]nnierialen Lappens läuft ganz schwach ge- 
schwungen, annähernd wagerecht, und geht in einem zugerundeten rechten 
Winkel in den Vorderrand über. 

Der 4. Postabdominalring ist dorsal etwa so lang wie der 
1. Nachleibsring, kräftig eingesattelt; der folgende ist ganz kurz, 
dorsal in äußerster Kleinheit entwickelt; der G. hat etwa die hall)e 
Länge des 4. 

37 



IJO I'l'cll'ci', Ki'f'bso von Siul-C{p(n-<4i('ii. 

Das Tclson ist so \;m>^ wie die llückenlinic des 1. N;iclil('il)S' 
riiiges; seine Breite beträgt etwa zwei Fünftel der Länge; seine Seiten- 
kanten sind ganz schwach gegen einander geneigt. Die distak' Hälfte 
ist gesj)alten; der Spalt erweitert sich distal; die l)eiden Spaltäste 
sind infolge dessen etwas von einander getrennt; das Ende ehies jeden 
ist ahgestntzt nnd in der Mitte eingekerbt. 

Der Kopf ist beinahe so lang wie die Rückeidinie der beiden 
ersten Segmente; die Stirnkante ist für die Fühlerwurzeln luir schwach 
ausgeschnitten; zwischen die beiden letzteren schiel)t sich ein ganz 
nnscheinbarer. niedrig dreieckiger Fortsatz In'nein. Der Backenlappen 
ist kaum ansgel)ildet; der Kojifrand bildet nur eine ganz scliwache, 
senkrecht al)gestutzte Konvexität. Die Augen sind groTj, nierenfiirmig; 
ihre Breite ])eträgt etwas mehr als die Länge ; ihr Oberrand reicht 
beinahe bis zur Rückenfirste des Kopfes, ihr Unterrand so weit wie 
der Ausschnitt zur Aufnahme der Fühlerwurzeln. 

Die Fühler sind ziendicli schwach, von mäüiger Länge; die oberen 
erreichen die Länge vom Anfang des 1. bis zur Mitte des C». Mittelleil)s- 
ringes. Die oberen Fühler sind etwas länger als die unteren, dagegen 
überragt der Stamm der unteren den der oberen um die Hälfte seines 
letzten Gliedes. 

Das 1. Glied der oberen Fühler ist ziemlich kräftig, das 2. 
etwas küi'zer und viel schmaler; das P). erreicht kaum die Hälfte von 
Länge nnd Dicke des 1. (iiiedes. Die Borstenl)ildungen des Stammes 
sind ganz aufierordentlich schwach. Die (Jeißel l)eginnt mit einem 
Gliede, welches etwa so lang ist, wie die drei folgenden Glieder zu- 
sammen. Die Geißelglieder bestehen abwechselnd aus einem an der 
unteren distalen Ecke ausgezogenen und mit einem stärkeren Borsten- 
bündel versehenen und aus einem solchen, dessen untere Partieen keine 
Auszeichnung haben. Am (irunde der (Jeißel l)eträgt die Länge des 
Gliedes etwa ein Drittel der Breite, am oO. (Jliede ist die Länge etwa 
gleich der Breite ; die äußersten Gheder sind sehr viel länger als l)reit; 
eine unversehrte Geißel zeigt 5G Glieder. 

Die drei iiroximalen Glieder der unteren Fühler zeigen die 
Merkmale der Atyliden überhau])t; das 4. und 5. Glied ist lang und 
ziemlich kräftig. Die Borstenl)ildung ist schwach, doch zeigen die 
proximalen unteren Kanten der drei proximalen Stammglieder eine 
Reihe etwas festerer Borsten, die am P). Gliede einen etwas stachelartigen 
Charakter annehmen. Die Geißel besteht aus etwa 40 CJliedern; das 
1 . Glied ist so lang, wie drei folgende zusammen. Die Ringe zeigen 
einen Dimorphisnnis; zwar nicht in der (Jestalt, scmdern darin, daß 
abwechselnd je einer auf der Unterseite ein längeres Haar entsendet, 

38 



l'feftVi', Ivrcbse von Siid-Geovgien. 113 

während der folgende anf der Oberseite das napfförmige Sinnes- 
organ führt. 

Der Mohirfortsatz des Oberkiefers ist qn er oval, sehr sauber 
gerieft. Er ist nnigel)en von den üblichen kleinen Borstenstacheln und 
trägt aurserdeni drei sehr lange, dicke, gefiederte Haare; von hier aus 
zieht sich in der Richtung nach dem Fühlergrunde zu eine kurze, mit 
vielen schwachen und kurzen Haaren l)esetzte Stelle. Die Borsten der 
Reihe, welche den Molarfortsatz mit der Schneide verliindet, sind kurz, 
gekrümmt, hyalin und ungefiedert. Die Außenschneide des linken 
01)erkiefers hat außer dem Ende noch fünf, die innere vier Höcker- 
zähne. Am rechten Kiefer hat die Außenschneide außerdem noch 
einen aboralen Zahn, welcher dem Hauptzahn an (iiöße gleich kommt; 
die Innenschneide ist rudimentär, zeigt etwa vier unregelmäßige Zalm- 
bildungen; die ihm zunächst stehenden Haarbildungen der Borstem'eihe 
sind zwei oder drei gefiederte Haare, welche auf dem Kiefer der Ihiken 
Seite nicht zu Ix-merken sind. Der Taster ist etwa um ein Drittel 
h'inger als der Kiefer, vom Geleidvkopf bis zur Schneide gemessen; 
Form und Größenverhältnisse stimmen zu dem von Bovallia gigantea; 
die längeren Borsten an der Spitze des Endgliedes sind in der Zahl 
von fünf vorhanden. 

Die Unterlippe hat einen medianen Kerl)schnitt, der fast die 
ganze Länge der Lippe ausmacht; jede der beiden seitlichen Hälften 
ist in einen queren, etwas nach hinten gewölbten, freien Lap})en mit 
gerundetem Ende ausgezogen. Die freie aborale Fläche, besonders da, 
wo sie sich in den Einschnitt hinein wölbt, ist mit einem Filz sehr 
feiner, kurzer, steifer Häärchen bestanden. 

Der Unterkiefer des 1. Paares ähnelt durchaus dem von 
Bovallia. Die Lmenlade ist stumpf oval, mit etwa neun langen, 
schlaffen Fiederhaaren, Das Distalende der Außenlade ist dicht mit 
starken Stacheln l)esetzt; die äußeren sind größer, stärker, braun 
chitinisiert und zeigen stunq)fe Fiederzacken; diejenigen auf den inneren 
zwei Dritteln des Randes sind etwas schlanker, hyalin und auf der 
konvexen Seite mit sehr saul)eren, scharfen Stachelfiedern versehen. 
Der Taster überragt die Außenlade um ein Stück; er hat ein kleines 
Proximalglied mit etwas ausgezogener Außenecke; seine Länge über- 
steigt seine Breite um etwas; das Außenglied hat einen schlank bohnen- 
förmigen Umriß, ist so Ijreit wie das 1. Glied lang ist, zwei ein halb 
mal so lang wie breit. Der Außenrand trägt etliche (etwa vier) lange 
Borsten; das Apikal-Ende trägt auf der Oralfiäche eine Reihe kurzer, 
etwas gebogener Stiftl)orsten, während auf der Alioralfläche eine ent- 
si)rechende Reihe langer, grader. stunq)f abschheßender Borsten steht. 

39 



1]4 iMcCrci', Krel)Sf' von Sü(1-(l('(ii'i;ic]i. 

Die iniuTO Lade des 2. Uiit o rlciof ers ist etwas kürzer iiiul 
breiter, als die Auüeulade, mit konkavem AuÜeu- und i;radem Innen- 
rande; die l\änder der Außenlade sind ziemlich parallel. Die 
Distal-Knden sind mit kräftii-en Uorsten versehen, die nach innen an 
Größe ahnehmen nnd auf der Au(.5eidade länger sind als auf der 
inneren. Auf der OralHäche steht eine etwa in der Mitte des Imien- 
randes beginnende und schräg nach außen und proximalwärts gewandte, 
über etwa zwei Drittel der OralHäche hinweg verlaufende Reilie von 
etwa neun beweglich eingelenkten, sehr lang<m, gefiederten Haaren. 

Das Segment der Kieferfüße zeigt einen etwa quadratischen 
Umriß; nahe seiner hinteren Kante steht eine quere Reihe langer, sehr 
dünner Haare. Das 1. Glied springt innen ziemlich kräftig in das 
Segnu'ut hinein; der Außenrand hat etwa die hall)e Länge des freien 
Segnu'utrandes ; das 3. Glied ist etwas kürzer als der Auüenrand des 
2., breiter als lang, distal etwas verbreitert, die Innenecke ein wenig, 
die Außenecke sehr stark vorgezogen. Das 4. (ilied ist länger als das 
2. und 3. Glied zusammen genommen, dop})elt so lang wie breit, 
distalwärts verbreitert, mit ausgezogener Außenecke, schwach konvexem 
Außen- und stärker konvexem Innenrande. Das vorletzte Glied ist 
eiförmig, mit abgestutztem Distalende. Die Klaue hat etwa zwei Drittel 
der Länge des vorletzten Gliedes; sie ist sehr schmal und schwächlich. 
— An der äußeren distalen Ecke haben alle Glieder kurze, steife 
Haare ; außerdem hat das 1 . Glied kurz vor der Distalkante und in 
einem mittleren 15ereich(> auf der inneren Hälfte je eine Reihe Haare. 
Das 2. Glied hat eine von der Distalkante ausgehende, schräg nach 
innen und proxinuxlwärts verlaufende Reihe von Haaren; das 4. Glied 
zeigt außer einer am Vorderrande verlaufenden längeren Reihe noch fünf 
andere kurze Querreihen. Am vorletzten Gliede finden sich sowol auf 
der Außen- wie auf der Innenseite einige Andeutungen solcher kleiner 
Querreihen. Ferner sind die Imienränder der Glieder, vornehmlich 
nach dem Distalende zu, mit Haaren versehen; die des vorletzten 
Gliedes sind so lang, wie die Endklaue. — Die Innenlade reicht nach 
vorn fast so weit, wie das 3. Glied; sie hat am Distalrande einige 
wenige (etwa 3) starke kurze Stachelh()cker und eine Anzahl von Dorsten, 
ebenso kurz vor dem Rande auf der aboralen Mäche. Die einge- 
schlagene Innenseite zeigt die gewöhnliche lU'sctzung mit schlaffen 
Fi(Mlerliaaren. Die Außenlade hat ein halb-eifr>rmiges Ende, mit sehr 
stark gewöll)teni Außeidvontur. Am distalen Rande stehen gebogene 
Stacheln; von der Spitze am ganzen Innenrande entlang gebogene, stift- 
f()rmige, kurze Dorstenstacheln. Die aborale Fläche nalu' der Innen- 
kante ist mit Dorsten Ix'deckt, welche eine Anordnung in kleineu 
(pieren Iveihen erkemien lassen. 

40 



l'f('f!"('r, Kn'lise von Süil-ficornifii. 1 1 5 

Das 1. und 9.. Taar der Mittc^lleibs-lloino ist dui-clians iiacli dcin- 
selbcii riauo gebaut, das 2. jedocli etwas schlanker und, ])esondors die 
Hand, beti'äclitlicli gröfier. Das 2. (ibed ist hing und kräftig; das ?>, 
kurz, mit hall)kreisfr)rinigem Ausschnitt auf dem Außenrande; das 4. ist 
außen wenig, innen sehr kräftig entwickeh; beim 1. Paar ist der Außen- 
rand selir viel kräftiger gebogen. Deim 5. Glied verläuft der Außen- 
rand in der Eichtung der Außenkante des 4. Gliedes; der Innenrand 
läßt den ül)lichen La})pen entstehen, der l)eim 1 . Paare allmählich 
ansteigt und allmiUdieh wieder absteigt, während er beim 2. Paare 
nach dem Anstiege sofort derart al)fällt, daß sein Abfall mit der 
Distalkante des (iliedes eine einheithche grade Linie bildet. Das Hand- 
gli(Hl ist oval, der Außenrand etwas weniger gebogen als der Innen- 
rand. In seinem distalen Drittel wendet sich der Innenrand in stum})fem 
Winkel, aber ziendich ausgejjrägt, nach dem Ursprungsort der Klaue 
zu. Diese ist ganz besonders stark gebogen, nicht ganz so lang als 
der distale Teil des Innenrandes. Das 2, Glied hat etliche schwache 
Haarbildungen, ebenso das 3. Glied an der distalen inneren Ecke. 
Ein Teil des Innenrandes des 4. (Gliedes, ebenso wie der gesamte 
Innenrand des 5. Gliedes, ist mit langen kräftigen Haaren bestanden. 
Der Innenrand des G. Gliedes ist stark, der Außenrand schwach behaart; 
die Borsten stehen in Querreihen; außerdem findet sich an der Stelle, 
gegen die sich die Spitze der Endklaue einschlägt, ein Haufe von kleinen 
Stacheln, der am 1. Paare aufrecht steht, während er am 2. Paare 
gegen die Klaue zu niederliegt. Die Klaue ist kurz. außergewr»hnlicli 
stark eingebogen. 

Das 3. und 4. Beinpaar ist schlank ; das 3. Glied hat auf der 
Außenseite den halbkreisfcirmigen Ausschnitt der vorangegangenen 
l)eiden Paare; das 4. Glied zeigt eine mäßig ausgezogene äußere distale 
lU'kc- ; der distale und proximale Rand des f». Gliedes läuft parallel. 
Alle (ilieder zeigen an der Außen- wie Iniu'useite Haare, die, l)esonders 
deutlich an den melrr distal gelegenen Gliedern, in Säge-Einschnitten 
stehen. Die P^ndkralle ist am distalen Ende besonders stark eingebogen. 

Die hinteren Lap])en an den 1. Gliedern der beiden folgenden 
Beinpaare sind dreieckig abgerundet, der 2. spitzer als der erste; der 
des 7. Paares hat die gewtdndiche runde Eorni. — Die Goxalglieder 
sind ziendich hoch; sie iU)erragen die großen E})inu'ren deutlich; die 
Hhiterränder werden nach der Reihe etwas weniger konvex; die Breite 
der (ilieder wächst in der Reihe nicht bedeutend; der distale Lappen 
ist nnr wenig ausgebihlet, S])itz-rundlich. Die übrigen (ilieder der drei 
letzten INI ittelleibs- Beinpaare sind etwas kräftige)-, als die des 3. und 
4, Paares, die distale Lcke des I . (iliedes ist kräftig, die des "». mäßig 
stark angezogen. 

41 



1 1 f) l'i'ctVor, Kfc1)S(> von Sii(l-(i{'(iroifn. 

Die N ok t()|)()(l en sind vcrliültiiisiuiiüiu; Iniii;-; die der Ix'idcn 
Ict/tcnrnarcreiclienfast soweit nach hinten wie das erste Halto})odeji-Paar. 

Der Stamm des ersten Haitop oden-Paares ist schhink und rafi;t 
über den (h's 2. Paares hinaus; (h'r des 9. Paai'es reicht nur über das 
j)i-oximale Drittel des Stammes des 55. Paares liinweg. Die Spaltäste 
des 1. Paares sind Ix'träelitlicli hiuü^, von ''^/.i der liäni^-e des Stammes 
und iihen"a,<i;en die S])alt;iste des 2. Paares um ein bedeutendes Stück. 
Von den Spaltästen ist am I.Paare der änüere nni ein kaum bemerk- 
bares Stück kiir/ei'. l)eim tl. Paare ist er s(^hr viel kürzer als der 
innere; l)eini ?■>. Paare sind l)eide Äste gleich laufi;. Die Kanten der 
Stammslieder der l>eideu ersten Paare und die der Spaltäste aller drei 
Paare sind mit Stacheln besetzt; am Mnde der Aste der Ix'iden erstcMi 
Paare steht ein stärkerer aufrechter Stachel, wähi-eiid die Spaltäste 
des :;. Paares in eine kräi'tii»; chitinisierte Si)itze auso'ehen. 

Läui^'c der Stücke 17 mm. 

Es ist dies der f;emeinste Anphipod von Süd-Cieorgien. Über 
das lebende Tier tindet sich die Angabe: graugrün, unter Steinen, 
niedrige Ebbe. 

Calliopius georgianus nov. sjwc. (Taf. 2, v\<x. ß.) 

Caiiiopius Der Kihper ist um' in der Gegend der letzten Nachleil)sringe 

georgiamis. /usammen gedrückt, der Mitteileil) dagegen ist durchaus nicht mehr 
gewölbt als der vieler Isopoden und hat einen breiten runden Rücken. 
Kielbildungen und autiallende Skulpturen sind nicht vorhanden, doch 
springen die unteren seitlichen Teile der Ringe etwas heraus und die 
ausgezogenen Ecken der Segmente etwas seitwärts vor, eine Tendenz, 
die sich auch bei den Epimeren und epimerialen Teilen zeigt. — Be- 
sonders charakteristisch ist die bei allen Individuen auftretende lockere 
Verbindung der einzelnen Segmente, so daß bei denen des Mittelleibes 
die Zwischenstücke der einzelnen Ringe fast alle deutlich zu Tage treten. 

Der Kopf s])ringt mit einem breitschenkligen, einen Winkel von 
etwa 80 ° bildenden , mit ganz schwach konkaven Rändern versehenen 
Stirnschnabel zwischen die Eühlerwurzeln ein. Der Packenlai)pen ist 
vorn abgestutzt. Das Auge ist wohl gebildet, im ganzen rundlich, sehr 
stumpf oval, jedoch nicht ganz gleichmäßig ausgebildet, insofern es 
einen vorderen, hinteren oder unteren Ausschnitt oder eine ebendaselbst 
gelegene grade Kante aufweisen kann. 

Die Ringe des Mitte 11 ei 1) es wachsen an Hr»he und P.refte in 
der üblichen Weise; die Hinterränder sind im allgemeinen schwach 
nach hinten gewandt; die Ansziehung der hinteren unteren Ecke ist 



42 



IMVfi'er, Krcl)se von Süd-Gooririen. l|y 

nur l)('i den drei letzten ]\[ittelleil)s-Se!j;menten zu l)eniei'ken; ])ei den 
vorderen ist diese Ecke rundlich und der Kontur wendet sich sogar 
etwas nach vorn, um in den Ventralrand des Segmentes üherzugchcn. 
Die Ventralrändcr der ersten fünf Segmente hilden nicht, wie gew(>hnlicli, 
eine grade Linie, insofern l)ei den beiden ersten Segmenten die Ventral- 
kante schräg nach vorn gerichtet ist und die Lockerung der Segment(^ 
eine einheitliche Linie niclit aufkommen läßt. 

Die vier Epimeren sind in mäCiiger GnU.ie entwickelt, etwa 
-'.{ l)is V* der Protil-Höhe der ho^treffenden Segmente. Das l. ist sehr 
klein, hat einen etwas vorgez(»genen Vorderrand; die beiden folgenden 
haben rundliche Vorder- und Hinterränder und eine schwächer konvexe 
Bauehkante. Das 4. P^pimer übertrifft die andern wesentlich an (iröfie; 
der Vorderrand geht im Bogen in den Ventralrand über, der Hinterrand 
trifft in einer etwas zugerundeten rechtwinkligen Ecke auf den Ventral- 
rand. In seinem oberen Teile folgt der Hinterrand dieses E])imers, 
scharfwinklig al)setzend, dem \'orderrande des l.CJliedes der folgenden 
Gliedmaüe und ist bogig ausgeschnitten. 

Das Telson ist etwa von doppelter Länge seiner r)reite; die 
Ivänder verlaufen zuerst schwach konkav, dann grade; die Spitze ist 
zugernndet. Die hintere Hälfte der dorsalen Obertiäche zeigt eine 
elliptische Längsgrube, in deren Mittellinie eine Furche verläuft, die 
das Ende des Telsons auskerbt. Diese Furche ist jedoch nur ober- 
flächlich und spaltet das Segment nicht. 

Die Fühler haben kräftige (irundglieder und eine kräftige 
obere Geißel; die untere Geißel ist schwächer. Der Stiel der oberen 
ist um ein halbes Glied kürzer als der der untern, die Geißel der 
untern ist etwa doppelt so lang wie die der obern. doch ist dies 
Verhältnis vielfach gestih't; die Länge der oberen Fühler ist etwa 
gleich der des Kopfes und der beiden ersten Segmente. 

Die drei Stannnglieder der oberen Antennen sind sich an 
Länge etwa gleich, nehmen aber an Dicke sehr ki'äftig ab; das '2. und 
o. Glied ist distal etwas erweitert, insofern die distale untere Ecke 
etwas nach unten und vorn ausgezogen ist. Die untere Kante zeigt 
innen beim ersten Gliede eine, l)eim 2. und ?k Gliede zwei abwechselnde 
Reihen von Sägeschnitten, in denen lange, nach unten und vorn ge- 
richtete Borsten stehen. Außen am Distalrande des '?. und 15. (Jliedes 
stehen gewaltige l>orsten. Das 1. Glied dei' Geißel ist kaum länger 
als breit. Die (Jeißel setzt sich aus zwei Arten von (diedern zusammen, 
je einem schlankeren proximalen, distal schwai-h erweiterten, und je 
einem distalen, an der distalen untern Ecke kräftig nach unten aus- 



43 



]]3 Pfeffer, Jvrel)Se a'oii Si'ul-Oe()7-<ifieii. 

<>(»Z(),L!,('n(Mi (llicdc. .Icdcs jiroxiinalc (Jlicd triii^t am T)istali';iii(l(> innen 
eine i>owaltige IJoistc, nnd jede distale an der vorgezogenen Ecke ein 
l>üs{-li(4 zarter Sinneshaare; auTierdeni tragen alle; (etwa 25) (ilieder 
an der oberen distalen Kante ein kleines Haarbüschel. 

Das o. (Jlied der nnteren AntemuMi ist knr/. distal stark erweitei't, 
das folgende ist Ix'dentend länger. el)enfalls dick nnd distal erweitert; das 
5. (ilicd ist wiedernm etwas länger nnd dünner. Unten und innen finden 
sicli auf den Schaftgliedern Sägeschnitte, in denen kräftige Borsten stehen; 
ebenso tragen die distalen Ränder solche. Die Geißel beginnt mit einem 
(iliede von doppelter Länge der eigenen Breite ; die folgenden sind 
etwas breiter als lang, etwa bis zum 2.5. Gliede ; von da ab werden 
die Glieder länger als breit, doch erreichen selbst die äußersten nicht 
viel mehr als die doppelte bis dreifache Länge ihrer Breite. Die Geißel 
eines ziemlich großen Stückes hat 38 Glieder; junge Stücke zeigen 
deren weniger. Am distalen Rande ol)en wie unten hat jedes Glied 
ein Büschel ganz kleiner Haare; außerdem haben auf dem ])roximalen 
Teile der Geißel einige beliebige Glieder am Distalrande unten lange 
Borsten. 

Der Oberkiefer hat einen Taster von einer Länge, der gegen- 
über der kauende Teil der Gliedmaße beträchtlich zurücktritt. Der 
Molarfortsatz springt sehr kräftig vor und zeigt an der üblichen Stelle 
drei lange gefiederte Haare. Die feinen über die 01)erHäche des Fort- 
satzes verlaufenden Riefen sind deutlich vorhanden. Das schneidende 
Ende des rechten Kiefers hat eine Außenschneide mit drei großen 
und drei kleinen mehr oralwärts gelegenen Zähnen. Die Linenschneide 
ist bandförmig und zeigt in der Hanptfläche zAvei, und in einer darüber 
liegenden Fläche einen zwischen den beiden der Hauptfläche gelegenen 
Zahn. Die Borstenreihe ])esteht aus etwa zehn kräftigen, deutlichen und 
einigen distal davon stehenden undeutlichen Borsten. Der linke Kiefer 
zeigt fünf Zähne an der Außenschneide, ferner eine große, bandförmige 
Lmenschneide mit 5 Zähnen. Das })roxima]e (ilied des Tasters ist 
ein Avenig länger als breit; das folgende lang, wenig zurückgel)ogen; 
das letzte etwas kh^ner als das vorletzte, schlank, sich nacli dem Ende 
zuspitzend, ziemlich kräftig nach innen eingebogen. Der Innenrand 
des vorletzten und letzten (Jliedes trägt viele Bjorsten; auf dem letzten 
Gliede zeigen einige distale Stacheln eine feine Krenulierung auf der 
konkaven Seite. An der Distalsi)itze des letzten tJliedes stehen 
einige (etwa sechs) stärkere nnd längere Borsten. 

Die Innenlade des 1. Unterkiefer -Paares ist wohl ausge- 
l)ildet; sie hat an ihi'em Innenrandc einen schwachen Haarfilz und am 
distalen Ende zwei starke und ein ganz schwaches Fiederhaar. Die 

44 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. | 1 9 

Außenlade ist distal ein weniii; verLveitcrt, nur wenig nach innen ein- 
gekrümmt; an dem äußeren Teile des Distalrandes stehen starke, 
gell)e mit Höckertiedern versehene Dornstaclieln, die nach innen in 
die schwächeren, hyalinen, sehr sauber an der Innenseite gekämmten 
Stacheln übergehen. Das Endglied des Tasters überragt den Rand der 
Außenlade (ungerechnet die Stacheln) mit seinen distalen zwei Dritteln ; 
es ist fast drei mal so lang wie das Cirundglied, distal sich verbreiternd, 
mit schwach konkavem Innen- und kräftig konvexem Außenrand. Der 
innere distale Eandteil des linken ist mit starken, kurzen Stacheln 
bestanden, die nach außen zu an Länge und Schlankheit zunehmen; 
an dem Taster der rechten Gliedmaße sind die Stacheln viel schlanker 
und annähernd borstenartig. 

Von den beiden Laden des 2. Unterkiefers ist die äußere 
etwas kürzer und l)edeutend l)reiter. Der distale Teil des Innenrandes 
der Innenlade ist mit sehr vielen ziendich schwachen Dorsten bestanden; 
den proximalen Schluß dieser Reihe machen zwei sehr große und sehr 
starke Fiederhaare. Proximal davon findet sich ein Filz schwacher 
Haare, Der Distalrand der Außenlade führt längere, stärker ge- 
ki-ümmte, jedoc-h innner noch ziendich starke Dorsten. 

Der proximale Rand des Segmentes der Kieferfüße stellt 
einen weiten fJogen dar; die seitlichen proxinuilen Ecken sind ein 
wenig ausgezogen; der vordere Teil verschmiüert sich erst ziendich 
phitzlich mit bogenförmigen Rändern, dann aber nur noch ganz wenig 
bis zum distalen Rande. Das 1. Glied der Kieferfüße legt sich, wie 
gewöhnlich, ül)er das Segment hinweg; der Ireie Teil des 1. Gliedes 
ist. wie üblich, kurz; das :>. Glied ist fast doppelt so lang, der i\_ußen- 
rand des o. ein wenig kürzer, die äußere distale Ecke verhältnismäßig 
wenig vorgezogen. Der Außem-and des 4. ist nicht ganz doppelt so 
lang, wie der des ;>., der Innenrand etwas kürzer, das Glied distal 
etwas verbreitert. Das vorletzte Glied ist nocli nicht halb so breit 
wie das 4., von etwa zwei Drittel der Länge des drittletzten Gliedes. 
Die Klaue ist etwa gleich zwei Dritteln oder drei Vierteln der Länge 
des vorletzten Gliedes, ziendich schwach, mit besonders langer, schlanker 
Spitze. Die })roxinnden Glieder zeigen an den üblichen Stellen eine 
ziendich schwache IJehaarung; dagegen ist das dritt- und vorletzte 
Glied sehr stark l)ehaart. Die Klaue hat auf dem Innenrande nahe 
der Spitze einige kleine, stiftartige IJorsten. — Die Iiuienlade reicht 
nach vorn so weit wie das 3. Glied der Gliednmße; die Außenlade 
etwas über die Hälfte des 4. Gliedes. Die Innenlade trägt auf dem 
eingeschlagenen Iiniem'ande die id)lichen, schlaidvcn, getiederten Haare; 
kurz vor dem distalen Ende schwenkt diese Keihe nach außen ab und 

45 



120 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

setzt sich bis auf den Rand fort, während die Haare kürzer und fester 
Averden; das letzte Haar stellt auf dem Distalrande der Lade selber. 
Außerdem besitzt der Distalrand eine Kandreilie gekrümmter, ziemlich 
schwacher Borsten und nach dem Innenrande zu drei kurze, feste 
Borstenstaeheln. Nahe dem lunenrande der Auß(Milade stehen auf der 
oralen wie aboralen Fläche sehr viele, in kleinen queren Reihen an- 
geoi-dnete I»orsten ; nahe der distalen Ecke stehen diese Borsten auf 
»Umu l\an(k' sclljcr; sie sind sehr viel gr()r!er und fester geworden und 
krünnnen sich kräftig nach innen. 

Die Ijciden ersten Beinpaare haben kleine, aber wohl 
ausgebildete Haibscheeren. Das 1. Paar ist etAvas kräftiger gebaut 
und hat eine etwas größere Scheere. Das Ü. Ghed ist bei beiden 
l'aaren lang; am Außenrande kurz vor seinem Distalende steht ein 
kleiner Höcker; der Innenrand ist am 1. Paare stärker gebogen, das 
(«hed kräftiger. Das 3. Ghed ist klein, nahe dem Außenrande mit 
dem üblichen, runden Ausschnitt. Das 1. Glied ist klein, auf der 
Innenseite sehr stark, auf der Außenseite sehr stark entwickelt. Das 
T). (ilied ist f\ist so lang wie das Handglied; sein Innenrand erhebt 
sich (l)eim 'i. Paare stärker) zu einem kräftigen Lap])en, der kurz vor 
dem distalen Rande ziemlich steil wieder abfällt. Das (ilied ist am 
1. Paare etwas kräftiger; ebenso das Handglicd, dessen Außenrand 
ganz schwach gebogen ist, während sich der Innenrand ziemhch stark 
und zwai- am 1. Paare stärker als am 2. wölbt. Die Klaue ist schlank, 
die äußerste Spitze ein wenig stärker gekrünnnt; der Teil des Innen- 
raiides der Hand, gegen den sie sich einschlägt, ist etwas mehr als 
die distale Hälfte. — Das 2. Glied ist ziendich kahl; die folgenden 
(died(n- zeigen innen kerbige Einschnitte, in denen Borsten stehen; 
außerdem finden sich solche an der distalen Innen- und Außenecke. 
Auf dem 3. Gliede stehen die Kerlizähne und Borsten auf dem vor- 
si)i'ingenden Lajjpen. Das Handglied zeigt die beborsteten Einschnitte 
am Außen- und Innenrande; Dornen sind nicht vorhanden. 

Die beiden folgenden Beinpaare des Mittelleibes sind 
etwas schlanker als die drei letzten Paare, sonst diesen durchaus 
ähidich. Die Außeuecke des 4. Gliedes ist ül)erall in einen dreii'ckigen 
La])pen kräftig ausgezogen. Der hintere Lapix-u des 5. Beinpaares ist 
ainiähernd eif()rnn'g mit schlanker 8i)itze und viel kleiner als das 
1. Glied dei' Gliediiiaüe ; der der (i. (iliedmaße ist gleieh gebihh't und 
griiüer als das 1. (ilied des {»eines; beim 7. Paare ist der hintere 
Lapjx'n halbkreisfitiiiii^ und das 1. (ilied nur als ein vorderer Höcker 
zu erki'inien. 



46 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 121 

Die Coxalglieder des 5. — 7. Paares wachsen nach hinten an 
Breite und Länge; der hintere Rand ist ein wenig geschweift; die 
distale äußere Ecke ist überall nur schwach rundlich ausgezogen. 

Die Nek top öden ha])en sehr lange, von vorn nach hinten an 
Länge zunehmende Stammglieder. 

Die heiden ersten Hai top öden- Paare sind ziemlich schwach, 
sowol im Stannn wie in den Spaltästen. Die Stämme reichen gleich 
weit nach hinten; die Aste sind klein, der äußere etw^as kleiner. Die 
Einschnitte und Stacheln auf den Kanten des Grundgliedes wie der 
Spaltästc sind ziendich schwach; am Ende jedes Spaltastes steht ein 
kräftiger Stachel; ebenso ist der Stachel am distalen Ende des Stammes 
des 2. Paares etwas kräftiger. Das Grundglied des 3. Paares der 
Haitopoden ist kräftig, glatt, reicht nach hinten soweit wie die Spalt- 
äste des 'l. Paares, wird vom Telson etwas überragt und hat eine 
lappig vorgezogene, runde, distale obere Ecke. Die Spaltäste des 

3. Paares haben gesägte, mit Stacheln besetzte Kanten und einen 
kräftigen Enddorn. 

Größe 17 nun. 

Diese Art ist nächst Stebbingia grcgaria der gemeinste Amphipod 
Süd-Georgiens. Die IJenierkungeu über das lebende Tier lauten: ,, Grau- 
grünlich, unter Steinen, in Florideen u. s. w.'' 

Megamoera Miersii uov. spec. (Taf. iii, Fij--. 3.) 

Der Körper ist außerordentlich langstreckig; die Entfernung vom Megamoera 
Kopfende bis zum Hinterende des 6. Nachleibs-Segments siebenmal so 
groß, Avie die H()he des 3. Brustringes nel)st Epinu^r. — Der Rücken 
des Kopfes und der ersten sechs Ringe ist gerundet ; am 7. Ringe tritt 
eine nach liinten immer schärfer werdende Mediankante auf; auf dem 

4. und 5. Nachleibs -Segmente erhebt sie sich kielförmig und läuft 
hinten in eine Spitze aus. Der Rücken des (!. Nachleibssegmentes ist 
platt. — Die Körperringe wachsen ])is zum 3. Nachleibsringe an Länge 
und Höhe; vom 4. bis 0. Nachleil)sringe nimmt die Höhe schnell a1). 
Der Vorderrand des 1. Segments verhiuft grade, schwach nach vorn 
geneigt. — Die Hinterränder der Mittelleibs-Segmente verlaufen dorsal- 
wärts zunächst senkrecht, biegen dann aber nach hinten ab und bilden 
an jedem Segment einen hinteren unteren vorspringenden, gerundet 
rechtwinkligen La[)pen. -•-- Die Dorsalkante der einzebien Ringe verläuft 
im aligenieinen gi-ade. — Die Ventralkante der ersten fünf Mittelleilis- 
Segmente liegt in gleicher Flucht; die des (i. und nocli viel mehr die 
des 7. Ringes steigt dagegen Ijedeutend weiter ventralwärts heral). 



47 



Miersii. 



12'2 l't'effer, Krebse von Sürl-Georo-ien. 

Die vorderen I^pinieien sind im Verliältni.s /um ganzen Tiere 
klein, im Verliältnis /u ihren Hingen jedoch immer noch ziemlich l)edeutend 
entwickelt. Die Höhe des ersten ist so groß wie die des 1. Ringes; 
das 2. ist etwa elx'nso hocli; die lolgenih'n wei'(h'n immer niedriger. 
D;is ]. und ;*. sind etwa so hoch wie lang, die folgenden beträchtlich 
liinger :ds hoch. Die \'order- und Hinterkante der Kpimcn-en wendet 
sich nach vorn, sodaii die E})inieren als (lanzes stark schräg nach 
vorn stehen. Dei' \'orderr;tnd des 1. steigt, schwach konvex, etwa im 
Winkel von 45" nach unten und vorn; der liand der folgenden Epimeren 
A\ endet sich erst stark nach vorn und dann in gerundetem Winkel nach 
unten, so dal.i der Vorderrand hucklig erscheint. Der Unterrand ist 
schwach konvex, heim 4. Epimer an einem Stück sogar schwach konkav 
ausgeschweift. Das Epimer des 5. Mittelleibs -Paares ist ebenso hoch 
wie das des 4., jedoch, wie gewöhnlich, nur in der vorderen Hälfte des 
(Jrundgliedes als unvollständig-ovaler Lappen ausgel)ildet. Beim f». und 
1. ^Nlittelleibs- Paare ist das Aequivalent des Epimers als ein kleiner, 
vorderer, durch einen rechtwinkligen Kerbschnitt abgesetzter Lappen 
des Coxalgliedes ausgebildet. 

Die drei ersten Hinge des Nachleilx's sind die bedeutendsten 
des ganzen Tieres; sie hal)en in der Dorsallinie di(^ Länge des Koptes 
samt den drei folgenden Hingen; sie wachsen an Höhe; die Rücken- 
kante ist beim 8. etwas länger als bei den beiden gleichlangen ersten. 
Die Hinterkante steigt 1)eim ersten senkrecht herab; beim ;.'. neigt 
sie sich etwas, l)eim 8. stark, und zwar im Dogen, nach vorn. 
Der epimeriale Lajipen setzt sich beim 1. und ;.'. durch einen ganz 
seichten Kerbsehnitt. beim ;>. dagegen im rechten Winkel ab. Die 
Hinterkante des Lapfiens ist an den l)eiden ei'sten Ringen schwach 
konvex, beim '.\. konkav. Die Ventralkante des La})i)ens verläuft beim 
1. gerundet nach unten und hinten und str)l.5t mit der Hinterkante in 
in einer rechtwiiddigen Ecke zusammeii ; dies(> trägt eine kleine aus- 
gezoiicne S})ltze. Die Ventralkanten der beiden folgenden iSegmentc 
vei-laufen wagerecht, konvex geschwungen, die Ecke des 2. ist schwach 
s(um})fwinkli,n', die Spitze etwas ausgezogen, die Spitze des /'. ist kräftig, 
spitz zahnartii^-. Das 4. Nachleibs-Segment ist noch nicht halb so lang 
wie das ;>.. an seinem Hinterande etwa um ein Drittel niedriger als 
di(^ Voi'derkante des vorangehenden Ringes. Sein Dorsalrand ist zu 
einem scharfen Kiel entwickelt, der an si'inem Hintevrande einen kleinen 
Dorn trägt und dann steil nach unten und hinten abfällt. Das 5. Nach- 
leibs-Segment i;ieicht dem 4., ist aber kürzer uiul niedriger; der Rücken- 
kiel steigt nach hinten auf uiul endigt in einer scharfen, zahnarti.i;- 
gebogenen Spit/e. Das (i. Postaldominal -Segment ist in der Rücken- 

48 



Pfeft'er, Krebse von Süd-Georgien. 123 

linie etwas länger als das 5., seine Höhe gleich der Hälfte des 5. ; 
zur Aufnahme des Telsons zeigt es eine dorsal liegende, breite, etwa 
einem Drittel eines Kreises gleichkommende Ausbuchtung, während der 
Artikulationsrand für die GliedmafBe senkrecht verläuft. 

Das T eisen ist etwa um ein Drittel länger als das G. Segment; 
seine Breite am Grunde ist gleich zwei Dritteln seiner Höhe. Es ist 
fast in seiner ganzen Länge gespalten und hat zwei etwas divergierende, 
schmale, sich allmählich verjüngende und mit stumpfer Spitze ab- 
schheßende Schenkel; der zwischen diesen liegende Winkel ist etwa 30". 

Der Kopf ist groß. Höhe, Breite und Länge sind annähernd 
gleich ; die Länge jedoch etwas größer, nämlich so groß wie die der beiden 
ersten Brust- Segmente. Der Oberrand verläuft ziemlich grade, ganz 
wenig konvex, in der Richtung dei' Kückenkante des Tieres. Der 
Vorderrand ist, von oben gesehen, im allgemeinen eine quere Abstutzung, 
am Grunde der oberen Fühler ein wenig ausgeschweift und zwischen 
den Fühlern ganz wenig gerundet-rechtwinklig vorspringend. Von der 
Seite betrachtet, springt der Vorderrand unterhalb des dorsalen Endes 
zunächst ein wenig ein und verläuft seitlich von den oberen Fühlern 
im allgemeinen gradlinig schräg nach vorn und unten ; der Backenlappen 
ist klein, spitz dreieckig gerundet und springt kräftig vor. Der vordere 
untere Winkel des Koptes ist sehr stumpf gerundet; der Unterrand 
verläuft, schwach konvex geschwungen, schräg nach ol)en und hinten. 
— Das Auge hat etwa die halbe Länge des Ausschnittes für die oberen 
Fühler; es ist schlank oval, doppelt so lang wie breit. 

Die ol)eren Fühler sind so lang wie der Kopf mitsamt den 
sieben Mittelleibs-Segmenten ; der Stamm reicht in normaler Lage so 
Aveit nach vorn wie die vier proximalen Stammglieder der unteren. 
Schaft und Geißel verhalten sich in ihrer Länge wie 2:3; die Neben- 
geißel hat zwei Fünftel der Länge des 2. Gliedes. Das 1. Glied des 
Stanunes ist lang und kräftig, so lang wie der 1. und ;2. Körperring; 
distal verjüngt es sich kaum. Die beiderseitigen ersten Glieder hegen 
in der Euhe dicht neben einander und stoßen mit einer ebenen Fläche 
an einander; oben schließt diese Fläche in einer stumpfen, unten in 
einer kielartig vorgezogenen Längskante ab. Das 2. Glied ist dünner 
und etwas kürzer ah das erste. Das 3. ist recht dünn und macht den 
Übergang zur (Jeißel; es schwillt distal etwas an und erreicht den vierten 
Teil der Länge des 1. Gliedes. Alle Glieder tragen in eine Längsreihe 
angeordnete, kleine, mit einem Kamm von weichen Haaren versehene 
Flecke; außerdem ist die Unterseite, besonders des 1. Gliedes, etwas 
behaart. Die Nebengeißel zeigt etwa 7. die Hauptgeißel etwa 50 Glieder; 
jedes (ilied zeigt an seinem Distalrande schwache Haarbildungen. 

4!) 4 



] 04 Pfeffer, Krebse von Süd-Goorgien. 

Die unteren Fühler sind sehr kräftiij;. Das 1. Glied ist, wie 
geAV()hnlicli, nur ventral und außen entwickelt, das 2. haujjtsächlich 
auf der Innenseite aus,iTel)ildet; von außen bemerkt man, wie gewöhnlich, 
den (»Ix'rlialb des 1. (Jliedes liegenden Lappen und die unterhalb des 

1. (Jliedes liegende 8chuppe, die ohne Naht mit dem 2. Gliede ver- 
wachsen ist; die Schuppe ist etwa so lang wie das 3. Ghed des oberen 
Fidder. Das ?>. Glied ist sehr stark, unten kantig, und erreicht etwas 
mein' als die Hälfte der Länge des ersten oberen Fühlergliedes. Das 
4. (ilied ist fast so lang, wie das erste obei'e Fühlerglied und etwa 
von derselben Stärke. Das 5. entspricht in Länge und Stärke dem 

2. (iliede der ol)eren Füliler. — Alle Schaftglieder tragen sowohl 
s})ärlicli an der Seite, wie dicht und regelmäßig an der unteren Kaute, 
dieselben behaarten Flecke, wie die oberen Fühler. — Die Geißel ist 
so lang, wie das 5. Stammglied, dick, die einzelnen Glieder mit den- 
sell)en Haaren versehen, wie bei den oberen Fühlern, außerdem aber 
noch mit langen, nur an der Unterseite der Glieder entwickelten 
Haaren. Die Geißel zählt etwa 17 Glieder. 

Oberlippe und Epistom stellen zusammen ein einziges Ge- 
bilde dar, indem die quere, schmal -elliptische Oberlippe, durch einen 
dunklen Chitiiistrich geschieden, vorn von dem ganz schmal-hall)mond- 
förmigeu Epistom umspiimit wird. Die Oberlippe geht nach vorn 
unabgesetzt in das Epistom über; nach hinten verjüngt sie sich sehr 
breit herzförmig. 

Der Oberkiefer hat, von der aboralen Seite gesehen, die in 
Fig. c dargestellte Form; man erblickt die lappige Form der Außen- 
schneide, ein zahnartiges Stück der Lmenschneide und darunter das 
Borstenbündel ; der Taster ist etwas länger als der Oberkiefer, vom 
(lelenkkopf bis zur Spitze gemessen. Die genaueren Merkmale sind 
die folgenden: der Umriß der chitinisierten Fläche des Molar-Fortsatzes 
stellt ein etwas unregelmäßiges, sich dem Kreise näherndes Oval dar, 
sie ist rings von einem stärker chitiiiisierten Rande umgeben, welcher 
auf der der Innenkante eutprechenden Stelle mit den üblichen kurzen, 
dunklen Dorstenstiften besetzt ist; außerdem findet sich auf dem ge- 
samten Eande ein Haarlilz, welcher an der Stelle, die morphologisch 
der Innenkante der inneren Lade beim 1. Unterkiefer entspricht, viel 
dichter wird und ;ni der Stelle, welche der distalen Sjjitze des ange- 
zogenen Ghedes ents]»ri(lit. ein Borstenbündel trägt. Die Stelle. Avelche 
den IVIolarfortsatz mit den Kauspitzen verbindet, d. h. mo[)hologisch 
ausgedrückt: die Distalkante der Außenlade, ist mit einem chchten 
Borstenfelde bewachsen. Das Kau-Ende gliedert sich in die beiden 
ziemlich schlanken Schneiden, die außer der Hauptspitze noch je drei 

50 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. j25 

oralwärts gelegene Nebenspitzen aufweisen. Der Taster des Oberkiefers 
ist sehr lang; er reicht, nach vorn gestreckt, fast bis an das distale 
Ende des 3. Gliedes der unteren Fühler; besonders lang ist das zweite 
Glied, nämlich fast so lang, Avie die dorsale Kante des 3. GHedes der 
unteren P^üliler; der Taster ist, besonders außen, kräftig behaart. 

Die Unterlii)pe ist halb - zungenförmig , auf der oralen Fläche 
längs ausgehöhlt, an der Spitze fast unmerklich stumpf eingekerbt. 

Der Unterkiefer des ersten Paares zeigt eine Reihe mor- 
phologisch sehr wichtiger Merkmale. Das 1. und 2. Ghed zeigt noch 
deutlich die Wertigkeit der einzelnen Teile , indem der eigentliche 
Hauptteil noch wie das Glied einer indifferenten Ghedmaße ausgebildet 
ist, und die Laden sich hi ganz ähnlicher Weise wie bei einem Kiefer- 
fuße absetzen; selbst von den Haaren, welche die inneren distalen 
Ecken der Glieder auszeichnen, sind noch Spuren vorhanden. Das 
1. Glied ist sehr l)reit, viel In-eiter als lang. Die Innenlade ist in 
einer vei'hältnismäßig bedeutenden Länge und Breite entwickelt, schräg 
parallelogrannufr)rmig, die distale Ecke mit etlichen gefiederten Haaren 
versehen. Das 3. Glied ist sehr viel schmaler, dagegen länger als das 
erste, länger als breit, mit den üblichen Borstenhaaren an der distalen 
äußeren Ecke. Die Lade setzt sich in einem Winkel vom Gliede ab, 
ist kräftig gebogen und gegen das Ende kaum verjüngt. Die Stacheln 
des Distalendes sind außen stärker, länger und dunkel chitinisiert ; die 
Fiederung der Stacheln ist nur durch einige bei den starken Stacheln 
auftretende schwache Höckerbildungen angedeutet. Der sog. Taster 
zeigt sich aufs deutlichste als die eigentliche Fortsetzung der Glied- 
maße. Er ist außerordentlich stark entwickelt, ebenso lang, wie die 
beiden proximalen Glieder der Gliedmaße zusammen, das Endglied 
doppelt so lang wie das erste. Das Endglied ist eiförmig, distal etwas 
zugestumpft, am Ende mit ziemlich schwachen, etwas stiftförmigen 
Borsten. 

Die Außenlade der Unterkiefer des zweiten Paares ist 
etwas Ijreiter und länger als die Lnienlade. Der Distalrand beider 
Laden ist mit gekrümmten, hyalinen Stiftljorsten versehen, die auf der 
Außenlade, l)csonders nach außen, sehr viel länger sind als auf der 
Lnienlade. Der Lmenrand der Lmenlade trägt fast auf seiner ganzen 
Länge ziendich lange, schlaffe, gefiederte Haare. 

I);is ]. Glied der Kieferfüßc ist, wie gewöhnlich, in der Auf- 
sicht halb-herzförmig; kurz vor seiner inneren distalen Ecke trägt es 
einen Busch kräftiger, l»rauner Borsten. Das :l. Glied ist kurz; da, 
wo es sich nach innen umbiegt, um in die Lade überzugehen, befindet 
sich, dem 1. Gliedt' entsprecliend, ein Busch von braunen Borsten, die 

51 4» 



] 26 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien, 

etwas kürzer sind, als die des 1 (Jliedes. Wie fje wohnlich, tragen die 
beiden (Jliedcr auch au (h'r äußeren distalen Eckö einige Haare. Das 
3. (died ist sclnual, kurz und unhehaart, seine cäußere distale Ecke ist 
ein wenig ausgezogen. Das 4. Glied ist ganz außerordentlich lang und 
schlank, fast so lang, wie die drei proximalen Glieder zusannnen ge- 
nonnuen, nirgends ausgezogen; an seiner distalen äußeren Ecke steht 
eine hyaline Borste. Der größte Teil seiner nach innen und ahoral 
gelegenen Fläche ist mit kräftigen, braunen Borsten bestanden. Das 
vorletzte Gli(Ml ist sehr viel schlanker und noch nicht halb so lang 
wie das voraufgehende, kräftig beborstet, nirgends ausgezogen. Die 
Endklaue ist kräftig, schlank, fast so lang wie das vorletzte Glied. 
Die Innenlade reicht nach vorn etwas über die Hälfte der Außenlade 
hinweg; an ihrem Innenrande trägt sie einige wenige, schlaffe, gefiederte 
Haare ; das distale Ende trägt hyaline, ziemlich schwache, gebogene 
Stiftl)orsten; an der inneren aboralen Ecke stehen einige kräftige l)raune 
IStacheln. Die Außenlade ist groß und In'eit; sie reicht nach vorn so 
weit wie das lange 4. Ghed; sie trägt am distalen Ende zu äußerst 
einige Fiederhaare, zumeist jedoch schlanke Borsten, die nach der 
innt^'en Ecke zu kürzer und kräftiger werden. Die distale Hälfte des 
Innenrandes ist dicht besetzt mit kurzen, schwach gebogenen, kräftigen, 
hyalinen tStiftl)orsten. Nahe dem Innenrande trägt die aborale Fläche 
eine Reihe brauner, ziemlich dünner Borsten, die proximalwärts auf 
den Innenrand stößt. 

Das 1. Bein paar des Mittelleibes steht an Länge und 
Kräftigkeit weit hinter dem zweiten zurück. Das 2. Glied, neben das 
entsprechende der 2. Gliedmaße gelegt, reicht nur über etwas mehr 
als die Hälfte derselben. Das 3. Glied ist im Profil dreieckig, die 
Spitze vorn, die Basis hinten; das 4. Glied ist im Profil sehr breit 
dreieckig, ebenso gelagert wie das 3. Glied. Das 5. Glied ist so lang 
wie das 2. ; sein Außenrand ist schwach konvex gebogen, der Innenrand 
dagegen nach der Mitte zu bucklig herausgezogen. Das 6, Glied ist 
fast so lang wie das 5. , nach vorn breiter werdend , vorn in ziendich 
grader Kante abgesetzt; diese Kante ist an Länge gleich zwei Dritteln 
der Vorderkante. Das ganze Glied ist als eine dünne, auf der Innen- 
fläche etwas konkave Platte entwickelt. Das Endglied zeigt die ge- 
wöhnliche Bildung. Die Hinter- und Innenflächen der Glieder sind mit 
langen, schlaffen Haaren besetzt. 

Das 2. Paar schließt sich an das 1. an, ist aber viel größer 
und kräftiger entwickelt. Das 5. Glied ist im Profll dreieckig, hinten 
ganz schmal ausgebildet, die scheinbare Distalkante so lang Avie die 
scheinbare Vorderkante. Das vorletzte Glied ist plattenförmig, sehr stark; 

52 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 127 

es hat eine scliwaeli konkave Anßen- und Innenkante und erweitert sich 
distal schwach; die Al)stutzuii,i;skante ist etwas kürzer als die innere 
und ehenso lang wie die äußere; die Länge des Gliedes ist etwa gleich 
der des 2. Gliedes. Die Abstut/ungskante ist etwas buckelig, ihr inneres 
Ende in einen kleinen, spitzen, festen Zahn ausgezogen; die eingeschlagene 
Endklaue erreicht nicht ganz diese Spitze. Mit Ausnahme der Außen- 
kante des 5. und G. Gliedes sind die Außen- und Innenkanten der 
Glieder mit schlaffen Haaren versehen , die schwächer sind , als am 
1. Paare. — Beim $ ist die ganze Gliedmaße, vor allem das 6. Ghed, 
kleiner und längst nicht so breit. 

Die beiden folgenden Paare sind von gleicher Bildung, 
scliwach und unl)ewehrt; sie halten in ihrer Länge etwa die Mitte 
zwischen dem 1. und 2. Paare. 

Die drei folgenden Paare sind stark und bewehrt, viel 
länger als das 3. und 4. Paar, jedes länger als das voraufgehende. Die 
Coxalglieder sind breit; ihre größte Breite liegt proximal, von da 
verschmälern sie sich mit schwach konvexen Rändern gegen das Distal- 
ende zu; die größte Breite ist etwa gleich ^'-- der Länge; das Femoral- 
glied des 7. Paares ist etwa um Vs länger als das des 5. Paares und 
so lang, wie die dorsale Mittellinie des 4. und 5. Segmentes zusammen. 
Die 6. Glieder sind ganz außerordentlich dünn im Verhältnis zu dem 
vorangehenden. Der Vorderrand der Coxae ist scliwach gesägt, der 
Hinterrand des 2. und 3. schwach bedornt. Glied 2, 3 und 4 sind 
glatt; die andern am Vorderrande mit den üblichen Quer -Reihen 
von Dornen bewehrt; am Hinterrande linden sich gleichfalls einige 
wenige Dornen. 

Die drei Schwimmfüße sind sehr schlank und ziemlich lang, 
von gleicher Bildung, etwa so lang, wie das 3., 4. und 5. Mittelleibs- 
Segment zusammen. Der Stamm ist unregelmäßig filzig behaart, die 
Geißeln von gleicher Länge, fadenförmig, dicht und ziemlich kurz l)ehaart. 

Die Springfüße sind zu ganz besonderer Stärke ausgebildet. 
Der Stamm des 1. Paares ist so lang, wie das Coxalglied des 5. Mittel- 
leibs - Paares ; vorn trägt er eine Längs - Kante , hinten eine konkave 
Längs -Fläche, deren seitliche Ränder kielartig vorgezogen, spärlich 
behaart und l)edornt sind. Von den Asten ist der innere länger 
und stärker, etwa so lang wie das f). Mittelleibs-Segraent , sich all- 
mählicli zuspitzend, am hinteren Rande spärlich behaart und bedornt, 
mit kräftigem, hornigen Enddorn. — Das 2. Paar entspricht dem ersten; 
sein Stammglied ist etwa ^h von der Länge des voraufgehenden Paares; 
der Innenast ist etwa so lang wie der Außenast (h's I.Paares, der 
äußere etwa um '3 kürzer als der innere, sonst ebenst) gebildet wie 

53 



128 IMeilVr, Kroljsc von Sü(l-Ge()rj:,ien. 

Ix'ini l.r.'iar. — Dor Stamm des o. Paares liat etwa die Tjänge des 
G. Segmentes, ist hall) so hreit wie lang, an der Vorderseite mit etlichen 
schwachen Dornflecken. Die beiden Äste sind schmale lange Blätter, 
heim cf^ von ganz besonderer Größe. Der Innenast ist beim o'' nm 
ein kanm merkliches, beim $ um ein deutliches Stück länger und etwas 
breiter als der Auüenast. Sie haben beim o^ die Länge des 4., 5. 
und G. Mittelleil)s-Segmentes xusammen, wäln-end der Innenast beim $ 
nur der Länge des 4. und 5. Segmentes gleichkommt. Die Breite ist 
beim o^ noch nicht V4 der Breite, beim $ noch nicht '/g. Die Form 
ist beim (^ die eines schmalen, sich distal schwach verbreiternden, 
stumpf zugerundet endigenden Blattes ; beim $ sind sie ganz schmal 
elliptisch. Die Kanten sind ganz schwach gekerbt und hier mit Haar- 
flecken versehen ; anf dem proximalen Teile der hinteren (in der 
Zeichnung natürlich nach vorn gewandten) Kante stehen einige Dornen. 
Über die lebenden Tiere tinden sich folgende Angaben: ., Orangerot; 
tiefe P^b])e." 3 Stück; ein o"^ von 4G mm, zwei $ von ?,^ und 35 mm 
Körperlänge. 

Leuootiioe LeucothoG antarctica nov. spcc. (Tat. ii, Fig. 4.) 

antarctica. 

Zwar ist nur ein einziges und zwar ziemlich mäßiges Stück 
dieser Art vorhanden, doch zeigen die äußeren Charaktere zur Ge- 
nüge, daß die vorliegende Art zur Gattung Leucothoe gehört. Im 
Habitus wie in vielen Einzelheiten , besonders der Scheerenbildung, 
ähnelt sie durchaus unserer nordischen Leucothoe articulosa JVItg. 

Die Höhe der Mittelleibs -Ringe wächst bis zum 4. Ringe 
außerordentlich schnell. Die Rückenkanten der Segmente sind glatt; 
an den ersten Mittelleibs -Ringen grade, an den folgenden schwacii 
gebogen ; auf den drei letzten Hinterleibs-Ringen wieder sich abflachend 
und sogar etwas eingesattelt. 

Die Hinterkanten der Segmente richten sich nach hinten; ihre 
untere Ecke ist etwas ausgezogen und zugerundet; beim 7. Segment 
stellt sie einen rundlichen Lapi)en dar ; die Ventralkanten der Segmente 
liegen in einer Flucht; das G. und 7. setzt, soweit der Sachverhalt zu 
erkennen ist, niclit tiefer an. 

Die Epimeren der vier ersten Mittelleibs-Ringe sind 
groß und hrdiei- als die Profile der dazu gehörigen Segmente; eine 
besondere Eigentihnlichkeit ist ihre Verschiebung um ein halbes Segment 
nach vorn. Das 1. Epimer legt sich weit über die Seiten des Kopfes 
hinweg, so daß die vordere Kante über das Auge hinweg streicht; der 
Vorderrand ist mäßig gebogen, el)enso der ünterrand; beide stoßen 
in einem gerundeten si)itzen Winkel von etwa 70 "^ zusammen. Das 

54 



rfeffor, Krc'l)se von Süd-Georgien. 129 

2. F.pimer hat einen ziemlich graden Vorder- und Unterrand; der 
vordere stnnipf zugerundete Winkel heträgt etwa S5'\ Am 3. Epimer 
geht der Vorderrand, nachdem er eine Strecke lang grade verlaufen 
ist, in weitem Bogen in den gleichfalls kräftig gebogenen Ventralrand 
über. Das 4, Ejjimer ähnelt dem 3. im Vorderrand und vorderen 
Winkel ; sein unterer bez. hinterer Rand steigt indessen ziemlich grade 
nach oben und hinten an. 

Die epimerialen Lapi)en der drei ersten Hinterleibs- 
Ringe sind sehr wohl entwickelt; der des 1. ist verhältnismäüig klein, 
nicht abgesetzt, und bildet eine halbeiförmige untere hintere Partie 
des Segmentes. Auch am folgenden Eing ist der Absatz an der 
Hinterkante des Segmentes nicht ausgeprägt; der Lappen selbst aber 
ist groß, breit blattförmig mit spitziger Si)itze, mit wohl gerundetem 
Ventral- und dojjpelt geschwungenem Hinterrande, Der Hinterrand 
des 3. Segmentes zeigt die kapi)enförmige Bildung des dorsalen Teiles, 
wenn auch nicht so stark, wie bei andern Gattungen, von der sich im 
stumpfen Winkel der übrige Teil des Hinterrandes absetzt ; der Lappen 
ist wie der des vorangegangenen Segmentes gebildet, nur ein wenig 
stumpfer, etwa mit der Öffnung des rechten Winkels, Das 4, Nachleibs- 
Segment zeigt die übliche Einsattelung, das 5, und 6. werden immer 
niedriger und kürzer. Das Telson ist lang, sitzt mit konvexer Basis 
auf, verjüngt sich lanzettlich und endigt in eine Spitze. 

Die Stirn ist etwas kappenförmig nach vorn und nn Bogen nach 
unten vorgezogen; der Winkel der vorderen Stirnränder beträgt etwas 
über 100"; der Scheitel des Winkels dringt nicht zwischen die Fühler- 
wurzeln ein ; die seitlichen Ausschnitte für die Grundglieder der oberen 
Fühler sind seicht; der Backenlappen ist nicht genau zu beobachten. 
Das Auge ist ziemlich groß, annähernd kreisrund. 

Die Fühler sind verhältnismäßig kurz; die oberen etwas länger 
als die unteren, nicht ganz von der Länge der drei ersten IVIittelleibs- 
Segmente, Werden beide Fühler nach vorn gestreckt, so fällt der 
Distalrand des 2, Gliedes der oberen Fühler auf die Mitte der Länge 
des 5. Gliedes der unteren Fühler, Der Stamm der oberen Fühler ist 
dünn, der der unteren noch dünner; die Geißeln beider Paare sind kurz, 
die der oberen länger. 

Die beiden ersten Stammgheder der oberen Antennen sind 
etwa gleich lang, das 2, jedoch nur von halber Dicke des 1.; das 

3. GHed ist ganz kurz und dünn und schließt sich in seinem Habitus 
an die etwa in der Zahl von 10 vorhandenen. undeutHch abgesetzten 
Geißelglieder an, Borstenbildungen sind nicht vorhanden; das Ende 
der Geißel zeigt einige Haarbildungen. 

55 



130 IMVCI'er, Krel)so von SiHl-Gcor(>ien. 

Von den untcroii A ii tennon-dniiult'liodern ist nur das 4. 
und 5. (llicd /u bt'oljaclitcn; l)eide sind Lmg und scldank, an Länge 
und Dirke al)nelnnend; die (ieißel Lestelit aus etwa 7 (iliedeiMi; die 
unteren Fühler sind kald mit Ausnalnnc einiger Haarl)ildungen an der 
Fülderspitze. 

Das 2. (ilied des 1. ]\I it teil eibs-Dein}) a ares ist lang und 
kräftig; das ?>. und 4. (ilied ist niclit deutlicli zu erkennen und ist in 
Folge dessen aueh in der Zeiehnung nur im allgemeinen Kontur an- 
gegeben. Das 5. (jlied hat gerundete Seitenränder, ist ein klein wenig 
länger als breit und sendet seine innere distale- Ecke als einen dem 
n. Glied an Länge gleichkommenden, am Ende auf dieses zu ein- 
gekrümmten schlanken Fortsatz aus, der die dop})elte Länge seines 
(Jliedes hat. Das G. Glied ist, als Handglied ])etrachtet, schlank, fast 
von vierfacher Länge seiner Breite, fast so lang wie die Dorsalkante 
der beiden ersten Segmente, nach dem distalen Ende zu sich ganz 
Avenig verschmälernd, im allgemeinen jedoch mit parallelen Seiten- 
rändern. Die Endklaue ist schlank und kräftig gebogen und schlägt 
sich in der für die (Jattung charakteristischen Weise gegen das 
G. Glied ein. 

Die 2. Gliedmaße ist ganz außerordentlich kräftig ausgebildet. 
Das 2. Glied ist lang und stark, an der Außenkante ehi wenig ein- 
gekerl)t; die beiden folgenden Glieder sind kurz und kräftig; das 
5. (ilied ist ganz kurz und sendet seine innere distale Ecke als einen 
langen Fortsatz nach vorn, der jedoch weder die Länge noch die 
Schlankheit noch auch die gel>ogene Spitze des In^nodynamen Gebildes 
der 1 . GHedmaße aufweist und die hall)e Länge des Handgliedes 
erreicht, derart, daß die Endklaue und die Spitze des Fortsatzes sich 
halbwegs auf dem Innenrande des Handgliedes begegnen. Das Hand- 
glied selber ist ganz außerordentlich kräftig ausgebildet, schlank eiförmig, 
proximal etwas schmaler als distal, von 2 '/2fa eher Länge seiner Breite; 
es ist so lang wie die Rückenlinie der drei ersten Segmente. Das 
distale Ende des Handgliedes ist niclit erweitert und läßt deuthch die 
Bildung des eigentlichen Gliedes erkennen. 

Die beiden folgenden Gliedmaßen fehlen dem Stuck. 

Die 1. Glieder der 5., (i und 7. (iliedmaße sind, ebenso wie 
di(> Epimeren der vorangehenden Beine, außerordentlich nacli ^orn 
verschol)en, so daß in der auf der Zeichnung dargestellten Brotil- Ansicht 
das 1. Glied der 5. G. und 7. Gliedmaße unter dem 4., 5. und G. Segment 
zu liegen kommt. Die Grundglieder sind klein ; der hintere al)gegliederte 
Lappen ist bei d(Mi l)eiden ersten deutlich abgesetzt, klein, rundlich, 
nicht nach hinten ausgezogen; das 1. (ilied der 7. (iliednmße ist 

5« 



ingens. 



rfofter, lvrel)SL' von Siid-Gcöiiiicn. 131 

schlank oiftirniig nacli hinten und nnton ansgczogon; der hintere 
Lappen, wie gewöhnlich, nicht a.l)geset/t, — Die Coxalglieder sind hoch, 
verhreitert, mit der gewöhnlichen, stumpf lapi)enförmig ausgezogenen 
distalen Ecke. Das Coxalglied des 7. Paares ist kleiner gezeichnet, 
als die heiden anderen, ein Verhältnis, welches der nuinnehrige mangel- 
hafte Zustand des Stückes nicht nochmals festzustellen gestattet. 

Die ührigen Glieder der Beinpaare fehlen. 

Die Nektopoden sind lang und ziendich kräftig ansge1)ildet. 

Die Haitopoden sind im allgemeinen lang, in den Grund- 
gliedern sowohl wie in den Spaltästen; das 1. Paar reicht am weitesten 
nach hinten; das ?i. war schon vor der Untersuchung auf heiden Seiten 
verloren gegangen. Der Stamm des 1. Paares reicht nach hinten so 
weit wie das Telson. Weder die Stammglieder noch die Spaltäste 
zeigen die mindeste Ijewehrung. Die äußeren Spaltäste sind etwas 
kürzer als die inneren. 

Die Länge des einzigen, sehr mäßigen Stückes heträgt etwa H mm. 

Podocerus ingens )iov. spee. (Taf. in, Fig. i.i podocems 

Die allgemeine (iestalt und das Wachstum der Segmente ent- 
spricht den gewöhnhchen Befunden der Gattung, indem das f?. Segment 
sich durch seine Länge auszeichnet. — Die Hinterränder der Segmente 
des Mittelleihes wenden sich wenig nach hinten ; im Profil hetrachtet 
l)ilden sie mit der Eückenlinie im allgemehien einen rechten Winkel. — 
Der Ventrah-and des .•}., 4. und 5. Segmentes hildet eine einheitliche 
grade Linie; das Ü. Segment setzt ventral etwas tiefer an als das 1,, 
und ebenso verhält sich das 3. zum 2.; Avie übhch findet dies Ver- 
hältnis auch zwischen dem 5., G. und 7. Segment statt. Der hintere 
untere Winkel der Mittelleiljs-Segmente ist überall deutlich ausgezeichnet. 
Am I.Segment ist er stumpf, indem sich der hintere Teil des Ventral- 
randes erhebt, und kaum ausgezogen; am 3. bis 4. Segment ist die Ecke, 
immer größer und spitzwinkliger werdend, kräftig ausgezogen; am G. 
und 7. Segment setzt sich die Ecke als rundliclier Lappen gerundet 
winklig vom Hinterrande des Segments ab. Bei den jüngeren Stücken 
sind diese Merkmale nicht scharf ausgeprägt, so daß hier, wie gew()hnlich. 
die Vent]"alkanten der ersten fünf Segmente eine grade Linie bihlcn. 

Die Epimeren sind in vci-hältnismäßigei' (irciße und in sehr 
charakteristischen {"'ormen ausgebildet. Das 9.. ist nicht ganz so hoch, 
die andern jedoch luUier als das Profil der l)etreftenden Segmente. 
Das \. ist parallelogrammatiscli. an allen Ivänch'rn frei, mit unterem 
spitzen Winkel von etwa ;')()" weit und schräg nacli vorn reichend. 
Von den folgenden Segmenten sind nur die \'orderrändcr frei, während 



132 l'lL'l'tV'r, Krebse von Sütl-Georf^ieii. 

(li(> HintcrräiKler von den iiaclifolgciuleii ülx'rdcckt werden. Dns fol<i;ende 
Ki)inier ist Lui^ , mit iiucli vorn gerichtetem Vorder- und nach hinten 
gerichtetem Hinterrande; iiacli hinten wird es etwas hreiter; der vordere 
Wiid<el ist gerundet und l)eträgt etwa 70"; (h'r vorch'ie und hintere 
Teil des Ventralrandes ist grade, der mittlere etwas konvex; die (iestalt 
des Kpimers ist unregelmäßig viereckig. Hei jüngeren »Stücken schließt 
sich das 'l. l^pimer in seinen Merkmah'n viel mehr an das 1. au, indem 
der vordere Winkel kleiner und das ganze Pi])imer parallelogrammatisch 
ist mit vorderer schwach konvexer Kante. Das 3. Epimer ist schu])pen- 
förmig, mit stark gehogenem Vorderrand uiul abgestutztem schräg mich 
oben aufsteigendem Ventralrand. Bei den jüngeren Stücken ist die 
Ahstutzung des Ventralrandes nicht so schroff und infolge dessen der 
vordere Winkel nicht so ausge])rägt, wie hei dem gr(»ßeren Stück. 
Das folgende Ei)imer ist sehr groß, wiederum schuppeufru'uiig, der 
sehr stark gebogene Vorderrand geht allmählich in den gleichfalls 
stark gebogenen Veuti-alrand über; der hintere Winkel ist gerundet, 
etwa 90" betragend. 

Die epimerialeu La])pen der drei ersten Nachleibsringe 
sind deutlich und charakteristisch ausgebildet und wachsen an (Jröße; 
alle drei sind durch eine kräftige Einkerbung von dem graden Teile 
des Hinterrandes des Segmentes abgesetzt. Der 1 . ist breit l)lattförmig, 
schräg nach unten und hinten gewandt, mit schrägem Vorder- und 
Ventrulrande, am Ende zugerundet. Der 9. hat eine grade hinunter 
steigende Vorderkante , die mit gerundetem rechten Winkel in die 
gebogene Ventralkante übergeht, auf welche in stumpfem, etwas ab- 
gesetzten Winkel die kräftig gebogene Hinterkante stößt. Der Lappen 
des 3. Nachleibs -Segmentes ist besonders lang, insofern er hinten, 
annähernd rechtwinklig vom Hinterrande des Segmentes absteigend, 
sich weit nach hinten streckt, mit sehr stark gerundetem Hinterrande, 
der in kräftigem Bogen in die konvexe Ventralkante übergeht; der 
vordere Teil des Lai^pens gleicht dem des voraufgehenden Segmentes, 
Der dorsale Teil des 3. Segmentes ist nicht, wie es häufig der Fall 
ist, kappenartig ausgezogen, sondern seine Hinterkante str)ßt, el)euso 
w'ie bei den andern Segmenten, annähernd in einem rechten Winkel 
auf die Eückenlinie. — Die drei folgenden Segmente zeigen keine be- 
merkenswerten Eigenschaften, 

Das Telson ist sehr klein, dreieckig, etwas breiter als lang, 
die Basis schwach konvex, an den Ecken stärker gebogen; die Seiten 
sind ganz außerordentlich schwach konvex; der Wiidvcl. den sie 
mit dem stark gebogenen Teil der Hinterkante bilden, ist etwas 
zugerundet. 

58 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 1 33 

Die dorsale Kante des Kopfes ist ziemlich grad(\ läiifier als 
die des 2. Segmentes. Die vorderen Stirnkanten sind grade und bilden 
einen Winkel von etwa 120". Der Ausschnitt für die oberen Fühler ist 
nicht besonders stark, doch dringt er an seinem oberen Teile ziemlich 
tief ein, während er sich nach unten verflacht. Der Ausschnitt für 
die unteren FiÜder ist, wie gewöhnlich in der Gattung, kräftig; er 
dringt zuerst, annähernd })arallel der Rückenlinie des Kopfes hinein 
und wendet sich dann in einem Winkel von annähernd lOU" nacli 
unten. Auf diese Weise wird ein spitz dreieckiger, mit vorderer, ge- 
rundetei' Spitze versehener Lappen gebildet, der seitlich zwischen das 
obere und untere Fühlerpaar eindringt, und in dessen (Irunde das 
kleine, stuni})f elliptische, mit der Längsaxe in einem Winkel von 
etwa 45'' geg(Mi die Rückenlinie des Kopfes gerichtete Auge liegt. 

Die Fühler sind groTj und stark; die unteren sind so lang 
wie die Rückenlinie des Kopfes, des Mittelleibes und der beiden ersten 
Nachleil)s- Segmente; die oberen Fühler reichen bis etwas über die 
Hälfte des vorletzten Stannngliedes der unteren. Bei ganz jungen 
Tieren sind beide Fühler gleich lang. 

Das 1. Glied der oberen Fühler ist so lang wie der Kopf, 
fast so dick wie das 5. (ilied der unteren Antennen ; das 2. ist dünner, 
um ein viertel länger; das 3. ist etwa so lang wie das 2. und etwas 
dünner. Das erste Glied der Geißel ist sehr lang und ähnelt durchaus 
einem Stammgliede; es hat etwa die fünftache Länge seiner Dicke. Bei 
den mittelgroßen Stücken folgen auf dies Glied etwa noch sechs andere, 
deren Länge etwas größer ist als die Breite. Ganz kleine Stücke lassen 
auf das große 1. Geißelglied, welches durchaus den Habitus der übrigen 
Stammglieder hat, nur noch ein einziges Glied folgen. Das dritte Glied 
trägt am Ende ehie eingliedrige kleine Nebengeißel, die an ihrer Spitze 
ein oder zwei kleine rundliche, kuppenförmige (Gebilde trägt, ohne daß 
man von einer wirklichen Abgliederung einer oder zweier ferneren 
Glieder reden könnte. Die Unterseite des ganzen Fühlers trägt lange, 
steife, kräftige Haare, die auf den Stannngliedern in Einsehnitten, auf 
den Geißelghedern an den unteren distalen Ecken stehen. Die distalen 
Geißelglieder tragen auf der oberen distalen Ecke Büschel kleiner 
Haare. Außerdem linden sich auf der Unterseite der Geißel kleinere, 
hyaline, durch die großen Borsten geschützte Sinneshaare. 

Die unteren Fühler der kleinsten Stücke gewähren durchaus 
den Anblick der typischen siebengliedrigen (iliedmaße; es scheinen 
überhaupt diese jungen Tiere die Ansicht sehr nahe zu legen, Avelche 
bei den Isopoden gleichfalls einige Berechtigung einzuholen vermag, 
daß sowol bei den oberen wie bei den unteren Fühlern das erste, durch 

59 



134 l'i'eli'L'i-, Krebse von Süd-Georgien. 

sciiio (ir("»Qc' und auch häufiif durcli den Hal)itus sicli dou Stauiuifi;li('dorn 
iulciclistcllciulc (llicd in der Tliat am besten als Stainm,ü;lied /u Ijctrachten 
ist. Mau kaini nun an den verschiedenen Entwicklungsstufen die 
Spaltung des Endgliedes in 2, o, und 4 (Jlieder verfolgen; das gröüte 
lv\enii)hir zeigt sogar deren 0. — Die beiden (Irundglieder der P'ülder 
lialien den id)lichen Habitus; sie sind im allgemeinen Schup])en, vou 
(h'uen die erste besonders aufkm und ol)en, die zweite unten und iinien 
entwickelt ist; doch tritt außer der unten liegenden Schuppe noch ein 
schmales, nu'ist freilich nur als Gelenkhaut ausgebildetes Ringstück im 
Profil mit zu Tage. Das 3. Glied ist sehr dick, fast doppelt so lang 
wie dick; das folgende Glied ist doppelt so lang wie das 3. und etwas 
düinier; das folgende ist das gröCjte Glied des Krel)ses überhaupt, etwas 
dünner als das 4. und tt])eranderhal1) mal so lang; das 0. Glied (bez. 

1 . Glied der ( ieiüel ist wiederum etwas dünner, so lang wie das 3. Glied 
und wie die drei folgenden Geißelglieder. Diese sind dick, pigmentiert, 
durchaus von demsell)en Hal)itus wie die übrigen Glieder des Eühlers. 
Die Stammglieder zeigen nur eine schwache, wenig typische fiaumartige 
Behaarung, die bei dem größten Stücke völhg abgerieben ist ; es finden 
sich nur auf der Unterseite des 4, Gliedes noch schwache Haarbildungen. 
Die distale Hälfte der Unterseite der Geißelglieder ist mit ziemlich 
dünnen aber festen, braunen Haaren bewachsen; ebenso tragen die 
distalen oberen Ecken der Glieder kleine Haarbüschel. 

Das erste Beinpaar des Mittelleibes ist im Verhältnis 
zum 2. Paare mäßig, im Verhältnis zu den andern Gliedmaßen ziemhch 
kräftig ausgebildet. Die 2. Glieder der beiden ersten Paare sind lang 
und kräftig, das des 2. von doppelter Größe des 1.; das 3. ist nur 
ein Angelglied mit kräftiger Ausbildung innen und schwacher außen; 
das 4. Ghed ist dies noch ausgeprägter, insofern es einen ganz kurzen 
Außenrand und einen sehr hingen, kurz vor dem Distalende rechtwinklig 
umbiegenden Innenrand hat, so daß der Distah'and parallel mit dem 
proximalen Teile des Innenrandes zu liegen kommt. Das 5. Glied ist 
bei beiden Paaren etwas verschieden ausgebihlet, insofern es l)eini 

2. Paare kleiner ist, einen Innein-and kaum besitzt mid sicli mäßig nach 
dem distalen Ende zu erweitert.; beim 1. Paare dagegen ist der Innen- 
rand bedeutend ausgeliiklet und bildet den häufig auftretenden rund- 
lichen Lappen, der sich mit seinem distalen Teile gegen die Scheeren- 
basis anlegt. — Die Hand des 1, Paares hat einen etwa dreieckigen 
Umriß mit schwach konvexen Seiten, doppelt so hoch Avie breit. Der 
Außem-aiid ist mäßig stark und eiidieitlich gebogen, während der Innen- 
rand einen bedcntcndcu La.p])eii entwickelt, der sich zunäelist an dem 
distalen Teil des Imienrandes des 5. Ghedes aidegt, dann rechtwinklig 

60 



Pfefffi-, Krel>se von Süd-Georgien. 135 

ninl)ie-t inul S»'S<'i' *^^'ii Auricnrand zu konvertiert. Bei den mitten 
grofßen Stücken ist der enge Anschluß des 0. an das 5. Glied nicht 
so stark ausgel)ildet und deshalb die Winkelbildung der Innenränder 
nicht so schroff. An der Stelle, gegen die sich die Klaue einschlägt, 
steht eine Reihe von vier bis sechs starken Stacheln, von denen 
einer innen, die andern auCsen am Rande stehen. Die Klaue ist groPs, 
schneidend, mondsichelförmig, mit schwach ausgebildetem Höcker auf 
dem Innenrande nahe der Rasis, mit fein gesägtem Innenrande. — 
Das Handglied der )K Gliedmaße ist nächst dem 5. Gliede der unteren 
Fühler das längste (ilied des Tieres; das Glied im ganzen betrachtet, 
ist verhältnismäßig schmal, in seinem mittleren Rereiche beträgt die 
Höhe nicht viel mehr als ein Viertel der Länge. Der Außenrand ist 
miißig gebogen und der lunenrand verläuft zum größten Teile parallel; 
dieser zeigt zwei sehr charakteristische Höckerbildungen, zunächst 
nahe dem (irunde einen, gegen dessen mittleren Teil sich die Klauen- 
spitze einschlägt, ferner einen nahe dem distalen Ende des Innem-andes 
stehenden, scharf dreieckigen, gegen dessen Innentläche die Außen- 
wache des Höckers am Innenrande der Klaue wirkt. Die Rasis des 
ersterern Höckers ist das pioximale Viertel des Innenrandes; er hat 
ein annähernd parallelogrammatisches Protil; jedoch ist sein Distalrand 
schräger gegen den Innenrand der Hand geneigt, als der proximale; 
durch diese Rildung und dadurch, daß der freie Rand des Höckers 
zur Aufnahme des K-lauenendes tief eingeschnitten ist, erhält der vordere 
Teil des Höckers die Gestalt eines fingerförmig ausgezogenen Fortsatzes. 
An dem proximalen, senkrecht zum freien Rande verlaufenden Teile 
des Einschnittes stehen eine Anzahl kräftiger, gegen die Klauenspitze 
zu gekehrter, braun chitinisierter Stacheln. Die Klaue ist sehr groß, 
stark gebogen, am Innenrande nicht geschärft und kurz vor dem Grunde 
des Innenrandes mit einem kräftigen Höcker versehen. Nur der Höcker 
und die Klauenspitze berühren beim Einschlagen das Handglied, während 
zwischen dem Innenrande der Hand und der Klaue ein weiter leerer 
Raum bleibt. 

Reim Weibchen ist der distale Höcker des Innenrandes (so wie 
oben beschrieben) ausgebildet, wogegen der proximale eine rundliche, 
abgestutzte Erhebung des Innenrandes vorstellt. Der Einschnitt und 
die Stachelbewehrung des freien Randes ist die gleiche wie beim Männchen. 
Die vier distalen Gheder der 1. (i liedmaße sind an den Innen- 
rändern, besonders der distalen Kante, mit großen l)rannen, borstigen 
Haaren besetzt. Auf der Innentläche der Hand finden sich zwei 
Längszonen, deren jede eine gnißere /ald von (^)uerreili('n straffer Haare 
aufweist. Die 2. Gliedmaße ist im allgemeinen kahlei-, doch finden sich 

61 



136 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

an den typischen Stellen Haare entwickelt, besonders kräftig auf den 
Hückerhildungen des Innenrandes; die beiden Reihen von Haarbüscheln 
auf der InnenHäche der Hand sind bei dem größten Exemplare etwas 
rückgebildet. — Die vordere Fläche des 'I. und 3. (iliedes des 1. und 
des 3. Beiii|)aares ist tief ausgeh<">hlt zur Aufnahme der gerundeten 
Kanten des Handgiicdes, wenn es angezogen wird. 

Die beiden folgenden Beinpaarc sind sehr kurz und 
schwächlich im Verhältnis zu den folgenden Paaren. Das 2. Glied hat 
einen gradrandigen, scharfkantigen Höcker eben vor dem Distalrande ; 
das 3, Glied ist kurz, mit gebogenem kurzen Außen- und gradem, 
längeren Innenrande. Das 4. Glied besitzt mehr als die doi)})elte Länge 
des 3., ist l)reit, distal verbreitert, mit spitz ausgezogener, bedeutend 
entwickelter, distaler äußerer Ecke. Das 5. Glied ist ganz kurz, sehr viel 
schmaler als das 4. , distal etwas verbreitert. Das 0. Glied ist sehr 
klein, eiförmig, die Klaue kurz. Die Dehaarung ist spärlich und typisch. 

Die folgenden drei Deinpaare des Mittelleibes sind gleichartig, 
sie wachsen an Länge. Das 1. Glied des 5. Ik'inpaares entwickelt 
nach vorn ein gewaltiges Epimer, welches fast die Höhe des großen 
4. Epimers erreicht; seine Gestalt ist rundlich -dreieckig, mit unterer 
abgerundeter Spitze, stark konvexem Vorder- und etwas geschwungenem 
Hinterrande. Das Epimer des 6. Paares ist klein , rundlich lai)pen- 
förmig; das des 7. Paares ist nicht mehr wahrzunehmen. Die eigent- 
lichen 1. Glieder des 5, und 6. Paares sind halbkreisförmig, vorn etwas 
weniger stark gebogen. Die Coxalglieder sind kräftig verbreitert, mit 
rundlich ausgezogener Proximalecke des Außenrandes; die distale Ecke 
ist beim 5. Paar rechtwinklich ziendich schwach ausgezogen; l)eim (i. 
und 7. Paare spitzwinklig und stärker ausgezogen. Der Hinterrand des 
Goxalgliedes ist. abgesehen vcni dem })roximalen Ecklappen, beim 5. Paar 
schwach konkav, beim (i. grade, beim 7. schwach konvex. Die beiden 
folgenden (ilieder zeigen diescll)e Entwickelung wie bei den vorauf- 
geliendcii ( dicdmaßen, doch sind sie länger und schlanker. Die folgenden 
drei Glieder sind im Verhältnis viel länger entwickelt und nähern sich 
den typischen Ampliipodenbeinen viel mehr als bei den beiden vorauf- 
gegangenen Paaren. 

Die im Vorigen nicht behandelten Charaktere, besonders der 
Mundteile, bieten für die s^jezitische Pehandlung der Art so wenig, 
für die morphologische x\uffassnng dagegen so viel, daß ich es vor- 
ziehe, Abbildungen wie Heschredmngen dieser Verhältnisse in einer 
demnächst erscheinenden Arbeit über die moi-phologischen Ergebnisse 
meiner Amphipoden-Studien zu bringen. 

«■2 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 137 

Die Farbe der leidenden Tiere ist nach den Bemerkungen der 
Station <iTaugTÜnlicli ; ferner finden sich die Bemerkungen: „Rücken 
grauviolet, unten weiCihch; Hückenmitte hellbraun, sonst auf weifslichem 
Untergrunde lullbraun gegittert. Gewöhnliche Art. Tiefe Ebbe". 

Das gröfstc Stück mißt vom Kopfaufang bis zum Ende des 
Schwanzschildes fast 2fi mm, während die gewöhnliche Gröfse der Art 
13 mm nicht übersteigt. 

Caprellina Mayeri rwr. spce. (Tnf. iii, Fi-. 4.) ^Xyevr 

Der Kopf ist fast um die Hälfte höher als laug; die Stelle des 
Auges ist l)ei einem Stück als runder pigmentloser Fleck erkennl)ar. 

Das 1. Segment stellt nur einen kurzen Hals dar; sein wie 
gewöhnlich gebildeter Vorderrand hat über die doppelte Länge des 
Dorsalrandes, der seinerseits i'twas kürzer ist als der Hinterrand. 

Das 3. Segment ist kurz; es mißt noch nicht die Hälfte der 
Länge des o. Segments; seine Höhe ül)ertrifft seine Länge. Auf dem 
Kücken trägt das Segment kurz hinter der Vorderkante einen kräftigen, 
spitzen, besonders auf der Medianen ausgebildeten Höcker und kurz 
vor dem hinteren Eande einen queren, erhabenen, in der Medianen 
etwas stärker ausgezogenen (nirtel. Der Höcker übertrifft den Gürtel 
bedeutend an Höhe; der Grat zwischen den beiden höchsten Punkten 
ist konkav. Die Ventralseite des Segmentes steigt nach dem Ursprung 
der Gliedmaßen zu sehr steil herab. 

Das 3. Segment ist lang, von doppelter Länge seiner Höhe; 
der Höcker, auf der Medianen im Halbirungspunkte der Länge des 
Segmentes gelegen, ist noch etwas höher als der des 2. Segmentes; 
seine höchste Breite erreicht das Segment (abgerechnet vom Höcker) 
etwas hinter der Mitte, trotzdem liegt wegen der Schrägheit der 
Segmente diese Stelle vor dem Höcker des Rückens; au der tiefsten 
Stelle des Veutralraudes stechen die länglich ovalen Kiemen. 

Das 4. Segment ist um ein gutes Drittel länger und höher 
als das :;.; in der IMitte seiner Dorsallinie steht ehi mäßiger Höcker; 
die Ba.uchlinie und die Kiemen shid gebildet wie beim 3. Segment. 

Das ."). Segment ist noch ein wenig länger als das 4., somit, 
wie bei den echten Caprellen, das längste des ganzen Tieres; es ist 
vorn etwas höher als hinten, im allgemeinen jedoch an Höhe sich 
ziendich gleichbleilx'ud; seine Länge ist etwa das vierfache seiner Höhe. 
Hinter der Mitti' seiner Do]-sallinie ist das Rudiment eines Höckers 
zu sehen. 

Das (». Segment ist dünner und erreicht nicht viel über ^li«? 
Hälfte des 5. Segmentes. An der Ursprungsstelle der (Tliedmaße, die 

63 



138 Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 

sich kurz vor doni liintercu Rande befiiulet. ist das S?Q;ment knolli": 
auffietriebon ; diese Aut'treibuiig springt nach oben, unten und nacli den 
Seiten üIkm- das allgemeine Niveau des Segmentes hinaus. 

Das 7. Segment ist ganz kurz; es besteht nur aus den Iteiden 
in der dorsalen Mitte zusammenstoüenden, knolligen Auftreibungen, 
die auüerordentlich viel weniger entwickelt sind, als beim voraut'gehenden 
Segment. 

Die Fühler sind verhältnismäüig kurz; die oberen so lang wie 
das 4. Segment, die unteren halb so lang. 

Der Stamm der oberen Fühler ist ungefähr so laug wie die 
(ieiüel. Die Stirn trägt keinen Ausschnitt für das Grundglied, sondei'u 
dies sitzt mit seinem zugerundet-verjüngten Troximalende locker auf. 
Die beiden ersten Glieder sind sich in ( iröTje und Form gleich ; sie 
sind eif()rmig, mit der größten Dicke in einem mittleren Bereiche, nach 
den beiden landen zu sich verjüngend. Das o. Glied ist von halber 
Länge der voraufgelienden, zylindrisch, distal ein wenig erweitert, sehr 
viel dünner als die beiden voraufgeheuden Glieder. Die GeiBel besteht 
aus !) — II (iliedern, die länger sind als breit. Das 1. Glied der Geißel 
ist zwei einhalbmal so lang als breit und trägt auf der Unterseite zwei 
beborstete Kerbschnitte. Es ist das ein Halutus-Gharakter, der dies 
(ilied den Stammgliedern nähert. Die Stammglicder zeigen keine be- 
merkenswerten Haarbildungen; die Geißelgiieder tragen am Distalrande, 
besonders der oberen und noch viel mehr der unteren Ecke, kleine, 
steife Haarbildungen . 

Die unteren Fühler gelenken in einem seichten Ausschnitt des 
seitlichen vorderen Kopfrandes. Das 1 . Glied ist dick, so lang wie breit ; 
distal im Profil mit zwei graden, sich in stum])fem Winkel treffenden 
Kanten. Das 2. (ilied ist im Profil nur als ein ganz schmaler, unpig- 
uHMitierter Ring ausgebildet, der unten einen dreieckigen spitzen Fortsatz 
nach vorn entsendet. Das 3. Glied ist stum})f eiförmig, kaum länger 
als breit, das 4. ziemlich länglich eiförmig, von anderthalbfacher Länge 
seiner Breite. Das 5, Gllied ist viel kleiner und schmaler, noch schlanker 
als das voraufuchende. Es macht v()llig den Übergang zur Geißel 
ans; bei einigen Stücken ist es pigmentiert, bei einem andern nur 
auf der i)roximalen Hälfte, bei anderen pigmentlos. Die (ieißel hat 
etwa 1 (Jlieder, deren Länge mehr als das doi)pelte ihrer eigenen 
Breite beträgt. 

Auf die IMundteile gehe ich vorläufig nicht ein, weil ich das 
s])ärliche Material den in Bälde folgenden nu)rj)hologischeu ünter- 
sncbnngcn vorbehalte. Als systematisch wichtiges ]\Ierknial hebe ich 
nui- die Anwesenheit des Oberkiefer-Tasters hervor. 

tu 



Pfeffer, Krebse von Süd-Georgien. 139 

Das 1. Bein paar ist sehr klein iiiul Avird zwischen dem 2. Paare 
verborgen getragen; es ist demgemäEs mit Ausnahme des 3. Ghedes 
unpigmentiert. Das 2. GHed ist, wie gewöhnhch, das längste und 
kräftigste. Glied 3, 4 und 5 sind kurz, die ersten beiden besonders 
auf der Innenseite, das letzte mehr auf der Außenseite der Ghedmaße 
entwickelt. Hand- und Klauenglied zeigen keine besonderen Merkmale ; 
an dem Punkte, gegen den die Klauenspitze wirkt, stoßen die Ränder des 
Handgliedes in ganz scharfem, annähernd rechten Winkel zusammen. 

Am 2. Beinpaar ist Glied 2 lang und kräftig, Glied 3 und 4 
klein und auf der Innenseite der Gliedmaße entwickelt; Glied 5 ganz 
klein, auf der dargestellten Figur gar nicht zu bemerken. Das Hand- 
ghed ist fjist so lang wie das 3. Mittelleibs- Segment, halb so breit 
wie lang. Der neben dem basalen Teile des Grundes hegende Teil 
des Innenrandes ist vorgezogen und bildet eine scharfe Ecke, gegen 
welche sich die Klauenspitze einschlägt. 

Das Beinpaar des 5. Segmentes ist ganz rudimentär, halb so 
lang wie die Kiemenplatten des 3. und 4. Segmentes, aus zwei ganz 
kleinen, schmalen Gliedern bestehend. 

Das Beinpaar des 6. und 7. Segmentes ist nach dem Typus der 
ül)rigen Caprelhden gelnldet; der basale innere Fortsatz des Handgliedes 
ist beim 7. Paare kräftiger als beim 6. 

Am 2. Beinpaare ist keine Kieme entwickelt; immerhin steUe 
ich die neue Art zur Gattung Caprellina. 

Das PostalKlomen ist ein ganz kleiner Anhang des letzten 
Mi{telleibs-Segnients von Ijlattförmigem Umriß, mit zwei Kerbschnitten 
versehen, sodaß ein runder Mittellappen und zwei noch stumpfer zu- 
gerundete Seitenlappen entstehen. 

Größe vom Anfang des Kopfes bis zum Postabdominalanhang 
8,5 mm. 



65 



140 Fi.iXMi en - Ei'klänmg. 



Figuren-Erklärung. 



Tafel I. 

Fig. ]. A 1 1 orclie s tes georgianus nov. spec. Yi. 

a. Hinterleib, von der Seite gesehen. 

b. Leibesende, von oben gesehen ; t. Telson. 

c. 2. Paar der Mittelleibs-Beine. 

e. Kieferfüfae. 

f. Distalende der recliten InnenLade der Kieferfiiße. 

g. Proximales Stück der Kieferfiifsc, von der oralen Seite gesehen, 
li. Distalende der rechten AviCienlade der Kieferfür3e. 

i. Oberer Fühler, 

k. 1. Unterkiefer. 

1 2 

ni. Distale Enden der l)eiden Laden des L Unterkiefers. 

n. Kopf eines ganz jungen Stückes, '^^/i. 
Fig. 2. Kieferfuß von Bovallia gigantea nov. spec. 
Fig. 3. Eurymera monticulosa nov. spec. '/o. 

a. Kieferfüße. 

b. 2. Unterkiefer. 

c. 1. „ 

d. 4. Beinpaar. 

e. 1. „ 

f. 2. „ 

Fig. 4. Überkiefer von Allorchestes georg-ianus nov. spec. 
Fig. 5. Bovallia gigantea nov. spec. 
a. Telson. 

Tafel II. 

Fig. 1. Anonyx Zschauii nov. spec. */i. 

a. L Unterkiefer. 

b. Telson. 

c. 2. Unterkiefer. 

d. Kieferfüße. 

e. 1. Beinpaar des Mittelleibes. 

f. 2. 

Fig. 2. Anonyx fenioratus nov. spec, '-Vs- 
a. Telson. 



Figui'en - Erklärun g. \^\ 

Fig. 3. Kiefer fuße von Metoi)a Sarsii nov. spec. 
Fig. 4. Leucothoe antarctica nov. spec. "/i- 

Fig. 5. Scliraderia gracilis nov. spec. ^/\. Die Beschreibung dieser Art 
erfolgt in der demnächst erscheinenden Fortsetzung der Bearbeitung der 
Krebse von Süd-Georgien. 
Fig. 6. Calliopius georgianus nov. spec. ^/i. 
Fig. 7. Stcbbingia gregaria nov. spec. ^/o. 
a. 1. Beinpaar des Mittelleibes, 
b 2 

c. o. „ „ „ 

d. Telson. 

Fig. 8. Metopa Sarsii nov. spec. ^^/i.- 

Tafel III. 

Fig. 1. Podocerus ingens nov. spec. 

a. Pas ganze Tier, größtes Stück, (j', 2/,. 

b. Die drei ersten Nachleibsringe, von der Seite gesehen. 

c. Telson, von oben gesehen. 
Fig. 2. Metopa Sarsii nov. spec. 

a. Schwanzschild; t Telson, hj drittes Haltopoden-Paar. 

b. 1. 

Mittelleibs-Beinpaar. 



c. 


2. 


d. 


4. 


e. 


5. 


f. 


7. 



Fig. 3. M e g a m o e r a M i e r s i i nov. spec. 

a. Das ganze Tier, größtes Stück cs^, Vi. 

b. Telson, ■^/\. 

c. Oberkiefer. 

d. 1. Unterkiefer. 

e. Kieferfuß. „ „ 

Fig. 4. Caprellina Mayeri nov. spec. '^/i. 

a. Das ganze Tier, (^f. 

b. Die Grundglieder eines äußern Fühlers. 

c. Das Ende des Leibes mit dem rechten letzten Beinpaar, von oben 
gesehen; po Postabdomen; p letztes Beinpaar 

d. Zweites und drittes Mittelleibs-Segment eines $. 



67 



142 Inhält. 



Inhalt. 



Seite Seite 

Allorchestes georgianus Pffr 77 3 

Metopa Sarsii Pffr 84 10 

Anoiiyx Zschauii Pffr 87 13 

„ fomoratus Pffr 93 1 9 

Bovallia Pff'r 95 21 

o-igantca Pffr 96 22 

Eurymera Pffr 102 28 

„ monticulosa Pffr 103 29 

Stebbingia Pffr 110 36 

„ gregaria Pffr 119 36 

Calliopius georgianus Pffr 116 42 

Megamoera Micrsii Pffr 121 47 

Lciicothoe antarctica Pffr 128 54 

Podocerus ingens Pffr. 131 57 

Caprellina Mayeri Pffr 137 63 



68 



Pf e f f e r, Kre b s e v o n S ii il G e o r i li en II 
^umBeric/i/ üöerchs jVa/urA/stärisc/ieJfusei//n £i/ Naml^ur^ /6W. 



Taf. L. 




Steniicr-i'/ p' 'uh 



Jahrbuch der Hamburg. wissensch..An.slallfn V. 1888. 



Pf 6 f f (^ r, Kr e b 8 e A' o n S ii d G e o ry i eri 11 
Zum Ber/fkf üöerdas Aaiur/if'stonsc/je Museum zu ffamdury /S^^/. 



Taf. 11 




Stenderdeletlith. 



Jahrbuch der Hamburg, wissensch.. Anstalten V. 1888 



Pfpffor, Krebse von Süd GooT^jieii 11 



T.ii; 




Jahrbiuh (ier Haiiü)m(j.i\isbeiisc-h. Anstalten V. 1888. 



WaidscJlläcfe! lith 



0/^i^ --^* 



Sound By 

TOWNSEND BOOK tINOEftV