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Full text of "Die Myriapoden : getreu nach der Natur abgebildet und beschrieben"

QL 

449 
K6Z 
Bd. 1 
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^^'' II- Bd. wird â–  



^ 




DIE 



M Y R I A P » E i\. 



GETEEU NACH DER NATUR 
ABGEBILDET UND BESCHRIEBEN 



VON 

C. LtKOCH, 

K. B. KREIS -FORSTRATH IN REGENSBURG. 



ERSTEE BAND. 



MIT 60 FEIN COLORIRTEN TAFELN. 



HALLE, 

Druck und Verlag von H. W. Schmidt. 
1863. 



Ar;« C 







Glomeris annulata, 

Tab. I. Fig. 1. 

Schwarz, alle Ringe breit pomeranzengelb eingefasst; drei Furchenlinien 
auf dem ersten Ringe, davon die zwei vordem über den Rücken durchziehend, 
der dritte oben abgekürzt. 

Länge 4 Linien. 

Brandt Prodrom, p. 34. sp. 5. 

Koch Syst. d. Myriap. S. 93. 20. 

Regelmässig gewölbt, glatt und glänzend, in der Gestalt ganz ohne beson- 
deres Merkmal, der Endring am Hinderrande gerundet. 

Der Kopf sammt den Fühlern schwarz ; der Halsschild und die Körper- 
ringe ebenfalls schwarz, alle Ringe hochfarbig pomeranzengolb eingefasst, die 
Einfassung des ersten Ringes in der Mitte des Vorderrandes schmal, übrigens 
breit, die Einfassung der übrigen Ringe breit, mit Ausnahme der zwei vorletz- 
ten, welche feiner sind ; der Rand des Endringes und der Seitenrand der übri- 
gen Ringe sehr breit. Die Unterseite aller Ringe gelb, etwas heller als die 
Ringeinfassungen oben. Die Beine pechbraun. 

Vaterland: Südfrankreich und Italien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert, Fig. b. der Halsschild und Brustring, letz- 
ter mit dem Zuge der Furchenstriche, c. natürliche Grösse. 

Die Abbildung ist von einem in dem Berliner Museum aufbewahrten 
Exemplare. 



Roch, Mynapodeu. 



Glomeris stellifera. 

Tab. I. Fig. 2. 

Schwarz , vier ovale Flecken auf den 10 vordem Ringen , zwei lange 
eiförmige auf dem Endringe roth, vier Furchenlinien an der Halsschildscheide, 
der erste und zweite über den Rücken ziehend, die zwei liintern stufenweise 
kürzer. 

Länge 5, Breite 2'/2 Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 95. 27. 

Aus der Sammlung des Herrn Professors Reich in Berlin. 

Regelmässig der Quer nach gewölbt, bei sehr guter Vergrösserung un- 
gemein fein dicht gerieselt, daher nicht vollglänzend, vielmehr etwas sammet- 
artig schimmernd ; der Kopf glänzender als die Körperringe , unter der Stini- 
kante seitwärts ein rinnenartiger Quereindruck. Die Fühler und der Stirn- 
schild von gewöhnlicher Form, auf letzterm die gewöhnlichen zwei Furchen- 
linien über dem Vorderrande und ein Längseindruck auf der Mitte. Der 
Brustring breit, mit an den Seiten stark vertiefter Vorderrandsfurche, hinter 
dieser eine über den Rücken ziehende sehr feine Furchenlinie aber nur in die 
Hälfte der Seiten hinabziehend; an der Vorderrandsscheide drei solcher Linien, 
die vordere über den Rücken ganz durch, die zweite nur bis an die Rücken- 
höhe ziehend, die dritte wieder kürzer als die zweite. Die übrigen Ringe mit dem 
Endringe haben nichts Besonderes, letzter ist am Hinterrande kaum ein wenig 
eingedrückt. 

Der Kopf, der Halsschild und die Körperringe oben schwarz, die Stirn- 
kante, der Vorderrand des ersten Ringes an den Seiten und die Hinterrands- 
kanten aller Ringe sehr fein gelb; die Fühler ebenfalls schwarz, mit sehr fei- 
nem weisslichen Endrande der Glieder; auf den zehn Körperringen vier schön 
rothe Flecken, in vier Längsreihen geordnet, zwei Reihen auf dem Rücken, 
eine in den, Seiten tief unten, die der erstem Reihen oval, die der letztern 
eiförmig, die zwei obern Flecken des ersten Ringes einander bis zu einem 
schmalen Zwischenraum genähert, die übrigen weiter auseinander liegend; auf 
dem Endring zwei genäherte grosse, gegen die Seitemvinkel zu spitz ausgehende 
Flecken von derselben rothen Farbe. Unten die Ringe gelblich mit braunem 
Anfluge an den Seiten. Die Beine braunschwarz. 

Vaterland: Spanien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Mehr vergrössert, Hals und Brustring, 
c. Natüri. Grösse. 



Glomeris aiirita, 

Tab. I. Fig. 3. 

Schwarz, ein grosser Fleck an den Seiten des ersten Ringes niennigroth ; 
Beine pecbbraun. 

Länge 5 Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 92. 16. 

Kopf, Hals und Körperringe sehr glänzend , demohngeachtet bei guter 
Vergrösserung die ganze Fläche sehr fein und sehr dicht gerieselt, der Körper 
der Quer nach stark gewölbt, der Hinterrand des Endringes gerundet, auf dem 
Brustringe hinter der tiefern Vorderrandsfurche vier feine Furchenstriche, der 
erste über den Rücken durchziehend, aber die Seitenrandsscheide nicht er- 
reichend, der zweite von der Scheide bis hoch in die Rückenhöhe steigend, 
aber nicht durchziehend, die zwei folgenden stufenweise kürzer. 

Der Kopl sammt den Fühlern, der Halsschild und alle Körperringe tiet 
pechschwarz, an den Seiten des Brustringes ein grosser bis über die Seiten- 
kanten sich verbreitender, oben ziemlich gerade von dem Hinterraudswinkel bis 
in die Höhe des Rückens am Vorderrande ziehender Fleck lebhalt niennigroth, 
sich bis an die Vorderrandsfurche über den Rücken durchziehend. Die Unter- 
seite sammt den Beinen glänzend pechbraun , der mennigrothe Fleck an den 
Seiten des Brustringes wie oben, nur heller, fast lebhaft dunkelgelb. 

Vaterland: Oberitaüen. Das alleinige Exemplar, das ich vor mir habe, 
ist aus der Gegend des Comersees. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals und Brustring mehr vergrössert 
c. Natürliche Grösse. 



Sphaeropoeus Hercules. 

Tab. II. Fig. 4. 

Hellgelbbraun, glatt und glänzend; die Kopffläche eingestochen punktirt; 
der Vorderrand des ersten Körperringes stark aufgeworfen , mit gerundeten 
gross gelappten Seiten, in der Vorderrandsrinne feine eingestochne Punkte. 

Länge 2 Zoll 1 Linie. 

Brandt Prodrom, p. 38. sp. 1. 

Julus ovalis Linn. Syst. nat. \. H. p. 1064. n. 1. 

Glomeris ovalis Latr. Gen. crust. et ins. p. 74. 1. 



Koch, Syst. d. Myriap. S. 100. 1. 

Das tanze Thier sehr gewölbt, glänzend, wie lackirl. .Der Kopf breit, der 
Quer nach flach, der Länge nach gewölbt, mit einer Kerbe in der Mitte des 
Vorderrandes und einem Eindruck beiderseits vor der Kerbe; die Fläche ein- 
gestochen punktirt, vorn dicht, nach hinten zu verloren und weitschichtiger. 
Der Augenhaufen gross, etwas gewölbt, ziemlich rund; die Augen in geboge- 
nen Längsreihen, ziemlich in acht Reihen geordnet, die der fünf vordem Rei- 
hen klein und dicht Legend, die der folgenden gegen die Seiten zu weniger re- 
gelmässig und grösser, in der letzten Reihe nur vier Augen und ziemlich weit 
auseinander liegend. Der Stirnschild schmal, gewölbt, am Vorderrande von der 
gerundeten Mitte aus mit einer starken Schwingung seitwärts ausgebogen. Der erste 
Rörperschild der Länge nach gewölbt, am Vorderrande stark aufgeworfen, daher 
eine liefe, breite Rinne an demselben ; die Seiten rund, lappig, stark verlängert, 
platt mit eihöhtem feinen Rande; die Fläche in der Vorderrandsrinne und die 
der Seitenlappen dicht eingestochen fein punktirt, die Punkte nach hinten zu 
feiner und weitschichtiger; die übrigen Körperringe etwas schmal, an den Sei- 
tenkanten schief abgeschnitten, an den Hinterrandswinkeln geschärft, und mit 
der gewöhnlichen nuischelartigen Scliieffläche an den Vorderrandswinkeln; der 
Endschild sehr gross, ziemlich glockentörmig. Die Fühler kurz, dick, die sechs 
vordem Güeder kürzer als dick, das Endglied längUch, aufrecht, an der Spitze 
stumpf, oval, geradflächig und auf dieser Fläche eingestochen punktirt. Die 
Beine breitgedrückt, kaum mit der Spitze über den Seitenrand der Scliilde 
vorstehend, das Endpaar kuiz und zangenförmig. 

Das ganze Thier oben gelbbraun, ziemlich nussfarbig, am Kopfe etwas 
dunkler, unten bräunlichgelb. Die Fühler braun. 

Vaterland: unbekamit. 

Das einzige Exemplar, das ich bisher gesehen und von welchem ich die 
beigegebene Abbildung entnommen habe, befindet sich in dem könighchen Mu- 
seum in Berlin. 

Fig. a. Das Thier in natürl. Grösse, b. Ein Fühler vergrössert. 



Sp! 



»haerotherium obtusuni. 

Tab. II. Fig. 5. 

Olivenfarbig gelbbraun, am Hinterrande der Hinge verdunkeil mit gelber 
Kantenlinie; der Kopf eingestochen grob punktirt, die Randfurche des ersten 
Ringes unten eingestochen punktirt und ohne Absatz. 

Länge 1 Zoll 8 Linien. 

Koch Syst. d. Myriap. S. 98. 1. 

Mit Sph, elongatum sehr nahe verwandt, hinten weniger hoch, die Kör- 
perringe gröber punktirt, die Punkte am vordem Rande gröber und der Sei- 
tenlappen des ersten Ringes am Hinlerrandswinkel mehr gerundet als bei jenem ; 
in der Randfurche ziemlich derb eingestochene Punkte, die Randfurche übrigens 
ohne Querabsätze. 

Das ganze Thier bräunlichgelb, etwas olivenfarbig, vorn an den Körper- 
ringen beller, hinten allmälig röthlichbraun verdunkelt, eine rostbräunliche 
Einlassung vorstellend, an dieser die Hinterrandskante lein ockergelb. Die 
Beine gelbbraun, die Endglieder allmälig braun verdunkelt. 

Vaterland: Vorgebirge der guten Hoflhung. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grösse. 
„ b. Ein Fühler vergrössert. 



Sphaerotherium grossum. 

Tab. [I. Fig. 6. 

Braungelb, der Kopf und der erste Körperring pechschwarz, ebenso die 
folgenden Ringe am Hinterrande; alle Körperringe eingestocben punktirt; die 
Randfurche des ersten Ringes runzelig, unten breiter, an der Innenseite die 
erhöhte Fläche eckig ausgekerbt. 

Länge 1 Zoll 9 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 98.2. 

In den Seiten steil, über den Rücken etwas flach gewölbt; die ganze 
Fläche stark glänzend. Der Kopf in der Mitte ziemlich flach, am Mundsaume 
schwach eingekerbt, an diesem hin etwas rinnenförmig eingedrückt und von 
zusammenfliessenden eingestochenen Punkten in der Verliefung runzelig rauh ; 
die Stirn etwas weitscbiclitig eingestochen punktirt mit verlängerten, geschwun- 
genen, schmalen und sich ausspitzenden Seitenwinkeln. Die Fühler kurz , mit 



6 

gedrängten etwas dicken Gliedern, das Endglied etwas länger als dick, an der 
Spitze schiel stumpf. Der erste Körperring breit, mit gerundetem Seitenlappen, 
die Randfurche oben schmal, unten und in den Seiten allmälig erweitert, in 
dem erweiterten untern Rande runzelig, rauh und an der Innenseite mit vier 
Einkerbungen, ziemlich deutliche Ecken vorstellend; die Fläche aller Ringe 
ziemlich gleichmässig, unordentlich, und etwas grob eingestochen punktirt; die 
vordem Ringe am Hinterrande der Seiten mit etwas schwacher, an den hintern 
Ringen mit stärkerer -Schwingung; der Endring glockenartig gewölbt, an dem 
untern Rande hin mit geradflächigem Saume. 

Die Grundfarbe oben und unten braungelb, oben etwas aufs Rostgelbe 
ziehend ; der Kopt sammt dem Stirnschilde pechschwarz , eben so der erste 
Körperring, dieser im Innern, besonders in den Seiten aber mit röthlich- 
gelbem Anstriche ; die folgenden Ringe am Hinterrande hin verloren ziemlich 
breit pechschwarz, an der Hinterrandskante wieder fein bräunlichgelb. Die 
Fühler dunkelbraun. Die Beine bräunlichgelb, an den Endgliedern verloren 
bräunlich. 

Vaterland: Vorgebi rge der gut en Hoffnung. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grösse. 
„ b. Ein Fühler massig vergrössert. 



Polydi 



lesmus collaris, 

Tab. III. Fig. 7. 

Weinroth, Halsschild and die Seitenlappen, welche keine Luftlöcher haben, 
gelb; Rückenpatten derb, Seitenlappen glattrandig. 

Länge 14 bis 15 Linien. 

Koch , Syst. d. Myriap. S. lo3. 3. 

Der Kopf glänzend, mit stark vorstehender Stirn und kerbartiger Stirn- 
furche, abwärts stärker ausgedrückt, an der Spitze mit einem Gabelchen. Die 
Fühler ziemlich lang und dünn, das Wurzelglied gleichdick, länger als dick, das 
folgende etwas länger als dieses, das dritte am längsten, die zwei folgenden 
gleichlang, das sechste etwas kürzer und dicker, das Endglied sehr klein. Der 
Halsschild vorn etwas gerundet mit stärker gerundeten Vorderrandswinkeln, der 
Hinterrand etwas ausgeschweift; die Fläche glänzend, vorn mit einer Querfurche, 
am Hinterrand eine Querreihe niederer Höckerchen. Die Körperringe glänzend, 
die Rückenschilde tlach mit stark gerundeten Vorderrandswinkeln und ge- 



schärften Hinterrandswinkeln, die der hintern Schilde in einen stärkern Zahn 
stufenweise mehr verlängert; die Rückenpatten und Seitenbeulen in starkem 
Ausdrucke; die gewöhnlichen vier Patten der vordem Reihe nur an den vor- 
dem Ringen etwas bemerkbar, an den übrigen in eine halbrunde Querbeule 
zusammengeflossen, die Patten der zwei hintern Reihen aber durchaus deutlich 
mit scharfem Ausdrucke, die Kanten der Seitenlappen gjattrandig und scharf, 
an dieser eine feine Furche; die äussere Seitenbeule kegelförmig, die innere 
ziemhch rund, beide gleichhoch und vorn in einander übergehend. Der End- 
schild in ein stumpfes, kurzes, abwärts gebogenes Schwänzchen verlängert, mit 
einzelnen feinen Höckerchen, versehen mit einem Borstchen, Die Afterklappe 
nicht hoch, mit etwas vorstehenden Klappenrändern und mit sechs zahnartigen 
Höckerchen ebenfalls mit einem Borstchen versehen, zwei dieser Zähnchen oben 
unter dem Schwänzchen des Endschildes, zwei in der Mitte , die zwei letztern 
weiter unten in ziemlich gleichen Entfernungen von einander. Die Beine ziem- 
lich lang. 

Kopf mit den Fühlern weinroth , letztere mit gelblichen Gliederspitzen, 
die vier Endglieder seidenartig grauweiss behaart. Der Halsschild hellgelb; die 
Rörperringe samnit den Rückenschilden weinroth, unten etwas heller als oben, 
die Seitenlappen der Schilde, welche keine Luftlöcher haben, nämlich der 
Schilde vor den mit Saftlöchern schön gelb, die übrigen Seitenlappen nur an 
den Hinterrandwinkeln verloren gelblich, auch das Schwanzspitzt hen gelb. Der 
Bauch und das Wurzelglied der Hüften gelblichweiss ; die Beinv weinröthlich- 
braun mit weisslichen Gelenkspitzen. 

Variirt mit mehr oder weniger Verbreitung der gelben Flecken, die auch 
oft weniger deutlich sich zeigen. 

Vaterland: Deutschland südlich der Alpen. Die Exemplare, die ich vor 
mir habe, sind aus der Gegend von Idria. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. u. c. Natürl. Grösse. 



Euryi 



urus maculatus. 

Tal). III. Fig. 8. 
Kopf, Hals und Rückenschilde glatt und glänzend, ein halbrunder grosser 
Fleck am Hinterrande der letztern, die Seitenlappen, Fühler und Beine gelb. 
Länge 1 Zoll 2 Linien, Breite 1| Linien. 
Koch, Syst. d. Myriap. S. 138. L 
Aus der Sammlung des Herrn Prof. Reich in Berlin. 



8 

Der Kopf glatt und glänzend, mit einem ziemlich tiefen Kerbstrich auf 
der Stirne und einem grossen, tiefen Quereindruck hinter den Fühlern; das 
Gesicht vor den Fühlern etwas flach, mit schwach ausgebogenem Mundrande 
und mit wimperigen Härchen an demselben. Die Fühler von regelmässiger 
Gestalt und fein behaart. Der Halsschild und die Rückenschilde glatt und glän- 
zend, letztere auf den Seitenlappen et\\as uneben. Der Halsschild in der Mitte 
des Vorder- und Hinteri'andes ziemlich gerade, am Vorderrande gegen den 
Seitenwinkel zu stark abgerundet und mit einer bis in die Rückenhöhe stei- 
genden Randfurche; der Hinterrand gegen den Seitenwinkel zu etwas schief ab- 
geschnitten. Die Rückenschilde in der Mitte gewölbt, am Hinterrande kaum 
etwas ausgebogen, die Seitenlappen ziemlich gross, etwas dick, an den Seiten- 
umschlägen eingedrückt und uneben ; die Seitenumschläge hoch und etwas dick, 
die der Stigmen in der Mitte spindelartig erweitert, und an den Hinterrands- 
winkeln zahn- oder hakenförmig verlängert, nur die Lappen der drei hinlern 
Ringe vor dem Endringe hinten fast rundlappig erweitert, der Winkel der zwei 
vorletzten aber doch etwas geschärft; der Endring geschwänzt, das Schwänz- 
chen breit, an der Spitze etwas stumpf gerundet, oben mit einigen Längsrun- 
zeln und mit einzelnen Borstchen am Spitzenrande. Die Afterklappe breit, 
backenartig aufgetrieben, glänzend, mit schmalen aber hohen Klappenrändern; 
das Klappenschildchen breit mit spitzrundem Rande. Die Oeffnung der männ- 
lichen Genitalien oval mit hohem geschärften Rande, die Gabelfinger der Geni- 
talien lang, n flelförmig und ziemHch gewunden. Die Beine ohne besonderes 
Merkmal. 

Der Kopl an der Stirne, der Halsschild und die Rückenschilde perlgrau, 
das Gesicht vor den Fühlern, die Seiten des Kopfes, die Fühler, die Einfassung 
des Halsschildes und die Seilenlappen gelb, auf den Rückenschilden am Hinter- 
rande ein grosser halbrunder Fleck, und die schwanzartige Verlängerung des 
Endgliedes von derselben Farbe, nur etwas aufs Orangefarbige ziehend. Die 
Unterseite hornfarbig weisslich; die Beine gelblich, die Glieder in der Mitte 
mit bräunlichem Anstriche, die Endglieder etwas dunkler gelblich. 

Vaterland: Unbekannt. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Fühler ebenso. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Oxyurus vestitus. 

Tab. IV. Fig. 9. 

Rothbrann, ein Seitenfleck und ein Rückenfleck gelb, drei Fleckenreihen 
der Länge nach vorstellend; Fühler und Beine weinroth. 

Länge 1 Zofl. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 139. 1. 

Ein recht schönes Thierchen. Der Körper glänzend mit flachgevvölbtem 
Rücken und kurzen Seitenlappen. Der Kopf von gewöhnlicher Gestalt, glatt 
und glänzend ; die Stirn ziemlich aufgetrieben mit kerbartiger bis zwischen die 
Fühler ziehender Längsfurche und einem vertieften Quergrübchen über den 
Fühlern etwas einwärts liegend ; die Seitenfalte am Vorderkopfe tief und breit. 
Die Fühler dünn und lang, das Wurzelglied kurz und dicker als die folgenden, 
die fünf folgenden ziemlich von gleicher Länge, auch das kleine Endglied 
deutlich. Der Halsschild in der Mitte des Hinterrandes ein wenig ausgebogen, 
übrigens ziemlich geradrandig; am Vorderrande schwach gerundet mit mehr 
gerundeten vordem Seitenwinkeln: der Hinterrandswinkel mehr geschärft; an 
den Seiten die Kante nahtartig aufgeworfen. Die Körperringe ziemlich gleich- 
breit, nur die vordem etwas schmäler, am Vorderrande in der Mitte ein wenig 
ausgebogen, an den Vorderrandswinkeln gerundet, an den Hinterrandswinkeln 
aber geschärft; die Seitenlappen kurz mit aufgeworfenem nahtartigen Rande, 
dieser Rand an den Ringen der Safllöcher spindelförmig verdickt, das Saftloch 
in der Mitte der verdickten Stelle in einem Grübchen. Der Endring kurz ge- 
schwänzt, das Schwänzchen abwärts gedrückt und über die Afterklappe hinaus- 
ragend. Die Afterklappe etwas niedrig, mit einer Falte am Rande des End- 
ringes und mit stark vorstehenden Klappenrändern. Die Reine dünn und lang. 

Das ganze Thier rothbraun, stark aufs Weinrothe ziehend, auf dem Hals- 
ring am Vorderrande ein grösserer Fleck, und hinter diesem am Hinterrande 
ein kleinerer, auf allen folgenden Ringen am Hinterrande ein 3Iittelfleck und an 
den Hinterrandswinkeln aller Ringe ein Seitenfleck schön gelb; die Rücken- 
flecken von halbrunder oder dreieckiger Form, die Scitenflecken mehr rundlich 
und etwas grösser als diese: das Schwänzchen des Endringes verloren gelb. 
Der Kopf und die Fühler bräunlich weinroth, letztere etwas dunkler mit gelber 
Spitze der Glieder. Die Unterseite weit heller als die Rückenfarbe, die Seiten- 
flecken am Rande von oben durchscheinend. Die Beine bräunlich weinroth. 



10 — 

Aus der Münchner Sammlung, wo sich ein sehr schönes ganz vollstän- 
ständiges Exemplar befindet. 
Vaterland: Kleinasien. 
Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Oxyurus glabratus. 

Tab. IV. Fig. 10. 

Olivenbraun, an den Seitenlappen aller Ringe ein eiförmiger Fleck weiss , 
Fühler und Beine weinroth. 
Länge 1 Zoll 10 Linien. 

Polydesmus glabratus Perty Delect. anim. artic. p. 210. Tab. 40. Fig. 7. 
Koch, Syst. der Myriap. S. 140. 2. 

Der Köi'per ziemlich glänzend, dabei fein runzelig, auf dem Rücken sehr 
flach gewölbt. Der Kopf von gewöhnlicher Form, matt glänzend mit schmaler, 
rinnenförmig vertiefter Stirnfurche bis zwischen die Fühler ziehend, und mit 
einer geschwungenen, rinnenlörmigen Vertiefung an den Seiten des Vorder- 
theils. Die Fühler ziemlich lang, dünn, das Wurzelghed kurz und dicker als 
die andern, die fünf folgenden ziemlich gleichlang, das Endglied klein und kurz. 
Der Halsschild mit den Seiten merklich über den Kopf hinausstehend, in der 
Mitte des Hinterrandes ausgebogen, am Vorderrande gerundet, gegen die Sei- 
ten zu verloren schmäler, mit gerundeten Seitenwinkeln. Die vordem Körper- 
ringe schmal, die folgenden ziemlich gleichbreit, alle vom vierten anfangend mit 
einem faltenartigen Quereindruck, sich gegen die Seitenlappen zu in die Rük- 
kenfläche verlierend; die Seitenlappen kurz, mit aufgeworfenem Rande und ge- 
rundeten Seiten, der Aufwurf an den Saftlöchern dicker, schmal .eiförmig, das 
Saftloch mitten auf diesem; die Lappen der hintern Ringe nach hinten zu 
zahnartig verlängert. Der Endring mit einem abwärts gebogenen zugespitzten 
Schwänzchen; die Afterklappe vorn am Endringe hin mit einem Eindruck, ein 
ähnlicher an den Klappenrändern, letztere stark nahtartig vorstehend, die dün- 
nen Beine ziemlich lang. 

Heller oder dunkler olivenbraun, unten merklich heller als oben, an den 
Seiten ein eiförmiger ziemlich grosser Fleck weiss, am hintern Seitenwinkel 
hegend; der an dem Halsringe und an den zwei folgenden Ringen mehr drei- 
eckig und mehr nach dem Hinterrande zu der Quer nach liegend. Der Kopf 



— 11 — 

und die Bauchfläche aufs Weinröthliche ziehend; das Schwänzchen des Endrin- 
ges weiss, Fühler und Beine hell weinröthlich. 

Von drei Exemplaren der Münchner Sammlung ist eins merklich schmä- 
ler als die andern, ührigens diesen ganz gleich; ich halte das schmälere für 
das männliche Thier, auch ist solches etwas kleiner. 

Vaterland: Brasilien, in den Gegenden des Rio negro. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
b. Natürl. Grösse. 



Spirocystus cilcylindricus. 

Tab. V. Fig. 11. 

Erdfiirbig gelblich, die Kante der Ringe bräunlichgelb, mit weit abwärts 
gezogenem Halsring, und aufwärts geschwungenem schwanzartigen Fortsatze 
am Endringe. 

Länge 2 Zoll 8 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 101. 2. 

Aus der Sannnlung des Herrn J. Sturm; verwandt mit Sp. maximus. 

Der Kopf flach gewölbt, geglättet und glänzend, am Vorderrande über 
dem Munde breit und fast geradrandig ; die Stirnfläche durch eine Furche von 
der übrigen Kopifläche abgeschnitten, die Furche von dem Innern Augenwin- 
kel zum andern ziehend, auf der Stirnfläche ein feiner Längskiel. Die Augen 
in sieben Bogenreihen gedrängt übereinander, ihre Fläche etwas gewölbt. Die 
Fühler ziemlich dick, von mittlerer Länge, vom zweiten Gliede an die folgen- 
den stufenweise etwas kürzer, der Endring sehr kurz. Der Fbisring oben 
breit, der Länge nach nicht gewölbt, eher in der Mitte der Quer nach etwas 
pingedrückt, an den Seiten weit abwärts bis zu den untern Mundwinkeln ver- 
längert, unten stumpf mit aufgetriel)enem Rande, letzter an den Seiten hinten 
und vorn aufsteigend. Der Körper ziemlich walzenförmig und im Verhältniss 
der Länge nicht dick, vorn gegen den Hals zu verloren etwas dünner; mit 58 
Ringen , einschliesslich des Halsringes, die Ringe mit deutlich abgesetztem und 
nufgeworfentMi glatten und glänzenden Hinterlheile, nur über den Seiten von 
dem Bauche an bis gegen die Saftlöcher zu fein gefurcht; die Saftlöcher klein, 
punktförmig in einem kleinen Vorsprung der hintern Ringtheile hegend. Der 
Endring glatt, oben an der Spitze in ein zugespitztes, ziemhch weit über die 
Aflerklappe aufwärts geschwungenes Schwänzchen verlängert. Die Afterklappe 



_™ 12 — - 

nicht aufgetrieben, mit stark vorstehenden, aufgeworfenen, gerundeten, geglät- 
teten und glänzenden Klappenrändern. Die Beine lang und merklich über die 
Rundung des Körpers vorstehend. 

Das ganze Thier weisslich gelb, aufs Strohgelbe ziehend ; die Hinterrands- 
kanten der Ringe bräunlichgeib. Die Beine und die LuUlöcher etwas dunkler 
als die Körperfarbe. 

Vaterland: Ungewiss, wahrscheinlich aus Ostindien, indem auf der 
alten Etiquette, welche dem Exemplar untersleckt ist, der Name Jul. Indus zu 
lesen ist. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
,. b. Ein Fühler stark vergrössert. 
.. c. Natürliche Grösse. 



Euiygyrus rufolineatus* 

Tab. VI. Fig. 12. 

Eisenfarbigbraun, mit einer durchlaufenden mennigrothen Rückenlinie, 
der Körper dünn walzenförmig, der Hintertheil der Ringe mit liefen, breiten 
Furchen. Die Beine gelb. 

Länge 2 \ Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 115. 1. 

Eine schöne Species , welche Herr Hofrath Schubert auf seiner Reise im 
Orient sammelte und dem königlichen Museum in München mittheilte. 

Der Körper etwas dünn, vom Halsring an bis zum zwölften Endringe 
allmälig dicker, dann gegen die Afterklappe zu wieder abfallend dünner, mit 
48 Ringen ohne Kopf und Afterklappe. Der Kopf etwas länglich , mit vorge- 
drückter Stirn, hinten ausgebogen, die Fläche glänzend und grob eingestochen 
punktirt; der Augenileck dreieckig, mit sieben übereinander hegenden, geraden 
Reihen , die Augen selbst ziemlich hoch. Die Fühler dünn , überdoppelt so 
lang als die Breite des Kopfes , die Glieder glänzend und sehr fein einge- 
stochen punktirt. Der Halsschild vorn abgerundet, bis unter den hintern 
Kopfwinkel ziehend, an dem Seitenwinkel spitz auslaufend, und am Vorder- 
rande von dem Seitenwinkel aus ziemlich stark ausgeschwinigen . am Hinter- 
rande fast gerade, die hintere Hälfte der Fläche mit tiefen in die vordere sich 
verlierenden Furchen, in etwas strahlenartiger Stellung. Die Körperringe breit- 
mattglänzend die Hintertheile mit tiefen Furchen, die Zwischenräume aut dem 
Rücken hochkielartig, auf dem Mittelrücken in den Furchen zwischen den 



13 

I.ängsrippeii eine kleinere solche Rippe, weniger hoch, schmal und sich gegen 
den Vordertheil ausspitzend; zwischen dem Hinter- und Vordertheil ein ziem- 
lich starker Eindruck, fast eine Querrinne über den Rücken eines jeden Rin- 
ges vorstellend, und durch diese die Furchen in feinerer Anlage fortsetzend, 
auch auf dem Vordertheil der Ringe feine Spuren von Furchenstrichelchen ; die 
Saftlöcher fast in der Mitte der Hintertheile ; der Endring oben abgerundet. 
Die Alterklappe klein. Die Beine dünn und lang. Der Kopi mit den Fühlern 
pechbraun, das erste Glied der letztern und der Spitzenrand der folgenden 
gelblich. Die Ringe des Körpers bläulich eisenfarbig, der Halsring und die 
hintern Theile aller Ringe mit braunem Anstriche, am Bauche liin wie dieser 
ins Weissüche übergehend; auf dem Rücken vom Kopie an bis zur Spitze des 
Endringes eine schöne mennigrothe Längslinie. Die Beine blass ockergelblich. 

Anmerk. Im Leben ist sehr wahrscheinlich das ganze Thier braun- 
schwarz mit hochrother Rückenlinie und mit ockei'gelben Beinen, wovon sich 
stellenweise an dem trockenen Exemplare Spuren zeigen, 

Vaterland: Aus der Gegend von Constantinopel. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Euiygyrus serialis, 

Tab. VI. Fig. 13. 

Braun, eine Rückenlinie, die Seiten unter den Stigmen und die Beine 
ockergelb, der Körper abwechselnd mit grossem und kleinern Längsrippen 
bedeckt. 

Länge 1 Zoll 5 Linien, Breite 1^ Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 115. 2. 

Zwei Exemplare , die ich vor mir habe und wovon ich die beigefügte 
Abbildung entnommen habe, verdanke ich der getälligen iVlittheilung des Herrn 
Prof. Reich in Berlin. Beide sind männlichen Gesclilechtes und vollständig 
übereinstimmend. 

Der Kopf oben breit , hinter der Stirn etwas ausgebogen , im Gesichte 
ziemlich gewölbt und glänzend, im Ganzen, wie bei allen hierher gehörigen 
Arten, etwas länglich. Die FüWer weichen von den für die Gattung gegebenen 
Charakteren nicht ab, sind dünn und lang. Die Augen in ein Dreieck zusam- 
mengehäuft, sehr deutlich, das Dreieck mit der obern Basis schief liegend. 
Der Halsschild ziemlich breit, von dem Seitenwinkei an, am Vorderrande halb- 



14 

rund, hinten fast gerade und am Saume des letztern hin mit dicht liegenden 
Längsrippen, fast bis in die halbe Breite ziehend, eingelasst. Der Körper nicht 
ganz walzenförmig, vorn und hinten verloren etwas dünner und aul dem Rük- 
ken flach gerundet, alle Hintertheile der Ringe dicht mit Rippen bedeckt , die 
meisten stabarlig gerundet nnd etwas breite Furchen zwischen sich lührend> 
die Rippen mit einer grössern und kleinern rundum abwechselnd, überdiess in 
den Furchen des Rückens noch ein feines nicht durchziehendes Kielchen; die 
Rippe der Seilenstigmen höher und auf dem Rücken der Länge nach hohl- 
kehlig, und in der Rinne des Stigma als ein ungemein feiner Punkt sichtbar. 
Der Endring kurz , die Atterklappe von oben deckend , an der Spitze gerundet 
und nicht gerippt; der ganze Körper glanzlos. Die Afterklappe massig gewölbt, 
mattglänzend, mit feinen, nur wenig erhöhten Rändern, und mit fast dreiecki- 
gem Afterschildchcn. Die Beine ziemlich lang und ohne besonderes Merkmal. 

Eigentlich ist die Grundlarbe des ganzen Thieres mit Kopf und Reinen 
ockergelb, eine Querbinde zwischen den Augen und die Fühler bräunlich, auf 
dem Rücken des Körpers zwei breite Längsstreifen dunkelgelbbraun, zwischen 
beiden die feine Längshnie etwas heller gelb; auch der Halsschild färbt sich am 
Hinterrande bräunlich. Die Augen sind schwarz. 

Vaterland: Unbekannt. 

Fig. a. das Thier vergrössert. b. Augenhaufen, c. Ein Fühler, beide ver- 
grössert. d. Natürliche Grösse. 



Spirostreptus nutans. 

Tab. VII. Fig. 14. 

Gelblichbraun, eine Querbinde zwischen den Augen, eine Rückenlinie und 
ein Seitenstrich braunschwarz; das Schwänzchen des Endringes sichelförmig 
abwärts gebogen; der Halsring an den Seiten schmal verlängert, mit der Spitze 
einwärts gedrückt, zugespitzt, und am Vorderrande ausgeschweift. 

Länge 1 Zoll H Linie, Rreite 1 Linie. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 104 3. 

Aus der Sammlung des Herrn Prof. Reich in BerHn. 

Die Fläche des ganzen Tliieres fettartig glänzend, der Kopf glänzender 
als der Körper. Der Kopf massig gewölbt, ohne besondern Stirnausdruck, am 
Mundsaume ziemlich stark ausgebogen, über demselben fünf seichte Punkt- 
grübchen in einer Bogenreihe hegend ; die Lippentaster stark vorgetrieben und 



15 

glänzend. Die Fühler von regelmässiger Gestalt, nur etwas dünn. Der Au- 
genhügel sich bis zur Einlenkung erstreckend und ziemlich ein Dreieck bildend. 
Der Halsschiid oben breit und glatt, sich an den Seiten weit abwärts ziehend, 
gegen den Seitenwinkel schmal sich ausspitzend und gegen den Körper stark 
einwärts biegend, über dem Seitenwinkel am Vorderrand merklich ausgebogen, 
und vor der Spitze zwei feine nicht genäherte Furchenstriche. Der Körper 
nicht ganz walzenförmig, nämlich gegen das Halsschiid zu allmälig ver- 
dünnt und eben so gegen den Endring zu, aber kürzer, abfallend; die Ringe 
bis über die Seitenstigmen glatt und ohne Strichfurchen; die Seitenstigmen im 
Hintertheile der Ringe liegend, klein und punktförmig, auf dem Hinterlheil der 
Ringe über der Einlenkung der Beine bis nicht ganz zur halben Köi'perhöhe 
sehr feine, etwas von einander entfernte Furchenstrichelchen, auf den Endringen 
fast erlöschend; der Endriiig glatt, und in ein ziemlich grosses abwärts gebo- 
genes, spitzes Schwänzchen verlängert. Die Afterklappe oval aufgetrieben, mit 
niedern, kaum ein wenig vorstehenden, etwas gerunzelten Klappenrändern; das 
Klappenschildchen ziemlich gross, fast dreieckig mit etwas abgerundeter Spitze. 
Die Beinchen dünn und nicht lang. 

Der Kopf und der Körper gelbbräunlich, erster am Mundsaume ziem- 
lich breit ins Gelbe übergehend ; unter der Einlenkung der Fühler im Gesichte 
zwei gegen einander etwas schief liegende ovale Flecken braun, fein weisslich 
eingefasst; zwischen den Augen eine nicht recht deutlich ausgedrückte Quer- 
binde schwärzlich; der Halsschiid am Vorderrande mit gelblicher Kante; auf 
dem Rücken und in den Seiten eine feine Längslinie, über den ganzen Körper 
ziehend, schwarz ; der Endring gelbbraun mit gelblicher Spitze des Schwänz- 
chens; die Afterklappe bräunlich, am Klappenrande etwas verdunkelt. Die 
Fülller braun, an den vordem Gliedern etwas heller als an den folgenden. 

So ist das männliche Tliier beschafi'en, das weibliche kenne ich nicht. 

Vaterland: Nordamerika. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Die Augen vergrössert. c. Ein Fühler 
ebenso, d. Die Afterklappe, e. Natürliche Grösse. 



16 

Spirobolus saiiguineus. 

Tab. VII. Fig. 15. 

Der Kopf mit den Fühlern, der Körper und die Beine blulroth, etwas 
aufs Rüthelfarbige ziehend, die Ringe am Hinterrande etwas heller gesäumt. 

Länge 1 Zoll 9 Linien, Breite fast 2 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 102. 3. 

Ich habe nur ein Exemplar aus der Sammlung des Herrn Prof. Reich in 
Berlin vor mir; es ist männlichen Geschlechtes und ganz vollständig. 

Der Kopf vom Mundrande bis zum Hinterrande ziemlich regelmässig ku- 
gelig gerundet, sehr glatt und sehr glänzend; die Stirnkerbe sehr fein, und 
vorn aus einem vertieften Pünktchen ausgehend ; der Mundrand dreieckig aus- 
geschnitten, aus dem obern Winkel über die Fläche des Yorderkopfes ein Furchen- 
strich, bis zwischen die Fühler lünauf ziehend ; an dem Ausschnitte des Mundran- 
des vier punktförmige Grübchen, ein solches vorn beiderseits des Furchenstrichs, 
das andere an dem Vorderwinkel des Kopfes; die Einlenkung der Fühler in 
einer ziemlich runden Grube; die Fühler kurz und sehr glänzend, übrigens 
ganz von regelmässiger Gestalt. Die Augen deutlich und zählbar. Der Hals- 
schild glänzend, in der Mitte breit, an den Seiten sich spitzwinkelig verschmä- 
lernd, an dem Vorderrande von dem Seitenwinkel an etwas aussgeschwungen, 
und mit einer nicht ganz bis zur Rückenhöhe ziehenden, tiefen Randfurche. 
Der Körper ziemlich walzenförmig, doch gegen den Halsschild zu allmälig etwas 
dünner als an der Hinterhälfte; die Fläche maltglänzend , an dem Vordertheil 
der Ringe fast glanzlos, der Hinterlheil gegen den Hinterrand aufwärtssteigend 
und sehr fein dicht gerunzelt, an der Hinterrandskante aber ziemlich geglättet ; 
in den Seiten unter den Stigmen mit sehr leinen Furchenstrichen durchzogen ; 
der Endring dick und sich ausspitzend, die Spitze aber nicht schart und kaum 
ein wenig über die Afterklappe vorstehend. Die Afterklappe mit dicken hohen 
Rändern und mit kleinem dreieckigen Afterschildchen. Die Beine kurz und 
glänzend. 

Das ganze Thier blutfarbig roth, wahrscheinlich beim lebenden Thier 
schön roth, beim todten aufs Rötheifarbige ziehend; Kopf, Fühler und Beine 
etwas heller als die Körperringe, letztere an dem vordem Ringtheil etwas aufs 
unrein Gelbliche ziehend; die Hinterrandskanten der Ringe heller, fast gelblich« 

Vaterland: Ostindien, von der Insel Bintang. 

Fig a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Die Augen vergrössert ; ebenso c. ein Fühler. 
„ d. Natürliche Grösse. 



17 

Julus terrestris. 

Tab. VIII. Fig. 16. 

Etwas dünn, walzenfürmig, der Endring mit einem geraden ziemlich 
langen Schwänzchen; schwarz mit einer Reihe weisslicher iMackeln unter den 
Saftlöchern, weissem Bauche und hräunlichen Beinen. 

Länge 13 — 15 Linien. 

Linn. Syst. nat. L IL 10G5. 3. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 113.28. 

Stark glänzend. Der Kopf glatt, ziemlich gewölht, am Vorderrande aus- 
gebogen, auf der Stirne ein kaum sichtbares Furchenstrichelchen und zwei 
kleine Grübchen vor diesem neben einander, doch etwas weit von einander 
entfernt liegend. Die Augen nieder, klein, in sechs Reihen über einander. Die 
Fühlei- lang, dünn, das zweite und fünfte GHed ziemlich gleichlang, länger als 
die mittlem, das sechste Glied noch etwas länglich, das Endglied sehr klein, das 
zweite und die folgenden GHeder fein behaart. Der Körper mit 52 Ringen; 
der Halsring breit, am Seitenwinkel vorn nahe am Vorderrande ein F'urchen- 
strich, am Hinterrande kaum eine Spur von den gewöhnlichen Längsfurchen, 
gewöhnlich nur ein feines Grübchen über den Seitenwinkeln. Die Körperringe 
walzenförmig, nur die Endringe verloren etwas dünner; der vordere Ringtheil 
glatt, der hintere etwas gewölbt, mit den gewöhnlichen Furchenstrichen , die 
Zwischenräume kaum ein wenig breiter als die Furchen; die Safllöcher sehr 
fein, im Hintertheil nicht ganz am Rande liegend und ohne vorstehendes Eck 
vor den Safllöchern; am Hinterrande der Ringe deutliche ßorstchen in weit- 
schichtiger wimperartiger Stellung. Der Endring in ein etwas langes, ziem- 
lich weit über die Afterklappe hinausragendes, sein* spitzes, gerades Schwänz- 
chen verlängert, letzteres mit Borstchen besetzt. Die Alterklappe ziendich auf- 
getrieben, borstig, mit schmal vorstehenden Klappenrändern, u\h\ mit einer 
Reihe ziemlich tiefer Grübchen an den Rändern hin. Die Beinchen etwas lang, 
dünn, übrigens von gewöhnhcher Gestalt. 

Kopt und Halsring braun, erster mit einer breiten schwarzen Binde vor 
der Stirne, letzter ;iiii Hinter- und \ Oiderrande schwarz eingefassl, am Vor- 
derrande breiler als am Hinteriande. Die Körperringe pechschwarz, unlen nicht 
ganz bis zu den Saftlöchern, olmgelahr in die Hälfte dei- Höbe bis zu diesen 
gelbbräuidich, auf jedem Ringe mit einem weisslichen Huiidmackel, auf den 
vordem Ringen aber ziendich oder ganz erloschen; der Bauch, die Spitze des 

Kocli, Myiia|i(i(leii. v> 



18 

Schwänzchens und die zwei vordem Gelenke der Beine weiss , die übrigen 
Beingelenke bräunlich. Die Afterklappe dunkelbraun. 

Das männliche Thier ist dünner und hat dünnere und etwas längere 
Fühler. 

Vaterland: Europa. In Deutschland nicht selten. Er kommt in Wäl- 
dern vor, und wird gewöhnlich unter Moos auf der Erde oder unter Steinen 
gefunden. Auf Gesträuch sah ich ihn niemals. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natüriiche Grösse. 



Julus longabo. 

Tab, VIII. Fig. 17. 

Dünn, walzenförmig, sehr lang, glänzend, langgeschwänzt, dunkelbraun, der 
Bauch und eine Fleckenreihe in den Seiten weiss; die Augen flach und nieder; 
die Körperringe derb gefurcht. 

Länge 1 Zoll G Linien, auch kleiner und grösser. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 113. 29. 

Der Körper mit 60 Ringen, dünn und walzenförmig, nur hinter dem Hals- 
ring ein wenig enger und gegen die Afterklappe zu etwas abfallend. Das ganze 
Thier stark glänzend und im Verhältnisse zur Dicke sehr lang. Der Kopf ist et- 
was kurz und gewölbt, an der Einlenkung der Fühler ein ziemlich tiefer Ein- 
druck, statt der Längskerbe auf der Stirn ein bloses, längüches, schmales 
Grübchen. Die Augen in einen grossen Haufen zusammengedrängt, in neun 
Reihen übereinander liegend, klein, niedrig und flach, daher weniger deutlich 
als bei andern Arten. Die Fülüer etwas lang und dünn, die vier mittlem Glie- 
der ziemlich gleichlang. Der Halsschild breit, glatt, an dem Hinterrande über 
den Seilenwinkeln sehr feine Furchenstriche, aber leicht zu übersehen; gegen- 
über am Vorderrande eine nicht bis zur Rückenböhe steigende Randfurche. 
Der Hintertheil der Körperringe etwas erhöht und tief gefurcht, die Furchen 
oben fast so breit als die Zwischenräume, letztere etwas abgerundet; die Saft- 
löcher der Seite im Hintertheil hegend, aber nahe bei der Querfurche; der 
Vordertheil der Ringe glatt; am Hinterrande der Hintertheile eine Reihe etwas 
weitschichtig gestellter, wimperartiger Härchen ; der Endring von ganz gewöhn- 
licher Gestalt, behaart, langgeschwänzt, das Schwänzchen mit gerader Spitze; 



19 

die AfterkJappe etwas aufgetrieben oval, ohne erliöhte Klappenränder, hinten et- 
was runzelig und behaart. Die Beinchen dünn und ziemlich lang. 

Der Kopf und der Halsring sind braun, die Augen und ein Querband zwischen 
diesen schwarz, unten an dem Querbande ein Mittelstrich und vor den Augen 
ein feines Strichelchen, ebenfalls von der Binde ausgehend, schwärzlich; der 
Vorderrand des Halsschildes dunkler braun; alle Körperringe schwarzl)raun, 
unter den Saftlöchern ein ovaler Fleck und der Bauch weiss ; der Endring und 
die Afterklappe dunkelbraun, etwas heller gesäumt. Die Beine weiss, die drei 
Endglieder blass röthlich ; die Fühler braun , aufs Weinröthliche ziehend , die 
Glieder an der Wurzel heller. 

Ich fand ihn bisher auf schattigen Stellen der Waldungen, gewöhnlich an 
Abhängen unter Moos oder Steinen. In hiesiger Gegend gehört er zu den 
Seltenheiten und bewohnt hauptsächlich die Abhänge des Nabthaies. 

Vaterland: Deutschland. 

An merk. Gegenwärtige Art ist mit Jul. terrestris seiir verwandt und 
leicht mit diesem zu verwechseln, unterscheidet sich aber standhaft an tler grös- 
sern Zalü der Körperringe und besonders darin, dass die Augen klein , flacher 
und in mehr zusammengeflossenen Reihen an einander liegen, und dass. die 
Furchen auf den Hintertheilen der Ringe grober und weil derber ausgedrückt 
sind. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grosse. 



Ciyptops cultratus. 

Tab. IX. Fig. 18. 

Ohvengelb, FidiJer, Fresszangen und Beine ockergelb; der Kopl einge- 
stochen punktirt, die Schleppbeine massig lang, die zwei vordem Glieder un- 
ten granulirt und km'zdornig, das füntte (ilied niesserförmig, unlen schiu'id- 
artig geschärll. 

Länge 1 Zoll 4 Linien. 

Koch, Sysl. d. Myriaj». S. 172. I. 

Der Kopl llacli gewölbu kaum so lang als hreil, von gewöhnlicher Ge- 
stalt, glänzend, fein eingesinclien pnnUlirl, mit zwei stini HiiUeriMnde bis an 
das undeutliche .Xasenslück ziehenden, sehr feinen Furchenstriclicn; an der 
Nasenspitze ein kerbartiger Eindruck. Die L nterhppe etwas gewöllit. glänzend, 

2' 



20 

lein eingestochen puuktirt. Die Fresszangen von nicht ungewöhnlicher GestaU. 
etwas stark, glänzend, grober eingestochen punktirt. Die Fühler ziemlich 
lang, mit 17 Gliedern, die Glieder der Endhälfte etwas länglich, alle gerade 
ausstehend, mit feinen kurzen Borstchen ziemlich dicht besetzt. Die Rücken- 
schilde des Körpers flach, die in der Mitte der Länge des Tliiers etwas breiter 
als die vordem und liintern. daher in der Mitte allmäüg etwas erweitert, alle 
sehr glänzend, und mit vier tiefen, sehr deutHchen Längshirchen . die zwei 
mittlem fast gleichlaufeiui . die zur Seite den Hiuterrand nicht erreichend und 
gebogen, mit der hohlen Seite gegen die mittlem liegend, auch am Seitenrande 
ein weniger tiefer Furchenstrich: auf dem Halsschilde ein bioser Eindruck, 
auf dem vorletzten Schilde blos die zwei Mittelfiirchen und die Randfurche, erstere 
sehr fein: auf dem Endschilde blos die Randfureheu, aber stärker einge- 
drückt. Die Bauchsdiilde flach, glatt und glänzend, mit einer den Hinter- und 
Vorderrand nicht erreichenden Längsftirche und einem etwas gebogenen, diese in 
der Mitte durchki-euzenden . leinen Furchenstrich der Quer uach liegend: der 
Eudsclüld flach, am Hinterrande gerundet, fein nadelrissig: der Aft^rriug unten 
grober nadelrissig höckerig. Die Beine etwas lang, glänzend, unteu fein be- 
haart: die zwei Schleppbeine massig lang, auch vou gewöhnlicher Dicke: das 
erste und zweite Ghed unteu nadelrissig-höckerig und mit kurzen Dornborsten 
bewatTnet . am Endraude des ersten oben eine Kerbe ; das dritte und vierte 
Glied an der Wurzel verengt, unteu feinborstig, das vierte unten mit vier 
dicht aneinander liegenden sägeartigeu Zähnchen, eine Längsreihe vorstellend: 
das fünfte Glied etwas laug, messerformig . unten an der Wurzel eingedrückt, 
der übr.ge Theil gerade iind wie die Schneide eines Messers geschärft: das 
Endglied oder die Kralle sehr spitz. 

Der Kopt und Körper olivengelb, der erstere an der Spitze ockergelb. 
Die Fühler etwas dmikler ockei^elb. Die Kehle und die Fresszangen mehr 
auf's Grüugelbe ziehend, die Fangkralle der letztern an der grössern End- 
hälfte rostroth. Die Bauchsdülde oliveugelb. Die Beine gelb, das Endpaar 
etwas duukler als die andern. 

Vaterland: Aus der Gegend von Oravitza im Banal. 

Herr Doktor Rosenhauer besitzt ein in Weingeist aulbewahiHes Exemplar. 
das mir von demselben mitgetheüt worden ist: ein zweites ist mir noch nicht 
vorgekommen. 

Fig. a. Das Thier vergrössert 

b. Ein Schleppbein mehr vergrössert. 
.. c. Natürüche Grösse. 



21 



Ciyptops ochraceus, 

Tal). IX. Fig. 19. 

RostgeJb, Kopf und Fühler etwas dunkler als der Körper, die zwei 
Schleppbeine rostrolh, unten an allen Gliedern niessertörmig geschärft, »die 
vordem unten weitschichtig borstig, das dritte unten sägartig gezähnt. 

Länge 1 Zoll H Linie. 

Koch, Deutschi. Crustac, Myriap. u. Arachn. Hft. 40. 18. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 173. 2. 

Der Kopf ein wenig länger als breit, doch kaum uni's Kennen, glatt, 
glänzend, weitschichlig eingestochen punktirt, an der Spitze eine kleine Kerbe, 
ohne Furchenstriche der Länge nach. Die Fühler siebenzehngliederig , dünn, 
dicht, kurzborstig, kaum dreimal so lang als der Kopf, die Glieder kaum län- 
ger als dick. Die Unterlippe gross , glänzend , glatt . ohne bemerkbare einge- 
stochene Punkte, an der Spitze schwach eingekerbt. Die Fresszangen stark, 
ziemlich breit, unten weitschichtig eingestochen punktirt, die Fangkralle sich, 
sehr fein ausspitzend. Alle Rücken- und Bauchschilde sehr glänzend, die drei 
vordem Rückenschilde ungleich und undeutlich eingestochen punktirt, die Kör- 
perschilde der Quer nach etwas gewölbt, die mittlem allmälig etwas breiter 
als die vordem und hintern, der erste Scliild hinten mit einem Eindruck, der 
zweite mit sehr schwachen Spuren der gewöhnlichen Längsfurchen, auf dem 
dritten solche etwas deutlicher, auf dem vierten und den folgenden deutlich 
und ziemlich tief, nämlich die zwei mittlem fein und nahe bis zum Hinter- 
rande ziehend, hinten sich etwas auseinander schlingend, die zur Seite breiter 
und tiefer und gebogen, den Hinler- und Vorderrand nicht ganz erreichend; 
zwischen den zwei Furchenstrichen auf dem Rücken ein Längskiel und beider- 
seits an diesem eine seichte Längsrinne, auf dem vorletzten Ringe diese Fur- 
chen und Eindrücke nur noch als schwache SpiuMMi sichtbar; der Endschild 
schmäler, nicht länger als breit, hinten in der iMitle rund voi'gestreckl, beider- 
seits am Hinlerrandc ausgeschwungen, an den Seitenrändern kielartig aufge- 
worfen und mit einer liefen Randturche, solche den übrigen Ringen fehlend. 
Die Bauchschilde flach, alle mit einer Längs- und Querfurche, beide in der 
Mitte sich durchkreuzend, weder Vorder- noch Hinlerrand, auch die Quer- 
furche den Seilenrand nicht erreicheiui ; der Endscliild flach , am Ende all- 
mälig schmäler, nicht länger als breit, mit gerundetem Hinterrande; der End- 
schild unten an den Seilen dicht grob nadelrissig punktirt. Die Reine dünn, 



22 

f twas kurz , das vorletzte Paar fast so lang als das Endpaar . letzteres sehr 
glänzend, dick und ziemlich kurz, alle fünt Glieder unten niesserartig zusam- 
mengedrückt und schneidförmig geschärft, die vordem an der Schneide fast 
etwas höckerig und weitschichtig mit Stachelborsten besetzt, auch an den Sei- 
ten solche Borsten und ziemlich reihenweise, an dem zweiten Gliede dieselben 
Borsten, das dritte unten an der Wurzel stark eingedrückt, an der Schneide 
eine Reihe dichter, scharfer Zähnchen, vollständig sägeförmig; das vierte Ghed 
unten an der Wurzel ebenfalls eingedrückt, mit drei sehr feinen Sägezähnchen 
vor der Mitte, das Endglied unten gerade so eingedrückt, übrigens in den Sei- 
ten breit gedrückt, daher deutlicher messerförmig, mit kleiner Endkralle. 

Kopf und alle Rückenschilde rostgelb , erster und die Endschilde etwas 
dunkler als die Mittelringe. Die Fühler hellrostroth, ebenso die Schleppbeine, 
letztere aut's Dunkelmennigrothe ziehend, die vordem Glieder unten an der 
Schneide verloren bräunlich verdunkelt. Die Reine hell rostgelb. Die Rauch- 
schilde von der Farbe der Rückeuschilde, nur etwas trüber gelblich. Die Sei- 
ten hellgelblich, auf den wulstigen Erhöhungen dunkler, die Stigmen hellrost- 
gelb und ungemein klein. 

Im Laut trägt das Thierchen die Schleppbeine hoch, berührt damit die 
Erde nicht, und bedient sich solcher zur Fortbewegung auch nicht. Der Lauf 
ist gewandt und schnell. 

Vaterland: In hiesiger Gegend, an den Rergabhängeu des Donauthales, 
an dem Abhang des Keilstein unter Steinen im Frühjahr nicht selten. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Schleppbein mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche •jrösse. 



Scolo[)enflra Herculeana. 

Tab. X. Fig. 20. 

Olivenbraun, der Kopf ujid die autgeworfenen Seitenränder der Rücken- 
schilde heller; der Endschild und die Hinterbeine rostgelb, die übrigen Beine 
und die Fühler gelb; auf dem Endschild des Rückens eine eiförmige Längs- 
beule , auf dieser ein starker Längskiel ; die Innen - und Unterseite des ersten 
GHedes der Hinterbeine stachelig. 

Länge H Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 166. 2o. 



— 23 — - 

In der Gestalt mit Sc. morsitans ziemlich übereinstimmend , aber breiter 
und die Hinterbeine kürzer und noch stämmiger. Der Kopf von derselben 
Form, auch die Augen in derselben Stellung, nur das hintere ein wenig weiter 
entfernt; die Füliler nur mit sechszehn Gliedern; die Fresszangen stark, glän- 
zend, unten seicht eingestochen punktirt, die Punkte etwas weitschichtig. Die 
Kehle gewölbt, glänzend, an der Spitze eine abgekürzte Längsfurche ; die Lefze 
getheilt, kurz, eingestochen punktirt, am Aussenrande vier genäherte Zähne. 
Die Rückenschilde mattglänzend, am Vorderrande des Halsschildes derselbe 
Umschlag oder Bogenfurche wie bei morsitans. Der Endscliild hinten stark 
geschweift, mit stark aufgeworfenen Seitenkanten, in der Mitte eine nicht ganz 
bis zum Hinterrande ziehende, grosse eiförmige Beule, mit einem deutlichen, 
etwas abgerundeten Längskiel ; auf diesem eine feine eingegrabene Linie , un- 
ten der Endschild sehr dicht eingestochen jjunktirt, an der Wurzel etwas 
runzelig, der hinlere Innenwinkel kegelförmig verlängert, mit dreifacher Spitze; 
alle Rückenschilde mit Ausnahme der vier vordem mit einer Seitenfurche und 
aufgeworfenem Seitenrande. Die Bauchschilde flach, von gewöhnlicher Form, 
sehr glänzend, mit den gewöhnlichen zwei Längsfurchen, der Ends.child mit 
einem sehr seichten Längseindruck. Die Hinlerbeine etwas kurz, 10 Linien 
lang, dick und stämmig, das vordere Glied von der Wurzel aus geschwungen, 
ziemlich walzenförmig, doppelt so lang als dick, oben nicht so rund als unten, 
an der Innenseite oben in zwei Reihen 4 oder 5 grosse Zähne, in der obern 
zwei, in der untern zwei oder drei; unten drei Reihen etwas kleinerer Zähne, 
in jeder Reihe zwei, abwechselnd stehend, die innere Reihe unten an der 
Innenseite; der Innenwinkel des Hinterrandes ziemlich lang dornartig verlän- 
gert mit vier Zähnchen an der Spitze; die folgenden Glieder der Hinterbeine 
ganz walzenlörmig rund; die übrigen Beine wie gewöhnlich; oben an der 
Spitze der Schenkel, bis zu den drei vorletzten Beinen ein schwarzes Zähn- 
chen, an den drei vorletzten zwei solcher Zähnchen. 

Kopf und Rückenschilde gelblich olivenbraun, der Kopf und Halsscliild 
mehr auf's Gelbe ziehend, in dei' Mitte der Rückenschilde ein helleres Strichel- 
chen, die hintern Schilde ins Rostfarbige übergehencl, der Endschild ganz rost- 
gelb, die Rückenbeule etwas chinkler, die aufgeworfenen Seitenkanlen der 
Schilde heller olivengelb. Kehle und Fresszangen rostgelb; Taster hellgelb, 
ßauchschilde bräunlichgelb. Di(> zwei Endbeine rostgelb, an den Endgliedern 
etwas ohvenfarbig angelaufen, die Zähne schwarz; alle übrigen Beine und die 
Fühler gelb. 

Vaterland: Südamerika in der Gegend von Rio San Francesco. 



— 24 — 

Anmerk. Die Abbildung ist von einem ganz vollständigen Exemplare, 
welches in der königlichen Sammlung in München m Weingeist sich aufbe- 
wahrt vorfindet. Die Herren Spix und Martins brachten solches nach Europa. 
Fig. a. iNatürliche Grösse des Thiers. 
„ b. Augenstellung. 
„ c. und d. Dornen an den Schleppbeinen, alles vergrössert. 



Scolopendra piilchra 

Tab. XI. Fig. 21. 

Gelb, die Rückenschilde am Hinterrande mit einem schwarzen Querfleck, 
die 14 hintern Rückenschilde mit einer Seitenfurche. Die zwei Hinterbeine 
dick, an den Innenseiten oben 4, an der Unterseite 2 Zähnchen. 

Länge 2 Zoll 3 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 158. lU. 

Das ganze Tliier glänzend. Der Kopf inn" w enig breiter als lang , oben 
ganz flach, am Hinterrande fast gerade, die Hinterrandwinkel mit den Seiten 
gerundet, an den Augen etwas verdickt, die Einkerbung an der Spitze fein. 
Die Augen flach gewiHbt, ziemlich in gewöhnlicher Stellung, das hintere gross, 
fast etwas dreieckig , die drei vordem im Dreieck stehend , die zwei mittlem 
von dem vordem gleichweit und nicht in Augenbreite von einander entfernt, 
das untere mittlere vom obern weiter abstehend und abwärts sehend. Die 
Kehle gross, glatt, etwas gewölbt, vor der Spitze mit einem bogigen Furchen- 
stricheichen, mit der hohlen Seite rückwärts liegend, die Spitze stumpf, in der 
Mitte mit einer Randkerbe. Die J^efzen getheilt, mit etwas gerundetem Aussen- 
rande und mit 5 Zahnhöckerchen auf diesem. Die Fresszangen dick, etwas 
kurz, glatt mit langen Fangkrallen. Die Fühler mit 19 Gliedern. Der Hals- 
schild oben flach vmd nicht viel breiter als die folgenden; die Körperschilde 
der Quer nach flach gewölltt, an den Seiten ziemlich gerade, nur die hintern 
etwas gerundet, vom achten Ring anfangend mit Einscliluss dieses alle mit 
Seitenrandslurchen, die der vordem dieser Schilde fein, die der folgenden stu- 
fenweise deutlichei", die aufgeworfenen Seitem-änder zwar ziemlich hoch, aber 
etwas fein; der Endschild breiter als lang, an den Seiten schwach gerundet, 
am Hinterrande gerunilel und beiderseits kaum ein wenig ausgeschweift. Die 
ßauchschilde breit, sehr glänzend mit den gewöhnlichen zwei Furchenstrichen, 
weit auseinander stehend; der Afterscliild flach, so breit als lang mit stumpf- 



25 

runder Spitze, Die Seiten des Endringes unten hoch, doch wenig aufge- 
trieben, fein eingestochen punktirt, mit drei Zähnchen an der geglätteten iie- 
gelförmigen Spitze. Die Beine wie gewöhnHcli ; das Endpaar dick, etwas kurz, 
das erste (iUed oben etwas flach und mit vier Zähnchen oben an der Innen- 
seite in schief abwechsehider Stellung, an der Unterseite zwei Zähnchen hinter- 
einander liegend, das hintere nicht so weit von dem Hinterrande als das vor- 
dere von dem Hinterrande entfernt; die Einkerbung am Hinterrande wie ge- 
vvöhnhch; das verlängerte Eck am Innenwinkel der Spitze ziemlich lang, etwas 
dick, mit 4 oder 5 Zähnchen an der Spitze; die folgenden Gheder mehr wal- 
zenförmig, doch das zweite oben etwas flach. 

Das ganze Thier oben, sammt den Hinterbeinen schön gelb, der Kopf 
und der Halsring etwas grün angelaufen, der Hinterrand der, Ringe, mit Aus- 
nahme des Endringes am Hinterrande schwarz gesäumt, in der Mitte des Hin- 
terrandes der Saum in einen Querfleck erweitert. Kehle und P'resszangen 
etwas dunkler gelb, die Eangkrallen der letztern schwarz. Bauchschilde und 
Beine heller gelb als die Rückenschilde. 

Vaterland. Das einzige Exemplar, das ich vor mir habe, Iheilte mir 
Herr J. Sturm in Nürnberg zu Benutzung gefälligst mit. Als Vaterland dieser 
schönen Art ist Westindien, aber zugleich mit einem ? bezeichnet. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Die Augen hinsichthch ihrer Stellung 
und Form. c. Das erste Glied der Hinterbeine von oben. d. Dasselbe von 
unten, alles ebenfalls vergrössert. e. iNatürliche Grösse. 



Scolopendra labiata. 

Tal). XI. Fig. 22. 

Schwarz, ein Fleck an der Kopfspitze, die Kehle, Fresszangen und der 
Bauch gelb; an der Innenseile des ersten Gliedes der Hinterbeine oben 3 bis 
4 Zähnchen, an der Unterseite 12 in vier Reihen. 

Länge 1 Zoll 4 Linien. 

Ein merkwürdiges Thierchen aus der Sammlung des Herrn J. Sturm in 
Nürnberg. 

Der Kopf von der gewöhnlichen Form etwas abweichend, nämüch am 
llinterrande gerade mit nicht gerundeten Hinterrandswinkeln ; die Fläche von 
den Seiten an ziemlich gewölbt , in der Mitte liinten aber etwas eingedrückt, 
dmxhaus mit zerstreuten eingestochenen Pünktchen und am llinterrande mit 



26 - — 

zwei ziemlich weit auseinander stehenden, vertieften, sehr feinen Längssirichen, 
nicht bis in die Hält'le der Koptlänge reichend, schief liegend , und am Ende 
weiter von einander stehend als am Anlange} die Kerbe an der Spitze wie ge- 
wöhnlich. Die Kehle glänzend, gross, mit zerstreuten sehr feinen und seichten 
Pünktchen. Der Hand an der Einlenkung der Fresszangen ziemlicli gerade 
und sich in derselben Richtung in die gerundete Spitze ziehend, vor dieser 
ein geschwungenes feines Furchenstrichelchen der Quer nach liegend. Die ge- 
theilte Lefze schmal, ziemlich lang, am ilinterrande seitwärts schief abge- 
schnitten und mit vier Randhöckerchen. Die Fresszangen stark, etwas kurz, 
eingestochen punktirt, mit gebogenen nicht sehr langen Fangkrallen. Die Füh- 
ler mit 16 oder 17 Gliedern. Der Halsring nicht viel breiter als die folgenden 
Ringe, oben flach; die Körperringe ziemlich hoch, an den Seiten ziemlich ge- 
rade , der ganze Körper überhaupt etwas schmal ; die sieben hintern Ringe 
mit einer Seitenrandsfurche und schmal aufgeworfenen Seitenrändern. Die 
Rauchschilde ohne besonderes Merkmal; der Afterscliild lang, flach und glän- 
zend; die beiden Theile des Endringes unten grob eingestochen punktirt, am 
innei'n Winkel in einen ziemlich langen Dorn verlängert, nnt drei Zähnchen 
auf der Spitze. Die Reine dünn ; das Endpaar im Verhältniss des Körpers von 
mittlerer Dicke, ziemlich lang, die Glieder walzenförmig, das erste an der 
Spitze mit sehr seichter Kerbe, der Innenwinkel der Spitze blos in eine Ecke 
vorgezogen mit zwei Zähnchen auf diesem; oben au der Innenseite des ersten 
Gliedes vier Zähnchen, an der Unterseite zwölf in vier Reihen zu drei in jeder 
geordnet, zwei Reihen dieser Zähne näher an der Innen-, zwei Reihen näher 
an der Aussenseite. 

Der Kopf schwarz mit einem herzförmigen gelben Fleck an dei* Spitze. 
Halsring, alle Körperschilde oben, die Fühler und die Reine schwarz, das End- 
glied der Fühler und das Endglied der Hinterbeine gelblich, die Krallen aller 
Reine rostroth. Kehle und Fresszangen gelb, letztere mit schwarzer Fang- 
kralle. Die Rauchschilde gelb. 

Vaterland: Afrika. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Das erste Glied der Hinterbeine von oben. 
„ c. Dasselbe von unten, ebenfalls vergrössert. 
„ d. Natüdiche Grösse. 



27 



Geophiliis loiigicornis. 

Tab. XII. Fig. 23. 

Blassgelb, Kopf und Fühler bräunlichgelb, schmal bandförmig, der Kopf 
länger als breit, die P'üliler lang, die Kehle derb eingestochen punktirt, die 
Schleppbeine dünn, mit ziemlich gleichlangen Ghedern. 

Länge 14 bis If Zoll. 

Leach, Zool. misc. lU, 45. t. 140. f. 3 — 6. 

Geophil. hortensis. Koch, Deutschi. Crust., Myr. u. Arachn. Hfl. 22. 1. 

Koch , Syst. d. Myriap. S. 186. 1. 

Der Kopf merklich länger als breit, am Vorderrande beim lebenden Thier 
ein wenig eingedrückt, vorn und hinten ziemlich gleich breit, an den Seiten 
schwach in ovaler Biegung gerundet, die obere Fläche, wie die des ganzen 
Thiers glänzend, liberdies flach gewölbt und weitschichtig eingestochen punk- 
tirt, die Punkte zum Theil sich in Längsreihen ordnend. Die Kehle breit, 
flach gewölbt, an der Einfügung der Fresszangen schief abgestutzt, zwischen 
der Mitte des Vorderrandes ein wenig ausgebogen, auf der Mitte der Fläche 
eine nicht bis zum Vonicrrande ziehende Längsfurche, die Fläche deutlich ein- 
gestochen punktirt, die Punkte ohne Ordnung. Die Fresszangen von gewöhn- 
licher Gestall. nur etwas lang, am ersten Gliede einzelne doch schwer zu 
sehende eingestochene Pünktchen, an der Aussenseite und Innenseite der zwei 
vordem Glieder einzelne ßorstchen, die Innenseite des zweiten Gliedes mit 
Zahnhöckerchen ; die Fangkralle gebogen und sehr scharf. Die Fühler mit 14 
Gliedern, fast viermal so lang als der Kopf, die vordem Glieder mit langen, 
die Endglieder mit kurzen Borstchen besetzt. Der Körper schmal, bis zu zwei 
Drittel der Länge gleich breit, dann gegen das Ende veiloren dünner, die 
Schilde der Qium- nach llacb gewölbt, auf den grössern Schilden zwei feine 
Furchenstrichelchen ziemlich parallel, tue Seitenschildchen klein, schief liegend, 
zwei an den Hauptringen, eins an den Zwischenringen. Der vorletzte Bing 
gegen die Spitze etwas schmäler und fast ein wenig gerundet, der Endring 
halbrund und mit kurzen Bandborstchen. Die Bauchschilde flach, mit einem 
Furchenstrich an den Seilen und einem runden Grübchen auf der Mitte der 
vordem und einer Strichfurche auf den liintern Schilden; der Afterschild flach, 
breiter als lang, an der Spitze fast ein wenig gerundet, an den Seiten blasen- 
ähnüche Fleckchen. Die Beine von gewöhnlicher Gestalt und Grösse, an jeder 
Seite 55 bis 57. Das erste Hüflenglied der Schleppbeine lang, zwar dick, doch 



28 

nicht aufgeblasen, glatt und ohne eingestochene Punkte; das zweite Hüflen- 
glied kurz , nicht so lang als dick , die fünf Glieder der Beine ziemlich lang, 
und stufenweise dünner und et\\as länger, alle mit längern und kürzern Bor- 
sten besetzt. 

Die Männchen haben dieselbe Gestalt wie das oben beschriebene Weib- 
chen, nur sind sie etwas kürzer und haben ein oder zwei Paar Beine weniger. 
Der wesentliche Unterschied liegt wie bei andern Arten in den Schleppbeinen; 
diese sind merklich kürzer und viel dicker, die Glieder stutenweise dünner, 
die vordem kaum länger als dick und stärker und mit kürzern Borsten besetzt. 

Der Körper oben und unten sannnt den Beinen weisslich ockergelb, der 
Kopf, die Kehle und der Halsschild bräunlich ockergelb, auf dem Kopfe zu- 
weilen zwei hellere, durchscheinende Längsstreifchen. Die Fresszangen und 
Fühler von der Farbe des Koptes, nur etwas heller, an der Spitze des zwei- 
ten Gliedes der Fresszangen an den Aussenwinkeln ein Fleckchen und die 
Fangkrallen schwarz. 

Vaterland: Deutschland und England. Häufig in Gärten, meistens tief 
in der Erde. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Der Kopf mit Halsring , Fresszangen 
und Fühlern, c. Die drei Endringe des Weibes mit den Hüften und einem 
Schleppbeine von oben. d. Dieselben Binge von unten, e. Dieselben Glieder 
des Mannes mit einem Beine von oben, alles vergrössert. f. Natürl. Grösse. 



Glomeris pulchra. 

Tab. XIII. Fig. 24. Fig. 25. var. 

Schwarz, der Halsschild am Hinterrande und ein schmaler Saum aller 
Ringe gelblichweiss, ein geschwungenes breites Band am Hinterrande des er- 
sten Schildes und zwei Flecken auf dem 4, 5. und 6ten mennigroth; drei 
Furchen an der Seitenrandsscheide: die erste durchlaufend, die zwei folgen- 
den stufenweise kürzer, eine abgesetzte oben hinter der Vorderrandsfurche. 

Länge 6 — 6\ Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 93. 24. 

Eine ansehnliche sehr schöne Art aus der Sammlung des Hrn. .1. Sturm 
in Nürnberg. Der Kopf wie bei G. marginata , auch der Halsschild wie bei 
dieser, nur hinten etwas mehr rückwärts gedrückt und in der Mitte mit einem 



29 

seichten Längseindruck; die Querfurchen etwas mehr geschwungen und seit- 
wärts sich fast ein wenig nähernd. Kopf, Hals und ahe Rückenschilde stark 
glänzend, die Fläche durchaus geglättet und keine Spur einer Rieselung; die 
Rückenwölbung hoch und regelmässig, der Endschild am Hinterrande wie bei 
jener gerundet, dabei aber in der Mitte fast ein wenig ausgebogen. Die Form 
des Brustscliildes wie bei dieser, die Furchen aber anders: die Vorderrands- 
furche tief und durchlaufend, vor dieser oben eine abgekürzte, gewöhnlich von 
dem Halssciiilde bedeckt und hinter der Vorderrandsfurche oben eine gleich- 
laufende bis ohngefähr in die Hälfte der Seiten hinabsteigend; an der Seiten- 
randscheide drei feine Furchen, davon die vordere über den ganzen Rücken 
ziehend, soliin durchlaufend, die zweite in einer geschwungenen Biegung bis 
fast auf die Höhe des Rückens steigend, die dritte kürzer und ohngefähr bis 
zur Hälfte der Höhe ziehend, aber auch zuweilen kürzer oder fehlend. 

Der Kopf, der Halsschild, der Brustschild und alle Körperschilde schwarz, 
etwas aufs Pechschwarze ziehend, die Kante am hintern Rande des Halsschil- 
des und aller andern Schilde gelblich weiss, an dem Halsschilde am hintern 
Bogenrande eine breite Einfassung und aul dem Brustschilde ein durchlaufen- 
des breites Querband und auf dem dritten, vierten und fünften Schilde zwei 
Flecken, so wie am Hinterrande an der gelblichweissen Kante eine schmale 
Einfassung und am Hinterrande ein sehr grosser Querfleck schön rostgelb oder 
hell meimigroth; das Querband des Halsschildes vorn in der Mitte mit einem 
ausgeschnittenen Eck und von diesem aus gegen die Seiten zu ziemlich stark 
ausgeschwungen; die zwei Rückenflecken zuweilen am Hinterrande zusammen- 
geflossen und überhaupt oft in grösserer oder geringerer Anlage ; d(!r Hinter- 
randfleck oben in der Mitte mit einem spitzen Ausschnitte, daher ziemlich 
zwei zusammenhängende Flecken vorstellend. Die Fühler schwarz mit sehr 
feiner gelber Randlinie an der Spitze der Glieder. Die Unterseite bräunlich- 
gelb mit schmalem gelbem Rande. Die Beine dunkel rostbraun, mit röthlichen 
Gliederspitzen und röthlichen Nägeln. 

Kommt auch etwas kleiner vor. 

\ a l e r i a n d : Dalmatien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals - und Brustschild sein- vergrös- 
sert. c. natürliche Grösse, d. Abart, e. deren Hals- und Brustschild sehr 
vergrössert. f. natürliche Grösse. 



30 



Glomeris transalpina. 

Tab. XIII. Fig. 26. 

Schwarz mit gelben Kanten aller Schilde und mit einem breiten, vorn 
ausgeschwungenen, zimmetrothen Bande am Ilinterrande dieser; die Vorder- 
randsfurche tiet und ilurchlaufend, an der Seitenrandsscheide diei abgekürzte 
feine Furchen, stufenweise kleiner. 

Länge 6 bis 8 Linien. 

Roch, Deutschi. Crustac, Myriap. und Arachn. IV. t. 2. 
- System d. Myriap. S. 93. N. 23. 

Mit Gl. pulchra nahe verwandt, aber w eniger hoch gewölbt, ebenfalls glän- 
zend und geglättet, der Kopf zwischen den Fühlern weniger aufgetrieben. Der 
Halsschild hinten stark rückwärts gedrückt, die zwei Querfurchen durchaus 
parallel. Die Vorderrandsfurche des Brustschildes wie gewöhnlich stärker und 
durchlaufend; die zweite auf dem Bücken fehlend, oder eigentlich die vordere 
an der Seitenrandsscheide ausmachend, nämlich vorn unter dem vordem Win- 
kel der Scheide beginnend und bis zur Höhe des Bückens steigend, aber mit 
der der entgegengesetzten Seite nicht ganz zusammentreffend, übrigens in stär- 
kerer strichförmiger Anlage als die hintern ; diese sich in gewöhnlicher Lage 
befindend, und stufenweise mit der vordem kleiner, die zweite etwas über die 
halbe Höhe oder bis zu dieser hinaufsteigend, die dritte merklich kürzer als 
die zweite. Die zwei Seitenfurchen der übrigen Schilde etwas tiefer als bei 
iener x\rl, aber in derselben Lage. Der Hinterrandsschild am Hinterrande kaum 
ein wenig ausgebogen, fast ganz rund. 

Schwarz, wenig aufs Pechschwarze ziehend, alle Schilde mit feiner gel- 
ber Kante. Der Halsschild an dem hintern runden Bande mit einer breiten 
zinunetrothen Einfassung, eben so auf allen Bingen ein breites Band am Hinter- 
rande sich über die Seitenrändej" ziehend, von derselben schon zimmetrothen 
Farbe, die Bänder an der schwarzen Farbe hin von der Mitte aus ausge- 
schwungen und am Brustringe auch über den Vorderrand sich verbreitend, daher 
dieser eigentlich zimmetroth )nit einem grossen schwarzen Querfleck ; das rost- 
rothe Band am Endscliilde sebi" breit, fast breiter als der schwarze Vordertheil, 
in der Mitte mitunter mit einem Eckchen. Die Fühler jteclischwarz mit greis- 
grauem Seidenschimmer an den Endgliedern. Die Unterseite rostgelb mit fei- 
ner gelber Bandlinie. l>ie Beine dunkel rostbraun. 

Variirt mit grösserer Verbreitung der zinnnetrolhen Zeichnungen. 



31 

Vaterland: Bewohnt sehi- wahrscheinlich die Vorberge der jenseitigen 
Alpen, von woher ich mehrere Exemplare von einem Insektenhändler erhielt. 

In der (irösse variirt diese Art gar sehr; ich habe Exemplare vor mir, 
die nicht ganz sechs Linien messen, andere, die vollständig acht Linien enthal- 
ten. Die kleinern haben feinere Strichfurchen, auch steigt die erste an der 
Seitenrandscheide bei weitem nicht so hoch hinaul, ohngefähr so, dass die obere 
Rückenfläche davon frei bleibt, übrigens ist diese Strichfurche ebenfalls stär- 
ker eingegraben als die zwei hintern. Alles Uebrige ist indessen wie bei den 
grossen. Wahrscheinlich sind die kleinern die Männchen. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals - und Brustschild sehr vergrös- 
sert. c. Natürliche Grösse. 



Sph 



aerotherium convexum. 

Tab. XIV. Fig. 27. 



Pechschwarz, mit rostbrauner Einfassung am Hinterrande der Ringe, 
glatt, glänzend; der herzförmige Kopf grob eingestochen punktirt. 

Länge 6{ Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 100. 12. 

Der Körper hoch gewölbt, schmal, besonders hinten, glatt und glänzend. 
Der Kopf tlach, kurz herzförmig, nämlich am Hinterrande in der Mitte ausge- 
bogen, fast glänzender als der Körper und grob eingestochen i)unktirt, die 
Punkte unordentlich, vorn häufiger als hinten. Die Augen in einen Hügel dicht 
zusammengedrängt, und in abwärts ziehende dichte Reihen geordnet, ohnge- 
fähr sechs Reihen nebeneinander. Der Halsschild etwas schmal halbzirkelför- 
niig, vorn geschweift mit einer unordentliclien Reihe eingestochener Punkte am 
Vorderrande. Der Brustring in den Seiten weit abwärts verlängert, an dem 
Seitenrande mit dem Vorderrandswinkel regelmässig abgerundet, an dem hin- 
lern Seilenwinkel abwärts stai'k verlängert und liier ebenfalls gerundet; die 
Vorderrandsfurche oben fein, initen allmälig breit und einen hohlen, rinnen- 
förmigen, breiten Rand vorstellend, eine zweite Furche hinler dieser, der Zwi- 
schenraum dem Zuge der Seiten nach durch schildförmige, dachziegelförmig 
übereinanderliegende Eindrücke abgetheilt. Der Körper nicht bi-cit, die Ringe 
am Hinterrande gegen die Seiten zu etwas ausgeschwungen , die Ringfläche 
vorn grob eingestochen punktirl, aber gewöhnlich unter dem vorstehenden 



32 

Hinterrande versteckt. Der Endring enger als die andern, an den Seiten fast 
etwas eingedrückt, am Hinterrande gerundet. 

Der Kopf gelbbraun, die Fühler dunkelbraun, der Halsschild uiul alle 
Körperringe pechschwarz, ein Saum am Hinlerrande und an den Seiten aller 
Ringe rostbraun, oder dunkel rostroth. Die Beine pechbraun. 

Vaterland: Neuholland. 

Herr J. Sturm in Nürnberg besitzt ein einziges Exemplar dieser Art, die 
ich noch in keiner andern Sannnlung gesehen habe. Sie gehört allen Merk- 
malen nach zur gegenwärtigen Gattung. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
b. Der Kopf und ein Fühler 

- c. Die Augen ) alles vergrössert. 

- d. Ein Fühler 

- e Natürliche Grösse. 



Sph 



aerotheriiiin eloiigafum. 

Tab. XVI. Flg. 28. 



Braun, glänzend, der Kopf eingestochen punktirt, die Randfurche an dem 
Halsschilde breit und ohne Absätze. 

Länge 1 Zoll 4 Linien. 

Brandt, Prodr. 37. 5. 

Koch, Sysl. d. Myriap. S. 98. 4. 

Hinten höher als vorn, gewölbt, glänzend, die Körperringe vorn fein und 
dicht, hinten etwas grüber und weitschichtiger eingestochen punktirt, alle Ringe, 
mit Ausnahme des ersten, an dem vordem Seitenwinkel, stufenweise höher 
hinauf, an den hintern bis fast zur Rückenhöhe schiel eingedrückt und aut 
der eingedrückten Fläche fast glanzlos. Der Kopf stärker glänzend, am Hin- 
terrande ausgebogen, am Mundrande eine Kei-be und ein Randeiiulruck, dieser 
fein runzelig, die ül)rige Kopflläche eingestochen grob punktirt, die Punkte un- 
regelmässig und etwas weilschichtig stehend; der Stirnschild hinten gerundet, 
etwas dick, last gewölbt. Die Fühler kurzgliedrig, die Glieder stufenweise dün- 
ner, das Wurzelghed ziemlich dick, alle fast gleichlang, das vorletzte kurz, oval, 
das Endglied sehr kurz und etwas veisteckl. Der erste Körperring doppelt so 
lang als der Stirnschild, an den Seiten weil abwärts verlängert, an dem Vor- 



' 33 -te. " 

derrandswinkel staik gerundet, kurzgerundet an dem hintern, die Randfurche 
breit, auf dem Kücken alhiiälig fein, in der Tiefe weder Punkte noch Absätze. 
Beine 21, breit gedrückt, nur mit der Spitze etwas vorstehend. 

Das ganze Thier gelbUch ohvenbraun, nur die Augen und die Fühler 
schwarzbraun; die Unterseite und die Beine wie oben gefärbt, die Endgheder 
der letztern dunkler. 

Vaterland: das Vorgebirge der guten Hoffnung. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grosse, b. Kopf und ein Fühler ver- 
grössert. 



Sphaerotherium Lichtensteinii. 

Tab. XIV. Fig. 29. 

Blass ockergelblich, auf den Körperringen mit Ausnahme des ersten und 
letzten ein glänzender Kielstrich dunkelbraun; die Vorderrandsfurche des er- 
sten Ringes breit, mit einer Reihe seichter Punkte. 

Länge 11 Linien. 

Brandt, Prodr. 37. 3. 

Koch, System d. Myriap. S. 99. 5. 

Vorn etwas flach, hinten stärker gewölbt und an den Endringen oben 
fast etwas zusanniiengedrückt. Die ganze Fläche glänzend, der Kopf sannut 
der Stirn grob eingestochen punktirt. Die Rückenschilde bis zum lliiitcrrande 
ziemlich dicht fein punktirt, auf dem Rücken aller Ringe mit Ausn.ilinie des 
ersten und letzten ein niederer, feiner, geglätteter, hinten nadellönnig sich 
ausspitzender Kiel, auf dem Endringe nur als eine sehr undeutliche Sjjur fort- 
setzend; die Vorderrandsfurche an den Seiten ziemlich breit ohne (Juerabsälze, 
statt diesen nur mit einer Reihe undeutlicher seichter Punkte. 

Das ganze Thierchen unrein blass ockergelbhch mit braunem Ko])fe, die 
Kielstriche auf dem Rücken rostbraun. 

Vaterland: uid)ekannt. 

Fig. a. Das Thiei" in natürlicher Grösse, b. Kopf und ein Fühler ver- 
grössert. 



Koch, Myriapotieii 



34 



Spirocyclistus maximus. 

Tab. XV. Fig. 30. 

Graublau mit rostgelber Einfassung der Ringe, glatt, glänzend, nur über 
den Beinen in den Seiten mit feinen Längsfurchen; der Endring geschwänzt. 
74 Ringe, 146 Beine beiderseits. 

Länge 8''. 

Julus maximus Linn. Syst. nat. IL 1066. 7. 

Koch, Syst. d. Mriap. S. 101. 3. 

Der Kopf wenig über den Halsschild vorstehend, im Gesichte flach ge- 
wölbt, glatt und glänzend , der Hinterkopf durch eine etwas erhöhte Fläche 
verdeutlicht, auf dieser genäherte Längsrippen der Länge nach; der Vorder- 
rand über dem Munde gerade abgesetzt, in der Mitte mit einer runden Aus- 
liuchtuug, die abgesetzte Randlinie nach innen stellenweise ausgekerbt; an den 
Seilen, der Einlenkung der Fühler gegenüber, ein tiefer schmaler Ausschnitt, 
mit einem schmalen, länglichen Kern; die Augen in gebogenen Reihen dicht 
aneinander, etwas dachziegelartig liegend, die Augenfläche unten ein stumpfes 
Dreieck formirend. Die Fülileröffnung gross und rund. Die Fühler ziemlich 
dick und glänzend, die Glieder von nicht ungewöbnücher Form, das Wurzel- 
glied dick, das zweite nicht dreimal so lang als dick, die folgenden stufenweise 
kürzer, das dritte nur wenig länger als die Breite an der Spitze , eben so das 
vierte, das fünfte nicht länger als breit, das Endglied sehr kurz, alle, mit Aus- 
nahme des ersten, fein eingestochen punktirt, doch die Endglieder stärker als 
die vordem. Der Halsscbild gross, gewölbt, glatt und glänzend, an den Seiten 
abwärts bis zu dem Mundwinkel reichend, am untern Rande gerade und in 
einen vorwärts stehenden verdickten Lappen verlängert, der Vorderrand an 
den Seiten sammt dem Lappen an dem Unlei-rande ziemlich hoch aufgeworfen 
und ebenfalls glänzend. Der ganze Körper schön walzenförmig, nur die fünf 
Endriuge verloren etwas dünner, alle Ringe glatt und glänzend, die hintere 
Hälfte der Ringe kaum ein wenig erhöht, durch eine feine Furche von der 
vordem Hälfte getrennt, alle Ringe oben und in den Seiten bis über die Luft- 
löcher ganz ohne die gewöhnlichen Längsfurchen, nur über den Beinen bis 
gegen die Luftlöcher zu sehr feine, nicht gedrängt liegende eingegrabene Linien 
an der Hinterhälfte der Ringe, an der Vorderbälfte solche Linien nach der 
Rundung, der Quer nach über den Rücken ziehend, noch feiner und gewöhn- 
licli unter dem Vordcrllicij versteckt. Die Lnfliöcber in der Mitte der Seiten 



35 - — 

iUnd sehr klein. Der Endring durchaus glatt und geschwänzt, das Schwänz- 
chen über die Afterklappe vorstehend, etwas dick, und etwas aufwärts gebo- 
gen. Die Afterklappe ziemlich oval, glänzend, glatt, mit stark aufgeworfenen 
dicken Hinterrändern. Die Beine ziemlich dick, ziemlich lang, übrigens ohne 
besonderes Merkmal. 

Die Hauptfarbe des Thieres ist ein schönes helles Graublau . der Kopt 
unter den Fühlern ins Gelbbräunliche übergehend, der Saum am Vorilerrande 
schwarz, der gerippte Hinterkopf graurüthlicli. Die Augen schwarz, die Füh- 
ler röthlich, die Endglieder von der Wurzel aus grau. Der Halsring zieht vom 
Graubläulichen ins Grauröthhche oder Gelbliche, der Vorder- und Hinterrand 
^ber sind hellrostroth, die Spitze des untern vorwärtsstehenden Lappen schwarz. 
Alle übrigen Ringe an der Spitze mit einem schönen rostrothen Saume und 
an diesem ein bräunlicher einwärts in die Grundfarbe verfliessender Schatten ; 
-der Saum des Endringes sammt dem Schwänzchen und der aufgmvorfeiie Hin- 
.terrand der Afterklappe ebenfalls rostroth. Die Luftlöcher schwarz. Alle 
Beine blass röthlichgelb, fast weisslich. 

Vaterland: Ostindien. 



Julus Idrieiisis. 

Tab. XVI. Fig. 31. 

Eisenfarbig schwarz mit grauweisslichem Hinterrandssaume der körper- 
ringe, der Endring nadelrissig, behaart, kurzgeschwänzt; der Hintertheil der 
Ringe fein eng gefurcht; die Saftlöcher vom Fnnenrande der Dintertiieile ent- 
fernt, vor diesen eine geglättete Fläche. 

Länge 2". 

Koch, Syst. der Myriap. S. 110. 15. 

Aus der Sammlung des Herrn J. Sturm in Nürnberg. 

Der Kopf gewölbt, geglättet, sehr glänzend, vor der Stirnfläche zwischen 
den Augen, näher gegen die Mitte als an diesen, zwei Quergrübchen und zwi-' 
sehen diesen auf der Stirn eine ziendich tiefe Längsfurche. Die Augen in 
sechs Bogenreihen der (Juer nach liegend. Die Fühler von nicht ungewöhn- 
licher Länge, die Glieder an der Wui-Z(!l dünn, an der Spitze breit, das End- 
glied schmal, deutlich vorsl<!bend, alle beiiaart, doch die Endglieder stärker als 
die vordem. Der Halsring ziendich breit, der l^änge nach etwas gewölht. an 



36- 

den Seiten nur wenig über die Richtung der Augen hinab gebogen, und von 
diesen an gegen den Ilinterrand schief abgeschnitten, die Spitze selbst nicht 
scharf, die Fläche durchaus glatt und ohne Querfurchen in der Gegend der 
Seitenwinkel. Der Körper im Verhältniss zur Länge nicht aussergewöhnlich 
dick, im Ganzen walzenförmig, nur vorn gegen den Kopf wenig schmäler, und 
hinten an den vier Endringen etwas abfallend; der Hintertheil der Ringe nur 
wenig über den Vordertheil erhöht, sehr wenig gewölbt, fast eben und durch- 
ziehend sehr lein dicht gefurcht, die feinen Furchen oben ebenso breit als ihre 
Zwischenräume von einander ; die Saftlöcher der Seiten klein und punktförmig, 
vom Innenrande des Hintertheils fast ein Drittel der Länge dieses Theiles ent- 
fernt und vor den Saftlöchern ein ebenes, glattes, furchenfreies, sehr glänzen- 
des Plätzchen; der Vordertheil der Ringe glatt und ohne weitere Sculptur. 
Der Endring ziemlich breit, oben an der Spitze in ein kegelförmiges ziemlich 
gerades, an der Spitze etwas abwärts gedrücktes Schwänzchen verlängert, ohn- 
gelähr halb so lang als die Länge des Ringes oben; die Fläche des Ringes 
und des Schwänzchens nadelrissig punktirt und behaart. Die Afterklappe ge- 
wölbt, glänzend, feinrunzelig, ohne aufgeworfene Klappenränder, mit kurzen 
Härchen versehen. Die Reine kurz, dünn, nur wenig über die Rundung des 
Körpers vorstehend. 53 Ringe ohne die Schwanzklappe. 

Das ganze Tliier eisenfarbig schwarz, die Stirn und zwei Fleckchen vor 
dieser dunkler, die Einfassung des Halsringes und ein schmaler Saum an der 
Hinterrandskante aller übrigen Ringe gelblich grauweiss; die Spitze des 
Schwänzchens gelblich ; die Fühler an der Spitze schmal weiss. Reine bräunlich. 

Vaterland: Aus der Gegend von Idrien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Ein Fühler eben so. c. Das Saftloch 
mit der Umgebung, d. Natürliche Grösse. 



Julus Dalmaticus. 

TaJj. XVI. Fig. 32. 

Gelbbräunlich, der Hintertheil der Ringe dunkelbraun, vor den gelblichen 
Hinterrandskanten ein Ring rostbraun; der Endring nadelrissig, wenig be- 
haart, sehr kurz geschwänzt; die Furchen nicht fein; die Saftlöcher ziemlich 
nahe am Innenrande der Hinterlheile. 

Länge 1^". 

Koch, Syst. d. Myriap. S. lU. 18. 



37 

Von .1. riitilans schwer zu unterscheiden, ganz von derselben Gestalt, doch 
wesentlich darin verschieden, 

dass die Zwischenräume der Furchen am Hintertheile der Ringe brei- 
ter sind, 

dass am Hinderrande des Halsschildes in der Nähe der Seitenwinkel eine 
kurze Längsfurche und beiderseits an dieser kleine Grübchen als Furchenan- 
sätze sich betinden, welche dem J. rutilans fehlen, 

dass das Schwänzchen am Endring noch kürzer als bei diesem ist und 

dass nur 45 Ringe gezählt werden. 

Ich habe zwei Exemplare aus der Sammlung des Hr. J. Sturm in Nürn- 
berg vor mir, beide sowolil in obigen Charakteren als auch in der Färbung, so 
weit sich letztere bei aufgesteckten, trockenen Exemplaren beurtheilen lässt, 
übereinstimmend. Die Grundfarbe ist ein unreines bräunliches Gelb, an dem 
Vordertheile der Ringe vom Bauche aufwärts braunschwarz; die punktförmigen 
Saftlöcher schwarz; die Einfassung des Halsringes und die Hinterrandskante 
der Hintertheile der Ringe gelblich weiss, an diesen Kanten ein Ring rostbraun ; 
das Innere des Halsringes und der Endring schwärzlich, ein schmaler Saum 
am letztern und das Schwänzchen gelb. Der braune Kopf an der Stirn dunk- 
ler, am Munde ins Gelbliche übergehend. Die Reine dunkelrostbraun. Die Füh- 
ler einfarbig dunkelbraun. 

Vaterland: Dalmatien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Ein Fühler vergrössert. c. Natür- 
hche Grösse. 



Scolopendra morsitans, 

Tab. XVII. Fig. 33. 

Kopf und Rückenschilde rostbraun, letztere am Hinterrande gelb; der 
Hälsschild mit einer gebogenen Querfurche, der Endschild mit einem Längs- 
kiele; das erste Glied der Hinterbeine an der Innen- und Unterseite stachelig. 

Länge 6 Zoll. 

Linn. syst. nat. I. H. 1063. 5. 

Fabr. Ent. syst. II. 390. 6. 

De Geer Uebers. VII. 203. t. 43. 1. 1—5. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 163. 22. 



38 

Ein stattliches Thier aus der Sammlung des Hrn. .1. Sturm in Nürnberg. 
Der Kopf im Verhältniss zur Grösse des Körpers etwas klein, 4 Linien lang 
und eben so breit, in der Mitte des Hinterrands fast gerade, an den Hinterrandsvvin- 
keln stark abgerundet, wenig gewölbt, auf dem Rücken zwei durcbzi'^hende Längs- 
nähte, hinten einander etwas mehr als vorn genähert und zwischen diesen eine flache 
Längsrinne, an der Spitze ein derber Kerbstrich ; die Fläche matt glänzend und ohne 
eingestochene Punkte. Die Augen gross, davon die drei vordem fast dicht ge- 
nähert und im Dreieck stehend; das hintere ebenso gross, abwärts in eine 
geschwungene Spitze verlängert, nahe an den zwei mittleren liegend. Die zwei 
vordem oder Hüftenglieder der Fresszangen von gewöhnlicher Gestalt, deutlich 
vorstehend, das folgende dick, etwas kurz, glänzend, mit einzelnen sehr seich- 
ten, kleinen Punktgrübchen, die Fangkralle lang, stark, das Wurzelstück unten 
eingestochen punktirt. Die Kehle gross, glänzend, wenig gewölbt, an der Wur- 
zel eine Längsgrube, an der Spitze eine Längsfurche und in dieser am Spitzen- 
rande ein eingedrücktes Höckerchen. Die Lefze getheilt, etwas klein, jeder 
Theil fast so lang als breit, glänzend, eingestochen punktirt, am Aussenrande 
drei genäherte, dicke, zahnartige Höcker. Der Halsschild länger als gewöhn- 
lich, vorn mit einer tiefen, gebogenen Querfurche, fast bis in den Seitenrand 
ziehend, hinter dieser mitten in der Fläche zwei Grübchen weit auseinander 
liegend; der folgende Schild sehr kurz, alle andern von gewöhnlicher Grösse, 
vorn enger, an den Seiten wenig gebogen, die hintern etwas mehr seitwärts 
gerundet, alle matt glänzend, mit feinen, doch deuthchen, geschärften Längs- 
näthen, und mit Ausnahme der vier vordem alle übrigen mit einer Seiten- 
furche und aufgeworfenen Seitenkanten; der Endschild merklich breiter als 
lang, mit höher aufgeworfenen Seitenkanten, vorn an den Seiten gerundet, 
dann bis zu den Hinterrandswinkeln ziemücb gerade, auf dem Rücken ein nicht 
bis zur Spitze ziehender, oben gerundeter Kiel. Die Luftlöcher länglich, dick- 
randig, zusammengedrückt. Die Rauchschilde ohne besonderes Merkmal; der 
Afterschild ziemlich lang mit stumpfrunder Spitze und mit einer flachen Längs- 
rinne; der Endring unten ungemein fein eingestochen punktirt, auf dem kegel- 
förmig verlängerten Innenwinkel vier zahnartige Höckerchen. Die Beine von 
mittlerer Länge und Dicke ; die des Endpaares im Verhältniss zur Körperlänge 
etwas kurz und dick, alle Glieder ziemlich walzenförmig, das vordere mit der 
gewöhnlichen Längskerbe am Hinterrande und dem dornartig verlängerten In- 
nenwinkel, aul diesem drei Zähnchen übereinander; an der Innenseite vier oder 
fünf Zähne, davon die untern ziemlich gross, in ihrer Stellung variirend, unten 
sechs bis sieben solche Zähne, ziemlich drei Längsreihen formirend, doch auch 
nicht in ihrer Stellung conslant. 



39 

Kopf und alle Rückenscliilde rostbraun, am Hinterrande verloren gelb- 
lich, eben so an den aufgeworfenen Seitenkanten. Kehle, Fresszangen und Lef- 
zen röthlich ockergelb, die Zahnhöcker auf letztern und die Endhälfte der 
Fangkralle der Fresszangen schwarz. Bauchschilde und das Afterschild ocker- 
gelb, der Endring unten rostroth. Alle Beine mit Ausnahme des Endpaars 
gelb, die des letztern roströthlich mit gelblichem Spitzem-ande ; die Zähnchen 
am ersten Gliede an der Spitze schwarz, die übrigen heller rostgelb. 

Vaterland: Java. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grösse, b. die Augen nach ihrer Stel- 
lung und Form, vergrössert, c. das erste Glied des Endpaares der Beine von 
oben, d. dasselbe von unten, ebenfalls vergrössert. 



Scolopendra Scopoliana, 

T;)b. XVIII. Fig. 34. 

Blassgelblich, die drei hintern Rückenschilde am Seitenrande mit einer 
Furche; oben an der Innenseite des ersten Gliedes der Endbeine drei kleine 
Zähnchen in einer Längsreihe, vier solcher Reihen unten mit drei und vier 
Zähnchen. 

Länge 1" 4'". 

M. Wagners Reis, in Algier IIL 222. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 168. 26. 

Von dieser Art habe ich nur ein einziges Exemplar vor mir; es ist in 
Weingeist aufbewahrt und sehr vollständig. Die Entdeckung verdanken wir 
dem Herrn Prof. Dr. Moritz Wagner. 

Der Kopf oben platt, kaum ein wenig gewölbt, wie die Bückenschilde 
glänzend und ohne eingestochene Pünktchen, dem Umrisse nach von nicht un- 
gewöhnlicher Form und ohngefähr so' lang als breit; an der Spitze befindet 
sich die gewöhnliche Kerbe. Die Augen sind mehr als gewöhnlich einander ge- 
nähert, die drei vordem ziemlich gleich gross, alle etwas klein, das hintere am 
kleinsten und von länglicher Gestalt. Die Fühler mit 16 oder 17 Gliedern, 
die sechs vordem glänzend, glatt und ohne eingestochene Pünktchen, die fol- 
genden mit dem gewöhnlichen Sammetfilze bedeckt; das Wurzelglied sehr dick, 
die folgenden allmälig dünner, die Endglieder dünn und ziemlich von gleicher 



40 

Dicke. Die Fresszangen stark, glänzend, glatt, frei von eingestochnen Pünkt- 
chen. Das Kinn glatt nnd glänzend. Die Lefze getheilt mit vier sehr kleinen 
Randzähnchen. Die gewölbten Kinnladen glanzlos. Die vordem Glieder der 
Taster etwas dick, im übrigen die Taster ohne besonderes Merkmal. Die 
Rückenschilde flach, mit Ausnahme des Halsschildes ziemlich viereckig und 
ziemlich geradrandig an den Seiten, dei" vorletzte Schild mit gerundeten Sei- 
tenrändern, der Endschild an der Spitze wie gewöhnlich mit geschwungenem 
Rande, alle glatt und ohne eingestochene Pünktchen, an den Seiten der drei 
Endschilde eine Randfurche, an dem vierten und fünften ebenfalls eine solche, 
aber nur in sehr schwachem Ausdruck und ohne gute Vergrösserung nicht 
sichtbar; die zwei gewöhnlichen Rückenfurchen gerade und ziemlich stark aus- 
gedrückt, und selbst noch auf dem Halsringe, aber fein fortsetzend; auf der 
Mitte des Endringes eine sehr fein ausgedrückte Längslinie, unten der End- 
ring dicht gekörnt, etwas rauh und mit der gewöhnlichen Längsfurche. Die 
Bauchschilde sehr flach, von gewöhnlicher Gestalt und mit den gewöhnlichen 
zwei gebogenen Längsfurchen in etwas starkem Ausdrucke. Die Beine im Ver- 
hältniss zum Körper etwas klein, glatt und glänzend, die zwei Endbeine dick, 
von oben und unten zusammengedrückt, daher etwas flach, übrigens glatt und 
glänzend, am Ende der drei vordem Glieder oben eine abgekürzte kerbar- 
tige Furche; das vordere Glied gegen die Spitze etwas verdickt, oben an dem 
Innenwinkel der Spitze kein kegelförmiger Fortsatz, statt diesem blos ein dop- 
peltes sehr kleines Zähnchen; au der Innenseite oben drei Zähnchen in einer 
Längsreihe, auf der Unterseite vier Reihen solcher Zähnchen, vier oder drei 
Zähnchen in jeder, die zwei äussern Reihen weniger weit von einander als die 
zwei mittlem; das zweite Glied dicker als das erste mit etwas gerundeter 
Spitze; das dritte fast so dick als das erste an der Spitze, und von der Form 
des zweiten; das vierte und fünfte kurz, stufenweise merklich dünner, eben- 
falls von oben und unten etwas zusammengedrückt und fast mit etwas ge- 
schärften Seiten; die Endkralle sehr scharf, wenig gebogen, fast länger als 
das vierte Glied. 

Von den Fühlern halle der eine 16, der andere 17 Glieder, es ist daher 
noch ungewiss, wieviele der Regel nach vorhanden sind. 

Kopf, Rücken und Bauchschilde blass gdbgrau, eine Längslinie auf dem 
Rücken und der Hinteri-and der Schilde so wie ein Fleckchen auf der Mitte 
des Bauches \\eisslich gelb, in die Grundfarbe verloren übergehend, der End- 
gchild unten rostgelb mit hellgelblichcm Hinterrande. Fühler, Fresszangen und 



41 

Beine blass graugelblich, die Spitze der Fresszangen braunschwarz, die End- 
kralle der Beine röthlich. 

Vaterland: Algier. 

Fig. a. Das Thier etwas vergrössert. b. Ein Schleppbein vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. 



Scolopendra clavipes, 

Tal). XVlll. Fig. 35. 

Gelblich olivenfarbig, die sechs hintern Rückenschilde mit einer Seilen- 
furche; die zwei Hinterbeine lang, an diesen die zwei vorletzten Glieder mit 
kolbig verdickter Spitze, an der Innenseite des ersten Gliedes oben zwei Rei- 
hen Zähnchen, an der Unterseite solcher drei. 

Länge U Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 169. 31. 

Das ganze Thier glänzend. Der Kopl so breit als lang, oben ziemlich 
flach, mit deutlicher Furche an der Spitze, etwas länger als gewöhnlich. Die 
drei vordem Augen gross, einander genähert fast in gleichseitigem Dreieck ste- 
hend, das hintere etwas entfernter, nicht grösser als die vordem, nierenförmig. 
Die Fühler pfi'iemenförmig, an der Wurzel dick, mit ziemlich gleichlangen 
Gliedern. Der flalsschild länger als gewöhnlich, mit den Vorderrandswinkeln 
kaum ein wenig vor den Hinterrand des Kopfes hervortretend, mit leichten 
Spuren der zwei Rückenstrichelchen. Die Körperringe ziemHch gleichbreit, die 
vordem und hintern nur sehr wenig verschmälert, die Seiten fast geradrandig, 
nur die drei liintern an den Seiten etwas gerundet; die zwei Rückenstriche 
fast gerade, an den Zwischenringen hinten nui* wenig auswärts sich biegend; 
auf dem Endschilde eine feine Längsnaht; die sechs hintern Rückensclülde an 
den aufgeworfenen Seitenkanten mit einer Längsfurche, die der zwei vordem 
dieser Ringe abgekürzt und weniger deutlich; der Endschild unten am innern 
Theile der untern Längsfurche gerieselt und weniger glänzend. Die Bauch- 
schilde von gewöhnhcher Gestalt, glänzender als die Rückenschilde, mit zwei 
stark ausgedrückten vertieften Längsstrichen; der Aflerschild lang, gegen die 
Spitze allmälig schmäler, an der Spitze stumpf mit- gerundeten Hinlerrands- 
winkeln, auf der Mitte eine Längsfurchi«. Die Beine mit Ausnahme des End- 
paars von ganz gewöhnlicher Gestalt und Grösse, das Endpaar aber von son- 



42 

derbarer Form: das Wurzelglied im Verhältniss der Dicke ziemlich lang, oben 
flach, an der Spitze mit der gewöhnlichen Einkerbung und am Innenwinkel der 
Spitze eine verlängerte Ecke mit drei sehr kleinen Zähnchen an der Spitze; 
an der Innenseite oben zwei lleihen Zähnchen, in der obern zwei, in der un- 
tern zwei oder drei; an der Unterseite drei Reihen solcher Zähnchen, die zwei 
äussern etwas näher beisammen als die innere an der mittlem, in jeder der 
Reihen vier Zähnchen, abweichend auch nur in einer der Reihen drei; das 
zweite Glied oben ebenfalls flach, von oben gesehen gleichbreit, mit einem Längs- 
kiele und der gewöhnlichen Kerbe an der Spitze, von der Seite gesehen gegen 
die Spitze zu etwas verdickt; das dritte von oben gesehen so dick als das 
zweite mit demselben Längskiele, von der Seite gesehen an der Wurzel kurz 
stielartig verdünnt, alsdann gegen die Spitze zu sehr verdickt und dicker als 
das zweite; das vierte an der Spitze stark knolhg verdickt, unten an der Wur- 
zel aupgebogen und eingedrückt, auf dem Eindrucke kurz bürstenartig behaart; 
das Endglied gebogen, etwas länger als gewöhnlich und dünner als das vor- 
hergehende; die Endkralle scharf. 

Der Kopf olivengelb mit hellerer Spitze ; die Fresszangen gelb mit schwar- 
zer Fangkralle. Die Fühler blass bläulich grün. Rücken, und Rauchschilde 
gelblich olivenfarbig, erster an der Spitze heller, letzter überhaupt heller als 
die Rückenschilde; der Endring mehr ockergelb. Die Reine ockergelb, die 
Endglieder ins Grünliche übergehend ; das Endpaar dunkler ockergelb , mit 
röthüch schwarzer Kralle. 

Vaterland: Griechenland, wo sie sparsam vorkommt und von Herrn 
Doktor Schuch entdeckt worden ist. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Ein Schleppbein ebenso, c. Natür- 
liche Grösse. 



Sphaerotheriiiiii retusum. 

Tab. XIX. Flg. 36. 

Dunkel olivenbraun, der Kopf, der Stirnschild, ein breiter Saum am Vor- 
der- und Seitenrande des ersten Körperringes, die schiefen Eindrücke an dem 
vordem Seitenwinkel der übrigen Ringe, der Hinterrandssaum des Endringes 
und ein Fleck auf diesem, endlich ein hinten zugespitztes Strichelchen auf dem 
Kücken der Ringe glänzend rostbraun, die übrige Fläche glanzlos. 



— - 43 — 

Länge 1 Zoll 5 Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 99. IL 

Etwas niederer gewölbt als alle bisher bekannten Arten nnd vom zwei- 
ten Ringe an bis zum Endringe ziemlich von gleicher Höhe. Der Kopf breit, 
sehr glänzend, durchaus ziemlich dicht grob eingestochen pnnktirt. Der Stirn- 
schild etwas breit, ebenfalls grob eingestochen pnnktirt, die Punkte am Vor- 
der- und Hinterrande kleiner und dichter gestellt. Die Fühler ziemlich dick, 
die Glieder fast so lang als dick, glänzend, eingestochen punktirt, das End- 
glied fast dicker als die andern. Die Körperringe glanzlos, sehr fein einge- 
stochen punktirt, ein breiter Saum am Vorderrande und mehr erweitert an 
dem Scitenrande des ersten Ringes, sodann die schiefen Eindrücke an dem 
vorderen Seitenwinkel der übrigen Ringe, ein Pfeilstrichelchen auf allen Ringei^ 
mit Ausnahme des ersten und letzten, ein grosser Fleck auf der hintern Ab- 
dachung des Endringes, ein breiter Saum am Hinterrande des letztern, und 
die Hinterrandskante der übrigen Ringe sehr glänzend, wie lackirt. Der erste 
Körperring liinter dem Vorderrandssaume etwas eingedrückt, die Randfurche 
breit, tief und grob eingestochen punktirt, an der Innern Furchenseite deut- 
hche Schildstrichelchen. Der Endring oben mit etwas schmalem Rücken, gegen 
den Hinterrand zu, besonders an der hintern Abdachung, stark eingedrückt, 
daher der Hinterrandssaum flach vorstehend und ziemlich breit. Unten das 
ganze Thier sammt den Beinen glänzend, letztere eingestochen punktirt. 

Die obere Fläche erdfarbig olivenbraun, alle glänzende Stellen dunkel- 
rostbraun aufs Pechbraune ziehend, die Beine dunkler, fast pechschwarz. 

Vaterland: Vorgebirg der guten Hoffnung. 

Fig. a. Das Tliier in natürlicher Grösse, b. Ein Füliler vergrössert. 



Spliaerotherium puiictatuiu. 

Tab. XIX. Fig. 37. 

Bräunlich ockergelb, am Hinterrandssaume eine Schattenlinie rostbraun, 
das ganze Thier grob eingestochen punktirt. 
Länge 1 Zoll 7 Linien. 
Brandt, Prodr. 37. 4. 
Koch, Syst. d. Myriap. S. 98. 3. 



44 

In Rücksicht der Gestalt in ziemlich genauer Uebereinstimniung mit 
Sph. elongatum. Die Fühler gedrängt und kurzgliederig ; auf dem Kopfe oben 
zwei Längseindrücke, die Kopifläche eingestochen grob punktirt, die I*inikte 
über dem Mundrande gedrängter als oben; das Stirnschild ebenfalls grob ein- 
gestochen punktirt, am Vorderrande die Punkte in .eine Querreihe geordnet, 
die übrigen zerstreut. Alle Körperringe eingestochen grob punktirt, auf dem 
vorletzten Ringe und auf dem Endringe die Punkte feiner und gedrängter. 
Das ganze Thier sehr glänzend. Der obere Seitenrand des ersten Ringes ohne 
Schuppenstriche. 

Der Kopl, der Stirnschild und alle Körperringe bräunlich ockergelb, 
beide ei'stern etwas dunkler als die Körperringe; die Hinterrandskanten der 
Ringe sehr fein rostgelblich , und an diesen eine schmale Schattenlinie rost- 
bräunlich. Die Fühler braun mit gelblichen S})itzenrändern. Unten die Fär- 
bung wie oben, etwas aufs Olivenlarbige ziehend. Die Reine olivenbräunlich. 

Vaterland: unbekannt. 

Fig. a. Das Thier in natürhcher Grösse, b. Ein Fühler vergrössert. 



Sphaerotherium rotundatum. 

Tab. XIX. Fig. 38. 

Olivenbraun mit gelblichen Ringkanten und braunem Querstreif an die- 
sen; der Kopf eingestochen punktirt, die Punkte zwischen den Augen in Ord- 
nung stehend; der Stirnschild mit einer Punktreihe am Vorderrande ; der End- 
ring des Körpers gerundet. 

Länge zunächst 12 Linien. 

Rrandt, Prodr. 37. 1. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 99. 6. 

• Sehr glänzend, hinten etwas höher als vorn. Der Kopf gross und breit, 
mit eng eingekerbtem Mundrande, über diesem verworrene kleinere eingesto- 
chene Punkte, die übrigen Punkte grob eingedrückt, die zwischen den Augen 
weitschichtig stellend und gleichsam zwei Querreihen formireud. Der erste 
Körperring von gewöhnlicher Gestalt mit nicht sehr tiefer, unten stark erwei- 
terter Randrinne, am Innern Rande der Rinnenseite schwach ausgedrückte 
dachziegelartige Schildeindrücke; die Fläche wie die der übrigen Ringe bis 



45 

zum Endi'inge ohne eingestochene Punkte, aher bei sehr guter Vergrösserung 
ungemein fein nadeh'issig; der Endring rund gewölbt mit gerundetem Hinter- 
rande, dessen ganze Fläche fein eingestochen punktirt, gegen den Hinterrand 
hin dichter als oben. 

Das ganze Thier olivenbraun, der Kopf dunkler als der Körper mit gel- 
bem Mundsaume, an der Hinterrandskante ein Querstreif rostbraun , vorn in 
die Grundfarbe vertrieben, die Kante selbst fein ockergelb. Die Beine gelb- 
bräunlich an den Endgliedern ins Dunkelbraune übergehend. 

Vaterland: Cap der guten Hoffnung. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grösse, b. Der Kopf und ein Fühler 
vergrössert. 



Sphaerotherium compressuin. 

Tab. XIX. Fig. 39. 

Glänzend, etwas zusammengedrückt, mit grob punktirtem Kopfe, braun, 
die Körperringe vorn verloren heller mit gelblichen Hinterrandskanten. 

Länge 12 Linien. 

Brandt, Prodr. 37. 2. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 99. 7. 

Die Körperwölbung an den vordem Bingen ziemlich regelmässig, an den 
folgenden, besonders den Endringen, auf dem Rücken enger, daher der Körper 
etwas an den Seiten zusanmiengedrückt. Die ganze Fläche sehr glänzend ; der 
Kopf bis zum Stirnschilde sehr grob eingestochen punktirt, die Stirnfläche nur 
am Vorderrande mit einer Beihe ohne Ordnung stehender Punkte, einzelne 
Punkte auch am Hinterrande. Die Fläche der Körperschilde seicht und etwas 
undeutlicli punktirt; der Endring gegen den Hinterrand hin dicht und etwas 
grob nadelrrssig. 

Kopf und Körper dunkelpechbraun, der Mundsaum des ersleren gelblich, 
die Körperringe vorn verloren heller mit röthlichgelben feinen Bingkanten. 
Die Beine gelbbräunlich, an den Endgliedern verloren dunkler. 

Vaterland: Cap der guten Hoffnung. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grösse, b. Kopf und ein Fühler ver- 
grössert. 



46 

Platyrhacus fuscus. 

Tab. XX. Fig. 40. 

Dunkelbraun, ungleich klein gekörnt, die Seitenlappen aufgeworfen, gelb, 
mit Randhückerchen. Fühler und Beine dick, ockergelb. 

Länge 1| Zoll. 

Roch, Syst. d. Myriap. S. 132. 3. 

Aus der^ Sammlung des Herrn J. Sturm, in weicher ein vollständiges 
schönes Exemplar aufbewahrt ist, aber es ist mit der Unterseite auf ein Kar- 
tenhlalt aufgeleimt, daher diese nicht genau untersucht werden kann, auch der 
Kopf ist etwas eingebogen, und nur von oben sichtbar. • 

Die ganze obere Fläche des Thiers ungleich fein gekörnt, auf der Stirn 
eine Längsfurche. Das Halsschild vorn mit sanft gerundetem Rande, hin- 
ten enger und stärker gerundet, sicli an den Seiten, in der Rundung fort- 
setzend, gegen die zugespitzten Seitenwinkel etwas schwingend, Leber dem 
Vorderrande eine Reihe ziemlich gleich grosser, nahe aneinander liegender perl- 
artiger Körnchen, am Hinterrande dieselben aber weitschichtiger gestellt, an 
den Seitenwinkeln drei dicht beisammen liegende Körner, und die Spitze aus- 
machend. Die Leibringe glanzlos, die Vordertheile rund, die Hintertheile oben 
in der Mitte etwas gewölbt, die vordem schmal vorn ausgebogen, die übrigen 
breiter, am Vorder- und Hinterrande gerader, mit aufgeworfenen, grossen Sei- 
tenlappen, letztere am Vorderrand rundlich etwas vorgezogen, an den Seiten- 
rändern stumpf und etwas geschweift, an den Vorderrandswinkeln gerundet, 
an den Hinterrandswinkeln etwas spitz vorgezogen, die Lappen über den Sei- 
tenkanten ungleich höckerig; auf dem Hinterrande der Ringe eine Reihe klei- 
ner Körnchen in etwas weitschichtiger Stellung, die iSeilien an den hintern 
Ringen mit etwas engeren Körnchen, auch auf den Ringen solche Querrei- 
hen, aber feiner und weniger deutlich; der Endring platt, viereckig, der Quer 
nach etwas gewölbt, die Atterklappe nur schmal vorstehend und mit einzelnen 
steifen Borstchen besetzt. Fühler und Beine dick, sowohl erster^ als letztere 
kurz behaart, erstere mit aufgeworfenen Gliederspitzen. 

Das ganze Thier dunkelkatTebraun, die Fühler, die Seitenlappen der Ringe 
und die Beine ockergelb, die Endglieder der Fühler etwas dunkler als die vordem. 

Vaterland: Java. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Ein Seitenlappen mit dem Saftloch 
vergrössert. c. Natürliche Grösse. 



47 

Platyrhacus scaber. 

Tab. XX. Fig. 41. 

Erdfarbig grau, flach gewölbt, mit grossen, gezähnten Seitenlappen, oben 
dicht gekörnt, eine Reihe weitschichtig gestellter grösserer Körnchen am Hin- 
terrande der Körperringe. 

Länge 2 Zoll 9 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 131. 1. 

Üer Körper breit, oben etwas flach gewölbt , und dicht fein gekörnt, un- 
ten dicht gerieselt. Der Kopf mit vorgedrückter etwas schmaler Stirn, mit 
einer bis zwischen die Fühler ziehenden Längsrinne und einem geschwungenen 
Eindruck über dem ausgebogenen Vorderrande, sich beiderseits bis zur Quer- 
falte an den Fühlern fortschwingend; die Kopffläche fein gekörnt und rauh. 
Die Fühler dick, etwas länger als die Breite des Kopfes, das Wurzelglied nicht 
länger als dick, das zweite etwas länger als die drei folgenden, und wie diese 
an der Spitze verdickt, letztere ziemlich gleichlang und kaum ein wenig länger 
als dick, das secliste Glied von allen am längsten , nicht so dick als die vor- 
hergehenden, gegen die Spitze allmälig etwas breiter, das Endglied klein und 
kurz. Der Halsschild wie die Körperschilde gekörnt, breit, an den Seiten spitz 
ziigeschwungen, am Vorder- und Hinterrande eine Querreihe perlartiger, run- 
der, grösserer Körnchen ; die Rückenschilde mit grossen Seitenlappcn, die der 
vordem Ringe mehr vorwärts geschwungen als die andern, die der hintern 
Ringe etwas rückwärts gezogen, die Seilen der Lappen ziemlich gerade und 
stark ungleich gezähnt, die der zwei Endringe am Seitenrande gerundet und 
schwächer gezähnt, am Hinterrande der Ringe eine Querreihe weitschichtig ge- 
stellter, grösserer, perlartig runder Körnchen, auch auf der Mitte der Ringe 
solche Körnchen, etwas kleiner als die der Randreihe und in noch weitschich- 
tigerer Stellung; die Saftlöcher nicht am Seitenrande, sondern mitten auf den 
Seitenlappen, klein, punktförmig rund und mit einem schüsseiförmigen Ring- 
eben umgeben; die Seiten unter den Lappen sehr fein dicht gerieselt und 
mit scharfen, kleinen Zähnchen am Hinterrande ; unten über jedem Reinpaar 
eine schneckenrörmige Erhöhung. Das ganze Thier glanzlos. Die Reine ziem- 
lich lang, etwas rauh und mit kurzen Härchen besetzt. 

Das ganze Thier oben und unten erdfarbig grau , ein Rückenstreif aufs 
Braune ziehend und beiderseits an diesem ein etwas weisslicher Streif heller 
als die Grundfarbe, doch etwas undeutlicl»; die Kanten der Seitenlappen gelb- 
lichweiss, eben so die Querreihen grösserer Körnchen von derselben Farbe; 



48 

die erhöhten Ringchen um die Luftlöcher weiss. Kopf, Fühler und Beine von 
der Farbe des Körpers. 

Dem einzigen Exemplar, das mir gefälligst zur Untersuchung zur Dispo- 
sition gegeben worden ist, fehlte die Spitze des Endriiiges, sammt der After- 
klappe, wie solches die davon entnommene Abbildung zeigt. 

Vaterland: Brasilien. 

Fig. a. Das Thier etwas vergrössert. b. Natürliche Grösse. 



Julus albipes. 

Tal). XXI. Fig. 42. 

Braunschwarz mit einem weisslichen Fleckchen über den Beinen; Beine 
lang, weiss, mit braunrothen Spitzen; die Stirn mit einer Längskerbe; 10 
Augen in den obern Reihen; die Rückenfurchen gedrängt und fein, der End- 
ring ziemlich langgeschwänzt. 

Läng IJ bis U Zoll. 

Koch, Deutschi. Crust., Myriap. u. Arachniden H. 22. 10. 
- Syst. d. Myriap. S. 114. 30. 

Der Körper ziemlich walzenförmig, gegen den Kopf zu sanft schlangen- 
artig verdünnt, Kopf und Hairing wieder dicker. Die ganze Fläche glänzend. 
Der Kopf etwas kurz und gewölbt, geglättet; die Stirn durch eine sehr feine 
Furchenlinie begrenzt, und mit einer Längskeilte, unter der Einlenkung der 
Fühler ein muschelförmiger Eindruck. Die Augen in sechs ßogenreihen über- 
einander gedrängt, in der untern Reihe nur ein oder zw ei Augen, in der obern 
y bis 10. Die Fühler etwas dünn, ziemlich lang, von ganz gewöhnlicher (ie- 
stalt. Der Halsring glatt, an dem angedrückten, hintern Seitenwinkel etwas 
verlängert, am Seitenrande schief stumpf, mit einer feinen Randfurche, und 
olme Furchenstrichelchen am Ilinterrande der Seitenwinke!; der folgende Ring 
ebenfalls glatt und nur unten am Hinterrande mit Furchenstrichelchen; der Hin- 
tertheil der übrigen Ringe etwas erhöht, der Vordertheil glatt, mit äusserst 
feinen, strichartigen Querrunzelchen, der Hintertheil dicht gefurcht, die Zwi- 
schem'äume oben nur wenig breiter als die Furchen, in den Seiten aber merk- 
lich breiter; die Seitenstigmen deuthch, im Hintertheil der Ringe, fast in der 
Hälfte der Breite, vor diesen eine kleine, fläcbei'e Ringerweiterung; der End- 
ring von gewöhnlicher Gestalt, oben in ein spitzes, über die Afterklappe ziem- 



49 

iich hinausragendes Sclj\vänzclien verlängert, das Schwänzchen behaart; in Al- 
lem 50 Körperringe. Die Afterklappe aufgeblasen, mit etwas geschärften, 
schwach vorstehenden Klappenrändern, die Seiten der Klappentheile glatt, der 
Hintertheil an dem Rande hin runzelig oder höckerig. Die Beine dünn und 
lang, merklich länger als bei allen bekannten ähnlichen Arten. 

Der ganze Körper dunkel braunschwarz, bei dem lebenden Thiere über 
den Beinen ein ovales Fleckchen weisslich. Der Kopf braun, am Mundrande 
verloren gelblich , zwischen den Augen eine breite Querbinde braunschwarz. 
Die Fühler braun, an den vordem Gliedern etwas heller als an den folgenden. 
Der Halsring in der Mitte der Quer nach heller, gewöhnlich bi'aun mit schwar- 
zem Saume. Die Afterklappe ebenfalls braunschwarz. Der Bauch weisslich. 
Die Beine weiss, das Endglied mit der Kralle braunrötlilich. 

Jüngere Thiere sind nicht so dunkel gefärbt. 

Das aufgesteckte trockne Thier schön eisenfarbig bläulich, der Vorderlhei! 
der Ringe etwas dunkler als der Hintertheil, die Hinterrandskante geht alsdann 
ins Gelblich weisse über. Die Beine werden etwas gelblich, behalten übrigens 
ihre Färbung. 

Er kommt hau[)tsächlich in Wäldern vor, gern auf düstern Stellen , wo 
er unter Moos oder unter Steinen, bei feuchtem Wetter auch frei herumlau- 
fend gefunden wird. Er ist nicht gemein. 

Vaterland: Deutschland. Bei Begensburg in den Donau Waldungen, 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Juliis conformis. 

Tal). XXI. Fig. 43. 

Graubraun, mit einer dunkelbraunen Augenbinde, und nn't weissen lan- 
gen Beinen, ohne Stirnkerbe und nur mit 7 Augen in den oberen Reihen, dei' 
Endring geschwänzt. 

Länge des Mannes 9j Linie. 

Mit Jul. albipes in sehr grosser Verwandtschaft, ganz von derselben Ge- 
stalt, aber die Stirnkei'be fehlt und die zwei obern Augenreiheii führen nur 
sieben Augen. Der Körper zählt 43 Ringe. 

Der Kopt ist braun, am Mundsaume hin gelblich, uniei' der Slirn liegt 
Koch, Myriapüdeu. 4 



50 

eine breite Augenbinde, mit einem weissen Fleckchen an der Einlenkung der 
Fühler. Die Augen sind schwarz, die Fühler braun, der Hals und die Körper- 
ringe graubraun; letztere gegen den Bauch zu heller, der Hinterrandssaum 
des Endringes und die Spitze des Schwänzchens gelblich. Die Beine sind durch- 
aus weiss, eben so die männlichen Genitalien. 

Das Weibchen ist mir unbekannt. 

Vaterland: Vermuthlich die Gegend von Wien; das vorhandene Exem- 
plar ist mit einer Insektensammlung von da, ohne weitere Nachricht über den 
Fundort, hierher gelangt. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Fühler vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Scolopendra histrioiiica. 

Tal). XXII. Fig. 44. 

Bräunlichgelb, neun Binge abwechselnd mit den andern dunkeloliven- 
braun. die 17 hintern Schilde mit einer Seitenrandsturche ; an der Innenseite 
des ersten Gliedes der Beine des Endpaars zwei oder drei, unten aber keine 
Zähne. 

Länge 5i Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 153. 2. 

Das ganze Thier glatt und glänzend. Der Kopf flach, dem Umrisse nach 
etwas herzlörmig mit schmaler eingedrückter Spitze und einer tiefen Furche 
an dieser; am Hinterkopfe beiderseits zwei gleichziehende sehr feine, schräge 
Linien, am Hinterrande weit auseinander beginnend, auf der Mitte des Kopfes 
sich nähernd, aber nicht deutlich; die ganze Kopflläche mit feinen, zerstreu- 
ten, seichten Pünktchen. Die Augen in gewöhnlicher Stellung, das hintere nie- 
renförmig, durch eine eingedrückte Vertiefung durchbrochen und gleichsam zwei 
vorstellend. Das Kinn gross, fast dreieckig, an der Einfügung der Fresszangen 
ausgebogen, mit etwas geschweifter stumpfer Spitze und einer seichten Längs- 
vertiefung. Die getheilte Lefze kurz und klein, am Aussenrande etwas ge- 
rundet und mit 7 bis 8 Uandhöckerchen. Der Halsschild ziemlich lang, der 
folgende Hing kurz, die übi-igen von nicht ungewöhnlicher Grösse und Gestalt, 
die hintern an den Seiten gerundet, der Endschild üacher, an der Einfügung 



51 

der Hinterbeine ausgebogen, in der Mitte des Hinterrandes gerundet und ab- 
wärts gedrückt, oben mit einer niedern, streifartigen Längserhöbung ; alle übri- 
gen Schilde bis zum Halsringe mit den gewöhnlichen Rückennähtchen, aber 
sehr fein und weit auseinander; die 17 liintern Ringe mit einer Furche an 
den aufgeworfenen Seitenkanten, die hintern tief, die vordem stufenweise schwä- 
cher, auf dem 17. Ringe fast erloschen und nur noclt in einer schwachen Spur 
vorhanden. Die Bauchschilde haben nichts Besonderes. Der Afterschild oben 
der Länge nach hohl eingedrückt, vorn nur wenig erweitert, daher fast gleich- 
breit mit gerundeter Spitze. Die Beine etwas lang und dick, die des End- 
paares nicht viel dicker als das vorletzte; das Wurzelglied oben auf der End- 
hälfte ziemlich flach, an der Spitze mit der gewöhnlichen Einkerbung, der dau- 
menartige Fortsatz am Innenwinkel der Spitze kurz und mit 2 bis 4 Zähn- 
chen in unbeständiger Stellung, unten aber keine Zähne. Die folgenden Glie- 
der ziemlich walzenförmig, nur das zweite oben etwas flach. 

Kopt, Kelile, der Halsring und alle Ringe mit Stigmen, so wie der sie- 
bente und Endring bräunlich semmelgelb, alle schmälern Zwischenringe dunkel 
oHvenbraun. Fresszangen dunkelgelb, Fühler und Beine ziemlich gemeingelb, 
etwas aufs Semmelgelbe ziehend. Die Fangkrallen der Fresszangen und die 
Endkralle der Beine braunschwarz. 

Vaterland: Unbekannt. 

Fig. a. Natürliche Grösse des Thieres. b. Ein Schleppbein vergrössert. 



Scolopendra dalmatica. 

Tab. XXIII. Fig. 45. 

Blass olivengelb, die Fühler und die Endgheder der Beine grün; an der 
Innenseite des ersten Gliedes der Hinterbeine oben 5 oder (j, an der Unter- 
seite in vier Beihen 16 bis 17 Zähne. 

Länge 1 Zoll 10 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 128. 27. 

Aus der Sammlung des Herrn J. Sturm in Nürnberg. 

Der Kopf oben flach, hinten mit zwei weit auseinander stehenden Beul- 
chen; die Fläche ghitt, weitschichtig fein nadelrissig; der Hinlerrand gerade 
mit kaum gerundeten Hinterrandswinkeln; das Kerbstrichelchen an der Spitze 
sehr tein. Die Augen in gewöhnlicher Stellung, flach, das obere miltlere klein, 

4^ 



52 

(las vordere und untere mittlere ziemlich gross, beide letztere abwärts sehend. 
Die Fühler mit 17 Ghedern, vorn dick, die Endglieder dünn und länglich. 
Die Kehle sehr glatt, glänzend, etwas gewölbt, an der Spitze stumpf. Die 
Lefze getheilt, kurz, jeder Theil mit vier Randhöckern, deren die zwei am In- 
nenwinkel zusammen geflossen. Die Fresszangen von ganz gewöhnlicher 
Form, glatt und glänzend. Der Halsring flach und wie alle Rückenschilde 
glänzend, nur wenig breiter als die vordem Schilde} die Rückenschilde etwas 
flach, mit geraden Seiten, nur der vorletzte etwas gerundet, die eilf hintern 
Schilde mit einer Seitenrandsfurche, aber an den vordem dieser Schilde in 
sehr schwachem Ausdruck(^; die zwei Rückennähte in teinen Strichfurchen 
vertieft, ziemlich gleichlaufend, und etwas näher als gewöhnlich beisammen. 
Die Bauchschilde glatt, glänzend, mit tiefern Strichfurchen. Der Afterschild 
flach, ohngefähr so lang als breit, vom breit, an der Spitze stumpf. Die zwei 
untern Theile des Endringes hoch, mattglänzend, etwas grob und dicht nadel- 
rissig; die Spitze lang kegelartig verlängert mit vielen Zähnchen auf der Spitze 
und mit ungleich stehenden Zähnchen am Hinterrande. Die Beine massig lang, 
das Endpaar aber lang, die drei vordem Glieder oben flach, das erste am Hin- 
terrande mit der gewöhnlichen Einkerbung und etwas kurz kegelförmig ver- 
längertem Innenwinkel, mit 5 Zähnchen auf der Spitze; oben an der Innen- 
seite in zwei Reihen 5 oder 6 kleine Zähnchen, unten 16 bis 17 in vier Rei- 
hen von derselben Grösse , zwei dieser Reihen nahe an der Innen- , die zwei 
andern nahe an der Aussenseite, daher der Raum zwischen den zwei mittlem 
Reihen breiter als zwischen den äussern. 

Kopf und Rückenschilde gelb mit grünhchem Anstrich, die vordem Schilde 
und der Kopt verloren dunkler. Die Fresszangen und die Kehle dunkler gelb, 
die Fangkralle der erstem schwarz. Die Fühler schön lauchgrün, an den End- 
ringen ins Olivenbräunliche übergehend. Die Bauchschilde mit dem After- 
scliild blassgelb, die zwei Seitentheile des Endringes unten rostgelb. Die vor- 
dem (ilieder der Beine blassgelb, die Endglieder ins Grüne übergehend, die 
vier Hinterbeine grün und an der Wurzel ins Gelbe vertrieben. 

Vaterland: Dalmatien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Das erste Glied der Hinterbeine von 
(»l>en, c. dasselbe von unten ebenfalls vergrössert. d. Natürliche Grösse. 



53 



Scolopendra Gervaisiana. 

Tab. XXIII. Fig. 46. - , 

Schwärzlich olivenbraun, die vier hintern Rückenschilde mit einer Furche 
am Seitenrande, an der Innenseite des ersten Ghedes der Endheine oben 4 
oder 5 Zähnchen, an der Unterseite 9 zu drei in drei Reihen. 

Länge 3'' 3'", meistens etwas kleiner, selten etwas grösser. 

M. Wagners Reisen in Algier. III. 223. â–  

Koch, Syst d. Myriap. S. 169. 30. 

Der Kopf glatt und wie die Rückenschilde glänzend, flach gewölbt, an der 
Spitze mit der gewöhnlichen Kerbe, an den Seiten hinter den Augen mit der 
gewöhnlichen gebogenen Querfurche, die Fläche weitschichtig seicht eingesto- 
chen punktirt. Die Fühler zwei dreiviertelmal so lang als der Kopf, anfangs 
dick, gegen die Spitze allmälig sehr di^inn auslaufend, die Glieder dei- vordem 
Hälfte glatt, die der Endhälfte fein sammetartig behaart, die 5 — 6 vordem 
ziemlich grob eingestochen punktirt. Das Kinn etwas stärker als die obere 
Fläche des Kopfes, doch noch immer flach gewölbt, glänzend, und wie die 
obere Kopffläche punktirt. Die Fresszangen sehr stark, glänzend, |junktirt, 
das zweite Ghed nicht so lang als dick, die Fangkralle massig gebogen, die 
Giftritze deutlich und länglich; die Lefze getheilt, kurz, mit fünf Randzähn- 
chen; |die aufgeblasenen Kinnladen etwas runzelig, eingestochen punktirt. Die 
Taster von ganz gewöhnlicher Form. Die Augen in ganz gewöhnlicher Stel- 
lung, ziemlich gleich gross, doch das untere ein wenig grösser als das vordere, 
dieses wieder ein wenig grösser als das obere, das lüntere nicht grösser als das 
obere und der Gestalt nach ziemlich halbrund. Die Rückenschilde haben im 
Umrisse nichts Ungewöhnhches; sie sind der Quer etwas gewölbt, am Ilinter- 
und Vorderrande von den Mittelhnien an flach eingedrückt, ziemlich in Form 
eines Dreiecks ; die vier hintern Schilde mit einer tiefen F'urche an den Sei- 
tenrändern, gleichlaufend mit diesen, die Finrlie des dritten und vierten, von 
hinten gezählt, nicht mehr ganz durchlaufend, auch auf dem fünften noch eine 
schwache Spur einer Furche; auf dem Rücken die gewöhnlichen zwei Längs- 
furchen sehr fein und gebogen, zwischen diesen am Ilinterrande vom zehnten 
Ring an ein kurzes eingedrücktes Strichelchen. Die Rauchschilde flach, glän- 
zender als die oberen, von gewöhnlicher Gestalt, die gewöhnlichen zwei Längs- 
furchen ziemlich tief. Der Rückenschild des Endringes am untern Umsclilage 
dicht und ziemhch grob eingestochen punktirt, die Mittelfurche am Umschlage 



54 

sehr tief, und der untere Hinterrandswinkel in eine scharfe Spitze auslaufend. 
Die Beine von ganz gewöhnlicher Form und Länge; die zwei vordem Glieder 
der zwei Endheine oben flach, das erste an der Spitze in der Mitte des Hin- 
terrandes mit einer tiefen , ziemlich grossen Grube , eine schmälere an der 
Spitze des zweiten Gliedes ; an der Innenseite oben fünf, gar oft aber auch nur 
vier Zähnchen, an der Unterseite drei Reihen solcher Zähnchen, in jeder be- 
ständig drei, im Ganzen also neun Zähnchen ; das dritte und vierte und selbst 
auch noch das fünfte Glied ziemlich walzenförmig, die Endkralle klein und 
sehr scharf. 

An den Fülilern von 23 Exemplaren zählte ich 19 Glieder, bei wenigen 
befanden sich an der einen Seite nur 18, zwei Exemplare hatten an beiden 
Fühlern 20 Glieder, der Regel nach sind daher 19 vorhanden. 

Die Farbe des Kopfes, der Fresszangen, der Rückenschiide und der vier 
Hinterbeine ist ein auf das Olivenfarbige ziehendes Schwarz, Braun oder Blau- 
grün, die ßauchschilde sind mehr gelblich olivengrün, die übrigen Beine haben 
die Farbe des Bauches, sind aber gewöhnlich etwas heller ; die Fühler sind 
fast schwarz, an der Spitze meistens ins Gelbhche übergehend, meistens mit 
bläulichem Anstriche. 

Zuweilen sind die Fresszangen dunkel ockergelb und nur die Spitze ist 
schwarz. 

Bei seltneren Exemplaren sind der Kopf, der Halsring, die Endringe des 
Körpers, letztere vom vierten Endringe an verloren ockergelb , von derselben 
Farbe die zwei Endpaare der Beine, letztere aber reiner ockergelb. 

Vaterland: Algier. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Augenstellung, c. ein Schleppbein 
ebenfalls vergrössert. d. Natürliche Grösse. 



Henia devia. 

Tab. XXIV. Flg. 47. 

Rostgelb, glänzend, auf den Rücken- und Bauchschilden zwei Längsfur- 
chen und ein Grübchen dazwischen. 

Länge 4 Zoll 10 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 181. 1. 

Der Kopf klein, sehr glänzend mit geradem Vordei' - und geradem Hin- 
terrande, gewölbt, weitschichtig mit zerstreuten, wenig bemerkbaren Punkten. 



55 â–  

Die Kehle kurz, glänzend, halbrund, am Vorderrande in der Mitte etwas ausge- 
bogen. Die Lippentaster ziemlich dick, glänzend, mit der Spitze der Fang- 
kralle kaum über die Kopispitze hinausragend. Fühler ziemlich lang, ziemlich 
dick , durchaus gleichdick, die Glieder an der Wurzel verengt, daher ziemlich 
perlschnurförmig, das Endglied eiförmig; alle sehr fein und sehr kurz behaart. 
Der Körper im Verhältniss der ansehnlichen Länge schmal, das vordere Drittel 
gegen den Kopf zu allniälig dünner, der übrige Theil bandförmig, die Rücken- 
schilde der Quer nach gewölbt, glänzend, die Hauptschilde mit zwei Längsfur- 
chen und einem Grübchen dazwischen, der Endschild halbrund, ebentalls ge- 
wölbt und glatt. Die Bauchschilde glänzend, dabei fein doch deutlich runzelig, 
wie oben mit zwei Längslurchen und einem muschelförmigen länglichen Grüb- 
chen dazwischen; der Endschild kurz, glänzend, weniger runzelig mit einer 
tiefen Längsrinne; der Afterring klein, halbrund, mit etwas breiter Ritze. Beine 
kurz, von gewöhnlicher Gestalt, mit Ausnahme der Hüfte nur mit vier Glie- 
dern, 144 an jeder Seite ; das erste Hüftenglied der Schleppbeine massig dick, 
kaum länger als dick, glatt und glänzend, das zweite klein und kurz, die vier 
Glieder der Schleppbeine selbst ziemlich gleichdick, an der Wurzel etwas ver- 
engt, nackt, das Endglied mit eiförmig gerundeter Spitze. 

Fühler und Körper durchaus rostgelb, die Unterseite und die Beine hel- 
ler als die Oberseite. Die Fangkralle der Lippentaster dunkel rothbraun, ge- 
gen die Spitze ins Schwarze übergehend. 

Vaterland: Griechenland. Selten. Nur ein Stück aus der Sammlung 
des Herrn Doktor Schuch. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Kopf und ein Fühler, c. Endring 
und Schleppbein des Mannes, d. Endring und Schleppbein des Weibes, alles 
vergrössert. e. Natürliche Grösse. 



Glomeris porphyrea. 

Tab. XXV. Flg. 48. 

Rostroth, schwarz bespritzt, eine Längsreihe sich hinten ausspitzender 
Flecken auf dem Rücken und ein Querfleck auf dem Brustring schwarz. Fünf 
Furchen an der Seitenrandsscheide, davon der vordere bis in die obere Wöl- 
bung hinaufsteigend, die übrigen stufenweise kürzer. 

Länge 6 bis 8 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 88. F. 1. 



56 

Breit, aber regelmässig, nicht sehr hochgewölht, glänzend, bei sehr guter 
Vergrösseriing ausserordentHch fein und dicht gerieselt. Der Kopf zwischen 
der Einfügung der Fühler wenig aufgetriel)en, ohne aufgeworfenen Ilinterrand, 
hinten auf der Stirn beiderseits eingedrückt. Der Ilalsschild etwas nieder, 
halbrund, hinten kaum etwas zurückgedrückt, die zwei Querfurchen ziemlich 
gleichlaufend, am Ende sich aufwärts biegend und in ein Grül)chen erweiternd. 
Der ßrustring von ganz gewöhnhcher Gestalt, die Vorderrandsfurche an die- 
sem tief und hohl, die übrigen tein strich förmig, davon einer vor und unter 
der Seitenrandsscheide beginnend und ziemlich gleichlaufend mit dem Vorder- 
nuide, bis in die Fiückenhühe hinaufsteigend und sich in geringer Entfernung 
(lern der entgegengesetzten Seite nähernd; an der Vorderrandsscheide vier sol- 
cher Furchenstriche, der erste etwas kürzer als der folgende, der zweite über 
die halbe Höhe hinaufsteigend, die folgenden stufenweise kürzer; zuweilen 
unten vor dem ersten längsten Strich noch ein kurzes Strichelchen , nicht un- 
gevvöhidich aber fehlt dieses, so wie auch der hintere, so dass nur vier Striche 
vorhanden sind, darunter ist der hoch hinaufsteigende der bleibende, erscheint 
aber auch mitunter oben mehr oder weniger abgekürzt. Der Endring ist am 
Ende etwas ausgebogen, doch die Rundung nicht störend. 

Der Kopf schwarz, gegen den Vorderrand zu etwas gell)lich. Die Fühler 
ebenfalls schwarz mit schmalem gelblichweissem Spitzenrande der Gliedei', das 
grössere vorletzte (ilied greisgrau seidenartig schimmernd. Der Ilalsschild rost- 
gelb oder roslroth mit einem schwarzen Quertleck in der Mitte. Brust und 
Körperringe rostrolh, mehr oder weniger schwarz bespritzt, auf den 6 auch 7 
vordem Ringen am Vordcrrande ein hinten sich ausspitzender, daher ziemlich 
dreieckiger Fleck ebenfdls schwarz, der des Brustringes an der Vorderrands- 
furche liegiiincnd und seitwärts an diesem ein streifartiger schwarzer Querfleck 
aus gehäuftem' Fleckchen zusamm.engesetzt , zuweilen mit dem Mittelfleck zu- 
sammenhängend, aber den Seitenrand nicht erreichend. Der Endring heller 
und mehr rostgclb, einzelne Spritzfleckchen und ein aus gehäuften solchen 
Flecken zusanmiengeflossenes Querband am Vorderrande schwarz, doch schmä- 
ler als das dadurch entstellende rostgelbe Band am Hinterrande. Die Kanten 
aller Ringe sehr fein hellgelb und nur in gewisser Richtung deutlich bemerk- 
bar. Die Unterseite liellrostgelb. Die Beine bräunUch, aufs Rostfarbige ziehend. 

Variirt in der Grösse etwas aufiallend. 

Vaterland: Das südliche Deutschland jenseits der Alpen; die Exem- 
plare, die ich vor mir habe, sind aus der Gegend von Idrien. 



57 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. HaJsring und Brust mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Glomeris nobilis. 

Tab. XXV. Fig. 49. 

Rostgelb oder ockergelb, schwarz bespritzt, eine Längsreihe Junten sich 
ausspitzender schmaler Rückenflecken ebenfalls schwarz. An der Seitenrands- 
scheide ein kurzes, gebogenes Furchenstrichelchen. 

Länge 7 bis 7^ Linien. 

Koch, Deutschl. Crustac, Myriap, und Araclm. H. 4. F. 1. 
- System d. Myriap. S. 88. 2. 

Mit Gl. conspersa sehr verwandt, etwas schmäler und ohne die zwei 
punktförmigen Stirngrübchen. Die Vonlerrandsfurche des Rrustringcs durch- 
ziehend und deuthch; an der Seitenrandsscheide nur ein kurzes geboge- 
nes Furchenstrichelchen; alles Uebrige wie bei jener. 

Kopf und Fi'diler pechschwarz, nur die ausgebogene Mundkante und ein 
sehr schmaler Saum an den Fühlergliedern gelblich. Der Halsschild und der 
ganze Körper oben ockergelb oder hellrostgelb gelbbespritzt, auf dem Ilals- 
schilde der Spritzfleckchen weniger; auf dem Rücken der Körperringe diesel- 
ben hinten spitzauslautenden Flecken wie bei Gl. porphyrea. Die Fleckchen auf 
dem Halsschild keinen so regelmässigen Querflecken beiderseits des Mitlelflecks 
vorstellend; der Endring wie die übrigen bespritzt, an der Wurzel die Fleck- 
chen diciiter und in der Mitte zu einem grössern hinten sich eiförmig endi- 
genden Fleck vereinigend ; die Kanten der Ringe weiss und breiler als bei die- 
ser. Die Unterseite gelb. Die Beine bräunlichgelb. 

Vaterland: Die südlichen (Jegenden Deutschlands jenseits der Alpen. 

Zwei Exemplare, die ich genau untersuchte, hatten in der Reihe mu' 
7 Augen. 

Fig. a. Das Thier vei'grössert. b. Hals und Brustring bedeutend ver- 
grössert. c. Natürhche Grösse. 



58 



Gloineris marinorata. 

Tab. XXV. Flg. 50. 

Blassgelb, dicht schwarz marmorirt, eine Längsreihe hinten spitzer Flecken 
auf dem Rücken ebenfalls schwarz. Drei Furchenstriche an der Seitenrands- 
scheide, der vordere bis fast zur Rückenhöhe hinaufsteigend, die hintern stu- 
fenweise kürzer. 

Länge 6 Linien. 

Brandt, Prodr. 34. 4. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 88. N. 3. 

Mit Gl. porphyrea nahe verwandt, nur schmaler und etwas gewölbter. 
Die Vorderrandsfurche ist durchlaufend und deutlich; an der Seitenrandscheide 
beOnden sich drei Furchenstriche, davon der vordere nicht ganz bis zur Hohe 
des Rückens hinaufsteigt; die zwei hintern sind stufenweise kürzer. Es lehlt 
auch an Abnormitäten nicht, bei welchen der zweite Strich sich abkürzt, und 
kürzer wird als der hintere. 

Der Kopl sammt den Fühlern pechschwarz. Der Halsring und alle Kör- 
perringe hellgelb, durchaus pechschwarz marmorirt, dergestalt, dass die schwarze 
Farbe die Oberhand hat, oder gleichmässig aufgetragen ist, seltener in gerin- 
gerer Anlage als die gelbe erscheint; auf dem Rücken eine Längsreihe schwar- 
zer Flecken in mehr länglicher Form, und auf dem Brustschilde beiderseits 
des Mittelflecks ein gelber schmaler Strich; der Vorderrand des Brustringes 
und der Rand der Ringe an den Seiten hellgelb, der hintere Rogenrand des 
Halsschildes mit schmaler gelber Kante, die Hinterrandskanten der Körperringe 
aber sehr fein weisslich. Der Endring am Hinterrande weniger schwarz mar- 
morirt, die Marmorflecken hinten in der Mitte in einen grossen schwarzen 
Fleck zusammengehäutt. Die Unterseite gelb; die Reine pechtarbig bräun- 
lich gelb. 

Nicht ungewöhnlich kommen Abarten vor, bei welchen die schwarzen 
Marmorflecken, so wie der Kopf und die Fühler ins Braune übergehen. Eine 
seltnere ist ganz pechschwarz, so dass nur der Vorderrandssaum des Brust- 
ringes in gewöhnhcher Breite gelb verbleibt und die feinen Hinterrandskanten 
ihre weisshche Farbe behalten. 

Vaterland: Herr J. Sturm entdeckte diese Art in der Gegend von 
Hersbruck bei Nürnberg, kommt aber auch jenseits der Alpen vor. In hiesi- 



— - 59 

ger Gegend land ich sie nur in der Nähe der Etterzhauser Höhle, kommt auch 
bei Erlangen und zwar weniger sparsam vor. 
Fig. a. Das Thier vergrössert. 

„ b. Hals und ßrustring sehr vergrössert. 

„ c. INatürhche Grösse. 



Polydesmus glaucescens. 

Tal). XXVI. Fig. 51. 

Glänzend, graublau, die Seiten der Ringlappen und die Beine vveinröth- 
lich ; die Seitenkanten dünn, aufgeworfen und mit zwei ungemein feinen Ein- 
kerbungen. Der Rücken mit den gewöhnlichen Beulen. 

Länge 1 Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 133. 2. 

Aus der Sammlung des Herrn J. Sturm in Nürnberg, in welcher sich 
ein schönes Exemplar vorfindet. 

Der Kopf im Verhältniss zu den übrigen Körpertheilen klein, glänzend, 
mit einer seichten Stirnfurche und mit einem vorstehenden abgerundeten Sei- 
teneck beiderseits der Stirn am Hinterrande. Die Fühler etwas lang, von ge- 
wöhnlicher Dicke und von nicht ungewöhnlicher Gestalt. Der Halsschild so 
breit als der Kopf, am Hinterrande in einem schwächern, am Vorderrande aber 
in einem weitern Bogen gerundet, vorn daher ziemlich halbzirkelrund; die 
Fläche wie das ganze Thier oben matlglänzend ; am Hinterrande des Halsschil- 
des eine gebogene Reihe sich etwas spitz erhebender Beulen , vor dieser ein 
gebogener Quereindruck, auf dem vordem Räume eine grössere Querbeule. 
Der Rücken des Körpers ziemhch flach, vorn und hinten allmälig etwas ver- 
schmälert, der Vordertheil der Ringe meistens eingezogen und versteckt, der 
Hintertheil mit ziemlich grossen, vorn gerundeten, hinten etwas ausgebogenen 
Seitenlappen mit spitzen Hinterrandswinkeln; die Rückenbeulen wie gewöhn- 
lich und wie l)ei P. complanatus, nur etwas weniger schaif, doch iloutlich aus- 
gedrückt; die Seitenkanten geschärft, wie bei diesem aufgeworfen, aber nicht 
gezähnt, last glattrandig, mit zwei oder drei ungemein feinen schiefen Ein- 
schnitten, aber nicht leicht bemerkbar, und mit äusserst feinen Saftlöchern in 
gewöhnlicher Stellung; der Endring von oben gesehen kegeliörmig mit einzel- 
nen Borstchen und Eckchen; die Afterklappe etwas kugelig aulgetrieben mit 



60 

erhöhten nahtförmigen Klappenrändern; die Beine ziemlich lang, oben die vor- 
dem Glieder merklich verdickt und geglättet. 

Vaterland: Nach der dem Thierchen untersteckten Etikette aus 
Nordamerika. 

Ein zweites Exemplar theilte mir Herr Professor Reich in Berlin gefälligst 
mit der nähern Bezeichnung mit, dass diese Art in Südcarolina vorkomme. 
Sie ist mit der oben gegebenen Beschreibung genau übereinstimmend, nur ist 
die Färbung am Ilinterrande der Hinlcrtheile der Ringe ins Bläulichbraune 
übergehend, und nähert sich dadurch etwas der Färbung des P. complanalus. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Polydesimis complanatus. 

Tab. XXVI. Fig. 52. 

Braun, mit gelblichen Seitenlappcn, letzlere an den Seitenkanten gezähnt; 
die Rückenpatten derb ausgedrückt, der Ilalsschild am Vorderrande wenig ge- 
rundet, oben drei Reihen runder Höckerchen. 

Länge 9 bis 11 Linien . 

Latr. Gen. crust. et insect. L 76. 1. 

Julus complan. Linn. syst. nat. L H. 1065. 4. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 133. 1. 

Der kurze Kopf mit einwärts gebogener Mundkante, vorstehender ge- 
wölbter Stirn, und mit kerbartiger Längsiurche auf dieser; die Kopffläche etwas 
glänzend, die Schläfe vorstehend und aufgeblasen. Die Fühler ziemlich lang, 
die drei vordem Glieder an der Spitze ziemlich gleichdick, das Wurzelglied 
fast etwas länger als dick, das zweite fast doppelt so lang als dieses, das 
dritte doppelt so lang als das zweite, die drei folgenden ziemlich gleichlang, 
etwas dicker als die zwei vorhergehenden und f so lang als diese, und mit 
seidenartigen kurzen Härchen dicht bedeckt; alle fünf Mittelglieder verkehrt 
kegelförmig; das Endglied klein, doch deutlich vorstehend und ebenfalls be- 
haart. Der Halsschild am Vorderrande fast gerade mit gerundeten Vorderrands- 
winkeln, am Ilinterrande in der Mitte etwas gerundet und seitwärts ein wenig 
ausgeschwungen mit etwas geschärften Hinterrandswinkeln ; die Fläche ziemlich 
glänzend mit drei Querreihen niederer Höckerchen, die hintere Reihe nach 



61 

dem Hinterrande gebogen und deutlicher als die zwei vordem. Der vordere 
Rückenschild etwas schmäler als die folgenden, alle ziemlich glänzend, mit 
etwas aufwärts gebognen Seitenlappen; die Schilde am Vorderrande etwas aus- 
gebogen mit etwas erweiterten Seitenlappen, diese an den Vorderrands- 
winkeln kaum ein wenig gerundet, an den Hinterrandswinkeln geschärft, an 
den Seitenkanten sägeartig gezähnt, am Hinterrande ausgebogen, die Lappen 
der vordem Ringe weniger als die der folgenden, die der hintern in eine kegel- 
förmige Spitze verlängert; die Rückenpatten derb, wie gewöhnlich in drei 
Querreihen, die der vorderen Reihe niederer, die der zwei hintern fast mit 
einem erhöhten Eckchen; auf den Seitenlappcn neben den Pattenreihen eine 
grosse blasenförmige Reule, und an dieser die Längsschwiele etwas geschwungen 
und in den Hinterrandswinkel spitz auslaufend; die Saftlöcher ungemein klein; 
der Endring oben, wie gewöhnlich über die Afterklappe in ein stumpfes ab- 
wärts gedrücktes Schwänzchen verlängert, mit einzelnen gegenüberstehenden 
Seiteneckchen, worauf ein feines Rorstchen steht. Die Unterseite nicht ge- 
glättet — mit mattem Glänze, und einer derben Querrinne unter jedem Seiten- 
lappen bis zu den Reinen ziehend. Die Beine massig lang. 

Kopf und alle Rückenschilde weinröthlichbraun , die Seitenlappen gelb 
odei- gelblich, die der Schilde, woran sich keine Saltlöcher befinden, heller als die 
andern. Die Fühler von der Farbe der Schilde mit gelblichen Spitzen der 
Glieder, die drei Endglieder von grauweissen Härchen sammetartig schimmernd. 
Die Unterseite violettröthlich oder bläulich, auf dem Bauche ein breiter Längs- 
streif gelblich oder weisslich. Die Reine röthlichbraun oder weinrölhlich mit 
gelblichen oder weisslichen Hüftengliedern. Das Schwänzchen des Endringes 
des Körpers ins Gelbe übergehend. 

Der Rildung des Körpers nach zeigen sich wesentliche Abweichungen. 
Die grossen Exemplare nämlich sind verhältnissmässig merklich breiter und 
dicker, auch sind die Ringe bei diesen gedrängter. Die kleinern Exemplare 
sind dagegen verhältnissmässig schmäler und mehr hnienförmig, auch haben 
diese mehr aufwärts gedrückte Seitenlappen, auch ist der Ausdruck der Rücken- 
palten deutlicher. In allem Uebrigen sind sie mit einander übereinslinnnend. 
Die breiteren halte ich für die weiblichen, die schmälern für die männlichen 
Thiere. 

Vaterland: Deutschland. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



62 

Spirobolus Cariiifex. 

Tab. XXVII. Fig. 53. 

Schwarz; Kopf, Halsriiig, ein Rückenstreif, der Endring, die Atlerklappe 
und die Beine dunkelkarminroth; der Hinterlheil der Ringe ungefurcht; der 
Endring mit stumpfrunder Spitze. 

Länge 2\ Zoll. 

Julus carnifex. Fabr. Ent. syst. II. 395. 9. 

Koch, Syst. d. Mvriap. S. 102. 4. 

Ein ausserordenthch schönes Thier aus der reichen Sammlung des Herrn 
J. Sturm in INürnberg. 

Der Körper durchaus walzenförmig, im Yerhältniss zur Länge etwas dünn, 
über den Halsring etwas erweitert, mit 50 Ringen. Der Kopf flach gerundet, 
die Stirnfläche schmal mit ziemhch deutlichem Rande; der Vorderrand über 
dem Munde ausgeschnitten; die Augen in acht Bogenreihen dicht übereinander 
die untere Reihe etwas undeutlich. Die Fühler kurz, alle Gheder ziemlich 
gleichlang, breit gedrückt, nur das Endglied sehr kurz und klein, das zweite 
kaum merklich länger als die andern. Der Halsring oben breit, der Länge 
nach sehr wenig gewölbt, nicht bis zu den Beinen an den Seiten hinabsteigend 
und unten sich ziemlich zuspitzend. Die Körperringe ganz eben, der Hinter- 
theil etwas höher als der Vordertheil und ohne Furchen; die Saftlöcher klein, 
nahe am Vorderrande der hintern Ringtheile, oder eigentlich noch in den 
Vordertheilen liegend; der Endring ein wenig über die Afterklappe verlängert 
und mit stumpfer abgerundeter, etwas verdickter Spitze; die Fläche zerstreut 
sehr fein eingestochen punktirt. Die Afterklappe nicht sehr aufgetrieben, mit 
stark vorstehenden, dick aufgeworfenen, gerundeten Klappenrändern. Die Beine 
dünn, ziemlich lang, wenigstens über die Körperrundung merklich vorstehend. 

Der Kopf mit den Fühlern dunkelkarminroth, die Stirnfläclie und die 
Augen braunschwarz. Der Körper schwarz, der Halsring ganz, ein seitwärts 
zackiger, breiter Längsstreif auf dem Rücken, der Bauch der ganzen Länge 
nach, der ganze Endring, die Afterklappe und die Beine ungemein schön 
dunkelkarminroth. 

Vaterland: Aus Georgien in Nordamerika. 
Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Fühler sehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



63 



Spirobolus flealbatus. 

Tab. XXVIII. Fig. 54. 

Weiss, ein Saum der Ringe braun und gelb, Kopf und Halsring gelblich, der 
Hintertheil der Ringe nur über den Reinen fein gefurcht; der Endring ungeschwänzt. 

Länge 2| Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 103. 5. 

Eine sehr schöne Art aus der Sammlung des Herrn J. Sturm in Nürnberg. 

Der Kopf etwas flach gewölbt, ohne deutliche Abscheidung der Stirnfläche, 
am Vorderrande ziemlich stark ausgeschnitten, die Rackenhöhle eng. Die Augen 
übereinander Hegend, klein und gedrängt. Die Fühler kurz, etwas dick, breit 
gedrückt; das Wurzelglied dick, ziemlich rund, das zweite länger als die übrigen, 
die folgenden vier gleichlang und mit zerstreuten eingestochenen Punkten : das 
Endglied sehr kurz und klein. Der Halsring breit, an den Seiten kappenartig 
bis zum untern Kopfwinkel verlängert, unten gerundet und mit dick aufgewor- 
fenem Rande, am Hinterrande unten etwas ausgeschwungen. Der Körper sammt 
dem Halse mit 47 Ringen, vorn etwas verdünnt, übrigens walzenförmig; die 
Ringe nicht aufgeworfen mit schwacher Unterscheidung des Vorder- und Flinter- 
theiles und am Hinterrande kaum merklich höher als der folgende Ring vorn; 
die Fläche eben, bei sehr guter Vergrösserung ungemein fein, etwas dicht ge- 
runzelt; die Saftlöcher in den Seiten fein und punktförmig, die Scheidungs- 
linie des Hintertheils der Ringe sich mit einem kleinen Vorsprung um diese 
biegend; der Hintertheil der Ringe über den Reinen bis fast zu den Saftlöchern 
fein gefurcht, die Furchen oben feiner und weitschichtiger; der Endring etwas 
gewölbt, oben ohne vorstehende Spitze oder schwanzartige Verlängerung, das 
Saftloch nahe am Hinterrande, mit einer nach oben ausspringenden flachen 
Furche; die Afterklappe frei, gross, mit vorstehenden gerundeten Klaj)pen- 
rändern; seitwärts an diesen ein gleichlaufender, ziemlich starker Eindruck. 
Die Reine kurz, nur wenig über die Körperrundung vorstehend. 

Der Kopf mit den Fühlern und der Halsring trüb ockergelb, die Augen 
etwas dunkler. Der ganze Körper mit der Afterklappe weiss, alle Ringe sammt 
dem Halsringe, mit Ausnahme des Endringes, mit goldgelblicher Hinterrands- 
kante, und dicht an dieser ein schmaler aber gleichbrciter Ring dunkelbraun, 
der Hinterrandssaum der Afterklappe gelblich; die punktförmigen Saftlöcher 
schwarz. Reine ockergelb. 

Vaterland: Rrasihen. 



64 



Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Fühler vergrössert. 
„ c. Naliirliche Grösse, 



Scolopendra inermipes, 

Tal). XXIX. Fig. 55. 

Grün, die Spitze der Fühler und die Endiiältle der Beine gelb; die 
Schleppbeine grasgrün , dünn , sehr lang, ohne Zähnthen am ersten Gliede. 

Länge 24 Zoll, Breite 2h Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 153. 1. 

Aus der Sammlung des Herrn Prof. Beich in Berlin. 

Kopf und Körper oben und unten zienilicli stark glänzend. Der Kopf 
etwas Idein, fast so lang als breit, oben flach, mit ziemlich geradem Hinter- 
rande und wenig gerundeten Hinterrandswinkeln; das Furchenslricheichen an 
der Spitze kaum merklich. Die Augen gross, die drei vordem im Dreieck 
stehend und einander gleichvveit genähert; das hintere Auge am grössten, oval 
und abwärts fast etwas schief vorwärts liegend. Die Kehle flach, glatt, mit 
stumpfer Spitze; die Lefze kurz, getheilt, jeder Theil nicht halb so lang als 
breit mit drei kurzen, abgerundeten, etwas breiten Randzähnchen. Die Fress- 
zangen nicht sehr stärk, weniger dick als Jjei ähnlichen Arten, glatt und von 
ganz gewöhnlicher Form. Die Fühler lang, gegen die Spitze zu sehr verdünnt, 
mit 20 oder 21 Gliedern. Die Rückenschilde des Körpers ziemlich lioch, mil 
zwei ungemein feinen Furchenlinien in gewöhnlicher Lage, und die zwei Rücken- 
kanten bezeichnend , der Halsschild ziemlich gross und ohne Furchenstriche; 
an den Seitenkanten von dem acliten Ringe an eine l>ängsfurche , die erstere 
scliwach, die folgenden stufenweise stärker, die der letztern stark ausgedrückt; 
der Endschild ziemlich gleich breit, am Hinterrande beiderseits stark ausge- 
schwungen. Die Bauchschikle glatt, zum^ Theil, vielleicht nur zufällig, etwas 
aufgetrieben, alle ohne die zwei gewöhnlichen Furchenstriche; der Afterschild 
klein, flach, mit etwas gerundeten Seiten und etwas ausgebogenem Hinterraude; 
die untern Theile des Endringes schmal, aber hoch und kegelförmig, ziemlich 
stark verlängert, sehr dicht und deutlicli nadelrissig punktii't, daher mattglän- 
zend, mit zwei kurzen Zähnchen auf der Spitze. Die Beine dünn und lang; 
die zwei Schleppbeinc sehr lang, ebenfalls dünn, das erste Glied oben weniger 



65 

als gewöhnlich flach, doch mit einer deutlichen Kerbe in der Mitte der Spitze 
und ohne kegeltörniige Verlängerung am Innenwinkel, statt dieser blos mit 
einem kleinen Zähnchen versehen; an der Innenseite oben nur ein sehr feines 
(sogar an dem einen Beine des Exemplares felilendes) Zähnchen, an der Unter- 
seite aber ganz zahnü'ei ; das vorletzte Ghed an den Seiten etwas zusammen- 
gedrückt, daher etwas breiter als das vorhergehende. 

Der Kopf, Hals und alle Körperringe grasgrün; die Fühler an der Wur- 
zel trübgrün in die gelbe Endhälfte verloren übergehend. Die Kehle grünlich- 
gelb , dunkler gelb fein gerandet; Lefze und Fresszangen gelb, letztere mit 
schwarzen Zangenfingern; alle Bauchschilde und die vordem Glieder der Beine 
gelbgrün, die Endhälfte der letztern gelb in die grüne Vorderhälfte verloren 
übergehend; die Schleppbeine dunkelspangrün, die Glieder an der Spitze, das 
erste an der Wurzel etwas heller. 

Vaterland: Ungewiss, wahrscheinhch von der Insel Singapore. 

Fig. a. Das Tliier vergrössert. 
„ b. Augenstellung mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Scolopendra poinacea. 

Tab. XXIX. Fig. 56. 

Grün, Fresszangen und Beine gelb, letztere an der Spitze grün; die 
Schleppbeine grün, an der Innenseite des ersten Gliedes oben 5, auf der Un- 
terseite 7 Zähne; der Körper breit, nur an den 4 hintern Ringen eine Sei- 
tenrandsfurche. 

Länge fast 2 Zoll, Breite 3^- Linie. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 170. 33. 

Aus der Sammlung des Herrn Prof. Reich in Berlin. 

Das ganze Thier oben und unten ziemlich stark glänzend, der Körper 
im Verhältniss ähnlicher Arten breit und etwas flach. Der Kopf etwas breiter 
als lang, am Hinterrande flach gerundet mit stärker abgerundeten Seitenwin- 
keln; die Fläche besonders hinten ziemlich eben, gegen die Augen und die 
Spitze zu mit abg<'ruudelen Seiten; das gewöhnlicli(^ Finchenslriclielchen an 
der Spitze sehr seicht, mit eben so seichten Punkteindrücken beiderseits aul 
der Spitzenfläche; etwas hinter der Mitte zwei weit aiiseinanderstehende nie- 
Koch, Myriiipo(l(Mi. 5 



66 

dere, nicht besonders deutliclie Höcker. Die Augen in nicht ungewöhnHcher 
Stellung, etwas gross, die zwei ohern der drei vordem genähert, das untere 
derselben ziemlich abwärts sehend, das hintere von den drei vordem etwas 
weit abstehend, nierenförniig, etwas schief rückwärts liegend. Die Kelde sehr 
breit, glatt, vom, dem Rand nah, seicht furchenartig eingedrückt, die Spitze 
etwas geschweift , in der Mitte etwas vorgezogen und mit einem runden Grüb- 
chen auf dieser; die Lefze zweitheilig, jeder Theil etwas breiter als lang mit 
gänzlich in eine Schneide zusammengeflossenen Randzähnen. Die Fresszangen 
sehr stark und dick, an der Spitze des vorletzten Gliedes nach innen zu ein 
daumenartiger Höcker. Der Halsring etwas kurz ohne Eindrücke; die Kör- 
perringe ziemlich flach, ebenfalls etwas kurz, mit zwei derben Furchenstrichen 
auf dem Rücken in gewöhnlicher Lage ; die Endringe vom tuntzehnten an sich 
merklich verschmälernd, nur die vier Endringe mit einer Seitenrandsfurche, 
am ersten sehr schwach, am Endring stark ausgedrückt. Die Rauchschilde 
ohne besonderes Merkmal , mit zwei derben Längsfurchen. Der Afterschild 
von gewöhnlicher Gestalt, an der Spitze schmäler, stumpf und mit etwas ge- 
rundeten hintern Winkeln, und mit einem vielleicht nur zufälligen Längsein- 
druck auf der Mitte; die untern Theile des Endringes kegelförmig verlängert, 
nadelrissig, an der Spitze mit fünf kleinen Zähnchen. Die Reine nicht sehr 
lang, etwas dick und ohne besonderes Merkmal, die zwei Schleppbeine im 
Verhältniss der andern dünn , das erste Glied oben ziemlich flach, mit einer 
sehr seichten Kerbe oben in der Mitte der Spitze, am Innenwinkel ein zahn- 
artiger Fortsatz mit zwei sehr kleinen Zähnchen auf der Spitze ; an der In- 
nenseite oben in zwei Reihen fünf Zähnchen, zwei in der obern, drei in der 
untern; auf der Unterseite drei Reihen solcher Zähne, zwei an der Aussen- 
seite jede mit zwei, eine an der Innenseite mit drei Zähnen. 

Der Kopf oben, sammt den Fühlern, Hals und Rückenschilde und die 
Schleppbeine einfarbig grün, nur am Hinterrande des Kopfes eine sehr feine 
Einfassung gelb, auch das erste Glied der Schleppbeine an der Wurzel ins 
Gelbliche übergehend. Die Kehle, Fresszangen, Taster, alle Rauchschilde und 
die Vorderhälfte der Reine etwas dunkel gelb , die Spitze der Zangenthiger 
und die Schneide der Lefze schwarz, alle Reine an der Endhällte grün, die 
hintern Reine stufenweise satter gefärbt als die vordem. 

V-aterland: Mexico. 

An merk. Eine schöne Spezies, Schade dass dem einzigen vorhande- 
nen Exemplare die Endglieder der Fühler und der Schleppheine fehlen. 



67 

Fig. a. Das Tliicr vergrössert. b. Augenstelliing. c. und fl. Das erste 
Glied der Schleppbeine ebenfalls vergrössert. e. Natürliche Grösse. 



Lithobius grossipes. 

Tab. XXX. Fig. 57. 

Gelb, mit dunkelbraunen, kegeltörmigen Rückenflecken ; die Rückenschilde 
flach, die vier hintern Zwischenschilde mit einem scharfen Zahne an den Ilin- 
terrandsvvinkeln ; Fühler und Beine lang, erstere mit 46 Gliedern. 

Länge 15 bis 17 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 146. 2. 

Flächer als Lith. forlicatus, übrigens ziemlich von dessen Gestalt. Der 
Kopf ein wenig breiter als lang, und wie das ganze Thier stark glänzend ; der 
gewöhnliche Bogenstrich an der Spitze ziem'ich tief, die Randfurche hinten und 
an den Seiten tief, der aufgeworfene Rand schmal und hoch. Die zwei hintern 
Augen sehr gross und schief übereinander liegend; der vordere gedrängt in 
vier Reihen, die obere Reihe mit zwei, die untere mit vier Augen. Die Füh- 
ler lang, ziemlich dicht behaart, mit 46 Gliedern, die vordem dick, das End- 
glied eiförmig. Die Fresszangen gross, stark, geglättet, sehr glänzend. Die 
Hauptschilde des Rückens von gewöhnlicher Form, nur etwas flacher als ge- 
wöhnlich und die Hinterrandswinkel des vierten Schildes mit einer breiten 
zahnförmigen Verlängerung; die Fläche der Schilde wie die des Kopfes etwas 
runzelig und mit ungleichen eingestoclienen Pünktchen, doch sehr undeutlich, 
und vielleicht nur bei aufgesteckten, trockenen Exemplaren sichtbar: die Rand- 
erhöhungen schmal und fast etwas geschärft; die zwei vordem Zwischenschilde 
mit geradem Hinterrande, alle folgenden an den Hinterran(ls\vinkeln mit einem 
scharfen, rückwärtsstehenden Zahne, zwischen diesen Zähnen der llinterrand 
gerade. Die Reine lang, besonders die zwei Endpaare, das vorletzte Paar 
merklich dicker als das Endpaar und nur wenig kürzer; die Hüften des End- 
paars wie gewöhnlich, das erste Glied der Beine des Endpaars etwas gebogen, 
an der Spitze verdickt, olien mit zwei Längsfurchen und kielartiger Erhöhung 
zwischen diesen, die folgenden Glieder ziemlich walzenförmig, das zweite mit 
denselben Furchen; das vorletzle Heinjjaar ganz von der Form (1(!S Endpaars 
und mit denselben Furchen. Die Bauchschilde flach und sehr glänzend. 

5* 



68 

Kopf und Rückenschilde schön bräunlichgelb, auf den Hauptschilden des 
Körpers ein dunkelbrauner, grosser, kegelförmiger Fleck, mit der breitem Ba- 
sis gegen den Hinterrand liegend; auch an den Seitenkanten ein Längsfleck 
von derselben braunen Farbe, die aufgeworfenen Kanten aber wieder gelb. 
Die Fresszangen heller gelb, die Fangkralle dieser gegen die Spitze zu ins 
Rostrothe übergehend. Die Fühler bräunlicbgelb, an der Spitze verloren hel- 
ler. Die Bauchschilde, die Kehle und die Beine gelb, letztere heller als erstere. 

Vaterland: Das südliche Deutschland jenseits der Alpen, in der Ge- 
gend von Idria und Triest. Scheint nicht selten vorzukommen. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grösse, b. Dasselbe bedeutend vergrös- 
sert. c. Stellung der Augen. 



Lithobius punctulatus. 

Tab. XXX. Fig. 58. 

Rostroth mit hellen roströthlichen Beinen; der vierte Hauptschild des 
Körpers und die vier hintern Zwischenscliilde mit einem Zahne an den Hinter- 
randswinkeln; die Fühler mit 40 Gliedern. 

Länge 13 bis 15 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 147. 3. 

Gestalt wie bei Lith. forficatus, und eben so glänzend. Der Kopf breiter 
als lang, mit etwas breiter Randerhöhung besonders am Hinterrande, an letz- 
term ein seichter Eindruck vor der Randerhöhung; der Bogenstrich an der 
Kopfspitze tief und deutlich, die Fläche zwischen diesem und der Kopf über- 
haupt mit zerstreuten eingestocheneu Punkten. Die Fresszangen stark, glän- 
zend, etwas weitschichtig eingestochen punktirt. Die Fühler von mittlerer 
Länge, rauh von kurzen Härchen, mit 40 Gliedern. Die Kehle gross, sehr 
glänzend, mit einer tiefen Längsrinne und einzelnen eingestochenen Punkten 
ohne Ordnung. Die Körperschilde von gewöhnlicher Form, flach nach der 
Quer gewölbt, mit scharf aufgeworfenen Kanten; der vierte Hauptring an den 
Hinterrandswinkeln in einen breiten Zahn verlängert ; die drei vordem Zwischen- 
ringe am Hinterrande gerade, die vier folgenden an den Hinterrandswinkeln 
mit einem langen spitzen Zahne. Die Bauchschilde wie bei Lith. forficatus. 
Die Beine von mittlerer Länge, beim Manne und Weibe die Hinterbeine von 
gleicher Länge und Dicke, die vier Hinterbeine bei l>ei(len Geschlechtern von 



69 

gleicher Dicke, die zwei vordem Glieder oben mit zwei Längsfiircheii und einem 
Längskiele zwischen diesen, vielleicht nur bei trockenen Exemplaren sichtbar. 

Kopf und Rückenschilde rostroth, zuweilen dunkel, seltener etwas heller. 
Fresszangen und Beine von derselben Farbe und etwas aufs Gelbliche ziehend, die 
Endgheder der Beine fast ins Gelbe übergehend. Kehle und Bauchschilde 
bräunlichgelb. Die Fühler an der Wurzel rostroth gegen die Spitze verloren 
gelblich. 

Vaterland: Das südliche Deutschland jenseits der Alpen, besonders in 
der Gegend von Idria und Triest. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher Grösse. 
„ b. Dasselbe bedeutend vergrössert. 



Glomeris concinna. 

Tab. XXXI. Fig. 59. 

Schwarz, mit weissgelben Kanteneinfassungen, vier Flecken auf dem 
Brustringe, und zwei aut den folgenden Ringen orangeroth, letztere auf den 
hintern Bingen stufenweise näher. Auf dem Brustringe vier Furchenstriche : 
einer an den Seiten nahe an der Vorderrandsfurche, der zweite über den 
Rücken ziehend, die zwei folgenden an der Seitenrandsscheide einander genähert. 

Länge 3^ Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 91. N. 13. 

Zunächst mit Gl. proximata verwandt, ganz von derselben Gestalt, aber 
mit vier Furchenstrichen auf dem Brustringe: davon liegt der erste in den 
Seiten ziemlich nahe an der Vorderrandsfurche, fast bis zin- Rückenhöhe zie- 
hend und mit dem folgenden gleichlaufend, der zweite zieht wie bei jenem 
über den Rücken und an den Seiten etwas weiter hinunter als der erste, aber 
doch nicht bis an die Seitenrandscheide; an dieser zwei Striche, der vordere 
bis fast zur Rückenhöhe sich hinaufschwingend, der hintere nahe an diesem 
und merklich kürzer. 

Die Zeichnungen sind ziemlich wie l)ei jener, aber die Fleckenreihen 
nähern sich hinten einander mehr, auch sind die wcüssgelben Kantenlinien brei- 
ter. Die Unterseite ist sammt den Beinen gelb, letztere an den Endgliedern 
mit etwas bräunhchem Anstriche. 

Vaterland: Zweifelhaft, vermuthlich Süddeutschland. 



70 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Hals und Brustschild mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Gloiiieris limbata. 

Tab. XXXI. Fig. 60. 

Schwarz, alle Schilde fein gelbgesäunit, eine breite Einfassung roslroth ; 
auf dem Biustringe zw(m Furchenstriche über den Rücken durchziehend , der 
dritte schmal uuterhruchen; die Vurderrandsftn-che etwas fein. 

Länge 6^ Linie. 

Koch, System d. Myriap. S. 92. 17. 

Ganz wie Gl. marginata gestaltet und glänzend. 

Kopf und die Körperinge tief pechschwarz, der Stirnschild am Rande 
roströthlich, mit feiner, gelber Kante; an den Seitenkanten der zehn vordem 
Körperringe ein grosser Fleck und auf dem Endring ein breiter Saum dun- 
kelrostroth, zusammen eine breite solchfarbige Einfassung vorstellend, die Kan- 
ten aller Schilde fein gelb, am Vorderrande und an ckmi Seitenrande des er- 
sten Schildes ein ziemlich breiter Saum ockergelb; die schwarze Grundfarbe 
auf dem Endringe in ein Eck auslaufend. Die Fühler schwarz. 

Vaterland: Balkan. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Hals und Brustring mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Glomeris ovatoguttata. 

Tab. XXXI. Fig. 61. 

Schwarz, vier ovale Flecken auf den 10 vordem Ringen , zwei lange 
eiförmige auf dem Endringe hellgelb, drei Furclienlinien an der Scheide des 
Halsschildes, die zwei vordem über den Rücken durchziehend, der dritte oben 
abgekürzt, 



71 

Länge 2f , Breite 1| Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 95. 28. 

Aus der Sammlung des Herrn Prot. Reich in FJcrliii. 

In der Gestalt mit G. stellifera übereinkonmiend, die Kliulie i\\un- geglät- 
tet, polirt und sehr glänzend. Auf dem Halsschilde befindet sich i)inler der 
Vorderrandsfurche dieselbe feine F'urchenlinie und liinlei- dieser die zueile in 
der nämlichen Lage, die dritte ist oben abgekürzt, eine vierte aber fehlt. 

Auch die Zeichnung ist mit G. stellifera übereinstimmend, mn- sind die 
Fleckerl hellgelb, befinden sich ziemlich in derselben Stillung, die äussern aber 
berühren die Seitenkanten und bilden eine hellgelbe Seiteneinfassung. Die 
Unterseite ist in der Mitte braun, an den Seiten hellgelb. Die FJeiiU! sind 
pechbraun. 

Vaterland: Deutschland, sehr wahrscheinlich in der Gegend von Berlin. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals und Brustring sehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. " 



Fontaria Virgiiiiensis, 

Tab. XXXII. Fig. 62. 

Etwas niedergevvölbt , glänzend, die Seitenlappen oben am Körper mit 
einem Eindruck und fein runzelig; die Farbe pechbraun, die Seitenlappen gelh- 
hch, die Ringe am Hinterrande schmal gelblich gesäumt. 

Länge 1 Zoll 7 Linien, Breite 4| Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 14L 1. 

Kopf und Fühler sehr glänzend, fast eben so die Ringschilde oben , we- 
niger glänzend der Körper unten. Der Kopt dick, sehr glatt, am Mundraiidc 
breit ausgekerbt mit schmaler Oberlippe, auf dieser kleine grubenförmige Ein- 
drücke als Querreihe; über dem Mundsaume zwei punktförmige Grübchen weit 
auseinander hegend; auf der Stirne ein deutlicher, ziondich lieler Iveri)slrich 
der Länge nach. Die Fülder von vollständig regelmässiger Form. Der Hals- 
ring ziemhch breit, gegen die Seitenwinkel verschmälert mit abgerundeter 
Spitze, der Hinterrand hinter dieser fast ein wenig ausgeschwungen; der Kör- 
per etwas nieder gewölbt, die Ringe mit ziemhch grossen Seitenlappen und 
einem Eindruck am Anfange dieser; die Fläche der Lappen lederartig gerun- 
zelt, die Runzeln bis in die halbe Höhe des Rückens fortsetzend, sich dann all- 



72 

niälig in die Fläche verlierend; die Seiteniiiiiscliläge der Lappen ziemlich hoch, 
die der Saftlöcher hreiler als die andern unil vor den Safllochern sich gegen 
den Vorderrandsvvinkel zu ausschwingend, und sich zuspitzend; die La|)pen der 
hintern Ringe mit zahnartig verlängerten Ilinterrandswinkehi; der Endring oljen 
in ein kegelförmiges, an der Spitze ahgestutztes Schwänzchen verlängert; die 
Afterklappe mit stark vorstehendem Ilinterrandssaume, und mit (jiner läng- 
lichen Beule in der Mitte nahe an dem Saume; das Afterschildchen klein, halh- 
rund, glänzend, mit drei Eckchen vor dem Ilinterrande. Die Unterseite ohne 
hesonderes Merkmal. Die Oeftnung der vveihlichen Genitalien gross und oval, 
die Genitalien mit einer langen Zange, di(! Zangentheile pfriemenförmig und 
gleich einem Pfropfenzieher gewunden. Die Beine etwas lang, nuten an der 
Spitze der zwei Iliiftenglieder ein langer, spitzer Sporn, die Beinglieder mit 
kurzen Härchen hesetzt. 

Der Kopf, der Halsring und die Bückenschilde pechbraun, der Mund- 
saum , die Seitenlappen der Bückenschilde und ein feiner Saum am Hinter- 
rande des letztern und ebenso die Einfassung des Halsschildes bräunlichgelh, 
die Seitenumschläge und die Oberlippe vveisslichgelb. Die fünf vordem Glie- 
der der Fühler gelbbraun, die zwei Endglieder mehr gelblich, fast ockergelb. 
Die ganze Unterseite des Thiers weisslich, die Beine bräutdich mit hellem 
Hüften- und gelbhchen Tarsengüedern. 

Vaterland: Nordamerika. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Fühler vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Foiitaria coriacea. 

Tab. XXXII. Fig. 63. 

Mattglänzend, regelmässig gewölbt, lederartig runzeüg, pechbraun, alle 
Ringe am Hinterrande breit gelb gerandet, der gelbe Rand an den Seitenlap- 
pen verloren breitei' als auf dem Rücken. 

Länge 1 Zoll 2 Linien, Breite 4 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 141. 2. 

Aus der Sannnlung des Herrn Prof. Reich in Berlin. 



.. 73 

Der Kopf dick, fein runzelig und etwasgläiizender als der Ivörper ; auf 
der Stirn ein tiefer Kerlistricli der Länge nach, der Mundsauni ausgebogeu 
mit etwas breiter, faltiger Lippe. Die Fühler von regelmässiger Gestalt, doch 
etwas dünn. Der llalsschild in der Mitte des Vorderrandes zienilicli gerade, 
gegen die Seitenwinkel zu sich sanft abrundend und mit einer bis last zur 
Rückenhöhe hinaufziehenden Randfurche; der Seitenwinkel ziemlich geschärft 
und von diesem aus der Hinterrand ohne Ausschweifung und gerade; die 
Fläche fein runzelig. Die Schilde des Körpers ziemlich regelmässig gewölbt, 
der Körper hinter der Mitte verloren, fast etwas breiter als vorn, die Seiten- 
lappen dei- Schilde mit der Wölbung ohne Eindruck bis zum Umschlag der 
Seitenkanten fortziehend, letztere deuthch erhöhet, aber schmal, die der Saft- 
löcher an der Ilinterhälfte flach erweitert; die Fläche aller Körperschilde dicht 
lederartig fein runzelig; die F'orni der Endringe wie bei der vorhergehenden 
Art, eben so die Afterklappe sannnt dem Afterschildchen. Unterseite und 
Beine ohne Auszeichnung, letztere ganz wie bei Font. Virginiensis. 

Der Kopf, der llalsschild und die Rückenschilde pechbraiin mit oHven- 
farbigem Anstriche; der Mundsaum und die Schläfe des Kopfes bjassgelbjicli. 
das llalsschild und alle Rückenschilde gelb gesäumt, der Saum am llinterrande 
breit, und sich an den Seiten bis über die Hälfte der Schildbreite allmälig er- 
weiternd und an der bi'aunen Rückenfarbe hin mit roströthlicher schmaler 
Mischung in diese fast übergehend. Die Fühler rostbraun an (h^n drei End- 
gliedern ins Rostgelbe übergehend. Die Unterseite imd die Reine gell) , die 
Afterklappe schlagbläulich mit gelben Klappenrändern und gelbem After- 
schildchen. 

Vaterland: Virginien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Fühler vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Fontaria ohioiiga. 

Tab. XXXIl. Tal). 64. 

Schmal, länglich, etwas nieder gewölbt, glatt, glänzend, braun, die Ein- 
fassung aller Schilde und die Seitenlappen weiss, an letztern hinten und vorn 
ein Eindruck. 



74 

Länge 9, Breite 1| Linien. 

Koch, System d. Myiiap. S. 142. 3. 

Aus der Sammlung des Herrn Prof. Reich in Berlin. 

Der Kopf und das ganze Thierchen oben glatt und glänzend , der Kör- 
per im Ganzen genommen ziemlich gleichbreit und ziemlich regelmässig, doch 
eher nieder als etwas hoch gewölbt. Der Kopf von gewöhnlicher Gestalt mit 
einer leinen Kerblinie auf der Stirne; der Mundrand sanft ausgebogen und 
wimperig mit kurzen Härchen besetzt. Die Fühler etwas dick, übrigens von 
ganz regelmässiger Form. Der Halsschild am Vorderrande gerundet, gegen 
die Seitenwinkel zu etwas stärker als oben, uud mit einer Randfurche von dem 
Seitenwinkel bis fast in die Rückenhöhe aufsteigend. Die Rückenschilde des 
Körpers gegen die Seitenlappen zu und an diesen beiderseits eingedrückt, da- 
her mit einer kielartigen Erhöhung auf dieser Stelle ; die Seitenumschläge hoch 
imd schmal, selbst die der Saltlöcher nur wenig breiter als die andern; der 
Endring in ein stumpfes Schwänzchen vei'längert, die Spitze in der Mitte et- 
was eingekerbt oder ausgebogen; die Afterklappe etwas breit, mit hohen fast 
geschärften Klappenrändern und mit drei Eckchen an der Spitze des After- 
schildchens, Der Bauch zwischen der Einfügung der Beine breiter als ge- 
wöhnlich, am Hinterrande nicht winkelig ausgebogen, daher ohne Seitenecken, 
und nur mit einem sehr kleinen zahnartigen Eckchen an der Hüfteneinlenkung. 
Die weiblichen Genitalien in einer grossen ovalen Oeffnung, mit langen gebo- 
genen Zangenfingern. Die Beine ohne besonderes Merkmal, an den Hüften 
der gewöhnliche Sporn. 

Der Kopi, die Fühler und die Rückenschilde braun, der Mundsaum und 
die Seiten des Kopfes, erster ziemlich breit gelblichweiss, eine breite Einfas- 
sung des Halsschildes, der Hinterrandssaum der Rückenschikle, die Seitenlap- 
pen und das Schwänzchen weiss; auch die Unterseite sammt den Hüften 
weiss, die Beine mit gelbbräunhchem Anstriche. 

Vaterland: Pensylvanien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein F'üliler vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



75 



Spirobolus festiviis. 

Tab. XXXIII. Fig. 65. 

Strohgelb, der Kopf und zwei durchlaufende Längsbänder auf dein Kiickeii 
schwarz; die Körperringe glatt, nur über den Beinen sein* fein gefurcht; d(;r 
Endring ungeschwänzt; die Beine gelb. 

Länge 2| Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 103. 7. 

Eine recht schöne Julide. Der Körper vom Halsringe an alluiälig bis 
über ein Drittel der Länge verdickt, und gegen das Ende zu wieder ziendich 
stark verdünnt, daher etwas schlangenförniig; ohne Kopf und Aflerklappe mit 
51 Bingen. Kopf und Körper glänzend, erster gewölbt und ohne Eindrücke, 
übrigens von gewöhnlicher Gestalt; die Augen gedrängt in sechs gebogenen 
Beihen übereinander. Die Fühler so lang als che Breite des Kopfes, die vier 
Mittelglieder verkehrt kegelförmig, unter sich stufenweise etwas länger, das 
vorletzte kaum länger als dick, das Endglied fast etwas stumpf oval, alle von 
den Seiten breit gedrückt. Der Halsring in den Seiten weit herabsteigend, an 
den Seitenwiukeln breit stumpf, und mit vier gegen den Vorderrand aufwärts 
geschwungenen Furchen. Die Körperringe glatt, der llintertheil nur wimig 
höher, doch deutlich abgesetzt, von der'Einlenkung der Beine an, bis gegen 
die Saftlöcher der Seite mit sehr feinen Furchenstrichelchen , und auf den 
Ringen bis zum zehnten, in der Scheidungslinie zwischen Vorder- und Hin- 
tertheil, feine eingestochene Punkte, in einer einfachen Querreihe, doch wenig 
bemerklich ; die Saftlöcher ungemein klein, gleich einem eingestochenen l'üidit- 
chen und im Hintertheil d(!r Ringe liegend. Der Endring ohne Schwänzchen, 
oben nur etwas spitz, aber nicht vorstehend. Die Aftefklappe glänzend, wenig 
aufgeblasen, vor dem Hinterrande eingedrückt, daher der Klappenrand breit 
vorstehend und geschärft, in dem Eindrucke runzelige Unebenheiten. Die Luft- 
löcher nahe bei dem Bauchrande und versteckt. Die Beine klein. 

Der Kopf schwarz, ein schmales Bandringehen um die Oellnung der Füh- 
lereinlenkung und ein breiter Saum jmu Vorderrande gelblich; der Halsring 
schwarz, der Saum rundum und ein kegelförmiger Mittelstreif gelb; der Kör- 
per strohgelb, auf dem Bauche heller, in den Seil<!n vorn bis zu ein Drittel 
der Länge bräunlich angelaufen, aid' dem Bücken zwei Längsbänder schwarz, 
der gelbe Mittelstreif zwischen diesen ziendich von derselben Breite, hinten und 
vorn aber spitz auslaufend, der Endring und die Afterldappe schwarz, beide 



76 

am Hintenaiide gelb gesäumt, auf erstem der gelbe Mittelstreif fortsetzend und 
an der Spitze endigend. Die Fühler schwarz, an der Spitze der Glieder ein 
schmaler Saum gelb. Die Beine blassgelb, doch die zwei Endglieder in der 
Mitte bräunlich angelaufen. 

Vaterland: Brasilien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürhche Grösse. 



Spirobolus obscurus, 

Tab. XXXIII. Flg. 66. 

Eisenfarbig grau, der Körper walzenförmig mit glatten, nur nahe über 
dem Bauche gestrichelten Ringen; der Endring oben kegelförmig verlängert, 
die Beine gelblichvveiss. 

Länge 2^ Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 103. 8. 

Folgende Beschreibung gebe ich von einem in der Königlichen Sammlung 
in München aufoewahrten Exemplar. Solches ist aufgesteckt, übrigens ganz 
vollständig. Der Körper gegen den Halsring zu kaum merklich, gegen die 
Afterklappe zu, vom achten Endringe an, ziemlich dünner. Der Kopf gewölbt, 
glatt und glänzend , mit einem sehr feinen bis in den ausgebogenen Mundrand 
ziehenden Furchenstrich, beiderseits an diesem über der Mundkantc ein kleines 
ovales Grübchen; der Augenhaufen ziemlich rund mit geschwungenen Augen- 
reihen; die Fühler kurz, mit gedrängten Gliedern, die vordem ungefähr so 
lang als breit, die folgenden merklich breiter als lang. Der Halsring breit und 
glatt, nur etwas über die Augen an den Seiten hinabsteigend, mit gerundetem 
Seitenwinkel und ohne Furchenstriche an diesem. Die Körperringe alle glatt 
und glänzend, der Hintertheil der Ringe nicht gewölbt, vom Vordertheil nur 
durch eine kaum bemerkbare Linie abgeschieden, in diesen die kleinen Saft- 
löcher; die Hintertheile nur unten mit sehr feinen Furchenstrichen, nur zu 
sehen, wo solche von den vordem Beingliedern nicht bedeckt sind; die Luft- 
löcher oval und nahe an dem Bauchschildchen. Der Endring etwas lang, eben- 
falls glatt, oben kegelförmig vei'längert, mit abgerundeter Spitze, mit dieser 
ein wenig über die Afterklappen vorstehend; die Afterklappen etwas aufgetrieben, 
glatt und glänzend, ohne Hinterrandsfurche, auch der Hinterrand nicht ge- 



77 

schärft; ohne Kopf und Afterklappe 54 Ringe. Die Bauchschilde gleichbreit, 
vor der Einlenkung der Beine mit geschwungenen feinen Slrichelchen. Die 
Beine kurz. 

Kopf, Halsring, alle Körperringe mit der Afterklappe eisenfarhig grau (an 
den vordem Ringen stellenweise dunkler und in) lebenden Zustande auf eine 
braunschwarze Farbe hindeutend), der Halsring durchaus gelb eingefasst, die 
übrigen Ringe am Hinterrande mit einem feinen bellgelblichen Saume; die 
Augen schwarz; die Fühler grau mit gelblichem Spitzenrande. Die Reine gelb- 
licliueiss (stellenweise mit braunen Fleckchen, besonders an den Wurzelgliedern, 
daher wahrscheinlich im Leben mit bräunlichem Anstriche). 

Vaterland: ? 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Scolopendra horrida. 

Tab. XXXIV. Fig. 67. 

Olivenbraun; Halsschild, Kopf und Fresszangen rostroth, Fühler und 
Reine gelb; die 12 hintern Körperschilde mit einer Seitenrandsfurche ; die zwei 
Hinterbeine dünn und lang, das erste Glied unten ohne Zähne, an der Innen- 
seite ein oder zwei Zähne gross. 

Länge 6 Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 154. 3. 

Ein Thier von kräftigem Ausseben. Der Kopf gross , sehr llacli , sehr 
dünn, 5 Linien lang, fast 6 Linien breit, in der Mitte des Hinterrandes fast 
gerade, an den Hinterrandswinkeln breit abgerundet, an den Augen etwas dick, 
mattgiänzend, ohne eingestochene Punkte, mit den gewöhnlichen eingekerbten 
Strichelchen an der Spitze. Die Augen gross, das hintere spitz eifonnig, die 
zwei mittlem ziemlich in gleicher Entfernung und kaum in Aiigcnbreile dem 
hintern genähert, beide mit dem vordem ein Dreieck bildend und ebenso weit 
von diesem entfernt; die drei vordem ziemlich gleichgross. Die Fühler von 
gewühniicher Gestalt. Die Fresszangen sehr stark , die zwei vordem Glieder 
kurz, wenig vorstehend, das folgende Glied ungemein dick, glänzend, mit 
seicht eingegrabenen, weitschichtig gestellten Punkten und einem zicniluli lan- 
gen daumenartigen Fortsatze am Innenwinkel der Spitze; die l"\ingkialle lang 



78 

und spitz. Die Kelile breit, in der Mitte vorn mit einem Längseindruck, vor 
der Si)itze zwei kielartige Längserhöhungen; die Spitze stumpf mit einer 
kleinen Kerbe in der Mitte; die Fläche mattglänzend und weitschichtig seicht 
eingestochen punktirt. Die getheilte Lefze kurz, mit fünf etwas dicken, körner- 
artigen Randzähnen , die drei innern einander dicht genähert , die zwei äussern 
von diesen und unter sich getrennt und entfernter. Die Rückenscliilde glän- 
zend, ziemlich gewölbt, nicht besonders breit, an den Seiten ziemlich gerad- 
randig, die hintern vorn mehr verengt und mehr gerundet, der Endring etwas 
flach, an den Seiten schwach gerundet, am Ilinterrande beiderseits wie ge- 
wöhnlich ausgeschweift; die 12 hintern Schilde mit einer Randfurche, anfangs 
schwach, die hintern aber stärker ausgedruckt und mit aufgeworfenem Rande; 
die zwei gewöhnlichen Rückenlinien fdst fehlend, statt diesen in derselben 
Lage zwei Längserhöhungen. Die Luftlöcher gross, dickrandig und zusammen- 
gedrückt. Die Rauchschilde glänzend und ohne besonderes Merkmal ; der After- 
schild lang, etwas schmal mit stumpfrunder Spitze; der Endring unten an den 
Seiten rund aufgetrieben mit kegelförmig verlängerter innerer Spitze und auf 
dieser zwei Zähnchen, die Fläche selbst ungemein fein dicht eingestochen punktirt. 
Die Reine stämmig und ziemlich lang; die zwei Hinterbeine lang und im Ver- 
hältniss zu ihrer Länge dünn, das erste Glied oben flach mit deutlichen obern 
Kanten, der Länge nach an der innern Seite oben ein Zahn und an der Seite 
etwas weiter hinten ein zweiter, beide ziemlich gross und spitz, zuweilen der 
zweite fehlend, an der Unterseite keine Zähiui, am Ilinterrande oben die ge- 
wöhnliche Längskerbe tief, am Innenwinkel ein etwas langer kegelarliger Fort- 
satz mit zwei Zähnchen an der Spitze; die folgenden (llicder walzenförmig, das 
zweite an der S])ilze oben mit einer Kerbe. 

Kopf und Ilalsring rostroth. Die Fresszangen und die Kehle von der- 
selben Farbe, aber etwas aufs Gelbliche ziehend; die Fangkralle an der längern 
Endhälfte schwarz; die Lefze ockergelb, die Taster hellgelb. Alle Rücken- 
schilde olivenbraun; die Rauchschilde rostgelb, eben so der Afterschild; der 
Endring unten rostroth. Alle Reine und die Fühler etwas dunkelgelb, das 
Endpaar nur wenig dunkler als die andern Reine. 

Vaterland: Java. 

Fig. a. Natürliche Grösse des Thieres. 
„ b. Augenstellung vergrössert. 

Ich habe nur ein Exemplar, das mir Herr J. Sturm in Nürnberg ge- 
fälhgst mittheilte, vor mir. Diesem fehlen die Endglieder der Fühler, im 
Uebrigen ist solches ganz vollständig. Die Zahl der Zähne an der Innenseite 



79 

des ersten Gliedes der Hinlerbeine scheint zwischen einem oder zwei zu wech- 
sein, denn an dem gegenwärtigen Exemplar besitzt das reciite Bein einen, das 
linke aber zwei solcher Zähne. 



Cryptops sylvaticus. 

Tab. XXXV. Fig. G8. 

Das ganze Thierchen glänzend dunkelockergcJb; die Fühler lasl dreimal 
so lang als der Kopf; die Schleppbeine lang, ol)en borstig, unten fein gedornt, 
im dritten und vierten Gliede unten dichte Sägezähnchen. 

Länge 6i bis 7^ Linie. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 174. 6. 

Der Körper an den vordem Ringen gegen den Koi)f zu ailmälig etwas 
dünner, eben so gegen die Spitze, der Quer nach etwas flach gewölbt; das 
ganze Thierchen sehr glänzend. Der Kopf fast etwas länger als breit , an der 
Seite sanft gerundet, gegen die Spitze etwas schmäler mit seich len x\usbiegun- 
gen an der Einlenkung der Fühler, die Kopiüäche ungemein glatt. Die Kehle 
gross, gewölbt, glatt, an der Spitze verengt, ohne Zähnchen, fast ein wenig 
ausgebogen; die Fresszangen fast länger als der Kopf, glatt, ohne sichtbare 
eingestochene Punkte, mit feiner Fangkralle; die Kinnladen fein gezähnt; die 
Taster gegen die Spitze ailmälig dünner, das Endglied spitz ausgebend; die 
Fühler fast dreimal so lang als der Kopf, mit 17 Gliedern, die Endglieder 
stark abgesetzt, kurz oval, alle mit sehr kurzen Borsten zaldreich beselzl, an 
den vordem Gbedern einzelne Borsten länger als die andern. Her cislc Kör- 
perriug länger als der folgende, gegen die Einlenkung dfü' Fress?angen etwas 
erweitert, auf dem Rücken ein Grübchen, übrig(!ns ohne Furchenslriclie; der 
zweite Ring ebenfalls ohne solche Striche; die folgenden bis zum Endring mit 
sechs Furchenstrichen, der äussere hinten nicht durchziehend und gebogen, 
der zweite vorn abgekürzt, die zwei mitllern am längsten, mit kielartigen Er- 
höhungen an denselben; der Endring schmäler als der vorletzte . an den Seiten 
ziemlich gerade, am Hinterrande beiderseits ausgesciiweifl , an den Seilen eine 
durchziehende tiefe Furche, in der Mitte der Spitze ein deutlicher, riimenlur- 
miger Längseinilruck. Die Bauchschildc fiach, ungemein glänzend , mil einem 
Furchenslricb in der Mitte der Länge nach und einem solchen der niicio null 
ziehend, beide sich einander durchkreuzend; das AflerscbiNh lieii kleiner, inil 



80 

gerundeter Spitze und mit einer feinen Längsfurche. Die Beine von ganz ge- 
wöhnlicher Gestalt, etwas länger als die Breite des Körpers, alle borstig. Das 
Endpaar oder die Schleppbeine lang und ziemlich dick. Das erste Glied ziem- 
lich walzenförmig, unten mit einem geschärften Kiele und auf diesem feine 
Dornborstchen, übrigens an den Seiten auch dergleichen Borstchen, oben aber 
feine Härchen; das zweite Glied ziemhch von der Form des ersten, fast eben 
so lang , mit demselben Kiele und mit denselben Borstchen ; die zwei folgenden 
Glieder stufenweise kürzer und dünner, unten hinter der Einlenkung stark ein- 
gedrückt und mit einer Längsreihe sägeartiger Zähnchen, nicht durchziehend 
und nur zu sehen, wenn das Thierchcn auf die Seite gelegt wird; das End- 
glied dünner als das vorhergehende, aber länger, unten hinten der Einlenkung 
ebenfalls eingedrückt und fein behaart, die Endkralle sehr scharf. 

Das andere Geschlecht hat kürzere und etwas dickere Schleppbeine, 
übrigens ist Alles wie oben beschrieben wurde. 

Das ganze Thierchen dunkelockergelb , der Kopf etwas dunkler als der 
Körper, auf letzterm hinten der Darmgang gewöhnlich dunkler durchscheinend; 
die Beine und Bauchschilde kaum etwas heller als die Bückenschilde, die zwei 
Endbeine fast etwas dunkler als diese. 

Ich habe diese Art nie in Gärten, sondern allein in düstern Waldungen 
angetroflen, besonders wo Laubholz vorkommt. Ihr Aufenthalt ist unter Moos 
oder unter Steinen. 

Vaterland: Deutschland; in hiesiger Gegend selten; auch habe ich 
diese Art bisher nur an den Bergabhängen des Nabthaies gefunden. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
,, b. Ein Schleppbein mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Cryptops pallens. 

Tab. XXXV. Fig. 69. 

Gelb, sehr bleich, der Kopf rostgelb verdunkelt; an dem vordem Gliede 
der Schleppbeine licht stehende Dornborstchen, unten am dritten Gbede tirei, 
am vierten unten nur ein Zähnchen. 

Länge 3| Linie. ^ 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 174. 8. 



81 • 

Die Gestalt von Cr. sylvaticus, der Kopf aber breiter, ilio Fiircbenstriche 
auf dem Rücken des Körpers weniger geregelt, an dem vordem (iliidc der 
Schleppbeine die Dornborstchen weitschichtiger gestellt, unten an dem dritten 
Gliede nur drei Zähnchen und an dem vierten , statt des sägeartig gezähnten 
Blättchens, nur ein einzelnes Zähnchen. 

Körper und Beine gelb, sehr blass und etwas durchsichtig, die Schlepp- 
beine an der Spitze kaum ein wenig dunkler; der Kopf und die Fresszangen 
dunkler, an den Seiten ins Dottergelbe übergehend; die Fühler blassgelh. 

Diese kleine Art hält sich unter Moos oder Steinen in tief liegenden. 
etwas feuchten Stellen auf, gern in Gräben und feuchlen Gärten. 

Vaterland: Ich fand ihn nur sehr selten; einer der vorzüglichem 
Fundorte ist der Stadtgraben von Regensburg. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Ein Schleppbein ebenso, c. Natür- 
liche Grösse. 



Liiiotaenia rosulans. 

Tab. XXXVI. Fig. 70. 

Rostgelb, die Vorderhälfte des Körpers und die llinlerliälfte des Kopfes 
rostroth, auf dem Vordertheil des Körpers zwei genäherte Längsslrriffii rolii. 
Der Kopf kurz, der Kör[)er dick spindelförmig, die Schleppbeine sel»r dick, 
vorn und am Ende verloren dünner. 

Länge 8 bis 9 Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 188. 3. 

Das ganze Thierchen stark glänzend; der Kopf klein, «ilini^diilir sn huii; 
als breit, gewölbt, an den Seiten gerundet. Die Fühler niclil sehr liiii^, iiiclil 
ganz dreimal so lang als der Kopf, gleichdick, rosenkranzförmig, dir vordem 
Glieder kaum etwas länger als dick, die folgenden kürzer, das Endglied läng- 
lich oval. Die Unterlippe sehr breit, in der Mitte aulgetrieben, ;in drr Spiizc 
etwas eingedrückt. Die Fresszangen mit der Fangkralle niclil iUmt di'ii \oi- 
derrand des Kopfes hinausragend, (!twas dick, olnir licinnkliaii' ciii^oim hcnf 
Punkte, die Fangkralle sein- fein. Der vordere King so breit als der Kupl. 
der zweite hinten verengt, mit den zunächst folgenden schmäler als der Kopf, 
der Körper mit diesen vorn stark verdünnt, gegen die Mitte allmälig verdickt, 
hinter der Hallte der Länge doppelt so breit als vom, gegen das Ende zu 
Kocb, Myriapodeii. •-> 



82 

wieder verdünnt und nicht dicker als die vordem Ringe; dem Querdurch- 
schnitte nach gewölbt, mit deutlich ahgesetzten Ringen und ohne die sonst ge- 
wöhnlichen zwei Furchenstrichelchen auf dem Rücken, die Endringe von ganz 
gewöhnlicher Gestalt; die Seiten faltig mit glänzenden Hügelchen. Die Bauch- 
schilde flach, sein- glänzend, mit vier Längsfurchen und einem Längsgrübchen 
zwischen den zwei mittlem, die äussere Furche am Seitenrande, alle fünf 
Längsvertiefungen gleich breit voneinander stehend; in den Seiten geradeaus 
stehende Borsten. Üie Beine klein, übrigens von ganz gewöhnlicher Gestalt; 
39 an jeder Seite. Das erste Hüftenglied der Schleppbeine kurz und sehr 
dick, das zweite sehr kurz und viel dünner, die Glieder der Schleppbeine sehr 
dick, das erste an der Wurzel stark verdünnt, das zweite etwas dicker als das 
erste, die drei folgenden stufenweise dünner, inj Ganzen sehr dick spindelför- 
mig und mit kurzen ßorstchen ziemlich dicht besetzt. 

L>er Kopf an der Spitzenhälfte und der Körper rostgelb, die hintere Hälfte 
des Kopfes und die zwei vordem Ringe rostroth, auf dem Rücken zwei ge- 
näherte Längsstreifen rotli, auf der Hinterhälfte des Körpers allmälig verschwin- 
dend, beim le])enden Thierchen zwischen den zwei Längsstreifen eine heller- 
gelbe sehr feine Linie. Die Fühler, Unterlippe und Fresszangen gelblich rost- 
roth. Die Unterseite an der Vorderhälfte rostroth, dunkler als oben, im Uebri- 
gen bis zur Spitze rostgelb. Die Beine rostgelb, etwas heller als die hintern 
Bauchschilde. 

Vaterland: Deutschland, unter Moos in den Wäldern. In hiesiger Ge- 
gend ziemlich selten. 

Anmerkung. Mit Linot. subtilis allerdings sehr verwandt, aber mehr 
spindelförmig; nämlich vorn und hinten stärker verdünnt, die Schleppbeine we- 
niger kegelföi-mig, vielmehr deutlich in der Mitte sehr verdickt spindelförmig. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Kopf und ehi Fühler, c. Endringe 
und ein Schleppbein des Mannes, d. ebenso des Weibes, alles vergrössert. 
e. Natürliche Grösse. 



Glomeris rufogiittata, 

Tal.. XXXVIl. Fiy. 71. 

Tief schwarz, mit feinen graiigviblichen Kantenlinien des Brustringes und 
der Körperringe, vier ovale Flecken auf dem Bruslriiige, zwei auf den sechs 



83 

vordem Körperringcii und zwei ovale grosse Flecken auf dem Scinvaiizringe 
mennigroth; der erste Furchenstrich oben durchziehend, unten abgekürzt, zwei 
an der Vorderrandsscheide sehr fein. 

Länge 3| bis 4 Linien. 

Koch, Deutsch]. Crustac, Myriap. u. Arachn. litt. 40. t. 10. 
„ System d. Myriap. S. 95. 29. 

Die Gestalt ganz wie bei Glom. pustulata, aber noch glänzender, wie lackirt. 

Die Fleckenzeichnung auch wie bei dieser und in derselben Lage, die 
zwei auf dem Schwanzringe aber grösser und näher beisammen; die Kanten- 
linien viel feiner, der Halsschild ohne Einfassung, die des Brustringes und der 
Körperringe graugelblich, daher undeutlich. 

Vaterland: Vermuthlich Vorarlberg. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Dasselbe viel mehr vergrössert. 
„ c. iVatürliche Grösse 



Glomeris pustulata. 

Tal). XXXVil. Fig. 7-2. 

Schwarz mit etwas breiten liellgelben Handkanten, vier Flecken auf dem 
Brustringe, zwei auf den Körperringen mit den mittlem des Brustringes iu 
zwei gleichlaufende Längsreihen geordnet, roth; dei' ersU; Fiirclienslricli hinter 
der Vorderrandsfurche oben durchzieliend, unten abgekürzt, zwei an der \ or- 
derrandsscheide nicht bis zur Bückenhöhe steigend. 

Länge 4| Linien. 

Latr. g(!n. Crust. et Insect. L 74. 3. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 95. 30. 

Regelmässig hochgewölbt, sehr glänzend, bei sehr guter Vergrösserung 
ungemein fein eingestochen punktirt, doch nur bei grösseren Exemplaien sicht- 
bar. Der Kopf sehr glatt, über der Einlenkung der Fühler nmschelförmig ein- 
gedrückt, daher in der Mitte der Länge nach ruud kiclartig criiöht; die Fühler 
klein, übrigens von ganz gewöhnlicher Gestall. Der llalsschild (lach li;iiliriiii(l, 
oben i'ückwärts gedrückt, die Furchensiriche auf diesem durchzieiiriid. Der 
Bruslschild ziemlich gh^ichbreit, die Vorderrandshirclie auf diesem ziciiilicli liff. 
der Furchenstrich hinter dieser sehr lein, ülx'r den Kücken (iur(iizicli«ii(l, aher 



84 

nicht ganz bis zur Seitenrandsscheide hinabsteigend, an der Vorderrandsrun- 
dung zwischen diesem und der Vorderrandsfurche ein sehr feines Strichel- 
chen ; an der Vorderrandsscheide zwei sehr feine Furchenstriche , der vordere 
nicht bis zur Rückenhöhe hinaufsteigend, der hintere etwas kürzer als dieser. 
Die Körperringe von gevvöluilicher Gestalt und ohne besonderes Merkmal, der 
Endring am Hinterrande gerundet. 

Kopt, Halsschild und alle Ringe oben tiefschwarz, der Halsschild am obern 
Rande, der Rrustring rundum und die Körperringe am Hinterrande und den 
Seitenrändern gleichmässig hellgelb gesäumt, der Saum etwas breiter als die 
gewöhnlichen Kantenlinien, dieser Saum am Hinterrande des Schwanzringes in 
der Mitte etwas breiter als seitwärts; auf dem Brustringe vor dem Hinter- 
randssaume vier etwas kleine Flecken und auf den lolgenden Körperringen 
zwei Flecken mennigrotli, die Flecken mit den zwei mittlem des Brustringes 
in zwei ziemlich regelmässige parallele Reihen geordnet, alle Flecken oval, 
die zwei mittlem des Rrustringes etwas schief liegend, der in den Seiten kaum 
ein wenig grösser als diese und aufwärts liegend, die des vierten Körperringes 
am grössten, die vor und hinter diesen stufenweise kleiner, alle der Quer nach 
liegend; die zwei Flecken auf dem Schwanzringe etwas grösser als die grös- 
sern Rückenflecken, von runder Form und weit auseinander liegend. Die Füh- 
ler pechbraun, die Wurzelglieder heller als die Endglieder. Die Unterseite 
bräunlich mit derselben Ringeinfassung wie oben, die Flecken auf dem Schwanz- 
schilde roth durchscheinend; die Beine pechbraun, mit weisser Spitze des 
Endgliedes. 

Nicht ungewöhnlich fehlen den zwei oder drei vorletzten Ringen die 
Flecken ganz und selbst auf dem siebenten Ringe ist oft nur eine schwache 
Spur davon zu sehen. 

Vaterland: Deutscliland, aber überall nur sparsam, in manchen Ge- 
genden auch sehr selten. Herr Doktor Rosenhauer fand ihn bei Erlangen. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b Hals und Rrustring mehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. 



Glomeris undulata. 

Tab. XXXVII. Fig. 73. 

Pechbraun, trüb gelblich gewässert, vier Reihen zerrissener Flecken 
hellgelb, die Einfassung am Vorderrande des Rrustringes breit und dunkler 



85 

gelb, die Kantenlinien sehr fein; der erste Furchenstrich oben und iintcn ab- 
gekürzt, zwei an der Seitenscheide kürzer als dieser. 

Länge 4| Linien. 

Koch, Deutschi. Crust., Myr. u. Arachn. Ilft. 40. 8. 
- System d. Myriap. S. 89. 4. 

Etwas breit, doch regelmässig, aber nicht hoch gewölbt, utigiMucin fcMii 
eingestochen punktirt, doch nur bei guter Vergrösserung sichtbar, und nicht 
ausserordentlich glänzend. Die Stirnfläche der Quer nach flach gewöjbl. Der 
ilalsschild von gewöhnlicher Gestalt, die zwei Furchenslriclu! auf diesem deut- 
lich und durchziehend. Der Brustring gleichbreil, mit liefer Vorderrands- 
furche; der erste Furchenstrich oben und unten abgekürzt, nämlich nie hl über 
den Rücken ziehend, auch unten die Seitenrandsscheide nicht erreichend ; an 
der Seitenrandsscheide zwei Furchenslriche, der vordere nicht zur IlückenlKthc 
steigend, der hintere kürzer als dieser. Der Schwanzring etwas klein, am Hin- 
terrande kaum merklich ausgebogen; alles Uebrige wie gewöhnhch. 

Der Kopf braunschwarz mit rostbraunen Fühlern, erster au dem ausge- 
bogenen Mundsaume gelb, letzlere an den Spitzenrändern fein weisslich. Ilals- 
schild, Brust, Körper und Schwanzringe pechhraun gelblich gewässert, auf dem 
Rücken der Ringe zwei zerrissene ungleiche Flecken und in den Seiten ein 
solcher hellgelb, zusammen zwei Rückenstreifen und einen Seitenslreif \ er- 
stellend; auf dem Schwanzring zwei grössere Flecken zerrissen, fast viereckig; 
der Saum am Vorderrande pomeranzengelb, breit und in gleicher BreiU; bis 
unter die Vorderrandsscheidc ziehend, die Vorderrandskanle aber hellei" gelb ; 
die übrigen Kantenlinien des Hinterrandes aller Ringe schmal und weisslich, an 
dem vordem Seitenwinkel ein Fleck gelblichweiss. Die Beine röthlich. 

Vaterland: Süddeutschland. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Hals und Brustring stai'k vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Polydesimis pilidens. 

Tal). XXXVIII. Fig. 74. 

Grauweisslich, der Körper in der Mitt*; der I^äugc ii.k li IuhiiiIk li ; Acy 
Halsschild halbrund, die Körperringe an den Seiten gezälml, aiit den /iliinlicn 
ein Borstchen ; Rückenpatten ziemlich deutlich ; Beine w eiss. 



86 

Länge 3i Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 136. 10. 

Der Gestalt nach mit Pol. macilenlus ühereinslimmend , auf der Stirn 
aber statt des Kerbenstrichelchens ein punktförmiges (Irübchen; die Seiten 
der Rückenschikie nicht glattrandig, sondern mit drei oder vier scharfen Zähn- 
chen, auf jedem dieser Zähnchen ein etwas dickes, durchsichtiges Borstchen. 
Die Fühler weniger dick. 

Der Kopf weiss, mit hräunliciiem Munde ; die Fühler rostbraun, alle Glie- 
der an der Spitze schmal weiss. Der Halsring gelhlichweiss, am Vorderrande 
braun gesäumt, in der Mitte am Vorderrande ein viereckiges Fleckchen, an 
den hintern Winkeln des Fleckchens ein seitwärts ziehendes gebogenes feines 
Armstrichelchen, ani Hinterrande ebenfalls Itraun gesäumt, der Saum in der 
Mitte etwas erweitert. Die Rückenschilde des Körpers gelhlichweiss, in der 
Mitte der Länge nach mit blassbräunlichem Anstriche, am Hinterrande ein 
schmaler inigleicher Saum braun, zuweilen der Darmkanal dunkler braun durch- 
scheinend und liesonders hinten einen solchfarbigen Längsstreif vorstellend ; der 
Endring und die Afterklappe, so wie der Vordertheil aller Ringe gelhlichweiss, 
eben so der Rauch und die Reine, nur heller. 

Vaterland: Rei Regensburg, in Gärten sehr sparsam. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Körperring mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Polydesmus testaceus, 

Tab. XXXVIII. Flg. 75. 

Erdfarbig gelblich mit röthlichem Anstriche, lang, mit deuthchen Rücken- 
patten, und glattrandigen Seitenkanten. Der Halsschild mit gerundeten Seiten- 
winkeln, am Hinterraude mehr als am Vorderrande gerundet und mit schwa- 
chen Eindrücken auf der Fläche. 

Länge 7 bis 7^ Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 135. 7. 

Mit Pol. edentulus sehr verwandt und ziemhch schwer von diesem zu 
unterscheiden. Er ist verhältnissmässig schmäler, imd die Patten auf den 
Rückenschilden des Körpers sind weniger schart ausgedrückt, die glattrandigen 



87 — 

Seitenkanten dieser Schilde wie bei diesem. Der Hauptunterschied liegt in dein 
Halsschilde, dieser ist länger, in der Mitte des Vorderrandes nicht gerade, son- 
dern oval gerundet, auch der Hinterrand ist stärker gerundet, und die Seiten- 
winkel mehr nach vorn zu gerückt, übrigens ebenfalls abgerundet; die Heiden 
auf der Fläche sind schwach ausgedrückt, vor dem Hinterrande (nid liinlci dem 
Vorderrande befindet sich ein Quereindruck und zwischen diesen zeigen sich 
zwei niedere, sehr undeuthche, flache Beulen. Die Kühler sind etwas dünner, 
übrigens wie bei jener Art gestaltet. 

Das ganze Thierchen ist oben glänzend rostfarbig bräunlichgelb, bald das 
Gelbliche, bald das Rostfarbige vorstechend, die Rückenschilde hinten der Quer 
nach etwas dunkler als vorn. Kopf und Halsschild sind ungemein fein braun 
gewässert, zwischen den Fühlern befindet sich ein etwas nieder dreieckiger 
brauner Querfleck, und von derselben Farbe ist die Einfassung des Halsschil- 
des. Bauch und Beine sind weiss, sehr wenig aufs Gelbhche ziehend. Die 
Fühler braun mit schmalem weissen Rande an der Spitze der Glieder. 

Vaterland: Bisher fand ich ihn nur um Hegensburg, und zwar haupt- 
sächlich im Stadtgraben, doch ist er auch hier ziemlich selten. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ 1>. Der Halsring mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Spiroboliis praelongus. 

Tab. XXXIX. Flg. 76. 

i'echbraun, der Hintertheil aller Ringe und die Einfassung des Halsrin- 
ges bräunlirhockeigelb; der Endring sehr kurz geschwänzt, die Ringe ül»er 
den brainien Beinen ungleich gefurcht; die Fühler braun uiul kurz. 

Länge 6 Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 103. 6. 

Ich habe nur ein Exemplar vor mir, und dieses ist in drei Stücke ge- 
trennt, im Weingeist aufl)ewnhrt und wenn keine Binge abgehen, ganz voll- 
ständig. 

Der Körper ist v(trii uiul liinlen etwas vcidinnil, id»rigens walzenförmig 
und in der Mitte 5 Linien dick. Mit Einschluss der Afterklajjpe sind 51: Ringe 
vorhanden mit 08 Beinen jederseits. 



Der Kopf breiler als lang, gewölbt, glänzend, mit einem kerbartigen 
Strich auf der Stirn und einer Längsfurche über dem Munde. Der Mundrand 
stark ausgebogen. Die Fühler kurz, kaum so lang als der Kopf, etwas dick, 
und mit kurzen Borsten besetzt. Die Augen sehr nieder, in fünf Reihen ge- 
drängt übereinander hegend, und ziemlich gross. Der Halsring breit, an dem 
Seitenwinkel zugespitzt, nur bis in die Backen reichend, glatt und ohne Fur- 
chen. Die Körperringe glatt und glänzend, der Vordertheil breit , der Hinter- 
Iheil schmal, beide durch eine Furche von einander getrennt; der Hintertheil 
über den Beinen mit ungleichen Längsfurchen versehen, aulwärts gegen die 
Saftlöcher kürzer und nur als Anfänge sichtbar; der Vordertheil über den 
Beinen mit aufwärts ziehenden feinen Runzeln; der Hintertheil wenig autge- 
worfen, glatter und glänzender als der Vordertheil. Die Sattlöcher sehr klein, 
doch deutlich, im Hintertheil der Ringe liegend, mit einem vei'tieften Strichel- 
chen vor und hinter denselben. Der Endring oben schwanzartig verlängert, 
aber nicht ülter die Schwanzklappe hinausragend mit abgerundeter Spitze, vor 
dieser Verlängerung oben ein Eindruck. Die Afterklappe wenig aufgeblasen, 
mit breiten, vorstehenden Klappenrändern, vor diesen an den Seiten ein seich- 
ter Eindruck. Die zwei Vorderbeine kurz, die übrigen fast 3 Linien lang, und 
etwas dickgliederig, die Hüften des dritten, vierten und fünften Paars unten mit 
einem verlängerten Eck und ziemlich dreieckig. 

Der Kopf uml das ganze Thier, mit den Beinen pechbraun (im Leben 
wahrscheinlich schwarz), der Mundsaum und ein Längsstrichelchen zwischen 
den Fühlern gelblich; die Fühler ebenfalls pechbraun mit gelblichen Spitzen 
der Glieder. Die Einfassung des Halsringes und der Hintertheil aller Ringe 
dunkel ockergelb, letzter aufs Braungelbe ziehend; die Afterklappe braungrau, 
der Klappenrand wieder ockergelb; die Krallen der Beine an der Spitze gelblich. 

Vaterland: Brasilien. 

Anmerkung. Ein zweites nicht ganz vollständiges, ebenfalls in Stücke 
zerfallenes Exemplar hatte 90 Beine. 

Fig. a. Das Thier in natürhcher Grösse. 
„ b. Ein Ring mit den dreieckigen Hüftengliedern. 



89 

Poljzoniuin gerinanicum. 

Tab. XL. Fig. 77. 

Flach gewölbt, gläiizoiul, roslgclb, an den Seitenkanten heller, die Füh- 
ler weisslich, alle Glieder an d(!r Spitze braun, die Beine gelblichvveiss. 
Länge 6 Linien. 
Isis 1837. H. V. 

Koch, Deutschi. Crusl., Myriap. u. Arachniden IL 40. 17. 
- Syst. d. Myriap. S. 143. 1. 

Das ganze Thierchen durchaus glänzend, der Körper idjcr den Hucken 
der Quer nach etwas nieder nicht ganz halbrund gewölbt, voin und binteii 
verloren etwas schmäler als in der Mitte, an den Seitenkanten geschärll, un- 
ten ziemlich tlach. Der Kopi' auf die Brust gedrückt und gegen den Mund zu 
ausgespitzt. Die Fühler dick, die Wurzelglieder verloren etwas dünner als die 
folgenden. Der Ilalsscliild an Vorder- und Ilinterrand gerundet, an den Sei- 
ten in ein spitzes Eck ausgelieiul. Der llintertlied der Binge etwas liöber als 
der Vordertheil, glatt und ohne Furchen; die Seilenkaulen nalillürniig vor- 
stehend, einen ziemlich hohen feinen Saum bildend, die drei vordem Ringe 
ohne Sallloch, alle Körperringe mit Ausnahme des letzten mit einem solchen, 
ziemlich deutlich, nahe an dem Seitenkielchen am Hinterrande des vordem 
Bingtheils und in diesem liegend; der vorletztf^ Bing hinten nach der (Irösse 
des kleinen, llachen Endschildes am Ilinterrande ausgebogen; die Binge auf 
dem Bauche llacb, doch recht deutlich sichtbar. Die Beine klein, kaum mit 
der Spitze ein wenig über die Seiten des Körpers hervortretend. 

Der Ilalsschild, die drei vordem Ringe und alle Kürpcrringe rostgelb, 
all«' in der Mitte des hintern Bingtheils rostbräunlich, letzteres vielleicht nur 
zutallig. Der Kopf heller mit schwarzen Augen. Die Fühler gelblichweiss, 
alle Glieder am Spitzenrande ziemlich breit schwarz. Die ganze Unterseite 
blass gelblich; die Beine weiss. 

V a t e r 1 a n d : Gegend von Berlin. 

Fig. a. Das Thier vergrösscrl. 
„ b. Natürliche Grösse. 



90 



Siphonophora Portoricensis. 

Tab. XL. Fig. 78. 

Das erste Fühlerglied sehr klein, die folgenden zusammen sich gegen die 
Spitze keulenförmig merklich verdickend. Der Kopf an der Spitze mit einer 
langen, dünnen, spitz auslautenden, schnabelförmigen Verlängerung. Durchaus 
ockergelb. Vaterland: Portorico. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 

Anmerkung. Die Beschreibung und die Bemerkungen über die be- 
sonderen Formen dieser in jeder Hinsicht merkwürdigen Myriapode finden sich 
in den Aufzeichnungen des Verfassers nicht mehr vor. Es muss daher auf das, 
was Brandt hierüber gesagt hat, und auf die hier beigegebene Abbildung hin- 
gewiesen werden. Der Herausgeber. 



Scolopendra mactans. 

Tab. XLl. Fig. 79. 

Olivengelb, Beine heller, an den Endgliedern olivengrünlich; die schwar- 
zen Augen mit gelber Iris. Kopf und Fresszangen eingestochen punktirt; die 
zwei Hinterbeine dünn, lang, an der Innenseite zwei, an' der Unterseite 
ebenfalls zwei Zähne. 

Länge 4 Zoll. 

Koch, Syst. der Myriap. S. 156. 6. 

Der Kopf flach gewölbt, oben fast ganz flach, zienüich herzförmig, am 
Hinterrande gerade, mit etwas kurz abgerundeten Ilinterrandswinkeln, die Sei- 
ten bis zu den Augen gerundet; die Fläche glänzend, ohne Längsnähte, 
ziemhch grob eingestochen punktirt; die drei Vorderaugen ziemlich gleich- 
gross, die zwei obern einander, bis auf einen sehr schmalen Baum, genähert, 
das untere ein wenig weiter entfernt, von der Grösse des vordem, alle drei 
ein Dreieck bildend ; das hintere Auge gebogen birnförmig, ziemlich gross ; der 
Zwischenraum im Dreieck der drei vordem grob eingestochen punktirt. Die 
Fühler massig lang, vorn dick, gegen die Spitze sehr verdünnt, die Mittelglie- 
der länglich. Die Kehle gross, glänzend, vom mit einem Längsgrübchen, die 



91 

Spitze sUimpf, die fläche glänzend und eingestochen punkliit. Die getheilte 
Lefze ziemüch glatt, mit gebogenem Aiissenrande, auf jedem dieser Theile sechs 
zahnartige Höcker, die drei vom Innenwinkel an zusammengeflossen. Die Fress- 
zangen stark, von gewöhnlicher Gestalt, ziemlich grob eingestochen punktirl, 
besonders unten; die Fangkrallen lang und gebogen. Der Ilalsschild oben et- 
was flach, ziemlich lang und wie die Körperschilde glänzend, letztere von niclit 
ungewöhnlicher Gestalt, vom fünften an mit Einschluss dieses die folgenden 
mit einer Seit<!nfnrche, die Furche der vordem schwach, die der hintern deut- 
lich, mit aufgeworfenen Seitenrändern. Die Bauchschilde glänzend und gross; 
der Afterschild ziemlich lang mit stumpfrunder Spitze, der Länge nach rinnen- 
lörmig eingedrückt. Der Endring unten beiderseits wenig aufgeblasen mit lan- 
gem , kegelförmigen Innenw inkel und mit zwei Zähnchen auf der Spitze ; die 
Fläche ziemlich grob und dicht eingestochen punktirl. Die Deine von gewöhn- 
licher Grösse und Gestalt, die zwei Endbeine aber lang imd im Verhältniss 
zum Körper dünn ; die Glieder walzenförmig, das erste und zweite mit der ge- 
wöhnlichen Einkerbung an der Spitze, der Innenwinkel des ersten dorntormig 
verlängert mit einem kurzen und einem längern Zähnchen an der Spitze; an 
der Innenseite zwei Zähne, schief untereinander, unten ebenfalls zwei Zähne, 
weiter entfernt hint(;reinander liegeiul. 

Das ganze Thier olivengelb, Kopf, Ilalsschild, Kehle und Fresszangen 
aufs Ockergelbe ziehend, die Fangkrallen der Fresszangen schwarz. Die Augen 
schwarz mit gelber Iris. Dauchschilde und Beine etwas heller als die Rücken- 
schilde , die drei Endglieder der Beine etwas aufs Grünliche ziehend. Die 
Fühler gelb, an der Spitze ins Ohvenbräunliche übergeheiul. Die zwei Theile 
des Endschildes unten rostroth. 

Vaterland: Java. 

Fig. a. Das Thier in natürlicher (irösse. 

„ b. Die Augenstellung vergrösst^rl. 

„ c. Das vordere Glied der lliiilerbcine von inilcn. 

„ d. Dasselbe von (»ben, ebenfalls vergrössert. 

Ein vollständiges Exemplar dieser Art befindet sich in der reichen Samm- 
lung des Herrn Sturm in Nürnberg. Ein zweites ist mir noch nicht vor- 
gekommen. 



92 

Scolopeiidra ferruginea. 

Tab. XLI. Flg. 80. 

Rostroth; Fresszangen und Beine ockergelb; die Augen sammt der Iris 
schwarz. Der Kopf eingestochen punktirt; die zwei Hinterbeine lang, an der 
Innenseite und unten zwei Zähne. 

Länge 3^ Zoll. 

Linn. syst. nat. I. II. 1063. 6. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 157. 8. 

Mit der vorhergehenden Art Sc. niaclans sehr nahe verwandt und nur 
darin verschieden, dass die Fresszangen weitschichtiger punktirt sind, und auf 
dem Aussenrande der Lefzen sich imr fünf Zähne befinden. 

Kopf, Halsschild und alle Rückenschilde rostroth, mit etwas olivenfarbigem 
Anstriche. Kehle, Lefze und Fresszangen duidielockeigelb , die Fangkralle der 
letzteren schwarz. Bauchscliilde und Reine olivenfarbig -ockergelb, die zwei 
Hinterbeine etwas dunkler als die andern. Die Augen schwarz mit gleich- 
farbiger Iris. 

Vaterland: Zweifelhaft. 

Aus der Sannnlung des Herrn Stinni in Nürnberg, wohin ein Exemplar 
vom Herrn Prevost Duval in Geneve milgelheilt worden ist. 

Vielleicht nur Varietät der vorhergehenden Art, aber eine auflällende. 



Pachyineriiiin ferrugineum. 

Tab. XLll. Fig. 81. 

Rostroth; Fühler und Reine ockergelb; der Kopf lang, eingestochen punktirt, 
die Kehle grob punktirt; der Körper spindeltörmig. 

Länge 1\ bis H Zoll. 

Geophilus ferrugineus. Koch, Deutschi. Crust., Myriap. u. Arachn. Hft. 3. 2. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 187. 1. 

Der Kopf lang, 1^ so lang als breit, an den Seiten oval gerundet, hinten 
und vorn gleichbreit und stumpf, auf dem Rücken der Quer nach ziemlich 
gewölbt, glänzend, hinten zwei bis in die halbe Länge ziehende Reihen ziem- 
lich grober eingestochener Querpunkte , zur Seile und vor der Spitze solche 
Punkte in unordentlicher Stellung und mehr vereinzelt. Die Füliler ein wenig 



93 

über doppelt so lang als der Kopf mit feinborstigen Gliedern. Die Kehle sebr 
breit, glänzend, am Endrande scbwacii gebogen, flacb gewölbt, auf der Mitte 
eine spindelförmige Längsrinne, die Fläche unordentlich grob eingestochen punktirt. 
Die Fresszangen gross, mit den Fangkrallen fdjcr den Koj)f hinausragend, das 
zweite Glied an der Spitze der Innenseite mit einem Zähnchen, eben so die 
drei Falten des folgenden, zusammen an der limenseite vier Zähnchen, die 
Fläche weitschichtig eingestochen punktirt und mit einzelnen Borstchen besetzt, 
die Punkte auf der Unterseite ziemlich grob. Der lange Körper in der Mitte 
allmälig merklich verdickt, daher spindelförmig, der Quer nach ziemlich ge- 
wölbt, sehr glänzend, auf dem Rücken der Ilauptschilde zwei Furchenslriche, 
die obere Fläche ziemlich in drei gleiche Theile zerlegend; die Zwischenringe 
deutlich, an den Haupt- und Zwischenringen ein wenig vorstehendes Seiten- 
schildchen; der vorletzte Ring hinten verschmälert, oben mit zwei abgekürzten 
Furchenstrichelchen , der Atterring länglich, an der Spitze halbrund imd fein 
borstig. Die Baucbscliilde flach, mit einem derben Furchenstrich an den Seiten 
und ovalem Grübchen auf der Mitte eines jeden. Die Reinchen sehr düim, 
von gewöhnhcher Gestalt; das Wurzelglied der Hüften des Endpaares dick, 
unten eingestochen punktirt, das zweite Hüftenglied sehr klein, die fünf Rein- 
glieder dünn, stufenweise dünner und ungleich borstig; beim andern Geschlechte 
verdickt, die drei vordem kaum länger als dick. 

Der Kopf und der Körper oben und unten rostroth, auf erslerm ein 
spindelförmiges Längsstrichelchen dunkler, beiderseits mit einem h<!llern Slri- 
chelchen verdeutlicht, doch meistens sehr undeutlich; auf der Mitte des Kör- 
pers ein Längsstrich dunkelrostbraun. Die Kehle ebenfalls rostroth ; die Fress- 
zangen heller, das zweite und dritte Glied aufs Ockergelbe ziehend, die Ivuig- 
kralle schwarz. Die Fühler und die Reine ockergelb, erstere dunkel, aufs 
Rostgelbe ziehend. 

Abänderungen beschränken sich allein auf dunklere oder heller(! tirund- 
larbe, gewöhnlich sind die kleinern Exemplare heller. 

Vaterland: Deutschland, Unter feuchtem Moose in hiesiger Gegend 
sehr gemein. 

Fig, a. Das Thier vergrössert, b. Der Kopf von oben mit einem Füh- 
ler und einer Fresszange, c. die zwei Endschilde von oben mit einem SchU^jp- 
beine, d. dieselben von unten, e. dieselben des andern (ieschlechtes, Alles 
stark vergrössert. 1. Natürliche Grösse. 



94 

Glomeris multistriata, 

Tal). XLIII. Fig. 82, 83, 84. 

Bräunlicligell) ; sechs Läiigsstreifeii auf den Körperringen schwarz, die 
zwei inilllern des Brustringes genähert und gerade, die zwei Seitenstreifeu 
schiefliegend. Zehn Furchenstriche an der Seilenrandsscheide, davon drei über 
den Rücken durchziehend. 

Länge 5 — 6 Linien. 

Koch, Deulschl. Crust., Myriap. u. Arachn. Hfl. 40. t. 5. i 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 9L 12. 

Julus plumbeus. Ohv. Enc. meth. VIL 3. ? . 

In der Gestalt mit Gl. hexasticha ziemlich übereinstimmend, mit geglät- 
teter glänzender Fläche. Der Kopf sehr tlacli gewölbt, vor dem geschärften 
Hinterrande der Quer nach rinnenförmig eingedrückt. Der Halsschild hinten 
zurückgehogen , die gleichlaufenden Querstriche deutlich. Die Vorderrand.s- 
furche tief, breit und hohl , an der Seitenrandsscheide eigentlich nur fünf oder 
sechs Furchenstriche, vier oder fünf vor dieser, unter die Scheide sich ver- 
lierend, diese einander etwas mehr als die hintern genähert; gewöhnlich sind 
zehn solcher Striche vorhanden, zuweilen ist auch einer davon abgekürzt oder 
erloschen, drei davon ziehen über den Rücken, sind also durchlaufend; auch 
an den Seiten der übrigen Ringe sind die Furchenstriche in grösserer Anzahl 
als gewöhnlich da. Der Endschild ist am Hinterrande gerundet. 

Der Kopf sannnl den Füldern schwarz, nur die Vorderrandskante gelblich. 
Der Halsschild schwarz, hinten gelblich gesäumt, zuweilen seitwärts ein grös- 
serer oder kleinerer gelblicher Fleck. Die ülnigen Ringe bräunlichgelb, zu- 
weilen aufs unrein Gelblichweisse ziehend, auf den Ringen bis zum Endring 
sechs Längsstreifen schwarz, die zwei mittlem auf dem Rrustring ziendich gerade, 
einander genähert, doch hinten etwas auseinander sich biegend; der obere Sei- 
tenstreif von dem mittlem ausgehend und sehr schief liegend, der untere sich 
vom Hinterrande rund gegen die Seitenrandsscheide biegend unil einen ziemlich 
runden gelblichen Fleck einschliessend; die Streifen der Körperringe gewöhnlich 
schmal, die zwei mittlem winkelartig mit der Winkelöfl'nung gegeneinander 
gekehrt, eben so die des obern Seitenstreifs etwas winkelig gebrochen, aber 
mit der Winkelöllnung seitwärts stehend, die Streifen der hintern Ringe eben- 
falls schief und nicht gebrochen; auf dem Endring zwei genäherte Längsstriche, 
sich zunächst der \>'urzel lang seitwäils schwingend. Alle Ringe mit weissen 
Kanten und vor dieser Kante eine braune Schatlenlinie. Die Unterseite gelb^ 



95 

mit durchsichtig weisser Kanteneinfassung und etwas hräunlichem Schatten an 
diesem. Die Beine gelbbräunlich. 

Diese Art variirt sehr, so zwar, dass die schwarzen Zeichnungen die 
Oberhand erhalten. Nicht ungewöhnlich sind die Streifen des Brustringes durch 
einen breitern Querstreif am Vorderrande verbunden und die zwei mittlem 
Streifen auf dem Körperringe so zusammengeflossen, dass sie nur ein breites 
schwarzes Längsband vorstellen. Bei seltenern Varietäten sind dici schwarzen 
Streifen so fein, dass sie blos schmale Linien vorstellen. 

Bei einer sehr schönen Abart gehen die schwarzen Zeichnungen ins Blei- 
farbige , oder ins Bläuliche oder ins Dnnkelhimmelblaue über, alsdann erhalten 
auch die rostfarbigen Zeichnungen einen bläulichen Anstrich. Wechselt mit 
acht und sieben Augen in der Beihe; die blaue Abart hatte sieben, eine der 
schwarzen acht, die andere sieben. 

Vaterland: Oberitalien, im südlichen Deutschland jenseits der Alpen, 
auch im südlichen Frankreich. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Hals und Brustschild mehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 
„ d. u. e. Varietäten. 



Glomeris connexa. 

Tab. XLUI. Fig. 85. 

Schwarz, sehr glänzend, alle Binge weiss gcsäunil, auf dein Hiukcn eines 
jeden Binges zwei Flecken, zwei Längsstreifen vorsiclicnd; und in den Seiten 
ein dreieckiges Fleckchen mennigrotli; hinter der Vorderrandsfurche ein Knckin- 
strich, und drei gebogene Striche an dtjr Vorderrandsscheide sehr fein. 

Länge 4 bis 5^ Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 97. 34. 

Der Körper breit und nicht sehr hoch gewölbt, durchaus sehr glänzend. 
K()i»f und Fühler haben nichts Besonderes. Der Ilalsschild aber ist kurz, 
dab.-r hinten etwas flach gerundet, mit den gewöhnlichen zwei Furchenstricln-n. 
Die Vorderrandsfurcbe des Brustringes tid und in gewöhnlicher Lage, hinter 
dieser ein feiner Furchenstrich bis fast zum Vürdeirandswiiikrl liiiiabsteigen<l, 
am Ende aber von diesem etwas mehr abstehend und iiiiler diesem ikkIi ein 



96 

kurzes, gebogenes Rantlstrichelchen; an den Seitenrandsscheiden drei Striche, 
stufenweise kürzer, der vordere über die halbe Höhe sich hinauf schwingend. 
Der Hinterrand des Endringes nicht ausgebogen. 

Der Kopf und Halsschiid, der Brustring und alle Körperringe schwarz; 
der etwas ausgebogene Mundsaum gelbhch ; der Halsschild am Bogenrande sehr 
fein, der Brustschild am Hinter- und Seitenrande, auch am Vorderrande bis 
zum Halsschilde, und alle Körperringe am Hinler- und Seitenrande weiss ge- 
säumt; auf dem Brustringe und den Körperringen bis zum Endringe vier Flecken 
mennigroth, die auf dem Rücken grösser, und zwei vorn und hinten sich 
nähernde Längsstreifen vorstellend, die zwei Rückenflecken auf dem Brustring 
erst in der Hälfte der Breite des Ringes anfangend und von etwas dreieckiger, 
die übrigen von mehr viereckiger Form; die Seitenflecken al)vvärts schmäler 
und länglich dreieckig, die Spitze nach unten gekehrt; auf dem Endring zwei 
Flecken nebeneinander, nur durch einen vorn und hinten etwas erweiterten 
Strich von einander getrennt, manchmal auch zusammengeflossen, die Flecken 
selbst gross und vom Vorderrand bis zum Hinterrandssaume ziehend. Die 
Ringe unten sannnt dem Bauclie und den Reinen gelb. 

Sie variirt mit grössern und kleinern Rückenflecken, doch nicht besonders, 
wenigstens sind die Exemplare, die ich vor mir habe, einander ziemlich gleich. 

Vaterland: Oberbaiern, die Gegend von München und weiter hinauf; 
auch bei Erlangen. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Hals und Brustring sehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. 



Platyrhaciis rufipes. 

Tab. XLIV. Fig. 8G. 

Dunkelbraun, die Beine und Fülder roth; die Seitenlappen gross, mit 
gelben Randzähnen, die Fläche gekörnt, am Hinlerrande des Hintertheils der 
Rückenschilde eine Oii*'i'''wbe runder grösserer Körnchen. 

Länge 3| Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 132. ?. 

Aus der Königl. Sammlung in München, in welcher ein vollständiges, in 
AVeingeist gut erhaltenes Exemplar sich vorlindct, von welchem ich die Abbil- 
dung entnonnnen habe. 



97 : 

Der Kopf ist iiii Verhältiiiss zum Körper etwiis klein, die Siirn über den 
Fühlern etwas vorgedrückt und mit einer tiefen, etwas breiten, bis zwischen 
die Einlenkung der Fühler ziehenden Kerbe, unter den Fühlern ist das Gesicht 
der Quer nach eingedrückt; die Backen sind gross, dick und aufgetrieben; die 
Fühler merklich länger als der Kopt nach der Breite, das vordere (llied wie 
gewöhnhch kurz, die vier folgenden gleichgross, gegen die Spitze verdickt, das 
vorletzte Glied am längsten und gerade, das Endghed sehr klein, alle mit 
Borsten besetzt. Der Halsschild am Vorderrande gerade, am Ilinterrande in 
der Mitte wenig gerundet, gegen die Seitenwinkel zu etwas geschweift, die 
Fläche fein und ungleich gekörnt, am Vorderrande eine gerade, perlenartige, 
grössere Körnerreilie, am Ilinterrande eine gleiche, aber undeutlich, in der 
Mitte des Schildes ein seichter Längseindruck. Die Körperiinge nicht beson- 
ders dick, mit sehr grossen breiten Seitenlappen, letztere an den vordem Bin- 
gen vorwärts geschweitl, an jenen des Mittelkörpers ziendich gerade, an 
jenen der hintern Binge rückwärts gezogen, die Lappen am Vorderrande ge- 
rundet, am Hinterrande ausgebogen, am Seitenrande gerade, ungleich und 
deuthch gezahnt, an den Lappen der iiintern Binge die Zähnchen dichter; die 
Fläche des Hintertheils der Binge mit den Lai)[)en ohne Ordnung gekörnt, die 
Körnchen auf der Mitte der Binge sehr klein, auf den Seitenlappen grösser; 
vor dem Hinterrande eine Querreihe nicht gedrängt stehender, runder, grös- 
serer Körnchen und unten am Hinterrande der Binge scharfe Zähnchen, gegen 
die Einlenkung der Beine zu die Zähne grösser; die Saftlöcher rund, oben in 
der Mitte der Lappen etwas geglättet und an einer niedern Beule; die ganze 
Fläche des Thieres oben und unten glanzlos; der Endring oben llach, in einen 
breiten Schwanz verlängert, am Hinterrande höckerig und ein wenig gerundet; 
die Afterklappe nicht sehr dick, grob gerieselt, mit vorstehenden etwas ge- 
schärften Klajjpenrändern , an dem untern Schildclien der Klappe zwei kurze, 
an der Spitze gerundete Zäpfchen. Die Bc-ine von gewöhnlicher Gestalt, ziem- 
lich lang und kni'zliorstig. Itas ganze Tbirr ulim und iinlcii (Innkclliraun, um- 
die Zähnchen an den Seiteidvanten der Kör|tcrlappen gellilicliwciss. Fühler 
und Beine dunkelrostroth; die zwei Zäpfchen an dem Klappcn.sdiiMcbcn von 
derselben Farbe. 

Vaterland: Unüewiss, wahrscheinlicli Brasilien. 



Koch, Mjriapoileii. 



98 



Tropisoma pallipes. 

Tab. XLIV. Fig. 87. 

Rostroth, glänzend, auf den Körperringen zwei eiförmige, gegeneinander 
schief h"egende Flecken und ein Querfleck über den Beinen gelblichweiss ; die 
Seitenbeulen geglättet, unter diesen in den Seiten ein Paar Furchenstrichelchen. 

Länge 7^ Linien. 

Julus pallipes. Oliv. Enc. meth. VIL 414. 12. 

Tropis. pallipes. Koch, Deutschi. Crust., Myriap. u. Arachn. Hft. 40. 13. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 129. 1. 

Der Körper im Ganzen genommen ziemlich walzenförmig, vorn zwar 
etwas aber wenig und verloren dünner, liintcn vom vierten Ringe an mehr 
kurz kegelförmig sich ausspitzend. Das ganze Thierchen sammt Kopf, Fühlern 
und Beinen ziemlich stark glänzend. Der Kopf etwas breiter als der Hals, die 
Seitentheile faltig und backenartig aufgetrieben, die Stirn stärker gewölbt, etwas 
dick aufgetrieben, mit einer tiefen, kerbartigen Längsfurche. Die Fühler in 
nicht beträchtlicher Breite ziemlich in der Mitte des Kopfes eingefügt, dünn, 
ziemlich lang; die OelTnung der Einfügung mit etwas erhöhtem Rande; das 
Wurzelglied klein , die fünf folgenden gleichlang , das Endglied sehr klein , die 
äusseren Glieder zart hehaart. Der Halsschild gewölbt, an den Seiten vom 
Vorderrande aus gegen den Hinterrandswinkel ein wenig geschwungen, und 
mit schmal erhöhten, etwas scharfen Kanten an den Seiten, sich in den Vor- 
derrand sanft verlierend. Der Vordertheil der Körperringe walzenförmig, aber 
fast ganz eingezogen; der Hintertheil der Schilde oben der Länge nach etwas 
gewölbt, der Quer nach bis zu den Seitenbeulen etwas flach gewölbt, die 
Seitenbeulen oben und unten mit einem furchenartigen Eindruck, auf ihrer 
Fläche und selbst in den Sattlöchern geglättet, die Beulen hinten erhöht, vorn 
verloren in dia Ringfläche übergehend, unter diesen in den Seiten ein Paar 
ftircheuartige Strichelchen , am vordem Ring statt der Beule eine tiefer an- 
gebrachte, geschärfte Längskante; der Endring an der Spitze in ein ziemlich 
weit über die Äfterklappe hinausragendes, an der Spitze gerundetes und be- 
haartes Schwänzchen verlängert. Die Afterklappe wenig aufgetrieben , mit er- 
höhten, schmalen Klappenrändern. Die Beine ziemlich lang, die vordem Glie- 
der gegen die Spitze verdickt. 

Die Grundfarbe ist ein dunkles Rostroth, oben auf den Hintertheilen der 
Körperringe zwei eiförmige grosse Flecken gelblichweiss, sich sanlt in die 
Grundfai'be verwaschend, beide Flecken gegeneinander schief liegend und sich 



99 

hinten von einander entfernend; in den Seiten unter der Beule ein solcher 
gelblichweisser Fleck der Quer nach Hegend und weniger hell als die ohern. 
Fühler und Beine dunkelockergelh. 

Ich besitze drei Stück, welche in Gestalt und Farbe vollkommen mit- 
einander übereinstimmen. Alle drei Stück aus einer Wiener, nach Regensburg 
veräusserten Sammlung. 

Vaterland: Unbekannt. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Tropisoma ferriigineum. 

Tab. XLV. Fig. 88. 

Rostroth, glänzend, auf dem Rücken der Körperringe verloren rostgelb 
mit einem rostbraunen Kreuzstrich. Die Seitenbeulen geglättet und unter die- 
sen einzelne Längsfältchen. 

Länge 8 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 130. 3. 

Herr J. Sturm in Nürnberg theilte mir zwei Exemplare dieser sclmiitii 
Art zur Abbildung und Untersuchung gefälligst mit der Etikette: .Iiiius fcnu- 
gineus von Triepke mit, welche einander im Wesentlichen gleich sehen, nur 
ist das eine etwas dicker, von Farbe heller und sehr walirsclieinJich das Weib- 
chen , das schlankere al)er das Männchen dieser Arl. 

In Gestalt ist sie mit Trop. corrugalum ganz übereinstimmend und ihm- 
darin verschieden , dass die Runzeln durchaus fehlen und die; ganze Fläche 
geglättet ist. 

Die Färbung ist ziemlich dieselbe, nur sind die Kückcnlleckcn weniger 
deutlich und mehr mit eingemischtem Rostroth verfinstert und der Kreuzstrich 
derber ausgedrückt. Fühler und Beine ziehen mehr aul's lii»strn(ldielie als 
aufs Ockergelbe. 

Vaterland: Aus Preussen. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



100 — 

Tropisoma corrugatum. 

Tal). XLV. Fig. 89. 

Schlank, mattglänzeiid, rostroth, vorn auf den Körperringen zwei gelb- 
liche Flecken nebeneinander; die Fläche in den Seiten runzelig. 

Länge 7 Linien. 

Kocli, Syst. d. Myriap. S. 129. 2. 

Eine Entdeckung des Herrn J. Sturm in Nürnberg, aus dessen Samm- 
lung ich zwei vollständig mit einandei' übereinstimmende Exemplare vor mir habe. 

Die gegenwärtige Art in Hinsicht der Gestalt mit Trop. pallipes in gros- 
ser Verwandtschaft, nur ist sie verhältnissmässig dünner und mein- walzenför- 
mig oder mehr gleichdick, nämlich gegen den Kopf zu weniger und kaum 
merklich verdünnt. Die Fläche des ganzen Thieres hat wenig Glanz und ist 
fein gerunzelt, die Runzeln oben und unten an den Seitenhöckern dichter und 
stärker, daher hier rauher als übrigens. Die Seitenhöcker und alles Uebrige 
wie bei jener Art. 

Kopf imd Körper bräunlichrostroth, heller als bei pallipes; auf dem 
Rücken zwei Flecken ne])eneinander und schief liegend, ebenfalls ziemlich wie 
bei jenem, aber gelb und mehr durch die eingemischte Grundtarbe getrübt, über- 
diess der rostrothe Rückenstreif, der sich zwischen beiden Flecken bildet, sich 
nach hinten zu durch eine rostroth vertiefte deutliche Querfalte erweiternd und 
die gelben Rückenllecken durchschneidend, selbst aber ein rostrothes Kreuz auf 
jedem Ringe bildend; die gelblichweissen Seitenflecken unter den Seitenhöckern 
zeigen sich nur als heller roströthliche Stellen. Fühler und Reine sind dunkel 
ockergelb. 

Vaterland: Die Gegend von Oberkrunnnbach bei Hersbruck in der 
baierischen Provinz Mittelfranken. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Craspedosoma ciliatum. 

Tab. XLV. Fig. 90. 

Kopf und li;ilsscliii(l bräunlicligclb, erster niil schwarzer Stirnbinde. 
Körper braungrau mit schwarzem [{ücken, lelzter ohne Längsfurche; über 
den Seiten zwei Heilieii Kiinuheii. auf jedem ein sleifes Ijorslchen. 



101 

Länge 4| Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 122. 3. 

Der Kopf breit, gewölbt, kurz, glatt. Augen und Kidiler von gewöhn- 
licher Form. Halsschild kurz, an den Seiten spitzwinkelig, am \ mdcirande 
eine mit diesem gleichziehende Querfurche. Der Ktu'per ziemlich waizeiitörmig, 
gegen den Kopf zu etwas verdünnt, mit scharf abgesetzten lliugeu, ohne die 
gewöhnliche Längsfurche auf dem hintern Ringtheile, beiderseits des Mittel- 
ringes ein wenig deuthches, abgekürztes Strichgrübchen, scheinbar auf einem 
glänzenden niedern Hügelchen, und auf der obern Seitenkante das gewöhnliche 
Eckchen, auf allen eine steife Borste; der Endring kurz und stumpf. Die 
Beine ohne besonderes Merkmal. 

Das Gesicht bräunlichgelb, mit einer sehr breiten braunschwarz(>n Stirn- 
binde. Fühler braunschwarz. Halsscliild bräunlichgelb. Der Krtipin' bi'aun- 
grau, der Rücken bis über die seitlichen Höcker mit Einsclüuss des Endrin- 
ges schwarz, die Höckerchen weisslich scheinend; nahe unter den Seiteneck- 
chen ein Fleckenstreif braunschwarz; die Borstchen auf den Höckerchen und 
den Seiteneckchen weiss. Bauch und Hüften weisslich; Beine graubraun. 

Vaterland: Krain, aus der Sammlung des Herrn Kaufmanns Schmitt 
in Laibach. 

Anmerk. Ich habe drei Stücke vor mir, welche einander ganz gleich 
gestaltet und gefäi'bt sind. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Fühler vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Chortleuma syl\ estre. 

Tab. XLVl. Fig. 91. 

Walzenförmig, mn* ,an den liiiilciii Bingen ein Seilenftki hni , ^dldii li- 
weiss, auf dem Bücken braun mit eiiu'r sehr feinen Längslinie. Bauch und 
Beine weiss. 

Länge 6 Linien. 

Craspedosoma polydesmoides. Koch, Deulschl. frustac, Myriap. u. Arachn. 
Hft.40. 15. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 124. 1. 



102 

Der Körper ist walzenförmig, gegen das Ende zu verloren etwas dünner, 
sehr glatt und glänzend, die Ringe wenig aufgeworfen, am Hinterrande in den 
Seiten der z«hn Endringe ein Eckchen oder Knötchen, an den Endringen am 
deuthchsten, gegen den zehnten Ring hin allmälig kleiner und schwerer zu 
sehen, an den übrigen Ringen blos ein Pünktchen, das sich an den vordem 
Ringen ganz verliert; an den Ringkanten einzelne Rorstchen; der Endring 
borstiger, mit stumpfer Spitze. Der Kopf am Ilinterrande ausgebogen, mit 
länghchem, etwas glattem Gesichte und deutlichen Augen in ganz gewöhnlicher 
Lage. Die Fühler lang, dünn, behaart. Die Afterklappe flach gewölbt, glän- 
zend, die Beine lang. 

Die Grundfarbe des ganzen Thierchens ist ein unreines Gelblich weiss, der 
Kopf vorn mit der Stirn etwas dunkler, die Schläfe heller als das Gesicht; die 
Augen schwarz; die Fühler rothbraun, aufs Weinrothe ziehend, die Glieder 
an der Wurzel etwas heller. Der Rücken des Körpers ist ein staubiges Braun, 
gegen die Seiten weniger dunkel mit einem gelbhchweissen ovalen Fleck an den 
mittlem Ringen, über den Rücken zieht eine feine weisse Linie. Der Halsring 
hat die Farbe des Kopfes, verdunkelt sich aber am Saume des Hinterrandes. 
Die Afterklappe ist gelbbraun, der Untertheil der Seiten und der Bauch heller 
gelblichweiss. Die Beine weiss, an der Spitze etwas auf's Weinröthliche ziehend. 

Ich fand diese Art auf sumpfigen Stellen in grossem Wäldern unter 
feuchtem Moose. In Gläsern mit solchem Moose angefüllt, habe ich sie lange 
Zeit lebend erhalten, ins Trockene gebracht ste ben sie während der Unter- 
suchung. 

Vaterland: Bisher nur in der baierischen Provinz Oberpfalz gefunden. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Natürhche Grösse. 



Scolopendra sulphiirea. 

Tab. XLVII. Fig. 92. 

Blass ockergelb; Kopf und Fresszangen ohne eingestochene Punkte, auf 
dem Endschild des Körpers ein Längskiel; die Hinterbeine dünn und lang, 
an der Innenseite des ersten GHedes zwei, an der Unterseite ebenfalls zwei 
Zähne. 

Länge 5 Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 156. 7. 



103 - — 

In mancher Hinsicht mit Sc. mactans nahe verwandt, doch schwerlich 
dieselbe Art. Der Körper ist verhältnissniässig schmäler, der Kopf zwar von 
derselben Gestalt aber ohne eingestochene Punkte, welche jene deutlich cha- 
rakterisiren ; auch die Fresszangen sind glatt und ohne solche Punkte; auf 
dem Endschilde des Körpers befindet sich ein den Hinterrand nicht erreichen- 
der, flacher Längskiel, welcher jener fehlt; alles Uebrige ist wie bei dieser. 

Kopf, Fresszangen und alle Körperschilde hellockergelb, ebenso die 
ßauchschilde. Die P^ühler von derselben Farbe, an d(^r Spitze etwas bräun- 
lich angelaufen. Die Fangkralle der Fresszangen schwarz; die zwei Theile der 
Unterseite des Endringes rostgelb; die Beine bis zur Spitze gleichfarbig gelb, 
etwas heller als die Rückenschilde. 

Vaterland: Java. 

Fig. a. Das Tliier etwas vergrössert. 
„ b. Augenstellung. 

» c. l 

) Stellung der Dornen an den Schlei)pbeinen. Alles vergrössert. 
,, o. 

„ e. Natürliche Grösse. 



Dacetum Capense. 

Tab. XLVII. Fig. 93. 

Gelbhch oliventarbig mit einer hellgelben Rückenlinie, Beine und Fühler 
gelb, Fresszangen und die zwei Hinterbeine dunkel ockergelb, das erste Glied 
der letztern oben an der Innenseite mit vier grossen, unten mit fünf Zähnen. 

Länge 3| Zoll. 

Koch, System d. Myriap. S. 17L 1. 

Der Kopf fast etwas länger als breit, llach, an dem Ilinterwinkel stark 
abgerundet, an der Spitze etwas stumpf mit einer sreichten Kerbe, die Fiärhi' 
glänzend mit zerstreuten eingestochenen Punkten. Die Fresszangen von ge- 
wöhnlicher Gestalt, stark glänzend, die Fangkrallc kräftig, gebogen, mit eiför- 
miger Giftritze oben nahe an der Spitze. Die Augen gross, die drei vordem 
im Dreieck stehend, in nicht halb(>r Augenbreite von einander entfernt, das 
hintere weiter zurück und schief liegend und von ziemhch ovaler Gestalt. Die 
Fühler lang, mil länglichen sammetartig behaarten Gliedern der Endhäiae. 
Die Kehle gross, glänzend, seitwärts gewölbt, oben flach, zerstreut eingesloclien 



104 

punktirt, an der Spitze eine Längsfurche ; die gellieille Lefze ziemlich lang, mit 
schief kegelförmig zuge^iiitzter Wurzel, glänzend, zerstreut eingestochen punk- 
tirt, an dem breiten Endrande vier lange Zähne. Die fiückenschilde glänzend 
von gewöhnlicher den Scolopendren eigenthümlichen Gestalt, alle, mit Aus- 
nahme der vier vordem, mit einer Furche am aufgeworfenen Seitenrande; der 
Halsschild länger als gewöhnlich, doch nicht so lang als breit; der Endschild 
ohne Mittelkiel. Die Bauchscliilde sehr glänzend, auf jedem zwei eingedrückte 
Längsstrichelchen ; der Afterschild etwas klein flach, an der Spitze ausgeschnit- 
ten, mit vorstehenden Ilinterrandswinkeln; der Endring unten wie bei den 
Scolopendren mit langgezogenen kegelförmigen Innenrandswinkeln, auf der 
Spitze dieser zwei kleine Zähnchen und ein drittes an der Aussenseite weiter 
zurück stehend. Die weichhäutigen Seiten sehr fallig, mit grossen runden 
Luftlöchern in der Stelle wie bei den Scolopendren, mn* befindet sich am sie- 
benten Hinge auch ein Luftloch, welches diesen fehlt. Die Beine ganz wie bei 
den Scolopendren, die zwei Endbeine lang mit walzenförmigen Gliedern, an 
der Spitze des ersten der Kerbeindruck wie bei jenen, an der Innenseite oben 
vier ziemlich grosse sehr spitze Zähne zu zwei in zwei Reihen und abwech- 
selnd stehend, und unten fünf Zähne eben so gross, ebenfalls in zwei Reihen, 
in der äussern drei, in der Innern zwei Zähne. 

Kopf und Rückenschilde gelblich olivenbraun, auf dem Rücken der Leib- 
ringe eine gelbe Längslinie, der Endring ins dunkel Ockergelbe übergehend. 
Die Kehle und die Fresszangen bräunlich rostgelb, letztere etwas reiner rost- 
gelb, die Fangkralle an der Spitze schwarz; Taster hellgelb; Kühler oliven- 
gelb, an der Spitze mit bräunhchem Anstriche. Die Rauchschilde olivengelb, 
eben so die Reine; die zwei Endbeine roströtlüich, an der Endhälfle auf's 
Ohvenfarbige ziehend. Augen und Luftlöcher braun. 

Vaterland: Das Vorgebirg der guten HolTnung. 

An merk. Das einzige Exemplar, das mit von diesem merkwürdigen 
Thiere vorgekommen ist, belhidet sich in der K. Sannnlung in München; es 
ist in Weingeist aufbewahrt und ganz vollständig. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Die Stellung und Form der Augen, 
c. das erste Güed der zwei Hinterbeine von oben, d. dasselbe von unten, 
e. Natürhche Grösse. 



105 



Clinopodes flavidus. 

Tab. XLVllI. Fig. 94. 

Blassgelb, Kopf und Fühler etwas dunkler als der Körper, bandlörmig, 
auf dem Rücken zwei Furchenstrichelchen und auf dein Bauche eine Längs- 
farche; die Schleppbeine dünn und länger als gewöhnlich, olnie Endkialle, 71 
Beine an jeder Seite. 

Länge 2 Zoll 2 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 184. 1. 

Das ganze Thier oben und unten glänzend, und über den Kücken der 
Quer nach etwas gewölbt. Der Kopf nicht länger als breit, an den Seiten ge- 
rundet, vorn und hinten daher etwas schmäler, an den Seiten vorn einige sehr 
feine und nicht ganz deutliche eingestochene Punkte, aucli das Rasenstück un- 
deutlich begrenzt. Die Unterlippe gross, gewölbt, hinten eine bis in die Hälfte 
ziehende Längsrinne, an den Seiten feine eingestochene Punkte. Die Fress- 
zangen stark, dick, massig lang und glatt. Die Fühler 3i mal so lang als der 
Kopf mit 14 Gliedern , etwas dick pfriemenförmig, die Glieder der Endhälfte 
länger als dick, alle sehr kurz aber ziemlich dicht borstig. Die Kingschilde 
des Körpers ziemlich gleichgross, doch der Körper vorn und hinten etwas 
schmaler, die Zwischenringe kurz, die Ilauptringe mit zwei deutlichen Längs- 
furchen und einem undeutlichen Grübchen auf den Seitenflächen; der End- 
und Afterschild ohne Furchenstriche. Die Bauchschilde flach, von gewöhnlicher 
Gestalt, die vordem bis zum 20ten mit einem Mittclgrübchen, die folgenden 
mit einer Längsfurche, alle sehr glänzend, die zwanzig vordem sehr fein und 
dicht eingestochen punktirt, auf den zunächst folgenden die l'ünktchen allmä- 
lig ungemein fein, die übrigen glatt und nicht punktirt. Die Keine ziemhch 
kurz, etwas dicker als gewöhnlich; die zwei Schleppbeine ziemhch lang, näm- 
lich länger als gewöiinlich, dümi, das vordere llüftenglied aufgetrieben und 
glatt, das zweite klein, die Hcingliedcr last gleichlang, an der Wurzel ver- 
dünnt, alle borstig, das Endglied ohne Kralle. 

Das ganze Thier oben und unlen blass ockergelb, die Ücinc von dersel- 
ben Farbe, der Kopf, die Fühler, die L iitrrlip[)e und Fresszangen etwas dunk- 
ler als die Körperfarbe. 

Vaterland: Aus der Gegend von Oravitza im Kanal. 

Aus der Sammlung des Herrn Doktor Koscnhauer in Erlauben, m wel- 
cher sich ein in Weingeist aufbewahrtes voHständiges Exemjtlai, und zwar ein 
weibUches, vorfindet. 



106 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Ein Schleppbein vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Pollyxeniis Lagurus. 

Tab. XLIX. Fig. 95. 

Hornfarbig gelblich, eine Rückenlinie rötlilich, die Seitenbüschel und die 
Stirnfransen braun; die Schwanzpinsel silbervveiss. 

Länge 1^, höchstens 1^ Linie. 

Latr. Gen. crust. et ins. L 77. sp. 1. 

Scolopendra Lagura Linn. Syst. nat. l. IL p. 1062. n. 1. 
Fabr. Ent. syst. IL p. 389. 

Julus pennicillatus. Degeer Uebers. VII. p. 207. T. 36. F. 1, 2, 3. 

Koch, Deutschi. Crust., Myr. u. Arachn. H. 40. t. 1. 
„ System d. Myriap. S. 87. 1. 

Der Körper ziemlich gleichbreit; in der Mitte am Hinterrande des End- 
ringes zwischen den Schwanzpinseln aufwärts gebogene, gegen die Spitze spin- 
delförmig verdickte, stufenweise längere Borsten, die liintern so lang als die 
Pinsel; die Pinsel ohngefähr so lang als die Körperbreite. 

Der Kopf und der Körper oben hornfarbig blass gelblich, an den Stirn- 
fransen hin ein Saum braun oder rötlilich; der Kopf unter den Stirnfransen 
grauweisslich ; die Augen schwarz , die Fühler bräunlich ; auf dem Rücken des 
Körpers eine schmale Längshnie roströthlich. Die ganze Unterseite grauweiss- 
lich. Die Fransen an dem vordem Stirnrande, die Seitenbüschel, die zwei 
Reihen kurzer Fransen auf dem Rücken der Ringe und die gebogenen Bor- 
sten am Endringe dunkelbraun; die zwei Endpinsel silbervveiss, glänzend, an 
der Wurzel etwas grau verdunkelt. Alle Beine grauweissüch. 

Die Jungen sehen den Alten ganz gleich, nur haben sie weniger Kör- 
perringe. 

Vaterland: Europa. Allenthalben in Wäldern unter Moos, grössten- 
theils gemein. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



107 



Glomeris maciilata. 

Tab. XLIX. Flg. 96. 

Dimkelmeunigroth mit gelben Kanteiilinien, auf dem Rücken drei Reihen 
ovalrundei' Flecken schwarz, die seitwärts befindlichen schief liegend. 

Länge 4\ Linien ohne Kopf, Hals und Brustring. 

Koch, System der Myriap. S. 94. 26. 

Ich habe nur ein einziges defektes Exemplar vor mir, welchem Kopf, 
Halsschild, ßrustring und die ganze Unterseite fehlen. Die zehn noch vor- 
handenen Körperringe stimmen in der Form mit Gl. Klugii überein ; sie sind 
etwas flach gewölbt, und der Endring ist merklich enger als die vorher- 
gehenden. Die ganze Fläche ist glatt und glänzend. 

Die Farbe ist ein lebhaftes und angenehmes dunkles Mennigroth, die 
Ringe am Vorderrande etwas in's Gelbe übergehend ; alle Ringe halben an den 
Kanten eine linienförmige gelbe Einfassung; auf dem Rücken befinden sich 
drei rundliche, fast kurzovale, tief schwarze Flecken , wovon die sich seitwärts 
befindenden schiefliegen und hinten weiter auswärts stehen; auf den letzten 
Ringen fliessen die Flecken in einen geschwungenen Querstreif zusanunen, der 
auf dem Endring sich in ein vortretendes Eck erweitert; die Flecken bilden 
zugleich drei über den Rücken ziehende Längsreihen. 

Vaterland: Oberitaüen , in der Gegend des Komersees. 

Fig. a. Das Tliier vergrössert. 
„ b. Natürliche Grösse. 



Glomeris cingiilata. 

Tab. L.XIX. Fig. 97. 

Schwarz, alle Ringe roth gesäumt, überdiess mit hellgelben Kanten; 
auf dem Halsscliilde vier Furchenstriche. 

Länge 4| Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 93. 21. 

In der Gestalt ziemlich mit Gl. transalpina übereinstimmend , aber etwas 
schmäler, gewölbter und nur halb so lang. Aut dem Halsscliilde dieselben 
Querstriche, aber über dem dritten noch ein feiner Furchenslricii in derselben 



108 

Richtung, jedoch die Seiten nicht erreichend. Die Furchenstriche an dem 
Brustschilde sind ganz dieselben. 

Der Kopf mit den Fühlern, der Halsschild und alle Körperringe oben 
pechschwarz, der Halsschild am ohern Rande und alle Ringe roth gesäumt 
und überdiess an den Randkanten eine feine Linie hellgelb; an dem Endringe 
der rothe Saum breiter als an den andern, hinten ausgeeckt, nämlich die 
schwarze Farbe in der iMitte der rothen eine vorstehende Ecke bildend. Die 
Unterseite sammt den Beinen pechbraun. 

Vaterland: Unbekannt. 

Anmerk. Ich besitze nur ein Exemplar dieser Glomeridenart, von wel- 
chem das Vaterland nicht aufgezeichnet, also sehr ungevviss ist. Doch zweifle 
ich, ob die jedenfalls verwandte Gl. castanea Risso die gegenwärtige Art ist. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Der Hals- und Brustschild sehr ver- 
grössert. c. Natürliche Grösse. 



Glomeris quadrifasciata. 

Tab. XLIX. Fig. 98. 

Schwarz, eine breite Vorderrands- und Seitenrandseinfassung gelb, vier 
Reihen ziemhch grosser Flecken auf dem Körper mennigroth. 

Länge 5 Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 9L 14. 

Mit Gl. quadripunctata sehr verwandt, ganz von derselben Gestalt und 
mit denselben Furchenstrichen am Brustschilde, nur kleiner. Vielleicht nur 
Abart von dieser. 

Kopf , Hals und Körperringe oben schwarz ; die Fühler schwarz ohne 
gelblichen Spitzenrand der Glieder; der Halsschild hinten breit roth eingefasst; 
die Einfassung des Brustringes am Vorder- und Seitenrande breit und gelb, 
am Hinterrande oben zwei Flecken und an den Seiten ein etwas ovaler gelb- 
roth, auf dem Rücken der Körperringe zwei Flecken und an den Seilen ein 
schief liegender ebenfalls gelbroth, mit der des Brustringes vier Längsstreifen 
vorstellend, davon die zwei Rückenstreifen ziemlich genähert, die Seitenkanten 
mit einer gelblichen Einfassung ; auf dem Endringe zwei unregelmässige grosse 
Flecken gelbroth, oben in eine feine Linie gegen den Vorderrand einwärts 
auslaufend, an dem Seitenwinkel ein kleines Fleckchen röthlich; alle Hinter- 
randskanten fein weisslich. Unterseite gelb. Beine braun. 



109 

Vaterland: ungewiss , walirscheinlich Süddeutschland. 
In dem Museum in Bamberg befindet sich ein einziges Exenij)Iar dieser 
Art, wahrscheinlich in der doitigen Gegend gefunden, üb der Unterschied in 
der Zeichnung eine eigene Art begründe, oder ob Glom. quadripunctata Ueber- 
gänge bis zu solcher hervorbringe, ist der Zukunft Oberlassen. 
Fig. a. Das Thier vergrössert. 
„ b. Hals und Brustschild sehr vergrössert. 
„ c. Natürliche Grösse. 



Glomeris marginata. 

TaJj. L. Flg. 99. lüü, var. 

Schwarz, der hintere Kopfrand und der Saum aller Ringe roth oder 
weiss; über der Vorderrandsfurche des Brustringes oben eine altgesetzte und 
an der Seitenrandsscheide zwei kleine Furchen, die vordem der letztern 
sehr klein. 

Länge 5^ bis 6 Linien. 

Leach, Zool. misc. IIL 32. 

Koch, System d. Myriap. S. 92. 18. 

Gewölbt, glänzend, bei sehr guter Vergrösserung ungemein fein und seiir 
dicht gerieselt. Der Kopf zwischen den Fühlern etwas kugelig erhöht, am 
Vorderrande mit kurzen Härchen besetzt, am Hinterraii(l(! etwas autgeworlen. 
Der Halsschild etwas flach halbzirkelförniig , am Ilinterrande W('nig zuriickge- 
drückt, mit ganz gleichlaufenden Querfurchen. Die Körperschilde von nicht 
ungewöhnlicher Form, der Endschild am liinlerrande gerundet, ohne IjikIiik k 
oder Ausbuchtung in der Mitte. Die Vorderiandsfurche dc^s Brustschildes 
durchlaufend und tief; hinter dieser oben auf dem Ihicken eine gleichlaufende 
ohngeiahr bis in die Hälfte der Seiten hinahziehend; an der Seilemandssclieide 
zwei feine Furchen, davon die vordere sehr kurz, die hintere aber i-lwas län- 
ger und gebogen ist, doch nicht bis zur Hälfte der Höhe hinaufsteigt, zuweilen 
fehlt auch die vordere theilweise oder ganz. 

Kopf, Halsschild und alle Körperschilde schwarz, auf das Tiefpech- 
schwarze ziehend, der obere Band des llalsschildes und der Saum aller Bü- 
ckenschilde mennigroth, rostgelb oder weiss, der Saum ;ini l)rn>ls(iiiMe eh\as 
breiter als an den andern, doch wie diese linieiildrunu- Die i'ülilci pech- 
schwarz, das längere vorletzte Glied etwas greisgrau seidenarli^ stliinnnei nd. 



110 

Die Ringe auf der Unterseite bräunlichgelb mit schmalem gelbem Saume. Die 
Beine heller pechbraun mit weisslichen Nägeln. 
Vaterland: Frankreich. 

Ich möchte in Zweifel ziehen, ob diese Art, wie vermuthet wird, in 
Deutschland vorkommt; alle Exemplare, die ich bisher gesehen habe, waren 
aus Frankreich. 

Fig. a. Ein Exemplar von gewöhnlicher Zeichnung. 
„ b. Kopf, Hals und Brustschild mit den Strichfurchen, alles vergrössert. 
„ c. Natürliche Länge des Thiers. 



Glomeris Klugii. 

Tab. L. Fig. 101. 

Kurz, breit, mennigroth, mit schmalen gelben Ringkanten; Kopf, eine 
Fleckenreihe auf dem Rücken, ein Querstreif auf dem Brustschilde, und feine 
Spritzchen auf der übrigen Fläche schwarz. 

Länge 5| Linien. 

Brandt, Prodr. 33. 1. 

Koch, System d. Myriap. S. 89. 6. 

Der Körper kurz, breit, etwas nieder gewölbt, glatt und stark glänzend. 
Der Kopi mit ziemlich hoher Stirne, beiderseits dieser etwas stark eingedrückt. 
Der Halsschild halbrund, die hintere Hälfte von dem zweiten Parallelstrich an 
zurückgebogen, die Striche gleichlaufend. Der Brustschild l)reit mit ziemlich 
liefer Vorderrandsfurche und an dieser hin mit runder Wölbung; an der Sei- 
tenrandsscheide drei längere und drei kürzere sehr feine Furchenstriche , der 
erste der längeren bis in die Rückenhöhe steigend, aber nicht durchziehend, 
die zwei längei'en hinter diesem stufenweise kürzer, vor dem ersten, und zwi- 
schen diesem und dem zweiten grössern ein kürzeres Strichelchen, und ein 
solches hinter dem letzten; zuweilen fehlt aber auch das erstere und zweite 
kürzere Strichelchen. Die Rückenschilde ohne besonderes Merkmal, der End- 
ring am Hinterrande ein wenig eingedrückt. 

Schön mennigroth, der Kopf und die Fühler schwarz; der Halsschild 
meistens ganz mennigroth, ohne gelbe oder weisslicbe Kanteneinfossung; die 
gelbliche KantenHnie an den Körperschildcin sehr schmal ; der Brustschild in 
der Mitte der Quer nach mit gelblicher Mischung, auf dem Rücken ein hinten 



— 111 — 

sich zuspitzender Fleck und beiderseits an diesem ein streifartiger Querfleck, 
doch mit dem Mittelfleck nicht zusammenhängend, schwarz; auf dem Hucken 
der übrigen Ringe ein dreieckiger Fleck, zusammen eine FJeckenreiiie der 
Länge nach vorstellend, und ein grösserer Fleck auf dem Endringe ebenfalls 
schwarz, überdies weitschichtig zerstreute schwarze Spritzchen ungleich auf d.-r 
ganzen Fläche. An der Wurzel des Kndringes, beiderseits des Mittelflecks ge- 
häuftere Fleckchen, der Mittelfleck schmal erweitert. Die Unterseite gelb, an 
den Seiten der Rückenschilde das Mennigrothe etwas durchstechend. Die Reine 
rostbräunlich. 

Vaterland: Aus der Gegend von Idrien und Triest. 

Fig. 2. a. ein Exemplar von gewöhnlicher Zeichnung, b. Hals und Brust- 
schild mit den Furchenstrichen, beide vergrössert, c. natürliche Grösse. 



Glomeris irrorata. 

Tab. L. Flg. 102. 

Rostroth, schwarz bespritzt, mit breitern gelben Kantenlinien, auf dem 
Rücken eine Fleckenreihe und beiderseits auf dem Brustring ein Querfleck schwarz. 
Länge 5 Linien. 
Koch, System d. Myriap. S. 90. N. 7. 

Mit der vorhergehenden Art Gl. Klugii sehr verwandt, abersrhmäler und 
nur mit vier Sirichfurchen an den Seitenscheiden des Rrustringcs , deren der 
vordere über den Rücken vollständig durchziehend, die übrigen stufenweise 
kürzer; die Vorderrandslurche tief. 

Auch die Färbung ist mit jenem in der Hauptsache übereinslimmend, 
nur ist die Grundfarbe etwas dunkler; überdiess sind die schwarzen Sprilz- 
chen häuliger und hauptsächlich die gelben Kaiilcneinfassungen breiter; in der 
Mitte des Halsschildes befindet sich ein schwarzer Fleck. 

Vaterland: Kärnthen. 

Ob sich dieses zierliche Thierchen als eigene Art crliallcn wird, imicliic 
ich fast bezweifeln; der nielir gleichbreilr und iilifrh.iiipt scliiiiiilni' Kürpcr, 
so wie der dadurch sich gewölbter darstellende Rücken deuhi .ml ein männ- 
liches Thier, das als solches leicht zur vorhergehenden Art gchunMi kann. Der 



112 

durchziehende vordere Fiirchenstrich kann eben so gut als Zeichen der Ahart, 
als die hreitern gelben Kantenlinien der Körperringe angesehen werden. 
Fig. a. Das Thier vergrossert. 

- b. Hals und Brustring stark vergrossert. 

- c. Natürliche Grösse. 



Spirostreptus Indus. 

Tab. LI. Fig. 103. 

Braun, der Hintertheil der Ringe nur unter den Saltlöchern gefurcht 
und dunkler, der Hinterrandssauni schmal gelblich; Fühler und Beine etwas 
lang, letztere schwarz geringelt, der Endring nicht geschwänzt. 

Länge 7 bis 8 Zull. 

Julus Indus Linn. Syst. nat. I. II. 10G5. G. 

Spirostreptus Sebae Brandt, Prodr. 41. 1. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 104. 1. 

Variirt in der Länge, besonders in der Dicke; ich habe Exemplare vor 
mir, welche in der Mitte des Körjiers einen Durchmesser von 8 Linien haben 
und wieder andere, welche nur 6 Linien an denselben Ringen messen, letztere 
sind mehr walzenlörmig und wahrscheinlich die männlichen Thiere. Bei den 
dickern ist der Körper vorn und liinten nu'rklich und allmälig dünner. Der 
Kopf ist im Verhältniss zum Körper nicht gross, etwas länghch, glatt und glän- 
zend mit ausgekerbtem Mundi-ande, am Mundrande selbst eine einfache regel- 
mässige Reihe runder Grübchen und id)er der Mundkerbe etwas weiter zurück 
vier solcher etwas grösserer Gi-übchen in einem Bogen stehend, bei den dickern 
Exemplaren einander mehr genähert als bei den dünnern; auf der Stirn eine 
KerbUnie. Die Augen in ein niederes Dreieck zusannnengehäuft, die lange Ba- 
sis des Dreiecks über den Fühlern. Die Fühler lang, merklich länger als der 
Kopf, kurzborstig, die vier Mittelglieder stufenweise wenig kürzer, alle glatt und 
etwas glänzend. Der Malsring so breit als der Kopf, an den Seiten bis unter 
die Backen reichend mit breitem stumpfen Seitenrande, letzter etwas aufge- 
worfen und vom Innenwinkel schiel zum Vordturande zieheiul eine tiefe, starke 
Furche, zuweilen am Ilinterrande über dieser noch ein kürzeres Furclien- 
strichelchen. Die Körperringe sehr glatt, glänzend, wie lackirl, der lliulcrllK'il 



113 

der Ringe kaum ein wenig höher als der Vordertheil, libcr dm Safllöchern 
glatt und ohne Spur von Fnrclienslriclien, unter den Sartlüdicrn, von der Ein- 
lenkung der Beine anfangend, sehiefe Furchenstriche, aidangs enger und lieier, 
aufwärts weitschichtiger und schwächer, nicht ganz his zu den Safllücliern 
steigend; der Endring nicht sehr breit, oben und unten an der Kla|i|)ciiüir- 
nung*ein Eckchen und nicht in ein Schwänzciien verlängert; die Afterklappe 
weniger glänzend, sehr fein runzelig, mit stark vorstehenden Klapix'urändrrn 
und einer breiten, seichten Furche an diesen. Die Lulllüclier nahe an der Eiii- 
lenkung der Beine, das an dem Yordertbeil dci- |{inge frei, das an dem Hinter- 
theil derselben in einer Verliefung, beide deullieli und schmal rilzi-nlurniig. 
Die Beine ziemhch lang, von nicht ungewöhnlicher Gestalt, an den vordem 
Gelenken unten behaart, an den Endgelenken die Haare in dornartige Form 
übergehend. 

Ich habe in Weingeist aufljewahrte und aufgesteckte geli'ocknete Exem- 
plare vor mir. Bei ersteren ist die Hauptfarbe ein tiefes Braun, an dem iliii- 
tertheil etwas dunkler; die Einfassung des Halsringes und ein schmaler Saum 
am Hinterrande der Körperringe, eben so der Band der Afterklappe und dt-i' 
Mundsaum sind dunkelockcrgelb , die Beine weisslich mit einem schwarzen 
Binge in der Mitte der Glieder. Die aufgesteckten, trockenen Exemplare sind 
am Vorderthed der Binge weisslich und überhaupt heller gelärbl. 

Vaterland: Anu'rika; diejenigen Exemplare, die ich bisher gesehen 
liabe, sind aus Brasilien. 

Fig. a. Das Thier in nalürl. Grösse. Fig. b. Ein Fiihler vergrössert. 



Liihobiiis rorfiealus. 

Tab. LH. Fig. 104. 

Bräunlich rosirolh, di<' Uüfkcnscliildc .uu liiiitn runde gelb ges;iuiiit : die 
drei hintern Zwischenschilde an den JliiilcniiiidswiMkclii mii rincin ^câ– |lil^^lâ– ll 
Zahne. 

Länge 11 bis lo Einicn. 

Leach, Zooi. misc, HI. 39. 137. 

Scolopendra forlicata, l.inus S\>i. ii;i(. I. II. I(ii;3. 3. 

Koch, System il. Muiiip. S. 140. 1. 
feocb, MynaiMiJidii. Ü 



114 

Das ganze Thier oben und unten stark glänzend. Der Kopf so breit als 
die Ringe in der Mitte des Körpers, flach gewölbt, dem Umriss nach ziemlich 
herzförmig, nämlich am Hinterrande ein wenig, doch kaum merklich ausge- 
bogen, an den Hinterrandswinkeln gerundet, eben so an den Seiten, gegen die 
Einlenkung der Fühler aber etwas ausgebogen , an der Spitze selbst mit einer 
doppelten Kerbe; die Kopfspitze hinten dui'ch eine feine gebogene Furche um- 
zogen, die Fläche vor dieser niit unordentlichen eingestochenen etwas runzel- 
artigen Punkten in weitschichtiger Stellung; die übrige Kopffläche unordentlich 
fein gerunzelt, am Hinterrande eine tiefe, an den Seiten hinziehende Furche, 
der Rand selbst rund aufgeworfen und geglättet. Die Augen deuthch und 
ziemlich gedrängt, das hintere, im Verhältniss der andern, gross und von die- 
sen getrennt zurückstehend. Die Kehle flach gewölbt, mit feinen, weitschich- 
tig eingestochenen seichten Pünktchen und einer tiefen, in der Mitte breiteren 
Längsrinne, am Vorderrand eine Kerbe, die Vorderrandstheile beiderseits der 
Kerbe gerundet, mit scharfen Randzähnchen besetzt. Die Fresszangen gross 
und stark, unten und an den Seiten mit weitschichtigen, ungemein feinen, ein- 
gestochenen Pünktchen. Die Fühler etwas mehr als ein Drittel so lang als 
der Körper, von ganz gewöhnlicher Gestalt und mit 38 bis 40 Gliedern. Die 
Rückenschilde flach gewölbt, die drei vordem Hauptschilde mit etwas gerun- 
deten Hinterrandswinkeln, eine Seitenfurche sich ungemein fein am Hinterrande 
hinziehend, die Seitenkanten etwas scharf aufgeworfen; die übrigen Haupt- 
schilde am Hinterrande scharfwinkelig, doch ohne zahnartiges Eck, an den Sei- 
tenrändern eine Furche, die Seitenkanten hoch und scharf aufgeworfen; die 
vier vordem Zwischenschilde am Hinderrande ziemlich gerade mit ein wenig 
abgerundeten Hinterrandswinkeln, die drei hintern Zwischenschilde aber mit 
zahnartiger Verlängerung dieser Winkel, der Winkelzahn ziemlich gross und 
scharf, die Seitenkanten scharf und hoch aufgeworfen; die Fläche aller Schilde 
kaum etwas runzelig und bei sehr guter Vergrösserung ungemein fein und 
weitschichtig nadelrissig. Die Rauchschilde flach von gewöhnlicher Form , mit 
weitschichtigen Pünktchen und einem feinen Furcheustrichelchen der Länge nach. 
Die Reine etwas lang, die liintern stufenweise länger und selbst die vordem 
länger als die Rreite des Körpers, das Endpaar so lang als die Fühler, die 
Hüftenglieder etwas breit gedrückt, das erste Reinglied etwas gebogen und ge- 
gen die Spitze allmälig verdickt, die folgende stufenweise dünner und ziemlich 
walzenförmig, alle mit kurzen Rorstchen besetzt; unten an dem vordem Hüf- 
lengliede der vier Paar Hinterbeine eine längliche, nuischelförmige Vertiefung, 
in dieser eine Längsreihe dicht aneinander hegender Quergrübchen. 



115 

Kopf und Rückenschilde rost- oder rolhbraun. ;iiii Hiiil(iT;iiHl(' der letz- 
teren ein Querfleck gelblicli, nicht ungewöhnlich ;uii' den hinleiii Schilden ein 
Längsstrichelchen heller, doch meistens sehr undeutlich. Die Fressziingen gell», 
mit schwarzer Fangkralle; die Kehle hräindichgelh, die Zilhnchen am Norder- 
rande hraun; die Taster gelh, heller als die Fresszangen; die Fiihler hräun- 
lichgelb. Die Bauchschilde gelhlicli mit olivenhrannem Anstridi. Hie Üeine 
ockergell), die hintern dunkler als die vordem. 

Das niännüche Thier sieht dem weihlichen ganz gleich und ist nur nn 
der Geschlechtszange zu erkennen. 

Junge Thiere sind von Farbe etwas iicller als die alten. 

Vaterland: Ueberall in Deutschland sehr häutig. Er kommt in Gär- 
ten, Feldern und Wäldern vor. Sein Aufenthalt ist unter Steinen oder unter 
feuchtem Moose auf der Erde. 

Fig. a. Das Thier massig vergrössert. Fig. b. sehr vergrössert. c. End- 
ring mit einem Schleppbeine scshr vergrössert. d. natürliche Grösse. 



Lithobius impressiis. 

T;ili. LH. Fig. 105. 

Rostroth, die Schilde am llinterrande und ein Mittelstreil rolhbraun, der 
Kopf und die vordem Rückeuschilde eingestochen punktirl, die übrigen runze- 
lig und gekörnt. 43 — 48 Glieder an den Füblein. 

Länge 13 bis 15 Linien. 

M. Wagners Reisen in Algier 111. 224. 

Koch, Syst. d. Myriaj). S. 148. 4. 

Diese Art iiat in der Gestalt viel Aehnliclikeil mit Litli. forlicatus. Der 
Kopf ist am Vorderrande etwas schmäler und mit einem deiillielieren Eindincke 
au der Spitze; der aufgewoi-feiie Rand am lliiitei k(»pte iiiil der n;inilielieii 
Schwingung sich an den Seiten bis zu ilen Augen vei-iiingeiiul; die Kii]dll;i(lie 
ist weniger glänzend und etwas weitscliiclilig eingestodien [»unklirl. Die Augen 
wechseln an der Zabl, haben ziemlicb die Sleliung wie jiei jener Ail. nur sie- 
ben sie weniger gedi'ängt. Die Fühler >iiid laii^. tiiid \t\> liiiitriidi.diun.d so 
lang als der Kopr. jteliaarl, di<' Mudeni (ilieder weniger ids die luli^eiideii {\\\i\ 
daher glänz(!nder. Das Kinn ist gross, gewölbt, glänzend, etwas weilsehiehtig 



116 

eingestochen punktirt, und in der Mitte mit einer tiefen Längsrinne, an der 
Mitte der Spitze oder des Aiissenrandes eine Kerbe, der Rand beiderseits ein 
wenig geschwungen und mit voneinander getrennt stehenden Zähnchen be- 
setzt. Die Fresszangen sind viel länger als der Kopf, verhältnissmassig nicht 
so dick, als bei L. ibrlicatus, glänzend, das zweite GHed lang, gebogen, ziem- 
lich gleichdick, weitschichtig fein punktirt ; die Fangkrallen lang, gebogen, oben 
in der Mitte der Länge mit einer länglichen Ritze. Die Rückenschilde haben 
den Umriss wie L. lorf., nur sind die hintern Zvvischenschilde an den Seiten- 
winkeln des Ilinterrandes kürzer zahnartig verlängert; auf den Hauptschilden 
befinden sich ziemhch tiefe Runzeln und Fallen, doch deutlicher auf den hin- 
tern als vordem, auf diesen sind sie zuweilen undeutlich; die grössern Fal- 
ten liegen der Länge nach, wovon sich die zwei längern vorn etwas nähern; 
die drei hintern Schilde, mit Ausnahme der Zwischenschilde, sind gekörnt, die 
Körnchen nach hinten zu zahnartig zugespitzt, die übrigen Schilde sind etwas 
nadelrissig eingestochen punktirt. Die Rauchschilde weichen von der gewöhn- 
lichen Form nicht ab, sind glänzend und ziemlich stark eingestochen punktirt. 
Die Reine bofinden sich in demselben Längenverhältniss zu einander wie bei 
L. fori. Die Endbeine beim Weibe aber sind dicker, bei diesem erweitert sich 
das zweite Glied gegen die Spitze etwas keulenförmig und am Innenwinkel der 
Spitze in ein gerundetes Eck, an diesem Gliede ist die Innenseite mehr als die 
äussere behaart; die folgenden Glieder sind walzenförmig und mit einzelnen 
kurzen Härchen besetzt, übrigens wie alle Reine mit den gewöhnlichen Sta- 
chelborsten versehen; die Endkralle ist dünn und sehr fein. 

Das Männchen hat längere und dünnere Endbeine, bei diesem ist das 
zweite Ghed dieser Reine von der Wurzel aus dünner als das folgende, an der 
Spitze zwar etwas verdickt, aber bei weitem weniger als beim Weibe. 

Kopf und Rückenschilde sind hell roslroth, etwas aufs Rostgelbe ziehend, 
die Rückenschilde an der Spitze verloren ins Rostbraune übergehend, auf den 
hintern Schilden, selten auf allen, ein Längsstreifchen sich in den dunklern 
Hinterrand erweiternd, von derselljen dunklern Farbe; die zwei kleinen End- 
schilde sind heller als die vordem und davon der Afterschild ockergelb. Kehle 
und Fresszangen rostgelb, die Fangkralle der letztern an der Endhälfte schwarz. 
Die Rauchschilde sind einfarbig rostgelb, etwas heller als das Kinn. Die Wur- 
zelglieder der Fühler haben die Farbe der Fresszangen, die folgenden aber 
werden allmälig dunkler und gehen nach und nach ins Rostrothe über. Die 
Reine sind ockergelb, die zwei Endpaare etwas auf's Rosirothe ziehend. 

Vaterland: Herr Doktor Friedr. Moritz Wagner entdeckte diese Art 



117 

im nÖ!-dlichen Afrika, die Exemplare, welche mir gefälligst mitgetheill wurdoii. 
sind aus der Gegend von Bona. 

Fig. a. Natürliche Grösse, b. Das Weibchen bedeutend vergrössert. 
c. Die Endglieder und Schle])pbeine des Männchens sehr vergrössert. 



Lithobius dentatus. 

Tab. Uli. Fig. 106. 

Horntarbig gelblich, braun bestäubt, die Scitenkanten der Schilde und ein 
Pfeilfleck auf den Hauptschilden dunkelbraun ; Beine gelblich mit braunen Ge- 
lenkspitzen; die Hinteriaiidswiukel der letzten Zwischenschilde zahnartig ver- 
längert; die Fühler lang mit 42 — 48 Gliedern. 

Länge 5^ bis 6 Liilien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 148. 6. 

Der Ko})f ziemHch rund, an der Einfügung der Füliler iiiii- wenig ge- 
schweift, die Fläche glänzend, etwas runzelig, oben tlach, an den Seiten ziem- 
Hch rund gewölbt, hinten und an den Seiten bis zu den Augen eine Furche 
und mit sehr feinem aufgeworfenen Rande; im Genick zwei ziemlich tiefe, 
furchenartige Längseindrücke, kaum bis in ein Drittel der Koptlänge ziehend; 
die Oberlippe durch die gewöhnliche sehr zarte Bogenlinie verdeutlicht, in die- 
ser in der Mitte eine Kerbe, zwei Kerben am Vorderrande zwischen den Füh- 
lern. Die Fresszangen nicht besonders stark, glatt und glänzend. Die Fühler 
lang, zurückgelegt bis in die Mitte des fünften Hauptschildes reichend, mit 
42 — 48 Gliedern, die zwei vordem Glieder gross, alle l)ebaarl. Die Bücken- 
schilde glänzend, stellenweise fein runzelig, die liiiilcrn wciiscliiclitig fein na- 
delrissig, alle mit feinen aufgeworfenen Seitenkanten, die drei vordem Man|»l- 
ringe auch am Hinterrande mit sehr feinem erliülilen Bande, der Form nach 
die Hauptschilde ohne besonderes Merkmal, die drei hintern Zwischenschilde 
mit 4charfeni, ziemlich langen, sägearligen Zahne an den liinlem Seilcnwiu- 
keln. Die Bauchschilde sehr glänzend, mit einem seirlileii Lruij^seiiidiiK k m 
der Mitte und einem schiefen an der Seile, aber in seli\\;i( liiiii Ausdrucke. 
Die Beine ohne besonderes Merkmal, das Hinterpaar zienilieh laug, elwas ilirk. 
die Glieder stufenweise dünner und wie gewöhiiiieb mit Härchen beselzl ; uuleu 
das erste I^üftengelenk der vier letzten Beinpaare mil zwei scharfen Kielen, 
zwischen diesen eine Längsrinue, und in dieser eine Längsreilie inuder (Irübchen. 



118 

Das ganze Thier oben, sammt dem Kopfe bräunlichgelb, etwas durch- 
sichtig, braun staubig verdunkelt, auf dem Kopfe ein grosser Längsfleck dunk- 
ler, auch die Seiten des Kopfes in der Augengegend mehr verdunkelt. Die 
Fühler vom Grunde aus gelbbräunUch in der Hälfte der Länge ins Rostgelbe 
übergehend, an der Spitze heller rostgelb ; die Rückenschilde in dei' Mitte mit 
einem dunkelbraunen Kegel oder Pfeilfleck mit der Spitze vorwärts liegend, 
hinten auf dem Hinterrande nicht aufsitzend, auch die Seitenkanten aufs 
Rraune ziehend. Die Schilde der Unterseite hornfarbig bräunlich gelb, etwas 
aufs Olivengelbliche ziehend, ganz einfarbig. Die Beine blass unrein gelblich, 
die zwei Endgelenke rostgelb, Schenkel, Knie und Schienbein-Gelenke gegen 
die Spitze ins Rraune übergehend, besonders deutlich an den zwei Hinter- 
paaren. 

Nicht ungewöhnlich trifft man auch Exemplare, bei welchen die Grund- 
farbe mehr auf's hellere Gelb zieht; bei diesen sind die braunen Zeichnungen, 
besonders der braune Rand an den Seitenkanten der Rückenschilde deutlicher. 

Vaterland: Raiern. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Endringe mit einem Schleppbein 
c. Augenstellung, d. Natürliche Grösse. 



Lithobius muticus. 

Tab. LIII. Fig. 107. 

Ockergelblich, braun marmorirt, ein breiter Rückenstreif schattenbraun 
dunkler; die drei letzten Zwischenschilde ohne zahnartig verlängerte Hinter- 
randsvvinkel; Reine ockergelb, mit bräunlichen Gelenkspitzen; die ockerfarbi- 
gen Fühler mit 39 — 40 Gliedern. 

Länge 6 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 151. 17. 

Im Ganzen genommen von nicht ungewöhnlicher Form der Körpertheile. 
Der Kopf stark glänzend, glatt, an den Seiten rund gewölbt, oben flach, mit 
einer etwas tiefen Dinterrandsfurche und mit zicndich stark erhöhtem Rande; 
die Rogenlinie der Oberlippe sehr fein, doch ziemlich deuthch, die Kopfseiten 
über der Einfügung der Fidiler etwas ausgeschwungen. Die Fresszangen stark, 
glänzend, mit einzelnen Rorsten besetzt. Die Fühler von mittlerer Länge, zu- 
rückgelegt bis zum llinterrande des vierten Hauptschildes reichend, ziemlich 



119 

dicht mit kurzen Borstchen besetzt. Die Rückenschilde ziemlich gewölbt, stark 
glänzend, kaum ein wenig runzelig, die Endschilde weischichtig mi( einzelnen 
nadelrissigen Punktvertiel'ungen, aber etwas schwer zu sehen, die truil' voidern 
Hauptschilde an den Hinterrandswinkeln gerundet, die drei vordem an deti 
Seiten und hinten, die folgenden saniml den Zwischenschilden aber nur an 
den Seiten mit einer Randfurche, und sehr feinem aufgeworfenen Rande, übri- 
gens die Hauptschilde von gewöhnlicher Form, die Z\\is(;henschil(le am Hin- 
terrande ziemhch gerade, (he drei letzten Zwisehenöchilde ohne zahnartig vor- 
gezogenen Hinterrands Winkel. Die Beine ohne Auszeichnung; eben so die fla- 
chen und sehr glänzenden Bauchschilde. 

Grundfarbe rostgelblich, am Kopf etwas dunkler als am Körper. Kopf 
und Körper durchaus braun marmorirt, auf dem Rücken des ganzen Körpers 
ein breiter brauner Streif, ebenfalls dunkler marmorirt und seitwärts etwas in 
die Marmorflecken der Seiten vertrieben; der Kopf dunkler marmorirt, auf der 
Mitte ein brauner Fleck von der Beschaffenheit des Rückenstreifes, der hintere 
aufgeworfene Rand des Kopfes dunkel rostgelb; die Fresszangen und Taster 
heller rostgelb, erstere an der Spitze ins Roströthliche übergehend. Die Füh- 
ler dunkler als diese und mehr röthlichgelb. Die Unterseite, nämlich die un- 
teren Schilde, gelbhch, etwas dicht braun gewässert, auf der Mitte eine oder 
zwei, in letztem Falle einander sehr genähei"te Längslinien gelblich oder weiss- 
lich, hinten in die Marmorflecken ziemlich nbeigcliend und weniger deutlich. 
Die Beine gelblich, die drei Hinterpaare ins Rostgelbe übergehend, letztere mit 
schwärzhchen Gelenkspitzen und einer durchscheinenden schwarzen Längslinie, 
die drei vordem Gelenke der übrigen Beine an der Sjjitze bräunlich. Dem 
freien Auge erscheint das ganze Thier dunkel])raun, Fresszangen, Fühlei- und 
die vier Hinterbeine schön rostgelb. 

Kommt auch heller gefärbt vor, bei diesen siebt ni;in in dem lir;innen 
Rückenstreif auf den hintern Schilden der Länge nach einen hellein Strich, 
auch sind die Bauchschilde in der Mitte einfarbig braim marmorirl. oft ohne 
Spur der weisslichen Längshnien. 

Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen nur ;iii den (.(■>( Iile(lils- 
theilen und an den, obwohl wenig benierkli;n'en, eluiis diMniern lliiilrrlM iikm. 
Die Geschlechtszange hat eine einfacbe Spitze und ist mit Horsten heseizi. am 
ersten Gliede unten ein sehr kleines Zälmchen. Hei selteneren Kxempl.nen 
geht die Grundfarbe in's Rosigelbe über uiul dann sind die Zeiclnuingen we- 
niger deuthch. 



120 

Vaterland: KaifMii, in den Wiildeni hei Hiirglengenfeld. 
Fig. a. Das Tliier vergrössert. h. Die Endringe und ein Schleppbein 
vergrössert. c. Natürliche Grösse. 



Sienotaenia linearis. 

Tab. LIV. Fig. 108. 

Blassgelh, der Kopf an der llinterhälfte verloren rostgelb, kaum länger 
als breit, der Körper schmal bandförmig; die Fühler kurz; die Kehle glatt, 
ohne eingestochene Punkte mit zwei Längsrinnen; die Schleppbeine kurz. 

Länge 1| Zoll, bis 2 Zoll 1 Linie. 

Geophilus ünearis, Koch, Deulschl. ( 'rustac, Myriap. und Arachn. H. 3. 1. 

Geophil. brevicornis, ebenda. H. 9. 3. 

Koch, System d. Myriap. S. 188. 1. 

Der Kopf kaum ein wenig länger als breit, flach gewölbt, sehr glatt und 
glänzend, am Vorderrande schwach gerundet. Die Kehle breit, hinten ver- 
schmälert, am Vorderrande stumpf, sehr glatt und glänzend, ohne eingesto- 
chene Punkte, mit zwei breiten Längsrinnen und einer kielai-tigen Erhöhung 
dazwischen. Die Fresszangen kurz, mit der Fangkralle kaum über den Kopf 
hinausragend, glatt, nicht eingestochen punktirt, das Voi'derglied lang, das zweite 
nicht so lang als bi'eit, die Fangkralle dünn und sehr scharf. Die Fühler kurz, 
beim lebenden Thiere fast dreimal so lang als der Kopf, beim todten kürzer 
und gedrängter. Der Körper fast linienförnn'g, im Verhältniss zur Länge dinin, 
der Quer nach ziemlich gewölbt, gegen die Spitze verloren etwas verdünnt, 
sehr glänzend, die Zwischenringe breiter als gewöhnlich, Haupt - und Zwischen- 
ringe nur mit einem Seitenschildchen; auf dem Kücken der vordem Ringe 
bis ohngefähr zu | der Körperlänge zwei ungemein feine Furchenstriche, 
beim Weibe häufig unsichll)aj"; der vorletzte Schild an der Spitze ver- 
schmälert, der Endschild halbrund und mit kurzen Härchen am Rande und 
unten besetzt. Die Rauchschilde sein' glänzend, flach, mit einer Strich- 
furche an den Seiten und einem flachen Grübchen in dei" Mitte. Die 
Reinchen dünn und etwas kurz, an jeder Seite 75 bis 79, gewöhnlich beim 
Weibe einige mehr als beim Manne; das Endpaar der Reine beim Weibe dünn, 
etwas länger als die Körpeibieite in der Mitte der Länge, das Wurzelglied der 
Hüfte ziemlich dick, sehr glatt und glänzend, das zweite wie gewöhnlich sehr 



121 

kurz, die fünf folgenden Glieder ziemlich gleichlang, stufenweise diinner und 
ziemlich walzenförmig; beim Manne die Ilüilenglieder aufgetriebener und die 
fünf Beinglieder kürzer und dicker, ungetahr so lang als dick und stärker als 
beim Weibe mit kurzen Borstchen besetzt. 

Das Männchen ist überhaupt dünner und gleichsam fadenförmig. 

Das ganze Thier oben und unten sammt den Beinen und Fühlern blass- 
gelb, der Kopf an der Hinterhälfte verloren rostgelb, meistens in der Mitte 
der rostgelben Hinterhälfte der Länge nach heller, mit einem eiförmigen dunk- 
lern Längstleckchen. Die Kehle und Fresszangen dunkler gell), an der Spitze 
des ersten und zweiten Gliedes der letztern ein Punkttleckchen und die Fang- 
kralle schwarz. 

Vaterland: In den gemässigtem Zonen von Europa, in Gärten und 
F'eldern, gewöhnlich tief unter der Erde. In hiesiger Gegend gemein. 

Fig. a. Das Thier vergrösserl. b. Kopl und Halsring mit Fühler und 
Fresszangen von oben , c. die drei Endringe des Weibes mit den Schleppbeinen 
von oben, d. dieselben Ringe von unten, e. die drei Endringe des Mannes 
mit den Schleppbeinen von oben, Alles vergrösserl. f. Natürliche Grösse. 



Glomeris proxiinata. 

Tal). LV. Flg. 109. 110 vyr. 

Schwarz, mit schmalen gelben Ringkanten-, vier Querflecken auf dem 
Brustringe, zwei eiförmige auf dem Rück(>n der Kiuperi'inge und zwei grössere 
auf dem Endringt; gelb oder mennigrolh; auf dem Briislriiige eni Furchenstrich, 
in die Hälfte der Seitenliühc liinabziehend, an der Seitenrandsscheide zwei, die 
Rückenhöhe nicht erreichend. 

Länge 5 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 96. 32. 

Die Fläche des Kopfes, des Halsscliildes und der Kurperiiii'^e licgi.iiiei 
und glänzend, der Kopf sehr glänzend, zwisclieii den l'idilern zw.ir aut'gelrie- 
hen, der aufgetriebene Theil iuif der Slji-n idier beiderseits seliief iiid\\;irls so 
eingedrückt, dass die erhöhte! Stelle ziemlich eine dreieckige Fläche vorstellt. 
Der llalsschild am llinlerrande weniger zurückgebogen, die Paralielsliiclie 
schwach und fein ausgedrückt, der hintere in der Mille durchbrochen, hie 
Körperringe zieudich regelmässig gewölbt, der Bruslring an der Nordenands- 



â–  122 

furche seitlich rund aufwärts erhöht; die Vorderrandsfurche tief und seitHch 
ziemlich hohl; die Furchenstriche fein, der vordere auf dem Rücken gleich- 
laufend mit der Vorderrandsfurche bis ohngefahr in die Hälfte der Seitenhöhe 
hinabziehend; die Furchen an der Seitenraudssclieide geschwungen, die vordere 
nicht ganz bis zur Rückenhöhe hinaufsteigend, die hintere etwas kürzer als 
diese. Der Endring am Hinterrande sein- schwach ausgebogen, eher flach gerundet. 

Kopf, Halsschild und das ganze Thier oben tief pechschwarz, sowohl 
der Halsring als alle Körperringe mit schmaler gelblichweisser Linie der Hin- 
terrands- und Seitenkanten. Der Kopf an der Mundspitze rostgelb. Auf dem 
ßrustringe vor dem Hinterrande vier Querflecken rostgelb oder mennigroth, 
die zwei mittlem schief liegend und eiförmig, der untere etwas grösser und 
mehr oval ; auf den sieben vordem Körperringen zwei Flecken von derselben 
Farbe, zwei Längsreihen des Rückens vorstellend; die Flecken der zwei vor- 
dem Ringe kleiner als die zunächst folgenden, alle etwas eiförmig, mit ihrer 
Länge der Quer nach liegend, die vom sechsten Ringe an stufenweise kleiner, 
der neunte und zehnte Ring ungefleckt; auf dem Endring die zwei Flecken 
etwas breitlichrund , von der Farbe der Rückenflecken, in der Mitte aber ver- 
loren dunkler. Die Unterseite gelb; die Rückenschilde seitwärts schwarz, mit 
den weissen Kanten wie oben, eben so die zwei Flecken auf dem Endringe. 
Die Reine pechbraun. 

Die mir bekannten Abarten beschränken sich blos auf die Farbe der 
Flecken, welche bei einigen Exemplaren rostgelb, bald heller, bald dunkler 
sind und bis ins Mennigrothe übergehen ; auch erscheinen die Flecken zuweilen 
etwas grösser oder kleiner. 

V a t e r la n d : Deutschland. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals und Rrustschild mehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse, d. Natürliche Grösse der Abart. 



Glomeris albocincta. 

Tab. LV. Fig. 111. 

Schwarz, auf dem Rücken aller Ringe zwei schmale, etwas zerrissene 
Längsflecken gelb; die Kanten und ein ziemlich breiter Saum an den Seiten- 
rändern weiss. Auf dem ßrustrücken viei- Furchenstriche. 

Länge 3| Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 90. 9. 



123 

In der ('>estaJl mit (".]. Iiexasliclia übereinstimmend, eben so glänzend, 
die Stirn abei* der Quer nach flacb gewölbt. Die zwei Furchenstriche auf dem 
Halsschilde ziemlich tief und gleichlaufend. Auf dem Brustringe vier Furchen- 
striche sehr fein: der erste über den Rücken und fast bis zur Seitenrands- 
scheide hinunter ziehend , die übrigen drei an der Seitenrandsscheide, stufen- 
weise kürzer, der längere erst»; davon nicht bis zur liückenhöhe steigend; 
auch noch ein fünftes ungemein feines Strichelchen in den Seiten vor dem 
ersten und nahe an diesem. 

Der Kopf, Hals, Brust, Körper und Schwanzringe tiefschwarz, Hals^ciiild 
und alle Ringe an den Kanten weiss gesäumt, der Saum an den Seitenrändern 
breit und von derselben Farbe. Auf dem Rrustring und auf allen folgenden 
nur zwei Flecken, gelb, länglich, ungleich und etwas zerfranzt ; die zwei Flecken 
auf dem Eiulring des Schwanzes lang, übrigens von der Beschaffenheit wie 
die Rückenllecken. Die Fiihler braunschwarz mit schmalen vveisslichen Spiizen- 
rändern. Die ganze Unterseite sammt den Beinen gelb. • 

Vaterland: Das südliche Deutschland. 

Fig. a. Das Thier veigi'össert. b. Hals und Rrustring mehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. 



Glomeris subterranea. 

Tab. LV. Fig. 112. 

Schwarz, mit breiten gelben Ringkanten; vier eiförmige Flecken auf dem 
Brustring, zwei auf den sieben vordem Körperringen und zwei grosse aut dem 
Endring, mennigrolli; ein durchziehender Furchenstrich hinler der Randfurche 
urul zwei Striche an der Seitenrandsscheide sein- fein. 

Länge Sh bis 4 Linien. 

Koch , Syst. d. Myriap. S. 96. 33. 

Sehr nahe mit Gl. proximata verwan<ll, aber liaup(.s;i( lilieli thwm ver- 
schieden, dass die Kopllläclie zwiselieii Külileni und Arv Sliiii runder aul- 
getrieben, der oitere Parallelslrich auf dem llidsscliilde uielil dun IiIhmk lim. 
dass dieser Schild von dem hinlern Strich au stark rückwärts gebogen isl. 
und dass der Kurclieuslrich hinter der Vorderrandslürche bis zur Seitenscheide 
durch/ielil. 

Auch die Färbung ist ziemhch dieselbe, doch sind dir i;flliru Linien an 



124 

den Kanten der Ringe merklich breiter, besonders des am Hinterrande aus- 
gebogenen Endringes, mehr eine weisse Einfassung vorstellend; auch liegen 
die kleinern Rückenflecken mehr gleichlaufend, die des Endringes aber sind wie 
bei jener Art. Die Unterseitest eb enfalls gelb, die Rückenschilde unten seitwärts 
schwärzlich mit breilerm weissen Saume, die mennigrothen Flecken auf dem 
Endringe breiter als oben. Die Reine gelblich mit bräunlichem Anstriche an 
den Endgliedern. 

Vaterland: Süddeutschland. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals und Rrustring mehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. 



• Glomeris hexasticha. 

Tal). LVI. Flg. 113. 114 u. 115 var. 

Schwarz, sechs aus schiefen Flecken zusammengesetzte Längsstreifen, 
gelbhch oder röthlich, die der zwei mittlem Streifen auswärts geschwungen.^ 
hinter der Vorderrandsfurche ein durchziehender feiner Furchenstrich, drei 
oben abgekürzte an der Seitenrandsscheide und noch kürzere unten zwischen 
diesen. 

Länge 4A bis 5 Linien, selten grösser. 

Rrandt, Prodr. 36. 10. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 90. 10. 

Gewölbt, glänzend, die Fläche aller Ringe ungemein fein und sehr dicht 
gerieselt, doch nur bei guter Vergrösserung zu sehen. Der Kopf und Hals- 
schild sehr glänzend und glatt, auf der Stirn etwas kielartig aufgetrieben, an 
der Mundkante kurz ausgebogen; die Fühler von gewölmhcher Gestalt; der 
Halsschild oben rückwärts gedrückt, die vordere Querfurche geschwungen, die 
zweite dicht an dieser an den untern Seitenwinkeln auslaufend, die übrigen 
flach gebogen, die obere mit der zweiten ziemHch parallel. Rrust und Krti-|»er- 
ringe dem Ümriss nach von nicht ungewöhnlicher Gestalt, der Endring in der 
Mitte des Hinterrandes etwas ausgebogen. Die Vorderrandsfurche oben fein, 
an den Seiten und unten tief und hohl , ganz durchlaufend , hinter dieser ein 
feiner Furchenstrich ebenfalls durchziehend und unter der Seitenrandsscheide 
endigend, zwischen dieser und der Vordeiiandsfurche ein kürzeres feines Stri- 
chelchen; an der Seitenrandsscheide drei feine Furchonslriche, der vordere bis 



125 

fast zur Rückenhöhe steigend, die zwei lolgendeii stufenweise kürzer. iU-v hin- 
tere davon kurz, vor dem ersten und zwischen diesem und dem zweiten, ehen- 
falls von der Scheide ausgehend, noch ein kürzeres Striclielclien: iJciiK- und 
Unterseite von gewöhnhcher Gestalt. 

Variirt ausserordentlich, so zwar dass seilen gleich gezeic hnete E.xem- 
plare zu finden sind. Bei den meisten Stücken Jiat die schwarze Fnrl>e die 
Oherhand, die heuern Zeichnungen sind entweder ^elMicIi (jder iii;iiiiili( h. ndli- 
lich, fleischroth, und zum Theil wcisslich; gewöhnlich sind iille Hinge his zum 
Endringe mit sechs Längsstreifen vers(>hen , welche von der weissen Hinler- 
randskante jedesmal durchschnitten werden; die zwei milllern dieser Slreifen 
schwingen sich schief auswärts und gehen am Vorderrande vnn einem i'nnkte 
aus und sind hier hreiter und weit heller, nicht uugewölndicli ins W eisse. hin- 
ten aher ins Röthliche übergehend; der mitere Streif hestehl ans hallirnndeu 
Flecken am Vorderrande liegend; auf dem Briistschilde heliiiden sich hlos die 
Anfänge dieser Streifen als sechs Flecken nahe am Ilinterrande, davon die 
zwei mittlem eine dreieckige Gestalt haben, der untere an der Seitenrands- 
scheide aher rund ist; auf dem Endschilde zeigen sich Ihm auf diese Weise 
gezeichneten Exemplaren zwei etwas schiefliegende, nicht scharfrandige gelb- 
liche Flecken. Kopf, Fühler und llalsring sind schwarz, der Ilalsring mit Aus- 
nahme des Vorderraudes gelblich geraiulet, die Mundkanle schmal rölhlich; 
die Einfassungen der Ringe sind sehr schmal und weiss oder gelhlii h, iHe am 
Vorderrande des Brustscliildes breiter und meisleiis hellgelh. i>ie Unterseite 
ist hornfarbig braunröthlich , der BruslschUd an den Seiten weissgelb, die 
Beine bräunlichroth oder trüb weinröthlich. Fig. a. 

Zuweilen ist die helle Farbe noch mein- veibreilet und überwiegt die 
schwarze, ])ei diesen ist der schwarze Raum in der Mitte des Rückens wieder 
getheilt und dann entstehen auf der hellem Grundfarbe sechs schwarze Längs- 
streifen, oder wenn man die schwarze Fai'he gellen lassen will, sieheii hellere 
Streifen; bei diesen sind die zwei Flecken auf dem Endringe grösser und l.m- 
feu meistens in den Ilinlerrand aus. Fig. c. 

Bei dunklern Exemplaren ninnnl die schwarze Farbe so überhanii, dass 
auf dem Bruslschilde nur vier kleine Fleckehen zu sehen sind, d;i\on die zwei 
oberen, obwohl sehr selten, fast ganz erlöschen, anl dem Rnc Ken dei- \..rdem 
Ringe liegen dann zwei sehr scluuale, schiefe gelbliche Siii(lil]e(k( heu. und iul 
dem Endring nur nndenlliclie Spuren der zwei Fletken: die .Miiiehedie tehlt 
zuweilen ganz, und von (U'V unlein ist kamn mehr eine Spur /n vrhen. I'ie 



126 

weisslichen Kanteiiliuion und die gelbe Einlassung am Vorderrande der Brust- 
ringe aber sind bleibend. Fig. d. 

Zeichnungen von Zwischenstufen sind sehr mannichfaltig. 

Bei den grossen Stücken, vermuthlich bei den Weibchen, fehlen die kur- 
zen feinen Furchenstrichelchen unten auf dem Brusti-iiige zwischen den grös- 
sern oder sind sehr undeutlich vorhanden, 

Vaterland: Deutschland Um Regensburg sehr gemein. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals und Brustring sehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse, d. u. e. Abarten. 



Gloineris oriiata. 

Tab. LVI. Fig. 116. 

Weisslichgelb, sechs Längsstreifen auf den Körperringen schwarz, die 
zwei mittlem hinten schiel liegend und hinten einander genähert. Fünf bis 
sechs Furchenstriche an der Seiteurandsscheide. 

Länge 3 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 97. 35. 

Etwas flach gewölbt, glänzend, bei sehr guter Vergrösserung ungemein 
fein und dicht gerunzelt. Der Kopf ohne besonderes Merkmal. Der Hals- 
schild hinten etwas stark rückwärts gebogen; die gleichlaufenden Querfurchen 
auf diesem sehr fein. Der Brustring an der Vorderrandsfurche etwas der 
Länge nach gewölbt; an der Seitenrandsscheide fünf Furchenstriche, einander 
etwas mehr als gewöhnlich genähert, der zweite bis in die Rückenhöhe stei- 
gend und sich dem der entgegengesetzten Seite ziemlich nähernd, der erste 
dem zweiten noch mehr genähert, die luntern stulenweise kürzer, zwischen 
dem zweiten und dritten noch ein Strichelchen, scheint aber nicht beständig 
zu sein. Der Endring am Hinterrande gerundet. 

Der Kopf schwai'z mit weisslichem Mundrande. Die Fühler braun. Der 
Halsschild braun mit gelliem Rande und in der xMitte mit etwas gelblicher Mi- 
schung. Die Körperringe hellgelb, auf dem Brustring etwas dunkler als die 
übrigen, letztere gelblich weiss; auf dem Brust- und den Körperringen bis 
zum Endringe sechs Längsstreifen schwarz; die zwei Mittelstreifen auf dem 
Brustring ziemlich gerade und einandei- genähert, die zwei Seitenstreiten noch 
mehr genähert, inn- durch ein sehr schmales gelbes Strichelchen von einander 



127 

getrennt, alle durcli ein Querband am Vorderrandc mit einander verlttnideir, 
die Streifen der Korperringe ziemlich gleichweil von einander, die zwei inill- 
lern auf dem Rücken vorn breiter als hinten und hinten mehr als vorn ge- 
nähert, daher gegeneinander schief liegend, die der Seitenstreil'en mondfornng 
gebogen und am Vorderrande gegen den zweiten Streif aufwärts verlängert und 
mit diesem zusammentreffend ; auf dem Endring der Vorderl Neil und ein Läugs- 
streif in der Mitte mit diesem zusammenhängend schwarz; alle Kinge mit 
weisslichen Hinterrandskanten. 

Ich habe nur ein Exemplar aus d(!r Sannnlung des Herrn J. Sturm in 
Nürnberg vor mir, welches auf ein Kartenblättchen mit der Unterseite ange- 
heftet ist, daher diese nicht beschrieben werden konnte. 

Vaterland: Aus der Gegend von Idrien. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Hals und Brustring mehr vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. 



Eurygyrus ochraceus. 

Tal). LVII. Fig. 117. 

Rostgelb mit heller gelben Reinen und langen Fühlern ; die Ringe liel 
gehn"(ht und am Hinterrande nach (Um Fuichen last gezähnt. 

Länge fast 3 Zoll. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 115. 3. 

Der Körper walzenförmig, im Verhältniss zur Länge nichl ilii K. gegr'U 
die zwei vordem Ringe zu allmälig, olmgelahr vom zelmlen Ringe an etwas 
verdünnt, die zwei vordem Ring(! aber wif-der verdickt; aucli dii' liiuleru 
Ringe vom vierzigsten an sich allmälig vei'dünneud. und gegen die Atierklappe 
zu merklich dünner; in Allem 49 Ringe mit dem llalsriug, aber ohne die Af- 
terklajipe. Der Kopi olmgelahr so lang als bieit, am Hinterrande bogig ein- 
gedrückt, daher oben mit etwas vorgedrückter Stirne, der übi'ige Tlieil des 
vordem Koptes llach, die Seitenlheile ziendiih \ni's(elifii(l; die l'läclie i;l;ill, 
glänzend, auf der Stirne und aui dei' vtu'dern Fläclie /iciiilich uinji unoideiii- 
lich eingestoclien punktiil. Die Augen gedrängt reilieiiueise, eine M-Iuelliegend«' 
ziemlich dreieckige Fläche vorstellend. Ilie Fühlei' nahe bei den Augen einge- 
fügt, lang und düini, obngelälu' dri'ini;il sn huii; aU ilrr Kupl. Inn licli.i.nl. 
Der Halsring am Hiuterrande lialbzirkeHormig, am \ uidei i imdr rinn ^n. mii' 



128 

seitwärts etwas ausgeschweift, am Hinterrande ohngefähr bis in ein Drittel der 
FJäche hinein strahlenförmig tief gefurcht; die Seitenwinkel geschärft; die 
zwei folgenden Ringe breit , gegen den Hinterrand aufsteigend und wie der 
Halsring gefurcht, am Hinterrande nach dem Eintreffen der Furchen geldpperl; 
die übrigen Kürperringe, gegen den Hinterrand zu, aufsteigend erweitert, da- 
her der hintere Ringtheil besonders hinten merklich höher als der vordere; 
der Hilllere tief gefurcht und wie die zwei vordem Ringe am Hinterrande nach 
dem Eintreffen der Furchen gekippert, fast gezähnt, die Hinterrandskante aber 
selbst glattrandig. Die Fläche schwach glänzend, durch die Furchen etwas 
sammetartig schimmernd; der Endring nicht gefurcht, über die Schwanzklappe 
vorstehend, diese von oben ganz deckend, mit gerundeter etwas schaufelartiger 
Spitze; die Alterklappe wenig aufgetrieben, die Klappenränder vorstehend, und 
nahtartig. Die Beine lang und dünn, ohngefähr so lang, als der Durchmesser 
eines der Ringe des Mittelkörpers. 

Das ganze Thier rostgelb, der Vordertheil der Ringe etwas heller als der 
Hintertheil. Die Augen dunkelbraun. Die Fühler rostbraun. Die Reine hell- 
ockergelb. 

Das einzige Exemplar, das mir vorgekommen ist, befindet sich in der 
Münchner Sammlung; es ist ganz vollständig. 

Vaterland: Kleinasien, aus der Gegend von Sardes. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Natürliche Grösse. 



Lithobius varius. 

Tal). LVIII. Fig. 118. 

Gelb, oben und unten schwarz gestreift, Kopf röthlichgelb, 20 Glieder 
an den Fühlern. 

Länge 34 Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 151. 18. 

Der Kopf etwas herzförmig, etwas gewölbt, sehr glänzend, glatt, mit 
einer ungemein feinen Furche am Hintr-rrande, sich eben so fein an den Seiten 
bis zu den Augen ziehend; hinten auf dem Kopfe zwei seichte Längseindrücke. 
Die Augen genähert, etwas undeutlich. Die Rückenschilde ziemlich von ge- 
wöhnlicher Form, auch im gewöhnlichen Verhältniss der Grösse zu einander, 
alle glatt und stark glänzend und mit sehr feinen, doch deutlichen, aufgewor- 



129 

fenen Seitenkanten; die Zwischenschilde am Hinterrande gerade, ohne zahii- 
artige Verlängerung der zwei Hinterrandswinkel. Die Fresszangen ziemlich 
stark, glatt und glänzend. Die Fühler etwas kurz, mit 20 Gliedern, ührigcns 
ohne besonderes Merkmal. Die Beinchen ziemlich lang, die zwei Eixlbeiue olm- 
gefähr ein Drittel so lang als das Thier, die Hüften etwas breit gedrückt, das 
erste Beinglied ein wenig geschweift, an d(!r Spitze verdickt, die folgenden wal- 
zenförmig, dick, stufenweise dünner, das Endglied etwas nadeiförmig mit schar- 
fer Kralle; das vorletzte Beinpaar von der Form des Endpaars, nur ein wenig 
kürzer, doch merklich grösser als die vordem. Die Bauchschilde ziemlich gleich 
gross, von gewöhnlicher Gestalt, sehr glänzend und glatt. 

Der Kopf röthlich ockergelb, hinten ein dreieckiger Fleck und am Vor- 
derrande drei kleine Fleckchen schwärzlich, die Unterseite heller als die obere ; 
die Fresszangen gelb, die Spitze der Fangki'alle kaum ein wenig dunkler. 
Alle Rückenschilde hellgelb, auf der iMitte zwei genäherte Längsstriche, ein 
Kantenstrich an den Seiten und ein Längsstrich zwischen diesen und den zwei 
mittlem schwärzhch braun, die zwei mittlem auf den Hauptschilden zum Theil 
in der Mitte unterbrochen, und der Seilenslrich wie aus kleinen gehäuften 
Fleckchen zusammengesetzt. Die Bauchschilde etwas dunkler gelb als die obern 
mit denselben Längsstrichen, aber feiner, weniger deutlich und die zwei mitt- 
lem weniger genähert. Die Seiten blass gelblich, bräunhch gefleckt. Alle 
Beine hellgelb, das erste Beinglied oder Schenkelglied der zwei Hinterpaare an 
der Wurzel braun. 

Vaterland: Baiern, unter Moos in Wäldern bei Burglengenfeld. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Die Endbeine und ein Schleppbein 
dessgleichen. c. Natürliche Grösse. 



Lithobiiis inimiUis. 

Tab. LVill. Flg. 119. 

Bräunlichgelb, oben und unten ein Längs.slreif bräiuijicli, niil duiiklern 
Linien beiderseits begrenzt; 27 Glieder an den Fülilnn. 

Länge 3| Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 152. 19. 

In der Gestalt mit Lilli. varius ganz nhereinslininuMul. Am Hinter- 
rande des Kopfes zwei tiefe Grübchen, 2G oder 27 Gheder an den Füh- 
Koch, Myriapoden. 9 



130 

lern. Die Hinterbeine über ein Drittel so lang als der Körper und mit län- 
gern Borsten versehen. 

Der Kopf ockergelblich, bräun ich getrübt, am Hinterrande ein Fleck 
braun. Hals und Körperringe gelblich, etwas durchsichtig, auf dem Rücken über 
alle Ringe der ganzen Länge nach ein ziemlich breiter Streif bräunlich, beiderseits 
mit einer dunklcrbraunen Linie begrenzt, auch in der Mitte ein Strichelchen dunk- 
ler; der zweite Schild seitwärts braun gemischt, auch die andern Schilde an 
den Seitenkanten etwas dunkler. Fresszangen gelb, mit rötlilichen Fangkral- 
len. Die Fühler bräunlich, mit rostgelber Spitze. Das ganze Thier unten 
gelblich mit demselben Längsstreif wie oben, nur weniger deuthch; an den 
Seiten vor der Einlenkung der Beine, auf jedem Ring ein Querstrich schwarz. 
Die Beine gelblich, etwas durchsichtig, die Glieder unten mit einem schwärz- 
lichen Fleck, die Endglieder rostgelb, 

Vaterland: Deutschland. Unter Moos in den Waldungen der hiesi- 
gen Gegend nicht gemein. 

Fig. a. Das Thier vergrösarrt. b. Die Endringe und ein Schleppbein 
ebenso, c. Natürliche Grösse. 



Lithobius melanocephalus. 

Tab. L VIII. Fig. 120. 

Roströthlich, auf dem Rücken der Länge nach dunkler; die drei hintern 
Zwischenringe an den Hinterrandswinkcln mit einem langen Zahn; die Hinter- 
beine dünn, lang, weitschichlig behaart. 

Länge 6 bis 7 Linien. 

Der Gestalt nach mit Lith. forficatus ganz übereinstimmend, auch die 
drei hintern Zwischenringe an den Hinterrandswinkeln mit derselben scharfen 
zahnartigen Verlängerung. Die Fühler mit 33 Gliedern. Die Hinterbeine dünn, 
viel länger als bei jenem und nicht so dicht mit Borstchen besetzt, die Borst- 
chen mehr vereinzelt und merklich länger. Hinten auf dem Kopfe zwei Längs- 
grübchen. 

Der Kopf rostbräunlich, hinten ein brauner Fleck und an den Seiten 
bräunlich gemischt. Die Bürkenschilde roströthlich oder dunkelockergelblich, 
in der Mitte der Länge nach bräunlich verdunkelt, ohne ein Längsband vor- 



131 

zustellen, das Innere dieser Verdunkelung etwas heiler und mit zwei feinen, 
sehr genäherten», aber nicht deutlichen und nur bei dem lebenden Thiere sicht- 
baren Längsstrichelchen; die Fresszangen ockergelb mit rothbräunlichen Fang- 
krallen. Die Fühler rostbraun, mit röthlichgelber Spitze. Die Unterseite wie 
die obere, nur heller, mit einem noch heilem, etwas weisslichen, ziemlich brei- 
ten Längsstreif. Die Beine ockergelblich, das zweite Glied mit brauufMU An- 
strich, das Endglied orangegelb; die Hinterbeine rostgelb. 

Das Weibchen unterscheidet sich nur durch die Geschlechtstheile. 

Vaterland: Deutschland. In Wäldern bei Regensburg ziemlich seilen. 

Fig. a. Das Thier vergrössert. b. Die Endringe und ein Schleppbein 
ebenso, c. Natürliche Grösse. 



Lithobius glabratiis. 

T.ib.LlX. Flg. 121. 

Blassgelb, die Seitenkanten und ein Rückenstreif braun; die Augen 
schwarz; Fühler und Beine einfarbig gelb; die drei hintern Zwischenringe mit 
zahnartigen Hinlerrandswinkeln. 39 Glieder an den Fühlern. 

Länge 7 bis 7^ Linien. 

Koch, System d. Myriap. S. 149. 9. 

Der Kopf sehr flach gewölbt, glänzend wie das ganze Thier, kaum ein 
wenig uneben, ohngefähr so lang als breit, mit gerundeten Ilinterrandswinkehi, 
gerundeten Seiten und der gewöhnlichen Randfurche an dem Ilinlerrandc und 
an den Seiten; an der Einlenkung der Fühler ausgebogen, die Kopispitze nicht 
eingekerbt; die gebogene Furchenlinie an der Kopfspitze ziemlich (Icudicli. 
Die Augen deutlich und gedrängt. Die Fresszangen nicht besonders stark, 
sehr glatt, ohne eingestochene Punkte. Die Kehle gross, etwas gewölbt, sehr 
glatt, mit einem Längseindruck und in diesem ein eingegrabenes Längsstrichel- 
chen. Die Fühler ziemlich laug, doch nicht ganz halb so lang als Kopf und 
Körper, von gewöhnlicher Gestalt und wie gewölnilicli kiirzlKirstig. Der Kör- 
per flach gewölbt, vorn und hinten etwas verdünnt, die Schilde glall, k;iiiui 
ein wenig runzelig; die Haiiptscliilde von gewöhnlicher Form uiul mi( den ge- 
wöhnlichen Randfurchen; die vordem Zwischenscliilde am MiiUeiiaiiilc etwas 
geschwungen ohne Winkelzahn an den Seitenecken des lliuteriaiules, die drei 
liintern Zwischenringe mit eiuei" kuizen zahnarligen Verlängeruni,' Arr iliuter- 

9* 



132 

randswinkel ; der vorletzte Ring ziemlich gleichbreit und der Quer nach et- 
was gewölbter als die andern. Der Endring kurz, die weibliche Zange an 
diesem kurz. Die Bauchschilde sehr glatt und flach. Die Beine dünn und ziemlich 
lang; das Endpaar halb so lang als der Körper, dünn, die Glieder stufenweise dünner; 
die Hültenglieder etwas breit gedrückt, das erste Beinglied gegen die Spitze verdickt 
und gebogen, die folgenden ziemhch walzenförmig, alle mit kurzen Borstchen besetzt. 

Der Kopf und die Fühler ockergelb, ersterer am Hinterrande mit einem 
braunen Fleckchen ; die Augen schwarz. Kehle, Fresszaugen und Taster durch- 
sichtig heller gelb, die Fangkralle der Fresszangen an der Spitze aus dem 
dunkler Gelben ins Braune übergehend. Die Rückenschilde und die Beine 
blass gelbhch, letztere einfarbig, auf dem Rücken der Schilde ein schattenbrau- 
ner Längsstreif seitwärts in die Grundfarbe vertrieben, die Seitenkanten fein 
bräunlich; die vordere Hälfte des vorletzten Schildes dunkelbi-aun, mit zwei 
gelben Flecken nebeneinander. Die Bauchschilde durchsichtig heller gelb, et- 
was aufs Olivenfai-bige ziehend, mit drei sehr feinen weisslichen Aderzügen der 
Länge nach. 

Vaterland: Baiern, in Gärten um Regensburg. 

Fig. a. Das Thier massig vergrössert. b. Dasselbe stark vergrössert. 
c. Natürliche Grösse. 



Lithobius agilis. 

Tab. LIX. Flg. 122. 

Bräunlichgelb, die Vorderhälfte der Fühler, der Kopf und ein breiter 
Rückenstreif auf dem Körper, Schenkel und Kniegelenk der zwei hintern Bein- 
paare schwarzbraun; die drei hintern Zwischenringe mit einem Zähnchen an 
den Hinterrandswinkeln. 32 Glieder an den Fühlern. 

Länge 6[ bis 6K Linien. 

Koch, Syst. d. Myriap. S. 149. 10. 

Der Kopf, wie überhaupt das ganze Thierchen etwas breit. Der Kopf 
flach gewölbt, an der Spitze ohne sichtbare Kerbe, mit sehr fein eingedrück- 
ter Bogenlinie an der gewöhnlichen Stelle der Kopfspitze, die Randfurche eben- 
falls sehr fein, am Hinterkopf zwei seichte, vorwärts sich nähernde, ziemlich 
ein erhöhtes Dreieck einschliessende Längseiiidrücke. Hals und Rückenschilde 
flach gewölbt, glänzend, mit sehr feinen Randfürchen, auf dem Rücken feine 



133 

runzelige Eindrücke ohne besondere Ordnung; die Rückenschilde etwas breit, 
die drei hintern Zwischenschilde an der Stelle der Ilinterrandswinkel mit einem 
kurzen Zähnchen und einwärts an diesem am Ilinlerrande ein Ausschnittchen. 
Die Fressz;ingen sehr glatt, sehr glänzend und ohne eingestochene Punkte. 
Die Kehle gewölbt, sehr glänzend, mit einei' tiefen, in der iMilte erweiterten, 
hinten spitz ausgehenden Längsrinne. Die Fühler kaum halb so lang als der 
Kopf und Körper zusammengenommen. Die Heine von gewöhnlicher Länge, 
etwas stämmig, das Endpaar ziendich dick, übrigens ohne besonderes Merk- 
mal. Die Bauchschilde in der Mitte ein wenig eingedrückt, sehr glänzend, mit 
einer feinen Querrunzel. 

Der Kopf schwarzbraun, an den Ilinterrandswinkeln in ein gelbes Fleck- 
chen übergehend. Die Fühler bis zur Hälfte der Länge von derselben Farbe 
und von hieran ins ziemlich lebhatl Dunkelgelbe übergehend. Kehle, Fress- 
zangen und Taster dunkelgelb, die Fangkrallen der Fresszangen ins Ilosfcgelbe 
übergehend. Die Rückenschilde dunkelgelb, last bräunlichgelb, in der Mitte 
ein breiter Längsstreif schwarzbraun, auf dem hintern Schilde in Flecken auf- 
gelöst und auf der hintern Hälfte des Rückens mit einer feinen hellgelblichen 
Längslinie, aber nicht deutlich. Die Bauchschilde bräuidichgelb, die vordem 
etwas dunkler als die hintern. Die Beine etwas dunkelgelb, die Schenkel und 
Kniee des Hinterpaars an den Seiten bis zur Spitze schwarz, und an dem vor- 
letzten Paar dieselbe Zeichnung, nur schwächer. 

Vaterland: Er bewohnt sumplige Stellen von Wiesen und ist in den 
Meu tinger Wiesen ohnfern von Regensburg nicht selten. , 

Fig. a. Das Thier massig, b. stark vergrössert. c. Natürliche Grösse. 



Linotaenia subtilis. 

Tab.LX. Fig. 123. 

Rostgelb, der Halsring und der Kopf dunkler. D.t Kopf klein mit kur- 
zen Fresszangen und glatter Kehle; der Körper spindelförnng; die Sdili-pp- 
beine dick, etwas kegelförmig. 

Länge 7^ Linien. 

Koch, Deutschlands Ciuslac, Myriap. u. Araclin. 1111.1^2. L'. 
Syst. d. Myriap. S. 166. '2. 



134 

Eine der kleineren Arten. Der Kopf klein, sehr glatt, ohngefähr so lang 
als breit und wie das ganze Thierchen stark glänzend; die Fühler über drei- 
mal so lang als der Kopf, fadenförmig, etwas dick, bis zum Endgiiede alle 
Glieder gleichgross, nicht länger als dick, das Endglied länglich oval , alle fein 
behaart. Die Kehle sehr glatt, etwas aufgetrieben, ohne eingestochene Pünkt- 
chen, auf der Mitte ein abgekürztes sehr feines Furchensti'ichelchen. Die Fress- 
zangen kurz, kaum so lang als der Kopf, ohne eingestochene Punkte. Die Kör- 
perringe gewölbt, ohne Furchenstrichelchen, mit einem Seitenschildchen an 
den Haupt- und Zwischenringen; der Körper vorn dünn, bis zu zwei Drittel 
der Länge allmülig ziemlich stark verdickt, dann gegen die Spitze verdünnt, 
daher spindelförmig; auf dem Rücken keine Furchenstrichelchen. Die Bauch- 
schilde flach, mit einer Seitenfurche und vorn in der Mitte ein wenig einge- 
drückt. Die Beinchen von ganz gewöhnlicher Gestalt; die Schleppbeine aber 
dick und ziemlich kegelförmig; das vordere Hüftenglied glatt, das zweite sehr 
kurz, kaum zu sehen, die drei vordem Beinglieder dick, so dick als lang, 
kaum deutlich von einander abgesetzt, das vierte und fünfte dünner und spitz 
ausgehend. 47 Beine an jeder Seite. 

Das ganze Thier oben und unten rostgelb, unten etwas heller als oben ; 
der Kopf und der Halsi'ing merklich dunkler, erster mit gelblicher Spitze. 
Kehle, Fresszangen und Fühler etwas dunkel rostgelb, doch nicht so dunkel 
als der Kopf hinten; die Seitenschildchen etwas heller als die Rückenschilde, 
auf letztern der Speisegang roströthlich dunkler durchscheinend. Die Beine rost- 
gell), aber etwas heller als die Körperfarbe. 

Unter Steinen im Walde in der INähe von Harthof bei Regensburg. 

Fig. a. Das Thier vergrössert, b, der Kopf mit einem Fühler, c. die 
zwei Endringe und ein Schleppbein, alles vergrössert. d. Natürliche Grösse. 



TüO. J. 




Fiü. 1. 





Fi^. 2. 





Fiö. ,]. 




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i. STKI.LirKKA 

3. AI lUTA 



Tal). 11 



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^ . D . SIMI.\i:h'()Tlli;i!ll M (MMl Sl\| 
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8. i:rin"ri;i s mm iiatis 



Tab. IV. 



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10. ^ (»i,.\i; n.\i"i s 



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Tal). \'. 




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Fig. 12. Knnd^ius Kl roi.iNi: vrrs 

13. SKUIAI.IS. 



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-^_ ij. s i'iu onoi.rs s \.\(iii.\Kis 



Tab. \Tn 




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17. LOXli.MM) 



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Tab. IX 



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Fi^. 18. ( KVl'TOrS cn, THATIS 

— 19. ociiH \('i:r.s. 



Tab. X. 




Fi'^. 20. SCOl.OlMvNDK \ IIKI{( I l.l' \\ \ 



-^clier-c-l;: 



Tab. XI. 





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Fisi- 21. srüJ.oi'Kxnii.x rri,(iii!.\ . 
* 22. l..\|{|.\T.\. 



Tab. Xll. 




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Tab. Xlll. 




Fi i 21 





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Ki<*. 2(') 





*" Kiii 21. (il.OMK.IJIS ITLCIIIiA. 
2.'). II). \\\\, 

2ü. TI{A.\S,\l,n.\ \ 



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Tab. XIV. 



Tig. 28 





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Fiii.27. Sril.\Kl!()TIIKinr.\l CONVKM .M 
QS^. KI.O.NO ATIM 

29. l.lillTI'.XS ri'.IMI 



Tab. X\: 



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Tal). XV 




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Tab. XV 




* V\^. ^n. SCOLOPF.NDUA MOIISITANS 



Tab. XVIII. 








Fisi. ^51. .S('ÜLOI'i:\l)H.\ SCOI'OI.IA.XA 
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Tab. .VIX. 



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Fi^. ?y7. 




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Fiii. â– ;(â– ). sni.\i:i{()Tiii:Hir.\i uktisim 

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Fiö. lü. 



Tab. XX. 




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Tal). \\1. 




Vit- 12 




Fi^. 1^ 




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Tab. XXI 11. 




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U). (iKI'iVAlSl.WA 



Tab. xxn; 




Fiii. 17 IIKNIA Di: VIA 



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Tab. XXV. 




TH. 48. 





Ti^. 49. 





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Tab. XVVl. 



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.)2. COMIM.AWTIS. 



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Tab. X.W 111. 




* Ficj. öl. sriüonoi.i s i)r..\i,i5.\Trs. 



Tah. XXIX. 




*FitJ.J3. S('()L0IM;.\I)H.\ IXKUMII'KS. 
* 56. l'OMACKA. 



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Tab. XXX. 




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Tab. XXXl. 




Kisi. 39, 






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'iii. 'i9. (il.OMKHlS COXCIWA. 

„60. l,IMI5.\T,\. 

61. . ()V.\rOlilTT.\T.\. 



Tab XXXII. 



Ti^. 62. 




Vit,. 61. 




fitt)2. KOXTARIA VlR(il\IK\SIS. 
_ 63. „_ lOlU.M'KA. 

^ 64. DBJ.ON'tiA. 



Tab. XXXllI. 



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