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Full text of "Die nicht-lyrischen strophenformen des altfranzösischen. Ein verzeichnis zusammengestellt und erläutert"

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DIE 



ICHT-LYRISCHEN STROPHENFORMEN 



DES 



ÄLTFRANZÖSI8CHEN. 



EIN VERZEICHNIS 

ZUSAMMENGESTELLT DND ERLÄUTERT 

VON 

GOTTHOLD NAETEBUS. 

> 



LEIPZIG 

VERLAG VON S. HIRZEL 

1891. 



? c ';x 9§i 



MEINEM HOCHVEBEHBTEN LEHBEB 



HEEßN PROFESSOR DR. A. TOBLER 



IN DANKBABEB GESINNUNG 



GEWIDMET. 



Terzeichnis der Abkürzungen. 



AHale'B 


DrameD 


AHaUe. 




Alexis. 




Adc. th 


fr. 


Anglia. 




Arch. des mies, 


Archiv. 





Bari. u. Job. 

BCond. 
Beri. Abad. 



Catet. des mBS. fr. 



Über eine altfranzüsiBcbe Handschrift der £. ümTSr- 
sitütsbibliotbek zu Pavia. Beriebt von A. Mnasaüa. 
Wien. IbTü. (Sonderdruck au8 den Sitzungaberich ten 
der K. Akademie der WisBensc haften zu Wien. Phil.- 
bist. Glasse Bd. LXIT.) 

Adam de la Eale's Dramen und das Jus du Feierin TOn 
L. Bahlsec. Marburg. 18S5. (Ausg, u. Abh. Nr. 27.) 
Oeuvres completea du trouvere Adam de la Halle p, p. 
E. de Conasemaker. Paris. 1872. 
La Tie de salnt Alesis . . . p. p, G. Paris et L. Pannier. 
Paria. i8"2. 

Ancien thfiätro frangaia p. p. Viollet le Duo. Paris. 1854. 
Anglia, Zeitschrift für englische Philologie heransgegeben 
Yon P. Wülcltör. 

Archivea des misaioDS scientiöques et littäraires, Paris. 
Archiv für daa Studinm der neueren Spracben und Lite- 
raturen. 

Ausgaben und Abhandlungen aus dem Qebiete der roma- 
niscbeo Philologie veröSentlicht von E. Stengel. Mar- 
burg. 

Fatiliaux et CoDtes des poetes frangois des XI, Xu, XHl, 
XIV et XV* siecles p, p. Barbazan, Nouy. äd. par Mäon. 
Paria. 1808. 

Barlaam und Joaaphat, franz. Gedicht des 13. Jahrh. 
von Gui de Cambrai herausgegeben von H. Zotenberg 
und P. Meyer. Stuttgart. 1864. 

Dits et ContoB de Baudouin de Condä et de soa fila 
Joan de Condg p.p. A. Subeler. BruxeUeB. 1886—67. 
Abhandlungen der £. Akademie der WiBsenschaflen zu 
Berlin. 

Le Besant de Dieu von Guillaume, le clerc de Nor- 
niandie herauagegeben von E. Martin. Halle. 1869. 
Le Bibliophile beige. Brusellea, 
Bibliographie des cbansonniara fran^ius des XUI" et X1V° 
sieclca par G. Baynaud. Paria. 1S84. 
La Bible fran^ise au moyen äge par S. Berger. Paris. 
tSS4. 

Bnlletin de la Soci^tä des anciena testee fran^aia. Paria. 
Catalogue des manuscrits de la bibiiothäque de l'Arsenal 
par H. Martin. Paris. 18S5— 8S. 
Catalogue des manuacrits frangaia de la bibliothSqae 
Imperiale. Paris. 1868—81. 



Ecol. Chart. 
Engl. Stud. 
Euat. Desch. 



Fab. lat 
GICoins. 



— VI — 

Cbev. Tour Landry Le Livre da Chevalier de la Tour Landry pour l'ei 

seignement de aes fillea p. p. A. de MontiügloD. Paris, 

18&4. 
Übieat.' Chrestomatbia de l'ancien frangais p. E.Bartsch. 

Leipzig. 1884. 5« M. 
Cbron. anglonorm. Chroniqueg anglo-normandea p.p. Fr. Micbel. Boaen. 

1S36-40. 
Cb. Sax. La Chanson des Saxons par Jean Bodel . . . p. p. Fi. 

Michel. Paris. 1839. 
Cod. man, Codicem maau scriptum Digby S6 descripslt 

E. Stengel. Halle. 1S71. 

Combat. Le Combat de trente Breton» contre trente Anglois p. p. 

Crapelet. Paria. 1S27. 
Cammentar. Commentar zu den ältesten franzdsischon Spracbdenk- 

railem von E. Koachwitz. Heilbronn. 18S6. 
Daor. et Bet. Daurel et Beton p. p. P. Meyer, Paris. 1880, 

DeBcr. Description, Noticcs et Extraita des manuacrits de la 

biblioCh^ue publique de Rennes par D. Maillet. Rennea. 

1S37. 
Didot Catal. Calalogue illustre des livres pr^cieux, mannscrits et im- 

primäs faisant panio de la biblioth^que de M. A. Finnin* 

Didot, Paris. 

Li Romans de Dannart le Galois .... heiaaagegeben 

von E. Stengel. Tübingen. 1S"3. 

Bibliothfeiiue de l'ficole des Chartes. Paris. 

Englische Studien herausgegeben von E. KGlbing. 

(Euvres complctea d'Euatacfae Deschamps p. p. le mar- 

quia de Queux de Saint-Hilaire. Paris. 1878— 

Extraits de i^ueli^Des po^sles du XII, XIJI et SIT siäcla 

(par äinner). Lauaanne. 1759. 

Eecneil göi^ral et complet des fabliaux des Xni' d 

X1Y° siucles p. p. A. de Montaiglon et G. Raynaud. Paria. 

1872—90. 

Les Fabulistes latins par L. Hervieux. Paris. 1884. 

Les Miracles de la saint« Vierge traduita et mis en ven 

par Gautier de Coincy p.p. M. l'abböPoiiuet. Paria. 1857. 

Poäsies de Gilles 11 Mulais p. p. M. le baron Eervyn de 

Lettenhove. Louvain. 1882. 

La Guerre de Metz en 1324 p, p. E. de Boateiller at 

F. Bonnardot. Paris. 1875. 

CEuvres de Henri d'Andeli p.p.Höron. Paria. ; 

Handschriftliche Studien auf dem Gebiete romanischer 

Literatur des Mittelalters von A. Weber. Frauenfeld. 

1876. 

Histoire Uttäraire de la France. 

Romanische Inedita auf itali&niscben BibliothelieQ ge- 

sammelt von F. Heyse. Berlin. 1856. 



r Jabb. 

I JongL 

Lüa. 



Leben dea hl. Alesius. 

Leib u. Seele. 
Lettre. 

Leys d'am. 

L'bAtel de Climy. 

Lit. blatt. 

Lit. CentT. blatt. 
Litt. fr. 



Mont. et Bothsch. 



— vn — 

Jahrbuch für romanisclie und englische Literatur. 
Jongleurs et Trouv^res p. p. Ä. Jubinal, Paris. 1835. 
Über die Laie, Sequenzen und Leiche von F. Wol£ 
Heidelberg. 1S41. 
La Langue et la Litt^ratare frantaiaes depuis le IX" 

sigcle joaqu'au XIT>' aiecle p. K. BartBCh. 

Paria. ieS7. 

Les Lapidairea frangais du moyen äge p. p. L. Pan- 
nier. PariB, 18S2. 

Leben des hl. Älesiua herausgegeben Ton C. Hofmann 
inAbbandluDgeu der Münchner Akademie der Wissen- 
schaften. München. 186S. Bd. L 

Über den Streit zwischen Leib and Seele von 

G. Kleinert. Halle. 18&0. Dias. 
Lettre au directeur de l'Artiate touchant le manuacrit 
de la bibliotheine de Bern Nr. 354 p. A. Ju- 
binal. Paris. 1S38. 

Monumens de la litturature romane p. p. M. Üatien- 
Amoult. Paris. 1S42. 

L*H6tel de Clun; au mojen äge par M°>« de Saint- 
Snrin. Paris. 1835. 

Literaturblatt für germaniache und romaniache Phi- 
lologie. 

Literarisches Centralblatt für Deutschland. 
La Litteratnre frani^aiae au moyen äge par G. Paria. 
2' öd. Paris. 1S9U. 

Manuel du übraire par J. Ch. Brunet. Paris. ISBO 
—1865. 

Mariengebete, Französisch, Portu^eaisch , Proven- 
zalisch |Ton H. Suchieri. Halle. 1677. 
Nouyeau Kecueil de Fabliaus et Contea . . . . p. p. 
Möon. Paris. 1823. 

Li Miaerere, Fikardischea Gedicht aus dem XII. Jahrfa. 
von Bectua de Moliens bearbeitet und zum erstell 
Male veröffentlicht von A. Majer, Programm der 
E. B. Studienanstalt Landahut für daa Studienjahr 
1881/82. 

Mitteilungen aua franzüsiachen Handschriften der Tu- 
riner üniveraitätabibliothek. Marburg. 1973. (üni- 
yeiaitfits-Prograram. ) 
Recueil de Po^aies fran^oisos des XV' et XVI° aiäclea 

p. A. de Montaiglon et J. de Botbscbild. Paria. 

1855-78. 

Lea manuBCrita frangois de la bibliothequeduBoi 

par P. Paris. Paria. 1838-48. 

Notice snr deux anciena manuscrita &an;aia ayaut ap- 

partenu au marquisdeLaClajettelBihiioth^uenalla- 



r 



NBoz 

Not ft I 

KBe«, 
Obserr. 



Pierre de Langtoit. 



Polit. Songs. 
Proy. et Di ct. 



nale, Moreau 1715— ifl| par M. P. Meyer. Paris. 1889. 
(Sonderdruck aus Not. et Extr. Bd. XXSIII. Teil 1.) 
Loa Mystüres par Petit de JuUeTille. Paris. 1880. 
Myst^rea infidita du XV= siöcle p. p. A. Jubinal. PariB, 
1637. 

Les CoateB moralisäB de Nicole Bozon p, p. L. Toul- 
min Smith et P. Meyer. Pari». ISBi). 
NoticBB et Extraits doi maTiiiscrits de la biblioth^qae 
nationale et antres bibliottieqiies p. p. l'InBtitut natio- 
nal de France. Paris. 

Nonveau Kecueil -de Contea, Dits, Fabüaus .... par 
A. Jubinal. Paris. IS39— 42. 

Observations sur la langue et la littärature romanea & 
roccasioD d'un m^uscrit de la bibliothügue royale de 
Belgique |p. de Eeiffenbergl. Extxait du tome VI no. 2 
des BuIiotinB de rAcadämie royale do BruxelloB. 
Pan^yrt^uea des comtea de Eainaut et de Hollande 
Guillaume I et Guillaimie n p. p. lea Boina de M. Ch. 
Potvin. Mona. IR63. 

Le Dit de la Panthfere d'amourB par Nicole de Margi- 
val p. p. Henry A. Todd. Paria. 1883. 
PartonopeuB de BIoIb p. p. Crapelet. PariB. 1S34. 
(Euvrea po^tiques de Philippe du Remi p. p. H, Suchier. 
PariB. 1884—85. 

The Chronicle ot Pierre de Langtoft ed. by Th. Wright 
London. 1868. 

Poeme moral .... von W. Cloetta. Erlangen. 1886. 
{Sonderdruck aus den Romanischen Forschungen.) 
Lob Poetea Iracgois par Auguia. Paria. 1824. 
Meaaire Thibant, li romanz de la Poire herauagegeben 
von Fr. StehUch. Haue. 1S8I. 

The Political Songs of England edited and translated 
by Th. Wright. London. 1839. 
Proverbes et Dictone populairea p. p. Crapelet. Paris- 



Le Livre des proverbes fran^a . . . . p. Lo Rouz de 
Lincy. 2' öd. Paris. IS59. 

Lea Quatre Ages de l'homme, traitä moral de Philippe 
de Navarre p. p. M. de Frfiville. Paria. 1888. 
Rapport h. M. le Ministre de l'Inatruction publt^ne . . . 
par A. Jubinal. Paris. 1838. 

DocumcntB manuecrita de l'ancienne littärature de la 
France conaerv^ dans les bibliothgques de la Grande- 
Bretagne. Rapports h, M, lo Ministre de rXnatriictloD 
publique par P. Meyer. Paria. lS7t. (Sonderdrnck 
aus den Arch. des miaa. 2' aörie T. UI-V.) 
Rccueil d'anciena textea p. p. P. Meyer. Paris. 



OD 

I 




Roimpr. 



Send. 

Eer. crit. 
Bev. lang. rom. 

Bom. 

Rom. Stad. 

RomT. 
RoBt. Ged. 

Rateb.' 



BTloL 



Eoimpredigt herausgegeben von H. Snchier. Holle. 

1879. 
Reim n. Stropbenbau. Über Reim und Strophenbau in der altfranzöaUchen 

Ljiik von F. Orth. Caaael. Ibe2. (StraBsburger DisB.) 
Ben. Le Boman dn Benart, sappläment p. p. P. ChabaiUe- 

Paria. 1835, 

Li Bomana de Carito et Miserere du Benclns de 

Moiliens . . . p. p. A. G. yan Eamet. Paris. lüSEi. 

Bevue critique d'histoire et de litt^ratare. 

Bevue des languee romaoes p. p. la Soci^tä pour 

r^tude des laiiguea romauea, Paris u. Montpeltier. 

Romania, Reciteil trimestricl üonsacrä i. I'^tude des 

langues et dea litt^ratureB romanos. 

Eemaniache Studisn herauagegebcn von E. Boebmer. 

StraHsburg. 

BoiDTari; von A. Keller. Mannheim. 1S44. 

BuBtebuefs Gedichte .... berauag. von A. EreCsner. 

WolfenbQttel. 18S5. 

(Euvrea complötes de Rntebeuf . . . . p. p. A. Jn- 

binal. Paris. 1S39. 

QiluTrea complötes de Rutebenf . . . . p. p. A. Jubi- 

nal. NouT. M. Paris. 1874—75. 

Roman de la Violette ou de Görard de Nevers par 

Gibort deMontreuil — p. p. Fr. Michel. Paris. 1834. 
L d'un. Le Salut d'amour dans les littöraturee proren^ale et 

fran^aiBe . . . . par P.Meyer. Paria. 1867. (Sondet- 

druck ans ficol. Chart. 6. F. Bd. m.) 
It. LettreB k M. le comte do Salvand; sor quelquea-nna 

des manuBcrittt de la Biblioth^que royale de LaHaye. 

par A. Jubinal. Paris. 134Ü. 
■b. Yie de seint Auban .... ed. by R. Atkinson. London. 

1876. 
Sept Sagea. Le Romaii des eept aages de Rome p. p. Le Bom 

"e Lincy. Paris- IB38. 
Sffllfl. La Vie de Saint Qillea par GuUlaume de Bemeville 

p. p. G. Paris et A. Bob. Paris. 1881. 
Bbe de Beaom. Philippe de Romi, Sire de Beaumanoir par H. L. Bor- 

dier. Paris. 186!t. 
Bog. Antiqa. Mteoires de la Sociätö Reyale des AntiqaaireB de 

France. 
^ec. Specimens of Lyric Poetry ed. by Th. Wright 

London. 1842. 
3Thom. La Tie do saint Thomas par Garnier de Pont Sainte 

Mazence . . . . p. p. C. Hippeau. Paris. 185!). 
T. Chr. Tableau chronologique in Litt. fr. 

Th. ComiqaQ. Repertoire du Th^ätre Comii^ue en France an moyen 

i par L. Petit de JuHeville. Paria. 1886. 



»TT 



Th. fr. 
Trad. Bible. 

l-raitö. 
Tr&or. 
TroUT. AHale: Dramen, 



Trony. Artts. 
TrouT. Combr. 



TrouY. Flandre. 
Verbl. Aasdr. 



... par L. Qiii- 



Tbä&tre francaiB an mojreD äge p. p. M. M. L. J. 
M. Monmerquä et Fr, Michol. PoriB. ISSg. 
Les Traductiona de la Bible en vers frangais au 
moyen Age par Bonnard. Paris. 
Traitä de Veraification fran^aise . 
cherat 2'6ä. Paria. IS&u. 
TrÖBor de livrea rarea et präcieui par J. G. Th. 
Graesao. Dresden. 1858—0". 
Die dem Trouvere Adam de la Haie zugeschrie- 
benen Dramen Li jus du Peierin, Li gieus de 
Bobin et de Marion, Li jus Ädan von Dr. A. Ram- 
beau. Marburg. 1886. lÄusg. u. Abb. Nr. 58. | 
LesTrouv&resArt^siensparA.Dinaux. Paria. 1843. 
Lea Tronvärea Cambräsiette par A. Dinanx. Paris. 
1837. 

Lea Trouigres de la Flaodre et du Toumaisia 
par A. Dinaoi. Paria. 1839. 
YerblOmter Auadruck und Wortapiel in altfranzö- 
aiscber Rede von A. Tobler. IS82. (Sonderdruck 
ans den Sitzungabericbten d. E. Preursiacheu Aka- 
demie der Wiesen Schäften zu Berlin. 1S82.) 
Sur la Veraification anglo-oonnande par J. Vising. 
Upsata. 1884. 

Vom franzOaiacben Versbau alter und neuer Zeit 
von A. Tobler. 2. Aufl. Leipzig. 1883. 
Li vers de la mort, poeme artMen anonyme du 

miliea(?) du XIII' ai^cle p. p. A. Wisdihl. 

Lnnd. ISST. 

Über die Matthaeua Paria zugeachriebene Vie de 

Saint Auban von H. Suchier. Halle. I8T6. 

La Vie aaint Thomas le martix coinposä par Oar- 

nior de Pont-Sainte-Maxence. Etüde biatorique, 

littöraire et phüologique. Paris. 1883. 

Li dis dou vrai aniel .... herausgegeben von 

A. Tobler. 2. Aufl. Leipzig. 1834. 

Dita de Watriqaet de Couvin . , . . p. p. A.Scbeler. 

Üruxellea. 1868. 

Denkschri-fteu der Kaiaerlicben Akademie der 

Wissenachaften. Wien. 

Die von Robert als Yaopet U bezeichnete Fabel' 

BUDmlnng in Fabtes in^ites dea Xn<, XIU* et 

XIY° sigclea et Fables de Lafontaine .... par 

Robert. Paria. 1825. 

ZeitHCbrift für deutsche Philologe beraoag. von 

Dr. E. Bdpfner u. Dr. J. Zacher, 

Zeitschrift für romanische Pliilologie heraueg. voa 

G. Gröber. 



Einleitang. 

"Der Bestand an BtrophiBcben Formen lälst sich fUr die 
ältere Periode der romaDischen Literaturen am besten veran- 
Bchanlichen durch ein Verzeichnia aller erhaltenen Gedichte, 
ans welchem sich zugleich die gröfaere oder geringere Beliebt- 
heit und, wenigstens mit annähernder Sicherheit, das Alter der 
eiozelnen Formen ergiebt. 

Ein solches Verzeichnis bat für die provenzalische Lyrik 
aufgestellt F- W. Maus, Peire Cardenals Strophenbau in seinem 
Verhältnis zu dem anderer Trobadors, nebst einem Anhange, 
enthaltend: Alphabetisches Verzeichnis sämtlicher Strophen- 
formen der provenzalisehen Lyrik. Marburg. 1884. (Ausg. u. Abb. 
No. 5. — vgl. 0. Appel , Lit. Watt VI Sp. 22 a. Lit. Centr. blatt 
18S5 Sp. 721). 

Das gleiche Ziel hat sich die vorliegende Arbeit für die 
nicht- lyrische altfranzösische Dichtung gestellt. 

Unter Altfranzösisch verstehe ich die Periode bis 1400 und 
dieses Jahr bildet daher die Grenze meiner Arbeit, welche ich 
wissentlich nnr mit dem Gedicht auf einen 1403 (a. St. 1402) 
eraehienenen Kometen (XXIX, 7) ') überschritten habe. Die alt- 
fi-anzösische Umgebung, in welcher das Gedicht in der Hand- 
schrift auftritt, möchte, wenn einnial die strophischen Formen 
des 15. Jahrhunderts in ähnlicher Weise zusammengestellt wer- 
den, leicht Anlafs bieten, es gänzlich zu übersehen, anch ist 
eB ja kanm nennenswert später. Im allgemeinen gewährte 
die Sprache und zwar vor allem die Erhaltung oder Nicht- 
erhaltuns von anbetontem e vor folgendem lauten Vokal als 
selbständiger Silbe, wenn andere Anhaltspunkte zur Bestim- 
mung des Alters fehlten, ein ziemlich sicheres Mittel zu ent- 

1) Die Zahlen in der lUammer bezeichnen die Stelle, an welcher das 
Gedicht in dem Verzeichnis za finden ist. 



scheiden, ob ein Gedieht der von mir behandelten Periode 
zuzuweisen sei oder nicht. So habe ieb fortgelassen den Miroir 
de l'äme, etwa 25000 Verse der Form 8a8a8b 8a8a8b 8b8b8a 
8b 8b 8a, welchen Jiibinal, Salv, S, 23 mindestens um die Mitte 
des 14. Jahrhunderts ansetzen will, und ebeuBO den in Mont. 
et Rothsch. X, 43 — 49 abgedruckten Streit zwischen Sommer 
and Winter in einieimigen Alexandriner- Vierzeilen, dessen Ab- 
fassang die Herausgeber S. 42 gleicbfalla ins 14. Jahrhundert 
setzen, weil bei beiden die Sprache, wenigstens soweit bei dem 
Miroir de l'äme die Proben auf S. 77 — 90 ein Urteil zulassen, 
ins 15. Jahrhundert weist. Schwieriger war die Altersbestim- 
mung, lagen nur einige Verse vom Anfang' oder Schlufs im 
Druck vor, und es kann wohl sein, dafe das eine oder andere 
der von mir verzeichneten Gedichte dieser Art als nicht mehr 
in die altfranzösische Periode gehörig zn streichen ist, z. ß. 
VIII, 22; LXX, 1—3; LXXI, 1 u. a. 

Unberücksichtigt habe ich gelassen die Werke derjenigen 
Dichter, in deren Lebenszeit die Wende des Jahrhunderts hin- 
einfällt. Es sind das vor allem Jean Froissart und Christine 
de Pisan ; — Eustache Deschamps scheint strophische Formen 
nnr mit lyrischem Bau verwendet zu haben. Mit ihnen be- 
ginnt in der Lyrik die Übergangszeit zum Nenüauzösischen, 
und sie werden, was die formale Seite auch ihrer nicht-lyri- 
schen Gedichte anlangt, besser im Zngammenhang mit den Dich- 
tungen des 15. Jahrhunderts betrachtet. Um dieser Beschrän- 
kung willen habe ich auch das Gedicht Jean Gerson's auf die 
Passionsstunden (5a 5a 5b 5a 5a 5b) fortgelassen, aus welchem 
F. Paris, Mss. fr. II, 118 die erste Strophe anführt. Das in 
der gleichen Handschrift sich findende Gedicht Gerson's: 
digne preciositö (8aaa8b8a8aSb8b8bSa8b8b8a) zeigt lyri- 
schen Ban. P. Paris teilt a. a. 0. S. 119 die ersten 4 Zeilen 
mit; Tarb6, Romancero de Champagne, Reims. 1863. I, 68 — 71 
I druckt es ohne Angabe des Verfassers ganz ab; eine weitere 

; Handschrift wird nachgewiesen in Didot Gatal. 1881. S. 43. 

I Henri de Croy, L'Art et science de Rhetorique ponr faire rigmes 

^^H et ballades ') führt es als Mester iQr die Form XXXVI an. 

1 



U Ich kenne die SteUe nur aus Chaliaille, Ren. 8. XYI a. Wolf, Lais 
>. Der Neudruck von Henri de Cro;'« Poetik in den Fo^biob ggthi- 
ques &aii;oiBea. Paris. 1B3D— 32 war mir nicht zugänglich. 



I 




Nicht-lyrlBcli neane ich im Anschluas an A. Tobler, Versb.^ 
S, 15 diejenigen Strophenformen, in denen die nach ihrer Stelle 
in der Strophe sich entsprechenden Zeilen bei Gleichheit der 
Veraart Terschiedenea Geschlecht der Beime zeigen. Das in 
der Lyrik fast auanahmslos beobachtete Gesetz, da6 durch alle 
Strophen eines Gedichtes an gleicher Stelle aofser gleicher 
Versart auch gleiches Reimgesehlecht wiederkehre, wird durch 
die Masik hervorgernfen. Lyrische Form zeigen daher die zum 
Singen, nicht-lyrische die zum Sagen bestimmten Stücke. 

Eine nur scheinbare Ausnahme von dieser Regel bilden 
die nach dem Muster lateinischer Sequenzen und Prosen ver- 
falsten iranzijsischen Gedichte; denn da in ihnen verschiedene 
Melodieen zur Verwendung kamen, konnten die einzelnen Stro- 
phen der Gleichheit des Reimgeschlechte entraten. Ebenso ver- 
hält es sieh mit den Epitrea faj-cies, für welche ich verweise 
anf Bulletin hiatoriqne et philologiqne dn comitä des travanx 
historiques et scientifiquee. 1887. S. 341 ff. 

Immerhin kommen vereinzelte Beispiele vor, dals sicher 
znm Gesang bestimmte Dichtungen sich dem oben angegebenen 
Gesetz nicht iUgen, oder andererseits Gedichte dasselbe erfüllen, 
welche dennoch ohne Zweifel gesagt wurden. 

Nicht dahin gehört das von P. Meyer, Rom XV, 242—246 
aus der Hs. DD. 10. 31 Bl. 1— 3 b der Cambridger Universi- 
tätsbibliothek abgedruckte allegoriscbe Gedicht in Terzinen aas 
siebensilbigen Versen. Die letzte (306.')) Zeile kehrt im Beim 
zum Anfang zurück, ao dafs 'die Verse 1 — 6, welche schon hin- 
gichtlich der Versart (Achtailbner) und des Inhalts zu dem 
Übrigen Gedicht nicht passen, durch die Beimbindung deutlich 
als fremde Zuthat ausgeschieden werden. Wie nun das Schema 
des Gedichtes: Ta- 7a^ 7b | 7b 7b 7e-> | 7c- 7ev 7d | 7d 7d 7e.. | 

7e .. 7z I 7z 7z 7a^ zeigt, haben zwar nicht alle Strophen, 

aber doch einerseits alle geraden, andererseits alle ungeraden 
unter sich gleichen Bau ganz wie in der von A. Tobler, Versb.^ 
S. 16 angeftthrten Hymne du Sauveur des Jean Passerat. Bei 
Znsammenfaaaung von je zwei Strophen ist daher auch hier 
das Gesetz beobachtet. Dals das Gedicht zum Singen bestimmt 
war, lehrt der Anfang; 

1) Im Druck aind die Zahlen 298—300 Übergangen. Hinter V. 10 ist 
dne LOcko von einer Zeile anzusetzen. 




— 4 



^ 



k 



En chantant vaa faz na pleinte, 

Dame, k'avez lealCä meiiLCe 

En plejgnant vdb faz mun cbant.'l 

gehört dabin die Clermonter Passion (Sli, 12), 
in der Handschrift überlieferten Noten ausser 
Frage stellen, gesungen wurde, trotzdem die Versausgänge bald 
männlicb, bald weiblich sind. Auf diese, sowie auf ein Lied 
der Bemer Liederbandschrift und einige Romanzen, an denen 
ebenfalls die Ungleichheit des Reimgeschlechts auffällt, hat be- 
Tobler, Versb.' S. 14 und 15 hingewiesen. Über letz- 
tere ist auch Orth, Reim und Strophenbau S. 69£f.''J za ver- 
gleichen. 

Auch die vier Lais (Sa 8a 8a 8a), welche aus dem Prosa- 
roman des Tristan bis jetzt gedruckt sind (vgl. H. Sacbier, 
Zacher'a Zt. XVIII, 84^)), zeigen nicht in allen Strophen glei- 
ches Geschlecht der Reime, obwohl bei ihnen jedes Mal aus- 
drücklich die Begleitung auf der Harfe erwähnt und nach 
F. Wolf, Lais S. 57 in einer Wiener Handsobrlft sogar die Me- 
lodie in Noten angegeben wird. 

Ebenso tritt in dem Chant de l'Ave des Gautier de Coinsj 
(12al2al2bl2b6;'6^6j'6d^)), bei F. Wolf, Lais S. 435 oder in 
der Anggabe von Poquet S. 753 — 756, bei im Übrigen durch- 
weg männlichen VersscbllisBen in der zweiten Hälfte der 4.Strophe 
weiblicher Reim auf. Und doch Hegt auch hier ohne Zweifel 
ein Lied vor, läfst doch selbst die Hs. 22928 des fs. fr. der 
Pariaer Nationalbibliothek, welche Wolf seinem Druck zu Grunde 
gelegt hat, bei der ersten Strophe Raum für die Noten, deren 
Eintragung allerdings unterblieben ist. 

1) Die Form scbeint mir dieselbe za aein In dem a. a. 0. S. 252 aus 
der gleichen Es. veröffentlichten Gedicht, nur data die Verse hier durch- 
weg männliche Auegange haben. P. Meyer sagt zwar S. 247 Nr. 6: Com- 
plainto amoureuee en tercets commen^ant et finiasant par un couplet de 
deux vers. Sollte aber nicht, da. auch bler der Schlul'areim zum Anfang 
zurückkehrt, eine Zeile am Ende, und zwar die vorletzte — nicht die letzte, 
weil die starke Verwünschung dem Ganzen einen kräftigeren Abscblafs 
giebt — za tilgen sein? 

2| Ortii giebt aus Versehen als Nummer dos Liedes 469 statt 4B8 u. 

3) Das an vorletzter Stelle angefahrte Lai steht in den (Euvres Chol* J 
Blea du comte de Tresean. Evreus. 1796. TU, 91^92. 

4) Über die Bedeutung der Buchstaben vgl. S. 12. 





Das von E. Stengel, Cod. man. S. 128 — 129 nach zwei 
Hss.') veröffentlichte Gedieht Coard est ke amer n'o8e(7aj7b 
7aj 7b 7a-. 7b 7a- 7b), das ans der Hs, Douce 137 mit anderer 
Abteilang der Strophen (Ha"''- Ua^*- 14a'''" 14a'''-) schon 1857 
C. Sachs, Archiv XXI, 262 abgedruckt hatte, giebt in der letz- 
ten Strophe gleichfalls die bis dabin beobachtete Gleichmäfsig' 
keit des Reimgeschlechta auf (a wird männlich), und doch be- 
zeichnet es die Hs. Digby 86 als Cbannconn de noustre seingnour 
(Tgl. Cod. man. S. 102). Da mit Strophe 5 ein sehr guter Ab- 
Bchlnfa erreicht ist und aufserdem von Strophe 5 zu Strophe 6 
der Fortschritt des Gedankens fehlt, der sonst regelmäfsig mit 
jeder neuen Strophe eintritt, könnte man geneigt sein, die letzte 
Strophe als spätere Zuthat zu behandeln, wenn nicht die hand- 
schriftliche Überlieferung für ihre Echtheit spräche, denn auch 
die Hs. London, Lamheth Falace 522 enthält diese SchloTs- 
Btrophe; vgl. Archiv LXIII, 57 No. 9. 

Sicher dürfte Textverderbnis den Wechsel im Keimgesehlecbt 
herbeigeführt haben bei dem verschiedenen Verfassern zuge- 
schriebenen Gedieht: J'ai uq euer mont lait^) (5a 5a 5b^ 5a 5a 
5b- 5o5c5b^5e5c5b^), das E. Stengel, Cod. man. S. 30— 35 
ans der Ha. Digby S6 ganz mitteilt. In Strophe 8, 1 — 2 ist 
statt: 

Pucele reele 

Beine leele 
zn lesen: 

Fncele reaus 

ßEine liaua 

Mere debonere 

Precloua TesBeaiiB 

Aach die zweite Hälfte der Strophe 7 kann so nicht ge- 
lautet haben, wie sie Stengel gestaltet; denn, abgesehen von 
dem Geschlecht der Reime, verlangt das Schema die Reimstel- 
loDg ecbccb statt ccbddb. Vermatllch wird die Benutzung 
aller Handschriften fUr c männlichen Versschlufs ergeben. Dafe 

1) Zwei weitere Haa, aiadnachgewiesen von B, Reinach, Archiv LXIII, 57 
Nr. 9 nnd von P. Meyer, Rom. XIII, 5!8 Nr. 19. Zu Stengera Druck ygl, 
P. Me;er Rom. IT, 3BU Änm. ]. 

2) G. Bftyoaud, Bibl. Cha,iia. II, "3 Nr. 695 kennt ea aua 2 Pariser Haa 
ft wtiiere Haa. weist nach P. Meyer Rom. XIII, 52S St. 37 u. Bom. XTBI, 4S5 
Aam.2. 



n 



wir es mit einem Lied zn tbuu haben, lehren die Noten m der 
Arsenalhandsehrift 3517 (vgl. H. Martin, Catal. de l'Ars. III, 
407). Aufserdem wissen wir es gerade bei diesem Gedicht 
darch ein Zengnis ans alter Zeit, das sich id der Bb. 12433 
des fs. fr. der Pariser Nationalbibliothek findet. 

Diese Handschrift, deren reichhaltigen Inhalt zuerst A. Jnbinal, 
NRec. 11,413—423 bekannt gemacht, und über deren Com- 
position G. Raynaud, Rom. XIV, 442 — 4-Ui Aufsehlufe gegeben, 
bildet, woran ich hier kurz erinnern will, weil ich im Verlauf 
meiner Arbeit ein paar Mal mit dieser Besonderheit zu rechnen 
habe [LXXXII, 1; LXXXILI, 1), ein einziges grofses Gedicht 
zn Ehren der Jungfrau Maria, „nne espece de po6me moral", 
wie es P. Meyer in einem Briefe an A. Museafia genannt hat 
(Tgl. Afr. Hb. S. 32). Die Handschrift gliedert sich in 2 Bücher 
und jedes Buch in 50 Kapitel. Den Seblnfs jedes Kapitels 
bildet ein Lied oder Dit verschiedener Dichter, welches der 
Verfasser dieses eigenartigen Sammelwerkes entweder ganz 
oder, was fast noch häufiger geschieht, mit Auswahl mitteilt. 
So begegnet das Testament des Jean de Menn (VIII, 70) an 
drei verschiedenen Stellen ; Buch I Cap. 27 nnd 26 ') und Bach H 
Cap. 23 (Vgl. Jubinal NRec. 11,415 und 420). Daraus erklärt 
es sich auch , wenn diese Handschrift hinsichtlich der Strophen- 
zahl oft beträchtlich von den anderen abweicht und z. B. von 
Rustebuef s Gedicht De la vie dou monde (VIII, 6) statt 43 nnr 26 
oder von dem Cha9tie-MusartCVIII,41) statt 84 gar nur 21 Strophen 
enthält. Nach welchen Gesichtspunkten im Einzelnen die Aus- 
wahl getroffen ist, ktinnte nur eine ganz eingebende Bescbreibong 
der Baudschrift lehren.^) Jedenfalls seheint der Verfasser, nach 
A. Mussafia's Ausfahraogen (Afr. Es. S. 32) aus Anlafs des Dit 
de verit6 (Anhang I, 6), gern fortgelassen zu haben, was ge- 
eignet war auf die Geistlichkeit ein ungünstiges Liebt zn werfen. 
Der Übergang von dem Banptteil der Kapitel zu den 
Liedern nnd Dits am Schlüsse wird durch acbtsilbige Reim- 
paare vermittelt, in denen der Verfasser nicht selten über den 



1) Vermutlicb bildet doch das Bl. 27v" stehende Stück Qber den Tod 
den Schlala des 16. Kapitelit; jedeDfalla ist es dem Testameiit entnommen. 
Die mitgeteilten Strophen tinden sich in der Ausgalie von Mäou IV, 17 n. 18. 

2) Versprochen hat eine solche P. Meyer, Rom. I, 246. 





Dichter ') oder über den Charakter des nachfolgenden Stückes 
Auskauft giebt. So geben dem Gedicht, welches den Anggangs- 
pnnkt dieser Abschweifung bildet, die von Jabinal NRep. 11,414 
mitgeteilten Verse voraus: 

AioBi le flst jadis Tiebaut, 

Qoi amai cbtmte b nota haut: 
Pai un euer malt lent .... 
Ein dem bisher beobachteten gerade entgegengesetztes Ver- 
halten, dafg nämlich alle Strophen im Geschlecht der Reime 
der ersten folgen , ohne dafs die Gedichte deshalb zum Gesang 
bestimmt waren, treffen wir in dem Dit des paintres (XXXIX, 1), 
in De Martin Hapart (LXXXll, 1) und in dem Dit de la queue 
de Renart {LXXXIII, 1). Obwohl selbst die Reimstellnng des 
zuletzt genannten der Lyrik ganz geläufig ist {vgl. Fr. Davids, 
Archiv LXXIV, 2<(0; Maus Nr. 359J, hindert doch der Anlang 
der 3. Strophe; 

De Eegiiart scey bien jiark-r: 

J'aj mis ma inelancolie 

En gracieus mos rimer: 

Raison est que je les die, 
demgegentlber das chantant in Str. 2 V. 6 nicht in Betracht 
kommt, darin ein Lied zu erblicken. 
Bei dem Dit des paintres läfst V. 5; 

fioardes De voub tq«!! pas conler 
und bei Martin Hapart der Anfang: 

Far mainte foiz äi aves 

De ceB exampks recortkr. 

De Saiot Michel un en orrez 

Se il voua plaist a escouter. 
deatlicb erkennen, dafs die Gedichte gesagt wurden. Zu diesen 
in den Stücken selbst liegenden Zeugnissen kommen wenigstens 
für zwei derselben noch die bestimmten Angaben des Verfassers 
der He. 12483; 

Un diu diray de Benart 

bei dem Dit de la queue de Renart nnd 

De ce je voua dire un eonte, 

Mes je De 8cä qoi ie raconle. 
bei Hartin Hapart 



1) Msn darf daher in di 
I Tcc&BMT der Otteaten Ten d 



Bsr Handachrift auch ein Zeugnis über den 
la mort IXXXVI, 52) erwarten. 





Mit EUcksicht auf die Art des Vortrags habe ich daber 
die drei zaletzt beeprochenen Gedichte Id daB VerzeichDiB anf- 
genommeD , die tlbrigen dagegen bei Seite gelassen bis anf die 
ClennoDter Passion, welche ihrem Inhalt nach besser hierher^ 
gezogen wird. Auch das Leben des hl. Leodegar (XLIV, 2) 
glaubte ich,, als eng verwandt mit der Passion, nicht ans- 
Bchlielaen zu sollen, trotzdem es ja ganz in Übereinstimmung 
mit den Noten der Handschrift nur männliehe Versachlllsse zeigt. 
Gleichheit oder Weehsel des Reimgeschlechts, welche das 
charakteristische Kennzeichen der lyrischen oder nicht-lyrischen 
Strophen formen bilden, treten erst bei einer Mehrheit von 
Strophen zn Tage. Ich habe also noch meinen Standpunkt 
gegenüber denjenigen Gedichten zn bestimmen, welche blofs 
ans einer Strophe bestehen und daher strenggenommen keiner 
der beiden Gattungen zugewiesen werden können. 

Einzelne Strophen begegnen zuweilen am Anfang oder 
Schluss der Gedichte, hier gleichsam das Esplicit, dort die 
Stelle der Überschrift vertretend. In letzterer Verwendung 
treffen wir eine vierzeilige Strophe bei dem Gedicht des Roi 
de Cambrai (SXXVI, 39), dessen Titel lautet fKuteb.' I, 441J: 

Cj commance la deBcrisBiona 

Et la plaifisance des religiona: 

Bob i faic avoir mansiona 

Qui vnat soufirir lett passions. 

und eine solche von 6 Zeilen in dem Petit livret a l'essanqile 
dou rossignolet (LXXXVII, 16): 

Far exempiä dou rossignolet, 

Fist uu Saint homme cest livret, 

Pour esmover sa boane amie 

A l'amour dou doiiz filz Marie 

JhBBU et a tompassion 

De sa trea aainte passlon. 

Ein Beispiel für eine ExpUcit- Strophe bieten etwa Li ver 
de Couloigne (VIII, 10); 

Ci finent li ver de Couloigne; 
Cil qui Teticrit diät sans men^oiguo 
Que fftUB eit eil qui Diu ne Bßrt, 
Quant si haut gueredon deaert 
Qu'estre ea la joie parmanable 
Qui toutana^ est sans tin durable. 





Diese in ihrem Bau zam Teil rohen (beachte die Silben- 
zahl des ersten Beispiels) und durchweg sehr einfachen Strophen 
sind wohl immer auf Rechnung der Schreiber zu setzen, wie 
sich ja in den Ver de Conloigne aach Cü qui l'escrit ausdrück- 
lich als Verfasser bekennt. Ich habe sie daher als von unter- 
geordneter Bedeutung unberttcksichtigt gelassen. 

Dafs die Dichter selbst ihrem Werke ein Schlufswort in 
einer einzelnen Strophe zugefügt hätten, dafür sind mir nur 
zwei Beispiele aufgefallen: bei Gautier de Coinsy am Schlufs 
des 2. Buchs der Mirakel (bei Poquet Sp. 733) eine einreimige 
Alexandrinervierzeile, welche übrigens im Äusdrnck, besonders 
in den Reimwörtern grofse Ähnlichkeit mit der letzten Strophe 
der Friere de Theophilua (VIII, 49) zeigt, und in dem Jagd- 
lehrbuch Le Roy Modus et la Reine Ratio, über welches in 
dem Verzeichnis unter XSXVI, 27 nähere Auskunft gegeben ist. 
Fär selbständige Strophen kSnnen auch die in manchen 
Handschriften, z. B. Dijon 298', vgl. Bull. 1875 S. 47 — Epinal 
1S9, vgl. Bull. 1876 S. 84, 89, 10-1 einzeln auftretenden Sprich- 
wörter und Sentenzen gelten. Wenn ich nur die Samminngen 
in das Verzeichnis aufgenommen habe, geschah es in der Er- 
wägnng, dafs wohl die meisten dieser Sprichwörter, soweit 
sie ans altfranzöaischer Zeit stammen, darin enthalten sind, 
and daCs ich vor allem durch ein Verzeichnen der gesondert 
auftretenden ganz nngleichwertige Nummern zusammengestellt 
hätte. Ähnliches gilt von der kurzen Sprich wortsammlung 
Rom. XV, 285, deren viertes Stück (Sage hom deit felon cremir) 
mit besserer Lesart in den Proverbes des philoeophes (XL, 10) 
als Strophe 17 wiederkehrt. 

Verwandter Art sind die auch unter dem Titel Le chastel 
de leal amonr oder Partnres d'anioureas jus vereinigten De- 
maades amoureuses, von denen P.Meyer, Bull. 1875 S. 25 und 30 
nnd Rom. XIII, 503 gehandelt hat. Die einzelnen Fragen, welche 
neben Strophen verschiedener Länge aus meist paarweis ge- 
reimten Versen auch Prosa (vgl. Rev, lang. rom. III, 324 und 325) 
zeigen, bilden mit ihrer Antwort ein selbständiges Ganzes. Wie 
aber das Vorkommen von Prosa und der höchst einfache Strophen- 
bau lehren, ist auf die Form kein grofser Wert gelegt ; ich habe sie 
daher überhaupt nicht in das Verzeichnis aufgenommen, sondern 
H mfige geniigen an dieser Stelle darauf hingewiesen zu haben. 



4 





— 10 — 

Das Wenige was sonst an einzelnen Strophen noch übrig 
bleibt, habe ich der Lyrik zu verzeieboen überlaBsen, aus- 
genommen allein zwei Strophen der Form XXXVI (27 und 47), 
die beide, als deutlich zum Sagen bestimmt, besser hierher ge- 
zogen werden, — 

An Vorarbeiten, die mir vielfach von Nutzen gewesen sind, 
hat es nicht gefehlt. Nicht allein dafs häufig in den Hand- 
schriften beschreibnngen oder bei Herausgabe einzelner Gedichte 
auf ein oder mehrere andere gleichen Bans hingewiesen wird, 
sondern es sind auch bereits für einzelne Formen Zusammenstel- 
lungen der in ihnen verfafsten Dichtungen unternommen. So hat 
P. Meyer in seiner dem Salut d'amonr gewidmeten Untersuchung 
(tcol. Chart. 6. F. III, 121; als Sonderdruelt Paris. 1867) eine 
Anzahl von Beispielen für die unter VIII, IX und XXXVI in 
dem Verzeichnis aufgeführten Formen zusammengestellt. Für 
die erste derselben hatte schon 1835 Martonne, Soc. Antiqu. 
Bd. XI, 322 Anm. 26 Beispiele beigebracht, darunter 23 allein 
ans einer Handschrift, ohne übrigens damit den Vorrat der 
Handschrift an Gedichten dieser Form zu erschöpfen, 1879 
zählte H. Suchier, Reimpr. S. XLIIfT. ans Anlafs der ßeim- 
predigtstrophe eine Reihe von Gedichten gleichen und ver- 
wandten Gefüges auf. 1880 steUte A. Tobler, Yersb.' S. 13 
(Versb.' S. 15) aus Eustebuef Beispiele für die Formen XXXVI 
und LXXIU, und ebend. S- 11 (Versb.- S, 13) für die Form I 
des Anhangs zusammen, fllr letztere anch Juhinal NRec. be- 
rücksichtigend. Eine vollständige Übersicht über die bei Ruste- 
buef begegnenden Formen gab 1888 L.Jordan, Metrik und 
Sprache Rntebenfa. WolfeabUttel (Göttinger Diss.). S. 3 — 5. 
Gleichzeitig mit A. Toblers Versb,' veröffentlichte G. Raynaud, 
Rom. IX, 231 und 232 bei Herausgabe der Cong6 des Jean 
Bodel eine Liste von Gedichten der Form XXXVI, welche 
5 Jahre später von A. 6. van Hamel, Rencl. S.XCIII nicht un- 
erheblich erweitert wurde. Und gerade für diese Form hatte, 
was beiden entgangen ist, schon 1841 F. Wolf, Lais S. 226 
ein für die zu jener Zeit bekannten Gedichte beinahe voll- 
zähliges Verzeichnis aufgestellt. 

Vollständigkeit sowohl hinsichtlich der Strophenformen, 
welche zur Verwendung gekommen, als auch hinsichtlich der 
Gtediohte, welche uns in den einzelnen Formen erhalten nod, 





ist das Ziel der vorliegeDden Arbeit. Vollständigkeit ist wenig- 
atens mit redlichem Bemühen von mir erstrebt worden, 
gleich ich nicht hoffen darf, dieselbe auch nur nach einer der 
beiden Richtungen bin erreicht zu baben. 

Nirgends bin ich auf die Handgchriften znrUckgegangen, 
sondern habe mich auBschlielslich auf das im Drnck vorliegende 
Material beschränkt. Ist dasselbe auf der königlichen Bibliothek 
zu Berlin auch annähernd vollständig vorbanden, so blieb doch 
anfser den im Verlauf meiner Arbeit bezeichneten Büchern noch 
manche Pnblikation Übrig, die ich gern eingesehen hätte, mir 
aber nicht verschaffen konnte. Handschriftenkataloge habe ich, 
abgesehen von P.Paris, Les mannscritB fran^ois de la Biblio- 
thfeqne du Roi. Paris. 1836 — -18 und Firmin-Didot, Catalogue 
illaströ 1878, 1879, 1881— S4 gänzlich bei Seite gelassen'), weil 
bei der Kürze, mit der die mich beschäftigenden Gedichte in 
Werken dieser Art behandelt sind , eine den Aufwand an Zeit 
anch nur einiger Mafsen lohnende Ausbeute nicht zn erwarten 
war. Jede nene eingehende Handschriftenbeschreibnng kann 
also die Vollständigkeit des Verzeichnisses in Frage stellen 
(beachte die Anmerkungen zn VIII, 11 und 99). Aber selbst 
innerhalb des im Druck Zugänglichen kann ich einzelne Ge- 
dichte oder gar die eine oder andere Handach riftenbescbreibung 
übersehen haben, was in der grofaen Menge der in Betracht 
kommenden Bücher eine Entschuldigung linden möge. 

Ein Gegengewicht gegen dieBen Mangel hoffe ich durch 
die meiner Arbeit beigegebenen Veizeichnisse zn bieten, welche 
in erster Linie der Ergänzung und Fortführung derselben dienen 
sollen. 

Zum Schlul's sei es mir vergönnt auch an dieser > 
meinem hochverehrten Lehrer Herrn Professor Dr. Adolf Tobler 
meinen herzlichsten Dank auszusprechen für die Anregung zu 
dieser Arbeit und die wohlwollende Teilnahme, mit der er 
mich bei ihrer Ausführung unterstützt hat. 

1} Wenn ich gelegentlich eiBnifil den Catal. des mss. fr. und Martin, 
C&lal. de l'ArH, als Quelle für meine Kenntnis einer Re. citire, bin ich zii- 
fsilig uiif die Gedichte getroffen, während ich die Werke i 
Gründen zu Rate zog; einer genauen Dnrchaicht habe ich aie nicht unter- 



ÜbersicM Über die nicht-lyrischen Strophenfonnen. 

Aus praktischen Gründen ist die in dieaen Ziuaumenhang gehörende 
Dbersicbt über die nicht-lyriBcheD Strophenfonnen an das Ende dea Baches 



Erklärnng der Zeichen. 



i 



Um die Stellung der Reime and die daraaf begründete 
alphabetische Anordnung der Strophenformen bo deutlich aU 
möglieh hervortreten zu lassen , gebe ich in den Strophen mit 
nnr einer Versart die Zahl der Silben nicht in dem Scfaemä 
selbst, sondern rechts daneben an, während ich in den Strophen 
aus Versen verschiedenen Maises in einer rechts unten an den 
Buchstaben herangerückten Zahl diese Angabe mache. Die 
Über der Linie stehenden Buchstaben bedeuten Binnenreim und 
die rechts unten angefügten Zahlen die Silbe, welche den Reim 
trägt. Grofse lateinische Buchstaben bezeichnen ein Sprichwort 
oder Citat, das sich an die einzelnen Strophen refrainartig an- 
schliefst. Je nachdem dasselbe durch den Reim mit der übrigen 
Strophe verbanden ist oder nicht, wählte ich einen in dem 
Schema bereits verwerteten oder den näcbstfolgeuden neneo 
Buchstaben des Alphabets. Für die grofsen Buchstaben gilt 
die rechts von dem Schema angegebene Versart nicht. Eigent- 
liche Refrainzeileu bözeiehue ich in der gleichen Weise mit 
kleinen griechischen Buchstaben. 

Eine geringe Abweichung von dieser Regel gestattete ich 
mir bei dem Gedicht unter SLIII, dessen Refrain ich mit 
grofsem griechischen Buchataben bezeichnet (vgl. S. 42), and 
das ich hinsichtlich der Wahl der Buchstaben und der Ein- 
ordnung in das Verzeichnis behandelt habe, als ob der Refr&in 
nicht am Anlang, sondern am Schlafs der Strophe stände. Durch 




— 13 - 

diese kleine Unregelmäfsigkeit wurde es möglich das Gedicht 
an ihm verwandte Formen anznschliefsen, während es bei dem 
Schema i^bb cc an letzter Stelle hätte angeführt werden müssen. 

Durch Cursivdruck mache ich die Strophenformen kennt- 
lich ^ welche nicht selbständig, sondern nnr in Gedichten mit 
Strophen verschiedenen Baus (LXXXV) oder in den drama- 
tischen Stücken (LXXXVI) auftreten. 

In den vier ersten Rubriken rechts gebe ich, nach Jahr- 
hunderten gesondert, das älteste Auftreten der einzelnen Formen 
an, durch ein Sternchen hoch links diejenigen Angaben als 
unsicher auszeichnend, in denen die Zeit der Niederschrift an 
die Stelle der Abfassungszeit trat. Die 5. Rubrik lehrt, wie 
viel Gedichte gleicher Form in dem Verzeichnis aufgeführt 
sind, wobei jedoch die unter LXXXV und LXXXVI zusammen- 
gestellten sowie kürzere Bruchstücke nicht mit eingerechnet 
werden. 



Es ist nicht meine Absicht im Folgenden eine erschöpfende 
Darstellung von dem Bau der nicht -lyrischen Strophenformen 
zu geben ; es kommt mir vielmehr hauptsächlich darauf an , die 
Ausschliefsung oder Aufnahme einzelner Gedichte zu recht- 
fertigen und die Wahl der Stelle näher zu begründen, an der 
ich sie in das Verzeichnis eingeordnet. 



2* 




Der Reim. 

Der Gleichklaog des Tonvokals und der darauf folgenden 
Laute in den am Ende der Verse stehenden Wörtern ist der 
wichtigste Faktor für das Zastandekommen der Strophe. Denn 
in ihm findet die Zusammengehörigkeit einer Mehrheit ron 
Versen ihren näehsten nnd deutlichsten Ausdruck. 

. Statt des Reimes begegnet Assonanz in einigen der ältesten 
Zeit angehörigen Gedichten: in dem Leben des bl. AlesiuB in 
fünfzeiligen Strophen (IV, l), in der Clermonter Passion (XL, 12) 
und in dem Leben des bl. Leodegar (XLIV, 2j. Gelegentlich 
kommt dieselbe auch in Gedichten jüngeren Datnms ror, welche 
die Verse unzweifelhaft durch Reim binden , häufiger in dem 
Sermon sur la mort de Louis VIII (LXXXV, 3). 

Für die Beschafi'enheit des Reims verweise ich auf E. Frey- 
moud: „Über den reichen Reim bei altfranzösischen Dichtem 
bis zum Anfang des 14. Jahrh." (in Zt. VI, I ff. und 177 ffj, der 
seiner Tabelle zwar nur Gedichte in Reimpaaren zu Grunde 
legt, auf S. 202 und 206 ff. aber über die strophischen Gedichte 
handelt. Das Ergebnis seiner Untersuchung fafst er S. 215 selbst 
dahin zusammen: „In strophischen Gedichten treffen wir den 
reichen Reim seltener, und nur Verfassern von gelehrterer Bil- 
dung gelingt es im 13. Jahrh. ibn auch in solchen Gedichten 
nach Kräften mit häufig schlechten Mitteln anzuwenden." 

Über das Verhältnis der Reime innerhalb der Strophe ist 
zunächst zu bemerken, dafs zuweilen das Schema einer Form 
durch das Zusammenfallen verschiedener Reime Veränderungen 
erleidet. Am häufigsten begegnet dieser Vorgang in Strophen 
mit Schweifreim und zwar in der Weise, dafs bei der Reim- 
stelluug aahceb die beiden Verspaare gleichen Ausgang er- 
halten. Besonders aufgefallen sind mir in dieser Beziehung die 
Sprüche Salomoos und Marconls unter LXVIII, 1. Denn wäh- 
rend bis zur 33. Strophe die Verapaare nicht ein einziges Mal 



J 




gleichen Reim zeigen , fallen von der 34. Strophe ab in mehr 
als der Hälfte, nämlich in 20 von 35 Strophen a nnd d zn- 
saromen. Sollte darin nicht Einfines der anter XXV, 1 ver- 
zeichneten FaBsnng zn erkennen &ein, zumal sieh zum Scblnfa 
auch eine Strophe der Form 5a 5a 5^ 5a 5a 5/? einstellt? 

Bei Dichtern, welche auf Reichheit des Reims achten, ist 
anch in der Wahl der Reime fttr die einzelne Strophe eine 
gewisse K.ttnstlichkeit nicht zu verkennen, vgl. die Zuaammen- 
stellnng, welche A. 6. van Hamel, Rencl. S. CV aus den beiden 
Gedichten des Renclns de Moiliens gegeben hat. 

Gern wird derselbe Wortstamm durch mehrere Reime bei- 
behalten (grammatischer Reim vgl. A. Tohler, Versb.' S. 134), 
80 in dem ABC des Plante -folie (LXXIII, 1) Str. 1 Z. 1 — 4: 
Plante-folie : foloife ; coHe : coloi6 , oder bei der gleichen Form 
in der Despntizon dou Croisii^ et don Descroisiä von Rustebuef 
(LXXIU, 5} Str. 27 : demorront : demorra : morront : morra : por- 
ront : porra : plorront : plorra. Selbst alle Reime einer Strophe 
zeigen gleichen Wortstamm, und 6a,Qtier de Coinsy Bcbeint diese 
Kflnstelei in dem Gebet unter LXV, 10 sogar durch das ganze 
Gedicht durchgeführt zu haben'), nur gestattet er sich dabei 
die Freiheit auoh Reimwörter von homonymen Stämmen ein- 
zaflechten. Die drei im Druck, vorliegenden Strophen zeigen 
die Reime: 

Str. 1 : Concorde : acorde : descordä : misericorde : corde : 
acordö; Strophe aus dem Innern des Gedichts : souviegne:viegne: 
venir; sonvient: fehlt; devenir; Str. 13: fine : define : fin : fine- 
ment : (faut ne ment) : fln. 

Die Spielerei, welche dabei in der letzten Strophe zu 
Tage tritt, indem am Ende (fin) des Gedichts bis auf die 5, Zeile 
alle Reimwörter die Laute f-i-n zeigen'''), ist, wie ich hier ein- 
echalten will, öfter versucht worden. So enthalten in der 
6. Strophe der Ordres de Paris (XXXVI, 11), in welcher Ruste- 
baef von den Cordeliers handelt, alle Reimwürter die Laute 
o-o-r-d-e, nämlich : corde : acorde ; encorde ; misericorde : acorde: 
descordä : recordö : cors D6 : descorde : concord6 : acordö : des- 



4 



It In einem Lied {bei PoqiieC Sp. 12) behält derselbe Dichter durcli 
je 2 Strophen den gleichen Stamm bei. 

2) Beiipiele fOr dieselbe Spielerei hat aus unstrophiachen Qedichten 
des Q^otier de Coiney gesammelt R. Reinsch, Archiv LXVII, TT. 



L 



cordeOj oder in der 31. Strophe des Roman de Carito (XXXVI, 
25), in welcher der Dichter von den Pflichten eines Könige 
epricbt, alle Reimwörter die Laute r-o-i, nämlich roie: roie: 
roiier : desroie : aroie : aroiier : desioüer ; gnerroüer : gnerroie ; 
atenroiier : amenroiier : amenroie. 

Diese Künstelei gewinat, wenn sie, wie es in dem Gebet 
des Gantier de Coinsy der Fall zn sein scheint, durch das 
ganze Gedicht durchgeführt ist, geradezu Bedeutung für die 
Bildung der Strophe, da natürlich, wenn innerhalb einer Strophe 
alte Reime von dem (lautlich) gleichen Wortstamm sind, dieser 
Stamm selbst aber von Strophe zu Strophe wechselt, die Ein- 
heitlichkeit der zu einer Strophe znsammengefafsten Verse noch 
schärfer hervortritt. 

Für gewöhnlich geschieht jedoch diese Zusammenfassung 
durch den Reim bezw. durch die Stellung der Reime und findet, 
abgesehen von gewisseu Formen mit Folgereim (vgl. S. 28J, 
darin ihren deutlichen Ausdruck, dal's jede Strophe ihre eigenen 
Reime hat. DaJs ein Gedicht durchgereimt wäre, kann nicht 
vorkommen, weil damit auch das Geschlecht der Keime an 
den entsprechenden Stellen dasselbe würde und folglich lyri- 
scher Strophenbau vorläge. Wohl aber könnten je zwei oder 
mehrere Strophen die gleichen Reime zeigen, wenn nur zwi- 
Bchen den auf solche Weise entstehenden Strophensystemen 
keine Gleichheit im Geschlecht der Reime vorhanden ist. Dieser 
Fall begegnet in Les neuf joies Nostre Dame (LXSIll, 6), wo 
je zwei Strophen durcbgereimt sind, und vielleicht auch in 
dem Gedicht auf die Verkündigung Mariae von Nicole Bozon 
(XXIV, 1), in welchem der zweite Reim Über das ganze Ge- 
dicht, der erste aber, wie es scheint, über je zwei Strophen 
fortgeführt ist. 

Dal's ein Reim durch alle Strophen an gleicher Stelle 
wiederkehrt, muls überall da eintreten, wo der Reim dnrcb 
Refrain bestimmt wird. So endigt in dem Dit des patenostres 
(XV, 1} um der letzten Zeile willen: Dites vos patenostres qne 
Diex pardon li face auch die vorletzte in allen Strophen auf 
Ebenso bestimmt in dem Gedicht nnter LXVII, 1 die 



1) Dia gleiche Kfinatelei wendet der Dichter au 
In der b. Strophe des Dit dea Cordslierg <V]II, 1)8). 



:hem Anlafa an j 




canda der Eefraiustrophe den Reim für die cauda der Strophe. 
In den Stücken unter XLIV, 1 nnd 3 und in dem Dit de la 
quene de Renart (LXXXIII,- 1) haben hier die Zeile d, dort die 
Zeilen c durchweg den gleichen Ausgang, weil in jenen der 
letzte Vera mit Je Yois morir bezw. morir, in diesem mit 
Eeaart schliefat. Ohne daia Refrain im Spiele iat, begegnet 
diese Erscheinung in dem Gedicht auf die Stände unter XIV, 1, 
in welchem die Zeile b durch alle Strophen den Ausgang -6 
zeigt, in dem oben erwähnten Gedicht des Nicole Bozon unter 
XXIV, 1, in welchem der zweite Reim durchweg a laatet, und 
in der Chronik des Pierre de Langtoft (LXXXV, t2), in welcher, 
so oft mehrere Strophen hinter einander stehen, die candae 
gleichen Ausgang haben. 

In anderer Weise sind die Reime zweier sich unmittelbar 
folgender Strophen zu einander in Beziehung gesetzt in den 
beiden unter I verzeichneten Stücken. Adam de la Halle läFat 
in dem Roi de Sezile auf jede Strophe mit männlichem Reim 
eine solche mit weiblichem folgen, nnd Girart d'Amiens fSgt 
dem die weitere, bereits von Adenet in den Laissen der Berte 
nnd des Bueve de Commarchis geübte Ktinstlichkeit hinzu, 
dafs der weibliche Reim dieselben Laute enthält wie der vor- 
hergehende männliche, nur mit Zusatz eines dumpfen e am 
Schlüsse. Die Übereinstimmung im Geschlecht der Reime, 
welche sich durch Zusammenfassung je zweier Strophen hier 
ebenso herstellen liefse wie in dem auf S. 3 angeführten Ge- 
dicht, berührt die Unterscheidung in lyrische nnd nicht-lyrische 
Strophenfonnen nicht, da sie hier, unabbängig von der Art des 
Vortrags, ausschliefBlich das Ergebnis gesuchter Künstelei ist. 

Wenn wir das znletzt besprochene Verhältnis zwischen den 
Reimen zweier Strophen nur gelegentlich antreffen, wie z. B. 
in dem Dit des cuirs de buef {VIII, 29) NRec. I, 44 Str. 7 und 45 
Str. 1: -i und -ie; ebend. S. 51 Str. 2 nnd 3: -6 und -6e; in 
dem Dit des aneles (VHI, 31) NRec. I, 16 Str. 6 und 7: -oi 
and -oie nnd öfters, so dürfen wir darin irgend welche Ab- 
sichtlichkeit wohl nicht erkennen. Dafs die Reime zweier oder 
mehrerer Strophen zu einander in Beziehung gesetzt werden, 
tritt im allgemeinen nur selten ein, und auch von den Bei- 
spielen, welche A. G. van Hamel, Rencl. S. CVI ans dem Roman 
de Carito nnd dem Miserere zusammengestellt hat, dürfte ein 



° U 

J 





— 18 — 

Teil nnabsicbtlich entstanden eein. Verse, deren Reim etwa 
erst in der nächsten Strophe ihre Eotapreehung fänden, bo- 
genannte „Körner", kommen nicht vor, ebensowenig völlig 
reimlos dastehende Verse; denn ee gehört natürlich nicht dahin, 
wenn eine Refrainzeile oder ein nach Art des Refrains an die 
Strophe antretendes Sprichwort oder Citat mit dieser blofa in 
r letzten Zeile oder überhaupt nicht durch den Reim ver- 



Anfser am Ende der Verse tritt der Reim anch im Innern 
derselben auf. Bei den drei Formen mit Binnenreim IX, XII, 
XIX ist jedoch noch eine andere Auffassung möglieb. Denn 
statt dee Zwölfeilbners mit Cäsnrreim der Fona IX kann man 
zwei Sechasilbner, statt des Sechzehnsilbners der Form XII 
zwei Achtsiibner und statt des Vierzehnsilbners der Form XIX 
endlich je einen Acht- und Sechssitbner mit Endreim annehmen. 
Welche Auffassung der Absicht des Dichters entspricht, ist 
schwer zu entscheiden. Die Handschriften lassen uns hier 
völlig im Stich. Denn da sie ganz allgemein, auch wenn kein 
Binnenreim vorliegt, die zwölfsilbigen und längeren Verse in 
zwei Stücke zerlegen , kann natürlich in dieser Art der An- 
ordnung in den Fällen, wo die in der Gäsur stehenden Silben 
durch Reim gebunden sind, kein Beweis für den Endreim ge- 
funden werden. Eher läfst sich noch das entgegengesetzte Ver- 
halten, dafs nämlich die Handschrift bei Zwölfsilbnern mitBinnen- 
reim jeden Vers auf eine Zeile schreibt, für letzteren anführen. 

Für die Annahme von Binnenreim kann man speziell bei 
der Complainte d'amors unter IX, 2 geltend machen, dafs, 
während in den Versausgängen kein einziger ungenauer Reim 
begegnet, im Innern der Verse in 4 Strophen {4d, lOd, 11 und 15) 
der Reim nicht streng durchgeführt ist. Der Verfasser wUrde 
sich wohl solche Ungenauigkeit nicht gestattet haben, wenn 
dieselbe nicht durch ein flüchtigeres DarUberbinwegeilen, wie 
es eben nur tu der Gäsur möglich ist, gemildert würde. Aach 
darin kann man einen Grund für die Annahme von Binnenreim 
gerade bei der Form IX erblicken , dal's in strophischen Ge- 
dichten aus vier, auf einen Reim laufenden Alexandrinern einige 
Mal die Neigung hervortritt, die in der Gäsur 'J stehenden Worte 

1| Auf eine ähnliche Erscbcinang in AlexandrinerlaiBeen hat auf* 
merksam gemacht E. Stengel, Zt. IV, 101. 



^ 




durch Beim zu binden, so in dem Ave Maria des Nicole Bozon 
(VHI, 12) Str. 2 nnd 3'); in dem politischen Gedicht unter 
VIII, 16 Str. 1 und 2; in dem Dit des damea (Vm, 19) Str. 2 
und vielleicht auch Str. 3; in dem Dit des Cordeliers (VIII, 68) 
Str. 5, 6, 7 (eine geringe ÜDgenauigkeit in Z. 2 abgerechnet) 
und 9; auch wohl in der Vie dou monde (VTII, 6) Str. 1 (vgl, 
dazn E. Freymond Zt. VI, 207) ; in den Regres au Koy LoSys 
(VIU, 90) Str. 20 und 22-29 und gewife noch öfter. 

Binnenreim ist bei dem Gedicht Da prestre qui fu mis an 
lardier (LXXXI, 1) in der Rom. III, 103 angenommen worden. 
Das Schema w&re dann 10a^MOB''MOalOclOclOc. Da aber 
nur die beiden ersten Verse Cäsorreim anfwelHen, scheint mir 
die von Montaiglon und Raynaud eingeführte Abteilung in vier 
fOnfsilbige Verse glücklicher und ich habe das Gedicht daher 
mit diesem Schema in das Verzeichnis anfgenommen. 

In diesem Zusammenhange will ich noch einer Künstelei 
gedenken, welciie in den Dit des trois mors et des trois vis 
unter LXXXV, 9 und 10 und in einem Gediebt des Jean de 
Cond6 unter LXV, 6 begegnet.') Sie besteht darin, dafe die 
zweite Hälfte der Strophe Wort fttr Wort die Umkehrung der 
ersten ist. Syntaktisch eng zusammengehörige Redeteile, wie 
Negation und Verb, Präposition nnd Substantiv gelten dabei 
IDr ein Wort. Eine derartig gebaute Strophe kann ohne Unter- 
schied des Sinnes vom Anfang oder Ende ans gelesen werden. 
Damit dieses EnnststUck zu stände komme, mufs sich die 
Strophe in zwei gleiche Teile zerlegen lassen, und da diese 
Gliederung in zwei der beigebrachten Beispiele durch die Stel- 
lung der Reime bewirkt wird, habe ich diese von der französi- 
scheo Metrik vers retrogrades (vgl. Quicherat, Trait6 S. 471; 
L^a d'am. I, 176) benannte Erscheinung hier erwähnt. 



1} Sollte etwa bei diesem Gedicht durciiweg Cäsurreim vorliegen und 
nor In der 1. Strophe feblen, go spräclie liier die eigentümliclie BeBcliaffen' 
heit der Keime ganz cntacliiedeu für die Form IX, da. bei einer solchea 
AbtÖluDg der Strophen die Absicht des Dichters, der Reihe nach die ein- 
zelnen Worte des Ävo im Reim zu verwerten, bei weitem deutlicher zum 
Ausdruck Icommt als in achtzeiligen Strophen, in denen nur jeder zweite 
Verssaagang eines der betreffenden Worte enthalten würde. 

21 Die gleiche Künstelei liegt auch vor Lyon. Yb. V. 1973—1978. Vgl 
4,Tobler, Zt, VI, 421. 



4 



4 



i* 




Gehen wir zu der Betraclitang der ReiraBtelliing über, so 
sind zuerst 16 Fonaeo mit etwa 140 Gedichten, also nngefÄhr 
dem dritten Teil aller von mir verzeichneten, auszuscheiden, 
welche nur einen Reim verwenden. Es sind dies die FormeD 
I— XIII nnd SIX— XXI. 

Folgereim — wie ich nicht nur diejenigen Reimverbin- 
dangen nenne, in welchen die Verse paarweis gleichen Aus- 
gang haben (Schlagreirae), Bondern ganz allgemein alle, in 
denen die verschiedenen R*ime nicht durcheinander, sondern 
hinter einander stehen — zeigen und zwar in der einfachsten 
Gestalt die Formen XL — XLIII. Durch Hinzutritt weiterer 
Verspaare entstehen ') die Formen XLIV^LVII. Die Zahl der 
Verse, welche auf einen Reim ausgehen, steigt von 2 auf 4 in 
den Formen XVI und XVII. Gruppen ungleicher Verszahl 
sind durch Folgereira verbunden in den Formen XIV, XV 
nnd XVIII. 

Gekreuzter Reim, wiederum in seiner einfachsten Ge- 
stalt, Hegt vor in den Formen LXIX— LXXI. Die Verdopplung 
des arsprllnglichen Typus zeigen die Nummern LXXII — LXXIV. 
Durch geringfügige Andernngen, nämlich durch Umstellung der 
Keime in der zweiten Hälfte und durch Einfuhrung eines neuen 
Reimes, entstehen daraus die Formen LXXVII und LXXVIU. 
Als eine Verkürzung der Form LXXVII um ihre letzte Zeile 
kann man die Foim LXXVI ansehen. 

Eine dritte Art der Eeimfolge bildet der Schweifreim, 
für den das Verzeichnis die annähernd gleiche Zahl von Ge- 
dichten enthält wie für die einreimigen Strophen. Er tritt in 
seiner einfachsten Gestalt hervor in den Formen LIX— LXVL 
Durch Ausdehnung des ersten Heimes auf das zweite Verspaar 
entstehen die Formen XXIV— XXIX und XXXVIU. . Weiter- 
bildungen, durch Verdopplang des ursprünglichen Typus, zum 
Teil mit Umkehi'ung der Reihenfolge der Reime entstanden, 
Bind die Formen LXVH und XXXIV— XXXVII. In Nr. X X in 



1) Wenn ich bei den yerschiedenen Arten der EeimBtellung den Ver- 
sach mache die einzelnen Formen auf ihre einfachste Gestalt zurückia- 
führen und eich aus dieser gleiclisani entwickeln zu lassen, liommt es mit 
nur darauf an zu zeigen , dafs in ihnen das gleiche Prinsip der Keitn- 
anordnung herrscht, es liegt mir aber fers damit auch nur das Geringste 
tkber die tbatsäcblicbe Entstehung der Form behaupten zu wollen. 




nnd LVlU kann man sich die Entwicklung etwa bo voratellen, 
dafa dort drei durch einen Reim gebundene Verse, 
Verspaare an die Stelle des einen in jeder Strophenhälfte ge- 
treten sind. In LXVIII liegt gleichBam eine doppelte cauda vor. 

Gar nicht begegnet in selbständiger Verwendung der 
umfassende Reim (abba), und er bildet daher, wenn anders 
meine Arbeit in diesem Punkte die erstrebte Vollständigkeit 
erreicht bat, 'bei Gedichten mit dieser Reimfolge ein sicheres 
Rennzeichen für Abfassung nach dem Jahr 1400. 

In 12 Formen treffen wir eine Verbindung von mehreren 
der vorstehend gekennzeiclineten Arten der Reimstellung. Ge- 
kreuzter Reim und Folgereira treten zusammen in den Formen 
LXXV und LXXIX — LXXXIV. Schweifreim und gekreuzter 
Reim in den Formen XXX— XXXIU und XXXIX. Umfassender 
Reim liegt in Verbindung mit einer Weiterbildung des Scbweif- 
reimes vor in der Form XXII. 

Was schliefslieii die Anzahl der Reime anlangt, auf denen 
die einzelnen Strophen laufen, so ist dieselbe, wenn wir die 
Formen mit Schlagreimen aufser Acht lassen (XL — LVII), bei 
denen natürlich mit jedem neuen Verepaar ein neuer Reim hin- 
zukommt, nicht grofg. 

5 verschiedene Reime zeigen die Form LVIII bei 10 Zeilen 
und die Form LXVU bei 12 Zeilen, doch verringert sieh bei letz- 
terer die Mannigfaltigkeit der Reime dadurch, dafs 3 derselben 
auf deu Refrain entfallen und mitbin durch das ganze Gedicht 
gleich sind. 

4 verschiedene Reime treten bei S Zeilen auf in Nr. LXVIII, 
LXXXIII, LXXXIV, bei 10 Zeilen in Nr. XXXIX. 

3 Reime begegnen vor allem in den Formen mit Schweif- 
reim nnd zwar bei 6 Zeilen in LIX- — LXVI, bei 8 Zeilen in XXIII. 
Von Strophen mit anderer Reimfolge zeigen 3 Reime bei 7 Zeilen : 
LXXIX und LXXX ; bei 8 Zeilen ; LXXVIII, LXXXl nnd LXXXD; 
bei 9 Zeilen: XVIII; bei 10 Zeilen; LXXV. 

Hehr als die Hälfte aller in Betracht kommenden Formen, 
nlialicb 2S von 50 mit etwa einem Drittel der in dem Verzeichnis 
UgefUhrten Gedichte laufen auf nur 2 Reimen, nnd zwar 

bei 4 Zeilen: LXIX-LXXI; 
„ 6 „ XIV, XV, XXIV-XXIX, XXXVIII; 

„ 7 „ LXXVI: 






— 22 — 

bei 8 ZeUen: XVI, XTII, LXXII- LXXIV, 
, n - XXX— XXXIII; 
, 12 . XXXIV— XXXVII; 

, 13 . xxn. 



IV, LXXvl^l 

1 



Die YerszaM der Strophen. 

Die Zahl der Verse, aus denen sich die eiDzelne Strophe 
zusammensetzt, bewegt sict in den nicht -lyrischen Formen 
zwischen 2 und 36 als äufsersten Grenzen. Eine Strophe yon 
2 Zeilen ist in dem Verzeichnis zwar nicht aufgetUhrt, aber 
wie H. Snchier, Reimpr. S. XLVII nachgewiesen, ist bei der 
Form LXI die Auffassung als zweizeilige Strophe mit Binnen- 
reim die geschichtlich allein gerechtfertigte. Da jedoch bereits 
in alter Zeit die Zerlegung in 6 Zeilen begegnet, habe ich 
nach dem Vorgange des Herausgebers die Form mit dem Schema 
5a 5a 5b 5c 5c 5b in das Verzeichnis eingeordnet. 

Strophen von 3 Zeilen liegen vor in XX und XXI. 

„ 4 . in: VI — XII, XL— XLII, LXIX 
bis' LXXI; 
mit einem refrainartigen Zusatz in: XIII, XIX nnd 
XLIU. 
Strophen von 5 Zeilen in: IV und V. 

„ „ 6 „ „ UI, XIV, XV, XXIV— XXIX, 

XLIV, XLV, LIX-LXV; 
mit einem refrainartigen Znsatz in: XXXVIII und LXVI. 
Strophen von 7 Zeilen in ; LXXVI, LXXIX und LXXX. 

. s „ . XVI, XVII, xxin, XLVi, 

XLVII, LXVUI, LXXII-LXXIV, LXXVII, LXSVin, 
LXXXI-LXXXIV. 
FUr die 8. Zeile tritt ein refrainartiger Zusatz ein in XL VIII, 
Strophen von 9 Zeilen in: XVIU. 

„ 10 „ „ II, XXXIX, XLIX, L, LVUl, 
LXXV. 
Strophen von 11 Zeilen in: XXX— XXXIIL 

von 12 Zeilen in: XXXIV-XXXVII,Lr,LXVa 
Für die 12. Zeile tritt ein refrainartiger Zusatz ein in; LII. 




- 23 ^ 

Strophen von 13 Zeilen in: XXII, 

r 14 „ „ LIII. 
„ 18 „ ^ UV. 
. 20 , „ I und LV. 
« 28 „ . LVI. 
, 36 . „ LVII. 
Die häufigste Verwendöng haben vierzeilige Fonnea ge- 
fiinden, nämlich in etwa 150 Gedichten, nächst ihnen sechs- 
nnd zwfilfzeilige , beide mit nngefähr je 70 Gedichten in dem 
Verzeichnis vertreten. Acbtzeilen liegen in etwas über 30 Ge- 
dichten vor. Für alle übrigen Gruppen bleibt die Zahl der 
Beispiele unter 10, meistens sogar unter 5. 

Strophen von 11 Zeilen sind nair allein in 3 Fatrasieen be- 
gegnet, für welche noch Pierre Fabri in seiner 1521 erschienenen 
Poetik: Le grand et vray art de pleine Rhetorique ') diese 
Verazahl als die übliche angiebt; vgl. Die Verslehren 
Fabri, Du Pont und Sibilet. von H. Zschalig (Heidelberger 
Dise.). Leipzig 1884. S. 41 Nr. 9.^) 

Ana wieviel Zeilen der Dichter seine Strophe zusammen- 
Betet, ist, soweit ihm nicht die Reimstellung bestimmte Fesseln 
auferlegt, ganz in sein Belieben gestellt, höchstens sollte die 
rein künstlerische Rücksichtnahme auf Ebenmafs und Über- 
sicbtlichkeit der Form die Freiheit seiner Entschliefsung be- 
Bcbränken, nur verlangt das Wesen strophischer Gliederung, 
daCs, wenn er sich einmal fUr eine bestimmte Verszahl ent- 
whieden hat, diese durch alle Strophen eines Gedichtes hei- 
lten wird. Von besonderer Wichtigkeit ist dieses Gesetz 
ie Formen mit nur einem Reim, weil in ihnen allein durch 
Ueicbfaeit der Zeilenzahl der durch den Wechsel des Reims 
gebildeten Abschnitte strophische Gliederung zu stände kommt, 
im Gegensatz zur Laisse oder Tirade, wie die Abschnitte bei 
wechaelnder Verszahl heifsen. Zwar scheint es mir nicht he- 
die einreimige Alexandrinervierzeile als „raccourciase- 
de ces longues tirades" aufzufassen, wie es in Mont. et 

1) Von der Neuausgabe dieaoa Werkes durch A. Häron ist 1889 au 
Konen Bd. I erschieneo. 

2) Die Wiederholung der beiden A-nfangBzeilen , von welcher a. a. 0. 
I ÜB Bede iat, scheint erat in späterer Zeit sufgekommeti zu Bein; jeden- 

■ findet sie Bick in den 3 angeführten Gedichten nicht. 



EothBch. X, 41 geschieht, da dieselbe wohl anf ein lateioisches 
Vorbild zurückgeht, aber sicher ist die Form I durch bloJse 
NormieTUng der Zeilenzahl aus der einreimigen Laiase entstan- 
den. Der Charlemagne ist noch eine eigentliche, wenn auch 
Bpäte cbanson de gcete, und auch für den Roi de Sezile haben 
dieselben offenbar das Muster geliefert. Nichts natürlicher da- 
her, aia dafs beide in Tiraden geschrieben wären. Durch die 
gesachte KUnstlicbkeit aber alle Abschnitte gleich lang za 
machen, haben beide Dichter nicht allein der glücklichen Un- 
gebundenheit entsagt, welche die Laiase znr epischen Diehtnng 
Bo geeignet macht, sondern zugleich eine nene und zwar Btro- 
phische Form an ihre Stelle gesetzt. Dafe 5 Strophen des Roi 
de Sezile nicht genau 20 Zeilen aufweisen — Strophe 6 ist um 
3, Str. 3 und 15 nm eine Zeile zu kurz, Str. S nnd 10 sind 
um eine Zeile zu lang — darf wohl, wenn nicht mangelhafte 
Überlieferang die Schuld trägt, dem Umstand zur Last gelegt 
werden, dafs das Gedicht BrucbstUck geblieben ist und daher 
der letzten Feile des Dichters entbehrt. 

Nur geringe Verschiedenheit in der Verszabl der Laieaen 
giebt manchen Gedichten fast strophisches Aussehen, so dem En- 
seignement du jene fil de prince von Watriquet (in Scheler's Aus- 
gabe S. 125), dessen Abschnitte sich zwischen 12 und 14 Zeilen 
bewegen (12 Zeilen: Laisse 2, 4, 6, 7; 13 Zeilen; Laisse 1 und 
5; 14 Zeilen; Laisse 3 nnd S). Ein geringes Schwanken um 
1 bis 2 Verse begegnet gelegentlieh bei der einreimigen Alexan- 
drinervierzeile. Von vornherein darf man annehmen, data das- 
selbe vielfach durch blofse Entstellung des Textes hervorge- 
rufen ist; so wird man bei der folgenden Strophe des Dil dn 
Chevalier et de l'escuier (Vlll, 27) — NRec. I, 121 Str. 1 — : 

Bespond le Chevalier: „Tolentiers liement." 

„Renolo Dieu", fait il (nSimlich der Teufell, „trestont piemierement, 

TouB saios et toutes aaintea tost et isnelemeot; 

Faia le, se tu m'en croia, et tantoat erramment. 

Et je te renderai trestont ton tenement." 

die letzte Zeile als nicht ursprünglich fortzulassen haben, weil 
sie, fUr den Zusammenhang durchaus entbehrlich, bis auf daa 
Reimwort die fast wörtliche Wiederholung des letzten Verses 
der nnmittelbar vorhergehenden Strophe ist, in welcher der 
Teufel zum Ritter sagt: 




„Vien, ai me faie bomage, 
Et JD (q rendrai tout tantont ton beritage. 
Inhaltlich decken sich ja die beiden Zeilen vollständig. 
Aach in der letzten Strophe des Dit des deus oberalierB 
(VIII, 36) — NEee. I, 153 Str. 2 — 

Or prioDB celo Dame qui eat et fiüe et mere, 

De la priaon noua gare *Igart] ') qui tant par est amere, 

Qae noua Tetlle empörter a aoa Fil par priere, 

Et noDB aionB la joie qui tant est bele et clere. 

Ainsi Boit il, amen ; ai ferona graut miaerc. 

Que Dies nous doinst venir ea cicx avec no pete! 

darf man wohl die beiden letzten Verse als fremde Znthat 
fortlassen, ist doch mit Z. 4 ein völlig befriedigender Ab- 
scblnis erreicht. Ahnlich verhält es sich gewits an vielen an- 
deren Stellen ; immerhin kann es auffallen, dafs manche dieser 
zu langen Strophen in mehreren Handschriften völlig gleieb- 
laatend wiederkehren. Bei der 46. Str. der Chantepleure (VIII, 
71) — Rateb.' I, 403 Str. 6 — 

E, bougres desloiaue, mescrSanz, quo dia tu? 

.j. pommier et j. arbre^j Gera de flors tout nu: 

Dadeoz quart jor apres sara -rert et foillu. 

PloB se merveiUeroit qui ce aiiroit v€u 

Qu'il no feroit d'un mort, s'il estoit reveacu. 
hat zwar die Hs. 2 (nach Monin's Druck) nur 4 Zeilen, aber 
der TOn ihr fortgelassene 3. Vers ist für den Znsammenbang 
nnentbebrlich. 

Die 3. Strophe desselben Gedichts: 

£ de la Pleure-Chanto savez que senefie; 

Qni ploure aea pechiäz et vors Dieu s'uraelie, 

L'ame a le guerredoo, quant la cbar est porrie: 

Ou ciel avec lea angles s'eu va t«ute florie ; 

Lors ne so puet tenir qu'ele ne ciiant et rie. 

lantet gleich in den Hss. 2., 4. nnd 10., vielleicht auch in den 
1- und 14. Läfst sich zwar dort durch Tilgen der ersten, 
durch Unterdritcken der vorletzten Zeile ^) ohne Schvrierig- 

J) Über die Bedeutung des Stenicbena vor der Elammer vgl. S. 47. 

2) Vielleicht iat mit Beoutzung von Monins Text zu loaen: u. p., un 
tUvbre. 

3) A. Jubinal, Ruteb.^ I, lOä Änm. 4 citiert diese Strophe und lAfat dia 
B Zeile fort, docb tagt er nicht, ab er darin selbut&udig ändert oder 

r Bandacbrift folgt. 



keit iaa richtige Mafs berstellen, so fragt sieb doch, io wie 
weit die handschriftliche Überlieferung ein solches Schalten mit 
dem Text rechtfertigt. Jede derartige Aoderung acheint un- 
möglich bei der 18. Str. der Poignes d'enfer (VIII, 79), denn 
in Str. 17 stebt kein weibliches Substantiv, nach welcbem sich 
die Zahlwörter im Geschlecht richten könnten. Die betreffende 
Strophe lautet in der Hs. 3: 

Set plaies lea apeleCnt) la divine escriture; 
La premere est de noii et d'eatroinant froidurc, 
La tierce est de fen, *(et) de merToilouse ardure, 
La qiiarte est de sanc angousoz aens meaure. 

Die darch den Zusammenhang hinter V. 2 deutlich erfor- 
derte 3. Zeile findet sich ia der Hb. 1 und lautet: 
La seconde est de glace et de trancbont naturc. 

Es bleibt abzuwarten, ob auch ein kritischer Text noch 
diese itinfzeiligcn Strophen anerkennt — und daraus könnte 
dann ein BUckschlufs aaf die nur iu einer Handschrift erhal- 
tenen Gedichte gezogen werden — bis jetzt hat sich wedei 
W. Cloetta in dem Poßme moral (VIII, SO) noch L, Panniei 
in dem Leben des hl. Alexius (VIII, 9) dazu genötigt gesehen, 
trotzdem mehrfach in einzelnen Handschriften solche über- 
schüssigen Verse vorlagen. Es ist mir daher wenig wahr- 
scheinlich , dafs die ftlnfzeiligen Strophen ursprünglich seien, 
nnd selbst bei dem zuletzt angefahrten Beispiel wäre recht 
wohl denkbar, dafs vor Str. 18 eine ganze Strophe anggefallen 
und darin auch das Substantiv, welches das Geschlecht der 
Zahlwörter bestimmte. Diesen Mangel hätte dann später ein 
Schreiber wahrgenommen und im Anschlufs an V. 19a 

La quinte des .vij, plaiea e*[a\t d'un crual sarpent 
die gegenwärtige Zeile 18a eingeschaltet. 

Bemerken will ich jedoch, dafs A. Mussafia, Afr. Hs. S. 53 
ans Antafs einer fUufzeiligen Strophe in dem Gedicht unter 
VIII, 84 meint, es könnte dieselbe wohl von dem Dichter her- 
rühren, nnd dafs die gleiche Erscheinung in der spanischen 
Dichtung F.Wolf, Studien zur Geschichte der spanischen und 
portugiesischen Nationalliteratur {Berlin. 1859) S. 64 für eine 
,, poetische Licenz" hält. 

Gedichte, in denen bei gleicher Versart nnd Reimstellung 
das Schwanken der Zeilenzahl in erheblicherem Mafse auftritt, 





— 27 — 

wagte ich nicht nster die Vierzetleo anfzunebmen, sondeni habe 
sie, als in Tiraden verfafst, Überhaupt bei Seite gelassen. Dies 
gilt vor allem von dem Doctrinal Sauvage.') P. Meyer, Rom. 
XV, 604 rechnet es zwar zu den „po^mes moraux en quatrains", 
aber von den 59 Abschnitten in Jabinars Ausgabe, NRec. II, 
150—161, haben nur 33 4 Zeilen; 19 besteben aus 5, 2 aus 6, 
1 aus 7, 3 ans 8 und 1 aus 10 Zeilen. Auch von den 16, oder 
wenn man die letzte, nnToliständige aufaer Acht läTst, 1 5 Laissen, 
welche P. Paris, Mes. fr. VI, 389—391 aus der Hs. Paris, Nat.- 
bibl. f. fr. 834 veröffentlicht hat, und welche in Jnbinal's Text 
fehlen, zeigen nur 4 4 Verse; 7 dagegen bestehen aus 5, 2 aus 
7, je eine aus 8 und 10 Zeilen. Ebenso finden sich in den 
von E. Stengel, Cod. man. S. 69 — 72 nach mehreren Hss. ge- 
gebenen Proben vom Anfang und Schlufa neben vierzeiligen 
Abschnitten auch solche aas 5, 6, 7 und S Versen, 

Ähnlich dürfte es sich verhalten mit einem Leben der hl. 
Uargareta in der Hs. EE. 6. 11. der Cambridger Univ.-bibl., 
auf das P. Meyer Rom. XV, 269 hingewiesen hat, nnd dessen 
Abschnitte zwischen 4 und 9 Versen achwanken, und ferner 
mit den Aves Nostre Dame, von denen P. Meyer, Rom. XIII, 
509 No.il -1 Hss.^) anfuhrt. Zwar sagt R. Reinach, Archiv 
LXllI S. 65 No. 19 über die Form: „Gedicht in monorimen 
Strophen von je 4 Zeilen", aber in Anbetracht der von P. Meyer 
a. a. 0. und von E. Stengel, Cod. man. S. 80 mitgeteilten Pro- 
ben scheint die Angabe des letzteren: versus agn. stropbis mono- 
rimisquataorversuBmo^'maeirpQ/'/Äcomplectentibus zutreffender. 

Sicher ist mit dem Doctrinal Saavage auf eine Stnfe zu 
BteUen der von Jnbinal NRec. II, 235 — 241 veröffentlichte 
Salat d'amora, nnr dafs hier noch die Liederstellen am Schlnfs 
der einzelnen Abschnitte hinzukommen, denn unter 29 zeigen 

1) Zu den 27 Hss., welche P. Mejer, Eom. VI, 2Ü u. XVI, 6u zu- 
lammengeBtellt liat, sind noch hinzuzufQgeu eine Hb. derFüretl-Walleretein- 
sehen Bibl. in Maihingea, vgl. A. Mayer, Mis. S. IX und die Hs. Peters- 
burg Eremitflge Nr. 39, vgl. E. Stengel Zt. V, 174 Anm. 1. Da Beiffenberg, 
Observ. S. 11 Terweist für eine weitere Ha. auf Sander us, Bibl. mannscripta 
II, 10. Doch, scheiot dieecibe nach dem Catalogue des msa. de la Biblio- 
tli^ne Rojale des ducs de Bourgogne Bd. I (Brüssel 1842) S. CCLXI (S&n- 
denu Kr. 455) verschollen zu Hein, 

2) Eine 5., von P. Meyer übersehene Es. iat Oxford, Bodleiana, Bodt. 
5r°, Tgl. E, Stengel, Cod. man. S. 82. 



t 



19 4 Zeileo, 8 deren 5 und je einer 7 and 8 Zeilen. Afit 
vollem Recht spricht daher A. Tobler, Versb.* S. 11 Anm. l 
von „Alexandrinerlaieaen ungleicher Länge", während P. Meyer, 
Sal. d'am. S. 10 auch hier Vierzeilen annimmt. 

Nicht minder bedeutsam wird die Gleichheit derVerszahl 
für daa Zustandekommen etrophischer Gliederung in solchen 
Formen mit Folgereim, in welchen sich jeder einzelne Reim 
Über gleich viel Verse erstreckt. Wenn Gruppen ans je 2 oder 
je 4 durch einen Beim gebundenen Versen zu einer Strophe 
an einander treten, kann sich der Anfang einer neuen Strophe 
durch den Wechsel des Reims nicht bemerkbar machen, weil 
sich der Reim von Strophe zu Strophe in keinem anderen Ver- 
hältnis ändert als bereits innerhalb der einzelnen Strophe. Es 
bildet daher die Gleichheit der Zeilenzahl, wenn die durch die 
SinncBpausen entstehenden Abschnitte nicht anderweitig her- 
vorgehoben werden, etwa durch Refrain, durch Binnenreim oder 
sonst, das einzige formale Kennzeichen strophischer Gliedening. 
Besonderer Erwähnung bedürfen hier 4 Gedichte des Gillon le 
Muisi (XLVI, 1; XLIX, 1 und 2; LXXXV, 1), von denen drei 
nur Teile eines längeren, in acbtsilbigen Reimpaaren verfa&ten 
Stückes sind, betitelt Li Lamentations. 

Was zanächst das eine selbstäudige Gedicht anlangt (XLiX, 2}, 
so giebt es eine Aufzählang nnd kurze Charakteristik der Männer, 
welche vor Gillon Abte des St. - Martins - Klosters zn Tonmay 
waren. Da 16 Mal hinter einander die Amisführung jedes ein- 
zelnen in 10 Versen behandelt wird — ein Umstand, der um 
80 deutlicher hervortritt, weil mit nur einer Ausnahme (V. 141) 
jeder erste von 10 Versen mit dem Namen des Abtes anhebt, 
dessen Andenken die Strophe gewidmet ist, nnd weil sich zwi- 
schen die einzelnen Abschnitte lateinische Rede einschiebt (vgl. 
die beiden ersten Ausgaben) — mufs man das Gedicht als stro- 
phisch ansehen, auch wenn Gillon zum Ende, da wo er auf . 
sich selbst zu sprechen kommt, das bis dabin beobachtete Ver- 
fahren aafgiebt nnd in (22j paarweis gereimten Versen schliefet. 
Die drei in die Lamentation eingelegten Gedichte bilden 
jedes ein inhaltlich völlig in sich abgeseblossenea Ganzes und 
können, unbeschadet ihrer Verständlichkeit, mit einem entspre- 
chenden Titel versehen, aas ihrer Umgebung herausgelöst wer- ^ 
den. Alle drei haben mit dem vorherbesprochenen gemein, dab| | 



L-k 



ä 



wie dort die Amtsfübning jedes Abtes, so hier jedes einzelne 
einer Reihe gleichwertiger Dinge, nämlich eines der zehn Ge- 
bote (XLIX, IJ oder eine der sieben Todsünden (XLVI, 1) oder 
ein Wort des Hexameters, an welchen die Anleitang zum 
Beichtehören anknüpft (LXXXV, L), in einer innerhalb der ein- 
zelnen Gedichte jedes Mal gleichen Anzahl von Versen erläu- 
tert wird. Diese Gliedernng gewinnt dadurch wieder ver- 
schärften Ausdruck, daTs jedem Abgchnitt gleichsam sein Thema, 
meist in lateinischer Sprache vorhergeht, in dem Gedicht auf 
die sieben Todsflnden mit Hinznfdgung einer wohl der Bibel 
entlehnten lateinischen Stelle. 

Offenbar ist die Gleichheit der Zeilenzahl nichts Zufälliges, 
sondern beruht auf bewufstem Streben des Dichters; auch die 
einzige Abweichung in LXXXV, 1 scheint mir eher fUr diese 
Ansicht als dagegen zu sprechen (vgl. S. 44). Alle 3 Gedichte 
zeigen daher strophischen Bau. 

Um der Gleichheit der Verszahl willen müssen endlich 
auch die durch den Wechsel der sprechenden Person gebildeten 
Abschnitte in den verschiedenen Dit des troie mors et des troia 
vis ILVI, 1 ; LXXXV, 9 nnd 10) als Strophen bezeichnet werden, 
obwohl sie ja inggesamt weit Über das höchste zulässige MaTs 
hinausgehen und schwerlich von ihnen jemand auf den ersten 
Blick den Eindruck gewinnen wird, strophische Dichtnngen vor 
sich KU haben. 

Keineswegs sicher bin ich dagegen, data strophische Form 
vorliegt, bei dem unter LUX, 1 verzeichneten Gedicht des Phi- 
lippe de Novare. Wie M. de Frßville, Qnatre äges S. XIX 
angiebt, rührt die Einteilung in Paragraphen von ihm her. 
Leider sagt er nichts davon, oh ihn etwa eine in den Hand- 
schriften gegebene Weisung (bunter Anfangabuchsfabe , Absatz 
oder ein sonstiges Zeichen) veranlasste, das in Rede stehende 
poetische Stück in zwei Mal 14 Zeilen zu zerlegen. Von Wich- 
tigkeit für die Erkenntnis der Form wäre es auch zu wissen, 
ob der Dichter etwa sonst noch gleichen Strophenbau ange- 
wandt habe. Da mir aber „Les Gestes des Chiprois" (p. pour 
la Societö de l'Orient latin par G, Raynaud, Geufeve. 1887) 
nicht zugänglich waren, in welchen sich nach Quatre äges 
S, il Anm. 1 gleichfalls poetische i^tücke eingeschaltet finden, 
sab ich mich zur Bestimmung der Form allein auf den Inhalt 



, 



Dieser befürwortet aber einen stärkeren Einschnitt 
hinter V. 14 nicht. Denn obwohl der Heranegeber mit Recht 
an jener Stelle einen Punkt setzt, ist doch der Znsammenbang 
zwischen V. 13/U nnd 15/16 ein engerer, ala der zwischen 
V. 13 und dem Vorhergehenden oder zwischen V, 16 und dem 
Folgenden. Wollte man überhaupt anf Grund des Inhalte atro- 
phische Gliederung annehmen, könnte man eher vierzeilige 
Strophen abteilen. Da jedoch die Handschriften solche Glie- 
derung offenbar durch niclta andeuten — denn sonst würde 
der Herausgeber dieselbe wohl auch im Drack wiedergegeben 
haben ^ liegen nach meiner Ansicht Reimpaare aus Alexan- 
drinern') vor. In das Verzeichnis habe ich das Gedicht auf- 
genommen, weil mir, wie gesagt, nicht alle vorhandenen Hfil&- 
mittel zur Bestimmung der Form zugänglich waren. 

Ebenso habe ich bei der Catoübersetzung des Adam de 
Sneil (XL, 3) in den Proben, die mir davon zu Geeicht ge- 
kommen sind, strophische Gliederung nicht erkennen können. 
DaTs ich dieselbe dennoch verzeichnet habe, geschah auf die 
bestimmte Angabe Le Grand d'Aussy's, Not. et Exti-. V, 509 
Anm. 6: „L'original marche ordinairement par distiques; Ini 
(nämlich Adam de Sueil), dans ses trois demi^res parties, em- 
ploie ordinairement le quatrain." Die beiden a. a. 0. mitge- 
teilten Stellen beweisen nichts, weil sie aus dem Zusammen- 
hang herausgerissen sind. 



1) Weitere Beispiele dieser nicht gerade häuüg vorkommenden Form 
slud etwa: 

1. D'Ezechiel vgl. A. Jabinal Jongl. 3. 124 und P. Meyer, Bull. 1883. 
8. S4ff., bsBODdere S. 87 u. 89. 

2. Le Döbftt entre un juif et un chrötien vgL Hist. litt. XXIII, 217. 

3. Eine Predigt in der Hs. London, Br Mus, Add. 15600 Bl. 90 c vgl. 
P. Meyer, Rom. VI, [H. 

4. Ein Leben des hl. Eustacbe von Guillaume de Ferneres vgl. P, Meyer, 
BuH. 1878. 8.57. 

5. Ein Leben Johannis dee Täufers vgl. 0. Paris et A. Bos, SGUe 

B.Yi-xn. 

6. Ein kurzes Stück von 20 Yorsen in der Hb. Cheltenham, Bibl. 
Phillippa. 83315 vgl. P. Mayer, Rom. Xm, SiS Nr. 18. 




31 



Die Versarten. 

Ab Veraarte n kommen io den nieht-lyriBchen Strophen- 
formen vor der Zwei-, Vier-, FUnf-, Sechs-, Sieben-, Acht-, 
Zehn-, Zwölf-, Vierzehn- und Sechzehneilbner. 

Von den 84 Fonnen des Verzeichnisses sind 70 isometriscli, 
d. h. sie verwenden nur Verae gleichen Mafses. 
Von den Formen dieser Art zeigen: 
den Viersilbner: XXIV, LIX. 
den Fünfsilbner: XXXIV, LXI, LXVIII. 
den Seehssilbner: XX, XXVI, SXXV, XXXVIU, LVIII, 

I,XII, LXVI. 
den SiebeDsilbner: III, XXXI, LXXn, LXXXm. 
den AchtBÜbner: VI,XVI,XXIII,XXIX,XXXII,XXXVI, 
XL, XLUI— XLIX, LI, LH, LIV~LVII, LXV, LXVII, 
LXX, LXXIII, LXXVI-LXXIX, LXXXIV. 
den Zehnsilbner: IV, VII,XV1II, XXXIII, XLI, L, LXXI, 

LXXIV, LXXX. 
den Zwölfsilbner: I, II, V, Vni, IX, XIII, XV, XVII, 

XXI, XXXVII, XLII, LIII. 
den Vierzehnsilbner : X, XIX. 
den Sechzehusilbner: XI, XII. 
Die häufigste Verwendung haben der Acht- und ZwÖlf- 
BÜbner gefunden, ersterer in etwa 150, letzterer in ungefähr 
125 Gedichten; nächst ihnen der Seehssilbner, durch 17, and 
der Zehnsilbner, dnrch 13 Beispiele in dem Verzeichnis vertreten. 
Von den 14 aus ungleichen Veraeu bestehenden (metabo- 
liBchen) Formen mit zusammen 19 Gedichten verwenden 12 
Ewei Versarten nnd zwar 

den Vier- und Seehssilbner: LX. 

den Vier- und Achtailbner: XXII, XXVII, LXUI, 

LXXXII. 
den Fünf- und Seehssilbner: XXV. 
den Fflnf- nnd Siebensilbner: XXX. 
den Fttnf- and Zehnsilbner: LXXXI. 
den Sechs- und Achtailbner: XXVIII, XXXIX, LXIV, 
LXIX. 
Zwei Formen vereinigen drei Versarten, nämlich: 
den Vier-, Acht- nnd Zwölfsilbner: XIV. 
den Zwei-, Acht- und Vierzehnsilbner: LXXV. 



über die Vergärten selbst ist wenig zu sagen. Besonderer 
Erwähnung bedürfen die anglo ■ normannischen Verse der 
teren Zeit, welche durch ihr Schwanken hinsichtlich der Silben- 
zahl, mag man dasselbe mit H. Sucbier, Vie SÄub. und Anglis 
II, 215 auf bestimmte Gesetze zurUckfilhren, oder für eine blofae 
Verwilderuug des französischen Verses halten, auf jeden Fall 
eine SouderBtellung einoehmen.') Ich habe deshalb in dem 
Verzeichnis diese anglo-normannischen Gedichte durch carsiven 
Druck des Titels kenntlich gemacht, Ob ieb immer, zumal bei 
denjenigen Stücken, von welchen nur kurze Proben vorlagen, 
die Silbenzabl richtig erkannt, bleibe dahingestellt. Bei einem 
Gedicht konnte ich, trotKÜcm es ganz veröfTentlicht iBt, zu 
keiner Entscheidung Über die vom Dichter beabsichtigte Vera- 
art kommen ; es bat daher unter LXXXVII, 1 eine Stelle ge- 
funden. 

Hinweisen will ich auch auf die eäsurlosen Zehnsilbuer in 
XVIir, 1 (vgl. E. Stengel, Ausg. a. Abh. No. 47 S. 109), auf 
dieselbe Versart mit Cäsur nach der 6. Silbe im Jus de Saint 
Nicolas (LXXXVI, 2) und mit GKaur nach der 5. Silbe in dem 
Gedicht LXXXl, l. 

Eigentümlichen Bau zeigt, worauf mich Herr Professor 
Tolller gütigst aufmerksam machte, der Zwiilfsilbner in der 
1. Strophe des Ave Maria unter IX, 1. Der Vers wird nämlicb 
durch die Cäsur nicht in 2 Mal 6 Silben zerlegt, wie es das 
Gewöhnliche ist, sondern 1}esteht aus 2 Stücken von 7 und 
5 Silben. Es wäre nicht unmöglich — die 2. Strophe, die 
allein noch im Druck vorliegt, zeigt einige entschieden gleich- 
gebaute Verse — , dafe der Dichter durchweg dasselbe Ver- 

^^^ halten beobachtet hätte. Als Form des Gedichtes würde dann 

^^L anznsetzen sein: 12a'<' 12a''' 12a^'' 12a^^ 

^^H Eine andere Abweichung begegnet bei der gleichen Vers- 

^^F art in dem Bruchstück unter XIV, 1. 

P Die Übliche Gliederung in 2 Mal 6 Silben wird, am nnr 

I diejenigen Beispiele anzuführen, in welchen die Cäsnr in das 

^^^ Wortinnere fallen würde, unmöglich V. 24: 

l 



1) Die letzte Arbeit über anglo-norm. Metrik ist: J. Tiaing, Yen. ^il 
vgl. dazu W. Foerster, Lit. Centr. blett 1885 Sp. 153 und P. Meyer, Bob. 
XV, 144. 



V. 48: 
V. 66: 



N'aient bui nus li mescreant no li nialfä. 
Ja ne l'aura si guiteineDt qu'ü a'ait cuat£. 
Qui Bi bargonie, il devieit estre depoBäz. 




Dagegen macht sieh in den meisten Veraen (V. 24. 36. 42. 
4S. 54. 60. 66. 72. 78. 90. 96. 102. 126. 144) ein stärkerer Ein- 
schnitt oaeU der 4. (betonten) Silbe 'l bemerklieb. 

Bei einer Zerlegung des Zwölfsilbners in 1 + 8 Silben ^) 
ergiebt sich für die Verbindung der 3 Versarien, welche das 
Gedicht anfweist, das sehr glückliche rbytbmiacbe Verhältnis^), 
dafa die kürzeren Verse nur Teile der längeren sind ganz wie 
in dem Stück unter LXXXI, 1 , dessen Zehnailbner durch die 
C'äsur in 2 Mal 5 Silben zerlegt werden. 

Auffallen kann, waa die Verwertung verschiedener Vers- 
arten in einer Strophe anlangt, das Nebeneinander von aeche- 
und fünfailbigen Veraen in der Form XXV. Sagt doch Quicberat, 
Traitö S. 210: En göneral, denx mötres qui ont une syllabe 
de plns OB de moios ne peuvent gtre plac6s ä la suite. Le plus 
court semble boiter döaagröablement. 

Wenn diese nnter Umständen gewifs richtige Beobachtung 
Quieherat'a nach meinem Gefühl für die Sprüche Salomon'a 



n 



1) Bei üiaur nacb der 4. Silbe wird es begreiflich, dah sich ciniga 
Mal (V. 12(?); 3U; 120) statt dos ZwOlfailbners ein zehnailbiger Vera ein- 
Bchleicht, aber es ist wolil nur da Veraehen, wenn G. Paris, Litt. fr. g 106 
das Gedicht — donn oitenbar ist dasselbe an jener Steliü gumeint (beachte 
die Lit«rtiturBagaben auf S. 273) — un curieux fragment cn sizains itMa- 
sjUabi^uea (moiiis lo ciniiui^mc vors (jui a i^uatre syllabes) sur deux rimes 
nennt. 

2) Gegen eine Zerlegung in 3 Mal 4 Silben , welche P. Mejer, Rom. 
IV, 387 Anm. 1 annimmt, sprechen Verse wie V. HO. 66 (s. oben). 96. 1Ü8. 
132. 144. 

3) E. 0. Lubarsch, Französische Verslehre (Berlin. 1879) S. 288 sagt: 
„Man kann ferner als Regel aufstellen, dafa zwei verschiedene YersmalBe 
um so bes)>er mit einander Btimmen, je vollkommener sich der kürzere Vera 
dem längeren rhytbmiech unterordnet. Eine solche rhythmische Unter- 
ordnung findet statt, sobald der h&rzaro Vers eine Silbcnanzahl besitzt, 
welche gleich ist der Silbenzahl irgend einoa der rhythmischen Teile, aus 
denen der längere Vers sich bilden kann. Verse mit fester CS^ur paaren 
sich demnach gut mit Versen, deren Silbenanzahl gleich einem der Teile 
ist, ta welche die Üäsnr den längeren Vers zerlegt." 




I 



— 34 — 

und Marconra nicht zutrifft, hat dies wohl darin seinen Gnind, 
dafs die Verbindung zwiscbett den Versen verschiedenen Mafsea 
eine sehr lockere ist. Zur Verauscbaulichung setze ich die e rgte 
I Strophe hierher: 

Seur tote l'aatre heunor 

Est pröesce la üor, 

Ce <Iit Sa-Iemons. 

Ge n'aim pas la valour, 

Dont Ten muart & düulor, 

Haicoat 11 respont. 

Jedes Seehssilbnen-eimpaar ergiebt einen völlig in sieh ab- 
geschlossenen Sinn and die beiden, aufserdeni durch das ganze 
Gedieht gleichlautenden Füufsilbner fligen nur nach Art eines 
aachträglichen Zusatzes, wie Z. 3 deutlich erkennen läCst, die 
Person hinzu, welcher der vorhergehende Gedanke in den 
Mund gelegt wird. Euteprecbend dem Inhalt werden denn 
auch einerseits die Sechssilbner, andererseits die Ftlnfsilbner 
durch den Reim verknüpft.') 



ergte | 



■^^ 



Die syntaktische SelbstSndigkeft der Strophe. 

Mit dem Ende der Strophe mufs auch die syntaktische 
bindung der Verse ihr Ende erreichen, vgl. Qaicherat Traitö 
S. 218 und 217. Nur als Ausnahme ist es zalässig, data die 
Satzkoustruktion ober den Strophenschlufs hinübergreift. Diese 
Erscheinung, welche man mit dem Namen des Strophenenjam- 
hements bezeichnet, ist untersucht worden von E, Stramwitz, 
Über Strophen- und Vers- Enjambement im Altfraozösischen.') 

1) Über eine nur in der Bindung der Heime gering abweichende, sonst 
völlig gieicb|;ebaute lateiniBcbc Strophe vgl. H. Suchier, Reimpr. ä. LI. 

2) Die Auswahl der Texte, welche der Arbeit zu Grunde liegen, tat 
wohl mehr im Einblick auf das Tcrs- ala auf das S tro p henenj am b erneut 
getroffen. Denn für letzteres verdienten die nicht- lyrischen Gedichte, von 
denen jetzt nur sehr wenige vertreten sind, vorzugsweise Berücksichligang, 
da die Möglichkeit zur Anwendung des StrophonenjtunbemeDtH in ihnen sehr 
viel grüfser ist als bei den l;riscben Gedichten, bei denen für gewöhnlich 
schon die Musik das HlnQbergreifon dea äatzznganunenhangea Über den 
Strophen schlufB verbietet. Ganz vernachlässigt sind die in der dramatischen 
LiterKur (Tb. fr.l vorkommenden Fälle, darunter ein sehr merkwürdiger 
Tb. fr. S. öl T. 3S zu 39. bei dem die Satzkon struktion aus der Strophe mal 

nittelbar sich ans chlief senden paarweis reimenden Verse ü' 



er oiropoe mu i 

1 




Greifswald. 1886. (Diss. — kurz angezeigt in Rev. lang. rom. 
XVI, 256 und Rom. XVI, 175.) 

Das Fehlen einer in gleichen ÄbBtänden wiederkehrenden 
Sinnespause macht es, wie P. Meyer Rom. XV, 334 bemerkt 
hat, nnmtiglicb in dem KiDdheitserangelium, das sich in den 
Hss. Oxford, Bodl. Seid, anpra 38 (vgl. E. Stengel, Mitt. S. 20 
Anm. 22 No. 1) und Cambridge, Univ.-bibl. GG. 1. I. Bl. 479b 
(vgl. R. Reinsch , die FseudoeTangelien von Jesn and Marias 
Kindheit Halle. 1879. S. 76) findet und anfängt: 

Dire Toil ci e retcere 

Cbose ke vua en deit plere. 

strophische Gliederang auznuebmen , obwohl der von 4 zn 
4 Versen erfolgende Wechsel des Keims dieselbe zu befür- 
worten scheint.') 

In den beiden unter XVI und XVII verzeichneten Ge- 
dichten könnte man auf Grand der Reimbindung geneigt sein, 
; statt der achtzeiligen Strophen vielmehr solche von 4 Zeilen 
I abzuteilen; doch läfst dies der Satzzosammcnbang nicht zu. 
Beide Gedichte sind Gebete und zeigen die gleiche inhaltliehe 
I Gliederung. In Z. 1 — 4 jeder Strophe wird in XVI der hl. Ni- 
( colas, in XVII Christus angerufen nnd an irgend einen Beweis 
seiner Gnade erinnert. In Z. 5 — 8 wird daun unter Berufung 
auf diese Gnadenthat die eigentliche Bitte ausgesprochen,'^; 
Gelegentlich beginnt dieselbe wohl auch schon in der ersten 
Strophenbäifte, doch findet sie stets erst in der 8. Zeile ihren 
Äbschlufs, so daCs dann die enge Zusammengehörigkeit von j 
8 Zeilen nur noch deutlicher hervortritt. Dafs nach der Ab- 
sicht des Dichters je zwei der durch Gleichheit des Reims ge- 
bildeten Versgrnppen zu einer Strophe zusammengefafst werden 
mllasen, darüber läfst der am Anfang jeder 8. Zeile auftretende 
Refrain keinen Zweifel. 

Paarweis reimende Alexandriner hat E. Freymond, Zt. VI, 
206 iu den Salus de Nostre Dame des Gantier de Coinsy (XLII, 2) 

1) VoQ einer iLlteren Fasaung de» Gedichtea io paarweis reimenden 
Acbtsilbuern weist P. Meyer a,. a. 0. und Ecm. XVI, TU Nr. 3 2 Hss. nach. 
Über eine Obcraetzung ins Mittelenglische vgl. P. Meyer, Rom. XVni, I2S. 

2) Dies actieint wenigatona aacb der Hh. 2 auch in XTII, 1 der Sach- 
verhalt zu Bein, welcher allerdings in der Hb. 3 durch Textverderbnls stark 
lerdunkelt Jat. 



erkennen wollen, aber das regelmäCsige Zueammeafallen von 
Satz- und Versachlufs am Ende der 1, Zeile spricht auch hier 
für Btrophische Gliederung, um so mebr als, abgesehen allein 
vom Prolog, jede 4. Zeile mit Ave beginnt. 

In Kwölfzeilige Strophen mit der Keimstellung aabccbdde 
f f e hat Ä. Seheier und nach seinem Vorgange K. Bartsch das 
Gedicht De l'amaat bardi et de l'amant cremeteua von Jean 
de Cond6 (LXV, 7l zerlegt. Da, wie das Schema lehrt, zwi- 
schen den beiden Strophenhälften jede formale Verbindang fehlt, 
könnte nur der Inhalt AnlaTa geben, ein derartiges GefUge an- 
zunehmen. Dies ist aber keineswegs der Fall. Denn autser 
in der ersten Strophe steht durch das ganze Gedicht hinter 
der 6. Zeile eine stärkere Interpunktion, auch tritt bei dem 
Streit der beiden Damen mit Vorliebe nach der 6. Zeile der 
Wechsel der sprechenden Person ein. Ich habe daher nach 
dem Vorgang A. Tohler's Jahrb. VIII, 341 jede der Strophen 
in zwei zerlegt nnd das Gedicht mit dem Schema aabccb in 
das Verzeichnis aufgenommen. 

Umgekehrt habe ich zwei Strophen zu einer zusammen- 
gefafst in dem Gedicht des Nicole Bozon auf die Verkündigung 
Mariae (XXIV, I). P. Meyer, NBoz. S. XLV bezeichnet die 
Form als tercets de quatre syllabes, aber nach den von ihm 
Rom. XIII, 519 mitgeteilten Proben gehören je zwei solcher 
Terzinen zusammen, da eist nach der 6, Zeile eine stärkere 
Interpunktion eintritt. 

In diesem Zusammenhang habe ich endlich noch der in 
dem Anhang des Verzeichnisses unter I und II zusammea- 
gestellten Gedichte zn gedenken, deren Form schon mebrfacli 
Gegenstand der Erörterung gewesen ist; vgl. Qnicherat, Trait^ 
S. 549; G. Paris, Jahrb. VI, 364 und Le Myst6re de la Passion 
d'Arnoul Greban (Paris. 1878) S. XII; A. Tübler, Verab.' S. 13j 
Stramwitz in seiner S. 34 angeftlbrten Dissertation S. 20^21. 

Die Gedichte verbinden vier- und achtsilbige Verse nnd 
zwar in der Weise, dafs je ein Viersilbuer, welcher regel- 
mälsig einen neuen Reim einführt, und die darauf folgenden 
Achtsilbner bis zum nächsten Viersilbner gleichen Versansgang 
zeigen. Was die Zahl der zwischen den Viersilbnern stehenden 
längeren Verse anlangt, so ist Gleichheit unverkennbar er- 
strebt — unter I überwiegt die 'Zweizabl , unter II die Drei- 




- 37 — , » 

zahl — aber nur in der Hälfte der verzeicbneten Stücke streng 
durchgeführt, nämlich in I, 5. 6. 9~ 13 und 15, in denen durch- 
weg je zwei Achtsilbner auf die Kurzzeile folgen. Da mit dem 
viersilbigen Vers ein neuer Keim auftritt, Bchliefsen die Ge- 
dichte, wie nur natürlich, mit 2 bezw. 3 Achtailbnern. Eine 
Ansnahme machen allein Miracle de Theophile (LXXXVI, 4) 
V. 229 nnd 663; und die Stttcke unter I, 4 und 14, indem in 
den drei zuerst genannten Stellen ein Achtsilbner, in der 
letzten sogar ein Viersilbner am Ende steht. Entsprechend 
sollte man erwarten , dafe die Gedichte mit einer Kurzzeile an- 
heben. Dies ist aber — denn I, 15 kommt, als im Anfang 
verstümmelt, nicht in Betracht — nie der Fall, vielmehr be- 
ginnen sie durchweg mit achtsilbigen Versen und zwar zeigt 
deren 4: das Gedicht unter 11, 1; 3: die Stücke I, 1. 3. 4. 8. 
10. 11.') 12. 13 und Miracle de Theophile V. 101; 2: alle 
übrigen. 

Dafs das eine Gedicht, bei welchem die Dreizahl vor- 
herrscht, mit 4 und mehr als die Hälfte von den unter I ver- 
zeichneten Stücken mit 3 Achtsilbnern beginnt, ist wohl kein 
blofser Zufall, sondern vielmehr durch das Bestreben veranlafst, 



1) Dieaes Gedicht beginnt in Kreraners Ausgabe mit i Acbtsilbnem, 
doch ist V- 2 aus der Bb. 4 heriiborgenommcn, wahrend die Hbs. 1 —3 über- 
einetimmend mit 'i ÄchtsUbnom anfangen : Ober die He. 5 laasen die daraas 
nü^eteilten Probon ktiia Urteil zu. Zwar kann es befremdUch scheinen, 
aale nach der umständlich anhebenden Zeitbestimmung in V. 1 : £n l'an 
de l'iacarnacion nicht genau das Jabrtausend und das Jahrhundert an- 
gegeben wird, aber an sich bedurfte es deaeen nicht, da Ruätebuef hier 
aus seinem Leben erzählt. Auch scheint mir gerade das Wiederaufnehmen 
des En l'an für eine gcnisse Anakoluthie des Ausdrucks zu sprechen. Man 
kann daher wohl den von den Has. 1—3 gebotenen Text beibehalten und 
braucht weder die erste ZeUe tortzulassen noch mit der Ha. 4 zu lesen; 

En l'an de l'inc 

Mil deux cec 

En l'an soiiante. 
wie P. Paris, Bist. litt. XX, 124 Anm. l voracblägt. Die Fassung der Stelle 
b Euteb.' I, b, wo nach den angeführten Versen (im Anecblufs an die Hs. 4?) 
fortgefahren wird; 

.viij. jora apres la nsBcion 

Jheau q^ui soufri paasion, 

Qu'arbres n'a foule, oiael ne chante 
dürfte mit der metrischen Form kanin vereinbar acin. 





- 38 — 

auch im Anfang einen Reim über 3, bezw. 4 Verse fortzuführen, 
was ja im Innern der Gedichte das Gewöhnliohe ist. Es fragt 
sieh nun, ob ein Gedicht, als dessen regelmäfgigste Form nach 
dem Gesagten anzusetzen ist: SaSa8a4bSb8b4c . . . . 4zSz8z 
bezw. Sa 8a 8a 8a 4b 8b Sb 8b 4c ... 4z 8z 8z 8z für atrophisch 
gelten kann. 

Blofse Betrachtung des Sehemas möchte diese Frage be- 
jahen lassen, da, abgesehen von der leichten Ausweichung io 
der ersten Zeile, welche als eine Besonderheit dieser Form 
wohl hingehen könnte, die durch den Wechsel der Versart und 
die Reimstellnng gebildeten Abschnitte SaSaSa 1 4b8b8b | 4c 
8c 8c I ... völlig gleich sind. Beräcksichtigt man aber die syn- 
taktische Selbständigkeit der Versgruppen, so erfordert das Feh- 
len einer in stets gleichen Abständen auftretenden Sinnespanse 
ein entschiedenes Nein. Zwar ist nicht za verkennen, dafs der 
Gedanke gern mit der Kurzzeile abschliefst, aber einmal würden 
bei einer dementsprech enden Abteilung der Strophen: SaSaSa 
4b I 8b 8b 4c I ... 4z I 8z 8z Anfang und Schlufs isolirt werden, 
andererseits stehen solchem Verhalten so zahlreiche Fälle engster 
Verbindung zwischen den auf einen Reim anegehenden Versen 
gegenüber, dafs von irgend welcher Gleich mäfsigkeit in dieser 
Beziehung nicht die Rede sein kann.') Auch bleibt, schon bei 
Betrachtung des Schemas, zu bedenken, dafs die oben anf- 
gestellte regelmäfsige Form nur in vier Gedichten (I, 10 — 13) 
vorliegt, bei den Übrigen aber in den einzelnen Abschnitten 
eine Verschiedenheit der Zeilenzahl hervortritt, welche nach 
S. 23 mit dem Wesen stropäiischer Gliederung unvereinbar ist. 

Wenn nach diesen AusfUhrnngen für die besprochenen Ge- 
dichte in dem Verzeichnis kein Platz war, konnten sie doch 
auch als strophischer Gliederung sehr nahstehend, bei meiner 
Arbeit nicht unberücksichtigt bleiben. Ich habe sie daher in 
dem Anhang zusammengestellt und zugleich nnter III und IV 

1) Da aucb Stramwitz a,. a, 0. S. 21 zu dem Schlufs kommt, daTa dieee 
Gedichte als „ungegliedert oder wenigsteDS ungenügend gegliedert" uisa- 
aehen aind, hätte er Urnen besser keine Beispiele für das Strophenenjam- 
bement entlehnt. Ton allen Stellen, welche er aus BuCeb. anfahrt, bleibt 
dann nur Übrig (auf S. 11) Ruteb.' 1, 163 V. 53 iRuteb.' T, 138 V. Ul, Denn 
Rnteb.'' 11, 34 T. <>G oder Ruteb.' I, 235 V. 17 (anf S. 4) liegt kein Eigam- 
bement vor. Hinzuzufügen wülate ich aus Rustebuef nnr LXXIU, S (bei 
dem aber R.'b Autorschaft keineswegs sicher iat) V. 






Gedichte verwandten Baus an sie angeBchlossen, nämlich unter 
II[ 8olebe, in denen vorwiegend ein Achtailbner zwischen ( 
Rurzzeilen steht , oder in denen bei erheblicherem Schwanken 
hinsichtlich der Zahl der längeren Verse nicht regeliuäÜBig jeder 
neue Beim dnrch einen Viersilbner eingeführt wird. Unter IV 
haben die Paraphrase des Hohen Liedes und die Reden des 
Sommers in dem anglo-normanniBchen Streit zwischen Winter 
und Sommer eine Stelle gei'unden. Beide haben gemein, ( 
der Viersilbner nicht den Reim für die längeren Verse bestimmt, 
aber während er in jener ganz reinüos'} dasteht, sind in diesem 
in der Regel je zwei Viersilbner durch einen Reim ' 
Da anfeerdem in dem letzteren Gedicht die durchweg paarweia 
auftretenden Acbtsilbner in der Regel zu je vieren gleichen 
Versansgang haben (8a 8a 4b 8a 8a 4b 8c Sc 4d 8c 8c 4d), liegt der 
Gedanke nahe eechazeilige Strophen abzuteilen, zumal diese 
Form gerade auf englischem Boden beliebt war (vgl. die For- 
men XXVII und die nahverwandte LXIII), doch läfst sich solche 
Gliederung nicht durchführen, ohne am Text zu ändern. 




Die Verbindung der Strophen. 

Von den der Lyrik so geläufigen Arten der Strophen- 
Terbindung durch den Reim kommen , wie wir bereits gesehen 
haben (S. 16 — 18), innerhalb der nicht -lyrischen Formen nur 
ganz vereinzelte Fälle vor. Zahlreicher sind dagegen die Bel- 
li KoBchwitz, Commentar S. 115 betont mit Kecht auch in der Para- 
pliraae dea Hoben Liedes daa „Streben nach Reim". — Für die Reimlosig- 
keit der Kurzzeilen, welche nach G. Paris, Jahrb. VI, 3B3 nur selten vor- 
kommt, findet Dich ein lateioischea Beispiel in der kleinen Ars poetica, aiu 
welcher Thurot, Not. et Extr. XXII, 2 S. 453 ff. einen Auszug mitgeteilt hat. 
Dort helTst es: CaudatoTum rithmoriun nlii sunt consoni, alii dissoni. Con- 
sonl Bimt, (luando due caude consonant in fiae und, nachdem dies durch 
ein Beispiel veranachaolicht ist; Disaoni sunt, quaudo caude dissonant, ut 
in hoc eieraplo: 

Aoron virga, que tulit duram 
Com flore nucem contra naturam, 

Est porta celi 
Aperta numquam, sed semper clausa. 
Nostre aalutia estitis caaaa 
Virgo Maria. 



: 



spiele für die Verbindung der Stroplien durch Refrain. Auch die 
fünf anf S. 16 und 17 angeführttiu Nummern mUssen in diesem 
Zuaammeuhang noch einmal erwähnt werden, da in ihnen die 
Fortföhrnng eines Reimes über das ganze Gedicht nur die 
Folge des Refrains, dieser mithin das eigentlich verbindende 
Element ist. 

Mit Hefrain bezeichnet man Wörter, welche durch alle 
Strophen eines Gedichtes an gleicher Stelle wiederkehren, und 
unterscheidet Refrainwörter und Kefrainzeilen, je nachdem diese 
Wörter einen ganzen Vers ausmachen oder nur einen Teil des- 
selben bilden. 

Über die Stellung der Refrainwörter innerhalb des Vergea 
ist ein bcBtimmtes Gesetz nicht vorhanden; da jedoch anf ihnen 
stets ein gewieser Nachdruck liegt, dürften eie sich kaum 
anders als am Anfang oder am ScbluCs oder bei Versarten mit 
innerer Gliederung in der Cäsnr finden und zwar vorzugsweise 
im ersten und letzten Verse der Strophen d. h. an Stellen, 
welche zu stärkerer Betonung vornehmlich geeignet sind. 

Refrain am Anfang des Verses begegnet in dem Ave Maria 
unter VIII, 57, dessen Strophen sämtlich mit Ave anheben 
und, abgesehen von dem Prolog, gleichlautend in den Salus 
de Nostre Dame des Gautier de Coinsy (XLII, 2; vgl, 8. 36), 
ferner, wie bereits erwähnt (S. 35), in den beiden unter XVI 
und XVII verzeichneten Gebeten, welche alle Strophen mit 
einer Anrede Christi oder des hl. Nicolas eröfi'nen. Lautet die- 
selbe in XVI, 1 regelmäfsig Saint Nicholas, ao wird in XVII, 1 
mit dem Ausdruck gewechselt, bald Douz sire Jesu Crist bald 
blofä Douz sire oder Douz Jesu, immer kehrt jedoch Donz als 
erstes Wort wieder. Vielleicht gehört auch das Gebet des hl. 
Franciscus unter VIII, 74 hierher, wenigstens beginnen die 
erste und die letzte Strophe, welche bis jetzt allein im Druck 
vorliegen, mit Are Jhesu Crist. Je vois morir bildet den Anfang 
und zugleich auch den Schlufs aller Strophen in dem Mireaer 
du monde unter XLIV, 1 und findet sich mit etwas beschränk- 
terer Verwendung auch in dem Stück unter XLIV, 3 (sieb 
dieses). 

Endlich begegnet Refrain am Anfang der Verse in einer 
gröfseren Zahl von Gedichten der Form XXXVL So zeigen 
die Vers de droit des Baudouin de Condö (Nr. 35) am Anfssg 




— 41 — 

aller Strophen Drois, das Dit du cors (Nr. 41); Cors nnd die 
Vers de la Mort Ton Adam de la Halle (Nr. 55) ; Mors, feraer, 
abgeBfiben von deu einleitenden Stropben, die Vers du monde 
(Nr. IS): Mondes, Li despis du moude von Watriquet iNr. 48): 
gleichfalls Mondee und das Dit des droiz vom Clerc de Voudai 
(Nr. 7): Droiz, doch läl'st in letzterem eine Strophe den Refrain 
TermiBsen. Auch das Dit d'amours von Nevelot Amion (Nr. 22) 
darf man wohl, nach den Proben zu urteilen, hier anführen. 
Eine solche Wiederholung des Themawortes — denn dieses 
bildet, wie die Beispiele zeigen, durchweg den Refrain — 
findet sich, nur weniger regelmäl'aig, nocb in verschiedenen 
anderen Stöcken gleicher Form. Schon der Renclus de Moiliene 
bat sich ihrer för einzelne Abschnitte seiner Gedichte bedient 
z.B. Car. Str.30— 38 (Eois); Str.56— 102 (Preatre); Str. 103—113 
(Abbes) u. 8. w. 

Von Refrain im Innern des Verses begegnet nur ein einziges, 
noch dazu unsicheres Beispiel in dem Ave Maria des Philippe 
de Bemi (XXXVII, 1). Str. 2. 3 und 5 zeigen in der Cäsnr des 
ersten Verses das Wort dame, daa man geneigt sein könnte, 
auch in die Str. 1 und 4 einzuführen, weil dadurch die jetzt um 
eine Silbe zu kurzen Verse ihr richtiges Mal's erhalten würden. 
Aber gerade dieser Umstand rechtfertigt, wie H. Suchier, Ph.Remi 
IS. CLI gezeigt hat, eine solche Änderung nicht, 

Refrain am Schlafs des Verses liegt vor in dem bereits 
vorher erwähnten Mireuer du monde unter XLIV, 1 und mit 
zum Teil anderer Fassung in dem davon abhängigen Gedicht 
nnter XLIV, 3; anfserdem nnr noch in dem Dit de la queue 
de Renart (LXXXIII, l), dessen Strophen sämtlich mit Renart 
echlielaeD. 

Ganze Refrainzeilen begegnen in den Formen XV, XXV, 
XLV, XLVII, LXVII, hier sogar eine volle, durch den Reim 
gegliederte Strophe bildend, und LXVIII, darunter die gleichen 
in den beiden Fassungen des Salomon nnd Marcoul XXV und 

Lxvni. 

Eng verwandt mit dem Refrain, und daher für gewöhn- 
lich gleichfalls Refrain genannt, sind Sprichwörter oder fremder 
Dichtung entlehnte Stellen, welche sich, zum Teil ohne jede 
formale Verknüpfung, an die einzelnen Strophen eines Ge- 
dichtes anschliefüen. 





Sprichwörter ti'effen wir in eolcher Verwendnng nnd zwar 
in ihrer ursprünglichen, Yielfach prosaischen Fonn mit dem 
regelmäfBigen Zusatz Ce dit li vilains in den beiden Fassnngea 
der ProYerbes del vilain (XXXVIII, I und LXVI, 1), dagegen 
nach Reim und Versart dem Bau der Strophen angepafst, in 
der Deseription des Religions des Roy de Cambray (XXXVI, 39) 
und in dem Spottgedicht aaf H«gon Aubriot (LXXIX, 1). 

Den Sprichwörtern stehen ihrem Inhalt nach nahe die 
lateinischen Zeilen in den Gedichten unter XIII, 1 und XIX, I, 
obschon in beiden die Fassung wohl Eigentum des üicbterB 
ist, wenn sie nicht etwa gar aus anderen Gedichten herüber- 
genommen sind. 

Liederstellen von wechselnder Ausdehnung begegnen in 
gleicher Verwendung in den beiden Nummern der FormXLVIII, 
in dem Salut h refrains des Philippe de Remi und in der 
Chastelaine de Saint GiUe, aufserdem noch in einer Complainte 
d'amors (LH, 1}. 

Eine Mittelstellung zwischen den zuletzt besprochenen nnd 
den eigentlichen Refrains nimmt die erste Zeile in La fin del 
monde (XLIII, 1) ein. 

Toute terra tressuera a(D)u jouT dou grant jOiae 
geht als eine Nachbildung des lateinischen Hexameters des 
hl. Augustinus: 

Judicii aigniini tellae Budore madeacet. 
(Tgl. G. N»Ue, Paul und Braune's Beiträge VI, 459) in letzter 
Linie zurück auf den griechischen Vers: 

(Tgl. a. a. 0. S. 158) und kann mithin fitr ein Citat gelten, an- 
dererseits kehrt es durch alle Strophen gleichlautend wieder 
und ist daher Refrain anch in dem ureprEtuglichen Sinn. Dieser 
Mittelstellung habe ich durch Anwendung eines grofaen grie- 
chischen Buchstabens Ausdruck gegeben, hauptsächlich auch, am 
nicht durch Aufstellung des Schemas als ^,,a,a,bqb^ den Ein- 
druck hervorzurufen, dafs eine metabolische Form vorläge. 

Eine weitere Art der Strophenverbindung, welche vor den 
bis jetzt besprochenen den Vorzug hat, dafs sie jedes Abwei- 
chen von der ursprünglichen Reihenfolge verhindert, besteht 
darin, dafs Worte vom Schlnfs einer Strophe am Anfang der 
nächsten wiederholt werden. Dieses Verfahren treffen wir i 





— 43 — 

dem Petit livret a l'essample dou rossignolet {LXXXVII, 16), 
in dem satiriBchen Gedicht auf die Engländer unter LXXm, 9, 
hier mit der besonderen Wirknng, daFs die franzöaiBchen nnd 
lateiuiscben Verae von Strophe zu Strophe ihre Stelle yertauachen, 
in den beiden Dit des trois mora et des troia via unter LXXXV, 9 
und 10, in welchen die retrograden Strophen auf solche Weise 
an die vorhergehenden angegehlossen sind, und endlich in den 
drei S. 42 zasaniniengestellten Gedichten XLVIII, 1 und 1 nnd 
LII, 1, in welchen die Strophen bereits durch die Liederstellen 
verknüpft sind. Dabei ist jedoch für die Complainte d'amors 
2n bemerken, dafa durchweg der Gedanke, aber nur zuweilen 
ein Wort vom Schlafs des Citats am Anfang der folgenden 
Strophe wieder aufgenommen wird. Nur ein Teil der Strophen 
8ind so verbunden in der Friere Nostre Dame (VIII, S5), in 
dem Dit de la tremontaine (XXXVI, 5) und in dem Dit de 
l'ortie des Watriqnet (XXXVI, 53). ■} 

Eine Verbindung der Strophen kommt in den ABC be- 
titelten Dichtungen: IX, 4; XXIX, 4 und 14 (Nachahmung einer 
solchen); LXXIH, 7; LXXV, 1 und LXXXVU, 26 dadurch zu 
Stande, daCs die Strophen der Keihe nach mit einem Bnch- 
staben des Alphabets anfangen. Die gleiche Wirkung wird 
auch dann hervorgebracht, wenn die Anfangsbuchstaben der 
Strophen zusammengenommen einea bestimmten Sinn ergeben. 
Dies ist der Fall bei der Überaetzang der Consolatio philoso- 
phiae unter LXXIII, 1, in welcher sich in der angegebenen 
Weise aus den 19 Strophen des Prologs die Worte zusammen- 
eetzcD lassen: Frere Renaut de Louens. Ähnlich verhält es 
sich in der Bible Nostre Dame nnter XXXVI, 34, in welcher 
die Strophen der Reihe nach mit den Buchstaben des Ave an- 
heben. 

Ganz allgemein werden in den zahlreichen Umschreibungen 
des Ave Maria, des Pater noster nnd des Credo die Strophen 
dnrcb den in die Gedichte eingeschalteten lateinischen Text 
verbanden, dessen Worte in der Regel am Anfang der Strophen 
etefaen, ein Mal: in dem Ave Maria des Nicole Bozon (VIII, 12) 
im Beim. 



^ 



1) Vgl. LSXXyil, 23. 




Stroplienmischuiig^ 
Wie die Lyrik in gewissen Arten von Gedichten, deren 

charakteristische Eigentümlichkeit darin besteht, Strophen ver- 
schiedenen Bans zu verbinden, das von dem Wesen strophi- 
scher Gliederang erforderte Gesetz durchbricht, dals alle Stro- 
phen in Beim Stellung, Versart und Zeilenzahl übereinstimmen, 
so finden sich auch unter den nicht-lyrischen Formen einzelne 
Beispiele, in welchen nicht durchweg das gleiche strophische 
Geflige angewandt ist. Gedichte dieser Art habe ich unter 
LXSXV zuBammeDgestelit. 

Ein bestimmtes Gesetz liegt dem Wechsel der Form zu 
Grunde in den beiden Dit des trois mors et des trois vis unter 
9 nnd 10. In beiden treten 6 Personen auf, deren jede 1 Mal 
zu längerer Rede das Wort ergreift. Die anf solche Weise 
entstehenden Abschnitte zeigen Übereinstimmenden Bau, aber 
jeder derselben zerfällt in zwei deutlich geschiedene, einander 
ungleiche Strophen. In dem einen der Gedichte (9) kommt 
noch eine Einleitung nnd ein Schlufs hinzu, welche als die 
naturgemäCs einander entsprechenden Abschnitte unter sich 
gleiche, von der Zeilenzahl der sechs Reden aber verschiedene 
Verszabl haben. 

Weniger kunstvoll , aber immerhin doch symmetrisch ist 
der Aufbau in dem Gedicht unter 1, in welchem die erste und 
die letzte Strophe aus 8, die übrigen aus 6 Versen bestehen. 
Ebenso dürfte es sich, soweit die Proben ein Urteil znlassen, 
in dem Gedicht unter 7 verhalten. Leicht begreiflich ist der 
Wechsel der Form in der Fatrasie des Watriquet (U), in wel- 
cher die Versart der einzelnen Strophen abhängig ist von den 
eingeschalteten Liederstellen. 

Dagegen hege ich Zweifel, ob das Gedicht La roe äe 
Fortune (4) hierhergehört. Denn die Regelmäßigkeit im Bau 
der ersten 9 Zeilen scheint mir für Einheitlichkeit der Form 
zu sprechen; ans diesem Grunde habe ich auch die Strophen- 
formen dieses Gedichtes in der „Übersicht" nicht aufgeführt. 
Vielleicht läfst die Benutzung der Hss. 1 und 1 die ursprüng- 
liche Gestalt erkennen. 

Eine Verbindung von Strophen verschiedenen Baus liegt 
aufser in den unter LXXXV zusammengestellten Gedichten noch 



— 45 — 

vor in der Übersetzung der Disticha Catonis des Elie de Win- 
cestre (XVIII, 1 ; XX, 1 ; LXII, 7 ; LXIX, 1), in der Einleitung 
des Roman de la Poire (VIII, 73; IX, 5; XXIX, 15) und in 
der Ysopet II benannten Fabelsammlung (XXIX, 19; LXII, 8), 
doch sind die Verhältnisse bei ihnen insofern andere, als alle 
drei ans mehreren, inhaltlich selbständigen Stücken bestehen, 
deren jedes, abgesehen von den beiden unter LXXXV, 2 und 8, 
einheitliche Form zeigt. Ich habe deshalb die einzelnen Stücke 
gesondert verzeichnet. Ebenso habe ich es mit den Versen 
1—126 und 477—496 des Cortois d'Arras (VIII, 69; LXV, 11) 
gehalten, welche gleichfalls inhaltlich selbständige Abschnitte, 
gleichsam besondere Scenen des im übrigen in Reimpaaren 
verfafsten Gedichtes bilden. 

Blofse Nachlässigkeit des Dichters oder auch Textverderbnis 
dürfte den Wechsel der Form herbeigeführt haben in dem Gebet 
tmter VI, 3, in welchem die 2. Strophe statt aaaa die Reim- 
stellnng a a b b zeigt und ebenso in dem Drame d'Adam 
(LXXXVI, 1), in welchem gleichfalls unter einreimigen Vier- 
zeilen 2 Strophen vorkommen, deren Verse paarweis durch den 
Reim gebunden sind.^) Nicht ursprünglich ist der Wechsel der 
Form in der Hs. 2 der Desputoison du cors et de Tame (LXIII, 2 
und LXn, 10). 

1) Bei der Altersangabe der Form XLI habe ich daher diese Strophen 
nicht berücksichtigt. 



k 



Die Anordnung des VerzeichnisseB. 

Die Reihenfolge der Strophenforaiei) ist dieselbe wie in 
der „Übersicht" am Ende des Buches. Die Gedichte selbst Bifid 
alpbabetiach nach dem Reimwort des ersten Verses geordnet in 
der gleichen Weise, wie dies G. Bayoand in dem zweiten Teil 
seiner Bibliographie des Chaasonniers fran^ais gethan hat, d. h. 
bestimmend für die Stellung eines Gedichtes war zunächst der 
Tonyokal nnd die Laute, welche auf den Tonvokal folgteti. 
Bei Gleichheit des Reimes gab der Änlant des letzten Wort« 
den Ausschlag, waren die Reimwörter identisch, der des T0^ 
letzten, waren auch diese noch gleich, der des zunächst ror- 
hergehenden u. s. w. Von dieser Art der Anordnung bin ich 
jedoch abgewichen bei den unter besonderer Nummer (LXXXVI) 
vereinigten dramatischen Stücken, welche ich in chronologischer 
Folge verzeichnet habe, nnd bei den Gedichten, über deren 
Bau ich keine genaue Auskauft zu geben vermag (LXXXVIß. 
Letztere habe ich, so weit ich dazu im stände war, nach der 
Zahl der Zeilen nnd nach der Versart zusammengestellt. 

Zur Bezeichnung eines Gedichtes reichte die blofse An- 
gabe des Titels nicht aus. Einmal ist uns ein solcher ftlr 
manche Gedichte überhaupt nicht überliefert, andererseits wird 
er häufig für dasselbe Gedicht in verschiedenen Handschriften 
verschieden angegeben, drittens lautet er nicht selten bei von 
einander völlig unabhängigen Gedichten gleich. So viel wie 
möglich teilte ich daher unter den einzelnen Nummern den 
Anfang mit und zwar die beiden ersten Zeilen, weil sich bei 
der Erweiterung, die diese Arbeit durch Inhaltsangaben nnd 
Veröffentlichungen ans bisher nur ungenügend beschriebenen 
oder vielleicht ganz unbekannten Handschriften erfahren wird, 
der schon unter den von mir verzeichneten Stücken begeg:nende 
Fall(XSIX,9 und LXXXVII, IS; LVIII, 1 und LXXSVII, 25; 
XXIX, 12 und LXV, S?) leicht wiederholen kann, dafs mehrere 
Gedichte in dem ersten Verse wörtlich übereinstimmen. 





— 47 — 

In der Schreibung der AnfaDgBzeilen bin ich den Ansgaben 
gefolgt, nur habe ich die Scheidnng zwiaehen n nod v, i und j 
darchgefflhrt und den Eigennamen sowie den Versanfängen 
grofse Anfangabnehstaben gegeben. Einheitlicher Gestaltung 
bedurfte es für die Reiniworte des ersten Verses. Wie G. Ray- 
naud, Bibl. Chane. S. IX bemühte ich mich den im 13. Jahrb. 
in der Ile-de- France gesprochenen Dialekt durchzuführen; nnr 
BÜmme ich in zwei Punkten nicht mit ihm Uberein, indem ich 
einerseitfl zwiscfaen den Diphthongen ennndue scheide, anderer- 
eeitB den Diphthong ai nnr int AusLant und vor m oder n zQ- 
lasse, im Übrigen durchweg durch e ersetze. Beibehalten habe 
ich die Unterscheidung von e nnd ä, obwohl sie ja im Franzi- 
sehen zn dieser Zeit nicht mehr beobachtet wird, z im Ana- 
lant ist flberall durch a ersetzt, moniilirtes I durch ill, monillirtes 
n durch gn beeeichDet, Wenn das Franzisehe selbst ein Wort in 
mehreren Gestaltungen kennt, lag natürlich auch für mich 
kein Grund vor eine Form zn verallgemeinern, daher habe ich 
unbeanstandet gelassen XXXVI, 24: matere {: mere : pere) und 
XXXVI, 36: matire f: dire : ire). Die übrigens nur geringen 
Änderungen, zu denen ich mich um der Einheitlichkeit der 
Schreibung willen genötigt sah , werden meistens dadurch leicht 
kenntlich, dafs ich in dem zweiten Verse das Reimwort grund- 
Bätzlich unangetastet liefs. Von Aceenten gebrauche ich nur 
den Acutus für lautes e im Auslaut, den ich aber auch dann 
setze, wenn ein blofa flexivischer Buchstabe an das 6 tritt. 
Etwa in Vorschlag gebrachte Tes-tbesserungen gebe ich in 
eckigen Klammern, während ich zu tilgende Worte in runde 
Klammern einscblieCse. Die wenigen Fälle, in denen ich selbst 
glaubte den Text bessern zu konnea , deute ich durch ein der 
Klammer vorgesetztes Sternchen an. 

Wenn ich mehrere Gedichte unter einer Nummer vereinigte, 
wie die Dichtungen des Gillon le Mnisi in einreimigen Alexan- 
drinervierzeilen (VIII, 96), bei denen von dem Verfasser selbst 
eine Scheidung in einzelne, scharf gesonderte Gedichte nicht 
scheint vorgenommen zu sein (vgl, GMuis. I, 391 Anm.), die 
Terechiedenen Stücke des Roman de ia Poire (IX, 5), die 
Fabeln des Ysopet II (XXIX, 19 und LXH, S), die sieben Bufa- 
paalmen (XLII,3) und die Fabelsammlung vonChartre8(LXV, 12), 
10 führe ich sie hinter den Gedichten an, deren Stellung durch 




daB Reimwort bestimmt wird. Hinter diesen Sammelnnrnmem 
haben in alphabetischer Folge ihrer Titel die Stücke Platz ge- 
funden, deren Anfang ich nicht in Erfahrung bringen konnte. 
Ganz am Schinfa stehen die Gedichte, welche im Anfang ver- 
stümmelt oder überhaupt nur in BrucbstUcken auf nns gekommen 
sind, in sich nach dem Reimwort der ersten erbaltenen Zeile 
geordnet. 

Für die einzelnen Gedichte stelle ich zunächst die Hand- 
schriften zusammen und zwar alphabetisch nach dem Anfangs- 
bachstaben der Saaten ')i in denen sie sich finden , innerhalb 
der Staaten nach dem der Städte, innerbatb der Städte nach 
dem der Bibliotheken, innerbalb dieser nach dem der yer- 
schiedenen Abteilungen. Nur die Additional Mannacripts des 
Britischen Mnsenms und die den Nouvelles AcquisitioDS der 
Pariser Nationalbibliotbek zugeteilten Handschriften habe ich, 
ihrer Bezeichnung entsprechend, hinter die übrigen Handschriften 
derselben Bibliothek bezw. desselben Fonds gestellt. Hand- 
schriften in Privatbesitz führe ich, soweit mir der Wohnort des 
Besitzers bekannt, unter diesem an und zwar hinter den öffent- 
lichen Bibliotheken der betreffenden Stadt; konnte ich über 
den Aufbewahrungsort einer Handschrift nichts erfahren, stellte 
ich sie ganz ans Ende. Die Handschriften der Pariser National- 
bibliothek, deren gegenwärtige Nummer ich nicht ermitteln 
konnte, haben nnmittelbar hinter den mit der neuen Nummer 
angeführten ihren Platz gefunden. Es wird sich so am leich- 
testen herausstellen, ob ich etwa dieselbe Handschrift zwei Mal, 
mit ihrer früheren und ihrer jetzigen Nummer verzeichnet habe.-) 

Auf die Handschriften folgen die Ausgaben, bezw. wenn 
ein Gedicht noch nicht veröffentlicht ist, die Stellen, an denen 
sich Proben ans demselben finden, ferner die Stelle, an welcher 
das Gedicht von der Hist. litt, besprochen wird. Nur ausnahms- 
weise führe ich ein paar Mal auch A. Dinaux, Trouveres, Jong- 
leurs et M^nestrels an. Auf letzteren sowie auf Roquefort, De 
r^tat de la poösie frangoise dans les XIP et XIH' siäeles. 

1) Es komniBn in Betracht: Belgien, Deutschland, Frankreich, Groll- 
bdtannien und Irland, Italien, Niederlande, Österreich - Ungarn, RufgUuid, 
Schweden, Schweiz, Spanien. 

2) Die frühereo Nummern der fiandacbriften der Pariser Ansut 
und Nationalbibliotbek sind am Ende zusammengestellt. 



J 



— 49 — 

Paris. 1815 und De la Bae, Essais historiques sur les bardes, 
les Jongleurs et les trouv^res normands et anglo - normands. ^) 
Caen. 1834 wird ja in der Regel in der Hist. litt, verwiesen. 
Zum Schlufs gebe ich das Alter des Gedichtes oder das der 
am weitesten zurückreichenden Handschrift an, so dafs sich 
leicht erkennen läfst, über welchen Zeitraum sich eine Form 
ausdehnt Da wo durch die grofise Zahl der Beispiele ein 
solcher Überblick erschwert war, d. h. bei allen Formen mit 
10 und mehr Gedichten habe ich in den Anmerkungen eine 
Zusammenstellung in chronologischer Folge versucht. Die 
sonstigen Bemerkungen, die ich zu einzelnen Gedichten noch 
mache, stehen, soweit sie nicht etwa die Form betreffen, zu 
meiner Arbeit in keiner näheren Beziehung. Dennoch glaubte 
ich sie nicht ganz unterdrücken zu sollen, da sie vielleicht 
trotz ihrer UnvoUständigkeit einigen Nutzen bringen können. 
Über den Cursivdruck der Titel vgl. S. 32. 

1) Dieses Werk sowie die Trouv^res brabangons Yon A. Dinaux 
(BmxeUes. 1863) habe ich während der ganzen Zeit meiner Arbeit nicht 
erhalten können. 



Älphabetisclies Verzelelmis der nicM-Iynselien 
Strophenformen des Altfranz ösischen. 

I. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaa. 12 S. 

1. C'est dn roi de Sezile {nnvoiiBtändig) 19 Str. 

von Adam de la Halle. 

Od doit plaiadre, et s'est honte & tous bons trouvfiei 

Quant bonne matere est orden6e a rebonrs. 

Hs. Pwia, Nat. bibl. f. fr. 2556« Bl, ÖU. 

Gedruckt 1B2S von J. A. Buchou, Collection des Cbroniqaes 

BatioBales frangaiaes. Paris. Bd. 711,23 — 3G — 1839 tob 

Ä, Jubinal, Ruteb. ' 1, 428 - 437 — 1872 von E. de CousBe- 

maker, AHaUe S. 283-293 — IS75 von A. Jubinal, Riiteb.« 

III, 131—142. — AnafQhrlich beaprochen von P. Paris, Hist. 

litt.XX,e61-66B. 

Der Dichter nennt sich Str. 4 V. 9 : jou Adana d'Arras .... Od 

m'apele bocliu, mitis je ne le sul mie. 
Daa Gedicht zeigt regelmäfsigen Wechsel zwischen männlichem 

ond weiblicbem Beim. 
EntBtandea zwischen 1285 und 128S, 



iieH^ 



2. Le Roman de Charlemagm 

von Grirard d'Ämii 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. 778. 

Wie G. Paris, Hietoire po6Kque de Charlemagoe. Paris. 1665. 

S. 95 bemerkt, bat G. d'A. in einem Ideinen Teil seines 

Werkes danach gestrebt den Tiraden 2ü Yeree zu geben. 

Das Geschlecht der Reime wechselt von Strophe zu Strophe; 

der weibliche Heim entsteht durch Hluzufügung eines dumpfen 

B aus dem vorhergehenden männlichen. 
Entstanden zwischen I28ä und 1314; gegen 1295 (vgl. T. Chr.l. 

n. aaaaaaaaaa. 12 S. 

I.Leben der hl. Enphrosyne. 127 Str. 

Nove cban^on voa dimes de bele antiquitö 
Ygtore bone et dulce, plaine de verit6. 



A 



pr 

^^H Ol 

^^f He 



51 




Hss. I. Paria, Ars. biW. 5204 Bl. S7v° 

Oxford, Bodl. Can. msa. 74 Bl. 87 r"— lOSy» 
3. Haag, Königl. Bibl. 265 Bl. filT». 

Anf die Ha. 2 hat hingewiesen 1S6B P. Meyer, Rapports S. 146 
und eb. S. 2ü:< die eraten Ül Zeilen und die letzten 4 Stro- 
phen mitgeteilt. — 1977 druckte P. M. Recoeil S. 334-338 
aus derselben Ha. die letzten 14, und eb. S. H aus der Ha. 1 
die entsprechenden Strophen ab. — Auf die Hb. 3 machte 
aafmerkaam van Hamel, Rom. XIV, I3U. — Eine Ausgabe 
hat in Aussicht gestellt W. Cloetla, Pofime mor, S. IX. 

Entstanden 3. Drittel des 12. Jahrh. (vgl. T. Chr.). 



^^Kdt. Gebet zur Jungfrau Ma. 



DoQce dame, pie mere 
De ky nasqui vostre pere. 



Hb. Cheltenham, Bib!. Philüpps 8.13G. 
Mit den ersten 8 Zeilen angeführt 

Nr. 15. 
Hb.: 1. Hälfte des 14. Jahrh. 



P. Mejer, Hom. XHI, 513 



^ saaaa. 10 S. 

1. Leben des bl. Älexine. 



I 

( 



Bons fut li Biecles al teuB ancieneur 
Quer feit i ert e justise et amor. 

Hss. 1. Hildesheim, Godehardi Eircho Bl. 29—34 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12471 Bl. 51 v" — 74r" 

3. „ - , , „ 19525 BL 261"— 30y" 

4. Ashburnhamplace, LibrI 112 Bl. Itv"— Iöt". 

Über die Auagaben des Gedichtes vgl. AltfranzOsiscbes Übungs- 
bucb herausgegeben von W, Foerster und E. Koachwiti. Eeil- 
bronn. 1884. Sp. 102. Hinzuzufügen ist La Tie de Siunt 
Alexis. Texte criticiue p. p. G. Paris. Paria. 1985. — Das 
Gedicht zeigt Assonanz. 

Kurze Proben aus einem Leben dea hl. Alexlus in achtsilbigeu 
Beimpaaien, welches mit dem von G. Paris, Rom. THI, 1G3 
tteiauBgegebenen nicht identisch ist, sind abgedruckt in Ex> 
Irwts de plusieurs petita pofemes Berits i la fin du XIV" siicie. 
Caen- 1837. S. 42-43. 

Entstanden in der Normandie um die Mitte des 11. Jahrh, 



^^H (vgl. Alexis S. 45). 



V. aaaao. 12 S. 

I.Leben des hl. Thomas von Canterbury 

gegen fiOOd Vcrso. 
VOR GarDier de Pont-Sainte-Masence. 
(Auf, nach d. Hs, 4) : Tuit li fysicien ne sunt adea boo mire 

Tuit clercne seventpaabienchanternebienlire. 
Hsa. l. Wolfenbüttel, Herz. «raunBchw. Bibl. 34. 6. Ma. Äug. 4 
Bl. 1-84 



— Wv" 

4. , , „ Harl. 2-0 Bl. 1-1227" 

5. (bis 1836) im Besitz R. HBbers Nr. 322.') 
Über die Literatur diesefl Gedichtes vgl. E.fitienno, VieSThom. 

S. 1—3. — Hach S. 2 Anm. 2 bereitet Foerster dne hrttiacbe 
Ausgabe vor. 
' Entstanden zwischen 1171 und 1175 (vgl. Vie SThom. S. 1). 

VI. aaaa. S S. 

J. Li romanz des Franceia oder Arflet 99 Str. 
von Andif. 
Reis Arflet de Nohundrelande 
As boens bevtiors ealuz mande. 
Hb. London, Br. Mna. Addit. 10289 Bl. 1297"— 132v". 
Gedruckt 1812 von A. Jubinal, NRec. II, 1—17. — Besprochen 

Hist.litt.XXm, 410-411. 
Als Verfasser nennt sich S. t6 Z. 1 u. 1 1 Ändrö oder S. 17 Z. I 
, Andren. Gegen die Identiflcierung dieses Andrö mit Andrö 

de Coutauces hat sich ausgesprochen R. Reinsch, Archiv 
LSIT, 161. Anderer Ansicht sind G. Paris et A. Boa, Trois 
versions rimöcs de riivangile de Nicodöma Paris. 18S5. 
S. XXIV, welche es für „äufserst wahrscheinlich" halten, 
dafs A. d. C. auch der Veriasaer des Roman des Fran^^ 
sei, und zugleich die Abfassungszeit desselben nicht später 
als 1204 glauben ansetzen zu dürfen. — Gegen 1200 |T. Chr.). 



. (Ohne Titel.) 

NouB ^arllemagne ao dieu honenr 
De Rome droit empereonr. 



I Hippeau, SThom. S. SLVIII erklärt unter Berafung aaf Le Rodz 



de Lincy, ficol. Chart. Bd. IV d 
spricht S. 214—217 ausdrQckUch ^ 
P. Moyer, Rec. S. 303 nor die Hsa. 



2 und 5 für identisch, aber L. R. d. L. 
a h HsB. Bemerken will ich, 
-4 anfführt. 



eRoDX 
i.d.L, 
will ich, ätls I 



— 53 — 

VI. Hs. Venedig, Marcus Bibl. Cod. V. Bl. 45. 

15 Strophen hat mitgeteilt 1839 J. Bekker, Berl. Akad., Phil. 

u. hist. Abh. S. 234 — 36. — Das Gedicht zeigt franco-ital. 

Sprachformen. 
Entstanden wohl kaum Tor Ende des 13. Jahrh. 

3. Gebet zur Jungfrau Maria, 13 Str. 

Marie, mere al Salvöeur, 
De totes femrnes estes flonr. 

Hs. London, Br. Mus. Harl. 2253 Bl. 77 y». 
Gedräckt 1842 Yon Th. Wright, Spec. S. 65-67. 
Str. 2 zeigt die Reimstellung aabb. 
Hs.: Anfang der Regierung Eduards ü. (1307—1327). 

4. Les quatres äges de l'homme § 232 4 Str. 

von Philippe de Novare. 

Apres vient une corte rime 
Qai est en .iij. yers leolime. 

HsB. (nur 2 enthalten diese Stelle) 1. Metz 535 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12581. 
Gedruckt 1888 Yon M. de Fr^ville, Quatre ä,ges S. 121—122. 
Über den Namen des Dichters Ygl. G. Paris, Rom. XIX, 99— 

102. Philippe de NoYare stirbt zwischen 1261 und 1264 (Ygl. 

Quatre äges 8. lY). 

5. Le livre des maniöres 336 Str. 

von fetienne de Foug^res. 

Salemon feit un petit livre 

Qui enseigne comment deit vivre. 

Hb. Angers 295 S. 141—150. 

Zuletzt gedruckt 1887 Yon J. Kremer, Estienne Yon Fougieres* 
liYre des mani^res. Marburg. (Ausg. und Abh. Nr. 39.) — 
Vgl. dazu A. Mussafia, Lit. blatt VHI, 353. — Über die erste 
Ausgabe und Textbesserungen dazu Ygl. Kremer S. 3. 

Der Dichter nennt sich Str. 335 b: mestre EsteiuYre de Fou- 
gieres. Über lätienne de Foug^res, Bischof Yon Rennes 1168 
— 1178, Ygl. Hist. Utt. XIV, 10-11. 

Entstanden 1168—1178. 

6. Hugo de Lincolnia, 92 Str. 

Or öez nn bei chanQon 

Des jues de Nichole, qui par treison. 



— 54 — 

Ha. Paria, Nat. bibl, f. fr. 902 BI. !35r». 

Gedruckt 1S34 tod Fr. Michel, Hugaes de Lincoln; recueil da 
ballades anglo-normandea et ^coaaoiBes relativeB aa menrtie 
de cet enfant commis par lea juifs en 135E. Paria. S. t— 15 
oder Boc. Anliqn. X, 375 — 392 — IS41 von F. Wolf. L^. 
a. 443-453. 

Besprochen Eist. litt. XXIH, 436—438. 

Entstanden mn 1:^55. 



7. Salut d'amouT 



Amors, a toiu ainz qa'a nolai 
Se complaint S. de celui. 
Hb. La Clayotte S. '81 b. 

Anfang und Schlufs hat mitgeteilt 18SS P. Meyer, Mss. La 
Clayette 8. S3. — V. I -28 sind paarwels reimeDde Aclit- 
silbner, erst von T. 29 ab beginnen einreimige Vierzeilen. 
— Der Dichter nennt sich mit den Worten; Je sui Simon 
U desToiäz, 
Hb.: Ende des 13. oder Anfang des !4. Jahrh. ^^H 

. Leben der kl. Modwenna. ^^B 

Hb. Oxford, Bodl, Digby 34. 

Str. 1268-1295 hat mitgeteilt 1876 H. Snchier, Vie SAub. S 54 

-58 und eine Ausgabe des ganzen Gedichtes angekilndigt. 
Entstanden in der Übergangszeit vom 12. zum 13. Jahrh. (vgl. 

Vie SAub. S. 4|; im 3. Drittel des 12. Jahrb. (T. Chr.). 



I 



[ Vn. aaaa. 10 S. 

. Li romans des romang. 
Ici comence li romanz des romans 
Molt deit bon estre, car H nua est granz. 
Hss- 1. Paris, Nat. bibi. f. (r. 19525 Bl. 145t°— 1 
2. 204(17 Bl. 139r°— 1 

3. Cambridge, Trinity Coli. 

4. Oiford, Bodl. Douce210. 
186<ldruckte£,Marün, Besant S. VlNr. 22 aus der Hs. 1 3 Str. 

Tom Anfang und 2 Str. vom Schiufa ab. — 1S7I wies 

J. Brakelmann, Zacher's Zt. III, 214 auf die Ha. 2 hin. - 

1875 teilte P. Meyer, Rom. IV, 392 und 393 die Str. litt, 118, 

) mit und versprach S, 3St> eine Ausgabe nach 

I83U veröffentlichte P.Meyer, Bull. 




— 55 — 

B. 68 diö n Str. der Hb. 4 mit den Varianten der Ha. 3. 
Letztere z&Wt 25T Yierzeilen. 

FilF 2 Gedichte gleichen Titele, die aber mit dem vorstellenden. 
nichts zu thun haben, verweist Martin a. a,. 0. auf De la Ruc, 
Bardes lU, KiT und I, 215. — Q. Paiis, Litt. fr. § ISli hält 
es nicht für unmöglich, dafs GuilUiune lo Clerc der Ver- 
fuBBer sei. 

Entstanden 1. Drittel des 13. Jahrb. 



(Anf. nachd.H8. 2): QuflBtioner voub vueill d'u 
Si une haut sires envoie t 
Hss. I. Paris, Nat. hib!. f. fr. 24129 I 
2. Rom, Vttt Bibl. Eeg. 1682 Bl. 
Auf die Hs. 1 hat Mugewieran G. QrOber, ZI. IT, 352 Nr. 23; 
auf die Hs. 2 E. Stengel, Zt. V, 384 Nr. 19. — Die beiden 
»Bten und die letzte Strephe hat daraas mitgeteilt 18^!* 
E. Langloia, Not. et Estr. SXXIII, 2 S. 2üe Nr. XIS. 
Hs. 1: Ende des !3. Jahrh. 

l. De eainte Aguee. 

Ki bien velt commenehier a j 
Premieremeot doit chelui 
Hb. Paris, Nat. bib!. f. fr. 1553 Bl. 398y"— 404r°. 
Auf das Gedicbt hat hingewiesen 1S34 Fr. Michel, BTiol. 
S. Uli. — Die ersten 5 und die letzton 4 Zeilen haben mit- 
geteilt 16Ö4 Zotonberg und Meyer, Bari. u. Job. S. 332. 
Hb.: Ende des 13. Jahrh. 

t. Gebet zur Jungfrau Mar 
Seynte Marie, pleyoe de graoe e. de pitiö 
Deus est ou vae, ke vos ad recbatö. 

Bs. London, Lamboth Palace 522 Bl. 65-06. 

Gedruckt 1860 von R, Rein seh, Archiv LXIII, 65. - Text- 

besBerungen giebt G. Gröber, Zt. VI, 151. 
Entstanden 13. Jahrh. (sgl P. Meyer, Rom. XV, 148). 



6. Fablet dou dien d'amours. 

Far QQ matin me gisoie ea mon lit; 
D'amors penaoie, n'avoie autre deüt. 



Ha, Paris, Nat. bibl. f. fr. 1553 Bl. 52Iv" — 524»". 

Gedruckt 1S34 von &.. Jubinal, Le Fabllau d'Amoor.') Paris. 



Inhaltsangabe: Bist iitt, XXIII, 
De Venus la deeHae d'amor. Bonn, 
das Ycrliältnis des Gedichtes zu 
Foerster a. a, 0. S. 41— 4G. 

Entatanden 1. Hälfte des ja. Jahrb. 



14 und bei W. Foerater, 
1880. 8.42-43. ~ Über 
Venus (LXXXY, 6) vgl. 



. Leben des hl. Eustache. 



etwa 1550 Verse 



Seignor et dames entendez tuit a moi ^^| 

Vo8 qui tenez la cresHene loi. ^H 

Hs. Paria, Nat. bibl. f. fr. 1374 Bl. üb. iM 

Aaf das Gedicht hat hingewiesen 1834 Fr. Michel, RYiol. 
S. LXII, nachdem echon ein Jahr früher RaTnouard, Jonrnat 
des Savants 153:i S. 393 Anm. I eine Strophe mitgeteilt hatte. 
— Die beiden ersten und die beiden letzten Zeilen sind an- 
gefahrt im Catal. des mss. fr. I, 219. ~ Ober andere Lebens- 
beBchreibungen des hl. E Tgl. P. Meyer, BuU. 1&7S S. 57 und 
Mss. La Clayette S. 9. 
Es.; Mitte des 13. Jahrb. 

über weitere Beispiele dieser Form Tgl. LXXXV, 6; 
LXXSVI, 1 und 2. 

VIII. aaaa. 12 S. H 

1. La vie et l'istoire du mauvais riebe home. ^^ 

25 Str. 
Devant Tuis au riebe bome le ladre s'arresta 
Por la graut fain qn'il ot forment ae dementa. 
Hb. Paria, Nat. bihl. f. fr. 957 Hl. 118. 

Mit den ersten 5 Zeilen angeführt 184S Ton P. Paris, Mss. fr. 
VII, 339. — Über ein in paarweis reimenden Achtsilbnern 
yerfarstea Livre de l'exemple du riebe homne et du ladre 
vgl. van Hamel, Read. S. CXCIX und Ron. XTIII, 642. 
Hb.: Anfang des 15. Jahrh. 



2. La pais aus Euglois. 22 Str. 

Or Tint la teus de may que ce ros panirra, 
Que ce tena serra beles, rosiuol cbauterra. 

Ob. Paris, Kat. bibl. f. fr. 837 Bl. 220V»— 221»". 

Gedruckt 1^35 von A. Jubinal, Jongl. S. 170—174 — 1839 von 

1) Mir nicht zugänglich. 




— 57 — 

Th. Wright, Polit. Songs S. 63-68. — Eingehend beaproclien 
von V. Le Clerc, Hiat. Utt. XSIU, 449—52. 

Die Sprache des Gedichtes aoll die Entstellang des FranzO- 
aischen wiedergeben, welche daeselhe von französisch spre- 
chenden Engländern erfuhr. Über ähalicho Gedichte vgL 
Fr, Micbel, Le prince noir, po^me dn hcraut d'armes Chan- 
dos. London und Paris. 1883. S.aSIff., bes. 8.384, Unmittel- 
bar auf la paia aus Englois folgt in der Hs. ein Prosastück, 
betitelt La cbartre de la paia aus Anglois, das der Zeit und 
Tendenz nach aufs engste damit zusammengehört. Eine 
NachahmuDg desselben aus späterer Zeit (1299} hat ver- 
öffentücht G. Rttynaud, Rom. XIV, 279. 

Entstanden Anfang 1264. 




■3. Dn plait Renart de Dammartin contreVai- 
ron Boo roncin. »uSCt. 

Oiez nne ten^on qui fu fete pie^a; 
Mise fa en escrit da teos de lors enga. 
Ha. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 El. 342v^. 

Gedruckt 1842 von A. Jubiual, NRec. 11, 23-27. — Auaführ- 
lich besprochen von V. Le CJerc, Hiat. litt, XXIH, 459-461. 
— Inhaltlich verwandte Gedichte hat zuBammengeBtellt W. 
Foerster, Zt. I, 7'J. 
Etittjtanden gegen 1265. 



I 



4. Le dit du cheTalier qui de 

Tu qui as en pechiö veacu tout ton gage 
Souviegne toi de Dieu, qui te fist a a'ymasQ, 

Ha. Paris, Nat. bibl. f fr. 24432 Bl. llSr". 

Gedruckt 1839 von Ä. Jabinal, NReo. I, 352—359. 

Entstanden 1. Hälfte des 14. Jahrh. (T. Chr.). 

5. Le ckar d'o 



hermite. 
43 Str. 



"gueil gegen 5U0 Verao 

von Nieole Bozon. 
Ubf. nach d. Hs. 2) : La reigne de pecchä est estreite de haut lignage, 
La fiUe eet Lucifer ke cheit de haut eatage. 
HsB. 1. Cambridge, Univ. bibl. GG. 6. 23 Bl. 1—8 

2. Cheltenham, Bibl. Pbiüipps 8336 Bl. 66-74 

3. London, Br. Mua. Old Roy. 8. E. SVU BL IOSt" 

4. Oxford, Bodl. Bodley 425 BL 94. 
Die Has. und Literatur des nur in Auszügen bekannten Qe- 

dichtea hat zuaanimen gestellt P. Meyer, NBoz. S. XXX— 



XXXH. Nicole Bozoo lebte Ende des t3, oder Anfang des 
14. Jahrb. {vgl. NBoz. 8. Hj. 



6. De la vie dou monde oder 4ä Str.') 

la complainte de Sainte Eglise^) 

von Bnetebaef. 

(Anid. Ein).): L'autr'ier, par un matin, a l'entreB de mai 
Entrai en no jardin, por jöer i alai. 
(Anf. d. eigentl. Ged.): Sainte Eglise se pIfÜDt, ce n'est mie mer- 
veille, 
Ghasciins de gnerroier contre li s'apai 

Hb8. 1. PariB, Nat. bibl. f. fr. 1553 Bl. 5217" 

2. ^ „ , „ . 1635 Bl. 45o-46d 

3. . „ ., „ „ 12483 

4. - „ , - . 24432 BI. 102b— 104c 

5. .. „ ,. „ , 25545 Bl. 14t". 
Oedrnckt nach den Uea. l. 2. 4 nnd 5 1839 von A. Jabinal, 

Ruteb.'I, 232— 244 — 1S74 von A. Jubinal, Ruteb.» II, 30 
—44 — 1885 von Krefsner, Rust G«d. S. 181 — 186 Docb 
den Hbb. 2 nnd 4. — Beaprochen Hut. litt. XX, 744— 145. 
— Auf die Ha. 'i (nur 2« Str.), welche wie die Hb, 2 des Pro- 
loges entbehrt, hat hingewiesen A. Jubinol, NBec. II, 11!). — 
V. 1—5 zeigen Binnenreim. 
Entstanden 1285 oder kurz nachher (vgl. Ruteb.* I, 235 Anm. 3 
nnd Bd. I S. XXVIH). 



H 



7. CompLaiDte snr la bataille de Poitiers. 

(unvollst.) 24 Str. 

Grant donlear me contraint de faire ma complainte 
De l'oat devant Poitiers, la on persone meinte. 

Hs. Paria, Notre Dame 4407 (früher 4512) S. 183. 

Gedruckt 1851 von Beaurepaire, tcol. Chart. 3. F. II, 257—283 
und danach abgedruckt 1883 von Fr. Michel, Le priace noir, 
po^me du häraut d'ariuea Ghandas. London und PoriB, S.340 
—42. — Kurz erwähnt Bist. litt. XXUI, 420. 

Entstanden zwischen 1356—59. 



1) In JubinalB Ausgabe 46 Str. 

2) Fr. Michel, RYiol. S. LX apricht fälschlich von Zehn- statt v 
ZwSl&UbnerD. DieBer Irrtum ist übergegangen in F. Diez, Altromau 
Spiftdidenkmale. Bonn. 1846. S. SS. 




I 



— 59 — 

Veez cy solas de un dame'), n str. 

Courteyte e de hone fame. 

Jeo saj UQ dame de bone ponrvSaace, 

Si Toua assentez a sa ordenaunce. 

Hb. London, Br. Mus. Harl. 20ii Bl. li". 

Gedruckt 1841 von Th. Wright, Eeliquiae antiquae. London, 

I, 155—156. 
Hb.: 1. EjJfte des 14. Jahrb. 



9. Lebendeabi. Alezins. i< 

Ena en l'oQDenr de Dien le pere tont pniaBant, 
Qui noas fonrma et fist trestous a aon semblant. 



2. 



. ArraBTUe Bl. 201)1^- 
Beaan^on Bl. C4r"- 
Paria, Nat. bibl. f. fr. 



84 r" 



-I19v« 



1555 Bl. lU8v°- 

4. „ „ .. , IBfil Bl. 72l* — 34t'' 

5. „ , „ , ,. 1S81 BL 93—125 

6. ^ . „ . „ 15217 Bl. 14t° — 25y 

1. Nouv. acq. 4ü85 Bl. 210r" 

Nuh allen Ebb. gedruckt 1872 von L. Fannier, Alexb S. 327 

—388. 
Entstanden Mitte deB 14. Jahrb. 



Li ver de CoBloigne. 

Ölorions sire pere qni le mont recbatas, 

Jbesa qni de ton sanc le nionde ravoiaa. 

Ebb. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 2162 

2. - - ,. „ „ 12471 BI.8Uv°-S9r''. 

Auf die Hb. t bat hingewiesen 1S68 C. Uofmann, Leben dea 
hl. Alesiua S. 8t> Aom. 2, auf die Es. 2 1872 G. Paria, Alexis 
S. 213 Kr. 13 und daraus die ersten 4 und die letzten fj Verse 
(s. oben S. 8) mitgeteilt. Eine Ausgabe bereitet vor Herz 
(Tgl. Alexis S, 213). 

Hb. 1 : 2. Drittel oder 2. Hälfte des 13. Jahrh. (vgl. Poäme uor. 
S. 13 Nr. 2). 



11. Gebet zum hl. Franciscua. 

Donz sire seint Franceis que Jhesu tant amastes 

E de sa seiote passiun noit et jor pensastea. 

l| Th. Wright betitelt das Gedicht The Lady and her Doga. 

inttbaa, StroplieoforinM. 5 




U. Es. Cambridge, üniv. bibl. £E. e. 16 Bl. 16. 

QBdrnckt 1B86 von P.Meyer, Eom. XV, 271.') 
Hb.: 14. Jahrli. 

12. Ave Maria 
von Nicole Bozon. 

Reigne des aungles, recevez cest are, 
Ä kj »eint Gabriel jadis digt are. 
Hb. Cheltenham, Bibl. Phillipps S336 Bl. 5ü, 
Die eratea 3 Strophen hat milgeteilt 1884 P. Meyer. Eom. XHI, 
508. — Str. 2 und 3 haben Binnenreim. — Das Gedicht 
zeigt der Beihe nach die Worte des Ave im Reim. 
Entstanden Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrb. (vgl. 
Vm, 5|. 

13. La eomplainte de Pierre de la Broce. 34 Str. 

Heu! Henl michi! las chetif, domioe 
Gri je merci a Dieu com cbetif aminä. 
Hb. Paria, Nat. bibL f. fr. S37 Bl. 2437"— 246. 
Gedruckt 1835 von A. Jnbinal, La eomplainte et le jeu de 

Pierre de la Broce.') Paris. S. 23—28. — Besprochen Bist. 

litt. XXHI, 465 — 67. — Daa gleiche Ereignis behandelt 

LXXUI, 15. 
Entstanden 12T6 oder kurz nachher. 

14. Gedicht zu Ehren der JnDgfraa Maria. 

(im vollst an digl 6 Str. 
femme qai es plaine de toute saintetä 
Da monde la princeBse, du ciel la pSest^. 

Hb. Grols-Cotta in Sachsen, Einband eines Buches in Privat- 
besitz. 

öedrackt 1869 ton Ä. Anschütz, Zacher's Zt. I, 178—79. 

Daa Gedicht ist die Übersetzung einer lateinischen Hymne, 
zwischen deren Strophen die französischen eingeschaltet 

1) Für weitere Gebete gleicher Form verweist P. Meyer auf die Ha. 
Paria, Ars. bibl. &7Ü. Da H. Martin, Catal. de TÄrs. I, 426 nur die Titel 
anfuhrt, mufg ich mich darauf beschränken diese Verweisung liier n 
wiederholen. 

2j Auf dem Titel ist zu lesen: qui fut pendu le 30 juin 1276 d 
nicht 1278. 




sind. Der franzoeieclio Text war wobl nicht zqid Qesang 
bestimmt. 
Hb.: 15. Jabrb. 

^^^Kl5, Le dit des „mais" 79 Str. 

^^^L von GiefTroj. 

KÖyiie [Rome] du mont ch'ier [est ehief] ')> ainsi est apeläe, 
Saint Pere i act sa clef, saint Faal i tient s'esp^e. 

Ha. Paria, Hat. bibl. f. fr. 24432 Bl. ISSy». 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, N߫c. I. 151-94. 

Der Titel des Gedichtes vdrd in der letzten Strophe erkl&rt: 

Ainsi en tous estaa il a ou pou ou mais, 

Car ae l'en dit du bien, rautre dit: „C'eet v 

Der Dichter nennt sich S. 193 Z. 12: Giefiroy, qui des mauvez 
eat pire. Er ist wohl identisch mit dem Verfasser des Dit 
des patenostres (XT, 1). Derselben Zeit gehört das gleich' 
falls von einem Gieffroj Tcrfafste Martere de saint Bacchaa 
an. Über lotztorea Tgl. Hiat litt. XXVn, 187 und G. Paris, 
Litt. &. § 1U9. 

Entstanden Anfang des 14. Jahrh, 

Pe. (Ohne Titel.) Einpolitisches Gedicht. 

Amor giet en maladie, charitä est nafräe; 

Ore regne tricherie, bäyne est engendrfi. 

Ha. London, Br. Mus. Earl. 746 Bl. 103?". 

Gedruckt 1839 von Th. Wright, Poüt. Songs S. 133— 136; — 
besprochen Bist. litt. XXVII, 30— ai. 

Das Stück ist die Übersetzung eines lateinischen Gedichtes ; 
die einzelnen anglo-norm. Strophen folgen in der Us. un- 
mittelbar den lateinischen, deren Wiedergabe sie bilden. 
Das lat. Gedicht war scheinbar zum Gesang bestimmt, wenig* 
stens larst die Hb. liei der 1. Strophe Raum für die Noten, 
deren Eintragung aber unterblieben ist. Das franz. Gedicht 
zeigt Verschiedenheit im Geschlecht der Keime. — Str. I und 2 
haben Binnenreim, 

Entstanden Anfang der Regierung Eduards L (1272—1307). 



^7. La Bible Nostre Dame. 97 S 

^Anf. iLd.HB. 2): Encor ne aoit löenge de pechgonr pas bele 
Si m'enhardirai je de löer la pueele. 



^^^hSie Bess 



Besserung ^es Textes rubrt von Herrn Professor Toblor ber. 



. Bl. 129— 135'^^H 



Esa. 1. Berlis, KOmgl. Bibl. Htuailtan 191 Bl. 1 

2. Paris, Ars. bibl. 3U2 Bl. 297c 

3. Madrid, Nat. bibl, F. 149 Bl. 1-4?". 
Qedruckt nach der Ue. 1 mit HinzufOgung der Varianten der 

Has. 2 und 3 [wenigatcna soweit letztere darch P. Meyer, 
BoU. 1S78 S. 42 bekannt ist) 1896 von M. Wilmotte, L'en- 
aeignement de la pbilolo^rie romanc a Paris et en Äliemagne. 
Brnzelles. S. 35 - 52. 
Entstanden 1. Hälfte des 13. Jahrb. (vgl. Wilmotte a. a. 0. 
S. 35 Anm. 2). 

18. Des tabourenrs. 26Str. 

Merveille est de ceet monde comme tome boaele: 
A tort et Sans reson use chose et rebele. 



Hb. Paris. Nat. bibl- f. fr. 837 Bl 278v". 
Qedruckt 1S35 von A. Jubinal, Jongl. S. 164-; 

sprechen HisC. litt XXllI, lü7. 
Entstanden 13. Jaluh. (vgl. Litt. fr. £ 106). 



:e ber _ 

3 Str. 



Le dit des dam es 

von Jeban. 
Jehan a dit et fet mainte rtme nouvele 
Mainte chose jolie que od dit en viele. 

Hs. Paria, Univ. bibl, CXXX, E. 5. Bl. 14 a— 15 t 
Gedruckt 1870 von A.MussaÖa, Afr. Hb. 3. 8-II 
Hinter V. 68 wird eine Lücke anzunehmeu sein, weil erat acht 
Gründe von den neun beigebracht aind, welche der Dichter 
in Y, 32 verspricht, und weil es T. 69 heifat: Or voub ai 
je coutä toutes les IX. resons. 
Hb.; Anfang dea 14. Jalirh. 

. Le dit de Respou. 48 Str. 

En la douee loaaage de la Vierge pucele, 
Röine glorieuee, Marie, Dien ancelle. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. I4r°. 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, NBec. I, 173-180. 

Merkwtlrdig ist die Ähnlichkeit der Scblaraatrophe mit der des 
Dit des deus chevaliera |TIU, 36. s. oben S. 25), Sie lautete 
Si prions a la Vierge, qui est et fiüe et mere, 
Qn'elle prist son dous Filz, comoie tres digne mere, 
Que il nous gart d'enfer. Celle prison amere, 
Et nouB otroit la joie qui est et .belle et clere. 





- 63 — 

Die gleiche Wirkong via in dem Dit de Respon 3. ITT 
Str. h und 6 acheint der N&me Maria hervorzubringen in der 
60,') Erzählung der Vie des anciens peres: Du conte qni ne 
Tolt geair & \a, pucole qui avoit non Marie. 
Entatandea l-EUfte des 14. Jahrh. (T.Clir.). 

, De la fole et de la sage oder 

L'eetrif de deas dames. 
li perecens qui toz jors frit et tremble 
deBpent lez le feu, qaaat qn'antre tena aBsemble. 
Ebb. 1. Paria, Hat. bibl. f. fr. 837 Bl. 338— SSHt" 
2. Oiford, Bodl. Digby 86 BI. 192?''— 195?". 
Gedruckt niach der IIa. 1 1 842 Yon A. Jubinal, HRoc, 11, 73—82 — 
1871 von E. Stengel, Cod. man. S. 84-93 nach der Hs. 2 mit 
Himrafagung der Varianten der Hs. 1. — Besprochen 1799 
Ton Le Grand d'Ausay, Not. et Eitr. V, ätiO— 5fi3 und Hist. 
litt. XXni, 2ÜÜ. — Inhaltlich verwandt ist Gilote et Jehana 
in NRec. U, 28—39. — Die Ha. 1 enthält 60, die Ha. 2 53 Str. 
Beide Haa. stammen aus dem Ende des 13. Jahrh. Ober Es. 1 
TgLP.Paris, MB8.fr. VI, 40a; über Hs. 2 Tgl. J. Vising, Ters. 
agn. B. 30 Anm. 4. 

en brief de moai^oigneur saint Denis. 
:r Bäint Denie, tresor de sapieoce 
et mon eorpa commande en votre providenee. 
Ha. Paris, Hat. bibl. früher SOerm. 235&, noch ftlter 1671. 
Mit der 1. Str. angefahrt von A. Jubinal, Myet indd. 1,362. 
Hb.: 16. Jahrh. 



23. Art d'amours BG Str. 

von Guiart, 
[Q]ui voüdroit l'art d'amora et savoir et aprendre 
Si q'on ne i'en penst ne blaamer ne reprendre. 
Ha. Paria, Nat. bibl. f. fr. 1593 Bl. 178r"-18!r". 
Eine Darstellung des luhalta nebät Abdruck der ersten 3 und 
der letzten Strophe gab l^GS J. Brakelmann, Jahrb. IX, 
422—425. — Besprochen Hiet. litt. XXIII, 291 und XXIX, 472. 
Der Dichter nennt sich Str. 2a: Guiart, qui l'art d'amora 
yoat en romanz traitier. 
Ha.: Ende dea 13. oder Anfang dea 14. Jahrh. 



, 1) Nach der Zahlung Rom. XiU, 240. 



~ 64 - 

[. 24, De Larguece et de Deboneretö 18 Str. 

von Hue Archevesque. 
Seignor, or fetes pes; daingniez nn poi entendre 
En biauB moz escouter puet od molt bieu aprendre. 
Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl lB0b-181a. 
Gedinckt 18S5 Ton A. Heron, Les dits de Hue Archevesqne, 
trouvfere normand du Xlll= siecle. PariB. S. 1 — 5. — In der 
Hirt. litt. SXIII, 114 wird das Bit nicht angefahrt. Der 
Dichter senot sich Str. IIa Archevesques. Er lebte nach 
H^ron 8. SSII gegen die Mitte des 13. Jahrh. 

25. Le dit da petit JUitel. 4i Str. 

Seigneur, je di pour voir, qai a entendement, 
S'il n'entent a bien faire, qa'il oevre folement. 
Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 123a— 125 d. 
Gedruckt 1839 von A.Jnbinal, NRec. I, 231 -237 — 1879 von 
E. Wolter, Der Judenknabe. flaUe. S. 108— 114. — Über an- 
dere Bearbeitungen dieser Legende Tgl. anfser W. Massafla, 
Zt. IX, 412. — Nach W. S. 22 ist das Dit „eine bloCBB Um- 
dicbtung" der 2. Erzäblung aus der Yie des anciena peres. 
Entstanden Anfang des 14. Jahrh. (T. Clir.). 



26. Le Dit de l'enfant qai eanraeamere. 
Pnieqne Diex m'a preatÄ Bens et entendement 
Et bonche de parier, et euer d'arisement. 

Hb. Paris, Nat. bibl. t. fr. 24432 Bl. 125 r". 
Gedruckt 1S39 von A. Jubinal. NKec. I, 223—230. 
Entstanden Anfang des 14. Jahrh. (T. Chr.)- 



iStr. 
iStr. I 



27. Le dit du Chevalier et de reaeaii 

van Jean de Saint - Qaentin. 
Monlt est bone aeointance d'estoire, bone geut, 
Bien m'en pnis percevoir et eu maint lien sonvent. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 112v". 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, KRec. I, 118—127. — Bespro- 
chen Hiet litt. XXni, 122. Den dort angeführten, inhalt- 
lich verwandten Erzählungen ist hinzuzufügen die 48. der 
Vie des »nciens peres Tgl. Weber, Handschr. Stud. S, 14. 
Dafs Gott und die Heiligen verläagnet werden, aber nicht 
die Jong&ao Maria, b^egnet auch in der 4. EnUdnng; 




— 65 



fgl. Weber a. n. 0. S. 8. — Dar Dichter nennt sich üi 
vorletzten Str. ; Jehan de Saint- Quentin dit gn'elle en [qu'ei 
lal'l doit aerrir. 
Entstanden 1. Hälfte des U. Jahrh. (T. Chr.). 



|-28. Klage auf die VerbrennuDg toq 13 Juden 
zu Troyea. n Sir. 

Mont Bont il s. mescliief mis l'esgaräe gent 
Et il n'en pöent mes ai se vont enrajant. 
Hs. Rom, Tat. Bibl. bei Äaaemani'l Nr. CCCXSU Bl. 18«r°. 
Gedruckt 1874 von Ä. Darmestetor, Kom. III, 443; 1881 Revue 
dee £tude3 juives. Paria. H, 199; 1890 BeliqueB scientifigDes. 
Bd, I Nr. VII der fitudes. judöo-frg. — Eine auBföhrliche 
Besprechung uiid Wiederabdruck der 16 vollständigen Stro- 
phen des wiederhergestellten Testes findet sich Hial:. litt. 
XXVn, 475-482. - Das Gedicht ist mit hebräischen Buch- 
staben geschrieben. Unmittelbar voraufgebt in der Hs. 
ein hebräisches Gedicht aber das gleiche Ereignis. Der 
Verfasser dieses letzteren und vielleicht auch des franzö- 
sischen Gedichts ist „R. Jacob, fils de Juda de Lotra (Lor- 

Entstonden 1238. 




|29. Le Dit deB Cnira de buef.^) iiä Str. 

FoDT doQuer exemple, proaesce et hardement 
Pechgeurs, pecheresBes qui pecbent mortelment. 
Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 247 r". 
Gedruckt 1S39 von A.Jubinal, NRec, I, 42-72. — Kurz bo- 
Bprochen Hist.litt. XXIII, 121. — Über die Ähnlichkeit des 
Anfangs mit dem Dit de la ßoiioise de Romme (VIIl, üS) 
sieh dieses. 
EutEtasden 1. HUfte des 11. Jahrh. (T. Chr.). 



(30. Le dit de Merlin Mellot. ae Str. 

Foar cenlz qui ee desroieut trop outrageusement 
' Quant li Sires des ciex, qui ne fant ne ne meut 

1 ) Besserang Herrn Professor Toblers. 

2) Manuscriptoiiim codicum Bibliotbecae apostolicae VaticaiiaB ctkta- 
logna. Eomae. 1750. Bd. I, 3Ü7. 

3) Dies ist der Titel im Ezplicit, welcher mir den Voriug zu rer- 
dienen scheint vor: Dit de buef. 



Hbb. 1. F&iii, Nat. bibL f. b. 12483 

2. , , . « . 24432 BL iggr". 

Gedruckt nach der Ha. 2. 181)9 Ton A. Jnbinal, SRec. I, 12S 
—137. Auf dje Es. 1 h&t hingawieBea Jubinal, NBec. n, 
121. — Kurz besprochen Eiat. litt. XSIII, 119 und 206— 
207. — Von der in Möon ü, 236-55 abgedmckten En&h- 
Inng ans der Yie des anciens peres weicht' daa Dit trotz 
gelegentlicher Obereinatimmung im Ausdruck in einzelnen 
Zügen ab. 

Entstanden 1. Hälfte des 14. Jahrb. (T. Chr.). 

31. Le dit des aneles. 195 Str. 
Dien et Ba donce mere, que chagcnn doit amer, 

Et le baron Baint Jaqae, de qui je veil parier. 

Hb. Paris, Hat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 231—241. 
Gedruckt 1839 ton A. Jubinal, HBec. I, 1-32. — Besprochen 
von A. Dinaus, Trouv. Artös. S. 471—479 and in Bist litt. 

xxin, ny-iBi. 

Entstanden 1. Eälfto des 14. Jahrh. |T, Chr.). 

32. Li Diz de Puille is Str. 

von Rastebuef. 
Cil Damediex qui fist air, fen et terre et mer, ^M 

Et qui por noBtre mort Benti le mors amer. ^H 

Ha. Paris, Nat.bibl. f. fr. 1635 Bl. 68 c. 
Gedruckt 1839 von A. Jubinal, Euteb.' 1, 143— 147 ; 1874 Ruteb.' 
I, 168-173 — 1885 TOn ErarBner, Rust. Qed. S. 45-46. — 
Besprochen Bist. litt. XX, 763. 
Entstanden 1265. 



33. Ein Wunder des hl. ThomaB von Canter- 
bury. 19 Str. 

Entre itantes merveilles cum deuB deigna ovrer 
Pur sun dru gaint Thomas, ki tant t'ait & löer. 

Hb. WoUenbUttel, Herz. Braunschw. Bibl. 34. 6. Ms. Aug. 4. 
Gedruckt 1S3S von J. Bekker, Berl. Akad., Phil. a. bist. Abh. 
S. 166-168 (od. Sonderdruck S. HU- 172). — Le Rons de 
Lincy, £col. Chart, IT, 214 erwähnte bei Beschreibung der 
Hb. diese Erzäliluag nicht. — Richtig gab ihren Inhalt an 
T. Le Clerc, Eist. litt. XXHI, 369. — t'alBchlich spricht da- 
gegen C. Hippeau, SXhom. S. LU von: „76 vers en stancM 



M 




de 4 verB moDoriineB, relatifa aus miracles Optras Bur la 
tombe de Saint Thomas." Ans Hippeaa ist vermutlich 
diese falsche Angabe übeigegangen iu K. ^tienne, Yia 
SThom. S. 2. 
Aas den Worten iu Str. I c „en Pieregort .... ultre mer" geht 
hervor, daCs die Erzählung auf engliachem Boden entstanden 
ist, wohl nicht lange nach UTO. 

34. Le dit da povre Chevalier. 41 Btr. 

Tone ceulz qui volentiers oient de Dieu parier 
Et de aa doace mere, qnl taut a le cner ber. 
Hb. Paris, Nat. bibi. f. fr. 24432 Bl. llUr". 
Gedruckt 1839 von A. Jubinal, KRec. 1, 138-144. — Kurü be- 
Bprocheu Eist. litt. XXllI, 123. — Hinter Z. 2 ist mit Rück- 
sicht auf den Inhalt und den Beim eine Lücke anzusetzen. 
Entstanden t. H&lfte des 14. Jahih. <T. Chr.). 



I 



35. L'Evangile as fejnmeB. 
L'euTaugille des femmes vons weil cy recorder, 
Monlt graat prouffit y a qui le vealt escoater. 
HsB, 1. DijOQ 298= ßl. lOTr"') 

2. ßpinal ISa Bl. 31 r° 

3. Paris, Hat. bibi. f. fr. 837 Bl. 201 v''-2ü2 

4. ., , , „ - 1553 Bl. saOTO 

5. - . . „ . 1593') Bl. 99r" 
B. , „ . - „ 25545 Bl. 2r" 
1. Basel, UniT. biU. 

Nach den Uss. 3, 4. und 5. g-edrnckt IS35 von A. Jubinal, Joagl. 
S. 2«— 33, — lb37 wies A. Dinaus, Tronv. Cambr. S. Itiö auf 
die Es. 6 hin und druckte das Gedicht S. 166^172 von 
neuem ab. — Kurz besprochen 1S5G von ¥. Le Clerc, Eist, 
litt. XXIII, 24G. — lS-5 teilte G.Paris, Bull. S. 45 ans der 
Hb. 1 die erste und die letzt« Strophe mit. — 18T6 veröffent- 
ticbte L. Constans, Bulletin de la Social^ lustorigue de Com- 
piigne Bd. III S. 54 (auch als Sonderdruck. Paris. 1ST6) den 
Text der Has. 1. 3. 4. 5. — Dazu vgl. A. Boucherie, Rev, 
laug. rom. 2. F. II, 2U0— 2U1; (besonders:) E. Mall,Zt. 1,337 

1) So G. Paris, BuU. 1S75. S. 45; Constans, Zt. Vni, 2b giebt an 
Bl. Iü9v». 

2) Zt. Tni, 25 sind die frohere und die gegenwärtige Nummer der 
Hs. KU vertauschen. Auch bei der Ha. 4 ist die frühere Nummer durch 
Druckfehler entstellt. 



— 35G; L. CoBBtana, Kev. lang. rom. Z. P. V, 150- !5I. - 
1876 wies Bonnardot, BuU. S. 80 Nr. 27 auf die Hs. 2 hin. 
— 1884 reihte L. Constana, Zt. VIII, 24— 3e die Has, 2 und 6 
in den von ihm aufgestellten Stammbaum der Has. ein; Tgl. 
dazu E.Mail, Zt. Vni, 448— 455. — 1S90 teilte G. Binz, Zt. 
XIV, 172—174 den Text der Hb. 7 mit. 
Entstanden (der älteste Teil) 12. Jahrh. (Tgl. Zt. VDI, 454|. 

36. Le Dit des dens Chevaliers. 

A tontea bonnes gens ne devroit pas desplere 

Oir de Nostre Dame bon example retraire. 

Hb. Paria, Hat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 104t"— 1Ü7. 

Gedruckt 1839 von Ä. Jtthinal, NHec. 1, 145—153. - Ober ein 

Gedicht gleichen Titels in achtBilbigen Reimpaaren, das mit 

dem Toratehenden jedoch nichts zu thnn hat. Tgl. I'. Meyer, 

Rom. VI, 29.— Über die Ähnlichkeit der SchlnfaBtrophe mit 

der des Dit do Bcspon {VIII, 20) sieh dieses. 

Entstanden 1. Hälfte des 14. Jahrh. (T. Chr.). 



'. Changou d'nn proserit TraillebastoD. 21 Str. 
Talent me prent de rjmer e de geste fere 
D'nne parveaunce qe pnrveu est en la terre. 
Hb. London, Br. Mus. Harl. 2253 BI. 113y°. 
Gedruckt 1818 Ton F. Palgrave. ') London. 4° — 1839 von 
Th.Wright, Polit. Songs 231—236. — Ausführlich bespro- 
chen HiBt. litt. XXVII, 40—43. 
Entstanden I3ü5 (Tgl. Spec. S. V). 



38. Le dit de Robert le Diable. 254 

El non de Jesn Crist, qai est nostre doaz pere, 
Venl commencier nn dit, mais per la graut misere. 

Ebb. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1881 Bi. 253»-285b 
2. „ , , , „ 12604 Bl. 110c-125a 

3 24432 Bl. 202a— 215b 

Über das Gedicht ist zu Tergleichen E. Breul, Sir GowtliBr. 

Oppeln. 1886. S. 45ff., bea. 8. 52—54 und S. 80-83. - B- 

teilt S. 211— 21Ö nach allen 3 Has. Str. 1—10 und BJ-'J* 

mit und kündigt S. 80 Anm. eine kritische Ausgabe u. 

BntsUnden 14. Jabri. (vgl. Broul. S. 52). 



I) Nur 30 Exemplare; mir nicht zugänglich. 



39. Le dit de la borjoiBe de Narbonne. 
Tontea bonnes geaa doirent öyr le bien retrere 
De Dieu et de sa mere qui tant est deboimaire. 

Es. Paria, Nat. bibl. f. fr. 24432 El. Hör". 

Gedruckt 1S39 toq ä. Jubioal, NRec. I, 33-41. - K( 
L wäbnt Eist. litt. XSlll, 121. 
H Entstiiudoa 1. Hälfte des 14. Jabcb. (T. Chr.). 



I 



40. La deffiance au oonte de Flandrea et tont 

Testat de l'o st. loo Str. 

Puisqwe m'entente ay mise en nonviau dit retrere 
Je doi bien tel onvrage taire qni puisae plaire. 
Ha. Paria, Univ. bibl. CXXX. E. 5. Bl. 8d-13b. 
1670 wies auf das Gedicbt liin A.. Mussafia, Air. Ha. S. T Nr.T. 
^ In dumselbeii Jahr wurde en nach M.'h Abschrift go- 
druclit in Becueil de chanHona, po^raas et pi6ceB en vera 
fran^ais relatifa aus Pays-Baa p. p. les soios de la Sociöte 
des Bibliophiles do Belgique. Bruxelles. I, 3— :iS. 
EntstandeD 129T-130I). 



1. Chastie-MuBart. 84 Str.') 

Qae que li autre facent, de parier ou de tere, 
Ob dirai mou plaisir, a qni doie desplaire. 

Ebb. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1593 BL 139 

2. , , ,. - „ 124S3 Bl- 250v") 
3 19152 BI. 105r» 

4. London, Br. Mus. Harl. 4333 Bl. n3d 

5. Oxford, Bodl. Digby 8l> Bl. lU 

6. Eom, Vftt. Bibl. Reg. 1323 Bl, 151 r" — 170?" 

7. Amaterdam, Stadtbibl. 81, Cod. Bongarsianua I. 
Nach der Hb. 3 gedruckt 1839 Ton A. Jubinal, Euteb.' U, 478 

—489; — 1S75 Huteb.^ III. 3S2-393; — nach der Ha. 4 1886 

von P. Mejer, Rom. XV, 60ä -ülü. — Kurz besprochea Hiat. 

litt. XXm, 241 und 246. 

Ana der Es. 6 hat mitgeteilt die eraten. 6 Str. A. Koller, Romv. 

S. 145, die letzte Strophe E.Lauglois, Not. et Extr.XXXni,2 

Die 5 Strophen der Ha. 5 veröffentlichte E. Stengel, 

Cod. man. S. 39. — Aus der Hs. 7 druckte B. Dinter, Zt, O, 

15 ZeUen ab; vgl. dazu Eom. TUl, 297 und P. Meyer, 

!fDle Hiat. Utt. XXIII, 241 giebt die Zahl der Strophen auf 83 an. 
i) So Zt. IX, 328; NRec. II, 414 wird angegeben Bl. 23äv". 




70 



Kom. XIX, 311. — A. Tobler, Zt. IX, 328 gab dna Übetricht 
über BeBtand nnd Beihenfolge der Strophen in den Hbb. 1. 
2. 3 UDd 6 und teilte die den fisa. 1 und 2 eigentümliclieii, 
sowie eine allein in der Hb. G vorkommende Strophe mit. 
— Über die Benatzung des Gedichtea in den ital. ProTerbia 
que dicuatur super natura feminarum vgl, A. Tobler, Zt 
K, 290. 
3a. 4: 2. H&lfte des 13. Jahrh. (vgl. Rom. I, 206). 



BvZti 



42. Dnjeiidesdöz. 
VonB qai bieu et honneur et les biaos dis ames 
Entendez an petit ceus qui les bieus out mez. 

Ha. Paria, Nat. bibl. f. fr. 12483. 

Gedruckt 1842 von A. Jubinal, NEec. II, 229—234. — Kurz 

besprochen Hiat. litt, X5III, 123. 
Es.: I.Hälfte dea 14. Jahrh. <vgl. NBec. 11,414). 

43. Gedicht an Philipp den Kühnen. 7 Str. 
Fhelippes, rois de France, qai tant iea renommäs, 

Je te rens le romans qni des rojs est rom^s (? wobl rimös). 
Haa. 1, Paris, Nat. bibl. f. fr. 2813 

2. , S, Genevifeve-Bibl L. F. 2. 
Qedrucld; 1151 in Eistoire do l'Acadämie Royale dea Inacrip- 
Üona et Beiles Lettres Bd.XTI, 177—178 — 1838 Ton P.Paria, 
Lea grandes chroniquea de France, Paris. IV, 20"— 208 - 
vgl. auch P. Paris a. a. 0. VI, 503 und L. Lacabane, £coL 
Chart II, 59 Anm. 2, 
Entstanden 1274, 



iellü^ 



Vie de saint Thibaut eonfeseet 

Ton Guillermns de Oye, dictas Bi 
Leb geignors anciains qui ont batailleear 
Qai en arriera est6 et de genz venqufior. 
Hs. Paris, Hat bibl, f. fr. 24870 Bl. 08—102. 
Mit den ersten 5 Zeilen aagefUut 1882 von L. Pannier, Lipf- 

daires S. 24 Nr. 7. 
Entstanden Juli 1267. 



45. Dit d'amonr. 
Pneelle gracionze, on main tout yr[ai honenrl. 



aste 




t 



— 71 — _ 

Es. ^pind 169 Bl. 66-67. 

Die Anfall gazeilen aller Strophen und die beiden letzten Stro- 
phen bat mitgeteilt 187G Bonnardot, Bull. 3. 96 Nr. 50, Je 
2 Strophen gehören Kusammen als Frage und Antwort. 

Hs. ; Ende de» 14. und Mitte des 15. Jabrh. 

Le dit de Fortnoe 22 Str. 



von Jehan Mouiot. 

Seignor, or escontez li grant et li meneur 

Et li Jone et li viel, li serjaot, li seignor. 

Ha. Paria, Hat. bibl. f. fr. 837 Bl. 247v''— 248v''. 

Gedruckt 1839 Ton A. Jubinal, NEec. 1, 195-198 and 1843 
Ton A.Dinaus, Trouv.Artäa. S. 334 — 337. — Kurz besprochea 
Hist, litt. XXIII, 468. 

Der Dichter nenot sich in der letzten Strophe mit den Worten : 
Or veut ci Monaiot Eon ditelet fenir. Während BinauK 
a. a. 0. die Frage offen läfat, ob dieser Monuiot der aua 
Airaa oder der aus Paria atammeude Dichter aei, entscheiden 
sich Y. Le Clerc, Hist. litt. XXIU, 468 und P. Paris, eb. 8. 662 
für letzteren. Dafs in der That Jehan Uoniot aua Paris 
der Verfasaer des Dit aei, hat G. Raynaud, Bulletin de Is 
BOdötö de l'histoire de Paris et de TIlo-de-France. Paris. 
1862. S. 144 gezeigt. — Str. S und 9 werden auf Pione de 
la Broche (vgl. VIII, 13) gedeutet; danach igt das Gedicht 
nach 12T6 entstanden. 

47. Gebet zu Christus. 51 Str, 

Ave sire Jhean Crist, moun tres douce seigoeur, 
Ma joye, mon confort, moun solaee et socour. 
Has. I. London, Br. Mus. Arundol 2S6 S. 1-b 
2. Oxford, Bodl. Douce 210 BI.45— 46c. 
■ Die ersten 9 Zeilen aua der Us. 2 und die letzte Strophe ans 
b beiden Has. hat mitgeteilt P, Mejer, BuU. 18B0. S. 74. Nr. 9. 

m Hb. 2; Zeit Eduards I. (1273-13.07). 



48. Salut h la Vitiry. 

Ave seynte Marie, ave glorieaae, 
Ave reyne de eiel, ave preeieuse, 

Ha. Cheltenham, Bibl. Phillippa S336 Bl. llSa-119b. 

Die ersten 9 und die letzten 8 Zeilen hat abgedruckt P. Meyer, 

Bom. XIII, 534 Nr. 48. 
Hs.: I.Hälfte des 14. Jabrh. 



La priere de Theophilus. 
Dame resplandissans, röy^e gloriense, 
Porte de paradis, pncele precieaee. 
. 1. Lyon, CoU6gB584 Bl. 14r° 

2. Paris, Ars. bibl. 3142 Bl. 30flr" 

3. „ Nat. bibl, f. fr. 837 Bl. 191 t" 

4. ., _ 1533 ') Bl. 262 

5. - , „ . „ 2103 Bl. 224 

6 .- ,. 2495 Bl. 65 t» 

7. - , ,. . , 12467 Bl. 78r" 

S. Aabburnhamplace Nr. 20 

9. London, Br. Maa. Egerton 945 Bl. 107-IOSv» 

10. _ „ ^ Äddit. 16630 (Abschrift der Hb. « ' 

11. Pavia, Univ. bibl. CXXS. E. 5 Bl. 64a— 65a. 

Nach der Ea. 7 mit HiDzafd.gung der Varianten der Ha. 3 ge- 
druckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.' II, 327—331; nach der 

, Es. 5 1857 yon Poquet, GCoina. S. 757—761') — nach den 
Hbb. 7 und 3 1S75 von A, Jubina!, Euteb.'IH, 314—318 — 
nach der Es. S 1BS2 von E. de Letteuhore, QMuia. I, 6S— 70. 

Ana der Ea. 2 teilte 1839 Fr. Michel, Ch. Sax. Bd. I S. LXXVI 
Nr. 29 die erste und die letzte Strophe mit. — In demaelben 
Jahr wurde von Moumerqnfi und Michel, Th. fr. S. 138 Anm. 
die Es. i angeführt, auf welche 1857 Poquet, GCoins. S.XXII 
Nr. 9 £urQckkam. — 1S7U wiea A. Muaaafia, Afr. Es. S. 5t 
Nr. XV auf die Hb. 11 hin. ~ 1879 druckte W. Foerster, 
Giornale di tilologia roniaoza ü, 45 Nr. 3 aus der Hb. 1 die 
erste und die letzte Strophe ab. — 188U machte P. Meyer, 
Born. IX, 162 Anm. 5 auf die Hsb. G und 9 au&nerkaam und 
teilte 18S1 Bull. S. 57 aua der Ea. 9, welche eine Umsetzung 
des Gedichtes ina Limouaimache zeigt, die ersten 3 und die 
letzten 2 Strophen mit. — ISS2 führte E. de Lettenhove, 
GMuis. I 3. XXXII Anm. 4 die Es. 10 an. 

Daa Gedicht ist das Gebet eines alten, gebrechlichen Uannea 
(Str. 9a in Ruteb.'); besondere Beziehungen auf die Qe- 
schichte des Theophilus kommen nickt tot. 

Ala Verfasser nennen die Ess. 4 und 5 Gautier de Coinsy. 
Gillon le Mfiisi kommt das Gedicht jedenfalls nicht zu, da 
es in der Es. S die Überschrift tragt: Dne orison devote 



1) GCoina. S. XXH Nr. 9 wird ala frohere Nummer fälschlich 7585 w 

2) Wie A. Musaafia, Afr. Hb. S. 51 Anm. 2 bemerkt, druckt Poquet 
das Gedicht ab, obwohl er Sp. "5 davon sagt: Comme cette piöce ... 
n'ofire qu'nn mädiocre intärßt, nous n'avons pas jugä b, propOB de la repro- 



% la Virgene Marie de lonc tempB faite. 
Hs. 5 : vom Jahre 126Ü (vgl. Zt. III, 202). 

50. LiCania sanctorum. 24 

GlorioQse reine heiez de moi merci 
Bpnr l(a) amonr toen eher fiz doucement [jeo] te pri. 
Hsa. 1. Oxford, Bodl. ßodley 57 BI. 5 

2. „ „ Digby 86 Bl. ISSv"— 190r". 

Die ersten 14 nnd die letzten 16 ZeiJen ans der Hs. 2 

mitgeteilt E. Stengel, Cod. man. S. 81 Mr. 5Q. 
Hs. 2: Ende dea 13. Jahrh. (vgl. VHI, 21). 



1,61. Du Dieu d'Ai 



lours, d'Estfe et de May 

vom Giere de Vondoi. 
[A]ssez avez öy et contes et fabllans 
[Et] de cit6s abatre et de peore cbatiaus. 

Ha. Paria, Hat bibl. f. fr. 1593 Bl. 108. 

Die allein erhaltenen 2ü ersten Verse bat abgedruckt 1SB5 

G. Raynaud, Korn. XIV, 278. 
Der Dichter irird in Str. 2a genannt: 

[ClisW fablel que je di fit U Clera de Vodoi. 
Weitare Werke von ibra sind daa Dit de Niceroles (VTII, 94) 
QDd das Dit des droiz (XXXVT, 7). In letzterem sagt der 
Dichter, welcher nach Str. 2 mindeatens 40 Jahr alt ist, 
iStr. 4,1—3): 

Je yava ai mains mos üibloi^, 
Diz et contäz et rimoiäz; 
Mes or m'en vuail da tont retrere. 
Daa Dit de Niceroles uod daa vorstehende Gedicht sind daher 
wohl früher nnd zwar in der 1. Hälfte dos 13, Jabrh. ent- 
standen. 



|'Ö2. Li diz de la voie de TuneB 34 Str. 

von KuBtebnef. 
De coroz et d'anui, de plor et d'amiatiö, 
Eät tote la matiere doDt je traiB mon ditiä. 
Hb. Paris, Nat bibl. f. fr. 16^5 Bl. 56c-5aa. 
Qedmckt 183« von Ä. Jubinal, Eutob.'I, 13fi — 142 — zum 
Teil (Str. 6—17) ISfJS von P. Tarbe, Eomancero de Cham- 
pagne m, 145—148 — 1874 Ruteb.' I, 161- 167 — 18S& von 



Krefsner, Rust. Ged. S. 41 — 45. — Besprochen 

XX, 705. 

Entstanden 1271) oder karz TOrher. 



45 Str. 



Sire Diex, o moi soies par ta eainte pitii, 
Qai es en treia personea uns Diex en umt6. 
Hb. London, Br. Mus. Egerton 945 Bl. 45v° — 52. 
Sie ersten 21 und die letzten 8 Zeilen hat mitgeteilt P. Meyer, 
Bnll. 1B31, S. 51 Nr. V. — Das Gedicbt ist eine Dmschrei- 
bnng des 50. Fsalma, dessen lateinischer Teit Ewiscben die 
Strophen eingeschaltet ist. — Eine andere Bearbeitung des- 
selben Psalms ündet sich unter XLIl, 3. 
Hb.: Mitte oder 2. Hälfte des 14. Jahrb. 



54. Du roy qui avoit une amie CAUegoriaclies Ge- 
dicbt anf Christi Leiden) so 5tr. 
von Nicole Bozoa. 
Uns rois jadis estait qe avait an amie, 
La quele plus ama qe ne fist sa vie. 
Hbb. 1. Cheltenham, Bibl. Phillipps S336 Bl. 38— 40v" 

2. London, Br. Mus. Cotton. Julius A T. Bl. lT2r".>| I 

Nach der Es. 2 gedruckt 1842 von A. JobintJ, NRec. II, 30» 

—315 — lS6b von Th. Wright, Pierre de Langtoft 11, 426— 

436. - Kurz erwähnt Bist. litt. XXV, 349. 

Aus der Hb. I feilte die ersten i und die letzte Strophe mit 

P. Meyer, Rom. XllI, &0e Nr. 6. — Über das Vorkommen der 

dem Gedicht zu Gricnde liegenden Allegorie in lateinischen 

Predigten vgl. P. Mejer, MBoz. 8. XLl-XLIV. 

Entstanden Ende des 13. odoT Anfang des 14. Jahrb. (vgl. . 

Vm, 5). 

Coment li;fiz Deufu arme i-n ta croi 
Seignourg, ore escotez baute cbuTalerie 
De nn noble cbivaler qe pur l'amour s'amye. 
Hs. Oheltenham, Bibl. PbilUpps 8336 Bi. 90v"-ül. 

\x 4 und die letzte Stropbe bat mitgeteilt P, Meya 
Rom. Xin, 530 Hr. 40. 
Eis.: l.Eälfto des 14. Jabrb. 




1) So Fierre de Langtoft II, 42S ; 



1. 1 S. XXlil wird angeged 



56. Le Privilöge aux Bretona. 2i Str. 

Diex gart 1a roi de Fraos, et tont sa compaignie 
|£t la röin greigcor, qne Diex. la bengi. 

Hs. Paria, Kat. bibl. f. fr. 837 Bl. IM—iaiv". 
Gedruckt 1835 von A. Jiibinal, Jongl. S. 52-56. — Eiogehend 
besprochen Hiat. litt. XXIII, 423-426, - Die Ha. yerdnifft 
unter einem Titel zwei nacb Inhalt und Form aelbständige 
Gedichte. Das 2. findet sich Anbang III, 2. — Die Sprache 
des Gedichtes soll daa FranZ'üsiache im Munde der Bretonen 




Entstanden gegen 1234. 

Ave Maria. 

Ave dame des aoglea, a.ve royal Marie. 
Hbs. I. Paris, Hat. bibl. f. fr. 24301 8. 260—262 

2, , S. GenevieTe-Bibl. fr. H. 4. 
Beide Hss. weist nach E. Schwan, Rom. Xm, 23Se und 239. 

Alle Strophen beginnen mit Ave. 
Beide Hss.: 13. Jahrb. 

. Le dit de la Borjoise de Romme. 54 Str. 

A la douce loeoge de la Vierge Marie 
Veil dire an biaa dit qni eBt sanz rilenie. 

Es. PariB, Nat bibl. f. fr. 24432 Bl. SSt". 

Qedracbt 1S39 von A. Jnbiaal, NEec. I, 79-87. — Kura be- 
sprochen Bist. litt. XXm, Ul. — Denselben Stoff, jedoch 
mit mancherlei Abweichungen in den Nebenumsländea, be- 
handelt die 40. Erzfihluug der Vie des anciens peres bei 
M^onll, 394—410. Der Anfang zeigt grofae Ähnlichkeit mit 
dem Dit des cuirs de buef (VIII, 29). Fast wörtliche (Tber- 
einstimmung liegt TOr NBec. S. 82 Str. lab und S. 52 Str.2ab, 

Entstanden 1. BOlfte des 14. Jahrh. (T. Chr.). 



n 



Li diz des Jacobina ii 

von Bostebnef. 
Seignor, molt me merveil que eist siecles devient 
Et de ceste merveille trop Bovent me sovient. 



Has. 1. Paris, Hat. bibl. f. fr. S37 Bl. 306d 

2. .. . - . , 1593 Bl. 64a 

3 1636 Bl. 3d. _ 

Nach allen Hss. gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.'1, 175 

■ , StiophenfDTmso, 6 




— 179; IS74Eufeb.äI, 208—213 — 18B5 vonKrefsner, ßuaf. 
Ged.S.58— 5!» — 1687 vonK. Bartsch, Lang, et Litt. Sp.448. 
Beaprochea Hut. litt- XX, 743. 
EntBtaiideii t25&— 1285. 

60. De la DeBpatofson de la Sinagogue et de 

Sainte EgtiBe. 36 Str. 

De lor menijongea vuelent vivre li men^ongier ; 
Plnsor par lor mcD^onges fönt lor vie alongier. 
Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 341 t°. 

Gedrnckt 1837 von Ä. Jnbiual, Myst. infid. II, 404—408. — Bb- 

sprochen Hiat. litt. XXIII, 216-217 

wandte lateinische Gedichte führt a 

SatT. 8. 55. 
Ha.: Endo des 13, Jahrh. (vgl. VIII, 21). 



61. Les eine j'aies Nostre Dame, 5 Str. 

Dame pur (i)cele joie merci [jeo] voua reqnier ^^ 
Ke Gabriel 11 auogle voas vint [ajaonncier. ^^| 

Eaa. 1. Oxford, Sodl. Bodley bl Bl. Sr" ^^| 

2. - , DighjSe Bl. IBSt". ^H 

Aus der Hs. 2 bat die erste and die letzte Strophe nitgeMU 
E. Stengel, Cod. man. S. 81 Nr. 58 und eb. S, 82 auf die 
Hb. 1 hingewiesen. — Gedichte aber die Freuden Mariu 
hat zusammengefitellt R. Reinscb, Zt. lU, 202. Das gletdie 
Thema hehandehi TIH, 102 — XXVIII, 1 — XL, 1 — XLII,1 
- LXXIII, ö - LXXXV, 7 — LXXXVII, 10. 

Hs. 2: Ende dea 13. Jahrh. (vgl. VIII, 21). 



t)2. La proph ecic 1! 

von Maiatre Lambelin. 

Dieu gart la compaignie de peehi^z et de crime! 
Faites pais; je vealz dire uae nouTelle rime. 
Hsa. I. MetK 81 

2. „ 82. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1875 von Bonnardot, Gu, Metz S. 334. 
Entstanden gegen 1324. 

63. Salns de Noatre Dame. 

Ave, dame des anges, de paradis rSine 
Dame de toat le moDt, de pechiä medeoine. 




— 77 - 

Ha. Paria, Ära. bibl. 3142 Bl. i^v". 

Die erste und letzte Strophe hat abgedruckt Fr. Micbel, Ch. 

Sox. I S. LXXV Nr. 28. Eine weitere Strophe ist mitgeteUt 

Tb. fr. 8. 13S. 
Es.: Ende des 13. Jahrb. 



Gebet sur Jungfrau Maria, 3 i 

GloriouBe Marie, du cel seyote röine 
Afere al rej des angles, a ki li mand encline. 

Hs. London, Lambetb Palace 522 Bl. 202a - 203. 
Gedruckt IS8I) »on E. Reinach, Archiv LSIU, 74 Nr. 36, ■ 

dazQ G. Gröber, Zf. VI, 152. 
Entatanden 13. Jahih. (vgl. Rom. XY, 14S). 



Li fabliax da Paradie. 
Se je TOS fae entendre, &i me deves 0ir 
Une vraie raison por le fol maintenir. 

Ha. Bern, Stadtbibl. 113 Bl. 2031". 

Gedruckt 1873 von E. Stengel, Dunn.S. 461-464. 

Ha.: Zeit Ludwigs IX. (vgl. Durm. S. 418). 



66. Le dit de Flonrence de Romme. iss Str.') 

Ponr ce qae de bien faire ne puet nul mal venir, 
Veil d'un fait merveilleus ma parole tenir. 
Hb. Paris, Hat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 215y". 
Gedruckt IS39 von A. JubinaJ, NRec. I, 83-117. — Auf den 
mit dem Dit gleich betitelten B^inian in Alexandrinertiraden, 
von welchem nach der Ha. Paria, Nat. bibl. f. fr. 243S4') 
P. Paria, Hiat. litt. XXVI, 335— :i4!i eine ausführUche Dar- 
stellung dea Inhalts gegeben hat, wird angeapielt 3. 112 
" . 3c: 

Douce gent, es croniquea de Romme sont trouräea 
Lea paroles qni aont ci de par moi contöes; 
Mala une rommana en eat, au en a ajouHt^ea 
Qranz bonrdea qui n'i doivent paa eatre recordäoa. 

9 Hist. litt. XXVI, 34<l giebt als Zahl der Strophen 191 an. 

1) Weitere Has. aiud: 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. Nouv. acq. 4192, vgL 

tfeyer, Rom. VIH, 475 und BuU. 18S2. S. 43 — 2. London, Br. Mua. 

isdowne 362, vgl. P. Mejer, Bull. 1 9S4. S. 67 — 3. im Beailü des Herrn 

Jcy Hutton zu Marske Hall (Yorkehirc), vgl. P. Meyer, Bull. 1 882, S. 43. 




— 78 — 

F. Paris bespricht a. a. 0. 8. 349 kurz das Dit nnd rtsUt 
die Züge zusammen, in denen es von dem Roman abweicht, 
— Über andere Bearbeitongen deaaelben Btofles vgl. Hiat 
litt, xxm, lia. 
Entstanden 1. Halft» de» 14. Jahrb. (T. Chr.). 



3 jugement noatre Signor. 
s jou trouvai [trouver] sai, bien doi tel cose dii 
Qne a Diu ne an siecle ne face a, escondire. 



I 



Ha. Paris, Nat bibl. f. fr. I247I Bl. Täv" — 80 

Die erste und die letzt« Stropbe bat mitgeteilt G. Paria, Aleri« 

S. 213 Nr. 12. 
Hb.: Ende des 13. Jahrb. 



68. Li diz des Cordeliera 2i Str. 

von Enstebnef, ^^ 

SeigDor, or escoutes, qne Diex tos soit amiet ^H 

S'orrez des Cordeliera coment chascunB a mis. ^H 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1593 Bl. (i2d. ^ 

Gedruckt 1839TDnA.Jabinal,Eateb.' 1,180—186; ISliEnteb.' 

1,214-220 — I8S5 von Erefsner, Ruat. Ged. 8. 60-62. - 

Besprochen Hist, Utt. XX, 748. 
Entstanden 12a5-12S&. 

69. De CortoiB d'Arras V. 477—496. ä atr. 
He! las, com par doi eBtre dolenz et engramia, 
Qßant Yons de moi aidier estes si endormis. 

ÜberdieHsB. vgl.LXV, 11. Gedruckt 1808 Barb. u. M. I, 371 
Entstanden 13. Jahiii. 

7Ü. Le Testament ä448tr. 

von Jean de Meun. 
Li FereB et li Filz et li Saine Esperia 

ÜLfl Diex en trois personea äor6z et cheris. 

Hbs. l. BröBsel, KüalgL Bibl. 10457—62 Bl. 233 ?», vgl. B«d. 
8. XXVH 

2. . - „ 11074 — 78 Bl. llTv", vgl. e*' 
8. XXVII 

3. Dijon 298' Bl. ligr", vgl. G. Paris, Bull, 1875, S.« 

4. PariB, Ars. bibl. 333li Bl. 182, vgl. Catal.del'Ars.lH.J'S 

6. _ ... 3339 Bl. 156, - eb. UI, 337 

6. . . . 5209B1.14t), ,. „ V, 156 



— 79 — 

7. Paris, Nat bib]. f. fr. 380, Ygl. Delisle, Le Gabinet des 

manuscrits. Paris. t88t. HI, 192 

8. „ ' „ « „ „ 578 Bl. 104, vgl. Mss. fr. V, 64 

9. „ „ , . „ 804 Bl. 167, „ „ „ VI, 238 

10. . „ « « « 806, vgl. Mss. fr. VI, 239 

11. „ « » « „ 808, „ M^on, Ausg. IV, 101 

oder Mss. fr. VI, 240 

12. „ „ „ „ . 809 Bl. 1, vgl. Mss. fr. VI, 242 

13. . „ . „„ 813 B1.79rO,vgl. M8S.fr.VI,278 

14. „ . „ . ,. 822B1. 55, „ „ « VI, 349 

15. „ „ ,. „ ,. 834BL48, „ . „ VI, 396 

16. „ . . « H 1103BL1, vgl. Hist. litt. XXVm, 

429 oder GataL des mss. fr. 1, 186 

17. . „ M n ^ 1551, vgl. Prov. fr. II, 557 

18. , ^ „ „ „ 1555 BL 1—31, vgl. Gombat S. 2 

Nr. 1 

19. „ r, ^ r, j* 1556 Bl. 1, vgl.Gatal.desm88.fr. 

1,253 

/>{)• n f, y, „ „ 100 7 151. iZj „ n f, n n 

I, 254 

21. 1. n M M w lODöBl. 148, „ ^ n n n 

I, 254 

22. ., „ „ „ „ 1565151.143, n n » » n 

I, 255 

*0. n n » » w lOO 7 Dl* 149y » » n » n 

I, 255 
24. „ . r, r, . 1568 Bl. 127, , , . „ n 

I, 256 

I, 274 

26. „ « « . „ 2140 S. 37, vgl. Jahrb. VII, 316 

27. „ « « « „ 12483, vgl. NRecU, 415 und 420 

28. „ „ , früher 69853- a. gi, 140^ ygl. Mss. fr. 

m, 175 

29. „ „ „ „ 7602«, vgl. Hist. Htt. XXVm, 429 

30. « „ „ „ Sorb. 482, vgl. eb. 

31. „ „ „ „ Suppl. fr. 188, vgl. eb. 

32. „ Didot Gatal. 1878. Nr. 33 Bl. 150— 179ro 

33. „ „ „ » » 34 Bl. 158 

34. Rom, Gors. Bibl. 1275 Bl. 144 c— 170 d, vgl. Jahrb. XI, 172 

35. „ Vat. BibL Reg. 367 Bl. Ir«— 38v% vgl. Romv. 

S. 120;Not.etEztr.XXXin,2S.8 

36. „ „ „ „ 1492 Bl. 150 a— 179a, vgl. M6on 

Ausg. S. 102; Romv. S. 120 und 
328;Not.etEztr.XXXIII,2S. 161 

37. Haag, Eönigl. Bibl. 705, vgl. Salv. S. 42 

38. Gujas, vgl. L'hdtel de Gluny S. 62 




80 



Über eine noch nicht wieder anfgefundone Hs. Tgl. PanUire 
d'araours S. XII, — Über einen alten Druck vgl. Graesse, 
TiisoT IV, 50B. 

Gedruckt IT35 in L« Roman de la Rose par Guillamne de 
Lorris et Jean de Meun dit Clopinol iherausgegeben von 
Lenglet du Freanojl. AmBterdam. 1735. Bd. III S. 1^106 
nnter dem Titel Le codicille — 1 799 in der Ausgabe. Paria. 
An VII. Bd. m, 269—365 - 1814 in der Ausgabe von Möon, 
Bd. IV, 1 — lie. — Äuaführlich besprochen von P. Paria, 
Hiat. Utt. XXVIII, 416—427, 

Entstanden zwischen 1291 und 1206 (vgl. Litt. fr. § tl3}. 

71. La cttantepleure. 
De celni haut Seigueur qui en la croix fa miB, 
Qni les portes d'enfer brisa por ses amis. 

Has. 1. Brüssel, Königl. Bibl, 9411 -26 Bl. 787" 

2. Lyon 981 

3. Paris, Ars. bibl. 3516 Bl. ZbO 

4. , Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 335vO — 336 

5. . „ „ , „ 12483 Bl. 210 
e, „ „ , , , 19152 Bl. 103-105 

7. „ , - - , 2540S Bl. !OUr° 

8. Ronen A 454 Bl. 2b2— 265?" 

9. Aabbnrnhamplace, Barrois 305 Bl. 13 

10. Cheltanbam, Bibl. Phillipps 8336 BL 56 

11. London, Br. Mus. Harl. 4333 Bl. 10t 

12. , , , Addit. 15606 Bl. 127a 

13. , Lambeth Palace 522 Bl. 293a— 306a 

14. Turin, Königl. Bibl. L. V. 32 Bl. 58 v". 
NactiderHa. 2 gedruckt 1834 vonH-Monin, La Pleure-Chante. 

Prose morale et religieuae en ronan da XXII' aiäcle. Ljon. 
- nach der Ha. 4 1839 von A. Jubinal, Ruteb.' I, 398—405; 
1875Ruteb.'III,91— 99.- Kurz erwähnt Bist. litt.XXllI,253- 
Alle 14 Ebb. hat zusuumengeatellt P. Mejer, Kom. YI, 26 and 
Bull. 1883. S. 101. — Über Cbanteplore vgl. A. Tobler. Verbl- 
Auadr- S. 15. 

Die Zahl der Strophen iat in den einzelnen Hsa. verschisden.- 
Ha. 1 und 14 64 Str., Ha. 4 {JubinaU Drnck) 58 Str., Hs. S 
(Monins Druck) 56 Str. Monin Str. 50, 51, 52 fehlen bei Ja." 
biiial. Jubinal Str. 6, 49, 52, 53, 57 fehlen bei Monin. Ja- 
bioal Str. 32 und 33 aind bei Monin umgestellt 

Ha. 3 atammtaus dorn Jahre 1265 (vgl. Po6me mor. S.14Nr.3>- 

72. La plainte Nastre Dame. 42 Str- 
R^igne coroanöe, floar de paräis ^^_ 
De haute ehoBe euprendre me Buy entremis. ^^H 




,, Biljl, Phiilipps 8336 Bl. 77 v" 
■ Mus. Cotton. Julius A. V. Bl. 174 v"'! 
3. , „ , OH Roy. 8. E. XYÜ Bl. 107 c. 

Nach der Ha. 2 gedruckt 1868 von Th. Wright, Pierre de Lang- 
tottn, 438-44(). — Kurz erwähnt Eist, litt. XXV, :149. — 
Aus der Es. 1 hat ä'/*SI^'^P''@ vom Anfang mitgeteilt P. Meyer, 
Rom. XIII, 52ü Nr. 23. 
Hb. l: 1. HÄlfte des 14. Jahrh. 



Roman de laPoire, StfickXII der Eialeitnng. 

5 Str. 
Barne, de par celui qui d'amorB eat sorpris 
Recevez ce presant; tant avez los et pris. 

Über die Hbs. vgl. IS, 5. — Gedruckt 1681 von Fr. Stehlicb. 

Poire S. 41. 
Entstanden t3. Jahrh. 



Gebet des hl. Fraiiciscus. 
Ave Jhesa Criat ki "(poiir noua pecheonrs) de cel descendistes 
E de la Tirgine Marie cbar e 8auao prgites.^) 

Hs. Oxford, Bodl. Digby 8li Bl. aSv" — 27r". 

Sie ersten 3 und die letzten 4 Yerse hat mitgeteilt E. Stengel, 
Cod, man. S. ö Nr. 4. — Auch die letzte Strophe beginnt 
Ave Jhesu Crist. — Toraufgoht in der Hs. eine kurze Stelle 
in PrOES, aus welcher Stengel Verse hergestellt hat; ebenso 
folgen dem Gedicht 6 Achtailbner anf einen Reim. 

Hb.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIII, 21). 

Gebet zum hl. Marcus für die Venetianer 

von Martin da Canal. '2 Str. 

precieus Saint Marc Evangeliates 
Qaant tob, biau Sire, de Aulee partistea. 
Hb. Elorenz, Riccardiana 1919. 
Gedruckt 1845 in Archivio sl^rico italiano. Firenze. Bd. VIII, 

670— ö74. — Besprochen Eist. litt. XSin, 163—465. 
Die Verse haben mehrfach, besouders im Anfang, nicht die 

richtige äilbeozahi. 
Entstanden 1274 oder 1275. 



1) So Pierre de Langtoft II, 438; in Bd. 1 S. XXIII wird Bl. 169v' 

lebeo. 

1) Stengel will lesen: ki pour nous de cel venistes E de Tierge M. t 



VIII. 76, 

(Änf. D 



Du cors et de l'aine. S3 3 

d,Ha. &): üne grant vieinn en ce livre est escrite 
Jadia fu revelde a dant Philbert rermiM 

Hbs. 1. BrasBel, Kdnigl. Bibl. I125(J I 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 057 Bl. 127 1 



181 1 



114 



4. „ . ^ „ „ 1504 Bl. laSv" — 144 

5. Rom, Vat Bibl. Reg. 367 Bl. 39r*— 44»». 

Ober alte Drucke vgl, Graesse, Tresor II, 326—327 and 345, 
Über Neudrucke vgl, 6. Eleinert, Leib u, Seele, Inbaltarer- 
zeicbDis Nr. II und S. 51. Hinzuüufügen ist aus Oraeeee, 
wie E, VarnbagcD, Anglia in, 57 1 bemerkt hat, TioUet le Dnc, 
Aac. th.fr. III, 325-330. — Kurz besprochen ffist. litt. XXII, 
162 und XXX, 333, 

Auf die Ha. 1 ist HngewieBen von E, Stengel, Zt. IV, 74 — 
auf die Hb. 2 Toa P . Paris, Mae. fr. VII, 310 — auf die Ha, 3 
im Catnl, dea mas. fr. I, 198 — auf die Ha. 4 tod A. de Moa- 
taiglon, Cbev. Tour Landry S. XLI — anf die Ha. 5 von 
A. Keller, Romv. S. 127 und von E, Lauglois, Not. et Eitr. 
XXXIII, 2 S. 8. Über das Verhältnis dea Gedichtes zu aeiner 
lateinischen Vorlage Tgl. Kleinert a. a. 0, 3. 51 — 53. 

Hb. 5: 14. Jahrh. 

77. (Ohne Titel.) Der Rat des Spielere. 8 8tr. 

Seignor, Tolez Cir de patre deeio 
Comment m'at atoniä*[z) suo Jndicio. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. lat Nouv. acq. 1544. 

Gedruckt 1686 von Hauriau, Not. et Eitr. XXXH, 1, 298, 

Das Gedicht miacht Französisch und Lateinisch. 

Es.: 15. Jahrh,, daa Gedicht gehört wohl noch ine 13, Jahrh, 

78. Le Mariage des sept Arts et des sept Vertus. 

von Jehan le Teinturier. 93 Str. 

L'antrier par an matin esbanüiaat aloie 
Pensis d'une amorette qni forment me guerroie. 
Es. Reims 739—743 Bl. 64, 
Gedruckt 186T in Le Cabinet historigue. Paris. Bd. Xm, 98 — 

113. — Besprochen Eist. litt. XXIII, 219-223. 
4 Strophen achliefsea mit einer Licderstelle, deren letzte ZeJl^ 
den Reim der Strophe bestimmt; aufserdem endet daa Q&- 
dicht mit einem Lied, in welchem Jehan le Teinturier g0~ 
nannt wird. 
Entstanden 13. Jahrb. 



— sa- 
li. 79. Des poigaes d'enfer. 

lt. a. d. ECb. 3): Beau soignor et vo9 daines, faites que Ton vos oie 
Que Dex doint a vos armes de paradiz 1a joie. 
if.n. d. Eb. &): SeiDgnenrs ore escoutez, qui Damledä ames, 
Qai les poines d'enfer et les dolora cremez. 
Has. 1. Paria, Kat. bibl. f. fr. 24429 Bt. 133v" - UOv" 
2 24432 Bl. 9lc-99a 

3. London, Br. Mus. Addit. 15606 Bl. eia— STd 

4. Oxford, Bodl. Douce 154 Bl. IIS— 119 

5. Born. Vat. Bibl. Reg. lt>82 Bl. 92a — 96a. 
1877 teUte P. Meyor, Korn. VI, 11—16 aus der Ha. 3 umfang- 
reiche Proben mit onter Hinzofügung der Tariaateii ans 
den Haa. 1 nnd 2. — 1681 wies E. Stengel, Zt. V, 3B3 Nr. 16 
auf die Hss. 4 und 5 hia und druckte aus ersterer die Stro- 
phen ab, welche V, 81—132 der Hs. 3 (aber hier achts. Reim- 
paare) entsprechen. — 1889 veröffentlichte E. Langloia, Not. 
et Extr. XSXIII, 2 S. 204 aus der Ha. b die beiden ersten 
nnd die letzte Strophe. 

Wie in der Ha. 5 beginnt das Qedicht auch in den Hsa. 1 und 
2, wELbrend sich diese Strophe in der Hs. 3 an dritter Stelle 
findet, tiber die Paulus- Yision in der mittelalterlichen Lite- 
ratur vgl. H. Brandes, Engl. Stud. VII, 34ff., bea. S. 52 und 
Ylsio S. Panü. EaUe. 1885, bes. S. S&. 

Ha. I : Ende dea 13. Jahrh. (vgl. VII, 2). 



oO, Po6me moral. 



» Str. 



Qai cest secle trop siut, ne vait pas droite voie, 
Qnar joie d'iceat secle, c'est ans yenz, n'eat pas joie. 
. Brüaael, Königl. Bibl. 9229— 3U Bl. SSy"- 61 
i. Paris, Ars. bibl. 3516 Bl. Il3a— ll8e 
„ 5204 Bl. 78 c — 87 f 
Nat. bibl. f. fr. 2039 Bl. 35a— 36c 
. . , . 2162 Bl. 107a— 115a 
„ „ , „ 23112 Bl. 96o — 104d 
„ . ,. „ 24429 Bl. UOt^-ISöv" 
, „ _ 25545 Bl. 95a— d 
9. Oxford, Bodl. Can. miac. 74 Bl. !9r''— 62r" 
10. Haag, Königl. Bibl. 265 Bl. 53r''. 
Gedruckt nach den Haa. 2— 9 1886 von W.Cloetta, Poi^memor., 
vgl. dazu Ä. Tobler, Lit. blatt VII, 364; Wihnotte, Rom. XVI, 
119; Cloetta, Rom. XVII, 306. — Auf die Ha. 10 wiea hin 
1885 y. Hamel, Rom. SIV, 130 - auf die Ha. 1 1887 P. Mejer, 
Rom. XVI, 168. 



SlntBtaiiden „im äufsersten Nordoston des franzO siechen Spndi* 
gebieta und zweit ia der Gegend von Lütticb" „zwiscfaen 
den Jahren 1190 und 1210" (vgl. Poeme mor. 3. 2 und S. 4). 

81. Le dit dee trois chanoines. 103 Str. 
L'eaeripture tesmoingae et noua fait asavoir 

Qae cbascuDS et cbaecune qni a aeaa et eavoir. 
Ha. Paris, Kat. bibl. f. fr. 24432 Bl. m\-. 
Qedruckt 1839 von A. Jubinal. NBec. I, 266— 282. Denselben 
B bebandelt die 43. Erzählung der Vie des enciens peres. 
In einer Ha. lEern, im Besitz des H. v. Steiger-Mai) ist 
aogar ein Gebet dea Narren Felix von Besangen ,teilweiae 
in vierzeiligen Strophen aus zwClfsilbigon Versen" (LXXXYII, 
12) verfafat; vgl. A. Tobler, Jahrb. VII, 426. 
Entstanden 1. Hälfte des U. Jahrh. |T. Ohr.). 

82. La passion Salute CristiDe. gegen 3600 Verse 
Li sages Saleraone qui fleurs fu de savoir 

£n dirioe escripture a plnsenre fait savoir. 
Hb. Paris, Hat. bibl. f. fr. 817 Bl. 111. 

Mit den ergten Terecn angefahrt 1845 von P. Paris, Msb. fr. 
VI,319. — P.Paria ist geneigt das Gedicht Gaotier de Coinsj 
Euauschreiben. 
Hb.: 15. Jahrb. 



83. Li livres de S. Jeban Ewangeliste. 
i.d. Ha. 3): L'anctoritö no8 dit uoe raison par voir 



Ke el coDmenchemeDt de senB et de savoir. 

Hbb. 1. Ärras 307 Bl. 172 

2. Paria, Nat. bibl. f. fr. 2039 Bl. 22 c— 34b 

3. Madrid, Nat. bibl. F. 149. 

1878 druckte P. Meyer, Bull. S. 52 aus der Hs, 3 Str. 1 -8 und 
22—28, eb. S. 60 aus der Ha. 2 die dieaen entsprechenden 
und die letzten 7 Strophen ab. — 1888 veröffentlichte P.Meyer, 
Rom. XVII, 387 aus der Ha. I Str. 1—8 mit Hinzufügung der 
Varianten aus den Haa. 2 und 3. - Die Ha. 3 hat 200 " 
Zeilen, Ua. 3 sehr viel mehr. 

Ha. 3: Mitte des 13. Jahrb. 



SB. fr. I 



lg der 

i 



(Ohne Titel.) ErzähloDg von dem trotz Verbot 
geborgenen Greise. 
Au tane anciennor, ice tous di pour voir, 
Qae la gent ne savoient gaber ne decevoir. 




— 85 — 

Ha. Paria, Univ. bibl. CXXX. E. 5 Bi. S4a-85b. 
Gedruckt 1870 von Ä. Mussafia, Afr. Hü. 3. 52—57. ~ Übt 

die Verbreitnog des Stoffes Tgl. eb. S. 58-72. 
Ha.: Anfang des 14. Jahrb. 



Une proiere Noatre Dame. 
Mere Dieu, qni vona siert mout a bon gaerredon 
Car hqb ue vons eiert, dame, longuement em pardon. 

His. 1. BrüBBel, Köiiigl, Bibl. 9411—26 Bl. 97r" — 1U2 
2. Turin, König]. Bibl. L. T. 32 Bl. 68-73. 

Nach der Hs. 1 mit Hinzufagntig der Varianten der Ha. i ge- 
drackt 1877 von A. Scheler, Zt. I, 246—258 unter dem Titel 
Li priere Tbeophilus; vgl. dazu G. Paria, Rom. VI, 627. — 
Wie Str. 98 lehrt, in welcher der Betende im Hinweis aaf 
die Tbeophilus zu teil gewordene Vergebung der Sünde um 
Gnade bittet, paht der von Seh. aus der Ha. I Ubemommene 
Titel nicht.') Im Anschlufs an 0. Paria wählte ich daher 
den Titel der Ha. 2 , der zugleich jede Verwechalung mit 
VUI, 49 aaaachlferst. — Häufig kehren die SchluCavrorte einer 
Strophe am Anfang der folgenden wieder, 

HsB.: Ende des 13. Jahrb. (vgl. Rencl. S. XXIV und Bibl. beige 
11,1). 




l86. Patei noBter. 21 Str. 

L Pater noster, vraia peres, qnl es sires del moude 
B'Qai tes amis getas de la priaon parfonde. 
Ha. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 226d — 227d. 
Die beiden ersten und die letzte Strophe hat mitgeteilt Bon- 
nard, Trad. Bible S. 146. ~ Die lateinischen Worte des PaCer 
noster bilden der Reihe nach den Anfang der Strophen. 
Hs.: Endo des 13. Jahrh. (vgl. Vlll, 21). 



Le jagement de Salemoo. 20 Str. 

KDoctriner doit lea antres cai Biez. science dune: 
An tena qoe Salemons porta primes corone. 
Hb. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 223 v°. 
Gedruckt 1BI)8 Barb. u. M. 11,440—442. Kurz besprochen 

Bist. Utt, XXUl, 75. 
Hb.! Ende des 13. Jahrh. (vgl. VUI, 21). 



Hb. Pa 
^^^ Gedrui 

^^^ Bist. 

' 1) Ganz der a 



l)"Gans der gleiche Fall begegnet auch XXIS, 11. 




VIII. 88. Des siB manieres de fuls. 

Por le monde qui est Duit et jor en dtscofde 
Cis contee nons raconte, et je bien m'i acorde. 

Ha. Paris, Sst. bibl. f. fr. 837 Bl. 33070—340^". 
Gedruckt iS42 von A. Jubinal, NRec. II, BS— 72. K 

wähnt Hiat. Utt. XXUI, 26U. 
Ha.: Ende des 13. Jalirb. (vgl. VIII, 21). 



89. De triacle et de venin. 70 Str. 

Mnit a entre triacle et venin grant diBcorde 

Tait eil qui sont el monde n'en feroient l'acorde. ^m 

Esa. I. Brüssel, König]. Bibl. 9411-26 Bl. 75t" ^| 

2. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 336?"— 338 ^| 

3. , , „ „, 12471 Bl.47r" — SIT» 

4. Turin, König!. Bibl. L. V. 32 Bl. 65. 

Nach der Hb. 2 gedruckt 1839 Ton A. Jubinal, NKec. I, 3ti0- 
371. — Kurz beaprochen Hiat. litt. XXIU, 246. — Auf die 
HsB. I und 4 hat hingewiesen A. Bcheler, BCond. I 8. XX 
Nr. 1 5 nnd Bibl. beige 11, 9 Nr. XV , auf die Ha. -i G. Paris, 
Alexis S. 212 Nr. 10. — Zu Str. 2 und 3 »gl. A. Schdw, 
BCond. I, 4011 Anm. zu V. 193. 

Die Haa. 1—4 atammen aus dem Ende des 13. Jahrb. 



)0. Les Regres au Roy Loeys. 
L'en dit que tont a tens buche eil a la porte 
Qni manveses noveles a cels dedenz aporte. 






Hb. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 34l>v°-341. 

Gedruckt') tS39 in Hiatoire de Saint-Louis par le marquia 
de YiUeneuTe-Trana, Paria. III, 673— 679 (unToUstttndig, nur 
30 Str.l — 1 858 in Mömoires de Jean, aire de JoinviUe p. p. 
Fr. Michel. Paria. S. 317-326. - Kurz beaprochen Hiat. litt 
XXm, 461-463. 

W&hiend der erate Herausgeber Rustebuef ala Verfasser an- 
sah, glaubten Jubioal und P. Paria, Eist. litt. XX, 766 dieaem 
das Gedicht nicht zusprechen zu dürfen. — Gegen Elnde 
kommt mehrfach Binnenreim vor. 

Entstanden 1270 oder kurz nachher. 



1) Jnbinals Angabe, Ruteb.' I, 413 Anm. : Cette piice a 6t6 puMI 
par M. Buchen dana ea Collection de Cbroniquea iat nicht neblig. 





Cenx qni poisBans et riches a tousjoars estre vuelent 
Entendent es vrotz bieoB qai ainai croietre seulent. 

Ha. Mont St. Michel. 

Gedruckt 1S3T in Extraits de plnaieura petita po^mes, Berits 
ä la fin du XFV'' ai^cle par un prieur du Mont Saint-Michel. 
Csen (ohne Angabe des Heran sgebera). S. 63—67. 
DfeBBB dictie (Str. 3 a, 4d| ist eine Ubersetznng des lateinischen, 
mit Unrecht dem hl. Bonaventura zugeschriebenen Gedichtes 
Phi]omena;Tgl. über letzteres Haur^au, Not.etExtr.XXXU, I 
S. 255 — 257. Zur Voranach aulichung lasse ich die l.Str, 
des lateiniacben nebst der entsprechenden dea französischen 
Gedichtes folgen ; 

Phtlomena, praevia temporis amoeni, 
Quae recessum nnntias imbris atgue coeni, 
Diun demulcea animos tao cantu lenl, 
Avis praedulcissima, ad me, q^uacso, fem. 
Str. 5 ') : 

Bonaaigneul qui repairea, quant le temps aaaonage, 
Ponr noncer le depart du froit tempa yveraage, 
Ta qni par ton doulx chant eebaudis maint courage, 
Yion a moy, je t'en pri, si me fai un mesaage. 
Termutlich hat auch das unter LXXXYII, IS verzeichnete 
Gedicht aua derselben Quelle geschöpft. - Aus Anlafa des 
„oci" als Gesanges der Nachtigall hat von dem lateinischen 
Gedicht gehandelt R, Köhler, Zt. VllI, 120. In dem Chant 
du ressignol dienen zur Wiedergabe des Gesanges S. 65 
V. 15: Occi fler fin et fi und V. 24: Occi fi, Ün et fier. 
Entstanden 14. Jahrh. 



DU d'arentares. a Si 

Or esconteB Belguor et si ne vons enuie 
Se por moi deporCer entre vous m'esbanoie. 

Hb. Paria, Bat. bibl. f. fr. 837 Bl. 343—344, 

Gedruckt 1S3a von Träbutien.'j Paris. — Besprochen ng» v 

Le Grand d'Aussy, Not. et Extr. V, 398—403 und I85fi v. 

V. Le Clerc, Hist. litt. XXIK, 501—502. 
Hb.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIII, 2t). 



1) 8tr. 1—4 bilden die Einleitung. 

2) Mir nicht zugänglich. 



itnre ^^^H 



93. {Ohne Titel.) 
Par exemple vorai parier de TEBcriptiire 
Ponr ce qn'a kies gens soit a öir moina dnre. 

Ha. Metz 535 Bl. 141— 145 v". 

Die ersten S und die letzte Strophe hat mitgeteilt P. Meyer, 

Bali. 18SH. S. 57 Nr. 30. 
Hb.: Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. 

94, De Niceroles i8 Str. 

vom Giere de Voudoi. 
Seignor, j'ai folement mes deniers despendna: 
Vennz sü\ entre vous, ne sui pas esperdns. 
Hb. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 20üv° -201t''. 
Gedruckt 1639 you A. Jubinal, Ruteb,' H, 440 — 442; 1875 
Euteb.» HI, 352-3Ö4. Kurz besprochen Eist litt. XXIII, 202. 
Zu dem Titelwort vgl. k. Tobler, Verbl. Auedr. S. li. 
Data der Clerc de Voudoi der Yerfasaer ist, lehrt 8tr. 2b des 
Fablel du Dieu d*Amours, d'Estö et de May (TIH, 51): 
Cist fablel que je di fit li clers de Vodoi 
Et Bi fit Nicerole. 
EntStauden I. Hälfte des 13. Jahrh. |igl. THl, 51). 



b des 



95. Le dit de GDÜlaume d'Angleterre. 
Ponr recorder un dit sui orendroit venns 

Dien gart totiz ceulz et celles, dont Beray entendns. 

Haa. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 1 7° — 13 
2. London, Br. Mus. Addit. 15606 Bl. 140. 

Nach der Ha. 1 gedruckt 1840 voa Fr. Michel, Chron.anglononn. 
HI, 173-211. — Aus der Hb. 2 hat die ersten 10 Zeilen mit- 
geteilt P. Meyer, Honi. VI, 27 (beachte eb. S. 6u3). 

Über das Dit und sein Verhältnis zu dem Boman Chrestiens 
vgl. L. Holland, Crostien von Troies. Tübingen. 1854. S.SSft 

Entstanden Anfang des 14.Jabrh. 

96. Gedichte des Gillon le Mnisi. 

Hkb. I. ÄHhburoh am place 20. 

2. London, Br. Mus. I lili36 (Abschrift der iDrlgen). ' , 
Gedruckt 1882 von E. de LetCenhove, GMuis. I, 104—394 nä' 

n, 1— 27B. — Ober den Dichter vgl. A. Dinaux, Trouv. Flaodr. 

S. Züä-234 und Recueil dea Chroniques de Flandre. IS4I. 

Bd. U, 93 ff. 
Entstanden 2. Hälfte dea 14. Jahrh. 




VIII. 97. Av 



n coupl^s, 
Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 521*. 
Vgl. Martonne, Soc. Antiqu, XI, 322 Anm. 

98. Chien et da Mescrgant, dn 

Hb. wie bei 97 Bl. 132v°. 
Vgl. Soc. Antiqu. SI, 322 Anm. 

99. Cordonanier I), dn 

Ha. wie bei 97 Bl. nOv". 
Vgl. Soc. Antiqu, SI, 322 Äom. 

100. Eane beneoite et dn Vergier 



Vgl. Soc. Antiqu. XI, 322 Amn. 

1. Enfant roati, de 1' 
Hb. wie bei 97 Bl. 107r". 
Vgl. Soc. AnHqu. XI, 322 Anm. 

102. Gedicht anf die Jungfrau I 
von Henri de Wallentinnea. 

1) G. Paris, Litt. fr. $ 109 sagt: Toute une s^ric de pifeces en qua- 
tfains monorimea, qui remontent ä la fln du XI1I° aieclö, nous entretient 
de diversea professiona, comme ceilea de forgeron, de lioalanger, de taver- 
nier, de laboureur. Aul'ser dem oben angeführten vermag ich lieiii Ge- 
dicht anzageben, das einen solcben Stoff in einreimigen Vierzeüen beban- 
delte. Inhaltlich verwandte Stücke, aber anderer Form sind; Le dit des 
paiatrea, vgl. XXXIX, 1. Des tieaerana, vgl. L Xu, 5, Acbtsilbige Beim' 
paare zeigen; 

1. Le dit des Fevres, nach der Hb. Paria, Nat. bibl. t. fr. S37 Bl. lUTv" 
gedruckt von A. Jubinal, Jongl. S. 128. F.ine 2. Ha. iat Bern 354 Bl. 135 v". 

2. Le dit des Boulaogiers, Hsa. l. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 17B 
2. Bern 354 Bl. 75 v". Nach der Hb. 1 gedruckt Jongl. 3. 138. 

3. DeB changeors, nach der Hb. Bern 3bi Bl. 691° gedruckt von A. Ju' 
binaj. Lettre S. 13. 

4. DeB cordöauiers, nach der Ha, Bern354Bl. 71 v° gedruckt Lettre S. 16. 
ö. Dea bochierB, nach derBelben Ha. Bl. 70v° gedruckt Lettre S. 24. 

6. Des cordiera, , „ „ Bl. 74r'' . , S. 30. 

7. Le dit dea marchcanB , nach der Hb. Paria , Nat. bibl. f. fr. 837 
Bl. 282V''— 2837° (zuletzt) gedruckt Fabl. II, 123. 

Auch das Dit du mercier gehört hierher, gedruckt von Crapelet, Frov. 
et Ditt. 8. 149-15Ü; vgl. auch Bist, litt. XXUI, 184. 

2) Nach G. Paria, Rom. XIX, 7U Aam. 2 handelt das Gedicht Ton dea 
7 Freuden der Jungfrau Maria. 



— 90 — 

Ha. Madrid, Nat. bibl. F. 149. 

Die letzten 3 Strophen hat mitgeteilt P. Meyer, BuU. 1878. 
S. 52. — Der Dichter nennt aich in der letzten Zeile Henri 
de Wallentinnes ; vg\. dazu G. Paria, Bom. XIX, 70, 

Hb.: Mitte des 13. Jahrh. 



, Grant Bible Nostre Dan 
Ha. wie bei 97 Bl. STr". 
Vgl. Soc. Antiqn. XI, 322 Anin. 



, la 



I 



104. Pecheresae qni estrangla .iij. enfana, de la 
Hs. wie bei 97 Bl. ISär". 

Vgl. Soc. Äntiqu. XI, 322 Anm. 

Verwandten Inhalts dürfte die 67, Erzählung der Vie des an- 
ciens perea sein; vgl. Weber, Eandechr. Stnd. S. 18. 

105. Richard Saos-Penr. 

Das Gedicht ist uns blofs in eiaem alten Druck (Paris, Kat, 
bibl. Y. 2. 233) erhalten, betitelt : Sensnjt le romant de richart 
filz de robert le diable qui fut duc de Normandie. 

Einen Neudruck ') hat gegeben 1838 Silveatre, CoUecdons de 
poäsies, romans, cbroniques. Paris. 

13 Strophen sind abgedruckt von Le ßoux de Lincj, Le Livre 
des Legendes. Pariia. IB36. S. 243. — Eine Ausgabe hat an- 
gekündigt E. Brxiul, SirGowtber. Oppeln. 1886. S. SÜ Ania 

Entstanden 2. Hälfte des 14. Jahrh. 



. la teste du 



106. Riebe home qui geta le pa 

povre, du 
Ha. wie bei 97 Bl. iSOr". 
Vgl. Soc. Äatigu. XI, 322 Ania. 

107. Trente jours perilleox de l'an, les 
Hb. wie bei 97 Bl. 981°. 
Vgl. Soc. AnÜqu. XI, 322 Änin. 

108. Bruchstück. 
Ele Ol mis tot son euer en son tresdouz aml 
Que de tot ert en lai e de riens n'iert a li. 

Hb. Tours 136 Bl. laSv". 

Gedruckt 1877 von W. Foerster, Zt. I, 9S. — Alle 3 Strophtn 
zeigen männlichen Beim. 

1) Livr. 1— Ö mir nicht zugänglich. 



— 91 — 

109. Bruchstück. 5 str. 

En un verger m'(en) entrai qe mult fu replenie 
De flnrs et de oysels qne fesoient melodie. 

Hs. London, Br. Mus. Cotton. Caligula A. XVIII Bl. 20 v«^. 

Gedruckt 183S von Fr. Michel, Rapports ä M. le Ministre de 
rinstruction publique sur les anciens monuments de Tbistoire 
et de la littdrature de la France. Paris. S. 113. 

Hs.: 14. Jabrh. 

110. Bruchstück. i str. 

Ce je ay dit dez fammes choze que leur ennit, 
Ne le dy pas de toutes, car d'elles sommes tuit. 

Hs. Clermont-Ferrand249 Bl. 17v^ 

Abgedruckt von C. Couderc, Bull. 1889. S. 106 Nr. 25. 

Hs.: Anfang des 15. Jabrh. 

111. Gedicht der Hs. Oxford, Bodl. Rawl. Mise. 1370 Bl. S5, das 
^ ähnb'chen Inhalts ist wie Li fabliax de Paradis (VIII, 65); 

vgl. E. Stengel, Durm. S. 464. 

Weitere Beispiele finden sich unter LXXXV, 3 und 6 

— LXXXVI, 2. 3. 4 und 5. ' 

DL 13a«''13a«n3a«n3a«\ 

1. Ave Maria, 

Ave tres duce Marie, ave glorieuse 
Ave ros espani[e], ave preciouse. 

Hs. Cambridge, Univ. bibl. GG. l. l Bl. 264. 
Die ersten beiden Strophen bat mitgeteilt P. Meyer, Rom. XV, 
306. Ober die Zwölfsilbner der 1. Strophe vgl. oben S. 32. 

— Die Strophen beginnen der Reihe nach mit den Worten 
des Ave. 

Hs.: Anfang des 14. Jahrh. 

2. Complainte d'amors. 15 Str. 

Or m'estuet saluer cele que je desire 

Et moi esvertuer por sa grant bontö dire. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. &37 Bl. 274. 

Gedruckt 1867 von P. Meyer, Sal. d'am. S. 42-45. 

Entstanden in der Zeit Ludwigs IK. (vgl. Sal. d*am. S. 4). 

Vaetebns, Strophenformen. 7 




3. Atb Maria en frauQoia. 
Cil qni por rimoier veot avoir los et pris 
Se doit Bi avoier, qne il ne soit repris. 

Hb, Paris, Nat. bibl. f. fr 837 El. 21«b. 

Mit den ersten beiden Zeilen angeführt 1845 von P. Paris, 
MBB, fr. VI, 410 Nr. 121; mit der 1. Strophe 18ü7 von P. Meyer, 
Sal. d'am. 8. 10. Kurz erwähnt Hist. litt. XXIII, 25fi. 
Hs.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIII, 21). 



4. ABC Nostre Dame 



28 Str. 



von Ferrant. 



Ave, gaiote Marie de grant misericorde ; ^^ 

Com eil bei se marie qoi trait a vostre acorde. ^^H 
Hbh. 1. Paria, An. bibl. 3142 Bl. 29ev<> ^^M 

2. , Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. ITOv" - I71y". ^^ 

Aus der Hb. I bat die erste und letzte Strophe mitgeteilt 1839 
Fr. Michel, Cb.Sax. ßd.I S.LXXIV Hr. 26 — aus derH8.2 
die erste Zeile 1S45 P. Paria, Msa. fr. VI, lOS Nr. 66. - Kurs 
erwähnt Hist. litt. XSIIT, 2li3. 
Die Hirophen beginnen der Reibe nach mit den BuchBtaben 
des ÄlphabetB, zam Scblufa mit drei Ablcftreungszeicben. 
Beide Hss.-. Endo des 13. Jahrh. 

5, Roman de laPoire, Stück I. II. IV-XI sä Str. 
von Thibant. 
Hss. I. Paris, Nat. bibl. f. fr. 2186 

2. , - - « ™ 1278fi. 

Gedruckt 1881 von Fr. Stehlioh, Poire S. 33— 4U; vgl. dazu 
A. Toblcr, Lit. blatt II, 437. — Inhaltsangaben des Romans 
finden sich Hist. Ktt. XXII, 870 -879 und Jahrb. 11, 365-3ltS, 

Entstanden 13. Jahrb. 

Ein ferneres Beispiel sieh unter LXXXV, 8. 

X. aaaa. 14 S. 

Ein Beispiel dieser Form sieb unter LXXXV, 6. 



En VoDear et a la loenge de Jbesn Criet premierement 
Et de sa sainte virge mere que Tenfauta virginelmaDl. J 




BOBitz fles H. von Steiger-Mai. 
Anfang hat mLtgeteilt A. Tobler, Jahrb. VII. 403 



Mittelalter sehr beliebten Stolf vgl. C. Michaelis, 

Archiv XLVJ, 33 und G. Nülle, Paul und Braune's Beiträge 

zur Geschichte iler deutschen Sprache und Literatur VI, 413. 

Hälfte dea 15. Jahrb., aber „bedeutend jünger als die 

Abfassung der Gedichte' (vgl. Jahrb. VII, 401). 

Ein 2. Beispiel dieser Form aieh unter LXXXV, l 



XII. IGa^MfiaSMeaSMea«". 

Eid Beispiel dieser Form sieh unter LXXXV, I 

XIII. aaaaB. 12 S. 

1. Des fames, deadöz et de la taverne, 

Je maine boue vie seniper qoum Iquantum]' 
Li taverniers ni'apele, je di: ecce assum. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 25545 Bl. 4r''. 

Gedruckt 1808 Barb. n. M. IV, 485—4^3. — Kurz besprochen 

Hist. litt XXni, 494. 
Daa Gedicht verbindet Französisch und Lateinisch. An jede 

Strophe schliefst sieb eine lateinische (Hexameter oderPenta' 

meter) Stelle an, welche nur ia Str. 'J und 10 mit französischen 

Worten nntermii-cht ist. 
Hb. ; Ende dea 13. oder Anfang des 14. Jahrh. (vgl. Pogiue mor. 

3, 15 Nr. 4). 



XIV. 8a8a8a8a4bl3b. 

I. Gedicht auf die Stände. 



(unvollständig) 24'/3 Str. 



Mult est [li] diables curtois: 
Les plns ricbes suprent an^ois. 

Ha. Cambridge, Caiua Coli. 435 S. U3a— 14-lb. 

Gedruckt 1855 von P. Mejer, Rom, IV, 3Sä— 395 ; vgl. dazu 

A. Bouchcrie, Bev. lang. rom. 2. F. I, 231. 
b ist darch das ganze Gedicht derselbe Reim. 
Entatandcn t. Hälfte des 13. Jahrh. (vgl. Rom. IV, 3Sä|; letztes 

Drittel dea 12. Jahrh. iT. Chr.|. 



1) Besserung Herrn Professor Tobt-ers. 



— 94 - 

XV. aaaab/9. 12 S. 

1. Le dit des patenostres 46 Str. 

von Gieffroy. 

Dites vos patenostres pour toute sainte Eglise, 
Car eile est acouchi6e, et si ne scet ou gist *[gi8e]. 

Ha. Paris, Nat bibl. f. fr. 24432 Bl. 148rO. 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, NRec. I, 238— 249. 

Der Dichter nennt sich in der vorletzten Zeile Gieffiroy qai ce 

fist; vgl. VIII, 1 5. 
Entstanden 1320. 

XVI. aaaabbbb. 8 S. 

1. Gebet zum hl, Nicolas. 4 str. 

Seint Nicholas, serf Jhesu Crist. 
Ei par sa grace vus eslist. 

Hs. Oxford, Trinity CoU. 82 Bl. lößv^ und 167. 

Gedruckt 1875 von P. Meyer, Rom. IV, 373. — Vgl. dazu A.Bou- 

cherie, Rev. lang. rom. 2. F. Bd. I, 231. 
Di^ letzte Strophe besteht aus 12 Zeilen. — Alle 4 Strophen 

beginnen Seint Nicholas. 
Hs. : Ende des 13. Jahrh. 

XVIL aaaabbbb. 12 S. 

1. Bone preere a nostre s eingnour Jhesu 
Crist, 91 Zeilen 

(Anf.n. d.Hs. 4): Douce sire Jhesu Crist ke vostre seint pleisir 

De femme deingnastes neitre e houme devenir. 

Hss. 1. Dublin, Trinity Coli. D. L. 18 

2. London, Br. Mus. Egerton 945 Bl. 270 v« 

3. „ Lambeth Palace 522 Bl. 266 b — 270a 

4. Oxford, Bodl. Digby86 Bl. 191rO— 192v«. 

Nach der Hs. 3 gedruckt 1880 von R. Reinscb, Archiv LXIII, 89 
Nr. 53; vgl. dazu G. Gröber, Zt. VI, 153. — Aus der Hs. 4 
hat E. Stengel, Cod. man. S. 83 Nr. 61 die ersten 9 und die 
letzten 10 Zeilen mitgeteilt — aus der Hs. 2, welche eine 
Umsetzung des Gedichtes ins Limousinische bietet, die ersten 
32 Zeilen P. Meyer, Bull. 1881. S. 65; vgl. dazu Bull. 1884. 
S. 66. Hier wird zugleich auf die Hs. 1 hingewiesen. 

Jede Strophe beginnt mit Douz. 

Entstanden 13. Jahrh. (vgl. Rom. XV, 148). 



- 95 - 

XVIII. aaaabbbce. 10 S. 

1. L'afaitement CatuD, Buch IV (V. 614—716) n Str. 

von Elie de Wincestre. 
S^ure vie ki volt demener 
E son curage de vices oster. 

Über die Hss. vgl. LXII, 7. 

Gedruckt 1886 von E. Stengel, Ausg. u. Abh. Nr. 47 S. 136—144. 

Entstanden 12. Jahrh. 

XIX. UaS^^MaS^^MaS^UaS^D. 

1. (Ohne Titel.) Gedicht gegen die Steuern 
Eduards L von England. 17 Str. 

Dien, roy de magestö, ob personas trinas 
Nostre roy e sa meyn6 ne perire sinas. 

Hs. London, Br. Mus. Harl. 2253 Bl. 137 v<^. 

Gedruckt 1839 von Th. Wright, Polit. Songs. S. 182- 187. — 
Besprochen Eist. litt. XXVII, 36-38. 

Das Gedicht verbindet Latein und Französisch und zwar tritt 
regelmäfsig von der Gäsur ab lateinische Kode ein. In 
Str. 13a ist daher deus zu lesen statt diu. Die ganz latei- 
nische Kefrainzeile (Hexameter) zeigt in sich Binnenreim. 
— In der 1. Strophe begegnen Alexandriner statt der vier- 
zehnsilbigen Verse. 

Entstanden unter der Regierung Eduards L nach 1297. 

XX. aaa. 6 S. 

1. L'afaitementCatnn,BüchIII(V. 467-613). 47 Str. 

von Elie de Wincestre. 
Hoem ki as volenti 
D'entendre le segrö. 

Über die Hss. vgl. LXII, 7. 

Gedruckt 1886 von E. Stengel, Ausg. u. Abh. Nr. 47 S. 130—134. 

Entstanden 12. Jahrh. 

XXI. aaa. 12 S. 

1. Bibelbearbeitnng. 

«Auf. n. d.H8.2): Par ces quareles vont chantant 

Et de Rolier et d'Olivant. 

(Anf. d. strophischen Abschnittes): 

De Joseph nos dirons, si vos plait escouter 
De qu(e/en avoos öi en estoire conter. 



- 96 — 

Hss. 1. Paris, Ars. bibl. 3516 Bl. 1— 47 

2. „ Nat. bibl. f. fr. 763 Bl. 211—277. 

Der strophische Teil steht in der Hs. 2 Bl. 233 r<> Sp. 2— 243y<» 
Sp. 2. Aus demselben hat 1873 £. Stengel, Mitt. S. 18 Anm. 20 
nach der Hs. 2 die ersten 7 und die letzten 3 Zeilen mit- 
geteilt. — 11 weitere Verse finden sich bei Bonnard, Trad. 
Bible S. 87. Die Hs. 1 hat nachgewiesen G. Gröber, Zt. 
VHI, 315. 

Die Bibelbearbeitung zeigt verschiedene Formen : paarweis rei- 
mende Acht-, Zehn- und Zwölfsilbner ; Zwölfsilbnertiraden 
und endlich die vorstehende strophische Form. 

Hs. 1: 1265 geschrieben (vgl. Po^me mor. S. 14 Nr. 3). 

XXII. 8a 4a 4a 8b 8a 4a 4a 8b 8b 8a 4b 4b 8a. 

1. Un lay d'amours. 20 Str. 

II est ancuns folz qui se plaint 
Par maint grief plaint. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 311 r«. 
Gedruckt 1842 von A Jubinal, NRecH, 190 -198. 
Entstanden I.Drittel des 14. Jahrh. (vgl. NRec. H, 178 Anm.). 

XXIII. aaabcecb. 8 S. 

1. Le codicile oder ii str. 

Epitaphe des trespass^z 

von Jean de Menn. 

Dien ait Tarne des trespassäs! 
Car des bieos qu'ilz ont amassöz. 

Hss. 1. Dijon 298« Bl. 162 r«, vgl. BuU. 1875. S. 48 Nr. 11 

2. Paris, Ars. bibl. 3339 Bl. 186, vgl. Catal. derAr8.in,337 

3. „ „ „ 5209 Bl. 145, vgl. eb. V, 156 

4. „ Nat. bibL f. fr. 380 Bl. 159, vgl. Catal. des mss. fr. 

1,35 

5. ^ „ „ „ „ 804 Bl. 165 v«, vgl. Mss. fr. VI, 237 

6. „ V « « « 806 Bl. 173, „ » . VI, 240 

7. „ „ « « „ 808 Bl. 37 v<>, « , , VI, 241 

8. „ „ « „ „ 814B1. I34v», , , « VI, 279 

9. . „ f, „ f, 1103B1.63, vgl. Catal.de8mss.fr. 

1,186 

10. „ „ „ „„ 1551 Bl. 38, vgl. ob. 1,248 

11. „ „ „ „ „ 1557 Bl. 42, vgl. eb. I, 254 

12. „ „ „ „„ 1563 Bl 174, vgl. eb. 1,254 

13. „ „ „ früher 6985» »• Bl. 159 r^, vgl. Mss. fr. 

III, 176 



— 97 — 

14. Paris, Didot Catal. 1878 Nr, 33 Bl. nSv" 

15. London, Br. Mus. Old Roy. 19. C. VIII Bl. 103 und 

161, Tgl. Chev. Tour Landry 
S. XLUI 

16. Rom, Vat. Bibl. Reg. 1492 Bl, nrtb Lind227a,vgl.Romv. 

S. 328 und 335 und Not. et Extr. 
XXXia, 2 S. 162 Nr. III und S. 164 
Kr. VI 
, , „ 151S Bl. mv", vgl.Hot. etExtr. 
XXXm,2 S. 1S2 Hr. 1 
18. „ „ , ■ nu9 Bl. It6v", vgl.eb.a.222. 
10. Bern, Stadtbihl. 420, vgl. Extraita S. 19. 
In der Ha. Haag, Königl. Bibl. 1550, welche den Titel führt: 
Catalogue des maDuecrits q^ui se sont trouv^a dans les col- 
lectiotiB des ci-devant Jfisiiitas dea Paya-Baa, apres leur 
Bnppression wird auf S, 57 eine Hs. angeführt; ,Le petit 
Testament do Jean de Meutig"; vgl. Salv, S. 57. — Über 
alten Druck vgl. Graesse, Trfiaor IV, 508, 
Gedruckt 1735 in Le Roman de la Roao par GuillauDie de 
Lorris et Jean de Meuu dit Clopinel (herausgegeben von 
Leuglet du FreBnoy). Ämaterdam. III, H>7— 170; in der Pa- 
riaer Ausgabe An VII Bd. IV, 77— 81 — 1814 in der Aus- 
gabe von Möon Bd. IV, 117— 121 — 1S44 von A. Keller, Romv. 
S. 328-331 nach den beiden Fassungen der Hb. 16. — Be- 
sprochen Bist. litt. XSVni, 427. 
In der Ha, 5 geht dem Codicile ein lateinisches Gedicht gleichen 
Inhalts vorher, von dem P. Paris a, a. 0, die eraten 4 Zeilen 
mitteilt. P. Paris Iftfst ea unentschieden, welcher Test Ori- 
ginal und welcher Überaotzung sei. 
Entstanden Ende des 13. oder Anfang dea 14. Jahrb., jeden- 
falls vor 1305. 



XXIV. aabaab. 4 S. 

. Gedickt auf die Verkündigu 

Le meel de ciel 
Encontre feel. 



von Nicole Bozon. 



Hb. Cheltenham, Bibl. Phülipps 833S Bl. 75 t''. 

Die ersten 27 Zeilen hat mltgeteitt P.Meyer, Rom. XIII, 5t9 

Nr. 21. — Der Heim b ist durch das ganze Gedicht der 

gleiche; vgl. NBoz. S XLV. — Über die Form sieh obea 

S, 36, 
Entstanden Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. (Tgl. 

VIII, 6). 



— 98 — 

XXV. 6a 6a 5/9 6a 6a 5/9. 

1. De Marcoul et de Salemon. 59 Str 

Seur tote Tautre honeur 
Est pröesce la flor. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 19152 Bl. uer«. 

Gedruckt 1831 von G. A. Crapelet, Prov. etDict. S. 189-200; 
vgl. dazu Prompsault, Discours sur les publications litt^rai- 
res du moyen ä.ge. Paris. 1835. S. 139. — Besprochen Hist 
Utt. XXIII, 198 und 688-689 und Prov. fr. Bd. I S. IX. — 
Eine 2. Fassung desselben Themas sieh unter LXVIII, 1. 

2 Hss., von denen ich nicht anzugeben vermag, welche der 
beiden Fassungen sie enthalten, mögen hier eine Stelle finden: 

1. Paris, Nat. bibl, früher suppl. fr. 1941, vgl.Prov.fr. II,55& 

2. „ „ „ f. lat. 4641 B. BL 152 v^ vgb. eb. II, 555. 
Entstanden letztes Drittel des 12. Jahrh. 

XXVI. aabaab. 6 S. 

1. Trectiö de Nostre Dame. 8 Str. 

De Yess6 issira 
Verge qai florira. 

Hs. DldotCatal. 1882 Nr. 33 Bl. 186v^ 

Mit der ersten Strophe angeführt 1869 von L. Delisle, £coL 

Chart. 6. F. V, 539 Nr. XVII. — G. Baynaud, Bibl. Chans. 

11, 2 Nr. 7 verzeichnet ein Lied De Yess^ naistra. Vielleicht 

ist dasselbe identisch mit dem Trecti^ de Nostre Dame. 

Letzterer würde dann als ein Gedicht lyrischen Baus nicht 

hergehören. 
Hs.: 2. Hälfte des 14. Jahrb. 

2. Piece sur V amour de la Vierge. 

Nuyl ne deyt mounter en pris 
S'il n'eyt d'amer aprys. 

Hs. Cheltenham, Bibl. Phillipps 8336 B1.9lvo. 

Die ersten 9 Zeilen hat mitgeteilt P. Meyer, Rom. XIII, 531 

Nr. 41. 
Hs.: I.Hälfte des 14. Jahrh. 

XXVIL 8a 8a 41b 8a 8a 41b. 

1. Lobgedicht auf die Frauen (unvollst.) 39 Str. 

von Nicole Bozod. 



De bone femme la bontö 
Vorroy byen que fuat count6. 
Hb. Cheltanham, BibI, Phillipps 833C Bl, 93-95 v°. 
Gedruckt 1889 Yon P. Meyer, NBoz. S.XSXIU-XLI. — Ton 
dem Gedicht hatte P. Meyer bereits Boro. XIII, 532 Nr. 43 
und Rom. XV, 343 gehandelt. 
Entstanden Ende dos 13. oder Anfang des 14. Jahrb. (vgl. 
Vm, 5). 

|'2. Leben des kl. Thomas von Catiterbury 

von Benet. gegen 200ii Verse. 

AI den löenge, en son service, 
Par la grace que m'ad tramis. 
Hbb.') I. Paria, Nat bibl. t fr, 9U2 Bl. 129 v"— USr" 

2. London, Br. Mus. Cotton. Veepaa. D. IV Bl. 14!Jv° 

3. , . „ Harl. 3775 Bl. 1. 

1. (bis 1836) im Besitz R. Hellers Nr. 322. 

Gedruckt nach der Fla. 1 1844 von Fr. Michel, Chronique dea 
ducs de Nonnandie par Benoit. Paria. III, 461— 5Üi]. Die 
Varianten der Ha, 3 hat Fr. Michol a. a. 0. 8. 615— e30 ver- 
öffentlicht — Besprochen H ist. litt. XXIII, 3S3-3S5; hier 
auch, die Ha. 2 erwähnt. 

Der Dichter nennt sich V. 1427: 

frere Benet le pecheur 
od les neir dras. 

In Bibliotheca Hcberiana , Catalo^e of the Librar; of the 
lale Eichard Heber. Part XI. 1836. S. 2S war dieser frere 
Eenot mit Benott de Sainte-More identificiert worden, doch 
haben aich V. Le Clerc, Hiat. litt. XXIIJ, 3B4; C. Hippeau, 
SThora. S. LI und E. Etienne, Vie SThom. 3. 107 Anm. 3 
gegen diese Ansicht ausgesprochen. 

Entstanden gegen 1172 (vgl. SGile S. SXII). 

. Leben der hl. Magdalena. (unvollfit&Ddig) 13 Str. 
Oncore vostre deu pries 
Ke l'enfant ore ahz. 

Es. Trier. 

Gedruckt 1879 von Keuffer, Festschrift dea Königl. Gymn. und 

der Eealschnle I. 0. zu Trier zur 34. Philologenversammlung. 

Trier. 8. 168-169 ; vgl. dazu W. Foerster, Lit. Centr. blatt. 

1880. Sp. 691 — E. Stenge!, Zt. IV, 75 Aum. I — P. Meyer, 

«h H. Suchier, Vie SAub. S. 5 giebt ea 5 Hsa. 




— 100 — 



Rom. IX, 491 — A. Schmidt, Rom. Stud. IV, 539. Äuft n 

abgedruckt von H. Suchier, Zt. IV, 362. 
Über andere Bearbeitungen desBelben Stoffes vgl. R, Reinsch, 

Archiv LXIV, 86 und Ä. Schmidt, Rom. Stud. IV, 53S. 
EDtBtanden „kaum vor dem Anfang des 13. Jahrb.- (vgl. Zt. 

IV, 362). 



XXVIII. 8a 8a 61> 8a 8a 6b. 

1. Gedickt auf die J'ünf Freuden Marias. 
Marie, pur touQ eofant, 

Qe eBt roi tot puissaunt. 

Hs. London, Br. Mub. Harl. 2253 Bl. 75r°. 

Gedruckt 1842 vou Th. Wright, Spec. 8. 54—50. 

Da die vorletzte Strophe beginnt; Pur celes joies qe je vub 
chamii, könnte man. glauben es mit einem Lied zu thun zu 
haben, aber Str. 6 und 7 weichen im Geschlecht der Reime 
von den übrigen ab. 

Ha.: Anfang der Regierung Eduards 11. (1307-1327). 

' XXIX. aabaab. 8 S. 

1. Li Ave Maria t2 Str. 

von Margueron dn Pont Rengmont. 
Äins iroie traoa maria 
Que laiaaasse Ave Maria. 
Hm. 1. Metz 81 
2. Metz 62. 
Nach der Hb. 2 gedruckt 1875 von Bonnardot, On. Metz S. 3S1 
— 385. — Von Str. 2 ab beginnen die Strophen der Reihe 
nach mit den Worten des Ave. 
Entstanden Januar 1326. 



2. Li dis des meedii 



von Mestre Jeban. 



De parier ne me puis plus fraindre, ^_ 

Car fortuae me fet complaindre. ^^| 

Uas. 1. BrUeael, KQnigl. Bibl. 9411-26 Bl. 31v'' ^H 

2. Turin, Königl. Bihl. L. V. 32 Bl. öTv" ^" 

AuB der Hs. 1 druckte 1866 A. Scheler. BCond. I S. XTHI 

Nr. 10 die erste und die letzte Strophe ab und ein Jahr 

spater BUB der Ha. 2 im Bibl. beige II, 8 Nr. XII die 1,. 32. 

und 34. Str. ~ Der Dichter rennt sich Str. 32 Z. 1 : Mestre 




— 101 — 

XXIX. Jehans. Ein Gedicht Des mesdisens, über dessen Form ich 

jedoch keine Auskunft zu geben vermag, findet sich auch 
in der Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 25545 BL 20 r«; vgl. Le Roux 
de Lincy, Sept B&^es S. XXXII Nr. 15. 
Hss : Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIII, 85). 

3. üng Benedicite de Lowis de Piti6, evesque 

de Metz. 12 Str. 

Seigneur, pour Dieu, paix facite. 
S'ourez le Beoedicite. 

Hss. 1. Metz 81 
2. Metz 82. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1875 von Bonnardot, 6u. Metz S. 385 
—389. ■— Von Str. 2 ab beginnen die Strophen der Reihe 
nach mit den lateinischefn Worten des Benedicite. — An 
dies Gedicht, das letzte der Hs., schliefst sich eine einzelne 
(Explicit) Strophe der Form: 8a 8b 8a 8b 8a 8b 8a 8b. 

Entstanden gegen 1324. 

4. Li ABC contre ceulx de Mets 30 Str. 

von Maistre Asselin du Pont. . 

Chascun me dit a quoy je pense 
Je pance a Mets s'on ne me pance. 

Hss. 1. Metz 81 
2. Metz 82. 

Gedruckt nach der Hs. 2 1875 von Bonnardot, Gu. Metz S.339 
—348. -— Die Strophen beginnen, abgesehen von den 3 Ein- 
leitungs- und den 4 Schlufsstrophen, der Reihe nach mit 
den Buchstaben des Alphabets. 

Entstanden gegen 1324. 

5. Gedicht auf einen Heiligen. 

Cil Saint cui dont est a aler 
Vos ensaint si a lui amer. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 423. 

Mit den ersten 11 Zeilen angeführt 1841 von P. Paris, Mss. fr. 

IV, 73-74. 
Hs. : Ende des 13. Jahrh. 

6. Dis de Nostre Dame. 

Sainte Marie, donce mere 
Qui es de mer estoile eiere. 



— 102 — 

XXIX. Hs. Brüssel, KönigL Bibl. 9411-26 Bl. 102 y«. 

Die 1. Strophe und die letzten 4 Zeilen bat mitgeteilt A. Scheler, 
BCond. I S. XXIII Nr. 22. — Die 4 letzten Zeilen zeigen die 
Form 8a 8a 8b 8b. 
Hb.: Ende des 13. Jahrb. (vgl. Rencl. S. XXIV). 

7. Gedicht auf einen Kometen. 

L'an mil CCCC avec deus 
A la mi janvier se tu veulx. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1555 Bl. 217 v«. 

Die ersten 11 Zeilen hat mitgeteilt 1827 Crapelet^ Combat S. 7 
Nr. 25. — Kurz erwähnt wird das Gedicht von Le Roux de 
Lincy, Essai historique et litt^raire sur Pabbaye de F^camp. 
Rouen. 1840. S.389 Nr. 23 und von L. Pannier, Alexis S.331. 

Entstanden 1403. 

8. Stabat mater. 6 Str. 

Deles la croix moult doloreuse 
Estoit la mere glorieuse 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 984 Bl. 15 

Gedruckt von K. Bartsch, Chrest.» Sp. 393—396. 

Entstanden Anfang des 14. Jahrh. 

9. Orison de Nostre Dame. 1 61 Verse 

Röyne des chielz glorieuse 

Fille et mere *(de) Dieu precieuse. 

Hs. DidotCatal. 1881 Nr. 17 Bl. 49v<>— 55rO. 

Mit den ersten 6 Zeilen angeführt 1881 Didot Catal. S. 23. 

Hs. : Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrh. 

10. Por chatoier les orguilloz. 36 Str. 

Por urguillors humiliier 
Vos veul un conte desploer. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1593 Bl. 145 v» 

2. London, Br. Mus. Addit. 15606 Bl. I22b. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1877 von P. Meyer, Rom. VI, 36—39; 
vgl. die Berichtigungen eb. S. 604. — 1885 teilte P. Meyer, 
Rom. XIV, 128 die Varianten der Hs. 1 mit. 

Entstanden letztes Drittel des 13. Jahrh. (vgl. Litt. fr. § 153). 

11. Mariengebet. 47 Str. 

Glorieuse Vierge röine. 
En qui par la vertu divine. 



3. , . „ , „ i4i5 Bl 181. 

4. Im Besitz Herbefs, 

5. AbscbriA: Manmerqu£s von einer nicht weiter be- 
kannten Es,, gleichfaÜB im Besitz Herbets. 

6. ibiB 1864) im Besitz der Herzogin von Berry Nr. 22. 
Nacli den Hbb. 4 und & gedruckt 1872 von F. Herbot, Prifire 

ThöophÜe, dit du XV' siede. Chfiteauroux'); — vgl. dazu 
ßcol. Chart. XXXIII, (i4B. -- 1S72 teilte P. Meyer, Rom. 1, 410 
aus der Ha. 2 die ersten beiden Strophea mit und wies auf 
die Hss. 3 und 6 bin. — 1877 gab H. Suchior, Mar. geb. 
S. 19—32 das Gedicht von neuem heraus unter Zugrunde- 
legung dea Berbetachen Teiites mit liiszufUgung der Sinn- 
variantcn der Hbb. 1. i (soweit sie im Druck vorlag! und 5. 

Der von Herbet aua der Ha. übernommene Titel kommt dem 
Gedicht ebensowenig zu wie dem unter VIII, S5 verzeich- 
neten. Denn auch hier wird Str. lüf. Theophilus erwähnt. 

Entstanden 14. Jahrb. (vgl. Meu'. geb. S. D|. 



^2. Pater noBter. 

Pater noster doit cbascnna dire. 
A Dien et prier: Biax dons sire. 
Hb. Paris, Nat. bibl. f, fr. 25545 Bl. Ur". 
Die ersten beiden Zeilen hat mitgeteilt E. Schwan, Lit. blatt V 
Sp. 435. — Höchst wahrscheinlich ist daa Gedicht identisch 
mit dem unter LXV, 8 angeführten, Nur die bestimmte An- 
gabe, dafa die Beimform aabaab sei, hinderte mich beide 
unter einer Nummer zu vereinigen. 
Ha.: Ende des Kl. oder Anfang dos 14. Jahrh. (vgl. XIII, 1). 



. D'avarice. 

Je ne bri doa monde que dire; 
Hui est mauvais et demaiD pire. 
Hb. Paris, Ars. bibl. 3142 Bl. 2S6r''. 

Die erste und die letzte Strophe hat mitgeteilt Fr. Michel, 
Ch. Sax. I S. LXIX Hr. IS. — Unter dem Titel C'est uns dia 
d'ftvariBce findet sich in der Ha. Paris, Nat. bibl., früher 
auppl. fr. 248 ein Gedicht, aus weicliom A. Jubinal, Ruteb.' 



1) Nach P. Meyer, Rom. I, 410 Anm. 1 sind die Hss. des Gedichtes 
Mhr zahlreich. 

U Hur 52 Exemplare; mir nicht zugänglich. 



— 104 — 

XXIX. 1, 2 Anm. 4 6 ZeUen (8a8a8b8a8a8b) anfAhrt. VieUeicht 

Bind die beiden Gedichte identisch. 
Hs.: Ende des 13. Jahrh. 

14. La Rescepcion 31 Str. 

von Maistre Lambelin. 

Qne Diea me gart de mal et d'ire 
J'ay trop grant dienl qnant j'oye dire. 

Hss. 1. Metz 81 
2. Metz 82. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1875 von Bonnardot, 6u. Metz S. 348 
—357. — Das Gedicht ist die Antwort auf das ABC Maistre 
Asselin (XXIX, 4) und zeigt daher gleichen Bau wie jenes 
d. h. abgesehen von den 4 Einleitnngs- und von den 4 Schlufs- 
strophen, beginnen die übrigen der Reihe nach mit einem 
Buchstaben des Alphabets. 

Entstanden gegen 1324. 

15. Roman de la Poire V. 241—263. 4 Str. 

Jente de cors, simple de vis 
Mort m'a 11 mors, ce m'est avis. 

Über die Hss. vgl. IX, 5. 

Gedruckt 1881 von Fr.Steblich, Poire S.40— 41. Die a-Zeilen 

haben fast durchweg Binnenreim auf der 4. Silbe, 
y. 250 und 251 werden zu ändern sein. 
Entstanden 13. Jahrh. 

16. Le Credo 13 Str. 

von Michelet Petitpain. 

Le grant Credo sens le petit 
Sicut credo vaulrait petit. 

Hss. 1. Metz 81 
2. Metz 82. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1S75 von Bonnardot, Ga. Metz S. 377 
—381. — Von Str. 2 ab beginnen die Strophen der Reiho 
nach mit den lateinischen Worten des 3. Artikels. 

Entstanden März 1325. 

17. Le Credo 39 Str. 

von Henreis de Heis. 

Pater noster sens le Credo 
Ne yanlroit riens, sicut credo. 



— 105 — 

Hsa. 1. Metz Sl 
2. Metz 82. 

Nach der Hg. 2 gedruckt 19T& von Bonnardot, üu. Metz S. 3ti7 
— 377. ~ Von Str. 2 ab beginnen die Strophen der Reihe 
nach mit den latelniechen Worten dea ersten und zweiten 
Artikels dea apostolischen Glanbensbekenntniasea. 

Entstanden März 1325. 

il8. UnepatenoHtrede laGuerrede Metz snStr. 
von Robin de la Valöe. 
Cil qu'estanblit Pierre I'apoBtve 
Me dont Ba graiee et puis la voatre. 
Hsa. 1. Metz gl 
2. Metz 82. 
Nach der Hs. 2 gedruckt 1875 von Bonnardot, Ga. Melz S. 357 
—3(17. — Von Str. 2 ab be-ginnen die Strophen der Reihe 
nach mit den lateinischen Worten dea Pater noster. 
Entstanden etwa im April 1325. 

^9. Yaopet IL 

Ober die Hbh. vgl. LXIl, 8. Es gehören hierher- 
Fabel IV, gedruckt II Yg. I, 237, S Str. 

Fabel V , gedruckt II Ya. I, 2(14, 7 Str, 

Entatanden 14. Jahrb. 



|20. Le livre de Mandevie, Bach VIII 

70U Jehan Dupin. 
Hb. Paria, Nat. bibl. f. fr. 451 Bl. B9v«. 
Über 2 alle Drucke Tgl. Bninet, Manuel II, 891. Auf die Ha. 
hat bingewiesen 1841 P. Paria, Mas. fr. IV, 179— 1S4, nach- 
dem achon 1837 Ä. Dinaux, TrouT. Cambr. S. tSö— 16a aas- 
führlicher von dem Dichter gehandelt hatte. 
Buch I— yil sind in Prosa verfalat. 
Entatandoa 1341}. 

Ein weiterea Beispiel sieh nnter LXXXV, 2. 

XXX. 5a 5ii 5b 5a 5a 5b 7b 7a 7b 7a 7b. 

1. Fatrasie ll str, 

von Philippe de Remi. 

Li cbans d'une raine 
Saine nue balaine. 




106 



Hb. Paris, Nat. bibL f. fr. 158S Bl. 113 

Gedruckt 1KG<I van Bordier, Sire de Beaam. S. 311— 313 - 

1895 von H. Suchier, Ph. Renu II, 305-310. 
Das Gedicht ist eine Macbahmung derFatrasiesd'Ärras (Nr.2); 

vgl. Ph. Remi Bd. I S, CXLVm. 
Die dicfaterische Tbütigkeit Philippe de Bemi's fiÜIt in die 

Jahre 1270—1280 (vgl. Ph. Remi I S. IX). 



i Fatrasies d'Ärras. 

Jaler säDS froidure 
Prestoit a usnre. 



54 Str.'l 



Es. Paris, Ars.bibl. 3114 Bl. Tv^-Il. 

Gedruckt 1S42 von A. Jubinal, SRec, 11, 208-228. — Knri 

besprochen Hist. litt. XXIII, 505. 
Entstanden i . Hidfte d. 13. Jahrh. (»gl. Ph. Remi Bd. 13. CXLVn). 



XXXI. aabaabbabab. 7 S. 

XXXII. anbaabbabab. SS. 

XXXIII. aabaabbabab. 10 e 



vgl. LXXXV, II. 






XXXIV. aabaabbbabba. 5 S. 
1. Li loenge Noatre Dame. 

Largue en cbaritö, 
RiuB d'umilitö. 
Hb. Paris, Hat. bibl, f. fr. 375 B!. 342 t". 

Mit den ersten 5 Zeilen angefQlirt 1840 von P. Paris, HsB. Ar. 

III, 230 und in demselben Jahr mit der ersten und der letzten 

Strophe yon Fr. Michel, Chron. anglo-norm. Bd. III S. XXXV- 

— beide Strophen zeigen Ubrigens nnr männliche Reime. 

Hs-: 13. Jahrh. (nach P. Paria) oder 14. Jahrh, {nach Fr.Mlchel>' 

XXXV. aabaabbbabba. 6 S. 

Ein Beispiel dieser Form sieh DQter LXXXVI, 4. 

XXXVI. aabaabbbabba. SS. 

1. Li Ave Maria 7 Str. 

von Baadouin de Conde. 
Ave, en qni eaus nnl nombre a 
Taut boDtä, c'ainc ne la nombra, 

IJ Die Hist. litt, giebt die Zahl d 
sich die 2Ü. Strophe in der Hs, zwei J 



och findet | 

1 



— 107 — 

XX VI. Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 El. 138 v«- 139 

2. Paris, Ars. bibl. 3142 EL 300v<> 

3. „ „ „ 3524 El. 25 

4. „ Nat. bibl. f. fr. 1446 El. 127. 

Nach allen Hss. gedruckt 1866 von A. Scheler, ECond. I, 183 
—186. — Die Strophen beginnen der Reihe nach mit den 
lateinischen Worten des Ave. 

Die dichterische Thätigkeit Eaudouins flBJlt in die Jahre 1240 
—1280 (vgl. BCond. I S. XIII). 

2. Dis de Tarne,. 21 Str. 

Saves que j'apiel Beghinage? 
Conscienche ne mie large. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 Bl. 103rö») 

2. Berlin, Königl. Bibl. Ms. gallic. oct 28 Bl. 131 v<». 

Nach beiden Hss. gedruckt 1889 von E. Bechmann, Zt. XIII, 
72—78. 

Entstanden 2. Hälfte des 13. Jahrh. (vgl. Zt. XIH, 56) oder An- 
fang des 14. Jahrh. (vgl. Litt. fr. § 162). 

3. La complaiDte de Constantinoble 15 Str. 

von Rustebuef. 
Sospirant por rumain lignage 

Et penssis au cruel domage. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 325 d 
2. n „ „ „ „ 1635 Bl. 13b. 
Gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.»1, 100 — 109 — 1874 

Ruteb.2 1, 117—128 — 1885 von Krefsner, Rust. Ged. S. 23- 

27. — Besprochen Hist. litt. XX, 761. 
Entstanden gegen 1263. 

4. L'escole de foy 262 Str. 

von Brisebarre. 

On diBt que par commun usage 
Parole recordöe au saige. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 576 Bl. 93. 

Mit der ersten Strophe angeführt 1842 von P. Paris, Mss. fr. 

V, 48-51. 
Von demselben Dichter besitzen wir aufser dem unter Nr. 46 

verzeichneten Stück den Restor du Paon ; vgl. P. Meyer, 

Alexandre le Grand dans la litt^rature fran^ise du moyen 

äge. Paris. 1886. II, 269. 
Entstanden 1327. 



1) van Hamel, Rencl. S. XXIV hätte auch dies Gedicht als in der 
Kenclus-Strophe verfafst anzuführen gehabt. 

Naetebns, Strophenformen. 8 



— 108 — 

XXXVL 5. Le dit de la tremontaine. 22 Str. 

Dame plus donce que seraine, 
Estoile, clere tremontaine. 

Hss. 1. Paris, Nat bibl. f. fr. 378 Bl. 67» 
2. im Besitz von Barrois. 

Aus der Es. 2, über deren Verbleib ich nichts anzugeben weifs, 
yeröffentlichten 1836 P. Paris, Bulletin du Bibliophile S. 246 
und Fr. Michel, Lais in^dits des XU« et XIII« si^cles. Paris. 
S. II -IV die Strophen 9—11. Dieselben sind wieder ab- 
gedruckt von F. Wolf, Jahrbücher ftlr wissenschaftliche Kritik. 
1837. Bd. II Sp. 142 oder F. Wolf, Kleinere Schriften zu- 
sammengestellt von E. Stengel. Marburg. 1890. S. 126. — 1840 
teilte P. Paris, Mss. fr. III, 249 aus der Hs. 1 die 1. 9. 10. 11. 
und 22. Str. mit. — Nach Mss. fr. III, 403 wäre das Gedicht 
gedruckt. — Häufig kehren Worte vom Schlufs einer Strophe 
am Anfang der nächsten wieder. — - P. Paris, Bull, du Bibl. 
hat das Gedicht Guillaume le clerc zuschreiben wollen ; vgL 
dazu E. Martin, Besant S. XLI. 

Hs. 1 : Ende des 13. Jahrh. 

6. La complainte de Jerusalem 25 Str. 

von Huon de Saint - Quentin. 

Rome, Jherusalem se plaint 
De covoitise qui vos vaint. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12471 Bl. 106r»— UOr» 

2. Oxford, Bodl.Digby86 Bl. 103v»— 105r<» 

3. Haag, Eönigl. Bibl. 69 

4. Bern 113 Bl. 198v« — 199v<>. 

Gedruckt nach der Hs. 4 1838 von A. Jubinal, Rapp. S. 57-65 
— nach der Hs. 3 1846 von demselben Salv. S. 65—71 — 
nach den Hss. 2— 4 1871 von E. Stengel, Cod. man. S. 106- 
117 — nach den beiden Jubinalschen Drucken 1887 von 
K. Bartsch, Lang, et Litt. Sp. 373—380. — Eingehend be- 
sprochen von V. Le Clerc, Hist. litt. XXIII, 414-416. — Auf 
die Hs. 1 hat hingewiesen P. Meyer, Eom. 1, 247 und G. Paris, 
Alexis S. 216 Nr. 15. 

Über den Dichter vgl. G. Paris, Rom. XIX, 294—296. 

Entstanden kurz nach 1221. 

7. Des droiz 39 Str. 

vom Clerc de Voudai. 

Or entendez une complainte 
Dont la reson est si bien jointe. 



— 109 — 

^XVI. Hss. 1. Chartres 261 

2. Paris, Ars. bibl. 3516 B1.352vO 

3. „ Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 31—33 v« 

4. „ « „ « « 1593») Bl. 109— Uly« 

5. » n n n » lOo4 

6. „ „ „ „„ 12483 BL 180 a- 181 b 

7. „ „ „ „ „ 24432 B1.391V« — 392y» 

8. London, Br. Mus. Harl. 4333 Bl. 103d 

9. Turin, üniv. bibl. L. IV. 33 Bl. 30 r»— 31 y°. 
Gedruckt nach der Es. 1 1834 (von Duplessis) Le dit de droit, 

piäce en vers fran^ais du XIII« si^cle.') Chartres. 8® — nach 
den Hss. 3 und 6 1842 von A. Jubinal, NRec.II, 132-149. 
— Besprochen Hist. Utt. XXIII, 262. 

Auf die Hs. 2 haben hingewiesen Fr. Michel, Le lai d'Ignaures.^) 
Paris. 1832. Anm. 12 und Le Roux de Lincy, Sept sages 
S. XLII Nr. 52 oder Prov. fr. II, 565 — auf die Hs. 7 1840 
Fr. Michel, Chron. anglo-norm. III S. XLVL — Die Hs. 4 ist 
angeführt Hist. litt. XXIII, 262. — Die 9 Strophen der Hs. 5 
hat als Schlufs der Yers de droit des Baudouin de Cond^ 
(Nr. 35) abgedruckt A. Scheler, BCond. 1, 261—265. — Auf 
die Hs. 8 hat aufmerksam gemacht P. Meyer, Rom. I, 208 
Nr. 9 - auf die Hs. 9 E. Stengel, Mitt. S. 10 Nr. 14 c. 

Von den 3 Strophen, welche als der Hs. 6 eigentümlich NRec. 
II, 134 Anm. 1 abgedruckt werden, fällt die erste zusammen 
mit Str. 28 der Ausgabe , die beiden anderen sind , wie die 
Reim Stellung lehrt, unecht. — Irrtümlich ist auch wohl die 
auf die gleiche Hs. bezügliche Angabe G. Raynaud's, Rom. 
IX, 232, dafs das Gedicht, welches anfängt: 

Or escoutes une chosete 
Petite qui est nouvelete 

noch nicht herausgegeben sei. Denn es dtlrften dies die 
Vers des droiz sein, welche in der Hs. 6 mit Str. 5 der Aus- 
gabe anheben; vgl. NRec. II, 134 Anm. 1. 

Über den Dichter, der sich Str. l Z. 4 li clers de Voudai nennt, 
vgl. VIII, 51. 

Abgesehen von Str. 1—5, welche die Einleitung bilden, be- 
ginnen die übrigen mit einziger Ausnahme der Str. 37 mit 
den Worten Droiz dit oder Droiz monstre. 

Hs. 2: 1265 geschrieben (vgl. VIII, 71). 

8. Li ver d'amours 16 Str. 

von Adam de la Halle. 



1) Bei Stengel, Mitt. S. 10 Nr. 14 c ist irrtümlich 1539 gedruckt. 

2) Nur 48 Exemplare; mir nicht zugänglich. 

3) 150 Exemplare; mir nicht zugänglich. 

8* 



— 110 — 

XXXVI. (Anf. n. d. Hs. 2) : Amours ki m'a mis en soosfrance 

De ce par ta bele enortance. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 25566 BI. 57 
2. Rom, Vat. Bibl. Reg. 1490 Bl. 128. 

Aus der Hs. 1 wurden die erste und die beiden letzten Zeilen 
mitgeteilt 1783 in dem Gatalogue des livres de la biblioth^- 
que de feu M. le Duc de La Yalli^e. Par Gnillaume de 
Bure fils aln^. Paris. Bd. II, 230. — 1837 erwähnte A. Dinaox, 
Trouv. Cambr. S. 69 das Gedicht. — 1842 gab P. Paris, Eist, 
litt. XX, 797 eine kurze Darstellung des Inhalts. — 1844 teilte 
Keller, Romv. S. 315 aus der Hs. 2 die erstein 4 Zeilen mit. 
— Coussemaker, AHalle S. XXIX glaubte das Gedicht nicht 
Adam de la Halle zusprechen zu soUen, dennoch kann an 
seiner Autorschaft kein Zweifel sein, lautet doch die Über- 
schrift in der Hs. 2 : Ge sont 11 ner adan le bocu darras. 

G.Raynaud, Bibl. Chans. II, 26 Nr. 251 verzeichnet das Gedicht, 
aber wie die Proben erkennen lassen, ist das Geschlecht der 
Reime verschieden. 

Die kleineren Gedichte Adam de la Halle's sind entstanden 
in den Jahren 1250—1270 (T. Chr.). 

9. Salut d'amors. 9 Str. 

Douce dame, salut vous mande 
Je qni sni comme la limande. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 BL 279—280. 
Gedruckt 1867 von P. Meyer, Sal. d'am. S. 39—42. 
Entstanden unter der Regierung Ludwigs IX. (vgl. a. a. 0. S.4). 

10. De Renart et de Piaudoue. 32 Str. 

Mors, qni en tant de Ileus s'espart, 
Moult nous demeures et viens tart. 

Hss. l. Paris, Ars. bibl. 3114 B1.6v<»— 7 

2. ^ „ Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 77r»— .78v«. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1835 von P. Cbabaille, Ren. 8.39- 
54. Die Varianten der Hs. 1 sind verö£fentlicht eb. S. 3'5 
—378. Kurz besprochen Hist. litt. XXIII, 461. 

Hs. 2: Ende des 13.Jahrh. (vgl. VIII, 21). 

11. Les Ordres de Paris i4Str. 

von Rustebuef. 

En nom de Dieu Tesperltö 
Qul tribles est en unlt^. 



— 111 — 

^I. Hs8. 1. Paris, Nat bibl. f. fr. 837 Bl. 181 a 
2. „ „ « « « 1593 Bl. 65 c 

öt ff ff » ff n iDoD JjI« 1 a* 

Nach den Hss. 1 und 3 gedruckt 1808 Barb. u. M. II, 293 -29S 
— nach der Hs. 3 1824 von Auguis, Pontes 1,308— 314 — 
nachdenHss. 1— 3 1839 von A. Jubinal,Ruteb.*I, 158—169 — 
1874Ruteb.*I,187-201 — nach der H8.3 1874 von A.Frank- 
lin, Les Eues et les Cris de Paris au XIII^ si^cle. Paris. 
S. 191—199 — nach den Hss. 1—3 1885 von Krefsner, Rast. 
Ged. S. 51-55. — Besprochen Eist. litt. XX, 747. 

Entstanden gegen 1260. 

12. Les sept articles de la foi oder 135 Str.») 

Le tresor 

von Jean Chapuis, 

glorieuse Trinit6 

Une essence et vraie unit6. 

Hss. 1. Paris, Ars. bibl. 3339 Bl. 187, vgl. Catal. de PArs. IH, 337 

2. „ Nat. bibl. f. fr. 380 Bl. 154, vgl. Catal. des mss. fr. 

1,35 

3. „ „ „ „ „ 576 Bl. 83, vgl. Mss. fr. V, 47 

4. „ „ , „„ 804 Bl. 154, vgl Mss. fr. VI, 236 

5. „ „ „ „„ 806 Bl. 166 v°, vgl. Mss. fr. VI, 240 

6. „ „ « « « 808 Bl. 40r«, vgl. Mss. fr. VI, 241 

7. „ „ „ „ „ 1103 Bl. 64, vgl. Catal. des mss. fr. 

1,186 

8. » » » » » 1556 Bl. 4a, ^ „ » » » 

1,253 

1,254 

10. „ n n f, f, 12594B1. 149r'», vgl.Rencl.S.XVI 

und XCIV 

11. „ « « « « 24307 Bl. 86, „ „ S.XV 

und XCrV 

12. „ „ „ früher6985»-3Bl.l54,vgl.Ms8 .fr.ni,175 

13. Rom, Vat. Bibl. Reg. 1492 Bl. 216 a— 227 b, vgl.Romv. 

S. 332; Not. et Extr. XXXIH, 2 
S. 163 Nr. V 

14. , « « « 1518 Bl. 119 V», vgl. Not. et Extr. 

XXXIII, 2 S.183 Nr.m 

15. „ « « « 1683 B1.88r«, vgl.eb.S. 216 

16. Haag, Königl. Bibl. 705, vgl. Salv. S. 42 

17. Petersburg, Eremitage Nr. 12, vgl. ficol. Chart. 5. F. 

Bd. V, 162 Nr. 12. 

.) Die Hist. litt. XXVIH, 428 giebt als Zahl der Strophen 73 an. 



— 112 — 

XXXVI. über einen alten Druck vgl. Graesse, Tresor IV, 508. 

Gedruckt 1735 in Le Roman de la Rose par Goillaume de 
Lorris et Jean de Meun dit Glopinel (herausgegeben von 
Lenglet du Fresnoy). Amsterdam. III, 107—167 — 1799 in 
der Pariser Ausgabe. An VII Bd. FV, 1—76 — 1813 in der 
Ausgabe von M6on 111,331—395. — Besprochen Eist, litt 
XXVIII, 428 -429. 

Aufser den beiden oben angegebenen Bezeichnungen führt das 
Gedicht noch die Titel: Godicile und Testament. — Der 
Verfasser ist nicht Jean de Meun, sondern Jean Ghapuis; 
vgl. P. Paris, Mss. fr. III, 175 ; VI, 237 undHist. litt. XXVIII, 429. 

Entstanden Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrb. 

13. Li Congiö 13 Str. 

TOD Adam de la Halle. 

Gomment que men tans aie us6 
M'a me conscienche acusö. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 146 

2. „ „ n V n 25566 Bl. 57 v^ 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1808 in Barb. u.M.1, 106— 111 - 
1843 von A. Dinaux, Trouv. Art^s. S. 53— 57 — 1872 von 
GouBsemaker, AHalle S. 275-279. Ausführlich besprochen 
Eist. litt. XX, 650 - 654. — Auf die Hs. 1, welche nur die 
ersten beiden Strophen enthält, hat hingewiesen 1836 P.Paris, 
Mss. fr. I, 337. 

Entstanden gegen 1262 (T. Chr.). 

14. Le dit des Alli6s 17 Str.») 

von Godefroi de Paris. 

Tout auxi com par la fum6e 
Qui s'en ist par la cheminäe. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 146. 

Gedruckt 1836 in Annuaire historique pour l'ann^e 1837 p.p- 

la Soci^t4 de THistoire de France. Paris. S. 158. 
Über den Dichter vgl. Buchen, Chronique m^trique 4© Gode- 

froy de Paris. Paris. 1827 und P. Paris, Mss. fr. 1, 325-335, 

bes. S. 331. 
Entstanden 1314. 

15. Conte d'amours , 45 Str. 

von Philippe de Remi. 



1) P. Paris, Mss. fr. 1, 332 giebt als Zahl der Strophen 21 an. 



~ 113 — 

[XVI. Conter me piaist une merveille 

Ains mais nus n'öi sa pareille. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1588 Bl. 1 03 d — 107 a. 

Gedruckt 1869 von H. L. Bordier, Sire de Beaum. S. 287—294 

— 1885 von H. Suchier, Ph. Remi II, 233 -254. 
Entstanden 1270-1280 (vgl. XXX, 1). 

16. Li estris des quatre vertus. 26 Str. 
Qui en bei rimer velt entendre (: prendre). 

Hs. Paris, Ars. bibl. 3460 Bl. 66 r^ 

Auf das Gedicht haben hingewiesen 1880 G. Gröber, Zt. IV, 461 

— 1881 A. Mayer, Mis. S. X — 1885 van Hamel, Rencl. S. XXII 

und XCIV. 
Hs. : 13.Jahrh. 

17. Li Ver de le mort. 56 Str. 

Bien deussons essample prendre 
A nons m^isme sans atendre. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12471 B1.41r0 — 46vO. 

Die ersten 3 Zeilen hat mitgeteilt G. Paris, Alexis S. 212 Nr. 9. 

— Die Zahl der Strophen giebt an Windahl, Vers Mort S. VII. 
Hs.: Ende des 13. Jahrh. 

18. Les vers du monde. 17 Str. 

Du monde qui fet a reprendre 

Me dueil, quar aiuQois me vint prendre. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 208-209. 

Gedruckt 1842 von A. Jubinal, NRec. II, 124-131. — Kurz 
erwähnt Hist. litt. XXIII, 256. — Mit Ausnahme der ersten 
als Einleitung dienenden Strophe beginnen die übrigen mit 
Mondes. 

Hs.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIH, 21). 

19. Les divisions des soixante et douze biaut^s 

qui sont en dames. 16 Str. 

(Anf. d. Ged.) : L'an de grace mile trois cens 

Et trente deus fai je tracens. 
(Anf. d.i. Str.): Gracieuse dame enterine, 

Digne pour estre une röine. 



— 114 — 

XXXVI. Es. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 245. 

Gedruckt 1823 in M6on 1,407— 415. 

Das Gedicht beginnt mit 28 und schliefst mit 16 paarweis 
reimenden Achtsilbnem. 

Abgesehen von den 4 ersten Strophen, welche die Einleitung 
bilden, werden in jeder Strophe je drei körperliche oder 
geistige Eigenschaften der Frau, welche gleiche Beschaffen- 
heit zeigen müssen, um schön zu sein, drei anderen gegen- 
übergestellt, an welchen gerade das entgegengesetzte Ver- 
halten erforderlich ist. Eine nach demselben Prinzip ge- 
ordnete, offenbar unvollständige^) Zusammenstellung von 
60 Schönheiten, in welcher die Eigenschaften blofs nament- 
lich aufgeführt werden, ist gedruckt in Mont. et Rothsch. 
VII, 299—301. — Über eine (unvollständige) Hs. dieses Textes 
vgl. C. Couderc, BuU. 1889. S. 111 Nr. 54. — Auf eine dritte 
gleichartige Sammlung ist hingewiesen Mont et Rothsch. 
VIT, 301 Anm. — Eine Zusammenstellung von 69 Schönheiten 
findet sich in der Hs. Paris , Nat. bibl. f. lat. 4641 B. ; vgl. 
Catalogus codicummanuscriptorum^bliothecae r^ae. Paris. 
1744. 111,618 Nr. 36. 

Entstanden 1332. 

20. Uns dis de Fortune 5 Str. 

von Watriquet. 

Tant voi le siecle bestourner 
Et Fortune a travers tourner. 

Hss. 1. Paris, Ars. bibl. 3525 Bl. 188v» 

2. „ Nat. bibl. f. fr. 2183 

3. „ « „ « « 14968 Bl. 43—44 

4. Haag, Königl. Bibl. 775. 

Nach den Hss. 2 und 3 gedruckt 1868 von A. Scheler, Watr. 
S. 73. Die dichterische Thätigkeit Watriquets f^t in die 
Jahre 1300—1340 (vgl. Watr. S. V ; beachte auch S.XU). 

21. Li vers de le Mort 312 Str. 

von Robert le clerc. 

Mors, si te ses entrebouter, 
Que nu8 ne se puet encrouter. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 375 Bl. 335r» — 342v<» 

2. „ „ „ « « 12615 Bl. 218 r*>— 221 V® 

3. „ » » GopieMoreau 1727 (Abschrift der Hs. 2) 

4. Paviä, Univ. bibl. CXXX. E. 5 Bl. 66 c — 83 b. 



1) Es fehlen die Gegensätze zu Troys fosseluz und troys avant. 



— 115 — 

Nach allen Has. gedruckt 1S87 yon C, A. Windahl, Vera Mort 
vgl. dazu J. Völkelt, Lit. blatt VIII, 150. 

Der Verfasser wird von G. Paris, Litt. fr. g 153 (vgl. S.au) ge- 
nannt und in den Literat urangaben {vgl, S. 3! 3) auf Rom. 
XIX laoaa presse) Terwieaeii. Der 19. Jahrgang enthält jedoch 
nichts darauf Bezügliches, 

Entstanden gegen 1246 (T. Cbr.). 



|a2. Li Oongö 5S Str. 

vou Bande Faetoul. 

Se je savoie dire ou fere 
Cose ki autrui dßnst plaire. 
Hfl. Paris, Nat. bibl. f. fr. 2656R. 

Gedruckt 18U8 in Barb. u. M. I, 111-134. Ausführlich be- 
sprochen von A. Dinaiix, Trouv. Artäs. S. 121—124. Kurz 
erwähnt HisC. litt. XX, 6DT und 650. 
Entstanden gegen 1265 (T. Chr.). 



von Nevelot Amion. 



22 S 



Amoara j'ai öi de vous fere 

Maint boin ver qui bien doivent plaire. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. Ir. 25566 Bl. 270, 

Die beiden ersten und die beiden letzten Strophen hat ab- 
gedruckt 1843 A. Dinaux, Trour. Artßs. S. 356 — 358 — 3 
weitere Stropbeu 1856 P. Paris, Hist.litt. XSm, 612-614. 
— Sämmtliche T Strophen beginnen mit Amours. 

Über die Familie Amion vgl. ßahlsen, AHaie's Dramen S. 1S4. 
0er Dichter ii>t ein Zeitgenosse Adam de la Halle'a; also 

Entstanden 125Ü— 1270. 



I 24. De Gnersaj. 



12 B 



Mon caer ei m'a donä matere 

Et me semont que je m'atere. 

ÜBS. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 237 v" 

2. . , „ , „ 12483 BI.5Sr". 
Nach der Hb. 1 gedruckt 1839 von A.Jubinal, Ruteb.' 11,435 
—439 — 1875 Buteb.'lII, 347—352. Kurz erwfihnt Hiat. litt. 
XXIII, 260. — Auf die Hs. 2 ist hingewiesen NRec. 11, 418, 
Die Dm ckfehlerb erleb tigung in NRec. II, 418 Anm. 1 bedarf 
selbst der Berichtigung. Die Beaaerong für Str. I ist un- 
annehmbar, weil die vorletzte Zeile mit der m 



— 116 — 

XXXVL den gleich lautet. — Die Zeile, welche als 5. in Str. 2 

(und nicht in Str. 1, wie Jubinal angiebt) auf S. 436 ein- 
geschaltet werden soll, nähert sich im Ausdruck auffallend 
der 8. Zeile in der vorletzten Strophe, welche dort die Strophe 
um eine Zeile zu lang macht. — Die 3. Berichtigung be- 
zieht sich gleichfalls nicht auf die 1., sondern auf die 
2. Strophe der S. 439. 
Das Titelwort des Gedichtes ist etymologisch das ae. wes hxL 
Belege für das frz. Wort finden sich aufser bei Godefroy, 
Dictionnaire de l'ancienne langue frangaise s. v. bei H^ron, 
HAndeli S. 125; vgl. dazu G.Paris, Rom. XI, 141. 
Hs. 1 : Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIII, 21). 

25. Li Romans de Carito 242 Str. 

vom Benclus de Moiliens. 

Dire me piaist et bien doit plere 
Che dont on prent bon essemplaire. 

Hss. 1. Brüssel, Königl.Bibl.9411— 26 B1.57v« 

2. „ „ « 11074— 78 Bl. 166 r<» 

3. Berlin, Eönigl.Bibl. Hamilton 191 B1.6S— 128 

4. Amiens437 

5. Chantilly, im Besitz des Herzogs von Anmale Bl. 80 r*^ 

6. Dijon298« Bl. Ulv»— lölv« 

7. Paris, Ars. bibl. 3142 Bl. 216v«— 226v« 

8. „ „ „ 3460 Bl. 1—31 V« 

9. „ Nat. bibl. f. fr. 576 Bl. 142 r« - 161 v« 

10. „ „ « „ „ 834B1.98V«— 117r« 

11. „ „ „ „ « 1109 B1.144rö 

12. „ „ r, . . 1444B1.217V« 

13. „ „ « « « 1543 

14. „ » » « » 1658 

15. „ » » » » 1763 

16. „ 1, n n n 1838 

17. „ „ „ «„ 2199 B1.69r«-- 139 V« 

18. „ „ „ „ ,. 12576 Bl. 275 v<>— 284 r^ 

19. „ n . V r, 15212 B1.75r<> — 126 V» 

20. „ n r, » n 20048 Bl. 17 r*> — 37 r» 

21. „ „ „ „ , 23111 B1.213r«~232r« 

22. „ ,.,.,.„ 24307 Bl. ISr«» — 33vO 

23. „ . ,. . « 25405 B1.8v<> 

24. „ „ . „„ 25462 Bl. 61 r*> — ll9r» 

25. „ „ V n V 25545 Bl. 132v<» 

26. „ n » ^ » Nouv. acq. 934 Bl. 31 und 32 

27. London, Br. Mus. Harl. 4354 Bl. 55 v® 

28. Modena 



— 117 — 

XXX VI. 29. Turin, Univ. bibl. L. V. 54 Bl. 347» 

30. Haag, Eönigl. Bibl. 721 

31. Petersburg, Eremitage Nr. 40. 

Gedruckt nach den Hss. 1. 2. 4—17. 19—27 1885 von van Hamel, 
Rencl. S. 1—129; vgl. dazu A. Tobler, Zt. IX, 413-418; Lit. 
Centr.blatt 1886 Sp.257; A.Mussafia, Litblatt VIII, 220— 
225. — Besprochen Eist Utt. XIV, 36-38. 

Die Varianten der Hs. 3 sind veröffentlicht Rencl. S. 286 -290. 
Über die Hs. 29 vgl. Rencl. S. XXXV. 

Nicht bekannt waren van Hamel die Hss. 18 vgl. Gh. Petrin, 
Pan^yriques S. 20 Nr. IV ~ 28 vgl. G. Camus, I Codici fran- 
cesi della regia Biblioteca Estense.') Modena. 1890 — 30 
Tgl. Jubinal, Salv. S. 42 und 140. Diese Hs. enthält nur die 
127. Strophe — 31 vgl. A. de Lamothe, £col. Chart. 5. F: 
Bd. V, 166. Die Hs. wird mit den folgenden Worten be- 
schrieben: „Le poäme de Charit^. XIII« -XIV® si^cles". 

Entstanden zwischen 1180 und 1190, vielleicht sogar zwischen 
1183 und 1187 (vgl. Rencl. S. CLXXXIV) — oder gegen 1220 
(T. Chr.). 

26. Li dis des princes 9 Str. 

von Watriquet. 

A ces hautes solempnit^s 
Doit on dire les biaus dit^z. 

Über die Hss. vgl. XXXVI, 53. 

Als Teil des Dit de Tortie (Nr. 53) gedruckt von A. Scheler, 
Watr. 8. 145. — Nur die Hs. 1 kennt es als selbständiges 
Gedicht mit eigenem Titel; vgl. Watr. S. 137 Anm. 1 und 
S. 454Anm. zu V. 241. 

Entstanden 1300-1340 (vgl. XXX VI, 20). 

27. Le livre du royModus et de la Röine Ratio. 

SchluJfl. 1 Str. 

Ave Marie glorieuse 

Mere de dieu tres deliteuse. 

30 Hss. hat zusammengestellt H. Werth, Zt. XII, 383 ff. Hinzu- 
zufügen ist: Berlin, Neues Mus. Hamilton 447 ^) 
Modena, Estensische Bibl. XXXI. 

Aus letzterer ist die hierhergehörige Strophe gedruckt 1856 
von P. Heyse, Ined. S. 166. Über die Hs. ist zu vgl. Camus, 



1) Mir nicht zugänglich; vgl. Zt. XIV, 269 und Rom. XIX, 497. 

2) Die Kenntnis dieser Hs. verdanke ich einer gütigen Mitteilung 
Herrn Professor Toblers. 



— 118 — 

XXXVI. J codici francesi della regia Bibl. Estense. Modena. 1890 

(vgl. Rom. XIX, 497). 

Nach Z. 7 und 8: Je veol faire apres et dicter^) Ung chant 
bildet die Strophe den Übergang Ton dem «gereimten Ab- 
schnitte moralischen Inhalts"" zu dem nachfolgenden Lied. 
Denn dafür halte ich die nächsten 4 Strophen, obwohl nur 
je 2 derselben im Geschlecht der Heime übereinstimmen. — 
Die sich anschliefsende 5. Strophe bildet das Schlafswort des 
ganzen Werkes. Sie stimmt in der Stellung und im Ge- 
schlecht der Reime genau mit Str. 1 und 2 des Liedes über- 
ein, nur die Yersart ist eine andere (Schema 8a8b^8a8b>y 
8bw8a8bw8bw8a). 

Entstanden 1364—1379 (vgl. Zt. XII, 388). 

28. Dit de Tarne. 16 Str. 

Pour moustrer que diens B'esbanie 
Par amour et par Jalousie. 

Hs. Berlin, Königl. Bibl. Ms. gaUic. oct. 28 Bl. 126 v<»— 131 v«. 
Gedruckt 1889 von E. Bechmann, Zt. XIII, 67—72. 
Entstanden 2. Hälfte des 13. Jahrb. (vgl. Zt. XIII, 56) oder An- 
fang des 14. Jahrb. (vgl. Litt. fr. § 162). 

29. Li Epistles des Fernes. 8 Str. 

Fernes sont de diverse vie: 
L'une est si plainne de sotie. 

Hs. Paris, Nat bibl. f. fr. 1553 Bl. 505 r«. 
Gedruckt 1835 von A. Jubinal, Jongl. S. 21— 35. — Kurz er- 
wähnt Hist. litt. XXIII, 246. 
Hs. : Ende des 13. Jahrh. (vgl. VII, 3). 

30. La Paiz oder La priere Rutebuef 4 Str. 

von Bastebnef. 
Mon bon ami Diex le maintiegne! 

Mes resons me montre et enseingne. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1593 Bl. 102 d 
2. „ „ tt n r> 1635 Bl. 82 b. 
Gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb, » 1, 21 — 33 — 1874 Ruteb.« 



1) Der Reim verlangt den Ausgang ^. Auch steht in der Berliner 
Hs. einer freundlichen Angabe Herrn Professor Toblers zufolge «di^^, jeden- 
falls un dict^**. 



— 119 — 

LXVL I, 22—25 — 1885 von Krefsner, Rast. Ged. S. 9—10. Kurz 

besprochen Hist. litt. XX, 731 und 743. 
Entstanden 1255—1285. 

31. Li mariages des filleB au diable. 21 Str. 

Seignour, eis siecles ne vaut rien: 
Plains est de barat et d'engien. 

Hss. 1. Paris, Ars. bibl. 3142 *) B1.292r» 
2. „ Natbibl.f.fr. 12467. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1839 von A.Jubinal, NRec. 1,283 — 
92. Kurz erw&hnt Hist. Utt. XXIII, 118. — Aus der Hs. 1 
bat Str. 4 mitgeteilt 1838 Fr. Michel, Ghronique des ducs de 
Normandie par Benoit. Paris. II, 337 und die 1. und die letzte 
Strophe 1839 Ch.Sax.I S.LXXI Nr. 23. 

Zu dem Stoff ist zu vgl. B. Haur^au, Journal des Savants. 1884. 
S. 225 - 228. — Über frz. Gedichte gleichen Titels vgl. C. Sachs, 
Archiv XXII, 420 und £. Stengel, Cod. man. S. 27 Anm. 1 . £in 
weiterer Text wird angeführt Rom. XIX, 308. — Dasselbe 
Thema ist auch in prov. Prosa behandelt; vgl. P. Meyer, 
Rapports S. 64; Chabaneau, Rev. lang. rom. 3. F. XII, 218. 

Für das vorstehende Gedicht scheint mir der Titel wenig zu- 
treffend, da nirgends die Laster als Töchter des Teufels be- 
zeichnet werden, vielmehr heifst es in Str. 12: 

Seignor, öy avez dou monde 
Et comment pechiäz i abonde. 

Hs. 1: Ende des 13. Jahrb. (vgl. VIII, 63). 

32. La mort oder La Repentance Rustebeuf 7 Str; 

von Rustebuef. 
Lessier m'estuet le rimoiier 

Quar je me doi molt esmaier. 

Hss. 1. Brüssel, Eönigl. Bibl. 0411— 26 B1.36r» 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 332 b 

3. » » » w w 1635 Bl. 2c 

4. „ « « „ « 24432 Bl. 25 b. 

Nach den Hss. 2-4 gedruckt 1839 von A.Jubinal, Ruteb.^I, 
35—39 — 1874 Ruteb.^I, 37-43 — 1885 von Krefsner, Rust. 
Ged. S. 17—19. - Besprochen Hist. litt. XX, 769. 

Aus der Hs. 1 hat die ersten 3 Zeilen mitgeteilt De Reiffen- 
berg, Observ. S. 9. 



1) Die Angabe der Hs. bei C. Sachs, Archiv XXII, 420 beruht wohl auf 
)rwechslung mit der von Fr. Michel, Ch. Sax. unmittelbar vorher be- 
briebenen Hs. 



— 120 — 

XXXVI. Entstanden gegen 1274 (vgl. Hist. litt. XX, 769) oder gegen 

Ende des 13. Jahrb. (vgl. Ruteb.' 1, 37 und 43 Anm. 1). 

33. Gomplaiüte des Jacobiüs et des Gordelierg. 

7 Str. 

Auchune gent m'ont fait proiiere 
De dire; or ai trouv6 maniere. 

Hs. Paris, Natbibl. f. fr. 1553 ßl. 161 v« 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.» I, 461—463 — 1875 

Ruteb.2 III, 172-175. 
Entstanden 1270 (vgl. Ruteb.» 1,463 Anm. 2). 

34. La Bible Nostre Dame. (unvollständig) 44 Str.*) 

En biaus dis contes et öir (:esjöir). 

Hs. Paris, Ars. bibl. 3460 Bl. 72rO-81vO. 

Auf das Gedicht haben hingewiesen 1880 G. Gröber, Zt. IV, 461 
Nr. 121, 2 — A.Mayer, Mis. S. X — E.Schwan, Lit.blatt 
V, 435 und van Hamel, Rencl. S. XXII und XCIV. 

Die Strophen beginnen der Reihe nach mit den Buchstaben 
des Ave. 

Hs.: 13. Jahrh. 

35. Li vers de droit 50 Str. 

von Baudouin de Condö. 

Drois m'ensengne qne je doi dire 
Du manvez siecle qui empire. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1634. 

Gedruckt 1866 von A. Scheler, BCond. 1, 245— 265. — S&mmt- 
liche Strophen beginnen mit dem Worte Drois. 

Die 9 letzten Strophen sind dem Dit des droiz vom Clerc de 
Voudai (Nr. 7) entlehnt. Sie entsprechen dort den Str. 6. 7. 
8. 10. 12. 19. 16. 25 und 27 (nicht 26 und 28, wie BCond. 
I, 245 Anm. angegeben ist). 

Zu dem von Seh. in Y. 24 eingeftlhrten Reimwort vgl. Bemer- 
kungen zu den Gedichten des Baudouin und des Jean de 
Condö von A. Krause (Wissenschaftliche Beilage zum Pro- 
gramm des Friedrichs- Werderschen Gymn. zu Berlin. Ostern 
1890) S. 11. 

Entstanden nicht vor 1251 (vgl. BCond. I S.XII). 

36. De sainte Eglise lo Str. 

von Rustebuef. 



1) So Gröber, van Hamel giebt an: 23 strophes avec le prologue. 



— 121 — 

XXXVI. Kimer m'estuet, qu'or ai matire 

A bien rimer, por ce m'atire. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1593 Bl. 102a. 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.» I, 245—249 — 1874 
Ruteb.« II, 45—50 — 1885 von Krefsner S. 178-181. — Be- 
sprochen Eist. litt. XX, 751. 

Entstanden gegen 1255. 

37. Les dix sonbaiz. 15 Str. 

J'ai öy dire que jadis 
Fnrent ensemble jnsqu'a dix. 

Hss. 1. Rom, Vat Bibl. Ottoboni 2523 Bl. 54c— 55b 

2. Genf 179 bis Bl. 55—58. 
Gedruckt nach der Hs. 2 1877 von E. Ritter, Bull. S. 104—109 

— nach der Hs. 1 1885 von E. Langlois, M^langes d'arch^o- 

logie et d'histoire. Paris. S. 69-74. 
Entstanden 14. Jahrh. 

38. ün dit sur 1' Ave Maria 8 Str. 

von Jean de Cond6. 

Ave, vierge de parfait pris, 
Maria, par cni s'est repriz. 

Hss. 1. Paris, Ars. bibl. 3524 B1.85v« 

2. y, Nat. bibl. f. fr. 1446 Bl. 157. 
Gedruckt 1867 von A. Scheler, BCond. IH, 129—132. — Die 

Strophen beginnen der Reihe nach mit den lateinischen Worten 

des Ave. 
Die dichterische Thätigkeit Jeans de Condö fällt in die Jahre 

1300—1340 (vgl. BCond. II S.XXI). 

39. La descriptions et la plaissance des reli- 

gions 19 Str. 

vom Eoi de Cambray. 

Se li Roys de Cambray vfe'ist 
Li siecle si bon com il fist. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 ? 

2. „ r, r, n n 25545 Bl. 15v«. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.U, 441 
—447 — 1875 Ruteb.^III, 147— 154. — Auf die Hs. 1 hat 
hingewiesen A. Dinaux, Trouv. Cambr. S. 188, doch ist das 
Gedicht bei P. Paris, Mss. fr. VI, 409 nicht erw&hnt. 

Jedo Strophe schliefst mit einem Sprichwort, das die letzte 



— 122 — 

XXXVI. oder die beiden letzten Zeilen ausfüllt. — Der Dichter nennt 

sich aufser in der ersten Zeile auch noch Str. 7 Z. 10: j*ai 
Rois de Cambray non ; vgl. über ihn A. Dinaox (a. a. 0. S. 188 
—190), der ihn wohl etwas zu spät ansetzt; denn die B^res 
Nostre Dame (Nr. 54) sind auf Grund der handschriftlichen 
Überlieferung sicher in der 2. Hälfte des 13. Jahrh. ent- 
standen. 
Hs. : Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. (vgl. XIII, 1). 

40. La complainte du conte Hnede de Nevers 

von Rustebuef. 15 Str. 

La morz qui toz jors cels aproie 
Qui plus sont de bien fere en voie. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1635 Bl. 42 a. 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.» 1, 55 -63 — 1874 Ruteb.* 

1,65-74 — 1885 von Krefsner, Rust Ged. S. 86—90. — 

Besprochen Hist. litt. XX, 762. 
Entstanden 1267. 

41. Le dit dn Gors. 

(Anf.n. d.Hs. 13): Cors en toi n'a point de savoir 

Car tu goulouses trop avoir. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 Bl. 16 v» 

2. Maibingen, Fürstl. Wallerstein^sche Bibl. B1.88b— 90d 

3. Paris, Nat. bibl. f. fr. 763 Bl. 207 v« 

4. „ „ „ „ „ 837 Bl. 195 

5. „ „ n n n 957 Bl. 120 

6. „ n n . n 1634 B1.97V« 

7. „ „ „ „, 12471 B17VÖ— 11 v« und B1.33r« 

8. „ „ n n rt 12615 

9. „ „ „ n n 19152 Bl. 35 

10. „ « « „ « 25405 B1.83rO 

11. „ „ « » » 25566 

12. Pavia, Univ. bibl. CXXX. E. 5 BL 62 c — 64 a 

13. Turin, Königl. Bibl. L. V. 32 Bl. 25 v«. 

Gedruckt *) nach der Hs. 2 1887 von E. Bartsch, Lang, et Litt 
Sp. 547—554; vgl. dazu G.Paris, Rom.XVIII, 142 und M. Wü- 
motte, Le Moyen Age. 1888 S. 10. — Kurz besprochen Hist 
litt. XXIU, 283—284. — Die Hss. 1. 3 -9. 12 und 13 hat lu- 



1) Die von Mussafia, Afr. Hs. S. 50 Nr. XIV angekündigte Ausgabe 
A. Schelers nach den Hss. 1 und 13 ist wohl nicht zur Ausführung ge- 
kommen. 




xn 



BftnunongeBtBllt IS70 Ä. MuaaafiB, Afr. Ha. S. 30 Nr. XTV.') 

— Äof die Hbs. II bat hingewiesen A Tobler, Vr.An. S.VII 
Nr. Ifi — auf die Ha. 2 A, Mayer, M[a. S. VIII — auf die 
Ha. lU van Hamel, Rencl. S- XIX. »| 

Im Anscblufa an F. Fariit, Uixt. Utt. XXIII, 2h3 habe ich den 
von der Mehrzahl dpr Hsb. gebotenen Titel: Dq coro et de 
l'ame^l mit dem treffenderen Dit du cor» vertauscht. Alle 
Strophen der Hss. 2 und 12 beginnen mit Cora — Die Zahl 
der Strophen schwankt in den 9 Hss., über die ich nach 
dieser Bichtung hin etwas erfahren konnte, Kwischen tli 
(Hfi. &}, 18(H8S. ßundiJ), 20(Ha. 1. 2. 4. 1 1. i:i)and 21 (Hs. 12). 

- Die Str. 8. U und 15 der Hb. 2 fehlen in der Hb. 12, die 
Str. 6. T. 16. 20 der Ha. lü in der Hb. 2, — Die Reihenfolge 
der beiden gemeinaamen Strophen ist sehr verschieden. 

Entstanden 13. Jahrb. 



. Ud ditä de la pasBion. 

L'escripture noas diät pour voir 
Cil qui Bcet bien rameatevoir. 

Hb. Paria, Nat, bibl. f. £f. 124153 El. 175a- ITTa. 

Mit den ersten beiden Zeilen angeführt von G. Raynaud, Rom. 

IX, 232. 
Hb.: I.H&lfte dea 14. Jährt, (vgl, VHI, 42). 



43. Le d£bat et proc^s de Natiire et de Jeu- 
nesee. 22 Str. 

Ponrtant, ae j'ay la teste fole, 
J'ay estö a bonne escolle. 
Über einen alten Druck vgl. Graeaae, Tresor H, 345. 
Gedruckt lt<2ä von de Bock, Le Debat de deux demojKolleB, 
I'une nommöe la Noyre, et l'autre la Tannöe. Paria, S. "l — 
82 — 1850 in Mont. et Rothach. III, 84 -95. 
Da unbetontes e vor folgendem lauten Vokal noch nicht unter- 

t) Die frühere Hs. S. Germ. 1239 ffthrt Jetzt die Nummer 19152, nicht 
131&3. In der Es. T findet aich daa Gedicht zum Teil 2 Mal; vgl. G, Paris, 
Alexis S. 212 Nr. 8. 

2) Dafa van Hamel nicht hinzufügt .dana Ic rythme du Renclua" lehrt 
noch nicht, dafs daa Gedicht etwa andere Form zeige. Er unterläfst es 
auch sonst noch dieaen Zusatz zu machen z. B. S. XVI bei 3 Gedichten 
der Ha. N. ; vgl. S. XCIV. 

3) um des Titels willen führt auch Kleinert, Leib u. Seele Inhalts* 
verzeichnia Nr. 13 und 8. bH das Gedicht auf. An ersterer Stelle iBt der 
Anfang nnrichtig angegeben. 

tJottabg.. BtrophanfOrmen. 9 



— 124 — 

XXXVI. gegangen ist, glaube ich die Abfassung des Gedichtes noch 

ins 14. Jahrh. setzen zu müssen. 

44. Gedicht auf die Jungfrau Maria. 

Quiconques met s'entencion 
En fole delectation. 

Es. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. 70a — 71c. 

Mit den ersten beiden Zeilen angeführt von G. Raynaud, Rom. 

IX, 232. 
Es.: 1. Sälfte des 14. Jahrh. (Tgl. YIII, 42). 

45. Li dis de francbise 6 Str. 

von Jean de Cond6. 

Jehans de Gond6 nou8 raconte, 
Se roi et duc et prince et conte. 

Bss. 1. Paris, Ars. bibl. 3524 Bl. 91 v« 

2. „ Nat. bibl. f. fr. 1446 Bl. 161. 
Gedruckt 1867 von A. Scheler, BCond. HI, 157-159. 
Entstanden 1300-1340 (vgl. Nr. 38) 

46. Le tresor Nostre Dame 87 Str. 

von Brisebarre. 

Pour venir de pechi6 au cor 
Et pour des biens faire restor. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 576 Bl. 114. 
Mit den ersten 6 Zeilen angeführt 1842 von P. Paris, Mss. fr. 
V, 50. — Der Dichter nennt sich in Z. 4: Jou, Brisebarre. 
Entstanden 1. Eälfte des 14. Jahrh. (vgl. Nr. 4). 

47. Li dis de la Pomme i Str. 

von Baudouin de Cond^. 

En une pume fu la mors 

D'nn mors dont si fnmes la mors. 

Bss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 Bl. 138 v« 

2. Paris, Ars. bibl. 3142 Bl. 311 

3. „ „ „ 3524 Bl. 24 V« 

4. „ Nat. bibl. f. fr. 1446 Bl. 127. 

Nach allen Ess. gedruckt 18G6 von A. Scheler, BCond. I, ISI* 
Entstanden 1240-1280 (vgl. Nr. 1). 

48. Li despis du monde 18 Str. 

von Watriquet 



Dit voas ai d'armes et d'amoars, 
Or vons commenceraL aillonra. 

Hsa. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 11225-27 Bl. 70-76 

2. Paris, Ars. bibl. 3525 Bl. 140 

3. . Nat. bibl. f. fr. 2183 Bl. 52 

4. ., , , , , 149(18 Bl. 83-S- 

5. Haag, Königl. Bibl, 775. 

Nach den Hss. i und 4 gedruckt ISiiS von A. Scheler, Watr. 
S. 155 — W2. — Mit Äuanabme der ersten, als Einleitung 
dienenden Strophe beginnen die übrigen mit Mondes. — 
Über ein Gedieht gleichen Titels in achtsilbigen Reimpaaren, 
das mit dem Torstehondon jedoch nichts zu thun hat, Tgl. 
Weber, Handschr, Sfod. S. 26 Nr. 38. 

Entstanden 1300—1340 (vgl. Nr. 20). 



K49. Li dis d« loia 



ite 



. Watriqnet. 

A ceB festes et aa haus jonrs 
Doivent eetre les hautes cours. 



Hbs. l. Brüaael, Königl. Bibl. 11225-27 I 

2. Paris, Ars. bibl. 3525 Bl. 122 

3. . Nat. bibl. f. fr. 2183 Bl. 41 v» 

4. .. . „ „ ,. 14MÖ8 Bl. 72V'' — 74 

5. Haag 775 Bd. IL 

Nach den IIss. 1. 2 und 4 gedruckt 1868 von A. Schcler, Watr. 

S. i;(l-135. — Die Hb. 5 ist angefflbrt Salv. S. 47. 
Der Dichter nennt sich Str. 1 Z. 9: Watriques. 
Entstanden 1319 (vgl. Watr. S. 4-18). 



[50. Dit de l'ame. 



36 Str. 



Donis JhesQcria, je vieng a voaa 
Ä CO er trop petit amonrons. 
He. Berlin, Königl. Bihl. Ms. gallic. oct, 28 Bl. llär" - 126 v". 
Gedruckt 18S3 von E. Bechmann, Zt. SHI, 5(i- 67. 
Entstanden 2. Hälfte des 13. Jahrh. (vgl. Zt XIH, 5G) oder An- 
fang Aes 14. Jahrb. (vgl. Lit:t. fr. § 162). 

fSl. Complainte snr Engnerrand de Greqni. i2Str. 
Chius ki le euer a irascn 
De bou signeur k'il a perdn. 
Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1553 Bl. HiOv". 
Gedruckt von E. Le Glay, M^moires de la Socißtfi d'ömnlation 



— 126 — 

XXXVI. . de Gambrai. Gambrai. Jahrgang 1833. S. 137—144 odei 

als Sonderdruck : Gomplainte ou £l6gie romane sor la 
d'Enguerrand de Gr^qui, ^Y§que de Gambrai. Paris.*) - 
sprechen Eist. litt. XXIII, 478—479. 
Entstanden 1285. 

52. Les vers de la mort 4t 

von Helinand. 

Mors qui m'as mis mner en mue 
En tel estuve ou li cors sue. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 Bl. 20 v« 

2. Ghantilly, im Besitz des Herzogs von Anmale Bl 

3. Paris, Ars. bibl. 5201 S. 229— 236 b 

4. . Nat. bibl. f. fr. 423 Bl. 138 

5. „ „ „ „ „ 837 B1.70VO] 

6. „ „ , „ „ 1444 Bl.'l67v« 

7. „ ^ „ „ . 1593 Bl. 102 bis 

8. „ „ , „ „ 1807 Bl. 109 

9. „ „ „ „ , 2199 Bl. 130 

10. „ „ „ „ „ 12483 Bl. 59 

11. „ „ . ^ „ 19530 Bl. 123 

12. „ ^ „ „ „ 19531 Bl. 158 

13. „ „ „ „ „ 23111 Bl. 134 

14. „ n „ . « 23112 Stück 29 

15. „ „ „ „„ 24429 Bl. 63 b - 66 d 

16. „ „ „ ; „ 25408 Bl. 63vO 

17. „ „ » « r Nouv. acq. 934 Nr. 33 

18. „ „ „ „ lat. 14958 Bl. 3 

19. Tours 136 Bl. 201 

20. Oxford, Bodl. Digby 86 

21. Montecassino 329 2) Bl. 89 

22. Pavia, Univ. bibl. GXXX. E. 5 Bl. la — 4d 

23. Rom, Vat. Bibl. Reg. 1682 Bl. 48 a -51c 

24. Turin, Königl. Bibl. L. V. 32 Bl. 170 v» 

25. Bern 113 Bl. 199v°— 200 

26. Madrid, Nat. bibl. F. 149. 

Nach der Es. 7 gedruckt 1594 von A. Loisel, Vers de la 
par Dans Helynand religieux en Tabbaye de Froidmon 
c^se de Beauvais en Tan MCC ^) — wjJirscheinlich nac 
Hs. 14 1826 von Möon^) und in 2. Auflage 1835: Vei 
la mort par Thibaud de Marly publi^s d^apr^s un d 
la bibloth^que du Roi. 2^ ^d. augment^e du dit des 3 



1) Nur 60 Exemplare; mir nicht zugänglich. 

2) Mussafia, Afr. Hs. S. 4 giebt als Nummer 209 an. 

3) Mir nicht zugänglich. 



— 127 ~ 

IXXVI. et des 3 vifs et du Mireuer du monde. Paris. — nach der 

Hs. 21 1843 von Buchen, Nouvelles recherches historiques 
sur la principautö frangaise de Moröe. Paris.*) II, 364—380. 

— Eine kritische Ausgabe bereitet F. Wulff in Lund vor. 

— Ausführlich besprochen Eist. litt. XVIII, 89-91 und 100 
-102. 

Die Hss. 1. 4—9. 11. 12. 14—16. 18. 21. 22. 24 und 25 hat zu- 
sammengestellt P. Meyer, Rom. I, 365 Anm. 1 und Bull. 1878. 
S. 50 die Hss. 10. 19 und 26 hinzugefügt. — Die einzige Strophe 
der Hs. 20 (in M^ons Ausg. ist es Str. 48) hat abgedruckt 
E.Stengel, Cod. man. S. 117 als letzte Strophe der Com- 
plainte de Jerusalem (Nr. 6) ; vgl. dazu Durm. S. 458 Anm. 2. 

— Auf die Hss. 3. 13 und 17 2) hat hingewiesen G. Gröber, 
Zt. IV, 352 Anm. 2 — auf die Hs. 23 E. Stengel, Zt. V, 383 
Nr. 10. — An die Hs. 2 hat wieder erinnert van Hamel, Eencl. 
S. XXIII, nachdem dieselbe schon 1857 von P. Paris, Bulle- 
tin du Bibliophile 13. Folge S. 167— 178 beschrieben war. 

Dafs Helinand der Verfasser sei, hat gezeigt P. Meyer, Rom. 

I, 364-367. 
Entstanden zwischen 1175 und 1190 (vgl. Rencl. S. GXGIX 

Anm. 1) oder gegen 1220 (T. Chr.). 

53. Li dis de Tortie 40 Str. 

von Watriquet. 

Li sages nous moustre et descuevre 
C'on doit Touvrier cognoistre a Toevre. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 11225—27 Bl. 85-9o.vO 

2. Paris, Ars. bibl. 3525 Bl. 13 Iv« 

3. „ Nat. bibl. f. fr. 2183 Bl. 43 v» 

4. „ « » • „ 14968 Bl. 74vO-83 

5. Haag 775 Bd. IL 

Nach den Hss. 1 und 4 gedruckt 1868 von A. Scheler, Watr. 
S. 137—153. — Die Hs. 5 ist angeführt Salv. S. 47. - In 
das Gedicht eingeschaltet ist das Dit des princes (Nr. 26). 

Der Dichter nennt sich Str. 40 Z. 11: Si s*en tait Watriques 
atant. — Verschiedentlich kehren Worte vom Schlufs der 
Strophe am Anfang der folgenden wieder. 

Entstanden 1300-1340 (vgl. XXXVI, 20). 

54. Li Regres Nostre Dame sainte Marie oder 
La complainte Nostre Dame oder 



1) 1845 mit verändertem Titel neu erschienen; vgl. Afr.Hs. S. 4 Anm. 1 . 

2) Oder hat G. etwa die Bruchstücke aus dem Miserere (sieh Nr. 59 
B.34)im Sinn? 



128 — 

XXXVI. C'est de le mort Nostre Seigneur 

vom Roi de Cambrai. 

(Ant'.n.d.HH. 4): Oies de haute estore l'nevre, 
Si com ele se doit esmuerre. 
Hsa. I. PariB, Ars. bibl. 520-1 Bl. U8t", vgl. Zt. IT, 462 Nr, S 
und Catal. de l'Ars. V, 151 
2. , Nat-bibl. f. fr. 837 BL 93— Wv", vgl. Mas. fr, VI, 



40i> ] 



r. 31 



3. . „ - „- 1553Bl,4nr° — 419r",vgl,RViol, 

S. LV und Bul. u. Joa, 8. 333 

4. . . ,. . , 12471 B1.27r«—41r°, vgLÄlexi* 

S, 212 Nr. 8 

5. „ » - , , 22928 Bl. 32-34, vgl. Zt. IV, S6 
ß. Turin, Königl, Bibl. L. V. 32 B1.96v", »gl.Bibl.belgen 

8. 1 1 Nr. XXIX 

7. Haag, Königl. Bibl. 265 Bl. 72r", vgl, Rom. XIT, 13» 

oder Bencl. S. XCIII Anm. 4 

8, (im Jahr 1837) im Besitz Techeners , vgl. Bulletin da 

Bibliophile. 1837. S.5SI Nr. läliti. 
Kurz erwähnt von A. Dinaui, Trouv. Cambr, S, 190 und Hiat 

litt. XXlll, IIa. 
Dnter den Hss. scheinen 3 and ä eine Gruppe zu bilden. Denn 
aie haben nicht allein die gleiche Amtahl Stropben (31), wu 
&uch bei den Hss, 2 und 6 der Fall ist, sondern sie laaian 
vor allem das Gedicht mit der 7. Strophe beginoen : 

Mout fu la mors pesme et oscure 
Hb. 4 zählt 147 Strophen, die Hs. 7 83'/* Str., die Ha. 8 gegen 
2130 Verse. — In der Hg. 4 ist ein Teil des Dit du Cora 
(Nr. 4tl in das Gedicht eingeschaltet. - Der Dichter nennt 
üich Str. 1 Z. 4: Li Roia de Cambrai. — Inhaltlich verwandt, 
wenn nicht gar identisch ist das unter Nr. C4 verzeichnete 
Gedicht. 
Hss. 2. 3. 4 und r>; Ende des 13. Jahrh, 



55. Li ver de le M ort 

von Adam de la Halle. 
Mors, comment qne je me deduise 
Eq chanter et eo mainte berlniae. 

Hs, Paria, Nat, bibl, f. fr. 2556H. 

Gedruckt t842 von A, Jubinal, NEee. n, 273-274. 

Obwohl A. Dinaux, Trouv. Cambr, S, 63 und P. Paris, Bist Utt- 
XX, 7!)g kein Bedenken getragen hatten das Gedicht Adim 
de la Halle zuzusprechen, zweifelte Cousscraaker, AHill« 
S. XXIX an seiner Autorschaft und nabni es daher Diflht b 



Ute- 
dm 

itln J 



— 129 — 

XXXVI. seine Ausgabe auf. Dennoch dürfen wir in Adam de la Halle 

den Verfasser erblicken auf Grund des am Schlufs des Ge- 
dichtes in der Hs. stehenden: Explicit d'Adan; vgl. A. Tobler, 
Vr. an. S. IV Nr. 11. Die von Tobler a. a. 0. geäufserte Ver- 
mutung, es möchte das Gedicht nur ein Teil der Vers de le 
mort unter 21 sein, hat sich nicht bestätigt, seitdem letztere 
ganz veröffentlicht sind. 
. Alle 3 Strophen beginnen mit Mors. 
Entstanden 1250—1270 (T. Chr.). 

56. (Ohne Titel.) (unvollständig) 

Bon fait regner en nette guise 
Sans orgneil et sans convoitise. 

Hs. Genf 179^8 Bl. 73-74v«. 

Die ersten 12 und die letzten 7 Zeilen hat mitgeteilt E. Ritter, 

Bull. 1877. S. 92 Nr. 22. 
Hs.: 15. Jahrh. 

57. Li congiö 41 Str. 

von Jean Bodel. 

Pitiös, me matire puise, 
M'enseigne qn'en cho me dednise. 

Hss. 1. Brassel, Königl. Bibl. 9411—26 Bl. 90r'» — 93 

2. Paris, Ars. bibl. 3113 (Abschrift der Hs. 5) 

3. „' „ „ 3114B1. la-3c 

4. „ „ „ 3142 Bl. 227 a — 229 a 

5. „ Nat. bibl. f. fr. 375 Bl. I62d — 163d 

6. « „ „ „ „ 837 Bl. 60c — 62d 

7. „ r, n n n 25566 Bl. 280 c — i83a 

8. Turin, Univ. bibl. L. V. 32 Bl. 46 d- 49 c. 

Nach den Hss. 1. 3. 5. 6 und 7 gedruckt 1808 in Barb. u. M. 
1, 135—152 — nach den Hss. 1 und 3-8 1880 von G. Ray- 
naud, Rom. IX, 216 - 247 ; vgl. dazu G. Gröber, Zt. IV, 477 
und A. Boucherie, Rev. lang. rom. 3. F. Bd. V, 47. — Aus- 
führlich besprochen Hist. litt. XX, 607-612 und 795—796. 
— Der Dichter nennt sich Str. 14 Z. 5: Johan Bodel. 

Entstanden 1205 (vgl. Rom. IX, 219) oder 1202 (T. Chr ). 

58. Le dit lo Str. 

von Jean le Rigolt 

Oez dit de petit volume 

Je di qn'il est fous qui alume. 



— 130 — 

XXXVI. Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr, 25545 BL 150b — 151. 

Gedruckt 1878 von G. Raynaud, Born. YII, 596—9; vgl. dt 
A. Boucherie, Rev. lang. rom. 3. F. I, 142 und G. Gröber, 
III, 158. — Der Dichter nennt sich in der letzten Zeile 
dit Jehans 11 Rigol^z. 

Entstanden 14. Jahrh. (vgl. Zt. III, 158). 

59. Le Miserere 273 i 

vom Renclns de Moiliens. 

Miserere mei, Dens! 

Trop loDguement me sui t^ns. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 BL Iv» und 36 v« 

2. „ n „ 10457-62 Bl. 213rO 

3. „ n n 11074—78 BL 146r» 

4. Berlin, KönigL Bibl. Hamilton 191 BL 1— 67v° 

5. Maihingen, Fürstl. Wallersteinsche Bibl. BL 42 b ( 

6. Amiens 437 BL 144 r*> 

7. Arras429 BL 76 v« 

8. Ghantilly, im Besitz des Herzogs von Anmale BL 5 

9. Dijon 298« BL 123r<' - 138vO 

10. Paris, Ars. bibL 3142 BL 203r« — 216vO 

11. „. „ „ 3460 BL 31 V« 

12. „ „ „ 3518 BL98V« — 117 
.13. „ „ „ 3527 BL 117v« — 136 r« 

14. „ Nat. bibl. f. fr. 576 BL 120 v«— 142 r« 

15. « » « «» 834 BL78v°— 98vö 

16. „ f, r, „ r, 837 BL 203 yo 

17. „ „ „ „ „ 1109 BL 161 r« 

18. „ n n . r, 1444 BL 154r« 
19» » » » » » 154o 

20. „ „ n n n 1658 

21. „ „ . n n 1763 BL2v«-71v« 

22. „ „ „ , « 1838 BL 93ro 

23. „ „ . „ „ 2199 BL 1 

24. „ „ „ „„ 12483 BL4rO— 6v» 

25. „ r, . n n 12576 BL 263 V»— 275 r« 

26. „ n . nn 12594 BL 149 v°— 169 r« 

27. „ „ „ « » 15212 BL 16r» — 75r« 

28. „ » » » » 20048 BL 1— 15r» 

29. „ « « » « 23111 BL 232r« 

30. „ « „ „ » 24307 BL 1— ISr» 

31. „ „ « « « 25405 BL 30 v« 

32. „ « „ «» 25462 BL Ir«- 55 V« 

33. „ „ « « « 25545 BL UOr« und BL 108i 

34. « » » » » NouY. acq. 934 Bl. 33 und 34 



- 131 — 

35. London, Br. Mua. Harl. 4354 Bl. 1— SSy" 

36. Turin, Univ. bibl. L. V. 51 ßl. 1. 

Gedruckt nach den Hsa. 1-3. 5. 6. 8—24 und 26—35 ISSS von 
van Hamel, Bend. S. 133-285. Gezenaionen der Ausgabe 
sieh unter Nr. 25. — Ueaprocten Hist. litt. XIV, 33—36. Kurz 
erwähnt wird Le Verger de Paradia {Str. 55-68) Hiat. litt. 
XXni, 118. 

Di6 Varianten der Hs. 4 sind veröffentlicht Rencl. S. 290-7. 
Über die Hs. 7 vgl, Rencl. S. XXXVl; über die Hs. 36 eb. 
S. XXXV. — Nicht beltannt war van H. die Hb. 25 , auf 
welche IS63 Ch. Petrin, PanSgyriques 8.20 Nr. IH hin- 
gewiesen hat. — Eine weitere (37.) Hs. soll sich in Mont- 
pellier finden; vgL A. Mayer, Mis. S. VII Anm. 

Eatat&nden in den letzten Jahren des 12. oder in den ersten 
des 13. Jahrh. (vgl. Rencl. S. CLXXXIVi; — gegen 122ü 
(T. Cair.). 

, Li mir€oirs de l'aine. 4S Str. 

Benedicite domiDae 
Trop longuement me sui tenus. 
Hs. Paris, Nat. bibl. t. fr. 12594 Bl. 131r°. 
Mit den drei ersten Zeiten angeführt von v. Uamcl, Rencl. 
S. XVI und XCIV. — Knrz besprochen Hist. Utt. XXX, 332. 
— Das Gedicht ist eine Nachahmung des Miserere (Nr. 5D). 
Ha. : 14. Jahrb. 



Sl. La Toie d'infer et de paradis 

von JehaQ de la Mute. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12594 Bt. I69v". 

Auf das Gedicht hat hingewieaen van Hamel, Kencl. S. XVI 
und XCIV. 

Der Dichter ist wobl identisch mit dem Jean de le Mote, 
welcher im Jahr 1339 die Regres de GuiUaume comte de 
Hainaut (berausgegeben von A. Scheler, Louvain. 1S82') und 
ein Jahr später den Farfait du Faon (vgl. P. Moyer, Alexandre 
le Grand dans la littäraturc fran^aise du moyen Age. Paris. 
1886. II, 27(1) verfafst hat. 

Hs.: 14. Jahrh. 

■Äi. (Ohne Titel.) 
'Der Anfang TcrstOmraelt.) Od a les baioiis longuement 
Lessiä degpoDdre leiir avoir. 



— 132 - 

Hs. Genf 179 bis B1.70-72v«. 

Anfang und Schlafs hat mitgeteilt E.Ritter, Bull. 1877. S.91 

Nr. 21. 
Da Bertrand du Gnesclin 1380 gestorben ist, mafs das Gedicht 

nach diesem Jahr entstanden sein. 

63. Le döbat de la Vierge et de la Croix. 

(Anf. scheint zu fehlen): La Virge pnt hore asener 

E de paroles aresouner. 

Hs. Cheltenham, Bibl. Phillipps 8336 Bl. 87. 

Die ersten 23 Zeilen hat mitgeteilt P. Meyer, Rom. XIII, 521 
Nr. 24. — Die Sprache zeigt anglo-norm. Färbung, doch hält 
M. das Gedicht für Continental französisch. Es wäre das 
einzige Beispiel dieser Strophenform auf englischem Borlen. 
- Über andere Behandlungen desselben Stoffes vgl. P. Meyer, 
Daur. et Bet. S. LXXIV. 

Hs.: 1. Hälfte des 14. Jahrh. 

64. Klage der Maria am Kreuz Christi. 

(unvollständig) 34 Str. 

(Die I.Zeile fehlt): An pi6 de la crois sist sa mere 

Qni Tesgardoit monlt doncement. 

Hs. Bennos 147. 

Die beiden ersten Strophen hat mitgeteilt 1837 Maillet, Descr. 

S. 123. 
Inhaltlich scheint das Gedicht dem unter 54 verzeichneten 

nah zu stehen; vielleicht ist es nur eine andere Hs. desselben. 
Hs.: 1303. 

Ein weiteres Beispiel sieh unter LXXXV, 5. 

XXXVII. aabaabbbabba. 12 S. 

1. Ave Maria 5 Str. 

von Philippe de Remi. 

Ave Maria. tresdouce Marie 
Fontaine de piti6 qui ja jour n'iert tarie. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1588 Bl. 112d— 113c. 

Gedruckt 1 869 von Bordier, Sire de Beaum. S. 314-315 — 1885 

von H. Suchier, Ph. Remi II, 299—301. 
Die Strophen beginnen der Reihe nach mit den lateim'sche^ 

Worten des Ave. 
Über den Refrain in der Cäsur des 1. Verses vgl. oben S. 41* 
Entstanden 1270-1280 (vgl. XXX, 1). 



— 133 ^ 

SXXVin. aabaabC. 6 S. 

1. Les Proverbes au conte de Bretaigne. 

54 Str.') 

Qni les proverbes fist 
Premierement bien dist. 

Hs. Paris, Nat bibl. f. fr. 19152 Bl. 114r«. 

Gedruckt 1831 von Crapelet, Prov. etDict S. 169—185; vgl. 
dazu J. H. R. Prompsault, Discoars sar les pablications litt^- 
raires au moyen äge. Paris. 1835. S. 135—139. — Besprochen 
ffist. litt. XXIII, 686-688 und Prov. fr. I S. XXIX. 

An jede Strophe schliefst sich ein Sprichwort in Versen oder 
Prosa. Darauf folgen die Worte Ge dit li vilains. — Das 
Gedicht ist nur eine andere Fassung der Proverbes del vilain 
(LXYI, 1). Vielleicht gehören sogar die dort aufgeführten 
Hss. 5 und 8 zu dem vorstehenden Gedicht. Denn Le Roux 
de Lincy, Prov. fr. II, 553 sagt von dem Text der Hs. 4 Bl. 73 v°: 
„Bädaction un peu diff^rente de celle que je public, et tres 
libre'*, und auch £. Stengel, Cod. man. S. 66 nennt die Hs. 8 
nur „simile poema''. 

Entstanden 13. Jahrh. 

XXXIX. 8a 8a 6b 8a 8a 6b 8c 6d 8c 6d. 

1. Le dit des paintres. 15 Str. 

(Der Anf. fehlt): BoDues gens je pais tesmoignier 

Qu'il n'est ne roy *(ne duc) ne conte. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483. 

Gedruckt 1842 von A. Jubinal, NRec. H, 96—101. — Kurz er- 
wähnt Hist. Utt. XXni, 264. 

Die Vierzeile, mit welcher das Gedicht in der Ausgabe be- 
ginnt, stimmt in der Reimstellung und nach der oben vor- 
geschlagenen Änderung in der Versart mit dem Strophen- 
schlufs überein. Sie bildet daher wohl den Rest der 1. Str. 
— Das Geschlecht der Reime ist durch alle Strophen gleich ; 
b und^ sind weiblich. 

Entstanden im letzten Jahrzehnt des 13. Jahrh. (vgl. NRec. II, 97 
Anm. 1). 

XL. aabb. 8 S. 

1. De les eine joies Nostre Dame. 6 Str. 

Li Saint angle Gabriel 

Vint a Marie treiz fiez de ciel. 



1) Die Hist. litt. XXIII, 687 spricht von: „quarante-huit dizains''. 



— 134 — 

XL. Hs. Cambridge, Univ. bibl. GG. 1. l. Bl. 265 a. 

Gedruckt 1886 von P. Meyer, Rom. XV, 307—8. Die Strophen 

sind eingelegt in ein Gedicht ans achtsilbigen Reimpaaren, 

das anfängt: 

Yous ke Nostre Dame amez, 

A ceste oreisun bien entendez. 
Hb.: Anfang des 14. Jahrb. 

2. Orison de Nostre Dame. 6 Str. 

Esjöi te, Vierge pucele 

Qui a Dien fns si pure ancielle. 

Hs. Didot Catal. 1881 Nr. 17 Bl. 2v«. 

Mit der 1. Strophe angefahrt 1881 in Didot Catal. S. 20. 

Hb.: Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrh. 

3. Übersetzung der Disticha Gatonis 

von Adam de Sueil. 
(Anf.n. d. Hs. 8): SigDour, aius ke a vous commence 

D'espondre Gaton en roumans. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 BL 104r« 

2. Dijon2982 Bl UOv» 

3. fivreux 23 Bl. 167 

4. Paris, Ars. bibl. 5201 S. 173— 183 b und 237— 248 b 

5. „ Nat bibl. f. fr. 401 Bl. 218 

6. „ „ „ „ „ 821 Bl. 17r«-25 

7. „ „ « « « 1555 Bl. 64-75 

8. „ « „ „. 12471 B1.110rO-120v« 

9. » » » V » 12581 Bl. 368 

10. „ V n n n 25462 BL 181 

11. Tours 927 BL 185 

12. London, Br. Mus. HarL 4333 Bl. UOb 

13. „ „ „ Addit. 15606 BL 113 

14. Bern 354 BL 117 r» 

15. Madrid, Nat. bibl. F. 149 BL 49. 

Die Hss. hat zusammengestellt P. Meyer, Rom. I, 209 ; Vi, 20 ; 
XVI, 59 und 65; XVIII, 577. Über die Hs. 6, welche nur 
eine Überarbeitung der Übersetzung des A. d. S. enth&lt, vgL 
W. Meyer, Zt. X, 366 — 373. Wenig zutreffend besprochea 
Hist. Utt. XVIII, 826-828 und Prov. fr. I S. XXIH. Beachto 
oben S. 30. 

Entstanden 2. Drittel des 13. Jahrh. (T. Chr.). 

4. Sprichwortsammlung. 46 Str- 

Sapience au commeucement, 
D'öir doDne homme entendement. 



I 



— 135 — 

'Es. Cujas. 

Qedrackt 1835 in L'bötel de Cluny S. 105-116. Kurz be- 
sprochen Hist. litt. XXIir, 241. -242. 

Wahracheinlicb int diese Sammlung nur eine andero Fassong 
derProTerbesdeaPhiloBOplieBlNr. 10). — WenigatenB stimmen 
&UB ihr überein mit dem Text, den die Mömoirea de l'Aca- 
dönie d'Äiraa bieten, Str. 2 mit l.'i (Z. ! nnd 2), ö mit 7, 
It) mit n, 21 mit 24, 29 mit 14, 33 mit 8, 36 mit 22 (in 
Z. 3 und 4 sind die Reime verändert), 31 mit 5, 3S mit 2, 
4(1 mit II, 42 mit 1». Str. 45 ist identisch mit der Virgile 
zugeteillen Strophe, welche aus der Hs. 1 ß veröffentlicht hat 
A. Keller, Romv. S. 336, 

. Les Gens d'aventurea. 35 Str. 

RibauB, par le päis seres 
Houliera et aus d6s juerez. 
Hb. Paris, Nat. hibl. f. ft-. 837 Bl, 259v". 
Gedruckt IS35 von A. Jnbinal, Jongl. S. ITil— 157. - Kurz 
erwähnt Eist, litt, XXITI, 177. — Das Gedicht hat wie das 
unter XL, 7 verzeichnete einem Gesell seh aftaspicl') gedient; 
vgl. Th. Wright, Anecdota Literaria. London. 1844. S. 70, 
Hb.: Ende des 13. Jahrb. (vgl, VIU, 21). 

. Facet. 

i. Hs. i) : Qni de tranelater s'entremet 
Se il la matiere n'y met. 
Ebb. 1. Paris, Nat bibl. ftilher St. Vict. 561 BL I23r" — I3lv' 

2, „ _ „ , Suppl. fr, 131Ö. 
Auf beide Hss. hat faingewiosen Le Roux de Lincy, Frov. (r, 
11, 550 und 5ä4. Das Gedicht ist die Übersetzung dea aus 
137 Distichen bestehenden FAcetua des Johannes de Gar- 
landia, — Die Einleitung, welche airh scheinbar nur in der 
Bs, 1 findet, zeigt Reimpaare- 
Beide Ebb. : 15. Jahrh. 

. Ragemon le bon. 

Den V0U8 dorra grant honenr, 
E grant joie et graot vigonr. 

1) Hit dieser Art der Belustigung darf man wohl den Schlufs der 
Itr. von Renart et Piaudoue (XXXVI, 10) in Zusammenhang bringen: 
On l'a pleja gele en sort, 
Qu'ainsi doit on glouton despiro 
Qiii ne set chanter ne lire, 
N'a nul bien fere ne B'amort, 



— 136 — 

XL. Hs. Oxford, Bodl. Digby 86 Bl. I62r°— 163v^ 

Gedruckt 1844 von Th. Wright, Anecdota Literaria. London. 
1 844. S. 76- 81. Berichtigungen bat gegeben £. Stengel, Cod. 
man. S. 67. 
Entstanden 12. Jabrh. (ygL Vers. agn. S. 80). 

8. Sprichwortsammlung. 18 Str. 

Hours, lyoD, chat, singe et chien, 
Ces .y. bestes aprenion bien. 

Hs. Cujas. 

Gedruckt 1835 in L'hötel de Cluny S. 127—132. 

Auch diese Sammlung gehört wohl wie die unter 4 zusammen 
mit den Proverbes des Pbilosophes (Nr. 10). Aus ihr stimmen 
überein mit dem Text der M^moires de TAcad^mie d^Arras: 
Str. 4 mit 1, 13 mit 21, 15 mit 3 (Z. 1 und 2), 16 mit 16 
Z. 1 und 2 und 15 Z. 3 und 4, 17 mit 9. — In den von 
A.Keller, Romy. S. 335 — 337 aus der Hs. 16 mitgeteilten 
Proben findet sich Str. 12, hier Salemon, nnd Str. 14, hier 
Piaton zugeteilt. Die 16. Str. stimmt überein mit der Prov. 
fr. I S. XVII angeführten. 

9. Sprichwortsammlung. 

Chieux qui voelt faitis devenir, 
Vie bonneste et moeurs maintenir. 

Hs. Paris, Nat. bibl. früher Suppl. fr. 1316 Bl. 9v«. 

Mit der 1. Strophe angeführt von Le Roux de Lincy, Prov. 

fr. II, 554. 
Hs.: Anfang des 15. Jahrh. 

10. Les Proverbes des Pbilosophes oder 
Les Proverbes des Sages oder 
Les dits des Pbilosophes. 

(Anf.n.d.Hs. 16): II n'est pas sires de son päis 

Qai de ses hommes est häis. 

Hss. 1. Arras 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 916, vgl. Prov. fr. II, 556 

3. „ . « « „ 1551 Bl. 60, vgl eb. II, 557 oder 

Bull. 1887. S. 78 Nr. 2 
4 „„ 1553B1.432v«,vgl.RViol. S.LVI 

und Prov. fr. II, 557 
5. „ „ „ „ „ 1555 Bl. 75v«— 80, vgl. Combat 

S. 6 Nr. 7 



— 137 — 

L. 6. Paris, Wat. bibl. f. fr. 1(523 Bl. 104, vgl. Prov. fr. II, 558 

7. „ ^ „ früher St. Vict. 554 Bl. 74 r«, vgl. eb. 

n, 549 

8. « „ „ „ „ „ 561 Bl. 131 v», vgl. eb. 

11,550 

9. , , „ , ^ „ 647 B1.43r«, vgl. eb. 

II, 551 

10. « „ „ „ , „ 886 Bl. 219, vgl. eb. 

II, 553 

1 1. „ . „f. lat. 4641 B Bl. 139r», vgl. eb. II, 555 

12. « „ „ „ « 15125 B1.43,vgl.BuU. 1887. S. 78 

Nr. 2 

13. y, S. Geneviöve-Bibl. Y. 10 Bl. ISlr»- 184vö, vgl. 

Le Boux de Lincy, Le 
Boman de Brut par 
Wace. Rouen. 1836. 
S.LXVI 

14. Rodez 57 Bl. 18~21v°, vgl. BuU. 1887. S. 78 Nr. 2 

15. Toulouse 822 Bl. 86-88, vgl. Eust. Desch. III S. XVI 

16. Rom, Vat. Bibl. Reg. 1492 Bl. 228 a - 230 b, vgl. Romv. 

S. 335 -337 und Not. et 
Extr. XXXIII, 2 S. 164 
Nr. Vn. 
Nach der Hs. 1 gedruckt 1855 in M^moires de TAcad^mie 
d'Arras Bd. XXVIII S. 298—303. — Besprochen Eist. litt. 
XXni, 245 und Prov. fr. I S. XVII. 
In der Hs. 1, welche beginnt*): 

A le fois avient que 11 hom 
Bat le cien devant le lyon 

fehlen die Namen der Philosophen, welche in den anderen 
Hss. den einzelnen Strophen vorgesetzt sind. Die Hs. zählt 
3 1 Vierzeilen. V\rahrscheinlich sind identisch die Sammlungen 
unter 4 und 8 ; sieh diese und LXXX VH, 4. 
Hs. 4: Ende des 13. Jahrh. (vgl. RViol. S. XLI). 

11. Proverbes de bon enseignement 

von Nicole Bozon. 

Anf. d. Einl. n. d. Hs. 5) : Chier amis, recevetz de moi 

ün beau present qe vous envoi. 

(Anf. d.i. Str.): Li sages dit en sun livre 

Ke comencement de ben vi vre. 

1) Die oben als Anfang angeführte Strophe findet sich in dieser Hs. 
^ö 18. SteUe. 



— 138 — 

Hss. 1. London, Br. Mus. Amndel 507 

2. „ „ „ Harl. 957 

3. „ „ ^ Old Roy. 8. E. XVII 

4. Oxford, Bodl. Bodley 425 

5. n n Seid, supra 74 Bl. 38-43 v^ 

Aus der Hs. 5 bat die Einleitung (t4 paarw. reim. Achtsilbner) 
und die 3 ersten und die 3 letzten Strophen veröffentlicht 
P. Meyer, Rom. XIII, 539—41. -- Den einzelnen Vierzeilen 
geht der lateinische Text voraus, welcher in ihnen um- 
schrieben wird. Nur die Hs. 5 enthält den Namen des 
Dichters; vgl. NBoz. S. XL VI Nr. 10. 

Entstanden Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. ivgl. 
Vm, 5). 

12. La Passion du Christ. 129 Str. 

Hora vos die vera raizon 
De Jesu Christi passiuu. 

Hs. Clermont-Ferrand 189. 

Zuletzt gedruckt 1884 von E. Stengel, Ausg. u. Abb. Nr. XI 
S. 11— 21. Zu den von St. zusammengestellten Ausgaben 
ist hinzuzufügen: Bartsch, Chrest.« Sp. 7—14 (Str. 30—89). 

Das Gedicht zeigt Assonanz und war zum Gesang bestimmt; 
s. oben S. 4. 

Entstanden 2. Hälfte des 10. Jahrh. (T. Chr.). 

Ein weiteres Beispiel dieser Form s. unter LXXXV, 9. 

XLI. aabb. 10 S. 

1. Übersetzung der Disticha Catonis 

von Jean Le F6vre. 

(Anf. n. d. Hs. 20) : Cathon fut preux Chevalier et saige homme: 

Maintz bons conseil en la cit6 de Romme. 

Hss. 1. Chartres 423, vgl. Zt. V, 174 Anm. 1 

2. Paris, Ars. bibl. 3107, vgl. Catal. de l'Ars. III, 224 

3. „ Nat bibl. f. fr. 572 

6 w ft » ». » 1165 

7. n w MW» lOOl 

8. w » » » »» 1551 

9. w » n n n 1958 

10. r, ft w « » 22o9 

11. . „ „ „ „ 24439/ 

12. „ Didot Catal. 1881. Nr. 26 Bl. 97 



> vgl. Zt. IV, 460 



^ vgl. Zt. V, 
n4AnTD. ] 



— 139 — 

13. Rodez 5- Bl. 1 -ny", vgl. Bull. 1897. B. 77 

14. Toulouse B22 Bl. 89-104, vgl. Eust Desch. in S 

15. AsiibunibELDip]a,ce Barrois 412 
Iti. Oxford, Bodl. Aalimole 789 
n. _ . Can. miac. 278 Bl. 
18. Rom, Vat. BiW, Reg. 170« Bl. 100»" - 1 l«r", vgl. Not. 

et Extr. XXXIII, 2 S. 222 
19 I90O, vgl. eb. S. 239 Nr. I 

20. Turin 49, vgl. Zt. V, 174 Anra. 1 

21. Haag 711 

22. Stockbolnt, vgl. Arch. des mÜB. IV, 295 Nr. 44 

23. Bern 473, vgl. Zt. IV, 4eü 

24. Ha. Cujas. 
Nach der Ha. 24 gedruckt 183& in L'faOtel de Clunj 8. 1 19— 

12C (nur 27 Str.) - nach der Es. 21 1845 von J. Ä. Jonck- 
bloet. Die Dietsce Catoen. Leiden. S.62— 78. — BeHprocben 
ffist litt. XVIII, 828— 830 und Prov. fr.I S.XXIV. — In den 
HsB. 7 und lil Bind die Disticha in den in ProBa verfalaten 
Treaor de aapiencc eingeschaltet; über letzteren sieh Rom. 
XIY, 64 Anm. 2. — Über eine weitere Hs. Bieh LXXXVII, 4. 
Die Einleitung ist in paarweia reimenden Zchneilbnern ver- 
fafst, die Diaticha selbst jedoch in Vierzeilen, wie aus dos 
Dichters eigenen Worten hervorgeht: 

Cathon finiat, qui fu saiges et preuz : 
Cea nobles vers acomplist deuz et deux; 
Mais moy Fevre, qiii ne scay le fer batre, 
Kn cest dictiä ay fait de dem qnatre. 
Über den Dichter vgl. F. Morand, BuUettn du Bibliophile. Paria. 
1851. S. 375-398, bes. 8. 3S7 ff. und E. Tricotel, eb. 18e(i. 
S. 491 ff., bes. S. 507. Danach lebte Jean le Fe\Te unter 
Karl V. (1337-1380). 

Ein weiteres, jedoch nicht sicheres Beispiel dieser 
Form sieh unter LXXXVI, 1. 

lü. aabb. 12 S. 

1. Les eine joies de Nostre Dame !t Str. 

Ivon Gantier de Coinsy. 
Dame de paradie, Dame de tont le monde, 
Pucele glorieuse, pncele pure et monde. 
Hbs. I. Paris, Nat. bibl. f. fr. 817 Bl. 170 
2. . - , , „ 1533 
3. - „ „ . „ 2163 
4- ., . „ „ . 25532 

b. Soissons, Grofses Seminar. 

"•«tftm, atroplieoforiDBii. lU 



— 140 — 

XLII. Gedruckt Dach der Hs. 5*) 1857 von Poqaet, GCoins. S. 761 

—762. — Kurz erwähnt Hiat litt. XIX, 857. — Die Hss. l. 
3 und 4 fahrt an R. Reinsch, Zt m, 202. Über die Hs. 2 
vgl. Catal des mss. fr. I, 240. 
Mit Ausnahme der 2. Strophe beginnen die übrigen mit dame 
Entstanden 1. Drittel des 13. Jahrb. (T Chr.). 

2. Li salu Nostre Dame 15*< Str. 

von Gautier de Goinsy. 

De par la mere Dien, cent mile foiz salu 
Tonz cens et toutes celes qui aiment son saln. 

IIss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 817 Bl. 166 

2. n n K » w 986 Bl. 205 

3. . , , , „ 1533 Bi. 254 

4. f, „ n r* K 2163 Bl. 216 

6. Soissons, Grofses Seminar. 

Nach der Hs. 6 gedruckt 1857 von Poquet, GCoins. S. 737— 
753. — Auf die Hs. 1 ist hingewiesen im Catal. des mss. fr. 
I, 86 — auf die Hs. 2 eb. I, 168 — auf die Hs. 3 eb. I, 240 
— auf die Hs. 4 eb. I, 366 — auf die Hs. 5 in dem Suppig 
ment ä. la premi^re partie du Catalogue des livres de la 
biblioth^que de feu M. le duc de La YalU^re. 1783. S. 24 Nr.2 
und 3. — Die a. a. 0. unter 2 mitgeteilte Strophe, eine ein- 
reimige Alexandrinervierzeile, gehört nicht zu dem vorstehen- 
den Gedicht, sondern ist die oben S. 9 erwähnte Schlofs- 
strophe der Mirakel. Der Anfang unter 3 stimmt zu dem 
Ave Maria überschriebenen Abschnitt bei Poquet. Der ScIüdCb 
gebort dagegen dem Chant de TAve an (Ausgaben s. oben S.4). 

Das Gedicht gliedert sieb in einen Prolog und 5 Abschnitte, 
welche der Reihe nach die lateinischen Worte des Ave als 
Überschrift tragen. — Abgesehen vom Prolog beginnen alle 
Strophen mit Ave. 

Entstanden 1. Drittel des 13. Jahrb. (T. Chr.). 

3. Die BufspsalmeD. 

Hss.2) 1. Paris, Ars. bibl. 5204 Bl. 194v^— 196r», vgl Born. 

XUI, 238 Anm. 3 



1) Nach Zt. ni, 202 liegt die Hs. 3 Poquets Druck zu Grunde; die 
Hs. 5 wird dort überhaupt nicht angeführt, doch findet sich das Gredicbt 
in ihr als 63. Stück; vgl. GCoins. S. XXXHI. j 

2) Die Hss. dieser Übersetzung sind nach Rom. VI, 18 sehr sabl- \ 
reich. 



— 141 — 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 923 BL 134, vgl. Mss. fr. Vü, 251 

und Catal. des mss. fr. 1, 157 

3. Cambridge, Univ. bibl. GG. 1. 1. Bl. 261b-263v», vgl. 

Rom. XV, 305 

4. London, Br. Mus. OldRoy. 19. C. XI Bl. 148, vgl. Bible 

S.391 

5. ^ „ „ Addlt. 15606 Bl. 97 b -100, vgl. Rom. 

VI, 18. 

Aus der Hs. 3 hat kurze Proben veröffentlicht P. Meyer, Rom. 
XV, 305—306. Ob wirklich Strophen und nicht etwa paarw. 
gereimte Alexandriner vorliegen, läfst sich danach mit Be- 
stimmtheit nicht sagen. Die Hs. 2 enthält nur die Psalmen 
6 und 31. Besprochen ist diese Psalmenübersetzung von Bon- 
nard, Trad. Bible S. 139; vgl. dazu P. Meyer, Rom. XVII, 143. 

Weitere Hss. sind vielleicht: 
Epinal 189 Bl. 47-57, vgl. Bull. 1876. S. 94 Nr. 44 ^ 
Paris, Nat. bibl. f. fr. 1181 Bl. 94, vgl. Catal. des mss. fr. 1, 198 
Ashbumhamplace, Barrois 75, vgl. ü^col. Chart. 6. F. II, 249. 

Entstanden 13. Jahrh. (T. Chr.). 

Ein weiteres Beispiel dieser Form sieh unterLXXXV,3. 

XLIII. raabb. 8 S. 

1. La fin del monde. 23 Str. 

Toute terre tressuera a(o)u jour dou grant jüise. 
La terre qui par sa nature 
Est aspre, freide, seche e dnre. 

Hs. Florenz, Laurentiana, Plut. LXXVI Nr. 79 Bl. 23 v». 

Gedruckt 1879 von P. Meyer, Bull. S. 74 und 79—83. 

Inhaltlich berührt sich das Gedicht mit dem unter XI, 1 ver- 
zeichneten; vgl. auch Milä y Fontanals, Rom. IX, 353, bes. 
363. — Über die Refrainzeile sieh oben S. 42. 

Hs. : 14. Jahrh. 

XLIV. aabbcc. 8 S. 

1. Le mireuer du monde. 45 Str. 

Je Yois morir. Venez avant 
Tuit eil qu'encore estez vivant. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 916 Bl. 170 
2. „ „ „ „ „ 957 Bl. 123 



1) Die unter Nr. 44 erwähnten Stücke will Bonnardot in Le Psautier 
de Metz. Paris. (Bd. I. 1884) zum Abdruck bringen. 

10* 



— 142 — 

XLIV. 3. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1555 Bl. 221-225 

4. „ „ „ früher St. Vict. 886 Bl. 222 

5. London, Br. Mas. Addit. 29986 Bl. 147r®--149v«. 
Nach der Hs. 3 gedruckt 1835 von M^on, Vers sur la Mort. 

2« ^d. Paris. S. 73—86. — Auf die Hss. 1 und 2 hat hin- 
gewiesen P. Paris, Mss. fr. VII, 237 und 340 — auf die Hs. 4 
Le Roux de Lincy, Prov. fr. II, 553 — auf die Hs. 5 Vam- 
hagen, Zt. I, 548 Nr. 9. Alle Strophen — in der Hs. 5 sind 
es 60 — beginnen und schliefsen mit Je yois morir. — Eine 
Nachahmung des Gedichtes sieh unter Nr. 3. 
Hss. 4 und 5: 14. Jahrh. 

2. Leben des'hl. Leodegar. 40 Str. 

Domine Dieu devems loder 
Et a SOS sanz honor porter. 

Hs. Clermont-Ferrand 189. 

Gedruckt zuletzt 1884 von E. Stengel, Ausg. u. Abh. Nr. XI 

S. 22 - 27. Zu der von St. zusammengestellten Literatur 

kommt hinzu K. Bartsch, Chrest.** Sp. 13—18 (Str. 1—25) und 

Lang, et Litt. Sp. 7 — 14 (ganz). 
Die Verse sind durch Assonanz gebunden. Das Gedicht war 

zum Gesang bestimmt und zeigt lyrischen Bau (vgl. oben 

S. 8). 
Entstanden 2. Hälfte des 10. Jahrh. (T. Chr.). 

3. (Ohne Titel.) 52 Str. 

Li fil Adam, avant venes, 
Et mes enseignemens tenes. 

Hs. Arras. 

Gedruckt 1855 in M^moires de TAcad^mie d* Arras Bd.XXVIII, 
306—319. 

Das Gedicht ist eine deutliche Nachahmung des Mireuer da 
monde unter Nr. 1. — Das letzte Reimwort aller Strophen 
ist morir. Der Refrain Je vois morir tritt von Str. 3—45 
mit nur zwei Ausnahmen (S. 315 Str. 3 und S. 316 Str. 3) 
regelmäfsig am Anfang und Schlufs jeder 2. Strophe auf. 
Die dazwischen liegenden Strophen endigen gewöhnlich : vie 
Sans morir. 

Da unbetontes e vor folgendem lauten Vokal nicht unter- 
gegangen, ist das Gedicht noch dem 14. Jahrh. zuzuweisen. 

Weitere Beispiele dieser Form sieh unter LXXXV, 1 
und 10 Hs. 3. 



— 143 — 

XLV. aabbcc. 8 S. 

Ein Beispiel dieser Form sieh unter LXXXV, 7. 

XLVI. aabbcedd. 8 S. 

1. Die sieben Todsünden 7 Str. 

von Gillon le Muisi. 

Dens snperbis resistit, humilibus autem dat gratiam. 

♦[Orgieus] 
C'est quant li homs a si fait euer 
Du bien ne voelt a nul foer. 

Hss. 1. Ashbumhamplace 20 

2. London, Br. Mus. Addit. 16636 (Abschrift d. Hs. 1). 
Gedruckt 1882 von E. de Lettenhove, GMuis. I, 33-35. 
Jeder Strophe geht aufser der Bezeichnung der Sünde eine 

lateinische Stelle voraus; sieh oben S. 29. 
Entstanden 1350. 

Ein weiteres Beispiel dieser Form sieh unter LXXXV, 1 . 

XLVIL aabbcedd. 8 S. 

Ein Beispiel dieser Form sieh unter LXXXV, 7. 

XLVIU. aabbeedD. 8 S. 

1. Salut k refrains (unvoUstandig) 8 Str. 

von Philippe de Remi. 

Douce amie, salus vous mande 
Cil qui de vous atent Tamande. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1588 Bl. 114c - 114 d. 

Gedruckt 1869 von Bordier, Sire de Beaum. S. 295 — 1885 von 
H. Suchier, Ph. Remi II, 313-316. 

Jede Strophe schliefst mit einer Liederätello (vgl. Ph. Remi I 
S. CXXV), deren letzte Zeile den Reim für d bestimmt. 
Regelmäfsig kehren Worte vom Schlufs der Strophe im An- 
fang der nächsten wieder. 

Entstanden 1270-1280 (vgl. XXX, 1). 

2. La Chastelaine de Saint Gijle. 35 Str. 

II avint Tautrier a Saint Gille 
C*uns chastelains ot une fiUe. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. lUv*»— n6rö. 
Zuletzt gedruckt 1872 von A. de Montaiglon, Fabl. I, 135—146; 
vgl. dazu U, 293 und VI, 272. 



— 144 — 

Jede Strophe schliefst mit einer Liederstelle von yerschiedener 
Ausdehnung, deren letzte Zeile den Reim d bestimmt. Regei- 
mäTsig kehren Worte vom Scblufs einer Strophe am AnfEuig 
der folgenden wieder. 

Hs.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIII, 21). 

XLIX. aabbecddee. 8 S. 

1. Die 10 Gebote lo Str. 

YOD Gillon le Mnisi. 

Li Premiers. 
Non habebis Deos alienos coram me. 
Hom, quant je t'ai fait et cr^i 
Et par me mort t'ai recrßit. 

Hss. 1. Ashburnhamplace 20 

2. London, Br. Mus. Addit. 16636 (Abschrift der Hs. t). 
Gedruckt 1882 von K. de Lettenhove, GMuis. I, 38-42. 
Aufser der (französischen) Zahl des Gebots geht jeder Strophe 
noch der lateinische Text desselben vorher; sieh oben S. 29. 
Entstanden 1350. 

2. Abbatum memoria le Str. 

von Gillon le Maisi. 

Oedes plains de devotion 
Apries le desolation. 

Hss. 1. Brüssel, Eönigl. Bibl. 13077 

2. Paris, Nat. bibl. f. lat. 6271 

3. 1839 im Besitz von A. pinaux. 

Nach der Hs. 3 gedruckt 1839 von A. Dinaux, Trouv. Flandre 
S. 227—234 — 1841 in Recueil des Chroniques de Flandre. 
Bruxelles. Bd. H, 437-448 — nach der Hs. 1 1882 von K. de 
Lettenhove, GMuis. H, 299—305. — Zu den Hss. vgl. Trouv. 
Flandre S. 227. 

Zwischen die Strophen ist lateinische Rede in Prosa und in 
Versen eingeschaltet. Das Gedicht schliefst mit 22 paar- 
weis reimenden Achtsilbnern ; vgl. oben S. 28. 

Entstanden gegen 1350. 

3. Ave Maria. 

( Anf . n. d. Hs. 3) : Ave dame, je vos salu 

Je chietiva qui en la palu. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. 142 

2. Ronen A 454 Bl. 252— 253 v» 

3. London, Br. Mus. Egerton 945 Bl. 43. 



— 145 — 

ADS der Es. 'i hat die ersten 23 Zeilen mitgeteilt P. Hejer, 
Bull. ISSI. S. 41) Nr. IV und aus der Hb. 2 die ersten 6 und 
die letzten 10 Zeilen Bull. 1SS3. S. 9S. 

Die Strophen beginnen der Reihe nach mit den lateiniscliea 
Worten dos Ave. 

Ha. 2: Zeit PhUipps des Sclönen (ygl. Bull. 1883. S. 76). 



■ 



abbecddee. 10 S. 

l. Erklärung der I'ussionsslunden. T/j Str. 

Ä matines voleit Jhesa orer, 
Por nns enaample doner. 
Hb. London, Lambeth Palace 522 Bl. ö3-<>5. 
Gedruckt lfi30 von R. Reinsch, Archiv LXIII, 54 Nr. 5; ygl. 

dazu G. Gröber, Zt. VI, 151. 
Die Bezeichnung der Stunden, welchen je eine Strophe ge- 
widmet ist, kehrt bis auf wenige Auauahmen |V. 24. 'i\. G6 
in V. 28 wird man die Worte umzUBtellen haben) an der 
Spitze jeder 2. Zeile wieder. 
Über inhaltlich verwandte Gedichte vgl. F. Meyer, Daur. et 
Bet. S. CIX ff. und F. J, Mono, Lateinische Hymnen des Mittel- 
alters. Freiliurg i/Breiagau. 1S53. I, lÜS.') 
Entstanden 13. Jahrb. (Vera, agn. S. S2|. 



LL aabbceddeeff. 8 S. 

Ein Beiapiel dieser Form sieti unter LXXXV, 5. 

LU. aabbeoddeefF. SS. 

1. Gomplainte d'amors. U Str. 

Celui qu'Amors condnit et meine 
Eq giant destrece et en graut paine. 

Hb. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 253—254. 

Gedruckt ISiiT von P. Meyer, Sal. d'am, S. 31—39. 

An die einzelnen Strophen Bchliefaen sich lyrischer Dichtung 
entlehnte Stellen ungleicher Lange an, deren letzte Zelle 
den Reim f bestimmt. — Der Gedanke, zuweilen auch ein 
Wort, vom Schlula einer Strophe wird am Anfang der fol- 
genden wieder aufgenommen. 

Entstanden zur Zeit Ludwiga IX. (vgl. Sal. d'am. S. 4). 



1) Da das Gedicht annähernd durchgereimt ist, halte ich es trotz 
Mones entgegenstehender Ansicht für ein Lied. 




— 146 — 

> Lin. aabbccddeefrgg. 12 8. 

1. LeaQaatre Ages de rhomme, §116a.ll7 2 str 
von Philippe de Novare 
VoB qui estea soutU de raison et d'uaage, 
V08 sayrez bien condnire, se Dien plest, comme sagea. 

Hss. Ton den <i Hss. kommen für diese Stelle in Betracht: 

1. Metz 535 

2. Paris, Hat. bibl. f. fr. 12581 

3. „ . , , „ 15210 

4. London, Br. Mub. Addit. 28260. 
Gedruckt 18SS von M. de Fr^TÜIe, Quatre tLgeB B. 64— 
Über das Gedicht vgl, oben S. 2!1. 
Entstanden 2. Drittel des 13. Jabrh. (vgl VI, 4J, 



LIV. aabbccddeeffgglilill. 8 8. 
Ein Beispiel dieser Form sii 



unter LXXXV, I 



H 



LV. aabbcoddeerfgghhllkk. 8 S. 

Ein Beispiel dieser Form sieh unter LXXXV, i 



LVI. aabbccddeeffggh.hIikkllmmnuoo. SS. 

1. Le dit des trois mors et des troie 



Se nous voaa apportons nouveles 
Qni ne soyent bonnes on belles. 



4 



Hes. 1. Arras 

2. Paria, Hat. bibl. f. fr. 995 

3. . , - , , 1555 Bl. 2 

4. . . - » . 24432 Bl. 
Nach der Hb. 3 eedmckt 1835 von Crapelot in M6ou, Vers aur ■ 

lamort. 2° ed. Paris. 3.65-71 — nach der Hb. 2 ISäG »oo 
Montaiglon, L'Älphabet de la Mort de Hans Holbein. Paria a 9 
Bl. 1 — nacli einem alten Druck 1856 in Mont. et Bothacb. 
V, 60 - fi7 - nach der Hs. I in M^moircs de l'Äcadäiiie 
d'ArraaXXX, 205-211 — nach einem alten Druck unter 
gleichzeitiger Benutzung der Ha. 3 185^ in Collection de 
PoesieB, Romans, Chroniqup». 24= Li»r. Paris. M iüJT'— 
ij v". — Auf die Hs. i bat hingewiesen Fr. Michel, Chron. 
anglo-norm. UI S. XXXVII. 
In der Hs. 2 bestehen die Strophen aus 36 Zeilen. Aufserdem 
lindot sich in dieser Hs. ein Prolog, der jedoch jOnger ist 
als das Dit. Er beginnt: 



1 



— 147 — 

(Euvre tes yeux creature chetive 
Vien Yoir les fais de la mort excessive. 

Derselbe Prolog and ein gleichfalls späterer Zeit angehören- 
der Epilog sind in der zuletzt angeführten Ausgabe ge- 
druckt, in welcher aufserdem die Strophen wieder 36 Zeilen 
aufweisen. 
Hs. 4: Mitte des 14. Jahrh. 

LVII. aabbecddeeffgghhllkkllinmnnooppqqrrss. 8S. 

Beispiele dieser Form sieh unter LVI, 1 Hs. 2 und 
LXXXV, 9. 

LVm. aabbeddeee. 6 S. 

1. Gebet zur Jungfrau Maria 15 Str. 

von Nicole Bozon. 
Ave Virge Marie 

Esteille ke dreit gwie. 

Hs. Cheltenham, Bibl. Phillipps 8336 Bl. öüv^-öl. 

Die erste und die letzte Strophe hat mitgeteilt P. Meyer, Rom. 

Xm, 509 Nr. 10. 
Entstanden Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. (vgl. 

VIII, ^). 

LIX. aabceb. 4 S. 

Ein Beispiel dieser Form sieh unter LXXXV, 12. 

LX. 4a 4a 6b 4c 4e 6b. 

1. Gedicht auf verschiedene Heilige. 6 Str. 

Sue merci 

Dens m*(e)' eschoisi. 

' Hs. Dublin, Trinity Coli. E. l. 40. Bl. 2 v». 

Gedruckt 1876 von ß. Atkinson, SAub. S. XI und XII. 
Je 3 Versen, welche zu einer Langzeile vereinigt sind, geht 
in lateinischer Form der Name des Heiligen vorher, welcher 
diese Verse spricht. Den Anfang macht Jacobus. 

Hs. : 13. Jahrh. 

Ein weiteres Beispiel dieser Form sieh unter 
LXXXV, 12. 

LXI. aabceb. 5 S.' 

1. Beimpredigt I. 129 Str. 



— 148 — 

LXI. Grant mal fist Adam 

Quant por le Sathan. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 19525 Bl. 47—50 

2. Cambridge, Gonville and Caius Coli. 435 S. 129 - 135 

3. London, Br. Mus. Egerton 2710 

4. Oxford, Bodl. Digby 34 Bl. 76b — 80 d. 

Nach der Hs. 1 gedruckt 1834 von A. Jubinal, ün sermon en 
vers. Paris.*) — nach den Hss. 1. 2 und 4 1879 von H. Suchier, 
Beimpr. S. 2—66. — Aus der Hs. 3 hat die ersten 4 Strophen 
mitgeteilt P. Meyer, Bull. 1889. S. 89 Nr. 4. 

Entstanden Anfang des 12. Jahrh. (vgl. Reimpr. S. XXXY). 

2. Reimpredigt II. 122 Str. 

Deu le omnipotent 
Ki al cumencement. 

Hs. London, Br. Mus. Arundel 292 Bl. 31 a — 38 a. 

Gedruckt 1879 von H. Suchier, Reimpr. S. 82—106; vgl. dazu 

S. LV und LVI. 
Entstanden 12. Jahrh. (vgl. Vers. agn. S. 79). 

3. De la Femme et de la Pie 13 Str. 

von Nicole Bozon. 
Femmes a la pie 

Porten! compagnye. 

Hss. 1. Cheltenham, Bibl. Phillipps 8336 Bl. 75 
2. London, Br. Mus. Harl. 2253 Bl. 112rO. 
Nach der Hs. 2 gedruckt 1842 von Th. Wright, Spec. S. 107- 

109 und von A. Jubinal, NRec. 11,326—329. — Aus der Hs. 1 

hat die ersten 4 Strophen mitgeteilt P.Meyer, Rom. XIII, 51 8 

Nr. 20 ; vgl. auch NBoz. S. XLI Nr. 3. 
Entstanden Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. (vgl. 

Vm, 5). 

4. Lehrgedicht. 

Par desguisöe guise 
Faite est la devise. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. 151 d. 

Mit der ersten Strophe angeführt von H. Suchier, Reimpr. 

S. XUII. 
Hs.: 1. Hälfte des 14. Jahrh. (vgl. YIII, 42). 

Ein weiteres Beispiel dieser Form sieh unter 
LXXXV, 12. 



1) Mir nicht zugänglich. 



— 149 — 

LXII. aabceb. 6 S. 

1. Credo de Saint Athanase. 27 Str. 

Qui voura estre saus 
Si doit estre loiaulz. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 13092 

2. „ Sainte - Geneviöve - Bibl. A. f. 4 

3. Wien, K. K. Hofbibl. 2665. 

Nach der Hb. 1 gedruckt 1860 von Fr. Michel, Libri psalmo- 
rum versio antiqaa gallica. Oxonii. S. 361—363. — Die Va- 
rianten der Hb. 3 hat mitgeteilt A. Massafia, Wien. Akad. 
1862. S. 394-95. — Aus der Hs. 2 hat die letzte Strophe 
veröffentlicht Bonnard, Trad. Bible S. 134. 

Hss. 1 und 3: 13. Jahrh. 

2. Anonyme Bearbeitung der Disticha Ca- 

tonis, 152 Str. 

(Anf. d. Einl.): Cum Joe me aparceu homes plnseurs 

Grevement errer en vaye de murs. 

(Anfang des strophischen Teils): 

Pur coe ke deus deis honurer 
Par pur entente de tun penser. 

Hb. London, Br. Mus. Harl. 4657 Bl. 87 -97b. 

Gedruckt 1886 von E. Stengel, Ausg. u. Abh. Nr. 47 S. 110— 
145. — Das Gedicht beginnt mit 164 paarweis reimenden 
Achtsilbnem. — Über das Verhältnis der vorstehenden Be- 
arbeitung zu denen unter 4 und 7 vgl. Ausg. u. Abh. Nr. 47 
S. 148-155. 

Entstanden 12. Jahrh. 

3. L^ Ave Maria. 

Jeo Yous salu, Marie, 
De grace replenye. 

Hb. Cheltenham, Bibl. PhiUipps 8336 Bl. 85 v». 

Die erste Strophe hat mitgeteilt P.Meyer, Rom. XUI, 527 

Nr. 35. 
Hb.: 1. Hälfte des 14. Jahrh. 

4. Übersetzung der Disticha Catonis 191 Str. 

von Everard von Kirkham. 

Catun esteit paiien 
E ne saveit ren. 



— 150 — 

LXII. Hss. 1 . Paris, Nat. bibl. f. fr. 25407 Bl. 197 r» 

2. London, Br. Mas. Arondel 292 Bl. 88—105 

3. „ n n Addit. 22283 

4. Oxford, Bodl. Vernonhs. Bl. 309 v« — 314 r». 

Nach der Es. 1 gedruckt 1859 von Le Roux de Lincy, Prov. 
fr. II, 439—458 - nach der Es. 2 mit HinzufOgung der Va- 
rianten der früheren Ausgabe 1886 von E. Stengel, Ausg. u. 
Abh. Nr. 47 S. 111—145. — Die Varianten der Hs. 4 sind 
eb. S. 146 Anm. mitgeteilt. — Besprochen Hist. litt. XUI, 67 
—70 und Prov. fr. I S. XXII. 

Was sich aus dem Gedicht über den Verfasser ergiebt, hat 
zusammengestellt Goldberg, Anglia VII, 165 Anm. 1. 

Entstanden 2. Drittel des 12. Jahrh. (T. Chr.). 

5. Des tisseranz. 122 z. 

Tel gent i a qui *[v]oient 
Et entandent et oient. 

Hs. Bern 354 Bl. 77 r^ 

Gedruckt 1838 von A. Jubinal, Lettre S. 20—23. — Kurz er- 
wähnt ffist. Utt. XXIII, 264. 
Durch Textverderbnis ist die metrische Form vielfach gestört. 
Hs.: 13. Jahrh. 

6. Übersetzung des Psalters. 

Ges vers sunt de sala 
Del riebe rei Jhesu. 

Hss. 1. London, Br. Mus. Arund. 230 
2. „ « „ Harl. 4070. 

Die Hs. 1 enthält nur die 7 Strophen der Einleitung. Die- 
selben hat veröffentlicht P. Meyer, Jahrb. VII, 44. — Aus 
der Hs. 2 hat den 41. Psalm und die beiden ersten Strophen 
des Ps. 44 abgedruckt Bonnard, Trad. Bible S. 130. — Eine 
Ausgabe des ganzen Psalters hat angektlndigt H. Suchier, 
Zt. VIII, 413. 

Entstanden 12. Jahrh. (vgl. Trad. Bible S. 130). 

7. L'afaitement CatuUy Buchl V. 81— 314 39Str. 

von Elie de Wincestre. 
Si par pense pure 

Cum dist la scriptnre. 

Hss. 1. Cambridge, Corpus Christi Coli. 405 

2. London, Br. Mus. Harl. 4388 

3. Oxford, St. Johns Coli. 178. 



— 151 — 



XIL 



Nach allen 3 Hss. gedruckt 1886 von E. Stengel, Ausg. u. Abh. 
Nr. 47 S. 114—122. — Voraufgeht eine Einleitung in paar- 
weis reimenden Achtsilbnem, welche anfängt: 

Ei Yolt saveir Tafaitement 
Que Catun a sun fiz aprent. 

Die Bücher 2—4 zeigen strophische Form; sieh LXIX, 1 — 

XX, 1 und XVin, l. 
Entstanden 12. Jahrh. (vgl. Litt. fr. § 103). 



8. Ysop et IL 32 Fabeln und der Epilog. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 15213 Bl. Ib — 54 

2. „ ^ « „ « 24432 Bl. 17la. 
Fabel 2 gedruckt Ys. II, 51 ; Becueil S. 357 



n 



n 



n 



9 


» 


Yö. I, 36 


10 


« 


Ys. I, 60 


12 


1» 


Ys. I, 253 


13 


V 


Ys. I, 344 


14 


f 


Ys. II, 525 


15 


» 


Ys. I, 341 


16 


w 


Ys. 11, 29 


17 


w 


Ys. I, 44 


18 


w 


Ys. 11, 527 


19 


» 


Ys. n, 529 


20 


w 


Ys. II, 533 


21 


n 


Ys. n, 535 


22 


n 


Ys. 11, 538 


23 


n 


Ys. I, 322 


24 


» 


Ys. II, 540 


25 


» 


Ys. I, 270 


26 


» 


Ys. I, 11 


27 


» 


Ys. 1, 117 


28 


» 


Ys. I, 3 


29 


» 


Ys. I, 291 


30 


w 


Ys. U, 542 


31 


m 


Ys. I, 21 


32 


n 


Ys. II, 21 


33 


n 


Ys. 1, 142 


34 


» 


Ys. 1, 328 


35 


>» 


Ys. II, 87 


36 


» 


Ys. 1, 174 


37 


» 


Ys. I, 28 


38«) 


» 


Ys. 1, 134 



4 Str. 

7 Str. 

8 Str. 

5 Str. 

9 Str. 

7 Str. 

5 Str. 
9 Str. 

10 Str. 

8 Str. 
17 Str. 

6 Str. 

12 Str. 

7 Str. 

8 Str. 
7 Str. 

13 Str. 
7 Str. 
7 Str. 

6 Str. 
5 Str. 

14 Str. 

9 Str. 

7 Str. 

8 Str. 
8 Str. 
5 Str. 

12 Str. 
7 Str. 
7 Str. 



1) Ys. I, 134 ist fälschlich Fable XXXIX gedruckt, aber in der Table 
les Mati^res S. 364 wird die richtige Zahl angegeben. 



— 152 — 

Fabel 39 gedruckt Ys. 1, 150 11 Str. 

„ 40 „ Ys. 1, 280 8 Str. 

Epilogue „ Ys. II, 545 ' 4 Str. 
Zu der Fabelsammlung ist zu vergleichen Hervieux, Fab. Lat. 

Bd. I,J11 — 714 und B. Herlet, Bomanische Forschungen 

Bd. IV S. 219ff., besonders S. 287 ff. 
Entstanden 14. Jabrh. (vgl. Litt. fr. § 80). 



9. Leben des hl. Placidas (Bruchstück). 12 Str. 

(Anf. verstümmelt. Str. 2 beginnt) : Placidas iert nom6 

Homme de grant pöest6. 

Hs. Oxford, St. Johns Coli. 183 Bl. 1. 

Gedruckt von E.Stengel, Cod. man. S. 126— 127; vgl. dazu 

S. 57 Nr. 34. 
Hs. : 14. Jahrh. 



10. La Desputoison du cors et de V ante. 32 Str. 

In der Hs. 2 der unter LXIH, 2 verzeichneten Fassung finden 
sich 32 Strophen dieser Form; vgl. H. Yamhagen, Anglia 
III, 580 und E. Stengel, Zt. lY, 366. Sie sind ein späterer 
Zusatz und schliefsen sich im Wortlaut eng an die von 
H. Yarnhagen, Erlanger Beiträge zur englischen Philologie. 
Erlangen. 1889. Heft 1 veröffentlichte Fassung in sechs- 
silbigen Beimpaaren an. 

Hs. : 14. Jahrh. 

Ein weiteres Beispiel dieser Form sieh unter 
LXXXV, 12. 



LXIII. 8a 8a 4b 8c 8c 4b. 

1. Peynes e joies cy lisez 

K'en Vautre vie serrunt troviz 

von Nicole Bozon. 

Ben e Mal unt fet covenant 
Ee cheeun fra feste grant. 

Hs. Cheltenham, Bibl. Phillipps 8336 Bl. 81— Ö2. 

372 Strophe vom Anfang und die beiden Schlufsstrophen hat 

mitgeteilt P. Meyer, Rom. XIII, 523 Nr. 26. 
Entstanden Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. (vgl. 

YIII, 5). 



— 153 — 

2. Ln ifesputoison du com et i 

f. n.d. Hb. 1): Si CUm jeo ju en ua lit 

La voiz öy de un esperit. 
Ilas. 1. Cheltenham, Bibl. Phillippa 8336 Bl. 7ü 

2. London, Br. Mus. Arund. 288 Bl. 247 b -253b 

3. . , , Cotton VitBlliuM C. VIll. Ul. 57r" 

4. Oxford, Bodl, Seiden supra 74 Bl. Ta- 8d. 

Nacb der Ha. 'i t'edruckt 185S von Brewcr, Monnmenta fran- 
ciacana. London. 1,5S7— 59ü — nach der Hs. 4 vonE. Stengel, 
Zt. IV, 75 -80; vgl. dazuH.Yarnliagen,Zt.IV,58ä. — Die Va- 
rianten der Hs. 2 hat veröffentlicht Stengel, Zt IV, 3H5-367, 
— Aus der Hs. i hat die ersten 4 Strophen mitgeteilt F. Meyer, 
Rom. XIIl, 5:9 Nr. 22. — Zu dem Gedicht int ku vergleiclien 
G.Kleinert, Leiliu. Seele. InhallBverzeichiiiB Nr. 10 und 8. 50') 
und H. Varnhagen, Auglia III, 578-581 und Erlanger ßoi- 
trSige zur englischen Philologie Heft I S. 115. 

Entstanden 13. Jahrh. (vgl. Vers. agn. S. 82). 



3. La plainte rl'timout: 

1. d. Hh. 1): Amour, Amour, on eRtes vous? 
Certes en mult pol de Iiijb. 
Hbs. 1. CambridRe, Trinity Coli 0. 1. 17. Bl. 2Gr. 

2. , Univ. bil.l. GG. 1. 1. Bl. 113d-120b 

3. Chflltenham, Bibl. Phillippa 8336 Bl. 4UV" 

4. London, Br. Mus. Harl. 273 Bl. 191. 

Eine Darstellung des Inhalts mit reichlichen Proben aus der 
Hb. 2 hat gegeben P.Meyer, Rom. XV, lH2-il5, nachdem 
er schon vorher Rom. VIII, 326 Anm. i und Rom. XI1J,507 
Nr. 7 die Hast, i — 4 nachgewiesen hatte. — Über eine 5 , jetzl 
verlorene Hs. Peterborough B. XVI vgl. K. Bartsch, Zt. III, 7W 
und P. Mejer, Eom. VUI, 326. 

Hb. 1 : Anfang des 14. Jahrh. 

Ein weiteres Beispiel 
LXXXV, 12. 



Form sieb unter 



LXIV. 8a 8a 6b 8e 8c et. 

1, Bruchstück eiTtns 



Mes de Warenne iy bon cuena 
Que tant ad richesses et lijens. 



Gedichtes. 

13 Str. and 2 Z 



I) In Stengels Ausgabe. Hs. 2cnthy 1 87, Hb. 3 (unvollständig! 24 Strophen 
2] Die Nummer der Hs. 2 iat durch Druckfehler entstellt. 



— 154 — 

Hb. 183S im Besitz ^on Dr. R. Yerborgh, Yicar of Sleaford, 
in Lincolnshire. 

Gedruckt 1839 von Th. Wright, Polit. Songs S.59— 63 — 1841 
von Le Roux de Lincy, Recueil de chants historiques fran- 
(jais Bd. I S. 198-203 und von F. Wolf, Lais S. 454-56. 

Entstanden 12G3. 

LXV. aabecb. 8 S. 

1. Li dis des set visces et des set viertus. 

41 Str. 

Mundus, caro, demonia 
Diversa movent prelia. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411—26 Bl. 82 r» 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 187-188 

3. Turin, Königl. Bibl. L. V. 32 Bl. 56. 

Auf die Hs. 2 hat hingewiesen P. Paris, Mss. fr. VI, 409 Nr. 89 

— auf die Hss. 1 und 3 A. Scheler, BCond. I S. XX Nr. IT 
und Bibl. beige II, 7 Nr. XL — Kurz besprochen Hist. litt. 
XXIII, 253. — Über ein Gedicht gleichen Titels vgl. G. Gröber, 
Zt. IV, 352 Nr. 17 und E. Stengel, Zt. V, 383 Nr. 12. 

Stellen, an denen wie in V. 1 die Zusammenstellung von Welt, 
Fleisch und Teufel als der drei Feinde des Menschen be- 
gegnet, haben gesammelt A. Tobler, Gott. gel. Anz. 1873. 
S. 960; Zt. IV, 163 — P. Meyer, Rom. XVI, 1 und A. Tobler, 
Zt. XI, 430. 

Die Hss. stammen aus dem Ende des 13. Jahrh. 

2. De Tamor que Dex a a home. 

(Anf. n. d. Hs. 2): Bien est am6z qui amors aime 

Et qui de par lai se reclaime. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24429 Bl. 110c— 115 d 
2. Rom, Vat. Bibl. Reg. 1682 Bl. 102a -lu8a. 
Auf die Hs. l hat hingewiesen G. Gröber, Zt IV, 352 Nr. 22 

— auf die Hs. 2 E. Stengel, Zt. V,B84 Nr. 18 und E. Lan- 
glois, Not. et Extr. XXXIII, 2 S. 205 Nr. XVIII. Letzterer 
teilt die 1. Strophe und die 4 letzten Verse mit, welche übri- 
gens paarweis reimen. 

Hs. 1 : Ende des 13. Jahrh. 

3. La geste de Blancheflour ei Florence, 

L'antre hier m*en aloi jonant 
De mes amors rejöissant. 

Hs. Cheltenham, Bibl. PhiUipps — bis 1861 im Besitz der 
Familie Savile Nr. 44. 



- 155 — 

Die erste und die letzte Strophe hat mitgeteilt 1861 P.Meyer, 
ficol. Chart. 5. F. Bd. II, 278. — Über inhaltlich verwandte 
Dichtungen vgl. Eist. litt. XIX, 771 und P. Meyer, Korn. 
XV, 333. 

Hs.: 1300. 

4. Le chappel des trois fleurs de lys. 

Par maniere d'esbattement 
A estä fait nonvellement. 

Es. Bern 217. 

Eine Darstellung des Inhalts mit reichlichen Proben hat ge- 
geben A. Jubinal, Bapp. S. 69 —72. 
Entstanden 14. Jahrh. 

5. Gebet. 

Dex qui feis comme veras pere 
De ta fille ta sainte mere. 

Es. London, Br. Mus. Addit. 15606 Bl. 96 d -97 a. 

Die beiden ersten und die letzte Strophe hat mitgeteilt 1877 

P. Meyer, Rom. VI, 18 und 602. 
Es.: Anfang des 14. Jahrh. 

6. Vier retrograde d'amours 4 Str. 

von Jean de Cond6. 

Amonrs est vie gloriense 
Tenir fait ordre gracionse. 

Ess. 1. Paris, Ars. bibl. 3524 Bl. 887° 

2. „ Nat. bibl. f. fr. 1446 Bl. 159. 
Nach beiden Ess. gedruckt 1867 von A. Scheler, BGond. III, 

143-144. — Die 2. Eälfte der Strophe ist Wort für Wort 

die Umkehrung der ersten Eälfte. 
Entstanden 1300—1340 (vgl. XXXVI, 38). 

7. De Tamant hardi et de Tamant creme- 

tens 13 Str. 

von Jean de Cond6. 

En le donche saison jolie 
Qne toute creatnre est lie. 

Es. Born, Gasanat. Bibl. B. III. 18. 

Gedruckt 1860 von A. Tobler, Gedichte von Jehan de Gondet 
nach der Gasanatensischen Es. herausgeg. Tübingen. 1860. 

ftetebas, Sirophenformen. 11 



— 156 — 

« 

LXV S. 96-100 — 1866 von A. Scheler, BCond. II, 297—302 - 

1884 von K.Bartsch, Chrest.« Sp. 395— 400. — Über die 
Form des Gedichtes sieh oben S. 36. 
Entstanden 1300—1340 (vgl. XXXVI, 38). 

8. La Patre-Nostre farsie. lo Str. 

Pater noster doit chascnn dir^ 
A Dieu et crier: Bians douz sire. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr, 837 Bl. 274 r*'. 

Gedruckt 1877 von A. de Montaiglon, Fabl. II, 145—147. Kurz 
erwähnt Hist litt. XXm, 255. — Wahrscheinlich ist das Ge- 
dicht identisch mit dem unter XXIX, 12 verzeichneten; sieh 
dieses. 

Hs.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. VIII, 21). 

9. D'Avoir et de Savoir 163 Z. 

von Jehan de Choisi. 

Jehanz de Choisi viaut vfe'oir 
S'an lui a tant san ne savair. 

Hs. Bern 354 Bl. 72v<>. 

Gedruckt 1838 von Jubinal, Rapp. S. 27—31. — Kurz erw&hnt 
Hist. litt. XXIII, 263. — Aufser im 1. Vers nennt sich der 
Dichter auch noch V. 25, hier ohne den Zusatz de Choisi. 

Die metrische Form ist häufig durch Verderbnis des Textes 
gestört. 

Hs. : 13. Jahrh. 

10. Gebet 13 Str. 

von Gautier de Coinsy. 

Marie mere de Concorde 

De Jesucrist ton filz m'acorde. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 173 

3. n w » » » 2163 Bl. 226 

4. Soissons, GroDses Seminar 

5. Pavia, Univ. bibl. CXXX. E. 5 Bl. 65 a— 65 d. 

1845 teilte P. Paris, Mss. fr. VI, 408 Nr. 70 aus der Hs. 1 die 
ersten beiden Zeilen mit. — 1857 druckte Poquet, GCoinfl- 
S. 763 die 11 Zeilen») der Hs. 4 ab. — 1870 veröffentlichte 



1) Hinter Z. 4, in welcher das sinnlose morir durch ein einsilbiges 
Wort zu ersetzen ist, fehlt ein Vers. 



— 157 — 

A. Mussafia, Afr. Hb. S. 51 Nr. XVI die erste und die letzte 
Strophe der Hs. 5. — Auf die Hs. 2 ist hingewiesen Catal. des 
mss. fr. I, 240 — auf die Hs. 3 eb. I, 36«. - Über die Form 
des Gedichtes sieh oben S. 15. 
Entstanden 1. Drittel des 13. Jahrh. (T. Chr.). 

11. De Cortois d'Arras, V. 1—126. 2i Str. 

Metez, metez vos bestes fors 
Bues et vaches, brebis et pors. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 63 

2. „ „ „ „ „ 1553 Bl. 499rO 

3. „ . „ « « 19152 Bl. 82v« 

4. „ „ „ früher S. Germ. 1850*) 

5. Pavia, üniv. bibl. CXXX. E. 5 Bl. 58 a- 62 a. 

Nach den Hss. 1. 2 und 4 gedruckt 1808 Barb. u. M. I, 356— 
379. Kurz besprochen Hist. litt. XXIII, 70-71. — Die Va- 
rianten der Hs. 5 hat veröffentlicht A. Mussafia, Afr. Hs. 
S. 46— 50.*) Auf die Hs. 3 ist hingewiesen von Grapelet, 
Parton. S. 36 Nr. 69. — Das Gedicht ist jm übrigen bis auf 
ein kurzes Stück (sieh VIII, 69) in achtsilbigen Reimpaaren 
verfafst. 

Entstanden 13. Jahrh. 

12. Fabelsammlung von Chartres.^) 

Hs. Ghartres261. 

Gedruckt 1834 (von Gratet Duplessis) Fahles en vers du XUI« 
si^cle. Chartres. 1834. — Fabel 9: Du chien qui passa le 
fleuve ist auch gedruckt Eecueil S. 357. Die Sammlung be- 
steht aus 40 Fabeln, einem Prolog und einem Epilog. 

Hs.: 2. Hälfte des 13. Jahrh. 

Weitere Beispiele dieser Form sieh unter LXXXV, 10 
und 12; LXXXVI, 2 und 3. 

LXVI. aabccl)». 6 S. 

1. Les Proverbes del Vilain. 



1) Sollte etwa 1850 durch Druckfehler statt 1830 stehen, so würden 
die Hss. 3 und 4 identisch sein. 

2) S. 46 Anm. 1 wird als Form angegeben aabaab, aber nur die 4 
letzten Strophen zeigen durch Zusammenfallen von a und c (vgl. oben S. 14) 
dieses Schema. 

3) Unzutreffend ist die Form behandelt: Rom. VI, 35 und Fab. lat 

1,714. 

11* 



— 158 — 

Ici ad del vilainO 
Maint proverbe certein. 

Hss. 1. Berlin, Königl. Bibl. Hamilton 257 Bl. 53 c -56 d 

2. Paris, Ars. bibl. 3142 Bl. 273 r» — 278 v» 

3. „ Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 164-165 v« 

4. „ . „ „ „ 17177 Bl. 275r» 

5. „ „ „ „ „ 19152 Bl. 73v« 

6. „ „ „ früher Suppl. fr. 1941 

7. Oxford, Bodl. Digby 86 Bl. 143r«— 149v« 

8. „ „ Seid, supra 74 Bl. 35 v®. 

Nach der Hs. 7 im Auszuge gedruckt 1859 von Le Ronx de 

Lincy, Prov. fr. II, 459—470. -- Lesefehler berichtigt E. Stengel, 

» Cod. man. S. 65 Anm. 1. — Besprochen Hist. litt. XXIII, 198 

und Prov. fr. I S.XXIX. — Auf die Hss. 2—6 hat hingewiesen 
Le Roux de Lincy, Prov. fr. II, 551. 553. 555. 563 — auf die 
Hs. 8 E. Stengel, a. a. 0. S. 66 — auf die Hs. 1 G. Raynaud, 
Rom. XII, 214 Nr. 35. — Über die Hss. 5 und 8 vgl. die 
Fassung unter XXXVIII, 1. 

An jede Strophe schliefst sich ein Sprichwort in Versen oder 
Prosa, darauf folgen die Worte: Ceo dist le vilain. 

Entstanden 13. Jahrh. 

LXVll. üSLhee\iöd߀€ß, 8 S. 

1. Geistliche Ermahnung, S Str. 

Puis ke homme deit de ci partir 
E en ceste vie murir. 

Hs. London, Lambeth Palace 522 Bl. 220 b — 222. 

Gedruckt von R. Reinsch, Archiv LXIII, 76 Nr. 46; vgl. dazu 
G. Gröber, Zt. VI, 152. 

Nur Str. 2—7 zeigen Refrain, doch ist b durch das ganze Ge- 
dicht derselbe Reim. 

Entstanden 13. Jahrh. (vgl. Rom. XV, 148). 

LXVm. aab/ddby. 5S. 

1. De Marco et de Salemon. 68 Str. 

MortaI(iJt6z et guerre 
Est escil de terre. 

Hss. l. ]fipinall89 BL 38-40 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 161 v« 

3. « „ „ „ „ 25545 Bl. 1 r« 



1) Die 1. Str. zeigt die lleimstellung aabbccD. 



— 159 — 

4. Bern 354 Bl. 36 r*» 

5. Genf 179^8 Bl. 64. 

Gedruckt nach der Hs. 2 1823 von M6on I, 416-436 — nach 
der Hs. 1 1S36 von Mona, Anzeiger für Kunde der teutschen 
Vorzeit. Karlsruhe. Sp. 58—61. Lesefehler berichtigt Bon- 
nardot, Bull. 1876. S. 82 Anm. 1. — Kurz erwähnt Hist. litt. 
XXIII, 689 und Prov. fr. I S. X. — Auf die Hs. 3 hat hin- 
gewiesen Le Roux de Lincy, Prov. fr. II, 548 — auf die 
Hs. 4 Jubinal , Lettre S. 36 Nr. 8 — auf die Hs. 5 Ritter, 
Bull. 1877. S. 90 Nr. 20. — In der Hs. 1, welche eine stark 
gekürzte Fassung (nur 18 Strophen) enthält, fehlen die Re- 
frainzellen. Dafür sind die Namen der beiden sprechenden 
Personen den Halbstrophen vorgesetzt. -— Eine andere Fas- 
sung sieh unter XXY, i. 

Entstanden 2. Drittel des 12. Jahrh. (T. Chr.). 

LXIX. 8a 6b 8a 6b. 

1. L' afaitement Catun, Bach II V.315— 466 37 Str. 

von Elie de Wincestre. 

Talent de terre guäin[i]er 
Si tu aies, bel[z] fiz. 

Über die Hss. vgl. LXII, 7. 

Gedruckt 1886 von E. Stengel, Ausg. u. Abh. Nr. 47 S. 122—130. 

Entstanden 12. Jahrh. (vgl. Litt. fr. § 103). 

LXX. abab. 8 S. 

1. Übersetzung der 10 Gebote. 13 Str. 

S'ensniyent les commandemens 
Qa'il nons fault garder et savoir. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 952 Bl. 187 v». 

Mit der ersten Strophe angeftkhrt 1848 von P. Paris, Mss. fr. 

VII, 314. 
Hs.: 15. Jahrh. 

2. Les dix commandement de la Loy. lo Str. 

Ung seul Dien de tonte creature 
Tu serviras et aimeras. 

Hss. 1. £pinal 189 Bl. 159—160 

2. Paris, Didot Catal. 1883 Nr. 16 Bl. 79v<>. 
Aus der Hs. 1 hat die erste und die letzte Strophe mitgeteilt 

Bonnardot, Bull. 1876. S. 127 Nr. 92. — Über die Hs. 2 

vgl. Didot Catal. 1883. S. 25. 



- 160 — 

Jeder Vierzeile geht der lateinische Text des'Gebotes^ voraus. 
Hs. l: Ende des 14. und Mitte des 15. Jahrh. 

3. Pater noster (Bruchstück). 

<Anf. verstümmelt) : Pour coy se veus mon conseil croire 

Lassus amont tu te tenras. 

Hs. Genf 179 Ws ßl. 8-9 v^ 

Die erste erhaltene und die letzte Strophe hat mitgeteilt 1ST7 
E. Ritter, Bull. S. 85 Nr. 3. — Den Vierzeilen gegenüber 
stehen der Reihe nach die Worte des Paternoster, 
^s.: 15. Jahrh. 

Ein weiteres Beispiel dieser Form sieh unter LXXXV,2. 

LXXI. abab. 10 S. 

1. Le miroir des dames et damoiselles et 
Texemple de tout le sexe feminin. 

Mirez vous cy, dames et damoiselles, 
Mirez vous cy, et regardez ma face. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 147. 

Mit der ersten Strophe angeftkhrt von P. Paris, Mss. fr. 1,341. 

Hs.: Anfang des 15. Jahrh. 

LXXII. abababab. 7 S. 

1. Gebet zur Jungfrau Maria. i Str. 

Ave, vierge, toute pure 
De tout mal et tout pechi6. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 25415 Bl. 42 a— c. 

Gedruckt 1883 von H. Suchier, Denkmäler provenzalischer Lite- 
ratur und Sprache. Halle. Bd. I S. 284—288. 

Das in provenzalischer Fassung erhaltene Gebet ist franzö- 
sischen Ursprungs und daher von Suchier ins Französische 
umgesetzt worden ; vgl. a. a. 0. S. VIII. 

Entstanden 14. Jahrh. (vgl. a. a. 0. S. 549). 

LXXIII. abababab. 8 S. 

1. Prolog der Übersetzung der Consolatio phi- 
losophiae des Boethius 19 Str. 

von Renaut de Louens. 

Fortune, mere de tristece 
De douleur et d'affliction. 



— 161 — 

^III. Hss. 1. Arras 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 578 

4« „ „ „ „ ^ 1 uyD 

5« w M » » » 1102 

6. » » V >> n 1540 

'• w w w » » 1542 

8. „ r> » w » 1651 

y« »» n *• » » 242oU 

10. „ « « « „ 24307 Bl. 35 

11. „ Didot Catal. 1881 Nr. 23 

12. ff n D »» iNr. 24 

13. Rom, Vat. Bibl. Reg. 1518 Bl. Ir^— 117v« 

14. Genf 179^8 ßl. 10—12 v«. 

Aus der Es. 1 wurden Anfang und Schlafs mitgeteilt 1855 in 
Mömoires de l'Acad^mie d' Arras Bd. XXVIII, 319-327. Die 
Hss. 2 — 9 hat zusammengestellt L. Deli8le,ficol. Chart. XXXIV 
S. 19 Nr. VII.*) — Auf die Hs. 14, welche nur kurze Bruch- 
stücke enthält, ist hingewiesen von £. Ritter, Bull. 1877. 
S. 86 Nr. 4 und 5; S. 99-104 und Bull. 1879. S. 97 — auf 
die Hss. 11 und 12 in Didot Catal. 1881. S. 31 und 33 — auf 
die Hs. 10 von van Hamel, Rencl. S. XV — auf die Hs. 13 
von E. Langlois, Not. et Extr. XXXIU, 2 S. 181. 

Die gleiche Reimstellung kommt auch in der eigentlichen Über- 
setzung vor, anscheinend jedoch ohne strophische Gliede- 
rung. — Der Dichter nennt sich in Form eines Akrostichons; 
vgl. oben S. 43. 

Die Übersetzung ist im Epilog datirt vom 31. März 1336. 

2. De Brichemer 3 Str. 

von Bustebuef. 

Bimer m'estuet de Brichemer 
Qui de moi se jöe a la briche. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 315 c 

2. „ « « „ „ 1593 Bl. 72a 

3. » „ » » w 1635 Bl. 83 a. 

Nach den Hss. 1 und 2 gedruckt 1799 von Le Grand d'Aussy, 
Not. et Extr. V, 412— 414 — 1839 von A. Jubinal, Ruteb.» 
1,208—210 — 1874 Ruteb.^U, 1— 5 — nach allen 3 Hss. 
1885 von Krefsner, Rust. Ged. S. 98. — Kurz besprochen 



1) Wieder abgedruckt in Inventaire gän^ral et m^thodique des manu- 
s frangais de la biblioth^ue nationale par L. Delisle. Paris. II (1878) 



7—346. 



— 162 — 

LXXIII. Eist. litt. XK, 743. — Zu dem Namen Brichemer vgl. A. Tobler, 

Verbl. Ausdr. S. 9. 
Entetanden 1255—1285. 

3. Übersetzung der Gonsolatio philosophiae, 

Prolog. 9 Str. 

Pour le tont poissant honnourer 
Et magnifier son haut nom. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. 25418 Bl. 1—74. 

Auf diese Übersetzung hat hingewiesen L. Delisle, £coI. Chart 
XXXIV, 17 Nr. VI. Sie ist nach F. Meyer, Rom. II, 272 nur 
eine veränderte und steUenweis gekürzte Abschrift der Über- 
setzung unter Nr. 12. — Da jedoch der Prolog in beiden 
verschieden ist, ftlhre ich sie getrennt auf. 

4. De ranunciatioQ Nostre Dame. uStr. 

Ma volenti est bone et preste, 
Selonc ma simple intention. 

Hs. Pavia, Univ. bibl. CXXX. E. 5 Bl. 65 d— 66 c. 

Die erste und die letzte Strophe hat mitgeteilt A. Mussafift, 

Afr. Hs. S. 52 Nr. XVII. 
Hs. : Anfang des 14. Jahrh. 

5. La Desputizons dou Croisiö et don Des- 

croisiö 30 Str. 

von Rustebuef. 

L'autrier entor la Saint Remi 
Chevauchoie por mon afere. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 9411-26 Bl. 24 r« 

2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1635 Bl. 10 a 

3. Turin, Königl. Bibl. L. V. 32 Bl. 227. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1835 Bulletin de la Soci^t^ de llii- 
stoire de France S. 53—66 und von P. Tiby, L'histoire des 
croisades de Mills. Paris. III ^) — 1839 von A. Jubinal, Ruteb.^ 
I, 124—134 — 1861 von Cräpet, Les po^tes fran^ais I, 258- 
272 — 1874 Ruteb.2 1, 146—160 — 1885 von Kre&ner, Rost. 
Ged. S. 35-41. — Besprochen Hist. litt. XX, 764—765. Auf 
die Hss. l und 3 hat hingewiesen A. Scheler, BGond. I S. XVU 
Nr. 8 und Bibl beige II, 31 Nr. LH. 

Entstanden 1268—1270. 



1) Mir nicht zugänglich. 




— 163 — 

S.II[,0.Le8 nenf joies Nostre Dame oder 

Li diz des proprietÄz Noatre Dame 26 Str.') 
von Rustebueff?). 
Ruine de pitiö, Marie, 
Eü qui deitö pare et clere. 

Hbs. 1. Paris, Ars, bibl. 3142 Bl. asör" 

2. „ _ . 5201 S. 141 

3. „ Nat. biW. f. fr. 837 Bl. 179 

4. , „ , „ , 1635 Bl. 43 

6. , „ „ , „ 12467 
Ö. „ , , „ , I24S3 Bl.gOifO 

7. „ . , . , I27S6 Bl. ÖOt"- 92rO 

8. . „ „ f. lat. 16537 Bl. 32 

9. „ 8. GeneTi^Te-Bibl.T. 10 Bl. in 

10. Cambridge, Unir. bibl- Dd. II. 78 Bl. 45 

11. Cheltenham, BiU. PhüIippB 8330 Bl. 57t™ 

12. Turin, Königl. Bibl. L. V. 32 Bl. 111. 
Hach den tlsB. 3. 4 und 9') gedruckt IBSSvonA. Jubinal, Rutob.' 

U, 9-18 — 1874 Euteb.^n, 152-163 — nach den Hss. 3 
und 4 1885 von Kreianer, Ruat. Ged. S. 201— 2üö. — Be- 
sprochen Hist. litt. XX, 774—775. 

Aua der Ha, 1 hat die erste und die letzte Strophe mitgeteilt 
Fr. Michel, Ch. Sax. I S. LXXIU Nr. 25. - Die Hs. li führte 
an Jubinal, NRec. 11, 419. — Aus der Ha. 12 veröEFentlichte 
A. Scheler, Bibl. beigell, 15 Nr. XXXVI Anfang und Schlufs. 
Letzterer sÜmmt übereiu mit den Hsa. 1 und i. — Auf die 
Es. 7 wies bin Brakelmann, Jahrb. XI, 104 — auf die Ras. 2 
und 5 O. Gräber, Zt. IT, 461 Nr. 4. Aus ersteror druckte 
P. Meyer, Rom. XVI, 56 Str. 1 ab. — Auf die Haa. S. 10 und 
11 machte aufmerksam P.Meyer, Rom. XIII, 511 Nr. 13 und 
teilte aus der Ha, 10 'l'jj Str. vom Anlang mit. 

Je 2 Strophen zeigen gleiche Raiue. 

Über den Verfasser, den man in Rustebuef, Guiltaume de 
Saint -Amour und Nicole Bozen hat finden wollen, vgl. 
P. Meyer, Rom. XUI, 512 und NBoz. S. XSIX. Danach ist 
letzterer jedenfalls auagescblossen. Der Verfasser der Ha. 6 
giebt keinen Namen an; vgl. NRec. 11, 419. 

Hb. 8: gegen 1262 (vgl. L. Delisle, Inventaire des manuacrits 
Utins. Paris. 1863-71). 



1) Die Eist. litt. XX, 774 giebt die ZabI der Strophen anf 37 an, 
li iat dies wohl ein Druckfehler für 27, welche das Gedicht inButeb.' 

Bnteb.' aufweist. 

2) Die von Jubinal angefQbrte Hs. Paris, Nat. bibl. f. k. 1&93 enthält 
Gedicht nicht; vgl. Rom. XIU, 512 Anm. 1 and Rnst Ged. B. 201 Anm. 



— 164 — 

ILXXIII.7.ABC 28 81r, 

von Plante-folie. 

Ce dist uns clers, Plante-folie, ^H 

Qui molt a lonc tans foloiä. ^H 

Ilae. 1. Paria, Are. bibl. 3142 Bl. 29U" ^| 

2. _ Natbibl. f.fr. S37 BI. 

3. ■ , - , - 12581. 
AuB der Bs. 1 hat die erste Strophe nutgotoUt iSä9 Fr. Michel, 

eil, Sax. I S. LXX Nt. 22. - Auf die Hb. 2 wies hin 1845 
P. Paria, Mbs. fr. VI, 409 Br. 88 — auf die Hb. 3 1869 J.Bn- 
lielniaiin, Archiv Bd. XLII S. 66. — Kurz erwähnt Hist.litt. 
SXIII, 263. 

Die Strophen beginnen der Reihe nach mit den BachsUI»n 
des Alphabets, die 3 letzten mit Ablt&rzungBzräcben, 

Hbb. Iund2: Ende des 13. Jahrb. 

8. TJberBetznngderS ersten Kapitel des toben 
Liedes. 

Tres glorieus Diene, or eDcline 
Tea oreilles a ma priere. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. fr. UiHie Bl, 1 r". 
Eine DarBtollung des Inhalts mit reichlichen Proben hat ge- 
geben Bonnard, Trad. Bibie 8.102—106. 
Entstanden Ende dea 13. oder Anfang des 14. Jahrb. 

9. Satirisches Gedicht gegen die Engländer. 

24Str, 

Unus frater de Syleyo 

Qui moult aime bon vin sanz He. 

Hs. Pavia, Univ. bibl, CXXX. E, 5 Bl. ö6a- 56b. 

Gedruckt 1870 von Ä. Mussafia, Afr. H». 8, 3U— 41. 

Uaa Gedicht Terbindct lateinische und französische Yeran in 
der Weise, dafs in den ungeraden Strophen der tateinisM 
in den tjeraden der französische Vers Torangeht. Di«« 
Wechsel hat darin seinen Orund, dafa das letzte Wort 
jeder Strophe am Anfang der nächsten «iederkehrt. — 0^ 
dichte, welche in mehreren Sprachen Terfarst aind, hat ta- 
sammengestellt P. Meyer, Born. tV, 3SI).>) 

Entstanden gegen ü'Jii (T. Chr.). 

10. La despntoison de Ghali ot et du barbier laSti. 
von RusteboeF. 



— 165 - 

[lll. Uautrier un jor jöer m'aloie 

Devers TAucerrois Saint- QermaiD. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 323 a 

2. „ „ » » » 1635 Bl. 5d 

3. „ „ « « » 24432 Bl. 35d. 

Nach allen 3 Hss, gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb. 

I, 212-217 — 1874 Ruteb.« II, 8-14 — 1884 von K. Bartsch, 

ehrest* Sp. 371—373 — 1885 von Krefsner, Rust. Ged. 

S. 99—101. — Kurz besprochen Eist. litt. XX, 741. Der 

Name des Dichters begegnet Str. 1 1 a. 
Entstanden 1255-1285. 

11. Marguet convertie. 34 Str. 

* L'autre jour mon chemin erroie 
Come eil qui ne paet aler. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. 194 

2. „ « « n « 25545 Bl. 73r«. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1839 von A. Jubinal, NRec. I, 317 

-326. — Besprochen Hist. litt. XXIII, 205 und 218. — Auf^ 

die Hs. 1 wird hingewiesen NRec. II, 421. 
Hs. 2: Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. (vgl. XIII, 1). 

12. Übersetzung der Consolatio philosophiae, 

Prolog. 9 Str. 

Gelui qui bien bat les boissons 
Est dignes d'avoir les moissons. 

Hss. 1. Brüssel, Königl. Bibl. 10474 
2. Paris, Nat. bibl. f. fr. 577 

6. ., „ f, n » 1946 

• • w » « » » IZZöl 

o» <» M f, f, „ 122oo 

9. „ » w « » 12239 

10. „ . n . . 12240 

11. « n „ . » 12459 

12. „ n n n r, 25416 

13. „ , n ff r, Nouv. acq. 1982 
,14. Toulouse 822 Bl. 1-85 
15. Ashbumbamplace Barrois 266. 
Die Hss. 1—13 hat zusammengestellt L. Delisle, £col. Chart. 



— 166 - 

LXXIII. XXXIV, 21 Nr. VIII. — Auf die Hs. 14 bat hingewiesen 

Queiix de Saint-llilaire, Eust. Desch. III S. XVI — auf die 
Hs. 15 P. Meyer, Rom. II, 272 Anm. 1. — Eine weitere H8. 
sieh unter Nr. 3. — Über einen alten Druck vgl. Brunei, 
Manuel I, 1036. — Nach 78 paar weis gereimten Achtsilbnem 
zeigt der Prolog 9 Strophen obiger Form. 
Entstanden 1364 oder 1380 (vgl. Delisle a. a. 0. S. 31). 

13. De la descorde de Tüniversitö et des Ja- 

cobins 8 Str. 

von Rastebaef. 

Rimer m'estuet d'une discorde 
Qu'a Paris a sem6 Envie. 

Hss. 1 . Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 BI. 307 c 
•2. „ . „ n . 1593 BI. 64 
3. „ „ ti n f> 1635 BI. 17 b. 
Nach allen drei Hss. gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.* 
1, 151—154 — 1874Ruteb.2I, 178—182 — 1885 von A. Krefsner, 
Rust. Ged. S. 48—50. -— Kurz besprochen Hist. litt. XX, 750. 
Entstanden gegen 1254. 

14. De mon seigneur Anseau de Tlsle 7 Str. 

von Rustebuef. 
Iri^z, a maudire la mort 

Me Youdrai desormes amordre. 

Hss. l. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 BI. 306 c 

2. „ „ n » n 1593 BI. 65 a 

3. „ „ » n n 1635 BI. 15 d. 

Nach allen Hss. gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.^ 1,87 
—90 — 1874 Ruteb.2 I, 103—106 — 1885 von A. Krefsner, 
Rust. Ged. S. 96 - 97. — Besprochen Hist. litt. XX, 759. 

Entstanden 1285 (vgl. Ruteb.^ I, 103 Anm. I). 

15. DePierre deLaßroche, quidispute aFor- 

tane par devant Reson. 35 Str. 

(Anf. fehlt): Trop ai chier achatö Tavoir, 
La richece et le seignorage. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 BI. 138—139. 

Gedruckt 1835 von A. Jubinal, La complainte et le Jen de 
Pierre de la Broce. Paris S. 29-38 — 1839 von Monmerqu6 
und Michel, Th. frg. S. 208 — 215. — Besprochen Hist. litt. 
XXIII, 467. - Das gleiche Ereignis behandelt VIÜ, 13. 

Entstanden nach 1276. 



— 167 - 

LXXIV. abababab. 10 S. 

1. La desputaison de TEglise de Romme et de 
TEglise de France pourlesiegedupape 

von Godefroy de Paris. 25 Str. 

A droit me plaings qni suis Rome nomm^e 
Et porqaoi dont pas ne me complaindroie ? 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 146 Bl. 55. 

Mit der ersten Strophe angeführt 1836 von P. Paris, Mss. fr. 

I, 335. 
Entstanden 1. Viertel des 14. Jahrh , nach 1309. 

LXXV. 8a 8b 8a 8b 8a 8b 8a 8b 2e 14c. 

1. ABC a femmes, 30 Str. 

Quy a la dame de paräis 
Deyvent foy e löautö. 

Hs. London, Br. Mus. Harl. 2253 Bl. 49ro. 
Gedruckt 1842 von Th. Wright, Spec. S. 1-13. 
Der Titel geht her?or aus Str. 2 Z. 3 : 

Je frei a femmes un a b c 
A Tescole sl eles vueillent aler. 

Nach den beiden Einleitungsstrophen beginnen die nächsten 
23 der Reihe nach mit den Buchstaben des Alphabets, die 
vorletzte mit Ave Maria, die letzte mit Amen. — Wright 
hat die letzte Zeile, in welcher man übrigens infolge ihres 
sentenzartigen Inhalts verschiedentlich ein Citat vermuten 
. könnte, in zwei zerlegt. 

Hs. : Anfang der Regierung Eduards H. 

LXXVI. ab ab b ab. 8 S. 

1. La Guerre de Metz. 296 Str. 

Pour eschevir mirancolie 

Qai m'ait esteit souvent contraire. 

Hss. 1. Metz 81 Bl. 77—134 

3. Paris, Nat. bibl. f. fr. 5782 Bl. 1—67. 
Nach der Hs. 3 gedruckt 1875 von Bonnardot, Gu. Metz 

S. 102 — 258. — Das Gedicht scheint unvollendet zu sein; 

vgl. a. a. 0. S. 413 
Entstanden 1325. 



LXXVII. aljabbabn. 8 S. 

1. Li confors d'amours i 

vou Jean de Conclä. 

IlODS narr^z a mestier de mire 
Pour inetre a sa plaie ongnemcnt. 

Hbs. 1. Paris, Ars. bibl. 3524 Bl. 36 

2, ^ Nat. bibl. f. fr. 14^6 Bl. Ifnv". 
Nach beiden Hbs, gedruckt IS67 von A. Scheler, BCond. S 

-180. 
p:iistanden 1300-1340 (vgl XXXVI, 3 H 

LXXVIII. abalibobe. 8 S.'J 

1. Klage auf den Tod Eduards I. von Etigläi 

.,■... 1" Sir. 

öeigDUrs, oiez pnr Dien le grant, 

ChaoQonete de dure pit6. 
Ha. Cambridge, Univ. bibl. GG. 1. i. Bl. 459. 
Gedruckt 1839 Ton Th. Wright, Polit. Songa S. 211—245. Be- 
sprochen Eist. litt. XXVII, 44-45. - Die I.Strophe zeist 
} Erweiterung von 2 Zeilen, in welchen P. Meyer, Rom. 
XV, 338 Änm. 2. einen Refrain erblickt, — Trotz iler Be- 
zeiciiGUDg cbaofouete in Z. i war dae Gedicht wohl nicht 
a Singen bestimmt. 
Entstanden 1307. 

LXXIX. ababbcc. 8 S. 

1. Spottgedicht anf Hugon Anbriot. 22 Bir. 

1) Zufällig war mir anfangs diese Form blofs in Gedichten des 15, Jahrb. 
begebet, ao dalii ich glaubte sie als ein Eennzeichon für Abfassung nach 
dem Jahr 14UD anaeben zu dürfen, nennt aie doch &ucb G. Paria, Rom. 
XVI, 3S7 geradezu le huitain d'Alain Chartier et de Villen. Leider Qber- 
zeugto icii mich erst spät von dor Unhaltbarkeit meiner Ansicht und mab 
daher befürchten, daCs ich die von mir erstrebte Vollsländigkeit für diese 
Form nicht erroicht habe. Ein gleichgebautes, aber lyrisches Gedicht — 
alle 3') Strophen zeigen m&nnlicbe Reime — , ein Klagelied auf den an 
in. Sept. 134ä gefallenen Wilhoim IL, Grafen von Hainaut, hat aus der Hi, 
Paria, Nat. bibl. f, fr, 12576 Bl. 261v''— 2(i2r'' veröffentlicht Potvin, Pani- 
gyriques S. 43-57. 

Ähnliches wie von der Form LXXVIII gilt auch von der ReimBlelbng 
abahcdcd. Das einzige Beispiel, das ich inscrhalb der Grenzen muner 
Arbeit vorzubringen vermöchte, wäre ein Gedicht an die Jungfrau Maris, 
aus dem P. Meyer, Bull. 1SS6. S. 59 Kr. 32 die ersten l's Strophen mitteilt. 
Wahrscheinlich zeigt es jedoch, wie die folgenden Kümmern, lyrischen Bau. 



— 169 — 

Huge Aubriot bien me recors 
Qaant fns prevost premierement. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. lat. 4641 B. Bl. 1 50. 

Gedruckt 1838 Yon P. Paris, Les grandes chroniques de France 
Bd. VI, 478—481 — 1841 von Le Roux de Lincy, Recueil 
de chants historiques fran^s. Paris. Bd. I, 260— 271. 

Alle Strophen endigen mit einem französischen oder lateinischen 
Sprichwort, welches die letzte, einmal die beiden letzten 
Zeilen ausfüllt. Zu dem Sprichwort der 1. Strophe vgl. 
G.Paris, Rom. XVI, 101. 

Entstanden 1381. 

LXXX. ab ab b CO. 10 S. 

1. (Ohne Titel) 104 Str. 

Gens Sans conseil et aussi sans prudence 
Ce dit Moyse, Utinam saperent! 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 147. 

Mit der 1. Strophe angeführt 1836 von P. Paris, Mss. fr. I, 
340. — Das Gedicht, welches sich nach den Miniaturen zu 
urteilen auf das jüngste Gericht bezieht, mischt Latein und 
Französisch. 

Hs. : Anfang des 15. Jahrh. 

LXXXI. 5a 5b 5a 5b 10b 10c 10c 10c. 

1. Du prestre qui fu mis au lardier. 22 Str. 

Mos Sans vilonnie 
Vous veil recorder. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. 184rO-185vo. 

Gedruckt 1874 von P. Meyer, Rom. HI, 103 — 106 unter dem 

Titel Le savetier Baillet — 1877 von Montaiglon, Fabl. 

II, 24-30. — 
Das am Schlufs der 21. Strophe angeftüirte Sprichwort wird 

ähnlich verwendet in Mäon I, 308, 56. 
Hs.: 1. Hälfte des 14. Jahrh. (vgl. VIII, 42). 

LXXXIL 8a 8b 8a 8b 8b 4c 8c 8c. 

1. De Martin Hapart. 19 Str. 

Par mainte ibis öi aves 
De ces examples recorder. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. 239 v»— 240 v«. 

Gedruckt 1842 von Jubinal, NRec. II, 202-207 — 1877 von 



— 170 — 

Montaiglon, Fabl. II, 171 — 177. — Kurz besprochen Bist. 

litt. XXIII, 126. — Das Gedicht zeigt nur männliche Beime 

(vgl. oben S. 7). 
Die 16 paarweis reimenden Achtsilbner, welche Fabl. II, 171 

dem Gedicht vorangehen, gehören nicht za demselben, 

sondern rühren von dem Verfasser der Hs. her (vgl. oben 

S. 6). — Im Anfang dürfte eine Strophe fehlen, wie das 

ces examples in V. 2 lehrt. 
Entstanden 1. Drittel des 14. Jahrh. (vgl. NRec. II, 178 Anm. 1). 



LXXXIIL ababccdd. 7 S. 

1, Le dit de la queue de Renart. 23 Str. 

Tres douce gent entendes, 

Que Dieu vous gart de contrauvöz. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483. 

Gedruckt 1842 von Jubinal, NRec. 11, 88-95. — Z. 1—8 des 
Jubinalscben Textes gehören nicht zu dem Dit, sondern sind 
von dem Verfasser der Hs. gedichtet (vgl. oben S. 6). Die 
gleiche Art der Anknüpfung: Pour ce que j'ai fet mencion 
begegnet mehrfach, so bei dem Dit des Moustiers NRec. 
II, 102 — bei dem Dit de Verit6 eb. II, 422; auch II, 424 
und mit geringer Änderung bei dem Dit de l'instruction du 
roi de France eb. II, 416 und bei dem Dit de Merlin Merlot 
eb. II, 421. 

Das Geschlecht der Reime ist durch alle Strophen gleich, 
b ist weiblich. Z. 2 und 4 der 1. Strophe dürften daher 
gleichfalls durch den Verfasser der Hs. geändert sein, da 
sie 8 Silben und männlichen Ausgang haben. — Alle Strophen 
schliefsen mit Renart. — Zu dem Titel vgl. A. Tobler, Verbl. 
Ausdr. S. 29. 

Hs. : l . Hälfte des 14. Jahrb. (vgl. VIII, 42). 

LXXXIV. ababccdd. 8 S. 

Ein Beispiel dieser Form sieh unter LXXXVI, 2. 

LXXXV. Gedichte mit Stroplien yerschiedenen Baus. 

1. Anleitung für Priester zum Beichtehören 

von Gillon le Muisi. 9 Str. 

Quis, quid, ubi, qnando, qnotiens, cur, quomodo, per qaos. 

£ntendes chou qui siwera 
Et ces mos vos exposera. 



- t71 — 

Heb. 1. ÄBhburnbamplace 10 

2. London, Br. Mub. Äddit. 1Ö636 (AbBChrift der Hb. 1). 
Gedruckt 1882 Ton K, do Letlenhoye, GMiüb. 1,28 — 20. 

Nach der einleitenden Strophe ist der Auslegung jedes 

Wortes in dem Hexameter ja eine SIropho gewidmet, wejclie 

das betreffende Wort als Überschrift trägt 
Das Gedicht zeigt die Formen : 

XLIV. aahbcc. 8 S. Str. 2-8. 

XLVI. aabbccdd. 8 S. Str. I und H. 

Entstanden I35U. 



. Ysopetll. Fabel 3. 

La bataille de la Mouche et du Torel. 
La roouche äati de bataille 
Un torel fier et orgueilleus. 
Über die Has. vgl. LXH, 8. 
Qedrnckt Ya. 1, 125. 
Das Gedicht zeigt die Formen : 
XXIX. aabaab. 8 S. Str. 8—1 0. 

LXX. abafa. SS. Str. 1-7. 

Entstanden 14. Jahrh. 



K Str. 



, Sermon en vers sur la mort de Louis VIIL 
von Robert SaiDceriaux. 72 Str. 
i haus Bires dou eiel nos doint ferme creance 
t bone Toleatä par sa sainte poissance. 
Hb. früher im Besitz von de Vyon, Soigiieur d'Herouval. 
Gedruckt 1068 von Ch du Freime, sieur du Gange, Histoire 
de S. Louys, ücrite par Jean, aire de Jomvitle. Paris. 162 
-168. - Beaprochen Hist. litt. XXHI, 41ü-42a. 
Das Gedicht zeigt die Fonoen : 
VIll. aaaa. 12 S. Die Mehrzahl der Strophen. 

XLII. aabb. 12 S. Str. (i. 15. 27-49. 5S. 

Die Reime Bind vielfacL ungQDau. Der Dichter nennt sich 

Sti. lil): RoberB .... Commen^a cea regreB. 
Entstanden November 122S. 

.LaRoedeFortnne. 6 Str. 

Bians sires Diex, que vaut, que vaut 
La joie qui tost fine et faut. 
Has. 1. Brilsael, KSnigl. Bibl. 9411—20 Bl. I 
2. Paris, Nat. bibl. l- fr. 837 Bl. 21Ü 

s, StrDp1.enrarD.en, 12 



— 172 ~ 

LXXXV. 3. Rom, Vat. Bibl. Reg. 17Ü9 

4. Turin, Königl. Bibl. L. V. 32 Bl. 46. 

Nach der Es. 2 gedruckt 1835 von A. Jubinal, Jongl. S. 177 
— 181 — nach der Hs. 3 1889 von E. Langlois, Not. et 
Eztr. XXXIII, 2 S. 223-225. — Auf die Hss. 1 und 4 hat 
hingewiesen A. Scheler, BCond. I S. XY Nr. 1 und Bibl. 
beige II, 6 Nr. VIII. 

Der Vers hat durchweg 8 Silben. Die Anordnung der Reime 
ist in den Hss. 2 und 3 , soweit sich bei den Lücken der 
letzteren darüber etwas sagen läfst, durch alle Strophen 
bis zur 9. Zeile gleich« Denn Not. et Extr. S. 225 Z. 3 ist 
als eine den Zusammenhang störende Wiederholung der 
Z. 14 zu streichen. Erst von Zeile 10 ab beginnt die Ver- 
schiedenheit. 

Das Gedicht zeigt die Formen — in eckige Klammern schliefse 
ich die Verse ein, welche in der Hs. 3 fehlen, in runde, 
welche die Hs. 3 zusetzt — : 
Str. l. aabaabbbaaabbab V 
Str. 2. aaba[abbbabbaaaba]a[b] 
Str. 3. a[ab]aabbba[aabaabbab] 
Str. 4. aabaabbba[a]abbab 
Str. 5. aabaabbbalbb]a(b)a[ab]ab 
Str. 6. aa(a)baabbbabbaaabbabbab(ccb). 

Übereinstimmenden Bau zeigen die l. und 4. Strophe; vgl. 
zu der Form des Gedichtes oben S. 44. Als Verfasser ist 
Ch. Potvin , Bulletin du Bibl. beige XIX, 257 geneigt Heli- 
nand anzusehen, indem er sich auf die Ähnlichkeit des 
Stils mit den Vers de la Mort (XXXVI, 52) beruft. Als Be- 
leg führt P. an Str. 4 Z. 1 und 2: 

Que vaut avoirs, que vaut riqueche, 
Que vaut beubans, que vaut nobleche? 

und Vers de la Mort *-') : 

Que vaut honneurs, ke vaut rikece, 
Ee vaut biaut^s, que vaut hautecce! 

Ganz ähnlich heifst es aber auch in dem Gedicht unter 
LXVII, 1 Str. 3 : 

Quei vaut force u pruesce? 
Ke vaut aver u richesce?^) 

1) So die Hs. 3, entschieden besser als die Hs. 2, welche die beiden 
letzten Verse umstellt. 

2) In M^ons Ausgabe Str. 28 ; nur haben honors und biautös hier die 
Stellen mit einander getauscht. 

3) Durch Einführung von que vaut statt u würden beide Verse ihre 
richtige Silbenzahl erhalten. 



— 173 ^ 

LXXXV. Die Übereinstimmung des Ausdrucks an den 3 Stellen ist 
sicher keine zufällige, aber daraus auf Identität der Ver- 
fasser zu schliefsen, scheint mir nicht zulässig. Es wird 
vielmehr eine mehr oder minder bewufste Anlehnung an 
die Vers de la mort Yorliegen und damit die schon durch 
die Zahl der Hss. genügend belegte Thatsache der grofsen 
Beliebtheit und Verbreitung dieses Gedichtes eine neue 
Bestätigung erfahren. 
Hss. 1. 2. 4: Ende des 13. Jahrh. 

5. De la povretö Rutebeuf 4 Str. 

von Rustebuef. 

Je ne sai par ou je comence 
Tant ai de matiere abondance. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1635 Bl. 45a. 

Gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.» 1, 1—4 — 1874 Ruteb.» 

I, 1-4 — 1885 von Krefsner, Rust. Ged. S. 15-16. - Kurz 

besprochen Eist. litt. XX, 766. 
Das Gedicht zeigt die Formen : 

XXXVI. aabaabbbabba. 8 8. Str. 1-3. 

LI. aabbccddeeff. 8 8. Str. 4. 

Entstanden 1270. 

6. De Venus la deesse d'amor. 3i5 Str. 

Dames et vos puceles, oies et faites pes 
Que nus n'i soit noisans, clers, pacele ne lais. 

Hs. Paris, Ars. bibl. 3516 Bl. 319r«-324r^ 
Gedruckt 1880 von W. Foerster, De Venus la deesse d'amor. 
Bonn; vgl. dazu A. Boucherie, Rev. lang. rom. 3. F. III, 286— 
89 — H. Suchier, Zt. IV, 415-420 — K. Bartsch, Lit. blatt. III 
Sp. 307. Über das Verhältnis des Gedichts zu dem Fablei 
dou dieu d'amours (VJI, 5) vgl. Foerster a. a. 0. S. 41-46. 
Das Gedicht zeigt die Formen: 
VII. aaaa. 10 8. Str. 3. 6 — 30. 43. 55-57. 121— 

125. 174-176. 225—232. 248?.») 249?. 250-275. 276? 
Eine Zusammenstellung der aus dem Fablel du dieu d*amors 
entlehnten Strophen hat gegeben: Foerster S. 45. 
VUI. aaaa. 12 S. Die Mehrzahl der Strophen. 

X. aaaa. 14 S. Str. 127. 128^). 129, ISO. 131. 214. 



1 ) In den mit ? versehenen Strophen haben nicht alle Verse gleiches Mafs. 

2) Gursivdruck bedeutet, dafs die Strophen erst durch Foerster in 
en Anm. oder durch Suchier, Zt. IV, 417 durchweg Vierzehn- bezw. 
echzehnsilbner erhalten haben. 

12* 



— 174 — 

LXXXV. 215. 216. 240. 241. 287. 288, 289. 304. 308 [Foerster aUein]. 

5/0.311.5/2—5/5. 

XI. a a a a. 1 6 S. Str. 50^. 307. 308 [Suchier allein] . 
309. 

Entstanden Mitte des 13. Jahrh. 

7. Gedicht von den Freuden der Jungfrau 

Maria, 

Ma duce dame, merci vos cri, 
Aidez moy, jeo vus en pri. 

Hs. London, Lambetb Palace 522 Bl. 284b —293. 

Die 5 ersten und die letzte Strophe hat mitgeteilt ISSO 
R. Reinsch , Archiv LXIII, 93 Nr. 59. — Die 2. Zeile des 
Refrains lautet in der letzten Strophe abweichend: 

Grantez moy, ke seit issi. 

Voraufgehen 16 paarweis reimende Achtsilbner, welche an- 
fangen: 

Gloriuse pucele, des angles räygne, 

Ee Ihesu Crist enfantastes pure meschine. 

Soweit die Proben ein Urteil zulassen, zeigt das Gedicht die 

Formen : 

XLV. «abbcc. 8S. Str. 2flf. 

XLY II. aabbccdd. SS. Erste und letzte Strophe . 

Entstanden 13. Jahrh. (Vers. agn. S. 82). 

8. Roman de la Poire, Stück III. 5 Str. 

Je sui Cliges 11 amoreus et vez ei m'amle Fenlce, 

Qal del dart d'Amor doucereus est nayr6e soz sa pelice. 

Über die Hss. vgl. IX, 5. 
Gedruckt Poire S. 35. 
Das Stück zeigt die Formen: 
IX. 12aöt 12a6b i2a6^ 12a6b Str. 2—5 

XII. 16a8b I6a8b ißaSb I6a8b Str. 1. 
Entstanden 13. Jahrh. 

9. Le dit des trols mors et des trols vis 

von Nicole de Margival. 

Troi damolsel furent jadls; 
Mals qul par tont querrolt ja dls. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1109 Bl. 327 
2. „ „ „ „ „ 25566 Bl. 210. 



— 175 — 

iXXXV. Nach der Es. 2 gedruckt 1856 von A. de Montaiglon, L'AIpha- 

bet de la Mort de Hans Holbein. Paris, a 5 Bl. 2 — 1883 
von H. A. Todd, Panth. d'am. S. XXXI-XXXIX. — Kurz 
besprochen Eist. litt. XXIII, 279. — Über die Es. 1. vgl. 
Catal. des mss. fr. I, 188. 
Das Gedicht zeigt die Formen: 
XL. aabb. 8 S. 6 Str. 

Die Strophe läfst sich ohne Unterschied des Sinnes vom 
Anfang oder vom Ende aus lesen (vers r^rogrades). 
LV. aabbccddeeffgghhiikk. 8 S. 6 Str. 

LVII. aabbccddeeffgghhiikkllmmnnooppqqrrss. 8S. 
Einleitung und Schlufs. 
Entstanden Ende des 13. Jahrh. (vgl. Panth. d'am. S.XXVH). 

10. C'est des trois mors et des trois vis. 

Compains, vois tu ce que je voi? 
A pou que je ne me desvoi. 

Hss. l. Paris, Nat. bibl. f. fr. 378 Bl. 7v«— Sr« 

2. „ Didot Catal. 1 882 Nr. 3 Bl. 320 r« - 326 v^ 

3. London, Br. Mus. Arund. 83 Bl. 128 

4. „ „ „ Egert. 945 Bl. 12— 15v^ 

Nach der Es. 1 gedruckt 1856 von A. de Montaiglon, L'alpha- 
bet de la mort de Eans Eolbein. Paris, a 8 S. 2. — Kurz 
besprochen Eist. litt. XXEI, 278 ; vgl. auch Todd, Panth. d'am. 
S. XXX und Modern Language Notes 1887 Sp. 115 — 118.') 

— 1881 wies P. Meyer, Bull. S. 45 auf die Es. 4 und eb. 
S. 71 auf die Es. 3 hin. In letzterer fehlen die Strophen 
unter LXV. Die Strophen unter LIV haben nur 6 Zeilen. 

— Über die Es. 2 vgl. Didot Catal. 1882 S. 6. 
Das Gedicht zeigt die Formen: 

LIV. aabbccddeeffgghhii. 8 S. 6 Str. 

LXV. aabccb. 8 S. 6 Str. 

Die Strophen unter LXV sind retrogrades, 
lis. 1 : Ende des 13. Jahrh. (vgl. Mss. fr. III, 246). 

11. Fastrasie 30 Str. 

von Watriquet. 

Aprenez a mengier joute 
Vous qui ne goustes de pois. 

Ess. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 14968 Bl. 162-169 

2. Eaag, Königl. Bibl. 775. 
Nach der Es. 2 gedruckt 1 846 von A. Jubinal , Salv. S. 20 1 



1) Dieser Aufsatz ist mir nur aus Rom. XVIII, 186 bekannt. 



— 176 — 

—213 — 1868 von A. Scheler, Watr. S. 295—309. — Kurz 
erwähnt Hist. Utt. XXIII, 5ö9. 
Jeder Strophe geht eine Liederstelle vorher, deren beide Verse 
als erste und letzte Zeile der sich anschliefsenden Strophe 
wiederkehren und so deren Reim und Versart bestimmen 
(vgl. dazu Salv. S. 4S). Die Beimstellang ist durch alle 
Strophen dieselbe, nämlich aabaabbabab, nur die Silben- 
zahl wechselt. 

Aus Siebensilbnem bestehen Str. 1—6. 8. 13—16. 18. 21. 24. 

28. 30. 
„ Achtsilbnern „ Str. 9— 12. 17. 23. 29. 

„ Zehnsilbnem „ Str. 7. 19. 20. 22. 25—27. 

Entstanden 1300-1340 (vgl. XXXVI, 20). 

12. Chronik 

von Pierre de Langtoft. 

Zuletzt gedruckt 1 868 von Th. Wright, Pierre de Langtoft — 
Besprochen Hist. litt. XXV, 337—350. — Über die Hss. vgl. 
Ausg. Bd. I S. XXII ff. und Bd. II, S. VU ff. 
Die Chronik ist in einreimigen Alezandrinerlaissen verfafst, 
doch finden sich darin einige kurze strophische Abschnitte. 
£s begegnen die Formen: 
LIX. aabccb. 4 S. 

Bd. II S. 260—264 : 5 Str. und S. 266—268 : 5 Str. 
LX. 4a4a6b4c4c6b. 

Bd. II, 244 : 2 Str. Bd. II, 254 : 1 Str. 
LXI. aabccb. 5 S. 

Bd. II, 222 : 1 Str. 
LXIL aabccb. 6 S. 

Bd. II, 364: 1 Str. 
LXIIL 8a 8a 4b 8c 8c 4b. 

Bd. II, 268: 1 Str. 
LXV. aabccb. 8 S. 

Bd. II, 254—258 : 6 Str. 

Zwischen diesen Strophen und der unter LX angeführten 

steht eine Strophe der Form: 

4a4a6b 8c8c6b. 
Entstanden gegen 1307 (T. Chr.). 

LXXX VI. Die strophischen Formen der dramatischen Lite- 
ratur. 

1. Adam. 

Über die Hs., Ausgaben und Literatur vgl. Petit de Julleville, 
Myst^res II, 218—219. 



— 177 — 

XXXVI. Es kommen vor die Formen: 

YII. aaaa. 10 S. im Ganzen 43 Str. 

Ausgabe von Luzarche: S. 5, 17— 9, 17 — S. 36, 15— 18 — 
S. 37, 2-5 - S. 40,1— 12 — 8.40,17-45,12, 
(vielleicht) XLI. aabb. lOS. im Ganzen 3 Str. 

S. 10 — S. 36, 19-37,1 - S. 40, 13 — 16; vgl. dazu oben 
S. 45. Auf S. 10 nimmt man wohl gleichfalls besser paar- 
weis gereimte Verse an, da die übrige Scone sicher un- 
strophisch ist. 
Entstanden 12. Jahrb. 

2. Li jus de Saint Nicolas 

von Jean Bodel. 

Über die Hs., Ausgaben und Literatur vgl. Petit de Julleville^ 

Myst^res 11,221-223. 
Es kommen vor die Formen: 

YU. aaaa. 10 S. im Ganzen 3 Str. 

Th. fr. S. 199, 20-200, 3. 

Alle 3 Strophen haben weiblichen Keim. Der Zehnsilbner 
zeigt durchweg Cäsur nach der 6. Silbe. -^ Der am Schlufs 
der ersten Strophe stehende Zehn- und Achtsilbner sind 
wohl ein späterer Zusatz. 

YIU. aaaa. 12 S. im Ganzen 11 Str. 

Th. fr. S. 168, 7—18. 173,23-174,18. 174,31-175,2. 

LXY. aabccb. 8S. im Ganzen 73 Str. 

Th.fr.S.166,19— 167,27. 170,24-171,18. 172,7—173,22»). 
175, 11—176, 6. 176, 23-28. 176, 37—178, 6. 178, 18-35. 
191,6—192,5. 197,12-199,19.203,10-205,28.207,10-27. 

LXXXIY. ababccdd. 8 S. im Ganzen 2 Str. 

Th. fr. S. 176, 7-22. 

Beide Strophen zeigen nur männliche Beime. — Die 2 Eedß 
des Engels S. 176, 29— 36 stimmt in der Zahl der Zeilen 
mit den Strophen überein, nur reimen alle Yerse paar- 
weis. 
Entstanden letztes Drittel des 12. Jahrh. 

3. Li jus Adan ou de la feaillie 

von Adam de la Halle. 

Über die Hss., Ausgaben und Literatur vgl. Petit de Julle- 
ville, Th. Comique S. 20. — Hinzuzufdgen ist: A. Eambeau, 
Trouv. AHaie: Dramen S. 70—97 und L. Bablsen, AHaie *s 
Dramen S. 24-92. 



1) In der Strophe S. 173, 12-16 fehlt die 3. Zeile. 



— 178 — 

Es begegnen darin die Formen; 
YIII. aaaa. 12 S. 3 Str. 

y. i— 12. Alle Reime sind m&nnlich. 
LXV. aabccb. 8 S. 32 Str. 

V. 33— 182. V. 809— 871. V. 1091— 1096. 
Entstanden 1262 (vgl. AHale's Dramen S. 39). 

4. Le Miracle de Theophile 

von Rastebaef. 

Über die Hss. , Ausgaben und Literatur vgl. Petit de Julle- 
ville, Myst6res II, 223—225. — Hinzuzufügen ist: A. H. Klint, 
Le Miracle de Th^ophile de Eutebeuf. üpsal. 1869 und 
Erefsner, Bust. Qed. S. 206-222. 
Es kommen vor die Formen: 
Vm. aaaa. 12 S. 16 Str. 

V. 384—431 und V. 640-655. 
XXXV. aabaabbbabba. 6 S. 9 Str. 

V. 432-539. 

Anbang L 8a 8a 8a 4b 8b 8b 4c 

V. 101—229. 540-639. 656-663. 
Entstanden 1255—1285. 

5. Li Jus du Pelerin. 

Über die Hs., Ausgaben und Literatur vgl. Petit de Julleville, 

Tb. Comique S. 23. — Hinzuzufügen ist : A. Rambeau, Trouv. 

AHaie: Dramen S. 12—15 und L. Bahlsen, AHale's Dramen 

S. 164-181. 
Es kommt vor die Form: 

vm. aaaa. 12 S. 14 Str. 

V. 1-56. 
Entstanden 1286—89, wahrscbeinlicb 1288 (vgl. AHale's Dramen 

S. 171). 

LXXXVU. Strophische Gedichte, Aber deren Bau ich keine 

genaue Auskunft zu geben yermag. 

1. Gebet 6 Str. 

Sire Jhesu Crist, merci vus cri, fiz Deu omnipotent, 
Ee de la virgine Marie char pristes tant merciablement. 

Hs. London, Lambeth Palace 522 Bl. 281b— 283. 

Gedruckt 1880 von R. Reinsch, Archiv LXIU, 92 Nr. 57; vgl 

dazu G. Gröber, Zt. VI, 153. 
Das Gedicht zeigt einreimige Yierzeilen. Zu der Yersart 

sieh oben S. 32. 



— 179 

LXXXVU. Tlerzeillge Strophen ans achfsilblgen Tersen. 
2. L'Ave Maria en frangois. 13 Str. 

IMoult haatement se maria 
Marie en Ave Maria. 



Hb. Paris, Nat. bibl. f. f. B37 Bl, 193 v". 
Mit den ersten beiden Zeilen angeführt 1845 TOn F. Paria, 
Mss. fr. VI, 409 Nr. 96. 

, Lea donze articles de la foy catholique, 
Je crois en nng seul Dien le Pere 
Tont puyssant, sans rayson enquerre. 

Hb. Paris, Nat. bibl. f. fit. 952 BI. 188 r». 

Vgl. P. Paria, Mas. fr. Vn, 314 und Catal. des mss. fr. 1, 162. 



I 



Vierzellen aus aclit- oder zehnBilbigen Versen. 

4. Sprich Wortsammlung, 20 Str. 
Hs. Genf, 179 hiä gi. 75. 
Vgl. E. Ritter, Bull. IS77 S. 9a Nr. 23. 
DieBo Sammlung gebort zu XL, 10 oder XLI, 1. 

Vlerzelllge Strophen aus Alexandrinern. 

5. Friere Nostre Dame. 22 Str. 
Tant ai par maintes fois parle de vanitä 
Et tante ouvraigae faite plaine de grant viut6, 

Hb. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 272y''. 
Mit den ersten beiden Zeilen, angefahrt 1815 von P. Paris, 
Msa. fr. VI, 413 Hr. 19(h 

6. Salut d'anfiors. 11 Str. 
Dame plesant et sage de toz biens doctrinße 

Bien pert a yo semblant que Boiez moult sen^e. 
Hs. Paria, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 273 v". 
Mit den ersten beiden Zeilen angeführt IS-iä von P. Paria, 
MBB. fr, VI, 413 Nr. 191. 



I 



7. Saint d'amors. 

For mon euer reabaudir et ponr reconforter 

Et por moi ensement me convient ü trourer. 



— 180 — 

LXXXVII. Ha. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 256. 

Mit den ersten beiden Zeilen angeführt 1845 von P. Paris, 
Mss. fr. VI, 412 Nr. 178. 

8. Le chastiement des clers. 15 Str. 

Mon euer, triste penssis me semont qae je die 
Du clergiö qne je voi, qui laidement folie. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 252 v^ 

Mit den ersten beiden Zeilen angeführt 1845 von P. Paris, 

Mss. fr. VI, 412 Nr. 172. 

9. L'arriereban d'amors. 14 Str. 

E douz euers, douce amie, tres douce ereature, 
Je vons aim de bon euer loial outre mesure. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 256 v^ 
Mit den ersten beiden Zeilen angeführt 1845 von P. Paris, 
Mss. fr. VI, 412 Nr. 179 und Catal. des mss. fr. I, 95. 

10. Gedieht auf die Freuden der Jungfrau Maria. 
Dame, par cele joie kant plus joiuse fus. 

Hs. London, Lambeth Palace 522 Bl. 279. 

Mit der 1. Zeile angeführt von P. Meyer, Rom. X, 623. 

11. Leben des hl. Eustache. 

P. Meyer, Bull. 1878 S. 57 spricht von einem Leben des hL 
Eustache »en quatrains de vers alexandrins**. Ein Leben 
dieses Heiligen in Alexandrinern liegt vor in der Hs. Paris, 
Nat. bibl. f. fr. 1555 Bl. 97 ; Anfang: 

Tout mon pourpensement ay mis en biaus moz dire 

vgl. Catal. des mss. fr. 1, 252 , doch weifs ich nicht , ob es 
strophische Gliederung zeigt. 

12. Deis trois cler dont li uns se randit a la 
blanche abaie et li autres a la noire mon- 
taigne et li tiers ala a Besannen. 

Hs. Bern, im Besitz des Herrn von Stelger-Mai von Seedorf. 

Ein Gebet des frommen Mannes in Besan^on ist „teilweise 
in vierzeiligen Strophen aus zwölfsilbigen Versen" verfafst 
Vgl. A. Tobler, Jahrb. VII, 426 ; sieh oben VIII, 81. 

Einreimige Yierzeilen. — Yersart unbekannte 

13. Lögende de Saint Grögoire. 




— 181 

'l' LXXXVII. Qedrufkt 1887 von Carl Fant, ligonde de saint Grögoire, 

r^daction du XIV° Bieclo, publice d'aprea le ms. delabibi, 

nat. de Paria. Dpaala. Dia Ausgabe nar mir nicht zu- 

^^^■^ gänglich ; ich lieune daa Gedieht nur aus P. Mejer'a Be- 

^^H sprechung Rom. XVI, 173—74 und aus Litt. fr. S 141- 



Fänfzeil^e Strophen ans Alexandrinern. 

4. Li confrere d'amorB. 12 Str. 

Li conlrere d'amoura tuit a moi euteades 
Cil qui dedenz vos cuerg les maus d'amors sentez. 
Ha. Paris. Hat. bibl. f. fr. 837 Bl. 275. 

Mit den ersten beiden Zeilen angeführt 184S von F. Paris, 
Mas. fr. VI, 413 Nr. 194. 



Achtzeillge Strophen aas scchssllblgeu Versen. 

15. Gedieht zu Ehren der Jungfrau Maria. 7St 
Donlce Vierge Marie, 
En qui hnmilitä. 
Hbb 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 957 Bl. 88 
1. . - , . . 1534 Bl. 139 
3. , Didot Calai. 1S79 Hr. 25 Bl. 138—139. 
Aas der Bs. 1 bat die ersten 4 Zeilen (üafibäatib) mitgete 
1848 P. Paris, Mss. fr. VII, 339. - Über die Ha. 1 vgl. Cat« 
dea mss. fr. I, 242 ; Ober die Ha. 3 vgl. Didot Catal. 1 879 S. 7 
- Wahrscheinlich Hegt die Form IX vor. 



|lcbtz6lllge Strophen aus s]«bensilhlgeu Versen. 

16. Un petit livret a i'easampledouroasignolet. 

79 Str. 
Rossignaus, qui (devancies) *[deQoacie8] 
Le temps d'iver (de parlier) *[departir]. 
Ha. Didot Catal. 18S2 Nr. 33 Bl. 1'8 v^-ieiy". 
ISS9 teilte L. Deiiale, ficol. Chart, ti F. V, &37 Nr. XIII die 
erste Strophe mit. Voraufgehen 6 paarweis gereimte Acbt- 
silbner, sieh oben S. 8. Die Angabe in Didot Catal ISSS 
S. 55 Nr. XII, dafs das Gedicht in Acbtsilbnern verfafst 
sei, beruht wohl blofs auf dieser Incipit -Strophe; denn die 
ersto Strophe zeigt durchweg siebensilbige Verse. Ich lasse 
den Rest der Strophe folgen, wie ihn Delisle mitteilt, mit 
den mir nötig scheinendeu Änderungen; 
Et on vostre chant (nouveli '[noncieül 
Le (tempa d'iver) '[nouvol tempa] reveni*(e)r. 



1S2 



Nach < 



M 



A moi venir ne tardez. 
De voua ue mo puis aou 
Et mon bon desir portez 
Ä cele pour qui souspir. 

;abe in Didot Catal. 1632 S. äö tiegiont jede 
Strophe mit dem letzten Wort der vorhergehenden. 
In Anbetracht der starken Entstellung des Textes ia der 
I. Str. wagte ich nicht als Beimform ababcbcb aufzustellen. 
Sollte sich die unter VIII, 91 geäufserte Vermutung bestätigen, 
datB das Gedicht in letzter Linie auf die lateinische Philo- 
mena zurückgehe, so ist doch zu bemerken, dafa die Ein- 
kleidung des Stoffen intiofem eine andere ist, als hier die 
Nachtigall an eine Freundin, dort an einen Freund ge- 
sandt wird. 
Hs,; 2, Hälfte des 11. Jahrh. 



na. I 



ichtzeilige Strophen, aus achtsilblgen Versen, 

17. Gedieht auf Ohriatns und die Jungfrau Maria. 
De ton eher (ils, ebere pucele 
Et de toy veuil faire aueun ceuvre. 

Ha. Paria, Nat. bibl. f. fr. 147. 
Mit den ersten beiden Zeilen angefahrt IS36 
Mss, fr. 1,341. 



Köyne des cieu8 glorieuse 
De douze eatoilea couronn^e. 

Hb. Paris, Nat. bibl, f. fr. 147. 

Mit den ersten beiden Zeilen angefahrt IS-IG ^ 
Msa. fr. 1,342. 



Doulx Jesu Crist, noatre vray sire, 

Je pona rens graees et mercye. 
Hä. Rom, Vat. Bibi. Beg. "iOSä. 

Mit den erseii 4Zeilen (SaBa Sb Hbi angeführt von E. Lati- 
glois, Not. et Extr. XXXIU, 2 3. 249. 

20. Mäditations de la sainteVierge snr la passion. 

05 Str. 
DieD, doulx aignel aans tacbe, 
Ta divinilö habandonne. 




— 183 — 

jXXXVII. Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 983 BL 1. 

Mit den ersten 4 Zeilen (8a 8b 8a 8b) angefahrt 1848 von 
P. Paris, Mss. fr. Yll, 391. — Der Anfang scheint zu fehlen. 

Achtzeilige Strophen. — Yersart unbekannt« 

21. Gebete. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 984 Bl. 16. 
Vgl. P. Paris, Mss. fr. VIT, 396. 

Zeilenzahl der Strophe unbekannt. 

22. Ave en Tonor de Nostre Seignor. 50 Str. 

Ave qui ainz ne commenchas. 
Ne qui ja fin ne prainderas. 

Hs. Didot Catal. 1884 Nr. 3 Bl. 147 v«. 

Mit den ersten 4 Zeilen (8a 8a 8b 8b) angefahrt in Didot 
Catal. 1884. S. 7. 

23. Salut d'amors und 40 Str. 
La röponse de la demoiselle. 

Amors qui m'a en sa justice 

Et mes cuers qui s'entente a mise. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 271. 

Mit den ersten beiden Zeilen angeführt 1845 von P.Paris, 
Mss. fr. VI, 413 Nr. 189. P.Paris bemerkt dazu: Ce sont 
deux Chansons avec refrain, dont le dernier mot sert de 
döbut au Couplet suivant. 

6. Raynaud, Bibl. Chans, führt diese Gedichte nicht auf, wohl 
aber (Bd. II, 173 Nr. 1632) ein Lied Moniots aus Arras, das 
ganz ähnlich beginnt: Amours m*a en sa justise. 

Wenn, wie zu vermuten ist, die beiden vorstehenden Gedichte 
nicht-lyrischen Bau zeigen, sind sie den oben S. 43 zusammen- 
gestellten hinzuzufügen. 

24. Ave en Tonor de Nostre Dame. 50 Str. 

Ave rose florie 
Et de roial linguie. 

Hs. Didot Catal. 1 884 Nr. 3. 

Mit den ersten 4 Zeilen (6a 6a 6b 6b) angeführt in Didot 
Catal. 1884 S. 8. 

25. Ave Maria. 

Ave virgine Marie 
Qui la flour aportas. 



— 184 — 

Dieses Ave Maria ist in eine ohne Titel überlieferte Erzäh- 
lung in achtsilbigen Reimpaaren eingeschaltet, welche Weber, 
Handschr. Stud. S. 29 Nr. 25 für identisch hält mit der 
14. Erzählung der Vie des anciens peres. — Für weitere 
Hss. ist dann zu vergleichen £. Schwan, Rom. XIII, 233 und 
van Hamel, Rom. XIV, 130. 

26. ABC 

von Gaatier de Borne. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. ölr«. 

4 Zeilen (8a8b8a8b) hat mitgeteilt Jubinal, NRec. II, 416. — 

Die Strophen beginnen der Reihe nach mit den Buchstaben 

des Alphabets. 

LXXXVm. Gedichte die yielleicht strophisch sind. 

1. Gebet zur hl. Genoveva. 

Genevieve fontaine 
De Tyaue plaine. 

Hs. Paris, Sainte- Genevieve -Bibl. Y. 10. 
Die ersten 5 Zeilen (6a 6a 6b 6a 6a) hat mitgeteilt A. Jubinal, 
Myst. inöd. Bd. II S. VII. 

2. Gebet. 

[Moun] Sire Deu omnipotent, 
Si cam[e] jeo crei verement. 

Hs. Oxford, Bodl. Digby 86 Bl. 277«. 

Die ersten 7 Zeilen (8a 8a 8a 8a 8b 8b 8b) hat mitgeteilt E. Stengel, 
Cod. man. 8. 7 Nr. 6. — Vielleicht liegt die Form VI vor. 

3. Gebet. 

Je vos salue de par Deu, virgine seynte Marie 
Merciable dame duce, digne e pie. 

Hs. London, Lambeth Palace 522 Bl. 172b~179b. 

Die ersten 12 und die letzten 6 Zeilen hat mitgeteilt R. Reinsch, 
Archiv LXUI, 67 Nr. 28. Je 6 Zeilen haben gleichen Reim, 
doch bemerkt R. nur dazu: „Gebet in Versen, als Prosa ge- 
schrieben«. P. Meyer, Rom. X, 622 und G. Gröber, Zt VI, 
152 erwähnen das Gedicht nicht. 

4. Un petit traitiö d'amour en rime. U2Verse. 

Selonc que dit sainte escripture 
Amour est fort, amour est dare. 



— 185 — 

Hb. Didot Catal. 1882 Nr. 33 BL 185. 

Mit den ersten 4 Zeilen (8a 8a 8a 8a) angeführt 1869 von L. De- 

lisle , ficol. Chart. 6. F. V, 538 Nr. XVI. — VieUeicht üegt 

die Form VI vor. 

5. Streitgedicht über das Paradies. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. llOyO. 

4 Zeilen (t2al2al2al2a) hat mitgeteilt Jubinal, NBec. IT, 419. 



Anhang.^ 

I. 8a 8a 8a 4b 8b 8b 4c 4z 8z 8z. 

1. La Lande doree 345 Z. 

von dem Vicomte d'Aunoy. 

Au temps que eil oisiau sauvage 
Chantent doucement maint langage. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. fr. 24432 Bl. 22 y^. 
Gedruckt 1842 von A. Jubinal, NBec. II, 178—189. 
Entstanden. 1 . Drittel des 14. Jahrh. 

2. Des cornetes. 167 Z. 

Li evesques parisiens 
Est deviüs et natnriens. 

Hs. ? 

Gedruckt 1835 von A. Jubinal, Jongl. S. 87—93. — Kurz be- 
sprochen Hist. Htt. XXIII, 248. 
Entstanden 13. Jahrh. 

3. Du Pharisian oder D'Ypocrisie in Z. 

von Rustebuef. 
Seignor qui Dieu devez amer 

En cui amor n'a point d'amer. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 314a 

2. „ „ „ „ r, 1593 Bl. 69 c 

3. „ „ « n n 1635 Bl. 49 a. 

Gedruckt nach allen 3 Hss. 1839 von Jubinal, Ruteb.^ I, 203 
—207; 1874 Ruteb.« I, 243-248 — 1885 von Krefsner, Rust. 
Ged. S. 71-74. — Kurz besprochen Hist. litt. XX, 748. 

Entstanden 1255—1285. 



1) Sieh oben S. ao ff. 



- 186 — 

I. 4. De Richaut. 1315 Z. 

Or faites pais, si escotes 
Qui de Bichaut öir volez. 

HS8. 1. ? 

2. Bern, 354 Bl. 124vO. 

Nach der Hs. 1 gedruckt 1823 M6on I, 38—79. — Kurz be- 
sprochen Eist. litt. XXIII, 205. Auf die Hs. 2 hat hinge- 
wiesen Jubinal, Lettre S. 42 Nr. 58; vgl. auch Rapp. S. 19. 

Entstanden gegen 1156 (vgl. Litt. fr. § 75). 

5. La Griescbe d'Estö 116 Z. 

von Rustebuef. 

En recordant ma grant folie 
Qui n'est ne gente ne jolie. 

Uss. l. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 305 a 
2. „ » » » „ 1593 Bl. 61 a 

O. ^ ^ V n i> xDoD XjI. Do a. 

Nach allen 3 Hss. gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.* I, 
30-34 -. 1874 Ruteb.« I, 32—36 — 1885 von A. Krefsner, 
Rust. Ged. S. 13—15. — Kurz besprochen Eist. litt. XX, 736. 
— Der Dichter nennt sich V. 99 Rustebues. 

Entstanden 1255-1285. 

6. Un dit6 de Verit6. 186 Z.») 

Veritö qui ne tout ne pince 
Mande salus a noble prince. 

Ess. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 12483 Bl. 201 

2. Pavia, Univ. bibl. CXXX. E. 5. Bl. 53 d— 55 a. 

Nach der Hs. 1 gedruckt 1842 von Jubinal, NRec. II, 83—87. 
Die Varianten der Es. 2 hat mitgeteilt A. Mussafia, Afr. 
Es. S. 31 Nr. X. — Besprochen Eist. litt. XXUI , 440 und 
292 ; erw&hnt auch Eist. litt. XXV S. XXXI. — Das Ge- 
dicht hat die Form eines Briefes, wie der Anfang lehrt; 
auch heilst es am Schlufs: Ici vueil definer ma laitre. 

Entstanden 1295. 

7. Renart le Bestournä 162 Z. 

von Rustebuef. 

Renarz est morz, Renarz est vis 
Renarz est orz, Renarz est yils. 



1) In der von Jubinal gedruckten Fassung nur 137 Zeilen. 



— 187 — 

I. Hs8. 1. Paris, Nat bibl. f. fr. 837 Bl. 328 d 

2. „ n „ „ „ 1593 BL 101 a 

3. n » nun 1635 BL 51b. 

Nach der Hs. 2 gedruckt 1834 von J. Grimm, Reinhart Fuchs 
Berlla. S. 443—444 — nach allen 3 Hss. 1835 von Chabaille, 
Ren. S. 31 — 37 — 1839 von A. Jubinal, Ruteb.» 1, 196 — 
202 — 1874 Ruteb.* 1, 233—242 — 1885 von A. Krefsner, Rust. 
Ged. S. 67—71. Ausführlich besprochen Hist. litt. XX, 755 
-758. 

Entstanden 1255-1285. 

8. La complainte maistre Gaillaume de Saint 

Amoar 196 Z. 

von Bastebaef. 

Vos qai alez parmi la voie 
Arrestez vos, et chascans voie. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibL f. fp. 837 BL 315 c 

2. „ n n n n 1593 BL 70 C 

3. „ n n n n 1635 BL 49 d. 

Gedruckt nach allen 3 Hss. 1839 von A. Jubinal, Ruteb.* I, 
78 — 86 - 1874 Ruteb.« I, 84—92 — 1885 von Krefsner, 
Rust. Ged. S. 81—85. — Besprochen Hist. litt. XX, 75 1~ 52. 
— Über Guillaume de Saint Amour vgl. Hist. litt. XIX, 197 
und XXI, 468. 

Entstanden 1256 oder 1257 (vgL Ruteb.^ I, 84 Anm.). 

9. L'Ave Maria 164 Z. 

von Bastebuef. 

A totes genz qai ont savoir 
Fet Bnstebues bien a savoir. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibL f. fr. 837 Bl. 328 a 
2. „ n n n n 12483 BL 175. 

Nach der Hs. 1 gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb.^ II, 
1-6 — 1874 Ruteb.« II, 142—148 — 1885 von Krefsner, 
Rust. Ged. S. 196 — 199. — Auf die Hs. 2 ist hingewiesen 
NRec. II, 420. — Kurz besprochen Hist. litt. XX, 773. 

Entstanden 1255—1285. 

10. De l'ipoeresie des Jacobins 234 z. 

von Jean de Condö. 

Bien ne vaut siecles orendroit 
Car on n'i fait raison ne droit. 

ITaetebns, Strophen formen. 13 



— 188 — 

I. Hss. 1. Paris, Ars. bibl. 3524 Bl. 96 v<^ 

2. „ Nat. bibl. f. fr. 1446 Bl. 168 v^ 
Nach beiden Hss. gedruckt 1867 von A. Scheler, BCond. III, 
181—188; Ygl. dazu A. Tobler, Jahrb. VIII, 350— 1887 von 
E. Bartsch, Lang, et Litt. Sp. 657—664; vgl. dazu G. Paris, 
Rom. XVin, 143. 
Entstanden 1300—1340 (vgl. XXXVI, 38). 

11. Le Mariage Rustebuef 138 Z. 

von Rustebuef. 

En Tan de rincarnacion 
Hnit jors apres la nascion.O 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 307 d 

2. „ „ » « » 1593 Bl. 130b 

3. „ „ nun 1635 Bl. 47 a 

4. „ n n n n 12483 Bl. 178 

5. London, Br. Mus. Harl. 4333 Bl. 1. 

Nach den Hss. l — 3 gedruckt 1839 von A. Jubinal, Ruteb^ 1, 
5 — 12 — 1874 Ruteb.2 I, 5—12 — 1884 von K. Bartsch, 
ehrest.^ Sp. 367 — 371 — 1885 von Krefsner, Rust. Ged. 
S. 1-4. — Kurz besprochen Hist. litt. XX, 726 und 733. — 
Auf die Hs. 4 hat hingewiesen Jubinal, NRec. II, 420 — 
auf die Hs. 5 P. Meyer, Rom. I, 207. 

Der Dichter nennt sich V. 45 : Rustebues qui ru dement uevre. 

Entstanden nach 1260. 

12. La complainte Rutebeuf de son ueil 165 Z. 

von Rustebuef. 
Ne covient pas que vos raconte 

Goment je me sui mis a honte. 

Hss. l. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 308c 

2. „ n V n n 1593 Bl. 131a 

3. „ „ „ „ „ 1635 Bl. 47 d 

4. „ n n n n 24432 Bl. 45 c 

Nach allen 4 Hss. gedruckt 1839 von Jubinal, Ruteb.^ I, 13-20 
— 1874 Ruteb.2 1, 13—21 — 1884 von Krefsner, Franco-Gallia 
1, 4 — 1885 Rust. Ged. S. 4— 8 — 1 887 von K. Bartsch, Lang, et 
Litt. Sp. 443— 448. — Besprochen Hist. litt. XX, 733 -735. 

Entstanden 1265—1270 (vgl. Ruteb.^ I, 12 Anm. 1). 

13. LI diz de TErberie 114 Z. 

von Rustebuef. 

Seignor qui ei estes venu 
Petit et grant, Jone et ehenu. 



1) Sieh oben 8. 37 Anm. 1. 



— 189 — 

I. Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 1635 Bl. 80 b -82 a 

2. „ „ « «« 24432 Bl. 34 a -35 c. 

Nach der Hs. l gedruckt 1823 M6on 1, 189— 191 — nach 
beiden Hss. 1839 von Jubinal, Ruteb.» I, 250—259 — 1874 
Ruteb.2 II, 51—62 — nach der Hs. 1 1874 in Les Rues et 
les Cris de Paris au XIIP siäcle; piäces historiques p. p. 
A.Franklin. Paris. S. 165—174 — nach beiden Hss. 18S5 
Yon Krefsner, Rust. Ged. S. 115 — 120. — Ausführlich be- 
sprochen Hist. litt. X^, 737—739. Zu vergleichen ist auch 
£. Picot, Rom. XVI, 492 Nr. 57. 

An das Gedicht schliefst sich ein längerer Abschnitt in 
Prosa an. 

Entstanden 1255—1285. 

14. De la Griesche d'Yver 107 Z. 

von Bustebuef. 

Contre le tenz qa'arbres desfueiUe 
Qull ne remaint en branche fueille. 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 304 c 

2. „ n f, n » 1593 Bl. 60 b 

3. „ « ^ „ „ 1635 Bl. 52 b. 

Gedruckt nach allen 3 Hss. von A. Jubinal, Ruteb.^ 1,24 — 
29 — 1874 Ruteb.2 I, 26 — 31 - 1885 von Krefsner, Rust. 
Ged. S. 10—12. — Besprochen Hist. litt. XX, 735. 

Entstanden 1255-1285. 

15. Le dittö des choses qui faillent en menage 

et en mariage. (unvollständig) 209 Z. 

(Anf. fehlt) : Je scey de voir 

Menage fait les gens doloir. 

Hs. Paris, Nat. bibl. f. £r. 12483. 

Gedruckt 1842 von Jubinal, NRec. 11,162-169. Kurz er- 
wähnt Hist. litt. XXIII, 264. 

Gedichte ähnlichen Inhalts sind: das Dit de Mönage heraus- 
gegeben von Träbutien.*) — De ToustiUement au vilain zu- 
letzt gedruckt in Fabl. II, 148—156. — Eine Ballade von 
Eustache Deschamps in Po^sies morales et historiques 
d'Eustache Deschamps p. p. Crapelet. Paris. 1832. S. 139. 
Der Mirouer de Mariage von demselben, sieh die Aus- 
züge a. a. 0. S. 205 ff. — La complaincte du nouveau mari^ 
in Mont. et Rothsch. I, 218—222. 

Hs.: 1. Hälfte des 14. Jahrh. (vgl. VHI, 42). 

Ein weiteres Beispiel dieser Form s. unter LXXX VI, 4. 



1) Mir nicht zugänglich. 

13 



— 190 — 

II. 8a 8a 8a 8a 4b 8b 8b 8b 4c 4z 8z 8z 8z. 

1. Salut d'amors. 170 Z. 

Bone aventare aviegne Amour 
Qui me done sens et vigor. 

Hs. Paris, Nat bibl. f. fr. 837 Bl. 203 v»— 204 r». 

Gedruckt 1842 von Jubinal, NRec. 11,258 — 263. — Die in 
der Hs. unmittelbar vorhergehenden 4 (lyrischen) Strophen, 
welche J. mitabgedruckt hat, haben mit dem Gedicht nichts 
zu thun; vgl. Sal. d*am. S. U. 

Hs.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. Vni, 21). 



m.i) 



1. La vie de un vallet amerous. 344 Z. 

Jolift6 
Me fest aler ad pä. 

Hs. Oxford, Bodl. Digby86 Bl. 114r«-116v^ 
Gedruckt 187L von £. Stengel, Cod. man. S. 40—49. 
Hs.: Ende des 13. Jahrh. (vgl. YIII, 21). 

2. Le Privilfege aux Bretons. 169 Z. 

Li madam de Sens d' Argen, 
De la contra de Saint - Brägen. 

Gedruckt 1835 von Jubinal, Jongl. S. 56— 62; -vgl. Vm, 56. 
Entstanden gegen 1234. 

3. La besturnee 246 Z. 

von Riebard. 

Estrangement 
Se fet mun quer dolent. 

Hss. 1. London, Br. Mus. Harl. 978 BL I04rö— 107r« 

2. Oxford, Bodl. Digby 86 Bl. lllr»-112v^ 
Nach beiden Hss. gedruckt 187t von E. Stengel, Cod. man. 
S. 118-125. — Der Dichter nennt sich V. 244: 

Ceo fist Richard en un estö, 
Si Tapela la bestumö. 

Entstanden 12. Jahrh. (vgl. Vers agn. S. 80). 

4. De dan denier. 161 Z. 

Es vers dont me vueill travaillier 
Garder m'estaet au commencier. 



^) Sieh oben S. 39. 



IVJ) 



— 191 — 

Hss. 1. Paris, Nat. bibl. f. fr. 837 Bl. 166 v« 
2. Bern 354 BL 38 r». 

Nach der Es. 1 gedruckt 1835 von Jubinal, Jongl. S. 94—100 
und 1841 von Th. Wright, The Latin Poems commonly 
attributed to Walter Mapes. London. S. 357—359. — Kurz 
erwähnt Eist. litt. XXEI, 263. — Zu dem Titel vgl. A. Tobler 
Verbl. Ausdr. S. 10. — Über die Es. 2 vgl. Lettre S. 36. 
Zur Einführung des neuen Reims wird mehrfach, scheinbar 
ohne alle Rücksicht auf den Sinn, ein Wort (zweisilbig 
und selbst einsilbig) aus dem Innern des Verses als be- 
sondere Zeile wiederholt z.B. S. 96 Z. 5-7: 

Denier est priv^z chamberlens 

Priv^. 
Dans denier est mult redout^z. 

Dafs ein zweisilbiges Wort, welches aber in den Zusanmien- 
hang pafst, in solcher Weise den Reim für zwei und mehr 
Achtsilbner bestimmt, begegnet auch in den Reden von: 
De Piramus et de Tisbe, gedruckt Barb. u. M. IV, 326 — 
354. Über eine weitere Es. vgl. Rom. XII, 211 Nr. X. 

Beide Ess.: 13. Jahrh. 

1. De rYver et de TEstö. Die Reden des Sommers. 

177 Z. 

(Anf.d. Ged.): Un grant estrif öy Tautrier 

Entre Estö et sire Yver. 

Es. London, Br. Mus. 2253. 

Gedruckt 1842 von A. Jubinal, NRec. II, 40- 49. — Besprochen 
Eist. litt. XXin, 231-232. — Die Reden des Winters sind 
in paarweis reimenden Achtsilbnem verfafst. Zu der Form 
der Reden des Sommers vgl. oben S. 39. 

Inhaltlich verwandte Gedichte sind zusammengestellt Mont. 
et Rothsch. X, 49 — 53. — Auf ein lateinisches Gedicht 
Conflictus veris et hyemis hat hingewiesen Jubinal, Salv. 
S. 55. 

Entstanden 1160-1190 (vgl. Vie SAub. S. 4). 

2. Paraphrase des hohen Liedes, (unvollst.) 93 z. 

Quant li solleiz converset en Leon 
En icel tens qu'est ortas Pliadon. 

Es. Paris, Nat. bibl. f. lat. 2297 B1.92v^ 



t) Sieh oben S. 39. 



— 192 — 

lY. Die Aaggaben hat zasammengestellt E. Eoschwitz, Gommen- 

tar S. 171-172; vgl. dazu G. Paris, Rom. XV, 448. 

Ober die Quelle und Abfassungszeit vgl. J. Mettlich, Roma- 
nische Forschungen VI, 285. 

Das Gedicht zeigt Assonanz. 

Entstanden Ende des 11. oder Anfang des 12. Jahrh. (vgl. 
Commentar S. 196). 



Anmerkungen. 



Die Cledichte der Form Till in chronologischer Folge» 

Letztes Drittel des 12. Jahrh. Kummer im Verzeichnis 

Der älteste Kern des £yangile as femmes 35 

Li jus de Saint Nicolas LXXKVl, 2 

Ein Wunder des hl. Thomas 33 

Ende des 12. oder Anfang des 18. Jabrh. 
1190— 1210 Poämemoral 80 

1. Hälfte des 18. Jahrh. 

1226 Sermon en vers sur la mort de Louis YlII. . . LXXXV, 3 

1234 Le Privilöge aux Bretons 56 

Du Dieu d*Amours, d*£8t^ et de May 51 

De Niceroles 94 

Nach der Zeit ihrer Niederschrift gehören in diese Periode 

La Bible Nostre Dame 17 

Li livres de S. Jehan Ewangeliste 83 

Gedicht auf die Jungfrau Maria 102 

Mitte des 18. Jahrh. 

De Larguece et de Deboneret^ 24 

Roman de la Poire 73 

La chantepleure 71 

De Venus la deesse d*amor LXXXV, 6 

2. Hälfte des 18. Jahrh. 

1262 Li jus Adan LXXXVI, 3 

1264 La pais aus Englois 2 

1265 Li diz de PuiUe 32 

gegen 1 265 Du plait Henart de Dammartin contre Vairon son roncin 3 

1267 Vie de Saint Thibaut confesseur 44 

Li fabliax de Paradis 65 

1270 Li diz de la voie de Tunes 52 

„ Les Regres au Roy Loeys 90 

1274 Gedicht an Philipp den Kähnen 43 



— 194 — 

Nummer im Yeneiehais 

1274od. 1275 Gebet zum hl. Maxens 75 

gegen 1276 La complainte de Pierre de la Broce 13 

„ » Le dit de Fortune 46 

Das politische Gedicht nnter 16 

1255— 1285 Li diz des Jacobins 59 

V i, f, Li diz des Cordeliers 68 

n „ „ Le miracle de Theophile LXXXVI, 4 

1285 De la vie du monde 6 

1286—1289 Li jus du Pelerin LXXXVI, 5 

1288 Klage auf die Verbrennung von 13 Juden 28 

1291—1296 Le Testament 70 

1297 — 1300 La deffiance au conte de Flandres 40 

Des taboureurs .18 

^ Gebet zur Jungfrau Maria 64 

De Cortois d*Arras 69 

Der Rat des Spielers 77 

Le Mariage des sept Arts et des sept Yertus .... 78 

MitRücksicht auf das Alter der Handschrift sind spätestens 

diesem Zeitraum zuzuweisen: 

Li ver de Couloigne 10 

De la fole et de la sage 21 

Ghastie- Musart 41 

La Friere de Theophilus 49 

Litania Sanctorum 50 

Ave Maria 57 

De la Desputoison de la Sinagogue et de Sainte Egllse . 60 

Les eine joies Nostre Dame 61 

Salus de Nostre Dame 63 

Le jugement Nostre Seigneur 67 

Gebet des hl. Franciscus 74 

Des poignes d'enfer 79 

Une proiere Nostre Dame 85 

Pater noster 86 

Le jugement de Salemon 87 

Des sis manieres de fols 88 

De triacle et de venin 89 

Dit d'aventures 92 

Ende des 18. oder Anfang des 14. Jahrh. 

Le char d*orgueil 5 

Ave Maria 12 

Du roy qui avoit une amie 54 

Auf Grund des Alters der Hs. gehören hierher: 

Le dit des dames 19 

Erzählung von dem trotz Verbot geborgenen Greise . . 84 



» »» 



»» 



— 195 — 

Nummer im Verzeichnis 

Art d'amours 23 

Gebet zu Christas 47 

Das Gedicht unter 93 

1. Hälfte des 14. Jalirh. 

1305 Chanson d*un proscrit TraiUebaston 37 

gegen 1324 La prophecie maistre Lambelin > . . 62 

Le dit des „mais" 15 

Le dit du Chevalier qui devint hermite 4 

de Bespon 20 

„ du petit Jüitel 25 

„ „ de Tenfant qui sauva sa mere 26 

„ „ du Chevalier et de Tescuier 27 

„ y, des culrs de buef 29 

„ „ de Merlin Mellot 30 

n » des Aneles 31 

„ „ du povre Chevalier 34 

» „ des dens Chevaliers 36 

» » de Robert le Diablo 38 

„ „ de la Borjoise de Narbonne 39 

y, » de la Borjoise de Romme 5S 

» „ de Flourence de Romme 66 

„ r, des trois chanoines 81 

de Guillaume d*Angleterre 95 



» » 



Nach der Zeit ihrer Niederschrift sind spätestens in dieser 

Periode entstanden: 

Solas d*une dame 8 

Gebet zum hl. Franciscus 11 

Du jeu des däz 42 

Salut a la Yierge 48 

Le Miserere 53 

Coment le fiz deu fu arm^ en la croyz 55 

La plainte Nostre Dame 72 

L*Ave Maria 97 

Du Chien et du MescrSant 98 

Da Cordouanier 99 

De Teaue ben€oite et du Yergier 100 

De Tenfant rosti 101 

La Grant Bible Nostre Dame 103 

De la pecheresse qui estrangla trois enfans 104 

Da riebe home qui geta le pain a la teste du povre . .106 

Les trente jours perilleux de Tan 107 

Mitte und 2. Hälfte des 14. Jahrh. 

Leben des hl. Alexius 9 

Die Dichtungen des Gillon le Muisi ^ 96 



— 196 — 

Nammer im Verzeichais 

1356-1359 La complainte sur la bataiUe de Poitiers 7 

Richard Sans-peur 105 

Le chant du roussigneol 91 

Nach dem Alter der Hs. gehören hierher: 

Du cors et de Tame 76 

Dit d*amour 45 

Gedichte, deren Hss. aus dem 15. Jahrh. stammen, welche aber, 
soweit die Proben ein Urteil zulassen, noch in altfranz. Zeit 

entstanden sind: 

La yie et Tistoire du mauvais riebe home 1 

Gedicht zu £hren der Jungfrau Maria 14 

La Passion Salute Cristine 82 

Yie en brief de monseigneur Saint Denis (?) 22 



Die Gedichte der Form XXIX in chronologischer Folge. 

18. Jahrh. 

Mitte: Boman de la Poire 15 

2. Hälfte: Por chatoier les orguilloz iO 

LI dis des mesdisans 2 

Gedicht auf einen Heiligen 5 

Dis de Nostre Dame 6 

D*ayarice 13 

Pater noster 12 

14. Jahrh. 

Stabat mater 8 

gegen 1324 Ung Benedicite de Lowis de Piti6 3 

„ Li ABC contre ceulx de Mets 4 

„ La Bescepcion 14 

1325 Le Credo von Michelet Petitpain 16 

1325 Le Credo von Henreis de Heis 17 

1325 Une patenostre de la Guerre de Metz 18 

1326 Li Ave Maria 1 

1340 Le liyre de Mandevie 20 

Ysopet n 19 und LXXXV, 2 

Mariengebet 11 

Orison de Nostre Dame 9 

1403 Gedicht auf einen Kometen 7 



n 



— 197 — 

Die Gedichte der Form XXXYI in chronologischer Folge. 

12. Jahrh. Nummer im Verzeichnis 

1180-1190 Li Romans de Carito 25 

1175—1190 Les vers de la Mort (von Helinand) 52 

Ende des 12. od. Le Miserere . 59 

Auf d. 13. Jahrb. 

1. Hälfte des 18. Jahrh. 

1205 Li Cong^ von Jehan Bodel 57 

kurz nach 1221 La complalnte de Jerusalem 6 

gegen 1246 Li vers de le Mort (von Robert le Giere) 21 

2. Hälfte des 18. Jahrh. 

gegen 1255 De sainte Eglise 36 

gegen 1260 Les Ordres de Paris 11 

gegen 1262 Li Cong^ von Adam de la Halle 13 

gegen 1263 La complainte de Constantinoble 3 

Des droiz (vom Clerc de Youdai) 7 

gegen 1265 Li Cong^ von Baude Fastoul 22 

1267 La complainte du conte Huede de Nevers 40 

Salut d*amors 9 

1270 Complainte des Jacobins et des Cordeliers 33 

„ De la povret6 Rutebeuf LXXXV, 5 

1250-1270 Li ver d'Amours 8 

^ „ „ Li ver de le Mort (von Adam de la Halle) 55 

„ n n Dit d'amonrs 23 

g^^n 1274 La mort Rustebeüf 32 

1240—1280 Li Ave Maria 1 

„ „ „ lA dis de la Pomme 47 

1251—1280 Li vers de droit 35 

1270—1280 Conte d'amours 15 

1255-1285 La Paiz de Rutebuef 30 

1285 Complainte sur £nguerrand de Cr^qui 5 t 

Dis de Famo 2 

»•» » Zo 

» » » 50 

Nach der Zeit ihrer Niederschrift sind spätestens dieser 

Periode zuzuweisen: 

Le dit de la tremontaine 5 

De Renart et de Piaudou^ 10 

Li estris des quatre vertus 16 

Li ver de le Mort 17 

Les vers du monde .18 

De Quersay 24 

Li epistles des fomes 29 

Li mariages des filles au diable 31 



— 198 — 

Nmnmer im Verzeichnis 

La Bible Nostre Dame 34 

La descriptions des Religions 39 

Le dit du Cors 41 

Li Regres Nostre Dame 54 

Die Klage der Maria am Kreuz Christi 64 

1. Hälfte des 14. Jahrh. 

Les sept articles de la fei 12 

1314 Le dit des AUiäs 14 

1319 Li dis de loiautä 49 

1327 L'escole de foy 4 

1332 Les divisions des soixante et douze biautäs qui sont en 

dames 19 

Le tresor Nostre Dame 46 

1300—1340 ün dit sur TAve Maria • . 38 

„ „ „ Li dis de franchise 45 

„ ^ „ Uns dis de Fortune 20 

^ „ „ Li dis des princes . 26 

„ „ „ Li despis du monde 48 

„ „ „ Li dis de Tortie 53 

Le dit von Jean le Rigolt 58 

La Yoie d*infer et de paradis 61 

Auf Grund des Alters der Hs. sind spätestens in diesem 

Zeitraum entstanden: 

Un ditä de la passion 42 

Gedicht auf die Jungfrau Maria 44 

Li mirgoirs de Tame 60 

Le d^bat de la Yierge et de la Croix 63 

2. Hälfte des 14. Jahrh. 

1364-1379 Le livre du roy Modus et de la röine Ratio 27 

nach 1380 Das Gedicht unter 62 

» » » •• 5v 

Ins 14. Jahrh, glaube ich, noch setzen zu müssen: 

Les dix souhaiz '. 37 

Le däbat et proc^s de Nature et de Jeunesse .... 43 



Die Gedichte der Form XL in chronologischer Folge. 

2.H.d. lO.J. Die Glermonter Passion 12 

12. J. Ragemon le bon 7 

2.Dritt. d.i 3. J. Übersetzung der Disticha Catonis 3 

13. J. Les Proverbes des Philosophes 10 

Die beiden Sprichwortsammlungen unter .... 4 und 8 
Les geus d'aventures 5 



— 199 — 

Nummer im Verzeichnis 

Ende d. 13. J. Le dit des trois mors et des trois vis ... . LXXXY, 9 

f ^^* 5;3^^4^5' Proverbes de bon enseignement 11 

Anf. d.l4.J. De les eine joies Nostre Dame 1 

14. J. Orison de Nostre Dame 2 

Sprichwortsammlung unter 9 

Facet 6 



Die Gedichte der Form LXII In chronologischer Folge. 

12. J. L'afaitement Catun 7 

Anonyme Bearbeitung der Disticha Catonis 2 

Übersetzung der Disticha Catonis von Everard von Kirkham 4 

Übersetzung des Psalters 6 

13. J. Credo de Saint Athanase 1 

Des tisseranz 5 

gegen 1307 Chronik von Pierre de Langtoft ...... LXXXV, 12 

l. H.d. 14. J. L'Ave Maria 3 

Ysopet II 8 

14. Jahrh. Leben des hl. Placidas 9 

La desputoison du cors et de Tame 10 



Die Gedichte der Form LXY In chronologischer Folge. 

^^*vi, jihrk? Li jus de Saint Nicolas LXXXVI, 2 

Erstes Drittel (ifiht^i^ 10 

des 13. Jahrh. «CDet lU 

1262 Li jus Adan LXXXVI, 3 

Die Fabelsammlung von Chartres 12 

De Cortois d*Arras 11 

Li dis des set visces et des set viertus 1 

La Patre- Nostre farsie 8 

D'Avoir et de Savoir 9 

Des trois mors et des trois vis LXXXY, 1 

De Tamor que Dex a a home 2 

La geste de Blancheflour et Florence 3 

gegen 1307 Chronik des Pierre de Langtoft LXXXV, 12 

Anf.d. 14. J. Gebet 5 

1300-1340 Vier retrograde d'amours 6 

De Tamant hardi et de Tamant cremeteus 7 

Le chappel des trois fleurs de lys 4 



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Die Gedichte der Form LXXIII In chronologischer Folge. 

gegen 1254 De la descorde de TUni versitz et des Jacobins .... 13 
vor 1262 Les neuf joies Nostre Dame 6 



1268-1270 
1276 

1255—1285 

» » » 
1285 
gegen 1290 

Ende d. 13. oder 
Anf.d.l4.Jahrh. 

Ende d. 13. oder 
Anf. d.U. Jahrb. 

Anf. d. 14.J. 
1336 

1364od.l380 



— 200 — 

Nummer im Verzeichnis 

La desputizons dou Croisiä et dou Descrolsi^ .... 5 
De Pierre de la Breche qui dispute a Fortane par devant 

Besen 15 

De Brichemer 2 

La desputoison de Challot et du barbier 10 

De mon seigneur Anseau de Tlsle 14 

Satirisches Gedicht gegen die Engländer 9 

ABC von Plante- folie 7 

Übersetzung der 3 ersten Kapitel des hohen Liedes . . 8 

Marguet convertie 11 

De Tanunciation Nostre Dame 4 

Übersetzung der Gonsolatio philosophiae von Benaut de 

Louens 1 

Übersetzung der Gonsolatio philosophiae unter . .12 und 3 



Die Verfasser. 



Adam de la Halle I, 1. XXXVI, 8. 

13. 55. LXXXVI, 3. 
Adam de Sueil XL, 3. 
Andrö de Coutances VI, 1. 
Asselin du Pont XXIX, 4. 
Baude Fastoul XXXVI, 22. 
Baudouin de Condä XXXVI, 1. 35. 47. 
Benet XXVII, 2. 
ßrisebarre XXXVI, 4. 46. 
Giere deVoudai VIU, 5 1. 94. XXXVI,7. 
EHe de Wincestre XVUI, 1. XX, 1. 

LXII, 7. LXIX, 1. 
Etienne de Foug^res VI, 5. 
Everard de Kirkham LXII, 4. 
Ferrant IX, 4. 
Garnier de Pont Sainte Maxence 

V,l. 
Gautier de Goinsy XLII, 1. 2. LXV, 

10. 
Gautier de Romme LXXXVII, 26. 
Gieffroy VIII, 15. XV, 1. 
Gillon le Muisi VUI, 96. XLVI, 1. 

XLIX, 1.2. LXXXV, 1. 
Girard d'Amiens 1,2. 
Godefroi de Paris XXXVI, 14. 

LXXIV, 1. 



Guiart VIII, 23. 

Guillermus de Oye, dictus Belions 

VIII, 44. 
Helinand XXXVI, 52. 
Henri de Heis XXIX, 17. 
Henri de Wallentinnes VIII, 102. 
Hue Archevesque VUI, 24. 
Huon de Saint-Quentin XXXVI, 6. 
Jean VIU, 19. 

Jean (mit dem Titel Mestre) XXIX, 2. 
Jean Bodel XXXVI, 57. LXXXVI, 2. 
Jean Ghapuis XXXVI, 12. 
Jean de Ghoisi LXV, 9. 
Jean de Gondä XXXVI, 38. 45. LXV, 

6. 7. LXXVII, 1. Anhang I, 10. 
Jean de la Motte XXXVI, 61. 
Jean de Meun VIII, 70. XXIII, 1. 
Jean de Saint-Quentin VIII, 27. 
Jean Dupin XXIX, 20. 
Jean le Fevre XLI, 1. 
Jean le Rigolt XXXVI, 58. 
Jean le Teinturier VIII, 78. 
Jean Moniot VIII, 46. 
Lambelin VIII, 62. XXIX, 14. 
Margueron du Pont Bengmont 

XXIX, 1. 



— 201 — 



Martin da Ganal YIII, 75. 
Michelet Petitpain XXIX, 16. 
Nevelot Amion XXXVI, 2^. 
Nicole Bozon VIII, 5. 12. 54. XXIV, 1. 
XXVn, 1. XL, 11. LVIII, 1. LXI, 3. 

Lxra, 1. 

Nicole de Margival LXXXY, 9. 
Philippe de Novare VI, 4. LIII, 1. 
Phiüppe de Remi XXX, 1. XXXVI, 
15. XXXVII, 1. XLVIII, 1. 
' Pierre de Langtoft LXXXV, 12. 
Plante-foUe LXXIII, 7. 
Renaut de Louens LXXIII, 1. 
Rendus de MoiHens XXXVI, 25. 59. 
Richard Anhang III, 3. 



Robert le Clerc XXXVI, 21. 
Robert Sainceriaux LXXXV, 3. 
Robin de la Valöe XXIX, 18. 
Roi de Cambrai XXXVl, 39. 54. 
Rustebuef VIII, 6. 32. 52. 59. 68. 

XXXVI, 3.1 1.30. 32. 36. 40. LXXIII, 

2. 5. 6. 10. 13. 14. LXXXV, 5. 

LXXXVI, 4. Anhang I, 3. 5. 7. 8. 

9. 11. 12. 13. 14. 
Simon VI, 7. 
Thibaut VIII, 73. IX, 5. XXIX, 15. 

LXXXV, 8. 
Vicomte d'Aunoy Anhang 1, 1. 
Watriquet XXXVI, 20. 26. 48. 49. 

53. LXXXV, 11. 



Alphabetisches Yerzeichnls der Titel. 



Abbatum memoria XLIX, 2. 
ABC (Plänte-folie) LXXIII, 7, 
ABC (Gautier de Rome) LXXX VII, 26. 
ABC a femmes LXXV, 1. 
ABC contre ceulz de Mets, li 

XXIX, 4. 
ABC Nostre Dame IX, 4. 
Adam, Myst^re LXXXVI, 1. 
Afaitement Catun, 1' XVUI, 1. XX, 1. 

LXII, 7. LXIX, 1. 
Agnes, de sainte VII, 3. 
Alexius, Leben des hl. IV, 1. VIII, 9. 
Allegorisches Gedicht auf Christi 

Leiden VIII, 54. 
Alli^, le dit des XXXVI, 14. 
Amant hardi et de Tamant cremeteus, 

de r LXV, 7. 
Ame, dit de V XXXVI, 2. 28. 50. 
Amour, dit d' VIII, 45. XXXVI, 23. 
Amour de la Vierge, pi^ce sur V 

XXVI, 2. 
Amour que Dex a a home, de V 

LXV, 2. 
Aneles, le dit des VIII, 31. 
Anleitung ftLr Priester zum Beichte- 
hören LXXXV, 1. 



Anseau de Tlsle, de monseigneur 

LXXm, 14. 
Anunciation Nostre Dame, de 1* 

LXXIII, 4. 
Arflet VI, 1. 

Arriereban d'amors, F LXXXVII, 9. 
Art d'amours VIII, 23. 
Avarice, d* XXIX, 13. 
Ave en l'onor de Nostre Dame 

LXXXVII, 24. 
Ave en l'onor de Nostre Seignor 

LXXXVII, 22. 
Ave Maria VIII, 12. 57. 97. IX, 1. 3. 

XXIX, 1 . XXXVI, 1 . 38. xxxvn, 1 . 

XLIX, 3. LXII, 3. LXXXVII, 2. 

25. Anhang I, 9. 
Aventures, dit d' VIII, 92. 
Avoir et de Savoir, d' LXV, 9. 
Benedicite de Lowis de Piti^ 

XXIX, 3. 
Bestumäe, la Anhang III, 3. 
Bibelbearbeitung XXI, 1. 
Bible Nostre Dame, la VIII, 17. 

XXXVI, 34. 
Blancheflour et Floren ce, la geste de 

LXV, 3. 



Bona pilere a Noste Selgnour Ibesu 

Crist XVU, i. 
Borjoise de Narbonne, la VIII, 39. 
Boi^oise de Romme, le dit de la 

vm, 58. 
Brichemer LXXÜI, 2. 
Bufspsalmen KLII, 3. 
Chaat du rOBsignol, le VIII, «1. 
Chantepleure, la VIII, 71. 
Cbapel des trois äoura de Ijs LXV, i. 
Cbar d'OrgueU VIII, 5. 
Cbarlte, li Romans de XXXVI, 25. 
Charlemagna I, 2. 
Cbaslelaine de Saint Qilla , la 

SLVIII, 2. 
CbaBüementdea clers,leLXXXVII, 8. 
ChaeLie-Muaart VIII, ■11. 
Chevalier et do l'escuier, le dit du 

vm, 27. 
Chevalier qui deviut bermite, le dit 

du vm, 4. 

Chien et du Mescreant, du VIII, 98. 
Cbosee qui faillent en manage, le 

ditä des Anbang I, 15. 
Cbriatus und die Jungfrau Moria, 

Gedicbt auf LXXXVII, 17. 
Cbronik des Pierre de Langtoft 

L5XXV, 12. 
Cincjoiea NoatreDame, les VIII, 61. 

XL, 1 SL1I, 1. 
CodicUo, le XXIII, I. 
Coraent le fiz Dea fti &rm6 en la 

croyz VIII, 55. 
Complainte d'amors IX, 2. LII, 1. 
Complainle de Conatantinoble , U 

XXXVI, 3. 
Campliunte de Jerusalem, la XXXVI, 



^^^ Complainte de Pierre de la Broce, 

^^L ]a, 

^^H ComplaiDtedeSaintoEglise,laVIII,e. 

^^^V Complainte des Jacobina et des Cor- 

^^" deliera XXXVI, 33. 

W Complainte du conto Huede de Ne- 

I verB, la XXXVI, 41). 

^^^ Complainte maiatre GuillauMe de 

^^^K Saiat-Amour, la Anhang I, S. 



I 



Complainte Rutebeuf de aon ueil 

Anhang I, 12. 
Complainte sur Enguerraod de Ct6- 

qni XXXVI, 51. 
Complainte aurla bataiUe dePoitiers 

vm, 7. 
Confors d'amours LXXVII, I. 
Confrere d'amors, li LXXXVII, 14. 
Cong^, li lAdam de la Halle) XXXVI, 

13. 
Congö, li (Baude Faatoull XXXVI, 22. 
Congö, li (Jean Bodel) XXXVI, 57. 
Conaolntio philoaopbiae, Übersetzung 

der LXXIU, 1.3. 12. 
Conte d'amonra XXXVI, lö. 
Cordoliera, le dit dea VIII, 68. 
Cordoiianier, du VIIl, 99. 
Oometea, des Anhang I, 2. 
Cors, le dit du XXXVI, 41. 
Cora et de Tarne, du VIlI, 76. 
CourtoiB d'Arras Vm, 69. LXV, II. 
Credo, le XXIX. Hi. 17. 
Credo de aaint Athanase LXII, 1. 
Cuirs de buef, le dit des VIII, 29. 
Damos, le dit dea VIII, 19. 
Dan denier, de Anhang III, 4. 
Döbat de la Vierge et de la CtoIk, 

le XXXVI, 63. 
D^bat et proc^s de Nature et de 

Jeunesae, le XXXVI, 43. 
Deffiance au conte de Flandres Vin. 

40. 
Denia, Vie de aaint VIII, 22. 
Deacorde del'üniveraiti et des Jaco- 
bina, do la LXXUI, 13. 
Deacripüona et la plüaaance dea 

religions, la XXXVI, 39. 
Despis du monde, li XXXVI, 48. 
DeaputoisoQ de Challot et da bar- 
bier, la LXXIU, 10. 
Deeputoiaon de la Siaagogue et de 

Sainte Egliae, de la VIII, 60. 
Dosputoiaon de rEgtiee do Rommo 

et de l'Egliae de France, J* 

LXXIV, 1. 




— 203 — 



Deapntoiaon du cors et de Tarne, la 

LXIII, 2. LXir, 10. 
DeBpatoieon da croisi£ et du des- 

croisiö LXXIII.S. 
Deua Chevaliers, le dit des VIII, 36. 
Dien d'amoura, faWel du VII, 5. 
Dien d'Äiuours, d'Este et de May, 

dn Vm, 51. 
Dia conuDandement üe la Lo;, les 

LXX, 2. 
Ks Hoahaiz, los XXXVl, 37. 
Disdcba Catonis, übersetzt (Adam 

de Sueii) XL, 3. (Jean le Fevre) 

XLI, 1. (Anonymi LXII, 2. (Eve- 

rard Ton Kirktam) LXII, 4. 
Dit, le (TOn Jean lo Kigol^l XXXVI, 

58. 

Dits dcB Philosophea, los XL, 10- 
Diviaions des 72 liianläs qui sont 

a. damee, les XXXVI, li). 
Donze articies de la foy catholiguc. 

loa LXXXVII.a. 
Droiz, des (Clerc de Voudaii 

XXXVI, 7. 
Eaue benfioite et du Vergier, de 1' 

VIII, lüii. 
Enfant qui sauva sa mere, lo dit de i' 

vm, 2fi. 

Itrosti, de 1' Vni, 101. 
BS des feraea, li XXXVI, 2rt. 
ibe des Treapass^z XXIII, 1, 
je, li die de I' Anbang I, 13. 
Imig von dem trotz Verbot ge- 
tanen Greise Vni, S4. 
I de foy, r XXXVI, 4. 
Esbif de deus dames VIII, 21. 
Eatrif des quatre vertus, 1' XXX VI, Ifi . 
Euphrosynp, Loben der hl. II, 1. 
Eoslache, Leben des bl. VII, 6. 

LXXXVII, 11. 
Evangile as fernes, 1' VIII, 33. 
Fabel "omrolung von Chartrea LXV, 

12. 

Facet XL, e. 

Fatraaie XXX. L LXXXV, 11. 
Fatrasiea d'Arras, les XXX, 2. 
Fenune et de la Pie, de la LXi, 3. 

KietebUB, Strophcnfornen. 



Ferames, des döi et de la taverna, 

dea XIII, 1. 
Fin del luonde, la XLIII, 1. 
Flourence de Romme, leiiitde Vllt, 

Uli. 



Francbiae, li dis de XXXVI, 45. 
Freuden der Jungfrau Maria, Qcdicbt 

von den LXXXV, 7. LXXXVII, 

10. 
FOnf Freuden Marias, Gedieht auf 

die XXVIII, 1. 
Gebet LXV, 5. 10. LXXXVII. I. 18. 

19. 21. LXXXVIII, 2. 3. 
Gebet des hl, Franciscua VUI, 74. 
Gebet zu Chrialua Vin, 47. 
Gebet zum hL Fraucisous VIII, 11. 
Gebet zum hl. Marcus Vlll, 75. 
Gebet zum bl. Micolas XVI, I. 
Gebet zurhl. Genoveva LXXXVIII, 1. 
Gebet zur Jungfrau Maria HI, 1. 

VI, 3. VII, 4. VIII, ei. LVIII, I. 

LXXU, 1. 
Geistliche Ermahnung LXVll, 1. 
Grant Bible Nostre Daraf, la VIII, 

lü3. 
Grßgoire,L^Bendede3aiutLXXXVII, 

Oriesche d'Estä, la Anhang I, 5. 
Griesche d'Vver, de la Anbang I, 14. 
Guerre de Metz, la LXXVI, ]. 
Gueraay XXXVi, 24. 
Guillaamc d'Angleterre , le dit de 

VIII, 95. 
Heilige, Gedicht auf verschiedene 

LX, I. 
Heiligen, Gedicht auf eiuen XXIX. ö. 
Hohe Lied, das LXXIII, 6. Anhang 

IV, 2. 
Hugo de Lincolnia VI, ii. 
Hugon Autiriot, Spottgedicht auf 

LXXIX, 1. 
Ipocresie, d' Anhang I, '^. 

dea Jacobina, de 1' An- 



g I, 1». 



Iver et de l'Estä, de 1' Anhang 
IV, 1. 

Jacobins, le dit des VIII, ä'i. 
Jeu des dez, du VIII, 42. 
Jena d'aventures, les XL, 5. 
Jagenent de Sitlemon, le VIII, 67. 
Jngenent Noatre Signor, le VIII, BT. 
Jungfrau Maria, Gedicht auf die 

VIII, 14. Iü2. XXXVI, 44. 

LXXXVII, 15, 
JuB Ädan, li LXXXVI, 3. 
Jus de la feuillie, U LXXXVI, 3. 
Jus de SaJDt Nicolas, H LXXXVI, 2. 
Jus du PeleriD, li LXXXVI, 5. 
Klage auf den Tod Sduajrde I. voa 

England LXXTIIl, 1. 
Klage auf die Verbrennung TOn 13 

Jnden VIII, 28. 
Klage der Maria am Kreuz Chriati 

XXXVI, 64. 
Kometen, Gedicht auf einen XXIX, 7. 
Lande doräe, ta Anhang 1, 1. 
Larguece et DeboneretS, de VIII, 24. 
Lay d-amoura, an XXII, 1. 
Lehrgedicht LXI, 4. 
Leodegar, Leben des hl. XLIV, 2. 
Litania sanctornm VIII, 50. 
Livre de 8. Jehan Ewangeliste, le 

VIII, h-i. 
Livre des manieres, le VI, 5. 
Li»re des vertuz, la VJI,.2. 
Lobgedicht auf die Frauen XXVII, I. 
Loenge Nostre Dame, li XXXIV, 1. 
Lolautfi, le dit de XXXVI, 49. 
Magdalena, Leben der hL XXVII, 3. 
.Mais", le dit des VIII, 15. 
MandcTie, le Uvre de XXLX, 20. 
Marcnnl et de Saiemon, de XXV, 1. 

LXVIII, 1. 
Marguet convertie LXXUI, 11. 
Uariagedes filles au diable, le XXXVI, 

31, 
Manage des aept Arta et des sept 

Vertns. le VIII, 78. 
Manage Rusteheuf, ie Anhang 1,11. 
Mariengehet XXIX, 1 1. 
Martin Hapart, de LXXXII, I. 



Mäditations de la salntc Vierge a 
U passion LXXXVII, 20, 

Merlin Meliot VIII, 30. 

Meailisana, li dia des XXIX, 2. 

Miracle de Theophile, le LXXXVI, 4. 

Mircoir de Tarne, lo XXXVI, 60. 

Mireuer du monde, le XLIV, I. 

Miroir des dames et damoiselles, le 
LXXI, 1. 

Miserere, le VIII, 53. XXXVI, 59. 

Modwenna, Leben der hl, VI, B. 

Mort Nostre Seignenr, dele XXXVl, 

Mort Ruatebeuf, la XXXVI, 32. 
Neuf joieg Nostre Dame , lei 

LXXIII, 6. 
Niceroles VIII, 94. 
Noatre Dame, dis de XXIX, ti. 
Ordroa de Paris, les XXXVI, 11. 
Orison de Nostra Dame XXIX, <t. 

XL, -2. 
Ortie, li dis de 1' XXXVI, 53. 
Paintrea, le dit dea XXXIX, 1. 
Pais ans Englois, la Vin.2. 
Pais de Rntebeuf , la XXXVI . 30. 
Paradies , Streitgodlcbt aber das 

LXXXVIII, 5. 
Paradis, li fabliax de VIII, Kg. 
Passion , un ditß de la XXXVI, 42. 
Passion du Christ, la XL, 12. 
Passion Sainte Cristine, la VIII, 8'i. 
Fassion Bstundan, Erklärung dt-r L, 1. 
Patenoatre de la guerre de Meli, 

une XXIX, 18. 
Patenostres, le dit des XV, 1. 
Pater noster VUI, S6. XXIX, 12. 

LXV,y. LXX,3. 
Pecbcresse qui estrangla troia enfaiis, 

de la VIII, 104. 
Peüt Jüitel, le dit du Vm, 25. 
Petit livret a I'essample dou rossi- 

gnolet, un LXXXVII, 16, 
Petit traitiä d'amour on riine, un 

LXXXVIII, 4. 
Pharisian, du Anhang I, 3. 
Philipp den Kikhaea, Gedicht an 

VIU, 43. 




- 205 — 



Pierre de la Broce qui dispute a 

Fortune par devant Reson, de 

LXXIII, 15. 
Placidas, Leben des hl. LXU, 9. 
Plainte d*amour, la LXIII, 3. 
Plaintre Nostre Dame, la YIII, 72. 
Plait Renart de Dammartin contre 

Vairon son roncin, du YIII, 3. 
Po^me moral YIU, 80. 
Peines d*enfer, des YIU, 79. 
Peines et joies de Tautre vie LXIII, t. 
Poire, Roman de la Vm, 73. IX, 5. 

XXIX, 15. LXXXY, 8. 
Pomme, li dis de la XXXYJ, 47. 
Por chatoier les orguilloz XXIX, 10. 
Povre Chevalier, le dit du YlII, 34. 
Povret^ Rutebeuf, de la LXXXY, 5. 
Prestre qui fu mis au lardier, du 

LXXXI, 1. 
Pri^re de Theophilus, la YIU, 49. 
Priere Nostre Dame, une YIU, 85. 

LXXXYU, 5. 
Priere Rutebeuf, la XXXYI, 30. 
Princes, li dis des XXXYI, 26. 
Priyil^ aux Bretons , le YIII, 56. 

Anhang III, 2. 
Prophecie, la YIII, 62. 
Proprietez Nostre Dame, li diz des 

LXXIII, 6. 
Proscrit Traillebaston, chanson d*un 

YIII, 37. 
Proverbes an conte de Bretaigne, 

les XXXYIII, 1. 
Proverbes de bon enseignement XL, 

11. 
Proverbes del Yilain, les LXVI, 1. 
Proverbes desPhilosophes, les XL,10. 
Proverbes des Sages, les XL, 10. 
Psalter LXU, 6. 
Pnille, le dit de YIU, 32. 
Qnatre äges de Thomme YI, 4. 

LIU, 1. 
Queue de Renart, le dit de la 

LXXXIII, 1. 
Quinze signes devant le jour du ju- 

gement, les XI, 1. 
Ragemon le bon XL, 7. 



Rat des Spielers, der YIII, 77. 

Regres au roy LoSys YIU, 90. 

Regres Nostre Dame XXXYI, 54. 

Reimpredigt I. LXI, 1 . 
U. LXI, 2. 

Renart et de Piaudoue, de XXXVI, 10, 

Renart le Bestourn^ Anhang I, 7. 

Repentance Rustebeuf, la XXXYI, 
32. 

Rescepcion, la XXIX, 14. 

Respon, le dit de YIII, 20. 

Richard Sans-Peur YIII, 105. 

Richaut, de Anbang I, 4. 

Riebe homme qui geta le pain a la 
teste du povre, du YIII, 106. 

Robert le Diablo, le dit de YIII, 38. 

Roe de Fortune, la LXXXY, 4. 

Roi de Sezile, du I, 1. 

Roi Modus et de la röine Ratio, le 
livre du XXXYI, 27. 

Roi qui avoit une amie, du YIII, 54. 

Roman des Franceis, le YI, 1. 

Roman des romans, le YII, 1. 

Sainte Eglise, de XXXYI, 36. 

Salut ä la Yierge YIU, 48. 

Salut ä refrains XL YIII, 1. 

Salut d'amour YI, 7. XXXYI, 9. 
LXXXYU, 6. 7. 23. Anhang II, 1. 

Salut de Nostre Dame YIII, 63. 
XLII, 2. 

Satirisches Gedicht gegen die Eng- 
länder LXXIU, 9. 

Savetier Baillet, le LXXXI, 1. 

Sept articles de la foi, les XXXYI, 12. 

Sept visces et des sept vertus, li 
dis des LXY, 1. 

Sermon en vers snr la mort de 
Louis VIIL LXXXY, 3. 

Sieben Todsünden, die XLYI, 1. 

Sis manieres de fols, des YIU, 88. 

Solas d*une dame YIII, 8. 

Sprichwortsammlung XL, 4. 8. 9. 
LXXXYU, 4. 

Stabat mater XXIX, 8. 

Stände, Qedicht auf die XI Y, 1 . 

Steuern Eduards I. von England, Ge- 
dicht gegen die XIX, 1 . 

14* 



TallönreurB, doa VIII, 18. 

TeEtament, Ic VIII, 70. 

Tbibaut confeeseur. Tie de saint 

YIII, 44. 
Thomas ron Canterburj, Leben des 

hl- V, I. XXVII, 2. 
Tissoranz, des LXII, 6. 
TraitM de Kostre Dame XXVI. 1. 
Tremonlaine, loditdolft XXXVI. ä. 
Trcnte jouTB perilleux de I'bq, les 

VIII, 1U7. 
Tresor, le XXXVI, 12. 
Tresor Mostro Dame, le XXXVI, 4tl. 
Triacle et de venin, de VIII, S'J. 
Troiä chanoinea, le dit lies V1II,8I. 
Troifl clers, des LXXXV11,12. 
Troia niorg et deB trois vis, le dit 

des LVI, l. LXXXV, 9. 10. 
VeniisKdoe83od'amor,deLXXXV,G. 
Verit^, im iM de Anhang 1,6. 
Verkündigung Mariae, Gedicht auf 

die XXIV, I. 




Vers d'amoura, les XXXVI, fl 

Vers de Couloigne, 1 

Vers do droit, les ; 

Vers do la Mort, ks XXXVj; 1 
(Robert le Clerc) XXXVI, 21. (Ho- 
Imand) 52. (Adam de la, Ilalle) 55. 

Vera du monde, les XXXVI, 18. 

Vera retrogrades d'amours LXV, (i. 

Vie du mondo, de la VIII, ü. 

Vie d'un vallet amerous, la Anhang 



111,1 






Vie et l'bistoire du 
home, la VIU, I. 

Voie do Tnnea, le dit de la VIII, 52. 

Voie d'infer ot deparadis, la XXXVl, 
Gl. 

Wunder des hl. Thomas von Canter- 
burj Vlll.as. 

Ysopet II XXIX, I!). LXII, 8. 
LXXXV, 2. 

Zehn Gebote, Die XLIX^ l. LXXJ^ 



Die Anfangszeilen der Gedlolite In alphabetischer Folge 
der Reime. 

A. 

Ave, cn qui saus nul uonibre a XXXVI, 1 

Devant Tuis au riebe home le ladre a'arrosta - . VIII, l 

Mundua, caro, demonia LXV, 1 

De YeasiS issira XXVI, I 

Moult hftutement so maria LXXXVII, 2 

Ains iroie trana maria XXIX, t 

Or vint la tens de may que ce ros panirra VIII, 2 

Oiüi une ten^on qui fu fete piega VIII, 3 

Enteodea chou qui sinera LXXXV, 1 

Dieu, iioulx aignel eans fache LXXXVII, 20 

Savea iiuo j'apiel Üoghinage , XXXVI, 2 

Tu qui as on pecbiö vescu tout ton eago VIII, 4 

La reigoe de pecchä est eslroite de baut lignage VIII, b 

Sospirant por l'umain lignage XXXVI, S 

Au tempa que eil oieiau sauvage Anhang 1,1 

On diät quo par comtnun usago XXXVI, 4 



M 



— 207 — 

Yos qni estes soutis de raison et d'usage LIII, 1 

L'autrier par un matin a l'entr^e de mai VlII, 6 

La mouche äati de batallle LXXXY, 2 

Bien est amäz qui amors aime LXY, 2 

Ici ad del vilain LXVI, 1 

De parier ne me pais plus fraindre XXIX, 2 

Genevieve, fontaioe LXXXVIII, 1 

Li Chans d'une raine XXX, 1 

Dame plus douce qae seraine XXXVI, 5 

Rome, Jherusalem se plaint XXXVI, (> 

n est aucuns folz qui se plaint ' XXII, 1 

Grant douleur me contraint de faire ma complainto YIII, 7 

Or entendez une complainte XXXVI, 7 

Grant mal fist Adam LXI, 1 

Li baus sires dou ciel nos doint forme creance LXXXV, 3^ 

Jeo say une dame de bone pourveance VIII, S 

Amours kl m^a mis en sousfrance XXXYI, S 

Douce amie, salus yous mande XLYIII, 1 

Douce dame, salut vous mande ' XXXYI, 9 

Reis Arflet de Nobundrelande VI, 1 

Ici comence 11 romanz des romans VII, 1 

Je vois morir. Yenez avant XLIY, l 

Par ces quareles vont chantant XXI, 1 

Ben e Mal unt fet covenant LXIII, 1 

Marie pur toun enfant XXYIII, 1 

Seignurs, oiez pur Dieu le grant LXXVIIf, 1 

L*autre hier m'en aloi jouant LXY, ä 

£ns en Tonneur de Dieu le pere tout puissant YIII, 9 

Mors qui en taut de lieus s'espart XXXYI, 10 

Ave qui ainz ne commenchas LXXXVII, 22 

Glorious sire pere qui le mont rechatas YIII, 10 

Doaz sire seint Franceis que Jhesu tant amastes YIII, 1 1 

Qui voudra estre saus . . « LXII, 1 

Biaus sires Diex, que vaut, que vaut LXXXY, 4 

E. 

Nove changon vos dimes de bele antiquit^ II, 1 

Beigne des aungles rec^vez cest ave YIII, 12 

De bone femme la bont^ XXVII, 1 

Largue en cbarit6 XXXIY, 1 

Hom, quant je t*al fait et creä XLIX, 1 

Heu, Heul michil las chetif domine YIII, 13 

En nom de dieu Tesperitä XXXYI, 1 1 

Seigneur, pour Dieu, paix facite XXIX, 3 

Jolift^ Anhang III, 1 

Placidas iert nome LXII, 9 



— 208 — 

femme qui es plaine de toute saintetö VIII, 14 

glorieuße Trinit6 XXXVI, 12 

Comment que men tens aie us^ XXXVI, 13 

Tant ai par maintes fois parl4 de vanit6 LXXXVU, 5 

Hoem ki as volenti XX, 1 

Fortune, mere de tristece LXXIII, 1 

Borne du mont est chief, ainsi est apel^e VIII, 15 

Dame plesant et sage de toz biens doctrin^e LXXXVII, 6 

Tout aussi com par la fumäe XXXVI, 14 

Amur gist en maladie, charit6 est nafr^e VIII, 16 

A droit me plaings qui suis Rome nomm^e LXXIV, 1 

Sainte Eglise se plaint; ce n*est mie merveille VIII, 6 

Conter me piaist une merveille XXXVI, 15 

Gelui qu* Amors conduit et meine LH, 1 

Li seint angle Gabriel XL, 1 

Encor ne seit loenge de pecheour pas bele VllI, 17 

Merveille est de cest monde comme torne bouele VIII, 18 

Jehan a dit et fet mainte rime nouvele VIII, 1 9 

De ton eher fils, chere pucele LXXXVII, 17 

£n la douce louange de la Vierge pucele VIII, 20 

Efisjöi te, Vierge pucele XL, 2 

Mirez vous cy, dames et damoiseles LXX, 1 

Se nous vous apportons nouveles LVI, 1 

Iver li pereceus, qui toz jors frit et tremble VIII, 21 

Li madam de Sens d'Argen .Auhang III, 2 

Je ne sai par ou je comence LXXXV, 5 

Seignour ains ke a vous comence XL, 3 

Gens sans conseil et aussi sans prudence LXXX, 1 

Monseigneur saint Denis, tresor de sapience VIII, 22 

Qui voudroit Tart d'amors et savoir et aprendre VIII, 23 

Seignor, or fetes pes ; daingniez un poi entendre VIII, 24 

Qui en bei rimer vuelt entendre XXXVI, 16 

Bien däussons essample preudre XXXVI, 17 

Du monde qui fet a reprendre XXXVI, 18 

L'an de grace mile trois cens XXXVI, 19 

S'ensuivent les commandemens LXX, 1 

Li evesques parisiens Anhang 1,2 

Ghascun me dit a quoy je pense XXIX, 4 

Ki volt saveir Tafaitement LXII, 7 

Sapience au commencement XL, 4 

Seigneur, je di pour voir, qui a entendement VIII, 25 

Puisque Diex m*a presto sens et entendement VIII, 26 

Par mauiere d'esbattement ' LXV, 4 

Estrangement Anbang III, 3 

Monlt est bone acointance d*estoire, bone gent VIII, 27 

Mont sont 11 a meschief mis Tesgar^e gent VIII, 28 

Pour donner exemple, prouesce et hardement VIII, 29 



— 209 — 

Qaestioner vous vueil d'an jugement VII, 2 

On a les barons longuement XXXVI, 62 

Sire Jhesu Crist, merci ms cri, fiz Deu omnipotent . . . LXXXVII, l 

Moun Sire den omnipotent LXXXVIII, 2 

Deu le omnipotent LXI, 2 

Pour ceolz qoi se desroient trop outrageusement YIII, 30 

£n roneor et a la loenge de Jhesu Crist premierement .... XI, 1 

Gil Saint cui dont est a aler . ^ XXIX, 5 

Seignor qui dieu devez amer Anhang 1,3 

Dieu et sa douce mere, que chascun doit amer YIII, 3t 

La Yirge put höre asener XXXYI, 63 

Tant voi le siede bestourner XXXYI, 20 

Bimer m*estuet de Brichemer LXXm, 2 

Seure vie qui volt demener XYIII, 1 

Mors si te ses entrebouter ., XXXYI, 21 

De Joseph nos dirons, si vos plait escouter XXI, 1 

Pour le tout poissant honnourer . LXXIII, 3 

Domine Dieu devems loder XLIY, 2 

Cil Damediex qui fist air, feu et terre et mer YIII, 32 

A matines voleit Jhesu orer L, 1 

Entre itantes merreilles cum deus deigna oyrer YIII, 33 

Ei bien yelt commenchier a parier Yll, 3 

Tons ceulz qui volentiers oient de Dieu parier YIII, 34 

Por mon euer resbaudir et pour reconf orter LXXXVII, 7 

L'eayanglUe des fenunes vous weil cy recorder YIII, 35 

A tontes bonnes gens ne devroit pas desplere YIII, 36 

Talent me prent de rymer e de geste fere YIII, 37 

8e je savoie dire ou fere XXXVI, 22 

Amours, j'ai öi de vous fere XXXYI, 23 

Mon euer si m'a don^ matere XXXYI, 24 

Sainte Marie, douce mere XXIX, 6 

Douce dame, pie mere III, 1 

An pi^ de la crois sist sa mere XXXYI, 64 

£1 non de Jesu Crist qui est nostre douz pere Ylil, 38 

Je crois en ung seul Dieu le Pere LXXXVII, 3 

Dex qui feis comme veras pere LXY, 5 

Dire me piaist et bien doit plere XXXVI, 25 

Töutes bonos gens doivent öyr le bien retrere YIII, 39 

Puisque m*entente ay mise en nouviau dit retrere YIII, 40 

Que que li autre facent de parier ou de tere YIII, 4 1 

Mortaltto et guerre LXYIII, 1 

Yous ke Nostre Dame ames XL, 1 

Seingneurs ore escoutez, qui Damled^ ames YIII, 79 

Yous qui bien et honneur et les biaus diz ames ...... YIII, 42 

Par mainte foiz öi aves LXXXII, 1 

Tres douce gent entendes LXXXIII, 1 

li confirere d^amours tuit a moi entendes LXXXVII, 14 



— 210 — 

Or faites pais, si escotes Anhang I, 4 

Dames et vos puceles, oies et faites pes LXXXV, 6 

Phelippes, rois de France, qui tant ies renommäs YUI, 43 

Eibaus par le päis seres XL, 5 

A ces hautes solempnitäs XXXVI, 26 

Dieu ait Tarne des trespass^s XXIII, 1 

Li fil Adam, avant venes XLIV, 3 

Ma volente est bone et preste LXXUI, 4 

Qui de translater s'entremet XL, 6 

Bon fut li siecles al tens ancieneur lY, 1 

Les seignors anciains qui ont batailleeur VIII, 44 

Seur tote Tautre honeur XXV, l 

Nous Garlemagne ao dieu boneur VI, 2 

Deu vous dorra grant honeur XL, 7 

Pucelle graciouze, on main tout vrai honeur VIII, 45 

Seignor, or escoutez li grant et li meneur VIII, 46 

Marie, mere al Salveeur VI, 3 

Ave sire Jhesu Crist, moun tres douce seigneur VIII, 47 

Cum Joe me aparceu homes pluseurs LXII, 2 

On doit plaindre et s*est honte a tous bons trouveeurs 1, 1 

L*an mil quatre cens avec deus , XXIX, 7 

Deles la croix moult doloreuse XXIX, 8 

Ave tres duce Marie, ave glorieuse IX, 1 

Ave sainte Marie, ave glorieuse VIII, 48 

Röyne des chielz glorieuse XXIX, 9. LXXXVII, 18 

Ave Marie glorieuse XXXVI, 27 

Dame resplandissans, Röyne glorieuse VIII, 49 

Amours est vie glorieuse LXV, 6 

I. 

Ele ot mis tot son euer en sou tres douz ami VIII, t08 

Ma duce dame, merci vos cri LXXXV, 7 

Glorieuse reine heiez de moi merci Vlli, 50 

Sue merci LX, 1 

L*autrier entor la Saint Remi LXXIII, 5 

Assez avez öy et contes et fabiiaus VIII, 51 

Je sui Cliges li amoreus et vez ci m*amie Fenice .... LXXXV, 8 

Amors qui m'a en sa justice LXXXVII, 23 

AI deu loenge, en son Service XXVII, 2 

De coroz et d*anui, de plor et d'amisti6 VIII, 52 

Seynte Marie, pleyne de grace e de pitie Vü, 4 

Sire Diex, o moi soies par ta sainte piti^ VIII, 53 

Uns rois jadis estait qe avait un amie VIII, 54 

Seignours, ore escotez haute chevalerie VIII, 55 

Diex gart la roi de Frans, et tout sa compaignie VIII, 56 

Mon euer, triste penssis me semont que je die .... LXXXVII, 8 



— 211 — 

Pour monstrer que dieus s'eabanie XXXVI, 28 

Ave rose florie LXXXVII, 24 

En recordant ma grant folie Anhang 1, 5 

£n le douche saison jolie LXY, 7 

Röine de piti6, Marie LXXIII, 6 

Ato dame des angles, aye royal Marie YIII, 57 

Je vos salne de par Den, yirgine sainte Marie .... LXXXVIII, 3 

Jeo Yous salu, Marie LXII, 3 

Aye Maria. tresdouce Marie XXXVII, 1 

Ave Vierge Marie LVIII, 1. LXXXVII, 25 

Doulce Vierge Marie . . • LXXXVII, 15 

A la donce loenge de la Vierge Marie VIII, 58 

Pour eschevir mirancolie LXXVI, 1 

Femmes a la pie LXI, 3 

Ce dist uns clers, Plante -folie LXXIII, 7 

£n un yerger m'entrai qe mult fu replenie VIII, t09 

Fernes sont de diyerse vie XXXVI, 29 

Mos Sans yllonnie LXXXI, 1 

Mon bon ami Diex le maintiegne XXXVI, 30 

Le meel de ciel XXIV, l 

Hours, lyon, chat, singe et chien XL, 8 

Gatun esteit paiien LXII, 4 

Seignour, eis siecles ne vaut rien XXXVI, 31 

Seignor, molt me merveil que eist siecles deyient ...... VIII, 59 

Un grant estrif öy l'autrier Anhang IV, 1 

Talent de terre guäinier . . . . • LXIX, 1 

Per urguillors humiliier XXIX, 10 

De lor mengonges vuelent vivre li mengongier VIII, 60 

Dame pur cele joie mercl jeo vus requier VIII, 61 

Lessier m'estuet le rimoiier XXXVI, 32 

Bonnes gens, je puis tesmoignier XXXIX, 1 

Es vers dont me yueill travaillier Anbang III, 4 

Auchune gent m*ont fait proiiere XXXVI, 33 

Bossignaus qui denoncies LXXXVII, 16 

Oncore vostre deu priies XXVII, 3 

n avint l'autrier a Saint Gille XLVIU, 2 

Dien gart la compaignie de pechi^z et de crime VIII, 62 

Apres vient une corte rime VI, 4 

Dieu roy de magestö, ob personas trinas XIX, l 

Veritä qui ne tont ne pince Anhang 1,6 

Tres glorieus Dieus, or encline LXXIII, S 

Gracieuse dame enterine XXXVI, 19 

Gloriuse pucelc, des angles reine LXXXV, 7 

Aye, dame des anges, de paradis reine VI II, 63 

Gloriouse Marie, du cel sainte reine ' VIII, 64 

Glorieuse Vierge reine XXIX, 11 

Chieux qui voelt faitis deyenir XL, 9 




— 212 — 

Sc je vos fas entendre, s\ mo devos öir VIJT, 65 

En biauB dis contes et Cir XXXVI, 31 

Pulake homme deit de ci partir LXVIl, 1 

Douce sire Jhesu CriBt ke vostre suiut plaiair XVII, 1 

Pour ce qne de bien faire ne puet nul mal ^enir VIII, 86 

Or m'EBtnet saliier cele que ja desire IX, 2 

Pater nostor doit cbascunH dire XXIX, 12. LXV, 8 

Puiaque jou troufer sai, bien doi tel cose dire VIII, 67 

Uroia m'ensengne que je doi dire XXXVI, 35 

Toot moo poorpenaement ay mia en biftus moB diro , . LXXSVII, It 

Jo ne sai dou monde que dire XXIX, 13 

Que Dieu me gart de mal et d'ire XXIX, 14 

Rimer m'estuet, qu'or ai matire XXXVI, 36 

Tuit li fysicieö ue sunt adea bun mire V, 1 

Hona nayrez a. tuestier de mire LXXTII, 1 

Doulx Jesu Criat, nostre vraj sire LXXXTII, 19 

Seignor, or eacouteü; que Diex »ob aoit amia VIII, 69 

Eel laa, com par doi eatre dolens et engramlB VIII, 69 

Li Parefl et li Filz et li Sains EsperiB VIII, 70 

Troi damoiael farent jadia LXXXV, 9 

J'ai öy dire que jadia XXXVI, 37 

De celui haut Seigneur qui en 1& croix fa mia VIII, 71 

II n'eat pas sires de eon päis XL, 10 

Quj a la dame de parElia LXXV, 1 

Eeigno corounee, flour de paräis VIII, 72 

Nuyl ne deyt mouater en pris XXVI, 2 

Cil qui por rimoier vent avoir los et pria IX, 3 

Ave, Tiergo de parfait pris XXXVl, 3S 

Dame, de par celui qui d'amora est aorpris Vlil, 73 

Jente de cors, simple de via XXIX, 15 

Benacz est morz, Renarz est vis Anhang 1,7 

Ditea tob patonostrea pour tonte salnt« Eglige XV, I 

Toute terre tresBuera an jonr dou grant j&ise XLII1, 1 

Seint Nicolu, Berf Jbesu Crist XVI, 1 

yui lea proverbes fiat XXXVIII, 1 

Se li Roia de Cambray vSist XXXVI, 39 

Ave Jliesu Criet ki de cel deacendiBtea VIII, 74 

prccieua Saint Marc Evangelietea VIII, 75 

Par un matin me giaoie en mon lit VII, 5 

81 cum joo ju en un 11t LX!II,2 

Le grant Credo aena le petit XXIX, 16 

Une grant vision en ce livre est eacrite VIII, 76 

aOuvre tea yeux creature chetive LVI, 1 

1 petit livre VI, 6 

B äit en sun livre XL, II 



— 213 — 
0. 

Pater noster sens le Credo XXIX, 17 

Seignor, volez ölr de patre decio VI 11, 77 

Unus frater de Syleyo LXXIII, 9 

Seignor et dames entendez tuit a moi VII, 6 

Chier amis, rece?etz de moi XL, 1 1 

Gompains, Tois tu ce que je voi? LXXXV, 10 

L*aatrier par un matin esbanoiant aloie VIII, 78 

L*aatrier un jor jouer m*aloie LXXIII, 10 

La merz qui toz jors cels aproie XXXVI, 40 

L'autre jour mon chemin erroie LXXIII, 11 

Beau soignor et yos dames, faites que Ton vos oie VIII, 79 

Qui cest secle trop siut, ne yait pas droite Toie VIII, 80 

Vos qui alez parmi la voie Anhang 1,8 

Tel gent i a qui Toient LXII, 5 

L'escriptnre tesmoingne et nous fait asavoir VIII, 81 

Trop 91 chier achatö Tavoir LXXIII, 15 

Li sages Salemons qui fleurs fu de savoir VIII, 82 

Gors, en toi n*a point de sayoir XXXVI, 41 

A tontes genz qui ont savoir Anhang I, 9 

Jebanz de Ghoisi viaut yeoir LXV, 9 

Je scey de yoir Anbang 1, 15 

L'anctorit^ nos dit une raison par voir VIII, 83 

Au tans ancienor, ice yous di pour voir VIII, 84 

L*escrlpture nous dist pour voir XXXVI, 42 

Pour coy, se yeus mon conseil croire LXX, 3 

Mult est li diables courtois XIV, 1 

Bien ne yaut siecles orendroit Anhang 1, 10 

Pourtant, se j'ay la teste fole XXXVI, 43 

A le fois avient que li bom XL, 10 

Gatbon fut preux cbevalier et saige bomme XLI, 1 

Or öez un bei changon VI, 6 

Codes plains de de?otion XLIX, 2 

Qniconques met s*entencion XXXVI, 44 

Mere Dieu, qui yous siert, mout a bon guerredon VIII, 85 

En Tan de rincarnacion Anhang: 1,11 

Quant li soUeiz converset en leon Anhang IV, 2 

Hora YOS die vera raizon * XL, 12 

Pater noster, vrais peres, qui es sires del monde VIII, 86 

Dame de paradis, dame de tout le monde XLII, 1 

Doctriner doit les autres cui Diex science done VIII, 87 

Celui qui bien bat les boissons LXXIII, 12 

Jebans de Cond^ nous raconte XXXVI, 45 

Ke covient pas que yous raconte Anhang 1,12 

Pour yenir de pecbiö au cor XXXVI, 46 

Marie mere de concorde LXV, 10 



— 214 — 

Por le monde qui est nuit et jor en discorde VIII, 88 

Mult a entre triacle et ?enin grant discorde YIII, 80 

Eimer m'estuet d'une discorde LXXIII, 13 

Ave, sainte Marie de grant misericorde IX, 4 

Metez, metez vos bestes fors LXV, 11 

En une pume fu la mors XXXVI, 47 

Hugue Aubrlot bien me recors LXXIX, 1 

Jri^z a maudire la mort LXXIII, 14 

L'en dit que tout a tens buche eil a la Porte VIII, 90 

Cil qu'estaublit Pierre Tapostre XXIX, 18 

Bone aventure aviegne Amour Anbang II, 1 

Dit vous ai d'armes et d*amours XXXVI, 48 

A ces festes et as haus jours XXXVI, 49 

Douls Jhesucris, je vieng a vous XXXVI, 50 

Amour, Amour ou estes vous? LXIII, 3 

Aprenez a mengier joute LXXXV, 11 

u. 

Chius ki le euer a irascu XXXVI, 51 

Ces vers sunt de salu LXII,6 

De par la mere Dieu, cent mile foiz salu XLII, 2 

Ave dame, je vos salu XLIX, 3 

Seignor qui ci estes venu Anbang 1, 13 

Mors qui m'as mis muer en mue XXXVI, 52 

Gontre le tens qu'arbres desfu^ille Anbang 1, 14 

Geux qui puissans et riches a tous jours estre vuelent . . . VIII, 91 

Mes de Warenne ly bon cuens LXIV, 1 

G'est quant li homs a si fait euer XL VI, 1 

Li sages nous moustre et descuevre XXXVI, 53 

Oies de haute estore Fuevre XXXVI, 54 

Amors, a vous ainz qu'a nului VI, 7 

Or escoutes seignor et si ne vos enuie VIII, 92 

Mors, comment que je me deduise XXXVI, 55 

Par desguisäe guise LXI, 4 

Bon fait regner en nette guise XXXVI, 56 

Pitiäs, me matire puise XXXVI, 57 

Ge je ay dit dez fammes choze que leur enuit VIII, 110 

Je maine bone vie semper quantum possum XIII, 1 

Oez dit de petit volume XXXVI, 58 

E douz cuers, douce amie, tres douce creature .... LXXXVII, 9 

Ung seul Dieu de toute creature LXX, 2 

Par exemple vorai parier de TEscripture VIII, 93 - 

Selonc que dit sainte escripture LXXXVIII, 4 

Jaler saus froldure XXX, 2 

Mout fu la mors pesme et oscure XXXVI, 54 

Si par pense pure LXII, 7 

Ave vierge toute pure LXXII, 1 



— 215 — 

SdgQor, j'ai folement mes deniers despendas YIII, 94 

Miserere mei, Daus ! XXXVI, 59 

Benedicite dominus XXXVI, 60 

Dame, par cele joie kant plus joiuse fus LXXXVII, 10 

Pour recorder un dit sui orendroit veiius VIII, 95 



Die Anfangszeilen der Oedlclite In alpliabetisclior Folge 

der YersanfSnge. 

A ces festes et as haus jours XXXVI, 49 

A ces hautes solempnitös XXXVI, 26 

A droit me plaings qui suis Rome nomm^e LXXIV, 1 

Ains iroie trans marla XXIX, 1 

A la douce loenge de la Vierge Marie VIII, 58 

A la fois avient que li hom XL, 10 

AI den loenge, en son service XXVII, 2 

A matines voleit Jhesu orer L, 1 

Amour, Amour ou estes vous LXIII, 3 

Amours, a yous ainz qu*a nului VI, 7 

Amours est vie glorieuse LXV, 6 

Amours gist on maladle, charit6 est nafröe VIII, 16 

Amours, j'ai öi de vous fere XXXVI, 23 

Amours qui m'a en sa justice . . LXXXVII, 23 

Amours qui m'a mis en sousfrance XXXVI,^8 

Aprenez a mengier joute LXXXV, 11 

Apres vient une corte rime VI, 4 

Assez avez öy et contes et fabliaus VIII, 51 

A toutes bonnes gens ne devroit pas desplere Vlil, 36 

A toutes genz qui ont savoir Anbang I, 9 

Aucune gent m'ont fait proiiere XXXVI, 33 

Au pi6 de la crois sist sa mere XXXVI, 64 

Au tans ancienor, ice von« di pour voir VIII, 84 

Au temps que eil oisiau sauyage Anhang 1, 1 

Ave dame des anges, ave royal Marie VIII, 57 

Ave dame des anges, de paradis reine VIII, 63 

Ave dame, je vos salu XLIX, 3 

Ave, en qui sans nul nombre a XXXVI, 1 

Ave Jhesu Crist ki de cel descendistes VIII, 74 

Ave Maria. tresdouce Marie XXXVII, 1 

Ave Marie glorieuse XXXVI, 27 

Ave qui ainz ne commenchas LXXXVII, 22 

Ave rose florie LXXXVII, 24 

Ave sainte Marie, ave glorieuse VIII, 48 

Ave sainte Marie de grant misericorde ... - IX, 1 




Atc sire Jhesa Crist, monn tres douce seigneur VIII, IT 

Ave tres douce Marie, ave gloriense IX, l 

Ave vierge de parfait pris XXXVI, 39 

Ave vierge Marie LVIII, I und LXXXVU, 25 

Ave vierge toule pure LXXIF, I 

Bei EOignor et voa damea, faites que l'on vos oie VIII, 79 

B doniinuB XXXVI, 60 

i Dies, i^ue vaut, que vaut LXXXV, 4 

a deuBsona eaeample prendre XXXVI, IT 

1 est amäz qui amorB aime LXV,2 

1 et Mal unt fet covenant LXIII, 1 

lioii fait regoer en nette guise XXXVI, 56 

s aveuture aviegue Amour Anhang II, 1 

8 gcns, je puis teBmoignier XXXIX, l 

BoDs fut li aiecleB al teng ancieneur IV, l 



Caton esteit paiien 

Caton fut preux Chevalier et Baige boc 
Ce dist uns clera, Plante-foüe . . . 
Celui q^u" Amors conduit et n 



. LXII, \ 
. XLl.l 
LXXIII, 7 

. Ln,i 



Celui qui bleu bat Ics boissons LXXIII, 13 

C'est quant li homa a ai fait euer XLVI, I 

Ces vera aunt de aalu LXII, 6 

Ceux qui puissana et richea a touB joura estre vuelent . , , . VIII, 91 

■ ChaacuB me dit a quoy je pense XXIX, 4 

Ctier amis, recevctz de moi XL, II 

Cil Damodiex qui fiat aJr, feu et lerro et mer VllI, 32 

Cil qu'eataublit Pierre l'apostre XXIX, 18 

CU qui le euer a iraacu XXXVI,51 

Cil qui per rimoier vent avoir los et pria IX, 3 

Cil qui voelt faitia devenir XL,B 

Cil aaint cui dout eat a aler XXIX, 3 

Com Joe me aparceu homes plueeura LXII, % 

Coniment quc men tena aie usä XXXVI, 13 

Compains, Toia tu ce que je voi? LXXXV, 10 

r Conter me plaiat une merveille XXXVI, 15 

I Contre le tena qa'arbres desfueille Anhang 1,14 

L Cora, en toi n'tt point de savoir XXXVI, 41 

I Da 

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Dame de paradis, dame de tout le monde XLlf, 1 

Dame, de par celui qui d'amora est aorpris VIII, 73 

Dame, par cele joie kant plus joiuse fu8 LXXXVU, 10 

Dame pleaant et aage de toz bieoa doclrinäe LXXXVII, 6 

Dame plua douce que seraine XXXTI, ä 

Dame pur cele joie merci jeo vus requier VIII, 61 

Dame reaplandisaaaa, Röjne glorieusa VIII, 49 



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— 217 — 

Dames et vos puceles, oies et faites pes LXXXV, 6 

De bone femme la bontö XXYII, t 

De celoi haut Seigneur qui en la croix fu mis VIII, 71 

De coroz et d'anoiy de plor et d'amisti^ VIII, 52 

De Joseph nos dirons, si yob plait escouter XXI, t 

Deles la croix moolt doloreuse XXIX, 8 

De lor menQonges vuelent vivre li men^ongier VIII, 60 

De par la mere Dieu, cent mile foiz säXn XLU, 2 

De parier ne me puls plus fraindre XXIX, 2 

De ton eher fils, chere pucele LXXXVn, 17 

Devant Tnis au riche home le ladre s*arresta VIII, 1 

De Yessö issira • XXVI, 1 

Dien et sa douce mere, que chascnn doit amer VIII, 31 

Dien le omnipotent LXI, 2 

Dien roy de magest^, ob personas trinas XIX, 1 

Diens alt Tarne des trespassös XXIII, 1 

DieuB gart la compaignie de pechi^z et de crime VIII, 62 

Dieus gart la roi de Frans et tout sa compaignie VIII, 56 

Dieus qui feis conmie veras pere LXV, 5 

Dieus Yous dorra grant honeur XL, 7 

Dire me piaist et bien doit plere XXXVI, 25 

Dites Yos patenostres pour toute sainte Eglise XV, 1 

<Dit YOUS ai d'armes et d'amours XXXVI, 48 

Doctriner doit les autres cui Diex science done .*.... VIII, 87 

Domine Dieu devems loder XLIV, 2 

Douce amie, salus yous mande XLVIII, 1 

Douce dame, pie mere III, 1 

Douce dame, salut yous mande XXXVI, 9 

Douce Vierge Marie LXXXVII, 15 

Donz Jesucris, je vieng a vous XXXVI, 50 

Donz Jesu Crist, nostre Yray sire LXXXVII, 19 

Douz sire Jhesu Crist ke Yostre saint plaisir XVn, 1 

Douz sire seint Franceis que Jhesu tant amastes VIII, 1 1 

Drois m'ensengne que je doi dire XXXVI, 35 

Du monde qui fet a reprendre XXXVI, 28 

E douz cuers, douce amie, tres douce creature .... LXXXVII, 9 

Ele ot mis tot son euer en son tresdouz ami VIII, 108 

El non~de Jesu Crist, qui est nostre douz pere VIII, 38 

En biaus dis contes et öir XXXVI, 34 

Encore YOstre deu pries XXVII, 3 

Encor ne seit loenge de pecheour pas bele VIII, 17 

En la douce louange de la Vierge pucele * . . VIII, 20 

En la douce saison jolie LXV, 7 

En Fan de rincamacion Anhang 1,11 

En Toneur et a la loenge de Jhesu Crist premierement .... XI, 1 
En nom de dieu Tesperitö XXXVI, 1 1 



— 218 — 

En recordant ma grant folie Anhang I, 5 

Ens en Fonneur de Dieu le pere tout puissant Vni.9 

Entendes chou qui siwera LXXXV, 1 

Entre itantes merveilles cum deus deigna ovrer ...... 7111,33 

En une pume fu la mors XXXVI, 47 

En un verger m'entrai qe mult fu replenie VIII, 109 

Esjöi te, Vierge pucele ^ XL, 2 

Estrangement Anhang HI, 3 

Es yers dont me yueill travailller . Anhang ni, 4 

Femmes a la pie LXI, 3 

Femmes sont de diverse vie XXXVI, 29 

Fortune, mere de tristece LXXin, 1 

Geler sans froidure XXX. 2 

Genevleve fontaine LXXXVin, 1 

Gens sans conseil et aussi sans prudence LXXX, 1 

Gente de cors, simple de Tis XXIX, 15 

Glorieuse Marie, du cel sainte reine VIII, 64 

Glorieuse pucele, des angles röine LXXXV, 7 

Glorieuse reine, heiez de moi merci VIII, 50 

Glorieuse Vierge reine XXIX, 11 

Glorieus sire pere qui le mont rechatas VIII, 10 

Gracieuse dame enterine XXXVI, 19 

Grant douleur me contraint de faire ma complainte VIII, 7 

Grant mal fist Adam LXI, 1 

Hei las, com par doi estre dolenz et engramis VlII, 69 

Heu, heu, michi, las ch^tif, domine VIII, 13 

Hom, quant je t'ai fait et cre^ XLIX, 1 

Hom qui as volenti XX, 1 

Eons navr^z a mestier de mire LXXVII, 1 

Hugue Aubriot bien me recors LXXIX, 1 

Ici ad del vilain LXVI, 1 

Ici comence li romanz des romans VII, 1 

U avint Pautrier a Saint GiUe XLVm, 2 

II est aucuns folz qui se plaint XXII, 1 

II n'est pas sires de son päis XL, 10 

Iriäz a maudire la mort LXXIII, 14 

Iver li pereceus, qui toz jors frit et tremble VIII, 21 

J'ai öy dire que jadis XXXVI, 37 

Je crois en ung seul Dieu le Pere LXXXVU, 3 

Jehans a dit et fet mainte rime nouyele VIII, 19 

Jehans de Choisi viaut vgoir LXV,9 

Jehans de Cond^ nous raconte XXXVI, 45 

Je mainc hone yie semper quantum possum XIII, 1 



— 219 — 

Je ne sai dou monde que dire XXIX, 13 

Je ne sai par ou je comence LXXXV, 5 

Je sai de voir Anhang 1, 15 

Je sai une dame de bone pour?6ance YIII, S 

Je sui Cliges 11 amoreus et yez ci m*amie Fenice LXXXV, 8 

Je vois morir. Venez avant XLIV, l 

Je Yous salue de par Den, yirgine sainte Marie .... LXXXYIII, 3 

Je YOUS salne, Marie LXII, 3 

JoUft^ Anhang III, 1 

La merz qui toz jors cels aproie XXXVI, 40 

La mouche äati de bataiUe LXXXV, 2 

L'an de grace mile trois cens XXXVI, 19 

L'an mil quatre cens avec deus XXIX, 7 

La reine de pecch^ est estreite de haut lignage VIII, 5 

Largne en Charit^ XXXIV, l 

L'aactoritö nos dit une raison par Yoir VIII, 83 

L*autre jour mon cbemin erroie LXXUI, 11 

L*autrier entor la Saint Remi LXXIII, 5 

L'autiier m'en aloi jouant LXV, 3 

L*aatrier par un matin a Tenträe de mai VIII, 6 

L'autrier par un matin esbanoiant aloie . VIII, 78 

L*aatrier un jor jöer m*aloie LXXIII, 10 

La Virge put höre asener XXXVI, 63 

Le grant Credo sens le petit XXIX, 16 

Le meel de ciel XXIV, 1 

L*en dit que tout a tens buche eil a la porte VIII, 90 

L'escripture nous dist pour voir XXXVI, 42 

L'escripture tesmoingne et nous fait asavoir VIII, 81 

Les seignors anciains qui ont bataillßeur VIII, 44 

Lessier m'estuet le rimoier XXXVI, 32 

L*eYangille des femmes vous weil cy recorder . VIII, 35 

Li Chans d'une raine XXX, 1 

Li confrere d^amours tuit a moi entendes LXXXVII, 14 

Li evesques parisiens Anhang 1, 2 

Li fil Adam, avant venes • XLIV, 3 

Li haus sires dou ciel nos doint ferme creance LXXXV, 3 

Li madam de Sens d* Argen Anhang III, 2 

Li Peres et li Filz et li Salus Esperis • . VIII, 70 

Li sages dit en sun livre . XL, 11 

Li sagea nous moustre et descuevre XXXVI, 53 

Li sages Salemons qui fleurs fu de savoir VIII, 82 

Li Saint angle Gabriel XL, 1 

Ma duce dame, merci vos cri LXXXV, 7 

Marie, mere al Salveeur * VI, 3 

Marie mere de concorde LXV, 10 

Naetebas, Stropbenforinen. 15 



— 220 — 

Marie pnr toun enfant ... XXVUI, l 

Ma TolentS est bone et prosle LXXIII, 4 

Mcre Dieu, qui yous aiott mout a bOD guerredon Till, ä& 

Uorveillc est de ceet mondo commc Corae boude VII], IS 

Mes de Warenno ly bon cuens * . LXIV, I 

Mctez, metez vos bestes fora LXV, II 

MiicE Tous cy, dames et diuDoiseles I.XX, 1 

Miserere inoi, Deua ! XXXVl, 59 

Mon bon ami Diei Ic maintiegne XXXVI, 30 

Mon euer si m'a donß malere XXXVI, 24 

Uon euer, Iriute penasie me semont que jo die .... LXXXV1I,8 

Monacigneur saiDt Denis, trcsor de Bspience VIII, 21 

Mon Sirc Deu omnipotent LXXXVIII,2 

Mors, comment quo je mo deduis-e XXSVI, 55 

Mors, qui ea tant do lieua s'espart XXXVI, 10 

Mora qui m'as miB nmer en mue XXXVI, 52 

Mors Si te sea entrebouter XXXVI, 21 

MortaltS» et guerre LXVIll, 1 

Mos BUS vilonnie LXXXI, I 

Monlt a enlro triacle et venin grant discordo VUI, 89 

Moult eat bone acointance d'cBtoiie, bono geat VUI, 27 

Moult eat li diables courtois XIV, 1 

Moult fu la mors pcsme et oscure XXXVJ^ 54 

Moult bautement se maris LXXXVII, 2 

Moult aont il a meachief mra l'eB^ar^e gont VIII, 29 

Mundus, caro, demonia LXV, 1 

^e coTJent pas que vous raconte Anbaog 1, 12 

J!4oua Carlemagnc ao dicu boneur VI, 2 

Note chan^on voe dimea de bele aotiquit^ 11, 1 

Nuil ne deyt mounter en pris XXVI, 2 

Dieu, dottlx aignel aans lache LXXXVH, 30 

OedoB plaioB do devotion . XLIX, 2 

CEuvre tes yeux creature chelive LVl, 1 

Oez do baule eatore l'uevre XXXVl, 5 

Oei dit da petlt volume XXXVl, S9 

Oez uoe teo^on qni fu fetc pie^a VID, 3 

fomme i[ui es plaine de tonte saintet^ VUI, t4 

gloricusc Triniti; XXXVI, 12 

On a lea barons longuement XXXVI, 02 

On diät que par commun usage XXXVI, i 

Od doit plaindre et a'oBt lioute a (oua bons trouvEeiirs 1, 1 

precieua Saint Marc Evangelistes VIU, 75 

Ora voB die vera raizon XL, 13 

Or entendüz unc complainte XXXVl, T 

Ür oicoutca aeignor et ai ne toub enuie VIU, 92 



— 221 — 

Or faites pais si escotes Anhang 1,4 

Or m'estuet saluer cele que je desire IX, 2 

Or öez un bei chan^on VI, 6 

Or Tint la tens de may que ce ros panirra Vlil, 2 

Oors, lyon, chat, singe et chien XL, S 

Par ces qnarele^ vont chantant XXI, 1 

Par desguisäe guise 1X1,4 

Par exemple vorai parier de TEscripture . YlII, 9^ 

Par mainte foiz öi aves LXXXII, 1 

Par maniere d'esbattement LXV,4 

Par un matin me gisoie en mon lit YII, 5 

Pater Noster doit cbascuns dlre XXIX, 12. LXV, 8 

Pater noster sens le Credo XXIX, 17 

Pater noster, vrais peres, qui es sires del monde VIII, 86 

Phelippes, rois de France, qui tant ies renommös VIII, 43 

Pitiäs, me matire puise XXXVI, 57 

Piacidas iert nom6 LXII, ^ 

Pour ce que de bien faire ne puet nul mal venir VIII, 66 

Pour cenlz qui se desroient trop outrageusement VIII, 30 

Pour donner exemple, prouesce et hardement VIII, 29 

Pour eschevir mirancolie LXXVI, 1 

Pour le monde qui est nuit et jor en discorde VIII, 88 

Pour le tout poissant honnourer LXXIII, 3 

Pour mon euer resbaudir et pour reconforter ....'. LXXXVII, 1 

Pour moustrer que dieus s'esbanie XXXVI, 28 

Pour orguillors humiliier XXIX, 10 

Pour quoi, se veus mon conseil croire LXX, 3 

Pour recorder un dit sui orendroit venus VIII, 95 

Pourtant, se j'ay la teste fole XXXVI, 43 

Pour venir de pechi^ au cor XXXVI, 46 

Pucelle graciouze, on main tout yrai honenr VIII, 45 

Puisque Diex m'a presto sens et entendement VIII, 26 

Puisque homme deit de ci partir LXVII, 1 

Puisque jou trouver sai, bien doi tel cose dire VIII, 67 

Puisque m*entente ay mise en nouyiau dit retrere ..... VIII, 40 

({uant li solleiz converset en leon Anhang IV, 2 

Que dieu me gart de mal et d*ire '. XXIX, 14 

Que que li autre facent de parier ou de tere VIII, 41 

Queetioner vous vueil d'un jugement t . . VII, 2 

Qui a la dame de paräis LXXY, 1 

Qui bien velt conunenchier a parier VII, 3 

Qoi cest secle trop slut, ne yait pas droite voie VIII, 80 

Qaiconques met s*entencion XXXVI, 44 

Qui de translater s'entremet XL, 6 

Qui en bei rimer vuelt entendre XXXVI, 16 

15* 



— 222 — 

Qui les proverbes fist XXXVIII, 1 

Qui Yolt saveir Tafaitement LXII, 7 

Qui voudra estre saus LXII, 1 

Qui Toudroit Tart d'amors et savoir et aprendre YIU, 23 

B§ine coroun6e, flour de paräis ^ . . . VIII, 72 

Reine de piti6, Marie LXXIII, 6 

Reine des aungles recevez cest ave VllI, 12 

Reine des chielz glorieuse XXIX, 9. LXXXVII, 18 

Renarz est morz, Renarz est ?is Anbang I, 7 

Ribaus par le päis seres XL, 5 

RIen ne vant siecles orendroit Anhang I, 10 

Rimer m'estuet de Bri eherner LXXIII, 2 

Rimer m'estuet d'une discorde LXXIII, 13 

Rimer m'estuet, qu'or ai matire XXXVI, 36 

Rois Arflet de Nohnndrelande VI, 1 

Rome du mont est chief, ainsi est apel^e VIII, 15 

Rome, Jherusalem se plaint - XXXVI, 6 

Rossignaus, qui denoncies LXXXVlI, 16 

Sainte Eglise se plaint; ce n^est mie merveille VIII, 6 

Sainte Marie, douce mere XXIX, 6 

Sainte Marie, pleyne de grace e de piti6 VII, 4 

Seint Nicholas, serf Ihesu Crist XVI, 1 

Salemon feit un petit livre VI, 5 

Sapience au commencement XL, 4 

Saves que j'apiel Beghinage XXXVI, 2 

Seigneur, ains ke a vous comence XL, 3 

Seigneur, eis siecles ne vaut rien XXXVI, 3 1 

Seigneur et dames, entendez tuit a moi VII, 6 

Sei^eur, j*ai folement mes deniers despendus VIII, 94 

Seigneur, je di pour voir, qui a entendement VIII, 25 

Seigneur, molt me merveil que eist siecles devient VIII, 59 

Seigneur, öez pur Dieu le grant LXXVIII, 1 

Seigneur, or escoutez haute chevalerie VIII, 55 

Seigneur, or escoutez li grant et li meneur VIII, 46 

Seigneur, or escoutez; que Diex yos soit amis VIII, 6S 

Seigneur or escoutez, qui Damledö ames VIII, 79 

Seigneur, or fetes pes; daingniez un poi entendre VIII, 24 

Seigneur, poi^r Dien, paix facite XXIX, 3 

Seigneur qui ci estes venu Anhang 1,13 

Seigneur qui dien devez amer Anhang I, 3 

Seigneur, volez öir de patre decio VIII, 77 

Se je ay dit dez fammes choze que leur enuit VIII, 1 10 

Se je sayoie dire ou fere XXXVI, 22 

Se je YOS fas entendre, si me doYOs öir VIII, 65 



- 223 — 

Se li Rois de Cambray veist XXXVI, 39 

Selonc que dit sainte escripture LXXXVIIT, 4 

Se nous vous apportons nouveles LVI, 1 

S*ensuivcnt les commandemens LXX, 1 

S6are vie qui volt demener XVIII, l 

Si cum jeo ju en un lit LXIII, 2 

Si par pense pure LXII, 7 

Sire Diex, o moi soies par ta sainte pitiä VIII, 53 

Sire Jhesu Christ, merci yus cri, fiz Deu omnipotent . . LXXXVII, t 

See merci LX, 1 

Sospirant por Tumain lignage XXXVI, 3 

Sur tote l'autre honeur XXV, l 

Talent de terre guäinier LXIX, l 

Talent me prent de rymer e de geste fere VIII, 37 

Tant ai par maintes fois parl^ de yanit^ LXXXVII, 5 

Tant voi le siecle bestoumer XXXVI, 20 

Tel gent i a qui voient LXII, 5 

Tous ceulz qui volentiers oient de Dieu parier VIII, 34 

Tout aussi com par la fum^e XXXVI, 14 

Toutes bones gens doivent öyr le bien retrere VIII, 39 

Toute terre tressuera au jour dou grant jüise XLIII, 1 

Tout mon pourpensement ay mis en biaus moz dire . . LXXXVII, 1 1 

Tres douce gent entendes LXXXIII, 1 

Tres glorieus Dieus, or encline LXXIII, 8 

Troi damoisel furent jadis LXXXV, 9 

Trop ai chier achatö l'avoir LXXIII, 15 

Tuit li fysicien ne sunt ades bun mire V, l 

Tu qui as en pecbiö yescu tout ton 6age VIII, 4 

TJne grant vision en ce livre est escrite VIII, 76 

Ün grant estrif öy Tautrier Anhang IV, l 

ün seul Dieu de toute creature LXX, 2 

Uns rois jadis estait qe avait un amie VIII, 54 

ünus frater de Syleyo LXXIII, 9 

Verit^- qui ne tout ne pince Anhang 1, 6 

Vous qui alez parml la ?oie Anhang 1, 8 

Vous qui bien et honneur et les biaus diz ames VIII, 42 

Vous qui estes soutis de raison et d*U8age LIII, t 

Vous qui Nostre Dame ames XL, 1 



— 224 — 

Die in dem Yerzelchnls der Oediehte angefahrten Hand 
Schriften der Pariser Arsenal- nnd Natlonalblbllothek. 

Zusammenstellung der früheren mit den jetzigen Nummern 

Paris, Arsenalbibl. 570 früher T. L. 319 
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147 „ 6813 

375 „ 6987 

378 „ 6988 2. 2. 

380 „ 69892.2. 

401 r, 70117. 

423 « 7024 

451 „ 7038 

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578 „ 70728.3- 

763 „ 71813. 

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804 r, 7199 

806 „ 72002. 

808 „ 7201 

809 „ 72012. 

812 „ 7204 

813 . 72042. 



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821 „ 7209 

822 „ 72098. 
834 „ 72153. 



— 225 — 

Paris, Nstionalbibl. f. fr. 837 fraher 7218 



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Paris, Nationalbibl. f. fr. 1807 früher 7852^. 



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1856, „ 2560 



1) In £col. Chart. IV, 216 und Vie SThom. S. 2 ist fälschlich angegebe 
suppl. fr. 2489; vgl. dazu Bist. litt. XXIII, 369. — Der Druckfehler in SThon 
S. XLVni : suppl. fr. 6236 ist bereits Jahrb. II, 362 richtig gestellt. 

2) In ProY. fr. II, 553 und 554 dürfte dieselbe Es. 2 Mal aufgefühi 
sein als S. Germ. 1239 und S. Germ. 1830. 



— 227 





Paris, Nationalbibl 


.f. fr 


. 19530 früher S. Germ. 1859 




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N.Dame 198, älter M'Va 




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N. Dame 242 




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S. Vict. 




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8. Vict. 624 




Ibibl 


.früher 6985 3. 3., alte 


25566 


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LaVall. 81, älter 2736 


ktiona 


irColb.2623 


VIII, 70. XXIII, l.XXXVl, 


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76022. 








VIII, 70 


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S. Germ. 1850 




LXV, 11 


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2355, älter 1671 


VUI, 22 


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S. Vict. 554 






XL, 10 


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561 






XL, 6 und 10 


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647 






XL, 10 


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8S6 






XL, 10. XLIV,1 


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Sorb. 482 






VIII, 70 


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Suppl. 


fr. 188 




VIII, 70 


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. 248 




XXIX, 13 


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„ 1316 




XL, 6 und 9 


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. 1941 




XXV, 1. LXVI, 1. 



Inhalts -Übersicht 

Seit« 

Verzeichnis der Abkürzungen Y 

Einleitung 1 

Übersicht über die nicht - lyrischen Strophenformen 12 

Erklärung der Zeichen 12 

Der Reim 14 

Die Verszahl der Strophen 22 

Die Versarten 31 

Die syntaktische Selbständigkeit der Strophe 34 

Die Verbindung der Strophen 39 

Strophenmischung 44 

Die Anordnung des Verzeichnisses 4t> 

Alphabetisches Verzeichnis der nicht -lyrischen Strophenformen . . 50 

Anhang 185 

Anmerkungen 193 

Indices : 

Die Verfasser 200 

Alphabetisches Verzeichnis der Titel 201 

Die Anfangszeilen der Gedichte in alphabetischeor Folge der Seime 206 
Die Anfangszeilen der Gedichte in alphabetischer Folge der Vers- 

anfänge 215 

Die in dem Verzeichnis der Gedichte angeführten Handschriften 

der Pariser Arsenal- und Nationalbibliothek .... 224 



Drack von J.B. Hirschfeld in Leipzig. 



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Stanford University Libraries 
Stanford, California 



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Setani thk book o: 

DEC 6- 1973 



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