(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Die Papageien"

4>rm 



Ji^ 




>&i 



^-^^^. 



1»+ .- i' 



h.f> 




'/^i 
-».V 






■ ',•♦♦•* 
■* •.«. ■. -. 



"^♦^ 






.•-.V.>V,/;;«J 



^■J^ 



^^:^^ 









A-F 




DIE PAPAGEIEN 

MONOGRAPHISCH BEARBEITET 



Dr. OTTO j^INSCH, 



Conservator der Sammlungen der Gesellschaft „ niuseum" zu Dremen , (rühcr Asslatent 

am Reiclis-Museum zu Kjclden, ülitglied der Kaiserlicli Eieopoldin. Karolin* A.ca> 

demie der Natur forscher , correspondirendem Mitsüede der Zoological 

Society zu Eioudon, u. s> 'w. 



ZWEITER BAND. 



ZWEITE HAELFTE. 



— OOO^OO«^- 



•5 ^ LEIDEN , E. J. BRILL. 
'"1868. 




ui Jio. 



CHRYSOTIS PRETREI. 529 

Honduras, Type von Gray im Britisch-Museum , ganz ebenso. 

Diese Art scheint von den wenigsten Ornithologen gekannt zu 
sein, denn obgleich der unter dem Namen Ps. aibifrons von 
Kühl beschriebene Vogel, so auffallend von dem eigentlichen aibi- 
frons, Sparrm. verschieden ist, hat man ihn bisher doch immer 
rnit dem letzteren identificirt. 

G. R. Gray erkannte die Verschiedenheit beider Arten, die sich am 
besten durch eine Abbildung veranschaulichen liesse , zuerst. 

In der Grösse sind die beiden Arten wenig abweichend , desto 
mehr aber in der Färbung. Nicht allein, dass xantholora von 
aibifrons durch gelbe Zügel, schwarzen Ohrfleck, das wenige 
Roth an der Rasis der Schwanzfedern , eben so wie durch die deut- 
lichen schwarzen Federsäume der Ober- und Unterseite hinlänglich 
unterschieden ist, so zieht sich auch das Weiss der Stirn bis hin- 
ters Auge, auf dem Oberkopfe ist weniger Rlau und der Eckflügel 
ist nicht roth, sondern grün. 

Das Rritisch-Museum erhielt diese seltene Art durch Dyson aus 
Honduras. Das Exemplar im Leidener Museum ist ohne Angabe des 
Vaterlandes, und höchst wahrscheinlich der Type zu Kuhl's aibi- 
frons, der ihn nach einem Exemplare der Temminck'schen Samm- 
lung beschreibt. 

(236.) 9. Chrysotis Pr^trel, (Teraminck). — Pretres Kurz- 
flügelpapagei. 

Psittacus Pretrei, Temm,, PI. col. 492. — De altera Cocho , 
Hernand., Thes. (1651) p. 44. cap. 146. — Ps. Pre trei , Wagl., 
Isis (1831) p. o25. — id., Mon.p. 601. — Bourjot, Perr. t. 66 
(fig. bon.). — G. R. Gray, Gen. of R, II. N". 27. — Chry- 
sotis Pretrei, Bonap., Rev. et Mag. Zool. (18ä4) p. 151. — 
id., Chr. pretrii, Naum. 1836. — Gray, List Psitt. (1859) 
p. 82. — Chr. vernus, Licht., Nomencl. av. (1854) p. 70. — 
Amazona Pretrei, Schi., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 59. 

Diagnosis : Grün; Vorderkopf, Zügel und Augenkreis, Flügelrand 
und Deckfedern der Schwingen l^er Ordnung roth, ebenso um 
Tibia ; kein Roth an den Schwanzfedern. 

34 



o30 CHRYSOTIS PRETREI. 

Viridis, sincipite , loris, annulo orbitali , margine alari, tectri- 
cibus alarum majoribus braccisque rubris; cauda rubri yacua. 
Süd-Amerika. (Type Ton Temminek in Leidener Museum). Gras- 
grün , etwas olivengrün verwaschen , untere Schwanzdecken 
gelbgrün, jede Feder mit schwärzlichem, verwaschenen End- 
saume. Diese dunklen Endsäume sind auf dem Rücken am deut- 
lichsten und fehlen auf den unteren Schwanzdecken und After 
vollständig. Stirn , Vorderkopf, Zügel und Augenkreis schar- 
lachroth. Schwingen l^er Ordnung an Aussenfahne grün , am 
Enddrittel düster blau , auf Innenfahne schwarz. Schwingen 
2ter Ordnung an Aussenfahne grün , an Innenfahne schwarz , 
mit blauer Endhälfte über beide Fahnen , die 4 letzten Schwin- 
gen einfarbig grün. Deckfedern der l*^en Schwingen, Eckffügel, 
und kleine Deckfedern längs Unterarm und Hand tief schar- 
lachrolh , ebenso die Befiederung des Knies. Untere Flügel- 
decken grün ; Schwingen unterseits schwarz , die Basishälfte 
der Innenfahne dunkelgrün. Schwanzfedern an Endhälfte grün- 
gelb , beinah gelb ; die Innenfahne der Schwanzfedern an Basis 
matt bräunlichschwarz und ebenso gerandet. Schnabel horn- 
bräunlich , jederseits in der Mitte des Obersehnabels ein rölh- 
licher Fleck ; Füsse sehr kräftig dunkel hornbraun , ebenso die 
Krallen. 
Ebenso ein Exemplar von Montevedio im Berliner Museum. 
Ein Exemplar von St. Leopoldo , Rio Grande do Sul (Brasilren) 
durch Knorre im Museum Heineanum, nicht im mindesten ver- 
schieden. 
Durch die Vertheilung des Rolhes und die einfarbigen Schwanz- 
federn eine sehr characteristische Art und von allen congenerischen 
unterschieden. 

Die Kenntnisse über diesen seltenen Vogel sind gleich Null zu 
betrachten. 

Wagler will diese Art in den Thieren des Hernandez aus Mexico 
wiedererkennen und wie es scheint erhielt er sie selbst aus Mexico 
(Isis. 1831. p. ö2ö) , welches Land bisher stets als ausschliessende 
Heimath dieser Species genannt wurde. Auch Exemplare im 



CHRYSOTIS A(iILIS. 531 

Britisch-Museum sollen von daher stammen, indess ohne nähere 
Angabe des Sammlers, Deppe hat die Art jedoch nicht in Mexico 
gefunden, ebenso wenig irgend einer der neueren Reisenden, wie 
Salle , Boucard und andere Es enstanden daher gerechte Bedenken 
gegen die Richtigkeit der Localitätsangabe Mexico in mir, als ich 
im Museum Heineanum ein bewiesenes Exemplar aus dem südlich- 
sten Brasilien sah, durch Knorre von St. Leopoldo, Provinz Rio 
grande do Sul , eingesandt. Letztere Localität halte ich somit bis 
auf Weiteres für die allein richtige , um so mehr als die Exemplare 
des Berliner Museum's aus dem benachbarten Uruguay herstammen. 
Weitere Nachrichten in dieser Beziehung sind übrigens dringend 
zu wünschen. 

(257.) 10. Chrygotis agilis, (Linne). — Der Kurzflügelpapagei 
mit rothen Schwingendecken. 

Psittacus agilis, Linne, S. N. (1767) p. 145. — Edw., B. IV 
(1731) pl. 168 (fig. bon.). — Ps. cayanensis, Briss., Orn. 
IV (1760) p. 237. — Agile Parrot, Latham , Syn. I (1781) 
p. 297. ~- id., Gen. Hist. II (1822) p. 195. cum var. A. — 
Seligm., Samml. Ausländ. Vög. (1764) t. 63. — Ps. agilis, 
Gml., S. N. p. 350. — Latham, Ind. Orn. p. 106. — Bechst., 
Kurze üeb. p. 82. pl. 17. — Vieill., Enc. Meth. p. 1372. — 
id., Ps. minor, p. 1367. — id., Nouv. Dict. XXV. p. 314. — 
Ps. signatus, Shaw, Gen. Zool. VIII. p. 510. — Voicrt, 
Cuv., Uebers. (1851) p. 739. — Kühl, Consp. p. 71. — id., 
Ps. aestivus, p. 75. — Ps. virescens, Bechst., Kurze Ueb. 
p. 99. — Ps. agilis, Wagl., Mon. p. 597. — Chrysotis 
signatus, Swainson, Class. of B. II. p. 501. — Ps. agilis, 
Gosse, B. of Jam. (1847) p. 266. — G. R. Gray, Gen. of B. 
IL N^ 25. — id., Chrysotis agilis, List Psilt. (1839) 
p. 82. — Sclater, Proc. (1861) p. 82. — id., Cat. Am. 
B. (1862) p. 554. — ? Chrysotis aestivalis, (Gmelin!) 
Bonaparte, Naumannia. 1856. — Le petit Perroquet vert , 
Levaillant , Perr. t. 105 .— ? Modest Parrot, Lalh., Gen. Hist. 
II (1822) p. 196. 

34* 



g52 CHRTSOTIS AGILIS. 

Diagnosis: Grün; Schwingen an Aussenfahne blau; Deckfedern der 
Iten Schwingen zinnoberroth ; Oberkopf blaulich verwaschen ; 
Schwanzfedern an Basis der Innenfahne mit rothem Flecke. 
Viridis, pogonio remigum externo cyaneo; tectricibus alarum 
majoribus cinnabarinis , pileo dilute caesio; basi pogonii reclri- 
cum interni maculam rubram ostendente. 
Jamaica (Osburn), Museum P. L. Sclater. Schön grasgrün, die Un- 
terseite kaum heller, nur an den Seiten und unteren Schwanz- 
decken mehr in's Gelbgrüne. Der Oberkopf grünlichblau ver- 
waschen. Flügelbug uud untere Flügeldecken grün. Schw^ingen 
Iter Ordnung an Innenfahne schwarz , an Aussenfahne dunkel- 
blau , gegen die Basis derselben grün. Erste Schwinge ganz 
schwarz. Schwingen 2fei' Ordnung an Basishälfte der Aussen- 
fahne grün, an Endhälfte blau, schmal grün gesäumt. Deck- 
federn der Schwingen Iter Ordnung zinnoberroth. Eckflügel 
und übrige Deckfedern grün. Unterste grgsste Flügeldecken 
und ein breiter Saum an Innenfahne der Schwingen düster 
grün, sonst die Schwingen unterseits schwarz. Schwanzfedern 
grün, ohne hellere Endsäume, an Basis und Rand der Innen- 
fahne gelb mit rothem Flecke, die Aussenfahne der äussersten 
Feder jederseits blau verwaschen ; die 2 mittelsten Schwanz- 
federn einfarbig grün. Schnabel grauschwarz , jederseits an 
Basis des oberen ein hellerer Fleck ; Füsse und Krallen grau- 
schwarz. Iris dunkelbraun , Wachshaut schwärzlichaschgrau 
(nach Gosse). 
Ebenso ein Exemplar im Britlsch-Museum von Jamaica durch Gosse. 
Diese höchst seltene Art hatte ich das besondere Vergnügen 
in der herrlichen Collection Dr. Sclaters und im Britisch-Museum 
zu untersuchen und verschaffte mir dadurch sofort den Aufschluss, 
welcher aus den Beschreibungen, die wohl alle auf Edward's Ab- 
bildung beruhen , nie recht zu erlangen war. 

Es wurde mir so auf einmal klar, dass die Art, obwohl ohne 
Roth am Kopfe, durch die äusserst characteristischen , rolhen Deck- 
federn der Schwingen T-er Ordnung, in die Nähe von Chr. albi- 
frons und Pr^lrei gehört, denen sie sich auch bezüglich der 



CHRYSOTIS IJIiASlLIENSIS. üJJ 

Grösse anschliesst und wegen der blauen Aussenfahne der ersten 
Schwingen. 

Nur von Jamaica bekannt (Gosse und Osburn) und dieser Insel 
eigenthümlich. 

Gosse theilt in seinem interessanten Buche über die Yögel dieser 
Insel auch hübsche Notizen über diese Art mit. Sie lebt in Schaa- 
ren von 6—20 Stück , hält sich viel in den Wäldern auf, erscheint 
aber auch zur Erntezeit in zahllosen Flügen in den Pflanzungen , 
wo sie viel Schaden verursacht. 

Nach Gosse zeigen manche Exemplare das Roth der Deckfedern 
der Iten Schwingen sehr blass oder es fehlt beinah ; er hält dies sehr 
richtig für eine Altersverschiedenheit, die sich unzweifelhaft auf 
jüngere Vogel bezieht. 

Schlegel zieht diese characteristische Art, ohne Zweifel aus Man- 
gel autoptischer Ueberzeugung , mit Ch. amazonica zusammen. 

Latham's »Modeste Parrot", den er nur aus einer Abbildung 
kannte, dürfte noch am ersten mit dieser Art zu vereinigen sein. 

(238.) li, Chrysotils brasilieaisis , (Linnc). — Der rolhmaskirte 
Kiirzflügelpapagei. 

Psittacus brasiliensis. Linne , S. N. (1767) p. 147. — Edw., 
B. IV (1751) pl. 161 (fig. opt.) — Seligm., Samml. seit. Vög. 
(1764) t. 56. — Ps. brasiliensis fronte rubra, Briss., 
Orn. IV (1760) p. 245 (descr. opt.). — Blue faced Parrot, 
var, C. Brasilian green Parrot, Latham, Syn. I. p. 294. — id., 
Autumnal Parrot, var, C. Gen. Hist. II. p. 249. — Ps. bra- 
siliensis, Gml., S. N. p. 544. N°. 36. — Ps. autumnalis, 
var. 5. Lath., Ind. Orn. p. 125. — Ps. brasiliensis, Bechst., 
Latham, Uebers. p. 99. N°. 170. — Ps. cyanotis. Kühl, 
Consp. p. 77. N°. 133. — Voigt, Cuv., Uebers. (1851) p. 741.— 
Burm., Syst. Ueb. II. p. 185 (note), — ßrehm, Mon. d. Pap. 
(1854) t. 55 (nach Lev.). — Ps. erythropis, Vieill., Nouv. 
Dict. XXV. p. 325. — id., Enc. Meth. p. 1375. — Ps. bra- 
siliensis, W^agl., 3Ion. p. 592. — Chrysotis cyanotis, 
Sws., Class. of B. II. p. 105. — Chr. brasiliensis, G. R. 



534 CHRYSOTIS BRASILIENSIS. 

Gray, Gen. of B. 11. N°. 10. — Bp., Rev. et Mag. Z. (1854) 
p. 151. — id., Naumannia. 1856. — Gray, List Psitt. (1859) 
p. 81. — Psittacus brasiliensis (?) , Schlag., Dierentuin 
(1864) p. 65. — id., Amazona brasiliensis, Mus. F. B. 
Psitt. (1864) p. 57. — Le Perroquet ä joues bleues, Levaill., 
Perr. t. 106 (fig. sat. aecur.). 

Diagnosis: Grün; Gesicht düster roth ; Backen und Ohrgegend blau; 
Basishälfte der Schwanzfedern grün, Endhälfte Scharlach; 
äussere 2 Schwanzfedern an Aussenfahne violett, Handrand roth. 
Schnabel hornbraun, an Basis gelb. 

Viridis , facie sordide rubra ; genis et regione parotica cyaneis ; 
dimidio caudae basilari Tiridi, apicali puniceo ; margine meta- 
carpi rubro ; rectricibus binis exterioribus extus violaceis. 

Leidener Museum. </. Schön grasgrün , auf der Unterseite mehr gelb- 
grün; obere Theile ohne dunkle Endsäume, die Federn der unte- 
ren an Basis gelb. Kleine Flügeldecken unterseits grasgrün. Rand 
der Mittelhand gelb , jede Feder mit rothem Flecke in der Mitte, 
Untere Schwanzdecken gelbgrün , an Basis gelb. Schwingen 
Iter Ordnung schwarz, die erste ganz schwarz, die übrigen an 
Basishälfte der Aussenfahne grün, an Endhälfte schwarzblau, auf 
Innenfahne schwarz. Schwingen 2ter Ordnung an Aussenfahne 
grün , mit breitem blauen Ende , auf Innenfahne schwarz. 
Schwingen unterseits grauschwarz. Deckfedern der Schwingen 
Iter Ordnung und Eckflügel grün , wie der übrige Oberflügel. 
Die 2 mittelsten Schwanzfedern einfarbig grün , gelb gerandet ; 
die übrigen an Basishälfte grün, an Endhälfte tief scharlachroth , 
mit breitem, grüngelben Ende, die zwei äussersten Federn jeder- 
seits an Aussenfahne nicht ganz bis zur Spitze violett; alle Schwanz- 
federn an Innenfahne bis zum Roth purpurschwarz. Unterseite 
des Schwanzes an Basishälfte glänzend schwärzlich , die End- 
hälfte Scharlach , mit grüngelbem Endrande. Federn der Stirn 
und des Vorderkopfes matt scharlachroth, die Federn rings um 
Unterschnabel und Kinn nur an Basis mattrolh, am Ende ver-* 
loschen blau gesäumt, welche Endsäume auf Backen und Ohr- 
gegend deutlicher werden; die Basis dieser Federn ebenfalls 



CHRYSOTIS EIlYTHIlUfiA. b.>b 

röthlich. Augenkreis und Wachshaut grauschwarz. Iris oran- 
gebraun. Oberschnabel horngraulichbraun , jederseits an Basis 
mit horngelbem Flecke; LTnterschnabel horngelblichgrau. Füsse 
grau. Krallen schwarzgrau. Geschlechter gleich. 
Das hier beschriebene Exemplar, jedenfalls noch nicht völlig aus- 
gefärbt, welches ich frisch in die Hände bekam, hat die Mitte 
der meisten Schwingen fter Ordnung, ebenso wie die letzten der 
2ten Ordnung gelb , was offenbar erst durch die Gefangenschaft ent- 
standen ist. Indess bildet Levaillant (pl. 106) sein Exemplar auch 
mit gelben Säumen an Aussenfahne der Schwingen 2ter Ordnung ab. 
üeberdies zeigt diese Abbildung die Scheitelmitte gelb, ebenso auch 
das Schwanzende, Backen und Ohrgegend schön blau, den Handrand 
roth. Sie stimmt daher aufTallend mit der Edwards'schen überein, 
ebenso wie die Beschreibung von Brisson , die ebenfalls danach ge- 
macht wurde. 

Diese seltene Art wird von keinem Reisenden angeführt. Als 
Vaterland kannte man bisher nur Brasilien im Aveiteren Sinne. Erst 
durch die freundliche Mittheilung des Herrn von Pelzein erfahre 
ich, dass Johann Natterer auch diese Art sammelte und zwar bei 
Ilha do Mel in Süd-Brasilien, Provinz San Paulo, wo die Art in 
Schwärmen häufig war und an Bord der Menalha. Das Wiener 
Museum besitzt 3 Exemplare , wovon 2 früher auf der Kais. Terrasse 
zu Schönbrunn lebend gehalten worden waren. 

Schlegel giebt als Localität die östlichen Cordilleren Perus an , 
eine Nachricht die auf Levaillant beruht, der in Madrid einen le- 
benden Vogel dieser Art gesehen haben will, welcher angeblich au« 
Peru gekommen war. 

t? (259.) 12. Chrysotis erythriara, (Kühl). — Der roth- 
scimänzige Kiirzflügelpapagei. 

Psittacus erythrurus, Kühl, Consp. (1821) p. 77. N°. 134. — 
Wagl., Mon. p. 593. — Chrysotis e ry thrura, G. R. Gray, 
Gen. of B. II. N°. 12. — Bonap., Rev. et Mag. Zool. (1854) 
p. 151. — id., Naumannia. 18d6. — Gray, List Psitt. (1859) 
p. 81. ~ Fig. 0. • 



Ö36 



CHRISOTIS ERITHRURA. 






5 -^ 
B 2 



<» 


en -3 «3 


•^ O Od Od 




i-j (O so 


05 oi_ lt>- o» 

- 1— 1 ~ - 


■*! 


CO_OS_ r*^ 


tf^to os^ io_ 



t=J 



»-J H- OS h-' l>0 !-• 



CD t) S- 
N CO 















ff 


^> 


1 1 


1 


1 


1 


1 


1 


p, ö- 5 


i 1 


1 


1 


1 


1 


1 


3 


^ i 




1— " 


1— ' 
1— ' 


h- ' 
1— 








N 


































^»J 


~ 


- 


■~ 


M 


■* 






















^ 








~ 








-^ O» 


05 


Ol 


Ol 


OS 


o» 


rr 


c- ty 
















ti M 


~ 


- 


t3~~iS^ 


- 




~ - 






"~ 


"~ 




P 




t-" >-• 


(— ' 


1— 1 


t— 1 


,— 


1— 1 




rr'M 


^ (-' 


H-" 


h-" 


i« 


N3 


t-l 


te 






~ 








^ 


P. 






























"^ 


gr 


H-l CD 




-3 


CO 


-J 


00 




^^ 


o :; 




^ 


::■ 


::: 


:; 






































1 












p 


H-" t-J 




h- 


M 


1—1 


H- 




s^^ 


c o 




CO 


1— ' 


1— ' 


o 


N 




























C3- 




■^ ~" 


1 


^^ 


■^ 


- 


~ 
















--j • 


o» o» 




If^ 


*. 




tf^ 


N 


ffl !r^ 
















^ ■* 


1 


" 




1 




fe^ 


B 3 

SS? 














C» 



Qs 



• "-^ c« •-< « 



s 5:3 



^ a^ 


r- 


3 




3 


«=S ÖT 


(t 


c 




c 




3 


s 




s 


C 


R 


" 


R 


3 


•1 




w 




n 


» 














US 




s 


n 









« 


e 
i 




k 






CHRYSOTIS VINACEA. 537 

Diagnostischer Schlüssel zu Chrysotis. 

II. Deckfedern der Schwingen Iter Ordnung grün; 
mit Roth am Kopfe. 

c. Mit rothem Flügelspiegel, 

13. vinacea, Neuwied. Kehle, Kropf und Brust weinroth; Zügel , Handrand 

und Schnabel roth. 

14. coccineifrons, Souance. Nackenfedern mit schwarzen Endsäumen; Basishälfte 

der l*'*" Schwingen grün; Zügel, Vorderkopf, zu- 
weilen der ganze Oberkopf roth ; Schläfe lilablau. 

15. Finschi, Sclater. Nackenfedern und die der ganzen Unterseite mit 

schwarzen Endsäumen ; Basishälfte der 1*™ Schwin- 
gen schwarz; Schwanzfedern ohne Roth; Zügel 
und Stirn roth; Federn des Oberkopfes mit lila- 
blauen Endsäumen, 

16. diademata, Spix. Ohne dunkle Federsäume; Stirn und Zügel roth; 

Oberkopf- und Nackenfedern mit breiten lilablauen 
Endsäumen; äussere Schwanzfedern mit rothem 
Flecke. 

17. autumnalis, Linne. Stirnrand und Zügel scharlach; Federn des Ober- 

kopfes mit lilablauen Endsäumen; Mundwinkel 
und unterm Auge gelb. 

18. Dufresnei, Levaillant. Vorderkopf roth ; Zügel gelb ; Backen und Kinn blau. 

(240.) 15. Chrysotil vinacea, (Neuwied). — Der rothschnäbelige 
Kurzflügelpapagei. 

Psittacus vinaceus, Neuw., Reise n. Rras. (1820) II. p. 198. — 
id., Beitr. IV. p. 220. — Kühl, Consp. p. 77. — Loro gar- 
ganta roxa , Azar. Apunt. Hist. nat. Parag. I (1803) p. 458. 
N°. 286. — id., Le Maracana a cou rouge , voy. Edit. par 
Sonn. (1809) p. 76. — Ps. columbinus, Spii , av. Bras. 
(1825) p. 40. t. 27 (fig. sat. accur.). — Ps. fimbriolatus, 
Licht., (nach Bonap.). — Ps. dominicensis, Voigt, Cuv., 
Uebers. (1831) p. 741. — Psitt. vinaceus, Wagler, Mon. 
p. 39o. — Hahn, Orn. Atl. Pap. (1836) p. 52. t. 37 (bon.). — 
Burm., Syst. Ueb. II (1834) p. 184. — Chrysotis colum- 
binus, Svvs., Class. of B. II. p. 301. — Ps. columbinus, 
Brehm, Mon. d. Pap. (1853) t. 38 (nach Spix). — Bourj., Perr, 
t. 65 (nach Spix). --- Oenochrus vinaceus, Bp., Rev. et 



S38 CHRYSOTIS VINACEA. 

Mag. Zool. (1854) p. 151. — id., Naum. 1865. — Clirysotis 
vinaceus, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 14. — id., List 
Psitt. (1859) p. 84. — Sclater, Cat. Am. B. (1862) p. 353. — 
Amazona vinacea, Sclileg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 50. 

Papagayo bei Bahia (Prinz Max). 
??Tarabe brasilien sibus, Marcgr., Hist. Bras. Libr. IX. 
p. 207. — Psiltacus brasiliensis ery throcephalus, 
Brisson, Orn. IV (1760) p. 240. — Buffon, Hist. Ois. VI. 
p. 211. — Red headed Amazons Parrot, Latham , Syn. I. 
p. 295. — id.. Gen. Hist. II. p. 250. — Psittacus tarabe, 
Gmelin, S. N. p. 344. — Lath., Ind. Orn. p. 125. — Bechst., 
Kurze Ueb. p. 97. — Kühl, Consp. p. 96. — Vieillot, Enc. 
Meth. p. 1371. — Licht., Abh. d. Berl. Acad. (1816) p. 168. — 
Psittacodis tarabe, Wagl., Mon. p. 577. 

Diagnosis : Dunkelgrün ; Kehle , Kropf und Brust weinroth ; Stirn , 
Zügel und Daumenrand roth , ebenso die Basis der äusseren 
Schwanzfedern. Schnabel roth mit hornweisser Spitze. 
Obscure viridis; gula, gutture pectoreque vinaceis ; fronte, 
loris , margine metacarpi basique rectricum exteriorum rubris ; 
rostro rubro. 

Paraguay (Leidener Museum), d" ad. Dunkelgrasgrün; Schenkelfedern 
und untere Schwanzdecken gelbgrün ; die Federn des Kopfes und 
Oberrückens am Ende schmal schwärzlich gesäumt. Stirnrand 
und Zügel blutroth, Federn des Hinterhalses blass lilablau mit 
schwarzem Endsaume , und grüner Basis, auf der Mitte mit 
verwaschenem weinrothen Flecke. Kinn, Kehle, Kropf, Brust 
und Bauch dunkel weinroth, am dunkelsten auf Brust und 
Bauch und hier etwas Violett verwaschen, Kinnfedern am Ende 
mit schmalen bläulichen , die Brustfedern mit schwarzen und 
auf dem Bauche mit gelbgrünen Endsäumen. Schwingen Iter 
Ordnung an Innenfahne schwarz , die erste Schwinge auf 
Aussenfahne berlinerblau, die 2ten — 5ten nur auf der Endhälfte 
blau und an Basishälfte grün , die übrigen grün auf Aussen- 
fahne. Schwingen 2tci' Ordnung auf Innenfahne nicht ganz bis 
zur Spitze schwarz , sonst grün, auf der l^en — 3ten ein grosser 



CHRYSOTIS VINACEA. 1539 

scharlachrother Fleck , der auf der 4ten Schwinge nur viel klei- 
ner sichtbar ist. Kleine Flügeldecken am Handrande an Aus- 
senfahne scharlachroth. Die unteren Flügeldecken grün , die 
grössten derselben wie die Schwingenunterseite schwarz, aber 
die Schwingen selbst an ßasishälfte der Innenfahne grün. 
Schwanzfedern grün , unterseits und ein breiter verwaschener 
Endsaum gelbgrün , die ersten 3 — 4 Federn von etwas hinter der 
Basis an über beide Fahnen breit scharlachroth , an der Basis 
auf Innenfahne schön gelb, auf der 4ten Feder dehnt sich das Both 
nur über die Innenfahne aus; das Both der Aussenfahne der äusser- 
sten Feder stark in's Dunkelrothbraune ziehend , bei den folgen- 
den drei nur der Saum der Aussenfahne von dieser Farbe. 
An der Innenfahne, kurz vor der Spitze, zeigen die 4 äusser- 
sten Schwanzfedern einen blassrothen verwaschenen Fleck. Schna- 
bel blutroth, an der Spitze hornweiss ; Füsse und Krallen horn- 
braun. Im Leben (nach Prinz zu Wied) der Schnabel hochroth, 
mit weisser Spitze; Füsse olivengrau; Iris orangefarben. 
Ein Exemplar im Bremer Museum (Brasilien) , ganz ebenso , aber 
die äusseren drei Schwanzfedern an ßasishälfte scharlachroth, 
die äusserste an Aussenfahne düster violettblau gerandet, die 
vierte Federn nur auf Schaftmitte mit rothem Flecke. 
Das $ (nach Prinz Max) etwas blässer gefärbt und Schnabel und 

Stirnrand weniger lebhaft roth. 
Junger Vogel (nach Prinz Max). Die rothe Stirnbinde blasser; die 
Brustfedern weniger lebhaft weinroth und mit breiten grünen 
Endsäumen ; Flügelrand blass citrongelb; Schnabel nur an Basis 
roth ; Iris citrongelb. 
Diese auffallend gefärbte Art , eine der schönsten unter alle süd- 
amerikanischen Papageien, ist nicht leicht zu verwechseln. Sie ge- 
hört den Camposdistricten des inneren südlichen Brasilien's und 
Paraguay's an , und kommt nicht bis an die Küsten. 

Der Prinz zu Wied traf diesen Papagei zuerst im Inneren der 
Provinz Bahia, besonders häufig in der Nähe von Vareda. Dort 
zogen sie gegen Abend in grossen , zahlreichen Gesellschaften nach 
bewaldeten , niederen Höhen hin , wo sie gewöhnlich übernachteten. 



840 CHRYSOTJS COCCINEIFKONS. 

Am Tage hielten sie sich meist paarweis. Sie haben eine kurze, 
rauhe Lockstimme und sollen sehr zahm werden und gut sprechen 
lernen. Azara behauptet jedoch gerade das Gegentheil und sagt sie 
besässen ein stilles , trauriges Naturell. 

Im Berliner Museum befindet sich ein Exemplar angeblich von 
Montevideo (durch Sello). Burmeister hat die Art in den La Plata- 
Staaten nicht angetroffen. Im Leidener Museum früher angeblich von 
Buenos- Ayres, diese Localität bisher aber nicht näher bewiesen. Spix 
sammelte die Art bei St. Paulo und Natlerer bei Pahor im Novem- 
ber, Ypanema (März, April), Ytarare (Februar, März, April), Ma- 
rungaba (März) und Pitangui im December , ebenfalls in Süd-Brasilien. 

Ich kann dem Beispiele Sonnini's nur folgen und den fraglichen 
Tarabe des Marcgrave mit zu dieser Species bringen. Eine befrie- 
digende Lösung desselben wird doch niemals gelingen, da die 
ursprüngliche Beschreibung »grün, Kopf und Brust roth" gar zu 
oberflächlich ist. Jedenfalls war es sehr tiberflüssig, wenn Wagler 
diesen dubiösen Vogel wieder als Species in sein Genus Psitta- 
codis einführte, indem er als wahres Vaterland nicht Amerika, 
sondern Neu-Guinea vermuthet , eine Hypothese die sehr der Wahr- 
scheinlichkeit entbehrt. Jedenfalls wäre es besser den Tarabe ganz 
zu ignoriren. Die Originalabbildung Marcgraves zeigt übrigens einen 
kurzen im letzten Drittheil schön rothen Schwanz. Bemerken will 
ich noch , dass Lichtenstein in einem Preiscataloge von Thieren (Isis 
1818. p. ll) einen Psittacus Tarabe anführt. 

Bourjot's Abbildung von Chrysotis vinacea, wie so oft nichts 
als schlechte Copie, zeigt in der Colorirung manches Unrichtige: 
Hals und Kehle sind viel zu stark bläulich. 

(241.) 14. Chrysotis coccinelf rons , Souance '). — Der grün- 
wangige Kurzßügelpapagei. 

Chrysotis coccineifr ons, Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856\ 



1) Um mich jeder Neuerung in der Namengebung möglichst fern zu halten adoptire 
ich lieber die etwas spätere Benennung von De Souance, da die von Cassin regelwie- 
drig gebildet ist. Gcnalis als nagelneues Latein Hesse sich auch mit Genus in Verbin- 
dung bringen und wurde noch niemals und von Niemanden als Adjectiv benutzt. 



CHRYSOTIS COCCINEIFRONS. S41 

p. 154. — Chrys. viridigenali s (!) , Cassin, Proc. Acad. 
Nat. Sc. of Phil. VI (1853) p. 371. — id., Journ. Ac. Nat. 
Sc. Phil. vol. III. p. 153. pl. 15. (fig. bon.). — Chrys. viri- 
digenalis, Souance , Icon. Perr. t. 31 (untere Figur). — Bp., 
Naum. 1856 (cum coccineifrons). — Chrys. viridige- 
nalis (exe. var. ex Mexico), Gray, List Psitt. (1859) p. 82. — 
Chrys. glauciceps, Hartl. (nach Bonap.). — ?Amazona 
lilacina, Lesson, Echo du Monde sav. (1844) t. 2. N°. 30. 
p. 394. — id., Descr. de Mammif. et d'Ois. (1847) p. 194. — 
Psittacus vernans, Mus. Philad. 

Diagnosis : Grün , Backen lebhaft smaragdgrün , nur im Nacken mit 
schwarzen Federrändern , auf der Unterseite sind dieselben ganz 
undeutlich; Stirn, Zügel und Vorderkopf, meist auch der 
ganze Oberkopf, scharlachroth ; Schläfe schön lilablau; Schwanz- 
federn an Basis ohne deutlichen rothen Fleck ; Basishälfte der 
Schwingen l^er Ordnung an Aussenfahne grün. 
Viridis, plumis cervicis solius distincte , lateris autem inferioris 
obsoletissime nigro limbatis ; genis laete smaragdinis ; fronte , 
loris, sincipite , plerumque toto pileo puniceis ; temporibus lila- 
cinis ; basi rectricum macula perspicue rubra vacua ; dimidio 
basali pogonii remigum primorum externi viridi. 

Museum der Zoolog. Gesellschaft zu Amsterdam. Dunkelgrasgrün , 
die Unterseite etwas heller ; am Kopfe und Hinterhalse mit brei- 
ten schwarzen Endsäumen , welche auf dem Rücken schmäler 
und verwaschener sind, ebenso auf der Unterseite. Backen 
lebhaft in's Smaragdgrüne. Stirn, Zügel und Vorderkopf tief 
Scharlach; über den Augen, die Schläfe und die Ohrgegend um- 
säumend, ein blauer Streif. Schwingen l^er Ordnung schwarz, 
an Basishalfte der Aussenfahne grün, dann tief indigoblau , Spitze 
selbst schwarz. Erste 5 Schwingen ^tei" Ordnung an Aussen- 
fahne nicht bis zur Spitze tief Scharlach , das Ende blau , an 
der 4ten und 5*6" Schwinge hellgrün gesäumt und zwischen 
dem Roth und Blau noch ein grüner Fleck , das Roth dehnt 
sich hier auch nicht bis zum Schafte aus. An der Basis sind 
die Schwingen alle grün. Die Innenfahne der 2*°" Schwingen 



ä42 CHRYSOTIS COCCINEIFROJSS. 

ebenfalls schwarz, ausser den letzten dreien, die ganz grün sind. 
Untere kleine Flügeldecken grün , die grössten und Schwingen 
unterseits dunkelgrün , die Aussenfahne und Schaftsaum der 
Innenfahne nebst Spitze schwärzlich. Der Schwanz dunkelgrün, 
die Endhälfte gelbgrün , die Basishälfte der äussersten Feder an 
Aussenfahne dunkel violettblau , die der Innenfahne röthlich 
angeflogen. Schnabel hornfahlgrau an Basis des Oberschnabels 
jederseits ein horngelber Fleck. Füsse horngrau. Iris blass 
strohgelb (London. Zool. Garten). 
Ein Exemplar (Columbien), im Britisch-Museum , stimmt vollkommen 
überein, hat aber nicht blos Stirn und Vorderkopf, sondern 
den ganzen Ober- und Hinterkopf schön scharlachroth , und an 
den Schläfen ebenfalls die blauen Endsäumen. 
Ein Exemplar von Guajaquil, Ecuador, im Bremer Museum , hat eben- 
falls Zügel , Stirn und den ganzen Oberkopf tief scharlachroth , 
die Schläfe bis zum Ende der Ohrgegend herab schön lilablau, 
ebenso im Nacken einige blaue Endsaume ; die Innenfahne der 
Schwanzfedern ganz ohne röthlichen Anflug, am Bande in's 
Gelbe ziehend und die Basishälfte der äussersten Schwanzfedern 
breit violetlblau gerandet. Schnabel mehr horngelb. 
Durch den rothen Vorder- und Oberkopf nebst Zügeln und die 
blauen Schläfe ist diese Art besonders ausgezeichnet und unterschei- 
det sich leicht von dem nur rothstirnigen Chr. Finschi, Sclater, 
ebenso wie durch den Mangel deutlicher schwarzer Endsäume auf 
den unteren Theilen. Ausserdem hat diese Art die Basis der Schwin- 
gen Iter Ordnung grün, während sie bei Chr. Finschi schwarz ist. 
Cassin bildet ein ganz rolhköpfiges Exemplar sehr gut ab , ebenso 
bezieht sich Chr. coccineifrons, Souance , auf ein solches. 

Als Vaterland bis jetzt nur Neu-Granada und Ecuador (Lesson) , 
bekannt. Cassin beschrieb die Art zuerst nach Exemplaren im Mu- 
seum der Academie zu Philadelphia, deren genaue Vaterlandsangabe 
fehlte. 

Bonaparte citirt zu dieser Species mit ? auch einen Chrysotis 
glauciceps, Ilartlaub, indess hat dieser Gelehrte nirgends eine 
derartige Benennung angewandt. 



CHRYSOTIS FINSCHI. Ö45 

Lesson's Amazona lilacina von Guajaquii ist jedenfalls mit 
dieser Art identisch, kann aber nicht Prioritätsrechte beanspruchen, 
weil die Beschreibung nicht gut übereinstimmt , in welcher es heisst ; 
»les joues et les regions auriculaires sont jaunes ainsi que les cotes 
du cou." 

(242.) 15. Chrysotis Finschi, Sclater. — Finsch's Kurz- 
flügelpapagei. 

Chrysotis Finschi, Sclat., Proc. Z. S. (1864) p. 298. — Chr. 
viridigenalis var. (ex Mexico), Gray, List Psitt. (1859) 
p. 82. — Chr^s. viridigenalis, Souance, Icon. Perr. t. 51 
(obere Figur) sine descr. 

Diagnosis : Grün , im Nacken und auf der ganzen Unterseite mit 
deutlichen schwarzen Endsäumen ; Zügel und Stirn roth ; Fe- 
dern des Oberkopfes mit lilablauen Endsäumen ; Schwanzfedern 
ohne Roth; ßasishälfte der Schwingen Iter Ordnung an Aussen- 
fahne schwarz. 

Viridis, plumis cervicis laterisque totius inferioris nigro-limbatis; 
loris cum fronte rubris ; plumis pilei lilacino-limbatis ; rectrici- 
bus rubri vacuis ; dimidio basali pogonii remigum primorum 
externi nigro. 

Mexico (Type im Britisch-Museum). Dunkelgrasgrün, auf Unterseite 
kaum heller, auf Hinterkopf und Nacken mit breiten schwar- 
zen Endsäumen, die auf dem Mantel undeutlicher werden; 
dagegen auf der ganzen Unterseite sehr scharf markirt hervor- 
treten. Backen und Ohrgegend lebhaft einfarbig grasgrün. 
Zügel und Stirnrand blass blutroth. Die Federn des Oberkopfes 
mit lilablauen Endsäumen , wodurch diese Farbe vorherrscht , 
die Basis der Federn grün. Erste Schwinge schwarz , die übrigen 
der l'en Ordnung nur an Basishälfte der Aussenfahne schwarz, 
an Endhälfle blau , Spitzentheil und Innenfahne schwarz. Deckfe- 
dern der Schwingen l^er Ordnung und Eckflügel grün. Die ersten 
fünf Schwingen ^^^^ Ordnung auf Aussenfahne scharlachroth, 
das Enddrittel blau^ die Basis grün, auf Innenfahne schwarz; 
übrige Schwingen 2ter Ordnnng grün , mit blauem Endflecke und 



544 CHRTSOTIS FINSCHI. 

schwarzer Innenfahne. Schwingen unterseits meergrün , an 
Aussenfahne und Spitze schwarz. Untere Flügeldecken und 
Flügelrand grün. Schwanzfedern grün , an Endhälfte lebhaft 
gelbgrün ; die Aussenfahne der äussersten Feder blau. Schnabel 
horngelb ; Füsse und Krallen braun. 
Ein anderes Exemplar im Britisch-Museum (angeblich von Califor- 
nien ! ! ?) , ganz damit übereinstimmend , aber nicht allein auf 
dem Oberkopfe, sondern auch am Hinterkopfe mit lilablauen 
Endsaumen. 
Exemplare s. n. Chr. autumnalis (Mexico) im Münchener Mu- 
seum. Stirn roth ; Federn des Oberkopfes piit blauen Endsäu- 
men, Schnabel gelb. 
Diese neue Art, welche Dr. Sclater so freundlich war nach mir zu 
benennen, wurde bisher mit Chr. coccineifrons, Souance (vi- 
ridigenalis, Cass.) verwechselt. Souance bildet s. n. viridi- 
genalis diese Species (Finschi) sehr deutlich ab, beschreibt aber 
im Text ein rothscheitliges Exemplar von coccineifrons. Der 
Unterschied von letzterer Art war mir, nach Vergleichung der 
Exemplare im Britisch-Museum, zu auffallend und auch das geübte 
Auge Gray's konnte beide Vögel nicht für gleichartig halten. Ob- 
w^ohl nahe mit Chr. coccineifrons verwandt, namentlich auch 
wiegen des Mangels von Roth an der Basis der Schwanzfedern , unter- 
scheidet sich Chr. Finschi durch den blauen Ober- und Hinterkopf , 
die rothen Zügel, den rothen Stirnrand (nicht Oberkopf) und die 
deutlichen schwarzen Federsäume der unteren Theile , ebenso durch 
die an Basishälfte der Aussenfahne schwarzen, nicht grünen, Schwin- 
gen Iter Ordnung. Wegen des rothen Stirnrandes hat diese neue 
Art auch viel Aehnlichkeit mit diademata, Spix, allein letztere 
ist bedeutend grösser, auf der Unterseite einfarbig gelbgrün, ganz 
ohne dunkele Endsäume, und hat an der Basis der Innenfahne der 
äusseren Schwanzfedern immer einen rothen Fleck. 

Nur von Mexico bekannt. Die Angabe »Californien" im Britisch- 
Museum jedenfalls irrthümlich. 

Uebrigens sind ausführlichere Nachrichten über den seltenen Vogel 
sehr zu wünschen. 



CHRYSOTIS DIADEMATA, 54!» 

(243.) IG. Chryisotis diademata, Spix '). — Der lilasclteiüigc 
Kurzßügcljmjmgei 

Psittacus diadema, Spix, av. Bras. I (1825) p. 45. tab. 52 
(fig. bon.). — Voigt, Cuv., üebers. (1851) p. 744. — Brehm, 
Mon. d. Pap. (1835) t. 45 (nach Spix). — Ps. autumnalis, 
(av. jun.) Wagl., Mon. p. 591. — ? Ps. autumnalis, Less., 
Tr. d'Orn. p. 196. — Chrysotis autumnalis, Gray, Gen. 
of B. II. p. 422. — Chrysotis diadema, Bp., Rev. et Mag. 
Zool. (1854) p. 151. — id., Naum. 1856. — Souance, Rev. 
et Mag. (1856) p. 154. — id., Icon. Perr. t. 52 (fig. bon.). — 
Gray, List Psitt. (1859) p. 81. — Ps. diadema, Schlegel, 
Dierentuin (1864) p. 65. — id., Amazona autumnalis, 
Mus. P. ß. Psitt. (1864) p. 51 (Ind. N". 3, 4 et 5). — Chry- 
sotis viridigenalis, Sclater et Salvin, Proc. Z. S. (1864) 
p. 568. 

Diagnosis : Grasgrün , Unterseite besonders lebhaft ; ohne dunkle 
Endsäume ; Stirnrand und Zügel Scharlach ; Oberkopf- und 
Nackenfedern mit breiten lilablauen Endsäumen ; Basis der 
äusseren Schwanzfedern an Innenfahne mit lebhaft rothem Flecke. 
Prasina , imprimis subtus laelior ; plumis haud obscurius lim- 
batis , loris cum fronte puniceis ; plumis pilei nuchaeque late 
lilacino-limbatis ; macula baseos pogonii rectricum exteriorum 
interni laete rubra. 

Leidener Museum. Ad. Grasgrün; die Schwingen 2ter Ordnunor 
und die ganze Unterseite schöner grasgrün, die Kopfseiten in's 
lebhaft Smaragdgrüne. Stirnrand und Zügel dunkel scharlach- 
roth, die Kinnfedern mit weinröthlichen Endsäumen. Federn 
des Oberkopfes und Nackens mit breiten, blasslilablauen End- 
säumen , an Basis gelb , auf dem Hinterkopfe sind die Säume 
schmäler, derselbe erscheint daher gelblich angeflogen. Schul- 
ter- und obere Flügeldecken graulich angehaucht. Schwingen 



1) Die ganzlich sinnwiedrige Benennung "diadema" lässt sich nicht beibehalten, 
und eine Umänderung war unbedingt nothwendig. 

35 



546 CHRYSOTIS DIADEMATA. 

Iter Ordnung schwarz, an Basishälfte dunkelgrün, ebenso die 
Deckfedern der Iten Schwingen. Die erste Schwinge ganz schwarz. 
Erste vier Schwingen 2<^er Ordnung auf Äussenfahne an Basis 
gelblich , dann dunkel scharlachroth , am Ende tief indigo fast 
schwarz , wie die Innenfahne ; auf der S^^n Schwinge be- 
merkt man nur etwas Roth an Basis der Aussenfahne, die 
übrigen an Aussenfahne grün , mit blauem Spitzentheile und 
schwarzer Innenfahne, die 3 letzten einfarbig grün. Flügel- 
decken unterseits grün, die grössten gelblich gespitzt. Unterseite 
der Schwingen schwarz, die Basishälfte der Innenfahne nicht 
ganz bis an den Schaft dunkel grün. Schwanzfedern grün , 
gegen das Ende zu lebhaft gelbgrün. Die drei äussersten Fe- 
dern an Basis der Innenfahne hochroth , welches von einem 
dunkelgrünen Querbande begränzt wird und sich auch über die 
Aussenfahne zieht. Die äusserste Schwanzfeder an Basishälfte 
der Aussenfahne violettblau, auf der 2ten und 3ten nur ein rölh- 
lichbrauner Fleck. Schwanz unterseits gelbgrün, an Basis roth, 
mit einer dunkelgrünen Querbinde. Schnabel gelb, der obere 
längs Band und an Spitze schwärzlich ; Füsse und Krallen 
schwarzgrau ; ein grosser nackter Augenkreis. 

Ein $ von Panama (Mac Leannan), s. n. Chr. vir idi gena 1 is in 
Collection Sclater, stimmt mit dem vorhergehenden Exemplare 
ganz überein; der Stirnrand ist roth, die Federn des Oberkopfes 
und Nackens haben lilablaue Endsäume und die Schwanzfedern 
an Basis der Innenfahne einen rothen Fleck ; keine dunklen 
Federsäume. Der Vogel ist in der Mauser begriffen , auf Un- 
terseite und Kinn spriessen allenthalben die schön grasgrünen 
Federn hervor. 

Ein anderes Exemplar im Leidener Museum (durch Natterer aus 
Brasilien) ganz ebenso, zeigt aber die lilablauen Federsäume am 
Nacken und Hinterhalse schmäler. 

Ein Exemplar in Sclater's Collection, zeigt nichts von dem gelblichen 
Anfluge auf dem Oberkopfe, diese Federn haben vielmehr, wie 
die des Nackens und des Hinterhalses, nur sehr breite lilablaue 
Endsäume. 



CHRTSOTIS AUTÜMNALIS. 547 

Ganz übereinstimmend war ein $ im Münchener Museum s. n. 
autumnalis, welches wie 5 Exemplare im Wiener Museum durch 
Natterer aus Brasilien herstammte. 

Mein Freund A. von Pelzein war so liebenswürdig mir Natterer's 
handschriftliche Notizen über diesen Papagei mitzutheilen , welche 
wie folgt lauten: »Iris wie- bei den Amazonen; Augenring 
schwarz; nackte Haut um die Augen weissgrau, Wachshaut und 
Schnabel dunkel grau, Füsse dunkelblaulichgrau, Klauen schwarz." 

Diese bisher immer mit Chr. autumnalis, Linne , verwechselte 
Art , unterscheidet sich sehr leicht durch den Mangel des gelben 
Fleckes unter dem Auge. 

Die Abbildung von Spix ist sehr kenntlich. Dagegen lässt seine 
Beschreibung vieles zu wünschen übrig. Auch Wagler, der sehr 
zur genaueren Kenntniss dieser Art hätte beitragen können , versäumt 
dies und erklärt sie ohne jeden Grund für ein Jugendkleid von 
Chr. autumnalis. Spix's typisches Exemplar fand ich daher 
im Münchener Museum unter diesem Namen aufgestellt ; der eigent- 
liche autumnalis fehlte. Schlegel folgt Wagler's Beispiele und 
vereinigt die Art mit der letzteren. 

Spix erlangte die Art im Gebiete des Amazonas, am Solimoes, 
tief im Innern. Auch Natterer sammelte sie im nördlichen Brasi- 
lien , am Rio negro im Juli, Barra do Rio negro (September, Oc- 
tober, November) und bei Para. Durch die Freundlichkeit von 
Herrn Dr. Sclater erhielt ich auch ein $ s. n. viridigenalis zur 
Untersuchung, welches von Mac Leannan in Panama gesammelt 
wurde. Dadurch hat also der Verbreitungskreis bedeutend an Aus- 
dehnung gewonnen. Die Angabe im Leidener Museum »Mexico" 
ist jedenfalls unrichtig. 

(244.) 17. Chrysotis autumnalis, (Linne). — Der gelbwangige 
Kurzflügelpapagei. 

Psittacus autumnalis, Linne, S. N. (1766) p. 147. — Edw., 
B. IV (1750) pl. 164 (fig. sat. accur.). — Seligm., Samml. 
ausl. Vög. VI (1764) pl. 59. ~ Ps. americanus, Briss., Orn. 

35* 



Ü48 ClCFYSOTIS AÜTIIMNALIS. 

IV (1760) p. 293 (descr. bon.). — Blue faced Parrot var. B. 
Autumnale Parrot, Lath., Svn. I. p. 295. — id.. Gen. Hist. II 
(1822) p. 248. — Ps. autumnalis, Gml., S. N. p. 345. — 
Latham, Jnd. Orn. p. 124 (excl. \ari.). — Bechst., Lath., üeb. 
p. 98. — Kühl, Consp. p. 79. — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) 
p. 741. — Vieill., Enc. Meth. p. 1373. — id., Ps. aurantius, 
p. 1373 et Nouv. Dict. XXV. p. 325. — Ps. autumnalis, 
Wagl., Isis (1851) p. 525. — id., Mon. p. 591 (absq. descr, 
av. jun.). — Burm., Syst. Ueb. II. p. 183. — Brehm , Mon. 
d. Pap. (1834) t. 57 (nach Lev.). — Chrysotis autumna- 
lis, Sws., Class. of B. II. p. 501. — G. R. Gray, Gen. of B. 
II. N°. 9 (syn. emend.). — Souance , Rev. et Mag. Zool. (1856) 
p. 154. — Chrysotis autumnalis, Bonap., Rev. et Mag. 
Zool. 1834. — id., Kaum. 1836. — id., ? Chrysotis aesti- 
valis (Gmelin), Naum. 1856. — Sclater, Proc. Z. S. (1859) 
p. 369. — Chr. autumnalis et aestivalis, Gray, List 
Psitt. (1859) p. 81. N°. 18 et 19. — Psitt. autumnalis, 
Schlegel, Dierentuin (1864) p. 65. — id., Amazona au- 
tumnalis, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 31 (syn. emend.) 
Ind. N°. 1 et 2. — Le Perroquet ä joues orangees , Levaill., 
Perr. t. 111 (med.). 

Diagnosis : Grün, im Nacken schwärzliche Federränder; Stirnrand 
und Zügel Scharlach ; unter dem Auge und am Mundwinkel 
gelb; Federn des Oberkopfes mit lilablauen Endsäumen. 
Viridis, plumis cervicis nigro-limbatis ; fronte cum loris puni- 
cea ; regione mystace maculaque infraorbitali flavis ; plumis 
pilei lilacino-limbatis. 

Mexico (Salle) Leidener Museum. <^. Grasgrün, die Unterseite mehr 
gelbgrün, mit grauer Federbasis. Stirnrand und Zügel schar- 
lachroth. Vom Mundwinkel bis nnter's Auge, die Zügel be- 
grenzend, ein hochgelber Fleck. Backen lebhaft grasgrün. Die 
Federn des Scheitels mit verwaschenen lilablauen Endsäumen , 
die des Nackens mit schmäleren schwärzlichen. Schwingen l^ei- 
Ordnung schwarz , die erste Schwinge einfarbig schwarz , die 
übrigen an Basishälftc der Aussenfahne dunkelgrün. Schwingen 



CHRYSOTIS AÜTÜMNALIS. 549 

2ter Ordnung grün , an Innenfahne schwarz und mit blauem Ende , 
die vier letzen Schwingen einfarbig grün , die ersten 3 — 4 auf 
Aussenfahne lebhaft scharlachroth , mit grüner Basis und blauem 
Ende. Flügelbug und untere Flügeldecken grün. Schwingen 
unterseits schwarz, an Basishälfte der Innenfahne, nicht ganz 
bis an den Schaft an, dunkelgrün. Schwanz dunkelgrün, auf 
Enddrittel grüngelb , die äussersten 2 Federn jederseits zeigen 
an Basis der Innenfahne einen verwaschenen rolhen Fleck. 
Schnabel horngelb , mit schwarzbraunen Seitenrändern und 
Spitze. Füsse und Krallen schw^arzgrau. Iris rothbraun (Lond. 
Zool. Garten). '*' 

Ein anderes lebendes Exemplar hatte rothe Iris und den 
Schnabel an Basishälfte hornfahl, am Spitzentheile , sowie den 
Unterschnabel ganz schwaiz; nackter Augenkreis weisslich. 

Jüngerer Vogel (?) im Leidener Museum, mit lilablauem Oberkopfe, 
und mit breiten lilablauen Endsäumen an den Nacken- und 
Hinterhalsfedern , die ausserdem noch einen ganz schmalen 
schwarzen äussersten Saum tragen ; die Federn des Kopfes an 
Basis, die des Kinns am Ende weinroth. Das Roth der Zügel 
zieht sich bis unter die Mundwinkel herab, daher bleibt nur 
ein kleinerer gelber Fleck unterm Auge übrig. Schwanzfedern 
an Basis der Innenfahne gelb, und hier die l^e und 2te Feder 
etwas blaugrau gesäumt. 

Ebenso ein Exemplar von Mexico im Museum Heine. 

Ein Exemplar von Guatemala im Britisch-3Iuseum, ist ganz über- 
einstimmend, hat ebenfalls viel Gelb unter'm Auge und viele 
röthliche Federn am Kinn ; die Federn des Oberkopfes sind an 
Basis violettröthlich. 

Ein anderes Exemplar von Honduras im Britisch-Museum , ist wahr- 
scheinlicl^ ein jüngerer Vogel , da er nur auf der einen Kopfseite 
unterm Auge das Hervortreten von gelben Federn zeigt ; ebenso 
fehlt der rothe Fleck an Basis der Schwanzfedern. 

Mexico (Type von Chr. aestivalis, Bp., im Britisch-Museum), 
zeigt ebenfalls viel Gelb unter'm Auge und auf dein Oberkopfe 
ganz schmale bläuliche Endsäume ; die zwei äussersten Schwanz- 



550 CHRYSOTIS AÜTÜMNALIS. 

federn ganz ohne rothen Fleck. Schnabel mehr hornweiss, an 
Basis dunkler. 
Fast ebenso ein Exemplar (Mexico) in Verreaux's Collection ; 
Schwanzfedern ganz ohne röthlichen Fleck , aber an der inners- 
ten Basis gelblich , die gelben Federn am Mundwinkel mit 
röthlichen Enden, auf der Kehle mehr oder weniger gelbe 
Federn. 
Diese Art ist an den rothen Zügeln und Stirn , dem mehr oder 
weniger blauen Oberkopfe und namentlich an dem stets bemerkbaren 
gelben Flecke unter'm Auge sehr gut zu kennen, und unterscheidet sich 
durch das letzt^e Kennzeichen genügend von dem nahestehenden und 
bisher meist verwechselten Chr. diademata, Spix. Die typischen 
Exemplare von Bonapartes Chr. aestivalis im Britisch-Museum 
gehörten unzweifelhaft zu dieser Art, wie Dr. Sclater schon früher 
auseinandersetzte. Sonderbar ist es, dass Bonaparte für aestivalis, 
Gmelin als Auetor citirt und Chr. agilis, Linne mit? als Syno- 
nym dazustellt. 

Eine Art aus Mittel- Amerika , vom südlichen Mexico bis Hondu- 
ras (Leyland) und Guatemala herab. Hier sah sie Salvin , indess 
nur gefangen gehalten. Man sagte ihm , dass sie von Tierra calienta 
in Vera Paz, also nördlich, herstamme. Leyland sammelte sie bei 
Omoa in Honduras, Salle bei Jalapa und Boucard im Südwesten 
Mexicos bei Playa Yicente im Staate Oaxaca. Auch der rastlose 
Deppe, dessen Entdeckungen leider zu wenig an die OefFentlichkeit 
gelangten , erhielt die Art in Mexico, woher das Berliner Museum 
durch ihn Exemplare besitzt. Ebenso führt sie Wagler unter einer 
Sendung aus Mexico durch Keerl an. In Guiana noch nicht gefun- 
den, noch weniger in Brasilien, obwohl die letztere Localität öfters 
angeführt wird. Ein Exemplar im Leidener Museum soll angeblich 
daher stammen, allein es sind keine Belege dafür vorfanden. Auch 
Prof. Burmeister führt die Art unter den Vögeln Brasiliens an und 
nennt die Gegenden am Amazonenstrome (Solimoes) als Heimath. 
Dieser Fundort bezieht sich aber auf Ps. diademata, Spix, den 
Burmeister für identisch hält. 

Auch Professor Schlegel vereinigt beide Arten, obwohl die li 



€HRYSOTIS DüFKESiNEI. 551 

Exemplare im Leidener Museum so überzeugend von der spccifischen 
Verschiedenheit Zeugniss geben. 

Ueber die Lehensweise von Ps. autumnalis sind leider keine 
Nachrichten vorhanden. 

(245.) 18. Chrysotis Diifresnei, (Levaill.). — Dufresne's Kurz- 
flügelpapagei. 

Psittacus Dufresnianus (Lev.) , Kühl, Consp. (1821) p. 78. 
N°. 156 (descr. opt.). — Le Perroquet Dufresne, Lev,, Perr. 
vol. II (1805) p. 34. t. 91 (fig. med.). — Dufresnes Parrot , 
Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 251. — Psittacus corona- 
tus, Licht, (nach Gray). — Ps. Dufresneanus, Neuwied, 
Reise. I. p. 51. II. p. 385. — id., Beitr. IV. p. 225. — Wagl., 
Mon. p. 594. — Hahn, Orn. Atl. Pap. (1836) t. 71 (med.). — 
Burm., S. Ueb. IL p. 183. — Schomb., Guian. IL p. 438. IIL 
p. 724. — Amazona Dufresniana, Lesson , Tr. d'Orn. 
p. 190. _ Chr. Dufresnii, Sws., Class. of B. IL p. 301. — 
Chr. Dufresneanus, G. R. Gray, Gen. of B. IL NM 3. — 
Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 154. — Bp., Rev. et 
Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. •— Chr. Dufresniana, 
G. R. Gray, List Psitt.' (1859) p. 80. — Sclat., Cat. Am. B. 
(1862) p. 354. — Amazona Dufresniana, Schleg., Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p. 52. 

Aiuru-Acamutanga , tupinambisch oder Kamutanga, abgekürzt (Pr. 
Max). — Schaüa , an andern Orten (Pr. Max). — Noat-noat , 
botocudisch (Pr. Max). 

Diagnosis : Grün ; Stirn und Vorderkopf roth , Zügel gelb ; Backen 
und Kinn blau ; Schnabel an Basis roth. 

Viridis ; fronte cum sincipite rubra ; loris flavis ; genis mento- 
que cyaneis ; basi rostri rubra. 

Brasilien, Leidener Museum. J*. Grasgrün; Unterseite kaum lich- 
ter als obere. Federn des Hinterkopfes und Nackens mit schma- 
len schwärzlichen Endsäumen. Vorderkopf bis zu den Augen 
scharlachroth, mit gelber Federbasis. Zügel hochgelb. Backen 
bis zur Ohrgegend und Kinn schön himmelblau , mit grüner 



552 CHRYSOTIS DUFRESNEI. 

Federbasis. Schwingen Iter Ordnung schwarz, an Basishälfte 
der Aussenfahne dunkelgrün. Erste Schwinge einfarbig schwarz. 
Schtvingen 2ter Ordnung grün, an Innenfahne schwarz und am 
Ende indigoblau ; erste bis 5te Schwinge auf Aussenfahne zinno- 
berroth, mit grüner Basis und blauem Ende; zwischen dem Roth 
und Blau noch Grün. Die 4 letzten Schwingen einfarbig grün. 
Flügelrand und untere Flügeldecken grün. Schwingen unterseits 
an Basishälfte der Innenfahne dunkel apfelgrün. Schwanzfedern 
dunkelgrün , am Ende gelbgrün , die 5 äusseren Federn jeder- 
seits auf Innenfahne mit einem grossen, blutrothen Flecke nahe 
dem Ende und nächst der Basis mit einem zweiten, aber mehr 
verwaschenem. Die Aussenfahne der äussersten Feder blau gesäumt. 
Schnabel blass corallroth, Spitze weisslich ; Füsse hornbraun. Im 
Leben der Schnabel (nach Pr. Max) an Basis hellroth , Spitzen- 
theil gelblich; Beine gelblichgrau; Iris hochorangefarben. 
Ein anderes Exemplar im Leidener Museum , sonst ganz ebenso , 
zeigt das Roth am Ende der Schwanzfedern ebenso breit auf 
der Aussenfahne. 
Ein Exemplar im Bremer Museum , mit scharlachrothem Vorderkopfe, 
hat nicht allein die Zügel , sondern auch die Basis am Unter- 
schnabel gelb , ebenso gelbe Federn am Kinn , und nicht allein 
die Backen , sondern auch die Oberkehle ist blau. 
Jüngerer Vogel (Brasilien) Leidener Museum. Das Roth am Kopfe 
fehlt, dieser ebenfalls grün, aber Stirnrand und Zügel gelb; 
das Blau der Wangen erstreckt sich bis auf die Ohrgegend ; 
anstatt des Rothes auf der Aussenfahne der ersten Schwingen 
2ter Ordnung ein tiefes Orange ; Sehwanzfedern ganz ohne Roth. 
Jüngerer Vogel (im Wiener Museum) zeigt Stirn und Zügel nur 
orangefarben ; den Flügelspiegel orangeroth. 
Nach Prinz zu Wied ist das $ kaum verschieden , nur etwas 
matter gefärbt, besonders der rothe Spiegelfleck. 

Durch die gelben Zügel, blauen Backen und rothen Vorderkopf 
sehr characteristische Art , die zuerst von Levaillant beschrieben und 
abgebildet wurde (t. 91). Diese Figur zeigt aber die Unterseite blau- 
lich gefleckt. 



CJIRFSOTIS DUFHESNEI. 



555 



e 



W3 »J "-^ »O 00 i_j 

69 l-" O» O lO ^' 

~ 0_ 2 2 C a^ 

OS 1^ lt>. 1^ 1^ 

~ ^ ^ ^ ^ s^SPi?* 

o to to i« S, g^ ^ 

- - - - -i *< rt- 



CD <! m 
■-! ? m 



CO OS W OS ts 



b;! 



-3 -^ W3 -3 OJ m 1-n 

= = = = = g-oS 

Ol a> 



s» 



I— 1 I— I h- < I— • t-> ö- CC 

OsCCtOtjOl« t3Jo:g. 



B 5- 



C> 09 bs 1^ cn 



<1^ 

S 2 g - 






>■ O n w i-< 

3 £5 O "1 CD 



cb" 

3 

CD 


93 


&; 
5' 

B 

ts 


3 
W 


CB 
3 

CD 

s 

B 

CO 

B 


S 


CB 

3 

CD 




R 


c 


m" 


et 
1 


3 


n 




O 






a 




B- 


s 




3 


e 


S 








bö4 



CHRYSOTIS DÜFRESNEI. 



tS M ÜO M h- 

CO N> I— 1 O «O 



in » w S 3 

e c c s 3 



E3 ff»- ^ 

i> B a -5 CD 

">_ O CR - r» 

"• PJ » -«^ » 

3. -'' <ä ^' w 

er 1— öS" '1 2 



os » » s » » 



^ »-' Ol— Uli— •-atO»-' tOi-' Cncn 

t.^ :: :; = in-" :: ~o lo i :: 

a " " " " z " " i: " z 



*ri 



|fk,t^|^03&3C0|f>.lt^tC>>Cn|t^|t^l^t^t^e^ 








^ 


» 


?r 








e 




o 


cr 




o 


a 


3 


» 




►a 




er 


i-r 






J? 


o 


» 








<D 


tr 


a 


3 


{fl 








3 




fO 




s 


o 




n 
3* 


ö^ 






►n 


U 










l->5 

er* 


» 




3 
3 
















W 


p 


c 
a 


er 

(B 

3 


15^ 


R 


ET 




p- 


S 




ce 




w 


C 
3 


w 


ty 


n 


cu 


&. 


3 


"1 


p 




n> 




CB 


e 


9 




ei 






Q<3 

C: 

B 






3 


»Tf 


CB 

3 


•«■ 






n 


r: 


•»1 


»«i 


3 


3" 




CB 


C: 


C: 


C 


^ 




-1 


fD 



o. 




et 




•-S 


ö 


y> 


S* 


o 


Oq 




O 

CO 




1— 1« 


3 


CO 

o 


qq 


tr 


a 


m 





i-j 


1— k 


r/2 


e^ 


o 


üi 


er 



>1 B' CB QQ 

S: 3 r" 

3- « CIO 

5^ Sä »^ 

3-0 (S: 

"■ r B 

3- 

^ O 

3* »- 

CB B 



^- § 



er 



B 

o 



>-! <! CO 



I^C;iOS»-'CO%SOStf^C;<0003lf>'II^CClf^t^ ^ 



"■ ""'^^ '^'^^ ^ ^'^ I ^'^'^ ^'^ """^ a" a' sr 

5 S S' SS S Sp<^** 

r^- fr 

H-l-lh-H-.-h-h-.H-i H-H-1-.H-h-H-h-h- ^STCO 

S- 2- s S S •" g F- 

o 



O 

tr 

o 



H- 50 


«D 




000DCO«3h-eOH-H- 

::-^ ~ ~ o~_r I-- o 


CO 

1^ 


p 




h- M 
= '1 


h- 

0S_ 


h- h- 
0S_ 03_ 




Aeussere 
Vorder- 
zehe. 


? 

s 
1 


05 


1 


I 1 


1 i 1 ^i 1 ' ' 1 


1 


Innere 
Hinter- 
zehe. 























+o 




Cd 
S 

5* 


CB CB 
® <1 


in 

c 
p 

3 


O CB 
3 X 

3 o 


2. 

CD 

3 


H 
•-< 

CD 

*1 


's? 


cT » 

CB 


CB_ 
CB 

3 


3 
P 

3 
p 




s 


O 


p 


» 






O 




O 




>. 


3 " 


CB 


. — 3 
CB CB 


ffi 




2. 
m 


r 


3 


5| 


3 

CA 
C5 


3 




2 H 

3 i^ 

••u"0 
^— ' CB 


g- 
3 
CB 




e 




3 
CB 

•1 

3 


c 
B 




CB 

3 
CD 

"1 


cb" 

-1 


3 

5 


CB 

o 

5' 

3 
CA 


B 


3 

(B 

3 

3 


CB s.: 

C3 i 


' 


CB 

3 

3 


CB 

S 

3 




3 
o 
3- 
CB 
3 
CB 


CB 

3 






CB 

•-i 


c 






CHRYSOTIS BOUQUETI. 



555 



24. farinosa, Boddaert. Mantel und Schultern grau bepudert; Handrand roth ; 

Kopfmltte zuweilen gelb. 

25. auripallia t a, Less. Nacken, zuweilen auch der Oberkopf gelb; Flügelrand 

meist roth; an den Nasenlöchern schwarze Borsten- 
federchen. 

26. amazonicä, Linne. Stirnrand und Zügel blau; Yorderkopf und Mundwinkel 

blau, Flügelbug grün; Schnabel an Basis horngelb. 

27. ochroptera, Gmelin. Oberkopf, Backen und Ohrgegeud gelb, ebenso ein 

grosser Fleck am Flügelbuge; Schnabel horngelbfahl. 
Kopf, Backen und Kinn schwefelgelb; Flügelrand roth. 

Schnabel horngelbfahl. 
Vorderkopf, zuweilen auch Zügel und vordere Backen 

gelb; Flügelränd roth; Schnabel hornschwarz , an 

Basis mit röthlichem Flecke. 
Stirnrand blau; Oberkopf, Backen und Kehle gelb; 

Flügelbug roth ; Schnabel einfarbig braunschwarz. 

31. mercenaria, Tschudi. Ohne Gelb oder Blau am Kopfe; Daumenrand gelb; 

Schnabel an Basis horngelb. 
b. Ohne rothen Flügelspiegel. 

32. xanthops, Spix. Kopf und Backen gelb; ebenso zuweilen ein Querband 

über den Bauch , welches sich an den Seiten in einen 
rothlichen Fleck endet. 



28. Levaillanti, Gray. 

29. ochr ocephala, L. 

30. aestiva, Latham. 



i-?(246.) 19. Chrysotis Bouqueti, (Bechstein). 
Kurzßügelpapagei 



Bouquet's 



Psittacus Bouqueti, Bechst., Lath., Uebers. (1793) p. 99. 
N°. 167. — Edw., Glean. vol. V (1758) t. 230 (fig. opt.). — 
Ps. arausiacus, Müll., S. N. Suppl. (1776) p. 79. — Blue 
faced green Parrot, Lath., Syn. I (1781) p. 295. N°. 96. — 
Seligm., Samml. ausl. Vög. VII (1770) pl. 13. — Ps. autum- 
nalis, var. ß. Gmelin, S. N. p. 545. — Ps. autumnalis, 
var. ß. Lath., Ind. Orn. p. 124. — Ps. caerulifrons, Shaw, 
Gen. Z. Vm. p. 51.5. — Voigt, Cuv., Ueb. (1851) p. 741. — 
Ps. cyaneocapillus, Vieill., Enc. Meth. p. 1573. — Ps. 
Bouqueti, Kühl, Consp. p. 76. N°. 152. — Autumnal Par- 
rot, var. A. Latham, Gen. Bist. IL p. 249. — Wagler, Mon. 
p. 593. — Brehm, Mon. d. Pap. t. 54 (nach Lev.). — Ps. 
pileatus, Cur., (nach Gray). — Chrysotis cyanocepha- 
lus, Sws., Class. of B. IL p. 301. — Ps. cyaneocapillus, 
(Vieill.) Burm., Syst. Ueb, IL p. 186 (note). — Chrysotis 



556 CHRYSOTIS BOUQÜETI. 

ßouqueti, Bp., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — 
G. R. Gray, Gen. of B. 11. N°. 11. — id., List Psitt. (1859) 
p. 81. — Le Perroquet Bouquet , Lev., Perr. t. 155 (fig. bon.). 

Varietät. Kopf weiss gefleckt! 
Le Crik k tete bleue, Buff., Ois. VL p. 231. var. 1. — Cocho, 
Fernand, Hist. Nov. Hisp. p. 38. — Red and white faced Par- 
rot, Lath., Syn. p. 293. N^. 96. var. A. — Ps. autumnalis, 
var. y. Latham , Ind. Orn. p. 124. — id., Autumnal Parrot, 
var. B. Gen. Hist. IL p. 249. 

Diagnosis : Grün ; Kopf bis hinter die Augen blau ; Kehle und Kropf 
roth ; ebenso ein Flügelspiegel ; Schwanzfedern an Basis mit 
kleinem rothen Flecke; Flügelrand ohne Roth; Schnabel grau, 
Basis mit gelbem Flecke. 

Viridis , capite antice usque ad orbitam posteriorem cyaneo ; 
gula cum gutture speculoque alari rubris ; margine alari rubro 
vacuo ; basi rectricum maculam parvam rubram ostendente. 

(Nach Edwards). Der Kopf von Stirn an bis hinters Auge , Ohrge- 
• gend , Backen und Kinn violettblau ; Kehle und Kropf schar- 
lachroth, jede Feder am Ende blass röthlich gerandet. Schwin- 
gen Iter Ordnung an Aussenfahne schön blau , die ersten 
Schwingen 2ter Ordnung an Basishälfte schön roth. Die letzten 
Schwingen 2ter Ordnung wie die übrige Oberseite und Flügel- 
rand dunkel grasgrün , Halsseiten und die Unterseite von Brust 
an , nebst Brustseiten heller grün. Untere Flügeldecken gelb- 
grün. Schwanzfedern oberseits grün, mit einem breiten gelb- 
lichen Ende, unterseits grüngelblich; die seitlichen Schwanzfe- 
dern an der Innenfahne gegen die Basis zu etwas scharlachroth. 
Schnabel horngrau, der Oberschnabel jederseits in Mitte mit 
länglichem orangen Flecke. Nackter Augenkreis blass fleisch- 
farben. Iris orange. Grösse von Ps. autumnalis. 
In der blauen Kopffärbung kommt diese Art dem P. havanen- 

sis, Gmelin am nächsten, unterscheidet sich jedoch durch rothe 

Kehle und Kropf und Zeichnung der Schwanzfedern. 

Diese Art, welche aus Brasilien kommen soll, ist trotzdem sie 

schon so lange beschrieben wurde, noch sehr unbekannt, und mei- 



CHRYSOTIS AÜGÜSTA. SÖ7 

nes Wissens existirt kein Museum, welches diesen seltenen Vogel 
aufzuweisen hätte , kein Reisender erwähnt denselben. Edwards bildet 
den Vogel zuerst sehr gut ab , nach einem lebenden Exemplare. Le- 
vaillant will ihn in Amsterdam lebend gesehen haben , ausserdem 
noch 2 ausgestopfte , und auch Wagler sah ein lebendes Exemplar. 
Somit kann man an der Artselbständigkeit nicht wohl zweifeln. Indess 
wäre es doch sehr wünschenswerth wenn wir bald bestimmte Nach- 
richten erhielten. 

Ein Papagei des Senkenbergischen Museum's zu Frankfurt s. n. 
Ps. Bouqueti war Chr. havanensis, Gmelin. 

(247.) 20. Cbrysoiis aiigusta, (Vigors). — Der braimschwänzige 
Kurzflügeljmpagei. 

Psittacus augustus, Vig., Proc. Z. S. (1836) p. 80. — Ps. ha- 
vanensis, Kühl, Consp. (1821) p. 79. N°. 138 (exe. syn.). -^ 
Wagl., Mon. p. 740 (av. dub.). — Ps. augustus, Gray et 
Mitch., Gen. of B. pl. 104 (fig. opt.). — id., Chrysotis au- 
gustus, N°. 16. — ßourjot , . Perr. t. 63. — Oenochrus 
Augustus, Bonaparte, Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 1.51. — ■ 
id., Oenochrus havanensis?, Naumannia. 1856. — 
Chrysotis augustus, G. R. Gray, List Psitt. (1859) 
p. 84. — Amazona Augustus, Schlegel, Mus. P. B. 
Psitt. (1864) p. ÖO. — Chrys. augusta, Sclat., Proc. Z. S. 
(186o) p. 437. 

Ciceroo auf Dominica (Bernard). 

Diagnosis : Grün ; Backen und Unterseite violettröthlich ; Oberkopf 
blaulich ; Schwingen und Schwanz düster röthlichbraun ; Schna- 
bel hornbraun. 

Viridis, genis latereque inferiore violaceo-rubentibus, pileo cy- 
anescente ; remigibus et rectricibus sordide rubescente-fuscis ; 
flexura rubra ; rostro corneo fusca. 

Leidener Museum. Ad. Federn des Ober- und Hinterkopfes düster röth- 
lichbraun, mit schmalen meerblauen Endsäumen, wodurch diese 
Theile blaulich erscheinen. Die Federn des Hinterkopfes sind 
in der Mitte grün , wesshalb liier mehr die grüne Farbe vor- 



ä38 CHRYSOTIS AIJGÜSTA. 

herrscht, Zügel und Backen braun , mit schmalen röthlichen 
Endsäuraen , auf der Ohrgegend mit schmalen grünlichblauen 
Säumen. Die Federn der Unterseite vom Kinn an nebst den 
Afterfedern röthlichbraun , mit breiten weinröthlichfahlen End- 
säumen , die jedoch unter gewissem Lichte blauviolett schimmern, 
wesshalb die Unterseite oft blau erscheint. Federn des Nackens, 
Hinterhalses und der Halsseiten violettschwarz, d. h. jede Feder 
an Basis düster bräunlich und vor dem schwarzen Endrande 
mit einer verwaschenen violetten und grünen Querbinde. Ober- 
rücken , Flügeldecken, Hinterrücken, Bürzel, obere und untere 
Schwanzdecken nebst Schenkelseiten und Tibia schön grasgrün, 
jede Feder unter gewissem Lichte mit hellbläulichen Endsäumen. 
Die erste Schwinge braunschwarz , die übrigen der Iten Ordnung 
ebenso , aber an Basishälfte der Aussenfahne grün. Die drei 
ersten Schwingen 2ter Ordnung an Basishälfte der Aussenfahne 
scharlachroth, die Basis selbst grüngelb, der Endtheil schwärz« 
lichbraun , wie die Innenfahne der übrigen Schwingen, aber diese 
auf Aussenfahne grün , die 3 letzten Schwingen ganz grün. Kleine 
und grosse untere Flügeldeckfedern grün , nur die kleinen an 
Handwurzel Scharlach. Die Schwingen unterseits düster grün , 
nur der Endtheil und die Aussenfahne braunschwärzlich. Schwanz 
düster purpurrothbraun , die mittelsten 6 Federn an Basis grünlich 
und alle am Ende hellweinröthlich verwaschen und vor diesem 
Ende unter gewissem Lichte mit einem blaulichen Streif. Schwanz- 
federn unterseits grün , nur auf Aussenfahne röthlichbraun. 
Schnabel hornbraun , an Basis des Oberschnabels mehr in's 
Gelbliche. Füsse und Krallen dunkel hornbraun. 

Ein Exemplar (Antillen ?) im Britisch-Museum ganz ebenso. 

Die schöne Abbildung in Gray's Gen. of B. zeigt einen horngelb- 

lichen Schnabel mit dunklem Spitzentheilen und eine feuerrothe Iris. 

Bourjots Abbildung ist nicht ganz gut , sie ist zu sehr violettröthlieh 

gehalten , namentlich der Oberkopf. 

Ein Schädel der Bremer Sammlung hat einen horngelben Schnabel. 
Diese grösste Art unter den südamerikanischen Papageien zeichnet 

sich durch die ganz besondere Färbung vor allen anderen sogleich 



CHRYSOTIS GUILDINGI. 5Ö9 

aus , namentlich ist der schwarze Nacken , die Tiolettröthliche Unter- 
seite und der purpurrothbraune Schwanz characteristisch. 

Schon von Kühl sehr deutlich nach einem Exemplare der Tem- 
minck'schen Sammlung beschrieben, jedoch von diesem Auetor irriger 
Weise mit dem Chr. havanensis, Gmelin für identisch gehalten. 
Das hier beschriebene Exemplar des Leidener Museum dürfte der 
Type zu Kuhl's havanensis sein. 

Die eigentliche Heimath dieses schönes Papageis war bisher un- 
bekannt, man nannte nur sehr im Allgemeinen die Antillen. 

Bourjot Hess die Art fälschlich aus Brasilien und Paraguay kom- 
men und Professof Schlegel gab neuerdings mit ziemlicher Be- 
stimmtheit, indess ohne Beweise dafür einzubringen, St. Domingo 
als Vaterland an. 

Diese Vermuthung hat sich jedoch nicht bestättigt , denn durch 
die besondere liebenswürdige Theilnahme von Herrn Dr. Sclater er- 
hielt ich kürzlich direct Nachricht , dass der Zoologische Garten zu 
London den Vogel und zwar von Dominica , einer der Caraibischen 
Inseln, erhalten habe. Dr. Sclater berichtete darüber in der Sitzung 
der Zoologischen Gesellschaft vom 23 Mai I860 etwa folgendermas- 
sen: »durch Herrn P. N. Bernard wurde der Garten neulich mit 
dem seltenen Chr. augusta beschenkt. Herr Bernard theilt mit, 
dass dieser Vogel nur im innersten, gebirgsten Theile der Insel ge- 
funden werde und so selten sei, dass jährlich höchstens ein oder 2 
Stück bemerkt würden. Nur der Gouverneur besass einen lebend. 
Obwohl Herr Bernard längere Zeit auf Dominica zubrachte , sah er 
doch erst zu Ende seines Aufenthaltes das erste Mal diesen seltenen 
Papagei , und trotzdem er den eingebornen Jägern einen hohen Preis 
versprochen hatte , erhielt er erst nach Verlauf eines Jahres das 
lebende Exemplar, welches jetzt den Zoologischen Garten ziert. 

Bei den Eingebornen Dominicas heisst der Vogel »Ciceroo". 

(248.) 21. Chrysotil Guildingi, (Vigors). — Guilding's 
Kurzflügelpapagei. 

Psittacus Guildingi, Vig., Proc. Z. S. (1836) p. 80. -- Fräs., 
Zeel. Typ. pl. 57. — Bourj., Perr. t. 64 (fig. bon.). ~ G. B, 



560 CHRYSOTIS GÜILDINGI. 

Gray, Gen. of B. N°. 28. — Chrysotis Guildingi, Bp., 
Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 151. — id., Naum. 1856. — 
Gray, List Psitt. (1859) p. 80. — Amazona Guildingi, 
Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 49. 

Diagnosis : Kastanienbraun ; Flügeldecken , Bauch , untere Schwanz- 
decken und Hinterhals grünlich; Hinterkopf, Wangen, Schwin- 
gen und Schwanzmitte blau ; Basis und breites Ende der 
Schwanzfedern orange ; Oberkopf und unter'm Auge weiss. 
Badius, tectricibus alaribus, abdomine , cerviceque virescentibus ; 
genis, occipite, remigibus et rectricibus intermediis cyaneis ; 
basi apiceque caudae lato aurantiis ; pileo et regione infraorbi- 
tali albis. 

Antillen (?) (Leidener Museum). ^. Stirn , Oberkopf, um's Auge 
und unter demselben weiss, die Basis der Federn gelborange, 
und die Federn des Hinterkopfes ganz so. Die Federn des 
Nackens, der Schläfe und unteren Backen, um die Ohrgegend 
an Basishälfte orangebraun, dann grünlich und ein breites Ende 
schön blau, wodurch diese Theile von letzterer Farbe erschei- 
nen. Die Federn am Hinterhalse und den Halsseiten orange- 
braun, an der Endhälfte düster grünlich mit schmalem, schwärz- 
lichen Endsäume, die Federn am Kinn mehr dunkel orange, 
am Ende in's Grünliche. Mantel, Rücken und Schultern 
kastanienbraun, grünlich verwaschen, auf dem Hinterrücken 
und oberen Sehwanzdecken grünlich, die Basis der Federn gelb- 
lich, das Ende kastanienrothbraun. Flügeldeckfedern oliven- 
grünlich , an den Enden kastanienbraun verwaschen , wodurch 
dieselben grünlicholivenbraun aussehen. Schwingen Iter Ord- 
nung an Innenfahne und Endhälfte der Aussenfahne schwarz, 
die erste Schwinge ganz schwarz , die übrigen an der Basis- 
hälfte der Aussenfahne olivengrün, dahinter tiefblau. Die Deck- 
federn der l^en Schwingen grün , ebenso der Eckflügel. Schwin- 
gen 2*61" Ordnung an Innenfahne schwarz , die erste bis 6*6 an 
Basishälfte der Aussenfahne brennend orange , an Endhälfte 
tief indigoblau, das Ende selbst in's Schwarze übergehend, 
die übrigen Schwingen 2fei' Ordnung an Endhälfte ebenso, aber 



ClIKYSOTIS GÜILDINGI, 561 

an Basishalfle olivengrün , die letzten zwei ganz grün. Schwingen 
unterseits an Basishälfte der Innenfalme blass olivengelblich , 
am Ende derselben blaulich verwaschen, sonst tief schwarz. Die 
kleinen Deckfedern unterseits grün, die an der Handwurzel 
tief orange , die grossen Deckfedern unterseits gelb , p^egen die 
Basis zu graulich. Kehle, Kropf, Brust, Seiten, Achselfedern 
und Bauch schön kastanienbraun , mit ganz verloschenen 
schwärzlichen Endsaumen, und die Federn der Brust- und 
Bauchmitte und auf den Schenkeln mit grünlich verwaschenen 
Enden. Untere Seiten , After und untere Schwanzdecken an 
Basis orangegelb, am Ende grün, einige Federn auf After mit 
bläulichen Spitzen. Schwanzfedern auf dem Basisdrittel lief 
orange, auf dem Enddrittel heller orange, in der Mitte breit 
tief blau, nur auf der Innenfahne schwarz, und da wo das 
Orange der Basis aufhört und das Blau anfängt grünlich ver- 
waschen. Unterseits der Schwanz an Basis- und Enddrittel 
orange, in der Mitte grün. Schäfte der Schwung- und Schwanz- 
federn schwarz. Schnabel hell hornfahl. Füsse hornbraun , 
Krallen dunkler. 
Ganz ebenso das typische Exemplar Vigor's im Britisch-Mu- 
seum. 
Nach Dr. Hartlaub besitzt das Brüsseler Museum ein schönes 
Exemplar ; ebenso sah ich ein solches , noch aus der berühmten 
Sammlung von Baron Feldegg herstamhiend , im Dresdner Museum. 
Dieser prachtvolle Papagei bietet so eigenthümliche Verhältnisse 
in der Färbung, dass er mit keinem anderen verwechselt werden 
kann. Er ist mit einer von den seltensten unter allen amerikanischen 
Arten und fehlt den meisten Sammlungen. 

Leider fehlen alle Nachrichten über ihn und selbst das Heimaths- 
land ist noch keineswegs mit Sicherheit bekannt. Zwar wird ge- 
wöhnlich die Insel St. Vincent, kleine Antillen, als Fundort ange- 
geben, indess Avurde der Vogel weder hier, noch anderswo durch 
Beisende beobachtet. Das erste von Vigors beschriebene Exemplar 
befand sich in der Sammlung Dr. Guildings zu St. Vincent, und 
soll angeblich von dieser Insel herstammen. 

36 



S62 CHRYSOTIS GUATEMALAE. 




O: 

ff) » CD 

SS e s 

„ ~ CD ►-• 



hS Ol? t? M ►- 

»>£> 0°-. S fc^ Ü- 

|yr ~ ~ a CD 



5- I = f§ ^ F 2. 

Ua -^ • • * (-1 



9 

CD 



. . 00 OO 00 on bj 

SD - -h=^ g-^g- 

" "5. i p CT> » 



er 



4^ E 









!-< H 



t?! 



^ 



0> CO 

W^» CD 

JS J9 CO M) 

• a ?" ^ 



CD 



00 N ^!> 



I p' 5. £- C- 

P!5 I m a> ^ -^ CD 



c§= M bs M « 

^ CB --l CO iS. 

•^ rt B CD 3 

3 2» P-" 

►« CD ^ CD I-" 

S ►< "> C« 

^ s c^ 3 tr 

•- S S = » 

CD C CD ^ 

c a c 

3-3 tr 



CS 
CD 



CHRYSOIIS NATTERERI. Ö65 

Ende auf Aussenfahne dunkelblau ; die ersten drei Schwingen 
2ter Ordnung auf dem grösslen Theile der Aussenfahne scharlach- 
roth , an der äussersten Basis grün , am Ende des Rolhes 
ebenfalls, dahinter blau, das äusserste Ende schwarz, auf der 
vierten Schwinge nur ein röthlichbrauner Fleck. Flügelbug und 
untere Flügeldecken grün , am Daumenrande etwas undeutlich 
grüngelb. Unterseite der Schwingen dunkel apfelgrün, die End- 
hälfte und Aussenfahne der Schwingen Itei" Ordnung schwarz. 
Schwanzfedern dunkelgrün, auf .Endhälfte, inclus. der 2 mit- 
telsten, lebhaft grüngelb, fast gelb, ebenso auf der Unterseite, 
ganz ohne Roth. Schnabel dunkelhornbraun, an Basis des Ober- 
schnabels ein gelbbräunlicher Fleck ; Füsse dunkelhornbraun ; 
Krallen schwarz; ein grosser nackter Augenkreis. 
Ebenso ein Exemplar (Guatemala) im Britisch-Museum , aber der 
Oberkopf noch deutlicher himmelblau und an der Basis des 
Oberschnabels jederseits ein röthlicher Fleck. 
In der Grösse, durch den grau bepuderten Anflug auf dem Rücken 
und den Mangel von Roth auf den Schwanzfedern schliesst sich diese 
Art zunächst an Chr. farinosa, unterscheidet sich aber von dieser 
Art, sowie den übrigen verwandten, sogleich durch den blaulichen 
Oberkopf und den Mangel von Roth am Flügelrande. 

Diese seltene Art, welche den meisten Museen noch fehlt, wurde 
zuerst durch Herrn Consul Klee an das Bremer Museum aus Gu- 
atemala eingesandt. Hier erlangte sie auch Salvin. Später erhielt 
sie Leyland in Honduras und Salle bei Orizaba in Süd-Mexico. 

Die beigegebene Abbildung nach dem typischen Exemplare unseres 
Museums. 

(250.) 23. Chrysotils ÜTattereri, mihi. — Nalterers Kurz- 
flügelpapagei. 

Chrysotis thalassina. Natterer, M. S. — Psittacus (Chry- 
sotis) Nattereri, 0. Finsch, Gab. J. f. Orn. (1864) 
p. 411. — Pelzeln, Verhandl. der Zool. botan. Gesell. (1865) 
p. 15. — Fig. 0. 

Diagnosis : Grün ; Schwanzende gelbgrün ; Stirn , Kopfseiten und 

36* 



Ö64 CHRYSOTIS NATTERERI. 

Kehle blaugrün ; Flügelbug und Spiegel roth ; Schwingen am 
Ende schwarzblau. 

Viridis, apice caudae flavo-Tirente ; fronte, capitis lateribus 
gulaque cyaneis ; flexura speculoque alari rubris. 
Type im Wiener Museum. <^. Stirn, Kopfseiten und Kehle blaugrün; 
Flügelbug roth , ebenso die Mitte der ersten Schwingen 2ter 
Ordnung , wodurch ein rother Flügelspiegel entsteht. Schwin- 
gen am Ende schwarzblau. Die zwei ersten Schwingen jeder- 
- seits gelbbraun mit braunen Querbinden , die besonders an den 
beiden dussersten sehr deutlich auftreten. Die Basis der Aus- 
senfahne ist an den 2 äussersten blau, an den 2 darauf folgen- 
den grün. Einige der 2ten Schwingen am linken Flügel zeigen 
statt Blau Gelbbraun, mehr oder minder mit Blau überflogen. 
Alle übrigen Theile grün, nur die Endhälfte des Schwanzes , mit 
Ausnahme der zwei mittelsten Federn, gelbgrün. Schnabel horn- 
grau gegen die Spitze zu schwarz ; die Wurzel des Oberschna- 
bels jederseits bis gegen die Mitte hin schmutzig weiss, etwas 
in's Gelbliche ziehend ; Füsse bräunlichgrau , etwas grünlich ; Nä- 
gel schwarzgrau; nackter Augenkreis schmutzig weiss; Iris orange. 
Obige Beschreibung dieser interessanten neuen Species verdanke 
ich , wie so vieles über die Papageien der Kaiserliche Sammlung 
in Wien, der Theilname des Herrn von Pelzeln. 

Wie dieser Gelehrte bemerkt, ist die nur am linken Flügel erschei- 
nende Abweichung in der Färbung rein zufällig individueller Natur , 
»wofür das unregelmässige Auftreten der braunen Farbe an einem 
Flügel und der etwas verkümmerte Zustand der beiden ersten 
Schwingen deutlich spricht". 

Nachdem ich in letzter Zeit selbst Gelegenheit hatte das Original- 
Exemplar zu untersuchen , bin ich im Stande eine Vergleichung zu 
geben und die Beschreibung zu vervollständigen. Chr. Nattereri 
ist zunächst mit Chr. farinosa verwandt, unterscheidet sich aber 
hinlänglich: durch den gelben Scheitel, die bläuliche Färbung der 
Stirn, Zügel und Augegend und die rothe Basis der seitlichen Schwanz- 
federn. Flügelbug und Band des Unterarmes sind roth. Schnabel 
(orelblich mit dunkler Spitze. 



CliflYSOTIS FäRINOSA. 563 

Alle übrigen verwandten Arten, die Blau am Kopfe zeigen, wie 
Chr. aestiva, Lath. mit dem ihn Natterer vergleicht, besitzen 
ausserdem auch Gelb an diesem Theile, und unterscheiden sich 
schon dadurch hinlänglich. 

Das einzige jetzt im Wiener Museum befindliche Exemplar stammt 
noch von dem unermüdlichen Joh. Natterer her und v^'urde bei 
Cachoeira da Bananeira am Rio Mamore in N. W. Brasilien im 
September 1829 aus einer Schaar Papageien erlegt. 

Dem Umstände, dass Natterer Gegenden durchforschte, die seither 
von keinem ornithologischen Sammler besucht wurden, ist es wohl 
zuzuschreiben, dass keine weiteren Exemplare dieses Papageis nach 
Europa gelangten. Dasselbe lässt sich von Conurus rhodogas- 
ter und Brotogerys chrysosema sagen, welche prachtvollen 
Arten wir erst durch Natterer kennen lernten. Diesem Forscher, 
der nicht weniger als 62 Arten Papageien aus Süd-Amerika ein- 
sandte und dessen zoologische Sammlungen überhaupt unübertroffen 
dastehen, gebührt mit Recht auch ein Andenken in der Psilta- 
eologie. 

(251.) 24. Chrysotls farinosa, (Bodd.). — Der bereifte 
Kurzflügelpapagei. 

Psittacus farinosus, Bodd., PI. enl. d'Aub. (1783) p. 52. — 
Le Me unier, BufTon , Hist. des Ois. (1783) p. 181. —PI. enl. 
681. — Mealy green Parrot, Latham , Syn. I (1781) p. 291. 
NO. 94. — id.. Gen. Hist. If. p. 247. — Psittacus pul ve- 
rulentus, Gmel., S. N. (1788) p. 341. — Latham, Ind. Orn. 
p. 123. N°. 120. — Bechst., Kurze Ueb, p. 98. N°. 164. — Vieill., 
Enc. Meth. p. 1373. — Kühl, Consp. p. 81. — Voigt, Cuv., 
Uebers. (1831) p. 742. — Spix, av. Bras. p. 45. — Neuwied, 
Beitr. IV. p. 231. id., Reise I. p. 258. H. p. 2ol. — V\rag]er, 
Mon. p. 582. — Amazona pul verulen t a, hQss., Tr. d'Orn. 
p. 189. — Chrysotis pul ver ulentus, Sws. , Class. of B. 
II. p. 422. — Bonap., Rev. et Mag. Zool. 1854. — , id., Naum. 
1856. — Psittacus pulverulentus, Burm., Syst. Ueb. 
n. p. 182. — Brehm, xMon. d. Pap. t. 45 (nach Lev. pl. 92). — 



566 CHRYSOTIS FARINOSA. 

Clirysotis farinosus, G. R. Gray, Gen. of B. IL N°. 3. — 
id., List Psitt. (1859) p. 77. — Ämazona farinosa, Schle- 
gel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 52. — L'Amazone (femelle) , 
Levaillant , Perr. t. 85 et Le Perroquet Meunier, t. 92 
(fig. bon.). — ?Psittacus amazonicus, var. Hahn (1835) 
p. 54. t. 58. 

Schuru, im östlich. Brasilien (Pr. Max). — Kuä-kua, botocudisch 
(Pr. Max). — Worokeh, bei den Macusis in Guiana (Schom- 
burgk). — Torom, bei den Warraus in Guiana (Schomb.). 

Diagnosis : Grün ; Nacken , Mantel und Schultern grau bepudert ; 
Handrand roth ; Federn des Hinterkopfes mit breiten violetten 
Endsäumen ; Aussenfahne der äussersten Schwanzfeder blau , 
ohne Roth an Basis derselben ; rother Flügelspiegel. 
Viridis , cervice , interscapilio , scapularisque cinereo-farinosis ; 
margo metacarpi rubra ; plumis oceipilis late violaceo-limbatis ; 
rectrice utrinque extima extus cyanea , rubri vacua ; speculo 
alari rubro. 

Surinam (Leidener Museum). ^, Dunkelgrasgrün, auf Stirn, Backen 
und der ganzen Unterseite heller, in's Gelbgrüne, die Federn 
der unteren Theile an Basis graufahlgelb. Die grünen Federn 
des Nackens, Hinterhalses, Mantels, Schultern und der Körper- 
seiten graulich, wie mit Mehl bepudert. Einige hochgelbe Fe- 
dern auf Scheitelmitte ; Federn des hinteren Oberkopfes breit 
düster violett geendrandet, die des Hinterkopfes, Nackens und 
Hinlerhalses mit schwärzlichen Endsäumen. Schwingen l^er Ord- 
nung an ßasishälfte der Aussenfahne dunkelgrün, welche Farbe 
in dunkles Blau übergeht, die Endhälfte der Aussenfahne, die 
Innenfahne ganz und Schäfte tiefschwarz ; die erste Schwinge 
ganz schwarz. Die drei ersten Schwingen der 2ten Ordnung an 
Basis der Aussenfahne grün , dann tief scharlachroth , das Ende 
schwarz , welches jedoch von dem Roth noch durch Dunkel- 
blau geschieden ist ; die übrigen Schwingen 2ter Ordnung an 
Aussenfahne grün, mit dunkelblauem Ende, an der Innenfahne 
alle schwarz , nur die drei letzten auch an dieser grün. Kleine 
Deckfedern am Ilandrande Scharlach ; die übrigen Deckfedern 



CHRYSOTIS FARIiNOSA. 567 

auf Unterseite des Flügels und die Schwingen von unten , 
die der l'er Ordnung nur an Basishälfte der Innenfahne, dun- 
kel grasgrün. Sch^Yanzfedern an Basishälfte dunkel grasgrün , 
an Endhälfte grüngelb , wie die unteren Schwanzdecken , Aus- 
senfahne der äussersten Schwanzfeder, nicht ganz bis zur 
Spitze, blau. Schnabel horngrau, an Basis des Ober- und Un- 
terschnabels jederseits ein hornorangegelber Fleck. Füsse und 
Krallen schwarzbraun. Iris dunkelbraun (Londoner Zool. Gart.). 
Nach Prinz Max die Iris aus einem inneren braunen und 
äusseren kirschrothen Ringe bestehend. 
Einem andern Exemplare aus Surinam (Leidener Museum) fehlt das 
Blau am Aussensaume der ersten Schwanzfeder und die gelben 
Federn der Kopfmitte sind fein roth gesprenkelt. 
Ein Exemplar von Cayenne (Leidener Museum) hat die gelben Fe- 
dern der Kopfmitte mit röthlichen Endsäumen. 
Ad. Brasilien (Bremer Museum). Oberkopf ganz ohne Gelb. 
Ein alter Vogel (Collection Prinz zu Wied) hat den ganzen Ober- 
kopf gelb. 
Ein Exemplar von Guiana (Schomburg) im Mus. Heine ist ohne 
den graulichen Puderton, daher deutlich grün, wodurch der 
Vogel ein sehr abweichendes Ansehen erhält. Dieses Exemplar 
ist auch auffallend klein. 
Ein schöne Varietät des Wiener Museum beschreibt von Pelzeln 
(Verhandl. zool. bot. Gesellsch. 1865. p. 925). Dieselbe zeich- 
net sich nicht blos durch den gelben Oberkopf, sondern auch 
durch rothe Federenden am Hinterkopfe und die gelbe Basis- 
hälfte der Primarien aus. 

Beide Geschlechter nicht verschieden. Der junge Vogel nach 
Prinz Max mit graublau überlaufenem Scheitel. 
Schon wegen seiner bedeutenden Grösse nicht leicht zu verwech- 
seln , und an dem rothen Daumenrande und dem Fehlen des Rolhes 
an den Schwanzfedern leicht kenntlich. Der graubepuderte Anflug 
der oberen Theile fehlt an Bälgen zuweilen, ebenso ändert das Gelb 
auf dem Oberkopfe sehr ab. 

Der Juru (Schuru) ist über einen grossen Theil von Süd- Amerika 



S68 CHRYSOTIS AURIPALLIATA. 

verbreitet, vom mittleren Brasilien bis Guiana (Scliomburgk) , west- 
lich bis Ecuador (Rio Napo , nach Sclater) und Bolivia und nördlich 
bis Panama (Lawrence). 

An der Westküste scheint er jedoch nicht vorzukommen. 

Der Prinz zu Wied fand ihn häufig in der Provinz Bahia , dann 
am Itapemirim, am Rio Doce, Mucuri etc., Spix am Solimoens und 
Wallace am Rio Tocantins. Burmeister erlangte ihn nur im District 
des Rio da Pomba. Wie ich aber durch eine briefliche Mittheilung 
gütigst erfahre, wurde ihm neuerdings der Vogel aus Bolivia, von 
St. Cruz de la Sierra eingesandt. Diese Localität ist neu. Schom- 
burgk nennt ihn häufig in Guiana. Man hält ihn hier oft gezähmt, 
da er gut sprechen lernt und sehr zahm wird. 

Der Prinz zu Wied traf diesen Papagei besonders häufig an der 
Serra da Mundo Novo, besonders in den Urwäldern am Jiquirica, 
wo er sie während des heftigsten Gewitterregens behaglich auf dür- 
ren Äesten der Waldbäume sitzen sah. Natterer sammelte die Art 
ebenfalls : im April bei Registo do Sai (Matogrosso) bei Borba 
im Mai und November, Para (December) , Marabitanas (März) und 
am Rio negro oberhalb St. Gabriel im December. 

W^ie die übrigen Gattungsverwandten hält sich die Art meist in 
in den dichtesten Waldungen auf. üeber das Fortpflanzungsgeschäft 
besitzen wir noch keine Nachrichten. 

Auch diesen Papagei schätzt man wegen seiner Gelehrigkeit und 
dem Talente Worte nachsprechen zu lernen als Käfigvogel beson- 
ders hoch. 

(252.) 25. Chrysotis anrjpalliata ^), (Lesson). — Der gelbnackige 

Kurzflügelpapagei. 

Psittacus auro-pall iatus, Lesson, Rev. et Mag. Zool. (1842) 
p. 135. — id., Descr. Mammif. et d'Ois. (1847) p. 196. ~ Ps. 
flavinuchus, Gould, Proc. Z. S. (1843) p. 104. -~ id., voy. 
of Sulph. (1844) pl. 27 (fig. bon.). — id., Ann. of Nat. Hist. 



1) Nur obige Schreibart hat classische Typen z.B. aurifeX; Cicero, auripigmen. 
tum, Plinius etc. 



CHRYSOTIS AÜRIPALLIATA. ' 569 

XIV (1844) p. 475. — Ps. a uro-paUia t us, G. R. Gray, 
Gen. of B. II. N°. 31 et Chrysotis flavinuchus N°. 7. — 
Chrysotis a u reipaUiala, Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) 
p. 151. — id., Naum. (1856) syn. occipitalis, Verr. ! — 
id., Ainazona auripalliata, Compt. Rend. (1853) p. 807. — 
Chr. auro-palliata, Gray, List. Psitt. (1859) p. 77. — 
Amazona auripalliata, Schleg., Mus. P. ß, Psilt. (1864) 
p. 52. — Souance , Icon. Perr. t. XXVII (fig. bon.). 

Diagnosis : Grasgrün ; Stirn und Backen viel blasser ; hinter den 
Nasenlöchern schwarze Borstenfederchen ; Nacken hochgelb ; 
zuweilen auch der Oberkopf. Flügelspiegel und Basis der 
äusseren Schwanzfedern roth , zuweilen auch am Flügelrande 
Roth ; Schnabel hellhornbraun , an Basis horngelb. 
Prasina , fronte genisque multo dilutioribus ; regione pone nares 
nigra; cervice interdum et pileo flavissimis; speculo alarum 
basi rectricum exteriorum interdum etiam margine alari rubris. 

Leidener Museum. Ad. Schön grasgrün , auf der Unterseite heller 
und mehr gelbgrün ; Stirn , Oberkopf und Backen blass grasgrün , 
die Halsseiten- und Hinterhalsfedern mit schmalen , schwärz- 
lichen verwaschenen Endsäumen. Borstenfederchen hinter den 
Nasenlöchern schwarz. Nacken tief citrongelb. Erste Schwinge 
schwarz. Schwingen l^er Ordnung an ßasishälfte der Aussen- 
fahne grün , an der Endhalfte tief indigoblau , die Innenfahne 
schwarz. Die ersten drei Schwingen 2ter Ordnung an Basis der 
Aussenfahne grün, am Ende tief blau, der übrige Theil in 
der Mitte dunkel Scharlach, doch ist das Roth von dem Blau, 
noch durch Grün getrennt , die übrigen Schwingen 2ter Ord- 
nung an Aussenfahne grün , am Ende indigo , an der Innen- 
fahne sämmtlich schwarz, nur die 3 letzten sind auch an 
dieser grün. Schwanzfedern an Basishälfte dunkelgrün , an 
Endhälfte gelbgrün, die äussersten 3 — 4 am Basisdrittel der 
Innenfahne Scharlach , welche Farbe sich auch ganz schmal 
am Schafte der Aussenfahne hinzieht und am Rande der 
Innenfahne ins Orange übergeht , hinter dem Rothe auf Innen- 
fahne dunkelgrün , welches gegen den Rand zu fast schwarz 



o70^ CHRYSOTIS AMAZONICA. 

ist und hierauf folgt die gelbgrüne Endhäifte. Flügelrand und 
kleine untere Flügeldecken gelbgxün, wie die übrige Unterseite, 
die grössten unteren Flügeldecken nebst der Unterseite der 
Schwingen dunkel apfelgrün, mit Ausnahme der Ite« Schwingen, 
die nur an Basishälfte der Innenfahne so , sonst aber schwarz 
sind. Schnabel hellhorngraulich , an Basishälfte horngelblich ; 
Waehshaut schwarz; Füsse hellhornbräunlich, Krallen schwarz. 
Iris braungelb (Londoner Zool. Garten). 

Die Abbildung in der voy. of Sulph. (pl. XXVII) stimmt 
ganz mit der obigen Beschreibung überein. 
Guatemala (Doeding) , Bremer Museum. Wie das oben beschriebene 
Exemplar, aber auch die Scheitelmitte theilweis gelb und am 
Flügelrande mit einzelnen rothen Federn. 
Steht dem Chr. ochrocephala nahe, aber die Basis des Ober- 
schnabels nicht röthlich sondern horngelb, und viel blasser grün, 
namentlich am Kopfe und Halse, ohne die deutlichen dunklen End- 
säume der Federn, am Flügelbuge viel weniger roth und der Oberkopf 
nur zufallig theilweis gelb. Dagegen immer im Nacken gelb, was 
bei ochrocephala fehlt und dies, sowie die kleinen schwarzen 
Borstenfederchen hinter den Nasenlöchern, für auripaUiata be- 
sonders characteristisch. 

Scheint nur über Mittel- Amerika bis Nicaragua (Delattre) ver- 
breitet. Taylor erhielt ihn in Honduras, wo er auf Tigre-Island 
gemein war, das Bremer Museum direct von Guatemala. Lesson be- 
schrieb ihn zuerst von Realejo in Nicaragua. 

In von Müllers Reisen (1865. III. p, 561) wird diese Art auch 
unter die Vögel Mexicos aufgenommen , indess ohne bestimmten 
Nachweis des Vorkommens. 

(253.) 26. Chrysotil amazonica, (Linnc). — Der Kurzflügel- 
papagei mit grünem Flügelbuge. 

Psittacus amazonicus, Linnc, S. N. (1766) p. 147. — Ps. 
amazonicus, Brisson, Orn. IV (1760) p. 256. N°. 31 (descr. 
opt.). — Frisch, av. t. 47. — A iu r u-C ura u , Marcgr., Hist. 
Bras. IX. p. 20!5. — PI. enl. 547. — Ps. aestivus, Gml., 



CHRYSOTIS AMAZONICA. Ü71 

S. N. (1788) p. 340. — Ps. amazonicus fronte luteis, 
Brisson , p. 261. N°. 32 (descr. opt.). — Brasilian jellow fron- 
ted Parrot, Lath., Syn. I. p. 287. N°. 91. var. E. — id., Com- 
mon Ämaz. Parr., var. E. Gen. Hist. II. p. 242. — id., var. F. — 
Ps. amazonicus, Gmelin, S. N. p. 341. — Ps. aestivus, 
var. ^. Latham, Ind. Orn. p. 122. cum var. ;^ et 3^. — Ps. 
brasiliensis cyanocephalus, Briss., p. 234. N°. 21. — 
Blue topped Parrot, Lath., Syn. I. p. 286. var. C. — id , 
Common Amaz. P. var. C. Gen. Hist. II. p. 241. — Ps. 
aestivus, var. 5. p. 221. — Ps. aestivus, Vieill., Enc. 
Meth. III. p. 1369. — Kühl, Consp. p. 75. N°. 131. — Voigt, 
Cuv., Uebers. (1831) p. 740. — Bechst., Kurze üeb. p. 96. — 
Ps. Aourou, Shaw, Gen. Zool. VIII. p. 508. pl. 76. — Ps. 
amazonicus, Wagl., Mon. p 588 (absq. descr. av. pull.). — 
Spix, av. ßras. I. p. 45. — Neuw., Reise. I. p. 239. II. 559. — 
Jard. et Selb., Nat. Libr. vol. VI. p. 103. — Brehm, Mon. d. 
Pap. t. 49 (nach Lev. pl. 110). — Ps. aestivus, Neuwied, 
Beitr. IV. p. 205. — Hahn, Orn. Atl. Pap. (1834) t. 26 (fig. 
med.). — id., Ps. amazonicus, var. t. 38 (fig. inaccur. av, 
jun.?). — Thienem., Fortpflanz, d. ges. Vög. (1852) p. 77. t. XIV. 
flg. 11 (Ei.). — Schomb., Guian. III. p. 725. — Burm., Syst. 
Ueb. II. p. 186. — Chrysotis aestivus, Sws., Class. of B. 
II. p. 501. — Chr. amazonicus, G. R. Gray, Gen. of B. 
II. N°. 6> — id., Chr. amazonic'a et jamaicensis, List 
Psitt. (1859) p. 78. — Chr. amazonica, Bp., Rev. et Mag. 
Z. 1854. — id., Naum. 1856. (syn. vernus , Licht.!). — Sclat., 
Proc. Z. S. (1858) p. 75. ~ id., Cat. Am. B. (1862) p. 552. — 
Ps. Amazonus, Schleg., Dierentuin (1864) p. 65. — id., 
Amazona amazonica, Mus, P. B. Psitt. (1864) p. 53. — 
Chr. aestivus, Brehm, Thierleb. p. 28. — Psitt. agilis, 
Leotaud, Ois. de l'ile de la Trinidad. (1866) p. 327. — Le 
Perroquet Äourou-couraou, Levaillant, Perr. t. 110 et 110. bis 
(fig, bon.). 

Var. Grosse Flügeldecken orangegelb gefleckt! 
Jellow shouldered Parrot, Lalham, Syn. I, p. 288. N°. 92, — 



572 CHRYSOTIS AMAZONICA. 

id.. Gen. Hist. II. p. 244. — Ps. luteus. Gm)., S. N. (1788) 
p. 341. — Bechstein , Kurze Ueb. p. 98. — Ps. luteolus, 
Lath., Ind. Orn. p. 125. — Ps. luteus, Yieill., Nouv. Dict. 
XXV. p. 322. — id., Enc. Meth. p. 1370. 

Var. Untere Schwanzdecken roth ! 
Psittacus j amaicensis ict ero c ephal us, Brisson , Orn. 
IV. p. 233. — Ps. aestivus, var. ß. Gml., S. N. p. 340. — 
Common Amazone Parrot, var. A. Jamaica Parrot, Lath., Syn. 
p. 28S. — id.. Gen. Hist. II. p. 240. — Ps. aestivus, var. /3. 
Latham, Ind. Orn. p. 121. 

?Le Crik, Buffbn, Hist. Ois. VII. p. 184. — PI. enl. 859. — 
Jellow-cheeked Parrot, Latham, Gen. Hist. IL p. 246. 

Var. Ganz gelb , mit rothen Schwingen ! 
L'Amazone jaune, Levaillant, Perr. t. 90. 

Kurika oder Kuraka im östlichen Brasilien (Prinz Max). — Kua- 
Kua, botocudisch (Prinz Max). — Papageio der Brasilianer 
(Burmeisler). — Gros Jacquot auf Trinidad (Leotaud). 

Diagnosis: Grün, nur am Hinterhalse einige verwischte dunkle End- 
säume ; Stirnrand und Zügelstreif blau ; Vorderkopf und Gegend 
am Mundwinkel gelb; Flügelbug grün, nur an Handwurzel 
gelb ; Flügelspiegel und Basis der Schwanzfedern roth ; Schna- 
bel horngelb , Spitzentheil horngrau. 

Viridis, plumis solis aliquot cervicalibus obscure limbatis ; fronte 
cum loris cyanea ; sincipite mystaceque flavis ; margine alari 
viridi nonnisi an carpi regionem flavo ; speculo alari basique 
rectricum rubris ; rostro corneo-flavido. 

Surinam (Leidener Museum), cf ad. Dunkelgrasgrün , auf der Un- 
terseite kaum heller, und nur am Hinterhalse mit einigen ver- 
wischten schwärzlichen Endsäumen. Stirnrand, der sich auf 
Zügel und bis hinters Auge ausdehnt schön lilablau. Ganze 
Vorder- und Oberkopf, nebst Backen, vom Mundwinkel bis 
unters Auge hochgelb. Erste Schwinge schwarz, die übrigen 
der Iten Ordnung an Basis der Aussenfahne matt grün , hinter 
dem Grün , indigoblau. Die ersten zwei bis vier Schwingen 
2ter Ordnung auf Aussenfahne an Basis grün, am Ende indigo, 



ClIRYSOTIS amazonica. 575 

in der Mitte zinnobenoth , die übrigen, ausser den zwei letzten, 
welche ganz grün sind, an Aussenfahne grün, mit blauem Ende, 
auf Innenfahne schwarz. Unterseite der Schwingen schwarz, die 
Basishälfte der Innenfahne nicht ganz bis an den Schaft dunkel- 
grün. Die vier äusseren Schwanzfedern an Innenfahne zinnober- 
niennigroth, mit breiten grüngelben Enden, die Aussenfahne 
derselben dunkelgrün , auf der zweiten und dritten Feder an 
Basis nächst dem Schafte mit verwaschenem rothen Flecke. Das 
Roth der Innenfahne ist quer über die Mitte durch einen breiten 
grünen Streifen getrennt. Die 5*^ Schwanzfedern auf Innenfahne 
grün mit rothem Flecke. Flügeldecken unterseits grün. Untere 
Schwanzdecken gelbgrün. Flügelrand grün, nur am Daumen- 
rande gelb. Die Schwanzfedern unterseits matt zinnoberrolh , 
mit grünem Querstreif über die Mitte und breitem gelbgrünen 
Ende. Schnabel horngelb, die Spitze dunkelbraun. Füsse 
hornbräunlich. Iris zinnoberrolh (Amsterd. Zool. Garten). 
Ebenso ein alter Vogel von Demerara (Bremer Museum) aber die 
Aussenfahne der äussersten Schwanzfeder fast bis zur Spitze blau. 
Ein anderes altes (/ (Leidener Museum) , hat die Federn des Vorder- 
kopfes mit blass lilablauen Endsäumen. Schon die 2te Schwanz- 
feder in der Mitte durch einen breiten grünen Querstreif unter- 
brochen. Auf der S^en Schwanzfeder kein Roth. 
Ein schöne Serie aus 7 Exemplaren konnte ich im Wiener Museum 

untersuchen. Beide Geschlechter gleich. 
Junger Vogel (Surinam), Leidener Museum. Ganze Stirn und 
Vorderkopf blaulich gesäumt , die Basis der Federn grün , ohne 
Gelb. Grosse Flügeldecken am Ende fahlgelb gesäumt, Schwin- 
gen weisslich gespitzt. 
Eine schöne Varietät im Leidener Museum. Ganz blassgelb; Schwin- 
gen weiss ; Schwanzfedern und Flügelspiegel zinnobermennige ; 
alle Federn an Basis weiss. 
Die Zeichnung der Schwanzfedern , obwohl in der Anordnung der 
Farben immer dieselbe, ist zuweilen kleinen Abweichungen unter- 
worfen, namentlich ist die Grösse des grünen Fleckes auf dem Roth 
der Innenfahne verschieden. 



574 CHRYSOTIS AMAZONICA. 

Andere Varietäten kommen ebenfalls häufig vor, entstehen aber 
immer durch Domesticirung. Weder der Prinz zu Wied noch Schom- 
burgk fanden solche im wilden Zustande. 
Iris hellgelb (Leotaud). 
Das $ nicht verschieden (Leotaud). 

Characteristisch für Chr. amazonica bleibt in jedem Zustande 
die Schnabelfärbung, der Mangel des Roths am Flügelbuge und 
die kaum bemerkbaren, auf der Unterseite ganz fehlenden, dunklen 
Endsäume. 

Auch diese so lange bekannte, sehr leicht zu erkennende Art 
ist durch die zu oft wiederholten Beschreibungen , in Bezug auf 
die Synonymie , so oft verwirrt und verwechselt worden , dass eine 
Lösung derselben nur dann möglich ist, wenn man, wie ich es ge- 
than, bis auf die Quellen zurückgeht. Die beste Auskunft giebt 
uns, wie in so vielen Fällen, ßrisson, der den Vogel sehr exact be- 
schreibt. Auf diese Beschreibung gründete Linne seinen Ps. ama- 
zonicus, den er jedoch, vielleicht aus Versehen, sehr unrichtig 
characterisirt , wenn er sagt » affinis Ps. aestivo, sed dupio major." 
Den Chrysotis jamaicensis, Gray, nach einem Exemplare, 
welches von Jamaica herstammen soll, im Britisch-Museum, kann 
ich nicht für verschieden halten. Uebrigens sind auch keine be- 
stimmten Nachrichten über das Vorkommen der Art auf Jamaica 
bekannt , weder Gosse noch andere Reisende führen sie daher an. 
Wenn Schlegel den schönen Chr. agilis, Linne von Jamaica für 
identisch mit amazonica hält, so kommt es wohl nur daher, dass 
er diese seltene Art nie selbst zu Gesicht bekam. 

Dieser Papagei ist fast der gemeinste unter allen südamerika- 
nischen und hat einen sehr Aveiten Verbreitungskreis. Von mittle- 
ren östlichen Brasilien bis Britisch-Guiana (Schomburgk) , Trini- 
dad (Britisch-Museum) , westlich bis Bogota (Britisch-Museum) und 
Ecuador (Rio Napo , Collection Sclater) überall häufig ; im Ber- 
liner Museum aus Venezuela. Natterer erlangte die Art in den 
meisten von ihm bereisten Gegenden ; bei Sapitiba (Januar) , Cuyaba 
(Januar, Februar), Estrella (September), Villa Maria (Juni, Sep- 
tember), Forte do Rio branco (November, Januar), Barra do Rio 



CHRYSOTIS AMAZONICA. UTU 

negro (September, October, November), Cachoeira da Bananeira 
(September), Rio de Janeiro (September), und Borba (Juli). 

Die beste Beschreibung und Schilderung über die Art giebt der 
Prinz zu Wied. Er traf sie überall längs der Ostküste Brasiliens , 
schon bei Rio do Janeiro, bei Cabo Frio, am Parahyba , St. Joao, 
Espirito Santo, bei Tapebuco und in unzähligen Gesellschaften am 
Mucuri. Hier schallte der ganze Wald von ihrem Geschrei wieder 
und es dauerte oft lange ehe die Züge vorüber geflogen waren. 

Der liebste Aufenthalt des Kurzflügelpapageis mit grünem Flügel- 
buge sind die hohen Küstenwälder , welche an Mangle-Sümpfe und 
Flussmündungen grenzen. In den höher gelegenen , mehr trockenen 
und offenen Gegenden des Inneren fand ihn der Prinz nie. 

Die Avicennia- und Conocarpus-Gebüsche , welche in Brasilien , 
wie bei uns die Weiden, längs den Flussufern wachsen, bilden 
hauptsächliche Tummelplätze für diese Vögel. In solchen passenden 
Localitäten finden sie sich dann, oftmals mit anderen Arten vereint, 
in zahllosen Schwärmen. Besonders früh und abends lassen sie ihre 
laute Stimme erschallen und ihr vereinter Ruf soll dann sehr merk- 
würdig klingen. Die Früchte der obengenannten Bäume dienen diesem 
Kurzflügelpapagei als hauptsächlichste Nahrung und in den hohlen 
Stämmen derselben wird auch das Nest angelegt, welches 2 — 3 weisse 
Eier enthalten soll. Ein angeblich dieser Art zugehörendes Ei beschreibt 
Thienemann : »etwas ungleichhälftig, nach der Höhe nur wenig 
stärker abfallend als nach der sonst zugerundeten Basis, r'4'" lang, 
\" V" breit, ziemlich festschalig mit derberem Korne als bei anderen 
Papageien , flacheren , nur nach der Höhe zu ganz papageiartigen 
Poren. Gewicht 19 Gran." 

Während der Fortpflanzungszeit sieht man diese Vögel nur paar- 
weise. Ihre grüne Farbe schützt sie, im Blätterschmucke verborgen, 
sehr gegen Nachstellungen, denn man erkennt das Dasein einer mit 
Fressen beschäftigten Papageienfamilie gewöhnlich erst an den herab- 
fallenden Frachthülsen und Kernen, da sich die Vögel selbst 
still halten. 

Sie werden übrigens in Brasilien ebenso häufig gejagt als in 
Guiana, da ihr Fleisch eine treffliche Brühe giebt. 



Ö76 CHRYSOTIS AMAZONICA. 

Jung aufgezogen Avird dieser Papagei vollkommen zahm und lernt 
deutlich Worte nachsprechen. 

Sehr übereinstimmend sind die Nachrichten, welche Schomburgk 
bezuglich des Vorkommens dieser Art (s. n. Ps. aestivus, Linne) 
in Britisch-Guiana giebt und wir können denselben als Zusatz noch 
das Nachfolgende entnehmen. 

Es ist der gemeinste Papagei in ganz Guiana und wie in Brasi- 
lien am häufigsten in den Küstenwäldern. Des Morgens und Abends 
sieht man die Züge in unzählbarer Menge ihrer Nahrung oder ihrem 
Ruheorte in bedeutender Höhe paarweis, unter unerträglichem weit- 
hintönenden Geschrei zufliegen. Wegen seines ausserordentlich lär- 
menden Betragens wird er auch von den Colonisten »Screecher" 
genannt. Während der Brütezeit leben sie paarweis und scheinen 
ihre Stimme vergessen zu haben. Wie alle Papageien füttern sie 
ihre Jungen aus dem Kröpfe. Im Canuku-Gebirge beobachtete 
Schomburgk einige Tage lang ein Pärchen , welches sein Nest in 
einem hohen , abgestorbenen Baume hatte und die Jungen nur täg- 
lich zweimal fütterte , und zwar um 1 1 Uhr Vormittags und 5 Uhr 
Nachmittags. Sobald sie ankamen , setzten sie sich in der Nähe des 
Loches auf einen Ast und späheten, ob sie auch beobachtet würden. 
Schien ihnen dies nicht der Fall so verschwanden sie unbemerkt in 
der Nisthöhle. An der Mündung des Waini bemerkte Schomburgk 
eines Tages einen so unermässlichen Schwärm, der sich unter ohrbe- 
täubendem Geschrei auf die Uferbäume niederliess, dass die dünneren 
Zweige von der Last herabgebogen wurden. Sie tranken übrigens 
von dem salzhaltigen Wasser. 

Die Indianer stellen den Jungen und Alten sehr nach , da sie sehr 
zahm werden, und verkaufen sie dann. Auch das Fleisch wird zu 
den bekannten kräftigen Papageisuppen benutzt und ist von jüngeren 
Vögeln sehr schmackhaft. Um zu den Jungen zu gelangen müssen 
die Indianer jedoch oftmals die hohen, unersteigbaren Bäume fällen. 

Nach Leotaud , der diese Art unter dem irrthümlichen Namen Ps. 
agilis, Gml. beschreibt, ist dieselbe auf Trinidad sehr gemein. Sie 
bewohnt die Wälder, wo sie sich von Früchten und Körnern nährt. 
Die Stimme ist sehr laut und unangenehm. Beim Einbruch der 



CHRYSOTIS OCHROPTERA. Ö77 

Nacht fliegen Papageien in die Manglebäume um hier zu übernachten. 
Das Fleisch der Jungen ist sehr schmackhaft. 

(254.) 27. Chrysofis ochroptera, (Gmelin). — Der gelbflügelige 
Kurzflügelpapagei. 

Psittacus ochropterus, Gmelin, S. N. (1788) p. 341. — Ps. 
amazonicus gutture luteo, Briss., Orn. IV (1760) p. 287 
(descr. opt.). — Jellow winged Parrot, Lath., Syn. I. p. 2i89. — 
id., Gen. Hist. II. p. 244. cum var. A. B. (?). — id., Psitt. 
ochropterus, Ind. Orn. p. 123. — Bechstein , Kurze üeb. 
p. 97. — Ps. ocropterus, Vieill., Enc. Meth. p. 1374. — 
Ps. xanthops, var. ä et ß. Wagler, Mon. p. 584. — Ps. 
amazonicus, var. Hahn, Orn. Atl. Pap. t. 43 (fig. med). — 
id., Ps. amazonicus, juv. t. 45 (fig. inacc). — Ps. (Ama- 
zona) icterocephalus, Less., Tr. d'Orn. p. 190. — Chry- 
sotis xan thocephalus, Sws., Classif. of B. IL p. 301. — 
Chrysotis ochropterus, G. R. Gray, Gen. of B. II. 
N°. 4. — Bp., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — 
Ps. ochropterus, Brehm , Mon. d. Pap. (1855) t. 70 (nach 
Levaill.). — Chr. ochroptera, Souance , Rev. et Mag. Zool. 
(1856) p. 153. — G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 79. — 
Amazonaaestiva (var. ochroptera), Schleg., Mus. P. B. 
Psitt. (1864) p. 55 (Ind. N°. 5 et 6.). — Le Perroquet ä epau- 
lettes jaunes, Levaill., Perr. t. 98 et 98. 2 (opt.). 

Unrichtige Beschreibung. 
Psittacus barbadensis, Briss., Orn, p. 236. — Perroquet 
des Barbades, Albin. (1731) pl. 11. — - Ash fronted Parrot, Lath., 
Syn. Suppl. p. 284. — id., Gen. Hist. IL p. 238. — Ps. bar- 
badensis, Gml., S. N. p. 339. — Lath., Ind. Orn. p. 110. — 
??Ps. carolinensis, Scop., Ann. I. Hist, nat. (1769) p. 29. — 
Fermin, Descript. gener. de Surinam (1769) Perroquet N". 7. — 
Carolina Parrot, Latham , Gen. Hist. IL p. 147 (part.). 
Diagnosis : Grün , mit breiten schwarzen Federrändern auf Ober- 
und Unterseite; Stirn weisslich ; Oberkopf, Backen und Ohr- 
gegend gelb , ebenso ein grosser Fleck am Buge und die Tibia ; 

37 



578 CHRYSOTIS OCHROPTERA. 

Basisdrittel der äusseren Schwanzfedern über beide Fahnen roth. 
Viridis, plumis late nigro-limbatis ; fronte albida ; pileo, genis, 
regioneque parotica necnon macula flexurae alaris magna tibiaque 
flavis ; triente rectricum exteriorum basilari utrinque rubro ; 
speculo alari nullo. 
Guiana (?) (Leidener Museum). Ad. Schön dunkelgrasgrün, auf den 
oberen und unteren Schwanzdecken gelbgrün, und ausser diesen 
Theilen , jede Feder am Ende mit deutlichem , schwarzen End- 
saume. Stirn und Zügel weisslich , der übrige Ober- bis Hin- 
kopf, Kopfseiten , Ohrgegend , Kinn und Oberkehle schön gelb , 
an der Basis der Federn ein orangerother Flaum. Die oberen 
kleinen- und mittleren Deckfedern längs Bug und Unterarm , 
bilden einen grossen, hochgelben Fleck. Kleine Flügeldecken 
unterseits grün. Schwingen Iter Ordnung an Basishälfte der 
Aussenfahne grün, von da nicht ganz bis zum Ende tief indigo- 
blau , das Ende selbst wie die Innenfahne mattschwarz. Erste 
drei bis vier Schwingen 2ter Ordnung an Basishälfte der Aussen- 
fahne scharlachroth , an Endhälfte dunkel indigoblau mit innerster 
grüner Basis, an Innenfahne schwarz, die übrigen Schwingen 
2ter Ordnung an Aussenfahne grün, mit breitem blauen Ende, 
an Innenfahne schwarz, nur die letzten drei Schwingen 2ter 
Ordnung ganz grün. Der grüne Eckflügel am Ende blaulich. 
Grösste Deckfedern wie die Schwingen unterseits düster blau- 
lichmeergrün , der Spitzentheil , die Aussenfahne und Schaft- 
saum der Innenfahne schwärzlichgrau. Befiederung rings um 
Tibia gelb , einen ziemlich grossen Fleck bildend , die Basis 
dieser Federn mit röthlichem Flaume. Schwanzfedern grün , 
die zwei mittelsten einfarbig, die übrigen an Endhälfte hell 
gelbgrün, die 4 äusseren Federn am Basisdrittel über beide 
Fahnen zinnoberrolh, am Rande der Innenfahne gelblich, und 
hinter dem Roth mit breitem dunkelgrünen Querstreifen, der 
am Rande der Innenfahne in einen fast schwarzen Fleck endet. 
Schnabel horngelbfahl, Füsse ebenso, Krallen braunschwarz. 
Ebenso ein Exemplar (Brasilien?) im Berliner Museum, aber die 
Aussenfahne der äussersten Schwanzfeder etwas blau gesäumt. 



CHRYSOTIS OCHROPTERA. 579 

Ein anderes Exemplar im Berliner Museum (durch Sellmann von 
Caracas) , stimmt ebenfalls ganz tiberein , zeichnet sich aber 
durch mindere Grösse aus. 
Ein Exemplar in Kirchhoff's Collection hat die ganze Aussenfahne 

der äussersten Schwanzfeder blau. 
Ein Exemplar im Wiener Museum (nach freundlicher Mittheilung des 
Herrn von Pelzeln) ebenso, aber auch auf der zweiten äusseren 
Schwanzfeder blau. 
Eine Varietät (Wiener Museum) hat auch den Hals mit Gelb und 
Orange gemischt, Wangen und Kinn orangefarben, die erste 
Schwinge der linken Seite ist fast ganz weiss , die seitlichen 
Schwanzfedern sind ^/j ihrer Länge roth , mit gelber Basis und 
mit einer am Schafte unterbrochenen Binde ; eine der mittleren 
Schwanzfedern gelb. 

Dieses Exemplar beschreibt von Pelzeln neuerdings ausführ- 
licher (Verhandl. Zool. ßotan. Gesellsch. 1865. p. 926). Es 
stammte aus der Gefangenschaft. 
Ausserdem sah ich noch Exemplare im Britisch-Museum , im 
Hamburger Museum, im Museum Heineanum, im Oldenburger Mu- 
seum und eins bei einem Privatmanne in Leiden, welches jetzt in 
Besitz des Reichs-Museum übergegangen ist. 

In Grösse, und Schnabelfärbung dem Chr. LevaiUanti naheste- 
hend , aber durch die dunklen Endsäume der Federn und den grossen 
gelben Fleck auf den oberen Flügeldecken sehr gut unterschieden ; 
durch das letztere Kennzeichen überhaupt von allen verwandten Ar- 
ten. An mehr als einem Dutzend Exemplaren konnte ich mich 
zugleich von der Beständigkeit dieser Charactere überzeugen und 
halte daher Schlegels Ansicht, als sei diese Art nur Varietät von 
Chr. aestiva, für durchaus irrig. 

Brisson beschreibt diese Art zuerst sehr gut nach einem Exemplare 
in der Sammlung des Abbe Aubry. 

Uebrigens scheinen nur die wenigsten Naturforscher die Art 
autoptisch gekannt zu haben, da sie in Sammlungen ziemlich selten 
ist. Auch die meisten Reisenden sprechen nicht von ihr. Dess- 
halb war man bezüglich des Vaterlandes noch so sehr im Unklaren. 



580 CHRYSOTIS LEVAILLANTI. 

Durch Boucard, der die Art bei Rio Grande und Playa Vincente in 
Süd-Mexico , Staat Oaxaca , erlangte , erfahren wir wenigstens eine 
sichere Localität, denn ob die Art auch südlich bis Guiana vor- 
dringt ist noch nicht erwiesen. Die frühere Angabe im Leidener 
Museum Guiana, jetzt in Surinam verändert, wird durch keine Be- 
weise unterstützt. Dagegen scheinen die Exemplare im Berliner 
Museum wirklich von Caracas herzustammen. 

(255.) 28. Chrysotis lievaillanti, G. H. Gray. — Le Vaillanl's 
Kurzflügelpapagei. 

Chrysotis Levaillan tii , G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 79 
(sine descr.). — Psittacus ochrocephalus, Licht., Verz. 
der Säugeth. etc. aus Mexico. 1830. — Ps. xanthops, Wagl., 
Mon. (1831) p. 583 (absq. var. oi et ß). — Burm., Syst. Ueb. 
(1856) IL p. 188" (syn. fals.). — Chr. ochroptera, G. R. 
Gray, Gen. of B. IL p. 422. — Chr. xanthops, (Wagler) 
Bonap., Naum. 1856. — Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) 
p. 153. — Chr. ochroptera, Sclater, Proc. Z. S. (1859) 
p. 389. — id., Chr. Le vaillantii, Cat. Am. B. (1862) 
p. 353. — Amazona aestiva (var. Ps. xanthops, Wagl.), 
Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 56 (Ind. N°. 10). — Le 
Perroquet ä tete jaune , Levaillant , Perr. t. 86 (fig. opt.). — 
? Common Amazons Parrot, var. 6. Latham , Gen. Hist. II 
(1822) p. 243. 

Diagnosis : Grasgrün, ohne dunkle Federsäume; Kopf, Backen und 
Kinn schwefelgelb; Spiegelfleck, Flügelrand und die Basishälfte 
der vier äusseren Schwanzfedern an Innenfahne roth ; Schnabel 
horngelbfahl. 

Prasinus , plumis concoloribus ; capite, genis mentoqne sulfureis; 
speculo margineque alarum , ac dimidio basilari pogonii reclri- 
cum quaternarum exteriorum interni rubro; rostro corneo-gilvo. 

Mexico (Salle) , Leidener Museum, c?. Dunkelgrasgrün , auf der Unter- 
seite heller, nur am Hinterhalse und Mantel mit einigen schma- 
len, verwaschenen, dunklen Endsäumen. Ganze Oberkopf , Zügel, 
Kopfseiten und Kinn schwefelgelb, auf der Scheitelmitte blasser. 



CHRYSOTIS LEVAILLANTI. 581 

Die kleinen Deckfedern längs Flügelbug am Unterarme schar- 
lachroth mit gelber Basis , die an Daumenbasis gelb. Erste 
Schwinge schwarz, die übrigen der Iten Ordnung ebenfalls 
schwarz, aber an Basishälfte der Aussenfahne dunkelgrün, da- 
hinter nicht ganz bis zur Spitze blau. Die ersten vier Schwin- 
gen 2ter Ordnung auf dem grössten Theile der Aussenfahne tief 
scharlachroth , an Basis fahlgrün , das indigoblaue Ende Ton 
dem Roth noch durch Grün getrennt , und der Spitzentheil 
schmal gelblich gesäumt , auf Innenfahne schwarz wie die 
übrigen Schwingen 2*6»* Ordnung, die an Aussenfahne grün 
sind mit blauem Ende. Untere Flügeldecken grün. Die Schwin- 
gen unterseits dunkel apfelgrün , nur die der l^en Ordnung 
auf Aussenfahne, Schaftrand der Innenfahne und Spitzentheil 
schwarz. Schwanzfedern dunkelgrün mit grüngelbem Enddrittel , 
die ersten vier jederseits an Basishälfte der Innenfahne schar- 
lachroth gegen den Rand zu gelb, auf der 3*6" und 4ten Feder 
zieht sich das Roth auch etwas auf die Aussenfahne. Um die 
Tibia gelb. Ober- und Unterschnabel blass horngelbweiss; Füsse 
bräunlich ; Krallen schwärzlich. Iris roth , um die Pupille mit 
einem schmalen gelben Ringe (Lond. Zool. Gart.). Ein anderes 
Exemplar, welches ich lebend sah, hatte einen äusseren röth- 
lichen und inneren graugelben Ring um die Pupille ; der nackte 
Augenkreis war gelblichgrau. 

Exemplare von Insel Tres Marias (Jagor) Berliner Museum (s. n. 
auripalliata), ebenso, aber der ganze Kopf gelb. 

Von Süd-Mexico (Deppe) im Berliner Museum, vollkommen gleich. 

Ein Exemplar aus Mexico im Bremer Museum , hat ebenfalls den 
ganzen Kopf nebst Hinterkopf gelb , aber am Hinterkopfe sind 
noch einzelne grüne Federn , die rothen Federn am Flügelbuge 
haben gelbe Endsäume. 

Ebenso ein Exemplar von Xalapa (durch Uslar) im Museum Heine. 

Ganz ebenso Exemplare im Britisch-Museum und in der Sammlung 
von Dr. Sclater aus Süd-Mexico durch Salle. 
Eine sehr gut unterschiedene Art, wegen dem rothen Flügelbuge, 

und dem Gelbe am Kopfe zunächst mit Chr. ochrocephala ver- 



582 CHRYSOTIS LEVAILLANII. 

wandt , aber an dem gelben Daumenrande und an dem einfarbig horn- 
gelben Schnabel leicht kenntlich. In der Schnabelfärbung steht sie 
daher der Chr. ochroptera, Gml. nahe. Letztere Art zeigt aber 
das Roth an der Basis der Schwanzfedern über beide Fahnen und 
unterscheidet sich ausserdem sogleich durch den grossen gelben Fleck 
am Buge. 

Wagler beschreibt diese Art s. n. xanthops sehr gut, da aber Spix 
Tiel früher einen ganz anderen Vogel so benannte, änderte Gray den 
Namen, zu Ehren des um die Fsittacologie so verdienten Le- 
vaillant. 

Die Verbreitung von Chr. Levaillanti scheint sich nur auf das 
südliche und westliche Mexico zu beschränken. Das Berliner Museum 
erhielt ihn bereits im Jahre 1824 durch Deppe daher. Lichtenstein hielt 
aber damals den Vogel für ochrocephala, Linne,und unter diesem 
Namen wird er in dem bekannten Preiss-V*erzeichnisse vom Jahre 1830 
aufgeführt. Neuerdings auch von der an der Westküste Mexicos ge- 
legenen Insel Tres Marias durch den bekannten Reisenden Jagor an 
das Berliner Museum eingeschickt. Interessant war es mir durch 
meinen Freund John Xantus, dem rastlosen Durchforscher der West- 
küste Amerikas, der ebenfalls diese Insel besuchte, zu erfahren, dass 
es die einzige dort vorkommende, aber sehr häufige Papageien-Art ist. 

Solchen Beobachtungen gegenüber kann man es wohl nur dem 
Mangel hinreichenden Materials zuschreiben, wenn Professor Schlegel 
diese Art mit der südbrasilischen Chr. aestiva als Varietät ver- 
einigt. Die vielen Exemplare, welche ich untersuchen konnte und 
die alle in der fahlen Schnabelfärbung , dem gelben Kopfe ohne Blau 
etc., übereinstimmten, lassen nicht den mindesten Zweifel an der 
Artselbständigkeit aufkommen. 

Burmeister führt die Art unter den Vögeln Brasiliens an, vermu- 
thet aber die nördlichen Strecken am Amazonenstrome als Heimath, 
erhielt auch den Vogel nicht selbst , sondern beschreibt ihn nur nach 
einem lebenden Exemplare , ohne bestimmte Localität. 

Auch Natterer erlangte ihn auf seinen Reisen nicht , unterschied 
aber bereits vor 50 Jahren mit geübtem Blicke Exemplare im Wie- 
ner Museum als besondere Art s. n. Ps. leucorhy nchus. 



CHRYSOTIS LEVAILLANTI. 583 



^ »»»öS »P aas- " 

o g 
S 5 » F- .- 



•<150I— 'CO COl—OOOl-''— 'COlf»- -5WK}03-^tf>-l— 'OSI-'O» 

::^o~ ::i-':;:;i-'i-':;~ c::;i:;:;so;o:: 






s 



I I I I I I I I -:-'i I I I I I I I « 1 I ^ I -:l|s 









~ p 



2 CD 



^KJH^H-il-''-'l-'l-'l-i|-'t-l-t-.|-'l-'l-'(-'l-'r-'>-(-'l-'l-iH-' j^Cß 

.j(e^itiiPiC>tecwos*^ccwto6otocoüi~ao»--icn--3CJt«-aos tdo:<' 



' tJ tJ to 



p tf 



5 ö 



P CT" 



,_i jO H-i (-' h-" OS00t-'«O Ol— 'OOQO-at-il— 1 l-J 1— lO 1—1 



^ ^ - t" CO CO 



ül tn -o -J 



M ^ 



~ N W 



iHgneos<li^wcin'^-p's-+Oi5Scit-i(riwn«)ca 



ao2.2oa>"S^p2- 

S =>_=. " 3-JO 

2. wag^g T-^Sa 



B — a "^ s; 



r S 



r ?- S 3 2 3 2 g &: w « » 2 2 S ^ I " 3 » 



H- ^ ü:^ 



«S.2a- 5*" s33 



gS3«S "'^ ^g 



3 



SS c a 



3 5 2c «3 §SS3 



3 3 



584 CHRTSOTIS OCHROCEPHALA. 

{2S6.) 29. Chrysotis oclirocepbala, (Gml.). — Der gelbscheitelige 

Kurzßügelpapagei. 

Psittacus ochrocephal US, Gmelin, S. N. (1788) p. 339. — 
Ps. amazonicus brasiliensis, Brisson , Orn. IV (1760) 
p. 272 (descr. opt.) pl. XXVI. fig. 1. — Jellow headed Ama- 
zons Parrot, Lath., Syn. I. p. 282. — id., Gen. Bist. II (1822) 
p. 237. — Ps. amazonicus, Lath., Ind. Orn. p. 119. — Ps. 
poikil orhy nch US, Shaw, Gen. Zool. VII. p. 491. — Loro 
cabeza amarilla, Azar. Apunt. Hist. nat. Parag. I (1803) 
p. 440. NO. 285. — id., voy. Edit. par Sonn. (1809) p. 72. — 
Ps. flavifrons, Herrn., Obs. Zool. p. 128. — Ps. ochro- 
cephal us, Vieill., Enc. Meth. p. 1372. — Hahn, Vög. aus 
Afr. etc. (1822) Liefr. XVI. t. 1 (opt.). — ?Amazona icte- 
rocephala (var. amazonica), Less., Tr. d'Orn. p. 190. — 
Ps. poecilorhynchus, Wagl,, Mon. p. 581. — Ps. ochro- 
cephalus, Moritz, in Wiegm. Arch. (1837) p. 412. — Chr. 
poecilorhynchus, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 2. — 
Chr. ochrocephalus, Bonap., Rev. et Mag. Zool. (1834) 
p. 131. — id., Chr. poeciloryncha et ochr oceph ala , 
Naum. 1836. — Souance , Rev. et Mag. (1856) p. 154. — Ps. 
ochrocephalus?, Schomb., Guian. III. p. 724. — Cassin 
in Gilliss Unit. St. Naval Exped. I. Chile, pl. 23. — Chrys. 
ochrocephalus, G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 78. — 
Chr. poecilorhynchus, Sclat., Cat, Am. B. p. 352. — 
Souance, Icon. Perr. t. 28. — Psitt. ochrocephalus, 
Schleg., Dierentuin (1864) p. 65, — id., Amazona aestiva, 
(var. ochrocephalus), Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 54 (Ind. 
N°. 8, 9 et 7 (var.). 

Var. mit buntem Schnabel ! 
Psittacus viridis, alarum costa superne rubente Aldrov. av, 
I. p. 669. — id., Ps. poikilorhynchus, p. 670 et 671. — 
Ps. amazonicus poecilorhynchus, Brisson, Orn. IV. 
p. 270. — Jellow headed Amazons Parrot, var. B. Party bellied 
Parrot, Lath., Syn. I. p. 283. — id.. Gen. Hist. IL p. 238. ■— 



CHRYSOTIS OCHROCEPHALA. 585 

Ps. ochrocephalus, var. y. Gml., S. N. p. 339. — Psitt. 
amazonicus, var. y. Lath., Ind. Orn. p. 120. 

Worrokeh, bei den Macusis in Guiana (Schomburgk). 

Diagnosis : Grün ; Vorderkopf und Zügel , zuweilen auch um das 
Auge gelb; Flügelbug roth, ebenso die Basis der Innenfahne 
der Schwanzfedern und ein Flügelspiegel. Schnabel dunkel- 
hornbraun, jederseits an Basis des Oberschnabels gelbröthlich. 
Viridis , sincipite , loris nonnunquam regione orbitali flavis ; 
flexura , speculo alari, basi pogonii rectricum interni rubra; 
basi maxilla utrinque rubescente. 

Guiana , Leidener Museum. ^. Dunkelgrasgrün , auf der Unterseite 
heller , After und untere Schwanzdecken gelbgrün. Die Fe- 
dern des Hinterhalses und Nackens mit schmalen, schwärzlichen 
aber deutlichen Endsäumen. Oberkopf, Zügel, am Mundwin- 
kel und Kinn hochgelb. Schwingen l^er Ordnung an Innenfahne 
schwarz, an ßasishälfte der Aussenfahne dunkelgrün, an End- 
hälfte indigoblau. Erste Schwinge einfarbig schwarz. Schwin- 
gen 2ter Ordnung grün , an Innenfahne schwarz und am Ende 
blau, die ersten 4 Schwingen auf Aussenfahne scharlachroth , 
mit grüner Basis und blauem Ende, auf der 5*en Schwinge nur 
ein rothbrauner Fleck , die 4 letzten Schwingen einfarbig grün. 
Flügelbug und kleine Deckfedern am Unterarme scharlachroth , 
die am Daumenrande hellgrün mit röthlichen Spitzen. Untere 
Flügeldecken grün. Schwingen unterseits schwarz , an Basis- 
hälfte der Innenfahne dunkel apfelgrün. Schwanzfedern dun- 
kelgrün mit grüngelber Endhälfte , nur die 2 mittelsten Federn 
einfarbig, die 4 äussersten Federn an Basis der Innenfahne 
scharlachroth. Schnabel dunkelhornbraun ; an Basis des Ober- 
schnabels jederseits ein grosser röthlichgelber Fleck ; Füsse 
bräunlich, Krallen schwarz; Iris gelbbraun (Zool. Garten in 
London). Bei einem lebenden Exemplare war der Schnabel 
schwarzbraun, mit hellrothem Flecke an Basis; die Iris bestand 
aus einem inneren gelben und äusserem rothen Binge ; der 
nackte Augenkreis war grau. 

Surinam (Leidener Museum). Mit weniger rothen Federn am Flu- 



b86 CHRYSOTI OCHROCEPHALA. 

gelrande ; das Roth auf den Schwingen 2*^1' Ordnung von dem 
blauen Spitzentheile noch durch Grün geschieden; das Gelb des 
Vorderkopfes zieht sich nicht bis auf die Zügel. 
Ebenso ein Exemplar (Brasilien) im Bremer Museum, aber nur 

Vorder- und Oberkopf gelb. 
Ein Exemplar im Britisch-Museum, hat nur auf Kopfmitte und 

Zügel einzelne gelbe Federn. 
Ein Exemplar in der CoUection Sclater's, hat den ganzen Vorder- 
und Oberkopf, so wie Zügel, um's Auge und Gegend am Un- 
terschnabel gelb. 
Junge haben (nach Wagler) das Gelb des Oberkopfes weniger leb- 
haft, ebenso weniger Roth am Flügelbuge, und die Flügeldecken 
haben gelbfahle Endsäume. 
(?) Varietät im Leidener Museum. Aus der Gefangenschaft (aestiva, 
var. ]N°. 7. im Leid. Catalog) Kopf, Flügel und Schwanz grün, 
das Uebrige gelb; aber die rothe Zeichnung normal; Schnabel 
horngelblich , an der Spitze braun. Es lässt sich an diesem 
durch Domesticirung veränderten Exemplare nicht mit Sicher- 
heit bestimmen , ob es wirklich zu dieser Art gehört. 
Im Wiener Museum konnte ich vier Exemplare untersuchen. 

Die besondere Schnabelfärbung, dunkelbraun mit röthlichgelbem 
Flecke jederseits an Basis des Oberschnabels, bleibt für Chr. ochro- 
cephala ganz vorzüglich characteristisch. In der gelben Kopf- 
zeichnung und dem rothen Flügelbuge steht sie Levaillanti, 
Gray , am nächsten , und von den beiden anderen verwandten Arten , 
amazonica, Linne und aestiva, Latham , unterscheidet sie sich 
leicht durch den Mangel von Blau am Vorderkopfe. 

üebrigens ist diese Art meist gänzlich verkannt und mit anderen 
verwirrt worden, wesshalb die Auflösung der weitläufigen Synony- 
mie, die meist ganz falsch dargestellt wird, eine ebenso langwierige 
als undankbare Arbeit war. 

So zieht z. B. Professor Burmeister den Ps. ochrocephalus, 
Gmelin mit zu seinem amazonicus, und den gleichartigen poe- 
cilorhynchus, Shaw zu dem ganz verschiedenen Levaillanti, 
Gray (xanthops, Wagler), Wie wir gesehen haben nimmt auch 



CHRYSOTIS OCHROCEPHALA. S87 

Professor Schlegel Chr. ochroptera und Chr. Levaillanti nur 
als Varietäten von aestiva, Latharn an, wir dürfen uns daher kei- 
neswegs verwundern, wenn er auch ochrocephala als solche be- 
trachtet. Die unter N°. 8 und 9 im Catalog des Leidener Museums 
aufgeführten Varietäten beziehen sich daher auf diese Art (ochro- 
cephala). Gänzlich irrig ist es, wenn Schlegel die characteristische 
Schnabelfärbung nur für isine zufällige hält. Sie kann sich nur bei 
Käfigvögeln ändern , aber an den vielen Exemplaren , mindestens an 
20 , die ich untersuchte , fand ich sie immer constant. 

Brisson, der fast alle Amazonen-Papageien sehr sorgfältig be- 
schreibt, thut dies auch mit diesem in seinem Ps. amazonicus 
brasiliensis, auf welche Vorlage Gmelin seinen Ps. ochroce- 
phalus begründete. 

Die Beschreibung von Brissons Ps. amazonicus poecilorhyn- 
chus ist weniger deutlich, da sie aus Aldrovandi geschöpft wurde, 
und stellt einen Vogel mit merkwürdig, jedenfalls künstlich gefärbten 
Schnabel vor. Die Beschreibung des letzteren will ich , um allen 
Zweifeln zu begegnen, nach Brisson folgen lassen. »Der Oberschna- 
bel ist auf dem Rücken grün in's Blaue ziehend , an den Seiten 
ockerfarben , gegen die Spitze zu ist ein weisses Ouerband ; der 
Unterschnabel ist in der Mitte gelblich, an der Basis bleifarben. 

Seltsamer Weise besteht von Chr. ochrocephala noch nicht 
einmal eine wirklich gute Abbildung. 

Der gelbscheitelige Kurzflügelpapagei gehört den nördlichen Theilen 
Süd- Amerikas an. In den vom Prinzen zu VTied bereisten Gegenden 
wurde er nicht angetroffen , ebenso wenig führt ihn Burmeister an. 
Guiana , Surinam und Venezuela scheinen die eigentlichen Wohnge- 
biete. In der Collection Sclater's befindet sich die Art aber auch 
aus Bogota (durch Mark) und im Britisch-Museum von Trinidad. 
Natterer erhielt sie im Gebiete des Amazonenstromes bei Forte do 
Rio branco im December und Februar. 

Neuerdings auch durch E. Bärtlett aus Peru nachgewiesen (Sclat. 
Proc. 1866. p. 567). 

Nach Schomburgk einer der gewöhnlichsten Papageien in Britisch- 
Guiana. Die Indianer, welche mit Papageien und Affen einen 



588 CHRYSOTIS AESTIVA. 

lebhaften Handel treiben , nehmen sie jung aus den Nestern und 
ziehen sie mit grosser Sorgfalt auf. Obwohl man ihnen die Schwin- 
gen etwas abstutzt können sie doch noch in der Umgebung der Nie- 
derlassungen umherfliegen, ja Schomburgk sah zu Tuarutu mehrere 
zahme Exemplare, die im Tage in den Wäldern mit den wilden 
umherzogen , abends aber immer wieder nach Haus zurückkehrten. 
Sie lernen allerlei Töne nachahmen z. B. das Weinen der Kinder, 
Hundegebell, Hahnengekräh etc. Wegen des schmackhaften Fleisches 
und den schönen Federn werden sie viel gejagt. 

Des morgens sieht man sie in unzählbarer Menge unter lautem 
Geschrei paarweis aus den Wäldern kommen, in die sie abends 
wieder heimkehren. Auf Leguminosen-Bäumen versammeln sich oft 
Hunderte, die sich aber beim Fressen so still verhalten, dass sie 
nur das Geräusch der herabfallenden Hülsen verräth, und auch dann 
gehört noch ein geübtes Auge dazu um sie in dem grünen Blätter- 
dache zu erspähen. Sie nisten im Baumlöchern und sollen häufig 
die von Spechten gemachten OefTnungen benutzen. 

C. Moritz berichtet über diese Art aus Venezuela » unter den 
hiesigen Papageien derjenige, der am leichtesten und besten sprechen 
lernt. Es gewöhnt sich , jung aufgezogen , gleich dem Hausge- 
flügel. Männchen und Weibchen sitzen gewöhnlich , ohne sich 
lange von einander zu entfernen , beisammen , doch nisten sie im 
gezähmten Stande nicht." 

(257.) 30. Chrysotis aestiva, (Lalham). — Der Kurzflügelpapagei 
mit rothem Flügelbuge. 

Psitlacus aestivus, Latham, Ind. Orn. (1790) p. 121 (cum 
var, 7.). — Ps. am azonicus jamaicensis, Briss., Orn. IV 
(1760) p. 276. — Aldrovandi, av. p. 668. — Brown, Hist. of 
Jamale, p. 472. — Common Amazons Parrot, Lath., Syn. I 
(1781) p. 284. N°. 91 (syn. fals,). — id., var. B. Main Parrot, 
p. 285. — id.. Common Amaz. Parrot, Gen, Hist. II. p. 240. 
cum var. B. — Ps. aestivus, var. y. Gml., S. N. p. 540. — 
Ps. decorus, Herm., Observ. Zool. p. 126. — Ps. ochro- 
cephalus, Bechst., Kurze Ueb. p. 96. — Ps. am azonicus, 



CHRYSOTIS AESTIVÄ. 589 

Kühl, Consp. p. 74. — Voigt, Cuv., üebers. (1831) p.740. — 
Ps. ochrocephalus, Wagler, Mon. p. 584 (av. ad. syn. 
fals.). — Ps. amazonicus etaestivus, Less., Tr. d'Orn. 
p. 195 et 196. — Ps. aestivus, Spix, av. Bras. I. p. 44. 
cum var. 1 — 4. — Ps. amazonicus, Neuwied, Reise. II. 
p. 198. — id., Beitr. IV. p. 213. — Hahn, Orn. Atl. Pap. 
(1834) t. 16 (sat. accur.). — Burm., Syst. Ueb. II. p. 187. — 
id.. Reise La Plata-Staaten , II. p. 443. — Brehm , Mon. d. 
Pap. t. 50 (nach Lev., pl. 84. — Thienem., Fortpflg. d. ges. 
Vög. (1852) p. 77. t. XIV. fig. 12 (Ei). — Chrysotis ama- 
zonica, Sws., Class. of B. II. p. 301. — Chrys. ochroce- 
phalus, G. R. Gray, Gen. of B. II. N^ 5. — id., Chrys. 
aestiva, List Psitt. (1859) p. 78. — Bp., Rev. et Mag. Zool. 
1854. — Sclat., Cat. Am. B. (1862) p. 322. — Amazona 
aestira, Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 54 (Ind. N^ 1, 
2, 3 et 4 (var.). — Chrys. amazonicus, A. Brehm, 
Thierleb. p. 28. — L' Amazone (male), Levaillant, Perr. t. 84 
(fig. opt.). — id., t. 87 (L'Ämazone ä collotte bleue). 

? Junger Vogel ; mit grünen Kopfe. 
PI. enl. 312. — Psittacus cayenneus, Müll., S. N. Suppl. 
(1776) p. 78. — Jellow headed Amazons Parrot, var. A. Jellow 
crowned Parrot, Lath., Syn. I. p. 282. — id.. Gen. Hist. IL 
p. 237. — Psitt. ochrocephalus, var. ß. Gmelin , S. N. 
p. 339. — Ps. amazonicus, var. ß. Latham , Ind. Orn. 
p. 120. — Ps. ochrocephalus, Wagl., Mon. p. 586 (av. jun.). 

Var. Auf Rücken roth und gelb gefleckt. 
Psittacus aestivus, Linne, S. N. (1767) p. 146. — Ps. 
major viridis, maculis luteis et rubris, Frisch, av. 
t. 49. — Edward, B. vol. IV. pl. 162. — Seligmann, Samml. 
ausl. Vög. VI. (1764) pl. 57. — Ps. amazonicus varius, 
Brisson, Orn. IV. p. 281. N°. 37. pl. XXVL fig. 2. — Common 
Amazons Parrot , var. D. West indian green Parrot , Latham , 
Syn. p. 287. — id., Counterfeit Parrot, p. 295. — id.. Common 
Amaz. Parrot, var. D. Gen. Hist. II. p. 241. — id., var. H. — 
Ps. guttatus, Bodd,, PI. enl. 120. — Ps. aestivus, var. f. 



590 CHRYSOTIS AESTIVA. 

Gml., S. N. p. 340. — Ps. aestivus, var. s. Lath., Ind. Orn. 
p. 122 et 123. — Amazona icterocephala, Lesson, Tr. 
d'Orn. p. 190. — L'Amazone tapire en jaune, Levaillant, 
Perr. t. 89. 

Var. Ganz gelb. 
PI. enl. 13. — Psittacus luteus, Briss., IV. p. 306. — 
Bodd., Tabl. des PI. enl. d'Aub. p. 2. — Aurora Parrot , Lath., 
Syn. I. p. 301. — id., Gen. Hist. II. p. 255. — Ps. aurora, 
Gml., S. N. p. 342. — Lath,, Ind. Orn. p. 127. — Vieillot, 
Enc. Meth. p. 1370. — Bechstein, Kurze üeb. p. 96. — Ps. 
ochrocephalus, var. ß. Wagler, Mon. p. 586. 
Papagay oder Papageyo verdadeiro in Bahia (Prinz Max). — Kua- 
kua, botoeudisch (Prinz Max). — Papageio grego der Brasilia- 
ner (Burmeister). 
Diagnosis: Grün; mit deutlichen dunklen Endsäumen auf Oberseite; 
Stirnrand blau; Oberkopf, Backen und Kehle gelb; Flügelbug 
roth , ebenso Spiegelfleck und Basis der Schwanzfedern ; Schna- 
bel braunschwarz. 

Viridis, plumis lateris superioris distincte nigro-limbatis ; fronte 
cyanea ; pileo, genis gulaque flavis ; margine alari, speculo 
basique rectricum rubris ; rostro fusco-nigro. 
Leidener Museum. Ad. Dunkelgrasgrün, auf Unterseite heller, auf 
Hinterkopf und Rücken mit schmalen, schwärzlichen Endsäumen, 
auf Brust und Bauch mit ganz schmalen grünbläulichen. Stirn- 
rand himmelblau; Scheitel, Augengegend, Zügel, Backen nnd 
Kinn hochgelb. Schwingen Iter Ordnung schwarz, an Basis- 
hälfte der Aussenfahne grün, an Endhälfte schmal tiefblau ge- 
säumt. Erste Schwinge einfarbig schwarz. Schwingen 2ter 
Ordnung grün, an Innenfahne schwarz, am Ende indigoblau; 
die ersten vier Schwingen auf der Mitte der Aussenfahne schar- 
lachroth. Flügelbug schön scharlachroth. Untere Flügeldecken 
grün. Schwingen unterseits schwarz, an Basishälfte der Innen- 
fahne dunkelgrün. Die 2 mittelsten Schwanzfedern einfarbig 
dunkelgrün, die übrigen mit lebhaft gelbgrüner Endhälfte. Die 
vier äusseren Schwanzfedern jederseils an Basishälfte der Innen- 



CHRYSOTIS AESTIVA. 591 

fahne mit grossem scharlachrothen Flecke; welcher sich auch 
auf Aussenfahne schmal neben dem Schafte hinzieht. Die äus- 
serste Feder in der Mitte an Aussenfahne verwaschen bläulich 
gesäumt. Um die Tibia gelb. Schnabel einfarbig schwärzlich- 
braun, ebenso die Füsse ; Krallen dunkler. Iris orangefarben 
(Amsterdamer Zool. Garten). Junge haben eine graubraune Iris 
(Prinz Max). 
Fünf Exemplare im Museum Heine zeigen sämmtlich den horn- 
schwärzlichen Schnabel , ebenso 7 Exemplare im Wiener Mus, 
Ein cf (frisch untersucht) hat nur den Stirnrand blau, den Vorder- 
kopf und um's Auge gelb , Kinn und Basis des Unterschnabels 
aber gelb ; die äusserste Schwanzfedern ist fast auf der ganzen 
Aussenfahne blau. Schnabel hornschwärzlichgrau , der Spitzen- 
theil etwas dunkler; nackter Augenkreis fleischbräunlich, Füsse 
grau , Krallen schwarzgrau ; Iris orangeroth mit einem schmalen 
gelben Ringe neben der Pupille. 
Ein $, welches ich frisch untersuchen konnte, im Bremer Museum, 
unterscheidet sich in der Färbung gar nicht vom cf. Schnabel 
und Wachshaut hornschwarz ; nackter Augenkreis weissgrau; 
Füsse bleigrau ; Krallen schwarz ; Iris hochgelb. 
Varietät im Leidener Museum (aestiva, var. N°. 4. Leid. Catalog) 
Vorderkopf blau, Scheitel, Vorderhals, Flügelbug und Mantel 
grösstenlheils gelb, mit rothen Federn gemischt. Ein ohne Zwei- 
fel durch die Gefangenschaft verändertes Exemplar, aber offen- 
bar zu dieser Art gehörend. 
Im Museum zu Buenos Ayres befindet sich eine schwefelgelbe Varie- 
tät, hie und da mit einzelnen grünen Federn. Das wahrschein- 
lich in der Wildniss erlangte Exemplar stammt aus Bolivia. 
Eine Varietät im Wiener Museum, ist ganz gelb, unter gewissem 
Lichte meergrünlich scheinend ; Flügelbug und Spiegel roth ; 
Stirn weisslich mit bläulichem Scheine. Wird von von Pelzeln , 
Verband. Zool. botan. Gesellsch. 1865. p. 925 beschrieben. 
Diese Art zeichnet sich stets durch den hornschwarzen Schnabel- 
und rothen Flügelrand aus, dadurch auch namentlich von der ver- 
wandten Chr. amazonica, die ebenfalls eine blaue Stirn besitzt. 



592 CHRYSOTIS AESTIVA. 

aber kein Roth am Flügelbuge und einen gelben Fleck an der Basis 
des Obersehnabels. Den übrigen nahestehenden Arten ochroptera, 
Levaillanti und ochrocephala fehlt das Blau am Vorder- 
kopfe stets. 

Wie ich schon bei der Beschreibung des Genus auseinandergesetzt 
habe zieht Professor Schlegel irrthümlich diese letzten 3 Arten als 
Varietäten mit zu Chr. aestiva. Es sind daher nur die s. N°. 1, 
2 , 3 und 4 verzeichneten Exemplare des Leidener Cataloges auf 
letztere Species bezüglich. Nach Schlegel zeigt Chr. aestiva einen 
besonderen Hang zum Variiren. Doch ist diese Behauptung grund- 
los, denn nicht nur meine eigenen Untersuchungen sondern auch 
die Beobachtungen eines Prinzen zu Wied , Burmeister, Schomburgk, 
u. A. belehren uns eines Andern. Die von mir angegebenen Unter- 
schiede in der Schnabelfärbung bei Chr. ochroptera, Levail- 
lanti, ochrocephala und aestiva fand ich an ganzen Reihen 
von 10 bis 20 Exemplaren und mehr bestättigt. 

Ob die fragliche Abbildung in den PI. enl. 512, mit ganz ro- 
them Schnabel, wirklich den jungen Vogel dieser Art vorstellt, lässt 
sich jetzt nicht mehr mit Bestimmtheit behaupten. 

Chr. aestiva scheint die mehr nördlich verbreiteten Chr. ama- 
zonica südlich zu vertreten und ist, wie die schönen Beobach- 
tungen des Prinzen zu Wied beweisen , ein Bewohner des Inneren , 
der nie in die Küstenwaldungen kommt, in welchen Chr. amazo- 
nica, Linne ausschliesslich lebt. 

Die Verbreitung erstreckt sich von Paraguay nördlich bis zum 
Amazonas (Spix). Natterer sammelte die Art ebenfalls bei Ittarare 
(August), Yaguaraiba (September), Murungaba (April), Escaramaya 
(April). Nach Azara ist dieser Papagei in Paraguay gemein und 
durchstreift in grossen Schwärmen, laut schreiend die Pflanzungen. 
Er schadet hauptsächlich den Orangegärten und soll 3 weisse 
Eier legen. 

Prinz Maximilian giebt aber die Zahl der Eier auf 2 an, Levail- 
lant, dessen Berichten nicht immer zu trauen ist, dagegen auf 4. 
Die Beschreibung des Eies bei Thienemann lautet : » es ist ungleich- 
hälftig, mit grösstem Querdurchmesser in der Mitte , aber nach der 



CHRYSOTIS AESTIVA. 593 

zugespitzten Hohe viel stärker abfallend als nach der sanft zugerun- 
deten Basis, 1" '5^li"' lang, 1" '/j'" breit, schwach graugelblichweiss, 
glänzend, inwendig fast reinweiss durchscheinend, mit vollkommen 
entwickeltem Papageikorn , zarten , flach erhabenen , verzweigten 
Querzügen , mit vielen seichten oder tiefern Poren in den Furchen. 
Gewicht 17 Gran." 

Der Prinz zu Wied traf Chr. aestiva nicht eher, als in den 
höher gelegenen Sertongs der Provinz ßahia , ebenso in Minas geraes. 
Burmeister fand sie bei Lagoa santa , Congonhas und während seiner 
letzten Reise in den Waldungen zwischen Tucuman und Catamarca 
in den La Plata-Staaten. Durch eine gütige briefliche Mittheilung 
von Professor Burmeister unterstützt, kann ich auch Bolivia mit 
in den Verbreitungskreis aufnehmen. Hier ist die Art bei St. Cruz 
de la Sierra nicht selten. 

In der Lebensweise weicht Chr. aestiva, nach Prinz Max, nicht 
von den verwandten Arten ab. Ausser der Brütezeit sieht man stets 
grosse Schwärme dieses Papageies schnell und stark mit den Flügeln 
schlagend, ihrem Standorte, dem hohen Walde, zueilen. Von hier 
aus machen sie dann Einfälle in die Pflanzungen. Mit derselben 
Regelmässigkeit mit welcher sie am Morgen ausziehen kehren sie laut 
rufend am Abend wieder nach ihren Standplätzen zurück , wo stets 
noch ein lauter Lärm um die besten Plätze zur Nachtruhe geführt wird. 

Während der Paarzeit, die nach Burmeister in den Frühling und 
Sommer (October bis März) fällt , sieht man beide Gatten unzertrenn- 
lich beieinander. Sie nisten im Baumhöhlen und legen 2 weisse Eier. 

Auch diese Art ist wegen ihrer Gelehrigkeit bei den Indianern 
sehr beliebt und wird häufig lebend nach Europa gebracht. 

Uebrigens bemerkt der Prinz zu Wied , dass Varietäten im freien 
Zustande fast nie vorkommen, sondern meist durch Gefangenhaltung 
erzeugt werden , läugnet auch mit Azara das sogenannte Tapiriren , 
oder die Kunst der Indianer beliebige bunte Varietäten künstlich 
hervorzubringen. Azara führt übrigens , als sonderbare Ausnahme , 
eine ganz gelbe Varietät an , die in der Freiheit erlegt wurde. 

Die erste deutliche Beschreibung dieser Art giebt Brisson in sei- 
nem Ps. amazonicus jamaicensis und nach ihm erst wieder 

38 



594 CHRFSOTIS MERCEiVAP.IA. 

der Prinz zu Wied, mit seiner bekannten Genauigkeit. Bei den 
meisten übrigen Schriftstellern lässt sich die Art nur errathen. Dies 
ist auch mit dem Ps. aestivus von Linne der Fall, der auf Aldro- 
Tandi's Beschreibung beruht und als Varietät wahrscheinlich zu die- 
ser Species gehören dürfte. Dagegen basirt der Ps. aestivus von 
Latham auf Brisson's ursprünglicher Beschreibung. 

(258.) 54. Chrysotil mercenaria, (Tschudi). — Der Kurzflügel- 
papagei mit gelbem Danmenrande. 

Psittacus mercenarius, Tschudi, Faun. Per. (1844) p. 270. 
tab. XXVII (fig. accur.). — Wiegm., Arch. (1844) p. 303. — 
Rev. et Mag. Zool. (1849) p. 243. — G. R. Gray, Gen. of B. 
II. N°. 29. — Chrysotis mercenaria, Bonap., Rev. et 
Mag. Zool. (1854) p. 151. — id., Naum. 1856. — J. Verreaux, 
Rev. et Mag. Zool. (1858) p. 513. pl. 17 (jun.). — Licht., No- 
mencl. av. (1854) p. 70. — Sclat., Proc. (1858) p. 75. — id., 
Cat. Am. B. (1862) p. 553. — Gray, List Psitt. (1859) p. 80. 

Jurnalero, in Peru (Tschudi). 

Diagnosis : Dunkelgrasgrün , ohne Gelb oder Blau am Kopfe ; am 
der Daumenrand gelb ; erste 3 Schwingen 2ter Ordnung an 
Basis roth ; Schwanzfedern an Innenfahne roth , mit grünem 
Mittelflecke und grüngelbem Ende; Schnabel horngrau, an Basis 
horngelb. 

Obscure prasina, capite neque flavo neque cyaneo notato ; mar- 
gine melacarpi flavo; rectricibus extimis extus cyaneo-limbatis ; 
speculo alari basique pogonii rectricum interni rubris ; basi 
rostri corneo-cinerei corneo-flavida. 

Peru (Cinchonen Wälder, Philippi) Berliner Museum (s. n. xan- 
thops, Spix!). Dunkelgrasgrün, auf der Unterseite heller und 
auf den unteren Schwanzdecken mehr gelbgrun. Ober- und 
Hinterkopf dunkler grün mit schwärzlichen Federendsäumen , 
ebensolche auf Hals- und Brustseiten, auf dem Oberrücken werden 
sie jedoch sehr undeutlich. Schwingen l^^r Ordnung grün, an 
Innenfahne und Ende schwarz, vor dem schwarzen Ende auf 
der Aussenfahne etwas blau. Deckfedern der Schwin,qen Itev 



CHRYSOTIS MERCENARIA. 093 

Ordnung, Eckflügel, Flügelrand und untere Flügeldecken grün, 
nur am Daurnenrande die Federn gelb mit röthlichem Punkte 
an Basis. Schwingen 2ter Ordnung grün , an Innenfahne 
schwarz mit dunkelblauem Ende. Die ersten 3 Schwingen 2ter 
Ordnung an Basishälfte der Aussenfahne schön scharlachroth. 
Schwanzfedern grün mit breitem gelblichen Ende ; die äusserste 
Feder jederseits an Aussenfahne blau gerandet und nebst dem 
zweiten Paare an Innenfahne nicht ganz bis zum Ende roth , 
in der Mitte wird das Both durch einen grünen Fleck unter- 
brochen , das 4te und b^e Paar auch auf Innenfahne grün mit 
einem rothen Flecke in der Mitte, die mittelsten 2 Schwanz- 
federn einfarbig grün ; unterseits alle Schwanzfedern düster roth 
mit verwaschenem grünen Mittelflecke und breitem gelblichen 
Ende. Schnabel horngelbfahl , die Spitze des oberen bräun- 
lich , ebenso der Unterschnabel an Basis ; Füsse braun ; Krallen 
schwärzlich ; Iris gelb (nach Tschudi). 
Ganz ebenso zwei andere Exemplare (Peru) im Berliner Museum. 
Ein Exemplar von Neu-Granada (Britisch-Museum) ebenso. 
Ein schönes Exemplar im Bremer Museum, stimmt ganz mit dem 
oben beschriebenen Vogel überein , aber die vier äusseren 
Schwanzfedern auf Innenfahne zinnoberroth , mit breitem gelb- 
grünen Ende, auf der öten Feder ein grüner Mittelfleck. 
Die Unsicherheit, welche bisher über diese Art herrschte, ist 
durch Tschudi's zu oberflächliche Beschreibung hervorgerufen wor- 
den , denn während er im Text von gar keinem Roth an den 
Schwingen spricht, zeigt die Abbildung (pl. XXVII) solches sehr 
deutlich. Obwohl diese Abbildung nicht eben künstlerisch aufge- 
fasst ist, verdient sie doch das Lob naturgetreu zu sein, nur ist 
das Both an den Schwingen zu weit ausgedehnt. Sclater giebt 
(Proc. 1858. p. 75) Verbesserungen zu der Beschreibung, leitet aber 
auch zu einer falschen Ansicht hin , wenn er das Vorhandensein von 
Both an den Schwingen ganz läugnet. Es ist dies immer zu sehen, 
beschränkt sich aber zuweilen , wie ich mich an einem Exemplare 
seiner Sammlung überzeugen konnte, auf die äusserste Basis, wahr- 
scheinlich beim jüngeren Vogel. 

38* 



6D6 CHRYSOTIS XANIHOPS. 

Einen solchen stellt ohne Zweifel die schöne Abbildung von Ver- 
reaux (Rev. et Mag. Zool. 1858. pl. 17) dar, an welcher man eben- 
falls keine Spur eines rothen Spiegelfleckes bemerkt, der auch in 
der Beschreibung unerwähnt bleibt. Dagegen sagt Verreaux »rostro 
nigrescentibus," was ich an den von mir untersuchten Vögeln nicht 
zutreffend fand. 

Nach Untersuchung von sechs Exemplaren können bei mir ^ber 
die Echtheit der Species keine Zweifel walten. Chr. mercena- 
ria gehört mit in die Gruppe der Arten mit rothem Spiegelflecke 
und grünen Deckfedern der Iten Schwingen und schliesst sich am 
nächsten an Chr. amazonica, Linne an, unterscheidet sich aber 
stets durch den Mangel von Gelb oder Blau am Kopfe. 

Yon Tschudi entdeckte diese Art in den Waldregionen Peru's 
und sagt über dieselben : »sie hat die eigen thümliche Gewohnheit 
in grossen Schaaren alle Morgen , aus den höheren Waldregionen 
nach den tieferen Gegenden zu ziehen , sich dort den Tag über auf- 
zuhalten und abends wieder zurück zu kehren. Diese Schaaren 
setzen sich immer zur bestimmten Stunde in Bewegung und durch- 
schneiden laut schreiend die Luft. Während vieler Monate haben 
wir diese pünktlichen Wanderungen beobachtet und die Indianer 
versicherten uns, dass sie seit Menschengedenken auf gleiche Weise 
statthaben. Die Eingebornen nennen den Vogel desshalb »Tage- 
löhner", Jurnalero." 

Es ist zu bedauern, dass von Tschudi über einen Vogel, den er 
viele Monate beobachten konnte, nicht weitere Nachrichten mittheilt, 
denn wie Weibchen und Junge aussehen etc. darüber erhält man 
keinen Aufschluss. 

Ausser Peru auch in Ecuador (Rio Napo, Fräser) und Neu- 
Granada (Britisch-Museum) beobachtet. 

(259.) 32. Chrysotls xanthopes, (Spix). — Der gelbbäuc/iige 
Ktirzßügelpapagei. 

Psittacus xanthops, Spix, av. Bras. (1825) p. 59. t. 26 (fig. 
opt.). — Voigt, Cnv., Uebers. (1831) p. 744. — Brehm, Mon. 
d. Pap. t. 37 (nach Spix). — Ps. amazonicus, pull. Wag!., 



ClIRYSOTIS XANTHOPS. BU? 

Mon. (1831) p. 589 (descr. bon.). — id., Ps. hypochon- 
driacus, (Licht.), p. 590 (av. ad.). — Chrysotis xan- 
thops, Sws., Class. of B. II. p. 301. — Chr. hypochon- 
driacus, G. R. Gray, Gen. of B. II. N^ 8. — id., Chr. 
xanthops et h ypochond riac a , List Psitt. (1859) p. 79 
et 80. — Chr. xanthops, Lichtenst., Nomencl. av. (1854) 
p. 70. — Chr. xanthops et h ypocho ndriaca , Bp., Rev. 
et Mag. Zool. 1854. — id., Chr. hy pochondriaca, Naum. 
1856. — 0. Des Murs in Casteln., Exp. l'Am. du Sud. (1855) 
Ois. pi. 5 (a?. jun. fig. bon.). — Souance, Icon. Perr. t. 35 
(fig. bon.). — Chr. xanthops, Taylor, Ibis (1860) p. 317. — 
Amazona xanthops, Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) 
p. 57. — Chr. xanthops. Pelzein, Verband]. Zool. botan. 
Gesellsch. (1864) p. 926. 

Diagnosis; Grün; Kopf, Backen und Ohrgegend gelb; querüber 
den Bauch gelb , welche Farbe an den Seiten in einen röthlichen 
Fleck endet ; Basis der Schwanzfedern mit rolhem Flecke. 
Viridis, capite, genis et regione parotica llaTis ; fascia abdomi- 
nis transversa utrinque in raaculam rubentem desinente; spe- 
culo margineque alarum rubris nullis; basi rectricum rubra. 

Brasilien (Sello) , Type von hypochondriacus, Licht., im Berliner 
Mus. s. n. xanthops, Spix. Ad. Grasgrün, etwas in's Olivene, 
Unterseite etwas heller. Schwingen l^er Ordnung dunkler grün ; 
an Aussenfahne schmal gelbgrün gesäumt, an Innenfahne nicht 
ganz bis zur Spitze schwarz. Deckfedern der Schwingen Iter 
Ordnung grün , an Aussenfahne bläulich gerandet. Deckfedern 
unterseits grün, die am Unterarm gelb, davon einzelne mit 
röthlichen Spitzen. Kopf und Kopfseiten nebst Nacken gelb, 
hier etwas mit Grün verwaschen , am Kinn gelbe und grüne 
Federn. Quer über den Bauch eine 16'" breite Binde, welche 
jederseits in einen rothen Fleck endet. Schwanzfedern in's 
lebhaft Gelbgrüne, besonders auf Innenfahne, die 2 mittelsten 
Federn dunkler grün, die übrigen auf der Mitte, über beide 
Fahnen mit rothem Flecke. Schnabel horngelb. 

Brasilien (Engheno do Pari , Natterer) , Leidener Museum. </. Wie das 



Ö98 CHRYSOTIS XANTHOPS. 

vorhergehende Exemplar , aber die Unterseite mehr gelbgrün , 
besonders auf dem Bauche und unteren Schwanzdecken und die 
Federn des Hinterkopfes, Halses, auf Kinn und Kehle mit breiten 
verwaschenen , schwärzlichgrünen Endsäumen ; das Gelb am 
Kopfe nicht soweit ausgedehnt, ebenso die kleinen Deckfedern 
am Unterarm weniger deutlich gelb und auf dem Bauche kein 
deutliches gelbes Querband. Die Bauchmitte ist nur lebhafter 
gelbgrün und an den Bauchseiten zeigen sich einzelne röthliche 
Federn , ebenso sind die Achselfedern. Die unteren Flügel- 
decken grün. Schwanzfedern hellgrüngelb, die Basis dunkler, 
hinter dieser bis zur Hälfte auf den äusseren Federn matt- 
zinnoberroth , der Rand der Innenfahne gelb, die zwei mittels- 
ten Federn einfarbig dunkler grün ; Schwanzfedern unterseits 
hellgelbgrün , an Basishälfte blass zinnoberröthlich. Schnabel 
horngelb, der Spitzentheil hornweiss; Füsse und Krallen horn- 
graulichbraun ; Iris gelbroth (Natterer). 

Ganz ebenso ein Exemplar im Britisch-Museum s. n. hypochon- 
driacus. 

Type von xanthops, Spix (Münchener Museum), nach gütiger 
Mittheilung von Herrn Professor von Siebold , stimmt ebenfalls 
mit dem zuletzt beschriebenen Exemplare überein, allein die 
röthlichen Federn an den Bauchseiten und Achseln fehlen und 
sind noch grün. 

Das von von Pelzeln' (1. c.) beschriebene alte ^ des Wiener Museum 
(von Natterer bei Fazenda do Jao Pereira im März 1828 erlegt) 
ist, wie schon von Pelzeln vermuthet, jedenfalls ein alter Vogel, 
an dem das Gelb des Unterleibes sowie das des Kopfes besonders 
deutlich entwickelt ist, überdies zeigt dies Exemplar die Seiten 
der Unterbrust und des Oberbauches roth. Ganze Kopf, Hals 
und Kinn sind gelb ; im Nacken einige grüne Federn. Vom 
Kinn an die Unterseite röthlichorangegelb, ebenso ein Fleck 
auf Ohrgegend , die Seiten und die Achseln mennigzinnober- 
roth. Federn der Kropfseiten grün. Schenkel , After und 
untere Schwanzdecken grün. 
Die Abbildungen von Spix und Souancc (Icon. t. 35) zeigen kein 



CHRYSOTIS XA ISTHOPS. 599 

eigentliches gelbes Querband auf dem Bauche , dagegen die in Cas- 
telnau's Reisewerk (pl. 5) ein solches deutlich. Letztere weicht aber 
darin ab, dass nur die Kopfseiten gelb sind, der übrige Ober- und 
Hinterkopf aber grün ist. 

Dieser Umstand dürfte aber nur vom Alter herrühren, da jüngere 
Vögel in der Ausdehnung des Gelb etwas variiren. Indess wäre es 
auch möglich, dass die Vögel mit breitem gelben Querbande auf dem 
Bauche wirklich eine eigene Species ausmachen. Darüber können 
uns indess nur grosse Serien belehren. Nach dem bis jetzt vorliegen- 
den Material konnte ich mich nur von einer Species überzeugen. 

Castelnau giebt übrigens weder eine Angabe des Vaterlandes 
noch sonstige Notiz von seinem hypocho ndriacus und reprodu- 
cirt nur die VTagler'sche Beschreibung. Irrthümlicher Weise giebt 
er auch noch die angebliche Diagnose Lichtenstein's , allein Lichten- 
stein hat nie einen Ps. hypochondriacus beschrieben: weder in 
dem bekannten Doubletten Verzeichniss (1823) noch im dem Doubl. 
Verzeichniss aus Mexico (1830) findet sich dieser Name. 

Nach Ansicht des Original-Exemplars von Chr. hy pochondriaca , 
Lichtenstein im Berliner Museum ist es mir völlig zur Gewissheit 
geworden, dass diese Art mit dem xanthops, Spix zusammenfallen 
muss. Der Lichtenstein'sche Vogel zeigt allerdings die gelbe Quer- 
binde auf dem Bauche sehr deutlich, scheint aber ein sehr alter 
und das Exemplar im Leidener Museum (durch Natterer), welches 
dieselbe noch nicht besitzt, läs&t schon Spuren desselben erkennen 
und ist jedenfalls ein noch nicht ganz ausgefärbter Vogel. Wagler 
der doch die Original-Exemplare von Spix vor sich hatte , hält die- 
selben sonderbarer Weise für die Jungen von Chr. amazonica, 
Linne. Diese Ansicht ist jedoch eine durchaus irrthümliche, denn 
nachdem ich an 8 Exemplare, zuletzt noch 3 im Wiener Museum, 
untersuchen konnte, muss ich Chr. x an t hops für eine wohlbe- 
grlindete , durch den gelben Kopf und den Mangel eines rothen 
Flügelspiegels ziemlich isolirt stehende Art erklären. 

Sie scheint mehr über das westliche Brasilien , südlich vom Pa- 
rana bis nördlich zum Madeira, verbreitet, aber selten zu sein, 
denn nur die Avenigsten Reisenden erwähnen ihrer. Spix sammelte 



600 



PSITTACÜLA. 




s s 9 es 



00 5 



BS», 



CO 




-aoo-a-joooo-aoocooooo-^oo 









o 






H-. 9 



00 ts ts ta 



>— 1 


o 


<-• 


"• 




n 


•^ 


.^ — ^ 


00 




C9 

o 




I^S 




ü^ 


»fs- 


cn 


05 


v^ 



05 «D 00 00 



"^ o' tt 







s 


N 


Ol 




=3 


?s 


p 


1— ( 


CB, 


C6 

=2 


I 


•n 


C/0 




1 


CO 


:2! 




cn 


r* 




e«. 


i"-» 


S9 


1-^ 




f* 


o 


•>j 






c: 


05 




tu 




o 




O 


p 






C! 








»— ' 


>t^ 


1 




n> 








cn 


W 


cn 




o 


O 


»-•■ 





1 Sl 



loosif»-c;»loioc;isj'if^6oc7c 



-a-Joo-5-J-3eooooo-a-^ 




K>C0>f^O<C009O>I^I^ClSC>3 



Co C3' ö' 

!-!• CD 



00 «O •— ' i— ' «D eo 



HJ so 00 00 



ts ta i£^ w 1^ tr»- 



OX 0> i{^ ll^ 



<>. 



> :: to o tD 






5' 


C/3 


cn 




*-a 


09 


tq 


(t 


o 

a 


3 

cr 

« 


-<1 




cn 
O 


cn 




er* 




:^ 


» 


o 


o 


Uj 


>-i 


-^ 


o 




rti 


s 


03 


5 

tr 

Cti 




tr 


s* 


o 









Q^ +oa^ 



w w w n M 





W 


ri 


S33 


c 




a- 


D- 




oq 


1— - 




a 


■^ 








NH 




n 






o 

3 

"T3 




3 

3' 


QQ 



2 "O » -; 

B. C5 » 

S. P' D 

p> e N. 

2 3 

S cu W M 

=^ c 5 

^-. ä " 

Qi, 2 S 2 

? •- ^ 1 



d- 



CT- B 



cB ~ =:; cn 



ö £- 
<• e 



S.- a 2: 3 

Cr C 

ä 3 



3 B S- 



gi 




PSITIACULA. 601' 

.2 JSdit. (1829) p. 465. — Psittacus, sous genre, Psitta- 
cula, Lesson, Man. d'Orn. II (1828) p. 148. — id., Psitta- 
cula, (sous genre avec les races Touit et Psittaculirostres) , Tr. 
d'Orn. (1831) p. 201. — Psitlacula, Voigt, in Guy. Ueb. 
(1831) p. 775. — Psittacula, Wagl., Mon. Psitt. (1831) 
p. 498. — Agapornis, Selby , Nat. Libr. (1836) p. 117. — 
Conurus (part.), Bourj., Perr. 1837. — Psittinus, Blyth, 
Journ. A. S. Beng. XV. — Psittacula et Agapornis, Bp., 
Consp. At. I, 1850. — id., Pyrrhulopsis, Psittacula, 
Psittinus, Cyclopsitta, Agapornis et Poliopsitta» 
Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 152. — id., Urochroma, 
Naum. 1856. — Psittacula (subgen.), v. d. Hoeven, Handb. 
Zool. (Deutsche Ausg.) II. 1852—56. p. 456. — Cyclopsitta, 
Hombr. et Jacqu., voy. Pole sud. 1855. — Opopsitta, Sclat., 
Proc. (1860) p. 227. — Psittacula, G. R. Gray, Gen. of 
B. II. 1845—49. — id., List Psitt. (1859) p. 85. — Uro- 
chroma et Psittacula, Sclater, Cat. Am. B. 1862. — 
Psittacula et Conurus (part.), Schleg., Dierent. 1864. — 
id., Psittaculus (part.) et Psittacula (sous genres) , Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p. 27 et 68. 

Abbildungen. G. R. Gray, Gen. of ß. II. t. 104. fig. 2. — Reichb., 
Natürl. Syst. t. 81. Psittacula et Agapornis, t. 82. Cy- 
clopsitta. 

Diagnosis ; Schnabel sehr kräftig, seitlich abgerundet; Oberschnabel 
so hoch , meist aber niedriger als der untere. Flügel lang , 
spitz , meist bis zum Schwänzende oder darüber hinausreichend. 
Schwanz kurz, bis sehr kurz, so lang oder kürzer als die Hälfte 
des Flügels. Obere und untere Schwanzdecken sehr lang, bis 
zum Schwanzende oder über dasselbe hinausreichend. 
Rostrum valde robustum laleribus rotundatis mandibula plerum- 
que altiore quam maxilla. Alae elongatae acutae plerumque 
usque ad caudae apicem vel ultra prominentes. Cauda brevis 
Tel brevissima aeque longa vel brevior quam ala dimidia. Tec- 
trices caudae superiores et inferiores longissimae apicem ejus 
atlingentes vel superantes. 



602 PSITTACÜLA. 

Beschreibung, Schnabel sehr kraftig, zuweilen auffallend dick und 
gerundet, meist höher als lang, seitlich abgerundet; der Ober- 
schnabel mit abgerundeter, zuweilen an der Basis mit kantig 
abgesetzter Firste, massig gekrümmt und mit ansehnlich überhän- 
gender dicker Spitze, vor derselben meist ein deutlicher, recht- 
winckeliger Auschnitt, oder nur eine sanfte Ausbuchtung. Un- 
terschnabel so hoch, meist aber bedeutend höher als der obere, 
seitlich abgeflacht, mit breiter, abgerundeter, im Bogen auf- 
steigender Dillenkante, auf deren Mitte zuweilen eine erhabene 
Längsleiste verläuft ; Schneiden vor der Spitze mit einer tiefen 
Ausbuchtung. Spitze des Oberschnabels unterseits stets mit 
deutlichen Feilkerben. 

Nasenlöcher meist halb, zuweilen ganz befiedert (pullaria, ro- 
seicollis, Desmaresti), zuweilen frei und mit erhabenen 
Rändern. 

Nackter Augenkreis meist ganz fehlend , zuweilen aber sehr gross 
und deutlich. 

Flügel lang, meist bis kurz vor das Schwanzende oder noch über 
dasselbe hinausreichend ; die ersten drei Schwingen die längs- 
ten ; Flügelspitze lang oder sehr lang, selten kürzer, meist so 
lang als der Schwanz oder die Hälfte des Oberflügels , zuweilen 
aber ansehnlich länger. Schwingen gleichmässig verlaufend, 
die 2-e — 4te an Aussenfahne ganz unmerklich eingeengt, an In- 
nenfahne meist gar nicht , nur zuweilen die erste vor der Spitze 
plötzlich eingeschnürt. Schwingen mit spitz zugerundetem Ende. 
Meist 10 Hand- (zufällig nur 8) und 10 — 11 Armschwingen. 

Schwanz kurz bis sehr kurz, so lang oder kürzer als die Hälfte des 
Oberflügels, sanft abgerundet oder fast gerade (nur bei Des- 
maresti keilförmig), die Federn am Ende meist abgerundet, 
zuweilen aber zugespitzt. 

Obere Schwanzdecken sehr lang , strahlig zerschlissen , bis zum 
Schwanzende reichend , die mittelsten manchmal sehr breit und 
den mittelsten Schwanzfedern ähnelnd. 

Untere Schwanzdecken sehr lang, bis zum Schwanzende oder über 
dasselbe hinausraffend. 



PSITTACULA. 



603 



Füsse kurz und kniflig ; Lauf länger als die Hälfte der äusseren 
Vorderzehe, hintere und vordere Aussenzehe meist gleichlang; 
Nägel ziemlich lang, kräftig, massig gekrümmt, spitz. 

Gefieder weich bis starr; die Federn am Ende weitstrahlig. 

Färbung sehr schön, im Allgemeinen glänzend grün, mit Roth am 
Kopfe , oder lebhaftem Blau auf dem Bürzel ; Schwanz ganz 
einfarbig oder bunt und dann meist mit schwarzer Quer- oder 
Endbinde. Schnabel hornfahl , roth oder schwarz. 

? anscheinend im vollkommenen Kleide nicht verschiaden , dagegen 
die jüngeren Vögel meist auffallend abweichend und viel weni- 
ger lebhaft gefärbt. 

Gestalt kurz und dick. 

Kleine Arten von Sperlings- bis Staarengrösse. 

Schwingenverhältnisse. Die Mehrzahl der von mir untersuchten 

Arten zeigte constant 10 Arm- und 10 Handschwingen, und zwar: 

Ps. incerta, Tarantae, pullaria, roseicollis, cana, pas- 

serina, Sclateri, conspicillata, coelestis, surda, mela- 

nonota, cingulata, purpurata, Hueti, Loxias und lunu- 

lata. Bei Ps. Desmaresti, jedenfalls zufällig, 8 Hand- und 9 

Armschwingen. Ps. cana: 1*^^ und 2te Schwinge am längsten, S^e 

nur wenig kürzer, 1 — o^^ aussen wenig eingeengt. 

Pterylose. Unter den zahlreichen Gliedern dieser Gruppe konnte nur 
Ps. pullaria pterylographisch von Nitzsch untersucht werden. 
»Die Hauptanlage stimmt ganz mit der Pterylose von C o n u- 
rus (pertinax) überein, aber die Fluren sind überall viel 
schmäler und fast linienförmig. An der ünterflur ist der zwei 
Reihen breite Aussenast zwar nicht von dem schmalen Haupt- 
zuge abgesetzt, aber wohl durch stärkere, dichtere Federn an- 
gedeutet. Der hintere Theil der Spinalflur bildet eine schwach- 
fiedrige, aber nach aussen nicht verbreiternde Gabel, deren Stiel 
von der Schwanzgrube bis zur Bürzeldrüse reicht." 

Zunge dick und fleischig mit glatter Oberfläche (pullaria, Nitzsch). 

Bürzeldrüse fand Nitzsch bei eben dieser Art. 

Gabelbein. Nach den wenigen Untersuchungen , welche bis jetzt 
vorliegen scheint dasselbe bald zu fehlen , bald anwesend zu 



604 PSITTACüLA. 

sein. Wir kennen diese Verhältnisse aber nur von Ps. incerta, 
Desmaresti, cana (vorhanden), puilaria undpasserina 
(fehlend). 

In der Sternalbildung stimmen die Psitt aculinen mit denChry- 
sotiden überein. 

Die seitlichen unteren Oeffnungen, bei Ps. incerta deutlich 
sichtbar, fehlten .bei cana ganz. 

Ps. puilaria zeigte einen beinah völlig geschlossenen Augenkreis. 

Die Zwergpapageien bilden eine sehr natürliche Gruppe, welche sich 
ganz an die übrigen kurzschwänzigen Geschlechter anschliesst, aber 
ausser ihrer viel geringeren Grösse sich auch durch den ansehnlich 
kürzeren Schwanz, der meist von den Flügeln ganz bedeckt wird, 
genügend unterscheidet. Die Schnabelform enspricht vollkommen 
der grossen Arten und ist bei manchen Psi tta cul a- Arten ganz 
wie bei Chrysotis, bei anderen mehr Pio nias-artig, während 
einige wenige Species sich durch eine sehr abweichende und isolirt 
stehende Schnabelbildung auszeichnen. Bemerkenswerth ist auch 
die Länge der oberen und unteren Schwanzdecken und hierin, so 
wie in dem kurzen Schwänze, hat Psittacula die meiste Aehnlich- 
keit mit der folgenden Gruppe (Coryllis, mihi), die sich indess 
durch den dünnen , langgestreckten Schnabel sogleich unterscheidet. 

Die Kenntniss, welche wir über die Lebensweise und Fortpflan- 
zung der meisten Arten dieses Genus besitzen sind gleich Null zu 
betrachten, denn nur von Ps. passerina liegen Beobachtungen 
bezüglich des Brutgeschäftes vor. 

Wie gewöhnlich werden Baumhöhlen zum Nest benutzt und 
die 4 runden Eier sind weiss. Diese Beobachtungen sind neuer- 
dings durch Euler bestättigt worden, durch den wir auch zuerst 
erfahren , dass die Brütezeit im December stattfindet. 

Wir dürfen uns auch nicht wundern , wenn über das Jugend- 
kleid und die Verschiedenheit der Geschlechter meistentheils noch so 
wiedersprechende Ansichten verbreitet sind, da nur wenige Beobach- 
tungen aus der freien Natur vorliegen , die uns über diese Ver- 
hältnisse belehren könnten. Während daher von einigen Arten ein 
dauernder sexualer Fürbungsunterschied versichert wird , sollen andere 



PSITTACÜLA. 60Ö 

keine Abweichungen zeigen und selbst die jungen Vögel kaum 
erheblich verschieden sein. Ich muss indess darauf aufmerksam 
machen , dass die Angaben der Reisenden in dieser Beziehung sehr 
wiedersprechend lauten. 

Soweit ich im Stande war mir Belehrung zu verschaffen , musste 
ich zu der Ueberzeugung gelangen, dass die jungen und jüngeren 
Vögel stets ansehnlich , zuweilen selbst sehr auffallend von den alten 
abweichen. So fehlt bei Ps. lunulata im Jugendkleide das 
deutliche gelbe Halsband, bei Desmaresti der blaue Fleck unterm 
Auge und bei Ps. diophthalma ist das Roth des Vorderkopfes 
sogar durch Blau vertreten. Die afrikanischen Arten sind meist ohne 
die lebhaft gefärbten Kopftheile , und bei den grünen amerikanischen 
Species fehlen die glänzend blauen Partien auf dem Flügel und 
Bürzel und kommen erst nach und nach zum Vorschein, Ebenso 
haben die buntschwänzigen amerikanischen Arten anfangs einen zum 
Theil noch grünen Schwanz. Bei dieser oft so erheblichen Verschie- 
denheit ist es sehr erklärlich , wenn man aus solchen noch nicht 
ausgefärbten Individuen eigene Arten machte, wie dies mit P s. 
Blythi, Wallace, reticulata, Lesson , xanthops, Heuglin , 
cyanoptera, Boddaert , modesta, Gab. und viridicauda, 
G. R. Gray , der Fall ist. Wenn und in welcher Weise die Ver- 
änderungen des Kleides vor sich gehen vermag ich allerdings nicht 
anzugeben , dass sie aber wirklich stattfinden haben mir zahlreiche 
Exemplare, welche deutlich Spuren des Ueberganges an sich trugen, 
genügend bewiesen. 

Nach einer gütigen Mittheilung des Herrn von Heuglin soll merk- 
würdiger Weise das Roth am Kopfe von Ps. Tarantae nur 
während der Paarungszeit hervortreten, eine Erscheinung, die um 
so auffallender ist, als sie bisher noch an keinem Papagei beob- 
achtet wurde. 

lieber die Lebensweise lässt sich ebenfalls nur wenig sagen. Nach 
den äusserst spärlichen Notizen sind die Zwergpapageien sehr ge- 
sellige Vögel, die ohne Scheu bis in die Nähe menschlicher Ansie- 
delungen , selbst in die Gärten ko.iimen und nur desshalb , wenigs- 
tens die amerikanischen Arten , an unsere Sperlinge erinnern. Zuweilen 



606 PSITTACULA. 

scheinen sie gewisse Wanderungen zu unternehmen, wie das plötz- 
liche Erscheinen mancher Arten an Localltäten , wo sie sonst nie 
beobachtet wurden, andeutet. Ihre wohl ausgerüsteten Flugvverkzeuge 
sind übrigens zum anhaltenden Fliegen ganz geeignet. 

Ihrem Wesen nach gehören die Zwergpapageien mehr zu den 
Baumvögeln, obwohl sie auch zuweilen auf dem Erdboden herum- 
laufen. Namentlich mögen sie dies auch wegen der Nahrung thun , 
die in allerlei Sämereien , Beeren , Früchten etc. besteht. 

Als besondere Eigenthümlichkeit verdient bemerkt zu werden, dass 
sie keine menschlichen Worte nachahmen lernen sollen. Ihre Stimme 
ist auch mehr ein Gezwitscher und sehr von der unangenehmen und 
durchdringenden der meisten übrigen Papageien-Arten verschieden. 
Ein wirklicher Gesang scheint dagegen noch nicht bei ihnen beob- 
achtet worden zu sein. 

Mit Ausnahme der afrikanischen Arten pullaria und cana 
sieht man höchstens noch die amerikanische Ps. passerina bei 
uns in der Gefangenschaft. Ueberhaupt sind sie für den Käfig 
meist zu zärtliche Vögel, die bald sterben, selbst in ihrer Heimath 
und nur paarweis glückt es besser sie zu erhalten. Indess ist der 
herkömmlige Glaube, dass sie nur gesellschaftlich die Gefangenschaft 
zu ertragen vermögen , unbegründet. Unser Klima scheint ihnen 
auch viel zu rauh zu sein und desshalb sind wohl nur die wenigs- 
ten Arten lebend zu uns gekommen. Fortpflanzung in der Gefan- 
genschaft ist daher, bis auf ein Paar Ausnahmen, wohl kaum beob- 
achtet worden. 

Die meisten Arten des Genus, nämlicli 11, sind über Süd-Amerika 
verbreitet und zwar vom südlichen Brasilien und Paraguay bis 
Mittel-Amerika und Trinidad. Sehr beachtenswerth ist es auch, dass 
Ps. passerina, die im südlichen Brasilien lebt, auch auf Barbados 
einheimisch sein soll. Auch Porto Rico besitzt angeblich eine Psit- 
tacula. Auf den übrigen west-indischen Inseln wurden bisher 
keine Zwergpapageien nachgewiesen. Afrika besitzt 3 hinlänglich be- 
kannte Arten, von denen nur eine ausschliessend dem Osten, Abys- 
sinien , angehört. Eine Art ist Madagascar eigenlhümlich. Die 
7 asiatischen Arten sind sehr vereinzelt über den Archipel bis nach 



rSlTTACULA. 607 

Neu-Guinea und die Philippinen verbreitet. Auf letzterer Inselgruppe 
leben 2 Arten, die ihr eigenthümlich sind. Eine Art findet sich, 
mit Ausschluss von Java, auf den grossen Sunda Inseln sowie im 
südlichen Malacca und ist die einzige Vertreterin des Genus auf 
dem asiatischen Festlande. Neu-Guinea und dessen benachbarte west- 
lich gelegene Inseln Arn, Mysol und Salawatti beherbergen weitere 
4 Arten. Auf den übrigen Inseln des indischen Archipels, so wie 
den östlich von Neu-Guinea gelegenen Avurde bis jetzt keine Psit- 
tacula wahrgenommen. 

Von grösster W^ichtigkeit ist daher die neuerdings gemachte Ent- 
deckung einer Psi tt a cu la-Art ') auf dem australischen Festlande, 
über w^elche Gould in der Sitzung der Zoolog. Gesellschaft zu Lon- 
don vom 14 Februar 1867 berichtete. 

Das Genus Psiltacula ist das einzige, welches in vier Welt- 
iheilen Vertreter besitzt, die, wenn sie auch in manchen Kenn- 
zeichen Verschiedenheiten darbieten , dennoch in den Hauptcharac- 
teren übereinstimmen. Alle haben nämlich einen kurzen Schwanz, 
langen Flügel und kräftigen Schnabel, der fast stets höher als 
lang ist. Es scheint mir daher ganz überflüssig die Abweichun- 
gen der unwichtigeren Charactere, zum Werth eigener Genera zu 
erheben. Dies würde nur eine nutzlose Zersplitterung zur Folge 
haben , aus welcher nach und nach schon 6 verschiedene Geschlechter 
hervorgingen. Ich kenne alle diese Verschiedenheiten sehr wohl, da 
ich äusserst genau und wiederholt jede einzelne Art untersucht und 
die Affinitäten zueinander geprüft habe , musste aber zuletzt zu 
dem Schlüsse gelangen, dass wir die aufTallendsten Abweichungen 
wie z. B. von Ps. Desmaresti, Loxias, lunulata und incer- 
ta, eben nur als aberrante Erscheinungen anzusehen haben. Diese 
Eigenthümlichkeiten werde ich übrigens zu Anfang jeder ünterab- 
theilung näher besprechen. 

Schon Kühl stellt in seiner Sectio III, Psittacula, die ver- 
wandten Arten ziemlich richtig zusammen , rechnet aber auch 
Coryllis (Loriculus) und die kleineren Lori-Arten der Südsee 



1) Cyclopsitta Coxeni, Goiücl. Ich werde sie Im Nachtrage beschreiben. 



608 PSITTACULA. 

dazu. Wagler bildet sein Genus Psittacula fast aus denselben 
Arten wie ich, vereinigt aber ebenfalls Coryllis damit und macht 
nur nach der Form der Schwanzfedern 4 Unterabtheilungen , die 
aber nicht scharf genug begränzt sind. G. R. Gray lässt, wie fast 
immer sehr richtig, den Bonaparte'schen Genera nur subgenerischen 
Werth und führt, mit Hinzufügung von Pionias mitrat us, die- 
selben Arten wie ich unter Psittacula auf. Wie ich aber bei der 
Besprechung von Pionias gezeigt habe, gehört mitratus wegen 
seines viel längeren Schwanzes deutlich mit zu jener Gattung. 

Die neueste Eintheilung , welche Professor Schlegel giebt vereinigt 
ebenfalls die Arten aus Afrika, Asien mit amerikanischen unter 
Psittacula. Merkwürdiger Weise werden aber die grünen, blau- 
bürzeligen, amerikanischen Arten (passe rina, conspicillata 
etc.) getrennt und mit den schmalschnäbeligen Conuriden (Broto- 
gerys) vereinigt als Subgenus Psittaculus aufgeführt. Letzteres 
wird mit den Worten characlerisirt : »ce sont les Conures de 
petite taille , ä queue courte" während für Psittacula folgende 
Kennzeichen gelten : » Taille petite. Queue courte ; carree ou un 
peu arrondie." Es wird also, abgerechnet die Färbung, schwer 
wirkliche Unterschiede zwischen Psittacula und Psittaculus 
herauszufinden. Ueberhaupt scheint mir diese neue Anordnung, nach 
welcher die am meisten typischen amerikanischen Arten aus dem 
Genus geschieden werden , nicht ganz richtig. Eben diese Arten ge- 
hören durch Schnabelbau, Schwanz- und Flügelform vollständig 
zur Subfamilie Psittacinae und nur die zugespitzten Schwanz- 
federn haben einige Analogie mit den der keilschwänzigen ßr o to- 
ger ys-Arten, die ausser ihrem viel längeren Schwänze, auch ganz 
andere Schwingenverhältnisse und einen total abweichenden Schna- 
belbau besitzen. 

G. R. Gray führt in dem Cataloge des Britisch-Museum 28 
Arten an. Ich kenne jedoch nur 24 Arten, die mir mit Ausnahme 
von Ps. Swindereni, Gulielmi III, melanogenys und 
Coxeni alle autoptisch bekannt sind. Dass manche der von Gray 
aufgeführten Arten als solche unhaltbar sind werde ich im Nachfol- 
genden zu beweisen versuchen, So ist Ps. cyanoptera, Boddaert 



rSITTACüLA. 600 

nur passerina, Linne im jüngeren Kleide, modesta, Cab. die- 
selbe Art jung, ebenso höchst wahrscheinlich die ganz dubiöse Ps. 
leucophthalma, Scop. Ps. xanlhoptery gi us, Spix gehört mit 
zu Conurus xan thopter us. P s. viridicauda ist nur jüngere 
purpurata. Ps. reticulata, Lesson, weiter nichts als incerta, 
Shaw jung. Ps. picta, Hartl. bleibt eine gänzlich dubiöse Art (siehe 
Anhang dubiöse Arten) und ist vielleicht mit Swindereni identisch. 
Die neuerdings von Wallace aufgestellte Ps. Blythi vermag ich nur 
für Ps. Desmaresti im jüngeren Kleide zu halten und Heuglin's 
neue Ps, xanthops ist bestimmt Ps. pullaria, Linne jung. 

Somit bleiben nur 23 gut zu unterscheidenden Arten, welche 
ich nach der Form der Schwanzfärbung in folgende 4 Unterabthei- 
lungen gebracht habe, in denen man jede einzelne Species leichter 
herausfinden kann. 

I. Arten mit abgerundetem, einfarbigen Schwänze; Schwingen l^er 
Ordnung und ihre Deckfedern an Aussenfahne meerblau. 
Schnabel meist schwarz. 

1. incerta, Shaw. f 5. Gulielmi III, Schlegel. 

2. lu.nulata, Scop. •}" 6. melanogenys, Rosenb. 

3. Loxias, Ciivier. 7. diophthalma, Hombr. 

4. Desmaresti. Garn. 

n. Arten mit abgerundetem, zwei- oder dreifarbigen Schwänze, 
der eine schwarze Querbinde besitzt ; Schnabel meist roth. 

-}• 8. Swindereni, Knhl. 11. roseioollis, Vieillot. 

9. Tarantae, Stanl. 12. cana, Gmelin. 

10. pullaria, Linne. 

III. Arten mit stärker abgerundetem, einfarbigen Schwänze, dessen Fe- 
dern am Ende zugespitzt sind; Schnabel meist hornweissfahl. 

13. passerina, Linne. 16. conspicillata. Lafr. 

14. Sciateri, Gray. 17. coelestis, Lesson. 

15. cyanopyga, Souance. 

IV. Arten mit fast geradem, zweifarbigen Schwänze, dessen Federn 
am Ende breit abgerundet sind ; Schnabel horngrau oder 
gelblich. Nasenlöcher mit aufgetriebenen Rändern. 

18. stictoptera, Sclater. 21. cingulata, Scop. 

19. surda, Illiger. 22. purpurata, Gmelin. 

20. melanonota, Licht. 2'i, Hueti, Temminck. 

39 



610 PSITTACüLA. 

Diagnostischer Sclilüssel zu Psittacula. 
I. Arten mit abgerundetem, einfarbigen Schwanz; Schwingen Iter 
Ordnung und ihre Deckfedern an Aussenfahne meerblau; Schna- 
bel meist schwarz. 

(Genus Psittinus, Blyth und Cyclopsitta, Hombr. bei Bonaparte; 
Opopsitta, Sclater). 

1. incerta, Shaw. Untere Flügeldecken und Achselfedern roth; ^ ad. 

Oberkopf blau; $ Oberkopf rothbraun ; jun. Ober- 
kopf nebst Unterseite grün. (Psittinus, Blyth). 

2. tunulata, Scop. Grün; Halsband und Hinterrücken olivengelb mit 

schwarzen Querwellen. 
Jun. schwarze Querwellen kaum sichtbar. 

3. Loxias, Cuvier. Grün; Halsband blau; Hinterrücken einfarbig oli- 

vengelb. 

4. Desmaresti, Garn. Schwanz keilförmig. 

5. Gulielmi III, Schleg. Vorderkopf blau; Kopfseiten blassgelb; Kropf und 

Brust Orangeroth. $ nur Backen gelb; Ohrfleck 
orange. 

6. melanogenys, Rosenb. Zügel und Backen weisslich; Stirn, Ohrgegend und 

Bartstreif schwarz. 

7. diophthalma, Hombr. Grün; Stirn und Backen roth; vor dem Auge ein 

blauer Fleck. 
Jun. Vorderkopf blau; Backen gelblich. (Opop- 
sitta, Sclater). 

Diese 7 indischen Arten sind im ganzen Genus am meisten aber- 
rant und selbst untereinander so merklich abweichend , dass sie kaum 
zu einem Genus vereinigt werden können, sondern deren wenigstens 
viere bilden müssten, wenn man eben diese Abweichungen flh' 
M'ichtig genug hält. 

Psittacula incerta bildet ganz eine Eclectusform mit kurzem 
Schwänze , erweist sich aber bei genauer Untersuchung diesem Genus 
nur analog. Der Schnabel ist viel kräftiger als bei den übrigen Psit- 
taculinen , die Firste an der Basishälfte etwas scharfkantig abgesetzt 
mit einer sanften Längsrinne , und einem rechtwinkeligen Zahnaus- 
schnitte vor der Spitze. Die Nasenlöcher sind frei in einer deutlichen 
Wachshaut ; der Augenkreis etwas nackt. 

Die Schwingen zeichnen sich durch ihre Länge aus , indem sie 
das Schwanzende fast überragen ; ebenso auflallend lang ist die Flu- 



PSITTACULA. 611 

gelspitze, nämlich halb so lang als der Oberflügel. Erste bis dritte 
Schwinge die längsten , meist aber die zweite noch etwas länger. 
Die 2te — 4te Schwinge an Aussenfahne etwas ausgeschnitten, innen 
kaum. Schwanz etwas abgerundet, mit am Ende abgerundeten Federn. 
Sehr eigenthümlich ist auch das Kolorit, indem sich bei keinem 
andern Papageie eine ähnliche FarbcnYertheilung findet. 

Blyth erhob die Art zum Genus Psittinus, in welchem er die 
meiste Affinität zu Palaeornis erblickt. Der Schnabel ist in der 
That ganz wie bei letzterem Genus , aber die Schwanzform total 
abweichend. 

Die beiden folgenden Arten Ps. lunulata und Loxias werden 
von Bonaparte u. A. mit der vorhergehenden zu Psittinus gerech- 
net, müssten aber eigentlich, um consequent zu bleiben, ebenfalls 
ein eigenes Genus ausmachen. 

Nicht allein, dass ihre Federbildung eine ganz andere ist, auch 
in der Färbung und Zeichnung stehen sie unter allen Papageien sehr 
isolirt. In der Hauptsache weichen sie jedoch nur durch die ziemlich 
kurze Flügelspitze, die nur ^/^ so lang als Oberflügel ist, und 
den auffallend dicken , runden Schnabel ab. Eine ähnliche Schna- 
belform finden sich überhaupt nicht mehr wieder. Der Oberschna- 
bel ist ganz abgerundet, viel breiter als hoch, mit kurzer aber sehr 
scharfer, dünner Spitze, vor der sich jederseits eine tiefe, gerundete 
Bucht zeigt. Der ünterschnabel ist niedriger als der obere , an 
seiner Dillenkante sehr breit und auf der Mitte derselben mit einer 
scharfkantigen Längsleiste. Nasenlöcher und Augenkreis befiedert, 
nur die Wachshaut etwas nackt. 

Schwingenverhältnisse wie bei den übrigen Psittaculinen, d.h. 
die ersten 3 Schwingen am längsten und die 2te — 4te an Aussen- 
fahne etwas eingeengt, aber es finden sich nur 9 Armschwingen. 
Wegen der Kürze der Flügelspitze ist der Schwanz nur halb von 
den Flügeln bedeckt. 

Der stärker abgerundete Schwanz , kürzer- als die Hälfte des Ober 
flügels, ist nur scheinbar so auSallend, da er fast ganz von den 
oberen und unteren Schwanzdecken bedeckt wird. 

Die sonderbarste und aberranteste Form des ganzen Genus bleibt 

39 • 



612 PSITTACCJLA INCERTA. 

jedoch Ps. Desmaresti wegen der Schvvanzbildung. Der Schwanz 
ist nämlich länger als gewöhnlich, ziemlich abgerundet, die Federn 
am Ende spitz zugerundet , erhält aber durch die 2 mittelsten Fe- 
dern, die verschmälert spitz zulaufen und ansehnlich vorragen, eine 
keilförmige Gestalt. Im Uebrigen stimmt die Art am meisten mit 
den 2 vorhergehenden Philippinischen überein , bis auf einige leichtere 
Abweichungen. Der Schnabel ist nämlich nicht so rund, sondern 
seitlich mehr abgeflacht und die Firste erscheint daher fast kantig, 
die tiefe Ausbuchtung vor der Spitze des Oberschnabels fehlt , da- 
gegen findet sich hier ein scharfer Zahneinschnitt. 

Nasenlöcher und Wachshaut sind durchaus befiedert, aber ein 
grosser nackter Augenkreis vorhanden. 

Die Flügelspitze ist ebenfalls kurz , aber immer etwas länger als 
bei den vorhergehenden Arten; Schwingen sind 19 vorhanden. 

Ps. Desmaresti wurde zum Genus Cyclopsitta erhoben und 
als zweite Species Ps. diophthalma dazu gezogen. 

Allein diese Art hat nur hinsichtlich der Färbung Aehnlich- 
keit , zeigt aber sonst einige Verschiedenheiten. Zunächst weicht 
der Schnabel dadurch etwas ab, dass sein Spitzentheil viel kürzer 
und der sonst ziemlich runde Oberschnabel an Basis etwas kantig 
ist. Ein sanfter Zahnausschnitt vor der Spitze. 

Die Nasenlöcher sind frei, der Augenkreis befiedert. Dem abgerun- 
deten Schwänze , Avelcher von den Flügeln fast ganz bedeckt wird , 
fehlen die verlängerten, spitz zulaufenden zwei mittelsten Federn. 

(260.) i. Psittaciila incerta, (Shaw). — Der rolhachselige 
Zivergpapagei. 

Psittacus incertus, Shaw, Nat. Mise. (1790?) pl. 769. — 
Petit Perroquet de Malacca, Sonnerat, voy, aux Ind. II (1782) 
p. 212. — Blue rumped Parrakeet, Lath., Syn. Suppl. p. 66. — 
id.. Gen. Hist. II. p. 265. cum var. A. p. 264. — id., Blue- 
green Parrol , p. 278. — Ps. malaccensis, Lath. (nee Gml.), 
Ind. Orn. (1790) p. 130. — Bechst., Lath., Ueb. p. 83. — 
Vieill., Nouv. Dict. XXV. p. 576.— id., Enc. Meth. p. 1407. -- 
Raffl., Linnean Trans. XHI. p. 231. — Swains., Zool. Illust. 



PSITTACÜLA INCERTA. 613 

vol. III. pl. 154. — Isis (1829) p. lOOU. — Kühl, Consp. 
p. 67. • — id., Ps. incertus, p. 68. — Ps. macropterus, 
Mus. Paris. — Ps. azurens, Temminck , in Mus. Lugd. — 
S. Müller, Verhandl. (Land- en Volkenk.) p. 581. — Psitta- 
cula malaccensis, Wagl., Mon. p. 650. — Bourjot , Perr. 
t. 92 (ad. fig. opt.). — Psittacula malaccensis, Lesson , 
Tr. d'Orn. (1851) p. 204. — id., Psittacula reticulata, 
p. 204 (jun.). — Psittacula reticulata, G. R. Gray, Gen. 
of B. II. N". 21. — id., Psittacula incerta, III. App. 
30. — Agapornis azureus, Bonap., Consp. av. p. 6. — 
Psittinus malaccensis, Blylh, Journ. As. S. Beng. XI. 
p. 789. — Bonap., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 195. — Ta- 
nygnathus malaccensis, Blyth, Cat. B. Mus. A. S. (1849) 
p. 3. — id., Journ. As. Soc. XIX. p. 235. — Psittacus malac- 
censis, Licht., Nomencl. av. (1854) p. 70. — Psittinus 
incertus, Bp., Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., Naumannia. 
1856. — Moore, Proceed. (1859) p. 452. — Psittinus ma- 
laccensis, Ilorsf., Cat. B. E. L H. (1856) p. 608 (cum 
descr.). — Blyth, Ibis (1863) p. 6. — Psittacula incerta, 
G.R.Gray, List Psitt. (1859) p. 91. sp. 27. — id., Psi 1 1 acu la 
reticulata, sp. 28. — Psittacula azurea, Schleg., Die- 
rentuin (1864) p. 67. — id., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 75. — 
Psittinus incertus. Wall., Proc. (1864) p. 283. — Sclat., 
Proc. (1865) p. 208. 

Tana, malayisch (Dr. Cantor). — Pialling, sumatranisch (Raffles). — - 
Madhan Bhala , bengalisch (Blyth). — Chaling, bornesisch 
(Mottley). 

Diagnosis: ^ ad. Kopf und Bürzel blau; Mantel braun; untere 
Flügeldecken roth; Deckfedern grün mit olivengelben Endsäu- 
men ; Unterseite graugelb. 
% ad. Kopf und Backen kastanienrothbraun ; Unterseite gelbgrün. 
Jung. Grün ; Stirn bläulich ; untere Flügeldecken theilvveis roth. 
Capite uropygioque cyaneis ; interscapilio brunneo ; tectricibus 
alarum inferioribus rubris , superioribus viridibus olivaceo-lim- 
batis ; subtus griseo-flav-a. 



614 PSITTACÜLA INCERTA. 

$ ad. Capite genisque badio-rubidis ; subtus flavo-viridis. 
Juv. Viridis ; fronte subcyanea ; tectribus alarum inferioribus 
parte rubris. 

Borneo (Dr. S. Müller) Leidener Museum. ^ ad. Kopf hellcyanblau, 
die Federn an Basis bräunlich ; Hals und Unterseite gelb- 
lichgrün , die Basis der Federn mehr gelb. Auf Bauchmitte 
und den unteren Seiten die Federspitzen bläulich angeflogen. 
Mantel und kleinste Schulterdecken umbrabraun. Flügeldeck- 
federn grasgrün mit gelbgrünen schmalen Säumen , die kleinen 
Deckfedern am Buge blaulich gespitzt, die kleinsten längs Un- 
terarm düster purpurroth, die übrigen unterseits , nebst den 
Achselfedern scharlachroth. Die grössten Deckfedern , wie die 
übrige Unterseite der Schwingen, schwärzlich. Schwingen Iter 
und 2'ei^ Ordnung an Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze 
schwarz, an Aussenfahne grün, die erste Schwinge ganz schwarz. 
Deckfedern der Schwingen Iter Ordnung blau. Bürzel und 
obere Schwanzdecken schön ultramarinblau ; die 2 mittelste 
Schwanzfedern dunkelbraun, die übrigen fast gelb, mit grünem 
Saume an der Aussenfahne. After , untere Schwanzdecken und 
Tibia gelbgrün, die äussersten Federspilzen bläulich. Oberschna- 
bel corallrolh, der untere bräunlich, ebenso die Füsse und Kral- 
len. Iris blassgelb mit einem inneren grünlichen Ringe ; Füsse 
dunkelgrün (Dr. Cantor). 

^ ad. von Banka im Leidener Museum fast ebenso. 

Borneo, Leidener Museum. $ ad. Grasgrün, die Unterseite mehr 
gelbgrün. Kopf, Hals und Backen kastanienrothbraun , die 
Basis der Federn grün, auf den Zügeln ist die Färbung viel 
heller, und am Kinn fast gelb. Auf der Brust einige rothe 
Federränder. Nur der Bürzel und die Deckfedern der Schwin- 
gen Iter Ordnung blau. Die kleinen Deckfedern längs Unterarm 
oberseits purpurbraun. Kleine Flügeldecken unterseits schar- 
lachroth. Flügeldeckfedern mit schmalen gelben Säumen. 

^ von Malacca im Bremer Museum, stimmt fast ganz mit dem 
zuerst beschriebenen alten Vogel überein , aber der Nacken 
ist mehr blaulichgrau ; der Mantel braungrau und hier einzelne 



PSITTACÜLA IffCERTA. 61i> 

Federn grünlich verwaschen; die Unterseite ist graugelblich, aber 
die Federn der Brust mit verwaschenen blass röthlichen Endsäu- 
men ; Schwanzfedern lebhaft gelbgrün , die 2 mittelsten grün. 
Junger Vogel (Malacca) Bremer Museum. Oberseile und Flügel 
dunkelgrasgrün, nur auf Hinterrücken düster blau, an Stirn 
mit verwaschenen bläulichen EndsUumen, Zügel schmutzig weiss. 
Deckfedern mit olivengelben Säumen. Flügeldecken unterseits 
nur zum Theil roth , ebenso die Achselfedern. Unterseite gelb- 
grün. Schwanzfedern grün, nur an Innenfahne olivengelb. 
Schnabel hornbräunlich , der untere heller. 
Wegen den langen Flügeln und im Schnabelbau errinnert diese 
Art, besonders im Jugendkleide, sehr an manche Eclectus-Arten 
wie Mülleri, affinis etc. Blyth zählte die Art desshalb auch 
zu Tanygnathus. Indess findet sie offenbar richtiger, wenn auch 
als aberrante Form, einen Platz bei den Psittaculinen. 

Diese auffallend gefärbte, wegen des grossen Kopfes und Schna- 
bels aber "w^enig elegante Art ist der einzige Repräsentant des Genus 
auf den Sunda Inseln und in Indien. Hier findet sie sich aber nur 
auf der Halbinsel Malacca, (Singapore, Wallace) nördlich bis in 
die südlichen Tenasserim Provinzen Mergui und Tavoy , also etwa 
bis zum 15° n. Br., ist in diesen Theilen aber grosse Seltenheit. 
Durch Raffles von Sumatra nachgewiesen , ebenso durch von Rosen- 
berg der sie in den höheren Gegenden des Inneren, namentlich den 
Districten Ankola und Mandheling beobachtete. Durch van den Bossche 
auf dem benachbarten Banka entdeckt. In Borneo scheint sie bis 
jetzt nur im Süden beobachtet , von Dr. S. Müller am Dusunflusse 
und von Moltley bei Ba njerm assin g , wo sie indess selten ist. Nach 
diesem Forscher lernt Ps. incerta Worte nachsprechen. 

Ueber die Lebens- und Nistweise fehlen alle Nachrichten. Bei 
dieser gänzlichen Unkenntniss scheint es mir auch noch nicht hin- 
länglich erwiesen, ob die für $$ gehaltenen Exemplare mit roth- 
braunem Kopfe, dauernd diese Färbung behalten. Wahrscheinlicher 
kommt es mir wenigstens vor , dass solche Individuen nur im Ueber- 
gange begriffene und noch nicht völlig ausgefärbte sein werden. 
Leider konnte ich mir über diese Frage nicht genügende Auskunft 



616 PSITTACÜLA LÜNULATA. 

verschaffen und folge daher den Angaben , welche Moore und Hors- 
field gestützt auf Dr. Cantor's Notizen machen. 

Lebend dürfte die Art wohl nur höchst selten einmal nach Europa 
gelangt sein. Doch ist die erste Abbildung, welche Shaw deutlich er- 
kennbar giebt, nach einem lebenden Exemplare gefertigt, welches 
9 Jahre bei Lady Read im Käfig lebte. 

Shaw's Benennung ist übrigens der Latham*schen malaccensis 
vorzuziehen , da letztere nur zu falschen Begriffen hinsichtlich der 
Verbreitung leitet. 

(261.) 2. Psittacula lunulata, (Scop.). — Der Zwergpapagei 
mit gelbem Halsbande. 

Psittacus lunulatus, Scop., Delec. Flor, et Faun. Insubr. (1786) 
p. 86. — Petite Perruche ä collier de l'ile de Lucon. Troisieme 
espece. Sonn. voy. ä la Nouv. Guin. (1776) p. 77. pl. 39 
(cf. ?0- — Collared Parrakeet, Latham, Syn. I (1781) p. 317 
(ex Sonn.). — id.. Gen. Hist. IL p. 270. — Ps. torquatus, 
Gmelin, S. N. (1788) p. 351. — Lath., Ind. Orn. p. 133. — 
Bechstein , Kurze Ueb. p. 84. — Kühl , Consp. p. 66 (nach 
Sonn.). — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 747. — Ps. strep- 
tophorus, Desm., (nach Gray). — Psittacula torquata, 
Wagl., Mon. p. 630 (nach Sonn.). — Psittacula squamato- 
torquata, Bourj., Perr. t. 97 (fig. nach Lear). — Lear, Parr. 
pl. 39. — Cyclopsitta loxia, Cuv. (torquata, Gml.) Bp., 
Rev» et Mag. Zool. (1854) p. 154. — id., Psittinus tor- 
quatus, Naum. (1856) (cum descr.). — Psittacula lunu- 
lata, G. R. Gray, Gen. of B. IL N°. 23. — id., List Psitt. 
(1859) p. 91. — - Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 72. 

Diagnosis : Grün ; Augenkreis und Federn um den Unterschnabel 
himmelblau ; Bürzel und Hinterrücken olivengrüngelb , mit 
schwarzen Querlinien auf dem Hinterrücken ; am Hinterhalse 
ein gelbes, schwarz gewelltes Querband. 
Jung. Augenkreis smaragdgrün , das gelbe Halsband noch ganz 
versleckt ; auf dem Hinterrücken fehlen die schwarzen Querlinien. 
Viridis ; annulo orbilali plumisque mandibulam amplectentibufe 



PSITTACÜLA LüNULATA. 617 

coeruleis ; tergo uropygioque olivaceo-viride-flavis , transverse 
nigro-lineatis ; fascia auchenii flava , nigro-maculata. 
Juv. annulo orbitali smaragdino ; fascia auchenii prorsus nulla. 

Lucon, Leidener Museum. ^ ad. Oberseite grasgrün, Unterseite 
und Backen mehr olivengelbgrün , die Federn des Kopfes an 
der Basis olivengelb, die der Unterseite an Basis graulich. 
Schmal um das Auge , und die Federchen welche den Unter- 
schnabel begrenzen , blass meerblau. Die Schwingen Iter Ord- 
nung an Aussenfahne nicht ganz bis zur Spitze griinlichblau , 
ebenso die Deckfedern der Schwingen Iter Ordnung. Die In- 
nenfahne der Iten und 2ten Schwingen schwarz,, die der 2ten 
Ordnung an Basis mit blassgelbem Flecke und auf Aussenfahne 
grün. Die kleinen Deckfedern unterseits grün , die grossen 
schwärzlichgrau wie die übrige Unterseite der Schwingen. 
Hinterrücken und Bürzel olivengrüngelb, jede Feder des Hin- 
terrückens mit 2 halbcirkelförmigen, schmalen, schAvarzen Quer- 
linien. Jederseits von den Halsseiten an um den Hinterhals 
ein dunkelolivengelbes Querband , dessen Federn mit 2 schwar- 
zen, halbcirkelförmigen, schmalen Querlinien, versehen sind, 
wodurch das gelbe Band schwarz gewellt erscheint. Schwanz 
unterseits meerblau. Schnabel hornbräunlich, der untere horn- 
Aveisslich. Füsse und Krallen hornbraun. Kein nackter Augenkreis. 

Ebenso ein Exemplar im Museum Heine ; Schnabel fast schwarz. 

Jüngerer Vogel (vel $ ?) im Leidener Museum, ziemlich wie der 
vorhergehende, nur bemerkt man das gelbe Nackenhalsband fast 
gar nicht, erst wenn man die Federn aufhebt, sieht man die 
gelben , ebenfalls mit 2 halbcirkelförmigen , schmalen , schwar- 
zen Querlinien versehenen Federn ; auch Hinterrücken und 
Bürzel sind weniger deutlich olivengrüngelb , und die schwarze 
Querzeichnung auf Hinterrücken, ist nur durch grüne undeut- 
lichen Querstreifen angedeutet. Ober- und Unterschnabel 
hornschwarz. Füsse schwarzbraun. 

Jüngerer Vogel (Philippinen) , Collection Verreaux. Wie der vorher- 
gehende ; das Blau an der Basis des Unterschnabels ganz un- 
deutlich, das gelbe Nackenband mit schwarzen Querlinien noch 



618 PSITTACÜLA LOXIAS. 

ganz versteckt, ebenso die olivengelbgrünen Bürzelfedern mit 
verwaschenen schwärzlichen Ouerlinien. Schnabel horngraubräun- 
lich, Tomienrand des oberen und Unterschnabel hornweissfahl. 
Ein Exemplar im Bremer Museum fast ebenso ; nur die Federchen 
am Unterschnabel blau , die des Stirnrandes und Augenkreises 
glänzend smaragdgrün ; das gelbe Nackenband mit 2 verwasche- 
nen dunkelgrünen Querlinien. Schnabel hornschwarz , der 
untere weiss. 
Die ziemlich gelungene Abbildung von Bourjot (pl. 97) nach Lear, 
ist zu einfarbig und dunkelgrün gehalten, namentlich fehlt der gelb- 
grüne Bürzel ganz. 

Sonnerat beschreibt diese Art zuerst und bildet cf und $ ziemlich 
erkennbar ab , allein er giebt Geschlechtsunterschiede an , die bis heut 
nicht weiter bestättigt worden sind. Die Beschreibung des c? passt 
ganz auf die oben beschriebenen Exemplare, allein das ? soll ein 
blaues, schwarz quergewelltes Nackenhalsband haben, wie dies auch 
aus der Abbildung ersichtlich ist. Solche Exemplare sind aber seither 
nicht mehr beobachtet worden, und die Vermuthung liegt daher nahe, 
dass Sonnerat, der in seinen Beschreibungen fast niemals genau ist, 
die folgende Species , welche ein blaues Nackenband , obwohl ohne 
schwarze Querlinien besitzt für die ?? angesehen hat. üeberhaupt 
ist es jedenfalls gerathener den Sonnerat'schen Nachrichten jetzt nicht 
mehr zu viel Werth beizulegen. 

Im Uebrigen wissen wir über diese Art weiter nichts als dass sie 
Yon den Philippinen kommt , wo sie auf Lucon (bei Manilla) beob- 
achtet wurde. Sie scheint übrigens selten zu sein , da sie in vielen 
Sammlungen fehlt. 

(262.) 5. Psittacula Loxias ') , (Guvier). — Der Zwergpapagei 
mit blauem Halsbande. 

Psittacula loxias,. (Cuv.) Less., Tr. d'Orn. (1851) p. 204. — 
Bourjot, Perr. t. 94 (fig. bon.). — Cyclopsitta loxia, ßp., 



1) Der irrigen Schreibweise loxia kann wohl nur ursprünglich ein Schreibfehler 
au Grunde liegen, da dieses Wort so gar keinen Sinn giebt. Es lässt sich nämlich 
nur von ^0^65, schi«f, krumm, ableiten. Auch war Loxias ein Beiname des Apollo, 
wegen des krummen Bogens den er trug. 



PSITIACÜLA LOXIAS. 619 

Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — Psittacula 
loxia, G. R. Gray, Gen. of B. II. N". 22. — id., List Psitt. 
(1859) p. 90. — Psittacula lunulata, Schleg., Mus. P. B. 
Psitt. (1864) p. 72. 
Diagnosis: Grün; Zügel, Augenkreis, Backen und Kinn deutlich 
himmelblau , ebenso ein schmales Band quer über den Ober- 
rücken; Hinterrücken und Bürzel einfarbig dunkel olivengelb. 
Viridis ; loris , annulo orbitali , genis mentoque necnon fascia 
tenui dorsuali coeruleis ; tergo uropygioque obscure olivaceo- 
flavis, unicoloribus. 
Lucon, Leidener Museum, s. n. lunulata. Ad. Dunkelgrasgrün, 
auf Kopf, Hinterhals und der Unterseite deutlich olivengelbgrün , 
die Basis der Federn olivengelblich. Zügel, Augenkreis und Ge- 
gend um den Unterschnabel schön grünlichmeerblau , dieser Ton 
zieht sich, aber blasser verwaschen , bis auf die Backen und um's 
Kinn. Quer über den Oberrücken ein schmales blaues Band. 
Schwingen auf Innenfahne schwarz, auf Aussenfahne nicht ganz 
bis zur Spitze grünlichblau, an der Spitze mattgrünlich. Schwin- 
gen 2ter Ordnung an Basis der Innenfahne mit blassgelbem 
Flecke. Kleine Deckfedern unterseits grün , die grossen wie 
die übrige Schwingenunterseite graulichschwarz. Hinterrücken 
und Bürzel schön olivengelb , die Federn an der iäussersten 
Basis grünlich. Schwanz unterseits meerblau. Schnabel hörn- 
schwarz. Füsse und Krallen braunschwarz. 
Ebenso ein ^ (Philippinen) im Bremer Museum und 5 Exemplare 
(Philippinen, Cuming) im Britisch-Museum ; alle mit schwar- 
zen Ober- und Unterschnabel. 
Exemplare in den Sammlungen von Major KirchhofF und Oberamt- 
mann Heine, ganz ebenso; Schnabel einfarbig schwarz. 
Diese Art unterscheidet sich durch das schmale blaue Querband auf 
dem Oberrücken, welches keine Spur von schwarzen Querlinien zeigt, 
und durch den einfarbig olivengelben Bürzel und Hinterrücken so- 
auffallend von der vorhergehenden (Ps. lunulata), dass es ganz 
ungerechtfertigt erscheint, sie als $ dieser Art zu betrachten. Ueber- 
haupt bei'uht diese Annahme nur auf der vagen Angabe Sonnerat'sy 



620 PSITTACüLA DESMARESTI. 

der das ^ mit blauem, schwarz gewellten Halsbande beschreibt. 
Unter der beträchtlichen Anzahl von Exemplaren (an 15), welche 
ich von beiden Arten untersuchen konnte, war es mir nicht möglich 
nur eins zu finden , das Spuren eines IJeberganges von der einen 
zur der anderen Form gezeigt hätte; ich muss daher die blaugebän- 
derte als wohl unterschiedene gute Species betrachten. Professor 
Schlegel, der übrigens in seiner kurzen Diagnose von lunulata, 
das schöne Exemplar des Leidener Museum mit blauem Bande (also 
Loxias) gar nicht erwähnt, vereinigt jedoch beide Arten. 

Jedenfalls weichen die jüngeren Vögel, wie spätere Untersuchun- 
gen erst beweisen müssen, in der Färbung etwas ab. Ich ver- 
muthe dass sie mehr einfarbig grün , ohne das blaue Band sein wer- 
den. Möglicher Weise bezieht sich die zweite , einfarbig grüne 
Papageien-Species Sonnerat's von Lucon (leucoph thalmos, Scop., 
simplex. Kühl) hierauf, allein ehe nicht bestimmtere Angaben 
vorliegen , dürfte eine solche Annahme verfrüht und es gerathener 
erscheinen, die dubiöse Art einstweilen als Ps p asserin a jung 
zu betrachten. 

Wie über die meisten Vögel der Philippinen so fehlen auch 
über diesen alle Nachrichten. Dussumier brachte die Art zuerst 
von Manilla heim. 

(263.) 4. Psittacula Desmaresti, (Less. et Garn.). — Desmarest's 

Ztvergjjapagei. 

Psittacula Desmaresti, Lesson et Garnot, voy. de la Coqu. 
(1826) p. 600. t. 35. — Bourjot, Perr. t. 85. — Psittacus 
Desmarestii, Lesson, Man. d'Orn. II (1828) p. 149. —id., 
Psittacula Desmarestii, Tr. d'Orn. (1831) p. 204. — 
Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 748. — Wagl, Mon. p. 629.— 
Cyclopsitta Desmaresti, Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) 
p. 154. — id., Naum. 1856. — Opopsitta Desmaresti, 
Sclater, Proc. Z. S. (1860) p. 227. — Rosenberg, Natuurk. 
Tijdschr. voor Nederl. Ind. (1863) p. 226. — id.. Gab. J. f. 
Orn. (1864) p. 115. — Psittacula Desmaresti, G. R. 
Gray, Gen. of B. II. N^ 18. — id., List Psitt. (1859) p. 90. — 



PSITTACULA DESMARESTI, 62! 

Schlegel, Mus. P. B. Psilt. (1864) p. 7Ö. — C y c 1 o p- 
sitta Desmaresti et Blythii, Wallace, Proc. Z. S. 
(1864) p. 284. 

Diagnosis : Grün ; Stirn und ganzer Oberkopf brennend zinnober- 
orangeroth ; Ohrgegend und Backen orange ; unter'm Auge ein 
lebhaft blauer Fleck, ebenso ein verwaschener am Hinterkopfe; 
über den Kropf ein blaues Querband , unter diesem ein ka- 
stanienbraunes. 
Jüngerer Vogel. Nur Stirn roth, übrige Oberkopf dunkel orange; 
Ohrgegend und Backen grün. 

Noch jüngerer Vogel, Ganze Kopf, nebst Ohrgegend und Backen 
brennend orangezinnober ; blaue Flecke unter'm Auge und am 
Hinterkopfe fehlen ; blaues Querband über den Kropf sehr ver- 
waschen, das braune nur angedeutet. 

Viridis ; fronte pileoque aurantio-cinnabarinis ; regione parotica 
genisque auranliis ; macula suboculari laete-eaque ipsa occipitali 
obsolete cyanea ; fascia gutturis cyanea , subtus altera badia. 
Adolescens fronte sola rubra ; pileo reliquo obscure aurantio ; re- 
gione parotica genisque viridibus. 
Juv. Capite toto , regione parotica genisque aurantio-cinnabarinis ; 
macula et suboculari et occipitali nulla ; fascia gutturis obsole- 
tissime cyanea , altera badia vix conspicua. 

Neu-Guinea (Lobo Bai, S. Müller) Leidener Museum. cT ad. Ober- 
seite dunkelgrasgrün , auf dem Mantel düsterer und die Federn 
des Nackens an Basis gelblich. Unterseite schön olivengrüngelb. 
Schwingen l^er Ordnung schwarz, an Aussenfahne nicht ganz bis 
zur Spitze , dunkelgrün schwach in's Blaue ziehend , die Spitze 
deutlich gelblich gesäumt. Schwingen 2ter Ordnung an Aussen- 
fahne deutlich grün , an Innenfahne schwarz und alle Schwingen 
von der zweiten an auf Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze mit 
breitem schwefelgelben Rande. Deckfedern der Schwingen fter 
Ordnung ebenfalls grün und schwach blau angeflogen. Kleine 
Deckfedern unterseits hellgrün .. die grossen wie die übrige 
Schwingenunterseite grauschwärzlich, aber an Basishälfte gelb. 
Auf den zwei letzten grössten Schulterdeckfedern bemerkt man 



622 - PSITTACÜLA DESMARESTI. 

an Innenfahne einen verwaschenen , kastanienrothbraunen Fleck. 
Die Federn der Brustseiten sind blau , ebenso ein breites Querband 
über den Kropf, dessen Federbasis graugrünlich ist. Unter dem 
blauen Kropfbande befindet sich ein kastanienbraunes, welches 
jedoch nur an den Seiten deutlich und breit , in der Mitte aber 
ziemlich verwaschen ist. Stirn , Zügel , der ganze Ober- und 
Hinterkopf brennend orangezinnoberroth , die Basis der Federn 
gelb. Der Hinterkopf mit einigen dunkelblauen Federchen ganz 
schmal gesäumt. Ohrgegend und Backen orange, die Federn an 
Basis grün , welcher Ton unter'm Äuge herum vorherrscht. Dicht 
unter dem Auge vom vorderen bis zum hinteren Augenrande 
ein prachtvoll blauer Streif, der den nackten Augenkreis säumt. 
Schwanzfedern einfarbig düster grün , unterseits schwach oliven- 
gelb angeflogen. Schnabel hornschwarz ; Füsse und Krallen 
hornfahlbraun ; grosser nackter Augenkreis schwarz. 
J ad. Neu-Guinea, Lobo Bai (S. Müller, Leidener Museum). Ganz 
wie das ^ , nur der schmale blaue Saum am Hinterkopfe sehr 
undeutlich , und Ohrgegend und Backen mehr grünlich. 
Ein anderes cT (Doreli) im Leidener Museum, weicht etwas ab 
und scheint jünger. Nur Stirn und Zügel roth , der übrige 
Ober- und Hinterkopf brennend orangefarben , Ohrgegend und 
Backen sind grün, nur etwas Orange angeflogen und der blaue 
Fleck unter dem Auge ist breiter. Das blaue Querband über 
den Kropf ist nicht so deutlich , und unter demselben an den 
Seiten nur einige Federn in der Mitte kastanienbraunroth ver- 
waschen. Der Fleck auf den grössten Schulterdecken ist deut- 
licher und lebhaft rothbraun. Füsse und Krallen schwarz. 
Ein Exemplar von Neu-Guinea im Bremer Mus., ähnelt ziemlich dem 
vorhergehenden , erweist sich aber deutlich als Uebergangskleid. 
Stirn und Vorderkopf sind roth, übrige Ober- und Hinterkopf bren- 
nend orangefarben , einige Federn gegen das Ende zu zinnober 
verwaschen ; Ohrgegend und Backen grün , aber die Mitte der Fe- 
dern orangefarben; der blaue Fleck unter'm Auge deutlich, die 
Basis dieser Federn grün ; im Nacken einige düster blaue Fe- 
dern ; das blaue Querband über den Kropf deutlich, aber sehr 



PSITTACÜLA DESMARESTI. G25 

verwaschen , unter diesem ein , auf der Mitte durch grüne Federn 
unterbrochenes , kastanienbraunes ; die längsten Schulterdecken 
auf Innenfahne mit rothem Flecke. 
Ein Exemplar (Neu-Guinea) in Museum Heine mit gelben Wangen 

hat unterm Auge einige blaue Federn. 
Ein Exemplar (Neu-Guinea) in Museum Kirchhoff, mit Blau unterm 
Auge, aber ohne den düster blauen Fleck am Hinterkopfe; 
Backen olivengrünlich, nur die äussersten Federenden orangefar- 
ben ; die Schulterdecken an Innenfahne ganz ohne rothen Fleck. 
Jüngerer Vogel (Blythii, Wallace) von Mysol im Leidener Mu- 
seum, ähnelt bis auf folgende nicht unerhebliche Abweichun- 
gen ganz dem zuerst beschriebenen alten cf: der ganze Kopf 
nebst Hinterkopf, Ohrgegend und Backen brennend orangezin- 
noberroth , die Basis der Federn gelb ; die blauen Federn am 
Ende schmal grünlich gesäumt ; das blaue Querband über den 
Kropf ist schmäler und undeutlicher, das kastanienbraune unter 
dem blauen kaum angedeutet, nur hie und da kommt eine am 
Ende braun verwaschene Feder zum Vorschein. 
Ebenso das typische Exemplar von Cycl, Blythii in Wallace's 

Collection. 
Ebenso ein Exemplar von Mysol (Wallace) im Bremer Museum, aber 
der Nacken grün ; die blauen Federn des Nackens und des 
Kropfquerbandes treten schon einzeln hervor, das kastanien- 
braune Brustband erscheint orangeroth , ist aber in der Mitte 
unterbrochen. 
Ein Exemplar von Salawatti im Britisch-Museum , stimmt ganz mit 
dem zuerst beschriebenen jüngeren Vogel (Blythii, Wallace) 
überein, unter dem Auge zeigen sich aber schon viele blaue 
Federn , die einen kleinen Fleck bilden. 
Wie die zwei von Dr. S, Müller gesammelten Exemplare des Lei- 
dener Museum beweisen sind (^ und ? im vollkommenen Kleide 
ganz gleich gefärbt, dagegen bieten die jüngeren Vögel erhebliche 
Abweichungen. Erst finden wir einmal Exemplare bei denen Ohr- 
gegend und Backen anstatt orange grün erscheinen und die nur den 
Vorderkopf roth , den übrigen Ober- und Hinterkopf aber lebhaft 



624 PSITTACÜLA DESMARESTI, 

orange zeigen , dann besitzen wir eine Färbungsstufe bei welcher der 
ganze Kopf orangezinnober erscheint und die keine Spur eines blauen 
Fleckes unter'm Auge besitzen. 

So auifallend diese Unterschiede auch sind und so sehr ich selbst 
anfangs geneigt war ihnen specifischen Werth beizulegen , so zeigten 
sie sich bei Untersuchung eines grösseren Materials doch mehr als 
zufällige. So sah ich im Britisch -Museum ein solches orangeroth- 
köpfiges Exemplar , welches deutlich den Anfang des blauen Fleckes 
unter dem Auge erkennen Hess. 

Dieses Exemplar erklärt Wallace für eine echte Ps. Des mä- 
re st i, während er solche ohne blauen Fleck unter'm Auge zur 
neuen Art, Ps. Blythii, erhebt. Hierbei wird ganz besonders 
mit auf die verschiedene Localität Rücksicht genommen , denn 
während mehr als 26 Stück Ps. Desmaresti in beiden Ge- 
schlechtern Ton Neu-Guinea constant den blauen Fleck zeigten , 
fehlte er an den 6 auf Mysol erbeuteten ganz. Diese 6 Exemplare 
scheinen mir aber noch keinesw^egs genügend um die Evidenz der 
neuen Species nachzuweisen, denn es können, sehr leicht möglich, 
zufälliger Weise sämmllich jüngere Vögel gewesen sein. Ueber- 
haupt kennen wir die Yeränderungen nach dem Alter bei dieser 
Art noch längst nicht genau genug. Nach Analogie zu urtheilen 
dürften die Exemplare ohne blauen Fleck auf jüngere Vögel zu be- 
ziehen sein ; eine specifische Sonderstellung derselben scheint mir 
aber, bei den verschiedenen Uebergängen , welche ich auch oben 
genau auseinandergesetzt habe, völlig unzulässig. Jedenfalls sind 
weitere Nachrichten über die Art sehr zu wünschen, da wir auch 
über Lebensweise und Fortpflanzung kein "Wort wissen. 

Ausser Neu-Guinea , wo die Art nicht ungewöhnlich zu sein 
scheint und sowohl im Norden (Doreh, Wallace) als Südwesten 
(Lobo Bai, S. Müller) beobachtet wurde, sind nur noch Mysol und 
Salawatti als bewiesene Localitäten bekannt. Letztere wird von 
Wallace nicht verzeichnet und beruht auf der Angabe von Rosen- 
berg's, der die Art auch auf Mysol beobachtete. Sie lebt hier mehr 
im Innern. 

In seiner letzten Arbeit Über die Vögel Neu*Guineas sagt übrigens 



PSITTACULA GULIELMI III. 62Ö 

von Rosenberg nur »Küste von Neu-Guinea und Mysol" lässt also 
im Wiederspruch mit früheren Angaben Salawalti unerwähnt. Der- 
artige Notizen führen wirklich zuweilen mehr auf Irrwege, als auf 
richtige. 

j- (264.) 5. Psittacula Gulielmi III, Schleg. — König Wilhelm's IH 

Zwergpapagei. 

Psittacula Guiielmi III, Schlegel, Nederl. Tijdschr. v. Dierk. 

III (1866) p. 252. 
Diagnosis: Grasgrün; Vorderkopf blau ; Kopfseiten blassgelb; Kropf 
und Brust lebhaft orangeroth. 
$ Kropf und Brust grün ; nur die Backen gelb und ein Fleck 
auf Ohrgegend orangeroth. Schnabel schw^arz. 
Prasina; sincipite cyaneo, lateribus capitis pallide-flavis, gutture 
pectoreque laete aurantio-rubris. 
$ gutture pectoreque viridibus , genis solis flavis , macula regionis 
paroticae aurantio-rubra. Rostro nigro. 
(Nach Schlegel). ^ ad. Grasgrün, oberseits dunkler, unterseits stark 
in's Gelbe ziehend. Stirn, vordere Hälfte des Scheitels und 
ein ansehnlich grosser Fleck hinter dem Äuge blau, ebenso die 
Flügel nächst dem Bauche. Innenfahne der Schwingen schwarz. 
Seiten des Kopfes bis zu den Halsseiten und der Kehle herab sowie 
die Zügel blassgelb. Kropf und Brust lebhaft und dunkel oran- 
geroth. Unterseite der Schwingen und grösste untere Flügel- 
decken grün, an den Säumen in's Blaue ziehend. Schnabel 
und nackter Augenkreis schwarz ; Füsse bräunlich ; Iris braun. 
$ unterscheidet sich vom J", dass Kropf und Brust einfarbig gelb- 
grün wie die übrige Unterseite sind , und dass nur die Ohr- 
gegend von einem grossen orangerothen Flecke bedeckt wird , 
welcher von der gelben Backengegend durch ein breites, schwar- 
zes Band, das beinah senkrecht vom hinteren Augenrande 
herabläuft, getrennt ist. Die Kinn- und Kehlfedern haben 
grünblaue Enden. Alles Uebrige wie beim cf. 
Neu-Guinea und Salawatti. 

Durch die freundliche Theilnahme von Herrn Professor Schlegel 

40 



626 psittacula melanogenys. 

wurde es mir möglich diese prachtvolle neue Papageienart meiner 
Monographie noch einzuverleiben , indem ich noch eben vor dem 
völligen Abschlüsse derselben obige genaue Beschreibung, sowie eine 
treffliche Farbenscizze, von der geübten Hand meines Freundes 
Verster, Administrator am Reichs-Museum, erhielt. Ich bin daher 
beiden Herren wahrhaft zu Dank verpflichtet. 

Herr Professor Schlegel theilt mir ferner noch gütigst mit, dass 
Psittacula Gulielmi III (zu Ehren des jetzt regierenden Kö- 
nigs von Holland benannt), im Habitus am meisten mit Ps. dioph- 
thalma und Desmaresti übereinstimme. Der kurze Schwanz ist 
aber gerade und nicht keilförmig wie bei der letzteren Art. 

Das Reichs-Museum zu Leiden erhielt 4 Exemplare dieses ausge- 
zeichneten Papageis, und zwar 2 von Neu-Guinea und 2 von Sala- 
watti. Die Entdeckung dieser Art verdanken wir dem leider viel zu 
früh entschlafenen Dr. Agathen Bernstein, der ganz dazu berufen 
schien uns über die zoologischen Verhältnisse Neu-Guinea's bessere 
Einsicht zu verschaffen. 

-f (265.) 6. Psittacula melanogenys, Rosenberg. 

Psittacula melanogenia, Rosenberg, Tijdschr. voor Nederl. 
Indie 1866. — Schlegel, Nederl. Tijdschr. v. Dierk. (1866) 
p. 330. — Rosenb., Reis naar de Zuidoostereilanden (1867) p. 49. 

Joa, Eingeborne der Aru Inseln (Rosenberg). 

Diagnosis : Grasgrün; Zügel und Backen weisslich ; Stirn, Augen- 
gegend , Ohrgegend und Bartstreif schwarz , hinter der Ohrge- 
gend bis zum Kinn ein breiter, weisser, orangegelblich ver- 
waschener Streif; Kropf dunkel orangefarben. 
$ und jung. Ohrbinde lebhaft orangegelb ; Kropf wenig orange 
verwaschen. 

Prasina, loris genisque albidis, fronte, regionibus et ophthal- 
mica et auriculari striaque mystacea nigris, Stria a regione 
parotica postica ad mentum usque lata obsolete subaurantia, 
gutture obscure aurantio. 
$ et juv. fascia auriculari laete aurantia, gutture obsolete subau- 
rantio. 



PSITTACÜLA DIOPHTHALMA. 627 

(Nach Schlegel). ^ ad. Grasgrün, auf der Unterseite mehr in's 
Gelbgrüne ziehend ; die Innenfahne der Schwingen schwärzlich. 
Stirn , Augengegend , die ganze hintere Ohrgegend und Bart- 
streif schwarz. Zügel und Backen weisslich. Von der hinteren 
Ohrgegend zieht sich eine sehr breite, weisse, leicht orangegelb 
verwaschene Binde bis auf das Kinn. Kropf dunkelorangefar- 
ben, indess wenig lebhaft. Kleine und mittlere untere Flügel- 
decken gelbgrün , gegen den Flügelrand zu in's Bläuliche 
ziehend ; grosse untere Flügeldecken gelblich , gegen das Ende 
zu schwärzlich. Auf der Innenfahne der Schwingen, mit Aus- 
nahme der beiden ersten, eine breite gelbe Binde. Flügelrand 
längs Handgelenk blau. Schnabel, Füsse und Iris graubraun- 
schwärzlich. 
Das % und nicht ausgefärbte d" unterscheidet sich vom alten ^ da- 
durch , dass die Binde hinter der Ohrgegend nicht weiss , 
sondern lebhaft orangegelb ist und das die Kropfgegend nur 
sehr schwach orangegelben Anflug zeigt. 
Diese neue, schöne Psittacula schliesst sich zunächst an Ps. 
Gulielmi III an, unterscheidet sich aber durch ansehnlich ge- 
ringere Grösse und verschiedene Zeichnung. Die Zügel- und Backen- 
gegend ist statt gelb, weiss, die Stirn und der Augenbrauenstreif 
statt blau , schwarz etc. Merkwürdiger Weise besitzen beide Ge- 
schlechter den schwarzen Streif quer über die Ohrgegend, während 
dieser bei Gulielmi nur am % vorhanden ist. 

Von Rosenberg erlangte nur 3 Exemplare auf den Aru Inseln , 
eins auf Wokam , zwei andere zu Wonumbai. Im Magen der ge- 
schossenen fanden sich Früchte, besonders die einer Feigenart. 

(266.) 7. Psittacula diophthalma , Hombr. et Jacqu.' — Der 

Zwergpapagei mit blauem Augenflecke. 

Psittacula diophthalma, Hombr. et Jacquinot, Ann. des Sei. 
Nat. XXI (1841) p. 318. — id., Cyclopsitta diophthalma, 
voy. au Pole Sud. Zool. p. 107. t. 25. bis. fig. 4 (J' ad.) 5 
(cT j"v.). — Bourjot, Perr. t. 83 (d" ad. fig. bon.). — Bonap., 
Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., Naum. 1856 (syn.? palma- 

40* 



628 PSITTACÜLA DIOPHTHALHÄ. 

rüm, Forst.!!). — Opopsitta diophthalma , Sclat., Proc. 
Z. S. (1860) p. 227. — Rosenb., Natuurk. Tijdschr. v. NederL 
Ind. (1863) p. 226. — id., Gab. J. f. Orn. (1864) p. 45. — 
Psittacula diophthalma, G. R. Gray, Gen. of B. IL 
N^ 19. — id., List Psitt. (1859) p. 90. — Schleg., Mus. P. B. 
Psitt. (1864) p. 75. — id., Nederl. Tijdschr. v. Dierk. III (1866) 
p. 351. — Cyclopsitta diophthalma, Wallace , Proc. 
(1864) p. 284. 

Joa, Eingeborne der Aru Inseln (Rosenberg). 

Diagnosis: Grün; Vorderkopf und Backen roth ; vor dem Auge ein 
kleiner blauer Fleck , ein zweiter unter der Ohrgegend ; ßrust- 
seiten gelb. 
Jung. Vorderkopf und um's Auge himmelblau; Zügel und vordere 
Backen ledergelb. 

Viridis , sincipite genisque rubris ; macula ante oculum parva , 
altera sub regione parotica cyaneis; pectoris lateribus flavis. 
Juv. Sincipite annuloque orbitali coeruleis ; loris genisque anteri- 
oribus alutaceis. 

Mysol (Leidener Museum). Ad. Grasgrün, auf Brust und Bauch mehr 
gelbgrün. Die erste Schwinge schwarz, die übrigen schwarz 
mit hellblauer Aussenfahne , die Schwingen l^er Ordnung Ton 
der dritten an mit breitem, hellgelben Saume an Innenfahne. 
Schwingen 2ter Ordnung an Innenfahne schwarz , in der Mitte 
derselben mit grossem , runden , hellgelben Flecke , an der 
Aussenfahne meerblau gesäumt, ebenso die Deckfedern der Iten 
Schwingen und Eckflügel. Flügeldecken unterseits hellgrün. 
Die Brustseitenfedern hochgelb. Die längsten Schulterdecken 
an Basis der Innenfahne gelb mit rothem Flecke an der Spitze. 
Vorderkopf, Zügel , Backen und Ohrgegend scharlachroth. Unter 
dem Roth der Ohrgegend ein runder ultramarinblauer Fleck, 
über dem Auge , an die Zügel an , ein kleiner meerblauer 
Fleck. Schnabel und Füsse mattschwarz. Iris gelb (Hombr.). 

Ebenso ein Exemplar von Mysol (Wall.) im Museum Heine, aber am 
Oberkopfe mit gelben Federn und die Schwingen l^er Ordnung 
an Innenfahne nicht hellgelb gesäumt. 



PSITTACÜLA DIOPHTHALMA. 629 

Junger Vogel ($) , Aru Inseln in Wallace's Colleclion , ähnelt sonst 
ganz den beschriebenen ausgefärbten, zeigt aber folgende auf- 
fallende Verschiedenheit in der Kopifärbung : Vorderkopf und 
um's Auge himmelblau , Zügel und vordere Backen nebst Mund- 
winkel blass ledergelb. 
Ein cT im Uebergange (Aru Inseln) in Wallace's Colleclion hat 
ebenfalls den Vorderkopf und die Augengegerid blau , aber die 
Backen sind düster röthlichbraun , ebenso die Stirnfedern an Basis. 
^ und ? von den Aru Inseln im Bremer Museum. 

Nach Hombron sind die $? auf den VTangen nicht roth , sondern 
orange gefärbt, offenbar aber damit noch jüngere im Uebergange 
begriffene Vögel gemeint. Eine solche Färbungsstufe ist nämlich auf 
PI. 25 der voy. au Pole sud fig. 5 als % dargestellt, zeigt aber sehr 
deutlich einen noch nicht völlig ausgefärbten Vogel , dessen Kopf- 
zeichnung schon ganz wie am alten ist, nur dass die vorderen 
Backen nicht roth sondern lederbräunlich gefärbt erscheinen. Wal- 
lace hält es nicht für unmöglich, dass diese jüngeren Vögel eine 
besondere Species ausmachen und sagt, dass die Exemplare von 
Mysol sich durch grössere blaue Flecke vor den Augen auszeichnen. 
Er ist daher geneigt sie für eine locale Varietät anzusehen. Die 
Exemplare von Salawatti haben , nach Professor Schlegel , das Both 
und Blau am Kopfe dunkler gefärbt als diejenigen von den Aru Inseln. 
Ehe wir indess nicht ausführlichere Nachrichten über den seltenen 
Vogel und nicht grössere Reihen mit genauer Angabe des Geschlechts 
vorliegen haben , würde es voreilig sein neue Species zu begründen. 
Ueberhaupt zeigten die von mir untersuchten Exemplare deutlich ge- 
nug, dass ein Uebergang von den blauköpfigen zu den rothköpfigen 
stattfindet, ganz in ähnlicher Weise wie bei den indischen Pionias- 
Arten. 

Wallace nennt in seiner neuesten Arbeit nur die Aru Inseln und 
Mysol als Heimath und scheint es ganz überselien zu haben , dass 
Hombron und Jacquinot die Art zuerst an der Südküste Neu-Guinea's 
entdeckten. Von Rosenberg erlegte sie selbst auf Mysol, und führt 
ausserdem noch Neu-Guinea , die Aru Inseln und Salawatti als Loca- 
litäten an, wo er aber den Vogel nicht selbst erlangt zu haben scheint. 



630 



PSITTACÜLA DIOPHTHALMA. 



S" <s P 

er 5 2. 

f^ g. 

B 3 C 

1 s s 

£. 2 fB 

O w O 

CM 



" «* ** i. 

h3 >, 



CO 00 OS DO OS lf>- lS>- *»■ !?>• *^lt^ie^OS_0S_0S_0S OS_0S_0S_lf^lt^*^*^ 

ioi_itoi^i-'Ososo;H-'i-'i-^oo_«o»it^»-30-ac5_i!0_oo_ 

— "" t"~ l"~ "" "~ "" 






00 Qo 00 CK CO ~ 

~ S S 5 to -3 



to CO 1:0 to^ lo 

OJ OS it». OS 



p, p- 5J. 

























-3 








!5> 


^'> 


1 1 


1 


1 


I 


I 


I 


1 1 


OS -3 1 


1 I 


1 


1 


1 1 = 


1 


1 


1 


p. tj-g 


















































- - 




















o» o 


oa 


Ol 


•»a 


50_ 


00 


CO 00 


CO 00 00 


00 00 


-a 


00_ 


00_ 00_ 00 


00_ 


CO_ 


00^ 




•=J 


~ - 


k»^ 








5^ 


►'ll'*^ 




'*-. "" 






- ~b5^ 












l£>. !«>■ 








Ol 


OX 


05 Ol 


OS C Ol 


ot cn 


VI 


o« 


Ol Ol 








1 
a 

er 


oS 


k*^ ~- 


1 


1 


1 


b»^ 


Jj^ 


^'^s 


~b» M__ 


tJ^ - 


hS__ 




^^sl 


1 


1 


1 


O- B- 
a a> 


-a -^ 










l-" 


1-1 to 


►- «o oo 


00_ CO 


00 


1— ' 
o 


CO CO_ CO_ 


o 


I-' 
o 


00 


o £s c: 


»*^M^ 


I 


1 


1 




r^ ^ 


~'*~ "~ 




w_^ 


:: 




=: 


^ 


ss^ 




B B- 
N CD 
































fä 


O 














- 


















er B p 


Ol o»_ 


c 


1^ 
5~~ 


Ol 


1 


1 


CS Oi 


OS Ol 


Of o» 


1 


1 


ot 


OS_ 




®i 




m 


== 




- 








^ 


" 


















p 




-5 


es 


-a 






«D_00_ 


00^ 00^ 


•^ 00 






00^ 




-a 


-a 


ts 


^> 














" 






















1 1 


w 


^ 




1 


1 




1 










1 






B-fLS 


1 1 


:; 






1 
























'^ m 



t^ 



s « .. 



5 CD 

CS a 

er <* 



5 5 



» £. 



<<s S o 
S- B^ tr 



• a ? • 



C' °V4 c' C»ü 






e. s 



£, S 






Ca" 



2. B B 



s 5 



S B 



m a 



S 



fH o - 

2* CD ^ 

t^ o 2 

m S- 2 

S 5' 3 

S a 2 

a <! B 



C n B3 l-i 

B B g 3 



+0 



CD » CO 



S 



rsiTTACüLA. 651 

Diagnostischer Schlüssel zu Psittacula. 

11. Arten mit abgerundetem, zwei- oder dreifarbigen Schwänze, der 
eine schwarze Querbinde besitzt ; Schnabel meist roth. 

(Genus Agapornis (Selb.) und Poliopsitta bei Bonaparte). 

Pf 8. Swindereni, Kühl. Ein schwarzes Dfackenband; Halsseiten und Brust 

grünlich ockergelb. Schnabel schwarz. 
9. Tarantae, Stanl. Die erste Feder des Eckflügels sehr lang, schmal 

und gekrümmt; Vorderkopf roth, jun. grün. 

10. pullaria, Linne. Gesicht roth, jun. orangegelb; Bürzel blau; untere 

Flügeldecken schwarz , jun. grün. 

11. roseicollis, Vieillot. Gesicht rosa; Bürzel und obere Schwanzdecken blau. 

12. cana, Gmelin. . Kopf und ffats grau, jun. grün ; Schwanz mit schwar- 

zer Endbinde (Poliopsitta, Bp.). 

Diese ünterabtheilung enthält die afrikanischen Arten, welche 
jetzt meist s. n. Agapornis als eigenes Geschlecht betrachtet wer- 
den. Bonaparte sonderte , wahrscheinlich wegen der grauen Kopf- 
und Halsfärbung und des Vaterlandes halber, sogar die einzige Art 
Madagascar's generisch s. n. Poliopsitta, obwohl dieselbe nicht 
das mindeste Abweichende darbietet. Um consequent zu sein müsste 
man mit ebenso viel Recht dann auch die abyssinische Ps. Taran- 
tae zum eigenen Genus erheben und ich wundre mich fast, dass 
dies noch nicht geschehen ist. Der etwas dickere , kräftigere Schna- 
bel und der etwas längere, breitere Schwanz ohne Roth dürften 
gewiss Vielen als Genus-Charactere genügen , besonders aber die 
sonderbare Feder des Eckflügels , welche in ähnlicher Weise unter 
allen Papageien nicht mehr vorkommt, merkwürdig erscheinen. Die 
erste Feder am Eckflügel ist nämlich auffallend lang , schmal und 
am abgerundeten Ende etwas säbelartig gebogen. Sie erreicht 16"' 
Länge und überragt noch die Deckfedern der l^en Schwingen. 

Bei genauer Untersuchung erweisen sich die afrikanischen Arten 
indess thatsächlich denen der folgenden amerikanischen Unterabthei- 
lung nahestehend und nur in einigen unwesentlichen Characteren 
abweichend. 

Nicht allein dass die Form und Federbildung ganz übereinstim- 
mend ist , auch der Schnabel und die Flügel sind es. Höchstens 



632 PSITTACULA SWINDERENI. 

bemerkt man statt eines deutlicheren Zahnausschnittes *) bei den 
afrikanischen Arten nur eine sanfte Ausbuchtung im Oberschnabel , 
und der Augenkreis ist vollständig befiedert, ebenso die Nasenlöcher 
und Wachshaut zum grössten Theile, wenigstens bei pullaria und 
roseicollis. An den Schwingen, von denen die 2te — 4te an 
Aussenfahne etwas eingeengt ist, sind die ersten drei am längsten, 
doch meist die zweite noch um etwas weniges länger. Die Flügel- 
spitze ist etwa halb so lang als der Oberflügel und erreicht beinahe 
das Schwanzende. Am meisten abweichend sind noch die am Ende 
nicht zugespitzten , sondern abgerundeten Schwanzfedern, üebrigens 
ist der Schwanz ebenso kurz als bei den amerikanischen Arten , d. h. 
kürzer als die Hälfte des Flügels, und von den fein zerschlissenen 
Deckfedern fast ganz bedeckt. 

Die Färbungsverhältnisse der afrikanischen Arten sind insofern 
eigenthümlich , als sie, bis auf die fragliche Ps. Swindereni, 
die auch einen schwarzen Schnabel besitzt, meist rothes Gesicht oder 
Vorderkopf haben, welche Theile beim jüngeren Vogel entweder noch 
orangegelb oder grün sind. Ferner ist der Bürzel meist lebhaft (blau) 
gefärbt und die Schwanzfedern an Basishälfte roth, vor dem grünen 
Ende aber stets mit schwarzer Querbinde geziert. 

Dies wären die Eigenthümlichkeiten , durch welche sich die afri- 
kanischen Arten auszeichnen. Im Uebrigen ist nur noch zu bemer- 
ken , das wir über ihre sonstigen Lebensverhältnisse , ihre Verän- 
derungen nach Alter und Geschlecht etc. kaum eine bestimmte 
Nachricht besitzen. 

t? (267.) 8. Psittacula §windcreni^}, (Kühl). — Van 
Sivinderens Zwergpapagei. 

Psittacus Sw i ndernianus. Kühl, Consp. (1820) p. 62. tab. 2. — 
Voigt, Cuvier, Uebers. (1851) p. 746. — Psittacula Swin- 



1) Einen solchen zeigt indess Ps. roseicollis. 

2) Wie die Errata am Schlüsse des Bandes der Karol. Leopold. Verhandlungen 
nachweisen ist die Schreibart Swinderiana falsch , da die Art zu Ehren des seiner Zeit 
berühmten Professor an der Universität Groningen Theodor van Swinderen benannt 
■wurde. 



PSITTACULA SWINDERENI. 633 

derniana, Wagler, Mon. (1852) p. 621. — Bourjot, Perr. 
t. 98 (nach Kühl). — Agapornis Swinderniana, Selb., 
Nat. Libr. vol VI (1836) p. 118. t. 2 (und Titelblatt). — Poi- 
cephalus Swindernianus, Sws., Class. of ß. II. p. 301. — 
Psittaculus S winderianus , Brehm, Mon. d. Pap, (1855) 
t. 56 (nach Kühl). — Agapornis Swinderiana, Bonap., 
Rev. et Mag. Zool. (1854) p. Iö4. — id., Naumann. 1856. — 
Hartl., Gab. J. f. Orn. (1861) p. 90. — Psittacula Swinde- 
riana, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 8. — id., List Psitt. 
p. 89. — Schlegel, Dierentuin (1864) p. 66. — Psittacula 
Swinderiana, Layard , Birds of South- Africa (1867) p, 231. 
N°. 462. 
Diagnosis : Grün ; Halsseiten und Brust grünlichockergelb ; Bürzel 
blau ; schwarzes Nackenband ; Schwanz roth , mit schwarzer 
Querbinde und grünem Ende. 

Viridis ; lateribus colli pectoreque viridulo-ochraceis ; uropygio 
cyaneo ; torque nuchae nigro ; fascia nigra apiceque viridi 
caudae rubrae. 
(Nach Kühl). Kopfoberseite und Nacken glänzend grün ; im Nacken 
ein schwarzes Halsband ; Rücken und Flügel düster grün ; Bür- 
zel und obere Schwanzdecken lasurblau. Gesicht , Unterleib und 
untere Schwanzdecken gelblichgrün. Brust und Hals grünlich- 
ockerfarben. Schwanz an der Basis scharlachroth, mit einer 
schwarzen Querbinde über die Mitte ; das Enddrittel oberseits 
» grün, unterseits bläulich. Schwingen schwarz, grün gerandet. 
Schnabel schwarz. Flügel etwas länger als Schwanz. 
Grösse und Form von Ps. pullaria. 
Diese merwürdige Art, welche noch immer sehr dubiös bleibt, 
wurde zuerst von Kühl nach einem Exemplare der Collection Laugier 
in Paris beschrieben , aber seither nicht mehr wiedergefunden. 
Mir ist wenigstens keine Sammlung bekannt, welche die Selten- 
heit besitzt, Kuhl's Abbildung ist sehr schlecht, sie zeigt im 
Gegensatz zu der Beschreibung Bürzel und obere SchAvanzdecken 
graublau, den Hals lebhaft gelb und die Schwanzbasis zinnober- 
roth. Die ungleich bessere welche Selby, jedenfalls aber auch nach 



634 PSITTACÜLA TARANTAE. 

der Kuhl'schen, giebt, zeigt die zwei mittelsten Schwanzfedern blau, 
die bei Kühl grün illuminirt sind. Selby gründete auf diese Art 
sein Genus Agapornis, das er hauptsächlich durch den sehr starken 
Schnabel, ähnlich wie bei Ps. incerta, characterisirt , was aber 
auf seiner Figur gar nicht, dagegen auf der Kuhl'schen sehr deut- 
lich hervorgehoben wird. 

Bourjot, der ebenfalls Kuhl's Bild wiedergiebt, lässt nicht allein 
den Hals, sondern auch die Ohrgegend gelb. 

Bezüglich des Vaterlandes w^issen wir ausser der ursprünglichen 
Händlerangabe »Afrika" noch nichts. Selby giebt ohne die Quellen 
zu nennen Süd-Afrika an , Brehm nicht weniger unsicher Mittel- 
Afrika. Uebrigens würde ich nach der Analogie der Färbung zu 
schliessen, ebenfalls nur Afrika als Vaterland der Art vermuthen 
können , bin aber am meisten geneigt sie für nichts anderes als ein 
Artefact zu halten. 

Layard schreibt nur Selby nach , wenn er diese Art als süd-afri- 
canische betrachtet. 

(268.) 9. Psittacula Tarantae '), (Stanl.). — Der rolhstirnige 
Zwergpapagei. 

Psittacus Taranta, Stanley, Salt's. Trav. Abyss. (1814) Append. 
p. LH. — Abyssinian Parrakeet, Latham, Gen. Hist. II (1822) 
p. 187. — Psittacula taranta, Lear, Parr. (1832) pl. 39. — 
Bourjot, Perr. t. 99 (fig. bon. nach Lear). — Poicephalus 
taranta, Sws. , Class. of B. II. p. 301. — Psittacus Ta- 
rantae, Büppell, Neu. W^irb. (1835) pp. 61. 62. — id., Syst. 
Ueb. Vög. N. 0. Afr. p. 95. — Agapornis taranta, Bp. , 
Bev. et Mag. Zool. (1854) p. 154. -- id., Naum. 1856. — Psit- 
tacula taranta, 6. B. Gray, Gen. of B. IL N°. 9. — id., 
List Psitt. (1859) p. 89. — Horsf. et Moore, Cat. L p. 607. — 
Heuglin, Syst. Ueb. N°. 472. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 72. 

Donkoro, abyssinisch (Dr. Both). 



1) Nach dem Felsenpasse Taranta zwischen Massaua und Halai. 



PSITIACULA TARANTAE. 655 

Diagnosis : Alt. Schön grasgrün; Vorderkopf und Zügel zinnoberroth; 
Schwingen Iter Ordnung dunkelbraun; Schwingen 2ter Ordnung, 
Eckflügel , untere Flügeldecken und breite Schwanzbinde schwarz. 
Jung. Stirn und Zügel nebst den unteren Flügeldecken noch grün, 
Laete viridis ; sincipite lorisque cinnabarinis ; remigibus primo- 
ribus obscure fuscis, secundariis , pteryllio, tectricibus al. infe- 
rioribus fasciaque caudae lata nigris. 
Juv. fronte loris necnon tectricibus al. inferioribus adhuc viridibus. 

Abyssinien (Dr. Rüppell) , Leidener Museum, c^ ad. Schön grasgrün, 
auf Oberkopf und Backen etwas olivengelbgrün , Bürzel und 
obere Schwanzdecken glänzend gelbgrasgrün. Stirn , ganze Vor- 
derkopf bis Auge und Zügel zinnoberroth , ebenso ein schmaler 
Ring um's Auge aus einzelnen, ganz kleinen Federchen bestehend. 
Schwingen Iter Ordnung dunkeloli venbraun mit ganz schmalen 
gelblichen Säumen an Aussenfahne, deren Deckfedern etwas dun- 
kler. Schwingen 2^^^ Ordnung, ausser den zwei letzten welche 
grün sind, unten und oben und ihre Deckfedern, sowie die 
kleinen Flügeldeckfedern unterseits und Achsel , schön schwarz , 
die grössten unteren wie die übrige Schwingenunterseite dun- 
kelolivenbraun. Der schmale Handrand grün. Schwanzfedern 
an Innenfahne dunkelgelblich mit durchgehender, breiter, 
schwarzer Endbinde , welche bei den zwei mittelsten gerade die 
Spitze bildet, bei den übrigen seitlichen aber noch ein grünes 
Ende übrig lässt. Schnabel hochcorallroth, im Leben dunkler, 
Füsse und Krallen braunschwarz. 

Ebenso ein J^ ad. im Bremer Museum. 

Jüngerer Vogel (? ad. ?) im Leidener Museum , hat kein Roth am 
Kopfe und die Schwingen l^er und S^er Ordnung, sowie die 
unteren Flügeldecken sind schwarzbraun. 

Ein Exemplar im Bremer Museum fast ebenso ; die unteren Flügel- 
decken braunschwarz mit grünen Endsäumen , die Schwingen 
2ter Ordnung tief schwarz mit schmalem gelblichen Endsaume. 

Jüngerer Vogel (Abyssinien) Collection Verreaux. Wie das vorher- 
gehende Exemplar, aber an Stirn und um's Auge spriessen 
einzelne rothe Federn hervor. 



636 PSITTACÜLA PüLLARIA. 

Wie mir Herr von Heuglin mündlich versicherte zeigt nur das cf 
im Hochzeitkleide die rothe Stirn und verliert später diesen Schmuck 
v»'ieder. Dies würde eine höchst merkwürdige Erscheinung sein, die 
bisher bei Papageien noch unbekannt war. 

Ist über die Lebensweise der Art wenig , über die Fortpflanzung 
nichts bekannt, so haben wir doch hinsichtlich des Vaterlandes genaue 
Kunde und wissen dass sich dasselbe auf Abyssinien und die benach- 
barten Gebiete des Ain Saba beschränkt. Der kleine, niedliche Vogel 
findet sich auch bei Mensa in den Bogos, wie mir Herr von Heuglin 
gütigst mittheilte. Nach diesem Forscher ist Ps. Tarantae durch- 
aus Gebirgsvogel und kommt nie unter 5000' vor. Die Region der 
Coloqual-Bäume bildet die Grenze des Herabsteigens für ihn. In 
der Region der Olivenwälder ist er häufig, z. B. in dem 5 — 6000' 
hohen Districte von Mensa. Von Heuglin traf ihn sogar noch auf 
den PJateaux von Semien und Woggera, 9000 — 10500' hoch. Meist 
fanden sich die Vögel gesellig in kleinen Schaaren beisammen. 
Nach einer gütigen brieflichen Mittheilung dieses Gelehrten ist die 
Art in der Provinz Tigreh sehr gemein , seltener in Amhara. Nach 
Dr. Roth nährt sie sich von Körnern und den Früchten der Syka. 
more. 

Die eigenthümliche , ausserordentlich lange, gekrümmte Feder, 
welche sich am Eckflügel dieser Art findet, habeich bereits erwähnt. 

(269.) 10. Psittacula puUaria, (Linne), — Der blaubürzelige 
Zwergpapagei. 

Psittacus puUarius, Linne, Mus. Ad. Fried. II (1764) p. 15. — 
id., S. N. p. 149. — Psittacus minimus viridis indi- 
cus, Albin., Orn. III (1731) pl. 15. — ? Psittacus minor, 
Seba, Thes. vol. II (1735) t. 40. fig. 1. — Psittacus mi- 
nimus, Clus., Exot. p. 363. — Seligmann, Sammlung ausl. 
Vögel (1749) pl. XL — id., pl. VII (1770). — Edw., Glean. 
vol. V (1738) t. 257. — Psittacula guineensis, Brisson, 
Orn. IV (1760) p. 387. — Psittacus pullarius, Scopoli, 
Ann. I. Hist. nat. (1769) p. 53. — Ps. guineensis, Müller, 
S. N. Suppl. (1776) p. 81. — Red headed Guinea Parrakeet, 



PSITTACULA PULLARU. 637 

Latham, Syn. I. p. 309. — id., Gen. Hist. II. p. 261. — Psit- 
tacus pullarius, Gmelin, S. N. (1788) p. 548. — Latham, 
Ind. Orn. p. 129. — Bechstein, Kurze üeb. p. 104. — Shaw, 
Nat. Mise. pl. 35. — Kühl, Consp. p. 66. — Vieillot, Enc. 
Meth. p. 1409. — Hahn, Yög. aus. Afr. etc. (1822) Liefr. XI. 
t. 1 (pess.). — id., Orn. Atlas. Pap. (1834) t. 20. — Voigt, 
Cuvier, üebers. (1831) p. 747. — Psittacula pullaria, 
Lesson, Tr. d'Orn. (1831) p. 203. — Wagler, Mon. p. 622. — 
Psittacula rubricollis vel pullaria guineensis, Bourj., 
Perr. t. 90. — Le Maout, Hist. nat. des Ois. (1853) p. 99. — 
Agapornis pullaria, Bp., Rev. et Mag. Z. (1854) p. 154. — 
id., Naum. 1856. — Hartlaub, Gab. J. f. Orn. (1854) p. 195.— 
id., Syst. Ueb. W. Afr. p. 168. — id., Gab. J. f. Orn. (1861) 
p. 262. — Psittacula pullaria, G. R. Gray, Gen. of B. 
II. N°. 11. — id., List Psitt. (1859) p. 89. — Schlegel, Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p. 71. — Psittacula guineensis, 0. 
Finsch, Nederl. Tijdschr. v. Dierk., Berigten (1863) p. XIX. — 
Agapornis xanthops, Heugl., Gab. J. f. Orn. (1863) p. 271 
(jun.). — id. (1864) p. 268. — Psittacula pullaria, Keu- 
lemans, Nederl. Tijdschr. v. Dierfc. (1866) p. 382. — Dohrn, 
Proc. (1866) p. 529. 

Diagnosis: Alt. Schön grasgrün; Vorderkopf, Backen und Kinn schön 
rolh ; Bürzel blau ; Schwanzfedern roth mit schwarzer Quer- 
binde über die Mitte und breitem grünen Ende; schmaler Rand 
längs Hand dunkelblau, untere Flügeldecken schwarz. 
Jung. Gesicht orangefarben ; untere Flügeldecken grün. 

Laete prasina ; sincipite , genis mentoque laete rubris ; uropygio 
cyaneo ; cauda fasciam intermediam nigram apicemque latum 
viridem ostendente ; margine metacarpi tenui obscure cyaneo ; 
tectricibus al. inferioribus nigris. 
Juv. facie aurantia ; tectricibus al. viridibus. 

Goldküste (Pel), Leidener Museum. ^ ad. Lebhaft grasgrün, die 
Unterseite, die oberen und unteren Schwanzdecken mehr gelb- 
grün. Vorderkopf, Zügel, Backen und Kinn prachtvoll zinnober- 
roth. Ganz schmaler Rand um's Auge dunkelblau. Schwingen 



638 PSITTACULA PULLARIA. 

Iter Ordnung etwas dunkler grün als der Rücken und an 
Aussenfahne ganz schmal gelblich gesäumt, auf Innenfahne und 
am Spitzenrande verwaschen olivenbräunlich. Die kleinen Decfc- 
federn längs Handwurzel und Hand , sowie die kleinen und 
mittleren unteren Flügeldecken tief schwarz. Auf der Mitte des 
Handrandes verläuft ein schmaler dunkelblauer Streif, dessen 
Federn an Basis gelb sind. Grösste untere Flügeldecken und 
Schwingen unterseits grauschwärzlich. Bürzel lebhaft himmel- 
blau, die Basis der Federn grün. Schwanzfedern, ausser den 
zwei mittelsten einfarbig grünen , an Basis und dem Enddrittel 
grün , sonst dunkel zinnoberroth , mit breiter schwarzer Quer- 
binde vor dem grünem Endtheile. Schnabel corallröthlich, der 
untere hornfahl ; Füsse und Krallen horngraubraun. Im Leben 
der Schnabel hell zinnoberroth , die Iris dunkelbraun (Zoolog. 
Garten von Amsterdam). 
Etwas jüngerer Vogel im Bremer Museum hat die Federn am Kinn 
und den unteren Backen nur lebhaft orangezinnoberroth mit 
gelber Basis und die schwarze Schwanzbinde ist an manchen 
Stellen nicht durchgehend. 
Junger Vogel (? ad.?) im Leidener Museum. Die rothen Kopftheile 
sind blasser, mehr mennigroth , der Vorderkopf gelb verwaschen; 
die Flügeldecken unterseits sind grün, am Daumenrande einige 
gelbe Federn. 
Junger Vogel (? Wau. April 1863. v. Heuglin). Type von Agapor- 
nis xanthops, Heuglin im Stuttgarter Museum. Stimmt 
fast ganz mit dem vorherbeschriebenen ? überein ; die allge- 
meine Färbung ist schön grasgrün; Stirn gelb, auf Zügeln, 
um Unterschnabel und auf Kinn blass mennigorange ; Flügel- 
rand am Daumen gelb ; untere Flügeldecken grün , einzelne 
Federn mit schwärzlichen Endsäumen ; Bürzel schön blau und 
nebst der Schwanzfärbung ganz wie am alten Vogel; Schwingen 
unterseits schwarzgrau, gegen die Basis an Innenfahne schmal 
blassgelblich gesäumt. Oberschnabel blass corallroth, der untere 
weissfahl. Iris braun (von Heuglin). 
Obwohl dies Exemplar, welches ich durch die Güte des Herrn 



PSITTACULA PULLARIA. 659 

Professor Krauss zur Untersuchung erhielt, nur Agapornis? fem. 
bezeichnet war , so ist es doch ohne allen Zweifel der Type zu der 
Beschreibung von Agap. xanthops, v. Heuglin (in Cab. Journ. 
f. Orn. 1863. p. 271) wie die Angabe des Datums und Fundortes 
genügend beweist. 

Nach brieflicher Mittheilung von Dr. H. Dohrn ist das ? gleich 
dem jungen ^ gefärbt. 

Der bekannte Inseparable der Vogelhändler , eine durch seine 
liebliche Färbung und angenehme Gestalt ganz besonders anmuthige 
Erscheinung. Er wird bei uns häufig lebend gehalten , soll aber wie 
die Vogelhändler versichern nur paarweis längere Zeit ausdauern , 
daher auch sein Name »der Unzertrennliche". Indess habe ich 
selbst Exemplare einzeln im Käfig gesehen, die trotzdem ganz 
munter w^aren und wie man mir sagte schon einen ansehnlichen 
Zeitraum ohne Gesellschaft durchgebracht hatten. Das Gleiche be- 
obachtete übrigens schon Latham. 

Der blaubürzelige Zwergpapagei bewohnt West-Afrika, von der 
Guineaküste bis Angola herab und ist neuerdings durch v. Heuglin 
sehr weit östlich im Innern nachgewiesen worden. Das Vorkommen 
südlich vom Aequator wurde mit Sicherheit erst durch Barboza du 
Bocage bekannt, der c? und $ von Loanda erhielt, denn die An- 
gabe Benguela von Ladislaus Magyar, könnte sich auch auf Psitt. 
roseicoUis beziehen. 

Als sichere Localitäten kennen wir die Goldküste (Pel), Aguapim 
(Rüs) , Fernando Po (Fräser) , St. Thome (Weiss , Dr. Dohrn) und 
Angola. Im Gabongebiet wurde die Art bis jetzt nicht beobachtet. 
Dagegen fand sie, wie schon oben bemerkt, von Heuglin im östli- 
chen Central-Africa am Bahr fertit (8° s. Br.) und im Flussgebiet 
des Djur und Kosanga. Indess muss sie hier sehr selten sein, denn 
von Heuglin konnte nur zwei Exemplare erlangen und zwar im 
jüngeren Kleide, mit orangegelbem Gesichte. Er bildete desshalb 
eine neue Species Agap. xanthops, die indess schon von Brisson 
sehr genau als § von Ps. pullaria beschrieben wird. Das erste 
von Heuglin erlegte, oben beschriebene, Exemplar war ein 5 und 
wurde von einer Kronleuchter-Euphorbia herabgeschossen. Das zweite 



640 PSITTACÜLA ROSEICOLLIS. 

in der Färbung kaum abweichende Exemplar , welches ebenfalls ganz 
vereinzelt angetroffen wurde, war ein junges c?. Die Lockstimme 
gleicht vollkommen der von Ps. Tarantae. 

Herr Dr. Dohrn schreibt mir gütigst: »auf St. Thome kommt nur 
Ps. pullaria vor und ist hier ausserordentlich gemein. Auf Do 
Principe fehlt die Art dagegen. Man erzählte mir zwar von dem 
Vorkommen an einer Stelle der Insel, allein dort habe ich gerade 
4 — 5 Wochen lang gelebt , ohne je des Vogels ansichtig zu werden". 
Mit den Angaben Dr. Dohrn's im Wiederspruche behauptet Keule- 
mans das Vorkommen dieser Art auf Ilha do Principe , wo er 
einige Mal kleine Flüge bis zu 10 Stück gesehen haben will. Der 
mündlichen Versicherung Dr. Dohrn's zu Folge ist dieses Vorkommen 
indess nur als zufälliges und Psitt. pullaria somit keineswegs als 
stetiger Bewohner der Prinzeninsel zu betrachten. 

Beobachtungen über die Lebensweise und das Brutgeschäft fehlen 
leider, obwohl die Art mit zu den gewöhnlichsten gehört und schon 
seit sehr langer Zeit bekannt ist. 

(270.) 41. Psittacula roseicoUis, (Vieillot). — Der Ziverg- 
papagei mit rosenrothem Gesichte. 

Psittacus roseicollis, Vieillot, Nouv. Dict. XXV, p. .^77. — 
id. , Enc. Meth. p. 1 408. — Psittacus pullarius, var. ß , 
Licht., Cat. Rer. nat. rariss. Hamb. (1793) p. 7. — Meyer, 
Zool. Ann. B. L p. 141. — Psittacus roseicollis, Kühl, 
Consp. p. 65. — Psitt. parasiticus, in Mus. Temminck. — 
Psittacula roseicollis, Less., Tr. d'Orn. (1831) p. 204. — 
Wagler, Mon. p. 623. — Bourjot, Perr. t. 91 (fig. bon.). — 
Agapornis roseicollis, Strikl., Contrib. of Orn. 1852. — 
Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 154. — id., Naum. 1856.— 
Psittacula roseicollis, G. R. Gray, Gen. of B. If. N°. 
10. — id., List Psitt. (1859) p. 89. — Alexand. Exped. of discov. 
Int. of South Afr. , vol. II. Append. p. 266. — Schlegel, Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p.71. — Layard, Birds of South Afr. (1867) 
p. 231. N°. 461. 

Xiquengue, in Angola (Bocage). 



PSITTACULA llOSEICOLLIS. 641 

Diagnosis : Grasgrün; Bürzel und obere Schwanzdecken himmelblau; 
Stirn scharlachroth , Zügel , Backen und Kinn rosafarben ; 
Schwanzfedern an Basishälfte auf Schaftmilte roth , vor der 
Spitze auf Innenfahne mit schwarzer Querbinde. 
Prasina , uropygio caudaeque tectricibus superioribus coeruleis ; 
fronte punicea ; Joris, genis mentoque roseis ; caudae dimidio 
basilari scapisque mediis rubris ; fascia pogonii rectricum interni 
ante apicem nigra. 

Süd- Afrika , Leidener Museum. Ad. Grasgrün; Stirn und Augen- 
brauen ponceauroth , welche Farbe auf Zügeln , Backen , Ohr- 
gegend und Kinn in ein sanftes Rosaroth übergeht, auf der Kehle 
aber nur ganz schwach verwaschen ist , die Basis der Federn 
hier graugelblich. Brust , Seiten , die kleinsten Flügeldecken 
unterseits und alle übrigen unteren Theile hell grasgrün , an 
den Seiten mehr gelbgrün. Bürzel und obere Schwanzdecken 
himmelblau. Schwingen an Aussenfahne grasgrün, gegen die 
Spitze mehr schwärzlich. Grösste Deckfedern unterseits bläulich 
angeflogen. Sch\>ingen unterseits schwärzlichgrau, an Innen- 
fahne verloschen bläulich gesäumt. Zwei mittelste Schwanzfedern 
einfarbig grün , die übrigen am Ende grünlichblau , sonst grün , 
nur an Basishälfte mit einem zinnoberrosaen Flecke , der sich , 
auf der Aussenfahne nicht bis zum Rande ausdehnt , an der 
Innenfahne gegen den Rand zu blasser wird und gegen die mitt- 
leren Federn sich an Grösse verringert. Die Basis der Innen- 
fahne graulichschwarz und vor dem grünblauen Ende eine 
breite schwärzliche Querbinde , ebenso an Basis der Innenfahne 
vor dem Roth schwarz. Schnabel horngelb. Füsse hell horn- 
bräunlich, Krallen etwas dunkler. 
Ein Exemplar ad. von Angola (CoUection Monteiro) ganz übereinstim- 
mend, aber die Färbung der Oberseite mehr grasgrün, das Roth 
am Vorderkopfe ist lebhafter und zieht sich verwaschen bis auf 
den Kropf. Schnabel blass horngelb, etwas grünlich verwaschen. 
Ebenso ein lebendes Exemplar im Londoner Zool. Garten : Iris dun- 
kelbraun , Augenkreis weisslich , Schnabel horngelblichgrün , an 
der Basis röthlich. 

41 



642 PSITTACÜLA ROSEICOLLIS. 

(j" ad. aus dem Damaralande (Otschimbingue, Oclober 1864) im 
Bremer Museum , ähnelt ganz dem zuerst beschriebenen alten 
Vogel, aber die schwarze Querbinde des Schwanzes beschrankt 
sich blos auf die Aussenfahne der äusseren Federn. Füsse grau- 
lichbraun ; Nägel schwarz. 
Exemplare aus dem Kaffernlande (Krebs) im Berliner Museum ganz 
gleich. 

Nahe verwandt mit Ps. piillaria, aber etwas grösser und durch 
die verschiedene Schwanzfärbung , sowie an den blauen oberen 
Schwanzdecken leicht kenntlich. 

Das Vaterland dieser Art ist nicht so ausschliessend Süd- Afrika wie 
gewöhnlich angegeben wird. Sie ist vielmehr weiter nördlich bis 
zum Aequator verbreitet und scheint hier häufiger als im Süden. 

Levaillant hat sie auf seinen Reisen in Süd-Afrika niemals ange- 
troffen, obwohl dieselben Gegenden berührten, aus welchen sie 
neuerdings bestimmt nachgewiesen wurde, wie aus dem Kaffernlande 
durch Krebs und aus dem Namaqualande , wo sie Capitain Alexan- 
der beobachtete. Anderson fand die Art im Damaralande und nach 
Monteiro ist sie ziemlich häufig in Angola bei Nova Redondo und 
Mozamedes. Auch dürfte sich vielleicht der kleine, anmuthige, 
grüne Perikit den Ladislaus Magyar (Reisen in Süd-Afrika , p. 248) 
unter den Thieren des Landes Bihe (zwischen 11 und 13° s. Br.) 
erwähnt auf diese Art beziehen. Die Arten-Bezeichnung als Ps. 
passerina ist, wie fast stets in Magyar's Reisewerke, selbstver- 
ständlich unrichtig. 

Wahrscheinlich kommt diese Art auch in dem Gebiete des Zambesi 
in Ost-Afrika vor , denn Dr. Kirk sah hier zweimal , am Shire und 
zwischen dem Nyassa und den Stromschnellen, einen kleinen Papa- 
gei, in dem er Ps. roseicollis zu erkennen glaubte. 

Das Vorkommen von Ps. roseicollis auf St. Thome darf nach 
den bestimmten Naclirichten , welche ich hierüber von Dr. II. Dohrn 
erhielt, bezweifelt werden, denn auf jener Insel lebt nur Ps. pul- 
laria. Dr. Ilarllaub sah allerdings bei Verreaux Ps. roseicollis 
angeblich durch Gujon von St. Thomc , allein hier dürfte eine 
falsche Heimathsbczeichnung zu Gründe liegen. Ausser Gujon nennt 



PSIITACULA CANA. 643 

Dr. Hartlaub in seinen Nachträgen (Gab. J. f. Orn. 1861. p. 262) 
auch Weiss als Auctorität, offenbar aber aus Versehen, da dieser 
Reisende nur Ps. pullaria auf St. Thome einsammelte. 

Aus Angola von Catumbella im Lissaboner Museum. 

Layard giebt über das Vorkommen der Art südlich vom Wende- 
kreise des Steinbocks keinen Nachweis. Er erhielt sie nur aus dem 
Damaralande , aber niemals aus dem eigentlichen Capgebiete. 

Im Uebrigen ist Nichts über den niedlichen, in Museen noch 
ziemlich seltenen Vogel bekannt. Ebenso wenig kennen wir das Ju« 
gendkleid, obwohl vorausgesetzt werden darf, dass der junge Vogel, 
eben wie bei Ps. pullaria und den übrigen verwandten Arten, 
erheblich vom alten abweichen wird. Jedenfalls fehlt auch bei ihm 
die rothe Kopfzeichnung. 

(271.) 12. Psittaciila cana, (Graelin). — Der grauköpfige 
Zwergpapagei. 

Psittacuscanus, Gml., S. N. (1788) p. 380. — Saravoza, Flacc. 
Madag. (1661) p. 163. — Psittacula m adaga scariensis, 
Briss., Orn. IV (1760) p. 394 (descr. opt.) pl. XXX. fig. 2. — 
PI. enl. 791. fig. 2. — Grey headed Parrakeet, Lath., Syn. I. 
p. 315. — id., Gen. Hist. II. p. 269. — id., var. A. (5?). — id., 
Psitt. canus, Ind. Orn. p. 132. — Shaw, Nat. Mise. III 
pl. 425 (bon.). — Bechst., Kurze Ueb. p. 84. — Vieill., Enc. 
Meth. p. 1409. — Kühl, Consp. p. 62. — Voigt, Cuv. üebers. 
(1831) p. 746. — Psittacula cana, Lesson, Tr. d'Orn. 
p. 202. — Bourjot, Perr. t. 96 (J' ?). — Wagler, Mon. 
p. 625. — Psittacus poliocar, Forst, Descr. anim. (1844) 
p. 399. — Psittacula cana, G. R. Gray, Gen. of B. II. 
N°. 12. —id., List Psitt. (1859) p. 90. — Poliopsitta cana, 
Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 154. — id., Naum. 1856. — 
Hartl., Gab. J. f. Orn. (1860) p. 107. — Maillard, Not. sur File 
de la Reunion 1862. — Newton, Ibis (1863) p. 165 et 452. — 
id., (1865) p. 149. — id., Agapornis cana (1861) p. 273. — 
Psittacula madagascariensis, 0. Finsch, Nederl, Tijd- 

41* 



G44 PSITTACÜLA CANä. 

Schrift V. Dierk., Berigt. (1863) p. XIX. — Schleg., Mus. R 
B. Psilt. (1864) p. 72. — Poliopsitta cana, Sclat., Proc. 
Z. S. (1865) p. 854. 

Sadamata Latkan , bengalisch (ßlyth). — Coruck , Eingeborne Ma- 
dagascars (Gerard). 

Diagnosis: Kopf, Hals und Brust grau; Oberseite düster grün; 
Unterseite lebhaft gelbgrün ; Schwanz mit schwarzer Endbinde. 

Jung: noch ganz grün, aber eine schwarze Schwanzbinde. 

Capite, coUo pectoreque canis ; supra sordide viridis, subtus 
laete flavo- viridis, fascia apicali caudae nigra. 

Juv. tota viridis, fascia caudae nigra. 

Madagascar, Leidener Museum. ^ ad. Ganzer Kopf, Hals, Kehle, 
Kropf und Oberbrust hellgrau , die Basis der Federn gelblich. 
Alle übrigen oberen Theile grasgrün , etwas olivengrün ver- 
waschen und die Basis der Federn olivenbräunlich , aber Bürzel 
und obere Scliwanzdecken schön grasgrün. Schwingen an In- 
nenfahne und Spitze matt olivenbraun , ebenso ein ganz schma- 
ler Saum der Aussenfahne, auf der Unterseite nebst den gröss- 
ten unteren Flügeldecken matt fahlbraun. Die kleinen unteren 
Flügeldecken schwarz. Untere Brust, Seiten und alle übrigen 
unteren Theile lebhaft gelbgrün. Schwanzfedern grün , an Basis 
der Innenfahne gelb verwaschen , vor der Spitze mit breiter 
schwarzer Querbinde, der Endsaum daher grün, aber auf den 
2 mittelsten Federn schwarz. Schnabel hornfahl ; Füsse und 
Krallen hellhornbräunlich. Iris dunkelbraun (Zool. Garten zu 
Amsterdam). 

c? ad. von Isle de France (Sieber) im Berliner Museum, ganz ebenso. 

Junger Yogel (??) ebendaher (Berliner Museum), einfarbig grün, 
aber auf der Unterseite viel heller, gelbgrasgrün. Sehwanzbinde 
wie am alten Vogel. 

^ und $ im Bremer Museum von Madagascar (Collection Pollen). 
Beim ^ scheinen die Federenden der grauen Partien des Kopfes, 
Halses und auf Brust sehr sanft in's Lilagraue, im Gesicht in's 
Gelblichgraue. 

Ein jüngerer Vogel im Uebergange (Zool. Garten von London), war 



rSlTTACULA CANA. 645 

ebenfalls noch ganz grün , aber im Gesicht zeigten sich schon 
viele graue Federn. 

Diese leicht kenntliche Art wird zuerst von Brisson nach einem 
Exemplare Poivre's sehr gut beschrieben. 

Junge Individuen , welche ganz grün sind , könnten allenfalls 
mit Ps. passerina (jung) verwechselt werden, die schwarze 
Schwanzbinde unterscheidet sie aber leicht. Solche grüne Exemplare 
hat man bisher meist für ?? gehalten , ich habe jedoch Grund dies 
zu bezweifeln und nur jüngere Vögel in ihnen zu sehen, wie. mich 
ein lebendes Exemplar im Londoner Zool. Garten vollständig über- 
zeugte. 

Der grauköpfige Zwergpapagei ist ursprünglich wohl nur ein Be- 
wohner Madagascar's , hat sich aber durch Importation nach und 
nach auf einigen benachbarten Inseln eingebürgert. Zunächst brachte 
man ihn nach Mauritius , wo er nach Newton jetzt gemein ist. 
Nach Maillard auf Reunion und neuerdings von Newton auch auf 
Rodriguez wahrgenommen (Ibis. 1865. p. 149). Lesson beobachtete 
ihn bei Port Louis auf Mauritius. 

Baron von der Decken brachte diese Art auch von Mafia (Monfia), 
einer kleinen Insel südlich von Sansibar, heim. Es fragt sich indess 
ob der Yogel hier als ursprünglich oder eingeführt zu betrachten 
ist. Jedenfalls bleibt diese Localität , so hoch nördlich und so nahe 
dem afrikanischen Festlande, eine besonders interessante. 

Ps. cana lebt, wie die meisten ihrer Gattungsverwandten , ge- 
sellig in kleinen Flügen , und ist wenig scheu. Roch und Newton 
beobachteten die Art häufig an der Oslküste Madagascar's. In 
Tamatave bot man ihnen den Vogel zum Kauf an. 

Alljährlich werden viele nach Mauritius und von hier aus nach 
Europa geführt, wesshalb man diesen kleinen Papagei häufig lebend 
sieht. Er dauert sehr gut in der Gefangenschaft aus. 

Ueber sein Freileben und die Fortpflanzung wissen wir noch 
nichts. 



646 



PSITTACULA. 



•>3 o> e;T t{k 



a 



» -a o 

r. 2. ^ 



5? -? 






Qq U) 



O 

C: 3 



o 



t^ dq il a 



C: O. > ^ 

"— S^ CD C7^ 

Bcfi zL 



3 5 



— öS 
C: 



Ol? 



N 

c 

CD 



p: 



> 



c/a C: 2j 



ö" o^ 2. 



CB 



OT * ?r" to CT' 

C fD tH 2 f» 

013 B c '' •» 

-• »=: td 



Ef C: 












es 



C3; *Z 



3 ET 



5 £. 

^ ce 

-• P- -- 

" c er 



B 



CD 



CD 



CD ^ 2- "" 

tö" 2 B^ w 

w B CD O 



2 W 



O IM 

B^ C« C» 

-< 3. c 

fp Q. a 



3. ^ 
a 5 



- B - -|, t^ 

t3 «»cd Km 
c: n tr ir 5- 

B E g' sr ™ 
E-. p= 2, 

S- f ^ 

c £ 1 

2 s» 

F ew 



p CD 



s 2. 
q5" ■= 



CR lO 3 



r o 

S 3 

«-■ 13 

3 

<« g- 

e: SL 

cd tr 

S » 

w • 

C: 



3 2 



t3 



Ol 

o 

3 
» 

er 

« 



o 



u 
o- 

CD 

o 

CT- 

a 

O 
Od 



CO OB 

CB 

a 



a" 

o 

a 

P 

a- 
? 



n 



ü 

B 
O 



o 

!=- 

CD 

o 



t^ 

£ 

hi 






TS H «3 



3- 



wen eowCBOseoi— 'lo ^ 
^^ :;:;:;^^Oi es 

tOtOtOlOtOl-'l-'l-'tOt-' r#iS 



-jos--a-~50ai^co-a 



2 ^ i 



OXCHOOC»00050500000^ 



^ 



tSl^t^lf^OSWlt^t^ 





O 


o: 


CD 










cr 




& 


cy2 


"P 


a 


J-". 


P 


O: 


3 


3 


IS- 


IS 


CD 








cy 


3 


& 



vtcncoooeooosotsa: 



i^oTOAC^ooio^oa 



ÜI05*^"^"^050-^*^ 






tr* a P' >■ '^ ^ «, B 






^1 



g-12 B » :? . O 

^_, C5 1 ?r • — 

3 3 C _ 3 C. 3 (S- 

o L_i pu cd n rt- ^ Sa 

." ^ - B-. s; o 5 § X 

5^ tö 2 ff "^ "* * 

«2 2'=' 3- CMt-i 

cd32 «cDSr« 

a.£;3a-'tsi5:S5: 



&l 2 S 3 g 5- ^ 



•'1 



CA in 

«r CD 
3 c 



c 

CD 

c 

s 



rsiTTACüLA. 647 

In diese Unterabiheilung vereinigen wir die am meisten typischen 
Arten des Genus, denen desshalb auch im engeren Sinne der Name 
P s i 1 1 a c u 1 a verblieben ist. 

Sie schliessen sich im Habitus und den Hauptcharacteren ganz an 
die vorhergehenden afrikanischen Arten an, unterscheiden sich aber 
namentlich durch die Form der Schwanzfedern, die am Ende ver- 
schmälert spitz zulaufen. Der Schnabel trägt noch deutlicher als 
bei den afrikanischen Psittaculinen das Gepräge eines Chryso- 
tis-Schnabels und ist in der That nur ein getreues Abbild desselben 
in verkleinertem Maasse. Wie bei Chrysotis besitzt der Oberschna- 
bel vor der Spitze einen "schwachen Zahnausschnitt. Die Nasenlöcher 
sind, wenigstens an ihrer vorderen Hälfte, frei und auch ein schmaler 
nackter Augenkreis, welcher bei den afrikanischen Arten ganz fehlt, 
ist vorhanden. Die Flügelspitze ist meist halb so lang als der Ober- 
flügel. Von den Schwingen sind die ersten drei am längsten. Indess 
zeigt sich dies nicht immer bestimmt ausgesprochen , denn manchmal 
erscheint die erste , manchmal die zweite etwas länger. Bei jungen 
Vögeln ist die erste Schwinge fast regelmässig ansehnlich kürzer und 
nur so lang wie die 4^^ oder ö^e. Die sanfte Ausbuchtung an der 
Aussenfahne der 2ten — 4ten Schwinge, welche alle Psittaculinen 
besitzen , findet sich auch hier, meist zeigt aber auch noch , als Be- 
sonderheit, die erste Schwinge an Innenfahne eine sanfte Einbiegung 
wie bei Ps. conspicillata und coelestis, und bei Ps. passerina 
ist sie an alten und jungen Vögeln kurz vor dem Ende plötzlich stark 
eingeschnürt. 

Im Kolorit herrscht die grüne Färbung vor, an jüngeren und 
jungen Vögeln sogar ausschliessend. Bald aber erscheinen die blauen 
Partien , welche in vollkommenen Kleide den Bürzel und Hinter« 
rücken , die unteren Flügeldecken , den Flügelrand , die Deckfe- 
dern der V^^ und 2ten Schwingen , die Schwingen 2ter Ordnung 
und die letzten der Itei- Ordnung einnehmen. Man findet daher 
bis zum völlig ausgefärbten Vogel alle möglichen Uebergängskleider, 
die theilweis als eigene Arten betrachtet werden. Auch halten 
Einige die noch einfarbig grünen Vögel für ??, eine Ansicht die 
noch keineswegs bewiesen ist und sich jedenfalls noch als irrig 



648 rSITTACULA PASSERINA. 

herausstellen wird, denn alle Anzeichen sprechen nur eben da für, 
dass es Vögel im Jugendkleide sein werden. 

Der Schnabel ist bis auf eine Art mit schwarzem Oberschnabel 
(Sclateri) stets unicoior blass hornfahl oder weisslich. 

Im Uebrigen sind unsere Kenntnisse über diese Arten beinah eben 
so lückenhaft als über die vorhergehenden und reduciren sich auf 
sehr wenig. 

(272.) 15. Psittacula passerina, (Linne). — Der gewöhnliche 

Zivergpapagei, 

c? ad. 
Psittacus passerinus, Linne, S. N. (1767) p. 150 (cf jun.). — 
Tui-ete, Marcgr., Hist. Bras. Libr. IX. p. 206. — Psittacula 
brasiliensis uropygio cyaneo, Brisson, Orn. IV (1760) 
p. 548 (cf ad.). — Little blue and green Parrakeet, Latham , 
Syn. I, p. 319. — id.. Passerine Parrot, Gen. Hist. II. p. 273. — 
Psittacus passerinus, Gmelin , S. N. p. 342. — Latham, 
Ind. Orn. p. 153. — Bechst., Kurze Ueb. p. 85. — Enano 
Azar. Apunt. , Hist. nat. Parag. I (1803) p. 463. N°. 288. — 
id., Le Perroquet Nain , Edit. par Sonn. (1809) p. 78 (av. 
ad.). — Psittacus passerinus, Vieillot, Enc. Meth. 
p. 1409. — Prinz Max, Reise IL p. 541. — id., Beitr. (1826) 
p. 260 (d"). — Kühl, Consp. p. 58. — Voigt, Cuv., üebers. 
(1851) p. 745. — Hahn, Vög. aus As. etc. (1822) Liefr. XVII. 
t. 1 (bon.). — id., Orn. Atl. Pap. (1854) t. 8a. — Dubois , 
Orn. Gal. (1839) pl. 60. A. — Psittaculus passerinus, 
Spix, av. Bras. p. 58. tab. 55. lig. l (cT ad. opt.). — Thie- 
nemann , Fortpflanzg. des ges. Vög. (1852) p. 78. — Brehm, 
Mon. d. Pap. t. 52 (nach Spix). — Psittacula passerina, 
Lesson, Tr. d'Orn. p. 205. — Wagler, Mon. p. 617. — Aga- 
pornis cyanopterus, Swainson , Two, Cent, et a Quart. 
(1858) p. 320. — Psittacula passerina, gregaria et 
modesta, Lichtenst., Nomencl. av. (1854) p. 71. — Psitta- 
cus passerinus, Schomburgk , Reise III. p. 726. — Psit- 
tacula passerina, Bp., Rev. et Mag. Zoo). 1854. — id., 



rSITTACULA PASSERINA. 649 

Naum. 1856. — Souance , Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 156. — 
Psittacula passe rina, Burmeister, Syst. Ueb. II (1856) 
p. 197. _- G. R. Gray, Gen. of R. II. N°. 2. — id., List 
Psitt. (1859) p. 86. — Sclat., Cat. Am. B. p. 357. — Conu- 
rus passerinus, Schlegel, Dierentuin (1864) p. 81. — id., 
Psittaculus passerinus, Mus. P. R. Psitt, (1864) p. 80. — 
Psittacula passerina, Layard, B. of South Afrika (1867) 
p. 231. N°. 460. 

Jüngeres cf und üebergangskleid. Bürzel grün , zuweilen etwas 
blau; Schwingen 2fer Ordnung und ihre Deckfedern nebst un- 
teren Flügeldecken mehr oder weniger blau. 
Edward, Glean. vol. V (1758) t. 235 (fig. bon.). — Seligm., 
Samml. ausl. Vög. VII (1770) t. 22. — Perruche aux ailes 
bleues, Ruffbn , Hist. Ois. VI. p. 173. — Blue winged Parra- 
keet, Latham, Syn. I. p. 317. — id., Gen. Hist. II. p. 273. 
et var. A. — Psittacus cyanopterus, Rodd., Tabl. des 
PI. enl. d'Aub. p. 27. — Ps. capensis, Shaw, Nat. Mise. 
pl. 893. — Ps. passerinus, Kühl, Mon. p. 58 ($). — Hahn, 
Orn. Atl. Pap. t. 8 6. — Psittaculus passerinus, Spix , 
av. Bras. p. 38. t. 33. fig. 2. (?). — Rrehm , Mon. d. Pap. 
t. 32. — Conurus passerinus, Rourjot, Perr. t. 50 
((/ obere Fig.) — id., Con. gregarius, t. 49 [f^ untere 
Fig.). — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 748. — Agapornis 
guianensis, Sws., Two Cent, et a Quart., p. 320. — Psit- 
tacula passerina, Wagl., Mon. p. 617 (mas. jun). — Ps. 
gregarius, Schomb., Reise. III. p. 727. — Psittacula gui- 
anensis, Bp., Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., Naumannia. 
1856. — Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 156 (d"). — 
id., Icon. Perr. t. 39 (d^ obere Figur). — Psittacula cy- 
anoptera, G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 87. — Sclat., 
Cat. Am. ß. (1862) p. 357. — Psittaculus Sancti Tho- 
mae, Schlegel, Mus. P. R. Psitt. (1864) p. 31 (c^). — Psit- 
tacula cyanochlora, Natt., M. S. 

Jüngerer Vogel (oder ?). Ganz grün, ohne Rlau auf Bürzel und 
Flügeln. 



650 PSITTACüLA PASSERINA. 

Tui-tirica, Marcgr., Hist. Bras. Libr. IX. p. 206. — PJ. enl. 
455. fig. 1. s. n. petite Perruche au Cap de Bonne Esperance. — 
Psitt. capensis, Gml., S. N. p. 350. — Müll., S. N. Suppl. 
(1767) p. 80. — Latham, Ind. Orn. p. 132. — Bechst., Kurze 
üebers. p. 84. — Vieillot, Enc. Meth. p. 1404. — Yirescent 
Parrakeet, Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 274. — Psitta- 
cula passerina, Wagl., Mon, p. 617 ($). — Psittaculus 
gregarius, Spix , av. Brasj p. 59. t. 54. fig. 3 et 4. — 
Brehm, Mon. d. Pap. t. 34 (nach Spix). — Conurus xan- 
thopterigius, Bourj., t. 47 (rechts). — Psittacula viri- 
dissima, Lafresn., Rev. Zool. (1848) p. 172. — Ps. passe- 
rin us, Pr. Max, Beitr. (?). — Le Perroquet Nain, Azar. 
($). — Psittacula passerina, Souance , Rev. et Mag. 
Zool. (1856) p. 156. — Psittacula modesta, Gab. in 
Schomb., Reise. III (1848) p. 727. — Bp., Naum. 1856. — 
Gray , List Psitt. p. 87. 
Noch jüngerer Vogel , im ersten Kleide (nach Anderen das $). Ohne 
Blau auf Bürzel und Flügeln ; Stirn und Backen fast gelb. 
Psittacus St Thomae, Kühl, Consp. p. 58. — Psitta- 
culus xanthopterygiüs, Spix, av. Bras. p. 58. pl. 34. fig. 2 
($ nee ^). — Brehm , Mon. d. Pap. t. 53 ($) nach Spix. — 
Conurus gregarius, Bourj., Perr. t. 49 (2 obere Fig.). — 
id., C. passerinus, t. 50 (? untere Fig.). — Psittacula 
passerina, Wagl., Mon. p. 617 (av. hörn.). — Psittacula 
guianensis, Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 156. — 
id., Icon. Perr. t. 59 (? untere Fig.). — Psittacula chry- 
sogaster, Parzudaki, M. S. — Psittacula xanthopte- 
rygia, G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 87 (ex part.). — 
Psittaculus Sancti Thomae, Schleg., Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 51 (Ind. au premier plumage). 

Varietät: mit blauem Nackenflecke! 
Blue winged Parrakeet, var. B. Lath., Gen. Hist. II. p. 274. — 
? Petite Perruche de Tile de Lucon. Seconde espece. Sonn., 
Toy. ä la Nouv. Guinee (1776) p. 76. pl. 58 (obere Fig.). — 
Psittacus leucophthalmus, Scop., Delic. Flor, et Faun. 



PSITTACULA TASSERINA. 6Ö1 

p. 87. — Ps. Simplex, Kühl, Consp. p. 66 (ex Sonn.). — 
Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 747. — Wagl., Mon. p. 747 
(av. dub.). — Psittacula leucophthalma, G. R. Gray, 
Gen. B. IL N°. 24. — id., List Psitt. (1859) p. 91. 
Perikit oder Perikitto , im östlichen Brasilien (Pr. Max). — Niet-ne, 

botocudisch (Pr. Max). 
Diagnosis : (cT et $) alt. Schön grasgrün , Unterseite heller ; Eck- 
flügel, Deckfedern der l^en und 2ten Schwingen, die vier letzten 
Schwingen V^^' Ordnung und die sechs ersten Schwingen 2<^er 
Ordnung an Aussenfahne, Flügelrand , untere Flügeldecken und 
Bürzel schön kobaltblau. 

Jüngeres d". Bürzel grün, oder etwas blau; Deckfedern der l'en 
und 2ten Schwingen und die untere Flügeldecken mehr oder 
weniger blau. 

Jung (oder 2?). Ohne Blau und lebhafter grasgrün. 

Noch jünger (? ?). Unterseite lebhaft in's Gelbgrüne ; Vorderkopf 
und Backen ins Gelbe ziehend. Schnabel stets hornweisslich, 
selten der obere an Basis graubräunlich. 

c? et 2 ad. Laete prasina , subtus dilutior ; pteryllio tectricibus 
alarum majoribus mediisque pogonio remigum primorum 4 in- 
teriorum ac secundariorum 6 exteriorum externo , campterio 
tectricibus alarum inferioribus uropygioque laete cyaneis. 

Jun. uropygio viridi vel subcyaneo ; tectricibus alarum superiori- 
bus majoribus mediisque inferioribus magis minus cyaneis. 

Juv. cyaneo carens, laetius viridis vel subtus laete flavo-viridis ; 
sincipite genisque flavidis. Rostro albido-corneo. 
N°. 1. Brasilien (Leidener Museum), d" ad. Dunkelgrasgrün, untere 
Backen und die ganze Unterseite mehr gelbgrün , namentlich 
an den Seiten. Eckflügel, Deckfedern der Iten und 2ten Schwin- 
gen , die letzten vier Schwingen Iter Ordnung an Aussenfahne 
und die Schwingen S^er Ordnung, mit Aussnahme der zwei 
letzten, welche einfarbig grün sind, kleine Deckfedern längs 
Unterarm und Hand, unlere Flügeldecken, Achseln, Hinter- 
rücken und Bürzel schön kobaltblau. Schwingen V^^ Ordnung an 
Aussenfahne grün, auf Innenfahne schwärzlich, die der S^en Ord- 



652 PSITTACÜLA PASSERINA. 

nung am Ende schmal grün gelandet und an Innenfahne grau- 
schwarz gerandet. Die grössten unteren Deckfedern wie die 
übrige Schwingenunterseite düster apfelgrün , unter gewissen 
Licht meerblaulich ; Schwanz unterseits apfelgrün. Schnabel 
hellhornfahl , gegen die Spitze zu fast weiss ; Füsse und Kral- 
len hell fleischbräunlich. Schnabel im Leben blaulichweissgrau , 
Füsse graulich ; Iris graubraun (Prinz Max). 

N°. 2. Ganz ebenso cT ad. Brasilien (Sello) im Berliner Museum und 
ein alter Vogel von Bahia in Lawrence's CoUection. 

N°. 3. Ebenso ^ ad. Brasilien im Bremer Museum, nur auf den 
Bauchseiten lebhafter in's Grüngelbe und einige Federn am Hin- 
terkopfe mit schwach verwaschenen graublaulichen Endsäumen. 

N°. 4. Ein anderes t^ ad. (Brasilien) im Bremer Museum , zeigt 
diese graubläulichen Endsäume am Hinterkopfe deutlicher und 
hat den Schnabel an Basishälfte hornbräunlich. 
Etwas jüngere Vögel. Ps. cyanoptera, (Bodd.) Gray. — 
guianensis, Sws., Souance et Sclater. — cyanochlora, 
Natt. — Sancti Thomae, Schleg. — gregarius, Spii. 

N°. 5. cT Leidener Museum. Aehnelt ganz den beschriebenen alten 
Vögeln, aber; der Bürzel schön smaragdgrün, nicht blau, nur 
der Hinterrücken schwach blau angeflogen ; Deckfedern der 
Schwingen l^er Ordnung und die kleinen Flügeldecken unter- 
seits schön kobaltblau. Die Deckfedern der Schwingen 2ter 
Ordnung hellblau gespitzt und die Schwingen 2ter Ordnung an 
Aussenfahne blau gerandet, an Innenfahne schmutzig gelblich 
gesäumt. Schnabel hell hornfahl. 

N\ 6. Ebenso cT von Bahia (Sello) im Berliner Museum und 

N°. 7. cT aus Guiana (Schomburgk) im Berliner Museum, s. n. 
gregarius, Spix. 

N°. 8. Ein (/ aus Guiana im Bremer Museum ganz gleich; Bürzel 
und obere Schwanzdecken lebhaft smaragdgrün, nur die Deck- 
federn der Schwingen 2tci- Ordnung blau gespitzt und die unteren 
Flügeldecken schön kobaltblau ; Schnabel horngelblich. 

N°. 9. cT von Trinidad (Argent) in Sclater's CoUection s. n. guia- 
nensis, nicht im mindesten abweichend. 



PSITTACÜLA PASSERINA. 633 

N°. 10. (^ typische Exemplar von Ps, cyanochlora, Natt. (Forte 
do Rio branco) im Bremer Museum, zeigt ganz dieselbe Färbung; 
die Deckfedern der Schwingen 2ter Ordnung sind himmelblau, 
einige Deckfedern der l^en Schwingen und die untern Flügel- 
decken schön kobaltblau. Schnabel im Leben fleischfarben in's 
Weisse übergehend; Füsse bräunlichfleischfarben; Krallen braun- 
grau ; Augenkreis und Wachshaut graulichfleischfarben ; Iris 
rothbraun (Natt. handschriftl. Notizen). 
Ganz ähnlich ein Exemplar im Museum Kirchhoff: die Deckfedern 
der Schwingen 2tei- Ordnung und der Bürzel ganz hellblau; Deck- 
federn der Iten Schwingen und untere Flügeldecken dunkelblau. 

Obwohl man diese Färbungsstufe schon so oft und selbst in der 
Neuzeit wiederholt als besondere Art betrachtet hat , so zeigt es sich 
leicht, dass sie auf nicht völlig ausgefärbte Vögel bezogen werden 
muss. Solche Exemplare , welche ganz deutlich im Uebergange zum 
vollkommenen Kleide begriffen sind , finden sich häufig. 

Zum Beweise lasse ich die Beschreibung einiger Uebergangsklei- 
der folgen. 

N°. 11. cT Leidener Museum. Ganz wde die beschriebenen jüngeren 
Vögel, aber auf dem smaragdgrünen Bürzel spriessen einzelne 
blaue Federn (die noch halb im Kiel stecken) hervor, nur die 
Schwingen 2ter Ordnung sind blau, ihre Deckfedern blau gespitzt 
und die Deckfedern der Schwingen l^ei' Ordnung und die unte- 
ren Flügeldecken nebst Eckflügel grün. 
N°. 12. Ein cf (Venezuela) in Sclater's CoUection s. n. gulanen- 
sis hat auf der einen Seite fast alle unteren Flügeldecken, 
auf der andern nur einen Theil derselben kobaltblau ; auf der 
einen Seite sind alle Deckfedern der Iten Schwingen tiefblau , auf 
der andern nur wenige. Bürzel und obere Schwanzdecken grün. 
N°. 13. Ein Exemplar von Caracas im Bremer Museum hat nur 
wenige der unteren Flügeldecken blau, auf dem einen Flügel 
noch gar nichts Blaues, auf dem andern fast alle Deckfedern 
der Schwingen l^er Ordnung dunkelblau. 
N°. 14. § Brasilien in Sclater's CoUection, s. n. passerina hat 
nur auf der einen Seite einige blaue untere Flügeldecken. 



6154 PSITTACÜLA PASSERINA. 

Junge Vögel im ersten Kleide. Ps. Sancti Thomae, Kühl. — 

capensis, Gmelin. — viridissima, Lafr. 
Ohne Blau ; nur Hinterrücken und Bürzel lebhaft hell grasgrün ; 
Stirn zuweilen gelb. 

N°. 15. Type von St. Thomae, Kühl im Leidener Museum. Ein- 
farbig grasgrün , Schwingen und ihre Deckfedern etwas dunkler 
grün ; Schwingen an Innenfahne graulichschw^arz , unterseits 
graulichgelb ; Schwingen 2ter Ordnung an Basis der Innenfahne 
blassgelb ; Bürzel glänzend grasgrün. Alle unteren Theile nebst 
den unteren Flügeldecken viel heller grün als die Oberseite , 
auf Vorderkopf und Backen fast gelb. Schnabel hellhornfahl ; 
Füsse fleischbräunlich. 

Ebenso ein Exemplar ($) von Bahia (Collection Lawrence) aber auf 
Stirn und Zügeln nur lebhaft grüngelb. 

Ein anderes Exemplar von St. Martha (Collection Lawrence), zeigt 
den Stirnrand deutlich gelb und die Deckfedern der Schwingen 
jter Ordnung ziehen am Ende in's düstere Blaue. 

N°. 16 et 17. Ganz ebenso zwei $ von Guiana (Schomburgk) und 
Brasilien (Sello) im Berliner Museum, s. n. gregarius. 

N°. 18. $ von Trinidad (Argent) in Sclater's Collection, s. n. 
guianensis, nicht im mindesten verschieden. 

N°. 19. 2 von Caracas im Bremer Museum ganz grün, ohne den 
lebhaften gelben Ton auf Vorderkopf und Vfangen. Schnabel 
fast weiss. 

N°. 20. Ebenso ein $ von Demerara im Bremer Museum, nur der 
Stirnrand in's Gelbe ziehend. 

N°. 21. Ein $ aus Venezuela in Verreaux's Collection, s. n. viri- 
dissima ganz ebenso. 

N°. 22. ? Brasilien im Britisch-Museum, s. n. ehr ysogaster, 
Parzudaki, weicht nur dadurch etwas ab, dass die Federn 
der Bauchmitte einen verwaschenen gelben Fleck bilden ; auf 
dem Bürzel zeigen einige Federn bläuliche Endsäume. Ober- 
schnabel an Basishälfte graubräunlich. 

N°. 23. Type von Ps. modesta, Cab. (Guiana, Schomburgk) jetzt 
als Ps. passerina ? im Berliner Museum, unterscheidet sich 



PSITTACULA PASSEKINA. 655 

nur , dass der Obeischnabel hellbräunlich ist , wie sich dies 
auch bei manchen cf findet. 
Exemplare von Ouixos in Ecuador sind nach Sclater ganz wie die 
von Bogota. 

Die erheblichen Abweichungen in der Färbung nach dem Alter 
und die zahlreichen Uebergänge haben schon sehr frühe eine Zer- 
splitterung dieser Art in mehrere hervorgerufen. Es war daher 
mühselig und zeitraubend die zahllosen Beschreibungen richtig zu 
deuten und danach die Synonymie zu ordnen. 

Die Frage, ob unter Ps. passerina wirklich mehr als eine Art 
verborgen ist? lässt sich auch jetzt noch keineswegs entscheiden, 
und die Meinungen der Ornithologen sind darüber sehr getheiit. 
Von den meisten werden jedoch die jüngeren ^^ mit etwas blauen 
Hinterrücken, als eigene Art (cyanoptera, Boddaert, gregaria, 
Spix, guianensis, Swainson) betrachtet. Selbst Professor Schle- 
gel, der in der Annahme von Arten sehr scrupulös ist, führt solche 
jüngere cTcT und ?$ unter dem längst vergessenen Kuhl'schen Namen 
»Sancti Thomae" auf. Er characlerisirt sie »sehr ähnlich der 
passerina, aber viel heller, und im ersten Kleide an Stirn und 
Vorderkopf in's Gelbe ziehend." Indess sind diese Unterschiede in 
dem grünen Tone so wenig bestimmt dass es kaum möglich ist 
beide Arten danach sofort zu erkennen , namentlich im Jugend- 
kleide. 

Nachdem ich mehr als 50 Exemplare von Ps. passerina aus 
den verschiedensten Localitäten untersuchen konnte, musste ich zu 
der Ueberzeugung gelangen, dass wir nur eine Art annehmen können 
und dass die grünrückigen Individuen nur jüngere Vögel im Ueber- 
gänge sind, wie die Beschreibungen der Exemplare N°. 11 — 14 ge- 
nügend beweisen werden. Diese Ansicht erhält um so mehr Be- 
stättigung, als wir bei Ps. conspicillata und coelestis ganz 
ähnliche Uebergangskleider antreffen, die dann eben so gut zu be- 
sonderen Arten erhoben werden müssten. 

Leider liegen so wenig Beobachtungen über die Farbenverände- 
rungen bei dieser Art vor und die Angaben hierüber sind oft ganz 
entgegengesetzte. 



656 PSITTACÜLA PASSERINA. 

Nach Azara sind die grünen Individuen ?? , wogegen sie der Prinz 
zu Wied nur für jüngere Vögel erklärt, und cf und § im yollkom- 
menen Kleide nicht verschieden sein lässt. Da mir der Ausspruch des 
Prinzen sehr gewichtig erscheint , so führe ich die betreffende Stelle 
wörthch an: »das Weibchen zeigt nicht so schönes Blau als das cf, es 
ist jedoch bei alten Vögeln kein bedeutender Unterschied zu bemer- 
ken. Junger Vogel: man bemerkt im ersten Jahre durchaus noch 
keine blaue Federn , sondern der ganze Vogel ist grün ; allein die 
blaue Färbung erscheint bald und nimmt allmälig zu, auch ist das 
grüne Gefieder nicht so schön, glänzend und lebhaft." 

Einen neuen Beleg für die Richtigkeit dieser Angabe erhalte 
ich durch gütige Mittheilung von Professor Burmeister. Derselbe 
schreibt mir über die Art »bald mit blauem ünterrücken, bald ganz 
grün ; ein bestimmt als $ angegebenes Exemplar zeigte einen stark 
blauen ünterrücken." In gleicher Weise spricht sich übrigens Pro- 
fessor Burmeister schon früher aus, indem er zugleich die Exemplare 
mit grünen Rücken und weniger Blau auf den Flügeln für Jugend- 
zustände erklärt. Diese Ansicht wird durch eine Notiz Schomburgk's 
vollkommen bestättigt , indem er sagt : » auch mir scheint diese auf- 
gestellte Species (gregarius, Spix , cyanopterus, Bodd.) kei- 
neswegs sicher und nur der junge Vogel oder das $ der vorigen 
(passerina) zu sein, denn so oft ich mit einem Schusse mehrere 
derselben erlegte fanden sich unter der Beute einzelne mit Blau 
auf dem Rücken, andere ohne dasselbe." Zugleich spricht Schom- 
burgk auch seine Bedenken über Cabanis neue Art Ps. modesta 
aus, die er nur für einen jungen Vogel hält, wie dies auch wirklich 
der Fall ist. 

Durch die freundschaftliche Theilnahme des Herrn von Pelzeln 
in Wien erhielt ich auch genaue Auskunft der Natterer'schen Beob- 
achtungen hinsichtlich dieser F>age. Das Wiener Museum besitzt 14 
Stück (9 cfcf und ö $$) von Ps. passerina, alle von Natterer's 
eicrener Hand mit dem Geschlechte bezeichnet, woraus hervorgeht, 
dass die ganz grünen Vögel ?$ sind. Die noch nicht völlig ausgefärb- 
ten Exemplare betrachtet Natterer als eigene Art, cyanochlora. 
Obwohl das Wiener Museum von dieser Färbungsstufe 4 ^^ und 1 ?? 



PSITTACÜLA PASSERINA. 6S7 

besitzt, so kann ich mich aus den oben angeführten gewichtigen 
Gründen keineswegs zur Annahme dieser Species entschliessen , be- 
sonders nachdem ich selbst die typischen Exemplare von Natterer 
untersuchen konnte. 

Die Frage »ob die ?? stets einfarbig grün bleiben, oder alt 
wie die cfcT werden" ist daher als ziemlich gelöst zu betrachten. 
Fortgesetzte Untersuchungen an Ort und Stelle werden neue Be- 
stättigungen liefern. 

Ich schliesse mich daher den Ansichten des gründlichen Naturbeob- 
achters Prinzen zu Wied und Professor Burmeister's vollkommen an, 
nicht etwa weil ich andere Forscher wie z. B. einen Joh. Natterer 
für weniger zuverlässig halte, sondern weil ich durch meine eigenen. 
Untersuchungen zu der Ueberzeugung gelangte , dass das einfärbig- 
grüne Kleid wohl schwerlich ein bleibendes sein kann , indem man 
an den meisten Exemplaren in dieser Färbungsstufe mehr oder 
weniger Spuren, w^enn auch nur ganz schwach angedeutend, von 
Blau bemerkt. 

Die Notizen welche von Spix giebt sind gänzlich werthlos , da 
sie nur auf Vermuthungen beruhen und er selbst die Geschlechter 
nur fragend zu bezeichnen wagt, üeberhaupt hat von Spix , wie 
leider öfterers , zu den ärgsten Verwirrnissen Anlass gegeben , die 
selbst nachdem Wagler die Spix'schen Typen einer genauen Durch- 
sicht unterworfen, noch nicht ganz beseitigt schienen. 

Dank der Güte des Herrn Professor von Siebold in München 
erhielt ich über die noch vorhandenen Original-Exemplare von Spix 
im Münchener Museum , die ich neuerdings auch selbst untersuchen 
konnte, die genaueste Auskunft, und kann die Wagler'schen An- 
nahmen nur bestättigen. 

Von Ps. passerina und gregarius, Spix sind die Typen 
leider nicht mehr vorhanden, ebenso fehlt das Exemplar von Ps. 
xanthoptery gius ? (t. 34. fig. 2). Wagler, der es aber noch 
zu untersuchen Gelegenheit hatte , weist ihm sehr richtig als ? oder 
jüngeren Vögel (xanthoptery gius. t, 34. fig, 2) seinen Platz an, 
v^'omit auch von Siebold's Meinung ganz übereinstimmt. Dagegen 
ist das cT von x anthopt ery giu s (t. 34. fig. l) glücklicher Weise 

42 



6S8 PSITTACÜLA PASSERINA. 

noch vorhanden, und Avie schon Wagler angiebt, keineswegs eine 
Psittacula sondern ein noch nicht ganz vermausertes jüngeres 
Exemplar von Conurus (Aratinga) xanthopterus, Spix (t. 15 
flg. 2) , was allerdings beim Anblick der Tafeln in Verwunderung 
setzten kann. Ps. gregarius et xan thopt e rygius , Spix, 
dürfen daher als Species gestrichen werden, ebenso wie Ps. cya- 
noptera, Boddaert. 

Bourjot, der überhaupt meist nur Spix'sche Beschreibungen und 
Abbildungen in seinem grossen Werke copirt, wiederholt daher auch 
alle Irrlhümer, ebenso auch Chr. Brehm. 

Gray führt in seinem Cataloge noch die Ps. leucophthalma, 
.Scopoli an , welche auf Sonnerat's schlechter Abbildung beruht , in 
neuerer Zeit aber nicht mehr gefunden wurde und überhaupt in 
keiner Sammlung vorhanden ist. Abbildung und Beschreibung pas- 
sen jedoch sehr gut auf das $ unserer Art, obwohl sieh die Frage 
nie mehr mit Sicherheit feststellen lässt. Der Umstand, dass Son- 
nerat die Art unter seinen Vögeln von Lucon mit anführt , darf 
uns nicht sonderbar vorkommen, denn Sonnerat beschreibt bekannt- 
lich manche Vögel aus Amerika und Afrika als von dorther stammend. 
Man könnte daher diese fragliche Art höchstens als einen jungen 
Vogel irgend einer Coryllis ansehen, letztere haben aber immer die 
oberen Schwanzdecken roth und auf die junge Ps. lunulata passt 
die Abbildung der Schnabelform zu wenig. Es scheint mir daher am 
gerathensten dieser dubiösen Art hier einen Platz anzuweisen. Auch 
Professor Schlegel ist dieser Ansicht. 

Der blaurückige Zwergpapagei im östlichen Brasilien Perikit oder 
Perikitto benannt, ist über den grössten Theil Süd-Amerika's von 
Paraguay, Bolivia und dem südlichen Brasilien bis zum Busen von 
Darien und Trinidad verbreitet und findet sich nach Schomburgk 
(History of Barbados. 1848. p. 681) auch auf der Insel Barbados, 
hier als die einzige Papageienart. Ps. passerina gehört daher zu 
den gewöhnlichen Erscheinungen in der Vogelwelt Süd-Amerika's. 

Azara fand sie häufig in Paraguay, der Prinz zu Wied im Süden 
und Osten Brasiliens, am Belmonte und Parahyba , Schomburgk in 
grossen Flügen in den Küstenslrichen Guiana's. Natterer erhielt sie 



PSITTACULA PASSERINA. 6iJ9 

bei Sapitiba (Februar), Ypanema (Mai, August, December) , Santos 
(August), Joanna Leite (November), St, Antonio (Juli) und Forte do 
Rio branco (Mai, December), also im südlichen und nördlichen Bra- 
silien. Aus Venezuela und auf Trinidad ist sie durch Taylor nach- 
gewiesen , in Demerara durch Wilkens , im westlichen Neu Granada 
(Choco) durch Schott, und Michler fand sie am Busen von Darien 
(Cartagena), welches wohl die nördlichste Grenze der Verbreitung sein 
dürfte. Auch häufig in Neu Granada und nach Sclater in Ecuador, 
also auch im Westen. Professor Burmeister theilt mir auch von 
dieser Art eine bisher neue Localität mit. Er erhielt sie nämlich 
von St. Cruze de la Sierra in Bolivia. Nach Moritz käme sie auch 
auf der Nordküste von Porto Rico vor, was indess noch näher be- 
stättigt werden muss. 

Unnützer Weise nimmt Layard diese Art auf BufFon's Autorität 
hin mit unter die Vögel Süd-Afrikas auf, obwohl er selbst das Vor- 
kommen hier gänzlich bezweifelt. 

Ps. passerina lebt stets gesellig und bewohnt ebensowohl das 
Küsten waldgebiet als die Gebüsche der Campos, selbst in der Nähe 
menschlicher Ansiedelungen sieht man sie häufig. Sie nährt sich 
von allerlei Sämereien und liebt besonders den Samen des Tama- 
rindenbaumes. Burmeister vergleicht sie in ihrer Lebensweise mit 
Sperlingen. Wie diese sind sie fortwährend beschäftigt, und lassen 
ihre feine pfeiffende Stimme hören. Wird ein Flug aufgejagd, so 
soll das vereinte Geschrei und Gezwitscher besonders lebhaft an 
unsere Sperlinge erinnern. Ganz ähnlich sind die hüpschen Beob- 
achtungen welche Arthur Schott (Ausland. 1859. p. 830) über das 
Vorkommen des Zwergpapageis auf der Landenge von Choco in 
Neu-Granada giebt. 

Er sagt: ȟberall streicht der niedliche Zwergpapagei in grossen 
Flügen umher. Den Lärm welchen sie machen , wenn sie zusammen 
in einer dichtbelaubten Baumkrone einfallen, erinnerte mich an 
einen JHeerzug von Staaren. Ihr scharfes Geschrei machte einen 
Eindruck , als befände man sich in der Nähe einer Sensenschmiede." 
Leider sind die Nachrichten über das Brutgeschäft noch ziem- 
lich unvollständig. Nach Azara nistet Ps. passerina in Baum- 

42* 



B60 PSITTACULA SCLATERI. 

höhlen und legt 4 weisse Eier. Auch die verlassenen backofenför- 
migen Nesten des rothen Töpfervogels (Furnarius rufus) sollen 
mit Vorliebe als Nisthöhlen benutzt werden , eine Angabe die Bur- 
meister indess zu bezweifeln scheint , wenigstens konnte er sich nie 
selbst von der Richtigkeit überzeugen. 

Neuerdings erhielten wir durch Carl Euler einige Beobachtungen, 
die in der Umgebung von Cantagallo, Facendo do Bom Valle (22° 
s. Br.) in Süd-Brasilien gemacht wurden. Danach fällt die Legezeit 
bei Ps. passerin a in die Monate Februar, März und December. 
Am Iten März fanden sich 4 halbgrosse Junge in einer Nesthöhle. 
Am 14 Februar wurden bereits flügge Junge erlegt. Die gewöhn- 
liche Zahl der Eier dürfte 4 sein. Es scheint also, dass die Art 
jährlich 2 Brüten macht (J. f. Orn. 1867. p. 189 et 195). 

Wie von Sack in seiner Reise nach Surinam behauptet soll diese 
Art eine bedeutende Anzahl Eier legen , indess bedarf dies erst der 
näheren Bestättigung. 

Die Beschreibung des Eies bei Thienemann lautet: »es ist un- 
gleichhälftig, nach der Höhe stärker abfallend als nach der Basis und 
stumpf zugespitzt, 8'" lang, B*//" breit. Gewicht etwas über 2 Gran." 

Der Zwergpapagei ist in der Gefangenschaft ein äusserst zärtlicher 
VoCTel und selbst in seinem Vaterlande kann man ihn nur schwer 
und immer blos auf kurze Zeit im Käfig erhalten. Desshalb sieht 
man ihn auch fast nie bei uns lebend. Azara. erzählt indess einen 
Fall wo er ein Pärchen in der Gefangenschaft brüten sah , die 
Jungen kamen aber nicht aus , da das $ vorher starb. 

(275.) 14. Psittacula Sclateri, G. R. Gray. — Schief s 
Zwergpapagei. 

Psittacula Sclateri, G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 86 
(nole). — Psittacula sp. ?, Sclater, Proc. (1857) p. 19. — 
Psittacula melanorrhyncha, Natt., M. S. — Psittacu- 
lus Sclateri, Schi., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 32. — *^ig. 0. 

Diagnosis: J". Aehnlich Ps. passerina, aber viel dunkler gras- 
grün, oberseits in's Olivengrüne; Oberschnabel schwarz, der 
untere weiss. 



FSITTACULA SCLATERI. 661 

Jung (vel §?). Einfarbig grün, nur der Bürzel lebhafter; Ober- 
schnabel dunkelbraun. Füsse dunkelhornbraun; Krallen schwarz. 
Ps. passerinae similis , at multo obscurius prasina ; supra in 
olivaceo-viride vergens ; maxilla nigra , mandibula alba. 
Juv. (vel ? ?) viridis unicolor ; uropygio solo laetiore ; maxilla 
obscure fusca. 
Rio Yavarri, Type von Gray im Britisch-Museum. ^ ad. Ganze Ober- 
und Unterseite dunkelgrasgrün , auf Mantel , Deckfedern und 
besonders den Brustseiten olivenfarben angeflogen , Stirn , vor- 
dere Backen und Kinn heller grün , aber ohne gelblichen Ton. 
Deckfedern der Schwingen Iter und 2ter Ordnung, Eckflügel, 
die 4 letzten Schwingen Iter Ordnung, die Schwingen 2ter Ord- 
nung (mit Ausnahme der 2 letzten einfarbig grünen) , kleine 
Flügeldecken längs Unterarm , unterseits auf Flügel und Achsel- 
federn, Hinterrücken und Bürzel tief kobaltblau. Die Schwin- 
gen Iter Ordnung grün gesäumt, an Innenfahne düster blau, 
mit schwärzlichem Rande. Schwingen und die grössten Deck- 
federn unterseits meerblau, der Schwanz apfelgrün. Ober- 
schnabel hornschwarz, an den Rändern fahler, der Unterschna- 
bel hornweissfahl. Füsse dunkelhornbraun , Krallen schwarz. 
Jung (vel $), Quito, Leidener Museum. Dunkelgrasgrün, auf Bür- 
zel lebhaft gelbgrün; Vorderkopf, Backen, Kinn und Kehle 
gelbgrün, die übrigen unteren Theile nebst den unteren Flü- 
geldecken heller grün als die Oberseite. Schwingen unterseits 
und an Innenfahne mattschwarz. Schwanz unterseits apfelgrün. 
Oberschnabel dunkelhornbraun , der untere hornweiss. Füsse 
dunkelhornbraun, Krallen schwarz. 
Diese interessante Art steht der Ps. passerina am nächsten , mit 
der sie in Vertheilung des Blau vollkommen übereinstimmt, ist aber 
viel dunkler grün gefärbt und sogleich an der dunklen Schnabel- und 
Fussfärbung kenntlich. 

Schon der hochverdiente Joh. Natterer erkannte diese Art als neu 
und benannte sie sehr passend. Er sammelte sie bei Ypanema (Mai), 
Marabitanas (Januar) und Cochoeira das Pederneiras (im October) 
im südlichen und nördlichen West-Brasilien, Neuerdings wurde sie 



662 PSITTACULA CYANOPYGA. 

erst wieder durch Bates am obern Amazonas, Rio Yavarri, auf- 
gefunden. Das Leidener Museum besitzt Exemplare von Quito in 
Ecuador durch Frank. Bartlett sammelte diese Art neuerdings bei 
Sarayacu am Ucayali in Peru (Proc. 1866. p. 197). 

üeber die Lebensweise dieser selbst in Museen noch sehr seltenen 
Art fehlen alle Nachrichten. 

(274.) 15. Psittacula cyanopyga, Souance. — Der Zivergpapagei 
mit türkisblauem Bürzel. 

Psittacula cyanopygia, Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) 
p. 157. — id., Icon. Perr. t. 42 (J' $ fig. bon.). — Bp., Rev. 
et Mag. Zool. 1854. — id., Naum. 1856. — Gray, List Psitt. 
(1859) p. 86. — Psittaculus cyanopygius, Schleg., Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p. 33. 

Diagnosis : Allgemeine "Vertheilung der Farben wie bei Ps. passe- 
rina, aber grösser und viel heller grün, die blauen Theile 
nicht dunkel kobaltblau, sondern hell lasurblau. 
Coloribus distributis Ps. passerinae simillima; at major multoque 
dilutius viridis; partibus designatis nequaequam obscure cyaneis, 
sed laete azureis. 

Leidener Museum, cf ad. Lebhaft grasgrün ; auf Stirn , Backen 
und der ganze Unterseite heller, indess ohne gelbgrünen 
Ton. Mittel- und Hinterrücken , Bürzel , die kleinen Flügel- 
decken unterseits und die Deckfedern der Schwingen Iter und 
2ter Ordnung schön lasurblau (türkisblau). Schwingen Iter 
Ordnung an Basis und die Schwingen 2tei- Ordnnng hell berli- 
nerblau , etwas meergrün verwaschen. Die vier ersten Schwin- 
gen 2ter Ordnung nur am Ende der Aussenfahne grün gesäumt. 
Alle Schwingen an Innenfahne schwärzlich gerandet, unterseits 
ebenso wie die Schwanzunterseite meerblau. Schnabel horn- 
weissgrau; Füsse graubräunlich. Nach Souance sind Schnabel 
und Füsse schwärzlich. 

Ganz ebenso ein Exemplar aus Bolivia (Bridges) im Britisch-Museum. 
Eine sehr characteristische Art; an der hellgrünen Färbung und 

dem schönen Türkisblau der bei Ps. passerina dunkelkobalt- 



PSITTACÜLA CONSPICILLATA. 665 

blauen Theile leicht zu unterscheiden , überdies auch etwas grösser. 

Souance giebt zuerst eine kurze Diagnose der Art nach einem 
Exemplare der Collection Massena , indess ohne Angabe des Vater- 
landes. Das Britisch-Museum erhielt sie durch Bridges aus Bolivia, 
der einzigen sicher bekannten Localität. Ein ziemlich beschädigtes 
Exemplar im Leidener Museum , angeblich vom oberen Amazo- 
nas herstammend , wird im Cataloge von Bolivia angeführt. Indess 
dürfte die Art wirklich am oberen Amazonas vorkommen, denn 
ein von Bates hier gesammeltes Exemplar, welches in den Proceed. 
(1857. p. 266) als Psittacula? angeführt wird, soll sich auf diese 
Species beziehen. 

Ohne Zweifel die seltenste Art in der kleinen Gruppe südamerika- 
nischer Psittaculinen. 

Ueber die Lebensweise fehlen alle Nachrichten. 

(275.) 16. Psittacula conspiclUata i), Lafr. — Der Zwergpapagei 
mit blauem Augenringe. 

Psittacula conspicillata, Lafresn., Rev. et Mag. Zool. (1848) 
p. 172. — Bp., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — 
Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 156. — id., Icon. Perr. 
t. 41 ((/ $ bon.). — G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 86. 
sp. 4. — Sclater, Cat. Am. B. (1862) p. 357. ~ Psittacus 
cyanopis, Licht., Nomencl. av. (1854) p. 71. — Psittacu- 
lus conspicillatus, Schi., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 32. — 
Psittacula orbitula, Reichb., in Schaufuss Catal. 1862. 

Diagnosis : Grün; unterseits mehr graugrün; Deckfedern der l^en 
und 2ten Schwingen, untere Flügeldecken, Schwingen 2ter Ord- 
nung, Hinterrücken und Bürzel sowie ein Ring um's Auge 
schön kobaltblau. 
Jung. Ohne Blau ; einfarbig grün , aber Hinterriicken , Bürzel 
und Ring um's Auge lebhaft dunkel smaragdgrün. Schnabel 
und Füsse horngelblichfahl. 
Viridis , subtus paululum grisescens ; tectricibus alarum superi- 



1) Von Conspicillum, Brille, daher ein Wort aus jüngerer Zeit, 



664 PSITTACÜLA CONSPICILLATA. 

oribus majoribus mediisque, bis inferioribus, remigibus secun- 
dariis, tergo, uropygio necnon annulo orbital! cyaneis. 
Juv. coeruleo carens, viridis unicolor ; at tergo , uropygio annu- 
loque orbitali smaragdinis. Rostro pedibusque subgilvo-corneis. 

Bogota (van Lansbergen) , Leidener Museum. ^ ad. Stirn, Ober- 
kopf und Backen , Flügel und Schwanz dunkelgrasgrün ; 
Hinterkopf, Rücken , Schultern und Flügeldecken schmutzig 
dunkelgrasgrün, etwas ins Olivene, die übrige Unterseite grau- 
grün verwaschen. Deckfedern der Iten und 2*6" Schwingen , 
Schwingen 2ter Ordnung, ausser den 5 letzten einfarbig grünen, 
die letzten 3 — 4 Schwingen Iter Ordnung an Aussenfahne, die 
kleinen Deckfedern längs Unterarm und auf Flügelunterseite, 
Achsel,. Hinterrücken und Bürzel tief kobaltblau, ein schmaler 
Ring um's Auge etwas hellerblau. Schwingen l^er Ordnung 
an Aussenfahne grün, an Innenfahne schwärzlich. Schwingen 
und die grössten Deckfedern unterseits grünlichmeerblau , der 
Schwanz unterseits düster grün. Schnabel hornfahl, an Spit- 
zenhälfte hornweiss. Füsse horngelblichfleischfarben. 

Ebenso ein ^ von Neu-Granada im Bremer Museum. 

Ebenso ein </ "vom Rio Napo , Ecuador in Lawrence's CoUection. 

Jüngeres ^ (Columbien) im Bremer Museum. Im Allgemeinen wie 
der alte Vogel , aber das Grün nicht so dunkel und namentlich 
am Kopfe und der Unterseite heller ; die blauen Partien viel 
heller, nicht kobaltblau sondern berlinerblau; nur der hintere 
Augenrand blau umsäumt. Die Deckfedern der Iten Schwingen 
noch grün. 

Ein noch jüngeres Exemplar von Neu-Granada im Bremer Museum 
zeigt deutlich ein Uebergangskleid : die grüne Färbung ist be- 
deutend heller, namentlich fehlt der olivengrüne Ton der Ober- 
seite ganz, und die Unterseite zieht mehr in's Gelbgrüne. Die 
unteren Flügeldecken und der Flügelrand sind noch grün, die 
Deckfedern der Schwingen 2tcr Ordnung ganz schwach blaulich 
verwaschen ; nur die Deckfedern der Schwingen Iter Ordnung 
und die Schwingen 2tcr Ordnung sind dunkelblau. Hinter- 
rücken und Bürzel sind grünlichblau, mit einzelnen tiefblauen 



PSITTACÜLA COJSSPICILLAl'A. 665 

Federn, die aus den Kielen hervorspriessen. Nur auf der einen 
Seite befinden sich am oberen Augenrande einige blaue Fe- 
derchen. Oberschnabel an Basishälfte hornbraun. 
Ganz ähnlich ein Exemplar im Leidener Museum , welches ebenfalls 

deutlich ein Uebergangskleid trägt. 
Ein Exemplar vom Rio Napo (Lawrence's Colleclion) ist ebenfalls 
theilweis noch im Uebergange begriffen. Die Oberseite dunkler 
grün als am alten Vogel, die untere heller, namentlich ohne 
den graugrünen Anflug, Schwingen blau wie am alten Yogel , 
aber die unteren Flügeldecken grün , nur an Basishälfte theil- 
weis blau ; die Bürzelfedern ebenfalls nur an Basis blau. Um 
die Augen keine Spur von Blau , dagegen ist der Augenkreis 
lebhaft smaragdgrün gefärbt. 
Junger Vogel , Leidener Museum. Schön hellgrasgrün , besonders 
an Stirn und Backen ; Hinterkopf und Nacken etwas grünlichgrau 
angeflogen ; Bürzel und schmaler Ring um's Auge lebhaft dun- 
kel smaragdgrün. Deckfedern der Schwingen l^er und 2ter Ord- 
nung schwach meerblau angeflogen. Die unteren Flügeldeck- 
federn grün, aber einige derselben tiefblau. 
Junger Vogel (oder ? ?) , Neu-Granada im Bremer Museum. Ganz 
ohne Blau ; lebhaft grasgrün , namentlich auf der Unterseite , 
dagegen Hinterhals, Mantel und Schultern schmutzig olivengrün, 
wie am alten Vogel ; Hinterrücken , Bürzel und schmaler Ring 
um's Auge lebhaft smaragdgrün. Schwingen und ihre Deckfedern 
grün ; nur die Deckfedern der Schwingen Itei' Ordnung ganz 
schwach blaulich angehaucht. 
So leicht es auch ist diese Art alt und selbst noch im jüngeren 
Kleide zu unterscheiden, sobald nur eben noch die Spur eines blauen 
Augenringes vorhanden sind, so schwierig wird es die Jungen im ersten 
Kleide sofort zu erkennen, da sie leicht mit denen von Ps. pas se- 
il na verwechselt werden können. Nach sorgfältiger und genauer 
Untersuchung habe ich indess gefunden , dass dies nicht möglich ist, 
wenn man die Färbung des Bürzels im Auge behält. Dagegen bietet 
das Grün der übrigen Körpertheile kein bestimmtes Kennzeichen j 
da es iheils nach dem Aller, theils individuell variirt, 



666 PSITTACULA COELESTIS, 

Bürzel und Hinterrücken sind bei der jungen Ps. conspicillata 
stets prachtvoll dunkelsmaragdgrün gefärbt, ebenso ein schmaler Ring 
um's Auge , der dem schön blauen beim alten Vogel entspricht , 
während diese Theile bei Ps. passerina eine lebhaft gelbgrüne 
Färbung besitzen. 

Nach dem Alter finden sich übrigens dieselben üebergänge, hin- 
sichtlich der Vertheilung des Blau, wie bei Ps. passerina, was 
mich zu dem Glauben veranlasst , das cT und ? im vollkommenen 
Kleide w^ohl kaum verschieden sein werden und dass die grünen 
Vögel nur junge sind. 

Das Leidener Museum scheint diese Art zuerst erhalten zu haben, 
durch Herrn Consul van Lansbergen , der von Bogota so viele seltene 
und neue Vögel einsandte. 

Ausser Neu- Granada dürfte sich die Verbreitung nördlich nur 
bis Nicaragua erstrecken, von woher das Britisch-Museum Exem- 
plare besitzt. In Guiana und dem nördlichen Brasilien ist die Art 
bis jetzt noch nicht wahrgenommen. Am häufigsten findet man sie 
unter Vogelsendungen aus Bogota. In Museen daher weiter keine 
Seltenheit. 

Ueber die Lebensweise und das Brutgeschäft fehlen alle Nach- 
richten. 

(276.) -17. Psittacula coelestis, (Lesson). — Der Zwergpapagei 
mit blauem Schläfenstriche. 

Agapornis coelestis, Lesson, Echo du Monde savant (1844) 
t. 2. — id., Descr. de Mammif. et d'Oiseaux (1847) p. 198. — 
Psittacula coelestis, Bp., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., 
Naum. 1836. — Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 157. — 
id., Icon. Perr. t. 40 (J' $ fig. opt.). — Sclat., Proc. Z. S. (1860) 
p. 287. — id., Cat. Am. B. (1862) p. 357. — Gray, List 
Psitt. (1859) p. 86. — Psittaculus coelestis, Schlegel, 
Mus. P. B. (1864) p. 32. 

Vivina, in Ecuador (Fräser). 

Diagnosis : Kopf und Unterseite lebhaft gelbgrün ; Rücken und Flü- 
geldecken olivengrüngrau; Deckfedern der Itcn und 2ten Schwin- 



PSIIIACÜLA COELESTIS. 



667 



gen , untere Flügeldecken und Flügelrand , Schwingen 2ter Ord- 
nung, Hinterrücken und Bürzel kobaltblau; ein Strich an den 
Schläfen heller blau. 
Jung. Gelbgrün ; Bürzel schön smaragdgrün ; ein grünbläulicher 
Strich an den Schläfen. 

Capite latereque inferiore flavo-viridibus ; dorso tectricibusque 
alarum olivaceo-viride-griseis ; his et majoribus et mediis necnon 
inferioribus , campterio , remigibus secundariis , tergo uropygio- 
que cyaneis , Stria temporali dilutiore. 
Juv. flavo-\iridis ; uropygio laete smaragdino ; Stria temporali vi- 
ridulo-cyanea. 

Ecuador (Guajaquil) Leidener Museum. ^ ad. Oberkopf, Backen 
und Unterseite schön gelbgrün , längs den Seiten blass grün- 
lichgrau verwaschen. Nacken und Hinterhals graugrünlich 
blass mit Hellblau verwaschen. Mantel , Schultern und Flügel- 

, decken bräunlich olivengrüngrau. Schwingen und Schwanz 
dunkelgrasgrün. Eckllügel, Flügelrand, Deckfedern der Schwin- 
gen Iter und 2ter Ordnung, Schwingen 2ter Ordnung, die 
letzten der Iten Ordnung an Basis der Aussenfahne, Achseln und 
kleine Deckfedern auf Unterseite des Flügels , Hinterrücken 
und Bürzel dunkelfcobaltblau, ein schmaler, länglicher Strich an 
den Schläfen, vom hinteren Augenrande an, heller blau. Schwin- 
gen 2ter Ordnug am Endrande der Aussenfahne schmal blassgrün 
gesäumt, ebenso die Deckfedern des Iten und 2ten Schwingen am 
Ende. Die ersten drei Schwingen Iter Ordnung an Innenfahne 
schwärzlich, die übrigen blaulich. Schwingen unterseits grün- 
lichblau, der Schwanz unterseits grün. Schnabel hornfahl, an 
der Spitzenhälfte hornweiss. Füsse und Krallen horngelblich. Im 
Leben sind diese Theile blass fleischfarben (Fräser). 

Ein {/ von Columbien im Bremer Museum zeigt theilweis noch 
einen Uebergang, da einzelne der l^en und 2ten Flügeldecken 
noch grün sind ; die unteren Flügeldecken theilweis noch mit 
Grün gemischt. 

Junger Vogel (angeblich von Chile) im Leidener Museum. Schön 
gelbgrün, im Nacken mit graugrünlichem Tone angeflogen, nur 



668 PSITTACüLA COELESTIS. 

ein verwischter bläulicher Schläfenstreif; Rücken und Flügel- 
decken dunkler grasgrün und ganz schwach olivengrün ver- 
waschen. Schwingen und Schwanz dunkler grasgrün. Bürzel 
schön smaragdgrün. Schwingen an Innenfahne schwärzlich. 
Füsse und Schnabel wie beim J*. 
Ebenso ein junges $ von Guajaquil in Verreaux's Collection , mit 

grünlichblauem verwaschenen Schläfenstriche. 
Ebenso jüngere und alte Vögel (durch von Warcsewitz) aus Peru 
im Museum Heine. 
Im vollkommenen Kleide ist eine Verwechselung dieser Art mit 
einer anderen gar nicht möglich: die eigenthümliche Rückenfärbung 
und der blaue Strich an den Schläfen sind zu characteristisch. Jung, 
d. h. noch einfarbig grün , ähnelt sie aber sehr der vorhergehenden 
Art (conspicillata), namentlich wegen dem smaragdgrünen Bürzel; 
unterscheidet sich jedoch stets durch den, wenn auch zuweilen nur 
schwach angedeuteten, blaulichen Schläfenstrich. 

Ps. coelestis findet sich längs der Westküste Amerikas von Peru 
und Ecuador bis ins südliche Guatemala , vonwoher das Britisch- 
Museum Exemplare durch Wilson besitzt. Besonders häufig in der 
Umgebung von Guajaquil , wo sie von Lesson und Fräser beobachtet 
wurde. Letzterer fand sie auch bei Babahoyo. In Peru durch von 
Warcsewitz nachgewiesen , scheint hier aber selten , denn von Tschudi 
erwähnt die Art nicht. Sie lebt in kleinen Flügen, ist überall ge- 
mein und nährt sich von Sämereien , dass ist alles was wir über die 
Lebensweise durch Fräser erfahren. 

Professor Schlegel führt im Catalog des Leidener Museum Exem- 
plare aus Chile an , freilich ohne Angabe des Reisenden. Offenbar 
liegt hier nur eine irrlhümliche Händlerangabe zu Grunde, denn 
vergebens habe ich mich bemüht etwas Bestimmtes hierüber aufzu- 
finden. Weder Bridges noch King erwähnen eine Psittacula- 
Art aus Chile, ebenso wenig die neueren Berichten von von Boeck, 
von Bibra , Philippi und Landbeck. 

Einstweilen wird daher wohl der Verbreitungskreis von Ps, coe- 
lestis mehr beschränkt werden müssen. 



PSITTACULA COELESTIS. 



669 



rt 


n 


CA 


o 


-<! 


O 


B 


a 


Bl 


►ö 


o 


CB 


2. 


^ 


T!_ 



s. r « in 



1^ s 



Mt«tOI-ih-ii-'l-'l-> ^ 

03H-ioa>05enttooeo--aCT(t»to»-'o 

-.^^^•»-.-. — ^ — ■--•^•~^-~~-. — -.~ — — — ^. 

|_J |_j|_Ji_i)_l|_Jlf>.WI-'l-'l— 1|— iH-' eOl— 'I— 'h-'h-'l— ' Mh-' (jq 

O :;»-i:;i-'o;ii— 'ii— 'oo ::5i— 't-'h-'O ^~ m^ 

i M ?; r/> 



fB 3! S 

t-S < CO 






V^ 1^ c;i W CO tf^ 



)£>. Cn ){;>. 1^ Cn |{^ )f>. 





tJ-Cß 




g^^^ 




CD ö 








P rr- 




B n> 



C5 OS -^ C C" o> 



05 OJ Ol W CT »t »l 



- ::.^ ::^ N 5^ t> 






s'C>iiC>s°s" bO^Oso- Q^+0+0+040-K3 Q^Q^ 



s 


B3 » 




? B 


83 




o^ eu 




^ 


O' 


s 




5Ö 


Cd • 


' 


n o 


o 




w 


^B 










B3 

c 


II 


1:3 
o 


Ei 


S 








sr B- 










CD oa 














cT 


3 5: 

B J? 


et) 
C5 

o' 


B bd 

S M 
CD 


CD 

B 
CO 


o 
p 


^ ? 


3 


<1 3 


a 


-0 


B B 


-«1 




B 

CD 

B 



S s s i 

S 3 3 S 



■H H ?> ö 



-s <! 2. S 



<! s e- 



5t O B 
CD ri 5 



S '^ » 



3 3 



w n 






2. w 

3 CD 

,^ 3 

CO 

CD B 

2. » 

• B 

<1 3 



n 2 



£L B 

B g 



CD * 

^ ß r^ 

CO 

ST' O • 

H ^ '^ 

B- - B 

O B 

3 n O 

SB" 

B — jj- 

" S o 

2 «5 3 

B CD ™ 

s e; 3 

,_j CO "J 

ß a 



B B _ 

o. a. H 






r öS w ri 

CD *^ CD CO 

S* ™ 2^ B' 

t^ B b; ft- 

CD P N^ CD 



a B 

B s 



c? F S 3 



3 § 



670 PSITTACULA.. 



Diagnostischer Schlüssel zu Psittacula. 

IV. Arten mit fast geradem, zweifarbigen Schwänze, dessen Federn 
am Ende breit abgerundet sind; Nasenlöcher mit aufge- 
triebenen Rändern. 
(Genus Urochroma et Pyrrhulopsis bei Bonaparte). 

18. stictoptera, Sclater. Grün; obere Flügeldecken umbrabraun. 

19. surda, Illiger. Stirnrand und um's Ä.uge ockergelblicb, Schwanzfe- 

dern gelbbraun mit schwarzem, jung mit grünem 
Endsaume. 

20. melanonota, Licht. Mantel und Schultern dunkelbraun; Schwanz an Ba- 

sishälfte roth. 

21. cingulata, Scop. Rücken und Bürzel dunkelbraun; Schwanz purpurlila. 

22. pur pu rata, Gmelin. Schultern braunschwarz; Schwanz purpurroth mit 

schwarzem, jung mit grünem Endsaume. 

23. Hueti, Temminck. Stirn schwarz; untere Flügeldecken roth. 

Diese 6 amerikanischen Arten bilden eine Unterabtheilung , die 
einige Abweichungen von der vorigen bietet, und daher zum eigenen 
Genus Urochroma erhoben wurde. 

Diese Abweichungen beschränken sich indess nur auf eine geringe 
Yerschiedenheit in der Form des Schnabels , der Nasenlöcher und 
der Schwanzfedern ; im Allgemeinen sind auch die Arten etwas kräf- 
tiger gebaut. 

Zeigte sich bei der vorigen Unterabtheilung der Schnabel ganz 
nach dem Muster von Chrysotis gebildet, so erblicken wir hier 
den Pionias-Schnabel als Grundform. Er ist nämlich mehr seit- 
lich zusammengedrückt, daher auf der Firste kantiger, aber der 
deutliche Zahnausschnitt im Oberkiefer fehlt, und man bemerkt nur 
eine ganz schwach angedeutete Ausbuchtung. Der Unterschnabel 
ist meist nicht höher als. der obere. 

Die Nasenlöcher liegen in einer breiten Wachshaut mit wulstig er- 
habenen Rändern, und weichen dadurch von denen der übrigen Psit- 
tacula-Arten ab, auch findet sich der grosse nackte Augenkreis in 
dem ganzen Genus ausserdem nur bei Ps. Desmaresti wieder. 

In der Schwingenbildung zeigt sich nichts Bemerkenswerthes , 
vielmehr ganz dieselben Verhältnisse wie bei den übrigen Arten. 



PSITTACULA STICTOPTERA. 671 

Die ersten drei Schwingen sind die längsten , davon aber die erste 
meist etwas iiürzer , und an der Aussenfahne der l^en bis 4*en 
Schwinge bemerkt man einen sanften Ausschnitt , während ein 
solcher an der Irinenfahne ganz fehlt. So fand ich es wenigstens 
bei Ps. surda, melanonota, purpurata und Hueti. 

Die Flügelspitze zeichnet sich durch ihre Länge aus, indem sie 
meist noch länger als die Hälfte des Oberflügels oder so lang als 
Schwanz ist, und die Flügel überragen daher meist noch das 
Schwanzende. 

Der Schwanz besteht aus ziemlich breiten, am Ende zugerundeten 
Federn , ist meist kürzer als die Hälfte des Flügels und am Ende fast 
ganz gerade. Merkwürdig sind auch die Schwanzdeckfedern, welche 
unterseits das Schwanzende überragen , oberseits aber eine eigen- 
thümliche Bildung besitzen, indem die längsten derselben sehr breit 
sind, mit abgerundeten Enden, und dadurch den mittelsten Schwanz- 
federn ausserordentlich ähnlich werden. 

In den Färbungsverhältnissen ist für diese Unterabtheilung das Braun 
auf Schultern und Rücken eigenthümlich , besonders aber die bunte 
Schwanzfärbung, welche an die der afrikanischen Arten erinnert, 
nur mit dem Unterschiede, dass jene eine schwarze Querbinde be- 
sitzen, diese aber meist nur einen solchen Endsaum, der bei jünge- 
ren Vögeln meist noch grün ist. Indess fehlen hinsichtlich der Ju- 
gendzustände bestimmte Nachrichten , ebenso über Lebensweise und 
Fortpflanzung. 

(277.) i8. Psittacula stictoptera, (Sclater). — Der braunflügelige 

Zwergpapagei. 

Urochroma stictoptera, Sclater, Proc. Z. S. (1862) p. 112. 
pl. XI (fig. opt.). — id., Cat. Am. B. (1862) p. 357. 

Diagnosis : Schön grasgrün , unterseits heller ; die oberen Flügel- 
decken schön umbrabraun ; Schnabel horngelblich. 
Laete prasina , subtus dilutior ; tectricibus alarum superioribus 
laete brunneis ; rostro flavido-corneo. 

Bogota (Type in Sclater's Museum). Schön grasgrün, auf der Unter- 
seite mehr gelbgrün. Schwingen Iter Ordnung, deren Deckfedern 



672 PSITTACULA SURDA. - 

und Eckflügel dunkel umbrabraun , Schwingen am Rande der 
Innenfahne blasser und an Aussenfahne deutlich grün gesäumt. 
Schwingen 2ter Ordnung ebenfalls braun, aussen grün gesäumt, 
welche Färbung gegen die hinteren zunimmt, so dass die 3 
letzten ganz grün sind. Alle oberen Fiügeldeckfedern wie die 
Schwingen, dunkel umbrabraun, die kleinen am Unterarme mit 
fahlweissem Endpunkte. Die ersten Deckfedern der Schwingen 
2tor Ordnung jederseits hoch orangefarben. Untere Flügel- 
decken und Schultern grün. Schwingen unterseits grauschwärz- 
lich. SchAvanzfedern an Aussenfahne grün, an Innenfahne nicht 
ganz bis zur Spitze düster olivengrüngelb ; die 2 mittelsten Fe- 
dern einfarbig grün , unterseits glänzend röthlich olivengelb am 
Ende grün. Schnabel blass horngelb, der untere an Basis 
bräunlich ; Füsse und Krallen hornbraun. 
Ich freue mich über diese neue schöne Art, bis jetzt Unicum in 
der kostbaren Sammlung von Herrn Dr. Sclater, aus eigener An- 
schauung berichten zu können. Sie schliesst sich im Habitus voll- 
ständig an die folgenden Arten (melanonota, surda etc.) an 
und ist leicht an den braunen oberen Flügeldecken kenntlich. 

Das typische Exemplar zeigt, wie auf der schönen Abbildung von 
Wolf, die erste Deckfeder der Schwingen 2'^e'" Ordnung jederseits 
lebhaft orange , ein Kennzeichen , welches indess vielleicht nur zu- 
fällig entstanden sein dürfte und vor der Hand noch nicht zur 
Characterisirung der Species benutzt werden kann. Es erscheint mir 
auch sehr wahrscheinlich , dass dieses Exemplar vielleicht noch kein 
ganz ausgefärbtes ist und dass der alte Vogel alle Deckfedern der 
Schwingen 2ter Ordnung orangefarben erhalten wird. 

Das einzige bis jetzt bekannte Exemplar kam durch Trübner aus 
Neu-Granada. Jede weitere Bemerkung über dasselben fehlt, auch 
die Angabe des Geschlechts, 

(278.) 19. PsUtacula surda, (lUiger). — Der ockcr schwänzige 
Zivergpapagei. 

Psittacus surdus, (III. in Mus. Berol.) Kuh), Consp. (1821) 
p. 59. — Hahn, Orn. Atl. Pap. (1834) p. 55. t. 40 (bon.). — 



PSITTACULA SÜRDA. 673 

Pr. Max, Beitr. IV. p, 252. — id., Psitt. ochrurus, Reisen. 
Bras. — Ps. chrysurus, S\ts., Zool. Illustr. Band III. pl. 141 
(fig. bon.). — Isis (1829) p. 1003. — Psiltacula surda. 
Wagler, Mon, p. 620. — Pyrrhulopsis surdus, Bp., Rev. 
et Mag. Zool. (1854) p. 152. — id., Urochroma surda, 
Naumannia 1856. — Souance, Ican. Perr. t. 58 (fig. opt.). — 
Sclater, Cat. Am. B. (1862) p. 356. — Psittacula surda, 
G. R. Gray, Gen. of B. IL N°. 7. — id., List Psitt. (1859) 
p. 88. — Burmeister, Syst. Ueb. II. p. 195. — Schleg., Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p. 70. 

Jandaya , am Mucuri (Pr. Max). — Gnik-gnik , botocudisch (Pr. Max). 

Diagnosis : Grün ; Stirnrand , Zügel und um's Auge ockergelblich 
verwaschen ; Schultern braun ; Schwanzfedern ockergelbbraun , 
mit schwarzem Endsaume. Endsäume der ßürzelfedern und 
Daumenrand zuweilen blau. 
Jung , die Schwanzfedern rostgelb , mit einem Tone in's Grüne 
und grünem Endsaume. 

Viridis; fronte, loris regioneque orbitali subochraceis ; scapu- 
laribus brunneis; limbo apicali caudae ochraceo-brunneae nigro; 
limbis plumarum uropygii margineque pterylii non nunquam 
cyaneis. 
Juv. limbo apicali caudae ferrugineae in viride vergenlis viridi. 

Brasilien, Leidener Museum. J' ad. Grasgrün, der Oberkopf, Hin- 
terhals und Oberrücken etwas in's Olivengrüne. Deckfedern , 
Rücken , obere Schwanzdecken und die 2 mittelsten Schwanz- 
federn schön dunkelgrasgrün , der Bürzel mehr in's Smaragd- 
grüne. Stirnrand, Zügel und Gegend am Unterschnabel ocker- 
gelb verwaschen. Schwingen l^er Ordnung und deren Deckfedern 
schwarzbraun , an der Aussenfahne nicht ganz bis zur Spitze 
dunkelgrün gerandet; Schwingen 2ter Ordnung schwarzbraun, die 
letzten zwei ganz grün. Schulterfedern dunkelbraun. Schwanz- 
federn glänzend ockergelbbraun, am Rande der Innenfahne fast 
gelb , die Aussenfahne sehr schmal und undeutlich , das Ende 
breiter schwarz gesäumt, die zwei mittelsten Federn grün mit 
schwarzem Ende. Untere Flügeldecken grün ; die Schwingen 

43 



674 PSITTACULA SURDA. 

Ton unten glänzend dunkelbraun, am Rande der Innenfahne ins 
schmutzig Grünliche. Schnabel horngelbfahl an Basis horn- 
graubraun. Füsse und Krallen fahlbräunlich. Schnabel im 
Leben an Basis grünlich, mehr gegen die Spitze zu gelblich- 
grün. Füsse bläulichaschgrau. Iris aschgraubraun. Wachshaut 
grünlich. Nackter Augenkreis düster grau (Prinz Max). 
$ Leidener Museum ebenso, nur die Schultern etwas mehr in's 

Gelbgrüne. 
Ein altes cf im Bremer Museum, hat auf dem Bürzel schmale, ver- 
waschene, blaue Endsäume und der Daumenrand ist düster bläu- 
lich ; im Nacken ist eine einzelne ganz gelbe Feder ; auf eini- 
gen Schwanzfedern bemerkt man vor dem schwarzen Ende noch 
Spuren von Grün. 
Junger Vogel, Bremer Museum, aehnelt fast ganz dem alten, aber 
die Federn des Oberkopfes und Halses haben düstere Endsäume, 
die zwei mittelsten Schwanzfedern sind ganz grün, ohne 
schwarzen Endsaum , das zweitmittelste Paar ist ebenfalls grün , 
aber auf Schaftmitte rostgelbgrün , die übrigen Schwanzfedern 
rostgelbgrün mit grünem Ende und schwärzlichem Aussensaum. 
Nach Burmeister gleichen die jungen Vögel den alten, sind 
aber viel trüber gefärbt, was nach den oben angeführten zwei- 
felsohne jungen Exemplaren richtig sein dürfte. 
Junger Vogel (Collection KirchhofT) , hat die Schwanzfedern noch grün , 
nur die äusserste an Basishälfte etwas ockerfarben verwaschen ; 
die beiden mittelsten mit schmalem schwarzen Endsaume. 
An der eigenthümlichen Schwanzfärbung, obwohl dieselbe beim 
jungen Vogel etwas verschieden ist, lässt sich diese Art stets erken- 
nen, ebenso characteristisch für sie ist der ockergelbe Ton an Stirn 
und um die Augen. 

Obwohl man diese Art häußg in Sammlungen antrifft , so scheint 
sie immerhin in ihrem Vaterlande selten zu sein. Das Berliner 
Museum erhielt sie zuerst von Para , der Prinz zu Wied auf seinen 
ganzen Reisen nur Einmal, und zwar zufällig ein Pärchen an der 
Mündung des Mucuri (19° südl. Br.) im März. Zuweilen soll jedoch 
der Vogel in der Gegend von St. Matlhaeus zahlreich erscheinen. Die 



PSITTACLLA MELANONOTA. 670 

Verbreitung dürfte sich also über den grössten Theil des östlichen 
Brasilien erstrecken. 

Von keinem anderen Reisenden wird 'der Art gedacht, weder 
Natterer noch Spix oder Burmeister erlangten sie. 

Lebens- und Nistweise noch völlig unbekannt. 

(279.) 20. Psittacula melanonota, (Licht.). — Der schwarz- 
rückige Zwergpapagei. 

Psittacus melanonotus, (Licht.) , Kühl, Consp. (1821) p. 59. — 
Psittacus melanotus, Neuwied, Beitr. IV. p. 256. — 
Hahn, Ornith. Atl. Pap. t. 63 (hon.). — Psittacus erythru- 
rus, Neuwied, Reisen. Bras. I. p. 256. — Psittacula me- 
lanota, Wagler, Mon. p. 620. — Coffee-backed Parrot , 
Lath., Gen. Hist. IL (1822) p. 262. — Psittacula melano- 
nota, Bourjot , Perr. t. 95 (fig. bon.). — Psittacula me- 
lanotus, Lesson, Tr. d'Orn. p. 202. — Pyrrhulopsis 
melanotus, Bonap., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 152. — 
id., Urochroma melanonota, Naum. 1856. — Sclater, 
Cat. Am. ß. (1862) p. 356. — Psittacula melanota, G. 
R. Gray, Gen. of B. IL N°. 6. -— id., Psittacula mela- 
nonota, List Psitt. (1859) p. 87. — Burm,, S. üeb. IL 
p. 196. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 70. 

Perikit, im östlichen Brasilien (Pr. Max). — Gnik-gnik, botocudisch 
(Pr. Max). 

Diagnosis : Grün ; Mantel und Schultern dunkelbraun ; Hinterrücken 
blauschw^arz ; Schwanzfedern purpurroth , mit braunschwarzer 
Endhälfte ; Daumenrand düster roth. 

Viridis interscapilio et scapularibus obscure fuscis; tergo cyaneo- 
nigro ; dimidio apicali caudae purpureae fusco-nigro; margine 
pteryllii sordide rubro. 

Brasilien, Leidener Mus. cT ad. Schön grasgrün, die oberen Theile 
viel dunkler und am Hinterhalse und Hinterkopfe etwas oliven- 
grün überlaufen , auf Brust und Bauch in's grünlich Weissgraue. 
Mantel und Schultern dunkel umbrabraun , welche Farbe am 
Hinterrücken in's Schwarzbraune übergeht , mit einem schwachen 

43» 



G76 PSITTACÜLA MELANONOTA. 

Tone in's Blauschwarze, Eckflügel, Deckfedern der Iten Schwin-' 
gen und Schwingen l^er und 2ter Ordnung dunkel schwarzbraun, 
die Schwingen Iter Ordnung mit breitem grünen Saume an Aus- 
senfahne, jedoch nicht ganz bis zur Spitze. Untere Flügeldecken 
grün; die Schwingen von unten glänzend dunkelbraun, ein sehr 
breiler Rand der Innenfahne und die grossen unteren Deckfedern 
grünlichockerfarben. Daumenrand düster purpurroth. Schwanz- 
federn , ausser den 2 mittelsten einfarbig grünen , dunkel purpur- 
roth, mit breitem schwarzen Ende, die äusserste Feder hinter 
dem Schwarz noch breit grün geendet. Schnabel hell horngelb- 
fahl. Füsse und Krallen blass hornbrä unlieb. Schnabel im 
Leben weisslich, Wachshaut grünbraun. Iris braun. Nach 
Prinz zu Wied ist die im Leben mennigrothe Haut, welche das 
Auge umgiebt, für diese Art sehr characteristiscb. 
Ebenso ein d" von Bahia (Freireiss) im Berliner Museum. 
Alter Vogel von Bahia (Collection Lawrence), zeigt auf den mit- 
telsten beiden Schwanzfedern vor der Spitze einen grossen 
schwarzen Fleck, und die Basis dieser Federn ist ebenfalls roth, 
aber blasser als die der übrigen. 
Jüngeres f^ (Collection Verreaux). Wie der alte Vogel, aber der 
dunkelbraune Mantel noch mit vielen heller braunen Federn 
vermischt. 
Altes ^ (Brasilien) im Bremer Museum , ähnelt ganz dem zuerst be- 
schriebenen , aber sämmtliche Schwanzfedern, auch die 2 mit- 
telsten , mit braunschwarzer Endhälfte und schmalen grünen 
Endspitzen. 
Das $ ist (nach Prinz Max und Burmeister) ganz w^ie das ^ 
gefärbt, nur etwas weniger lebhaft. 
Von Ps. purpurata, mit welcher diese Art allenfalls verwech- 
selt werden könnte, unterscheidet sie sich leicht durch den Mangel 
des blauen Bürzels. 

Durch den Prinzen zu Wied sind wir erst genauer mit dem 
schwarzrückigen Zwergpapagei bekannt geworden. Er traf ihn den 
Urwäldern am Flusse Peruhype (18^ südl. Br.) im Juni, in welcher 
kalten Jahreszeit die meisten Vögel Süd- Amerikas umherstreichen 



PSITIACÜLA CINGULATA. 677 

und bis. in das Küslenwaldgebiet kommen. Ein zahlreicher Schwärm, 
der sich auf einem Baume niedergelassen hatte, zeigte sich so 
wenig scheu, dass rnit wenigen Schüssen 21 Stück erlegt werden 
konnten. In den Magen fanden sich allerlei Samenkerne. Die Vö- 
gel waren sehr fett und dieses Fett hatte eine lebhaft orangegelbe 
Farbe. 

Professor Burmeister erlegte die Art in der Gegend von Bahia. 
Sie dürfe also, so weit bis jetzt die Nachrichten reichen, nur dem 
mittleren Brasilien angehören. 

Ueber das Brutgeschäft ist nichts bekannt. Lebend scheint der 
niedliche Vogel noch nicht nach Europa gekommen zu sein. 

(280.) 21. Psittacuia clngulafa, (Scop.). — Der lilaschivänzige 

Zwergpapagei. 

Psittacus cingulatus, Scop., Delec. Flor, et Faun. Insubr. 
(1786) p. 86. — Perruche de l'ile de Lucon cinquieme espece, 
Sonnerat, voy. a la Nouv. Guin. (1776) p. 78. pl. 41 (sat. 
accur.). — Black winged Parrakeet, Brown, Illustr. t. 8. — 
Lath., Syn. I (1781) p. 316. — id.. Gen. Hist. IL p. 270. — 
Perruche aux alles variees, BufFon, Hist. Ois. VI. p. 172. — 
PI. enl. 791. fig. 1 (sat. accur.). — Psittacus batavica, 
Bodd., Tabl. des PI. enl. d'Aub. (1785) pl. 49. — Psittacus 
melanopterus , Gml., S. N. (1788) p. 350. — Lalham, Ind. 
p. 132. — Shaw, Nat. Mise. pl. 132 (fig. sat. accur.). — Vieill., 
Enc. Meth. p. 1404. — Kühl, Consp. p. 60. -— id., Psitta- 
cus micropterus, p. 67. — Psittacus melanopterus 
et micropterus, Voigt, Cuvier, Uebers. (1831) p. 746 et 
747. — Psittacuia melanoptera, Lesson , Tr. d'Orn. 
p. 201. — Wagler, Mon. p. 619. — Burmeister, S. Ueb. IL 
p. 197 (note). — Psittacuia batavica, G. B. Gray, 
Gen. of B. IL N°. 5. -— id., List Psitt. (1859) p. 87. — 
Pyrrhulopsis melanopterus, Bonap., Bev. et Mag. Zool. 
(1854) p. 152. — id., Urochroma melanoptera, Naum. 
(1856) Heft IV. — Sclater , Cat. Am. B. (1862) p. 556. — 
Psittacuia cingulata, Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) 



€78 PSITTACULA CINGÜLATA. 

p. 69. — Psittacula batavica, Leotaud, Ois. de File de 
la Trinidad (1866) p. 331. — La Perruche Javane, Levaillant, 
Perr. t. 69 (fig. bon.). 

Diagnosis : Kopf gelbgrün ; Unterseite grünlichgrau ; Rücken und 
Bürzel dunkelbraun ; über die Flügel ein breites grüngelbes 
und schmales blaues Querband ; Schwanz lilafarben , rölhlich 
scheinend, mit schwarzer Querbinde. 

Subtus viridulo-grisea ; capite flavo-viridi ; dorso uropygioque 
obscure fuscis; fascia lata viride-flava, altera tenui cyanea alas 
transgrediente ; fascia caudae lilacinae subrutilo micantis nigra. 

Süd-Amerika , Leidener Museum, ad. Stirn und Gegend am Un- 
terschnabel dunkelgelb, schwach grün verwaschen, übrige Kopf 
und Backen lebhaft grüngelb, welche Farbe am Hinterkopfe und 
Nacken in's Olivengelbgrüne übergeht und hier mit schmalen 
bräunlichen Endsäumen. Unterseite blass gelbgrün, auf dem 
Kröpfe schwach grünlichgrau verwaschen. Hinterhals, Mantel, 
Rücken, obere Schwanzdecken, Deckfedern und Schwingen dun- 
kel schwarzbraun. Die grössten oberen Flügeldecken oliven- 
grüngelb mit breiten dunkelblauen Endsäumen , ebenso die 
letzten drei bis vier Schwingen 2ter Ordnung olivengrüngelb 
mit grünen Endsäumen. Kleine Deckfedern auf der Unterseite 
des Flügels dunkelblau. Der Daumenrand blass purpurröthlich. 
Unterseite der Schwingen und die grossen unteren Deckfedern 
düster nieerblau , an Aussenfahne und Schaftrand in's Schwärz- 
liche. Schwanzfedern purpurlilafarben , ein Saum der Aussen- 
fahne und das Ende deutlich lila , vor dem Ende jede Feder 
(ausser den 2 mittelsten einfarbigen) mit schwarzer Querbinde. 
Schnabel hornorangefahl; Füsse und Krallen hornfahl. Füsse und 
Schnabel weissgelb. Iris braun (Leotaud). 
Ganz ebenso Exemplare von Trinidad im Berliner Museum 

und Bremer Museum , in den Sammlungen Sclater's , Heine's und 

Kirchhoff's. 

Die Geschlechter nicht verschieden (Leotaud). 

Junge sind auf dem Vorderhalse und der Brust mehr bläulich; 

und haben die Schwanzfedern mehr röthlich gefärbt (Leotaud). 



PSIXTACULA CINGÜLATA. 679 

Die eigenthümliche Schwanzfarbung genügt zur Characterisirung 
der Art vollständig, denn eine solche purpurlilafarbene kommt unter 
allen Papageien überhaupt nicht mehr vor. 

Sonnerat, der die Art zuerst bekannt machte, liefert zugleich den 
schlagendsten Beweis seiner Unzuverlässigkeit in Bezug auf Locali- 
tätsangaben , indem er behauptet den Vogel auf Lucon beobachtet zu 
haben. Ebenso grundfalsch ist es, wenn ihn die späteren Autoren von 
Java herstammen lassen. Die Angabe, dass er bei Batavia gemein sein 
fioll, berichtigt Levaillant dahin, dass er zwar nicht in der unmittel- 
baren Nähe Batavias vorkomme , desto gemeiner aber im Innern der 
Insel sei. Auf welcher Autorität diese Nachrichten beruhen ist 
nicht zu ersehen, man gewinnt daher fast die üeberzeugung, als 
ivären sie rein erfunden. 

Erst später lernte man als wahre Heimath Süd-Amerika kennen. 
Wagler giebt als specielle Localität Columbien an , eine Angabe 
die fast von allen seinen Nachfolgern wiederholt wird , ohne dass 
einer Beweise dafür einbrächte. Auch Schlegel schreibt neuerdings 
wieder »observe en Columbie", obwohl inzwischen durch Taylor 
Trinidad als eigentliche Heimath nachgewiesen wurde. Dieser Rei- 
sende fand die Art hier in kleinen Flügen. Bis jetzt ist dies also 
die einzige mit Bestimmtheit erwiesene Localität ; nirgends konnte 
ich eine Bestättigung für das Vorkommen in Columbien finden. 
Nach einer Etiquette des Berliner Museum käme die Art auch iii 
Guiana vor, eine Angabe die noch keineswegs erwiesen scheint, 
so wahrscheinlich sie auch klingt. Schomburgk übergeht den Vogel 
wenigstens ganz. 

Lassen die Nachrichten bezüglich des Verbreitungskreises noch 
viel zu wünschen übrig, so ist dies hinsichtlich der Lebensweise 
nicht mehr ganz der Fall , denn neuerdings erhielten wir durch 
Leotaud einige Mitlheilungen über Ps. cingulata. 

Nach diesem Forscher ist diese Art sehr häufig auf Trinidad. 
Sie lebt hier stets truppweis in den Wäldern , wo sie sich von 
Früchten und Körnern nährt. Wegen seiner Schönheit wird dieser 
Papagei in der Gefangenschaft gehalten, er verträgt dieselbe aber 
schwer. Sein Fleisch ist sehr schmackhaft. 



680 PSITTACÜLA PURPURATA. 

(281.) 22. Psittacula purpurata, Gml. (nee Kühl). — Der 
rolhschivänzige Zwergpapagei. 

Psittacus purpuratus, Gml., S. N. (1788) p. 350. — Purple 
tailed Parrakeet , Lath., Syn. I. (1781) p. 315. N". 121 (descr. 
bon.). — id., Gen. Bist. IL (1822) p. 268. — Psittacus 
purpuratus, Latham , Ind. Orn. p. 132. N°. 150. — Vieill,, 
NouT. Dict. XXV. p. 379. — id., Enc. Meth. p. 1410. — Ps. 
porphyrurus, Shaw, Nat. Mise. p. o47. pl. 16 (sat. 
accur.). — Psittacula purpurata, Lesson , Tr. d'Orn. 
p. 205. — Pyrrhulopsis porphyrura, Bp., Rev. et Mag. 
Zool. (1854) p. 154. — id., Urochroma porphyrura, 
Naum. 1856. — Psittacula purpurata, G. R» Gray, Gen. 
of B. II. N°. 5. — id., List Psitt. (1859) p. 88. — Burm., 
Syst. Ueb. IL p. 197 (note). — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 68. — Urochroma purpurata, Souance, Icon. 
Perr. t. 37 (fig. bon.). — Sciater, Cat. Am. B. (1862) p. 88. 
Jüngerer Vogel: mit grünem Schwanzende und ohne 
gelbbraune Ohrgegend. 
Psittacula viridicauda, G. R. Gray, List Psitt. (1859) 
p. 88 (sine descr.). — Purple tailed Parrakeet, Latham, Gen. 
Syn. vol. VIII (1802) Suppl. IL p. 95. N^ 27. — Psittacus 
purpuratus, Kühl, Consp. (1821) p. 60. — Psittacula 
purpurata, Wagler, Mon. p. 618. — Pyrrhulopsis pur- 
puratus, Bonap., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 152. — id., 
Urochroma purpurata, Naumannia. 1856. — Psittacus 
madagascariensis, Schomb., Reise IIL p. 421. — id., Ps. 
purpuratus, III. p. 723. — Psittacula viridicauda, 
Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 68. 
Diagnosis : Grün , Unterseite gelbgrün ; Bürzel blau ; Schulterfleck 
braunschwarz ; Ohrgegend olivengelbbraun ; Schwanzfedern pur- 
purroth , mit schwarzem Endsaume ; Deckfedern der Schwingen 
jter Ordnung einfarbig braun. 
Jüngerer Vogel (viridicauda, Gray), wie der alte, aber Ohr- 
gegend grün ; Deckfedern der Schwingen l*er Ordnung mit 



PSITTACULA PÜRPURATA. 681 

grünem Endsaume und ein breites grünes (nicht schwarzes) 
Schwanzende. 

Viridis subtus flavo-viridis ; uropygio cyaneo ; macula scapulari 
fusco-nigra ; regione parotica olivaceo-Iurida ; limbo apicali cau- 
dae purpureae nigro; tectricibus majoribus brunneis unicoloribus. 
Juv, adulto conveniens ; at regione parotica viridi ; limbis tectri- 
cum alarum majorum angustius, rectricum latius viridibus. 
Cayenne , Leidener Museum. Ad. Oberkopf hell umbrabraun. Zügel 
und vordere Backengegend gelblichgrün , Ohrgegend blass oliven- 
gelbbrauH , welcher Ton auf Nacken und Hinterhals in's Oliven- 
grünlichbraune übergeht. Rücken , Flügeldecken und obere 
Schwanzdecken dunkelgrasgrün. Halsseiten, Kinn und die ganze 
Unterseite schön hellgrasgrün, namentlich auf den unteren 
Schwanzdecken, die eben wie die Bauchseitenfedern an Basis- 
hälfte entschieden gelb sind, wodurch diese Theile stark in's 
Gelbe spielen. Schwingen fter Ordnung braunschwarz, an 
Aussenfahne bis '/j vor der Spitze grün gerandet. Deckfedern 
der Schwingen Iter Ordnung einfarbig umbrabraun. Schwingen 
2ter Ordnung an Innenfahne und an Spitze neben dem Schafte auf 
Aussenfahne braunschwarz, auf der übrigen Aussenfahne grün, 
die letzten 5 Schwingen ganz grün. Flügelrand und die kleinen 
Deckfedern unterseits grün wie der Rücken, die Mitte des 
Handrandes etwas bläulichschwarz. Eckflügel schwarz, schmal 
grün gesäumt. Die kleinen Deckfed«rn längs Unterarm ober- 
seits an Basishälfte braun. Schwingen und die grossen Deck- 
federn unterseits schwärzlich , an Innenfahne breit düster grün 
gerandet. Grosse Schulterdecken dunkel umbrabraun. Hinter- 
rucken und Bürzel schön ultramarinblau , die Basis der Federn 
grün. Die zwei mittelsten Schwanzfedern grün mit schwarzem 
Endrande, die übrigen von unten und oben düster purpurroth, 
am Ende schwarz gerandet, die zwei äussersten Federn auch 
an Aussenfahne schmal schwarz gesäumt. Das zweitmittelste 
Paar hat einen breiteren schwarzen Endrand, welcher auf der 
Aussenfahne noch eine schmale grüne Querlinie birgt. Schnabel 
hornweisslich , der untere an Basis horngrau. Füsse schwarzgrau. 



"682 PSITTACÜLA PÜRPÜRATÄ. 

Ebenso ein Exemplar von Surinam (Becker) im Berliner Museum. 
Ein Exemplar im Bremer Museum , zeigt den Stirnrand noch grün , 
den olivenbräunlichen Ohrfleck sehr undeutlich, die Federn des 
Hinterkopfes und Nackens haben vervraschene olivengrüne End- 
säume, die 2 mittelsten grünen Schwanzfedern zeigen einen 
kaum deutlichen , schwarzen Endpunkt und vor dem schwarzen 
Endrande der übrigen Federn finden sich mehr oder weniger 
deutliche Spuren von Grün. 
Aehnlich ein Exemplar im Museum Heine, mit schwarzem Endsaume 
der Schwanzfedern , aber auf der äussersten mit grünem Ende. 
Jüngerer Vogel (viridicauda, Gray, angeblich Type von Ps. 
purpuratus. Kühl im Leidener Museum) stimmt bis auf 
folgende Abweichungen ganz mit dem alten überein : die bräun- 
lichen Federn des Ober- und Hinterkopfes sind an Basis 
grün ; die Ohrgegend ist wie die Backen grün , die Federn des 
Nackens und Hinterhalses sind grün , mit schmalen , verwasche- 
nen bräunlichen Endsäumen ; Deckfedern der Schwingen l^er 
Ordnung umbrabraun mit grünen Endsäumen ; die 2 mittelsten 
Schwanzfedern sind einfarbig grün, die übrigen schön purpurroth 
mit grünem Endrande , der äusserste schmale Saum schwärz- 
lich. Schnabel horngelblich an Basis horngrau. 
"Ganz ebenso das typische Exemplar von viridicauda, Gray, im 

Brilisch-Museum. 
Exemplare aus Britisch-Guiana (Schomburgk) im Berliner Museum, 

nicht im mindesten abweichend. 
Ein Exemplar aus Guiana (Schomburgk) im Museum Heine, hat 
ebenfalls die rolhen Schwanzfedern mit grünem Endsaume und 
einem äussersten schmalen schwarzen, der aber auf der äus- 
sersten Feder fehlt. 
Gray's Ps. viridicauda scheint mir seitdem ich mehr Exem- 
plare untersuchen konnte, als Art durchaus unhaltbar und nur der 
jüngere Vogel von Ps. purpurata zu sein. VTenn wir bei der 
jüngeren Ps. surda statt des schwarzen Schwanzendes ein grünes 
finden, ebenso Exemplare, welche neben dem schwarzen End- 
rande noch Spuren von Grün zeigen , wie sich dies auch an den 



PSITTACÜLA PURPURATA. 685 

mir oben angeführten Individuen von Ps. purpurata deutlich 
zeigt, so können wir diese Erscheinung unbedeniilich auch bei Ps. 
purpurata auf jüngere Vögel deuten. Diese Annahme dürfte 
um so gerechtfertigter erscheinen, als wir bei Ps. melanonota 
Exemplare mit schwarzem und grünem Schwanzende bemerken 
und an der jüngeren Ps. Hueti nicht allein statt des ockergelben 
Tones auf Ohrgegend einen grünen, sondern auch noch keine Spur 
von Roth auf den Schwanzfedern sehen. Solche Wahrnehmungen 
müssen ohne Zweifel zu der Annahme führen , dass alle diese 
Arten in der Jugend wohl erheblichen Abweichungen in der Fär- 
bung unterworfen sind und ich bezweifle es keineswegs , dass sie im 
ersten Kleide möglicher Weise den ganzen Schwanz noch grün 
zeigen werden. 

Leider liegen keine Beobachtungen vor , w^elche man als Beweise 
anführen könnte ; überhaupt wird nirgends das Jugendkleid er- 
wähnt , da alle Nachrichten über diese Arten höchst oberflächlich 
und unbedeutend sind. 

Ps. purpurata wird zuerst von Latham nach einem Exemplare 
des Leverian Museum sehr gut beschrieben, offenbar aber noch der 
Fiügelrand und die Spitzen des Eckflügels als blau aus Versehen 
bezeichnet. Kühl und Wagler beschreiben den jüngeren Vogel mit 
grünem Schwanzende als alten. 

Der purpurschwänzige Zwergpapagei gehört dem nordöstlichen 
Süd-Amerika an, vom nördlichen Brasilien bis Cayenne, Surinam 
und Britisch-Guiana. Natterer sammelte die Art an vielen Locali- 
täten des nördlichsten Brasiliens : am Rio negro unterhalb St. Bar- 
bara (Januar), Marabitanas (März, April), Barra do Rio negro (Juli, 
September) , Para , Barcellos (September) , Rio Vaupe (Juli) und am 
Rio Icana (Juni), 

Am Capim River von Wallace eingesammelt (Proc. 1867. p. 589). 

Schomburgk traf die Art nicht besonders häufig auf seinen Reisen. 
Sie fällt auch weniger leicht in's Auge, da sie sich gut zu ver- 
bergen weiss, wie die kleinen Papageien überhaupt. Schomburgk 
bemerkte ihre Gegenwart nur an dem Herabfallen kleiner Schoten 
aus den Zweigen einer riesigen Mimose. Ein auf gut Glück abge- 



684 PSITTACÜLA HÜETI. 

feuerter Schuss brachte 2 Stück herab, die Schomburgk damals 
mit Erstaunen für die Ps. cana Madagascar's ansah. 

Ueber die Lebensweise vermag ich leider keine Nachrichten mit- 
zutheilen , da dieselben gänzlich mangeln. 

(282.) 25. Psittacula Huetl, (Temminck). — Huet's 
ZwergpapageL 

Psittacus Hueti, Temm., PI. col. 491 (vol. IV?). — Psitta- 
cula Hueti, Wagler, Mon. (1832) p. 619. — Bourj., Perr. 
t. 93 (nach PI. col.). — G. R. Gray , Gen. of B. IL N°. 4. — 
id., List Psitt. (1859) p. 88. — Pyrrhulopsis hueti, Bp., 
Rev. et Mag. Z. (1854) p. 152. — id., Urochroma hueti, 
Naum. 1856. -^ Psittacula Hueti, Schlegel, Mus. P. B. 
Psitt. (1864) p. 69. — Leotaud, Ois. de File de la Trinidad 
(1866) p. 332. 

Diagnosis : Grün , Unterseite hell grasgrün ; Stirnrand schv»'arz ; 
Mundwinkel blau ; Ohrgegend olivengelblich ; Handwurzel upd 
untere Flügeldecken roth ; Deckfedern der Schwingen l^er Ord- 
nung und obere Flügeldecken längs Hand blau; Schwanzfedern 
roth , mit schwarzem Ende. 
Jüngerer Vogel : Ohrgegend grün ; Schwanzfedern grün , an In- 
nenfahne olivengelb. 

Viridis subtus dilutior ; fronte nigra ; mystace cyaneo ; regione 
parotica olivaceo-flavida ; regione carpi et tectricibus alarum 
inferioribus rubris ; bis majoribus et minoribus secundum me- 
tacarpum cyaneis ; limbo apicali caudae rubrae nigro. 
Juv. regione parotica viridi, rectricibus viridibus, intus olivaceo-flavis. 

Süd-Amerika , Type von Temminck im Leidener Museum. Breiter 
Stirnrand schwarz ; Oberkopf und Fleck auf der Ohrgegend oli- 
venockergelblich , Hinterkopf, Hinterhals und Mantel mehr 
dunkel olivengrün. Flügeldecken, Schultern, Hinterrücken, 
Bürzel und obere Schwanzdecken schön dunkelgrasgrün, mit 
einem schwachen ockergelblichen Tone überlaufen, die unteren 
Seiten deutlich grüngelb und die Seiten der längsten unteren 
Schwanzdecken breit hochgelb gerandel. Am Mundwinkel bis 



PSITTACÜLA ilüETi. 68Ö 

unters Auge ein verwaschener tiefblauer Fleck. Schwingen Iter 
Ordnung dunkelschwarzbraun, an der Aussenfahne nicht ganz 
bis zur Spitze grün gesäumt, die der 2ten Ordnung fast an der 
ganzen Aussenfahne grün, die letzten 2 — 5 derselben ganz grün. 
Deckfedern der üen Schwingen und Eckflügel fast schwarz , mit 
schmalen schwarzblauen Aussensäumen. Die kleinen Flügel- 
deckfedern oberseits längs Handgelenk und die breiten End- 
säume der Deckfedern der Schwingen 2ter Ordnung dunkel ko- 
baltblau. Fleck an Handwurzel oberseits und alle kleinen und 
grossen Deckfedern auf der Unterseite des Flügels, nebst Achsel 
dunkel scharlachroth. Unterseite der Schwingen dunkelbraun 
mit breiten düster malachitgrünen Rändern an Innenfahne, 
ebenso sind die grössten unteren Deckfedern , Schwanzfedern , 
ausser den 2 mittelsten ganz grünen, tief purpurroth, Saum der 
Aussenfahne in's Violette, am Ende breit schwarz, das Ende der 
äussersten Feder an Aussenfahne und das zweitmittelste Paar der- 
selben vor dem schwarzen Ende mit schmalem grünen Querstreif. 
Schnabel horngelblich. Füsse horngraulichbraun. Schnabel 
gelblichweiss ; Füsse graulich; Iris braun (Leotaud). 

Jüngerer Vogel von Guiana im Bremer Museum, zeigt einige erheb- 
liche Abweichungen : die Ohrgegend ist nämlich grün wie die 
übrige Unterseite, der Oberkopf rostbräunlich ; die Schwanzfe- 
dern ohne Roth , nur auf Innenfahne lebhaft dunkel oliven- 
gelb, die 2 äussersten jederseits mit schmalem schwarzen End- 
saume; Deckfedern der Schwingen l^er Ordnung und Eckflügel 
tiefblau ; der blaue Fleck am Mundwinkel weniger deutlieh, die 
Federn hier an Basishälfte noch gelbgrün. 

Ein Exemplar von Ecuador (Collection Lawrence) , fast ganz wie 
das vorhergehende , mit sehr wenig Blau am Mundwinkel , der 
Oberkopf nur etwas ockergelbbraun verwaschen , aber die 
Schwanzfärbung schon ganz wie am alten Vogel; die 2 mittels- 
ten grünen Schwanzfedern am Ende schwärzlich verwaschen. 

Geschlechter nicht verschieden (Leotaud). 

Jungen fehlt das Blau auf Stirn und Zügeln ; die Schwanzfedern 
sind grün (Leotaud). 



686 



PSITTACÜLA HÜETI. 



Ei s CD ►-. o 

er" CO m 

O ^ § 3 M 



ö 5^ 



rr 


;2 


fD 




^ 


•ö 


rr 


fD 


B 


•S 



3 



«^ 

n. B 
3. ° 

P4 (D 



a d B' 

■ B 3- 

- 3 

B hj 2. 

cc CO 3* 

■^ n; 3 
2- 



S^" W 



CO 

5 CS CD 

S '^ m 

•^ B f? 

CO rfq 3 

^' £. w 

«■ 3- 

P CD 

?§ I 

*^ o, CD 



CD 3 






Crq 



2 CD 






W 5* 

Sä 

3 S- § 

CD CD , _ 

CO ^, 3* 

B* s- s: 

- Ol p. 



CD 3 

o 

N 



3 B^ "^ 



^ -' 2 

"^^ ^t 

CO p g 

"■ a p •• 

O -! CD B' 

SS g O; p 

cd' ö 

►TD CT? CO P 

p CD 2 f 



» M 



g S B 

St SL ■"■ 

CD t— ' o 



CO >~t 



3. " B* 

CD _ c: 

g er B- 

B- 2. P 



S »2«' 



Oj (5 N cn 
re' CO - i" 



Cß 






2. o 2. 3 



PT CO 

n> 

B 3 






iX! 



c 

3 



3- 



00 1^ 00 



^ 



r* a 5» 



O CS 

«■ o' 5' 

»^ _ —. 

CO I — ' O 

3- t>r '^ 

2 2. D- 

3* 3 » 

ff 05 3^ 

CO C6 

3 d 

D- aq 3 

et, CO = 



® CD JL 

p-B-e 



-J C» -a 3- CO 






00 -J 00 ^ . 3 
— — — m S (T> 



3;; 



c 

3 






3" 



3 



Q- 

C 

>-s 

o 

3- 

Ol 

o 



D-. 



O 

O 






3" 



o 

^ 3 

OS 3 



3- 



O 
3- 

I— . t-s (-4- 

O C5 fB CC 



3 



3 '^ 

o 2 



*n 



O: 



S B3 



Cd 



H 

3- 



C 

_ CO 

, . O CB fP 



S- t^ 



Qsi 



bs o 



td f -. 
*i CD a 



CD 3 CD 

** CO E' 

CD 

g c "> 

S S n 

a B o 

• 3 ~ 



3 



3 



I 



3 



N S 2 



c 

3 



3- 

Od 

Ci 

CO 

3 
O 

o 

'^ 

f»r 
o 

s 

5 
« 

SS 



=• w 



•tJ 3 



0= S-' 



p. c 






s 

CD 

3 

•TS 



X- CO ä- 



•^ s. 






3- 



H- 3 



Ol oq 

Ol 

CO "-fj 

cti B 

S* 3 

3 
CD 



W^ CD 3 



ffl ü 



er 3 



3- 3 



e 

3 
P- 



H-. 3 



o 

13- 
CD 

3 



? 3 

C 

3 ^ 



3- 



3^ n 
I Er- 



CO y. 



3 
P 

'^ 

3- 

O 

3 

cr 

ß 



S 



C/5 



o 

cß 3- 



3- 3 

_ I— 1 

09 i-s 
3^ 

ff U 

'^ C 

- CD 

€-♦■ 

•^ ^. 

O p 
3 

O w 

1=^ 2. 



er 

2. 
o' 

3- 

s 

3 
CfQ 

n 



C: 2. 

•-1 OQ 
D-i ff 
Q ^ 



09 



C 

<4 CO 

Cti ff: 

t: 3- 
CD *r 



» 

CA 

w 

2! 

EI 

CL. 

et 



3- 

et 



2. c: 

:=: 3 

o et 

5 et 



>— ' CD 



o 
O 2- 



et 

cw 
et 

3 
3" 



«3- 
et 



5 CD 



C 



B 
3 



O: 

3 
3 



CS] 

s 

o 

3- 



09 

3 



H-. <^ 



S 
3 

QQ 



et er 



D^ 



St»« 



r+ 09 M 
, 3 rt- 

05 



cr 

et 

►1 

3a 
C: 

ce 

oq" 

3 
o 



3- 
3' 



oq 






ß 
3 

5 

O: 



CORYLLIS. 



687 



o 
5" c» M 



b Üt 



^& 



^ ^ o 



g c t» 

•-^ !-*> O 



p g t» 

2. P" ö 

^^ I s- 

_^ W CD 

Pf O 

9. 2 td 

2 S 

•^ N 2 



" 5 



w. >> S. 

2- et tf 

3 CO 

CO 3 £, 
fo 3 ft, 

CB 3 ■rt- 

IS- CCS . 
s= «« ^ 

3 0^ n> 
o- ^ 2 

•=5 3 

fir 

= . 3 

3 tri OT 
»< o o 



:^ 



O ö " 



ö CT»- C) 

S cf I?; 



B C6 s; 



Cfl BS 



0> 



6 



H) *^ 



5 M 



s 



CD 



^ 05 



H ^• 



ryi 



O 



e 



S S 5 S S = = = ^. = = 9. = = c^= 

; 5 £1, 

•^ "^ •"!. *^ ""L •"! "^ •"!. ""L "^ '^ "^ ^ "rl. ""l "tL ""L zßi-^ 

--^^^-.^^^^^ ^ -^ ^ ^ .. ^ a^ 

•»3030500000-3001— l-OCO-^OOltkOtOlOO Cp ^ ^• 

:; - r* 3 t» 



& nf 2 
«^ s! 5 

., *; m 



0»«<IOa05--3— 3-J05— 3— 3*.a050505CJt —3 —3 
"~ '"►'^ — -- ~ •- ^ -^ ^ ^JJ ^^ ^ ^ .» 



Hj 



00 2. 



•-ö I— I 
1—1 

t-9 ^3 






CS W 
OS „ 

vi!- o 

o 

3 

OS 

7"" 1—^ 
00 

f-gt *^ 

S .Q 



030dOd&S0505Qd05lf^03*^03000ä"^«<l 

- - ~M bS kJ bJ ^ ~-M~"iS~"J3~~ i S i i i 



3^02 

WO: a 
tr" 3" 
ßs st w 
S '^ 3 
^. p 



l*' ÜT O» tf>- lE^ cn O 






05 -a OS -J 






c a^e c OdO^a.C' 



^=" 



o W H 

2._ 1 B 



§23 






gas 



2. g g 

(^ U) CA 

S et CD 

n S C 

3 3 



• 2. 3 S^ • 



H «5 bS 

>-) 3: BS 

5' n- »* 

e: >■ »' 

B5 g "* 

"• n. o 

-5 ??• ES 

i? 83 et 

£, - o 

CD hM P* ^ 

o o- ^ 2 cf 



E" s 3 ^ 



r 2 
2. 3 



g 2 



Ä ? 2 E- S 3 



p: !2, M 
CO CD i: 

r 3- 2 



W c 



688 CORYLLIS. 

p, 498. — Psittaculus, Selby (1840) nee Spix. — Lori- 
culus, Blyth, J. A. S. XIX. p. 236 et Cat. B. As. Soc. 
(1849) p. 9. — Loriculus, Bonap., Consp. av. I. 1850. — 
id., Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., Loriculus et Lic- 
metulus, Naumannia (18.56) Beil. I. — id., Compt. Rend. 
1857. — Psittacula, G. R. Gray, Gen. of B. II. 1846. — 
id., Loriculus, List Psitt. 1859. — Loriculus (sous genre), 
Schlegel, Mus. P. B. Psitt. 1864. 

Diagnosis : Schnabel sehr schwach, seitlich zusammengedrückt; mit 
ansehnlich vorragender, dünner Spitze, ünterschnabel niedriger 
als der obere. Nasenlöcher frei. Flügel lang , mehr als die 
Schwanzhälfte deckend. Schwanz kurz etwas, abgerundet. Obere 
Schwanzdecken sehr lang, bis ans Ende des Schwanzes reichend, 
Gefieder dicht, weitstrahlig. 

Rostrum debillimum compressum apice longe tenui ; mandibula 
multo humiliore quam maxilla. Nares liberae. Alae elongatae 
caudam dimidiam superantes. Cauda brevis subrotunda. Tec- 
trices caudae superiores longissimae apicem ejus attingentes. 
Ptilosis densa plumis radiatis laxisque. 

Beschreibung. Schnabel schwach , viel länger als hoch , stark seit- 
lich zusammengedrückt , der Oberschnabel mit kantiger Firste , 
die sanft gekrümmt meist in eine weit vorragende, wenig über- 
hängende , dünne Spitze ausläuft , ohne Ausbuchtung oder 
Zahnausschnitt. Unterschnabel viel niedriger als der obere , 
seitlich abgeflacht , mit breiter abgerundeter , im Bogen aufstei- 
gender Dillenkante , die Schneiden vor der Spitze mit einer 
ganz schwachen Ausbuchtung. Spitze des Oberschnabels auf 
Unterseite mit deutlichen Feilkerben. 

Nasenlöcher rund , frei , mit etwas aufgetriebenen Rändern , in einer 
jederseits bogig vortretenden, nicht ganz deutlichen Wachshaut, 
die hinten von den Stirnfedern bedeckt wird. 

Nackter Augenkreis sehr undeutlich, Zügel befiedert. 

Flügel lang, über die Hälfte des Schwanzes zuweilen bis ans Ende des- 
selben reichend; 2'e Schwinge am längsten, l^e und 2^« kaum 
kürzer, oft eben solang; Flügelspitze lang, fast so lang als die 



COKYLLIS. 689 

Hälfte des OberflügeJs; Schwingen gleichmässig zulaufend, mit 
abgerundeter, stumpfer Spitze, nur die 2*6 und o^e an Aussen- 
fahne ein wenig eingeengt, an Innenfahne nur die l^e am Ende 
etw'as. 10 Hand- und 10 Armschwingen fand ich an Stig- 
mata, amabilis, Sclateri, galgulus, culacissi, 
indica, vernalis et pusilla, bei exiiis dagegen nur 9 
Armschwingen. 

Schwanz kurz, ungefähr von der Hälfte der Flügellänge, etwas ab- 
gerundet, die Federn gleichmässig zulaufend, am Ende spitz 
zugerundet. 

Obere Schwanzdecken sehr weitstrahlig, über die Hälfte des Schwan- 
zes deckend , oft denselben überragend. 

Untere Schwanzdecken meist bis zum Schwanzende reichend. 

Füsse kurz aber kräftig, Lauf etwas länger als die Hälfte der äusseren 
Vorderzehe; hintere und vordere Aussenzehe von gleicher Länge. 

Gefieder hart , dicht ; die Federn weitstrahlig. 

Färbung sehr lebhaft ; Hauptfarbe grün ; Schwingen und Schwanz 
auf Unterseite stets meerblau ; Bürzel und obere Schwanzdecken 
stets schön roth ; Oberkopf und Kehle mit rothen , gelben oder 
blauen Flecken. Schnabel roth oder schwarz. 

$ angeblich zuweilen ganz verschieden gefärbt , Junge meist düs- 
terer und bei ihnen die lebhaften Flecke auf Kehle und Ober- 
kopf meist noch fehlend. 

Sehr kleine Arten von Sperlingsgrösse und darunter. 

Zunge dick, breit, mit stumpfer Spitze, unterseits mit hornigem End- 
theile, auf der Oberseite mit einer Längsfurche, von welcher 
sehr schwache Seitenfurchen strahlig ausgehen. So fand ich sie 
bei Cor. Stigmata. 

Gabelbein scheint vorhanden. Wenigstens besassen es zwei von 

Wallace mitgebrachte Arten, darunter Cor. pusilla und 

nach Sclater auch galgulus. Nach Taylor's Angaben würde 

die Furcula aber bei letzterer Art fehlen. 

In der Form des Sternums stimmt Coryllis, nach Blanchard 

ganz mit Eclectus überein. Untere seitliche Oeffnungen sind 

vorhanden. 

u 



090 CORYLLIS. 

Unsere Kenntniss über diese kleine Gruppe ist in noch höherem 
Grade ungenügend und beschränkt als die, welche wir über die 
Psittaculinen besitzen. Nicht allein, dass über keine einzige Art 
ausführliche Beobachtungen der Lebens- und Nistweise vorliegen , 
auch die Verbreitung ist nicht immer genügend bekannt und in dem 
Verhalten der Jungen zu den alten Vögeln, bezüglich der Färbung, 
zeigen sich noch viele dunkle Stellen, die erst durch genaue Beob- 
achtungen in der freien Natur aufgeklärt werden können. 

Soweit sich nach den vorliegenden, unbedeutenden Notizen urthei- 
len lässt sind die Cory llis-Arten, eben wie die echten Psittacu- 
linen der neuen Welt, gesellig lebende Baumvögel, die sich von 
Beeren , Baumblüthen , Knospen und Sämereien nähren , aber nicht 
wie die Trichoglossen Blumensaft lecken oder saugen. Schon 
der Bau des Schnabels und die Beschaffenheit der Zunge wiederspricht 
einer solchen Annahme gänzlich. 

Ueber die Nistweise haben wir nur den Nachweis, dass die Papa- 
geichen Höhlenbrüter sind. Nach den Erfahrungen Bernstein's zu 
urtheilen dürften sie nur 2 Junge erziehen. Letztere weichen in der 
Färbung, so weit ich mir darüber genaue Aufklärung verschaffen 
konnte, nicht unwesentlich von den Alten ab, sind meistens düsterer 
gefärbt und ohne die lebhaften rothen, gelben oder blauen Flecke 
auf Kehle und Kopf, zeigen dagegen schon stets den rothen Bürzel 
und die rothen oberen Schwanzdecken. Von 7 Arten (stigmata, 
amabilis, Sclateri, galgulus, indica, vernalis und pusilla) 
ist die völlige Gleichheit des Kleides zwischen (^ und $ nachgewiesen. 

Um so sonderbarer klingt es daher, dass bei 2 philippinischen 
Arten (Bonapartei und culacissi) die $$ durch blaue Zügel 
und den Mangel des rothen Kehlfleckes so bedeutend von den ^^ 
abweichen sollen , eine Angabe die noch keineswegs erwiesen ist 
und offenbar nur auf Sonnerat's Mittheilungen beruht, die, wie wir 
wissen, keineswegs als sichere gelten können. 

Für mich bleibt daher diese angebliche sexuale Verschiedenheit 
immer noch sehr bedenklich , um so mehr da sie bei den übrigen 
Arien des Genus nicht vorkommt. Die Schnabelfärbung, entweder 
roth oder schwarz, ist stets constant. 



COIIYLLIS, 691 

Als besondere Eigenthümliclikeit in der Lebensweise der Coryl- 
len Terdient die Gewohnheit genannt zu werden, mit der sie sich 
im Schlafe an den Beinen , gleich Fledermäusen , aufhängen und das 
wenigstens von einer Art nachgewiesene Gesangsvermögen. 

Die C o r y 1 1 i s-Arten sollen nur ungern fliegen, obwohl die 
Flügel im Verhältniss zu ihrer Körpergrösse sehr wohl entwickelt 
sind , aber mit besonderer Fertigkeit in den Zweigen und Sträuchern 
umherkriechen. Indess lässt der Umstand, dass eine Coryllis auch 
auf den Adamanen beobachtet wurde, immerhin auf eine bedeutende 
Flugfertigkeit, vielleicht ein periodisches Wandern, schliessen. Nach 
Meyen leben sie in unzählbaren Schwärmen zusammen. 

Lebende Cory llis-Arten scheinen nur ausnahmsweise bis zu uns 
zu gelangen. Ich finde nur von G. Sclateri Nachweis hierüber. 

Wie Meyen bemerkt ist C. culacissi so unverträglich, dass sich 
im Käfig gehaltene todt beissen. Die entgegengesetzte Erfahrung 
machte Müller an C. galgulus. Jedenfalls ist der Umstand, 
dass die Coryllis sehr zärtliche, wärmeliebende Vögel sind, daran 
schuld , dass man sie bei uns nicht lebend sieht. Offenbar können 
sie unser Klima nicht vertragen oder sterben während der Ueber- 
fahrt. Ihrer ausgezeichneten brillanten Färbung wegen , würden sie 
sich als Stubenvögel empfehlen. 

Die geographische Verbreitung bietet ganz besonders anziehende 
Verhältnisse und zeigt , Afrika ausgeschlossen , die grösste Aehnlich- 
keit mit derjenigen von Palaeornis, nur dehnt sie sich mehr 
östlich aus, und fällt mit in die indo-malayische Region. Die west- 
lichste Grenze bildet Ceylon , die Adamanen , auf dem indischen Fest- 
lande das südliche Malabar. Nördlich erstreckt sie sich nur bis zur 
Halbinsel Malacca. Ferner kommen die Sunda Inseln (Sumatra , 
Java und Borneo) mit in das Verbreitungsgebiet und in dem indoma- 
layischen Kreise Flores, als südlichste Grenze, Celebes, die Sula-Inseln, 
Halmahera und Batjan , während die Philippinen im Nordosten den 
Endpunkt bilden. Das Vorkommen einer Art (puniculus, Bp.) , 
im südlichen China beruht auf durchaus irrthümlichen Angaben. 
Auffallend ist noch, das meist so sehr vereinzelte Auftreten in den 
Ländertheilen dieses grossen Kreises. Nur die Philippinen scheinen 4 

44* 



692 CORYLLIS. 

Arten zu beherbergen und können als Hauptsitz des Genus betrachtet 
werden. Hierauf folgt Celebes mit 5 Species. Dem indischen Fest- 
lande , Ceylon, Java, Flores, den Sula-Inseln und Halmahera 
(nebst Baijan) sind je nur eine Species eigenthümlich, nur allein 
Cor. galgulus ist zugleich über Borneo , Banka, Sumatra und 
Malacca daher von allen Arten am weitesten verbreitet. 

Swinhoe theilt in der Uebersetzung des chinesischen Werkes »Tai- 
wan-foo-che" d. i. Statistik von Taiwan unter manchen anderen inte- 
ressanten zoologischen ISotizen auch die mit, dass die Chinesen 2 Pa- 
pageienarten von Formosa unterscheiden, die indess aus den Beschrei- 
bungen nicht deutlich zu erkennen sind, sehr wohl aber auf Coryl- 
lis-Arten bezogen werden können. Die eine »Taou-Kwa" soll vom 
chinesischen Festlande eingeführt werden , die andere » Taou-Kwa- 
Neaou" von Japan und Lucon. 

Auch nach Japan scheinen diese kleinen Papageien gebracht zu 
werden , wie ich aus ein japanischen Abbildung ersah. 

Die generische Selbständigkeit und Stellung von Coryllis ist, 
wenigstens für mich, eine sehr deutliche. In Flügel- und Schwanz- 
bau zeigt sich die grösste üebereinstimmung mit den wahren Psitta- 
culinen der neuen Welt, allein die Federbildung, welche ganz an 
die von E c 1 e c t u s erinnert , die Form der Nasenlöcher und hauptsäch- 
lich der Schnabelbau sind gänzlich verschieden. Während die eigent- 
lichen Psitt acula-Arten den Schnabel viel höher als lang und 
ganz nach dem Typus der echten Papageien (Chrysotis) gebildet 
haben, zeigen ihn die C ory llis-Arten viel länger als hoch, auf- 
fallend dünn und gestreckt. Sie sind desshalb ein schönes Binde- 
glied zu den kleineren Domicellen der Südsee, die bei oberfläch- 
licher Betrachtung einen ähnlichen Schnabelbau besitzen, jedoch 
durch den viel mehr zusammengedrückten Unterschnabel mit gerader, 
schief aufsteigender Gony , den Mangel von Feilkerben an der Spitze 
des Oberschnabels und die mit Papillen besetzte Zunge hinlänglich 
ihren Platz in der Subfamilie Trichoglossinae behaupten. 
Ueberdies unterscheidet Letztere auch der ansehnlich längere, stark 
zugerundete Schwanz und die viel längere Flügelspitze. 

Ich kann daher aus diesen wichtigen Gründen der Anordnung 



CORYLLIS. 693 

G. R. Gray's nicht folgen, der Coryllis (Loriculus) zu der 
Subfamilie Lorinae bringt. Auch Jerdon erklärt sich mit Gray 
einverstanden , indem er besonders die Lebensweise berücksichtigt , 
welche ganz lori-ähnlich sein soll. Es lässt sich dies keineswegs 
läugnen, denn namentlich die sonderbare Gewohnheit an den Beinen 
aufgehängt zu schlafen, finden wir bei vielen Trichoglossen wieder. 
Dies ist aber auch der einzige Punkt worin sich eine Beziehung zu 
dieser Gruppe findet, im Uebrigen ist die Lebensweise viel mehr mit 
der der eigentlichen Psittaculinen Amerika's übereinstimmend, 
als deren Vertreter sie in der alten Welt gelten können, ßlyth , 
der zuerst die Gruppe generisch sonderte, bringt sie sehr richtig mit 
in seine Subfamilie Eclectinae, eine Anordnung der auch Bona- 
parte folgt. Nur kann es der Letztere nicht unterlassen eine aber- 
malige generische Trennung in Loriculus und Licmetulus 
vorzunehmen, die jedenfalls gänzlich werthlos ist und nur auf der 
anscheinend mehr dünnen und gestreckten Schnabelform zweier 
Arten beruht. 

Für Professor Schlegel hat Loriculus nur subgenerischen Werth 
und obwohl er zu der kurzen Characteristik »taille petite. Teinte 
dominante du plumage verte. Croupion rouge" noch hinzufügt 
»formant le passage au genre Psittacula" bringt er sie keines- 
wegs in die Nähe der letzteren, sondern reiht sie hinter Lorius 
und vor den Kakatus ein. 

Unter allen Papageien hat mir die Bearbeitung dieser kleinen 
Gruppe die meisten Schwierigkeiten bereitet. Namentlich auch wegen 
der so sehr ausgebreiteten Synonymie, die sich trotz aller Mühe 
nicht immer genügend lösen lässt weil die Beschreibungen meist zu 
oberflächlich sind und sehr oft nur errathen werden können. Unter 
den 13 Arten entging nur eine, C. Bonapa rtei, meiner autop- 
tischen Untersuchung. Ohne das reiche Material im Britisch-Mu- 
seum , welches mir so bereitwillig von Herrn G. R. Gray zur Dis- 
position gestellt wurde , hätte ich nie zu den Resultaten gelangen 
können, wie ich sie in den folgenden Blättern nun zu geben vermao-. 

Zugleich überzeugte ich mich auch davon , dass zwei Arten (a p i- 
calis, Souance und puniculus. Bonaparte) unhaltbar sind und 



694 CORYLLIS STIGMATA. 

ohne Bedenken gestrichen werden können. Nach dem folgenden 
Schlüssel wird es leicht sein die einzelnen Arten herauszufinden , na- 
mentlich wenn man die beiden Unterabtheilungen im Auge behält. 

Diagnostischer Schlüssel zu Coryllis. 

Grün; Bürzel und obere Schwanzdecken stets roth. 

I. Mit schwarzem Schnabel. 

1. Stigmata, Müll. Vorderkopf und Daumenrand roth; Krallen 

bräunlich. Flügel 8/2' . 
Jung: Vorderkopf grün, Daumenrand orange. 

2. amabilis, Wallace. Wie Stigmata, aber Krallen schwarz; viel] 

kleiner. Flügel 2 9 . 

3. Sclateri, Wallace. Daumenrand roth; Mantel hochorange. \ Mit rothem 

4. galgulus, Linne. Scheitelfleck blau, Mantelfleck orange. / Kehlflecke. 

Jung: nur Oberkopf bläulich. 
•fS. Bonapartei, Souance. (/ Oberkopf roth , Hinterkopf orange , kein] 

oranger Nackenfleck. 
J ohne rothen Kehlfleck, aber Zügel und 
Wangen blau. 

IL Mit rothem Schnabel. 

6. culacissi, Wagler. ^ Vorderkopf und Kehlfleck roth; Nackenfleck orange. 

§ Vorderkopf roth; Kehlfleck grüngelb; Nackenfleck 
orange ; Zügel und um den Unterschnabel blau. 

7. regulus, Bonap. Wie culacissi, aber ganzer Ober- und Hinterkopf hoch- 

gelb. 

8. Hartlaubi, mihi. Wie culacissi $, aber ganzer Ober- und Hinterkopf 

roth ; ohne orangen Nackenfleck. 

9. indica, Knhl. Oberkopf scharlach; Wangen und Kehle bläulich; Hin- 

terkopf und Nacken orange angeflogen. 
Jung: Oberkopf grün, orange Tcrwaschen; Wangen und 
Kehle grün. 

10. vernalis, Sparrm. Oberkopf und Kehlfleck hellblau. 

Jung: nur Kehlfleck bläulich. 

11. pusilla, Gray. Kehlfleck hochgelb; ohne Blau auf Scheitel und Kehle. 

Jung: ohne gelben Kehlfleck. 

12. flosculus. Wall. Wie pusilla, aber Rehlfleck roth. Flügel 2" 11'". 

13. exilis, Schlegel. Wie flosculus, aber viel kleiner. Flügel 2" 2'". 

(283.) 1. Coryllis stlgniata, (Müll, et Schleg.). — ■ Das roUi- 
stirnige Papageiclien. 

Psittacus stigmatus, Müll, et Schleg., Verhandl. (Land- en 
Volkenkunde) (1841) p. 108. — Psittacula Stigmata, 



CORYLLIS STIGMATA. 691) 

G. R. Gray, Gen. of B. IJ. N^ 25. — Loriculus stigma- 
tus, Bonap,, Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 155. — id., Naum. 
1856. — Souance, Rev. et Mag. Z. (1856) p. 222. — G. R. 
Gray, List Psitt. (1859) p. 54. — Nanodes stigmatus, 
Rosenberg, J. f. Orn. (1862) p, 60, — Loriculus stig- 
matus, Wall., Proc. Z. S. (1864) p. 287. — Schleg., Dieren- 
tuin (1864) p. 70 (mit Holzschn.). — id., Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 161. — Loriculus Bonapartei, (Brit. Mus.). — 
Fig. 0. 

Tindito, Eingeborne von Gorontalo (xon Rosenberg). 

Diagnosis: Vorderkopf, Kehlfleck, Daumenrand, Bürzel und obere 
Schwanzdecken roth ; Krallen bräunlich ; Flügel 3" 6'". 
Jung: ohne Roth auf Vorderkopf und Kehle; Daumenrand orange. 
Schnabel schwarz. 

Sincipite macula gulari , margine pteryllii uropygio caudaeque 
tectricibus superioribus rubris; unguiculis subfuscis. L. al. 3" 6'". 
Juv. sincipite gulaque rubri vacuis; margine pteryllii aurantio. 
Rostro nigro. 

Celebes, (Type von S. Müller im Leidener Mus.). (/ ad. Prächtig 
grasgrün, Flügel und Schwanz dunkler grasgrün, der Oberrücken 
orangefarben angeflogen. Stirn und Vorderkopf, ein länglichrun- 
der Fleck von Kinn bis auf die Kehle herab und der Flügelrand 
an Handwurzel dunkel zinnoberroth, Bürzel und obere Schwanz- 
decken viel dunkler, in's Kirschrothe, und diese Federn an Basis 
grün. Schwingen an Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze 
schwarz. Untere Flügeldecken grün , ein wenig meerblau ver- 
waschen, übrige Unterseite der Schwingen und des Schwanzes 
dunkel meerblau. Schnabel schwarz, Wachshaut fleischfarben; 
Füsse hellfahl, Krallen etwas dunkler, bräunlich. 

Ein anderes (^ im Leidener Museum , hat an den rothen Federn 
des Vorderkopfes ganz schmale grüne Säume, scheint also offen- 
bar noch nicht völlig ausgefärbt. 

Jüngerer Vogel (Celebes) Leidener Museum. Nur einige Federn 
an Stirn roth ; der rothe Kehlfleck kleiner ; der Oberrücken 
weniger deutlich orange verwaschen. 



696 CORILLIS AMABILIS. 

Junger Vogel ($) im Leidener Museum. Ganz grün , heller als der 

alte , die Unterseite heller als die obere ; ohne orangefarbenen 

Anflug auf Rücken. Jederseits über dem Auge, Kinn und 

Daumenrand hochorange. Schnabel hellbraun. 

Ein Exemplar im Britisch-Museum , s. n. L. Bon apart ei, stimmte 

vollkommen mit dem alten c? überein. 
Ein schönes Pärchen im Bremer Museum. 

Merkwürdig war die Veränderung der Farben an einem Spiritus- 
Exemplare, welches ich untersuchen konnte. Das schöne Grün 
war in Kupferroth umgewandelt, das Blau auf Schwingen- und 
Schwanzunterseite in Rothviolett ; nur das Roth hatte sich ziemlich 
gut erhalten. 

Die Zunge war kurz, breit und vorn abgestumpft, der sehr häu- 
tige Magen mit Ueberresten von harten Samenkapseln angefüllt. 

Diese leicht kenntliche Art ist eine Entdeckung des niederländi- 
schen Reisenden Dr. Forsten , der sie bei Gorontalo und Tondano 
im nördlichen Celebes erlegte. Wallace sammelte sie im Süden bei 
Macassar und Menado. 

lieber die Lebensweise fehlen alle Nachrichten. Einen niedlichen 
Holzschnitt von dieser Art giebt Professor Schlegel im Dierentuin 
(p. 70) ; eine bessere Abbildung existirt bis jetzt nicht. 

(284.) 2. Coryllis amabilis, (Wallace). — Das schwarzkrallige 

Papageichen. 

Loriculus amabilis, Wallace, Ibis (1862) p. 548. — id., Proc. 
Z. S. (1864) p. 287. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) 
p. 131. — Fig. 0. 

Diagnosis: Farbenvertheilung ganz wie bei Stigmata, aber die 
Krallen schwarz und ansehnlich kleiner , Flügel 2" 9'". 
Jung, ohne Roth auf Vorderkopf und Kehle ; Mantel bräunlich- 
grün ; Schnabel hellbraun. 

De coloribus distributis cum C. Stigmata conveniens ; sed un- 
guiculis nigris ac permulto minor. L. al. 2" 9'". 
Juv. sincipite gulaque rubro carentibus ; interscapilio subfusco- 
viridi ; rostro fuscescente. 



CORYLLIS SCLATERI. 697 

Batjan, (Dr. Bernstein) Leidener Museum. </ ad, Oberseile dun- 
kel grasgrün, die Unterseite heller, die Rückenmitte orange 
verwaschen und die unteren Scliwanzdecken deutlich gelb- 
grün. Stirn, Zügel und Vorderkopf bis zum Hinterkopfe, Kinn 
und ein kleiner, runder Kehlfleck schön scharlachroth , ebenso 
der Flügelrand am Handgelenke. Bürzel und obere Schwanz- 
decken ebenfalls schön scharlachroth. Schwingen an Innen- 
fahne schwarz. Kleine Flügeldecken unterseits grün; SchAvingen 
und Schwanz unterseits meerblau. Schwanzfedern unterseits 
vor dem Ende mit kleinem gelblichen Flecke. Schnabel schwarz. 
Füsse fleischröthlich ; Krallen schwarz. 
$ (Jüngerer Vogel) Batjan. Leidener Museum. Ohne Roth am Vor- 
derkopfe, dieser etwas orange angeflogen, der Mantel bräunlich- 
grün verwaschen ; ein kleiner Kehlfleck blass scharlachroth ; 
Flügelrand und obere Schwanzdecken deutlicher Scharlach. 
Junge Vögel (cf und ?) , deren Schwingen noch nicht völlig ausgebildet 
sind, (den 22 Juli bei Galela im nördlichen Halmahera von Dr. 
Bernstein erlegt) im Leidener Museum haben die grüne Färbung 
heller als die alten und kein Roth am Vorderkopf und auf 
Kehle, nur der Bürzel ist roth. Schnabel hellbräunlich. 
In der Farbenvertheilung kommt diese schöne , kleine Art ganz 
mit C. Stigmata, Müller, überein, unterscheidet sich aber durch 
die schwarzen Krallen und die gelblichen Flecke vor dem Ende der 
Schwanzfedern unterseits , ebenso durch die viel längeren , den 
Schwanz noch überragenden oberen Schwanzdecken, hauptsächlich 
aber durch die immer bedeutend geringere Grösse. 

Wallace entdeckte diese Art zuerst auf Halmahera. Dem Leide- 
ner Museum wurde sie durch den thätigen Dr. Bernstein auch von 
Batjan eingesandt. 

Sie scheint C. Stigmata auf den östlichen Molucken zu ver- 
treten, üeber die Lebensweise ist nichts bekannt. 

(285.) 3. Coryllis üclateri , (Wallace). — Sclater's Papageichen. 

Loriculus Sclateri, Wallace, Proc. Z. S. (1862) p. 536. 
pl. XXXVin (fig. opt.). — id., Proc. (1864) p. 287. — Schleg., 



698 CORYLLIS SCLATEr.I. 

Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 132. — id., Nederl. Tijdschr. v. 
Dierk. (1865) p. 186. 
Diagnosis: Kehlfleck, Daumenrand, Bürzel und obere Sohwanzdecken 
roth; Mantelfedern hochorange mit rothen Endsäumen. Schna- 
bel schwarz. 

Macula gulari, margine pterylii uropygio caudaeque tectricibus 
superioribus rubris , plumis interscapilii intense aurantiis rubro- 
terminatis. Rostro nigro. 
Sula-Inseln (Wallace) Leidener Museum, cf. Prachtvoll grasgrün, 
fast ganz smaragdgrün. Ein schmaler länglicher Kehlfleck, der 
schmale Flügelrand am Daumenrande, Bürzel und die oberen 
Schwanzdecken, welche nicht ganz das Schwanzende erreichen, 
tief scharlachroth. Mantel und Schultern bis zum Roth des 
Hinterrückens herab tief goldgelb, in's Orange, die Basishälfte 
dieser Federn grün und einige auf Rückenmitte schmal roth 
gesäumt. Schwingen an Innenfahne schwarz, mit grüner Spitze. 
Kleine Flügeldecken unterseits grün ; übrige Unterseite der 
Schwingen und des Schwanzes meerblau. Schnabel schwarz, 
jederseits an Basis des Oberschnabels ein kleiner gelber Fleck ; 
Wachshaut und Füsse fleischbräunlich; Krallen fast schwarz. 
Wachshaut und Füsse im Leben, nebst Iris gelb (Wallace). 
Ebenso ein Exemplar (Sula-Inseln) im Museum Heine. 
Ein altes cf (Sula-Inseln , Wallace) im Bremer Museum , hat den 

ganzen mittleren Theil des Mantels roth. 
Ebenso zwei Exemplare im Britisch-Museum, die desshalb noch mehr 
mit der schönen Abbildung in den Proceedings übereinstimmen. 
Das ? ist (nach Wallace) nicht verschieden. 
Eine sehr characteristische Art und die schönste der ganzen Gruppe , 
die schon an dem prachtvoll orangegelben Mantel leicht kenntlich 
ist und sich von der am nächsten verwandten C. Stigmata auch 
durch den einfarbig grünen Kopf leicht unterscheidet. 

Von Wallace zuerst auf den Sula-Inseln entdeckt, durch von Ro- 
senberg aber auch von dem benachbarten Celebes an das Leidener 
Museum eingesandt, wie ich durch gütige briefliche Mittheilung von 
Herrn Professor Schlegel erfuhr. 



CORYLLIS GALGÜLUS. 699 

Ueber die Lebensweise der seltenen Art fehlen bis jetzt alle Nach- 
richten. Neuerdings erhielt sie der Thiergarten in London lebend. 

(286.) 4. Coryllis galgulu.% >), (Linnc). — Das blausclteitelirje 

Papageichen. 

Psittacus galgulus, Linne , Amoen. acad. (vol. IV) N°. LXI 
(1754) p. 256 (descr. opt.). — id., Syst. Nat. (1767) p. 150 
(syn. emend.). — Edw., Glean. vol. VI (1760) pl. 293. fig. 1 
(bon.). — Petite Perruche de l'isle de Lucon. Premiere espece. 
Sonnerat, voy. ä la Nouv. Guin. (1776) p. 76. pl. 38 (untere 
fig. pess.). — Philippine Parrakeet, var. A. Sapphire crowned 
Parrakeet, Lath., Syn. I (1781) p. 312 et 313 (ind. ex. Mus. 
Lev. (/). — id., Sapphire crowned Parrakeet, Gen. Hist. II. 
p. 266. — La Perruche a tete bleue, Buffon , Hist. Ois. VII 
(1783) p. 132. — PI. enl. 190. fig. 2 (fig. sat. accur.). s. n. 
petite Perruche du Perou. — Psittacus flavigulus, Bodd., 
Tabl. des PI. enl. d'Aub. (1783) p. 12. — Psittacus pumi- 
lus, Scop., Del. Flor, et Faun. (1786) p. 87. — Ps. galgu- 
lus, Gml., S. N. (1788) p. 349 (absq. var. ß.). — Ps, gal- 
gulus, Latham , Ind. Orn. (1790) p. 131 (absq. var. ß.). — 
Bechst., Lath., Ueb. p. 105. — Vieill., Enc. Meth. p. 1407. — 
Hayes, Portr. of rar. B. fig. 82. — Spalowki, Beitr. p. 6 (opt, 
nach Kühl). — Kühl, Consp. p. 65 (mas et fem. descr. opt.). — 
Voigt, Cuv., Uebers. (1851) p. 746. — Horsf., Linn. Trans. XIIL 
p. 182. — Raffl., Linn. Trans. XIII. p.281. — Psittaculus 
galgulus, Sws., Class. of B. p. 303. — id., Nat. Libr. vol. 
VI. p. 168 (descr. cf ad.). — Psittacula galgulus. Wag]., 
Mon. p. 626 (tant. mas. ad.). — Psittacula galgula, Less., 
Tr. d'Orn. (1831) p. 202 (c/ et ?). — Psittacula cyaneo- 
pileata, Bourj., Perr. t. 88 (av. ad. et jun.). — id., Psitta- 
cus galgulus (Text p. 89). — Psittacula galgula, G. R. 
Gray, Gen. of B. II. N°. 14. — Loriculus pumilus, Blyth, 
Cat. B. As. Soc. (1849) p. 9. — id., Loriculus galgulus 
Journ. As. Soc. XIX. p. 236. — Bonap., Consp. av. I (1850) 



1) Bei Piinius eia giünes Vögelchen. 



700 CORYLLIS GALGÜLUS. 

p. 6. — id., ßev. et Mag. Zool. (1854) p. 155. — id., Naum. 
1856. — Souance, Rev. et Mag. Z. (1856) p. 222. — Horsf., 
Cat. B. E. I. House II (1856) p. 626. — G. R. Gray, List 
Psitt. (1859) p. 54. — Blyth, Ibis (1865) p. 6. — Wallace, 
Proc. Z. S. (1864) p. 287. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 131. 

Silindit oder Silinditun auf Java (Horsfield). — Serindit auf Su- 
matra (Raffles). — Seren-dafc oder Sindada auf Malacca 
(Blyth). — Beizung Sünde der Malayen (v. Rosenberg), — 
Sarendet bei den Dusun-Dajackers auf Borneo (S. Müller). — 
Talisok bei den Bejadju-Dajackers auf Borneo (S. Müller). 

Diagnosis: c/ et $ ad. Bürzel, obere Schwanzdecken und ein grosser 
runder Kehlfleck scharlachroth ; runder Scheitelfleck schön blau; 
Oberrücken mit hochorangefarbigen Flecke. 
Jung : der rothe Kehl- und orange Mantelfleck fehlen ; der Ober- 
kopf etwas bläulich. Schnabel schwarz. 

(/ vel $ ad. macula gulari magna rotunda, uropygio caudaeque 
tectricibus superioribus puniceis , macula verticis laete cyanea ; 
eaque ipsa interscapilii intense aurantia. 
Juv. macula gulari rubra necnon interscapilii aurantia nulla, pileo 
paulum subcyaneo. Rostro nigro. 

Borneo (Dr. Schwaner) Leidener Mus. ^ ad. Grasgrün; Schwingen 
dunkler grün , an Innenfahne schwarz. Auf der Scheitelmitte 
ein runder, dunkelultramarinblauer Fleck. Auf der Mitte des 
Oberrückens ein dreieckiger hochorangefarbener Fleck. Grosser 
runder Fleck auf Kehle brennend scharlachroth, ebenso die Bürzel- 
und oberen Schwanzdeckfedern. Vor dem Beginn der rothen 
Bürzelfedern ein hochgelber, schmaler Streif, auch die Säume 
der unteren Schenkelseitenfedern hochgelb. Kleine Flügeldecken 
unterseits grün. Schwingen und Schwanz unterseits meerblau. 
Schnabel schwarz; Füsse hellbraun, ebenso die Krallen. 

Ebenso ein altes d" (angeblich von Java , Verreaux) im Bremer Mu- 
seum , aber der orangefarbige Fleck auf Oberrücken viel kleiner 
und rund. cT von Banka im Leidener Museum ganz gleich. 

Ein rf von Malacca (Ihne) im Berliner Museum , hat einen grossen 



CORYLLIS GALGULUS. 701 

orangen Mantelfleck und einen sehr breiten gelben Streif Tor 
dem rothen Hinterrücken. 
Ein d" von Singapore im Britisch-Museum zeigt die orangen 3Iantel- 
federn mit rothen Endsäumen, ähnlich wie bei C. Sclateri 
und ist daher offenbar sehr alt. 
Ein sehr altes Exemplar (welches ich durch die Güte des Herrn 
Lintz in Hamburg zur Ansicht erhielt), besitzt einen auffallend 
grossen rothen Fleck , der sich über Kehle und Kropf ausdehnt ; 
die Bürzelfedern sind an der Basishälfte hochgelb, auf der lin- 
ken Seite sind die ersten 2 Schwingen an Basishälfte blassgelb 
mit weissen Schäften. 
2 ad. Sumatra (S. Müller) Leidener Museum, gleicht in allen Stücken 
dem (T , aber : das Gelb vor dem Beginne der rothen Bürzel- 
federn hat denselben düster orangefarbenen Ton , als der Fleck 
auf der Bückenmitte. 
Jüngerer Vogel (Banka) Leidener Museum, ist düsterer grün als der 
alte, die Unterseite heller grün, ohne rothen Kehlfleck. Der 
blaue Scheitel- und orange Bückenfleck nur angedeutet. Bür- 
zel und obere Schwanzdecken düster roth, vor dem Beginn der 
Bürzelfedern düster orange (wie beim $). Schnabel schwarz. 
Junger Vogel (angeblich von Java durch Verreaux) im Bremer Mu- 
seum : der orange Mantel- und rothe Kehlfleck fehlen ganz ; 
die ganze Oberseite düster grün , die untere lebhaft gelbgrün , 
namentlich die unteren Schwanzdecken ; Bürzel und obere 
Schwanzdecken düster kirschroth ; Vorderkopf bläulich ange- 
flogen. Schnabel braunschwarz. 
Diese niedliche Art ist an dem blauen Scheitelflecke sehr leicht 
kenntlich, ähnelt aber im jüngeren Kleide, wo nur der Vorderkopf 
etwas bläulich angeflogen erscheint, sehr der C. vernalis, ad., welche 
aber bedeutend grösser ist und an dem rothen Schnabel sich sofort 
unterscheidet. Die durch den schwarzen Schnabel viel näher ver- 
wandte C. Stigmata, welche im Jugendkleide noch am ersten mit 
galgulus verwechselt werden könnte, ist leicht an dem orangen 
Daumenrande kenntlich und zeigt auch niemals den bläulichen Ton 
auf dem Vorderkopfe. 



702 CORYLLIS GALGÜLÜS. 

Hinsichtlich des Vaterlandes herrschen zuweilen noch recht irrige 
Ansichten, denn während dasselbe nur Borneo, Sumatra, Banka und 
das südliche Malacca umfasst, wird meist auch Java als Fundort ge- 
nannt. So durch Horsfield in dem Cataloge des Museum der Ost- 
indischen Kompagnie, wo sogar noch eine Notiz über die Lebensweise 
mitgetheilt wird. Im dem zoologischen Anhange zu dem Werke »Me- 
moir of the life and public Services of Sir Thom. Stamf. Raffles by 
his widow" (London. 1850. p. 666) wird C. galgulus ausser von 
Sumatra ebenfalls von Java genannt. 

Auch Gray führt, durch zu grosse Gewissenhaftigkeit verleitet, 
Exemplare von Java und sogar aus dem indischen Archipel an. In 
Perry's Explor. Exped. wird auch Ceylon als Heimath genannt, was 
offenbar auf einer Verwechselung mit C. indica beruht. Uebri- 
gens beginnt die Unsicherheit in den Vaterlandsangaben mit Sonne- 
rat, der die Art auf Lucon gefunden haben will. Euffon lässt 
sie sogar aus Peru kommen. Die Angabe der Herren von Schlagint- 
weit »Sikkim" ist, wie so manche andere, eine erfundene. 

In einem Aufsatze über chinesische Vögel (durch Dun in Canton 
gesammelt) von Strickland (Proceed. 1842. p. 167) wird auch diese 
Art aufgeführt, dabei aber bemerkt, dass nicht alle genannten Spe- 
cies in China vorkommen. So werden z. B. auch Paradiesvögel ver- 
zeichnet. C. galgulus ist daher ebenso wenig als C. puniculus, 
Bp. (indica, auct.) in die Ornis China's aufzunehmen. 

Schon Linne , der die Art durch Osbeck erhielt und bereits vor 
114 Jahren sehr gut beschreibt, tlieilt die Eigenthümlichkeit in der 
Lebensweise von C. galgulus mit, sich während der Nachtruhe an 
den Beinen aufzuhängen, die Jerdon auch bei C. vernalis nachweist. 

Bourjot bildet auf PI. 88 s. n. Ps. cy a ne o-pileat a den alten 
und jungen Vogel (untere Figur) recht kenntlich ab, merkwürdiger 
Weise zeigt aber das alte cT (obere Figur) auch die unteren Schwanz- 
decken roth , jedenfalls ein Versehen des Koloristen. 

Die einzigen ausführlicheren Nachrichten über Cor. galgulus 
giebt Dr. S. Müller (Verhandl. Land- en Volkenkunde p. 581), der 
die Art auf seinen Reisen im südlichen Borneo vielfach zu beob- 
achten Gelegenheit hatte. 



CORYLLIS BONAPAKTEI. 705 

Er fand diesen niedlichen Papagei bei den Dajackers am Dusun 
Überali als beliebten Käfigvogel, da er sehr zahm wird und durch 
sein zutrauliches Wesen viel Spass macht. Gewöhnlich hält man 
mehrere zusammen in einem Käfig aus Bambusstäben , der rund ist 
und sich in der Mitte um eine Axe dreht, so dass die Vögelchen 
beim Herumklettern den Käfig fortwährend in drehender Bewegung 
erhalten. JVachts hängen sie wie die Fledermäuse an den Beinen , 
den Kopf nach unten, dicht neben einander, wahrscheinlich um 
sich zu erwärmen , da sie gegen Kälte sehr empfindlich sind. 

Dies scheint auch der Grund , warum man das in seiner Heimath 
keineswegs seltene Vögelchen noch gar nicht lebend zu uns gebracht 
hat, obwohl es in der Gefangenschaft leicht mit gekochten Beis zu 
erhalten ist. Auch rohe Bananen frisst es gern. 

In der Freiheit nährt es sich aber von Baumknospen und zarten 
Sprossen, auch von Baumblüthen , besonders denen von Erythrinae, 
in deren grünem Laube mit rothem Blüthenschmuck das Vögelchen 
dann schwer zu entdecken ist. 

Als Stubengenosse empfiehlt sich dieser liebliche Papagei auch 
namentlich desswegen, weil er einer der wenigen ist, der (nach Blyth) 
sehr hübsch singt. 

Nach von Bosenberg ist diese Art auf Sumatra in den Strandge- 
genden häufig und man sieht sie hier auch als Käfigvogel. 

lieber das Fortpflanzungsgeschäft ist nichts bekannt. 

-f (287.) S. Coryllis Bonapartei, (Souance). — Prinz Bonaparte' s 

Papageichen. 

Loriculus Bonapart ei, Souance, Bev. et Mag. Zool. (1856) 
p. 222. — Licmetulus Bonapartei, Bonap., Naum. (1856) 
Heft IV. — Loriculus Bonapartei, G. B. Gray, List 
Psitt. (1859) p. 56. — V^allace, Proc. Z. S. (1864) p. 288. — 
Fig. 0. 

Diagnosis: Oberkopf, ein grosser Kehlfleck, Bürzel und obere Schwanz« 
decken roth ; Hinterkopf orange; kein oranger Nackenfleck. 
$ (?) Ohne rothen Kehlfleck, aber Zügel und Wangen blau; 
Schnabel schwarz. 



704 



CORYLLIS BONAPARTEI. 



mJ £; 



tft. =» «1 I-», CO t=. 

~. - - CO o & 
^ -^ -^ Qu i-H ^ 



^ ^ ^ 



M a 






oa 


1^ 


f^ 


bs 


M 
















- 


"~ 





3> »^ 

fo 9 ö 



tr" '^ 



& m 

2 o 






Oj+OQ^ 



c » 

3 



!s| 




CORYLLIS CÜLACIS3I. 



703 



hj CO 

tr' o* HJ 

1— • <T> 

«■ E' ö 



Cu 



B p tf 



CD j^J 

'S 5' 

2. ö 
CD crg 

<n CD 

^^ 



o S^ 






ja 




1!P 


i—« 














EO 


B 


td 


ffCI 


fD 


so: 


B 


3 


o: 


N 


B 


t-l» 


1-i 


o 


ei 


B" 


B 
CR 


ö 

B 




N 


H 


Ö 


N 


"-ä 


C 




B 




a 


B' 


&■ 


<T) 


B 


Pu 


ö 










B 


O 


P- 




50 


B 
B 
Pi 



2. 


B- 












^ 


& 


^ 


m 


3 


> 


B 






g 


CO 




B 




c(5' 







P o 



•73 



^ 



^ fD W 

H- . • l-j HO 

. I S H^ t« 



•TS 



CO * 

c I 






•^3 






o 

ö 



•^J cn 

O " ^. 

P . o 

<! B 

? 3- a 



•-Ö 



00 ■ 

CO t-O 



O 






Ol 



<-ö 



o: B 
o - 1 



c» 




o 




ö 




t— - 




p 




o 




c 




^— ' 




p 




o 

M 





^ 



•-ö i" 



p 

p ^ 

3 >i 

CO cw' 

3 H-. 



^ 



^ S 



1 ^ 



C/3 "^ 
P l-Ö 

B- ö 
►-• c« 

►-* KW. 

O 
O 

B 



05 



*^ 



B- 



TS 

a 
B 



p 



S ^ 



r/1 r 
!^ CO 



o 


^ 


B 


P 


(X 


p 


■tJi 


«?c 


eil 


s 


o 




KJ 


^* 






t-^ 


o 






'^ 


P 




■< 


^-^ 


ET 


B- 


feft 


■-j 


1-* 


CR 


p 

3 


aq 


ts^ 


^3 

OS 



e 






^ 



•TS 

55 



£-2.5 
« -T ^ 

9 & P 

? sr b: 



OSOSCOOSOSNS&SCOtSCS 



»^ 



|_i|_il— 1|— 'I— 'h— t-'h-'tfiH-' 



C^ütOtOlOttUCTOSMW 







g 


ff 


B" 


?+•' 




^ 






rs> 




• 


3 


S- 




N 


o 



fej 



to JO tO CO 



P er tu 

■^ ^ i 
W n ct> 

K B p, 



%ii *>. OX 



I I 



2-° 2 

B^ Pi B 



td I— I Hl 



Cki C^i 40 Os^ Oy Ckj Q^ O^ e fO 



S ES 



S. w, 



-■ s a » 






g B 



e 



c S 



3 B 



706 CORTLLIS CÜLACISSI, 

Tr. d'Orn. (1831) p. 202. — Psittacula philippensis , 
Bourj., Perr. pl. 89 (untere figur sat. accur.). — Loriculus 
philippensis, Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 221 
(cT). — Loriculus rubrifrons, (Vig.) Bp., Rev. et Mag. Z. 
1854. — id., Licmetulus philippensis, Naum. 1856. — 
Psittacula melanoptera, G. R. Gray, Gen. of B. II. 
N°. 16. — id., Loriculus culacissi, List. Psitt. (1859) 
p. Ö6. — Wallace, Proc. Z. S. (1864) p. 288. — Loriculus 
philippensis, Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 130 (cf ?)• 

Ungenügende Beschreibung. 
Petite Perruche de Tisle de Lucon, Quatrieme espece $, Sonn., 
Toy ä la Nouv. Guin. (1776) p, 77. tab. 40 (obere figur). — 
Luzonian Parrakeet (?), Lath., Syn. p. 318. — id., Gen. Hist. 
II, p. 271. — Perruche ä ailes noires, Buffon, Hist. Ois. VII. 
p. 140 ($). — Psittacus melan opterus §, Scop., Del. 
Flor, et Faun. Insubr. p. 86. — Ps. minor (2), Gml., S. N. 
p. 351. — Ps. minor (9), Latham , Ind. p. 133. — Ps. 
minor (2), Vieillot , Enc. Meth. p. 1404. — id., Ps. cula- 
cissi (d"), p. 1405. 

Ohne orangefarbigen Nackenfleck. 
Psittacus philippensis. Kühl, Consp. p. 64, 

Angebliches Weibchen. 
Psittacula philippensis (9), Briss., Orn. IV (1760) p. 395. — 
Philippine Parrakeet ($) , Lath., Syn. I. p. 312. — id., Gen, 
Hist. II. p. 266 (?). — Le Coulacissi (9) , Buff., Hist. Ois. VIL 
p. 130. — PI. enl. 520. fig. 2 (pess.). — Psitt. galgulus, 
Tar, /3. (?), Lath., Ind. Orn. p. 131. — Ps. Culacissi, Vieill., 
Enc. Meth. p. 1405 ($). — Psittacula cul acissi ($) , VTagl., 
Mon. p. 628. — Psittacula rubrifrons, Vig., Phil. Mag. 
(1831) p. 147. ~ Lear, Parr. pl. 41 (5). — Psittacula 
rubrifrons, Bourj., Perr. t. 87 (nach Lear). — Psittacula 
philippensis, Steph., Gen. Zool. XiV. p. 144. — Licht., 
Nomcncl. av. (1854) p. 71. — Psittaculus rubrifrons, 
Sws., Class. of B. II. p. 503. — Loriculus philippensis 
(?), Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 222. 



CORYLLIS CULACISSI. 707 

Coulacissi, auf Lucon (Brisson). 

Diagnosis : <^ Vorderkopf , Bürzel , obere Schwanzdecken und grosser 
Fleck auf Kehle und Kropf roth ; Nackenfleck orange ; Ober- 
kopf orange verwaschen. Schwanzende zuweilen in's Blaue. 
$ Vorderkopf, Bürzel und obere Schwanzdecken roth ; Nacken- 
fleck orange; Zügel und um Unterschnabel hellblau; ein ver- 
waschener grüngelber Kehl- und Brustfleck. 
Jung. Stirn sehr wenig roth , die Zügelfedern undeutlich blau 
gespitzt. Schnabel roth mit langer, dünner, vorragender Spitze. 
^ sincipite , uropygio tectricibus caudae superioribus maculaque 
gulae gutturisque rubris; macula cervicali aurantia; pileo dilute 
aurantio ; apice caudae nonnunquam subcyaneo. 
5 sincipite , uropygio caudaeque tectricibus superioribus rubris ; 
macula cervicali aurantia ; loris cum regione mandibulari cya- 
neis ; macula gulae pectorisque dilute viridi-flava. 
Juv. fronte vix rubra ; plumis lororum obsolete cyaneo-acuminatis. 
Rostro rubro , apice elongato, tenui, prominulo. 

Philippinen (Leidener Museum). ^. Schön hellgrasgrün, Schwingen 
und Schwanz etwas dunkler. Schwingen an Innenfahne schwarz. 
Stirn und Vorderkopf zinnoberroth, der Oberkopf und Hinterkopf 
orange verwaschen. Im Nacken ein deutlicher orangefarbigen 
Fleck. Auf Kehle bis ünterbrust herab ein grosser orangezin- 
noberrother Fleck , dessen Federn an Basis gelb sind. Bür- 
zel und obere Schwanzdecken scharlachroth , mit grüner Fe- 
derbasis. Untere Flügeldecken grün , die grössten wie die 
übrige Schwingenunterseite lebhaft meerblau, ebenso der Schwanz 
von unten. Die Afterseitenfedern meerblau gespitzt. Letzte 
Schwingen 2<:er Ordnung an Innenfahne blau gerandet. Schwanz- 
federn mit schmalen hellgrünen Spitzen ; an Innenfahne schwärz- 
lich gerandet. Schnabel roth, der Oberschnabel sehr gestreckt, 
vorragend ; Füsse hellfahl ; Krallen braun. 
Ein anderes c? (Leidener Museum) zeigt den Kehlfleck dunkler 
roth, den Nackenfleck grösser, die Schwanzfedern ziehen am 
Ende in's Bläuliche , deren äusserste Spitze ist grünweiss. 
Ebenso ein ^ (Lucon , durch Jagor) im Berliner Museum. 

45* 



708 CORYLLIS CULACISSI. 

Exemplare (s. n. culacissi) durch Cuming im Britisch-Museum , 
ganz gleich. 

Ein Exemplar im Museum KirchhofF, hat die rothe Kehle unterseits 
noch mit orangefarbenen Federn gemischt, hinter der rothen Stirn 
finden sich einzelne gelbe Federn, die eine Art Saum bilden. 

Philippinen (Leidener Museum). ?. Dunkelgrasgrün , Unterseite hel- 
ler, auf Kehle und Brust ein grosser, lebhaft grüngelbe, ver- 
waschener Fleck ; Schwingen grün an Innenfahne und Spitze 
schwarz ; Stirn und Vorderkopf hell zinnoberroth , übrige Ober- 
und Hinterkopf orangefarbig angeflogen; Zügel und um den Un- 
terschnabel meerblau. Im Nacken ein kleiner oranger Fleck. 
Bürzel und obere Schwanzdecken dunkel scharlachroth , die 
Federn an Basis grün. Flügeldecken unterseits, wie die übrigen 
Schwingen- und Schwanzunterseite schön meerblaü. Die seitlichen 
Afterfedern kaum bemerkbar, meerblau gespitzt. Schwanzfedern 
mit hellgrünem Endflecke und düster blauen Saume an Innen- 
fahne. Schnabel roth ; Füsse hellfahl ; Krallen schwarzbraun. 

Ebenso ein $ (Philippinen) im Bremer Museum. 

Ein 2 in™ Uebergange (Manilla) Berliner Museum, zeigt den orangen 
Nackenfleck kaum angedeutet und die Federn des lebhaft grün- 
gelben Kehl- und Brustfleckes haben einzelne röthliche Endsäume. 

$ im Leidener Museum. Das Ende der Schwanzfedern düster indi- 
goblau, welche Farbe sich auch bis auf die Aussenfahne zieht, 
die äusserste Spitze hellgrün. 

Ein anderes $ (Leidener Museum) zeigt den hellgelbgrünen Fleck 
auf Kehle und Brust kaum angedeutet. 

Junger Vogel (Philippinen) Leidener Museum. Stirn blassroth ver- 
waschen ; der orange Fleck im Nacken sehr undeutlich ; obere 
Schwanzdecken düster roth. 

Ein noch jüngeres Exemplar (angeblich cf von Lucon durch Gevers) 
Leidener Museum , hat kein deutliches Blau auf Zügeln und 
W^angen , keine rothe Stirn und ist ohne orangen Nackenfleck; 
an der Stirn spriessen jedoch einzelne rothe Federn hervor; die 
Unterseite ist einfarbig grün , ohne einen helleren Fleck auf 
Kehle und Brust. Schnabel in's Oranofcrolhe. 



CORYLLIS CULACISSI. 709 

Die arge Verwirrniss , welche über diese Art herrscht ist durch 
die Yielen ungenügenden Beschreibungen hervorgerufen worden. Die 
meist gänzlich entstellte Synonymie brachte schliesslich vollständige 
Unklarheit zu Wege. So citirt z. B. Linne Psittacula philip- 
pensis, Brisson zu seinem Ps. galgulus. Eine critische Sichtung 
der hierher gehörigen Citate "war daher eine ebenso langwierige als 
undankbare Aufgabe. Zuweilen lohnte es kaum der Mühe Zeit 
damit zu verlieren und es wäre gerathener gewesen viele der älteren 
Beschreibungen und Abbildungen , die sich doch nie mit Bestimmt- 
heit deuten lassen, als unnützen Ballast über Bord zu werfen. 

Brisson beschreibt übrigens den alten Vogel, nach Exemplaren irn 
Cabinet Aubry, zuerst sehr exact, zugleich auch das so sehr ab- 
weichend gefärbte ?. Auf welche Angaben hin sich diese Annahme 
stützt ist leider nicht zu ersehen. Ich habe mich daher nur mit 
grossem Wiederstreben derselben angeschlossen. Es scheint mir 
nämlich zweifelhaft, dass zwischen cf und 5 so grosse Färbungs- 
unterschiede vorkommen , um so mehr da ich bald ersah , dass 
alle späteren Auetoren nur ßrisson's Angabe nachgeschrieben 
haben. Als ich jedoch das Exemplar im Berliner Museum sah, 
welches auf den Federn des grüngelben Kehlfleckes einzelne röth- 
liche Endsäume zeigt, die auf einen Uebergang zu dem rothen 
Kehlflecke des cT hindeuten, erschien mir die Brisson'sche Ansicht 
wahrscheinlicher, obwohl ich dieselbe immerhin noch keineswegs als 
erwiesen betrachte. Leider besitzen wir aber über die Vögel der 
Philippinen so wenig oder besser gesagt keine Beobachtungen von 
Fachmännern , und ehe nicht solche , die durch Untersuchung der 
inneren Theile erhärtet sind , vorliegen , welche den angeblichen Ge- 
schlechtsunterschied dieser Species factisch dartbun, sind für mich 
immer noch Zweifel vorhanden. 

Da ich indess meine Ansicht, dass die angelblichen ?? eine eigene 
Art ausmachen, leider durch keine Thatsachen unterstützen kann, 
schien es mir besser von einer voreiligen specifischen Trennuno- abzu- 
stehen. Ich habe jedoch die Synonymie genau nach den zwei Fär- 
bungsverschiedenheiten geordenet , was vielleicht später von Nutzen 
sein dürfte. 



710 CORYLLIS REGÜLUS. 

Bemerkenswerth ist noch, dass auch bei dieser Art öfters Indivi- 
duen, sowohl cT als ?, vorkommen bei denen die Schwanzfedern am 
Ende in's Blaue ziehen , wodurch zuweilen eine ziemlich bestimmte 
blaue Schwanzendbinde über beide Fahnen entsteht. 

Am besten wird diese Art von Bourjot auf pl. 89. s. n. Psitta- 
eula philippensis (untere Figur) abgebildet, indess noch kei- 
neswegs exact genug, denn man zieht z. B. nichts von dem orangen 
Nackenflecke. Als angebliches $ dazu wird ohne Zweifel C. indica 
dargestellt, während das eigentliche $ auf pl. 87. s. n. Ps. rubri- 
frons erscheint. Dieses Bild, eine Kopie nach Lear, ist ziemlich 
gelungen , allein das Roth auf Vorderkopf und Bürzel hat einen viel 
zu dunklen Ton. Der Text verdient gar keine weitere Beachtung, 
da er in jeder Hinsicht oberflächlich ist. Beschreibungen fehlen 
ganz. Bourjot lässt die Art auch von Java kommen. 

Als Heimath sind die Philippinen durch Cuming und Jagor 
nachgewiesen, ebenso durch Meyen , der einige wenige Nachrichten 
über den Vogel mitlheilt (Verhandl. Leop. Carol. Acad. 1834. p. 94. 
I. Suppl.). Nach denselben findet sich C. culacissi in unzählbaren 
Schaaren auf Manilla. Sie hat ein wildes Naturell und lässt sich nie- 
mals vollkommen zähmen. Gefangengehaltene waren so bös, dass 
sie sich einander todt bissen, wie Meyen auf dem Schiffe öfters er- 
fahren musste. 

(289.) 7. Coryllis regwlus, (Souance). — Das gelbköpfige 
Papageichen. 

Loriculus regulus, Souance, Rev. et Mag. Z. (1856) p. 222. — 
Licmetulus regulus, Bonap., Naum. (1856) Heft. IV. — 
Loricul US reg ulus , G. R. Gray, List Psitt. (18S9) p. 56. — 
Wallace, Proc. Z. S. (1864) p. 288. — Fig. 0. 

Diagnosis: Allgemeine Färbung ganz wie culacissi (c?) aber der 
ganze Ober- und Hinterkopf lebhaft hochgelb. 
Coryllidi culacissi simillima (cf) at pileo tote occipiteque laete 
luteis. 

Mindanao (Cuming) Britisch-Museum. cT- Schön grasgrün, Schwin- 
gen und Schwanz etwas dunkler, Schwingen an Innenfahne 



CORYLLIS IIARTLAUBI. 711 

schwarz. Vorderkopf roth , ebenso ein grosser Fleck auf Kehle 
und Brust , dessen Federn an Basis gelb sind. Der ganze 
Ober- und Hinterkopf lebhaft hochgelb ; im Nacken ein oranger 
Fleck. Schwingen und Schwanz unterseits schön meerblau , 
die seitlichen Schenkelfedern meerblau gespitzt. Schnabel lang 
gestreckt, roth; Füsse hellfahl, Krallen dunkler. 
Ein anderes altes Exemplar im Britisch-Museum , hat nicht allein 
den Ober- und Hinterkopf, sondern auch Nacken und Hinterhals 
orangegelb, selbst auf dem Oberrücken zeigen sich einzelne 
orange Federränder ; der sonst orangefarbene Nackenfleck er- 
scheint hier verwaschen roth. 
Durch den prachtvoll liochgelben Ober- und Hinterkopf, der zu- 
weilen nebst dem Hinterhalse orangegelb erscheint, unterscheidet sich 
die Art sehr gut; im üebrigen stimmt sie vollkommen mit cula- 
cissi (^) überein. 

Ueber das $, das Jugendkleid, die Lebensweise etc. ist nichts be- 
kannt. Nach den Exemplaren im Britisch-Museum kann man eben 
nur Mindanao (Cuming) als Heimath betrachten. Souance , der die 
schöne krt zuerst nach einem Exemplare in der Collection von 
Massena beschrieb kannte die Herkunft desselben nicht. 

(290.) 8. Coryllis Harfiaubi, mihi. — Hartlaiib's Papageichen. 

Loriculus melanopterus, G. B. Gray (nee Scop.) , List Psitt. 
(1859) p. 53 (absq. synon.) et L. apicalis, p. 56 (nee api- 
calis, Souance). — Fig. 0. 

Diagnosis: Grün, Unterseite heller; Ober- und Hinterkopf roth; 
ebenso Bürzel und oberere Schwanzdecken; Zügel, um Unter- 
schnabel und Kinn hellblau. Schnabel gestreckt, roth. 
Aehnelt ganz dem $ von culacissi, aber der ganze Ober- und 
Hinterkopf roth und kein oranger Nackenfleck, 
Viridis subtus dilutior ; pileo , occipite uropygio caudaeque tec- 
tricibus superioribus rubris , loris regione mandibular! mentoque 
coeruleis. Rostro porrecto rubro. 
Coryllidi culacissi ? omnino persimilis at pileo toto occipiteque 
rubris , macula cervicali aurantia nulla. 



712 CORYLLIS HARTLAUBI. 

Mindanao (Cuming) Britisch-Museum, Type Ton melanopterus, 
Gray. Schön dunkelgrasgrün, Unterseite heller, besonders Kehle 
und Brust ; Schwingen an Innenfahne scliATarz , aussen grün. 
Ganze Ober- und Hinterkopf dunkel scharlachkirschroth , die 
Federn des Hinterhalses und auf Oberrücken mit verwaschenen 
orangen Endsäumen. (Kein oranger Nackenfleck). Zügel , um 
den Unterschnabel und Kinn blassblau. Bürzel und obere 
Schwanzdecken scharlachroth. Schw^ingen und Schwanz unter- 
seits meerblau, ebenso die Endspitzen der seitlichen Schenkel- 
federn. Schw^anzfedern grün, am Ende in's Blaue übergehend, 
an der äussersten Spitze weissgrün. Schnabel gestreckt, roth; 
Füsse hellbraun , Krallen dunkler. 
Ein anderes Exemplar (Mindanao, Cuming) Britisch-Museum. Type 
Ton apicalis, Gray, stimmt ganz mit dem vorhergehenden 
überein; der ganze Ober- und Hinterkopf ebenfalls roth, die Fe- 
dern des letzteren an Basis orange; Oberrücken schwach orange 
verwaschen. Das Enddrittel der Schwanzfedern ist blau, deren 
äusserste Spitze grünweiss, die Aussenfahne ist grün, die Innen- 
fahne schwarz gerandet. 
Jüngerer Vogel (Mindanao, Cuming) s. n._apicalis, Souance, 
im Britisch-Museum. Wie der vorhergehende , aber das Roth 
des Oberkopfes zieht sich nicht so weit bis auf den Hinterkopf; 
nur das Schwanzende etwas blau verwaschen. Kein oranger 
Nackenfleck, 
Nur durch das reiche Material im Britisch-Museum war es mir 
möglich über viele Arten dieser schwierigen Gruppe Aufklärung zu 
erhalten. Die Untersuchung der Gray'schen Typen war daher unbe- 
dingt nöthig. 

Meine Vermuthung, dass L. melanopterus, Gray, nach den 
beit^eo"ebenen Citaten zu urtheilen, culacissi oder indica sein 
mö^e, fand ich keineswegs bestättigt, sondern lernte eine ganz ver- 
schiedene Art kennen, die von keinem Ornithologen bisher angeführt 
wurde und ohne Bedenken als neu beschrieben werden muss. Es ist 
eine besondere Genugthunung für mich Herrn Dr. Hartlaub einen 
kleinen Beweis meiner dankbaren Anerkennung geben zu können , 



CORYLLIS HARTLAUBI. 713 

für die vielen freundschaftlichen Bemühungen und die Theilnahme, 
welche er meinem Werke von Anfang an schenkte. 

Gray's Ansicht, es möge sich diese neue Art auf Ps. melanop- 
terus, Scop., beziehen, ist jedenfalls eine irrige da letzterer, auf der 
schlechten Beschreibung und noch schlechteren Abbildung \on Son- 
nerat beruhend, im männlichen Vogel ohne Zweifel zu culacissi 
gehört, wie der orange Nackenfleck beweist, während der weibliche 
offenbar indica darstellen soll. Uebrigens bleibt Ps. melanopte- 
rus, mit schwarzen Schwingen, eine jener dunklen Arten, deren 
richtige Auflösung nie gelingen wird. 

Gray rechnet ferner noch zu seinem L. melanopterus eine an- 
geblich neue Art von Souance (Loriculus. N°. 2), welche Bonaparte 
später cyanolaema benannte, die aber ohne Zweifel mit indica 
identisch ist, wie ich bei dieser Species näher erörtern werde. Auch 
L. apicalis schliesst sich jedenfalls durch seinen viel kürzeren, 
nicht gestreckten Schnabel hier an. 

Unsere neue C. Hartlaubi ist am nächsten mit C. culacissi 
verwandt, hat wie diese einen dünnen, gestreckten Schnabel und 
unterscheidet sich von dem 5 derselben durch den ganz rothen 
Ober- und Hinterkopf und das Fehlen des orangen Nackenfleckes. 

Der orange Anflug auf Hinterhals und Oberrücken erinnert an 
C. indica. 

Nach der Analogie mit C. culacissi zu schliessen müssten die 
beiden angeführten Exemplare , der blauen Zügel wegen, $$ sein, 
allein diese Annahme bleibt immerhin sehr fraglich. Wahrschein- 
licher ist es für mich, dass sie wegen des ganz rothen Oberkopfes, 
als alte Vögel, zu den angeblichen §? von culacissi gehören, allein 
das Fehlen des orangen Nackenfleckes wiederspricht dieser Annahme. 

Es dürfte demnach am gerathensten sein die Thatsachen einst- 
weilen so aufzufassen wie sie vorliegen und es späteren Untersuchun- 
gen im Freien zu überlassen die Frage zu lösen. 

Auch bei dieser Art scheinen Individuen vorzukommen, bei denen 
die Schwanzfedern am Ende mehr oder weniger in's Blaue ziehen, 
ebenso Avie ich dies bei C, culacissi, indica und vernalis 
wahrgenommen habe. 



714 CORYLLIS INDICA. 

(291.) 9. Coryllis mdica, (Kühl). — Das ceylonische 
Papageichen. 

Psittacus indicus, Kühl, Consp. (1820) p. 65 {(^ nee 5). — 
Red-rumped Parrakeet, Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 263. — 
Psittacula coulaci, Less., Tr. d'Orn. (1831) p. 202 (male 
descr. med.). — Psittacula indica, G. R. Gray, Gen. of 
B. II. p. 423. — Psittacula philippensis (?), Bourjot, 
Perr. t. 89 (obere fig.). — id., Psittacus indicus vel mi- 
nor, (Text p. 89). -— Loriculus asiaticus, Blyth, Journ. 
Äs. Soc. Beng. XVIII (1849) p. 801. — id., XIX (18ä0) 
p. 256. — id., Cat. ß. As. Soc. Beng. App. p. 312. — id., 
Loriculus philippensis, p. 10. — L. asiaticus, Ke- 
laert, Prodr. Faun. Ceyl. (1852) p. 127. — Layard, Ann. Nat. 
Hist. XIII. n. s. p. 261. — Horsf., Cat. B. E. J. H. (18S6) 
p. 628. — Loriculus indicus, Bonap., Rev. et Mag. Zool. 
(18o4) p. 155. — id., Naum. 1856. — G. R. Gray, List Psitt. 
(1859) p. 55. — id., Psittacula indica, Gen. of B. II. 
N°. 17. — Loriculus coulaci, Blyth, Ibis (1863) p. 6. — 
L. indicus, Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 132. — 
Pelzeln, Novara Reise. Vögel (1865) p. 98. — Loriculus 
indicus, Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 220. N°. 173. 
A. male (nee femelle) et B. male (apicalis) nee femelle. — id., 
p. 221. N°. 2? et N°. 3. L. apicalis. — Loriculis cyano- 
laemus et apicalis, Bonap., Naum. (1856) Heft IV. — 
Loriculus Edwards!, Blyth, Ibis (1867) p. 295. 

Wie (^ ad., aber Schnabel schwarz. 
Psittacula minor (cf), Wagl., Mon. p, 628. 

Wie (^ ad., aber Ober- und Hinterkopf roth. 
Loriculus puniculus (sinensis), Bonap., Rev. et Mag. 
Zool. (1856) p. 155. — id., Naumannia (1856) Heft IV. — 
Souance, Rev. et Mag. (1856) p. 221. N°. 4. — G. R. Gray, 
List Psitt. (1839) p. 55. 

Jung. Wie jf ad., aber Wangen und Kehle grün, (nicht bläulich). 
Edw., B. vol. I (1745) pl. 6. — Seligmann, Samml. ausländ. 



COÄYLLIS INDICA. 715 

Vög. 1. (1749) pl. XL flg. 1 (med. nach Edw.). — Psitta- 
cula indica, Briss., Orn. IV (1760) p. 590 (nach Edw.). — 
Red and green indian Parrot, Lalham , Syn. I (1781) p. 511 
(nach Edw.). — id., Gen. Hist. II. p. 264. — Psittacus 
indicus, Gml., S. N. p. 549 (nach Edw.). — Bechst., Lath., 
Ueb. p. 104. — Voigt, Cuv., Hebers. (1851) p. 747. — Lori- 
culus indicus, N°. 1. Souance, Rev. et Mag. Z. (1856) p. 221. 

Var. Oberkopf und Hinterrücken fulvus ! 
Psittacus asiaticus, Lath., Ind. Orn. (1790) p. 150. — 
Vieillot, Enc. Meth. p. 1407. 

Undeutliche Beschreibung! 

Oberkopf roth ; Schwanzdecken roth; Brust blau ; Schwingen schwarz! 
Petite Perruche de l'isle de Lucon , Quatrieme espece ((J) Son- 
nerat, voy ä la Nouv. Guin. (1776) p. 77. pl. 40 (untere figur 
pess.). — Luconian Parrakeet {^) , Latham , Syn. I. p. 518 
(nach Sonnerat). — Perruche ä ailes noires, Buffon , Hist. Ois. 
Vli. p. 174 (cf). — Psittacus melanopterus, Scop. (nee 
Gray) Del. Flor, et Faun. Insub. p. 86 (nach Sonn.). — Ps. 
minor, Gml., S. N. (1788) p. 551 [^) nach Sonn. — Ps. 
minor, Lath., Ind. Orn. p. 133 {^). — Vieillot, Enc. Meth. 
p. 1404 (d"). 

Pol-girawa, auf Ceylon (Layard). 

Diagnosis : cT et ? ad. Oberkopf, zuweilen auch der Hinterkopf, 
düster Scharlach; Nacken und Hinterhals (zuweilen auch Hin- 
terkopf und Oberrücken) orange verwaschen ; Bürzel und obere 
Schwanzdecken kirschroth ; Wangen und Kehle schwach blau 
verwaschen. 
Jung. Oberkopf meist noch grün , nur der Scheitel etwas orange 
verwaschen; Wangen und Kehle grün, ohne den bläulichen Ton. 
Schnabel kurz , roth ; die Spitze des Oberschnabels nicht lang- 
gestreckt. 

cf (vel $ ad) pileo nonnunquam et occipite sordide puniceis 
cervice auchenioque nonnunquam et occipite tergoque dilute 
aurantiis , uropygio caudaeque tectricibus superioribus cerasinis , 
genis gulaque dilute subcyaneis. 



716 CORYLLIS INDICA. 

Juv. pileo viridi , vertice dilute subaurantio , genis gulaque mere 
viridibus. Rostro rubro , brevi (haud porrecto). 

Ceylon (Diard) Leidener Museum, cf- Grasgrün, Schwingen und 
Schwanz dunkler, Unterseite heller. Schwingen an Innenfahne 
nicht ganz bis zur Spitze schwarz. Stirn und ganzer Oberkopf 
hyacinthroth , am Hinterkopfe mit Orange verwaschen , auch 
die Federn des Nackens und Hinterhalses orange angeflogen. 
Bürzel und obere Schwanzdecken dunkel kirschroth, die Basis 
der Federn grün. Um Unterschnabel, Kinn und Kehle mit 
blass meerblauen Federsäumen. Kleine Flügeldecken unterseits 
grün, die übrigen Schwingenunterseite, sowie die des Schwanzes 
meerblau. Schwanzfedern am Ende mit kleinem hellgrünen 
Flecke und an Innenfahne düster blau gerandet. Schnabel roth; 
Füsse und Krallen bräunlich. Iris schwefelgelb (Zelebor). 

Die oberen Schwanzdecken reichen nur bis zur Hälfte des 
Schwanzes. 

Ganz ebenso ein Exemplar (durch Kelaart) von Ceylon im Britisch- 
Museum , s. n. indicus. 

Ein Exemplar (Ceylon) im Bremer Museum , hat die Endsäume der 
Nackenfedern und des Hinterhalses röthlichorange , ebenso ein- 
zelne auf Oberrücken ; das Roth des Kopfes bedeckt auch den 
Hinterkopf. Einzelne Zügelfedern haben röthliche Spitzen und 
eine der unteren Schwanzdeckfedern hat einen breiten rothen 
Endsaum. 

Ein alter Vogel (Type von puniculus, ex China) im Britisch- 
Museum, stimmt vollkommen mit diesem Exemplare über- 
ein, das Roth des Kopfes erstreckt sich ebenfalls mit auf den 
Hinterkopf. 

Jüngerer Vogel (Ceylon , Diard) Leidener Museum , hat nur die 
Stirn roth , auf Hinterkopf und Oberrücken einzelne orange Fe« 
dersäume ; nur die Kehle bläulich verwaschen. 

Junger Vogel (Ceylon , Diard) Leidener Museum. Der Vorderkopf 
grün , hie und da mit einzelnen röthlichen Endsäumen , der 
Scheitel etwas orange verwaschen, die übrige Oberseite ganz 
ohne orangen Anflug. Bürzel und obere Schwanzdecken düster 



CORYLLIS INDICA. 717 

rolh. Der blauliche Ton an Kehle beinah ganz fehlend. Schna- 
bel schmutzig blassroth. 
Junger Vogel (Type von puniculus ex China) Britisch-Museum , 
ähnelt dem Torhergehenden Exemplare , aber der Oberkopf ist 
Orangeroth mit einzelnen rothen Endsäumen ; auf der Kehle 
kaum etwas Blau sichtbar. 
Ein anderes jüngeres Exemplar (s. n. apicalis, Mindanao?) im 
Britisch-Museum ist sehr ähnlich : der Ober- und Hinterkopf 
sind Orangeroth mit einzelnen ganz rothen Federn ; die Federn 
am Kinn und Unterschnabel zeigen schmale bläuliche Endsäume. 
$ von der Novara Expedition bei Pont de Galle erlegt, stimmt 
nach gütiger brieflicher Mittheilung des Herrn von Felzeln ganz 
mit dem c? überein. 
Beide Geschlechter sind daher gleichgefärbt. 

Unter allen Arten des Genus Coryllis herrschte über diese bisher 
die grösste Ungenauigkeit. Die Verwirrniss, welche durch unrichtige 
Vaterlandsangaben , theils durch Verwechselung mit anderen Arten 
hervorgerufen wurde, machte eine genaue Darstellung der bezüg- 
lichen Beschreibungen sehr mühsam , zuweilen unmöglich. In w^ie 
weit mir daher die Sichtung der Synonymie gelungen, überlasse ich 
dem ürtheile von Fachmännern, und bemerke nur nebenbei, dass 
ich selbst alle Beschreibungen wiederholt geprüft habe. 

Blyth schlägt neuerdings sehr überflüssiger Weise den neuen Na- 
men Edwardsi für diese längst bekannte Art vor, indem er mit 
Unrecht annimmt, dass Psittacus Indiens, Gmelin und Ps. asi- 
aticus, Latham , nicht auf diese Bezug haben. Viscount Waiden 
setzt indess (Ibis 1867. p. 467) die Synonymie der Art critisch aus- 
einander und weist deutlich nach , dass sie dem Prioritälsgesetze zu 
Folge einen der beiden Namen behalten müsse. Blyth's Ansicht, dass 
diese Art nur als Race von Ps. vernalis zu betrachten sei, kann 
ich keineswegs theilen. 

Ohne Zweifel gehört der von Edward's auf pl. 6 dargestellte Vo- 
gel zu dieser Art und zwar im jüngeren Kleide, wo der bläuliche 
Anflug auf Wangen und Kehle noch fehlt. Auch war der von Ed- 
ward's benützte Vogel in Kampferspiritus überschickt worden und 



718 CORYLLIS INDICA. 

hatte vielleicht dadurch gelitten. Dagegen beschreibt Sonnerat in 
dem cf seiner 4ten Papageienart von Lucon (melanopterns, Scop.) 
offenbar den alten Vogel, so schlecht Abbildung und Beschreibung 
auch immer sind. Als ? dazu wird der eigentliche culacissi an- 
geführt, und diese Annahme, die keineswegs auf Untersuchungen 
beruht , hat viele spätere falsche Ansichten erzeugt. 

Kühl giebl zuerst s. n. Ps. indicus eine gute Beschreibung des 
J*, während er als $ die C. vernalis betrachtet, in welchem Irr- 
thume ihm die meisten späteren Autoren folgten. 

So auch Wagler in seiner Ps. minor, von der das <^ unzwei- 
felhaft zu unserer Art (indica) gehört, obwohl dasselbe einen 
schwarzen Schnabel haben soll, welche Angabe offenbar nur durch 
Versehen entstanden ist. 

Auch die Synonymen, welche Vf agier giebt, beziehen sich voll- 
ständig auf C. indica. 

Wie es scheint soll das $ von Psittacula philipensis, 
welches Bourjot auf pl. 89 (oben) abbildet, diese Art vorstellen, man 
kann aber, wegen der Stellung des Vogels, nicht genau darüber 
beschliessen und der Text, ohne Beschreibung, lässt vollends gänz- 
liche Dunkelheit. 

Unter den neueren Schriftstellern ist es besonders Souance der 
das Genus Coryllis (Loriculus) eingehender darzustellen versuchte, 
was ihm aber nach meinem Dafürhalten nicht eben gelungen ist , 
denn seine oberflächlichen Beschreibungen, ohne Maassangaben, tra- 
gen eher dazu bei eine noch grössere Verwirrniss als bisher her- 
vorzurufen , um so mehr da sich Bonaparte beeilte , die angeblich 
neuen Arten zu benennen. 

Es scheint als wenn de Souance über den eigentlichen Ceylon- 
Vogel, wenigstens im vollkommenen Kleide, nicht ganz einig gewesen 
ist, denn ein cf (Loriculus, spec. N°. 2), welches sich nur durch 
»joues et gorge bleuätres" von indica mit »joues et gorge vertes" 
unterscheiden soll, bezieht sich offenbar nur auf den alten Vogel. 
Bonaparte nannte ihn L. cyanolaemus. Noch grösser wird die 
Unsicherheit dadurch, dass de Souance eine neue Art (apicalis) 
beschreibt, die ganz . ähnlich der indica sein, sich aber durch 



CORYLLIS INDICA. 719 

»exlremite des rectrices bleu fonce" unterscheiden soll. Nach der 
keineswegs autentisch bewiesenen Angabe käme dieselbe von Min- 
^danao. Ich habe mich vergeblich bemüht diese Art mit blauem 
Schwanzende kennen zu lernen , denn alle die Exemplare die ich 
in 3Iuseen s. n. apicalis untersuchen konnte, erwiesen sich zu 
anderen Arten gehörig. Meine Zweifel an der neuen Species mussi 
ten auch um so mehr zunehmen , als ich bei verschiedenen Exem- 
plaren von C. culacissi,indica, Hartlaubi und vernalis das 
Schwanzende mehr oder weniger deutlich mit Blau tingirt oder über- 
gehend fand , so dass mir also dies Kennzeichen nach und nach immer 
weniger wichtig erscheinen musste. Auch Gray war über apicalis, 
Souance keineswegs im Klaren und hielt Exemplare von Hartlaubi, 
mihi, einer C. culacissi, nahe stehenden Art dafür bei denen das 
Schwanzende stärker als gewöhnlich in's Blaue zog, obwohl de Souance 
ausdrücklich bemerkt, dass die Schnabelform sich ganz derjenigen 
von in die a anschliesst. Obschon ich die Souance'schen Typen lei- 
der nicht untersuchen konnte , vs^odurch allein eine endliche Lösung 
der Frage herbeigeführt werden könnte , zAveifle ich doch nicht , 
dass meine Auseinandersetzung das Bichtige getroffen haben wird. 
Was dagegen die von de Souance als ?? beschriebenen Yögel seines 
L. indicus und apicalis betriift, so gehören sie ohne Wiederrede 
zu vernalis, Sparrm,, Avie die Worte »sommet de la tete et la gorge 
bleuätres" genügend beweisen. Ueberhaupt scheint Souance diese Art 
gar nicht gekannt zuhaben und hält offenbar die jüngeren javanischen 
Vögel (pusilla) für dieselbe, obwohl sie vom indischen Continent 
kommen sollen und er die javanische Art überhaupt nicht erAvähnt. 
Es bleibt, nun nur noch ein Vogel übrig, der, weil er aus 
dem südlichen China herstammen soll und etwas mehr Both auf 
dem Kopfe zeigt als gewöhnlich, von Bonaparte s. n. puniculus 
specifisch gesondert wurde und den auch de Souance mit den Wor- 
ten »dessus de la tete rouge fonce" characterisirt. Glücklicher 
Weise konnte ich die typischen Exemplare von Fortune , angeblich 
aus China , im Britisch-Museum untersuchen und fand sie ganz mit 
ceylonischen Individuen übereinstimmend, nur dass sich bei dem einen 
das Both des Oberkopfes bis auf den Hinterkopf ausdehnte , eine 



720 CORYLLIS INDICA. 

individuelle Variation die vielleicht vom Alter herrührt und die ich 
auch an Exemplaren von Ceylon bemerkt habe. Uebrigens ist auch 
die Vaterlandsangabe China eine durchaus irrthümliche. Wahrschein- 
lich wurden die beiden Exemplare von Fortune im gefangenen 
Stande acquirirt und waren ohne Zweifel von Ceylon eingeführt. Die 
langjährigen und eifrigen Forschungen eines Swinhoe haben das Vor- 
kommen von Papageien in China vollständig wiederlegt, nur Ein Fall 
ist bekannt, dass Palaeornis cy anoceph alu s bei Canton erlegt 
wurde, ohne Zweifel als ganz zufälliger höchst seltener Gast. 

Der Blumenpapagei, wie der inländische Name Pol-girawa über- 
setzt lautet, bewohnt nur die Insel Ceylon, wie die Beobachtungen 
von Blyth, Layard, Kelaart , Diard und A. bewiesen haben und 
findet sich nicht auf dem Festlande Indiens. 

Ueber die Lebensweise von C. indica besitzen wir leider wenig 
Nachrichten , über das Brutgeschäft gar keine. 

Kandy, Putlam , Caltura, Galle, Hambantotte und Gillymalle sind 
Localitäten auf Ceylon wo der niedliche Vogel sehr häufig ist. Er 
lebt in Flügen beieinander in den Wäldern und nährt sich von 
Blüthenknospen und Früchten (Layard). Nicht häufig ; hält sich in 
den höchsten Spitzen der Palmen auf (Zelebor). 

Ob sich diese Art im Schlaf ebenfalls an den Beinen aufhängt , 
scheint noch nicht beobachtet. 

C. indica lässt sich nicht leicht mit einen anderen Art verwech- 
seln und unterscheidet sich schon durch den kürzeren , dickeren Schna- 
bel , dessen Spitzentheil keineswegs so auffallend dünn und gestreckt 
ist, hinlänglich von C. vernalis, die überdies nie Both auf dem 
Kopfe zeigt, sondern hier sowie auf der Kehle blau verwaschen ist. 
Die Geschlechter sind im Alter nicht verschieden; bei jüngeren Vö- 
geln ist der Oberkopf fast noch ganz grün , nur der Scheitel etwas 
orangefarben verwaschen, auch fehlt der bläuliche Ton auf Wangen 
und Kinn. Sie könnten daher noch am ersten mit C. pusilla von 
Java verwechselt werden , allein diese Art ist viel kleiner und zeigt 
nie den orangen Anflug auf dem Scheitel. Die oberen Schwanz- 
decken erreichen bei C. pusilla auch das Ende des Schwänze 
während sie bei C. indica nur die Hälfte desselben bedecken. 



CORYLLIS VERNALIS. 



721 



P3 






o 

•-^ 3 

O 



<1 bd ^ 

fD CD 0» 

•1 o rj 



- - ö 

^ "^ H-. ;S 

p r^ (TD 

" "-i 05 1^ 

^ ^ ET- 3 

,— ^ n 
•K) - 

I g^^ 

« -ö g- S. -TS ^ 
►" • • )— ' ^ ' ^ 

^ 05 -"-'S 

o P o CA «^ - 



Cti 

'^ i — i C/5 

W M - 

(-1 i. 






2. ^ 



t?' >- 2 ^ F^ 5° 



3 ."^ ^ !2! S ? 

^ -^ r' ^ 

tO , C6 

' 3 

w ^. . I ^ ^ 

M ^ ^ f^ .r - 

o =s. " 



p 



*- ^ S 



CO 



fD 
3 



"— ' '^ tö ,-H 3* 

• 00 ? Ä S- • 
«^ $i? ^ • « Ä 

KCl fT^ Ö3 )-j *^w* 

3 



t9 



05 05 



1^ 

3 B 



^ oo 00 •-; 

»TS »TS „^ 



S 



o 


* 


• 


T 


tD 

3 


bS 


<l 


1— k 


05 


*• 


Ol 


•^-^ 


oz 


^ 


o 



e 



CG 

•T3 






Sä 





B 








pi 






tr 








^ 


W 


S. 


o 
s 



cocoososcccocisoscocoosciscisciseu 

h-'i-'ioi-'i-'totot-'i-itai-'Mi-'tato rn2 
Goooocn^ai— oeoeooeoo-aoo {S^^" 

^_ ' S" 



a> 



03 tS CO tS 03 K3 tS 



S S S i J? « 



o^ Ol cj» c;^ if^ ot 



et cn Crt en 



c^ o c?i Cd 



OS <3 



CD SS <B 



wy 



^ 



ET. B cnj 



'S' g.S.Va^°S- ^S.a^+o 



o.» 







^ 






B c: 
§ 5 

O CD 

" B 

CD* ^ 


1 


o , — . 

"TS ' 


« 


e V, melan 
e von apic. 

n, (Diard) 






SST 57 ET. "ÜB-S — 



g 



B C S 



es 


er Muse 
Britisch 




1 V. 

" 3 




B 


B 

s 








CD 






^ 




B 








B- 


B 






a 


^ 








tr 


B 








S 


a a 








B 


B 

3 






s 


^ CD 

B 

5 



i £ 



46 



722 CORTLLIS VERNALIS. 

Journ. XI. p. 209. — Hodgs., Cal. B. Nep. p. 115. — G. R. 
Gray, Gen. of B. If. p. 423. — Ps. pendulus, Pearson , 
Joarn, As. S. B. X. p. 654. — Ps. pyrropygia et verna- 
lis, Hodgs. in Gray's Zool. Mise. (1844) p. 85. — Psittacula 
vernalis, G. R. Gray, Gen. of B. IL N°. 15. — Licht., No- 
mencl. av. (1854) p. 71. — Loriculus vernalis, Blyth , 
Cat. B. As. S. (1849) p. 10. — id., Journ. As. S. Beng. XVIIL 
p. 801. — Bonap., Rev. et Mag. ZooL (1834) p. 1S5. — id., 
Naumannia. 1856. — Loriculus indicus A. femelle et B 
(apicalis) femelle, Souance, Rev. et Mag. Z. (1856) p. 220. — 
Horsf., Cat. B. E. L H. (1856) p. 627. — Gray, List Psitt. 
(1859) p. 54. — Jerdon, B. of Ind. I (1862) p. 265. — Blyth, 
Ibis (1865) p. 6. — id., Append. Zoo), of the Adaman-islands 
in Mouat's Adv. and rech, among the Adaman. Isl. (1863) 
p. 355. — Waiden, Proc. (1866) p. 538. 

Bhora oder Bhorara in Süd-Indien (Jerdon). — Lalkan in Benga- 
galen (Blyth). — Kyai-tha-da in Arracan (Blyth), 

Diagnosis : Kehlflecfc und Scheitelmitte hellblau verwaschen; Bürzel 

und obere Schwanzdecken roth. 

Jung. Nur der Kehlfleck blaulich. Schnabel langgestreckt, roth, 

Macula gulari ac vertice medio obsolete dilute coeruleis, uropy- 

gio caudaeque tectricibus superioribus rubris. 

Juv. macula gulari sola subcyanea. Rostro rubro longe porrecto. 

Ost-Indien, Bremer Museum. ^ ad. Grasgrün, Kopf und Unterseite 
heller ; Hinterhals , Mantel und Brust etwas orangebrüunlich 
verwaschen. Schwingen dunkler grasgrün, an Innenfahne nicht 
ganz bis zur Spitze schwarz. Scheitelmitte etwas meerblau 
verwaschen ; ein grosser Fleck auf Kehle schön hellmeerblau. 
Bürzel und obere Schwanzdecken , letztere nur den halben 
Schwanz bedeckend, düster purpurroth, die Basis der Federn 
grün. Kleine Flügeldecken unterseits grün, die grössten wie 
die übrige Schwingen- und Schwanzunterseite schön meerblau. 
Schwanzfedern dunkelgrasgrün wie die Schwingen , gegen das 
Ende zu, nebst einem verwaschenen Saume an Innenfahne düster 
blau, an der äussersten Spitze M'cisslichgrün, Schnabel langge- 



CORVLLIS VERNALIS. 723 

streckt, schön corallrolh, der untere blasser; Füsse und Nägel 
hellbraun. Iris blassgelb, Schnabel im Leben dunkelgelb (Jerd.). 
Ein jüngerer Vogel (s. n. puniculus aus China?, Verreaux) im 
Bremer Museum , ist lebhafter gelbgrün besonders auf der Un- 
terseite; der orangebräunliche Anflug auf Oberrücken ist kaum 
sichtbar. Der ganze Oberkopf ist grün, auf der Kehle ein klei- 
nerer, verwaschener, meerblauer Fleck. Schwanzfedern am 
Ende deutlich weissgrün. Schnabel corallroth. 
Ein Exemplar (s. n. mela nopterus , $) im Britisch-Museum , 

ganz ebenso. 
Ein Exemplar (s, n. apicalis, Mindanao ?) im Berliner Museum, hat 
ebenfalls einen blau verwaschenen Oberkopf und die Schwanz- 
federn ziehen am Ende ziemlich deutlich in's Blaue. 
Alte Vögel im Britisch-Museum von Madras , Tenasserim und Nepal 
(Hodgson) , wie das zuerst beschriebene cT im Bremer Museum. 
Iris weiss, bei manchen (wohl jungen) Exemplaren hellbraun; 
Schnabel orange, Füsse gölb (Beavan). 
Eine genaue Darstellung dieser Species, namentlich in Bezug 
auf das Verhalten zu der javanischen (p u s i 11 a) , fehlte bisher 
gänzlich. Selbst Jerdon in seinem neuen Werke »the Birds of 
India" giebt keineswegs die so nöthigen Vergleichungen beider Ar- 
ten. Ich war daher so lang über die Coryllis des indischen 
Festlandes , die ich kaum von der javanischen für genügend ab- 
weichend hielt, unentschieden bis ich Exemplare im Britisch-Museum 
untersuchen konnte, womit sogleich alle Zweifel schwinden mussten. 
Es wurde mir dadurch zur Gewissheit, dass die echte C. vernalis 
bisher öfters gänzlich falsch gedeutet worden ist. So beschreibt sie 
Kühl in dem $ seines Ps. indicus, ebenso W^agler als $ von 
galgulus und selbst De Souance führt sie als $ seines L. indi- 
cus und L. apicalis an, wie die Worte » sommet de la tete et 
la gorge bleuätres" genügend beweisen. Zahlreiche Exemplare von 
C. indica haben mich überzeugt, dass ein ähnlicher sexualer Unter- 
schied bei dieser Art nicht vorkommt. Die Annahme Souance's be- 
ruht daher unzweifelhaft auf einer irrthümlichen Verwechselung. 
C. vernalis ist schon an dem langgestreckten rothen Schna- 

46* 



724 CORYLLIS VERNäLIS, 

bei leicht kenntlich , noch mehr an dem bläulichen Anfluge des 
Scheitels und dem schön hellblauen Kehlflecke , der namentlich beim 
alten. Vogel sehr scharf hervortritt. Auch im jüngeren Kleide zei- 
gen sich immer noch deutlich Spuren desselben. Die Unterschei- 
dung von der in der Jugend ganz grünen C. pusiila aus Java ist 
daher sehr leicht, während letztere Art alt vfegen dem hochgelben 
Kehlflecke , der beim indischen Vogel fehlt , niemals verwechselt 
werden kann. Die ceylonische Art (i n d i c a) characterisirt sich 
selbst im Jugendkleide, wo der rothe Oberkopf fehlt, hinlänglich 
durch den orange angeflogenen Scheitel und den viel kürzeren, nicht 
gestreckten Schnabel. 

Die Verbreitung von C. vernalis erstreckt sich nur auf die Län- 
dergebiete des indischen Continents, westlich von der Bai von Benga- 
len und Malabar bis östlich in die Tenasserim Provinzen und bis in 
die unteren Ilimalayaregionen. Auch in Assam, Sylhet und Burmah 
und nach Eiliot in den südlichen Mahrattadistricten. Nicht auf 
Malacca , Ceylon und Java. Von letzterer Insel angeblich ein Exem- 
plar im Calcutta-Museum, welches aber jedenfalls pusiila, Gray 
sein wird. Gray führt auch irrthümlich ein Exemplar aus dem in- 
dischen Archipel an. Nach von Schlagintweit käme die Art auch in 
Sikkim vor, und liodgson nennt sie mit unter den Vögeln Nepals. 
Nach Jerdon und den übrigen indischen Ornithologen jedoch nur bis 
in die unteren Himalayaregionen. 

Tytler beobachtete eine wahrscheinlich zu dieser Art gehörige C o- 
ryllis auf den Andamanen. Die kurze Notiz lautet »5 Papageien 
(Loriculus vernalis?), flogen von der Hauptinsel nach Ross-Island 
über, Hessen sich aber nicht genau bestimmen" (Ibis. 1867. p. 320). 

Jerdon beobachtete die Art im Süden Indiens, namentlich in Tra- 
vancore und am Füsse der Neilgherries , häufig Beavan in Tenasserim. 
Sie lebt in kleinen Flügen vereint und nährt sich von Vegetabilien. 
Als Käfigvügel ist sie bei den Eingebornen sehr beliebt und man hält 
meist mehrere Vögel zusammen. Die Beobachtung, dass sie sich im 
Schlafe an den Füssen aufhängen, eine Stellung die sie auch zu 
anderen Zeiten öfters annehmen, Avird ausser von Jerdon auch durch 
C. W. Smith bestätigt. 



COHYLLIS PUSJLLA. 72u 

fm üebrigen sind über die Lebensweise leider keine Nachrichten 
vorhanden, ebenso wenig über das Brutgeschäft. In dieser Be- 
ziehung lassen sich daher noch grosse Lücken ausfüllen. Auch über 
die Verschiedenheit der Geschlechter theilt Jerdon nichts mit. Es 
lUsst sich daher wohl erwarten, dass eine solche nicht besteht, sonst 
würde der gediegene indische Ornithologe , der diese Vögel so oft 
im Freien beobachten konnte, wohl eine Bemerkung darüber machen. 

(293.) H, Coryllis pusilla, (G. R. Gray). — Das gelbkehlige Papageichen. 

Loriculus pusillus, G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 54 (sine 
descr.). — Psittacus vernalis, Kühl, Consp, (1820) p. 65 
(descr. inacc), — Philippine Parrot, var. A. (Ind. ex Mus. 
Lever, §) Lath., Syn. L p. 313. — id.. Gen. Hist. II (1822) 
p. 267. — Psittacula coulaci, Less., Tr. d'Orn. (1831) 
p. 202 (femelle et jeune femelle). — Psittacula galgulus, 
Wagl., Mon. p. 627 (mas. juv, (ad.), juvenis et av. hörn.). — 
Psittacula vernalis, Bourj., Perr. (Text) p. 89. — Sws., 
Illustr. 2te Series. pl. L — Psittaculus galgulus, Jard., 
jyfat. Libr. vol. VL (1836) p. 167 (jun.) tab. 24. — Psitta- 
cula vernalis, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 144. — Psitta- 
cus vernalis, Müll, et Schleg., Verhandl. p. 108. — Dubois , 
Orn. Gal. (1839) pl. 60. B. — Psittacula galgulus, 
Licht., Nomencl. av. (1854) p. 71. — ?Loriculus vernalis, 
Souance , Rev. et Mag. Zool. (1838) p. 219. — Loriculus 
vernalis, Rosenb., Gab. J. f. Orn. (1862) p. 60. — Lori- 
culus pusillus, Schleg., Mus. P. B, Psitt. (1864) p. 132. — 
Psittacus amoenus, in: Verzeich, einer Sammlung von 
Thieren aus Java, welche bei dem Senator Holzapfel in Stolze- 
nau zum Verkauf ausstehen, p. 6. N°. 24 (cum. descr.) ^). 

Tjelindit auf Java (Rosenberg). — Serindit auf Java (de ßocarme). 

Diagnosis : Grasgrün , Oberrücken orange verwaschen ; Kehlfleck 
hochgelb ; Bürzel und obere Schwanzdecken roth. 
Jung, ohne gelben Kehllleck. Schnabel roth. 



1) Wäre die Jahreszahl dieses seltenen Kataloges angegeben, so würde der obige 
Mamc die rriorität erhalten müssen. 



7iJ6 CORYLLIS PÜSILLA. 

Dorso dilute aurantio, macula magna rotunda gulari lutea, uro- 
pygio caudaeque tectricibus superioribus rubris. 
Juv. macula gulari lutea nulla. Rostro rubro. 
Java (Leidener Museum). ^ ad. Glänzend grasgrün, die Unterseite 
heller , mehr gelbgrün , und auf dem Oberrücken orange ver- 
waschen ; Schwanz und Schwingen etwas dunkler grasgrün , 
als die übrige Oberseite. Schwingen an Innenfahne schwärz- 
lich. Ein grosser runder Fleck auf Kehle hochgelb. Bürzel 
und die bis zum Schwanzende reichenden oberen Schwanzdecken 
brennend zinnoberroth. Schwingen und Schwanz unterseits 
meerblau. Schnabel röthlich. Füsse hellfahl. Im Leben Schna- 
bel orangegelb, Füsse und Wachshaut blassgelb. 
Type von pusillus, Gray im Britisch-Museum , ganz ebenso. 
S ad. wie das d". 

Uebergangskleid (Java). Beinah ganz dem alten Vogel ähnlich, aber 
der orange Ton des Oberrückens fehlt fast ganz und der gelbe 
Kehlfleck ist nur sehr schwach angedeutet. 
Ebenso ein Exemplar im Bremer Museum. 

Jüngerer Vogel. Düster grün , die Unterseite heller und einfarbig , 
ohne jede Andeutung eines Kehlfleckes; ebenso fehlt der orange 
Ton auf Oberrücken ganz. Zügel bräunlichgrün verwaschen. 
Hinterrücken und obere Schwanzdecken düsterer roth. Schna- 
bel blasser roth. 
Ebenso ein Exemplar (Java, Delbrück) im Berliner Museum. 
$ von Pulu-Pinang (Verreaux) ganz wie das von Java. 

Mit Recht sonderte Gray die CoryUis von Java specifisch s. n. 
L. pusillus von der des indischen Festlandes (vernalis), mit 
welcher sie so oft, selbst noch in neuerer Zeit, verwechselt wurde. 
Die erste Verwirrung entstand durch Wagler, der sie als jüngeren 
Vof^el von galgulus auff'ührte. Auch De Souance scheint unter 
seinem L. vernalis vom indischen Continente diese Art (jung) zu 
meinen, die sich nach seiner Beschreibung »nur durch das Fehlen 
des Rothes auf der Stirn" von der ceylonischen C. indica unter- 
scheiden soll, und führt die echte vernalis, mit dem characle- 
ristischen bläulichen Scheitel- und Kehlflecke als $ von indica 



CORYLLIS rusiLLA. 727 

(apicalis) an. Den alten, durch den gelben Kehllleck so leiclit 
kenntlichen Vogel von Java , ignorirt er gänzlich. Selbst Blylh 
spricht sich über die javanische Art nicht deutlich aus und es hat 
den Anschein, als wenn er sie mit vernalis identificiren wollte, 
wozu ihn namentlich der Umstand, dass S. Müller den javanischen 
Vogel vernalis nennt, bewogen haben mag. 

Indess ist C. pusilla im alten Kleide durch den grossen, schön 
gelben Kehlflecfc mit keiner anderen Art zu verwechseln und jung, 
wo dieser Fleck noch grün ist, lässt sie sich leicht durch das Fehlen 
des bläulichen Scheitel- und Kehlfleckes von der ähnlichen verna- 
lis unterscheiden, bei der diese Charactere constant vorhanden sind. 
Ueberdies ist sie auch stets merklich kleiner als vernalis, und die 
oberen Schwanzdecken erreichen bei ihr das Schwanzende. 

C. pusilla ist Java eigen und die einzige Art des Genus welche 
auf dieser Insel gefunden wird. Ausser Java scheint sie nur noch 
die kleine Insel Pulu Pinang an der Küste Malaccas zu bewohnen, 
von w^oher ich ein Exemplar unter Sendungen Verreaux's unter- 
suchen konnte. 

Trotzdem C. pusilla keineswegs zu den seltenen Erscheinungea 
gehört, so finden sich doch nirgends ausführliche Nachrichten über 
ihre Lebensweise und die Beobachtungen de Bocarme's , welche 
neuerdings durch Professor Schlegel mitgetheilt wurden , sind die 
einzigen die wir über die Art besitzen. 

Nach diesen ist der Serendit, wie er javanisch genannt wird, 
eine Bezeichnung die übrigens auch C. galgulus auf Sumatra 
führt, ziemlich häufig, entzieht sich aber durch seine Kleinheit und 
die Geschwindigkeit mit der er in den belaubten Zweigen umher- 
klettert sehr den Blicken. In dem Dickicht der Wälder ist sein 
liebster Aufenthalt und nur ungern macht er von seinen Flugwerck- 
zeugen Gebrauch. Häufig benutzen die niedlichen Vogelchen auch 
die Bambusröhren , welche die Eingebornen zum Auffangen des 
Palmsaftes aufhängen, zum Aufenthalt, wie es scheint namentlich 
zum Schutz gegen die Nachtkälte, gegen welche sie sehr empfind- 
lich sind. Die Bergbewohner benutzen desshalb auch solche Bam- 
busröhren als Fallen, in denen sie die Vögel fangen. Indess ist diese 



728 CORYLLIS FLOSCULUS. 

Fangmethode nur in den höheren Berggegenden von Erfolg. In 
der Gefangenschaft ernährt man den Vogel mit gekochten Reis und 
Bananen. Nach Europa dürfte derselbe noch nicht lebend gelangt 
sein, wie es scheint, weil er unser Klima nicht erträgt. 

Die Fortpflanzungsgeschichte von C. pusilla ist noch gänzlich unbe- 
kannt. Eine richtige Darstellung dieser Art sowie der verwandten C. 
vernalis und galgulus, giebt Blyth neuerdings (Ibis. 1867. p. 295). 

(294.) 12. CorylUs flosculns, (Wallace). — Das rothkehligß 
Papageichen. 

Loriculus flosculus, Wallace, Proc. Z. S. (1863) p. 488. — 
id., (1864) p. 288. — ?Psittacus vernalis. Kühl, Consp. 
p. 65 (ex parte). — Fig. 0. 
Diagnosis : Im Allgemeinen ganz wie pusilla , aber der Kehlfleck 
roth (nicht hochgelb). 

C. pusillae simillima, at macula gulari rubra (haud lutea). 
Flores (Type von Wallace in dessen Collection). Schön grasgrün , 
unterseits etwas heller, Schwingen dunkler; die Mantelfedern 
mit orangen Endsäumen. Ein undeutlicher Fleck auf Kehle 
roth. Bürzel und obere Schwanzdecken roth. Schwanzfedern 
am Ende hellgrün. Schwingen und Schwanz unterseits meer- 
blau. Schnabel horngelbröthlich ; Füsse gelb , Krallen schwarz. 
Die Entdeckung einer neuen Coryllis-Art auf dem Java benach- 
barten Flores, welche wir dem unermüdlichen Wallace verdanken, 
ist von hohem ornithologischen Interesse. Es war daher für mich 
ein ganz besonderer Genuss das einzige bekannte Exemplar dieser 
seltenen Species selbst beschreiben zu können. 

Im Allgemeinen stimmt C. flosculus ganz mit der javanischen 
pusilla überein, unterscheidet sich aber von dieser durch den rothen 
(nicht gelben) Kehlfleck. Ohne Zweifel dürfte aber im Jugendkleide 
dieser Fleck kaum vorhanden sein und die Unterscheidung von pu- 
silla schwieriger machen. Uebrigens unterscheidet sich flosculus 
auch durch die geringere Grösse. 

Das bewusste Exemplar war übrigens noch nicht völlig ausgefärbt, 
der rolhe Kehlfleck erscheint daher noch nicht völliganz entwickelt. 



CORYLLIS EXILIS. 729 

Die Worte »gutture subflammeo" mit welchen Kühl ein Exem- 
plar seines Ps. vernalis, angeblich durch Peron von Timor im 
Pariser Museum, beschreibt, lassen es nicht unwahrscheinlich, dass 
yielleicht schon Kühl diese Art unter den Händen hatte. 

Alle weiteren Nachrichten über die Färbung von ^ $ und Jun- 
gen über Lebens- und Nistweise fehlen bis jetzt. 

(295.) 13. Coryllis exilis, (Schlegel). — Das kleinsle Papageichen. 

PI. 5. 

Loriculus exilis, Schlegel, Nederl. Tijdschrift voor Dierkunde 
(1865) p. 183. 

Diagnosis : Ganz wie flosculus, Wallace, aber viel kleiner. Flü- 
gel 2" 2'"— 6'". 
C. flosculus simillima at multo minor. L. al. 2" 2'" — 6'". 

Celebes (durch Frank) im Bremer Museum. Ad. Schön grasgrün, 
auf Hinterhals und Nacken etwas olivengelbgrün verwaschen , 
die Unterseite etwas heller als die obere , namentlich die bis 
an's Schwanzende reichenden unteren Schwanzdecken in's Gelb- 
grüne ziehend und die Federn der Brust am Ende schwach 
bläulichgrün verwaschen. Schwingen dunkelgrasgrün , an In- 
nenfahne schwarz, unterseits, eben wie der Schwanz von unten 
meerblau. Bürzel und die oberen Schwanzdecken, welche bis 
zum Schwanzende reichen, schön scharlachroth , die Basis dieser 
Federn grünlich. Ein kleiner rother Fleck auf der Gurgel, 
Schnabel corallroth; Füsse horngelblichbraun, Krallen hornbraun. 

Im Leben Füsse und Iris roth (von Rosenberg). 

cf und ? alt nicht verschieden; beide mit rothem Kehlflecke, der 
indess stets nur klein ist. 

Junge beider Geschlechter ohne den rothen Kehlfleck ; Schnabel 
bräunlichgelb ; Füsse graulich (von Rosenberg). 
Diese letztere Notiz verdanke ich Herrn Professor Schlegel , der 

mir zugleich noch miltheilt, dass die Art im nördlichen Celebes 

vorkommt und hier zuweilen in Gärten erscheint. Sie wurde durch 

von Rosenberg an das Leidener Museum eingesandt. Die Nahrung 

besteht nach von Rosenberg in Früchten, 



730 



COnrLLIS EXILIS. 



a 


So 




o 












p 








s 


(yi 


u> 


o 








hd 



OT h- ' 


k^ 


ts 


oa_ üi^ c^ 


*! 


1^ 


C5_ 


c» 


-a -o 


CO 


(» 


^ 








*-***. 


- 




•^ 


^ 


■^ ^ 


■^ 


-^ 


£ P" '"■• 






~^ 




















^ ^ 


OS 


Ot 


w 


t^ if^ 


(f^ 


ÜT 


w 


Ol 


üt *> 


OT 


cn 




*=j 
































































- 


tJ ^to ^ 




b» ^ 






1—' 


M 




M 




ts 


^^ 


?c 






NJ 






1 *^ 


n 


1 


I ^ 1 


1 


[ tS^bT^bT^ 


1 I 


1 


t?~" 




~ 










■- 


- 


- 






- 


?- 


7 p^ 


Oi 


at 


05 


|{^ 




h(^ 




ÜT 


CH lf>- 




Ol 




H 


















































p 


ti 


^ 


** 


»^ 




■^ 




-~ 






*- 




























CD 


- 
















i;: 








Ip' 






tJi 




w 




cn 


05 C 




Ol 




?! 


, = 


1 


1 


I 1 


1 




1 


lo 


-iS~~ 


i 




CD 




1 


1 


1 1 


1 




1 


^ 


= 


1 




p^s 




















































• CD 


iO 


1 


1 


1 1 I 


1 




1 


1 


1 1 


1 


1 


N 


SB" 

CD "^ 









^ 






CO <-i 



o 

5 



J-. PS 



o 



1-S 


rD 









H 


p- 


^ 



CD CD t— 



P 2 ^ 



ct> 




CS 


cx> 




S 


3 


KJ- 


CO 


tr- 


t/1 


> 


ft> 




BB 




o- 




65 







a 


D- 


^ 


S 


n> 




S5 


r+ 


cc 




5) 


CIP 


•73 


fH 


^ 


Ol 


13 


QQ 


0- 


Ol 


3 


CD 

s 


C6 
cn 


CB 

P 



£L « 



+0 c' O^^+O^C "+00^1 c' 



l-< H 



H BI 



t!^ TJ cp 



u CD » 

"•BS 
g •=- » 



-» o 

a? 



s 


» 


a s 


P 9 


3 

B: 

a' 

s 


tB 
TS 

p 


5? 

3 
p 


9 

3 


a 

p 








^ 






3 


P 




CO 

B 

CB 
<-t 


CB 
►1 


CB 
EI 


w 




CB 


S 


ed 


cn 
C5 

3- 


CB 


CB 
ö 
CB 
"1 


CB 

5 

CB 








S* 


c 


a 

s 


a " 

c 


9 


>1 

a 


« 


s 


53 


ä 


CB 


CB 


CB 

s 
B 


«1 


c 








c 


s 




et 


o» 








Ul 


B 


3 


C 

3 


CB 








c 



« =0 

<-> DJ 

^ 3 

CS qq 
n 

3^ m 



O- qq 



3 




Cu 


3 

qq 


3 


CL. 


C 


CD 


CD 


►^ 


CD 


D 


3 


C5 






3 


CT- 




rn 














CU 


ö 


3- 


tr 


CD 


cu 


3 


ü 


CA 


er 




3- 


qq 

CD 


l^ 


CD 


l-S 


CD 













Q- 


3 


O- 


3- 


qq 


CD 


ft> 


CD 


CD 


3 


r-i 


in 


<-t 


CD 


CO 


CD 


CD 





CD 
CD 

3- 



P 



TRICHOGLOSSINIE. 751 

Subfam, F. TRI€HO«LO§SIirAE. — Loris oder Pinsel- 
Zungenpapageien. 

Subfam. Lorinae, G. R. Gray, List of Gen. 1840. — id., Gen. 
of B. II. — id., Catal. of Gen. of B. 1865. — id., List Psitt. 
1859. — Subfam. Trichoglossinae et Nestorinae, Bp., 
Consp. av. I. 1850. — id., Subfam. Nestorinae et Fam. Tri- 
choglossidae, Rev. Z. 1854. — id., Compt. Rend. 1857. — 
Lorius, Schleg., Mus. P. B. Psitt. 1864. 
Diagnosis : Zungenspitze bewimpert. Schnabel seitlich zusammen- 
gedrückt, Dillenkante in schiefer Richtung aufsteigend ; Schna- 
belspitze unterseits ohne Feilkerben. 

Apices linguae papillosi. Rostrum subcompressum apice maxillae 
interno laevi (haud crenata), gonate oblique adscendente. 
Im Hinblick auf die unzureichenden Untersuchungen , welche 
über den Zungenbau der hierher gehörigen Arten vorliegen , dürfte 
es Manchem vielleicht als sehr verfrüht erscheinen, wenn ich schon 
jetzt die besondere Zungenbeschaffenheit als Character zur Bildung 
einer eigenen Unterfamilie benutze. Indess basirt dieselbe nur theil- 
weis hierauf, denn auch andere, nicht minder wichtige äussere Kenn- 
zeichen bestimmten mich zu einer derartigen Anordnung. Dieselben 
liegen in der besonderen Schnabelbildung , welche ich bei der Be- 
schreibung des Papageienschnabels (vol. I, p. 155) schon näher erörtert 
habe, und worauf ich, um Wiederholungen zu vermeiden, hier nur 
verweisen kann. Das über die Zunge Gesagte (vol. I. p. 176) muss 
dabei gleichzeitig in Betracht gezogen werden und wird meine Gründe 
wegen der Bildung dieser Subfamilie gewiss rechtfertigen. 

Sehr wohl zu beachten ist noch ausserdem , dass nicht blos Zun- 
gen- und Schnabelschaffenheit sich von der der übrigen Papageien 
als abweichend erweisen , sondern dass auch bezüglich der Lebens- 
weise und des Naturells die T richoglossen als besondere Gruppe 
dastehen , wie sie auch geographisch eng begrenzt sind. 

Der Verbreitungskreis (siehe vol. I. Kärtchen 5.) beschränkt sich 
nämlich auf Australien , die hierher gehörigen Inseln , den indischen 
Archipel (mit Ausschluss der Sunda-Inseln) und Polynesien. 



7ai DOMICELLÄ. , 

Da die Arten dieser Unterfamilie sich ausschliesslich von Blüthen- 
saft ernähren , so sind sie mehr als alle übrigen Papageien an 
einen Baumaufenthalt gebunden und daher wahre Baumvögel. 

Die Trichoglossinae zerfällt nach meiner Ansicht nur in 5 
Genera: Domiceila, Trichoglossus und Nestor. 

24. Genus. Domiceila *), Wagl. — Breitschwanzlori oder eigentliche Lori. 
Lorius^), Brisson, Orn. IV. (1760) p. 222. — Psittacus, 
Linne, S. N. 1766. ~ Loris, Cuvier, 1797—98. — Psit- 
tacus. Sect. II. Conurus III. Subdivis. et Psittacula. 
D. Kühl, Consp. (1820) p. 7 et 9. — Lorius, Vig., Zool. 
Journ. III (1826) p. 400. — Psittacus, sous-genre. Lorius, 
Lesson, Man. d'Orn. II (1828) p. 148. — id., Tr. d'Orn. 
p. 191. — Domiceila, Wagl., Mon. (1832) p. 49S. — id., 
Eos et Coriphilus, p. 494. — Vini, Less., Descr. des 
Mammif. et des Ois. (1847) p. 192. — Brotogeris, Sws., 
(nee Vig.) Class. of B. II. 1857. ■ — Corythophilus, Agass., 
Nomencl. Ind. univ. (1846) p. 99. — Lorius, Eos et Cori- 
philus, G. R. Gray, Gen. of B. IL 1849. — id., List Psitt. 
(1859) p. 49, 51 et 57. — Lorius (Subgen.), v. d. Hoeven , 
Handb. Zool. II (1852—56) p. 456. — Coriphilus, Chal- 
copsitta, Eos et Lorius, Bp., Consp. av. L 1850. — id., 
Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Famil. 13. Loriinae, Compt. 
Rend. 1857. — Lorius et Coriphilus, Schlegel, Dierent. 
(1864) p. 77. — id., Nanodes (part.) et Lorius (sousgenre), 
Mus. P. B. Psitt. 1864. 

Abbildungen. G. R. Gray, Gen. of B. IL t. 105. fig. 2, 5 et 5. — 
Reichb., Natürl. Syst. (1850) t. 81. Lorius, Eos et Cori- 
philus et t, 82. Brotogeris. 



1) Domicella, Fräulein. 

2) Die Bezeichnung Lorius von dem malayischen Luri kann als wissenschaftlicher 
Name nicht beibehalten werden. Ueberhaupt werden in den Moluckcn sehr verschiedene 
Papageien Lori genannt. Nach von Martens müsste das Wort auch richtiger Luri 
ausgesprochen werden. Ebenso gebräuchlich ist «Ninri und Kasturi." Lori heisst 
übrigens auch Platycercus Pennanti in Australien und am Cap nennt man 
Corythaix persa gleichfalls Luri. Pigafctta, welcher zuerst der rothen Pa- 
pageien von »Malucco" (Molucken) erwähnt, nennt sie «Nori."" 



DOMICELLA, VJO 

Diagnosis: Schnabel mittelmässig stark, seillich zusammengedrückt; 
die Dillenkante in schiefer Richtung aufsteigend. Nasenlöcher 
in einer schmalen Wachshaut. Nackter Augenkreis meist sehr 
deutlich. Flügel lang , spitz , an Innenfahne meist verengt ; 
Flügelspitze lang, länger als die Hälfte des Oberflügels. Schwanz 
lang, zugerundet, die Federn am Ende breit, abgerundet. 
Rostrum mediocre valde compressum, gonate subangulari oblique 
adscendente (haud curvato). Nares in ceram angustam insertae. 
Annulus orbitalis nudus plerumque admodum perspicuus. Alae 
elongatae acutae remigibus plerumque angustatis apice longo 
potissimum longiore quam ala superiore dimidia. Cauda lata 
elongata rotundata apice rectricum laterum ample rotundato. 

Beschreibung. Schnabel meist kräftig, selten schwach, meist so 
hoch als lang , seitlich zusammengedrückt ; Oberschnabel mit 
abgerundeter Firste, stark herabgebogener, überhängender Spitze 
und einer sanften Rucht ^) vor dem Ende derselben ; Unter- 
schnabel ebenfalls seitlich zusammengedrückt, mit seiner Dillen- 
kante in gerader Linie (zuweilen ein wenig im Bogen) aufstei- 
gend ; Schneiden gerade, ohne Ausbuchtung. Spitze des Ober- 
schnabels ohne Feilkerben. 

Nasenlöcher rund, frei, in einer schmalen, deutlichen Wachshaut. 

Augenkreis meist sehr deutlich nackt. 

Flügel lang , spitz , bis über das Ende der oberen Schwanzdecken 
reichend und die Hälfte oder über die Hälfte des Schwanzes 
deckend ; Flügelspitze lang , meist länger als die Hälfte des 
Oberflügels ; Schwingen am Ende meist breit abgerundet , die 
5 ersten an Innenfahne meist verschmälert und am Ende mehr 
zugespitzt ; zuweilen die ersten 3 Schwängen innen doppelt 
eingeengt ; 2^^ und 3te Schwinge zumeist die längsten. Meist 
10 Hand- und 10 ArmschAvingen. 

Schwanz zugerundet, mit breiten Federn, die gleichmässig zulaufen 
und bei den grösseren Arten an der Spitze breiter als an Basis 



1) Bei einem alten Exemplare von D. solitaria fand ich einen deutlichen stmnpf- 
winkeligeu Zahnausschnitt, während andere Exemplare derselben Art nur eine sanft 
gerundete Bucht zeigten. 



734 DOMICELLA, 

sind ; die Spitze stets stumpf zugerundet ; alle Federn gleichmässig 
abgestuft, die äussere viel länger als die Hälfte der mittelsten, 
und diese nicht vorragend ; Schwanz immer kürzer als Flügel. 
Füsse sehr kräftig; Zehen mehr gestreckt, die äussere Vorderzehe 
immer ansehnlich länger als Tarsus; Nägel sehr kräftig, stark 
gekrümmt. 
Gefieder derb ; die Federn ziemlich hart und besonders im Nacken , 
auf Hals und Oberseite lang und haarig zerschlissen ; auf dem 
Oberkopfe und Hinterhalse zuweilen mit langer, schmaler, starrer 
Schaftmitte und dann nicht selten einen ungeregelten Schopf 
bildend. Puderdunen fehlen nach Nitzsch. 
Färbung sehr glänzend, meist roth mit blauer Zeichnung, zuweilen 
einfarbig schwarz oder blau ; ohne Zeichnung auf Brust ; In- 
nenfahne der Schwingen meist mit lebhaftem Flecke. Schna- 
bel meist lebhaft orange, selten schwarz. Füsse fast immer 
dunkel. 
Gestalt mehr schlank. Grosse bis kleine Arten, von Sperlings- bis 
Dohlengrösse. 
Schwingen Verhältnisse. Wie schon angegeben sind meist 10 Hand- 
und 10 Armschwingen vorhanden. Ich fand diese Anzahl bei D. scin- 
tillata, solitaria, atra, atricapilla, lori, cyanauchen, 
garrula, rubra, semilarvata, cyanogenys, reticulata, 
coccinea und fuscata, dagegen nur 9 Arm- und 10 Hand- 
schwingen bei taitiana, smaragdina und f rin giil a cea. Bei 
taitiana fand ich einmal nur 8 Armschwingen. Fast immer sind 
die 2to und S^e Schwinge die längsten, indess finden sich auch Aus- 
nahmen. Bei fringillacea Avaren die l^e und 2te am längsten, 
bei atricapilla die 3te, bei garrula und rubra die l^e und 2te. 
Bei solitaria die 2te Schwinge die längste, o^e etwas kürzer; Ite 
etwas kürzer als 3te; 4te etwas kürzer als 5*0. Bei einem sehr alten 
Exemplare laufen die ersten 4 Schwingen in eine lange, schmale 
Spitze aus. Ebenso zeigen sich im Schnitt der Schwingen Ab- 
weichungen. Während bei den grossen Arten die drei ersten Schwin- 
gen an der Innenfahne gleichmassig verschmälert spitz zulaufen , 
zeigen dieselben bei den kleinen D. fringillacea und taitiana 



DOMICELLA. 735 

einen doppelten Ausschnitt , indem kurz vor dem Ende die schon ver- 
schmälerte Innenfahne plötzlich sich nochmals stark einengt. Weniger 
bemerklich ist diese Schwingenform bei smaragdina und atra; 
sollt aria zeigt keinen Unterschied hierin mit den grossen Arten. 
Es ist also auf diese Abweichungen kein zu grosses Gewicht zu legen. 
Pterylose, Die Pterylose der beiden von Nitzsch untersuchten Arten 
(atricapilla und garrula) stimmt fast genau mit der von 
Conurus pertinax überein. Die Unterflur ist aber etwas 
sperrfedriger und ihr Asttheil keineswegs so scharf vom Haupt- 
zuge durch kräftigere Bildung der Federn unterschieden. Der 
ihre Hälften trennende ünterrain endet schon unten an der 
Gurgel, so dass die untere Haisbefiederung ununterbrochen bleibt. 
Dagegen besteht die Lendenflur aus drei Federreihen und ist 
vorn mit der Unterschenkelflur, die wie bei Raubvögeln Hosen 
bildet, hinten mit der Spinalflur verflossen. Die Schultern- 
fluren sind beide vorhanden , aber die kleine nur als Ecke 
angedeutet ; die grosse besteht aus zwei Federreihen. 
Die Zunge zeigt die eigenthümliche Beschaffenheit, welche diese Sub- 
familie auszeichnet, indem die Spitze mit zahlreichen, faserigen, 
ereclilen Papillen bedeckt ist, welche bei den kleineren Arten 
sternförmig ausgebreitet zu sein scheinen. Diese Bürstenzunge 
wurde indess bis jetzt nur an taitiana, fringillacea, soli- 
taria, Kuhli, atricapilla, garrula, lori, rubra und 
coccinea nachgewiesen, findet sich aber zweifelsohne auch 
bei den übrigen Arten der Gattung. 
Bürzeldrüse ziemlich breit, die Hälften dick, dicht aneinander lie- 
gend. So beschreibt sie Nitzsch von D. garrula. 
Gabelbein vorhanden, nachgewiesen bei scintillata, garrula, 
atricapilla und rubra. 
Das Sternum hat nach Blanchard am meisten mit dem von Eclec- 
tus Aehnlichkeit ; die unteren seitlichen Oeffnungen fehlen , wenigstens 
bei atricapilla und rubra*), welche Blanchard untersuchen 
konnte. D. scintillata zeigt dieselben aber deutlich. 



1) Hiervon die Abbiklung in BlancliarcVs Publication, pl. 4. fig. 4. 



736 flOMiCELLA. 

Die geographische Verbreitung der Gruppe Domice IIa ist im 
höchsten Grade interessant und zeigt erhebliche Abweichungen von der 
der Trichoglossen, denn während diese auf dem Festlande Au- 
straliens und van Diemensland, östlich sogar bis Flores und Sumbawa 
vordringen , fehlen in diesen Strecken L o r i s ganz. Sie sind daher 
als rein moluckisch-polynesische Form zu betrachten. Südlich 
überschreiten sie den Wendekreis des Steinbocks nicht , ebenso wie 
nur D. riciniata auf Halmahera und Morotai, coccinea auf den 
Shangir-Inseln und rubiginosa auf Puynipet (Senjawin-Gruppe) 
nördlich vom Aequator vorkommen. Westlich sind nur die Molucken 
im engeren Sinn mit in den Kreis zu ziehen , der durch Amboina 
und Buru geschlossen wird , denn selbst auf dem grossen Celebes 
wurde noch kein Lori bestimmt nachgewiesen. Dagegen ist die 
östliche Verbreitung ausgedehnter als bei T richoglossu s und 
erreicht in der Gruppe der Marquesas-Inseln den entferntesten Punkt. 
Indess dringen nur die kleineren , weniger typischen Arten soweit 
vor und ihr Vorkommen auf den Inseln Polynesiens ist im Ganzen 
ein sehr zerstreutes. Während sie nämlich auf Neu-Irland *) und 
Neu-Brittanien zu mangeln scheinen finden sich 2 Arten (chloro- 
c e r c a und cardinalis) auf den Salomons-Inseln (San Chris- 
toval), eine andere im südlichen Louisiade-Archipel (D. h y p o i n o- 
chroa) und wie die Untersuchungen der Novara beweisen wird die 
kleine Insel Puynipet (Senjawin-Gruppe) östlich von den Carolinen 
von der seltenen D. rubignosa bewohnt. Dagegen mangeln sie 
wieder auf den Neu-Hebriden ^) , Neu-Caledonien, erscheinen auf der 
Gruppe der Fidschi- , Schiffer- und Freundschafts-Inseln , über- 
springen die Cook- und Tabuai- oder Austral-Inseln um auf den 
GesellschaftS' Inseln (Otahaite) aufzutreten. Die ausgedehnte Gruppe 
der Paumotu- oder Niedrigen-Inseln wird überhaupt von keinem Pa- 
pagei bewohnt. Die östlichste Verbreitungsgrenze bilden die Mar- 
quesas, wo D. smaragdina ausschliessend vorkommt. 



1) Hier käme indess nach Lesson D. lori vor! 

2) Spätere Forschungen werden jedenfalls auch auf diesen Inselgruppen Papageien 
naclnvcisen. 



DOMICELLA. 737 

Was die Lebensweise betrifft, so fehlen hierüber fast alle Nach- 
richten; nur von einigen Arten wissen wir, dass sie gesellig leben, 
und von den kleineren , dass sie sich von Blüthensaft nähren. Alle 
Arten dieser Gruppe scheinen indess wie die Trichoglossen 
Baumvögel zu sein. 

Nicht minder unzureichend sind die Nachrichten in Bezug auf die 
Geschlechtsverschiedenheit , das Jugendkleid und das Brutgeschäft ; 
Lücken auf die wir fast bei allen moluckischen Vögeln stossen. Wie 
es scheint variiren die Geschlechter nicht im geringsten. Dass die 
jungen Vögel ein anderes Kleid tragen, ist mir dagegen fast zur 
Gewissheit geworden, obwohl ich noch nicht genau ermitteln konnte, 
in wie weit dasselbe abweicht. Von den kleinen Arten weissen wir 
bestimmt, dass sie eben wie fast alle Papageien weisse Eier in Baum- 
höhlen legen. Ob die Loris, wie so viele Trichoglossus-Arten , 
zu gewissen Zeiten Wanderungen unternehmen ist in keiner Weise 
nachgewiesen , und darf sogar bezweifelt werden. Dagegen fällt bei 
den Loris fast stets ein Hang zur Localisirung, wie bei den 
meisten insularen Arten, auf. Ganz nahe gelegene Inseln werden 
meist von verschiedenen Species bewohnt. 

Nur die wenigsten und dann meist die grossen Arten kommen 
zuweilen lebend zu uns. Gewöhnlich ist es D. garrula, atrica- 
pilla, seltener lori. Von den mittleren Arten sah ich nur einmal 
D. reticulata. Unter den kleinen, polynesischen Arten, die in 
der Gefangenschaft nicht gut auszudauern scheinen , dürften nur D. 
fringillacea, solitaria und Kuhli bisher zu uns gelangt sein. 
In der Gefangenschaft erhalten sich die grösseren Loris am besten 
bei gekochtem Beis. Brehm empfiehlt eingeweichtes Milchbrod. 

Soweit ich es beobachten konnte ist die Stimme der Loris beson- 
ders durchdringend und schneidend. Auch von D. fringillacea 
wird ein heller, lauter Schrei angegeben (Gräffe). Nach von Martens 
sind die Loris weniger laut, dabei aber minder zutraulich als 
andere Papageien. Auch andere Beobachter sprechen sich in gleicher 
Weise wenig lobend über diese Vögel aus, die in der Gefangenschaft 
nur durch ihre Federpracht empfehlenswerth sind. Dass sie auch 
minder entwickelte Geistesanlagen besitzen , darf behauptet werden, 

47 



738 DOMICELLA. 

Indess leinen sie doch einzelne Worte nachsprechen, obwohl nie mit 
der Geläufigkeit als andere Papageien. 

Die Glieder dieser Gruppe sind offenbar am nächsten mit den Tri- 
choglossen verwandt, namentlich im Schnabelbau und in der 
Flügelbildung. Dagegen unterscheidet sie die Schwanzform stets 
genügend, indem dieselbe bei Trichoglossus keilförmig, bei 
Domicella dagegen nur zugerundet ist. 

Auch die Form der Schwanzfedern an und für sich ist verschieden. 
Bei Domicella sind die letzteren breit, gleichmässig zulaufend, 
und am Ende breit abgerundet, dagegen bei Trichoglossus ver- 
schmälert in eine Spitze zulaufend. Ausserdem herrschen bei Domi- 
cella auch ganz andere Färbungsverhältnisse. 

Die Zusammenstellung des Genus Domicella wie ich sie hier gebe 
ist eine iheilweis neue, indem ich die von Wagler zum Genus Co- 
riphilus erhobenen kleinen Arten der Südsee mit vereinige. 

Dieselben haben allerdings einen relativ kürzeren Schwanz und 
schwächeren Schnabel, jedoch ganz nach dem Typus der grossen 
Arten gebaut und nur die sonderbare, doppelte Einengung der drei 
ersten Schwingen ist eigenthümlich. Allein auch dieser Character 
ist nicht constant da ihn manche Arten nicht zeigen, ebenso 
wenig Avie der Mangel an 2 Armschwingen , denn auch bei anderen 
Genera (Conurus, Trichoglossus) finden sich ähnliehe Aus- 
nahmen. Weit characteristischer ist die Bildung der Kopffedern, 
die lang, schmal, mit ziemlich hartem, hornartigen Endtheile zu 
einem ungeregelten Schöpfe aufgerichtet werden können und sich in 
dieser Weise bei keinen anderen Papageien wiederfinden. Allein 
nicht alle Arten zeigen diese eigenthümliche Bildung , denn nur bei 
D. f ringillacea, Kuhli, smaragdina und taitiana ist sie 
deutlich ausgesprochen; bei der in Grösse und Habitus ganz über- 
einstimmenden D. solitaria fehlt sie. Diese Species schliesst sich 
wegen den langen , zerschlissenen Nacken- und Halsfedern ganz an 
die grossen, rolhen Arten (atricapilla, etc.), was schon von Les- 
son erkannt wurde. D. scintillata und atra besitzen übrigens 
ebenfalls verschmälerte, harte Endspitzen an den Kopffedern, indess 
seheinen dieselben nicht aufrichtbar zu sein. 



DOMICELLA. 739 

Eine andere Elgenthümlichkeit, welche ich an diesen beiden Ar- 
ten bemerkte , darf ich hier nicht unerwähnt lassen. Sie zeigen 
nämlich nicht blos eine breite Wachshaut, sondern auch den Un- 
terschnabel von einem breiten , nackten , schwarzen Hautstreif um- 
geben , ähnlich wie bei Sittace hyacinthina. 

Im Habitus und namentlich im dem schwächeren Schnabel besitzen 
die kleineren 5 weniger typischen Domicellen übrigens eine auffal- 
lende Aehnlichkeit mit den Coryllen (keineswegs mit Psittacula 
wie Wagler will). Dieselbe beruht jedoch nur auf Analogie, scheint 
mir aber doch wichtig genug, die kleineren Arten zunächst Coryllis 
folgen zu lassen, während die so abweichend gefärbte, an Tricho- 
glossus erinnernde D. fuscata den Schluss und zugleich das 
beste Bindeglied zu den Trichoglossen bildet. Somit dürfte jedem 
Gliede der langen Kette die richtige Stellung angewiesen sein und 
jene ein schöngerundetes Ganze ausmachen. 

Eine etwas abweichende Eintheilung giebt Schlegel im Cataloge 
des Leidener Musetim, indem er die polynesischen Arten (solitaria, 
fringillacea, taitiana und smaragdin a) mit den kleineren 
Trichoglossus-Arten (discolor, australis, pusillua, Iris, 
euteles, placens, etc.) unter Nanodes, wie es scheint nur subge- 
nerisch , vereinigt, die grossen, eigentlichen Loris aber (mit Eos, 
Bp. und Trieb. (Charmosyna) papuensis) unter Lorius be- 
lässt. Die erstere Gruppe Nanodes (von Vigors auf Trichoglossus 
discolor begründet) wird nur mit den Worten characterisirt »klein 
oder ziemlich klein", die zweite Lorius durch » mittelmässig." 
Nach der Färbung werden jedoch 18 verschiedene Abtheilungen an- 
gegeben. 

Die ünhaltbarkeit des Genus Chalcopsitta, von Bonaparte auf 
D. atra begründet, wird Jedem einleuchten, der nicht eben aus- 
schliesslich die Färbung im Auge behält. Ein Gleiches ist es mit Eos, 
Wagler, der sein Genus Domice IIa, welches die grossen Arten be- 
greift, nur durch die papillenlose (glatte) Zunge zu trennen vermag. 
Obwohl er bei D. garrula, lori und atricapilla die Zungenspitze 
»apicem integrum" nennt, so ist dies doch falsch, denn gerade 
von diesen Arten sind mit Bestimmtheit Zungenpapillen nachgewiesen. 

47* 



740 DOMICELLA. 

Die 24 für mich zum Genus Domicella gehörigen Arten, lasFsen 
sich alle als verschiedene sehr gut characterisiren. Nur die bisher 
nicht mehr aufgefundene D. Stavorini, Less., fälschlich immer mit 
dem gänzlich dubiösen Psittacus paraguanus identificirt, bleibt 
als Species sehr bedenklich. Diese sowie D. cardinalis, Hombr., 
eine bisher nicht mehr aufgefundene, aber wahrscheinlich gute Art, 
konnte ich selbstverständlich nicht untersuchen , da beide überhaupt 
in keinem Museum existiren. Uebrigens beleuchtet schon Wallace 
(Proc. Jan. 13, 1865) die grosse Ungenauigkeit, welche über Vater- 
land und Synonymik gerade dieser Arten herrscht. Indem ich die 
letztere critisch zu sichten versuchte , gebe ich auch nur sicher 
nachgewiesene Localitäten an. 

Obwohl fast bei allen Domicellen die rothe Färbung dominirt, 
finden sich doch auch Ausnahmen mit schwarzer , grüner und blauer, 
letztere unter allen Papageien sehr isolirt stehend. Indem ich daher 
das rothe Gefieder und die Beschaffenheit der Kopffedern als beson- 
ders characteristisch zur Abgrenzung von Unterabtheilungen halte, 
bilde ich die folgenden drei, in welchen sich die einzelnen Species 
leicht herausfinden lassen. 

I. Blaue, grüne oder schwarze Arten. Federn des Oberkopfes 
und Nackens meist mit hornartigen , rigiden Spitzen , welche 
zuweilen eine Art Schopf bilden. 

1. taitiana, Gmelin. 5. scintillata, Tetnminck. 

2. smaragdina, Hombr. ~6. atra, Scop. 

3. fringillacea, Gmelin. ^fl- Stavorini, Lesson. 

4. Ruhli, Vigors. 

II. Bothe Arten mit grünen Flügeln und Deckfedern. 

8. solitaria, Latham. 12. lori, Linne. 

9. atricapilla. Wagler. -13. cyanauchen, Müller. 

10. chlorooerca, Goald. ~14. garrula, Linne. 

11. hypoinochroa, Gray. 

III. Bothe Arten ohne Grün auf Flügeln und Deckfedern. 

15. rubiginosa, Bonaparte. 20. cyanogenys, Bonap. 

I 16. cardinalis, Hombr. 21. reticulata, Müller. 

17. rubra, Gmelin. 22. coccinea, Latham. 

18. Schlegeli, mihi. 23. riciniata, Bechslein. 

19. serallarvata, Bonap. 24. fiiscata, Blyth. 



DOMICELLA. 741 

Diagnostischer Schlüssel zu Domiceila. 

1. Blaue , grüne oder schwarze Arten ; die Kopffedern mit langen , 

schmalen , starren Enden , oft zu einem Schöpfe aufrichtbar. 

(Genus Coriphilus, Wagler und Chalcopsitta bei Bonaparte). 

a. Blaue Arten. 

1. taitiana, Gmelin. Dunkelblau; Backen, Kinn und Brust weiss. 

3. smaragdina, Hombr, Himmelblau; Brust, Oberkopf und Tibia ultramarinblau; 

Backen, Kehle, Bauch und Schenkel weiss. 

6. Grüne Arten. 

3. fringillacea, Gmelin. Grün; Oberkopf blau; Backen, Kehle und Bauchfleck 

roth , übrige Bauch und After violet. 

4. Kuhli, Vigors. Grün; Unterseite roth; Scheitel und After violet. Bür- 

zel grüngelb. 

5. scintillata, Temminck. Grün; auf Hinterhals und Brust mit orangen oder 

gelben Schaftstrichen. 

c. Schwarze Arten. 

6. atra, Scop. Schwarz; Bürzel und obere Schwanzdecken tiefblau. 
?t 7. Stavorini, Lesson. Schwarz; Brust und Unterleib roth. 

Auf die Abweichungen , welche diese kleinen Arten bieten , habe 
ich schon im Vorhergehenden hingewiesen und gezeigt, dass sie nur 
im Schwingenschnitt und der Bildung der Kopffedern theilweis von 
den grossen typischen Arten etwas abweichen. Da diese Eigen thüm- 
lichkeiten sich indess nicht bei allen Arten finden, so werden sie 
auch nie von generischer Wichtigkeit sein können. Es lässt sich 
daher von den durch Wagler s. n. Coriphilus generisch gesonder- 
ten Arten nur sagen, dass sie echte Loris im Kleinen sind. 

Das Genus Chalcopsitta scheint Bonaparte nur auf die schwarze 
Färbung von D. atra begründet zu haben, wenigstens finde ich 
sonst keinen Grund dafür. Diese Species bildet im Verein mit scin- 
tillata, Temminck, den deutlichen üebergang zu den grossen Lori- 
Arten. Unrichtig ist es übrigens wenn Bonaparte auch D. rubiginosa 
zu Chalcopsitta zieht, indem dieselbe ganz nahe zu den mittel- 
grossen Domicella-Arten (Eos) gehört. 

Die Arten dieser Unterabtheilung gehören meist der Südsee an ; 
nur D. atra und scintillata bewohnen Neu-Guinea und die be- 
nachbarten Inseln. 



742 DOMICELLA TAITIANA. 

(296.) \. Domlcella taitlana, (Graelin). — Der weissbrüstige 
BreitscJuvanzlori. 

Psittacus taitianus, Gml., S. N. (1788) p. 329. — PI. enl. 455. 
jBg. 2 (fig. bon.). — Otaheitan blue Parrakeet, Lath., Syn. I 
(1781) p. 255. — id., Gen. Hist. II. p. 189. — Ps. p eruvianus, 
Müll., S. N. Suppl. (1776)p. 80. — Ps. taitianus, Lath., Ind. 
Orn. (1790) p. 105. — Bechst., Kurze üeb. p. 80. — Voigt, 
Cuv., üebers. (1831) p. 748. — Kühl, Consp. p. 68. — id., Ps. 
Sparmanni, (av. jun.). — Vieill., Enc. Meth. p. 1383. — 
Ps. phorphyrio, Shaw, Nat. Mise. (1789) pl. 7. — id., Gen. 
Zool. VIII. p. 473. — Ps. sapphirinus, Forst., Icon.p. 49. — 
Ps. taitianus, Lesson , voy. la Coq. (1826) p. 295. — 
Trichoglossus taitianus, Steph., Gen. Zool. XIV, p. 150. — 
Brotogeris sapphirinus, Sws., Class. of B. II. p. 303. — 
Lorius vini, Lesson, Tr. d'Orn. (1831) p. 194. — Cori- 
philus sapphirinus. Wag!., Mon. p. 565. — Coriphi- 
lus notatus, G. ß. Gray, Gen. of B. IL N°. 1. — Blyth , 
Cat. B. As. Sog. (1849) p. 13. — Coriphilus taitianus, 
Bp., Bev. et Bev. Zool. (1854) p. 157. — id., Naum. 1856. — 
Souance. Bev. et Mag. Z. (1856) p. 226. — Coriph. cya- 
neus, Cassin, Unit. St. Exped. (1858) p. 240. — Coriph. 
taitianus, G. B. Gray, List Psitt. (1859). p. 57. — id., B. 
Trop. Isl. p, 31. — Schlegel, Dierentuin (1864) p. 79. -— id., 
Nanodes taitianus, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 117. — 
La Perruche Arimanon , Levaill., Perr. t. 65 (fig. bon.). 

? Junger Vogel: unicolor obscure cyanea 1 
Psittacus cyaneus, Sparrm., Mus. Carls. (1787) IL pl. 27. — 
Ps. taitianus, tar. /3. Latham, Ind. Orn. (1790) p. 105. — 
Ps. Sparmanni, Bechst., Kurze üeb. p. 80. — Voigt, Cuv., 
Uebers. (1851) p. 748. — Otaheite Parrakeet, var. A. Lath., 
Gen. Hist. II (1822) p. 189. — Brotogeris Sparrmanni, 
Steph., Gen. Zool. XIV. p. 133. — Ps. cyaneus, Less., voy. 
Coq. (1826) p. 650. — id., Lorius vini (prem. äge) , Tr. 
d'Orn. p. 194. — Coriphilus cyaneus, Wagler, Mon. 



DOMICELLA TAITIANA. 745 

p. 564. — Coriphilus taitiana, Bp., llev. et Mag. Zool. 
(1854) p. 1Ö7. — Souance, Rev. et Mag. Z. (1856) p. 226. — 
Coriph. cyaneus, G, R. Gray, Gen. of B. If. N". 2. — id., 
List Psilt. (1859) p. 57. — La Perruche Sparman , Levaiiiant, 
Perr. t. 66. 

? Junger Vogel. 
Psittacus varius, Maerter, Phys. Arb. L p. 48. — Gml., 
S. N. p. 337= — Rechst., Kurze Ueb. p. 90. — Latham , Ind. 
Orn. p. 112. — Kühl, Consp. p. 95. -- Vieillot, Enc. Meth. 
p. 411. — Varied Parrakeet, Latham, Syn. Suppl. II (1802) 
p. 93. — id.. Gen. Hist. IL (1822) p. 219. 

Ärimanou auf Otaheite (Lesson). — E-vini auf Otaheile (Lesson). — 
Winee (Forster). 

Diagnosis: Dunkelblau, Backen, Kinn, Kehle und Kropf weiss. 
Obscure cyanea ; genis, mento , gula guttureque albis. 

Tahiti (Gesellschafts-Inseln) Leidener Museum. ^ ad. Dunkelcyan- 
blau , die schmalen , langen Federn des Oberkopfes mit glän- 
zender Schaftmitte. Zügel , Kinn , Backen , Kehle , Kropf und 
Oberbrust weiss. Schwingen an Innenfahne breit schwarz ge- 
landet, das Ende derselben und das der Schwanzfedern schwärz- 
lich. Unterseite der Schwingen und Schwanzfedern mattschwarz. 
Schnabel orange ; Füsse fahlbraun , Krallen dunkelbraun. Nach 
Forster im Leben Schnabel und Füsse fleischroth. Iris roth. 
Nach Lesson im Leben der Schnabel corallroth, die Füsse 
morgenroth. 

? nicht verschieden. 

Ein Exemplar der Bremer Sammlung zeigt einzelne, düstere End- 
säume auf den weissen Federn der Unterbrust. 

Junge Vögel haben (nach Lesson) die weissen Partien der Kehle und 
Oberbrust noch braunschwarz überlaufen. Nach Latham sind 
die jungen Vögel minder lebhaft gefärbt und haben auf Vor- 
derhals und Brust schmutzigweis^e , bräunlich untermischte 
Federn. 
Der bestimmte Nachweis über das Jugendgefieder dieser Art fehlt 

zur Zeit noch. Wir können daher nur vermuthungsweisse annehmen 



744 DOMICELLA TAITIANA. 

dass dasselbe abweichend , düsterer und ohne die schönen , weissen 
Partien sein werde. 

Ich bezweifle daher auch keineswegs, dass der Ps. cyaneus, 
Sparrm. von Tahiti, welcher nur mit den Worten »einfarbig dun- 
kelblau", beschrieben wird als jüngerer Vogel zu D. taitiana ge- 
hört, wie auch allgemein angenommen wird. Der Umstand, dass 
seither kein zweites derartiges Exemplar gesehen wurde lässt überdies 
gerechte Zweifel gegen diese Art aufkommen. Levaillant bildet den 
Vogel zwar angeblich nach einem Exemplare im Besitz von Carbintus 
im Haag ab , indess hat es ganz den Anschiein , als wenn er die 
Figur nur nach Sparrman copirt habe , ein Verfahren , welches er 
öfterer in Anwendung bringt. 

Das Exemplar, welches Kühl im Britisch-Museum s. n. Sparr- 
manni, Vaill., mit den Worten beschreibt: »toto corpore coeruleo 
collo antico coerulescenti-albo, rostro pedibusque rubris" ist jeden- 
falls eine jüngere D. taitiana und scheint zu beweisen , dass bei 
dieser Art das Weiss aus Blau entsteht. 

Ps, varius, Maert., angeblich aus Süd-Amerika, scheint eben- 
falls als jüngerer Vogel zu dieser Art zu gehören , wird indess so 
oberflächlich beschrieben , dass eine zweifellose Bestimmung desselben 
unmöglich wird. 

Obwohl die Gesellschafts-Inseln gegenwärtig als ziemlich gut be- 
kannt gelten dürfen, so wissen wir von der Thierwelt jener Gegen- 
den doch äusserst wenig. 

Ueber D. taitiana erhielten wir nur durch Forster, später durch 
Lesson einige Nachrichten. Förster fand die Art , meist in den 
Zweigen der höchsten Palmen gesellig beieinander lebend. Sie nähr- 
ten sich von Früchten, wahrscheinlich auch von Blüthensaft, da die 
Zunge mit Papillen besetzt ist. In den Höhlungen der Palmen- 
bäume nisteten diese Vögel. 

Lesson bestättigt die Ernährungsweise der Art und versichert , 
dass sie vom Honigsafte der Blüthen lebe, den sie mit der Zunge 
aufsauge. Bei ähnlicher Nahrung hielt man diese Papageien auch 
längere Zeit auf dem Schiffe lebend. Beim Eintritt in kältere Brei- 
ten starben sie indess schnell dahin ^ da sie sehr zärtlicher Watur sind. 



DOMICELLA SMAR\GDINA. 745 

Bis jetzt nur auf der Gruppe der Gesellschafts-Inseln beobachtet , 
und zwar auf Tahiti, Huaheine , Eimeo, Maitea und Borabora. 

(297.) 2. Domicella smaragdina, (Hombr. et Jacq.). — Der 
himmelblaue Breüschwanzlori. 

Psittacula smaragdinus, Hombr. et Jacq., Ann. Sc. Nat. 
(1841) XVI. p. 318. — Psittacus ultramarinus »), Kühl, 
Consp. (1821) p. 49 (descr. bon.). — Wagler, Mon. p. 564. — 
Coriphilus dryas, Gould , Proc. Z. S. (1842) p. 165. — id., 
voy. of Sulph. p. 44. pl. 26. — Vini dryas, Less., Descr. des 
Mammif. et des Ois. (1847) p. 192. — Coriphilis Gouphili, 
Hombr. et Jacq., voy. au Pole Sud. Zool. IIl. p. 103. t. 24 
bis. fig. 3. — Krusenstern, voy. t. 17. — Psittacula Sma- 
ragd inis, N''. 20 et Coriphilus dryas, G. R. Gray, Gen. 
of B. II. N°. 6. — id., Coriph. smaragdinus, List Psitt. 
(1859) p. 57. — id., B. Trop. Isl. p. 32. — Schlegel, Dieren- 
tuin (1864) p. 79. — id., Nanodes smaragdinus, Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p. 117. — Coriph. goupili, Bonap., 
Naum. 1856. 

Pihiti, Eingeborne der Marquesas (Jardine). — Petihi auf Nukahiva 
(Lesson). 

Diagnosis : Himmelblau ; Scheitel , Hinterkopf, Brust und Tibia ul- 
tramarinblau; Backen, Kehle, Bauch und Schenkel weiss. Schna- 
bel und Füsse hell. 
Jung. Backen und Unterseite graublau ; Schnabel und Füsse 
schwarz. 

Coerulea ; vertice , occipite , pectore braccisque laetissime azu- 
reis ; genis , mento , abdomine femoribusque albis ; rostro pedi- 
busque pallidis. 
Juv. genis latereque inferiore glaucis ; rostro pedibusque nigris. 

Marquesas-Inseln (Nukahiva) Leidener Museum, c^ ad. Flügel, 



1) Die älteste Benennung von Kühl «ultramarinus" ist, als der allerneusten La- 
tinität angehörig, zu verwerfen, da für die Bezeichnung dieses Farbentones längst 
schon «azureus" besteht. Ultramarinus ist daher mit Kecht auch aus der 
Botanik verbannt. 



746 DOMICELLÄ SMARAGDINA. 

Schultern, Rücken, Hinterhals und Stirn himmelblau, auf Bür- 
zel , den oberen und unteren Schwanzdecken viel blasser. Die 
Schwanzfedern an Aussenfahne hell himmelblau, an Innenfahne 
■weiss, mit schmalem himmelblauen Saume, nur die mittelsten 
Federn schwarz gerandet. Der ganze Oberkopf, ein halbmond- 
förmiges Schild über die Brust und die Befiederung der Tibia 
dunkel ultramarinblau. Backen und Kehle weiss , die Basis- 
hälfte der Federn tief blau , die übrige Unterseite rein weiss , 
die Basishälfle der Federn ebenfalls blau. Schwingen an In- 
nenfahne und Spitze schwarz, ebenso unterseits, an Aussenfahne 
himmelblau. Oberschnabel hornbraun, an der Spitze, sowie 
der Unterschnabel schwarz. Füsse braungelb , Krallen schwarz. 
Iris braun (Lesson). 

^ (Nukahiva) im Bremer Museum. Wie das vorhergehende cT, aber: 
auch der After dunkelblau und einige himmelblaue Federn auf 
der dunkelblauen Brust. Oberschnabel horngelb, der untere 
schwarz ; Füsse fahlgelb , Krallen schwarz. Im Leben (nach 
Hombron) Schnabel und Füsse mennigerotli ; Iris orange. 

% (Leidener Museum) , wie das ^ , aber das blaue Bruslschild breiter 
und die mittelsten Schwanzfedern an der Endhälfte weiss. 

Junger Vogel (Leidener Museum). Das Blau der Oberseite ist düs- 
terer ; die ganze Unterseite nebst Backen und Kehle graublau , 
die Endsäume der Federn schön blau ; auf der Ohrgegend einige 
weisse Federn. Schnabel und Füsse schwarz. 

Uebergangskleid (Bremer Museum). Ebenfalls mit schwarzen Schna- 
bel und Füssen ; die übrige Färbung wie am alten Vogel, 
aber die Federn auf Backen, Kinn, Kehle, Bauch und Schenkeln 
grösstentheils noch schwarzblau, daher nur hie und da weiss 
gefleckt. 
Gould nennt sonderbarer Weise die Färbung der Oberseite bläu- 

iichgrün und Hombron wählte den sehr wiedersinnigen Namen 

»smaragdinus". 

In der Färbung mit am eigenlhümlichsten unter allen Papageien. 

Diese Art dringt in der Südsee am weitesten nach Osten vor, denn 

sie findet sich nur auf der Gruppe der Marquesas-Inseln (Nukahiva), 



DOMICELLA FRINGILLACEA. 747 

die somit die östlichste Grenze des Verbreitungslcreises der Papageien 
bilden. Sie ist hier die einzige Art. Nach Edelestan Jardine heisst 
sie bei den Eingebornen Pihiti. 

lieber die Lebensweise fehlen alle Nachrichten. 

Kuhl's Ps. ultramarinus, nach einem Exemplare in Bullock's 
Sammlung sehr genau beschrieben, bezieht sich unzweifelhaft auf 
diese Art. Es ist sonderbar , dass diese Beschreibung bisher so 
gänzlich ignorirt wurde. Nur Wagler zieht sie fälschlich mit zu 
D. taitiana, Gmelin. 

(298.) 5. Bomicella fringillacea , (Gmelin). — Der blau- 
schopfige Breitschwanzlori 

Psittacus fringillaceus, Gmelin, S. N. (1788) p. 337. — 
Maerler, Phys. Arb. Wien. 2. p. 47. — Blue creasted Parra- 
keet, Latham, Syn. I (1781) p. 254. — Ps. australis, Gml., 
S. N. p. 329. — Ps. pipilans, Latham, Ind. Orn. (1790) 
p. 1015. — id., Ps. fringillaceus , p. 112. — Sparrow Par- 
rakeet, Lath., Syn. Suppl. II (1802) p. 93. — Ps. porphyreo- 
cephalus, Shaw, (nee Diet.) Nat. Mise. (1789) pl. 1. — - id.. 
Gen. Zool. (1811) VIII. p. 472. pl. 69. — Blue crested Parra- 
keet, Lath., Gen. Hist. II (1822) p.l90. — Sparrow Parrot, 
p. 220. — Ps. australis, Bechstein , Kurze üeb. p. 80. — 
Vieillot, Nouv. Dict. XXV. p. 37.5. — Ps. fringillaceus, 
Bechst., Kurze Ueb. p. 81. pl. 6. fig. 2. -- Vieill., Nouv. Dict. 
XXV. p. 379. — id., Enc. Meth. p. 1409. — Kühl, Consp. 
p. 69. — Voigt, Cu7., Uebers. (1831) p. 748. — Ps. euchlo- 
rus, Forst., (Licht.) Descr. An. (1844) p. 160. — Coriphilus 
euchlorus, Wagl., Mon. p. 564. — Brotogeris fringil- 
laceus, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 153. — Lorius frin- 
gillaceus, Lesson, Tr. d'Orn. p. 194. — Coriphilus pi- 
pilans, G. R. Gray. Gen. of B. IL N^ 3. — Brotogeris 
porphyrocephalus, Sws., Class. of B. IL p. 303. — T r i- 
choglossus pipilans, Peale , Un. St. Expl. Eip. 1848. — 
Hartl., Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 106. — Coriphi- 
lus fringillaceus, Bp., Rev. et Mag. Z. (1854) p. 157. — 



<f*8 DOMICELLA FRINGILLACEA. 

id., Naum. 1856. -— G. R. Gray, List Psitt. (1839) p. ÖS. — 
id., ß. Trop. Isl. (1839) p. 33. — Schlegel, Dierentuin (1864) 
p. 79. — id., Nanodes fringillaceus, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 117. — Coriphilus fringillaceus, Finsch et 
Hartl., Ornith. Centr. Polyn. (1867) p.25. sp. 9. — - La Perruche 
fringillair, Levaill., Perr. t. 71 (fig. bon.). 
Kohänga , Eingeborne der Freundschafts-Inseln (Forster). — Vini- 

Sega , Eingeborne der Wallis-Inseln (Dr. Gräffe). 
Diagnosis: Grasgrün; Oberkopf blau; Backen und Kinn roth , ebenso 
ein Fleck auf Bauchmitte, übriger Bauch und After Tiolett. 
Prasina , fronte viridi , pileo cyaneo ; genis , mento maculaque 
Tentralis rubris ; abdomine reliquo crissoque violaceis. 
Freundschafts-Insel (Tongatabu) , Leidener Mus. ^. Stirn grün , der 
übrige Oberkopf mit schmalen , zugespitzten , langen prächtig lila- 
blauen Federn. Zügel, Backen, Ohrgegend, Kinn und Kehle, 
sowie ein runder Fleck auf der oberen Bauchmitte scharlach- 
roth, hinter letzterem auf der unteren Bauchhälfte bis After 
ein dunkel violetter, Fleck; die Tibia ebenfalls violett. Uebrige 
Theile schön grasgrün, am lebhaftesten und hellsten auf den 
oberen Schwanzdecken und Hinterhalse, düsterer und mehr ins 
Olivengrünliche auf Schultern, Rücken und Flügeln. Die 
Schwingen an Innenfahne und Spitze schwarz. Erste Schwinge 
einfarbig schwarz. Schwanzfedern grün, längs Schaftmitte und 
am Ende gelb , die äusseren Schwanzfedern an Basis zinnober- 
roth und nur an Innenfahne gelb. Der Schwanz unterseits 
gelb. Schnabel und Füsse gelbbraun ; Krallen dunkler. Im 
Leben Schnabel und Füsse fleischfarben ; Iris goldgelb (Dr. 
Pickering). Nach Forster der Schnabel im Leben roth wie die 
Füsse , die Iris feuerfarben. Iris braun (Dr. GräfFe). 
Ebenso ein Exemplar von Tongatabu im Bremer Museum. 
Ein Exemplar von den Wallis-Inseln (üea) im Bremer Museum, 
sonst ganz ebenso, aber die Innenfahne der Schwanzfedern 
dunkelgelb, ohne Roth. 
5 (nach Dr. Pickering) wie das cf gefärbt, nur etwas kleiner. 
Jüngere Vögel (Godeöroy's Collection), haben die Kopffedern minder 



«OMICBLLA KÜHLI. 749 

Terlangert ;. das Blau des Oberkopfes ist matter, theilweis grün 
gemengt; der rolhe Bauchfleck kleiner und blasser. An einem 
Exemplare bemerkt man nur Spuren des rothen und violetten 
Bauchfleckes. 
Unter den ziemlich localisirten Arten der Südsee ist diese am wei- 
testen verbreitet. Sie findet sich nämlich auf den Freundschafts-Inseln 
(Tongatabu, Forster und Peale) und auf den Samoa- oder Schiffer- 
Inseln (Upolu,Peale und Gräife) und v»'urde durch Dr. Gräffe auf der 
kleinen Wallis-Insel üea (vrestlich von den Schiffer-Inseln) nachge- 
wiesen. Möglicher Weise wird der Verbreitungskreis durch spätere 
Forschungen noch weiter ausgedehnt. Die Angabe im Berliner Mu- 
seum »Otaheite" ist jedenfalls unrichtig. Auf den Sandwich-Inseln, 
wie Latham und Gray angeben , fehlt die Art bestimmt. 

Forster theilt über den niedlichen Vogel nur mit, dass er in den 
Kokuspalmen lebe und von den Eingebornen (auf Tongatabu) nach 
seinem Geschrei »Kohänga" genannt werde. Labillardiere fand die 
Art ebenfalls auf den Freundschafts-Inseln. 

In Cook's 3ter Reise (1776—80) giebt Forster (p. 238) zuerst eine 
Notiz dieses Papageis, indem er sagt: »eine Art ist nicht grösser 
als ein Sperling, schön gelbgrün mit einem hellblauen Flecke auf 
dem Scheitel , der Bauch und die Brust sind roth." 

Ein von Dr. Gräffe gesammeltes Exemplar trug auf der Etiquette 
die interessante Notiz: »liebt die Blüthen der Kokuspalmen ganz be- 
sonders und hat einen kurzen hellen Schrei." Das weisse, nicht 
sehr rauhschaligeEi, welches ich in Hamburg sah, ist beinah kugel- 
rund und hat etwa ^/Z' Durchmesser. Es wurde ebenfalls durch 
Dr. Gräffe eingesandt. 

Wagler versichert, dass die Zungenspitze Papillen trage. 

(299.) 4. Domicella Huhli, (Vigors). — Kuhrs Breit- 
schwanzlori. 

Psittacula Kuhlii, Vigors, Zool. Journ. (1824) p. 412. pl. 16. — 
Lear, Parr. pl. 38. — Psittacus Kuhlii, Less., voy. Coq. 
(1826) p. 629. — id., Man. d'Orn. II (1828) p. 151. — id., 
Lori US Kuhlii , Tr. d'Orn. p. 193. — id., Vini cocci- 



750 DOMICELLA KUHLI. 

neus, 111., de Zool. (1832) t. 28. — Coripiiilus Kuhlii, 
Wagler, Mon. p. 566. — Jard. et Selb., Nat. Libr. vol. VI. 
p. 164. pl. 23 (fig. med.). — Le Vini ecarlate, Le Maout, Hist. 
nat. Ois. (1853) pl. 3. • — Psittacula interfringillacea, 
Bourj., Perr. t. 85 (fig. bön.). — Brotogeris Kuhlii, Sws., 
Class. of B. II. p. 303. — Coriphilus Kuhlii, G. R. Gray, 
Gen. of B. II. N^ ö. — id., List Psitt. (1839) p. 58. — id., 
B. Trop. Isl. p. 32. — Bonaparte, Rev. et Mag. Zool. 1854. — 
id., Naumannia. 1856. — Lorius Kuhlii, Schlegel, Dieren- 
luin (1864) p. 68. 

Diagnosis: Oberseite dunkelgrün; Backen und Unterseite scharlach- 
roth ; Vorderkopf grün ; Scheitel , Schenkel und After dunkel 
violett ; Bürzel , obere und untere Schwanzdecken grüngelb. 
Supra obscure viridis, subtus punicea; genis puniceis; sincipite 
viridi ; vertice, femoribus crissoque violaceis ; uropygio , tectri- 
cibus caudae superioribus et inferioribus viridi-flavis. 

Gesellschafts-Inseln , Berliner Museum, c? ad. Die schmalen, ver- 
längerten Federn auf Stirn und Vorderkopf dunkelgrün , die 
auf Scheitel und Hinterkopf, ebenfalls bis 10'" lang, dunkel 
violett. Nacken und Hinterhals nebst den oberen und unteren 
Flügeldecken dunkelgrün; der Mantel olivengrün. Hinterrücken, 
Bürzel , Bürzelseiten , und obere und untere Schwanzdecken 
lebhaft grüngelb. Schwingen Iter Ordnung schwarz; die erste 
ganz schwarz , die folgenden 3 an Aussenfahne düster blau ge- 
randet, die übrigen dunkelgrün. Schwingen 2tei- Ordnung dun- 
kelgrün, an Innenfahne schwarz gerandet. Deckfedern der Iten 
und 2ten Schwingen grün. Zügel, Kopfseiten und alle übrigen 
vordem und unteren Theile dunkel purpurscharlachroth , die 
Basis der Federn dunkelgrün. Schenkel und After dunkel vio- 
lett , die Federn am Ende in's Purpuren scheinend. Schwanz- 
federn schön purpurrolh, mit Ausnahme der 2 mittelsten, mit 
grüngelben Ende , an Aussenfahne schwärzlichviolett, die 2 
äussersten jederseits an Innenfahne mit grossem , schwärzlichen 
Flecke. Schwingen unterseits schwarz. Schnabel orangeroth ; 
Füsse röthlichgelb, Krallen dunkelbraun. Im Leben Schnabel 



DOMICELLA KüHLI. 751 

und Füsse mennigeroth ; Iris gelbrolh (nach Vigors). Nackte 
Wachshaut weiss; Iris aus 3 Ringen bestehend, einem äusseren 
mennigerothen , mittleren grauen, und inneren gelben (nach 
Wagler). 
Ein Exemplar im Britisch-Museum (Gesellschafts-Inseln) , ist nur 
wenig abweichend: Stirn und Scheitel mehr gelbgrün, Schwanz- 
federn an Aussenfahne düster schwarzblau , an Innenfahne blut- 
roth , alle grün geendet, die 2 mittelsten einfarbig grün. 
Ein schönes Exemplar befindet sich im Museum Heineanum. 
Ein schönes Exemplar , früher lebend im Besitz der Königin Ama- 

lie, befindet sich im Dresdener Museum. 
Exemplare dieser Art in den Museen von Wien und München, in 

letzterem mit der Localitätsangabe »Sandwich-Inseln" (!l). 
Geschlechter nicht verschieden (nach Vigors). 

Jüngerer Vogel (nach Lesson) wie der alte, aber der violette ßauch- 
fleck fehlt noch. 
Eine der seltensten Papageienarten überhaupt und nur in weni- 
gen Museen vorhanden. Wagler, der fälschlich die Sandwich-Inseln 
als Heimath angiebt, wo bekanntlich gar keine Papageien vorkom- 
men , sah zwei Exemplare lebend in der Menagerie des Königs 
Maximilian Joseph von Baiern. Auch Vigors beschreibt die Art 
nach lebenden Exemplaren und bemerkt nur, dass diese äusserst 
scheu und wild Avaren. In neuer Zeit scheint die seltene Art nicht 
mehr nach Europa gekommen zu sein, was sehr zu verwundern ist, 
da die Gesellschafts-Inseln, welche bis jetzt als einzige Heimath be- 
trachtet werden, so sehr mit Europa im Verkehr stehen. Als be- 
sondere Localität nennt Vigors die Insel Tuhutitiruha nahe bei Tahiti, 
Lesson Borabora, Bourjot's Exemplar im Pariser Museum soll von 
der Insel Fanning, nordwestlich von Christmas-Island und nordöst- 
lich von der Phönix-Gruppe, herstammen. Obwohl Alles gegen die 
Richtigkeit dieser Angabe spricht, wäre es immerhin nicht unwahr- 
scheinlich , dass gerade diese Insel die wahre Heimath ist. 

Bougainville (Reise um die Welt mit der Fregatte La Boudeuse" 
1766 — 69. Leipzig. 1772) erwähnt die Art zuerst unter den Vögeln 
Tahitis (p. 176), denn die Worte »kleine Papageien, die mit ihren 



752 DOMICELLA SCINTILLATA. 

blau und rolh gemischten Federn sonderbar aussehen" lassen sich 
doch wohl nur auf diesen beziehen. 

Ueber die' Lebensweise ist nichts beiiannt. Das Vorhandensein 
einer Pinselzunge wird durch Wagler nachgewiesen. 

Wegen den verlängerten, schmalen Federn des Oberkopfes, die 
eine Art loser Haube bilden, steht diese Art der D. fringillacea 
nahe , obwohl sie wegen der rothen Unterseite nicht ganz mit den 
übrigen Species dieser Unterabtheilung übereinstimmt und daher ein 
deutliches Bindeglied zu D. s o 1 i t a r i a bildet. 

(500.) 5. Domicella §cintillata, (Temminck). — Der orange- 
gestrichelte Breitschwanzlori. 

Psittacus scintil latus, Temminck, PI. col. vol. IV (1838) 
pl. 569. $ (fig. opt.). — Amber Parrot, Lath., Syn. I. Suppl. 
p. 6o. N". 144. -— id., Gen. Hist. II. p. 252. — Psittacus 
batavensis, Lath. (nee Wagl.) , Ind. Orn. (1790) p. 126. — 
Bechstein, Kurze Ueb. p. 101. — Vieillot, Nouv. Biet. XXV. 
p. 101. — id., Enc. Meth. p. 1406. — Kühl, Consp. p. 99. — 
Psittacus (Lorius) scintiliatus, Müll, et Schleg., Ver- 
handl. p. 107. — Lorius scintiliatus, Hombr. et Jacq., 
Ann. des Seien. (1841) XVL p. 317 ((/?). — Bourjot , Perr. 
t. 51 (nach PI. col.). — Eos scintillata, G. R. Gray, Gen. 
of B. II. N®. 10. — Chalcopsitta scintillata, Bp., Consp. 
av. (1850) p. 3. — id., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 
1856. — Chalcopsitta rubrifrons, G. R. Gray, Proc. Z. 
S. (1858) p. 182. pl. 135 (d" fig. opt.). — id., Eos scintil- 
iatus et rubrifrons, List Psitt. (1859) p. 53. sp. II et 12. — 
Chalcopsitta scintillata et Eos rubrifrons, Rosenb., 
Gab. J. f. Orn. (1864) p. 113 et 114. — Chalcopsitta 
scintillata, Wall., Proc. Z. S. (1864) p. 289. — Lorius 
scintiliatus, Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 124. 

Jaran-Kra, Eingeborne der Aru-Inseln (von Rosenberg). 

Diagnosis: Grün auf Hinterhals und Brust mit gelben Schaflslrichen ; 
Kopf braunschwarz; Vorderkopf, Zügel, Tibia , untere Flügel- 
decken und Schwanzbasis scharlachroth. 



DOMiCELLA SCINTILLATA. 753 

Jung. Ohne Roth am Kopfe ; Kopf und Hals schwarzbraun ; 
auf Hinterhals , Nacken und Brust mit feurig-orangen Schaft- 
strichen. 

Viridis, scapis plumarum cervicalium et pectoralium flavo- 
striatis ; sincipite, loris, tectricibus alarum inferioribus , braccis 
basique caudae puniceis. 

JuF. capite punicei vacuo, capite colloque nigro-fuscis ; scapis 
plumarum nuchalium cervicalium ad pectoralium igneo-aurantio 
striatis. 
Aru-Inseln (Wallace) , Leidener Museum, cf . Hauptfärbung schön 
grasgrün, auf den Flügeln ein wenig dunkler, auf Mitlelrücken , 
Bürzel und den oberen Schwanzdecken viel lebhafter, mehr 
in's Spangrüne, und hier jede Feder am Ende mit einem ver- 
loschenen, grüngelben Schaftstriche, und bläulicher Basis. Stirn 
bis zu den Augen und Zügel dunkel scharlachroth , ebenso die 
Befiederung der Tibia. Scheitel, Hinterkopf, Kopfseiten und 
Kinn dunkel braunschwarz, die Federn des Hinterhalses und 
der Halsseiten ebenso , aber in der Mitte grün , und mit 
langem, schmalen, hochorangen Schaftstriche auf der Endhälfte. 
Die Federn der Kehle sind in der Mitte ebenfalls grün , aber 
mit einigen rothen untermischt. Auf Kropf und Brust wird das 
Grün der Federmitte deutlicher, die orangen Schaftstriche breiter, 
dagegen sind diese auf dem Bauche, den unteren Seiten und Af- 
ter wieder schmäler und deutlich gelb. Einige Federn an den 
Brustseiten und die mittleren und grossen unteren Flügeldecken 
scharlachroth, letztere mit schwarzen Enden. Die kleinen Deck- 
federn unterseits längs Handgelenk grün. Die Schwingen an 
Aussenfahne dunkel grasgrün , an Innenfahne mattschwarz , und 
die der l^en Ordnung auf Innenfahne hinter der Basis *mit 
länglichem, gelben Flecke, der sich nur bis zur Mitte der Fahne 
erstreckt und auf den letzten Schwingen l/^e^ Ordnung viel 
kleiner wird. Schwanzfedern schön dunkel grasgrün, etwas oli- 
vengrün verwaschen , auf Basishälfte der Innenfahne dunkel schar- 
lachroth, ebenso unterseits, aber glänzend und mit einem breiten 
glänzend olivengelben Ende. Wachshaut, Augenkreis, Füsse und 

48 



754 DOMICELLÄ SCINTILLATA. 

Krallen schwarz , Schnabel ebenso , aber am Endtheile mehr 
hornfahl. Iris goldgelb (Hombron). 
cT (Äru-Inseln) Type zu Chalcopsitta rubrifrons im Britisch- 
Museum , ähnelt sonst ganz dem vorhergehenden , aber das 
Roth am Kopfe noch weiter ausgedehnt, d. h. Zügel und fast 
der ganze Oberkopf roth ; am Vorderhalse und Halsseiten ein- 
zelne rothe Federn. 
Ebenso aller Vögel aus Neu-Guinea im Museum Heineanum und 

Bremer Museum. 
Junger Vogel (Neu-Guinea, Lobobai, S. Müller) Type von Ps. scin- 
tillatus, Temminck im Leidener Museum. Im Allgemeinen 
wie das alte ^ , aber das Roth am Kopfe fehlt, dieser ist 
dunkel purpurrothbraun ; ebenso die Federn des Hinterhalses 
und auf Kinn, diese aber in der Mitte grünlich und mit 
schmalen feurigorangen Schaftflecken am Ende . die auf Kropf 
und Brust blässer werden ; auf Bauch und Bauchseiten die gel- 
ben Schaflstriche mehr verwaschen. Schnabel braunschwarz, 
c? im Uebergange (Aru-Inseln) Bremer Museum. W^ie der jüngere 
Vogel, aber der ganze Kopf braunschwarz mit einzelnen, her- 
vorspriessenden , rolhen Federn an Zügeln und Stirn. 
Dieser schöne Papagei, welcher wegen der Verschiedenheit des 
Kleides zu mancherlei Verwirrungen Anlass gegeben hat, wird zuerst 
von Latham unter dem nicht wohl anzunehmenden Namen Ps. ba- 
tavensis, nach einem Exemplare bei Lady Impey, sehr kenntlich 
beschrieben. 

Wagler bezieht irriger Weise diese Beschreibung auf den ganz ver- 
schiedenen Pionias rhodops, Gray. Erst viel später beschreibt 
Temminck in seinem Ps. scintillatus den jüngeren Vogel (oder $) 
als alles ^ , eine Angabe die jedenfalls irrlhümlich ist und worüber 
das einzige von Dr. S. Müller und Dr. Macklot an der Westküste 
Neu-Guineas erbeutete Exemplar leider keinen Aufschluss giebt, denn 
ihm fehlt die Geschlechtsangabe. Nachdem erst durch Wallace alle 
Vögel eingesandt wurden, war es sehr verzeihlich, wenn sie G. R. 
Gray, im Hinblick auf die grossen Verschiedenheit mit der Abbildung 
in den PI. col. (Ii69) als neue Art beschrieb. Die Untersuchung 



DOMICELLA ATRA. 753 

der Typen im Britisch-Museum , sowie der Exemplare in Wallace's 
Sammlung hat mich jedoch vollständig überzeugt, dass hier nur eine 
Art in verschiedenen Kleidern vorliegt, denn auch die von Gray an- 
gegebenen Unterschiede »die Schwanzfedern bei rubrifrons abge- 
rundet, bei scintillata zugespitzt" sind keineswegs stichhaltig. 

üebrigens wurden ^ und % schon von Hombron und Jacquinot auf 
den Arn Inseln erlegt , aber das ^ mit rothem Vorderkopfe nur für 
eine Varietät gehalten. Aus den Mittheilungen dieser Forscher ist 
jedoch ersichtlich , dass beide Geschlechter im vollkommenen Kleide 
nicht verschieden sind, denn das $ wird ebenfalls mit rother Stirn 
beschrieben. 

Bis jetzt nur von der Süd-VTestküste Neu-Guineas (S. Müller) und 
den Aru Inseln (Wallace) bekannt. Hier nach VTallace sehr selten, 
aber bei den Eingebornen beliebt und häufig im Käfig gehalten. 

Von Bosenberg giebt die richtigen Localitäten an , führt aber die 
Art in seiner Liste über die Vögel Neu-Guineas zweimal auf. 

(501.) 6. l^oinlcella aira, (Scop.). — Tier schivarze Breit' 
schwanzlori, 

Psittacus ater, Scop., Delec. Flor, et Faun. Insubr. t786. — Le 
lori de la nouvelle Guinee, Sonn., voy. ä la Nouv. Guinee (1776) 
p. 175. pl. 110 (fig. accur.). — Black Lory, Latham , Syn. I. 
p. 221. — id., Gen. Hist. II (1822) p. 139. — Psittacus 
novae Guineae, Gml., S. N. (1788) p. 319. — Lath., Ind. 
Orn. p. 91. — Bechst., Kurze Ueb. p. 71. — Vieillot, Nouv. 
Dict. p. 336. — id., Enc. Meth. p. 1579. — Kühl, Consp. 
p. 42. — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 735. — Platycer- 
GUS novae Guineae, Wagler, Mon. p. 534. — Lorius 
novae Guinea, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 132. — Müller 
et Schlegel, Verhandl. p. 107. — Chalcopsitta novae gui- 
neae, Bp., Consp. av. (1850) p. 3. — id., Bev. et Mag. Zool. 
1854. — id., Naum. 1856. — Platycercus ater, G. B. 
Gray, Gen. of B. IL N°. 25. — id., Chalcopsitta novae 
Guinea et atra, Proceed. Z. S. (1861) p. 436. — id., Eos 
ater, List Psitt. (1859) p. 53. — Chalcopsitta Bern» 



706 DOailCELLA ATRA. 

steini, Rosenb., Journ. f. Orn. (1861) p. 46. — Chalcopsilta 
ater, Wall., Proc. Z. S. (1864) p. 289. — Eos atra, Schleg., 
Dierent. (1864) p. 68. — id., Lorius ater, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 129. — LeLori noir, Lev., Perr. t. 49 (fig. bon.). 

Diagnosis: Glänzend schwarz, unter gewissem Lichte in's Purpur- 
braune schillernd ; Bürzel und obere Schwanzdecken schwarz- 
blau, die unteren Schwanzdecken nur etwas blau verwaschen; 
Schwanz unterseits glänzend roth mit breitem gelben Ende. 
Nitide atra , lumine quodam purpureo-fusco-micans ; uropygio 
et tectricibus caudae superioribus distincte, inferioribus obsole- 
tissime nigro-cyaneis ; apice caudae subtus rubrae late flavo. 

Neu-Guinea (Westküste, S. Müller) Leidener Museum. Purpur- 
schwarz , unter gewissem Lichte purpurviolettbraun scheinend , 
aber die lancettförmigen , zugespitzten Kopf- und Halsfedern tief 
schwarz, auf Mantel und Flügeldecken fast in's Sammtschwarze 
ziehend. Die Basis aller Federn purpurröthlichbräunlich ; auf 
Kropf und Brust mit so gefärbten ganz verloschenen Endsäumen; 
auf dem Oberrücken der äusserste Federsaum matt graubräun- 
lich. Bürzel und obere Schwanzdecken tief cyanblau , die un- 
teren ebenso, aber mehr grauschwärzlich verwaschen, Schwanz- 
federn aschbräunlichgrau , unter gewissem Lichte schwach bläu- 
lich, an Basis purpurviolett, unterseits bis '/g vor die Basis 
glänzend dunkelscharlach , das Enddrittel glänzend düster gelb. 
Schwingen an Innen- und Aussenfahne düster braunschwarz , un- 
terseits ebenso, aberglänzend. Die kleinen unteren Flügeldecken 
scheinen unter gewissem Lichte in's Blaue. Schnabel , Wachs- 
haut, die nackte Hauteinfassung des ünterschnabeis, Füsse und 
Krallen schwarz. 

Ebenso ein ^ (Neu-Guinea) im Bremer Museum, aber das Blau auf 
den oberen Schwanzdecken fast schwarz, auf den unteren nur 
an den Enden undeutlich bemerkbar ; die Schwanzfedern sind 
düster röthlichviolett, am Ende fahlbraun. 

Ebenso ein alter Vogel (Neu-Guinea) im Museum Heine. 

Ganz ebenso ein </ (s. n. ater) im Brltisch-Museum ; zeigt die Tibia 
etwas purpurrölhlich. 



ßOMICELLA ATRA. 757 

Exemplare von Mysol (Wallace) im Britisch-Museum (s. n. Ch. 

Bernstein i) nicht im mindesten verschieden. 
Ein (/ von Mysol (Collection Wallace) zeichnet sich dadurch aus, 
dass die Federn der Unterseite, namentlich auf Kropf und Brust, 
an der Basishälfte einen rosabrjiunlichen Anflug haben und dass 
die Federn um die Tibia und am Handrande deutlich purpur- 
roth sind , ebenso die Stirn- und Zügelfedern an Basis. 
Varietät im Leidener Museum: auf der Oberseite mit einzelnen rothen, 
auf der Unterseite mit zerstreuten gelben Federn. 
Müller und Wallace fanden die Art nur in Neu-Guinea (Nord- und 
Westküste) und auf Mysol , von Rosenberg auch auf Salawatti. Diese 
3 Localitäten sind bis jetzt als die einzig sicheren zu betrachten. Im 
Cataloge des Leidener Museums wird auch ein Exemplar von Waigiu 
angeführt. Es wurde durch Herrn Moens, der selbst nie auf dieser 
Insel war, durch Kauf erworben und somit dürfte die Angabe eine 
irrthümliche sein. Weder Wallace noch Bernstein fanden die Art 
auf Waigiu. Indess wäre es immerhin möglieh , dass der kleine , 
schwarze Kakatu den Quoy et Gaimard (voy. l'üranie, Zool. p. 30) 
auf Rawak fliegen sahen, mit D. atra Beziehung hat. 

Wie unzuverlässig von Rosenberg in seinen Vaterlandsangaben 
ist, ersieht man am besten bei dieser Species. 

Nachdem er 1861 (Gab. Journ.) seine neue Chalcopsitta 
Bernsteini von Mysol beschrieben hatte, ignorirt er diese neue 
Species, die eben nichts als D. atra ist, in seinem späteren Aufsatze 
»die Vertheilung der Psittaciden etc." vollständig und führt nur 
Chalcopsitta Novae Guineae von Mysol an. In dem Berichte 
seiner Reise nach Waigiu (Natuurk. Tijdschr. v. Nederl. Indie, deel 
XXV) erlegt er diese Art auf Salawatti mit eigener Hand, er- 
wähnt aber in seiner letzten Arbeit (Beiträge zur Ornith. v. Neu- 
Guinea. J. f. Orn. 1864) diese Localität keineswegs, sondern sagt 
nur »auf Mysol." 

Uebrigens erfahren w^ier hier zuerst, dass die Art auf Mysol ziem- 
lich häufig ist, in kleinen Truppen bis in die Nähe menschlicher 
Wohnungen umherstreift und öfters gefangen wird , wesshalb der 
Vogel auf Amboina nicht selten lebend zu acquiriren ist. 



758 DOMICELLA STAVORINI. 

f (?) (502.) 7. ©oimicella ^tavorini, (Lesson). — Stavoriiis 
Breitschwanzlori. 

Lori de StaTorflnus, Lesson. — id., Psittacus Stavorini, 
Desm. Dict. Sei. Nat. t. XXXIX. p. 60. — id., voy. Coq. 
(1826) p. 355 et 628. — Eclectus Stavorini, Wallace, 
Proc. (1864) p. 286. 

Synonymie falsch! 
Eclectus paragua, Gray, Gen. of B. II. N". 5. — Sta vo- 
rinus paraguanus, Bp., Consp. av. (1850) p. 4. — Eclec- 
tus paraguanus, Gray, List Psitt. (1859) p. 67. 
Diagnosis : Schwarz ; Unterleib roth. 

Ater , abdomine rubro. 
(Nach Lesson). Das ganze Gefieder glänzend schwarz, ausgenommen 
den Unterleib , der bis an die Brust lebhaft roth ist. Grösse 
von D. lori. 
Das einzig bekannte Exemplar wurde von Lesson auf Waigiu von 
einem Papu gekauft und ging später beim Schiffbruch der Coquille 
am Kap mit verloren. Ausser der obigen kurzen Notiz Lesson's be- 
sitzen wir keine andere Nachricht über den seltenen Vogel , nicht 
einmal bezüglich des Vaterlandes haben wir Sicherheit. Ob er daher 
eine Varietät oder wirkliche Species ist, bleibt vorläufig unentschieden. 
Waller vereinigt diese Art zuerst irrthümlich mit dem Psittacus 
parat^uanus, Marcgr. Letzterer hat jedoch den Ober- und Mittelrücken 
ebenfalls scharlachroth , was von Lesson nicht erwähnt wird und soll 
so gross als Eclectus grandis sein, während Lesson's Stavorini 
im Habitus ganz D. lori, Linne ähnelt. Ich kann daher beide Ar- 
ten keineswegs für identisch betrachten, und muss den Ps. paragu- 
anus, der nur auf Marcgrave's Beschreibung beruht, unter die frag- 
lichen Arten (siehe Anhang dubiöse Arten) verweisen, obschon der 
Ps. Stavorini, Lesson nicht weniger dubiös für mich bleibt. 

Von Rosenberg führt in Cabanis J. f. Orn. (1862) und a. 0. diese 
Art s. n. Psittacodis Stavorini von Waigiu an. Diese Angabe 
beruht aber ebenfalls nur auf Lesson, und ist daher ohne jeden Werth. 
Auch Wallace erwähnt die Art , als möglicher Weise von Jobie oder 
Neu-Guinea herstammend, hat sie aber selbst niemals angetroffen. 



D10MICELLA STAVORINI. 



759 



!« 



b: 5 « » s 



W 



(Ä 


OS 


o 


CR 


05 


e» 


(^^ 05_ 


cn 


c» 


OT 


c» 


°l 


*t. 


If^ 


It^ 


*! 


M_ if^ 


*t. 


*1 


It^ 


*t. 


CO^ 


CC_ 


*t. 


o 


oo_ 


1— 1 


cn 


1— ' 
1—' 


cn 


l-< t^ 


CO_ 


05_ 


W^ 


«» 


Cn 


o 


-a 


o 


CH 


1— 1 
1—' 


to 


M_ 


05_ 


w 




(—1 
o 


1— 


5 




5 




5 
















; 




:; 




; 










:: 


:; 




Ol 


*L 


ül 


*t. 


If^ 


tu 


tf^ It' #^ 


*t- 


•^t. 


w_ 


*1 


*! 


to^ 


to^ 


*o 


DO 


to^ to^ 


to 


to 


CO 


to 


to 


to 


»0 






h- 1 If!. I— ' I— ' 






O5if>.o3oso50o_oi050o«oiek|f».oi &'5' 





OS 




CO t* 00 




i« 


w 


CO 


M 


M 


l-" 


1— to to 1— ' 


t-' 




P?> 


























































! 1 1 


to 


1 


ft^ CD W 


1 


HJ 


c^ 1 1 


CO 


1 


1 


•-5 


•-' 1 to CD 


CO 








:; 




^ ^ ^ 




O 




^ 






^ 


' o ' :: = 


^ 




" 




- - - 




- 












= - "" 


^ 




• ?■" 


t-i «3 h- 


1— 1 


h- ' 


h- 1 -J to 


1— 1 


CD 


t-" CD CO 


CO 


-^ 


OS Ol 


C5 


0> Ol cn d tC« 


1^ 






f— :: o 


o 


o 


o i " 


o 


:; 


o c:-^ 


c 


::; 


■^--^ 


::; 


C C C C "* 






M 


^ "^^z" 


^ 


^ 


i -to 


^ 


■^ 


c "-N> 


*" 


- 1 


^b5 


"^ 


1 - - - -^ 






}->• 


"• tJ 


'^ 


■*- 


-* ^ 


•^ 




^ c 




1 


^ 




1 = 






Co 
































-- 




























p 


w l-> 


1— 


1— ' 


l-J O (-' 


t-J 


CO 


>-J M CO 


h- ' 


if^ 


C7I 


t?t 


OS lS>- ÜT CJl If». 


l£^ 






l-J M 


t-J 


1— • 


o ^ o 


o 


^ 


>-' O-^ 


H-J 


____^ 


^ 


^ 


^ P-* '^ ^ -, 




bd 


|i^ -= 


~ 


c 


CM :: 


:; 


~" 




:: 


r= 


^1 


^ 


1 ^-. 


'^ 




























































P ES 






























ö p- 


CO tD 






CO 00 h-i 




00 


CD CD H-l 


CO 




--3 -^ 


o 




OS 












:: :: o 






:: ; O 
















H 


























1 tW b<: 






^ "^ c 




^ 


*- *- ^ 


** 




■^ ** 


"* 


1 bs ■~u> - - 


•» 




p 




















































































- 






p 


1— 1 1— ' 






h-» 




^ 


h- 1 t— 1 1— ' 


1— I 




-3 05 


*3 


OS "»^ OS OS ">^ OS 


OS 




i=i CO 


to llO 






h-" 




o 


1— 1 l-" to 


1—1 




^^^ 


^, 


■^ ^ C: ^ ^ ^ 




N 




1 


1 


1 = 1 


I 


^ 


C ^-T* -^ 


„"* 


1 1 


-M 


■~i 


j -^ -.*.«. ^ 


^ 


O 


1 ~ ~ 


1 


1 


1 - 1 


1 




-»*__ ~ 


w^ 


1 1 


~ 




= 






CD S 








*>. 






VI 


<:ji 




OS 




It^ (0 


CO 




Ha 

S B 
5f ct> 








-_;-* 






:: 


~ 












NI 


1 1 1 


1 


1 


r=j 


1 


1 


'\ 1 




1 1 


~| 


1 


1 ~l l^si 







C^Q^S- O^ g-OsOvi Qsi-K) 





CD p 




CD Er: 


II » « « 1 M 



3 



QsS- §-«>o^ 



5* 


3 "^ 




c 


CD 




CD 


CD 


3 
B 
O 


2. * 
5. S-' 


B 

CD 
>1 


s 


m 

a 
n 


CD 

c 
3 


3 

CD 


CD 

3 

CD 

B 

CD 

B 


*i 




c 


CO 


m 


W 

CD 


G 


o 


s.- ^ 


CD 

B 

s 


3 

CD « 


a 

CD 

c 


3 
CD 


CD 

c 
5 




CD CD 












cl 


s 


P" c 












CD 


äs 















H H 



3 e 
3 S 



2. » » 



— P_» 3 



g w w w 
B 2 2. 3 



E- ö: 



3 S CD E 



C 5 



w a 



« g- » B = 



3- " 



S 3 



2. i 



W t-i B 

»^ 5 i£ 

" 5! 2 

3 » g 

CD 3 B 



B g 



S 



760 DOMICELLA SOLITARIA. 

Diagnostischer Schlüssel zu Domicella. 
II. Rothe Arten; mit grünen Flügeln und Deckfedern. 

(Lorius, auct., Domicella, Wagler). 

8. solitaria, Lathatn. Roth; Oberseite grün; Nacken hellgrün; Oberkopf und 

Bauch violett. 

9. atricapilla, Wagl. Hinterkopf violett; gelbes Brustschild; Schwanz Scharlach. 

10. chlorocerca, Gould. An den Halsseiten ein schwarzer Fleck; Schwanzend- 

bälfte grün; gelbes Brustschild. 

11. hypoinochroa, Gr. Aehnlich D. lori, aber Schwanzendhälfte grün. 

12. lori, Linne. Schwanzendhälfte blau; Nackenhalsband und untere 

Flügeldecken roth. 
"~13. cyanäuchen, Müll. "Wie lori, aber Nackenband und untere Flügeidecken 

blau. 
^14. garrula, Linne. Mantelfleck und Flügelbug hochgelb; ohne Bauchfleck. 

Diese Unterabtheilung enthält die grossen Arten, die von den 
meisten Autoren als Genus Lorius betrachtet werden. 

Dass die kleine D. solitaria eng mit diesen grossen Arten 
verbunden werden muss, ist eine Thatsache , von welcher sich Je- 
der überzeugen wird, der sich die Mühe nimmt eine genaue Ver- 
gleichung anzustellen. Nach Bonaparte'schen Eintheilungsprincipien, 
die doch so viele Anhänger fanden, verdiente diese Art eigentlich 
generische Sonderstellung, schon wegen den sehr verlängerten Fe- 
dern des Hinterhalses. 

Die Arten dieser ünterabtheilung gehören Neu-Guinea und den 
benachbarten Inseln an; nur D. solitaria bewohnt die Fidschi- 
Inseln. Nach Lesson käme D. lori von Neu-Guinea auch auf 
Neu-Irland vor. 

(303.) 8. Domicella solitaria, (Latham). — Der violett- 
köpfige Breüscfmanzlori. 

Psittacus solitarius, Latham, Ind. Orn. Suppl. II (1802) 
p. XXIII. N°. 12. — id., Solitary Parrot , Syn. Suppl. L 
p. 65. — id., Gen. Hist. II (1822) p. 190. — Psittacus 
Vaillanli, Shaw, Nat. Mise. (1809) pl. 909. — id., Ps. 
coccineus, Gen. Zool. VIII (1811) p. 472. — Vieill., Nouv. 
Dict. XXV. p. 555. ~ id., Enc. Meth. p. 1391. — Ps. Phigy, 



DOMICELLA SOLITARIA. 761 

Bechst., Kurze Ueb. (1812) p. 81. pl. 9. fig. 2. — Voigt, Cuv., 
Uebers. (1831) p. 748. — Kühl, Consp. p. 69. — id., Ps. so- 
litarius, p. 101. — Vieill., Nouv. Dict. XXV. p. 377. — id., 
Enc. Meth. p. 1403. — Brotogeris? Phigy, Sleph., Gen. 
Zool. XIV. p. 133. — Lorius phigy, Lesson , Tr. d'Orn. 
p. 193. — Brotogeris coccineus, Sws., Class. of B. II. 
p. 303. — Coriphilus solitarius, Wagl., Mon. p. 565. — 
Trichoglossus coccineus, Peale , Unit. St. Ei'pl. Exp. 
1848. — Hartlaub, Wiegm. Arch. (1852) p. 106. — Cori- 
philus solitarius, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 4. — 
Cassin, Unit. St. Exp. Expl. (1858) p. 240. — Bp., Rev. et 
Mag. Z. 1854. — id., Naumannia. 1856. — 6. R. Gray, List 
Psitt. (1859) p. 58. — id., B. Trop. Isl. (1859) p. 32. — Lo- 
rius solitarius, Schlegel, Dierentuin (1864) p. 68. — id., 
Nanodes solitarius, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 116. — 
Lorius solitarius, Finsch et Hartl. , Ornith. Centr. Polyn. 
(1867) p. 23. sp. 8. — Le Perroquet Phigy, Levaillant, Perr. 
t. 64 (fig. bon.). 

Diagnosis : Grasgrün ; Nacken und Halsseiten hellgrün ; Hinterhals , 
Backen und Unterseite tief scharlachroth ; Oberkopf, Schenkel 
und Bauch schwarzviolett. 

Prasina , cervice cum colli lateribus laete-viridis ; pileo , femo- 
ribus abdomineque nigro-violaceis. 

Fidschi-Inseln (durch Frank) im Bremer Museum. Ad. Oberseite, 
Flügel und Schwanz dunkelgrasgrün, der Rücken etwas oliveno^rün 
verwaschen. Schwingen an Innenfahne mattschwarz, unterseits 
mehr grauschwarz. Erste Schwinge einfarbig schwarz. Schwanz- 
federn unterseits schwärzlicholivengelb schillernd, an Basis der 
Innenfahne schwärzlich mit verwaschenem, länglichen, röthlich- 
gelben Flecke, auf der Mitte der Innenfahne ein eben solcher, 
kleinerer, runder. Mittelste 2 Schwanzfedern an Innenfahne mit 
einem gelben Randflecke. Bürzel und untere Schwanzdecken 
schöner und heller grün als der Rücken. Federn des Nackens 
prachtvoll hellgrasgrün , ebenso die Basishälfte der Federn des 
Hinterhalses, deren Endhälfte prachtvoll purpurscharlachrolh , 



762 DOMICELLA SOLITARIA. 

wodurch ein schmales rothes Band um den Hinterhals entsteht. 
Ebenso schön roth sind die Kopfseiten und die übrigen unteren 
Theile nebst den kleinen unteren Flügeldecken. Die Basis der 
Brust- und Bauchfedern grau, mit einer verwaschenen, gelben 
Querlinie. Bauch, After, Schenkel und Schenkelseiten dunkel 
schwarzviolett, ebenso der Vorder- und Oberkopf , am Hinterkopfe 
fast schwarz, die Basis dieser Federn grün. Schnabel horn- 
orangefarben ; Füsse bräunlich , Krallen schwarz. Iris und Beine 
rothgelb (GräfFe). 

Ebenso ein Exemplar (Fidschi) im Leidener Museum. 

Ein prachtvolles ^ von Ovalou im Bremer Museum, hat die Nacken- 
federn 20'" lang und zeigt den Schwanz ein wenig ausgeschnit- 
ten, indem die 2 mittelsten Federn etwas verkürzt sind. 

Ein altes ^ (Viti-Levu) im Britisch-Museum. Im Allgemeinen wie 
das vorhergehende, aber das dunkle Violett der unteren Theile 
bedeckt auch die Seiten des Hinterrückens , so dass längs dem 
Bürzel nur ein schmaler grüner Streifen bleibt. 

Ebenso ein alter Vogel von Viti-Levu (Dr. Gräffe) bei Herrn Go- 
defiroy in Hamburg , hat die verlängerten Federn des Hinterkopfes 
deutlich schwarz: die sehr verlängerten, 17'" langen Federn 
des Hinterhalses bedecken den ganzen Mantel, so dass dieser 
roth erscheint ; das dunkelblaue Violett der Bürzelseiten ver- 
einigt sich beinah , so dass nur ein ganz schmaler grüner Bür- 
zelstreif bleibt; die 2 mittelsten Schwanzfedern auf der Mitte 
der Aussenfahne jederseits mit grossem orangegelben Flecke, die 
übrigen Schwanzfedern an Basishälfte der Innenfahne mit läng- 
lichem rothen Flecke ; Schnabel orangeröthlich an Basis gelb ; 
Füsse hornorangegelblich ; Nägel schwarz. 

% (oder jüngerer Vogel?) von Viti-Levu im Britisch-Museum. Sonst 
wie das ^ , aber: der Oberkopf mehr indigoblau, am Hinterkopfe 
dunkelgrün , mit einzelnen schwarzen Federspitzen ; die lan- 
gen zerschlissenen Federn der Halsseiten spriessen erst hervor. 
Sechs Exemplare, sammtlich von Viti-Levu, die ich unter den 

Vorräthen bei Herrn Godeffroy untersuchen konnte, zeigten keinerlei 

Verschiedenheiten. 



DOMICELLA ATRICAPILLA. 765 

Nach Peale beide Geschlechter nicht verschieden, die $$ nur 
etwas kleiner. 

Durch die Godeifroy'schen Expeditionen nach der Südsee gelangte 
dieser seltene Papagei in viele Museen, Seine ausschliessende 
Heimath sind die Fidschi-Inseln v»o er von Peale und GräfFe einge- 
sammelt wurde. Bis jetzt nur auf Viti-Levu und Ovalou nachge- 
wiesen. Lesson's Angabe »Gesellschafts-lnseln" beruht daher je- 
denfalls auf einem Irrthume, ebenso wenn Gray noch »Tongatabu 
und Molucken" als Fundorte nennt. 

Ueber die Lebensweise fehlen alle Nachrichten. 

Die generische Stellung dieses seltsamen Papageis haben schon 
Lesson und Schlegel sehr richtig erkannt, indem sie ihn zu den 
Loris brachten, wohin er entschieden gehört. Im Cataloge des 
Leidener Museum trifft Professor Schlegel aber eine andere Anord- 
nung und stellt die Art mit in sein Genus Nanodes. 

So sehr man auch aus geographischen Gründen eine nähere Ver- 
wandtschaft mit den anderen heimatlichen Arten voraussetzen dürfte, 
so wenig bestättigt sich dieselbe bei näherer Untersuchung. Vielmehr 
gelangt man bald zu der Ueberzeugung , dass D. solitaria eng 
mit den grossen Loris der Molucken verbunden werden muss und 
mit in die Untergruppe von D. atricapilla gehört. Nicht allein, 
dass die Farbenvertheilung deutlich dafür spricht, auch der wenig 
abgerundete Schwanz und die zwar verschmälert spitzzulaufenden , 
aber am Ende nicht so plötzlich eingeengten Schwingen beweisen 
dies, ebenso wie die sehr verlängerten, weitstrahligen Hinterhals- 
und Nackenfedern, Diese Federstructur ist zwar ganz besonders 
bei D. solitaria ausgebildet, da hier die Halsfedern eine Länge 
von l" — 1"8"' erreichen, findet sich in ähnlicher Weise auch bei 
D. atricapilla und garrula, nicht aber bei den kleinen Arten 
der Südsee (fringillacea, Kuhli etc.), die sich dagegen durch die 
langen, schmalen Federn des Oberkopfes auszeichnen. 

(304.) 9. Domicella atricapilla. Wagler. — Der scimarzköpßge 

Breüschivanzlori. 

Domicella atricapilla, Wagl., Mon. (1852) p. 367. — Edw., 
ß. IV. (17SI) pl. 171 (fig, opt.). ~ Lorius orienlalis in- 



764 DOMICELLA ATRICAPILLl. 

dicus, Brisson, Orn. IV (1760) p. 222. pl. XXIV. fig. 1. — 
PI. enl. 199 (fig. bon.). — Psittacus domicella, Linne , 
S. N. (1767) p. 145. — Purple capped Lory, Latham, Syn. 
I. p. 271. — id.. Gen. Hist. II. p. 225. — Psittacus 
domicella, Gmelin , S. N. p. 334. — Latham, Ind. Orn. 
p. 114. — Bechstein , Kurze üeb. p. 92. — Kühl, Consp. 
p. 40. — Voigt, Cuv., üebers. (1831) p. 744. — Vieill., Enc. 
Meth. p. 1377. — Hahn, Orn. Atlas. Pap. (1834) t. 42. — 
Lorius domicella, Vig., Zool. Journ. II. p. 400. — Jard. et 
Selb., Nat. Libr. VI. p. 146. t. 18. — Thienemann, Fortpflg. 
d. ges. Vög. p. 76. — G. R. Gray , Gen. of B. II. N°. 1. — 
id., List Psitt. (1859) p. 49. — Bp., Rev. et Mag. Z. 1854. — 
id., Naum. 1856. — 0. Finsch, Nederl. Tijdschr. v. Dierk., 
Berigten (1863) p. XVIII. — Wallace, Proc. Z. S. (1864) 
p. 288. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 120. — Le 
Perroquet Lori ä collier jaune, Levaill., Perr. t. 95 (fig. bon,). 

Var. ohne gelbes Brustschild. 
PI. enl. 84. — Levaillant, t. 95 bis. — Lorius domicella, 
Lesson, Tr. d'Orn. p. 192. 

Unrichtige Beschreibung. 
Lorius torquatus indicus, Brisson, Orn. IV. p. 230. — 
Albin. I. p. 12. fig. 13. — Purple capped Lory, var. A. blue 
capped Lory, Latham, Syn. I. p. 271. — id., Gen. Hist. II. 
p. 226. — Psittacus domicella, var. ß, Lath., Ind. Orn. 
p. 114. — Ps. domicella, var. ß. Ps. pileo-coeruleo , 
Gmelin , S. N. p. 534. 

Var. scharlachroth ; Kehlstreif und Flügel gelb. 
Psittacus raja, Shaw, Gen. Zool. VIIL p. 537. pl. 82. — 
Ps. radhea, Vieill., Nouv. Biet. XXV. p. 337. — id., Enc. 
Meth. p. 1380. — Ps! rex, Bechstein, Kurze Ueb. p. 92. — 
Rajah Lory, Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 226. — Ps. do- 
micella, Brehm, Mon. d. Pap. (1855) t. 67 (nach Lev). — 
Le Perroquet Lori Radhia, Levaill., Perr. t. 94. 
Luri oder Ninrie auf Amboina (Rosenberg). ~ Kala-Sira-Lori , 
bengalisch (Blyth). 



DOMICELLA ATRICAPILLA. 765 

Diagnosis : Karminrolh ; Oberkopf schwarz , am Hinterkopfe in's 
Violette; untere Flügeldecken und Tibia blau; Brustschild gelb; 
Schwanz scharlachroth. 

Kermesina ; pileo nigro , tectricibus alarum inferioribus braccis- 
que cyaneis ; seuto pectorali flava ; cauda punicea. 

Ceram (Leidener Museum), c? ad. Flügel dunkelgrasgrün, auf den 
Schultern olivengelbbräunlich verwaschen. Die Schwingen l^^r 
Ordnung auf Innenfahne schwefelgelb nur am Spitzendriltel 
schwarz, die der 2ten Ordnung auf der ganzen Innenfahne 
gelb, nur die zwei letzten Schwingen grün. Flügelbug blau, 
jede Feder mit weisslichem Endsaume, die kleinen Deckfedern 
unterseits, nebst Befiederung der Tibia ebenfalls schön cyan- 
blau. Ein breites Schild auf dem Kröpfe , welches sich zuwei- 
len bis zur Brust herabzieht, schön hochgelb. Stirn und Schei- 
tel tief schwarz, gegen den Hinterkopf zu dunkelviolett. Alle 
übrigen Theile dunkel carminroth, auf dem Mantel lebhafter. 
Schwanz ebenso gefärbt, nur ein breiter Endrand dunkel pur- 
purbraun. Schnabel hornorange. Füsse grauschwarz. Krallen 
schwarz. Iris braun, nächst der Pupille ein schmaler gelber 
Ring (Amst. Zool. Garten). 

§ von Ceram (Leidener Museum) ganz wie das ^. 

cT von Ceram (Wallace) im Bremer Museum hat nur ein ganz schma- 
les gelbes Brustschild , auf den Schwingen 2ter Ordnung fast 
gar kein Gelb und die mittelsten Schwanzfedern haben ver- 
waschene, grünliche Endspitzen. 

Jüngerer Vogel von Waigiu im Britisch-Museum. Die rothe Färbung 
im Allgemeinen viel düsterer, die Federn des Oberrückens an 
Basishälfte grün ; das gelbe Brustschild fehlt ganz , nur die Basis 
dieser Federn gelb. 

Ein Exemplar in der Collection Kirchhoff's ist ganz ohne gelbes 
Brustschild und hat einzelne kirschrothe obere Flügeldecken. 

Varietät (Ps. raja, Shaw) Leidener Museum. Ganz scharlachroth, 
Kopf und Schwanzende blasser ; ein Kehlstreif dunkelgelb ; 
Flügel und Schwingen nebst Befiederung der Tibia hell schwe- 
felgelb. 



766 DOMICELLA ATRICAPILLA. 

Eine Varietät im Wiener Museum (von Pelzeln, Verhandl. der Zool. 

bot. Gesell. 1865. p. 923) zeigt an den violetten Nackenfedern 

gelbweissliche Enden, so dass diese Federn sehr verblichen 

erscheinen, die Oberflügeldecken haben mattgelbe Endflecke. 

Wahrscheinlich ist die Varietät im Leidener Museum der Type zu 

der Abbildung Levaillant's (t. 94) , wenigstens nennt er die Tem- 

minck'sche Sammlung. 

Diese Art, v\'elche noch am häufigsten unter allen Loris lebend 
zu uns gelangt , lässt sich mit keiner anderen verwechseln , selbst 
wenn, wie es zuweilen vorkommt, das gelbe Brustschild fehlt. 

Nach Wallace's neuesten Angaben findet sich D. atricapilla 
nur auf Ceram und Amboina. Indess führt G. R. Gray in der Vö- 
gelliste (Proceed. 1861. p, 436) diese Art auch von Waigiu und 
Mysol an, und zwar mit der ausdrücklichen Anmerkung »dort von 
Wallace gesammelt." Ich selbst sah im britischen Museum ein 
Exemplar von Waigiu , und Dr. Bernstein sammelte die Art hier 
ebenfalls. Nach Lesson käme sie auch auf Neu-Guinea vor, was 
indess noch näher erwiesen werden muss. Gänzlich falsch ist es 
aber, wenn sie in »Narrative of the Exped. of an Amer. Squad. to 
the China seas etc. under Comod. M. C. Perry (Zool. IV. 1856) als 
häufig in den Waldungen um Singapore" angeführt wird. 

Ueber die Lebensweise ist nichts bekannt. Das Ei beschreibt 
Thienemann. Es war in der Gefangenschaft gelegt worden, fast 
ganz gleichhälftig, 1" l'/a" lang» H^/^'" breit und zeigte Papa- 
geienkorn und Poren sehr entwickelt. 

Durch Herrn von Martens erfahre ich , dass diese Art die begab- 
teste des ganzen Geschlechts ist und in Ost-Indien als beliebter Stu- 
benvogel gilt. Die Loris von Ceram sind daher sehr gesucht. 
Schon der alte Valentijn rühmt das sanfte Naturell dieser Art. 
Von Martens bestättigt diese Angabe. Während seiner Anwesenheit 
zu Amboina konnte er einen solchen Lori öfters beobachten, und 
bemerkte, dass er auch Anlagen zum Nachsprechen zeigte. So 
sprach der Vogel das Wort Wahaai ') ziemlich verständlich aus. 



1) Ort an der Norrlkiiste von Ceram. 



DOMICELLA ClILOROCERCA. 767 

(305.) 40. Domicella chlorocerca, (Gould). — Der Breitschwanz- 
lori mit schwarzem Halsflecke. 

Lorius chlorocercus, Gould, Proc. Z. S. (1856) p. 137. — 
G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 49. — ?Lorius chloro- 
notus (Gouldl), Bp., Naum. 1856. — Lorius chlorocer- 
cus, G. R. Gray, ß. Trop. Isl. p. 31. — Sclat., Proc. Z. S. 
(1867) p. 183. pl. XVL 
Diagnosis : Glänzend carminroth; Oberfcopf schwarz; über den Kropf 
ein gelbes Band , welches jederseits am Halse in einen schwar- 
zen Fleck endet ; Schwanz an Basishälfte roth , an Endhälfte 
grün. 

Nitide kermisina , pileo nigro ; fascia gutturis transversa flava 
in maculam lateris colli utriusque nigram desinente ; dimidio 
caudae basilari rubro apicali viridi. 
San-Cristoval (Salomons-Inseln) Exped. Herald , Type von Gould im 
Britisch-Museum. cT- Glänzend carminroth, der ganze Ober- 
und Hinterkopf tief schwarz, ebenso ein Fleck an Halsseiten 
jederseits unter der Ohrgegend, die beide quer über den Kropf 
durch ein schönes gelbes Band verbunden sind. Schwingen 
und ihre Deckfedern dunkelgrasgrün. Schwingen 1^^^ Ordnung 
nebst den ersten zwei der 2ten Ordnung an Basishälfte der 
Innenfahne tief roth. Obere Flügeldecken grasgrün, etwas in's 
Olivene, der Flügelrand schön hell lilablau. Flügeldecken 
unterseits und um Tibia dunkelblau. Schwanzfedern an Basis- 
hälfte düster kirschroth, an Endhälfte grün, unterseits an End- 
hälfte glänzend olivengelb. Schnabel hornorange , Füsse und 
Krallen schwarz. 
Ich hatte das Vergnügen diese herrliche Art im Britisch-Museum 
untersuchen zu können. Wie es scheint bis jetzt noch in keiner 
anderen Sammlung. Der D. atricapilla besonders durch das gelbe 
Brustschild etwas ähnlich , aber sogleich durch die grüne Schwanz- 
endhälfte und den schwarzen Fleck jederseits an den Halsseiten 
unterschieden. 



768 DOMICELLA HYPOINOCHROA. 

Ausser der oben genannten Localität ist keine andere bekannt. 
Die Salomons-Inseln sind daher vorläufig als ausschliessende Hei- 
math von D. clilorocerca zu betrachten. Jede vreitere Nachricht 
über die seltene Art fehlt. Seit 1867 ziert ein lebendes Pärchen 
den Londoner Zoolog. Garten. 

Bonaparte führt in seiner Papageienliste (Naumannia. 18S6) einen 
Lorius chloronotus, Gould auf, der indess ohne Zweifel auf 
diese Species bezogen werden muss, da Gould unter jenem Namen 
keinen Papagei bekannt machte. 

(306.) 11. Domicella hypoinochroa , (G. R. Gray). — Der grün- 
schivänzige Breitschwanzlori. 

Lorius hypoinochrous, G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 49 
(note). — Fig. 0. 

Diagnosis : Karminroth; Rauch, After und untere Schwanzdecken 
röthlichviolett , Oberkopf schwarz ; untere Flügeldecken roth ; 
Schwanz an Rasishälfte Scharlach, an Endhälfte grün. 
Kermesina, abdomine, crisso caudaeque tectricibus inferioribus 
rubente violaceis , pileo nigro , tectricibus alarum inferioribus 
rubris dimidio caudae basilari rubro, apicali viridi. 

Südöstliche Inseln im Louisiade Archipel (Expedition Rattlesnake). 
Type von Gray im Rritisch-Museum. d". Glänzend carmin- 
roth, quer über den Oberrücken und auf Bauchmitte etwas 
violett scheinend. Bauch, After, Schenkel und untere Schwanz- 
decken röthlichviolett , die unteren Schwanzdecken an Rasis 
düster schwarzgrün. Ganze Ober- und Hinterkopf schwarz. 
Schwingen und Deckfedern dunkelgrgsgrün , auf den Schultern 
mehr olivengelbbräunlich verwaschen. Kleine und mittelste 
Flügeldecken unterseits Scharlach , die grössten schwarz , an 
Basis roth. Schwingen dunkelgrasgrün, die der l'en Ordnung 
an Basishälfte der Innenfahne hochgelb, an Endhälfte schwarz; 
auf den ersten vier Schwingen 2tei* Ordnung in der Mitte der 
Innenfahne nur ein grosser gelber Fleck. Schwanzbasishälfte 
lief scharlachroth , die Endhälfte düster olivengrün, auf der 
Grenze beider Farben etwas violett verwaschen. Schwanz un- 



DOMICELLA LORI. 769 

terseits glänzend olivengelb, an Basis Scharlach. Schnabel 
orangegelb ; Füsse und Krallen schwarz. 

Ebenso wie D. chlorocerca als schöne Vortreterin von D. atri- 
capilla betrachtet werden kann, darf D. hypoinochroa als 
solche von D. lori gelten, der sie am nächsten steht, von welcher 
sie aber die grüne Schwanzendhälfte genügend unterscheidet. 

Es macht mir ganz besondere Freude diese prachtvolle Art hier 
das erstemal ausführlich beschreiben zu können , da Gray dieselbe 
in seinem Cataloge nur ganz kurz erwähnt, und der Vogel Unicum 
des Britisch-Museum ist. 

Macgillivray , der bekannte eifrige Forscher und Begleiter der 
Rattlesnake , entdeckte diese Art auf den südöstlichen Inseln des 
Louisiade-Archipel. 

(307.) 12. Somicella lori, (Linne). — Der blaiischivänzige 
Breitschwanzlori 

Psittacus lory, Linne, S. N. (1767) p. 145. — - Edw., B. IV 
(1731) pl. 170. — Seligmann, Samml. ausl. Vög. VI (1764) 
pl. 65. — PI. enl. 168 (sat. accur.). — Lorius philippen- 
sis, Brisson, Orn. IV (1760) p. 225 (descr. opt.) pl. XXIII. 
2. — First black capped Lory, Lath., Syn. L p. 273. N°. 78.— 
Psittacus lory, Gml., S. N. p. 535. — Latham, Ind. Orn. 
p. 115. ~ Shaw, Nal. Mise. pl. 633. — Bechstein , Kurze 
Ueb. p. 92. — Kühl, Consp. p. 41. — Voigt, Cuv., Uebers. 
(1831) p. 745. — Vieill., Enc. Meth. p. 1380. — Black capped 
Lory, Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 228. — Lorius trico- 
lor, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 132. — Lesson , Tr. d'Orn. 
p. 192. — DomiceUa lory, Wagler, Mon. p. 568. — Lo- 
rius tricolor, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 2. — Bonap., 
Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., Naum. 1856. — Souance, 
Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 225. — G. R. Gray, List Psitt. 
(1859) p. 49. — Wallace, Proc. Z. S. (1864) p. 288. — 
Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 118. — Lorius tri- 
color, G. R. Gray, B. Trop. Isl. p. 31. — Le Perroquet Lori 
a scapulaire bleu, LevailL, Perr. t. 123 et 124. 

49 



770 DOMICELLA LORI, 

Undeutliche Beschreibung ! 
Psittacus Orientalis exquisitus Loeri dictus, Seba, 
Thes. I (1734) t. 37. fig. 4. '— Ära moluccensis varia, 
Brisson, Orn. IV (1760) p. 197. — Grand Perruche ä bandeau 
noir, Buffon , Hist. VI. p. 158. — Black crowned Parrot, 
Latham, Syn. I. p. 213. -— id., Gen. Hist. 11 (1822) p. 125. — 
Psittacus atricapillus, Gml., S. N. p.317. — Latham, 
Ind. Orn. p. 88. — Bechst., Kurze üeb. p. 63. — Vieillot, 
Enc. Meth. p. 1387. — Psittacus Sebanus, Shaw, Gen. 
Zool. VIII. p. 439. 

Papua Lori , bengalisch (Blyth). — Manjauer, zu Doreh (v. Rosenb.). 

Diagnosis : Glänzend karminroth ; Mantel , Brust- und Bauchmitte 
nebst den unteren Schwanzdeeken tiefblau, ebenso die Schwanz- 
endhälfte ; Nackenband und Flügeldecken unterseits roth ; 
Oberkapf schwarz. 

Nitide kermesina, interscapilio, pectore, abdomine medio, tec- 
trieibus caudae inferioribus dimidioque eaudae apieali intense 
eyaneis ; faseia cervicali et tectricibus alarum inferioribus rubris; 
pileo nigro. 

Neu-Guinea (Leidener Museum). ^ ad. Ganzer Ober- nebst Hinter- 
kopf tief schwarz. Zügel , Kopfseiten , Halsband hinten um den 
Nacken , Kinn und Kehle karminroth , ebenso die grossen und 
kleinen unteren Flügeldecken, Achsel, Brust- und Bauchseiten. 
Auf dem Mittelrücken , dem Bürzel und oberen Schwanzdeck- 
federn glänzend brennend seharlaehroth , die Federn gegen die 
Basis zu gelblich mit weissen Schäften. Hinterhals, Mantel 
und vom Hinterhalse jederseits ein Band bis auf den Kropf 
herab tief blau, in's Violette, die ganze Kropf-, Brust- und 
Bauchmitte ebenso, auf den Schenkeln, After und unteren 
Schwanzdecken glänzender, aber nicht so dunkel blau, und 
die Basishälfte der blauen Federn schwärzlich. Schwingen an 
Aussenfahne, Deckfedern und Schultern dunkel grasgrün, auf 
den Schulterdecken olivenbraungelb schimmernd. Die kleinen 
Flügeldeckfedern am Flügelbuge oberseils mit dunkelblauen End- 
säumen. Schwingen V^^' Ordnung an Innenfahne bis über die 



DOMICELLA LORI. 771 

Basishälfte hinaus hochgelb , am Endtheile schwarz , die 
Schwingen 2ter Ordnung ebenso, die letzten derselben ein- 
farbig grün. Schwanzfedern an Basishälfte scharlachroth , an 
der Aussenfahne viel düsterer und die innerste Basis grünlich; 
die Endhälfte der Schwanzfedern tief blau , nur am Rande 
der Innenfahne in's Schwärzliche übergehend , einige der mit- 
telsten Federn in der Mitte am Rande grünlich verwaschen. 
Unterseits die Schwanzfedern an Basishälfte Scharlach, an End- 
hälfte glänzend düster olivengelb , da wo das Roth der Basis 
endet schwärzlich verwaschen. Schnabel hornweisslich. Füsse 
und Krallen schwarz. 

$ Neu-Guinea , wie das ^. 

Ein anderes c? (Leidener Museum) ist sonst ganz ebenso gefärbt , 
aber Kinn , Kehle , Kropf und Brust nebst deren Seitentheilen 
sind einfarbig roth, ohne blaue Zeichnung, und das Blau des 
Oberrückens ist mit einigen rothen Federn gemischt. 

Ein anderes Exemplar von Waigiu (Wallace) im Leidener Museum 
zeichnet sich durch die in allen Theilen etwas bedeutendere 
Grösse aus, alle Farben sind weit lebhafter und brennender. 
Auf der Schwanzunterseite entsteht, da wo das Roth der Basis- 
hälfte endet, ein schwarzer Querstreif und die Federn des rothen 
Nackenhalsbandes sind am Ende verwaschen gelblich gespitzt, 
auf den grossen Schulterdecken haben einige Federn breite pur- 
purbraune Endsäume. Schnabel hornorangeroth, an der Spitze 
heller hornfahl , der untere hornfahl. 

c? von Neu-Guinea (Doreh , Wallace) im Bremer Museum > ganz 
wie das zuerst beschriebene des Leidener Museum , aber quer 
über den blauen Mantel läuft ein schmaler rother Streif; auch 
die blauen Federn des Hinterhalses an Basishälfte Scharlach. 

Ebenso ein Exemplar von Waigiu (Collection Wallace) , aber der 
rothe Querstreif ist nur angedeutet und einige der letzten Man- 
telfedern sind roth. 

Ein anderes Exemplar (Neu-Guinea) im Bremer Museum, zeigt 
diesen rothen Querstreif über den Mantel nur undeutlich. Aus- 
serdem ist dieser Vogel mit Gelb variirt : die Basis der blauen 

49* 



772 DOMIC£LLÄ LORl. 

Bauchfedern, einige Flügeldecken und Schwingen sind ganz 
oder theihveis gelb. 
Jüngerer Vogel, Leidener Museum. Im Allgemeinen dem alten 
ähnlich, aber Nacken und Hinterhals blau, ebenso ein schmales 
Halsband unterm Kinn herum ; die unteren Mantelfedern sind 
grün, die kleinen Flügeldecken unterseits schwärzlich, nur die 
grössten derselben roth mit schwarzen Enden; Kopfseiten, Kropf 
und Brust etwas matter roth, ohne blauen Streif in der Mitte. 
Ebenso ein Exemplar im Britisch-Museum ($ Doreh , Wallace), 
welches aber auf den grünen Mantelfedern schon blaue End- 
säume, also deutlich einen Uebergang zeigt. 
Ebenso ein Exemplar von Mysol (Wallace) im Museum Heineanum. 
Nach Bechstein würden die Exemplare mit rother Brust ?? sein. 
Diese Angabe beruht aber keineswegs auf Untersuchung der inne- 
ren Theile. 

Nach Ansicht der Exemplare im Leidener Museum war ich anfäng- 
lich sehr geneigt die jüngeren Vögel für eine besondere Art zu 
halten, da mir das Fehlen von Blau auf der Brust, die grünen 
Mantdfedern und schwarzen unteren Flügeldecken allerdings sehr 
abweichend vorkommen mussten. Allein meine Untersuchungen im 
Britisch-Museum und in Wallace's Sammlung, so wie die Aussagen 
dieses Forschers, haben mich überzeugt, dass wir es hier nur mit 
jüngeren Vögeln zu thun haben. 

Ueberhaupt scheinen bei dieser Species bezüglich der Ausdehnung 
des Blau etc. und der Grösse viele Variationen vorzukommen, von 
denen wir allerdings nach jetzigen Vorlagen noch nicht bestimmen 
können , ob sie allein dem Alter oder Geschlecht zuzuschreiben sind. 
Dieser herrliche Papagei bewohnt Neu-Guinea, Waigiu und Mysol 
auf welchen Inseln ihn Wallace beobachtete ; auf Neu-Guinea indess 
nur im Norden bei Doreh. S. Müller führt ihn unter den Vögeln 
der Westküste nicht mit auf, Gray dagegen (Proc. 1858. p. 194) 
als in der Louisiade an der Südostspitze Neu-Guineas heimisch. 
Piosenberg nennt auch Salawatti als Vaterland dieser Art , eine An- 
gabe die wohl richtig sein wird, die er aber, wie so oft, in einem 
späteren Berichte unerwähnt lässt. Denn in seinen »Beiträgen zur 



DOMtCELLA CYANAUCHEN. 773 

Ornithologie von Neu-Guinea" führt er die Art nur von Neu-Guinea 
an und bemerkt zugleich »überall häufig in den Strand wäldern und 
eins der gev^'öhnlichsten Hausthiere der Papus." Lesson will den Vo- 
gel auch bei Port Praslin der südlichsten Spitze von Neu-Irland gefun- 
den haben. Jedenfalls liegt aber hier eine Verwechselung zu Grunde, 
die um so mehr wahrscheinlich ist, als die Lesson'schen Localitäts- 
angaben nicht immer Vertrauen verdienen. Im Cataloge des Britisch- 
Museum wird auch ein Exemplar von den Philippinen angeführt, 
was bestimmt als unrichtig bezeichnet werden muss. Sclater's Angabe 
(Proc. 1860. p. 226) »Amboina" beruht auf einer unrichtigen Etiquett- 
angabe des Leidener Museum. Selbst Schlegel sagt (Dierent. p. 67) 
irrthümlich »kommt von Amboina und den Papu-Inseln" Do- 
miceila lori ist schon lange Zeit in Europa bekannt, denn jeden- 
falls bezieht sich Ps. atricapillus, Gmelin et Latham, auf der 
höchst dürftigen Figur Seba's beruhend , auf diese Species und kei- 
nesw^egs auf Trichoglossus ornatus wie Gray annimmt. 

Höchst sonderbar klingt die Mittheilung von Seba, dass sein Lori 
trefflich sprechen konnte. Derselbe war von Amboina mitgebracht 
worden und sprach so deutlich, dass er mit 500 Gulden bezahlt wurde. 

(508.) 15. DomiceUa cyanauchen, (Müller). — Der blaunackige 

Breitschwan zlori. 

Psittacus cyanauchen, Müll, et Schleg. , Verhandl. (Land- en 
Volkenk. 1839—44) p. 107. — Wiegm., Arch. f. Natur. (1842) 
p. 79. — Lorius superbus, Fräs. Zool. Typ. pl. 55. — 
id., Proc. Zool. S. (1845) p. 16. — Lorius cyanauchen, 
Souance, Rev. et Mag. Zool. (1856) p. 225. — ßp., Naum. 
1856. — Psittacus cyanauchen, G. R. Gray, Gen. of B. 
IL N°. 55. — id., Lorius superbus, N°. 6. — id., Lorius 
cyanauchen, List Psitt. (1859) p. 50. — Wallace, Proc. Z. 
S. (1864) p. 289. — Schi., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 119. — 

Lorius superbus, Rosenb., Gab. J. f. Orn. (1862) p, 65. 

id., Lorius speciosus, Natuurk. Tijdschr. v. Nederl. Indie 
(1863) p. 225. — id., L. cy anocinctus. — id., L. cya- 
nauchen et speciosus. Gab. J. f. Orn. (1864) p. 114. 



774 DOMICELLA CYANAUCHEN. 

JVunri-Papua , bei den Händlern (v. Rosenberg). 

Diagnosis: Aehnlich D. lori, aber ohne rothes Nackenhalsband, 
der Nacken ebenfalls wie die übrige Oberseite blau ; die unte« 
ren Flügeldecken blau (nicht roth). 

Domicellae lori similis, sed fascia cervicali rubra carens ; cete- 
roqui cervice , latere superiore reliquo ac tectricibus alarum 
inferioribus cyaneis. 

Type von Müller im Leidener Museum. Ganzer Ober- und Hinter- 
kopf tief schwarz ; Zügel , Backen , Ohrgegend und vom Kinn 
an die Vorderseite nebst Brust hoch scharlachroth in's Kar- 
minrothe , die Basis der Federn gelb, ebenso die Schenkelsei- 
ten; auf Mittelrücken, Bürzel und oberen Schwanzdeckfedern 
noch tiefer, brennend scharlachroth. Nacken, Hinterhals, und 
die oberen Federn des Mantels tief blau , mit einigen rothen 
Federn gemischt , die unteren Federn des Mantels in's Purpur- 
violettschwärzliche ziehend , wodurch quer über den Mantel ein 
verborgener Querstreif gebildet wird. Bauch, Bauchseiten, Tibia, 
After und untere Schwanzdecken ebenfalls tief blau , die Basis 
dieser Federn schwärzlich. Auch die kleinen Flügeldeckfedern 
unterseits, und längs Hand und Flügelbug, wo sie einen grösse- 
ren Fleck bilden, schön blau; die grössten Deckfedern unterseits 
schwärzlich. Schwingen und Deckfedern schön grasgrün , die 
oberen Deckfedern und Schulterdecken olivengelblichbraun ver- 
waschen. Die Schwingen l^ei- Ordnung an Innenfahne hochgelb, 
das Enddrittel derselben schwarz , die Schwingen 2ter Ordnung 
an Innenfahne schwarz hinter der Basis mit gelbem Flecke, 
der nicht bis an den Schaft stösst und auf den letzten vier 
Schwingen ganz verschwindet; alle Schwingen an Aussenfahne 
arün. Schwanzfedern an Basishälfte düster scharlachroth, auf 
der Innenfahne lebhafter, an Endhälfte tief blau und hier mit 
schwärzlicher Innenfahne, unterseits die Basis roth, sonst glän- 
zend dunkel olivengelb. Die blauen Federn des Hinterhalses 
sind in der Mitte grünlich. Schnabel hornfahl. Füsse und Kral- 
len schwarz. Iris braunrolh (von Rosenberg). 
Ein anderes Exemplar (Leidener Museum) ähnelt sonst ganz dem 



DOMICELLA CYANAUCIIEN. 7715 

vorhergehenden , aber die einzelnen rolhen Federn des Ober- 
rückens sind zahlreicher und bilden eine Art rolhes Querband 
mitten über das Blau. 
Ebenso ein Exemplar im Museum zu ßraunschweig. 
Zwei schöne Exemplare im Wiener Museum. 

Durch den blauen Nacken (ohne rothes Band) und die blauen 
(nicht rothen) unteren Flügeldecken unterscheidet sich diese Art 
leicht von D. lori, der sie im Uebrigen vollkommen gleichsteht. 

Von Bosenberg's neuer L. speciosus kann nur in Folge 
der ungenauen Kenntniss der eigentlichen cyanauchew, Müller, 
aufgestellt worden sein, denn die Charactere, welche die neue Art 
auszeichnen sollen, sind eben die der ü. cyanauchen eigeaeö. 
Auf die Verschiedenheit der Irisfärbung, welche bei cyanauchen 
braunroth, bei speciosus dunkelbraun sei« soll, ist kein grosses 
Gewicht zu kgen, da ich selbst öfters ähnliche Variationen bei 
ein und derselben Species beobachten konnte. Eine dritte neue 
Art , welche von Rosenberg nur nominell anführt , ist bis auf weitere 
Berichte zu ignoriren. 

Als demlich bestimmt darf angenommen werden , dass D. cya- 
nauchen zur Ornis Neu-Guineas gehört und wahrscheinlich eine 
der Inseln im Norden der Geelvinks-Bai bewohnt. Bis jetzt wurde 
die Art indess noch von keinem Naturforscher erlegt und alle be- 
kannten Exemplare meist in Doreh von den Eingebornen durch 
Kauf erworben. Die wahre Heimath ist daher noch unbekannt. 

Die ursprünglichen Etiquettangaben der Typen im Leidener Mu- 
seum, welehe »Molucken und Celebes" lauteten, sind durchaus 
unsicher. Durch von Rosenberg wurde zuerst auf die Inseln der 
Geelvinks-Bai als eigentliche Heimatli hingewiesen , denn er erwarb 
ein lebendes Paar zu Doreh. Später nennt von Rosenberg auch 
Wajgiu als Localität. Aus seiner Reise ist aber ersichtlich, dass er 
selbst die Art dort nicht erlegte. Ebenso wenig erhielten sie 
VTallace und Bernstein hier. Rosenberg's neuer L. specio- 
sus soll ebenfalls von einer Insel im Geelvinksbusen von Jobie 
herstammen. 

Diese Angabe beslättigt Wallace, der als specielle Localitiiten 



776 DOMICELLA GAURULA. 

die Myfor-Inseln (Myfore) und Jobie nennt, vonwoher er die Art in 
Doreh mit den Schiffen der Eingebornen direct erhielt. 

D. cyanauchen wollen die Herren von Schlagintweit in Nepal 
gesammelt haben, wie ein Exemplar im Münchener Museum (»Sickim. 
N°. 142. Coli, by Schlagintweit") zeigt. Selbstverständlich finden 
solche Angaben als rein irrthümliche keinen Glauben. 

(309.) 14. Domicella garrula, (Linne). — Der Breitschwanzlori 
mit gelbem Mantelflecke. 

Psittacus garrulus, Linne, Mus. Ad. Fr. II (1764) p. 14. — 
id., S. N. p. 144 (var. y). — Edw., B. IV (17öl) pl. 172. — 
Lorius moluccensis, Briss., Orn. IV (1760) p. 219 (descr. 
opt.) t. XXIII. fig. 1. — PI. enl. 216 (fig. bon.). — Variete 
I. du Noira, Buffon , Hist. Ois. VII. p. 104. — Ceram Lory, 
var. B. Scarlet Lory, Lath., Syn. I. p. 270. -— Ps. garrulus 
(var. y. moluccensis), Gmelin , S. N. p. 334. — Ps. gar- 
rulus (et var. y.) , Latham, Ind. Orn. p. 114. — Shaw, Nat. 
Mise. pl. 925. — Vieillot, Enc. Meth. p. 1577. — ■ id., Ps. 
Noira, p. 1378. — Ps. garrulus, Bechst., Kurze Ueb. p. 91. — 
Kühl, Consp. p. 41. — Voigt, Cuv., üebers. (1831) p. 745. — 
Ceram Lory, var. B. Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 225. — 
Domiceila garrula, Wagl., Mon. p. 570. — Lorius gar- 
rulus, Less., Tr. d'Orn. p. 192. — Steph., Gen. Zool. XIV. 
p. 132. — G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 5. — id., List Psitt. 
(1859) p. 50. — id., var. Proc. Z. S. (1860) p. 356. — Bp., 
Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — - Wall., Proc. Z. S. 
(1864) p. 289. — Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 120. — 
Le Perroquet Lori Nouara, Lev., Perr. t. 96 (fig. bon.). 

Ohne gelben Mantelfleck. 
Lorius ceramensis, Brisson , IV. p. 215. — Frisch, av. 
t. 45. — Ray, Syn. av. p. 25. — Ps. purpureus, Charl,, 
Exerc. p. 75. — Ceram Lori, Latham, Syn. I. p. 269. N°. 76 
(absq. var. B.). — Noira, Cluss., exot. p. 364. — Variete II. 
du Noira, Buff., VII. p. 104. — Ceram Lory var. A. Noira Lory, 
Lath,, Syn. p. 270. — Ps. garrulus, Linne, S. N. p. 144 



DOMICELLA GARRULA. 777 

(cum var. /3. aurorae). — Gmelin, S. N. p. 353 (cum var. ß. 
Ps. aurorae). — Lalh., Ind. p. 114 (cum var. /3. Ps. auro- 
rae). — id., Ceram Lory, cum. var. A. Gen. Hist. II. p. 224. 

Var, Deckfedern blau punctirt. 
Psittacus garrulus, var. 5. Gmel., S. N. p. 334. — Lalh., 
Syn. I. p. 271. — id., Ind. Orn. (var. 5.) p. 114. — id., Ceram 
Lory , var. C. Gen. Hist. IL p. 223. 

Lat-Sira Lori , bengalisch (Blyth). 

Diagnosis : Scharlachroth ; Flügel , Schwanzende und Tibia grün ; 
Flügelbug und ein dreieckiger Mantelfleck hochgelb. 
Punicea ; alis , apice caudae braccisque viridibus ; flexura et 
macula interscapilii flavis. 

Halmahera (Forsten) Leidener Mus. cT. Scharlachroth. Aussenfahne 
der Schwingen und Deckfedern grün. Die Schwingen l^er Ord- 
nung an Innenfahne von Basis an bis fast zum Spitzendrittel zin- 
noberroth , dieses selbst schwarz , die Schwingen 2ter Ordnung 
auf der ganzen Innenfahne schwarz. Flügelbug oberseits und 
ein dreieckiger Fleck auf dem Mantel tief citrongelb, ebenso die 
kleinen Flügeldecken unterseits , die noch mit Schwarz gemischt 
sind. Schwanzfedern roth an der Endhälfte dunkelgrün , welche 
Farbe auf der Aussenfahne mehr in's Blaugrüne zieht; unterseits 
die Schwanzfedern schillernd purpurbraun, am Ende ins düster 
Gelbe übergehend. Befiederung der Tibia schön grün. Schnabel 
orangebraungelb. Füsse grauschwarz , Krallen schwarz. Iris 
braungelb, am äussern Bande in einen schmalen gelben Bing 
übergehend (Amsterd. Zool. Gart.). 

$ von Halmahera (Forsten) Leidener Museum, ganz wie das (^. 

cT von Halmahera (Wallace) Britisch-Museum , hat den gelben Man- 
telfleck ganz unbedeutend , beinah kaum bemerkbar. 

Ebenso ein Exemplar in KirchhofP's Collection. 

cf et $ Batjan (Wallace) Britisch-Museum , mit sehr ausgedehntem 
gelben Mantelflecke , der diese Theile fast ganz bedeckt. 

(/ von Morotai (Wallace) im Bremer Mus., hat ebenfalls einen gros- 
sen gelben Mantelfleck ; das Schwanzende ist blauschwarz , nur 
die mittelsten Federn sind noch mit Grün verwaschen. 



778 DOJIICELLA GARRÜLA. 

Ebenso ein Exemplar in Kirchhoffs Collect. , aber das Schwanzende 

fast deutlich blau. 
Ein Exemplar im Berliner Museum (Molucken !) , ist ganz ohne Gelb 

auf dem Mantel, dieser vielmehr düster roth. 
Ebenso ein lebendes Exemplar im Zoolog. Garten zu London. 

Einen so gefärbten Vogel beschreibt schon Brisson in seinem Lo- 
rius ceramensis, von dem wir noch nicht vt'issen, ob er blos 
als Varietät zu betrachten ist, oder ob diese Abweichung von anderen 
Umständen herrührt. Ueberhaupt machen sich bei dieser Species 
mancherlei individuelle Verschiedenheiten bemerkbar, wie das Fehlen 
oder das Vorhandensein eines bald kleinen , bald grösseren gelben 
Mantelfleckes beweist, und die Schwanzfärbung, welche meist grün 
zuweilen fast blauschwarz , selbst blau erscheint. Letztere zeigt die 
Abbildung von Edwards (pl. 172). Bei den älteren Autoren herrscht 
daher grosse Unsicherheit über diese Art. So ist z. B. Ps. aurorae, 
Linne nur vermuthungsweise mit hierher zu ziehen. 

Exemplare dieses Lori von Batjan zeigen fast durchgehends einen 
grossen gelben Mantelfleck , während solche von Halmahera denselben 
am kleinsten haben und die von Morotai zwischen beiden die Mitte 
halten. Indess sind diese Verschiedenheiten keineswegs als constant 
zu betrachten. 

Ueberdies wissen wir sehr wenig über diese Vögel und kennen 
weder den Nestbau noch das Jugendkleid. 

D. garrula ist eine der verbreitetsten und häufigsten Arten auf 
den nordöstlichen Molucken: Batjan, Halmahera, Morotai und Bau, 
bewohnt aber nicht Ceram und Celebes wie zuweilen angegeben wird. 
Wallace nennt in seiner neuesten Aufzählung der indischen Papageien 
nur Halmahera (Gilolo) und Batjan, indess besitzt das Bremer Museum 
ein von ihm auf Morotai erbeutetes Exemplar und Bernstein sandte 
eben daher, so wie von der kleinen Insel Bau Exemplare ein. Als 
besondere Localitäten auf Halmahera nennt Dr. Bernstein Gilolo an 
der Ostküste und Galela an der Nordküste. Auf dem benachbarten 
Ternate fehlt die Art; weder Wallace noch Dr. Bernstein haben sie 
dort gefunden. Es ist daher unrichtig, wenn von Rosenberg D. gar- 
rula als Bewohnerin von Ternate aufführt. Dr. Bernstein, der in sei- 



DOMICELLA GARUULA. 779 

nem Aufsatze (Nederl. Tijdschr. v. Dierk. 1865. p. 325) die Rosen- 
berg'schen Angaben mit ausgezeichneter Localkenntniss critisch be- 
leuchtet , vermulhet , dass v. Rosenberg nur entflogene Vögel gesehen 
haben könne. Auch auf den nahe gelegenen kleinen Inseln Hieri , 
Mareh und Motir fehlt nach Bernstein die Art gänzlich , vielleicht 
auch auf Tidore. Dagegen gehört sie auf Halmahera und Ratjan zu 
den aller gewöhnlichsten Vögeln. 

Meyen , der die Art auf Manilla gezähmt traf, sagt, dass sie von 
den südlicheren Philippinen hergebracht würde, was jedenfalls nur 
auf einem Irrthume beruhen kann. 

Das Einfangen dieses Loris wird im »Ausland" (1860. p. 901) 
von einem leider ungenannten Verfasser in einem »Jagdpartien auf 
Batjan" betitelten Aufsatze beschrieben: 

»Die freistehenden Zweige eines Baumes, welche gerade den heissen 
Sonnenstrahlen ausgesetzt waren , hatte man mit dem klebrigen Safte 
eines anderen Baumes bestrichen und daneben einen zahmen Lori als 
Lockvogel , an einem Kettchen befestigt , placirt. Dieser lockte durch 
sein Geschrei bald seine wilden Gefährten herbei, die sich auf den 
Zweigen niederliessen und hier , wie auf Vogelleim , festklebten. Mit- 
telst einer Leiter holte die Vogelstellerin die Gefangenen herab , nach- 
dem sie sich zuvor die Hände mit Tüchern umwickelt hatte , um 
gegen die heftigen Bisse gesichert zu sein." 

Rei den buginesischen Seeleuten stehen die Loris von Ratjan 
höher im Werthe, weil sie besser sprechen lernen sollen und werden 
mit 3 — 5 Gulden bezahlt. 

Meyen rühmt das Sprachtalent dieser Art, welche er in Manilla 
häufig gezähmt fand, ebenfalls. Er schildert sie als einen sehr bösen, 
bissigen Vogel, der auf dem Transporte meist sterbe, da er nur von 
sehr weichen Früchten leben soll. 

Von Martens äusserst sich was das Naturell des Vogels betrifft 
in ähnlicher Weise, beobachtete aber niemals ein Talent zum Nach- 
sprechen bei ihm. Wie ich durch gütige briefliche Mittheilung des 
genannten Gelehrten erfuhr, sind die Loris von Ternate (garrula) 
auch in Ostindien als ungelehrige Vögel bekannt, mit denen sich 
nichts anfangen lässt. Schon Valentijn kannte die minder empfehiens- 
werlhen Eigenschaften des Vogels. 



780 



BOMICELLA GARRÜLA. 



— S 



s « a s 



t^^ 



1 s 






O g 






o 


05 


Ol 


05_ 


SS 




(^ 


en 


o 


« 


os_ 


tn 


"L 


Ot^ 


w 


ül_ 


05_ 


o 


*^ 


Oi_ 


<Ä 


«t^ 


'^ 


o^ 


*^ 


tf^ 


*t 




Cn^ 


m 


•^ 


05 


1 


O 


CO 




tf^ 




os_ 


*1 


1— ' 


00_ 


oo_ 


to 


lo 




to 


to 


«o 


CO 




so 


-J 


09 


03_ 


*1 


M_ 


It^ 


*t. 


co_ 


*t. 


eo_ 


«_ 


w_ 


CO 


0S_ 


co_ 


e>s_ 


03_ 


w_ 


os_ 


e»s_ 


CO 


oa_ 


w_ 


w_ 


to 


10 


1— 1 


to 


to 



»=a 



t-'i-'tow i-'iai-'osH-'oscotoi-'osto 
»-•;:;:: o :: m :: o :: :; ^ :; :; = 



cocoi-'ooi-'05''itoi-ii-'to 



s;^ ty S 

• CD 



ostsMOscseoosta&stsos cataco 



zn>> 



w 


OS 


^ 


l-J 1—1 


1— 


CO 


l-J 


1-" 


C» 






eo t-1 OS 




!«>- 


t« 










o a> 


i s 




^ 


:: I-' 


^ 


^ 


o 


^ 






1 


^ (-< :: 


INI 








1 1 


1 1 


(D 


B" c 

■ CD 


t-l H-' 


l-i 


-, 


H-" h- 


)— 1 


i—i 


1—1 


1-1 


H-i 




t— 1 


«O h-i H- 


(-- 1-1 h- 1 l-< 


H-l 


1—1 


~J 


-j 


-a «5 




bj 


o o 


3 t-J 


!-' H-i 


to 


» 


o 


ts 


— ' 




o 


:; o (-■ 


O O f t-> 


r« 


M 


-* 








































IC ■■ 














































- ~h5 bS 


^ "^ 


^ 


^ 


>» 


■* 


— 


1 


"* 


M - 


h» ■" -l-»"' 


■* 


-* 




^ 


























































































■* 


** 








■" 










"* 


^ - 
















w o» 






O üx 


o 


Ol 


w 


o» 


05 






Ci CT cn 


a> 




Ol 




tf^ 


CO 




nW 


~-C! ~ 






~-~-^ 


:; 


; 


^"* 


i 


~ 






•~-\--^ 














O 

tr 

CS 


M ~ 


1 




■~h5 


" 


" 


to 


^ 


"* 


j 


1 


-u *. 


1 1 I ^ 




"~ 


1 


- 


1 '^ 


O-B- 












































































P- 


• cu 


M HJ 






1— 1 50 


i-> 


H- 


i-i 


l-i 


CO 




■l-" 


<o (-> to 


H-l h-J 1— 1 h-» 




1— 1 


Oi 


OS 


Ol Ol 


7V!~- IT! 


o_o_ 


1 




^M 




o_ 


o_ 


o 


:: 


1 


o^ 




M o o o 




o . — 


to 


b5 ~" 




B B* 




1 




- ^ 


ss^ 






h»__ 




1 


"* 


bs ~ 


- - - ^ 




M^ 


i 






P 


N CD 










"' 






■~ 








~ 






- 








CT' ö p, 


00 


OS 




CO fO 


O 






CO 




Ol 


«o 


00 CO I-« 


CO eo «o CD 




^T 






Ol —3 




9 




:; 




Zi ^ 


^ 






:; 








:: :: o 
















j ~ 


'^ 




** ** 


** 






^ 




>9 ■ 


^ 




jS~" ■* -i3~~ 




t<9 






^ = 






















^ 




■— 


^ ^ 











































~ 




"* 






"~ 






1— 1 H- 


1— ' 




H-l t-J 


H-l 






1—1 




1— ' 




1-1 i-j i-> 


h- h- 1-1 H- 




1—1 




00 


00 






o_ M 


o 




»-^ts 


tü 


1 


1 


tu 


1 


1— ' 


1 


O^M lO 


J!0_ H- O l-J 




1— ' 


1 


tc 


1 ^ 


N 


t> 








-hT^ 




1 


1 




1 




1 










1 


^ 


1 


B" 
a 


fP 


1 1 


*1 




at Ol 


rf^ 


1 


1 




1 


1 


1 


1 1-1 


MM 




*1 


1 


1 


1 1 ^ 


N 


5.' 5 



B 



^g-KDKJO^O.Q^g^'S-p.S, , ^'S-+OQ^ 0^o^--g_ ^ g, Q^-K) 



W 



2L g 



=■ B 









a CS 



^. 



CD » 2 



B 9 gi; 






55 c-i 

CB CB 2 ? 

5" S B ** Er 

c a a „ c 

B C C « ?> 



2 c 
SB» 

B^ • 






? 3 



CD 



OS ä 



-. i. a 

3 3 S 
« H.- B 



a « 3 * » 

^ a # 

B g « g 

S 2 

« c £ 

a B 



DOMICELLA RUBIGINOSA. 781 

Diagnostischer Schlüssel zu Domicella. 
III. Rothe Arten ; ohne Grün auf Flügeln und Deckfedern. 

(Genus Eos bei Wagler und den meisten Autoren). 
15. rubiginosa, Bonap. Düster purpurrothbraun; nur Schwans und Schwingen 

olivengelbgiün. 
"]"?16. cardinalis, Hombr, Einfarbig roth. 

17. rubra, Graelin. Schulterlleck und untere Schwanzdecken blau. 

18. Schlegeli, mihi. Ohrfleck blau; Federn der Unterseite mit violetten 

Endsäumen. 

19. semilarvata, Bp. Schulterfleck, unter'm Auge und Ohrgegend blau. 

20. cyanogenys, Bp. Obere Flügeldecken schwarz; Augengegend und Hals- 

seiten blau. 

21. reticulata, Müller. Ohrgegend und schmale Längsstriclie auf dem Mantel blau. 

22. coccinea, Latham. Bauch roth; Brust, Rücken, Scheitelmitte und ein 

Streif an den Halsseiten herab schön blau. 

23. riciniata, Bechst. Hinterkopf, Nacken, rings um den Hals, Bauch und 

After violett. 

24. fuscata, Blyth. Bürzel weiss; Deckfedern der Schwingen 1^^" Ord- 

nung blau. 

Wagler errichtete das Genus Eos, welches die Arten dieser Un- 
terabtheilung in sich begreifFt , nur auf die Beschaffenheit der Zunge, 
indem er irrthümlich glaubte bei Eos seien Papillen vorhanden, bei 
Domicella keine. Da sich diese Voraussetzungen indess als falsch 
erwiesen, so hat auch die generische Selbständigkeit von Eos einen 
argen Stoss erlitten. In der That unterscheiden sich die hierher ge- 
hörigen Arten von den grossen Loris, nur durch ihre geringere 
Grösse und andere Färbungsverhältnisse. 

Ebenso unhaltbar ist es die generische Selbständigkeit von Eos 
aus geographischen Gründen festhalten zu wollen, seitdem wir wissen, 
dass D. rubiginosa, nicht wie man bisher glaubte von den Mo- 
lucken, sondern aus der Südsee herstammt, während alle übrigen Ar- 
ten nur den Papuländern eigen sind. 

(510.) 15. Domicella rubiginosa, (Bonap.). -— Der braunrolhe 

Breitschwanzlori. 

Chalcopsitta rubiginosa, Bonap., Consp. av. I (1850) p. 5. — 
id., Compt. Rend. (1850) p. 134. — id., Proc. Z. S. (1850) 
p. 26. pl. 16. — id., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naumannia. 
1856. — G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 53. — Wallace, 



782 DOMICELLA RUBItilNOSA. 

Proc. (1864) p. 289. — Lorius rubiginosus, Schleg., Mus. 
P. B. Psitt. (1864) p. 129. — Chalcopsitta rubiginosa, 
Pelzeln, Reise der Novara (1865) p. 99. 

Diagnosis : Dnnkelpurpurrothbraun; Schwanz und SchATingen schmut- 
zig olivengelb. 
Purpureo-brunnea , cauda remigibusque obscure olivaceo-flavidis. 

Insel Puynipet (Bonabay) Senjawin-Gruppe (Exped. Danaide). Type 
von Bonaparte im Leidener Museum. Dunkel purpurrothbraun , 
auf dem Kopfe mehr in's Braune ziehend , alle Federn am Ende 
vervs'aschen dunkel schwärzlich gerandet, wodurch, namentlich 
auf der Unterseite , mehr oder weniger deutliche Querstreifen 
entstehen. Schwingen l^^r und 2ter Ordnung düster olivengelb, 
auf Innenfahne und Unterseite olivenbraunschwarz. Schwanz 
düster olivengelb , nur am Ende und unterseits reiner gelb. 
Schnabel hornweiss; Füsse braunschwarz. 

Exemplare im Britisch-Museum angeblich von Neu-Guinea und 
Waigiu (durch Verreaux) ganz ebenso. 

5 von Puypinet (durch die Novara-Expedition) im Bremer Museum, 
ähnelt im Ganzen dem Leidener Exemplare , die Färbung zeigt 
aber weniger von der bräunlichen Beimischung und die dunklen 
verwaschenen Federendsäume ziehen in's Schwärzlichviolette ; 
auch Stirn und Vorderkopf zeigen einen düster violetten Anflug 
Und hier, wie auf Bürzel und den oberen Schwanzdecken , fehlen 
die dunklen Endsäume. Schwingen Iter und 2ter Ordnung sowie 
die Deckfedern der Iten Schwingen sind düster dunkel olivengrün 
mit schwärzlicher Innenfahne und Ende, dieselbe Färbung zeigen 
die Schwingen von unten. Schwanzfedern unterseits und am Ende 
lebhaft olivengelb , oberseits düster olivengrünlich verwaschen. 
Schnabel blass horngelb. Im Leben der Schnabel gummigutt- 
gelb ; die Wachshaut sammtschwarz, Füsse dunkelschwarzgrau ; 
Iris weiss (Zelebor). Letztere Färbung giebt auch Bonaparte an. 
Nach gütiger brieflicher Mittheilung des Herrn von Pelzeln 
sind beide Geschlechter im Wesentlichen gleich , nur ist das cT 
an Kopfseiten, Kehle und Unterleib etwas dunkler, was vielleicht 
individuell oder eine Folpte des Afters sein dürfte. 



DOMICELLA KUßIGINOSA. 783 

Bemerkenswerth ist noch, dass das Exemplar unseres Museum 
auf Brust , der rechten Wange und am Hinterkopfe je eine 
lebhaft scharlachrothe Feder besitzt , die durch Mauser hervor- 
gegangen zu sein scheinen. 

Sollte vielleicht diese Art im Alter ein durchaus scharlach- 
rothes Kleid erhalten ? 
Wenn man im beschreibenden Theile der Novara-Reise (Band II. 
p. 405) über den Aufenthalt auf der kleinen Insel Puynipet folgende 
Stelle liest »von Tauben, sowie von Strandläufern und Papageien 
sahen wir einige äusserst zierliche Arten", und darüber nachdenkt, 
Avelche Arten gemeint sein können, so würde man bezüglich der 
Papageien wohl am allerwenigsten D. rubiginosa hier vermuthet 
haben. Wie der wissenschaftliche Theil der Weltumsegelung lehrt 
ist dies indess thatsächlich der Fall, denn 3 Exemplare (1 cf und 2 ?) 
dieses seltenen Papageis wurden während des kaum fünfstündigen 
Aufenthaltes der Novara hier eingesammelt. 

Somit haben wir nicht allein vollständigen Nachweis über das 
Vaterland erhalten , sondern der Verbreitungskreis der Papageien in 
Polynesien ist dadurch in nie geahnter Weise erweitert worden. Wer 
hätte auch Papageien auf einer Insel vermuthet, die sich keineswegs 
durch besondere Grösse auszeichnet und so zu sagen als die öst- 
lichste Fortsetzung der Carolinen-Gruppe angesehen werden kann , 
auf welcher letzteren das Fehlen von Papageien durch von Kittlitz 
erwiesen wurde. 

Die Insel Puynipet, zuweilen auch Bonabe, Bonibet , Funopet, auf 
Petermann's Karten Bornabi, Yon den Franzosen Ascension genannt^ 
liegt unterm 6° 58' nörd. Br. und 158° 20' östl. L. v. Gr., und ge- 
hört nebst den beiden benachbarten niederen Atollinseln Andema und 
Paphenema oder Pagu^nema zu der von Capt. Lütke benannteo 
Senjawin- Gruppe, welche die Carolinen mit den Marsliall-Inseln ver- 
bindet. Von Kittlitz, der treue Beobachter der polynesischen Vogel- 
yveh, war diesem seltenen Papagei also wohl zuerst am nächsten, 
und hätte uns gewiss längst über die Heimath desselben belehrt , 
wäre es ihm vergönnt gewesen, seinen Fuss auf Puynipet zu selzeB, 
was aber leider durch wiedrige Winde verhindert wurde. 



784 DOMICELLA ßUBIGINOSA. 

Das typische Exemplar von D. rubiginosa im Leidener Museum, 
war früher mit der Etiquette »Expedition üanaide, Bonabay" ver- 
sehen , trug also schon die vollkommen richtige Vaterlandsangabe. 
Denn dass Bonabay als identisch mit Bonabe (Puynipet) betrachtet 
werden darf, unterliegt bei der verschiedenen Schreibart des Wor- 
tes wohl keinem Zweifel. Hätte daher Bonaparte , der die Art 
zuerst publicirte , dieser ursprünglichen Etiquette mehr Aufmerksam- 
keit geschenkt, so wäre die spätere Unsicherheit hinsichtlich des Va- 
terlandes nie hervorgerufen worden. So schreibt aber Bonaparte 
seltsamer Weise »ex insulis Barabay und Guebe" und so nahm man 
allgemein an , die Art müsse aus den Molucken kommen. 

Auch in den Compt. Rend. wiederholt Bonaparte obige Vaterlands- 
angabe mit den Zusätze »durch die französischen Seefahrer" und 
giebt die Farbe der Iris (laut Etiquette) als weiss an, was also voll- 
kommen mit Zelebor's Angaben übereinstimmt. 

Durch Verreaux gelangten später in einige Museen Exemplare , 
die unerklärbarer Weise mit »Waigiu" bezeichnet waren und so 
glaubte man in letzterer Insel das wahre Vaterland gefunden zu 
haben. Von Rosenberg bemerkt daher auch in seinen Papageien- 
listen von dieser Art »lebt auf Waigiu", obwohl er sie ebenso 
wenig erhielt als Wallace und Dr. Bernstein, welcher letztere dies 
indess ausdrücklich bemerken. Es kann daher wohl nur ein Ver- 
sehen zu Grunde liegen, wenn G. R, Gray (Proc. 1861. p. 436) 
D. rubiginosa als von Wallace auf Waigiu gesammelt aufführt. 

Welche Gründe Bonaparte hatte um Guebe, die zwischen Halma- 
hera und Waigiu liegende Molucken-Insel, mit als Fundort zu be- 
zeichnen ist mir ebenso unklar, als wenn Schlegel im Cataloge des 
Leidener Museum von dem typischen Exemplare sagt »etiquette 
comme provenant de Guebe", während doch gerade »Bonabay" 
(nicht Barabay) darauf verzeichnet vrar. 

Von Pelzeln giebt übrigens noch die Notiz : » unsere Exemplare 
stimmen ganz mit einem aus Waigiu stammenden Individuum, 
welches die kaiserl, Sammlung von Verreaux erhielt, überein." 

Indess ist wie aus dem Angeführten erhellt nur die Insel Puynipet 
als einzig erv\'iesene Localität zu betrachten. 



DOMICELLA CARDINALIS. 785 

Bonaparte bringt die Art übrigens sehr mit Unrecht zu seinem 
in jeder Weise unhaltbaren Genus Chalcopsitta. Sie schliesst 
sich im Habitus und Färbung ganz an die rothen Loris (rubra etc.) 
an , und ist Yiur wegen der mehr braunen Färbung merkwürdig. 

f ? (311.) 16. Oomicella cardinalis , (Hombr. et Jacq.). — Der 
einfarbigroth e Breitschwanz lori. 

Lorius cardinalis, Hombr. et Jacq., voy Pole sud. Zool. III 
(1853) p. 103. pl. 24 bis. fig. 2. — Hartl., Journ. f. Orn. (1854) 
p. 165. — G. R. Gray, Gen. of B. III. App. p. 20. — Eos car- 
d in aus, Bp., Compt. Rend. 1837. — G. R. Gray, List Psitt. 
(1859) p. 53. — Eos unicolor, Wall., Proc. Z. S. (1864) 
p. 291. — Eos cardinalis, G. R. Gray, B. Trop. Isl. p. 31. 
Diagnosis : Einfarbig dunkel scharlachroth ; Schnabel orangegelb. 

Tota unicolor sordide punicea, 
(Nach der Abbildung in der voy. au Pole sud.). Der ganze Vogel 
dunkel scharlachroth, auch die Schwingen und die Unterseite 
des Schwanzes , nur Backen und Kropf etwas heller und lebhaf-« 
ter. Schnabel dunkel orangegelb , der obere an Basis schwärz- 
lich ; Wachshaut, der grosse nackte Augenkreis, Füsse und 
Krallen schwarz; Iris in's Orangerothe. 
Eine typische Domicella-Art, die sich in der Färbung ganz an 
D. rubra anschliesst. 
Die bekannten französischen Naturforscher Hombron und Jacqui- 
not erbeuteten von dieser characteristischen Species ein Exemplar 
auf den Salomons-Inseln , welches beim Schiffbruche der l'Astrolabe 
leider verloren ging. Glücklicher Weise blieb eine getreue Abbildung 
erhalten , die in dem zoologischen Theile der grossartigen Reise ver- 
öffentlicht wurde, leider ohne jede weitere Notiz. 

Der überaus gütigen Unterstützung von Seiten der Grossherzogi. 
Privat-Bibliothek zu Oldenburg, welche mir das kostbare Werk be- 
reitwilligst zusandte, verdanke ich es über diese Art ein Urtheil ab- 
geben zu können. Domicella cardinalis war bisher für mich 
umso mehr zweifelhaft , weil Gray eine zweite , einfarbig rothe E o s- 
Art (unicolor, Shaw) aufführt, und ich desshalb vermuthete, 
dass beide Arten vielleicht identisch sein würden. 

50 



786 DOMICELLA RUBRA. 

Ein Blick auf die Abbildung von D. cardinalis zeigt jedoch 
sogleich, dass wir es mit einer wahren Domiceila zu thun haben, 
wie der lange, abgerundete Schwanz und die Schnabelform beweist, 
wähi-end Psitt. unicolor, Shaw^ (Levaill. pl. 125) eine kurzschwänzige 
Art darstellt, die offenbar sehr nahe mit den rothen Eclectus- 
Arten, namentlich E. Corneliae verwandt ist. Wegen der allzu- 
grossen Unsicherheit welche über Ps. unicolor herrscht, fühlte 
ich mich gedrungen sie als dubiös (siehe Anhang dubiöse Arten) zu 
betrachten. Dagegen muss ich D. cardinalis für eine gute Species 
halten. Sind auch die Nachrichten über dieselbe kaum nennenswerth , 
so verdanken wir die Mittheilung derselben doch Männern , deren 
Glaubwürdigkeit sich nicht im mindesten bezweifeln lässt, überdies 
dürfen wir auch nicht vergessen, dass die Salomons-Inseln, zoologisch 
nur sehr ungenügend durchforscht sind und seither nur selten be- 
sucht wurden. Spätere Untersuchungen in diesen Gegenden werden 
daher ohne Zweifel auch D. cardinalis wieder an's Licht brin- 
gen und uns näheren Aufschluss über den seltenen Vogel geben. 

Auf diese höchst seltene Art glaubte ich eine Stelle in Rietmann's 
Wanderungen in Australien und Polynesien (St. Gallen , Scheitlin 
und Zollikofer. 1868) beziehen zu können. Auf p. 194 wird näm- 
lich bei Beschreibung des Besuches auf Guadalcanar , Salomons- 
Inseln , gesagt: »ich war erstaunt über die Masse der herrlichsten 
Papageien , welche uns die Schwarzen zum Verkaufe antrugen. Die 
meisten dieser vorherrschend blendend rothen Thiere waren mit einem 
Fusse an einem Ringe von Kokusschaale befestigt." Diese »blendend 
rothe Thiere" waren indess auch noch mit anderen Farben geziert, 
wie mich eine gütige briefliche Auskunft des Herrn Professor Riet- 
mann belehrt, und dürften sich wahrscheinlich auf eine bis jetzt 
noch unbekannte Art Platycercen beziehen. 

(312.) 47, Domlcella rulbra, (Gmelin). — Der blauschulterige 
BreHschivanzlori. 

Psitlacus ruber, Gmelin, S. N. (1788) p. 335 (absq. var. /3.). — 
PI. enl. 519 (fig. sat. accur.). — Le Lory rouge, Buffbn, Hist. 
Ois. VI. p. 134. — Le Lori de Gilolo , Sonnerat, voy. a la 



DOMICELLA RUBRA. 787 

Nouv. Giiin. (1776) p. 177. pl. 112 (fig. med.). ■— Psittacus 
chinensis, Müller, S. N. Suppl. (1776) p. 72. — Molucca 
Lory, Lalham, Syn. I. p. 274 (absq. var. A.). — id.. Gen. 
Hist. II (1822) p. 122. — id., Blue-fringed Lory, p. 227. — 
id., Ps. ruber, Ind. Orn. p. IIS. — Beeilst., Kurze Uebers. 
p. 92. — Vieill., Enc. Meth. p. 1380. — Kühl, Consp. p. 38. — 
Ps. coeruleatus, Shaw, Nat. Mise. pl. 937. — id., Gen. Zool. 
VIII. p. 539. — Lorius ruber, Less., Tr. d'Orn. p. 192. — 
Psittacus ruber, Hahn, Orn. Atl. Pap. t. 49 (fig. bon.). — 
Eos rubra, Wagl., Mon. p. o38. — Ps. (Lorius) ruber, 
Müller, Verhandl. (Land- en Volkenk.) p. 107 et 119. — Eos 
rubra, Bp., Proc. Z. S. (1850) p. 28. — id., Rev. et Mag. Zool. 
1854. — id., Naumannia. 1856. — G. R. Gray, Gen. of B. IL 
N^ 2. — id., List Psilt. (1859) p. 51. — Eos rubra , var. (ex 
Buru) Wall., Proc. Z. S. (1863) p. 21. — id., (1864) p. 209. ■— 
0. Finsch, Nederlandsch Tijdschr. voor Dierk., Berigt. (1863) 
p. XVIII. — Lorius ruber, Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) 
p. 123. — Le Lori ä franges bleues, Lev., Perr. t, 93 (fig. bon.). 

Ungenügende Beschreibungen. Roth ; Schultern blau. 
Psittacus cyanonothus, Vieillot, Nouv. Dict. XXV, 
p. 334. — id., Enc. Meth. p. 1578. 
Roth ; Schultern , Bauch und After blau , Deckfedern und Schwin- 
gen blau gespitzt. 
Mollucca Lory, var. A. Lath., Syn. I. p. 274. — Psittacus 
ruber, var. ß. Gml., S. N. p. 355. — Ps. moluccensis, 
Latham, Ind. Orn. p. 116. — Bechst., Kurze Ueb. p. 93. — 
Vieill., Enc. Meth. p. 1379. — Red-Lory, Lath., Gen. Hist. II 
(1822) p. 229. 

Ganz wie rubra, aber der Schwanz blau (artefact?). 

Psittacus cyanurus, Shaw, Gen. Z. VIII (1811) p. 538. 

Ps. coeruleatus, Bechst., Kurze Uebers. p. 93. pl. 16. 

Vieill., Nouv. Dict. XXV. p. 336. — id., Enc. Meth. p. 1379. ~ 
Ps. cyanurus, Kühl, Consp. p. 41. — Voigt, Cuv., Uebers. 
(1831) p. 745. — Blue tailed Lory, Latham, Gen. Hist. IL 
p. 227. — Domicella coeruleata, Wagl., Mon. p. 570. — 

50« 



■/SB DOMICELLA RUBRA. 

Lorius cyanurus, Sleph., Gen. Zool. XIV. p. 132. — Lo- 
rius coeruleatus, G. R. Gray, Gen. of B. II. p. 416. — 
id., List Psitt. (1859) p. 50. N°. 6. — Le Perroquet Lori ä 
queue bleue, Levaill., Perr. t. 97. — Psittacus cyanurus, 
Brehm , Mon. der Pap. (1855) t. 68 (nach Levaillant). 
Einfarbig rolh, nur Schwingen und Flügelbinde schwarz. 
Le petit Lory de Gueby, Sonnerat, voy. ä la Nouv. Guin. 
(1776) p. 174 (sol. descrip. nee pl. 109). — Gueby Lory, 
Latham, Syn. L p. 219 (absq. remarks). — Psittacus gue- 
biensis, Scop., Del. Flor, et Faun. 1786. — Gmelin , S. N. 
p. 318. — Latham, Ind. Orn. p. 90. — Bechst., Kurze Ueb. 
p. 70. — Ps. guebuensis, Vieill., Enc. Meth. p. 1380. — 
Ps. squameus, Shaw, Gen. Zool. VIII. p. 463. — Lorius 
guebiensis, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 152. — Gueby 
Lory, Lath., Gen. Hist. II. p. 154 (sine var. A et B.). — Ps. 
(Lorius) guebiensis, Müll, et Schleg., Verhandl. p. 107. — 
Eos squamatus, G. R. Gray, Gen. of B. II. p. 417. — id., 
List Psitt. (1859) p. 52 (syn. emend.). — Eos guebiensis, 
Bp., Rev. et Mag. Z. 1834. — id., Naum. 1856. — Schleg., 
Dierentuin (1864) p. 68. 

Lelui, Eingeborne der Key-Inseln (v. Rosenberg). — Ilur, Einge- 
borne von Manavolka, Ceram laut Inseln (v. Rosenberg). — 
Kalkuin , Eingeborne Ton Goram , Ceram laut Inseln (v. Rosen- 
berg). — Kirkich, bengalisch (Blyth). 

Diagnosis : Scharlachrolh , nur die unteren Schwanzdecken und die 
grössten Schulterdecken blau. 
Jung(?): ganz roth, nur Schultern mattbraun. 

Punicea, nonnisi tectricibus caudae inferioribus et scapularibus 
postremis cyaneis. 
Jun. unicolor ruber ; scapularibus tantum dilute fuscescentibus. 

Amboina (Leidener Museum). <^ ad. Glänzend scharlachrolh. Die 
ersten \ier Schwingen l^er Ordnung auf Aussenfahne schwarz, 
an Basishälfte der Innenfahne roth , die übrigen roth mit breitem 
schwarzen Ende. Deckfedern der Iten Schwingen roth , am 
Ende schwarz. Schwingen 2<ei- Ordnun» wie deren Deckfedern 



nOMICELLA RUBRA. 789 

rolh, am Ende mit schmalem schwarzen Saume, wodurch 2 
undeutliche schmale Querbinden über den Flügel entstehen. 
Die letzten drei Schwingen 2ter Ordnung, und die hintersten 
Deckfedern der Schwingen 2ter Ordnung schön berlinerblau. 
Die unteren Schwanzdecken und ein breiter Streif Yon hier aus, 
der sich um den After herum jederseits bis zu den Schenkeln 
zieht, tiefblau, die Basis der unteren Schwanzdecken purpurn, 
in's Schwärzliche. Schwanz matt purpurbraun , unterseits an 
Basis matt scharlachroth. Flügeldecken unterseits roth , wie der 
Rücken. Schnabel horngelb. Füsse grau, Krallen dunkelbraun. 

$ von Amboina (Leidener Museum) wie das cf. 

Ebenso ein alter Vogel von Ceram (Bremer Museum) aber noch mit 
einzelnen rothen unteren Schwanzdecken. 

Exemplare von Goram (Wallace) im Britisch-Museum , ganz ebenso, 
aber etwas grösser als die von Amboina. 

Exemplare von Buru (Colleclion Wallace) sind merklich kleiner als 
die von Ceram und auch in der Färbung etwas abweichend, 
denn die ganze Unterseite, Mantel und Flügeldecken sind düs- 
ter purpurroth. 

Ebenso ein Exemplar von Buru (Collection Wallace) , aber die Schwin- 
gen Iter Ordnung am Ende düster schwärzlichgrün. 

Ein jüngeres 5 von Amboina hat nach Schlegel die unteren Schwanz- 
decken fast roth und die sonst blauen Schulterpartien sind 
grösstentheils schwärzlich. 

Ebenso hat ein junges $ von Buru im Leidener Museum (nach Schle- 
gel) die unteren Schwanzdecken roth (nicht blau, wie beim alten). 

Ganz ähnlich ist ein Exemplar des Leidener Museum (früher s. n. 
guebiensis und der Type zu guebiensis, Müll, et Schleg. 
in Verhandl.) von Ceram : 

Im Allgemeinen wie der alte Vogel aber ohne Blau auf 
den Schultern und untern Flügeldecken ; der ganze Voael 
ist vielmehr dunkel scharlachroth, unterseits glänzender; der 
Schwanz mehr purpurbraun ; die ersten vier Schwin<^en sind 
an der Aussenfahne schwarz, die übrigen nur am Spitzen- 
drittel ; die Schwingen 2ter Ordnung haben einen breiteren 



790 DOMICELLA RUBRA. 

schwarzen Endrand , ebenso sind ihre Deckfedern am Ende der 
Aussenfahne schwärzlich, wodurch 2 deutliche schwarze Quer- 
binden über den Flügel enstehen, die sich bis zu den matt- 
bräunlichen Schulterdecken ziehen, von denen einzelne blauliche 
Endsäume haben. 
Ein Exemplar von Goram (Wallace) im Museum Heine schliesst sich 
diesem in der Färbung sehr an, indem After und untere Schwanz- 
decken ebenfalls roth sind , ebenso auf der einen Seite die 
Schulterpartie , aber dagegen erscheinen auf der anderen Seite 
die schön blauen Schulterdecken sehr deutlich. Einige Schen- 
kelfedern haben blaue Endspitzen. 
Obwohl das Exemplar des Leidener Museum durch den völligen 
Mangel von Blau auf Schultern und den unteren Schwanzdecken auf- 
fallend von der eigentlichen D. rubra abweicht, so weist der zuletzt 
erwähnte Vogel im Museum Heine doch deutlich auf einen Jugend- 
zustand hin , indem wir an demselben unzweifelhaft das Erscheinen 
des Blau warnehmen. Immerhin bleiben aber diese Abweichungen 
sehr merkwürdig und solche Exemplare müssen ferneren Untersuchun- 
gen dringend empfohlen werden. 

Uebrigens kommen bei D. rubra vielerlei Variationen sowohl 
in der Grösse als Färbung vor, die theils individueller, theils localer 
Natur sein mögen. So ist man anfänglich geneigt die viel dunkler 
gefärbten Vögel von Buru, für eine besondere Art zu halten. Indess 
zeigen sich alle möglichen Abstufungen der rothen Färbung und es 
giebt Exemplare von daher , die sich von amboinesischen kaum mehr 
unterscheiden lassen. 

Diese Variationen sind auch Ursache, dass die Synonymie dieser 
Species so überaus umfangreich ist , wodurch die Entwirrung der- 
selben zu einer höchst langweiligen und mühsamen Arbeit wurde, 
da man, wegen den oft gar zu ungenügenden Diagnosen der älteren 
Autoren, zuweilen auf blosses Rathen angewiesen ist. Ich habe 
jedoch alle hierher bezüglichen Arten bis zu den Quellen verfolgt 
und die betreffenden Citate darnach geordnet. 

Der Ps. guebiensis, Scop., auf Sonneral's Beschreibung beru- 
hend , gehört ohne Zweifel hierher und passt ganz auf den jüngeren 



DOMICELLV IIÜBRA. 791 

Vogel des Leidener Museum (s. n. guebiensis). Die dazu ge- 
hörende Abbildung (pl. 109) stellt jedoch sehr deutlich die D. rici- 
niata, Bechst. vor und wird sehr mit Unrecht auf den Lori rouge 
et violet Buffon's (pl. enl. 684) bezogen. 

Den Ps. cyanurus, Shaw, ganz wie ruber aber mit blauem 
Schwänze , halte ich für ein Artefact , denn einen solchen Vogel hat 
man seither nie wiedergefunden. Kühl und Levaillant beschreiben 
ihn allerdings nach einem Exemplare der Ray'schen Sammlung zu 
Amsterdam, allein man weiss, wie häufig in den alten Sammlungen 
künstliche Vögel waren. Ueberdies ist der ganz blaue Schwanz 
für einen Fjori viel zu kurz, und erinnert mehr an den eines Pio- 
nias. Levaillant lässt, ohne jeden Nachweis, die Art zahlreich auf 
ßorneo vorkommen. Dagegen scheint es mir gewagt den Ps. b ei- 
ne us, Linne (auf Edwards und Brisson beruhend) mit ruber zu 
vereinigen , wie Gray und Schlegel thun , der grüne Flügelbug 
allein ist schon gar zu sehr abweichend. Ich habe ihn daher unter 
die dubiösen Arten verwiesen , da er möglicher Weise auch auf 
einem Artefact beruht. Indess will ihn Levaillant in dem allen Ca- 
binet von Boers in Amsterdam gesehen haben. 

Domiceila rubra ist eine der gew^öhnlichsten Arten, die wir 
mit Sicherheit von Amboina , Buru, Banda, Ceram (Nord- und 
Südküste) und den Ceramlaut-Inseln (Matabello und Goram , VVal- 
lace) kennen , ebenso durch Hoedt von der kleinen Insel Haruko 
an der Ostküste Amboinas. Das Vorkommen auf Banda , welches 
fast immer, auch durch Schlegel, ignorirt wird, bestältigt Dr. 
S. Müller vollständig. Er sagt darüber, bei Beschreibung seines 
Besuches auf dieser Insel »wir bemerkten mit Vergnügen viele 
rothe Loris (Psitt. ruber), die in den hohen Kanarienbäumen 
Süssen, deren Früchten sie verzehrten, behend in den Zweigen um- 
herkletterten und unaufhörlich, laut schrieen." Sonst wird übrigens 
kein anderer Vogel durch Müller von Banda erwähnt. Nach brief- 
licher Mittheilung von Rosenberg's wäre diese so zweifellose Angabe 
Müller's irrthümlich. Auch auf den Key-Inseln kommt D. rubra 
vor, denn Wallace sagt (Ibis. 1861) »die hiesige Eos- Art ist die 
ceramesische" (also rubra). Von Rosenberg sammelte die Art 



792 DOMIC£LLA SCHLEGELI. 

ebenfalls auf der Ceramlaut- und Key-Gruppe ein und zwar auf den 

Inseln: Manavolka, Matabello, Tjoor, Khoor, Gross- und Klein-Key. 

Auf den Aru-Inseln fehlt sie. 

Die Angaben von Rosenberg's über diese Art sind richtig. Er 

erwähnt auch ein Exemplar von Ceram , welches um die Hälfte 

grösser als gewöhnlich war. 
(313.) 18. Domiceila Schlegeli, mihi. — Schlegel' s BreUschwanzlori. 

Lorius squamatus, (Bodd.) Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) 
p. 124 (syn. part.). — ?Eos spec? (ex Insula Ke), Rosenb., 
Gab. J. f. Orn. (1862) p. 65. — id., Psittacus (Eos) Bern- 
steinii, Natuurk. Tijdschr. v. Nederl. Indie , Deel XXV (1863) 
p. 145. — Lorius ruber, Schleg., Nederl. Tijdschr. v. Dierk. 
(1866) p. 534. — Lorius squamatus, Rosenb., Reis naar 
de Zuidoostereilanden (1867) p. 80. — ?Lori rouge et violet, 
Buff., Bist. Ois. VIL p. 109. — PI. enl. 684. — Psittacus 
squamatus, Bodd., Tabl. des PI. enl. d'Aub. p. 42. — Eos 
squamata, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 3. — id., List 
Psitt. (1859) p. 51 (syn. part.). — Lorius guebiensis, Less., 
Tr. d'Orn. p. 193. — Lori ecaille, Levaill., Perr. t. 51. — 
?? Psittacus guebiensis, Brehm , Mon. d. Pap. (1855) 
t. 69 (nach Levaill. Lori ecaille Text). 

Diagnosis : Scharlachroth ; Unterseite mit violettblauen Endsäumen ; 
Ohrfleck blau. 

Punicea ; plumis lateris inferioris violaceo-cyaneo-limbatis ; ma- 
cula parotica cyanea. 

Key-Inseln (Hoedt) Leidener Museum, d". Düster scharlachroth , 
ebenso der Schwanz. Schwingen am Ende schwarz , die ersten 
2 Schwingen durchaus schwarz. Schwingen 2ter Ordnung mit 
schmalem schwarzen Endsaume, ebenso die Deckfedern der 2ten 
Schwingen , wodurch 2 dunkle Querbinden über den Flügel ent- 
stehen. Schulterdecken und die letzten 3 Schwingen 2ter Ord- 
nung blau. Die Federn der Unterseite mit violettblauen End- 
säumen, welche besonders auf dem Bauche sehr breit sind; die 
Schenkel fast ganz blau. Ein lebhaft blauer Ohrfleck. Schna- 
bel orangefarben ; Füsse schwärzlichbraun. 



DOMICELLA SCHLEGELI. 793 

$ Key-Inseln (Hoedt) im Leidener Museum ebenso. 
Ebenso ein Exemplar (durch von Rosenberg) im Darmsladter Mu- 
seum, mit sehr deutlichem blauen Ohrfleck. 
Ein offenbar junger Vogel (v. Rosenberg) in demselben Museum, 
zeigt nur Spuren eines blauen Ohrfleckes. 

In der Grösse und allgemeinen Farbenvertheilung ist diese höchst 
seltene Art am nächsten mit D. rubra verwandt, unterscheidet 
sich aber leicht durch den blauen Ohrfleck und die violettblauen 
Federsäume auf den unteren Theilen. 

üeber diese bisher stets verkannte Species giebt neuerdings Prof. 
Schlegel einen dankenswerthen Reitrag, der besonders desshalb von 
Wichtigkeit ist , weil wir zuerst bestimmten Nachweis über das Va- 
terland erhalten. 

Ob indess die Art, wie Prof. Schlegel annimmt, mit zweifelloser 
Schärfe auf den Lori rouge et violet Bufibn's (Ps. squamatus, 
Bodd.) bezogen werden darf, ist eine Frage, die sich nicht mehr 
mit vollkommener Sicherheit beantworten lässt. Die Beschreibung, 
welche Bufibn von seinem Lori rouge et violet giebt, lässt ebenso 
wohl wie die Abbildung dieses Vogels auf PI. 684. s. n. Lori de 
Gueby viel zu wünschen übrig, namentlich ist die Flügelzeichnung 
etwas abweichend. Auf dieses Bild begründete nun Boddaert seinen 
Psittacus squamatus, der immerhin noch am meisten mit 
unserem Vogel übereinstimmt. 

Levaillant's Lori ecaille (pl. 31), den er im Pariser Museum 
und in Holland gesehen haben will , gehört ohne Zweifel ebenfalls 
hierher und ist vielleicht gar nur nach Buifon componirt. Text 
und Abbildung von Levaillant stimmen aber nicht vollkommen über- 
ein, denn die auf dem Bilde schwarzen Partien werden im Text mit 
»d'un vert sombre" bezeichnet. Brehm scheint sich ganz an diese 
Worte gehalten zu haben, und bildet auf tab. 69. s. n. Psittacus 
guebiensis den Levaillant'schen Vogel ab, aber mit grüner, statt 
schwarzer Flügelzeichnung, wodurch vollends eine unerklärbare, 
neue Art entsteht. 

V^on Rosenberg führt zuerst von den Key-Inseln einen neuen Lori 
an, den er später Eos Bernsteini benennt, und welcher jeden- 



T94 DOMICELLA SEMILARVATA. 

falls mit unserer Species identisch ist, wie ich mich an den Exem- 
plaren von den Key-Inseln im Darmstädter Museum (ohne Namensbe- 
zeichnung) überzeugte. Allein die allzukurze Beschreibung »ähnlich 
reticulatus mit einem himmelblauen Flecke auf dem Ohre" kana 
kein Anrecht auf Priorität rerschaffen, umso mehr da unsere Art 
mit D. reticulata gar nicht in Vergleich zu bringen ist, Rosen- 
berg's Diagnose also wenig passend ist. 

Eine Neubenennung war daher um so nothwendiger , als nur 
dadurch der fortwährenden Verwechselung mit Ps. squamatus, 
wozu noch der dubiöse squamosus, Latham kommt, und gue- 
biensis eine Ende gemacht wird. 

Noch muss angeführt werden, dass diese Art keineswegs mit dem 
Gueby Lory von Latham's verwechselt werden darf, der zu D. ru- 
bra gehört und auf Sonnerat's Beschreibung beruht. Sonnerat's 
Abbildung (pl. 109), angeblich den Lory de Gueby darstellend, 
gehört indess zu D. riciniata, Bechstein. 

Ausser den 2 Exemplaren im Leidener Museum, sah ich nur noch 
welche unter einer Sendung von Rosenberg's im Museum zu Darm- 
stadt. Wallace erhielt den Vogel nicht. Er fehlt auch im Britisch- 
Museum. Schlegel betrachtet neuerdings diese Art nur als indivi- 
duelle Varietät von D. rubra, von Rosenberg hält sie nur für den 
jungen Vogel der letzteren. 

Mit Sicherheit sind nur die Key-Inseln , westlich von Neu-Guinea , 
als Heimath durch Hoedt und von Rosenberg nachgewiesen. Alle 
weitere Nachrichten über die seltene Art fehlen. 

(314.) 19. Domicella semilarvata , (Bonap.). — Der blaubackige 

Breitschwanzion. 

Eos semilarvata, Bp., Consp. av. I (1850) p. 4. — id., Compt. 
Rend. (1850) p. 135. — id., Proc. Z. S. (1850) pl. 15 (fig. 
opt.). — id., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — 
G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 51. — Wallace, Proc. Z. S. 
(1864) p. 290. — Schlegel, Dierentuin (1864) p. 68 (mit 
Holzschn.). — id., Lorius semilarvatus, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p, 124. 



DOMICELLA SEMILARVATA. 79Ö 

Diagnosis : Karrainrolh , mit blauem Flecke auf den hinteren Schul- 
terdecken ; Kopfseiten nebst Ohrgegend und After blau. 
Kermesina ; macula scapularium postremarum , erisso , capitis 
lateribus regione parotica necnon ano eyaneis. 
Type von Bonaparte im Leidener Museum. Karminroth, aber we- 
niger brennend. Schwingen Iter Ordnung und ihre Deckfedern 
schwarz, auf der Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze roth , 
und von der 5*6" Schwinge an auch auf der Aussenfahne roth. 
Schwingen 2ter Ordnung am Ende ^/j" breit schwärzlich ge- 
randet. Auf den hinteren Schulterdecken ein blauer Fleck , ein 
ebensolcher länglicher am After; einige Federn auf den Bauch- 
seiten blau gespitzt. Die Kopfseiten vom ünterschnabel an, 
so breit als die Backen , nebst Ohrgegend schön berlinerblau. 
Zügel roth. Schwanz oberseits matt dunkelpurpurbraun , auf der 
Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze Scharlach , unterseits 
ebenso und nur am Ende in's Purpurbraune Kleine Flügel- 
decken unterseits nebst den Schwingen Scharlach. Schnabel 
hörn weiss. Füsse graubraun. 
Jüngerer Vogel (durch von Rosenberg) im Darmstädter Museum, 
ähnelt im Ganzen dem alten Vogel, aber: das Blau ist auf den 
Wangen und unterm Auge weniger ausgedehnt, bedeckt jedoch 
auch die Ohrgegend ; die Unterseite zeigt schmale blaue End- 
säume ; Bauchfleck und untere Schwanzdecken blau; Deckfe- 
dern der Schwingen Iter Ordnung bräunlich mit blauer Aus- 
senfahne. 
Lange Zeit war das Exemplar im Leidener Museum , durch die 
Zool. Gesellschaft in Amsterdam ohne Vaterlandsangabe erhalten , 
das einzige bekannte. Erst neuerdings gelangten durch von Rosen- 
berg andere nach Europa. Er giebt die Inseln in der Geelvinks-Bai 
(Norden von Neu-Guineas) als Heimath an , kann aber keine sicheren 
Belege dafür einbringen. In einen späteren Bericht ignorirt er die 
Localität bei dieser Art ganz, und führt sie nur als Bewohnerin 
Neu-Guineas auf. 

Die Zukunft wird uns also erst das Richtige lehren. 

Wallace erhielt übrigens auf seinen ausgebreiteten und glücklichen 



796 DOMICELLA OYANOGENYS. 

Reisen die Art niemals, vermuthet aber die Insel Timor-laut als 
Vaterland. 

(31b.) 20. Domicella cyanogenys '), (Bonap.). — Der schwarz- 
flügelige Breilschwanzlori. 

Eos cyanogenia, Bp., Consp. av. I. (1850) p. 4. — id., Compt. 
Rend. (18S0) p. 135. — id., Proc. Z. S. (1850) pl. 14 (fig. 
opt.). — id., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — 
G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 51. — Wallace, Proc. Z. S. 
(1864) p. 290. — Lorius cyanogenia, Schleg., Mus. P. B. 
Psitt. (1864) p. 128. 

Diagnosis : Düster karminrolh; Schwanz oberseits fast schwarz, wie 
Flügeldecken und Schulter ; breiter Streif vom Auge an den 
Halsseiten herab violettblau. 

Sordide kermesina ; cauda supra , tectricibus alarum et scapula- 
ribus subnigris ; stria lata ab oculo secundum colli latera deor- 
sum violaceo-cyanea. 

Type von Bonaparte im Leidener Museum, cf ad. Karminroth, 
in's Purpurrothe ziehend , besonders auf der Unterseite , und 
hier die äussersten Federsäume unter gewissem Lichte bläulich 
schimmernd. Schwingen scharlach , am Ende der Innen- und 
Aussenfahne schwarz gespitzt und vor diesem schwarzen Ende 
auf den l^en Schwingen in's Gelbe. Deckfedern der Schwingen 
Iter Ordnung und Eckflügel scharlachroth , an den Spitzen 
schmal grün gesäumt. Flügeldeckfedern und Schultern braun- 
schwarz, über den Mittelrücken hin gegenseitig verbunden. 
Kleine Flügeldeckfedern unterseits scharlachroth. Schwanzfedern 
auf der Aussenfahne und Spitze braunschwarz, auf der Innen- 
fahne roth. Von den Zügeln und schmal um's Auge herum , 
zieht sich über die Ohrgegend an den Halsseiten herab ein 
schön violettblauer Streif, der aus langen, schmalen, zugespitz- 
ten Federchen besteht. Ein Fleck jederseits am Schnabel braun- 
schwarz. Schnabel hornweiss. Füsse dunkelbraun. 

Ein Exemplar (ad.) im Britisch-Museum , stimmt mit dem vorherge- 



i) Diese Schreibart ist jedenfalls corrccter als die von Bonaparle. 



DOMICELLA RETICÜLATA. 797 

henden beinah ganz überein , aber die ganzen oberen Flügeldecken 
nebst Schullern , welche Partien sich beiderseits auf dem Rücken 
fast vereinigen, sind schwarz, ebenso jederseits an den Schenkeln 
ein grosser schwarzer Fleck; Schwanzfedern tief schwarz, ausser 
den 2 mittelsten einfarbigen, an Innenfahne Scharlach. 
Ein 5 im Leidener Museum (nach dem Cataloge) hat die Schulter- 
federn stark orange und grün variirt ; die Federn der unteren 
Theile haben grüne Endsäume, die besonders deutlich auf dem 
Unterbauche und Schenkeln hervortreten. Scheint offenbar ein 
jüngerer Vogel zu sein. 
Das Vaterland dieser characteristischen Art ist noch keineswegs 
ganz genau bekannt. Obwohl von Rosenberg die Inseln der Geel- 
vinks-Bai Biak , Jobie und Myfore angiebt , so geht aus seinem 
Reisebericht hervor, dass er während seines Aufenthaltes zu Doreh 
nur 2 lebende Exemplare von einem Papu kaufte, die von dorther 
stammen sollten. Bekanntlich ist aber den Aussagen der Eingebornen 
nicht unbedingt Glauben beizumessen , obwohl nichts gegen diese 
Annahme spricht. Auch Wallace bestättigt sie, da er lebende 
Exemplare, die gleichzeitig mit D. cyanauchen von Myfore und 
Jobie hergebracht waren , zu Doreh kaufte. Baron von Rosenberg 
erhielt die Art auch aus dem Inneren der Geelvinks-Bai von 
Neu-Guinea (brieflicher Mittheilung). Das Exemplar im Leidener 
Museum trägt nur die Bezeichnung »Molucken". Ein z^veites In- 
dividuum, welches dies Museum durch Hoedt erhielt, wurde in Doreh 
lebend aquirirt und soll 9 Tagereisen östlich von diesem Hafen 
herstammen. 

Van Rosenberg berichtet von einem seiner lebenden Exemplare 
eine merkwürdige Farbenveränderung an: das Schwarz auf Flügeln 
und Rücken veränderte sich nämlich in Grün und das Roth auf der 
Innenfahne der Schwingen in Gelb. 

(316.) 21 Domiceila reticulata, (Müller). — Der blaiigestrichelte 

Brdtschwanzlori 

Blue-necked Lory, Latham , Gen. Hist. II (1822) p. 136. — Psit- 
tacus reticulatus, Müll, et Schleg., Verhandl. (Land- en 



708 DOMICELLA RETICULATA. 

Volkenk. 1839) p. 108. — Wjegm., Arch. f. Naturg. p. 79. — 
Lorius borneus, Less., Tr. d'Orn. (1831) p. 192. — Eos 
cyanostriata, G. R. Gray, Gen. of B. II. (1844) N°. 9. 
pl. 105 (fig. opt.). — id., Psittacus reticulatus, N". 34. — 
Eos cyanostriata, Bonap., Proc. Z. S. (1850) p. 29. — id., 
Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., Naumannia. 1856. — Eos 
borneus, Souance, Rev. et Mag. Z. (1856) p. 226. — • Psit- 
tacus cy anostictus , Schleg., Handl. (1857) p. 184. — Eos 
bornea, G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 52. — Eos cya- 
nostriata et reticulata, Sclat., Proc. Z. S. (1860) p. 226. — 
Eos spec. (ex Insulis Tenimber), Rosenb., Cab. J. f. Orn. (1862) 
p. 65. — id., Psittacus (Eos) guttatus, Natuurk. Tijdschr. 
Y. Nederl. Indie, Deel XXV (1863) p. 145. — Eos cyanos- 
triata, Wallace, Proc. (1864) p. 290. — Eos reticulata, 
Schleg., Dierentuin (1864) p. 68. — id., Lorius reticula- 
tus, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 128. 
Jata-wala-Kirkich , bengalisch (Blyth). 

Diagnosis: Karminroth, auf der Unterseite dunkel violett angeflogen, 
ebenso auf dem Mantel und hier mit schmalen cyanblauen 
Schaftstrichen, Schvranz braunschwarz. 

Kermesina ; latere inferiore et interscapilio obscure violaceo- 
afflatis ; scapis plumarum interscapilii tenuiter cyaneo-striatis ; 
cauda nigro-fusca. 
Type von reticulatus, Müller im Leidener Museum, c?. Kar- 
minroth. Die ersten zwei Schwingen ganz schwarz , die übrigen 
an Basishälfte der Innenfahne , nicht ganz bis an den Schaft 
an, scharlachroth, und die letzten dieser Schwingen auch auf 
der Aussenfahne roth. Die Schwingen 2ter Ordnung roth längs 
Schaftmitte und am Endsaume schwarz. Deckfedern der l^en 
Schwingen schAvarz, an Aussenfahne und Spitze breit schar- 
lachroth gerandet. Die Deckfedern der Schwingen 2ter Ordnung 
schwarz, theilweis roth umsäumt, auch die Schulterdecken sind 
schwarz und haben entweder breite rothe Säume oder sind nur 
roth gespitzt. Die Flügeldeckfedern roth an Basis schwarz. Flü- 
geldecken unterseits scharlachroth. Schwanzfedern an Aussenfahne 



DOMICELLA RETICDLATA. 799 

nicht ganz bis zur Spitze schwarz , die 2 mittelsten einfarbig 
schwarz ; die übrigen auf Innenfahne und unterseits roth , am Ende 
in's schillernd Gelbe übergehend, Ohrdecken , aus lanzettförmigen 
zugespitzten Federn bestehend , dunkel violettblau , Brust nur 
so angeflogen , und ein deutlicher Fleck jederseits am Schenkel 
Yon gleicher Farbe. Oberrücken schwach violett angeflogen und 
die Endhälfte der langen, spitz zulaufenden Federn prächtig 
cyanblau. Schnabel hornweiss. Füsse schwarzgrau. Schnabel 
im Leben orangeroth ; Augenkreis , Füsse und Wachshaut 
schwärzlich ; Iris schön braun (Zool. Gart. London). 
Ganz ebenso Exemplare (Tenimber-Inseln) im Bremer Museum und 
in Kirchhoffs Collection. 
Psittacus guttatus, von Rosenberg, von den Tenimber-Inseln 
gehört ganz bestimmt liierher und ist keineswegs eine besondere Art. 
Ueber das Vaterland dieser Art erfuhr ich erst durch Wallace das 
Richtige: er versicherte mir, dass sie bestimmt nur auf den Tenimber- 
Inseln und Timor-laut gefunden werde. Durch buginesische Tripang- 
fischer werde sie öfterer von dorther nach Macassar gebracht. 

Nach dem Exemplare des Leidener Museum scheint die irrige An» 
gäbe »Amboina" verbreitet zu sein, die auch von Rosenberg wieder- 
holt, der die Art auch auf Ceram gefunden haben will. Wie indess 
aus seinem Berichte hervorgeht, sah er die Art nur im Käfige hier, 
es waren daher jedenfalls von woanders hergebrachte Vögel. Dagegen 
ist seine Eos spec. von den Tenimber-Inseln, die er später s. n. 
Fs. guttatus als neu in die Wissenschaft einzuführen versucht, 
bestimmt D. reticulata. 

Lesson's Benennung borneus ist, obwohl ihr das Prioritätsrecht 
gebührt , so sinnwiedrig , dass ich sie hier nicht annehmen kann , 
da ich mich solcher Namen , die so gänzlich gegen die geographische 
Verbreitung streiten , grundsätzlich enthalte. Ueberdies müsste es 
correct auch »borneoensis" geschrieben werden. 

Interessant war es für mich diese Art schon in Latham's Gen. 
History beschrieben zu finden , nach einem Exemplare in Lord 
Stanley's Collection. 



800 



>-Ö P 



DOMICELLA COCCINEA. 



3 2: 



Ol 



<x) ^ n: ö g g 

• • ^ - ^- W " B- 



Co 






=: 


3 




£L 


tu 


a 



8 




er 



hS 



ö - -Si 



rt <-f o 

p 



3 P ^ Ö 



» 05 C 


t^ 


1^ 


cuejttucnüiosoJOsejiw 


C^ Oä Ot C7X 


~ 




1— 1 


oseoos-ait^.i-'tocoooh-' 


t^ 00^ co_ 1-^ 



a c o 






"^ Ä oswto to C90SE0 03IM uswi «wea^rrikw 



3 « 



^ 



00 

fc® " 3" ^ ^ ^ . - . 

* — ' s f] . n — ^ — _ — 

TJ — » — s X .-::o^-'=:='='0=::OH-ioo 00;:: S 



3 



3 



fcS 



00 (^ /«5 ,, — ^ m oooo«0(X)-35DI-'CO«OCOH-50l-'l-'i— 0«000-a P'CQ 

ir' !->. j** .^ i :: ; -,^0 :;^ :; o ^ o o o ~^ ::^ bd 2i 2- 

' ^ -.3 r = ==-,=», = - = =i.g|. 

»TS Ol -«1 ' S* 

«H- — ^ 00 
»» ^^ Ci' «O 



«Dcooo-^osoo 00-aosi— ' 0000 coeo-o~a 



" -3 _ I ^ H . I . . «-- I . . I ~ . g-^g 



cn 



- S I I ^ N'^l I ^I I I I ~l I ^1 -1 III t 






05 



ö • ns g-- 

^ <^ ^ '^ .^- H -r- H s fri — • CL,+o iP n Q^Q^'a'J::^+0 






5- Q. r a. r ^ - =• s^ s; g f ? ». 



n> ~- 



^-^^ ■ 2g2"2 ?S^«3-ac öiS2W 

? 2- j^ I B I • •% « 



3- ß 



J-; C« ts 3 ? 

• ? -^ ■ 

I P r 



DOMICELLA COCCINEA. 801 

Bechst., Kurze Ueb. p. 69. — Vieill., Enc. Meth. p. 1383. — 
Shaw, Gen. Zool. VIII. 461. pl. 68. — Ps. coccineus, Kühl, 
Consp. p. 42. — Eos indica, Wagl., Mon. p. 557. — Lo- 
rius coccineus, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 132, — Psit- 
tacus (Lorius) coccineus, Müller et Schlegel, Verhandl. 
p. 182. — Eos indica, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 1. — 
id., List Psitt. (1859) p. 51. — Bp., Proc. (1850) p. 28. — 
id., Rev. et Mag. Z. 1854. ~ id., Naum. 1856. — V^allace, 
Proc. Z. S. (1864) p. 290. — Lorius coccineus, Schleg., 
Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 128. — id., Nederl. Tijdschr. voor 
Dierk. (1865) p. 186. — Le Lory Perruche violet et rouge, 
Levaill,, t. 55 (fig. med.). 

Varietät : Flügel grün. 
Indian Lory, var. A. Lath., Gen. Hist. II. p. 128. 
Didgnosis : Karminroth; Brust, Mantel, Hinterhals, Querstrich über 
die Scheitelmitte und jederseits ein Streif von den Augen über 
die Ohrgegend herab schön blau; Schwaoz, Fleck an den Schen- 
keln und Schultern violettschwarz. 

Kermesina ; pectore interscapilio , auchenio , striaque verticis 
transversa ab oculo utroque secundum regionem paroticam de- 
currenle cyaneis ; cauda macularum femorum et scapularibus 
violaceo-nigris. 
Leidener Museum. Karminroth, in's Purpurrolhe scheinend, die obe- 
ren Schwanzdecken und Bürzelfedern mehr in's Purpurbraune 
ziehend. Ueber die Scheitelmitte, von einem Auge zum anderen, 
ein breiter blauer Querstreif, und vom hinteren Augenrande über 
das Ohr bis zum Nacken jederseits ein zweiter schmälerer, der 
wie Nacken , Mantel und Brust ebenfalls blau ist. Die erste 
Schwinge an der Aussenfahne, die übrigen nur an der Spitze 
schwarz sonst roth , die Schwingen 2*61' Ordnung am Ende schmal 
schwarz gerandet, wodurch eine schwarze Querbinde über den 
Flügel entsteht. Schulterdecken dunkel purpurviolettschwarz. 
After, Schenkel und um Tibia blau. Schwanz an der Aussen- 
fahne und Spitze dunkel schwarzbraun in's Purpurne, an Innen- 
fahne Scharlach , die 2 mittelsten Federn einfarbig violettschwarz. 



802 DOMICELLA COCCINEA. 

Untere Scliwanzdecken schwach blau gespitzt. Schnabel horn- 
Aveiss. Füsse und Krallen braunschwarz. 
$ im Leidener Museum, ganz wie das cT- 

Ebenso ein Exemplar von den Shangir-Inseln (Wallace) im Leidener 
Museum, nur etwas kleiner. Von derselben Localität ein alter 
Vogel im Museum Heine ganz übereinstimmend. 
Jüngerer Vogel im Museum Heine ähnelt im Allgemeinen dem alten , 
aber das blaue Querband über den Scheitel ist nur sehr unvoll- 
ständig durch einige blaue Federendsäume angedeutet, ebenso ist 
die blaue Brustquerbinde noch mit vielen rothen Federn gemischt. 
Einer früheren Angabe im Leidener Museum zu Folge wäre Hai- 
mahera die Heimath dieser prachtvollen Art. Dr, Forsten sandte 
Exemplare daher ein , welche aber offenbar durch Kauf erlangt 
waren. Weder Dr. Bernstein noch Wallace bemerkten den Vogel 
je auf Halmahera. Dagegen sammelte ihn Wallace auf den kleinen 
etwa 5 Meilen nördlich von Celebes gelegenen Shangir-Inseln (Siao 
und Sanguir) ein, welche bis jetzt als die einzige mit Sicherheit 
nachgewiesene Localität zu betrachten sind. Dies bezweifelt indess 
Professor Schlegel aus dem Grunde, weil unter einer grossen Vo- 
gelsammlung von diesen Inseln, welche das Leidener Museum 1864 
erhielt, sich keine D. coccinea befand. Er vermuthet dass die 
wahre Heimath der Art w^eiter nach Osten zu liegen werde, vielleicht 
auf der Gruppe Karekelang. Dass die niederl. Reisenden die Art 
nicht auf der Shangir-Inseln fanden , ist für mich indess noch nicht 
Grund genug die Wallaee'schen Angaben für irrlhümliche zu halten. 
Nach gütiger brieflicher Mittheilung von Herrn von Rosenberg be- 
wohnt diese Art die nördlich von Shangir liegenden Talaut-Inseln. 

Von Rosenberg führte die Art früher nur von Halmahera an, 
welche Insel indess nicht selbst von ihm besucht wurde. Dr. Bern- 
stein machte aber schon auf diese Angabe, als einer durchaus irrigen 
aufmerksam. 

Ich ziehe die etwas spätere Benennung Lalham's coceineus 
der Gmelin'schen »indicus" vor, da Namen die eine geographische 
Bedeutung haben auch richtig sein müssen, wenn sie nicht zu gänz- 
lich falschen Begriffen leiten sollen. 



DOMICELLA IlICINIATA. 803 

Den von Latham s. n. Indian Lory , var. A. in der Gen. Hislory 
beschriebenen Vogel betrachte ich als Varietät dieser Art, trotzdem 
die grüne Flügelfärbung ganz abweichend ist. Latham sah den Vo- 
gel nur einmal lebend. 

(518.) 23. Domicella riciniata, (Bechst.), — Der violetlnackige 
Breitsciiwanzlori. 

Psittacus riciniatus, Sechst., Kurze Ueb. (1811) p. 69. pl. 4 
(sat. accur.). — Perruche ä chaperon bleu , Levaillant , Perr. 
t. 54. — Le petit Lori de Gueby, Sonnerat, voy. a la Nouv. 
Quin. (1776) pl. 109 (nee descript.). — ? Gueby Lory, Lath., 
Syn. I (Remarks) p. 219. — Psittacus cucullatus, Shaw, 
Gen. Zool. VIJL p. 461. — Ps. riciniatus. Kühl, Consp. 
p. 42. — Gueby Lory, var. A. Latham, Gen. Hist. II (1822) 
p. 134. — Lorius cucullatus, Steph., Gen. Zool. XIV. 
p. 132. — Lorius Isidorii, Swainson, Zool. Iliust. (1829) 
N°. 1. — Eos cochinchinensis, Wagler, Mon. (1831) 
p. 560. — Psittacus (Lorius) riciniatus, Müll, et Schleg., 
Verhandl. (Land- en Volkenkunde) p. 108. — Eos cochin- 
chinensis et Isidorii, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 4 
et 6. — Eos riciniata, Bp., Proc. Z. S. (1850) p. 29. — 
id., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 156. — id., Naum. 1856. — 
Eos cochinchinensis, G. R. Gray, List Psitt. (1859) 
p. 52. — Eos riciniata, Wallace, Proc. Z. S. (1864) 
p. 290. — Lorius riciniatus, Schlegel, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 125. — ■ id., Nederlandsch Tijdschrift voor Dierkunde 
(1866) p. 335. 

Hinterkopf und Nacken roth ! 
Lorius (Eos) Wallacei, 0. Finsch, Gab. J. f. Orn. (1864) 
p. 411. — Eos cochinchinensis, var. G. R. Gray, Proc. 
Z. S. (1861) p. 431 et 436. — Eos guebensis, Rosenb., 
Gab. J. f. Orn. (1862) p. 63. — id., (1864) p. IIB. — Eos 
squamata, Wall., Proc. Z. S. (1864) p. 290. 

? Junger Vogel. 
Psittacus guebiensis. Kühl, Consp. p. 39. — Eos gue- 

51* 



804 DOMICELLA RICINIATA. 

biensis, Wagler, Mon. p. 559. — Bonaparte, Proc. Z. S. 
(1850) p* 28. 

Var. mit grünem Schwänze. 
Psittacus variegatus, Gml., S. N. p. 319. — Variegated 
Lory, Lath., Syn. I. p. 220. — id., Psittacus variegatus, 
Ind. Orn. p, 90. — Bechst., Kurze Ueb. p. 70. — Vieillot , 
Nouv. Dict. XXV. p. 338. — id., Enc. Meth. p. 1381. — 
Shaw, Zool. VIII. p. 464. — Latham, Gen. Hist. II (1822) 
p. 137. — Kühl, Consp. p. 98. — Eos variegata. Wagler, 
Mon. p. 560. — G. R. Gray , Gen. of B. II. N^ 5. — id., 
Eos indica var., List Psitt. (1859) p. 51. 

Unrichtige Beschreibung. 
Psittacus cochinchinensis, Lath., Ind. Orn. p. 116. — 
id., Cochinchina Parrot , Syn. Suppl. p. 65. — id., Gen. Hist. 
II. p. 231. — Psittacus cochinchinensis, Bechstein , 
Kurze Ueb. p. 94. — Vieillot, Enc. Meth. p. 1365. — Kühl, 
Consp. p. 99. 

Diagnosis : Karminroth ; Hinterkopf , Nacken und ein breites Band 
um den Hals , nebst Bauch und After sowie die unteren 
Sclnvanzdecken violett; letztere zuweilen roth. 
Kermesina ; occipite , nucha, collari lato, abdomine crisso et 
teclricibus caudae inferioribus violaceis, his nonnunquam rubris. 

Halmahera (Forsten) Leidener Museum, cf. Scharlach-karminroth, 
am lebhaftesten auf Bürzel und den oberen Schwanzdecken. 
Schwingen l^er Ordnung schwarzbraun, an Basishälfte der In- 
nenfahne roth , von der 4ten Schwinge an auch an Basis der 
Aussenfahne roth. Deckfedern der Ite« Schwingen schwarz. Die 
Schwingen 2tci- Ordnung roth, am Ende breit schwarz gerandet, 
ebenso die Deckfedern derselben, wodurch zwei schwarze Quer- 
binden über den Flügel entstehen. Die oberen kleinen Deck- 
federn sowie alle unteren roth. Die Schultern braunschwarz , 
unter gewissem Lichte in's Grünliche scheinend. Der ganze 
Hals, vorn bis zur Brust herunter, wie Hinterhaupt und Nacken 
dunkel violett, ebenso der Bauch, After, die unteren Schwanz- 
decken und jederseits ein Strich über die Schenkeln. Schwanz- 



DÜMICELLA RICINIATA. 805 

federn purpurbraun , unterseits am Ende in's Gelbe ziehend , 
an Innenfahne scharlachroth gerandet. Schnabel hornweiss , im 
Leben orangeroth, Füsse braunschwarz. 
$ Ternate (Bernstein) Leidener Museum , ganz wie das cT. 
(/ Batjan (Wallace) im Bremer Museum , wie von Halmahera aber 
alle Farben schöner ; das Blau des Vorderhalses zieht sich nicht 
bis auf die Brust herab, daher diese roth , Bauch, Schenkel 
und After blau , die unteren Schwanzdecken roth , nur an Basis 
blaulich. 
Ein Exemplar von Morotai (Wallace) im Museum Heine stimmt 

ganz mit solchen von Halmahera überein. 
Jüngerer Vogel (Collection Wallace). Im Allgemeinen wie der alte, 
aber die Unterseite nebst der ganzen Brust mit düster violetten 
Endsäumen. 
Ein junger Vogel (Halmahera) in Kirchhoff's Collection, hat das 
Schwarz der Schulterdecken und der Schwingen stark in's 
Grüne ziehend und auf der Unterseite ebenfalls violette Feder- 
säume. 
Ein Exemplar von Waigiu (Wallace) Collection Wallace, stimmt 
sonst ganz mit den beschriebenen überein , aber rings um den 
Hals zieht sich nur ein schmales blaues Band , Hinterkopf und 
Nacken sind daher roth wie der übrige Kopf. 
Jüngerer Vogel (Waigiu) Britisch-Museum, sonst ganz übereinstim- 
mend , aber das violette Halsband geht nicht rings herum , 
sondern nur am Hinter- und Vorderhalse zeigt sich etwas 
Violettblau. 
Ein Exemplar (Waigiu) im Leidener Museum durch Wallace ganz 
ähnlich , aber noch weniger violett am Halse ; der Bauch nur 
violett angeflogen. 
Das Heimathsgebiet dieser bekannten Art sind die Inseln Ternate , 
Motir, Halmahera, Batjan, Morotai, Moor, Dammar, Makian , 
Gebell, Waigiu und die Obi-Inseln. Gray giebt auch Timor-laut 
und Celebes an , aber irrthümlich. Wallace nennt sonderbarer 
Weise nur Batjan und Halmahera, indess sind die übrigen angeführ- 
ten Localitäten durch Dr. Bernstein genügend erwiesen. Nach von 



806 DOMICELLA RICINIATA. 

Rosenberg käme die Art auch auf Neu-Guinea vor. Wahrscheinlich 
liegt aber hier eine Verwechselung zu Grunde. 

Wie bei den meisten Arten der Molucken in Folge der vielen 
ungenauen Beschreibungen Irrthümer entstanden sind , so fehlen 
dieselben auch bei dieser nicht. 

Latham , dessen verkehrte Benennung cochinchinensis von 
vorn herein nicht anzunehmen ist, beschreibt den Vogel sehr unge- 
nügend. Dagegen bezieht sich sein Gueby Lory var. A. der General 
History deutlich auf unseren Vogel. Latham beschreibt ihn nach 
einem lebenden Exemplare, welches er bei Lady Scott sah und theilt 
noch mit , dass der Vogel äusserst zahm war , aber nicht sprechen 
lernte. 

Psittacus variegatus, Gml., nach einer Beschreibung Latham's 
aus dem Leverian-Museum aufgestellt, unterscheidet sich durch den 
grünen Schwanz, und müsste also mit ebenso viel Recht specifisch 
getrennt bleiben, als die blauschwänzige rubra (coeruleatus, 
Bechstein), wenn es nicht viel wahrscheinlicher wäre, dass beide 
Vögel nur Artefact sein werden. Gray zieht den variegaled Lory 
Latham's übrigens sehr mit Unrecht zu D. coccinea. 

Der von Sonnerat (pl. 109) abgebildete Vogel gehört sehr deutlich 
hierher und passt keineswegs zu der Beschreibung seines »petit Lori 
de Gueby" (D. rubra). Ebenso dürfte der von Kühl und Wagler 
s. n. Ps. guebiensis beschriebene, offenbar jüngere Vogel: »roth, 
die Federn des Scheitels , Hinterhalses und auf Brust mit grünlichen 
Endsäumen; Rücken schwarzgrün angeflogen; Schwanzende schwarz" 
(nach einem Exemplare des Pariser Museum) sich am besten mit 
dieser Art identificiren lassen. 

Die Exemplare von Waigiu, welche sich durch den rothen (nicht 
violetten) Hinterkopf und Nacken sehr aufTallend auszeichnen , glaubte 
ich als besondere Art (D. Wallacei) specifisch sondern zu müssen. 
Nach Schlegel's neuesten Nachrichten ist diese Abweichung indess 
nicht constant, da sich Uebergänge von der einen Form zur anderen 
nachweisen lassen. Ich stehe desshalb nicht an D. Wallacei als 
Art einzuziehen. 

lieber die Lebensweise von D. riciniata fehlen alle Nachrichten. 



DOMICELLA FÜSCATA. 807 



(319.) 24. Domlcella fuscata, (Blyth). — Der locisubürzcligc 
Breitschivanzlori. 

PI. 6. 

Eos fuscatus, lilyth, Journ. As. S. Beng. XXVII (1858)p. 279. — • 
Eos (Chalcopsitta) torrida, G. R. Gray, List Psitt. (1859) 
p. 102. — Eos leucopygialis, Rosenberg, Gab. Journ. f, 
Orn. (1862) p. 64. — id., Chalcopsitta leucopygialis, 
Natuurk. Tijdschr. v. Nederl. Indie (1863) p. 144 et 224. — 
id., Gab. J. f. Orn. (1864) p. 113. — Eos fuscata. Wall., 
Proc. Z. S. (1864) p. 291. — Schleg., Dierentuin (1864) p. 68 
(mit Holzschn.). — id., Lorius fuscatus, Mus. P. B. Psilt. 
(1864) p. 122. 

Diagnosis : Kopf kastanienbraun ; Scheitelmitte gelbbraun ; Kehle , 
Brust, Bauch, After und Schenkel roth; Rücken, Flügel, obere 
Schwanzdecken nebst Seiten fast schwarz ; Hinterrücken gelb- 
lichweiss ; über den Kropf ein braunes Querband. 
Junger Vogel : die rothen Theile erscheinen gelb. 

Gapite badio; vertice medio ferrugineo; gula, pectore, abdomine, 
ano tibiisque rubris , fascia transversa gutturis brunnea ; dorso , 
alis , tectricibus caudae superioribus et hypochondriis subnigris ; 
tergo flavido-albo. 

Neu-Guinea (Doreh, Wallace) Leidener Museum. cT ad. Schwingen 
schwarz, an Aussenfahne schmal grünlich verwaschen gesäumt, 
auf Innenfahne, gleich hinter der Basis nicht ganz bis zur Spitze, 
lebhaft orange, welcher Farbe von unten gesehen mehr zinnober- 
roth erscheint. Der orange Fleck ist auf der ersten Schwinge 
weniger bemerkbar, und erreicht den Schaft nicht, auf den drei 
ersten Schwingen 2ter Ordnung erscheint er nur als kleiner runder 
gelber Fleck , die übrigen 2*^" Schwingen sind an Innenfahne ein- 
farbig schwarz. Deckfedern der Schwingen Iter Ordnung schwarz, 
an Aussenfahne schwarzblau. Deckfedern der Schwingen 2<:er 
Ordnung und die letzten dieser Schwingen dunkel kastanien- 
braun. Schultern, Oberrücken und Flügeldeckfedern wie Kopf 



808 DOMICELLA FUSCATA, 

und Hals dunkelschwarzbraun, die Federn des Nackens, 
der Halsseiten , auf Backen und Kinn mit breiten kastanien- 
braunen Endsäumen , die gegen den Hinterhals zu he^ller wer- 
den und diesen Theilen desshalb eine hellere Färbung geben. 
Es erscheinen daher nur Stirn , Zügel und Hinterkopf braun- 
schwarz , die ganze Scheitelmitte aber glänzend gelbbraun , die 
Basishälfte der Federn ist braunschwarz. Unterm Kinn zieht 
sich ein schmäleres hochorangezinnoberrothes Querband , unter 
demselben auf dem Kröpfe bis an die Halsseiten ein breiteres 
dunkelbraunes, dessen Federn , ebenso wie die des Oberrückens 
am Ende hellbraun gesäumt sind. Yon der Brustmitte an die 
Unterseile lebhaft zinnoberroth, besonders die Befiederung der 
Tibia. Obere und untere Schwanzdecken glänzend schwarz , 
ebenso die Seiten , von welchen aus über die Brustmitte eine 
nicht ganz zusammenfliessende Querbinde läuft ; die unteren 
Schwanzdeckfedern ziehen in's Schwarzblaue. Hinterrücken 
und Bürzel fahl gelbweiss, die Basis der Federn braunschwarz. 
Flügelrand und kleine Deckfedern unterseits längs demselben 
dunkelbraun , die mittleren und grossen unteren zinnoberroth. 
Schwanzfedern oberseits düster olivengrüngrau, am Ende breit 
graublau gerandet, an Innenfahne zinnoberroth, die 2 mittels- 
ten Federn längs Schaftmitte düster zinnoberroth, Schwanz- 
unterseite an Wurzelhälfte brennend orange, in's Zinnober- 
rothe, an Endhälfte schillernd dunkelgelb. Schnabel horngelb. 
Augenkreis und Wachshaut schwärzlich. Füsse und Krallen 
schwarz. Iris weiss , Schnabel hellroth (Rosenberg). 

Ebenso ein alter Vogel (Neu-Guinea) in Kirchhoff's Collection. 

Jüngeres ^ (Wallace) Leidener Museum , zeigt dieselbe Vertheilung 
in der Zeichnung, nur mit dem Unterschiede, dass die Partien, 
welche am alten Vogel zinnober oder orange sind hier nur orange 
oder gelb erscheinen. So ist die Innenfahne und die Schaftmitte 
der 2 mittelsten Schwanzfedern und der Schwanz unterseits 
gelb, die Innenfahne der Schwingen oberseits gelb, unterseits 
orange. Die Seiten sind blos tief dunkelbraun und ziehen sich 
}n einem breiten Streif über die Brust. Das Querband unlerm 



DOMICELLA FUSCATA. 809 

Kinn ist schmäler und citrongelb. Die Säume der Scheitel- 
und Nackenfedern sind mehr gelbbraun, die Schwingen 2'er 
Ordnung an Aussenfahne blauschwarz , und die hintersten 
Schulterdecken nicht kastanienbraun, sondern dunkel olivengelb 
angeflogen. Im Uebrigen ist Färbung und Zeichnung wie beim 
alten Vogel. 
Ganz ebenso ein alter und jüngerer Vogel im Britisch-Museum (Type 

von torrida, G. R. Gray). 
Junger Vogel (Doreh) Britisch-Museum , im ersten Kleide , zeigt 
deutlich den üebergang zum alten Vogel: düster olivenbraun- 
grau, auf Bürzel mit weisslichen Endsäumen, auf Kehle, Brust, 
Nacken , Bauch und Bauchseiten mit verwaschenen orangen 
Endsäumen ; Schwanzfedern , die an den Spitzen noch Flaum 
haben, unterseits an Basishälfte der Innenfahne hochorange- 
farben. 
Eine durch die merkwürdige Farbenvertheilung ganz besonders 
characteristische Art und mit keiner anderen zu verwechseln. 

Blyth beschrieb diese Art zuerst, und zwar den jüngeren Vogel. 
Erst durch Wallace und Rosenberg erfuhren wir aber das wahre 
Vaterland. Beide Reisenden erlangten sie bei Doreh, in dem hohen 
Urwalde nächst dem Kampong Lonfobie. Nach Wallace erschien 
ein Flug dieser Vögel bei Doreh jedoch mehr zufällig und verweilte 
hier nur kurze Zeit. Das eigentliche W^ohngebiet ist daher wahr- 
scheinlich mehr im Inneren der Insel. 

Von Rosenberg, der den jüngeren Vogel als constanle Varietät 
betrachtet, theilt mit, dass diese Papageien in kleinen Truppen 
besonders in den dunkelsten Stellen des Waldes angetrofien wer- 
den und so schweigsam von Baum zu Baum fliegen, dass sie leicht 
für Fledermäuse gehalten werden können , eine Beobachtung , die 
allerdings etwas sonderbar für Papageien klingt. 

Der besonderen Güte des Herrn Major Kirchhoff auf Schäferhof 
verdanke ich es von dieser seltenen Art eine Abbildung geben zu 
können. 



810 



TRiOHOGLOSSüS. 



D ea 
p4 m , 






o "5 






ö SS 



tei, 





3 


3 
(D 


bd 


i 






B- 






o 






» 




•-s 


















n 






B 


ST- 





K* td 



M 


u> 


3 




"3- 


N 


tn 


3 


B 


B 

cra 

3 


OTQ 


C 


^ 


R- 


o 


3 


tr 


B 


►^= 


m 


3? 


er 


A 


m 


B 




^ 


SL 


fl) 










O 


i^ 


B 


B- 
o 


>> 










td 








B 




c> 


o 


B 


er 


S 


1 










B 


Ol 






i-f 


m 


o 


Jü< 




er 




CP 


t^ 


tq* 


rt- 




^^^ 


B 


W 


s 


n> 


^ 




rt> 


B-Oq 


<T> 


CO 


B 


a> 


SO 


B 






3- 


e 



Q- 


o 


^^ — ^ 












o 

1-i 


3 


00 

Ins 


o 


3 


t^. 


O 


C 




M 




cn 


H— 1 




•73 


^ 




•73 


• 


t-' 


^'■ 


09 

1-1 


00 


3 


CO 


ff 


* 


S 


ti) 


•V— • 




fD> 


00 


■ 


1 





(/} 



» s » s 



» BS 5 ^ f-i 



>*> 


P- 


•-s 


'fi 


C3 


1 


12! 


o 
q<5 


1-^ 
05 


t?3 




P 


o 


05 


cn 


PU 


ö 


I» 


• 




«• 


o 


;= 


1 


H 

>< 


cn 


a 

Vi 


c» 


•^ 



HC! 




•TS 


dp* 


r* 





' 


o 


tt- 


e 

SS 




*> 




P 
O 


X« 






CA 


w> 




1 


w 


" 




o 
s 

Ol 




o 


cn 


» 


^ 


cn 


CO 


<! 


oq 




CB 


«f 


er; 


a 

3 




cu 


o 


o 


3 


P 


l-^ 


H- 1 
t— 1 


"O 


!»► 


S 


3 


o 


p 


Ol 


w 


3 


c* 


- 




o 


'^-' 


r* 


(» 


H 


3 


1 


1-1 


O 


i-j 


3 


1 


P 


B 


p 






P 


CO 


3 

CO 


3 




CA 


o 






«^ 


P 


3 


M 


HM 






H 


< 


1— 1 
Hl 


i 


t^ 


•1 


00 


cn 


61 


p 


o 


fci) 


3 


•S 




13- 


OS 


cr 




3- 




o^ 




o 
aq 








P 


TJ 


<i 




b3 




• 






c 


o 


ts 

00 


•TS 

P 








^1 


1 






C 

05 








p 


1 


V 




c* 










v!_^ 


Ir^ 


^. 


W 






CD 


CL, 


c. 




H 


c« 
O 


- 


^ 






3 


^ 


\* 




D- 


u 


p 


n 




O 


s 


p 


o 

3 




1-1 




c« 




3 


3 


et 


•T3 





0JM03I— 'CnCOSO CO~atf>.tOH^I— ' 3: 



lo 



ts ts ^ CS ta N9 ts ts ts CO OS CO 



Oi Oi cn &s t^ 



1E>. 50 05 &S ÜT ts P- I 

^ ^ ^ -^ ** -^ o ■ 
~ ~- "- r: s r 1^ ; 



«o 00 o i-J 00 CO c» 



c: -to fcj 



00 00 00 00 CO «o CO 



tij 



CO 00 «O J— ' 00 -a 00 



-3 «O CO 00 00 CO CO 



3- J» 



»a ^a 00 ~a 



OS -a -a 00 00 



00 CO CO 00 



00 CO CO 






~ Hj- B 3 



CL c" c'Ck^ 



»,Q^C^i+0' 



!0^ 



2 d5' 



9 
(S 

tu « 



o f» tS" 

3 r ^ g' 



S- " !r' 



s w 



C- CO 

2^ B 



a a 



w a 



B" 3 g 



5 ^ 



3 




tn 


c 




m 


3 


3 


5 


CD 


H 


a 



TRICHOGLOSSÜS. 811 

(1831) p. 205 et 209. — Tricho g loss us , Wagl., Mon. 
(1852) p. 495. — id., Charmosy na, p. 493 , Eos (part.) et 
Euphema (part.). — Conurus et Psittacula (part.), 
Bourjot, Perr. — Pyrrhodes, Swainson , Class. of ß. II. 
1837 (papuensis). — Belocercus, Müll, et Schlegel, Ver- 
handl. (papuensis). — Trichogloss us et Centrourus, 
G. R. Gray, List of Gen. of B. (1840) p. 51. — id., Tricho- 
glossus, Coriphilus (part.) et Charmosyna, Gen. of 
B. II. — id., List Psitt. 1859. — Palaeornis (part.), van 
der Hoeven, Handb. d. Zool. II (1852—56) p. 457. — 
Lathanaus, Charmosina et Tri choglossus, Bonap., 
Consp. av. I. 1850. — id., Charmosyna, Lathamus, 
Trichoglossus, Psitteuteles, Glossopsitta et Loricu- 
lus (part.), Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., Subfam. 12. 
Trichoglos sinae, Ptilosclera, Compt. Rend. 1857. — 
id., Cyclopsitta (part.), Naum. (1856) Beil. I. — Tricho- 
glossus et Coriphilus, Schleg., Dierentuin. 1864. — id., 
Trichoglossus et Nanodes (sous-genre) , Mus. P. B. 
Psitt. 1864. 

Abbildungen. G. R. Gray, Gen. of B. IL t. lOla. fig. 1 et t. 105. 
flg. 4. — Reichb., Nat. Syst. (1850) t. 82. Trichoglossus 
et Nanodes et t. 81. Charmosyna. 

Diagnosis: Schnabel und Nasenlöcher wie bei Domicella. Nackter 
Augenkreis undeutlich. Flügel lang, spitz; die Schwingen ohne 
Ausschnitt. Flügelspitze lang , viel länger als die Hälfte des 
Oberflügels. Schwanz lang, keilförmig abgestuft; die Federn 
am Ende spitz. 

Rostrum roslro Domicellae persimile. Annulus orbitalis nullus 
obsoletus. Alae elongatae acuminatae remigibus integris, apice 
longo multo longiore quam ala superiore dimidia. Cauda longa 
cuneata rectricibus ad basin dilatatis sensim angustatis acumi« 
nate desinentibus. 

Beschreibung. Schnabel mittelmässig , meist so hoch als lang, 
seitlich zusammengedrückt ; Oberschnabel mit kantiger Firste 
und verschmälerter, dünner, stark herabgebogener, überhängen- 



812 IRICHOGLOSSUS. 

der Spitze , mit sanft gerundeter , aber deutlicher Bucht ; ün- 
terschnabel ebenfalls seitlich zusammengedrückt , mit seiner 
Dillenkante in gerader Linie schief aufsteigend ; Schneiden 
gerade, ohne Ausbuchtung. Spitze des Oberschnabels ohne 
Feilkerben, diese treten erst, aber nicht immer, im Gaumen- 
theile auf. 

Nasenlöcher oval , klein , frei , in einer deutlichen aber schmalen 
Wachshaut , die nur selten breiter und etwas aufgetrieben ist. 

Zügel und Augenkreis befiedert, nur einen schmalen Ring nackt 
lassend. 

Flügel spitz, lang, bis an's Ende der oberen Schwanzdecken reichend 
und meist etwas mehr als '/j des Schwanzes deckend; eine der 
ersten 3 Schwingen am längsten; Flügelspitze lang, viel län- 
ger als die Hälfte des Oberllügels ; Schwingen gleichmässig 
spitz zulaufend, nur zuweilen etwas abgerundet, ohne deut- 
lichen Ausschnitt , selten die ersten 2 Schwingen am Ende der 
Innenfahne verschmälert. 

10 Hand- und 10 Armschwingen, zuweilen nur 9 Armschwingen. 

Schwanz keilförmig , mit an der Basis ziemlich breiten Federn , die 
gleichmässig spitz zulaufen und an der Spitze zugerundet sind; 
die Federn stark abgestuft , die äussere meist kürzer als die 
Hälfte der mittelsten, diese etwas, selten ansehnlich vorragend; 
Schwanz fast immer kürzer als Flügel. 

Füsse kurz , kräftig , mit kurzen , dicken Zehen , deren äussere 
vordere länger als der Lauf ist; Nägel gekrümmt, kräftig. 

Gefieder ziemlich derb ; die Federn breit , auf dem Kopfe sehr oft 
mit langer, schmaler, harter, hornartiger Schaftmitte. Puder- 
' dunen fehlen (haematodes, Nitzsch). 

Färbung sehr glänzend ; auf der Oberseite meist grün , mit einem 
helleren Querbande im Nacken; Brust meist roth, mit dunklerer 
Querzeichnung ; Innenfahne der Schwingen oder die Basis der 
Schwanzfedern mit lebhaften Flecken ; die Mantelfedern sehr 
oft mit buntem Querbande. Schnabel meist lebhaft roth oder 
orange, selten schwarz. 

Geschlechter nicht, Junge wenig verschieden. 



TRICHOGLOSSÜS. 815 

Gestalt mehr schlank , besonders bei den kleineren Arten. 
Ziemlich grosse bis kleine Arten , von Sperlings- bis Taubengrösse. 

Schwingenverhältnisse. Bezüglich derselben konnte ich folgende 
Untersuchungen machen. Bei den meisten Arten fand ich 10 Hand- 
und 10 Armschwingen und zwar bei: T r. No vae-Hollandia e, 
Forsteni, haematodes, cyanogrammus, Massenae, or- 
natus, chlorolepidotus, versicolor, concinnus, pusil- 
lus, porphyrocephalus, discolor und placens, nur bei 
Iris und euteles 9 Arm- und 10 Handschwingen. Weit weni- 
ger constant als die Anzahl der Schwingen war ihre Anordnung 
hinsichtlich der LMnge und obwohl dieselbe meist zwischen den 
ersten dreien schwankte , so wird es nicht uninteressant sein die Un- 
tersuchungen hierüber ebenfalls mitzutheilen. 

Tr. No vae-Holl andiae, l^e und 2te Schwingen am längsten, 
3te kaum kürzer. Tr. haematodes, 2*6 und 3*e Schwinge 
am längsten , 3*^ kaum kürzer. Tr. cyanogrammus, 
ebenso. Tr. Massenae, 2'^e Schwinge am längsten, l^e und 
5'e kaum kürzer. Tr. ornatus, ebenso. Tr, chlorolepi- 
dotus, 2te und 5te Schwinge am längsten. Tr. euteles, 
Iris und flavoviridis, ebenso. Tr. versicolor, 2te 
Schwinge am längsten, l^e und o^e kaum kürzer. Tr. con- 
cinnus, ebenso. Tr. pusiUus, l^e und 2te Schwinge am 
längsten. Tr. porphyrocephalus, ebenso. Tr. discolor, 
2*6 Schwinge am längsten, Ite und 3*^ kürzer. Tr. pla- 
cens, 2*6 und 3*6 Schwinge am längsten. 
Pterylose. Hierüber liegen nur Nilzsch's Untersuchungen über Tr. 
haematodes vor. Diese Art zeichnet sich durch verhältniss- 
mässig schmale Flurzüge aus. So hat die Unterflur auf der Brust 
einen recht deutlichen Aussenast, zwischen welchen und dem 
schwächeren Hauptzuge aber einzelne zerstreute Konturfedern 
eingeschoben sind. An der Spinalflur ist der hintere Theil sehr 
kurz gegabelt, kürzer als gewöhnlich, so dass der einfache Stiel 
der Gabel den beiden Aesten an Länge gleich kommt. 
Die Zunge zeigt die besondere mit Papillen besetzte Beschaffenheil 
wie bei Dom i c el 1 a. 



814 TRICHOGLOSSUS. 

Bürzeldrüse von Nitzsch sehr deutlich bei haematodes gefunden. 
Gabelbein deutlich entwickelt: No vae-Hollandiae, haematodes, 
cy a n gra mm US, ornatus, euteles, discolor, con- 
cinnus und pusillus. 

Die Form des Brustbeins fand ich (bei Novae-Hollandiae, 
concinnus, discolor und pusillus) wie bei Platycer- 
cus, die Crista aber vorn mehr rechtwinkelig abgesetzt; die 
seitlichen unteren OefTnungen waren gross. Nach Blanchard 
sind sie bei chlorolepidotus und pusillus klein, aber 
bei discolor gross. Blanchard vergleicht das Sternum von 
Trichoglossus mehr mit dem von Domiceila. Der Au- 
genkreis soll nur unvollständig vorhanden sein. 
Die besondere Schnabelform unterscheidet Trichoglossus stets 
von Platycercus, lässt aber eine grössere Annährung zu der klei- 
nen amerikanischen Gruppe Brotogerys erkennen. 

Wirklich wurde anfänglich eine dahin gehörige Species (Br, pyr- 
rhoptera, Lath.) als Trichoglossus beschrieben. 

Was die geographische Verbreitung der Trichoglossen anbe- 
langt, so ist dieselbe beinah ganz mit der der Platy cer cu s-Arten 
übereinstimmend. Während diese aber weiter östlich vordringen, fin- 
den sich echte Trichoglossu s-Arten mehr westlich. Das Haupt- 
gebiet beider Gruppen bleibt sich jedoch im Allgemeinen gleich. 

Die eigentliche Heimath der Gattung Trichoglossus bildet der 
grosse Continent Australiens in seiner ganzen Ausdehnung, auf 
dem nahen Yan Diemensland erreicht sie ihre südlichste Grenze. 
Auf Neu-Seeland fehlt die Gruppe ganz. Die Inseln der Südsee 
kommen nur bis zur Gruppe von Neu-Caledonien , Neu-Hebriden und 
Salomons-Inseln mit in den Kreis der Verbreitung, während die 
etwas nördlich vom Aequator gelegenen Molucken-Inseln Halmahera 
und Morotai die nördlichste Grenze für eine , indess weniger ty- 
pische Art (placens) bilden. Dagegen ist die Verbreitung westlich 
ausgedehnter und, obwohl die grossen Sunda-Insein nicht berührend, 
erstreckt sie sich von Timor aus doch bis auf das nahe Sumbawa 
nebst Flores. Celebes bildet die nordwestlichste Grenze. Alle von 
diesem Kreise umschlossenen Länder, das grosse Neu-Guinea , die 



TRICHOGLOSSUS. 815 

Molucken und Papu-Inseln, besitzen Vertreter dieser interessanten 
Gruppe. 

Bezüglich der Lebensweise sind mehr als von irgend einem ande- 
ren malay-australischen Genus Nachrichten vorhanden. Namentlich 
haben wir dieselben den schönen Forschungen Gould's zu \'erdanken. 
Indess bleiben immerhin noch genug Lücken in der Fortpflanzungs- 
geschichte etc., besonders was die malayasischen Species anbelangt , 
wo unsere Kenntnisse gleich Null zu betrachten. 

Aus dem jetzt vorliegenden Beobachtungsmaterial geht hervor , 
dass die Geschlechter , wenigstens im vollkommenen Kleide , gleich- 
gefarbt sind, und dass die Jungen schon sehr früh, (wohl nach 
der ersten Mauser) , die Färbung der Alten bekommen. Nur bei 
einigen , weniger typischen Arten soll eine bleibende Verschieden- 
heit der Geschlechter stattfinden , indess habe ich sehr Ursache 
diese Annahmen , welche keineswegs auf Beobachtung in der Natur 
zu beruhen scheinen, in Zweifel zu ziehen. 

Ein Hauptcharacter im Leben der Papageien überhaupt, der Trieb 
zur Geselligkeit , ist bei allen Arten dieser Gruppe ganz besonders 
ausgeprägt, ja in so auffallender Weise, dass oft 3 — 4 verschie- 
dene Arten im friedlichen Verkehre auf einem Baume zusammen- 
leben. Gould schoss einst von einem Eucalyptus Trieb. Novae- 
Hollandiae, chlorolepidotus, australis und p u s i 1 1 u s 
herab , eine Thatsache , für die wir nur in den trefflichen Beobach- 
tungen des Prinzen zu Wied an amerikanischen C o n u r u s-Arten 
ein Seitenstück besitzen. 

Dass die meisten Trichoglossus-Arten mehr oder weniger Zugvögel 
sind geht aus Gould's Mittheilungen hervor. Einige Arten scheinen 
periodisch bestimmte Wanderungen vom Süden , wo sie brüten , 
nach dem Norden zu machen , wobei sie sich in unzählbaren Flügen 
vereinigen, die gleich einer Wolke in regelmässigen Schwenkungen 
und von einem ohrenbetäubenden Geschrei begleitet , mit reissender 
Schnelligkeit durch die Lüfte eilen. Uebrigens wissen wir noch 
keineswegs Sicheres über die Zugzeit und ob eine solche auch bei 
den insularen Arten , die sehr localisirt zu sein scheinen , Begel ist. 

Wie die Trichoglossus-Arten im Habitus von den Platycei- 



816 TRICHOGLOSSUS. 

cen gänzlich verschieden sind, so sind sie es auch hinsichtlich der 
Lebensweise. Gould hebt die Verschiedenheit beider Gruppen ge- 
nügend hervor. 

Wahrend nämlich die Platycercen durchaus Erdvögel sind, die 
ihre aus allerlei Sämereien bestehende Nahrung laufend aufsuchen , 
sind die Trichoglossen Baumvögel, die sich selten oder nie auf 
dem Erdboden niederlassen , sondern beständig in den Zweigen der 
Bäume geschickt umherklettern. Dies thun sie um zu ihrem Futter 
zu gelangen , welches in dem honigreichen Blüthensafte verschiedener 
Baumarten, namentlich der Eucalypten, besteht, von denen wenigstens 
einige, das ganze Jahr hindurch blühend gefunden werden. Dass 
die Beschaffenheit der Zunge hierbei eine Hauptrolle spielt, darf nicht 
bezweifelt werden, indess kann wohl von einem eigentlichen Sau- 
gen, wie Gould es stets nennt, nicht die Rede sein. Nach Weinland's 
Untersuchungen ist die Art und Weise wie die Trichoglossus- 
Arten beim Fressen verfahren am meisten einem Lecken zu ver- 
gleichen, indem sie mit den Zungenpapillen den Blüthensaft gleichsam 
abbürsten. 

Wegen dieser besonderen Wahl von Nahrungsstoff werden die 
Trichoglossus-Arten , ebenfalls im Gegensatz zu Platycercen 
den cultivirten Feldern nicht verderblich. Gould fand in den Mägen 
aller von ihm untersuchten nur klaren Honigsaft. Indess nehmen 
sie auch mit anderer Nahrung vorlieb, wie die in den Zool. Gärten 
lebenden beweisen, deren Haltung noch von Gould, im Hinblick auf 
die alleinige Honignahrung, für unmöglich erachtet wurde. Interes- 
sant wäre es zu erfahren , mit welchen Stoffen die Jungen aufge- 
zogen werden. 

Ueber die Zeit der Fortpflanzung, die Dauer des Brütens , die 
Zahl der Eier , die Farbe und Bekleidung der Nestjungen , so wie 
deren Entwickelung und die Anlage des Nestes besitzen wir über- 
haupt nur sehr spärliche Beobachtungen. Soweit dieselben reichen , 
wissen wir nur, dass das Nest in irgend einer Baumhöhle, die 
meist kaum zugänglich ist, angelegt wird und 2—4 weisse Eier 
enthält. 

Die Stimme der Trichoglossen wird als ungemein kreischend 



TllICllOGLOSSÜS, 817 

und unangenehm geschildert; bei keiner Art ist eine Gesangfuhigkeit 
beobachtet worden , auch sollen sie nicht sprechen lernen. 

Unter den Verschiedenheiten die Gould zwischen Trichogl ossus 
und Platycercus anführt sind noch zu erwähnen, dass die Tri- 
chogl ossus-Arten einen sehr kleinen, häutigen Magen und eine 
sehr dicke Haut besitzen. Ihr Fleisch ist hart und zäh, wesshalb 
ihnen auch nicht nachgestellt wird. 

Auch sollen sie einen starken Geruch verbreiten. Das Yorhan- 
densein der Furcula, welches Gould für Trichoglossus ebenfalls 
als Character angiebt, ist weniger von Werth , da es Platycercen 
giebt, die diesen Knochen ebenfalls besitzen. 

So leicht es daher in jedem Falle ist einen Trichoglossus von 
einem Platycercus zu unterscheiden, so schwierig wird es dage- 
gen bestimmt trennende Charactere von dem allerdings mit in 
diese Sub-Famiiie gehörenden Genus Domicella anzugeben. In 
der Schnabel- und Fussbildung nicht im mindesten abweichend , 
unterscheidet sich Domicella auch im Flügelbau wenig, nur 
wären die mehr verschmälerten Schwingen hervorzuheben. Dagegen 
bietet die Schwanzform entschiedene Abweichungen. Der Schwanz 
ist bei Domicella relativ kürzer, die Federn selbst breiter, am 
Ende zugerundet, die äusseren weniger verkürtzt, daher nicht keil- 
förmig wie bei Trichoglossus sondern zugerundet. Auch das 
Gefieder ist bei Domicella, namentlich was die Hals- und Nacken- 
partien angeht, länger, die Federn mehr weitstrahlig. 

Die harten Federschäfte auf dem Kopfe, welche sich bei den 
grösseren Trichoglossen finden, sind auch einigen Loris 
(taitiana, f ringillace a) eigen, geben also keinen unterschei- 
denden Character ab. Die Beschaffenheit dieser Federn erinnert 
übrigens etwas an die der letzten Schwingen des Seidenschwanzes 
(Bombycilla garrula), wo indess wirkliche Hornplättchen vor- 
kommen. 

Schliesslich bietet auch die Färbung wesentliche Verschiedenheiten, 
denn während bei Domicella die rothe Farbe vorherrscht, ist es 
bei Trichoglossus die grüne; die lebhafte Brustzeichnung und 
die besonders markirten Nackenbinden etc. fehlen bei Domicella; 



818 TRICHOGLOSSUS. 

sie sind meist nur tricolor, die Trichoglossen multicolor. 

Vigors und Horsfield , denen wir überhaupt die best characterisirten 
Genera unter den Papageien verdanken , begründeten auch mit grossem 
Rechte dieses, indem sie zuerst auf die sonderbare Zungenbildung hin- 
wiesen. Ihr Typus dazu war Tr. r u brito rqua tus. Etwas später 
stellte Wagler das Genus in weiterer Ausdehnung sehr richtig zusam- 
men , errichtete aber zugleich ein neues » Ch a r m o s y n a " , für die 
durch die 2 mittelsten enorm verlängerten Schwanzfedern allerdings 
aberrante T r. p a p u e n s i s , die übrigens jedem Systematiker 
grosse Schwierigkeiten machen wird. In neuerer Zeit ist es wieder 
der Prinz Bonaparte, welcher auf leichte Abweichungen hin neue 
Genera creirte ; es würden nach ihm aus meinem Genus Tricho- 
glossus deren 6 zu machen sein. Bei einer so artenreichen Gat- 
tung ist es übrigens nicht im mindesten zu verwundern, wenn nicht 
alle Glieder ganz genau dieselbe Uebereinstimmung zeigen und 
manche etwas abweichen , eine Erscheinung die sich ja überall wie- 
derholt. Ich habe diese aberranten Arten nach langer und sorg- 
fältiger Prüfung nicht generisch zu trennen vermocht , weil ich den 
leichten Abweichungen vom allgemeinen Typus keinen generischen 
Werth beizulegen wage. 

In vieler Hinsicht neu und etwas sonderbar ist die Eintheilung , 
welche Professor Schlegel neuerdings dieser Gruppe giebt. Er bringt 
sie nämlich in die zwei Hauptgruppen Trieb oglossus und Na- 
nodes, die er indess nur als Subgenera von Lorius betrachtet, 
und von den äusseren Kennzeichen ganz absehend nur hinsichtlich 
der Färbung characterisirt. Während er zu Tr i ch o gl ossus die 
typischen Formen, wie haematodes etc. rechnet, begreift er unter 
Nanodes die kleineren australischen Arten (concinnus, pusil- 
lus, etc.) im Verein mit Tr. euteles, Iris, placens und den 
polynesischen kleinen Domiceila solitaria, f ringillacea, tai- 
tiana und smaragdina. Die jedenfalls in diese Gruppe gehörende 
Tr. papuensis wird mit zu Lorius gebracht. Ausserdem werden 
noch nach der Färbung 14 verschiedene Unterabiheilungen gebildet. 

Die 2G Arten, welche ich zum Genus Trichoglossus rechne 
sind mir bis auf Tr. diadematus, Yerr. und Verreauxi, 



TRICHOGLOSSUS. 819 

Bp., sämmtlicli durch eigene Untersuchungen bekannt. Der bisher 
irrthümlich zu Ps. cervicalis, Lalham (einer kurzschwänzigen Art) 
gezogene Ps. lunatus, Bechst. ist ohne Zweifel mit einem Conu- 
rus identisch und gehört also gar nicht hierher. Tr. coccinei- 
frons, Gray, nur in Einem Exemplare bekannt, bedarf weiteren 
Nachweises. 

Um ein leichteres Auffinden der einzelnen Arten möglich zu 
machen, habe ich sie nach ihrer Färbung in Unterabtheilungen ge- 
bracht, die auch in jeder anderen Hinsicht als die natürlichsten zu 
betrachten sind. 

I. Mantelfedern mit rothem oder gelbem Querfleck, oder an Basis so. 

a. Arten mit blauem Gesichte, ohne Roth am Vorderkopfe. 
— 1. Nova e-Hollandiae, Gmel. 5. c y anogrammus, Wagl. 

2. r ubritorqua tus , Vigors, 6. Massenae, Bonaparte. 

3. Forsteni, Temminck. 7. Mitchelli, Gray. 
—4. haematodes, Linne. 

ö. Arten ohne blaues Gesicht, meist mit Roth am Vorderkopfe. 
-8. ornatus, Linne. 12. f la voviridis, Wallace. 

9. coccineifr ons, Gray. 13. euteles, Temminck. 

i" 10. Verreauxi, Bonaparte. .14. Iris, Temminck. 

11. chlorolepidotus, Kühl. 15. versicolor, Vigors. 

II. Mantelfedern ohne rothen oder gelben Querfleck. 

a. Arten mit Roth an den Schwanzfedern. 
"16. concinuus, Shaw. "f 20. diadematus, Verr. 

-17. pusilluS, Shaw. 21. palmarum, Gmelin. 

-18. porphyrocephalus, Dletr. 22. pygmaeus, Gmelin. 

-"IQ. discolor, Shaw. 

b. Arten mit lebhaftem Bürzelflecke. 
^23. placens, Temminck. 25. pulchellus, Gray. 

24. rubronotatus, Wallace. 26, papuensis, Gmelin. 

Diagnostischer Schlüssel zu Trichoglossus. 
I. Mantelfedern mit rothem oder gelbem Querfleck, oder an Basis so. 

a, Arten mit blauem Gesichte, ohne Roth am Vorderkopfe. 
(Genus Trichoglossus (Vigors) bei Bonaparte). 

1. Novae-Hollandiae, Gmelin. Brust einfarbig roth; Kopf und Bauch blau. 

2. rubritorquatus, Vigors. Brust einfarbig orangeroth, ebenso ein Nacken- 



820 TRICHOGLOSSUS NOVAE-HOLLANDIAE. 

band; Kopf und Querband über den Oberrücken 
blau; Bauch schwarz. 

3. Forsten!, Temminck. Brust einfarbig scharlachroth; Kopf, Bauchmitte und 

Querband über den Oberrücken dunkel violett, 

4. haematodes, Wagl. Brust einfarbig zinnoberroth; Bauch und Hinter- 

kopf grün; Gesicht blau. 

5. cyanogrammu s, Wagler. Brust roth mit schwarzen Querlinien; ein breites 

grüngelbes Nackenband; Bauch grün; Gesicht 
blau; Hinterkopf violettschwarz, zuweilen mit 
schwarzem Bauchfiecke (nigrogularis, Gray). 

6. Massenae, Bonaparte. Wie cy anogrammus, aber Kinn und untere 

Backen wie der Hinterkopf dunkel violettblau; 
ganz schmale Querlinien auf der rothen Brust 
und ein ganz schmales hellgrünes Nackenband. 

7. Mitchelli, Gray. Wie Massenae, aber Bauch und After violett- 

schwarz. 

Diese 7 Arten sind die am meisten typischen der ganze Gruppe 
und zeigen in jeder Hinsicht vollkommene Uebereinstimmung. 
Dieselbe spricht sich auch ganz besonders in der Färbung aus. Alle 
haben den Kopf oder wenigstens das Gesicht blau gefärbt, die 
Federn des Oberkopfes zeigen die sonderbare Beschaffenheit in der 
schmalen glänzenden starren Schaftmitte. Alle habe ein lebhaft 
gefärbtes Nackenband, eine rothe Brust, die meist quergebändert ist, 
einen besonderen Bauchfleck, kein Roth an den Schwanzfedern, aber 
immer gelbe oder rothe Flecke auf der Innenfahne der Schwingen. 
Schnabelfärbung bei allen lebhaft. Geschlechter kaum verschieden. 

Zugleich die grössten der Gruppe , meist von Taubengrösse. Nur 
2 Arten gehören Australien an , die übrigen den Molucken bis Ti- 
mor und Sumbawa ; eine Species findet sich abar auch auf den 
Salomons-Inseln und Neu-Caledonien. 

(520.) 1. Trlchogflossiis IVovae-Hollandiae , (Gml). — Der 
blaubäiicli ige Keihcliwanzlori. 

Psittacus No vae-Hollan d i ae (haematodus var. ?) , Gmelin , 
S. N. (1788) p. 316. — Blue-bellied Parrot, Brown, 111. p. 14. 
t. 7. — PI. enl. 743 (fig. bon.). — Red-breasted Parrot var. A. 
orange-breasled Parrot, Lalh,, Syn. I (1781) p. 212. et var. B. 
blue-bellied Parrot, p. 213. — id., Red-breasted-Parrot , var. A. 



TIUCIIOOLOSSUS NOVAE-HOLLANDUE. 821 

B et C. Gen. Hist. II (1822) p. 122 et 123. — id., Phill. voy. 
Botany Bay. pl. 152. — White Journ. p. 140. — Ps. haema- 
todus Tar. ß. molucca n us , Gmelin , S. N. p. 316. — Ps. 
haematodus var. ß. •/., Latham, Ind. Orn. p. 87. — Ps. 
haematopus, Bechstein , Ueb. p. 67. — Kühl, Consp. p. 52 
(solumdescr. av. ad.). — Voigt, Cav., Uebers. (1851) p. 729. — 
Hahn, Orn. Atl. Pap. t. 5 (fig. mal.). — Dubois, Orn. Gal. 
(1839) pl. 102. — Ps. haematodus (male parfait) , Yieillot, 
Enc. Meth. p. 1586. — Ps. cyanogaster, Shaw, Gen. Zool. 
Till. p. 413. pl. 59. — Ps. haematopus (Gml.) , Less, Yoy. 
Coq. (1826) p. 401 et 651. — Trieb oglossus haemato- 
dus, Vig. et Horsf., Linn. Trans. XV (1826) p. 289. — Le 
Maout, Hist. nat. des Ois. (1853) p. 99. — Licht., Nomencl. 
av. (1854) p. 72. — Trichogl. multicolor, Wagl., Mon. 
p. 555. — 6. R. Gray, Gen. of B. II. p. 411. — Australasia 
Novae-HoUandiae, Lesson , Tr. d'Orn. (1831) p. 209. — 
Trichogl. haematopus, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 129. — 
Trieb. Swainsonii, Jard. et Selb., 111. Orn. III. pl. 112. — 
id., Nat. Libr. vol. VI. p. 153. pl. 20 (fig. bon.). — Sws., Zool. 
Illustr. III. t. 92. — id., Class. of B. II. p. 304. — Gould, B. 
of Austr. V. pl. 48. — Reichb., Gould's Ueb. N°. 170. — 
Trichogl. Novae- Hollandiae, Blyth, Cat. B. As. Soc. 
(1849) p. 11. — Trichogl. multicolor, Bp., Rev. et Mag. 
Zool. (1854) p. 157. — id., Naumannia. 1856. — G. R.Gray, 
Gen. of B. II. N°. 3. — id., List Psitt. (1859) p. 60. — Schleg., 
Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 108. — Gould, Handb. B. of Austr. 
II. sp. 444. — Perruche a tete bleue (male) , Levaillant , Perr. 
t. 24 (fig. bon.). 

Mit weissem Nackenbande. 
White-coUared Parrot , Penn., Gen. of B. (1775) p. 59. pl. 2. — 
Latham, Syn. L p. 251. — id.. Gen. Hist. II (1822) p. 177. — 
Psittacus multicolor, Gml., S. N. p. 328. — ßechstein, 
Latham, Ueb. p. 79. — Ps. sem icollaris, Lath., Ind. Orn. 
p. 103. — Kühl, Consp. p. 97. — Vieill., Nouv. Biet. XXV, 
p. 547. — id., Enc. Meth. p. 1584. 



822 TRICHOGLOSSÜS NOVAE-HOLLANDIAE. 

Var. Schultern gelb und rotli gefleckt. 
Blue-bellied Parrot, Lath., Syn. Suppl. var. C. p. 59. — id., 
Ps. haematodus var. §. , Ind. p. 87. 
?Jun. Perruche ä tete bleue dans son jeune äge, Levaillant, 
Perr. t. 26. 

Warin, Eingeborne von N.-Süd- Wales (Caley). — Goo-reel, Bo- 
tany-Bai (Philipps). — Jat-Bangnu , bengalisch (Blyth). 

Diagnosis : Grün; der ganze Kopf und Bauch blau; Kropf, Brust 
und untere Flügeldecken lebhaft zinnoberroth fast ohne Quer- 
linien; im Nacken ein gelbgrünes Halsband. 
Viridis ; capite abdomineque cyaneis ; gutture , pectore et tec- 
tricibus alaruni inferioribus laete cinnabarinis , torque nuchae 
flavo-viridi. 

Australien, Leidener Museum. ^ ad. Flügel, Bücken, Bürzel, 
Hinterhals und Schwanz dunkel grasgrün. Kopf, Backen und 
Kehle lilablau. Kropf, Brust und untere Flügeldecken schön 
zinnoberroth, an den Brustseiten hochgelb. Bauch dunkelblau; 
die Basis der Federn roth, Bauchseiten roth mit blauem End- 
flecke. Tibia, After, Schenkel und untere Schwanzdecken gras- 
grün , Federn gegen die Basishälfte gelb an der Basis selbst roth. 
Schwanzfedern an Innenfahne citrongelb, der Basisrand etwas 
in's Bothe. Schwingen an Innenfahne schwarz , in der Mitte 
mit breitem gelben Flecke. Die Federn des Oberrückens in der 
Mitte gelb, an der Basis roth. Im Nacken ein breites ver- 
waschenes gelbgrünes Halsband. Schnabel hörn weiss, im Le- 
ben blutroth. Wachshaut dunkelbraun. Füsse braunfahl. Iris 
Orangeroth (nach Gould). 

? ganz ebenso (Gould). 

Exemplare vom Cap York (Nordküste Australiens) im Britisch-Museum , 
ganz übereinstimmend. 

Ebenso 4 Exemplare von Port Albert, Gippsland (Victoria) in Süd- 
Australien im Museum Heineanum. 

Jüngerer Vogel in Major KirchhofTs Collection hat Kropf und Brust 
lebhaft gelb, nur längs der Brustmitle zeigen sich die schön 
reihen Federn des alten Vogels. 



TRICHOGLOSSUS ISO VAE-HOLLANDIAE. öli.> 

Trichogl. No v ae-IIoUa ndiae lässt sich schon wegen des 
lebhaft blauen Bauches mit keiner anderen Art verwechseln. 

Die erste Abbildung des Vogels giebt Bulfon (PI. enl. 743), indess 
als Varietät von Tr. haematodes, Linne. 

Eine critische Durchsicht der Synonymen liisst den noch immer 
angewendeten Namen multicolor, Gmelin als unhaltbar erschei- 
nen , indem er auf den White collared Parrot von Pennant begründet 
wurde , also keineswegs mit unserer Species übereinstimmt. 

Eine richtige Zusammenstellung der verworrenen Synonymie dieser 
Art-, die so oft mit haematodes, Linne verwechselt wurde, thei- 
len Jardine und Selby in ihren lllustr. of Ornithology mit. 

Levaillant giebt eine lange Beschreibung dieser Art, worin er 
sogar sehr genau auf das Jugenkleid eingeht und ein solches auf 
pl. 26 abbildet. Er will nämlich ein Pärchen in der Menagerie 
am Cap gesehen haben , welches 2 Junge aufbrachte , die anfangs 
mit grauen Dunen bedeckt waren, beim Ausfliegen aber eine Fär- 
bung hatten, wie er sie auf pl. 26 giebt. Diese Abbildung wird 
sehr mit Unrecht als Palaeornis cyanocephalus ($) angesehen, 
denn sie stellt ohne allen Zweifel einen Trichoglossus dar, wie 
die Schnabelform , die lanzettförmig zugespitzten Kopfledern und 
die Schwanzform beweist. Auch die Färbung stimmt keineswegs auf 
Palaeornis cyanocephalus $, denn der ganze Vogel ist 
dunkelgrün, auf den Schwingen etwas blaulich, Schenkel, After 
und untere Schwanzdecken nebst Schwanzunterseite sind olivengelb, 
ebenso ein verwaschener Kehlfleck ; der ganze Kopf blau , ohne 
Halsband. Da wir leider über das Jugendkleid von T r. Novae- 
Hollandiae nichts wissen, so lässt sich nicht genau bestimmen ob 
Levaillant's Angabe wirklich richtig ist, indess kommt sie mir sehr 
bedenklich vor, da er als $ von dieser Art sehr deutlich Tr. cya- 
nogrammus (auf pl. 25) abbildet. Es wäre daher das einzig Mög- 
liche, dass der als junger Tr. Novae-Ho Ha ndiae dargestellte 
Vogel , ein Bastard der beiden Arten gewesen sei , wenn nicht etwa 
Levaillant ein reines Phantasiebild giebt , wofür auch manche seiner 
anderen Abbildungen sprechen. 

Gould nennt Tr. Novae-Holland iae noch als ausschliesslichen 



824 TRICHOGLOSSÜS RUBRITORQUATÜS. 

Bewohner von Süd-Australien, ich habe jedoch verbürgte Exemplare 
aus dem Norden gesehen , und es scheint also als wenn diese Art über 
ganz Australien verbreitet wäre. Auch in Van Diemensland kommt 
sie vor. Im Sydney Museum von Port Jackson ; im Museum Heine 
von Port Albert, Gippsland (Süd-Australien) durch Gerard Kreff't. 

Die Blüthen der Eucalypten-Bäume locken diese Art besonders an, 
da sie sich von dem Honigsaft derselben nährt. Man findet oft 
Hunderte , laut schreiend und kreischend , in Gesellschaft von drei 
bis vier anderen Trichoglossus-Arten auf einem Baume ver- 
sammelt. Besonders nach Sonnenaufgang sind sie so eifrig mit dem 
Aufsuchen ihrer Nahrung beschäftigt, dass sie durch einen Flinten- 
schuss nur erschreckt, aber nicht verjagt werden. 

Diese Nachrichten verdanken wir Gould , der indess, so häufig er 
die Art auch in Neu-Süd-Wales antraf, doch nicht dass Nest ent- 
decken konnte. Die Eingebornen versicherten jedoch, dass sie ihre 
2 Eier in die Höhlungen der höchsten Eucalypten legen, und vom 
Juni bis September brüten. 

Caley macht schon auf die ausschliessende Honignahrung dieser 
Art aufmerksam und versichert dass sie, selbst in der Gefangenschaft, 
niemals Sämereien verzehre. Desshalb ist der Vogel schwierig zu 
erhalten. Er erfreut übrigens durch sein sanftes Naturell und seine 
Zutraulichkeit. 

(321.) 2. Trichoglossus rubrUorquatus *), Vig. et Horsf. — Der 

rothhalsige Keilschivanzlori. 

Trichoglossus rubr itorqu is , Vig. et Horsf., Linn. Trans'. XV 
(1826) p. 291. — Lear, Parr. pl. 34. — W^agl., Mon. p. 552. — 
Gould, B. of Austr. V. pl. 49. — Reichenb., Gould's Uebers. 
N°. 171. -- G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 2. — id., List 
Psitt. (18.59) p. 60. — Bp., Rev. et Mag. Zool. 1854. — id., 
Naum. 1856. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 108. — 
Gould, Handb. B. of Austr. IL sp. 445. 



1) Das ganz unlateinische rubritorquis dürfte richtigem in « rubritoiquatus" iinizu- 
inderu sein, ohne dass deeshalb die Autorität beeintiiichtigt zu ^^ erden braucht. 



TRICHOGLOSSÜS RUBRITORQUATÜS. 825 

Diagnosis : Kopf und Querband über den Oberrücken schön blau ; 
Nackenband und Brust schön orangezinnober ; Bauch schwarz. 
Capite fasciaque dorsi transversa laete cyaneis ; torque nuchae 
pectoreque laele aurantio-rubris , abdomine nigro. 
Australien, Leidener Museum, d" ad, Flügel, Rücken, Bürzel und 
Schwanz dunkel grasgrün , auf dem Oberrücken einige Federn 
mit gelbrother Basishälfte. Kopf, Backen und Kehle schön 
cyanblau, über den Oberrücken ein breites blaues Querband. 
Brust und ein Nackenhalsband orangezinnober , untere Flügel- 
deckfedern und obere Seiten rein zinnoberroth. Bauch schwarz, 
etwas in's Grüne scheinend. Untere Seiten und untere Schwanz- 
decken hochgelb, am Ende grün gespitzt. Schwanzfedern an 
Innenfahne hochgelb. Alle Schwingen an Innenfahne schwarz, 
gleich Yon hinter der Basis an bis zur Hälfte gelb. Schnabel 
hornweiss, im Leben roth ; Füsse grauschwarz. Iris roth (nach 
Gould). 
§ nicht verschieden (Gould). 

Ebenso ein alte Vögel in den Museen von Berlin , München und 
von Heine. 
Durch das orangerothe Nackenhalsband eine der characteristischsten 
Arten der ganzen Gruppe. 

Nach Gould bewohnt Tr. rubritorquatus nur die Nordküste 
Australiens. Von Port Essington im Britisch-Museum. Durch Elsey 
am Victoria-River in N. -VT. -Australien (17° 43' südl. Breite) be- 
obachtet. Gilbert fand ihn häufig auf der Halbinsel Coburg und den 
umliegenden Inseln. Von Rosenberg giebt auch die Südküste Neu- 
Guineas als Heimath an , indess bedarf diese Nachricht noch sehr der 
näheren Bestättigung. 

In der Lebensweise kommt diese Art mit Tr. No vae-HoUandiae 
überein, das heisst, sie lebt sehr gesellig, nährt sich von Honig und 
hat einen äusserst schnellen Flug. Ueber die Nistweise ist noch 
nichts bekannt. Bei den Eingebornen ist dieser Vogel sehr be- 
liebt und die Köpfe der geschossenen werden von ihnen sorgfältig 
aufbewahrt um als Ehrenzeichen Fremde damit zu schmücken. 



826 TRICHOGLOSSÜS FORSTENI. 

(322.) 5. Trichoglossus Forsten!, (Temm.). — Forstetis 
KeilscJmanzlori. 

Psittacus Forsten!, Temm., in Mus. Lugd, — Trichoglos- 
sus Forsteni, (Temm.), Bp., Consp. av. I. (1850) p. 8. — 
id., Compt. Rend. (1850) p. 134. — - id., Rev. et Mag. Zool. 
1854. — id., Naum. 1856. — G. R. Gray, List Psitt. (1859) 
p. 60. — Wallace, Proc. Z. S. (1864) p. 291. — Schlegel, 
Dierentuin (1864) p. 77 (mit Holzschnitt). — id., Mus. P. B. 
Psitt. (1864) p. 111. — Fig. 0. 

Diagnosis : Kopf und Querstreif über den Oberrücken dunkel violett, 
ebenso die Bauchmitte; Kropf und Brust brennend scharlachroth, 
ohne Querlinien. 

Capite, fascia dorsi transversa 'et abdomine medio violaceis ; 
pectore , guttureque igneo-puniceus , linearum transversarum 
vacuis. 

Sumbawa (Forsten) Type von Bonaparte im Leidener Museum. <^. 
Die Oberseite vom Nacken an dunkel grasgrün, die Federn 
des Oberrückens mit breitem violetten Endsaume, wodurch eine 
Querbinde entsteht , die sich jederseits bis zur Kehle zieht. 
Kopf, Backen und Kehle dunkel violett, mit purpurnem Scheine 
ebenso die Bauchmitte ; die Federn des Vorderkopfes auf der 
Schaftmitte mehr blau und die violetten Rinnfedern an Basis 
roth ; Kropf, Brust und die Flügeldeckfedern unterseits bren- 
nend scharlachroth, ebenso die oberen Seiten und hier einzelne 
Federn mit breiten violetten und grünen Enden. Am Hinter- 
kopfe im Nacken und ein breites gelbgrünes Halsband. Untere 
Seiten, After und untere Schwanzdecke gelb, jede Feder mit 
breitem gelben Ende. Die grünen Federn des Oberrückens , 
gleich hinter dem violetten Querbande, in der Mitte quer roth. 
Schwanzfedern grün, an Innenfahne schmal schwärzlich gerandet; 
unterseits düster schwärzlichgelb. Schwingen auf der Innenfahne 
schwarz, die erste Schwinge ganz schwarz, die übrigen hinter 
der Basis mit gelbem Flecke, der auf den 2'en Schwingen viel 
schmäler ist und in's« Zinnoberrothe zieht, auf den letzten der- 



TRICHOGLOSSUS HAEMATODES. 827 

selben aber ganz fehlt. Schnabel gelblichhornfarben , Füsse 

grauschwarz. 
$ von Sumbawa (Forsten) im Leidener Museum ganz wie das ^ , 

das violette Querband auf dem Rücken mehr verwaschen. 
Eine der seltensten Arten und äusserst characteristisch, so dass 
sie schon nach den in der Diagnose angegebenen Unterschieden so- 
gleich von jeder anderen zu erkennen ist. Diese Unterschiede sind 
übrigens aus der kurzen und ungenügenden Diagnose, welche Bo- 
naparte giebt, keineswegs ersichtlich, denn die Vergleichung mit 
Tr. chlorolepido tus ist total falsch. Hätte ich nicht gewusst 
dass es dieselben Exemplare seien , welche Bonaparte als Typen 
dienten , ich würde nach seinen Angaben die beiden so characteris- 
tischen Vögel des Leidener Museum nie als Tr. Forsteni erkannt 
haben. 

Tr. Forsteni ist der westlichste Vertreter der Gruppe und bis jetzt 

nur von der Insel Sumbawa bekannt, wo er von dem niederländischen 

Reisenden Dr. Forsten entdeckt wurde. Durch Wallace nicht erlangt. 

In Sammlungen noch sehr selten und z. B. in dem grossartigen 

Britisch-Museum Desiderat. 

(323.) 4. Trichoglossus Iiaematodes •), (Linne). — Der 
rothbrüstige Keilscinvanzlori. 

Psittacus haematodus, Linne, Montissa plant. (1771) p. 524. — 
Edw., Glean. vol. V (17S8) pl. 232 (fig. sat. accur.). — Seligm., 
Samml. ausl. Vög. VII (1770) pl. 17. — Shaw, Nat. Mise. 
pl. 917 (nach Edw.). — Psittacus capistratus. Rechst., 
Lath., Ueb. p. 68. pl. 3 (nach Edw.). — Voigt, Cuv., Uebers. 
(1831) p. 734. — Ps. haematodus (mälejun.), Vieill., Enc. 
Meth. p. 1386. — Hahn, Ornith. Atl. Pap. (1834) t. 61 (sat. 
accur.). — Trichogl. capistratus, Vig. et Horsf., Linn. 
Trans. XV. p. 290. — Red-breasted Parrot, Lath., Gen. Hist. 



1) Obwohl im Linne'schen Urtext haematodus (von ut^a Blut und ocTot/? Zahn, 
also mit blutigem Zahn) gedruckt stellt, so ist dies offenbar durch Druckfehler ent- 
standen und soll sinngerecht haematodes (von alfiUTädTjq z=: blutbefleckt) heissen, 
während das so oft gebrauchte haematotus wegen des Doppelsinns gänzlich zu ver- 
werfen ist. 



828 TRICHOGLOSSUS HAEMAIODES. 

II (1822) p. 122 (eil. Syn.). — Trichogl. haemalodus, 
Wagl., Mon. p. 550 (av. ad. et jun. descr. opt.). — Tri eh. 
capistratus, Müll, et Schleg., Verband]. (Land- en Volkenk.) 
p. 107 et 108. — Trich. haematodus, G. R. Gray, Gen. 
of B. II. N°. 1. — id., List Psitt. (1859) p. 60. — ßp., Rev. et 
Mag. Z. 1854. — id., Nautn. 1856. — Wallace , Proc. Z. S. 
(1864) p. 291. — Trich. cy anogrammus, 0. Finsch , 
Nederl. Tijdschr. v. Dierk., Berigt. (1863) p. XVIII. — Schleg., 
Dierentuin (1864) p. 77. — id., Trich. capistratus, Mus. 
P. ß. Psitt. (1864) p. 109 (syn. emend.). — La Perruche ä 
face bleue, Levaill., Perr. t. 47 (nach tab. Edvv.). 

Uda Bagnu, bengalisch (Blyth). 

Diagnosis : Vorderkopf und Gesicht blau ; Hinterkopf grün ; Kropf 
und Brust einfarbig orangezinnoberroth, wie die unteren Flügel- 
decken , ohne Querbinden ; Bauch grün. 
Juv. Kropf, Brust und untere Flügeldecken gelb. 

Sincipite facieque cyaneis ; occipite A'iridi , gutture , pectore et 
tectricibus alarum inferioribus aurantio-cinnabarinis , lineis tran- 
versis hie nullis. 

Timor (S. Müller) Leidener Museum. cT ad. Hinterhals, Rücken, 
Flügel und Schwanz dunkelgrasgrün. Vorderkopf, Backen und 
Kinn dunkelviolettblau in's Schwärzliche. Der Hinterkopf, und 
schmal um die Ohrgegend, Backen bis Kinn dunkelgrün, hin- 
ten im Nacken ein breites citrongelbes Band. Die Federn des 
Oberrückens an der Basis rolh, in der Mitte gelb. Kehle, 
Kropf und Brust hoch orangezinnoberroth, auf den oberen Seiten 
in's Zinnoberrothe und hier mit einigen verwaschenen grünen 
Endsäumen, kleine Flügeldecken unterseits zinnoberroth. Bauch 
dunkelgrasgrün, fast schwarz; die Bauchseiten, After und un- 
teren Schwanzdecken hochcitrongelb mit breiten dunkelgrünen 
Endsäumen. Schwingen an Innenfahne schwarz, die erste ganz 
schwarz, die übrigen mit grossem gelben Flecke in der Mitte, 
der sich nicht bis an den Schaft zieht und auf den Schwingen 
2ter Ordnung kleiner wird. Schwanzfedern oberseits dunkelgrün 
wie der Rücken, ebenso auf Innenlahne, unterseits bräunlich oli- 



TRICHOGLOSSÜS HAEMATODES. 829 

Tengelb. Schnabel horngelb ; Füsse und Krallen horngraubraun. 
Im Leben der Schnabel mennigorange; nackter Augenkreis grau- 
schwarz , ebenso die Wachshaut ; Füsse bleigrau ; Iris orange- 
zinnoberroth (Rotterd. Zool. Garten), 
$ Timor (Leidener Museum) wie das ^ , nur die Federn des Ober- 
rückens an Basishälfte roth und gelb gefleckt. 
Junger Vogel (Timor) Bremer Museum. Farbenvertheilung wie am 
alten Vogel , aber die rothen Theile der Vorderseite und auf 
den unteren Flügeldecken hier nur hochgelb , das Nackenband 
grünlich verwaschen; der ganze Bauch dunkel grün; die Federn 
des Oberrückens ohne rothe oder gelbe Zeichnung, an Basis 
nur grau ; die Innenfahne der Schwanzfedern gelb gerandet. 
Ebenso Exemplare in den Sammlungen von Oberamtmann Heine und 
Major Kirchhoff'. 
Diese Art wird zuerst von Edwards in den » Gleanings" wenn 
auch nicht gut, doch erkennbar abgebildet und hierauf basirt der 
Ps. haematodus von Linne , der in dem wenig zugänglichen 
Werke »Mantissa plantarum altera generum aditionis 17 etc. Holmiae 
1771 beschrieben wird. Ich verdanke die Nachricht der betreffen- 
den Stelle der besonderen Freundlichkeit des Herrn Professor Victor 
Carus zu Leipzig. Die genaue Information hierüber war nämlich 
um so nothwendiger , als Brisson einige Jahre nach Edwards eine 
zweite Art beschrieb und es daher sehr darauf ankam zu wissen , ob 
Linne seine Beschreibung auf die von Edwards oder Brisson begrün- 
dete. Indess zieht schon irriger Weise Linne beide Arten zusammen, 
ein Verfahren in w^elchem ihm alle späteren Autoren folgten. Erst 
Wagler, der den Irrthum erkannte, setzt beide Arten richtig aus- 
einander und scheidet den Brisson'schen Vogel unter dem Namen 
»cyanogrammus." Vigors und Horsfield, die die Linne'sche 
Benennung haematodus auf die australische Art (Novae-Hol- 
landiae) anwenden, bemerken schon, dass dieselbe wohl richtiger 
auf eine verwandte Species aus den Molucken passen dürfte. 

Durch Dr. S. Müller erfuhren wir zuerst das eigentliche Vaterland , 
welches sich auf Timor und Samao zu beschränken scheint, denn 
auch Wallaee hat die Art nur hier gefunden, Sie war aber viel 



830 TRICHOGLOSSUS CYANOGRAMMUS. 

seltener als Tr. euteles und Iris. Auf der Insel Samao sah 
Wallace Tr. haematodes nur ohne ihn erlangen zu können (Ibis. 
1861. p. 349). 

(324.) 5. Trlchoglossus cyanogrammus , Wagler. — Der 
schivarzgewellte Keilschtvanzlori. 

Trichoglossus cyanogrammus, Wagler, Mon. (1832) p. 554 
(descr. nach Brisson). — PI. enl, 61 (fig. hon,). — Psitta- 
cus amboinensis varia, Brisson, Orn. IV (1760) p. 364 
(descr. opt.). — La Perruche a face bleue, Buifon, Hist. Ois. 
VII. p. 121. — Red-breasted Parrot, Latham , Syn. I (1781) 
p. 212 (sine var.). — Ps. haematodus, Boddaert, Tabl. des 
PI. enl. d'Aub. p. 4. — Gml., S. N. p. 316 (syn. emend.). — 
Latham, Ind. Orn. p. 87 (absq. var.). — Vieillot, Enc. Meth. 
p. 1386 (la femelle?). — Ps. haematopus (av. jun.), Kühl, 
Consp. p. 33. — Australasia N ovae-Hollandiae (femelle), 
Lesson, Tr. d'Orn. (1831) p. 210. — Ps. capistratus var., 
Müll, et Schleg., Verhandl. (Land- en Volkenk.) p. 107 et 108. — 
Trichoglossus haematodus, Jard. et Selb., 111. Orn. III. 
pl. 111. — Tr. cyanogrammus, G. R. Gray, Gen. of B. IL 
N^4. — id., List Psitt. (1859) p. 61. — Bp., Rev. et Mag. Z. 
1854. — id., Naum. 1856. — Wallace, Proc. Z. S. (1863) 
p.20. — id., (1864) p. 291. —- Trichogl. capistratus et 
nigrigularis, Rosenb., Gab. J. f. Orn. 1862. — id., Tr. 
nigrogularis et cyanogrammus, (1864) p. 112. — 
Tr. haematodus, Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 109 
(syn. expart.). — La Perruche ä tete bleue (femelle), Levaill., 
Perr. t. 25. (fig. bon.) t. 27 (var.). 

Var. mit schwarzem Bauchflecke ! 
Trichogl. nigrogularis, G. R. Gray, Proc. Z. S. (1858) 
p. 183. — id., List Psitt. (1859) p. 61. — Tr. nigrigularis, 
Schlegel, Dierentuin (1864) p. 77. — id., Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 110. — ? Tr. immarginatus , Blyth , Journ. As. 
Soc. Beng. (1858) p. 279. — Tr. haematotus, Schleg., Nederl. 
Tijdschr. v. Dierk. (1866) p. 336. — Tr. nigrogularis, 
Rosenb., Reis naar de Zuidoostereil. (1867) p. 48, 80 et 100. 



TRICHOGLOSSÜS CYANOGRAMMDS. 831 

Kissi-kissi, Westküste Neu-Guineas (y. Rosenberg). — Jarrian, Ein- 
geborne der Aru-Inseln (v. Rosenberg). — Sirtein, Eingeborne 
der Key-Inseln (v. Rosenberg). 

Diagnosis ; Gesicht und Backen tiefblau , Hinterkopf und Ohrgegend 
violettschwarz , Kinn schwarz ; Federn des Hinterkopfes auf 
Schaftmitte grünlich, Kropf und Brust scharlachroth , mit 
schwarzblauen Querwellen ; Bauch grün , zuweilen mit schwar- 
zem Mittelflecke. 

Facie genisque saturate cyaneis, occipite ac regione parotiea 
violaceo-nigris ; mento nigro ; scapo medio plumarum occi- 
pitis virescente ; gutture pectoreque puniceis , nigro-cyaneo- 
undulatis ; abdomine viridi, interdum macula intermedia nigra 
notato. 

Ceram (Forsten) Leidener Museum. ^. Die ganze Oberseite vom 
Hinterhalse an dunkelgrasgrün, die Federn des Oberrückens an 
der Basishälfte scharlachroth. Gesicht und Backen tief ultrama- 
rinblau, auf der Hinterseite der Backen nebst Kinn und dem 
Hinterkopfe in's Dunkelvioleltschwarze übergehend, und die Fe- 
dern des Hinterkopfes auf der Schaftmitte grünlich. Breites 
Nackenhalsband grüngelb. Flügeldecken unterseits , Kehle und 
Brust scharlachroth , mit breiten blauschwarzen Endsäumen , wo- 
durch unregelmässige Querlinien entstehen. Bauch grasgrün , 
Bauchseiten roth mit breiten dunkelgrünen Enden. Untere 
Seiten, After und untere Schwanzdecken citrongelb, mit brei- 
ten grünen Endsäumen. Schwingen l^ei" Ordnung an Innenfahne 
von Basis bis etwas vor die Spitze citrongelb , die Schwin- 
gen 2tei- Ordnung an Innenfahne breit zinnoberrolh gerandet. 
Schwanzfedern grün wie der Rücken, an Innenfahne hochgelb, 
unterseits glänzend olivengelb. Schnabel horngelb ; Füsse grau- 
schwarz; Iris mennigroth (Zool, Gart, zu London). 

5 im Leidener Museum , wie das c? gefärbt. 

cf ad. Buru (Wallace) im Bremer Museum, ganz wie Exemplare von 
Ceram, aber Kinn und die Einfassung der Backen fast schwarz. 

Ein Exemplar von derselben Localität im Museum Heine hat Kinn 
und Oberkehle mehr blauschwarz. 



852 TRICHOGLOSSUS CYA.NOGRAMMÜS. 

Ebenso ein Exemplar von Mysol (Wallace) im Museum Heine, aber 

auf der Brust breitere Querwellen. 

Ein Exemplar von Neu-Guinea im Museum Heine (s. n. nigrogu- 

laris, Gray), hat Brust und Kropf fast einfarbig roth, ohne 

dunkle Querwellen, weil die Federenden ganz abgerieben sind. 

Ein alter Vogel von den Ceramlaut-Inseln (Matabello) in Wallace's 

Collection, ganz wie Exemplare von Ceram; Brustzeichnung sehr 

deutlich; Bauch grün, die mittelsten Bauchfedern an Basis roth. 

Die von den Aru-Inseln stammenden Exemplare, welche G. R. Gray 

s.n. nigrogularis specifisch sonderte, unterscheiden sich nur durch 

einen deutlichen schwarzen Bauchfleck und das Fehlen des rothen 

Saumes an der Innenfahne der Schwingen 2ter Ordnung. 

Ich sah solche Vögel von den Aru-Inseln (Typen im Britisch- 
Museum und im Leidener) und von Goram (in Wallace's Collection). 
Ob dieselben nun als wirkliche Art oder als eine der jetzt so 
beliebten Localracen zu betrachten , ist mir noch unklar, aber 
so viel gewiss, dass die Unterscheidung immer eine schwierige 
bleiben wird. Das Schwarz an Kinn und Oberkehle variirt nämlich 
ebenso sehr, als die Breite der dunklen Brustquerzeichnung, so 
dass , wie schon bemerkt , nur der schwarze Bauchfleck als einziger 
Unterschied anzugeben ist. Nachdem ich ?ber ein </ und ? von 
Tr, Massenae vor mir liegen hatte, die beide nicht minder erheb- 
liche Differenzen zeigten , das ^ theilweis mit Schwarz am Bauche , 
das $ ohne dieses, dagegen mit viel Roth, ist es mir nicht un- 
wahrscheinlich , dass jene Unterschiede nur vom Alter oder Ge- 
schlecht herrühren. Es lässt sich daher über diesen Punkt noch 
nicht mit Bestimmtheit entscheiden, denn die Nachrichten welche 
wir über diese Vögel besitzen, sind gar zu dürftig. Selbst Wallace, 
der übrigens neuerdings die Artenselbständigkeit von Tr. nigrogu- 
laris bestreitet, hat uns so gut als nichts, über die Verschieden- 
heit der Geschlechter, die Jugendfärbung etc. mitgetheilt. Es ist 
daher für den Forscher, der nur trockene Bälge vor sich hat, doppelt 
schwierig von Irrthümern frei zu bleiben , da er in keiner Weise 
einen Anhalt besitzt. 

Indem ich also der grösseren Deutlichkeit wegen den Tr. nigro- 



TRICHOGLOSSUS CYANOGRAMMÜS. 833 

gularis, Gray, einstweilen für identisch mit cyanogrammus 
halte, rnuss ich auch Tr. imrnarginatus, Blylh damit vereinigen, 
wenigstens ist es mir unmöglich aus der oberflächlichen Beschrei- 
bung , eine besondere Art zu erkennen. Wallace zieht imrnar- 
ginatus mit zu coccineifrons, Gray, obwohl Blyth von der 
characteristischen rothen Kopfzeichnung nichts erwähnt. Trichogl. 
nigrogularis ist neuerdings auch von Schlegel als Art aufge- 
geben worden. 

Welche argen Irrthümer das Werk von Levaillant enthält beweist 
diese Art, die er als $ von T r. No vae-Hollan diae beschreibt 
und wovon er ein Pärchen am Cap in der Gefangenschaft beobachtet 
haben will. 

Tr. cyanogrammus ist am nächsten mit Tr. Massenae ver- 
wandt , unterscheidet sich aber stets durch das breite grüngelbe 
Nackenband und die viel dunklere schwarze Kinn- und Kehlfärbung. 
Tr. haematodes von Timor steht ebenfalls nahe, die dunklen 
Querlinien auf Kehle und Brust lassen aber keine Verwechselung zu. 

Schon Brisson beschreibt diese Art sehr gut in seiner Psittaca 
amboinensis varia, nach einem Exemplare der Reaumur'schen 
Sammlung. Bis auf Wagler wurde Brisson's Beschreibung aber durch- 
gehend mit der Edwards'schen Abbildung pl. 232 verwechselt, auf 
die Linne seinen Ps. haematodus begründete. Wagler wies 
zuerst auf die Verschiedenheiten beider Arten hin, wurde aber von 
S. Müller der voreiligen Speciesmacherei geziehen. Müller be- 
trachtete nämlich diese Art nur als Varietät von Tr. haemato- 
des, Linne, und war sogar geneigt den australischen Tr. Novae- 
Hollandiae ebenfalls damit zu vereinigen. 

Die weit verbreitetste Art und bekannt von !^eu-Guinea (Doreh 
im Norden und Tritonsbai im Westen), Mysol (Wallace), Amboina 
(Wallace), Ceram (Wallace und Hoedt), Buru (Wallace und Hoedt), 
Matabello-Inseln (Wallace), Waigiu (Wall, und Bernst.) , Pandjancr, 
Ceramlaut-Gruppe , Key-Inseln, Tjoor, Klein-Key (Rosenb.) , durch 
Hoedt auch von der kleinen Insel Pulotiga bei Amboina an das 
Leidener Museum eingesandt. Ebenso auf den Aru-Inseln und Goram 
(Wallace, Rosenb.), von diesen Localitäten aber mit schwarzem 



834 TRICHOGLOSSÜS MASSENAE. 

Bauchflecke (nigrogularis, Gray). Sollte dieser Unterschied sich 
wirklich bei allen Exemplaren vondaher finden , so würde die Art- 
selbständigkeit von nigrogularis, Gray, wieder zu begründen sein» 
Indess scheint mir dies kaum statthaft , denn Exemplare von Mala- 
bello (ganz nahe bei Goram) zeigten keine Spur des schwarzen 
Bauchfleckes. Schlegel betrachtet nigrogularis nur als Conspecies, 
obwohl er sie als selbständig im Cataloge aufführt. 

In den Verbreitungslisten von Rosenberg's ist weder Mysol, noch 
Waigiu als Localität angegeben, sondern nur Amboina, Ceram, Neu- 
Guinea , die Aru-Inseln und ausserdem noch Salawatti und Banda. 
Auf beiden letztgenannten Inseln fand Wallace die Art nicht, von 
Rosenberg will sie aber hier selbst beobachtet haben. Es entstehen 
insofern einige Zweifel als in einem späteren Berichte Banda uner- 
wähnt bleibt. 

An der Nordküste von Ceram ist diese Art besonders häufig, 
ebenso auf den Aru-Inseln. 

Nach von Rosenberg nährt sie sich von den Samen der Casuari- 
nen, ist dies der häufigste Papagei und hält sie sich paarweise oder 
in kleinen Flügen meist in der nähe des Strandes auf, besonders in 
den Wipfeln der Casuarinen. 

Es ist ein streitsüchtiger , lautschreiender Vogel. 

(325.) 6. Trichoglossus Massenae, Bonaparte. — Herzog 
Massena's Keilschwanzlori. 

Trichoglossus massena, Bonap., Rev. et Mag. Zool. (1854) 
p. 157. — id., Naumannia. 1856. — Gray, List Psitt. (1859) 
p. 61. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 110. — Tr. 
Deplanchei, Verr, et Des Murs, Rev. et Mag. Zool. (1860) 
p. 387. — Trichogl. Massena, G. R. Gray, B. Trop. Isl. 
p. 33. — Harll., Proc. Z. S. (1867) p. 828. — Fig. 0. 

Tiria , das c? auf Neu-Caledonien (Deplanche). — Kiki , das ? auf 
Neu Caledonien (Deplanche). 

Dlagnosis: Allgemeine Färbung wie bei Tr. cyanogrammus, aber 
die rolhe Brust nur mit ganz schmalen dunklen Querlinien ; 



TRICIIOGLOSSUS MASSENAE. 83Ü 

Kinn und untere Backen ohne Schwarz; jederseils an den Hals- 
seiten ein gelbgrüner Streif oder (?) ein schmales Nackenband. 
Omnino Tr. cyanogrammo concolor , sed lineis transversis pec- 
toris rubri angustissimis obscuris ; mento genisque inferioribus 
nigro liberis ; Stria lateris colli utriusque vel ($) fascia nuchali 
tenui flavo-viridi. 
Neu-Hebriden (?)Eromango, Leidener Museum. ^ ad. Hinterhals, 
Rücken , Flügel und Schwanz dunkelgrasgrün ; die Federn des 
Oberrückens mit breitem , rothen Querbande. Stirn und Zügel 
schön dunkelultramarinblau ; Hinterkopf, Backen und Kinn 
dunkel violett , auf der Scheitelmitte die Schaftspitzen grünlich. 
Jederseits an Halsseiten hinterm Ohre ein schmaler, hellgelb- 
grüner Streif, die sich hinterseits nicht mit einander vereinigen. 
Kehle, Kropf, Brust, obere Seiten, und die kleinen Flügeldecken 
unterseits schön zinnoberroth , mit unregelmässigen sehr schma- 
len , dunklen Querlinien. Bauch grün; untere Seiten, After 
und untere Schwanzdecken gelb mit breiten grünen Endspitzen. 
Schwanzfedern an Innenfahne gelb gesäumt, unterseits düster 
gelb schillernd. Schwingen an Innenfahne schwarz, hinter der 
Basis mit grossem gelben Flecke , der nicht ganz bis an den 
Schaft angeht, und auf den Schwingen 2ter Ordnung gelbroth 
erscheint. Schnabel gelborange. Füsse hornschwärzlich. Kral- 
len hornfahl. Im Leben der Schnabel (nach Verreaux) roth, 
gegen die Spitze zu orangegelb; Füsse und Krallen schwarz; 
Iris gelb. 
$ Salomon-Inseln (Bremer Museum) stimmt sonst vollkommen mit 
dem Exemplare im Leidener Museum überein , aber an den 
Halsseiten fehlt jederseits der gelbgrüne Streif, der violette 
Hinterkopf wird dagegen von einem schmalen gelbgrünen Hals- 
bande umsäumt. 
cf Neu-Caledonien (typisches Exemplar von Tr. Deplanchei, 
Verreaux) ähnelt ganz dem Vogel im Leidener Museum, aber 
verhältnissmässig grösser , das Blau am Vorderkopfe bis hinter 
das Auge ausgedehnt ; das dunkle Violett am Kinn lebhafter 
und ausgedehnter, auf Bauchmitte einige violettschwarze End- 



856 TRICHOGLOSSÜS MASSENAE. 

säume, die hier eine Art Fleck bilden, Bauchfedern an Basis 
röthlich ; Schwanzfedern an Innenfahne breil gelb gerandet ; 
Mantelfedern gegen das Ende zu mit kleinem rothen Flecke auf 
Schaftmitte; alle unteren Flügeldecken roth. 
2 Neu-Caledonien (typisches Exemplar von Tr. Deplanchei, 
Verreaux). Wie das J* , ebenfalls mit gelbgrünen schmalen 
Streif an Halsseiten unter der Ohrgegend , aber die Brust blas- 
ser roth , mit undeutlicheren Endsäumen ; Bauch grün ohne 
Schwarz , die Federmitte roth ; Mantelfedern ganz einfarbig 
grün; gelber Band an Innenfahne der Schwanzfedern schmäler; 
nur die kleinen und mittleren unteren Flügeldecken roth , die 
grössten schwarz mit gelbem Saume an Innenfahne, nach hinten 
zu iheilweis roth. 
Ein Exemplar von Neu-Caledonien (s. n. Deplanchei, Verreaux) 
im Britisch-Museum ist ganz übereinstimmend , hat an den 
Halsseiten jederseits einen kleinen gelbgrünen Streif, die Mitte 
der Mantelfedern deutlich roth, ebenso die Basis der Bauchfe- 
dern , das Blau am Kopfe ist aber weiter bis auf die Ohrgegend 
ausgedehnt, so dass vom dem violetten Tone am Hinterkopfe, 
auf Ohrgegend und Kinn nur noch wenig zu sehen ist. 
Ein Exemplar von den Echiquier-Inseln (Collection Godeffroy) , 
stimmt vollkommen mit denen unseres Museum von den Salo- 
mon-Inseln und Neu-Caledonien überein. »Augen roth mit 
gelbem Binge ; Schnabel roth ; Beine schwarz" (Note des 
Sammlers). 
Jüngerer Vogel in Major Kirchhotf's Collection hat die violetten 
Federn des Hinterkopfes noch mit grünen Endsäumen versehen, 
auf den Brustseiten ebenfalls breite grüne Endsäume ; die grü- 
nen Mantelfedern zeigen nur einen kleinen rothen Mittelpunkt ; 
jederseits an den Halsseiten ein grüngelber Fleck. Schnabel 
hornfahlbraun. 
Diese Art steht dem Tr, cy anogrammus, Wagler, sehr nahe 
und unterscheidet sich nur durch das schmale gelbgrüne Nackenband 
(bei cyanogrammus stets sehr breit und den ganzen Nacken be- 
deckend), die viel schmäleren Querlinien auf der Brust und, dass die 



TRICUOGLOSSUS MASSENAE, 857 

unteren Tlieile der Backen, Kinn und Kehle nur violetlblau sind, nicht 
so deutlich in's Schwarze wie bei cyanogrammus. Sehr nahe 
steht auch Tr. Mitchelli, Gray, unterscheidet sich aber durch 
ganz schwarzen Bauch und After und ein breiteres grünes Nacken- 
band , w elches fast bis zum Kinn lauft. 

Bei den Tr ichoglossus-Arten kommen überhaupt mancherlei 
individuelle Abweichungen vor, die in den Extremen oft sehr erheb- 
lich, leicht zu specifischen Trennungen führen können, bei einer 
Reihe von Exemplaren aber alle Uebergänge bieten. 

Dies ist auch mit dem neuen Trichogl. Deplanchei, Verr. 
der Fall, den ich nach der Beschreibung »gutture colloque intense 
caeruleis" anfänglich auch für verschieden hielt. Als ich im Britisch- 
Museum ein typisches Exemplar vergleichen konnte wurde mir die 
Artselbständigkeit aber sogleich verdächtig und ich vermochte nur 
in der grösseren Ausdehnung des Blau am Kopfe eine Verschieden- 
heit mit Tr. Massenae, Bp., herausfinden, die mir indess individuell 
schien. Diese Ansicht wurde zur völligen Gewissheit als die Bremer 
Sammlung cf und $ s. n. Deplanchei von Verreaux erhielt und ich 
bei der genauen Vergleichung mit Massenae keine erheblichen 
Unterschiede bemerkte. Die Exemplare von Neu-Caledonien zeigten 
allerdings eine grössere Ausdehnung des Blau bis hinter das Auge 
und das Violettblau an Kinn und Kehle war lebhafter, ausserdem 
war der rothe Miltelfleck auf den Mantelfedern undeutlicher und das 
Roth an der Basis der Bauchfedern etwas abweichend. Diese Unter» 
schiede sind indess keineswegs constant. Zwischen cT «nd $ zeigten 
sich solche, die dann mit eben so viel Recht zur specifischen Tren- 
nung dienen könnten. Denn während das $ den Bauch ganz 
roth gefleckt und kein Roth auf den Mantelfedern hat, zeigt das 
(/ schwarze Flecke auf dem Bauche, deutliches Roth auf den Man- 
telfedern und eine grössere Ausdehnung des Blau im Gesichte. Nach 
Verreaux besitzt das </ jederseits an den Halsseiten am Ende der 
Ohrgegend einen blassgrünen Fleck , während das ? ein schmales 
hellgrünes Nackenband hat. Ob diese Angabe auf Untersuchung 
des Sexus beruht wird nicht angegeben, es scheint mir aber eher, 
als wenn diese Verschiedenheiten eine Folge des Alters wären. Je- 



858 



TRICHOGLOSSÜS MITCHELLI. 



denfalls sind weitere Nachrichten noch abzuwarten, besonder hin- 
sichtlich der jungen Vögel , über die wir noch gar nichts wissen. 

Tr. Massenae vertritt den moluckischen Tr. cyanog'rammus 
weiter östlich und wurde bis jetzt mit Sicherheit von den Salomon- 
Inseln (Macgillivray) und Neu-Caledonien (Tr. Deplanchei, Verr.) 
nachgewiesen. Die Angabe Eromango (Neu-Hebriden) im Leide- 
ner Museum bleibt einstweilen noch fraglich, da keine Berichte 
über das Yorkommen hier vorliegen, obwohl ich keineswegs zweifle, 
dass diese nahgelegene Inselgruppe ebenfalls mit in den Verbrei- 
tungskreis gehört. Nach Deplanche auf Neu-Caledonien häufig. 

Durch die neuesten Expeditionen des Hauses Godeffroy in Ham- 
burg wurde diese Art auch von der bisher undurchforscht geblie- 
benen kleinen Inselgruppe Echiquier oder ßougainville (1°20 südl. 
Br. 142° 10 östl. L.), nordöstlich von Neu-Guinea und nordwestlich 
der Admiralilätsgruppe gelegen, nachgewiesen. 

(d2G.) 7. Trichoglossus Mitchelli, G. R. Gray. — MücMl's 
Keilschivanzlori. 

Trichoglossus Mitchelli, G. ß. Gray, List Psilt. (1859) 
p. 62 (note). — Fig. 0. 

Diagnosis: In Grösse und allgemeiner Färbung ganz wie Tr. Mas- 
senae, aber Bauch und After violettschwarz, die Brust ohne 
deutliche schwarze Querlinien und das gelbgrüne Nackenband 
bis zum Kinn reichend. 

Magnitudine coloreque Tr. Massenae omnino aequans, sed abdo- 
mine crissoque violaceo-nigris j lineis pectoris transversis nigris 
obsoletissimis ; fascia nuchali flavo-viridi utriusque mentum at- 
tingente. 

? (Type von Gray im Britisch-Museum aus dem Zool. Garten). Kopf 
und Kopfseiten düster dunkelviolett , auf dem Oberkopfe die 
Federn mit düster grünlicher Schaftmitte, wodurch derselbe 
etwas grünlich erscheint; Zügel und Stirnrand etwas blaulich 
verwaschen. Im Nacken und an den Halsseiten ein breites grün- 
gelbes Band, welches an den unleren Backen und Kinn in ein 



TKICHOGLOSSÜS MITCHELLI. 859 

schmales dunkelgrünes übergeht. Hinlerhals, Flügel und ganze 
Oberseite nebst Schwanz einfarbig dunkelgrasgrün. Kinn, Kehle, 
Kropf, Brust und die unteren Flügeldecken glänzend scharlach- 
roth , auf Brustmitte einige verwaschene gelbliche Endsäume. 
Bauch und After violettschwarz, fast schwarz, einzelne dieser 
Federn mit grünen Säumen. Bauchseiten, Schenkel und untere 
Schwanzdecken grün , die gelbe Federbasis überall durchschei- 
nend. Schwanzfedern an Innenfahne ebenfalls grün, schmal 
olivenschwarz gerandet , unterseits düsler olivengelb. Schwin- 
gen unterseits schwarz , von der dritten an auf Innenfahne mit 
grossem gelben Flecke. Schnabel hornweiss; Füsse graubraun, 
Krallen schwärzlich. 
Steht dem Tr. cyanogrammus. Wagler nahe, unterscheidet 
sich aber von dieser Art, dass die dunklen Querlinien auf Kropf 
und Brust fast ganz fehlen, durch den schwarzen Bauch und After 
und das grüne Nackenband , w^elches sich fast bis zum Kinn 
zieht. Auch mit Trieb, Massenae nahe verwandt, letztere Art 
ist aber leicht an dem schmalen gelbgrünen Nackenbande, w^elches 
zuweilen nur als ein schmaler Streif hinter der Ohrgegend auftritt , 
zu unterscheiden. 

Das einzige bis jetzt bekannte Exemplar im Brilisch-Museum 
befand sich früher lebend im Zoologischen Garten , wesshalb es leicht 
erklärlich ist , dass alle Nachrichten fehlen ; nicht einmal das Vater- 
land kennen wir. 

Obwohl ich nicht läugnen will, dass die Selbständigkeit der Art, 
auf ein Exemplar begründet, welches noch dazu aus der Gefangen- 
schaft herstammt und daher möglicher Weise Veränderungen erlitten 
haben kann , immerhin verdächtig erscheint so war es mir doch 
nicht möglich Tr. Mitchelli auf eine andere bekannte Art zu be- 
ziehen. Jedenfalls dürfte es jetzt eher möglich sein die Art zu 
erkennen , was nach der kurzen Beschreibung Gray's nicht mög- 
lich war. 

Hoffentlich erhallen wir bald Nachrichten über den interessanten 
Vosel. 



840 TRICHOGLOSSUS. 



3 55L 



3 a" p S 

SD CB 



Ot OT Ot If^ 


Ol W 4jt «t tu cn ({>■ 


crt W Ol C7t *>• 


cnü'üikf'.ci'cncnoi 


üt CJT tu ÜI 


»-"OS l-i 

^ :: o 


t-" 1^ 05 -^ l-i CO »-• 

= = ::;:::: o 


(-J Ifk -3 h-J 

:; 5 i M 


:: 5 1— ' :; ~ h- 


O CO C» M 



O3|^03CO&SCOt^l$^l^l^l^CCt^lf>'I^Cnif^kf>'l{^0Sl$>-t^l^C7<I^CITVTC;T 






a> 






i-t < Ol 



eosooocoooocooooo-3 



oooooooo-aoocoeooeooooocoeoeototo oo«oootc>oocoeD(»ecitoP^„M 



P Ö N CD 
2. fO <S 



05 ~a 



«00300 I— 'I— I— I eO 1-- h-JtOeO l-'CO OO OOCO «D <^ 

— ,— ^-^ o o o ; o 10 ^ :: o ^^ ~^ ^^ ; c tsr © f> 



tO b; 



Jt >-! CD 

CD CO 55 



hH M* 



^ CD K- g cra 

-►3-0 3 CD 
^ " CD 2 W 



^ «5 a 

" » (D 

*? ö c 

9 3a 



?SPa- ä-g a WS 



H+O 


40 


- c 


>- 

B 3" 



o. 


Ui 


1-9 






o 


^ 


Dw 








3 


tD 

3 


3 


(-• 


3 


(D 

3* 




C 


B' 




(D 




CD 


-r< 


*• 


5 


3 


CD 


öS 


B- 


CD 

►1 



oeS'r' m^ CDS n 



J2. w » » P^ 



•"" " g-U g S c " S g «^ g H .^ „ B'nw 

r. 1= gS g3 5 5 5:^ ^r f ^ S 

JJcDCDar^t-« ö >,j*tna--CD 3 

:^ 2- S: 3 ? P E l' 3 « 2. w S 



er 






3 ^^ 'S « s B a 



TRICHOGLOSSDS, 



841 



pr a 

e 



13- 



C7I lE^ 



p O- 



S3 <s 

CA 

et 00 
CT M 

et ** 



■< 
a 

3 



o 

3 

et 



er 

et 

«> 

et 

3- 

et 

s 

o. 

et 

3 

C| 

3 



3 cr 
ß 2. 

3 



et 

3 

c:: 

S 



(/> 



3 
w 

O 

3 



« 3 

OS qq 

•;i et 

CS l-s 



et Cj 

;=! » 

a CT 
p et 

h— et 

2. 5" 

Q 3 

3 
>■ g 
er 3 
^ CR 

2. » 
et 3 

e QQ 
S et 

es j5j: 

3 



<SQ 



KJ M I— 1 >— 

OS so I-' p CO 00 




a a 



(w g 



eo OS h-i 
J i o 




et 


CiS tt^ CO 

w to o 




02^ 

2- cV 



to 


»o 


^^ 






— 


:: 






S? 


m 


> 


1— 1 


1— ' 

o 


lO 


3 




1 

CO 



»^ 



~ ~ CO P CO 



►3^ 3 B CO 

« S" £? v' 
7 « 



+0 

H w :^ 

*0 Er E 
-O CT) 

bd M o 
-las 

-• c» 2 



S 



842 TKICHOGLOSSÜS OIINATUS. 

So fehlt die steife, glänzende Schaftmitte der Federn des Ober- 
kopfes , ferner meist die rothe Brust und der lebhaft gefärbte Bauch- 
fleck ; die Innenfahne der Schwingen ist oft einfarbig. 

Während Tr. ornatus durch Both an der Basis der Schwanz- 
federn merkwürdig ist, zeichnen sich Tr. euteles, Iris und ver- 
sicolor nicht allein im Colorit durch die einfarbigen Mantelfe- 
dern aus, sondern sind auch im Habitus etwas abweichend. Tr, 
euteles, von Bonaparte zum eigenen Genus Psitteuteles er- 
hoben und von Gray merkwürdiger Weise mit zu Coriphilus 
gestellt, hat einen verhältnissmässig kürzeren Schwanz. Erheb- 
lichere Unterschiede bietet Tr. Iris in dem dickeren, abgerundeten 
Schnabel, dessen sehr breite Dillenkante nicht in schiefer Linie, 
sondern etwas gebogen aufsteigt, neben d i s c o 1 o r übrigens die 
einzige derartige Ausnahme in der ganzen Subfamilie T rieh o glos- 
sin ae. Durch den ebenfalls relativ kürzeren Schwanz zeichnet sich 
auch Tr. versicolor aus, noch mehr aber durch den grossen, 
nackten Augenkreis und die beinah aufgetriebene, breite, nackte 
Wachshaut. Bonaparte bildete aus ihm das Genus Ptilosclera, wohl 
hauptsächlich im Hinblick auf die fast einzig dastehende Färbung. 

Die Arten dieser Unterabtheilung , zu welcher die noch nicht ge- 
nügend bekannten Tr. Verreauxi und coccineiirons gehören 
dürften, sind kleiner als die der vorigen, meist von Staar- bis Dros- 
selgrösse, so weit bis jetzt bekannt in den Geschlechtern nicht ab- 
weichend und haben alle eine lebhafte Schnabelfärbung. Ihre Le- 
bensweise ist noch ziemlich unbekannt. Sie gehören meist dem 
indischen Archipel an, nur 2 Arten (chlorolepi dotus und ver- 
sicolor) kommen in Australien, keine auf den Südsee-Inseln vor. 

(527.) 8. Trichoglossus ornatus , (Linne). — Der blauohrige 
Keilscliivanzlori. 

Psittacus ornatus, Linne, S. N. (1767) p. 143. — Edward, B. 
pl. 174. — Psittaca indica varia, Briss., Orn. IV (1760) 
p. 366 (descr. bon.). — PI. enl, 552 (fig. accur.). — Psitta- 
cus inquinatus, Müll., S. N. Suppl. (1776) p. 79. — Lory 
Parrakeet, Lath,, Syn. L p. 221. — id., Gen. Ilist. II (1822) 



TRICIIOGLOSSÜS ORNATÜS. 843 

p. 140. ~ Psittacus ornatus, Gml., S. N. (1788) p. 324. — 
Latham, Ind. Orn. p. 91. — Bechst., Ueb. p. 70. — Kühl, 
Consp. p. 55. — Vieill., Enc. Melh. p. 1590. — Raflles, Linn. 
Trans. XIII. p. 281. — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 734. — 
Eos ornata, Wagl., Mon, p. 562. — G. R. Gray, Gen. of 
B. II. p. 417. — Blyth, Cat. B. As. Soc. (1849) p. 11. — id., 
Journ. As. Soc. XIX. p. 237. — Lorius ornatus, Steph., 
Gen. Zool. XIV. p. 132. — Australasia Malaisiae, Less., 
Tr. d'Orn. p. 210. — Trichogl. ornatus et Eos ornata, 
N°. 8. G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 6. — ßonap., Rev. et 
Mag. Z. (1854) p. 157. ■— id., Naum. 1856. — G. R. Gray, 
List Psitt. (1859) p. 62. — Wallace, Proc. Z. S. (1864) 
p. 291. — Schlegel, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 112. ~ La 
Perruche Lori, Levaill., Perr. t. 52 (fig. opt.). 

Bangnu oder Bandhnu , bengalisch (Blyth). — Ololito, Eingeborne 
von Gorontalo (von Rosenberg). 

Diagnosis : Oberkopf und Ohrgegend blau ; unter der Ohrgegend 
jederseits ein gelber Fleck; Nacken, Backen, Kinn, Kehle, 
Kropf und Brust roth, ebenso die Basishalfte der Schv^anzfedern 
an Innenfahne. 

Pileo et regione parotica cyaneis ; macula sub ea flava ; genis , 
nucha , mento , gutture , pectore necnon dimidio pogonii rectri- 
cum interni basilari rubris. 

Celebes (Forsten) Leidener Museum. Hinterhals, Rücken, Flügel 
und Schwanz dunkelgrasgrün. Oberkopf und Fleck auf der 
Ohrgegend dunkel violettblau; Hinterkopf, Zügel, Backen, Kinn, 
Kropf und Brust scharlachroth, auf Kropf und Brust mit 
violettschvtarzen Querbinden , die Basis der Federn grün. Flü- 
geldecken unterseits , und ein Streif jederseits am Halse gerade 
hinter der Ohrgegend hochgelb, obere Seiten und Bauch, 
hochgelb mit breiten grünen Endsäumen , wodurch nament- 
lich der Bauch fast grün erscheint. Untere Seiten, After, und 
untere Schwanzdecken hell grasgrün , mit schmalen dunkelgrü- 
nen Endspilzen. Die äusseren 4 Schwanzfedern jederseits an 
Basishalfte der Innenfahne scharlachroth , an Endhälfte hoch- 



844 TRICHOGLOSSÜS OllNATUS. 

gelb, die übrigen grün. Die Federn des Oberrückens quer 
über die Mitte breit gelb. Schwingen an Innenfahne und un- 
lerseits schwärzlich. Schnabel horngelb. Füsse und Nagel 
grauschwarz. 
Ein (^ von Celebes (Wallace) im Bremer Museum hat den Ober- 
kopf und den Fleck auf Ohrgegend dunkelblau , ohne den Ton 
in's Violette, und die rothen Kropf- und Brustfedern haben grüne 
Endsäume. 
Ebenso ein </ von Macassar (Collection Wallace) , aber Oberkopf 
deutlich violettblau , und die rothen Federn des Nackens mit 
ebensolchen Endsäumen. 
Geschlechter nicht verschieden. 

Es ist nicht leicht möglich diese schöne Art mit einer anderen 
zu verwechseln , da sie sich ganz auffallend durch den rothen 
Nacken und das Roth an der Basis des Schwanzfedern auszeichnet. 
Edwards bildet die Art übrigens zuerst sehr richtig ab und 
bereits Brisson beschreibt sie sehr genau. Unrichtig ist es jedoch 
wenn Gray Ps. atricapillus, Gml., mit zu dieser Species zieht. 
Er beruht nämlich auf der Abbildung Seba's und gehört ohne Zweifel 
zu Domiceila lori, Linne. 

Nach Wallace bewohnt Tr. ornatus ausschliessend Celebes und 
wurde von ihm auf keiner andern Insel beobachtet. Ein Exemplar 
im Leidener Museum soll aber durch S. Müller von Buton herstam- 
men. Wahrscheinlich wurde es hier durch Kauf erstanden, denn wie 
aus dem Reiseberichte deutlich hervorgeht beobachte S. Müller nur 
Domiceila rubra auf dieser Insel. Von Rosenberg fand Tr. or- 
natus in der Minahassa dem nördlichsten Theile von Celebes häufig, 
führt die Art aber auch von Buton an , obwohl er hier nicht selbst 
war. Ebenso wenig erwiesen ist es, wenn von Rosenberg die Art 
auf den Sula-Inseln , die er übrigens nie besuchte, als häufig vor- 
kommen lässt. 

Raffles nennt irrthümlich auch Malacca als Vaterland und die 
Herren von Schlagintweit wollen Tr. ornatus sogar in Sikkim 
eingesammelt haben. Selbstverständlich kann von einem Vorkommen 
im Himalaya nicht die Rede sein. 



TRICHOGLOSSUS COCCINEIFRONS. 845 

Die Lebensweise anbelangend , so fehlen über diese Art , ebenso 
wie von den meisten übrigen des Indischen Archipels, fast alle 
Nachrichten, dies ist auch bezüglich der Jungen der Fall. 

Lalham sah Tr. ornatus auf einem chinesischen Bilde unter der 
Benennung » Ue-shek-uang" sehr correct dargestellt. 

(328.) 9. Trlchoglossus coccineifrons, G. R. Gray. — Der 
rotfistirnige Keilschwanzlori. 

Trichoglossus coccineifrons, G. R. Gray, Proc. Z. S. (l8o8) 
p. 185. — id., List Psitt. (1859) p. 62. — Wallace , Proc. 
Z. S. (1864) p. 291. — Fig. 0. 

Diagnosis : Kopf und Kopfseiten blau ; Vorderkopf roth ebenso ein 
Nackenband; Halsseiten, Flügelrand und die unteren Flügel- 
decken roth wie Kropf und Brust , aber diese mit blauen 
Querlinien ; Bauchfleck blau ; Schwanzfedern an Innenfahne 
orangezinnoberroth. 

Pileo cum capitis lateribus cyaneo ; sincipite fasciaque nuchali 
rubris ; lateribus colli , margine alari , tectricibus alarum infe- 
rioribus atque gutture cum pectore rubris , bis autem ambolus 
transverse cyaneo-lineatis ; macula abdominale cyanea ; pogoniis 
rectricum internis aurantio-cinnabarinis. 

Aru-Inseln (Type von Gray in Wallace's Collection). J. Kopf und 
Kopfseiten blau, auf Vorderkopf roth, ebenso einzelne Federn 
auf Scheitelmitte. Nackenband, Halsseiten, Flügelrand und grosse 
und kleine Flügeldecken unterseits scharlachroth, auf Kehle, Kropf 
und Brust ebenso, aber hier mit blauen Endsäumen, die regel- 
mässige Querlinien auf Bauchmitte aber einen grossen Fleck bil- 
den. Federn der Schenkel und Schenkelseiten gelb mit grünen 
Enden und blassrothem Mittelflecke, untere Schwanzdecken an 
Basis roth, sonst gelb und grün geendet. Mantel, Rücken, 
Flügel , übrige Oberseite und Schwanz grün. Mantelfedern mit 
rothem Mittelflecke. Oberste kleinste Deckfedern am Unterarm 
mit rothem Flecke in der Mitte, der gelb gerandet ist. Schwin- 
gen l^er Ordnung an Aussenfahne grün , an Innenfahne gelb- 
lichzinnober, das Enddrittel derselben schwarz. Schwingen 2*er 



846 TßlCHOGLOSSÜS YERREAUXI. 

Ordnung ebenso aber an Basishälfte der Aussenfahne gelb. 

Schwanzfedern an Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze orange- 

zinnoberrolh, am Endtheile grün, unterseits heller orangezin- 

nober mit orangegelbem Ende, Schnabel horngelb ; Füsse und 

Krallen grauschwarz. 

Dieser höchst sonderbare Vogel , von dem nur dies eine Exemplar 

bekannt ist, bietet so merkwürdige Färbungsverhältnisse, dass er 

auf den ersten Anblick fast den Eindruck einer Varietät macht. 

Jedenfalls dürfte das Exemplar noch nicht völlig ausgefärbt sein, 

denn die hie und da auf der Scheitelmitte erscheinenden rothen 

Federn lassen vermuthen , dass mit zunehmenden Alter möglicher 

Weise der ganze Kopf roth werden dürfte. Indess sind dies nur Ver- 

muthungen , die nicht eher gelösst werden können , bis wir nicht 

reichaltigeres Material vorliegen haben. 

Zur Unterscheidung der Art wird die diagnostische Characterisi- 
rung genügen. 

Nach einer brieflichen Mittheilung von Herrn von Rosenberg wäre 
Tr. coccineifrons nichts als eine Varietät von Tr. haemato- 
des, eine Ansicht der ich mich bis jetzt noch nicht völlig an- 
schliessen kann. 

■f (529.) 40. Trichoglossus Verreawxi, Bonap. — Verreaiix's 
Keilschwan zlori. 

Trichoglossus verreauxius, Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) 
p. 157. — id., Trichogl. verreauxi, Naumannia. 1856. — 
G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 61. — Fig. 0. 

Diagnosis: Grün; Unterseite mit gelben Querlinien; Vorderkopf und 
Augenbrauen roth ; Backen und Kehle blau. 
Viridis , subtus transverse flavo-lineatus ; sincipite superciliisque 
rubris ; genis cum mento cyaneis. 

(Nach Bonaparte) Glänzend grün ; Brust und Unterleib nebst Seiten 
mit unregelmässigen goldgelben Querlinien ; Vorderkopf und 
Augenbrauen roth ; Wangen und Kehle bläulich ; Mittelrücken- 
federn gelb gefleckt. 
Nach dieser leider sehr kurzen Beschreibung ohne Maasangaben 



TRICHOGLOSSUS CIILOROLEPIDOTÜS. 847 

ZU urtheilen , dürften wir es hier mit einer sogenannten guten Art 
au thun haben. Der rothe Vorderkopf, die blauen Backen und die 
gelbquergewellte Unterseite lassen keine Vereinigung mit einer ande- 
ren Species zu. 

Die genaue Angabe des Vaterlandes fehlt, Bonaparte vermuthet 
es möge Australien sein. Bis jetzt scheint nur das eine Exemplar 
im Pariser Museum bekannt zu sein. 

Gould ignorirt diese Art in seinem »Handbook" und vielleicht mit 
Becht, da sie möglicher Weise nicht in Australien zu Haus ist. 

(550.) i\, Trichoglossitüi chlorolepidoius , (Kühl). — Der 
gelbgefleckte KeilscJnvanzlori. 

Psittacus chlorolepid otus. Kühl, Consp. (1820) p. 48. — 
Spotted Parrot, Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 197. — Tri- 
choglossus Matoni (Lath. M.S.), Vigors et Horsfield , Linn. 
Trans. XV (1826) p. 291. — Australasia viridis, Lesson, 
Tr. d'Orn. p. 210. — Tr. ch loro lepido t us , Wagler, Mon. 
p. 550. — Jard. et Selb., 111. of Orn. pl, 110. — Gould, B. 
of Austr. V. pl. 50. — Beichb., Gould's üebers. N^ 172. — 
Lear Parr. pl. 35. — Tr. chlorolepidotus, G. B. Gray, 
Gen. of B. II. N°. 5. — id., List Psitt. (1859) p. 62. — Bp., 
Bev. et Mag. Z. 1854. — id., Naum. 1856. — Schleg., Mus. P. 
B. Psitt. (1864) p. 111. — Gould, Handb. B. of Aust. IL sp. 446. 

Diagnosis : Grün ; Federn der Unterseite und auf Oberrücken an 
Basis gelb ; untere Flügeldecken rotli. 

Viridis, dimidio plumarum singularum basilari lateris inferioris 
dorsique flavis, tectricibus alarum inferioribus rubris. 

Australien (Bockhampton) Colleclion Schaufuss. </ ad. Lebhaft dun- 
kelgrasgrün , der Oberkopf meerblau angeflogen ; die Federn 
der Unterseite vom Kinn bis After nebst Schenkel und Schen- 
kelseiten lebhaft gelb mit grünen Endsäumen , wodurch die 
Unterseite gelb und grün gebändert erscheint. Die Mantelfe- 
dern ebenfalls gelb mit grünem Endsaume. Untere Flügel- 
decken nebst Achseln scharlachroth. Die erste Schwinge 
schwarz, die übrigen der l*en und i^en Ordnung nebst ihren 



848 TRICHOGLOSSUS CHLOROLEPIDOTÜS. 

üeckfedern grün , an Basishälfte der Innenfahne mit orange- 
rothem Flecke, unterseits die Schwingen schwärzlich. Schwanz- 
federn an der Basis der Innenfahne etwas röthlichorange, unter- 
seits glänzend olivengelb. Schnabel horngelb; Füsse graubraun; 
Iris braun (Note des Sammlers). Im Leben der Schnabel (nach 
Gould) blutroth, gegen die Spitze zu in's Orangfefarbene , Iris 
scharlachroth zuweilen braungelb. 
? (Collection Verreaux) ganz ebenso, aber der Oberkopf grün ohne 
blaulichen Ton ; Kinn- und Backenfedern an der innersten 
Basis röthlich. 
Ebenso ein Exemplar im Bremer Museum, aber der Oberkopf weni- 
ger deutlich meerblau. 
Ebenso Exemplare von Port Albert, Victoria, im Museum Heine. 
Ein Exemplar im Leidener Museum ist offenbar ein jüngerer Vogel, 
das Gelb auf der Unterseite und auf den Mantel beschränkt 
sich nur auf die Basis der Federn , wesshalb die Unterseite fast 
einfarbig grün erscheint; der Oberkopf ist grün, und der Fleck 
an der Basishälfte der Schwingen nicht roth, sondern gelb. 
Ein alter Vogel in Major Kirchhoff's Collection hat die Schenkel- 
seitenfedern mit rother Querbinde und das Gelb der Mantelfedern 
mit Roth gefleckt. 
Beide Geschlechter, nach Gould, nicht verschieden. 
Vigors und Horsfield's Tr. Matoni wurde auf ein so altes Exem- 
plar begründet, wie ich ein solches noch nie zu sehen bekam, denn 
in der Beschreibung heisst es »gula, genaeque caerulescenti-virides ; 
pectoris, abdominis medii, nuchaeque plumae ad basin flavae, coc- 
cineo parce variegatae , fascia apicali viridi lata marginatae." 

Nach Gould , dem wir die wenigen Nachrichten über diese Art 
verdanken, gehört T r. chl oro lepidot us ausschliesslich Neu-Süd- 
Wales an , und zwar den Küstenstrichen , denn im Inneren soll er 
nicht vorkommen. Als Aufenthaltsort dienen vorzüglich die höchsten 
Eucalypten, von deren Blüthensaft sich diese Vögel, wie ihre übrigen 
Gattungsverwandten vorzugsweis nähren. In den Höhlungen der 
Eucalypten legen sie auch das Nest an; doch fehlen hierüber nähere 
Berichte. 



TRICHOGLOSSUS FLAVOTirilDIS. 849 

Im Sydney Museum von Port Macquarie und im Museum Heine 
von Port Albert, Gippsland in Süd- Australien (durch Gerard Krefft); 
also nicht blos auf Neu-Süd -Wales beschränkt, wie Gould noch in 
seinem » Handbook" behauptet. 

(331.) 12. Trichoglossus llavoviridls , Wallace. — Der schwarz- 
halfterige Keilschwanzlori. 

Trichoglossus flavo viridis , Wallace, Proc. Z. S. (1862) 
p. 557. pl. XXXIX (flg. opt). — id., (1864) p. 292. 

Diagnosis : Grijn ; Kehle , Kropf und Brust hochgelb mit grünen 
Querlinien ; Kopf hochgelb ; Stirnrand , vordere Backen und 
Kinn schwarz ; im Nacken ein schwärzlichgraues Halsband. 
Viridis; mento , gutture pectoreque luteis, viride undulatis ; 
capite luteo; fronte myslace menloque nigris ; torque nuchae 
nigricante-cinereo. 

Sula-Inseln (Wallace) Bremer Museum. Ganze Oberseite, Flügel 
und Schwanz dunkelgrasgrün ; die Mitte der Federn des Ober- 
rückens mit einem verwaschenen ockergelben Flecke. Ganzer 
Ober- und Hinterkopf nebst Ohrgegend dunkelgelb , die Basis 
der Federn schwärzlichgrün , im Nacken ein grauschwärzliches 
schmales Halsband. Schmaler Stirnrand, Zügel, Backen und 
Kinn schwarz, jede Feder am Ende grünlichgelb gerandet. 
Kehle, Kropf und Brust hochgelb wie der Kopf, jede Feder mit 
schmalem dunkelgrünen Endsaume , wodurch eine feine Wellen- 
zeichnung entsteht. Bauch, Schenkel, After und untere Schwanz- 
decken grüngelb, jede Feder mit verwaschenem dunkelgrünen 
Endflecke. Kleine Flügeldecken unterseits gelbgrün. Erste 
Schwinge ganz die übrigen nur auf Innenfahne schwarz , aussen 
grün mit ganz schmalem gelben Randsaume. Schwanzfedern an 
Innenfahne düster ockergelb , aussen grün , unterseits glänzend 
olivengelb. Schnabel horngelb ; Füsse horngraubraun ; Nägel 
hellhornbraun. Im Leben der Schnabel (nach Wallace) oran- 
geroth ; der Augenkreis gelb ; die Iris orangefarben ; Füsse 
schiefergrau. 

54 



8d0 TRICHOGLOSSUS EüTELES. 

Typen von Wallace in dessen CoUection zeigten auf den Ober- 
rückenfedern eine deutliche gelbe Querbinde. 
$ , Sula-Inseln (Verreaux) wie das ^. 

Steht dem Tr. euteles, Temm., von Timor am nächsten, un- 
terscheidet sich aber sogleich durch die grüne Querzeichnung der 
Unterseite, die schwarze Halfter und das dunkle Nackenhalsband. 

Wallace's Untersuchungen auf den Sula-Inseln wurden auch mit 
der Entdeckung dieser niedlichen Species belohnt. Ein einziges 
Exemplar, welches aber leider durch Ratten verstümmelt wurde, 
erlangte er auch bei Menado auf Celebes. Einer seiner Diener, ein 
Eingeborner von Menado versicherte ihm jedoch, dass sich die Art 
dort finde. Inzwischen dürfen wir immerhin einstweilen nur die 
Sula-Inseln als verbürgte Localität betrachten. 

Weitere Nachrichten fehlen. 

(552.) 15. l'riclioglos.sus euteles, (Temm.). — Der gelhköpfiije 
Keilsclmatizlori. 

Psittacus euteles, Temm., PI. col. 568 (1838?). — Conurus 
euteles, Bourjot, Perr. t. 43 (cf nach PI. col.) et t. 446. $ 
s. n. Perruche iris, femelle. — Psittacus (Trichoglossus) 
euteles, Müll, et Schleg., Verhandel. (Land- en Volkenkunde) 
p. 209. — Coriphilus euteles, Gray, Gen. of B. II. 
N°. 8. — id., List Psitt. (1859) p. 59. — Psitteuteles 
euteles, Bp., Rev. et Mag. Z. (1854) p. 157. — id., Naum. 
1856. — Trichoglossus ochrocephalus, Blyth , Journ. 
As. Soc. Beng. (1858) p. 279. — Psittacus (Belocercus) 
euteles, v. Rosenb., Gab. J. f. Orn. (1862) p. 6Q. — id., 
Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Ind. (1863) p. 146. -- Tri- 
choglossus euteles, Wallace, Ibis (1861) p. 549. — id., 
Proc. Z. S. (1864) p. 292. — Coriphilus euteles, Schleg., 
Dierentuin (1864) p. 78. — id., Nanodes euteles, Mus, 
P. B. Psitt. (1864) p. 112. 

Diagnosis : Grün , im Nacken ein verwaschenes helleres Querband ; 
Kopf dunkelgelb, übrige Unterseite heller gelb, auf Schenkeln 
und den unteren Schwanzdecken grünlich. 



TRICnOGLOSSUS EüTELES. SUl 

Viridis, subtus flavus ; torque nuchae obsolete diluliore; capile 
luteo ; femoribus caudaeque tectricibus inferioribus viiidulis. 
Timor (S. Müller), Type von Temminck im Leidener Museum, c? ad. 
Oberseite schön grasgrün , im Nacken ein undeutliches heller 
grünes Band, Schwingen dunkler grün, auf der Mitte der 
schwarzen Innenfahne mit breitem gelben Flecke der aber nicht 
bis an den Schaft geht und auf den letzten Schwingen 2ter 
Ordnung yerschwindet ; der ausserste Saum der Innenfahne 
schmal gelb. Kopf bis Nacken, Zügel und Backen dunkelgelb, 
die übrige Unterseite ebenfalls , nur Bauch und untere Schwanz- 
decken nebst den kleinen Flügeldecken unterseits hell grasgrün 
verwaschen. Die Unterseite der Schwanzfedern gelb, die äus- 
sersten 4 Federn jederseits an Innenfahne breit gelb gesäumt. 
Schnabel hornfahl ; Füsse hornbräunlich. 
2 (jung) im Leidener Museum ebenso , aber die ganze Unterseite 
schwach grasgrün angeflogen und der Kopf weniger schön gelb. 
Jüngerer Yogel von Flores' (Collection Wallace) ähnelt dem vorher- 
gehenden, aber die ganze Unterseite fast grün, nur die Basis 
der Federn grüngelb ; Kopf schmutzig olivengrünlichgelb , 
einzelne Federn mit dunkelgelben Endspitzen. Schnabel horn- 
orangefarben. 
Man kannte diese Art bis jetzt nur von Timor, Wallace hat sie aber 
neuerdings auch auf dem nahen Flores gefunden. Leider fehlen alle 
Nachrichten über die Lebensweise. Dr. S. Müller theilt nur mit , 
dass er sie auf Timor in kleinen Flügen von 8 — 10 Stück häufig 
angetroffen habe besonders auf der Ebene Wienoto. Sie hielten 
sich sehr hoch in den Bäumen auf. Nach Wallace nähren sie sich 
von den Blüthen der Eucalypten. 

Den Tr, ochrocephalus, Blyth , kann man, nach der Beschrei- 
bung zu urtheilen , ohne Bedenken mit zu dieser Species ziehen. 

Bourjot giebt auf pl. 45 eine recht gute Abbildung des J^ nach 
PI. col, 568, nur ist der Schnabel zu lebhaft roth. Das $ wird auf 
pl. 44^>. s. n. Perruche iris femelle abgebildet, im Text aber sonder- 
barer Weise gar nicht Aveiter erwähnt. 



5i' 



832 TRICHOGLOSSUS IIUS. 

(353.) H. Trichoglossus Iris, Teniminck, — Der rothköpßge 
Keilschwanzlori. 

Psittacus iris, Temm., PI. col. 567 (1838?). —Müll, et Schleg., 
Verhandel. (Land- en Volkenkunde) p. 209. — Conurus iris, 
Bourj., Perr. t. 44a (nach PI. col.). — Coriphilus Iris, 
Gray, Gen. of B. II. N°. 9. — id., List Psitt. (1859) p. 59. — 
Psitteuteles iris, Bp., Rev. et Mag. Z. (1854) p. 157. — 
id., Naumannia. 1836. — Psittacus (Belocercus!) iris, 
Rosenb., Gab. J. f. Orn. (1862) p. 66. — id., Natuurk. Tijd- 
schrift Toor Nederl. Ind. (1865) p. 146. — Trichoglossus 
iris, Wallace, Proc. Z. S. (1864) p. 292. — Coriphilus 
iris, Schlegel, Dierentuin (1864) p. 78. — id., Nanodes 
iris, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 116. 

Diagnosis : Grasgrün , Backen und Unterseite fast gelb , auf der 
Brust grün quergewellt; Oberkopf düster scharlachroth ; Nacken- 
band gelb; Ohrgegend violett. 

Prasinus; genis latereque inferiore subflavis, pectore viride- 
undulato ; pileo sordide puniceo ; torque nuchae flavo ; regione 
parotica violacea. 

Timor (S. Müller) Type von Temmlnck im Leidener Museum. ^ ad. 
Flügel, Schultern, Rücken, Hinterhals, Bürzel und Schwanz 
schön grasgrün, Backen, Bauch, kleine Flügeldecken unterseits 
und untere Schwanzdeckfedern hell gelbgrün, auf der Brust 
und Kehle fast in's Gelbe ziehend , die Zügel und ein Streif 
um den Nacken von gleicher Farbe. Kehle und Brust mit 
grünen Endsäumen, wodurch hier feine Querstreifen entstehen. 
Strich vom hinteren Augenrande bis auf die Ohrgegend violett. 
Der ganze Oberkopf scharlachroth , an der Stirn dunkler und 
auf dem Hinlerkopfe mit graublauen Endspitzen ; Kinnfedern 
blass röthlich gesäumt Schwingen an Innenfahne und unter- 
seits schwarz, die der 2tcn Ordnung an Basis gelb gesäumt. Die 
erste Schwinge an Aussenfahne bläulich verwaschen. Schwanz- 
federn an Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze und unterseits 
dunkel olivengelb. Schnabel orangefarben; Wachshaut, Augen- 
kreis und Füsse schwarz. 



TRlCnOGLOSSUS VERSICOLOR. 803 

5 ton Timor (Leidener Museum) nicht verschieden. 
Ein anderes cf (Bremer Museum) zeigt keine Spur von den blau- 
lichgrauen Federspitzen am Hinterkopfe , die grünlichen Querli- 
nien auf der Brust sind ganz verloschen. 

Diese Art bewohnt ausschliessend Timor, wo sie Dr. Salomon 
Müller entdeckte. Wallace's neueste Forschungen wiesen sie eben- 
falls nur auf dieser Insel nach. Nach S. Müller ist Tr. Iris 
ziemlich häufig, besonders in der Ebene Wienoto und lebt in klei- 
nen Flügen von 6 — 10 Stück. Dies ist alles was wir über diese 
niedliche Art wissen. Wallace sah sie mit Tr. euteles zusammen 
zahlreich in den Eucalypten. 

Bourjot bildet auf pl. 446. unrichtiger Weise als J von T r. Iris 
den weiblichen Tr. euteles ab, obwohl es im Text bei Tr. Iris 
ausdrücklich heisst , »Sexus nicht verschieden." üebrigens schreibt 
Bourjot nur wörtlich den Text zu Temminck's PI. col. nach. 

(oo4.) 45. Trichoglossus versicolor, Vigors. — Der gelbge- 
strichelte Keilschwanzlori. 

Trichoglossus versicolor, Yig., in Lear's 111. Psitt. pl. 56. — ■ 
Jard. et Selb, Nat. Libr. vol. VI. p. 157. pl. 21 (fig. mal.). — 
Gould, B. of Austr. V. pl. 51. — Reichenb., Gould's üebers. 
N°. 173. — Conurus lori scintilla tus, Bourjot, Perr. 
t. 52 (nach Lear). — Trichoglossus versicolor, Hombr. 
et Jacq., voy. au Pole Sud. Zool. III. pl. 24 bis. fig. 1 (fig. 
bon.). — Psitt euteles versicolor, Bp., Rev. et Mag. Zool. 
(1854) p. 157. — id., Naum. 1856. — id., Ptilosclera ver- 
sicolor, Compt. Rend. 1857. — Trieb, versicolor, G. R. 
Gray, Gen, of B. II. N°. 9. — id., Coriphilus versicolo r, 
List Psitt. (1859) p. 59. — Schlegel, Dierent. 1864. — id., N a- 
nodes versicolor, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 116. -— Ptilos- 
clera versicolor, Gould, Handb. B. of Austr. II. sp. 447. 

We-ro-ole , Eingeborne von Port Essington (Gould). 

Diagnosis : Hellgelbgrün mit gelben Schaftstrichen ; Kropf und Brust 
weinroth; Ohrgegend gelb; Nacken und Halsseiten graublau; 
Oberkopf scharlachroth. 



854 



TRIOHOGLOSSUS VERSICOLOR. 



Junger Vogel: das Blau im Nacken undeutlich und Kropf und 
Brust grün. 

FlavoTiridis ; scapis flavo-striatis ; gutture pectoreque vinaceis ; 
cervice collique lateribus caesiis ; pileo puniceo. 
Juv. cervice obsolete caesio ; gutture pectoreque viridibus. 
Australien (Leidener Museum). J* ad. Schultern, Deckfedern , 
Bürzel, Schwanz und Unterseite vom Bauch an, so wie die 
unteren Flügeldecken, hellgelbgrün beinah gelb. Schwanzfe- 
dern und Schwingen an Aussenfahne dunkler grün , letztere 
an Innenfahne breit schwarz gerandet , an der Aussenfahne 
schmal gelb. Oberrücken schwach olivengelb angeflogen und 
hier wie auf den Schultern mit feinen hellgelbgrünen Schaft- 
strichen , die sich auch auf Hinterhals , Backen und der gan- 
zen Unterseite finden , hier aber noch schmäler und ganz 
gelb sind. Brust und Kehle weinroth. Backen, Kinn und 
ein verloschenes Band um den Nacken graublau und auf 
diesen Theilen die gelben Schaflstriche so zahlreich, dass die 
Ohrdecken gelb erscheinen. Ganzer Oberkopf dunkel scharlach- 
roth , am Hinterkopfe gelblich eingefasst. Schnabel und nackter 
Augenkreis hornweiss. Der Schnabel im Leben scharlachroth ; 
Augenkreis und Wachshaut grünlichweiss ; Füsse hellfahl ; Iris 
röthlichgelb (nach Gould). 
Ein Exemplar von Raffles Bai (Australien) im Museum Heine ganz 

übereinstimmend. 
S ad. ganz wie das ^ gefärbt. 
cf im Bremer Museum ganz ebenso, aber Hinterhals und Halsseiten 

düster graublau mit schmalen gelben Schaftstrichen. 
Junger Vogel (Leidener Museum) zeigt alle Farben matter, die Brust 
grün ; die gelben Schaftstriche kaum sichtbar. 
Durch den grossen nackten Augenkreis und die breite Wachshaut 
weicht diese niedliche Art etwas von den übrigen ab. Dies, so wie 
namentlich die durch die gelben Schaftstriche sonderbare Zeichnung, 
scheint Bonaparte veranlasst zu haben ein eigenes Genus (P t i- 
losclera) aus ihr zu bilden, das übrigens in keiner Weise halt- 
bar ist. 



TRICllOGLÜSSUS VEKSICOLOR. 8bÖ 

= - = = ; = = = = = g fcsSsL^"o°o^"o-£i" 

w « ^-. "-. S ^. «1 °l S "i c^= *- ET o E? g- cq ;5 S- g^ J-. 

oq a -^arnia^ 

too5i«&swMif>-t3osto • , ,. . . ^ i-Tij O !Ti a g. 

ot ossj'toi-i coit^-3g,g-g t~^otrtr'>-2 3.a''5 2«3 2- 

5- S S S^^ = H = ?2^s « ^ g r -Jcg ^ « 1 3 3 2 



2 o sT 2 Q^Q 






os^-:i^>3oi-oo «5 rtS^ro '2. 2. oS 



CD 



c 2. o 



a » 



5= = = = ==.=, =|li ^g.|L I -i all-»- 



NCB re' s pn> 



<-< Ji" "-^ 
^ p- ^ O 



3 a S-aq " i 



^sS's^S-ir- 3|&-o-2 

. . 3 E a- ^ 



;3. 

CD 3 



■=1 Ko K ►H „f Ä o 2- 2. a- ^ cfq 

;2-S5^g",§ cu_ a^3 5•^^3•g 



wa^ §. 0^0,40 ^^ ^ .=^ _ 2 r 



«3 P 



►»i cn n> -1 H 2- 

t>>£? 2^ ^^SrtiCBgr 






s- £L - a2 b3 ^ ^ 3 



wt-* rt2 crS'S^i— 2-Cn«« 

grtt-iMaaO' 1:2. o'^S.sTrCC'^a^S 



ggws^^lal S^»^ c:'«aq 

2 S " ö- S ^ • 3 tt> • != "" 5; 



i=" 2. «, ^ =• S "* S a *^ Ep trt <" 2 

B o 

3 



3 



3- S: 



^3 = p S o> 
P- S 2=" 

s 

=!'=' !IL 2." c" S^ x- 5^ ^ 

^t^ ocraS-2-SP 



s ^- !—• ^ >— • o ^_< ^^ __- 

SU 

a 

3 



^ 2 n =S 

fD sa n> 



8ö6 



TRICHOGLOSSÜS. 



•-1 

CO p^ 

<-i ^ 

a 

S 

►-. c^ 

s «■ 

2 *^ 

p p: 

«-5 
^. ^ 

CD 3 

oq 

B: ^ 

S 2L 



ta to lo 

K) M p 

►O >0 CL 

■<! » S* 

*" ^ n- 

3 I » 

^ " S 



E, 2- » 



so 00 -3 Ol 



p 'S p 



p: 


tn 


O 


O 




d 


Ci 


















C: 


C: 


C: 


M 


£; 


P: 


S 




S 






P 




CD 


3 


« 


P 


C: 


r/5 


Ol 


S 


"■ 


C 


er 

B 










sr 
c 


CR 

tu 

S 


Oü 


1. 

5" 


S 


o 


O 


3 
Q. 


C 


c-i 




B 



o S^i 



t3< ^ 



^ T> o 



ET O t^ 



&.«.>■ 



n 


13- 


B- 


O- 


s 
a 


r^ 


a 


CB 

3 


S 


> 






o- 


CB 


2 




s 

3 


OQ 


Cti 

Ol 


fB 


S? 


cT 


- 


V 


CB 


p: 


^ 


e« 


- 


n 


E 


3 

fB 


CR 

2. 


5- 


w 

T3 



c- =r a c 



sr = 3- 






o 

3 
O 



13 o- - 



S, ^ - 



> s- 



2" s 



o 

ci- 



to ey 



P 'S 



ö ►H 

s 2 



2, CD 



O 

c 

CD 



3 



aq 
o 



o 

CD 
i-i 

CO 
O 



t3- «L 



o 
O 



5:^ CB 
3 
3 



V - V 



*t. 


*1 


•^ 


It^ 


*t *t. 


•*! 




tj 


K> 


rt». 


N) 


V 


«O 00 


f-j 




Ci 


^ 


' 


^ 


^ 


= == 


o 






M 


N) 


N) 


to 


w ew 


CO 






){>' 


Ol 


-J 


h-i 


tO 00 


1— > 


&, c S 


^ 


^ 


^ 


^— 


^ ^ 


o 


<B 


^ s 






































"~ 











F- ts ts ts 



en 05 -J -3 



- St) CG t> 
*^ fs ^ 



hd 



S N CO 



^ 1-9 



<j> 



— <T» c s 



+OOv^-K)a^ a"-KDQ^ 



a b" 



£, CB 



^ 2 

p 

a „ 



BS. B 



ar 2, 



s 


nV ^ 


' a 








t 


p 


►1 


tä 


s 


ä 


B 




B 

(A 


CD 


J, » 


s 




- B 


5 




B 



TßlCHOGLÜSSUS COSCINNUS. 857 

Flecken auf der Innenfahne der Schwingen und keine besondere 
Bildung der Kopffedern besitzen. Dagegen zeigen sie meist Roth an 
der Basis der Schwanzfedern , was bei der vorigen Unterabiheilung 
(mit Ausnahme von Tr. ornatus) ganz mangelt. Nur den fast 
einfarbig grünen Tr. palmarum und pygmaeus fehlt dies Kenn- 
zeichen. Diese beiden Arten wurden daher auch sehr verschieden bald 
bei Nanodes, Loriculus und Cyclopsitta untergebracht. 

Sie sind indess ganz echte Trichoglossen, die im Habitus sich 
den Arten der folgenden Unterabtheilung nähern. 

Hinsichtlich der generischen Kennzeichen stimmen diese kleinen 
Arten übrigens ganz mit den grossen überein , nur ist der Schwanz 
ein wenig kürzer, der Schnabel relativ schwächer. Es dürfte also 
hauptsächlich die Färbung Ursache sein (namentlich die meist 
schwarzen Schnäbel), dass Bonaparte aus ihnen das Genus »Glos- 
sopsitta" schuf. 

Eine wirklich aberrante Art bleibt dagegen Tr. discolor durch 
seine am Ende breiteren , abgerundeten Schwingen , die schma- 
len , spitz zulaufenden , langen Schwanzfedern und den dickeren , ab- 
gerundeten Schnabel mit sehr breiter Wachshaut. Ich hielt diese Art 
anfänglich selbst für näher mit Euphema oder Melopsittacus 
verwandt, allein eine genaue Prüfung aller Verhältnisse hat mich 
überzeugt , dass sie am richtigsten hierher gehört , wofür auch ganz 
besonders die Lebensweise spricht. 

Ausser Tr. palmarum von den Neu-Hebriden, dem ebenfalls 
oceanischen pygmaeus (angeblich von Tahiti) und diadematus, 
Verreaux von Neu-Caledonien , gehören die übrigen Arten Austra- 
lien und Van Diemensland an. 

(535.) 16. Trlchoglossus concinnus, (Shaw). — Der Keilschwanz' 
lori mit gelben Bruslseiten. 

Psiltacus concinnus, Shaw, Nat. Mise. III (1789) pl. 87. — 
Ps. australis, Latham, Ind. Orn. (1790) p. 104. — Pacific 
Paroket , Phill., voy. Bot. Bay. p. loö. — Crimson-fronted 
Parrot, Lath., Gen. Syn. Suppl. II (1802) p. 87. ~- id., Gen. 
Hist. II (1822) p. 181, cum var. A. B. C. — Psittacus pa- 



838 TRICHOGLOSSUS CONCINNUS. 

cificus, Shaw, Gen. Zool. VIII. p. 419. — Ps. rubrifrons, 
Bechst., Lath., üeb. p. 84. pl. 11. — id., Ps. australis, 
p. 80. — Vieill., Nouv. Dict. XXV. p. 342. — id., Enc. Meth. 
p. 1384. — id., Ps. velatus, Nouv. Dict. XXV. p. 373. — 
id., Enc. Meth. p. 1405. — Ps. concinnus, Kühl, Consp. 
p. 46. — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 735. — Lathamus 
concinnus, Less., Tr. d'Orn. p. 206. — Ps. rubrifrons, 
Hahn, Orn. Atl. Pap. t. 10. — id., Ps. australis, t. 48. — 
Trichoglossus concinnus, Vig. et Horsf., Linn. Trans. 
XV (1826) p. 292. — Jard. et Selb., lUustr. of Ornith. I. 
pl. 34. — Tr. australis, Wagl., Mon. p. 549. — Tr. con- 
cinnus, Gould, B. of Aust. V. pl. 52. — Reichb., G. Ueb. 
NO. 174. _ Thienem., Fortflg. d. ges. Yög. (1852) p. 74. — 
Glossopsitta australis, Bonap., Rev. et Mag. Zool. (1854) 
p. 157. — id., Naum. 1856. — Tr. australis, G. R. Gray, 
Gen. of B. II. N°. 8. — id., List Psitt. (1859) p. 114. — Co- 
riphilus australis, Schegel , Dierentuin (1864) p. 77. — 
id., Nanodes australis, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 114. — 
Glossopsitta australis, Gould, Handb. B. of Austr. II. 
sp. 448. — La Perruche ä bandeau rouge, Lev., Perr. t. 48. 

Coolich, Eingeborne von N.-S.-Wales (Caley). — Musk-Parrakeet 
der Colonisten. 

Diagnosis : Grasgrün ; Vorderkopf und Ohrgegend scharlachroth ; 
Oberkopf meerblau ; Nacken und Oberrücken braun ; Brustsei- 
ten gelb. 

Prasinus; sincipite et regione parotica puniceis ; pileo caesio ; 
cervice dorsoque fuscis ; lateribus pectoris flavis. 

Australien (Leidener Museum). <$. Schön grasgrün; Stirn, Zügel 
und Streif vom unteren Augenrande an bis über die Ohrgegend 
scharlachroth. Ober- und Hinterkopf meerblau , die Federn an 
Basis grün , unterm Auge blau verwaschen. Nacken grün. 
Oberrücken olivenbraun verwaschen. An den Brustseiten je- 
derseits ein länglicher goldgelber Fleck. Die erste Schwinge 
ganz schwärzlich, die übrigen nur an Innenfahne und hier 
schmal gelb gesäumt; an Aussenfahnc grün. Kleine Flügel- 



TRICUOGLOSSUS CONCINNüS. 859 

decken unterseits grün, die grössten wie die Unterseite der 
Schwingen schwarzlich. Die 3 äussersten Schwanzfedern jeder- 
seits an Basis der Innenfahne beinah bis zur Hälfte scharlach- 
roth, auf der übrigen Innenfahne dunkel gelb in's Grünliche, 
ebenso der Schwanz unterseits. Schnabel schwarz, die Spitze 
des Oberschnabels auf der Firste röthlich, die Spitze des ünter- 
schnabels gelbbraun. Füsse fahlgrau, Krallen dunkelbraun. Iris 
braungelb (nach Gould). Iris braungelb mit schmalen lichtgel- 
ben Ringen, Wachshaut und Augenkreis olivenbraun (Zelebor). 
Ebenso Exemplare von Port Albert, Gippsland (Süd- Australien) im 

Museum Heine. 
Ein alter Vogel im Bremer Museum hat nicht blos den Oberrücken, 

sondern auch Nacken, Hinterhals und Halsseiten olivenbraun, 
§ im Leidener Museum ist sonst ganz dem <^ ähnlich , aber das 
Gelb an den Brustseiten zeigt sich nur ganz verwaschen. 
Nach Gould ?$ und Junge nicht verschieden. 
Der Musk-Parrakeet , wie er von den Colonisten wegen seines eigen- 
thümlichen moschusartigen Geruches genannt wird , bewohnt Van 
Diemensland , Süd-Australien und Neu-Süd-VTales. In letzterer Ge- 
gend ist er Standvogel, lieber seine Lebensweise ist nur zu erwäh- 
nen, dass er wie seine übrigen honigsaugenden Gattungsverwandten 
hauptsächlich auf Eucalypten sich findet und hier meist in klei- 
nen Flügen lebt. Indess sieht man ihn auch paarweis zusammen. 
Dabei ist er ausserordentlich zutraulich und so wenig scheu, dass 
man ihn nur seh vier von den Bäumen vertreiben kann. Die Eier, 
2 an der Zahl, sind nach Gould unrein weiss, rundlich, 1" lang und 
'lä" breit. Er erhielt sie aus dem Liverpool-Districte. Caley's 
Angabe von der grünen Färbung der Eier, welche auf der Aussage 
der Eingebornen beruht , hat sich daher als unwahr erwiesen. Thie- 
nemann giebt nur obige Notiz Gould's wieder , aber die Länge zu 
Q'/a'j die Breite zu 8"' an. Das Nest wird in einer Baumhöhle 
angelegt. 

Im Sydney Museum von Port Jackson. Lesson führt die Art 
irrlhümlich auch von Neu-Seeland an. 



860 TRICHOGLOSSÜS PÜSILLUS. 

(336.) 17. Trichoglossus pusiUus, (Shaw). — Der braun- 
mantelige Keilschwanzlori. 

Psittacus pusillus, Shaw, in White's Journ. of a voy. to New- 
Süd- Wales (1790) p. 262. — Laih., Ind. Orn. (1790) p. 106. — 
id., Small Parrakeet, Gen. Syn. Suppl. II. p. 88. — id., Gen. 
Hist. II (1822) p. 194. cum var. A. — Sechst., Lath., Ueb. 
p. 82. — id., Ps. nuchalis, p. 81. pl. 9. fig. 1. — Hahn, 
Orn. Atl. Pap. t. 36. — Dubois, Orn. Gal. (1839) pl. 63 (nach 
Hahn). — Ps. pusillus. Kühl, Consp. p. 47. — Voigt, Cuv., 
Uebers. (1831) p. 735. — Lesson , voy. Coq. (1826) p. 630. — 
Vieillot, Nouv. Biet. p. 576. — id., Enc. Meth. p. 1407. — 
Trichoglossus pusillus, Vig. et Horsf., Linn. Trans. XV 
(1826) p. 293. — Wagl., Mon. p. 548. — Gould, B. of Austr. 
V. pl. 54. — Reichb., Gould's Ueb. N°. 17ä. — Thienemann , 
Fortpflg. d. ges. Vög. (1852) p. 75. — Lathamus pusillus, 
Lesson, Tr. d'Orn. p. 206. — Glossopsitta pusilla, Bp., 
Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 157. — id., Nauman. 1856. — 
Trichoglossus pusillus, G. R. Gray, Gen. of B. II. 
N°. 7. -- id., List Psilt. (1859) p. 64. — Coriphilus pu- 
sillus, Schlegel, Dierenluin (1864) p. 78. — id., Nanodes 
pusillus, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 115. — Glossopsitta 
pusilla, Gould, Handb. B. of Austr. II. sp. 450. — La Per- 
ruche ä face rouge, Levaill,, Perr. t. 63. 

Jerry gang, Eingeborne von Neu-Süd-Wales (Caley). 

Diagnosis : Grün ; Gesicht roth ; Hinterhals und Oberrücken oli- 
venbraun. 
Viridis ; facie rubra ; cervice dorsoque olivaceo-fuscis. 

Australien (Bremer Museum), cf ad. Grasgrün; Bauch und Bauch- 
seiten heller grasgrün. Schwingen an Innenfahne und Spitze 
schwärzlich , an Aussenfahne ganz schmal fahl gesäumt ; die 
erste Schwinge schwarz. Stirn und rings um den Schnabel, 
so weit als bis zu den Augen (also das Gesicht) purpurrosaroth. 
Nacken und Hinterhals olivenbraun ; der Oberrücken etwas oli- 
venbraun verwaschen. Schwanzfedern grün an Basishälfle der 



TRICHOGLOSSUS PÜSILLÜS. 861 

Innenfahne zinnoberrolh , an der Endhälfte bis etwas vor die 

Spitze gelb , unterseits gelb mit rolher Basis. Schwingen 

unterseits schwarz y die kleinen Deckfedern unterseits grün. 

Schnabel schwarz ; Füsse grauschwarz. Iris orangefarben (nach 

Gould). 
§ ganz ebenso gefärbt. 
Ein alter Vogel (Verreaux's Collection). zeigt Hinterhals und Nacken 

mehr olivengelbbraun. 
Ein jüngerer Vogel (Museum Heine) hat nur einen ganz schwachen 

bräunlichen Anflug auf Oberrücken und die Halfter ist blassrosa 

gefärbt. 
Diese kleine niedliche Art hat fast dieselbe Verbreitung als die 
vorhergehende (Tr. concinn us), ist aber nicht so aussrihliessend auf 
den Süden beschränkt, sondern geht nordöstlich bis Moreton-ßai , 
woher Exemplare im Sydney Museum. In Neu-Süd-Wales , Süd- 
Australien und auf Van Diemehsland ist sie häufig , in letzterem 
Lande indess seltener als concinnus. Gould schoss den Vogel auch 
auf der Maria-Inseln in der Einfahrt der Storm-Bai im südlichsten 
Theile von Van Diemensland. 

In seinem Betragen stimmt Tr. pusillus sehr mit Tr. concin- 
nus überein und besucht öfters in Gesellschaft mit diesem die Eu- 
calypten, welche ihm, wie so vielen gefiederten Geschöpfen Austra- 
liens, hinlänglich und das ganze Jahr hindurch, in ihrem Blüthensafte 
Nahrung bieten. Die Höhlungen dieses Baumes werden auch zur 
Aufnahme der Eier bestimmt, Gould fand am 11 October in den 
Flächen des Yarrundi am Upper-Hunter ein Nest , w elches 4 weisse 
ovale Eier enthielt, die O'/a'" lang und T'/^"' breit waren. Nach 
Thienemann ähneln sie denen van Melopsittacus sehr. Caley 
erhielt einst 3 Junge aus einem Neste , die indess bald starben. 

Bei seinen periodischen Wanderungen nach beendigter Brütezeit 
sieht man Tr. pusillus oft mit concinnus vereint. 

Als Curiosum will ich hier mit anführen , dass Dubois in seiner 
Ornithol. Galerie diese Art von Neu-Seeland, Neu-Caledonien , den 
Kermadec- und Freundschafts-Inseln herkommen lässt. 



862 TRICHOGLOSSUS PORPHYROCEPHALUS. 

(337.) 18. TrichoglossMS porphyrocephalus ') , (Dietr.). — Der 
orangestirnif/e Keilschwanzlori. 

Trichoglossus porphy reoceph a 1 u s, Dietrichsen, Linn. Trans. 
XVII. p. 553. — id., Psittacus purpureus, Phil. Mag. 
(1832) XI. p. 387. — Wagl., Mon. p. 747 (av. dub.). — Tr; 
po rphy reocephalus , Gould, B. of Austr. V. pl. 53. — 
Reichb., Gould's Ueb. N°. 176. — Psittacus purpureus, 
Thienem., Fortpflg. d, ges. Vög. p. 74. — Tr, purpureus, 
Licht., Nomencl. av. (1854) p. 72. — Psittacula Floren- 
tis, Bourjot, Perr. t. 84 (fig. opt.). — Glossopsitta por- 
phy rocephal us , Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 157. — 
id., Naum. 1856. — Tr. porphy reoceph alus, G. R. Gray, 
Gen. of B. II. N°. 12. — id., List Psitt. (1859) p. 84. — Na- 
nodes porphy reocephalus, Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) 
p. 115. — Glossopsitta po rphy rocepha 1 us , Gould, 
Handb. B. of Austr. II. sp. 449. 
Kow-ar, Eingeborne von West-Australien (Gould). — Kauar , Ein- 

borne von West- Australien (Dr. Preiss). 
Diagnosis : Grasgrün ; Mantel olivenbraun ; Kehle und Brust grau- 
blau ; Stirnrand und Ohrgegend orange ; Scheitelmitte violett ; 
Zügel und untere Flügeldecken roth ; Flügelrand himmelblau. 
Prasinus ; interscapilio olivaceo-fusco ; gula pectoreque caesiis ; 
fronte et regione parotica aurantiis; vertice medio violaceo; loris 
alarumque tectricibus inferioribus rubris; flexura alarum coerulea. 
Australien (Leidener Museum), cf ad. Flügel und Schultern gras- 
grün ; Schwanz , Rücken und Hinterhals mehr olivengrün ; 
Bürzel und obere Schwanzdecken schön hellgrasgrün , Hinter- 
kopf und auf Backen nur schwach grasgrün verwaschen. Ober- 
rücken verwaschen olivenbraun. Stirnbinde orangegelb, auf den 
Zügeln in's Zinnoberrothe. Ganzer Oberkopf dunkel violett. 
Ohrgegend hochgelb. Vom Kinn an die Unterseite längs Bauch- 
mitte graublau , die Seiten gelb mit röthlichen Aussensäu- 



1) Das sccl)KsyH)ige porpliyroccph ahis gcnüp,t vollkommen. 



TRICHOGLOSSÜS DISCOLOR. 863 

men ; After und untere Schwanzdecken melir grüngelb , mit 
gelber Basis. Flügelrand schön himmelblau , ebenso die kleinen 
Deckfedern unterseits längs Hand ; die grösseren Deckfedern 
unterseits nebst Achselfedern zinnoberroth, die übrige Schwingen- 
unterseite grauschwarz. Schwanzfedern an Basishälfte der In- 
nenfahne zinnoberroth, an der Endhälfte und unterseits citron- 
gelb. Schwingen an Innenfahne und Spitze schwärzlich, an 
Aussenfahne ganz schmal gelblich gesäumt; die erste Schwinge 
ganz schwarz. Schnabel schwarz ; Füsse braunfahl. Die Iris ist 
nach Gould dunkelblau, bei manchen Exemplaren hellrothbraun. 
Ebenso Exemplare von West-Australien (Dr. Preiss) im Mus. Heine. 
$ ebenso wie das cf gefärbt (Gould). 

Jüngerer Vogel (W.- Australien) im Museum Heine zeigt den Scheitel 
noch grün , nur' die Basis dieser Federn ist dunkel blaulich ; 
Stirnrand und Ohrfleck erscheinen ganz undeutlich gelb. 
Diese Art scheint nur über West- und Süd-Australien aber nicht 
auf Van Diemensland verbreitet. Sie lebt sehr gesellig und meist mit 
Tr. Novae-Holland j ae , concinnus und pusiUus zusammen 
und ist so wenig scheu, dass ein Schuss die ünverwundeten kei- 
neswegs verjagt. Der Lärm, den eine Sehaar auf einem blühenden 
Eucalyptus herumkletternder Trichoglossen macht, soll unbeschreib- 
lich laut sein, umso mehr da meist mehrere Species beieinander sind. 
Beim Auffliegen , welches mit reissender Schnelligkeit geschieht , 
halten sich jedoch die verschiedenen Arten gesondert zusammen. 

üeber das Brutgeschäft konnte sich Gould keine Nachrichten ver- 
schaffen, wenigstens sagt er in seinen Werken nichts über dasselbe, 
ebenso wenig über die Eier. Dennoch macht Thienemann voß 
letzteren folgende Mittheilung: »Gould besitzt 2 Eier dieser Art, 
im October gesammelt, aus dem westlichen Neu-Holland. Sie sind 
O'/j'" lang, 8'" breit und rein kalkweiss." 

(538.) 19. Trichoglo§sus discolor, (Shaw). — Der blauschtvingige 

Keilschivanzlori. 

Psittacus discolor, Shaw, in White's voy. (1790) pl. 265. — 
id., Gen. Zoo). VIII. p. 46G. — Red-shouldered Parrakeet, Phil. 



864 TRICHOGLOSSDS DISCOLOR. 

voy. Botany Bay. p. 269. —- Lath., Gen. Syn. Suppl. II (1802) 
p. 90. — id., Gen. Hist. II (1822) p. 176. — id., Ps. disco- 
lor, Gen. Syn. Suppl. p. XXI. — Yieillot, Nouv. Dict. XXV. 
p. 346. — id., Enc. Meth. p. 1386. — Kühl, Consp. p. 48. — • 
Bechst., Latham , üeb. p. 82. — id., Ps. humeralis, Ueb. 
p. 85. pl. 12 (nach Levaill.). — Kühl, Consp. p. 47. — id., 
Ps. australis, p. 48. — Ps. Lathami, Bechstein , Kurze 
Ueb. p. 81. pl. 8. — Ps. Banfcsianus, Vieill., Nouv. Dict. 
XXV. p. 542. — id., Enc. Meth. p. 1383. — Ps. humeralis 
et discolor, Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 755 et 736. — 
Ps. discolor, Lesson , voy. Coq. (1826) p. 401 et 630. — 
Nanodes discolor, Vig., et Horsf., Linn. Trans. XV (1826) 
p. 276. — Euphema discolor, Wagler, Mon. p. 545. — 
Sws., Class. of B. II. p. 505. — id., Zool. Illust. I. pl. 62. — 
Licht., Nomencl. av. (1834) p. 72. — Lathamus rubrifrons, 
Lesson, Tr. d'Orn. (1831) p. 205. — Lathamus discolor, 
Gould , B. of Äustr. V. pl. 47. — Reichenb., Gould's Ueb. 
N^ 162. — Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 156. — id., 
Naum. 1856. — Euphema discolor, G. R. Gray, Gen. of 
B. II. N°. 3. — id., Trichoglossus discolor, List Psitt. 
(1839) p. 65. — Coriphilus discolor, Schlegel, Dierent. 
(1864) p. 78. — id., Nanodes discolor, Mus. P. B. Psitt. 
(1864) p. 114. — Lathamus discolor, Gould, Handb. B. 
of Austr. II. sp. 443. — La Perruche Banks, Levaillant, Perr. 
t. 50 (fig. med.) et la Perruche Latham, t. 62 (fig. pess,). 

Swift Parrakeet , Colonisten von Van Diemensland. 

Diagnosis: Olivengrün; Schwingen \^^^ Ordnung und deren Deckfedern 
blau , ebenso die Scheitelmitte ; Gesicht und untere Schwanz- 
decken blutroth ; Flügelbug, untere Flügeldecken und die mit- 
telsten Schwanzfedern düster blutroth. 

Olivaceo-viridis ; remigibus primoribus eorumque tectricibus ac 
vertice cyaneis ; facie caudaeque tectricibus inferioribus sangui- 
neis ; flexura , tectricibus alarum inferioribus et rectricibus in- 
termediis sordide sanguineis. 

Au.slralien (Leidener Museum), cf . Die erste Schwinge schwarz, die 



TRICIIOGLOSSUS DISCOLOR. 8GU 

übrigen der l'en Ordnung nur an Innenfahne, an Baslslialftc der 
Aussenfahne liefblau, innen und aussen schmal gelb gesäumt. 
Deokfedern der l'en Schwingen und Eckflügel indigoblau. Schwin- 
gen 2ter Ordnung an Aussenfahne grün , die Deckfedern der 
2ten Schwingen schön grünblau ; die mittelsten oberen Flügel- 
decken grün, die obersten, kleinsten bilden am Flügelbuge 
einen grossen purpurbraunrothen Fleck. Kleine untere Deck- 
federn und Achselfedern , Stirn , Kinn , Oberkehle und um den 
ünterschnabel bis Auge scharlachroth , die unteren Schwanzdeck- 
federn , nebst der Innenfahne der grössten Schulterdecken. 
Zügel und ein schmaler Rand um das Roth am Unterschnabel 
gelb. Fleck auf dem Oberkopfe blau, die Basis dieser Federn 
grün. Backen meergrün. Uebrige Theile des Kopfes , der Hals 
und die ganze Oberseite schön grasgrün , auf Brust heller und 
die übrige Unterseite gelbgrün. Die mittelsten Schwanzfedern 
purpurrothbraun (blutroth), gegen die Spitze zu blau, die äus- 
seren an der Innenfahne schwärzlich, an der Aussenfahne blau, 
gegen die Spitze zu blassgrün. Schwanz unterseits graufahl , 
wie die Unterseite der Schwingen. Schnabel hellhornfahl ; 
Füsse und Krallen hell gelblichbraun ; Iris schön braungelb 
(Londoner Zool. Garten), 
Ganz ebenso Exemplare von Van Diemensland im Museum Heine. 
Ein ? im Bremer Museum zeigt die grüne Färbung nicht so lebhaft, 
besonders auf der Unterseite, das Roth an Stirn, um Unterschna- 
bel und Kinn weniger ausgedehnt , auf Scheitelmitte nur einen 
kleinen, verwaschenen, blauen Fleck, die unteren Schwanzdecken 
grün , nur hie und da blassroth gefleckt und das Ende der 
äusseren Schwanzfedern mehr grünblau. Im Uebrigen ganz wie 
das cT. 
Junger Vogel (CoUection Schaufuss) , der gelbe Zügelfleck fehlt 
ganz ; der Scheitel nur etwas blau verwaschen ; Flügeldecken 
unterseits gelbgrün; Schwingen grün; Schwanz oberseits grün, 
unterseits braun, die seitlichen Schwanzfedern gegen die Basis 
zu roth verwaschen. 
Die generische Stellung dieser etwas aberranten Art, die sich auch 

55 



860 TRICHOGLOSSÜS DISCOLOR, 

«lurch die besondere Färbung auszeichnet, ist eine schwierige. Ich 
entschloss mich erst nach langer und sorgfältiger Prüfung aller 
Verhältnisse sie mit unter den Trichoglossen aufzunehmen. 
Anfänglich hielt ich sie für näher mit Melopsittacus oder 
Euphema verwandt. Der etwas breitere, nicht so deutlich seit- 
lich zusammengedrückte Schnabel, die breite nackte Wachshaut, 
der kaum sichtbare nackte Augenkreis, sowie die zw^ar langen, 
aber am Ende breiter abgerundeten Schwingen , nebst den am 
Ende verschmälert spitz zulaufenden Schwanzfedern, weichen etwas 
vom Haupttypus ab. Indess sind diese Unterschiede keineswegs so 
durchgreifende, dass man darauf ein besonderes Genus begründen 
könnte. 

Wie schon ein Character, die sehr undeutlich vorhandene Schna- 
belfeile, vermuthen lässt, muss die Art mehr Baumvogel sein und 
sich gleich den übrigen Trichoglossen vom Blüthensafte nähren, 
während die Euphema- Arten Erdvögel und ausschliessend Körner- 
fresser sind. Diese Vermuthungen wurden durch Gould's treffliche 
Beobachtungen vollkommen bestättigt , der die Art , obwohl als 
eigenes Genus betrachtend, doch ganz in die Nähe von Tricho- 
glossus bringt. 

Der Swift-Parrakeet der Kolonisten , wegen seines schnellen und 
gewandten Fluges und seiner schwalbenahnlichen Stimme so ge- 
nannt, ist ein Zugvogel, welcher im Sommer Avährend der Brütezeit 
den Süden Australiens und Van Diemensland bewohnt und nach 
dieser Zeit wieder nördlich hinauf zieht. Vom Darling im Sydney 
Museum. In Neu-Süd-Wales fand sie Gould nur im District des 
Upper-Hunter, wo sie vom Februar bis März durchzogen. Im Sep- 
tember bis Januar w^iren sie sehr häufig auf Van Diemensland und 
besuchten wahrend Gould's Anwesenheit sogar ungestört in kleinen 
Flügen von 4 — 20 Stük die Gärten von Hobart Town. Selbst in 
den belebtesten Strassen der volkreichen Sladt sah man sie ohne 
Scheu vor den Menschen umherfliegen. Diese Verhältnisse dürften 
sich vielleicht inzwischen bedeutend verändert haben. 

Ganz "wie die übrigen Trieb oglo ssus-Arten sieht man diese fast 
nie auf der Erde, sondern stets gesellig emsig in den Zweigen der 



TRICHOGLOSSUS DIADEMATÜS. 867 

Eucalypten umhei klettern. Besonders werden diese Vögel von den 
Blüthen der honigreichen Eucalyptus gibbosus angelockt. Sie füllen 
sich den Älagen oft so mit Honigsaft an , class Geschossenen oft ein 
Löifel voll zum Schnabel herausfliesst. 

Während des Nahrungssuchens wissen sie sich übrigens so geschickt 
unter den Blättern zu verbergen, dass es schwer ist sie zu bemerken. 

Gould fand zwischen Hobart Town und Brown's River brütende 
Paare , konnte aber wegen der Unzugänzlichkeit der Nisthöhlen , die 
in den höchsten Bäumen angelegt waren , nicht zu den Eiern ge- 
langen. Im Anfang des October erhielt er jedoch ein $ mit lege- 
reifem hartschaaligen , weissen Ei. 

Das Gelege soll nur aus 2 Eiern bestehen. 

•f (539.) 20. Trlchoglossus diademaaius ^) , (Verreaux). — Der 
gelbkehlige Keilschwanzlori. 

Psitteuteles diadema(!), Verr. et Des Murs, Rev. et Mag. 
Zool. (1860) p. 387. — Fig. 0. 

Diagnosis : Grün ; unterseits heller ; Wangen und Kehle fast gelb ; 
Scheitelmitte blau ; Afterfleck roth ; 4 äussere Schwanzfedern 
theilweis roth. 

Viridis , subtus laetior ; genis gulaque subflavis ; vertice medio 
cyaneo; macula crissi rubra; rectricibus extimis quarternis par- 
tim rubris. 

Neu-Caledonien (nach Verreaux). Schön grün ; am hellsten auf der 
Stirn , der Ohrgegend , den Halsseiten und der ganzen Unter- 
seite , dunkler auf den übrigen Theilen , namentlich auf dem 
Mantel. Scheitel azurblau. Wangen, Kehle und ein Theil des 
Vorderhalses in's Gelbe ziehend. Schwingen braun; die der Iteu 
Ordnung an Aussenfahne tief dunkelgrün gerandet. Schwanz- 



1) Auf die fehlerhafte Schreibweise "diadema" habe ich schon bei Chrysotsi 
diademata hingewiesen. Hier wäre nur noch die Bemerkung zu machen, dass sieh 
für die symbolische Benennung in keiner Weise an dem Vogel eine Beziehung heraus- 
finden lässt. Bekanntlich bezeichnet Diadem ursprünglich die blau und weiss gestreifte 
Stirnbiude der persischen Könige. 



868 TRICHOGLOSSUS PaLMARUM. 

federn noch dunkler grün, gegen das Ende zu grüngelb, be- 
sonders die äusserste Spitze ; die 2 mittelsten Federn dagegen 
mit sehr schmalem grüngelben Ende ; die 4 äusseren Schwanz- 
federn jederseits sind auf der Innenfahne theilweis roth mit 
einem schwarzen Bande , das Uebrige derselben ist grüngelb , 
am hellsten auf der Innenfahne. Afterfleck roth. Schnabel 
lang, sehr gebogen und gespitzt, roth, an den Seiten gegen die 
Spitze zu schwarz. Füsse röthlich , Krallen schwarz. 
Verreaux glaubt, dass der beschriebene Vogel ein altes $ sei und 
dass das Gelb der Wangen und des Vorderhalses beim c? roth sein 
werde ; eine Vermuthung die , da alle weiteren Beobachtungen und 
Geschlechtsangaben über den seltenen Vogel fehlen, noch gar sehr 
der Bestättigung bedarf. 

Auf Neu-Caledonien , aber selten ; heisst bei den Eingebornen 
» Kinkin-Künalü". 

Nach meinem Dafürhalten, so weit ich nach der Beschreibung zu 
UTtheilen vermag, schliesst sich diese schöne Art zunächst an Tr. 
discolor (Shaw) an, unterscheidet sich aber von dieser, sowie den 
anderen verwandten Species hinlänglich durch die in der Diagnose 
angegebenen Charactere. 

(340.) 21. Trichoglossus palmarum, (Gmelin). — Der gelb- 
bauch ig e Keilsciman z lori. 

Psittacus palmarum, Gmelin, S. N, (1788) p. 529. — Palm 
Parrot, Latham , Syn. I. p. 255. — id., Gen. Hist. II (1822) 
p. 195. — id., Ps. palmarum, Ind. Orn. p. 103. — Bechst., 
Kurze Ueb. p. 80. — Kühl, Consp. p. 51. — Vieillot, Nouv. 
Dict. p. 577. — id., Enc. Meth. p. 1408. — Forst., Descr. an. 
(1844) p. 259. — Tr i ch oglossus palmarum, Wagler, 
Mon. p. .546. — Na n od es palmarum, Steph., Gen. Zool. 
XIX. p. 120. — Loriculus palmarum?, Bonap., Bev. et 
Mag. Zool. (1854) p. 157. — - id., Cyclopsitta palmarum, 
Nauman. 1856. — Tri ch oglossus palmarum, G. B. Gray , 
Gen. of B. 11. ]S°. 11. — id., List Psitt. (1859) p. 64. — 
B. Trop. hl p. 53. — Fig. 0. 



TIUCUOGLÜSSUS PALMARUM. 8^9 

?Ps. lineatus, Linne , S. N. III. App. p. 225. — Linealed 
Parrakeet, Latham, Syn. I. p. 252. — id., Gen. Hist. II (1822) 
p. 178. — Ps. lineatus, Gml., S. N. p. 529. — Lalh., Ind. 
Orn. p. 104. — Beeilst., Kurze üeb. p. 79. — Kühl, Consp. 
p. 101. — Wagl., Mon. p. 744 (av. dub.). 
??Psittacus peregrinus, Latham, Ind. Orn. p. 105. — 
id., Peregrine Parrakeet, Syn. Suppl. p. 62. — id., Gen. Hist. 
II (1822) p. 195. — Ps. peregrinus, ßechsl, Lath., üeb. 
p. 80. — Kühl, Consp. p. 100. — Vieiilot , Enc. Meth. 
p. 1392. — id., Nouv. Dict. p. 555. — Wag!., Mon. p. 744 
(av. dub.). 
Kattenga, auf Tanna (Forsten), 

Diagnosis: Grün; Unterseite gelbgrün, Bauch und After fast gelb; 
Schwanzende gelb. 

Viridis , subtus flavo-virens ; abdomine crissoque subflavis ; apice 
caudae flavo. 
Aneitum, Neu-Hebriden (Britisch-Museum). Oberseite dunkelgras- 
grün , auf dem Mantel etwas olivengelbbräunlich , Kopfseiten 
und alle unteren Theile lebhafter gelbgrün , auf Kinn , Baucli 
und After fast gelb. Schwingen an Innenfahne schwarz mit 
ganz schmalen gelben Säumen. Schwingen unterseits nebst den 
grössten unleren Deckfedern schwärzlichgrau. Die Federn an 
Basis des Ober- und Unterschnabels und Kinn blass rosaroth. 
Schwanzfedern dunkelgrün, mit breiten hochgelben Enden, an 
. Basishälfte der Innenfahne schwärzlich. Schwanzunterseite gelb, 
an Basishälfte schwärzlich. Schnabel hornorange; Füsse fleisch- 
farben , Krallen schwarz. Iris roth (nach Forster). 
Forster's Beschreibung stimmt ganz mit der obigen überein. Er 
fand die Art auf Tanna, einer Insel der Neu-Hebridengruppe , wo 
sie in den Palmen versteckt lebte und von den Eingebornen Kat- 
tenga genannt wurde. Da ausser dieser kurzen Nachricht Aveiter 
nichts über die seltene Art existirte, so zweifelte ich schon, ob sie 
überhaupt in einem Museum vorhanden sein möge , fand sie aber 
zu meiner Freude unter den reichen Schätzen des Britisch-Museum. 
Im Habitus schliesst sich diese Art ganz an Tr. placens an« 



870 IRICHOGLOSSÜS P^GMAEUS. 

Nach Forster's genauer Untersuchung sind deutliche Zungenpa- 
pillen vorhanden. 

Ob Ps. lineatus, Linne , (grün, auf Unterseite gelblich; 
Schwingen unten braun; Grösse einer Turteltaube), ebenso wie 
Ps. peregrinus, Latham , (gr^ij unterseits in's Gelbe, über den 
Flügel ein braunes Band; Schnabel und Füsse roth. Länge 8"'), 
wirklich hierher gehören, -vielleicht als jüngere Vögel wie mir sehr 
w^ahrscheinlich ist, lässt sich nicht mehr entscheiden, da ausser obigen 
kurzen Beschreibungen ohne Vaterlandsangabe , weiter nichts über 
diese dunklen Arten bekannt ist , sie auch in keinem Museum exi- 
stiren. Es schien mir daher unzulässich beide jetzt noch länger ge- 
trennt als besondere Arten mit aufzuführen , um die Zahl der 
dubiösen abermals durch zwei zu vermehren. 

(341.) 22. TricIioglossMS pygmaeuis, (Gmelin). — De?" gras- 
grüne Keilschwanzlori. 

Psittacus pygmaeus, Gmelin, S. N. (1788) p. 530. — Pygmy 
Parrot, Lalh., Syn. I (1781) p. 256. — id., Gen. Hist. II (1822) 
p. 194. — id., Ps. pygmaeus, Ind. Orn. p. 106. — Bechst., 
Lath., Ueb. p. 82. — Kühl, Consp. p. 100. — Vieill., Nouv. 
Dict. XXV. p. 377. — id., Enc. Meth. p. 1409. — Wagl., Mon. 
p. 744 (av. dub.). — Pelzeln , Sitzb. der K. K. Akad. d. Wiss. 
(18b 6) p. 165. — Trichoglossus pygmaeus, G. R. Gray, 
List Psitt. (1859) p. 65. — id., B. Trop. Isl. p. 33. — Fig. 0. 

Diagnosis : Einfarbig grün, Oberkopf und Ohrgegend smaragdgrün. 
Viridis unicolor; regione parotica pileoque smaragdinis. 

Type von Latham aus dem Leverian-Museum im Wiener Museum 
(Botanybay? ?). Grasgrün; Oberkopf und Ohrgegend lebhaft 
smaragdgrün; Rücken und Schultern mehr olivengrün; Schwanz- 
federn an Innenfahne und Ende olivengelb ; Schwingen an In- 
nenfahne schwarzbraun. Schnabel hornfahl (im Leben wahr- 
scheinlich roth). 
Schliesst sich wie Tr. pal mar um im Habitus ganz an Tr. 

placens und die verwandten kleineren Arten der folgenden ünler- 

abtheiiung an. 



TMICHOGLOSSUS PYGMAEUÜ. 871 

Das einzige bekannte Exemplar dieser beinah versciiollenen Spe- 
cies, konnte ich im Kaisl. Museum zu Wien untersuchen. Es wurde 
beim Verkauf des Leverian-Museum erstanden und ist ohne Zweifel 
Latham's Type, obwohl dessen Beschreibung etwas abweichend 
»grün , mit gelbgrünen Federspitzen. Das Exemplar war nach La- 
iham's Vermnthung mit »0 Tahaiti" ist jetzt aber mit »ßotanybay" 
bezeichnet. Da der Vogel seither nicht mehr wiedergefunden wurde, 
so bleibt das Vaterland einstweilen ganzlich unbekannt. 

Diagnostischer Schlüssel zu T r i c h o g 1 o s s u s. 
IL Mantelfedern ohne rothen oder gelben Querfleck. 

l. Arten mit lebhaftem Bürzelflecke. 
(Genus Psitteuteles (part.) et Charmosyna, (Waglei) bei Bonaparte). 

23. plaoens, Temm. Grün; Backen, untere Flügeldecken und Brustseiten roth; 

Bürzel und Ohrgegend blau. 
$ (?) ohne Roth; Backen und Ohrgegend blau. 

24. rubronotatus. Wall. Grün; Vorderkopf, untere Flügeldecken, Brustseiten und 

Bürzel roth ; Ohrgegend blau. 

25. pulchellus, Gray. Roth; Oberseite grün ; Bürzel und Scheitelmitte schwarz; 

Brust mit gelben Schaftstrichen. 
2ö. papuensis, Gmelin. Roth; Oberseite grün; Bauchmitte und After schwarz; 

Bürzel blau; Brustseiten hochgelb; Scheitel blau und 
schwarz. (Charmosyna, Wagl.). 

Diese prachtvoll gefärbten kleinen Arten schliessen sich ganz eng 
an die eigentlichen Trichoglossen an, wie sich bei einer Prü- 
fung der generischen Kennzeichen deutlich ergiebt. Schnabel- und 
Flügelbildung ist ganz dieselbe, ebenso die des Schwanzes, obwohl 
derselbe mehr keilförmig ist. Die seitlichen , abgestuften Schwanz- 
federn sind am Ende zugerundet und die 2 mittelsten , am Ende 
verschmälert zugespitzten, mehr vorragend. Nur bei Tr. placens 
zeigen die zwei ersten Schwingen einen schwachen Ausschnitt an 
der Innenfahne. 

Am deutlichsten wird die keilförmige Schwanzform bei Tr. pa- 
puensis, bei dem die von der Mitte plötzlich verschmälerten, 
.gleichmässig paralell zulaufenden , mittelsten 2 Schwanzfedern über 
i^j^" vorragen und zweimal so lang als das äusserste Federpaar 
sind. Auf diese eigene Schwanzbildung, welche sich nur bei Me- 



872 IRICHOGLOSSÜS PLACExNS. 

lopsittacus und einigen Pal a eornis- Arten wiederfindet, be- 
gründete Wagler das Genus Charmosyna, wobei er jedoch auch 
die besonders brillante Färbung mit im Auge hatte. Eine sorgfältige 
Untersuchung hat mir indess gezeigt , dass ausser dieser aberranten 
Schwanzform, nur die bedeckten Nasenlöcher und der stärker her- 
abgebogene Schnabel Berücksichtigung für etwaige generische Tren- 
nung verdienen. Für mich besteht daher eine solche nicht. 

In der Färbung unterscheiden sich übrigens diese kleinen Arten 
sehr von den grossen der ersten ünterabtheilung, schliessen sich aber 
namentlich in der Schwanzzeichnung ganz an die der vorhergehende 
an. Yorzugsweiss abweichend bleibt die besondere ßürzelfärbung. 

Uebrigens wissen wir über die Lebensweise dieser Arten , die Neu- 
Guinea und den Molucken angehören , so viel als nichts. Desshalb 
scheint mir auch das angeblich bleibend verschiedene Kleid beider 
Geschlechter noch lange nicht erwiesen, wie auch bemerkt werden 
muss , dass die Zungenbildung noch von keiner Art bekannt ist. 
Ebenso wenig wissen wir , ob sich diese Arten gleich den übrigen 
Trichoglossen nur von Blüthensaft nähren. Ich habe jedoch 
gewichtige Gründe zu vermuthen, dass dies der Fall sein wird. 

(342.) 23. TrichoglossMS placens i) , (Temm.). — Der blaii- 
bürzelige Keilschwanzlori. 

Psittacus placentis(!), Temminck, PI. col, 553. — Müller et 
Schlegel , Verhandl. Nat. Gesch. (Land- en Volkenkunde) 
p. 23. — Conurus placens, Bourjot, Perr. t. 46 (c? et § 
nach PI. col.). — Coriphilus placentis, Gray, Gen. of 
B. II. N°. 7. — id., List Psitt. (1859) p. 59. — Psitteute- 
les placens, Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 157. — id., 
Naum. 18.56. — Charmosyna placentis, Wall., Proc. Z. 
S. (1864) p. 292 (cum var. A et B.). — Coriphilus pla- 
cens, Schleg., Dierentuin (1864) p. 78 (mit Ilolzschn.). — id., 
Nanodes placens, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 113. — Co- 



1) Die ursprüngliche Tciiiminck''sclic Schreibart placentis ist als sinnlos nicht 
lüiigcr inclir beizubehalten und beruht vielleicht auf einem Schreibfehler. 



TRICIIOGLOSSÜS l'LACENS, 873 

riphilus placenlus, Rosenb,, Reis naar de Zuidoostereiian- 
den (1867) p. 87. 

Joa-goli, Eingeborne der Aru-Inseln (v. Rosenb.). — Serie und 
Üiiai, Eingeborne der Key-Inseln (v. Rosenb,). — Kakiiumut , 
Eingeborne von Goram , Ceram-laut (v. Rosenberg.). 

Diagnosis: Grasgrün; Unterseite und Vorderkopf viel heller; Backen, 
untere Flügeldecken und Rrustseiten scharlachrolh, ebenso die 
Basis der Schwanzfedern ; Ohrgegend und Bürzel dunkelblau. 
$ oder junger Vogel: grün; unterseits heller; Backen und Ohr- 
gegend gelb. 

Prasinus ; capite iatereque inferiore multo dilutioribus ; genis, 
tectricibus alarum inferioribus , lateribus pectoris basique rec- 
tricum rubris ; regione parotica et uropygio obscure cyaneis. 
§ vel juv. Viridis subtus dilutior; genis cum regione parotica flavis. 

Neu-Guinea (S. Müller), Type von Temminck im Leidener Museum. 
^ ad. Die Oberseite dunkel grasgrün ; die Schwingen an In- 
nenfahne und Spitze schwarz, an der Basis mit gelbem Flecke, 
die erste Schwinge ganz schwarz. Stirn und die ganze Un- 
terseite gelbgrün. Untere Flügeldecken , Achselfedern und 
Brustseiten scharlachrolh, die Zügel, vorderen Backen, Gegend 
um den Unterschnabel und Kinn etwas blässer. Ohrgegend 
und Fleck auf dem Bürzel dunkel ultramarinblau. Die 2 mit- 
telsten Schwanzfedern grasgrün gelb gespitzt und am Ende 
längs Schaftmitte roth , die übrigen an der Basis und am 
Rande der Innenfahne schwärzlich, auf der Aussenfahne grün, 
welche Farbe vor der Spitze in einem schmalen Streif auch 
über die Innenfahne geht und so eine Art Querbinde bildet ; 
von der schwarzen Basis an bis zu der grünen Querbinde 
ist die Innenfahne zinnoberroth , letztere Farbe auch ganz 
schmal auf der Aussenfahne und auf den äusseren Federn bis 
an die Basishälfte ; das Ende der seitlichen Schwanzfedern tief 
citrongelb mit einem kleinen verwaschenen , rothen Punkte. 
Schnabel purpurroth. Füsse hellfahl. 

Junges (^ (ßatjan) Collection Verreaux , ähnelt fast ganz dem alten, 
aber die blauen Ohrfedern noch mit vielen grünen Federn ge- 



874 TllICHOGLOSSÜS TLACENS. 

mischt , die Seiten und unteren Flügeldecken gelbgrün mit rotheu 
Federn gemischt; Bürzelfedern grün mit blauen Endsäumen. 
Zeigt einen deutlichen üebergang durch Mauser. 

Jüngerer Vogel (angeblich $). Neu-Guinea (S. Müller) Leidener 
Museum. Sonst ganz dem ^ ähnlich, aber das Roth unter 
den Flügeln und an den Seiten fehlt und um den ünterschna- 
bel und auf Backen gelb, hier einzelne Federn mit schmaler, 
violetter Basishälfte, 

Ebenso ein Exemplar von Salawatti (CoUection Wallace). 

Jüngerer Vogel (S. Müller) Leidener Museum , wie die beiden vor- 
hergehenden gefärbt, aber Zügel und um ünterschnabel fahl- 
roth , Backen blassbläulich. 

Ein Exemplar in Major Kirchhoff's CoUection zeigt einen vollstän- 
digen üebergang von dem Kleide des sogenannten 2 zu dem 
des ^. Der blaue Ohrfleck ist schon vorhanden, aber dessen 
Federn an Basis noch gelb ; die rothen Brustseitenfedern finden 
sich nur auf einer Seite und die unteren Flügeldecken sind 
grüngelblich mit vielen einzelnen rothen Federn gemischt. 

(^ ad. Batjan (Wallace) im Bremer Museum stimmt sonst ganz mit 
den Exemplaren von Neu-Guinea überein, aber Backen, Kinn 
und die Brustseiten sehr breit und lebhaft roth auch die Kehl- 
und Brustfedern roth, wodurch diese Theile roth gefleckt er- 
scheinen und die Basis der hellgrünen Federn des Vorderkopfes 
ebenfalls roth ; einige der blauen Ohrfedern roth gespitzt ; die 
Basishälfte der Schwanzfedern an Innenfahne roth mit breitem 
schwarzen Querbande über die Innenfahne und breitem hoch- 
gelben Ende, 

Junger Vogel ($?) Batjan (Wallace), Bremer Museum, ähnelt sehr 
dem 2 von Neu-Guinea, zeigt aber einige deutliche üeber- 
gänge : die ganze Oberseite nebst Oberkopf dunkelgrasgrün, im 
Nacken ein brauner Fleck ; vordere Backen und Unterseite 
nebst unteren Flügeldecken mehr gelbgrün , auf Bauch und 
Schenkeln etwas meerbläulich verwaschen ; hinlere Backen und 
Ohrgegend gelb , einzelne Federn an Basis roth ; Bürzelfedern 
hie und da mit blauen Endsäumen ; Innenfahne der Schwanz- 



TRICHOGLOSSUS PLACENS. 875 

federn schwarz mit langem, rolhen Miltelflecke und schma- 
lerem gelben Ende ; Innenfahne der Schwingen an Basishälfte 
gelb. Schnabel rolh. 

Es scheint mir noch keineswegs ausgemacht , dass die für die 
?$ gehaltenen Vögel ihre abweichende Färbung immer beibehalten, 
denn manche Exemplare erweisen sich an dem erscheinenden Blau 
auf Bürzel und Both auf den Wangen, deutlich als Uebergangs- 
k leider. 

Ich glaube daher annehmen zu müssen , dass die $? im Alter 
von den ^^ nicht verschieden sein werden und dass nur die 
Jugendkleider so auffallend abweichend sind. Indess bedarf diese 
Muthmassung erst noch der vorurtheilsfreien Beobachtung, die leider 
über diese herrliche Species noch fehlt. 

Nur über das Vaterland sind wir einigermassen informirt und 
lernten, namentlich durch die neueren Forschungen von Wallace, 
den Verbreitungskreis ziemlich genau kennen. Ursprünglich eine 
Entdeckung des rastlosen Dr. S. Müller von der Westküste Neu- 
Guineas (tFtanate) wurde Tr. placens durch Wallace auch auf Sala- 
watti, den Aru- und Key-Inseln und Ceram nachgewiesen, so 
wie auf den nordöstlichsten Moluckeninseln Ternate , Halmahera 
und Batjan. Dr. Bernstein , der zahlreiche Exemplare von eben 
diesen Localitäten an das Leidener Museum einsandte, giebt als Lo- 
calitäten auf Halmahera folgende an: Dodinga, W. -Küste , Galela , 
N.-Küste, Kau, 0. -Küste und Weda an der Süd-0. -Küste. Von 
Ceram weist der Catalog des Leidener Museum als Fundorte Wahaai 
an der N.-Küste und die Südküste nach. Bei Doreh auf der Nord- 
küste Neu-Guineas wurde die Art bisher noch nicht beobachtet , 
ebenso wenig fanden sie Wallace und Bernstein auf Waigiu. 

Von Bosenberg führt Tr. placens nicht unter den Vögeln 
Halmaheras auf, dagegen richtig von ßatjan , Ternate und als von 
ihm selbst beobachtet auf Ceram, den Aru- und Key-Inseln, sowie 
von Buru und Amboina. Letztere beiden Localitäten bedürfen indess 
noch gar sehr der näheren Bestättigung, denn weder Wallace noch 
ein anderer Beisender fanden den leicht kenntlichen Papagei hier. 

Sonderbarer Weise lässt von Bosenberg Tr. placens unter den 



876 TRICHOGLOSSUS RüBRONOTATUS. 

Vögeln Neu -Guineas unerwähnt. Der thätige Reisende beobachtete 
diese Art auch auf der Insel Khoor , nördlich von der Key-Gruppe 
und auf Goram , Ceram-laut. 

Gray sagt, dass die Exemplare von Batjan und Halmahera grösser 
seien , was jedoch nur in ganz unbedeutendem Maasse der Fall ist. 

Wallace führt die Exemplare vom Ceram » mit weniger Roth am 
Kinn" als eigene Varietät, die voq den Aru-Inseln »mit kaum 
etwas Roth am Kinn" als eben solche an. Ich konnte indess keine 
Constanten Verschiedenheiten zwischen den Exemplaren der yer- 
schiedenen Localitäten finden. Ternate und Neu-Guinea nimmt 
Wallace sonderbarer Weise nicht mit unter die Fundorte auf, 
ebenso wenig Salawatti , woher indess unser Museum ein Exemplar 
von ihm selbst dort gesammelt durch Stevens erhielt. 

Sehr richtig bringt Wallace die Art in die Nähe von papuen- 
sis und rubronotatus und es befremdet daher um so mehr, wenn 
sie Schlegel unter Nanodes bei Tr, euteles einreiht. 

{343.) 24. Trichogloisisus rubronotatus, (Wallace). — Der rolJi- 
bürzelige Keilscinvanzlori. 

Coriphilus rubronotatus, Wall., Proc. Z. S. (1862) p. 165. — 
id., Charmosyna rubronotata, (1864) p. 293. — Fig. 0. 

Diagnosis : In der allgemeinen Färbung wie Tr. placens, aber: 
Vorderkopf und Bürzel roth. 

Colore Tr. placenti universim conveniens , at sincipite uropy- 
gioque rubris. 

Salawatti (Type von Wallace, in dessen Collection). Dunkelgrün, 
Unterseite und Backen heller grasgrün. Stirn und Vorderkopf 
nebst einem Flecke auf den oberen Schwanzdecken (hier durch 
die Federendsäume gebildet) dunkel roth. Brustseiten und untere 
Flügeldecken schön roth. Ganze Ohrgegend dunkelblau. Schwin- 
gen an Innenfahne schwarz mit gelbem Flecke, der auf den 
Schwingen 2ter Ordnung grösser wird. Schw^anzfedern röthlich- 
schwarz, an den Seiten breit grün gerandet, etwas hinter der 
Basis mit länglichem rolhen Flecke , am Ende gelb. Schnabel 
roth ; Füsse horngelb , Krallen schwarz. 



TRICHOGLOSSUS PüLCHELLUS. 877 

Ein schöner Vertreter von Tr. placens, auf Salawatti und der 
Nord Westküste Neu-Guineas. Ich hatte das Vergnügen diese herr- 
liche Species nach den typischen Exemplaren ihres Entdeckers be- 
schreiben zu können. Wie es scheint hat ausser dieser Privat- 
Sammlung kein anderes Museum den seltenen Vogel aufzuweisen. 

Von Rosenberg scheint ihn ebenfalls nicht zu kennen , denn er 
führt ihn nirgends an. 

(344.) 23. Ti'ichoglossus pulchellus, (G. R. Gray). — Der 
schivarzbürzelige Keilschivanzlori. 

Charmosyna pulchella, G. R. Gray, List Psitt. (1859) 
p. 102. — Charmosyna pectoralis, Rosenb., Cab. Journ. 
f. Orn. (1862) p. 64. — id., Natuurk. Tijdschr. v. Nederl. Ind. 
(1865) p. 144. — id., Cab. J. f. Orn. (1864) p. 112. — Char- 
mosyna pulchella, Wall., Proc. Z. S. (1864) p. 292. — 
Eos pulchella, Schleg., Dierent. (1864) p. 69. — Fig. 0. 
Diagnosis : Kopf und Unterseite scharlachroth , auf Brust mit gelben 
Schaftstrichen ; obere Theile grün ; Bürzel schwarz ; Bürzelsei- 
ten gelb ; Scheitelmitte violettschwarz ; Schwanzfedern an In- 
nenfahne theilweis roth. 

Capite latereque inferiore coccineis ; scapis pectoris flavo-striatis ; 
supra viridis; uropygio nigro, macula crissi flava; vertice medio 
vioiaceo-nigro, pogonio rectricum interne partim rubro. 
Neu-Guinea , Doreh (Wallace) Type von Gray im Britisch-Museum. 
J ad. Kopf, Hinterkopf und alle unteren Theile nebst After 
und unteren Schwanzdecken matt purpurscharlachroth. Auf der 
Scheitelmitte ein violettschwarzer Fleck. Die Brustfedern mit 
schmalen gelben Schaftstrichen. Alle oberen Theile nebst 
Nacken dunkelgrasgrün , die Nackenfedern in der Mitte mit 
rothem Flecke. Schwingen dunkelgrün , an Innenfahne einfarbig 
schwarz. Die Bürzelfedern mit dunkleren Säumen , die hier 
einen beinah schw'arzen Fleck bilden, Bürzelseiten lebhaft gelb; 
Schenkel grün mit einzelnen gelben Schaftstrichen. Flügelbug 
grün ; die kleinen Deckfedern unterseits roth , die grössten wie 
die übn'ore Schwinwenunterseite matt schwärzlich. Mittelste 2 



878 TRICHOGLOSSUS PAPüENSIS, 

Schwanzfedern an Basishälfte düster olivengrün an Endhälfte 
düster roth mit gelber Spitze , die übrigen Schwanzfedern 
nur an Basishälfte der Aussenfahne grün an Innenfahne roth , 
die Endhälfte gelb , die Unterseite des Schwanzes ebenfalls 
gelb aber glänzender. Schnabel glänzend orange ; Füsse fleisch- 
farben , Krallen schwarz. Schnabel im Leben hellroth ; die Iris 
weissgelb (nach von Rosenberg). 
Jüngerer Vogel (Britisch-Museum) hat den dunklen Scheitelfleck noch 
mit einzelnen grünen Federn vermengt, der dunkle Bürzelfleck 
fehlt fast ganz , die Bürzelseiten sind anstatt gelb schön roth und 
den Brustfedern fehlen fast alle gelbe Schaftstriche , sie sind 
grün mit rothen Endsäumen. 
Diese prachtvolle kleine Art wurde von Wallace und von Rosen- 
berg fast zu gleicher Zeit bei Doreh auf der Nordküste Neu-Guineas 
gefunden. Die glücklichen Entdecker theilen aber weiter nichts mit, 
als dass sie dort häufiger wie Tr, papuensis vorkomme. 

Gray bringt diese Species mit zu Charmosyna, offenbar nur 
im Hinblick auf die grössere Aehnlichkeit in der Färbung. Meine 
Untersuchungen bewiesen mir aber die engste Verwandtschaft mit 
Tr. plaeens, dem sich pulchellus im Habitus vollständig an- 
schliesst. Die bei Tr. papuensis so sehr weit vorragenden mit- 
telsten 2 Schwanzfedern, auf welche Wagler das Genus Char- 
mosyna begründete, sind hier keineswegs so ausgebildet. 

(343.) 26. Trtchoglossus papueüasis , (Gmeiin). — Der schwarz- 
bauchige Keilschwanzlori. 

Psittacus papuensis, Gml., S. N. (1788) p. 317. cum var. ß. 
•/. ^. — Avis paradisiaca orientalis, Seba, Thes, vol. 1 (1754) 
t. 60. flg. 1 et 2. — Pica paradisi. spec. Klein , Hist. av, Prodr. 
(1750) p. 64. — Le petite lory Papou, Sonn., voy. ä la Nouv. 
Guin. p. 175. t. 111. — Psittacus papou, Scop., Faun. 
Del. Flor, et Faun. Insubr. (1786) p. 86. — Papouan Lory, 
Lath., Syn. I. p. 215. cum var, A. B. C. — id., Gen. Hist. 
il (1122) p. 125. — id., Ps. papuensis, Ind. Orn. p. 88. 
cum var. ß. y, §. — Bechst., Lath., Ueb. p. 69. — Ps. uni- 



TRICHOGLOSSÜS PAPÜENSIS. 879: 

color, Licht., Cat. rer. nal. Ilamb. (1795) p. \j. N°. 48. — 
Meyer, Zool. An. I. p. 140. — Ps. papuensis, Kühl, Consp. 
p. 53. — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 729. — Ps. Lichten- 
steini, Bechst., Lath., üeb. p. 83 (descr. med.). — Kühl, Consp. 
p. 56. — Charmosy na papuensis, Wagl., Mon. p. öö5. — 
Charmosyna papua, G. R. Gray, Gen. of ß. If. N°. 1. — 
Palaeornis papuensis, Vig., Zool. Journ. IIL p. 56. — 
Lorius papuensis, Less., Tr. d'Orn. p. 195. — Vieill., Nouv. 
Dict. p. 336. — id., Enc. Meth. p. 1379. — Belocercus pa- 
puensis, Müll, et Schleg., Verhandel. p. 107. — Jard. et Selb., 
Nat. Libr. vol. VL p. 149. pl. 19 (fig. med.). — Charmosina 
papuensis, Ep., Rev. et Mag. Z. 1854. — id., Naumannia. 
1856. — Charmosyna papuensis, Gray, List Psitt. (18o9) 
p. 48. — id., B. Trop. Isl. p. 31. — Wall., Proc. Z. S. (1864) 
p. 292. — Eos papuensis, Schleg., Dierent. (1864) p. 69. — 
id., Lorius papuensis, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 150. — 
La Perruche Lori papou, Levaill., Perr. t. 77 (fig. med.). 

Rasmalas , Nord-West-Küste Neu-Guineas (v. Rosenb.). 

Diagnosis : Oberseite dunkelgrün ; Kopf und Unterseite lebhaft car- 
moisinroth; Scheitel mit blauer und schwarzer Querbinde; Brust- 
seiten mit hochgelbem Flecke; Bauchmitte und After schwarz; 
Bürzel mit blauem Längsstreif. 

Supra obscure viridis ; capite latereque inferiore kermesinis ; 
fascia verticis transversa cyanea ac nigra , macula pectoris utrim- 
que lutea, abdomine medio crissoque nigris ; stria longitudinali 
uropygii cyanea. 

Neu-Guinea (Leidener Museum), c^. Schwingen , Deckfedern und 
Mantel schwarzgrün , die Schwingen 2ter Ordnung an Innenfahne 
schwärzlich, die der l^en Ordnung an Innenfahne und unterseits 
olivengelbsch warzlich. Die Flügeldecken unterseits scharlach- 
roth. Die 2 mittelsten Schwanzfedern mattgrün, die übrigen 
nur an der Basis der Aussenfahne, an der Basis der Innenfahne 
scharlachroth , mit citrongelber Endhälfte. Alle übrigen Theile 
lebhaft carmoisinroth mit folgender Zeichnung: über die Schei- 
telmitte von einem Auge zum andern ein schmales hell lilablaues 



880 TRICHOGLOSSUS PAPüENSIS, 

Qaerband , liinterseits von einem breiten schwarzen begrenzt ; 
ein schwarzes, breites Band im Nacken ; jederseits an den Brust- 
seiten ein hochgelber Fleck , die hinteren Seiten ebenfalls hoch- 
gelb, Mittelbauch und After schwarz etwas in's Grüne scheinend; 
längs des Bürzels ein breiter lilablauer Streif. Schnabel corall- 
roth. Füsse hornfahl. 
Exemplare dieser Art im Senkenbergischen- und Dresdener Museum 
und dem herzoglichen Museum zu Gotha sind wie dies gewöhn- 
lich der Fall ist mit falschen Beinen versehen. 
Dieser ausserordentlich seltene Papagei , durch seine prachtvollen 
Farben besonders ausgezeichnet, war schon dem alten Seba bekannt 
und wird von ihm zuerst abgebildet. Die eine Figur stellt den Vo- 
gel als Balg dar , in der Weise wie er noch heut von den Papus 
präparirt wird. Seba, der fast jeden Vogel mit buntem Gefieder 
Paradiesvogel nennt, hielt auch diesen für einen solchen und giebt 
schon sehr richtig Neu-Guinea als Heimath an. 

Uebrigens hat diese Art zu vielen Verwirrungen in Bezug auf die 
Synonymie Anlass gegeben. So ist es jedenfalls unrichtig wenn Wag- 
ler und Gray die völlig dubiösen Psittacus japonicus, Linne 
und parvus, Bonlius (siehe Anhang dubiöse Arten) als Synonyme 
mit zu T r. papuensis ziehen. 

Auch über das Vaterland herrschte bisher manche Unsicherheit, 
denn erst in letzterer Zeit erfuhren wir durch Wallace und von 
Rosenberg, dass die Art wirklich im nördlichen und nordwest- 
lichen Neu-Guinea lebt. Bei Doreh ist sie indess sehr selten. Man 
sieht hier aber die langen Schwanzfedern unter den Fe.derverzierun- 
gen der Eingebornen, Schlegel vermuthete das östliche Neu-Guinea 
als Vaterland. Aus welcher Quelle Gray die Localitätsangabe »Neu- 
irland (Carteret-Harbour)" schöpfte, vermochte ich nicht zu ermitteln. 
Jedenfalls bleibt vorläufig diese Angabe durchaus zweifelhaft. 
Für die meisten Museen ist der seltene Vogel noch Desiderat. 
Eine exacte Abbildung von Tr. papuensis besitzen wir noch 
nicht; denn Levaillant,, der beiläufig mehr als 100 (!) gesehen 
haben will, stellt die Kopfzeichnung unrichtig dar, indem er die 
schwarze Ouerbinde über den Scheitel ganz weglässt, ebenso das 



TRICHOGLOSSUS PAPüENSIS. 



881 



E3 



iJ^OSCOli^CiSCSCOOSI^I^t^ 



O W -3 «D O» eO I— ' 



bd 



^ V-W — >« «;^ 09 ^^ I f|Q 






o i 



lö 
















►+1 


?> 




















fO 


1 


*^ 


»3 


1 


-a 


1 1 


1-1 


Ä ^ s 

►< ? s 


:; 




:; 






:; 




1— 1 
















= 




' • 


Ol 


Ol 


ex 


tu 


fp^ 


CK 


05 


05 




»^ 








































ti IJ 


'^ 




-^ 




^ 


^ 




(-• 




























































P 


o» 


ÜT 


05 


CJi 


t(^ 


m 


OS 


-J 




tr cn 


-kT^ 


=: 


b?~" 


= 


iJ^ 


; 






O: o 
CD B 




















§?- 


05 




cn 


ÜT 




en 




05 




^ 






:; 


::; 
















































-i 
















;; 




P 


•o 




o» 


CT» 




trc 




~a 




<l> 


















N 




1 




(O^ 


1 


s 


I 




CD 


o re 
CD m 


CO 






ts 




{;S 




OS 




Mm 


















N 


^ 


1 


1 


'^^ 


I 


w 


1 


1 '"- 








1 


~ 


1 


^ 


1 


1 ; 


fD 





crq 



Qs 



55- ™ 






» » » » 



s: B ? 
° a 

«SS 



5 H 



tr a 









g 



-. <! •" 
c- o a 
et' 2 



o <ti 

"" 5' 



13 



>• op 



OS ti' 



3l 


3 






tSJ 


o 




C 


a 




CO 

fD 





Cfq 



-^ 



fD 05 2 
fo 3 

^ 2. £ 



CTJ 






Ö 
CO 



QQ 
et 

a 



Ol 

a 
o 



er 

O: 






sr 



es 



Q^ c 



-4 
o 

•-< 
er" 

fD 



a- 
a 



fD 

a 

c: 
oq 
et) 
3 
Cu 

a 



SL a 






O 



3 
et 



OQ 
fD 

B 



^, 


**1 


3 




??' 


M 


3^ 


es: 


» 


•-« 


3 


^^ 


CL, 


s 


e 

3 


tr 


tsi 
3 


09 


fD 


3 


p^ 


b— .« 




•-« 


3 


C|C| 


u- 


CA 


M 


n 




b- 

fD 


n 


fD_ 

a* 




3- 


3 


c+ 






!2! 


>-! 
U 
f5 


fD 

3- 


BS 

3" 


3 
c« 




09 

o 
a 


fD 


3 


fD 


a^ 




a 
er 


n , 




D- 


fD 




3 


fD 


3- 


Cfi 


fD 




Q^ 



i-S ^ 



et» JL 



►-. ^ >-< 



3 
OQ 
fD 



3 

CL. 



er 

CD 



09 



3" 
fD 

3 



r: Od 

3 fD 
Qj 3 
fD 



H 5 



C/3 Cl CJi, G- 



1 ^ 

fD OQ 

ft 



3 fD 

-s 3 

a 

C9 3 
CO OQ 
a> . 

fD 

fD ir. 

3 fD 

fD h, 

r* 



a- er 

3; 2. 

OJ OP 

3 2 

fD 



fD 



N CD 



^ S-' 



0-03^0 



fD 

er 



I ^ 



3 « "■ 

5. E 5' r 



2 =? 

3 S9 

aq 

f? 3 

3- 

O bS) 

QQ - 

H- 3 



CO <-t. I-J3 



o- a 2. 2. 



oc 






C1 

3 



F- 3- <1 



tr 

CK 



hü- 3^ 



3 2-3 
3 N 

« sr S" 

b^ fD 

3- » s- 



S bd 



o 

3 



fD 

O 

3 



3 
3 
O- 

o 



^ S.- H fD 



2. <^' 



3 

C- 
n 

CD 

3 



£L f^ 
o 

CD CO 



a- 



en 
3 

in 

n 
3- 



fD 
fD 



o 

CD 

B 

C 



3- 






5- 



3 c«'* 

fD « 2- ^ 



«o 



3- 

fD 



tr» 

fD 



882 



NESTOR. 



►TS 



hJ 



S 

a 



•-0 



CO 



ÖS 



J? 00 



- ^ 



ES3 
o 
o 






!2! 

CD 



CC 00 

•^ I 
rfs« 

CO I 



« b. 



hS 






00 

O CO 
O ^ — ' 

s 

CO 

OS (:o 



O l-H 

o 

3 - 

TS 



ÖS 

(TD 

a 



00 

Ol 

<1 



00 ^ 

O M 



o 

w> 

oq 

3 



!72 






^ 2 



.-<- 3 



— tu 

3 S9 
CJ 3 



00 



^ 



^ 

o 



o 
•-a 
3- 

3 



o 

3 



•IS 



N — 



00 i-g 

01 • 

o 

I Ol 



!2! 



p 
W 



CJ 



S Qo 3 



O 

fC 

3 

>-i 
O 
3 



C/3 



5i:i O 

CO S 

cn CO 

c/> • 



c« 



2! 



W 



I—* t^ 



00 o 

01 3 



o 00 
3 '^^ 



c *^ 



CD 

O 



O CO 



CA) 53 t>a 

O (T) O 

3- 



Ü?l 



o 



2- r^ 2. 3 



3 

3 






O 



e 



Co 



H 5- 

o ^ 
3 ^ 



c c 



3 ^ 



5 3 



" o- ?r 



B 




S 

rrv 


d 


<A 


3 


3 


<! 


s 






a> 



i^Mooeoosco&soscoosif^*^ ^ 



co)f^h-'&ococ;TCtoic;t 



too2*>-ai-' -J^ C0O3 reSto 



*^ o ji 
£2 ^ S 



OS 1^ t^ |{^ C7< 



3i Ol yy'lfl 



2. » g 



cn cji en if^ üT 



t^ 1^ m iC^ oa 



?g o > 






Os 



•KJQ^+Oa^ 



^ 5* 2^ 



a ts! 






S- =^ 



" 1-3 

- « ^ S 

IT* -. 'T3 

et g re 

Ei 

2 ta 3 

3 -t 

>-> ^- ^ ' 

ta" JL £L 

3 !C, "" 

i ^". 

3 2 " 



r 3 « 



D »-e ^-* 



^ ^ O 



CB 




3- 


3 


CO 


3 


3 


B 

CO 


s 


09 

3- 


a 




2. 




O) 


< 


s 
e 





NESTüIl. 885 

Ahhüdungen. G. R. Gray, Gen. of ß. II. t. Wo. fig. 4 (opt.). — 

Reichenb., NalürJ. Syst. (1850) t. 84. Nestor (f. inacc). 
Diagnosis: Schnabel im Allgemeinen wie bei Domiceila aber noch 
stärker seitlich zusammengedrückt und mit viel weiter überhän- 
gendem, längeren Spitzentheile, die Seiten des Oberschnabels 
mit einer abgerundeten aber deutlichen Längsleiste. Nackter 
Augenkreis undeutlich. Flügel lang, spitz, an Innen- und 
Aussenfahne verengt, Schwanz mittelmässig, breit, gerade; die 
breiten Federn am Ende klammerförmig (accoladeförmig). 
Rostrum rostro Domicellae simile at valde robustum multoque 
compressius apice perquam elongata, lateribus maxillae carinam 
eulmini paralielam oslendentibus. Annulus orbitalis obsoletus. 
Alae longae acuminatae remigibus angustatis. Cauda mediocris 
lata recta apice rectricum latarum uncinato. 

Beschreibung. Schnabel kräftig ; länger als hoch , stark seitlich 
zusammengedrückt; der Oberschnabel mit schmaler abgerundeter 
Firste , welche eine sanfte Längrinne von der Basis bis '/s vor 
die Spitze zeigt; die Seitentheile des Oberschnabels mit einem 
sanft gerundeten Leistenvorsprunge, der mit dem Rücken parallel 
laufend sich von der Basis bis zur Mitte zieht; der Spitzen- 
theil des Oberschnabels in einem gestreckten Bogen nach unten 
gekrümmt , ansehnlich vor- und überragend mit einem flachen 
Zahnvorsprunge. Unterschnabel ebenfalls stark seitlich zusam- 
mengedrückt, aber die in schiefer Linie nach oben steigende 
Dillenkante nicht kielförmig, sondern eine breitere ebene Fläche 
bildend ; Schneiden gerade ohne Ausbuchtung. Spitze des 
Oberschnabels ohne Feilkerben, fast glatt. 

Nasenlöcher gross, rund, frei, in einer breiteren Wachshaut, die 
spärlich mit einzelnen feinen Borsten besetzt ist. 

Augenkreis sehr schmal nackt. 

Flügel lang, spitz, weit bis über die oberen Schwanzdecken reichend, 
^/j des Schwanzes deckend; Flügelspitze mittelmässig lang, kür- 
zer als die Hälfte des Oberflügels ; Schwingen am Ende breit 
abgerundet; 3te und 4te Schwinge am längsten, 1*^ meist so 
lang als 6*6; ite bis 5te an Innenfahne, 2te bis 5te an der 

.5ü* 



884 NESTOR. 

Aussenfaline von der Mitte an deutlich eingeengt '). 10 Hand- 
und 10 A^msch^vingen fand ich bei productus und meri- 
dion alis. 
Schwanz mittellang, etwas kürzer als Oberflügel; gerade, nur die 2 
äusseren Federn etwas verkürtzt ; alle Federn breit , am Ende 
breiter als an Basis und die Spitze klammerförmig, zuweilen die 
abgeriebenen Schäfte vorragend. 
Füsse sehr kräftig; Tarsus etwas lang, aber stets kürzer als äussere 

Vorderzehe; Nagel sehr kräftig, stark gekrümmt. 
Gefieder sehr weich; die Federn breit, am Ende stumpf zugerundet. 
Färbung düster olivenbraun oder grün, aber mit lebhafterer Bauch- 
end Nackenzeichnung ; Innenfahne der Schwanz- und Schwung- 
federn mit sägeartiger Fleckenzeichnung. Schnabel dunkel. 
Geschlechter nicht verschieden. 
Gestalt sehr kräftig, gedrungen. 
Grosse Arten von Dohlen- bis Babengrösse. 

Zunge. Der eigen thümliche Schnabelbau von Nestor, stark zu- 
sammengedrückt mit schief aufsteigender Dillenkante , Hess mich 
wegen seiner Aehnlichkeit mit dem von Domiceila und T ri- 
eh oglossus vermuthen, dass sich ebenfalls eine Pinselzunge 
vorfinden würde, allein ich konnte mir darüber leider noch 
keine völlige Gewissheit verschaffen, da die Angaben einander 
wiedersprechend sind. 
Forster beschreibt die Zunge von N. meridionalis mit den 
Worten »carnosa obtusa" , erwähnt also keiner Papillen. Ebenso 
wenig Gould bei N. productus, denn er sagt »die Zunge 
zeift keine Bürste, sondern an der Unterseite einen schmalen horn- 
artigen Spatel, Avelcher mit der Zungenspitze zusammen aussieht 
Avie ein Finger mit einem Nagel von unten, anstatt von oben". 
Dieser Nagel dürfte indess nichts anderes sein als der hornige 
unlere Spitzentheil , wie wir ihn bei so vielen Papageien wiederfinden. 
Durch diese beiden Beobachter wird also der Mangel von Zungenpa- 



1) N. productus in Museum Heine zeigte folgende Verschiedenheit im Flügelbau: 
diitte Schv^inge am längsten, Ite und 2'« kaum kürzer; He rr: der 4'e. Die l'a bis 
4te Schwinge an Aussen- und Innenfahne deutlich eingeengt. 



iNESTOR. 885 

piilen nachgewiesen, allein für mich ist die Sache desshalb noch nicht 
zweifellos, weil die correcte Abbildung welche von Pelzeln von N. 
norfolcensis bekannt machte, wirkliche Papillen zeigt. Ebenso 
glaubte ich an dem lebenden N. meridionalis im Londoner Zool. 
Garten solche bemerkt zu haben, konnte mich indess bei der Be- 
weglichkeit des Vogels nicht genügend überzeugen. Auch Dr. Scla- 
ter, der sich speciell für diese Angelegenheit interessirte, wusste mir 
keine entscheidende Auskunft zu geben. 

Nach der Wahrung von N. productus zu urtheilen , der sich von 
dem Blüthensafte eines Hybiscus nähren soll , darf man ebenfalls 
auf eine Pinselzunge schliessen. 

lieber die Osteologie von Nestor scheint noch nichts bekannt zu sein. 
Auch Blanchard vermochte sich nicht Belehrung darüber zu verschaffen. 

Ganz abgesehen von der Zungenbeschaffenheit, selbst wenn die- 
selbe glatt wie bei den übrigen Papageien sein sollte, wird Nes- 
tor doch stets in dieser Subfamilie einen Platz finden müssen. 

Dafür spricht zunächst die eigenthümliche Schnabelform, die in 
ihrer Compression, dem Mangel von Feilkerben und der in schiefer 
Richtung aufsteigenden Gony ganz und gar nach dem Typus der 
eigentlichen Trichoglossen gebildet ist Auch die anscheinend so 
abweichende Färbung zeigt bei näherer Besichtigung in der lebhaften 
Fleckenzeichnung auf der Innenfahne der Schwingen die meiste üe- 
bereinstimmung mit dieser Gruppe. 

Wir können also Nestor mit vollkommenem Rechte, wenn auch 
vielleicht als mehr aberrirendes Genus (wegen des kürzeren , graden 
Schwanzes), in die Subfamilie T richo glossin ae einreihen. 

üebrigens gebe ich mit dieser Vielen vielleicht gesucht erschei- 
nenden Einordnung keineswegs etwas Neues, denn schon Blanchard ') 
und von Pelzeln haben auf die verwandtschaftlichen Beziehungen 
von Domicella, Tricho gl ossus und Ne st o r hingewiesen. 

Professor Schlegel , der neuerdings eben wie Professor v. d. Hoeven 
Nestor als Subgenus von Plictolophus betrachtet, bemerkt eben- 
falls »dass sie sich den Trichoglossen zu nähern scheinen". 



1) Ann. des Sc. nat. 4. Serie t. YI^ p. 15. 



886 



NESTOR, 



Unrichtig scheint es mir jedenfalls, wenn der genannte Gelehrte den 
sonderbaren Dasiptylus als Nestor aufführt; die Schnabelform 
trennt diese Art vollständig. 

Bonaparte vermuthet übrigens in seinem Conspectus avium eben- 
falls eine Verwandtschaft zwischen Dasyptilus und Nestor, hilft 
sich aber mit dem leichten Mittel über die Schwierigkeiten in der sy- 
stematischen Stellung hinweg, indem er eine neue Subfamilie bildet. 
In seiner letzten Uebersicht der Papageien (Naumannia. 18156) er- 
hebt er sogar jedes dieser Genera zur selbständigen Subfamilie und 
trennt Nestor in 2 Genera (Nestor und Centrurus). Auf 
was für Gründen Dies beruht wird nicht angegeben und bleibt somit, 
wenigstens für mich, unbegreiflich. 

Dass übrigens Nestor in jeder anderen Subfamilie, auch unter 
den Kakatus wo man diesem Genus jetzt gemeiniglich einen Platz 
anweist , noch mehr aberrante Form bleiben würde als in dieser 
unterliegt keinem Zweifel. 

üeber das Gabelbein ist noch nichts bekannt, ebenso wenig liegen 
pterylographische Untersuchungen vor. 

Die Nestor- Arten gehören, wie manche ihrer heimathlichen ge- 
fiederten Bewohner zu den Vögeln, die so zu sagen auf dem 
Aussterbe-Etat stehen und von denen ehemals ohne Zweifel zahl- 
reichere Species vorhanden waren. Fossile üeberreste ') (in der 
Classe Avis bekanntlich nicht häufig) eines Nestor machte Owen 
bekannt {Trans. Zool. Soc. vol. III. p. 571. pl. III. fig. 11, 12 et 
15). Sie stammen ebenfalls von Neu-Seeland her, beschränken sich 
indess nur auf einen Oberkiefer, der in Grösse und Gestalt sehr an 
den von N. meridionalis erinnert. Ueber fossile Papageienreste 
von Mauritius berichtete neuerdings derselbe Gelehrte ^). Er erhielt 



1) Bonaparte spricht in dem Aufsatze «Ornithologie fossile" (Compt. Rend. Jahrg. 
43 (1856) p. 777) von 2 fossilen Papageien, jeder zu einem untergegangenen Genus 
gehörend, welche den Nestor es am nächsten standen, ohne indess weitere Nachrich- 
ten über dieselben zu bringen. 

2) Vergleiche hier auch: Milne-Edwards, Observ. sur les caracteres osteolog. des 
principaux gi-oupcs de Psittacides, pour servir a la de'termination des affiuites natu- 
relles du Psittacus mauritianus. Ann. Sc, Nat. Zool. 5 scr, 1866. VI. 
I>, '.)1— 111. pl, 2 et 3. 



NESTOR. 887 

durch Clark das Fragment eines Unterkiefers, welches oli'enbar von 
einem grösseren Papageien herrührt, den er Psittacus mauri- 
tianus (Ibis. 1866. p. 168. mit Holzschn.) benennt. Ob derselbe 
zu den Araras oder Microglossen gehört haben mag liisst sich 
nicht mehr ausmachen , doch ist Owen mehr geneigt ihn den Ka- 
katus beizuzählen. Dieser Fund , auf einer Insel wie Mauritius ge- 
ihan wo gegenwärtig solche grosse Papageien fehlen , ist um so 
merkwürdiger als derselbe im Verein mit Dodoknochen gemacht 
wurde. Die Vermuthung Schlegels *) , dass das bewusste Kieferfrag- 
ment einem Microglossus angehöre bleibt vorläufig zweifelhaft. 
Milne-Edwards möchte es einem Arara zuschreiben. 

Hoffentlich erhalten wir weitere Reste den sonderbaren Papageies, 
die im Stande sind die Stellung desselben genauer zu bestimmen. 

Eine Art der Gattung (N. norfolcensis) von der Insel Norfolk 
scheint noch im Anfange dieses Jahrhunderts gelebt zu haben , darf 
aber jetzt als völlig untergegangen betrachtet werden. 

Dasselbe kann man von einer zweiten Art (N. productus) sagen, 
der die kleine Philipps-Insel bewohnte. Von den übrigen 3 Arten, 
welche nur Neu-Seeland angehören , hört man ebenfalls wenig oder 
nichts, und wie es scheint wird die mehr fortschreitende Cultivirung 
über kurz oder lang diesen interessanten Vögeln ebenfalls den Un- 
tergang bereiten , vielleicht noch ehe wir ausführliche Berichte über 
ihre Lebensweise besitzen. 

Ueber dieselbe ist nämlich ziemlich wenig bekannt. Von N. pro- 
ductus wissen wir nur, dass er ehemals auf der Philipps-Insel in 
den höchsten Bäumen und auf Felsen sein Wesen trieb und so arg- 
los war, dass er sich die Schlinge, welche ihn erwürgte, ruhig 
überlegen liess. Es nährte sich meist vom Blüthensafte, liebte aber in 
der Gefangenschaft auch saftige Blätter. Seine Stimme glich einem 
Bellen. Er brütete in Baumhöhlen und legte weisse Eier. An- 
derson giebt die Zahl auf 4 an. 

Die noch jetzt auf Neu-Seeland lebenden 3 Arten gehören mehr 
dem waldigen Gebiete der Alpen an. 



1) Nederl. Tijdschr. voor Dierkunde. 1866. p. 318 (note). 



888 NESTOR PRODÜCTüS. 

N. meridionalis ist nach Haast ein lärmender Vogel, der sich 
gesellig meist in den Wipfeln der höchsten Bäume aufhält. Er ist 
wenig scheu und dabei neugierig. 

Die Verbreitung der Nestores ist oder M-^ar vielmehr im höchsten 
Grade merkwürdig, indem 2 so unbedeutende Insel je eine Art be- 
herbergten. 

In dem herrlichen Britisch-Museum ist dieses Genus ohne Zweifel 
am besten vertreten und die in einem besonderen Glaskasten zu einer 
schönen Gruppe vereinigten 4 Arten , werden gewiss auch die Auf- 
merksamkeit des Laien erregen. Diesem besonderen hermetischen 
Verschlusse ist es auch zuzuschreiben, dass ich nicht von allen Arten 
die Maasse zu geben vermag. 

Diagnostischer Schlüssel zu Nestor. 

1. productus, Gould. Dunkelolivenbraun; Kopfseiten, Kehle und Bauch 

gelblichzinnober ; Nacken, Halsseiten und Brust 
ockergelb. 

2. meridionalis, Gmelin. Oberseite und Brust dunkel olivenbraun ; Unterseite 

und Querband über den Rücken purpurbraun ; 
Oberkopf hellgrau. 

3. Esslingi, Sonance. Aehnlich dem N. meridionalis, aber die Brust 

aschgrau und über die Bauchmitte ein gelblich- 
weisses Querband. 

4. notabilis, Gould. Olivengrün; Schwingen 1"^'' Ordnung und ihre Deck- 

federn blaugrün. 
■f 5. norfolcensis, Peheln. Aehnlich dem W. productus, aber Oberkopf und 

Nacken grün; Rücken und Flügeldecken oliven- 
grün; Brust und Oberbauch einfarbig ockergelb. 

(546.) i. IVestor productus, Gould. — Der ockerbrüstige 
Stumpf schwanzlori. 

Wilson's Parrakeet, Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 170. — Plyc- 
tolophus productus, Gould, Proc. Z. S. (!856) p. 19. — 
id., Nestor productus, B. of Austr. V. pl. 6. — Reichenb., 
Gould's Uebers. N°. 187. ~ Bourj., Perr. t. 69 (nach Gould), — 
G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 2. — id., Ibis (1861) p. 230. — 
id., List Psilt. (1859) p. 100. •— Bonap., Rev. et Mag. Zool. 
1854. — id., Centrurus productus, Naum. 18b6. — 



NESTOR PKODUCTUS. 889 

Nestor productus, Schleg., Dierentuiu (1864) p. 84 (mit 
Holzschn.). — id., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 1.^7. — Gould , 
Handb. ß. of Austr. Append. sp. 14, 

Diagnosis : Dunkelolivenbraan ; die mittelsten Flügeldecken schmal 
gelb gerandet ; der Oberkopf blass olivenbraun ; Kopfseiten , 
Kinn, Kehle, Bauch und übrige Unterseite gelblichzinnober- 
roth, Hinterrücken und Bürzel dunkler; Nacken, Halsseiten 
und Kropf orangeockerfarben , Brust ockergelb. 
Obscure olivaceo-fuscus ; teclricibus alarum intermediis tenuiter 
flavo-marginatis ; pileo pallide olivaceo-fusco; capitis lateribus , 
mento , gula, abdomine latereque inferiore reliquo flavido-cinna- 
barinis; tergo et uropygio obscurioribus ; cervice, colli lateribus 
guttureque aurantio-ochraceis ; pectore reliquo ochraceo-flavido, 

Philipps-Insel (Leidener Museum). cT ad. Flügel, Schultern und 
Rücken dunkelolivenbraun , die Aussenfahne der Schwingen 
unter gewissem Lichte grünlich schimmernd , auf Mantel und 
Schultern ebenfalls ; die Linenfahne der Schwingen an Basis- 
hälfte mit 5 grossen röthlichgelben Flecken , von denen der 
erste die Basis bedeckt, die übrigen aber nicht bis zum Schafte 
reichen; auch auf den 2ten Schwingen bemerkt man dieselben, 
sie sind hier aber kürzer, breiter und fliessen am Rande inein- 
ander. Die mittelsten Flügeldeckfedern haben verwaschene 
ockergelbe Endsäume und die übrigen Deck- und Mantelfedern 
sind am Ende dunkelbraunschwarz gerandet. Die Schwanzfe- 
dern sind von der Farbe der Schwingen am Ende blasser und 
an Basishälfte düster olivengrünlich, am Rande der Innenfahne, 
ausser den 2 mittelsten Federn, an Basishälfte mit 3 blassro- 
then dreieckigen Flecken , die Basis unterseits olivengelblich 
schimmernd. Zügel, ganzer Ober- nebst Hinterkopf blasser oli- 
venbraun als der Rücken , jede Feder mit dunklerem schmalen 
Endsaume; die Federn im Nacken, am Hinterhalse, den Halsseiten 
und auf Kropf ebenfalls hellolivenbraun, aber am Ende breit oli- 
venockergelb gerandet , wodurch diese Theile die letztere Farbe 
haben. Backen- und Kinnfedern blass zinnoberroth, an Basis 
weisslich., die Ohrfedern orangeockergelb. Brustfedern ocker- 



890 NESTOR PRODUCTUS. 

gelb, gegen die Basis fast rein weiss. Kleine Deciffedern unter- 
seits auf Flügel wie die Brust , aber die langen Achselfedern 
unterseits blassröthlich gerandet an den Seiten. Bauch, Schen- 
kel, After und untere Schwanzdecken düster ziegelzinnoberroth, 
an der Basishälfte blass olivenbraun , am Ende verloschen 
gelblich gesäumt. Hinterrücken, Bürzel und obere Schwanz- 
decken dunkler roth als die Bauchfedern, die ßasishälfte aber 
ebenfalls olivenbraun , der verloschene äusserste Saum gelblich. 
Schnabel hornschwarzbraun , am Spitzentheile mehr graulich. 
Füsse und Krallen braunschwarz. 

Ein anderes Exemplar (Leidener Museum) ist bis auf die Kehle 
roth ; Hinterhals- und Halsseitenfedern sind hinter dem gelben 
Endrande röthlich verwaschen. Der Schnabel ist mehr horngrau 
und nur an Basis wie die Wachshaut schwärzlich. 

Ein prachtvolles altes Exemplar in der Sammlung von Major Kirch- 
hofF auf Schäferhof. 

Ein Exemplar im Museum Heineanum ist durch den aufiFallend 
langen, dünnen Oberschnabel, an dem der seitliche Leisten- 
vorsprung sehr wenig bemerkbar ist merkwürdig. Ausserdem 
zeigt es einige leichte Abweichungen in der Färbung, die mit 
dem zuerst beschriebenen Exemplare verglichen folgende Unter- 
schiede ergeben : die Federn der Oberseite haben schmale dunkle 
Endsäume ; Mantel , Deckfedern und besonders die Schwingen 
2ter Ordnung an Aussenfahne ziehen stärker in's Dunkeloliven- 
braune. Die Schwingen fter Ordnung haben an Innenfahne 
weissliche Bandflecken. Halsseiten, Kehle und Kropf sind oli- 
venbraun mit verwaschenen olivengelblichen Endsäumen ; Brust 
und untere Flügeldecken ockergelblieh , mit weisser Federbasis. 
Die oberen Flügeldecken haben nur einzelne ockergelbliche End- 
säume. Die Schwanzfedern zeigen wie die Schwingen weissliche 
Randflecken die nur von unten blassroth erscheinen. 

Nach Gould sind die Geschlechter gleichgefärbt. 

Junge Vögel sollen (nach Gould) auf der Brust einfarbiges Dunkel- 
olivenbraun besitzen. 
Wie von Pelzein indess schon sehr richtig bemerkt findet sich 



NESTOK TRODUCTUS. 891 

dieser Farbungston auch an offenbar allen Vögeln. Hierzu gehört 
ein Exemplar im Wiener- und das im Prager Museum, welches 
noch aus der Feldegg'schen Sammlung herstammt. Von diesem 
letzteren Exemplare erhielt ich durch die Güte des Custos Herrn 
Dr. Fritsch eine Farbenscizze zugesandt, die mir wegen der auf- 
fallend hellen Bauchfärbung sehr interessant Torkam. Leider ge- 
lang es mir nicht auf meine Anfrage bei der Direction des K. 
böhmischen Museum den Vogel selbst auf einen Tag zur Ansicht 
zu erhalten. Durch Herrn von Pelzeln erfuhr ich jedoch brieflich , 
dass das Exemplar, welches er selbst untersuchen konnte, ein echter 
N. productus ist. 

Wie bei den Nestor-Arten überhaupt kommen auch bei dieser 
erhebliche Differencen in den Grössenverhältnissen vor. So zeigen 
die beigegebenen Maasse in der Firstenlänge den enormen Unter- 
schied von 10'/2'''. 

Die Abbildung von ßourjot pl. 69 ist auf Halsseiten, Brust und 
Oberbauch viel zu blassgelb gehalten. 

N. productus lebt oder lebte nur auf der kleinen, 5 Meilen 
grossen Philipps-Insel , nördlich von Neu-Seeland , denn wie es 
scheint , ist er durch die dort begonnene Cultivirung fast oder 
gänzlich ausgerottet und wird daher bald mit unter die ausgestorbe- 
nen Arten gehören '). 

Nach Anderson bewohnten diese Papageien Felsen und die höchsten 
Bäume der Insel, und waren so wenig scheu, dass sie sich mit 
Schlingen fangen Hessen. Sie nisteten in Bäumhöhlen und legten 
4 Eier. Die Nahrung bestand vorzüglich in dem Honigsafte einer 
weissblühenden Hibiscus-Art. 

Gould sah in Sydney noch ein lebendes Exemplar bei Major Ander- 
son und bemerkte, dass der Vogel in seinen Sitten sehr von den 
übrigen Papageien abweicht. Er lief sehr geschickt , wie ein raben- 
ähnlicher Vogel, auf dem Hausflur herum. Die Stimme war sehr 
rauh, quackend, manchmal wie Hundegebell. 



1) Nach einer Notiz DiefFenbach''s in den Anmerkungen zii Darwio's Reise (I. p. 313) 
darf die Art als völlig erloschen betrachtet werden. 



892 NESTOR MERIDIONALIS. 

Auch wurde Gould von einem andern lebenden Exemplare erzählt, 
dass es besonders saftige Nahrung , Sallatblätter etc. liebte und auf 
Früchte , Rahm und sogar Butter ganz erpicht war. 

Es wäre sehr interessant zu erfahren , ob diese schöne Art wirk- 
lieh gänzlich vertilgt ist. 

Man sieht sie nur in wenigen Museen. Die Kaiserl. Sammlung in 
Wien besitzt zwei, das Senkenberg. Museum ein Exemplar. 

Latham kannte diese Art übrigens zuerst und beschreibt sie in 
seiner General History (1822) s. n. Wilson's Parrakeet recht deut- 
lich. Das Exemplar befand sich in Wilson's Sammlung. Dagegen 
ist der Long-billed Parrakeet Latham's keineswegs auf diese Species, 
sondern auf N. norfolcensis, Pelzeln zu beziehen. 

(347.) 2. Westor meridioiialis, (Graelin). — Der braun- 
brüsiige Stumpfscfmanzlori. 

Psittacus meridionalis, Gmelin, S. N. (1788) p. 335. — ■ 
Southern brown Parrot, Latham, Gen. Syn. I (1781) p. 264. 
N°. 70. — id., Gen. Hist. II. p. 211. — id., Psittacus nes- 
tor, Ind. Orn. I. p. HO. — Ps. meridionalis, Bechstein , 
Latham, Ueb. p, 90. — Ps. nestor, Kühl, Consp. p. 86. — 
Vieill., Enc. Meth. p. 1368. — Bourj., Perr. t. 68 (fig. opt.). — 
Ps. australis, Shaw, Lev. Mus. (1792) p. 87. — Ps. hy- 
popolius, R. Forster, in Man. — id., Descr. Anim. (1844) 
p. 72. — Nestor hypopolius, Wagler, Mon. p. 696. — 
Jard. et Selb., Nat. Hist. vol. VI. p. 121. pl. 12. — Nestor 
No vae-Z eelan diae, Lesson, Tr. d'Orn, (1831) p. 191. — 
Centrourus australis, Sws., Class. of ß. II. p. 303. — 
Nestor australis, G. R. Gray, Gen. of B. II. N°. 1. — id., 
Nestor meridionalis, App. Dieff. N. Z. II. p. 193. — id., 
voy. Ereb. et Terr. B. p. 9. — id., Ibis (1862) p. 229. — 
Ellman, Zooi. (1861) p. 7467. — Cassin, Unit. St. Expl. Exp. 
(1858) p. 238. — J. Haast, Ibis (1862) p. 104. — Nestor 
hypopolius, Gould, B. of Austr. Suppl. pl. III. — G. R. Gray, 
List Psitt. (1859) p. 99. — Nestor hypopolius, Bp., Rev. 
et Mag. Zooi. (1854) p. 155. — id., N. notabilis et hypo- 
polius, Naum. (1856) Extraheft IV. — N. meridionalis, 



NESTOR aMERIDIONALIS. 893 

Schleg., Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 156. — N. hypopolius, 
Gould, Handb. B. of Austr. Äppend. sp. 13. 

Kaka der Maoris von Neu-Seeland. 

Diagnosis : Oberseite und Brust dunkel olivenbraun ; jede Feder 
schmal schwarz gesäumt ; Unterseite und ein Band quer über 
den Bücken purpurbraunroth , ebenso Bürzel und obere 
Schwanzdecken ; Oberkopf hellgrau ; Ohrgegend orangefarben. 
Jüngerer Vogel : mit gelbbraunem Querhande über den Oberrücken. 
Latere superiore pectoreque obscure olivaceo-fuscis ; plumis 
singulis tenuiter nigro-limbatis ; latere inferiore fasciaque trans- 
versa dorsi, uropygio caudaeque tectricibus superioribus purpureo- 
rubiginosis; pileo dilute griseo ; regione parotica aurantia, 
Juv. fascia transversa dorsi ferrugineo-fusca. 

Neu-Seeland. J* ad. Stirn , Ober- nebst Hinterkopf und Zügel 
weisslichgrau. Kopfseiten, Halsseiten und Nacken dunkel um- 
brabraun; die zugespitzten Federn der unteren Backen am Ende 
düster purpurrothbraun. Ohrgegend ockergelb. Kinn, Kehle, 
Kropf und Oberbrust dunkel umbrabraun , einzelne Federn am 
Ende düster purpurbraun gesäumt ; übrige untere Theile, ein 
breites Querband über den Hinterhals , und Bürzel und obere 
Schwanzdecken dunkel purpurbraunroth , jede Feder an Basis 
braun und am Ende deutlich dunkelpurpurroth gesäumt. Die 
Federn des Hinterhalses am Ende schmal orangebräunlich ge- 
säumt. Rücken- Mantel- und obere Flügeldeckfedern dunkel 
olivenbraun , etwas grün scheinend und jede Feder am Ende 
mit deutlichem schwarzen Saume ; die mittelsten Flügeldecken 
purpurbraun gesäumt am Ende. Schwingen Itei" Ordnung dun- 
kelbraun, an Basishälfte der Aussenfahne grün scheinend und 
auf Innenfahne mit 3 — 6 spitzzulaufenden blass zinnoberrothen 
Randflecken. Deckfedern der It^n Schwingen und die Schwin- 
gen 2ter Ordnung heller olivenbraun , an Innenfahne ebenfalls 
mit 5 rolhen Randflecken. Deckfedern der Schwingen 2ter Ord- 
nung dunkelbraun auf Aussenfahne deutlich dunkelgrün. Kleine 
untere Flügeldecken und die Achselfedern düster zinnoberrolh 
mit verwaschenen braunen Querstreifen , die mittleren und gros- 



894 NESTOR MERIDIONALIS. 

sen unleren Flügeldecken mattbraun mit breiten blassrothen 
Randflecken. Schwanzfedern dunkel olivenbraun, wie die Flügel, 
unter gewissem Lichte grünlich scheinend, gegen das Ende zu 
schwarz ; unterseits die Schwanzfedern an Basishälfte der Innen- 
fahne und einem schmalen Endrande glänzend rölhlichbraun , 
mit 6 sägezahnförmigen zinnoberrothen Randflecken an Basis- 
hälfte der Innenfahne. Schnabel horngrauschwarz ; Wachshaut 
und Füsse hornschwarz. Iris dunkelbraun (Londoner Zoolog. 
Garten). Iris blaugrau (Forster). 
Dies prachtvolle alte Exemplar erhielt ich durch Herrn M. Landauer , 

Naturalienhändler in Frankfurt a/M. 
Ein cT im Leidener Museum , zeigt den grünen Schein auf Deckfe- 
dern und Schwingen nicht so deutlich , namentlich fehlt das 
dunkle Grün auf den Deckfedern der 2^6« Schwingen. 
Ein anderes </ im Leidener Museum , hat die grauen Federn des 

Hinterkopfes mit gelblichen Endrändern. 
Jüngerer Vogel (?) im Leidener Museum, ist ganz ohne grünlichen 
Anflug; die schwarzen Endsäume der Federn sind ganz undeut- 
lich ; die rothen Randflecke auf Innenfahne der Schwanzfedern 
sind sehr klein und rundlich und die Schäfte der Schwanzfedern 
ragen 4'" weit vor. 
Jüngerer Vogel (Collection Verreaux) , wie der vorhergehende, aber 
der gelbliche Ohrfleck ganz blass verwaschen ; das Querband 
des Hinterhalses nicht roth sondern dunkelolivengelbbraun. 
Ein Exemplar im Bremer Museum zeichnet sich durch seine bedeu- 
tende Grösse aus. 
Ein Exemplar in Kirchhoff's Collection (Type von N. notabilis, 
Bp.) stimmt in der Grösse mit letzterem ganz überein , zeigt 
aber den Oberkopf hell grauweiss und ebensolche Endflecke 
auf den Schulterdecken, den Kropf- und Brustfedern. Es scheint 
ein ganz aller Vogel. 
Ein anderes Exemplar (Collect. Kirchhoff) , hat den Oberkopf ebenso 
hell gefärbt, aber die hellgrauen Endflecke auf den Deckfedern 
fehlen. Das Ellquette enthielt folgende Notiz des Sammlers »18 
Februar 1861. Latid. 46° 54, Long 165° 58'. Iris schwarzbraun." 



NESTOn MERIDIONALIS. 89ä 

Ein drittes Exemplar (Colleclion Kirchhoff}, Type von N. hypopo- 
lius, Bp.), ist merklich kleiner, hat nur ein ganz schmales 
undeutliches Nackenband und die letzten 2 Schwingen des 
rechten Flügels braun mit feiner schwarzer Sprenkelung. 
Die schönste Reihe von N. meridionalis besitzt Oberamtmann 
Heine in seiner grossartigen Sammlung, nämlich 5 Stück, 
welche alle verschieden sind, sowohl in Färbung als Grösse. 
Ein Exemplar ist besonders auffallend durch den grünlichen Schein 
auf Rücken und Flügeln und die verwaschenen , purpurrothen 
Endsäume der oberen Deckfedern, 
Ein anderes Exemplar zeigt einen dunkel orangefarbenen Ohrfleck. 

Buller erwähnt schöne Varietäten dieses Papageis. Einer war 
prachtvoll scharlachroth mit Braun schattirt, ein anderer einfarbig 
gelb, ein dritter mit grünem Metallschimmer auf allen oberen Thei- 
len. Reine Albinos werden auch gefunden. Diese Varietäten unter- 
scheiden die Eingebornen als Kaka-kura , Kaka-kereru und Kaka- 
korako. (Buller, Essay on the Ornithology of New-Zeeland, 1861>. 
p. 11. — Finsch, J. f. Orn. 1867. p. 322). 

Dies ist die häufigste Art der Gattung ; man findet fast in jedem 
grösseren Museum Exemplare derselben. 

Indess soll der Vogel auf Neu-Seeland , dem er ausschliesslich an- 
gehört, auch anfangen selten zu werden und es ist daher nicht 
unwahrscheinlich, dass auch diese Art ausgerottet werden wird, ein 
Schicksal dem, wie es scheint, alle Glieder dieser sonderbaren Gruppe 
mehr oder weniger entgegen zu gehen scheinen. 

Ich hatte die Freude einen »Kaka", wie er von den Eingebornen 
Neu-Seelands genannt wird , lebend im Zoolog. Garten des Regents- 
Park zu bewundern. Er unterschied sich in seinem Betragen ziem- 
lich von allen übrigen Papageien , da er meist auf dem Boden des 
Käfigs sehr schnell , trabend umherlief. Dabei hielt er den Körper 
ziemlich aufrecht und besonders den Hals lang in die Höhe , so dass 
er in der Haltung an einen Falken erinnerte. Indess sah ich ihn 
auch geschickt, nach Art der übrigen Papageien, mit Hilfe des 
Schnabels an den Sprossen emporklettern. Eine Stimme bekam 
ich von ihm nicht zu hören. Der Zoolog. Garten zu Londen er- 



896 NESTOR ESSLIXGI. 

hielt 1867 abermals 2 lebende Exemplare (briefl. Mittheil, von 
Dr. Sclater). 

Forster gab uns zuerst einige kurze Notizen über das Freileben. 
Er schildert den Vogel als gesellig und geschwätzig. Seine Nahrung 
soll aus Früchten und Nüssen bestehen. In Coofc's o^er Reise er- 
Avähnt ihn Forster mit den Worten »grosse braune Papageien mit 
weissen oder grauen Köpfen" vom Charlotten-Sunde. Bei Epsom , 
Auckland, ist die Art noch gemein (Hutton, Ibis. 1867. p. 379). 

Neuerdings erhielten wir durch Dr. Haast weitere interessante 
Beiträge. 

Nach diesem Forscher ist der Kaka dem Waldgebiete der west- 
lichen Alpen eigen. Hier sieht man öfters kleine Gesellschaften 
die sich stets in den Wipfeln der höchsten Bäume aufhalten 
Durch ihr lärmendes Geschwätz machen sie sich leicht bemerklich 
besonders bei Annäherung einer ihnen fremden Erscheinung. Dabei 
sind sie keineswegs scheu und es ist leicht die Uebrigen zu schies 
sen, wenn man erst Einen erlegt hat, da sie auf das Geschrei 
ihres verwundeten Kameraden einer nach dem andern herbeieilen 
und so ein Opfer ihrer Anhänglichkeit werden. Gegen die Hunde 
wissen sich Angeschossene übrigens mit Krallen und Schnabel tapfer 
zu wehren. 

Die Brütezeit findet vom Ende Februar bis März statt. Nach 
Walter Buller erreicht der Kaka ein hohes Alter. Ein Exemplar 
im Besitz des Wanganui-Stammes war seit 20 Jahren gefangen ge- 
halten worden. Die Vögel scheinen also im Käfige gut auszudauern. 

(348.) 5. IVestor Esislingi , Souance, — Der Siumpfschwanzlori 
des Herzogs von Esslingen. 

Nestor Esslingii, Souance, Rev. et Mag. Z. (18o6) p. 225. — 
Nestor no v ae-Zel an di ae, Bp. (nach Less.), Rev. et Mag. 
Zool. 1854 (sine descr.). — id., Nestor esslingi, Naum. 
(1856) Heft IV. — Gould , B. of Austr. Suppl. pl. . — 
G. R. Gray, List Psitt. (1839) p. 100. — id., Ibis. (1862) 
p. 250. — Gould, Handb. B. of Austr. Append. sp. 15. 

Diagnosis : Grösse und allgemeine Färbung wie N. m er idion ali s, 



NESTOR ESSMNGI. 897 

aber die Brust aschgrau mit braunen Endsäumen, die unteren 
Backen roth und über die Bauchmitte ein breites gelblichweisses 
Querband. 

Magnitudine coloreque universo N. meridionalem aequans ; at 
plumis pectoris cinerei fusco-limbatis ; genis inferioribus rubris; 
fascia transversa abdominis medii lata , flavido-alba. 
Neuseeland (Type Ton Souance im Britisch-Museum), Düsler oli- 
venbraun ; Schwingen an der Aussenfahne , die Flügeldecken 
und Schulterfedern am Ende olivengrünlich verwaschen. Ober- 
kopf grau. Ohrgegend lebhaft gelb. Untere Backen roth, 
übrige Backen olivenbraun. Untere Flügeldecken dunkel zin- 
noberroth. Brust aschgrau, die Federn mit braunen Endsäu- 
men. Quer über den Bauch ein breites gelblichweisses Band. 
After, obere und untere Schwanzdecken, nebst Bürzel und ein 
Querband über den Oberrücken purpurrothbraun. Schwanzfe- 
dern olivenbraun. Schnabel horngrau. Füsse schwärzlich. 
Die beiden typischen Exemplare De Souance's aus der Collection 
Massena befinden sich jetzt im Britisch-Museum und dürften die 
einzigen bekannten sein. Leider konnte ich wegen der Aufstellung 
im hermetisch geschlossenen Glaskasten die Beschreibung nicht so 
ausführlich machen , als ich gewünscht hätte. Indess ist die rothe 
Zeichnung an der Innenfahne der Schwingen und Schwanzfedern 
(nach Souance) ganz so wie bei N. meridionalis. Dieser Art 
nähert sich N. Esslingi in der allgemeinen Färbung überhaupt am 
meisten, unterscheidet sich jedoch schon genügend durch die breite 
gelblichweisse Binde quer über den Unterleib, so dass über die Art- 
selbständigkeit gar keine Zweifel herrschen können. 

Stammt ebenfalls von Neu-Seeland her , obwohl kein Reisender von 
dem seltenen Vogel spricht. Aus einer Andeutung Dr. Haast's geht 
indess hervor, dass er wirklich noch existirt. Dieser Forscher sagt 
nämlich in seiner interessanten Abhandlung über den Kakapo (Ver- 
handl. der Zool. bot. Ges. zu Wien. 1863. p. 116) ȟber der Wald- 
region findet sich noch der schöne Nestor Esslingii, sich von 
den Samen der zahlreichen Alpensträucher und von den Wurzeln 
der Alpenkräuter nährend." 



898 NESTOR NOTABILIS. 

Dies dürfte die einzige Bemerkung sein , die wir über die Art be- 
silzen. Ausführlicheres wäre daher sehr zu wünschen. 

(349.) 4. Westor notabili§ , Gould. — Der olivengr^üne 
Stiimpfschivanzlori. 

Nestor notabilis, Gould, Proc. Z. S. (1856) p. 94. — id., B. 
of Austr. Suppl. — G. B. Gray, List Psitt. (1859) p. 100. — id., 
Ibis (1862) p. 230. — Gould, Handb. B. of Austr. Append. 
sp. 16. — Pelzeln, Verband]. Zool.bot. Gesell. (1867) p.518 (note). 

Kea , Maoris von Neu-Seeland. 

Diagnosis : Olivengrün , mit dunklen Federsäumen ; Bürzel und 
untere Flügeldecken düster roth; Schwingen l^ev Ordnung und 
ihre Deckfedern blaugrün. 

Olivaceo-viridis ; plumis obscurius limbatis ; uropygio et tectri- 
cibus alaruni inferioribus sordide rubris ; remigibus primoribus 
eorumque tectricibus cyaneo-viridibus. 

Neu-Seeland (Type von Gould im Britisch-Museum). (/. Olivengrün, 
etwas in's Bräunliche , jede Feder an der Spitze mit einem 
halbmondförmigen braunen Flecke und einem schmalen braunen 
Schaftstriche. Die Federn des Hinterrückens und die oberen 
Schwanzdecken am Ende schön scharlachroth verwaschen. Die 
Schwingen Itei' Ordnung und deren Deckfedern braun an der 
Basis der Aussenfahne grünlichblau gerandet. Schwanzfedern 
mattgrün , an der Innenfahne der seitlichen Federn braun und hier 
^/g von der Basis an mit orangegelben sägezahnförmigen Flecken. 
Der Schwanz oberseits vor dem Ende mit einem undeutlichen 
braunen Querbande, der äusserste Endsaum olivenbraun. Die 
Achsel- und unteren Flügeldeckfedern scharlachroth mit braunen 
Endspitzen , die grösseren unteren Flügeldecken braun und gelb 
gebändert und scharlachroth gesprenkelt. Die Basishälfte der 
Schwingen l<er und 2ter Ordnung an Innenfahne mit breiten 
sägezahnförmigen schön gelben Flecken, die auf der Oberseite 
kaum mehr bemerkbar sind. Oberschnabel dunkelhornbraun , 
der untere gelb , am Spitzentheile noch lebhafter. Füsse oli- 
venprrün. 



NESTOR NOTAÜILIS. 899 

Zwei schöne Exemplare konnte ich im Wiener Museum unter- 
suchen. Sie stammen von den südlichen Alpen her (3 — 5000' hoch), 
und wurden von Dr. Haast an Ritter von Frauenfeld geschenkt. 

Die grüne Färbung, die bläuliche Aussenfahne der Schwingen, 
die gelben nicht rothen Flecken auf der Unterseite der Schwung- 
und Schwanzfedern, sind äusserst characteristisch , für diese Art 
ausserdem auch der viel längere, dünnere, gestreckte Schnabel. 

Die erste Nachricht von einer zweiten Nestor- Art auf Neu-See- 
land erhielt Herr Mantell der bekannte Wiederauffinder des No- 
tornis Mantellii, als er sich bei den Eingebornen nach den 
Vögeln der Mittelinsel erkundigte. Sie sagten ihm von einem grü- 
nen Papagei, den sie Kea nannten und von dem Kaka (N. meri- 
dionalis) wohl zu unterscheiden wussten , den sie aber in der 
letzten Zeit nicht mehr bemerkt hatten. Etwa 8 Jahre später er- 
hielt Mantell durch die Güte des Herrn John Lemon 2 Exemplare 
dieses sonderbaren Vogels. Sie waren im Lande der Murihiku auf 
der Mittelinsel geschossen worden. 

Aus einer Andeutung die Dr. Haast macht geht hervor, dass die 
angeblich fast ausgestorbene Art, eben wie N. Esslingi noch exi- 
stirt. Er sagt nämlich (Verhandl. der Zool. bot. Gesell. 1863. 
p. 116) »in den westlichen Alpenwäldern über der Waldregion ist 
der Aufenthalt der schönen N. notabilis und Esslingi, die 
hier von den Samen der zahlreichen Alpensträucher und den Wurzeln 
der Alpenkräuter leben." In dem interessanten »Report on the 
headwaters of the River Rakaia (Christchurch, New-Zealand 1866)", 
den ich soeben durch die Güte dieses Gelehrten erhielt finden sich 
weitere und ganz bestimmte Nachrichten. Dr. Haast, in seiner 
anziehenden Schilderung jener Alpengebiete sagt nämlich (p. 55) 
»hier in der Nähe des ewigen Schnee ist der Sitz des Khea (N. no- 
tabilis), der seinen fremdklingenden Schrei von den hohen Felsen 
herab erschallen lässt. Dieser hübsche Vogel erhebt nur beim An- 
blick ihm fremdartig erscheinender Gestalten ein so heftiges Geschrei. 
Seine Stimme ist aber sonst mehr klagend , ähnlich den Miauen 
einer Katze oder Kindergeschrei. Durch das Vordringen des Menschen 
scheint dieser Vogel tiefer in die Gebirge verdrängt, denn 2 meiner 

57* 



900 .NESTOR NORFOLCENSIS. 

Gefährten , die den Browning-Pass und die Schneelinie auf beiden 
Seiten durchstreiften , fanden keine Spur voa ihm." 

Bonaparte führt in seiner tabellarischen Uebersicht der Papageien 
(Naumannia. 1836. Extraheft IV) Nestor notabilis aus der 
ornitholog. Sammlung des Herrn Major Kirchhoff auf Schäferhof an, 
allein irrlhümlich. Denn wie ich mich autoplisch überzeugte ist 
der von Bonaparte für N. notabilis gehaltene Vogel nur ein aus- 
sergewöhnlich grosses Exemplar von N. me ridion alis. Bonaparte 
scheint somit die Art überhaupt nicht gekannt zu haben. 

-j- (350.) 5. Nestor norfolcensis, Pelzein. — Der Stumpfscfwanz- 
lori von Norfolk-Insel. 

Nestor no rfolcensis, Pelzeln, Sitzber, d. K. K. Akad. d. Wiss. 
(1860) Band XLI. p. 322 (cum tab. capit.). — Long-billed 
Parrakeet, Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 171. 

Diagnosis : Aehnlich dem N. productus, aber Oberkopf und 
Nacken grün , Rücken und Flügeldecken olivengrün ; Flügel- 
decken mit schwarzen dreieckigen Endflecken ; Backen gelb ; 
Brust und Oberbauch einfarbig ockergelb. Schnabel auffallend 
lang und nach innen gekrümmt. 

N. producto similis ; at pileo et cervice viridibus ; dorso ac 
tectricibus alarum olivaceo-viridibus , horum maculis apicalibus 
nigris triangulis ; genis flavis ; pectore abdomineque superiore 
ochraceis, unicoloribus; roslro insigniter longo, introrsum curvato. 

(Nach von Pelzeln). Schnabel sehr kräftig; der Oberschnabel im 
Halbzircel herabgebogen , der Rücken gekielt , ebenso jederseits 
von Basis bis Spitze eine mit dem Rücken parallel laufende 
Carina. Die Spitze des Oberschnabels plötzlich in einem rech- 
ten Winkel ausgeschnitten, wodurch ein äusserster sehr dünner 
Spitzentheil gebildet wird. Unterschnabel länger als hoch, sanft 
gebogen in die Höhe laufend. Oberkopf, Nacken und ein 2" 
breites Halsband nebst Kehle blassgrün, auf dem Rücken und 
Flügeldecken in's Olivengrüne, die oberen Flügeldeckfedern an 
der Schaftspitze mit kleinem, etwas dreieckigen, schwarzen 
Flecke. Schwingen l*ei" Ordnung graulich, die äusseren grün, 



NESTOR NOUIOLCEVSIS. 001 

mit breitem , düster rolhvioletten Saume. Wangerr gelb. Kehl- 
federn verlängert blutroth ; Brust und Oberbauch ockergelb. 
Schenkel , Seiten , After und obere Schwanzdecken blutroth , 
einzelne Federn mit gelben Säumen und an Basis grau. 
Schwanz gerade, die mittelsten Federn etwas kürzer; gfrünlich- 
grau. Schnabelrücken grau, der Oberschnabel grünlich, am 
Spitzentheile und Basis so wie ünterschnabel röthlichgrau. Füsse 
grau. Nasenlöcher hervorstehend. 
Von Pelzeln fand eine genaue Abbildung dieses merkwürdigen 
Vogels in den hinterlassenen Papieren des österreichischen Beisen- 
den Ferdinand Bauer, der sich lange Zeit auf der Norfolk-Insel 
aufhielt. Nach der bekannten Genauigkeit dieses trefflichen Beisen- 
den zu urtheilen hatte er ohne Zweifel den Vogel selbst vor sich 
obschon seine Papiere leider keine weitere Notiz darüber geben. 
Nachdem ich Bauer's Zeichnungen selbst noch sehen konnte zweifle 
ich um so Aveniger, dass diese selbständige Art wirklich auf dieser 
Insel lebte, da ich auch in dem long-billed Parrot Latham's sehr 
deutlich unseren Vogel erkannte. Die Unterschiede, welche Latham 
zwischen letzterem und Wilson's-Parrakeet (N. productus) angiebt, 
beseitigen alle Bedenken, üeberdies beschreibt Latham den Vogel 
nach einem Exemplare in der Sammlung des Gouverneur Ilunter, 
welches unzweifelhaft von Norfolk-Insel herstammte. Wohin dieses 
kostbare Stück gelangt sein mag scheint unbekannt. Es wäre daher 
von höchstem Interesse genaue Erkundigungen anzustellen, vielleicht 
dass dieselben zur W^iederauffindung eines seit kurzem untergegan- 
genen höchst merkwürdigen Vogels führten; denn dass derselbe jetzt 
noch auf Norfolk-Insel vorhanden sein sollte ist kaum anzunehmen. 
Ich möchte daher die englischen Ornithologen ganz besonders darauf 
aufmerksam machen , und es würde mich freuen , wenn die Nachfor- 
schungen ein unerwartet glückliches Besultat lieferten. 

N. norfolcensis steht dem N. productus, Gould am nächsten, 
unterscheidet sich aber durch den grünen (nicht grauen) Oberkopf 
und Nacken , die olivengrüne Färbung des Bückens und Schullern , 
die schwarzen dreieckigen Endflecke auf den Oberflügeldecken, die 
rothe Kehle, die gelben Wangen und die einfarbig ockergelbe Brust. 



902 



NESTOIl SUPERßüS. 



Die Art lässt sich daher, ganz abgesehen von der höchst sonder- 
baren Schnabelbildung, mit keiner anderen bekannten vereinigen, 
und es ist jedenfalls gewagt von Gray, wenn er sie als $ mit zu 
N. productus zieht. 

f (551.) 6. Mestor superbus, Buller. 

Nestor superbus, Walther, Buller, Essay on the Ornithology of 
IVew-Zealand. Otago (1865) p. 11. — R. Taylor, Ann. et Mag. 
Nat. Hist. 5. Serie. XVIIf. p. 140. ~ Finsch, J. f. Orn. (1867) 
p. 344. ~ Fig. 0. 

Diagnosis: Latero inferiore, capitis lateribus , torque nuchae, tergo 
caudaeque tectricibus et superioribus et inferioribus puniceis ; 
pileo, pectore, humeris alarumque tectricibus superioribus flavis; 
alis albido-flavis ; cauda cinereo-flava. 

Oberkopf, Hinterhals, Brust, Schultern und obere Flügeldecken 
kanarienvogelgelb in verschiedenen Schattirungen und mit 
scharlachroth tingirt. Oberseite der Flügel weisslichgelb , die 
Schwingen Iter Ordnung ziehen in's blass Aschgraue, Ober- 
seite des zusammengelegten Schwanzes blass aschfarbengelb , an 
den Seiten hell kanariengelb mit scharlachrothern Scheine. 
Seiten, Unterleib, untere Schwanzdecken, Achseln, Un- 
terseite des Flügels , unterer Theil des Rückens und obere 
Schwanzdecken lebhaft scharlachroth , auf den unteren Theilen 
mit 'Kanariengelb gescheckt, sehr schmale Säume der oberen 
Schwanzdeckfedern ebenfalls canariengelb. Backen , Kehle , 
Ohrdecken und ein breites Nackenband blasser scharlachroth , 
auf den Ohrdecken und dem Nackenbande breit mit lebhaftem 
Gelb gemischt. Die unteren Flügeldecken sind mit abwech- 
selnd gelben und scharlachrothen Binden schön geziert. Die 
Schwingen l^er Ordnung auf der Unterseite aschfarben , auf der 
Innenfahne mit dreieckigen gelben und scharlachrothen Flecken. 
Unterseite des Schwanzes blass scharlachroth , auf der Innenfahne 
lebhafter scharlachroth , auf der Aussenfahne aschfarben , gegen 
die Spitze zu gelblich. Schnabel und Füsse dunkel blaugrau. 
Der Vermulhung Taylor'« , dass diese Art wahrscheinlich zu 



NESTOR SUPERBÜS. 



9o: 



«£ a 3 w 

s o o c« 

« S' Si- i^^ 

"l £, CT g 

S g « " 

=: -o £. § 



« a a B" - 



CD 



N 



n> 



m 






e 




5 






o. 


































B 










eo 1-1 h-" SO 


«a 


CD 


Ü3 




; o o ; 


^ 


^ 


^ 


fei 












*^ - - it» 


o 


-3 


rf^ 


C: 


i m ►— i 


^ 


^ 


^ 


aq 



" o ; 







CHif>.i5i>.iJi.l-'l;Oie'l;0 



a> a i^ 

plj D- M- 

2 3 SL 



fei 



00 eo »-a CO CO 00 



CO -a ~a -3 00 



,Oo: 

er !3- 

2 ce 



-JOOOx05000500-<IOicOO~3 



5^B & 



P 2 S s 



ffi 



M tä fei ^ 

o I S £■ 



<6 



Qs 



S-C^, 



=3 a 2! 1^ 

ta p sa S3 



5? 2^ 






K 3 C 



N 



r s 



=: B 



Ol 


?? 






p 


CT? 






Vi 


CD 






2. 


g 


a 


5 


p 


P 














r* 


3 






2. 
51 




c 





5 "O 



C O 3 

O »1 

2. >=? c 

3 C- 2 



c •— ■ 

'=^ S o 

ta ö" " 

•-S Ol 1-1 



1^ :5 
o 






3 



3 






CD 






td ^ 



c 

(TD 

c 
3 

3 
CR 



3 SU 
O 



3 S 

^ 5 



c 

3 

p- 
p- 



5' 



■^ 



CO « ;s^ 

I" ? 5 

C6 C fB 



&; 
m' 


S 




CD 


CO 

CC 


P- 




C! 


et 


B 


ö 


tr 




C 


re 


-d 




isr 


O 




tu 


3 


P- 


3 
3 


3 


C6 

3- 


rs 


C6 


o: 




3 


o 






i-j 


cc 


CD 




B 


3 


CD 




t» 


3 



ö 2. '^ 



ß % 

£: :? 

o n» o 

!==" r^ — 

CT) C/2 CB 

3 C5 



Ji. fB 



g S 



et)" 



3- ►— 



o 

C5 v^ 



a 3- 
pr CS 



3 
cro 



3 



►— p- 



CD ►— 
3 h.. 
cn 

p- 5 

5 CB 
^ 3 



P- 

o 



3- ^ 



P- 
cn 



"-* 
cr 
3 

3 
N 



p- 



O CS 

S" 3 

^ 3 

cti 2- 

3 ^ 



p- s;. 

o' g- 



>- 




n 


tr 


CQ 


ct 


CS 

er 

CB 


ns 

» 


tj 


o 




3- 



st tu ^ 



rit 3 



CD IS 

3" 3- 



CB , 

« c« 

CD CD 

. *^ CO 



ö n. 



3- 



3 



Jr: P 



fe CD 

CD -< 

3 P 



ANHANG. 
DUBIÖSE ARTEN. 



Eine unerlässliche Nothwendigkeit , welche mit einer monographi- 
schen Arbeit im engsten Zusammenhange steht ist ohne Zweifel die 
genaue und critische Durchsicht der Literatur. Bei dieser zeitrau- 
benden und dabei meist höchst unerquicklichen Arbeit stösst man , 
namentlich in den älteren ornithologischen Werken , auf eine 
Menge Beschreibungen , die sich trotz allen Bemühungen auf keine 
der jetzt bekannten Arten beziehen lassen und somit dubiös bleiben. 

Unterrichtet man sich über den Ursprung solcher Arten genau , 
so findet man meist, dass dieselben auf sehr unzuverlässigen Quellen 
beruhen und theilweis einer Zeit entsprossen sind in welcher die Or- 
nithologie noch in der Wiege lag. 

Die Quellen aus denen die ersten Autoren schöpften scheinen 
gröstentheils die Aussagen von Reisenden gewesen zu sein , die theils 
aus Unwissenheit, theils aus Sucht sich einen Namen zu erwerben 
die Erzeugnisse fremder Länder möglichst wunderbar darstellten. 

Der alte , treffliche Edwards spricht sich in dieser Beziehung im 
Anhange zum 2ten Theile seiner Vögel folgendermassen aus; »wir 
Averden von den Leuten , welche fremde Thiere und Vögel suchen , 
gar sehr betrogen , denn sie suchen die Seltenheit derselben immer 
grösser Torzustellen und geben öfters Tor , sie kämen aus sehr ent- 
fernten und unbekannten Ländern. Hierdurch werden aber nicht 
allein unwissende Leute, sondern auch die, so mehr Einsicht haben 
hintergangen. Viele afrikanische Vögel sind bei uns zu amerika- 
nischen gemacht worden, weil sie insgemein aus Weslindien zu uns 
kommen , wohin sie mit afrikanischen Schiffen , die den Negerhandel 



DUBIÖSE AKTEN. 90i5 

treiben gebracht, und von den Schiffscapitainen den Gouverneuren 
und Kolonisten verehrt werden, die solche dann nach England sen- 
den. Hierdurch aber wird zu dem Irrthum Gelegenheit gegeben , 
dass man dafür hält, viele Vögel kämen aus solchen Ländern wo 
sie niemalen gebrütet worden." 

Diese Unrichtigkeiten , welche aus solchen falschen Mittheilungen 
hervorgingen, konnten im Laufe der Zeit grösstentheils berichtigt 
werden , nicht aber diejenigen , welche speciell mit der Beschreibung 
Ton Vögeln in Verband stehen. Es ist nämlich Thatsache, dass in 
damaligen Zeiten künstliche Vögel ') nicht selten gewesen sein 
müssen , wozu die noch höchst unvollkommene Präparationsweise 
zunächst Anleitung gab. Zusammengesetzte und halbe Vögel , die 
in hermetisch geschlossenen Glaskästen bewahrt wurden, konnten 
nicht in der genauen Weise beschrieben werden , wie es jetzt mög- 
lich ist. Ausserdem lassen die meist zu kurzen und mit schwer 
verständlichen terminologischen Ausdrücken geschmückten Beschrei- 
bungen der älteren Autoren in vielen Fällen eine exacte Bestimmung 
der Art nicht zu. Durch das öftere Abschreiben und unrichtige 
Uebersetzen sind die Beschreibungen solcher Arten noch mehr ent- 
stellt und meist vollständig unkenntlich gemacht worden. So sehr 
nun auch derartiger Vögel , aus der heutigen Wissenschaft verbannt 
werden müssten , da sie nur ein Hemmschuh sind, dennoch haben 
sie sich bis in unsere Zeiten erhalten und einige werden noch jetzt 
in den Artenlisten beibehalten. 

Es war daher auch bei den Psittaci eine critische Durchsicht 
der Arten nothwendig. Man darf dabei aber nicht allzu scrupulös 
verfahren , sondern muss zuweilen etwas willkürlich handeln , sonst 
ist es ganz unmöglich diesen Ballast los zu werden. 

Ich habe daher mehr als 50 sogenannte Species der älteren Au- 
toren als Varietäten bei bekannten Arten untergebracht, jedoch stets 
nur in solchen Fällen , wo Gründe der Wahrscheinlichkeit vorliegen. 



1) Das Leidener Museum besitzt eine Menge solcher Kuriositäten, die meist noch 
aus Levaillanfs Zeiten herstammen. Viele derselben standen damals in hohen Ehren 
und wurden als besondere Seltenheiten beschrieben und abgebildet. Ich erinnere 
hierbei nur an den famosen Picus Boiei, Temm. (PI. col. 473)! 



906 



DUBIOSE ARTEN. 



Vorsichtshalber habe ich die alteren Citate unter Angabe der haupt- 
sächlichsten Verschiedenheit mit einem ? zusammengestellt. Den- 
noch bleiben 41 Beschreibungen Ton Papageien übrig, die sich m 
keiner VTeise mit anderen vereinigen lassen und daher einen beson- 
deren Appendix bilden. Eine wissenschaftliche Benennung solcher 
Arten habe ich umso lieber unterlassen , weil dies doch keinen 
Nutzen hat , da nach meiner Ueberzeugung die meisten der nach- 
stehend angeführten Papageien nicht mehr wiedergefunden werden 
dürften. Es wäre daher am besten sie dem Reich der Vergessen- 
heit zu übergeben , womit der Wissenschaft nur ein Dienst geleistet 
werden würde. 



LANGSCHWANZIGE ARTEN. 

1. Psittacus ater, Gmelin. 

2. " Leverianus; Gmelin. 

3. » incarnatus, Gmelin. 

4. // parvus, Bontius. 

5. » formosus, Scop. 

6. 11 japonicus, Linne. 
?. " bomeus, Linne. 

8. " pallidus, Shaw. 

9. n nigricollis, Latham, 

10. II verticalis, Latham. 

11. Kose-fronted Parrot, Latham. 

12. Crimson-crowned Panakeet, Latham. 

13. Chlorotic Parrot, Latham. 

14. Crimson and jellow Parrot, Latham. 

15. Jay-winged Lory, Latham. 

16. Red-hooded Parrakeet, Latham. 

17. Papuan Lory var. D. Latham. 

18. Psittacus buccalis, Bechstein. 

19. " cornutus, Bechst, (Anmerk.). 

20. " Chiripepe, Vieillot. 

21. Sittace flaviventris, Waglei*. 

22. Pyrrhura beryllina (Souance), Bonap. 

23. Euphema Souancaei, Bonaparte. 



KURZSCHWANZIGE ARTEN. 

24. Psittacus paraguanus, Gmelin. 

25. " guineensis, Gmelin. 

26. " mexicanus, Gmelin. 

27. " erythrochlorus, Gmelin. 

28. " gramineus, Gmelin. 

29. V coeruleocephalus , Linne. 

30. " unicolor, Shaw. 

31. " cervicalis, Latham. 

32. " dubius, Latham. 

33. Psittacula picta, Hartl. (ex Lath). 

34. Crimson-banded Parrot, Latham. 

35. Blue-faced Parrakeet, Latham. 

36. Blue-backed Parrot, Latham. 

37. Short-tailed Parrakeet, Latham. 

38. Psittacus gramineus, Brehm. 

39. Amazonen-Papagei, Sacc. 

40. Psittacus cyanolenus , Meyen. 

41. Psittacus Levaillantii, Rüpp. (nee Kühl). 



I. LANGSCHWANZIGE ARTEN. 



^=^}fe;s- 

1. Psittacus ater, Gmelin, S. N. (1788) p. 514. — L'Ara noir, 

BulTon, Hist. Ois. YII (1783) p. 126. Nach Ararauna ou 
Machao, De Laet, Descript. des Indes occid. (1650) p. 490. — 
Black Maccaw, Latham , Syn. I. p. SUOB. — id., Gen. Hist. II 
(1822) p. HO. — id., Ps. ater, Ind. Orn. p. 84. — Shaw, 
Gen. Zool. VIII. p. 399. — Bechstein , Kurze Ueb. p. 66. — 
Kühl, Consp. p. 94. 
Schwarz , stark grün glänzend , besonders in der Sonne. Schnabel 
und Augen röthlich. Füsse gelb. Grösse unbekannt. 
Die Existenz dieses schwarzen Papageis beruht lediglich auf den 
höchst zweifelhaften Nachrichten von De Laet, der behauptet ein 
solcher Vogel lebe im gebirgigen Inneren von Guiana komme aber 
niemals in die Nähe der Niederlassungen. Wie es scheint hat De 
Laet übrigens selbst den Vogel gar nicht gesehen , sondern nur vom 
ihm erzählen hören. 

Die Art ist daher zu streichen. 

2. Psittacus Leverianus, Gmelin, S. N. p. 522. N°. 67. — 

Crimson vented Parrot, Latham, Syn. I. p. 229. N°. 31. -- 
Ps. Leverianus, Bechst., Lath., Ueb. p. 72. — Ps. ery- 
thropygius, Lath., Ind. Orn. p. 94. — Vieillot, Nouv. Dict. 
XXV. p. 352. — id., Enc. Meth. p. 1390. ~ Kühl, Consp. 
p. 98. — Shaw, Gen. Zool. VIII. p. 443. — Crimson vented 
Parrot, Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 150. — VVagler, Mon. 
(av. dub.) p. 742. 
Blassgrün , Kopf und Hals gelb ; Bauch roth ; Schwanz und Ende 
der Schwingen blau. Schnabel schwarz. Gestalt gross. Schwanz 
keilförmig. 



908 DUBIÖSE ARTEN. 

Nach einem Exemplare im Leverian Museum von Lalham beschrie- 
ben, der China als Vaterland vermuthet , weil er den Vogel auch 
auf einer chinesischen Abbildung sah. 

Es ist nicht möglich die Verwandtschaft mit einer andere Art 
nur annähernd zu errathen und daher besser diese Species ganz zu 
cassiren. 

3. Psittacus incarnatus, Gml., S. N. (1788) p. 527. — Edw., 
Glean. vol. V (1758) pl. 230. — Seligm., Samml. ausl. Vög. 
VII (1770) pl. 24. — Psittaca indica, Brisson, Orn. IV. 
p. 341. — Little red-winged Parrakeet, Lath., Syn. I. p. 246. — 
id., Ps. incarnatus, Ind. Orn. p. 101. — Shaw, Zool. VIII. 
p. 456. — Bechstein , Kurze Ueb. p. 75. — Kühl, Consp. 
p. 39. — Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 735. — Vieill., Enc. 
Meth. p. 1387. — Bed-winged Parrakeet, Lath., Gen. Hist. II 
(1822) p. 171. — Lorius incarnatus, Steph., Gen. Zool. 
XIV. p. 152. — Palaeornis incarnatus, Wagler, Mon. 
p. 517. — G. B. Gray, List Psitt. (1859) p. 22. — La Per- 
ruche a gorge rouge, Levaill., Perr. t. 46 (fig, nach Edwards). 
Schön dunkelgrasgrün , ebenso der Schwanz von oben und unten , 
nur Brust, Bauch und die unteren Schwanzdecken etwas heller, 
mehr gelbgrün. Die Flügeldecken hellroth , jedoch die kleinsten 
längs Flügelrand und Unterarm ebenfalls grün. Kinnfleck 
scharlachroth. Schnabel, Wachshaut und der grosse nackte 
Augenkreis fleischfarbenweisslich ; Füsse und Krallen grau. 
Iris goldgelb. 
T. L. 7'/2". Fl. 2" 9'". Milt. Schwanzf. 4". Aeuss. Schwanzf. l'/^"- 
Firste 5'". (nach Edwards' Figur). 
Ich gab mir viele Mühe diesen characteristischen Papagei mit 
einem anderen zu identificiren , verglich ihn daher mit allen lang- 
schwänzigen Arten ganz genau, aber vergeblich: die rothen Flü- 
geldecken wollen mit keiner übereinstimmen. 

Dieser merkwürdige Vogel war 1755 lebend im Hause von Sir Hans 
Sloane , woselbst ihn Edwards 10 Jahre später nach dem Leben, 
in natürlicher Grösse mit bekannter Meisterschaft abbildete, lieber 



Dubiöse arten. 909 

die einstige Existenz dieses Vogels können daher keine Zweifel herr- 
schen , denn es ist hier nicht an ein ausgestopftes Kunstproduckt 
zu denken. Um so merkwürdiger muss es daher erscheinen, dass 
man einen ähnlichen nicht wieder auffand. Die Herkunft des Exem- 
plares war unbestimmt , angeblich Ost-Indien , was Wagler bewogen 
zu haben scheint einen Palaeornis daraus zu machen. 

Nach der Abbildung zu urtheilen ist es offenbar eine Brotoge- 
ris-Art, wenigstens es entspricht der ganze Habitus, namentlich 
auch der grosse nackte Augenkreis. Die Art würde sich, mit Aus- 
nahme des langen , keilförmigen Schwanzes , in Grösse und Form 
am meisten der Brotogerys tuipara anschliessen. Jedenfalls 
ist es ein amerikanischer Vogel und muss dringend weiteren Nach- 
forschungen empfohlen werden, denn es scheint nicht unmöglich, 
dass er noch einmal aufgefunden werden dürfte. 

Levaillant will mehrere Exemplare am Kap lebend gesehen ha- 
ben , welche angeblich von Java kamen , allein seinen Angaben ist 
nicht immer zu trauen und seine Abbildung (pl. 46) ohne Zweifei 
nur eine Kopie der Edwards'schen. 

4. Psittacus parvus, Bontius, Hist. nat. et med. Ind. Orient. 
(1769) p.63. — Psittacus parvus Bontii, Willugh., Orn. 
p. 81. — Psittaca javensis cristata coccinea, Brisson, 
Orn. IV (1760) p. 381. N". 80. — Crested red-Parrakeet , 
Latham, Syn. I. p. 233. N°. 25. — id.. Gen. Hist. II (1822) 
p. 141. — Perruche huppe, BufFon, Hist. Ois. VI. p. 160. — 
Ps. javanicus, Gmelin , S. N. p. 319. — Bechst., Kurze 
üebers. p. 71. — Ps. Bontii, Latham, Ind. Orn. p. 92. 
N°. 29. — Vieill., Enc. Meth. p. 1388. — (Charmosyna 
papuensis, nach Gray). 

Kopf, Hals, Bücken, Bürzel, obere und untere Schwanzdecken, 
Seiten , Schenkel und Bauch lebhaft roth. Kehle grau. Vor- 
derhals und Brust blass rosenfarben. Schultern und obere Flü- 
geldecken grün und wie die Flügelfedern mit rothen und 
gelben Federn gemengt. Die zwei mittelsten Schwanzfedern 
lebhaft roth, die übrigen seitlichen blass rosenfarben mit blauen 



910 DUBIÖSE ARTE^. 

Enden und einen grünem Tone , wenn sie ausgebreitet sind schei- 
nen sie in »tausend Farben." Schnabel grau, Füsse aschgrau. 
Die Federn des Oberkopfes zu einer Haube aufrichtbar. Die 2 
mittelsten Schwanzfedern sind sehr verlängert. Grösse einer 
Lerche. Schwanz 10" lancf. 
Bewohnt Java , besonders die mittleren Theile , und nistet in den 

höchsten Zvteigen; ist geschwätzig und lernt einzelne Worte sprechen. 

Oft sieht man grosse Flüge dieses Vogels , die ein lautes Geschrei 

machen. — Ohne Redenken zu streichen. 

5. Psittacus formosus, Scop., Annus. I. Hist. nat. (1769) p. 30. 
Der grüngelbe Papagei mit blauer Stirn und rothen Schultern. 

Statura Columbae domesticae. Pectus et abdomen strigis fuscis 
transversis variegata. Femora apice lutea. Rectrices duae coc- 
cineae totae. Frons caerulea. Nuca alarumque basis coccinea. 
Die Beschreibung dieses angeblichen Papageis in dem oben bezeich- 
neten Werke bleibt gänzlich unlösbar ; nur die Querzeichnung der 
Brust lässt auf einen Trichoglossus schliessen. 

6. Psittacus japonicus, Linne , S. N. (1767) p, 141. N°. 8. 

ex Psittacus ery thro chlor u s macrourus, Aldrov. Orn. 
p. 678. t. 681. — Psittaca japonensis, Brisson , Orn. 
IV. p. 562. N°. 71. — Japonese Parrot, Latham , Syn. I. 
p. 209. N^ 11. — id.. Gen. Hist. II (1822) p. 114. — Per- 
ruche verte et rouge , Buffon, Hist. Ois. VI. p. 159. — Psitt. 
japonicus, Gml., S. N. p. 3 IS. N°. 8. — Latham, Ind. 
Orn. p. 86. N°. 12. — Shaw, Zool. VIIL p. 417. ~ Bech- 
stein , Kurze Uebers. p. 67. — Kühl , Consp. p. 97. ■ — 
Vieill., Enc. Meth. p. 1394. — (Charmosyna papuensis 
nach Gray), 
Oberseite des Kopfes und des Halses, obere Flügeldecken, Rücken, 
Bürzel und die oberen Schwanzdecken grün ; Schulterfedern 
blau. An den Kopfseiten vor und hinter dem Auge jederseits 
ein blauer Fleck. Kehle röthlich rostfarben. Unterhals, Brust, 
Bauch , Seiten und Schenkel und die unteren Schwanzdecken 



DUBIÖSE ARTEN. 911 

rotli, jede Feder an der Spitze mit länglichen, schwarzen Li- 
nien markirt. Die 2 ersten Schwingen grün , die seitlichen 
roth mit schwarzem Schafte. Schnabel roth. Füsse schwarz. 
Die mittelste Schwanzfeder doppelt so lang als die äusseren. 
Da diese angebliche Art bei Aldrovandi ihren Ursprung hat, so ist 
es völlig unnütz sie auf irgend eine bekannte beziehen zu wollen , 
ebenso w^enn sie Wagler mit zu Trichoglossus papuensis stellt. 
Solche Arten müssen billiger Weise ignorirt werden. 

7. Psittacus borneus, Linne, S. N. (1767) p. 141. — Edwards, 
B. IV (1751) pl. 173. — Seligm., Samml. ausl. Vög. YI (1764) 
pl. 68. — Psittaca coccinea fortunarum insulae, 
Brisson, Orn. IV, p. 273 (descr. opt.). — Long-tailed scarlet 
Lory, Latham, Syn. I. p. 216. ~ id.. Gen. Hist. II (1822) 
p, 127. — id., Ps. borneus, Ind. p. 89. — Gmelin, S. N. 
p. 518. — Bechst., Lath., Ueb. p. 69. — Vieill., Enc. Meth. 
p. 1382. — Kühl, Consp. p. 40. — Voigt, Cuv., üebers. (1831) 
p. 755. — Eos rubra av. jun., Wagl., Mon. p, 558. — Eos 
ruber (part.) , G. B. Gray, List Psitt. (1859) p. 51. — Per- 
ruche ecarlate, Levaill., Perr. t. 44. 
Hellscharlachroth, auf der Unterseite heller in's Gelbliche. Flügel- 
bug, Endsaum der grössten oberen Deckfedern und der Schwin- 
gen 2ter Ordnung grün , wodurch 2 solche Querbinden über 
den Flügel entstehen. Aeussere 2 Schwanzfedern und das Ende 
der übrigen grün. Die letzten 5 Schwingen 2tei' Ordnung 
lilaweiss. Schnabel orange. Füsse grau. T. L. 8'/2"- Schw. k" , 
Diese Art beruht auf Edwards's Abbildung und Brisson's Beschrei- 
bung nach einem Exemplare, welches durch den Graf Bentinck von 
ßorneo in die Sammlung von Beaumur gelangte. Levaillant's Be- 
schreibung und Abbildung ist olFenbar nach diesen beiden gefertigt. 
Er will aber den Vogel im alten Cabinet Boers in Amsterdam und 
in 5 anderen Sammlungen gesehen haben , was sich jetzt allerdings 
schwer untersuchen lässt. 

Ein derartiger Vogel ist aber seither nicht mehr gesehen worden. 
Die Annahme Wagler's , ihn für die jungen Domiceila rubra zu 



912 DUBIÖSE ARTEN. 

halten , beruht lediglich auf Vermuthung, ja es hält selbst schwer 
ihn als Varietät zu dieser Art zu bringen , da der grüne Flügel- 
bucf und die 2 grünen Flügelbinden doch zu sehr abweichen. Dass 
es nicht der jüngere Vogel von Domiceila rubra sein kann ist 
ausgemacht, denn dieser ist dem alten fast ganz ähnlich nur düs- 
terer gefärbt. Daher jedenfalls nur Varietät einer anderen Art. Da 
diese Frage aber ohne das Originalexemplar nicht mehr zu lösen 
ist, so scheint es am gerathensten die Art aufzuheben. Edwards 
besass den Vogel übrigens nur ausgestopft. 

8. Psittacus pallidus, Shaw, Nat. Mise. pl. 258. — Latham , 

Syn. Suppl. II (1802) p. 84. — id., Pale Parrakeet, Latham, 
Gen. Bist. II. p. 145. — Vieill., Nouv. Dict. XXV. p. 374. — 
id , Enc. Meth. p. 1406. — Wagler (av. dub.) , p. 742. 
Blassgelb; Flügel blass rosenröthlich ; Deckfedern am Flügelrande 
blass grünlich. Schnabel und Füsse blass. Schwanz keilförmig. 
Neu-Holland. 
Shaw bildet diese angebliche Art in natürlicher Grösse ab. Sie 
ist sehr klein, kaum 5" lang, Flügel 3"; Schwanz ziemlich kurz, 
abgestuft. 

Jedenfalls gehört der Vogel zu einer Euphema-Art und ist in 
Folore von Albinismus entstanden. Aus der Liste der Arten muss 
pallidus daher gestrichen werden. 

9. Psittacus nigricollis, Lath., Syn. Suppl. II (1802) p. XXII. 

]S°, 8. — id., Black-nacked Parrakeet, Syn. Suppl. IL p. 90. 

]V". 17. _ Shaw, Gen. Zool. VIII. p. 445. — Latham, Gen. 

Bist. IL p. 158. — Kühl, Consp. p. 94. — Vieill., Nouv. Dict. 

XXV. p. 563. — id., Enc. Meth. p. 1597. — Wagler, Mon. 

(av, dub.) p. 745. 
Grösse von Palaeornis Alexandri (e upa t r i us, Linne) , aber 
mit kürzerem Schwänze; Schnabel schwarz; Hauptfärbung grün; Vor- 
derkopf und Augenkreis citronengelb; Kinn, Kehle und Brust schwarz, 
ebenso Schwanz und Flügel ; Zügel weiss , in einer weissen Linie 
an den Halsseiten sich herabziehend zwischen dem Grün und 



DUBIÖSE ARTEIV. 915 

Schwarz ; Unterseite düster grün ; kleine Flügeldecken und die 
Enden einiger anderen blau; Schwanz keilförmig, die Federn an 
Aussenfahne olivengrün verwaschen. 

Aus Brasilien. In der Sammlung von General Davies. 

Auch dies ist eine der zahlreichen von Latham beschriebenen, 
aber sonderbarer Weise nicht mehr wiedergefundenen Arten, Ein 
Papagei mit schwarzer Brust, Flügeln und Schwanz bleibt in der 
That völlig unklar. Ich zweifle daher auch nicht, dass hier ein 
Artefact vorgelegen hat und finde es zeitgemäss diese Art der Ver- 
gessenheit zu übergeben. 

10. Psittacus verticalis, Lath., Syn. Suppl. II (1802) p. XXII. 

N°. 9. — id., Red-topped Parrot, Syn. Suppl. II. p. 369. — 
id., Gen. Hist. II (1822) p. 182. — Kühl, Consp. p. 100. — 
Vieill., Nouv. Dict. XXV. p. 559. — id., Enc. Meth. p. 1394. — 
Wagl., Mon. (av. dub.) p. 741. 
Grün; Vorderkopf und Scheitelmitte roth ; Schwingen blau; Schwanz 
oberseits grünlichbraun, unterseits braun. Schnabel bläulich, 
Füsse braun. Schwanzfedern lang, zugespitzt. T. L. 18". 
Bei Port Jackson in Neu-Holland. 
Eine genaue Bestimmung dieser Art ist ganz unmöglich. Sie 
würde, wie schon Latham sehr richtig bemerkt, am besten als Va- 
rietät zu Platycercus Forsteri, mihi, zu bringen sein, wie- 
derspräche nicht die bedeutende Grösse von Vj^ Fuss zu sehr. Wo 
Latham den Vogel gesehen , wird leider nicht angegeben. Die Art 
kann daher ohne Bedenken eingezogen werden. 

11. Rose-fronted Parrot, Latham, Gen. Bist. II (1822) p. 186. 

Oberseits dunkelgrün , unterseits gelbgrün ; Bürzel und untere Flü- 
geldecken blaugrün. Schwingen schwärzlich, aussen grün ge- 
säumt. Stirn und um den Schnabel dunkel rosabräunlich. 
Wangen und Kinn grün. Schwanz keilförmig, die 2 mittelsten 
Federn schön blau , mit blasseren Enden , die übrigen grün , 
an der Innenfahne mehr oder weniger gelb. Schnabel blass 
fleischfarben; Füsse braun. Flügel lang; Schwanz keilförmig, 
die mittelste Feder fast 5" lang, die äussersie l'/i"- 

58 



914 DUBIÖSE ARTEN. 

Auch dieser Papagei, nach einem Exemplare in Lord Stanley's 
Sammlung ohne Angabe des Vaterlandes beschrieben , ist nicht 
mehr zu bestimmen, und bezieht sich wahrscheinlich nur auf 
einen jüngeren Vogel. 

12. Crimson-crowned Parrakeet , Latham , Gen. Hist. II (1822) 
p. 184. — ?Shaw's Zool. VIII. p. 419. 

Hauptfärbung grün; Aussenrand des Flügels, die Schwingen und 
Seiten blau ; Schwingen auf Innenfahne blassgelb ; Scheitel- 
mitte scharlachroth , jederseits bis unter das Auge sich herab- 
ziehend und hier in eine Spitze auslaufend. Schwanz keilförmig, 
grün, aussen blau. Schnabel blass; Füsse aschfarben. Länge 7". 
Nach einer Abbildung des Herrn Dent von Latham als Art auf- 
gestellt und gänzlich zu streichen. 

13. Chlorotic Parrot, Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 144. 
Kopf und obere Körperseite blass grünlichgelb; die Federn mit 

weissen Schäften. Kropf und Brust blassroth, nach dem Bauche 

zu lebhafter und deutlich roth ; die Bauchfedern am Ende gelb 

gesäumt, wodurch eine halbmondförmige Zeichnung entsteht. 

Bürzel mit Roth angeflogen. Schwanz grünlichgelb, am Ende 

scharlachroth verwaschen. Schnabel blass ; Füsse schwarz ; Iris 

braun. Schwanz keilförmig. Grösse von Platycercus ta- 

buensis. Länge 15" oder mehr. Bewohnt Neu-Süd-Wales. 

Latham beschrieb diesen Papagei nach einem lebenden Exemplare 

bei Madame King und vermuthet, dass er zum Sulphur Parrakeet 

Shaw's (Levaill. pl. 43) gehören werde, was ich indess bezweifle, 

da letzterer Varietät von Palaeornis torquatus ist. Der oben 

beschriebene Papagei gehört offenbar zur Gruppe Platycercus und 

ist eine Varietät, indess lässt sich nicht bestimmen von welcher 

Species. 

14. Crimson and yellow Parrot, Latham, Gen. Hist. II (1822) 
p. 143. 

Kopf, Nacken und untere Theile schön scharlachroth; Flügel weiss; 
Bauch gelb, die Federn roth gesäumt; Schwanz keilförmig, 



DUBIÖSE ARTEN, 910 

blassgelb. Schnabel tieforange, mit Schwarz gerandet, ünler- 
schnabel schwarz. Ein angebliches $ hatte den Kopf, Hals 
und die unteren Theile gelb, war aber im Uebrigen wie der 
vorhergehend beschriebene Vogel. Grösse von Platycercus 
tabuensis. Neu-Holland, 

Latham sah den Vogel in der Sammlung von Madame Bligh. 

Jedenfalls Varietät eines Platycercus und als Art ohne jede 
weitere Bedeutung. 

15. Jay-winged Lory , Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 130. 
Hauptfärbung carminroth ; Oberkopf so weit als die Scheitelmitle 

schwarz , der übrige Oberkopf schön purpurroth ; auf der Brust 
ein düstergelbes halbmondförmiges Schild. Schwingen schwärz- 
lich , einige derselben auf der Mitte der Innenfahne gelb. 
Schwanz carminroth , am Ende braun. Am Flügelbuge ab- 
wechselnd blau und schwarz, wie bei Garrulus glandarius. 
Schnabel gelb; Füsse dunkel. Grösse von Domicella coc- 
cinea. Schwanz stark abgerundet. 
Angeblich aus Van Diemensland und der Südspitze Australiens in 

der Sammlung von Harrison, wo ihn Latham beschrieb. 

Jedenfalls ein Artefact von einem rothen Lori, wahrscheinlich 

mit Federn vom Eichelhäher zuzammengestellt. 

16. Red-hooded Parrakeet , Shaw, Gen. Zool. VIII. p. 466. — La- 

tham, Gen. Hist. II (1822) p. 136. — Lori Perruche de la Mer 
Sud., Sonnini, edit. Buffon. 
Gelboliven; Kopf und Brust roth; Flügel und Schwanz blau, Schna- 
bel und Füsse grau. Länge von 7 — 8". 
Nach dieser kurzen Beschreibung, ohne jede weitere Angabe über 
Vaterland etc. unbestimmbar, wenigstens mit keiner bekannten Art 
nur im entferntesten zu vergleichen, daher für immer zu streichen. 

17. Papuan Lory var. D. Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 126. 
Karminroth; Oberkopf blau ; Mittelrücken in's Gelbe ziehend. Vor 

den Schenkeln gelb. Bürzel und Bauch blau. Obere und 

59* 



916 DUBIÖSE ARTEN. 

untere Schwanzdecken scharlachroth. Schwanz grün, am Ende 

2" breit gelblich. Schnabel roth ; Füsse schieferfarben , Länge 

9". Schwanz keilförmig. 

Dass dieser Vogel nicht als Varietät zu Trichoglossus papu- 

ensis gebracht werden kann, beweist obige Beschreibung genügend. 

Lalham giebt übrigens nicht die mindeste weitere Notiz und hat, 

wie zu vermuthen steht, von der Existenz eines derartigen Papageis 

Avohl nur erzählen hören. 

Die Art ist daher einfach zu streichen. 

18. Psittacus buccalis, ßechstein , Kurze Ueb. (1811) p. 85. 

pl. 10 (nach Levaill.). — La Perruche ä joue grise, Levaill., 

Perr. t. 67. — Psittacus buccalis, Kühl , Consp. p. 26. — 

Aratinga buccalis, Steph., Gen. Zool. XIV. p. 139. — 

Sittace muri na, juv. (nach Wagler). 

Grasgrün, unterseits heller; Deckfedern der Schwingen Itei" Ordnung 

dunkelblau ; Zügel und um die Basis des Unterschnabels grau 

verwaschen. Die letzten Schwingen 2ter Ordnung an Innenfahne 

schmal roth gesäumt, Schnabel stark weissgrau , ebenso die 

Füsse. Schwanz keilförmig , etwas kürzer als der Körper. 

Grösse einer Singdrossel ; ganze Länge c. 9 Zoll. 

Levaillant will von dieser Species 2 Exemplare gesehen haben , 

die aus Cayenne gekommen waren. Ein ähnlicher Papagei Avurde 

bis jetzt indess nirgends mehr gesehen und die Existenz der Species 

wird daher sehr Bedenken erregend. Für mich wenigstens in so 

hohem Grade, dass ich Ps. buccalis am liebsten ganz streichen 

möchte. Levaillant ist bekanntlich nicht immer zu trauen. 

Ganz und gar unrichtig ist es , wenn Wagler diesen Vogel als 
Jugendkleid zu Bolborrhynchus monachus bringt. Die rothen 
Säume an der Innenfahne der letzten Schwingen 2ter Ordnung lassen 
überhaupt keine Vereinigung mit irgend einem bekannten Papagei 
zu. Wäre dieser Character an der Abbildung nicht so deutlich 
hervorgeheben, so würde ich eher geneigt sein den Vogel mit zu 
B. rubrirostris, Burm., zu stellen. Die Beschreibung erwähnt 
diese rothen Säumen übrigens nicht. 



DUBIÖSE ARTEff. 917 

19. Psittacus cornutus, Bechstein , Kurze Uebers. (1812) 
p. 78. Anmerkung. 

Stirn und Einfassung der blauen Backen rotli ; Kopf gelb , roth und 
grün schattirt. Oberhals dunkelgrün, gelb gemischt. Band 
der Schultern und einige untere Deckfedern der Flügel blau , 
wodurch ein blauer Streif entsteht, die übrigen Deckfedern der 
Flügel erzbräunlich mit dunkelgrünen Bändern ; der Sleiss 
goldgrün. Die Kehle blau ; der übrige Unterleib gelb. Die 
vorderen Schwungfedern aschgrau, äusserlich dunkelblau schim- 
mernd. Der lange keilförmige Schwanz an der Wurzel asch- 
grau , äusserlich blau gerändert und gegen die Spitze weisslich 
auslaufend. Schnabel stark, mit einem kurzen Haken versehen, 
an der Wurzel dunkel, an der Spitze hell. 
Bechstein, der diesen Papagei öfters bei den Vogelhändlern gesehen 
haben will, ist geneigt ihn als jungen Vogel von Platycercus cor- 
nutus zu betrachten. Allein diese Annahme entbehrt jeder Be- 
gründung, da der Vogel gänzlich von PI. cornutus abweicht. 
Ueberhaupt lässt sich obige Beschreibung auf keinen bekannten Pa- 
pagei beziehen, dürfte aber wahrscheinlich einem Platycercus 
gelten. Selbstverständlich kann von einer specifischen Benennung 
nicht die Bede sein. Ich hielt es aber für Pflicht des merkwür- 
digen Vogels zu gedenken und ihn in die Beihe der dubiösen Arten 
mit aufzunehmen. 

20. Psittacus Chiripepe, Vieillot , Nouv. Dict. XXV (1823) 
p. 361. — id., Enc. Meth. p. 1596. — Chiripepe, Azar, Apunt. 
Bist. nat. Parag. (1803) p. 429. N°. 281. — id., Le Chiripepe, 
Voy. :Edit. Sonn. (1809) p. 65. — Chiripepe Parrakeet , Lath., 
Gen. Bist. II (1822) p. 191. — Sittace Chiripepe, Wagl.. 
Mon. p. 644. — Mirosittace Cheripepe, Bp., Bev. et 
Mag. Zool. (1854) p. 150. — id., Pyrrhura Chiripepe, 
Naumannia (1856) Heft IV. — Conurus chiripepe, G. B. 
Gray, List Psitt. (1859) p. 42. — Fig. 0. 

Grün; Kehle, Hals, Ohrgegend und Unterbauch carminbraun ; 
auf der Unterbrust ein rother Fleck, ein zweiter auf dem 



918 DUBIÖSE ARTEN. 

Bauche. Schwanz unterseits fast roth , oberseits ebenso , aber 
mit Gelb gemischt. An der Stirn eine chocolatbraune Binde. 
Aussenfahne der Schwingen blau. Schnabel und Füsse schwärz- 
lich. Augenkreis weisslich. T. L. 9%" Schw. i^j^"- Tarse 8'". 
Diese Art wäre am besten ganz zu streichen, da sie nur auf 
d'Azara's ungenügender Beschreibung beruht , und jedenfalls mit 
einer andern Species zusamenfallen wird. Es gelang mir indess nicht 
eine zu finden mit der man den Chiripepe ohne Bedenken ver- 
einigen könnte. Am besten würde noch Conurus Molinae, 
Souance passen, allein dieser hat eine quergewellte Brust, grüne 
Wangen und kein Roth auf der Brust. 

Da es bekanntlich, trotz den sorgfältigen Beobachtungen d'Azara's, 
noch mehr Arten dieses Forschers giebt , die man entweder nicht 
wieder auff'and oder noch nicht genügend zu lösen vermochte, so 
verweise ich auch den Chiripepe einstweilen unter die dubiösen 
Arten , bis eine Lösung der Frage gelingt. 

Azara sagt, dass der Chiripepe oder Aribaya, nach seinem 
Geschrei so genannt, in kleinen Truppen bis etwa zum 27° südl. 
Breite in Paraguay gefunden werde, und dass die Geschlechter nicht 
verschieden seien. Das § soll 5 weisse Eier in eine Baumhöhle 
legen. Der Vogel soll leicht sprechen lernen. 

21. Conurus flaviventris, (Wagl.). — Sittace flaviventris, 
Wagl., Mon. (1852) p. 658. — Maracana cabeza y encuentro 
roxos, Azar, Apunt. Hist. nat. Parag. (1805) p. 418. N°. 276. — 
id., Le Maracana ä tete et pli de l'aile rouges , voy. Edit. par 
Sonn. (1809) p. 59. — Psittacara flaviventris, Bp,, Rev. 
et Mag. Zool. (1854) p. 150. — Conurus flaviventris, 
G. R. Gray, List Psitt. Br. Mus. (1859) p. 52. — Fig. 0. 

Grün; Bauch gelb. Stirn und Vorderkopf, ein Fleck auf den 
Schultern, die kleinsten oberen Flügeldecken, Flügelbug und 
Flügelrand schön roth. Uebrige obere Flügeldecken sowie die 
unteren schwärzlichgrün. Schwingen oberseits halb grün, und 
halb violett, unterseits malachitgrün. Nackter Augenkreis blau- 
lichweiss. Füsse grau. Iris gelb, Grösse von C. pavua, Bodd. 



DUBIÖSE AKTEN. 919 

Ganze Länge von Schnabelspilze bis Schvvanzbasis 6" Tibia 
24'"(!!) nach Azara. 

Diese Art beruht wie die vorhergehende nur auf der Beschreibung 
Azara's , und wurde erst von Wagler, jedenfalls unnöthiger Weise, 
in die Wissenschaft eingeführt, da sie bisher nie wiedergefunden 
wurde und in keiner Sammlung vorhanden ist. Azara fand ein ein- 
ziges Exemplar dieser Art c. unterm 50° s. Breite in Brasilien, und 
glaubte spater noch einmal ein Pärchen gesehen zu haben. Das 
Exemplar welches zur Beschreibung diente, war an Flügeln und 
Schwanz gestuzt , hatte also offenbar längere Zeit in der Gefangen- 
schaft gelebt. Es liegt daher die Vermuthung nahe, dass wir es hier 
nur mit einem variirten C. pavua, Bodd. zu ihun haben, worauf 
schon S n n i n i hinweist. 

Ausser dem gelben Bauchflecke und den rothen Flecken auf Schul- 
tern und oberen Flügeldecken würde der Vogel übrigens mit C 
frontatus, Cabanis am meisten übereinstimmen und könnte also 
leicht als Varietät dieser Art gelten, wie mir wenigstens nicht 
zweifelhaft ist. 

22. Pyrrhura beryllina, (Souance) Bonap., Naumannia (1856) 

Beil. I. — Conurus beryllinus, G. R. Gray, List Psitt. 
(I8ä9) p. 40. 
In De Souance's Schriften fand ich diese angebliche Art , von 
welcher Bonaparte nur den Namen mit Beisetzung De Souance's als 
Autor publicirte , nirgends erwähnt , nicht einmal den Namen. 
Daher selbstverständlich zu streichen. 
Ein Gleiches muss geschehen mit: 

23. Euphema Souancaei, Bp,, Rev. et Mag. Zool. 1854. — 

id., Naumannia (1856) Beil. L — Euphema Souancei, 
G. R. Gray, List Psitt. (1859) p. 16. 
Von dieser Art publicirte Bonaparte nur den Namen, mit vor- 
•angesetztem ? veröffentlichte. 



IL KURZSCHWANZIGE ARTEN. 



24. Psittacus paraguanus, Gmelin , S. N. (1788) p. 536. — 
Paragua, Marcgr., (1648) Hist. Bras. p. 207. — Lorius bra- 
siliensis, Brisson , Orn. IV (1760) p. 229. — Paraguan Lory, 
Lath., Syn. I. p. 277. — id., Gen. Hist. II (1822) p. 232. — 
id., Ps. paraguanus, Ind. Orn, p. 117. — Bechst., Latham , 
Ueb. p. 94. — Kühl, Consp. p. 95. — Vieillot , Enc. Melh. 
p. 1366. — Liehst., Abh. Berl. Acad. (1816) p. 167. ~ Hahn, 
Orn. Atl. Pap. (1840) t. 72 (nach Wagler). — Psittacodis 
paragua, Wagl., Mon. p. 574. t. XXIII (fig. nach Marcgr.). — 
?Eclectus paragua, G.R.Gray, Gen. of B. II. p. 418. — 
?StaYorinius paraguanus, Bp,, Consp. av. (1850) p. 4 
(syn. emend.). — ?Eclectus paraguanus, G. R. Gray, 
List Psitt. (1859) p. 67 (syn. emend.). 
Glänzend schwarz; Mittelrücken, Brust, Bauch und Schenkel schön 
scharlachroth; an der Tibia einige gelbe Federn. Schnabel grau- 
schwärzlich, Füsse weissgrau; Augenkreis (nackter?) rolh. Iris 
graubraun. Grösse ungefähr wie von Eclectus grandis; 
Schwanz gerade. T. L. 12^1^". Fl. 6" 5'". Firste 9'". Tarsus 6'". 
Marcgrave beschrieb unter seinen Thieren Brasiliens vor mehr als 
200 Jahren diesen merkwürdigen Papagei, der jedenfalls, wie so 
viele Marcgravische Arten, längst vergessen sein würde, wäre er 
nicht von Wagler wieder an's Lichte gezogen worden. Letzterer ver- 
öffentlichte die unter Marcgrave's Papieren hinterlassene Abbildung und 
stellte den Paragua in das Genus Psittacodis, indem er nicht Ame- 
rika, sondern Neu-Guinea als Vaterland vermuthete. Zugleich be- 
jring Wagler den Irrthum die Art mit Lesson's Domiceila Sta- 
v o r i n i zu identificiren , in welcher synonymislischen Anordnung 
ihm alle späteren Schriftsteller folgten. Indess unterscheidet sich die 



DUBIÖSE ARTEJf. 921 

ebenfalls nicht mehr wiedergefundene D. Stavorini leicht durch 
den Mangel von Roth auf Ober- und Mittelrücken und scheint eine 
echte Domicella zu sein, am nächsten mit atra verwandt. Da- 
gegen würde der Paragua mehr in die Nähe von Dasyptilus 
Pesqueti gehören , da er kurzschwänzig ist, oder wie Latham 
annimmt zu Psittacus erithacus. 

Da die Existenz der Art nur auf der ursprünglichen Abbildung 
Marcgrave's beruht , so stelle ich sie unter die dubiösen , denn es 
ist fast zu bezweifeln, dass der Paragua überhaupt wiedergefun- 
den werden wird. Wer weiss ob nicht Marcgrave von der Art nur 
erzählen hörte. 

Dass die Benennung »Paragua" eine schlechte Ableitung von 
Paraguay sein sollte, lässt sich nicht wohl annehmen. Marcgrave 
erwähnt überhaupt nichts in Betreff" der Heimath. Der Umstand , 
dass man auf sehr alten Karten die grosse Insel Palawan (zwischen 
Borneo und den Philippinen) mit »Paragua" bezeichnet findet, 
lasst die Vermuthung zu der merkwürdige Vogel möge vielleicht 
hier zu Haus gehören. Diese Insel scheint übrigens zoologisch noch 
gänzlich unbekannt , dürfte aber ohne Zweifel auch Papageien be- 
herbergen. Pigafelta , der sie besuchte, schreibt »Palaon". 

25. Psittacus guineensis, Gmelin , S. N. p. 556. N°. 103 ex 
Miller, Illustr. t. XXIX. — Yellow breasted Parrot, Latham, 
Syn. I. p. 276. N°. 82. — id.. Gen. Hist. II. p. 251. — Ps. 
guineensis, Lath., Ind. Orn. p. 116. N°. 104. — Bechst., 
Lath., Ueb. p. 94. N°. 144. — Kühl, Consp. p. 97. — Ps. 
guianensis, Vieill., Enc. Meth. p. 1566. — id., Nouv. Dict. 
XXV. p. 512. — Wagler, 3Ion. p. 611. 

Kopf und Hals roth, von Kehle bis unter's Auge ein weisser Streif; 
Brust gelblich , Flügeldecken gelbgrün , Schwingen an den Spit- 
zen blau ; Abdomen , Bürzel und Unterseite des Schwanzes 
weissgrau, letzterer an der Spitze roth. Schnabel und Füsse 
roth. Grösse von Pionias menstruus. 
Soll von Guinea kommen. Eine Art die wie diese nur auf der 

Abbildung des längst vergessenen Miller beruht und von Niemanden 



922 DUBIÖSE ARTEJf. 

gesehen wurde, ist ohne Weiteres zu streichen. Wagler nimmt sie 
sonderbarer Weise in seiner Monographie mit auf und vermuthet , 
sie werde in Amerika zu Haus sein. 

26. Psittacus inexicanus, Gml., S. N. p. 352. — Psittacula 
inexicana cristata, Brisson, Orn. IV. p. 405. — Avis de 
Cocho , Psittaci species Mexicana vario colore, Seba , 
Thes. ?ol. I (1734) t. 59. fig. 2. — Crested Mexican Parrot , 
Lath., Syn. I. p. 322. — id., Gen. Hist. II (1822) p. 278. — 
id., Ps. mexicanus, Ind. Orn. p. 358. — Bechst., Latham, 
Ueb. p. 86. ■— Kühl, Consp. p. 97 (av. dub.). 

Hinterkopf, der ganzen Rücken, der Unterleib und Schwanz hoch 
scharlachroth ; die Federn um den Hals sind roth; Flügel grün, 
die Federn an den Rändern weiss gesäumt. Auf dem Vorder- 
kopfe steht eine lilafarbene Haube und um die Auge sind blaue 
Ringe; der krumme Schnabel ist schön gelb, ebenso die Federn 
über den Kropf; der Flügelbug hell lilablau ; die Schenkel hell- 
blau und die Füsse aschgrau. Hat Geschicklichkeit um sprechen 
zu lernen. (Genau nach Seba). 
Nachdem ich Seba's Beschreibung und Abbildung, welche letztere 
vielleicht einen Papagei vorstellen soll, genau nachgesehen habe, 
kann ich mit grosser Beruhigung diese Art aus der Liste der Papa- 
geien streichen. Es ist indess nicht unmöglich, dass sie sich auf 
einen ganz anderen Vogel bezieht. 

27. Psittacus ery throch lorus , Gmelin , S. N. p. 552. Nach 

Aldrov., Ps. ery throchlorus cristatus, av. I. p. 682. — 
Psittacula cristata, Brisson, Orn. IV. p. 404. — Crested 
red and green Parrot, Latham, Syn. I. p. 321. — id., Gen. 
Hist. II (1822) p. 277. — id., Ps. ery th r ochlorus , Ind. 
Orn. p. 134. — Bechst., Lath., Ueb. p. 86. 
Kopf, Kehle, Hals, Rücken, Bürzel, Schultern, Brust, Bauch, 
Schenkel, obere- und untere Schwanzdecken grün, Flügelfedern 
und obere Flügeldecken roth, ebenso der Schwanz und eine 
Haube auf dem Oberkopfe, die aus 3 grossen und 3 kleinen 



DUBIOSE AKTEN. 923 

Federn besteht und wie bei einem Kakatu auf- und niederge- 
legt werden kann. Schwanz kurz. Arnselgrösse. Vaterland 
unbekannt. 
Ich kenne keinen Vogel dem obige Beschreibung gelten könnte, 
denn nach Seba's Abbildung zu urtheiien , darf von einem Papagei 
gänzlich abgesehen werden. 

Auch dieser fabulöse Vogel verdient nie weitere Erwähnung. 

28. Psittacus gramineus, Gmelin (nee Brehm) , S. N. (1788) 
p. 358. — Grand Perroquet verd ä tete bleue, Buffon , Hist. 
Ois. VII (1783) p. 99. — PL enl. 862. — Amboina Parrot, 
Latham, Syn. I. p. 279. — id., Gen. Hist. II (1822) p. 254. ~ 
id., Ps. gramineus, Ind. Orn. p. 118. — ßechst., Latham, 
üeb. p. 9d. — - Kühl, Consp. p. 84. — Vieillot , Enc. Meth. 
p. 1366. — Voigt, Cuv., üebers. (1851) p. 743. — Psittaco- 
dis gramineus, Wagl., Mon. p. 576. — Eclectus gra- 
mineus, G. R. Gray, Gen. of B. II. p. 418. — Tanygna- 
thus gramineus, Bp., Rev. et Mag. Zool. (1854) p. 153. — 
G. R. Gray , List Psitt. Br. Mus. p. 68. sp. 5 (part.). 
»Dieser Papagei, welcher sich in Amboina findet, ist einer der 
grössten und wird 16" lang, obschon sein Schwanz ziemlich 
kurz ist. Stirn und Oberkopf sind blau , der Mantel grün , die 
grossen Schwingen blau überlaufen , die ganze Unterseite oli- 
vengrün. Schwanz grün, unterseits erdgelb." 
Ich wiederhole absichtlich die erste Beschreibung Buffon 's um zu 
zeigen, dass es unmöglich ist über diese Art in's Reine zu kommen, 
um so mehr da überdies die Abbildung bedeutend abweicht. Diese 
zeigt unter Anderem , einen sehr deutlichen schwarzen Zügelstreif 
und keineswegs die Schnabelform eines Eclectus. 

Ich habe vergebens versucht diesen Vogel mit einer anderen be- 
* kannten Art zu vereinigen. Da er übrigens in keiner Sammlung 
vorhanden ist und auch BulFon nicht einmal erwähnt , ob er ihn 
selbst vor sich hatte, so kann man ihn, trotzdem er noch in den 
neusten Verzeichnissen angeführt wird, mit völliger Gewissheit unter 
die unlösbaren Arten verweisen. 



924 DUBIÖSE ARTEN. 

Unrichtig ist es den Ps, gramineus, Gmelin mit dem des Brehm 
zu vereinigen. Letzterer beruht auf Levaillant's Abbildung pl. 121 
und soll, obwohl nicht minder zweifelhaft, jedenfalls eine amerika- 
nische Chry sotis-Art darstellen. 

29. Psittacus coeruleocephal us , Linne, S. N. (1767) p. 14ö. 
N". 28. ex Psittacus versicolor seu ery throcy anos , 
Aldrov., av. Tom. I. p. 675. — Ps. guianensis coeruleus, 
Brisson, Orn. (1760) p. 304. N°. 46. — Ps. viol accus, 
Barr., Orn. Class. III. Gen. II. sp. 10. — Ps. ery throcy a- 
nus, Jonst., av. p. 22. t. XV. — Red and blue Parrot, Lath., 
Syn. I. p. 277. N°. 84. — id.. Gen. Hist. II. p. 252. cum 
var. A (?). — Le Crik rouge et bleue, Buffbn , Hist. Ois. VI. 
p. 226. — Ps. coeruleocephalus, Gmelin , S. N. p. 536. — 
Latham, Ind. Orn. p. 117. N°. 106. — Bechst., Lath., Ueb. 
p. 94. N°. 146. — Vieill., Enc. Meth. p. 1373. 
Kopf, Kehle, Hals und Brust schön blau, auf der Scheitelmitte ein 
gelber Fleck. Rücken schön blau. Unterrücken , Bürzel und 
Seiten schön gelb. Bauch grün, ebenso die oberen- und unteren 
Schwanzdecken. Schenkel weisslichgelb. Schultern und obere 
Flügeldecken sind grün, gelb und rosenfarben gemengt. Schwiu' 
gen rosenfarben, ebenso der kurze Schwänze. Schnabel schwärz- 
lich. Füsse aschgrau. T. L. 9". 
Da Aldrovandi, auf dessen Autorität die Art beruht, nicht einmal 
anpiebt, ob er den Vogel selbst sehen konnte, so ist es noch gar 
nicht sicher , dass es wirklich ein Papagei war. Brisson setzte 
nur aus Vermuthung »Guiana" hinzu, sah aber die Art niemals , 
ebenso wenig wie einer der späteren Forscher. 

Ps. coeruleocephalus muss daher gestrichen werden. 

30. Psittacus unicolor, Shaw, Gen. Zool. (1811) VIII. 
p. 538. — Vieillot, Nouv. Dict. p. 358. — id., Enc. Meth. 
p. 1381. — Kühl, Consp. p. 39. — Bechst., Kurze Ueb. p. 95. 
pl. 15. - Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 744. — Unicolor 
Lory, Lath., Gen. Hist. II (1822) p. 227. — Lorius unico- 



DUBIÖSE ARTEN. 92U 

lor, Steph-, Gen. Zool. XIV. p. 132. — Psittacus unicolor, 
Wagler, Mon. p. 745. N^ 25 (av. dub.). — Eos unicolor, 
G. R. Gray, Gen. of B. App. p. 20. — id., List Psitt. (1859) 
p. 20. — Le Perroquet Lori unicolor, Levaill., Perr. t. 125. 
Einfarbig dunkel carminroth ; Schnabel ebenfalls roth. Nasenlöcher 
und Augenkreis befiedert; Schwanz kurz; Gestalt gedrungen. 
Von diesem Papagei will Levaillant 2 Exemplare in der Samm- 
lung Temminck's gesehen haben , was indess bezweifelt werden 
muss. Diese Sammlung ging bekanntlich in den Besitz des Leide- 
ner Museum über, und in diesem findet sich keines der beiden 
Exemplare mehr vor. Ziemlich wahrscheinlich ist daher an- 
zunehmen , das Levaillant wie öfterer nur aus Shaw geschöpft 
haben dürfte. 

Jedenfalls gehört Psittacus unicolor nicht zu den Loris, 
da er keinen zugerundeten, sondern geraden, ziemlich kurzen 
Schwanz zeigt und sich somit zunächst Eclectus Corneliae 
anschliesst. 

Uebrigens halte ich es für nicht ganz unwahrscheinlich, dass wir 
einst noch aus dgn Molucken oder dem Inneren Neu-Guineas einen 
einfarbig rothen , kurzschwänzigen Papagei kennen lernen. 

31, Psittacus cervicalis, Latham , Ind. Orn. (1790) p. 150. 
K°. 145. — id., Red-naped Parrot , Syn. Suppl. p. 66. — id., 
Gen. Hist. II. p. 264. — Ps. cervicalis, Rechst., Latham, 
Ueb. p. 84. — Vieillot, Nouv. Dict. p. 377. — id., Enc. Meth. 
p. 1408. — Kühl, Consp. p. 93. — Psittacus nuchalis, 
Shaw, Nat. Mise. p. 913. — Trichoglossus cervicalis, 
Bp., Proc. (1850) p. 27. — G. R. Gray, List Psitt. Brit. Mus. 
(1859) p. 62 (syn. ex part.). — Le Perroquet Langlois, Levaill., 
Perr. t. 136. — Psittacus Langloisi, Vieill., Nouv. Dict. 
XXV. p. 312. ~ id., Enc. Meth. p. 1366. — Ps. erythro- 
thorax. Rechst., Lath., üeb. p. 102. pl. 19 (nach Levaill.). 

Griin ; Stirn, Nackenhalsband, ganze Kropf und Brust schön car- 
minroth. Schnabel und Füsse fleischbräunlich. T. L. 8". Fl. 
4" 10'". Schw. 2" 6'" (nach Levaillant's Figur). 



926 DUBIÖSE ARTEN. 

Latham beschriebt den Vogel zuerst, leider sehr oberflächlich, 
nach einem Exemplare der Collection von Davies. Auf diese Be- 
schreibung scheint Shaw seinen Psitt. nuchalis begründet zu 
haben. Levaillant, dem nicht immer zu vertrauen ist, will den 
Vogel übrigens in der alten Sammlung von Holthuysen in Amster- 
dam gesehen haben, hat aber offenbar nur die Shaw'sche Figur 
benutzt. Levaillant's Abbildung zeigt eine kurzschwänzige Art, die 
wie er vermuthet zu den amerikanischen Caicas gehört. Es ist 
daher offenbar unrichtig wenn Wagler und Gray den Vogel mit 
Bechstein's Psittacus lunatus vereinigen, der wohl nichts als 
eine Varietät von Conurus frontatus, Gab. sein dürfte. 

Ich halte Ps. cervicalis für ein Artefact , denn es erregt wirk- 
lich zu sehr Verdacht, dass man eine so auffallend gefärbte Art 
nicht mehr aufgefunden haben sollte. 

32. Psittacus dubius, Latham , Ind. Orn. p. 97. — id., Dubious 

Parrot, Syn. Suppl. p. 62. — Shaw, Gen. Zool. VIIL p. 465. — 

Latham, Gen. Hist. II (1822) p. lo8. — Bechst., Kurze Ueb. 

p. 94. — Kühl, Consp. p. 101. — Vieill., Nouv. Biet. XXV. 

p. 374. — id., Enc. Meth. p. 1405. — Wagl., Mon. (av. dub.) 

p. 744. N°. 21. 

Grün ; Nacken rostbraun ; Schwingen und Eckflügel an Aussenfahne 

blau ; Schwanzfedern gelbgrün , die 4 mittelsten mit blauer 

Spitze, die seitlichen braun gespitzt. Schnabel und Füsse grau. 

Schwanz kurz , aber keilförmig. Ein nackter Augenkreis. T. L. 9". 

Latham beschrieb diesen Papagei nach einem Exemplare im Britisch- 

Museum ; die Heimath desselben war nicht bekannt. Gegenwärtig 

ist er in der genannten Sammlung nicht mehr vorhanden. Gray 

führt nicht einmal den Namen unter den Synonymen mit auf. Da 

sich die Beschreibung auf keine bekannte Art nur mit entfernter 

Gewissheit deuten lässt , so kann der Psittacus dubius füglich 

aus der Liste gestrichen werden. 

33. Psittacula picta, Hartl. — Agapornis picta, Hartl., 
(ex Lath.) Syst. W.-Afr. (I8S7) p. 169. — > Leona Parrakeet , 



DUBIÖSE ARTEX. 927 

Lalham, Gen. Hist. of-B, II (1822) p. 263. — Polio psitta 
picta, Bonap,, Naum. 1856. — Psittacula picta, G. R. 
Gray, List Psitt. (1839) p. 90. 
Lebhaft grün ; Oberkopf und Nacken blass grünlichblau ; Kopfseiten , 
Kinn und Kehle rein weissgrau. Rund um den Hals über der 
Brust ein blassorangegelbes Band, oberseits am hinteren Theile 
des Halses mit einem unregelmässigen schwarzen Streif begrenzt. 
Rückenmitte blassblau, Hinterrücken und obere Schwanzdecken 
blau. Schwanz abgerundet, die 2 mittelsten Federn grün, die 
seitlichen carminroth, vor der Spitze mit schwarzer Querbinde, 
am Ende schmal grün. Basis des Oberschnabels schwarz, der 
untere blass; Füsse braun. Länge 5". 
Von Latham nach einem Exemplare der Collection Brogden an- 
geblich von Sierra Leone beschrieben , seither aber verschollen , und 
erst durch Dr. Hartlaub wieder in Erinnerung gebracht. 

Die grosse Äehnlichkeit mit Kuhl's dubiöser Psittacula Swi n de- 
ren i ist auffallend. Ich würde keinen Anstand genommen haben 
beide Arten zu vereinigen, wäre nicht picta durch »grünlichblau 
verwaschenen Oberkopf und Nacken und weissgraue Kopfseiten , Kinn 
und Kehle, sowie den hellen Unterschnabel"" zu sehr abweichend. 

Nach der Schwanzfärbung zu urtheilen scheint P s. picta je- 
denfalls afrikanischen Ursprungs zu sein. Der Umstand , dass ein 
solcher Vogel seit Latham nicht mehr wiedergefunden wurde , lässt 
es gerathener erscheinen ihn bis auf Weiteres unter die dubiösen 
Arten zu stellen. 

Ueberhaupt dürfte nur ein Ärtefact zu Grunde liegen und es ist 
zu bezweifeln , dass ein derartiger Papagei jemals wiedergefunden 
werden wird. 

34. Crimson-bandet Parrot, Latham, Gen. Hist. II (1822) p 2o4. 

Olivengrün oder gelbgrün ; Vorderkopf carminroth, welche Farbe sich 
an jeder Seite bis unter's Auge , dieses umsäumend , herabzieht. 
Unter dem Ohre ein carminrother Fleck. Rand des Flügels 
nach innen carminroth, nach aussen ebenso, aber breiter und 
ein Drittel der Breite des Flügels einnehmend. Schwingen ab- 



928 DUBIÖSE ARTEN. 

gerundet, olivengrün. Ueber dem Knie carmin gemischt. 
Schnabel blassroth ; Füsse bräunlichfleischfarben. Länge 8". 
Nach einer Zeichnung Woodford's beschrieben. Als Species ganz 
und gar dubiös und daher zu streichen. 

35. Blue-faced Parrakeet, Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 271. 
Grün ; Gesicht mit Einschluss der Augengegend und des Kinns 

blassblau. Kropf carminroth. Grösste Schwingen blassblau, 
Schwingen 2t6r Ordnung ebenso , aber mehr als die Basis- 
hälfte carminroth , wodurch ein rolher Fleck auf den Flü- 
geln entsteht. Schwanz grün , am Ende mehr als ein Drittel 
gelb. Schnabel und Füsse blassroth. Schwanz ein klein wenig 
abgerundet. Länge 5". Ein anderes Stück ähnelt dem vorher- 
gehenden , aber das ganze Gesicht und der Kopf sind blau , 
ebenso ein Fleck jederseits unter dem Auge; das Gelb des 
Schwanzendes weniger ausgedehnt. Ein drittes Stück hatte die 
Stirn carminroth ; Nacken und Hinterhals blassblau ; Fleck 
unterm Auge roth; Schwanz einfarbig grün , ohne Gelb am Ende. 
Latham kannte nur die Abbildungen dieser Vögel bei Woodford, 
ohne jede weitere Notiz. 

Obwohl diese 5 Beschreibungen unzweifelhaft ganz verschiedene 
Vögel angehen, so sind weitere Nachforschungen doch völlig nutz- 
los , da eine genaue Bestimmung nicht möglich ist. 

36. Blue backed Parrot, Latham, Gen. Hist. II. p. 272. 

Grün; grösste Flügeldecken tiefblau, wodurch ein schiefer Fleck auf 
dem Flügel entsteht. Untere Hälfte des Rückens, mehr als 
einen Zoll breit , tiefblau ; einige der mittelsten Federn orange- 
gelb gesäumt. Federn auf Bürzel schwärzlich ; mit grünen 
Säumen ; obere Schwanzdecken orange. Schnabel blass ; Füsse 
schwärzlich. Länge 5". 
Angeblich aus Brasilien, woher ihn General Davies durch den Gou- 
verneur King erhielt. Latham hält den Vogel am nächsten mit Psit- 
tacula passerina verwandt, allein die viel bedeutendere Grösse 
und die orangefarbenen oberen Schwanzdecken wiedersprechen zu sehr. 



DUBIÖSE ARTEi\. 929 

Ich sehe mich daher genöthigt eine dubiöse Art mehr aufzu- 
nehmen, obwohl ich die Existenz eines derartigen Papageis voll- 
ständig bezweifle, 

37. Short-tailed Parrakeet, Latham, Gen. Hist. II (1822) p. 274. 
Schön hellgrasgrün , auf den Flügeldecken etwas in's Braune ziehend. 

Bürzel dü>>ter carminroth ; Schwanz an Basishäifte blau , an 
Endhälfte weiss. Schnabel schmutzig braun ; Füsse blass- 
braun. Länge 4" ; Schwanz kaum '/j" lang. Schnabal ^f^' 
lang, der obere mehr gestreckt und an der Spitze mehr ver- 
längert als sonst bei Papageien, 
Auch diese Art hat eine Abbildung Woodford's zur alleinigen 
Quelle und lässt sich schon wegen der Färbung und Bildung des 
Schwanzes mit keiner anderen vereinigen. Wahrscheinlich liegt hier 
ein Artefact vor. 

38. Psittacus gramineus, C. L. Brehm , Mon. d. Pap. (1854) 

t. 63. — Le Perroquet ä calotte bleue, Levaill., Perr. t. 121. — 
Tanygnathus gramineus, G. R. Gray, List Psitt. (1839) 
p. 68 (part.). ^ 

Ober- und Hinterkopf und Zügel himmelblau ; eine schmale Linie 
über die Zügel schwarz; Oberseite grün; Schwingen an Aussen- 
fahne blau ; Kopfseiten und alle unteren Theile olivengelb. 
Schnabel braun. Schwanz gerade. Flügel 7" 4'". Schw. 3" 4'". 
Firste 15'". 
Levaillant will von diesem merkwürdigen Papagei , der von Am- 
boina herstammen soll, 3 Exemplare untersucht haben. 

Nach der Abbildung zu urtheilen ist der Vogel eine amerikanische 
Chry sotis-Art und darf mit dem fraglichen Ps. gramineus, 
Gml., keineswegs verwechselt werden. Letzterer beruht bekanntlich 
auf Buffon's unzureichender Beschreibung und der Abbildung PI. 
enl. 862, und stellt einen Vogel mit rothem Schnabel, grüner Un- 
terseite und etwas zugerundetem Schwänze dar, welcher mit dem 
Levaillant'schen nichts gemein hat. 

Ob der letztere nun wirklich nur nach Buffon's Abbildung com- 

59 



930 DUBIÖSE ARTEN, 

ponirt wurde, was ziemlich wahrscheinlich ist, bleibt dahin gestellt. 
Jedenfalls wird es gut sein eine so wenig erwiesene Art, die bisher 
nie wiedergesehen wurde, unter die dubiösen zu placiren. 

39. Neuer Amazonen-Papagei, Sacc in Weinland's Zoolog. Gar- 
ten (1864) p. 21. 

Von der Grösse eines Huhns. Ganz grün , oben dunkler , unten 
gelber; Schultern rolh , aber da die rothen Federn an der 
Innern Seite des Flügels stehen sieht man sie nur bei gelüfte- 
tem Flügel. Schwanzfedern an der Basis dunkelgrün , mit 
einem grossen rothen Flecke in der Mitte, am Ende gelbgrün. 
Schnabel an Basis weiss, an Spitze schwarz. 
Ich kenne keinen Papagei auf welchen obige Beschreibung zu be- 
ziehen wäre. Da ihn Dr. Sacc als Amazonen-Papagei, also zum Ge- 
nus Chrysotis gehörig, aufführt, könnte man sich versucht fühlen 
ihn für neu zu halten, besonders da er sich wegen dem Mangel 
eines rothen Flügelspiegels nur mit Chrys. xanthops vergleichen 
lässt, von dem er aber durch Grösse und den einfarbig grünen 
Kopf verschieden zu sein scheint. Nach der etwas kurzen Beschrei- 
bung dürfte es aber rathsam sein den Vogel vorläufig noch nicht 
als neue Species einzuführen. Sollte sich die Existenz eines der- 
artigen Papageis mit der Zeit bewahrheiten , so würde ich die speci- 
fische Benennung Chrysotis Chloris vorschlagen. 

40. Psittacus cyanolenus, Meyen , Verhandl. der Leop. Carl. 

Acad. Suppl. I zum Ißte Bande (1834) p. 95. 

Die Notiz über diesen Vogel lautet: »in China sahen wir 
häufig den Psittacus cyanolenus, welcher sich von Ps. gar- 
rulus nur dadurch unterscheidet, dass er blaue Flügel hat, während 
sie bei Ps. garrulus schön grün gefärbt sind. Wir glauben, dass 
diese beiden Vögel nur Abänderungen sind." 

Jedenfalls liegt hier eine Verwechselung mit einer anderen Art , 
vielleicht mit Platycercus hypophonius zu Grunde, denn 
ein Lori, der sich von garrulus durch blaue Flügel unter- 
scheidet, dürfte wohl mehr als blosse Abänderung sein. Uebrigens 



DUBIOSE ARTEN. 951 

wurde ein derartiger Vogel niemals mehr beobachtet. Die Art 
bleibt daher gänzlich dubiös. Dass Meyen den Vogel in China nur 
gezähmt gesehen haben kann, bedarf keiner weiteren Erklärung. 

41. Psit tacus Levaillantii, (Kühl??) Rüpp. (nee Kühl), Reise 
in Abyssinien (1838) vol. I. p. 399. — id., Ps. Levaillantii, 
(Kühl??) Neue W^irbelth. p. 63. — id., Pionus Vaillantii? 
Kühl, Syst. Ueb. p. 94. 

»Namentlich erwähne ich aber als von uns hier wahrgenommen 
einen Schwärm weisser Papageien mit rothen Flügeln , die wir sonst 
in keiner Gegend Abyssiniens wiederfanden und deren Aufenthalt in 
einer so hohen Gebirgsregion merkwürdig ist. Diese Thiere (wahr- 
scheinlich der von Kühl beschriebene Psittacus Levaillantii) 
schienen unsere feindlichen Absichten zu errathen und ermüdeten, 
indem sie bald auf das eine , bald auf das andere Ufer des nur 
einzelne von einander weitentfernte Furthen habenden Stromes flogen , 
die Geduld meiner sie vergebens verfolgenden Jäger." 

Diese Beobachtung wurde am 29 Juni gemacht, auf dem Marsche 
von dem Flecken Donkoski über den Selkiberg (12000' hoch) nach 
Simen, 

Ein weisser Papagei mit rothen Flügeln würde für Afrika, wie 
überhaupt , unbedingt neu sein , denn an eine Gleichartigkeit mit 
Ps. Levaillantii, Kühl (robustus, Gmelin) ist nicht zu denken. 
Da bis jetzt keinen weitere Nachrichten über den höchst sonder- 
baren Papagei vorliegen, so würde es voreilig sein eine specifische 
Benennung, die Dr. Rüppel selbst nicht wagte, vorzuschlagen. Hof- 
rath von Heuglin erfuhr auf seinen Reisen nichts von einem derar- 
tigen Papagei. 



? Auf welchen Papagei mag sich Psittacus Chlor is beziehen, 
den Lichtenstein in einem Preisverzeichnisse von Thieren, (Isis 1818. 
p. 1 1 ) aufführt ? Diese Frage wird wohl ungelöst bleiben ! 



Zum Schluss muss ich hier noch einiger Papageien gedenken , die 
in verschiedenen Reisewerken erwähnt werden, aber in so unbe- 

59* 



952 DUBIÖSE ARTEN. 

stimmter und kurzer Weise, dass eine Auflösung der Arten nicht 
möglich ist. Ich nehme die betreffenden Stellen auch nur desshalb 
mit auf, um die Aufmerksamkeit späterer Reisender anzuregen. Da 
hier theilweis von Gegenden die Rede ist wo noch nicht gesammelt 
wurde, so wäre es immerhin nicht ganz unmöglich, dass sich viel- 
leicht die eine oder andere Notiz auf eine wirklich neue Art bezöge. 
Nach den Welttheilen geordnet lasse ich die bewussten Stellen in 
nachstehender Reihe folgen. 

AFRIKA. 

Hyacinth Hecquard , (Reise an die Küste und in das Innere von 
West-Afrika, Leipzig. 1854. p. 242) erwähnt unter den Thieren 
des Königreichs Futa Dialom südlich von der Gambia unterm 
10 — 12° nördl. Breite »einige kleine Papageien und eine Gat- 
tung grosser grüner Papageien mit rothem Kopfe." 

Ladislaus Magyar, (Reisen in Süd-Afrika vol. I 1859) führt unter 
den Thieren des Landes Kisandschi 20 Meilen im Inneren 
östlich von ßenguela : » mehrere mit glänzendem Gefieder ge- 
schmückte Papageien" an. 

Lalham, General History II (1822) p. 278 entnimmt Capt. Lyons, 
(Travels into Northern-Afrika p. 157) eine Notiz, die von einem 
Papagei handelt, welchen die Händler aus dem Sudahn zuwei- 
len mitbringen und der von Nooffy (?) herstammen soll. Obwohl 
der Vogel unbeschrieben blieb , führt ihn Latham doch als 
»Nooffy-Parrakeet" an. 
Livingslone (Missionsreisen und Forschungen in Süd-Afrika , Leipzig 
1858. Band I. p. 279) erwähnt »einen grünen Papagei mit 
gelbem Nacken" den er während der Reise auf dem Leeambye 
(unterm 15° s. Br.) antraf, in einer Gegend wo noch niemals 
gesammelt wurde. 
Mit gütiger Erlaubniss des Herrn von Heuglin entnehme ich sei- 
nem Tagebuche noch folgende Stellen die auf Papageien Bezug 
haben. Nach den Aussagen der Eingebornen lebt im Lande der 
Kitsch-Neger ein mittelgrosser Papagei: »grün, mit grosser Haube" 



DUBIÖSE ARTEN. 935 

und am Bahr el abiad ein mittelgrosser Palaeornis (?) : »grün, 
Bauch orangefarben , Schnabel schwarz." Letztere Notiz hat wahr- 
scheinlich auf Pionias senegalus Bezug. 

ASIEN. 

Marco Polo (Original-Ausgabe, cap. 174. — Reisen im Orient 

1272—95 von Felix Peregrin , Leipzig 1802. p. 224) erwähnt 

aus dem Königreiche Coilum (an der Malabarküste) Papageien 

mit weissen Füssen und rothen Schnäbeln. 

Zu welcher Art dieselben gehören ist freilich unauflösbar. Ich 

führe diese Stelle auch nur desshalb an um zu zeigen, dass der 

grosse Reisende der alten Zeit auf Papageien aufmerksam wurde. 

PAPÜLÄNDER UND POLYNESIEN. 

Kotzebue, (Neue Reise um die Welt 1823—26. Weimar 1830. 

vol. I. p. 154) spricht von einer Papageienart die die Einge- 

bornen auf Olajava, einer Insel der Navigator-Gruppe in grosser 

Anzahl zum Tausch anboten und beschreibt dieselbe wie folgt : 

»von der Grösse eines Sperlings, mit dem lebhaftesten Roth und 

Grün gezeichnet, und mit ganz rothem den Körper an Länge 

wohl viermal übertreffendem Schweife." 

Das Olajava der alten Seefahrer ist das heutige Samoa , die zweit- 

grösste Insel der Navigator-Gruppe , wo bisher nur D o m i c e 1 1 a 

fringillacea beobachtet wurde. Sollte der merkwürdige Papagei, 

dessen Existenz zu Kotzebue's Anwesenheit nicht im enferntesten zu 

bezweifeln ist , wirklich schon gänzlich vertilgt worden sein ? Dr. 

Hartlaub erwähnt ihn als Charmosyna samoensis (Hartl. und 

Finsch, Ornith. Centr. Polyn. Einleit. p. XXI). 

G. R. Gray (Ibis. 1862. p. 231) erwähnt eine Stelle aus Philipps 
voy. to Botany-Bay , wo es auf p. 225 heisst : »schöne Papa- 
geien und Perroquets sollen sich auf Lord Howes-Island (31° 
36 s. Br. 176° 29 östl. L.) und (p. 228) auf Maculays-Island , 
Kermadec-Gruppe" finden. 
Diese Localitäten blieben bisher gänzlich undurchforscht. 



934 DUBIÖSE ARTEN. 

Johann Reinhold Forster (Reise um die Welt, Berlin. 1780. vol. 11. 
p. 264) erzählt von seinem Besuche auf Tanna (19" 30' s. Br., 
169° 38' östl. L.) zur Neu-Hebridengruppe gehörig: »es hielt 
sich eine Menge grosser Papageien, die von schönem schwarz, 
roth und gelbfleckigtem Gefieder waren , in den Bäumen des 
Waldes auf. Sie sassen aber in den Wipfeln der Feigenbäume, 
wo sie nicht allein der grossen Höhe, sondern auch des dicken 
Laubes wegen mit Schrootschüssen gar nicht zu erreichen 
waren." 
An einer andern Stelle spricht er von Papageien , die er auf 

Tanna in einem Pisanggarten antraf, die aber sehr scheu waren. 

In der Beschreibung der Insel Namoka (Rotterdam von Tasman) 20° 
15' s. Br. , zum Tonga- Archipel gehörend, sagt Förster: »der 
See war voll wilder Enten und an den waldigen Ufern hielten 
sich eine Menge wilder Tauben , Papageien , Rohrhühner und 
kleiner Vögel auf." 

Georg Forster (Capitain Cook's dritte Entdeckungsreise. Berlin. 1788. 
p. 258) theilt bei Schilderung von Tongatabu (Amsterdam von 
Tasman) der grössten Insel des Freundschaft- Archipels folgende 
Stelle mit: »von wildem Geflügel giebt es Papageien, die etwas 
kleiner sind als die gemeinen grauen. Auf dem Rücken und 
den Flügeln sind sie schmutzig grün , der Schwanz ist bläu- 
lich , der Bauch ist russig oder chocolatfarben." 
Sollte sich diese Notiz vielleicht auf den jungen Platycer- 

cus tabuensis beziehen? 

Ferner heisst es: »eine dritte Art ist so gross als eine Taube: 

Scheitel und Schenkel sind blau, die Kehle und Brust nebst einem 

Theile des Bauches karmoisinroth, alles Uebrige vom schönsten Grün." 

Thomas West (ten years in south central Polynesia , London. 1865. 
p. 12a) erwähnt von den Tonga-Insel ausser dem Kaka (Pla- 
tycercus tabuensis) noch »several Kulukulus or parro« 
quets." 
Von einem colossalen schwarzen Kakalu hörte Dr. Salomon Mül- 
ler (Temminck , Coup d'oeil, III. p. 405) an der Westküste Neu- 



DUBIÖSE ARTEN. 935 

Guineas von den Papus erzählen. Derselbe soll diesen Nachrichten zu 
Folge Microglossus aterrimus noch bedeutend an Grösse über- 
treffen , namentlich einen viel längeren Schwanz besitzen. 

Auch von Rosenberg (Gab. J. f. Orn. 1862. p. 64) erhielt am 
Karufafluss (Westküste Neu-Guineas) Nachricht von einem lang- 
schwänzigen enorm grossen Kakatu, der aber befiederte Backen be- 
sitzen und sich nur im Innern aufhalten soll. 

Ob diese bis jetzt noch mehr als zweifelhaften Aussagen auf Wahr- 
heit beruhen bleibt vorläufig unentschieden , da bekanntlich Einge- 
bornen nicht sehr zu trauen ist. Jedenfalls würden sie auf einen 
Microglossus oder Calyptorrhynchus zu beziehen sein. 

AMERIKA. 

Von Humboldt (Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen 
Continents. Band IV (1860) p. 6) macht folgende Mittheilung: 
»in einer Hütte der Pacimonales kauften wir einen Ana, 
eine Art Aras 17" lang mit durchaus purpurrothem Gefieder, 
gleich dem Psittacus macao." 
Diese Notiz datirt von der Mission San Francisco Solano am lin- 
ken Ufer des Cassiquiare, einer Gegend wo bisher nicht gesammelt 
wurde. Ein durchaus rother Papagei würde für Amerika unbedingt 
neu sein. 



NACHTRAGE UND BERICHTIGUNGEN. 

ABGESCHLOSSEN AM Iten JUNI 1868. 

I p. 4 Z. 3 V. unten füge hinzu : Aus den Untersuchungen Cham- 
poUion's habe ich inzwischen ersehen , dass die Egypter mit 
Papageien bekannt waren. Der Rhodier Kallixenus in seiner Ge- 
schichte Alexandria's, bei Beschreibung des grossartigen Festes, 
welches aus Änlass der Throngenossenschaft des Ptolemäus Phi- 
ladelphus mit seinem Vater Ptolemäus Soter im Jahre 284 v. 
Chr. begangen wurde, erwähnt unter den mancherlei Thieren 
Aethiopiens (worunter zahme afrikanische Elephanten) die im 
Festzuge mit vorkamen ausdrücklich auch Papageien. 

I p. 8 Z. 5 V. unten. Eine briefliche Mittheilung meines Freundes 
Verster belehrt mich , dass in der ursprünglichen Ausgabe von 
Gessner's Vogelbuch (Zürich 1557) nicht 14 Papageien erwähnt 
werden , sondern erst in der 2*^" durch Georg Horst veranstal- 
teten (Frankfurt a/M. 1669), der jedenfalls aus Aldrovandi's 
Werke schöpfte, in welchem 14 Arten namhaft gemacht werden. 

I p. 41 Z. 8 V. oben schalte ein: Neben Stringops wurde 
neuerdings auch Pezoporus occidentalis als Nachtform 
unter den Papageien nachgewiesen. 

I p. 62. In Bezug auf die Fortpflanzungsgeschichte der Papageien 
wäre noch zu bemerken , dass Bastardformen bis jetzt nicht 
beobachtet wurden. 

I p. 62 Z. 15 V. oben schalte ein: Nach Professor Nation nistet 
Bolborrhynchus aurifrons ebenfalls in Felslöchern. 



NACHTRÜGE UND BERICHTIGUNGEN. 937 

I p. 70 Z. 14 V. oben schalte ein: Einen weiteren Beleg, wie die 
Papageien an manchen Orten durch die Urbarmachung ver- 
drängt werden, giebt Carl Euler (J. f. Orn. 1867. p. 180) 
indem er anführt, dass die grossen Araras aus der Umge- 
bung von Cantagallo in Süd-Brasilien bereits verschwunden sind. 
I p. 81. Zur geographischen Verbreitung: Durch die Forschungen 
der letzten 2 Jahre sind unsere Kenntnisse über die Verbreitung 
der Papageien nicht unwesentlich erweitert, daher die von mir 
angegebenen Zahlen hie und da verändert worden. 
Ich trage diese Veränderungen hier nach. 
Pag. 84 Z. 8 V. oben und p. 88 Z. 5 v. unten: Sicheren Nach- 
weis über das Vorkommen von Conurus patagonus an der 
Magellan-Strasse lieferte neuerdings Dr. Cunningham. Er fand 
diese Art häufig bei Sandy-Point unterm 55° 8' s. ßr. und 
70° Ö6' w. L. V. Gr. (Ibis. 1868. p. 126 und 187). 
p. 88 : Die Gezammtzahl der Arten beträgt jetzt 355. Afrika 
besitzt 25, Asien 19, Australien 60 und Polynesien 30 Arten, 
p. 89: Guiana besitzt 28, das Gebiet des Amazonas 50 Arten. 

Sittace caninde soll auch am Amazonas vorkommen, 
p. 90: Bolivia besitzt 28, Mattogrosso 20, die Ostküste Bra- 
siliens 27, Peru 25 und Ecuador 22 Arten, 
p. 91: Venezuela und Trinidad besitzen je 10 Arten. Conu- 
rus mitratus wurde seither auch in Bolivia, C. Souancei 
in Peru und Pionias pyrilia auch in Venezuela nachgewiesen. 
Aus Honduras sind mit Sicherheit nur 12, aus Guatemala 11 
Arten bekannt. 
p. 92: West-Indien besitzt nur 12 sicher nachgewiesene Arten. 

Auf Porto Rico findet sich nur Chrysotis collaria. 

p. 95 : Die Gesammtzahl der afrikanischen Arten beträgt 25. 

Z. 2 V. unten : Als südlichste Verbreitungsgrenze wurde der 

Knysna (c. 34° s. Br.) für Pionias robustus nachgewiesen. 

p. 94: Pionias Meyeri findet sich auch im Osten, P. Rüp- 

pelli im Süden. 

I p. 94 Z. 1 V. unten : Layard giebt (B. of S.-Afr. 1867. p. 250. 

Note) die interessante Notiz, dass ausser anderen Papageien 



958 NACHTRäGE UND 

namentlich auch Palaeornis torquatus im Caplande 
eingeführt wurde und jetzt in der Nachbarschaft der Cap- 
stadt brütet. 

I p. 9S Z. 14 V. unten: Die neuesten Forschungen Newton's 
weisen 2 Papageien (Palaeornis Wardi und Psittacus 
Barcklyi) von den Seychellen nach. Beide sind der Gruppe 
eigenthümlieh. 

I p. 96 Z. 14 V. oben: Swinhoe scheint neuerdings (Ibis. 1867. 
p. 390) Palaeornis cyanoceph alus als wirklichen chine- 
sischen Vogel zu betrachten , dessen nördlichste Verbreitung 
sich bis Canton erstrecken würde, giebt indess keinen weiteren 
Nachweis hinsichtlich des Vorkommens in China. 

Dagegen erwähnt er (p. 389) einen Palaeornis »grün, mit 
lehmfarbenem Kopfe und sehr kurzem Schwänze" der zwischen 
Amoy und Chinchew von einem Baume herabgeschossen wurde. 
Jedenfalls war dies ein entkommenes Exemplar, dessen Artbe- 
stimmung übrigens nach der zu kurzen Notiz unmöglich bleibt, 
p. 96 Z. 20 V. oben : Indien besitzt 19 Arten, 
p. 96 Z. 6 V. unten: Malacca besitzt 5 Arten, 
p. 96 Z. 4 V. unten : Andamanen und Nicobaren 3 Arten. 

I p. 97 Z. 6 V. oben: Coryllis pusilla ist nicht ausschliesslich 
auf Java beschränkt, sondern wurde neuerdings von der kleinen 
Insel Pulu-Pinang an der Küste Malaccas nachgewiesen. 

I p. 100: Celebes besitzt 9 Arten. 

I p. 101: Domiceila atricapilla bewohnt auch Waigiu. 
Die Sulla-Inseln besitzen keine eigenthümliche Art. Auf den 
östlichen Molucken finden sich 12 Arten. 

I p. 103 Z. 4 V. unten schalte ein : Diese Vermuthung gewinnt 
umso mehr an Wahrscheinlichkeit, als neuerdings das Vorkom- 
men von Trichoglossus Massenae auf den nordwestlich 
von der Admiralilätsgruppe gelegen kleinen Echiquir- oder 
Bougainville-Inseln nachgewiesen wurde, 
p. 105: Von Mysol sind jetzt 12, von Salawatti 13, von den 
Key-Inseln 9 und von den Aru-Inseln 14 Arien bekannt. Die 
6 Arten der Salomon-lnseln sind sümnUlich eigenthümliche. 



BERICHTIGUNGEN. 959 

I p. 104: Plictolophus citrinocapillus und Domicella 
reticulata kommen nach Wallace mit Sicherheit auf Timor- 
laut Tor. Unter den 60 australischen Papageien bleibt das 
Vorkommen von Plictolophus Goffini und Trichoglos- 
sus Verreauxi immer noch zweifelhaft; mit Sicherheit also 
nur 58 Arten. 

I p. 105 Z. 11 V. oben: Ein kurzschwänziger Papagei (Psitta- 

cula Coxeni, Gould) wurde neuerdings in Australien entdeckt. 

Aus dem Norden Australiens kennt man jetzt 20 , aus dem 

Süden 36 Arten. Euphema splendida und Pezoporus 

occidentalis wurden auch aus dem Süden nachgewiesen. 

I p. 106: Jetzt kennt man 5 Nestor-Arten von Neu-Seeland. 

I Zu p. 111 Z. 10 V. oben; Eine briefliche Mitlheilung des Herrn 
von Rosenberg belehrt mich, dass der von mir gegen ihn aus- 
gesprochene Verdacht durchaus ungerechtfertigt ist. Herr von 
Rosenberg kannte die Sclaler'sche Arbeit über die Vertheilung 
der Papageien gar nicht , seine Mittheilungen w aren daher 
durchaus das Resultat eigener Forschungen. 

I p. 113 Z. 8 V. u. und II p. 7 Z, 16. v. o. schalte ein: Sto- 
liczka fand aber Palaeornis Hodgsoni bei ürui noch in 
einer Höhe von 6000' und Pal. cyanocephalus bei Kote- 
gurh 4 — 8000' hoch. Ebenso beobachtete Cap. Bulger Pal. 
peristerodes bei Wellington in den Neilgherries in 6000' 
Höhe. 

I p. 114 füge hinzu: »Eine Haupteigentliümlichkeit der Alpen Neu- 
seelands, so schreibt mir Dr. Haast, ist die Anwesenheit gros- 
ser, schön gefärbter Nestor-Arten, welche nahe des ewigen 
Schnee's ihr Wesen treiben." 

I p. 168 Z. 11 V. unten schalte ein: W. Buller erwähnt einer 

durchaus gelben Varietät von Nestor meridionalis. 

Z. 7 v. unten schalte ein : W. Buller erwähnt eine ganz rothe 

Varietät von Platycercus auriceps, sowie einen prachtvoll 

scharlachrothen mit Braun schatlirten Nestor meridionalis. 

I p. 169 Z. 12 V. oben schalte ein: Reinen Albinismus behauptet 
W. Buller an Nestor meridionalis beobachtet zu haben. 



940 NACHTRäGE UND 

I p. 255 und II p. 11 zu Palaeornis füge hinzu: P. Wardi, 
Newton und Pal. affinis, Tytler, also nicht 14 sondern 16 
P a 1 a eo rn i s-Arten. 
I p. 256 und II p. 298 zu Psittacus füge hinzu: Ps. Barklyi, 

(Newton), also 7 Arten Psittacus. 
I p. 257 und II p. 609 zu Psittacula füge hinzu: Ps, Coxeni 

(Gould) , also 24 Arten Psittacula. 
I p. 258 : Die Zahl der bekannten Arten hat sich um 5 vermehrt 

beträgt also jetzt 33S. 
I p. 245 Z. 7 V. oben füge hinzu: Pezoporus occidentalis 
führt den neuesten Nachrichten zu folge ebenfalls eine nächt- 
liche Lebensw^eise. Stringops steht also hierin nicht mehr 
so ganz insolirt. 
I p. 246. Zu Stringops habroptilus: Haast's interessante 
Mittheilungen erschienen auch in französischer Uebersetzung : 
A. Humbert, Bull., Soc. Orn. Suisse. 1866. p. 69—80. 
Nach W. Buller ist die Existenz der Art hart gefährdet. 
Ein durch Dr. Haast eingesandtes Exemplar im Wiener Mu- 
seum zeigt die Oberseite, Flügel und Schwanz mit deutlicheren 
Querbinden, namentlich den Schwanz auf dem sich 11 helle 
und 11 dunkle Querbinden bemerklich machen. Das wahr- 
scheinlich jüngere Exemplar ist im Vergleich mit einem zweiten 
grossen Exemplare des Wiener Museum auffallend kleiner. 
(Siehe hier auch: von Pelzein Verhandl. Zool. bot. Gesellsch. 
1867. p. 518. Note). 
Einer unerwartet gütigen Mittheilung von Herrn Dr. Julius Haast, 
datirt Christchurch den 10 April 1868 , die ich soeben kurz vor 
Abschluss des Werkes erhalte , verdanke ich folgende höchst inte- 
ressante Notizen , die ich hier Avörtlich folgen lasse : 

»Was den Kakapo anbelangt so halle ich Gelegenheit nochmals 
mit dessen Gewohnheiten bekannt zu werden und zwar auf einer 
Beise durch die unbekannten Waldgegenden der Westküste, von 
welcher ich erst vor wenigen Tagen zurückkehrte. Ich kann die 
Ansicht, dass der Kakapo sobald aussterben dürfte, nicht theilen , 
denn es giebt noch Tausende von Quadratmeilen-Landen die mil 



BERICHTIGUNGEN. 941 

Ausnahme von Forschern noch für Jahrhunderte unbetrelen bleiben 
werden , und v/o der Vogel somit noch ungestört sein Wesen fort- 
treiben kann , um so mehr da er von den Meeresufern an , wo 
dasselbe felsig ist , bis zu einer Höhe von 5000' vorkommt. Sollte 
er daher selbst in den niedrigeren Regionen ausgerottet und vertrie- 
ben werden, so bleibt die oft nur mit den grössten Schwierigkeiten 
zu erreichende Bergregion eine sichere Zufluchtstätte für ihn. Be- 
denken wir ferner, dass es eines guten Hundes bedarf um den 
Vogel aus seinen Löchern herauszuholen oder selbst wahrend der 
Nacht zu fangen , so ist damit die grösste Sicherheit für das Fort- 
bestehen der interessanten Gattung vorhanden." 

»Die Nachrichten, welche D. Makay (Ibis. 1867. p. 144. — 
Finsch, J. f. Orn. 1867. p. 335) bezüglich der Wiederauffindung 
von Notornis ManteUi durch Goldgräber an der Westküste der 
Mittelinsel giebt , beziehen sich einfach auf den Kakapo , worauf 
auch schon bereits die Benennung »grosse Erdpapageien" hinweist. 
Es ist wahr, dass einzelne Digger, welche tiefer in das Land ein- 
drangen und gute Hunde bei sich führten , viele Kakapos gefangen 
und gegessen haben. Bei weitem die meisten Goldgräber haben indess 
den Vogel nie gesehen , wie ich mich überzeugen musste , als ich 
vor einigen Wochen ein Paar aus dem Inneren an die Küste 
brachte." 
I p. 253. Zu Stringops Greyi: Finsch, Cab. J. f. Orn. 1867. 

p. 324. 
I p. 260. Zu Callipsittacus Novae-Hollandiae: Nym- 
phicus Novae-Hollandiae, Diggles , Ornith. Austr. part 
IV (cT ?). Dieses Werk erscheint in Queensland (Imp. 4*0) und 
ist das erste ornithologische , welches Australien liefert. Mir 
unbekannt. 
I p. 291. Zu Plictolophus Triton: Cacatua galeric ulat a, 
Rosenb., Reis naar de Zuidoostereil. 1867. p. 13, 19, 48 et 100. 
Von Rosenberg erlangte die Art auf den Aru-Inseln und der 
Ceram-laut-Gruppe. Hier aber nur auf den beiden Inseln Go- 
ram und Manawoka, aber nicht auf Suruakkie. Die Art heisst 
bei den Eingebornen der Aru-Inseln Gurie. 



942 NÄCHTRäGE UND 

Die p. 100 des obengenannten Reisewerks erwähnte Caca- 
tua Orientalis bezieht sich auf Cuscus orientalis, also 
auf ein Säugethier. 
I p. 296. Zu Plictolophus sulphureus: Katella der Be- 
wohner Gorontalo's , Celebes (briefl. Mittheilung Ton H. von 
Rosenberg). 
I p. 307. Zu Plictolophus sanguineus: Cacatua sangui- 

nea, Diggles, Ornith. of Austr. pt. VIII. 
I p. 313 Z. 6 V. oben: Schlegel's voreilige Vereinigung von Plic- 
tolophus Ducorpsi und ophthalmicus mit PI. Triton 
rügt Sclater (Proc. Z. S. 1867. p. 184). 
I p. 340. Zu Calyptorrhynchus Solandri: Calyptor- 
rhynchus Leachii, Diggles, Ornilh. of Austr. part V (Kopf). 
I p. 337. Zu Calyptorrhynchus funereus: Diggles, Ornith. 

of Austral. part IX. 
I p, 370. Zu Microglossus aterrimus: Microglossa ater- 
rima, Diggles, Ornith. of Austr. part II. 
Alkai, Eingeborne der Aru-Inseln. 

Von Rosenberg traf diesen Papagei auf allen Inseln der Aru- 
gruppe, besonders häufig auf Wokam an. Er hält sich meist 
in den Wipfeln der höchsten Bäume auf und nährt sich von 
allerlei Früchten und Nüssen , namentlich den Kanariennüssen 
(Canarium moluccanum), deren steinharte Kerne er mit 
Leichtigkeit öffnet. 

Alle auf Aru erhaltenen Exemplare zeigten die nackten Wan- 
gen weniger lebhaft roth gefärbt als die von Mysol, Salawatti 
und Waigiu (Reis naar de Zuidoostereilanden. p. 48). 
I p. 388. Zu Sittace hyacinthina: Eine prachtvolle Reihe 
von S Exemplaren, durch Natterer gesammelt, sah ich in der 
kaiserlichen Sammlung zu Wien. — Siehe auch Wallace, Proc. 
1867. p. 587. 
I p. 393. Zu Sittace Spixi: Von dieser seltenen Art unter- 
suchte ich seither das typische Exemplar im Münchener Museum 
und 2 Exemplare in der kaiserlichen Sammlung zu Wien. 
Flügel 9" 7"'. Schw. 9" 9'". 



BERICHTIGUNGEN. 943 

I p. 396. Zu Sittace militaris: Sclater versucht nach leben- 
den Exemplaren im Londoner Garten die specifische Selbständig- 
keit von S. ambigua, Bechst. und S. militaris zu beweisen. 
Er characterisirt beide Arten wie folgt: 
Ära ambigua, Bechst. (le grand Aramilitaire, Lev. t. 6). 

Major; rostro majore et mandibula praecipue multo magis 
crassa ; pileo obscurius viridi et flavo variegato ; ex Mexico. 
Ära militaris, Linne (Levaill. t. 4). 

Minor, rostro modico , pileo unicolor laete viridis; ex Novae- 
Granada; resp. Aequat. et Peruvia inter Andes. (Proc. Z. S. 
1867. p. 185). 

Ich bin leider ausser Stand ein genügendes Urtheil in dieser 
Frage abzugeben, da es mir trotz vielen Bemühungen nicht 
gelang sicher erwiesene Exemplare dieses Araraaus Peru oder 
Neu-Granada mit solchen aus Mexico vergleichen zu können. 
Alle welche ich untersuchen konnte stammten aus Mexico oder 
aus der Gefangenschaft her, und gehörten zu ein und derselben 
Art. Ich theile die Maasverhältnisse von 8 Exemplaren in den 
Museen von Berlin, Wien und München nachträglich mit, 
die immerhin Unterschiede ergeben. Indess finden sich solche 
bei allen grossen Vögeln ; ich verweise nur auf die enormen 
Grössenverschiedenheiten welche ich an Microglossus ater- 
rimus beobachtete (I. p. 378). Ehe daher nicht eine durch 
Zahlen bekräftigte Characteristik der beiden A r a r a-Arten , die auf 
Messungen mehrerer Exemplare begründet sein muss , vorliegt , 
bleibt ihre specifische Selbständigkeit noch zweifelhaft. Sollte 
sich dieselbe übrigens wirklich bestättigen so würde die von 
mir beschriebene Art als Sittace ambigua, (Bechst.) auf- 
zuführen sein. 

Flügel I3V2-I4V2". Schw. 12»/2"-t6". Firste 24"'-29"'. Höhe 
des Oberschnabel 12"'-14"'. Schnabelhöhe an Basis 23"'-28"'. 
Lauf 11"'-13"'. Aeuss. Vorderz. 2r"-22'". 
I p. 398. Zu Sittace macao: Diese Art, sowie S. ararauna, 
erlangte Wallace auf der Insel Mexicana , an der Mündung des 
Amazonas (Proc. 1867. p. 587). 



944 NACHTRaGE ÜKD 

Ip. 417. Zu Sittace severa: Von Hauxwell bei Pebas am 
oberen Amazonas eingesammelt (Proc. Z. S. 1867. p. 979). 

I p. 420. Zu Sittace m ara eana : Iris purpurroth, mit einem 
inneren sehr schmalen braungelben Ringe (Zoolog. Garten zu 
Frankfurt). 

I p. 426. Zu Sittace Hahni: Von Wallace bei Para beobach- 
tet (Proc. Z. S. 1867. p. 587). 

I p. 444. Zu Conurus patagonus schalte (p. 446 Z. 12 von 
unten) ein: Der Nachweis des Vorkommens an der Magellan- 
Strasse wurde inzwischen durch Cunningham geliefert (Ibis. 
1868. p. 126 et 187). 

I p. 455. Zu Conurus luteus: Nach W^allace ist dieser Papagei in 
der Umgebung von Para sehr selten und erscheint hier nur ein- 
mal im Jahre, zur Zeit der Reife einer besonderen Frucht. Wal- 
lace beobachtete nur einmal eine Gesellschaft dieses Papageis , 
aus welcher er 4 — 5 Stück erlangte (Proc. Z. S. 1867. p. 587). 

I p. 499. Zu Conurus aureus: Wallace beobachtete die Art 
auf der Insel Mexicana an der Mündung des Amazonas (Sclater , 
Proc. 1867. p. 587). 

I p. 506. Zu Conurus pertinax: Ein Exemplar, welches Wal- 
lace bei Santa Isabel am Rio negro erlangte, stimmt nach 
Sclater ganz mit dem Exemplare seiner Sammlung von dorther 
(p. 510. N°. 12) überein. 

Mit der von mir vorgenommenen Vereinigung von C. xan- 
tholaemus, Sclater und C. aeruginosus (= pertinax) 
erklärt sich Dr. Sclater vorläufig noch nicht einverstanden. 
Nach ihm können die beiden Arten, von denen der Zoologische 
Garten lebende Exemplare besitzt , nicht mit einander verwech- 
selt werden (Proc. Z. S. 1867. p. 588). 

I p. 517. Zu Conurus cactorum: Das typische in schlechtem 
Zustande befindliche Exemplar von Aralinga caixana unter- 
suchte ich im Münchener Museum. 

I p. 522. Zu Conurus aztec: Henry Wickham sammelte die 
Art am Blewfield's River an der Mosquitoküste (Proc, Z. S. 
1867. p. 280). 



BERICHTIGUNGEN. 94S 

I p. 538. Zu Conurus cyanopterus: Durch Bartlelt auch ia 
Peru aufgefunden (Proc. Z. S. 1867. p. 753). 

I p. 545. Zu Conurus lepidus: Von Wallace am Capim-River 
in der Nähe von Para gesammelt (Sclater, Proc. Z. S. 1867. 
p. 588). Dr. Sclaler macht darauf aufmerksam , dass die 
Spix'sche Benennung perlatus die älteste sei. Als eines dem 
neueren Latein angehörigen Wortes enthalte ich mich desselben 
jedoch und ziehe den später durch Wagler publicirten classischen 
Namen Illiger's vor. 

I p. 558. Zu Conurus Souancei: Neuerdings durch Bartlett 

auch in Peru nachgewiesen (Proc. Z. S. 1867. p. 755). 

II p. 6 Z. 16 V. oben füge hinzu: Palaeornis Wardi nur 

auf den Seychellen. 
II p. 11. Zu Palaeornis eupatrius: Die Art ist auf den An- 

damanen, sehr häufig (R. B. Tytler. Beavan, Ibis. 1867. p. 519). 
II p. 17 vor N°. 90 schalte ein: 

(551.) 15. Palaeornis Wardi, Newton. 

E. Newton, Meet. Zool. Soc. of London. 25 March 1867. — id., 
Ibis (1867) p. 541. — id., Proc. Z. S. (1867) p. 346. — Fig. 0. 
Cateau vert , auf den Seychellen. 

Diagnosis : d" schön dunkelgrasgrün ; Hinterkopf und Ohrgegend 
bläulich verwaschen ; Bartstreif und Nackenhalsband schwarz ; 
am Unterarm ein kirschrother Fleck. 
$ (od. jung?) ohne Nackenband und Bartstreif; ganz wie das $ 

von P. eupatrius aber dunkler grün. 
(^ laete obscure prasinus occipile regioneque parotica obsolete 
subcaeruleis, stria mystacali et torque nuchae nigris ; macula 
cubiti cerasina. 
? (vel juv.) torque nuchae striaque mystacali nullis, eupatrii $ 
omnino persimilis sed obscurius viridis. 
Mähe, Seychellen (Type v. E. Newton). cT. Schön dunkelgrasgrün, 
auf der Unterseite etwas heller; Stirn und Vorderkopf lebhafter, 
mehr smaragdgrün. Federn des Hinterkopfes , der Backen und 
Ohrgegend mit schmalen meerbläulichen Endspitzen , daher diese 

60 



946 



NACHTRÜGE UND 



Theile bläulich angeflogen. Von der Basis des Unterschnabels 
an entspringt jederseits ein breiter schwarzer Bartstreif, verbun- 
den miteinander durch ein schmales schwarzes Nackenhalsband, 
Avelches unterseits von einem verwischten bläulichgrünen Bande 
begrenzt wird. Erste Schwinge schwärzlich, die übrigen dun-, 
kelgrasgrün , nur an Innenfahne breit schwärzlich gerandet. 
Kleine untere Flügeldecken dunkelgrün , die grössten derselben , 
wie die übrige Schwingenunterseite schwärzlichgrau. Die klei- 
nen oberen Flügeldecken am Unterarme haben breite kirschrothe 
Endsäume, welche einen grossen Fleck von dieser Farbe bilden, 
Schw^anzfedern dunkelgrün wie der Rücken , an Innenfahne etwas 
in's Gelbgrüne; unterseits dunkel olivengelb, die 2 mittelsten 
Schwanzfedern ziehen am Ende sehr schwach in's Meerbläuliche. 
Oberschnabel dunkel purpurroth, der untere heller, mehr co- 
rallroth ; Spitze weisslich. Füsse dunkelgrau , Nägel horn- 
graubraun. 
$ oder junger Vogel ganz wie der vorherbeschriebene alte, aber 
ohne schwarzen Bartstreif und Nackenhalsband, ohne die bläu- 
lichen Federsäume auf Hinterkopf und mit kleinerem und blasse- 
rem kirschroten Flecke am Unterarm. 





•Mitt. 


Aeuss. 




Höhe d. 




Flügel. 


Schw.- 


Schw.- 


Firste. 


Schnab. 


Lauf. 




feder. 


feder. 




an Basis. 




7" 5'" 


7" 6'" 


3" 3'" 


15'" 


16'" 


— 


6" 11'" 


5" 6'" 


2" 9'" 


15'" 


17"' 


9'" 



2 od. jun. 

Diese prachtvolle neue Art schliesst sich in Grösse und allgemei- 
ner Färbung zunächst an P. eupatrius an, unterscheidet sich aber 
im vollkommenen Kleide leicht durch den Mangel des rosafarbenen 
Nackenhalsbandes, statt dem nur ein schmales schwarzes vorhanden 
ist. Das $ (oder jüngere Vogel), dem Halsband und Bartstreif fehlt, 
unterscheidet sich von den ganz ähnlichen weiblichen (oder jungen) 
Vögeln von P. eupatrius immerhin noch genügend durch die be- 
deutend dunklere grüne Färbung. 

Der Nachweis einer eigenen Palaeornis-Art auf der kleinen, 
erst neuerding durch Herrn Edward Newton ornithologisch bekannt 
gewordenen Inselgruppe der Seychellen (3° 42' bis 4° 50' südl. Br. 



BERICHTIGUNGEN. 947 

und US" 15' bis 1)6° 2' östl. L.) ist in zoographischer Hinsicht 

ganz besonders von Interesse. 

Nach den interessanten Mittheilungen Newton's ist dieser Papagei 

bereits ziemlich selten geworden. Der eifrige Forscher erhielt ihn 

auf Mähe durch Herrn Civil-Commissionair Swinburne Ward und 

beobachtete die äusserst scheuen Vögel auf Silhouette. Sie schaden 

dem Mais sehr und werden dasshalb ohne Schonung verfolgt. Hie 

Untersuchung der Original-Exemplare verdanke ich der besonderen 

Güte des Herrn E. Newton. 

II p. 17. Zu Palaeornis torquatus; Colonel Tytler versuchte 
die Einführung dieses Papageis auf den Andamanen und brachte 
mehrere Paare von Calcutta herüber. Einige davon flogen in 
die Dschungeln, doch steht zu befürchten, dass die meisten ge- 
fangen worden sind (Beavan , Ibis. 1867. p. 320). Dagegen 
findet sich die Art in der Nachbarschaft der Capstadt, wohin 
sie ebenfalls eingeführt wurde , häufig und brütet hier (Layard , 
B. S. Afr. 1867. p. 230. note). 

II p. 3y. Zu Palaeornis eques: E. Newton findet keinen ge- 
nügenden Unterschied zur specifischen Absonderung von P. tor- 
quatus (briefliche Mittheilung). 

II p. 40. Zu Palaeornis cyanocephalus : Von Dr. Stoliczka 
bei Kotegurh (4 — 8000' hoch) im nordwestlichen Himalaja ein- 
gesammelt (Palaeornis rosa, Pelzeln, J. f. Orn. 1868. p. 35). 
Durch von Schlagintweit aus Sickim im Münchener Museum. 
Swinhoe scheint nicht abgeneigt diesen Papagei als Bewohner 
China's anzunehmen (Ibis. 1867. p. 590). 

II p. 50. Zu Palaeornis Ho dgsoni: Dr. Stoliczka sammelte 
die Art im Winter bei Kontegurh im nordwestlichen Himalaya 
(4—8000' hoch) und bei Urui (6000'). Dem jungen Vogel 
fehlt die schwarze Kehlbinde , der Kopf ist noch grün gefärbt. 
Schnabel dunkelbraun. (Palaeornis schisticeps, Pelzeln, 
J. f. Orn. 1868. p. 35). 

II p. 53. Zu Palaeornis Calthropae: Die irrige Schreibart 
dieses Wortes , dessen Erklärung gänzlich unklar bleibt , be- 
ruht auf einem Schreib- oder Druckfehler und muss in Ca- 

60* 



948 NACHTRÜGE UND 

THROPAE verbessert werden, ein Widmungsname, den Layard 
zu Ehren eines alten ceylonischen Freundes in seinen B. of S. 
Afr, (p. 121 bei Anthus) nochmals anwendet. 

Nach der synonymistischen Darstellung, welche Blyth von 
dieser Art giebt (Ibis. 1867. p. 294) würde ihm das Autorrecht 
zukommen. 

II p. 70. Zu Palaeornis melanorrhynchus: Wagler's ty- 
pisches Exemplar konnte ich seither im Münchener Museum 
untersuchen. Es stimmt ganz mit meiner Beschreibung (p. 71) 
überein. 

II p. 74. Zu Palaeornis peristerodes : Capitain ßulger be- 
obachtete die Art bei Wellington , Neilgherry Hills 6000 Fuss 
über dem Meere, im April (Proc. 1866. p. ). 

II p. 81. Zu Palaeornis erythrogeny s : Häufig auf den An- 
damanen , wo sie im Juni 1865 von Beavan bei Port Blair 
erlegt wurde (Proc. Z. S. 1866. p. 555 et Ibis. 1867. p. 319). 

II p, 83 vor N°. 102 schalte ein: 

f (352.) 16. Palaeornis affinis, Tyller (nee Gould). 

Beavan, Ibis (1867) p. 520. — P. erythrogenys $, Blyth. — 

id., Ibis (1868) p. 152. — Fig. 0. 
Diagnosis: Ganz wie P. erythrogenys, Blyth aber der Schnabel 

schwarz. 

P. erythrogenyi simillimus at rostro semper nigro. 
Aehnelt in Färbung und Grösse ganz P. erythrogenys, Blyth, 

unterscheidet sich aber durch den stets schwarzen Schnabel. 
Colonel Tytler konnte sich von der Verschiedenheit dieser Art 
und P. erythrogenys, Blyth, hinlänglich überzeugen. Letzterer 
hat in allen Stadien einen rothen, diese einen schwarzen Schnabel. 
Ich bin nicht abgeneigt mich der Ansicht Tytlers anzuschliessen 
und P. affinis für eine besondere Art zu halten, besonders seitdem 
ich im Wiener Museum eine grössere Reihe von P. erythroge- 
nys vergleichen konnte (worunter durch anatomische Untersuchung 
nachgewiesene cf cf und ??) , die sämmtlich eine rothe Schnabelfär- 
bung zeigten, was Tytler's Ansicht nur bestättigt. Es wird dadurch 



BERICIITIGUNGEiV. 949 

zugleich ein neuer Beweis zu meiner (p. 4) ausgesprochenen Be- 
hauptung geliefert, dass die Geschlechter bei den P ala eor nis-Arlen 
meist gleichgefarbt sind. Die von Blyth als schwarzschnäbelig be- 
schriebenen $? von P. erythrogenys beziehen sich jedenfalls 
auf diese Art. 

Sie bewohnt die Andamanen und Nicobaren. 

II p. 92. Zu Brotogerys xanthoptera: Von Ilauxwell bei 
Pebas am oberen Amazonas eingesammelt (Proc. Z. S. 1867. 
p. 979). 
II p, 94. Zu Brotogerys virescens: Häufig auf der Insel 
Mexicana an der Mündung des Amazonas, lebt in Schwärmen 
von mehreren Hunderten (Wallace , Proc. Z. S. 1867. p. 588). 
II p. 105. Zu Brotogerys tuipara: Häufig und in grossen 
Flügen in der Umgebung von Para (Wallace, Proc. Z. S. 
1867. p. 588). 
JI p. 107. Zu Brotogerys chrysosema: Eine schöne Reihe 
von 5 Exemplaren, die ich in der kaiserl. Sammlung zu Wien 
untersuchen konnte, lässt an der Selbständigkeit dieses Papageis 
nicht den leisesten Zweifel. 
II p. 126. Zu Bolborrhynchus aurifrons: Jüngerer Vogel 
von Peru im Museum Godeffroy hat nur die Halfter und einige 
Federn an den Brustseiten gelb, die übrigen unteren Theile sind 
noch grün ; Schnabel horngelblich , im Leben wahrscheinlich 
fleischröthlich. 
Nach Professor Nation (Sciater , Proc. Z. S. 1866. p. 100) ist die 
Art häufig in der Umgebung von Lima. Man sieht sie stets in Flü- 
gen von 10 — 12 Stück. Sie schadet dem Mais. Die Nester werden 
in Felsenlöchern angelegt , in denen die Vögel auch übernachten. 

Whitely sammelte die Art bei Chiuata im südwestlichen Peru 
(Proc. Z. S. 1867. p. 988). 

II. p. 156. Zu Melopsit tacus undulatus: Den Wandertrieb 
dieser Art bestättigt Rietmann (Wanderungen in Australien und 
Polynesien. 1868. p. 81) »dieser zierliche Papagei kommt in den 
Küstenebenen wohl kaum vor. Er unternimmt »Tosse Wände- 



930 NACHTRÜGE UND 

rungen aus dem Inneren des Landes nach der Südküsle , wo er 
dann in solcher Anzahl erscheint , dass in Melbourne das Stück 
nur 40 Gents kostet". — Diggles, Ornithol. of Austr. part VII. 
II p. 151. Zu Pezoporus occidentalis: Geopsittacus 
occidentalis, Gould, B. of Austral. Suppl. part IV (1867) 
pl. (opt.). — id., Proc. Z. S. (1867) p. 891. 
Der auf p. 155 ausgesprochene Wunsch ist inzwischen in der 
überrasschendsten Weise erfüllt worden, indem nicht allein durch 
Dr. Ferdinand Müller, Director des botanischen Gartens zu Melbourne, 
höchst wichtige Mittheilungen über die Lebensweise dieses Papageis 
an Dr. Sclater, sondern sogar ein lebendes Exemplar in den zoolo- 
gischen Garten zu London gelangte. 

Die Heimath der Art scheint weniger der Westen , woher Gould 
sein Exemplar erhielt, sondern der Süden. Dr. Müller bekam den 
seltenen Vogel durch Herrn Ryan , von dessen Schaafstation in den 
Gawlerreihen westlich von Spencer-Golf. Der Vogel führt eine 
durchaus nächtliche Lebensweise und hält sich in Felshöhlen auf, 
die er nur des Nachts verlässt um seiner Nahrung nachzugehen. 

Bartlett's Beobachtungen an dem lebenden Exemplare des Lon- 
doner Gartens bestättigen diese Mittheilungen vollständig. Wie alle 
nächtlichten Vögel wird P. occidentalis beim Beginn der Dunkel- 
heit lebendig und beginnt erst dann zu fressen. Man reicht ihm 
Hirse, Canariensamen , Wassercresse und giebt ihm Rasenstücke in 
den Käfig, von denen er die feinen Spitzen abnagt. Ausser einem 
schwachen Pfeiffen wurde bis jetzt kein anderer Stimmlaut von ihm 
gehört. Er macht von den Sitzstangen seines Käfigs keinen Ge- 
brauch, sondern bewegt sich nur auf dem Boden, zuweilen nach 
Art unseres Sperlings hüpfend, oder streicht zu anderen Zeiten mit 
beschleunigter Bewegung von einer Ecke in die andere. 

Aus diesen Mittheilungen geht hervor, dass P. occidentalis 
hauptsächlich durch seine nächtliche Lebenweise von P. formosus 
abweicht und hierin nähere Beziehungen zu Stringops zeigt. Ob 
die Flufffähigkeit eben wie bei letzlerer Form durchaus mangelt, 
ist noch keineswegs erwiesen und darf nach den Schwingenbau zu 
urlheilen bezweifelt werden. Jedenfalls müssen erst Aveitere Beob- 



KERICHTIGÜNGEN. ÖÖl 

achtungen im Freileben gemacht werden. In dem Gebundensein an 
den Erdboden stimmen beide Pezoporen übrigens ganz überein, 
bekanntlich soll P. formosus sich ebenfalls niemals auf Bäume 
niederlassen. 

Wie ich auf p. 154 bereits darlegte bieten sich hinsichtlich der 
äusseren Kennzeichen nur in dem kürzeren Schwänze , der nicht 
wie ich vermuthete blos in Folge des noch unvollendeten Wachs- 
thumes diese Beschaffenheit besitzt , und in den kürzeren Nägeln 
Abweichungen , die für mich aber nicht von Wichtigkeit genug 
sind um darauf eine generische Sonderstellung anzunehmen. Die- 
selbe würde höchstens im Hinblick auf die nächtliche Lebensweise 
zu begründen sein. 

Im Leben ist die Wachshaut bläuiichgrau , die Füsse sind fleisch- 
farben und die Iris der grossen runden Augen kohlschwarz. Nach 
Gould's Abbildung beträgt die Flügellänge 6", was nicht mit meinen 
genauen Messungen übereinstimmt. 

II p. lo5. Zu Euphema: Im Index zu den Proceed. vom Jahre 
1867. p. 1067 muss es statt Euphema cupreiceps heissen 
Eupherusa cupreiceps. 

II p. 165. Zu Euphema elegans: Diggles , Ornith. of Auslr. 
part VII. 

II p. 168. Zu Euphema chrysogastra; Euphema auran- 
tia. Diggles, Ornith. of Austr. part VIL 

II p. 185. Zu Platycercus flaveoius: Diggles, Ornith. of 
Austr. part X. 

II p. 190. Zu Platycercus eiimius: Eine interessante Notiz 
über diesen Papagei giebt Professor Rietmann (Wanderungen 
in Australien und Polynesien , St. Gallen , Scheitlin und Zolli- 
kofer. 1868). Er sagt p. 81: »in einer Lichtung im Walde 
war ein Heustock förmlich purpurroth von der Menge Papageien 
(Plat. eximius), welche das Heu auseinanderrissen , um die 
Samen der Gräser zu verzehren. Sie liessen sich so nahe kom- 
men, dass ich leicht eine beliebige Anzahl mit dem Stocke 
hätte erschlagen können." 



9S2 NACHTRÜGE UND 

Diese Art fand ich unter den Sendungen der Herren von 
Schlagintweit im Münchener Museum mit der Angabe »Sickim" 
als dort von ihnen eingesammelt. Auf ähnliche unwahre An- 
gaben dieser Reisenden habe ich schon hingewiesen, ich kann 
indess nicht umhin diese hier noch besonders zu erwähnen. 

II p. 193. Zu Platycercus palliceps: Diggles, Ornith. of 
Austr. part X. 

II p. 204. Zu Platycercus fla viven tris : Diggles, Ornith. 
of Austr. part III (Kopf). 

II p. 207. Zu Platycercus ßarnardi: Diggles, Ornith. of 
Austr. part III (Kopf). 

II p. 212. Zu Platycercus zonarius: Aus Nordost- Australien , 
Port Macay, durch Frau Dietrich an das Haus Godeöroy in 
Hamburg eingesandt. 

II p. 222. Zu Platycercus multicolor: Aus Nordost-Austra- 
lien , Port Macay , durch Frau Dietrich an das Haus Godeffroy 
im Hamburg eingesandt. — Psephotus multicolor. Diggles , 
Ornith. of Austr. part I. 

II p. 226. Zu Platycercus pulcherrimus: Psephotus 
pulcherrimus, Diggles, Ornith. of Austr. part. I. 

II p. 227, Zu Platycercus Bourki: Jetzt lebend im Zoolog. 
Garten von London (Proc. Z. S. 1867. p. 818). 

II p. 231. Zu Platycercus tabuensis: Ich untersuchte ein 
schönes Exemplar im Münchener Museum und das typische 
Exemplar Latham's aus den Leverian Museum in der kaiserl. 
Sammlung zu Wien. Beide zeigen an den Bürzelfedern breite 
rothe Endsäume und nur ein sehr schmales blaues INackenband. 
Flügel 9" und 8" 9'". 

Nach Rev. Thomas West (Ten years in southcentral Polynesia. 
London. 1865. p. 125) findet sich der »Kaka" (a green Parrot). 
allein auf Eua. 

II p. 261. Zu Platycercus Alexandrae: Polytelis A4exan- 
drae, Gould , B. of Austr. Suppi. part IV (tab. opt.). 

Ich beschreibe die schöne Abbildung Gould's : Olivengrün, 
Mantel und Schultern etwas bräunlicholivengrün ; Slirn und 



BEFIICHIIGÜNGEN, 033 

Yorderkopf himmelblau ; unterer Theil der Backen , Kinn und 
Kehle blass rosaroth. Hinterrücken und Bürzel himmelblau , 
obere Schwanzdecken , die längsten unteren Schwanzdecken und 
Schenkelseiten etwas himmelblau verwaschen. Tibien rosaroth. 
Schwingen olivenbraun, an Aussenfahne olivengrün gerandet. 

« Mittelste 2 Schwanzfedern dunkelgrün, längs Schaftmitte blau- 
lich verwaschen , das nächtfolgende Paar an Aussenfahne grün , 
an Innenfahne schwärzlich, die übrigen Federn mit grüner 
Aussenfahne , die nächst dem Schafte blaulich verwaschen ist , 
und dunkelrosarother Innenfahne mit schwärzlichem Scliaft- 
rande. Schnabel corallroth ; Wachshaut und Beine bleigrau. 
Länge c. 15'". Flügel ö'/a". Mitt. Schwanzf. c. 9". Aeus. 
Schwanzf. 3" 3"'. F. 7'". 
Der Entdecker dieser prachtvollen Art ist Herr Frederick G. Wa- 

terhouse, ein Begleiter der Sturt'schen Expedition nach Centrai- 

Australien. 

II p. 275. Zu Platycercus No va e-Zeel arid iae: Finsch, Gab, 
J. f. Orn. 1867. p. 324, — PI. aucklandicus, Pelzeln , 
Verhandl. Zool. bot. Gesellsch. 1867. p. 317. 

Ein Exemplar im Wiener Museum s. n. PI. erythrotis 
besitzt 5" 9'" Flügellänge, 

II p. 28o. Zu Platycercus auriceps: Nach W. Buller 
(Essay on the Ornilh. of New-Zealand. 1865. p. 12) ist diese 
Art sehr zum Variiren geneigt, und roth und gelb gescheckte, 
sowie ganz rothe Varietäten kommen zuweilen vor. 

Die Art findet sich im Verein mit PI. pacificus (Novae- 
Zeelandiae, Sparrm.) südlich von der Cooks-Strasse auf der 
Nordinsel und auf der ganzen Südinsel häufig. In der Deu- 
tung der übrigen Papageien Neu-Seelands verfällt Herr Buller 
in manche Irrthümer, die ich zu berichtigen versuchte (Siehe 
J. f. Orn. 1867. p. 324). 

II p, 287. Zu Platycercus Forsteri: Finsch, Gab. J. f. 
Orn, 1867. p. 325. 

II p. 298, Zu Psittacus niger; Häufig auf der ganzen Insel 
Madagascar. Lebt hier gemeinschaftlich mit P s. v a z a in 



9ä4 



NACHTRÜGE UND 



Flügen von 10 — 50 Stück. Der Betsimsarakname ist Bueza- 
antsikoutrou (Grandidier, Rev. et Mag. Z. 1867. p ). Ich 
konnte die Typen zu Wagler's Coracopsis nigra im Mün- 
chener Museum vergleichen : das eine Exemplar ist diese Art , 
das andere P s. v a z a. 

II p. 500. Zu Psittacus vaza: Vaza in der Betsimsaraksprache. 
Bueza in der Sakalawasprache (Grandidier, Rev. et Mag. Zool. 
1867. p. ). 

II p. 501 vor N". 169 schalte ein : 

(553.) 7. Pslttacws Barklyi, (E. Newton). 

Coracopsis Barklyi, Newton, (Meet. Zool. Soc. Lond. 23 March 
1867). — id., Ibis (1867) p. 341. — id., Proc. Z. S. (1867) 
p. 546. pl. XXII. 

Cateau noir, auf den Seychellen. 

Diagnosis : Ganz wie Ps. niger aber heller rauchbraun und bedeu- 
tend kleiner. 

Psittaco nigro omnino similis sed dilutius fuliginosus multoque 
minor. Long. al. 7^/4". 

Praslin, Seychellen (Type von E. Newton). (/. Rauchbraun, auf 
Unterseite kaum etwas heller , nur die unteren Schwanzdecken 
deutlicher etwas heller; Schwingen und Schwanzfedern an Innen- 
fahne dunkler rauchbraun , an Aussenfahne düster braungrau , 
unter gewissem Lichte etwas olivengrünlichgrau scheinend, ebenso 
die Deckfedern der Schwingen am Rande der Aussenfahne und 
die Endsäume der Bürzelfedern und oberen Schwanzdecken. 
Schwingen und Schwanzfedern unterseits heller rauchbraun. 
Schäfte der Schwanzfedern von oben braun, von unten horn- 
weiss. Schnabel dunkel hornbraun , am Spitzentheile heller; 
Füsse und Nägel hornbraunschwarz. Wachshaut , nackte Zü- 
gel und Augenkreis braun. 

$ ganz ebenso. Iris dunkelbraun (Newton). 








Mittelste 


Aeuss. 




Schnabel- 




Flügel. 


Schw.- 


Schw.- 


Firste. 


hohe an 


Lauf. 




feder. 


feder. 




Basis. 




7" 3'" 


5" 1'" 


4" 6'" 


8«/,'" 


9'" 


9'" 


6" 8"' 


4" 10'" 


4" 


8'" 


sV.'" 


7V2'" 



BERICHTIGUNGEN. 953 

Durch etwas hellere Färbung, hauptsächlich aber durch die be- 
deutend geringere Grösse von Ps. niger unterschieden. 

E. Newton giebt in seinen interessanten Mittheilungen über die 
Ornithologie der Seychellen zuerst Kunde über diese neue Art, 
die er zu Ehren des Gouverneurs von Mauritius, Sir Henry Barkly, 
benennt. Ps. Barklyi scheint nur noch auf Praslin einer T'/a 
Meile langen und 3 Meilen breiten Insel vorzukommen, dürfte 
somit das auffallendste Beispiel localer Verbreitung bieten. Newton 
beobachtete und erlegte die Art Anfangs Februar selbst auf Praslin, 
Doch waren die Vögel ausserordentlich scheu und die erlegten be- 
fanden sich so stark in der Mauser, dass sie zum Präpariren un- 
tauglig waren. Auf Marianne ist die Art, wegen ihren Verwüsstun- 
gen am Mais, bereits ausgerottet. Durch die Sorge von Herrn Ward 
gelangte ein lebendes Exemplar in den Zoolog. Garten Londons. 

II p. 306. Zu Psittacus madagascarensis: Trotzdem Ma- 
dagascar in letzterer Zeit nach verschiedenen Richtungen hin 
durchforscht wurde, hat es doch nicht gelingen wollen, diesen 
seltenen Papagei wiederzufinden. 

Grandidier erwähnt (Rev. et Mag. Zool. 1867) nur Ps. vaza 
und nigra als von ihm erlegt und beobachtet, und bemerkt 
noch ausserdem , dass die Eingebornen ebenfalls nur diese bei- 
den kennen. 

Der Gedanke, dass Ps. m ad agasca rensis vielleicht gar 
nicht auf Madagascar helmisch ist, kann daher wohl Raum 
finden. 

II p. 320. Zu Dasyptilus Pesqueti: Ein lebendes Exemplar, 
welches dem Londoner Garten zugesandt wurde und unterwegs 
leider starb , befindet sich jetzt im Britisch-Museum (Sclater 
in litt.). 

II p. 340. Zu Eclectus grandis: Ein Exemplar von Batjan 
(durch Frank) zeigt jederseits am Oberschnabel einen rothen 
Fleck. 

II p. 380. Zu Pionias rhodops (p. 383 Z. 18 v. oben) schalte 
ein : Ich untersuchte seither noch 3 Exemplare von den Key- 



956 NACHTRÜGE UND 

Inseln (Geoffroyus keyensis, Schleg. M. S.). Sie zeigen 
im Vergleiche mit solchen von Buru ein etwas lebhafteres mehr 
in's Gelbe scheinendes Grün auf den oberen Schwanzdecken 
und Schwanzfedern und etwas ansehnlichere Maasse. Diese 
Abweichungen sind aber so gering , dass von einer specifischen 
Sonderstellung nicht die Rede sein kann. Flügel 7". Schw. 
3" 8-3" 11'". Firste 10"'-ll"'. c/'. ?• 

II p. 452. Zu Pionias melanocephalus: Bartlett sammelte 
diese Art ebenfalls in Peru (Proc. 1867. p. 7Ö2). 

II p. 441. Zu Pionius menstruus: Salvin erhielt die Art von 
Santiago de Veragua in Mittelamerika (Proc. Z. S. 1867. p. 158); 
Bartlett sammelte sie in Peru ein (Proc. Z. S. 1867. p. 755). 

II p. 452. Zu Pionias sordidus, (Linne): Ein cf von Caripe, 
Venezuela (Collect. Goering) , welches ich durch Güte von Dr. 
Sclater zur Untersuchung erhielt , zeigt einige merkwürdige 
Abweichungen in der Färbung , die wahrscheinlich durch Ab- 
reiben entstanden sein dürften. Hinterkopf, Nacken, Hinterhals, 
Mantel, Schultern und Bürzel sind schmutzig grünlichbraun, 
die Federn am Ende breit verwaschen bräunlichgelb gerandet , 
wesshalb die letztere Farbe vorherrscht ; die Federn des Hinter- 
kopfes mit grünem Endflecke. Flügeldeckfedern olivenbraun , 
mit fahleren, helleren Endsäumen, an Basis grün. Kinn meer- 
blau, übrige Unterseite fahlolivenbräunlich , Bauch und Schen- 
kel olivengrünlich , äussere 5 Schwanzfedern an Basishälfte der 
Innenfahne roth ; die rothen unteren Schwanzdecken am Ende 
schmal grün gesäumt. Der rothe Oberschnabel an Basis der 
Firste grauschwärzlich , seitlich an Basis gelblich. Iris roth- 
braun (Goering). 

Flügel nur 6" 2'" lang. Alles Uebrige stimmt vollkommen 
mit alten ausgefärbten Exemplaren überein. 

II p. 475. Zu Pionias robustus: Psittacus Levaillantii, 
Layard, Birds of South.- Afrika (1867) p. 230. N°. 459. 

Diese Art findet sich, den neuesten Nachrichten Layard's zu 
Folge, wirklich noch im Gebiete der Kapkolonie, und zwar in 
den Wäldern der östlichen Grenze, am Knysna und in den 



BERICHTIUUNGEIV. 9li7 

Zuurbergen , also bis zum 34° s. Br. herab. Indess ist der 
Vogel in diesen Gebieten doch selten und Layard erhielt nur 
wenige Exemplare. 
If p. 492, Zu Pionias fuscicapillus: Eine getreue Abbil- 
dung dieser Art wird demnächst in der Ornithologie Ostafricas 
Ton Hartlaub und Finsch erscheinen. 
II p. 498. Zu Pionias Rüppelli: Ein ? von Mossamedes (ßen- 
guela) im Bremer Museum zeigt mit Ausnahme des Kopfes , 
einen mehr düster olivenfarbenen Ton im Gefieder; alle Federn 
olivengraulich geendet ; Deckfedern an Aussenfahne blassgelb 
gesäumt , untere Flügeldecken und Achselfedern blassgelb. 
II p. 570. Zu Chrysotis amazonica: Neuerdings auch durch 

Bartlett aus Peru nachgewiesen (Proc. Z. S. 1867. p. 755). 
II p. 604 Z. 7 V. unten schalte ein : Nach den von Dr. Russ 
gemachten Beobachtungen an Käfigvögeln dauert die Brütezeit 
bei Psittacula passerina c. 4 Wochen und es lässt sich 
vermuthen , dass jährlich mehrere Brüten stattfinden. 
II p. 605 Z. 14 V. oben schalte ein: Die neuesten Beobachtungen von 
Dr. Russ beweisen dass die Jungen von Psittacula passerina 
schon nach Verlauf von 5 Monaten den Alten durchaus gleichen. 
II p. 620. Zu Psittacula Desmaresti: In meiner Annahme 
dass Ps. Blythii nicht specifisch zu trennen sei, wurde ich 
neuerdings durch Untersuchung eines Exemplars von den Aru- 
Inseln, welches die hiesige Sammlung durch Frank erhielt, be- 
stärkt. Dasselbe stimmt vollkommen mit dem (p. 621) beschrie- 
benen alten Vogel von Neu-Guinea überein, zeigt das blaue 
Querband über den Kropf aber noch undeutlich, den blauen 
Fleck unterm Auge kleiner aber deutlich, keinen blauen Hinter- 
hauptsfleck und die Kopfseiten noch orangegeib wie bei Blythi. 
Die Aru-Inseln sind neue Localität für diese Art. 

II p. 627 vor N°. 266 schalte ein : 

t (554.) 6b. Psittacula Coxenl, (Gould). 

Cyclopsitta Coxeni, Gould, Proc. Z. S. (1867) p. 182. — id., 
B. of Austr. Suppl. part IV. 1867 (fig. opt.). 



9o8 



NACHTRÜGE UND 



Diagnosis: Wie Ps. diophthalma, aber nur mit schmalem rothen 
Stirnrande. 
Ps. diophthalmae simillima sed fascia frontali angusta rubra. 

Schön grasgrün ; Stirn , Zügel , unter dem Auge und Ohrgegend 
scharlachroth , unter dem Roth der Ohrgegend auf den unteren 
Backen ein länglicher blauer Fleck. Schwingen l^er Ordnung 
an Aussenfahne blau, die letzten Schwingen 2tei' Ordnung an 
Innenfahne breit roth gerandet. Die Federn längs den Körper- 
seiten hochgelb. Oberschnabel bläulich hornfarben ; Unterschna- 
bel weisslich mit schwarzer Spitze ; Füsse blassgrünlichweiss 
(bieigrau, Abbild.), Nägel hellhornfarben. Iris braun. 







Mitt. 




Länge. 


Flügel, 


Schvv.- 
feder. 


Firste, 


7V2'" 


3%" 


2" 


^/a" 


c. 6'" 


3" 7'" 


2" 9'" 


6V2'" 



(Engl,), 

(Nach der Abbildung. 

Die Beschreibung nach der schönen Abbildung von Gould. 

Beide Geschlechter gleichgefärbt , aber das ? grösser (Waller). 

Diese neue Art ist sehr nahe mit Ps. diophthalma verwandt, 
unterscheidet sich aber durch die geringere Ausdehnung der rothen 
Partien am Kopfe, die vorn nur die Stirn einnehmen, den Mangel 
des kleinen blauen Fleckes vor dem Auge und den hellen Unter- 
schnabel. Ein nackter Augenkreis ist vorhanden , den mittelsten 2 
Schwanzfedern fehlt die verschmälert vorragende Verlängerung. Von 
Queensland an der Ostküste Australiens, 

Der Nachweis einer Psittacula in Australien ist namentlich 
im Hinblick auf die geographische Verbreitung von ausserordentlichem 
Interesse. Herrn Waller , der diese schöne Entdeckung an Gould 
einsandte, hat sich daher um die Ornithologie dieses Welttheiles we- 
sentliche Verdienste erworben. Waller erhielt die ersten Exemplare 
dieses interessanten Papageis durch einen Holzsäger , der sie 50 
Meilen im Inneren von Brisbrane in Ost-Australien erlegte. Später 
besuchte Waller selbst diese Localität und theilt darüber Gould Fol- 
gendes mit »der grosse Scrub des bergigen Districtes 40 oder äO 
Meilen nordwestlich von Brisbrane, welcher bis jetzt nur wenig von 
Europäern besucht wurde, scheint die eigentliche Heimath dieser 



IJEmCHTIGUJNGEN, 9159 

Vögel. Hier sitzen sie in den grossen und hohen Feigenbäumen 
so still wie todt , und man gewahrt ihre Anwesenheit nur an dem 
Herabfallen der Ueberreste der Feigen , von welchen sie sich haupt- 
sächlich zu nähren scheinen. Alle Exemplare, welche ich erlegte 
hatten die Kröpfe mit dem weichen Inneren der Früchte gefüllt. 
Ihre grüne Färbung harmonirt so mit der der grossen Blätter in 
welchen sie verborgen sitzen, dass es schwer ist die Vögel zu ent- 
decken. Während des Fressens verhalten sie sich ganz still , nur 
beim Abfliegen lassen sie einen schwachen Laut hören , der wie 
cheep, cheep, klingt." 

Gould nennt die Art zu Ehren des Herrn C. Coxen, Mitglied der 
Staatsverwaltung von Queensland, 

11 p. 643. Zu Psittacula cana: Saravosa in der Sakalava- 
sprache , Caroco in der Betsimsaraksprache (Grandidier, Rev. 
et Mag. Zool. 1867). 

II p. 657 Z. 17 V. oben. Zu Psittacula passerina schalte 
ein : Nach den gütigen Mittheilungen die ich durch Herrn Dr. 
Carl Russ in Berlin, der Psittacula passerina im Käfige 
zur Fortpflanzung brachte, erhielt, scheinen sich die Geschlechts- 
unterschiede bei dieser Art so zu verhalten wie sie von Äzara 
angegeben werden und meine Annahmen würden danach un- 
richtig sein. Das Weibchen trägt nämlich das einfarbig grüne 
Kleid wie ich es bei N°. 15 (p. 654) beschrieben. Die Jun- 
gen sind beim Verlassen des Nestes nur wenig kleiner als die 
Alten, ihr Gefieder ist zarter und weniger dicht, doch bereits 
völlig ausgefärbt. Das Blau an den Schwingen ist minder leb- 
haft, dagegen erscheint es auf den unteren Flügeldecken und 
und auf dem Bürzel bereits ebenso lebhaft und tief, nur stehen 
. die Federn dünner, so dass der dunkelgraue Untergrund her- 
vorschimmert. Schnabel und Beine wie bei den Alten gefärbt. 
Fünf Monate nach dem Ausfliegen ist das junge Männchen dem 
alten durchaus gleich. 

II p. 659 Z. 8 V, oben schalte ein : Auch von Bartlett in Ecuador 
bei Nauta eingesammelt (Proc. Z. S. 1867. p. 749. note). 



960 NACHTRÜGE UND 

II p. 660 Z. 10 V. unten füge hinzu : 

Durch die besondere Güte von Herrn Dr, Carl Russ in Berlin er- 
hielt ich über Psittaculapasserina höchst interessante Mitthei- 
lungen , die namentlich unsere Kenntnisse über die Fortpflanzung in 
der erfreulichsten Weise erweitern. Es gelang Herrn Russ, der ein 
eifriger und kenntnissreicher Vogelzüchter ist, Psittacula pas- 
serin a im KäGge zur Fortpflanzung zu bringen, was bisher in Eu- 
ropa noch niemals vorgekommen sein dürfte. Die erste Brut, welche 
5 Junge erhielt , war Dr. Russ verhindert selbst zu beobachten. Die 
zweite, welche 9 Wochen später anfing, verlief in folgender Weise: 
als Nest diente ein 5 Zoll im Lichten weiter ausgehöhlter Kiefern- 
stamm. Das erste Ei wurde am l^en Januar gelegt. Das Weibchen 
brütete anfänglich täglich nur l — 2 , später 2 — 4 Stunden und ver- 
liess das Nest bei Nacht, vom 14ten an brütete sie aber fest. Den 
19, 21, 24 und 30*^11 Januar ebenso am 8*6" Februar fand dennoch 
Begattung statt und zwar in der Mittagsstunde , wenn das Weibchen 
auf kurze Zeit ('/g — % Stunde), in den ersten 16 Tagen 2 — 3 mal, 
später aber immer nur einmal täglich, vom Neste kam. Am 12ten 
Februar wurden die Jungen zuerst gehört , die Brütezeit dürfte sich 
also auf c. 4 Wochen belaufen. Das Weibchen verliss am 8ten 
März auf längere Zeit das Nest, vom lO^en März an auch des Nachts. 
Am 20ten März flog das erste Junge aus, am 23ten das zweite, und 
am 28ten das dritte. Sie sind beim Ausfliegen fast ebenso gefärbt 
als die Alten und bedürfen also zu ihrer Entwickelung etwa 6 
Wochen. Während der ganzen Brütezeit vom S^en Januar bis 10*«" 
März fütterte das Männchen das Weibchen und später die Jungen 
allein. Selbst nach dem Ausfliegen der letzteren wird es zuweilen 
noch vom Männchen gefüttert und füttert dann seinerseits wieder 
mit dem Männchen Zusammen die Jungen. 

Der Begattungsact ist sehr schwierig und währt 10 — 15 Minuten. 
Das Männchen packt das Weibchen mit einem Fusse auf dem 
Rücken , drückt es nieder und gewinnt erst mit vieler Mühe die 
geeignete Stellung. Nach dem Acte wird das Weibchen jedesmal 
vom Männchen gefüttert. 

Die Galten sind sehr zärtlich, bekommen aber dennoch, mit Aus- 



BERICHTIGUNGEN. 961 

nähme der eigentlichen ßrütezeit, fast täglich Streit und beissen sich 

dann. Das Weibchen fing 10 Tage nach Beendigung dieser Brut 

schon wieder an zu legen und blieb diesmal gleich anfänglich fest 

auf den Eiern sitzen. 

Fünf Monate nach dem Ausfliegen begatteten sich die Jungen bereits. 

II p. 684. Zu Psittacula Hueti: Das Vorkommen dieser Art 
in Peru wurde neuerdings auch durch Bartlett nachgewiesen , 
er sammelte sie am Huallagaflusse im Osten (Proc. Z. S. 1867. 
p. 759). 

II p. 887. Zum Genus Nestor schalte ein: lieber eine der Wis- 
senschaft bisher unbekannte, wahrscheinlich neue Nestor-Art 
erhielt ich durch die Güte von Herrn Dr. Julius Haast direct 
folgende Mittheilung : » oberhalb der Buchenwälder in den sub- 
alpinen Regionen kömmt ein anderer dem Nestor meridio- 
nalis nahe verwandter Repräsentant vor. Er ist viel schweig- 
samer als dieser und hat ein dem N. notabilis ähnlichen 
schwebenden Flug. Sein Aufenthalt sind Felsenlöcher. Herr 
Buller war anfänglich geneigt ihn für eine besondere Art (N. 
montanus) zu halten, erklärte ihn aber später für Varietät 
von N, meridionalis, von welchem er sich indess durch 
Abweichungen in der Färbung und verschiedene Schnabelform 
speeifisch unterscheiden dürfte. Der Vogel ist so scheu , dass 
er mir nur ein paarmal zu Schuss kam." 

II p. 892. Zu Nestor meridionalis: »Lebt hauptsächlich in 
den Pinienwäldern, kommt aber auch noch in den höher ge- 
legenen Buchenwäldern vor, welche nahe der Seeküste bis 
4500', in den Alpenregionen dagegen nur von 3000 — 3500' 
ansteigen" (Haast in litt.). 

APPENDIX. 

I p. 96. Die Insel Hainan ist mit in den Verbreitungskreis aufzu- 
nehmen, denn Swinhoe erwähnt von daher »a fine Parrakeet", 
der sich als neu erweisen dürfte (Ibis. 1868. p. 353). 
II p. 298. Zu Psittacus niger: Nach Pollen, der hübsche Be- 
obachtungen über diese Art miltheilt, weit häufiger als Ps, 

61 



962 NACHTRäGE UND BERICHTIGUNGEN. 

vaza. Querra-celi-celi der Sakalaven (Schlegel et Pollen, 
Recherch. sur la Faun, de Madag. 1867. p. 52). 

II p. 301. Zu Psittacus vaza: Die ausführlichsten Mittheilungen 
über das Freileben dieser Art giebt neuerdings Pollen , der 
zugleich meine Vermuthung, die verschiedene Schnabelfärbung 
möge eine Folge der Jahreszeit sein , völlig bestättigt : während 
der Mauser ist der Schnabel schwärzlich, während der Fort- 
pflanzungszeit weiss. Ueber das Brütgeschaft konnte Pollen 
nichts Näheres erfahren. Schlegel vereinigt Ps. comorensis 
mit dieser Art, obwohl er keine Comoren-Exemplare zur Ver- 
gleichung gehabt zu haben scheint. (Psittacus obscurus, 
Schlegel et Pollen, Recherch. sur la Faun, de Madag. 1867. 
p. 51). 

II p. 419 zur Anmerkung: pyrilia von Tcup = Feuer und 
'iKioiq = ein drosselartiger Vogel bei Aristoteles, bedarf einer 
kleinen Correctur in pyrilias. 

II p. 522. Zu Chrysotis cyanops: statt cyanops = blau- 
äugig, ist die einzig richtige Benennung: cyanopsis = blau- 
gesichtig, anzuwenden. 

II p. 596. Zu Chrysotis xanthops: statt xanthops setze 
xanthopsis. 

II p. 743. Zu Psittacula cana: hübsche Beobachtungen über 
die Lebensweise theilt Pollen mit : . Schlegel et Pollen , Recher- 
ches sur la Faune de Madag. 1867. p. 55. 



INDEX 



WISSENSCHAITLICHEN NAMEN, 

Die im Werke beschriebenen Arten sind durch den grösseren Druck der 

Namen ausgezeichnet, die mit kleineren Lettern gedruckten 

Namen haben auf Synonyme Bezug. 



A. 

accipitrina. Amazona. 
accipitrinas. Deroptyus. 
» Derotypas. 

» PIONIAS. 

» Psittacus. 

accipitrinas major. Psittacus. 
acuticaudata. Evopsitta. 
acuticaudatus. CONURÜS, 

» Conarus. I. 

» Psittacara. 

» Psittacus. I. 

» Sittace. 

acutirostris. Aratinga. 
Adelaidae. Platycercus. 
adelaidensis. PLATYCERCUS, 
Adelaidiae. Platycercus. 
adscitus. Psittacus. 
aequatorialis, Cacatua. I. 

» Plyctolophus. I 

aeruginosns. Aratinga. 



iL 


467. 


» 


467. 


» 


467. 


» 


466. 


» 


466. 


» 


470. 


I. 


451. 


» 


45(^. 


451, 


453. 


L 


451. 


450, 


453. 


L 


453. 


n 


90. 


» 


183. 


» 


183. 


» 


18L 


» 


195. 


296, 


300. 


.292 


,296. 


L 


508. 



aernginosus. Conurus. I. 507, 508. 

j) Psittacus. I. 507. 

aestiva. Amazona. IL 577, 580, 584, 

589. 

» CHRYSOTIS. IL 588. 

aestivalis. Chrysotis. IL 531 , 548. 

aestivus. Cbrysotis. IL 571. 

» Psittacus. II. 531, 570, 588. 

affmis. ECLECTUS. II. 355. 

i> Palaeornis. » 78. 

B PALAEORNIS. » 948. 

» Tanygnathus. » 355. 

Agapornis. » 601. 

agilis. CHRYSOTIS. » 531. 

» Conurus. » 127, 

» Psittacus. IL 531, 571. 

aguava. Conurus. IL 124. 

albifrons. Amazona. » 526, 

» CHRYSOTIS. » 526, 

» Psittacus, IL 526, 528, 

albirostris. Tanygnathus. IL 357. 

alba-cristata. Psittaca. I. 283, 

albo-cristata. Cacatua. » 283. 



964 



INDEX. 



albus. Psittacus. I. 283. 

albus-galeritus. Psittacus. » 296. 

alecto. Ära. »371. 

» Cacatua. » 371. 

» Macroglossus. » 371. 

» MJoroglossum, » 371. 

« Microglossns. » 371. 

Alexandrae. PLATYCERCUS. II. 261, 952. 

» Pölylelip, 11.261. 

Alexandri. Conurus. » 12. 

» Palaeornis. » 12.. 

» PALAEORNIS. » 59. 

» Psittacus. II. 11 , 17, 59. 

» var. ß. Psittacus. 11. 66. 

» var. <f. Psittacus. II. 35, 66. 

» var. ^. Psittacus. » 42, 35. 

» var. ?. Psittacus. II. 59. 

» var. £. Psittacus. » 42. 

alis deauratis. Psittacula. » 104. 

amabilis. CORYLLIS. » 696. 

» Loriculus. » 696. 

Arnatbusia. PLATYCERCUS. » 197. 

Amatbusiac. Platycercus. » 197. 

Amazona. IL 367, 502. 

amazoniea. Amazona, IL 571. 

» CMRYSOTIS. s 570. 

amazonicus. Cbrysotis. II. 518, 589. 

» Psittacus. » 566, 570, 

577,584,585, 588,596. 

amazonicus brasiliensis. Psittacus. IL 584. 

» fronte lutcis. Psittacus. II. 

571. 

» gulture coeruleo. Psittacus. 

IL 523. 

» gutture luteo. Psittacus. IL 

577. 
» janiaicensis. Psittacus. 11.588. 
» jioecilorbyncbus. Psittacus. IL 

584. 

» varius. Psittacus. IL 589, 

amazonina. Cbrysotis. » 418. 

» Eupsitta. » 418. 

» Evopsitla. » 418. 

» Pyrilia. » 418. 

amazonicus. PIONIAS. » 417. 

» Psittacus, » 417. 

amazonus. Psittacus. « 571. 



ambigua. Siltace. IL 943. 

ambiguus. Macrocercus. I. 396. 

» Psittacus. L 396, 399. 

amboinensis. Aprosmictns. IL 249. 

» Eclectus. » 344. 

» Lorius. » 344. 

» PLf^TTCERCUS. » 249. 

» Psittacus. » 249. 

» coccinea. Psittaca. » 249. 

» varia. Psittacus. » 830. 

americanus. Psittacus. » 547. 

amoenus. Psittacus. » 725. 

anaca. Psittacus. I. 539. 

» Sittace. » 539. 

Androglossa. IL 501. 

angolensis lutea. Psittaca. I. 491. 

Anna. Aprosmictus. IL 232. 

5 Conurus. » 232. 

annulatus. Psittacus. » 40. 

Anodontorbynchus. I. 380. 

Anodorbynchidae. » 379. 

Anodorbynchus. » 380. 

anlhopeplus. Palaeornis. IL 256. 

aourou. Psittacus. » 571. 

apicalis. Loriculus. IL 711, 714. 

Aprosmictus. II. 172. 

aquarum lupiarum insula. Psittaca. I. 

474. 

» lupiarum insulae. Psittacus. 

II. 467. 

Ära. I. 380. 

Aracanga. » 380. 

aracanga. Ära. » 399. 

» Arara. » 399. 

» Macrocercus. » 398. 

» Psittacus. 398. 

» Sittace. » 399. 

Araidae. » 379. 

Arainae. » 379. 

Arara. I. 380, 435, IL 111, 325, 431. 

Ararauna. I. 380. 

ararauna. Ära. » 411. 

» Arara. t> 411. 

» Macrocercus. \. 411, 414. 

» Psittacus, L 410. 

» SITTACE. »410. 

Aratinga. I, 435. IL 85, 



INDEX. 



965 



arausiacus. Psittacus. 
arraillaris. Conurus. 
» Psittacus. 

aruensis. Eclectus. 
» GeofFroyus. 

» Psittacus. 

asiaticus, Psittacus. 
» Loriculus. 

ater. Eos. 
» Lorius, 
» Microglossas. 
» Platycercus. 
» Psittacus. II. 

aterriaia. Cacatua. 
aterrimum. Microglossum. 
aterrimus. MICROGLOSSUS. 

» Psittacus. 

atra. Chalcopsitta. 
» DOMICELLA. 
» Eos. 
atricapilla. DOMICELLA. 
atricapillus. Psittacus. IL 
atrigularis. Aprosmiclus. 
» Platycercus. 

atrogularis. Platycercus. 
atropurpureus. Psittacus. 
Aubryanus. Poeocephalus. 

» Psittacus. 

aucklandicus. Cyanoramphus. 
anclandicus. Platycercus. 
augusta. CHRYSOTIS. 
Augustus. Amazona. 
» Macrocercus. 

» Oenochrus. 

» Psittacus. L 389. 

anrantia. Euphema. 
aurantio-ciistatus. 
aurantius. Psittacus. I. 491. IL 
aarea. Aratinga. 

» Sittace. 
aureipalliata. Chrysotis. 
aureus. Aratinga. 
» CONURUS. 

» Conurus. 

» Poiocephalus. 

» Psittacus. I. 499, 
aurlcapillus. Arara. 



IL .555, 


auricapill 


US. Conurus. 


I. 495. 


I. 490, 


» 


Psittacara. 


» 495. 


» 489, 


» 


Psittacus. 


» 495. 


IL 337. 


auriceps. 


Coriphilus. 


IL 285. 


» 376. 


» 


Cyanoramphus. 


» 285. 


» 376. 


)) 


Euphema. 


9 285. 


» 715. 


)) 


PLATYCERCUS. 


» 285. 


M 714. 


» 


Psittacus. 


» 285. 


» 755. 


auricollis. 


Ära. 


L 423. 


» 756. 


» 


Arara. 


» 423. 


L 371. 


» 


Primolius. 


» 423. 


11. 755, 


» 


SITTACE. 


» 423. 


755, 907. 


auricomis 


Leptolophus. 


s 261. 


I. 371. 


auricomus 


. Psittacus. 


» 495. 


a 371. 


aurifrons. 


BOLBORRHYNCHÜS. II. 126. 


» 370. 


» 


Aratinga. 


I. 495. 


» 370. 


a 


Brotogeris. 


IL 104. 


IL 755. 


» 


Conurus. 


» 127. 


» 755. 


X) 


Myiopsitta. 


» 127. 


» 756, 


a 


Psittacus. 


» 126. 


» 763. 


x> 


Trichoglossns. 


» 126. 


432, 770, 


auripalliata, Amazona. 


» 569. 


IL 232. 


» 


CHRYSOTIS. 


i> 568. 


» 232. 


auritorques. Arara. 


I. 423. 


» 232. 


auro-palliata. Chrysotis. 


IL 569. 


» 231. 


auro-palli 


atus. Psittacus. 


» 568. 


» 480. 


aurora. 


Psittacus. 


» 590. 


» 480. 


aurorae. 


Psittacus, 


» 777. 


» 273. 


Australasia. 


» 810. 


» 273. 


australe. 


Callocephalon. 


I. 337. 


» 557. 


australens 


is. Kakadoe. 


» 287. 


» 557, 


australis. 


Banksianus. 1. 340 


, 346, 357. 


I, 389. 


» 


Centrourus. 


IL 892. 


IL 557. 


» 


Coriphilus. 


» 858. 


. » 557. 


» 


Glossopsitta. 


» 858. 


» 168. 


» 


Nanodes. 


» 858. 


I. 303. 


B 


Nestor. 


» 892. 


.333,548. 


s 


Psittacus. IL 747, 


857,858, 


I. 500. 




864, 


892. 


» 500. 


auturanal 


is. Amazona. IL 


515, 548. 


IL 569. 


» 


CHRYSOTIS. 


IL 547. 


I. 500. 


» 


Psittacus. IL 


533, 545, 


» 499. 






547, 555. 


» 506. 


aymara. 


Arara. 


IL 123. 


IL 376. 


» 


BOLBORRHYNCHÜS, » 123. 


» 376. 


» 


Conurus, 


» 124. 


I, 495. 


aztec. CONURUS. 


I. 522. 



966 



INDEX. 



aznrea. 


Psittacula. 


II. 


613. 


Belocercus. 


azureus. 


Agapornis. 


» 


613. 


Belarus. 


» 


Lathamas. 


» 


161. 


bengalensis 


» 


Psittacus, 


» 


613. 


» 



B. 

badiceps. Psiltacas. II. 432, 435. 

badias. Psittacus. II. 435. 

Banksi. Calyptorhynchus. I. 340, 346. 

» CALYPTORRUYNCHÜS. I. 345. 

» Psittacus, » 345. 

Banksianus. I. 329. II. 318. 

» Psittacus. » 864. 

Banksii. Cacatua. I. 346. 

3) Plyctolophus. » 346. 

» Psittacus. » 345. 

» var. ß. Psittacus. » 340. 

barbadensis. Psittacus. IL 577. 

barbarossa. Psittacus. I. 511. 

barbatulatus. Belocercus. II. 77. 

» Psittacus. » 77. 

barbatus. Belarus. II, 56, 60. 

» Palaeornis. » 56, 66. 

ßarklyi. Coracopsis. II. 954. 

» Psittacus. » 298. 

» PSITTACUS. » 954. 

Barnardi. PLATYCERCüS. » 207. 

Barnardius. » 173. 

Barrabandi. Amazona. » 426. 

j» Caica. » 425. 

» Palaeornis. » 259. 

» PIONIAS. » 425. 

» Pionus. » 426. 

» PLATYCERCÜS. » 259. 

» Poicephalus. » 426. 

» Polytelis. » 259. 

» Psittacus. IL 259, 425. 

Barrabandius. IL 173. 

batavensis. Psittacula. II. 376, 381. 

» Psittacus. IL 752. 

batavica. Psittacula. » 677. 

» Psittacus. » 677. 

Baudini. CALYPTORRHYNCHUS. I. 363. 

» Plyctolopbus. » 363. 

Baaeri. Platycercus. IL 212. 

» Psittacus. jj 212. 



II. 1, 811. 
IL 1. 

Palaeornis. IL 41, 42. 

Psittaca. IL 41. 

» Psittacus. » 41. 

benghalensis. Psittacus. » 41. 

Bernsteini. Chalcopsitta. » 755. 

» Psittacus. » 792. 

beryllina. Pyrrhura. » 919. 

beryllinus. Conurus. » 919. 

bicollaris. Psittacus. » 35. 

bimaculatus. Psittacus. » 60. 

bisetis. Nympbicus. » 242. 

» Psittacus. IL 204, 242. 

bitorquatus. Palaeornis. II. 18,35. 

» Psittacus. II. 35. 

Blytbii. Cyclopsitta. » 621. 

BOLBORRHYNCHIJS. Genus. » 111. 

» AURIFRONS. » 126. 

» AYMARA. » 123. 

» DORBIGNYL » 129. 

» LINEOLATÜS.» 130. 

» LUCHSL » 121. 

» MONACHUS. » 114. 

M RUBRIROS- 

TRIS. 

Bonapartci. CORYLLIS. 



» Licmetulus 

» Loriculus. 

Bontii. Psittacus. 
borbonica. Palaeornis. 

» torquata. Psittaca. 

bornea. Eos. 
borneoensis. 
borneus. Belocercus. 

» Eos. 

» Lori US. 

» Palaeornis. 

» Psittacus. 

Bouqueti. CURYSOTIS. 

» Psittacus. 

Bourkei. Euphemia. 
ßourki. PLATYCERCUS. 
Bourkii. Euphema. 

)j Nanodes. 

bracbyura. Amazona. 

1» Graydidactylus. 



» 125. 
» 703. 
» 703. 
IL 695, 703. 
IL 109. 
» 35. 



» 35. 

» 798. 

» 799. 

» 59. 

» 798. 

» 798. 

» 66. 

» 911. 

» 555. 

» 555. 

» 227. 

» 227. 

» 227. 

» 227. 

» 410. 

» 410. 



INDEX. 



967 



bachyarus. 


nONIAS. 


» 


Pionus. 


» 


Psittacas. 


brasiliensis. 


Amazona. 


» 


Ära. 


» 


Connrns. 


» 


CHRYSOTIS. 


» 


Eupsittula. 


» 


Lorius. 


» 


Psittaca. 


» 


Psittacula. 


» 


Psittacus. 


» 


Tirica. 



II. 410. 
» 410. 
» 410. 
» 534. 
I. 403. 
» 500. 
II. 533. 
I. 500, 
II. 920. 
I. 499. 
II. 89. 
I. 499. » 533. 
» 90. 
cinereus. Psittacas. » 309. 
cyaneo-crocea. Ära. I. 410. 
cyanocephalus. Psit- 
tacus. II. 571. 
erythrocephala. Psit- 
tacula. » 104. 
erythrocephala. Psit- 
tacas. » 538. 
fronte rubra. Psittaca. I, 503. 
fronte rubra. Psittacus. II. 533. 
fusca. Psittacula, I. 539. 
icterocephalus. Psitta- 
cula. II. 108. 
lutea. Psittacula. I. 495. 
lutea. Psittacus. » 455. 
uropygio cyaneo. Psit- 
tacula. II. 648. 
viridibos. Ära. I. 417. 
II. 85, 732, 
Genus. IL 85. 
CHRYSOSEMA. » 107. 
JÜGULARIS. » 101. 
PTRRHOPTERA. » 
SUBCAERULEA. » 
TIRICA. » 
TOVI. » 
TÜI. 

TÜIPARA. 

VIRESCENS. » 94. 

XANTHOPTERA. » 92. 

PLATYCERCUS. » 198. 

Psittacus, 11. 198, 204. 

brunniceps. Conurus. II. 124. 

buccalis. Aratinga. » 916, 



Brotogeris. 
BROTOGERTS, 



95. 

97. 
» 89. 
» 99. 
» 108. 
» 103. 



Browni. 
Brownii 



buccalis. Psittacus. II. 916. 

Buffoni. Arara. T. 396. 

» PLICTOLOPHUS. » 300. 

Byroni. Psittacas. » 444. 

C. 



Cacatoes. 




I. 265. 


Cacatua. 




» 265. 


Cacatuidae. I. 256, 


265, 266, 278, 


329, 


265. 




Cacatuinae. 




L 256. 


Cacatus. 




» 265. 


cactorum. CONURUS. 




» 517. 


» Psittacus. 




» 517. 


» Sittace. 




» 517. 


caernleo-barbatus. Conurus. 


IL 209. 


caeruleo-frontatus. Psittacara. 


L 453. 


caerulifrons. Psittacus, 




II. 555. 


caffer. Psittacus. 




» 475. 


Caica. 


iL 


86, 367. 


caica. Pionus. 




II. 429. 


» Psittacus. 




» 429. 


caixana. Aratinga. 




I. 517. 


caledonicus. Platycercus. 


IL 204. 


» Psittacus. 




» 204, 


calita. Conurus. 




» 115. 


» Myiopsitta. 




B 115, 


» Psittaca. 




» 115. 


calito. Conurus, 




» 115. 


Calopsitta. 




» 257. 


Callicephalus. 




L 329. 


CALLIPSITTACÜS. Genus. 


» 257, 


» KOVAE-HOL 


- 


LANDIAE. 


» 260. 


calliptera. Microsittace. 




» 554. 


» Pyrrhura. 




» 554. 


callipterus. CONURUS. 




» 554, 


Callocephalon. 




x> 329, 


calthopticus. Psittacus. 




IL 104. 


calthrapa. Palaeornis. 




» 53. 


calthropae. PALAEORNIS. 


» 53. 


calthropiae. Palaeornis. 




» 53. 


Calyptorhynchinae. 




I. 329. 


Calyptorhynchus. 




» 329. 


CALYPTORRHYNCHUS. 


Genus. 


» 329. 


» 


BANKSI 


. » 345. 



968 



INDEX. 



CALYPTORRHYNCHÜS. BAüDINI. 1. 363. 


Cassini. Conurus. 


IL 


109. 


» FUNEREÜS. 


castaneifrons. Ära. 


L 


417. 




1. 357. 


» Macrocercus. 


» 


417. 


» GALEATUS. | 


Catacus. 


» 


265. 




I. 337. 


Catharina. Conurus. 


IL 


130. 


» SOLANDRI. 


» Myiopsitta. 


» 


130. 




I. 340. ! 


Cathropae. Palaeornis, 


» 


947. 


» . STELLATüS. 


cayana. Arara. 1. 


425, 


469. 




I. 351. 


cayanensis. Conuras. 


I. 


469. 


cana. Agapornis. 


ir. 643. 


» Psittacus. 


IL 


531. 


» Poliopsitta. 


» 643. 


cayennensis. Psittaca. 


» 


94. 


» PSITTACULA. 


» 643. 


» Psittacus. 


» 


104. 


canalicularis. Psittacus. 


I. 500. 


cayenneus. Psittacus, II. 


105, 


589. 


caniceps. Belocercus. 


II. 83. 


Centropus. 


I. 


246. 


» Belarus. 


» 83. 


Centrourus. 11. 


811, 


882. 


» PALAEORNIS. 


» 83. 


Centrurus. 


IL 


882. 


canicoUis. Conarus. 


» 115. 


Centurus. 


I. 


435. 


» Myiopsitta. 


» 115. 


ceramensis. Lorius. 


IL 


776. 


» Siltace. 


» 114. 


cervicalis. Eos. 


I. 


462. 


canicularis. Aratinga. 


I. 503. 


» Psittacus. 


IL 


925. 


» Conarus. I. 


500 , 503. 


» Trichoglossus. I. 462. » 


925. 


» Enpsittala. 


I. 500. 


ceylanicus. Soienoglossus. 


I. 


370. 


» Psittacus. I. 


499, 503. 


ceylonensis. Eclectus. IL 


341, 


346. 


canigularis. Psittacus. 


I. 507. 


» Psittacus. 


IL 


341. 


caninde. Ära. 


» 414. 


Chalcopsitta. 


B 


732. 


» Macrocercas. 


» 414. 


chalcoptera. Amazona. 


» 


462. 


» SITTACE. 


» 413. 


chalcopterus. PlOMAS. 


» 


462. 


canus. Psittacus. 


11. 643. 


B Pionus. 


» 


462. 


oapensis. Psittacus. II. 


649, 650. 


» Psittacus. 


» 


462. 


capistratus. Geoffroyus. 


II. 381. 


Charmosina. 


» 


811. 


» Psittacus. IL 381 


, 827, 830. 


Charmosyna. 


» 


811. 


» Trichoglossus. 


II. 827. 


Cheripepe. Microsittace. 


S 


917. 


» Psittacus. 


» 190. 


cheroyeus. Psittacus. 


I. 


433. 


cardinalis. DOMICELLA. 


» 785. 


cliinensis. Psittacus. 


IL 


786. 


» ECLECTUS. 


» 344. 


chiripepe. Conurus. 


B 


917. 


» Ecleclus. 


» 346. 


» Psittacus. 


» 


917. 


» Eos. 


» 785, 


» Pyrrhura. 


B 


917. 


» Lorius. 


» 785. 


i> Sittace. 


B 


917. 


» Psittacus. 


» 344. 


chiriri. Psittacus. 


B 


94. 


Carolinae. Eclcctus. 


» 348. 


Chloris. Chrysotis. 


» 


930. 


Carolinac Augustae. Aratinga. 


I. 456. 


cliloris. Psittacus. 


» 


931. 


carolincnsis. Arara. 


I. 478. 


CHLOROCERCA. Domicella. 


B 


767. 


» Aratinga. 


» 478. 


chlorocercus. Lorius. 


» 


767. 


» Centurus. 


» 478. 


chlorogcnys. Conurus. 


I. 


543. 


» CONURUS. 


» 478. 


)j Microsittace. 


B 


544. 


x> Conurus. 


» 508. 


» Pyrrliura. 


B 


544. 


» Psittacus. I. 478 


,508, 577. 


» Sittace. 


» 


543. 



INDEX. 



969 



chlorolepidot 


as. Psiltacns. 


II. 


847. 


» 


TRICHOGLOSSUS. » 


847. 


chloronota. 


Clirysotis, 


» 


511. 


chloronotus. 


Lorius. 


» 


767. 


chloroptera. 


Arara. 


I. 


404. 


» 


Evopsitta. 


» 


469. 


» 


Psittacara. 


» 


469. 


» 


SITTACE. 


» 


403. 


chloropterus. 


Ara. 


M 


403. 


» 


Macrocercas. 


» 


404. 


» 


Psittacas. 


» 


456. 


choraeus. Psittacas. 


II. 


115. 


chrysocephalus. Aratinga. 


I. 


495. 


chrysogastra. 


EUPHKMA. 


11. 


168. 


» 


Psittacula. 


» 


650. 


» 


Psittacus. 


» 


168. 


chrysogenys. 


Conurus. 


I. 


507. 


chrysolophus. 


Cacataa. 


» 


287. 


» 


Psittacas. 


» 


803. 


chrysophris. 


Conurus. 


» 


507. 


chrysophrys. 


Conarus. 


» 


507. 


chrysopogon. 


Psittacas. 


II. 


100, 


» 


Psittovius. 


» 


100. 


chrysoptera. 


Psittacula. 


» 


104. 


chrysopterus. 


Conurus. 


» 


104. 


M 


Psittacas. 


» 


104. 


chrysopterygius. Platycercas. 


» 


224. 


» 


Psepliotus. 


» 


224. 


chrysopterygi 


s. PLATYCERCUS 


» 


224. 


chrysosema. 


BROTOGERYS. 


» 


107. 


» 


Conurus. 


» 


107. 


chrysosemus. 


Psittaculus. 


» 


107. 


chrysostoma. 


Eupbema. 


» 


163. 


» 


Euphemia. 


» 


164. 


clirysostomus 


, Conurus. 


» 


163. 


» 


Psittacas. 


» 


163. 


Chrysotis. 




» 


367. 


CHRTSOTIS. 


Genus. 


» 


501. 


» 


AESTIVA. 


» 


588. 


» 


AGILIS. 


V 


531. 


» 


ALBIFRONS. 


» 


526. 


» 


AMAZONICA. 


» 


570. 


» 


AUGUSTA. 


» 


557. 


» 


AURIPALLIATA. 


» 


568. 


» 


AUTUMNALTS. 


3) 


547. 


» 


BOUQUETI. 


» 


555. 


B 


BRASILIENSIS. 


» 


533. 



CHRYSOTIS COCCINEIFRONS. 

» COLLARIA. 

« CYANOPS. 

» DIADEMATA. 

» DUFRESKEI. 

» ERYTHRURA. 

» FARINOSA. 

» FESTIVA. 

» FINSCHI. 

» GUATEMALA. 

» GUILDINGI. 

» LEUCOCEPHALA. 

» LEVAILLANTI. 

» MERCEIMARIA. 

» NATTERERI. 

» OCHROCEPHALA. 

» 0CHR0PTER.4. 

» PRETREI. 

» ^ SALLEI. 

» VINACEA. 

» VITTATA. 

» XANTHOLORA. 

» XANTHOPS. 

chrysotorques. Sittace. 
chrysurus. Psittacus. 
cinereicoUis. Psittacas. 
cinereus. Psittacas. II. i 

» gulneensis. Psittacas. II 

cingulata. PSITTACULA. 
cingulatus. Psittacus. 
citreocapillus. 
citrinocapillus. PIONIAS. 
citrino-cristata. Cacatua. 
citrino-cristatus. PLICTOLOPHÜS. » 

» Plyctolophus. 

citrinus. Psittacus. 
Clusii. Psittacus. 
cobaltina. Psittacara. 
cobaltinus. Pionus. 

» Psittacus. 

coccinea. DOMICELLA. 

» fortunarum insulae 

Psittaca. 
coccineicollaris, Pionus. 
coccineifrons. CHRYSOTIS. 

» TRICHOGLOSSUS 

coccineopterus. Ptistes. 

62 



II 


.540. 


» 


517. 


» 


523. 


» 


545. 


» 


551. 


» 


535. 


» 


565. 


» 


511. 


» 


543. 


» 


562. 


» 


559. 


» 


520. 


» 


580. 


» 


594. 


» 


563. 


» 


584. 


» 


577. 


» 


529. 


» 


513. 


» 


537. 


» 


515. 


» 


528. 


» 


596. 


I. 


423. 


II. 


673. 


» 


114. 


38, 


309. 


IL 


308. 


» 


677. 


» 


677. 


» 


486. 


» 


484. 


I. 


303. 


5. » 


303. 


» 


303. 


M 


303. 


IL 


466. 


I. 


389. 


IL 


442. 


M 


442. 


» 


800. 


» 


911. 


» 


421. 


M 


540. 


» 


845. 


» 


262. 



970 



INDEX. 



coccineus. 


Crotogeris. 


IL 


761. 


CONURUS HAEMORRHOÜS. 


L 453, 


» 


Lorius. 


» 


801. 


» 


niLARIS. 


» 464. 


» 


Psittacus. 11. 


760, 


800. 


» 


HOFFMANNI. 


» 553. 


» 


Trichoglossus. 


IL 


761. 


» 


HOLOCHLORÜS. 


» 466. 


» 


Vini. 


» 


749. 


» 


ICTEROTIS. 


» 449. 


cochincliinen&is. Eos. 


» 


803. 


» 


JENDAYA. 


» 495. 


» 


Psittacns. 


» 


804. 


» 


LEPIDÜS. 


» 543. 


coelestis. 


Agapornis. 


» 


666. 


» 


LEÜCOTIS, 


» 535. 


» 


Platycercus, 


» 


19.^. 


» 


LUCIANL 


» 541. 


» 


PSITTACULA. 


» 


666. 


» 


LUTEÜS. 


» 455. 


» 


Psittaeulus. 


» 


666. 


» 


MELANURUS. 


» 556. 


coeruleata 


. Domicel]a. 


» 


787. 


» 


MITRATUS. 


» 461. 


coeruleatas. Lorius. 


» 


788. 


« 


MOLINAE. 


» 547. 


» 


Psittaeos. 


» 


787. 


» 


NANDAY. 


» 489. 


■coeruleoce 


phalus. Psittacus. 


» 


924. 


» 


NANUS. 


» 520. 


eoeruleus. 


Psittacus. 


L 


410. 


» 


PATAGONUS. 


» 444. 


collaria. 


CHRYSOTIS.' 


IL 


517. 


» 


PAVÜA. 


» 469. 


collarius. 


Psittacus. 


» 


517. 


» 


PERTINAX. 


» 506. 


columbinus. Chrysotis. 


» 


537. 


» 


PETZL 


» 502. 


» 


Psittacus 


X 


537. 


» 


RHODOGÄSTER. 


» 549. 


colamboid 


es. Palaeornis. 


» 


74. 


» 


ROSEIFRONS. 


» 534. 


comarcnsis. Coracopsis. 


» 


304. 


» 


RUPICOLA. 


» 560. 


Comeris. 




L 


436. 


» 


SMARAGDINUS. 


» 525. 


comorensis. Coracopsis. 


IL 


304. 


» 


SOLSTITIALIS. 


» 491. 


» 


PSITTACUS. 


» 


304. 


» 


SOU ANGEL 


» 558. 


concinnus 


Lathamus. 


» 


858. 


» 


VITTATÜS. 


» 530. 


» 


Psittacus, 


» 


857. 


» 


WAGLERI. 


» 459. 


» 


TRICHOGLOSSUS 


» 


857. 


» 


WEDDELLI. 


» 497. 


conspicillata. PSITTACULA. 


» 


663. 


Cooki. 


Platycercus. 


IL 273. 


» 


Psittaeulus. 


» 


663. 


Cookii. 


Calyptorhynchus. I. 


340, 346. 


Conurinae 


L 


379, 


436. 


» 


Plyctoloplins. 


I. 340. 


Conarus. 


L 431. IL 1, 85, 


111, 


156, 


» 


Psittacus. 


» 346. 




601, 811. 




Coracopsis. IL 


173, 292. 


CONURUS 


. Genus. 


1. 


435. 


corallinus. Pionus. IL 445, 


448, 452. 


» 


ACUTIGAUDATUS. 


I. 


450. 


corallirostris. Pionus. 


IL 453. 


» 


AUREUS. 


» 


499. 


Coriphil 


US. IL 173, 


732, 811. 


» 


AZTEC. 


» 


522. 


Cornelia 


. Eclectus. 


II. 348. 


N» 


CACTORUM. 


» 


517. 


Corneliae. ECLECTUS. 


» 348. 


» 


CALLIPTERUS. 


» 


554. 


cornutus. Kymphicus. 


» 242. 


» 


CAROLINENSIS. 


» 


478. 


» 


Pezoporus. 


» 242. 


» 


CRUENTATUS. 


» 


527. 


» 


PLATYCERCUS. 


» 241. 


» 


CYANOPTERUS. 


» 


538. 


)) 


Plectolophus, 


» 242. 


» 


DEVILLEI. 


» 


532. 


» 


Psittacus. IL 


241, 917. 


» 


KRYTHROGENYS. 


» 


465. 


coronatus. Psittacus. » 


467, 551. 


» 


EUOPS. 


;) 


474. 


Corydon 




L 329. 


» 


FRO^TATUS. 


)) 


462. 


CORYLLTS. Genus. 


IL 687. 


» 


IIAEMATOTLS. 


» 


551. 


» 


AMABILIS. 


» 690- 



INDEX. 



*)71 



CORYLLIS BONAPARTEI. 


11. 


703. 


cyaneus, Coripliilus. 


IL 


742, 


743. 


» CULACISSI. 


» 


705. 


» Psittacus. 




IL 


742. 


» EX IL IS. 


n 


729. 


cyaniceps. Pionus. 




» 


390. 


» FLOSCÜLUS. 


» 


728. 


cyanicollis. Eclectus. 


IL 


387, 


389. 


). GALGULUS. 


» 


699. 


» Geoffroyus. 




IL 


387. 


i) HARTLÄUBI. 


» 


711. 


» PIONIAS. 




» 


387. 


» IJVDICA. 


» 


714. 


» Psittacula. 




» 


387. 


» PÜSILLA. 


» 


725. 


» Psitlacus. 




» 


387. 


» REGULUS. 


» 


710. 


cyanocephala indica, Psiltaca. 


» 


42. 


» SCLATERI. 


s 


697. 


cyanocephalos. Psittaca. 




» 


40. 


» STIGMATA. 


» 


694. 


cyanocephalus. Chrysotis. 




» 


555. 


» VERNALIS. 


» 


721. 


» PALAEORNIS. 


» 


40. 


Corythopliilus. 


» 


732. 


» Psittacus. II. 4C 


,441 


464. 


Cotorra. Psittacns. 


» 


114. 


cyanochlora. Psittacula. 




II. 


643. 


coolaci. Loriculus. 


» 


714. 


cyanocinctus. Lorius. 




» 


773. 


» Psittacula. II. 705. 


714, 


725. 


cyanogaster. Amazona. 




» 


408. 


Coxeni. Cyclopsitta. 


11. 


957. 


» Chrysotis. 




» 


408. 


» PSITTACULA. 


» 


957. 


» PIONIAS. 




» 


407. 


cristata. Cacatua. 


I. 


283. 


» Psittacus. 


IL 


407, 


821. 


» Kakadoe. 


» 


283. 


» Triclaria. 


» 


407, 


408. 


» Psittacula. 


iL 


922. 


cyanogastria. Triclaria. 




IL 


408. 


cristatella. Cacatua. 


I. 


283. 


cyanogenia. Eos. 




» 


796. 


crista tricolorata. Kakadoe. 


» 


305. 


» Lorius. 




» 


796. 


cristatus. Psittacus. i. 


283, 


301. 


cyanogenys. DOMICELLA 




» 


796. 


croceus. Plyctolophus. 


I. 


303. 


» Platycercus. 




» 


197. 


craentata. Aratinga. 


» 


528. 


cyanogrammus. Trichoglossus 


» 


828. 


» Pyrrhura. 


» 


528. 


» TRICHOGLOSSUS. » 


830. 


» Sittace. 


» 


528. 


cyanogula. Psitlacus. 




» 


441. 


cruentatus. CONURUS. 


» 


527. 


cyanogularis. Aratinga. 




I. 


528. 


» Psittacus. 


» 


527. 


cyanolaetnus. Loriculus. 




n. 


714. 


» Trichoglossus. 


» 


495. 


cyanolenus. Psittacus. 




» 


930. 


cryptoxanthus. Poiocephalus. 


II. 


492. 


oyanoliseus. Conurus. 




I. 


445. 


cubicularis. Palaeornis. 


» 


18. 


cyanolisios. Conurus. 




» 


445. 


» Psittacus. 


» 


17. 


cyanolyseos. Conurus, 




» 


444. 


cucullatus. Lorius. 


» 


803. 


» Psittacus. 




» 


444. 


» Palaeornis. 


» 


12. 


Cyanolyseus. 




» 


436. 


» Psittacus. 


» 


803. 


cyanonielas. Psittacus.- 




IL 


212. 


culacissi. CORYLLIS. 


» 


705. 


cyanonothus. Psittacus. 




» 


787. 


» Loriculus. 


» 


706. 


cyanopis. Psittacus. 


IL 


523, 


663. 


» Psittacula. 


» 


705. 


cyauops. CHRYSOTIS. 




IL 


523. 


cumanensis. Psittacus. 


1. 


425. 


)» Conurus. 


[. 


451, 


453. 


cupreiceps. Euphema. 


IL 


951. 


cyanopsis. Cacatua. 




I. 


292. 


cyanauchen. DOMICELLA. 


» 


773. 


Cyanopsitta. 




» 


380, 


» Lorius. 


» 


773. 


cyanoptera. Microsittacc. 




» 


539. 


» Psittacus. 


» 


773. 


cyanopterus. Agapornis. 




IL 


648. 


cyaiieocapillus. Psittacus. 


» 


555. 


). CONURUS. 




I. 


5.38. 


cyaneopileata. Psittacula. 


» 


699. 


» Psittacus. 1 


. 538. IL 


649. 



972 



INDEX. 



cyanopyga. PSITTACULA. 


IL 


662. 


discolor. 


Latbamus. 


IL 


864, 


cyanopygia. Psittacnla. 


« 


662. 


» 


Na n od es. 


» 


864, 


cyanopygius. Psittacalas. 


» 


662. 


» 


Psittacus. 


» 


863. 


» Psittacus. 


)> 


245. 


» 


TRICHOGLOSSUS. 


» 


868. 


cyanopygus. PLATYCERCUS, 


» 


245. 


discosurus. Prioniturus. 


1) 


401. 


Cyanoramphas. 


» 


173. 


» 


Psittacus. 


):> 


399- 


cyanorhyncha. Amazona. 


» 


523. 


discurus 


PIONIAS. 


» 


401. 


cyanorrhynchus. Chrysotis. 


» 


523. 


» 


Psittacus. IL 395, 


401. 


» Psittacus. 


» 


523. 


docilis. 


Psittacus, 


IL 


18. 


cyanostictus. Psittacus. 


» 


798. 


» 


Palaeornis. 


» 


18. 


cyanostriata. Eos. 


» 


798. 


domicell 


a. Lorius. 


» 


764. 


cyanothrix. Conurus. 


I. 


427. 


» 


Psittacus. 


» 


764. 


cyanotis. Chrysotis. 


IL 


533. 


DOMICELLA. Genus. 


» 


732. 


» Psittacus. 


» 


533. 


» 


ATRA. 


» 


755. 


cyanurus. Lorius. 


)) 


788. 


» 


ATRICAPILLA. 


» 


763. 


» Psittacus. IL 


448, 


787. 


» 


CARDINALIS. 


» 


785. 


Cyclopsitta. » 


601, 


811. 


» 


CHLOROCERCÄ. 


» 


767. 








» 


COCCINEA. 


» 


800, 


D. 






» 


CYANAUCHEN. 


» 


773. 








M 


CYANOGENYS. 


» 


796. 


Dasyptilinae. II. 


291, 


318. 


» 


FRINGILLACEA, 


» 


747. 


DASYPTILUS. 


IL 


318. 


» 


FUSCATA, 


» 


807. 


» FULGIDUS. 


» 


323. 


« 


GARRULA. 


« 


776. 


» PESQUETI. 


u 


320. 


M 


HYPOINÜCHROA 


» 


768. 


decorus. Psittacus. 


)) 


588. 


» 


KUHLI. 


» 


749. 


Deplanchei. Trieb oglossus. 


M 


834. 


» 


LORL 


» 


769. 


Derbyanus. Belocercas. 


» 


59. 


» 


RETICULATA. 


» 


797. 


» Palaeorni?. 


» 


70. 


» 


RICINIATA. 


'» 


803. 


Deroptyus. 


» 


366. 


» 


RUBIGINOSA. 


w 


781. 


Derotypus. 


» 


367. 


» 


RUBRA. 


M 


786. 


Desmaresti. Cyclopsitta. 


» 


620. 


« 


SCHLEGELL 


» 


792, 


n Opopsitta. 


» 


620. 


)} 


SCINTJLLATA. 


M 


752. 


» PSITTACULA. 


» 


620. 


W 


SEMI LARVATA. 


» 


794. 


Desmarestii. Psittacus. 


» 


620. 


» 


SMARAGDINA. 


» 


745. 


Dcvillci. CONURUS. 


I. 


532. 


» 


SOLITARIA. 


)) 


760. 


Deviliii. Microsittaoe. 


)) 


532. 


» 


STAVORINL 


» 


758. 


» Pyrrbura. 


» 


532. 


« 


TAITIANA. 


» 


742. 


diadema. Chrysotis. 


IL 


545. 


dominiccnsis. Chrysotis. IL 516, 


537. 


» Psittacus. 


» 


545. 


» 


Psittacus. 


IL 


515. 


)) Psitteuteles. 


» 


8o7. 


Dorbignyi. BOLBORRHYNCHUS. 


» 


129. 


diademata. CHRYSOTIS. 


» 


545. 


dorsalis. 


Aprosmictus, 


« 


249, 


diadematus. TRICHOGLOSSUS, » 


867. 


» 


Platycercus, 


« 


249. 


diopbtbalma. Cyclopsitta, 


» 


627. 


« 


Psittacus, 


M 


249. 


)) Opopsitta. 


» 


628. 


dorsocaeruleus. Conurus. 


W 


249. 


» PSITTACULA. 


5) 


627. 


dryas. 


Corypbilus. 


» 


745. 


discolor. Coriphilus. 


» 


864. 


); 


Vini. 


J) 


745. 


» Euphema. 


)} 


864. 


dubius;. 


Psittacus. 


>} 


926. 



INDEX. 



973 



I. 


282. 


» 


311 


» 


311 


266, 


278 


I. 


311 


» 


311 


11. 


551 


» 


551 


» 


551 


» 


551 


» 


551 


» 


551 



Ducorpsi. Cacatua. 

» PLICTOLOPHÜS. 

Ducorpsii. Cacatua. 
Ducorpsius. 1. 

Dacrops. Cacatua. 
DuCrops. Plyctolophus. 
Dufresneanus. Chrysotis. 
» Psittacus. 

Dufresnei. CHRYSOTIS. 
Dufresniana. Amazona. 
Dufresnianus. Psittacus. 
DufresDÜ. Cbrysotis. 



eburnirostris. Conurus. I. 503. 

» Psittacus. » 502. 
Eclectinae. II. 291, 325. 

Eclectus. IL 367. 

ECLECTÜS. Genus. » 325. 

» AFFINIS. » 355. 

» CARDINALIS. » 344. 

» CORNELIAE. » 348. 

M GUANDIS. jj 340, 

» INTERMEDIÜS. « 337. 

» LINK EL » 346. 

» LUCONENSIS. » 362. 

» MEGALORRHYNCHUS. » 351. 

» MÜLLERL » 357. 

» POLYCHLORUS. w 333. 

» WESTERMANI. » 339. 

Edwardsi. Loriculus. » 714. 

Edwardsii. Psittacus. « 161. 

elegans. EÜPHE\lA. » 165. 

» Euphemia » 165. 

» Nanodes. » 165. 

« Platycercus. » 181. 

» Psittacus. IL 181, 466. 

Eleonora. Cacatua. I. 292. 

Enicognathus. « 431. 

Eolophus. 1. 266, 278. 

Eos. IL 732, 

eos. Cacatua. I. 313. 

Eos. Plyctolophus. » 313. 

eos. Psittacus. jj 313. 

eques. PALAEORNIS. IL 35. 

j) Psittacus. ;j 35, 



eritbacus. PSITTACUS. IL 308. 

» var. Psittacus. « 315. 

erubescens. Psittacus. » 77. 

erythrocephalus. Conurus. « 41. 

w Palaeornis. » 41. 

» Psittacus. IL 40, 41, 

42,414. 

» Tar. y. Psittacus. IL 66. 

■» var. if. Psittacus. » 77, 

erytbrocblorus. Ära. L 417. 

» Conurus. w 459. 

» Psittacus. 11. 922. 

» cristatus. Psittacus. » 922. 

M macrourus. « » 910. 

erytbrocyaneus. Psittacus. I. 398. 

erythrocyaneus. Psittacus. IL 924. 

erythrocyanos. Psittacus. » 924. 

erythrofrons. Arara. I, 433. 

» Conurus. » 433. 

» Stylorbyncbus. » 433. 

erylbrogaster. Psittacus. » 528. 
erythrogenys. Belurus. IL 56, 81. 

» CONURUS. L 465. 

» Conurus. IL 56. 

» Evopsitta. I. 465. 

M Palaeornis. IL 56, 77, 947. 

» PALAEORNIS. IL 81. 

» Psittacara. I. 465. 

erythrolcucus, Psittacus. IL 309, 

erythrolopbus. Cacatua. I. 280. 

erytbronotus. Platycercus. IL 269. 

» Psittacus. » 269. 

erytbropis. Psittacus. » 533. 

erythrops. Psittacus. » 526. 

erytbropterus. Aprosmictus. w 262. 

» PLATYCERCUS. » 262. 

» Platycercus. IL 265. 

» PJyctolopbus. I. 305. 

3j Psittacus. IL 262, 265. 

» Ptistes. IL 262. 

erytbropygius. Psittacus. » 907. 

Erytbrostoinus. » 325. 

erythrothorax. Psittacus- » 925. 

erytbrotis. Cyanorampbus. v 273. 

» Platycercus. i) 273. 

crythroxantbus. Psittacus. I. 403. 

erytbrura. CHRYSOTIS. IL 535. 



974 



INDEX. 



erythrarus. Psittacus. 
esslingi. Nestor. 
Esslingi. NESTOR. 
Esslingii. Nestor, 
euchlorus. Coriphilus. 
» Psittacus. 

Eapatria. Palaeornis. 
capatria. Psittacus. 
eupatrius. PALAEORNIS 
Euphema. 
EüPHEMÄ. Genus. 

» CHRYSOGASTRA. 

» ELEGANS. 

» PETROPHILA. 

» PÜLCHELLA. 

» SPLENDIDA. 

» VENÜSTA. 

Euphemia. 
euops. CONURUS. 
» Psittacara. 
» Psittacus. 
» Sittace. 
Eupsittaca. 
Enpsittula. 
Earliynchus. 
euteles. Belocercus. 
» Conurus. 

» Coriphilus. 

» NanoJes. 

» Psittacus. 

» TRICHOGLOSSUS 

Evopsitta. 



II. 535, 
IL 



II. 134, 
IL 



il. 134, 
I. 



evops. 

Evopsitta. 

exilis. CORYLLiS. 

» Loriculus. 
€ximius. PLATYCERCUS. 
» Psittacus. 

F. 

farinosa. Amazona. 

M CHRYSOTIS. 

farinosus. Psittacus, 
fasciata. Aratinga. 
fasciatus. Psittacus. 
ferrugineus. Psittacus. 
festiva. Amazona. 
» CHRYSOTIS. 



I. 
1. 436. II, 



675. 
896. 
896. 
898. 
747. 
747. 

12. 

11. 

11. 
145. 
155. 
168. 
165. 
170. 
161. 
159. 
163. 
156. 
474. 
474. 
474. 
474. 
436. 
436. 
366. 
850. 
850. 
850. 
850. 
850. 
850. 
474. 
367. 
729. 
729. 
190, 
190. 



II. 566. 

» 565. 

» 565. 

I. 530. 

II. 59. 

I. 525. 

II. 511. 

y> 511. 



festivus. Clirysotis. 
» Psittacus. 

Fieldii. Psittacus. 
fimbriatus, Psittacus, 
fimbriolatus. Psittacus. 
Finschi. CHRYSOTIS. 
flammipes. Psittacus, 
flavala. Microsittace. 
flaveolus. PLATYCERCUS. 
flavicans. Eclectus. 

» PIONIAS. 

» Prioniturus. 

flavicollaris. Palaeornis. 
flavicollis. Psittacus. 
flavigaster. Platycercus. 

» Psittacus. 

flavifrons, PIONIAS. 

» Pionus. 

» Poeocephalus, 



IL 5U. 

IL 511, 516, 

IL 381. 

I. 337. 

IL 537. 

» 543. 

» 475. 

L 554. 

IL 185. 

« 399. 

» 399. 

» 399. 

» 40. 

» 40. 

» 204. 

» 204. 

» 482. 

M 482. 

» 482. 



flavirostris. 

» 
ftavitorques. 

» 
flaviventer. 
flaviventris. 



» Psittacus. IL 482, 484, 58L 

flavigulus. Psittacus. IL 699. 

flavinuchus. Clirysotis. » 569. 

» Psittacus. » 568. 

M Prioniturus. » 401. 

Pionus. » 448. 

Psittacus. »448. 

Palaeornis. » 40. 

Psittacus. » 40. 

Conurus. I. 520. 

Aratinga, » 517. 

» Conurus. IL 918. 

» PLATYCERCUS. » 204. 

« Psittacara. » 918. 

» Psittacus. » 204. 

» Sittace. » 918. 

flavoscapulatus. Psittacus. « 495. 

flavoviridis. TRICHOGLOSSUS. » 849. 

Florentis. Psittacula. » 862. 

CORYLLIS. » 728. 

Loriculus. w 728. 

Euphema. « 148. 

PEZOPORUS. « 148. 

Psittacus. IL 148, 910. 

Psittacus. IL 826. 

w TRICHOGLOSSUS. » 826. 

Forsteri. Platycercus. » 287. 

Fraseri. Palaeornis, » 56. 



flosculus. 

» 
formosa. 
formosus. 

» 
Forsteni. 



INDEX. 



975 



frenalus. Palaeomis. 

» Psittacus. 
fringillacea. DOMICELI,A. 
fringillaceus. Brotogeris. 

» Coriphilus. 

» Lorius. 

» Nanodes. 

» Psittacus. 

frontalis. Conurus. 

» Myiopsitta. 

» Psittacus. 

frontata. Evopsitta. 

frontatus. CONüRÜS. 

» Psittacara. 

» Psittacus. 
fugax. Conurus. 

fulgidum. Callocephalon. 

fulgidus. Banksianus. 

» Calyptorhynchus. 

» DASYPTILÜS. 

funeralis. Plyctolophus. 



II. 

I. 

II. 



I. 



funereus. CALYPTORRHYNCHUS. » 



» Psittacus. 

faseata. DOMICELLA. 

fascatus. Eos. 

» Lorius. 

» Sittace. 
fascicapillus. Geoffroyus 
» 



I. 



346, 
II. 



1. 
IT. 



PIONIAS. » 

» Pionus. 11.381, 385, 

» Poeoceplialus. II. 

n Psittacus. » 

fuscicoUis. PIONIAS. . » 

» Psittacus, »> 

fuscus. Psittacus. II. 298, 



18. 
18. 

747. 
747. 
748. 
747. 
748. 
747. 
522. 
127. 
530. 
462. 
462. 
425. 
273. 
451. 
324, 
323. 
324. 
323. 
357. 
357. 
357. 
807. 
807. 
807. 
421. 
381. 
492. 
492. 
492. 
381. 
473. 
473. 
464. 



gala. Psittacus. 


II. 


362. 


^) Tanygnathus. 


» 


362. 


galeata. Cacatna. 


I. 337, 


338. 


galeatuna. Callocephalon. 


I. 


337. 


galeatus. Banksianus. 


» 


337. 


» Callicephalus, 


» 


338. 


» CALYPTORRHYNCHUS. » 


337. 


» Corydon. 


)) 


337. 


» Plyctolophus. 


)> 


337. 



galeatus. Psittacus. 
galericulata. Cacatua. 
galerita. Cacatua. 
galeritus. PLICTOLOPÜUS. 

» Plyctolophus. 

» Psittacus. 

galgula. Psittacula. 
galgulus. CORYLLIS. 

« Loriculus. 

» Psittacula. 



I. 337. 
II. 941. 

I. 287. 

» 286. 

» 287. 

I. 286, 291. 

II. 699. 

« 699. 

» 699. 
11. 721, 725. 



Psittaculus. II. 699,721,725. 
Psittacus. IL 699, 705. 



garrula. 
garrulus. 



DO.MICELLA. II. 776. 

Lorius. » 776. 

» Psittacus. » 776. 

Geoffroy. Psittacus. » 376. 

Geoffroyanus. Psittacus. » 375. 

GeofFroyi. Kclectus. » 381. 

» Poicephalus. n 381. 

» Psittacus. IL 375, 380, 385, 

» Tanygnathus. IL 381. 

Geoffroyus. » 367. 

Geopsittacus. » 145. 

Gerini. Psittacus. « 518. 

gerontodes. PIONIAS. » 455. 

gigas. Psittacus. I. 370. 

ginginiana. Psittaca. IL 11. 

» erythrocephala. Psittaca. » 42. 

ginginianus. Psittacus, IL 41, 42. 

» var. ty, Psittacus. IL 66. 

» var, J. Psittacus. » 77. 

Gironieri. Palaeornis. » 53, 

glauca. Ära. I. 391. 

» Arara. » 391. 

» Cyanopsitta. L 391, 392. 

» Psittacara. I. 391, 

» SITTACE. » 391. 

» minor. Psittacara. » 393. 

glaucus. Anodorhynchus. I. 391. 

» Macrocercus, » 391. 

» Psittacus, » 391. 

)) var, Macrocercus. » 392. 

glauciceps, Chrysotis. IL 541. 

gloriosus. Psittacus. » 181. 

Glossopsitta. » 811. 

gnatho. Psittacus. I. 459. 

Gnathosittaca. » 436. 



976 



INDEX. 



Goffini. Lophochroa. I. 308. 

» PLICTOLOPHUS. » 308. 

Goffinii. Cacatua. » 308. 

Goliath. Microglossus. » 371. 

» Psittacas. » 371. 

goaaraba. Psittacus. I. 455. 

» viride lutea. Psitta- 

cara. )> 456. 

Gouphili. Coriphilus. II. 745. 

goupili. Coriphilus. » 745. 

gramineus. Eclectus. » 923. 

» Psittacodis. » 923. 

» Psittacus. II. 923, 929. 

» Tanygnathus. » 923, 929. 

grandis. ECLECTUS. II. 340. 

» Lorins. » 341. 

» Psittacus. » 340. 

» var. Psittacus. » 346. 

II. 367. 

» 367. 

» 648. 

» 649. 

» 650. 

» 649. 

I. 253. 

» 253. 

li. 115. 

» 96. 

» 96. 

I. 371. 

» 371. 

» 435. 

» 456. 

1. 456, 491. 

I. 456. 



Graydidactylus. 
Graydidasoalus. 
gregaria. Psittacula. 
gregarius. Conurus. 
» Psittaculus. 

» Psittacus. 

Greyi. Strigops. 

» STRINGOPS. 
griseicollis. Conurus. 
griseifrons. Psittacula. 
griseocephalus. Conurus, 
griscus. Microglossus. 

» Psittacus. 

Gnarouba. 
gaarouba. Heliopsitta. 

» Psittacus. 

guaruba. Aratinga. 
Guatemalae. CHPtYSOTlS. II. 562. 

guebensis. Eos. » 803. 

guebiensis. Eos. II. 788, 803. 

» Lorius. II. 788. 

M Psittacus. II. 788, 792,803. 

» var. Psittacus. II. 341. 

gaebnensis. Psittacus. » 788. 

guianensis. Agapornis. » 649. 

» Aratinga. I. 539. 

» Conurus. I. 469, 474. 

» Evopsitta. 1. 469. 

» Maracana. » 469. 



guianensis. Psittaca. I. 469. 

» Psittacara. 1. 425, 469. 

» Psittacula. II. 649. 

» Psittacus. 1.425,466,469. 

II. 12, 921. 

» Sittace. I. 469. 

» coeruleus. Psittacus. IL 924. 

» cyanocephalus. Psit- 
tacus. » 441. 
Gnildingi. Amazona. » 559. 

» CHRYSOTIS. » 559. 

» Psittacus. » 559. 

Guilielmi. Phaeocephalus. » 480. 

» Poiocephalas. » 480. 

guineensis. Psittacula. » 636. 

» Psittacus. II. 309, 921. 

» alis rubris. Psittacus. IL 309. 

» rubrovarius. Psitta- 
cus. » 309. 
Gulielmi. PIONIAS. » 480. 

» Pionus. » 480. 

» Poeocephalus. » 480. 

M Psittacus. » 480. 

Gulielmi IIL PSITTACULA. » 625. 

guttatus. Psittacus. IL 589, 798. 

gutturalis. Psittacus. II. 518. 

gutture-luteo. Psittacula. « 99. 

» Psittovius. » 100. 

Guy. Calopsitta. L 261. 

Gypopsitta. IL 367. 

H. 

habroptilus. Strigops. I, 246. 

» STRINGOPS. » 246. 

» Stringopsis. » 246. 

haematodes. TRICHOGLOSSUS. II. 827. 

» Trichoglossus. » 830. 

haematodus. Psittacus. II. 821, 827, 830. 

» Trichoglossus. IL 821. 

haematogaster. Eupheraa. » 216. 

» Euphemia. » 216. 

)) PLATYCERCÜS. » 215. 

» Platycercus. » 217. 

» Psephotus. IL 215, 217. 

haematonota. Euphema. IL 219. 

» Euphemia. » 219. 



INDEX. 



977 



haematonotus. PLATYCERCUS. IL 

» Psephotus. » 

haematopus. Psittacus II. 821, 
» Trichoglossus. II. 

haematorrhous. Psephotas. » 

haematotis. Amazona. » 

» Caica. » 

» CONÜRÜS. 

» PIONIAS. 

» Pionus. 

» Pyrrhnra. 

» Trichoglossus. 

haematuropygius. Psittacus, 
haemorrhoa. Psittacara. 
haemorrhous. Aratinga. 
» CONURUS. 

» Psittacus. 

Hahni. Arara. 
» Conurus. 
» Psittacara. 
» SITTACE. 
Hartlaubi. CÜRTLLIS. 
havanensis. Chrysotis. 
» Oenochrus, 

j) Psittacus. 

Heinei. Gnathosittaca. 
Heliopsitta. » 

Himalayanus. Conurus, II. 

HENICOGNATHUS. Genus. I. 

» LEPTORRHYN- 

CHUS. » 

heteroclitus. GeofFroyus. 
» PIOKIAS. 

» Pionus. 

» Psittacus. 

hilaris. Conurus. 
histrio. Amazona. 
» Caica. 
» PIONIAS. 
» Psittacus. 
Hodgsoni. PALAEORNIS. 
Hoffmanni. CONURUS. 
Hoffmannii. Conurus. 
holochlorus. CONURUS. 
Hueti. PSITTACULA. 
» Psittacus. 
» Pyrrliulopsis. 



I. 
II. 

» 

1. 
II. 

I. 



II. 

» 
II. 523, 
» 523, 

I. 



II. 



II. 429, 

II. 

I. 



II. 



219. 
219. 
830. 
821. 
215. 
421. 
421. 
551. 
420. 
420. 
551. 
830. 
310. 
453. 
453. 
453. 
462. 
427. 
427. 
426. 
426. 
711. 
523. 
557. 
557. 
449. 
436. 
74. 
431. 

432. 
390. 
390. 
390. 
390. 
464. 
430. 
429. 
429. 
800. 
50. 
553. 
553. 
466. 
684. 
684. 
684. 



Hueti. ürocLroma. 
humeralis. Psittacus. 
hyacinthiacus. Arara. 
byacintbina. Ära. 

» Arara. 

» SITTACE. 

hyacinthinus. Anodorhynchus. 

» Arara. 

» Macrocercus. I. 

» Psittacus. » 

Hylorliynchus. 
hypochondriaca. Chrysotis. 
hypochondriacus. Chrysotis. 
» Psittacus. 

hypoinochroa. DOMICELLA. 
liypoinochrons. Lorius. 
bypophonius. Aprosmictus. 

» PLATYCERCUS. 

» Psittacus. 

hypopolius. Nestor. 

» Psittacus. 

hypoxanthus. Psittacus. 
bysginus. Platycercus. 
» Psittacus 

I. 

icterocephala. Amazona. IL 
icteroccpbalus. Psittacus. 
icterotis. CONURUS. 

» Ognorhyncbus. 

» PLATYCERCUS. 

» Psittacara. 

» Psittacus. 

ignitus. PLATYCERCUS. 
Illigeri. Conarns. 

» MacrocercQS. 

» Psittacara. 

» Psittacus. 

» Sittace. 

illiniaca. Psittaca. 
immarginatus. Trichoglossus. 
incarnatus. Lorius. 
» Palaeornis. 

» Psittacus. 

incerta. PSITTACULA. 
incertus. Psittacus. 

63 



IE. 


684. 


» 


864. 


I. 


393. 


» 


389. 


» 


389. 


» 


389. 


» 


389. 


» 


393. 


389, 


392. 


389 


393. 


I. 


431. 


IL 


597. 


» 


597. 


» 


596. 


» 


768. 


» 


768. 


» 


254. 


» 


254. 


» 


254. 


» 


892. 


» 


892. 


» 


492. 


» 


231. 


» 


231. 



584, 590. 

IL 577. 

L 449. 

» 449. 
IL 186. 
I. 449. 
IL 186. 
» 189. 

L 421. 

» 421. 

» 420. 

» 420. 

» 421. 

» 506. 
IL 830. 
» 908. 
» 908. 
» 908. 
» 612. 
» 612. 



978 



INDEX. 



incertus. Psittinns. 


II, 


613. 


javanicus. Psittacus. I 


L 59,909. 


indica. CORYLLIS. 


B 


714. 


jendaya. CONüRUS. 


T. 495. 


» Eos. 


B 


801. 


B Psittacus. 


B 495. 


» Psittaca. 


» 


908. 


B Sittace. 


B 495. 


» Psittacula. 


B 


714. 


jonqoillaceus. Platyccrcns. 


IL 265. 


» coccinea. Psittaca. 


B 


800. 


B Psittacus. 


B 265. 


» torqaata. Psittaca. 


B 


66. 


jugularis. Brotogerys. 


B 101. 


» varia. Psittaca. 


B 


842. 


» Conurus 


B 101. 


indicus. Loricolus. II 


. 714, 


722. 


B Psittacnlus. 


B 102. 


» Psittacus. 11.42,714,721. 


800. 


B Psittacus. 


B 102. 


infuscatus. Psittacus. 11 


. 464, 


475, 


B Psittovins. 


B 101. 


inörnatus. Palaeornis. 


IL 


18. 


Jukesii. Geoffroyus. 


B 376. 


B Psittacus. 


I. 


508. 


B Psittacos. 


B 376. 


inquinatus. Psittacus. 


II. 


842. 






interfringillacea. Psittacula. 


B 


750. 


H. 




intermedia. Cacatua. 
intermedius. ECLECTÜS. 
» Polychlorus. 
» Mascarinus. 
» Psittacodis. 
» Tanygnathns. 
iris. Belocercos. 
» Conuros. 
» Coriphilas. 


I. 
II. 

B 
B 
B 
B 
» 
B 
B 


371. 
337, 
337. 
337. 
337. 
355. 
852. 
852. 
852. 


keyensis. GeofFroyus. 
Krameri. Psittacus. 
Kuhli. DOMICELLA. 
Kuhlii. Brotogeris. 

B Coriphilus. 

B Lorius. 

B Psittacula. 

B Psittacus. 


II. 956. 

11.17,19. 

II. 749. 

B 750. 

B 750. 

B 749. 

» 749. 

B 749. 


B Nanodes. 


8 


852. 


Ii. 




» Psittacos. 


B 


852. 






» Psitteuteles. 


B 


852. 


Lafresnayei. SITTACE. 


I. 394. 


Iris. TRICHOGLOSSUS, 


B 


852. 


Langloisi. Psittacus. 


IL 925. 


Isidorii. Eos. 


B 


803. 


lateralis. Psittacus. 


B 334. 


» Lorius. 


B 


803 


Lathami. PALAEORNIS. 
B Psittacus. 


» 66. 
B 864. 


J. 






Lathamus. IL 
Layardi. Palaeornis. 


155, 810. 
» 18. 


jaguilma. Psittacus. 


II. 


127. 


Leachi. Calyptorhynchus. 


1. 340. 


jamaicensis. Ära. 


I. 


398. 


Leachii. Calyptorhynchus. 


» 346. 


i> Chrysotis. 


IL 


571. 


» Psittacus. 


B 346. 


B cyaneo-crocea. 


Ära. I. 


410. 


Leadbeateri. Cacatua. 


L 305. 


» gutture rubro. 


Psit- 




B Lophochroa. 


» 305. 


tacus. 


II. 


517. 


B PLICTOLOPUÜS 


B 304. 


» icterocephalas. 


Psit- 




B Plyctolophus. 


» 304. 


tacus. 


B 


571. 


Leari. Anodorhynchus. 


B 392. 


janthinus. Psittacus. 


B 


341. 


B Ära. 


B 392. 


japonensis. Psittaca. 


B 


910. 


» Lophochroa. 


B 311. 


japonicus. Psittacus. 


B 


910, 


B SITTACE. 


B 392. 


javanensis cristata coccinea. Psittaca. 




Lecomtei. Psittacus. 


IL 480. 




IL 


909. 


Lecontii. Poeocephalos. 


B 480. 


javanicus. Palaeornis. 


IL 6C 


, 66. 


lepida. Microsittace. 


I. 543. 



INDEX. 



t)79 



lepida. Pyrrhara. I. 543. 

» Sittace. »543. 

lepidus. CONURUS. » 543. 

» Psittacus. I. 517, 543. 

Leptolophus. I. 257. 

leptorhynca. Psittacara. » 433. 

leptorhyncha. Psittacara. » 432. 

Leptorhynchus. » 431. 

leptorliynchas. Conurus. » 433. 

» Enicognathus. » 433. 

» Sittace. » 433. 

leptorrhynciius. HENICOGN ATHUS. » 432. 

leucocephala. Amazona. II. 520. 

» CHRTSOTIS. » 520. 

leucocephalas. Psittacns. II. 515, 518, 

520, 526. 

» var. Psittacus. II. 514. 

leucogaster. Amazona. » 435. 

» PIONIAS. » 435. 

» Psittacus. B 435. 

leucogastra. Caica. » 435. 

leucolophus. Cacatua. I, 283. 

» PLICTOLOPHUS. » 283. 

leucophthalma. Psittacula. II. 651. 

leucophthalmus. Psittacus. I. 469. II, 650. 

leucopygialis. Chalcopsitta, i> 807. 

» Eos. u 807. 

leucorhynchus. Psittacus. I!. 460,582. 

leucolis. CONURUS. 1. 535. 

» Miciosittace. » 535. 

o Psittacara. » 535. 

» Psittacus. » 535. 

» Pyrrhura. » 535. 

» Sittace. » 535. 

Levaillanti. CHRYSOTIS. II. 580. 

Le Vaillanti. Psittacus. » 475. 

Levaillantii. Amazona. » 475. 

Le Vaiilantii, Pionus. » 476. 

Levaillantii, Psittacus. » 931. 

Leverianus. Psittacns, » 907. 

Lichtensteini. Ära. 1. 409. 

» Psittacus. II. 879. 

Lichtensteinii. Psittacara. I. 528. 

Licmetis. II. 266, 278. 

licmetorhyncha. Cacatua. » 287. 

licmetorliynchus. Plyctolophus. » 287. 

Licmetukis. II. 688, 



iilacina. 
lineatus. 
lineola. 



lineolata. 
lineolatus. 



Amazona. 

Psittacus. 
Conurus. 
Myiopsitta. 
Psittacula. 

Psittacula. 



» 

266, 

II. 



ir 

x> 

B 
2) 

i) 
» 

BOLBORRHYNCHÜS. » 

» Conurus. » 

Linnaei. Eclectus. » 

Linnei. ECLECTUS. » 

» Psittacus. » 

longicauda. Palaeornis. » 

longicandatus. PALAEORNIS. » 
lorigicandus. Palaeornis. » 

» Psittacus. 

Lophochroa. 
lori. DOMICELLA. 
lori scintillatus. Conurus. 
Loriculus, 
Loriinae. 
Lorinae. 
Loris. 
Lori US. 

lory. Domiceila. 
» Psittacus. 
Cyclopsitta. 
Psittacula. 
PSITTACULA. 
BOLBORRHYNCHUS. 
Belurus. 
CONURUS. 
Maracana. 
Microsittace. 
PALAEORNIS. 
» Pyrrliura. 

lucionensis. Eclectus. 
1) Psittacus. 

Tanygnatlms, 
ECLECTUS. 
Aratinga.. 
Sittace. 
Conurus. 
» Psittacus. 

lunatus. Psittacus. 
lunulata. PSITTACULA. 

X Psittacula. 

lunulatiis. Psittacus. 



loxia. 

» 
Losias. 
Luchsi. 
Luciani 



Luciani. 



luconensis. 
ludoviciana. 

» 
ludovicianus. 



IL 731, 
IL 
» 

IL 616, 
IL 



IL 

I. 

IL 



IL 



541. 

869. 

130. 

130. 

130. 

130. 

130. 

130. 

346. 

346. 

346. 
78. 
77. 
78. 
77. 

278. 

769.* 

853. 

688. 

732. 
731. 
732. 
732. 

769. 

769. 
618. 
618. 
618. 
121. 

56. 
541. 
542. 
542. 

56. 
542. 
363. 
362. 
362. 
362. 
478. 
478. 
478. 
478. 
462, 
616. 
619. 
616. 



980 



INDEX. 



lutea. Guaruba. 


I. 456. 


magna. Psittacodis. 


11. 334. 


» Sittace. 


» 456. 


magnificus. Psittacus. 


I. 345. 


luteocapillus. Psittacus. 


» 478. 


magnirostris. Poeocepbalus. 


II. 473. 


luteo-cristata. Cacataa. 


» 296. 


» Poiocephalus. 


» 473. 


laleocristatus. Plyctolophus. 


» 292. 


magnus. Eclectus. 


» 337. 


luteolus. Psiltacas. 


11. 572. 


» Polycblorus. 


» 334. 


luteus. Aratinga. 


I. 491. 


» Psittacodis. 


» 334. 


» CONURUS. 


» 455. 


» Psittacus. 


» 333. 


» Psittacus. I. 455, 492. II 


.572,590. 


Maitaca. Psittacus. 


» 413. 


» insulae Cubae. Psittacus. » 521. ] 


Makavouana. Macrocercus. 


I. 415. 






nialiavouanna. Arara. 


» 415. 


M. 




» Macrocercus. 


» 409. 






» Psittacus.. 


» 415. 


macao. Ära. 


I. 403. 


makavuanna. Psittacus. 


» 420. 


» Arara. I. 


399, 403. 


makawanna. Primolius. 


» 416. 


y> Macrocercus. » 


398, 403. 


makawuanna. Ära. 


» .415. 


» Psittacus. » 


398, 403. 


malaccensis. Belurus. 


II. 77. 


» Sittace. 


I. 403. 


» Psittacula. 


» 613. 


» SITTACE. 


» 398. 


» Psittacus. 1. 280. U. 77,612. 


macavuana. Connrus. 


» 415. 


» Psittinus. 


II. 613. 


» Psittacus. 


» 421. 


» Tanygnathus. 


» 613. 


» SITTACE. 


» 415. 


malachitaceus. Psittacus. 


» 407. 


Macavuanna. Sittace. 


» 415. 


Malaisiae. Australasia. 


» 843. 


macawanna. Sittace. 


» 415. 


Malherbi. Cyanoramphus. 


» 285. 


macawuanna. Psittacus. 


» 415. 


mallaccensis. Palaeornis. 


» 77. 


Macrocercinae. 


» 379. 


manilata. Ära. 


I. 416. 


Macrocercus. 


» 380. 


» Arara. 


» 416. 


Macrocircus. 


» 380. 


mauilatus. Psittacus. 


» 415. 


Macroglossa. 


» S66. 


manillensis. Psittacus. 


II. 17. 


macrognathus. Arara. 


» 425. 


Maracana. 


I. 436. 


» CoDurus. 


» 425. 


maracana. Ära. 


» 421. 


macrolopha. Cacatua. 


» 292. 


» Arara. 


» 421. 


macrolophus. Plyctolophus. 


» 292. 


» Priniolius. 


» 421. 


macropterus. Psittacus. 


II. 613. 


» SITTACE. 


» 420. 


macrorhynchus. Calyptorhynchus. 


Marakana. Macrocercus. 


» 420. 


II. 


346, 351. 


marginata. Arara. 


II. 362. 


» Erythrostomus. II. 351. 


» Psittacus. 


11. 362, 


» Mascarinus. 


» 351. 


» Tanygnathus. II. 


351, 362. 


» Psittacus. 


» 351. 


marinus. Psittacus. 


II. 114. 


j) Tanygnathus. 


x> 351, 


martinica. Conurus. 


1. 507. 




355, 362. 


» Psittaca. 


» 507. 


maculalus. Psittacus. I. 


455, 539. 


martinicanus. Psittacus. 


II. 520. 


madagascarensis. PSITTACUS. 


II. 306. 


» cyanocephalus. 




madagascariensis. Mascarinus. 


» 306. 


Psittacus 


» 513. 


» Psittacula. 


» 306. 


» gulture rubro. 




» Psittacus. 


» 643. 


Psittacus 


» 520. 


» niffer. Psitlac 


US. » 298. 


mascarenus. 


« 306. 



INDEX. 



981 



niacaarina. 

mascarina. Coracopsis. 

» Vaza. 

Mascarinas. 

» Psittacus. 

massena. Trichoglossas. 



II. 292. 
» 306. 
» 306. 
II. 292, 325. 
II. 306. 
» 834. 



Massenae. TRICHOGLOSSÜS. » 834. 

Matoni. Trichoglossus. » 847. 

Maugaei. Evopsitta. I. 469. 

Maugei. Connrus. » 469. 

» Psittacara. » 469. 

manritianas. Psittacus. H. 887. 

Maximiliani. Amazoria. » 448. 

» Anodorhynchos. » 389. 

» Anodorhynchus. » 389. 

» PIONIAS. » 448. 

» Pionus. II. 442 , 448. 

» Psittacus. II, 442. 

maximas-cyaneo-crocea. Psittacus. I. 410. 

megalorhynchus. Psittacus. II. 351. 

» Tanygnathus. » 351. 

megalorrhynchus. ECLECTÜS. » 351. 

melanocephala. Amazona. » 432. 

» Caica. » 432. 

melanocepbalus. Nandayus. I. 490. 

» PIONIAS. IL 432. 

» Pionus. II. 432, 435. 

» Poicephalus. II. 432. 

» Psittacus. II. 429, 432, 

438. 

melanogenia. Psittacula. II. 626. 

melanogenys. PSITTACULA, » 626. 

melanonota. PSITTACULA. » 675. 

» ürochroma. » 675. 

melanonotus. Psittacus. » 675. 

melanoptera. Psittacula, IL 677, 706. 

» Ürochroma. IL 677. 

melanopterus. Loriculus. » 711. 

» Psittacus. IL 677, 706, 71 5. 

» Pyrrhulopsis. IL 677. 

melanorhyncha. Coracopsis. » 301. 

melanorhynchus. Belurus. » 70. 

» Palaeornis. » 74. 

melanorrhyncha. Psittacula. y> 660. 

raelanorrliynchus. PALAEORNIS. » 70. 

melanota. Psittacula. » 675. 

melanotis. Amazona. » 412. 



mclaiiotis. 


Caica. 


IL 


412. 


» 


PIONIAS. 


» 


412. 


» 


Pionus. 


» 


412. 


» 


Psittacus. 


M 


412. 


melanotus. 


Psittacus. IL 262, 


675. 


» 


Pyrrhulopsis. 


IL 


675. 


melanura. 


Microsittace. 


I. 


556. 


» 


Polytelis. 


IL 


256. 


» 


Psittacara. 


I. 


556. 


» 


Pyrrhura. 


» 


556. 


» 


Sittace. 


B 


556. 


melanurus. 


Aratinga. 


» 


556. 


» 


Barrabandius. 


IL 


256. 


» 


CONURUS. 


L 


556. 


» 


Palaeornis. 


IL 


256. 



» PLATYCERCUS. » 256. 
Melopsittacinae. » 134. 
MELOPSITTACUS, Genus. » 134. 
» UNDULATUS. » 137. 
menstrna. Amazona. » 442. 
menstruus. PIONIAS. » 441. 
» Pionus. » 442. 
» Psittacus. IL 441, 464. 
mercenaria. CHRYSOTIS. IL 594. 
mercenarius. Psittacus. x> 594. 
meridionalis. NESTOR. » 892. 
» Psittacus. » 892. 
raerulinus. Psittacus. I. 492. 
mexicana cristata. Psittaca, IL 922. 
» lutea. Psittaca. I. 492. 
mexicanus. Psittacus. I. 492. IL 922. 
» pectore alba. Psitta- 
cus. » 432. 
Meyeri. PIONIAS. » 494. 
» Pionus. » 495. 
» Poeocephalus. » 495. 
» Psittacus. » 494. 
Microglossa. I. 366. 
Microglossidae. » 256. 
Microglossinae. » 366. 
Microglossum. » 365. 
MICROGLOSSÜS. Genus. » 365. 
» ATERRIMUS. » 370. 
Micropsiles. » 321. 
Micropsitta. » 321. 
micropterus. Psittacus. IL 677. 
Microsittace. l. 436. 



982 



INDEX. 



militaris. 


Ära. 




I. 


396. 


muri na. Myio psitta. 


IL 


115. 


» 


Arara. 




» 


396. 


murina. Sittace. II. 


114, 


916. 


» 


Macrocercus. 




» 


396. 


murinoides. Conurus. 


IL 


122. 


» 


Psittacus. 




» 


396. 


» Myiopsitta. II. 


121, 


123. 


» 


SITTACE. 




» 


396. 


B Psittacus. 


IL 


123. 


minimas 


Psittacus. 




II. 


636. 


murinus. Conurus. 


» 


114. 


» 


viridis indicus. 


Psitta- 




» Psitlacus. 


B 


114. 




cus. 




» 


636. 


muscarina. Coracopsis. 


J) 


307. 


minor. 


Cacatua. 




I. 


310. 


Muscarinus. 


B 


292. 


» 


Lophochroa. 




» 


310. 


Myiopsitta. 


B 


111. 


» 


Psittacula. 




II. 


714. 


mystaceus. Palaeornis. 


B 


66. 


» 


Psittacus. II. 531, 


636, 


706, 


B Psittacus. 


» 


59. 




715, 


721. 




mystacinus. Psittacus. 


B 


60. 


» 


macrovius viridis. 




II. 


17. 


Bf. 






» 


undulatus, Sagitti 


fer. 


X) 


137. 






Mitchell! 


. TRICHOGLOSSÜS. 


» 


838. 


nana. Psittacara. 


I. 


520. 


mitrata. 


Evopsitta. 




I. 


461. 


nanday. CONURUS. 


» 


489. 


» 


Psittacara. 




B 


461. 


B Psittacara. 


B 


490. 


mitratus 


. CONURUS. 




» 


461. 


B Psittacus. 


B 


489. 


» 


PIONIÄS. 




JI. 


413. 


Nandayus. 


B 


436. 


» 


Psittacus. 




» 


413. 


Nanodes. II. 134, 156, 


732, 


810. 


modesta. 


Psittacula. 


II. 


648, 


650. 


nanus. CONURUS. 


I. 


520. 


modestus. Belarus. 




II. 


56. 


narcissus. Psittacus. 


IL 


42. 


» 


Conurus. 




I. 


453. 


nasica. Cacatua. 


I. 


316. 


» 


Palaeornis. 




11. 


56. 


B PLICTOLOPHÜS. 


B 


316. 


Molinae. 


CONURUS. 




1. 


547. 


nasicus. Licmetis. 


» 


816. 


» 


Micrositlace. 




B 


547. 


» Psittacus. 


B 


316. 


» 


Pvrrhura. 




B 


547. 


NASITERNA. Genus. 


B 


321. 


molaccanus. Psittacus, 




II. 


821. 


B PUSIO. 


» 


327. 


moluccensis, Cacalua. 




I. 


280. 


B PYGMAEA. 


B 


325. 


» 


Lorius. 




II. 


776. 


Nasiterninae. 


» 


321. 


» 


PLICTOLOPHÜS. I. 


280. 


naso. Calyptorhynchus. 


B 


351. 


» 


Psittacus. I 


. 280. If 


787. 


nasutus. Psittacus. 


IL 


351, 


V 


varia. Ära. 




» 


770. 


Nattereri. CHRYSOTIS. 


B 


563. 


monachas. BOLBORRHYNCHUS. » 


114. 


neglectus. Palaeornis. 


B 


12. 


» 


Conurus. 




B 


114. 


nenday. Conurus. 


I. 


490. 


» 


Psittacus. 




B 


114. 


B Psittacus. 


B 


489. 


montanus. Nestor. 




B 


961. 


» Sittace. 


B 


489. 


morotensis. Tanygnathus. 




» 


351. 


Nestor. 


IL 


318. 


MüUeri. 


ECLECTUS. 




B 


357. 


NESTOR. Genus. 


B 


882. 


» 


Psittacus. 




B 


357. 


» ESSLINGI. 


B 


896. 


» 


Tanygnathus. 




» 


357. 


B MERIDIONALIS. 


B 


892. 


multicolor. Euphetna. 




B 


222. 


B NORFOLCENSIS. 


» 


900. 


» 


PLATYCERCÜS. 


B 


222. 


» NOTABILIS. 


» 


898. 


» 


Psephotus. 




B 


222. 


B PRODUCTUS. 


» 


888. 


» 


Psittacus. 


11. 


222, 


821. 


B SUPERBUS. 


B 


902. 


u 


Triclioglossus. 




IL 


821. 


ncstor. Psittacus. 


B 


892. 



INDEX. 



985 



Nestorinae. II. 731, 882. 

nicobaricas, Palaeornis. II. 81. 

niger. PSITTACÜS. » 298. 

nigra. Coracopsis. » 298. 

» Vaza. » 298. 

V Vigorsia. » 298. 

nigricollis. Psittacus. « 912. 

nigrigularis. Trichoglossus. » 830. 

nigrirostris. Palaeornis. » 70. 

nigrogularis. Trichoglossus. » 830. 

Nimphicus Novae Hollandiae. I. 261. 

ninus. Aratinga. » 535. 

j> Psittacara. » 535. 

nipalensis. Palaeornis. II. 12. 

nobilis. Ära. I, 425. 

» Arara. » 425. 

» Aratinga. » 469. 

» Conurus. I. 425, 427. 

» Macrocercus. I, 425. 

» Psittacara. » 425. 

» Psittacus. I. 424, 427, 453. 

» SITTACE. B 424. 

Koira. Psittacus. iL 776. 

norfolcensis. NESTOR. » 900. 

notabilis. Nestor. n 892. 

» NESTOR. » 898. 

notatus. Brotogerys. » 104. 

» Coriphilus, » " 42. 

» Psittacus. I. 469. » 105. 

novae Guineae. Chalcopsitta. » 755. 

» Cyanoramphus, » 273. 

» liOrius. )) 755. 

» Platycercus. II. 273, 755. 

» Psittacus. II. 755. 

Kovae-Hispaniae. Psittacus. » 452. 

Novae Hollandiae. Australasia. II. 821, 830. 

» Cacatua. I. 261. 

» CÄLLIPSITTA- 

CÜS. y> 260. 
» Calopsitta. » 261. 
» Nymphicus. » 261. 
» Palaeornis. » 261. 
^) Platycercus. « 261. 
» Psittacus. 1.260. 11.820. 
J) TRICHOGLOS- 
SUS. II. 820. 
Novae- Seelandiae. Psittacus. » 268. 



NovaeZeelandiae. Coriphilus. 11. 
» Cyanoramphus. » 

» Euphema. » 

» Nestor. » 

» Pczoporus. » 

» Platycercus. » 

» PLATYCERCUS. » 

» Psittacus. IL 273, 

novae zelandiae. Nestor. IL 

nuchalis. Psittacus. IL 860, 

Nymphicinae. I. 

Nymphicus. II. 172, 



obiensis. PIOKIÄS. IL 

obscurus. Psittacus. II. 301 , 

x> Mascarinus. IL 

occidentalis. Geopsittäcas. » 

» PEZOPORUS. » 

occipitalis. Chrysotis. » 

ochrocephala. CMRYSOTIS. » 

ochrocephalus. Chrysotis. » 

» Psittacus. IL 580, 584, 

B Trichoglossus, IL 

ochroptera. Chrysotis. » 

i) CHRYSOTIS. » 

ochropterus. Chrysotis. » 

» Psittacus. » 

ochrurus. Psittacus. » 

ocropterus. Psittacus. b 

ocularis. Conurus. L 

Oenochrus. IL 

Ognorhyachus. I. 

olivaccus. Psittacus, IL 

omnicolor. Psittacus. » 

ophthalmica. Cacatua. I. 
ophthalmicus. PLICTOLOPHUS. » 

Opopsitta. II. 

orbignesius. Conurus. » 

orbitula. Psittacula. » 

orbygnesia. Bolborhynchus. » 

» Myiopsitta. » 

Orientalis. Cacatua. » 

» Eos. y) 

» Psittacus. IL 339, 



273. 
273. 
273. 
892. 
273, 
285, 
288. 
273. 
288. 
896. 
925. 
257. 
257. 



389. 
306. 
306. 
151. 
151. 
569. 
584. 
589. 
588. 
850. 
580. 
577. 
577. 
577, 
673. 
577. 
507, 
501. 
436. 
362, 
190. 
282. 
282. 
601. 
129. 
663. 
129. 
129, 
942. 
339. 
770. 



984 



INDEX. 



Orientalis indicas. Lorias. 
ornatus. Eos. 
» Lorias. 

» Psittacas. 

TRICHOGLOSSUS. 
Palaeornis. 
Psittacas. 



Osbecki. 
Osbeckii. 



II. 763. 

» 843. 

» 843. 

» 842. 

B 842. 

» 66. 

» 59. 



P. 



I, 



pachyrhyncha. Ära. 

» Rhynchopsitta. » 

pacbyrhynchas. Conarus. » 

» Macrocercus. » 

» Poeocephalas. II. 

» Psittacas. I. 

pachyrrhyncha. SITTACE. » 

pacbyrrhynchus. Phaeocephalas. IL 

» Psittacas. » 

pacificas. Cyanorampbas. » 

s PLATYCERCUS. » 

» Psittacas. IL 268, 273, 

287, 

Palaeorninae. I. 

Palaeornis. I. 257. II. 172, 810, 



PALAEORNIS. Genas. 



IL 



AFFINIS. » 

ALEXANDRL » 
CALTHROPAE. » 
CANICEPS. » 

CYANOCEPHA- 

LUS. » 

EQUES. » 

ERYTHROGENYS.» 
EÜPATRIUS. » 

HODGSONI. » 

LATHAMI. » 

LONGICAUDATÜS.» 
LUCIANI. » 

MELANORRHYN- 

CHUS. » 

PERISTERODES. » 
TORQÜATÜS. » 
WARDL » 



Palaeornithinae. 
palliceps. Conuras. 

» PLATYCERCUS. 

pallidus. Psittacas. 



428. 
429. 
429. 
428. 
473. 
428. 
428. 
473. 
473. 
269. 
268. 
285, 
857. 
379. 
811. 
1. 
948. 

59. 

53. 

83. 

40. 
35. 
81. 
11. 

50. 
66. 

77. 
56. 

70. 

74. 

17. 
945. 
379. 
195. 
195. 
912. 



palmaram. Cyclopsitta. 

» Loricalas. 

» Nanodes. 

» Psittacas. 

» TRICHOGLOSSUS 

papoa. Psittacas. 
papaa. Charmosyna. 
papuensis. Belocercus. 
» Charmosyna. 

Eos. 
Lorius. 
Palaeornis. 
Psittacas. 
TRICHOGLOSSUS. 
Paradisi. Psittacas. 
paragaa. Eclectus. 

» Psittacodis. 

paragaanas. Eclectus. 

» Psittacas. 

» Stavorinias. 

» Stavorinus. 

parasiticus. Psittacas. 
parvirostris. Palaeornis. 
parvula. Cacataa. 
parvalus. Plyctolophas. 
parvas. Psittacas. 

» Bontii. Psittacas. 
Pascba. Psittacas. 
passerina. PSITTACULA. 
passerinas. Conarus. 

» Psittaculas. 

» Psittacas. 

pastinator. Licmetis. 

» PLICTOLOPHUS. 

patachonica. Psiltacara. 
patachonicas. Conarus. 
patagonica. Arara. 

» Psittacara. 

» Sitlace. 

patagonicus. Psittacas. 
patagonas. CONURÜS. 

» Cyanolyseos. 

» Psittacas. 

pavaa. CONÜRUS. 

» Psittacas. 
Pecquetii. Dasyptilas. 

» Nestor. 



IL 

» 
» 
» 
» 
» 
» 
» 
» 
» 
» 
» 



IL 758, 

IL 

IL 758, 

IL 

» 

» 

» 

» 

I. 

» 

IL 
» 
u 
» 
» 
» 
IL 109, 
I. 
» 
» 
n 
» 
» 
» 
» 
» 
» 



868. 
868. 
868. 
868. 
868. 
878. 
879. 
879. 
879. 
879. 
879. 
879. 
878. 
878. 
520. 
920. 
920. 
920. 
920. 
920. 
758. 
540. 
18. 
301. 
301. 
909. 
909. 
428. 
648. 
649. 
648. 
648. 
318. 
318. 



444. 



444. 
469. 
469. 
320. 
320. 



INDEX. 



98t 



pectoralis. Charmosyna. 


n. 


877. 


philipp 


ensis. Loriculus. IL 


706, 


714. 


» Psittacus. 


» 


333. 


» 


Lorias. 


IL 


769. 


pendalus. Psittacus. 


» 


722. 


» 


Psittacula. IL 


705, 


714. 


Pennanti. PLATYCERCUS. 


B 


180. 


» 


Psittacus. 


IL 


705. 


» Psittacns. 11. 


180, 


190. 


philippinarum. Cacatua. 


I. 


310. 


peregrinus. Psittacus. 


IL 


869. 




» Kakadoe. 


» 


310. 


peristerodes. PALAEORNIS. 


ß 


74. 




» PLICTOLOPHUS. » 


310. 


perlata. Psittacara. 


I. 


543. 




» Plyctoloplius. 


» 


310. 


perlatus. Aratinga. 


» 


543. 


phoenicocephalus. Psittacus. 


» 


337. 


personata. Coracopsis. 


IL 


239. 


phoenicnrus. Conurus. I. 


525, 


547. 


» Prosopaea. 


» 


240. 


phrygius. Psittacus. 


IL 


362. 


» Prosopeia« 


» 


240. 


picta. 


Agapornis. 


» 


926. 


» Pyrrhulopsis. 


)> 


240. 


» 


Poliopsitta. 


» 


927. 


personatus. Aprosmictus. 


» 


240. 


» 


Psittacula. 


» 


926. 


» Eclectus. II. 


376, 


385. 


» 


Psittacus. 


L 


538. 


M GeofFroyus. 11.376 


,381, 


385. 


pileata. 


Caica. 


IL 


429. 


» PIONIAS. 


IL 


375. 


» 


Pionopsitta. 


» 


414. 


» PLATYCERCUS. 


» 


239. 


» 


Psittacula. 


» 


413. 


» Psittacus. 


» 


375. 


pileatus 


>. Pionus. 


» 


429. 


» aruensis. Eclectus. 


» 


376. 


» 


Platycercus. 


» 


210. 


pertinax. Aratinga. I. 


500, 


506. 


» 


Poicephalus. 


» 


429. 


» CONURUS. 


I. 


506. 


» 


Psittaculus. 


» 


414. 


» Psittacus. I. 506, 


507, 


522. 


» 


Psittacus. II. 362, 


413, 


425, 


» Sittace. 


I. 


506. 






429, 


555. 


peruvianus. Psittacus. 


IL 


742. 


» 


Purpureicephalus. 


IL 


201. 


Pesqueti. OASYPTILUS. 


» 


320. 


» 


Tanygnathus. 


» 


362. 


Pesquetii. Psittacus. 


» 


320. 


pileo-coeruleo. Psittacus. 


» 


764. 


» Psitlrichas. 


» 


320. 


PIONIAS. Genus. 


» 


366. 


petrophila. EUPHEMA. 


» 


170. 


» 


ACCIPITRINUS. 


» 


466. 


Petzi. CONURUS. 


I. 


502. 


» 


AMAZONINÜS. 


» 


417. 


Petzii. Conurus. 


» 


503. 


» 


BARRABANDL 


» 


425. 


» Eupsittaca. 


» 


503. 


» 


BRACHYURÜS. 


» 


410. 


» Eupsittula. 


» 


503. 


» 


CHALCOPTERUS. 


» 


462. 


» Psittacus. 


» 


502. 


» 


CITRINOCAPILLÜS. 


» 


484. 


» Sittace. 


» 


502. 


» 


CYANICOLLIS. 


» 


387. 


Pezoporidae. 


» 


379. 


» 


CYANOGASTER. 


» 


407. 


Pezoporinae. I. 379 


. IL 


145. 


» 


DISCURÜS. 


» 


401. 


PEZOPORÜS. Genus. 


» 


144. 


» 


FLAVICANS. 


» 


399. 


» FORMOSLS. 


» 


148. 


» 


FLAVIFIONS. 


» 


482. 


» OCCI DENTALIS 


» 


151, 


» 


FÜSCICAPILLÜS. 


» 


492. 






950. 


» 


FÜSCICOLLIS. 


» 


473. 


phaeton. Conurus. 


» 


269. 


» 


GERONTODES. 


» 


455. 


phaiogenys. Conurus. 


I. 


542. 


» 


GULIELML 


» 


480. 


Phigy, Brotogeris. 


IL 


761. 


» 


HAEMATOTIS. 


)) 


420. 


» Lorius. 


» 


761. 


» 


HETEROCLITÜS. 


» 


390. 


» Psittacns. 


» 


761. 


» 


HISTRIO. 


» 


429. 


philippensis. Licmetulus. 


» 


706. 


» 


LEÜCOGASTER. 


M 


435. 



64 



986 



INDEX. 



PIONIAS. 


MAXmiLIANI. 


JL 


448. 


PLATYCERCUS. AURICEPS. 


» 


285. 


)> 


MELANOCEPHALUS. 


» 


432. 


» 


BARNARDL 


IL 


207. 


» 


MELANOTIS. 


» 


412. 


» 


BARRABANDI. 


» 


259. 


» 


MENSTRÜUS. 


n 


441. 


» 


EOURKL 


» 


227. 


)> 


MEYERI. 


» 


494. 


» 


BROWNI. 


» 


198. 


n 


MITRATUS. 


» 


413. 


» 


CHRYSOPTERY 






» 


OBIENSIS. 


u 


389. 




GUS. 


» 


224. 


» 


PERSONATUS. 


» 


375. 


» 


CORNUTUS. 


» 


241. 


» 


PLATURUS. 


» 


395. 


» 


CYANOPYGUS. 


» 


245. 


» 


PUCHERANI. 


» 


385. 


» 


ERYTHROPTE- 






» 


PYRILIA. 


» 


419. 




RÜS. 


» 


262. 


» 


ROBUSTUS. 


» 


475. 


» 


EXIMIUS. 


w 


190. 


)> 


RHODOPS. 


» 


380. 


» 


FLAVEOLUS. 


» 


185. 


» 


RüEPPELLf. 


)) 


498. 


» 


FLAVIVENTRIS 


.» 


204. 


» 


RUFIVENTRIS. 


» 


487. 


» 


FÖRSTER!. 


» 


287. 


» 


SENEGALÜS. 


» 


489. 


» 


HAEMATOGAS- 






» 


SENILIS. 


» 


460. 




TER. 


» 


215. 


» 


SORDID US. 


» 


452. 


« 


HAEMATONO- 






» 


TUMULTUOSUS. 


» 


457. 




TUS. 


w 


219. 


» 


VIOLACEUS. 


» 


463. 


» 


HYPOPHONIUS. 


» 


254. 


» 


VULTURINUS. 


» 


427. 


» 


ICTERÜTIS. 


» 


186. 


» 


XANTHOMERUS. 


» 


437. 


» 


IGNITUS. 


» 


189. 


Pionopsitta. 


» 


367. 


» 


MELANURUS. 


» 


256. 


Pionus. 


IL 366, 


501. 


» 


MÜLTICÜLOR. 


» 


222. 


pipilans. 


Coriphilus. 


IL 


747, 


» 


NOVAE-ZEE- 






» 


Psittacus. 


» 


747. 




LANDIAE. 


» 


273. 


» 


TrichogJossus. 


» 


747. 


» 


PACIFICUS. 


» 


268. 


piscinator 


PsiUacus. 


» 


318. 


» 


PALLICEPS. 


» 


195, 


placens. 


Conurus. 


» 


872. 


» 


PENNANTI. 


» 


180. 


)) 


Coriphilus. 


» 


872. 


» 


PERSONATUS. 


» 


239. 


» 


Nanodes. 


)» 


872. 


» 


PÜLGHERRI- 






» 


TRICHOGLOSSUS. 


n 


872. 




MÜS. 


» 


226. 


placentis. 


Charmosyna. 


» 


872. 


» 


SEMITORQUA- 






» 


Coriphilus. 


)> 


872. 




TÜS. 


)) 


209. 


» 


Psittacus. 


» 


872. 


» 


SPLENDENS. 


» 


237. 


placentus 


Coryphilus. 


» 


873. 


» 


SPURIÜS. 


» 


201. 


platurus. 


Eclectus. 


» 


396. 


» 


TABUENSIS. 


■» 


231. 


)) 


PIONIAS. 


» 


395. 


» 


ULIETEANUS. 


» 


271. 


» 


Prioniturus. 


» 


395. 


» 


UNICOLOR. 


» 


289. 


» 


Psittacus, 


n 


395. 


» 


VÜLNERATLS. 


» 


265. 


Platycercinae. I. 379. 


II 


173. 


» 


XANTHOR- 






Plalycercus. » 257. 


» 


292. 




RIIOUS. 


» 


217. 


PLATYCERCUS. Genus. 


» 


172. 


» 


ZONARIUS. 


» 


212 


» 


ADELAIDENSIS 


>. » 


183. 


Plcctolophus. 




M 


172 


» 


ALEXANDRAE. 


» 


261. 


PLICTOLOPHINAE. Subfam. 


I. 


256 


» 


AMATHUSIA. 


» 


197. 


PLICTOLOPIIUS. Genus. 


» 


265 


« 


AMUOINENSIS. 


» 


249. 


» 


BUFFONL 


M 


300 



INDEX. 



987 



PLICTOLOPHUS. CITRINO-CRIS- 

TATUS. I. 303. 

» DUCORPSI. » 311. 

» GALERITUS. » 286. 

» GOFFINI. » 308. 

» LEADBEATERI. » 304. 

» LEUCOLOPHUS. » 283. 

» MOLUCCENSIS. » 280. 

» NASICA. » 316. 

» OPHTHALMl- 

CUS. » 282. 

» PASTINATOR. » 318. 

» PHILIPPINA- 

RUM. » 310. 

» ROSEICAPIL- 

LÜS. » 313. 

» SANGUINEÜS. » 307. 

B SULFÜREÜS. » 296. 

» TRITON. » 291. 

plumbeus. Psittacus. » 508. 

Plyctolophinae. » 256. 

Plyctolophas. !. 265, 329, 365, il. 882. 

poecilorcbyrichus. Chrysotis. » 584. 

» Psittacus. » 584. 

Poeocephalas. » 367. 

Poicephalus. » 367. 

poikilorchynclms. Psittacus. » 584. 

poliocar. Psittacus. » 643. 

poliocephalus. Conurus. 

Poliopsitta. 

polychloros. Eclectus. 
Polychloi'us. 

polychlorus, ECLECTUS. 
» Mascarinus. 

» Psittacus. 

Polyteles. 
Polytelis. 

pondicerianus. Belocercus. 
» Belarus. 



I. 498. 

IL 601. 

» 334. 

» 325. 

» 333. 

» 334. 

» 333. 

» 173. 

» 172. 

» 59. 

» 60. 

» Conurus. » 59. 

» Palaeornis. II. 59, 66, 70. 

y) Psittacus. IL 59. 

» var. ß. Psittacus. » 70. 

» var. ß. barbat US. » 56. 

porphyreocepbalas. Nanodes. » 862. 

» Trichoglossus, » 862. 

porphyrio. Psittacus. » 742, 



porphyroccphalus. Brologeris. II. 747. 
» Glossopsitta. » 862. 

» Psittacus. » 747. 

» TRICHOGLOS- 

SUS. 
porpbyrnra. Pyrrhulopsis. 

» Urocbroma. 

porpbyrurus. Psittacus. 
prasina. Arara. 
prasinus. Mascarinus. 
Pr^trci. Amazona. 
» CHRYSOTIS. 

» Psittacus. 

pretrii. Chrysotis. 
Primoli. Ära. 

» Sittace. 

Primolius. 



Prioniturus. 
Probosciger. 
productns. 



Centrurus. 
NESTOR. 
Plyctolophus. 
Conurus. 



» 862. 

» 680. 

» 680. 

» 680. 

I. 462. 
II. 334. 

» 529. 

» 529. 

» 529. 

» 529. 

L 423. 

» 423, 

» 380. 
IL 367. 

I. 365. 
IL 888. 

» 888. 

» 888. 

I. 470. 
II. 173. 

» 173. 

» 172. 

I. 543. 
IL 1, 19. 



propinquus 

Prosopaea. 

Prosopeia. 

Psephotus, 

pseudoperlatus. Aratinga 

Psittaca. 

Psittacara. I. 380, 431, 435. 

PSITTACIDAE. Farn. I. 233. 

PSITTACINAE. Subfam. iL 291. 

Psittacodis. » 325, 

Psiltaculinae. » 291. 

Psittaculirostres. » 601. 

Psittacula. I. 321. IL 86, 367, 687, 811. 

PSITTACULA. Genus. II. 600. 

» CANA. » 643. 

» CINGULATA. » 677. 

» COELESTIS. » 666. 

B CONSPICILLÄTA. » 663. 

» COXENI. » 957. 

» CYANOPYGA. » 662. 

» DESMARESTL » 620. 

» DIGPHTHALMA. » 627. 

» GULFELMI III. » 625. 

» HÜETL » 684. 

» INCERTA. » 612. 



988 



INDEX. 



PSITTACUL 


A. LOXIAS. 


IL 618. 


pullaria. PSITTACULA. 




IL 636. 


y> 


LUNULATA. 


» 616. 


» guineensis. Psittacula 


» 637. 


» 


MELANOGENYS 


.. » 626. 


pullarius. Psittacus. 


IL 


636, 640. 


» 


MELANONOTA. 


» 675. 


pulverulenta. Amazona. 




II. 565. 


» 


PASSERINA. II. 


648, 959. 


pulverulentus. Chrysotis. 




» 565. 


X 


PULLARIA. 


IL 636. 


» Psittacus. 




» 565. 


» 


PURPURATA. 


B 680. 


pumilio. Psittacus. 




» 410. 


» 


ROSEICOLLIS. 


» 640. 


pumilus. Loriculus. 




» 699. 


» 


SCLATERI. 


» 660. 


» Psittacus. 




» 699. 


» 


STICTOPTERA. 


» 671. 


punicea. Domiceila. 




» 344. 


» 


SURDA. 


» 672. 


puniceus. Eclectus. 


IL 


344, 346. 


» 


SVVINDERENI. 


» 632. 


» Eos. 




IL 346. 


» 


TARANTAE. 


» 634. 


» Mascarinns. 




» 341. 


Psittaculus. 


IL 86, 367, 


600, 688. 


» PsittacQS, 




» 344. 


Psittacus. 


I. 257, 265, 321, 


329,363, 


puniculus. Loriculus. 




» 714. 




380, 431, 435. 




purpurata. PSITTACULA. 




» 680. 


s> 


IL 1, 85, 86, 111 


134,144, 


» Urochroma. 




» 680. 




155, 172, 325, 


366,501, 


purpuratus. Psittacus. 




» 680. 




600, 687, 732. 


810, 882. 


Purpureicephalus. 




» 173. 


PSITTACUS 


. Genus. 


IL 292. 


purpureocephalus. Psittacus. 


» 201. 


» 


BARKLYL 


» 954. 


purpureodorsalis. Arara. 




L 420. 


» 


COMORENSIS. 


» 304. 


purpurcus. Pionus. 




IL 464. 


» 


ERITHACUS. 


» 308. 


» Psittacus. IL 


42, 


442, 464, 


» 


MADAGASCAREN- 




776 


, 862. 




SIS. 


» 306. 


» Trieb oglossus. 




II. 862. 


» 


NIGER. 


» 298. 


pusilla. CORYLLIS. 




» 725. 


» 


TIMNEH. 


» 315. 


» Glossopsitta. 




» 860. 


» 


VAZA. 


» 301. 


pusillus. Coriphilus. 




» 860. 


Psitteuteles 




» 811. 


» Lathamus. ' 




» 860. 


Psittinas. 




» 601. 


» Loriculus. 




» 725. 


Psittrichas. 




» 318. 


» Nanodes. 




» 860. 


Pucherani. 


Geo£froyus. 


» 385. 


» Psittacus. 




» 860. 


» 


PIONIAS. 


» 385. 


» TRICHGGLOSSUS. 


» 860. 


» 


Psittacus. 


» 385. 


pusio. NASITERNA. 




1. 327. 


pulchella. 


Charmosyna. 


» 877. 


Ptilosclera. 




IL 811. 


2> 


Eos. 


» 877. 


Ptistes. 




» 173. 


» 


EUPHEMA. 


» 161. 


pygmaea. Micropsitta. 




I. 325. 


» 


Euphema. 


» 168. 


» NASITERNA. 




» 325. 


» 


Euphemia. 


» 161. 


» Psittacula. 




» 325. 


palchellus. 


Nanodes. 


» 161. 


pygmaeus. Micropsites. 




» 325. 


» 


Psittacus. 


» 161. 


» Psittacus. I 


325. IL 870. 


» 


TRICHOGLGSSUS. » 877. 


» TRICHGGLOSSUS. 


» 870. 


palcherrima. Euphema. 


» 226. 


Pyrilia. 




» 367. 


» 


Euphemia. 


» 226. 


pyrilia. Evopsitta. 




» 419. 


» 


PLATYCERCUS. 


» 226. 


» Chrysotis. 




» 419. 


» 


Psephotus. 


» 220. 


» PIONIAS. 




» 419. 


pullaria. 


Agapornis. 


» 637. 


» Psittacula. 




» 419. 



INDEX. 



989 



pyrilla. 

pyrocephalus. Psittacus. 

Pyrrhodes. 

pyrrhoplera. BROTOGERYS. 

pyrrhopterus. Brotogeris. 

» Conuras. 

)) Psittacus. 

» Trichoglossus. 

Pyrrhulopsis. Jl. 

Pyrrhara. 
pyrrhura. Microsittace. 

» Conurus. 

pyrrhorus. Dasyrrhinus. 
pyrropygia. Psittacula. 

R. 

radhea Psittacas. 
raja. Psittacus. 
Rayneri. Platycercus. 
rectirostris. Psittacara. 

» Psittacus. 

regulus. OORYLLIS. 

» Licmetulus. 

» Loriculus. 

» Psittacus. 

reticulata. DOMICELLA. 
» Eos. 

» Psittacula. 

reticulatus. Lorius. 

» Psittacus* 

rex. Psittacus. 
rhodocepbalus. Palaeornis. 

» Psittacus. 

rhodogaster. CONURUS. 
rhodolorus. 
rhodops. Eclectas. 

» PIONIAS. 

» Psittacus. 

Rhynchopsitta. 
riciniata. DOMICELLA. 

» Eos. 

riciniatus. Lorius. 

» Psittacus. 

robustus. PIONIAS. 

» Psittacus 

roratus, Psittacas. 



11. 419. 

I. 495. 

II. 811. 

IL 95. 



96. 
96. 
95. 
96. 



173, 601. 
I. 436. 
» 525. 
» 525. 
n 525, 
II. 722. 



II. 764. 

» 764. 

» 273. 

I. 433. 

» 433. 
II. 710. 

» 710. 

» 710. 

I. 499. 
II. 797. 

» 798. 

» 613. 

» 798. 

» 797. 

» 764. 

» 41. 

» 41. 

I. 549, 

» 307. 
II. 381. 

» 380. 

» 380. 

I. 380. 
IL 803. 

B 803. 

» 803. 

» 803. 

» 475. 

» 475. 

» 341, 



rosa. 



Palaeornis, 
» Psittacus. 
rosacea. Cacatua. 



rosaceus 



IL 
» 
I. 

IL 



Platycercus. 

» Palaeornis, » 

» Plyctolophus. I. 

» Psittacus. » 

rosea. Cacatua. » 

» Kakadoe. » 

roseicapilla. Cacatua. » 

» Eolophus. » 

roseicapillus. PLICTOLÜPHUS. » 

roseicollis. Agapornis. IL 

» PSITTACULA. M 

» Psittacus. » 

roseifrons. CONURUS. I. 

roseus. Eolophus. m 

ruber. Eos. IL 

» Lorius. IL 787, 

» Psittacus. » 309, 

rubiginosa. Chalcopsitta. IL 

» DOMICELLA. » 

rubiginosus. Lorius. » 

rubra, DOMICELLA. » 

» Eos, » 

rubricollis. Psittacula, » 

rubri-cristata, Cacatua, I, 

rubrifrons. Chalcopsitta. IL 

» Conurus. I. 

» Eos, IL 

» Lathamus, IL 

» Loriculus, » 

» Psittacula. » 

» Psittacus. » 

Ära. I. 

Arara. » 

Macrocercus. » 

Sittace. » 

Psittacara. » 

Psittacus. IL 

rubrirostris. BOLBORRHYNCHUS. » 

n Conurus. n 

rubritorquatus. TRICHOGLOSSUS. » 

rubritorquis. Trichoglossus. » 

rnbro-cristata. Cacatua. I. 

rubro-cristatus, Kacadoe. » 

rubro-galeatus, Kakadoe. » 



rubrigenys. 



rubrilarvata, 
rubripennis. 



42. 
41. 

280. 
259. 
259. 
280. 
280. 
313. 
313. 
313. 
313. 
313. 
640. 
640. 
640. 
534. 
313. 
911. 
792. 
786. 
781. 
781. 
782. 
786. 
787. 
637. 
280. 
752. 
462. 
752. 
864. 
706. 
706. 
858. 
394. 
394. 
394. 
394. 
465. 
265. 
125. 
125. 
824. 
824. 
280. 
280. 
337. 



990 



INDEX. 



rubro-genis. Ära. 


I. 394. 


scapulatus. Platycercas. 


II. 246, 


rabrolarvatus. Conaros. 


« 465. 


» Psittacus, 


» 245. 


rubronotata. Charmosyna. 


11. 876. 


schisticeps. Palaeornls" 


» 50. 


rubronotatus. Coriphilns. 


» 876. 


Schlegeli. DOMICELLA. 


» 792. 


rubronotatus. TRICHOGLOSSÜS. 


II. 876. 


scinliliata. Chalcopsitta. 


» 752. 


Rueppelli. PIONIAS. 


» 498. 


» DOMICELLA. 


» 752. 


Raeppellii. PhaeocepLalus. 


» 498. 


» Eos. 


» 752. 


y> Poeocephalus. 


» 498. 


» Lorius. 


» 752. 


j) Püiocephalas. 


» 498. 


scintillatus. Psittacus. 


» 752. 


» Psittacus. 


» 498. 


Sclateri. CGRYLLIS. 


» 677. 


ruficaudas. Leptorhynchus. 


I. 433. 


» Loriculas. 


» 677. 


rafifrons. Pezopoms. 


11. 201. 


» PSITTACULA. 


» 660. 


» Platycercas. 


» 201. 


» Psittaculus. 


» 660. 


rufirostris. Conuras. II. 


19, 89. 


Sebanus. Psittacus. 


» 770. 


» Psittacus. I. 457. 


II. 19, 


semicollaris. Psittacus. 


» 821. 


rafiventris. PIONIAS. 


» 487, 


semilarvata. DOMICELLA. 


» 794. 


» Pionus. 


» 487. 


» Eos. 


» 794. 


» Poeocephalus. 


» 487. 


semilarvatus. Lorius, 


» 794. 


» Psittacus. 


» 487. 


semirostris, Psittacus. 


» 35. 


rupicola. CONURUS. 


I, 560. 


semitorquatus. Barriardius, 


» 209. 


» Microsittace. 


» 560. 


» PLATYCERCÜS. 


» 209. 


« Pyrrhura. 


» 560, 


» Psittacus, 


» 209. 


rupicolas. Conurus. 


» 560. 


senegalus. PIONIAS, 


» 489. 






» Pionus, 


» 489. 


S. 




» Poiocephalas, 


» 490. 


Saisseti. Cyanoramphus. 


II 273, 


» Psittacus, 


» 489. 


sagittifer anthopeplus. Psittacus 


» 256, 


senegalensis, Phoeocephalus, 


» 489. 


» Barrabandi. Psittacus. 


» 259. 


» Poicephalns, 


» 489. 


» columboides. Conurus. 


» 74. 


» Psittacula. 


» 489. 


» melanura, Psittacus, 


» 256. 


senilis, Amazona. 


» 460. 


» rosaceus. Psittacus. 


» 259. 


» PIONIAS. 


» 460. 


Sallaei. Amazona. 


» 514. 


» Pionus. 


» 460. 


» Chrysotis. 


» 513. 


» Psittacus. IL 448, 460. 


Sallei. CHRYSOTIS. 


» 513, 


seniloides. Pionus. 


IL 456. 


samoensis. Charmosyna. 


» 933. 


» Psittacus. 


» 455. 


Sancti Thomae. Psittaculus. 


.» 649. 


setarius. Platycercus. 


» 395, 


» » Psittacus. II. 108 , 650. 


» Prioniturus. 


» 395. 


sanguinea. Cacatua. 


I. 308. 


» Psittacus. 


» 395. 


» Lophochroa. 


» 307. 


severa. Ära, 


I. 418. 


sanguineus. Eolophus. 


» 307. 


» Arara. 


» 418. 


» PLICTOLOPUUS. 


» 307, 


» SITTACE, 


» 417. 


» Plyctolophus. 


» 307. 


sevcrus. Arara. 


» 417. 


sapphirinus. Brotogeris. 


II. 742. 


» Conurus. 


» 418. 


» Coriphilus. 


« 742, 


» Macroccrcus. 


» 417. 


» Psittacus, 


» 742, 


» Psittacus. 


» 417. 


scapularis. Platycercas. 


« 246. 


signatus. Chrysotis, 


IL 531. 


scapulatus. Aprosmictus. 


» 246, 


« Psittacus 


» 531. 



INDEX. 



991 



similis. Conoras. 


I. 


474. 


» Psittacus. 


I. 495. 


Simplex. PsittacQS, 


II. 


651. 


» Sittace. 


» 492. 


sincialo. Psittacus. 


» 


19. 


Sonnerati. Psittacus. 


IL 12. 


sinensis. Loriculus. 


» 


714. 


sordida. Aniazona. 


» 452. 


» Psittacus. 


» 


333. 


sordidus. Chrysotis. 


» 452. 


silophagus. Conurus, 


» 


127. 


« PIONIAS. 


» 452. 


» Myiopsitta. 


» 


127. 


» Pionus. 


X, 452. 


Sittace. L 431, 435. II. 


85, 


111. 


» Psittacus. 


x> 452. 


SITTACE. Genns. 


I. 


380. 


sosove. Aratiuga. 


» 105. 


» ARARAUNA. 


» 


410. 


» Psittacus. II. 


104, 105. 


» AURICOLLIS. 


s 


423. 


Souancaei. Conurus. 


II. 558. 


» CANINDE. 


£ 


413. 


Souanceaei. Euphema. 


» 919, 


» CHLOROPTERA. 


» 


403. 


Souaneei. CONURUS. 


I. 558. 


» GLAÜCA. 


» 


391. 


» Euphema. II. 


159, 919. 


» HAHNI. 


» 


426. 


» Microsittace. 


I. 558. 


» HYACINTHINA. 


» 


389. 


spadiceocephalus. Psittacus. 


II. 381. 


» LAFRESNAYEI. 


» 


394. 


Sparmanni. Psittacus. 


» 742. 


» LEÄRl. 


» 


392. 


Sparrmanni. Brotogeris, 


» 742. 


» MACAO. 


» 


398. 


» Lathamus. 


B 273. 


» MACAVUANA. 


» 


415. 


spatuliger. Prion iturus. 


B 401. 


» MARACAM. 


» 


420. 


» Psittacus. IL 


395, 401. 


X, MILITARIS. 1. 396. 


II. 


943. 


» Urodiscus. 


n. 401. 


» NOßlLIS. 


I. 


424. 


speciosus. Lorius. 


B 773. 


X, PACHYRRHYNCHA. 


» 


428. 


Spixi. SITTACE. 


I. 393. 


» SEVERA. 


» 


417. 


Spixii. Ära. 


» 393. 


» SPIXI. 


» 


393. 


» Arara. 


» 393. 


» TRICOLOR. 


x> 


409. 


» Cyanopsitta. 


B 393. 


SITTACINAE. Subfam. 


XI 


379. 


splendens. Aprosmictus. 


IL 237, 


Siy. Pionus. 


11. 


448. 


» PLATYCERCUS. 


B 237. 


smaragdina. DOMICELLA. 


« 


745. 


» Platycerrus. 


B 239. 


» Microsittace. 


1. 


525. 


splendida. EUPHEMA. 


B 159. 


smaragdinis. Psittacula. 


H. 


745. 


splendid US. Platycereus. 


B 191, 


smaragdinus. CONURUS. 
» Nanodes. 


1. 

IL 


525. 


» Psittacus. 


B 181, 


745. 


spurius. PLATYCERCUS. 


B 201. 


» Psittacula. 


» 


745. 


» Psittacus. 


B 201. 


» Psittacus. 


1. 


525. 


squamata. Eos. II. 


792, 803. 


Solandri. CALYPTORRHYNCHUS. » 


340. 


squamato-torquata. Psittacula 


. II. 616. 


» Plyctolophus. 


» 


340. 


squamatus. Eos. 


B 788, 


» Psittacus.' 


» 


340. 


Lorius. 


B 792. 


Solenoglossus. 


» 


365. 


» Psittacus. 


B 792. 


solitaria. DOMICELLA. 


II. 


760. 


squamens. Psittacus. 


B 788. 


solitarius. Coriphilus. 


M 


761. 


squamosus. Conurus. 


I. 528. 


» Lorins. 


» 


761. 


» Psittacus. I. 


528, 535. 


» Nanodes. 


» 


761. 


Stanleyi. Platycereus. 


IL 186. 


» Psittacus. 


» 


760. 


Stavorini. DOMICELLA. 


B 578. 


solstitialis. Äratinga. 


1. 


492. 


5) Eclectus. 


B 758. 


» CONURUS. 


» 


491. 


» Psittacodis. 


B 758. 



992 



INDEX. 



Slavorini. Psittacus. II. 

Stavorinius. » 
stellatus. CÄLTPTORRHYNCHUS. I. 

» Calyptorhynchus. » 

stictoptera. PSITTACULA. II. 

» Urochroma. » 

Stigmata. CORYLLIS. » 

» Psittacula. » 

stigmatus. Loricnlas. » 

» Nanodes. » 

» Psittacns. » 

strenuus. Conuros. I. 

» Psittacus. B 

streptophorus. Psittacus. II. 18, 

Strigopidae. f. 

Strigopinae. » 

Strigops. » 

STRINGOPINAE. Subfam. » 

STRINGOPS. Genus. » 

B GREYl. » 

B HABROPTILUS. » 

II. 

I. 



Stringopsis 

Stylorhynchus. 

subcaerulea, BROTOGERYS, 

subcaeruleus. Psittovius. » 

sulfarens. PLICTOLOPHUS. 1. 

» major. Kakadoe. b 

sulphurea. Cacatua. I. 296, 

sulphureus. PlyctolopJius. I. 

» Psittacus. I. 291, 



II. 



B minor. Psittacns. 

samalranus. Eclectns. 
B Psittacodis. 

» Psittacus. 

B Tanygnathus. 

superbus. Lorius. 

» NESTOR, 

surda. PSITTACULA. 
B Psittacula. 
B Urochroma. 
sardus. Psittacus. 

B Pyrrhulopsis. 

Swainsoiii. Psittacus. 
Swaiusonii. Trichoglossus. 
Swindereni. PSITTACULA. 



578. 
920. 
351. 
340. 
671. 
671. 
694. 
694. 
695. 
695. 
694. 
428. 
428. 
616. 
239. 
239. 
241. 
239, 
241. 
253. 
246. 
940. 
241. 
431. 

97. 

97. 
296. 
287. 
300. 
296. 
296, 
300. 
296. 
357. 
357. 
357. 
357. 
773. 
902. 
672. 
673. 
673. 
672. 
673. 
259, 
821. 
632. 



Swinderiana. Agapornis. II. 633. 

Swinderniana. Agapornis. b 633. 

B Psittacula. b 632. 

Swindernianns. Poicephalus. b 633. 

B Psittaculus. B 633. 

B Psittacus. B 632. 



T. 

tabuensis. Aprosmictus. IL 

B PLATYCERCUS. b 

B Platycercus. II. 237, 

B Psittacus. IL' 

B var. Psittacus. b 

taitiana. DOMICELLA. b 

taitianus. Coriphilus. b 

B Nanodes, b 

B Psittacus. B 

B Trichoglossus. b 

Tanignathus. b 

tannaensis. Platycercus. b 

Tanygnathus. b 

tarabe, Psittacodis. b 

B Psittacns. b 

Taranta. Agapornis. b 

B Poicephalus. b 

B Psittacula. b 

B Psittacus. B 

Tarantae. PSITTACULA. b 

Temminckii. Calyptorhynchus. I. 



» 

tenuirostris. 



Psittacus, 
Kakadoe. 
Licmetis. 
Plyctolophus. 
Psittacus. 
Psittacus. 



ternatcnsis 

terrestris. Pezoporus. 

B Psittacus. 

thalassina. Chrysotis. 
ihalassinus. Psittacus. 
tigrina. Myiopsitta. 
timneh. PSITTACUS. 
tiriacula. Conurus. 

B Psittacus. 

B Tirica. 

tiriba. Psittacara. 



IL 

B 



231. 
231. 
249. 
231. 
245. 
742. 
742. 
742. 
742. 
742. 
325. 
272. 
325. 
538. 
538. 
634. 
634. 
634. 
634. 
634. 
340, 
346. 
340. 
316. 
316. 
316. 
316. 

42. 
148. 
148. 
563. 
479. 
130. 
315. 

90. 

89. 

90. 
528. 



INDEX. 



993 



Tirica. 


II. 


86. 


tirica. BROTOGERYS. 


» 


89. 


» Psittacus. 


II. 89, 


100. 


» Siltace. 


II. 


90. 


torquata. Psittacula. 


» 


616. 


» Psittaca. 


» 


17. 


torquatus. Conurus. 


» 


18. 


» Palaeornis. 


» 


18. 


)) PALAEORNIS. 


» 


17. 



» Psittacas. II. 11. 17, 18. 

86, 616. 
» Psittinus. II. 616. 

» indicus. Lorius. II. 764. 

» luteo varians. Psit- 

tacas, » 19. 

» macroaras antiquo- 

rum. Psittacas. » 17. 

torque miniaceo. Psittacas. » 11. 

torrida. Eos. « 807. 

toai. Psittacus. » 100. 

tovi. BROTOGERYS. » 99. 

» Conurus. » 100. 

» Psittacula. » 100. 

» Psittaculus. » 100. 

» Psittacas. II. 99, 109. 

» Psittovius. IJ. 100. 

» gatture-luteo. Conurus. » 100. 

Trichog-lossidae. » 731. 

Trichoglossinae. » 811. 

TRICHOGLOSSINAE. Subfam. » 731. 

Trichoglossus. IL 86. 111. 

TRICHOGLOSSUS. Genus. II. 810. 

» CHLOROLE- 

PIDOTUS. » 847. 
» COCCINEl- 

FRONS. » 845. 

» CONCINNUS. » 857. 

» CYANOGRAM- 

MÜS. » 830. 

53 DIADEMA- 

TUS. » 867. 

» DISCOLOR. » 863. 

» EüTELES. » 850. 

» FLAVOVIRI- 

» DIS. » 849. 

» FORSTEN!. » 826. 

» HAEM ATODES. s 827. 



TRICHOGLOSSUS IRIS. 11, 852. 

» MASSENAE. » 834. 

» MITCHELLF. » 838. 

» NOVAE HOL- 

LANDIAE. » 820. 
» ORNATUS. M 842. 

» PALMA RUM. » 868. 

» PAPUENSIS. » 878. 

» PLACENS. B 872. 

» PORPHYRO- 

CEPHALUS. » 862. 
» PULCHELLUS. » 877. 

» PÜSILLUS. 33 860. 

» PYGMAEUS. 33 870. 

» RÜBRITOR- 

QÜATUS. 33 824. 
» RUBRONOTA- 

TUS. 33 876. 

33 VERREAÜXL ß 846. 

» VERSICOLOR. 3) 853. 

Triclaria 33 367. 

tricolor. Ära. I. 409. 

33 Arara. 33 409. 

33 Lorius. II. 769. 

33 Macrocercus. I, 409. 

33 Psittacus. 33 409. 

33 SITTACE. » 409. 

trimaculatus. Psittacas. II. 60. 

Triton. Cacatua. l. 282, 291, 311. 

33 PLICTOLOPHUS. 1. 291. 

33 Plyctolophus. » 292. 

tui. BROTOGERYS. U. 108. 

1) Conurus. 33 109. 

33 Psittacula. » 109. 

33 Psittaculus. 33 109. 

33 Psittacus. I. 506. 33 108. 

33 Psittovius. 33 109. 

33 Sittace. » 109. 

tuipara. BROTOGERYS. 33 103. 

33 Conurus. 33 104. 

33 Psittaculus. 33 104. 

33 Psittacus. » 103. 

33 Psittovius. 33 104. 

33 Sittace. 33 104. 

tumultuosus. Chrysotis. 33 457. 

1) PIONIAS. 33 457. 

33 Psittacus, 33 457. 

65 



994 



INDEX. 



typica. Pyrilia. 
typicus. Barnardius. 
typus. Ducorpsius. 

ü. 



II. 419. 
» 207. 
I. 311. 



II. 271. 

» 271. 

» 271. 

» 271. 

» 745. 

» 137. 

» 137, 

» 137. 

» 137. 

» 137. 

» 289. 

II. 785, 925. 

II. 924. 

» 289. 

II. 878, 924. 

II. 601. 

» 367. 



ulietanus. Cyanorainplms, 

D Platycercus. 

» Psittacus. 

ulieteanus. PLATYCERCUS. 
ultramarin US. Psittacus. 
undulata. Euphema. 
» Euphemia. 

undalatus. M KLOPS 1 TT ACUS. 
» Nanodes. 

» Psittacus. I. 530 

unicolor. Cyanoramphas. 

y> Eos. 

» Lorius. 

» PLATYCERCUS 

» Psittacus. 

Urochroma. 
Urodiscus. 

V. 

Vaillanti. Psittacus. II. 760. 

Vaillantii. Pionus. » 931. 

» Poeocephalus. » 476. 

» Psittacus. » 104. 

varipgata. Eos. » 804. 

B Psittacara. » 556. 

variegatus. Psittacus. » 804. 

varius. Psittacus. 'll. 309, 743. 

» indicus. Psittacas. II. 466. 

Vaza. » 292. 

\aza. Coracopsis. >i 301. 

» Platycercus. » 301. 

» PSITTACUS. » 301. 

j) Psittacus. » 298. 

» Vigorsia. » 301. 

velatus. Psittacus. » 858. 

ventralis. Psittacus. » 514. 

venusta. EUPHEMA. » 163. 

venustus. Nanodes. » 163. 

» Platycercus. » 198. 

1) Psittacus. II. 163, 198. 



vernalis. CORYLLIS. 
» Loriculas. 

£ Psittacula. 

» Psittaculus. 

» Psittacus. 



vernans. Psittacus. 
vernus. Chrysotis. 
Verreauxi. TRICHOGLOSSUS. 
Verreauxius. Trichoglossus. 
versicolor. Conurus. 

» Coriphilus. 

» Microsittace. 

» Nanodes. 

» Psittacara. 

» Psittacus. I, 

» Psitteuteles. 

» Ptilosclera. 

» Pyrrhura. 

» TRICHOGLOSSUS 

versicolorus. Psittacus. 
Versteri. Psittacus. 
verticalis. Psittacus. 
vibrisca. Palaeornis. 
» Psittacus. 



Vigorsia 
Vigorsii. 
vinacea. 



Psittacus. 
Amazona. 
» CHRYSOTIS. 
vinaceicollis. Chrysotis. 
» Pionus. 

» Psittacus, 

vinaceus. Oenochrus. 

» Psittacus. 

Vini. 

vini. Lorius. 
violacea. Amazona. 



violaceus. 



PIONIAS. 

Psittacus. 

Aratinga. 

Brotogerys. 

Conurus. 

Psittaculus. 

Psittacus 

Sittace. 



IL 721. 

II. 722, 725. 

» 722, 725. 

IL 721. 

IL 721, 725, 

728. 

IL 541. 

y> 529. 

» 846. 

» 846. 

L 539. 

IL 853. 

I. 539. 

IL 853. 

L 539. 

529. 539. IL 

543, 924. 

IL 853. 

» 853. 

I. 539 

IL 853. 

« 94. 

» 490. 

» 913. 

IL 60, 66, 70. 

3L 59. 

V 292. 

» 528. 

» 538. 

» 537. 

» 518. 

}> 518. 

» 518. 

» 537. 

y> 537. 

1) 732. 

» 742. 

» 464. 

» 463. 

IL 463, 467, 

924. 

IL 94. 

« 94. 

» 94. 

» 94. 

IL 92, 94, 531. 

IL 94. 



INDEX. 



995 



virescens. Tirica. 


n. 94. 


viridicauda. Psittacula, 


» 680. 


viridicollis. Palaeornis. 


» 53. 


» Psittacus. 


» 53. 


viridigenalis Chrysotis. II. 


541, 543, 
545. 


viridimystax. Palaeornis. 
viridis. Australasia. 


II. -/S. 
» 847. 


i> Cacatua. 


I. 340. 


» Psittacus. II, 


212, 233, 


viridissima. Psittacula. 


584. 
11. 650. 


» Tirica. 


» 90. 


viridissimus. Aratinga. 


i> 90. 


» Conuras. 


ö 90. 


» Graydidascalus. 
i) Psittacus. 11 


» 410. 
. 89, 410. 


viridis torque miniaceo. Psitta- 


cus. 


II. 17. 


» unicolor. Psittacus. 


» 289. 


vittata. Amazoua. 


» 516. 


y> CHRYSOTIS. 


» 515. 


» Microsittace. 


1. 531. 


» Pyrrlmra. 
» Sit face. 


» 531. 
» 531. 


vittatus. CONURÜS. 


» 530. 


» Psittacara. 


» 530. 


£ Psittacus. I 


530. It. 




515. 


vulneralus. Aprosmictus. 
» PLATYCERCUS. 


II. 265. 
i) 265. 


vulturina. Amazona. 


» 428. 


B Caica. 


» 428. 


» Gypopsitta. 
» Psittacula. 


» 428. 
B 428. 


vulturinus. PIONIAS. 


B 427. 


» Pionus. 


» 428. 


» Psittacus. 


» 427. 



w. 



wagleri. CONURÜS. 


I. 459 


» Evopsitta. 


» 459 


» Psittacara. 


» 459 


Wallacei. Lorius. 


11. 803 


B Prioniturus. 


» 359 


Wardi. PALAEORNIS. 


» 945 



Weddelli CONURÜS. I. 497. 

Weddellii. Conurus. x> 497. 

» Maracana. » 497. 

Westermani. ECLECTL'S. IL 339. 

» Psittacodis. » 339. 

Wcsterinanni. Polyclilorus. » 339. 

X. 



Caica. 
Psittacus. 
PIONIAS. 

Calyptorfiynchus. 



xanthocephalus. Chrysotis. 

xanthocerus. Psittacus. » 

xanthogaster. Platycercos. » 

xarithogenius. Conurus. I. 

xantholaeraus. Conurus. a 

xantholora. Amazona. II. 

» CHRYSOTIS. i) 

» Psittacus. » 

xantholorus. » d 

xanthomeria. 

xanthomerius. 

xantliomerus. 

xantlioBOthus. Calyptorfiynchus. I. 

xanthops. Agapornis. II. 

» Amazona. » 

» CHRYSOTIS. » 
B Psittacus. II. 577 , 

xanlhoptera. BROTOGERYS. IL 

B Psittacara. » 

» Tirica. » 

xantbopterigius. Conurus. » 

xanthopterus. Aratinga. » 

» Con urus. » 

a Pliaeocephalus. d 

» Sittace. » 

xanthopterygia. Psittacala. » 

xanlhopterygius. Psittaculus. « 

xanthopygus. » 
xanthorrhous, PLATYCERCUS. » 

» Psephütus. » 

xanthosomus. Palaeornis. » 

» Psittacus. B 

xanthotus. Calyptorbynchus. 1. 



IL 57 



577. 
438. 
204. 
508. 
507. 
528. 
528. 
528. 
528. 
437. 
438. 
437. 
358. 
637. 
597. 
596. 
580, 
596. 

92. 

92. 

92. 

92, 
650. 

92. 

92. 
495. 

92. 
92, 
650. 
92, 
650. 
491. 
217. 
217. 

40. 

42. 
358, 



996 



INDEX. 









zonarius. 


Barnardias. 


II. 212 




Z. 




» 


PLÄTYCERCUS. 


» 212 








K 


Psittacus. 


» 212. 


Zealandicus. 


Psittacus. 


II. 268. 








Zeelandicas. 


Psittanus. 


» 268- 









DRUCKFEHLER. 

Wir konnten nur die am meisten störenden aufnehmen und 
müssen für die übrigen Nachsicht erbitten. 



ZUM BESTEN BANDE (Nachtrag). 



Seite vii, Zeile 2 v. unten, lies: etymologischen statt: ethymologischen, 
4, 
5, 



9 = 

29: 

61, 

76, 

220, 

374, 



1 


V. 


oben, 


» Bibel 


1 


V. 


unten , 


« Epig 


11 




" 


" Raritäten 


7 




" 


" antguetades 


4 


V. 


oben, 


" Fällen 


9 




" 


" Unterlage 


10 




" 


// geahnten 


11 


V. 


oben, 


» Cohortes 


2 




„ 


" R a s m a 1 a s 



Biebel. 
Epiq. 
Rarietäten. 
autiguedades. 
Fallen. 
Unterlege, 
geahndeten. 
Cohors. 
Kasmalos. 



ZUM ZWEITEN BANDE. 



Seite 1, Zeile 5 v. unten, lies: canaliculata et angulariter seposita statt: 

canaliculati angulariter sepositi. 



4, 

8, 

25, 

35, 

43, 

43, 

62, 

63, 

81, 

82, 

97, 

124, 

131, 

126, 



2 V. oben , lies .-geahnte 

17 V. unten, « Palaeornithes 

16 V. oben, » ist 

10 V. unten, « apicibus 

9 tf * colorem 

10 " " et 

5 '/ «denn 

19 V. oben, « viridissimis 

6 V. unten, « Schaft mitte 
9 » " Andamanen 



statt: geahndete. 

" P a 1 a e r n i s. 

'/ sind. 

" apice. 

» c o 1 o r. 

/' at. 

// den. 

» viridissimus. 

'/ Schafmitte. 

" Adamanen. 



Unter dem Speciesnamen fehlt: PI. 2. 

Zeile 12 V. oben, S. 125, Z. 8 v. unten, S. 129, Z. 14 v. unten und 

" 3 V. unten, lies: prasinus statt: prasina. 

ff 17 ff // tirica " triacula. 



Seite 132, Zeile 8 v. oben, /zes.- Identität 
» 145, " Iv. unten, <• abgestuft 
5 V. oben, 



163, 
166, 
166, 
173, 
208, 
222, 
227, 
261, 
327, 
339, 
384, 
390, 
396, 



3 V. unten . 
12 



18 
11 

3 
13 
12 

8 
15 
14 
15 V. oben, 

437, Anmerkung 1. 

438 , Zeile 5 v. unten , 



443, 

447, 

452, 

453, 

456, 

456, 

456, 

458, 

466, 

505, 

512, 

529, 

530, 

541, 

541, 

556, 

557, 

559, 

564, 

566, 

566, 

572, 

580, 

585, 

588, 

596, 



I V. oben, 
9 

4 

6 
12 
14 
15 

7 

9 

8 V. unten , 
16 V. oben, 
14 V. unten, 
13 
16 
16 

5 

5 

1 V, oben, 

3 V. unten , 

14 V, oben, 
15 

I I V. unten , 
7 

10 V. oben, 

15 V. unten, 
5 



pulchella 

crocea nulla 

schwach 

liberae in ceram 

manchmal 

superiorum 

inferioribus 

untere 

Sternalbildnng 

ambobus 

beobachtete 

pallidior 

apice candae 

konnten 

cyaneo 

Babahoyo 

Ficusfrüchten 

fronte lorisque 

caesiis 

brunneis 

rubris 

gerontodes 

nur 

geistigen 

Forte 

es 

Montevideo 

maculae 

r u b r a e 

Chr. cyanops 

fusco 

sind 

Augengegend 

scapularibusque 

margine 

ad 

prasina 

maxillae 

er 

xanthops 



statt: Identicität. 

" abgestupft. 

« puchella. 

" crocea-nulla. 

« schwarz. 

" liberae ceram. 

" manchend. 

'/ superioram. 

n inferiorum. 

" obere. 

" Sternabbildung. 

" ambolus. 

II beobachte. 

" pallidius. 

II cauda apice. 

II l^av&oq. 

II können. 

" cyano. 

'/ Bababayo. 

// Ticusfrüchten. 

II fronte cum loris. 

'/ caesio. 

" brunneo. 

" rubro. 

" seniloides. 

// nicht. 

" geistichen. 

" Porte. 

'/ ihn. 

" Montevedio. 

" macula. 

/' rubra. 

II havanensis. 

" f u s c a. 

" ist. 

/' Augegend. 

" scapularisque. 

" margo. 

" an. 

" prasinus. 

'/ maxi IIa. 
II es. 

II xanthopes. 



Seite 597, 

» 597, 

» 606, 

" 613, 

" 618, 

" 659. 

« 661, 

" 683, 

// 691, 

" 717, 

» 728, 

" 733, 

» 748, 

// 769, 

« 797, 

'/ 797, 

" 844, 

« 845, 

« 917, 

» 947, 



Zeile 8 V. oben, lies: fascia flava abd. statt: fascia abd. 

" 6 v.unten, « breite gelbe Binde " breite Binde. 

" 16 " /' herkömmliche « herkömmlige. 

i> 3 V. oben, " azureus « azerens. 

" 2 V. unten , « 1 o x i a » 1 o x i a s. 

"11 " " hübschen « hüpschen. 

" 14 V. oben, » längs Unterarm und unterseits, streiche: auf 
Flügel. 

/' 18 v.unten, hinter aber füge an: «aus Versehen" von Z. 17. 

" 9 V. oben und Z. 10 v. unten lies: Andamanen statt: Adama- 
nen. 



11 V. oben, lies: Point. 
1 v.unten, II völlig 



" 12 V. oben, 

// 12 

,/ 3 

'/ 10 V.unten, 

» 7 

" 11 



1 a t a r u m 
V e n t r a 1 i 
"Vertreterin 
acquirirt 

" streiche: an. 

" lies: beobachtete 



18 V. oben, 
2 V. unten , 
1 V. oben, 



ambobus 

carmelinbraun 

zoogeograph. 



statt: Pont. 
" völliganzi 
" laterum. 
" ventralis. 
" Vortreterin. 
" aquirirt. 

beobachte. 

ambolus. 
" carminbraun. 
" zoograph. 




^n.(j 



PI 2. 



Br olo geiys s iib g aer Lrle a . l ; 




.31.G-. 



PL3 



Eroto gerys cTirys o s ema , lai-t 



''• ff- 

CAMBRIDGE. MA USA 




"^ '^^.^^^44|^s*N#M^^ 



' <{fcäÄ^ 



■ h.G-. 



PI. 4. 



Chrjsolis Guatemalae. lari-i. 



UCl USRARY 

GAMBh... .:A 




PL6. 



•Sil.G-. 



G orjllis exilis . Sd^ieg. 




PL 6. 



Domioellcifuscata.^iyjfL. 



^-^'A^ 



^%^ 



wt-^*^ 






^ » 



r ^: 



>i^' 



'r'&-^ 



■--€?- 



i^Q^S 






tv A' 







S%^ 




'■■ V 



< ¥ i4 ^' ' ,