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Full text of "Die Post- und Reiserouten des Orients: Mit 16 Karten nach einheimischen Quellen"

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Ui^ytaiBi 



nnüe des Mori>;enlaudes 



Ottuisvlien MiincciilüiKliscIion licsrllsrliiili 



«Ics Prcil'. Dr. Hcrmiinn Rn.cklianH. 



III. B n n il. 



F- iiiwi ReLsenmttMi <Iüs Orients. 

Mit ICi KuriH) iiiidi rinhcimbu'lißa (JnalliJi) 
i. Sprru^ei. 
L Holt. 






f^i" Ufff ""'c' npe.rMi dir lifUj/raffiie vm Arnhir^ 



ide des Morffciiliindes 

pcDisrhen MnrüiiMiläiicIischt'n (ipsrltscliiift 

tips PrviC bt Hrrmann Kr-irkhaus. 
III. Band. 

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uikI Reiserouten dos Oi'ients. 

Mit H'r KiirU-n lüirli i'inhi'iml'^rhi'n (/«pIIimi 



LeipJÜj; IH64 



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Lünde des Morgeiiliindes 



Drul.sclicii MdrücnIfliiiliM'hf'ii llcsrllsrhaft 

Dul« itet nnntsorlliRlirn It'xljdiLi» 

<l<tf Prot nr. Hermann Itri>ckhaa<s 
■II. B n D <l. 



l'oüt- und KeLsoruiitoii des Orient«. 

Mit tu Knrttfn narh <>inliPi mischen (Jimilun 



hLeipaig If^C'i 

m RaminiiHtnii lioi f. \ Rrnrkhm 



i'ir'l spcrMl tlie Ufoffrajiftiv i««( Ar* 
Arithisrhrtt Sfämuir Muinihln. 



lade des iMorgcnlaudcs 

ImaiHKTigiitien v<ut dnr 

DftUtNche» MorsKulfiudisrhrri ficsHI.srhnn 

de? Prot Dr. Bermann Brorkhans. 
in. B n n <l. 



ost- imd Reiserouten des »mu' 

Mit ir« Katlmn nacfi <'iDb<-imi-'H-hi>ii (jni^Ui'n 

I. Haft. 



miniMinii hci F. \. Itrci-khMiiv 



tot* Amf-ineh'-n Stütimir hehofhln. 



Post- und Keiserouten des Orients. 



iiide des Morgenlandes 

ItatsuaKi'dwbvn •ua ilcr 

^v\m Miirc;enlÜiiitisfhen <ivst'll.srli!iri 

pfii i'r«>r. Hr. n«rniKnn ßrofkhuiiü- 
III. Run fl. 



[uu(l Reisenmt«^!! dos Orioiits. 

16 Kiirtvn nach «inbeinii^x'htfn <|neUen 
i. Sprfuger. 



Leipzig IK<'4 



't^'Btfl mini nprrittl ilir Cntf/mithu- i-ntt Ar« 



mw' Reiserouten des Orients. 



Abhandlungen 



U'T 



iU*. 



Deutschen Morgeiilänclisclien (Tesellschaft. 



111. Band 



t. Die 

Fast- und Reiserouten des Orients. 



Mit 16 Karten nach einheimischen Quellen 



▼on 



A. Sprengrer. 



KntM left. 



Leipzig 1864 

in Commission bei F. A. Brockhaus. 



\ 



«de. 



Sammler orientaiibuiAx.. 



% welche das Chalyfen- 

'^y und solange nicht 

NnlH werden, müssen 

lAiflde, Ersatz für 

ine Beise machen, 

htk iich uns die 



Olx Schefer 



als ein Zeichen der Hochachtung und Freundschaft 



der Verfasser. 




Dem 



ausgezeichneten Kenner des Morgenlandes 



und 



Sammler orientalischer Handschriften 



Gh. Schefer 



als ein Zeichen der Hochachtung und Freundschaft 



der Verfasser. 



Vorrede. 



Lodere Karten von einigen jener Länder, welche das Chalyfen- 
reich bildeten, sind unrichtig uild mangelhaft, und solange nicht 
genaue Beobachtungen und Vermessungen angestellt werden, müssen 
sie so bleiben. Der einzige, wenn auch unzureichende, Ersatz für 
gute Karten sind Itinerarien. Wenn wir selbst eine Reise machen, 
oder eine Armee in Gedanken verfolgen, so werfen sich uns die 
Fragen auf, welche Wege giebt es vom Ausgangspunkt zum 
Ziele? wie lang sind sie? durch welche Städte fuhren sie, und 
wie kann die Strecke passend in Stationen eingetheilt werden? 
Die letzte ist, da man im Orient nicht überall Wasser findet, die 
wichtigste, und sie wird selbst von den genauesten Karten unbe- 
aotwortet gelassen, denn die natürlichen Hindernisse, welchen der 
Reisende auf dem Wege begegnet , können in Landkarten nicht ver- 
nkhnet werden. Ich habe daher seit mehreren Jahren jene geo- 
graphischen Werke der Moslime gesammelt, welche zuverlässige 
Itinerarien enthalten. Ursprünglich war es meine Absicht, sie 
einer englischen Bearbeitung der Erdbeschreibung des Moqaddasy, 
welche in der Bibliotheca Indica erscheinen sollte, einzuverleiben. 
Als ich aber zur Zusammenstellung derselben schritt, kam ich zu 
der Ueberzeugung, dass die Itinerarien, geschieden von der beschrei- 
benden Geographie, am besten ein Werkchen für sich bilden von so 
geringem Umfange, dass es der Reisende mit sich tragen, und der 
Forscher, ohne durch Blättern in einem grossen Bande Zeit zu 
verlieren, als Hilfsbuch benutzen könne. Die Deutsche Morgen- 
ländische Gesellschaft hielt den Plan der Arbeit für zweckmässig, 
and bot mir freundlich die Hand, und so erscheint sie unter 
ihren Auspicien. 

Itinerarien ohne Karten würden in vielen Fällen so vag sein, 
dass der Leser nicht wüsste, ob er nach Osten oder Westen, nach 
Norden oder Süden geführt wird. Zur Konstruktion von eigenen 
Karten reichen die Materialien nicht aus. Da wir die Angaben 
nnheimischer Geographen über die Länge und Breite der vorzüg- 
li<*hsten Städte der nioslimischen Länder besitzen, hielt ich es für 
rweckmä.ssig, nach diesen Angaben Karten zu konstruiren und die 
Itinerarien darin einzutragen. Ich gebe zu, dass diese bildlichen 



VIII Vorredf" 

Darstellungen in manchen Fällen ^^^^^^ ungenau sind, aber sie 
geben dennoch einen Begriff der betreffenden Länder. Da vor- 
liegende Arbeit nicht ein Beitrag zur Literaturgeschichte, sondern 
zur Länderkunde sein soll, habe ich nur von jenen liändern Klar- 
ten nach arabischen Angaben verfertigt, von denen sie wenigstens 
annähernd richtig sind, oder etwas Neues bieten. Von Arabien 
habe ich eine eigene Karte entworfen , von Palästina und Aegypten 
hingegen, Ländern, welche wir viel besser kennen, als sie dem 
Byrnny und Verfasser des Atwäl (von beiden wird weiter unten 
die Rede sein) bekannt waren, hielt ich es für überfiiissig, eine 
Karte mitzutheilen. Orte, deren Länge und Breite auf Aukto- 
rität beruht, sind durch +, und Orte, deren Lage nach den Itine- 
rarien bestimmt worden, sind durch o bezeichnet. Aus dem ge- 
nannten Grunde habe ich auch im Texte jene Länder am meisten 
berücksichtigt, welche uns am wenigsten bekannt sind. 

Mein Hauptführer ist, aus weiter unten genannten Gründen, 
Ihn Chordädbe, dessen Geographie ich im J. 1859 vom Oxforder 
Codex abschrieb. Ich konnte nur vier Tage auf die Arbeit ver- 
wenden, doch hoffe ich, dass meine Copie keine erheblichen Fehler 
enthält. Wie Ibn Chordädbe, fange ich mit der Hauptstrasse von 
Baghdftd nach Nordosten an, verweile dann auf der entferntesten 
daran liegenden Provinz, Transoxanien, und nähere mich allmälich 
dem Ausgangspunkte, um die Reise nach Südwesten anzutreten, 
darauf mache ich die Seefahrt bis China, von dort nach Baghd&d 
zurückgekehrt, begebe ich mich über Mesopotamien nach dem 
Westen, und schliesse, wie Ibn Chordädbe, meinen Ueberblick 
mit Arabien. 

Viele der Namen sind in den ältesten Handschriften ver- 
dorben und unleserlich, und es ist gewiss, dass in sehr vielen 
Fällen die Verfasser meiner Quellen, insofern sie compilirten, 
sie nachzeichneten, ohne sie lesen zu können. Mit den Namen 
wichtiger Orte kommen wir meistens ins Reine. Und es hat 
wenig zu sagen, wenn wir nicht wissen, wie die Benennungen 
von unbekannten Karawanseraien und Stationen ausgesprochen 
werden; die Schriftzüge, welche wir in den Handschriften finden, 
sind für uns Hieroglyphen, welche ganz und gar den Werth von 
lesbaren Wörtern haben, denn wir erkennen sie wieder, wenn 
wir sie in einem andern Buche finden. Wenn ich von einer sol- 
chen Hieroglyphe ofler zu sprechen habe, so setze ich eine will- 
kürliche Lesung bei, damit auch der Nichtorientalist den Sinn ver- 
folgen kann. In einigen wenigen Fällen hätte sich vielleicht durch 
vieles Nachschlagen die richtige Lesart bestimmen lassen. Freunde 
der Erdbeschreibung, für welche diese Schrift ganz besonders be- 
stimmt ist, werden es ganz gewiss billigen, dass ich mein Augen- 
merk weniger auf solche Nebensachen, als auf die Bestimmung 
der Lage der Orte richtete. 

Mit Hilfe der Berichte neuer Reisenden hätte sich hie und 



r 



Vorrede. ix 

da die richtige Leseart herstellen und vielleicht auch die Angabe 
der einheimischen Geographen berichtigen lassen. Leider bietet 
die ofleDtliehe Bibliothek von Bern so wenige Hilfsmittel dieser 
Art. das8 ich davon absehen mnsste. Der Leser wird dieses nicht 
b^daaem. Denn solche Berichtigungen wiirden zu endlosen £r- 
klirangen geführt haben; der Umfang des Buches hatte sich auf 
difl Doppelte erweitert, und es hatte am Ende seinen Zweck, die 
orientalischen Itinerarien, wie sie sind, mit allen ihren Mängeln 
wiederzugeben, verfehlt. Ueber Arabien besitze ich fast Alles, 
«ms gedruckt worden ist, und ich habe mich verleiten lassen, über 
die Grenzen meines Planes hinauszugehen. Es ist dieses ein Land, 
«reiches eine merkwürdige Vergangenheit hat, und es giebt Plätze, 
welche kein Reisender berücksichtigen würde, welche jedoch in 
der Poesie und alten Geschichte eine grosse Wichtigkeit haben. 
Eb war daher nothwendig, das geographische Skelet dieser Halb- 
insel so vollständig zu machen als möglich, damit sich der Leser 
Orientiren könne. In ein paar Fällen habe ich sogar auf den 
Handel aofmerksam gemacht, welcher im Alterthumc Arabia Felix 
nm reichsten Lande der Erde machte. Besonders wichtig schien 
nur eine Stelle des Ihn al-Mo^Swir bezüglich der alten Ueber- 
feste zwischen Hadhramawt und 'Om&n. Sie deuten auf eine Ver- 

m 

hndang zu Land hin, welche, nachdem die Seeleute den MansUn 
m benutzen gelernt hatten, durch die Wasserstrasse von der West- 
küste Indiens anfangs bis Raysab und dann bis 'Aden überflüssig 
geiBacht wurde. So lange diese Landverbindung bestand, führte 
man die Waaren von Hormoz und andern Häfen des Persischen 
Meerbusens zu Wasser nach '^OmJin, und von dort zu Land weiter 
g^en Westen. 

W^enn die Namen eine Bedeutung haben, fuge ich in vielen 
FälJen die Uebersetzung bei. Es ist dieses nothwendig, weil dio 
arabische Benennung häufig selbst eine Uebersetzung des persi- 
schen oder türkischen, und im Lande unbekannt ist. 

Indem ich die zu dieser Arbeit benutzten Quellen cbarak- 
lerisire, will ich mich bemühen, einen Üeberblick über die Ge- 
schichte der Geographie zu geben. Für eine ausführliche Be- 
arbeitung dieses Gegenstandes verweise ich auf die gelehrten 
Arbeiten des Prof. Wüstenfeld und des Akademikers Reinaud. 

Die Araber besassen Uebersetzungen der Werke des Ptole- 
mäus. namentlich seines Ahnagest, seiner Geographie und seines 
Liber quadripartitus« und sie verdanken den Griechen ihre Kennt- 
oiss der a.'stronomi.schen Geographie: der Gestalt und Grösse der 
Erde, des Verfahrens, die Polhöhe eines Ortes durch Beobach- 
mng der Sonne oder eines Circumpolarsternes zu bestimmen, und 
der Gradrnessuug. Ibii Hi^yik trägt diese Lehren des alexandri- 
ni*»?heii Mathematikers weitläufig vor. Vergleiche auch Mas'^ody 
Cap. ^. Wir linden wohl })isweilen auch andere Citate aus» der 
Urt>^raphie dos Ptoleinäu>, so sagt z. B. Byrnny. Binketh wird 



von den Griechen und Türken 8^^ ^thuriii »\Lil ^y genannt, 

er meint den kt^LVog nvQyog , welcb^v jetzt noch bei den Tatareo 
Täschkend, Steinfeste heisst. Auch die Beschreibung des Mittellaiidi- 
schen Meeres, der Küsten des Pontos und überhaupt des griechischen 
Kaiserreiches, wird von altern Geographen zum Theil aus der «61- 
ghräfia» entnommen, doch weiter geht die Verbindlichkeit der Mo»* 
lime gegen die Griechen in der eigentlichen Erdbeschreibung niclit. 
Weil es ihnen nur selten gelang, die Namen zu identifiziren, koDn- 
ten sie den Ptolemäus nicht benutzen, und Strabo seheint ihnea 
ganz unbekannt geblieben zu sein. Ausserdem mussten sie bald 
einsehen, dass des erstem Breitebestimmungen orientalischer Städte . 
sehr unrichtig sind. 

Man hat in neuester Zeit viel von geographischen Systemen 
gesprochen. Wenn man die Sache näher besieht, löst sie sich in 
wenig oder nichts auf. Wie die Chinesen ihr Land das Reich der 
Mitte heissen, so hält jede andere Nation ihre Heimat für den 
von der Vorsehung begünstigten Theil der Erde. Auch die alten 
Perser hatten diese patriotische Ansicht und behaupteten, dass ihr 
Kischwer, Reich, in der Mitte der bewohnten Erde liege, und 
von sechs andern Kischwer umgeben sei, welche, wenn nicht 
Alles in der Welt verkehrt wäre, ihnen unterthan sein sollten, ja 
im Zeitalter ihrer Helden es auch waren. Es gab also sieben 
Erschwer : Indien, Arabien, Aegypten, Persien, Rnm, Gog und 
Magog (d. h. die Tatarei und Russland) und China. Zur Zeit 
der Sassaniden bildete sich unter den päbiern aus den Ueber^ 
resten chaldäischer Astrologie, griechischer Wissenschaft und selbst 
indischen Aberglaubens eine phantastische Philosophie aus, welcher 
man dadurch Ansehen zu verschaffen suchte, dass man die Schrif- 
ten, in welchen sie vorgetragen wurden, alten Weisen zuschrieb. 
Die Kischwer wurden nun nach Ptolemäus^ Nomenclatur Iqlyme 
genannt, die Lehre davon wurde insofern erweitert, als man jedes 
derselben unter den Schutz eines Planeten stellte, und mau be- 
hauptete, das Buch, in welchem sie vorgetragen wurde, habe den 
Hermes zum Verfasser. Bezeichnend für den Ursprung dieser Ver- 
besserungen ist, dass das persische Reich das Iqlym von Babel ge- 
nannt wird. Auf die Zeit, zu welcher Hermes seine Geographie 
der Welt offenbarte, können wir aus dem Umfange schliessen, wel- 
chen damals das Iqlym von Babel hatte: Im Osten wurde es durch 
den Fluss von Balch (Oxus) begrenzt, im Westen reichte es bis 
Tha'^labyya und schloss also das Reich der in Hyra residirenden 
Lachmiten ein, gegen Norden erstreckte os sich bis Nisibis und 
Dabyl, die Südgrenze wird nicht angegeben. 

Ich zweifle nicht, dass die sieben Kischwer der Perser älter 
sind als Ptolemäus, noch dass seine sieben Klimata orientalischen 
Ursprunges sind. Allein seine astronomische Geographie besteht 
nicht in dieser zwecklosen Eintheilung. Wer glaubt , dass Ptole- 



Vorredr, Xl 

miua nicht nur seine Astrologie, sondern uuch neiiie nütronoiiii- 
«che Geographie den Chaldäern entlehnt habe, werte einen Blick 
auf dio Breite, welche Babylon und Ktesiphon bei ihm haben. 
£r irrt sich um zwei Grade, dieses wärt' nicht der Fall, wenn 
sie von den Chaldäern durch Beobachtung bestimmt worden wäre, 
ofid er von ilineu abgeschrieben hätte. Wir müssen annehmen, 
6m6& er sie durch udead reckoning>) gefunden habe. 

Indien ist voll heiliger Städte, Berge, Flüsse und Teiche, die 
Einwohner hatten also von jeher wenigstens eine ebenso hohe 
Metnnng von der Wichtigkeit ihrer schonen Heimat , als die I^enser. 
Aach sie bildeten die astronomische Geographie des Ptolemäus 
nach ihrer eigenen Art aus. Hamdilny sagt: die westlichen Völker. 
nämlich die Griechen und Romer bemerkten, dass der bewohnbare 
Theil der Erde sich bis nahe an das finstere Meer, welches zwi- 
schen Nurdosten und Sudosten liegt, erstrecke. Sie wählten die 
Koste als Grenzpunkt und nahmen an. dass sich von hier das 
Land zwölf Stunden (des Sonnenlaufes) oder 180 Grade gegen 
Osten ansdehne. Die Orientalen, nämlich die Hindus und die 
benachbarten Chinesen und Andere befolgten die entgegengesetzte 
Veth^>de. Sie versetzten die ostliche Grenze des Landes 13^^° 
oder •j^ Stunden weiter gegen Osten als die Griechen, und 
v»;rfuhreu auf gleiche Weise mit der westlichen Grenze. Beide 
Parteien stimmten also darin uberein, dass sie die Kuppel der 
Erde, von welcher aus sie die Lage der Sterne berechneten, 90*^ 
von den zwei Endpunkten versetzten. Die Orientalen aber be- 
trachten den äussersten erreichbaren Punkt von China als den 
.Vnfang der bewohnten Erdoberflache. Wenn dort die Sonne auf- 
ireht. so ist in der Erdkuppel (Observatorium), von welcher i\\\> 
ijie Borechnurigen der Siddhanta gemacht .Mnd. Mitternacht. Wer 
uun dit' Längengrade dos Ptoleniäus auf die ilirigen reduciren will. 
iDU^s 13 '.2° abziehen, der Rest zeigt dann an. wie weit eine von 
•ihm genannte Stadt von der Küste des Atlantiselien Meeres ent- 
fernt ^ei. Dann zieht man den Rest von ISO ab. Bleibt weniger 
iüs VIO. so liegt die Stadt östlich von d<M" Kuppel der Hindus. 
Hleihi mehr, so liegt sie westlich davon, bleibt 90 ül)rig. so 
liegt sie im Meridian der Kuppel. 

llanidäny erläutert das (.Tcsagte durch ein Beispiel und wählt 
liazu die Stadt Tzafär in Yanian, welch«» nach Ptolemäus in 
L. i»s" (lies 7«°). folglich nach der Ansiclit der Griechen 10'2°. 
and nach der Ansicht der Siddhanta 11')^ JU»' vom äussersten 
0*ten liegt. Er tngt bei. dass Can'^ä nach den Orientalen 118^ 
vt^n Osten entfernt sei, was der Angal>e de^s Ptolemäus wider- 
^pre^he. denn Tzaffir und C^^'^l hätten dieselbe Länge. Dieser 
Reisatz wäre wichtig, indem er beweise, dass die Hindus nicht 
M d«»r Theorie stehen blieben, sondern auch praktisch arbeiteten, 
»••nn wir nur auch gewis> wären. dH>> diese Längenbestimnnini; 
von ^'an'ä V(»n den Ilindn> hennhrt. Ks ist aber zu bemerken, 



XU Vorrede* 

dass auch die arabischen Astronot*» *^ FazÄry und Habasch die 
Längengrade von Osten zahlten. 

Dieses ist der mathematische Theil «des geographisclMii 
Systems der Hindus d. Es unterscheidet sich vom ptolemaiacfaea 
wie die franzosische Langenbestimmung avon Paris» ans von 
der englischen «von Greenwich». Es kam dann ein wenig My- 
thologie dazu. Der östlichste und westlichste Endpunkt der be* 
wohnten Erdoberfläche wurde Yamakot, d. h. die Burg des YanWi 
oder Gottes der Unterwelt geheissen. Auch die Perser nahmen 

diese Burgen an und hiessen sie Gamäkird 4>*^U^, denn Kird 

heisst Ringmauer, Festung. Die eigentliche Kuppel der Erde war 
Ugein (gewohnlich Oojein geschrieben) oder vielmehr ein Berg in 
der Nähe dieser Stadt Ugein wurde dann als der Mittelpunkt 
aller Wunder betrachtet: so behaupteten die indischen Philosophen, 
dass vom Berg ^yra, einem Vulkan bei !Aden in Arabien, ein 
unterseeischer Gang, welcher von Rama-Tschandra in einer 
Nacht gegraben worden, bis nach Ugein reiche. Einige hiel- 
ten es für zweckmässig, die Insel Lanka, welche unter dem- 
selben Meridian wie Ugein, aber am Aequator liegt, als die 
Erdkuppel anzusehen. Bei Byrany ist Lanka eine imaginäre 
Insel, aber es unterliegt keinem Zweifel, dass ursprünglich Cey- 
lon darunter gemeint sei, denn Ceylon liegt selbst in dem im 
J. 420 d. H. in Spanien verfertigten arabischen Astrolab noch anter 
dem Aequator. Dass Colombo 4 Grade ostlich vom Meridian 
von Ugein ist, hatte in jenen glücklichen Zeiten nichts cu 
sagen. Das geographische System der Hindus ist von Reinand 
im Memoire sur Finde mit grosser Gelehrsamkeit entwickelt 
worden. 

Die eigentlichen Gelehrten unter den Moslimen hielten sich 
schon früh an Thatsachen. Sie bestimmten die Breite bedeaten- 
der Städte durch Beobachtung der Sonne, mittelst des Gnomon 
um die Mittagsstunde der Aequinoctialtage, verstanden es aber, 
wie mir Dr. Woepke versicherte, an andern Tagen gemachte 
Beobachtungen darauf zu reduciren. Sie kannten die Theorie, 
mittelst Beobachtung von Mondfinsternissen in zweien Orten den 
Unterschied ihrer Länge zu bestimmen, weil es ihnen aber an 
Chronometern fehlte, blieb es bei der Theorie. In der Praxis 
wurde sie, um mich eines englischen Seemannsausdruckes zu be- 
dienen, durch adead reckoning» festgesetzt. In der Zählung der 
Längengrade fingen Einige, wie die Hindus, im Osten, Andere, 
wie die Griechen, im Westen an. In der Messung aber gingen 
einige der ältesten Astronomen von Wasit aus. Alphons versetzt 
daher in den Meridian von W&si( die imaginäre Insel Arini unter 
dem Aequator als Kuppel der Erde. Die Meisten jedoch wählten 
Baghdftd als den Ausgangspunkt und hielten sich in ihren Berech- 
nungen an die Poststrassen, welche von dieser Stadt cinerseilt» 



Vorrede, Xlll 

ober IIimad&D, Naj^ehäpOr und Samarquiid bis an die Grenzt^ 
rou Quna, anderseits über Susiana nach Pcrsepolis und Keruiän, 
and gegeu Südwesten über Tha'labyya nach Makka führte. Die 
eisfere dieser Strassen ist von ganz besonderer Wichtigkeit in der 
Arabischen Geographie, und dem Beispiele don Ihn Chordädbe 
folgend, fange ich meine Itinerarien damit an. 

Die Kuppel oder der Nabel der Erde, und die damit zu- 
sammenhangenden Theoncn spukten unter* den Arabern nur in 
den Köpfen halbgelehrter, unklarer Leute, wie die Brüder der 
Reinigkeit, und weil Belasaghon nicht nur in der Mitte zwis^chen 
Westen und Osten, sondern auch zwischen Norden und Süden 
Begt (ungefähr L. 90® Br. 45°), wurde diese Stadt in der Ta- 
ur« zur Ehre erhoben, der Nabel der Erde zu sein. 

Die Astronomie wurde unter den Moslimen früher studirt als 
die wissenschaftliche Geographie, und wir haben in lateinischer 
Uebersetzung eine Abhandlung über das Astrolab von Mäschallah. 
velcfaer den glücklichen Moment für die Grundsteinlegung von Bagh- 
däd wählte. Den astronomischen Tafeln der Araber war gewölin- 
üfb ein Anhang beigefügt, in welchem die Lange und Breite einer 
Anzahl Städte angegeben wird. Alphons hat diese Sitte nach- 
dTrahmt. Er gibt die Lage einiger europäischen und orientalischen 
Orte an, wie Civitas venti (d. h. Bfidgbys), Civitas regni altini 

^d. h. China, er las al-Tyn ^^^^jJaJI, statt al-(,Vn ^^^a-ioJI. Es 

»cfareibt übrigens schon Ptoleniäus Metropolis &hvMi d. h. Tschyn). 
& versteht sich, dass auch Baldach (so wurde im Mittelalter Baghdüd 
geheissen), Mecha und Almadian (Madyna) nicht fehlen. Babylon hat 
er zweimal, einmal nach Ptoleniäus und einmal unter dem Namen 
B<-bil nach den Arabern. Unter den uns bekannten Quellen konunt 
Alphons dem sehr ungenauen Kasm am nächsten. Obwohl er erst 
im J. 1284 starb, scheinen ihm doch die neuern Forsolunigen der 
Araber, namentlich der Canon des Byrnny, nicht bekannt ge- 
wesen zu sein. Es scheinen auch die Araber in Spanien wenig- 
stens um ein Jahrhundert hinter ihren Brüdern im Orient zuri'ick- 
geblieben zu sein. In dem im J. 420 d. II. zu Toledo verfertigten und 
vor einigen Jahren von Dr. Woepke beschriebenen Astrohil) sind 
die Breitenangaben noch sehr ungenau, während der zehn Jahre 
«pater verstorbene Byrany in Orten, wo neuere Beobachtungen 
Angestellt worden wan»n, selten mehr als einige Minuten irrt. 

Abo Ga'far al-CliHzin entwarf Karten der Gestirne und der 

trde aJLkJI y »LmmJI )>-^* Man konnte gegen diese Auffassung 
'•jnwenden, dass Alam Welt und nicht Erde heisse. Es hat aber 
dies«* Bedeutung in dem bei den Geographen üblichen Ausdruck 

|JljJ' ivi^^l^'' dJ*^ Clinmta di-r Welt. d. h. die siel»on Clinintn 
J^ Ptoleniäus und in dem Titel, welchen (Tayluiny seiner (ieo- 
^phie gab aJLäJI &i^ , d. h. Weltbeschrribuiig. Ahn Gi/far 



XIV Vorrede' 

war Astronom, und wie sein Titel ^'^a^in (Schatzmeister) anza- 
zeigen scheint, Direktor irgend einer Bibliotliek; denn Chizftna 
Schatzkammer hat häuüg diese Bedeutung. Es unterliegt kaum 
einem Zweifel, dass er die Längen- und Breitenbestimmungen sei- 
ner Vorgänger seinen Karten zu Grunde legte. £s scheint jedoch 
nicht, dass er die Grade durch Striche anzeigte, wenigstens ist 
dieses auf keiner der uns erhaltenen Land- oder Himmelskartcsn 

der Fall. Abu Zayd Balchy verfasste einen Text ulxmJÜ* zu die- 
sen Karten , welcher in vier Formen noch vorhanden ist : in der ur- 
sprünglichen , in einer persischen Uebersetzuug, abgekürzt von I^t*^ 
chry, und verbessert durch den Reisenden Ibn Hawqal. Er ist 
eine der Grundfesten unserer Kenntniss der Geographie des Orients, 
Moqaddasy sagt darüber: Der Zweck des Verfassers war, Ab- 
bildungen und Karten der Erde zu geben, welche er in zwanzig 
Länder eintheilte. Dann hat er jede Karte erklärt. Er fasst sich 
aber sehr kurz, geht nicht in die nutzbringenden Verhältnisse ein, 
noch beleuchtet er, weder in der Anordnung des Gegenstandes, 
noch in der Beschreibung der Einzelnheiten nützliche Dinge. Viele 
wichtige Gegenstände erwähnt er gar nicht. Auch ist er nicht ge- 
reist und hat sich nicht in verschiedenen Ländern aufgehalten. Der 
Beherrscher von Chorasän berief ihn zu sich, er reiste bis an den 
Oxus, dort schrieb er an den Fürsten, du hast mich berufen, weil 
du mich für sehr klug hältst, aber gerade diese Klugheit verbietet 
mir, über diesen Fluss zu setzen. Er erhielt darauf den Befehl, 
sich nach Balch zu begeben. 

Abo Zayd Balchy war nur der erste Geograph, welcher 
Landkarten erläuterte, und dessen Werke, indirecte, die mathiv 
matische Geographie zu Grunde liegt. Es gab aber schon vor 
ihm Geographen. Dem Fihrist zufolge war der im J. 27.4 ver- 
storbene Marwazy der erste, welcher ein Buch über «Wege und 

Königreiche» v^L^m^JI • v^LmmJI verfasste. aber nicht vollendete. 

Das älteste noch vorhandene arabische Werk über Geogra- 
pliie ist das Buch der Länder von Ya'quby, welcher in A. H. 278 
schrieb. Herr Muchliusky hat eine Handschrift dieses schon in 
alten Zeiten seltenen Werkes aus dem Orient mitgebracht; Herr 
M. J. de Goeje hat daraus die Beschreibung des Moghrib ver- 
öffentlicht (Leyden 1850), und Herr A. W. T. Juynboll hat den 
Text mit viel Scharfsinn und Gelehrsamkeit restituirt im J. 1851 
in Leyden herausgegeben. Es lässt sich kaum behaupten, dass der 
Verfasser eine sehr richtige Idee von der Gestalt der Länder hatte, 
welche er beschreibt, dessenungeachtet ist das Buch recht werth- 
voll. Fjs enthält Originalnachrichten, und nicht blose |Compila- 
tionen, und manches, was darin gesagt wird, ist sonst nirgends 
zu finden. Für meinen Zweck war die Ausbeute daraus nicht 
gross; denn der Verfasser gibt selten die Distanzen an, und wenn 
er sie nennt, ist er ziemlich oberflächlich, ferner beschreibt er 



Vorteil f, XV 

mauehesuijü die La^c der Stiidtc nncli diMii llüroiisagt'ii und 

anriolil^. 

[hi^ für meinen Zweck nützlichste Werk i>t das des Ibn C'hor- 

didbe, welcher ein Zeitgenoitse und vielleicht etwas ülter war jds 

iVqQby. Cbordädbe, der Grossvater des Geograplien. war ein Parsi 

ud bekehrte sich den Bannakiden zu Lieh«' zum Isläni. Aba-1- 

(jisiiu. so nennt .sich der (4f<)gra)ili. stieg zu hohen Aenitern. 

Er war Oberpodt meist er und Berichterstatter im (lebel (llaniadän?) 

and entweder vorher oder nachlier lebte er am Hoff des Chalyfen 

Mo'tatuia (^regierte von 25G d. H. [s70] bis 272 [8i)2]), und wie 

Moqaddasy berichtet, war er nicht nur sein Günstling, sondern 

auch sein Waavr. Er nmss aber ziemlich alt K^^wt'fi^**" sein, al.n 

i-T nach Hof kam« demi er kannte Sallam. den liofdolmetsch 

dei» Wätliiq (regierte von 227 bis 232) und Hess sich von ihm 

»einen ufUziellen Reisebericht zur Mauer gegen (Tog und Magog 

■ eine unverschämte Mystifikation des Salläm) diktiren. Moqad- 

di$T legt mit Hecht viel Gewicht darauf, dass Ihn Cliordädbe zu 

6tu Arcliiven des Chalyfen Zutritt liatte. Der Uauptwerth seines 

Buelie> besieht auch darin, dass (*s aus offiziellen Quellen geschöpft 

i»c ')■ Ohne mich an die chronologische Ordnung zu halten, gehe 

=1*1» zu fineni andern Werke über. d«'ssen Angaben ebenfalls auf 



'/ Wir dürfen jedoch aus diesiM' StclK* iiirlit scliliessoii, dass di«* 

Dokumente in den Archiven sehr zahlreich oder zuverläNfig waren. Qo- 

diaia hat in »ein Buch, welches für den Unterricht von TandidatiMi für 

.Saiaträmter bestimmt ist, deswepfcn die Itinerarien des Reiches aufge- 

:i%/maien. weil die Kenntnis? «lers»'lben für tien Postmeister unerlässlich 

:>t. Es kann vorkonimcn. sagt er, dass der Chalyfe eint* Armee absen- 

'izu will, in diesem Falh* sidl der l*ostlK'aiiite im Standi* si'in, ihn mit 

i^r Mar9chr«.»iite zu versehen. Qo<läma stellt dann die Honten zusammen 

nr belelirung der I*t»stheamten. Wenn man im Hureau ein ofAzielies 

B utenbiii-li gehabt hätte, so wäre dieses nicht nttthwendig gewesen. Ks 

cir. wie wir weiter unten sehen, die PUicht des Oberj»ostmeisters einer 

i".Ti»fi» Pri»vinz «lie Poststationen und Kntfernungen derselben von einander 

zu Ui.itireTi. und daraus ist Tbn Clutrdädhe's und Qodüma's Koutenbiich ht>r- 

^*.»rjrepangcii, aber eine oftizielle Zusammenstellung der l^»^trouten scheint 

*- ni»ht g«'jLrebfn zu haben. 

Die besten Itinerarien. weh he wir besitzen, sind, wie es scheint, von 

B'^arocen ziisanimengostellt worden als Hilfsmittel in der Krfüllung ihrer 

I'dichtT.'ii. Auch in unserer Zeit wird ein thätiger Beamter, wenn er an 

•An Spitzer einer ihm neuen Braucht' gestellt wird, zuer.-t die Corre>pi»n- 

■i-nz und amlere Akten seiner Kanzlei dur<*lisehen. si<'h Noten maclo-n. 

'•\< >'ysTfmatiBt'h ordneti. und dann daran anknüpfend ein Tagebueh füliren. 

iJa er die.<i* Arbeiten für seinen persönlichen (iebrauch unternimmt, kön- 

!:rr. sie nicht i»ftizielle Dokumente gemmnt werden, (b-nnoch hal)en sie 

1-n Werth von stdchen. Den.selben Charakter tragen die itinerarien de> 

I^n Chordädbe. des Qodäma und wold auch de.«* Abu Zayd Balchy, nur 

»ar daniuls mehr dem individuellen Streben des betreffenden Beamten 

dJih^iui gestellt als zu unserer Zeit. Wf wir gute .\rchive besitzen und der 

B-amte eine blose Masehim' ist. 



ofBziellcn Quellen beruhen und tüV vinsern Zweck von groflstar^' 
Wichtigkeit ist. 

Auf die Verwendung des J. Mohl hatte Ch. Schefer die Gntip, '- 
mir durch die franzosische Gesandtschaft das Kit&b alcherftg dm.- 
Qod&ma zuzuschicken. Ich benutze diese Gelegenheit, diesen xirfli| 
für die Wissenschaft so hochverdienten Männern meinen Dank-: 
auszusprechen. 

Qod&ma aus Baghd&d, welcher im J. 337 d. H. starb, wir,;:^'^ 
wie er selbst sagt, ein K&tib, Schreiber. Dieser Titel wurde d%*l-' 
mals (wie Secretary in England) auf die höchsten Verwaltung»'^ 
beamten angewendet, wie aus den Stellen des Qod&ma, wo er;* 
die Unterschiede zwischen den Verfugungen der «Schreiben» und -^ 
den Bestimmungen der Rechtsgelehrten bespricht , hervorgeht Der * 
Zweck seines für die Kulturgeschichte so wichtigen Werkes ist, - 
den Staatsdienern einen Leitfaden zu liefern, und es enthält xwfli. - 
auf Geographie bezügliche Kapitel. In dem einen behandelt er • 
die mathematische Geographie, und zahlt die Flüsse eines jeden ' 
der sieben Klimata auf. Es ist aus arabischen Bearbeitungen des 
Ptolemäus geschöpft und enthält wenig, was für unsere Zwecke . 
von Nutzen wäre. Im Kapitel über das Postwesen aber zälüt er 
die Itinerarien des Chalyfenreiches auf, und dieses ist neben Ibn 
Chordädbe die wichtigste Quelle für vorliegende Arbeit. 

Qod&ma beschreibt dieselben Strassen wie Ibn Chordftdbe, 
und macht auch in dem Itinerar von Baghd&d nach Makka den- 
selben Fehler, und insofern sollte man glauben, dass er den Ibn 
Chordädbe abgeschi-ieben habe. Aber gerade in dieser Strasse 
führt er fast bei jeder Station Einzelnheiten an, die wir bei 
Chord&dbe nicht finden. Wären diese das Resultat seiner eige- 
nen Forschung, so würde er den Fehler des Ibn Chord&dbe 
vermieden haben. Ich glaube daher nicht, dass er den Ibn 
Chord&dbe abgeschrieben, sondern dieselben offiziellen Dokumente 
benutzt habe. 

Weil die von den Moslimen eroberten Städte und Länder 
sich dem Sieger gewohnlich unter bestimmten Steuerbedingungen 
ergeben haben, findet es Qod&ma nothig, als Anhang zu den Ka- 
piteln über die Steuern die Geschichte der Eroberung und der 
Abänderungen in den Abgaben von den Städten des ganzen Reiches 
zu erzählen. Dieser Anhang enthält die interessantesten Nach- 
richten über historische Geographie, die wir besitzen. Sein Ge- 
schmack an Geschichte fuhrt ihn überall über die Grenzen, die 
er sich seinem Zwecke gemäss hätte setzen sollen, hinaus, und 
er theilt eine recht vollständige Geschichte der Städte und Pro- 
vinzen mit bis auf seine Zeit. Durch Qod&ma, obschon nicht 
Geograph von Fach, erhält die orientalische Erdbeschreibung 
Bestimmtheit und Leben. 

Moqaddasy hat den Qod&ma benutzt, führt ihn aber nur an, 
«»enn er etwas an ihm rügen kann. Auch Idrysy erwähnt das Kit&b 



Vorrede. xvii 

alefaeräg, scheint sich aber nicht die Mühe gegeben zu haben, da- 
ron Gebrauch lu machen. 

Weil ich alle von Moqaddosy besproclienen Geographen auf- 
cucihlen wünsche, moss ich noch zwei nennen, wovon ich den 
gar nicht, den andern nur ans zweiter Hand benutzte. 

Gayb&ny (oder Gabhftny? sein Name war Abn 'Abd Allah Ah- 

b. Moh. b. Na^r) war Wazyr df*s SamSniden Isma'yl b. Ahmed 
(regierte von 279 bis 295). Er hatte gewiss eine genaue Kennt- 
BSS Ton Choriksän, über welches er herrschte. Um Auskunft über 
andere Lander zu erhalten, versammelte er Reisende um sich und 
firagte sie, da er nicht nur Geschäftsmann, sondern auch Astro- 
nom und Philosoph war, um die Polhohe, die Staatseinkünfte, die 
Renten und andere Nachrichten , und nahm Alles, was ihm erzahlt 
wiffde, nnd noch dazu das ganze Werk von Ibn Chordadbe in sein 
Buch auf. £s wurde daher umfangreich und sehr gemischten 
Inhaltes. Bald spricht er von Astronomie und Geometrie, bald 
von den Götzen der Hindus, bald von den Merkwürdigkeiten von 
Sind- Er erwähnt die Wege gegen Nord und Süd, Ost und West, 
die Thaler und Flüsse, Hügel nnd Walder, dabei aber viel Ueber- 
flössigcs nnd Unwichtiges, während grosse Heeresst rassen unbe- 
achtet bleiben. Es fehlt seiner Arbeit an Plan und Ordnung. Dio 
Länder werden nach den sieben Ptolemäischen Klimata eingetheilt 
nnd jedes Klima einem Planeten untergeordnet. — Dies sind die 
Worte des Moqaddasy über Gayhäny. 

Ich glaube, dass Idr}'sy's Geographie von Asien weiter nichts 
ist als ein schlechter Auszug aus Uaybäny, der einzige Werth 
dieses Theiles des Idrysy'srhen Werkes besteht darin, dass er 
finen andern Text der Itinerarien des Ibn Chordüdbe und des 
AHn Zayd Balcliy li<*fert. 

Ibn al-Faqyh von Ilamadäii war nicht wie die frühern Geo- 
irraphen ein hochgestellter Geseliäftsmann, noch ein Astronom, 
s^mderii ein Literat, und sein 2000 Seiten starkes Buch der 

Länder ^IJJLaJI «.^UO, hat daher einen ganz anderen Cha- 
rakter. jEs ist, wie Moqaddasy berichtet, eine Compilation, 
welche nur die grossen Städte ohne System oder Ordnung, da- 
bei aber Vieles, was nicht zur Sache gehört, enthält. Bald 
ermithnt er zur Enthaltsamkeit nnd Verarhtung der Welt, dann 
spricht er wieder von den Freuden de» Lebens; bald weint er, 
bald lacht und spielt er. Den Gaiiitz und die grössten astrono- 

mL^chen Tafeln *ia£^l ^.'yi^ -^ ^»gt Moqaddasy in einer andern 

Stelle. Jiat er wörtlich abgeschrieben. Im Fihri^t wird er bescliuj- 

digt. den (iayhäny in andere Worte gekleidet wiedergegeben zu ha- 

l*fn. (Vergl. Keinaud. Trad. de la Oeogr. d'Aboulfeda, S. LXIV.) 

Ich glaube, dass das in Berlin und London vorhandene «Coni- 

pciidiuin des Buches der Lander» ^l<XLJ! v_jUl5^ ^.AÄÄiS? des 
Scharzy ein Auszug aus Ihn Fa(|yh ist. In diesem Fiillc wäre 



Vorr^^" 



das Wirk gegen "2^0 d. U. ^^^^^^uet^^^^^ei». Sciiarzy eDthilt viek^' 
alberne Poesien und z^recttoS^ a\\fc^^*^®* ^^ gewahrt ans iJbmtA- 
einen recht guten Blick in das daiO«^^e Leben und Treiben, and fia > 
kindischen Eifersüchteleien der St»^^^ des IsIäm. Für diese Arb«fc[ A-» 
habe ich sein Werk für unnutz erachtet. Ich verglich jedoch den r? 
Cixlex Bibl. Spreng. No. 3 mit dem schonen Exemplare des Bri- *^ 
tischen Museum und hoffe ihn für die beschrdbende GeograpUd^ 
benutzen zu können. Scherzy oder Ihn Faqyh findet wie all||.^ 
Belletristen in der Zeit unmittelbar vor Mohammad das Irlnmiseln j. 
Zeitalter der Araber, und gibt uns interessante AufBchlusse fibcr^;^. 
die geographischen Begriffe der Beduinen. v 

Die zweite Hälfte des März verlebte ich in Paris, und Herr v- 

'j 

Schefer zeigte und lieh mir bei dieser Gelegeuheit unter aDderea, ':■* 
((die Beschreibung der arabischen Halbinsel» (v^jaM ^t^V^ Uuq)^' 

von Abu Mohammad Hasan b. Ahmad b. Ya^qob HamdSny. Bf > 
hinterliess ausser diesem Werke das Iklyl (vergL H. Ch.) und das ' 
Saräyir alhikmot und starb im J. 334 d. H. Er war ein gelehrter 
Astronom und Geograph und hatte eine vollständige KenntniM - 
Arabiens, besonders des südlichen Theiles und seiner Bewohner. . 
Sein Werk ist nebst Moqaddasy das tüchtigste, was die Araber 
in der Geographie geleistet haben, und gibt uns eingehende Aaf- 
Schlüsse über die Vertheilung der arabischen Stämme. Wer in 
Zukunft die Geschichte der Araber schreiben will, muss mit dem 
Studium des Hamdäny anfangen, um sich einen Begriff zu bilden 
von dem Lande und den Leuten, welche so ausgedehnte Erobe- 
rungen machten. Leider ist die Handschrift so ungenau, dass das 
Studium schwer und der Gebrauch unsicher wird. 

Moqaddasy (auch Ibn al-Bannä genannt, weil sein Vater 
Architekt war, YiUjQt nennt ihn mitunter Beschscli&ry) schrieb im 
J. d. iL 375 und ist nach meiner Ansicht der grosste Geograph, den 
es je gegeben hat. Ich will damit nicht sagen, dass seine Geo- 
graphie die neuesten Leistungen auf diesem Gebiete übertreffe» 
dazu fehlten ihm die Vorarbeiten. Aber es hat vielleicht nie einen 
Mann gegeben, der so viel gereist und so scharf beobachtet, und 
zugleich das Gesammelte so planmässig verarbeitet hätte. Auch 
als Reisender wird er von Andern, z. B. von Ibn BatQta durch 
die grossen Entfernungen, welche sie zurücklegten, übertroffen, 
aber keiner, welclier seine Erfahrungen schriftlich hinterlassen, hat 
die moslimischen Länder in allen Richtungen durchkreuzt, sich in 
allen bedeutenden Orten längere Zeit in der Absicht, das Leben 
und die Eigenheiten kennen zu lernen, aufgehalten. Er hat zwar 
weder Sind noch Spanien besucht, auch scheint er nie in Si^t&n 
gewesen zu sein. Aber wo er immer hin kam, hat er sich mit 
allen Klassen abgegeben und sein Augenmerk auf dasjenige ge- 
richtet, was für den Menschen von Nutzen oder Interesse ist. In 
'Aden hat er das Buchbinderhandwerk getrieben, in NayschSpOr 



Vorrede. xix 

hit er Höflinge und Gelehrte besucht, im Lande der Pehlowier, aus 
velcbflD seine in Jemsalein ansässige Familie stammte, hat er die so- 
cükn Zostande stadirt, und in Sos spielte er einigo Zeit den Faqyr. 
All Gwrakteristik des Mannes t heile ich seine eigenen Worte mit : 

«Ais ich nach Sos kam, verfugte ich mich nach der Ilaupt- 
Boschee, um einen Schaych zu linden, von welcJiem ich Tradi- 
tiuien hören konnte. Ich hatte eine cyprische wollene Gobbc 
(Ceberrock) an und am die Lenden war ein bayrisches Föta gc- 
«mden. Ich stiess auf die Versammlung der Qofi, und als ich 
■ich ihnc» näherte, zweifelten sie nicht, dass icli ein ^Qü sei 
od begrnssten mich mit «Marhabal» und «Saläm!» Sie wiesen 
■dr in ihrer Mitte einen Sitz an und stellten verschiedene Fragen 
SD mich. Dann schickten sie einen Mann um Speisen, ich aber 
ng mich vom Essen zurück; denn ich war früher nie unter diesi'r 
Bradersdiaft gewesen. Sie wunderten sich darüber und überhaupt 

mein Abweichen von ihren Sitten. Ich wünschte jedoch mich 
sie xn mischen, um ihre Lebensart und Lehren kennen zu 
lernen. Ich dachte, jetzt habe ich eine Grelegenheit, hier bin ich 
abekannt. Ich gab mich ihnen ganz hin und warf alles Schaam- 
gffiU ab: bald schickte ich Botschaften an sie, bald wohnte ich 
ibren lärmenden Auftritten bei, bald los ich ihnen mystische Ge- 
dichte vor; auch ging ich mit ihnen hinaus in die Ribute (Ver- 
aammlongsorte) und fand mich bei ihren Gelagen ein. So gelang 
« mir, ihre Herzen und die Herzen der Einwohner der Stadt 
ober alle Maassen zu gewinnen. Ich erreichte eine gewisse Be- 
lihmtheit and erhielt zahlreiche fronune Besuche. Man brachte 
Kleider und ganze Beutel voll Geld. Ich nahm diese Geschenke nn 
and überreichte sie sogleich ganz der Brüderschaft, denn ich war 
reichlich versehen mit Subsisteuzmitteln. Ich war taglich bei eini- 
gen Gelagen, und was waren dies für Gelage! Sie glaubten, dass 
ich ihnen aus Enthaltsamkeit Alles gebe, was ich erhielt. Das 
Publikum berührte mich und erkundigte sich nach meinem Be- 
linden, und siigte, wir haben nie einen bessern Faqyr gesehen als 
diesen. Auf diese Art gelang es mir, die Geheimnisse der Brüder- 
schaft zu erforschen und mit dem, was ich zu wissen wünschte, 
bekannt zn werden. Hierauf floh ich während der Nacht und am 
Morgen war schon eine grosse Strecke zwischen mir und meinen 
frühem Gefährten. 

Eines Tages spazierte ich in Ba^ra herum, war ordentlich 
gekleidet und es folgte mir mein Bursche. Es begegnete mir einer 
von der Brüderschaft, blieb stehen und kotmtc sein Erstaunen nicht 
verbergen. Ich ging an ihm vorüber süs wenn er mir nicht be- 
kamit wäre.» 

In seinem Werke entwickelt er eigentliümliche und beachtens- 
«ertbe Ansichten. Der grossere Theil des moslimischen Territo- 
rioms gleicht einer Anzahl von Oasen, welche durch Wüsten und 
Sifppen von einander getrennt werden. Dieser Umstand seheint 



I 



ihn nun bewogen «x haben, b®^ J^ grosses Gewicht aof fie ,; 
Eintheilong der Lander sn ^®8^^' . ^i" wollte vermeideii , da« : 
Landesstriche, welche ganz verscu ^^^^ Physiognomien habca^ 
zusammengeworfen werden. Er gebt von dem Grundsatz aas, daai .^ 
ein Land wie eine Armee sei. Die Dorf er entsprechen den Gto» /; 
meinen, Landstädte, welche Mittelpunkte der Civilisation vob 
mehreren Dörfern sind, den ungeordneten OdQzieren, Proyinrial- 
hauptstädte den Führern von Divisionen und die Metropolen (Micr 
Plur. Am9&r) den Generalen; denn in diesen concentrirt sich die 
Civilisation von mehreren ihrem Charakter nach verschiedeoen 
Provinzen. Weil er so grosses Gewicht auf eine rationelle Omp- 
pirung der Lander legt, heisst er auch sein Buch «die beste 

Eintheilung der Lander zur Kcnntniss der Provinzen 9 ^wiffcf ;, 

AjJlj^t &i*JLo ^ ajua^LSaJI . Ueberzeugt von der Richtigkeit sdn^ < 

Behauptung habe ich auch seine Eiintheilung in diese Schrift auf- ^ 
genommen, denn wenn wir den Orient studiren wollen, muaseii ■- 
wir uns auf den orientalischen Standpunkt versetzen. Seine Nadir« ' 
richten über das Klima, die Produkte, Handel, Mfinzen, Maasse - 
und Gewichte, Sitten der Einwohner, Steuern und Abgaben jedes ' 
Landes geboren zu den wichtigsten Beiträgen zur orientalischen : 
Kulturgeschichte und sollten auch in der beschreibenden Geograplue : 
berücksichtigt werden. Der einzige Fehler des Moqaddasy iat, ■ 
dass er sich viel zu kurz fasst, dass er zu ängstlich das bereitB 
von Andern gesagte zu wiederholen vermeidet, und wenn w : 
Andere abschreibt, den Plagiarismus zu künstlich zu verbergen : 
sucht, und dass er bisweilen in gereimter Prosa schreibt, wodurch . 
wir in Zweifel gesetzt werden, wo die Thatsachen aufboren und 
die Rhetorik anfangt. Er erklärt übrigens in der Vorrede, dass 
er die Ausdrücke wohl abgewogen habe, und wenn er von einem 
Produkte sage «ohne Gleichen» es wortlich zu verstehen sei, wenn 
er aber sage a ausgezeichnet», es anderwärts eben so gute, ja noch 
bessere Produkte der Art geben könne. Das strenge Festhalten 
an seiner Terminologie hat aber den Nachtheil, dass manche 
Theile des Buches etwas Tabellenartiges haben. Moqaddasy war 
ein praktischer Mann, und sein Werk ist daher von seinen Nach- 
folgern, welche meistens Stubengelehrte waren, nur wenig bcnuttt 
worden. Yäqut entnimmt ihm nur weniges. Ha^ Chalyfe hatte 
ein sehr altes Exemplar davon und rühmt den Verfasser hoch, 
macht aber wenig Gebrauch von seinen Arbeiten. 

Moqaddasy ist der letzte mir bekannte Schriftsteller, weldier 
das ganze moslimische Reich beschrieb und den Namen eines G^eo- 
graphen verdient. Y&qut und Abolfidä waren gelehrte Kompila^ 
toren, welche sich viel mehr um das Wort als um die Sache küm- 
merten. Beiden war nach dem Vorbilde arabischer Philologen 
hauptsächlich darum zu thun^ die Orthographie und Aussprache der 
Eigennamen von Städten festzustellen, sie fühlten aber nicht das 



Vorrede. xxi 

Bednrfilias, sich über ihre Lage nnd die Gestalt der Lander eineu 
klares B^riff »u machen. Es sind dieses die natarh'chen Früchte 
TOB bloser Büchergelehrsamkeit. Für uns jedoch sind diese zwei 
Sefcrifksteller, besonders Yaqat, von der grössten Wichtigkeit we- 
pni der reichlichen Auszüge aus altern Geographen. Ohne Yäqat 
Uge ansere Kenntniss des Orients sehr im Argen ^). 

Deijenige Theil von Idrysy's Geographie, welcher über den 
Orient handelt, hat nicht einmal das Verdienst der orthographi- 
schen Genanigkeit. 

Herr Schefer hatte die Gefälligkeit, mir das Tarych al-Mos- 
ua^, eine topographische Beschreibung von Südarabien zu leihen. 
Der Verfasser Ibn al-Mo^&wir schrieb ungefähr A. H. 630. Er 
hitte die meisten Lander ^ welche er beschreibt, bereist; doch 
Aalt er ans ausser seinen eigenen, in das Einzelne gehenden 
Beobachtungen auch Nachrichen von Zeitgenossen mit, und er- 
wähnt in solchen Fallen meistens den Namen des Berichterstatters, 
and häufig auch das Datum, an welchem er die Mittheilung er- 
kilten hat Sein Werk hat grosse Aehnlichkeit mit unsem Reise- 
böcfaem. Er fangt nicht mit der Eintheilung des Landes an und 
beschreibt Provinz nach Provinz, sondern er verfolgt irgend eine 
Strasse, gibt die Distanzen an, erwähnt bei jeder Station die Merk- 
nrdig^eiten, spricht über die Sitten und Gebräuche der Ein- 
wohner nnd erzahlt auch die Gescliichte und Locallegenden. Letz- 
lere erscheinen ihm um so glaubwürdiger, je wunderbarer sie sind. 
Scioe Kenntniss der alten Geschichte ist sehr gering, denn Ibn 
al-Mog&wir war kein Gelehrter, aber in der Localgeschichte seines 
Jahrhunderts und wohl auch des vorhergehenden ist er wohl be- 
mndert, und er gibt uns einen klaren Blick in die traurigen Ver- 
failtnisse, in welchen sich Südarabion zu jener Zeit befand. Er weiss 
aber nor so viel, als man damals in guter Gesollscliaft aus münd- 
ücfaer Mittheilung lernen konnte; denn seine einzigen geschriebenen 
Quellen sind die zwei von Hügiy Chalyfe No. 12641 erwähnten 
Geschichten von Zabyd, wovon er das zweite dem Abu 'Alyy 
'Omära b. Moh. b. '^Omära zuschreibt. 

Der Werth de4S Buches besteht eigentlich darin, dass der Ver- 
fiisser kein Schulgelehrter war; denn weil er aus dem Leben ge- 
schupft hat, führt er uns in das Leben ein *'^). Er erwähnt eine 



*) Einen sehr guten Gebrauch hat Barbier de Meynard in seinem 
Dict. geogr. de la Perse von Yfiqüt und andern Quellen gemacht, und 
•eine Arbeit gehört zu den besten über orientalische Geugraphie; zu 
Utdaiiem ist, dass er die alphabetisclie Ordnung der ««ystematischen vorzog. 

*) Sehr charakteristisch für die Ansichten des Verfassers ist folgende Stolle: 

;yÄÄjf »iJULi- \yJi. J5Ä* J^l^ill Oöir Ijl ;^LäJI ^I JU 

i'lbn al-Mogäwir bemerkt: Die Alten standen auf einer so hohen 
ü'iituTStufe , dabo sie jene Schlösser bewohnten. Wir sind nicht so weit 



xxn ^' 

Anzahl der intcreßsanteatÄTi ^^ /^•niieiteii über Land nnd Tolki '■ 
"vvelche ein Gelebrter von Facu ^^iner Aufmerksamkeit nicht fgh "• 
vriirdigt hätte. Da fast die g^^^e moslimische Literatar dimr k 
Schalkram ist, kenne ich nur einen andern arabischoi SdirUE^ * 
steiler, nämlich den Moqaddasy, welcher mit Ihn al-Mo^wir fti - 
diesem Punkte verglichen werden kann, doch auch diesen Sbcir» ; 
trifft Ihn al-Mogftwir an Ausführlichkeit. ^ 

Er bemüht sich bisweilen elegant und grammatisch zu scfaftt* j 
ben, CS gelingt ihm aber nur selten. Das auf Nisä, Frauen, Iw» ] 
zügliche Pronomen ist bei ihm ebenso oft hom als hon. Wo wir ''^ 

im Nachsatze «so» sagen, gebraucht er nicht selten Juix^. "Wi^ 
die Berner reichen, mögen u. a. m. in einem andern Sinne .ge^ r 

brauchen als andere Deutsche, so haben bei ihm ^ Jaj, J^jt ' 

und viele andere Verba bisweilen eine eigenthümliche Bedeotongi 
Wenn er für gehen ^\\ gebraucht, so kommt das allerdings schon i 

in der Tradition vor. Ich gebe unten eine Sprachprobe '). 

gegenwärtig und sind so sehr gesunken, dass sich die Leute b^gnogen, 
in aus den Trümmern erbauten Wohnungen zu leben.» In einer andern 
Stelle sagt er nämlich , dass man die Ungeheuern Quadersteine der Rainen 
zerhaue nnd sie als Bausteine rerwende. 



I?." 



JjeL&( (Xj^I ,^4jJ (sie) ItXj^ JyÄi düju &J 1^1^ ,^ vsO» 
^yiiUI ^^1 Jl ^tXSf ,^ xi Jyui dls^J^ JU». 

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J^^ljf y ^^llL&^\ y Sj«>,yi , JLi.! (sie) «kü Üd|^^ Ig.ihffc 

L^Ui ^ LjJU Jua^yi ^jff l.>Li - ^ Y ... :> • |»J ^ ü»^ 

JuJÜJI i^ J^ l*^ gyS ^ Ü6|^ ^ LjJ«-*-» ^ L4JLÜ& y 

Beschreibung der Heirathen in diesen Gegenden (Damär in Südarabien). 
Wenn Zayd um die Tochter des *Amr anhält und dieser ihm eine bejahende 
Antwort gibt, sagt Zayd zu*Amr, ich wünsche Zeuge der Schönheit deiner 
werthcn Tochter zu seiQ. 'Amr antwortet ihm , komme auf den Markt N. N., 



Vorrede. xxiu 

Die Handschrift ist neu und sehr deutlich, ja sogar elegant, 

■her niclit frei von Fehlem. Es ist dieses um so mehr zu be- 

dawni, weil wir dieses werthvolle Werk durch kein anderes con- 

tniliren können. Das schlimmste ist, dass der Abschreiber eine 

fewiase Conseqaenz in der Beibehaltung einer falschen Leseart 

beobachtet, wie im untenstehenden Stück ^), wo jedesmal JJLm 

statt Jljc& steht. Da das Stück leicht ist, so sehen wir daraus, 
iam er kein Wort von dem verstand, was er schrieb. Ich zweifle 
■idit, dass er manchesmal eine Zeile ausgelassen hat, und mit- 
mter ein Itinerar um einige Farsangen (welche, beiläufig gesagt, 
Wi Ibn ai-Mogftwir sehr lang sind) zu kurz ist. Wir müssen 



lie erwartet dort den Zeugen ihrer Gewandtheit im Kaufen und Verkaufen 
mA ihrer Schönheit. Zayd begibt sich auf den Markt, auf den ihn*Amr be- 
Hdk hat und setst sich auf die beste Steile des Weges. Seine Verlobte 
koamt heran mit einer Krachse (es ist dies ein in Tirol gebräuchlicher Ans- 
dreek för einen langen Korb, mit einer Vorrichtung von Holz, mittelst der 
■ta Lasten anf dem Rücken tragt. Auf dem Himalaya wird ein solcher 
Korb Khilta, in der Schweii Hütte genannt) so schwer sie selbe nur immer 
n tdileppen rennag (im nördlichen Arabien und in Baghdid wird schyl 
ii der Bedentang von Ziehen, z. B. einen Strick, und nicht wie hier von 
Trigeo gebraucht). Auf dem Markte stellt sie ihre Krachse nieder, ver- 
kauft waa sie hat, und kauft ihre Bedürfnisse ein. Dann nimmt sie sie 
viedcr auf. Der Verlobte folgt ihr und sie geht über Berge, Thal er und 
ScUaditeii, über Ebenen und Hügel, über weichen und steinigten Boden, 
■ad während der ganzen Zeit nimmt sie die Krachse nicht vom Rücken 
■och mht sie aus. Wenn der Mann ihre Manier, Schönheit, Schleppen, 
Isafen and Verkaufen, Ausdauer, besonders aber das Schleppen von 
Lasten bewundert, nimmt er Besitz von ihr und macht sie zur Frau. Sie 
bleibt in dieser Beschäftigung bis zu ihrem seligen £nde. Dieses ist die 
Sitte des Volkes unter den Beduinen und in den Steppen. 



•■ A\ 



v_<i<.»QÜ.H ^Ju\\ JJLwl t6t \nt*y& ^«».»> liL.ifl ä 



Die Bewohner dieser Gegenden wissen nichts vom Brennen von Lam- 
pen. Wäsity hat mir erzahlt, dass in den Gebieten von QtkVLÜ und Naqar 
Stäbe Torkonimen, welche man Kien heisst. Wenn man das obere Ende 
des Spahnes anzündet, so brennt er wie eine Kerze. Man brennt in allen 
diesen Gegenden seit Anfang der Welt nichts als Kien statt Lampen und 
Do«-hten. (Aus dem Texte sollte man schliessen, dass der Stab ein selbst- 
nändiges Gewächs sei. Ich zweifle aber nicht, dass ein Spahn des 
Caaanber — Strobilus Pinus — gemeint sei. Dieser Baum wächst in 
Tito!, aiff dem Metn des Libanon, an der Nordscite des Himalaya, wo er 
Nfosa heisst, und in Yaman, und er wird in Tirol und in Kaunaiir zu 
demselben Zwecke verwendet wie in Yaman.) 



XXIV ^ 

nehmen, was wir finden, un^ ^ ist gebr werthYolL Es ge- 
reicht dem Herrn Schefer zur ET^^Ssten Ehre, dass er gerade 
Werken, welche so wichtig sind f^r ^{^ Kolturgescfaiehte wie 
dieses und das Kit&b alchemg mit nach Europa g^iracht hak 
Solches sind äusserst seltene Schatze, und wohl nur in BLonste»- 
tinopel zu haben. 

Erst nachdem die beschreibende Geographie der Moelim - 
ihren Abschluss gefunden, kam jener Theil, mit welchem sie b0- f 
gönnen hatte, zur Vollkommenheit. Der im J. d. H. 430 verstorbeM '^.^ 
ByrQny war wohl der erste, welcher die Lange und Breite der '' 
Städte mit einem Grade der Genauigkeit bestimmt, welche» wemi ■' 
die Namen auf eine Karte eingetragen werden, uns ein Bild dei ;^ 
betreffenden Landes gibt. Er hat, wie er selbst sagt, viele Mnhe ^ 
auf seine Arbeit verwendet und sich nicht damit begnügt, die 
gaben seiner Vorgänger zu compiliren. Das Leben dieses 
ordentlichen Mannes ist ausfuhrlich von Sir IL Elliot beschrieben 
worden. Byrdny war einer von jenen grossen Geistern, welche Ge- 
lehrsamkeit nicht abstumpft für Beobachtung, und welche Fremdee 
in sich aufnehmen, ohne ihre Originalität zu opfern. Ich habe 
für meine Arbeit das zehnte Kapitel aus dem EUiot^schen Codes 
des Canon auf den Rath des Herrn Thomas abgeschrid>en , und 
die Copie mit den Auszügen des Abnlfidä verglichen. Sein wich- 
tiges Werk über Indien wird von dem ebenso ausgezeichneten 
Mathematiker als Orientalisten Dr. Woepke herausgegeben and 
in das Franzosische übersetzt. Es ist eines der glänzendsten 
Zeugnisse für den Forschungsgeist der Orientalen und die 
reichste Quelle für das Studium des indischen Alterthums, welche 
schon von Reinaud mit Umsicht und Gelehrsamkeit benutzt wor* 
den ist. 

Noch viel wiclitiger als Byrüny ist, wenigstens für die Pro- 
vinz F&rs und die angrenzenden Länder, das Kitfib alatwSl tBacfa 
der Längen». Wir wissen nicht, wer der Verfasser, noch wenn 
er lebte. Reinaud glaubt, er sei älter als Byrüny. Nach Ablll£ 
S. 388 und 421 zu urtheilen, machte er es sich gerade snr 
Aufgabe seinen grossen Vorgänger «nach den Ortsbestimmungen 
der Perser» zu berichtigen. (Vergl. Abnlf. S. 388 und 421.) Wir 
dürfen vielleicht weiter gehen. Er nennt in Chaw&rezm das Dorf 
Zaniachschar, welches keinen andern Anspruch auf Berühmtheit 
hat, als dass daraus der im J. 538 verstorbene Verfasser des Kasch- 
schäf hervorgegangen ist. Ich folgere daraus, dass er nach Za- 
machschary lebte. 

Ich würde den Astronomen Tnsy (starb 672), oder einen 
seiner Schüler für den Verfasser des Atwäl halten, aber es er- 
heben sich zwei Schwierigkeiten dagegen. Im A{wäl wird das 
Schloss Ga'bar genannt, welches erst im J. 734 restauiirt wor* 
den und diesen Namen erhalten hat, ferner ist im Atw&l nicht 
die Karte der Heimat des Tnsy, sondern die der Provinz Fare 



Vorred f. 



XXV 



Ar richtigsle. leb schliesae, daas der VerfusAer in dieser Pro- 
rinz lebte, und zwar nach 734. 

Ich habe meinen Freund, den Herrn Dr. Wocpke, in Paris 
ffrmdkU mir Aa&chluas über die W^^iaaaso der Araber zu geben. 
fir hat meinein Wunsche entsprochen und schreibt: 

In dem MI. Bande der Notices et £xtrail8 findet sich eine 
Aaaljse der Table Ilakemite des Ibn Youuis von Caufisin, und 
■ dieser auf Pag. 78 und 80 des Separatabdruoks (und walir- 
Khemlich auch des Tome VIl selbst) folgende Note: 

«Send Ebn Ali rapporte qu'Almamon lui «)rdonna, ä lul et a 
«Khaled efao Abdalmalik Almorouroudi , de mcsurer un degre d*un 
«grand eercle de la sarface de la terre. Nous partimes, dit-il, 
■cusuuUe ponr cet objet. II donna le menie ordre u Ali ebn 
«ka Alastharlabi et ä Ali ebn Albalitari, qui se porterent d^un 
«aatre eote. Pour nous, continue Send, nous nous rendimes cntre 
•Wamia (Apamee?) et Tadmor, et nous y detenninamcs la me- 
<ine d^an d^r^ de la terre, qui se trouva de 57 milles. Ali 
«ehn Isa et Ali ebn Albahtari trouverent la meme quantite, et 
■ Ifli denx rapports contenant la meme niesuro arriverent des deux 
• endroits en meme tenips. n 

«Ahmed ebn Abdallah, sumomme Habasb, rapporte dans 
Mm Traite des nbservations faites ä Damas par les auteurs de 
]a table Terifiee, qu^Almamon leur ordonna de mesurer le degre 
d*ni grand eercle de la terre. Ils s'avancerent dans la plahie 
de Sinjar jnsqa*a ce que les hauteurs meridiennes observees le 
■rme jonr differassent d^un degre. Ils mesurerent ensuite lu 
distance des deux lieux, qui etait de 56 milles %, ohaque mille 
contenant quatre mille coudees noires adoptees par Alinamon. » 

Es scheint aber, dass man spater die mittlere Schätzung des 
Grades» zu 56*/3 Meilen als Standard angenommen liat. Denn in 
inuem Werke des Alkhazeni üljer Bestimnmng specitischer (ge- 
wichte rerschiedener Substanzen, welches im Jahre 515 der Ile- 
«Ischra (unter dem scldschukidischen Sultan Sindjar) mit vieler üe- 
lehnsamkeit und im besten Geiste der arabischen Wissenschaft ab- 
sefassl ist, und von dem Herrn N. de Khanikoff im Journal of 
the Anierican Oriental Society (Vol. VI, 1850) Auszüge publicirt 
hat. wird unter andern, mit Anspielung auf Qor. Sur. III, v. 85, 
auch das Problem des Gewichte.'^ des Goldes, welches die Erde 
füllen wurde, behandelt. Bei der Rechnung wird der Umfang der 
Erde (also 300°) zu 20,400 .Meilen, die Meile wieder zu 4000 
Ellen, angenommen. Dividiren Sie nun 20,400 durch .'>G0, so 
iT?ibt sieh für 1 (irad 5*)*/3 Meilen. 

Auf den pliysikalischen Daten, welche lijis Werk des Alkha- 
frtii enthalt, fussend, hat Herr von Khanikoff nachgewiesen, dass 
die obige Elle ptj»> •. deren 4000 auf die Meile gehen, von 
5lK) Millimeter nur um wenige Millimeter ver.schied^'n sein kann; 



V. » 'S* 



XXVI 

wonach die arabische Meile p^**^ l>to]ßier 2000 Meter o— * 

würde *). . (^ -^ 

Dass sich aas der arabischel^ ^i^admessung kein genaues Maa« ^. 
der von den Arabern gcbrauchl^l^ Meile und Elle ableiten liag!,.; 
hat schon Laplace bemerkt, weil die geodätischen Proceduren der'j 
arabischen Astronomen hierzu viel zu ungenau sind. Sonst lioM8^ 
sich die Länge jener Meile sehr leicht finden, indem man die Lingft'^^ 
des mittlem Brdgrades, oder 111<,180 Meter, durch 56% dividirte;^| 

Weil in den meisten, vielleicht in allen Fallen die DiBtaasfln ■ 
geschätzt und nicht gemessen wurden, so ist eine so gFoase Q^ -. 
nauigkeit für unsern Zweck auch nicht nothwendig. Wir koniNB . 
die arabische Meile mit der englischen geographischen Meile ^eich- l 
stellen. Genau genommen ist jedoch die arabische Meile dem O^ ^ 
sagten zufolge um 357 englische Fuss länger als die englische Mieile. f. 

Ueber die andern Wegmaasse gibt Moqaddasy folgende Aiw» ^ 
kunft: 1 Farsange == 3 arab. Meilen (also = 1 Stunde Weges); 
1 Post in der syrischen Wüste und in 'Iräq = 12 Meilen; 1 Post 
in Syrien und Chor&s&n = 6 Meilen; ein mittlerer Tagesmandl ^ 
= GYt^ Farsangen. Die Alten rechneten etwa 5 Farsaogen von \ 
30 Stadien auf einen Stathmos. 

Abweichend von andern Quellen ist folgende Angabe des Ihn 
Chordftdbe, der doch sonst so wohl unterrichtet ist: «1 Grad des 
Aequators = 25 Farsangen; 1 Farsange = 12,000 Dzir^ (Ellen); *: 
1 Elle = 24 Finger; 1 Finger (ZoU) = 6 neben einander gelegten J 
Gerstenkörnern.» Wie es scheint, hat sich Ihn Chordftdbe nUdit ] 
an die MftmUnische, sondern an die Ptolemäische Gradmessong \ 
gehalten und nur 20 Stadien auf eine Farsange gerechnet. AbOl- ^ 
fidfi hingegen legt seinen Berechnungen die arabische Gradmessmig '\ 
zu Grunde und das Resultat stinunt mit dem des Herrn Dr. Woepke ' 
überein. Auch er sagt, dass die Araber den Grad zu 56% Mdlen : 
schätzen, während ihn die Alten zu 66% Meilen annahmen. Unter 
den Alten versteht er den Ptolemäus, nach welchem ein Grad 
500 Stadien hat. Es wurden also 77^ Stadien auf eine arabi- 
sche Meile gerechnet*). 



') Das macht 2186 Yards; eine englische geographische Meile, wo- 
von 60 auf einen Grad gehen, hat 2025 Yards. 

*) Ueber die alten arabischen Wegmaasse finden wir im Nor alnibris 
S. 715 folgende Nachricht: 1 Melle = 10 Ghalwa = 10 Talqafaras = 
2000 Dzira (Ellen). Nach Andern 1 Ghalwa = 300 bis 400 Dzirä* nnd 
1 Meile = 4500 oder 3000 oder 4000 oder 6000 Dzira*, oder 1000 Kameei- 
schritte, oder so weit man sehen, aber eine Frau nicht mehr Ton einem 
Manne unterscheiden kann. Nawawy sagt: 1 Meile = 4000 Schritt =^ 
6000 Dzira* = 12,000 Qadam (Fuss). 1 Dzirä' = 24 Zoll; 1 Zoll = 
6 Gerstenkörner der Breite nach an einander gelegt; 1 Gerstenkorn = 
6 Maulthierhaaren neben einander. Nach einer andern Angabe 1 Meile 
= 1000 Bä' ; 1 Bä' = 4 Dzirä'. 



Inhalt. 



Seit« 

Ueber das Postwesen 1 

L HaaptetFMse you Baghdäd nach dem Nordosten 11 

n. Ifft-wara-lnahr, d. h. jenseits des Flusses oder Transoxania 

oad TacfaighSniin 18 

m. ChawirMm 32 

IV. Chorisia 36 

V. Dftylem 51 

YL GUmQ (das Gebirgsland) 53 

Vn. Ribib 57 

VIIL 'Iriq 62 

Chü^tän 64 

69 

77 

Seeweg von der Tigrismündang nach Indien und China ... 79 

Strmsae nach dem Westen den Euphrates entlang 91 

XTV. Syrien 99 

XV. Mesopotamien 5yj*w&.| 104 

XVI, Arabien . . . rf^ 108 

Die syrische Wüste aÜoLJI 157 



N 



Einleitnng. 



ITebar das PostweBeiL 

Dms arabische Wort für Post ist Bar yd. Es soll vom per- 
Boryda, abgeschnitten, herkommen und so gebraucht wer- 
doa, weil man den Pferden nnd Manlthieren, welche man für 
den Postdienst verwendete, die Schwänze abschnitt. 

Das Fostwesen bildete unter den Chalyfen eine unabhän- 
gige Branche der Administration, und der damit rertrante Be- 
säte Terkehrte unmittelbar mit dem Chalyfen und würde nach 
man Begriffen sich des Titels Minister erfreut haben. Das 
Hnptgeschaft dieses Ressorts bestand jedoch nicht, wie bei uns, 
n der Beforderong der Briefe, sondern in der Controlle aller 
Beiwrden im Reiche. Der Oberpostmeister hatte in jeder Stadt 
•one Agenten, welche ihm Bericht erstatteten, und er trug sie 
dem Chalyfen entweder in extenso oder in abgekürzter Form vor ^). 
Der Chalyfe Mftman fand so viel Vergnügen daran, Neuigkeiten 
za hören, dass ausser dem herkömmlichen Berichterstatter noch 



>) Qodama hat ans die Form dea Anstellangsdekretes eines Post- 
■diters sofbewahrt Der Chalyfe trägt ihm darin aaf , von Zeit su Zeit 
Bericht ZQ erstatten über das Verhalten der Finanzbcamteu und Verwalter 
nm Staatsdomänen, über den Zustand der Kultur des Bodens und über 
fie Lage der Bauern, über das Betragen der politischen Behörden 

f l»IC»>t)s ^ber die Münie, wie viel Gold uTid Silber geprägt werde; 

er mnsste bei der Musterung und Gehaltauszahlnng der Garde ^LJL^^ 

zBgegen sein; er musste darauf dringen, dass ihm seine Gehülfen keine 
■Bbegrnndeten Berichte rorlegten, und nöthigen Falles Beweise von ihnen 
Indem. Das Postwesen war so su sagen Nebensache. 

Ich übersetze Awliyä mit Garde, denn ich glaube, dass nicht die 
gegen die auswärtigen Feinde bestimmten Truppen darunter zu verstehen 
iind, denn diese bestanden zum Theil aus freiwilligen Zeloten; es bedeutet 
vielmehr die prätorische Gbirde, welche aus befreiten türkischen Sklaven 
bestand and gleichsam zur Familie des Chalyfen gehörte und ihn gegen 
inere Feinde schützen sollten. Sie waren die Awliyä aldawla «Mitglieder 
der Dynastie». 

Erst gegen das Ende des Dekretes kommen die auf die Post bezügUcheu 
Befehle, welche ich auf der nächsten Seite übersetzen werde. Schliesslich 
koamt das Dekret wieder auf die Berichterstattung zurück, und es wird 
den Postmeister aufgetragen, nicht etwa über Justiz- und Finanzangel egen- 
beiten iu einem und demselben Schreiben zu berichten, sondern jedes 

Abhandl. d. DxMG. III, 3. 1 



lil*^ ASS . 

2 Sprenger, die Po«t- "^^^erouten des Orients. 

eine Anzahl alter Franen in ^^ u^^*d besoldet wurden, damit ak 
allen Stadtklatach dem Hof ^^^^ngen sollten. 

Ich will mich nnn bcmubcti ^^j^ jen Nachrichten, welche 
die Araber über ihr Postwesen ft^lbe wahrt haben, und dem 
wärtigen Zustand der Zamyndarypost in Indien und den 
in der asiatischen Türkei ein BÜd der Posteinrichtungen onter 
den Chalyfen zu entwerfen. Der Ausdruck im Arabischen fir 

Poststation ist Sikka {jSSLa Plur. vflX^w), welches ursprün^Bch 
Gasse heisst und wohl auch dem englischen Worte Mews eo^ . 
sprechen mag. In Persien waren die Poststationen nur xwd j 
Farsangen von einander, und daher, sagt Moqaddasy, findet man 

alle zwei Farsangen der Strasse entlang ein Rib&( iou)« In . 
Syrien und in Arabien waren die Stationen 12 Meilen (= 4 Fmia.) 
von einander entfernt Wenn sich Reisende lagern, so ist das 
erste, was sie thun, Pfahle in die £rde zu schlagen, sie ndt 
einem Seil zu verbinden und an dieses Seil mit Stricken 3ire 
Thiere zu befestigen. Hat man nur ein Thier, so bindet 
ein Hinterbein an den Pfahl. Der Ort nun, wo die Thiere 
gebunden werden, heisst Ribat. Die Bedeutung dieses Wortea 
hat sich allmälich erweitert. Eis wurden Militarstationen, welche 
dem Feinde ausgesetzt waren, und wo es nothig war, eine Be- 
satzung oder permanentes Lager zurück zu lassen, Ribat g^eiaaeiii 
und die Mannschaft Mor&bitnn. Endlich nannte man jedes Ka* 
rawanserfty Ribat. Wenn Moqaddasy die Poststationen Biblfe 
heisst, so war dieses wohl nur der populäre Ausdruck, der oÄ- 
cielle war, wie gesagt, Sikka. In Egypten nannte man sie Mar* 
kaz albaryd. Auch die reglementarische Entfernung der Stationen ' 
von einander hiess in der offidellcn Sprache Sikka, wahrend die ' 
populäre Benennung Baryd war. 

Wenn die Poststationen in alten Zeiten nicht besser w»- 
ren als die türkischen, so darf man sich nichts Grosaartigoi 
darunter vorstellen. Ein Strohdach wird hinten von einer Stein- 
mauer, und vom von zwei Bäumen unterstützt, und damnter 
stehen ein paar ausgehungerte Pferde oder Maulthiere. Der be- 
deckte Raum ist von drei Seiten offen. Daneben ist eine oder 
mehrere Hütten, in welchen die Leute, welche die Thiere be- 
sorgen, leben. Diese Leute wurden Morattabon genannt. Ich 
übersetze es mit angestellt. Dieses drückt aber nicht genau die 
Idee des Wortes aus. Besser wäre a aufgestellt » , denn es will 
sagen: «die Leute, welche den Auftrag haben zugegen zu sein». 

Weil im schonen Gangesthaie keine Einöden sind, so gab es 
auch für die Zamyndarypost nie Ribafe. Die Briefe werden dem 
Vorsteher des Dorfes zur Beförderung übergeben. Er schickt so- 

Fach separat zu halten, datuit die Berichte an den betreffenden Ort geschickt 
werden könnten. Es scheint also , dass nachdem die Berichte dem Chalyfen 
vorgetragen worden waren , sie an die controllir enden Behörden gelangten. 



l-äUdi 



ütbtT da» Potiw$$em. 3 

niehsteo Besten der Emwohner dwnit in des nächste 
Wenn sMi der Bote den HiaMm nibert, gibt er sdion 
>«fcn deo Zweek seiner MiarioD sn erkennen^ und der 
befiiderC die Briefe ohne Vemig weiter. Avf den 
noMBt men einen Stab, etwm swei Foss lang, qieltet * 
«ad ste^t den Brief hinein und der Bote tragt den 
eine kleine Fahne vor sich her. 
aienüdi sieher, dass die Post unter den Chalyfen nidit 
Tagen md an bestimmten Stunden ab^ng, son- 
gende ^was an senden war, ferner dass nar die De- 
der Bi^g$enuig ond hochgesteUter Personen, nidit aber 
Prifaüenten beiordert wurden. Kanflente mussten ihre 





Ibn CSiprdIdbe von Postpferden spricht, so ist doch 
I Vemwthnqg, dass diese nur in wichtigen Ange- 
_^ r spedeUe Gourriere benutst, dass aber wenigHens 

ll^FmiBii Briefe Ton Linfem von Station an Station getragen 
^ ^ spreeiien die geringe Entfernung dei^Poststationen 
drten dea QodUma ^). In Aimbieo and Syrien 
wie wir ans mehreren Stellen des Kitib alaghany 
Um Postboten auf Kameelea. Wenn in diesen Liadem 
Poal in 4. Farsangen berechnet wurde, ao wird dodi 
gsaagt, dass afle 4 Farsangen ein Biblt war, noch 
i<kuraea Entfernungen die Ksmede gewechselt ¥nirden. 
der Distana sdieint snm Behnfe der Berechnung 
Wniaehidigping der Boten festgesetat worden su sein. 
(|odMma nennt unter d^ Postbeamtm Mowaqqf un und Far- 
«Sneqyyun. Beides sind allgemeiDe Ausdrucke Ar Leute, die 
■dhatstindige Auktoritat besitzen (vergl. Vullers Lex. Pers. unter 

Mi%J tsnd «3f^o), das erstere aber scheint für Subalterne, das letc- 

Isre IBr liohere Beamten zu stehen. Ich stdie mir die Sache so 
vor. In Orten, wdche Sitae von Behörden waren, wohnte ein 
sdbaltemer Postbeamter, welcher die Aufticht über die Stationen 
ia der Nachbarsdiaft hatte, und er musste bestimmen, innerhalb 
2Mt due durch sdne Hand gehende Depesche seinen Kol- 
_ Im nadisten Postbeairke errdcben sollte. Unter Farwa- 
asqjytta Terstdie ich die Postbeamten in den Hauptstädten , welche 
dem Postwesen die Aufgabe hatten, die Berichte ihrer 



>) In der auch tod de Goeje S. Ca ahgedmokten Stelle \i)JimJ\ 
AijJJ U.; <J^, laSÜt ja JU Jt l^ «hJ; ^^f 



gewiss Ri^ sUtt Rihäl zu lesen. Man Yergleicbe damit die zwei 
SteUen des Qodäma, in denen er von den Morattabün spricht. Dieser 
San heisst daher «die Poststationen, in welchen die für das Tragen der 
PsUeiaen iMStimmteii Männer aafgestellt sind, und welche zum Behufs 
der Post erbsHt sind». 

1* 



. und «'' V 



4 Sprenger f die PoÄt- ^roufen des Oriente. 

Agenten zu sammeln, zu contr<^ y^jj ^^^ ^^ j^j^ Centralpostr 

meiftter am Ilofe dÄ Chalytcn ^^ ^^iiden. Wenn einer der Mo- 
waqqf an einen Bericht erstattete, S^ musste er ihn walirscheinlicb 
an den ihm vorgesetzten Farvräneqyy richten. Ich glaube aber, 
dass der Mowaqqf die Vollmacht hatte, wenn es ihm beliebte, die 
Post in Bewegung zu setzen und Depeschen zu senden, wenig- 
stens innerhalb gewisser Grenzen, während die in den Stationen 
Aufgestellten blose Diener waren, und höchstens in dringenden 
Füllen an ihren Mowaqqf Staffelten zu scliicken befugt waren. 

Ibn Chord&dbe sagt: TiSL. ir« SüCJUJi 3 d^Jj^^ ^^1^ 
UfM ^jj^\yyii\y Ou^\ ^1;;!^ I^UI^ V'^JJI ^Üüü, 

jLl>4>. dlm ganzen Reiche sind 930 Poststationen. Der Unter- 
nalt der Thiere, mit Euischluss der Preise derer, welche neu ange- 
kauft werden müssen, und die Besoldung des Postpersonals und der 
FarwRneqyyan beläuft sich (jährlich?) auf 154101 Dynftre.v Ab- 
gesehen von den Besoldungen der FarwänetiyyQn beliefen sich dem- 
nach die Aus(*Hbeii für jede Poststation auf etwas weniger als 166 
Dynare. Wenn man bedenkt, dass die Löhnung ehies Soldaten hun- 
dert Dynäre betnig (der Wehrstand wurde freilich sehr hoch be- 
zahlt), so reichte diese Summe nicht hin, viele Pferde zu halten. 
Das Amt eines Berichterstatters war so vortheilhaf^, dass er sieb mit 
einer geringern Besoldung begnügen konnte, denn da es in seiner 
Macht stand, Jedermann in seinem Distrikte zu verläumden, so 
raussten nicht nur Beamte, Ständern auch reiche Private durch 
Geschenke seine Gunst erwerben. Die Orientalen haben eine 
wahre Manie, nicht nur Bestechungen zu empfangen, sondern aach 
zu geben, ich will Beispiele aniühren. Im J. 1847 kam der 
General - Gouverneur nach Lakiuiau. £s eilte ihm ein angesehener 
Mann aus Allahäb&d voraus und machte bekannt: Ich bin der 
Freund des Staatssekretärs für die auswärtigen Angelegenheiten. 
Wer eine Gunst will, wende sich an mich und ich will seine 
Geschäfte besorgen. Er nahm in wenigen Tagen Tausende von 
Rupien ein. In Indien kann eine persische oder hindustanische 
Zeitung ohne Subscribenten existiren. Der Redacteur schickt sein 
Blatt an die reichen Lieute in der Nachbarschaft und lässt sie 
wissen, dass er sie schlimm hernehmen wolle, wenn sie ihm nicht 
eine regelmässige Besoldung gewähren. Es gibt wenige Zeitungen 
in den Sprachen der Eingeborenen, deren Abnehmerzahl sich auf 
hundert beläuft. Sie leben von solchen Kunstgriffen. Gh&ziy 
aldyn Haydar, König von Audh, benützte diese Verhältnisse, und 
als das Amt seines Berichterstatters (Chabarnawyz) vacAnt wurde, 
versteigerte er es an den Meistbietenden und loste 10000 Rupien. 
Ich bin überzeugt, dass der Käufer ungeachtet der hohen Kauf- 
summe ein gutes Geschäft machte. 

Ich theile nun noch zwei Stellen des Qodämu mit. In der 
Einleitung zu Manz. 5, Kap. l.'i, welches über das Postwesen 



Ueber dag Postwesen. 5 



händeiu sagt er: ^ \c^yLo ^^ ^l^t> Jl t^J^I ^j Uai 

I4J hy^iJU ^lyJI 2^ ^ gjüLuJI v.>ÄÖI ^yQ^ 



^^-yjl ^^f il I4JU0 ..^ JJO JÜUJI ^P ^yCJ ÄAa.Lo 

3 pLÄ.^1^ J^^l v^L^I ^ ^^ J^^ *J| 3yLJL 
^sl^^ Ä v:^P'^ ü^^'^ c^^H^S/^' /•' Ä 7*^' 

'^La^^f ^Lm 3 iaSf^l v^L^I JuJLiÜ, ,wjif);f )äjj 

«Für dos Postwesen ist ein eigener Dywfin (Bureau) noth- 
wendig. Die Depeschen, welche von den Provinzen des Reiches 
gocbickt werden, müssen durch die Hand des Vorstandes dieses 
Dyw&ns gehen, aufdass er sie an ihren Bestimmungßort , an den 
sie adressirt sind, befordere. Er hat die Berichte der Post- 
beamten und Berichterstatter dem Chalyfen vorzutragen, oder 
uch froher Auszuge daraus zu machen. Ihm liegt auch ob, die 
höheren nnd subalternen Postbeamten und die an den Post- 
Stationen Angestellten und die Auszahlung ihrer Gehalte zu über- 
wachen, und in allen Hauptstädten des Reiches die Oberpost- 
möster, durch deren Hände die Felleisen gehen (wie sie in der 
Residenz durch die seinigen gehen) zu ernennen. » 

Im bereits erwähnten Formular des Anslellungsdekretes heisst 
es: y^gßJ^y äJ^ Ä iaSlyLf J^ e^Ä^/^' U^J^ C)' V'^ 
m^^:^ ^ xtkCm, ) \ i^iX^y 1^');' C^^) |%4SLmmI^ f^tyjtJ 

I^JLÄ «JCmJI (>o ^I &JLuum. « Der Chulyfti bciiuftragt ihn , die 

zum Bebufe der Beförderung der Felleisen angestellten Boten seines 
Distrikten zu mustern, ihre Anzahl, Namen und den Betrag ihrer 
Gehalte aufzuschreiben, die Anzahl der Poststationeu in seinem 
ganzen Distrikte, die Entfernung von einander und die Orte, 
durch welche die Poststrasse läuft, zu notiren, die genannten Bo- 
ten anzuhalten, die ihnen anvertrauten Felleisen schnell zu beför- 
dem, und darauf zu sehen, dass die Subalternbeamten (das De- 
kret L<t an einen der Farwäneqjynn gerichtet) die Zeit genau 
eiaih^ilen, die Einhaltung derselben überwachen, auf das» nicht 
flner der Boten spater, als ei< die Vorschrift fordert, in der 
richsten Poslstation ankomme. »» 

In unserer Zeit bedeutet Charyta nicht Felleisen, son<lern 



6 Sprenger y die PobU ^^^ ^Outen des Orients. 

den seidenen Sack, in dem ftö ^^ Personen gerichtete Briefe 
gesteckt und gesandt ^werden. »-^ Indien ist das Wort fnr ein 
Packet Briefe, iwelches auf der Post arrangirt wird, TschalSo, ' 
dieses entspräche also der alten Bedeutung von Charyta. 

Wegen des offiziellen Charakters der Nachrichten gebe idi 
hier dn Verzeichniss der Poststationen und PostsIrassen, obschoii 
dadurch einige Wiederholungen veranlasst werden. 

Ihn Chordftdbe: Poststationen des Ostens: von Samarrft (wo 
damab der Chalyfe residirte) nach Daskera 12 Sikken, dann nmeb 
Na^yr&bftd 9 8., dann nach Qermasyn 6 S., dann nach Chondid 

10 S., dann nach Hamadftn 3 S., dann nach iu^^^muo 11 8^ 

dann nach Rayy 11 S., dann nach Qomis 23 S., dann nach 
Nayschapar 19 S. 

Qodama: Sikken der Strasse nach Osten ^ gegen Gibftl hin: 
Von Baghdäd nach Daskera 10 S., dann nach Oalnlft 4 S., dann 
nach der Stadt Holwftn 10 S., dann nach Qa^rabfid, die letxte 
Station in diesem Distrikte 9 S., dann nach QermSsyn 6 8^ 

dann nach Chondftd xlj^, die letzte Station im Postdistrikt von 

Daynawer 10 S., dann nach der Stadt Hamadftn 3 S., dann 

nach SjJCmüo , die letzte Station im Ilamadftndistrikte gegen Bayy 
zu, 2l'S. 

Qod.: Von Baghd&d nach Madftyin 3 8., dann bis Garga- 
rftyft 8 S., dann bis zur Station von Gobi 5 S., dann bis Wssit, 
dessen Sikka am Anfange des Tigriskreises liegt, 8 S., dann bis 

zur Sikka von (jMi>U (Bftdzbyn?) 3 S., dann nach Dayr M&niya 

iu3Lo«^4> am Ende des Tigriskreises gegen AhwSs hin 13 S^ 

dann bis Nähr Tyrft ^y^ y^ 4 S., dann bis Soq al-AhwSi 

3 S., dann bis ^L^«^l) der letzten Station in der Provinz tod 

Ahwftz, 14 S., dann von ^^vfJt bis zur Sikka von Arregftn 

1 S., dann von der Sikka von Arre^ftn bis Nubendg&n (Aniahl 
fehlt), dann bis SchyrtLz 12 S., dann bis zur Sikka von I^fachr 5 S. 

Ihn Chord.: Von Samarrft nach Wftsit bei Post ^^wo y^yio 

J^wJI J^ JodM^I^ vi' {S^) ij^ y^' ^^° Samarrft bis 'OkberS 
9S. , dann bis Baghdftd, dann bis Madftyin 3 S., dann bis Dayr 
al-^'Aqal 4 S., dann bis 6ar^arftyft 8 S., dann bis öobl 5 S^ • 
dann bis Wftsi( 8 S. 

Ihn Chord.: Von Baghdftd bis Wftsi( 25 (28?) S., zwischen 
Wftsi( und der Grenze von Ahwftz 20 S., dann bis Nubend^ftn 
19 S., dann bis Schyrftz 12 S., dann bis l9(achr 5 S. 

Qod.: üv^ioJI vi' LT^I^ (J^ j4>ljJI ^JaJI dLCi^ 



IMtar das PoMhoutm. 




[ '«ü W^gB TOB Bidibjn nach Ba^nu Es werden Nachen in Be- 
I rahakiit gehalten.- Von Badibjn nadi — 5 S., dann bis mr 
fittiia von Dir (?) 8 (?) &, dann Im Ba^ra 3 a, «a stehen da- 
TUnre IBr die Post m Bereitschaft 

QDd.; Von Hdiwin bis Sdiahrasnr 9 8., von Hdwin Ms 

kadtBgrrawin (Aniahl fehlt), dann bis Ser-Samyra Ija««» ym 

A 8L, dann his Daynawer 2 8., dann bis Borogird an der Gbenae 

HqmsktMKgeUetes gegen Zan^an hin 18 8., nnd von der 

Ton Bort^ird Us Zän^ 11 S. 

Bmi Ghord.: Von Holwan bis SchahrasQr 9 8., Ton Holwin 

Mi S^wln 7 a, dann bis Dhaymera I^^juäJI 4 8. 

Bn Gho^i: W^ nach Adserbaj^ln and Armenien. Man ver- 

dte Chniissiisti ssBiii nnd gehl von Ser-8amyra n«ch Dajr* 

S '&, dann bis Zan^ 89 8., dann bis Mari«^ 11 a, 

ll^jiiieif S a, dann his Ardebjl 11. a, nnd dann Ms 

Warthin« dam letiten Orte im Gebiete von Adaerbaj^ 11 a 

QodL: Ton Marigha bis Miyane^ 2 a, dann bis Ardebjrl 
U a, dann bis nr Sikka von Warthia die leiste im G^ete 
«an Aidaarbi^j^an 11 8., nnd von der 8ikka Ton Warthia bis sor 
f Stadt BcrdiTa 8 a, ond von der 8ikka ron Berdifa bb ManfOra 
4 a, VW Berd/a Vis Madynat almotowakkefyya (Zahl fehlt) bb 

■ mJcIü (HOts?) 10 a, von Berdsfa bis Derbend 15 a, von 
Btttfn nad Debjl 9 a 

ihn Chord.: Von WarthSn bis Berda'a 8 a, dann bis Man- 
^ara in Annenien SxJLxut isycJkA 4 a, von Berdifa bis Tiflys 
10 a^ nnd bis Derbend 15 3., von Berdifa bis Debjl 4 8., und 
von Marmnd bis som Flnss (5«>iy 10 Fars. 

Qodama nnd Ibn Chord.: Weg nach Nohawand: Von Ma- 
derm im Ckbiete von Daynawer bis Nohawand 3 8. 

Qod.: Weg von 4>l^ (Dnkan?) nach Qaswyn: Von 4>l^ 
nach Qftfwyn i (?) a ^ 

Qod.: 8ikken auf dem Wege nach I^pahftn: Von Dor >j(XJt 

nach Qomm 3 a, von Qomm nach I^pahSn 47 Farsaogen, von 
der Stadt Qomm bis vor SikJka von Dnr, am Ende dieses Ge- 
bietes gegen I^pah&n, 13 a 

Ibn Chord.: Von HamadSn bis Qomm 47 S., von Warqa 
\S\Jm bis Qomm 3 a, von Qomm bis I^pah&n 16 S. 

Qod.: Weg von Manbig (sie statt Al^po) nach der syri- 
tdien Grense: Von Aleppo bis Qinnasryn 9 S., dann bis An- 
tiodda (Zahl fehlt), dann bis Iskanderan 4 8., dann bis Ma^y^a 
7 a, dann bis Adiana 3 S., dann bis TarsOs 5 S., von Ma^y^a 
bb 'Ayn Zerba 2 S. 



H Sprenfin. die Voni- und BeiS^^^^^n des Orients, 

Ibn üliord.: Von Aleppo DÄch der symchen Grenze: Von 
AIrppo bin (^nnmryn 7 S., dann bis Antiochien 4 S., dann bis 
Iskatidcrnn 4 S., dann bin Ma^^, welches am Gayhän liegt, 7 8^ 
dann bis Adzana '$ S., auch dieser Ort liegt am Gayhän, dann 
bis Tarstls 5 B. 

Qod.: Von Tiberias bis ^'Or 7 S. 

Ibn Chord. und Qod.: Von Fosfät his Alexandrien 13 S., und 
von Alexandrien bis Oobb alraml auf der Strasse nach Barqa 30 S. 

Qod. : Weg nach den westlichen Provinzen : Von Baghdftd bis 
Barad&n 2 S., dann bis 'Okberft 4 S., dann bis Samarrfi 7 S^ 

dann bis IaJLa 7 S., dann bis Sonn 10 S., dann bis Hadjtha 9 S^ 
dann bis Mosul 7 S., dann bis zam Anfang des Beledgebietes 
1 S. , von der Grenze des Mosnlgebietes bis znr Sikka (der Stadt) 
Beled 3 8., von Beled bis Adzrima 9 S., dann bis Ni^ybyn 6 S^ 
dann bis Kafar Tntha 3 S. (Lücke), and von Rss al'ayn bis 
Raqqa 15 S., dann bis an das Ende des Gebietes von Diy&r- 
Modhar 10 S., von Ba^a (sie! statt Ton der Grenze des Modhar- 
Gebietcs) bis Manbi^ 5 S., dann bis Aleppo 9 8., dann bis Qin- 
nasryn 3 S., dann bis zum Anfang des Hom^- Gebietes 1 Sikka. 
Von der Sikka von Mar^, welches die erste gegen Qinnasryn hin 

ist bis lo|)^^ 7 S., dann bis Häma 2 S., dann bis Hom^ 1 (?) S. 

(Lücke), und von Mohammadyya bis Ba'^lbek 5 S., dann bis Da- 
mascns (Anzahl fehlt), dann bis Dayr Ayyob, am Ende dieses Ge- 
bietes, 7 S., dann bis Tiberias 6 S., dann bis LaggQn iu der Jordan 
provinz (Anzahl fehlt), dann bis Ramla (Lücke), dann bis an das 

Ende der Provinz Palastina, wo die Mogbnyya Sikka k xJJ i ^ j R ^w 

steht, 9 S., dann bis zum Ende des Weges (Kreises?) von Geftr, 

wo die Sikka S^^^jJ! steht, 17 S. 

Ibn Chord.: Weg nach dem Westen: Von Samarrft bis LJIa ^ 
7 S., dann bis Sonn 10 S., dann bis Hadytha 9 S. (Lücke), dann 
bis Beled 4 S., dann bis Adzrema 9 8., dann bis Ni^ybyn 6 S.« 
dann bis Kafar Tathft (Zahl fehlt), dann bis R&s ala'}ai 10 8., 

dann bis Raqqa 15 8., dann bis s^jumJuJI 10 8., dann bis Man- 

big' 5 8., dann bis Aleppo 6 S., dann bis (^nnasryn 3 8., dann 

bis \yo (^Ur?) 10 8., dann bis Ham&h 2 8., dann bis Homp 

4 S., dann bis &a^«j^ 4 8., dann bis Ba'lbek 6 8., dann bis 

Damascus 9 8. (Lücke), dann bis Lagj^Qn 4 8., dann bis Ramla, 
der Hauptstadt von Palästina 9 8 , dann bis Geför dann bis Ba- 

radiya &ä(>^^LJI 18 8. 

Qod.: Weg von Ni^ybyn nadi Arzen und Chelat: Von Ni- 
vybyn bis zur Stadt Arzen 11 8. (Lücke), von Bedlys nach 
Chalat 4 8. 



üebtr das Postwegen. 9 

Qod.: Weg von Ka&r TQthft nach Somaysat: Von Kafar 
Tütbi bis Ämid 7 S., dann nach y^y^ S^ 2 S., dann nach So- 

majsit 6 S.. dann nach Qft]yqal& 2 S. 

Qod.: W^ von Hiyn nach der mesopotamischen Grenze über 
Harrftn nnd Rohft: Von Hi^^n nach Harr&n 3 S. (Lücke), von 
SomaysSf (Scbimschfit?) nach Hiyn Man9ar 2 S. 

Qod.: Weg Ton Diyftr-Modhar nach der Euphratstrasse : 

Ton Baqqa bis znr Sikka von Uo am Ende des Modhargebietes 9 S. 
Die FosUtationen zwischen Baghd&d und Makka, oder viel- 
mdir X)mra, drei Tagereisen ostlich von Makka, wo, wie wir 
sdien werden, die Centralstation für Arabien war, sind nicht an- 
gegeben, eben so wenig sind die Stationen der nach Yam&ma und 
Madyna führenden Zweige dieser Strasse bekannt. Ibn Chord&dbe 
enrahnt aber die von 'Omra nach dem Süden. 

Zwischen 'Omra iy^ und 9^n& sind 49 Sikka, zwischen 
puft ond Demftr 4 S., zwischen Dem&r und 'Aden 8 S., zwi- 

Kfaen DemAr und Genned iX^^LI (Sitz der R^erung, des gross- 
Mi der drei Kreise, in welche damals Yaman getheilt war) 4 S., 
and zwischen pan& und M&reb 7 S., und zwischen M&reb und 

'Abadal Jjux , der Hauptstadt von Hadhramawt (welches den 
kleinsten der drei Elr(*ise bildete) auf Kameelen 9 S. ^) 



1} In dem A. H. 868 In Egypten geschriebenen Qaläyid alffumin 
(Ib. des Dr. J. Lee No. 131) sind die Poststationen von Kairo aus, nach 
diBiliger Einiheilung veneichnet, wie folgt: 




il ^ ^ il p3 }/yo ^ ö^\ Lk5 i» fj ^1^1 il 



/. HaMpi9trüa9e wm Bagkdäd nach dem Nordosten, 11 

f^^ckb Postmeister ö^yjJ^ >^»:wld^. Es scheinen also ähnliche 
JSbiriebtaiigeo bestanden su haben wie bei den Moslimen. 

L HanpfestnuBse von Baghdäd naoh dem Ncmlosten. 

Ibn Chordldbe, QodSma und Moqaddasy: Von Baghdäd nach 

Halurswin 4 Fars. 

Diayr Bsriiii& 4 ^ 

DMkn 8 

Uftlolft, nach dieser Station fuhrt der Weg aber eine 

Bracke tod 24 Bogen 7 

Cktaaqjnj Qod. ond Idrysy 9, Ibn Chord. 7 „ 

(^ Sdijryn, Qod. 6, Ibn Chord. und Idr 7 ^ 

Hohrio, letzte Stadt im'Ir&q, Qod. 5, Ibn Ch. und Idr. 4 ,, 

MidM rqstln (Rainen eines Palastes) 4 ,, 

llsrg alqaTa, d. h. Schlossweide 6 „ 

Qppr Ya«yd . 4 „ 

Zobaydi ja 6 ,, 

^jKAf» Variante im^ICam^ Qod. ^j^yS^jm^. (fehlt bei 

'Moqaddasy) . . . < 3 „ 

Q^^ 'Amr 4 „ 

Qermisjii (Kenn2bischSh) 4 ^ 

Qodima sagt, dass von Baghdftd nach Holw&n 41 Fars., und 
TOD Holwin nach QirmSsjn 30 Fars. sind. 



n 



?^ 



Ibn Chord&dbe: I Qodftma: 

^ , !• t •• „ « ( Qantara Maryam .... 5 Fars. 

Dokia ^öiXJl 7 Fars. {^, i .. S^ 

^^ l Mashama K^^i^jo .... 4 ,, 

Qp^ 110909 [Raobschloss] 7 ,, Qa^T Lo9a9 6 „ 

ChondSd OtiXA^ y.^l J^ 7 ,, Asad&b&d 7 „ 

Wie es scheint, hiess die Poststation Chondäd, und das nahe 
gelegene Dorf Asadftbäd. Im Orient bauen die Bauern ihre Haa- 
ser nicht gern an die Heeresstrasse , und desswegen kommt es oft 
vor, dass man bei Dörfern voruberreist. 

Homgdorf JumjJI kjjS 3 Fars. 

Gond (MiHtarstation von) \ Za'frftnyya 6 Fars. 

Hamadftn 5 „ 

Die Stadt Hamadftn fehlt bei Ibn 
Ch., sie ist nach Idr. 5 F. (?) 
von dem 6 ond, oder dem Wa- 
tzyfa Lehen, vne es Idr. heisst. 



Stadt Hamadän .... 3 ,, 
das macht, sagt Qod., 
von Qrimäsyn nach 
Stadt Hamadiin ... 31 



Auch Abalfida versetzt Asad&bäd 9 Fars. von Hamadän, das 
Gond von Hamadan kann also nur 1 oder '1 Fai*s., also etwa 
.'» Meilen von der Stadt entfernt sein. 



12 S2)renger, die Post- tmd ^^^ ^^en des Orients. 

Die Strecke zwischen Hamad&n Und Holwän wurde aacfa an- 
ders in Stationen cingetheilt, Tielleicbt wich man auch steUenweiae 
von der Poststrasse ab. Moqaddasy und Idrysy: Von HamadSn 
nach Asad&bOd 1 Tg. (Idr. 45 M.), dann nach Raubschloss 1 Tg. 

(21 M.), dann nach M&der&n ^^(>Le (21 M., fehlt in Moq.), dann 

nach der Brücke des Norman 1 Tg. (Idr. Brücke des Mo'yn 15 11), 

dann nach dem Berge Nayst&n ^Üumju Ju^ 1 Tg. (Idr. hat 
statt dieser Station zwei: Brücke des Abn Ayynb 12 M., und 



n 



vt 



^^jCm^j, Distanz fehlt), dann nach QirraSsyn 1 Tg. (Idr. 24 M.), 
dann Qapr 'Amr 2 Posten (fehlt in Idr.), dann nach Zobaydiya 

1 Tg. (Idr. 24 M.), dann nach Tazar yJo % Tg. (fehlt in Idr.), 
nach Marg 1 Tg., dann nach Holwän 1 Tg. 

Ibn Chord. und Qodäma: ^Von Hamadän nach 

Daryra fo^v> 5 Fara 

Bnzanagird J^^ O j^ , Qod. v>«^Ov> 5 

*))'» Qod. 8;4>, Idr. Tis\ 4 

Tazara (hU^? Qod. 54>J0 4 

Asftwara 8\ttLu/^l 4 ^ 

sJ^s« lU/aj, Qod. dUMttJ«5«\4>, Rudza und? 3 

D&warftbäd obU^I(>, Qod. Js^O V. ^))yf> 4 

9 

^jjkiyMtyMi Snserbyn ? (fehlt bei Qod., Idr. ^jjüUm^ 1 2 M.) 3 ^ 

S&wa 5^L*/ 5 „ 

MaskQye iu^Cmuc (Qod. i^ySi^ 8 F.) 9 „ 

Qostana 2üLki«i^ (I^t. jüICmX Qod. &3Uxm^) 8 

Rayy 7 

Qod.: Das macht von Hamadftn bis Rayy 64. Idrysy sagt, 
von Hamadftn bis Sftwa 90 M., und von Sflwa nach Bayy 50, 
die Auszahlung ergibt 61 F., und wenn wir mit Idr. nach D&- 
warftbftd 4 statt 3 F. lesen, so ergibt sie 62. 

Moqaddasy gibt folgende Route an: Von Haraad&n nach 
Bnzanagird öjäp3\\yj 1 Tg., dann nach Qinndorf ^jdL\ &^yB 
1 Tg., dann nach Dukfin ^l^4Xil ((J^r'O ^ "^S-t ^^"" nach 
Radza ^Sjr^l 1 Tg., dann nach Matschdeq&n ^tS^X^ia^Jt (aof der 
Karte des I^t und Yaq. ^I^^yo) 1 Tg., dann nach ChowSr (?) 
^lys.| 1 Tg., dann nach Tabas(?) jamUI 1 Tg., dann nach 

(^^mJLa5^ 1 Tg., dann nach Rayy 1 Tg. — Es ist wenigstens eine 
Station ausgefallen, der Weg fällt übrigens mit dem obigen nicht 
ganz zusammen. 

Ibn Chord., Qod. und Idr.: Von Rayy nach 

Mofadhdhalftbftd jG^LdLo (Idr. «>bl Juuu), Q. obl JüiOd) 4Fare. 

Afrydyn ^^J^«^l (Ibn Chord. Farrochdyn ^^^iX^yi) . 8 „ 



rt 
n 



1^ 



?^ 



/. MmiiftHraue van Baghdod nach dem NardoHen, 13 

Käst k&uJ^ (bei Ibn Ch. kommt Ksst zuerst, cUum Far- 

rodidjnn) G Fars. 

Kokendih s 4X4^ (fdilt bei Ibn Ch. und Qod. I^t. 8 JUL^) 7 

Choirtr y^»l (Q- v,-A^lr^> dieses ist das Chowäri-Rayy) G 

Q»^ almilh Salzschloss 7 

(Idrysy G ^ ) 

Bis alkeib Hondakopf 7 ., 

SauEdLo 8 „ 

Opinis, die Hauptstadt Ton Dämagh&n 8 „ 

Um Chord.: Also von Rayy nach Qamis 70 Fars., Idrysy 
189 Meflen. 

Qpd. erwähnt zwischen Hundskopf und Simn&m die Mittel- 

Station S^rre^ r"T^ ^™^ zwischen Garmgüy und Qamis die 
Ifittelstation Qarya IHba Sb|j SjJ». 

I^ nennt dieselben Stationen in derselben Ordnung. Nur 
sad bei ihm zwei Stationen zwischen Simnftn und Qumis, die erste 

bosBt 'AlyySbftd OÜ^Lfr und die zweite Garm-Gny {Sy^ 1*7^* 

Moq. theilt die Entfernung zwischen Simnän und Qamis eben- 

fiüls in drei Tagereisen: Ton Simnftn nach Bibftt, dann nach 

* 

^i^BD^y ^y^^yy Wannquelle, dann nach Qomis. 

IImi Chord. und Idr.: Qodflma: 

Von Qnmis nach Hadd&da 7 F. Von Qamis nach Haddftda 7 F. 

Kur8än(Karistän?)|jL*/s^ 4 „ 
Badzasdi jiiX? 7 „ ^^^ 3 „ 

Ibn Chord. hat ^yj^d>^^ statt Badzach und Qodäma sagt 

iddit €Yon ^^%je%5^ nach », sondern «von Badzasch ^(X^ 

■ach — — » , so dass i^V^r^ and Badzasch als ein und derselbe 
Oll angesehen werden müssen. ^jl>(X:^ könnte zur Noth als ein 
Schreibfehler für Badzasch gelten, aber von ^j^^jf ist diese Vor- 
aussetzung nnzulassig. Es ist möglich, dass die roststation Garyn 
Iness und das Dorf Badzasch. 



Majmal JUax (Idr.^l^) 12 F. 

Haft* dar JüsX^i», Idrysy 

JuICmJD 7 „ 

Aäad&bäd (fehlt in Idr.) . 7 „ 

Behmenäbftd C „ 

Boq ^yJf (fehlt bei Ibn Ch.) 6 „ 

CboOTawgird 6 „ 



tXÄ^ 12 F. 

Haft-dar ^JOLgj 7 „ 

Asadäbftd 9 „ 

Behemäbäd 6 „ 

Chosrawgird, Distanz fehlt. 



14 Sprenger, die Post- ««^ * ^^fn des Orients. 

Gisräbäd t>LjLyy^ (fehlt in \ *^^v,**ä 4 F. 

IbQ Chord.) .' 4 F. 



^J JCmo (Idr. jbUji) . 5 „ 1 J^yC«, 5 



^JülXI^I 5 „ 

(Idrysy 6 ^) 
Naysch&pOr 5 ^ 



)<• 



AAX^OfcJ 2 



W 



W 



Nayschäpar 5 „ 

Ibn Chord.: Folglich von Baghdäd nach Nayschftpar 305 F. 
Qod.: Das macht von Rayy nach Naysch&pnr 140 F. 
Idrysy schiebt zwischen Badzasch und Maymal Mur^ftn 

^[^^yjo ein, und sagt, daas es eine Tagereise von Badsasch 

und 36 Meilen (= 12 F.) von Maymal liegt Es fallt auf, dass 
er die erstere Distanz nicht in Meilen bestinmit, wie er dies sonst 
überall auf dieser Route thut 

I^t- nnd Moq.: Von Qamis nach Haddftda soliX^ 1 Tg^ 

dann nach Badzasch 1 Tg., dann nach Morgan ^1^%^ 1 Tg., 

dann nach Haft -dar s(\mS^ 1 Tg., dann nach Asadftbäd 1 Tg. 

Aus diesem Itinerar hat also Idr. Margän entnommen. Da die 
Tagereise von Badzasch nach Maymal zu lang ist, so nberoacfa- 
teten die Reisenden, wie es scheint, in Morgan, welches wahr- 
scheinlich ungefähr in der Mitte zwischen Badzasch und Haft -dar 
lag. Vielleicht kürzte man auch den Weg ab. 

Wenn wir mit Ibn Chord. und Qod. Baq auslassen, so wire 
nur eine massige Tagereise zwischen Chosraw^ird und Behmenftbld, 
ich glaube daher, es ist bei Ibn Chord. aus Versehen ansgefalleo. 
Addiren wir aber die Distanzen von Baghdäd bis Nayschftpnr, so 
kommen 310 oder 311 F. heraus, während Ibn Chord. 305 ver- 
langt. Wenn Ibn Chord. die Zahl durch Addition seiner Boote 
erhalten hat, so ist anzunehmen, dass er selbst Baq mit 6 Pars, 
übersehen hat, oder er hat, wie Qod&ma in der Entfernung von 
Hamadän nach Rayy falsch addirt E^ ist aber möglich, dass die 
Entfernung zwischen Baghdftd und NayschftpUr, der Hauptstadt 
des Ostens, allgemein bekannt war und zu 305 F. geschätzt wurde. 
In diesem Falle ist anzunehmen, dass zwischen Qnmis und Naj- 
schapQr irgendwo eine Station von fünf F. zu viel ist. 

Moq. nennt folgende Stationen, jede eine Tagereise von der 

andern zwischen Asad&bäd und Nayschftpnr : Naysch&pOr, JüJCkMjvi, 

Hosaynftbäd (das (jl^isr&bftd des Idrysy), Chosrawgird, Baq \Jy^^ 
oder Yahyäbftd (d. h. man kann in dem einen oder andern ^eser 
zwei Orte übernachten), Mazyn&n oder Behmenftb&d, Asadftbftd. 
Moqaddasy legt die Distanz zwischen Naysch&par und Chos- 
raw^rd in drei grossen Tagemärschen zurück, Aba Zayd hin- 
gegen sagt, es seien deren vier, er hält also die von Ibn Chord. 
erwähnten Stationen ein. Sabzwftr, fährt Aba Zayd fort, ist un- 
gefähr 2 Fars. von Chosrawgird. Von Chosrawgird nach Beh- 



/. Mm if t 9 irai9$ wm Ba gk dä d naek d$m NardMien. 15 

■Piilhrt ist «io groaaer Tag, und Ton BehmenilAd oacfa Masyoftn 
^Lm^ mat der QninitttraaBe angrführ 1 Fais. 

Ibo Chord. und Qod.; Moqaddaqf : 

Tod Nayadiipilr nadi Von NaysdifipQr ii«di 

(jJLuJI. Q. jMuüu. Idr. ^jJ>A » 3 1 Tg. 

yj^JuuJI 4 Tg. 

(Idrysy 5 „) 

K^I-.^T 4 „ 

^ (Qod. und Idr. 6 „) 
IteCQod. AnfaBtehmigi- 

' «rt Tpl») 5 

Haqia 5 

^jgj^. Qod. KJbJf 

ö^/* « 

»I, Qod. ftMii^l . 8 
6 







» 
» 



Bothdorf i^t^t &jy; . 1 „ 



Maachbad 1 „ 

TftyiHüi (Täberan) . . 2 Poaten 
\J)9^)^ • V Tg. 



Saradis 



6 



Iba. Gbord.: iJao von Baghdad nach Saradis 345 F. 

pna ist eigend^ dor Name eines Distriktes. Es ist dne 
Sitte im Orieot, dass die Hauptstadt den Namen des 
annimmt. Man denke an Mi^r, Scbim (for Damascos), 
fnr Qnmis, Wadiy 'Aqyq for' AwtSs o. dgL m. Da 
in Ttts xwei Hauptstädte sind, NoqSn und Taberibi (oder 
Tijiriii), so wurde bald diese, bald jene Tos gebeissen. Daan 
nodi ein anderer Umstand, wclcber die Verwirrung rer- 
, eine Viertelstunde von der sudwestlidien Hauptstadt ist das 
Qiab des Bidba. Man beisst diesen Wallfahrtsort Mascbbad, und 

Qodima nennt ibn den Auferstebungsort Tus (jm^ ^ä«JL44JI« 

Weil er nun eine neue Benennung erbalten batte, so blieb die 
■oidoatlidie Hauptstadt ungestört im Beeitae der Benennung Tus, es 
warde aber schwer su bestimmen, welche ursprünglich Täberan und 
velehe Naqan biess. Wir sehen, dass Qod. und Ibn Cbord&dbe 
die nordostlicbe Nnqan, Moqaddasy hingegen Tftber&n nennen. 
Aoefa bei Abulfida S. 401 und 403 finden wir diese Verwechse- 
Idi i^anbe, dass Ibn Chord. Recht bat, denn auch unter 
Toa des Ibn Hawqal (bei Abnlf.) ist Täberiin zu verstehen, 
Afwal stimmt mit Ihn Chord. überein, nur wird Naq&n durch 
ein Yeisdien einen Ghrad su weit gegen Norden versetst. 

Moq. kennt einen andern Weg von NayschäpUr nach Sarachs, 
wdicher die beiden Hauptstädte nicht berührt, sondern südlich 
davon lauft und wohl etwas kürzer ist: Von Sarachs nach Wind- 

Mbloes ^^^r^' r^ (pers. Dizbad), dann nach Rem&d Ouu» 



16 



Sprenger, die Pott- «'"* ^outen de» Orient». 



nach dem »ben f^enannten 



dann nach TschMscha Ä-oLot "J* • 

(Ihn Chord. und Qod.) 
Von Saracha nach 

aübuJL.>, Q. lüLJb. . . 6 ,, 

(Dandftoqän?) 6 „ 

^rw-Schäh^&n 5 „ 



(Moqaddasy.) 
Von Sarachfi nach 



Mo'ädz) 1 Tg 



&3"* 



^LajIJüJJI Dand&nqftn 1 

Jy^^^ (Ya'q. Bakird.) 1 
Marw 1 



Ihn Chord.: Also von Baghdäd 371. 

Qod.: Das macht von Nayschfipllr nach Marw 70 F. 



Qod&ma: Von Marw nach 

Kaschmfthen v>> % A i , 
ein grosses Dorf am 
Rande der Wüste . 5 Fars. 

Dywfto ^mI^JJ') wo 

likka ist ... . 6 



«f 



eine Sikka ist . 
♦ g h H , wo eine 



Sikka ist 2 

Man^af, wo eine Sikka 

ist 4 

Ahsa, wo eine Sikka ist 3 
Nahr*Othmftn, wo eine 

Sikka ist 3 

Jk^j-juLaJI , wo eine 

Sikka ist 3 

Stadt Amol 36(?) 



r» 
n 



Ihn Chord.: Von Marw nach 
Kaschm&hen ^Sf\u%.äS 5 Fars. 

Aywän v»>t^^f .... 7 „ 



Man^af (Halbweg) ... 6 

Ahsa Ly^^t 8 

Byr t)thmÄn 4 



9« 



Amuye (Amol) G 



T» 



Ihn Chord.: Von Marw nach Amol 36 Fars. Bei Qodfima 
ist die Distanz (3 F.) zwischen Jbw^AJtff und Amol ausgefallen, 

und die 36 Fars., welche ihre Stelle einnehmen, bezeichnen die 
Entfernung zwischen Marw und Amol. Moqaddasy nennt folgende 
Tagereisen: Von Marw nach Kaschm&hen, dann ein Riba^y dann 
Rib&t Nadhrek ^j^'i dann Oobb Hammad 4>U^, dann Ribfit 
Bftris (jM^ü, dann Amol. Er gibt die Karawanenstatiouen an, 
die andern zwei Autoritäten die Poststationen. 

Ihn Chord.: Von Amol bis zum Balchflusse (Oxus) 1 F., 
Ueberfahrt nach Ferebr 1 F. 






/. SbmpUiraUB vom Bagkdäd naek dem Ntnrdoiten. 



6 F. 



i QodftBft: Von Ferebr nach 

I Ifi^n Omn Öif fiur durch 
■ ' & Wiite , . 

BqriMod ■iiwiihilh' der 
Wiste 

BU» Hftjit Boddb« . . . 

Dorf T»am s^lj (Y. 

nyj^)../. 1%, 

BochH 5 

Tw Amol naeh BochSrtl SSVi 



17 



6 
2 









Um Chord.: Von Ferdyr nach 

Hi^n (Wfiir darch die 

' WSate 6 P. 

Bajkend 6 „ 



Ribat Ton Bodi8rS 
Mft-Sala (jJLy Lt 



w 



2 



Von Amol Ms Bodiii« 19 



w 



Idr.: Von Amol bis an den Floss 3 M., yon Ferebr bis 
ffipi Qmm öiT&r 18 M., dann nadi Baykend 18 IL, dann nadi 
Bockirft Sl M. (Das mädit mit AnsscUnss des Flossoberfkhrt 
»Fara.) 

Qod.: Von BochSrt nach Ihn Qiord.: Von ? nach 

Sm^ fi^AJLJt 4 F. Sorgh P j^i ^ hat eineBnrg 4 F. 

(^(kd.: Knl ist das Dorf von (Xjks^y^ , daselbst halt sich der 

Koo^ der Turicen anf snm Behuf von Kanbanfillen. Sodlich da- 
von aÜBd Berge, welche sidi bis China ansdehnen. 



Kamjmj^ (Distanx SMi) 

DebBsiya 5 F. 

Artungen 5 „ 



Kermyuiya 4 F. 

Debusija 5 ,, 

Arbin^en 5 „ 

Rozm&n ^^)) ^ n 






Qa9r *Alqama 5 ,, 

Samarqand 2 „ 



Bocmftn (Diatanz (Mi) 

Qa^ 'Alqama 5 . 

Sudt Samarqand 2 . 

Qod.: Das macht von Bochärft nach Samarqand 37 Fars. 

Auch Ibn Chord. gibt in einer Stelle diese Distanz an, in 
dner andern steht 39 F., welches wohl ein Schreibfehler ist. Wenn 
wir die Stationen zusammenzahlen, so kommen nur 36 F. heraus. 
Wo 11^ der Fdiler? Wir wenden uns an Idrysy, welcher dieses 
Idnerar zwei mal (in der franzosischen Uebersetzung gar drei mal) 
■ittbeilt, und jedes mal ist die Entfernung zwischen Arbin^cn und 
Rtrimln za 6 Fars. angegeben. Hier liegt also der Fehler. 

Nach Idrysy liegt Samarqand 121 Meilen von Bochftra. Es 
wl dieace em Fehler statt 1 1 1 Meilen. 

Bymny setzt Sorgh nach Tawäwys, was wohl nur ein Ver- 
ttfaen ist. 

Moq. und I^t. theilen den Weg in Tagmarscbe ein, wie folgt: 

Bochara, Dymesch j^^ (diese Station fehlt bei I^t.), Tawäwys, 
Abhandl. d. DM6. III, 3. '2 



18 Sprenger, die Poit- ^^^ ^ten de* Orients. 

Kermyniya, Debosiya, Arbingen , ^^tiän (I^t. schreibt Zormftn), 
Samarqaud. ^ 

Qodftma: Von Samarqand nach Bftrketh eJ^L) 4 F., dann 
durch die Steppe von Ra^wAn \^^y^\ nach Gesryfy ^^kjymty * 
(Ibn Chord. ^j^t^^w»^), dann nach Fawraha ^^\y^ im Gebirge 

5 F., dann nach Zämyn in der Steppe 4 F. In Z&myn theilt sidi 
der Weg. Einer geht nach Schasch, der andere nach Fergh&UL 
In der Handschrift des Ibn Chord. ist dieses Itinerar zum Thdl 
ausgefallen. Der Abschreiber ging wegen der Namensiluilidl* 
keit von Bftrketh sofort auf Ben&keth über. Aus Daten, welche < 
wir weiter unten kennen lernen, geht hervor, dass auch bei ihm 
die Entfernung von Samarqand bis Zämyn 17 Fars. betrug. Bs 
erhellt aus Idrysy, dass auch Gayhäny dieses Itinerar bei Ibn 
Chord&dbe unvollständig vorfand. 

lyt»: Von Samarqand nach Ab&rketh ov5^UI 1 Tg., dann 
nach Ribftt Sa' ad 1 Tg. (nach Idr. 5 F.). Auf diesem Marsche 
trennt sicli, wenn man zum Ribä( des AbQ Ahmad kommt, der 
Weg nach Fergh&na von dem Wege nach Scbfisch. Von Rib&t Sif d 

nach (^^^)y^ (J^^^^V^) ^ "^E-* ^^n <^^^ nach Zämyn 1 Tg. 

Die Strassen, welche von Z&myn tiefer in das Land der 
Türken führen, werden wir im näclisten Abschnitte kennen lernen. 

IL Ma-warä-lnahr, cL h. jenseits des Iltisses oder 
Transoxania und TschägMniän. 

Moqaddasy heisst dieses Land IIa3rtal und theilt es in sechs 
Kreise: Ferghäna, Isbyg&b, Schfisch, OschrOsene, Qoghd, Bocharai, 
und vier Dependenzen: Yläq, Kasch, Nasaf und TschSghäniftn 
(^figh&ni&n) ein. 

1. Ferghäna. Städte nach Moqaddasy: In der Nahe der 
Hauptstadt Achsyketh liegen: iU(>^sLxJt Mob&rudiya, Na9r&b&d, 

4^;, c^l^j') (c^lä^';^) Zarkftn, ,.i(^ (r^*^^) Chayrlsm, 
^dAuLwL > C^Lamuum'^) BischyschSn, ^LaaJLmI (^ULüLm^I) IschnyqSn, 
Jüh\ Zerend, gäuoK Rftmisch, Üzkend. Entfernt: Üsch, QobS, 
djo (viUo) Berenk, Marghynän, ^L&j*> (^L^j^) Derschto, 
vW Tab, vifpU. Öarek, va/uil Uscht, JKjy («>bo^), Jl^l 
Awal, i^'SJj (jyl^*>) Dekerkezd, ölSyj Nnqad, ^jKjLwyyo 

(^K^), ^Kaj (^K-ü), ^Lä^I, J^iXÄ., ,jI*>^La Scha- 
wedän, Cho^ende. 



3.1tbj4ftb. Städte n»ch Moqaddasy: Itby^(dieHaupt8tadtX 

i^^P^ (^^) OnriOgh, »jft^Air» Qy^'Xm^jy^'Xm^i 

)h ^ * ' Sctawcgher, ^^)f^ Santa, ^l)))'^ ^t';);!)^) 

«i!^ (oJGy) Bemkel« ^,^, .^äJCil^ (väJ^Ki) Beks- 
■kiA, «aJCk^af AdiAchket, tyLÜi> (I^SJ, v$y>«>) I>il^ ^«wa, 
od^ O a^ K^ t ifc t), ^(^ (v:;!>^) T«'^ (m<^ ^ Andern steht 
Tcrtn etat! Tefls), JX^^JLj (idUy«»^) Balwe^kul, v:)L^w 
Ifa^^, AIol Atlfteh, ssSf^^y Schalt, J^Kol, ^^ &I8, 
i&XiKs! (eJ3bo, v6X>i^) Yekmiketh, ^^w^ Co^^^}) 
lUMekan (Bdaeeghon), ^3»^ (uV^ ^'*^' <5^ CsV^ 
M^ikj, laiCü.yj Tonesketh, \dy^yJÜ^ väUC^t^(>pt Ürda 
XMbckffdli, ^LJ LabKn, ^^y& Schny, «Ibt Abaligfa, sLXi\^lt 
CäJCif<>) Madsmketh, v^Lu«^ Bersyto, ^ , o'^/^ (c;'Jß)^)i 

S4M&:^^^dw^ SchOr^eschme, J(> Dil, \j^^y^ AwBs, S4>%5ld» Gerkerde. 

3. Scliftscb. Städte nach Moqaddasy: Binketh (die Haapt- 

itadl), s&A tT^I^^, ejC^Lo^ (v^J^Lui^), e^yUai Ne^keth, 

Bmiketli, \sa^mJ1^ (säJC^) 

(ij^^, dbf^^jL4j (v£bl^J^), v^aX^t^ (vi^r^). ^^. 
oi^^t (vaij^O^ v»u^Aj, Lr>-^ Berkos, vsaXj^Lä 
(oXi^U) Chatonketb, v:>5yu^ (säSyMjp.), ^X3^ (^^), 
Jl^ ( J|)^)» ^1^ (dlib^) Nikalik, ouCu.^Lj Bärisketh, 

^^^Ljr, öjSj^^ e*jC3L^ Zeraniketh, j|^*>X'^^*>)? »ä*^*>^9 



£»% 




4. Oschrasene. Städte nachMoqadd.: Bongyketh v^ 

(vSjCsJjJ) die Hauptstadt, Osb&nyketh v*a.1C,aJL*J, Kerdketh 

2* 



.^i^\. 



20 Sprenger y die Po«t- tit«» ' ^^outen des OHenis. 

^Ojf, yjT. (ü;^)^ ^^^^^ ^^^t ^^^^ Zamyn ^^^1^, ' 
Dyzek dLjJ, Bü^'keth yS>S^y^ (ouJLä.^), Qi(r&Ddflm 
»^4>^1^ (»)^o'7tü5), Carirfene äjU^ (ä-^U^), ChctI ' 

ouMk^9 und gJüU^yo» 

5. ^oghd. Hauptstadt Samarqaud. poghd enthalt nadi 
Moq. zwölf Ro8t&qc (Distrikte), wovon sechs nordlich Tom FloMi 

liegen, nämlich : oX^ ^ uo , dann g^Xj ö ((j^Xj^) 9 dann ^ r^y%{^j ■•. 
dann ^j^JLi«.^, dann |W^^JÜI und endlich wi^l. Sudlich rom 
Flusse liegen: zu oberst Bftrketh \tfSy^<) dann Warymed ^3^)4 9 
dann w>>Lje^, dann vsaXLs^JwJLj , dann Wadz&rjtj^) daaa 
^^üs^. In einigen dieser Rostaqe sind Städte. Die nbrigen 
Städte heissen: Rywerd ^jy^t)^ Kasch&ny ^ ?l A .^^ IschtydMB 
^j^iOLAjuMl («id^uu^Ml) , Debosiya, Kerxnyniya, ^vi^^ und lüLlii« 
ByrUuy behauptet, im Türkischen sage man Samezkend 
i)jS'y4>Mf statt Samarqand, und es bedeute die Sonnenstadt. 

6. BochErai. Moqaddasy: Die Boch&rai ist 12 Fars. lang ^ 
und ebenso breit. Das ganze Land ist fruchtbar und bebaut. Sie 
hat fünf mit Mauern umgebene Städte. Die Hauptstadt heiast 

<di>. ^ > j • '^ NamUgketh. Städte: Baykend, Taw&wys, x3cX3\ ' 

(&-»4X^^) Zandana, e> Cy ♦ ^ Nomgketh, ^5^1^ Ch^idk» 

^Ka^ Moghkftn, ssa^Lc^iI^ Gergh&niketh, ^^jXm«^ (JCm^} 

Gerseken, ^^yj^ GherwSn, ^j^w JbV j (j^^ama^^ oder ^jmi^)^ 

^ä^^^^ j^f^t oXmm«, ,jJu^^;I (j^LyOpl oder u&ue^)y 

^S-^^) ((5^/) Zachschy, ^aJJ^); (er*;; v:)«^;) ^^»- 
mathyn, v^X sw ^ Kame^keth , ^j^^uti (^jjuftiuü), ^»iA5^ j 
(yuL& 5 ^) Eoschufaghn oder Choschufaghn , ^Jo^ Q^^^ *j Q 
und fjfy 

ByrUny : Baykend wird gewohnlich das Metallene - Thor 
\J^)))^ geheissen. Statt Fcrebr schreibt ByrQny 00 Perebr, 

und sagt, es ist der lieber fahrt splatz von Transoxanien nach Cho- 
rfis&n. Amnya sagt, er ist der Uebergangsplatz nach Transoxar 
nien. Tawäwys und Sorgh sind wegen ihrer Jahrmärkte berühmte • 
Ihn Chord.: Zu Bochsrft geboren Karmyniya, Tawäwys, Wai- t 
dane «ülO;^, Baykend, die Stadt der Kaufleute, und Ferebr. ^ 



n. Mu'warä'hiakr. 31 

7. Tlftq. Btidta nach Uof^damfi Hauptstadt oi^, ^äSyLA 

^ (dr'r^)^ '**^» '^^y^» ^^'^ Sy^^» (H^*-^((H--^40> 



«CS» 



i 

i 



8. Kftaeh. Stidte nadi Moqaddasy: Jüy Nokad, g&^yi 
(^^) Qiwisdi, ^^ Sone^; ^ A i^l T ^f ( j^^jüCy^t) EAyfä^tm. 

9. NasaC Städte nach Moqaddasy: äX^if^tUMS^^ «^^.»«0 
laaehtA oder Kasba« SO^ Basda, s&i^ju«» Syrketh. 

10. Tacbaghftniftn. Städte nadi Moqaddasy: ^^;%|4> 
yH^^ Dmb^ (Tschanin^?), iJüL^b ( JUUy^b) Baschend, 

j% Bchlm,^^^ (^y^^)» Vl;^ («s^^^j) B«rab, va^^i>, 

uLub, ^tt^ Schnmfin, i^LaP (jLu^), v;;l^M^, ^U^^U 

«MT^ (i>«J^«>), nnd 36,000 (?) Dorfer. Wenn die Sftmaniden 
Ejti^ Umb, siefaen gßgcn 10,000 Krieger voll geriatet nnd mit 
P^ofviaiit raadien in das Fdd. 

Ifoq.: Von ZKmyn nach Q1SWQ9 ^t^, anch Qam ^«J 
fBMBKt, 1 Tg., dann nach dem Schaadifloaa 1 Tg., dann nach 
ITil^rth säffvJi^ 2 Posten, dann nach Schoyorketh vö/J^^jua» 
t Poeten, dann nach Binketh (d. h. Schasch) 1 Tg. 

Ibo Oiord.: Von Z&mTn nach ChawQs ^yX^^ in einer 
Steppe, 7 F. (Qod. 6 F.) , dann nach dem Ufer des SchSschflusses 
9 F. (Abol£ fand in seinem Exemplare des Ibn Chord. von Cha- 
wa9 lUMii Qinsaketh am Flosse 7 F.). Du setzest aber nadi Nähr 

TWk 4 F. (Im Original laut^ diese Worte: d^» ^ ^1 wJÜT^ 
jrf«J MMJ\1j ee soll wohl heissea, du setzest aber den Turken- 

loas nad — , Name der Station fehlt, wahrscheinlich Benftketh, 
4 F.), dann setzest da Eber nach «ijCo^ 3 F., dann nach 
2 F., dann nach dem Eisernen Thor 2 Meilen. In einer 
Stelle sagt Ibn Chord.: Von Samarqand nach SchBsch 
■nd 42 F. 

19t.: Von Ben&keth am Schaschflasse nach öXaaam«^- 1 F., 
dann cur Grenze des Territoriams von Binketh 1 F., dann nach 
SdioyOrketh c^^a^m (siyJ^^JUMl) 3 F., dann nach Dih-qäniketh 
cJ^UsDO (jüX» ^liüe^, düÜü3p li^JoLiAp) 2 F., dann nach 






22 Sprenger y die Poat- ^^ ^^outen des Orients. 

(> (s^Jol;U oJU^y ^., dann nach Binketh 1 F. 

Dieses sind die Städte an der Str^^e von Benäketh nach Biiüulk =" 

Da die Poststrasse nicht aU^ diese Städte berührte, war ab .^ 
wahrscheinlich kurzer. 

19t. gibt einen kurzem Weg von Samarkand nadi Sdilidi ^ 
an, und wendet sich, vrie wir gesehen haben, nicht erst in ^Ip 
myn, sondern schon beim Rib&t des Abn Ahmad gegen NordÄ ^ 
In einem Tage, nachdem man das Rib&t Sa^'d verlassen hat, €f^ ,1 

reicht man den Lagerplatz Qi|r&n-derre üsö ^\JaS^ man kattl^ 

^ gehen (welches 9 F. von TMi^ 
myn ist), dann nach Dyzek, dann nach Schiqq Hosayn ^3^ 
^^wuma^, dann nach Schiqq Homayd Juy^i^^JJ^, dann nMh '' 
O ^ XaJj (^^^) 9 dann nach SchoyUrketh, dann nach Binketh. (V^. : 

Idr. B. 2, S. 212.) 

Ihn Ch.: Von SchSsch nach dem eisernen Thor sind 2 Meüeo, 

dann nach Kai Jl^ 2 F., dann nach Gharkol J^^l^, in dner 

Steppe, 6 F. (Q. 5 F.), dann nach Isby^sb 6 Fars. (Moq. 2 Po- ^ 
sten, Qod. 4 Fars.). 

Ihn Chord. und Qod.: Von Isbyg&b nach Sftwftt c^I^Lm») 
in einer Steppe, 5 (Qod. 4) Fars. £s sind daselbst zwd grosse 

Flüsse, der eine heisst M&w& UL«, der andere Yuran \^\y^^ 

dann nach BerU^kcth va^^^o (Ihn Chord. vä^X^^ J^) in Bekwab 

v^l^ 5 (Qod. 4) Fars., dann nach Tamy&g ^U^J in Rek¥rib 

4 (Qod. 5) F. Tamyäg liegt in einer Steppe, es hat aber einen 
grossen Floss und ist von vielen Dörfern umgeben, dann nadi 

Th&zcha^ i^^^ in Rekwäb 4 F. Es ist daselbst ein Hngel, 

von welchem wohl tausend Quellen entspringen. Der Fluss, wel- 
chen sie bilden, fliesst nach Osten und wird daher Yrknt c;»^^ot 
(Qod. v;:^L>^5\j), d. h. das verkehrte Wasser geheissen. Dann 
nach Marky ,^j* (Qod. JjJuo eine Station) am Flusse YrkUt, 

6 F. An diesem Flusse sind viele Sumpfe und Seen, und man 
jagt dort schwarze Rebhühner. Man setzt über den FIuss und geht 

nach Yesftw&gher, 3 F., dann nach öunketh v^Jo^^ (Q. v^/Jw^), 

in einer Wüste ohne Kultur, 2 F. (Ihn Chord. nennt die vorher- 
geheude Station nicht und sagt hier 5 F.), dann nach der Stadt 

Atraz vf Jol (Taräz), wo Vegetation und Kultur ist, 3 (Q. 2) F. 

Ihn Chord. fugt bei: folglich von Isby^&b nach Tarftz 26 F. 

Moqaddasy: Von Isbygäb nach Saw&t 2 Posten, dann nach 

Bern^keth 2 Posten, dann nach Tamyfi^ ^^Lw 1 Tg., dann nach 



//. Ma^warä'lnahr. 23 

Ziscb&g ^^)|) ^ Posten, dann nach einer Station 1 Tg., dann 
aadi j^^Lm Yesäwagfaer y, Tag, dann nach A^Sz 2 Posten. 

Nach I^tachiy sind vom Oxhs bis Tarfis 22 (bei Idr. 23) 
Ti^; dieses aber ist nach seiner Berechnung genau die Entfer- 
■1^ zwischen dem Oxos und Isby^&b. 

Ibo Cfa. and Qod.: Von TarSz nach Unter-Birs^&n ül^^ 
^U«Jf (Qod. JüLJI ^Lsu^) 3 F. (Idr. 33 MeUen), dann nach 

Ea(n-Bis {jmU \Sy^ ^^ (^^- Ü*'^ r^^) ^ P> ^^o^^ ^^^^ 
Ill-Snt ^s^ymt J|^(Qod. i^yut J^) 4 F., rcchts davon sind 
Berge (und finks eine Sand wüste); dann nach i^^^Jk^ (Distanz 
feUt, in Qod. fehlt auch der Name, Idr. schreibt ^y*» cVf^ 
nd sagt 12 Meilen); dann nach Enlab v^V^ (Qod. sji^\ 

ein Dorf von Ghanft LaÄ) welches dieselbe Lage hat wie Kol- 
Sat, 4 F. (Idr. 15 M.), (Qod. folglich von Tarftz nach Kal&b 
U F., dorch eine Steppe, welche man Knl&n [Kalftb?] nennt), 

dann nadi dem Dorfe /«^r^l) welches in Ghana (Qod. Ixfr) li^, 

4 F., dann nach Asyra s^Ju^f (Qod. Sv^^f), gelegen wie Kol&b, 

4 F., dann nach Nonketh väj3«i (Qod. o^^), einem grossen 

Dorf, 8 F., dann nach ^^t*j^^^l (Qod. ^f^5l^), einem grossen 

Dorf, 4 F., dann nach HtQ (Gol?) J^9 einem grossen Dorf, 

4 F., dann nach ^^^Lüo (Qod. cjLm), einem grossen Dorf, 7 F., 

dann nach der Hauptstadt des türkischen Ch&qän 4 Fars. 

Ibn Chord.: Von der Hauptstadt des Ch&qän nach Banketh 

ssJCj|^ 4 F., dann nach Kon&d jU3 8 F., dann Ober-Birsg&n 
^^JLc^l yj^y^^ welches die Grenze von China ist, 15 Farsangen. 
Qod.: Nach der Hauptstadt des türkischen Ch&qän 4 F., von 
^Lduewk^ nach der Stadt Banketh y^\^ 2 F., dann nach s^^XäS^ 
(Var. >^AMJL^Lxi), einem grossen Dorf, bei welchem ein anderes 
Dorf steht, 2 F., dann nach Sab&t und Basar ^y^^ c^ü^, 
zwei Dörfern, von weichen das eine auch JLaS^L^jmaJ und das andere 

JU5^^Lm ( Konäd?) genannt wird (Distanz fehlt), dann nach 

BirsgSn ^L^^ 15 Tage. Ajn dritten Tage kommt nmn zur 
Station Jl>o , dieses ist Ober-Birsgfin und bildet die Grenze von 



24 Sprenger y die Post- ^outen des Orients. 

China. Die Karavauen ftnoß*' Hern ganzeu Wege Wi 

und Weiden. 

Idrysy 8. 218: Von der HaOpt^tadt des ChäqEn nach sä^t^ 

12 M., dann nach Konäd v^y>^ *^^ M., dann nach Ober-Birs^n 
10 Tage. 

Bis hierher hat Idrysy den Ihn Chordüdbe abgeschrieben 
£iner andern Quelle folgend, fahrt er fort: Von A\t9* nach 

Biugär ^LsXj, im Gebiete von Kaymäk (Rou-mou-ki), sind 86 

Tagreisen, nämlich von Atraz nach Ka^Ta 45 (15?) Meilen, daiw 

begibt man sich über Gebirge nach Demirt&gh ^lj*jei> 4 Tage^ 

dann gegen Osten durch Steppen, nach dem Schlosse Chaycheni« 

20 Tg., dieses Schloss gehurt den Chilchy- Türken M^U^I vJyJl 

(Chiziig}'?), welche auch in der Steppe nomadisiren, dann nach 

der Festung Dehlün ^^ki&J , welche im Lande von Kaymäk ge- 
legen ist, 7 Tage, und dann nach BingSr 4 Tage. 

An einer andern Stelle theilt Idrysy die Fortsetzong des Iti- 
uerars bis zum See von Gh&gh&u mit: Von BingSr sind noch 

anderthalb Tage bis Dahr&t Sl^JOo, welches am Ufer des Seea 

liegt, die Zwischenstation liegt auf der Hohe des Abhanges der 
Hochebene. Von Dahrät kann man zu Wasser nach Qaran^ia 

Sfn.>J> gehen, welches, wenn man dem Ufer folgt, 6 Tage ent- 
fernt ist, man kann auch zu Wasser nach der Stadt Ghfighftn 
oder nach SchärOs fjt»^\L& oder nach DfimOriyä v^%^i> gehen. 

Qarantia ist die erste Stadt von KaymSk, zu der man kommt, 
wenn man von Achsyketh gegen Osten reist, und von Qarantija 
hat man noch 24 Tage bis zur Residenzstadt von KaymSk. 

Idrysy theilt auch das Itinerar von Achsyketh nach Qarantiya 
mit, wahrscheinlich nach Gayhäny. Da wir weiter unten die An- 
gaben des Ibn Chord. und Qod. kennen lernen werden, schalte 
ich es nach ihren Berichten ein. Sehr ausfuhrlich ist Idrysy^s Be- 
schreibung vom Ghhghäu-See und seiner Umgebung. Sie gehört 
aber in die beschreibende Geographie. 

Idrysy kennt auch eine Strasse von Dehl&n nach N., uam- 

Hell von Dehl&n nach Chenäwusch Jm*IjL»>, im Lande von KaymSk, 

() Tage gegen NorAen, dann nach der Stadt Lälün ^^^ I S JL^tyjt 

6 Tage gegen O. Er gibt ferner zwei Strassen von Demirtfigh 

nach L&lan an : Von Demirtfigh nach SälQniya iu3 JLm gegtm O. 

4 Tg., dann nach Chozftr sly^ 6 Tg., dann nach LslEn 7 Tg. 

Oder von S&loniya nach Gynfti yÄkxs^ 4 Tg., dann nach BughrSn 



//. ifa-ioarS-lMiAf. 25 

(Naijkrt») ^tyM ^ Tg., dann naeh LilAn 6 Tg., Oder von 

nach BoB^tagb >2Aj 5 Tg., dann nach dynfii 5 Tg^ 

■adi Bac^urin 6 Tg. 

Weg nach Ferghftna. Ibn Chord.: Von Zfimyn nach Sl- 

h^ tn l A Mi S Fax»., dann nach Gholaq vsJ^JU 6 Fan., dann nach 

Cfceg m d tt 4 Fan. 

Qod.: Von Zlmyn nach Sftbfit 2 F. Es ist dieses ein grosses 
theQt sich hier der Weg, einer geht nach Fergfa&na (und 

nach Oeehrosene); dann nach Bakyd Juk$^, einem 

Dorf, 3 F., dann nach Gholaq- Abdft Ij^t Jyix> einem 
Fledasn, mngeben von Dörfern, S F., dann nadi Cho^ende 

guLJI ^ 4 Fars. Hier theQt sich der Weg, 

iihri nach Ferg^iSna, der andere nach Schlsch nnd den 



Ihn Qiord. nnd Qod.: Von Cho^ende nach Tschabir wL^) 

grossen Dorf an der Poststrasse, 5 F., dann nach Öa^istan, 
Waflenplate mit Festung nnd Salssiederden, 4 F. Von hier 
Infi en Gddrge his m den SUberminen, dann nach dem Dorfe 

TeraMiqiB 7 (Qod. 6) F., dann nadi Bftb (^Täbf) wl^, einer grossen 
SCadt der Prorins Fer^^ina, 3 Meilen, dann nach der Hauptstadt 
HB Fefj^iina, wddie Adisyketh genannt wird, 4 Fan. 

Yim Samarqand nach FerghSna sind also 53 Fars. (Qod. sagt 
35 F., er meint wohl von Zftmyn). Yon Ferghftna nach der Stadt 

Qota Uj 10 Fan., dann nach Üsch (jm^I, einer Stadt (Qod. einem 

grossen Dorf), 10 (Qod. 7) F., dann nach 'Üzkend jOSv^, der 

Stadt des Dihqftn Onrtekyn ^^^J^^yA. 7 Fars. 

Janbert in der Uebersetsnng des Idrysy sagt BachsSn ^^Lma^U, 
ficgt in der Mitte der Provinz Ferghftna, 160 Meilen von Samar- 
kud nnd 1 Tag von QobS. Er meint wohl Achsyketh unter 
Bacfasan. £s wird somit die Angabe des Ibn Chord. bestätigt, 
denn 160 Meilen = 53 Fars. 

In einer andern Stelle (S. 210) nennt aber Idr. Achsyketh und 
sagt, es sden von dieser Stadt noch 3 Tage nach Qobft and dann 
Doch 4 Tage bis Üskend. Da Idrjsy ohne alle Kritik aas an- 
dern QneDen compilirte and sie hanfig unrichtig abschrieb, so be- 
greift nuin diese Widerepruche. Yon Chogende bis Qobft, sagt 
er, sind 48 Meilen. 

Moq.: Von Zftmyn nach Sftb&t 2 Posten (= 4 F.), dann 
nach Schftwaketh 1 Tg., dann nach Chogende 1 Tg., dann nach 

uu 1 Tg., dann nach Gftgistän 2 Posten, dann nach Termaghän 

^Ijboo 1 Tg., dann nach Bftb (Tftb) V2 Tg., dann nach Ach- 



d J^'^^\. 

26 Sprenger, die Post- ««* ^outen des Orients. 

syketb (d. h. Fergtena) 2 ^^^^^v^vAnA^'* '^«ch QobÄ 1 Tg., d«ui '[ 
nach lisch 1 Tg., dann nacb \}t^^^^ i Tg. 

19t. gibt zum Tbeil andere S^^vionen nach Üsch an, jede voa 

einem Tage: Z&myn, Säb&t, cXajwI, SchQwaketh, Chogendei 

Kend dJ^ («0^5^, "^^^^ wahrscheinlich das Osbfinyketh des ^ 
Abolf.), Nasn^, Ryschftq (JjLAj^ (Idr. ^L^^ü), Zyrw&meseh 
(jMyol^o\, QobS, Üsch, Uzkcnd. Dieses, sagt er, ist der kSuTp- ^ 

zeste Weg nach Üzkend, der aussersten Stadt von TraDSOxanküDV 

19t.: Wenn man von Chogende nach Achsyketh (d. h. Fer^ 

ghftna) gehen vrill, begibt man sich von Kend (Osbftnyketh?) nadh 

JUi9 l«^(jüL9|^, Juul^, das Chow&qand des Abolf.), dann 

nach Achsyketh. Von der letzten Station aus gehen zwei Wege. 
Einer durch Sand und Wüste, 7 Fars. lang, bringt uns nach B&be- 
Achsyketh, wo man über den Fluss nadi der Stadt übersetit, 
der andere fuhrt über den Fluss nach (der Stadt) Bab (Tftb?) 

v^U (^wl^) 5 F., und dann sind noch 4 F. nach Achsyketh. ' 
Die Entfernung von Ferebr nach Uzkend beträgt 23 Tage. 

Ihn Chord. : Von Uzkend nach dem Stutz ^) (Abhang der Hoch- 
ebene) ^ajülII 1 Tg., daim nach Atss (jmUoI 1 Tg., dann nach 
Birs^ftn ^^L^ol (^L^o) 6 Tage, wahrend welcher man kei- 
nem Dorfe begegnet. Das so eben erwähnte AtSs ist auf den 
Abhang zwischen Tibet und dem Gebiete von Fergh&na gebaut. 
Tibet liegt in der Mitte des Ostens. Von Ober-Birs^ftn nach 
der Stadt des Chäq&n der Taghozghoz 3 Monate. Der W^ fuhrt 
durch grosse wohlhabende Dörfer. Die Einwohner sind Türken. 
Einige sind Magier und verehren das Feuer, andere sind Zin- 
diqe (Atheisten); der Eonig hat seine Residenz in einer grossen 
Stadt, welche zwölf eiserne Thore hat und von Zindiqen bewohnt 
wird. Links (nordlich) davon ist das Land von Kajrmftk und vor 
demselben China in einer Ausdehnung von 300 Fars. Das Land 
der Taghozghoz -Türken ist das grosste unter allen Türkenländenn« 

Seine Grenzen bilden China, Tibet, Chizilg J-^l) Kaymäk, Ohoss 
jjJI und zjJlS und dLLfiJI , und Terkesch \jSjSiS und Azkesch 

yM^I und ^La^ und ^fLuuue«^ und ^cLl (einige von diesen 

Namen scheinen nicht Grenzländer, sondern Städte des Taghozghoc- 
landes zu bedeuten). Auf dieser Seite (des Taghozghozlandes) ist 



') Im Higäz wird ein Weg, welcher steil bergauf fuhrt, *Aqaba ge- 
heitsen, und in Taman Noqayl. Im Schriftdentschen ist mir kein spe- 
cieller Ausdruck für ein solches Stück Weges bekannt. In der Schweif 
sagt man Stutz, und ich gebrauche diesen Provinsialismus hier und in 
andern Fällen für *Aqaba. 



IL Mm'vmrä'kMkr* 27 

In der Stadt Qirit i&^l^lj (Faribf) kt ein Waffen- 

flate der Modinie nnd ein Waffonplats der duxli^iedien Torken. 
Ib nlaa «ind 16 Stidte im Lande der Türken. 

Qp(^ nemt dieeelbcn Stationen nnd EntfSemnngen , nnr sind 
ibn» nie aneh nach Moqaddaey (vergL das obige Itinerar), 

Ober-Bba^ln nach der Besidena des Königs (^^LJ^) der 

OB 6 Tage nnd nidit drei Monate. Qodama figt noch 

KnaelnheiteB bei: Der Weg von Üakend naeh dein 

IBkrl dnrdi Dorftr, welche ndbe bei Önrtekyn^aldihqin 

^jÜMdÜf ^^^XS\ji^ (der gaaie Name erscheint hier als der 
Lnodea) Bq^eA. Der Stots ist hoch nnd steil, nnd wenn 

fiDt, nnwi^gBam. Afls (jwLiol Hegt in Oebirgen nnd der 
Weg gekct bald anf, bald nieder. Die Stadt Alis liegt anf einem 
flMte, a w i a uLe n Tibet, FerghBna nnd Birs^. Bin Theil Ton 
0km Pintm ist gd)irgig, in einem andern Theile sind Weide- 

imd Qndlen, aber keine Dorfer. Die Beisenden müssen 

£c lidbeosmittel mit sidi tragen. 

Qod.: Von TarSa geht man nach awei blähenden volkreichen 

t wekhe in einem Orte liegen, welcher Kawaketh \£jS^\y^ 

Yen diesem Orte bis Kemjll JlA4^(Kaymik?) sind noch 
80 Ti^ ür einen guten Beiter. Man brandit nnr die Nahrongs- 
■■ttel ndtiandmien, denn der Weg fuhrt dorch eine grosse Ebene, 
ia weldier viel Fotter, meistens Klee, nnd viele Qnellen sind. 

um Chord. sagt in einer Stelle: Von Isby^ftb bis snm Anf- 

othaltsort des Kemysl JIa^ sind 80 F., man muss die Nah- 
rang Inr die Beise mit sich nehmen. In einer andern Stelle: Der 
König Yon Kymal (Glosse Kemyftl) wohnt in Zelten, sein Auf- 
oiAaltsort ist 81 Tage, dorch die Waste, von TarSs. 

Idrysy sagt, der nennte Abschnitt des vierten Klimas enthalt: 
ccÄea Theü d^ Landes des ChSq&n der Chazli^ (oder Chi- 
al^, vidleiGht Taghozghoz), welches BodSn genannt vrird, das 

Land TslBn ^^lj> das Land Unter-Birs^&n nnd das Land der 
diialigier und einen Theil des Landes von Kaym&k. Er fahrt fort: 

Weg von Achsyketh nach Qarantyya xjJojyS im Lande der 

Tag)hos^08: Von Achsyketh nach s^^Sy&S 1 Tag, dann nach 

igaitiit 1 Tg., dann nach \sAji^ 1 Tg., dann nach öJfyJ 1 Tg., 

dann nach ssa5^ 1 Tg., dann nach Ju»^! 1 Tg., dann nach 

jj.^. 3 Tage. Von dem Dorfe jJ^ nach der Haoptstadt des 

Chiqan der Chazli^ (oder Chizil^) 33 Meilen, dann nach bliJol 

6 Tage, dann nach ä^kjo Qarantya, der ersten Stadt von Kay- 

mskien, 10 Tage durch Steppen. (In dem xu Born gedruckten 

Epitomc sind die 6 Tagereisen nach üU Jol ausgelassen, und es 



//. Ma^warä-lnahr. 29 

I9I.: Von Samarqand nach Kaschsch 2 Tage, dann nach 
Kendek djoT 3 Tage, dann nach ^^jui.1 v^G 1 Tg., dann 

DMh RibAt Axyk dj^ (Idr. vfb^b) 1 Tg., dann nach Hsschim- 
lärd 1 Tg., dann nach Tirmidz 1 Tg., dann gehst da über den 
Qxaft nach Scbwarzbarg J^bLum 1 Tg., dann nach Balch 1 Tg. 
I^t-: Von BochärS nach FerS^Qn ^j|^l^ 1 Tg., dann nach 
MrihUrikrt- ^iJoLjt 1 Tg., dann nach Mftymargh 1 grosser Tag, 
dam nach Nasaf 1 Tg., dann nach ^^ (Idr. f^\y**) 1 Tg., 

dbnn nach ^j^j^) C^;)-^^) ^ Tg., dann nach Eendek vjja5^ 

1 Tg., dann die Stationen der obigen Route, folglich sind von 
Bochirt bis Balch 13 Tage. 

Moq.: Von Boch&rft nach |»JC^ 1 Tg., dann nach Ribfit 
TLtyq (dem alten Rib&t) 1 Tg., dann nach der Cisteme \^h£^ des 
Sifd 1 Tg., dann nach Bazda 5«>jj (Nasaf?) 1 Tg., dann nach 

Sibtl MorSn ^Uy^ 1 Tag, dann nach dem Boch&rierdorf 
sj'^^y ^ ^^ ^T^ I Tag, dann nach dem Chaw&rezmicrdorf 
^jA^yAji^l S^yS 1 Tg., dann nach ^^U^ 1 Tg., dann nach 

KAlif vjÜI^ 1 Tg., dann nach ,jjumLüÜ &JL^ 1 Tg., dann nach 
TInnidx 1 Tag. 

Entfernung der Städte der Buch&rai nach l9tachry. 

Von Nnme^keth sj^X ^ yJ^ der Hauptstadt der BuchSrai, nach 

Bajkend 1 Tg., von vsJCdt Ga^nketh (Nome^keth?) nach He- 

^ira (Che^äda) SpL^ 3 F., es liegt 1 Fars. rechts vom Wege 

von Boch&rS nach Baykend; MakiUi ^^y^ oder ^Imjo ist 5 F. 

von der Hauptstadt, 3 F. rechts von demselben Wege; Zebdiya 

(Zandana?) aujox 4 F. nördlich von der Hauptstadt; oJC^« (in 

der pers. Uebersetzung, und im GihSnnumä, wofür nur die pers. 

Uebersetznng benutzt worden zu sein scheint, ist dieser Ort nicht 

erwähnt) liegt 4 F. von der Hauptstadt und etwa y^ ^- ^°ks 

vom Wege nach Tawäwys. Zwischen 5 Ju*^^ (in der pers. Uebers. 

Karmjniya) und Geremyken ^Va» 1^ (v^M^iX^) ist eine Fars.; 

es liegt gegen das Qoghdthal hin von der Samarqandstrasse. 

Zwischen dieser Strasse und v^^^^tfüjuo, welches jenseits des 
Qc^dthales und höher hinauf als ^^XA».>^a» liegt, ist die Distanz 
eine Farsange; ^^xa».k^ liegt nämlich gerade Kermyniya gegen- 
aber, eine Farsange jenseits des Thaies. v«aXjLc(i> liegt nicht 
weit von sä^Xz^üjuc. 

Entfernungen im Qoghd nach I^itaehry: Von Samar- 



. ..a ^*<^ 



^W Sprenger, d\f. Poatr t**^ <serouten des Orients. 

qand nach Ab&rketh 3 FatB., Aivt\^ ^^^^j^ ^^^^ (c>"^;;) ^ *'■» 
dann nach v;:aaa4JU (^v^^xm^) "^ Fars., von Samarqand nach . 
v^jCl^juI (oJuLjflo) F., von oamarqand nacli Wadzftr s\&m 
2 (4?) F., dann nach siAS^4>vAr (viJC^J^ATväJC^s^AT) 2 F^ - 

von Samarqand nach (>yuuMl (vfJL^üuwl Ischtychen?) nordlich 

(südlich?) von Samarqand 9 F. (bei Idr. 2, S. 202 ist es 21 IL 
= 7 Fars. entfernt), von Ischtychen (?) nach K&schaniya (Kasdisch)» 
westlich von Ischtychen 5 Fars. (bei Idr. 27 M.), von lacht jdien 

nach yji^)) (Rozm&n oder ZormSn?) 2 Fars., von Kaschftaiya 

nach Arbin^an 2 Fars. 

Es scheint hier eine Verwechselung zwischen KaschSniys und 
Kaschsch eingetreten zu sein, die wir auch in andern Werken 
finden, z. B. bei Byrany. Ich glaube, dass das Atw&l richtig ist und ' 
verweise dalier auf die Karte. Nach dem Chordädbe ist ELaschsch ' 
und Arbin^&n ein und dieselbe Stadt, auch er nennt Kasch&njrya. . 

Entfernungen zwischen Kaschsch und Nasaf nach 
19t. : Von Kaschsch nach Nasaf '6 Tage, gegen Westen, von Kaschsch 

nach Tsch&ghRnifin 6 Tage ; von Kaschsch nach {j»*^y^ iX^yJ Nnqld 

and Qäwisch (??) 5 Tage auf der Nasafstrassc, von ElasdiBch nach 

Saneg ^y*** (^^) ^ '^^g^- Saneg ist näher bei (weiter von?) 

Nasaf als ^juiXamI Eskyfaglm; von Nasaf nach }sX&S (kaAj) 

Keschta 4 Fars. , es liegt auf der BochSrJlstrasse weiter unten als 
der oben erwähnte Wog. Zwischen Nasaf und Bazda 6 Fars. 

Moqaddasy: Von Bochär& nach Nasaf durch die Wüste, wo 
aber Kibäte sind, 30 Fars., von dort nach Tsch&gh&nifin , in allem 
10 Tage. 

Idr. : Von (jao %i o^ bis Kasclisch 1 kurzer Tag, und bis Sa- 
neg 1 Tg., von Soneg nach Nasaf 1 Tg. Wenn man von Kaschsch 
nach Nasaf reist, bleibt ^j»*jtyiy^yj links von der Strasse. Esky- 

faghn ist 3 Meilen von Saneg, und also naher bei Soneg als bei 
Nasaf, wovon es 12 Meilen entfernt ist. 

Distanzen in Oschrasene nach l9tachry: Von Chirftna 

XjLi%^ (xjI^j^.) nach Derek (Dyzck?) yi)\ö 5 Fars. (so im Pera, 

im Arab. «Tage», Idr. sagt 15 M.), von Chirfl&na nach Zftmyn 
9 Fars. (im Arab. Tage, Idr. 27 M.), dann nach Säbäf 3 Fars., 

von Z&myn auf der Chäris-(Ch&wis-) Strasse nach v^^k5l5^ (Kerd- 
keth?) 13 (2?) Fars., es liegt links von dem Wege nach Fer- 
gh&na. Zwischen der Hauptstadt von Oschrasene und S&b&t 3 Fars. 

gegen S.O. , von oJC^^ nach (dem Gebiete von) Fergh&na 2 Fars. 

Eh liegt südöstlich von Ferghäna; von oJCuLimsI Osbftnyketh (?) 

welches an der Grenze von FerghSna liegt, gegen Osten nach 






//• Ma-wara-lnahr, 31 

06chxfl9«ne 7 Fans., vämXm liegt 3 F. von der Hauptstadt gegen 

Chogeode; von v£a5^ (im Pers. steht x^jXa^ für yj^just ond 

^^Syf^ and im Tork. vaJC g Q, die pers. Li^eart «Waghketh» 
«ebciBt die rechte zu sein, und dieses entspricht dem Faghketh 

des Moq.) nach \^y^ 2 Fars., von ^y^ nach Chogende 6 Fars. 

Ibn Chordsdbe: Von Zftmyn nach S&bftt 2 F. (Idr. 9 M.)) 
dHB nach OschrQsene 9 (7?) Fars. Also von Samarqand nach 
OKfarltoene 26 Fars. 

Idiysy' heisst die Hauptstadt von OschrOsene ouJCjsx.^«-.^, 
wrdlieh davon, an der Strasse nach Chogende liegt Waghketh, 

€ M. von Waghketh ist ^>^9 wovon man 18 M. nach Chogende hat. 

Entfernungen in Tsch&gh&nifin. Moq.: Von TschSghS- 

iän nach ^e^SjjK (Garzingy?) oder nach B&send JüLmU oder 

neh vs^LuU oder nach Sekerdih 5«>«Xm« 1 Tg. Von Tsch&ghs- 
nach ^^j^y^ 2 Posten, von TschSghfini&n nach |*L^^ oder 
^Ar oder nach \;:jyAjj 3 Posten, von TschSgh&niän nach 

Hanhar «LaJÜD 2 Tage, von Tschftgh&niftn nach Gebel 30 Fars., 

von Tfldiaghani&n nach Samarqand 40 Fars. 

Entfernungen in den nordlichen Kreisen. Zwischen 
den Flossen Tyrek (Turk) und Ylfiq, ostlich von der Yl&qstrasse 

iMgen: v£a5«jia^ (s^AJ^ii^, sä^bS^JU^) 2 Farsangen von Binketh; 
2 Pars, davon vfJLe^ (ß^y^ 9 "^t^ ) ? 2 Fars. davon c^Joyu 
(cJ^ykj, v£a5^%j|), 2 Fars. davon o^ol* Folgende Städte 
sind nahe bei einander und nur eine Tagereise von einander : 

j(^ ( JbO^ dbfptU (Jl^tX^), &3^ ("y")^ 07^ ^^"^ 

Städte Tvi'ischen den genannten zwei Flüssen, westlich von der 

lläqstrafise: tjiAAaiH (I^juamI), JuuL ^^ (4Xa^l^), öcX!3^<i>>l, 

oXmO, vsJCmjoLao, vjyi^., und ^Iw^ (^Ul^), alle sind 
ungefähr eine Tagereise von einander. 

Städte zwischen Tünketh und Ben&kcth und zwischen dem 

Schasch- und Ylsqflusse: Ja:^^, ^^t s^^JC^, oJu (vf:Xu), 
«amV*^ Die Entfernung dieser Orte ist zwei Tage und weniger 
ak ein Tag. Zwischen diesen zwei Fliissen ostlich von Tunketli: 

Jij« (jp ^^jQ; kii>y4^ (äJj^^j). Die Entfernung dieser Orte 

bl ungefähr fünf Farsangen. oX ^ Ll3»> liegt auf dem Wege von 
^JimJm (jüXo^) nach Binketh 2 Farsangen vom SchSschflusso. 



34 Sprenger, die Poit 






iierouten des Oriente. 



Sinde 



\ ^ Tg. 

Hax&rftap . . . lOF.lHioartop • . . 1 Tg. !if^^/** 



. ] 



« . ■ j 



Blaadorf 15 V^'«-^.^ Kath 1 Tg. 

^^^ 10 F. I 



(Sargao^lÄ^ : 



Azdachschemyn 

,.>aU^)L^ 6 f. 
Anderibn&n 

^UjI^JüI. . 6 F. 
Barftwftn ^(^ Uy^ 2F. 
(jrur^aniya ... 6 F. 



Azdachschemyn 

J^4-ÄwÄC>jf 1 Tg. 



Barftwftn %l^t^ 1 Tg. 
Önr^niya . . 1 Tg. 



Kftth 



Die Station, welche ich Ajsdaohschemyn nenne, ist enti 
identisch mit Zamachschar, oder ganz nahe dabei. 

Abolfidft gibt nach andern Quellen die Distanz zwischen 
ghftn und Hazftrftsp zu 34 F., und die zwischen Hazftr&sp 
Kftth zu 6 F. Nach dem Gihftnnumft beträgt erstere 21 F., 
aber dem 19t. zufolge eine Tagereise zwischen Darghftn und < 
band ist, scheint ein Zwischenort von 3 Fars. im öihftnnamft 
gefallen zu sein. 

Die ganze Distanz von Marw bis 6ur<>ftniya betragt 
dem öihftnnumft 124 F. Selbst nach dieser Correction ergib 
Addition nur 115, es sind also noch zwei oder drei Stat 
zusammen von 9 F. ausgefallen. 

Iptachry sagt, von Bochftrft bis Kftth sind auf der genai 
Strasse 12 Tage. Da Bochftrft zwei starke Tage vi)n AmQye 
femt ist, kommt diese Anzahl heraus. Die neun Fürs, von < 
band nach SiudebQr lassen sich leicht in einem Tage zurückl 
Aber von Tfthiryya nach Darghftn, 20 Fars., braucht man 
Tage; die Station Büd ist also von I^t- ans Versehen 
gangen worden. 

Ausser der genannten Route kennt I^^achry noch ein« 
dere von Bochftrft nach Kftth. Am ersten Tag geht man 

&^%J (xAAAyj) durch eine bebaute Landschaft, dann hat 

nodi acht Tagereisen durch die Steppen, in welchen wohl 1/f 
platze, aber kein Dorf und kein Ribftt ist. Auf dieser 1 
überschreitet man, wie es scheint, den Oxus nicht; denn Bo 
und Kftth liegen beide östlich davon. Moqaddasy^s Route, 
schon er nicht nach Darghftn kommt, ist nicht dieselbe, dei 
setzt über den Oxus, um nach äigrband, welches westlich c 
liegt, zu kommen. Doch setzt er nicht, wie I^fachry, bei 
aber den Oxus, sondern einige Tagereisen weiter miten, un 
Weg abzukürzen. 

Ich setze die Flussenge des Moqadd. dem Dohftnschjrr 



///. Chawärezm, 



35 



■ 

Lowennaal des Gihftanumft gegenüber, weil . in letzterem ge- 
tagt wird, der FluäS dränge sich bei Löwenmaul dorch ein 
engai Bett mit fürchterlichem Getuao, zwischen zwei Berge hin- 
dvcfa. Da die Entfernung zwischen Gigrbund und der Flussenge 

■r 3 F. betragt, so müsaea die Namen Ribftt Hasan und ^L^oLjLj 
aas Verseben hierher gekommen sein. Vielleicht sollen sie zwi- 
•dien Boch2r& oud Gigrband stehen. Mäsch scheint an der rich- 
tjpni Stelle za stehen, es ist nach Mssch und nach Sinde eine 
Po#t statt 1 Tag zu lesen. 

Moqaddasy macht das RibSt MOsch zu einem neuen Aus- 
guigspunkt. Wer nämlich nach Norden gegen Gurgfiniya geht, 
braucht nicht über Hazftr&sp zu gehen, sondern er kann sich von 

MiMfa nach Amyr wuot 1 Tag begeben, dann nach Marftbs&r 
«Lv^KLo 2 Tage, daim nach Azdegyr ^A^i>%l 1 Tag. 

Von Käth aus gelangt man nach Azdegyr «ji^Jjl, wenn 
man nach Gharmftn ^1. Ay r geht, 1 Tg., dann nach ^L^U 
i Posten, dann nacli Aidegyr «jy>>J\i 1 Post., wenn man die 
Bleue fortsetzen will, hat man noch einen Tag nadi Baqbftgh 

iMeses BnkbSgh oder Bakghftgh ebenso wie Gharnifin oder 
GbardxDln ist eine Stadt in dem transoxauischen Gebiete. Wenn 
HDD im folgenden Itinerar des Moqaddasy derselbe Ort unter 
Xsvnftgh gemeint ist, so sind wir im Klaren über die vorher- 
griienden zwei Routen. 



I via ehr V : 
, Von Käth nacli 



Dare-Cliäs (Thor von 
Cha.s) 



2 Tage 



Moqadda>v : 

Fem Kftth nach 

(Us ^^Lä. 1 Tg. 

>'azkftt c^l^^ . . . . *2 PoHten 

(iann rechts nacli Wftlin- 

g&n ^LäJI^ 1 Tg. 

Nawnägh cLj«»3 (Bnk- 
b&gh?) 1 .. 

Merd&nqS&n ^L&jIo^« in 
der Steppe '2 .. 

DersAn yjL*#\%> .... 2 Posten - 

Cerdan \^y ^ '^^' Kerdan y^^^f - 

^Lib^ . 2 Post. 

DorfNaratekynyjw-^'^' 1 ^ Dorf Narfitekyn 
Aralsei- J^^aä!* 1 Tg. 

Er unterliegt keinem Zweifel, dass I^tachry's itinerar unvoll- 
^lindig ist. denn von Kath nach GorgRniya wnd 4 Tage oder 

3* 



1 T.-ig 



2 Tage 



36 Sprenger y die Fost' ^ Fronten des Orients. 

mehr als 20 Farsangen, und ^ ^^niya li^ noch ziemlich weit 
vom See. 

Idr.: Von K&th nach Chyvra n^ j jg^ ^^„^ „^^1^ H^^H. 

rftsp 1 Tag. 

Idr.: Von Kftth nach Azdechschemyn ^juam^JvI 1 Tag, 
dann nach r»)^)^ ^ Tg., dann nach Gorgäniya 1 Tg. 

Idr.: Von Chywa nach ^\«jLmo 16 Meilen, dann nach Me- 

d&methyn «Juujuo 9 M., dann nach Kerd&n ^(>«J über ^s\^Ö 

3 Tage, denn von ^ju\\aö nach Kerdün ist 1 Tg., und von 

Kerd&n nach Medämethyn 2 Tage. 

Iv(achry gibt noch folgende Auskunft. Medämethyn xjJ J ^ a jXa 

(luJüJuo) ist nicht weit vom Dorf Nor&tekyn , ersteres ist jedoch 
näher beim Oxus, nämlich nur 4 F. davon entfernt, MerdSnkln ' 

^\^\0uo (^Lä^I(^«^) ist 2 F. vom Oxus und Hegt Gur^ftniys . 

gegen iiber, welches 1 F. vom Oxus entfernt ist. 

Moq.: Von Ilaz&r&sp nach Zardach ^^*^)') 2 Posten, dann 

nach (jMLM^KjyS^ (Kerd&n -Chäsch?) 1 Post, dann nach Chywa 

s^A^ 2 Posten, dann nach Azdechschemyn ^^jv*m»^j 1 Tg., 

dann nach Schekach&n ^Ls.lxdiM 1 Tg., dann nach Üz&rmend 
4>Jucxt\^t 2 Posten. 

Es ist dieses nicht ein Itincrar, sondern eine Angabe der Entfer- 
nungen der vorzüglichsten Orte der cisoxischen Provina. Wahrschein- 
lich konnte man Üz&rmend von Ilaz&räsp aus auf kürzerem Wege 
erreichen. Ivi. gibt diese Entfernungen wie folgt: Von Kftth nach 
Chywa 1 Tg., von Chywa nach Haz&r&sp 1 Tg., von Küth nach 
Gorg&niya 1 (4?) Tage, von Haz&r&sp nach Kerd&n - ChSach 

J^Iä ^1i>^ (jj-Lä» yj^^S) 3 F., von Kerdfin-Chftsch nach 
Chywa 8^jl3 ( s^x^ »^ju>^ ) 5 F. , von Chywa nach ^«^L^w 
(^^oL*/, ^\j^^^ 5 F., und dann nach K&th 3 F. 

Moq.: Von Üzärmend nach f^^\%\ I Post, dann nach Bo- 
r&w&n ^^^\\yj 1 Tg., dann nach Gurg&niya 1 Tg., von Borft- 

w&n nach \S*j ^ ebenfalls 1 Tff. 

Gih&nnum&: Von Gurgang nach Samarqand 10 Tage, von 
Gurgan^ (K&th?) nach Nasfi 10 Tage, durch die Wüste, in wel- 
cher man nur an zwei oder drei Stationen Wasser findet. 

Abalf.: Zwischen Gross- und Klein -Gurgang 10 Meilen. 

IV. Choräsan. 

Wir haben Chor&s&n, sagt Moqaddasy, in neun Provinzen 
und acht Dependenzen eingetheilt. Die letztern suid Baschaug 



JV. Choräson. 37 

Bftdghjt, Ghar^^iachtftn, Marw-errad, Tochftristftn, BftmiySn, Kun^ 
■l-BaÄlq und iBferilyin. 

I. Bai eh. Hauptstadt gleichen Namens. Städte: ij^yuA^I 
(^Ij^l) Istawrqän, f,jl^ Selym, )0^ (j^^), <>ü^ Gäd, 
jju Medr, S)^>^ Bertlxa. 

Dependenz Tocharistän: Pyi^^ Wfilwalig, ^LiEJLJaJI 
^JbUaJI) Tiyiq&n, jJLf^ Chollam, eJL>>^ Gharnyq, ^l:Ä^ 
SiflHiigftii, JjXIXm«! Iskelkend, v^^^ (V)^) ^^^^9 '-^^'^' \j^^^ 
Ober-Bmgblfio, i^JuJ^ ^^LjUp Unter -BaghlSn, la»»»» a S^ m>^^ 
(ciuJCm.1) Eskjmest, ^^1; 0-^^^ Rftwend, jjJß4>l (y^)') Adhan, 
ylpjkjf (lOfjJüf) Andertbe, v-^-ää (v.aa-»*^) Chaschib, Serfty- 

'i^nD* Vj'"^ Schiy&n. 

Dependenz B&mlftn. Städte: JlJLjk^Ivamu} (x-JL5\«jumu9), 

Jü^Iju^ (Jüi^ICmm) Sekawend, v'r^ Lochrab, a^*-^^ Waly- 
leg, dme Stadt wird auch zum Rostaq Badachschan gerechnet, 
^<>gysi Fau^hyr, luLfuL^ (luU^L^) Garbaya (Anderson liest 

Ginyloa), yj^yy^ ^)^*^^ Perwän, yjOyXA.^^. 

i. Ghaznyn. Hauptstadt gleiches Namens. Städte: «jl^J^^ 

;jijJ%y^) Kerdischyr, 4X3^ Is^ Sekäwend, ^%>os«j (\3«J^), 

^y (^yo), »jbuÄU. (^^L^^i^), J^^ (Jo^) Fer- 

Dfl. ^974^ (^^r$^) SehrUl, 1^^ (wl*.^) Lagwä, v::^amI^^ 

;^l^). n^y^ Zawä, jL->^lS'Kawyl, JujK' Kabul, ^l » ♦ t 

'jl*JL>) Lameghän, .i>^ (vJ*^^') ^Qd«?""? T^^^ (7^^^) Lahn- 
ker (Labüker?). 

Dependenz Walischtan ^LJuaJL (oder Bausch). Sie ent- 
halt sechs Orte mit Hauptmoscheen und 1 100 Dorfer. Erstere 

änd: .^ * u» M (^jumj) Afsyn, &5\JLwwl (iL-:^ tX -.^-j^^w Q Isfydge, 

dLjL><i».<e Masnyk, JLm (vJLwm) Sak, 5%jlCw Sekyra, S^ju*^ Sywa. — 

Statt Isf»'dge kommt bei anderen Geographen auch Isfyd^ay^ 
weisser Ort, und Isfenge vor, es fragt sich aber, ob diese Stadt 
uiid die im Distrikt Bost genannte eine und dieselbe sei. 

3. Bost. Hauptstadt gleiches Namens. Städte: ^IxJLj^ 
JjiiL^) Tschfilqän, ^L) (\L), KXjS Qernia, ^^1)^ Bozad, 
;5«0 (^Ij^y), ^^yfi (J^yi)^), ;^'»J;J»* Nussdorf, 



3R Sprenger, die roai" Reiserouten den Orients. 

C>yJ>^y) C^--=^)) '/^^^c^^*^ ^^^T'^sX^ Oy^, t;^), Bekrwld, 

Ärdmän, ^.U^Uu- IsfingÄy Oder kfydgfiy, ^UüUo Talqftn, 

und 100,000 Dorfor und Weiler. Einige von diesen Städten wan- 
den zu Sigistän gerechnet, dies ist ein Fehler; aber nur wenige 
niaclien die Unterscheidungen, welche wir machen. Aba Zayd 
Balchy rechnet Ghaznyn und Bost zu Sigistän. Einige machen 
aus diesen zwei eine Provinz, welche sie Kabulist&n nennen. 

4. Sigistän. Iluuptstadt Zarang. Städte: w^^^ Kabor, 
^yü) Ziyak, &^ Fera, «XJ-je^j (JlJLJD*^^) Derhend, i^^^ 
Qarjnayn, ^^ (^f^) Kuwyn, y^ C^'^yi »>•>») W Baqr* 
w&dz, 8«y Kere, j^>J^ Sang, |»ljiiaj| v^L Bäb alte&m, ^5^l^yf 

Karwfidkor, äj Bih, ^UaJI Täq. 

5. Her&t. Hauptstadt gleiches Namens. Städte: ^yy^ 

Karach, to^l (»^^0^ *^^' Uqa (Üge), ,jJLx> (^JU) MiliBi 
v;:;IjujLmJI, ^jLaaa. (^l.AMi^, ^^L^ukAfc^k.), ^U^uumI (^^L^yu«»!), 
fc>LKLo MfiräbUd. 

Dependenz Buschang. Vier Städte: öy-jy.-^ ((>«Jo«^3 

Charkerd, ^yy^ Farkerd, y^Y C^^^^t^) Koswy, 5*5^ Kere 
Es wird auch i>^jso genannt, violleicht identisch mit Farkerd. 

Dependenz Budghys. Acht Städte: ^LjLjmJDJ Dihistlii, 
oLbU^ (jULä^, *^LjbU^) Kughfinäbad, ^cyL^Li^ 
(v:;.uuiü^, U^) Kafaschät , ol^bU. (Ip^La.) Gadfiwad, ^j^yK 

(ij;;IO^ (J^r"^ (u^'^) Käliyan, äaIäJI Jaö. Silberberg. 

Dependenz Gan^ alrostäq. Drei Städte: ^jul» (yxji) Tyne(?), 
Kyf, .«jo (bei Idr. ^ ^ uJi. 1 , Beide niehicn Bagh, welches auch 
Baglischar genannt wird. Yergl. I^t. S. 112). 

Dependenz Isfiz&r. Vier Städte: ^L«il^(^jLu/l*5^) Ka- 

wfischän, vi>')'r^ (»j';^' u')^) K:arän, 4>wÄ^^ Koscfaedl, 
%XiM^4>\l ( %X*<Ui>t) Adersokkar. Diese vier Städte, sagt I^ 
sind weniger als eine Tagereise von einander entfernt. 

Dependenz Ghar^ist&n, eigentlich Ghar^-eschscb&r, d. Il 
Königsgebirg. Hauptstadt ^jj^m*jS Baschyn. Städte: \ ~^^ ^^^ -* 
6arra3rn, ^jK-^Aj BalykSn (Bylkän), ^^aa^I. 

I9t.! Gang alrostäq ist 3 Tage von Herfit. 






IV. Charäsän. 39 

6. ^j\jL^%y^ Gafeg&n&n oder Yahadiya: früher wurde 
OTinz so Balch gerechnet Hauptstadt Yahadiya. Städte: 

jlJI (jl—^t) Anb&r, nach Anderson identisch mit Almar und 
■it Hamber in Wyld'a Karte, *>))y^ C^jW) ^'^*^^'» v';'^ 

7. Schfthjan (Konigsseele) oder Marw-Sch&h^&n. Haupt- 
itadt gleichen Namens von Alexander wieder erbaut, t^yy^ 
Chortm, (»y-^ Hiram, s^» Ferra, ^^LmU (^Lua/L) BSsyan, 

(eL^), dLuÄ (^ityÄ), i^*>Q^^ ^LajJüJ Dendaniqan. 

Dependenz Marw-errad. Städte: ««.ÄJ^t y^ioS Schloas Ah- 
flaf, ^LftJLfe Taliqan, (j«<b^^ «Ajjüe die Stadt Sarachs, ^Is 
(^UJ) Qpiyin, ^- Tawwaz, vämÄ^ (v-^^) Chast, 1^ 
(^«5\*^), (j*<kAJb Tabas, lüiJI Raqqa, ^^liJ Benawed, i>^ljLi« 
SoAwed, JLämJI (jMyJo Unter -Tabas, iuaji^ ( a uJU^). 

8. Abrschehr oder Nayschipar. Hauptstadt Abrschehr 
(NarscbapOr). Ks umfasst vier Chftne (oder Sch&me) (^L^^LdM, 

im Fem. Talab, Wasserbehälter, genannt, ^7^-) Ry^^^d, J\Lo 
Mini, sSA^ (s:iAM^) Beseht, J^;>il (^J^^JüuSjS). Zwölf Roetftqe: 
CM»jBost(?), iJ-j^Bayhaq, ^U^GoyÄn, c^Lä Ga^eram, 
>jluLi«t Isferfiyin« S^JumI (eine Lücke), r*'^-^ G&m, ^«.^L^ 
BXcherz^ ol«..S» Chawäf, S*!; ZUwa, ein Dar st «3, nämlich 
j;»\ Zozen. ein Schloss, nämlich ^L^^^ Bazgan, und drei 
Cbezayin ^^^I^-ä (^I>ä), nämlich (j^-^-i^ T^s, L«J NasA, 
J^»jjl Abywerd, die Rost&qc enthalten allein 6000 Dorfer. 

In der allgemeinen Uebcrsicht sagt Moqaddasy: Zu Abrschahr 
gehören ^L^\^ Bazgan, Zozan, ouuJo Tarthyth, \t^^L^ 
Sabswftr, Jy>>^%.M«bS ChosrQgerd, sM Azftdwar, Rywand, Mftzil 
J*Lo, ^Le Malin, Öft^eram, ^^ . Die ChazRyin (Schatzkammern) 
and: ,j-^(sic) Tos. Seine Hauptstadt heisst ^^^^ Taberän, 
(Städte:) ^LsyÜI Nawqan, ^l^v> Jl, JoUa. (3I^Lä.) Gonftbad, 
jL5%%JU,l (^^^Xy^l) Ischtawrqan, *Aft^*j. Nasa, Städte: ^LiUä-*.', 



IV. Choräsän, 41 

13 Tmge. Von Balch nach dem Ozus, aaf dem Wege von ChotaJ, 
% Ta^. Es ist dort ein Ort gleichen Namens. 

Teberfahrteu über den Oxus, nach Moqaddasy: Die erste 

Ton Gebel aus ist ^^Lu^,ttann Myla, dann Üreg ^;^t im Ge- 

bieie von Qawidzian, dann Kady ^J^XII, dann Tirmidz, dann 

hei andere weiter unten, dann K&lif, dann Ch&rezmiän, dann 

BochSrian. dann ^^SD^^UI^aj, dann vXdL, dann Kerkera, der 

Flu» i»t zwischen den zwei letztgenannten, dann das Ribäf, dann 

^M^-^ ^ daiiD «.4M, dann Nuwayda S Ju*j , hier setzen die Leute 

Ton Samarkand über, dann lu^^yS^ dann Barmädawv ^«oLoo, 

dies ist ein den Arabern angehüriges Dorf, dann eine andere, 
dann die Strasse von Chor&s&n, dann Ferebr und Amol, dann 

Sek&wa, dann MShygyr&n ^l^jyCüdLo, dann der Ueberfahrt von 

Chawftrezni gegenüber Dexghän, dann Gigrband, dann eine an- 
dere, dann HezfirSsp, dann Käth, dann die übrigen Uebergänge 
Ins nun See, darunter die von Gorgftniya. 

Strassen nach und in Tochäristän. 

Qod. and Ihn Chord. : Von Marw Sch&higän nach dem Dorfs 
Mir jl-^* auf dem Wege durch die Wüste, 6 F. (Ihn Chord. nennt 
dis Dorf ^L^ und gibt die Distanz zu 7 F. an, wahrscheinlich 
geht er nicht durch die Wüste); dann nach Mahdiyäb&d 6 Fars. 
,'Di»lanz fehlt in Qod.), dann nach Bahräbäd jLjI^n-s^ (Qod. 

Yahyaäbäd) 7 Fars., dieses ist eine Station in der Mitte des 
Tliales mit Karawansoraieu und einer Sikka (Poststation), dann 

nach Qarynayn (Qod, |j*.ja!I) 5 F., dieses Dorf ist am Rande 

dt» Flusses auf einem hohen Hügel gelegen und von einer Steppe 
amgebcn. Die Einwohner sind Magier, welche ihren Unterhalt 
mit dem Vermiethen von Eseln verdienen. Sie reisen weit und 

breit damit und werden ^•5\.-3 genannt. Dann nach Asad&bftd, 
;im Flusse, 7 F. (Dii»tanz fehlt bei Qod.), dann nach ^K^äI, am 
FlrjS{?e, 6 F. (Qod. loM^-^ ^ ^•)'! dann naeli Qayr al-Ahnaf 

4 F. Es ist dieses ein Dorf am Flusse, welches von Ahnaf b. 
Qavji seinen Namen hat; dann nach Marw-errnd 5 F. (bei Qod. 

heis>t diese Stadt Ober -Marw ^^-Lt^l^yo). Er fährt dann fort, 

du cehsit bei dieser Stadt vori'iher. bis du zu einem Ort kommst, 
«f Icher Qavr 'Amr heisst und im Gebirge am Eingange in das 
Thal liegt . etwa eine Fars. von der Stadt. Von der Stadt Marw- 
trrüd bis |j;J^*-J (Ibn Chord. dL«^) sind ü F., dann nach Asrab 



42 Sprenger, die Port- un^ ^erouten des Orients. 

6 (Qod. 7) F. Es ist dies eio ^^Vt,er Ort, der Markt liegt auf ' 
dem Berge an der Laiidstrasse na^^Vv dem Thale, dann Gan^abftd 
6 F. (Qod. jULä., ein Dorf itn Kreise von Taliqän, Distam 
fehlt), dann nach l'aliqEn 6 F., dann «ach v-iL^2N/(Qod. ^jl^JV^^, 
ein grosses Dorf zwischen zwei Bergen, 5 F., dann nach i^^-a&I 
4 F. (Qod. ^j^^O^ ^^" blühendes Dorf am Marwflusse, 1 F^ 

darauf kommt man zu einem Stutz, dessen Boden Erde ist, and 
er ist dedshalb nicht steil, dann konunt man in das Gebirge. Ein 
Theil des Weges führt durch Felsen und an dem Stutz ist ein 
Quell im Felsen. Der ganze Weg ist nicht rauh und botragt 



4 F.). Von i^A^)' nach dem Schloss Hat Id^^^a^ %. <t i» (Qod. 
ioy^^J Var. JOy^ T'*^)) ^^^ blühendes Dorf in der Ebene, 



und der erste Ort im Kreise Färay&b, dann nach der Stadt FJI- 
ray&b 2 F. (Ihn Chord. 5 F.) , dann nach dem Qa' gUül (Flach- 
land) im Gebiete von Gawzogän ^li\«XJI 9 F. (Qod. von Fä- 

rayab nach Qä' in der Steppe; der grossere Theil des Wegea 
geht auf und nieder, aber die Station liegt in der Ebene, hat 
Karawanseraien und Brunnen, und gt^iürt zum Kreise von Gaw- 
zogän ^L>>\^isLI 9 F.), dann nach Osturqän, ^'elches ebenfalls zu 
Gawzo^an gehört, 9 F., dann nach Sadra 5\JlmJI, welches zu 

Balch gehört. 6 F., Sadra war eine Station in der Steppe miXj^ 
wo nur eine Poststation und Karawanseraien waren. Im Jahre 203 
war ein grosses Erdbeben in Ch()ra.sän, in der Gegend von Marw 
und in Tochäristün, und es sprudelte bei Sadra eine mächtige 
Quelle hervor. Das Wasser floss über die Steppe, welche sich 
von hier ohne Unterbrechung bis Marw und Amol ausdehnt and 
grosstentheils von Sand und Steinen bedeckt ist. Durch den Quell 
wurde das Land befruchtet, und Sadra ist jetzt ein Dorf mit 

Bäumen und vielen Feldern. Dann nach J^XjmJI 5 F. (Qod. 
von Sadra nach s^^^JuJK ein volkreiches Dorf mit viel Wasser, 
5 F.), dann nach al-GhOr ^^-jUf (Tiefland. Qod. i>^.^(, ein 
grosses Dorf) 4 F., dann nach der Stadt Balch 4 (Qod. 3) F. 
(Ihn Chord. also im Ganzen 126 F.), dann nach ^^L** (Qod. 
(i>^i^Lm) 4 F.« dann nach dem Fluss von Balch, d. h. dem Gay- 
hon, durch eine Steppe, 7 F. (Ihn Chord.: Marw heisst eigentlich 

Nyl J^ und liegt an beiden Ufern des Flusses). 

Moq.: Von Yahndiya (Maymena) nach Qa^r alamyn 1 Tg., 

dann nach Marab 1 Tg., dann nach r^v^ 1 Tg., dann nach Tft* 
liqan 1 Tg. — Von Marab nach ^üCJu««l, nach ^-y^^y yj^^^y^ ^ 
nach Andergan ^^^jjül, nach Ribat ^«jujil« nach vs^Üx ^«aj. 



#• 



IV, Choräsän. 43 

AAcb Eirdkoh ^yy^ «^«de Station ein Tag. Von Anbar nadi 

cmen RibAt 1 Tg., dann nach Balch 1 Tg. 

Moqaddasy: Von Marw nach Fftr 1 Tg., dann nach Mah- 
dSftbid 1 Tg., dann nach Bafar&bäd 1 Tg., dann nach Qar}'nayn 

1 Tg.^ dann nach Asad&bad 1 Tg., dann nach ^1^^ 1 Tg., 
iHui nach Qayr Ahnaf 2 Posten, dann nach ^ JCwt 1 Tg., dann 
ladi AsF&b 1 Tg., dann nach Gan^^&bftd 1 Tg., dann nach Tft- 
fi^bi 1 Tg., dann nach ^L^^J 1 Tg.^ dann nach Yehndiya 
(Gehad&n , d. h. Maymcna) 1 Tg., dann nach Qil^ cVJ 1 Tg., 
dann nach Osturq&n ^U^^wmJI 1 Tg., dann nach iüjJjJI 1 Tg., 
dann nach S^^JJI 1 Tg., dann nach Balch y, Tg. 

Ihn Chord.: Von Balch nach Walfiry \Sy^^ ^ ^*) dann 
■ach der Hauptstadt von ChoUam 5 F., dann nach der Stadt ^L^ 
6 F., dann nach vj^l^i 5 F., dann nach Qäridh-Am ^Lc u^)^ 
(oder Qaridh-Amir) 7 F. In der Nähe von diesem Orte sind 
die Besitzungen des Bostäm b. Sara b. Mosl&wer. 

Qod.: Von Balch nach Waläry 5 F., dann nach ^^(•^uw 
3 F.. dann nach der Hauptstadt von ChoUam 3 F., dann nach 
\^ in der Steppe ohne Wasser, ausser einem Brunnen, zu dem 

man aaf Stufen hinabsteigt, 7 F., dann nach J*ib IjlS^I) eine 
Station in der Wüste, 5 F., dann nach «joLa \jbXi^ welches 8 F. 
?or dem Hervortrat cn dos Oxus Hegt, 7 F. 

I^t. : Von Tirmidz nach Tscharmyqän jmIxajOj.ä. (^ÜLcwä.) 

1 Tg., dann nach Garzingy ^cT^)5<^ tS^)^'*^^ ^ '^^*' dann nach 
Tdchaghäniän 2 Tage, dann nach Schnniän 2 Tajjt*, dann nach 
^Lj^— äI (^L-JtX_Xjl, jjL^I, Idr. ^jL-.5tX-äl) 1 Tg., dann nach 
Wfcchgird ^JSiJL\^ 1 Tg. (Idr. sagt, eine Tagereise weiter hinauf 
ist die Quelle des Wachschäb), von Waschgird nach Ylän ij^^l 
.,^^() 1 Tg., dann nach Derbend 4XJü^i> (Idr. vibjO) 1 Tg., 
dann nach Gawkün ijOjj'^ (^0*^*^) ^ Tg., dann nach dem 
Schloss lütJLftJf, welches zu Hascht s::A^t> gehurt, 2 Tage (Idr. 

l Tag). Ibn Hawkal hat diesen Weg gemacht und das Itinerar 
richtig gefunden. 

Ibn Chord.: Von Tirmidz nach TscharmyqSn ^L^AJwfi 6 F., 

dann nach Garzingy -2i^%Ls>. 6 F., dann nach ^^^— r^^-j 7 F., 

dann nach Tschagh&niftn 5 F., dann nach liX^vJ (liXf^) 3 F., 



l\\ Choräsan. 45 

Ffaiafie Giriyftb. Von dLüo Monk nach der Steinbrocke 6 Tage, 
and (ron Monk) nach <^Lm^^ Wachsch&b 2 Tage, dann, wenn 
nao auf der Wachscfa&bstrasse bleibt, nach JUS^I (sjuju^), 

vefcbes auch am Wasäer liegt, 2 Tage, nach t^\ykst {^^J^sjt) 
BoiAwod 1 Tg. (nach dem pers. Text 2 Tage). Holäwerd und 
JLtS^^I liegen am Flusse Wacbschab. Von der Ueberfahrt über 
Im Flim v^;^^' Cv^^') Arhan nach liol&werd sind 2 Tage, und 
?0D der Ueberfahrt bis nach «iLJjD Halbak 2 Tage, und von 
HaÜMk nach Monk 2 Tage. ^^\ D Karbin^ liegt eine Fars. ober- 

\tSb dieser UeberDahrt am v«jU«j>> Garijäb. v»»LcLo (wLJLw) ist 

4 F. Ton der SteinbrScke an der Monkstrasse. Von der Ueberfahrt 
Mdi BadachschSn bis Rostfiq Monk (dÜL^' sind 2 Tage, und 
TOB RosUlq Monk nach ^1^1^^ Jul (^IpLa^Jul) ein Tag. Eine 

i Tagreise nach diesem Orte kommt man zu dem Flusse Ffirighy 
[ ^^ Cs^J^' ^^^^ seXzi man über den Flnss ^^y^y^ (c^ 7^ ^ 
yj^y>)^ 1UI1 nach Halbak (Monk?) zu gelangen. 

Von Tschaghäniän nach Bäschend cXJumL 2 Tage. Von 
TBchagfaAni&n nach ^y^\ i{jy^) ? }T^)) ^ Tage. Von Tscha- 
glA&ian nach ^Uy^ (v';>^) Gor&b 1 Tg. Von Tschagli&niftn 
lach vsAiÄJJo^ Rygdescht 6 Tage, der Weg fuhrt über \^\\yj<t 
da gehst 2 Fars. weiter, dann gellt mau 3 Fars. bei Rygdescht 
Toruher in der Richtung von wü\Lj. 
[ Von Tirmidz nach Qobadiyän ^jL)t>l^l (^L^Lö) 2 Tage, 

f dann nach TschaghilniSn 3 Tage. Und von Wäschigerd nach 
der Steinbrücke 1 ^Tag. 

Strassen in Sigist&n und Her&t. 

Abn Zayd und Moq.: Von Zarang nach ^y^ ^^,yr) 

5 Fars.. dann nach Baschter ^jumJ (wum^, ^jjuaO, «Jum4> 4 F. 

L Man geht hier auf einer Brücke über einen FIuss, vs-elchcr das 
Wasser, -welches der Hindmend nicht halten kann, abfulirt. Von 

Baschter nach Gowyn ^.y^ ^7^7^' 7^7^^ ^ ^ß' ^^"" "^'^ 
BcAcht >:>.^mO 1 Tg., dann nach Ky^er >äS^ ( ,j.s\5^, ysSS) 
l Tg. , dann nach Sereschk v£JL^%.m^ I Tg. , dann nach der Brücke 
foer den Ferralluss 1 Tg., dann nach Ferra 1 Tg., dann nach 
Tscherra 5p*> 1 Tg., dann nach Kastän ^Uua/^m-5 C,^'-»-»-**'^-^^ 



46 STprenger, die Po«' ^ftöeroute„ des Orients, 

.U^, X^y^) 1 Tg., 4^«^ ^t das Ende de« Gebietes w\ 
Si^stftn. Dann nach yj^^ \\j^^^ ^Lx^mä , v:;'^'^) ^^ 
Dieser Ort gehört zu Isfizär. Dann nach Qcnät-Seray \£j^ sLX 
1 Tg., dann nach Sch^arzbcrg ^^^1 Jusll 1 Tg., dann nad 
dradmfin ^LeL^ ^ ^LojL^ , ^Lo^Xa:^) 1 Tg^ dann nach Herftt 1 T( 

Vergleichen wir dieses Itinerar nüt ByrOny^s Karte, so stefl 
es sich heraus, dass die 7 Stationen zwischen Ferra und Herflt bi 
ihm etwas mehr als 3 Grade ausmachen. Es kommen also, selbi 
wenn der Weg ganz gerade ist, fast 9 Far^i. auf den Tag. Hipi 
gegen machen bei ihm die 7 Stationen zwischen Zarang und Fem 
nicht viel über einen Grad, also etwa 3 Fars. atif den Tag. 0a 
Fehler konmit dabcr, dass er das Ghaur (Tiefland), etwa eioei 
Grad breit, zwischen ilerät und Ferra eingeschoben liat. Glücklieber 
weise finden wir diese Strasse selbst in den altern Karten, c B 
Weiland 1841 angegeben, und das Itinerar ist sehr gut von Mi^ 
Anderson erläutert worden. 

Von Zarang nach Best. Abu Zayd: Von Zarang nmd 
Zanbaq ^'^^tv (so iMoq.) 1 Tg., dann nach Sornr j^^^m (irmT^ 
nach Anderson Tschagnasor) , einer blühende Staatsdomäne, 1 Tg; 
dann nach (^n««..^ i^^;««.i.>) CborQry, ebenfalls eine blühen^ 
Staatsdomäne, 1 Tg., diese zwei Orte worden durch den FIqk 

Myschak viLiMu> (>iXjyuXj) getrennt. Es fuhrt eine aus Backsteiii^ 
erbaute Bogenbrück c darüber, dann nach dem Kibat von Ddül 
1 Tg. Man logirt in einem Kibät, welches an der Grenze vq^ 

Dehak liegt; dann nach Abschur ^mJI (^^^0 1 Tg., dann nach 

Kibat ^J^*>;^ ( ^.^yy^'i yj^-^^' T^V^ ^ ^ ^^'' ^"" nachB»- 
bat Haft-tschah (Siebenbrunnen) ^UlL& (^U.m^) 1 Tg., diMg 

nach Kibät 'Abd Allah 1 Tag, dann nach Bost 1 Tag. Yoe 
Uibrit Dehak bis eine Fars. innerhalb Bo.st läuft der Weg dorol 
die Wüste. 

Abu Zayd: Von Zarang nach (-iere 'A Tage. Zwischen Gen 
und Qarynayn (2 Tage) und zwischen Qarynavn und Ferra ebea 
falls 2 "Tage. 

Die in Klammern eingeschlossene Distanz fehlt im 
Auch der pers. Uebersetzer und Moq. haben sie nicht vor] 
Letzterer sagt: von Zarang nach Gere 3 Tage, dann nach Fen^ 
oder Qarynayn je zwei Tage. Dieses ist unrichtig, denn in ditfi 
Sern Fall könnte man Ferra von Zarang in fünf Tagen erreiehcM 
während es nach obigem Itinerar doch sieben sind. Vielleicht i« 
auch sonst noch etwas von Abn Zayd ausgelassen ausser «2 Tageii 
denn da der Weg über Qarynayn nach Ferra ein Umweg nC 
dürt^e er länger sein als 7 Tage. 



/ V. Choräsäfi. 47 

Abo Zayd fahrt fort: Von Ferra nach &3 (&j< 1 Tag. Es 

Kegt Ferra gegenüber nach der Wüste zu. Zwischen Kasch jmS' 
wod Zarmn^ sind 30 Fars. Es liegt gegen die Grenze von Ker- 
ain za. (Abnlfidä identifizirt Kasch und Darghusch, was unrichtig 
11} Tftq liegt auf dem Wege nach Kasch, 5 Fars. von Zaran^, 

Chawfisch liegt etwa 1 (19t. 2) Fars. von der BoststratiSe 
Bd 1 Tg. von Qarynayn. 

Von Bost nach Serw&n sind 2 Tage auf der Stnisse nach 
Iff Stadt der Dftwer. Dann gehst du, eine Tagereise von SerwRn, 
btr den Hindmend und du kommst nach Tel (dieses ist die Ilaupt- 
ttdt des Dfiwerlandes) , dann hast du noch eine Tagereise nach 

Do^bnsch yMX.\k> (\^\«>). Die zwei letztgenannten Städte sind 

■f deraelben Seite des Flusses. Von Tel nach Baghsch giwJü 
L^aaAj) 1 Tg., es liegt in der Qibla (westlich) von Tel. 

Moqaddasy, welcher Sigistftn nicht besucht zu haben scheint, 
kt dieses Itinerar abgekürzt: Von Bost nach Da wer \Kö 4 Tage, 
dun nach jy^^ 1 Tg. Er setzt also Ghawr statt Baghsch, in 

vdchem Anderson Garm&bak erkennt. Man muss sich hüten, die 
Worte des Abu Zayd zu missdeuten. Er meint nicht Bagh oder 
lUghscbOr, weiches nordlich von HerSlt gegen Marw zu liegt. 

Abo Zayd fahrt fort: dijuLkAJ (vUJLmo, Anderson liest Besch- 

Sag) liegt südlich von Baghsch. BcngwJly liegt ausserhalb Ghazna 

one Faw. von Dehak >iiu^n welches westlich von Beiigwäy liegt. 
Ton Bengwfiy nach Isfingüy 3 Tage. Qa^r ist eine Fars. von 

läfingSy. Von Isfingäy nach ^vJ^ju** (^^-a.*^) sind 2 Tage. 

.\ba Zayd: Von Zarang nach Kermän und Färis. Die erste 
Slaüün von Zarang heisst ^\\^\y^ (u^^ ^^^ zweite ist ein 

Bib&r, welches Därek vJJ^ hoisst, dann nach ^vJ 1 Tg., dann 
OKh Gaanisek dL^uu*!^ (so in der pers. Gebers.) 1 Tg., dieses 
»od beides Ribäte, dann nach Ribat Nilsy ^^^ (,5-^'^^ j^l^') 
ITg., dann nach Ribät al-Qädhiy ^LäJI (y^LöJl) 1 Tg., dann 
;Hdi RibÄt Kerärachänc &3Lä.^I^ ( ^LaJl^, ^Ul^^) 1 Tg., 

4oa Syneg, welches eine Stadt von Kennan und die Grenze von 

%i8t&n ist, 1 Tg. Wenn du bei Gaunysek vorüber bist, so ist 

iwiscben dieser Station und Konder ein RibJlt, welches von 'Amr 

erbaut worden ist und Qantara Brücke heisst, ()l>sch(>n daselbst 

keioe Brücke ist. 

Weg von Bost nach Gliazna nach l^t., Moq. und Idr. — 
Fon Bost nach Fyrozqand ü<Jui\^yjJ ( Fyrözmend «>uuo\^*-o ), 
üuin Ribßt Maghnn ^^^ (lO)"'^^ vJT^)^ dann nach Ribllt 



48 Sprenger, die Po«t- ^Reiserouten de» Orients. 

Kebyr, dann nacli Roc\\c\\afe ^ ^ i. fiangaw&y), dann (>LjIJ3 
{0\J\jS^, ^U^aJLö, v^UjNjCc), dann oLy^ (lüUl^, 
al M>^ ^), dann Bib&t Ser^sp ^Anderson) v^Iwmi, dann Ribftt 
b^' (jJ^^'' vi^')' ^*^"" GankalabÄd 4>LjI JJCä (jLI JJCc^), 
dann Dorf Gbarm |*>-^ ^T.^"^ ^ j .>^ p) 9 dann Dorf \,^ mA rfc. 
(oiuaoL^), dann &-^«-^ (2L^«.j^), dann ^UuL» (^LmoL^), 
dies ist der erste Ort in Ghazna, dann nach ^^^^1«.!^^, dann 
Ribat Tausenddorf s<3\lu&, dann Gbazna. Jede dieser Statio- 
nen ist eine Tagereise von der folgenden. 

Weg von Sigist&n nach ßAlisch durch die Wüste 
nach l9(achry: Du gehst auf obigem Wege nach Rochchag und 

dann nach Stein -Rib&( KJ^jSpJA LL^ 1 Tg., dann Ribat Öanky 

^^XjLa. ( JClS") 1 Tg. (dann nach Dorf ^L*^ 1 Tg., diese 

Station fehlt bei Abci Zayd), dann ein RibSt 1 Tg., dann Riba| 
Isfiugfiy (Isfydgäy?) 1 Tag. 

Idrysy gibt die Distanz zu 4 Tagen, und Iviachry weiter 
unten gar nur zu drei Tagen au. Idrysy gibt noch folgende Ein- 
zelheiten, welche dem Abu Zayd entnommen sind: Von Isfin^fty 

nach der Stadt ^j^yxj^ (<^r^) ^^^^ '^^^^ ^^ ^i^^ <^^ Rande 

der indischen Wilste und die Umgebung erzeugt viel vortreffliche 
Asa foetida. 

Entfernungen von Ilerät und Umgebung nach Aba 
Zayd : Von Ilerät nach Isüzar 3 Tage. Zwischen Her&t und 
Malin -Herfit V^ Tg. Zwischen Herät und Karnch 3 Tage. 

Moq.: Von Herät nach Isiizär 3 Tage, und nach Mfilin 

oder KarOch .^^y oder ^Lu*Lo je 1 Tag. 

Abo Zayd: Von Herät nach Baschang 1 Tg. In einer an- 
dern Stelle sagt er auch 1 Tg., aber I^fachry 4 Tage. YaqOt 
sagt 10 Fars., Abnlfida sagt 7 Fars. Im Atwäl ist die Entfer- 
nung etwa 10 Fars., in ByrQny mehr als 3 Tage; aber es wird 
hinzugefügt: »Baschang ist nahe bei Herät». 

Zwischen Baschang und Kere 8^(s^), welches 2 Fars. 

links vom Wege nach Nayschfipar liegt, 4 Fars. Von Baschang 
nach Farkerde ungefähr 2 Tage, dann nach Charkerde, Esel»- 
burg, 2 Tage, dann nach Zozan 1 Tag. 

Moq. und 19t.: Von Herät nach Babna (i. e. Bun) ftJuuF 

2 Tage (Idr. 1 Tg.), dann nach Kyf ^ftxi (oil^) 1 Tg., dann 
nach Baghschar 1 Tag. 

Moq. und Aba Zayd: Von Herät nach Bäschän ^ mA , i 

(^ULc) 1 Tg. (Va Tg.), dann nach ^Lu-ä (;I^»^ä) 1 leichten 



/ r. Choräsän. 49 

Tag. dauu nach ^Ij^a***! (^L^jujww, ^\^yj) 1 leichter Tag, 
danfl nach M&rfibSd «>LjKL^ 1 leichter Tag, Junn L'qa Jc-s.t 
(a»;0 1 Tag, dann Chast c:a.m^ 2 Tage (1 Tag). Nach Moq. 
Jiegl Ckast schon im Ghaur, nach Abn Zayd tritt man von Cha^t 
JB das Ghaur ein. Nach Idrysy sind noch 2 kleine Tagcrt'isen 
■acb (der Hauptstadt von) Ghaur. AVeder Byrnny's Angabe der 
Lage von Zaf, noch die Lage von Chast im Atwäl ist so befrie- 
d^end, dasä wir dieses Itinerar in der Karte angeben könnten. 

Strassen im nordlichen und südwestlichen Theile 

von ChoräS2tn. 

Abn Zayd S. 192: Von NayschSpQr nach Chosrawgerd 4 Tage. 
SabzwSr ist ungetahr 2 F. von Cbosrawgerd (Sabzwär .sollte 

demgemass bei Byrnny ^yi ^ ^^ stehen statt » ^' 5 w^i). Von 

Chosrawgerd nach Bchmen&bäd 1 grosse Tagereise. Von Beh- 

^ ohfnibi&d nach ^^Ajisyjo (^Lm«.^) auf der Kamisstrasse etwa 1 Fars. 

Aba Zayd: Entfernungen in der Pronnz Marw. Von Marw 

nach Kaschmahen ^^ g ♦ < m 1 1 Tg. Hormozgerd liegt links von 
Kaschmahen in einer Entfenunig von etwa einer Fars. Nach Hör- 
Bioz^erd fuhrt der Weg, welcher durch die Wüste nach Chaw&- 

rezm geht. B[lsän ^mLa^U (^L&Lo) liegt eine Fars. vor Hormoz- 

^erd an demselben Weg. Schaych ^N^ (aa*<m liegt 1 Tg. von 

Man» zwischen der Sarachsstrasse und der Marw -(errnd?) Strasse. 
«^«^ ist 6 Fars. von Marw und 1 Fars. von , i^v am Fluss. 

««•«.« liegt an derselben Strasse, ebenfalls am Fluss, 4 Fars. von 
Marw. Dendäniqän ist 1 (bei Ivt- richtiger 2) Tag von Marw 
&Q der Sarachsstrasse. Qarynayn |j*'väJI ist 4 Tage von Marw 
uu Marwdusse. ^^'7^ ^\Dy^^ *"^^ circa 3 Fars. von Marw zwi- 
schen der Sarachsstrasse und J%^l (Ouseloy: Raverd). SnsqÄn 

^XjL*,y^ ist auf dem Weg nach i*>^^ »ber etwa 1 Fars. weiter 

von Marw, 

Von Marw nach Marw -errnd G Tage. Von Marw nach Ile- 
rir 12 Tage. Von Marw nach Abywerd G Tage, dann nach 
Xasa 4 Tage. 

Von Herät nach Marw -errnd, es ist dies der Weg nach 
Balch, 6 Tage. Von Herat nach Sarachs 5 Tage. 

Moq.: Von Nayschäpnr nach Rywand iX>*^> 1 Tg--» dann 
nach Mihrgän 2 Tage, dann nach Isferflyn 2 Tage. 

Abn Zayd gibt dasselbe Itinerar, nur heisst die zweite Sta- 
tion Chan Rewan ^'^^ U^ vj'^5 ^^' 
Abhandl. d. DMG. HI, 3. ^ 






50 Sprenger, die Po«t- ^^ ^iserouten des Orients. 

Nach Byruny, und nacu »* ^ren Geugraphcu bei Abalf^ iat 
aber Mihrgiiu und IsferÄyu c\tv J^ijj dieselbe Stadt. Abu Zayd 
gibt noch ein anderes Itinerar, ^\i welchem MihrgSn vorkummt: 
«Gellst du von Uehmcnab&d iiucU Mihrgän, so hast du 1 Tg. nach 
Az&dwär, dann 1 Tg. nach S^t^J^^ dann 2 Tage nadi Mihrgäa.» 

Auf der Ilauptstrassc ist die Pjntfernung von BehmcnftbAd 
nach NayschJlpnr 3Ii Fars. oder 6 Tage. Dieses ist also ein Um- 
weg, und es fragt sich, ob die Beugung gegen N. oder S. ist. 
Nach ByrOny liegt Azädwttr nordlich und Isfcrfiyn südlich von der 
Ilauptstrassu; richtiger ist die Lage des letztern Ortes im A(wlL 

Ahn Zayd: Distanzen in QöhistEn: Von Qriyn nach Zozen 
3 Tage. Von Qftyn nach Tabas-Masynan 2 Tage. Von Qj^yn 

nach Char \yA 1 Tg., dann nach Chwast 2 Fars. Von Qftjn 

nach Tabasayn 3 Tage. 

Moq.: Von Qayn nach Niyäyad 2 Tage, dann nach Konder 

^ JaS^2 Tage, dann nach Tarthyth vi^ju Je (d. i. Tarsehyz) 2 Posten. 

Aba Zayd: Von NaysciiApOr nach Tarsehyz y^y^ ^ "^^g^ 

dann nach Konder >4>J3 ( «««cXa^) 1 Tag, dann nacli Niyüyad 

2 Tage (1 Tag). Von Niyfiyad nach Qayn 2 Tage. Idr. sagt^ l 
von Niyayad nacOi Tarscliyz sind 2 Tage. Ferner sagt er, von ';; 

Kayn nach Tabas .^ Tage, von Tabas nach ChQr \y^ zwei 
grosse Tage. 

Moq.: Von Nayschäpnr nach Naschdenglian ^^^JL}(XCm3 1 Tg^ 

dann nach Uothdorf rt^^^l XJ«J) 1 Tg., dann nach einem Riblf 

1 Tg., dann wieder nach einem Ribäf 1 Tg., dann nach Tar- 
thyth (d. i. Tarsehyz) 1 Tg. 

Abu Zayd: Saknniel Jüc.Xm# (sILcL^a/) ist, wenn du von 
der links nach Sankan gehenden Stra.sse al)weichst. 2 Tage davon 
entfernt. Von Saknmel nach Zozen 1 Tg., von Zozen nach 
KAyn 3 Tage. 

Idrysy gibt diese Stelle wieder: Von dem soeben erwähnten 
Zozeu nach Sakamel, welches links von Sikän liegt, sind 2 Tage. 
Von Sikän nach Niyäyad 2 Tage. Zwischen Käyii nnd Nay- 
schapor sind im Ganzen 10 Tage. 

Abu Zayd bei Anderson (Journ. As. Soc. Beng. Bd. 22, 
S. 191) und Idr. 3, 7: «Von Nayschäpnr (Idr. Sarachs) nach 
Bazgän 4 Tage.» So auch oben, wo aber lyt. 5 und Idr. 6 Tage 
sagten. Nach Moq. ist Wiudschloss 1 Tg. von NayschäpQr, von 

Windschloss nach Ferhäkerd J^Üe^ 1 Tg., dann sJlSIj 1 Tg., 

dann Mäläykerd jJoMLe 1 Tg., dann Bozgan 1 Tg. 

Aba Zayd falirt fort: Links von der Ilerät -Nayschäpnr^ 
Strasse 1 Tg. von Bozgäu liegt Malin. Es ist verschieden von ) 



F. Dahlem. 51 

dem xo Herst gehörigen Malin und heisst M&lln-Bachars. Von 
lUlia nach |^|^ {yJ^S^ (•l^) 1 Tg., dann nach Sankftn 
^fC«M 1 Tg., dann nach Niy&yad iX^Lu ( JüLw JUjLm^) 2 Tage, 
dann nach QSyu 2 Tage. 

Moq.: Von al-Qa^r %d^jüt nach Maläha &s^^Lel, dann nach 

Sank&n 1 Tg., dann nach Niyäyad 2 Tage. In einer andern 
Sielle: Von Qäyn nach Niyäyad 2 Tage. Von Niyfiyad nach 

Suktn 1 (2?) Tg., dann nach ^j.^*L^ 1 Tg., dann nach Mülin- 

KawSlbn ^yx\yf ^^ I Tg., dann nach Bozgän 2 Tage, dann 

I BMh Mal&ha 1 Tg., dann nach al-Qa9r 1 Tg. 

i Moq.: Von Boz^än nach \jJS 1 Tg., dann nach ^3^1 

I l Tg., dann nach Amede sjool, dann .nach Her&t 1 Tg. Es 
•dieint, daas Bascliang in diesem Itincrar ausgefallen ist. 

Moq.: Von NayschapQr nach Ryk ^iXjs 1 Tg., dann nach 
Far^n ^L-»wi 1 Tg., dann nach )^y^ 1 Tg., dann nach 
Ba^bd&w ^f Jüü 1 Tg., dann nach Nasa 1 Tg. 

Von NayschapQr nach Dez&wand iX^^Kj 1 Tg., dann nach 

^lo^ 1 Tg., dann nach Falmyheu ^^jL»Ai 1 Tg., dann nach 

Aby werd 1 Tg. — Von Falmyhon nach Kafan yj^y^ 1 Tg. , dann 
■ach Abywerd 1 Tg. 

Von Nayschäpor nach Kelägäw ^l^io 1 Tg., dann nach 

Dinyn .^j%IjJI 1 Tg., dann nach ^jX^io 1 Tg. 

Moq.: Von Bascliyn nach Ribät 8nr yy*^ 1 Tg., dann nach 
Ribät Sär X*m 1 Tg., dann nach Qädhydorf 1 Tg., dann nach 
SQrmyn 1 Tg., dann nach Geberndorf ^^j^JI äjJj 1 Tg., 
dann nach Cbiira SnLä» 1 Tg., dann nach Ribät 2uLjo 1 Tg., dann 
aach Karach 1 Tg., dann nach Herät 1 Tg. (10 Fars. nach YaqUt). 

Moq.: Von Baschyn nach »sjLil 1 Tg., dann nach Marw- 
errad 10 Fars. Von Baschyn nach Ribät ,jl*)r^ 1 Tg., dann 
nach ^)r^ 1 Tg., dann nacli Ribat ^^\ 1 Tg., daini nach Marw 
«md 1 Tg., dann nach Gisri Char ^ v^«-^ 1 Tg., dann nach 
T4liqän(?) 1 Tg. (Vielleicht ist die letzte Station DandBniqan.) 

V. Daylem. 

Moqaddasy tlieilt es in fünf Kreise: 1) Qnniis, 2) Gor^^an, 
3) Tabaristan, 4) Daylemän, 5) Chozar. 

Qnmis, Hauptstadt Damaghan. Städte: Simnän, Bostani 

(Bistain) i*ih<Mi, Raghna ^U^^, Biyar ^Lu , sy^' 

4* 






VI. GibaL 53 

■od 40»>LjI); dann nach Tamysa k m» ^i ♦ \n 1 Tg., dann nach 
AstrlUd 1 Tg., dann nach Ribät Hafp 1 Tg., dann nach Gor- 
gftn i Tg. 

Moq. : Von Amol nach Mämatyr ,^Ah.<ftLo 1 Tg. , dann nach 
Ssrija 1 Tg., dann nach Tergy ^>J 1 Tg., dann nach der 
Grenze (nach Yaqat and Byrany liegt Tamysa an der Grenze) 1 Tg. 

Moq.: Von Sariya nach oua*%LoI (wolü derselbe Ort, den 

Idr. vs^uMw%lj heisst) 1 Tg., dann nach Tamysa 1 Tg., dann nach 
Asirftbftd 1 Tg., dann nach Gor^än 2 Tage. 

Idr.: VonMyla kann man nach Deresch gehen 1 Tg., dann nach 

Ayn Bssis 1 Tg., dann ^^f^ 1 Tg., dann nach Aster&bad 1 Tg. 
I«. und Idr.: Von Amol nach Nstil (Nätik?) 1 Tg., dann 
luh Salns 1 Tg., dann nach Kel&r 1 Tg., dann nach Daylem 
l Tg. Yaqnt sagt, von Amol nach SchftlQs 12 F. 

lloq.: Von HaddSda nach Bistftm 1 Tg., dann nach 

\ Tg., dann nach Zard&b&d 1 Tg., dann nach Cliurmäbftd ^üLo. 
ITg., dann nach Goha}Tia 1 Tg., dann nach öor^än 1 Tg. ^ 

I^t.: Von Gorg&n nach Gohayna 1 Tg., dann nach Bistäm 1 Tg. 

Moq.: Von ZardSbäd nach — 1 Tg., dann nach 

1 Tg., dann nach wUJÜI 1 Tg., dann nach Biy&r- 

Hawd 1 Tg., dann nach Hawd 1 Tg., dann nach Asad&b&d 1 Tg., 
dum nach Tarthyth 1 Tg. 

Moq. und I^t.: Von Gor^än nach Dynärj&ry (^^K'nLJLjJ 

{l>yü*>) 1 Tg., dann nach AmrOtln y^yy^^ (l^^l, U^l) 

1 Tg., dann nach Agarr (Achor?) ys^S (/*^0 ^ Tg-, dann nach 

^fjiiduLm (v:>.duwljuiyur, Idr. Sand&sb j 1 Tg., dann nach ^^«julyuM 

(>jf*-M^, ^^f*.ÄJu*l) 1 Tg., dann nach Aboskan (?^^-X-awÜI) 
oder nach Ribät Hafp oder Ribftt 'Alyy 1 Tg. 

Idrysy geht von Sandfisb nach A^qarEn ^\JL*A {^\JLJ\) 
1 Tg., und dann nach Naysch&pür 5 Tage. 

Moq.: Von Ribät "Alyy nach Ribät Amyr 1 Tg., dann nach 

JUL, 1 Tg., dann nach Ribät Dihistän 1 Tg. 

VL Gibäl (das Oebirgsland). 

Ich theile dieses Land, sagt Moq., in drei Kreise, nämlich: 
Rayy, Hamadän und I^pahän, und acht Dependenzen, nämlich: 
Qo'mm, Qaschän, ^aymara, Karag, Mähi-Kafa, Mähi-BavTa und 
SchahrazOr. _ 

Ray, gleichnamige Hauptstadt. Städte: Awa 8^1, Säwa 
IjL,- Qazwy« ^j.-j^y-H, Abhai- . l }\ -> Schalamba & -^»^-^^ *^ 
(fcLyJ-Ä). 



54 Sitrevger, die P«*^ '^^i^erouten dett Oriente, 

Daxu gehörige De.pct^**^ ^ Domavrand Jü^LeJ, Qomm 
1^-, Schahrozür )^)y^ C^oW^Vard?). 

Dazu gehörige lloslÄqC' ^ju»X<c, Inner -Qa^rSn ^(«jioi 

^Jl>., («jum und FayrQz-K&ni «k V^w^« 

Ilamadan. aE» \s'ird in einigen Büchern behauptet, da8S 
Ilayy und I^pahän nicht zu dem Lande der Pehlewier gehören, 
und dass die zwei (Lander der Pehlewier?) aus Hamad&n, Mi- 
gfibdzän, Mihrgänqadzaq (d. h. ^'ayinara), Mflhi-Ba^ra (d. h. No- 
hHwand), Mähi-Knfa (d. h. Dynawar) bestehen.» Zum Kreise von 

Ilamadan gehörige Städte: Asadübüd, Aw'a(?}, x a i<M, Amral» 

xj.«^*!, S\Tawand cXj^'jAjm^, J^')^J (Rad-Räwer?), ^*i^ 

Dependenzen: Mahi-Kafu, Mühi-Buvra, MSsabdz&n. 

If^puh&n. Der Lage nach, sagt Moqaddasy, konnte man 
es zu Färs rechnen, aber wegen der Achnlichkeit der Sprache 
und Sitten betrachtet er es als einen Theil von GibSl. Die Haupt- 
stadt von diesem Kreise ist nach seiner Ansicht nicht l9pahftii, 
sondern das eine Meile davon entfernte Yahadyya. 

Moqaddasy's Nachricht über die Ausdehimng des Landes der 
Pehlewier, oder alten Medor, ist nicht deutlich, es ist aber so 
wichtig, einen klaren B(*griA* davon zu haben, dass ich eine Stelle 
aus Ihn Chorda dbo abschreibe. « Das Land der Pelilewier nmfaast 
Rayy, I^pahän, Haniadän (das alte Kcbatana), Dyuawer, Nohft- 
wand, Mihrgän-Qadzaq, Mäsabdzan und Qazwyn. Zwischen die* 
ser Stadt, welche der (:rrenzort gegen Daylem ist, und Rayy sind 
27 Fars. Dort (bei Qazwyn) ist Mosesstadt (Madynat-Masfi), 
Stationenstadt (Madynat-alman&zii) und Zan^iln. Zwischen Qai» 
wyn und Abhar sind 15 Fars., und zwisclien Abhar und ZangSn 

12 Fars. Ferner gehören dahin ^^v-^-aJI (yjujuJt) , Taylasftn 

^LmAaIsJI (Taliqan?) und Daylem.» 

Die hier angegebene Route ist bei Ahn Zayd (pers. Uebers.) 
in Tagmarschen. Er setzt hinzu, dass man den Weg von Rayy 
abkurzen kann, wenn man statt nacli Qazwyn über Berd&bsd 
6LjI<3vJ, ein Dorf in der Steppe, nicht weit von Rayy, gehe. 

Nach Abnlfidfi ist die Entfernung von Hamadiln über Sohra- 
ward (es steht ScliahrazQr, welches ein Fehler ist) nach Zan^an, 
in runder Zahl 30 Fars. 

Ihn Chord.: Von Qayr Schyryn nach Dayr Kurr&n ^j^y^ >J«> 
2 F., dann nach Schahraznr 18 F. 

Qod.: Von Qermäsyn nach Dukfm ^jK'jJI 7 F., dann nach 
Qa^r Lo9av (Distanz fehlt), dann nach j-^lyX 5 F., dann nach 
Nohäwand 4 F., das macht von Qermüsyn nach Nohäwand 25 F., 



j^- 



VI. Uibäl 55 

«fie fehlende Entfernang, welche nach Ibii Chord. 7 F. betrügt 
(vergL S. 10), nuisste also zu 9 F. angeschlagen werden. 

Moq. and Qod.: Von Ilaniadän nach Dayinara *j i Jl^ M 

J Tg. (7 F.), dann nach Rakiih »Kl; 1 Tg. (5 F.), dann nach 
Sobawand l Tg. (6 F.). "^ 

Idr.: Von Hamadän nach Rndän 27 Meilen, dann nach No- 
kiwcnd t21 M. iVqaby: Von Hamadän nach Nohäwend 2 Tage. 

Nach Yäqnt wiire die Entfernung nur 14 F. Er sagt nam- 

lidi anter Karag, dieses Wort wird im Pers. Kere s«i^ ausge- 

fiprochen. Ein Ort dieses Namens ist im Rostäq Fa^'q, welches 
im Pers. Haqaba Faytscli genannt wird, und einen der zwei 
Difttricte von I^pahAn bildet. Karag-Walän ist ein zu Rayy ge- 
höriges Dorf. Karag ist auch ein grosses Dorf in der Gegend 
Too Rad-Rilwer^ nämlich 7 F. von Hamadän und ebenso viele 
TOD Nohäwand. Dieses ist das Karag des Abn Dolaf. Im Musch- 
larik unterscheidet YäqQt zwischen dem Karag des Abn Do- 
bf and Karag Rnd-Rdwer. und versetzt letzteres 7 Fars. von 
Hamadän. Dieser Untersclüed ist begründet. Rnd-Räwer, bei 
welchem dieses Karag liegt, soll nur 3 F. von Nohiiwand sein. 

Aach B. 2, S. 489 wiederholt Yflqnt, dass dieses Karag in 
der Mitte zwischen Hamadfin und Nohäwand, nämlich 7 F. von 
jeder dieser ewei Städte liege, dennoch glaube ich, dass die Ent- 
* femnog von Hamadän nach Ni)hriwand grosser als 14 F. sei, denn 
dieses waren nur 2 Tage. 

IdiTk'sy fahrt fort: Von Noliäwand nach Aschtcr (Lascht er) 

I yXmJ 30 M«, dann nach Säbarch&s (Scliäberchw&st) (jmLs.oLmJI 

(Diätanz feldt, YäqQt sagt 20 F. von Nohäwand), dann, ohne 

daoA man einem Dorf begegnete, nach Lnr )y^^ ^0 M., dann 

nach dem Dorf Andämisch jd^^ljut (Distanz fehlt, nach Yilqut 
(> M.), dann nach Gonday-Säbar 6 M. 

Moq.: Von Karag nach Feräyoda &4Xjl>i 1 Tg., daim nach 

D&rqän ^jLjixIj 1 Tg., dann nach ^^y-^ 1 Tg., dann nacli 

Schäburchwäst 1 Tg., dann nach Karknysch ^^*^ySyS 1 Tg., 

<lann nach al-Chän ,^Lii.| 1 Tg., dann Kazmänän ^uLeVj 1 Tg., 
dann nach Lnr 1 Tg. 

Idr.: Von Lur nach Karag li Tago. 

Idr.: Von Hamadän nadi Riiniyn ^j^^^s 21 M., dann nach 
BorQgird ^»^\o 'Xo M., dann nacli Karag ^^ 'HO M., dann 
Burg -.%J 36 M., dann nacli Chnbvgfln ^jLäj^ oO M., dann 

tihne dass man oiiuT Stadt oder oineni Dorie bogej»iieto, nach lvi»*i- 
hän 'JO F. Nach Abnltidä sind 80 F. von Ilainadän nach Ivpahan. 

(>ik1. und Moq.: Von Karag nach üeränabäd jLül*^ 1 Tg. 



VJL Bihäb. f)? 

Idr. iiiid Abolfidä: Von Daynawer nach SchahrazQr 4 Tage. 

Idr.: Von Holwän nach Syrawän 2 grosse Tage, von Syra- 
wäii nach Lor 2 Tage, und von Lar nach Baghdad 9 Tage. 

iVqnby: Von Nahrawän nach Syrawän, der Hauptstadt von 
Müabdzftn. 6 Tage. Von Syrawän nach ^aymara, der Hauptstadt 
Mibre^än - Qadzaq , 2 Tage. Von Qerinasyn nach Dynawar 3 Tage. 
Ton Dynawar nach MohammadäbSid H Tg., dann nach Hamad&n 2 Tg. 

Vn. Kihäb. 

Unter dieser willkürlichen Benennung fasst Moq. drei Länder 
näammon: 1) Er- Ran, 2) Armenien und 3) AdzerbaygSn. 

Er-Rän ist gleidisam eine Insel zwischen dem Kaspischen 
Mr«re und dem Flusse Ras. Hauptstadt Berdaa 2L&<3o. Städte: 
Tifiys^ )^^^^ iuLJLd, Schamkar ^j ^ X»dw, Ganza SyÄ:^« Bardyg 
^jO^ SchemSchiya au^U^ül^ Scharwän ^I^wm», Bäkah s^U, 

Sibiy&n ^LoLJI, Bab alabwab (Derbend), sU^^I, &JLa^, 

^, Meläzkird *^^^, ^•. 

Armenien, Hauptstadt Dabyl Juju^<3. Städte: Bidlys 
jmjJJo, Chelfit ioiLä., Argysch gin^-s».^!, Barkery ^ySj^^ 

Qiowa}7^^^« Salmäs (jmUXm, Urmiya &ax\I, ^ü^i^K, Me- 

righa ul^, ^1, M«irand Jüyo, Sang&b wLpMA/, Q&lyqala, 

AJjJUi^ Jonasschloss, und \^\y^ (Dawyn?). 

Adzerbaygän, Hauptstadt Ardebyl JuoJnI. Städte: ^s^*^y 

Ttrbryz y»)w,A j, Gäbirw&n ^t^oL^, Chonag ^«-^^ Miyäne 

t^^\ , »l^^l , ^5^ w? , Warthan ^1^^; , Maqän ^yJ^ - ^«'■■ 

xand Jü\o^ JOU^ (Bymän?). 

Ihn Chord. : Weg von Dynawer nach Tawryz. Von Day- 
nawer nach j^Lä-xLcs-I 7 F. (Idr. 27 M. =^ 9 F.), dann nach 
TeU-Wfiu ^L J.J 6 F., dnnn nach Sys j.^--y-**Jf 7 F., dann 
Dach Anderäb 4 F., dann nach Bayh*4an (?) ,jLft-L-JI. welches 
m Armenien gehört, 5 F., dann nach Barza i\>J G F., dann 
nach Chawäst ou«*l»^ 8 F., dann nach Marä^lia 7 F.. dann nach 
Chirfän ^o^^t^' 11 Meilen, <hinn nach Tahryz 9 MeihMi. 

Qod.: Wog nach Adzerbaygan: Von Ser-Saniyra nach Day- 

Dawar .i F., dann nach ^^L^s^il 9 F., dann nach TeJl-Wän 

lUJb K F., dann nach Sys ;j#JL*/ 7 F. in Sys tlicih sich der 

Weg: nach Bayleqan ,jL»-L*Jl 10 F., dann nach Barza ^yy^ 

^ F. Der andere Weg führt über Saba UaaJI , näuiHch von Sys 



VJL Rihdö. 51) 

Moq.: Von Ardehyl iiacb Miyäncg oder nach der Brücke 
aber den Weissfluss 3^%(Ajuuyw SJolaä 2 Tage, dann von der 

Blicke nach sI^^mJ! 1 Tg., dann nach Tawk ^^j 1 Tg., dann 
ucfa Zan^an 1 Tg. 

Auf der Karte wird mau fiohen, dass Bvrnnv und das Alw&l 
ChQneg im Bezug auf Miyäne nicht au dii'selbo Stelle versetzen. 
Auch die andern Geographen widersprechen e^ich in Bezug auf 
ChQneg. 

Moq.: Von Miyllneg nach Chnneg 1 Tg., dann nach Kö- 

basera S«^Mbj«j 1 Tg., dann nach Marfigha 1 Tg. 

Abalfidä: Von ChQneg nach Marägha 13 F. Demnach läge 
Giaoeg, wie bei Moq., 7 F. nordwetlich von Miyftne. 

y&qat : ChOna oder ChQneg liegt zwischen Marägha und 
Zang&ii und wird jetzt Küghad Kcmän, d. h. Papierland geheissen. 
Demnach hatte ChOna dieselbe Lage wie im Afwäl, so auch bei 
I^>chr}\ 

Ibn Chord.: Von Ardebyl nach fj»*^ S F., dann nach Bar- 
aiid JUf^^^ 6 F., dann nach ssa^KjLm, wo der erste Graben 
des Ikschyn ist, 2 F., dann nach ouuO «J& > , wo sein dritter 
Graben ist, 2 F., dann nach Nadzä Ijüi, der Stadt des Bäbek, 
^b jUjJue JuJI (vergl. Abnlf. S. 387) 1 F. 



Ibu Chord.: Von Barzand nach y^-^ ^^1 y^^ und nach 



Warthan, welches die Grenzstadt von Adzabaygän ist, 12 F. 
Qod. setzt das obige Itinerar von Marägha nach Ardebyl 

w«ier fort: Von Ardobyl nach Chan-Bjlbek ^^o U ^^ ^" 
dann nach Barzand <X)«>J G F., dann nach Tehläb 12 F., und 

Tun Ardebyl nach Mnqän 4 F. In diei^es Itinerar scheinen sich 
einige Irrthümer eingeschlichen zu haben. Nach Idr. sind 2 starke 

Ta;;e von Ardebyl nach MQ(jän ^. Üw. 

Ibn Chord. hat dickes Itinerar aut'gozeichuet , es i^t aber durch 
Aa«la>>un*ren arg verunstaltet worden und es schliesst sich jelzt 
nhrif Unterbrechung an die Stationen von Dynawer nach Tabryz 

and Marand an: Von Tabryz nach Marand lXj*^ 10 F.. dann 
nach s'vXJum 10 F., daini nach Nyr >aaJI 5 F. ^ daini nach Ko- 

wäsora 8mmL5^ 10 F., dann nach Slnqiin 10 F. Idrysy liatte 

eint-n etwas vollständigem Text, aber auch der seinige war ver- 
sammelt. Wahr>cheinlich wurde auch Qod. durch einen fehler- 
hafien Text des Ibn Chord. irregeleitet. 

Mfiqadda»'«y: Von Cht>\vayy nach Qifa Ynno& (donasschloss) 
j«Jftj &JtiJ» G F. . dann nach ''Avybatdorf v:i;LA^jiflJL!l ÄJ>i 1 Tg., 

UAzin nach — — — , dann nach Tiflys 1 Tg., dann nach jvaj, 



60 Sprenger, die Post- und Reiserouten des Orients. 

dann nach Schakky . k m> ^ dann nach Lakzän lO^V^ ^ Tagi 

dann nach Derbend v^LJI 3 Taf^e. 

l^\. und Moq. : Von Berda a nach Ganza (Kan^a) 9 F. (nac 
Yaqat 16 F.), dann nach SchanikOr 10 F. (4 F., Moq. 1 Tg. 

dann nach ^Lx^ (\Li^) 21 F. (3 Tage), dann nach dem Schlot 

des Ibn Kindeniän ^jLoJuS^ ^wjl {ij*^yi^) 10 F., dann nad 
Tiflys 12 F. (2 Tage). 

19t. und Moq.: Von ßerda^a nach ^•idÜÜL» 9 F., dani 
nach ^j*o«ju« 13 F. (2 Tage), dann nach Duniy8cb {j**^*^ 12 f 
(2 Tage), dann nach Kylkoy i^yOLT 16 F. (2 Tage), dan; 
nach der Stadt %L^^uum ( ^Lmuum) 16 F., dann nach Dab} 

16 F. Bei Moq. hat dit^ vorletzte Station den Nannten mS na> 
die Entfernung wird niclit angegeben. 

Dieses Itinerar hat den Verfasser des Alwal veranlasst, Di 
byl die in seiner Karte bemerkte Position zu geben. Nach Yftqi) 
liegt es im 38. Breitengrade. Es mag riclitig sein, aber dan 
muss den umliegenden Orten eine andere Lage augewiesen werdet 
Da es sich um relative Ortsbestimmung handelt, müssen wir aac 
das andere Itinerar in Betracht zielien und Dabyl weiter gege 
Norden rücken. 

Moq.: Von Barda^a nach TtlbSin ijV^ Gvh)? oder nacl 

^.4>o, oder nach Ganza, oder nach ^yic\jÜLS 1 Tg. Von Tq 

bfln (Tnbnr?) nach ,jUUj 1 Tg., dann nach ,jU^ (Distanj 

fehlt), dann nach ^)y^ 1 Tg., d<ann nach Ardebyl 2 Tage. 

li,±: Von Berdrfa nach Tnbän ^^y> i^^y^) 7 F., dam 

nach Baylaqän ^^Liüjo ( pers. Uebers. ^L^oU und ijl'-»->] 

7 F., dann nach Warthän 7 F., dann nach Tehläb V^'^ ^ F. 
dann nach Ardebvl 15 Fars. 

Qod. : Wer von WarthRn vj'rtJ9 "*^^^* Berda'a will, geh' 
von Warthän ^^)^ "ach Qnmäm r*^y»' 3 F., dann nach Bay- 
laqän ^IjuLmJI 7 F., dann nach Berda a 3 F. 

Moq.: Von Berda'a nach Schamächiya 2 Tage, dann nacl 
ScharwRn 3 Tage, dann nach ^L^iÜI 2 Tage, dann nacl 
i>^4>^ jMi^ 2 Tage, dann nach Bäb-alabwäb 3 Tage. 

I^t.: Von Bardaa nach Barzang 4p^)v? 18 F., dann geh 
man über den Kur nach Scheniftchiva 14 Fcirsangen, dann nad 
Schayrwftn, eine kleine Stadt, 3 Tage, dami nach jjLaii^ 2 Tag« 
dann nach ^^4^1 vm^ 12 F., dann nach Derbend (Bsb-olab 
wRb) nicht ganz 10 F. 



VJJ. RUiäb. 61 



Ibn Chord.: Von Mar&gha nach Syu^ (Cbarra?) 6 F., dann 
nadi Mosesheiin «>LI^^^ 5 F., dann nach s(^ Barfit (Barni?) 
i F., dann nach Gftbirwfin 8 F., dann nach Bazyn ^j^W 4 F^ 

dum nach Urmiya, der Stadt des Zoroaster, 14 F., dann nach 
Sefanfts am Urmija-See 6 F. 

Moq.: Von Mar&gha nach Charra-Rud <3«%S«^ 1 Tg., dann 

nach Mosesheim 1 Tg., dann nach 4X3) v^ Barat(?) 2 Posten, dann 

■ach Tiflys (ein Fehler) 1 Post, dann nach Gäbirwfin 1 Tg., dann 
I Buyn 2 Posten, dann nach Urmiya 1 Tg. 

Qpd.: Von Tiflys (?) nach Gabirwfin 6 F., dann nach oju 
(IT. jiy^^ 4 F., dann nach Urmiya 14 F., dann nach Selmfis 6 F. 

I^.: Von Maiilgha nach Urmiya 30 F., dann nach Salrads 
14(?) F., dann nach Chowayy 7 F., dann nach Naschawy 3 Tage, 
iiim nach Dabyl 4 Tage. 

Moq.: Von Dabyl nach Naschawy 4 Tage, dann nach Cho- 
vayy 3 Tage, dann nach SelmSs 2 (?) Tage, dann nach Urmiya 
1 Tgn dann nach Chirq&u 2 Tage, doim nach Marägha 2 Tage, 
dann nach Ardebyi 40 Fars. 

Moq.: Von Marand nach Nascliawy 2 grosse Tage, dann 
ttch Debyl ebenso viel (?). 

Ibu Chord.: Von Marand nach dem Fluss \^*>\yi\ 10 F., 
daoo nach \^y*^ 10 F., dann nach Ardebyi 20 F., und von 
Warth&n nach joKJ^ (ijL>C;» 3 F., dann nach Bayleqfin 7 F., 
duin nach Berda'^a 3 F. Von iXjJI nach Berdua 30 F. 

Qod. : Von Marand nach >Lil 4 F., dann nach Chowayy 
ti F., wer auf diesem Wege nach Urmiya will, geht von Marand 
nach ^y^ (Chowayy?), welches am Flusse liegt, 10 F., dann 
Tom Flusse nach Naschawy \£y>^ 10 F., dann nach Debyl 20 F. 

Ivt-: Von Ardebyi bis Marägha 40 F., dann nach Dayr Chir- 
{foi 2 Tage, dann nach Tabryz 2 Tage, dann nach Marand 2 Tage, 
dann nach Salmäs 2 Tage, dann nach Chowayy 7 (8) F., dann nach 
Barkary 30 F., dann nacli Argysch 1 (2) Tg., dann nach Che- 
b 3 Tage, dann nach Bidlys 1 (3) Tg., dann nach Arzen 2 Tage, 
(laan nach Mayyäfariq^n 1 Tg. (Arzen fehlt im Fers, und hier 
steht 3 Tage), dann nach Amed (DiyJlr-Bakr) 2 (4) Tage. 

Moq. : Von Marägha nach Chirqän oder nacli Urmiya (?) je 
i Tage, dann nach Sehnüs 2 Tage, dann nacli Chowayy 1 Tg., 

^an nach Barkery 5 Tage, dann nach jj**jO>I 2 Tage, dann 

Dach Cht'lat oder nach Bidlys 3 Tage, von Bidlys nach Amed 
oder Mayäfäriqyn 4 Tage. 



Ö2 Sprenger, die Post' und Reiserouten des Orients > 

Moq. : Von Ardebyl nach Tabryz . . . , dann nach ^y3yji . . 

dann nach MelSzkird 3 Tage, dann nach Arzen 6 Tage, dai 
nach Amed 4 Tage. 

Moq.: Von Marilgha nach &j\cXa3 2 Tage, dann nach ffJ« 

3 Tage, dann nach Qafa (dem Schloss) des Hasan b. Alyy 1 T{ 
dann nach SchalirazQr 30 F. (Vorgl. Idr. franz. Uebersetzun 
B. 2, S. 172.) 

VnL 'Iräq. 

Moq. theilt ^Ir&q in seclis Kreise mit dem Beisatz, da 
mit Ausnahme von Holwäu die Eintheilung früher eine andei 
gewesen sei. Seine Kreise mit den gleichnamigen IIaaptfltädt< 
sind: 1) Kafa, 2) Bavra, 3) W&sit, 4) Baghd&d, 5) HolwS 

6) Samarrä f^^Luw (ursprünglich Sorra-man-ra*a). 

Kufü. Studte: Jjamäm Ibn 'Omar «.«x ^w^l aU>s» (das Bi 
des Ibn 'Omar), Gämi'ayn ^^^jüboLsLt, Sawä 1«^ (^^am), N 
JuüjI und Qadesia (und !Ayn-Tamr). 

Bavra. Städte: Obolla &Jb^l, Schiqq-'Othm&n ^UJCx (J^ 
Zuban ^W)) Bedrän ^KJu, ^Ly ^ Nähr almelik, Nähr Dobi 
Ldi>, Nähr Amyr vax^I ri^f ^^^ Ghavyb v^^^tuuioiLl yj\^ & 
laymänSn ^LjUjuLw, 'Abbadän ^^IjLx, Motawwaa *^T^t^ 
aJjUÄJI ^JJ<jJl}\), Fath iUJ', Ga'faryya ^ljJuJLK 

Wäsit- Städte: Fam-alvilh ^^^1 |%i) Dermek&n ^^^) 

(oKxw^), QorlU^oba iLöly», Siy&da S^Iam/, Bädznayn ^^wö^l 
(^^^^Li\ Sikr ^XmJI, Tayb v.>AkJt, Qorqnb ^ySJi^ San< 
dorf cUyi &^y?, Nehr Tyra ^^ ^3, ;U^ (;CsJ), YeÄ 
myya Xjl^Lamu) (&jyoLAMJI), Dasna xJLmwJ (iUmJ«I). 

Baghdäd. Städte: Nehrwän ^LwJJlJI, Berdftn ^tjw 
Kalde »jJiy (».K'), Daskira »yCwjJI, Terfistfin ^Uu^lJk 
Iläranyya &aj^\Ü&, Galnla äJJL>>, Bächsera ^».«m^L, Bftfij 
aUib (ÄAib), Iskäf oK^I, Bohorz )/»^>, Kalwftdza ^^if^ 
^LaJ^c>, Madäyin ^ItXj«, Kyl JhS^, Syb v^juu«, Dayr a 
'Aqnl Jy^LaJI^J, No'mänyya iLuLjiiJÜf , Gobbal Juö. , Nd 
Säysch jÄ^Lm ^ (lT^L-Ä' r^)^ Ibirta Lj^, Babel JaL 
Abdos ^cXxc , Qa9r Ibn Hobayra. 

llolwän. Städte: Ghäniqyn ^jjüuL^, ZabOg&n ^L^aj'« 



VUL 'Iräq, 63 



SchTrw&n ^^t«%ju>Jt, Bendingän ^L^k^Juo. 

Ssmarra. Städte: Karch ^yjCJt, ^Okbcril t^-^JC^^ Dar 

«^iXJt. Gämrayn ^.a-jljcUII) Batt vsaJ, Radzäimt (Rüdz&ii) 

sA3l3t% , Qa^r alga9^ (Gypsschloss) {J^lsL\ wioi', [£y^ .^«^S 

^ W*jt, LäjJu (Liüvj\ Sendyya ijjuu*, (iü> Juu*,) , «J^yw'^ 

(u^^jLslj^, Uje«> (LiLei>) (Dimama?), Anbär ^Lo^l, Ilyt «caa^, 

Tikrjt v:>^jM. Sonn ^^^mmJI. 

Wir haben inreuige Itineraricn von '^Iräq, denn das Land ist 
nm Kanälen darchschnitten, und man reist des»wegen meistens 
■I Wasser. Femer ist eine Lücke bei Moqaddasy, dessen Werk 
one unserer Hauptquellen ist. 

Moq. , dann nach Karch ^y^ 1 Tg., dann nacli 

HilbetS ÜlJU. (IaJU.) 1 Tg., dann nach Sadfaniya iüüUj^l 

1 Tg., dann nach Bfirimfi Lio%lj 1 Tg., dann nach Sinn ^amJI 

1 Tg. (15 Meilen). — Der vtTlorene Anfang dieses Itinerars ist 
Sorra-man-ra'a, vrozu Karch. gehört, und wovon es nur 6 Meilen 
entfeml ist. Vielleicht ging das Itinerar des Moq. wie das des Idr. 
\oü Baghdad aus, wie folgt: Von Baghdäd nach Tharthftr (die 
Entfernung ist nicht angegeben, sie botragt 15 M.), dann nach 

'Okberä 15 M., dann nach B&gisä lA^^a v U 9 M., dann nach Qu- 
de!>iya 21 M., dann nach Sorra - man - ra'a 9 M., dann nach 
Karch Meilen. 

'Okberä lug. che der Tigris seinen Lauf änderte, auf der Ost- 
Hfitc dos Flusses, dann wurde es verlassen; jedenfalls geht diese 
Route auf der Westseite vom jetzigen Lauf des Tigris. Von 
Baghdäd nach '^Okberä rechnete man 10 Fars., und von dort nach 
Samarrä 12 F. (nach obigem Itinerar wäre richtiger 13 F.). In 
gerader Richtung beträgt die ganze Distanz GO englische Meilen; 
fti kommen aLso 9 oder 10 M. auf Verlust. 

Qod.: Von Baghdäd nach Kalwuda 2 F., dann nach Madä^-in 
5 F.. dann nach Le^y^xA*** (Oargarnya?) 7 F., dann nach No'mä- 
mya -4 F., dann nach Gobi f), dann nach Wasit 7 F. (sie! vielleicht 
for Badaräyä)^ dann nach Fam-alyilii 5, dann nach Wäsit 7, das 
macht zwischen Wasit und Baghdäd 50 F. Von Wäsi| nach Royaäfa 

10 F.. dann nach JaiJi 12 F.« dann nach Nähr MaSjil G F., dann 

nadi der Stadt Bayra 4 F., das macht von Wäsil nach Bavra 50 F. 

Idrvsv, welcher die Reise zu Wasser auf dem Tigris macht: 
Von Baghdäd nach Madäyin 15 Meilen, dann nach (iargaräyä 
4Ü M., dann nach Gobi 25 M., dann nach Wäsit 40 Meilen. 



t- ^'** 

64 Sprenger, die P<>* -^merouten des Orients. 

Ibn Chord.; Von Ti»ft^^ nach Madäyin, dann nach Dayr 

'AqQl, dann nach Gargarfty^' ^JXnn nach Gobi Juj^, dann nadi 

Fam-alvilh, dann uac\i Wa^A, dann nach FärOth <l>^sLi, dann 

nach Dayr 'Ommül JI^ajI r^.^? dann nach Hawänyt v::Aoi^A.t, 

dann setzest du die Heise in den Sümpfen fort, dann nach Nähr 

Aby-lasad, dann reisest du auf dem 'Awrä - Tigris U^^^ **^*^» 
daim auf dem Nähr Ma^pl, dann nach Ba^ra. 

!*;[.: Von Baghdäd nach Sanierrä (Sorra-man-raa) 3 Tage, 
dann nach Tikryt 2 Tage. Von Baghdäd nach Kafa 4 Tage (bd 
Idrysy 5 Tage), dann nach Qädesiya 1 Tg. (Idr. 3 Tage). Voai 
Baghdäd nach Wäsit ^ Tage. Von Baghdild nach Hol\^&n 6 Tage. 
Von der Grenze von ^aymira nacli Syrawän ungefähr ebenso viel 
(Idr. G Tage). Von Wjisit nach Bavra S Tage. V()n Kafa nach Wiait 
etwa G Tage. Von Ba^ra bis zum Meer 2 Tage über die Sümpfe. 

Der^lraq ist 1)ei Baghdad, von Holwän nach Qädisiya, 11 Tage 
breit, bei Wäsit ungefähr 4 Tage, und bei Ba^'ra (nämlich bis 
(iol>by) etwa einen Tag. 

Moq.: Von Gboila nacli Nehr Dobba 1 Tg., dann iiacb 
Fam t^Vdhody 1 Tg. 

Moq.: jVäkar Aby Ga^'far liegt Obolla gegenüber und luaji 
gelangt in einem Boote dahin. 

Moq.: Von Obolla nach TiyJy4J^\ 1 Tg. 

Moq.: Wrisit ist gleichwcit entfernt von Baghd&d, Kfl&, 
Bapra, Hohvän und Ahwäz, nämlich 50 Fars. Es liegt jedoeh 
nicht in der Mitte von 'Iräq, diese Lage hat vielmehr Dayr'Aqol: 

Ibn Chord.: Von '^/Vvn-Tamr nach kA^tX^t^ dann nach 

&AAJL^I, dann nach JflJh^l, dann nach t>^) dann nach «Äk^^ 

(Ogc'iyfer?), dann nach üy^JI, dann nach Bo9ra. 

Es scheint, dass in diesem Itinerar blos die AVaaserplatift 
angegeben sind und nicht die Stationen; denn von Boqrä bis zum 
Eupln-ates sind beinahe 300 arabische Meilen, und 'Aya-Tamr 
kann nicht weit vom Flusse entfernt sein. 

IX. Chüzistän. 

Moqaddasy theilt diese Provinz in sieben Kreise und fangt it 
der Aufzählung von der Grenze von Gibäl an: 1) Süs, 2) Goo- ' 
daysftbar, 3) Tostar, 4) 'Askar Mokram, 5) Ahw&z, 6) RUn« : 
hormoz, 7) Dawraq. Die Hauptstädte aller Kreise haben die^^ 
selben Namen. 

Sns. Städte: Ba^nä LLiaj (man schreibt auch ^^vi> Ba^i^' 

und Yaqat glaubt, man spreche Ba^nyy), Matmh c^^Jue, ByrOt 

v;:^^«ju, Bad/an ^fjuJI, Sanddorf Jucül luv'^^. 



JX. Chüzistän. g5 

Gondays&bar. Städte: ^(XJI Dann, Robfis ^L»«wJI, 
i«jLi« ,.>AAdoli und Lar. 

Tostar. Keine Stadt ausser der gleichnamigen Hauptstadt. 

'Askar. Städte: 6abek (6nnck?) ^^^:^ (sib^), Zendftn 
jtju\. Dienstagmarkt liXii^ O^^ Hobek v^iU^, Stiefelstadt 
fkjS ^<3, ^Lk^j^y Chan-Taq (Jf^ [j^^ Lagermarkt für 

Vkdtag SjUi^-' (^xi >^***J«J' KJ>y^' ^ ®^"^ ^" dieser Gegend 
Mi nach Chän-Taq sechs Städte, welche nach den \yochentagen 
{Bannt werden. 

Ahw&z. Als Sftbor diese Stadt baute, tbeilte er sie in zwei 
flSften und hiess die eine Gottesstadt, die andere nach seinem 
«|aen Namen (Hormozstadt), dann wurden die beiden Namen 

'. B Hormox - darawschahr y^^^y*^ T^T^ zusammengezogen, dann 

mf er seinen eigenen Namen weg und es blieb Darawschabr, 
iescB zogen dann die Araber in al-AhwSz zusammen. Städte: 

Siby T^ra, Grosstennen ^«ixx!! \JUjo, Slleintennen, vjjjaj^, 

' II 

Uf^'T Mittwochmarkt. Hi^n Mabdyy, B&siySn ^Uua^U, SchQ- 

.liti»v«>KyM, Bendem f*iXÄj ^ &JLu/» (&jLuu), Gobyy f^^i^* 

Dawraq. Städte: Azer ^vt, A^amm iv-^t ) jLjI m» V, 

Dum ^^JJtCO) Myräqibän ^Löi%jyo, Myrftthiyän (jl-^'lwuo- 

Rftmhormoz. Städte: Sonbol JüJum, Aydag ^Jul, a%jü 

(puj), Bäznek viJb\L, Ladz i>if, *Adwa ö^Jld (»^^), ä?Lj, 

KBiok ^y)^' 

Zur Zeit des Ibn Chord. ging die Poststrasne von Baghddd 
Aer WSsit nach Ahwäz, der Hauptstadt von Chazistan, und dann 
iber Arre^&n nach der Provinz Färs und dem Südosten, wio 
fcigt: Von Ahwäz nach Azamm (Agannn) G F., dann nach ^Ab- 

ha •j>,j4.V 1^ .r 2 F., dann nach Zott JbwJf G F., dann nach 

ttA^« &^La? und nach der langen Brücke über den Salzfluss 

Jkjf ^jL (Distanz nicht angegeben, sie kann nicht gross sein, 

neileicht ist statt thomma ila « dann nach » thanmia u dort ist » 
n lesen), dann Dehlyzän ^jloJLiCO G F., dann nach Arril^^än 

jl^lwM 8 F., es ist dort eine chosroische Brücke über den 

Arrägänflass, aus Stein erbaut und über 300 Eilen (Dzirä' ) lang. 
Die Fortsetzung der Route nach SchyrSz und dann nach der 
HAQpt^tadt von Kermün steht unter Fürs. 

Moq.: Von Ahwaz nach Agamni (Azamm) f^\ 1 Tg., dann 
uch Azer ^\l 1 Tg., dami nach Rämhormoz 1 Tg. 
Abhandl. d. DM6. III, 3. ^ 



66 Sprenger, die Po«^' ^^^serouten des Orients. 

Moq.: Von BÄmboTtÄO^ ^^1, 2o{f i)Jf 1 Tg. 

Moq. : Von lUmhonnoX U^ch (Süq) Sonbol JuJuJl 2 Tajp 
dann nach Arra^&n 1 Tg. 

Dieser Weg ist ausfuhrlicher bei I^f*« welcher zwei Straaaa 
von Fars nach ^Iraq namhaft macht, eine führt nach W&si( aiM 
Baghdftd, die andere nach Obolla und Ba^a. 

19t.: Eb gibt noch einen andern Weg von Fftrs (über Chn 
zistän) nach 'Irftq; dieser führt nach W&sif nnd dann nach Bagh 

dad; nämlich von Arra^&n nach Saq Sonbol Juu^AM i%y^ 1 Tg 

dann nach R&mhormoz 2 Tage, dann nach'Askar Mokram 3 Tagi 
dann nach Tester 1 Tg., dann nach Gonday-Sfibar 1 Tg., dau 
nach Sos 1 Tg., dann nach Qorqab 1 Tg., dann nach Tayb 1 Tg 
dann kommst du in das Gebiet von W&sif. Eis gibt noch einei 
andern Weg von 'Askar nach W&sif, in welchem man nicht nad 
Toster geht. 

Moq.: Von Süs nach Qorqab 1 Tg., dann nach Tayb 1 T| 

19t.: Von ^Vrra^fin nach Äsak sdLut (>!JLÄt) beinahe 2 Tage 

dann nach Dayrän ^loJ, einem Dorfe, 1 Tg., dann nachDawra^ 

einer grossen Stadt, 1 Tg., dann nach Ch&n Mardoh S^^V> y^y^ 

(au.Jyo ^L^)) einem Karawfinserai, 1 Tg., dann nach ^LumL 

(^LdytfLu) Bäsiyfin, einer Stadt, welche vom Fluss in zwei Hilft« 
getheilt wird, 1 Tg., dann nach Hi^n Malidyy 2 Tage, von Utf 
geht man zu Wasser, so auch von Dawraq nach Bfisiyftn, deaft 

die Reise ist leichter als zu Land. Von Hi9n Mahdyy nach ijU» 
^v^iVju) 1 Tg. zu Land. Dies ist die Grenze von ChOiufl^, 
^Ljuj (v:i>La^) liegt am Tigris. Von hier schifft man mA 
nach Obolla ein. Wenn mau zu Land geht, setzt man dfai 
Reise fort, bis man Obolla gegenüber ist und setzt dort üb« 
den Tigris. 

Moq.: Von AhwSz nach Mittwochmarkt 1 Tg., dann na^ 
Hi9n Mahdyy 1 Tg., dann nach der Mündung des !ä.dhod aldawüf 

Kanales (^Juaitli *jül 1 Tg., du bist nun im Tigris. Moq. aa|| 

im Bezug auf diese Mündung: Von Hi^n Mahdyy nach ^Lut i|^ 

Land über das Sabcha (salzigen Boden) 1 Tg. Ursprünglidi nii^ 
deten der Tigris- und der Ahw&zfluss in das düneslBche 
(pers. Meerbusen) und waren durch dieses Sabcha von eil 
getrennt. Man schifite also den Fluss hinab in das Meer 
dann den Tigris hinauf nach Obolla. Eis war dies eine 
liehe nnd beschwerliche Fahrt ädhod aldawla Hess dann 
grossen Kanal vom AhwSzfluss nach dem Tigris graben. Er 
4 Fars. lang und wird jetzt befahren. 

Moq.: Von RAmhormoz nach ^yu 1 Tg., dann nach s«yA 




IX. Chiuütän* Qf 

fg., dann nach^^Ul 2 Posten, dann nach Ayda^ 1 Tg., dann 
!b Dann ^^ jJI 1 Tg. 

Ihn Oiord.: Von Ayda^ nach dawdardän ^\i>söy^ 2 F., 
in nach i>y ^ LXw\t 4 F., dann nach Supyd-dascht \samh> t>,_AAjuj 
^, dann nach Toner yjyS 5 F., dann nach Tanwa^ ^ft-jA? 
P., dann nach dem Rib&t 7 F., dann nach Chftnz&d 4>ty3Ü^ 
iUjLä.) 7 F., dann nach l9pah&n 7 F. 

Moq.: Yon I^pahfin nach Chalin^&n (Ch&n-Lin^an) 1 Tg., 
m nadi B&rk&n ^^I^»Lj 1 Tg., dann nach Snpyd-dascht 
b&<> iXAAdMil 1 Tg., dann nach Jj^jLju^ 1 Tg., dann nach 
m Bibit 1 Tg., dann nach Earist&u ^Ix^syS^ 1 Tg., dann 
tdb HoUenbrnck |»*g> j-**^ 1 Tg. 

Diese zwei Itinerarien widersprechen einander. Wahrschein- 
A ist Tuner nnd Tanwa^r ein and dieselbe Station, und das 
Qiit steht bei Moq. an der falschen Stelle. 

Moq.: Von Oondäy^bor nach Lür j^JÜI 1 Tg., dann nach 
Jl 2 Tage, dann nach ^^IXjK 1 Tg., dann durch die Wüste 
iieh ^^X^ d^ 40 Fars., dann nach Kara^ Aby Dolaf 1 Tg. 

Qod.: Von Ba^ra nach Obolla (Distanz fehlt; 5 F.?), dann 
ifik ^LjL^ 5 F., dann nach Hi^u Madiy zu Land 6 F., zu 
fuser auf dem neuen Kanal ^X-JiX-»'! yi^^ ^ F-? dann nach 
Ifittwochmarkt Lajs^f Ot^ ^ ^"> ^^"^ i\2>,ch Mohawwal Ja^Jl 
iF., dann nach Dtlläb v.->^^(> 8 F., dann nach Snq al-Ahwäz 
iP. Das macht von Ba^ra bis Saq ai-Ahw&z 36 Fars. 

Qod.: Von Saq al-Abwfiz nach J^o^.^ 2 F., dann nach 
iumm f*«i 4 F., dann nach Säbik dbL^ 4 F., dann nach dem 
)orfe Habary ^5;*-^^' ^ F., dann nach 'Abdyn ,j^l 3 F., 
lan nach RSmhonnoz 4 F., dann nach W&diy almilh (Salzfluss) 
F., dann nach Zott ioüf 2 F., dann nach ^l«^L^ 3 F., dann 
Kfa Mosteräh ^I^Jum^JI 2 F., dann nach Dehlyz&n 2 F., dann 

Kfa Eebäristan 3 F., dann nach Sen&bil JuLu^ (Snq Sonbol?) 
F., dann nach der Stadt Arre^än ^L^\t 5 Fars. 

Qod: Von Snq al-Ahwäz nach 'Askar Mokram (Distanz 
Ml — 6 F.?) dann nach Miyane^ ^^^^ '^ ^•' ^^^^ ^*^ 
ydeg 3 F., dann nach J^L>^ 4 F., dann nach öSl^y^ es 
i dieses ein Schloss auf einem Stutz, 7 F., dann nach siUJ^ 



68 Sprenger, die Post- ^^iserouten des Orients, 

(Var. J^JUi) 5 F., dauu vi»^ ^^aristän ^[ju^jy^ 9 F., daim 

nach ArbihistftbÄd «>UIju*^^' 4 F., dann nach ^^yiy^ 7 F, 

dann nach Bftrk&n ^uovj 7 F., dann nach dem Ch&n jUot ' 

(Var. ^1^1) 7 F., dann nach l^pahftn 7 F., das macht von Saq 

al-Ahw&z über Aydog nach Ivpahän 85 F., die noch übrigen 13 F. 
müssen zwischen *Askar Mokram und Miyäne^ eingeschaltet werden. 

Moq.: Von Dann ^jJt nach Dolab V^^"^ ^ '^S* 

Moq.: Von Ramhormoz nach SiXj 1 Tg., dann nach HoUen- 

brück (welches in Färs ist) 1 Tg. 

Moq.: Von ^kar nacli Hi^n 1 Tg., dann nach Hi^n 1 Tg« 

(wie es scheint, ist diese Station eine Wiederholung der vorigen)| 

dann nach R&mhonnoz 1 Tg. 

Moq.: Von Gondaysäbar nach Sos oder Tostar 1 Tg. Von 
Byrot v::^^>Aj nach Sas oder Badzftn ^IjuJt 1 Tg. 

Moq.: Von Sas nach Ba^nft (Ba9nyy) Ll^ 2 Posten, dum 

nach BadzSn. Ljt<J^t ^ Posten. 

Moq.: Von Tostar nach lü J» 1 Tg., dann nach Ba^ 1 Tgi 
Moq.: Von Ahw&z nach Dawraq 1 Tg., dann nach Chln 

1 Tg., dann nach Ba^nft 1 Tg., dann nach Sanddorf J^JI ^^ 

1 Tg., dann nach Qorqab. Dieses Itinerar ist falsch, und enthät 
allem Anscheine nach Bruchstücke von zwei Routen. 

Moq. : Von Ahw&z nach Nähr Tyra 1 Tg. , dann nach Nähr 

*Abb&8 1 Tg., dann nach Chüriya Isj^syäLS 1 Tg., von dort la 
Wasser nach OboUa. 

Moq.: Von Ahw&z nach Ish&qyya 2ui»L^t 1 Tg., dann nadl 

der verbrannten Brücke ^«jl^JI ^mAA 1 Tg., dann nach Hi(^ 
Mahdyy 1 Tg. J J ' 

Moq.: Von Nahr^Abb&s nach^Askar Aby dra'far 1 Tg., daim 
auf einem Boote hinüber nach OboUa. Dies ist der W^ fir 
Lastthiere. 

Moq.: Von Ahwfiz nach Schar&b (Salzwasser) ^\jyj&t 1 Post, 
dann nach »»cXjU 1 Tg., dann nach Dawraq 1 Tg. 

Ihn Chord.: Von Saq al- Ahw&z nach Dawrak zu Wasser 
18 Fars., zu Land 24 Fars. 

Moq.: Von ''Askar (Mokram) nach Tostar oder AhwSx 1 Tg. 

19t.: Von 'Askar Mokram nach Aydag 4 Tage. Von 'ÄBkar 
nach Ahw&z 1 Tg. Von dort nach Azamm 1 Tg. Von Ahwls 
nach Dawraq 4 Tage (pers. Text 3). Von Ahwftz nach Bbn- :. 
bormoz ebenfalls ungeföhr 3 Tage, denn Ahwäz und 'Aakar 
Mokram bilden eine Seite di^ Dreieckes, wovon Rfimhormoi 
im gegenüber stehenden, Winkel liegt. Von 'Askar Mokr&m nadi 
Saq alartfa 1 Tag. Qobby liegt Saq alarlfa (Mittwochmarkt) 



X Fare. 69 

gegmiber. Von Saq alaitTil nach Hi9n Mahdyy 1 Tg. Von Ah- 
wfts BAcfa Nähr Tyry 1 Tg. Von Sos nach Ba^yy ^JLia? we- 
mfer db 1 Tg. Von Sos nach Bardan 1 Tg. Von Sos nach 
Jfattth ^s^yJ^ 1 Tg. (Vergl. Abalf. S. 312.) 

X. Färs. 

Moqaddasy theilt es in 6 Kreise und 3 Dependenzen. 

1. Arra^i&n. Hanptstadt gleiches Namens. Städte: Qostfin 
^^yJUttyS , D&riyftn ^ü^t J , Mahmbftn, Gonnfiba, Synjrx. Diese Hegen 
gegen das Meer hin. Im Gebirge: Güma-Hindosn ^UjJJt tJOy^. 

2. Ardeschyr-Charra. Hauptstadt SyrSf. Städte: Öor 
(Ih. das Grab), Maymend iXx^jyo (jL^utf, JUUj), ^L (Job), 
TschamykSn ^KxMöJt (^K.#-oJl, ^jKjuaJI), Öyr wä, Cha- 

wanist&n ^i. X ' »' p^-^ (vj'^'^l;^^) (j^^^*^^)'^^)? Ghandagftn 
J^i)JA}U Korrftn ^I^, Schamyram (^^^^^ *^^y^) (*^^X 
Ksf^yram, Bftnyd Juuü, Dan (j^(>9 Snran i^^)y** (|)^9 
))y*^^t Vorgebirge Kischm |^A$^ (jmK (««juj^ o^'j)* 

S. D&rftbgird. Hanptstadt gleiches Namens. Städte: ^üuMoJb 
Q^LJo), Kadiyän ^jb*>^ (^Lj4>^, (j'^/')' Kurem *^, 
Tazdchwast vs^umI«.^4>j^ (v::aaa/L^4>w), MeskSn&t v::^L3ldMue, 
Zainm «»v, SahyrSn ^Ka^^m, Eaderw& '^><J^) v^JULa^. 

Dependenz Tyryn ^^wu. Städte: ^^y)y Rostäq al- 
rostiq, For^ ^y^') Tärem &y^t Gowaym (d. h. die kleine 
öoma des AbQ Ahmad iX4>^l ^1 *jy^)? Ispah&nftt v:l>ÜL^a^I, 
Bork cJ-J nnd Arydäh stju^t (^bjuill). 

4. Schyräz. Hauptstadt gleiches Namens. Städte: Baydhä 
(todi LimJ, Lmaj oder LmO Pasfi genannt), Kol uySt Gnm f»^^ 
(j^), Kftrzyn, Dascht Baryn (Arzan?) ^^^^U v::^«^, Gamm 
|k^, dby^ (v^JLj^^), Bih &-», Gamkän ^^K«.^ , Hazarang 

dbjKÜD, Kawrod t>y\yS^ und &a^. 

5. Schäpar. Hauptstadt Schahrastän. Städte: (Dascht-) 
^^"•y'^ vJ^^'*^ ((J^^' v:^:?;*^)^ Käzaran, Gerre »^, Nabin- 
g»n, KäriyEn ^jL)^o, Kinderftn ^|;<>^(^';4Xj^, ^U^^tUxj}, 
Tawwaz. Zamm al-Akräd, Chascht o*. »JL.S, Ganbad 4X A,JL, r» 

( JüuLjv s O^AAAJfc ). 

6. I^tachr. Städte: Heräh »ty», Juo (JuUaj), Fohrag, 
Hyra, Färüq \^y)^ (^r^)i Sarwistan (Cypresseuhain), Isbän- 



70 Sprenger y die Po«t' ^Reiserouten des Orients. 

^ ^L-^l * ii>^ BavmvVi Vo, EermSn ^Le^T, Schah 
(8chahr8tet-naw)^j^(^y)4-&), Knzred ^;)y^(«>;^Oi ^ 
(^^•Jl), 6ama njojs^ {\^y^ Churmfl?), Dih-Uschter&n 
^^lyü&l, Kerd ^^^(Jo}, Byschftn ^jLä^, TschÄha äpI 
SebSnek ^^Lyu^. 

Strassen. 

Ich fange mit der Hanptatrasse an, welche von Baghdftd 
Chozistan kommt und über Ffirs nach EermSn fahrt 

Qod.: Von Arre^a nach yuMuJt 7 F., dann nach Bao 
^Jüj (Distanz fehlt — 7 F.?), dann nach Chftn Hanimfid ^j 
(>Ui^ 6 F., dann nach Amr&n ^ji^^t 9 F., dann nach Nabind 
6 F., dann nach Gorgftn ^1^4^ 5 F., dann nach S)^^' (P^ 
fehlt), dann nach Ghallan ^^^ 5 F., dann nach Qowi 
f^iX^ 4 F., dann nach SchyTfta'5 F. Das macht von Ah 
bis Schyr&z 102 F. 

Ihn Chord.: Von Nnbin^fln nach Oorg&n ^La^j^l 5 

Hier ist das Thal Baww&n. Dann nach Char&ra S%<r^t 7 
Auf dieser Tagereise geht man ober den Lehmstntz ^^jJbJI &ai 
(Ich gebrauche ein schweizer Wort für 'Aqaba. Stutz beda 
nämlich hier zu Land einen steilen Weg.) Dann nach u*>» 

5 F. Die ganze Entfernung zwischen Nnbin^&n und Schy 
betragt 28 Farsangen. 

Ihn Chord.: Von Nubin^&n nach &3^^ Jl (Der^d?) t 

dann nach ^L^L^ (Hamm&d-Ch&n?) 4 F., dann nach Ba» 
Jjou 6 F. Auf dieser Tagereise ist der Elephantenstuti Q 
wie es scheint um ihm auszuweichen, macht einen Umw^ i 
2 F.), dann nach Jj^i> 6 F., dann nach Arra^ftn 5 F. 

Moq. gibt von Schyräz nach Nubin^fin dieselben Statioi 

wie 19t. Seine Route von Nubing&n nach Arra^än aber ist wej 

der Lesarten wichtig: Von Nubingan nach Chawädan ^l«>li 

(das ^\ysy^ des I^tO 2 Posten, dann nach (>J^^4> (dasD 

^end des I^.) 2 Posten, dann nach dj\ 1 Tg., dann nach Öi 

bed iX^u^ 2 Posten, dann nach Banduq ^'JUü 2 Posten, o 

wenn man über den Stutz geht nur 1 Post, dann nach I 

i^MüL^ 1 Tg., dann nach ^^Jt 1 Tg., dann nach Arraj 
2 Posten. ^ 

19t«: Von SchyrSz nach der Stadt öowaym |^^^ 5 F., di 

nach dem Dorfe ChallSn ^'^k^ 4 F. , dann nach dem Dorfe S^t 



l^\y^ 6 P-. dsun aaA Kmklo ^j^ ^ F-. dual BMh N»- 
fi F., dann tmA Gtanrfbi v:)S)^ (OmriAbir) 4 F^ 
kch Der^d tX^i(> 4 F., dam nmeb Chln jnamald 
«>U» ^U>. 4 F., dson nadt Bwdal ^udnk} JjO^ 8 F,, da» 
Scorpandorf V)^ 'rf*'* «ddiM aiioh Hjx jjlk (^M») 
Men wiH, 4 F., dana nadt RIutii ^;fi^U 4 F., dum nMi 
Mn^Sn 7 F., d&nn nach Soq SonM Jr>rnm, lJm« 6 F. Alao 
PNI ScfeunraE saeh Ana^ 60 Fanangen. 

n« ClMird.: Von Iftadw naefa .4» 7 F., dann oaA 8ae> 
SjaSuJI 5 F., dann naeh ^^Lammm^I 7 F., dam nadi 
**M3lt 4 F., dann iiacb Onas-Taduhak 6 F. 
' KpL: Von Schyru nadi I^adir IS F., dann sack den Owfc 
llbad 8 F., daoB naebi KabWc» (Tasbe) ^t))«*! «elobn afa 
lidi^poctco iM, 8 F., daan nacli dem DoA ä«rt«Ubi ^;LtLfu^, 
'A See ist, 6 F., dann nach dem Dorfa 'Abd al-Bahadn 6F^ 
1 aadi IfTTtendorf y«^f S^JI C«^»' '4^') ^^- Ba fat diea 
I Stadt, wdche mA ^i^öyß {^J\^^l^\) bdwt, dann 
|radi 4er Stadt Gross -Tudilhek 8 F. 

In der pera. Uebenetm^ koDunt ZijwMMi nach Kabtter 
' üe Sntfernnng Ut 5 F. Wetter nntan «wdeo «ir awii It»- 
■ dea Moqaddo^y kennen lemwi, in vslcbco ZiylAbMd vor- 
Das erstere denelben bestätigt die Angabe dea pera. 
■rae die Pcsilion betrifft, die Entfernong aber ist frehr- 
I beiden faiadi. 
Nach läryey ist die Entfennmg awisclien Sdiyraa und Groea- 
~*~' ': 138 Meilen (46 F.), naä obiger Aofinhlnng dea Iba 
nnr 41, nach der dea I^t-i welcher einen andern W^ 
, 48 F. Bei Ihn Chord. schant eine Station von 8 F. 
iiwpMlen xa aäa. 

Ibn Chord. fährt fort: Ton Groea-Taehlfa^ naeh Sakdorf 
M Sj JE 6 F., dann nadi uLi.^ 8 F., dann nach AnAn ^^tj^l 
I F., dann nach ^LomJI ((jtn^l), iraldiee an der Qrenn 
% Fte Hegt (DigtaoE fehlt — 5 Fars.?). Also von Schjric 
b ID dieaem Ort 71 F. Vom Qrenxorte nach Rab VjT^' ^ ^-t 
■ nacfa Qarmfin 2 F., dann nach STrgm, wo der Sufln reei- 
, 11 F. Folglich von der Groua 16 F. 
I^. and Qod.: Von Gross -Tadifthek nach Bibftt Sarmeqln 
_Jju>y 8 (Qod. 9) F., dieses Bibftt liegt schon in Kermln, dann 
■Mch Kibft^ Scfaath Gomm ^ «acA {^ oumj, Qod. «^h^) 
fi (Qod. 10) F., dann nach Üicm^d 0^ 10 F. (dieae Station 



72 Sprenger i die Po8t' ^^iserouten des Orients. 

fehlt in I^t.), dann nacb ^If^^ ^ ^ (Qod. 4) F. Bis Ribat 
meq&n mclit Fars. ZNvd Y^^^^gen jenseits fangt Kerman mmj^^.. 
also von ScliyrSz bis zur Grcn^^ 64 F. 

Qod.: Also von ScliyrÄX bis Syrgan 76 F. 

Ibn Chord. hat 41 F. von Gross -Tsch&hek nach Syr^[ln; 
I^t* hingegen , weil er durch die Wüste geht und in Ribaten (ß^ ■; 
rawanseraien) einkehrt, nur 26 F.; Idrysy berechnet die Bot* 
fernung zu 90 M. v 

Moq. geht von Schyraz nicht erst nach I^tachr, sondern iak'" 

geraden Weg nach Syr^fin. Von Schyrfiz nach ^jL>l»> 1 Tg., dann 
nach öama (Churma?) 1 Tg., dann nach ELath v^O 1 Tg., dainL' 
nach ^O'A^ 1 Tg., dann nach Tyryn 1 Tg., dann nach (jladrwft. 
Lt J^ 1 Tg., dann nach Ribat Badman 1 Tg., dann nach yj^ «^ 

1 Tg., dann nach Ilinta IUJU& 1 Tg., dann nach (j«a^ 1 Tg., dann 
nach Syr^an 2 Posten (= 4 F.). Diese Route ist die kursest^ 
und die des Ibn Chord. wohl die älteste. *•" 

Moq. : Von Syrgan (es soll heissen Schyraz) nach Rakan 1 Tg^i 

dann nach Dammesanfaug «XmJI ^K 1 Tg., dann nach ZiyadabSd 
1 Tg., dann nach der Cisteme des Beherrschers der Gliabigen- 
^jjujo^t ^1 ^^^ 1 Tg., dann nach Weltanfang Lö jJI ^\^ 1 Tg. 
Moq.: Von I^^achr nach Dammesanfang 2 Posten. Von 
I^tachr nach Taubendorf |*U^I 2üü» 1 Tg., dann nach Zayd- 

abad jLjIJu\ (Ziyadabad?) 1 Post, dann nach der Gsteme 9m 

Beherrschers der Gläubigen, dann nach Weltanfang, dann nach' 

Chnristan ^^Uum^^ 1 Tg., dann nach Hcrah 1 Tg., dann nach 

Radan ^^^\ 1 Tg., dann nach ^^«ÜLm 1 Tg., dann nach Bih. 

war tl^> 1 Tg., dann nach dem Last träger dorf JU^i &^J> 1 Tg^ 

dann nach Radan 1 Tg. Radan liegt an der Grenze von Kenmln. 
Die Grenze aber ist nach Ibn Ch. 69 F. (= 10 Tage) von Iftaohr. 

I^t.: Von Schyraz nach Daqaq ^J^y'^ 6 F., dann nach 

I^tachr 6 F., dann nach dem Dorfe Byr (?) yu 4 F., dann nadi 

Kaheud JUL^ (v 0045^) 8 F., dann nach dem Dorfe Nyd ö^ 
8 F., dann nach Aberqnh 12 F., dann nach dem Lowendorfe 
iX«M^t ab J> (wu& «^i>) 13 F., dann nach Nussdorf ^^t (^^ 9^S) 

6 F. , dann nach Guebemfort ^M^-^Jt auJl» , einem Dorf, 6 F., 
dann nach Kaththa &a>, d. h. dem Gnnui-Yazd 5 F., dann nadi 
Hyra wJLl {fiy^ 6 F., dann nach Kaththa (selbst) 8 F. Hier 
ist die Grenze von Fars. Die ganze Entfernung beträgt 87 F. 

Moq. : Von I^tachr nach Byr yo 2 Posten , dann nach Kay- 
hende »<X* gA^ 1 Tg., dann nach Nyd 1 Tg., dann nach Aberqnh 



f 



X Fära. 73 



1 Tg., dann nach Myrthendorf ((j^^t &:>>?9 ein Fehler statt 

JumW u^ Lowendorf) 1 Tg., dann nach Azd 4>\^l (Yezd?) 

1 Tg.) dann nadi Guebernfort 1 Tg., dann nach Hyra ij*^\ 1 Tg. 

Qod.: Von Schyräz nach Asch und Bored syA^j^ 7 F., 

dum nach Miyin >^Lm Var. >^Lo, dann nach dem Stutz von 

KiA \jS" 3 F., dann nach ^KdWM^ 7 F., dann nach Qa^i- 

^t 5 F., dann nach l9tachr&n 7 F., dann nach Gh&n Oways 

yfi^y^^ € F.<> dann nach dem Ser&y M&s und Marwa (jmLo ^Ivm' 

«jwr^ 4 F., dann nach Koz ^^ 7 F., dann nach \\A.\ 9 F., 

ium Bach l9pabSn 7 F. Das macht von Schyr&z nach I^pahän 70 F. 
I^: Von Schyr&s nach Hez&z 7 (9) F., dann nach M&yin 

jAjLv 6 F., dann nach Elisa \mS (LamuP ), einem Wachtposten, 

(F., dann nach Kem&r \U5^( ^U5^, j^-^^O ^ ^^*9 dann nach Qa^r 

^äsS^ einem Dorfe, 7 Fars., dann nach I^tachr&n, einem Dorfe, 

7 F.<, dann nach Chan Oways (j^o^i ^^ ^ ^-t dann nach dem 

Dorfe Gnz \y^ 7 F., dann nach Eere nS 8 F., dann nach Chfin 

lin^&n yj^^^p^ lJ^9 einem Dorfe, 7 F., dann nach l9pah&n 

7 (9) F. Die Grenze von Fars ist bei Chfin Rusyn ^^^juat« * ^^ 

^L\), welches 43 F. von Schyräz liegt. Die Entfernung von 

[ ^yilK nach l9pahan beträgt 72 F. 

Moq. gibt eine andere Route an, welche über die Stadt So- 
nayrem fuhrt und wahrscheinlich etwas weiter ist. Von Schyräz 

nadi Ans& LmöI 1 Tg., dann nach Asch und Bured ^jy^^ (Jm' 

2 Posten, dann nach Mihr^änfibäd 1 Tg., dann nach Kurud und 

Kdid i>3l^ *^})y^ ^ "^g' ^*"" "*^*^ V'^r" ^ Tg., dann nach 
Ga^larabfid 1 Tg., dann nach Somayrem 1 Tg., dann nach KurO 
%S 1 Tg., dann nach Qomisa 2Umuc^' 1 Tg., dann nach Cliäii 

Basch |j*»j 1 Tg., dann nach Yehödiya (Ivpahän) 1 Tg. 

Moq.: Von lyCachr nach dem Dorfe des Ibn Bondfir äj3 

yjüü ^j^\ , dann nach Kemähend iXJLi&Lp , Dorf Cheläf (der 
Zwietracht) o^^t äjü», Läh und Kere &^ 8^, Sermista 
» A, mtjOyMt ^ Cypresseuhain ^Lä.jum^ %-m^ , Azkfis j^o;t, Razkän 
\J^\ •) ? Qnmisa , Chan Rasch , I^paliän. 

Ibn Chord.: Von Färs (lytachr oder Baydliä?) nach Rakani- 
F\Töz 5 F., dann nach Knred *^jy^ 5 F., dann nach v'^ ^ ^•' 
dann nach yosL^Ä^ (Somayrem?) 5 F., dann nach Schebäh »Laam 



74 Sprenger y die Po«l' ^ ^iserouten <Us Orients. 

5 F., dann nach Mnrg&n 1 ^'^ ^ann nach sl^«^! ^^a^ 7 F, 
dann nach Chan Amr&r yj^^^ v:^^) dann nach I^pahfin (di^ 

zwei letzten Distanzen fehlen). Nehmen wir sie zu 14 F. an, «o 
beträgt die ganze Entfernung 52 F. Es sind also zwei Stationen 
oder 12 F. ausgefallen. 

Moq.: Von Somayrem nach Chorinde sjü^^ 1 Tg., dann 

nach Nähr (Benher?) w^l 1 Tg., dann nach «ajuüJI 1 Tg^ 

dann nach ^Jf 1 Tg., dann nach ... 1 Tg., dann nadi dflü 

Guebemtempel (jm^-^JI ILujJi 1 Tg. , dann nach Arra^Sn 1 T||^ 

Moq.: Von Mahrab&n nach Synjz oder nach Nähr (Benbarfjr 
1 Tg., von Nähr nach Arre^Sn 1 Tg. ,?. 

19t.: Von SchyrtUc nach Lowench&n 4X4«^! 10^9 &<& Floape 

Sikftn ^ICmJ! 6 F., dann* nach Dascht Arzen (jLx^jt 7 F., dann 

nach Tyre wo, einem Dorfe, 4 F., dann nach der Stadt lülään 

rOn 5 F., dann nach der Stadt Tawwa^ ^^ 4 F., dann nadl 
Öonnaba 12 F. ^ ^- 

Dieses Itinerar ist unvollständig, wird aber durch die nbll» f 
gcns ebenfalls lückenhafte pers. Uebersetzung des Abu Zayd cvL 

ganzt: Von Schyr&z nach Löwen -ChSn y*J&t ^L^ 6 F., dai^]- 
nach Dascht Arzen 4 F. Von E^SzarOn nach Dawyn y^%^ 4 F., daal;' 
nach der Hohe des Stutzes auÄf. y** (fiyS yS) 4 F., dann nach 
der Stadt Tawwa^ 4 F., dann nach Öonnaba 12 F. 

Moq.: Von Schyr&z nach Tsch&ha aJ^L^ 1 Tg., dann niA 
Dascht Arzen \^\\^ \::kmh>^ eine luurte Tagereise, in welche d^ 
BslAn G^ngc) Stutz ^^b luÄft fallt. f 

Moq.: Von S&bur nach Kszaron 1 Tg., dann nach *i -nrn-, 
1 Tg., von Sabnr nach Nubin^än 1 Tg., von S&bUr nach Kük (KOlf^. 
vJ^ 1 Tg., dann nach Dascht Arzen 1 Tg., von K&zamn naü^L 
Holzdorf 2 Posten, dann nach Tawwaz \yj (Tawwa^) 2 

Nach Moqaddasy wären also 8, nach Abu Zayd 12 F., 
sehen K&zamn und Tawwa^. Abu Zayd hat Recht, wie aus fei*, 
gendem Itinerar hervorgeht 

Moq.: Von S&bUr nach Nym&r&h 8l%L#jo, ein harter halbn^^ 

Tag, dann nach va^uJ to , ein harter halber Tag, dann nach Tl 
wa^ 1 Tg., dann nach Dascht Dawndy 1 Tg., dann nach Ö01 

1 Tg., dann nach Seng&h&n ^Ü&LsLm 1 Tg., dann nach Synyz 1 
Wenn die Entfernung von K&zarUn nach Tawwa^ nur 8 
betrüge, so wäre es kürzer von S&bur nach K&zarUn (1 Tg.), mij 
dann nach Tawwa^ zu gehen, als über Nym&räh. 




i 



X. Färs. 75 

Moq.: Van Schyrfts nach HyiS' l Tg., dann nach Eol J^ 

(Tekfc) 1 Tg., dann nach ^isbixy 1 Tg., dann nach Öar 1 Tg. 

I^: Yon SchyrSz nach sJu (^^) 5 F., dann nach Bahr 

«s^ (Meer) 5 F., dann nach ^^JLc ^I^JL^, welches anch Mosta- 

fym geheiasen wird, dbd wo eine Stadt ist, 6 F., dann nach 

|Ä ^t^ ( o-Ä ;'^) ? eine Stadt (Fyrözabad?), 6 F. Von 

Qir nmifSkk D&schti SchürSb 5 F. , dann nach Ch&n Az&dmard (ot^ 

JjjBoKt (J3iy ^^) 6 F. Chftn (Ö&n?) ist eine Ebene, 6 F. lang, 

«d de ist ganz mit Narcyssen bewachsen. Dann nach dem Dorfe 

i^jj^ 6 F., dann nach dem Dorfe May ^ 6 F., dann nach 

don Kopf des Stutzes &AAJLlt ^U 6 F., dann nach ^jl^^L 

( F., dann nach iü\^yj ({j^ ^y) ^ ^"> ^^^^ ^^^ Syr&f 7 F. 

Folf^di von Schjr&z nach Syr&f 68 F. (im Persischen 67 F., 
Abolfida sagt 63 F.). 

Nach diesem Itinerar sind 26 F. von SchyrSz nach Gor, nach 
Dm Qiord. 20, nach Abal£ in einer Stelle 20, in einer andern 
14 F. Da es nach dem Atw&l zwei Städte gibt, welche Gar 
hassen, frugt es sich, ob stets dieselbe gemeint sei. 

Moq.: In 5 oder 6 Tagen segelt man von Syr&f nach 'Omiln 
oder Ba^ra. Von Syräf nach Bahrayn sind 70 F., quer über 
te Persischen Meerbusen. 

Moq.: Von Schyr&z nach Granatendorf ^Lo Jl 2Ü*j» 1 Tg., 

dinn nach Cypressenhain ^LJu^^wum 1 Tg., dann nach Kuram 
f^l Tg., dann nach Fasa. 

I^. : Von Schyr&z nach dem Dorfe j» gx 4 > ^y-^ 9 welches im 
Bostlq ^Iä- *-gXj| (,jl^ v^) gelegen ist, 7 F., dann nach 
jÜum\^^ (Cypressenhain?), einer Stadt, 9 F., daun nach einer 
Sistion, welche das Ribät genannt wird, 7 F. (4 F.), dann nach 
Knram &sy^ ^C^r^ ^ ^*' ^^"^ "*^^ Fasä, einer Stadt, 5 F. 
Die ganze Entfernung, sagt 19t., beträgt 27 F. Wir müssen also 
Bach Cypressenhain 7 statt 9 F. lesen. 

Ict. fahrt fort : Von Fas& nach der Stadt Tamysan ^v m* a i i^ 
4 F., dann nach Game! MastegEn ^LsvXm^I (iu*^^ ^^y^ 
6 F., dann nach DerSk&n ^^oKtXJI (^jL**')^ einer Stadt, 4 F., 

dion nach Däräbgird, einer Stadt, 1 F., dann nach Zamm Mali- 
drf, einer Stadt, 5 F., dann nach Rostäq alrostäq 5 F., dann 

nsch Forg ^j^ ^TJ^^ ^ ^•' ^*"" "^^^ Tärcm j^xL 14 F. 

Also von Schyräz nach Tärem 80 (im pers. Text 82) Fars. — Es 
Wen also in der Aufzählung 6 oder 8 Fars. 



\ 



76 Sprenger y die Po«t' ^Reiserouten des Orients. 

Moq.: Von Fa8& n&clci ^J^^nstfin y, Tg., dann nach «L^ 
L>!jo^ 1 Tg., dann nach D&r8.\>^ird i Xg. 

Moq.: Von D&r&bgird nach Garm\s'ä '^7^ ^ "^g^ dann nadi 
Rost&q alrost&q 1 Tg., dann nach Porg ^yj 1 Tg., dann nadi 
Tärem 1 Tg. ^ 

Nach Ibn Chord., welcher für diese Provinz keine gute Ancto* 
rität ist, beträgt die Distanz von Schyrftz nach Fasft nnd nach DftrdH 
gird 30 F., und die Entfernung zwischen diesen zwei Städten 18 It 

Bei l9(. sind nur 10 F. zwischen Däräbgird und Rostlq al- 
rost&q, bei Moq. 2 Tage, also etwa 18 bis 20 F., vielleicht ist Iner 
bei 19t* eine Distanz von 8 F. ausgefallen. Wenn Zamm Mahdiy halb» 
wegs zwischen Dsräbgird und Rostfiq alrostäq stände , wurde Mo^ 
dort übernachtet haben und nicht bis Garmwä vorgedrungen acilk 

Moq.: Von Fasä nach Kärzyn 1 Tg.(?), dann nach Hormos 1 TgL 

Moq.: Von Karzyn nach ^jj^^Lä» 1 Tg. 

Moq.: Von Där&b^rd nach y jy*^ 1 Tg., dann nach k^jS^I Tg^ 

dann nach Gowaym des Aba Ahmad 1 Tg., dann nach ^ w • 1^ 1 Tgp, 

dann nach «^KU 1 Tg., dann nach Karrän 1 Tg., dann nach Syxitf 
1 Tag. 

I^t-: Folgendes ist die Grenze gegen Kerm&n bis zur Grenitt 
von I^pah&n. Wir ziehen die Linie um das bewohnte Land mit Aw 
schluss der anstossenden Wüste. Sie läuft von Rad&n nach Anir 

(Granate sbl Variante ^b*) 18 F., dann nach Fohra^ 25 F., dami 

nach filatha 5 F., dann nach Maybod 10 F., dann nach 'Iqda 

sjüt^ 10 F., dann nach Mftyin 15 F., dann nach (dem Gkbiete 
von?) I^pahftn 45 F. Also von Rud&n nach Mftyin 83 F. 

Die Grenzlinie gegen Kermän von der Landzunge bei Hi^n Hm 
V)m&ra nach Tftrem, dann über Rodftn bis zur chorSsbÜBchen 
Wüste entspricht einer Linie, welche vom Meere über SchyrSa Ut 
zur chor&sänischen Wüste gezogen wird, und ist 120 F. lang. 

Die Grenzlinie zwischen Chazistfin und Mahrub&n bis 



^&n und dem Gebiete von Sabnr und ^(>%^mJI bis zur Gtreme 
von I^pah&n ist ungefähr 60 F. lang. 

Entfernungen. 

I9tachry:^ Von Fasft nach Kftrzyn 18 F.; nämlich von dort 
(Fasft) nach Gahram 10 F. , und (von 6ahram) nach Kftrsyn 8 F. 
Entfernung folgender Städte von Schyrftz in Fars.: I9tachr 13, 

Kawär ^f^ C^?'^) 1^» Baydhft 8, Fasft 27, Dftrftb^rd 50, 

Gar 20, Syrftf 60, Nnbingän 25, Yazd 74, Tawwag 32, Aber- 

qnh 32 , ULa. (im pers. Text (ronnftba) 52 (bei Abolf. ist Öoa. 
näba 44 F. entfernt, nach dem Itinerar 48 F.), Arra^ftn 60^ 
Schftpnr 25, Gama (Chama) 14, Gahram 30. 

Von Gor nach KftzarOn 16 F. Von Syrftf nach Nagyram IS F, 



77 

mKV^Kqjt, 160JP. IMtt.iat dia Lii^ djBT KSate Toa PersMo. 
Die B n t fe r a ungen bei Moq. and CSiord. dnd ao wenig genvi, 
M tiidit TerdioAte, angeluhrt sQ werden. 




^ bei Moqaddiuy (Bnf Kreue mid eine Dependenx. 

1) Bardaeyr, in diee LandeBqmche Ka wftachy r. Hftoptetedt 

NnMas. Stidte: MUiin ^^U^Lt, Koj^on yjy^^^ Z«* 

0^\9 QftnA^fjjfi^^ Knh-BanSn ^;Ü^ «^(tcjüüi syT), 

^Jly3 My), Onla ^bf, BawSs ),fj (^,1^, ^j,f;), 

v^Ly^ (c>L>b^), Ohobattrft K-a-aJt, Kirfadittn 

Oqpeadens Ghaby^ Stidte: Naaek d^M^, Kaaeliyd JüuU 
(^UaS"), Kak ey, Eathrwft l^^äC 

S) Narmfteyn. Qleiehnainige Hauptstadt. Städte: Bihir 
f^ ^IjTi o'^) (\J^))'i ^'^ ^ (1^«*^) «od Daichyn 

3) Syr^ftn mit gleichnamiger Hauptstadt, welebe «ngleich 
■■fMadl des Landes ist Bymand (Baymand oder Maymand) 

da«*^9 Sdiimit «aiLoÜÜI, s^ax^I^, ^))7f ('^97^^'* Chor^y^, 

4) Bamm. Städte: v^J (^)^t«>)9 Toscht&n ^^buä>^ 
(^Llä^, ^UyM^), Aw&rek v!])^' Mihrkird J^Sl.^^ 
(d^), BEyin ^1;. 

5) Öyruft Städte: ^\jt (o-U), ^jjX>- (^aXIä.), Me- 
mqin ^hj < «>, ^jLgj O j4>, Öae Solaymftn (Salomonsbrunnen) 
^UJL* v^y^9 Koh B&r^n vjl^>b s^, QohistSn ^ÜumJ»^, 
HaghOn (Mifwar?) ^^^y^i 6awSwn ^^ty^ («^^'y^)) Walfisch- 
#id ^j^^^ Bndrekto ^^)'^^) (^^^y;)^ DarÄny ^Li;*>- 

I^t- ^on Syr^&n nacb Ki^an ^yi^o 2 Tage, dann nach 

dliLiMhak (<>LLjum^) 2 Pars., dann nach Rostaq ah-ostSq 1 Tg. 
(pm. 2 Tage). 

Moq.: Von Syrg&n nach K&han 2 Tage, dann nach Rost&q 
ibnstlq 1 Tg. 

Moq. und l^: Von Syr^&n nach Baymend JüUju (4XU4) 
t Posten (4 F.), dann nach ^<>vS^ (^li'^^) 1 Post (2 F.), 



78 Sprenger y die Po«* -^kiserouten des Orients. 

dann nach Onfta \j^\ \\^j ^ 1 groaser Tg., dann nach Bft*^ 
d&n <j'i^;» an der Grenac voO ^Ure, 2 Posten (I^. 1 leichter Tijjgi^. , 
Moq. und I^..: Von B^^^an nach Sch&m&t, d. h. Eohistli^ ..; 
1 Tg., dann nach Beh&r X%^ 1 leichter Tg., dann nach CShebW.-' 

(bei Ya'q. Chan&b) vW^ ^ Tg., dann nach Ohobattarft \Juik-' 
1 Tg., dann nach Earghnn \jy^^ 1 F-? dann nach ^K (Moj^ ,' 
^Ut, Karte yj^\\) 1 Tg., dann nach SarQstftn ^jUüM^yM 1 T^ «^ 
(diese Station fehlt bei l9t.f steht aber anf seiner Karte), daM| > 
nach Darchjn ^j>*^\^ 1 Tg.,, dann nach Bamm 1 Tg. ., ^ 

I^t«: Um von Syr^&n nach U-yroft zu gelangen, geht mwi 
auf der Bammstrasse bis Sarost&n ^jUum^wm (pers. Text Sdil^ - 

rist&n ^JvJuM^U6)^ dann geht man rechts nach dem Dorfe Gas •« 
;^l (pers. )^) 1 Tg., dann nach öyroft 1 Tg., dann nacK 
dem Siiberberg 1 Tg. 

Pers. Ucbers.: Wenn man will, kann man, um nach (iyroft - 
SU gelangen, von der S3rr^änstras8e nach der T&chitstrasse (Bafd- ^ 

Strasse?) v^^^U sK (u,AA.fo) gehen, 2 Tg., dann nach Öyroft 1 Tg. ^ 

Moq. und I^t*: Von Syrgän nach ^^4>«i 2 Tage, dafln .. 
nach Mah&n 1 Tg., dann nach Chaby^ 3 Tage. 

Moq. und I^t.: Von Syr^&n nach Bardeschyr 2 Tage, dana 
nach Gymd 1 grosser Tag, dann nach Zarand 1 Tg., dann naoh " 
der Wüste 1 Tg. 

Moq.: Von Bamm nach Därchyn ^ a *vjI4>, dann nach t 
%jy& 1 Tg., dann nach 6yroft 1 Tg. (Nach I^t- und Yaqnt ist 
nur 1 Tg. von Bamm nach Gyroft.) 

Qod.: Von Syrgän nach Qoliistan ^^LCmJD^ (Distans fehlt)^ 
dann nach Rib&t Kumcch -^joyf ^ F., dann nach ^yS^\jm 6 F^ 
dann nach ymjA 4 F., dann nach Chan&b wl^ 6 F., dann 
nach Ghobattara j^mX 4 F., dann nach &)y^ ^ ^-9 dann nach 
viL^y 8 F., dann nach Z&bir oK 10 F., dann nach Dftrchyn 
..vji^h. «tj 8 F., dann nach Banmi «i 12 F., dann nach Nar- ; 
m&syr wumUo 8 F., dann bis (zur Wüste von) Sigistftn 3 (16?) F. 

Das macht 88 Pars, von Syr^&n, der Hauptstadt von Kermaa, , 
bis zur Wüste, und 100 F. sind noch von da bis Sigist&n. 

r I 

Ibn Chord.: Von Gyroft nach Bamm 20 Pars., dann nach 
NarmSsyn ^jjuaLo«! 7 F., dann nach Jl^I, am Rande der 
Wüste, 4 F. Die Wüste bis Sokist&n (Sigistfin) ist 80 F. weit 



f 



XJL Seeweg von der Tignemündung nach Indien u, China. 79 



und Moq.: Von Bamm nach Narmftsjr 1 Tg., dann 
imIi j^yi (^rS^)) ^^ Rande der Wüste, 1 Tg. Wie der 

ktote Name zu lesen sei, ist ungewiss, obschon auch in der Karte 
I^. Fobra^ steht, halte ich es doch für eine Verwechselung. 

Is/i'* Von Gjroft nach Maghon 2 Tage, dann nach Wel&sch- 
lad 1 Tg., dann nach Sdrq&n ^Ux^uaJI (^j^^)^^) 1 Tg., dann 
ach MarzqSn ^Lau^jo io^))}^^ ^ ^S-i ^^"" °Ach Gyraq&n 
^liajju^ (^L^A^) 1 F., dann nach Kaschniyftn ^ji a k mi,^ 

l Tg., dann nach Deryn \^)*y ( c^^>) ^ ^ leichter Tg., dann 
Mch Tärem 1 leiditer Tg. 

I^t*: Von (jryroft nach Wel&schkird 1 Tg., dann gehst du 
Us nach Konyn y^^y {yj^yj W^j^) ^ grosser Tg., dann 

I Tg., dann nach HonnQz 2 (1) Tg. ^ 

Moq.: Von NarmSsyn nach öae Solaymän 3 Tage, dann 
nach ^^\) 1 Tg., dann nach ^\>^^yX 1 Tg., dann nach Tayb 
^*tn 1 Tg., dann nach ^^L^^^ 1 Tg., dann nach ^^jiX».^ |jmI^ 
1 Tg., dann nach *^yy^ 1 Tg., dann nach Qa^r Mahdiy 1 Tg., 
dann nach Hormoz 1 Tg., dann nach dem Seehafen 2 Posten. 
I^t-: Von HonnOz nach Schahrwft ^yy^ 1 Tg., dann nach 
>ss {\sAMkAys) 3 Tage, dann nach Tärem 3 Tage. 



TTT Seeweg Ton der Tigrismündung nach Indien 

und China. 

[ (Nach Ibn Chordädbc und Idrysy.) 

Von OboUa nach der Insel Ch&rak ^X^t welche 1 F. 

breit und lang und bebaut ist. Gegenüber liegt Gan- 

ofiba und Mehrübän) 50 Fars. 

Insel Läbin ^^) 2 F. lang und breit, und bebaut . . 80 „ 

Insel AbrUn ^«^l, 1 F. lang und breit, und bebaut . 7 „ 

bsel Chayn ^^>^^ Va F. lang und breit, unbewohnt . 7 „ 

Insel Kysch ^jio^oder {j^^t 4 F. lang und breit, be- 
baut, mit guter Perlenfischerei 7 „ 

Insel der BanU Käwan ^jl.fe' ^ ^\jh^ ij-^') ^^ ^^^^' 
len lang und 9 Meilen breit (Kischm) 18 „ 

OrmQz \yJO)^ 7 „ 

^ ^ (Idrysy 52 Meil.) 

Nir ^ü \,?) Grenze zwischen Persien und Sind 7 Tag« 



V 



80 Sprenger y die Po«*' ^^^iserouten des Orients. 

Daybol • ' ' - 8 Ti 

Mündung des Mihr&n (Indus) • * 2 Fi 

*juaJo ( ,jjumX) ) , der erste Ort in Indien. Zwei Far- 

sangen davon ist Jutjf ((XjuJI) 4 Ti 

Kul ^/ (Kola ^/) 2 Ffi 

SandSn ^liX^u« 18 ^ 

Idrysy gibt folgende Nachricht: «Von Kai nach 
Sab&ra, einer \y^ Meile von dem Meere entfernten Stadt 
mit reicher Vegetation, zu Land ungefähr 5 Tage, dann 
nach Sindän 5 Tage. Sindan liegt ebenfalls anderthalb 
Meilen vom Meere und ostlich (I) davon ist eine frucht- 
bare Insel gleichen Namens von grossem Durclmiesser. 
Von Sindftn nach TschaymUr (zu Land) fünf Tagreisen. » 
Die Distanzen sind viel zu gross angegeben. Aus dem 
Umstände aber, dass eine Insel vor SindSn liege, geht 
hervor, dass unter der Insel Salsett bei Bombay und 
unter der S^dt Kenaery gemeint sei. Die Lage, welche 
Sandän bei Byrtlny hat, bestätigt diese Vermuthung. 

Von Sand&n nach Mala (Male daher, wie Reinaud be- 
merkt, Malebar) 5 T; 

Idrysy: a Im Meere 5 Meilen von ^^ AJ^KukO- 
Malk ist die Insel Malk. Es wächst liier Pfeifer, der 
nur noch in zwei Orten vorkommt, in lUJscXJLi» und 
^ÄJyg t • » Auch Ibn Chord. erwähnt hier des Pfef- 
fers. Wir werden weiter unten sehen, dass die Ara- 
ber den Muth hatten, von Masqat auf offener See 
diesem Hafen zuzusteuern. 

Von Malk nach Balyn jjJb (^jA?) 2 T 

Hier fängt der grosse Meerbusen (von Manär) an, wel- 
cher 2 Tage weit ist. Von Balyn nach Ceylon ... 2 Ti 
In Balyn theilt sich der Weg. 

1. Weg der Küste von Indien entlang. 

Von Balyn nach Bäs (jmU. Bus ist reich an Keis, und 

von hier setzt man über von Indien nach Ceylon ... 2 T 

^ stt< ^ ^ \ und Ghaskän ^ICuaä 2 , 

Kurä \\yf (Kodur) an der Mündung von Jo «i (Penaur) 3 Fi 

Kalik&n ^\S3S und ^^y^^ und Kanscha &:^*5^ reich 
an Weizen und Reis. Aloe wird auf süssem W^ asser 
(auf dem Godavery) von Kamol J«^t> und andern 
Orten hergebracht 2 T 



f 



XIL Seeweg ton der Tigrismundung nach Indien u. China, 81 



Von Samander >4Xa».h» nach Urtesyr ^aamJüaI (%jum%«I}, 

wdcbes ein grosses Reich ist ond einen mächtigen 

König hat 12 Far». 

OuiD nach ^^wpf (Palmiras?) 4 Tage 

Wir sind also in Kattak, und ein Tag weiter nord- 
iitfich iat die westliche Mündung des Ganges. Im Jahre 
1S43 machte ich auf eineni Segelschiffe die Reise den 
Golf hinanfl Am 23. Augnst befanden wir uns Bäs 
fegenuber, und am 26. waren wir nicht weit von Pal- 
■ins, von hier aber wird die Fahrt gefahrlich und kann 
ohne Liootaen nicht ontemonmien werden, ich begreife 
ddber wohl, dass die Araber nicht weiter gingen. Oe- 
irin fiinden sie in ELattak die Produkte des Ganges- 
ttaiea Sie wurden aof Baggalos hierher gebracht. 

Bjmnj bestimmt die Lage von keinem Orte sudlich von 
TkfaaymOr, an der Malabarkuste, und von nur wenigen in Koro- 
mndel, in dem indischen Ocean und in China. Statt eine Karte 
bonfagen, gebe ich die nothigen Erklärungen. 

Byrany lebte in Sind, und die Breite der Indusmündung ist 
mch mit Toller Genauigkeit angegeben. Die Lage der Orte, wache 
Ton Sind entfernt sind, bestimmte er nicht durch Beobachtung, 
londem durch Berechnung. In Indien selbst geht er von Cam- 
bay nach N.O. bis Matra am Gamna, dann gegen S.O. das Ganges- 
tfail hinunter bis Mongyr. Die Breite von Cambay ist vollkommen 
genau angegeben, sie beruht also auf Beobachtung, schon Dhftr 
und Ugein hingegen liegen zu weit gegen Norden. Auf gleiche 
Weise finden sich Fehler in der Lage anderer Städte, und wenn 
sie auch klein sind, so häufen sie sich in der langen Route bis 
Mongyr doch an, und so kommt es, dass diese Stadt im 228teu 
stitt 25V4 Breitengrad liegt. Die Gangesmündung ist nach der 
Entfernung von Mongyr berechnet, und wenn diese auch zu ge- 
ring angeschlagen ist. so kommt die Mündung doch Br. 19^ 
ttatt 2272- (xoytll (Gelasor?), «au der Küste», liegt in der- 
lelben Breite wie die Gangesmündung, aber ziemlich richtig 3^ 
20' westlich, nämlich L. 106° 40' Br. 19°. Von hier nun fangt 
der Golf von Bengalen an, und weil Ceylon etwas zu weit gegen 
Norden liegt, so wird er nur 7 statt 12 Grade lang. Um jedoch 
der Küste von Koromandel die gehörige Länge zu geben, welche 
•08 Logbüchern bekannt sein musste, hilft er sich, indem er ihr 
eine gewaltig grosse Biegung zuschreibt. 

Diese Fehler verschwinden jedoch im Vergleiche mit einem 
merkwürdigen Versehen. Alle Orte an der Küste von Koro- 
mandel, wie auch Ceylon und die grosse Nikobarinsel verlegt er 
gerade so weit ostlich von Goydl, als sie westlich davon liegen 
sollten, nämlich: 

Abhftndl. d. D.MG. III, 3. i) 



V 



82 Spr«nflf«r, die Po«t' ^ ^^üerouten des Orients. 

L. 111° 10' Br. n° ^ \ al-Sad J^-^^l L. 114^ 

Br. 15° 30'. 



^^LsO'TangorL. 116 



^\yjM L. 117° 30' Br. 17° 5' >,,Lä3- Tanijor L. 116° Bi 
Ramschyr wv^l^L. 118° Br. 15° 

^Ijy^ (bei Abalf. Mandery) zwischen dem Hafen (KalimTi 
der Üeberfahrt (Meerenge?) nach Ceylon L. 120° Br. 15 

Die Insel Saykeldyb v,^4,VJX<ua^ oder'Sereudyb (Ceylon) L. 

Br. 10°. 
Lang-Baloa (Nikobar) L. 99° Br. 2° 

Verlegen wir diese Orte ebenso weit westlich vom Mc 
von 6oyal, dessen Lage von Bymny fixirt worden ist, um 
Ausgangspunkt zu haben, so kommen sie auf die richtige L 
so z. B. Tangor, welches hier 8 Grade östlich vom Meridia 
Goyal liegt, ist genau so viele westlich davon. Ceylon ud 
dere Orte hingegen setzt er, damit die Küste von Koron 
lang genug werde, viel zu weit von dem Meridian von ( 
Hätte ByrUny nicht dieses Versehen gemacht, so wurde ei 
leicht einen andern Fehler entdeckt haben, seine Halbinsel, v 
wenigstens um 3 Grade zu eng ist, wiirde die gehörige 
erhalten haben. Es ist klar, dass dieses Versehen unmoglic 
Wesen wäre, wenn er, wie Ihn Chord., sich der arabischen 
bücber bedient hätte; denn während diesen zufolge Ceylon 
richtig nur 9 Tage oder 900 arab. Meilen von Sandan en 
ist, ist die Distanz bei Byrany mehr als doppelt so gross 
nahm die Kiiste von Bengalen zur Basis seiner Berechnun] 
hielt sich höchst wahrscheinlich an indische Angaben. 

2. ^eg nach China (nach Ihn ChordKdbe). 

Wer nach China gehen will, verlässt in Balyn den crwi 
Weg und lässt C^lon links liegen. 

Von der Insel Ceylon bis zur Insel Lniikbälns (Lankyä- 
los?). Die Einwohner gehen nackt, leben von Plan- 
tanen, frischen Fischen und Cocosnüsscn. Ihr Reich- 
thum besteht in Eisen. Sie unterhalten sich mit den 
Kaufleuten 10 bis 15 

Von Lankb&ias nach Kila, welches das Königreich des 
Hindu Gaba ist , und wo man das qila' ische Blei findet 
und Chayzerfiu wächst 6 

Hier ist eine Digression über einige Inseln, welche wir 
weiter unten namhaft machen werden und über die Kö- 
nige von Indien; dann folgt wieder die Ueberschrift 
«Weg nach China», und Ihn Chordadbe fahrt fort: 



XIL Seeweg von der Tigriemündung nach Indien u. China, 83 

Von Mlqit JaSLo links liegt die Insel Qo}iima xx|^ji5 
(bei Scheny Toynma, in den Relations BotQma), v/o 

man indische Aloe nnd Camphor findet Distanz fehlt 

hei Idrysy 1 Tag 

Von dort nach Qom&r %W^, wo indisch - qo mansche Aloe 
und Reis vorkommt 5 Tage 

Von Qomar nach Tschanf vjLU c . Hier giht es tschan- 
fische Aloe, welche hesser ist als die qomärische, denn 
&e schwitzt im Wasser. Es giht lüer Kinder und Büffel 3 Tage 

Von Tschanf nach al-Waqyn ^jj^SyS^ (Lnqyn), dem 
ersten Ort in China. Man findet gutes cliinesisches 
Eisen, Porzellan und Reis. Zu Wasser und zu Land 100 Fars. 
Wer von al-Waqyn, welches der grosste Seehafen ist, 

nach Chänqa «JüL^ gehen will, hat zu Land eine Di- 
itanz von 20 Tagen, zu Wasser aher (weil er nicht nm 
den Meerhusen von Annam herumzugehen hat) nur von 4 Tagen 

h Chänqa findet man alle Arten von Ohst, Gemüse, 
Weizen, Gerste, Reis und Zuckerrohr. 

Toa Chftnqn nach öänftl «^L^ («JüL^), wo man Alles 
findet, was es in ChSnqa giht 8 Tage 

Von Ginfll nach Qsnta yiojXJ (Jbju) , wo man ehen- 
fiüls Alles findet . 6 Tage 

Jeder Hafen von den Hafen Chinas ist ein grosser Fluss, 
in welchem die Schiffe einlaufen. China ist dem Meere entlang 
nrd Monate lang. 

Die Nachrichten des Ihn Chordüdhe sind nicht auf das Log- 
buch einer eiiusigen Seereise gegründet, sondern sie enthalten die 
mittlere Zeit der Fahrt und sind eine Art Directory. Idrysy 
berechnet den Ta»j; auf 1Ü4 Meilen, das macht, um mich eines 
englischen Seeniannsauxlrueks zu hedienen, four knots an hour, 
nnd ist wirklieh die Distanz, welche ein Segelschiff durchschnittlich 
durchlauft. Nehmen wir den Zirkel in die Hand, und verfolgen 
wir Ihn Chordädbe's Weg, so finden wir in Fällen, wo die See- 
häfen bekannt sind, seine Angaben überraschend genau, und folg- 
Kch können wir sie, wo sie nicht bekannt sind, durch Messung 
luf der Karte ermitteln. Im persischen Meerhusen kommen wir 
nach einander nach Karek, Ba-Seha*'ab, Inderabia, Kenn (Chayn), 
Polior oder Bostana, Kiscbni (die Schiffe gingen östlich, nicht 
wie jetzt die Englander westlich, dabei vorüber) und Hornioz. 

Die Entfernung zwischen Hormoz und der Indusmündung be- 
trank, selbst wenn man Ma^qat berührt, etwa 770 Meilen. Man 
kann also nach obigem Majissstab den Weg in 7 bis 8 Tagen 
nirücklegen, während der Verfasser 7 Tage und 8 Tage und 
i Fars. rechnet. Aus diesem Grunde und weil die Grenze von 
Sind nicht 8 Tage nordwestlich von der Indusmündung entfernt 



84 Sprenger, die Po«t' ^ ^^'serouten des Oriente. 

igt, lese ich von Nar, der Gte ^ ^^^^ g^^ ^>^ DayW 8 Fan. 
statt 8 Tage. Auch in einem ^^4ern Falle steht Tage statt Fan. 
Das Pic d^Adam, sagt Ihn Cbotd., kann man auf dem Meere in 
einer Entfernung von 20 Tagen sehen. £^ soll gewiss heiasai 
20 Farsangen. 

Die Entfernung von Bombay bis Kap Comorin ist 720 Meilen 
oder 7 Tage. So auch bei unserm Führer. Die Mittelstation 
Malk ist abo in der Nähe von Calicnt zu suchen. Nach Idrysy 
lässt man Ceylon, wenn man nach China segelt, rechts liegen. 
Dieses kann nicht richtig sein, denn sonst wurde sich dieser Weg 
von dem nach dem Oolf von Bengalen, nicht in Balyn, sondern 
erst in Bss trennen. Unser Horsburgh fuhrt uns also von Kap 
Comorin nach dem schönen Hafen Point de Oalle in Ceylon. Da 
die Entfernung kaum 200 Meilen übersteigt, veranschlagt er die 
Zeit der Ueberfahrt auf zwei Tage. 

Ehe wir den Ihn Chordftdbe weiter nach Osten bereiten, 
wollen wir auch andere Nachrichten vernehmen. 

Die Araber theilten die Wasserfläche von Ba^a bis China 
in sieben Meere. Sie werden am bündigsten von Mas'ody (Aas- 
gabe Barbier de Meynard B. 1, S. 330) aufgezählt. 1) Der per- 
sische Meerbusen, 2) das larawisclie Meer, welches Tsckaymür, 
Sabftra, Sand&n (Bombay) und Cambay bespült, 3) das Meer von 
Horkand. Es wird durch die maldivischen und lakadivischen In- 
seln von dem larawischen Meere getrennt (vergl. Reinaud's Re- 
lations, S. 5), die Araber rechneten auch Ceylon zu diesen In- 
seln und hiessen die ganze Gruppe (mit Einschlnss von Ceylon) 

vs^LgbjjJl (vielleicht v::jLsXjJJ|) Dybgfit, welches nichts anderes 

bedeutet als «die Inseln», vom Sanscrit Dwip, welches jetzt Dip 
ausgesprochen wird (vergL Reinaud, Relations, S. LYI). Diese 
Benennung konnte nur in der Malabarküste entstehen. Denn in 
Koromandel kannte man auch andere Inseln. Gegen Osten reicht 
die Horkandsee bis Sumatra (Rftmiy) und diese Insel wird sowohl 
vom Meere Horkand als auch vom Meere Schel&hit bespült (Bela- 
tions, S. 9). Sie umfasste also, wenigstens in der Nomendator 
der Chinaftkhrer, auch den ganzen Meerbusen von Bengalen, doch 
wird ganz besonders der Meerbusen von Manar, das Meer von 
Horkand genannt (Relations, S. 123), und es ist zu vermnthen, 
dass der Hafen Point de Galle Horkand hiess und das Meer 
davon seinen Namen hatte. 

In den Relations ist ein Reisebericht, welcher, wie es scheint, 
nicht von Solaymftn, sondern von einem andern Seefahrer her- 
rührt, und in diesem wird die Horkandsee von Osten gegen Cey- 
lon hin (S. 8, Zeile 2 v^Jü*^ ^|l tnach Ceylon») beschrieben. 

Es wird darin Rftmy (Sumatra) die Scheidewand zwischen dem 
Meere Schelfthit und Horkand gdieissen, dann nennt der Seefiüirer 
Byn&n (Penang?), dann Lan^balns (Nikobar) und dann An- 



XII. 8€€weg van der TiffHsmundvng nach Indien u. China. 85 



MaB^ady's Nachrichten über das Meer H<Hrkand werden 
nur dmnn Terstandlich, wenn man von der Voraoasetcnne aoa- 
gdkc, dass er seinen Nachfragen «bei den Seefahrern von Omftn 
■nd Syrif » diesen Bericht zn Omnde legte , es kann s. B. im Sata 
Su 338: cMit diesen Inseln hangt die Insel Lan^bfilds ausammen», 
■idit die Groppe Dyb^t zn verstehen sein, wie ans dem Contezt 
berv oi gi nge, sondern Rfimy nnd Byn&n, welche der nachlaBsige 
Sdiriftsteller zu erwähnen vei^essen hat 

4) Nach den Relations mosste das vierte Meer Schelfthit ge- 
werden. Mas'ody nennt es das Meer von Kilft, und setst 

bei: «das heisst das Meer von Kil& nnd dem Archipel». In einer 
andern Stelle, S. 340, nennt er es das Meer von Kilabftr (nach 
im BelatioDS, S. 18, heisst Bir das Königreich und die Kiste) 
■id besdureibt es als nicht tief, bestehend aus vielen Strassen, 
■id gefihrlich. Unser Name fir dieses Meer ist die «Strasse 
TOD Malacca», dazu gehört aber anch der meroische Archipel. 

5) Das Meer von Karden^. Es sind viele Inseln nnd Berge 
dsrin. Es ist nicht tief und es r^net bestandig. Unter den In- 
mlanem hebt er die Fan^ab mit krausen Haaren hervor (Idiysy, 
& 173, macht Fan^b zum Titel des Königs von Zftbi^, welcher 
b^aanüich MahSr&^a titulirt wurde). Karden^ ist wahrscheinlich 
der Name von Kap Cambodsch. Er meint also den Meerbusen 
von Siam und die Strecke von Singapor bis Elap Cambodsch. 

6) Das Meer von Tschanf. Reinaud und Peschel erkennen 
Tsdnampa in Tschanf, oom que portait alors et que porte encore 
aiyoord'hui la partie meridionale de la Cochinchine. Da die 
Araber kein p haben und es gewohnlich durch f ersetzen, so sind 
die beiden Benennungen gleich. Diese See entspricht also dem 
Meerbusen von Annam, aber sie dehnt sich viel weiter gegen 
Sidea aus. Das Meer von Tschanf, sagt Mas'ady, stosst an das 
fon Kardan^, darin ist das Reich des Mahärft^a, des Königs der 
Inseln. Die Grenzen dieses Reiches lassen sich nicht bestimmen 
and seine Truppen nicht zählen. Wenn man auf dem schnellsten 
Schiffe sielte, wurde man zwei Jahre brauchen, um darum herum- 
zofahren. Es cehoren dazu die Inseln Saryra (Borneo), Rftmy 
(oder wie Mas ady schreibt, R&mny, Sumatra) und Z&bi^ (so 
schreibt Y&qut, und sagt, es liegt im äussersten Thcile von Indien, 
an der Grenze von China. Mas^'udy schreibt Zftni^. Vergl. Re- 
lations, S. 90, wo auch Kilä dazu gerechnet wird). Die Inseln 
sind reich an Gewürzen, und es sind feuerspeiende Berge darauf, 
wovon er einen besonders hervorhebt Gegen das Meer von China 
hin Blossen diese Inseln an ein Meer (den Austral-Ocean), dessen 
Grenzen man nicht kennt. 

7) Das Meer von China, auch das tschan^ische Meer genannt. 
Er gibt die Grenzen nicht an, aber es ist klar, dass es ostlich 
und nordlich vom Meere von Tschanf liegt Er sagt, es treibt 
hohe Wogen und ist reich an Klippen. Jenseits China gibt es 



86 Sprenger, die Voei- ^ -^^^erouten des Orient e. 

kein Land, das bekannt Yrare^ ausgenommen Sylfi (Japan?) tond 
die dasa gehörigen Inseln». 

Der Redacteur des in den Relations enthaltenen Berichtes 
des Kaufmanns Solaymän, hatte wenig Sinn für Ortsbestimmungen 
und hat sich damit begnügt, ungefalire Angaben aufzubewahren, 
nur die ersten zwei Data sind präcis: Von Ba^ra nach Syr&f m 
Wasser 120 Meilen, dann nach Masqat ungefähr 200 Fars., dann 
nach Kukam - Mala ungefähr einen Monat. S. 1 7 heisst es : «zwi- 
schen Kakara-Mala und Ilorkand ist die Distanz ein Monat.» 
S. 19 hingegen: «von Kukam -Mala, welches nahe bei Hor^ 
kand liegt, bis Ealabär einen Monat.» Unter Ilorkand scheint 
hier Point de Galle auf Ceylon zu verstehen au sein. S. 17 sagt 
er: dass man bisweilen vor Horkand vorübergehe und in Lan^- 
balos lande; von wo man nach Ealab&r schifft, welches das 
Königreich Zäbi^ ist und südlich von Indien liegt (vergl. S. 18). 
Von Kilabär nach Botoma sind 10 Tage, dann nach KLarden^ 
10 Tage. Es ist daselbst ein hoher Berg, dann nach Tsclianf 
10 Tage, dann nach Tschanderfalät , einer Insel (Haiuan?) 10 Tage, 
dann lauft man in das tschangische Meer ein und erreicht in einem 
Monat die Thore von China, davon bringt mau aber 7 Tage zwi- 
schen den Bergen, welche man die Thore von China nennt, zu. 
Man fahrt dann auf süssem Wasser nach Ch&nfu, wo man landeL 

Wir finden von dieser Route, welche ich, weil eine franzo- 
sische Uebersetzung davon vorhanden ist, abkürzte, auch einen 
Text in Öcherzy. Ich theile ihn nach dem Codex des British 
Museum No. 7496 mit: 



JLäj ^yo Jf vüjv.0 {j^k^^S y y?.y^) ^^4^' ^))^ ^^^ 
I^JüüUmI i6li v^J^ »Lo L^ ^ JuL^I 4>^LJ 'k^km4J^ L^Ai y 



XII. Seeweg von der Tigriemündung ftocÄ Indien u. China. 87 



9 ^ o «- 



^3 C?*^' vi' r' vj^ÄmJI L^ ^ xa.^ v:J^yLAa. jy ^ju 

o^ V'^^' «^);'^ '*^'-^ r'^' '^«-i^ »/A--^ ^i-Jl Lgj 
f>^' Ä ^>^^ ^ *Ä^ U^ y^'^ *^ «^'^ V^ ''^ i' 

t Wenn du bei den Bergen ^Owayr und Kosayr vorüber bist, 
sielst du zu einem Platz, welcher Strasse Ton 'Om&n heisst, und 
nimmst von dem Brunnen zu Masqat Wasser ein. Dann segelst 
du nach Indien hinüber, nach Koka -Mala ^^ rr^ ^^ ^ 
Waflenplatz der Hindus ist Wenn man dort Wasser einninunt, 
beiahlt man von einem Ghinaschiff 1000 Dirheme, von einem 
andern 10 bis 20 Dynftre. Mala ist in Indien und einen Monat 
TOD Masqat. Von Knka-Malä nach dem Meere von Horkand ist 
auch nngcfahr ein Monat. Wenn man bei Horkand vorüber ist, 
kommt man zu einem Ort, der Kila-Nar heisst. Zwischen Hor- 
kand (dem Meere von Ceylon) und Kila-Nfir sind Inseln, deren 

Bewohner man Lang ^^ji nennt. Kila-När gehört zu dem Reicb 

von Dzäbi^ ^^j^Xit. £^ liegt »üdlich von Indien ; dann segelt man 

xuich einem Flatz, welcher ToyOma &^^-^* heisdt, wo man fri- 
sches Wasser findet. Dann koumit man zu einem Ort, welchen 
man Tsehanf nennt, dann nach einem Ort Namens Tschandar- 

Üll&t s;;^^*i%cXAjid. Es ist dies eine Insel im Meere, 10 Tage 
ron der vorigen Station. Dann nach Tschan^ ^ a,o, zu den 




Thoren von China. Diese Thore sind Berge im Meere, zwischen 
denen die Schiffe durchgehen. Von Tschandarftlfit nach China ist 
ein Monat, aber die Schiffe brauchen 7 Tage, um zwischen die- 
sen Bergen hindurch zu gehen. Wenn man durch diese Thore 
hindurch ist^ kommt man in süsses W^asser, welches man Chänqa 
(Gänftl?) heisst. In diesem Wasser tritt zwei mal täglich die 
Ebbe und Fluth ein. » 

Um zu zeigen, in welchem Zusammenhange die erwähnte 
Digression des Ihn Cliord. mit dem, was vorhergeht, steht, schreibe 
ich ein paar Zeilen aus dem Original ab, ehe ich die Digre^ion 

übersetze. tJJ^ ^y^.***^ *-^ ^7=^7^ ^' Ü*'^'"'^^ ^7^7^ ^^ 



88 Sprenger, die Po^i- ^^^ ReiMerauten de» Orients. 



•jtl )y^ ^ 4>üo^ )yi^ Lfo^ ,j-Ldl ^j^b LjIjdI^ cJ^^ 

«Von der Insel Lankbälas nach der Insel Kila ist eine Entfer- 
nung von 6 Tagen. Dieses (Kila) ist das Reich des Hindu Gftby, 
und daselbst sind Minen, welche das qi^aische Blei liefern, and 
Bambawalder. Links davon ist die Insel Bftlns in einer* Entfer^ 
nung von 2 Tagen. Die Einwohner sind Anthropophagen. Bs 
wachst dort guter Kamphor, Plantanen, Cocosnüssc und Zucker- 
rohr. Von dort (B&lus) nach der Insel Gäba und Salh&( (Sehe- 
l&hit) und Herft^ sind zwei Farsangen. (Idrysj gibt diese Stelle 
anders wieder, und sagt, dass diese drei Inseln je zwei Farsangen 
von einander entfernt sind, vergl. franz. Uebers. S. 79.) Sie (Gäba) 
ist gross, der Konig derselben trägt ein goldenes Gewand nnd 
eine goldene Kopfbedeckung, und betet Buddhe an. Dort wachsen 
Plantanen, Zuckerrohr, Sandalholz und Nardus. An. der Seite üt 
ein kleiner Berg, welcher von der Spitze Feuer auswirft. Es 
steigt 100 Ellen empor. Die Dicke der Säule hängt vom Winde 
ab, bei Tag ist sie Rauch, bei Nacht Feuer. Dann in einer Ent- 
fernung von 15 Tagen ist ein Land, welches ^Otr erzengt. Die 
Entfernung zwischen G&ba und Salhftt ist nahe an — — (die 
Zahl fehlt).» 

ByrUny nennt in Hinterindien nnd in dem Archipel ausser 
Nikobar (Lan^-Bälus), welches, wie wir gesehen haben, er 
21 Grade westlich von Ceylon versetzt, statt östlich: 

Die Insel Lftmery [£y^^ ) 'wo Baqqam und ChayzerKn wächst, 
L. 127° Br. 9°. ^ 

Die Gebirge Qämirtln ^^ «joL» , wo Aloe wächst. Sie bilden 

die Scheidewand zwischen den Hindus und Chinesen, L. 125^ Br. 10^. 

Die Insel Kihkand cVaa^.V^ das Königreich der Affen, welche 
▼On Menschen bedient und mit Speisen versehen werden. 

Die Insel Kila , der Hafen zwischen *'Omän und China. Von 
Kila wird das darnach benannte Blei exportirt, L. 140^ Br. 11^. 

Saryra ^y^,yM (Borneo), eine grosse Insel im grünen Meere 

im Osten, L. 147'' südliche Breite 1"". 

Nehmen wir wieder Karte und Zirkel zur Hand, so bringen 
uns 10 bis 15 Tage zur Insel Gross- Nikobar (LangbälDs) und 
6 Tage mehr nach der Stadt Malacca, welche also Elila ist. Hier 
ist eine Unterbrechung im Logbuche, denn Ihn Chord. sagt uns 
nicht, wie weit Maqit von Kila entfernt ist. £2s ist etwas aus 
dem Texte ausgefallen, aber auch bei Idrysy, welcher den Ihn 
Chord ziemlich vollständig in seine Geographie aufgenommen hat, 
finden wir die fehlende Stelle nicht. Wir machen auch an andern 
Orten die Erfahrung, dass der Sekretär des Verfassers, welcher 
das Buch ins Reine geschrieben haben mag, nicht die gehörige 



IV/. Seeweg von der Tigrismundung nach Indien u. China, 89 

Soi^Un aaf Genauigkeit und YoUstandigkeit verwendet bat, und 
abo der Text, wie er auB des Verfassers Hände in das 
kam, mandie Mangel hatte. 

Die Liöeke lasst sich ans dem Logbnche des Solayrnftn aus- 
Nach M&qi( nennt Ihn Chord. QoytUna. Nach Solayman 

ist die £ntfemang zwischen Kila und QoyQma 10 Tage. Wir 

nur nicht vergessen, dass Ihn Chord. in einem Tage durch- 

«luttlich eine drei mal so grosse Distanz zurücklegt als Solay» 

tfa. Nach Ibn Chord. würde also die Distanz zwischen Kila 

■1 QoylUna 3 oder 4 Tage sein. Davon kommt 1 Tag auf die 

I g fe ruu u g rwischen M&qit und Qoyuma (oder BotUma oder 

IbjlliDa}^ und es blieben also 2 oder 3 Tage zwischen Kila und 

Itüfi^ Der Zirkel bringt uns, wenn wir zwei leichte Tage ab- 

HHen, von Malacca nach Singapor oder Bintang, hier also muss 

Mttpij oder wie Idrysy schreibt, Mabif oder M&yt sein. Dass wir auf 

4er riditigen Fahrte sind, beweist, dass die Insel QoyOma links 

«OB MAqit liegt, denn der Lauf der Schiffe wendet sich, sobald man 

iB das Kap Romania herum ist, wirklich gegen Norden. QoyQma 

entspricht demnach der Insel Mittel -Anam oder Timoan. 

Die Digression des Ibn Chord. verursacht uns grosse Schwierig- 
keilen (^ gebort aber auch nicht zu unserem Zweck). Links oder 
nordlicb von Kila finden wir keine Inseln. Es ist aber anzuneh- 
men, dass hier die Lücke sei, und die Inseln links von Mäqit zu 
Kcben sind, auch hier finden wir keine grosse Insel, wie doch 
Giba genannt wird. Schelähit dürfen wir aber links von M&qi( 
gar nicht suchen, denn wir haben gesehen, dass das Meer von Sehe- 
büiif die Nordost -Küste von Sumatra bespült. Ich würde «links» 
fSr ein Versehen des Abschreibers ansehen, aber auch Idrysy sagt: 
iinks; dennoch müssen wir diese Inseln südlich von der Strasse nach 
Quna suchen. Es ist möglich, dass Ibn Chordädbe aus Versehen 
fiaks statt rechts geschrieben hat, oder dass er diese Nachrichten 
ooem andern Seefahrer entlehnt hat, welcher die Reise von O. 
nach W. beschreibt, wie in den Rclations die Inseln zwischen 
HiDterindien und Ceylon aufgeführt werden. Das erstcre ist wahr- 
. edieinlicher. Unter Bälas ist wahrscheinlich Bangka und unter 
G&ba ist die Insel Java zu verstehen. Uebrigens tragt diese Di- 
gression des Ibn Chord. nicht den Charakter der Genauigkeit sei- 
nes Directory und ist von wenig Werth. 

Qom&r, die nächste Station nach QoyQma, liegt nach den Re- 
lations, S. 93, auf dem Festlande (statt: es liegt gegen Arabien 
hin, ist wohl zu lesen, es liegt gegen China hin), und wir be- 
finden uns im südlichen Theilc von Kambodsch, vielleicht in der 
Mündung des Haupt flusses dieser Halbinsel. 

Nach Idrysy liegt Tscbanf ganz nahe bei Qomär und die 
Entfernung beider Seehäfen beträgt nur drei Meilen. Wir müssen 
uns an den Text des Ibn Chord. halten und Tschanf drei Tage 
nördlich von Qomär entfernen, denn sonst können wir in der 



90 



Sprenger y die PoBi" Ci Reiserouten des Orients, 



kurzen Frist, iwelche er unB ^\?ischen den noch übrigen StatimMr 
gönnt 9 Canton unmöglich erreichen ^). Luqyn (diese Schre]bw«i||^ 
finden Avir auch in Nowayry^s Abhandlung über Parfumerien, Hit 
Leyden No. 273) niuss an der Mundnng des Songkoi liegen, dcnl 
von dort hat man zu Land noch etwa 450 arabische Mnilm 
bis Kanton, und zu Wasser vier Tage. 

Setzen wir auf der Karte den Weg von Eointon fort 
suchen wir die Mundung eines grossen Flusses, so zeigt ans 
Zirkel nach circa 800 arabischen Meilen auf das Ganfu des Mi 
Polo. £^ liegt am Flusse Kiang und ist der Seehafen von 
tscheu -fu. Sechs Tage mehr bringen uns an die Mundnng dldk 
Payhoflnsses und wir befinden uns in der Nähe von Peking. 

Von den wenigen Orten in China, deren Lage Byrany MA 
stimmt, sind vier, von denen man mit Gewissheit sagen kann, daM- 
er sich der Angaben von Seefahrern bediente. 




Chänqo ^iuL^, eines der Thore von China, am Flusse, L. 160' 
Br. 14^ (aus Abnifidä, fehlt in meiner Abschrift des Byrany). 




(nach Abnltida ist Changu zu lesen, es kann abor 
auch G&ncha sein). £s gebort zu jv^lol und liegt ebenfalls am 
Flusse, L. 1G2° Br. 13° (bei Abnlf. irrthümUch Br. 18**). 

IJsxL^ (es ist walirscheinlich ChämtU zu lesen), eines der 

Thore von China und der Ort, wo die Flüsse in das Meer faÜeiii 
L. 166° Br. 11°. 

Sila ^Lww. Im oberston Theile von China gegen Osten. Wird 
wenig zu Wasser besucht, L. 170° Br. 5°. 

Tragen wir diese Orte in ein Netz ein, so finden wir, dasi 
sich die Küste von China, nach Byrnny^s Ansicht, von W. nach 
S.O. statt nach N.O. ausdehne. ChüngU liegt bei ihm 125 arabu 
Meilen südöstlich von ChanqO; Chäuito 250 M. von Chan^, und- 
Sila 375 Meilen von Chamtn. 

Ausser den genannten stellt B}TQny nur noch die Position 
von folgenden Städten im eigentlichen China fest Es ist nnmog- 
lich zu bestimmen, nach welchen Daten: 

Scherghad öy^yj&t^ im Chinesischen ^äJLm Sinftl. Dieses ist 
Grosschina jj^yoL^ (Mahatschyn) , L. 115° (155°?) Br. 15^. 

Yan^n ^^SXJ, die Residenz des Faghfur, welcher den Titel J 
Tomghäg-Chfiu jjLä. -p.Uuj, hat, L. 125° Br. 22°. 

') Die Angabe, nach welcher Ibn Sa' yd bei AbClf. S. 369 die Lage 
von Qomär und Tschanf festsetzte, kann keine andere gewesen sein, ali 
dass der letztere Hafen 3 Tage oder circa 350 arab. Meilen nordöstlich 
von Qomär liegt; denn Qomär hat bei ihm L. 166° Br. 2® und Tachanf 
L. 162 <> Br. 60. 



IL SCrwM nach dem Westen den Eupkrates entlang, 91 

J8h^^(bei Albaf. y^y^) ist grosser als Yan^ und der 
erRe^ening, L. 127° Br. 21° 

nter dem ChSnqO des Bymny ist ohne Zweifel Kanton eq 
en. Sein Ch&n^a mag das Crftnftl des Ibn Chord. (Hang- 
ln) sein, denn wie Reinaud zeigt, ist wohl Hang-tschea-fa 
dit Kanton das Ende des Logbuches des Kaufmanns So- 
, und war damals die wichtigste Stadt in Cliina; desswegen 
le auch nach orientalischer Sitte, wo die grosste Stadt den 
I des Landes annimmt, in den Relations, S. 20, geradezu 
I, China genannt. Das Chamtn des Bymny mag dem 
des Ibn Chord. entsprechen. 
B erübrigt noch zwei Positionen zu erwähnen, welche By- 

im Lande der Türken» nennt im zweiten Klima: ^^^jJo«l, 

' 30 Br. 26'; IxS Qatä, «im N.O. von China, der Regent 
D Titel Qatä-Chan», L. 118' 40" Br. 21' 40". 
le arabische Geographie von Sind haben Sir H. EUiot and 
Anderson erschöpfend behandelt. 

I. Strasse nach dem Westen den Euphrates 

entlang. 

Ibn Chordadbe, Qodäma und Idrysy. 

»a^däd nach Saylhayn ^wA:^yu*Jt 4 Fars. 

m. nach YäqUt 3 F., der Ort wird auch ^lihayn 
?heissen und liegt bei 'Aqarqnf.) 
(bei den Persern hiess es Fyrnz-Sabur, bei den 
H:hen Sippara) 8 „ 

f (Qod. vy^ I<ir. v'rO 7 „ 

Chesney Breite 33** 38' 8", L. von Green. 42** 

15") 12 „ 

A &A«a«UJt , auf einer Insel des Euphrates .... 7 „ 

^a &UM««^i (Qod. 2Um«J|, Chesney Awsagiya?) 7 „ 

^jljJi (fehlt bei Qod., wahrscheinlich identisch 

iS'^M) 6 „ 

!f (Ibn Chord. iUx^f) 6 „ 

(Qod. Ä4JL^M) 12 „ 

I (fehlt bei Ibn Chord., es ist wahrscheinlich iden- 

I mit Därii) 6 „ 

i tj^^\ (Qod. Ä-Ö^l) 6 „ 

alsobä^ cLuwwJI (34>U (Löwenthal) 6 „ 

(Idrysy 5 „ ) 

; Ibu Gomay' ^^ ^1 ^p-y*^ 5 „ 



92 Sprenger, die T^^ ^^ BeUerouten des Oriente. 

Qod.: Von Chalyfe B)f ^oma/ nach ^[jti\ (keine INita 
nach Qarqysiya (keine Distanz), nach der Mündnng des U 
(Kanal) Sa' yd 8 Fars. 

Ibn Chord.: Von Chaly^ nach LuMjü»y» JLa^ ^jmUÜI ^ 

Da bei Grcesium keine Gebirge sind, lese ich statt ÖibBl QcÜ 

JLö gegenüber, also: Von Chaly^ nach al-6hSs gegeniibc^f 
cesium 7 F., dann nach Nähr Sa'^yd 8 F. il 

Idr. sagt: Von Wftdiy alsobsT nach den Gebirgen TOn { 
cesium 7 F., dann nach Nähr Sa' yd 8 F. 

Von Nähr Sa' yd nach ^^1 (Qod. ^^)y^U Idrysy 

c;'*>/4^0 l*Ki 

Mabrak d^\ (ibn Chord. J^l, Qod. J)UJf) " 11 

Raqqa (Ibn Chord.: Raqqa heisst rüniisch ^«JLü oder 

^•.Lu^Li?) Nicephoriuni 8 

Qod.: Das macht von Baghdad nach Raqqa 126 Fars. 
Idr.: Das macht 372 Meilen = 126 Fars. 

Dieser Weg läoft dem Euphrat entlang. Man kann aber 
verschiedenen Orten diese Strasse und den Eaphrat verlassen, i 
spater wieder damit zusammenzutreffen. Qod. sagt, dass von i 
b&r ein Weg durch das Innere des Landes, nach Dayr fahre, ] 
er sich wieder mit der Euphratstrasse verbindet Er gibt si 
keine fernere Nachriclit davon. 

Idrysy geht von AwOsyya nach 'Anft 21 Meilen, dann im 
Däliya 21 Meilen, dann nach Rababa des Mälik b. Tawq 30 ! 
dann den Eaphrat entlang nach Chäbor 2 Tage, dann nach C 
cesium 2 Tage, dann nach Ch&naqa 2 Tage, dann nach Rm^ 
2 Tage. Auf diesem Wege, sagt Idrysy, betragt die Entfenn 
15 Tage, auf dem andern, welcher (theü weise) durdi die Wi 
fahrt, nur 10 Tage. 

Qod.: Von Fordha fuhrt ein Weg durch die Woste m 

Raqqa, nämlich von Fordha nach ^^Jo«.«^! (Var. ^io^^jJI) 3 

dann nach 'Aw&mil Juol^jul 1 F., und 1 Meile, dann nach Qa{ 

aUdioJÜI 8 F., dann nach j^y^i^ 9 F., dann nach R09B& 8 : 

dann nach Raqqa 8 F., das macht von Baghdftd nach Raq^a 1 
dem Wege der Wüste, entfernt vom Euphrat, 129 F. und 1 Md 
(£^ fehlen also 2 Stationen.) 

Qod.: Weg nach Damascus. Von Raqqa nach Ro^ftfa 8 
(Moq. ein halber Tag. Vielleicht haben wir bei Qod. 8 Meil 
zu lesen.) Von Ro9&fa fuhren zwei Wege nach Damascos, eb 
durch die Wiiste, der andere über Hom^ durch bebautes La; 
Weg durch bebautes Land. 



XIIL äSfrotfM naek dem Westen den Euphratu entlang, 93 

Qoi and Ibn Chord.: Von Bo^&fa nach ^KjJt (Qod. und 

k|tOJ0 40 Meflen, dann nach Qastal 36 M., dann nach 

SO M., dann nach Hom^ 24 M., dann nach Schemayn 

mJI ^jju*fc»u&, Ibn Chord. and Moq. .^^MOfA) 18 Bl, 

niadi Qär& fpU 24 (Qod. 22) MeUen, dann nach Nebek 

' 16 (Qod. hat dafür von Qsrft nach B&b ^Ij^\ 12 M., 
aber in der nächsten Station mit Ibn Chord. überein), dann 

QoUTfa siAkS 20 M., dann nach Damascos 24 M. 

BÖn. Abolfida hat Bo^&fa so weit westlich von Grcesiam 

als es von Raqqa liegt. 
Der genannte Weg von Ro^fa bis Salamyya kann nar in 
ODe Strasse darch bebautes Liand genannt werden, als man 
gentnnten Oasen traf. Ibn Chord. hingegen erwähnt einen, 
bat überall über fruchtbares Erdreich fahrte, er gibt aber 
die Stationen und nicht die Bntfemangen an: Von Raqqa 

Doser y***^^ (Yaqüt sagt, es liegt nahe bei Qifiyn, und 

estweder identisch mit dem Schlosse Ga'bar oder eine Vor- 

davon), dann Tiach Balis (jMJUt, du bist nun schon über 
Eophrates (Y&q.: Balis liegt westlich vom Euphrates, nicht 
wA daTon and unter ^iffyn), dann nach ChosSf (Yaq.: So wird 
peil Einigen die ganse syrische Wüste geheissen bis zum Hi^fti; 
ikiger wendet man diese Benennung auf einen Strich Landes 
inehen Balis und Aleppo an; er ist 15 Meilen lang und man 
Uli darauf Ueberbleibsel von Kultur und Dörfern), dann nach 
b'lii, dann nach Aleppo. 

Moq.: Von Aleppo nach B&lis 2 Tage. 

Ibn Chord.: Von Aleppo nach Qinnasryn, dann nach Scbay- 

W, dann nach Hamft, dann nach Hom^, dann nach 1%^. 16 M., 

im nach Q^rft 30 M. (Die Fortsetzung der Route nach Damas- 
■ kennen wir.) 

Moq.: Von Hom^ nach Hamft 1 Tg., dann nach Schayzer 
Tg., dann nach Kafar-Tftb 1 Tg., dann nach Qinnasryn 1 Tg., 
um nach Aleppo 1 Tg. 

Ya'qaby: Von Aleppo nach Qinnasryn, dann nach Teil Man- 
H, dann nach Hamft, dann nach der Stadt Rastan, dann nach 
«DQ, dann nach Gasiya, dann nach Qftrft, dann nach Qotayfa, 
m nach Damascus. 

£he ich die Reise von Damascus gegen Aegypten fortsetze, 
■B ich andere von Norden dahin führende Strassen, welche 
IB bisweilen statt der bereits genannten betrat, nachholen: 

Qod.: Der sogenannte mittlere Weg von Salamyya nach Da- 

■ns. Von Salamyya nach Fer'ftnft bL&%i 18 Meilen, dann 
sh Mftseryk db^Lo 20 M., dann nach Qadad Ojuo 18 M., 
in nach Nebek 35 M. 



94 Sprenger, die Po**' ^nä Jieiserouten de$ Orient*. 

Qod. und Moq.: Voü Hom9 nach Gosiya auuM^ 13 J 
(1 Tg.), dann nach u>Uj (vij(jL>l) 20 M. (1 Tg.), dann «1 
Ba'lbek 13 M. (1 Tg.). Qod. fahrt fort: dann nach ü^ m 
dem Berge, welcher Ramy ^s genannt wird, 50 M., hier «odl 

sein Itincrar. Moq.: Von Ba''lbck nach ZebedSny 1 Tg., dd) 
nach Daniascus 1 Tg. i 

Ya'qnby: Von Gnsiya nach Biqä^ dann nach Ba'lbek, dtt 
nach '^Aqabat alruniman (Granatenstutz), dann nach DamascoBi 

Dieses war die Poststrasse (siehe S. 8 oben). Jetzt gii 
die Post über Nebek. 

Gihännuma: Von Damuscus nach Qotayfa (spricht QtBfi 
9 Stunden, dann nach Nebek 8 St., dann nach QapolQ 12 fl 
dann nach Hom^ 10 Stunden. Auf diesem Wege, den ich i 
Jahre 1855 machte, lasest man Q&rä ostlich hinter einer Befl 
von Hügehi liegen. 

Im Unterschiede von dem bereits erwähnten, nennt Qoi 
einen Weg von Roy^lfa durch die Wüste nach Damasens: Vi 

Ro9afa nach xj%i&>l, der eigentliche (griechische?) Name i 

Lyc^üsLj (Ptolemaea?) 35 Meilen, dann von Lyo^üaj (Ptolema^ 

nach'Odzayb v^.<>jl)I 24 M., dann nach l»g > 20 M., dann dm 

^jjuiOyMi^ 20 M., dann nach Gernd «>;>^ 3G M., dann um 

Damascus 30 M. (Dieser ist also um 4G oder 48 Meilen lägfü 
als der obige.) 

Ihn Chord. und Qod.: Von Damascus nach Keswa iyM 

12 M., dann nach Gäsim iv^L^ 24 M. (nach YEq. wäre Ötti 

nur 8 Fars. = 24 Meilen von Damascus), dann nach F^q ^ 
(oder Afyq) 24 Meilen, dann nach Tiberias, der Hauptstadt i 
Jordangebietes, 6 Meilen. 

Moq.: Von Damascus nacli Keswa 2 Polten (hier sind < 
grossen Posten von 12 Meilen gemeint), dann nach G&aim 1 T 
dann nach Fyq 1 Tg., dann nach Tiberias 1 Post. 

Ya'^qQby: Von Damascus nach Güsim, dann nach C%isQ 
dann nach Fyq am Stutze, dann nach Tiberias. 

Ihn Chord.: Von Tiberias nach Ljv^gnn ^^-ssjl 20 1 

dann nach Qalansawa SmJÜJ»', am Flusse I^L^) wo es Lövi 

cLmm gibt, 20 M., dann nach Kamla, der Hauptstadt von £ 

lästina, 24 M. Qod.: Von Tiberias kann man einen Urnirl 

machen, nämlich nach Baysän ^Lajmuu, IG M., dann nach Laj 
^Qn 18 Meilen. 

Moq. nennt dieselben Stationen, wie Ihn Chord., und recht 
je^le zu einer Tagereise. Er kennt noch einen andern Weg: V 



XIIL Strasse nach dem Westett den Euphrates entlang, 95 

^ba^gHn nach Eafar-Säba 1 Tug (oder 1 Post?), dann nach 
[IboDAa 1 Tg. 

Ihn Chord. und Qod.: Vom Ramla nach Azdad ^%«>s' 12 M., 
nach Ghazza 20 M., dann nach Rafah ^\ 16 M., dann 

""Arysch j:ujyL!( 24 M. durch Sand, dann nach Warräda 

^^^M 18 M., dann nach Baqqilra S^LäJI (Moq. S^LaJÜI, Ibu Ch. 

juJt) 20 M., dann nach Fenuä Lc^aJI 24 M. durch Sand. 

Qod. und Moq. nennen ausserdem einen We^, welcher von 
[h der Küste entlanglauft: yon'Ar}'sch nach MaclJa^i 21 M., 

^fannach Qa^r (Hi^n) al-Na^ara (Moq. Dayr al-Na^iira, Christcn- 
ter), vio Wasser und Palmen sind, 24 Meilen, dann nach 

ifcmi 24 Meilen. 

Qpd.: Von Fermä gibt es einen Winterweg und einen Sommer- 
te nach Fostat. Sommerweg: 

Qod., Ihn Chord. und Moq. : Von Fennä nach Gor^yr wi:>.«^ 

JO IL, dann nach F&qQs Ghädhira 24 M, dann nach Masgid Qo- 
it 18 M., dann nach Bilbays 21 M., dann nach Fostat, der 
'Bnptstadt von Aeg^'pten, 24 M. 

Qod. o. Moq. : Winterweg: Von Fermä nach Maryad 1 Tg., 
-dum nach FfiqQ9 34 M. Dann wie Sommerweg. 

IVqaby: Von Ramla nach der Stadt Yohnä, dann nach 
Aaqal&D, dann nach Ghazza, dann nach Rafah, welches der letzte 
OM von Syrien ist, daim nach Schagratayn, dann nach 'Arysch, 
hsn nach Baqqära, dann nach dem Dorfe Warräda, dann nach 
Fcrmft, .'i Meilen vom Meere, dann nach dem Dorfe Gorgyr, dann 
Mch dem Dorfe FäqQs, dann nach dem Dorfe Ghayfa, dann 
ndt Foi^ät. 

Ibn Chord.: Von Baghdikl nach Fostät sind 570 Fars. oder 
1710 Meilen. 

Ibn Chord.: Von FostiK nacli Dzat Sähil 24 M., dann nach 
Ternoq ie^Jauw* 22 Meilen, dann den Nil entlang nach Räfiqa 
UiUI 24 M., dann nach UäA»/J» (in der Karte des I^t. ^j^) 
U M., dann nach yjy^y ( c>^t^) 24 M., dann nach Alexan- 

Aien 24 M., dann nach Ba-Mvna Xju «J 24 M., dann nach Dzät 
Romäm 18 M. 

Qodäma bei Gooje: Von Fostät nach Dzat SaUisil 24 M., 
lum nach TernUt ^«Jo 30 M. Will man nun von TernOt über 
ilexandrien reisen, so geht man nach Kawm Scharyk ^^yL ^S 
22 M., dann nach Räfiqa JüiiLil (Distanz felilt). Wenn man der 
lAndstrasse folgt, so wendet man sich von Räficja nach dem Meer- 
bitfen von Alexandrien, 24 M. Von Abll-Myna &aj *jI nach 



% Sprenger, die ?<>* ^^ ieiserouten des OrienU. 

Daät Homam 18 M. (P^^ ^^anz zwischen Alexandrien und I 
Myna fehlt.) 

Von Tarnat, fahrt Qodäma fort, kann man, um auf h 
zerem Wege nach Dzftt H^^^^^^^ zu gelangen , nach Minbar «aJ 
gehen, 30 M., dann nach Mes&ris (jm\Lm^ 24 M., dann nach 

mesft 12 M., dann nach Dz&t Horoftm, wo beide Wege zosamin 
treffen, 20 M. 

Moq.: Von Alexandrien nach R&fiqa 1 Tg., dann nadi Ktv 

Scharyk 1 Tg., dann nach Ternüt -^9-^7^ ^ 1^g*9 dann nachfii 
Sel&sil 1 Tg., dann nach Alexandrien (Fo8(&() 1 Tg. 

Moq.: Von Alexandrien nach Ba-Myna iu«JU 1 Tg., dife 

nach Sefä Ijum 1 Tg., dann nach Armesfi Lucut 2 Posten, dft 
nach Dzftt Hom&m 1 Tg. 

Dem Moq. zufolge wären also 3 Tage und 2 Posten zwiacfa 
Alexandrien und Dz&t HomSm, dem Ibn Chord. zufolge nur 38 M 
len oder 2 Tage. Es könnten bei Ibn Chord. zwei Stationen ai 
gefallen sein. Ich glaube aber, dass Ibn Chord. recht hat M^ 
hat den ersten Theil des Itinerars des QodSma um das Plag 
zu verdecken, seiner Gewohnheit gemäss umgekehrt, und d 
zweiten Theil unrichtig copirt, und so ist, wie ich glaube, sei 
verlängerte Route entstanden. In einer andern Stelle nennt 
auch Bü-Myna als die einzige Station zwischen Alexandrien 11 
Dzät Homftm. 

Ibn Chord. und Moq. geben dasselbe Itinerar zwischen Di 
Hom&m und Barqa, nur kehrt es Moq. wie gewohnlich, wenn 
abschreibt, um, und bestimmt die Entfernungen in Tagenis 
femer ist bei ihm die Station Sikkat alhamm&m (die Poststali 
des Bades) ausgefallen. Auch Idrysy folgt dem Ibn Cfaordld 
geht aber wie Moq. von Barqa ans. Ich gebe nun den Weg ni 
diesen drei Auctoritäten. 

Von Dzftt Hom&m (Fieberort) nach Hanyya al-Rum &aj 

l*^Jt (Romerbogen) 34 M. (Ibn Chord. 24 M.), dann nach 

Tfthnna lü^Lkll (Mühle) 30 M., dann nach Kan&ys aUuu 
w)«^l (jmoÜj (Seidenkirchen. Qodftma: Kan&ys al^n, Me 
busenkirchen) 24 Meilen, dann nach Gobb 'Awsa^ ^^^^ V 
(Rhamnoscisterne) 30 Meilen, dann nach Sikkat alhammfim SJ 
l»l«»l (Poststation des Bades) 30 M., dann dach Qa^r alacha 
mSs (^mU^mJ! yjtoS (Diaconusschloss) 25 M., dann nach Hisl 
alqawm r»^Ä)t &^y> (Sammlung des Stammes. Moq. und Idr] 
I»^aJ! ^y^) 15 M., dann nach Haw&nyt Aby Halyma vi^ajI« 
^1 (Boutiken des Aba Halyma. Ibn Chord. wt; 



XIIL Strasse nach dem Weatefi den Euphrates entlang, 97 



^1, Moq. S l4» > ^1 v-^Kä) 35 Meilen, dann nach 
y^kt iiiaJl (StutJE. Ihn Chord. auiuyuJI) 20 M., dann nach 
Xig alschaych -^-^^S p^yfi (Wiese der Alten) 20 M., dann 

\wk Hajy 'Abd Allah äJJI Juä ^^ (Hauptquartier des Stam- 

'Abd Allah , Idr. Gobb Abd '.Vllah) 30 M. , dann nach jU. 

Jl (Moq. yiJL^\ )\jLs^ , Idr. wuuoJI ö\j^) 30 M., dann 

■ch jlx^Xjt w^^ (so Moq., bei Ibn Chord. ist eine Lücke, Idr. 

Mkrabt ^((Va^JI v^) ^^ ^'1 ^Bxm nach AVfidiy Machyl \£^\^ 

^ 35 F., dann nach Gobb Holaym&n ^^UaJL>> sy^ 35 M., 

tei nach Magh&r ^UJI 35 M. , dann nach T&kenest oi^yuAS^U 

(Moq. oumj^Aj) 25 M., dann nach Ned&ma aLcljiJÜI (ihn Chord. 

ijS) 26 M., dann nach Barqa &3o G M. Idr. fugt bei, dass 
lOB ilexaf drien nach Barqa 21 Tagereisen oder 552 Meilen seien. 

Qod&ma begleitet den Ibn Chord. bis Sikkat alhammrim, dann 
|dt er nach dem Dorfe Ma'add ^y^LA (Mu'n?) 35 M., dann nach 
bbOB \f»y^) (Distanz felilt), nach Forma &^yi ) wo die Ver- 
voitniigsbeamten wohnen, 6 F., dann nach Qa^r Schähidyn (Distanz 
fehlt), dann nach Wfidiy Sodor ^^cXamJI ^(>|^ 20 M., dann nach 
fan Dorfe cU 24 M., dann nach Nadama 24 M., dann nach 

Bsqa 6 M. Dieser Weg führt durch eine stellenweise bebaute 

G^end. Er kennt noch einen andern, welcher durch Steppen fuhrt 

nd gewiss ^iel nälier ist. Er geht von Qa^r al-Knni r*%v'f >-«^ 

(wie man dahin kommt, sagt er nicht) nach Mar^ alischaych 35 M., 

dann nach Gobb (Hayy?) 'Abd Allah 30 M. , dann nach OLa^ 

uiLcJt 30 M., dann nach ^IxJlmJ' V^'^^ ^^ ^^') ^<^"" "*^^''^ 

Wädiy Machyl 35 M., dann nach Gobb Holmän ^U-Lä. s^ä 

35 M.. dann nach Wadiy Thoghnr x^u (^oL 35 M., dann nach 

Tikenest, einem christlichen Dorfe, 25 M., dann nach Nedäma, 

Ton wo er nach 15 M. Barqa erreicht. 

Auf dieser Strasse sind von Alexandrion nach Barqa 558 Mci- 
Ira oder 9** 18', die Entfernung in gerader Ilichtung beträgt un- 
gefähr 7 Grade des Aequators, es kommen also zwei Grade auf 
Verlust durch Umwege. 

Ibn Chord.. Moq., Idr. und Qod.: Von Barqa nach äjLLc 
(Moq. x-wyuuc, Qüd. iLyuJLc, bei Idr. fehlt diese Station) 15 M., 
dann nach Qa^r afasl Ju^jl)! j^aji (Ilonigschloss) 19 M., dann 

nach Übrän jj'y^;' (Idr. ^^^1, Qod. v'/:?^') ^'^ ^^'-^ ^»""^ ""^** 
Abhamll. «1. 1)M(I. III, :J. '^ 



"98 Sprenger, die Post- und Reieerouten de$ Oriente. 



8olaq \Jix^ 30 M., dann nach c:xamji$o (Qod. aUMuOji, |^ 

\;ißkM*jOyj^ Moq. vaxMfc^o), au der Küste, 20 M. ^ 

Bis dahin stimmen sie alle übercin. Ibn Chord. fihrt fjgt 

dann nach ^ujLo, an der Küste, 20 Meilen, dann nach Afc 

byya &ajIJ^I 24 M., die erstere von diesen zwei Stationen U|| 
kein anderer Geograph. Qod. erwähnt zwar diese Rente, 
sie aber nicht vollständig an. £r gibt eine andere von 

nach A^dfibyya: Von Solüq nach Sikka RJCmJ! 30 M., A« 
nach Zaytüna 20 M., dann nach Agdabyya 24 M. Das wBi 
also von Solnq 74 M. Auf Ibn Chord&dbe*8 Route ist die Bi 
fernong 68 M. Ich glaube also, dass sein iujL» wirUidi io j 
Itinerar gehöre und ea vollständig sei. i 

Die genannten Quellen: Von A^däbyya nach syu y^ ((^ 

S^ (5^) ^^ ^** ^^^^ ^^™ Sabcha (salzigen Boden) von lU 
has& Ly^w^ &ia^ 30 M. 

Nach Moq. liegt nur eine Station und nicht drei zwiscU 

v:>dMüOO und Manhosft, und diese eine heisst Beled-Rub Wai üS^ 

Nach Idrysy geht man von demselben vsam^^o oder o,iMi^5 nac 

SJ»^ 20 M., dann nach Famch (FarQ^?) ^^^ 25 IL, dai 

nach Byr alghanam 30 M., dann nach Manhosa 13 M. IdiyqF 
Weg ist 88 M., und der des Ibn Chord. ist 94 M. Es ist ih 

möglich, dass sein ^JSy^ und Ibn Chordadbe^s s«ju«,^ identisi 

sind, es wäre dann bei Idrysy Agdabyya ausgefallen und er hit 
einen Umweg von 14 Meilen gemacht. In einer frühem Std 
sagt Idr.: Die Entfernung zwischen Barqa und Agdabyya betriL 
6 Tage oder 152 M. Bei Ibn Chord. beträgt sie 144, nach d 
einen Route des Qodama 150 M. 

Ibn Chord. und Qod.: Von Manhosa nach Qa9r al'ati» 

gMbkjJt ^^lOJ (Durstschloss) 34 M. (Idr. sagt 3 Tage), dann nai 
den zwei Dorfern Yahüdyya 34 M., dann nach dem Grab (Schlei 
des 'Ibady 24 M., dann nach Sort \;:jyj^ 34 M., dann nach Qi 

nayn (Qaryatayn) ,jj6 JÜI 18 M. (Ibn Chord. ,jjyo JÜt 13 E 

dann nach Maghdasch ji^ijuuo 30 M. (die^e Station ist bei Ib 
Chord. ausgefallen), dann nach den Schlussern des Hassan b. Nd 
man Ghassany, eines Freundes des Chal^fen Walyd b. 'Abd i 

Malik, 30 M., dann nach Man^af oL^aJlJt (Halbweg) 40 I 
dann nach Targha ^sy^ 24 M., dann nach RaghOgha Ix^ 
(Ibn Chord. l£^4>) 24 M., dann nach Wardasa L^lj^^^ 18 1 
dann nach Ma^biy ^^ax^JI 22 M., dann nach Wady al-R» 
Jl^JI ^4>f^ 20 M., dann nach Tripolis 24 M. 



L 



XIV. Syrien. 99 

Ur. gibt von ManbOBft bis Sort dieselben Distanxen an. Von 
bis Tripolis, sagt er aber, sind 230 Meilen oder 11 Statio- 

Von Sort nach A^n&m «(jL^^f (die Götzen) 46 M., dann 
Qt^ Hass&n 30 M., dann nach Man9af 40 M., dann nach 

Lc^^L? 25 M., dann nach Roghagha 22 M., dann nach 

25 M. Die nächsten zwei Stationen fehlen, er sagt 
Ton Tripolis nach Wardasft 22 M. Fallen wir das Iti- 
mch Ibn Chord. aus, so haben wir 254 M.. 

Qod. nnd Ibn Chord.: Von Tripolis nach Sabra 5*^4ümi 24 M^ 

nach Bajt (Bjr?) HammSlyn ^^^l^t v::aaj 20 M., dann 
Qa^ Ruq ^^^1 yc^ (ihn Chord. ^^^1 yCLi) 30 M., 
nach v^ ^%\Lj Q^» fv%4>l—>) 24 M., dann nach FowSra 



)X^ 30 M., dann nach Qftbis j«ul5 30 M., dann nach Byr 

[^e ft3yüJl WLJ 18 M., dann nach KetAna aüUT 24 M., 

■D nach y^jJ^\ (Ya'qaby schreibt (^*JÜ und Moq. ^^Mb-xjCJt, 
lirtSBi fddt), dann nach Qayrewftn 24 M. 

Bei Ibn Chord. sind, wenigstens in meiner Abschrift, die Sta- 
bilen zwischen Fowfira und Qayrcwän ausgefallen. Sein Itinerar 
leht indii iiber Qayrewän hinaus. Da er mein Hauptfuhrer ist, 
i^tnt ich auch das meinige, und verweise fSr fernere Nach* 
iehten über diesen Gegenstand auf die gelehrten Arbeiten des 
IvoD Slane und des Herrn de Goeje. 

XIV. Syrien. 

Moqaddasy theilt sein Vaterland in sechs Kreise: 

1. Aqnr-Qinnasryn, Hauptstadt Aleppo (Haleb). Städte: 
btikiya, Bsiis, Sowaydiya, Somaysät, Bayy&s Qinnasryn, Mar- 

Kh, IskenderQna, Laggün ( ? ,j^-^l ) , ^:yljUJÜI(?), Bafanyya 

LLaJu, Gosiya &a<w^a (?), Hama, Schayzar, ^Uüsuj (5^'^ 

Fit. ^^Uiaj ^^ot^), Ma^'arra- Norman, Ma'arra- Qinnasryn. 

2. Him9 (Hom^), gleichnamige Hauptstadt. Städte: Sala- 
lyya, Tedmor, Chana9ira, Kfar-t&b, Ladzaqyya, Gabala, An- 

rtos (jM*^Jajl, Bolonyäs und Hi^n Chawäfiy vj^^*.! ^j-^oä 

'ST. ^g^^^ tjj^fl^). 

3. Damascus, gleichnamige Hauptstadt. Städte: Bftny&s, 
lyda, BayrQt, Tripolis, 'Irqa. 

Dependenz Biqä', Stadt BaMbek. Orte: Kämid, 'Arg- 
toch ^y^^^t. und Zebedäny. Damascus hat sechs Rost&qe; 
lOta, Hawran, Bathnyya, Chawlan, Biqa' und Hnla. 

7* 






\ 



100 Sprenger, die Post- ^ ^^outen des Orients, 

4. Jordan, Hauptstadt T^^riaa. g^adte: Qadas, Qnr, 'AkÜ^ 
La^^ün, KäbcQ JoK', Baysän, Adzra'iit. 

5. Palästina, Hauptstadt Ranila. Studte: Jerusalem, Bajt- 
Gibryl, Ohazza, Mymfis (j^^Uax (?), 'Asqalän, Yäfä, ArsUf, Cae- : 
sarea, N&blus, Aryhfi (Jericho), 'Amman. 

G. Scherat h\yä:»i\. Wir betrachten Qoghar Jud als die 

Hauptstadt. Städte Mab, Mo' an, Tebuk, Adrag (Adzroh?), Wajl» 
(Ayla), und Madyan. 

Die Hauptstrassen von Syrien sind im vorigen Abschnitte 
angegeben, es bleibt uns nur noch übrig die Nebenstrassen dscIh 
zuholen. 

Ausdehnung von Syrien nach I^tachry: Länge des Landefi: 
Von Malatyya nach Manbig 4 Tage, dann nach Aleppo 2 Taga^ 
dann nach Hom^ 5 Tage, dann nach Damascus 5 Tage, dann 
nach Tiberias 4 Tage, dann nach Ramla 3 Tage, dann nach 

Rafah ^J% 2 Tage. Das macht 25 Tage. Die Breite des Lan- 
des ist verschieden. I^tachry gibt die Breite von der Brücke von^ 
Manbig bis zum Meere zu 10 Tagemärschc an, und bei Jem-' 
salem zu 6 Tagen. 

Ipt.: Distanzen in der Provinz Palästina: Von Ramla, der 
Hauptstadt dieser Provinz, nach Y&flK, y^ Tg. Von Palästina 
(d. h. Ramla) nach'Asqalftn 1 Tg., und (dann) nach Ghazza 1 Tg. 
Von Ramla nach Jerusalem 1 Tg. Von Jerusalem nach Mas^d 
Ibrahym 1 Tg. Von Jerusalem nach Jericho 1 Tg. Von Jeru- 
salem nach Belqä 2 Tage. Von Ramla nach Caesarea l Tg. Von 

Ramla nach N&blus 1 Tg. Von Jericho nach Zoghar ^\ 1 Tg. 

Von Zoghar nach den Scherätgebirgen 1 Tg. Von diesen Gebirgen 
bis an die Grenze von Syrien 3 Tage. 

Ivi«: Distanzen in der Provinz Jordan: Von Tiberias, der 
Hauptstadt der Provinz bis ^Or (Tyrus) 2 Tage. Von (pUr nach 
dem Stutz von Fyq (Afyq) (Kana?) % Tg., dann nach B&nySa 

(Jä'Lajvj (so im pers. Text, im Arab. Baysiin) 2 leichte Tage» 
dann nach'Akka 1 Tg. Dieses sonderbare Itinerar, dessen Zweck 
blos zu sein scheint, die Ausdelnmng der Provinz anzuzeigen, findet 
sich in etwas anderer Gestalt bei Idrysy B. 1, S. 346. 

19t.: Distanzen in der Provinz Damascus: Von Damascus 
nach Ba^lbek 2 Tage, und (dann) nach Tripolis 2 Tage, und nach 
BayrUt 2 Tage, und nach Qayda 2 Tage, und nach Adxra'&t 
4 Tage, und bis an das Ende des GhQta 1 Tg., und nach dem 
Hawran und Bethnyya 2 Tage. 

Die Pro\inz von Qinnesryn. Qinnesryn ist zwar die Haupt- 
stadt, aber der Sitz der Regierung ist in Aleppo, und dieses ist 
auch die volkreichste Stadt. Von Aleppo nach Qinnesryn 1 Tg, 



/* 



XIV. Syrien. 101 

Ton Aleppo nach Qüresch \j^jyS 1 Tg. Vou Aleppo iiacli Man- 
Ing f Tage. Von Aleppo nach Chenft9ira S«««oLl^ 2 Tage. 

Die 'Awa^im (Lander, welche die Reserve gegen die Griechen 
Mden): Von Antftkiya, der Hauptstadt, nach Laodicea, 3 Tage, 
TOD dort nach Boghri&s 1 Tg., und nach v^ü^^t 2 Tage, und nach 

Hom^ 5 Tage, und von dort (Hom^) nach Mar'asch 2 Tage, und 
mdk Hadath 3 Tage. 

Die Grenxe. Sie hat keine Hauptstadt, jede Stadt ist für 
ach (hat ihre eigene Administration). Manbig liegt nahe an der 
Grenze und einen leichten Tagesmarsch vom Euphrates. Von 
Manbig nach Quresch 2 Tage. Von Manbig nach Malafiya 4 Tage. 
FoD Manbig nach Schimschät (Somays&t?) 2 Tage. Von Schim- 
schftt nach His*u Man^Qr l Tg. Von His-n Man^Qr nach Mala^ya 
i Tage. Von Hi9n Man^Qr nach Zibatra 1 Tg. Von Hi9n Mau- 
(tr nach Hadath 1 Tg., von Hadath nacli Mar'asch 1 Tg. Die- 
ses $intl die Entfernungen der uie^opotaniischen Grenze. 

Ivt. : Syrische Grenze: Von IskanderOn nach BHyyt[s (jmLu 
1 leichter Tg., von BayySs nach Ma9y^ 2 Tage, von Ma^y^a 
nach xkyn Zerba 1 Tg., von Ma9y9a nach Adzana 1 Tg., von 
Adzana nach Tarsus 1 Tg., von Bayyfis nach al-Kanysa und 
H&rtknyya weniger als 1 Tg., und von HftrUnyya nach Mar'asch 
in dem mesopotamischen Grenzlande weniger als 1 Tg. 

Ihn Chord.: Von Raqqa nach Duser, dann nach ^^«JÜmK, 

dann nach Gisr- Manbig, dann nach Aleppo, dann nach Arbfib, 

dun nach v^^ ? dann nach Antäkiyä, dann nach LAdaqyya, dann 

aach Gabala, dann nach Atrfibolus, dann nach ^aydä-Bayrnt (sie! 

plan dann nach BayrOt, dann nach ^ayda), dann nach ^J3 
;'Akka?), dann nach Qaysfiriya, dann nach Arsof, dann nach 
Tafä, dann nach 'iVsqalän, daini nach Ghazxa. 

Moq.: Von Aleppo nach Balis 2 Tage, von Aleppo nach 
Qinnesryn 1 Tg., von Aleppo nach Antäkiyft 5 Tage, von An- 
täkiyä nach Lädaqyya 3 Tage, und von Manbig nach dem Eu- 
phrates 1 T^., von Manbig nach Aleppo 2 Tage. 

Moq.: Von Damascus nach Tripolis, oder Bayrnt, oder ^''aydä, 
oder Bany&s. oder dem Hawrftn, oder Bathnyya 2 Tage. 

Moq.: Von Damascus nach dem Ende vou Ghata oder nach 
'^^ ouu 1 Tg. 

Moq.: Von Banyäs nach Qadas, oder nach Gobb Ynsof 
2 Posten. 

Moq.: Von Bayrnt nach Cay*^^ <^^^<^'' "^<^'* Tripolis 1 Tg. 

Moq.: Von Tiberias nach LaggUn, oder nach GoM* ^nsol 
(Josephs - Cisterne) , oder nach Baysan, oder nach dem Stu^^ '^*yQi 

oder nach Gysch ^j^ucs»), oder nach Kafar-Kola ^^ j^ ^ ^' 



102 Sprenger, die Po«** ^»tnuten des Orients. , 

Vi S 

Moq.: Von Bayö&n ^^ ^ ,^^-j^ Lju 2 Posten, dann ium|^; 
N&blns 2 Posten, dann nacia frugalem 1 Tg. [»^' 

Moq.: Von Gobb Ytlsof nach Qaryat al'oyon, nahe, dinii-.' 
nach ^^ JÜI 1 Tg., dann nach 'Ayn alginn ,^^1 ^jjlc 1 '^j^^ 

dann nach Ba'lbek 1 Tg., diesen Weg heisst man Taryq ~^ — ^" 
dftrig (Stufenweg). 

Moq.: Von Gysch \j»*j^^ nach Qnr 1 Tg., von Qop 
payda 1 Tg., von pOr nach Qadas oder Magd Sollam (Mas^*^ 

Selam) |%JLi^ d^ 2 Posten, und von Ma^d- Sollam (Mas^d 8e« - 
Iftm) nach Bany&s 2 Posten. 

Moq.: Von Tiberias nach 'Akk& 1 Tg., und vom Berge Libaf 
non nach Nablus, oder nach Qadas, oder nach ^aydft, oder iimH 
9nr ungefähr 1 Tg. 

Moq.: Von Ramla nach Jerusalem, oder Bayt-QibrSyl, oder 

Asqal&n, oder S^^XmJI 1 Tg. 

Moq.: Von Ramla nach Nablus, oder nach Elafar-SalAiOi ' 
oder Mas^id Ibi^ym, oder Jericho 1 Tg. 

Moq.: Von Ramla (Ghaacza?) nach Yfiia, oder Mfi^nn, oder ^ 
Arsüf, oder Azdad, oder Rafah 1 Tg. 

Moq.: Von Jerusalem nach Bayt-öibrayl, oder Ma0^d Ibra? 
hym, oder dem Jordanfluss 1 Tg. Von Jerusalem nach Nftbloi 
1 Tg., und von Jerusalem nach Jericho 2 Posten. 

Moq.: Von Masgid Ibrahym nach (jm««!^ 1 Tg., dann nadi 

Qoghar Jüo 1 Tg. 

Moq.: Vom Jordanfiuss nach 'Amman 1 Tg., von Nfiblna 

nach Jericho 1 Tg., von Jericho nach Bayt-R&m f>^y\ ^^>^ 
(Bayt-Harftm?) 2 Posten, dann nach 'Amm&n 1 Tg. 

Moq.: Von poghar nach M&b 1 Tg., von 'Amm&n nach Mlb 

oder nach Zorayqft ^)y't 1 Tg. 

Moq.: Von Zorayqa nach Azdra'it 1 Tg., und von Adsra'll 
nach Damascns 2 Tage. 

Moq.: Von Caesarea nach Kafar-Sal&m, oder nach Kafiu> 
Sftba, oder nach Arsnf, oder nach al-Kanysa 1 Tg. 

Qod.: Von Ba'lbek nach *Ayn al^err ysL^ ^j^ 20 M., dann 
nach Fe/ an ^^«aII, eine Station im Thale, 15 M., dann nach 
einem Dorfe, welches ^'Oytln geheissen wird, man geht nach 



Layla ,^jJ yif 20 M., von Kafar Laylk nach Tiberias 15 M. 
Auf diesem Wege liegt die Gsteme des Joseph. 

Gihftnnumft: Von Damaacus nach D&ry ^)l«> 2 Stunden, 
dann nadi Sa'sa' n^xm 7 Stunden, dann nach Qonaytera 7 Stan- 
den, dann nach Gisr (Bracke des) Ya'qab (6isr Beny Ya'qob?) 




XIV. Syrien, 103 

YStondoi, Myne (Menyye?) 5 Standen, 'Ojan alto^^ftr (Quellen 

Ibafleate) 6 St., hier theilt sich der Weg. Wir verfolgen 

die Strasse nach Aegypten nnd haben folgende Stationen: 

L^gglln, QfUiOn ^j^^l-^S Gal^olyya iuJ^A^, Ramla, GhSn Sadnd 

(Aadld?) «>^JUm ^U^, Ghazza, Ch&n Ynnos, Za'qa &Ä£A, 

liTsdi iß^y^^ 0mm al-Hasan ^jm^} ^I, Byr al'abd, Qofba 

biai, Byr Dawydfir ^l4X^.^4>Jt ^, pali^yy*, Bnlbya j«uuJ^, 

amqih sUüU., Cairo. 

ölhlnnomS S. 604 : Von 'Oyan alto^^Hr nach öenyn ^^wyL^ 
I Standen, dann nach Nftblus 8 Stunden, dann nach Byre 8 Stun- 
fa, dann nach Jerusalem 5 Stunden, dann nach Cbalyl 8 Stun- 
in, dann nach Bayt (jibrfiyil 8 Stunden. 

Reinaad's Relations S. 152: Von Aleppo nach 'Usla &iyft 
f^ Farsaingen, nach Tell-BSschir 14 Fars., nach Hftrim f*)^ 
1,029,700 Handellen, das macht lOy^ und Vj Fars. Zwischen 
Aleppo ond Manbi^ lOVa ^^ Vs ^m nach Ber&'a ülo 5% F. 
nd 800 Ellen, nach Ma'arra S%JuJt 1,069,600 Uandellen oder 

14 F., nach Hamft 2,049,200 Handellen oder 20 V^ F., nämlich 
nach den Niederlassungen Qinnasryn 47^ und y^ und y^^ F., ond 

nach Teli-Sult&n 4y4 und y^o F., und nach Tamno' ^Ä«j oy, 

nd y4 F., und nach Dowayr-^r&n Z^l^ F., und nach HamA 

^Vf Fars. (Von Aleppo) nach Sarmyn yjMyut 7% und y^ F. 

Zwischen TeU-B&schir und 'Ayn-Täb 4y24 Fars., zwischen 'Ayn- 

nb und Ra''bftn ^1^^ dy^o F. Zwischen Ra'b&n und KaysQn 

3 '.2 und Vjo F. Zwischen Manbig und Qara-Na^m 4y2 und 
^g F. Von Manbig nach Bed&ya 4 F. Zwischen Schayzar und 
RäMxA aaf dem Weg über den Felsstutz 2ya und V5 F. Von Ham& 
nach Hom^ ^^l^o F., nämlich von HamS nach der Rastanbrücke 
^y^ F., und dann nach dem Thore von Hom^ 2y2 und y^ und 
y^^ F. Zwischen Hom^ und Damascus 24 yg F., nämlich vom 
Thomasthor in Damascus bis zu einem Ort Harestä gegenüber 800 
qifiimische Ellen, dann nach Qandaq Qa^yr ly, und y^^ F., dann 
nach Nähr Yazyd, wo sich der Weg ^ nach Qotayfa von der Haupt- 
strasse trennt, 3 F., dann nach Gobb Qastal 4 F., dann nach 
Nähr Nabak ly^ und y. F., dann nach dem ChSn von Qftrtl 
^Vso P-i ^^°" "^^^ B\xr^ Ghazola 4y2 und y4 F., dann nach 

Charaba alqibly 2 F., dann nach Schemsyn und 1300 qÄ- 

jdmische Ellen, dann nach Kafariyyft 2y3 F., dann nach Hom^ 
1'.'4 F. Zwischen Bäny&s und Damascus lOya und y^^^ F. Zwi- 
schen Damascus und Qarchat 20 y^ und y^o F. auf dem Wege 

ober Hyt; hingegen auf dem Wege über Zera \\\ 22 y, und 



104 Sprenger y die Post- und Reiserouten des Orients, 

Yg F. Zwischen Damascus und Bo^rä: Von Damascns 
Keswa 3,4,608 Ellen, das macht 2Vs and V^o F., dann nadll 
Hobb (Gobb?) IV15 F., dann nach Qanamayn 27^ und %: 
dann nach «ajlaJI 27, und ^4 F., dann nach Faww&r 4^- 

dann nach Bo^ra 8^5 und Y50 F. Zwischen Ba^'lbek und Xtf^- ^ 
mascus 1274 ^"^ V«o ^«9 nämlich von Damascus nach 7^Sbi&3ßtA'~ 
6Va und V00 t'-» dann nach BaMbek 6V4 F. ^ 

Zwischen dem Schloss al-Sinn und Rohä 47^ und 7^ iM|^ 
740 F. Zwischen Rohä und Serag 67« und 7,^ F. ZwiMhiij^ 
Serag und Qal'a-Na^m 773 und 74 F. . ^r 

XV. Mesopotamien S^^t. ^ 

Bei Moqaddasy fehlt das Blatt, welches die Eintheüung eni^' 
hält. Nach der Einleitung zerfallt Mesopotamien in folgende Kreiia*^' 

1. Mosul (Maw9il), mit gleichnamiger Hauptstadt. Stadl^ 
Ninive «5yy^ Hadytha Äi>Jclt , jcULjw, Hasanyya, Tei*' 
A'far^ijJj, San^r, JL^I (Öibäl?), Bcled jJb, AdxramA», ' 
Bar-Qa'yd, Na^ybyn, Därfi, Kafar-Tathfi, R&s al-*Ayn, Tbamfinjn. ' 

2. Amid, gleichnamiger Hauptort. Städte: Mayyft&riqyn, 
Tell-Fäfö, Festung Kayfa, Alfön ^Ljül, Hädza SÄLä.. 

3. Raqqa, gleichnamige Hauptstadt. Städte: Mochtariqa 
(das zerrissene Raqqa, nahe bei dejn eigentlichen oder «weissen» 
Raqqa, vielleicht identisch mit Sawdä oder Schwarz -Raqqa), RIp- 

fiqa, Chänaqa äüylä., Mary seh j^^l, Tell-Fachry, Nfidser- 

wftn (Bs^erwän?) ^'^^<^l^9 Hi^n Maslama, Bar-!A.wz yy^y^^ 
Harrän, Roha (jetzt Orfh). 

Dependenz Gazyra Ihn 'Omar (jetzt einfach al-Oazyn}. 
Städte: UUi, B&-Aynatha üLu^ U, Moghytha IjuAjt, Za- 
wazan ^'s^)' 

Dependenz (eine Lücke), vielleicht ist « Qardk und Ba^ 

zabda» ^Joyj^ ^3^j^ ausgefallen. Städte: Kafar-Zsb ^^K Jtf 

(Kafar ZammSr?), und Kafar-Syryn (?) ^jJjju** yio, 

Dependenz Euphrates, Hauptstadt Qarqysiya. Städte: 
Rahaba, Däliya, 'Ana, Hadytha. 

Dependenz Chabar, Hauptstadt ^Ll^^ ('Azzän?). Städte: 

Ho9ayn ^A ^'s .t, Schems&nyya iüu w,»dwLH , ^jlmJCuo (MSsi- 

kyn?), Sokayr 'Abbäs (j-Lx!l >aJC*., iuuif und ,jJuLJI. 

Da Abalfida in Hama wohnte, war ihm die Geographie von 
Syrien und Mesopotamien wohl bekannt. Die Breite seiner 



XV. Mesopotamien. 106 

Wl er darch Beobachtung festgesetzt, und wie es scheint, 

« dw Linge ans einer nach dem At-w8l verfertigten Karte 

Er heisst daher seine eigenen Angaben mohaqqaq 

I. Auch die Lage anderer Orte hat er nach der Karte des 

itrtl bestimmt, und in einigen Fällen (z. B. die Lage von Qaf a 

^'btr im Bezug auf Raqqa) hat er das Atw&l corrigirt. Weil sicli 

jillfiili auf das Atw&l stützt, habe ich kein Bedenken getragen, 

Angaben in die nach dem A(wal gefertigte Karte einzutragen. 

Ibn Chord.: Von Baghd&d nach Barad&n ^t(>>Ait 4 Fars., 

nach 'Okberft 5 F., dann nach Ba-Gomayrft l«.*i»L 4 F., 

nach Qldesiya 9 (Qod. 7) F., dann nach Sorra-man-raa 
If., dann nach Karch 2 F. (Qod.: Von Qadesiya nach Karch 

5 F.}, dann nach Halbathft (Halytha?) ÜüJU. (UJLd., ÜÜLa^) 

IF., dann nach Sad&niya ajüliO^^AJI 5 F., dann nach Bä- 
^A 5 F. (Qod.: Von Karch nach Bfirima 7 F.), dann nach 
d-Sonn, hier ist der (kleine) Z&bfluss, 5 F., dann nach Hadytha 
(Xeostadt) 12 F., der kleine Z&b flicsst durch Neustadt (weil 
Aese Station so gross ist, theilt sie Moq. in zwei, indem er einen 

T^ Ton Sonn nach Baqy'a iüujuj^, und dann einen Tag nach 
Ihdytba macht), dann nach Bonayy Tay y bau ^LajJc _jU 7 F. 
(Moq. hat dafür ^xlo), dann nach Modul 7 F. 

Nach T&qnt Hegt Barudan 7 F. und 'Okberil 10 F. oberhalb 
Bigfadad. Nach Idr. ist Bft-Gomayrfi (er schreibt B&gisa) 9 M. 
ran *Okber&, nnd Halbatha nur 18 M. von Karch. 

Ibn Chord. und Qod.: Von Mosul nach der Stadt Beled 

7 Fars., dann nach Ba-'Aynäthä LSLut L 6 F. (Qod. 7 F.), 

dzDU nach Bar-Qa*^yd 4X>o ü? yj G F., dann nach Adzrama &/e%6t 

6 F., dann nach Tell-Feräsa iuwl^ Jui 5 (Qod. «i) F., dann nach 
Na^ybyn 4 Fars. 

Moq.: Von Mosul nach Beled 1 Tg., dann nach Bar-Qa'yd 

l Tg., dann nach Adzrama 1 Tg., dann nach Munisa KM iä^ y o 
1 Tg., dann nach Na^ybyn 1 Tg., dann nach Därä 1 Tg. 

Ihn Chord. : Von Na^^ybyn nach Därä 5 F. , dann nach Kafar- 
Tathä 7 F., dann nach Räs-^Ayn 7 F., dann nach GärOd, eine 

Stadt mit Quellen, «>«^L:^t 5 F., dann nach Hivn Muslcma, ein 
I Dorf mit einer Cisteme, G F., dann nach Bflfierwftn ^I^^U 
1 T F., dann nach Raqqa 3 F. Qod. sagt von Kafar-Totha nach 

der Station ^)^y^ 4 F., und dann nach GarQd 4 F. 

Ibn Chord. und Qod.: Von Na^iybyn nach Därä 5 F., dann nach 

Kafar-Tathä 7 F., dann nach Qayr Bany-Bärf pLxJ% ^aj wioj) G F. 

(Qod. p jJL> <ÄJ yj^a^ 7 F.), dann nach Amid am Tigris 7 F., 



V 



106 Sprenger , die P^* ' >3? Seiserouten des Orient: 

dann nach Mayyaf&riqyt^ ^I. fechten 5 F. (Idr. 2 Tage), .^ 
nach Arzen 7 F. Idrysy, ^. 2, S. 151, hat noch eine Staül . 
von 6 F. zwischen Qa^r Bann-B&ri' und Amid. ^ 

Im AtwSl wird unter Amid eine Stadt nordostlich von NioM 

welche jetzt 'Imadiya SjjL^x heisst, gemeint, und nicht die HtMp 
stadt^ von Diy&r-Bakr. Ich glaube, dass Abolfida die im Atin 
für Amid (DiySr-Bakr) angegebene Lage der Stadt Mftradjn 'it/k 
getheilt habe. Dass Kafar Tntha auf der Karte so weit gqgtt 
Süden liegt, ist wohl einem Schreibfehler zuzuschreiben, es ■a| 

wahrscheinlich heissen Br. &j J statt «-^ y* ^ 

Moq.: Von Amid (Diyär-Bakr) nach Mayy&fftriqyn 1 Tg^ dMl 
nach Arzen 1 Tg., dann Mas^d Oways 1 Tg., dann nach MaTldl 
1 Tg., dann nach Bidlys 1 Tg. 

Ibn Chord. und Qod.: Von Amid nach Schimsch&t, nahe I 

der griechischen Grenze, 7 F., dann nach Teil -Cham &'f^ 
(Moq. 1*^ Jj, Qod. (j^S^ tM und ^\y^ J^S Teil Ma^mj| 
liegt viel südlicher) 5 F., dann nach ^b«,^ (Qod. ^^y^)) 4m 
volkreiches Dorf mit vielen Marktplatzen, 6 F., dann nach Btf 

Maqda IJüLe L (Qod. Lülo U), wo ein Markt ist, aber weni^ 
Einwohner, 5 F., dann nach GraJlab, ein reiches Dorf am FluflN] 
7 F., dann nach Roha (Orfa) auf dem Plateau des Berges (disMS 
ist nicht wahr, das alte Schloss steht auf einer Anhohe, aber cBa 
Johanniskirche in der Ebene) 4 F., dann nach Harr&n 4 F., daan 

nach IcXx^ 4 F., dann nach B&gerw&n, eine Stadt, 7 (Q. 4) R, 
dann nach Raqqa 3 F. 

Qodama: Von Raqqa nach 'Ayn al-Ramyya (Distanz fehlt)^ 
dann nach Teil 'Abdft 7 F., dann nach SarQg 6 F. Die Stmdt 
Somaysät ist an der syrischen Seite des Euphrates gelegen and 
6 F. von der vorhergehenden Station entfernt; dann nach Hi^ 
Manpar, ein mit einer Steinmauer umgebener Grenzort, 6 Fi| 
dann nach Mal&tiya, welches ebenfalls ein Grenzort ist, 10 F^ 
der Weg führt über steile Stutze. Von Mal&(iya nach der Stad^ 
welche Kamach heisst und früher ein moslimischer Grensort \ 
jetzt aber in den Händen des Feindes ist, 4 F. Linka liegt 
Festung Zibat.ra, welche ebenfalls in den Händen des Feindes iat^ 
4 F. entfernt. Von Zibatra nach Hadath, ein Grenzort in den 
Händen des Feindes, 4 F., von dort nach Marasch, welches ad 
der Grenze liegt, und ohne Feldbau ist, als der, welcher tob» 
Feinde betrieben vnrd, 5 Fars. Zur Zeit des Qod&ma hatten also 
die Griechen einige Eroberungen gemacht, und wenn in einer an- 
dern Stelle Rohft eine römische Stadt heisst , so will das wohl 
sagen, dass sie zu seiner Zeit in den Händen der Griechen war. 

Ibn Chord.: Von Raqqa nach 'Ayn al Rnmy^'a 6 F., dann 

nach Tell-'Abda tjkA^ Jj 7 F., dann nach Sarü^ 7 F., dann 



XV* Mesopotamien. 107 

i *j |%#H 6 F., dann nach Somaysftt 7 F., dann nach Hi9n 

6 F., dann nach Malafyya 10 F., dann nach Zibatra 

5 F., dann nach Hadath 4 F., dann nach Mar^asch 5 F. 

y 1 ist 4 F. Ton Malatyya entfernt, von dort steigt 

den Thalkessel (^3**>^) ^^° Mar asch hinab. Zum mesopo- 
Grenalande gehören Salaghas ^^jlLm, Kaysam «^amu^, 
llaii9ar, Malatyja, Zibt.ara, Hadath, Mar asch und Kamach. 
Sam^ liegt eine Tagereise von Byre im Gebirge, nicht weit 
Harrln, welches schon in der Ebene liegt. Der Weg von 
nmch Somaysat ninss einige Stunden westlich von Byre 
inbergehen, vielleicht über Chänelik, wo ein Thal gegen Nor- 
liaft. Soxnaysat liegt am Euphrates, und Hi^n Man^ar west- 
M Tom Fluss. Durch die Position, welche Abnlfida diesem 
One mid dem Romerschloss auf der Karte anweist, liefert er einen 
von seiner Unfähigkeit, sich einen Begriff von der Fhysiogno- 
s Landes sn machen. Nach Yäqat kann man Zibfara von 
Ken Man^flr in einem Tage erreichen. Nach Ya' qat^s Angabe liegt 

■ialich Zibtara zwischen Malatyya, Somaysat und Hadath i^cX^I ; 
Ihdath ab€T liegt nach ihm zwischen Malatyya, Somays&t und 
Mafaadi. 

Ihn Oiord.: Von Belcd nach dem Dorfe Tell-A'fnr 5 F., 
iun nach der Stadt Sangar 7 (Qod. 5) F., dann nach '^Ibr algibfil 

J^t yjLC (Qod. JL^t yj'A^) 5 F., dann nach Sokayr 'A.bb&s 

K Mohammad , einer Stadt am Chftbar u««Loi;l ^j^Xam 9 F. , dann 

oach 7^ 7^1 (Qod. w)4XiJl) 5 F., dann nach Masikyn, einer 

Stadt am Chäbnr, 6 F., dann nach Qarqysiya (Qod. einer Stadt 
am Enphrates und ChäbUr) 7 F. Diese Orte liegen am Chäbar 
Süd am Euphrates, sagt Ibn Chord. Idrysy setzt hinzu: Dann 
Ton Circesium (Qarqysiya) nach Raqija 4 Ta<Te. 

Moq.: Von Mosul nach Mahlabyya äxaAäJI 1 Tg., dann 
nach Teil -A' für 1 Tg., dann nach Sangär 1 Tg., dann nach 

TeU-Fafen ^UU Jü' 1 Tg. 

Moq.: Von Qarqysiya nach ^^4^^ 1 Tg., dann nach So- 
kayr 1 Tg. 

Moq.: Von Rahaba &a^ Jl nach Qarqysia 1 Tg., dann nach 

Diliya 1 Tg., dann nach Byrä Iwo 1 Tg. (Diese Orte stehen 

auf der Karte nach Abnlfidä^s Angabe drei Viertel Grade zu weit 
gegen Norden.) 

Moq.: Von Mosul nach SchahrazOr sind 60 F. Im Gihftn- 
pomä S. 435 ist ein Itinerar, dessen Entfernungen 78 Stunden be- 
rragen. Ich würde es abgeschrieben haben, aber es kommen darin 



^ , und ^<^i«^v. 

110 Sprenger y die FoSt' ^outen des Orients. 

gesteUt, welche die Reisenden schützt^^ jj.^ ^^ konnte Jeder 
mann reisen wohin und wie es ihm beliebte. Ihn Chord. nnd Qod 
führen folgende Stationen an zwischen Baghdad nnd QBdesij« 
Von Baghdfid nach (jrisr Kathä 7 F. , eine Brücke über den Nak 
Malik; dann nach Qa^r b. Hobayra 5 F., dann nach Saq alaodi 
(Qod. Saq Osayd) 7 F., dann nach Schahy 6 (Qod. 5) F., dam 
nach Kafa 5 F., dann nach Qadesiya 15 F. 

Hamdftny gibt nicht nur die Entfernung (hierin stimmt Yd 
qaby mit ihm überein), sondern auch die Breite der Statione 
an ^) , ich reducire die Bruchthcile zu Minuten : Von Bagbdii 
(Breite 33° 9') nach Qa^r Ihn Hobayra (Br. 32*^ 30') 36 Md 
len, dann nach Qanätyr (Br. 32° 10*') 24 M., dann nach Kn{ 
(Br. 32°) 22 M., dann nach Qädesiya (Br. 32°) 14 M. 

Nach Ihn Chord. und Qod. ist Qfidcsiya 1 5 Fars. , d. h. 45 U 
von Kafa entfernt, nach Hamd. nur 14 M. YäqQt sagt, es lieg; 
nahe bei Kafa, es ist nämlich 15 Fars. davon entfernt. Dieses m 
unrichtig. Ihn Gobayr verliess Odzayb am Freitag Abends, pasairti 
während der Nacht Q&dcsiya und erreichte am folgenden Moxgei 
Kafa. Die Entfernung kann also nur 14 oder 15 Meilen sein. ' 

Es ist noch eine andere Abweichung zwischen beiden Itine 
rarien. Nach Ihn Chord. sind 54 M. zwischen Qa^ Ibn Ho 
bayra und Kafa, und nach Hamd. nur 46 M. Um diese anfin 
klären, thcile ich den Bericht eines persischen Pilgrims (Banda 
'Alyy b. Mirzä Chayrfit-'Alyy) mit, welcher im AH. 1219 di 
Wallfahrt verrichtete und die Reise von BaghdSd bis Makka ii 

einer Monographie (^-^1 J;Ljuc) boschrieb. 

1. Von Baghdad nach dem Karawän-sar&y des Ahmad n 
schft 2 Fars. Es ist hier ein Dorf von etwa 30 Häusern, tin 
Arabern bewohnt Der Chan liegt am Fluss. 

2. Ghanei-zad 4>l^ lüL^ 2 Fars. Ein Chftn und 30 U 
40 Häusern. Weg gut. 

3. Byr Na99 Ü^ r^ ^ ^- ^^^ C\\^ii und etwa 50 Haaser. 
Weg gut. 

') Ich glaube, dasi wir in den Angaben, welche ich dem HamdlBf 
entnehme, zweierlei Beobachtungen vor uns haben. Die von Baghdü 
bis Makka wurden, wie er sagt, von einem *Iräqer gemacht, die tob 
9an S nach Makka wahrscheinlich Ton ihm selbst 

Baghdad und Kü& liegen nach seinen Angaben etwas südlicher ili 
bei Chesney. Ich nehme au, der Unterschied betrage 10', und setse aU^ 
Orte auf der Karte um so viel weiter gegen Norden. Es ist aber gana klar 
dass sich der Fehler in der Beobachtung, je mehr er gegen Süden kon&l 
um desto mehr vergrössert, bis er mehr als einen Grad beträgt Zna 
Behufe der Correction soll also die Ursache des Fehlers ausfindig g< 
macht werden. Dieses ist mir nicht gelungen, und desswegen bin iol 
im Eintragen seiner Orte in der NUie von Makka nnd Madyna •■ 
grosse Schwierigkeit gestossen. In der Verzeichnung der Orte södllo' 
von Makka musste ich Fayq als festen Punkt annehmen. 



XVL Arabien. 



111 



4. Ch&n des Ha^^ Mob. Modhar Aqtschy (^5^! ycj^) 
% F. Etwa 50 Häuser. Ghiter Weg. ^ 

5. Mosayjeb v^^aamuo. Ein Dorf von 450 Hauaern. Grab 
Moalim b. *Aqyl b. Aby T&lib. Dattelpflanzungen. Eine Brücke 

den Euphrates. Weg gut. 

e. Kerbela ^r^ 7 F. Der Weg fuhrt durch die Waste 
IfisL SalAin |»^Ly. auü. HiUa ist 7 F. entfernt. 

7. SchQr Awwal J^l syjSii 3 F. Etwa 40 Häuser. Weg gut. 

8. ChSn des SaTjid Mahdiy Tabfifabäy 3 F. 

9. Dsa-lkifl jLiX3l ^J 1 F.* Hundert Häuser. Hilla ist 
7 F. entfernt 

10. Bronnen Qanbar yJ3 sL^ 2 F. Weg gut. 

11. Na^ v^ 2 F. Eine Festung mit Artillerie; 500 Häuser 
foa Arabern and Persern ; das Grabmal des'Alyy. Kafa ist eine Fars. 

Um die Moschee von Kofa stehen nur zehn Häuser, die 

Stadt liegt in Ruinen. Die Kuppel von Na^af ist von Adhod 

aUawla erbaut worden. Die von hier nach Makka laufende Strasse 

Ttk von Zobayda (der Frau des HärUn Arraschyd) angelegt worden. 

Ibn Gobayr S. 214: Eine Farsange westlich von Kafa ist 

Miüchhad (Na^af), und eine halbe Fars. ostlich von Kafa ist der 

lophrates. Er verliess Kafa am Samstag früh und übernachtete 

■Aie bei Hilla. Am nächsten Tage sah er sich Hilla an, ging 

iier den Euphrates und übernachtete eine Fars. von Hilla. Am 

Montag Vormittag setzte er die Reise fort und kam noch vor 

Soonenontergang nach Qantara. Am Dienstag erreichte er Za- 

ijrin (Zowayr&n), welches nicht weit von Ktesiphon liegt, dessen 

Ronen man von Baghd&d sehen und in einem Tage erreichen 

kuD. Am Mittwoch ging er über Ktesiphon und ^ar^ar, und ruhte 

■D Mittag 3 Fars. von Baghdäd, in einem Orte ostlich vom 

Tigris, aus. Am Abend erreichte er die Hauptstadt. Er legte 

ibo die Distanz in fünf Tagen zurück, am Sonntag jedoch machte 

er höchstens zwei Fars., ferner ging er nicht den kürzesten Weg. 

Wir können daher den Weg zu etwa 80 Meilen veranschlagen. ISa 

idieint also, dass Hamdäny richtig ist, nach welchem er sich auf 

82 Meilen beläuft. Vielleicht ist Schahy, welches nach Y&qat in 

der G^end von Qädesiya liegt, nicht 5 Fars., sondern 5 Meilen von 

KnÜEL In diesem Falle haben wir vollkommene Uebereinstimmung. 



Ibn Chord. : 



1. You Qädesiya nach 
'Odzayb 

2. Moghytha j 14 



Meilen 



7? 



3. Qar'a UJÜf . . . . 

4. Waqi(>a f 

5. 'Aqaba 



32(21?) „ 
27(24?),, 
27(29?)« 



Qod&ma : 



Moq.: 



^6M.(Y6q.4M.) jj^j, 



32 M Brunnen 



^1 



24 „ (so auch Yftq.) 
29 „ Brunnen 



21 
24 „ 



w 



112 Sprenger, die Poet' utirf Beiserouten des Oriente. 



6. Qa' 

7. Zobftla 

8. Schoqaq 

9. Bi{an 

10. Tha'labiya 

11. Chozaymiya 

12. A^for 

13. Fayd 

14. Tdz 

15. SamyrS 

16. Hfi^rir 

17. Ma dan Noqra . . . 

18. Moghythat - al - Ma- 
"wan 

19. Rabadza 

20. Ma' dan der Bann So- 
laym 

21. Schalyla 

22. 'Omaq 

23. Ofay iba 

24. Masiah 

■ 

25. 'Omra 

26. Dzät 'Irq ...... 

27. Bostan Bany'Ämir . 

28. Makka 



Ibn Chord. : 

14 (24?) M. 

24 

19 

29 

32 (29?) 

32 

24 

30 

fehlt 

fehlt 

30 

32 



n 



n 



w 



w 



n 



n 



?i 



33 
24 

24 
26 
21 
32 
34 
18 
26 
32 
24 



w 



1^ 



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V) 



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91 



11 



QodAma 



» 



24 M. 
24 
18 
29 
29 
33 
24 
36 
133 
16 
33 
27 



Teiche 



« 



n 



n 



n 



n 



rt 



1' 



Teiche 



27 
24 

19 
26 
26 
32 
34 
18 
26 



11 



^^ 



11 



11 



n 



^y 



11 



n 



11 



^^ 



wenig Wasser 
viel Wasser 

viel Wasser 



Nach Abolfida sind nur 48 Meilen zwischen Makka 
Dzat 'Irq. 

Bern. 1. 'Odzayb war ein Waffenplatz der Arabei 
Perser. Jetzt ist es die Postgrenzc (bis dahin ging der Poi 
von 'Iraq and da fing der Postkreis von Arabien an. '0 
ist im moslimischen Gesetze auch die politische Grenze zw 
Arabien and den anterjochten Landern). Zwischen Qadesiy 
TMzayb ist aaf beiden Seiten des Weges ein unanterbro« 
PaJmenhain, in*Odzayb aber fangt die Wüste an. Qodama. 

2. In Moghytha waren Teiche. Nach Aba Yosof war 
der aosserste Waffenplatz der Perser. 

6. Galha die Mittelstation zwischen '^Aqaba , und QiV ist 
von dem Lagerplatz '^Aqaba, folglich ist die Angabe der £ 
uung bei Ibn Chord. ein Schreibfehler. 

7. Zobala ist ein starkbewohntes Dorf mit Feldern, wv 
Qar a und 'Aqaba blos Lagerplätze sind. 

9. Qod. nennt diese Station «das Grab des '^Ibaditen» 
10. Tha'iabyya ist ein Drittel des Weges von Knfa 
Makka. Moq. 

Tha'lab3rya ist eine Stadt mit Mauern, sie hat eine I 



XVL Arabien. 113 

und Bader. Früher hicss der Ort «>>^)S (Zandawerd? 
TcrgL Aba Isma yl S. 53). Der Sand bei Chozayiniya ist roth. Qod. 

13. In Fayd, welches eine Stadt ist, wohnt der Zehent- 
änehmer. Es sind daselbst Wasserleitungen und Felder. Qod. 

Fayd ist in der Mitte zwischen Makka und Baghdftd. Idr. 
■dYaq. 

14. Teiche und Brunnen, und von Aba Dolaf erbaute Festungs- 
Qod. 

TQx ist in der Mitte zwischen Kafa und Makka; Teiche und 
Nder. Moq. 

19. Viel Wasser, und eine Hauptmoschee. 
25. Viel Wasser. Hier wendet sich der Weg zur Rechten. 
Die Angaben des Hamdäny weichen bedeutend von dem Obi- 
gen ab. Ich theile sie daher einzeln mit: Von Qftdesiya nach 
Mog^ytha (Br. 31^ 32') 36 M., dann nach Qar'ä TBr. 31^) 35 M., 
dum nach Wftqi^ (Br. 30^ 30') 22 M., dann nach^Aqaba(Br.30^) 
15 M., dann nach Qa' (Br. 29''40') im Ghawf (6awf), wo eine 
ScUadit zwischen den Hamdäniten und Mor&diten vorfiel, 20 M., 
dum nach Zobftla (Br. 29'' 15') 18 (28?) M., dann nach Schoqoq 
(Br. 29®) 29 (?) M., dann nach Bitfinyya (Br. 28°, die Bruchtheile 
fehlen) 28 M., dann nach Ghozaymyya (Br. 29'' 40' lies 27'' 40') 
28 M., dun nach A^or (Br. 27" 20') 20 M., dann nach Fayd 
(29''li68 27^ 28 M., dann nach Toz (Br. 26" 45') 24 M., dann 
Mcb Samyrft (Br. 26" 30') 25 M.,' dann nach Hft^r (Br. 26" 15') 
S3 M., dann nach Ma'dan Naqra (Br. 26") 28 M. 

Von hier geht ein Itinerar nach Madyna, dann nach Makka; 
diese zwei werden wir bald kennen lernen. Von Makka geht er 
dum nach MaMan Noqra: Von Makka (Br. 21" 6') nach Bostftn 
(Br. 21*^ 15') 29 M., dann nach Dzät 'Irq (Br. 21" 40') 24 M., 
dum nach'Omra (Br. 22") 20 M., dann nach Masiah (Br. 22" 30') 
17 M., dann nach Ofay'iba (Br. 23") 28 y^ M., dann nach Harra 
(Tnlkmnische Gegend) der BanU Solaym (Br. 23" 30') 26V2 M., 
dann nach 'Omaq (Br 24") 22 M., dann nach Schalyla (Br. 24" 
30') 13 M., dann nach Rabadza (Br. 25") 23 M., dann nach 
MSw&n (Br. 25" 30) 25 M., dann nach Ma'dan Noqra 20 M. 

Zur Vergleichung der alten mit der neuen Route theile ich 
das Itinerar des persischen Pilgrims mit: 

12. Rohba &Ai&^ 5 Fars. Ein Dorf mit 100 Häusern. Weg 
uneben. 

13. 0mm alqorUn ^j.wäJI <•(. Eine gemauerte Cisterne, 

aber keine Häuser. (Ich versetze Minära QorOn 4 Meilen südlich 
Ton'Odzayb, unter der Voraussetzung, dass es bei Yäq. heissen soll: 
Zwischen Qädesiya und 'Odzayb sind 6 Meilen, und von 'Odzayb 
Dach MinSra 4 Meilen.) 

14. Eine Cisterne &^o 12 Fars. Keine Häuser. 

Abhandl. d. DMG. 111, 3. ^ 



114 Sprenger, die Post- ^^^ ^^ieerouten dett Orients, 



15. Der Teich Sangi Tscluvi lUfiq ^jUte viLL^ ä5^J (Feuer- 
stein -Cistcrne) 12 Fare. 

IG. Hanimüm «»U^ (das ^varine Bad) 12 F. Das hier von 
Zohayda gehautc Bad steht nicht mehr. 

17. Eine CiMerne 12 F. 

18. Eine Cisternc 12 F. 

19. Eine Cisterne 12 F. 

20—23. Lyna &JuJ 12 F. Es Mnd hier :^6G Brunnen von 
Stein, die meisten sind von Salomon gegrahen worden. Eine Far- 
sange von Lyna heginnt die Sandwüstii ^^IJumXj^ (djis Noftld). Die 

Pilgrime müssen drei Tage marschiren, ohne Wasser zu finden« 
Erst wenn sie zum Schammargebirgc kommen, finden sie Waaaer, 
der Brunnen ist 12 Fars. von Schammar. Vom Schammai^gebirge 

bis zum Fort H&yü J^.l^ sind G Fars. Es ist dii>ss eine der 
vielen Städte von Nagd und enthalt 15,000(1) Hauser. (Ljoa 
entspricht dem ThaMahiya der alteren Geographen.) Nachdem wir 
die Wüste durchschnitten, kommen wir in die Gegend von Fayd. 

24. Ghoftir xLä£ 4 F. 5000 llauscr. 

25 — 27. Die nächsten drei Märsche oder 3G Fürs, laufen 
durch eine Wiiste ohne Wasser, dann kommt man zum Brunnen 

28 — 30. Ghazfila &!ty^ (Ma'dan Noqra der alten Geogra- 
phen V), dann läuft der Weg wieder durch eine wasserlose WiiBtei 
Nach drei Märschen oder 3G Fars. konnnt man zum Brunnen 

31 — 32. Milh ^^ (Mashih?). Vier und zwanzig Fars. jen- 
seits dieses Brunnens kommen die Pilgrime zur Hauptstrasse ^^Jio 

^IhL», wo sie einen Ort mit Wasser finden, dann haben de 
noch 12 Fars. bis zum 

33. Birkel Scheryf, welcher den Eingang in das Wädiy al- 
'Aq}'q bildet. Die Schy'itcn ziehen hier den Ihräm an, die Sun- 
niten hingegen erst in der nächsten Station, welche in der Mitte 

von Wadiy ^Aqyq liegt und Awsüt JoLa««! heisst (Ibn Chord. 
schreibt an zwei Stellen Awtüs statt Awsat. Dieser Ort wii-d jetzt 
gewöhnlich 'Aqyq geheissen. In der Geschiclitc des Mohammad ist 
Awtüs bekannt, weil sich dort die Ilawazinstämmc zum Kriege 
gegen ihn vereinigten, vcrgl. Yäqat unter NaclilatUn). 

Ibn Cliord. sagt am Schlüsse seines Itinerars: uEs sind also 
von Baghdäd bis Makka 295% Fars., das macht 827 Meilen. 9 
Da diese zwei Angaben einander widersprechen, trage ich kein 
Bedenken, 275*3 Fars. zu lesen. 

Diese Strasse ist viel älter als der Islüm. Aus dem Berichte, 

welchen Ibn Islifiq (bei Abu Ynsof fol. 77, vergl. die Forschung 

^en Lees\ zu Abn Isma'yl S. GG, Note) von dem Marsche des 

"^lid nach dem Euphrates, und dann nach Syrien gibt, geht 



Xri. Arabien. 



115 



herror. das8 Moghytba der äusscrste teste Wuffeiiplatz des per- 
äscben Reiches war, 'Odzayb war ebenfalls befestigt, in Hyra 
wv«i drei Burgen, und neben dem arabischen Vasallenkünig resi- 
Ate dasdibst ein Prokurator des Chosroes. Dieeei* war zwar auch 
an Araber, nämlich ein Tayyite, aber er, der Prokurator, und 
lidit der König, leitete die Friedensunterhandlungen mit Ch&lid. 
Asch am Euphrates waren mehrere feste Plätze, zum Theil mit 
inbiscbcn Einwohnern, zum Theil Tayyiten. 

Die 'Mr'ichtigkeit dieser Strasse, durch welche die arabischen 
Stimme seit den ältesten Zeiten in das fruchtbare Babylonien 
strömten, geht aus folgender Stelle des Ibn Chord. hervor: dem 
Qiofiroed wurde die Ankunft von Leuten gemeldet, die von einer 
iet nachstehenden fünf Gegenden kamen: Es wurde ihm Be- 
lidit erstattet, wenn Jemand von Syrien über Ilyt kam, wenn 
Jemand von Higftz oder Yaman über 'Odzayb kam, wenn Je- 

■sad über ^^v^aj von FSrs kam, und wenn Jemand vom Lande 
der Cliozar und Alanen über Derbend kam. In diesen Fällen 
«chrieb man an ihn und die Ankömmlinge mussten warten, bis er 
ihnen die Erlaubniss ertheilte, in sein Reich einzutreten. 

Ibn Chord.: Von Mas^id Sa^d nach Büriq ^3'>W) ^t^^n nach 

Acla' ßi^^ dann nach Selm&n ^UXuw, dann nach Aqmar «^i, 

dann nach Ag&riya iu>L^^I, dann nach ''Ayn ^-aydam 

«tjuu^ (Yftq. "IfVyn Qayd), dann nach *Ayn Gemel cU^ ^j 
dann nach Ba^a. 

Ibn Chord.: Von Ma'^dan Naqra nach'Osayla iLLuMJut 46 M., 
dann nach Batn Nachl 3Ö iM., dann nach Taraf wJJaJl 22 M., 
dann nach Madyna 35 (Yfiqnt 3(i) M. 

Moq.: Von Yathrib (Madyna) nach Batn Nachl 2 Tage, dann 
nach Ma'dun Naqra 2 Tage. 

Hamd. : Von Ma'dan Naqra nach T)sayla (Br. 25° 30') 
i6(?)«M., dann nach Baln Nachl (Br. 25°) ^28 M., dann nach 
Taraf (Br. 24° 30') 20 M., dann nach Madyna 24 M. 

Weg von Ba^ra nach Makka. 



Moqaddasy : 
Von Ba^a nach 

Gofayr ^aJlL\ (vaa^I) 18 M. 

Rnhayl Jüuj^yi 28 ., 

Sogayr^^A^^JI (.^^a^M) 27 „ 

(iafar Aby Mosa . . . . 2G „ 



Ibn Chordädbe: 
Von Ba^ra nach 
Sahftbiva &ajL^^JI 
Kofayr vAaOI 
Rohayl 
y^\ (Yilqnt Schegy ^^^M) 

Kafar JiS3\ 

8* 



116 Sprenger, die Poet- «'^^ Reiserouten des Orients. 



Moqaddasy: \ Ibn Chordftdbe: 

Mawiya iü^Lo 3^ M. 1 Jüo^Lo 

Dzät 'Oschar ^d^t otj 27 ,, | ^.^awaII v;^Ij 

(Y&q. sagt: Vor Dzät 'Oschar liegt Masqat alraml, daim- 
folgt die Sand wüste Sabacha, und nach Dz&t 'Oschar, d. h. tod- 
westlich davon, liegt Samyrft. '08cha3rra bei Qammftn scheint dff^ 
selbe oder ein benachbarter Ort zu sein wie Dz&t ^Oschar.) 



&r%^M YansQ^a . . . 

Somayna xJUmJI . . . 

(Auch bei Yftq. unter Yan- 
su^ a, sind nur zwei Sta- 
tionen zwischen Yan- 
sa'a und Niba^.) 

Qaryatayn ^^^aXj^^ 22 (21) 



Nibft^ ^XjJJ\ . 

Immara B^jol 
Tichfa UjJo , 
Dharyya ^yo 
Gadyla &Jb4X^ 
Molha 



23 M. 
27 



?i 



n 



71 



11 



11 



11 



n 



11 



11 



11 



&fiyu«Jl Yansa'a(?) 

Somayna EJulmaJI 

Yosah (?) ^LüJI (Qod. ^UO 

'Awsa^a iLyo^4Aif(Qod.&^^jJI) 

Qaryatayn 

Rftma &eK 

Immara 

Tichfa 

• 

Dharyya l^ür^ 

Gadyla 

Molha 

&aaS^ Koqay''y 

Qoba Ls 

Morrftn ^^y^ 

Wa^a 

Awtas (jA^Lb^t 

Dzät 'Irq 



.... 23 

.... 27 

.... 26 

.... 18 

.... 32 

.... 35 

.... 26 

Qoba'^Us 27 

Sonbola &JLa^ 27 

Wa^ra 40 

DzÄt 'Irq 27 

Bakry: Von Ba^ra nach Sah&biya JLüUL:^! 8 M., dann nmdi 
Hosayr ^^^di^l 10 M., dann nach Rohayl J^JI 28 M., dann nach 
vdLsL^I 26 M., dann nach Rawhä 33 M., dann nach Öafer Aby 
Mosk 26 M., dann nach Mäwiya 32 M., dann nach &&wJI (Yan^ 
sa^a?) 23 M., dann nach Somayna iU^aJI 19 M., dann nach Nibl^ 
23 M., dann nach'Awsa^a Lm^ÜI 27 M., dann nach Qaryatayn 22 M^ 
dann nach 6adyla aÜ^^t 32 M., dann nach Milha 35 M., dann 
nach Wa^a 40 M., dann nach Dzät 'Irq 27 M. 

Yftqat liest die zweite Station Höfayr und die fünfte Ha&r. 
Obschon ich seiner Autorität in der Aussprache sonst fast immor 
^olge, glaube ich doch in diesen zwei Fällen von ihm abweichen 



XV L Arabien. 117 

weil Ibn Ghord. Kofayr und Kafar spricht. Kafar 
oder rielmehr Kfer ist ein aramaiBchcs Wort, welches mir durch 
Hsvqal (Haqla üppiger Boden) erklart worden ist öofayr, das 
KsiiinidT von Kfer, und Gafar sind dieselben Benennungen in 
«■hiBcher Aussprache. 

Hft^y Chalyfa begleitet uns bis M&wiya, dann geht er nach 
Ddn-'Ali^, dort, sagt er, theilt sich der Weg in eine Sommer- 
■d Winterstrasse, welche erst in Morr&n wieder zusaoimentreffen. 
Aaf dem Winterwege kommt man nach Dharyja und dann nach 
lier Hirschen nach Qobft, wie im obigen Itinerar. Der Sonmier- 

wig fuhrt nach zwei Marschen nach Da^^ftny ^l^4>, dann nach 

^Mayr 04X^0 , dann nach Woschm, dann nach Serr, dann in 

iM Mirscfaen nach Gem&niya, und von dort in vier Märschen 
ttch Manün. Eis waren demnach nur 13 Tage von M&wiya nach 
MarriLn, wahrend nach obigem Itinerar 16 sind, aber der tür- 
kische Geograph verdient wenig Vertrauen. 

QodSma lisst uns hier im Stich. Er zahlt nur die von Ibn 
Cliord. genannten Stationen auf, aber nicht alle. Wenn sein Be- 
richt irgend ein Ergebniss liefert, so ist es, dass das Wort, wel- 
<fceB kh Yosäh lese, NibS^ gesprochen werden müsse, und dass 
Ibn Chord. Nibft^ in die falsche Stelle setzt. Meine Karte wäre 
demgemass zu verbessern. 

Die ganze Distanz zvrischen Ba^ra und Makka, sagt Moq., be- 
tragt 700 Meilen. £^ fehlen also in seiner Au&ählung 106 M. Der 
Ter;^eich mit Ibn Chord. und Bakry zeigt, dass folgende Stationen 
loagefiülen sind: Rawha 33 M., 'Awsaga 27 M., Räma 22 (?) M. 
md Awt&s 24 M. Ueber die letzte Station (Aw(Ss) herrscht 
oogeachtet der Autorität des Bakry noch einiger Zweifel, denn 
Wagra steht auch nach YfiqUt Ghamra (^Omra) gegenüber und ist 
BOT 3 Tagereisen von Makka entfernt. Nach einer andern Stelle 
des Ibn Chord. ist Awtas eine Abendstation der Baghd&dpilgrime, 
12 M. von ''Omra (und 6 M. von Dz&t ''Irq). Aw(Ss läge dem- 
nach wohl an der Strasse, die Entfernung von der vorhergehenden 
und folgenden Station wäre aber nicht so gross. Bakry sagt auch: 

JLu»! SLiJÜ ^tju ÄJCJI Jl Jl ;j**Lb^l ^. «Von AwtÄs 

nach der Sikka, nach Badän, 3 Meilen, d Unter Sikka scheint er 
die Centralpoststation zu meinen , welche von ^Omra neun Meilen 
oiher gegen Awt&s gerückt worden sein mag. 

Moqaddasy theiite auch die Route von Bahrayn nach Makka 
■it, sie ist aber in der Handschrift ausgefaüen, nur die Aufschrift 
ist übrig. Der Verfasser des GihannumS hat sie erhalten: Von 

Lahsft nach Gawda ^ö^^ dann nach Dhän ^Liö? dann nach 

Dehnfi (so heisst der südliche Theil des Nofud, in welchem die 
Bann Tamym weideten, und welcher sich von Yanstfa — siehe 



118 Sprenger, die Fvst- und Reiserouten des Oriente. 

die Karte — bis Yabryn, dem s&dlichsten Theil der Landacbafk 
Yam&ma, erstreckt), dann nach ^joJl^^), dann nach dem Bog 
des Aba ''Orna iü«x ol Ju:>> , dann nach Malham f^Xa (einem 

Dürfe in YamSma), dann nach Gighr y^'i dann nach Rabdh 

U»dj^, dann nach Dor'ayya &a£^\4>, dann nach ILumj^^, dann 

nach Marfth sI^jo (einem dem Tamymstamme Amrnlqays b. Zayd- 

Mar&h ungehörigen Dorfe in Yamilma, eine Tagereise von dem 
auf der NibSgstrasse goU^geuen Dz&t Ghisi), dann nach Scha'r^ 

uUw, dann nach (len&uig ^vJL^ , dann nach Marqab ..^yo^ 

dann nach Monchanft ÜJ^, dann nach '^Ibla mxd, dann nach 
Zakvya &a$\, dann nach Dzfit 'Irc|. 

Pilgerstrasse von Damascus nach Makka. 

Ihn Chord. und Idrysy: Von Damascus nacli einer Station, 

dann nach einer andern (Idr. dann nach &^4>), dann Dz&t al- 
manfizil, welches nach Idrysy ein blühendes Dorf ist, dann nach 

cy^j (Idr. und Qod. Py^)? dann nach Bathanyya kjJui^^ nach 

Yaq. die Vaterstadt des Hiob, dann nach &JL«4> (die zwei letztge- 
nannten Stationen sind bei Ibn Chord. ausgefallen), dann nach Tabak. 

Diesem Itinerar zufolge sind nur 7 Tagereisen nach Tabnk. 
Nach Burckhardt, dem Gihännumri und Lautour (Rapport sor le 
voyage de la Caravane d«; Damas a la Mecque, Constantinople 
1849) sind U Tage. Der Verfasser des Nnr alnibrä« S. 1589 legte 
mit der Pilgercarawane den Weg von Damascus nach Tabak in 11 
und von Tabnk nach Madyna in 12 Tageji zurück. Er fugt bei, daat 
man gewohnlich 14 Tage von Tabak nach Madyna rechne. Ibn 
Ish&q S. 907 führt die Ruheplätze zwischen Tabak und Madyna an. 

Ihn Chord., Qod. und Idr.: Von Tabak nach Mohaddatha 

JüiX^Jf) dann nach Aqra' ^T^^'^ dann nach Hanyfyya ILkAjum 

(Qod. iLm^I), dann nach Higr (bei Ibn Chord. ausgefallen), dann 
nach Wadiy alqora. 

Moq. gibt kein zusanuncnhangendes Itinerar, wir finden aber 
folgende Entfernungen: Von Danuiscus nach Adzra'^Et 2 Tage, von 

Adzra^'at nach Zorayqä 1-äj>UI 1 Tg., von Zorayqft nach 'Am- 

m&n ^Ux 1 Tg., von 'Amm&n nach Mo'ftn ^^L&« 2 Tage, dann 

nach Tabak d^ju 2 Tage, dann nach TaymE Uju 4 Tage, dann 
nach Wädiy alqora 4 Tage. 

Jetzt wird Hi^r «die Städte (Madftyin) des Propheten ^*Elih» 
genannt. Hä^ Chalyfa heisst es Gebel Altaf, Berg der Gnade, und 
»heilt folgendes Itinerar mit : Von Tabak nach Ochaydhir ydiflUL^t 



XVL Arabien, 119 

(BnrcUiardt j ^n "»( Achdhar), dann nach Birke mo'' utztzama 
(der hochverehrte Teich), dann nach Magh&ridch alzayr ^Xäjo 
•^1, welches auch Aqni*' c%it genannt wird (Burckh. Dar al- 

bunra), dann nach Hi^r. Von hier nimmt die neuere Route eine 
ädere Richtung. 

Ibn Chord. und Idr.: Von W&diy alqora nach Rahabyyu 
iAAa Jt (idr. 2U:^Jt), dann nach Dza Marwa ^%y^^ %^ t dann 
ndi Dzn Morr ^^1 «6, dauii nach Sowaydä lju*^l, dann 

■idi Dzo Choschob y^äkt^ ^'ö {y^^J^ ^ö)^ dann nach Madyna. 
Diesem Itinerar zufolge sind 7 Märsche von Hi^r nach Ma- 
djna, nach Burckhardt 8. 

Moqaddasy in einer andern Stelle: Von Taymä nach Higr 
3 TagiN dann nach W&diy alqorii 1 Tg., dann nach Soqyfi 1 Tg. 
Die Fortsetzung dieses Itinerars lernen wir weiter unten kennen. 

Distanzen von Orten in Nordarabien nach Idrysy: Von zwi- 
schen Hi^r und Taymä 4 T^igo, zwischen Taymä und Chaybar 4 Tage, 
dann nach Madyna 4 Tage, zwischen Taymä und Damat algandai 
ebenfalls 4 Tage, von Taymä bis zur Grenze von Syrien .*( Tag<*. 

FjJgrimstrasse von der Hauptstadt Aegypteus 

nach Makka. 

Ibn Chord. und Moq. : Von FostaJ nach der Cisterne v^^(« 

(£6 ist dieses wahrscheinlich der von Burckhardt genannte Birket 

aJhagg i>der Wasserbehälter der Pilgrime, fünf Stunden von Cairo. 

1 Weil diese Station keine ganze TagereLse ist, wird sie von Moq. 

nicht genannt.) Dann nach Bowayb (Engpiuss), dann nach einer 

Station (fehlt m Moq., Qod. und Idrysy, und gehört auch nicht 

dahin), dann nach der Station s:>^Juo ^^1 (Moq., dann nach 
i5jUL^9 Idr. aLJ'JuiO ^^1 JyJuo, Qod. ^yo ^1 Jyuo &X(>ju), dann 
nach ^Agerad <>^y=^'> <l^nn "^ch ^jUiX^I (Moq. &JL><XJI, Idr. 
i^^wM, Qod. aujuJI), dann nach Korays \jt^y^ (Moq. v5>^ 
Idr. ^-dywJGI, Qod. (j*-^iaJI), dann nach Hofayr y^äÜ y^Moq. 
u»! , Qod. ^w*ail), dann nach einer Station, dann njich Ayla. 

Ya'qaby: Von der Hauptstadt nach Gobb xVmyra, wo sich 
die Pilgrime versanuneln, dann nach Qarqara in einer Wüste, 
die Station ist ohne Wasser, dann nach der Station 'Agrnd, wo 
ein alter tiefer Brunnen ist, dann nach Öisr Qolzom, dann sind 
secljs Stationen in der Wüste bis Ayhi ohne Wasser. 

Burckliardt liat zwischen ""Agcrad und'Aqaba oder Wavhi einwi 
Marsch mehr, und vor''Ag«TQd einyn Marsch weniger als im ersten 



120 Sprenger, die Poet- und Reiserouten des Oriente. 

Itinerar. £^ scheint bei Ibn Ghord. und Moq. eine Station 
gefallen zu sein. Bei Burckhardt ist Safh 'Aqaba das aPlateaii 
von ''Aqaba» eine Station vor 'Aqaba; im (jrihftnnumft hingegen 
lesen wir « Sath ^Aqaba, das heisst 'Aqaba (d. h. der Stntz) Toa 
Ayla. Hier war friiher ein grosser Ort, jetzt liegt er in Baineo 

«tj^t^^ osjjb «^ 5<\äJLmi &Jbl pauAft (5^ iuajÜI jh ^ - 

%4>ftjl%^ ^L^ • Das Qalfiyid al^oman bestätigt die Angabe tob 

Barckhardt. 

Moqaddasy sagt, es gibt verschiedene Konten von Ayla nack 
dem Süden. Er gibt zwei davon an. Ich verfolgte zaerst di^ 
jenige, welche auch von Ibn Chordfidbe beschrieben wird. 

Von Ayla nach Scharaf albaghl JJUJI \^y& (Ibn Chord. bleibt 

statt dessen in La^ , und Idr. in Jüt^), dann nach Madyan (Midian)| 
die Stadt des Propheten Scho^'ayb. In einem Itinerar des Moq. 
steht statt dessen Mosallk Betplatz, und in den neuen Renten 
Magh&yir Scho^ayb, die Hohlen des Scho'ayb. Es ist moglicli, 
dass die aJte und neue Station nicht genau identisch sind. Daaü 

nach A'rft l«x^t (in einem Itinerar des Moq. Ij^^l, Qod. y^Vf^ 

dann nach einer Station (fehlt in einem Itinerar des Moq. nnd bd 

Qod.), dann nach Küäba &j^UOI (&3^, Qod. ftJ^UaJI), dann 

nach Scha'th ss^^ (v^,fc^>, v::aJU*/), dann nach Badä Iju (Qod. 

^^), dann nach Schar^atayn ,j.ax^%^I (,^^jiä. ^-yi^^JI , (jmAjJ), 

dann nach Baydhft LdxJI, dann nach Wädiy alqorä (nach einem 

Itinerar des Moq. Qorh i^y^t es ist dieses der Hauptort von 

Wädiy alqora). Hier endet das eine Itinerar des Moqaddasy, im 

andern heisst es von Qorh nach Soqyft Yazyd Juyj LaAm^i und 

dann schliesst es. Ibn Chord. und Qod. fahren fort : Von Wldij 

alqork nach Rahabyya aux^JI (Qod. SJU^Jl), dann nach Dza 

Marwa 8^>4-'f ^<^? dann (in vier Marschen, wovon Qod. 80- 

wayda und Choschob nennt) nach Madyna. Dieses Itinerar ist auch 
in Ya'qoby. 

Der andere Weg, welcher zu Moqaddasy^s Zeiten gewohnlich 
von den Filgrimen betreten wurde: Von Ayla nach Scharaf al- 
baghl JjüJI O^ ((WJt ^00^) , dann nach Mo^allk (Qod. 
B^Lolt), Betplatz, dann nach Nabk dUJl (Qod. vfJLüJt), dann 

nach Dhabba ftx^ (*-J^» Qod. «uJb), welches, wie Ysqat be- 
hauptet, am Meere Bada gegenüber liegt, dann nach'Awnyd oder 
Owaynid cXa3^ (^Xaj^, Qod. (Xju^x), dann nach Rachma 



XVL ÄraHen. 121 



(««^Jl) JU^JI, Qod. JL^fJI), dann nach Manchos ^«Jauo 
{}J^^^)^ dann nach Bohayra SjxsOl (v^l, fehlt in Qod.\ 
itm nach Ahsft Lim^>^I, dann nach ^Oschayra, welches nach 
Ti^ iwiachen Dza Marwa und Yanbo' liegt, dann nach Gfir 
jM^ dem Seehafen von Madyna, dann nach Badr, dann nach 
' |6okfii an der Makka-Madynastrasse. 

Bei Ya*^qaby folgen die Stationen nicht ganz in derselben 
(Mnong: Yon Ayla nach Scharaf albaghl, dann nach Madyan, 
dum nach ^^ynOna, wo Felder und Dattelhainc sind, dann nach 
^VDTd, dann nach Qalft, dann nach Nabk, dann nach Qo^yba, 
hua nach Bahra, dann nach Moghaytha dann nach Tzabba, dann 
Mdi Wa^h, dann nach Manchos, dann nach Hawrfi, dann nach 
Gir, dann nach Gohfa, dann nach Qodayd, dann nach ''OsflEln, 
iuan uacfa Batn Marr, dann nach Makka. 

QodAma begleitet den Moq. bis Ahsfi, von dort geht er nach 
juJLj (Tanbo*^?), dann nach Masyül&n, dann nach Gar, welches 

im Tage von Madyna ist. Er fulirt das Itinerar nicht weiter. 
Sdbst wenn wir Yanbo' in das obige Itinerar eintragen, bleibt 
Mch öne Locke. 

Bakiy: Dhabbft \uu6 ist ein Seehafen mit Brunnen. Z wi- 
llen Dhabb& und Midian sind viele hohe Berge. Dort ist die 
BöUe des Scho*'ayb (Jethro), in welche er seine Schafe trieb. In 
doB Berge zwischen Dhabbä und der Höhle sind ELammern in 
den Felsen gehauen, in den Kammern sind Gräber und in den 
Gribem morsche Gebeine so gross wie Kameelknocben, die Kam- 
mern sind ungefähr 20 Ellen gross und riechen sehr übel. In 
der Nähe sind grosse Erdhügel, und man glaubt, dass einst das 
ganze Land bebaut gewesen ist. Wenn man von Midian nach 
Ajla geht, fuhrt der Weg zwischen einem hohen Berg und dem 
Meere hindurch. Oben auf dem Berg, in den Felsen gehauen, ist 

eine Nische 5^3 , zu der Niemand hinaufklettern kann. 

Im Gihännumä wird berichtet : « Bei Midian sind beschrie- 
bene Tafeln (Felsenwande) , in welchen die Namen der Konige ver- 
leichnet sind. » Hier Hessen sich sinaitische Inschriften mit ge- 
ringer Mühe und Gefahr entdecken! 

Scharaf albaghl Maulthierhohle, heisst jetzt Schorfat alhimär 
Eeelbohle. 

Idr.: Von Ayla nach *Awnyd, einem Seehafen mit Wasser, 
gegenüber, zehn Meilen vom Lande liegt die Insel No'man, dann 

XBiD Hafen Tzabbä LlL (Dhabbä), wo man ebenfalls frisches 
K'asser ündet, dann nach '^Otnf oJojJI, dann nach Hawrä, einem 
iiiahenden Dorfe, welches steinerne Töpfe exportirt , dann nach 



122 Sprenger, die Post- und ReUerouten des Orients, 

dem schonen Hafen Wadiy al^afrü ►(«Ä^t v5^U) dann nach 
Hafen lüuJiLiI, das Wasser wird von der Entfernung gdioM 

dann nach Gfir, dann nach Gohfa, dann nach Qodayd, dann und 
''Osofan, dann nach Godda (lies Makka). Idrysy macht die BoiBi 
bis G&r zu Wasser und dann bis Makka zu Land. 

Idr.: Von Madyan nach Ayhi 5 Tage, von Ayla nach Ol; 
25 Tage, von Madyan nach Tabak 6 Tage. 

Moq. in einer andern Stelle: Von 'Awnyd nach Bada-Ya'qQ] 
1 Tg., dann nach Soqyä 3 Tage, dann nach DzQ Marwa 1 T^ 
Die« ist der Weg von Madyna nach Aegypten. 

Die Lage von !Awnyd ('Owaynid?) lasst sich mit Gewiathtk 
bestimmen, weil die gegenüberliegende Insel nocii den alten N». 
men trägt, und sie bildet einen nützlichen Anhaltspunkt. MoqaAi 
dasy sagt in einer andern Stelle: ''Owa^iiid ist der Küstenort Tob 
Qorh, es ist blühend, hat Ueberiiuss an Honig und einen gntii 
Seehafen. Von Badft-Ya'^qab, dem Badais regia, der alten Re- 
sidenzstadt der Fürsten von Qorh (dem Qorah der Bibel) sagt er: 
Es ist ein blühender volkreicher Ort an der Strasse (von Makkaj 
nach Aegypten. 

Moq. versieht uns in andern Stelleu mit Angaben, weldM 
uns in den Stand setzen, die lloute von Marwa über Madyna odei 
über Badr nach Makka zu verfolgen: 

Moq.: Von Marwa nach Sowaydiya ^ÜcX^maJI 2 Tage, voi 
Sowaydiya nach Madyna 2 Tage. 

Moq.: Von Marwa nach Ma^'dan ^Jüt«JI 2 Tage, dann nad 

Ras id'ayn ^^^^uJI ^j**L 1 Tg., dann nach Badr 2 Tage, 

Moq.: Von Badr nach Gär 1 Tg., von Gär nach Go^i 
oder Yanbo' 2 Tage. 

Moq.: Von Gidda nach Gär oder nach Sirray n ^^*ju«J 
4 Tage. ^^ 

Idr.: Von Madyna nach s.>am^ 1 Tg., dann nach w^^ 

1 Tg., dann nach Gär 1 Tg., dann nach Gidda 10 Tage. Wem 
die erste Station Choschob zu lesen ist, so liegt sie westlicb 
nicht, wie ich den Weg auf der Karte verzeichnet habe, nord 
westlich von Madyna. 

Ibn Chord., Qod. und Idrysy. Von Madyna nach 

Scha^ra, es ist dies keine Station, aber man zieht hier den 

Ihräm an. Brunnen und Teiche 6 B^ 

Malal, Brunnen mit viel Wasser 12 ,. 

Sayyäla, Brunnen, hier werden Falken und Adler verkauft 19 ^ 

(Idrysy 17 ^ 
Rowaytha (feldt bei Ibn Chord. und gehört wahrscheinlich 

nicht hierher). Vier Brunnen in der Wüste 34 y 



XIV. Arabien. 123 

ifloqjS, flieesendes Wasser, ein Garten und Palmcukaine . 3G M. 

Ah^ Braunen 29 „ 

(Idrysy 27 „) 
(Radi andern Angaben liegt Abwa 126 M. von Makka 

od 125 M. von Madyna.) 
fGofc&, Brunnen, nach Ibn Chord. 8 M. vom Meere, nach 

TiqQt 6 M., und nacli Idr}'sy 4M 27 „ 

fOtdayd, Brunnen (Idr. 5 M. vom Meere), 20 ,, 

(Ibn Oiord. 27 „) 
fibofiüa oder 'Osflin, Brunnen. (Idr. 10 M. vom Meere. Es 

■t befestigt und es leben hier Gohayniten.) 24 ,, 

endet das Itinerar des Ibn Chord. Nach Yüqat ist 
t)8ofiUi 36 M. von Makka und bildet die Grenze des 
Tehima. Der Landstrich zwischen 'Osofön und Malal 
wird Sftbil, Küste genannt. 
li|B Marr. Elin grosses Dorf mit Dattolpflanzungen und 
Feldem, und einem Teiche, in welchen Wasser Üiesst IG M. 

(Idrysy 33 „) 
Makka 16 „ 

HamdSny: Von Madyna nach Siiyyala (Br. 23° 40') 23 M., 
dann nach Rawbn (Br. 23"" 3', vielleicht 2G') 24 M., dann nach 
Rowaytha (Br."23° 10') 13 M., dann nach 'Ar^V (Br. 30°) 
U M.', dann nach SoqyH (Br. 22° 45') 24 M., dann nach Abwa 
(Br. 22*^ 30') 17 M., dann nach Gohfa (Br. 22° 10') 23 M., 
dun nach Qodayd (Br. 22°) 24 Meilen, dann nach 'Osofan 
(Br. 21° 40') 23 M., dann nach Marr-Tzahnln (Br. 21° 40', 
nelleicht 20') 24 M., dann nach Makka (Br. 21° G') 0. 

Ya'qtlby zählt die Stationen in derselben Ordnung auf und 
sagt, die Entfernung beträgt 225 Meilen. 

Moq. theilt eine Route mit, welche der ncucrn näher kommt 
als die obige: Von M.idyna nach Rowaytha 1 Tg., dann nach 
Bawha 1 Tg., dann nach Arg 1 Tg., dann nach SocnTi der Bann 
Ghifär 1 Tg., dann nach Abwä 1 Tg., dann nach Gohfa 1 Tg., 
dann nach Chaym 1 Tg., dann nach Cholayy und Ameg 1 Tg., 
dann nach 'Osofän 1 Tg., dann nach Batn Marr 1 Tg., dann 
Dach Makka 1 Tg. 

Qod. nennt die heiligen Orte zwischen Batn Marr und Makka: 
Vier Meilen von Batn Marr ist das (irab der MaymQna, einer 



*) Die Breite von Madyna ^^ird hier nicht angegeben, an einem an- 
dern Orte sagt der Verfasser, sie beträgt 24**. So auch Byrüny. Wenn 
Aoch vielleicht Madyna in unsern Karten zu weit gegen Norden liegt, so 
moäsen wir es doch wenigstens in 24** 30' versetzen. Ueberhaupt stim- 
men die Breiten -Angaben der Orte zwischen Madyna und Makka, selbst 
venu \^*ir sie 10' nördlicher annehmen, nicht gut mit den Kntfernungon 
Tou Orten an der Küste, deren Lag»* bekannt ist. 



124 Sprenger, die Post- und Beiserouten des Orients. 

Fraa des Propheten , 6 Meilen weiter die Moschee der ^ 

und dann hat man noch 6 Meilen nach Makka. -j^ 

Batn Marr heisst jetzt W&diy FftHma. Burckhardt legte di 
16 M. von Makka bis dahin in 8 Standen zurück; denn inmmi 
selbst sagt, machte er wenig mehr als 2 M. in einer Stunde. Yo^ 
Wädiy l^ima nach 'Osfftn brauchte er 13 Stunden. Von YMkd 
bis R&bigh hatte er 30 Stunden. Nach Wfiqidy liegt Billig 
10 Meilen südwestlich von Öohfa nach Y&qot nordwestlich g^gü 
Nazwa und Abwft hin. Die Entfernung zwischen ^Osfän und BV 
bigh ist nach Burckhardt ungefähr 62 M., und die £ntfenniii| 
zwischen 'Osfän und Gohfa betragt 77 arab. Meilen. Das alf^ 
Itinerar wird also durch das neue bestätigt und Wftqidy^s AngiriNi 
gegen Yäqut aufrecht erhalten. Von R&bigh bis Madyn» maih 
schierte Burckhardt noch 69 oder 70 Stunden. Die Entfenmqg 
ist also höchstens 144 engl. Meilen. Von R&bigh nach Oo^ 
sind 10 M., dann von Gobfa bis Madyna, wenn wir die StatkK 
Rowaytha auslassen, 129 arabische Meilen, also von Bftbi§^ nach; 
Madyna 139 M., der Unterschied zwischen unsern Itinerarien imd 
Burckhardt betragt also nur 5 M., unsere Route ist aber etwÜ 
kürzer als die des Burckhardt. 

Nach unsern Itinerarien betragt die ganze Distanz Ewischea 
Makka und Madyna 225 arab. Meilen. Nach Bnrton und Borck^ 
hardt, welche verschiedene Wege gingen, 248 engl. M. DioMt 
Unterschied erklärt sich zum Theil durch die Verschiedenhdt dtt 
Route, zum Theil aber dadurch, dass die arabische Meile dk 
wenig grosser ist als die englische. 

Moq.: Von Makka nach Qaryn 1 Tg., dann nach Öidda 1 Tf^ 

Moq.: Von Batn Marr nach (jridda 1 Tg. — r Idr.: Von Öidda 
nach Makka 40 Meilen ^). 

Moq.: Von 6ohfa nach Badr 1 Tg., dann nach (^}airtL »iJLaJl 

1 Tg., dann nach Mo'all& ^, w ♦ H 1 Tg., dann nach Bawta 
1 Tag. 

Ihn Chord. und Qod.: Von Makka nach Byr b. Ibn Mortaqf 
(Mortafi^?), dann nach Qam alman&zil, einem grossen Dorfe, daän 
nach Tayf. Man kann auch nach T&yif über den Stutz gdien: 
Von Makka nach 'Araf%lt, dann nach Batn No'mftn, dann steigt 

9 

man den Stutz von Hoqba Saa^ hinauf und geht in ein Thal 
hinab, und nachdem man eine andere kleine Anhöbe erklommen 
hat, erreicht man T&yif. 



Gidda ist erst anter dem Chalyfen *Othinän tod persischen Kaui^ 
lenten gegründet worden. Der alte Seehafen von Biakka (oder vielmefai 
von Tajf) war Scho*ayba. Es ist dieses eine schöne Bucht an der Hbb- 
dung des Tbales Mohrim (welches wir aus Burckhardt Icennen) , und folg- 
lich südlich von Gidda. 



XVL Arabien, 125 

Um al-Mo^wir: Von Makka nach Min& 1 F., dann nach 
el'ar alharSm 1 F., dann nach dem Berg 'Arafllt 1 F., hier 
[%a^ das Wadij No'm&n an, in welchem Arftk- und Sachl- Bäume 
I, dann nach Barqa &i»o 3 F., dann nach Marxa B\««JI 
richtiger 6 F., dann nach al-Hagar j3k\ 2 F. Man geht 
hohen Berge vorüber, welcher Ghafar «^ benannt 

Ibn Mo^ftwir bemerkt: dies ist ohne Zweifel der Ohazw&n- 
Die Entfernung der letzten Station von Tüyif wird nicht 



Weg zwischen Makka und pan^'a. 

HamdSny: Die Entfernung zwischen ^n^a und Makka auf 

Na^dstrasse betragt 22 Tagereisen oder 35 Posten. Das 

420 Mefleo. Hamdftny beschreibt auch die Richtung des 

Wi^es und gewahrt uns dabei einen Blick in die am Himmels- 

pix Teneichnete Windrose der Seefahrer >) und Karawanen. Von 

(Jm'i nach Qa'da geht man gegen den Punkt des Horizonts, wo 

der keusche Aof- und Untergang des grossen Bären Statt findet; 

■f den Weg nach Kathba gegen den Punkt, wo der erste Stern 

ieaes Sienlkildes auftaucht und verschwindet; auf den Weg nach 

l^nsche, wo der Mittelere auf- und untergeht. Dieser heisst 

Is^, ^ßgi in der Ecke des Bars und ist so klein, dass ihn nur 

jBfe Leote sehen können. Wenn man gegen Ras al-Man&qib 

gik, halt man die Stelle , wo der letzte Stern des Bars auf- und 

ntergeht, vor sich. Von R&s al-Man&qib bis Makka fuhrt der 

Weg südwestlich, denn Makka liegt westlich von Fayq, und von 

Fayq nach Rss al-Manäqib ist eine Tagereise (gegen Norden). 

Von ^'a nach Rayda sju\ (Br. 15^) 20 M., dann nach 

Ayafet (Br. 15° 14') 16 M., dann nach Chaywftn (Br. 15° 3') 
15 M., dann nach al-'Ämsyya auLuMJtll (Br. 15° 27') 17 M., 
dann nach Qa'da (Br. 15° 48') 22 M., dann nach 'A^rqa ('Orfa?) 
üjjJI (Br. 16° Vl^) auf der alten, linken Strasse. Auf der 

neoen kommt man zu einem 'Arqa gegenüberliegenden Orte, 22 M., 
dann nach Mahgera 12 M., dann nach wuu^ (Br. 16° 32') 
25 M., dann nach {jaxni\ ^yj^ (Br. 16° 42') 14 M., dann 
flieh Thagga (Br. 16° 55') 16 M., dann nach Kathba (Br. 17° 13') 



1) Ihn Qotayba sagt im Adab alkottäb, dass die Moslimc mittelst des 
GadY, eines Circumpolarsternes in der Ursa minor die Richtung der Qibla 
feststellen. Wahrscheinlich wurden von den Seeleuten und Karawanen 
saefa andere Sterne des Bars zur Orientirung benutzt. Vergl. Joum. As. 
Soc. Bengal, 1848, Bd. 2, 8. 659. 



126 Sprenger, die Post- und Reiserouten des Orients, 

20 M. KiitLba ist die Grenze zwisdien Hig&z und Yaman, and 
liegt 15 Posten oder 1^0 Meilen von Q^n^^fi. Goraach hat di» 
selbe Breite wie Kathba und liegt etwas weniger als eine Tag» 

reise westlich und Ilagyrn S^j^^SvJI und Tathlyth y^^^fJUiLkj einei 

Tag ostlich davon; dann nach ßatmym fVA4j£^ (Br. 17^ 31'] 

20 M., also 200 M. von Qan^l, dann nach Biy&t-Girm v«)Lu 

i^^ (Br. 17^ 48') 20 M., dann nach (iesda (Br. 18^ 9') 22 M^ 

dann nach Bysche Yoqlän (Br. 18^ 277^') 21 M., dann nadi 
Tobüla (Br. 18° 38') 11 M., es liegt 23 Posten oder 276 IL 
von ^an'&. Dann nach La^uül (Br. 19°) 22 M., dann nach 
Keda (Br. 19° 14') IC M., dann nach Taraba (Br. 19° 27Vi') 
15 M., dann nach pafan (^afar?) ^jJuc (Br. 19° 47»/«') 22 IL. 

dann nach Fayq (es hat dieselbe Breite wie Makka und Tftyi( 
nämlich 20° G', und wenn man zu Fayq betet, liegt Tivif «wi- 
schen dem Betenden und Makka) 23 M. Es ist von Qan'a 30 Po- 
rten oder 3 CO Meilen entfernt. In der Tagereise von ^fan (Q»^ 
far?) nach Fayq Lst eine Post, nämlich Geldän, welche anderthalb 
Posten lang ist, dann nach R&s al-Manaqib (Br. 20° 17') 12 Mi 
Dieses ist die nordlichste Stelle auf diesem Wege. Hier macht 
man einen Winkel und wendet sich nach Südwesten, Rüs 
Manäqib ist nicht eine Station; di<^ Station ist das sechs Meil 
davon entfernte Qarn, auch (jarn almanSzil genannt. Von Qani 

nach Rimma Ms (Br. 20° 11') 18 Meilen, dann nach Makk» 
(Br. 20° G'). ^ 

Wenn man die einzelnen Distanzen zusammenzählt, kommeQ 
nicht inuner die angegebenen Summen heraus. Diese Fehler fidlea 
zum Tlieil dem Abschreiber, zum Theil aber auch dem Ver&aser 
zur Last. Er hat die Poststationen in Meilen verwandelt, indem 
er sie mit 12 multiplicirte. Es mag hier und da ein Fehler in 
der Multiplikation sein, häuüger aber mag er sich geirrt haben, 
wenn die angegebene Station zwischen zwei Posten lag. In sol- 
chen Fällen hat er wahrscheinlich die in dem betrelTenden Orte 
conventioneil angenommene Distanz genannt, und nidit die Poat- 
distanz. 

Die Post- und alte Karawanenstra&se nach Südarabien ging 
von Makka nach N.O. um das Gebirge, auf welchem Täyif li^t, 
herum, nach der Hochebene von Centralarabien , denn hier konn* 
tcn die Kameele leichter gehen und fanden für sich geeignetere 
Weiden als im Gebirge. Es geht aus Ibn ChordRdbe's Angabe 
über die Posten hervor, da.ss nicht Käs al- Manäqib, sondern 
*Ömra (Yäqat Hpricht Ghamara), die dritte Station von Makka anf 
der Baghdäd-Makkastrasse der nördlichste Punkt der Poststrasse 
war und sich daselbst das Centrnlpo»tamt für Arabien befand. Die 



X VL Arabien, 



127 



lanwuien and einzelne Reisende scheinen über den Fuss des 
T^yifeebirgc« gegangen zu sein, um den Weg abzukürzen. 

£ine kleine Tagereise nurdlich von Mnkkii lüuft ein "vi-eites 
lUbecken von O. nach W., welches auf der einen Seite bei 
Cjdda sich in das Meer hiuablcnkt und auf der andern Seite (im 
'SlO.) gegen den Nagd hinaufsteigt. Jetzt wird es Wädiy (das 
Ibal der) Fat im» geheissen, in altern Zeiten hatte es den Namen 
l^n (Becken von) Marr-Tzalirän. Es ist fruchtbar, wurde lange, 
tbe Makka stand, bewohnt, und die Zabran Kegia des Ftolemäus 
■t wohl in diesem Becken zu suchen, denn es enthalt den Iluupt- 
•rt der Choz&'^iten, welche vor den Qorayschitcn die Herren jener 
Gegenden waren. 

Geht man das Thal hinauf, so findet man, dass es sich ein 

venig unter Bost&n Ihn 'Amir in zwei Zweige theilt^ der eine, in 

«dchem A^*täs liegt, lauft rechts bei Bostfin vorüber, erstreckt 

wäk bis Wabfi, welches schon zu Yanijlma gerechnet wird, und 

Unt Nachla Yamany^'a, die südliche Falme, und gehörte den 

Bua Sa'd b. Bakr, der andere, in welchem Dzät ''Irq liegt, 

Bift links bei Bostftn vorüber und heisst Nachla Sch&niyya, die 

■irdliche Palme, und gehorte den Ilodzaylitcn. Unter einer 

Strasse in Arabien darf man sich nicht eine enge Linie denken. 

Ke Taosende von Kameelen, welche vorüberziehen, wollen fressen, 

■d den grossem Theil der Nahrung müssen sie sich selbst 

Mben. Da die Gegend zwischen den zwei Nachla Aach ist, so 

euipirteu die Karawanen bald uu diesem , bald an jenem der zwei 

Kadda. Wenn wir daher von einem Knotenpunkt der Strassen 

sprechen, so bezieht sich die^^cs auf die Gegend, nicht auf eine 

bestimmte Lokalität. v< Im südlichen Naelila, sagt Yäqnt, muulich 

n Wabä, treffen die Pilgrmie von Yaman, Nagd, Chatt, 'Omftn, 

Babrayn und Yabryn zusannnen, durch das nürdliche führt der 

Weg nach Ba^ra und Knfa (und Baghdäd)», da man, wenn man 

nadi Yaman will, weit genug gegen Osten gehen muss, um die 

Gebirge von Tilyif herum zu kommen, so mng wenig daran liegen. 

ob man sich etwas früher oder spater zur Rechten hiilt, und so 

kam es, dass die Post bis 'Omra durch das nördliche Nachla 

ging. Leichtbeladene Karawanen können vielleicht den Weg ab- 

kinzen, indem sie sich schon früh rechts wenden und über die 

Ausläufer der Gebirge gehen. 

Im Alterthume versammelten sich die Araber in diesem Knoten- 
pmkte im Frühlinge, unmittelbar vor dem Pilgerfeste, zu einem 
groBSen Jahrmarkte. Er wurde ursprünglich in Othaydsl, spater, 
nahe dabei, zu '^Okätz abgehalten. 

In Othaydä sind Felsen von phantiistischer Gesstalt, welchen 
fie Araber göttliche Verehrung zuerkannten. '^Okätz ist ein Palmen- 
bun, und allmalig erwuclis ein Dorf (v(T«];1. Idrysy). Es liegt 
whts von dem südliclien Naclila, eine Taj^ereise von Täyif und 
wei Tagereisen von Makka. Di«' alte IL-nulelsstrasse von Syrien 



128 Sprenger, die Post- und Beiserouten des Oriente. 

nach Yaman ging gewiss nicht über Makka, denn das war €l 
Umweg, sondern den vereinigten Nachla entlang aber Mm 
Tzahr&n, und so kommt es, dass zu Ma^anna, welches bei Miui 
Tzahrfin üe-gt, ein Nachmarkt gehalten wurde. 

Zur Zeit des Mohammad finden wir keine Spur von der Tai 
ehrung der Felsen von Othaydft. Sie wurde wahrscheinlich durch A: 
Heiligthümer zwischen Makka und T&yif (wovon die Ka*^ ha das Wi^ 
liebste war) verdrängt. Seitdem diese Heiligthümer in An&diwv^ 
gekommen waren, hielt man einen zweiten Nachmarkt in Dza-Ma^ 
hinter j^rafat, welcher der östlichste unter den heiligen Orten ist. - 

Ihn Chord.: Von Makka nach Byr Ihn Mortaqf (MortaiTfi 
dann nach Qarn Man&zil, einem grossen Dorfe, daam nach Im 

^JjulII, einem grossen Dorfe, dann nach Qafar yi^j dann mti 

Taraba x3^9 einem grossen Dorfe, dann nach Kedft \(3S1 j^ 

Qodftma: Der uns vorliegende Text ist demlich diuik|| 
er sagt: Weg von Makka nach T&yif, drei Tagereisen, mkai 
lieh: von Makka nach Byr Mortafi% dann nach Qam Mnnlrf 
einem grossen Dorfe, wo die Pilgrime von Yaman den IhrSm wfü 
ziehen. Du lenkst dann in den Weg nach Tftyif ein, ond dl 
hast noch 8 (Meilen). Darauf beschreibt Qod. einen andern W^ 
nach T&3rif und fahrt dann fort : Du lenkst in den Weg von Y^ 
man ein und hast von '^Omra bis Oadr (oder Oadad) 12 MeÜM 

(Im Original fehlt abis». Es heisst: yj»^ lO*^I O^ JJ^ 

'Xßjo ^ Lül SÖ<1\ vil 8^1), dieses (er meint 'Omr») ig 

eine Poststation, und der Ort, wo sich die Elarawanen theihfl 
£^ ist dort nur ein Brunnen, Dattelpfla)izungen und Felder, wddbj 

von Kameelen bewassert werden. Von (jradr nach Fajq ^J^JjJ^ 

und dann nach iUyj (Taraba?), einem grossen Dorfe mit Qnella 

und fliessendem Wasser und Feldern, dann nach Qafar, einer Sta 
tion , in welcher in einer Ebene zwei Gebäude für den Postmsiitai 
errichtet sind; ein Brunnen liefert gutes Wasser; dann nach Ked 

Ij^ Es ist dieses eine Station mit einer Quelle und Palmea 
Pflanzungen. Es sind aber nur zwei Gebäude daselbst, eines iE 
den Postmeister und eines für die Karawanen. 

Qod.: (8) Von Keda nach Wayba &aj^) einer Station (niel 

einem Dorfe) in der Ebene. E^ ist eine reichliche Quelle und ei 
Palmenhain dabei, und in kleiner Entfernung ist cultivirtes Lan 
und Häuser. Sodann (9) nach Tobäla, einem grossen volkreiche 
Flecken ' und Brunnen. In der Umgegend schlagen die Qaysite 
ihre Zelte auf. Dann (10) nach Bysche, einem grossen volkreiche 
Dorfe im Thale mit Quellen, auch hier sind qaysische Lagerplat» 

Dann (11) nach Gasda IJum^, einer Station, und ein Liagerplal 

der Qaysiten, dann (12) nach Biy&t Girm f^y^ ^nArnkJ-, einei 



XVL Arabien. 129 

Dorfe, dano (13) nach \jf\A%m (bei Moq. *iiJb und 

Hr. fcf U iJ , dner Station in der Wiiste mit einem einzigen Brun- 

M, ohne Einwohner, sie ist ungefähr 14 Meilen von vm^ 

QIm}. sagt 8 M. von Gorasch Jm*^). Dann (14) nach Kathba 

einem grossen Dorfe mit Hausern und Schlossern. Eis liegt 

4er Ebene und ist 8 M. von Gorasch ^j>^y^ (nach Idr. liegt 

ih 8 M. von Scheram-R&h). Dann (15) nach Thag^a &AxJI, 

Poststation, mit einem Brunnen. Hier campiren auch die 

Isawanen. In der Landschaft Zobayd und der Umgebung woh- 

£e Beduinen, deren Namen sie tragt. (IG) Von Tha^^a nach 

Ickfttm-Bfth (Moq. ^SsyjJ)^ dieses ist ein grosses Dorf auf der 

Bcae, mit Quellen und Weinbergen. Die Bewohner sind ein 
Zvqg der Hamd&nitcn, welcher v«aa^ heisst. Dann (17) nach 
ftk^ara i%^^«JI , einem grossen Gebirgsdorfe mit vielen Quellen. 

Znchen Mah^ara und der vorhergehenden Station steht ein grosser 
IwD, welcher Talhat -almalik genannt wird, und nach der Be- 
^BUDong des Propheten die Grenze zwischen Makka (oder dem 

p^) und Yaman bildet. Dann (18) nach 'Orfa Siv£, einer 

ftation im Gebirge. In dieser Gegend sind Beduinen von einem 
(kawlftnstamme. Dann (19) nach QaMa, einem grossen Dorfe 
{Blidt). Viele Gerbereien, in welchen das yamanische Leder, so- 
«dU Adjm als Schuhleder bereitet wird. Es sind hier viele 
Kanfleote, meistens von Bapra. Es folgt hier eine Stelle bezüg- 
lich des Weges der Ba^rier, welche nicht recht klar ist. Sie lautet: 

(20) Von ga'da nach A'masa iui^^iH (Moq. 2LuÄu|x5ll), 

öner Station ohne Einwohner. In der Nachbarschaft lebt ein 
Hamd&nstamm. Dann (21) nach ChaywAn, einem grossen volk- 
rochen Gebirgsdorfe, mit Weinbergen, deren Erzeugnisse wegen 
der Grösse der Beeren berühmt sind. Dann (22) nach Ayäfeth 

^Ul, einem grossen Dorfe, von Goschamiern bewohnt. Dann 

(23) nach Rayda SJu\ (Rodda bei Nieb.), einem grossen volk- 

i reichen Dorfe. Dann (24) nach pan^'ä, der Hauptstadt von Ya- 
[ MO. Dieses ist der Weg, fügt Qod. bei, an welchem Amyäl 

(Meilensteine oder Wegweiser?) sind, auf welchem Beamte und 

Geschäftsleute reisen. 

Moq. glaubt, dass zwischen jedem der genannten Orte eine 
Tagereise sei. Dieses scheint nicht richtig zu sein. Qod. sagt 
ID einer andern Stelle, der Weg von ^an'a nach Makka wird 
(tod Karawanen) in Tagemärsche eingetheilt, wie folgt: (1) Von 

CiD'a nach Rihäna iüL^JK (2) dann nach dem Räfida-Dorfe 
Abhandl. d. DM6. III, 3. '^ 





130 Sprenger, die PohI- und Reiserouten de» Oriente. 

SiXiK 2üy», (3) dann nach Cha>rw'&n, (4) dann nach ^^ 
(5) dann nach Na^ah ^^ixJto (6) dann nach Qo9ba Ka^oI/I^ 
(7) dann nach Tha^ga, (8) dann Kathba, (9) dann nach B]}rIU<, 
Ginn f^y^ ^^? i}^) t^^"" "<^^li (xasda J%^m*^, (11) dflil^^ 
nach Bysclie, (12) dann nach Tobala, (18) dann nach Wayba, (l^&'V 
dann nach y^sJI ^ (15) dann nach ^War vJi^i (IG) dann nach F»^ 
^JJüJI, (17) dann nach Bostän Ihn 'Ainir, (18) dann nachMf" 

Ihn Chord.: Von Keda nach Wayba (8), dann nach 
b&la, emer grossen Stadt (9), dann nach Gasda, wo keine 

wohuer sind, (11) dann nach Kathba auA- 3 , einem 
Dorfe (14), dann nach Byscho Yoqtan ^UsJb Kd^<u»,Jlj» (in 
andern Stelle und bei Idrysy ^Uiiü &Aaj), 8 Meilen davon 
^^t (Gorasch?); dann nach Mahgara (17). Zwischen Sch( 
Räh ^lOwOawM und Mahgnra ist die Talhat -ahnalik. Dann 

'Orfa (18), wo keine Bewohner sind, dann nach (pa''da (19), 
^masa, wo keine Einwohner sind (20), dann nach Cbaj^ 

(21) dann nach Ayäfeth v:;^Ul, einer Stadt (22), dann 
gan a (24). 

Zur Zeit des Ihn al - Mogawir war Südarabien schon seit 
reren Jahrhunderten in zahlreiche Fürstenthümer zersplittert, 
es herrschte die vollständigste Anarchie. Diese Post- und far 
Welthandel. berechnete Karawanenstrasse bestand datier nicht nubQl^-' 
Er kennt nur den Weg von einem Orte zum naclist gelegenen, vo4^ 
wie es scheint, war ihm das Gebirgsland zwischen Tayif und Qa'dl;- 
nicht aus eigener Anschauung bekannt, und es wurde ihm du 
Itinerar von einem Freunde mitgetheilt. Er sagt: 

Mohammad b. Zankal JX3\ b. Hosayn Kerm&ny hat nir. 
erzäldt: Von l'äyif nach Ma^dan ^jcVa».H sind 4 F., dann nao|.; 
Rän ^ly^l 8 F., dann nach Maliry {^y^ 8 F., dann nach Dorob^ 
ws^iXJf 4 F., dann nach Yäfi' laiL) 8 F., dann nach ^Adft Ii3^' 
8 F., dann nach Ran Kysa iuuüp ^K, ein langer und br«t«/2l 
Berg 4 F., dann nach ^afy /^A^, wo jeden Freitag Marfel;^^ 
gehalten wird, 4 F., dann nach Cliadh {JQa 4 F., dann nadt 
Madr \4Xc , wo jeden Freitag ein vielbesuchtem* Markt ist, 4 P4_ 
dann nach 'Adha-'Arryn ^^^wC X,..^.r 4 F., dann nach d< 
Lande der Banü Qarn ^3 ^-jü (>^, dann nach dem 
der Bann 'Abd-aldär ;ljJI J^ ^ ^5b 20 F., dann md^ 
Dhahaban ^Lü&6 7 F., dann nach dem Lande der QahtEniteClf 



XVL Arabien, 131 

^UaSli *y'^ 4 F., dtinn nach dem Ilnha der Bann Scharyf 
fcjJt ^ &Ä.I^ 2 F., dann nach Ca'da 20 F. 

Ibn al-Mog&wir^8 Fortsetzung dieser Route lernen wir weiter 
inten kennen. 

ibn al-Mogäwir: Weg von Täyif nach dem Berge Badr 

«Jofl Ju^. Von Täyif nach Mu'^dan ^^JüuJl 6 F , hier wer- 

in Tortreffliche Topfe |*%J gemacht aus hartem glatten Stein, 

km nach Chabt va^x^ 15 F., hier sind viele Sclduchten und 
Difte und ein Bruimen mit vortrefflichem Wasser; daim nach Had- 

to^tiX^ 6 F., dann nach Buhry t^y^, 3 F., hier sfiet man jälu'- 
Eefa zwei mal Weizen, nämlich alle sechs Monate, dann nach Darb 
UKiXil 2 Fani., dann nach dem Ort der berühmten Laylk ''Ami- 
ijTi and des Qays b. Molawwih ^^^ (inis ist er unter dem 

Simeu MaguOn bekannt), dann nach Naw& \yj 1 Fars., dieses 
jA der erste Ort im Gebiete des Ba^ylastammes, welcher auch 
8arw «vM^t genannt wird; dann nach Farda lo%^i G F., duiui 

laeh Mdlhi Lss^l , welches ein grosser Berg ist, G F. W^eun 
kr Verfasser nicht fabelt, so sind daselbst grosse Felsenwohnun- 
f», 6 F., dann nach sjuül, einem festen Dorf in einem reizenden 
Ibde, 1 F., dann nach'Aqyq ^3^üütJI, wo Gerbereien sind, und 
woher Li^he nach Makka gebracht wird, G F., dann nach To- 
bila 8 F., dann nach Gebel J^^l^ d. h. dem Berge der BanD 
fiadr, wo starke Festungen sind, H F. 

Der Weg von (^'an*^ä nach Makka der Küste entlang wird 
TOD Ya'qUby, Ibn Chordädbe, Qodänm, Idrysy, Ilagy-Chalyfa 
ind Hamdüny erwalnit. Keiner von diesen Geograplien gibt die 
Distanzen an, und die Namen der Stationen sind undeutlich und 
fehlerhaft geschrieben. Da uns die Küste wohl bekannt ist, halte 
ich es für überÜüssig, ihre Nachrichten zusannnenzustellen. Her- 
Torzuheben ist, ilass Ilanuläny sagt. Dnqa (bei andern Darcja, 
«ne Station südlich von Serrayn) gehört den 'Abdiern, welclie 
Ceberbleibsel der Gorhomiten sind. 

Ibn al-Mogawir gibt uns eingehendere Nachrioliten i'iber den 
Wog der Meeresküste, Tihama, entlang: Von Makka nach Qaryn 

,.oJLM 1 F., dann nach Bavdhä cLojuJI 2 F., dann nach Av- 
i&m ^tjol 3 F., dann nach Wndiy Moliram cV^' (J5^'^ ^ 1^'- 
Hi-^r ziehen die Pilgriinc von Yanian den Ihrfmi an, dann nach 
For r> F. Dieser Ort liejirt ini Lande der BanQ Scho'ba &aAa£>, 

9* 



132 Sprenger, die Post- und Reiserouten des Orients. 

die Kleidung der Frauen dieses Stammes besteht in £wei gegerbtoi ■ 

Häuten f^oS ^^wo ^«jkjUo, welche zusammengenaht sind, and ttl! 

>v eiche ein rundes Loch gesclinitten wird (um den Kopf durchs 
zustecken). Wenn sie gehen, kann man den ganzen Korper sdiao 
von oben und von unten. Dieser Stamm besteht aus dem gr&N» 
ten Dicl>sgesindel in der Welt. Sie machen es sich zur Aufgab^ 
die Pilgrime auszurauben. Sie heissen daher die PilgerkarawMM 

&JÜt &JLa^ « das Füllhorn Gotte« » , denn sie leben davon. Wenn- 
man sie darüber zur Rede stellt, sagen sie: Wir wohnen hier b ; 
diesen schwarzen Bergen und besitzen weder Felder noch Viel^;' 
Gott hat uns auf die Pilgrime zur Erwerbung des Unteriuütes 
angewiesen. Auch ihr plündert sie bei der Ka ba, nur auf «h 
derc Art. 

Von Fo/ nach Sirrayn \j^,j***i^^ ein von den Persern an - 
der Meeresküste erbauter Ort, 3 F., dann nach Wfidiy Athlidi 
^^'^t v5(>l^ 3 F., dann nach Hi^ära SpLa^ 5 F., dann rmA ; 

Haly 4,^^^ 9 wo eine Hauptmoschee ist, 7 F., das ganze Luid 
von Makka bis hierher gehört den BanU Kinftna. 

Oestlich von Haly ist ein Stamm, welchen man Bahjrmyn 
(den thicrischen) nennt. Er leitet seinen Ursprung von der AI 

(Familie des) Amir ab, welche von ^Laam abstammt. Wenn dn 
Gast bei einer Familie einkehrt, so sagt der Mann Abendt 
zu seiner Frau: «Geh' und sei aufmerksam gegen den Oasti 

( i-ii,A <n It ^Y^ ) iS^}) ^' ^^^ ^^^ ^^^^ ^'^^ °^^ ^^'^ Fremden 
zu Bett und bleibt die ganze Nacht bei ihm. Am folgenden Mor- 
gen gehen sie zur Arbeit wie ge wohnlich. (Von dieser sonder* 
baren Gastfreundschaft hat auch Burckhardt gehört). Wenn A, ' 
die Tochter des B. zur Ehe wünscht, so bittet er den Vater am 
ihre Hand, und im Falle der Einwilligung bringt er eine Nacht 
bei ihr zu. Wenn er dann am Morgen eine Sandale bei ihr zornck- 
lässt, so weiss B., dass A. seine Tochter zu heirathen wnnsdie, 
wenn er aber keine Sandale zurücklässt, so wird es nichts ans 
der Heirath. So weit, sagt der Verfasser, geht die Liberalität 
dieser Leute. Sie beschäftigen sich mit der Verarbeitung von 
Messing, Eisen und Blei, kleiden sich in gegerbte Häute, und 
statt eine Mitgift zu geben weisen sie ihre Kinder auf Strassen- 
räuberei an. 

Von Haly nach Dabs& LmuJJI 5 F., dann der Mündung des 
W&diy ^Omq ^^^ift fS*^^} 7^' ^"^'^ Scharm alg&riya (Madchen- 
Hafen) genannt (Distanz fehlt) , dann nach Dzahabftn ijLu^O 4 F. 
Die Bewohner sind ein Gemisch von Asaditen, Mo'fi^maiten, Raf- 

diten und |woIax ^^^ V^ ^^^ iXwwl ^^ ^ &M^ 

'i(\i\ iS^^* Wenn ein Fremder bei ihnen einkehrt, so sagen 



XVL Arabien. 133 

■e, uoteriudte dich mit der Hausfrau, umarme und küsse sie, 
«BD da aber zu weit gehst, wird dich dieser Dolch durchbohren. 

*t^^ vs^ ^^ y ^^^ 3 (* (jA^Ly« ^ JLj iJ uy^y^ 

•si»! IcAlft* Diese Gegend wird auch Wadiy aldnm geheissen, 

«tfl fiele Dampahnen, welche auch JJUJt Jia^ genannt werden, 
fcwlhut wachsen. Hier sieht man gegen das Meer hin den Hügel 

Kedommol JüoJl^ wo Elisenminen sind. Dieser Berg ist halb- 
wegs zwischen Hi^&z und Yaman. 

Dann nach Baydh U^uu, einem W&diy 4 F., dann nach R&ha 

b^l Jl, welches auch Mahall Aby Toräb wto ^t Jl^ und R&ha 

Mojyad genannt wird und ein alter von Scheryfen erbauter Ort ist, 

4 F., dann nach Hagr %^ 4 F., die Gegend von hier bis Har- 

lia ^^j^ (Chaywftn?) nennt man Derb v^^jJI, und die Ein- 

vohoer zwischen Hagr und Zabyd werden Schama ic».AJ( genannt, 
denn in Zabyd heisst man diese Gegend Scham (den Norden) 

*LmJI oder auch SsTid 4X£LmjI. Die Nächte sind hier auge- 

A^m, aber die Tage sehr warm. Dann nach Halyya &aJL^I 

8 Fars. Von hier wird eingemachter Zingiber {£yioJ\ Juuj ä üt 

oportirt. Dann nach Mah&lib s^L^Jt 2 Fars. Hier lebte der 
iMte !Antar. 

Der Chalyfe Amyn, ein Sohn des HärOn, schenkte den Sche- 
nrfen (Abkömmlingen des Propheten) den Strich Landes von 
Jfakka bis Halyya in der Länge, und bis (^Vkd& in der Breite. 
Sie lebten hier bequem und zufrieden bis 615, da kamen die 
Gbozz , vertrieben sie aus ihrem Lande und nahmen Besitz davon. 

Ibn al-Mogäwir: Weg von Mahälib nach ^a'^da: Von 

Mah&lib nach Chirda Hi>«j^ 3 F., dann nach Mad&ra 'is\ö<J\ 
3 F., dieses ist das ^am&wythal kj^L^jaH ^of^l, in welchem 
CS viel Wild gibt, dann nach Samr ^.«^am 3 F., dann nach Fal- 
ks^ ^l^si 1 F., dann nach AbrDr ^^r*^' «^ ^^-7 ^^^^^ °Ach 
Tzohayra Swu^ioil 2 F., dieser Ort wird auch Wädiy Yamäny 

^L4jJI (3^1 «Jl geheissen. Man nennt ihn Tzohayra, den kleinen 
Röcken, weil er von zwei Thälern, welche sich unter ihm in 
einander münden, begrenzt wird. Das eine Thal heisst Wädiy 

Mor ^yjo (5i>l^ und kommt von Wädiy Hat v::^^ ^*>^^t und 



>) Sehä(ia hat eine höchst unanständige Bedeutung *ju>a\ JL^(>I ^JO 
it ^<t ^ i ff I ^v. ^1, Es bedeutet dann auch lesbische Liebe. 



134 Sprenger ^ die Post- und Reiserouten des Orients» 



das andere Wadiy Harf Ov^ (^^N? ^^^ kommt von den u 

liehen Gebirgen. Manchesmal »ind beide Bäche gleichzeitig 8i 
angeüch wollen, und das Wasser des einen wird durch das and« 

aufgehalten. Dann nach Sch&tab ^^Y\^i 5 Fr., dieser Ort wui 
von den Bermekiden erbaut, und es sollen noch einige von ihi 
Nachkommen daselbst wohnen, aber in grosser Dürftigkeit. Da 

nach Hnth v^^-^^ dem Sitz eines scheryfischen Fürsten, 10 
dann nach Qa^'da, der Residenz des Königs 'Abd Allah b. Ham 
Hasanv 13 F. 



Weg von Ba^ra nach Südwestarabien. 

Da wir die zwei HaupUtrassen von Higftz nach ^'an'ä kc 
nen, wollen wir von der ebenso wichtigen, von der Mundu 
des Tigris nach Yaman, wie auch von den übrigen Hauptstras« 
der Halbinsel Notiz nehmen, ehe wir auf die Lokal verbindun|i> 
von Yaman übergehen. 



Ihn Chord&dbe: 

Von Ba^ra nach 
Einer Station. 
Katzima lijb^. 
Einer Station. 
Qo/a Uyül. 

Tachfa uJp. 
^ammHn ^U^iaJI. 

Fünf Stationen. 



Solayma 

JLuJI. 

Yam&ma. 



Qod&ma: 

Von Ba^ra nach 
Einer Station. 
Kätzima. 
Drei Stationen. 
For'a U^l. 

gafha Ä^.^. 
Qammfin. 
Drei Stationen. 
Gobb alqor&t 

Motawalliy ^^Juo. 
Solayma. 



Bekry : 
Von Bayra nach 

Kfitzima 2 Tage. 

For'ä ;j Tage. 
Tichfa 1 Tag. 
s^Lmo 1 Tag. 

# 

Gobb altorab 5 Tag 



Sanga lusXdM 3 Ta^ 

Rem&l. 

Salycha von Yamüu 



Yamftma. 

Qodama fügt bei, dass der Weg in Tagereisen (für Karaw 
nen) eingetheilt sei. 

Bakry: Also im Ganzen 15 Tage. 

Katzima liegt an der nordwestlichen Bucht de« persisch 
Meerbusens, ^amman kann nicht weit südöstlich von der Ba^i 
Makkastrasse entfernt sein, denn die Landschaft von Raqinatän u 
Dar'Oschar ('Oschayra) werden die Gegend von ^^ammön geheiss< 
Die fünf Tagereisen zwischen ^'aunnän und Solayma führen ül 
einen Theil des Nofnd, welcher Dehnä genannt wird und v 



X VL Arabien. 



läö 



^a bie Yabryn reicht, wo dauu die eigentliche vegetJitions- 
•andwuste anfangt. Die folgenden zwei Tage, selbst wenn 
len K&tzima und Qo/ft nur eine Station ist, bringen uns 
üe Lage hinaus, welche Yauiäma auf unsern Karten hat. 

drysy hat uns ein Itinerar aufbewahrt, welches wahrschein- 
ichtiger ist als die obigen: Von Yani&ma (im gedruckten 

>: Ton Hadhrama iU^^'*») nach Sftl JLmJI 1 Tg., dann 

Salamjya lücJLy 1 Tg., dann kommt eine ununterbrochene 

1. » 

, ^ — T* (^^^^ alqorat?) 3 Tage, dann nacli 

Dia ^UdioJI wieder 3 Tage durch die Wüste, dann nach 

ra &sÜo (identisch mit Tichfa), welches an das Gebiet von 
ayn anstosst, 1 Tg., dauu nach der Stadt von Kfttzima 4 Tage, 

nach Dahmän ^Uj&O 1 Tg., dann nach Bayra 1 Tg. 

Im Ganzen 15 Tagereisen. 

Von Yamäma nach Bahray n sind 1 3 Tage , und von Yamftma 
'Omfin ebenfalls 13 Tage, von ^^^hfir in 'Om&n nach Bah- 
20 Tage. 



Qodäma : 

Von Yam&ma nach 
Charag ^^1. 



läbär ^blÜI 



s^ 



is 






Ihn Chordädbe: 
Yamäma nach 

et"- 

j Magäza 5\L^I. 
I Ma'daii ^JütJI. 

Tbawr ^«^l* 
Thelg Xül. 

Jl. gafä. 

*ju . Byr aläbär (vielleicht ist Byr 

eine Station und Abär eine 
andere), 
m. Nagrän. 

\ . Hamv. 

Beras (j-'iv?« 

Mirba . 

ra. Mahgcra. 

y\i Mog.: Wi\ü von {.'aWn nach Nagrän: Von ^V^» "**^*** 
II ^\>S^) •> l'- tlann nach Hadd Jcil "i F., dann nai-b Kakab 



136 Sprenger, die Post- und Reieerouten des Oriente, > 

v^A^I 3 F., ein grosses Wadiy, welches über Qafil Luo flieig^ 

dann nach H&niq ^^jI^I 3 F. Es wachsen Palmen und es g)W 
fliessendes Wasser, welches von Rakab kommt Dann nach Kaw^... 

kebftn ^L5l5^ 2 F. Von hier geht man nach Na^d. Dieseni 

Schloss ist das Land zwischen Na^d und den Bergen von Tamw : '. 
unterthan; es ist die Residenz des Königs von Nagrftn. Dum!!, 

nach Hoqqa JSjJ^\ (oben xill) V« F. Dies ist die eigentUdwt: 



Hauptstadt von Nagrftn. Ein Drittheil der Einwohner sind Jaikii| |; 
ein Drittheil Christen und ein Drittheil Moslirae, dann nach QftUl'p 

JljU 4 F., dann nach U^a^ 4 F., dann nach Qarqar jSyS 4 Fi^l 

einer grossen alten Stadt, welche in Ruinen liegt. Na^rSn hat'-' 



seine eigenen Konige aus dem Stamme 'Abd Madftn ^^tjc^l 

Y&qnt sagt Bd. 2, S. 400: «Qarqar ist ein Theil von Qo- 
rayya. Die BanQ Sinbis haben darin einen Teich. Dieses Qorayjft 
liegt zwischen dem Fal(^ und Na^Sn.» S. 409 sagt er: «Qorayja 
ist eines der bekanntesten Dorfer in Yamftma». Im Moscfatarik 
fuhrt er einen Vers des Chotaya an: «Die Einwohner von Ta- 
m&ma sind boshaft und die Leute von Qorayya gehören zu deo 
BanQ Sohl.» Obschon Fal^ in Yamäma ist, so fragt es aidi 
doch, ob das zwischen Fal^ und Na^r&n gelegene Qorayya, cmd 
das in Yamftma befindliche ein und derselbe Ort sei Ferner maff. ^ 
das Qarqar des YäqQt von dem des Ihn Mo^fiwir verschieden seuL 
Ich glaube das Qarqar des Letzt crn ist die alte Hauptstadt von 
Nagrftn und wird von alten Schriftstellern, wie dieses im Orient ^ 
so häufig geschieht, mit dem Namen des Landes bezeichnet Unter 
dieser Voraussetzung stimmen die Angaben über die Lage der 
Stadt Nagrftn vollkommen mit einander überein. 

Hamdftny beschreibt die ganze Strasse wie folgt: Von Na- 
grftn nach Kawkeb, einem Brunnen, dann 3 Tage nach Hofr 

«i»-!) dann nach 'Aqyq ^^-jJüut, wo die Kinditcn Besitzungen 

haben. v^%jüuJI (Moqayrib?) ist 1 Tagereise von 'Aqyq and ^qyq . 

ist 4 Tage von Na^r&n. Von 'Aqyq bis Fala^ sind 7 leichte Tage 
und von dort nach Charag 3 leichte Tage, dann nach Hadhranm 

'ijOyßCLi^\ (auch Yamftma genannt) 1 Tg., dann nach Qafy ^gkS3\j . 

am Ende der Provinz Yamftma, 4 Tage, dann nach Ba^ra, über- 
eine Ebene ohne Hügel oder Felsen, 10 Tage. 

Wenn der Reisende vier Tage von Na^rän ist, hat er die 
''Aridh- Gebirge zur Linken bis Qafy, von dort hat er das Dahnft 
und die Landschaft von pammftn zur Linken. Zwischen Nagrftn 
und '^Aqyq ist eine Sand wüste. Falag gehört schon zum 'Arndh. 
Es wird so das Land geheissen, welches nach dem persischen 
Meerbusen hin abdacht, und in welchem bei heftigem Regen die 



XVI. Arabien. 



137 



sieh in einen Strom sammeln, welcher sich in das Meer 



Es sind also von Na^rftn bis Yam&ma 16 nnd von dort nach 
noch 14 oder 15 Tage. Nehmen wir nun, nm einen sichern 
laliab sa gewinnen, die Entfernung zwischen Na^rftn und Qa'da, 
5 oder 6 Tage dazu, so haben wir 36 Tage von Ba^ra nach 
fk'da. In gerader Richtung betragt diese Distanz etwa 14 Grade 
Aeqnators, und ist also etwa um anderthalb Grade grosser 
iae von Baghdad nach Makka. Der Weg aber zwischen die- 
swei Städten betragt 827 Meilen und wird in 32 Tagen zuruck- 
Wenn man also in 36 Tagen von Ba^ra nach Q^^da 
will, muss der Weg ebenso gerade sein, wie der von 
l^ghdld nach Makka. Um die Hauptbiegung des Weges kennen 
m kmen, ist es nothig, den Weg nach der Stadt Yam&ma nach 
XU berücksichtigen: 

Qodäma : 
Von Yamilma nach 
'Arydh udjt^\ (idr. v^T»^')- 

LajlII JÜUuJt. 
twcÄAM Sofayrfi. 



Ibn Chord&dbe: 
Toa Tam&ma nach 

lorajqa &aj^I. 
Iduuif (Idr. Thanyya). 

Sodd ijJlJI. Sodd. 

Sovajqa Ea^^. Sowayqa. 

Qaryatayn auf der Ba9ra-Makkastrasse. 

Qodäma fugt bei : Ein anderer Weg fuhrt von Yam&ma nach 
Jbwiya auf der Ba^ra-Makkastrassc. Die Stationen sind: M&ni^ 

\jpj^', B&ha &^L^) Ralf v^Jt, ein Lagerplatz, Ma^^&h sLa^, 

AU Jj^l) Hou ^y^^ und dann nach Mäwiya. 

Merkwürdig ist, dass die Pilgrime von Yam&ma, indem sie 
Inn Weg von Qaryatayn nach Makka fortsetzten, einen spitzen 
IHnkel beschrieben. Es gibt einen geraden Weg nach Makka, 
vekrher etwa um fünf Tagereisen kürzer sein mag und zur Zeit 
k% Yfiqat von den Pilgrinien gewöhnlich betreten wurde. Den 
Eaireg zu wählen w^ar man wahrscheinlich durch die Unsiclier- 
Ib! gezwungen, denn es wohnen in jener Gegend die wildesten 
iBer arabischen Stamme. 

Zur Zeit des Ibn Mogäwir, um A. II. 630, war der Weg 
TOQ Nagräii nach Bayra nicht mehr offen, aber er war diesem 



138 SpTfiiiffr. tlie P'int- und Rei^froulrn des OriftiU. 

Schrifl stellar unter dem Namun Rad brädh- Strasse ^twd Jl ^^jJ 
lickaniil. Dieser Weg, sagt er, fülirtu vor Nagran iiacb Hn^n 
die Enifernung zwischen diüsen beiden Städten betrug i 
Tage. Am Ende jeder Forsange war ein Meilenstan 
Steinen und Gyps erriehtel. Einige »elireiben den Bau 3 
Meitenst<Jne dem 'Amr b. Miidy-Knrib xu, andere dem S) 
DzD-Vazun, wuhrsclieinlicli ist. dnss sie von den Ariiber 
Ileidenlhums herrührten. Sie eduiutun sie. als sie den Nuffi (% 
Yainun) bewohnten. Sie waren diirl wie Motten (,j*.y«J() , j^^ 
dem Hie dii' Erde dui-cliwüldten. Die Brunnen, welelie in rf^ 
StHlioiii-n waren, sind in sehr alten Zeiten gegraben worden. äj| 
bauten aueh Seblüs8er yy^i eines am andern y^^t (X^ ^ t^l 
von ^-nn'fi bis 'Irilq, and weim eine Gefahr drohte, oder ein bt 
diKis Kreigniss eingetreten war. konnte man ex dnrcb Zeichen t| 
einem Sehliuse dem andern anzeigen. 

Man koimte glauben, es sei ein S(^hrei[irelili'r, wenn dieE 
fernung zwiseben Nagrän und Ba^xa zu siet)en Tagen i 
wird für sieben und dreissig; aber in einer andern Stelle l 
es sieben odei- zelni Tage, und in der Ttiat konnte ein £i 
von Nagrfln Ba^rn innerhalb dieser Zeit erreichen. — Die Md! 
steine, von denen der Verfasser H]>rielit, waren wold Wegwdi 
Der arabisclie Au.sdruek v lliyl » tür Mi-ileiisteiu wird auch auf dSS 
Urenzuleiiie des heiligen Gtrbieies von Makka augewendet. DuBH 
solche Vorkehrungen an manchen Stras-Sen getroffen wurden, gafiS 
t Qod&iua's ite!!clircibu]ig dett Weges von Makka nach Yu 



liervor. Die sogenannten Setiliis^er waren, wenn wirklich nlaÜb. 
existirten, gewiss mir zum Schulze iKt Karawanen angelegte tää^ 
Platze an gefährlichen Punkten, dergh'itheii die Türken an daft_ 
Pilgerstrasse nacii Makka errichtet haben. 

Ibn Mogüwir erzülill eine Legendi', welclier zufolge 'Amr b. 
.Ma'dy-Karib den Weg zerstört hat, weil seiner Tochter auf den»- 
selben eine Unbill angethan wurde. Der Weg existirte aber nodk^ 
zur Zeil dl« Ihn Chordüdhe. und Alles, was wir aus der Legend» 
lernen, isi, dass er auch Taryij dzäl alnihyayn genannt wurde. 

Der Verfa.-<ser fulirl na<-h der Legende fori: Faydh fJ&jjS^ 
ist eine Wüste von Sinid, weleiier wie weisses Mehl aussieht. 9ät,^ 
liegt jenseits des Gebietes von Ö<i'ajin gegen den Rucken vott^ 
Yninnn zu. Niemand kann passireii, denn der Weg durch dieaa - 
Wüste würde einen ganzen Monat, oder wie Andere sagen, meb- ' 
rere Tage dauern, j fl" ^r^. U^ «ajuuJI JL«£t ijj«) ü^i 3^'- 
Ij.^ Ju«J( tj^ ^rf;"^ MüJ a jCU*J JhA.1 jJJu fj ij**^ ^ 
CsLt JUjj iLcÜ'- Diese Wüste wird der Sand von 'Alig jJt* -" 
XLc geheissi'ii. Diese» ist die Wusle, welche am Rande der 



XVL Arabien. 130 

idh- Strasse liegt. Der Verfasser spracli mit einem Nagrä- 
IIht diese Strasse, und dieser sagte ihm, dass die Leute 
iman auf Eseln durch dieselbe- jährlich zweimal Leder nach 
nien exportirteu. Sie ging über Yamflma und LahsK. Ibn 
jiwir fragte: Wenn habt ihr sie (wieder) gebahnt? und er 
tete: in A. H. 520. 

amd&ny theilt zwei Pilgrimstrassen von Hadhramawt nach 
mit, aber das Ms. ist so verdorben, dass wir nur wenig 
lernen können. Die obere fulirt von "Anz im Ober-Hadhra- 
nach dem Gawf und dann nach ya da, und die Reisenden 
n von den Einwohnern von Möreb, Serwayn und zwei an- 
tammen sicheres Geleit. Die untere Strasse fuhrt von Anz 

agen links von Jla^a^ nach Na^rän, dann nach Hywayn 

fr. diese im Alterthume berühmte Station liegt in einem 

, im Gebiete von Samnän und gehört den BanQ Yriman. 
daselbst der bekannte, aus dem Heidenthum stammende 
n des H&ritliiten Ziyäd, zu einem andern alten Brunnen, 
s Raby*^ b. *Abd Allali kommt der Reisende, welcher von 
jnawt oder Möreb nach Nagr&n reist, eine Tagereise, ehe 

^n erreicht. Von Hywayn nach MomlihSn ^Ls<.«^l, 

nach Loza ^Svi dann nach Abälim |viLx&, dann nach 

/^y^t dann nach Ilagyra H%jl^vJ(, dann nach Tethlyth 

In einer andern Stelle sagt er, dass Ilagyni und Teth- 
selbe Breite haben wie Kathba und ostlich davon liegen; 

ich H&s, dann nach Mo^Mima JLcl ^»It, dann nach Mag- 

orog ff^r^ ÄJU^ (vielleicht sind dieses zwei Stationen). 

lila endlich triift die^e Strasse mit der (^a'' da - Makka- 
tusammen. 

theile hier sogleich nach Bakry den Weg von Qan*"« 
tidhramawt mit , obscluHi wir sj>ater a\if diese Gegenden 
Dmnien: Von (^'an*^ä durch eine fruchtbare Ebene ntich 
rfe ""O^rib. Kä hat Bäclie und Gärten und versieht (pan*^ri 
üben; dann nach einem Stutz, welcher Noqayl geheissen 
yr Weg liilirt durch eine Schlucht and Thäler; dann nach 
ale Aräqydz, dann durch eine Schlucht nach dem Dorfe 

Es geliort den Muräditen und hat Palmenpflanzungen, 
lan aus der Schlucht herauskonnnt , befindet man sich in 
e des berühmten heidnischen Dammes, welcher die Berge 
ivn mit einander verbindet. Daim kommst du zu einem 
> im Ileidentlmme das hinter diesem Damme aufgespei- 
Vasser vertheilt wurde. Dann kommt man in eine san- 
ene. Es ist dieses der linke von den zwei im Qonln 

IM» (iarten ^m'JuLs» . Dann erreicht man Märeb, wo Salz- 
sind. Es ist dieses dio Stadt Sabä^s, und hier ist der 



140 Sprenger f die Post- und Beiserouten des Orients. 

Thron der Bilqys, welcher auf 20 Ellen hohen steinernen Sm|| 
stand. Die Säulen sind noch unversehrt und das Fundament K 
ebenso tief sein wie die Hohe. In Mftreb ist ein Markt iq 
eine Moschee, und hier bleibt man über Nacht. Man findet ^ 
selbst in jeder Jahreszeit Obst. Dann geht man quer über jQ 
Thal und kommt in den rechten Garten, wo Baume sind, d^ 
nach dem kleinen Markt Namra, wo Salz und Mais verk^ 
wird; dann durch eine sandige Ebene nach dem Wasser Sente 
dann durch Sand und gefahrliche, von den Bann Hfirith b. ]^ 

bewohnte Plätze nach der Stadt Schanwa iyJy&t • Es ist die cs^ 
Stadt von Hadhramawt und man verkauft eine Kameelladung ^ 
Obst um einen Dirhem. Von hier ist ein Dorf am andern hl 

Garyma «4^*j^t, der gesegnetsten Stadt in Hadhramawt, wchl 

von Gärten umgeben ist. Dann drei Tage durch eine SandwiiS 
in welcher Mahnten leben, von welchen die mährischen Kh 
meele ihren Namen haben. Dann kommt man zur Stadt Aaelti 

La^jI) welche am Meere an der Grenze von 'Om&n liegt, dao 
nech Rasnb (Raysab), einem Berge von Abqftf. — Die Lage tc 
Raysnb werden wir bald kennen lernen. 

Bakry erwähnt einen Weg von Makka nach 'Omlln. I 
sagt aber nur: aWenn man Makka verlässt, geht man 20 Tai 
durch eine sandige Steppe. Sie hat ein mildes Klima und Y'^ 
getation. Das Wasser ist so nahe der Oberfläche, dass man 
findet, wenn man nur mit der Hand gräbt. Allenthalben lifl 
Bcduinenlager mit Schafen und Rindvieh, in denen man ubci 
nachtet. (Nach diesen zwanzig Tagereisen kommt man cur Stad 
Na^rftn, welche im Lande der Hamdaniten liegte Ich glaobl 
dass dieser Weg von Na^ftn über Mftreb, Hadhramawt qm 
Raysab nach 'Oman führe. In der von Bakry beschriebenä 
Steppe dürften die Minseer der alten Geographen zu sack« 
sein. Später wurde sie grosstentheils von den HawftEinstamma 
bewohnt 



Weg von Ba9ra nach 'Oniftn und von 'Omftn nach Makki 

Ibn Chord. und Idr.: Weg nach 'Omftn der Küste entlaa 
(zu Wasser): Von Ba^ra nach 'Abbädan, dann nach Chodrf) 

&^\jJLt, dann nach ^Arfagft Laf^x, dann nach Zabnqa SJ^tÜ 
dann nach yuJt) dann nach l^^fe^ dann nach ^ÜUJl) dax 

nach Cholay^a ksskXa , dann nach ^^Lm*^ , dann nach Qoi 

^jaJI, dann nach Mosayliha Kskai^a^ dann nach Hamdh 

dann nach der Küste von Hagar ys/^^t dann nach Moq'ayr ^ jüüuJ 



tt ^ 



o ^ y. 



XVI. Arabien. 141 

ueb ^jJbuÜI , dann nach Sabcha &is w Jt , dann nach 'Omfin, 

Vpobftr und Deba bo. 

Ibo Qiord. und Qod. : Weg von 'Oman nach Makka der Küste 

: Von 'Om&n (Qohar?) nach Fawq yjyi (Qod. vJt^)^ 

oidi ^^kel&n yJ^kS^y^ (Qod. ^j^kfL^), dann nach der 

TOD Hamfth sL«^^ (Qod. sLuo), dann nach Scheger ji^^t 

), dem Weihrauchlande, dann nach dem Michläf Kinde 

O^Ls^, dann nach dem Dorfe (Qod. Michläfen) dee ^bd 

b. Madhiy? pJUe ^ iJÜt Ju& Sb^, dann nach dem 

P (p Qo^* §z)'i (Qo<^* ^Kim nach (j^t^j^)) dann 'Aden- 

dann nach der Perienfischerei yiy^\ yj^^Ju^^ dann nach 

Midd&f der Bann Mohammad (ihn Chord. Ju^ (5^) ^ ^^"'^ 

Man^alla &JLsxJt (Qod. oLÄjt), dann nach Michl&f 

v.>$%JI, dann nach Man deb v^JUuJf (Qod. jJUUJO? dann 

llidülf Zabyd , dann nach Ghoiäfiqa, dann nach Michl&f Akk 

9 dann nach Gada 5«>«^l (Hodeyda?), dann nach Michl&f 

iiX»>l, dann nach Sogayn ^^^jy^iOl (%jL^^t), dann nach 

Hafen Dhankän ^Kjuo, dann nach dem Hafen ^^^ (Haly?), 

nach aa- Sirray r owaJI, dann nach A'n&b v,^Uxt, dann 

■dl Mar^ab v,jl r» ^» J t, dann nach muüuuJt, dann nach einer 

StatioD, dann nach Gidda, dann nach Makka. 

Qodäma verlasst uns nach Mandab und geht nach Michl&f 

Baby' »xi\ v«i^Li^ , dann nach Juj* (Zabyd) , dann nach Mich- 

bf ^^Jx fAkk?), dann nach v^^t, dann nach Miclil&f Kamyn 

^J^-i dann nach 'Athr. Von hier kann man auf der Pilgrim- 

«nsae der Michl&fe reisen. Man begibt sich zu diesem Zweck 

ach Qaryatayn ^jjuJ JÜt (?). Oder man kann die Reise der 

Eiste entlang fortsetzen, indem man nach Musa (c^^ g^ht, 

kan nach Haly /«^ ? dann nach Sirrayn ^^ «ju«^t , dann nach 

jLftl (A'yäd oder A'nfib?), dann nach Margän ^jl^v». M , dann 

nch Safyna &JuLftdMJi, dann nach einer Station, dann nach Gidda, 

ium nach Makka. 

Beide Itinerarien sind so unvollständig und fehlerhaft, dass 
oe wenig Nutzen gewähren. Befriedigendere Nachrichten theilt 
Ibn Mogäwir mit. 



142 Sprenger, die Post- und Beiserouten des Orients, 

Weg von 'Adi'ii nach Sebibuni (in Hudliraiuawt) : Von !AJi 
nach Re'ärf P)^y^^ ^ ^-i *^**"" "*^^* Abyn ^^^^1 4 F. ^ 
>vur(le von Einwanderern aus dem Higäz gebaut und bewölk 
Die Frauen dieser Gegend sind alle Ilexen. Die Einweihung 
die Zauberei besteht darin, dass die Frau einen Mann anb^ 
Er zeugt mit ihr einen Sohn, welchen Niemand sehen kann ^ 

die Mutter. Kr wird yAJu\ genannt und wird dann der Bu} 
seiner Mutter. Zu den Künsten der Hexen gehört, dass sie j 
Menschen in Thiere verwandchi können. Dann nach Där-Zaiil 

iujv \\i> 9 F. Dieses ist ein Berg, welcher sich über das lla^ 
erhebt und von den OehäfU JcSL^.t bewohnt wird. Die Resid« 
de« Beherrschers dieser Gegend ist Dathyta &2uüi>. Dann um 
^ys^^ lJ^"?2^' ^*"' langes Thal mit Feldern und Palmen, 7 E 
dann nach W&diy Harb Wv^ v5^S ^ ^"* ^^^^^ nach 'Arib W\L 
G F., dann nach 'Antar *Jüx 12 F., es war in alten Zeiten l» 

wohnt und blühend, jetzt ist es eine Wüste. Dann nach Schibfi 
9 F. In der Beschreibung von Schibäm erwähnt der Verfeas 
den Byr oder Brunnen BarahQt, in dem die Seelen der Verdami 
ten gepeinigt werden, und aus dem beständig Feuer emporstd^ 
Byr BarahQt (Föns Stygis bei Ptolcniäus) ist also ein Vulkc 
und nicht, wie Plate glaubte, tiefer Sand, in welchem der u 
vorsichtige Ileisende versinkt. 

Weg von Schibam nach Tzaför: Von Schibäm nach Ter3 

l%^%J' 7 F. Es liegt in der Mitte de.s Berges Tars ^Jb, w« 

eher senkrecht wie ein Thurm in die Höhe steigt. Dann nai 
dem Grabe des llad « F. Es ist 70 Ellen lang. In derselbe 

Gegend ist da» Cirab des Dzn-Niyäl JLaj ^3, welclien ma 
für einen Sohn des Und hält. Es ist 40 Ellen lang, und es gib 
noch andere grosse Grabniäler. Diese Gegend heisst Daw'i 

^Ld^(>. Daim nach Madha ^^>^ 5 F., dann nach Halhalyc 
^,»i, ^ ,* % 10 F., dann nach Tzolmr sy^ 10 F., dann nac 
Mihrqaf v.^'«.^ 7 F., dann nach Kednnb ^yJöS 5 F., dan 

nach Dzat-Nachyl JUii v^jf 5 . Nach Märeb V)'^ (**'0 20 1 
Dieses Dzät-Nachyl liegt halbwegs. 

Ein Mann aus dieser Gegend erzählte mir im J. G21 im R 
gierungsgebäude zu Makka: Diese Ländereien, Berge und Schlucl 
ten waren einst von dem Volke dej* Schaddsd b. ^Ad bewehr 
Im Frühlinge gingen sie zur Erholung in diese Orte und baut« 
auf die Spitzen der Berge und in dit» Tiefen der Thäler Te 
rassen von Stein und Gyps, und sie hielten sich daselbst im Fru! 
linge auf zum« Vergnügen. Ein Anderer sagte, sie bauten dies 



X VL Arabien. 



143 



aasen ia dieseD Orten, als Gott die Ameisen ober sie Mei- 
werden Hess. Diese Insekten verursachten ihnen grosse 
lerzen. Sie verliessen daher das Land, bewohnten mit ihren 
iüen die Berge, Thäler und Schluchten und bauten an ver- 
denen von einander entfernten Orten, auf Bergen und in 
ttn diese Terrassen. Als sicli die Ameisen vermehrten, zun- 
1 sie um die Terrassen herum Feuer an, damit sie nicht 
ifisteigen konnten. Die Terrassen, wie aucli die Feuerplätze, 
ungeachtet der Länge der Zeit noch gut erhalten. Folgendes 
ine Zeichnung der Terrassen und ihrer Stellung. 

Weiter unten sagt der Verfasser: Die Ausdelmung der Ge- 
, wo man die Terrassen findet, ist von dem Gebiete von 
iramawt bis an das Ende des Gebietes von '^Om&n, und sie 
n auf dem Kijstenstreifen und auf den Gebirgen. 



Terrassen. 



Terrassen. 



Terrassen. 



Dieses sind die Terrassen. 




'O iLJJ^^^I ^y^ i ; JL-!^' LT;; J^ '>-^ ^^^ 
JcLoJI^ dl^jJI «tUe ouyu U-jl ^i JLi 5 s^y^f^. 



144 Sprenger, die PoH- und Beiaerouten des Oritntt. 

^yS yjiii (MI y»y ; JJt f^^As. iJüt iaJL» U VI ^1^1 >i) 

lyay». } Ol^l 1^^ JouUa. y I(XjJu& Ol «iiJjJ ^^^J 

Jl^jJI lyü ^ äbo^VI, ^LlaJI^ JLoll ly^^ i^^Ju 

^jji ,v4*^ ya- Uli jLii ij«^;^ sj^^iii ^yiu Ä ayi 

^j,VI il , ^ JJI 1^1 Juufti iU dl^jJI J^ J^\ \,U. 

I4JU. J^ ^;jl;xJI ^ly^ Vj^y ^^ ^ '-^'^ J^ ^*i 

Jl^txJl (X» ^ v^y^i ^ ^>Ji löüD j^ diToJi 5^^ liXi 

weiter anten M ^J^\^*^ kA^Ia* «^| ^| \a>y»ydä^ JUei ^i 

Dann nach Gebrnt ^s^myks^ 4 Pars., dann nach Tehvd 

^(>^4AJi 4 F., dann nach Schf b v,>Jt^H 7 F. Dieaes ist di 

Weihrauchland. Dann nach Holnf oJL^ 5 F., dann n« 

Ghayl JuukJt (dem Bach) 8 F., dann nach Moqäbila iXAi 

(Difitanz fehlt). Es fliessen drei QueUen aus der ßchlacht ein 

Berges hervor. Dann nach TzaflSü* sliid 4 F. Die Einwohn 

sind Hadhramawtiten. Die ganze Gegend ist feucht and in d- 
Bergschluchten ist Wasser, aber das Land ist nur in weni|^ 
Orten bebaut. 

Ahmad b. ''Abd Allah zerstörte im J. 618 Tzaf^r und bau 
in kurzer Entfernung davon Man^Ura. Der Verfasser war in die» 
Gegend und hat gefunden, dass Pfeffer, Cocosniisse, Traube 
Bananen, Zuckerrohr, Datteln, Orangen und andere Südfrncb 
gedeihen. Im J. Gl 8 hat er auch die Insel Soqoträ besucht D 
Einwohner waren Christen und jede Person trug ein Kreoi n 
den Hals. 

Weg zurück von Man^Qra (Tzaför) nach 'Aden: Von Hai 

^Ora nach Raysnb ^yj^s 3 F., der Weg fuhrt über den Be: 

Rss alhimUr. Raysob war einst eine grosse Stadt und es fuhi 
von Baghd&d eine gemauerte Strasse hierher. Die Karawan 
brachten Tuchwaaren von Baghdäd herauf und nahmen indisc 

Waaren, wie Messing «A^f, Zinnober y^)^ Rosenwasser ^)y^ 

Silber X ,<n ♦ u. dergl. mit zurück. Dann nach Doch&n ^^^^-^ 

3 F., dann nach Hsrith (d9\Ldi> 3 F., dann nach Merftwa 8*t< 

3 F., dann nach Halqät va^UUL^ 4 F. Der Weg fuhrt über d 

Berg Fartak siXSyS , welcher am Anfang der Mondsbucht w 

j.«Jul liegt, da ist ein Landungsplatz «^JU^ für die Schiffe, welc 



XVL Arabien. I45 

IiMÜcD kommen. Dann nach Ha^wayn ^^yoAS 6 F., dann 

ft'f'^ 6 F. Hier sind sieben umgestürzte Städte. Im Per- 

heisst man sie Hawsegftn , dass heisst verworren ^(d»>yft 

^t. Das Land dahemm ist schwarz. Dann nach Rydft 

7 F., dann nach She^ (Shihr) 5 F. Dieses ist ein 

Hafen und liegt im Gebiete von Hadhramawt. Dann nach 

^^J^ 4 F., dann nach Makallä ^UCJf 1 F., dann nach 

(Lacnna) 6 F., dann nach Yas' 5 F., dann nach Hi^n 

Wi»füÜI ..%digia» 4 F. Dieses ist das Schloss des Juden 
b. 'Adija(I), dann nach Mahd&h ^fjctf 4 F., dann nach 

[fevri ^^t (sie) ^ F«) ^2CCkVi nach Ahwar \y^\ 8 F., dann 
\mk Abyn 6 F., dann nach Laha^ (?) ^ 4 F., dann nach 
[^ OAden?) 3 F. ' ^ 

Weg von Man^Ora (Tzaf)Eür) nach Qolhät oL^JU: Von 
lB(Qn nach Mirb&t ioljwo 4 F. Es wurde von den Persern 
fibat, imd der letzte Perser, welcher es beherrschte, war auH 
\}b Familie des Mango y-säuo. Dann nach Arhnb v»>ttA.\l 2 F., 
Jn nsefa iSyi^ 4 F., dann nach Tos ^yül 3 F. Der Weg 
Art ober hohe Berge. Dann nach ChSsek vdLwl^ 2 F., dann 
■eb Kankery (^^Xä5^4 F. G^enüber liegt Gariy&n und Ma- 

^ \:)^)y^ ^ U^-)y^ ** ^^^^ ^^^^ Modrika &5^ JUe 4 F. , dann 
nefa Macyra S^jc^^t 4 F. Die Einwohner « dieser Insel » wer- 
den Mahra genannt. Sie bewohnen die Gebirge von TzafÄr, die 
hwi Soqotra und die Insel von Ma^yra. Sie sind lange schöne 
Lmie und haben eine eigene Sprache, welche kein Fremder ver- 
ttht. Sie nennen sich Sahra, ein Wort, welches, wie Ibn Mo- 
Iwir glaubt, von Sihr (Zauber) herkommt. Es gibt kluge und 
Dfrissende Leute unter ihnen, und sie gemessen die Wohlthaten 
rottes, ohne ihn zu begreifen oder ihm zu danken und sie beten 
D anderes Wesen an. 

Dann nach Darb GaMün ^^kji^ V)^ ^ ^"> ^^"" "^^^* 
Ir syß (auch Tyrus hat diesen Namen) 4 F., dann nach Anat 

jüiJf 2 F., dann nach QoUiUt 2 F. Im Alterthume soll der 
t Hat-qol geheissen haben. 

Von Qolhät nach Tabwa v5^^ 3 F., dann nach Masqät 
Emuc 6 F. Ursprünglich soll dieser Seehafen Maskat \::jXma^ 
Geissen haben. Es war der grosse Stapelplatz zwischen Afrika 
i der Ostküste des persischen Golfes, von wo die Waaren nach 

\lihaiidl. d. DMG. III, 3. 1^^ 



146 Sprenger, die Post- und Beiserouten des OrienU, 

Si^t&n, Choräsftu, Transoxaiiien, Gliawr und Zftwalistan v< 
schickt wurden. 

Weg von Masq&t nach der Insel Kischm im persischen M^ 
husen theils zu Land, theils zu Wasser: Von Masq&t nach H^ 

^kifim | »i*oLc ^^ i) F., dann nach Asr&r )^y^^ 6 F., dann n^ 
^här )^^^ 4 F. Die Stadt war von Backsteinen, Gypt qi 

Teakholz erbaut. Jetzt ist sie zerstört und die Geister der Wü 
hausen um die Schlusser lieruni. Anfangs waren die SelgQqen va 
Kerm&n die Beherrscher von t}m&n, dann die Ghozz, dann p 

wannen die Araber Vr^' ^^^ Oberhand und zerstörten ^bir. 

Zuerst blühte RaysQb; als es unterging, kam pohftr in AM 

Schwung, nach dem Verfall von ^ohar wurden al-Byn ^^ju 
und Hormoz grosse Stapelplätze, und nach deren Fall worc 
'Aden erbaut. 

Dann nach ^ Aqar JuJI 4 F. , daini nach Kelbe &aJo 4 I 

dann nach Chnr-Mekün ^Ixjo \y^ 4 F., dann nach Deba u 

4 F., dann nach Lyma &4jJ 4 F., dann nach Kyraz vlw^ 3 ] 

dann nach Tzaför Amo 8 Fars., dann nach Qays (der Im 

Kischm) 8 (80?) F. Man ist einen Tag und (dnc Nacht a 
dem Meere. 

Es gab einen sichern Weg von Baghdftd nach MirbSt oi 
Tzafär, auf welchem die Beduinen zwei mal im Jahre Pfen 

nach Yaman l)rachten und dafür Kosen wasscr JLft und Kleidung 

Stoffe yJ (statt yj) mit nach '^Irfiq zurücknahmen. Als Ahmi 

b. Mohammad (sie) das Land eroberte, herrschte Anarchie m 
die Wege wurden unsicher und wurden daher niclit wieder b 
treten. Einige Zeit später unter Ahmad b. Mohammad b. 'AI 

Allah b. Mazro' Hobodhy ^ß6yjcL\ wurde die Sicherheit wied 

hergestellt und die Beduinen kamen auf eigene Rechnung dar 
die alte Strasse und brachten auf geradem Wege Pferde na 
Tzafllr. Sie verkauften sie und machten ihre Einkäufe, und i 
sie zurückkehren wollten, sagte Ahmad b. Mohammad: wisset i 
auch den Heimweg? Einer von ihnen sagte, ich habe ihn einn 
als Kind mit meinem Vater gemacht, und jetzt folge icli mit voll 
Sicherheit meiner Einsicht. Ahmad fragte sie, wie sie her^ 
kommen seien. Sie antworteten: Von dem Begräbnissplatze d 
Hosayn (bei Knfa) gingen wir nach der Station N. N., dort the 
sich der Weg: einer fuhrt nach Lahsfi und Qatyf und der andc 
nach Tzafär und Mirbät. Wir haben keine Angst, dass der W 
verwischt worden sei, denn er wird viel betreten. Die Beduin 
verliessen Tzafär, kamen aber nicht wieder, dieses ereignete si 
im Jahre GIG. 



XVL Arabien. 147 

Gerader Weg von 'Om&i nach Makka. Moq. und Gihftn- 

l: Von *OmSn (^h&r) nach Naswa 'iyyj (einer Stadt im Oe- 

e), dann nach 'A^la &JLaP 30 Meilen, dann nach 'Adhwa 

, welches hefeatigt iBt, 24 M., dann nach Bi'r-Selfih «^ 

II 30 Meilen, dann nach Makka 21 Tage. In vier von 

21 Tagereisen findet man Wasser, acht hingegen gehen 

Land ohne Wasser. Von dieser Strasse berichtet anch 

It, and ich habe davon in Masq&t gebort Man hat 

■dl vosiehert, dass die Natur keine so grossen Schwierigkeiten 

iMäxi als die Wildheit der Beduinenstämme, durch welche der 

Weg fuhrt. Die Pilgrime reisen daher der Küste entlang, ge- 

«üinlicb zu Wasser. Zu bedauern ist, dass Moqaddasy gar keine 

Ridiridit über die Richtung dieser Strasse gibt. Wenn wir nur 

lintoi, wo sie den Ba^ra-Na^rftn-Weg kreuzt. Aus Hamdäny 

knien wir, dass die 'Omän-Makkastrasse über Yabryn ging, wel- 

ibe südöstlich von der Stadt Yamäma liegt. 

Topographisches über Yaman. 

Distanzen in Yaman nach Ihn Chord.: Von Qan'ä nach Chay- 
win 24 F. Von Cbaywftn nach ^a^da IG Fars., von Q&dsk bis 

Mahgara, welches unter dem Stutz al-Man^ah ^Ox^JI Xaa^ liegt, 

SO F., folglich zwischen ^a'da und Qanft 60 F., von Q&nü nach 
Radhramawt 72 F., Rommftn f^^) ist 16 F. von ^an &, von 
Can^ft nach Demär 16 F., von Dem&r nach Saq& und Kahl&n 
J^ ^ Uu. (Moq. Seföd und Kahla "ikÄ ^ (>Um.) 8 F., und 
TOD Saqä nach Hagr und Bedr (Moq. Hagr und Badad) >4Xj ^ %^ 

20 F., und von Hagr und Badad nach 'Aden 24, folglich von 
Qan'a nach "Aden 68 Fars. (Idrysy 104 Meilen), von Q&u ä. 
nach DemSr 1 6 Fars. , und von Demär nach '^Oluw - Yah^ob 

v>^^ yX^ 8 F. Yah^ob heisst die Stadt und das Schloss, wo 

die Könige von Yaman residirten, heisst Tzofär. Von Yah^ob nach 

Schal J^^SOI 8 F., und von Sohnl nach Lag^a (Thagga?) 48 F. 

(Idr. von Yah^ob nach Thagga 36 Meilen, Moq. von Sohol nach 

SAjI 8 F., und dann nach Genned 8 F., also von ^'an'a nach 

Genncd 48 I'.; die Leseart des Moq. scheint richtig zu sein). Von 

pan'ä nach t)rf OuJI 8 F., von 'Orf nach al-Han ^LjJI (Ihn 

Chord. al-Häz st^Jl) 10 F.; von al-Hfin nach Gebelfin 14 F., 

folglich von (^au a nach Gebelän H2 F. Von Gebelän nach Ze- 
byd und Rim'a 12 F., von Van'ä nach SchibEm 8 F. Moq. fügt 

10* 



148 Sprenger y die Post- und Reiserouten des Orients, 

bei: Von (^'ai/ft nach 'Atlir ji^ 10 Tage, von "Aden ^y^ naclb 

Abyn 3 Tage (Idr. 12 Meilen, bei Mocj. soll es also wohl Fttthi 
sangen lieissen). Von ^an'^tt nach Hadhramawt 72 FarsangeiL - 

Idrysy berichtet ferner, dass Scherma ft^^ (Variante MmA) 

120 M. von Q^nk und 240 M. von Hadhramawt sei, und dail: 

man von Scherma zu Land noch G Tagereisen nach Mirbftt iol^wl 

habe. Von MirbAt sind 4 Tage zu Land und zwei zur See aMh 
Hasek, da der Seehafen von Scherma näher bei liadhramawt lkg| 
als bei Qan^a, muss sich ein Fehler bei Idrysy einffeschlicheii 
haben (wie es scheint, hält er Scherma westlich von Aden und. 
Scherma ostlich von Aden für eine und dieselbe Stadt); ich vec^ 
^^eisc daher auf die ausgezeichneten Arbeiten des Dr. Carter über 
diese Küste, statt dem Idrysy weiter zu folgen. 

Idr.: Von Tzofür nach Mareb '^ Tage, von Mftreb nach Schi- 
bäm in Hadhramawt 4 Tage. 

Ihn nl-MogAwir: Weg von Mahftlib nach Zabyd: Von Ma- 
halib nach Mohgam i^^^wi) welches urspunglich Sardad ^Oyw 
hiess, 3 F., über diesen Ort, welcher einst mit Mauern umgeben 
war, erhebt sich der hohe Berg Milli&n yjLswo, dessen Spitxe 

meistens in Wolken gehüllt ist. Auf der Spitze steht eine Mo- 
schee und auf dem Abliange so viele Schlosser, dass er wie ein 
Schachbrett aussieht. Die Bewohner des B(Tges sind Himjariten. 

ICs wächst iUdäJt (Colocynt?) auf dem Berge, dann nach Kodr 

^(XOl .*) F. Diese Stadt soll vom König DeqianOs ^^USj 

(Tbnut worden sein. Im Schutte alter Gebäude findet man noch 
Backsteine, welche eine liaJbe Dzira' (Elle) lang und breit sind. 

Dann nach iU^sJÜI ly^ Fars. Diese Stadt wird auch Dzowlll 

jf^3 genannt, welches der Name eines jeden Ortes ist, welcher 

zwischen dem MeiTe und einem Berge liegt. Hier wachsen gute 
Platanen, dann nach Mahall Ibriiliym 3 F., dann nach Seftkft 

KIä^ 3 F. Es werden Homr y^^^ d. h. Tamarinden exportirt. 

Man fallt auch Holz, welches man >u»«Jt heisst und woraus Pfeile 

v^LmaJI gemacht werden. Die Schnitzler ^«^L^Jt müssen von 

je tausend Stück an den Staatsschatz zwei melikische Dyn&re 
Steuer entrichten. Orangen, Lemonen und Platanen in herren- 
losen Feldern bei Quellen und Bächen. Im Wasser findet man 

Sclüangen von ungeheurer Grosse. Dann nach Zahran Mi't^) 
eine Viertel -Fars., dann nach Faschschäl JU&i, in dessen Um- 
g«»bung hundert Dörfer sind, 4 Fars. Dann nach Wadiy Rima' 



XYL Arabien. 149 

(5^S Vs ^'^^"^ dann lUM^h Quwaydh (jd^y^, auch Wadiy 
kq ^y^Jf v5^'j genannt, y. F., dann nach Zabyd 4 F. 
Ubyd ist eine von den Moslimen erbaute Stadt. 

In den Thalern in der Nähe von Zahrfiu wird viel Bauholz 

lt. Man benutzt zu diesem Zweck die Baumarten Jj^^l 

If 




y 

Ibn al-Mo^&wir: Weg von Zabyd nach 'Aden der Küste ent- 
: Von Zabyd nach Moztahifa iUaSyJt 1 F. Urprung dieses 



In der Nähe war ein Lagerplatz der Araber (Nomaden). 
Se zogen dann in diesen Ort. Zahaf bedeutet aber Uebersiedeln 

JäSjI (^I ^^ki ^|l ^j^^ SmJiA>\ (für uns ist auch die Form 

kß Namens interessant, welche auch in Mozdalifa vorkommt). 
Vosa b. Gabaly baute dann eine Moschee. Es wachsen hier be- 

Nnders ^uJÜ&l. Dann nach Sahh&ry ^^Lü^JI) an der Meeres- 
kiste mit hohen Palmen, 3 F., dann nach Chnha &0aiL|, mit 
einer viereckigen Moschee, y^ F. Die Steuern «^mJC«, welche 

is einem Sechstel jeder Kameellast bestehen, und ^e Abgaben für 
£e Fischerboote belaufen sich monatlich auf 70 Dynäre; dann 

nach dem Dorfe Mnscheg ^y^^ niit hohen Palmen, 1 F., dann 

Dach Halyla &JLJL^t 2 F., die Umgebung ist sandig, es wachsen 

aber aoch Bäume. Hier wird Ju>l yS^^ Js3j\ verfertigt und 

nach allen Theilen von Yaman exportirt. Die Frauen zeichnen 
ädi durch ihre Schönheit aus. Ich fragte, wer hat das Dorf ge- 
baut, und erhielt die Antwort, das wissen wir nicht. Es lebten 
aber Bedouinen in der Umgebung und sie fanden es leer und 

liessen sich darin nieder. Dann nach Moza' f )^ ^ ^* ^^^^^^^ 

iet das Land der Mohalhal und Kolayb, und hier wurde der BosOs- 
krieg gefochten. Die Abgaben (almokassar) bestehen in einem 
Achtel jeder Kameellast. Dann nach 'Oniaryya 3 F., nach dem 

Brunnen 'Ibra H«^ 3 F. Man findet alte Riesengräber, weiter 

das Thal hinauf sind drei uralte Brunnen. Hier folgt eine Be- 
schreibung von B&b almandeb, und es wird behauptet, dass Spu- 
ren von Festungswerken übrig sind, welche beweisen, dass die 
Meerenge einst mit einer Kette geschlossen war und kein Schiff, 

ohne Zoll zu bezahlen, passiren konnte. Dann nach Ära iUuuf 

3 F. In der Nähe sind Ruinen einer Stadt. Man kann noch 
zwei Moscheen unterscheiden und Getreide- und Lohmühlen. Da 
man auch Fischhäute findet, glauben Einige, dass Fischer hier 
gewohnt haben; Andere behaupten, Perser aus Syräf haben die 
Stadt gegründet. Ibn al-Mogawir bemerkt, dass, wo immer die 



150 Sprenger, die Post- und Reiserouten des Orients* 

Perser (in Yaman) eine Stadt gründeten, haben sie Gerbereieii 
erbaut. Die Gerberei wurde so scLr betrieben, dass man dia 
Haute von Kcrmän Zaylk und andern Ländern liierhcr brachte^ 
sie hier verarbeitete und dann das Leder bis Transoxanien eZ' 
portirte. Seitdem aber die Grenzen verschlossen sind und dem 
Handel Hindernisse in den Weg gelegt werden , ist dieser Industrie- 
zweig in Verfall geruthen. Die Leute sind Fischer und leben aus- 
schliesslich von Fischen. Die Einnahmen von Ära, bestehend aoft 
einem Achtel jeder Kameellast, welches erhoben wird unter der 

Benennung von Zehent, und in den auf den Fischerbooten ^^^^LUw 

lastenden Steuern, und im Zoll der von 'Aden nach Zabyd, und 
von /.abyd nach "Aden ziehenden Karawanen, und den Zayla'i- 
schen Schiffen, welche von Abessynien kamen, betrug jährlich 
1200 Dyn&re. im J. G24 stiegen sie auf 1700 Dynärc. 

Von ''Ära nach Gübiya SbuL^i 1 F., dann nach Bi'r Qahyys 
IU^rJI JSb 3 F., nahe dabei ist der hohe Berg Haryz rity^% 
auf welchem das sehr alte Schlo8S Qft'^ida steht, welches sich mit 
dem Ghomdan von Quuü oder Salhyn ^a.'^m^ vergleichen kaui^ 
dann nach Mar^ahyya lUät^^i 3 F., dies ist ein Brunnen mit 
salzigem Wasser im Lande der nomadischen Araber, welche Aqft- 
rib heissen, dann nach Baydha »L^juJt in der Wüste Q&' alghorftb 
oder Sabchat alghorftb, dami nach dem Dorfe Rabbäk vjlj% 2 F^ 
dann nach Mokassar jjmX^\ 1 F., eine Brücke, erbaut von deo 
Persern , als sie im Besitze von 'Aden waren , sie steht auf sieben 
Pfeilern. Dann nach Gabel Hadyd y^. ^"i ^^'^" "^^^ Maq&ry 
mjjUuJI 1 F., dann nach Ad<»n ^^ F. 

Weg von 'Ära nach Halyla auf der Kadyhft- Strasse w«(> 

La^4XX3t: Von 'Ära nach 'Aththar J^ 3 F. Es liegt am Meere, 

hat einen guten Hafen, und man findet Vieles, was man in MouT 
nicht, wohl aber in Mocha findet, die alte Karawanenstrasse führte 
über ^ththar, weil es näher und weniger heiss ist. Dann nach 
Halyla 3 F. 

Weg von Ära nach Malalys (jmjJLa^JI: Von 'Ära nach Tarti 

^jS 3 F. Hier lebten in alter Zeit Riesen (vielleicht findet man 

daselbst cyclopische Bauten), dann nach Nohayla SULlsAJI 3 P.^ 
dann nach Maftllys 3 F. 

Weg von 'Ära Ta z üü': Von 'Ära nach Sa'b 4 F., dann 
nach Nyya ÄxjJf 3 F., dann nach iMahgät JoLä^l 3 F., dann 
nach Hov«yn ^«ju^l^I 2 F. 



1 XV L Arabien. 151 

Weg von 'Aden nach Maftlys (jmüJLu: Von *A.den nach 
'IByftt ^Lkjt V4 P*9 d&nn n&ch MaMff o^l 1 F. Dieses Wort 

[Meatei Mrahracheinlich Damm, denn der Verfasser fugt bei, das 
&imff ist 300 Ellen und 60 Schritte lang und wurde von Schad- 
ttd b. 'Ad erbaut. Andere sagen, es wurde von den Persern 
«Aant, als sie die Landenge durchstachen, um den tiefgelegenen 
iMidstrich unter Wasser zu setaen und somit Aden zu Land un- 

■guiglich zu machen. Dann nach Miml&h ^^»»H y. F., hier 

«ird Salz bereitet. Der Reinertrag muss versteuert werden , weil, 
Wfb man behauptet, Atftbuk Sayf aldyn Sonkor die Hälfte um 

1000 DynSrc ankaufte. Dann nach Magdwaly (^^Jl^JI y^ F., 
iuui nach Lachyya Aju^I y^ F. Von hier wird iVden mit 
licksteinen und Glas ^L>-Ü( • 7^^^ versehen. Dann nach dem 
fiotdu al-'Arr yJI ^1. Es dehnt sich 100 Schritte lang zur 
'|lediten der Strasse aus. Dann nach Ra^a' /^T^' ^ ^' '^''^^ 
^t über den Sand von Mo'äwiy i^^uuJI. Die Beduinen 
kdtten das liebliche Thal Zaggft' aL^ül , in dem Atlil- und 
Arakbinme wachsen, das Hirda 5(>%^t, es ist daselbst ein Brun- 
Mo, und die Einwohner jener Gegenden, nämlich die !Aqarib, 
ngen y^Aft ^ S%J^f ^^ i^J'ÄÄJ Lo, d. b. das Wasser dieses 

Biunneas und Brod gehen nicht zusammen, udor man braucht 
kein Brod zu essen, wenn man davun trinkt. Dann nach Nu- 

wiy'ini i%^t^jJI 2 F., auch dieses ist ein angenehme» Thai mit 

Filmen und Cicyphusbäumen. Dann nach Mafalys 2 F. Es iät 
der Hauptort von Mocbtaver und lie^t in einem dreieckigen 
Thale. Nach Einigen hat Sayf alislam das Schloss Ma^&ni' 

«jLa^JI gebaut, welches auf dem Berge steht, nach Andern ist 

«8 alt. Die Einwohner von Mafi'ilys treiben keinen Handel, ausser 

iD Markttagen iX^^t i*^;^* ^i^ Beduinen, welche im Küsten- 

bnde von Moza' bis Abvn leben, heisst man Bann Härith oder 
'i^rib. Wenn sie eine todte Gazelle linden, nehmen sie selbe, 
waschen sie, wickeln sie in Leichentücher und begraben sie, mid 
der janze Stamm trauert sieben Tage. Ein Mann isst ine Brod 
TOD einer Frau, noch trinkt er von einer, und er würde lieber 
vor Hunger und Durst sterben als dieses thun. 

Weg von MafÄlys nach Ta'z yü: Von Mafälys nach No- 

q»yl Huniar y4^' ck^^^ einem Schlosse, P/^ F., dann bis an 

dif unlei>ti' Stolle ile^ Noqayl ((^ebirg^^übe^gange^) 2 F., dann 



/ 



152 Sprenger, die Post- und Beiserouten de« (yrients. 



nach Hanschayn ^jjlmJL»! Yg F.; dieser Name bezeichnet iir 

Linien (Quarz?) im Berge; dann nach Haw&dh ^\yi^ 1 F.; 

gefährlicher Ort; dann nach Gawiva 8*j^l, im Gebiete von Dain^ 

Inh SJLoiXJt? Vs ^"i ^^"" "^^'^ Damlah, einer sehr staiku^ 
Festung, 1 F. Am Fusse des Hügels, auf dem die Festung stebt^ 

ist ein Qarten, darin wachsen Socotra-Lemonen äsoi, wovoibt 
jede 10 Mann wiegt. (Da die grosste Socotra-Lenione wohl kämm 
zwei Pfund wiegt, kann der Mann, mit Berücksichtigung der Ueba>-* 
treibung, zu einem Vierling veranschlagt werden.) 

Ausser diesem Wege gibt es einen andern zwischen 'Adam, 
und Gawwa, welcher durch Thaler und Schluchten führt imS 

Taryq Hirz \^ \J^jjo heisst : Von Gawwa nach Ajirayn 2 F.^ 

dann nach Noquyl Hirz 2 F., dann nach dem heissen Waneir 

«L&>t »L^Jf ^2 ^- Warme (Quellen, und in der Nähe wachsen 

Kadziy -Bäume i^^lxJI y^^i eine Art von Palmen, welche aaeh 

in ''Ir&q und Indien vorkommen. Dann nach Dallas ^jwJL fr jJf 

4 F. Es liegt im Gebiete von Lahag, welches etwa 20 F. laog^ 
aber schmal ist. Die Revenuen von DaMas betrugen jahrlich 
1000 Meliky-Dynäre, aber im J. G24 wurde es zerstört und vei^ " 
brannt. Die Einwohner siedelten nach 'Aden über und die Bedni- ' 
nen zerstreuten sieh im Tihilma. Dann nach 'Aden 4 F. 

Weg von Gawwa nach Ta'z: Von Gawwa nach Wädiy War- 
zan y2)^\\^ 1 F. Dieser Bach bildet die Grenze von drei Distrik- 
ten: dem von Gawwa, dem von Ganned und dem von Ta'z. Dann 
nach Okma Hamdän ^^{4X4^ lU^t 1 F., dann nach Homrg »1^*1^1 
V2 F., dann nach Haban ^U^^t 7:2 1^*) einem von At&buk Son- 
qor erbauten viereckigen Teiche. Dann nach Ta'z y^ F. Diese 
Gegend hat eine üppige Vegetation und wird deswegen 
«i^o^^l (?%JL^) genannt. 

Ta'z ist eine sehr starke Festung und die liesidenz des Landes- 
fürsten. Sie liegt auf dem Berge pabar yKdö , welcher hoch ist nnd 

drei Tagereisen im Umfang hat und von Dorfern bedeckt ist. Es 
füliren vier Wege auf das Gebirge und heissen Habascha(Haschna?) 

&^i£uJ.f, Berdad (>i(>^, 'Abdän ^^IJux und Gaba L».. In 

einer Grotte dieses Berges sollen die Siebenschläfer gewesen seia 
(In der Legende dieser Heiligen kommt der Name des Kaisers 
Deqiiinns vor, und deswegen wird ihm die Gründung einiger alten 
Städte, wie Kodor, in jener Gegend zugeschrieben.) Die Regen- 



/ 



XVL Arabien. 153 

fiUt in den Sommer and dauert sechs Monate. Auf diesem 

fillt viel Regen and er ist häufig in Wolken gehüllt und 

Mittag weht immer eine kiihle Luft. Es wächst schönes Bauholz. 

Weg von Ta'z nach öanned: Von Ta'z nach Birke Haban 

\ V4 ^'y dann nach Wadiy Samkar jC^Jf V4 F. Hier 
überschwemmte Landereien. Dann nach Ganned JUL»! y^ ^* 
\tk Stadt Öanned wurde von DeqiSnos erbaut und ^«jüi^l 
genannt (d. h. sie ist alt; der Name Aqiyos scheint aus 
ir Legende der Siebenschläfer entnommen zu sein). Nach Andern 
lüde die Stadt ursprunglich F&ri alagn&d oLl^^I c\Li geheissen. 
ficht weit davon ist ein festes Schloss, welches nach seinem an- 
geblichen Erbauer Okma Solaymän ^{.^x)üm aUj t genannt wird. 
Yon öanned nach Qal'a DhirSs \j»'\yj>6 JbtXs % F., dann 

__^ y^)\^ V2 F., dann nach Dza^bala aJU:^i> 

^ Fars. Hier steigt man zur Stadt Noqayl von Dza öabala 
i^A^ ^«^ ÜHH*^ hinauf. Das Schloss, welches auf dem Berge 



«eht und die Stadt beherrscht, heisst Ta'kar Juüüt. Der Di- 
ilrikt, in welchem Dza Gabala liegt, wird Michlaf Ga'far ge- 



Dieser Distrikt erstreckt sich von Noqayl Qayd Jouo 
Mb Map&bih der Lange nach, und von Saq Wa9fat vs^üLo« bis 

ffipn Torayma £4^ JbJI und bis Dza-1-Aswad im Michlaf Habb 

^bb?) v«^^ der Breite nach. 

Weg von pau^ä zurück nach Mah&lib: Von ^an'ü nach Hiv'u 

Theläth v^^Lj y^yo^ f eines von den Tobba's erbauten Schlossern. 

Andere der Art sind Kawkebän, Gobb >^>^>, Gaba La^^ Takar 

Cahm ä^SP \yS^ und Ghazfin. Dann nach Ghazän (j'>^ 1 V2 F., 

dann nach Mosk v^X^muo 4 F., dann nach Hagga &^ 2 F. Der 

Ltndstrich von Hu^^ga ist lang und enthält 280 Schlosser, wo- 

roD einige sehr fest sind, dann nach Denünib v^A^üiXif 5 F. 

Im Gebirge sind so viele Löwen, dass man für einen der zwei 
Sitze auf einem Kameel einen Dynür Fahrlohn bezahlen mass, 
während ein Sitz auf der Reise nach dem Thalc nur einen Dir- 
bem kostet. Dann nach Mahälib 5 F. 

Weg von (pan'ä nach Märeb: Von ^aira nach Mosawwar 

«•^Muc im Lande der BaiiQ Ynhisch y^J^U , 4 F., dann nach 

Wädiy Hayäb v^La^ 4 F., dann nach Märirayn ^jyo^UJf 4 F. 

Hier ist ein grosser Damm zwischen zwei Bergen, um das Wasser 
aufzuhalten. Ibn al-Mogiiwir erzählt die Geschichte der Zer- 



154 Sprenger y die Post' und Reiserattten des Orients. 

störoDg des Dammes ganz anders als ältere Schriftsteller. Dai^ 

nach Mfirib ^y^ 4 F. Marib wird auch Hi^nayn ^jjuLa^I g^ 

faeissen. Hadhramawt ist 8 Tagereisen entfernt. 

Weg von Märeb nach Gawf oy^t > Von M&reb nach W^i^ 

8än lO^)^ 4 F. Ein kleiner, von den'^Aditen erbauter BraoncQ ^ 

dann nach Beräqisch j^vw^ weiches schon zu Gawf gehört« 

4 Fars., dann nach Iliram ««^ 1 Fars., dann nach Ober-Uawl 

J^^l ^^' 4 F. Es gehört den ßaua Do'fim |*LeJ. Iva 

(irawf sind viele *^Aditische (d. h. alte) Dorfer, einige davon nnä 
noch bewohnt, andere nicht, und die Beduinen sdilagen daxJK 
ihre Zelte auf. 

Weg von DzQ-Gobla nacli (^-an ä: Von Dzn-Gobla nach Qarys 

^JÜt 1 F., dann nach Sabal J^^^Jt 2 F. liier werden di« 

sahalischen Stoffe gewoben, in zwei solcher Stoffe wurde dei 
Leichnam des Propheten gt^wickelt. Es ist ein Thal, welches von 

den BanD A^bah ^A<^t bewohnt wird; dann nach DzirA*^ alkelb 

v^JLjCJI fit «6 1 F., dann nach dem Schlosse Abb v^l &aJLl 
2 F., dann nach Maghraba JuüuJt 2 F., dann nach Ma'Ur 
«^OL«JI 1 F., dann nach der Festung Sam&wy ^^1.4^ ^<infc 

1 F., dann nach Hadra von Naql ^'ayd J^juo Jüü 8\4X^ (d. h. 

Stutz von Berg ^ayd liiuunter; in der Folge schreibt er Noqayl 

statt Naql) 1 F. Der Verfasser spricht hier von Qobäb vIaS« 

welches zu Haql JÜL^ im W&diy ^-ayd gehört und miter dem 

Stutz zu liegen scheint; dann nach Dharbat!A.mr %y^^ ^r^ 1 F-9 

dann nach Manzil ahivamm iv^^t JyJuo 1 F., dann nach Dftr 

aldhayf. Es wohnte hier ein Araber, welcher in Stein über seiner 
Thiire die Inschrift eingraben Hess, welche noch zu lesen ist: 

Wer zu diesem Hause kommt, gehe nicht vorüber, denn es 
wohnt darin ein Mann, welcher Frühst uck bereitet. 

Dann nach Mal&wy ;^^^LJt 3 F., dann nach Harz Sy^i 

2 F., dann nach Medära S^tjuo 1 F., dann nach Noqayl Asiach 
^».«^1 Juüu 2 F., bergauf; dann nach Hadfirän ^jMiX^ 1 F., 

bergab; dann nach Hebäry ^«Lx^ 1 F., daim nach Ghayl Ber- 
meky ^^Myx}\ Ju^fi (d. h. die Wasserleitung der Bermekideii), 
2 F., dann niuh (;W*^ 3? F. 



XVL Arabien, 155 

Weg xnruck Ton BIfireb nach ^^n'^ft: Von Mftreb nach 
Mawhal Jj&yo 2 F., dann nach Lbuie (sie) 2 F., dann 

9^^*y^ yj^j'^ ^ ^*) ^*°" °^^ Tebsl 'Aschir Ji k ig 
1 2 F., dann nach Bafiaba SLx-^jJI 2 F., dann nach 
i i 2 F. 

YoD pan^^ft nach Qa'^da auf der alten Strasse, welche im Heiden- 
beetand und im Isl&m zu Grunde ging : Von ^an' & nach Marmal 

3 F. Sitz des Königs des Gebietes von Hascheb ^^^ßJ&AS. 

wohnten die Tobba', die Städte und Dorfer sind von Stein 
Gyps erbaut, und jeder Baustein misst 10 Ellen oder mehr, 
nicht weniger. Jetzt liegen alle Gebäude in Ruinen. Dann 

Thoyd iX^^ 3 F., es gehört zum Gebiete vou Tüyayii 
^«5, welches der Name für zwei Thäler ist. Dann nach der 
von Noqayl 'A^yb v,,AAa P cV^Jü ^\\ 3 F., dann nach 
ivl aliaq' lüüüt Juüü 1 F., dann nach Mopayrf cwuo^Jt 
IF., dann nach Na^d Farsch ^y^ Ju^ 2 F. Es ist ein 
ibg, anf welchen Stufen hinauffuhren ; dann nach ^^jnyscha 
Uuk.4.«JI 3 F., dann nach Darb w^JlJI 2 F., dann nach 
^'da 2 F.; das alte pa'da soll nicht auf derselben Stelle gc- 
inden haben, wo das jetzige liegt, sondern bei Hiyn Talammuv' 

Weg von Qa'da nach Dzahabän ^LiJ03 : Von Qa'^da nach 

Bnw&nyt v:>»Ajl^^t 4 F., dann nach Chatam alsokr&t ^ \r\,t% 

ciIJCmJ! 2 F., dann nach Qadym i^JuÜI 2 F. Hier und in 

dea Thälem Häniq und Hoqqa iüt&>t ^ (3jL&>l leben die Bann 

Tim b. A^ba^ dann nach Moltaqa alawdiya (Vereinigung der 

TlÄler) 1 F., dann nach "Asl Helähil Jl^^k^ Jlm^ 2 F., dann 

■ch Monhalef ujULsaLiJI 2 F., dann nach Ba^ra iy^oj^S 1 F., 

kan nach W&diy Taftl^ \J^y^ ^ F., dann nach Gebl Aswad 

(>u^l J^AsLf 1 F., dann nach Sarawat c^L^jmJI 2 F., dann 

■ach Rofayda scXjii^ 2 F., dann nach Torayb v-aJ^ 2 F., 

dann nach Dzahab&n 2 F. Dieses Gebiet wird Byscha des xVb- 
bis b. Mälik b. iVmr b. Wayil genannt , welcher dem Nizärstammc 
Migehorte. 

Ausser den obengenannten gibt es noch einen kleinen Ort 
Ol Tihäma (Küstonlande), welcher Nagrän lieisst, seine Lage 

wird durch folgendes Itinerar bestimmt : Von Harz ; y^ nach 



i 



15^3 Sprenger, die Post- und Reiserouten des Orients. 

Qerär siJ^ 3 F., dann nach Nagrftn 2 F., dann nach Ol^ 
BjLit 3 F., dann nach Hadab wjLa. 4 F. 

Nach der Verbreitung des Isl&m ging man folgende Straasi 
Von ^a'^da nach Chiyäm |»LcLi, aucli DorQb v«>^)4)J( geheiaMi 

3 F., dann nach 'Ayn ^^vaJuI 1 F., dann nach Amesa ^ — %'\ 

4 F. In dieser Gegend ist die Stadt Chaywän ^ILa^, weld| 

auch W&diy Chayrän yj\ykÄ \^^\^ geheissen wird. Sie li^ 

au einem Berge, war sehr gross und hatte einen Damm an 
Wasserbehälter wie der zu M&rimayn bei Märeb. Seitdem dl 
Damm zerstört ist, liegt auch die Stadt in Ruinen. In dieti 
Gegend wird Ackerbau und Viehzucht getrieben. Dann na« 

Hawth v^«j^ 5 F., dann nach Gahdham f%^^3^ 4 F., dann nM 
gan'ä 2 F. 

Weg von Ta'z zurück nach Zabyd: Von Ta'z nach''0da7t 
äJüiX c ^ einem Dorfe unten um Fusse eines Schlosses, y^ f. 
dann nach Domayna ÄJuuCiXJI V4 ^"» dann nach Wfidiy — ^ 
dann nach Bi'r Mahnt v:;^^Lo ^^, auch Agnfisch ^ti^)) 
genannt, wo im J. 623 eine Moschee mit drei Kuppehi gebii| 
wurde, ^4 Fars., dann nach Byr päd' ciX^I 1 Fars., dam 
nach Wadiy Nahl J ■SV. Jt 1 Fars., dann nach Wftdiy Heri 
LL»>t, wo nichts als Honü gepfhinzt wird, 1 Fars. Hier g3)t ja 
viele Affen. Dann nach Schiyälayn ^^wJLxmJI 1 Fars., dann nad 
''Oqda Mag'^ar jX^ SJJt g 1 F., dann nach Kadaha tojjj 



1 F., dann nach Hodayla SAJiXs^ 9 auch Serädyb alnyl v^(>l^ 
JuuJI gcnaimt, 1 F., dann nach Doray'^ä Lju^iXJI 7^ F., dan 
nacli Sasa iLmLmJI 1 F., dann nach Hayb aldyn ^^^iXJl y^ 
Va ^'^ ^^"" i^^c^' Sel&ma Lo^LmJI y^ F., dann nach Hys 
oder \j>*J^ y« F. Es wurde von Gay fisch b. Nag^fth erbaa 
und wird ausschliesslich von Abessynicrn bewohnt; dann nac 

Dawämil JuoLiXJl 1 F., dann nach Serdab v^Ij^^mJI 1 I 
dann nach Qartab w^'üül y^ F., dann nach Zabyd y^ F. 

Weg von Zabyd nach Hagga &^ : Von Zabyd nach Qahnu 
iU^süül 3 F., dann nach Kodorä l^iXT 2 F., dann nach Ta 
raf 'Anamyya au»Jüt)( oJb 3 F., dann nach Haräz Mostahru 
j^iÄmmJI y y^ 3 F. Die Spitze dos Berges Haräz heisst Ma^ 

^LiMwo, und daraufsteht ein im J. 429 von palyhy erbautes Schlosfl 



XYl. Arabien. 157 

flieht es ^on Zabyd zar Rechten von der Qibla und Eur Lin- 

ron Sonnenanfgang (also N.O.). Dann nacli Gebelajn ^vvAaJ! 

F., dann nach Soq alqob&b v^IaaJI 0>^ 3 F. Es liegt in 

IGtte des Wsdiy S&n P)l^« Dann nach Taraf Nitcftr 

^jio 3 F., dann nach Rabdh (JOJs 4 F., dann nach 

a Bj^ 4 F., dann nach Michl&fa &i^lL^I 2 F., dann nach 
4 F. 
Weg von Zabjd nach Ghol&fiqa: Von Zabyd nach Qo- 

lyya K AdAJL l J, der Heimat des Ahn Mdsa Asch^aryy, 1 F.; 

Dach Chabt Nafahän ^LsJ va^x^ , welches zu Mahälib ge- 

2 F., dann nadi Ohol&fiqa (Distanz fehlt). 

Ihn al-Mogäwir sah bei Gholfifiqa am Ufer des Meeres ein 

iches Skelet eingebettet im Felsen. £r berechnete sein 

zu dreitausend Jahren, dann sagt er, in tausend Jahren 

Staub zu Sand, in abermal tausend Jahren wird der Sand 

Stein, und in wieder tausend Jahren der Stein wieder zu 

ib. Im genannten Falle hatte aber der Felsen schon ange- 

zu verwittern, es sind also, wie er sagt, drei Umwande- 

n c^LaJLj über den Leichnam ergangen. 

Gholifiqa war eine sehr alte Stadt, gerieth aber in Verfall 
■d erhielt im Islam neuen Aufschwung. 

Er spricht von einer Insel, welche an der afrikanischen Küste 
mchen Aydzäb und Bohayra liegt und wo mehrere Tausend 
lilde Schafe sind, weswegen die Insel Gazyrat alghanam heisst. 
Ke Schafe sind so schwer zu jagen als Gazellen. 

Weg von Zabyd nach Abwäb v«pltt^jll : Von Zabyd nach 

loMÜlib ^^Jl,fcM4.H 1 F. Dieser Ort soll Mosallib genannt worden 

IBB, weil die Frauen durch ihre Schönheit die Herzen der Man- 
Kr rauben. Ihn al-Mogäwir bemerkt, dass die Frauen in ganz 
Ttman hasslich, roh, boshaft und ungebildet sind. Dann nach 
Akwäb 2 F. Es hat einen Seehafen. Das Holz für die Moschee 
forde von Indien bezogen. Es ist nämlich Teak- (sprich Tik-) Holz. 
b ist dieses deswegen wichtig, weil im nordlichen Theile von 
Taman Ruinen sind, in denen man Teakholz findet. Diese 
flolzart ^iirde also schon in den ältesten Zeiten von Indien 
lieh Yaman exportirt. 

Die syrische Wüste &j^IaJ'* 

Moqaddasy: Sie hat die Gestalt eines Halbkreises, wovon 
fie Linie von Wayla (Ayla) nach 'Abbädän die Basis und Balis 
fie Hohe bezeichnet. Ich habe darin zwölf Wege angezeigt, wo- 



158 Sprenger y die Post- und Eeiserouten des Orients, 

von nean nucli Makka laufen und drei sie durcbBchneiden i 
nach Syrien führen. Es gibt auch einen Weg, welcher von B« 
nach Qorah und von dort nach Aegypten: 

1. Strasse von Aegypten nach Wayla (sie ist ans ben 
bekannt). 

2. Wog von Ramla: Du begiebst dich von Tolayl JuJl 
nach Ghainr y^\ 2 Tage, dann nach Wayla (Ayla) 2 Tage. 

3. Weg von Schcrftt : Von ^oghar (am Todten Meere) ni 
Wayla 4 Tage. 

4. Der Weg von Wobayr %ju^ : Von ^AmmEn nach ¥ 

bayr 3 Marsche JjtLue, dann nacli Nagr ysi 2 Marsche, di 
nach Tayniä 3 Marsche. 

5. We^ von Batn al-Senn ^jmmJI tjJo^* Von ^Amm&n m 
'Owaynid JuuyLÜ 2 Tage, dann nach Mohaddatha ^SiX^ 
Vs Tg., dann nach Nobek viLjJt y^ Tg., dann nach Mftb v. 
1 Tg., dann nach 'Orfogft L^v&l % Tg., dann nach Mtj 

3 Tage, dann nach Tayma 4 Tage. 

Die drei letztgenannten sind die Woge der Beduinen na 
Makka. Auf diesen Wogen ging die Post der oniayyidischen K 
nige, als sie in Dainascus residirteu, und auf diesen Wegen l 
gaben sich die Heere des 'Omar und seiner Vorgänger nach 8 
rien, um das Land zu erobern. Sie sind kurz und sicher u 
werden von dvn Bann Kiläl) bowchiitzt, welche von Syriern, t 
sich in 'Amm&n versammoJn, begleitet werden. Ich bin auf d 
sen Wegen mehr als einmal gereist. 

G. Der Weg von Q&desiyä: Von Qadesiyii nach Mogbyt 
u. s. w. wie oben. 

7. Der Weg von Wäsit: Auf dieser Strasse bin ich i 
gereist; sie trifft mit der Pilgrimstrasse von Baghd&d zu Tlut 
byya zusammen. 

8. Der Weg von Bavra wie oben. 

9. Der W'^eg von Knfa: Von Knfa nach Barhamyya äx^JD^ 
12 Meilen, dann nach v.jui^Jt 2 Tage ^j^^L^, dann nach C 
räy (5IJÜI (Qoran?) 2 Tage, dann nach ^^^f^üLclf 1 Tg., da 
nach lLuw»>l 1 Tg., dann nach Forayqa iübJÜI 1 Tg., da 

nÄch Qoräqir 1 Tg., dann nach Azruq L^i)^' 1 Tg., dann na 
'Amman 1 Tg. Im Ganzen 11 Taj^o. 

10. Der Weg von Hyt (ist im Original ausgefallen). 

11. Der Weg von liahaba (ist im Original ausgefallen, 1 
Ende heisst <"»: diese drei Strassen durchschneiden die syrisc 



XVI. Arabien. 



159 



te der Breite nach, and es laufen zwei Strassen davon aus, 
Adra^'at und andern Orten. 

12. Der Weg von Wsdiy alqork: Man sagt, er ver- 
sieh von Maohab, welches hinter Fayd liegt : Von Manhab 

II nach Wadiy alqora sind 5 Tagereisen, und von W&- 

alqora nach Taymä 4 Tage, und von Taymä nach Tabok 

(4?) Tagereisen, und von Tabak nach Wfidiy Tayy Jio ^^f^ 

Tage, und von Ba^ra nach Kafa, dem Rande der syrischen 
entlang, 10 starke Tage. In den meisten von uns ge- 
mten Stationen findet man Wasser und Teiche. 



Nachschrift. Ueber das Fostwesen in China verweise ich 
die Nachrichten des Mas'^ady. Ich mache auch auf eine dem 
itih efolom (Ms. Leyden) entnommene, auf das Postwesen 
Cbalyfenreiche bezugliche Note zu meiner Uebersetzuug des 

Qdy S. 331 aufmerksam. Es heisst darin: „In the post-office 

j%-JI yj^yii'^ ever}' letter or parcel put to post, or come by 

, was entered /^^ in a list ^sJc^Jt, which was called 

1^1 in Arabic, that is to say u^^t^ ^\^ which means in 

»an afrom whom doest thou hold this». In this list the number 
fif letters and parcels was named, and the address of every one 
•ftbcm specified." In dieser Note wird aucli, auf dieselbe Au- 
loritit gestützt, gesagt, Perwöna bedeutet im Persischen Diener. 
Die Farwaneqyynn sind demnach subalterne Beamte. 



I>rurk von F. A. Brockhaus in lA'ipzi(;. 



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Abhandlungen 



[uiide des Morgenlandes 



Deulsi'hen Morgeiiiagdisilien Gesrllschnn 



dt! Pmr. Iir. liidnir kielil. 

V. Bitnii. 

X i. 



BosniBch-türkiscba 

Sp rachdenkmäler 

gotani Hielt, gp»iclitct nnd hentusgogebeu 



Dr. Otto BUn, 

ck« Couul In Uuiaiia. Rmn mein 



Leipzig, 1S68 

I in Commisaloii bei F. A. Brocklia 



Bosuiscli- türkische 
Ipraclidenkmäler. 



AbliandlunKeu 

für (iic 



Kunde des Morgenlaude 

herauBgo^eben von der 

DoiitscJuMi inorgenländisclien (Jesellflcluift. 



V. Band. 

X: 2. 



Bosnisch -türkische 



prachdenkmäler 



gesammelt, gewichtet und herausgegeben 



TOU 



Or. Otto Blau, 



Norddentscliem Coosnl in Bosnien, Bitter mehrerer Orden, 
Mitglied gelehiter GertUeclMiften etc. 



Inhalt: 

Allgemeine Eiuleitoug. 

I. Ahtbeilang: Usknfi's Polar Hahydyje. 

U. Abtli«ilniig: Bosnistrti-tfirlcisclie Gespräche, SprAche o. liieder. 
IL Abtfaeihiug: Abdasselam d. i. Ttlrldsch-bosnische Glossarien. 



Leipzig, 1868 
in CommiK&iun bei F. A. Bruckhaus. 



., 



rl 



r 
r 



Meinem Freunde 



^EL ermann Vämb^ry 

dem kälinen Beisenden im Tnrkenlandei 
dem trefflichen Kenner türkischer Zungen, 



gewidmet als Erinnerung 



an 



zuBAinmen verlebte Standen. 



I 



"y^ 



Vorwort* 

Murad itdflm kl düzem bir risale 

Ich schreib ein Bach — hab ich mir vorgenomnien 
Hie evelden al3mmaja higale. 

Wie's keinem früher in d^n Sinn gekiwunen. 

Yeli jok dar dzihanda dinmemis söz, 

Doch hall, es gibt kein Wort mehr neu za lesen; 
Bejan ohnns kamo, ejU ve javuz. 

Gut oder schlimm, 's ist all schon dagewesen. 



'i ^. 



Tevaggul ejlejüp kj^ldum tefekkür, 

Als so ins Grübeln meine Sinne sanken^ 

Der andem hatyra düsdi tedekVür: 
Da ist mir eingefallen der Gedanken: 

Idem BosDa dilind^e bir logat d^em' 

Ich stell* ein Bosnisch Wörterbuch zusammen, 

K'i ola Ol dahy halyndia bir sem*. 

Das soll in seiner Art als Leuchte flammen. 

Logatlar cok jazylmys dür ik^en hub. 

Zwar schrieb schon Mancher manche schönen Worte 
Kamu dzevher k'ibi mahbub u margub, 

Gleich Edelsteinen alle, schmuckster Sorte. 

Veli Bosna dilindze jok jazylmys. 

Allein auf Bosnisch ward noch nichts geschrieben, 
Ne nethr ile, ne natzm ile düzülmis; 

Prosa wie Dichtung sind da null geblieben. 

AbluuidL d. DM6. V. 2. 1 



ßhu: ßosnUi^'Tärkisehe Sprachdenkmäler. 

äarü' bizdeu; negib itmek Hadadanl 

Drum frisch ans Werk! und Gott giebt das Gelingen 
K^i vadi^yb dttr isi bilmek' Hadadan! 

Von ihm kommt alles Wissen and Vollbringen! 

Leta*ytdan bejan itdüm BosandSe, 

So legt ich Bosna's reiche Schätze offen, 

Kl dir k^ören: Beh, vallahi, hasandSel 

Dass jeder sagt: Bei Gott, wie gut getroffen I 

Pes imdi bnnlary vezne k'etürmek' 

Nur aber, sie in Vers and Beim zu bannen, 

Demür jaj dttr^ dekll mttmkin cek'ilmek^ 
Das war ein Eisenbogen; schwer zu spannen 

Bu da y cun ide takgyra ykrar. 

Und wandt* ich also, leider, manches freier^ 
Any setr ejlemek"^ dttr debi ebrar. 

Darüber deckt ein Edler gern den Schleier. 

Uskafi. Ao. 1630. 



AllgemeiDe EinleitoDg. 

Die Geschichte der türkischen Sprache steht in engstem Zu- 
iammenhang mit der Geschichte der tfkrkischen Herrschaft. Die 
Bprache der Eroberer hat überall ein gut Theil des Sprach- 
ptes der Besiegten in sich aufgenommen, am meisten, wo die 
ersteren nicht mächtig genng waren, am eine neue Cultor an die 
Stelle derjenigen zu setzen, welche sie vorfanden. Andrerseits hat 
die Amtssprache der herrschenden Nation und der bevorzugten 
Religion auf die Idiome der unterjochten Völker einen Druck geübt, 
der sich in der Aufnahme zahlreicher Ausdrücke kund giebt, die 
zum Theil über die Grenzen des heutigen türkischen Gebietes hin- 
aus sich eingebürgert haben. 

Der wechselseitige Einfluss, den somit die türkische und die 
unter türkischer Herrschaft gesprochenen Landessprachen auf ein- 
ander geübt haben, ist in seinen Ursachen und Erscheinungen bis 
jetzt noch nicht Gegenstand einer systematischen Untersuchung 
gewesen. Eine solche setzt voraus, dass in den einzelnen Sprach- 
gebieten und Landestheilen der Türkei Specialforschungen voraus- 
gehen, welche das Material für ein Gesammtbild ansammeln und so 
allmälig die Grundlagen einer türkischen Dialectologie bereiten, an 
der es ebenso fehlt, wie an einer vollendeten etymologischen Sich- 
tung des Wortschatzes der nichttürkischen Sprachen in der Türkei. 

Ausser den asiatischen Sprachen, die dabei in Frage kommen, 
md zu denen nächst dem persischen (das eine grössere Menge Wör- 
er aus den turanischen Sprachen aufgenommen hat, als man gemein- 
iu annimmt) das Armenische und Kurdische gehören, sind es 
amentlich auch die in der europäischen Tiürkei gesprochenen Idi- 
me, die in Mitthätigkeit und Mitlddeuschaft gezogen sind. 



4 ßlau: ßoanüch-TOrkische Sprachdenkmäler. 

Sobald das Türkische seinen heimathlichcn asiatischen Bodetj 
vcrlässt, findet es sich Sprachfamilien gegenüber, deren Organisim * 
den gegenseitigen Einfluss erschwert und bei der Entlehnung uad 
Ausleihung des Sprachgutes weit grössere und kenntlichere Modü*. 
cationen bedingt, als z. B. in Bezug auf das Persische der All 
ist, dessen Lautlehre eine unbegrenzte Verwendung persischer WOt«. 
ter in türkischem Munde und umgekehrt erlaubt. 

Das Neugriechische hat — obwohl für seine Purificimng 
die Wiedergeburt einer rein hellenischen Sprechweise sehr Anerkai* 
nenswerthes in der Neuzeit geleistet worden ist — sich, seitdai 
die Türken die Erben des byzantinischen Reiches geworden sioi^ 
in den Gegenden, wo noch heute viele Griechen unter türkischr 
Herrschaft leben, wie in Epirus und Thessalien, die Aufnahme vidv 
türkischer Wörter gefallen lassen und hat seinerseits ein anseki» 
liches Contingent von Vocabeln für die türkischen Wörterbadiar 
gelielert. Aber das hellenische Organ sträubt sich gegen eine gtmi'^ 
Reihe von türkischen Lauten w>, ., ^*. tw« til, ö, ü o. aa., flbfl^ 

haupt gegen das ganze Gesetjs der Yocalharmonie und Consonintoh - 
folge; das Türkische seinerseits weist die schweren zwei und dnl-^ 
consonantigen Anlaute , die meisten Diphthongen und einzelne Gok 
sonanten in der Regel zurück. Unter diesen Umständen hataft' 
beide Elemente in der sprachgeschichtlichen, wie in der politisckem ] 
Tendenz, einander mehr abgestosscn, als gegenseitig verquickt. j 

Ein anderes Bild bietet das Albanesische. Die an sich arme-^ 
Sprache der Amanten hat ihren Wortschatz durch Entlehnung tob 
Fremdwörtern aus allen benachbarten Sprachen bereichert Die^ 
türkische hat dazu in reichem Maasse beigetragen ^) ; aber das Albi* 
nesische hat dem Osmanischen nichts zu bieten vermocht. Ser- 
Kampf war zu ungleich ; die einheimische Litteratur selbst cnlmioiit 
in Volksliedern, die — im Gegensatz zu der sonstigen Natarde». 
Volksliedes — von türkischen, fremden Floskeln strotzen. Y« 
allen unter das türkische Joch gebeugten Völkern Europas spricht 1 
der Amaut das beste Türkisch, wie er auch das schneidigste Werk- : 
zeug der türkischen Politik im ganzen Orient geworden ist. SeiB 
Oiigan schmiegt sich den Lauten der türkischen Sprache mit fein- 
ster Unterscheidung namentlich der consonantischen Nuancen % 



1) Siehe meine Note in ZeiUchr. d. D.M. 6. XVII; S. 656. 



Biau: Bam^Mh-TürkUche Spra4^Uhnkmäler. 5 

e sein ganzes Wesen sich dem türkischen Geiste mit allen seinen 
ten und schlimmen Seiten anpasst. 

Weniger widerstrebend als das hellenische und weniger nnter- 
Irfig als das albanesische Element hat sich dem osmanischen 
Dberer gegenüber das slavische Yolksthnm in der europäischen 
Iricei geberdet. 

Zwei Zweige der südslavischen Familien yorzüglich bilden die 
erwiegende Bevölkerung der europäischen Türkei, der bulgarische 
der östlichen, der serbische in der westlichen Hälfte. Zu dem 
ztem gehören nächst den eigentlichen Serben, die Bosniaken und 
i Herzegovzen, welche alle denselben Dialekt reden, denselben, 
icher mit ganz unmerklichen provinziellen unterschieden auch in 
oatien, Slavonien, Dalmatien, der Militärgrenze und Montenegro 
sprechen wird ^). Der bulgarische Dialect wird von etwa 1,800,000 
eleu, der serbische auf dem Gebiet der hohen Pforte von 2,500,000 
den geredet. 

Schon diese Ziffern, neben welchen die Zahl der eigentlichen 
gnanlis ganz verschwindet, legen die Frage nahe, welchen Einfluss 
if den türkischen Sprachschatz das südslavische Element geübt 
ibe? und filbren auf die natürliche Antwort, dass die Wörter sla- 
scheu Ursprungs, welche in die türkischen Lexica Eingang gefun- 
m haben, viel wahrscheinlicher aus den südslavischen Sprachen 
ir europäischen Türkei aufgenommen sind, als dass sie, wie gewöhn- 
:h angenommen wird, und Bianchi und Zenker zuweilen mit scliein- 
irer Gewissheit angeben, aus dem Polnischen stammen. 

Aus einer leicht zu vermehrenden Reihe von Beispielen lassen 
:h Belege zu Gunsten dieser Vermuthung entnehmen. 

Erstens sind viele slavische Wörter im Türkischen solche, die 
irch die Janitscharen nach Constantinopel und weiter ins Reich 



1) Ein trauriges Zeichen der Zerrissenheit dieser Nation ist, 
ISS sie sich noch nicht über einen gemeinsamen Namen geeinigt 
lt. Wenn man nach den Titeln der serbischen, illyrischen, kroa- 
jchen Wörterbücher schliessen wollte, so verträten dieselben eben- 
►viel einzelne Sprachen, welche viel weniger Gemeinsames hät- 
n, als wirklich der Fall ist. Für das Auge ist der Unterschied 
m so grösser, als sie nicht eine gemeinsame Schrift haben, da in 
erbien und Montenegro das cyrillische Alphabet, in den öster- 
nchisch-slavischen Ländern ein dem lateinischen nachgebildetes re- 
ipirt ist. 



g Blau: BastUsch-Türküche Sprachdenkmäler, 

gekommen sind und sich zunächst auf diese Truppen beziebei; 
Dahin gehören z. B.: 

jk^uJL3. &^ujLä langes Ehrenkleid, welches unter aodem 
der Janitscharcu - Aga trug; nach Bianchi II , 434 substant. tnit; 
bosnisch aber ist kaban und dessen Diminutivum kabanica, 
Mantel (Fröhlich, illyr. WB. 94.) 

Jüu^ v3^-^^^^ Pantoifcl (wie trüber die Janitscharcu trugen); 
nach Zenker 210, Jjum^j nach Bi. I, 402 tOrkischen Urspranp^j 
ist bosnisches postol, Schuh, Fröhl. a. a. 0. 356. 

.^^.m^LD^ Dogge, wovon ein Regiment der Janitscharen Saa- 
sundSylar hicss; nach Bi. II, 87 s. t., kommt von bosniscbea 
samsov Bulldogge, Flcischcrhund Fröhl. 386. 

8 "(^ Potyra, alarme et sortie des habitans armes poiir n 
defcndre ou courir sur quelques assasins, Zenker 214; amiemeBt 
de tous les hommos capables de porter les armes, Bianchi I, 396 , 
also eine Art Landsturm, ist nicht; wie beide angebeui subst. tnrci 
sondern slavischcs Potera, Potjera „Verfolgung^'; abstractnn 
pro concreto. 

A^U^L, Regenmantel, s. t. (du polonais) nach Bi. II, 1243, 
ündet sich aber auch illyrisch (Fröhl. 89) und in Croatien (Sukk 
deutsch-croatischcs WB. 883) in den Formen japundje und 
japund^.c, „Mantel'*. 

«o-'.^y^ Agraffe von Bi. s. v. für türkisch gehalten, heisst anck 
bosnisch kopca und dies ist eatstandcn aus dem gleichfalls g^ 
bräuchlichen kovca, Schnalle, Heftel, diminat. von kov, „Beschiig 
von Eisen". S. Fröhl. a. a. 0. 113. 116. 

j^y» s. t. (du polonais) Bi. 11, 515 ist das gewöhnliche boi- 
nische und bulgarische kopje, Lanze. 

A^^w'ju^)) subst. t. Lance leugne Bi. II, 523 finde ich in 
den mir zugänglichen WB. zwar nicht; die Form kostanicaist 
aber ganz sttdslavisch^ auch soll das Wort in Bulgarien bekannt seil. 

.^jLb tabur nicht polnisch (Bianchi II, 154), sondern illy- 
risch (Fröhl. 441) tabor, Lager, Regiment. 

^ metch s. t. (du polonais) Bi. II, 1313: Ep^e h large 
lame. — Fröhl. 146. 140 hat mec = mac Schwert. 

qU^J;^ Keule. Nälier als das von Zenker s. v. verglichene 
ungarische buzogdny liegt auch hier bosnisch buzdohnn. Fr. 19. 

Ein militärischer technischer Ausdruck ist auch Bi. IL 1202: 
n^i^ virö, vulg. verö, foi, tröve, capitulatiou. Es ist bosnisch: 



Blau: BomMi'Türhigche Sprachdenkmälet, 7 

rt, Glaabe, Trene (Fröhl. 478 ygl. unten im Glossar: ^Udl = 
p\ Kß^nß^ „auf Credit^ hat allerdings den Anschein aas diesem 

y mit dem Suffix der 3. p. gebildet zn sein, allein im illyrischen 

fttoimch steht „veresia f. Credit^ Fröhl. 478 ; „vieresia t credito'^ 
■£id Yocab. illirico-italiano 750. 

Ein dem Begriff nach verwandtes Wort; welches gleich hier 
it erlAatert werden mag, ist BL I, 342: ^^j^j^ pravdje, Zen- 
r 185: %, rv^ij-^ prawga (polnisch prawdzie), Wahrheit Es 
Mtet gewöhnlich pravica und ist gewiss nichts anderes als das 
inisch-serbische pravica „Wahrheit^. 

Eine andere Reihe von Wörtern sind solche, die durch den 
i^bau und Handelsverkehr der europäischen Provinzen ^ Bos- 
|M8 und Bulgariens in das Türkische eingebttrgert sind: bei die- 
pt ist polnischer Einfluss noch weniger anzunehmen. 

ejJU (nach Bi. u. Zkr. : du polonais) heisst bulgarisch und 
ihisch plug (vgl. unten im Glossar s. y. sapan) und ist von diesen 
lidem aus den Türken bekannt geworden. — Auch dass die TOr- 
91 für Molken ein polnisches Wort entlehnt haben sollten, wel- 
es sie tJH^S^jä* seryatka? (Bi. II, 31: du polonais) schreiben, 
schwer glaublich; während in ganz Balgarien die Molken s ur utka, 
Bosnien suratka^ sirotka (von sir, eigtl. Käsewasser) heis- 
1. — iJLd^^iä kolocka, Gluckhenne als türkisch bei Bi. s. y. 
rzeichnet, ist aus bulgarischem klocka (von klocati gackern) bosn. 
^ocka und klocka entstanden. — pJbt Küchlein ist das süd- 
ly. Diminutiv pilic (== pilica) von pile Huhn (Fröhl. 272). — 
,£ ghräh et ghyräh s. t. de Tesclavon (Bi. H, 311) ist ebenso 
snisch und bulgarisch grab (s. unten im Glossar s. v. bök'ürdze 
hI nohut) Erbse, Bohne. — visnja, die Weichsel, Weichsel- 
rsche, türk. «JLi^^, »^Uä^, ist ein echt slavisches Wort und ein 
aupthaudelsartikel in der ganzen europäischen Türkei. — Pflan- 
imamen wie pelin ^^J^ Wcrmuth, istir jtr^S Amaranth 
. unten gloss. s. v. Jtizerlik und Elsentin) sind heimische Namen 
)n Gewächsen, die in der slavischen Türkei häufig und den Tür- 
en von da her bekannt geworden sind. — ?Jajli, *Joli^ kanta 
3i. II, 428 de Tallemand?) ist eine Art Krüge, die speciell in 
erajevo fabricirt und von da weit verführt werden. — Aehnlich 
erhüt es sich mit den Thürschlösseni bosnischer Fabrik, die in 
ier ganzen Türkei und selbst in Dalmatien verbreitet sind und mit 
üavischem Namen brava heissen. Daraus erklärt sich Zenker (185) 



g Bknt : BotHisch' TSurU^eke 

9m'ß pyrawii=rAJb. wofür BiaDrhi L d42 xicte%er «.'j br 
schreibt. — Wie in die^^eu FftUeo frcLon »dttbdi der Name 
der Sache ger.audert ist, bo tragen ancL die l^iuukiihLe dtr 
garen ibreu einheimiH-hen Nameu ^ajka al^ ^^ (Bi. 11, 13 
SaüiQc; iu die türkische Sprache binflber. «sd du bosnische 
tioiial^eridit pita. eine .An Tudding, in den tArtdwbe« W^me 
cheni alt) xaa. und ^JU; verzeichnet, ist ficber mcfat erst d 
die Türken so benannt worden (FrOhl. -273. Bi. i. 4251. — 
andre Art Gebück somun ( .««^^ Bi. li. 1:^1) i»t unter dj 

Namen ebenfalls in den illvriM-hen WurterbGcbem in finden (l 

m 

iOU: „soinun, ein Laib feinen Bnjdes'" Parci«^ 625': doc 
zweifelhaft, ob da« Wort cht slarisch sei: vielleicht ist e 
dcntKcbem Semmel (croatisch bei Sulek ir»59: Weii.;brod=sw 
simit j enthtandf-n. Dann wflrc nur beachtenswcrtb, dass die T 
es in der siavisohen F'orm. also durch Slaven^ erhalten 1 
gerade wie das deutsche Schindel in Bosnien, wo die Diche 
aus8chl]es«;lich mit Schindr^lu ^'cdeckt sind, sindra gesprochen 
und daraus ins Türkische in der Form ^«Aa^ 'Bi. II, 55* si 

B. t. bardeau; übernommen worden ist (vgl. Fröhl. 435).— 
leicht ist den Türken auch von diesen Gegenden aus der Nan 

Glases »^^^ bekannt geworden, da hier zu Lande serce füi 

stcrglas, serca für Glasflascho als rein bosnische Worte bc 
sind, und die Ktyniologic von cerri brei.Iien, bersten, wege 
gebrechlichen Natur der Sache, wolil zulassen, obwohl die Mi. 
keit einer Ableitung von italienischem S i 1 i c e denkbar wäre, 
auch sonst italienische Würtcr in slavisirter Fonn zu den T 
gelangt sind, z. B. wird aus ital. focaccia zunilchst bos 
illyrisch: pogaca Aschkuchen, dann türk. ÄÄ.Uwi, ä^^c^j 2 
221. 222; aus Fortuna, euphemistisch für Secstunn, hab< 
dalmatinischen Schiffer zunüchst vt^rtüna (gleichsam von v^ 
wirbeln, drehen, \Vie slavisch: hur an stürmisch Fröhl. 19 = 
r)^)^j n^^jT^ partic. v. ot«;^ Zenk. 2ir)) gemacht (Fröhl. 
und diese Form ist häufiger, als die von Bianchi II, 403 geg 
fortouna, in den anatolischen Gewässern hörbar. — Zwei 
ter ist es bei einigen andern, ob slavischc Vermittelung statt 
den hat. So z. B. leitet Biunchi \JLb, ^Jwä aus dem Slav 
ab ni, 497), wo allerdings koliba Hütte, Baracke vorband 
(Fröhl. 111. vgl. unten Glossar, s. v. cerga); aber es scheint 



Blau: Bo&ntsdi-Tarhische Sprachdenkmäler, 9 

za liegen, hier direct an neogriechisches xccXvßia^ xaXvßi^ 
üpfen. Aehnlich ist der in Constäntinopel geläufige Ausdrack 
iMmm^ budram (Zenker 215 ungenau: bodurum; Bianchi 
-197 podrom [du hongrois]) för Keller, Erdgeschoss, auch im 
rtträchen zu finden (Fröhl. 288: „Podrum = sto je po drumu** 
piiSB der Strasse liegt); allein drum, Chaussee, ist selbst wieder 
IBhnwoTt aus griecb. Sgouog und fahrt sonach auf Umwegen jenes 
kÜmm wieder auf das griechische : imoSgofiog, imoSgofiri zurück, 
(Uches wenigstens an der kleinasiatischcn Küste, z. B. in dem 
Ipluamen Budrum an der Südspitze von Karien, noch in der alten 
Irteutung Zufluchtsort^' fortlebt. 

$ . Nimmt man hierzu noch ein paar vereinzelte Yocabeln, wie 
vielüach missgedeutete ehvala, ejvallahl „danke'', welches 
gelehrte Leute bald ;<JÜI^^Y, bald sJÜI^ ^t schreiben und als 
nirt mit \il\ betrachten (Zenker 155. — Bianchi scheint es 
t zu haben), während es sicherlich das in Bosnien alltäg- 
hväla eig. Nomen: Lob, Bank; dann Inteijection Danke! 
das man nebst vb. hvaliti und andern Ableitungen in allen echt 

Ihvischen Dialekten findet; und das Schimpfwort »Jt«>^j Tölpel, 

bommkopf (Zenker 214 betrachtet es als türkisch), welches nebst 
idj. budalast in gleicher Bedeutung ebenfalls slavisch ist (PYöhl. 
w V.', — um die Categorie von Wörtern zu kennzeichnen, welche 
o oft auch in andern Sprachen Fremdartiges aufnimmt (vgl. Ilur- 
ah! Halali I Schurke; Canaille; bougre!), — so hat man beiläufig 
inen Ueberblick über die Gebiete, auf denen die slavischen Idiome 
Ler Türkei einen direkten Einfluss auf das Türkische in lexicogra- 
^hischer Hinsicht haben mussten und gehabt haben. 

Nicht minder stark ist der Einfluss des Türkischen auf diese 
riavischen Dialekte gewesen. Die serbischen und illyrischen Wör- 
terbücher, namentlich das Vocabolario illirico-italiano von Parci<5 
(Zara 1858), enthalten hunderte von Vocabeln, die theils von den 
Herausgebern schon als Fremdwörter mit einem Asterisk bezeichnet 
sind, theils als rein slavische betrachtet werden, in Wahrheit aber 
türkischen Ursprunges sind. Dieselben gehören vorzugsweise sol- 
chen Gruppen von Begriffen an, die durch das türkische Heerwesen, 
die staatliche und religiöse Verfassung, das Zunftwesen, den Han- 
dels- und Schifffahrtsverkehr zuerst in die slatischen Lande einge- 
fthrt wurden. Als Beispiele mögen folgende dienen; 



10 Blaui BanMi-Tarkiacke Sprachdenkmäler. 

1. Militärische AusdrOcke: alaj^^^^^l; balcak=r Jl^., 
barjak=jj^Lj; barutrsro^^Lj; basija Hinterhalt = J«^ 
baljak = dU^j; carka=>.3^; caa8<=(j£^L^; dorda Sttä 
=r8j^y (Bi. II, 656 kionrd^ s. t. (Yienx) contelas); diebaiJ 
Munition = ^il3- ws^ Arsenal; fisek Patrone = ^Lm^^; fitilj 
Lunte ^'JyvÄd; harbija Lade8tock = M^; handiar=^^.5U>i 
jamak - ^Uj; kapak = ^Ld Helm; karaula=J|^^; ko^ 
nak Quartier ^^L5y>; kula = iJy>; meteriz Schanze =j»ygij 
uisan Ziel=^l^.:Xo; parazlama Zwinge am Gewehrschaft M 
^^y^ß^ tabandze = ^.^\jyLl7; sacma=ak4.;^VAo; silaj Wdr^ 
gehcnk=.XM; surgun = ^^^^^; sator Zelt=s^l^; ieiaii 

Büchse = wL^v-Äwit ; sidar Beute=^lXÄ; tain, Ration=«-AAöj 
tug=c^'. — Insbesondere gehören dahin hippologische A» 
drücke: atundhat=ol; ajgir, angir, hangir=ykdt Hengrt; 
alat Fuchs =o!v3!; djogat Grauschimmel =c:i| e)y ; doral 

Brauner = oi^^^v^ ; a c e = t^js\:i\ Füllen ; j e d e k Handpferd sa 
tf)j^; ahar, harr-.^^( Stall; am, ham=persisch ^ Pferd» 
geschirr; pusat=J?LM^^ aus arab. J?l«««9 Pferdedecke ; kasagiji 

=^l.:;xd Striegel; mamuza=j444 Sporn; nalbanta Hnfechmiei 

= j^iAUj; 8eiz = ,j^U/ Stallknecht. 

2. Ausdrücke aus dem Rcchtsleben: amanet Depositums 
v:>.jL*! ; ap s , h a p s Arrest, nebst Ztwt. h a p s i t i arretiren == j-^; 

apsana GcfUnguiss = »ili>-^»M.A^; aramzada=:8.Mj^tj5>- R&aber; 
ak = vji:> Competcnzen; begenisati sich zufrieden erklären s 



dV^^-Lo ; c e s Leichenschau = v.Ä-i:i ; citap = v^Lä_5' ; dustek 

Fussschelle für Verbrecher = ^ä)üu.^!r ; dzelat = .x5L>. Scharfrkk 
ter; dzovap=^LÄ.; eksikluk, Abgang, Deficit = dUX**i'l; 
esapiti= d^^ji ^J^^.^**.^^ rechnen; hasati ableugnen v. LäI> 
iman Glaube =^.^UjI; inat Streit - ^Uc^ jasak Verbot = 
^U*a; kadar fiÜiig=^oL3; kadi=^^Ld; karisik =UU;^l3 
kuluk = vJlUy5 Frohndienst; kurtalisati = sjuji^^b befreien 
mesceme = &i*X^?u Gerichtshof; muhur - y^ Siegel; pisma 
n i ti , bereuen v. ^mU-^. ; t e f t i s Untersnchungscommission=,JI;.AÄ£ 
teskera Zettel = sjJg' ; vajda Nutzen = 9 j^jli ; zapt Zucht = 
Js^; zeman Zeit = ^L«:, 



Blau: Bamisdi-TOrkische Sprachdenkmäler, 11 

3. Benennungen von Handelsgegenst&nden und Aasdrflcke aus 
i Geschäftsverkehr: aha=:Lc Tuch; almaz = ^Ut Dia- 
ift; afianr=r^^^^t Opinm; astars^U^*.! Futterstoff; asura, 
imra = -AAOi^ Binsenmatte: hadem=,»^L Mandeln: hakar 
^U Kupfer; basma=*^^l^ Cattun; boja=L^ Farbe; bil- 

:=j^ Kristallglas; bosca= i^:^^ Tabaksballen; öibret 

\ä^^ Schwefelfiaden; cilibar=r^Lj^ Bernstein; dilim = 

Teppich; ($iriz = ^jisiyA^ , ü^j^ Schusterleim; durak = 

S Pel2; ibri2im = j.»^j^l N&hseide; kadifa=iJLa3ä Sammt; 
laj=:^'JLd Zinn; karanfil=: J^fyS Gewürznelken; kna= 
Henna; kumas=jitU3 Atlas; merd2an = ^L:>^ Korallen; 
lTa=«*AX Früchte; pekmez==j^ Traubensyrup; samur = 
fe^ Zobel; sedef = \^.v«M* Perlmutter; sundjer = ^-Xj»-»« 
hwamm; 8al = v3'.J^ Shawl; seder =^^ Zucker; simsirrs: 
t^ Bnchsholz; Yarak=^.^ Flittergold; vildis = ^j;i^jJie^ 
ienbein; zejtin = ^y:Ä: Oel. — ambar=jLii! Magazin; car- 
ija=^^L^ Markt; bazdar=rj^o^U AichamtscontroUeur; dor- 

liar=j<jU jyS' mercato di cose non presenti gleichsam „blindes 

Kcbäft"; divona=^^vp Zollamt, Douane; djumruk = >i)^ 
tsselbe; hadet = oJLß Gebrauch; kalp==w^Iä falsch; kantar 

e. 

.lJaJ3 Centner ; k e s i m = &4.aa^ Bauschsumme ; k i r i j a = 1^ 

ethe; kiridzija= ->l^ Lohnfuhrmann; kusur=»«*a3 

st; muktadzija „der alles umsonst kaufen will" == -j^äää^ 
isterija = ^3y:^^ Kunde; ortak [ortaciti] = sJiJj»l Geschäfts- 
npagnon; sehsaua Lastthier = NiLi?w««oL^; sefte Handgeld = 
ÄiU^f, jbÄÄ^ (seftedzija die erste Kundschaft; sefteleisati 

J\Äft^); telal =jjj Mäkler; urnek=<>Vijy Muster; vucija 
:^^yh Fass. 

4. Namen von Handwerksgeräth und technische Ausdrücke der 

oidwerker: alat, halat^iro'il^ Werkzeug; baglama = JLjUb 
Hoss; balta = ^laJu Beil; baskija= JuL Latte; bickija 

Jl^w Kneif; belegija=yCJb Sclüeifsteiu; burgija=:^^^ 

hrer ; c a t m a = ?^ -ä. Flechtwerk ; c i b u k = vjj^5> Röhre ; 
r i j a = ^^y:>' Achsnagel ; cuvalduz^=: : A Jt^.^ Packnadel ; 



3 Blau: ßami$ch'Tarkiaeke Sprfuhdmüemälet, 

askija=r^yuM^ Brecheisen; djerdjef=sj^y Sticknün 
arbin = ^^^30 Femglas; diibrasss^Aj^ Trabern; erend 
Xi^ Hobel; halka, alka = xäi> Ring; jege=yCAf F 
ais und kaja8a = (JLiLd Riemen; kalfa=:jdLJ:> Hand« 
$selle; kalup=w^Jli Modell; kasika (mit Ableitongen: ! 
LT, kasicarka)=oi«^l3 Löffel; keser = ^5' Axt; körklan 
Jlby» Schur; 1 u c u m = ^.^.o^ Ccment (wohl Collodiom); mai 
= JtjJU Riegel; masc = x;::L« Feuerzange; nad2ak = ^ 
rt Keule (? S. unten Glossar, wo es durch bradva Zimm 
•klärt wird); oklagija=^iL55l Nudelwalker; rufet=c 

unft; sadzak = vgl. ^La^ Rost, Dreiftiss; 8atara=^ 
Iciscbhackc; savat = ^!^ Email; taibak = elp Grerber; t 

= ^'yL? Flaclisraufc; testere=syuM^ SÄge; tezgere^rs^ 

rage; turpija - y^^y^ Feile; ceki<5= ,^j>fla^ Hammer; 

al = JÜu^l> Tischlerleim; zanat=c>uiJU9 Handwerk; zai 
= JLäc'wJo Handwerker. Dahin gehören auch die zahlreiche 
3miuativa in d%ija= ,^ — welche den Stand bezeichnen 
^sondere sind, ohnstrcitig durch Vormittelnng der dalmatini 
?elcute eine Anzahl Schiiferausdrücko den Südslaven in der 
:hcn Form zugegangen, selbst solche ; die nicht ursprflnglicl 
isch sind; dumcn = ^^^50 Steuerruder; elden = ^^JüL» 1 
jcmija-:^^^^ Schiff; lcnger=-^ Anker; navlnm = , 

id j.y» Li Schifferlohn; katram = ^.^iya3 Theer; kaik = 

00t; pacaura = 8,^L^l^ Lappen (s. Zenker S. 158); urti 

J^^i Verdeck; denjak=dUj Waareuballen, und andere. 

p]ine andre Reihe von Ausdrücken, die ihrem Wesen 
diglich in der muhammedanischen Religion wurzeln, sowie an 
ereinzelte darf hier übergangen werden; die angezogenen Bei 
mügcn, um von der Bedeutung des türkischen Einflusses ai 
avisclien Spraclien im Süden Europas eine Vorstellung zu $ 
rie es aber immer schwer ist die Grenzen zwischen solchen ! 
örtern, die wirklich das Bürgerrecht erhalten, und solchen zi 
3n, die fortfahren als Fremdlinge betrachtet zu werden, so 
an auch in Betreff der in den südslavischen Lexicis verzeich 
irkischen Vocabeln nicht schlechthin annehmen, dass sie Ge 
it der Volkssprache geworden seien. Charakteristisch bleibt 
iSB ein grosser Theil derselben in die Wörterbücher hat 1 



Biauz Bomdseh-TOrkiseke SpraehdenknUUsr. 18 

werden mflsscn, weil er sich in den slaTischen Volks«^ 
i4ern Torfindet, deren Yerständniss ohne Interpretation solcher 
oft gar nicht möglich wäre. Wenn nnsre dentschen Volks- 
ans der Zeit der Befreinngskriege voll französischer Redens- 
iai wiren, so wtbtLe das dem Geiste unseres Volkes wenig zosar 
ÜL Jkar Slaye hat aber in dieser Beziehung einen anderen 6e- 
iMck nnd in den populären epischen Liedern, die von den Tdr- 
Ikrkgen singen, gehört es gleichsam zur landschaftlichen Staloge 
tl decorativem Schmuck, die türkischen Dinge mit tOiinschen 
jlBen zu nennen. Zeugniss davon geben z. B. die in der Ser^je- 
m Zeitung Bosanski Vestnik no. 20—26 v. J. 1866 pubUcirten 
fUkslieder der bosnischen Muhammedaner^. 

Was insbesondere Bosnien und die Herzegovina anlangt, so 
Aen auf die eigenthümlichen sprachlichen VerhiQtnisse dieser Pro- 
Ihien namentlich zwei Thatsachen einen entscheidenden Einfluss 
Ihabt: erstens der Uebertritt zahlreicher Bevölkerungselemente, 
M zwar der besseren Stände, zum Islam seit dem Beginn der 
pÜBchen Eroberung, und die massenhaften Aushebungen von Jani- 
ibaren in Bosnien^ welche dann in Constantinopel und anderen 
bellen des Reiches ihre Sprache ebensoweit verbreiteten, als sie 
& da heimkehrend zur Verpflanzung der türkischen Sprache in 
kvische Gebiete beitrugen. 

Bosnien zählt in den Grenzen des heutigen Viltgets auf 1,300000 
Bwohner beiläufig 500000 Muhammedaner, welche fast ohne Aus- 
hme slavischer Kace sind und als Muttersprache das Bosnische 
ien, vom Türkischen sich jedoch soviel angeeignet haben, um sich 
^ken nennen zu dürfen. Nur in der wenig zahlreichen türki- 
hen Beamtenwelt, unter einem Theile der muhammedanischen 
eistlichkeit und in den von ihr abhängigen Schulen wird über- 
legend türkisch gesprochen. — Die übrigen 800000 Seelen sind 
IT grösseren Hälfte, über ^^g, der orthodoxen, hier sogenannten 
irbischen Kirche zugethan, zur kleineren dem römisch-katholischen 
eligionsbekeuntniss. Die erstereu haben in ihrer Litteratur und 
efaolen das cyrillische Alphabet angenommen, die Katholiken das 
roatische, lateinische. Für beide ist durchgängig die slavische die 
ewöhnliche Umgangssprache, vom Türkischen verstehen sie, mehr 
Dch in den Städten als auf dem platten Lande, nothdürftig so viel, 
Is f&r den unvermeidlichen Verkehr mit den türkisch redenden 
fausten und Vorgesetzten nöthig ist und soviel sich im Marktver- 



14 Blau: Batniti^TQrkiteke SpradkdmJsmOkt 

kehr erlernen lässt, dL h. sehr wenig; wobei ich nnr die Bec 
tang nicht unterdrücken kann, dass es mir scheint^ als wei 
den letzten Jahren im Lande dos Tüiiciscbe mehr gesprod» 
noch vor sechs Jahren, wo ich zum ersten Male diese Gq 
besuchte. In den Schulen wird, gegenwärtig wenigstens, wed 
Bosnische ftlr Türken, noch das Türkische für die slavischen 
gelehrt. Die Sclmlbildung ist überhaupt eine auffiülend ( 
und die schriftliche einheimische Litteratur Bosniens auf ein 
mum beschränkt. 

Um so wcrthvoUcr sind für die Cnltur und Sprachges 
die Erzeugnisse bosnischer Kationallitteratur, welche ein Bi 
dem gegenseitigen Verluiltiiisse beider Sprachen in diesem 
zu geben vonnOgen. Um ein solches Bild vollständig zu i 
wäre eine zweiseitige Darstellung aller einschlägigen Momei 
eine doppelte Erfassung der Aufgabe von nötlien. Der sl 
Dialect 13osuions, so weit er von slavischen Schriftstellern gt 
ben und im Volke geredet wird, erheischte ebensowohl eine 
eile Bearbeitung durch einen slavischen Philologen, als die tu 
Linguistik die Aufgabe hat, bich der fasslichen Denkmäler d 
kisch-bosnischen Diulectes zu bemächtigen. Jene Seite dieser 
würde hauptsächlich in den in slavisclier Sprache gedichteten 
liedern ein reiches Material vortindcn ^). Ich muss dieses «^ 
überlassen. 

Mir als Orientalisten lag es näher, mir über die Lei 
der Bosniaken in türkischem Schriftthum Rechenschaft zu 
zumal über diesen Zweig unsrer Wissenschaft noch so \ 
nichts geschrieben ist^). 

Die gegenwärtige Sammlung umfasst daher ausschliess! 
in türkischer Schrift verfassten litterarischen P>zeugnisse 
Nation — , einen eigenthümlichen Litteraturzweig, dessen Ur 
auf mehr als drittehalb Jahrhunderte zurückgehen und dess< 
wüchse sich noch auf unsere Zeit fortpflanzen. 

1) Eine reichhaltige Sammlung derselben ist von dem 1 
Professor Theophil Petranovic veranstaltet worden un 
weise im Bosanski Vestnik 18GG pubiicirt. 

2) Einige oberflächliche Bemerkungen enthält Ililfci 
Bosnia, Hercegovina i staraja Sorbia. St. Petersburg 1859. — 
die dialectischen Eigenthümlichkeiten des bonischen Türkisch 
awei Briefe von C. Sax in Ztschr. d. DMG. XVI, 757 f. XVU 



Biau: BaswUeh'THirlcische Sprachdenkmäier. 15 

Es ist eine der eigenthflmlichsten Erscheinungen in der gesamm- 
f orientalischen Litterator, dass türkische Gelehrte das Bedürfhiss 
HUt und die Kühnheit gehabt haben, eine fremde, die slayi- 
I0 Sprache in das Gewand der arabischen Schrift zu kleiden, 
I sie sich dadurch zugänglicher zu machen; es ist mir nicht 
|M>u^t, dass irgend eine andre Sprache der Ri^ eine gleiche 
hnRichnung Seitens der stolzen Eroberer gefunden hätte, während 
w umgekehrte Fall gar nicht selten ist, wie z. 6. die Armenier 
ftngsweise türkisch mit armenischer Schrift schreiben und dru- 
|M, und für die anatolischen Griechen es sich sogar empfohlen 
Hk, die Bibel ins Türkische übersetzt mit griechischen Lettern zu 

Mcen'). 

' Ben Tomehmlichsten Theil dieser Litteratur bilden Wörter- 
Ikber und Phrasensammlungen, welche das für den Bedarf des 
liichen Gebrauchs nöthige Sprachgut beider im Lande gesproche- 
B Idiome umfassen und für des Ttürkischen Kundige oder das 
ridsche erlernen wollende Leser darstellen. Um dieses Material 
' einen grösseren Leserkreis, als für den es in den Handschriften 
rechnet ist, zugänglich, anschaulich und nutzbar zu machen und 
»enschaftlich yerwerthen und ausbeuten zu können, stellte sich 

onerlässlich die Nothwendigkeit heraus, diese bilinguen Texte 
ein gemeinsames Transcriptionsalpbabet zu umschreiben. So gut 

den ttlrkischen Verfassern möglich gewesen ist, mit dem türki- 
len Alphabet beide so ganz verschiedene Sprachen zu schreiben, 
sehr musste dem Herausgeber daran liegen, ein gleiches in euro- 
Lscher Schrift durchzuführen. Indem ich mich in diesem Betreff 
r die Umschreibung der türkischen Wörter den namhaften Syste- 
sn der Neuzeit anzuschliessen wünschte, durfte ich doch andrer- 
its die slavischen Wörter nicht iu ein Gewand zwängen, welches 
(Statt sie aus ihrer türkischen Verkleidung heraus kenntlich zu 
idieu; rielmehr dazu gedient hätte, sie neu zu maskiren ; sondern 
h musste sie in einer Gestalt wiedergeben, in welcher sie dem 



1) A^i^ Kirankag yiaxor -^/rt Arix iXa Axri i^BTiriB 
wy* IlaXcua xal via Sta&7jxr] etc. etc. laTa/aTtoXia T^bq- 
^v ranxccveöivie 1856. bei Churchill gedruckt, für die 
ritische Bibelgesellschaft. — Dem neugriechischen Alphabet sind 
urin zur Wiedergabe der Türkischen Laute noch folgende Zei- 

twil zugefügt : x = ci); 51==^, T=v>; ^^=2;i ^^=r;' ^ = u^> 
=6; «=ü; *=^. 



16 Blau: Boutus^'Türkucke SprachtknkmäUr. 

luit dem slavisckcn ßchrifttlium vertrauteii Auge bekannt wn 
Ilütto ich dazu da:» serbische, cyrillische Alphabet gewiUüt, su v( 
die gleiche Schwierigkeit wieder für den türkischeu llicil cut& 
den sein, zumal dasselbe ohne bedeutende Modiiicationen sich 
Keproduktion turanischer Laute nicht oben eignet. Ich legte 
halb für die Transcription beider Sprachen das croatische Alph 
wie es namentlich seit L. Gsg in den slavischen Provinzen Oe 
reichs geläutig ist , und besonders in der von Frühlich in u 
^Vörterbüohern durchgeführten Mudiiication zu Grunde, da dabi 
fast vollständig genügt, um auch das Türkische richtig zu umsc 
ben. Allerdings hätte ich gewünscht auch das slavische Alp] 
noch etwas moditiciren zu dürfen. Zum Beispiel Hesse sich 
ja ohnehin die kroatische Orthographie noch nicht zu einem 
gen Abschluss gelangt ist und noch kein System den ansscli 
liehen Sieg davon getragen hat — den sUdslavischen Gele 
vielleicht empfehlen, statt der zwei Vocale, die Fröhlich e v 
schreibt (-- Sulek drückt den ersteren, das dumpfe c vor : 
nicht aus; Tarcir sciireibt den zweiten immer ic — )y das y t 
führen, welches that sächlich beiden Lauten so nalic kommt, da: 
bosnisch - türkische Schreibweibe in arabischer Schiift gewüL 
dasselbe Zeichen, welches sie für den schweren türkischeu y- 
gebraucht, auch für bosnibchis e und e anwendet. Allein ich 1 
mich nicht berufen, hierin als Neuerer aufzutreten, und besehr 
mich also darauf, die bosnischen Wörter so, wie sie sich ii 
Fröhlichschen Werken leicht anftinden lassen, zu schreiben. 

Diesem Alphabete, welches die liuchstaben a, b, e, c, c, 
e, e, f, g, h, i, j, k, I, m, n, o, p, r, s, s, t, u, v, z, z enthält 
iür welches ich dem deutschen Leser nur bemerke, dass da 
ijumer wie deutsches tz, c wie tsch, li wie tj , e wie je (dialel 
olt wie i), e vor r wie kurzes dumpfes y, s wie seh, z wie 
Züsisches z, z wie französisches j gesprochen werden, lehnt 
mich für die Schreibung der türkischen Wörter der Art an, 
ich die consonantiM-hen Zeichen beibehielt und der Vocalreibi 
die deutschen Laute ö, ü und y hinzufügte. Bei vercinzelteu 
bischen Worten habe ich die Laute ^^ c j ja und Jo 
durch ch, \ dh, dz und tz maikirU Dagegen liess ich aus I 
den, die sich aus den unten stehenden Kegeln ergeben, das : 
fisch slavische c -= tj weg und liess das meist dafür gebrauci 
m türkischen Wörtern dui-chweg durch k repräsentiren. Als 




Blau: Bomäseh'TarkUcke Sprachdenkmäler. 17 

€kiiiidlage der Transcription schicke ich sonach folgende Ta- 
Toraus: 

Es entspricht: 

lem (arabischem): v, ^, ^, o, o, t"^, ^jj^ 

dachen Wörtern: b, c, dz, d, f, g, h (ch) 
krischen Wörtern: b, c c, dz, d, f, g, h. 

im (arabischem): ^5, ,^, «äi), v5, c ^J ^ (sagyrNun) 
nschen Wörtern: j, k, k', 1, m, n, ig (fi) 
kvischen Wörtern: j, k, d, l(lj), m, n, ly 

(arabischem): y, j, ^^^o, uä, oi?, ^, j, ^ 
tirkischen Wörtern: p, r, s, s, t, v, z, z. 
riaTischen Wörtern: p, r, s, s, t^ y, z, z. 

Zum Zweck der Richtigstellung des Vocalsystems bemerke 

ki dass bei dem mangelhaften Znstand des arabischen Alphabets 

tOrkischen Yocale nur durch folgende Bezeichnungen: a durch 

tj _::_, »_'_; e durch f « , ji_, »_^; i durch - und a; y desglei- 

) > 

durch -- und a; o, ö, u und ü durch _l_, ^i_^ ^\ und I^^ 

ttten markirt werden können; ich aber nach dem Gesetz der Yo- 
Uhannonie so ver^ren bin, dass ich in der Transcription die 
icbreibung a, y, o, u für die schweren, e, i, ö und ü für die leich- 
511 Yocale durchgeführt habe. Doch muss ich ausdrücklich hin- 
ifllgen, dass ich damit mehr dem Anspruch der Wissenschaft 
enügen zu sollen glaubte, als Kücksicht auf eine £igenthümlich- 
jeit des bosnischen Dialektes nahm^ die mir im mündlichen Yer- 
xhr mit türkisch redenden Bosniaken nicht entgehen konnte. Da 
Amlich das slavische Sprachorgan die Yokale ö, ü, y nicht kennt, 
10 sieht die bosnische Aussprache des Türkischen von der Nüan- 
ärmig der Yocale und dem Gesetze ihrer harmonischeu Folge, in 
D^eschultem Munde häufig ab und prononcirt z. B. uldi st öldü; 
oldi St. oldy; urti st. ürtü. Diese Eigenheit verdient immer- 
hm bemerkt zu werden, würde aber in ihrer Anwendung auf die 
Transcription zu einer Ungebundenheit und Yerwirrung geführt 
kben, die die Verdunkelung oft wichtiger Unterschiede befürchten 
Hess. Dazu trat die Erwägung, dass in den gebildeteren Kreisen 
fiese Widerspenstigkeit der slawischen Zunge gegen gewisse Laute 
4och mehr oder minder überwunden ist und die ttlrkischen Selbst- 
luter richtiger gehört werden. Nur um das Gesagte zu veranschau- 

AbhaadL d. DMG. V. 2. 2 



18 Blau : Bomusch-Türhitehe Spraekdmikmaier, 

liehen, werde icli antcn eines der mitgetheilten fiesprtfilie Md 
gürer Aussprache transcribiren; im übrigen fand ich dirin kc 
Aulass vuu der Regel abzuweichen. 

Die Moditicationeu nun, welche im einzelnen die nadi J4 
System transcribirteu türkischen und slavischen Wörter ftr 
Auge und Ohr erleiden; wenn man sie mit den entsprecbendi 
der hochtürkischen Schriftsprache recipirten oder mit den ii 
slavischen Wörterbüchern aufgenommenen Formen Tergleicht 
diese Modificationen und Abweichungen stellen die specic 
Eigenschaften des bosnisch-türkischen Dialekte! 
Ich masse mir bei einer unvollkommenen Kenntniss des sltvi 
Sprachstammes nicht an, auf dem Grebiete der slavischen Dia 
logic Erschöpfendes oder durchweg Treffendes geboten sa b 
was aber das Türkische anlangt, so haben sich mir gerade i 
sehung des lexicugrapbischon Matcriales so manche beachtensi 
Erscheinungen aufgedrängt, dass ich nicht anstehe» im Folj 
eine ganze Reihe von Gesetzen aufzustellen ^ nach denen die 
sehe Sprache in slavischcni Munde gemodelt worden ist. 

Diese Gesetze ergeben sich aus einem doppelten Materi; 
nicht bloss graphische Willkürlichkciten, sondern in der Lai 
und zum Thcil in der Grammatik des südslavischen Idioms b 
det: einerseits nämlich lassen sie sich aus den in die shii; 
Wörterbücher aufgenommenen Fremdwörtern türkischen ürsp 
abstraliireu; indem man daraus ersieht, wie in slavischer 
nach dem Gehör die türkischen Laute wiedergegeben wordei 
drerseits liefern die folgenden Texte ; die origiuoliter in türl 
Schrill abgefasst, von bosnischen Verfassern und für bosnische 
geschrieben wurden, das Material. Die Beispiele, welche ich 
sind für die erste Reihe aus den Wöiterbücheru von Fr 
Parcic und Sulek, sowie aus den bosnischen Volksliedern i 
sanski Vestnik entnommen, für den zweiten Factor aus den 
Scripten, nach denen ich die in diesem Buche publicirten 
bearbeitete; so dass für jede Erscheinung die couipeteutesteu 
ritäten und nicht bloss mein Gehör als Gewährsmänner sprec 

A. Lautveränderuugeu: 
1. Der Vokal a. Türkisches und slavischcs a bleiben in der 



unverändert: baglama; «^^t; aj^Ü = naranca. - 
merken ist: 



Bkm: Bomuseh-TOrkUeke SpracMdenkmOl^. 19 

saweilen geht tfirkisches a in slavischem Munde in o über: 
diTona von ^^; oroslanr=:^LLMy; und Slayisches a 

wird zuweilen in Bosnien zu o=Qy3^=g^rkljan. 

a wird zu y z. B. kcy^=karga; QUAAO^Lo = 8agsagan. 

BT Yocal e. Leichtes tdrkisches e und bosnisches e decken 

ich gegenseitig: egbe=5juX^; sygM^=me8tve. Doch wird 
■snahms weise: 

tfirkisches e zuweilen i, z. B. beridet =s£>v^^; <f)u«>yCM 
:=seirtmek. 

Besonders ist zu beachten, dass der slavische d-Vocal vor r 

bald durch tttrk. a bald durch ~^~, bald durch -a. wiedeige- 

geben wird: dörva durch ^^j^f t^rn durch ^•jjf^j s^rg 

durch ^/^) s^rp durch wa^/^ h^rdja durch d^s, hörpa 

durch 9k^j^ . dem entsprechend das vulgärtttrkische ^ st y z. B. 

in vörmek bald ^ß^9 bald ^j^ geschrieben wird. 

I Das slavische e (ie, je, i) wird in Bosnien meist wie Je, in 
der Herzegovina durchgängig wie i gesprochen. In unsem 
Manuscripten wird es demzufolge dargestellt: 

i) durch Lj-r-, oder »^-7- z. B. 0*^1^«^= deljat; Üiu^= 

pena. 

b) durch -j. — z. B. ^^XA4 = m§dno. 

c) durch ^. z. B. ^M03=kosiT. 

d) durch _-_ z. B. jk5'y»A»l= srfida; «>^ = s6d. 

e) durch -j— z. B.y.Aj =bfilo; ^^=dren; >:iA^ß 
=pr5tit; »JU^^3 = vre8ina. 

[) durch -^ z. B. ^^=sever, y3 = vßtar; \jÄi = \ito. 

Der Yocal y. Der schwere i-Laut fehlt dem slavischen Organ 
zwar nicht durchaus; das kroatische Alphabet hat aber kein 
Zechen dafOr. Die Mittel ihn auszudrücken und die dabei ein- 
tretenden Lautveranderungen sind folgende: 



I I 



I I 

* w 



20 Blau: B^tnisch'TOrkUd^ Sprtuhdenkmäitr. 

a) Türkisches y in slavischcm Munde wird nicht selten n 

wie die illyriscken WB. bakar st /t^, kadar st 

schreiben^ so finden sich in unsern bosnisch-türkischea C 
sarien: ^Y ( st aryk; sJL^ st janyk; sJUlä^U st j 

kylmak; ^^^^yo st. sa-sygyry, dieselbe Tendenz; 

sich in slavischen Wurtom in türkischer Schrift: z. B. jl 
= nljanik. 

b) Es wird durch c wiedergegeben: hater = ^L>; I 

c) Vor r gleicht es slav. h\ die illyr. WB. schreiben d 

cekdrk (=^-fiÄ. mit Transposition), h^rsuz {=\y^ 

lakördija, terpandzuk, kalddrma. 

d) Die slavische Schrift hilft sich durch i z. B. sas 
= sasky n. 

o) y geht in o über: sator=^L^; dzagor=^L:^« 

f) y wird u: asura = ,t^^ (Matte); takum=|^Lb; 

ebenso im bosnischen Türkisch: ^»JSLh = takym; ^y 

= alyrym; ^^]l=ylgyn; j^^ = g^. 

4. Der Vocal i. Der leichte i-Laut des Türkischen ist dem : 

sehen i entsprechend: also vl^, jX;i^t, ^JuiA;)! werden 

risch: citap, iscil, icindija; und slav. hitit, n 
wird bosnisch <^>;Ca>^ lt^j^ geschrieben. 

a) Zuweilen tritt dafür e ein: dcrik (Säule) ist aus türk. 

teskcra aus türk. s^äj entstanden; und so schreibe 
bosnischen Türken z. B. ^rtr^ neben ^f\ sJL^JI 

b) In türkischen Wörtern geht es auch in ü über: z. B. ^ 

(pflanzen) == (ä)U)u j, 

6. Der Vocal o. Beiden Idiomen gleich gemeinsam bleibt i 



Siau: BofidmA 7XtrM9(Aß ffnnuiUffi hnißm'. 91 

ior Regel miTtfindert: dolamassiui«^^; ekolooeps 
.^L^^3i. Ausnahmen : 

\ O Tarwanddt dch in türkischen Wörtern in a; i. B. ;^t 
urird nicht nnr in den slav. WBB. ahar, har, sondern auch 

r in türkischer Schrift geradesa ^^f geschrieben; ytj^ wird 
' in slawischem Monde 2arapa. 

) cd wird zn ej; z. B. (j^^t^ ans pojraz (Bogiag). 

) wechselt mit u. z. B; schreibt Fröhlich delepos nnddele- 
pns als Terschiedene Wörter, während beide das persisch- 
türkische (>^ JS (ö) sind. 

I) Vereinzelt ist: wJL^Li>=doknmak, als Variante einer 
Hdschr. (Usknfi X, 20).' 

t) o=ay: z. R bahorje=«j[^^, c)^H = o^^^* 
Der Vocal ö. Dieser nnr in tOrkitehen Wörtern vorhandene 
Lant, wird wie im Osmanisdien Qberiiaapti so besonders im bos- 
nischen Dialect oft mit tt yertanscht-, nnd man hört nnterschieds- 
los bald örta, bald ttrtfl, örnek nnd ürnek^). Das sla- 
vische Sprachorgan ersetzt ihn 

k) oft durch n; z. B. nrnek =:örnek, dnprijas^^^^^ 
köprü; dumur=.^4^, 

i) Seltener dnrch o; z. B. <5or, (Sorav = jy' kör (blind); 

dosa=2u«iji' (bartlos); do§e=iL&^ (Winkel), 
c) Dnrch einen weiteren Uebergang von ü in i erklftrt sich die 

dem bosnischen Dialect eigene Form eUi^^l irtilemek 

(flechten), die mit osman. t^j^\ örmek (flechten) zusam- 
mengehört 

Der Vocal a hält in der Regel seinen Laut fest: uckurluk 



1) Uskufi reimt daher söz auf javuz, Vorr. v. 41. 42, und 

li auf jüz, Cap. XIII, 15. 16. — j^^^f was Bianchi und Zen- 
!rögü sprechen, wird in Bosnien allgemein ugu (=Uhu) genannt 



22 S^o^ *• BotnvMA-JVMiMAa SpraekdmUemäkr. 

19 9 ti 9 « 

=UüjyL^I, knpasss^^^. In euem, wie « 
nicht vereinzelten Falle finde ich: 

a) a zu a geworden: bl^ also diada statt diadn Heie(6.Si 

« 9 

Aehnlich ist aach, dass statt knsundy ^^5JüUa3, st UU 

(dokumak) einmal (s. 5 d) dykamak geschrieben 
und ans s^jX^mö illyr. and spedell bosnisch tesgere 

den ist. 

b) Im Potoräahyd. reimt die Silbe nr öfters auf or ^). 
türkischem «^^ (kionrde Bianchi) ist öorda ( 
geworden. 

8. Der Yocal fl : im slavischen nicht vorhanden. Türkisches fl wiii' 

slavisirt 

a) in n; z. B. dusek = dttsek; djamrak=k'Qmrflk' (r.. 
neugr. xofifiigxMV = commercinm); and danach bosniiek 

9 O > ff 

geschrieben z. B. ^j|j^^=jttkrQk a. oft. 

b) in i; z. B. dürpü wird tarpija; k'öprtt wird dupriji; 
Bj^ = djabre ist identisch mit «^A>=diibra; k'erpflk' 
mit k'erpik a. a. Dorch Yermittelang eines a wird tack! 
joralmak (müde werden) im Bosnischen za ^kj^^, m. 

nnr jörilmek' gesprochen werden könnte. 

9. B=r ^ decken sich in den meisten Fällen. Aasnahmen sind: \ 
a) V im Anlaat geht bisweilen in v^ über ; ^ß , CT^j' ^'^ ^ 



O 9 



den ^j^\ illyr. borst an wird bosn. q^a^^; bacvaa 
1^1^; statt ^jb steht •>.^. 

b) V wird im Aaslaat häafig \^\ z. B. dzevap, ditap, die- 
lep; and sonach schreibt man bosnisch: lüLi^^L«^, kasap- 
hane and ».^vajcjLmö kasapnica. 

c)vwird3; b wird v; z. B. illyrisch cibaljak = bo8L 
^^U^^A.; pcrs. v:>w^^vl schreiben die illyr. WB. avdci. 

Vgl. nerdaban = merdiven im Vulgärtürkischen. 



1) Cap. IX, V. 4. 6. 18. 20. 



BUm: Bomum^TMdaehe Sprachdenkmäler. 23 

) v^ wird xa ^ Statt «^y schreibt man: «^^. Vgl. auch 

unter M, 21, b. 
) V ^^^ ^'' z- B- mejtefe =s^>:^ (Schule), mastrafa 

=:joy^ (Becher). 

c = 9* und ^ =c sehr häufig: cakal = JÜI^* , carak=r 

ÖJ^y >iL4=celo. 

) ^ und c werden mitunter=^i) d. i. c; z. B. ii)jiÄlAd = sag- 
dyc; und slav. lue geschrieben (f)jJ (Eieuspan); im Anlaut: 

\JdfS stat eUA^ (Erdbeere); c>^>^ statt v£> 



») ^ wird dz ; z. B. s^gA^ -— d z el ep; \z>a:^ bald so, bald 
ebenso «oJCü und «<^^ (Krebs) geschrieben. 

c) ^ wird s; z. B. jOLa. lautet iUyr. sator; ^^ = satra. 

d) ^ muss in Ermangelung von einem entsprechenden Laut und 

Zeichen im Türkischen auch slavisches c (tz) mit vertreten; 
dies ist der Fall sowohl im Anlaut: »5Lj-aj. = cr5va (Ge- 



därme); »j3^= c^rkva; als in der Mitte des Wortes; 
z. B. oLj^Lj lies jecat, oLÄ^=kucat, oLä.^^^1. 

s 

kop^rcat; und am Ende: ^^LiJ lies lonac, p,l: = zec 
(Hase). Ausnahmsweise wird jedoch: 

la) slav. c im Auslaut durch ^ (c) wiedergegeben z. B. <i)L»o 
ist nosac. 

bb) Slav. c vertritt auch türkisches ^j^ z. B. jacija=^^«öU: 

. ^ türkischer Wörter wird bei ihrer Umschreibung in das kro- 
atische Alphabet gewöhnlich durch dj oder dz wiedergegeben; 

siehe z. B. djep und dzep bei Fröhlich 36 und 47 = s^.o». 
(Tasche); das genauere ist dz, wie ich transcribire. Von den 
wenigen rein slavischen Wörtern, welche diese Laute dj und dz 
enthalten, ist mir in türkischer Schi-eibart keines vorgekom- 
men ^). Es ist iudess z. B. auch daraus, dass slav. j a p u n d j e 



1) Ausser ladja=x>.'^ Schiff, neben b"!i, worüber unten 
» c. ~ 



24 Blau: Bosmech'TOrkitche SpraMMcmäldr, 

and japandze bei Bianchi tkS^y^ijt geschrieben werden, » 
sichtlich, dass in diesem Falle . eintreten wOrde. Aasser 
scr Regel wird aber: 

a) Stammhaftes türkisches . bisweilen in bosnischem Monde 

c; z. B. tcferic St. '^Ü; ^X/ ccjlan st ^iU^ (Bi 
I, 1094 Gazelle, Hindin). 

b) Desgleichen wird ^ zn j: z. B. tanjir (Teller), worin k 

sy^Uj erkenne. 

c) Desgleichen steht für ^ slav. z; z. B. iigerica neben dii- \ 

gerica=yX>, wie innerhalb des Slavischen selbst i. B, 
dzbanjz=zbanj ist. 

d) Innerhalb des Türkischen tritt an seine Statt zuweilen .^, 

z. B. X>. und \.^uX>., letzteres für slav. dzigerici;] 



Ki^^jju^ und ^s^jyj^ (Bi. tSjy^). — Einmal auch o;] 
iiiiU^^UXj^ =<»i5UAyy (Bianchi: jncken). 

12. D=j. Die Gleichsctznng beider muss als Regel gelten; ab«! 
bei der sehr inconstanten Schreibweise des osmanischen Ol 
haupt in Betreff des d- und t- Lautes bei schweren und leic^j 
ten Vocalen sind Abweichungen, wo J statt J? and ui 
steht y ebenso wenig anifallcnd, als es innerhalb des SlaTischal 
für speciell bosnisch gelten darf, wenn z. B. svadba stitt; 
svatba (Hochzeit) geschncbcn wird. Es herrscht in diesir 
Beziehung in unsern Manuscripten eine grosse Willkür: z. Bu 

(^^|v> und •i^Udj ^i^ und u5lb, rtJü^j und s^Xn«^^, ^M ml 

tsUya, j^:> und ^^Xb, vjuyfi^j und vJUy^, c/^ ""* 
^y^^^ u. aa. kommen neben einander vor. Diese Ungleichheit 

influirt auch auf die Orthographie türkischer Wörter, wenn öl 
in slavische übergehen; also: 

a) Stammhaftes J wird t z. B. dertli traurig (in einem bosL 
Volkslicdc, und in dem WB. von Parcic) ist türkischa: 

^s^^J; serat Gränze ist sA^-^, savat Schmelz =*>!^; 

tefter = j;3j (Sup&iQa). Sogar: a«^s>c^ = *-ji J^ Ge- 
schenk (R. 28 a). 



25 

Heber das Avtl 4i=^.^ Bidie «nlfln iiiit«r «^. 
Ym e und e=g wird d absoibirt s. & tu^^ (eig. kadica) 
und »^l5y l^sskaea Fäss. 

P=vJ. In Bosnien wird dnrdiweg der Ijut f aedi da ge- 
Vüiri, wo andere illyriaehe Dialeete hv schreiben; in Reichem 
Falle tritt in tOxldseher Schrift wJ ein; s. B. hyaü, spr. fali, 
schreibt das Glossar Jli, nhyati=afati=r^liy. Wo illy- 
lisch f geschrieben wird, steht auch bosnisch vj, s. B. raf 
(Wandleiste FrOhL 860) =evjt^ (Usk. X, 8); ebenso geht tOr- 
Usches ui in der B^gel ins Blavische als f Ab«: teftis 

=JUs£, fenjer=^U5. 

i 

a) Nicht selten geht jedoch anlastendes tfkrk. i^ in t Aber; i. B. 
Tnrnna = Qj|^ (it ftimo); yajda =«iXAL3; yildis 

=j&^J^; kadiTa=siüUlaS^ k%Yez=:^jaäS\ und dem- 

snfolge wird illyr. kefa (FröhL) bosnisch v^U geednieben. 

>) Anslaotendes tark. vj geht in p Aber: uüS|^ in yaknp, 
sjLi^ in 6ejip. 

. g dient f&r g^ nnd mngekehrt. Z.B. bogaz=jU^y jorgan 

s^Uj^y cerga=2kfi^(Zigennerhtttte); nnd: »A£=rga(Say 

kXA^ = gnjida; y3|^=guvno. 

■) Im Anslant wird es in beiden Schriftarten bisweilen zn k, ^. 
So ist cirak = et^ und teljig (Jochring) wird in den 
Mscr. bald iiä , bald Uiü geschrieben ; tosak scheint gleich 
dozag zu sein. 

b) ^wechselt mit •^; z. B. »^ykc gagrica==:N^^j iagrica, 
ijjij^ statt vrag. 

;) Dem Lante nach ist pers. ^ nicht davon verschieden: ^^ 

wird lenger geschrieben. 
[) Vor c wird e zu fj;,: Beisp. basca = A:^l}, bosca 



) gj in slay. Wörtern wird aber durch tf) oder ^ aosgedrtlckt, 
z. B. gjnrgjevdanek: vjütv>^^y und ^^^yijyJi (Uskofi 
II, 15). Siehe auch unten 19, c, aa. 

c . Wie das Ain schon überhaupt im Tflrldschen seinen Gut- 
torallant so völlig verliert, dass es nicht gehört wird, so ist es 



26 Blau: Btf9nUeh'TMsim:hd Spradkdmikmaier. 

auch im bosnisch-tflrkischen Dialect mrgends als Consonant bt^j 
bar und durfte deshalb in der Transcription arabischer Worts;] 

wie f±^\ JUfi , (3'^ u- <UL ganz übergangen werden, wie cij 
ja auch beim Uebergang solcher Wörter in die slavischen Ic 
nnausgedrttckt bleibt , z. B. d a b a = ml^ , e a n a t = S^U« J 
Aus dieser Natur des Buchtaben ergeben sich folgende 
nungen : 

a) mit c auslautende Wörter werden wie vocalisch anslanteadij 

behandelt: wie man z. B. vulgo dzami-si st dzaniii voi-^ 
«^l:> sogt, so wird tevabija ans H^yi» diamija 
ff^L^ (s. unten Grammat. Veränderungen B, 1, a.). Zaweilea 

tritt ein slav. j dafUr ein: majdan s^j^a^^ jakrey 

b) Unorganisch wird es fär I geschrieben, z. B. ^^ (Biene) A 

^^5 lOxfi (Spiegel) st. kx^\ und in slavischen WW. l1 
JXla neben ^^'i d. i. angjel (Engel); desgleichen stboi- 
uischem h: Ujc = h^rdja; ^Ls'^ = hferdjav. 

c) Insbesondere dient es zur Bezeichnung des HiatnS; welcher ii 

sla\i8chcn Wörtern durch Ausfall eines 1 zwischen zwei Vo- 
calen entsteht, eine Erscheinung, die an die altsemitisde 
Natur des 's erinnert, wo es z. ß. im Phönikischen nidl 
selten aus al entstanden ist. So wird z. B. in unsem Msc. 



* 
orao (=oralo) geschrieben y^^^ \ kotao (eigentl kotalo) 

^Lj^ ; p d b e (== podbelo) ^auu j^^ u. aa. 

16. li-Laute. Es gibt im Bosnischen nur einen Hauchlaut, einai 
deutschen, anlautenden h entsprechend. Die drei ttirldschea 
Hauche v , ^ und ^ werden daher in türkischen Wörtera 

nicht nur alle gleich gesprochen, sondern auch in der Schrill 

häufig mit einander verwechselt: z. B. J.|j> st. ^^^ s^ sL 

yyz> , vJL«iL> St. vJUi^w^ , y^9 St. y L^ ; s-jL*^^ st. 



1 



I 



Ebenso werden beim Uebergang ins Slavischc alle drei h nur 
durch ein Zeichen markirt, z. B. havan=^l^, hajvan 
= \:}yt^ j h a i r = jfj>^ Bemerkenswerth sind ausserdem fol- 
gende Erscheinungen, 
a) Vocalisch anlautenden Wörtern wird im Bosnischen oft ein h 



Bkm: Bomiüek'TMoitekß SpraekdekkmOitt. 27 

yQigeacUigeii. So ißrt man i. & wie amdi in Parfiö ge- 
Bdiriebea wird: hat st cit Pferd; hangir st Ait Hengst; 

nnd so schreibt Msc & i. R ^JujJuSX^ ^^L^ Yon 
aslamak (pfropfen, oeolirea); i^g\(j«>^s:ado?iia. 

Ebenso oft werfen toridsche mit einem HaacUante b^^nnende 
Wflrter diesen im Slayisehen ab: aram=s^fy>>y endek 
ss^JU^y elju^, oroi r=r^jj^^^ r^iehttässig wird loL»- 

in Znsammensetaningen zn — ana, z. B. d2ebana, apsana, 
kafana, mezilanasAjU-v^u»., lüL^u«".^. ^^^^^ 
9jl3* JjJU. Anch im Inlante, hanptsachlich yor Idcfatoi Cton- 
sonanten wird h ansgestossen t peliyan =s^t^lf^, kava 
=38^, 6elibar eatjL}^, mamaza=sj^44^y melam 

= jaN^vJU, hemSerija=(3^^. Und ebenso im Aos- 
tantt z. B. saba=zg^e^, te8ga=sL5jSi. 

) TQridsches h wird slay. J ; z. B. 8ilaJ = ^X«., coja=&3»^^, 

aidaJa=Lpjjf, spajijasr^^^^Umr; nnd omgekdurt: U^^ 

=jejna (Eole), neben Uua. 
l) h yeriiartet sich in k; z. B. mekterbaia ^L^^Xfi. 
)) ^ Yor 6 wird (wie e vor Q zn i: z. R me86eme=ftjCi^; 

nnd ahnlich beim Slavischen in türkischer Schrift: olXä^ 

d. i. dörSdat=derhtjat (zittern), 
f) Bosnisches h erscheint im Türkischen als e^ s. B. bnzdohan 

. j=^^ consonantischem je-, z. B. jidek=«f)w>my njdarati 

= jk^yXi^\'y und umgekehrt: Lua==jejna, dj^sjezik. 
Jedoch Ausnahmen: 

a) Organisches j Mt im Anlaut aus : slaTische WBB. sdireiben : 

iilar st yif^ ü&k. sular) Halfter; elden st ^j^y lepeza 

> 
st «;Lla; nnd die bosnisch-türkischen Glossarien: ^j^\ = 

^j>! (schwimmen); 
desgleichen zwischen zwei Vocalen: bujuruntija =(3i>J^^ 
wird gewöhnlich buruntija geschrieben und gesprochen ; in 
einem Yolksliede lese ich beaz f. (j^Lo. Aehnlich schreiben 

die Gloss. «jlj ftLr «}aj' (Tante). 

b) Androrseits tritt vor Tocalisch anlautende türkische Wörter 



28 ^^u: BoMiaeh'TarkUehe Spraekdenkmäler. 

im Slavischen ein j; ss. B. jaspre=«^A«0f (c^^^H^X jciai 
=^L3i; und ebenso innerhalb des Tflrkischen selbst , t 

julaf sJ^^ = o^y: (Hafer eig. wäÜ). 

c) j nach r wird im TOrkischcn transponirt, z. B. statt sltTnAJ 

kurjak (Weit) schreibt man ^^^x^ kujrak (wie Ta]||w| 
türkisch auch sonst z. B. ^h^ st. ceharjek, ejreti 
^^Lc Zeuk. 81,; dem entsprechend wird tOrkischesjr 
slavischen Munde in rj ti-ansponirt ; kurjuk = s.. 
(Schweif); barjak j=:^\Ai^ bar j am =^1^1^, 

d) Vereinzelt steht der Ucbergang von türk. j in slav. 1 di ii:| 
kulundzija-^ lT^J^ (Goldschmid). 

e) Dasjenige slavische j dagegen, welches nach den Liqnidisl,i 

und r nur dazu dient, diese zu nasaliren oder moaillini,! 
wird im Türkischen in der Kegel nicht mitgeschrieben, ob- 
gleich es in der Umgangssprache hörbar ist: k^rmelj =J^^ 

ljut=oy, ranjen = ^l^, jagnjc = AÄAj, panj=^.j;j, 

m 

f^urje = l^^j bahorje=-!j^^^.. Jedoch: 

aa) Statt nj tritt neben ^j zuweilen \^ ein, z. B. \j^^ nebei 
^.,j^i^=konj (Pferdj, Lsyj neben \i^= tun ja (Quitte), j 

bb; St)bald das j zum Vocal v gehört, wird es (nach 2, cci ^ 
geschrieben: z. B. grch spr. grjeh (Sünde) = lyji . 

f) Ueber \=--^ siehe unter l No. in, e. 

IH. K -^^, ein wegen seiner Scliwere fast inalterabler I^ut. Jedoch: 

a) wo es auch anderweit im Vulgiirtürkischen zu ^ ^ird, kann 
es, wie dieses, im Shivisclicn ausfallen; z. B. a^yu wird 
vulgär machrama gesprochen und erscheint daher im ill)T. 
AVIJ. in der Form marama. 

b) es wird in c erwtjicht z. H. ^Ay4^\ st. aksyrmak (lücscn); 
gLÄ^y^^^Löi-^« (lleerd). 

19. K', c=vi). Den leichten K-Laut, welchen die Osmanen meist 
kj si)rechen, und danach z. B. auch die Albanesen (in Uahn's 
Alphabet) durch kj ausdrücken, kennt die südslavische Zunge 
nicht. Sic hat dagegen einen nicht allzuweit davon verschiede- 
nen Consonanten, ein mouillirtes tj, für den das kroatische 
Alphiibet c schreibt. Um die nahe lautliche Verwandtscbaft 
beider Laute zu verstehen, darf daran erinnert werden, dass 



Biau: Botnisch-Türkisehe SpraOidenknMet. 29 

schon das arabische td bei den syrischen Beduinen und ander- 
wärts gequetscht gesprochen wird. Indessen hat das im türki- 
schen Alphabet gebrauchte ^ auch noch andere Funktionen und 
deshalb lässt es sich überall mit jenem croatischen i ausdrü- 
cken. Ich habe vielmehr Irrungen vorbeugen zu müssen geglaubt, 
wenn ich hier von der Regel, ein gemeinsames Transscriptions- 
alphabet für beide Idiome festzuhalten, abgewichen bin und das 
€ nur in slavischen Wörtern schreibe, für das Türkische aber 
das ^ stets k' bezeichne. In ähnlicher Weise aber, wie in den 
romanischen Sprachen für die Aussprache des c verschiedene 
Regeln von Nöthen sind^ so ist auch hier die Unterscheidung 
der einzelnen Nuancen der Aussprache des geschriebenen d und 
der daraus entwickelten Laute nothwendig: 

.) Türkisches d) wird wie k gesprochen 1. durchgängig am 
Schlüsse von Wörtern und Silben (6urakjedek, djum- 
rnk), und fällt dann mit ^ lautlich so vollständig zusam- 
men, dass die bosnische Rechtschreibung im Gegensatz gegen 
alle sonstige Gesetze der osmanischen Sprache den K-Laut 
selbst bei leichten Yocalen durch • statt ^ bezeichnet; also 



o o« 



z. B. schreibt: oU'dt ek mek (Brod)^ uÄJ^i==evlek (Beet), 
^I = ek'ser, ^y-öl und ^^^1, ^^^\^ ^j^S (sauer); 
{iJL& = bekle (warte); vJu^ = bebek', vJUju=binek', 
^y=k'ök'; vJÜL:^=cilek'; vjaÄi'= k'ek'lik' (Reb- 
huhn), 00^= tek'erlek' (Rad); ^y:5'=k'ötük'; vJuK 
neben ^^<^ (Schmeiterliug) und vieles andere. Nur: 

aa) In solchen geschlossenen Silben, denen eine Liquida folgt, 
wo v£) im Osmanischen g und j gesprochen wird, lautet es 
im Bosnischen regelmässig wie g und kann daher in der 
Schrift mit c vertauscht werden; z. B. ^^-fo=digren 

= ^v>^ ^y^=jügrük==^5^^, iiUJi'|=ejlemek', 

bosn. eglemek; ^^i=ejri neben ^^^jJjäI egrildi. 

2. In einzelnen Wörtern selbst im Anlaut So finde ich 
z. B. statt osmanischem ^ji {r^^) bosnisch gewöhnlicher 
kaur als djaur gesprochen (Parcic hat beide Formen); 

und türk. y*>S (von <:»U.^f) wird zunächst slavisch keser 
gesprochen; und aus dem Slavischen wieder ins Türkische 



30 Blau: Bomä&ek' TMci Bek a SpraeMmkmäkr. 

zarQck mit der Orthographie ^^ geDomnmiy gtnde 

bei Uskufi auch ^^li st jiX schreibt. So spricht und 

man auch karvan und kiljer, was tflik. ^^i* oA 
geschrieben zu werden pfl^ 

b) i) wird wie c (tj) gesprochen: im Anlant von WMm 
Silben und dcmgem&ss im Slavischen geschrieben: i. B. 
=Ji, cibrct=:oa^i dose = iu»^, seöers 

sicar = ^L£;;^; becar=^Llu, ^tfi> wird dndan, 

wird icindija; ik^X^ wird mesdeme. — Dem 
cbcnd wird das slav. c im Anlaut aber auch im Anslnt 
türkischer Schritt durchgehends mit ^ wiedergegeben; lI 

cuk (Uhu): ^y'; cuti (höre) ^Jj^, hodu y^^\ ■» 

ccha l^U; ureci d^^^t; slavid A^^üßO] ped ^l^ 

aa) Nach einer ungenauen Aussprache des 6 wie c ersduii 
iu der Schrift zuweilen ein ^ st. ^\ z. B. sJi^u sti 

u^yC« (Weberschiff), u5Li^ statt ioSLa/ (ausstrecken 

e^;AÄ. st ^jfS=^/. 

bb) <i) wird in bosnisch - türkischen Glossarien sogar in d 
Falle geschrieben, wo tj in ti übergegangen ist oder da 
zum Vocal geworden, z. B. illyrisch stSd£t schreibt n 

ooL.^^; stir j*iJi»\i ustinnt o^jXä^I, ustip 

^l^^^t; sogar: i£)Li:r^3=versiti. Daraus erklärt si 

dass bosnisches c einmal sogar durch o wiedergegel 
wird: LjyUwü ist das illyrische tS^koda (R. 28a). 

c) ^6 entspricht slavischem ^Ji z. B. ledja luxJ (neben sJ 

Rücken; gradja \S\f.\ cadja bU^, s^l^i medjny 
prodjohse «u^py^^; selbst = d£ z.B. ditelina julJa 
(Klco;. Ebenso wird türk. ^ im Anlaut statt durch d an 
durch dj ausgedrückt: djaur=^.ly; d j u 1 = J^S' (Ros< 

lcdjen = ^5ü (Becken), jcndja =- dJ^^ suudjer=^ 
(Schwamm); nzendjija=Jot^i. 



Bkm: BamAek-Tarkim^ SprwMmiimil^ 31 

Sicht Yerschiedeii dayon ist die Sdureibaiig gi, i. B. gjanr 
V St. djanr, gjiibre = «^^ neben djubre; and so: 
^ vJül>^^ =gjnrgjevd&nek (14, e). 
lA») Yon hier aus liegt derUebergang eines stammhaften «^ in 

==d2 nahe; z. B. \Ji^ys^ (Wiederkftaen) =r|iU^^ 

- (pcrs. vöA^y). i 

fBfiheaieT wird tflftisches d) anch ausser dem nnttt a, 1, aa 
l^^bemerkten Falle wie g gesprochen. So hOrt man x. B. in 
r'Bofinien: ged2e=&.^u^ (Nacht) geni8=j&^ (breit) 

I imd im Inlaute degiifflek==<)u.ä^o^ igirmi=_^^; 

I 

selbst im Auslaut beg=u5u; dies Fille, in denen in andern 
'"' Theilen der Tttikei J gesprochen wird. So achreiben auch 
alayische Wörterbücher z. B. degenek =3s^AAfO (Bianchi 
delnek); djnTegija3=rj.i^^ (Tulgo gflyeji), begeni- 
«ati Ton «UaIC^» beglukssdUiC^ (vulgo bejlik); bubreg 
=^/0^ (Niere). In der tOrkischen Sdirift ist es in diesem 
Falle erlaubt t statt ^ eintreten zu lassen; i. B. a&^ 
Htttte, Yulgo f^j:^ (nicht permsch» wie gewöhnlich angilben 

wird) ; ^^^=j^\ (sauer), UU neben Uif = ^JJS (Braut) ; 

oder pers. \ä^ z. B. ^ß =- xäjS (Eoth). 
aa) Den Laut g hat t*) auch zuweilen, jedoch nicht in der 
Wandelung von Yerbalstammen, da, wo ein auslautendes, k 
gesprochenes e) in den Inlaut tritt z. B. k'ök'slay. djok mit 
at (Pferd) zusammen geschrieben: djogat (Grauschimmel). 
So geht in tOrkischer Schrift z. B. ^e^Ayi Niere von einer 
Form ^^^ st, vfJ^^ ans. 

bb) In persischen Wörtern , wo ^ ursprnnglich ^ ist, behält 
andi das Bosnische den g- Laut bei s. B. tesga=»li'j3; 

iegert=«>^X;;b. Ich schreibe daher z. B. figer st. ^; 

girih st 9jjS. 

e) Zuweilen wird d auch in Bosnien wie j gesprochen und in 
der Schrift mit ^ vertauscht. Z. B. ^^ ist ^^yy^^^ spr. 
dfljün (Hochzeit); neben ^1 (Sattel) findet sich die Ortho- 

giaphie it. Uljrisches jecerma (Weste) scheint hiernach 
ans ^^jjjgsS' nUeberwurf^, entstanden zu sein. 



32 Blau: Bo9niaeh'TMd8diß SpraekdnJemlUet. 

f) Der vulgärtarkische Uebefigang eines ts) in ▼ ist anch im 

nischcn zu bemerken. So z. B. wird orsprflnglich 

hSj,'^ (Motte) zuerst zu »c^ und weiter zn «y spr. tt%{ 
^^^^ (Taube) wird auch QÄ^-^y', ^/y^ ( 
11, G«7) Salpeter äJ^J^ ; \d^y\ Turteltaube U^y 

g) Scliwankeud ist die Aussprac^hc in einzelnen Fremdi 

So wird z. B. griechisches Baathxov (Basilicnm 
türkisch ^yUUi geschrieben, welches ins Slavische in 
Formen vesligcn, mcslidjan und misloein fli 
gen ist; daneben aber auch direkt entlehnt bosiljiltj 
bosiok. — Frenk (n. pr. des Abendlandes) wird 
eUJ; bald ^^ geschrieben, und Frendz oder FreaU 
gesprochen. ~ Vgl. 14, e. — . ^ 

20. L und ^ = \ Die türkische Schrift hat nur ein Zeichen ftr 
diese Liquida, obwohl bei schweren Yocalen der Laut in Shi- 
licher Weise nüaucirt winl, wie der des slavischen \}, Zmrä- 
Icn, jedoch in sehr iuconstanter Anwendung, wird daher du 
türkische schwci-e L im illyrischen )j geschrieben: abraslji? 
ist ^^t buutiieckig; tablja = 2iJbLl3. Eben sooft wird jedoch 
auch das leichte J durch Ij wiedergegeben fitilj^^Jk^; bu- 

Ijuk = vd>J^; temclj;=J^3. In türkischer Schrift wird dai 
slavische Ij überall nur durch' J vertreten. Bemerkeuswertb iit: 

a) Stammhaftes 1 wird im Bosnischen oft mit n vertaascht: z. B, 

dundjer st. XJj (Zimmermann); buruntija=^jj.^j 

bclnuk st u5sJUb (Hüftbinde), und im slav. oLu«y=omi- 
Ijati (ochselzucken). 

b) Desgleichen geht es in r über ; z. B. nyyy statt aJ^J (Jochband); 

v3ly (firale in Serajevo) =filar, filara (Parcid 107: 

scarpa di donua). 

c) Es ftlllt leicht aus; z. B. im Slav. zwischen zwei Yocalen :^ÜI 

und yi3=^kao aus kalo; (^JL^ und v3Ji^ = pedo aus älte- 
rem pedeljo; und su im Türkischen: z. ß. *^^y^, ^ 
bögrüldie (Bohne), qJ;^ statt bögürtlen; im A»- 
laut z. B. ^^^^ fici st y^ (Meerrettig). 



Bkmi BamMk-TOrliMche SpratMenkmäkr. 33 

D L=Y. Divcik=düäk (Zange an der Wage) Pareiö 77. vgl. 
UbI^ = d i y Ij ak i na. 

KM = f. In der Regel correspondiren beide genan. Abwei- 

^«hmgai: 

|i)- TOrlüsches m wird im slaviscben Monde hftofig zu n; Bei- 

I • spiele: am and 2 ik = vJl^uUU>- (Badestabe); taman=:^Uj, 

[percin, ^^^Aj^^=percem ^ß (Zopf); sy^-o and c>Jo 
(Cku'be); and im Slav. ik^Li^=-gdrmaca. 

^} m wird za mb and <^ z. B. 8alamara=.^xiX>tf; omge- 
kehrt ttUrkisches ^^l^ spr. pambak zn slavischem pamak; 
f illyr. 1 am bar da (Bombarde) schreibt Uskafi ^M^» 

E N =^. Aach slav. nj wird oft durch blosses ^ aasgedrückt 
^ (s. oben 17, e). Eigenthümliche Erscheinungen sind: 

a) n wechselt mit andern Liquidis: z. B. lever= ju^ (Frei- 
^ williger); ^"i^:^ statt ^Ü^J; innerhalb des Slaviscben: cOl^L^ 

* rt. sapnnti (Kspeln); smgran Dlyrisch, bosnisch ^J^ 
^ d. i smjfrom (demtlthig). 

b) FftUt zuweilen aas. Illyr. WB. schreiben mezil, mezilana 
^ =^jAA^ eüli-^, ansre Msc. \^yi und \A^yi (Gewehr); 

aas namaz :Ui (türk. Gebet) machen die Slaven amaz 
(Parc. S. 4). 
e) n wird gern nasal gesprochen und demnach durch slav. i^ 

wiedergegeben: canjak = ^U:^, denjak = äUj, fenjer 
=jUs, in der türkischen Schrift tritt dann ^ ein z. B. 

^lil (Schlüssel) =^U£>ül, ^ und /^, i^>jl = ^l 

(Eiter); sogar ^äU z. B. (j&sXXiO für (jÄr^iJ. 

d) Anlautendes n nimmt gern einen Hülfsvocal vor sich: s. B. 

.lii, statt ^ü (Granate); auch ^Ui. 

e) n vor g eingeschaltet: angir = j^ij^ (Hengst); bangav 

rehkrank v, baga UIj. Desgl. vor 1: ?di^=jola (sende); 

^^yi!=3»ileri (vorwärts). 

M. Nj = fi = i^, z. B. U^=banja, ^3ii^«y = brabonjak. 
Es wurde schon bemerkt (17, e), dass für slav. ly ebenso oft 

AhhModl. d. DMG, r. 2. 3 



34 



Blau: BowUtk' T M dtekB apradkäenkmäier. 



blosses ^ steht. Doch habe ich das tflrkische Sagyr-nn 
besonders zu erläutern. 

a) TUrk. ^ wird im Slavischcn durch ng wiedergegeben: eig< 

= ^\ (Ilakcn), und auch in türk. Schrift in u5Li 

Statt äMj^ zum Beispiel (was nicht tchenknk: wie 
I, <>42, 3 sagt, sondern cöfiek zu sprechen) sc! 
unsrc Msc. >Jüü^.a^^ oüCiy (stumpO* Es kann in Fe 

dieser Aussprache sogar 3" ein g vertreten: ^JüL^t 
aglady (weinte). 

b) Tflrk. kSi tritt im bosnischen Dialcct öfters ein, wo sonit 
osmanischc Sprache nur ^.^ hat. Z. ü. ^^J4yS Busen (Bii 

Nachtrag II, i:Uü : ^^^y und ^-yyf^) ; «>!^ (Verwandt 

= ^yDy wofür eine Nebenform ^^ nach Analogien (^ 
Bochtlingk Jak. II, S. 200) zu supponireu ist. 

c) Abschwächung des S in n ist häufig: ^ (Muttennaal) 

slavibirt bcn, statt (^ (Ellbogen) wird ^^ geschrieben 

davon ^<^J^^ --^ <^'^. ( besiegen ) gebildet ; ebenso 
bclinmck st. belifimek. 

24. P = w». Jedoch wie innerhalb des Türkischen (bunar 
«U^^), und Slnvisclicn (breskva^-praskva) auch sonst 
Erweichung des p in b nicht selten ist, so gilt auch ftr 
Bosnische die Gleichstellung von ^ und p nur bedii 
weise; denn: 

a) In den Msc. ist oft ^^ geschrieben, wo man «^ erwartet; i. 
jyi^y^ st. podpor (Stütze); ^y( st. tupo (stumpf); 
st. ik^j (Gerste); dass das p auch weich gesprochen winl|] 
so dass hier nicht bloss oilhographische Willktlr vorlM 
beweist /. B. illyr. busija^=j^^^ (Hinterhalt); vgl. Jlpyt 
bcrdila = ital. predella. 

b) In ein paar Fällen tritt im bosnischen Dialect k ein, wa^] 
andre Dialecte ]) haben. Z. B. die Linde heisst im Südslavi- 
sehen sonst lipo vi na; in Bosnien nach unserem Glosnra.. 
«jLj^äJ likovina. — Das vielleicht neugriechisdiem irrciip«^ 
(fTVQa verwandte Wort für weibliche Unfruchtbarkeit, wd- 
chcs albanesisch sterpc i'IIahn WB. 126) lautet, schrdbt 
Msc. G 10b UjA^t spr. sccrka = stjirka, vergleichbar 
illyr. stirkinja (Fröhl. 4:39). 



Biau: BanämA-TOrkitche Spraehdenkmäier. 35 

fe.Ä=^. Z. B. rak = ^f^; ^^ wird illyr. rakam. Besonder- 
;7^ keiten sind ausser der schon erwähnten (17, e) Neigung zur 
'Transposition dieses Buchstaben: 
Dass er bisweilen ausfiUlt, wo er stehen sollte; z. B. s_«i^ qv 
(Rad)=tekerlek; und zuweilen eingeschoben wird, wo er 
etymologisch nicht stehen sollte; z. B statt eldiven (Hand- 
schuh) ^;wXi(; im Slavischen wird so ans türkischem jäU 

(braunroth) jag^rz ,, Fuchsschimmer'; aJ«^^ aus volja, 
oputra=oputa. 

1) Dass er in andre Liquide übergeht : z. B. (^ilibar entstanden 
•M ^l?^, sinigle aus ß^ (Ader) ; Jl^i =-. filare ; äV*Ä^y 
neben «U^y^. 

Vor anlautendes r tritt (wie vor n) gern ein prosthetischer 
Vocal z. B. sAi^ (alban. QccvSe) illyr. er ende. Ich glaube 
aber, dass dies mehr eine echttürkische Eigenheit ist, da sie 
sich auch in Anatolien findet, während gerade das slavische 
Idiom einem anlautenden r nicht ieind ist 

IL S=-^jii*y {ja. Das schwere und leichte türkische s, welches 
obwohl nicht consequent in der arabischen Schrift unterschieden 

- wird, indem in der Regel bei schwerer Vocalreihe ;jo, bei leich- 
ter ^jß^ geschrieben wird^ ist in der Aussprache und im slavi- 

1^.: sehen Organ zumal nicht zu trennen. Ich habe daher (ausser 
wo es darauf ankam in arabischen Wörtern das (j^ durch g zu 
markiren) einfach beide durch s umschrieben, wie es die Slaven 
thun, indem sie soj=r^jjO; selam=j.XM u. aa. schreiben. 

■* Bemerkeuswerth sind jedoch folgende Eigenheiten: 

a) Das schwere s, türkisch {jo, zeigt im Bosnischen die Tendenz 
m nach ^==c hinzuneigen. Aus ^.o Stange wird illyr. s^rg 

u ^/^9 ^^^ dieses wieder wird in der bosnisch-türkischen Reihe 

durch h^ glossirt; ebenso schreibt man st iJ<^ (Schüssel) 
r' bosnisch (Uskufi VIII) »J^l:>. 

r b) 8 vor t verdickt sich in slavischer Zunge zuweilen in s (ge- 
rade wie die Croaten nach deutscher Mundart stap für 
Stab schreiben), z. B. fustan = ^^LÄ--»*5, bosnisch bresto- 
vina heisst in andern Dialecten brestovina (Fröhl. 16). 

i. e) 8 erweicht sich zuweilen in ; = z; zanat =v;>«.£U^, seiz 
^jmJiM,, oraz=^j^jj,^ und ^h 53j = svezanj, 



3 



36 Biam: 

= fc >t,i,:; , und K9j,^^L =bilkTkA, c>«^=sest, 
= soga. 
a> Abgeschwä<:Lt in z encheint es in iiTit=^^j^, 
h) Oefters noch in z: ^— ^ = gj*^: tciko=teiko; 
zim (Parrii- 142)^:^ ^^J, 
2H. T -= ^ and ^. Kin laotlicher rnterschied zwischen d 
den T-I^uten iit;s arabischen Alphabets ist. wie im T&i 
Q^ierhaupt. so aoch im bosnischen Dialect nicht wahnu 
orthographisch wird jedoch ^ mit Vorliebe zu schwerei 
ien irezoi;en. Z. B. :j9=jj^' (Keileinsfttz im Hemi 

tyryz. Der hantige Wech^sd mit d wnrde schon oben 1 
Hierher gehört aber noch folgendes: 

a) Ktymologisch richtiges t erweicht sich in d: z. B. lu 

entstellt in l^j^ kudba filiünuigel; ; statt zaisti 
schrieben: ^Jcijf:. 

b) vor r, (• und c wird das t in der Aasaprache absor 
daher auch in der Schrift ausgelassen; z. B. ace 
^Füllen.;; izmerur:^^U^>ujL^ (Diener^; pnce st. 
(Knopf;, n^^ uud «ÄJ%^. 

r) Vor m geht es in ein paar Wörtern in k über; z. 
>.U3l (Stösscr) schreiben die illyr. WB. akmadz 

S'JU:ii jekmckd/ija, wie eben die bosnischen 
ricn statt ctmok (Brod) nach vulgärtürkisdier Av 

sJUät schreiben. 

d) Ucber die Verwandtschaft von ti mit ^ wurde scho: 
delt 19, b, bb; aus ihr erklärt sich der Ueberga 
in ju^w^>\i;^ = kostica (Glossar G. 7a). 

c) Arabisches ^ wird, wie im Türkischen überhaupt, n 
s gehört; espap^^v'^h ^^ Auslaut wie z (vgl. 
m iraz = v:::^I^A^. Ein paar mal finde ich es angew^ 
ein slavischcs s zu schreiben: JJü=sikilj (Clitori 

seri (neben j^j^) nnd Jlä^ vcsclj neben ^^ (froh! 

29. V habe ich:^^ gefunden, der Laut im Bosnischen o 
sivcr nach f zu (wie im deutschen Vater), daher anch 
nicii ^•"" Fremden oft Foiuitza vlv. OtIstässä^ ^^üVAtI >mdä < 



Blau: Basniich-TarkiMche Sprachdenkmäier, 37 

nwird. Im Ulyrischen fällt es zaweilen ans, z. B. praska 
spraskva, 8yrab = srab, Formen, welche in nnsern Mscr. 
dben einander vorkommen. Türkisches ^ bleibt aber im slavi- 
Imh Monde meist nnverändert, z. B. varak=^.^j hajvan 
"0*>*^» Pil»v=3'ilÄd, navlum=^3Li. 
Ynlgftrtarkischem Gebrauche nach geht es in p Aber in espap 
.= S-^^I, slav. kovca wird türk. ^^gy^yi. 
In geschlossener Silbe wird es wie f gesprochen nnd so ge- 

achrieben, z. B. SLÄ53l = ovca (gewöhnlich aj^^i') — Vesli- 
gen steht noch näher an ßaaihxov als fesligen; kafa 
= 9^43; und illyr. uhvati= Jili^^ stellen hv=f (s. 13.). 

mn Wechsel mit m scheint eingetreten; wenn vertep identisch 

ist mit wä3^, mertef (s. Glossar u. d. W.), wie wahr- 
sidieiiilich auch *it^)l^ zu parazlama durch Umstellung 
und Durchgang von prazmana geworden ist. 

Y zu j geworden finde ich in jeverica (v^^^ s. Glossar 
Hnter tejin) = veverica der Wörterbücher. 

EL Mit kroatischem z fasse ich nach gewöhnlicher türkischer 
Losspräche die arabischen Lettern j^ 3^ [jo und Jb zusam- 
nen; denn für das Ohr ist zwischen ^.,tif, /^'•^j ^j^ 
n den weichen Zischlauten kein Unterschied. Auch in den 
llyr. WB. wird das z bei Slavisiruug türkischer Wörter ohne 

Jnterschied angewandt; z. B. mujezin, q^^-^, maraz 

= j»jAj zor.?=^5j^ zulum^=r^b. Doch slavisches z wird 

nuner j geschrieben : zora=L^j, zavezati = oUi^^j. 
fedoch: 

) Vor s wird slav. z absorbirt und bleibt ungeschrieben z. B. 
in dy^^jj ^-**|^=razsol (Krautbrühe). 

) Es schärft sich türkisches : in slavischem Munde zu s; Bei- 
spiel: wftij (Locke) wird glossirt durch das augenscheinlich 

nur daraus entstellte: o^Lm und ^^^^, obgleich Fröhlich 
auch zulovi (Locken) hat; aus ^UJ| ^o ist sulundar ge- 
worden (Schlot, Esse). 
') Innerhalb des Slavischen geht es eine leichte Veränderung in 
z ein. Illyr. WB. haben groznica (Fieber); Glossar G. 
schreibt »Äi^«,^; und von grozd (Traube) wird der Plural 
'-^Jj^ geschrieben. 



38 Biau: Botmttdk-nrkucke Spraekdmikmäkr. 

31. l=y SUiT. IbÄDJss^lijl, lnlo=s^^y Pton. tlrk 
aach illyr. üva. 

a) In slavischen Wörtern geht es tot eineiii QneCscUaiit b 
len in h Aber; so schreiben i. B. die Mannscr. i^ 
statt gvoidje; (^j^^J^V ^^^ oproiden (=oprost 
bearlanbt). 

b) Vor Quetschlanten geht es in einen Handi ftber. So t 

bon z. B. die Msc. i^^^ das slav. gvozdje, J 
statt oprozccn, oprostjen (bearlanbt). 

32. Zu den lautlichen Modificationen trftgt endlich auch d 
nnd Weise bei, wie der Slave einerseits das tflrkische § 
(Dzesm) ausdrückt, und andrerseits die tflrkische Spracl 
Schrift bei der Anh&nfiing von vocallosen Consonante 
hilft. Eis hissen sich in dieser Beziehung folgende Beobc 
gen machen. 

a) Die slavische Sprache ertragt den Zusammenstoss von 

nanten so leicht, dass meistentheils das *- beim Ueb 
tflrkischer Wörter unbezcichnet bleiben kann. Aosi 
weise wird jedoch an Stelle des ** ein Hfllfsvocalgesc 
der dem nächstvorhergelieiideu sich assimilirt. Ich hab< 

fttr nur folgende Belege: oroslan st. ^^^i, fsnlum s 

denjakst.^,^^ und ohne Assimilation : i^urak = e)jj^ 

b) Die türkische Sprache leidet die Häufung vocalloser 
nauten nicht gern, namentlich nicht im Anlaut; echt tfii 
Wurzeln wie brakmak, gehören zu den grossesten ; 
heiten (vgl. Bochtlingk Jukut. II, 164). Zwar hört nu 
gftrtürkisch kragu (Reif); trup v Rettig); aber der ge 
Osmanli spricht und schreibt kyragu, turup. L 
würde z. B. eine Form, wie Bianchi I, 1009 schreibt: 
^stropa", dem osmauischen Oi^gan ganz und gar ni( 
recht sein. Um so bemcrkenswerther ist, dass die bo 
türkische Litteratur , namentlich solcher Autoren , welcl 
Geburt Slaven sind, keinen Anstand nimmt, Wörter mi 
pclt und dreifach consonantischem Anlaut in der rein 
sehen Form zu sprechen und danach zu schreiben, 

nicht allein: g^^, ^'^^j »li^, V^^i gjj^i ^}^ ^^ 
^st, grab, stap^ trag, vrata schreibt^ sondon 



Bkm: BoMmteh-Türkische Spraekdenkmäler. 39 

Jtyj^ Ar zdral, süt^ ftr strana. Nor ist dieses Princip 

nicht coDseqaent befolgt, und geborne Osroanlis, wie Uskofi, 
aber aoch andre Bosigi^en ziehen oft vor, durch eingescho- 
bene oder vorgeschlagene Hülfsvocale die Anssprache sa er- 
leichtem. Wie sich dies schon bei der Uebernahme slavi- 
scher Wörter in die osmauisch- türkischen Lexica zeigt, so 
dass z. B. Bianebi II, 811 grab durch ghyrSh, I, 387 
plag durch pnlough transscribirt und bei Zenker I, 148 
das echt slavische grib (Fischnetz) in der Form ygryb 
.^yuf erscheint, so bieten auch die bosnisch-tttrkischea Ma- 
uoscripte zahlreiche Variationen solcher Orthographie, und 
aus Uskufis Dichtungen lässt sich nach dem Metrum entneh- 
men, dass derartige HQlfsvocale auch gesprochen werden Die 
Assimilation an den Hauptvocal der Silbe ist dabei Regel, 
doch wird g^gen diese mitunter nur der leichteste Yocal, das 
i and y su Hälfe genommen, wie sich aus Folgendem ergibt: 

1 } Holfsvocal a eingeschoben : 8t^=prah; !üf^» = Yrana-, 
vOl^^^ti» = slan hlab; ^£.«^33= vojska; und türkisch 
3l = vakt (Zeit). 



0*0«^ o » 



2) Halfsvocal e eingeschoben: »jv^y =tresnja, »^vaäjVJL^ 
= pletenica, ^J^^ st. digren, J^y:i1 = entreselj; 
,i^3^^=po8kropit,^^yl5;£=gerkljan, »>j^' = trud. 

m 

3) Htllfsvocal y eingeschoben: i-OA^^rsneg, ^^3 = dren, 
«ou»jja^ = vresina, o<^j^^= razdörti und razdreti, 
^^=t^rn, Jtj* = grad. 

4) Halfsvocal i eingeschoben : ^Jdxi = k 1 i n , ijU Jj = 

II • - 

kriska, t5^i = blizu, yL4j3=krilo, j.^^ = grom, 

2UM«^^^^=sm^rce se, NJ^4w = smola, N3j4w = smreka. 

» > » >i 

6) Htllfsvocal eingeschoben: L^5^: = proso, IkXaj^«^ 

==procedit, ^ä^jAi = nizko, j3yi^=plot. 

6) HtQfsvocal u: ^^j^^^rtrun, ^,yiä = kljun, ky^yi 

= plug, o^^ prut. 



40 Blau: ßo^msek'Tarkhehe Spraekdtmkmäier. 

7) Vorgeschlagen wird am gewöhnUchsteii i: «i|^t=bra 
A3^jt = dlaka, ^^^t (tark.)=flamury ^<^tr=:hr 

ftl;^|=rpcela, \cyy:«.f f= Btonoga, |j|yi0l=tri 

ovA&t = 8ted{ti, oLfii1 = tkati, j!jj|^^1 = «voii, . 

= zbanj, iu,{^^>^l=rzdribe^ and andere sehr zahlrc 
Beispiele. 

8) Vorgeschlagenes u findet sich im Namen des Diel 
Uskofi oder Uskofi, Gentile von Skopje, fthnlich 
der Ortsname Skopia (JSxanBia) im türkischen Mand( 

Uskub, v^^Xm! wird. 

33. Ueber den Gebrauch des Teschdid, des Zeichens der Verd( 
laug des Consonanten, ist zu bemerken: 

a) Da die Slaven im Allgemeinen die Verdoppelung der C« 

nanten nicht keimen, so werden auch türkische Worte 
Uebergang in das Serbisch-illyrische ohne Doppelconsoni 

geschrieben; z. B. ducan=^^|jj, telal =3^, tef 

s=^.ics^ mumakaza=- jioft^j,^, papudiija = jyjp 
Selbst türkische Wörter in türkischer Schrift entbehren 
Teschdid, z. B. J.I = jy, j^ =j^-. 

b) Beibehalten wird das Teschdid in der bosnischen Orthogi 
in arabischen Wörtern; wie sä;^^^, f^^^» lM^i 
in türkischen Wörtern , um das s zu schärfen , z. B. 

^A^i, Noä und N^a'ä (kurz;; auch wird es gesetzt, uro 

fr 

deuten , dass ein aueinandertretendes yXi wie doppeltes 

«k tm 

sprochen werden soll, z. B. ^^sXjLi, ^wVjLI:», ;^'^ 

^^a5Lä^, iJb^^Joy (sonst ÄllCJoy Eidechse). 

c) Eigcnthümlich ist in der Schreibung slavischer Wörtei 

türkischen Buchstaben in einem Glossar (Msc. R) die 
Wendung dos "- in Fällen, wo die gewöhnliche sla^ 

m > 

Rechtschreibung keine Verdoppelung kennt, z. B. auM^t = 
"-=cetiri, Ji = tic, tyd = Uto. 



Bimmi Bmd§ek'TMBi§eke SpnukdmUmäkr. 41 

Vorlndmigea 4ar Wortfimn eatstahoi UswettHi Mch durch 
TnmjfMitkm der Biehatabea, sowohl beim üoberguig tod ttlr- 
kWNA WOrtorn ibb SkTiiche, alt bei der Sehreibiuii slsviecher 
mrter in mwem tHrUiobea Texten, nb noch endlich bei tOr- 
kiidien Wörtern inneihalb des bosnischen Dinleotes. Beispiele 

hr den ersten Fett rind: 6ekArk =: ^yL^, leksnnas 
lüLi^uUr, rufet (mhfet) = Sl&p>; flir den zweiten: yü^ 
[sBMrigo) =5mlogo, lüCL^sstrntina, 5»|>-sshArg; flirden 
Lritlen: ^!lL.5^lJ^o=daleDgeds, A»Jl1'< neben dL^«»l (gfth- 

len), ^^iS neben direk (Sftnle); einer Ansahl anderer nicht 

a gedenkm^ welche nnr anf Schreibfehler der Gopisten snrttck* 
Biftthren sein dürften. 

B. Orammatische YerAndernngen. 

Bei awei ihrem grammatischen Ban nach so Tersehiedenmi 
eben ist es natorlicb, dass bei dem wechselsdtigen Einflüsse 
Biben anf einander jede den fremden Stoff den Qesetien ihrer 
■matik ontenaordnto bemüht ist ESne durchgehende Oleich- 
i^eit ist indessen dabei nicht sn bemerken. Die anffidlend- 
ErscheinuDgen fassen sich in Folgendem zusammen, 
teim Nomen ist hauptsftchlich der Gegensatz zwischen der Ge- 
»hlechtlosigkeit des TOrkischen und der Bezeichnung des Genus 
iurch Endungen im Slavischen der Grund zu WortYcränderungen 
geworden, und zwar: 

I Beim Uebergang in das slavische Idiom nehmen türkische 
Nomina, welche vocalisch auslauten, entweder die slayische 
Endung — iija oder — ^ja an und werden dadurch Feminina-, 

z. B. oda-ja=joy, civi-ja = ^jj^-M:^, test-ija=ia«»J, 

ordi-ja=^J>^f; oder sie vertauschen den vocalischra Auslaut 
mit einem das Genus bestimmenden, z. B. öoso = aigM#^ (ein 
Bartloser), teskera fem« =«^j^' (vielleicht wegen der 

ursprOnglichen Femininform im Arabischen, vielleicht auch nur 
wegen des Feminingenus verwandter BegrifEe im Slavischen), 
während teskere Neutrum sein mOsste. Bei Personenbezeich- 
nungen ist natOrlich auch die Endung -^a masculinisch, z. B. 
terzi-ja (Schneider)^ harami-ja (RAnber)^ hemieri-ja 



12 Blau : Borndtek-TMeui^ SpraehdmütmOier. 

(I^ndsmann), komii-ja (^^jS) Nachbar, oad iDe d 
Standesnamen in ^^^ and ^«-^ alaT. -diija, wie kti- 
tardii-ja (Wagemeister), papad2i-ja ( PaBtoflMfflickflr), 
und -cija wie kaikcija (Fährmann), carcija (Ktndncr 

^^^:^]y^ ). Auf den Eintritt der slavischen Endung a statt 
türkischem e in weiblichen Eigennamen z. B. Fatma iwt 
Fatme hat schon C. Sax hingewiesen, 
b) Consonantisch aaslautende türkische Wörter nehmen im shn- 
schen Munde oft eine vocalische Endung hinzu , z. B.dai 
Icuiiniue a: bcsika =-el^w^, kasika = «JtÄli, engeci 

■=:gss?1, cela = Jbi (Glatze), carapa=s^fji^j»>.y asnri 

>. (Matte), odalika i^eUtO^f. — Maskalinum ist 

nattlrlich nalbanta= wWJlxj (der Hufschmied). Plural fem. 

0, z. B. caksiro = ^A«^bL^, jalvare =^t^il.^, desgl. 
neutr. Singular , z.B. kandilo=r>4JU3, derciTO== Jii 



•11 



Ilahmen, und mask. Plural i, z. B. zulovi (Locken) =:^>j, 
— Aus dieser Tendenz erklärt sich, dass im bosnischen DU- 
lect in türkischer Schrift Nomina mit eigenthümlichen Eod- 
vocalen erscheinen, die sonst consonantisch auslauten , z.B. 



U» I •• 



^\y^ (Lanze) = ^^^ , Lj j^a = ,,^Jab ^ ^^yiym = v^j , b ij- 

kusa (dat. b^^kusaja) ^=Ji'y^^^^.^ wogegen es nur dichteri- 
sche Liccnz scheint, wenn Uskuß solche Endungen an slavi- 

I I > 

sehe Worte anhängt, wie z. B. U^ = dim, |^^ = bor. 

c) Auch treten an türkische Wörter besondere Endsilben an, um 

sie zu slavisiren, so z. B. die für Gentilitia häufige Maskulin- 
endung in, wie Ciganin Zigeuner, Turcin (Türke), so 

kaurin^r^^tf', kasapin ( Metzger) ==vL*^ und ähnlich 
scheint bosnisches piljuzin statt illyr. piljuh gebildet zn 
sein; die Endung ak finde ich in cosak (Ecke)=A;;t^ 
neben cosa; und dem ähnlich in türkischen Glossarien 

sJks^^JBi^ = ».s^iC?^ und ^}i^yb == k b i 1 i c a (Heuschrecke] 

d) Andrerseits werden türkische Endungen im slavischen abge 
Würfen z. B. pcndzer (Parcic 422, und so auch in türki 

scher Schrift /^M^ = nj^^f tanjir3=:«^:^Uj, djerdje 



Blau: B<mmaeh'T&rkudke üffraehdenkmäler. 43 

Aehnliches erlaubt sich der tttrUsch schreibende 



Bosnier, indem er, die Bedeutang der slavischen Endung miss- 
achtend, ans salamnra (Parc. 591 und v.jAÜua Bianchi II, 

O 9 I 

155) ^^^ojLo salambnr macht und statt peg ad aschreibt: 

eyk^ pegud; statt opQta=o^y. 
t) Zaweilen werden Acljectiva statt der Substantiva in Gebranch 

genommen. So z. B. heisst tOrkisch ^^j\^\ ebaji „eine ge- 
stickte Scbabrake^' (Zenker S. 2), davon würde ebajili 
bedeuten „mit einer Schabrake versehen^^; aber Par6ic und 
Fröhlich geben beide abajlija „Pferdedecke^^; n. subst 
Bakjr Kupfer müsste durch med glossirt sein, aber Uskufi 

hat dafür ^Ju^ mSdno kupfern; scitan Teufel=vrazi 
teuflisch (Usk. X, 11). 
b) Oder es treten an die türkischen Adjectiva noch slavische 
Endungen an: z. B. abrasljivo fleckig, in welchem Worte 
schon ^ji\ ab ras allein Adjectiv ist, diesem noch die tür- 
kische Endung Jl angehängt wurde und dazu noch die sla- 
vische -iv -iva -ivo trat. Aehnlich ist bagljiv ein an der 

Hufkrankheit baga [Uj Frosch, engl, lampass fehlt in dieser 
Bedeutung in den tfirkiscben WB.] leidendes Pferd. Joga- 

na st (eigensinnig) ist das tflrk. ady. ^^yi (dickköpfig) mit 
der slavischen Acyectivendung -ast Diese Formen g^hen 

auch in die türkische Schrift zurück z. B. jJUt^ (Gloss. 

s. V. Alatenlü). 
Bybride Nominalbildungen, welche an eine slavische Wurzel eine 
türkische Bildungssilbe anhängen und umgekehrt, sind im Süd- 
slavischen nicht selten: z. B. sjü — in pasjaluk (hündisches 
Wesen) von pas Hund; dugajlija (ein lauger Mensch) von 
slav. dug lang und türk. J — ; majmuuast (affenähnlich) ist 
umgekehrt von türkisch m a j m u n und slav. adjectiver Bildungs- 
silbe -ast; wie zali host (Ueberfluss) von türk. ^l*a und 
Nomiualbildungssilbe -est. In diese Kategone gehören noch: 
apsenik Gefangener (v. ,j*n^>); habronosa Briefträger 

(v. j-p^);joguni ca Starrkopf (v.w^^'), ka8icar»(von oLÄlü 
Löffelmacher); tanjiraca Schfisselapfel (v. »jjfua); telalina 



\4 BUnt: noßniifch'TMnseke SpradkdenkmOier. 

(Ansrufegebtthr) v. jSb, zeitinica (Oelllasche t. ^^^-^nd), I^^ 
domazluk, was bei Haas (domaz) bleibt; u. aa. 
l. Was das Ycrbuiii anlangt, so beschränkt sich die Berthrq| 
beider Dialccte darauf, dass durch Verniittelnng des BosniidM 
eine Anzahl türkische Verba ins Serbische und Ulyrische ge- 
drungen sind. Es sind theils wurzelhafte Zeitwörter, tbdh 
Denominativa und bei letzteren sowohl das Verbum direkt toi 
dem slavisirton Nomen abgeleitet, als von dem türkischen Deno- 
minativum. Stammverba sind z. ß. ograisati von UL^ljij 

(anstossen)', ujdurati von ott^A^y anpassen; Dcnominatin 
von Nominalstämmen, die schon ins Slavische aufgenomnen 
wai'cn: nisaniti zielen v. nisan; esapiti rechnen tob 
hesap, esap (^U.o>), inatiti streiten von inat=ol.^xi; 

jurisati v. juris=r,j;i^^^;) stürmen; kaisati von kais in 
Kiemen schneiden; konaciti von k o u a k übernachten ; naka* 

lamiti von kalam (.-^rjl'), xakafiog Pfropfreis) ocfllireo; 
ortaciti sich associircn von ortak; osakatiti verstOmmelD 
V. sakat; sicariti plündern von sicar (Beute); stimariti 
(vontimar) striegeln; izkatramiti nntlieeren vonkatram; 
podjubriti düngen von djubrc u. aa; Umbildungen aus tflr- 

kisclien Denominativis : bagljati von >Ji4Jl£l^, utlcisativ. 

laü^yi^^ bügeln; kerkleisati:^ wüJL^Ji stützen; varaklei- 

»ati v. wÄ^lä^j, vergolden. In den bosnisch-türkischen Tex- 
ten werden solche als slavische Wörter unbedenklich angenom- 
men z. n. prekalamiti o^^OUb^. part. pass. prekalameno 

y^ikü^jx gepfropft; obataliti u. a. 

>. Eine dialectische Eigcnthümlichkeit will ich hier nicht unerwäl»^^ 
lassen, welche den Intinitiv des slavischen Zeitwortes betraf 
deren Ursache jedoch nicht im Türkischen zu suchen sein düri'"'^^- 
Die slavischen Infinitive endigen im Gebiet der serbischm en 
Sprache alle in -ti, -ci; auch wird jetzt in Bosnien so gesp «*0' 
eben. Allein unsre türkisch-bosnischen Texte und Glossar ^<?" 
lassen das schliessende i in den allermeisten Fällen ungeschr.^ i^ 
bcn und bieten also: kuhat st. kuhati, stedit st. stedL ^^ 
Unter hiinderten von Fällen habe ich nur drei oder vier an ^S^' 

merkt, wo das i geschrieben wäre: ^Jk = zaliti, ^i^*;)' 



Biau: BoMudi'TOrkiseke SpnuMenkmälw. 45 

iredi, ^:i^:=plakati, izTijati (Usk. IX, 18) ist 
ifelhaft. 

er syntactische und andere grammatische Eigenheiten des 
tischen Dialeetes in Bosnien bemerkt G. Sax (Zeitschr. der 
M. 6. Xyn, 380) mit gutem Rechte, dass es hier schwer 
, die Grenze zn ziehen, wo die EigenthOmlichkeit des Diä- 
tes anfhört und die einfach grammatikalischen Fehler begin- 
; und f&hrt als Curiosa an, dass das türkisch sprechende 
leine Volk oft das Yerbum in der dten Person sum Prono- 
1 d^ ersten und zweiten Person setzt; und das Nomen im 
ral mit dem Zeitwort im Singular verbindet Beide Sonder- 
keiten bestätigen sich durch unsere einheimischen Texte. 

le z. B. unten im 4. Gespräch: i^>XJS ^ym ^yfUi nicün 

i k'elraedi? „warum bist du nicht gekommen?^ — Sie 
imen aber, wie so manches andere der Art, z. B. der sehr 
fige Gebrauch des Passivums oder Reflexiyums statt des Acti- 
is und umgekehrt, die ungenaue Verwendung des Aoristes 
t des Präteritums und umgekehrt, auf Rechnung der unvoll- 
imenen Sprachkenutnisse des gemeinen Mannes, der, wie 
lerkt, sich kaum notiidürftig im Türkischen ausdrücken kann 
dessen Missbräucbc daher so wenig den Dialect kennzeichnen, 
etwa unsere Kinderspracbe eine grammatische Kritik verträgt, 
iesslich ist noch zu erwähnen, dass eine Anzahl türkischer 
erative als Interjectionen zum Theil mit Verlust ihrer ur- 
inglichen Bedeutung in die slavischen Idiome übergegangen 
l. z. B. cik „komm heraus!" fort! = ^iL> , dasselbe, wel- 

i auch in einem albanesischen Volksliedehen (Hahn Alb. 
1. m, 59) unverständlich geblieben ist; dura» dur! halt! 
•o; kurtala! Ausruf der Freude, wenn irgend etwas Lästi- 
vorüber ist. (Fröhl. 125) eig. Imper. v. vJuAj^y. 

A Vorstehende bietet einen Ueberblick über die wesentlichsten 
ümlichkeiteu der Lautlehre deijenigen Gruppe der Litteratur, 
)enkmäler in der folgenden Sammlung enthalten sind. Das 
i Interesse, welches dieselben sowohl für die slavische, als 
türkische Philologie haben, hat mich zu ihrer Veröffentli- 
eranlasst, ohne dass ich mir jedoch die Schwierigkeiten ver- 
itte, welche jeder erste Anbau eines neuen Feldes der Wis- 
% mit sich bringt. Wenn hierbei auch der wissenschaftliche 



46 Blau: Botmtdk-TXirküdke 8praekdemktmSi§r. 

Zweck mir die Hauptsache war, so will ich doch nicht ulcrliisei, 
anch die Hoffnung auszusprechen, dass diese Arbeit daa beitngQ 
werde, auch das praktische Interesse an beiden Sprachen gende n 
den Ländern mehr zu wecken, denen die Kenntniss Mder zur nid 
sten Notiiwendigkeit geworden ist und noch werden wird. Der ge 
ringe Um&ng der slavisch- türkischen bilinguen Sprachdenkmilei 
erklärt sich ja eben daraus, dass einestheils von Seiten der t&iti 
sehen Landesregierung gerade Air diesen Theii des Reiches hu 
sichtlich der Cultur der Landessprache bisher so gut wie nidit 
gethan und erst im Jahr 1866 ein Anfting dazu gemacht werde 
ist, indem in Ser^jevo eine Druckerei errichtet wurde, in wel 

eher unter anderm ein Wochenblatt „ßosna^ ^"^y^j erscheint, di 

in beiden Sprachen, türkisch in türkischer Schrift, bosnisch in cyri 

lischer, öffentliche Bekanntmachungen und Verordnungen, eine pol 

tische Wochenübersicht und Correspondenzen aus der Provinz od 

den angränzendcn I^äudem enthält Andrerseits hat sich bisha* i 

den slavischen Kreisen der Türkei und der anliegenden Österreich 

sehen Provinzen vorwiegend eine Abneigung gegen die Cultar d( 

türkischen Sprache geltend gemacht, und die einzige Thatsache, das 

unter den tausenden von Wörterbüchern der Welt noch kein sli 

visch-türkischcs oder türkisch-siavisches existirt, beweist zur Genflgi 

wie wenig bisher noch die Nothwendigkeit erkannt ist, diese beidei 

Sprachen einander näher zu bringen, obwohl man es kaum fOr mflg 

lieh halten sollte, dass seit Jahrhunderten zwei Nachbarspracbei 

neben einander gäng und gäbe sind, ohne solche Verständigang» 

mittel, welche die Erlernung der einen und der andern erleichterten 

Ich bin in dieser Beziehung in der angenehmen Lage , darauf hin 

weisen zu können, dass von einem verdienten und gelehrten Fnm 

ziskaner Bosniens, dem Parochus von Sengevo, Fra O^rgo Marti«! 

ein türkisch -kroatisches Wörterbuch im Manuscript vollendet is 

und nur günstigerer Verhältnisse harrt, um an die Oeffentlichkei 

zu treten. Jeder Schritt vorwärts auf diesem Gebiete wird na* 

muss in erster Linie der Volksbildung zu Gute kommen ; und dies 

ist die erste und vornehnüichste Forderung, welche von jedem Ken 

ner und Freunde dieses so verwahrlosten und verkommenen Theik 

von Europa an alle diejenigen gestellt wird , die berufen sind ftl 

das geistige Wohl der Nationen zu wirken, welche durch die Ungani 

der Verhältnisse auf einer niederen Stufe der Entwickelnng stehe 

geblieben sind. 



Abtheilung L 



Vskii f t's 



V 

^otur Sahydijje 



nach drei Serajevoer Handschriften. 



■ 4 



E i B I e i 1 ■ g. 

Das Bfichlein, welches hier mm ersten Haie an die Oefent*- 
ikttit tritt, ein yersificirtes und gereimtes bosnisch -taridsches 
Mertwch, ist aoch in den reichsten eiropftischen Sammlangen 
entalischer Handschriften unbekannt geblieben. Nor Toraber- 
tßaA ist es einmal Yon A. Uilferding, firaherem rosrischen Con- 
. in Bosnien, erwähnt worden, welchem aber dessen Werth in 
asaen nicht yei^Eönnt war, wife sich ans seinem Urtheil darüber 
ptkL Es -aossert sich darabw wie folgt : ^) 

„Vve sole prodozioni (non ardisco chiamarle letterarie) mi 
10 note scritte dai Haomettani Bosnesi neUa propria lingoa, e 
i ben inteso, con caratteri torchi. La nnllitä sl dell' nna che 
11' altra £anno testimonianza del torpore intellettaale da cni hanno 
nto Tispirazione; aggiungasi che tntte dae datano da 50 anni 
Idietro, dalla quäl epoca non fa piü tentato nnlla di consimile. 
I prima soUo titolo „Potar sahidile** h un miserabile dizio- 
uietto Yers^Qs^ato, in cni ad alcuni communissimi vocaboli slavi 
agginnge la corrispondente tradozione turca*^. 

— Folgen als Probe die ersten 14 Terse des I. Capitels, aber 
i der italienischen üebertragung so voller Fehler, dass ich f&rchte 
em russischen Herrn Verfasser unrecht zu thuD; wenn ich sie auf 
dne Bechnung hier reproduciren wollte. — Dann führt er fort : 

JLa seconda produzione della letteratora bosniaca maomettana 
on i molto piü geniale della prima. £ an' elcgia di certi Bosnesi 



1) Bas Originalwerk : Bosnia, Herzegovina i staraja Serbia 
romik sostavljeuje A. Hilferdingoro. Petersbuig 1859, war 
Ir leider nicht zugänglich; ich citire daher nach der italienischen 
Übersetzung davon in Kaznacid: Bosnia Erzegovina e Croazia 
t:a. Zara 1862. S. 32 f. 
kUundl. d. DMG. Y. 2. ^ 



50 Blau: Bosnisüh-Tkürkf^ aprachdenkmOltr, 

che erano nellc carceri di Dnvno neUa Erzegovina settenti 
Consta di moltc qaartine, le qoali freqaentemente mancano 
ncsso, e talora sono uu insignificante accozzamento di parole 
c scrbianc scnza an pensiero che le nnisca". Wiedenim na 
fuhning einiger Strophen mit Uebersetzang, faast er sich schl 
dahin zusammen: 

„£ qucsto forma tntta la letteratara dei Maomettani 
nella loro lingua materna, e da qucsto ci possiamo formare 
dcl loro genio Creatore". — 

In der herzoglich gothaischen Bibliothek findet sich ein 
Script, i^'clchcs zwar den Titel Potur sahidijje f&hrt, i 
Pcrtsch^) näher beschrieben ist Dies ist aber nicht das 
stehende Gedicht, sondern ein nur danach gearbeitetes Wä 
zeichniss; nach Art der Glossarien, welche die dritte Ab 
dieses Buches bilden werden. 

Nachdem ich nun so glücklich gewesen bin, von den 
chen hier in Serajevo drei Handschriften zn entdecken, II 
über den Verfasser und sein Buch Genaueres sagen. 

1. Verfasser, Zeit der Abfassung, Titel des Bu 

Der Verfasser nennt sich im Vorwort zweimal und am 

des Cap. XII: ^tj.^1 d. i. Uskufi, überdies in Vorv 

einen Bosnier ^yk^,^. Dieser Name bedeutet einen aas 

oder Sko])je, einem Flecken Oberbosniens am Verbas, der ( 
kischen Ncbonnanieu Vakup (zum Unterschied von einem 
weiter flussaufwärts gelegenen auch Dolnji Vokup d. i. Uut 
den dortigen reichen Moscheen-Gütern verdankt. Dass an 
Ort und nicht etwa das rumelische Usknb gedacht werde 
beweist ausser der ausdrücklichen Gleichstellung von Skop 
IJskup^) (Parcic im geographischen Index hinter seinem ] 
rio illirico p. 844) und dem ausdrücklichen Zusatz Bosn 
Vorwort, auch der Umstand, dass elnzelue im Texto vorko 

1) Pertsch, Oriontal. Ildschr. der horzogl. Bibl. zi 
2. Thl. S. 48. no. 43. 

2) Aul' der modernen türkischen Postkarte v. J. 186 
der Name naa^uI geschrieben; Uskub aber y^^**'> von ^ 
die Nisbo ^y^\ heisst. 



fciMiiJiuun, wie I. B. der Name des Fuchses: ietka (Xn, 6), 
Iriü Jener Gegend Besniois noch heute locelisirt sind. 
^ Beber seine sonstigen Lebensrerhftltnisse ist mir ebensowenig 
K^Mouint, wie ttber seinen eigenen Namen« Dass er viel ge* 
P-*«' «nd nach Constantinopel gekommen, sagt er in dem Tor- 
k* «. 98 ft — Ebenda y. 88 (vgl. y. 21) ist Yielleicfat nnter 
Äyl J^jSold der Dichter selbst za Ycrstehen. Aus dem Werke, 
«■r Unteiiassen hat, geht mit Gewissheit herYor, dass er selbst 
iüinifilsiier war, was gegenflber der in gewissen Kreisen hier 
ii»de genährten Ansieht , als sei Uskufi das Pseudonym eines 
iMiehmi Bischofs (uuut), herYorzuheben ist. Sonst wflrde er 
Ik' Torw. Y. 10 sein Gebet fllr den Propheten, noch anch Vü, 
IHSB Namen k^anr Ar Christen gebraudit haben. Es ist sogar 
hradielDlidi, dass er zu den Ulema's geUhrte, da gewisse cere« 
Helle Wendungen im Vorwort, z. B. y. 96: bu da*y diesem 
Me eifen sind. Jedenfiüls war er dn ebenso gelehrter Mann, 
y seine Sprachkenntnisse beweisen, als für die Zeit, in der er 
ie, liberal in seinem Bekenntniss, wie namentlich die Terse 
iMK) seines Vorwortes Yerratfaen, in denen katholischer Einfluss 



^ Bie Zeit, in welche die Ab&ssung des Buches fUlt, erhellt 
hoBj dass es nach dem Vorwort (y. 81 ff.) und Nachwort (y. 1) 
■ Soltan Murad Chan, Sohn Ahmed Chans, gewidmet ist Die- 
r regierte Yon 1624 — 1640 unsrer Zeitrechnung, 1034—1050 der 
lidnra, und da eines der benutzten Hanuscripte die Jahrzahl 
ili in dem SchlussYerse : 

Oldy bin kyrk bir de ba nusha temam 
ilrieklich angibt, so ist kein Grund Yorhandcn dieses Datum 
M ab dasjenige der Abfassung des Buches festzuhalten. Dazu 
faulen anch die historischen Verhältnisse, deren Uskufi im Ver- 
ife des Werkes Erwähnung thut oder die er Yomussctzt; wie 
& Cap. Xni, 26: 

Serhadynda bir su Yar ady Kupa — 
An der Grenze ist ein Wasser Namens Knipa, 
I eben damals die Kulpa (slav. Knpa) die Grenze der türkischen 

■ 

lerrschaft bildete, so dass z. B. im J. 1638 auf dem Landtage 
1 Pressburg der Bescbluss „die Festungen au der Kulpa auszu- 
ittseni, stärker zu besetzen und die dorligen Greuztruppen in 
(trammerer Zucht zu halten'^ gefasst werden musste, und im Jahr 



52 Blau: Bosniech'lHlrhiicke SpraeMenhnäkr, 

1641 bei dem Angriff der Türken auf die Festung Sissek sie ^ 
die eben damals gefrorene Eulpa berQberkamen'^ ^). Ebenso ist IX, IC; 

Frenge jakyn bir seher ady Eotnr, 
die Erwäbnnng von Gattaro ein historiseber Wink» weil ehi 
damals dieser wichtige Platz, den Leonardo Foscolo erst 1647 fk 
Venedig eroberte, noch Hauptstadt des gleichnamigen tOrkischfli 
Sandschaks war^). 

Das Büchlein ist also im Jahre 1631 Chr. verfasst, nnd sonA 
235 Jahre alt, nicht c. 50, wie Hilferding meinte; und gewifls 
durch dieses Alter eine um so höhere Bedeutung, als Denkmile 
der slavischen Sprache aus Bosnien für jene Epoche ebenso zu da 
Seltenheiten gehören, wie die Existenz einer türkischen Dichtssi 
aus einer Zeit, aus der man sonst nur von blutigen Fehden um 
inneren Kämpfen in Bosnien etwas weiss^ eine beachtenswerthe Er 
scheinung ist Dass es übrigens zu Sultan Murads Zeit auch sou 
nicht an gelehrten Bosniaken fehlte, ist aus der Erwähnung mA 
rerer Landsleute des Dichters in 'Atay's Zeil es-Saka'ykn 
entnehmen, worunter Mo IIa Salih Bosnevi (t 1048 E n 
Stambul) und der in Bosnien noch jetzt unvergessene Chosrei 
Pasa Bosnevi (f 1041 U.;) seine berühmtesten ZeitgenosMi 
sind?); ja es ist nicht unwahrscheinlich, dass in den türUscIiei 
Chroniken und Littcrargeschichten dieser Zeit sich auch eine Er 
wähnung des an den Sultan gelangten Büchleins unseres Uskd 
findet; die mir entgangen ist. 

Was den Titel desselben betrifft, so sind die drei mir zugflsfi 
liehen Handschriften sämmtlich ohne Titel. Die Handschrift, weldN 
Hilferding in Händen gehabt hat^ wird ihm aber nicht mit Unrecht 
den Titel: Potur Sahydijje geliefert haben, da das Büchleii 
unter eben diesem hier in Serajevo den besten Kennern der bos- 
nisch-türkischen Litteratnr, wie dem Lehrer der Ruschdie- Schule 
Ahmed Effendi, dem Mutevelli Za'im-Beg u. aa. bekannt ist. 



1) Schimck, Geschichte Bosniens S. 290. 292. 

2) Schimek a. a. 0. S. 297. 

3) Zeil es-Saka'yk H, S. vcf, ^.v. Da dies Werk LJ, 

1044 H. abgeschlossen wurde, so sind leider gerade die letzten 
Jahre nicht mit der Ausführlichkeit in den Biographien berücksich- 
tigt, wie die weiter zurückliegenden. Vgl. Hadzi Khalfaed 
Flügel IV, 68 nnd v. Schlechta in Sitzungsbericht, d. Wienei 
Akad. 1854 Juni S. 20. Amnerkg. 6. 



Bkm: Bomdtc^-TMsUc^e Sprachdenkmäler, 53 

üeber die Bedentoog des Titels hat Peitsch ^) eine Yermathoog 
(gestellt, die xuid Theil wenigstens das Richtige trifft. Er erin- 
it nimlich an den des bekannten tOrkisch'-persischen Wörterbuch- 

ins: luA^lAJt xi^ult, meint jedoch, dass der Beisatz Saby- 
ge — der sich aof den Verfasser jenes, Namens Sahydy» bezieht 
- in nnserm f*alle nicht passe. — Uskufi gibt auf diesen Zweifel 
übst Antwort, indem er Vorwort v. 71 ansdrOcklich sagt: 

Mnha^^al Sahydy tarzy düzümOz, 

Veli hasa jök dur afia sözttmttz. 

Mein Plan ist dem Schahidi*s zu vergleichen, 

Nur leider, weit entfernt ihn zu erreichen — 
nd somit wenigstens die zweite Hälfte des Titels hinlänglich er- 
ttrt nnd als authentisch bestätigt. 

In Betreff des ersten Titelwortes ist Pertsch's Anknüpfung an 
}biisches podarek, Geschenk, — gleichsam als Uebersetzung 

m jüL5^t irrig; besser schon der Weg, welchen er in der An- 
erknng') eingeschlagen hat, wo er auf die Glosse foL 15 des 

otbaer Msa ^^l3^ = j^y^ aufmerksam macht, und an Meninskis 
}^ „Renegat^^ erinnert In der That ist das Verständniss dieses 
leiles des Titelwortes ebenfalls aus dem Gedicht selbst zu scbö- 
en. Cap. IX, v. 28 lautet: 

K'öje selo, k'öjlüje dindi Potur. 

Selo heisst Dorf, Dörfler dazu heisst Potur. 
ie Handschriften haben an dieser Stelle die drei Schreibarten: 

. j^ , B. jj,^ , C. jy^*^^ . Hiermit zusammen gehalten folgende 

rtikel der Wörterbücher: 

Bianchi*): jb^^ pothour. Renögat chretien converti 

ä rislamisme. 
Zenker*): jy^^ potur. Früher Spottname für neu 
zum Islam übergetretene Christen; 
od eine Stelle im Zeil es-Saka'yk *), wo es von Molla Salih 



1) Pertsch a. a. 0. 

2) Pertsch a. a. 0. Note. 

3) Bianchi I, p. 406. 

4) Zenker I, 221. 

5) II, p. fo*l; wonach das Wort schon in dem Jahrhundert 
or Uskufi in Gebrauch war (um 950 H), 



54 Blaui BosMMch-TürkUche SproiMenkwMer. 

helsst: „Bosna Serajiden zuhor idüp Botur {yyJ^y^Y 
Salih dimeklo meshur olan Sani Efendi hizmetleridti;! 
BO ist zunächst klar, dass das Wort nicht türkischen Urspnmi^, 
sondern slavisch ist und in erster Linie in seiner Heimath Boaiü 
den zum Islam übergetretenen Theil der christlichen BerOIken^ 
bezeichnet. Man vergleiche damit z. B. §alek dentschcroatiflchi.. 
Wörterbuch S. 1082 s. t. Renegat: 

,,Ein Christ der zur muhammedanischen Religion flbertnlr 

Poturccnjak, Poturica"; 
Fröhlich illyr. deutsches WB. 315: Potnrciti „znm THrtai 
machen*'; Poturcitise „Türke werden''; Poturica „onedttt 
Türke" — alle von Tu rein Türke und Präpos. po abgeleitet,— 
so erhellt; dass Potur eine Abkürzung aus Poturica (in tq^ 
ächtlichem Sinne diminutiv Türklein, Halbtürke, Neatthb) 
ist. £s ist in dieser verkürzten Form im Yolksmunde auch jett 
noch in Bosnien gebräuchlich. Die Anwendung des Wortes ah 
Spottname für die ländliche Bevölkerung erklärt sich aus dei 
thatsächlichen Yerhältniss in Bosnien, wo die zahlreiche muhamne- 
danische Bevölkerung namentlich des platten Landes durchgfaigig 
von ursprünglich christlichen Slaven abslammt. 

Wenn also Uskufi diesen Ausdruck selbst zum Titel seiiei 
Büchleins gewühlt hat, so hat er — und wenn nicht er, so der 
Erfinder des Titels — damit sagen wollen, was wir etwa mit 
Büchcrtiteln wie „der kleine Pole", „der kleine Engländer" und 
dergleichen andeuten, nämlich, dass es ein Ilülfsbuch, eine Anlei- 
tung zur Erlernung der fremden Sprache für Anfönger, hier der 
türkischen für die zum Islam übergetretenen Bosniaken sein soDe. 
Und Sahydy ist sein Meister für die dabei befolgte Methode, sein 
„Ollendorf'. Wir tibersetzen also jenen Titel richtig durch: 
„Der kleine Neutürke nach Schahidi's Methode**; 

wobei sich das Femininum njJ^L^ auch grammatisch dadurch er- 
klärt, das Poturica, woraus Potur abgekürzt ist, wie alle äiin- 
lich gebildeten Disprezzativa Femininum ist. 

2. Anlage, Eintheilung, Form und Geist des Buches. 

Dem Titel entsprechend stellt Uskufi sich die Aufgabe, dei 
gemeingebräuchlicheu Wortschatz der bosnischen Sprache, vorwic 
gend Nomina mit den entsprechenden türkischen Vulgärwörter 
wiederzugeben : 



jnaui Bafmsch-TürJsuehe Sprachdenkmäler, 55 

Idem Bosna diündie bir logat dzein — 

er im Vorwort t. 45. Vorangeschickt ist eine Einleitung, in 

er den Zweck seines Versuches darlegt, and angehängt ein 

hwort, mit welchem er sich der Gnade des Sultans und der 

hsicht des Lesers empfiehlt. Den lexicalischen Stoff hat er sich 

13 Capitel (kyt\i Vorw. v. 69 und in den Capitelttberschriften) 

egt, die von ungleichem Umfang zwischen 12 — 60 Versen varii- 

In diesen einzelnen Abschnitten ist das Material so gruppirt, 

I eine gewisse sachliche Anordnung nicht zu verkennen ist, 

n auch die Grenzen nicht streng eingehalten sind. Im Ganzen 

Grossen lässt sich der Inhalt etwa folgendermassen über- 

eiben. 

Cap. L Gott und der Mensch. 

Cap. II. Landschafüicher Kalender. 

Cap. m. Elemente der Natur. 

Cap. IV. Bauemieben. 

Cap. V, StaU und Hof, 

Cap. VI. Liebesleben. 

Cap. VIL Leib und Seele. 

Cap. VIII. Reise und Tod. 

Cap. IX. Landpartie. 

Cap. X. Feld und Haus. 

Cap. XI. Die Familie. 

Cap. XII. Wild und Wald. 

Cap. XUI. Zahlen und Allerlei. 
Am Schlüsse eines jeden Capitels fügt der Dichter ein Sprüch- 
in bosnischer Sprache mit türkischer Uebersetzung , die Angabe 
Metrums und eine Moral in türkischer Sprache hinzu. 
Die Metra sind für alle 13 Abschnitte verschieden. 

Vorwort: - — | | --- | 

Cap. I. I -' I ---- I --- I . 

Cap. II. ---- I --W- I ---- I I , 

Cap. lU. w — w»>.*— j w — w^— I « — ww— j y^ — >^\^— I 

Cap. IV. ----- [— — - I 

Cap. V. ---- 

Cap. VI. --- 

Cap. VII. ---- I ---- I ---- I w--- 

Cap. VIII. -^ 

Cap. IX. '-- 



Ol Ol u 



'<-' '^ 



56 Blau: BoetMch'TOMadie SptwMmhMer. 

Cap. X. — - I — I — I — I . 
Cap. XI. -- I ^ I w-^ I w-^ I . 

Cftp. XII. -ww» I -ww- I «ww. I .VW. I , 

Cap. XIII. I I -^- I mit Doppelreim. 

Nachwort, wie Cap. XIII, aber in doppelter Länge. 
Innerhalb des Rahmens des Metrums erlaubt sich der Dichter ms 
cherlci Freiheiten. Die Silbenzahl ist fast immer genau; nu 
liänge und Kttrze der Silben ein in der tflrkischen, wie bosnisd 
Sprache gleich unfassbarcs Ding, da beiden die absolute Lftnge oi 
Kürze eines Yocales, sowie der Einfluss der Consonantenhänfi 
auf das Maass der Silbe unbekannt ist; in gleicher Weise a 
ancli das Gesetz von Tonlängcn und tonlosen Kürzen dadurch pa 
lysirt wird, dass die türkischen Wörter, welche den Ton auf 
Kndsilbe haben, ihn im slavischen Munde auf die Yorletzte znrQ 
ziehen, wie Sax (Ztschr. d. DMG. XVI, 758) bemerkt Besond 
erwahnonswcrth sind unter solchen Umst&nden nur folgende £i| 
thümlichkciten. 

a. An mehreren Stellen, wo bei der Uebereinstimmung a 
Handschriften und der Unmöglichkeit durch Flickwörter eine Eno 
dation zu versuchen, an der Echtheit des Textes nicht zu zweil 
ist, hat der Dichter eine schwere Silbe im Verse so lange gehol 
dass eine vom Metrum geforderte folgende Kürze nur nachhi 
ohne geschrieben zu sein. So z. B. müssen in Cap. I. v. 5. 9. 
21. 22. 2li, 24. 2G. 31. 32 die bosnischen Wörter: put, zub, c 
vuk, most, mast, noz, med, led, sol, rec u. aa. den I 
-^ füllen, während sie wenigstens in der heutigen bosnischen S] 
che durchaus einsilbig sind. Dieselbe Erscheinung wiederholt t 
in dem ähnlichen Metrum Cap. XIII, v. 3. 13. 14, wo die sli 
sehen Zahlwörter pct und sc st und die türkischen üc und d> 
denselben zweisilbigen Fuss - ^ bilden. Da mit Ausnahme der ! 
den letzten Fülle, wo überdies ein folgendes j den Vorschlag ci 
kurzen i zulässig erscheinen lässt, alle diese Wörter slavische s 
so könnte die Frage entstehen, ob im bosnischen Dialect vor ( 
Jahrhunderten eine zweisilbige Aussprache jener Wörter mög 
war, oder ob die slavische Metrik auch anderweitig gestattet, 
ähnlichen Fällen einen leichten Vocal nachhallen zu lassen, 
jenen Fall ist beachtenswerth, dass das älteste der von mir bcn 
ten Manuscripte in einigen der angeführten Stellen das Met; 

dadurch ausfüllt, dass es I, i): j.^^ st. zub, I, 32: i^ st, s 



Blauz B09m9eh'TMn9ehe SprtkMtnkmäler, S7 

!1: ^4 st miiz, I, 23: ^ziKuXA und \^:a^ja st mast, most 

reibt; fOr den zweiten Theil der Alternative scheint nach dem 
heil Ton Kennern zu sprechen, dass in der serbischen Yolks- 
sie ähnliche einsilbige Wörter, wie z. B. kralj, aach im Nomi- 
[y anter gewissen Bedingungen wie die Yocativform kralj a 
Igen, nm einen Trochäus zn füllen. 
b. Häofiger noch hat Uskofi im Interesse des Metmros Ton 
Erlanbniss Gebranch gemacht, das bei der grossen Häufung 
i Consonanten in slavischen Wörtern besonders spröde Material 
inrcb geschmeidig und dem Wohllaut des Verses gerecht zn ma- 
n, dass er sich des Mittels bedient, welches die Türken auch 
tst (s. oben Lautlehre §. 32 b), anwenden um slavische Wörter 
fderzugeben, nämlich HfllfisYOcale zwischen die Consonanten ein- 
chieben. So z. B. yerlangen Metrum und Handschriften: I, 25: 
rah st prah^ I; 25: p^raz st praz; X, 25: g^rad st. grad, 
26: y*rana st Yrana; — I, 5: t^rag st trag, X, 2: kUas 
klas, gUas st glaS; X, 12: sUama st. slama; — III, 5: 
leko st mleko, III, 7: sWeda st sy^ca, III, 2: s^nSg st 
^; — IV, 11: kirilo st krilo, X, 30: bUizu st blizu; — 
, 1: gorom st grom, IV, 2: pororok st prorok, V, 4: 
Tostruk st dvostruk, X, 13: poroso st proso; — III, €: 
irut st prut, I, 27: t^rud st trud. In einzelnen Fällen ver- 
idet sich mit dem Gebrauche von Hülfsvocalen auch noch die 

iter a) erwähnte Freiheit, so dass z. B. III, 1 : »^jC (Msc. B. ^^r^) 

g. grom dreisilbig g^rom», 111,6: plot ebenso polot», eben- 
i: prut nach dem Metrum und Codices purut« gelesen werden 
flssen. 

c) Sehr häufig bedient sich zu demselben Zweck der Dichter 
8 prosthetischen i vor doppelconsonantigen Anlauten (§. 32 <^). 
JII,27: ibrada, XI, 6: ibrat, XU, 1: ^dva, XH, 13: idve, 
1, 16: ihrem, XII, 13: ismola, U, 14: ipcela, VIII, 13 
sjtsi, VI, 15: isl^p, II, 5: isnob; II, 20: isreda; VII, 4 
skakat; II, 3: istenica-, XIII, IS. 14: istotine; XIII, 58 
STila; XII, 12: isvraka-, XI, 10: isvuce; XUI, 13: itri; 
ni,7: Uko; X, 20: itkat; I, 34: izlocesto; XU, 52: izdela; 
öl, 30: i^ban; X, 16: izleb. 

d) Ausnahmsweise wird der Vocal, den Parcic ie. Fröhlich e 
sdreibt (Lautlehre §. 2 ») , obwohl ihn Uskufi nach dem Gebrauche 



i 



58 Blau; Botnitdk-Tärklaehe Spraekdadsmäitr. 

Beiner Heimath in der Regel wie i gehört and geschrieba hit, 
zwei Silben i j e zerrissen. So z. B. schreibt wenigstens m 

der Handschriften I, 32: .d)Uj st. ric^ III, 11: «^ dreid^ 
= s n e g. 

Alle diese scheinbaren YerstOmmelangen , zn denen ucb ui 
eine Reihe andrer zählen Hessen, wo die tttrkischen Absdudi 
unnöthig und willkOrlich Yocale einschachteln, während UeM 
Originaldichtung, nach dem Metram zn schliessen, die Consooiata 
hänfung geduldet hat (z. B. IX, 17: smröka — , Msc: simerk 
I, 29: p^rst; Msc. pörcst), erklären sich angesichts der ob 
(Einleitung) dargelegten Lautgesetze, hinlänglich aas dem BedflrfBJ 
des Metrums und es ist nicht anzunehmen , dass za Uskufi's Z 
die slavischcu Wörter amiers gehört worden wären, als gegenirir 
gesprochen wird; denn der Dichter folgt sonst in der Wiedop 
slavischer Wörter in türkischer Schrift allen denselben Regeln, 
ich oben aus der gcsammtcn bosnisch-türkischen Litteratur abstni 
habe, und auf die ich daher verweisen darf. 

Gehen wir nilhcr auf den Inhalt der Verse ein, so ist anf < 
ersten Blick ein dürres Aneinanderreihen und Aufeinanderreii 
von Vocabchi in zweierlei Sprachen, die an und für sich an Reii 
reich sind, eine höchst undankbare Aufgabe für einen Poeten. 
Poesie scheint dabei niclit weiter kommen zu können, als etwa 
die Höhe unsrer Versus menioriales der Elemeutargrammatik. 
Auswahl von Phrasen und Bindewörtchen, um zwei Vocabeln < 
ander gleichzustellen, ist ohnehin dabei nicht gross und muss ! 
auf stereotype Redewendungen und Sätze beschränken, wie d 
di, didi, dirler, dinür, dinildi, dimek, oldy, ol' 
jany, bei welchen das Nomen dann je nach der Construktion 
Nomiimtiv, Accusativ, Dativ, mit i'ulgendem ^^t auch im Gen 
erscheint, so jedoch, dass in der Regel das slavische Wort n; 
abgewandelt wird, sondern nur das türkische. Doch erlaubt er ! 
ein paar Mal das slavische Wort türkisch zu dekliniren: meth 
(V, 7), cacaja (III, 2) sind türkische Dative von slav. met 
cadja; ein slavischer Plural nebesa (I, 3. von nebo Himn 
entspricht auch türkischem Plural : ^J^i'y^, Das Adjectiv erschi 
bald im Maskulinum, bald im Neutrum, das Verbum bald im 
perativ oder im Infinitiv, bald in der dritten und zuweilen zwe 
Person des Präsens oder des Aorists. Die Bindewörtchen: ve, -: 
hem, dahy, hemdahy, vehem wiederholen sich in tautol 



Blau: Bosnisck-TOrkiMhe S^raduknkmäler, g9 

mr FftUe oft bis zur Ermüdung; als LückenbOsser und Flickwör- 
. Selten einmal variirt der Dichter diese stereotypen Wendun- 
h und Tersteigt sich zn Ausnahmen wie: 

Till, 4. Toiljaga hem ol dürttr k'im iüikie dinildi lobut 

'oljaga auch wäre daS; was türkisch genannt ward lobut — oder 

y, 21. Saty Pazar hem tidzaretle bile 
afia hozandze dimildi t^rgovat. 

-W-- I I -..- I 

Kaufgeschäft, auch Handelsmarkt dazu mitsammst, 
Dieses ward auf bosnisch t^rgovat benamst. 

» breitspurig, aber auch so überdeutlich sind nun freilich, wie 
neriEt, bei weitem nicht alle Verse; meist bestehen diese aus 
itf m^^lichst knappen Beihe von Yocabeln^ je zwei bis drei einen 
ilbvers bildend und nicht selten Zweifel lassend, welches von 
iden das türkische, welches das bosnische Wort sei. 

Die Kunst des Dichters nun zeigt sich in der Verkettung die- 
r Vocabeln, indem er die einzelnen Glieder jeder Gruppe bald 
Hch dem Sinn, bald nach dem Laute gleichsam mit einem doppel- 
n Bande durchschlingt und zum Geschmeide flicht. In erster Linie 
t die sachliche Ordnung des Stoffes massgebend , innerhalb dieses 
ahmens entscheidet dann der lautliche Gleichklang, die Assonanz, 
er Reim, oder die Dissonanz ähnlicher SpracLgebilde die Wahl der 
forte. Man muss das Büchlein so oft durchgearbeitet haben, wie 
er Herausgeber, um dem Dichter die mannigfaltigen oft unschein- 
tfen Spiele und Finessen seiner witzigen bald naiven, bald satyri- 
cken Muse abzulauschen. Einige Beispiele mögen genügen, um 
Itfiuf aufmerksam zu machen, wie kunstvoll er mit Sinn und Klang 
1 spielen versteht. 

So ist z. B. das Cap. VI in seiner Conception ein ganzer Lie- 
besroman. Man hat in den 22 Versen gleichsam die Stich werte 
Tor sich, wie man sie etwa einem Improvisator unsrer Tage als 
Schiassreime aufgibt, um darauf ein langes Gedicht zu spinnen. 
Der durchgehende Schlussreim — Idür bindet folgenden Ideengang : 
▼. 1. Der Jüngling ist seiner Liebe Sclave (türk. kul), 
V. 2. Deren Symbole Nachtigall und Rose (türk. bülbül u. k'ül), 
V. 3. Mit Sonne und Mond vergleicht er seiner Schönen Antlitz, 
V. 4. Den Schleier; der es verhüllt, mit Wolken vorm Winde (t. jel). 



V. 5. Sic ist Hirtin, weidet ihre Kah (sl. krava) tuf dm 

(sl. trava), 
V. 6. Fern vielleicht, im Stromgebiet der Dran (Draia) 

Bache (tOrk. sei). 
V. 7. Eudlich heule (tttrk. bflgün) ist Hochzeit (tflrk dttgl 
y. 8. Da gibt es Spiel and Musik (tttrk. tayiil)» 
V. 9. Der Brautführer (sl. kum; und die Braa^ungfer (sLki 
V. 10. geleiten den Bräutigam ; das Herz (türk. k'Onül) 

den Bund. 
Y. 11. Dann folgt das Küssen (slav. poljubit) und 

(zag^rlit); 
V. 12. zuletzt das Brautbett, wo die Hülle fällt (sl. gaca 

kosul); 
V. 13. Zweideutige Zärtlichkeiten (macka Kätzchen geränt 

sl. picka mit Anspielung auf packa Hindemiss).- 
V. 14. Vollendung des Opfers Hymens (sl. pukal dttr), 
V. 15-16. Aber die Schönheit währt nicht immer, Krankheit | 

und Gebrechen zerstören sie (tk. topal und kel^ 
V. 17. Einstweilen freut sich das Paar am Heerde (tfHik. odid) 

im Winkel (türk. budzak) der Häuslichkeit, 
V. 1 8. Des frugalen Males (sl. rucak) in der Heimath am See (jLffy 
V. 19 — 20. Die Moral: k'üzeli sevmek 'adet ezel dar. 

Das Ideal des k^ü z e I ist ihm : ohuk'özli (rehaugig). * 

V. 22. Wortspiel zwischen ij^ k'üzeli und J.i^ k'öxlL 

Jahsy küzcl dir. 

Die satyrische Ader des Dichters vcrrathcn Stellen, wie ü, 

19 — 21, wo er zu den Kalendcrhciligen neben die Jungfrau Uarit 

den Teufel (Sotona) stellt und auf Mary (Maria) die Fee (Tila 

= Peri) reimen lässt; oder noch schlagender die Episode am ScUm 

des X. Capitels, wo er die bosnische Landgeistlicbkeit, besondeti 

des serbischen Ritus mit den Worten geissclt: 

Papaz daliy pop dür, ve govno di bok dür, 
Boliyl hcm lakom dür^ ve adet zakon dür, 
Bil medvcd aju dür; ve jama kuju dür, 
Cuvaj hem sakyn dür, b'Uizu jakyn dür — 
waS; ex mente poetae ausgeitlllt; besagen will, wic*s Jemand Fna- 
zösisch übersetzt hat: 

Papaz c'est le Pope, cela scnt le fumier, 
En v'lä des avares, c'est lä leur mutier! 



Mnks ffftfiiVril TWtiaehM ßwfitrikdmüimillw fil 

Bes oarB nal Udite; naU Tabliiia et la flu 
(Qn'ib prennent bien garde!) ne Mml pas trAsloin. 
iii Bich der dreisten und leglekh naivea Art der besten orimi- 
wAftm Dichter ist andi das Gap. xm angdegt, wo der Yer&sser 
pttcheinlich darauf anspielen will, weldien Ixrim er Ton dem 
bm, dem das Gedicht geweiht, erwarten dürfe. Er sihlt in der 
jhettiten NaiTetat Ton 1 — 500. Bann hebt sich der Ton: t. 17: 
nieh midi recht, tanaend heisst „hiljadal hörst du wohll^ 
18: i^Zehntausend deset hiljadaP nnd noch nfther rflckt der 
brteller t. 19/20, wo izbroj „saU aofl" mit on Je moj „das 
meinl^ gcrebnt wird. Wenn Snitan Hnrad den Wink TOrstan- 
I hal^ wie er gemeint war, so mflsste er dem Dichter die 10000 * 
ator oder 500 Ooldstacke habra zahlen lass^L Doch darftber 
neigt die C^eschichte. 

Aach der Heransgeber messt sich nidit an aUe die capridAsen 
isle der Phantasie sdnes Antors ?erstanden in haben. Aber die 
(rfUirten Beispiele beweisen genug, dass es dem Dichter an 
ist nicht fehlte, dass er es Terstand, das dflrre Z«ig, aus dem 
efai Lied madien wollte, mit Saft und Kraft xu wanen. Solch 
ndge Zathäten rind insbesondere auch die Sprache am Bdiluss 
es Jeden Gapitels^ .die ich in der IL AbtheQung nodi besonders 
nmieastene, da sie zum Theil in den bosnischen Tolksmnnd 
■(gegangen sind, wie denn flberhaopt das Buch in Bosnira eine 
■diche Verbreitung erlangt hat 

3. Ueber die bei der Herausgabe benutzten 

Handschriften. 

Man kann eine gewisse Routine im Lesen orientalischer Hand- 
Wfien XU besitzen vermeinen und doch sehr stutzig werden, wenn 
m zum ersten Male einen Text in die Hand nimmt, der zur 
Ule aus slavischen WOrtem in tarkischer Schrift bestdit So 
lg €8 mir, als ich die erste Handschrift des Potur hier entdedcte. 
I usr Cod. B. Mit diesem einen allein würde es mir schlechter- 
Hfl unmöglich gewesen sein , einen auch nur dnigermassen toH- 
ladigen und correkten Text Uskufi's herzustellen. Wenn mir dies 
B gelungen ist, so danke ich das hauptsachlich dem glftcklichen 
iuUnde, dass ich, einmal auf dasBflchlein aufinerksam geworden, 
narn Kursem hier dreier Handschriften habhaft wurde, welche 
nttUBeo sich der Art ergänzen, dass der Originaltext mit &st 



62 Blau: BoBtuwh'Türkißehe SprachilaücmiUcr. 

Völliger Gewissheit flberall sichergestellt werden konnte nnd ich nv 
an wenigen Stellen (I, 28. II; 2. ni, 3. VI, 10, 14 ff YU, 9. 
YII, 14) den verderbten Lesarten dorch Conjectur zn Hfllfe n 
kommen für nötbig fand. 

Diese Codices sind die folgenden: 

A nenne ich eine Handschrift, welche mir von Ahmed Effendi, 
dem Vorsteher der hiesigen Ruschdigschnle verschafft wurde, der 
sie von einem seiner Schüler erhielt Sie trägt am Schlosse das 

Datum der Abschrift 119G IL j[[^. Sie besteht aus 12 Blättern 

4^ italienischen Papieres mit dem Wasserzeichen T r e 1 n n e 

F V 

Sehr ausdrucksvolle, gleichuiässigc Schrift durchweg in schwarzer 
Tinte, an allen einigermassen bedenklichen Stelleu vocalisirt und 
bis fol. 8b je zwei einander entsprechende türkische und bosnische 
Vocabeln durch untergesetzte Ziffern mai'kircnd. Gegen das Ende 
hin fehlt aus Flüchtigkeit des Schreibers das Nachwort; im übri- 
gen enthält sie den reinsten, fehlerlosesten Text und die besten 
Lesarten, mit Ausnahme einer tendenziösen Auslassung, über die 
zu V. 85 des Vorwortes die Rede sein wird. 

B. Im Besitz eines gewissen ^Ismet Eifendi Focevi-Zade; 2S 
Blatt 8^ mit steifem Pappumschlag -, dickes gelbliches Papier vä 





dem Wasserzeichen ^. ^ Obgleich diese Handschrift kdn 

\ 

Datum trägt, so ist sie doch unzweifelhaft bedeutend älter als die 
erste. Die Schrift ist sehr sauber, kräftiger nnd gezogener als ii 
A. Die Ueberschriften der einzelneu Capitcl, die Angabe des Me- 
trums und die ganz durchgeführte Bcziflferung der eutsprechendei 
Vocabeln unter dem Texte in ziunoberrother Tinte, alles übrige in 
schwarzbrauner; durchweg vocalisirt Ein moderner Besitzer hat 
sich am Schluss von fol. 22 eingeschrieben als 

AjoliC w\*^ (^JLc^ y^^^Lo 

Dieser Codex ist am lückenhaftesten. Es fehlen nicht alldn 
häufig ganze Verse, sondern der Schreiber ist überhaupt mit dem 



Blau: BosMteh'Tlirkuche SprekatUnkmäler, 63 

9eite sekr willkürlich umgegangen, indem er eine Menge ihm Ober- 
Jtanig scheinende Flickwörter, die bloss nm des Metrums willen 
llieii^iehören, w^glässt nnd dadurch das Ganze sehr verkfirzt. Aus- 
Mdem mnss der Schreiber des Bosnischen nicht besonders mftchtig 
gewesen sein, denn er verunstaltet bosnische Wörter bisweilen zu 

tMurem Cnsinn; 

C. Im Besitz des Muterelli Za!m-Beg. Modernes Glanzpapier 

Merreichischer Fabrik; Wasserzeichen Kaiser!. Doppeladler mit 

. BTC darunter, RUckblätter [j^Xj ; H Bl. 4^ wovon nur 9 be- 
ichrieben-, Umschlag von stärkerer älterer Papiersorte mit dem 




Wasserzeichen : H ( J / Obgleich diese Handschrift kein Datum 

GFA 

■dweist, so lässt sich doch aus dem Wasserzeichen 



[i^ 



firiches sich in der Handschrift eines andern Werkes mit dem 

Iktam 1854 H. wiederfindet (s. unten Vorrede zu Abtheil. lOX 

pit Sicherheit schliessen, dass sie beiläufig 30 Jahre als ist Die 

Sdurift ist dick und unelegant, Yocalzeicben selten, namentlich gegen 

4m Ende; auch die Ziffern unter den Yocabeln fehlen. Doch hat 

diese Abschrift den Werth, die vollständigste zu sein, und ist über- 

^ von einer zweiten Hand coliationirt, wobei die nöthigen Cor- 

rekturen mit rother Carmintinte theils in den Text theils am Rande 

eiflgetragen sind. 

Die Varianten aller drei Codices habe ich unter dem Texte 
■itgetheilt; Unwesentliches in der Vocalisation und Orthographie 
isdessen nicht immer berücksichtigt, sofern es nicht einen wissen* 
schaftlichen Werth hatte. 

Ausserdem habe ich noch in Erfahrung gebracht, dass eine 
vierte Handschrift in Livno, eine fünfte in Jajce in Privathänden 
Torhanden sind. 

Bei der schon hieraus ersichtlichen grossen Verbreitung des 
Büchleins in Bosnien ist das Schicksal des Textes noch ein ver- 
hältnissmässig glückliches zu nennen, wenn es nicht mehr Verän- 
deniDgen und Interpolationen erfahren hat, als diese Codices erken- 
nen lassen. Die höhere Kritik , die Frage nach der Echtheit oder 



64 ^^lau: BamiMk'Tarkiseh0 Sj^rwMmJcmäier. 

Unechtheit mancher nur in einer oder der andern flandscfarift 
handenen Verse hat nirgends Gmnd, einzelnes besonders zu 
werfen oder anszoscheiden, da die kflner geilassten Stellen 
dnrchgehends als Yerstflmmelnngen nrsprflnglich vollerer Fi 
ergeben. 

Ausser seinem Wcrthc an und für sich hat das Bttchlein 
eine weitere Bedeutung dadurch gewonnen, dass es die QneUe 
die ganze Litteratur der bosnisch-türkischen Lezicographie gew 
ist, die in der III. Abtheilung dieser Sammlung zu ihrem 
kommen wird. Nachdem Uskuii durch den Versuch das Bosni 
mit türkischen Lettern zu schreiben, Bahn gebrochen hatte, fol 
andre seinem Beispiele , indem sie mit Abstreifung des poetischoii 
Ballastes Yocabularien für beide Sprachen, zunächst, wie es scbeiit, 
blosse Wortregister zu Uskufi's Potur, anlegten, die dann imLiifc 
der Zeiten complctirt wurden und zu umfangreichen Glossarien aa* 
schwollen. Da durch diese Glossarien der Weg angezeigt war, da 
Icxicaliscben Extract aus dem Potnr nutzbar zu machen; so hiki: 
auch ich geglaubt, statt besonderer Erläuterungen zum Yerständma j 
des Werkchens, mich darauf beschränken zu dürfen, alle darin y^it» 
kommenden bosnischen und türkischen Yocabeln mit deutscher Uebe^ 
Setzung in das Glossar (Abth. III) aufzunehmen, so dass ein Leser, 
der sich die Mühe nehmen will, sich in das Gedicht hineinzuarbei* 
ten, in den Stand gesetzt ist, die Wortbedeutungen mit leichtr 
Mühe dort nachzuschlagen. 

Den Text selbst habe ich nach den in der Einleitung daiige* 
legten Grundsätzen nur in Transcription publiciren wollen, im 
namentlich den slavischcu Thcil aus dem Banne der türkischm 
Schrift zu lösen; und darf die Hoffnung hegen, auf diesem Wege 
meinem Autor nicht bloss in der Reihe der um Sprachkunde Tsr-i^ 
dienten Gelehrten einen würdigeren Platz verschafft zu haben, son- 
dern auch namentlich ihn und sein Buch der Nation , welcher er 
angehörte und unter der er lebte, zugänglicher gemacht zu haben. 



Torwort 

Hadä, ismtn her iide idelQm j&d 
K^i tä ide bizi ol dahy dilsäd 
IHjQp, Allall iden iäne Agftx, 
AdoO isi olor Ahyr aerdris. 
5 Hemise hamd ola ol diA-l-dieUüey 
K"! ynsao^ iiüdflidi k'em&le, 
Tor&b ik'en &fia teidi hiufttj» 
'Atä kyklj kanm, ism u logalyl 
Dahy olsnn salftt ile td&mj 

10 Habybyna re ask&ba devimy! 
SaUtofi 9lxBlf 76 ek mel! hem 
Snltina ola, ja rabb, dem&dem. 
Pes imdt difile, i s&hyb, k'erfimet: 
Kar^ olsan dienibyüa seUünet! 

15 Ged&k'im, Usk'Afii Bosnevi jem, 
Sahynlähy diyhftndänifi kaly jem. 
Natzar kyldom ba gylm&n^ derflne, 
Maaryfda iog} galyb byrAne: 
K'imi sä'yt, dflzcr i\k kas^de, 

20 K'imi k'ätib, ceker raDä k'eside, 
K'imt fazyl, jazar jahiy logatlar. 
Ybaretde komaz her k'^in galailar. 
K'emalin her biri 'arz itde S&kä, 
Badür oldy kamu irdok^^ce mähä; 



Vorwort v. 4. A. da}Tn ser&fraz. — v. 5. B. dzelAl. — v. 6. A. 

idi. — V. 10 fin. A. temamy, B. devämy, C. k'i vamy. — v. 16. 

cyhanuü bcn kuly cm. •— v. 21. B. beraz st. jazar. — v. 22. A. 

^ St. her k 'in (B. cÄr^j^, C. ^^^). — v. 23. B. ide st. itdi. — 

A fehlen v. 23. 24. — v. 24. B jyJ^ bednr. 

AhH^mn. d. BMG. V. 2. 5 



Blau: Dasnitch-Türkisehe SpracJuUuinUUsr, 

25 Kisinttn täly ^ olsa screfde, 
IvcdS tiri olar däym hedefde. 
Siturcm, k'cvk'ebi kW olsa barrftkl 
Navczdch sale olmazdam otiirak 
Ilodzcdzden,' hem fazün oldy zi-ysrün, 

30 Kl uftadüm der in dzeimet zi-b^rün. 
Di-hamdi-llah k'i bir Saltäna irdQk\ 
Murad Ilani bnt Ahmed Hana irdükl 
YudSüdin saklasfin Allah hatädan! 
Hie onatmaz o knllaiTn atädan. 

35 Äny k^ördüm, kl her k'cs bir 'al&met 
Idüp tahryräny dOzer be-fi^jet^ 
Saliy 'ädyl olan Sultan Mar&da 
Nytliär idüp dahy olor duäda. 
Murad itdOni; kl düzem bir risäle 

40 IIic cvclden alynmi^ hajäle; 

Yeli jok dar dzyhanda dimnemis söz — 
Bcjän olmus kaniii, ^tt ve javoz — 
Tcvaggul cjlcjüp kyldam tefekVttr, 
Der andern hatyra dOsdi todzckVor: 

45 Idem Bosna dilindio bir logat dzein\ 
Kl ola ol dahy halyndlEe bir sein. 
Logatlar eok jazylmys dOr iken hftb, 
Kamu di^xvhcr klbi mahbüb a margüb; 
Yeli Bosna dilindzc jok jazylmys 

50 Ne nathr ile ne natzm ilc dUzülmiS. 
Surü* bizdcn; ncsib itmek hudädan; 
Kl vad^yb dUr isi bilmek hadädan. 



27. A. (c/^.^j^ st. kevkebi, vielleicht richtiger in dem i 

ass der Sonne gleich mein Stern ergHlnzte!" 
ass mein Stern, mein Astrum hell erglänzte!" — v. 



« o « 



. B- ^ er f^. C. 8> ^r, — V. 20. A. hedze 

nd olsa st. oldy. — v. 34. C. bu st. o. — t. 35. A. V 
jr k'es. — V. 37. A. ^^^LLiJU w>l J.ß iUxJ. — v. 41. B. 

lür dzyhanda dinmek soz jok dttr. — C. dinmojon so? 
\» ejledüm kyldum. — v. 48. A. margub mahlmb; B. 
gvb. C. mahbub u margub. 



niau: Bowkek^TMdsche Spraek^knkmäler. ffj 

TcvekVelna dgflp, Bosna dilindie 
Logat jazdum, olor nef t billndie: 
K emäl elili olan afilar remAztn, 
fahm ejler ysirät ve gamiiztn; 
Hasüd olan balar elbet beUlna — 
Hasad i6Qn k'elab dllr ol dlybftna — 
Cu Bosnala olor irt bekämet, 
Iri bil hem logatlartn b^Ai^t. 
Pcs imdi banlary yezne k'ctürmek' 
Demür jaj dflr, dek^il mflmkiii ML^ilmek. 
Bi-hamdi-llah bedf flzre san&y 
Bejan itdam, k'j ola inda lerftmy , 
Selis itdQm jaznp vezain masarrab, 
Iden ysgä olar kalby mafiurrah. 
Latftjfdan bc^ftn itdilni Bosaadie 
n dbr k'ören: ^Beh, yaUaht basandie!^ 
Daby kyt*am Jazyldokce masanoa*, 
Jazardum &nda bir bejti raalamma; 
Mnhassal Sabyd^ tany dozliiittz, 
Yeli bäs& &D& jok dar sözflmttz. 
Kl bir mysra ola Bosna dilindie. 
Bin TQrk't' ola Yezne k'elindze, 
BilQr ebli, kl var bonda mesakVat; 
Cekllmis dür emekler fi-i bakykat. 
Ikl klmse bnlnr bnnda yfäde, 
Birt BosnalQ; bem tab*^ k'nSädc, 
Kl Bosn^ja olor TOrkl mnfade 
Vc gigrynnfi olnr 'y'^iJ zyjAde. 
Zarar mi var kl biz tahsyl kyl^jdnk', 
Kamn n&sufi lysanyndan bilejdOk'? 
„Mnbab oldy tek'eliflm^ didi Fä2yl, 



I i i 



AC. neV — B. belindze. — v. 56. B. o\^LS< , vocalisirt : 
nd ^,^ji^y^^ vulgär St. rumuzin u. gumuzin. Vgl. Allg. £inl. 

V. 58. B. ^Juii'. — V. 66. A. ^ st kalby. — v. 68. 

5e. — B.C. Yocalisircn »1. — ▼• '^^' ^^' ß^" Bosnala, 
; B. Biri Bosoa, biri latf}\ — v. Bl. C. x^ym m (Vax, 



63 Blau: Do8nutch-Türhi9che Sprachdenkmäler, 

„Kltaba-Ll&h o dildze k j ola nazyP. 

85 Cu indzil kazroti Isiga k'eldi, 
Iludiidan Kallara bir slija k'oldi, 
Nuzül itdi logatlardan laündie, 
Latin dili biri dfir hem bosandze. 
Bilinmck'de änofi jok dar hatftsy, 

90 K^i k'im bilür ola lazjm cdasy, 
Cu tanzym^na Hak Terdi t&animj, 
Didim „makbali 'äryf' afia nfimy; 
Nyjazym var veli chli fazyldan 
K'i afv ide bolundakco zelelden, — 

95 Bu da^ cun ide taks^ra ykrär, 
Any sctr cjlemek' dür döbi obr&r. 
Zi-nik'äu hcm sudur itmez tcarrütz, 
Zi-bcdgigan beb in psged tcmejjflz. 
Umümcn k'im ido ibsän dnäsyn 
100 Bula hakkufi nice lutf u atäsyn! 

Rydza sy hcm daä dOr Usk^ofinüfi. 



V. 84. A. t^y\S B. C. iiJ^\iS, Es muss wie v. 64 ki ola 

kjola \crsdiliffen werden. — v. 85 bis 88 fehlen in A. wobl 
sichtlich, weil ein rechtglänbiger Abschreiber an diesem Gedan 
Anstoss nahm. So bezieht sich dann v. 89 auf v. 84. — v. 
C. latin dili biri dir hcm bosandze. B. latin dili veli bir 
bosandze. — v. 92. stutt U*l C. iJjj. — v. 95. B. |c^lv>^. 
V. 9G. ABC. ^sXii3 statt vulg. ^J^Uj. 

V. 97. 98. B. Zinikan hem sudur itmez teWrOtz (u^yu) 

Zibcdhi^an bch m (qjJ^) pajed temejjur. 

A. Ejttlerdcn sudur itmez tearrtltz 
Zibedk'igan sudur ejlcr teaiTütz. 

C. Hjülerden sudur itmez tearrütz 
Javuzlardan sudur ejler tearrütz. 

Es ist augenscheinlich, dass Abschreiber, die das Persische n 
verstanden, den Gedanken türkisch wiedergeben wollten. 

V. 99. 100. fehlen in A. — v. 102 steht in B. vor 99. 
n. Bjdiasy bir duadür Uskufinün. 



BUm: Bosnisck'Türhische Spradidenhmäler. 69 

Cap. I. 

Bog u taliry jedno bir dOr, hem jediui vahdcti. 

Dasa dzam dflr, coygk adcm, dirllk^i dOr iivoti. 
Hern feriste angjel oldy, kWlcre di nebesa» 

R^j-^ dzennet , rainiki oldy dimek dienneti. 
Moma kyz dür, p«rah toz dür, tirag Iz dar, pat^jol. 

Zahyda hem sofy dirler, samsSdi dOr halveU. 
Yisoko dür jflksek olan, alcak olan nizoko; 

Hern sokol dOr §ahyn ady, acdy dimck poleti 
Glava bas dür, zab-^ dis dür, hem dadaga iisna dir, 

Nos bomn dür, dil jezik dür, brebre sende more Ul 
Usta agyz, rame omuz, hem ktdaga oho di, 

Celo alyn, kas obörva, sen k'üzel sin ISpoii. 
llem ajaga noga dirler, dize dirler kolino, 

Padysaha car-^ dirler, carina dür derleti. 
K'ümüse hem srebro dirler, zlato hem di altnna 

K'üzele hem l£po dirler, safia befizer kano ti. 
Hem tüfenk'e pnska dirler, sabla dirler kylydia. 

Lok-^jsg dür, kopje mizrak, daby sen vor udri ii! 
At kon- dür, mazga katyr, magara di esek'e. 

Zob-^ jem dür, sSno otlok, ala sende ozmi ti! . 



'ap. I. Y. 1. AB. Bog tafiry. C. Bog u tafiry richtiger, weU 

) Neutrum „eins^S Sonst müsste jedan stehen. Der Satz heisst: 

und tafiry sind „einerlei", nicht „Gott ist einer". — 

. A. dür dirlik'i dür; ß. ^j^. — v. 3. A. JjCi! BO. JJuc. 

L 4 n. ff. ist wegen der einsilbigen Wörter, die den Fuss -w 
u und hinter denen ich desshalb ein ^ einschalte, zu sehen 



o> 



eitung 2, a. — v. 7. AB. yJiß. C ^jjAj=WBüoher: nizko. 

T. 9. AB. vjj C. jt%:. — Am Schluss haben A. usta dür (s. 

ch Y. 11); B. Gubice (Schnauze); G. und Hilferdiiig: usna dür. 

IT. 12. A. lipesti. — V. 14. Es fehlt nach car eine Silbe. 
;rding bietet zwar st. carina das sprachlich richtigere carevina 
ch), aber die Gäsur fällt dabei so ungeschickt, dass ich vor- 
e car— und carina beizubehalten. — v. 18. A. ^y st ^yi. 

V. 19. Wenn kon (konj) nicht den Fuss -- geben soll, so ist 

eicht die altslavische Forai komon (Hilferding bei Kaznacic 

iy 

aa p. 33) herbeizuziehen. — v. 20. C. vjj zweisilbig, s. jedoch 
r. 4. 



70 Blau: BosHÜch'TürliBehe SpraekdenkmOler. 

Ko6a cv düF; 2ena avrct, muz^ dirlcr kodziga. 

Dahy kurda vuk-^ dirlcr, vacina dür hcjetL 
KoDugana hcin gost dirlcr, most-^k'öpra, mast-^jag^ 

Ilcm bycaga uoz-^ dirlor, mcso dahy bil eti. 
25 P^roz ork'edz, koc ovan dür, hem allste dAr kovan. 

Sir pcfiir dür, mcd-^ bal dür, medovina serbeii. 
List-^ japrak , tomd tutrak , cakmak ady ogajilo. 

Dclcndzvjo bozcnik, hcm iMga dirlor bogati. 
P^rst^ parmak, ruka el dür, dahy ptoten dür jttzflk. 
30 Us-^ bit dür, pire buha, pire oty paprati, 

Lcd-^ bnz dür, su voda dür, derc ady rSka dür; 

Sol^ tuz dür, rcc-^ söz dür, sazsc sende muci ti! 
Tazy hört dür, vizlc zagar, kncka dirlcr kandZyga*, 

Mis syoan dür, pas kupck' dür, Yzloccsto Dik'bcti. 

35 Uci, pisi, radi vdrlo, da ncbudes ^zlocestl 

Oku, jaza, pok'co calys, olmajasen oik'bctil 
I I -V.-- I I 

Safla befizcr hub-^ jok dur. Nvje nitko kano ti. 



V. 21. AC. va.^5, B. »Sj^. — C. 'iy. — v. 22. B. J^^ 
AC. ^cUa9 vielleicht vulg. hejbe = \^. — v. 23. C. \zya^yA i^i 
u^vmU. AC. <^«^9 so dass dann gost zweisilbig zu lesen; B. 
jdijy». A. most dirlcr köpri. — v. 27. A. ^^jbyiOy^^ B. 
^fJIa!^^^^^, C. ^^ ^j^. — V. 28. fehlt in B. — A. ^ 
jO sjifj 'j^, »^ ^^^j$\Am C. UuiJ^i^O^jjsu^^Pj ich vermuthe bozenik 
Bettler und danach n^a ^^^:sulp dilcudzi, wofür die WB. bo^ak bi^ 
ten. — V. 29. AB. ^^^^, C. ^ß, — v. 30. A. ^i^^L^i jjy^V^. 
— V. 31. A. st. derc ady rcka dür: k'elisaje cörkvadi. — v. 32, 
AC. J^, B. ^yo, — C. ^ilb^ — AC. K^yL. — V. 35. AC. do- 

bro radi st. radi vörlo; — B. izloo'est-, C. izloüzcst. — A. und 
WOrterb. zlocest. 



Biau: Bosnisch-Türkische Sprctchdenkmäler. 71 

Cap. n. 

zelen, kyzyl cör^en, modro nc mor, iato sary, 
kalu& ody govnoval, karaud2a nirav, golcm iri; 
k biti >stCDica, k'Ogenün ady gagrica, 
m pa2 ilc koznh dahy k'drk' vc bödzck^ koza deii 
jecam, zito bicQm, ^snob daby oldy demct 
im ciftcije dirler tezak, cift sfir dimck' oldy ori, 
lan v^rsaj, tarla niva, hcm araba dirlor kola; 
kVcn ile dahy tarak grablje vile, h<»iig%j kory. 

tyn^o^n oldy kosa» hem bic dimck oldy kosi 

saclara daby kose, lepa zena k'üzel kary. 
:a hem kiyn ana dür, ponac daby ksjn ata dllr, 
tvjesta hem oldy k'eliuj kanaieoa kabpe kary. 
oldy k^ül, maia ozeg, hem eksga glaviga dinOr. 

iskra hem kygyldzyma^ ipccla dür daliy ary. 
Jcvdanek seu bil dahy Rozi-Hydhyr dimek' olur. 
miek' lonac, avd/y lovac, hcm cisto dttr olan ary. 
la k'üni pctak dinflr, irtcsi hcm sabota dür^ 
zar k'üni dür Nodcla, hem Meijemc dirler Mary. 

hcm Ponedelak, Utornik oldy Saly-k'ün. 
eda bil Carsembc dür, dzin Sotona, Vila Perl. 

I. V. 1. A. kyzyl c6rlcn, jesil zclcn. B. cönrcn. — B. 
vor mor. — v. 2. 3. fehlen in AC. B. hat zorn Schluss : 
das wären beides türkische Wörter, daher ich nach Gloss. 

, wo zweimal J^£==d^, hier golem (sl. gross) ver- 

- Y. 4. A. ile fehlt. C. puz ilc hcm kozuh. — v. 8. 

n. — V. 9. C. Digrcn vilo, tarak girable, hcm gjyi 

y. — V. 11. B. fehlt hem. — C. ^.li bis. — v. 12. 

le: D. fehlt hem. — v. 13. AC. aa^I B. 9j^i\. 

f •• •• 

. fin. AC. dar olan (ulan? ..^y^) ary ^j;^, B. ^^jc. 

A. oülJ^^r^r, B. ^«i)3;^, C. UÜl^^H;>i. WörtBB. 
.n. — V. 18. AC. dzuma k'ttne dir petak. ^ B. fehlt 
lade. 



72 Blaui Boamsch-Tarkia^^ Spraehdemkmäier, 

Öetvertak oldy hcin Haines; di ncdila hem hefleje, 
Ilem mardara di poganik, pisaj iie, sy&i seri. 

Ti zla nccia, dobro nciO; sile De6iD^ h\o povörz - 
K^em etmo scn lutf idcgür; zulm cjleme, terk' it £erl. 

— I-— It— I— j , 

25 Ti pogledfg, ti pomiluj! Ikl k'özQm, bir bak beri! 

Cap. ni. 

Di jildirime goromi dahy^ siuSg di kara, souga zima. 
Di peci funin, ca4ic^JA korum; pola di jarym, dfllQiie (f :^^^ 
Jonildy mori ; janar di gori ; kacar di b^i ; tira di ko^s 
Teco di akar; pe(^o di pisir; dii\ja nc kavan^ nejidi jem 
5 Hek'im di l^kar; pomazi sagar, miliko ne süd, jogort 
purut» cybuk, p^loU di cit; siAire zila^ mcscje soma. 
Zaludu snma; swöca muma; anaja mama, atiya daca. 
Kodia karyju dinildi baba, jctismis olan kyza di moma. 

Safia, jek olan, hazcr zi hndä ki sende ejer okyl vari&^. 
10 Tebije, bolan, bojatee Boga, ako a tebo pamcti ima. 

Saha natzar it, dyryg-^ mek'ttn, Huda iu, k'ttned natzar besama 



V. 21. C. Dahy ncdcla hem befte; B. bem hefte^ ady ned^lt;! 
C. Marg. haflaja dirler nedela. — v. 22. AB. ^^ C. ^jß, — ; 

▼. 24. A. (►^ BC. ^. 



; 
( 



T. 26. A. Ti pogledajy ti pomilig! Ik'i k'özam, bir bak beri. 
C. marg. Pogicdaj ti , pomiluj. — Ik'i k'özttm bir bak beri. :' 

B. Ti pomiluj, poklon mcni. Ik'i k'özttm bir bak beri. • 

C. Ti pomiluj, gledaj menc. Ik'i k'Ozüm bir bak benl i 

Cap. III. Y. 1. B. sin^eg kar; C. giromi daby sinig kara; 1 i 
dahy, siniga kara dahy. — v. 2. ß. ^J^^ st pola di. — v. 8. ^ 

ABC. Joroldy nmori. Das Yersmass verlangt das seltenere Synonj» , 
mori. B. fehlt di vor gori; tirjy st. tera. — v. 4. B. peceao 

statt pece di; nejedi st. nejidi. — v. 5. B. Hek'ime lufar (;Ui si 
^IflJ); muze st. pomuzi. — v. 6. di fehlt in den Codd. ausser C, 

wo es mit rother Dinte hineincorrigirt ist. — AC. iJ. — Ferner 
hat A. mese ne; B. mese; C. richtig mcscje, von di regiert — 
V. 7. B. fehlt der Anfang zaludu suma. Statt ataja (AC.) hat B 

bßbaja. — T. 12. B. c/^i uu^ Ui^, 



Blau: Bo9ni9ch'TürkUche Sprachdenkmäler, 73 



\ Cap. IV. 

I Xohoma scmc, ada di ime, balugy riba, balagy satan 

JiSkSL di ribar, daby bordia dug, pororok dahy velilik' satan. 

Daliy taga hem didilcr gora, cam agacyna didiler bora; 

Ve senevbere didiler jela, sakally bradat, ürCdi pletcn; 

Silo di bize, dahy dik'mek'e didi sasiti, daby poslovat 

Didi islemek^; tnnja fl^va dür, dahy malo az, didi lan k'etan; 

K^Ol^'e di koijen, doboko deriiii siroko jassy ve dngo uzun. 

Yo^CDO Silin, camura kalo, camnra batan afia di biatan. 

Ka^aS ady hem dahy ördek'in bin patka dür, bin gnska dür. 
[10 Act j izd>ral oldy tunianall, dahy captja dür balugy jntan. 

Te golnb dahy di k^ttverdzine^ k^rilo kanat^ ve mühür pecat. 

l^^emi la4ja dOr^ ve more defiiz-, nionat olan bognlup batan. 

^eco bit junak, tko godi b^zi, lese obzire sirdasce mece. 
01}iDaz jik'it kacagan k'isi, kWije bakan jOrek'in atan. 

1 1 1 1 

\5 Gidiede namaz kylydiy ero berabermi olnr ignjup jatan? 



Cap. IV. V. 1. B. ad ime, C. ad di ime. — v. 2. 

L dahy bordz dug dahy porug di vckil olan (^5/d ^^' V^^^ Bürge?) 

C. didi hordza dug, dahy hem porog di vekil olan. 

B. didi bordza dug, dahy porok veliiik satan. Reim in >tan und 

grössere Originalität des Ausdruckes entscheiden für B. veliiik 

satan =prorok „Prophet, Wahrsager". — v. 4. B. fehlt 

der ganze Vers. A. statt sakally bradat hat A. sakyza smola 

(siebe jedoch Cap. XII; 13, wo dies noch einmal vorkommt). — 

V. 6. AC. malo daliy az. — B. gibt dafür: tuna sgya^ dahy 

doda murva, lan k'ctan (Ojj = murva Maulbeere). — v. 7. 
B. fehlt di. — C. vedugo. A. vidoko {y'^y^^y) , B. visoko. — 
y. 8. B. sttlly. BC. kao. — v. 9. B. fehlt dahy. — v. 10. A. 
Dahy iidral oldu turna. — v. 11. AC. Vegolub hem di gök erdiine. 
R Vegolub k'ökerdzin. Da eine Silbe fehlt, so vermuthe ich dahy 
statt hem. 

V. 13. A. Kece bit junak ko gori bizi tesc obzire is^rce mece. 

B. Nece bit junak ko godi bizi, tesc obzire sirdasce mece. 

C. Nece bit junak tko bezi tesc obzire sdrdze mece. 

▼. 14. A. SU kacgan. — v. 15. fehlt in A. — B. cre (»%'), 



74 Blau: Bosnisch'Türküche Spraehdcakmäkr, 

Cap. V. 

Adainofi tyrnogyna dindi nokat, 

Ye masek'kW olan altuna dakat 

Bakyra mSdeno, korsun oIoto, 

Tu6a ng, dahy d^voziruk ik'i kat. 
5 Bukara mesrebe, tek'nc korito, 

Köpck'in icmesine dindi lokat 

Dahy metla-ja süpQrde; lopata 

K'flrck ady, di sQpQrsen ti pomct! 

KokoSi hcm dahy dirlor tanga, 
10 Taak csmcsino dindi 6cpMcat 

Nc zaboravi scn onutma dimek^ 

Dahy feijada dinildi jaukat. 

Alma atysmaga di hcm jabokat, 

Dahy katlanmaga dirlcr pocekat| 
15 Bclo ak dttr, dahy mchko jamusak, 

Pipat ohsamak ve scvmck' milovat. 

Dahy yrlamaga dinildi pevat; 

Nagamat itmcsinc di perdikat. 

Nala podkov, tyniaga di kopito, 
20 Aty nalatmaga dirlcr podkovat. 

Cap. V. Y. 1. B. didi st dindi. — v. 2. AC. di statt \c. — 
V. 3 u. 4. fehlen in A. — v. 3. C. Bakyra mid, di knrsun otofotj 

— V. 4. B. tue, C. tuca. — v. 7. BC. xj^x^; A. raetla vc süpftHÄ- 

B. sttpürdzc. — V. 8. A. pomct-ti ; B. fehlt di ; C. wie im Text it- 
cipirt. — V. 0. C. tauka. — v. 10. B. didi st. dindi. — C. isme-, 
sine St. Cbmesinc. — v. 11. BC. dahy statt scn. — v. 12. 11- 

fehlen in A. — v. 13. B. dahy hcm. — v. 15. AB. •JL^ C. J^*^. 

— C. mchko dirlcr. — v. 16. A. ohsamaga; fehlt vc. — y. IL; 
A. dirlcr di. — y. 18. A. olä^^.^, B. oüjJ^, C. oLiU^U, Erste-. i 

res scheint =prcdikat (Sulck WB. 1035 predigon = prcdikal)', 
namigat bedeutet eigentlich „zuwinken^'; vielleicht ist es hier sla\i- 
sirtes nagamat itmek; s. Glossar. — v. 19. BC. tyrnagyna di; eüM 
Silbe zavicl. 



Blau: Bosnisck-Tärkische Sprachilcnkmäler, 75 

Saty pazar hcm tidijaretlc bile 
Aßa Bosand2e dinildi törgovat. 

Kulnli olmak nice latlk irilür. 

Tebi rob bit mnogo dobro docekat 
-W-- I ^ I ^^. I 

5 Alak'özlOm belflm itdi ik'i kat 

Cap. VL 

Di momce <^lan, hem robce kaldür. 

Bülbül slavic dOr, ni2ica k'fil dOr. 

Di sonco k'ünes, hem aja mesec. 

Oblak ne bulat, Tjetar ne jel dür. 
3 loek'e krava^ jas ota trava, • 

ßir sa dür Drava, potok ae sei dOr. 

iSvadba dflgan, danaska bfigfin, 

Igra dür ojuD, buban taval dOr. 

Kum oldy sagdyc, di koma jenk'e; 
) Hem zet k'üvekX s^rce k'öfiül dür. 

Üpmek po^abit, kocmak zag^rlit; 



.21. AC. satu B. j^Lo wie j^l. — AB. veiidzaretle. — 

— V. 21. 22. C. Satu pazar hem tidzarct di afia 

Bosandzc dindi i^rgovat 

C. marg. Bosna dilindze dinildi t^rgovat — v. 24. B. 

C. milogo. — A. dobro. BC. dobre. — v. 25. A. Ala- 
C. ala k ozlü. A. uXv^l ^«Jb st. itdi. 

VI. V. 2. B. dVj^^lyo. AC. lilj^X^. — V. 3. A. hem ajy 

- V. 4. B. fehlt ne. C. hat erst ^o, dann von zweiter 

Tigirt jü. — B. vocalisirt: vejetar. — v. 5. A. Inek'e 

;cil. di — C. oty; B. inek' und ota. — v. 6. A. Proso ne 

)k ne sei dür. Wegen der Assonanz an krava und trava 

die Lesart C. Bir su dür drava vor, zumal proso — tary 

andern Stelle X, 13 folgt, und hiernach ^^»^^ ans yOjij 

> aus »j'^o corrumpirt scheint — v. 7. B. danas je. — 

Igrat ojun. — A. tarul J^lb, — v. 9. fehlt in B. — 

. fehlen in A. — BG. s^rce jürek dür; ich habe des 

egen das Synonym J*?y restituirt. — v. 11. B. g^rlit. 



76 Blau: Boeimdi-Türkuche SpracJukukmäkr. 

Ton ilc k^ömlck' ga<5a koSul dttr. 
Macka k'cdi dir^ picka dl fcrdie, 
Hern kad kacan dürj catlak pnkal dftr. 
15 Gluk oldy sagyr, <s]6p ne k'ör dür. 
illrom topal dür, sugav ne k'el dttr. 
Ogi\jistc odzak, hem kat badiak dOr. 
Kusluk DC rucak, lokva no k'öl dOr. 

Lqm milovat zakon je davDi. 
20 K'üzcli scvmck'' adet czel dür. 

1 1 

Ol abu k'özli jahSy k'üzcl dir. 

Cap. VII. 

Ajyblamak ne dttr rugat^ öfQrmek' oldi hcm pubat. 
Kasyk calinak daby kosat, dck'ismek' oldy bcm rcdat; 
K'ezinmek' oldy bil bodat, salynmak dür daby »etat. 
Kuty ivmck' dUrür bitit^ daby sycramak ^skakat. 
5 Tuk oldy bcm daliy sit dttr, k'cdi kovmak daby pis dür. 
Büjbk'leumek' ponosit dür, 6ömölmck' dür daby cucat, 



* 9 



VI. V. 12. B. Ton gaca (n^U) kunluk* (^^^jS') kosu 

C. don ilc köfiluk (vjJ^y ). — v. 13. B. picka fcrdz dür. — 

AB. puccn. Wegen des Reimes aber und weil in Gloss. R. 9* 

dureb puklo wiedergegeben wird, babe icb pukal conjicirt. — 
C. bat von zweiter Hand puklo. — v. 15. 1(5. sind in alle 
llandücbriften so gegliedert, dass die Reime topal und k'cl 
Mitte fallen; der Reim verlangt wenigstens eins davon a 

Scbluss gestellt — v. 15. A. ^jin st ^JU. — v. 18. B. 
— V. 20. B. J^y, C. i^j^r, A. ^jyf. 

Cap. VII, V. 1. BC. ajyblemek'. In B. feblt ne dür am 

oldy; C. bil corrigirt aus bem. — v. 2. B. dek'ismek' rcdat ( 

vgl. Fröbl. illyr. WB. 376, redjat „abwccbseln"', wogegen A< 

gebrüucblicberc, aber bier gegen den Reim verstosscnde proi 
baben. — bcm füge icb binzu. — v. 3. feblt oldy bil , no 
daby. — v. 4. B. feblt daby. — v. 5. A. Tok olmak; B 
oldy bcm daby und weiterbin daby. — v. 6. B. ponos dür; 
feblt dttr daby. A. i^^fy^ 8. Glossar. 



Blau: Botmsch-Türliechc Spraehdenl-mäiar, 77 

ssi hem domacin dfür, dahy ^tko dünek' k'im dflr? 
1 kalyn, rnkav jefi dOr, jemek' kuslnk iijn racat. 
Jclady di casüla, oniclar oldy postlla. 
kc dindi postellja, suk'ut itmek' dürOr mncat; 
3can oldy hem hasta, dahy girih diiiiir basta. 
ady dQrQr Kosta, k'ilidlenmek' ne zaktjocat * 

' divjc di jabany vehem ehii dOrttr pitom. 
ana dinür hem zec, äigyrmasy dOrOr kve&t. 
n cir dOr, taun kuga, boli hem ja'ny agyryr. 
ek' pupak; karyn tdrbuh, jürek' sQrmek' dflrOr litat-, 
en hem oldy jaraly, onesv&tit btyylmak dOr. 
»tan oldy nahoslo, hem ifilemek' dahy jecat. 
r karat cckümek' dOr, pomirit hem barysmak dür; 
ssmek^e dinOr h^at ve jenmek' oldy na4jacat 

r. 7. in B. fddt hem und dahy. — * v. 8. A. i^OJlS kallyli 

t jefi. — B. fehlt ftsyn. — v. 9 AB. konnUar oldy; C. 

na; aber das slav. äistila ist Yerbalform, nicht snbsf., 

konnklady coi^icire. — y. 10. B. fehlt dindi nnd dQrflr. 
. fehlt in B. — A. nemocan, G. nemocin. -— Die letzte 
t mir dem Sinne nach zweifelhaft. AC. schreiben ohne 

:^ .^JLp8^. Da ich in Ynllers P. L. üand: «;owm^ 4. 

icolom «^'S so habe ich angenommen, dass ^x^ hier 

' Dativ von c>umo r^iert von dinnr ist nnd »^= girih 

s Slavische übernommen wAre. Doch ist vielleicht anch 

? von ^ Schimmel nnd uu^ das slavische. — v. 12. 

lürOr; AC. zaklopit statt zaklijncat; wie B. u. der Beim 
L — V. 13. In B. fehlt daliy n. di — ; A. hat statt ehli 
- C. dür St. dürtlr. — v. 14. A. Tausana hem diuQr zec, 

r dürflr rncat (oL^^) ; G. Taosana dinildi zec, cagyrmasi 

cat (s^^^ij^) ; B. Tausan zec, gyrmasy dürür vecat (c;AÄ^^^^, 
ithe k vecat Fröhl. 126 quäken (vom Hasen). — v. 15. 
AB. ^. — C. dimek dür st. hem jany. B. agyr. — 

. jürek s^rce. — v. 17. fehlt in B. — A. onesvest, \5. 

,. C. marg. zanesvestit — v. 18 fehlt in B. — A. statt 

^r. — V. 19. A. umorit, C. umirit, B. pomirit. B. fehlen 

dür. — V. 20. B. ol^^l — , dinür n. oldy fehlen. A. 

BC.jeßUmek; D. c^^^'pli st/ «i^s^l^iVi^ 



78 ßlau: Bosnüeh'Tarküehe Sprachdcnhmäkr, 

Hcm aksjnnak dfirflr kihat, siial itmek' dflrflr pitat 
Elin salmak dOrflr mahat ve fal a&nak dflrflr vraiat 
Ja dobro vi^jeh od tebe, nemoie se ti ixpnTit 
defilfi Intfofioz k'ördflk' yvaz itmek e jok takat 

25 Benüm klbi olan btk^es k'elflr basyna iok halat. 

cap. vni. 

Di opanak Sarjga, hem tasmsga dindi opnt 
Sargysyna di obojak, k'ejmcsine di obot. 
K er topaz olsa agat^dan, afia dirler batioa, 
toljaga bcm ol dürür k'im TUrk'ife dinildi lobnt 
5 Makbaraja grob dirler ; kazinasyna dindi kopat. 
Öimttse mörtav dinildi, nosilo oldy tabot; 
Hcm zaliti adzymak dür, aglamak dür plakati. 
K'öz jasyna soza dirler, hem JavQza dindi yat 
Ilem sadaka vdrmek' oldy dahy za dola podat: 
10 Dißle dimek' jany dati, diiileme daby nedat. 
Dögmcje patce dinildi hem dobima haljiiia 
Kojnufia nedra dinildi, hem eteke dindi sknt 



VIT. T. 2 1 . B. fehlt zweimal dürür. — AC. ahsyrmak. — v 
B. fehlt dürür. — AC. vra2at — y. 23 u. 24. fehlen in E 
23. C. izbrojit, nnd danach 24. Iju» (zählen) 8t izpraTit = 
itmek (vergelten). — C. kördük k'i. — v. 25. A. ^^yMtS^. 

Cap. VIII, V. 1. B. didi. — v. 2. AB. fehlen beide di; A. 
dir nach obojak; C. erst dirler, dann di. — t. 3 a. 4. fehle 

B. — V. 3. C. di scnofia. — v. 4. C. Hcm tojaga dahy o dür 
dinür tnrkce lohnt — v. 5. B. fehlt dinOr u. dindi. C. Makba 
di g^rob, kazmasyna di kopat (A. kobat). — v. 6. B. fehlt dii 
u. oldy. — C. di m6rtav hcm. — v. 7. A. aglamaga di jaa 

C. — plagati ; B. aglamak palakati. — v. 8. A. javnza dinildi 
B. fehlt dinür, hem n. dindi. — v. 9. A. jany statt daliy. — 

fehlt V. 9 ganz; C. v. 9 n. 10 in umgekehrter Folge. — v. 
A.' difilememck. C. difile dimek didi dati ^y^^ A. Jl^ , B. ^ 

B. fehlt jany n. dahy. — v. 11. B. fehlt dinildi hem. — v. 
A. jkki^yi B. t^'^i.xyb C. }t,ly.k^y^ C. dahy st. diudi. 



Blau: Boanisch'Türkische Sprackdenkmäler, 79 

Uzjasy binä dimek' dir, in dimek' dir ^Javi. 
Joldzyja hem dindi poinik, jol amsy medopat. 

Sar a japys, int any sen, k'österür ol saOa jol. 
Sud nfati; d^rii dobro, kazatde on tebi pat. 

K'önderegür gidze k'tlndflz, makbarafia zad u kot 

Cap. IX. 

Idi jüri, hodi keld, sid otnr; 
Ostani dar, ti donesi sen k'etor! 
Lasno dimek' oldy koU^; nmcno k'Qc, 
Neka ossnn, Jone tosnn, dahy tor 
5 Di agyla, bozagyja di tele, 

Ovca kojnn, Jnyalynan top kotor. 
Tikva kabak, vino sarab, hem casa 
Di kadaha, serhosa kjjan dinnr. 
Jak uiezi, hem cynga dindi Inc. 
10 Simdi sada, docide on ol k'elür: 
Yatra oganj atese di, hem piamcn 
Di jalaila, ugljei^e dirler k'Qmür. 
Jarasa hem kusbaba dar, klin ii\% 
Moha sinek, k'elbek e dirler lebpur. 



Yni, V. 13. C. Usjasi nc bin dimek, in^ dimek dir isjasi. B. 
fehlt beidemale. — v. 14. B. fehlt hem dindi. — v. 15. B. 
no ti; was dem Türkischen wörtlicher entspricht. — v. 18. 
nakbaraja zad knt. B. makbarana. (}, makbarafia. 

Ctp. IX, V. 1. A. vxl, B. j4*-, C. ,^vx11. — V. 4. A. lere 

tereosun, C.^^^A**^! nS'Ü; am Rande: ^^^^--J« I ^äU . — Weiter 

hem ne statt dahy. — A. schreibt v. 4 u. 5 folgeiulermasscn — 
katar mazga, jagnje knzy, k^ci dir koza, verdächtig wegen I, 19 
Xm, 41. — V. 5. C. bozagyna. — v. 8. B. daliy kadah; AC. 
hem, eine Silbe zuviel. — v. 10. B. docice oni. — v. 11. 



(I » o - o t ... ' • 



l fehlt di. — V. 12. A. xiryla und juU.I; B. ^^I »i^i;^ ; C. 
.jj£^1 Ni>J,i. — V. 13. fehlt in B. ganz. — A. jarasa hem baba 

Her. — V. 14. A. ^<JLr. BC. i3iJS. — A. ^^J, C. ^^J, 

. lepir wie die WB.; lebpur steht dem griech. kBniSontBQog noch 
kber. 



80 ßl<fu : BiMniMeh'THrkueke Spratkilenkmäler. 

15 Bagcaja hem y^rtlo dirler, lok sogan; 

Frendie jakyn bir seher adj Kotnr. 

Vörba sök'üt, ardyca hem smrika dir; 

Tiz hitit, izv^jaü dahy savur; 

Irteje sntra dinür, hem dün jacer. 
20 HavlJija sen dahy digil ^stobor, 

Hashasa mak, hem repe di ialgama. 

Hem Cynara dahy dinildi javor, 

Bradva nadiaki hem k'esere tesla dir. 

Tcstereje pila dinür, hem iator 
25 Di cadyra, hem koliba ierge dflr. 

Mantara bil dahy dinildi pecar; 

Hem govedar oldy coban, tas kamen, 

K'öje selo, k'öjlC^e dindi potnr. . 

^Tko-godi dobro ein!, nadide. 
30 Her k'isi k'im cjlik ejler, ol balar. 

Halykuna ja'Iamu ma fi-s-Sndur. 

Cap. X. 

Pojas oldy kasak ve mado tasak dQr, 
G*las bil haber ddri k^las hem baSak dQr. 



IX, V. 15. A. yLi'jJ^, C. >l3y3, B. o^^. — v. 16. A. Rre 

B. Farance. — v. 17. B. ardyca tisovina. A. simerka, C. simei 
— V. 18. B. corrumpirt: .^ ^ JiJ^ß li 3j:^j*ß. AC. Tiz 

izv^at(i) dahy savur. Der Imperativ müsstc heissen izvüavaj 
vielleicht ist so zu corrigiren. — v. 19 fehlt in A. — v. 20 

y 

in A. und B. — v. 21. A. Salgama repe di hashasa mak. - 
repe salgam. — v. 22. 28 fehlen in B. — v. 25. AC. *^y^ 

xcA. — V. 26. fehlt in B. — in C. stehen v. 26 und 2 
umgekehrter Folge. — v. 28. B. fehlt dindi. — A. ^^^ , B. 

C. ^yhy^. — v. 29. A. godc, B. godi, C. god. 



Cap. X. V. 1. A. fehlt ve. — v. 2. A. hem kUas. — 1 
fehlt der Vers ganz. 



Di sandoga kovc^ ve raf dflr polica. 
JDi d^a oduna ye jük hem tovar dttr. 
Di k'^ttlk'ene bnkra, ak agadia breza. 
Di fandaga lisnik, te pan hem k'ötük' dttr. 
X^aranca tonuii dOr, ve sipak anar dttr. 
Dahy smokva indiir, ve koz hem (Hrah dflr. 
Crügem dttr t^fiuuia, ve töm hem diken dttr. 
Cilek dttr jagoda^ b^^grftldie pasol dttr. 

Di cavdara raSi, ye Sejtana vraÜ. 

Jalaf hem ovas dflr, s'lama saman dflr. 

Psenica ne bogdsg, p^so dary dflr. 

Piriuc hem oriz dflr, berek^et koriz dflr. 

Ok'ündere ostan, ye k'öski polnga, 

Di suplja delik dflr, ye ^Üih oluk dflr. 

Hem uze ne ip dflr, zaye£i di bagla. 

Bojandruk ne jaram, ye zeyle teljig dflr. 

Hamara di tisto, jogormak di knhat 

Dokomak di ^tkat ye postay ne bez dflr. 



V. 3. A. v-ft^^ä, B. j-^^, C. ^yi WBflcher : koyceg. — 
B. fehlt hem. — y. 6r A. k'fllk'en ne ; B, k'fllk'en, C. di 

5n dl — ABC. ak agac, nnd dann A. tjj^, B. Ij^, C. fj^l. 

)r Datiy akagaca scheint durch das Metrum^ wie durch die 
nktion geboten. — y. 6. B. Dahy fnnduk lesnik ye pan k'ötflk 
1 Funduka. — y. 7. B. fehlt ve. — y. 8. AB. Di ismokya. 

fehlt hem. — y. 9. BC. fehlt hem. A. fjf^y^ ohne dflr. 

10. A. Bök'flrdze; B. bök'flrüldze; C. »>\iyj^ — y. 11. 

i, C. razi, B. raz. — B. ye sejtan yrag; A. yiraä. — y. 12. B. 
}Yas slama saman. — y. 13. B. senica bogdaj^ proso dary. — 



t > 



iry. — y. 14. fehlt in B; A. j^^^ä, C. y^yi reimt auf oriz 

i) s. Glossar. — y. 15. fehlt in B. — A. ^yC^^y';C. ^J^^ 

. t^yi^ C. i^yiyi.. — y. 16. B. fehlt ye. — y. 17. B. Ip 

j; fehlt dl — V. 18. B. Bojunduruk jaram. AB. jii C. oOj. 

19. B. Hamur tijesto. — fehlt di. — v. 20. B. dikamak 
3; BC. fehlt ve. — AC. postava; aber besser B. postay ne. 

lADdl, d, DMO. V. 2, ^ 



^2 ^loHi Bo9$usck'Tarki9dke HpmekdenkmOkr. 

Hern izbit di dök mek' ve jOrii UTalit 

G'rad hem hyiar dflr, labarda ne toip dOr. 

Dojiunluk dobilje, te serhod dOr krigiia. 

Junak bil levend dfir, ?e k'afyr ktnr dOr. 
25 Di kazgona ganan ye ct&Bk piloiin, 

Vrana di karga, ve mojmol koba2 dOr. 

Papaz dahy pop dOr, ve govno di bok dar, 

Bahyl hem lakom dOr, ve adet zakon dflr. 

Hil medved Qjn dOr, v^jama kigit dOr. 
30 Cavaj hem sakyn dOr, b^Uzu jakyn dOr. 

Ti sinke dobar badi, dobro je lipo 
Sen ogal €|ji ol, k'i cjlik k'flzel dflr. 

K'isvje k'erek'lfl ejfldie amel dttr. 

Gap. XI. 

Di dogdy rodi, dahy babine dttgttii dflr. 
Pastorka ök'cj kyzy, rodbina sojufi dflr. 
Zdrebna kebe kary, alarma öovar dflr. 

X. Y. 21. A. irbit — v. 22. B. Ilisar g«rad dttr; weiterb/i7i^ 
nc. — V. 28. B. fehlt ve; C. fehlt dttr. — A, s^.^i. — T.2i 

A. Levend bil junak; — B. fehlt ve. — v. 25. B. gozgnn; A.ta^ 



I w 



guna. B. fehlt ve. — v. 26. B. virana. — A. ^.^^♦^ B. J^^ 

(!. ^y^*j^y — V. 27. B. Papaz pop dür govno bok dOr. A A | 

papaz we pop dür. — v. 28. B. fehlt hem und ve. — v. S9. B 
Mecljed aju dür vejama etc. C. di medved ajudttr bil ve jamade. 
— V. 3ü. ß. fehlt hem. — A. Sakyn hem öuvaj dflr. — v. 81. Bt 
dobro st. dobar. 

Cap. XI V. 1. B. ^^. — V. 2. A. ^yly^^ B. ^y^^ C. 
y^^y^. — V. 3. fehlt in B. ganz. — A. LuaSy (vielleicht = *• 
tina schwanger WBB). — G. uü^^t. — Weiterhin hat A. asunnisy 
^y^^y^^^ C. Lt^l, und dazu am Rande das Glossem: fiS 



I I • 



^S^y^ j^^u^^ }yi ^'"^^ Ich habe ein Wort; cuvarac oder 
üovarac nicht erfragen können; auch in keinem Wörterbuch ge- 
funden. Es scheint „den Schwangerer'^ bedeuten zu sollen ; so dast 



Biau: Baamach^Türkische Sprachdetikmäler, 83 

Kas oldy biz&m, dahy *yas aizüil dür. 
Obruc di cenbere ve focyja di kaca. 
Kardasa di brat, hem ko^evka besik dflr. 
Kjz kardasa sestra di, ve sin ogal dflr. 
Kyza di kc'eri, vebem sora di kajjn dflr. 

Hern sarka di sihr, oldy golo jalyncak. 
Di k ejdj obace, *8vuce oli sojofi dflr. 

Yrata kapa dflr dal^ isik' ady präg dflr. 

Mliu di dek'innene, hem mliyo ne ufi dflr. 

Bak bnga, hem zdrSbe dinflr ti^ kobil hem 

Kysraga dinildi, hem *tvoje senül dflr. 

£j boze, ü poklon mojn diisu ba yesell 
Ja rabb, ata ^le kl rohnmy seyin dflr! 

Imruz amel €|ile, kl nkbada semii dflr. 

Cap. XU. 

Frenk' biberi paprika dflr, mflrver ady zobika dflr; 
E'eleposa hem kapa dflr!; öfi saeyna hem Mka dir; 
Hem uk'iga jejina di, makramtga di rocenik; 



k in obscöner Bedeutung und dovar, duvar des Textes als 

i kvarati (=kvarit, verderbe) zu nehmen wäre. — v. 5. A. 

und ?iäOL3 — V. 6. B. fehlt di und hem. — ABC. ol^f 

iter A. likjij B. ^y(^, C. li^; WBB. koyevka. — 

sar. — V. 7. A. von ve sin bis v. 8. kderi fehlt. — v. 8. A. 
sura sura kigyn. — In B. lauten die Verse 7. Hem kyzy 
ri ve sin ogul dflr | v. 8. kyz kardasa sestra, sura kigyn 
• v. 9. fehlt in B ganz. — v. 10. AC. svuce, B. isvuci. — 

A. varata, C. 'Ofl^^l, — A. cl^ st präg. B. ^^. — v. 12. 

in dek'irmen hem imlivo un dar. — v. 13. 14 sind in B 
lengezogen: *zdräbe taj kobila kysrak dur. — AC. v. 13. 
lem, C. tiga. — v. 14. A nochmals: kysraga kobilhem st. 



^ ^ > ^ . I 



— V, 15. A. J-.J ^ — B. ^j ^, C. >,«j ^. — V. 18 

I 

Ik'flnde st. imruz. 

ip. Xn. v. 1. B. fehlt zweimal dür. -- v. 2. B. fehlt dür 
r und hem. — C. öfi sacy. — v. 3. B. bajkusa st. uk'iya, 

6* 



34 Blau: Bomä9eh'TMdaehe SpraehdenkmäJUr, 

Hern k'eneTir konopUe dflr, diida dahy mizraka dflr^ 
5 Dilk'ü dahy listica dür, bir dahy hem setka dinUr. 
Ilrastovina dir pelide, kara sök'üt rakita dflr; 
Zahna dahy sila dinOr, nakomice zalime dflr; 
Dirsek ady lakat dirler, jammga dahi iaka dtr; 
Di deveje kamila, hem aldamaga mamäe dir; 
10 K'ücttke hem malakno dir, hem btyok'e velika dir; 
Hem syryga motka dinflr, tezcjje hem tetka dinUr; 
Bigkusaja hem soya di, sagsygan ne 'svraka dar; 
'Smola hem sakyza dir, bal mamyna Tosak dinür; 
Scftalcga praska dinür, alma dahy Jabnka dOr. 

15 Yi lipotO; *8tobome oddavna mili^emo sei 
£h küzelim; senifiile dostlugomaz sabyka dQr! 

Uskufijal koliugumaz Padysaha sadyka dflr. 

Cap. XIII. 

Dir, ik'^i; flC; jedno, *dva, hem t'ri, 

Dahy dörde didiler bil cetiri, 

Pct^ bes dflr, sest^ alty, hem jedi 
Bil sedam dflr, hem sek'iz osam didi. 



XII. V. 4. B. fehlt hem und dflr. — v. 5. C. jJUj tetka -* 

Y. G. AB. Kastovina. — C. rakika st. rakita, wodurch der ricbt^ 
Keim -ka dür zwar hergestellt w&re; allein AB. rakita wird durcli 
alle Wörterbücher bestätigt — v. 7. B. jjli, AC. a^^JL*. - 

V. 8. B. fehlt dirler und dahy; A. dirsek'e ohne ady. — v. 9. i 
hem kamila; C. fehlt hem. — In ABC. sind v. 9 und 10 umgestellt; 

der Keim fällt aber dann unrichtig. Ueber mamele nJUL« s. Glossar. 

— V. 10. A. k'ücuk'e, bojuk'e; B. k'flcük'e und btyfldze; C. k'ük'üce 
und büjftk'e. — C. malako. — BC. veliko. — v. 11. B. fehlt das 
zweite hem. — v. 12. B. Biykusa hem cuk {^yS) dinur. ABC. 

fehlt ne. — A. saksygana. — v. 13. B. Ismola siBikyza dflr, bahnmtt 
vosak dflr. C. Ismola hem sakyz dflr» balmuma vosak dflr; A. wie 
oben, aber Yoska dinflr. — v. 14. A. hem almaja, C. almaja di; 

B. almaja jabuka dflr. — v. 15. B. milucinim od pörvo ; A. oddani. 

C. oddavna von zweiter Hand ausgestrichen und durch ^Ua ersetzt 

— V. 18. B. Padysaha kullugumuz. 

Cap. XIII. V. 3. Ueber die zweisilbig zu scandircnden Formen 
pet und sest siehe die Note zu Gap. 1. n. \. 



BUmi Boimm^TOrkiiehe Sprachdenkmäler. 95 

5 Bi devet daby deset onle tokoz, 
DYadeset oldy jiginni, hem otaz 
Trideset; dahy bil cetiri-deset 
Eyrk, ye elli pet deset dür, lest deset 

— Attmys ve jetmii dahi Bedam deset 
J.O — oldy, sek'saa hem dahy osam deset; 

Hem devet deset toksan oldy, sto jüi. 
Hem dahy ^dve stotine ik'i jüz 

— oldy, tri 'stotma üe^ jflz; 

— dahy 2etiri 'stotine dört-jflz; 

X & Dahy hem pet H^tina di bei-jüz; 

Var kyjas it g^jryqm afilsga söz! 
Byfi dahy hi^jada dflr — hol afilasen! 
Hem deset hi^ada on byfi — difile sen! 
Dahy izbroj ssg dimek dflr, dahy loj 
SO Don jagy dflr, ol benflm dflr on je mojl — 

Pretilo di semize, hem mersavo 
Arak olan, bn dimek' oldy oyo; 
Bil ysyrgan 2aia ady, kopriva 
Trava ot dflr, dahy jflzer di pliva. 
35 Dahy dejnek'e dir bosandie stnpa, 
Serhadynda bir sn var ady Eupa. 

B^k byjyk, dahy %rada dflr sakal, 
Odde kltdi, i ti nstan sende kall 
Rak jenk'ed2 dflr, 2aba dirler knrbaga, 
80 Dirler *iban agac olan ybryga. 



Xm V. 8 und 9 fehlen in B. ganz. — v. 8. ABC. fehlt ve ; viel- 
ioidit aodi kyrk zweisilbig zu scandiren. — v. 14. BC. ietri — 
V. 16. B. afik^jasin. — v. 20. bizflm st. benflm. AC. Toi^agy. — 
T. %i — 24 sind in A und G (Text) so zusammengefasst: 

Hem pretil dflr semiz olan, kopriva 
Oldy ysyrgam, dahy flzmek pliva. — In B. laufen diesel- 
ben dagegen : Hem pretil dflr semiz olan, koprivo 

Oldy ysyrgan, dahy jflzmek pliva. — Die obige 
llogere Recension findet sich in G. am Rande und ist wegen gramma- 
Ufdier Genauigkeit und richtigeren Reims vorzuziehen. — v. 25. 



A iJCüi>, B. »Mj G. 9^:>. — V. 28 fehlt in A und steht in G 

nr am Rande ; in B im Texte , nur kalk st. kal ; dagegen schiebt 
inrisehen v. 29 und 80 ^ die Reimpaarfolge störend, ein: Hodi 



IM beri k'el bem ötede. 



86 Blau: Bo9ni»ch'TarkUche Sirra^hdenlmiUer. 

Kotlenica oldy hem b!l tendüre, 
Badza komin, prozorac dflr pendSerc. 

Hcm magas dür dzudie^ zindan teviüca, 

Dahy tafi jildflzine di Danica. 
35 Tafi jerine didi zora, magla hem 

Di tamana, daido jagmnr, briga gäm. 

Puhva kaskan, sedlo cjer, hem kolan 

Oldy poprng, idi pM(jsJ var dolan : 

Hem dilendzi oldy prosjak, hcm suzan 
40 Bil esir dür, bir Seher ady Lnzan. 

Kozle oglak, jaiüe kuzy, jelena 

K'cjik'e di, jefii k'elin gelena. 

Pametan hem äkyla dir, mahnito 
Saskyn olau, suny kaldyr digni to! 
45 Soj sign k'ttzel olan dttr plemenit, 

Dahy ovlenmek' didiler oSenit 

Isterem ben hoca, necu istemcm — 
Isci iste, ja nemarem hojlamam. 

Tatlu syraja didiler dahy mast, 
50 Ucm jcmck' jcrmisin oldy hocli jest 
Di fak'yra siromah, hem lahana 
Oldy kapas, ^zdela di sahana. 



III. V. 31. C. hem bü, B: bloss hem, A. dahy. — v. 33. 
Hera ma as dür k une (k-SjJ ^»>j*Ljui j^). — v. 35. A. Di zon 

magla hem. — v. 3G. B. Hem tumana. AC: brika hcm ^ hSt^jir 

V. 37. 38 fehlen in A; — C. porug. — B. var dolas; C. pcrfil 

hem var dolan. — v. 39. A. ^^^^uJLj^ BC. ,^^ÄJi. — B. sazsn.- 

V. 40. Die Stadt Luzan, wie nach dem Reime zu sprechen ist, iin 
ich in der jetzt montenegrinischen Ortschait Luzane, «Ue schon 
15. Jahrhundert in einem Documente der Vcnetiauischen Archi 
(Olasnik Bd. XIV. S. 177) unter der Form Luxano vorkommt 
V. 42. fehlt in B ganz. — A. uJLc, C. UJ^. — v. 43. B. akyly • 

Nach V. 44. wiederholt G den Doppelvers noch einmal in folgen 
Variante: 

Pametan akylly dür akylsyz mahnito 

Saskyn olan dahy hcm strasivo; und fügt dazu ai 
abweichend, v. 45: Sureti hem jüzi k'üzcl plemenit. 
K 53, A. ÄÄ>L^. — 



Blau : Bomiüeh-Türküche Sprachdenkmäler. 87 

Hern canak k'im olsa agac kotao, 
Dir eleoge adyna hem Titao. 

Desno sag dflr, dahy liyo oldy sol; 

Hem lahana tursy stgy dttr rasoL 
Igla ik'ne, hem konac dir iplike, 
Vez nagys, %Yila dirler ipek'e. 
I -w— I I . 

Nachwort 

C&ker bi-jflz se Harftdi *ädyliifi, 

Natzar itdflk'ce bn hatta, hajrile 
Säha, j&d ejle, kl zira jarlfigar 

Allah kaly kolnfi da&siüe; 
5 Daadan jftd iden däUii haztnem 

Diyhandaryndan imanile k'itsfln! 
Da'ä otanaz se, bary dzan n dilden 

Dye lutf cjlesfln, Hakk rahmet itsttn I 
Ilahi, bn k'itabifi sahybysyn 
Sevindflr, rahmetifile C|jle dils&d! 

Jazan misklni dahy itme mahrAm! 

Okqjany dahy kyl gamdan taidl 
Söjle bilsttn — nuk'te! snbh&n k'el&m — 

Oldy byfi kyrk birde ba nosha temäm. 

r, 53. B. k'im ola agac., C. marg. aga£dan olsa. — v. 56. 
iOr. 



5h wort V. 1. A. iiU^U ^[^ *ä j^ i^/^ C. c5/L> 

> 

\jA »Li j^. Ich bin B. gefolgt — v. 2 — 12 fehlen in A 

- V. 13. 14 fehlen in BC. — In Ck)d. B sind aber v. 2 
j^n das Metram so abgetheilt: 

Natzar itdükce bn hatta Saha hajr ile jad ejle 
K'i zira jarlügar Allah knly knlafi dn 4sile. 
1 Yersmass verlangten die Vertheilung in drei Verse. 



Al)theilung ü. 



Tfirkiscli-Bosiilselie 



esprächO) Sprüche, Lieder 



Btbtt «iaflm 

Droguenverzeichniss. 



Aus türkischen Handschrifteiu 



Inhalt 



A. Gespriche 1—10. 

B. üsknfl's Sprache 1—11. 

C. Lieder 1—4. 

D. PoetSsehe Epistel ron HaiMi Kedi. 

£. Tflrkisdi-boeiiitchee DrogaenTenelchntot. 



1 



I 



A. 
GesprSche. 

Die folgenden zweisprachigen Tatstflcke habe ich ans zwei 
adschriften ezcerpirt, zwei Glossarien der tOiidschen und bosnischen 
nche, welche zwischen die Yocabelreihen hinein nnd am Schlosse 
M gewiss für Schaler nnd Anfiüoger berechneten Satzübnsgen enlr 
tten. Beide Handschriften werden nnten Abthl. UL nfther beschrie- 
i;dalier hiornnr zn bemerken, dass R. die Handschrift der Rnschdie^ 
iliothek zn Senjevo, 6. die der Goavemementsbibliofliek bezdchnet 
• Sind anch diese Dialoge an nnd fbr sich kein bedeotendjM Doik- 
il der Ldtteratnr, so verdienten sie doch in nnsrer Samiwinfig einen 
■tz, nicht bloss ' weil manchlBS darin für die Rede- nnd Denkweise 
r türkischen Bosniaken charakteristisch ist, sondern auch weil sie 
i GonTersationssprache des gemeinen Mannes in beiden Dialekten 
astischer veranschaulichen, als die gewählten Phrasensanunlnngen, 
s wir in enropftischen Handbüchern besitzen, weil letztere eben die 
immatikalisch reine nnd gebildete Sprache lehren sollen, wfthraid 
aere Ver&sser aus dem Munde des Volks heraus und für das Ohr 
iheimischer Schaler arbeiteten. Das Eigenthamliche dieser Gespräche 
steht daher darin, dass sie es weder mit der grammatischen Bie- 
1^ noch mit der Wortstellung und Satzverbindung sehr genau 
hmen, wie es eben im gemeinen Leben bei einem ungebildeten 
ilke anch nicht geschieht Es schien mir sonach eine Pflicht des 
sansgebers gegen den Autor zu sein, an den Bedewendungen 
eh da nichts zu ändern und zu bessern, wo sie geradezu incorrect 
hd. Indem ich mich viehnehr an das G^bene enge anschloss, 
be ich nur die Trennung und Gruppirung der einzelnen Abschnitte 
ch dem Inhalt vorgenommen, während in den Handschriften eine 
che nicht vorbaDden ist, soudem eins ans andere geieükl Vs\^ o\aift 



94 



Blau : ßosmach'Tarkiscke SpnuMenkmäkr. 



dass man immer genau den Anfang nnd das Elnde einer Groppi 
bestimmen kann. Auch wechselt das Zwiegespräch öfters mit Ah 
zwischen geschobenen synonymen Phrasen oder analogen Wendoiga 
ab. Ich weiss nicht, ob ich nicht zu viel gethan habe^ bei dm 
Theilc dieser Texte für das Türkische neben der Origlnalschreibiraiii^ 
die Transcription anzuwenden, und für das Bosnische das türidicka: 
Gewand beizuhalteu. Doch schien mir beides sowohl für die Aw-- 
spräche; als für die* Art und Weise, wie das Skvische mit tarid^ 
schon liCttem geschrieben zu werden pflegt, und somit gewisser*« 
maassen als Vorschule zu den später folgenden Textproben idchd 
überflüssig. 



1. 


Die 


Begegnung. 


■ 




(». 


Fol. 11). 




Hos k'eldüül 








Bist willkommen! 




Dobro doso. 


' 


Hos bnlduül 
Ilast's gut getroffen! 




Dobn) vas naso. 


b > O t kl 


Safa k'cldüü! 






5,003- lÜ.' 


Bist recht gekommen. 




Lipo doso. 




Safa buldufi. 








Ilast's recht getroffen! 




Lipo vas naso. 




Nereli sün? 








y6n wo bist du? 




Odkale si? 


• 


R'öjli im. 


- 




r^j^^ 


Vom Dorfe bin ich. 




Sa sela sam. 





1) Diese Grussformen, von denen die erste und dritte dieneDi 
um einen Ankommenden zu begrüsscn, worauf derselbe mit hos odfl 
safa buldufi antwortet^ lassen sich nicht wörtlich übersetzen, ohni 
einen andern Sinn zu bekommen. Ich möchte nur bemerken, diBi 
die entsprechenden slavischen Formeln; welche denselben Wmt 
sinn haben, thatsächlich so verbreitet sind, auch ausserhalb des la 
lamischen Gebiets , dass ich nicht weiss , ob nicht dio Türken dei 
Gross von den Slavea enüebnl ba.\^Ti. 



S6 



Cf o •« o. I 



{yndaa? 


^vX^^U. 


ektoni? 


Skoga? 


arnfi saDa? 
ehfs dich an? 


8to ti je stalo? 


unt 
Ige nur. 


Pitam. 


«tjorsofi? 
fingst da? 


ifiUy^l^ ai 
Sta pitas? 


lel 




kür 8o! 


Eto takol 


iQrsfln. 


' i 1 


i8^8 ja! 


Ti nai. 


luwju. 


I^ö» 


iSB nicht 


Nmowd. 


r bafia; ök'rendm. 




nich's wissen; ich möcht's 


Kaii meni, da bütiJ^*** 


ahren. 




mlatamrom iimdi isflm yar. 




werd' ich's sagen ; jetzt hab 


Kaza-da ti poslie; sada imam 


i zn thon. 


posla. 


i dtr? 




ast da za than? 


Kakav je poso? 


r kldelflm. 




wir zosammen. 


I^emo zigedno. 


eraber k^elOrüz. 

ar kommen wir znsammen 


Mi ce mo doii xajeäao. 


)der her. 




keiiL 


1 


Mafmkk 


Pricefciä meae. 



96 



^■'IPB^^W 9 Ä^^^^WwWw^WV^«^ ^^W ^P^^^Wr^^P K^V^wV^Vw^H^^^^V^pVf^WB^^^V^ft 





2. Der 


Markt 






(O. Pol 


1. 19 T.) 




Nereje kldenfln? 






1 


Wohin gehst da? 




Kada idei? 




E'iderttm pazara. 






1 


Ich gehe auf den Markt 


)• 


Idem na ^arsya. 




N<yiersen? 

Was treihst da da? 




Sto öei? 




Komas alaram. 
Ich kaofo Zcach. 




Komas oze-<Sa. 




Senden al. 








Kaaf bei mir. 




Od mene azmi. 




Kaca dür? 






> 


Wie theaer ist es? 




Posto je? 


^ ▼ 


Safla adzuz verürttm; 


endazesi 






bir altuna. 









Dir geh icb*s billig : die Elle za Tebi da jeftino dat ; na arsin p 

dakat. 



einem Dukaten. 
Istemem; benttm icün dek'ildflr. 



Ich mag*s nicht, das ist nicht für Neda ; n\je za mene. 
mich. 



Nicün? 

Waram? 

Pahala dar. 

Es ist zu theaer. 

Dahy adSuz bulmazsun. 

Billiger findest da es nicht. 

Bok'fln ne kün dOr. 

Was ist heute für ein Tag! 



) 



Jere? 



ci>^ 



1 II 



Skupo je. 



o tu« Ol o *t 



Jeftinije nedes nad. 



O 1 o « 



u t 



IVJ 



o 



^^ 



\^VQ»A V^\\ \^ ^"dSfei^ 



BUm: Bo9m»i^'ISirkuehe Spradidenkmäler. 97 



> • I i 



küni dür. ^ ^ ^\j\^ 

ag (Sonntag). Nedäa 



iraz. 






> « 



ein Weilchen. Stani malo. 

k'iderüm. T/^ ^"^ 

!he auch. I ja 6n i£. 

radakal;bensimdikelarttm. ^^^ ^^^^ ^ 3l3 »3l!^' JJL 

du hier; ich komme gleich. Ti ovde ostani; ja cn sad dodL 



V * • » «V ft « •< 



el, vaket k'ecejor. ^^^ m^spsS \i:/^ J^ ^* 

geschwind, die Zeit vergeht. Hodi bolje; zeman prohodi. 



ezme. "^i^ ^ 

licht lange nmher. Cndo nehodig. 



V 



kezmek saüa ^jybdur. ^^>^^^ ^^ <^y ?OK^t 

eine Schande fttr dich, da Onnd hodat tebi je sramota. 
mmznlanfen. 

ar tajyb ederler. ri^ V^^ ^jUjI 



o <• • ^ o 



ente schimpfen. Ljadi se rugigu. 

3. Der Markt 
(R. Fol. 45) 

arsyja. *^}^ "^ 

nf den Markt. Idji n carsija. 

Im var? ^3 TT^ ^ 

soll ich da thnn? Kaka posla imam? 

Mehl. Brasna nzmi. 

suny alnmm? T^^^" ^ 



o c* > o * 






br welches soll ichkanfen? Koga 6a uzet? 

mdl. d. DMO. V. 2. T 



98 



Blau: Batniseh'TOrkisehß Sprachdenkmäler. 



b 9 I 1 ») I 



Kukoniz any. Cabnk! 


yJ^yi^hh)^ 


MaismehL Rasch ! 


Klasoyna brasna; hitrol 


Eac kyja? 




Wie viel Okka? 


Koliko Oka? 


On kyja. 




Zehn Okka. 


Deset oka. 


K'ideim. 





Ich will geben. 

Aldnm tartdnm. 

Ich habe gekauft and gewogen. 

Nekadar dür? 

Wie viel ist es? 



Da idjem. 



Uzeb; izm^rib. 



Koliko je? 






^i^xa 



r) 



Dedttgüfi kadar. 








So viel wie du gesagt hast. 


Koliko si reko. 




Kac paraja alduH? 




* > b 1 ' -» • t • J 


Zu wie viel Para hast du gekauft? 


Posto si nzo? 






Beser paraja. 
Zu fünf Para. 

Nicün ojle pahally? 


Po pet para. 




1 


Warum so theuer? 


Jerc tako skupo? 




Asa vermezler. 






1 


Drunter geben sie's nicht. 


Nize nedtgu. 






Böjle alynnjor. 






) > 0*0 t 

1 


Man kauft's zu dem Preise. 


Ovako^ nzima 


se. 




Satdy. 






,^u 

1 


Er hat verkauft. 


Prodade. 




1 



>l I 

1) Ovako hier und fast immer ^t^t avako geschrieben 



Bim: Bo$mich-Tih-küehe SpraehätHkmOler. 



99 



Idy. 




gekauft. 


Eapi. 


bezahlt. 


Plati. 


kaldy. 




ichaldig geblieben. 


Dazan osta. 


ieje. 




mir). 


Uzigml. 



ye. 



as. 



F^i,i»U> 



I*« • 



i^*>>' 






Odozi se. 



Plati. 



tfiüzmi? 

r's gebracht? 
etOrdisefiüz 

Qüz k'örelttm. 

tir's gebracht habt, 
a wir alle es sehn. 

ketflrülmis? 

ist's gebracht worden? 
^dük; simdi 

dek'ildür. 

ben es jetzt nicht ge- 
t; es ist nicht fertig. 

man olur? 

in wird's denn? 

Idnkda olzeman ketürürüz. 

es fertig ist, 
en wir es. 



KS^ 



^^00 i <• 






py^j^^ 



Donesosteli? 






Ako ste donljeli, 
da mi svi vidimo. 



» » * • 




Odkale je se donijelo? 

> o .» o * • 

Ne donesosmo, 
sada nije gotovo. 

Ja kad de biü? 

it5;>^ ü4?j' "»^^^^^i' /*^ 

Kad bude gotovo, 
ondar doD\je-<5emo. 

1* 



Blau: DtMniscIi-TlirlcUehe Siirit^luirnlnUHfr. 



Darflduni. 








Ii;h bin ungelialten. 






Bazijulih sc. 


Nicün> 








Warum? 






Jens? 


Sen diiralatdyn beni. 








Da hast micb aufgeUra 


1.1. 




Ti razijiiti mene 


4. 


D 


er 


Feldarbeiter. 






CK. 


Fol. 46 V.) 


KidelUm. 








Gehn wir. 






Da idjütno! 


Nerejc? 








Wohin? 






Kuda? 




KlasDvc da kopamo. 
Ci (gdi)?') 
U i)olju. 



Kukuraz capainm. 

Wollen Kukuruz huckcii. 

Nerde? 

Wo? 

OTodft. 

In der Ebene. 
K'itfien, ben k'elurüni. 
Geh du, ich komiue nach. 
Capom k'önk'ek' dUr, k'ide'ün 
bilede'ini, soBra kelertlm. 



Meine Hacke ist stumpf; 

ich gehe sie scbleircu zu lassen. idjem uaostriti 
nachher komme ich. posiie docu. 



! 



Idji ti; ja cu dot'i, 
Motika mi') tupa; 



1 andeni Texten anch , 



gepartikel 

jhrieben i 

2) ^»80 hier und im folgenden statt mije 



findet sich oft flir 



Fragep&rtikel wo?, welche ia den nächst verwandten Dialekte» g 
geBChrieben wird. 



Bkm: Bamueh-Türkisehe SpratMenkmOhr. 



101 



jap da k^'el! 

ischwind und komm dann ! 

3hl! 

»en k'elmedi? 

bist da nicht gekommen? 

licht. 

5orma; bütün k^ttn seni 

HltUn. 

: frag' nicht ! Ich habe den 
3n Tag aof dich gewartet. 

tdüm capay japduraym. 

gegangen, die Hacke 
len za lassen. 

k. 



Hitro nacini; pa dod^ 
Jere ti ne do^je? 



Ne pitig. 



> > « «« > s 



Jere ne pitaj? vas dan tebe 
cekah. 

Ja odohO da motika nacinim. 



• > o« o > 



sister ist nicht da. 


Majstora nima. 


um k'itsem. 

)' mir überlegt, ob ich 
Q sollte. 

k'öngek', k'endi k'endüme 


Promislih da idjem. 

10.. joT ^JOJS ULfUji^ fL^ 


let verürüm. 

Hacke ist stumpf; ich 
e viele Mühe haben. 

1. 


Motika mi tupa; sam sebi zor 
da-cu. 


jht! 


Ako bog dade. 


g>'t. 


O 1 u « 



Bue. 



Ti raspi. 



I Msc. v^Sy mit Verdoppelung des d, wie lO^t st ode s. 
• s. V. kitdi. 



102 



Blau: BamM^TOrkisehe Sprachdenkmäler, 



Ben dzSm itdnm. 

Ich habe gerafft. 
Sen diem it 

Raffe Du. 

Ol k'une islejen! 

Macht es so! 
E^eclemejen I 
Macht nicht so lange ! 
Erken k'elOfi. 
Kommt frOh. 
Hacan k'itdi? 

Wann ist er fort? 

Gokdan. 
Schon l&ngst. 

Simd^je k^elmis dttr. 

Eben ist er gekommen. 

Nezeman kelOr? 
Wann kommt er? 

Bilmem sormadum. 

Ich weiss nicht, ich habe nicht 
gefragt. 

Kendünden divermedi. 

Von selbst hat er es nicht gesagt 
Jaryn k'elttr, ojle dimis. 

Morgen kam* er, hat er gesagt. 



Ja skapih. 



n skapi. 



Onako radite! 



Ne docnite se! 



Rano do^jite. 



Kad Ode? 



Davno. 






« • • • • 












I I 



« I 



O^^.^ 



9 tt tt^ « • 



• # ' 



Dojako je doso. 



Kad öe-doö? 






Neznam; ne pitab. 



«O» »«•)*« 



Ossebe ^) ne kaze. 

lA^ *^5' ^-^ crj;^ 
Sutra doci '), tako reko je. 



I i 



o«« t > 



1) »A^y SO i^iel wie od sehe. 

2) if)^^ statt i^j^ dodo; contrahirt aas doöi-de. 



Bkm: Bomd^Ok-TQ^klsehe SpracMuJmäUr. 103 







elmidflr! (^ 

r soll kommen! Va^ja ma do<S! 

elffiezsO; ben k'iderflm. ^ • Ju^ ^ LmjJ|[^ 

enn er nicht kommt, so werde Ako ne doclje, ja da idi. 
ich hingehen. 

ereje k'itmis? ^^/n^tf^ njirJ 

Tohin ist er gegangen? Enda je otiso? 



* * 



o« > 



öje. jfcay 

luTs Dorf. Na selo. 



o« » 



:angy k öje? w^^ ^y(U5 

Laf welches? Na koje selo? 

kdnny onntdnm. r^^^l^l d*^( 

eh habe seinen Namen vergessen. Ime mn zaboraTih. 

5. Der Oang auf's Schloss. 
(B. Fol. 36 ▼.) 

^ dolsgenda. «Joa jy> ^l^ 

'm den Berg herum. Oko planine. 

lajyr altynda. vjJäJ! Ja 

Jnter dem Abhänge. Pod b^rdom. 

iajyr as>Ty. ^^I ^Li 

äinter dem Abhänge. Preko b^rda. 

Jolafi üsti janunda. vjoilji ^^^t iS^yk 

Oberhalb des Weges. Nad putem. 

folofi alt janunda. »«XÄist c>J{ i^^ 

Jnterhalb des W^s. Pod putem. 



» » 



lidelüm kaleje. H 

.ass uns aufs Schloss gehnl Da idjemo u grad. 




> «o « 



1) So im Msc., gewöhnlich jsXA^lS. 





104 Hl"»: Bo6m6c!,-Tärl.-i^c/.f lipraeh,U;kinätrr. 1 




Ne japalam? 

Was wt.llen wir da Ihun? 


Sta demo cinit? J 




Se'ir ideJuia. 

Scliauen wir'a uns an. 


Da pogledamo. ' 




JeDi Kaie dUr. 

Das ScliloBs ist nen. 


Nov je grad. 




Bakalum ne japulmys. 


J^;^C2, 




Lass uns sebn, was gebaut wor- 
don (was daraus geworden ist). 


Da vidimo, stü je uaülneno. 




Ne bakarsuu? 
Was schaust du da? 


sta ies gledat? ' 




Ben bakmysym. 

Ich babe mir das bescbaut. 


J. eledo sam. 




lä jok, kav; dek'ildOr. 


jüie,^ jji, 




Es taugt nichts, es ist nicht fest. 

Kapanalum ! 

Da wollen wir uns einscbliesscn 


Ne vnjja-, tverd nije. 
Da se zatvorinio! 




lassen ! 






K'itdük kaleje. 

Wir Bind aufs Schloss gegangen. 


Odosmo u grad. 




Bakduk ve lak'in bek'enmeduk. 
Wir haben es besehen, sind 
aber nicht zufrieden. 


Isy'^d^h^i 




Bizüm icUn dck'ildür. 
Für uns ist das nichts. 


Za nas nije. 




Toplar jok. 

Es sind keine Kanonen da. 


Topova nima. 




Bir Ol var; velak'in ufak, 


tufek'den bir az biyudiek'. 


^j«| 


► 


Einige sind vorhanden ^ aber 
klein, ein bischen grösser 
irie Flinten. 


Malo ima. ama malahni, tA pH 


^_ 




-i 



Mm: BotMiA^TaMtehe BpraduüiJaitaUr. 



106 



:z cok. 

agen gewiss nicht weit 

taliUD? 

ollen wir thon? 

Imazdy ben dedOm. 

is so nicht ^nge, sagte 

l&DgBt. 

vetlejyroz, 

1 eilen wir? 

re bejk'iri; knyrngy cöi, 

nlary keglet. 

das Pferd ninher, hind' 
Schweif auf, und iQfte 
Baachgort. 



Nemore gonit za dngo. 

§to cemo? 

Tako nebi bilo, j» r^oh. 

Jere bit imo? 

Provodi konja, rep odresi, kolano 

OC^IIBÜ. 



6. Im Garten. 
(E. Pol. 46 V.) 

Ich habe Blumen 



isQn? Cicek verelm safia. 

cviet da ti dam. 
i; kok^jjmiy? 

miriliti? 
T k'ül k'ibi. 

kö müica. 



Sie sind angegangen. 
Willst du? ich geh' dirBlnmeo. 
Ich will sie; riechen aie? 
Sie riechen wie Rosen. 



4Ji«U : JloinUJIvA- TÜrktucht Siirackiir-iütaUUer. 



1. Der Ueberfall. 



' 


.B. Pal. H V.) 


• >UI<I> UV 1ll»KJ ' 


I.'.ir.'' n'« Ui. «■") "---Ol . 


Kacalami 


Reissen wir ausi 


tf« ffiiimü. 






.1 .,rr: '^Miiiii 11» u-j iij < 


Nerojc? 


Wohin? 


'KlCfla?- - ■■ . - 


.i(iit|-'<l> 11 "1 {[»i;«!!« . 


Nerejo oIutbü otemilr>f ui - 


".UA Sei «''wohiaiee llei» < 


Kuila bilo bilo. 


jiä'W 


ijfntffriftt hjzi, asiirlar liizi 


Mun.inluuslugi'A'liM'lik'ni^ 


Ufntiiic uas, obesice 'MW. ' 


' -t j:eilLii»ji"üäu^ 


Veim-iete-düMftJf. ^• 


Wit"Sii*'l(il"<tiK!if' MMIiMM 


lää'ziö'jh^sto'iratlüsinü. 


Ort goralliciir,^ , , ,„^„.|„ 


"K'iiSrfimr'lJif'jdniflf"""' 


'1.1 iffaea^Wcgs ieganJtDl 


Prodjel ovim pulem? 


|.|Im. iIiiiI I.ii.i .Uli, JI.HU-..U' 


CokJan k'ecmis. 


Er ist langst vorüber. 


Uavno proBO. ' 


,,,„.,.„, „ ^^^j 


Nieun buny iilcrsen? 


, , ,11 iWacnm lliust du das? 


Jere om.i**»? ,- .im.n ■, 


-1 .M d^y;^ 


AUufl^He dttr? 


Wie Ueissl ilu? ,,,,, , , 






Ime kuko ti je? 


*iiy 


J>jyermcm. 


Ich sag" 08 nicht. 


^ jVi 


Nedii~kazat. 


. «y 


U^l^jßgiäf^l' ■■'"!) J^l -"»l 


iAi,i/ vdii'%tf"HJe'(H)f?" ' '■"^•« 


i«tElfrft-'^'-*;-S 


iri«l. ii 1.1 •. 5itt 


Vatanuff wursdei dtri^'«- 


y: ,\ ,i Wo ist deiue HeimBthPj .^li 


^i.si ae rodijo? 


>**»':^ 


KuÖ seue vur.öykaly?;Mii 


i: ;}■- Seit wie viel Jaiu'oaibitf,tltiJ^ 



-Kaliko godiiiQ ua& kuko si iziüo? 




J*^j' ^5">'^ '^ '"'*^.?*'; 



nlarda cykniysym. '* J lii *! Ich^bin^eit kurzem fort. 

Zieh dicü aus! 

-') A lii AiM j;ii7ln/. .^i-iiiil iIljjIi lüJiiiil ilair^ 






mm 

/<'Uj '; ' iHm.'V )i(i -wvv) X 7111^ irjij'i<n?»IiC fl'v/JlTf jyiinÖ 

IUi.i)iiUi<iej(u Sioiiii^Mauf keine iiot:^liällbahodij 

«.«»>: .;^*S ^üi^ 

• jirisc^'hlcUtirsun, diver. Weisst du ein Heilmittel, 'so'""' 

> ^ 

• baflij' »•^''' Das'iit^^ir schwer. -'^'^^'^ 

IcU sterbe. „,,„j,^ 

•^ti':. -;•>( (i'iiji FIX ihlSfn 

, kardas. Fürcute nichts, Bruder. 

:se,' brate». /'- f.fiü,, .■ , f .\i i-ii iiMi,-j^«4l(^f*-*iai*4i 

)lur. Es geschieht bald. 




I ce 



ni, vereim^afia bir sej. Streck die Hand aus; iqh^wyi_ 






•» U ^ %/» I > I 



,kn, da ti dan,.,.e5to. -_^ ,^ ;j^Äi^k>_^J0^^^^;i^ 

i onutdum. Ich habe alles vergessen. 

oravih. - 'r;3^ 3 't^^ 



HW''üiad''sbuÖt'yÄg^jW,''aB^t^ vttlfeir' fi«alt"^ij^l'''";^ ^. ^^*^"' 



BUlu: Snniitch-TUrlcüelni Sprachdenlcmabr. 



Geh vorau. 

Sieb biutor dich IHiigB 

des Wassers. 
Jeiiscit des Wassers. 
Et isl HiigeschwoUeu. 
Bringe diesen Menschen 

Uber's Wasser. 
Es ist tiut. 
Soll seiul mag sein! 
Vorwärts! rückwärts! 
Macb', tluüs du heraus 

komiiiijt. 

Ich katiu uichl lieratis. Cykanuun. 
Ich werde dich fortjagen, Kovaruni. 



S. Die Fürth. 

R. Kul. 07.) 
Ulcrll k'e£. 
Ardyiia bak su k'e- 

tiarilu. 
Sil asyry. 
Irildi, 
Siyy k'ecur bu 

lulamy. 
Denn dür. 
Olsun 1 

liier»! K'eril 
(.:yk dysary. 



Jaget 

Mir ist» recht. 

Mein Fuss ist ausge- 
glitten. 

Komm du, du hast 
nichts EU Ihun. 

Bitte daratn. 

Bitte nicht jeden. 



Kov! 

Itana k'üzol dir. 

fijaguni knjdy. 

Sen k't'l. sende is 
jok. 
.lalvftr. 
Der k cni jnlvarnia. 



Naprod |>roJji. 
Natrag gled^ vodii 

nini knyem. 
I'rfko vodc. 
Xostavi. 
Vodu ') provedi v 

ga covelca. 
Uuboku Je. 
Nck« bade! 
Napred! Kaingl 
hidji na Uyot; 

Se iiiiijoh. {%y^fi 

'St^nii'u te 
iStäraj I 
MoqI de lipo bit (t^ 
Noga sc umace. 

'I'i hodi ! a tcbe] 

Zamoli. 
Svakoga nemo&' 



». Der ülaubc an Gült. 
(B. 41 r. 42 r.) 



jO ,.,Ui— _' 






1) Die slav. ürammatik verlangt kroz vwdn oder eine 
liehe Cotistrucliou ; der Verf. hat. liier wörtlich aus dem TUrkli^ 
wo k'ecUrmek einen doppelten Accuaativ regiert, abertragen. 



Blnti: Bomüch-TüTkitche Sprachdenkmale. 109 



j^AJ -^ 



^i 



Gott ist Eidof; CS iäl keiner ausser ihm, also wisse und glaube; 
ist es Qnd nicht auders. — Wer also glaubt, der ist ein Un- 
in; ein jeglicher soll das wissen und glauben, und nicht aach- 
fen, ob es so ist oder nicht. — Also soll man wissen! — 
siebet and kennt Quser Thon. Was wir thuti, selbst was wir 
£n, weiss Er. — 

10. Türkischer Sprachunterricht. 
[B. Pol. 57 ff.) 

[•) Siebe über die Bedeutung von potur und poturica die 
[ ZD Dskufi, wofür unsere Stelle passend als Beleg eintritt, 





cÄ^^'rf'i^^7'S'^-S*■'''''J';.•--, 'i.f*^/,-^gJ^''^'^''fl 

j^ft^l l^ »^jl «*sj /^ly-jjJjl JiLJ' 'Äät^l^tj^j^l ^i j 

iW*r* a"i*-^ '-J"i-^ ^^)>-» x^->-^ l>i! 







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liloMi iioniück- 7'ürki*tlte ÜpracltdenLiiiältr. i'XX 

_ ' Jj-^/y >^ j«7 '^y/j' »5*j'i iÄ-fy> .>-* .^j'-i 
sj V- j^ rrf «>^'j-^j' »-»*j^ ^'j j— -»jL. ^ ^^j 

^ j^ g-^. AJ*^/j' .•^9) ^'^^1^ i ^' ü i^ j«*jL; 

• ^r^jl'iW tivLIjj-jl' ^^^'lj' j,i i:») ^ilijii 






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UMu! itoiit»K>A.7'artUKAt fiprvJ*4i^H!inlUnr^ 






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tilait : ISotHUcii- Türkiaelie ISpraclideiikmäUfr. 



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^yy /-ft-* j** "^^/j' *^^^^j'^ L^-O^ ,^*^ i>!v?j^ 

'i-'fli*i^,-ji'w'*li-i' ■!--;•■.■■■■■.' »I"!« • * ..!'«». 

i>P*V,i' jlisPjJ'ji' i«jUj~f tf;y J«*j'^'^'i 
f«*, r^j"/y y-^'j'j ^'-".L^ J '—"-i tf^ .j««-)^ 



]12 Wiiu: niiKniseh-Tnrkiirhii Sjrachdnkmäl^. 

ÄL! ^i '}i^'j,\ äma' ^-wj!-^' ;^-ä«=?3" ,.5*5 

i 

Usk'ufl's Sprüche. ] 

Schon in der F.iiiloitung zu Usk'uß's Potur Sahidic ist M 
am Ende jedes Capitcis stehenden Uenkverae hingcwieseu M 
mit Bezug auf welche er in seiner Vorrede sogt, dass er nad 
Sahidis je einen Dojipclvers, zur Iiaifte boBniscb lar H&lfte tad 
TM Nutz und Frommen der Leser als lencliieodes SprQchlciiu 
jeden Abschnitt setze (v. 70 ff.). Als Probe der didaktischen M 
dichtung lasse ich diese Verse in türkischem Gewände mit jj 
scher nebersetzung noch cininal folgen. I 

,,iZjS^\ uÄ.>*i 'iy^j ^ij L^™^ ^ji 
oiLcLi ^■il.tlj ^,_j'il_=Li j^Xj=U 

^^us ^ ^_*_i Jj^^ ^>. J/j' ^lI. 

Schreibe, lies und Icnie eifrig, 

sonst wirst du ein Taugenichts. — 
Deines Gleichen sah icli keine. — 

Dir an Schünheit gleichet nichts. 







Blau: Bosnisch-Türkische SprctchdeyJcmäler, 113 

Thu Böses nicht, das Gute thu, üb' nicht Gewalt^ 

bleib Sünden fern! — 
Erbaim dich mein! Schau her zu mir, 

nur einmal her, mein Augenstern ! ^) 

3. 
fc-«^j '^ Jjifi jS \ »Jwju- jfS I J^i^j yXs*' ^ji'^l ^, Lx->« 

^^^.jdLfil-JL^ Q-jJlfiLfi.^ ^^^.jdcÜL^ Q«jJUL j -^ 

U-io jiii ^x^J'^^ 1^x3^ 1^^ W;0 si>^l ^ L§Ä 

Tapferster^ dir thut Gottesfurcht noth, 
Ist anders in dir noch Menschenverstand! 
Nur halte den Blick zum König gewandt. 
Dann blicket auf dich auch Gott unverwandt. 

4. 



..JlfiLftÄV« ..JLcLäa^ ^IcLa>u ^.JLcLii/U 

I I I - I 

Der wird nie ein Held, der da läuft davon, 

nur nach hinten schaut und sich selbst aufgiebt. — 

Wer die ganze Nacht im Gebet verwacht, 

dem gesell* sich nicht, wer den Schlummer liebt! 

5. 

olÄa^^J l5^ 5j^^^ C^ V;); ^ß 

I " l 

^y^.y^ *^iaJ ?S^^J OUi^i i£>üj.3 
I I I 

o^-cU ^-i'X^Li ^-j^iiLi 

,11 I I ' 

1) Ik'i gözüm; oder gewöhnlich ici cos um, ein sehr bo- 
bter zärtlicher Ausdruck, wörtlich „mein Augeupaai". 

AJ'l-Oiiiil. ,1. I>MÜ. V. t>. 8 



114 Blau: BoMMMch'Türkuehe SprackdetJcmäUr, 

Welche Lust zu dienen dir in Sclavereil 
Mein Blauauge brach mir ja das Herz entzwei 

6. 

I » 

U C"- ** » l u * %» ^ «> 1, 

^v> Jjf OJLc dK-«^ L5^J!>^ 



Schönheit zu lieben ist alter Gebrauch. 
Aber die Schönste ist jenes Rehaug\ 

7. 

O I b Ü« ü' >' '» «I 9 > » I 

- -" I II 

Cj-A^L-A/» ^^jJxtU^ ^^^fcLA/» ^^^_iAßU^ 

0«IO> >«b^ O** *' 

^'^ v3>^ '^^'^ ^>^ u*-^ ^ a^^' cf ^ r^ 



I * 



Ich sah so viel von deiner Huld, 

dass ich es nicht vergelten kann. — 

Es setzt sich manches in den Kopf 
ein so wie ich verlassener Mann. 

8. 

bV^^'blOf'O )ü' lO > b I O^b • 



II y « * b ' b« • > * IIb 



^^L3 ^^-J»iUl-ä ^^-^cl-S ^^-^LJ 



b l>Oi Oa««0'0>U * b^ bt ^^ • 



1) Wörtlich „machte es doppolt*'; der Uebersetzer weiss 
ob das heisscn soll „schwellend vor Licibe" oder „entzwei geb 
vor Schmerz", oder so: „theilte mein Herz und nahm eine 
für sich". — 



Blau: BoMÜek-Türküche Sprachdenkmäler. ]15 

Fass und halte das Gesetz fest, 

es ist deines Pfades Stab; 
Spendet dir bei Tag und Nacht auch • 

Saft und Kraft bis an das Grab! 

9. 



^-i.iii.«B4 ^»I»«JCa^ ..■,i,li.w.X'i><4 

Utes erfährt, wer nur erst selbst Gutes thut. — 
»er uns erschuf, weiss, was im Herzgmnde ruht 

10. 

I * I 

J^JÖ QJ^-i-S ^;r*^ crl^-*-* 



* 



•in Tugendreiz wirb schon, Kind, in der Jugend. 
)em Mann ist von Nöthen noch immermehr Tugend. 

11. 

, JOj^^ ^♦^^^ 20 *l)f Üac V; U» 

^^j^-Ä-Ä ^^jL-tf-^ ^^cLä«^ J^aä^ 

rott, gieb ein Herz mir, das fröhlich und rein sei! 
eite bei Tag, dass der Abend auch dein sei! 



^ine sehr eigene Construktion. Grammatisch richtig mUsste 

n ti poklon mojoj dusi da bude vesela „Gieb 

eele, dass sie freudig sei^S Slovenisch ist bu statt bude, 

it bosnisch. 

8* 



116 Blau: Bosnisch' THlrküche Sprachdenkmäler. 

12. 

Der Schlussvers des zwölften Kapitels hat weniger allgomei 
Sinn; ist wenigstens in seiner zweiten Hälfte nur ein gewöhnlic 
Compliment für den Padisah, welchem, wie bemerkt, das Buch! 
dedicirt ist. 

C. ' 

Lieder. 

Bosnien ist an Liedern reich, reicher natürlich an Gci^an^ 
und Dichtungen in slavischer Sprache, die, wie überall die Voll 
lieder^ das lebendigste Band zwischen der Vergangenheit und ( 
genwart des Landes bilden und darum im Yolksmunde fortlcbi 
als an solchen in türkischer Sprache, die gleichsam wie exotist 
Gewächse nicht in Jedermanns Garten blühen. Eine Sammln 
bosnischer Volkslieder in serbischer Sprache, die von dem hiesig 
Schuldirektor Petranovic veranstaltet worden ist und jetzt in B< 
grad zum Druck gelangt, soll über 400 Nummern enthalten. V» 
türkischen Liedern aus Bosnien hat bisher nur Sax in der Ztscl 
d. D. M. G. XVI, S. 758. ein Pröbchen gegeben, das freilich wen 
genug versprechend war. Inzwischen würde ein Versuch, solc] 
Lieder aus dem Munde der türkisch redenden Bevölkerung ; 
sammeln, sich reichlich der Mühe lohnen, und es existircn auch i 
Lande selbst schriftliche Sammlungen solcher Volkslieder, als B, 
weis eines kaum geahnten litterarischen Sinnes und Treibens in ^i^ 
scr Wildniss. Eine solche Sammlung liegt mir im Manuscript vor 
das ich mit P. bezeichne. Es ist ein kleines Quersedezheft joi 
Besitz des Dragomans des K. K. Oesterreichischen Generalconsalats 
Plni. Plehaczek, der die Freundlichkeit gehabt, mir dessen Iknu- 
tzung zu gestatten, wofür ich ihm zu aufrichtigem Dank verptiicbtet 
bleibe. Es enthält auf IG Blättern einige 30 Lieder und 40 zwei- 
zeilige Strophen meist erotischen Inhalts, in türkischer Sprache, alle 
in Bosnien gesammelt. Als erster Besitzer ist ein Mehmed b. Uadz- 
Ahmed ao. 1223 eingeschrieben, so dass die Sammlung mindestens 
einige sechszig Jahr alt ist. Unter diesen Liedern finden sich zwei, 
die, weil darin das Türkische mit Slaviscliem gemischt ist, der bilin- 
guen bosnisch-türkischen Nationallitteratur angehören, die den (ve 
genstand unserer Forschung bildet. 



Blau: Bosmsch'Türk'Mche SjyrachtknkmäUr. 117 

1. 

Schöu-Fato. 

Msc. P. Blatt 6 a. 

Ahsain ol(l>% sabah k'eldi; 
Küzcl Fato javaz agiar. 

Ana didi: „Muci, more!" 
Baba didi: „Nedir sucum?" 
5 Kardas didi: Ben bilttrttm, 
Bunda k'ecdi bir jar ogly 
Tanbur ile cala-cala: 
Ah ti Fator k'üzel Fato! 
Ilic bostana cykmazmisen ? 
10 Ak kok'üsin acmazmisen? 

V 

Seker serbet icmezmisen? 
Ah ti Fato! k'üzel Fato! 

üebersetzung. 
Der Abend kam, der Morgen graut — 
Die schöne Fato weinet laut. ^ 

Die Mutter spricht: Sei still, mein Schatz 
Der Vater spricht : That ich dir was ? 

5 Das Brüderlein nur spricht: Ich weiss! 
Des Nachbars Bub gieng hier vorbei 

Mit Zithcrklang tschali-tschalo ! 
Fato, schöne Fato, Du! 

Hast du zum Hag zu gehn nicht Lust? 
10 Erschliesst mir nicht die weisse Brust? 

Trinkst du nicht süssen Meth dazu? 
Fatü, schöne Fato du! 

V. 2. Fato ^Ib ist Abkürzung von Fatme. Vgl. Zeitschrift 
•D.M. üesellschalt XVll, .isi. 

V. 3. Mscr. ^^^ st. ^^- — Muci, more ist shivisch ; über 
)re s. Gloss. s. v. Brebre. 

V. 6. Msc. J^^i ^^.jl^b. — 

V. 7. ^y^^J ^i»^' (Ireisaitigc Guitarre, bosn. guslo, ist das 
ebliogsinstrument d»'r Kiiigebornen. 

V. 8. «3 »K ^^ ^1" • ^^^ slavisch. 



llS BUtu: Bosnisch'Türkische SprachdenkmlU^, 

2. Bosnische Liebesklage. 

Von Ei-'Abd Mustafa el-Bosnevi. 

Msc. p. Bl. 10 b f. 

1. 
Ah moje milO; gidi si mi bilo? 
Hajle zenian oldy k'örmedim seni 
Bogame! si milo dzandan zijade! 
Hajle zeman oldy k'örmedim seni. 

2. 
K'önul, hasrctlugyfl cckWim bir zeman ^ 
[OdJ kad te nevidim, kylurnm fVgan. 
Sdrce seni özler, ba- Allah, ynam! 
Hajle zeman oldy, öpmedim seni. 

3. 
Sana derim : Moja draga dusice, 
[Ti si] bas kakono strucak ruzice. 
Kacnia bendcn, moje zarko sunasce! 
Hajle zeman oldy k'örmedim seni. 

4. 
Ja vehnem, ko listak, duso, za tobom, 
Hasretind* akar k'özümden jaslarum, 
Derdiiiden u m r i e h , benim Siiltanum , 
Hajle zeman oldy kocmadum seni. 



5. 



tvoje lice ruza je rumena, 
Resi te cörne soj^ke lahkoca; 
Seni sevüp uzice is ola baöa. 
Hajle zeman oldy sarmadum seni. 



V. 1. \^^y^ vulgär, st. Bogami. ^U> st. J-jI^. 

V. 2. Od schiebe ich dem Versmass zu Liebe ein. 

V. 3. strucak fehlt den Wörterbüchern, vielleicht von 
schem Strauss entlehnt, vgl. wendisch Struss Blumens' 
Zwahr, Niedcrlaus. Wörterb. 311. — Ti si fehlt im Msc. 

V. 5. Im Msc. lautet die zweite Zeile: ^Ä-o^-** l^;'-^ 
^AÄj'S. Das gibt keinen Sinn, passt auch weder in Reim 
Metrum zu dem übrigen. Cerna-sojka eig. Schwarzhäh 



Blnn: Bomtisch-Türküiehe SprfurhiUnkmäler. l^J 

6. 

Nekrise od meue; daso, k'ei imdi! 
F^rkatyfile dzan cek'erim bedenden! 
Govori mi: Dra^o! kaiida sen simdi ? 
Hajle zeman oldy öpme<1iiii seni. 

7. 

Bafia k'özetmezsiu; ej jary kadiin^ 
Aglarem« za toboni za lostan hodim. 
Kylarem ferjad^ k a d[aj t e n e v i d i m. 
Hajle zeman oldy k'öniiediin seni. 

8. 

Hogme ja sani tvoja. jedna Rirota, 
Dilersen ö]dür[^]; dilersen satA! 
Ct^, heji bülbni, kauda sen, Qtö! 
Hajle zeman oldy k'örmedim seni. 

Uebersetzung. 

1. 

NVo bist Du geblieben^ mein trautestes Lieb? 
Lang schon ist es her, dass ich sähe Dich nicht! 
Bei Gott ! Du bist mehr als das Leben mir lieb ! 

Lang schon ist es her, dass ich sähe Dich nicht! 

2. 

I^ng schmacht ich, o Herz. Dich einmal zu umfahn, 
Ich seufze, seit Dich meine Augen nicht sahn, 
Mein Herz sehnt nach Dir sich; o glaube daran! 

Lang schon ist es her, dass ich küsste Dich nicht ! 

die in Bosnien sehr häufige hübsche Alpendohle (C. Pyrrho- 
ax); JiS"^ entstand unter der Feder eines türkischen Ab- 

3ibers aus \,<Jif^, — ^^j^^ lese ich uzice Strick, Dimin. von 

, obwohl es den WBB. fehlt. Es klingt auch an osice, 

inge, Dohne zum Vogellaug an, und der Sinn ist ja ohnehin 

doppelte : eine Schlinge mich aus Verzweiflung zu hängen, oder 

leichten Vogel, zu fangen. 

V. 7. Kada ist dem Sinn nach nicht verschieden von jI: 

, das Msc, der Vers aber verlangt eine Silbe mehr. 
V. 8. Tvoja, Feminin, nöthigt fast diesen Vers in seinen 
ersten Zeilen als die Antwort der Geliebten an den Sänger 
issen, als Erhörung seiner Klage. 



120 BUxii: Bo8niiieh'T\lrkiMchf. Spritehdenkmäier, 

3. 

Ich sag's Dir: Da meine Seele and Wonn\ 
Du bist wie ein Sträasslein von Rosen so schön. 
fleuch nicht vor mir, meine strahlende Sonn*! 

Lang schon ist es her, dass ich sähe Dich nicht! 

4. 

QjBm Blatte gleich welk' ich, mein Herzblatt, um Dich. 
Mein Auge weint Ströme von Zähren um Dich. 
Herrin, vor Kummer verzehre ich mich. 

liang schon ist es her, dass ich iierzte Dich nicht. 

5. 

Die Wange Dein blüht wie ein Waldröslein roth. 
Schwarzdrossel zum Schmuck iliren Frohsinn Dir bot. 
Wer Dich liebt; dem thät eine Schlinge wohl uoth. 

Lang schon ist es her, dass umschlang ich Dich oicbt. 

6. 

Verbirg Dich vor mir nicht, o konmi doch heraus! 
Sonst hauch' ich mein Leben noch ohne Dich aus: 
Wo bist Du, mein Schatz ! sprich, wo hältst Da jetzt Hau? 
Laug schon ist es her, dass ich ktlsste Dich nicht 

7. 

Du merkst nicht, o Freundin, die Thränen so schwer, 

Wenn trauernd ob Deiner ich irre umher 

Und klage Weh, wenn ich Dich sehe nicht mehr. 

Lang schon ist es her, dass ich sähe Dich nicht. 

8. 

„Bei Gott! ich bin Deiu, wie ein Waisenkind istl 
Verdirb es, verwirb es, wie Dir es erspriesst! 

(Beide :) 
Schlag, Nachtigall, schlage, wo immer du bist! 

Lang schon ist es her, dass ich sähe Dich nicht 

3. Das Arzuhal von Duvno. 

unter diesem Namen ist eine Bittschrift (Ar. Jb*- (j»;c) ^* 
rühmt , welche ein gefangener Aga aus seiner Haft in Davno, is 
Versen in türkischer Schrift und tlieils slavischer. theils türkischer 



BImz Bo^nueh-TBrküdkß Sprachdenkmäler. 121 

mche an seine Gönnor richtete, um ans seinem Geiftngiiisse er- 
it zn werden. Das Schriftstück ist eines der popol&rslen und 
»diätztesten, und jedenüalls eines der merkwürdigsten Erzeugnisse 
ieser hybriden Litteratur. Es ist nicht ganz unbekannt geblieben, 
liem schon Hiflferding in seinem Werke über Bosnien nicht umhin 
mmte, desselben zu erwähnen und einige Strophen daraus anzu- 
ihran (S. 33 d. Uebers. von Kaznacid). Leider ist Hilferding's 
Ditheil darüber: „dass meist Sinn und Zusammenhang darin fehle 
tod das Ganze nur ein werthloses Gemisch von türkischen und 
Mbischen Yocabehi ohne verbindende Gedanken sei% kein eben 
|lnstiges Zeugniss für seine Sprachkenntnisse; da dieselbe türkische 
flindschrift , welche H. benutzte, mir vorgelegen hat und gerade 
Im besten und verständlichsten Text des Arzuhal enthält. Die 
lEdstenz und Verbreitung eines solchen langathmigen und kunst- 
itdlen Poems musste an und für sich allein dem Forscher sagen, 
tes es doch kaum glaublich sein könne, dass darin bloss sinnlose 
Wörter durcheinander gemischt sein sollten. Kurz, Hilfe r ding 
hit das Gedicht eben nicht verstanden, wie sich auch daraus ergibt, 
diss es nach seiner Angabe erst aus der jüngeren Zeit stamme und 
vor etwa 50 Jahren abgefasst sei (a. a. 0. S. 32). 

Es ergibt sich vielmehr aus dem Gedicht selbst folgendes : 
Yer&sst wurde es nach dem Cbronogramm am Schlüsse, im Jahre 
1067 Hdseh. = 1656 Chr. Der Verfasser war ein aus besseren 
Verhältnissen, in denen er Aga eines Wachpostens gewesen und, 
wahrscheinlich als Soldat, bis nach Konstantinopcl gelangt war, 
allmählig zurückgekommener Häuptling aus der Gegend von Kupres, 
wo das Suljaga- Gebirge liegt, und von wo nicht fern die andern 
im Texte genannten Ortschaften, Zupanjac, der Hauptort der 
Landschaft Duvno (türk. Dunina, das alte Dalmium) und Pru- 
sac zu finden sind. Wegen Unfugs gefangen gesetzt, beschwert er 
sich in seinem Gedicht über die Härte seiner Peiniger, des Kadi 
und des Kapitäns, und über die DauÄ* seiner Haft ohne Recht und 
Irtheil. Die Schilderung gibt einen interessanten Beitrag zur Kcnnt- 
niss der damaligen Gerichtspflege und^ dass es leider bis auf den 
heutigen Tag in der türkischen Justiz nicht viel besser aussieht, 
mag der Grund sein, wesshalb das Gedicht oder wenigstens einzelne 
tnarkirte Strophen desselben als Spottversc auf gegenwärtige Zu- 
stände noch oft im Munde Eingeborner gehört werden. Dieser Um- 
stand und die bei der weiteren Verbreitung des langen Gedichts 



122 Blau: Bosnisch' Türkische SprcKhdenkmäler, 

natürliche Tendenz dasselbe abzurunden, haben es mit sich gebradit, 
dass dasselbe in verschiedenen Recensionen umlftuft, die theils ein- 
ander ergänzende Fragmente des ursprOnglichen Arzuhids sind, theüi 
in sich geschlossene Verkürzungen des Textes. Es ist sdbst M 
dem ausführlichsten der mir zugänglich gewordenen Texte nock 
zweifelhaft, ob er das Original vollständig oder nor mit Auslaasu- 
gen wiedergibt. Dieser Zweifel hat mich indess nicht äbhaltei 
können, demselben einen Platz in meiner Sammlang aniuweisei. 
Ich lasse daher das Arznhal in zwei Varianten hier folgen, die mir 
besonders geeignet schienen, das Gesagte zu veranschaulichen. 

Bei der ersten folge ich einer Abschrift des (xedichtes, die 
mir durch Vermitteluug des Franziskaners, Pfarrer F. Greg. Martid, 
von Livno aus zugieng. Die Orthographie der türkischen wie slir 
vischeii Wörter ist darin über alle Maassen vernachlässigt, für s^ 
steht z. B. fast immer c:^, so dass es keine geringe Schwierig^ 
bot z. B. aus ?<gw3 ^.^U v^lS das bosn. sastante se heransznleMi 
oder in sAöJj den Monat sjuüüt ^3 zu erkennen; zumal die Vocile 
nirgends gesetzt sind. Der Mittheiluug dieses türkischen Textes, 
der nur mehr als Curiosum zum Beleg dienen vrürde, in welch Iwv 
barischer Weise die arabischen Schriftzüge an diesen äussersteo 
Grenzen des Reichs des Islam gemissbraucht sind, glaube ich mich 
daher über4)oben und genüge dem Bedürfniss der Wissenschaft durdi 
eine Umschreibung in das kroatische Alphabet und eine möglichst 
wörtliche Uebersetzung, in den Noten das Nöthige erläuternd. Was 
den Inhalt anlangt, so ist die^e Livno'er Recension zwar viel&ck 
abgekürzt, aber sie enthält gleichsam die Quintessenz des Gauieo 
in einer in sich abgerundeten Form ; und man versichert mich, dass 
in Livno, nahe der Ueimath des Liedes, ein andrer Text nicht 
bekannt sei. 

Inzwischen sind mir glücklicher Weise, obwohl erst nach jahre- 
langem Suchen, iu Serajevo zwei Manuscripte in die Hände gekom- 
men, in denen sich das Arsuhal von.Duvno in einer von jenem 
Text sehr abweichenden Gestalt, die jedenfalls der ursprüngliches 
noch viel näher steht, findet. Statt der 20 Strophen des Livno- 
Textes besteht das Gedicht hier aus 57 — 58, die überdies vielfach 
anders aufeinanderfolgen. Beide Codd. sind durchweg vocalisirt und 
schön geschrieben, wodurch das Verständniss sehr gewinnt. 

Der eine (mit I bezeichnet — ) wurde mir durch den türki- 
schen K'atib des Consulats ^Ismet-Effendi Foceviö verschafft und ist 



Blau: Bosnisch- Türkische Sprachdenkmäler. 123 

iter anderen dadurch merkwürdig^ da8s unser Ar^uhal sich darin 
i sehr nobler Gesellschaft befindet. Der Codex , 27 Bl. Querfolio, 
ith&lt nämlich eine Sammlung arabischer Easiden, an der Spitze 
ie Bürde äJ^I und die Münferidze i^/uj\ (H. Chalfa ed. Flug. 
^8), mit türkischen Commentaren. Den Schluss der Sammlung 
ü. 25b ff. bildet, von gleicher Hand geschrieben, das Arzuhal; 
illendet wurde das Ganze am 5ten? des Jahres 1186 von Ahmed 
D el-Uadz Husein, Imam der Moschee Bakyr-baba (bU.blj). Den 
!xt dieses Cod. habe ich im Folgenden zu Grunde gelegt. Zur 
»Dtrole einiger unleserlicher Stellen dient Cod. M. 

Dieser Cod. M. ist ein Madzmu , dessen Besitzer nicht genannt 
in will, weil er fürchtet, sich dadurch als Inhaber reicher Schätze 
i verrathen. Und in der That ist die Handschrift für jeden, der 
ir Bosnische Litteratur Interesse hat, eine kostbare Fundgrube, 
irsprünglich nämlich ist die Handschrift das Copialbuch eines hohen 
legierungsbeamten gewesen, in welchem die ganze Correspondenz 
«r Centralverwaltung des Vesirats mit den untergeordneten Beam- 
BD; mit den Militärbehörden, mit der Geistlichkeit des griechischen 
Utas und selbst mit auswärtigen Behörden (z. B. fol. 118 Abschrift 
•Ines Briefes des deutschen Kaisers an §ahid Ali Pascha ^^J<^■♦J 
Juj^^^ A^Li ^^^,juyS ajUU JLc vX^ (3;l-^-^) enthalten ist, 
nd somit reiche Beiträge zur Verwaltungs- und Culturgeschichte 
iosniens geboten sind, welche wohl nähere Untersuchung verdienten, 
ie Dokumente sind aus den Jahren 1184 — 1193 d. Hdsch. Die 
eren Blätter dazwischen und vorgeheftetes und nachgebundenes 
ipier haben (und zwar in denselben Jahren) dazu gedient, um 
ne Menge kleiner Notizen, Recepte, Geheimmittel, Anekdoten, 
>rüche und Verse, juristische, theologische und medizinische Ab- 
indlungen, Heirathscoutrakte , Briefe u. dgl. aufzunehmen. Der 
and besteht aus 164 Quartblättern. Auf fol. 150 f. steht ohne 
eitere Ueberschrift oder Bemerkung das Arzuhal, hier 58 Strophen 
iDg. — Es ist dasselbe Manuscript, welches Hilferding in Händen 
ehabt hat und aus welchem er seine Probe mittheilt. — Die viel- 
eitige Bedeutung dieses Gedichtes wird es rechtfertigen, wenn ich 
t8 sowohl im Originaltext als in Transcription auf die kürzere Re- 
iaktion folgen lasse, ohne eine vollständige Analyse und Erklärung 
alles Einzelnen für angezeigt zu halten. 



124 Blau: Bosnisch-Türkische Sprachdenkmäler. 

a. Dumna Arzahaly 
nach der Abschrift aus Livno. 

1. 
Ja ti pisem arzuhal, 
Da ti kazem sui-hal. 
Propade nam vas mal 

Siromasioi; Gospodo! 
2. 
Liti cuvam japage 
U plaiüui Suljage, 
Skoci krava na noge. 

Bre pomagaj, Gospodo! 
3. 
U dobri cas bi aga, 
Düsti basam dagdandaga, 
Brez obzira svakada. 

Bre pomagaj, Gospodo! 
4. 
sanmyslar neferler, 
K'idze ile k'iderler, 
Stranputice asarlar, 

Utekose bez salvar. 

V. 1 . ,j;^3 , I : f^y^\ , M. f^y^\ wird von Hilferding für tür- 
kisches sui (arab. <^^^) genommen : sni-hal Bianchi 1, 1061 „man- 

vaise santö, mauvais 6tat". Nach anderer Lesart wäre es vielmehr 
slav. s V j pronon. retiexivum. — Z. 3 u. 4 ergänze ich aus L M. 

V 

V. 2. Im Msc. sind Suljaga.&c^^ und japage umgestellte j 

V 

Ruljaga ist das Gebirge zwischen Kuprcs und Skopia. — Z. 3. sieht 

im Msc. so aus: Ncyüi^.^ -ä.jJI-*; habe ich richtig getheilt, 

so ist statt 'j^yi ^= U\ji oder ^i^iy^, Kuh oder Senne zu lesen, 

krava oder kravar. — Na noge eigentlich: „auf (freien) Füssen^ 

V. 3. Zu i^\s> ^^jw£lo, I.M. \£Lb ^^J<^\1> ist zu vergleichen 

dagdagan der Wörterbücher: „Verwirrung, Verirrung", nicht 
dag Berg. 

V. 4. M ^♦ili- 5! , IM. y^ . Richtig ist vielleicht an vJi^U>^\ 

„sich langweilen" zu denken, und j^jJlJ Subjekt des ganzen 

Satzes. Die Situation wäre dadurch in so weit verändert, als seine 
Leute nicht in Folge eines Ueberfalls, sondern freiwillig ihn verlas- 



i 



Blau: BomUch'TürhUche Sprachdenkmäler. 125 

5. 
I to jedan po jedan, 
I ja osta sam jedan; 
Ako zovna na mejdan, 

Neznam skim du, Gospodo! 
6. 
Sterase nas u Duvno, 
Kano konje u guvno. 
Neka znate ufano! 

Pogibosmo, Gospodo! 
7. 
Ni carsije ni hana, 
Da kupimo Dubana, 
Yec pijemo sm^rdana, 

Slamn iz Samara, Gospodo! 
8. 
Kako nam je Kadija! 
Niti riba ni oro, 
Yed sm^rdi kano govno! 

[Bre pomagaj], Gospodo! 
9. 
Kako nam je Kapetan! 
Niti tica ni dogan, 
Ved agursuz i pogan! 

[Bre pomagaj], Gospodo! 



ie& hatten. — Verglicben mit v. 29 des grösseren Gedicbts ist 
bez salvar „obne üosen'^ bineingeflkkt statt des ursprünglichen: 
Gospodo! 

?. 6. Zeile 3 u. 4 fehlen im Msc, ergänzt aus v. 3. der an- 
dern Recension. 

Y. 7. Sm^rdana fehlt, ist ein erfundenes Wort von smer- 
diti stinken, zur Bezeichnung des schlechten Tabaks; slama iz 
Samara ist wohl spätere Glosse vgl. b, v. 8. 

V. 8. „Niti riba ni oro", wörtlich: „weder Fisch noch 
Adler**, Msc. "S^^I xj kj^.j ^J^' — Zeile 4 ist unvollständig, bloss 

.... Gospodo! Dasselbe wiederholt sich v. 9. Es ist ziemlich 
gleiehgQltig, was da zu ergänzen ist. 

V. 9. Z. 2: „weder Vogel noch Falke", d. h. weder schlecht 
ond gemein, noch edel, sprichwörtliche Redensart, wie in v. 8, fQr 
ein^ ckarakterlosen, unfähigen, zu nichts entsciilosseueu Menschen. 



\ 



126 Blau: Bosnisch'THirkiiche SprachtUnkmäler. 

10. 
Davanski Ajanije, 
Kano ovcar jagi^e, 
Globe nas jabanije. 
Jeli pravo, Gospodo? 

11. 
Ufate nas u sSnu, 
Taka nas kao sSno, 
Jos is(5a i cenu. 

Jeli pravo, Gospodo? 

12. 
Dodijami tuga 
Cavigac laga. 
Da je kakva niga 

U zupancn, Gospodo? 

18. 
Ovo tuga govori, 
Jer nam ved dogori, 
Nase sörce izgori, 

Bre pomagaj; Gospodo I 

14. 
Eto vam salem Caos, 
Kano [kosa] kara us, 
Nemojte ga osinut 

Izrada mene, Gospodo! 

V. 10. Msc. ^ü ^L>^t^U; mit leichter Correktur 
st. ^l^^t gewinnt man den passenden Vergleich, den die l 
tzung ausdrückt; aber s. zu v. 19 der Rec. b. 

V. 11. Statt seno ^JLaj in der 2. Zeile hat die andre 

sion gröber, aber vielleicht das ursprüngliche: svinju^ Sc 

V. 12. Wörtlich cuvajud luga „Asche hütend" spri 
lieh für „trübselig in seinen vier Wänden sitzen müssen." 

V. 14. Es sind in diesem Verse nur einzelne Worte v 
lieb, daher ich das Ganze unübersetzt lasse. In Msc. I. M 
derselbe : 

V 

Eto vam saljem Causa Ich sende euch den Tscha 

Kano kosa kara usa (?) Wie 

Nemojte mu red osa (?) Wollet ihm nicht sagen h 
Brezposleno, Gospodo. 



Blau: Bamiüdk-TMeiaehe Sprachdenkmäler. 127 

15. 
Sve se molim za jedno: 
Sastante se na jedno! 
Progovorile li^ednol 

Rada imam, Gospodo! 
16. 
On sekiz byfi erden 
Gajry jokmi bizlerden? 
Jaz u kys seferden 

Kortalmadyk, Gospodo! 
17. 
Tezkeredzi Effendi 
Bilür hezar fendi, 
Körsttn derdumendi! 

PriciUte mu, Gospodo! 
18. 
Ve Timarski Defterdar 
Njema selam sad hezar— 
Id^nnetümüz bi karar — 

PozdraYite, €k>spodo! 
19. 
Vde meni neferi, 
Digem jesti sekerL 
Sorarsefiiz haberi? 

To se znade Gospodo! 



Statt ^L^ steht im 0\ii. Msc. ^»1;;^, ausgefallen ist kosa &^^, 

was mit dem folgenden verbanden etwa kosekara=karakosa 
^Schwarzhaarige^' Fröhl. illyr. WB. 99 geben könnte; aus osa, 
Onomatopoetikon erhasch ist in unsrer Stelle das Ztwt. o sinnt 
geworden d. h. einen Rnthenstreich versetzen; aber der 
Reim ist dadurch verloren gegangen. — us ist vielleicht slav. Laus 
s. Fröhl. 463. unten Gloss. s. v. jJL^. 

V. 16. I.M. statt ^Jpl vielleicht richtiger ^.)iy^f. — Zu Zeile 

3 seferden bleibt die Frage offen ^ ob vom Krieg, den man ihm 
nacht, oder den er mitmacht; die Rede sei. Ich habe in der Ueber- 
s^zoDg das erstere ausgedrückt; im Zusammenhang der andern 
Recension v. 26 würde ich das letztere vorziehen. 

?. 17. Z, 2. I.M. ^J<JL3^, woraus unser ^vAÄi,<j^ wohl entstanden. 

V. 19. Ich verstehe den Vers so: Die wachehaltenden Solda- 
ten gaben ihm zu verstehen, dass er mittelst yü;^ Zuckers (der iu 



128 Blau: Bosnisch-nrldsche Sprachdenkmäler. 

20. 
Biz Duvnaja k'ittili 
Taryhumuz: Bezbelli 
Zilkadenüfi evveli! 
Falimo vas Gospodo! 

Uebersetzung. 

1. 
Ich schreib Dir ein Arzuhal, 
Zu erzählen meine Qual. 
Hin ist Hab und Gut zumal 

Aermsten uns, ihr hohen Herrn! 
2. 
Sommers auf der Wacht ich lag 
Auf der Alpe von ßchuljag*, 
Wo das Rind springt wo es mag. 

Helfet doch, ihr hohen Herrn! 
8. 
Aga ward ich einst genannt, ^ 
Doch ich kam durch allerhand 
Ungemach aus Rand und Band. 

Helfet doch; ihr hohen Herrn! 
4. 
Gleich als gält's 'nem Räuberbund 
Schlichen sie zu nächt'ger Stund 
Heimlich um uns in der Rund' — 

Duss die Flucht da, nackt und bloss 

den Bestechungen in solchen Regionen in der Türkei ein< 
Rolle spielt) seine Freiheit erlangen könnte. In v. 45 dei 
Recension schliesst der Satz geradezu mit der Drohung : „^ 
den fliehen". 

V. 20. ^^f^ vulg. st. k'ideli, wie l.M. haben. — Di 

Jj^ (£^ sAaäJ ^3 ^ß enthalten das Chronogramm^ aus 
sich die Jahrzahl 1067 zusammensetzt, nämlich v^ = 2-f- 
V = 2 + J =30 + ^^ = 10 + 3 = 700 4-^ = 10 + J=rr 30 
100 + ^=70 + = 4 + 8 = 5+^.^ = 40 + 1 = 1 + . = G + 
+ ^ = 10. In der einen Handschrift wird aber ^J^^ß i 
»AaIJI geschrieben, sodass noch ein J + 30 und ein i — 1 
träten. Dann wäre das Datnoi 1098 d. H. 



Blau: Basnück'Türkische Sprachtlenkmäler. 129 

5. 
Einer nach dem andern nabm, 
Ich nur hlieb zurOck einsam, 
Weiss nicht, wie's zum Kampfe kam, 
Noch mit wem, ihr hohen Herrn! 

6. 
Trieben uns nach DuYno dann, 
Wie die Gäule auf dem Plan, 
Horts und nehmt euch unsrer an! 
Wir vergehn^ ihr hohen Herrn! 

7. 

Weder Tscharschi, weder Han, 
Wo man Tabak kaufen kann! 
Und wir rauchen Stinkespahn, 
Stroh vom Sattel, hohe Herrn! 

8. 
Was das hier fttr'n Kadi ist! 
Der nicht Fisch noch Vogel ist, 
Sondern riecht wie Roth und Mist! 
Helfet doch, ihr hohen Herrn I 

9. 
Und nun gar am Kapetan 
Ist kein' gute Feder dran» 
Ist ein Schurke und Schnapphahn. 
Helfet doch, ihr höhen Herrn! 

10. 
Von Duvno die Ajans, die 
Scheeren uns Yerlassne hie, 
Wie der Hirt sein IJlmmervieh. 
Ist das recht, ihr hohen Herrn? 

11. 
Haben uns ertappt beim Heu, 
Rupfen uns, wie's liebe Heu, 
Und erdröhn noch Geld dabei. 
Ist das recht, ihr hohen Herrn? 
. 12. 
Alle Kraft vor Gram mir schwand. 
Hier an Asch' und Sack gebannt! 

ibbandl d. DMO. V. 2. 9 



J30 Blau: BvsfiUch'TUrkuche Sprachdenkmäler. 

Ist das nicht ein Schimpf und Schand 
In Zupanjaz, hohe Herrn? 
13. 
Dieses spricht ans mir der Schmerz, 
Denn es geht mit uns abwärts, 
Und verbrannt ist unser Herz. 
Hülfet doch, ihr hohen Herrn!' 
14. 
(Unübersetzbar.) 
15. 
Nur um eines bitte ich, 
Richtet mich doch ordentlich 
Un<l beschliesst was über mich! 
Mir wär*K lieb, ihr hohen Herni! 
16. 
Unter achtzehntausend Freien 
Sollte denn kein andrer sein. 
Dum, wie mich, Jahr aus Jahr ein 
Man bekrieg', ihr hohen Herrn? 
17. 
Der Herr Oberschreiber kennt 
Tausend Schlich' und Riink' am P^nd^ 
Wenn er nur mein Elend kännt'! 
Sagt es ihm, ihr hohen Herrn! 
18. 
Bringt dem Timar - Defterdar 
Hunderttausend Grüsse dar 
— Meine Treu unwandelbar — 
Grtisset ihn, ihr hohen Herrn! 
19. 
Unsrc Wache möchte schier, 
Dass Douceur ich gäbe ihr. 
Wie's mir ginge, fragtet ihr? 

Nun, das weiss man, hohe Herrn! 
20. 
Auch das Datum sei gewnsst, 
Wo nach Duvno wir gemusst: 
An Zilkade's ersten just. 

Dank sei euch, ihr hohen Herrn! 



Blau: Bogmaeh^Türkinche SpraehdenkmäUr. 131 

b. DasgrosseArznhal 

nach Cod. I. n. M 

1. . i; 

Ol « O ^ % • I 

i vam kazem svoj hal. ^\,s> «^^^l ^^U jyi> 



CIO *. I > 



ropade nam vas mal JL« (j^fy ^»U oU j^ 

» > O » I > 

Siromasim ^ Gospodo! yCy^y^ I^m»L«»^a^ 



2. 2. 

> O • I > 



ke pomagig do ßoga ! j^c^ ^o ^UU^ «^ 

O o > O O tf> 

^ijel nigdi nikoga, ^-^yu] ^^0<id J^ 



I I 

O » > 9 O» 



likom nije ovoga, '^-^^^ ^ r^ 

Sto je nama, Gospodo! y^yt^y^ ^^^ ^.y^ 

3. 3. 

fO > t Ol o I 

terasc nas u Damno, y^y^ ^ v^^ «^I^aa««» 

I " 

1 O ) > Oo « * I 

iano konje u gnvno. ^^ ^1 jki^ ^ U^ 



> I t %t^ I <• c »# 



feka znaie ufano! ^^^ ^4; '^ 

>to* }o> > 

Pogibosmo, Gospodo! ^o^^i^^c y^^y^^yi^ 



4. 4. 



I o « 



halija nije razi, iV^b ^"^ N^^^^ 

I O ' C^ i O I 

snjima je Bekir Kazi. -^L5^5o näUä-!«? 

I *" ^ " 

n e f e r e neopazi L5j^>^ 'j*^^ 

I 

> to )a^i» b) 

Od zarara, Gospodo ! y^yj^yi, "j!/^ ^^^ 



o ^ o 



V. 1. I: ^y^S. — Ich zeichne die türkischen Wörter hier 
irch den Druck aus. 



o^ > 



V. 3. «öyj, M. hat vor dem xi einen Dintenfleck, vielleicht 

itstanden, weil jemand ^Aiyj konje corrigiren zu müssen glaubte. 

ihr zweifelhaft ist daher, was Hilferding S. 33 Note behauptet, 
iss komonje dastehe. 

V. 4. Auf diesen Bekir-Kadi scheint sieb v. 8. der lav- 
ier Recension zu beziehen. — 

9* 



132 



Blau: Bosnisch-Türkisdie SprachdenJcmäler. 



5. 
Pobi-(^c nas kameni, 

Kano h^rti niameni, 

Nekasaju ni konji 

Ovoliko, Gospodo! 

6. 
Teska je ovo krajina 

I kervava haljina; 

Ali nas je malina; 

Neka znate, Gospodo! 

7. 
Eki nmisdir Tunajy 

Hein jüzmisdir ünajy 

Unutmazum Duvnajy, 

Dok sam godi, Gospodo! 

8. 
Ni carsijc ni ha na, 

A nestade dahana, 

Nqv. pijcmo smerdana, 

Ilaznmito, Gospodo! 

9. 
Sykylmysdur basumuz, 

Dük'ülmede jasumuz 



5. 

J.U3 ^j^ ^^ 

> » ü » » >l 



6. 

O ^ I 110. 

I I 

• « I b^o I 

I I 

7. 

7 * ' I 



1 * b > 



v^"j^ Ö 



» O . I ' 



y^yA*t*y^ ^öyC. «Lm^aJ 



8. 

I > b' I «I 



b^ I O >oS •• . 



1 > O ) b « •> i 



yyt^y^ 



^h 



9. 

O * > I O O 

bti lb'«o >* 



V. 5. fehlt in I. ganz. 

V. 7. Z. 3; M: ^^Ü^O, I. j^U^-. Ich beziehe es auf Davno, 

obwohl sonst im Gedichte immer ää^^^ geschrieben ist, daDuvni 

wegen des Reimes auf Tuna (Donau) und Una (Unnafluss) besser 
passte vgl. V. 38, Z. 1—3. v. 8. Siehe Anm. zu v. 7 der Reo. i 



Blau: Bouniach'7'ürkUche SprachdenkiniSUer. 133 



o > > b > > I 



A.ga oldy isiniüz. j^^t^iÄJy^t 

>>0>b> oio 

Insaf idttn, Gospodo! y^yf^^yi, ^Asy^ sjLaSf 



10. 10. 

O" I I . I u 



Idehmcd-Pasa-zade ' lOh Lwl^ 

Beman za me i nezuade ; <k>ÜjajiI «^.^I : ^U^ 



Dyo cinim ifade. vi^Lif ^;*j ^ y^ 

Kazite mu, Gospodo! yöyf^jt y^y^ 



11. 11. 



Isabika Defterdar; ^tj^y^j UbL»t 

Moj uzdani gospodar, ^<c>^a«m^ i^I*^)^! c5>-^ 



O I ' b t «^ b ^ I 

Ja sam njegov hizmecar ^Lj^nX»- yü ^U 

>>b • ^^ l'b t 

Pozdravte ga Gospodo! y^y^yt tJUjtjJij^ 

12. 12. 

1 timarski Defterdar ^'^^^J»^ yJ^J^^ ^^ 

I « ü .^ I » * ^ 

Njema selam sad hczar, Jj^ Joo ^»X« 



b I . > > C 



Miniietümüz bi-karar, .ly)_j^4;ül 

f > O ) b«> I O 

Istina je, Gospodo ! y^yj^yt i^ Ux^l 

13. 13. 



Tezk'eredii Effendi v^J^^il ^j>. »J' JCi 

Bilur k'endi her feudi , ^3^^^^ r^ \^^>^ j>A-o 



O'«'«^ o o >o* 



Korsüu imdi derduniendi! ^JsJUj^o ,^iA^il .^^-»«.y 

• > > o ) t ' b I 

Priwijte niu, (iospodo ! ^^y^yt ^^^^Laci^-ji 

14. 14. 

>'it ja niogu proci, ^ ^3 ^^ ytyA Ljci 

V. 11. ^Ss^\Xsi^ Stillt ^LxiUÄ.>, nach slav. Aussprache. S. 

Glossar s. y. * 
V. 13. L y^yj^y:>y^. 



134 



BUiu: liottuisch- Türkische SprachilctiknuUer. 



Ni u Prusac.duci. 
Nesmim tanio doci; 

V 

Sto cu sada, Gospodo! 

15. 

Niti niogu sediti, 

Ni sta jesti ui piti, 

Nezuain sto cu ciiiiti, 

Svetujte lue üospodo! 

16. 
Velim doci do Taäo; 

AI ako lue poplas'j; 

A dusmani uzua^e, 

Mörzkü Uli je, Gospodo! 

17. 

Vi ste zcvk-u-salada, 

A mi dord-u-belada, 

Svaki dauak dzelada. 

Jcli pravo, Gospodo? 

18. 
U due usi tueemo, 

Obuoc seuo vuceuio, 



> > 



■ I 

_ » I - * » 

15. 

I I t I 



16. 

I I 

/w^iiji^ «^ yii .31 

I 

flu * O ^ tw 

17. 



O « i > 






I 
) • o t > • C 

18. 



V. 14. Prusac, Ortschaft auf dem We^a^ vou Kui)res nach 
Skopia, vcruiuthlich lleiuiath des Dichters s. obeu zu v. 2 der 



) I 



Reo. V. Livno. Z. a : M. ^^Lj' , I. y^s 

V. 15, Z. 4. 1. x^y^\l^; M. xijyU^. 



* ^ » i 



V. 17. 



b ' 



vjjy St. ^^O 



Blau: BosfMch'Türktsche Sprachiletikmäler. 135 



} O « O a» Ol 



i se ne svacemo yAK:^^y^K^ k.^\ 



Do sab aha, Gospodo! y^y^ys, ^i^ 3^ 



19. 19. 

Davauski su Ajani, j^lllt yL ^JBlLs\^ 

Kmo Ohrijani 6^^^S yli 



I I O' > I O • 



Hern jabani, J?WUn5jJ>c> 

Mqcdo zivjet, Gospodo! ^.^^a^«^ s4>si>r3 y^^ 



20. 20. 

[ sto him je Im am, ^»Ul auLi^^C^t 

U I > I o . t 

To je njima homam, ^UP L«^ &j ^ 



I ^ -^ u ^ Ü 



Jokdur afia kclam . ^^ Ul jjcb^^ 

Vi neziiate, Gospodo ! y^yj^yL häHß ^3 

I 

21. • 21. 

Mtko ncziia do Boga i^^^ •ö LiJ yXi^ 

Moga Dl e r li e g a. nu jm-^ »c^ 



• t o « 



li» mi nye jos njega, nü jjä^ *wo ^ io 

t > > t O 

Nalipisnio, Gospodo ! ^:>^^^ ^»^aJÜ 

22. 22. 

Oogmu dao d z e n e t oJ^ ^tj ^^^ 

V. 19. Nach dieser Lesart würden die Duviioer mit den Be- 
wrohnern von Ohri -^Ochrida in Albanien verglichen, die, wie 
noch heute, so schon damals den Ruf besonderer Wildheit genos- 



o «• • > 



ieu. — Z. 3 ist mir unverständlich f^^y^yt^ L. hat in anderm Zu- 
sammenhange Jo^ globe; Hr. Bozic conjicirt guleju „sie 
bedrücken", von guliti =globiti schinden. 

V. iJf), Z. 2. Ueber ^L-^ ist in I. zur Erklärung ^.,X«^^ 

,.Lowe" geschrieben; vgl. Kamus s. v. j»U^, wo dieselbe Glosse. 

> 
T. 21. Statt n^yi^o M. hat I: sty^ f^^^i niemand „ausser*' 

Gott, St. a 1 8 Gott. 



13U Blau: Bo9iU9ck'Türki9ehe Sprachdenkmäler. 



O ' b « > * > 



I ocu mu rahmet! v:>«,4^>. vt.^^l..l 

^ O ^ O ^ > l' 

Dobro cini gajret ^j^ c5^ ^f.^^ 






Na krajiui; Gospodo! yt^^^«^ cf^^j^ ^ 

23. 23. 



Hotio bih mucat, s^i^^yA t^yti»^ 

AI nemogu cucat, o^y^ ^^.«Jjl 



o « t Cl « fl 



Suha kroha rucat ^^^^Jj '^^"^r^ ^^>" 

V I > • > i I < 

U Zupaneuy Gospodo! )*-^^^r>^ >^^^3 .9^ 



24. 24. 

9 t > > b' ft 



Jer sam cado hodio, y^y^' y^y^ (^j^ 

> »»IUI 

U Stanbula sidio ; * ^vXm ^J^Lu» y 



>> w 



Nisam ovo vidio, >i^-^^ J^' r^ 

V >>b>0<»IO'l 

Sto je uaiiia; Gospodo ! ^^^yj^yt j^Ü Nt y^ 



25. 25. 

»» Ol 



Svi po Bosui 11 e f e r i ^^ \S^y^ ^ vir* 

Evler inde scferi, l5L;^ »Aj^jl 



I > I < « 



Mi sve asa jokary t^j^^ ^^ ^y^u^ 

V » > b > >o I 

Sto sino krivi, Gospodo? ^Cyj^ys, i^^ß yf^y^ 



26. 26. 



On sekiz byft evlerden O"^' ^^^ i^c») 

Gajry jokdur bizlerden, O'^j^i^ >^>* «J;^ 



V. 23. Statt szi^y^ hat I. bloss «i>^, von zweiter Hand 

corr. in o^^, 

V. 24. Aus Z. 2 erhellt, dass der Verl, selbst iu Constanti- 
nopel gelebt hatte; daraas erklärt sich auch seine Fertigkeit in 
Türkischen. 

O ^t>0 I 

V. 26. I. ^y^i. 



Blau: BosnUch'Türkische Sprachdenkmäter. 



137 



;z-u-kys seferden 

Kurtulmaduk; Gospodo! 

27. 
>ti zimi vojska! 

i je nasa pljoska 

po tovar voska! — 

Nemore se, Gospodo! 

28. 
lysdarar neferüm, 

laddan asdy seferüm, 

lece se dzigerüm! 

Bre, pomagsg, Gospodo ! 
29. 
}ssanmysler neferler, 

Kidze ile k'iderlcr, 

)trauputice asarler, 

Jtekose, Gospodo! 

30. 
tili jedan po jedan, 



)to ca ciüit ja jedau; 



b ^^^ * 



I 



) > b > 



27. 



\ I I 



**r3 ^'>'' ^' 



28. 






> ^ 



o > u 5 .• 



» > o > *'. • I t o» * 



I ) 



29. 




> o > 



> > o > b .«' ^ b" > 



30. 

b I .* > b I " 

I " 
(• I » I b * > 

^!a.i Li c>^y^ycii 



T. 27. I. ^Jsj St. ^^ÄxJ leti, zur Sommerzeit vgl. v. 46, 4. 

— Zeile 2. Statt des schwer erklärlichen xiL^^i wie I. und vö-^^ 

wie M. hat, vermuthe ich pljoska, ein flaschenartiges Gefäss, um 
Wein oder Wasser auf Reisen oder aufs Feld mitzunehmen. — 

V. 28. Statt j»j3c> „meine Leber'' hat 1. j-^Xä. 

V. 29. Vgl. Note zu v. 4 des Livn. Textes. — Hier deutlich 
Y. Ji^jLd^f , sich langweilen. 



V6S 



IHan : IktsnUch- Türkische Spraduienkmäler. 



Ako zovim na mejdau, 

Ncziiam s'kim cu, Gospodo! 

ai. 

U dobri cas bih aga-, 
I) ü s d i b a s u iii t ii g d u n t <i g a ; 
IVoso bili so ja svcga; 
AI nemugii, (xospodo! 

32. 
Jcr sc mucno proci, 

A postidno doci 

S u r g u n 1 u k m prodi 

Svojoj kuci, üospodo! 

33. 
Mcrskü Uli sc ruzit, 

A hodct^i tuzit; 

AI ncmogu sluiit 

IIa r Uli bismo, Gospodo! 



34. 



o I o ' I * c> >, 



Dodija Uli tuga, 
Buduc vasa sluga; 






I t O » > U 



81. 



U I t 



^ I O .^ O I O * < t 

I 
32. 



I 



> I o > 



33. 



'u 



b • t I 



' » » « I 



34. 



I 1 



».£ 



I ' 
.yL** KJj^^ el^O^ 



V. 31. Z. 2 vgl. Note zu V. 3. a. 

V. 32. .,-Ä-s,i und , ,,^^0 fasse ich als Infinitiv = J,^ 
j-5^0 wie in v. 14; — doch ist auch dann die Stelle, nanientlicl 
Z. 2 — 4 nicht durchsichtig. 

v. 33. ^y^}^ "iir in <ler Schrift, nicht der Aussprache ver 
sclüedeu von ^^•)y> widerspenstig. 



BUiu: Lfoi/nisc/t' Türkische iyjn'ac/ukuk'iualer. 



139 



-ce cudo ruga 

U ZupancU; Gos|)odo! 

35. 
iiiem velim na jedno, 

itfUute se zajeduo, 

nogovor'te igediio 

Kadi lueiie; Gospodo! 

36. 

V 

,o saljem Cau^a 

^0 kose kam usa 

emojte mu rcci osa 

Brezposleno, Gospodo! 
37. 
(^iem uevelim hasa; 

lere timam kardaisa, 

K'ider k'ciidi tag-u-tasu 

A rad meno; Gospodo! 
38. 
Jamite iias iz Dum na, 

Jer ce biti h u uti , 



) } O " 






35. 

yJJ<J Li j*J^ ^^^ 
I < " 

36. 

• ■ 



> - > -O 



37. 

I I £ 



LÄb> jr-Jljj r^>^ 

I lo^ I S C 






LLj^ cLj) ^a^ ,sXxi' 






> > u > 

38. 



1 1 



O I 



*-*-«j^ jai u^Uj^^Lj 






N_J^» ,4VJ Äi ^ 



V. :j4. Zupanac oder Zupanjuc ist der Name des Ilauptortes 
der Landschaft Duvno, wo eben der Dichter in Haft sass. 

V. 3G. Z. 2. Hier eben so unverständlich, wie in der Rec. a ; 
vgl. Note daselbst zu v. 14. — Sollte an Ji*^\.i Sclavin zu denken 

sein? x^^i M. Ui^l osa oder usa? 

Y. 38. AJ^o. Eine Kandnote in I. bemerkt schon, dass das 

Wort unverständlich sei. Ist es pers. ..^j-> Blut, oder bosn. Ortho- 
graphie statt »U5' günah „Sünde"? 



140 



Blau: Bosnisch-Türkische Sprachclenkmäler. 



Da je blizu Una, 

Da skocimO; Gospodo! 

39.' 
Sviem ncfcrim oturak; 

A nama je la-jutak, 

Ma'kul k'örmez buui Hak. 

V 

Ciui mi se, Gospodo! 

40. 
Nije nami do smiha; 

Nesta nania iz iniha; 

Svo lipo izdiha; 

Pak zavezC; Gospodo! 

41. 



Cutruinuz dur ehli lial, 

Kimesiiedu atar fal, 

K i d z k'ü n d ü z k y 1 - u - k a 1 

Medju nami, Gospodo! 

42. 
A vama je do smiha; 

Nama dusa izdiha. 

Pazitc se griha, 

Umri-ce-te, Gospodo! 



O -' > * 



b' yy^-^^ 









39. 

Ol > * >'* b« 

o I > < 6 « « . 

I 
• > o > o ^ , 



^O^-j^J^ 



» I » 



1 



40. 






I I 






> ) O • b^ 8 I U I 



41. 

Jl O« O 1 ) 1 • 

Ol O II O ' > * 

I 

» > o » »* 

I 

42. 



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o > b## It 



o * ' ' I ' I ' 

jk^ro^i Aj^jO Uli 
I 

t > Cj > ^ * O » 



»II 



> j > 



» » » » j I 

V. 41. M. 3^^^^^, I. jAyyiy:i \ ich vermuthe ^'•i^j^ ^- L?r*y 
vulgo k'uturu alle, wir alle; ein Wort, welches übrigens durch 
die lingua Frauca: lateinisch ceteri, cetera ins Türkische ge- 
kommen zu sein scheint. 



Blau: Bosnisch-Türkische Sprachtlenkmäler, ]41 



43. 
ro tnga govori; 


43. 


KT nam vece dogori; 




Bti kopaj ni ori, 
Od kud ce mo, Gospodo! 


• 1 1 


44. 


44. 


S sme k ene vasi, — 


1 O«. V V 


rogovor'te Pasi — 


t^*^ "^j^vi 


1 

ri neferi nasi 


^^Li ,^^Ai ^^^ 


Molimo yasy Gospodo. 


> t > 1 9 « 

1 


45. 


45. 


ele meni neferi. 


1 1 


hjem jesed sek'eri. 


1 ' 


Sorarsenüz haberi, 


1 ^ 


Beza-ce-mo, Gospodo! 




46. 


46. 


Jokdor bufta takat. 




Nije nista zvakat. 




Kemoremo skakat 


.*■ 1 » • ♦ * 


Leti zimi, Gospodo! 


« »0 ♦ 



• I 



V. 43. M. |«jy I. ^ 

V. 44. K^ scheint mir hier das Türk. kene, ginb „trotz- 

lem, wie, darom" zu sein. Wenigstens wüsste icli nichts Passendes 
m Slavischen. 

V. 45. I.M. übereinstimmend »cLo, während dasselbe Zeitwort 

»nst z. B. V. 30, Z. 1 biziti, biziti geschrieben wird. Die Or- 
thographie dieses Vocales ist auch in diesen Codd. nicht constant. 

Vgl. Lautlehre §. 4. — Z. 2. steht ^V-»^ augenscheinlich st. ^J^^»^, essen. 



142 



Blau: liosniitch'Tiirl'igrhe Sprachdenkmäler, 



47. 
A trazeci siöara, 

ITcinismo zarara; 

AI CO biti firara. 

Noka znata, Gospodo! 

48. 
Kah se pokaramo, 

K'tili razgovaraino , 



Nevolju paramo 

U /npaiu'.u, Gospodo! 



49. 



Jcsmo jedno z u k'u r t , 
Ncslusaju II k'u t, 
Rad bih cinit suk'ut; 
AI iicmo^u, Gospodo! 



47. 



Jiy 









48. 

» • ' » • • 

» I • » ♦ t 



49. 

* » » ••, 



50. 



Sad nam konji herzu, 
A tezko sc dizo, 
Jer sc uza ti^rzu , 

Kraduc sino, Gospodo! 



50. 



> O« fr 









V. 40, /. 1. I. oyj. — Z. 2. oy^i hochtürkisch öjüt ge- 
sprochcu, Rath; im bosnischcu Idiom lautot es wio ugut. 

V. 50. Vielleicht ist statt •vy.> wegen dos Reimes zu lesen 

V 

j^^o, das wäre d(^rzu, die Pferde wiehern und sind schwer vn 
halten. 



Blau: Bostmch'THirkisohe Sprachdenkmäler, 143 

51. 51. 



y u 



da nitko boba , s^^^ yUjO I Jo 

rose nam oba, jcj^f j.Ü iLi^^xlt 

jrostite roba, ^^^^ NJ\ojl^^^t 

A prid dusa , Gospodo ! y:>y*^yt ^»^ ^!»;d^ 
52 52. 



liite nas a sioa, ^ju«» y ,j«^ü U^J 

"Um kano svinju , y-^^*^ ^^^ ^^ 



*osto is^a cinu. y^t^ j^t y>^^^ 

Jeli pravo , Gospodo ? ^o^a-**^ ^^j^ Jll^ 



> o > o » 



• 

53. 53. 



> O I 



Kye zasto kapit , vi>V^j5 y^^j ^i^ 

A sre hode skupit, c^^yL^ 9i[^:> 9.k«m( 

■olec zube tdpit. 00^ juj: <iU^^ 

Koja fajda, Gospodo? y>y*aMyL iJ^li L^j^ä 

54. 54. 

^ otmemo, zorba, '^jj ^^^^ ^ 

o «> > 0110) 

Fkradavsi, globa; ^^^^ c5^y^^xb^ 

zprazni se torba. ^-yy^ ^**^\^3^.^ 

Smelismo se , Gospodo ! y^y^yL \*t* ^.r^Uw 

55. 55. 

Ü • t Ü I > 

Velimo vam am an, ^L«? j»[>^^ 



V. 51. Ich weiss nicht ob boba und oba richtig gelesen 
siüd, da der Sinn dunkel bleibt, oder ob hübe, übe oder ähn- 
liches richtiger wäre. Boba sind Höhnen; oba vielleicht türk. 
Ly Zelt?, oder in ao»^, ital., slavisch und türkisch roba, ruba 

Kleidang zu ändern? 



144 Blau: Bosnisch' Türkische SprttchdenkmOler, 



m 



b I «> b 



Nije li veee zeman, ^U; »S^ J, 

Da badcmo r e v a n ^^^ y^^. 

Svojoj kuci , Gospodo ! y^y^yt ,cO^ ^yh^ 

56. 66. 



o » 



Biz Dumnaja kideli JsOuJ jgiu^y 

Taryhumuz bezbelli: ^chß j^^^j 






Zilkadcnüfi eveli. ^^t t^^sAjüi^j 

To se znadc , Gospodo ! ^*>^mm*/^ lOU: x*-y 



57. 57. 

O o I > «> I 



Da znademo kabehat, c>^>Lö ^.>Lij 

Sto teglimo mclamet, c>wOL« ^♦aÜj y; 



C »I ) ^ b. 



Da je ovo zi jätet, oiL»; ^y ^a 

) > b ^ O ' i ^ 

Dodija nam, Gospodo 1 ^J^^^ JJ Lp^o 



58. 58. 

b I * 



Jcdnu riec jos imam: ^Ia\ ^jS^ f?^;>^« 

Opravte nam taj merain! ^\jA ^\J j»Ü «^^j 



b I * b I O « bl O I 



Bi nam sobbet vas tamam. ^l^ g^l^ st:^^^ A 

J > b > b » > 

Falimo vas , Gospodo ! ^^y^M^ySi ^^-^b 



V. 56. M. : jIj^ und Z. 3. hwXääJ! ^^J^ L. »JülJjj und ,JjJk 
V. 57. Gewöhnlich vi>oLuö. 

V. 58. M. i^^^ I. gwA;. 



BUm: Bomu9eh'Tarkische Spraehd^dcmäler. t46 

D. 

Brief des Kadi Hasan an seinen Bmder, 

ir zar Schlichtang eines Streites anter den TOrken 
nach Eosarac gesendet worden war. 

) poetische Epistel, welche in ihren Einzelnheiten eben- 
sehr charakteristisches Lebensbild aas der Vorzeit Bos- 
et^ entdeckte ich in demselben Cod. M., den ich für den 
grossen Arzahals benatzte. Sie steht da aaf fol. 62 v. 
Actenstücken aus d. J. 1189. — Besonders interessant 
itterargeschichtliche Seite dieser Sprachdenkmäler ist ein 
am, qner anten in der linken Ecke, welches laatet: 

<iß ^^Uiueo j^ i^JLjl ^.«49 \ji^\j!^^\ »^^^S JUiii ^J^ 

i^ ^^3 6^^ J^"^} ^^^ ^^ *-A-^^ S^' vJb-^ J-H» 

» (» ^ La ^^ÖJ\ ^\ ^^5vX.u^ 

iter diesem in bosnischer Sprache verfassten Brief findet 
in türkischer Sprache Etwas geschrieben. Pass anf, lass 
ht verdriessen, lies ihn, aber mit Verstand! Diesmal be- 
er Brief nur aus 143 Versen. Uebrigens: „znasli da 
ici doma?^^ „Weisst du wohl, dass du gut thätest nach 
kommen? wegen deiner eigenen Affairen. Grass!" 
i dem vorliegenden Texte sind es übrigens nur 135 Halb- 
dass wie es scheint, hier nur ein Fragment erhalten ist. 
IT die historischen Beziehungen im Texte habe ich näheres 
zustellen vermocht. 

geadetli, semahatli safadar, 
Hakykatly, mürcvvetli vefadar, 
Sefkatly, sadakatly burader^ 
Dzani beraber! 
5 Otiso si u Kozarac, 
Ti si meni dragi bratac. 

V 

Sto si meni knigu slao, 
Jedva sam je razazuao. 
Lipo si ml knigu piso, 
10 Ali si nisto plaho diho, 

I. d. DMÜ. V. 2. 1^ 



\^Q Blau: BosrUacfi' Türkische Sprachdenkmal 

Kau da si se razljatio 

U obrazu pozutio. 

Ilotio si svasta kazat, 

Malo svoju cud pokazat. 
15 Svasta si mi napomonuo, 

Pak si u kraj ti pobjegnao; 

Kako hoce Ijudi re('i, 

Nisi [h]tio cisto reci. 

Je si mi sc okosio, 
20 Ja si nesta okusio; 

Netrebuje mene karat, 

Vei*e meni lipo kazat. 

Ti si hotio meiii reci, 

Ovi serhat iiece ledi. 

25 Sto ce tiem Ijudi reci? 

Jali sto ce Pasa re(5i? 

Lipo ti je sebe znati, 

Svoje posle seb' uzati, 

A tudjieh ncgonati 
30 Po avstia (?) nehodati. 

Pasalije prokasuju, 

I s*ki^igama dokasuju, 

Kozarcanim dokazuju 

Oko Agc opasuju. 
35 Rad bi bio da tog nije, 

Jer i mene kolju zmijc. 

Di ti sidis tamo siijima; 

Meni vele da sam snjima; 

I sto sidis medju njima 
40 Bit nemore lasce njima. 

Ako valjas tamo njima, 

Nehranete, jazuk njima, 

Mene karas, isces para, 

Ja sam i sam zeljan para; 



V. 14. .>j^ ungenaue Orthographie ^=-('ud Nat 
V. 30. Was ic^Ä^wM^T ist , verstehe ich nicht. 
V. 31. Mscr. »^J'wÄL^. Siehe jedoch v. (KJ. 



Biau: Bowiach- Türkische Sprachdenkmäler. 147 

45 Taino sidis.cudo dana, 

Ter nejidtjes amo k'nama? 

Kozarcani Turci ^uti, 

Ho6e oni da su mudri, 

Ali SU se prevariliy 
50 Jer SU mudrost prifatili; 

Nisu [h]tili amo dodi, 

PasaUje pravo redi, 

Tcre onda doma ici 

Nemislih ji za pec ledi. 
55 Od Ajieh moku odüskiuein 

Svake lau protiskiigem. 

Jali va\]a Pasi idi, 

Jal na srida pare v^rdi. 

Otvoraj ti dobro oci, 
60 Mores-li-mi ti pomodi? 

Za i^jiba se ja inadim, 

Misecovah ja zijanim, 

Ovo sada iolje Redzeb 

Hodel biti endo u dzeb? 
65 Zva' ji amo da mi dodtju, 

Pasaliji da ani(Uu; 

Da vezira Pasom znada, 

Bigrald^u da uznada. 

Obalide a dan vale, 
70 Pak si oni oblagase, 

Amo meni nedodyosei 

Vece mene obrozise (?); 

Eadija me neznadose 

Ni u sto me nebrojise; 
75 GraJQ amo opremise, 

A na strauu okrenuse. 

Svasta meni odpisase; 

I po graji opremise. 

Kan da oni Pase bise, 



V. 72. Msc. i^/iwcÄ^^^i. Hr. Bozic vermothet obruzise, 
obmziti, beschimpfen. 

Y, 78. Msc. w«' St. ,^1 durch Copistenfehler. 

10* 



148 Bkttt: Bo9ni9ch'TMci9ehe SpraeMmtkmäUr, 

80 Meni kada zapovidise. 
Poslovi im neya^ase, 
Jer onako odpisase. 



Buny jazan ismi Hasan 

Belk'i vezir ajak basar. 
85 Her k'im afia bir az 

Vezir ani elbet asar. 

Herk'im bani uk az satar, 

Belk'i para vafir ss^. 

Akyl olan böjle sajar» 
90 Sony dahy böjle »^ar. 

V 

Söjle böjle evetleme, 

„Sakyn sende^ bana dimel 

Böjle ise vezir kakar 

Sony dahy böjle cykar. 
95 Akly basa bir az düsür 

Bu sözlerden jeter asar. 

Tyruak basa bir az kasyr 

Akly basa bir az devsir, 

Bonüm k'öfilüm muk edderdir 
100 Bazy sözler mak'errerdir 

Bu jyl ve mukarrazdur 

Böjle ise murahhasdur. 

Anlar bize ynanmady, 

Dzümle nefer anlamady. 
lOf) Kimi vezir simdi istor, 

Belk'i dirler hele. k'öster; 

K'österelse olur lirak, 

Dzümle nefer olur yrak; 

Nidzc kacar jalynajak 
110 Baska kimse olur cyrak. 

— Selam olsun dzümle size! 

V. 83—122 sind türkisch. 
V. 85. Es fehlen zwei Silben. 
V. 101. Msc. cj^y^ oder ^^j^ty^. Das Wort ist 
lieh, vielleicht Name einer Oertlichkeit , Novin? s. 

j^ viell. jjju = ^JcJU „verpfändet". 



Blau: Bomusch'Tärküche Sprachdenkmäler, 149 

Bu k'ün böjle lazjm bize. 

V 

— Simdi düstük novi ize, 

Daa idttfi hele bize! 
115 Ahdamaz dar k'öfilttmüzde, 

Novi kal'e önümüzde. 

Her k'im sizQfi önüfiflzde, 

K'izli k'elsfln ardymyzde. 

Pik'ir idOfi bejnifiizde, 
120 Hi^r nedir bakyfiyzde. 

Haber sonin dostnnozde. 

K'elsün Mnrad-Mehmed darymyzde. 

Lipo raste jablan ddrvce 

V 

Zelimo te kano sance; 
125 Ali za nas i nehajes, 

Na nas mkom odmahtges. 

A sto si se podosio (?)? 

I od nas se oglusio, 

Kan da si Njemce podosio 
130 I sa str . . . . . o4jasio. 

Joldasi se d(>godise 

Ah i mene nmolise; 

Ei\jigama se esjetise^ 

Selam tebi ucinise. 

Prifati me, Gospodine! 



113. ^^ wohl slav. novi, neu. 

122. Msc. hat von erster Hand s^^.^; darüber von zweiter 
daher o^.jj oder »J^^>ji, kann zweifelhaft bleiben. 

127. j^^Ä.^ als pocosio gelesen würde ungenaue Or- 

hie, wie v. 14 ^^*..^^=cud sein und das Ztwt. podositi 

m sich in die Ecke verkriechen auf c^ose = s^y^ Ecke 

eben. 
130. Msc. jÄ^ erheischt wegen des Metrums und des Sin- 

e Aenderung; etwas wie [,«.2>]ijÄ^ L- sa strahom „aus 

würde die Lücke füllen. 



150 Blau: Botnüch-TOrkiaehe Sprachdenhmäier. 

E. 

Tfirkisch-bosnisches Drogaen-Terzeichiiiss. 

In dem Codex M. , jenem Collectanenm , das ich oben b^i dem 
Arzuhal von Davno benutzte, fand ich ein paar Blätter (fol. 148 
V. und 149), welche ein Verzeichniss von meist offizinellen Pflan- 
zen und Droguen in türkischer und bosnischer Sprache enthalten. 
Da von der gleichen Hand in demselben Manuscript eine grosse 
Zahl medicinischer Recepte herrtfhren, so ist anzunehmen; dass der 
Schreiber, wenn nicht selbst Verfasser, so doch ein sachverständiger 
Kenner dieser Materie war, und es liefert somit dies Verzeichniss 
einen so wichtigen Beitrag zur bosnisch-ttlrkischen Originallitteratur, 
dass eine besondere Publication dieses Sttlckes wohl gerechtfertigt 
scheint, zumal ich seinen Inhalt in das folgende Glossar (Abth. III) 
nicht mehr aufnehmen konnte, als es mir in die Hände fiel. Manche 
der in den Noten zum Glossar beigebrachten Erläuterungen zur 
botanischen Nomehklatur finden hier ihre weitere Bestätigung; vie- 
les Andre ist neu und dient sowohl zur Berichtigung und Ber^- 
chcrung uusrer türkischen Wörterbücher, als zur Kenntniss der ein- 
heimischen slavischen Localbezeichnungen der gangbarsten Droguen. 
Aus welcher Zeit das Verzeichniss stammt, lässt sich nur ungefiüir 
aus dem Umstände schliessen, dass mehrere der von der gleichen 
Hand geschriebenen Stücke des Buches die Jahrzahlen 1194—1205 
H. trf^en, so dass es vor 80 — 90 Jahren verfasst wäre. Gramma- 
tische Fehler im slavischen Theile des Textes, sowie üngenauigkei- 
t«n in der Wiedergabe slavischer Laute durch das arabische Alpha- 
bet verrathen einen Fremdling als Verfasser. Wahrscheinlich war 
er einer jener halbgelehrten türkischen Weisen, die als Quacksalber 
und Heilkünstler in allen orientalischen Städten ihre Praxis finden. 
Seine hier vorliegende, immerhin sehr verdienstvolle, Arbeit hat 
meinerseits eine Reihe von Anmerkungen veranlasst, deren Zweck 
war, das Gebotene mit unsern sonstigen Kenntnissen dieses noch 
sehr spröden Materials in Einklang zu bringen ; so weit mir das 
nicht gelungen ist, muss ich solchen, die auf diesem Felde mehr 
zu Hause sind, oder über reichere Ilülfsquellen verfügen, die wei- 
tere Ermittelung überlassen. 

Der Titel ist: Syrf diu üzrc otlar bejandir. „Pflan- 
zenverzeichniss in serbischer Sprache". 



Blau: Bosnisch-Türkische &praclulenkmäler. 151 

Die Ziffern habe ich zur bessern Grnppimng des in interli- 
ÄTer Weise geordneten Textes hinzugefügt. 

ft^^i« <i^^^ *^>^ (5) »Sjj^ ^^ vjl (4) ^y^l »^^Liy «^o ^^^ 

ÄiLi (8) vjuib. J^,^ ^3^ Oo^l^ (7) JlÄü! ^o »3^ »yC^ (6) 

Transcription. 

nach Berichtigung der Fehler. 

1 Ruraid = Orasak , 2 Hajjulfarikon = Mlecac , 3 Kaz-cicek'i 
rrPodbeo, Repah (dere kenarinde olur), 4 Ak-söktlt =: V^rba, 
\ Hytme - cicek'i = Trandopio , 6 Kengere , Deve - dik eni = Skal, 

V ' 

f Ravend-rurai = S^rcanik, 8 Sekakul, Pejgamber - mühri = Pet- 



M.> 



1. Neben s\a^ onsres Textes weiss ich nur wVj^j Freyt. L. A. 

L V. nach Forskäl = Euphorbia thymifolia zu stellen — 
)rasak aber soll nach Parcic Yoc. lllyr. 395=^Muskatnuss sein, 
edoch nach Fröhlich D. 247 auch „eine Art Pflanze". — 2. Da 
llecac Parc. 270 ^=:Euphorbia, so ist ^.^yJ^UJI^^ nicht = 

lypericum wie b. Berggreu Drog. Arab. 855, sondern wie im 

fiossar ..^y»^Ljii< L^l aus Evtfogßiov, sonst ^^-^^^ corrumpirt. 
i. S. unten Gloss. wo J.^eva. jlä^^^podbeo, Tussilago farfara, 

V 

rovon Repuh=Tussilago Petasites (Sulek Kroat. WB. 707) 
$ponyin ist. — 4. S. Gloss. s. v. söküt. — 5. S. Gloss. s. v. 
lytme cicek. ^aj Ju.j ist mit Verschluckung des 1 ;s. Lautlehre S. 32) 

V 

= Trandofilj, Trandoviljc (Alcca Rosea Sul. 1318, Fröhl. 
m) = alb. und neugr. TgavSacfvli Hahn Alb. WB. 132. — 

5. Zu 9j^ vergl. ßjS Vull, L. P. II, 901: Cynara Scolymus, 

irtischocke, da ^^c> 9^:> Biauchi D. T. I, 886, Kardendistel, und 

Ikal, wenn gleich den WBB. fehlend, nur als Erweichung aus 

ikalj, welches nach Sul. 1297: die Wegedistel (Onopordon 

V 

Uanthium), nach S. 285 den Kardenbenedikt (Centaurea 
)enedicta) bezeichnet anzusehen ist. Im Kamus steht fcSc> n^o für 

N^IJuuk^;; s. unten 110. 09. — 7. Beide=r Gen tiaua lutea s. 

jIoss. s. V. Ravend. — 8. Ich vermuthe, dass in dieser Gruppe das Fünf- 
fingerkraut (Potentilla pentadactylus) gemeint und P e 1 1 o - 
pero aus Petoper oder Petoperst (Parcic 430) entstellt ist. 
Kkhst Peigamber-mühri steht Mtthri-merjem (Esp^ce de 



X52 Blau: Bo^nUch-Türhisehe Spratkdenkmälet. 



y^^i (10) «va>^ Jiy> ^U^ fc^JÜ^ gjjy (9) 3/^y^ C5j4- j*^ 
JivXx^ (U) iL^^3l ^^yCj (13) s^^ v3L?^*^ ef^^ 15^^ y3, 



lopero, 9 FuzendS ve Nane ve Nanhaah=Metyica , 10 Kyzyl- 
Sök'üt = Johovina, 11 K'e k'l i k'-oty = Veraska (?) , 12 Snkume(?) 
ve Kyfylgau (?) ve Hesek ve Demir-dik'eni=Veliki-cicak, Bikp 
13 Bök'ürtlen = Ostruga , 14 Sandal ve Baga-japrag7 = 6okvict, 



plante, Bian. II, 1057)=^^ *^^ (= J»^ W f^j^ Kam. s. v. gLot 

ybo) = c>».xi^l -c^i Vull. I, 377. — vgl. auch ^UJU ^= 

Sigillum Salomonis (Polygonal um) Berggr. 870. — j3lÄi nach VulL 

II, 436 aus JJ5l5,jiui (sechs Zipfel?) contrahirt steht bei Honigb. 

Med. WB. 553 unter Pastinaca Secacul. S. auch Kamui 

türk. III, Tcf. — 0. Statt ^yy^ des Msc. ist sicher f^^y' j arab. 

Form des persischen w:>^ Mentha (Vull. s. vv.) zu lesen, da 

Nane sowohl als slav. Metvica für dieselbe Pflanze bekannt 

sind, lieber M^ qU s. Vull. II, 1287, Berggr. 828, Honigb. 515, 

und unter no. 134. — 10. Johovina ist Erle (Alnus), sonst, 
z. B. im Glossar unten Su-agadzi genannt; Kyzyl-sök'üt 
wörtlich Rothweidc; aber Säule rouge = ^.j^>^ ßianchi I, 1021. 

— 11. dVJLfO bosnische Schreibung st. A^ vgl. K'ek'lik-oty 

= Majorana bei Bianchi II, 621. Eine ähnliche Pflanze heisst im 
Kam. U, ^^. s. v. ^\^\ Ou> türkisch ^iuj'i^) Veratika, daher 

wahrscheinlich obiges Veraska ^^ä^^^^» corrumpirt aus slav. vra- 

tika Parc. 759 =Tanacetum vulgare. Dasselbe veratika 
hat Ilonigb. s. v. Matricaria. — 12. Ausgehend von ^^O^J-a), 

was Vull. II, 355==pers. Ä^y »^ = Tribulus (Teufelsdorn) hat, 

nehme ich an, dass die beiden slav. Wörter aus volikac (!=Tri- 

bulus Sul. 281) und Ripje (=Tribulus Parc. 583) verderbt sind, 
denn veliki cicak hicsse wörtlich grosse Klette, Lappa major. 

Ferner corrigire ich statt y^^A nach Vull I, 693 (iX-N-«3- = Tri bu- 
lus, und halte auch n^^)U- für Corruption aus ^^^f^^J .^Uiü 
ist mir unbekannt. — 13. Vgl. Gloss. s. v. Bökürtlen. — 14 *cb 
^^t\ ^U heisst wörtlich Froschblatt und kommt somit uuserm „Frosch- 
löffel" nahe, d. i. Alisma Plantago, bei Sul. 509: Vodens 
bokvica. Vgl. unten Gloss. Siftirli = Bokvica (Plantago) 
zumal in unserm Texte von zweiter Hand die Glosse eingeschobei 
ist: ;5'S^viy ;y^. Zu JI^Xa/ö vgl. Vull. U, 518, wo u. a. cu 



Blau: Bawusch'Tärkische Sprachdenhnäkr, 153 

Ü3 (16) »^j^y e)^/"' j^^^' ^ «J^' (1^) ^5^>5>* c^U^ ^^^3 

^^ i>^ v^^'-^j-- c)^^*-^j^J e)>^y^'(^^) Ä&^yW^wXä 
Xi^ (20) ^^ ^^\ ^^ (19) ^^^ ^L^yo ^L^ ^^ g.^ (18) 

> Ekidzüre ve Indiebar (?), Y8yrgan = Kopriva, 16 Zerrin- 
id^=BaUacka7 17 Iskardiun veEarga veJylan-saryInsagy = Divji- 
k, 18 Belfons dahy jaban-sarymsagadirler, 19 Dzinn-oty=Jebni, 

V 

D Hindiba =Zenoterga, 21 Harbak ve Karadza-oty=:Eakur£k, 

[cnos rutac silvestris so heisst. — 15. Der arabische 9j^\j 
Birkische ^Lc^-j^t^ bosnische kopriva, Name der Brennnessel 
Urtica) decken sich so völlig; dass ich in ^U^t den persischen 
liza snche. Vnll. führt eine Pflanze «Lc^l auf, doch passt die 
Beschreibang nicht hierher. Dagegen dürften von griechisch-orien- 
tiüschen Namen der ßrennnessel in Betracht kommen : pers. ^LJUam( 
od ÜUiÜt , ar^xvida (Du Gange Gloss.) and alban. x^^^^^ Hahn 

U7, ans deren einem »Ls:$rl verderbt wÄre. -^ 16. -A-3 ^^-äj^ 
Sanchi I, 972 Narcisse, und nach Form und Bedeutung damit ver- 
ruidt kroatisch: zelenkada = Narcissus Pseudonarcissus 
ol. 1621; Baljucka nach Sul. 41 : Hyacinthus racemosus, 
[ebenform von Baljuska. — 17. Zu ,^^^Ji-^l AUium silvestre 
=Divji-luk „wilder Lauch") vgl. namentlich Vull. 1, 99, wo auch 
Is arab. Name N-xJi ^yJi angegeben wird, der unserm Jylan- 
^arymsagy genau entspricht (vgl. Schlangenknoblauch =-Divji- 
.nk Sul. 1164). — 18. Zu vj^jJli, gr. ßoXßog vgl. Vull. I, 257; 

V 

Berggr. 867 setzt j*»^ = Grnithogallum, wie Sul. 582 Orni- 
thogallum = divji luk. Die Correktur ^Lo st. ^Lo im Text ergiebt 
sich danach von selbst. — 19. J^^I -^ erläutert das Msc. M gele- 
gentlich eines Receptes fol. 163 v.: J^j J^i ^^^ *^f^y ^^ 'H;^*^ 
nnd fol. 137 v.: jiyUi f^^;^ /^ß"^ i^^ q^ *^^y ? ^^ ^^^ sonach 
Doronicum (=^3^0 Vull. Hon. Berggr. s. v.); aus ^yu habe 

ich aber ein slavischos entsprechendes Wort nicht herauszulesen 
vermocht und denke daher an arab. ^^fti Alraun, „Hexcnmännchen^^ 

SoIa 676 Freyt. Lex. s. v. und unter no. 64. — 20. So bekannt 
Hindiba für Intybus Cichorium ist, so wenig vermag ich 
das hier, no. 174 und 182 dreimal wiederkehrende slav. Wort zu 
ertKnnen. — Sollte pers. qI*ä J^ Vull. s. v. mit dem i^y ver- 



154 Blau: Bosnisch' nrldsehe Sprachdenkmäler, 



ijJLÄ^ ^y^ J-o (22) v-ÄJ^yJ^ Jjl **»j»j «U^ (81) *V> 
^Li^^ Jüjl ^Lä* (24) »-i^LÄ^ ^^^- vyto ^^juj u-^i- (* 
^yLÄJLA^ (27) ^\jyA wIj;I^ (26) ^^^^S ^ JÜUt^ J^J ^Jjy> (21 



22 Nil-oty = Ceslaga , 23 Tejs-bimaDa Akrab-Tunined2i-=CellaB 

V 

24 üssak-oty = Poponac, 25 Dorak-oty ve Sibit dinur Koprii 
26 llaziane = Morac , 27 Bersiavsan ve Baldyrykara ve Dzinn-Sac 
ve Jer-sacy , Esek-sakaly, Hynzyr-Kyly (bu ot bukadar asamile ziki 

wandt sein? — 21. Vgl. Glossar uuter Harbak und Karadza-ol 
wo auch die Correktur Ui^^ st. tiX^^.^ ihre Erklärung findet. - 

22. Wenn ^^t J^ nicht verschrieben ist, sondern arabischem }h, 

\*jS\ entspricht (Berggr. 829), so wäre darunter die Indigopflani 

zu verstehen; doch soll cesluga nach Sul. 285 die Kardendist 
(Dipsacus fullonum) bedeuten. Der türk. Kam. III, 370 fbj 
hinzu: „Nil hcisst auch eine andere Pflanze (ausser der Indigo 
die einen starken Stumm, feine Zweige und kleine zu beiden Se 
ten reiheuweis stehende Blätter hat". — 23. Die zu no. 19 ang( 
führte Glosse Itüirt darauf f^'>\y^ vy^ ^ttr Doronicum zu hal 
ten, und Tejs-turunedzi hiesse es, wie zu deutsch Gemsen 

V 

würz Sul. 556; dann scheint aber cesluga irrig aus der vorigei 
Gruppe hier wiederholt zu sein. — 24. J.! ^UXc ist nach den 

Gloss. s. V. ein andrer Name der Alraunwurzel (Atropa Man 

dragora); für Poponac geben Fröhlich und Parcic Convol 

V 

vulus arvcnsis, Sulek 1050: Cuscuta epithymum an, am 
im wendischen Dialcct der Lausitz wird mit demselben Worte Po 
p n c c der Gundermann (Glechoma heder aceum) benann 
(Zwahr Wend. Wort. 256). — 25. hJU^ ändere ich in c>w.;i nacl 

Ilonigb.'s Angabe 517: Anethum graveolens=rtürk. dorak 
otu [so st. darah- oti] = a. p. schibet; vgl. auch Vull. s. v 
y-y^ u. c^ixit, Das Bosn. Kopric fehlt den Lexx. , ist Dimi 

nutiv von Kopar, wie der Dill aonst heisst (s. Gloss. s. v. Dorak 
oty). — 26. Morac = Komorac, Fenchel, s. Gloss. s. v. Ilazian 
und unten no. 157. - 27. Zu den in dieser Gruppe aufgczähltei 
Namen von Adiantum capiUus Veneris (=vflina kos 
eigentlich „Feeiihaar") vergleiche man: Adiantum -^.^UjU. 

Berggr. 826. Vull. I, 344 u. Hon. 523: pcrsiau san =türkisc 
Baldirikara; -a-U^ ..»ä. entsprechend führt Vullers a. a. ( 



und II, 540 das arab. ^^|1. ^ji;ä „Feenhaar** an. — Jer-sacy „Erc 



Blau: BamUeh'TStrkMke Spradkäenkmäier. 156 

I (80) jumIJ tyuli j^yUoc ^^LJ (29) j^U j^yj» ^UJ /t «^ (28) 



mmiisdiir, taslykda olnr, bima'iia^ = y{lina-ko8a, 28 Kara-agyz, 
MHik-etrTheYr=Ga¥ei, 29 Li8an-a8for=Jasenova-re8a, 30 Lilab 
sBdriUOi 81 Hasirez, ve Kaisum ve Abrotonos ve Ak- 
viftD, ve EfiseiitiQ = Pelin, 32 Tarsek ve Dzentiane-mmi ve 



lar*^ ist mir sonst nicht vorgekommeki, Esek-sakaly „Esels- 

•it^ gibt das arab. ^U^ ^ wieder (Ynll. a. a. 0.) and Hyn- 

jr-Kyly wörtlich ^hweinsborste^ entlehnt den Vergleich nur 
«D einem minder poetischen Geschöpf. — Der Yer&sser scheint 
Ast aber die HanuigfiBLltigkeit der Ausdrücke fttr die eine Pflanze 
ntannt zu sein, and fügt, während sonst seine Bemerkungen sich 
V anf den Standort der Pflanze, hier taslykda „auf steinigem 
Men^, no. 3. 88. dere kenarinde „am Rande der Bäche'' 
ierieheny mit einem Strich über das Ganze hinzu: „dies Kraut 

Art so vielerlei Namen''. — 28. ^t nji ist wohl nicht verschie- 

in von ^(^ Berggr. 836 Caltha deutsch Kuhblume, vergl. auch 

^1 jS'l Vull. I, 762. — ^yül^.^UJ steht bei Berggr. s. v. Bu- 

lossum und Borrago und Echium; bei Honigb. 523 s. v. 
akalia neben türk. Sygyr-dili (s. üloss.); bei Freyt. Bu- 
lossum. Slav. Gavez wird unten no. 128 =:a. p. vi^iU genom- 

len, von Parcid, Sulek, Fröhl. jedoch einstimmig durch Consolida 
lijor, Beinwell, Schwarzwell übersetzt. — 29. Für yyAt^ar ^.^UJ 
enfigt es auf Berggr. s. v. Fraxinus zu verweisen, da Jason 
benfiills die Esche, resa die Blüthenkätzcheu bedeutet. S. auch 
uiten no. 177. — 30. v^OLJ s. Gloss. s. v. Liblab: neben slav. 
»Man Epheu stellt sich auch persisches ^,^yi Vull. I, 221. — 
(1. Verschiedene Namen von Artcmisia- Arten, unter denen 
ij^L^ mit ^j^Ji>^^ Absynthium Khorancnsc Vull. II, 1413 
ifaitisch scheint, ^j^AjJi in |«>^^ Artemisia Abrotouum 
lerggr. 825, Freyt. s. v., Vull. zu corrigiren, iji3y;tß^ das griech. 
IßgoTovov selbst ist, ^.,La^l:j nach Kam. s. v. ,a^ = ,^'^:^^\ 
id letzteres bei Honigb. 519 für Artemisia Icptophyll. 

id 515 für Absynthium steht, endlich Polin, Sul. 1567 u. 
L=Wermuth (Artemisia Absynthium), auch ins Türkische 
lemommen worden ist. Siehe Glossar s. v. Josan und Efsentin. 



156 Bio-'- Botniteh'TarkUehe SpraeMenkmOhr. 

^-^^JU3 i5M«i^ jL-T (35) o^lj JJ,» *_ijP> (84) l:^^ j, 
^*, «j*5>i (38) »^j^ ^3j^ ^(i**» (37) ^yuf ^y. j^ (M) 
v^ (41) ^5 ^y ^\ (40) »yy j,A^ (89) Jjy e),^ 0^ 

Laboda = Stavje , 33 Kantarinn yeKazgim-oty=Kicica, 34 Tm» 
oty = Zanovet, 35 Hummaz ve KasDi=::Ki8elica, 37 Bahnr-Meij« 
= Skri2, 37 Sygyr-kiijnig7=Divizma, 38 Snnize ve^b-es-Sudi 
= Corek-oty, 39 Kesver(?) = M6rkya, 40 £bem-k'ömed2i=:a^ ^ 

— 32. Tarsek fehlt in den Lexx.*, steht aber bei Honigb. 55S 

als persischer Namen von Ramex acetosa, d. i. Stavje, Su9- 
ampfer; Gentiana amara Hon. 537 = xiULJ^ unten no. IM; 

iöUÄA^ = ^tavje; Laboda hier eher das slav. Loboda (Atii- 

plox) als das jemanischo (^Ul Kam. s. v. — 33. Kicica ist 

nach Parc. 200: Gentiana Gentaariam, Taasendgaldenknn^ 
^.^^^^j> findet [sich für Gentaureum in persischen, arabiscbM 

und türkischen WBß., neu ist mir dafür j^^t ^,^i^ eig. Raben- 

kraut. — 34. S. Gloss. s. v. Tuma-ot. — Wörtlich wäre jy aJ^j^ 

= Gcranium, arab. ^^S^iS 'iß\^ Berggr. auch ^.,^^^U. Honigb. hit 

aber 539 einen türk. Namen o^l ^'i eter ot. — 35. Kiseliei 

V 

Sauerklee (Gxalis acetosella) Sul. = (j»Lr Honigb. 553, Eamm^ 

Berggr. u. a., ^^i ist sonach bosnische Schreibung statt ^^-•U', 

vgl. unten no. 62. — 36. Berggr. führt ^y^y^^y^ unter Stacta 

und Styrax p. 878 an; treffender Zenk. I, 179: = Cy{clameii 
hederifolium, weil skriS mit skrizalina = Gyclamen 

V 

europaeum (Saubrod Sulek krizalina, Parc. 612 skriSalini) 
verwandt, wenn nicht gar daraus nur durch einen Schreibfehler ver- 
kürzt ist. — 37. Vgl. Gloss. s. v. — 38. Ausser Gloss. s. Kamas 

s. V. \:>yM*^\ Ras»» , welches mit i*^yi^ und J^l ^^y^ gleichgestellt 

wird. — 39. Im Gloss. habe ich vermuthet, dass ^y^ ans ^j? 

entstellt sei, allein die Wiederkehr der gleichen Orthographie und 
Ucbersetzung durch M ö r k v a =!D aucuscarotta sichert das Wort, 



«» o 



obwohl ich es sonst nicht gefunden habe. In Gloss. G. ist ^yM 

punktirt. — 40. S. Gloss. s. v. Ümem Kömedschi und unten 
no. 141. — 41. Der arabische und türkische Name Zenker I, 121; 
Pasvaca fehlt den slav. WBB.; aber Frühl. hat wenigstens im 



Blau: Botniteh-TOrkUcke SpraehdenkmOier. 167 



Ib ^^ ja,^ siji^ J^^-Wjiii (42) *^U-»4 v^y **^' -f*^-^' 
SUli- (46) njiy^^-iyS of (45) OLiy «Li (44) ^^^ JU«.(43) 
^ ^^LÄb Jj«>^-^5 /-O^OUa. (47) ^iL- ^^^ J^^ 
Lft^U ijlJ^ ^j^ J.**«j ^y^^U (49) oui^^ ^j^ir (48) 

l Aneb-et-tha'leb, It-ttzflini==:Pasvaca, 42 Zeraveod tavyl ve 
•iga-dolttk'i = Debela tikva, 43 Saatr=: Cabar, 44 Febek' 
=6rasak, 45 At-kalagy = Cabra, 46 Gelindzik-Ciceki==Divji 
bk, 47 Dzandbidester ve Kundoz-tasagy = S^rsnjak (?) , 48 Ke- 
ni(?)=rBoboynik, 49 Asarun, ve Sttnbül-rami, K'edi-oty = Macja- 



Intsch-illyr. Theile 127 unter Nachtschatten (Solanum nigra m) 
^asvica; Solek: Paskvica, alle von Pas, Hund = c>oj. — 

IS. Zerayend-tavyl ist bei Honigb. 519 ^=r Aristolochia 
OBga^ TgL Yoll. U, 125. Im Glossar G kommt dagegen mit glei- 
ter Uebersetznng durch slav. Debela tikva vor: Ravend- 
i«ryl=:Bryonia. Wo der Fehler liegt, bleibt zu entscheiden, 
ii aoch Karga-dülOk^'i (idVi^j^ Gloss. G und unten no. 142 

^) unklar ist. — 43. Die gesicherte Bedeutung von cubar = 

'atureja hortensis rechtfertigt die Correktur yuum statt süum 

es Textes. — S. auch no. 119. — 44. Grasak Erbse setzt einen 
itsprechenden Namen in der ersten Hälfte der Glosse voraus. Ich 
ihe Aj^ nir eine wahrscheinlich durch das albanesische (paßsa 

lahn A. W. 138 = Erbse) vermittelte und an pers. ^j*oli (VuU. 

1, 630) sich anschliessende Entlehnung von Faba. — 45. Anders- 
o (s. Gloss.) ist At-kulagy ,,Pferdcohr^^ stehende Uebersetzung 
on slav. Loboda = Atriplex hortensis. Das hier dafür 

lebrauchte Cubra (vgl. Cubar 43) ist mir im Slavischen nicht 
röter bekannt; es steht aber als türkisch 8.j^^ = Hyssopus 

m Zenker I, 370. - 46. Vgl. Gloss. s. v. und unten no. 172. 

- 47. Honigb. 525, Vull. s. v. si>ww^^^JAÄ? und die türk. Ueber- 

letzong lassen keinen Zweifel über die Bedeutung: Castoreum 
ronach Berggr. S. 839 Djindabädastar zu beurtheilen ist. — 
dl Betreff des slav. ^LLi-**» lassen die WBB. einen im Stich; 

lahrscheinlich ist nur, dass es der Name nicht des Bibergeils, son- 

lern der Pflanze, die Sul. 236 Biberhödlein (=türk. ^UÜ) nennt 

md wegen der er auf „Feigwarzenkraut" verweist, das aber S. 461 

fehlt, sein soll. — 48. Bobovnik Parc. 92. Sul. 259 = Sedum 
Telephium, was beiläufig auch in dem von Yullers II. 553 un- 



]58 Blau: Bo$wBch'Türhi8chs Sprachdenkmäler. 



3 j5^ (52) üui>f3 ^)^ (öl) .;^Ldrr; **^^ o^ («» 

i^(55) w^ju^^^^UI ^^y>(r)4) v-Ä^IOgJLÄl^«^/(63) xLy 



trava, 50 Man - helalie = Rosopost , 51 Saparina = Vetrei^ (^ 
52 Horu' vo Ken-evir = Konop]jc, 53 Közbere ve Ki6nidz?=DesU^ 
54 Kurd-clmasy=Vucja jabuka, 55 Luf =rJylan-bondzngy, 56BlQil 

Mi 

erklärten ^^^siLb, einer Art von ^U ^^ (s. Berggr. 876 «. t. 

Sedum) steckt, wonach ^^SS vielleicht in ^J^ zu ändern, wenn ei 

nicht etwa mit \d^ Portnlaca bei Yull. 11, 871 zasannnenfiUIt 

— 49. Asarun = Asaron=:Kedi-Oti Honigb. 519. — SOn- 
büle (Valeriana celtica) = Mackova trava s. Gloss. s. ? 
wörtlich: „Katzenkraut''. — 50. Kosop^st Fröhl. 379. Parc. 5S( 
nennen so Chelidonium majus. Honigb. gibt aber dafllr Kyr 
langydz-oty (Schwalbenkraut). Das Gothaer Yocabular ß «U 

(ob B^t sUt?); 80 dass ich llir kk^^ ^U ntnr des äussern AnUao 

ges wegen an Honigberg. Menn-helu = Manna Calabrint 
(S. 546) zu erinnern wage. Möglicher Weise liegt eine Corroptia 
aus ^Lv«^J^L3- Vull. I. 646 vor. — 51. Zu jü^L*ö s. Hon. 56 

s. v. Sassaparilla, wo verdruckt Saparind st Saparina (Bianeli 
s. V.); Berggr. 875 s. v. Sassaparilla und 877 s. v. SmiU: 

aspera. — Sulek 1125 hat für smilax Sassaparilla nur den ofSzi 
nellen Namen der kroatischen Pharmakopöie Sarsaparilja, si 

dass vetrenjak (vgt. veprii^ak Mäusedorn Sul. 898) bosnisch 
einheimischer Localname wäre. — 52. Zuvörderst ist tSi des Um 

sicher in ^^ 205^ =: .a^l^ Cannabis (Hon. 523) = Konopljc 
(s. Glossar) zu corrigiren. p j^ fiude ich ausser dem im 6I08& 
zu Horu angeführten noch bei Berggr. 873 als Ricinus definirt 

und bei Vull. U. 846 ist ^Ji^ =cyj> und auch eine Pflanze, am 

der Seile gemacht werden. — 53. Des pik (selbst aus La van« 
dula spica verstümmelt) bei Parc. 72 Lavendel; w^: «i =z= ,^0^ 

bei Bianchi, und Berggr. Coriandrum sativum (vgl. Hon. 529! 
Guzberah=geschnis). — 54. Wörtlich „Wolfsapfel", dabei 
io^ in xä^li zu verbesseni war. Vucja jabuka Sul. 992 = 
Aristolochia. — 55. Kam. s. v. o>J tibersetzt dies (d. i. Dra- 
cunculus Berggr. 847) durch ^.^^sA^a^ ^.,^;j Jy lan-jasdugj 
(s. Glossar s. v.), so dass ^c^yf^y^ unsers Textes aus ^5^ 
verderbt zu sein scheint [bond2uk bed. Perle]. — 56. Vgl. Gloss 
s. V. Balosit. 1)1 II st bosnisch, wie Blyschz wendisch ist Kpbei 



Biau: BosnUch'Türkische »Sprachiienkniäler. 159 

[>^^b v^y^ ^^ (57) jf^ e5^*a^l^y> o^^ (56) ^*.?U>i ^^iU 
^p. (61) »yu,^ e;ö^3 (60) ^.J^^C ^c^ (59) sJ^^ß ^yao (58) 

^Knkaviqji-Y^, 57 *Arar ve Garab =Topola, 58 Senevber =-- Bo- 
9mna, 59 'Arar=Jelovina, 60 Zirfiu = Brest, 61 Turbus ve 
üeek'e Te terjas, Jer-mOrvcri =HaYdovina, 02 E'ahu, ve Marol 
K'asni = IxM^ika ve Salata, 63 Pejgamber ddk'mesi = Strnpnik, 



(Bedera); Kukavicji-v^z erinnert am meisten an Kukavic- 
^ak=Lonicera Caprifolium Sulek 1532. • 57. Ungenaue 
^HBJfhstellnDg orientalischer und bosnischer Bäume, denn topola 
^ nur=Populus alba, Sul. 997; wogegen ^ys Cypressus 
^oitana und wi^ Salix (Kanu s. v.). — 58. ^yi^ Pinus 
^|iaea Beiggr. 869; Pinus 8ilvestris = Bor (collekt. Boro- 

^tlaa) Sulek 752. — 59. Jela = Abie8 excelsa Sul. 1350. — 
'Ml Hier vermuthe ich einen Schreibfehler im Bosnischen Worte, 
'läui »yu*^ breskva wäre Pfirsich, aber Brest c>wM*i (Coli. 

ire8ce)=rUlmus campestris; ich vergleiche dann zu ^jj-i^^ 

Berggr. 877: ^^^=Sorbus. — 61. Unbekannt ist den mir 

iQgftnglichen Lexx. der Name \j^y^jo ; es erhellt aber aus dem sla- 

TiBchen Havdovina sowohl, als aus dem tttrk. ^.^^^y, dass es 

der Sambucus Ebulus sein muss; denn Havdovina ist = 
A^vdovina, Aptovina v. Abta=Sambucus Ebulus Parc. 

1, und s^^\y^ jk entspricht völlig dem arab. [jo^\ ^jUi»» Vull. 1, 

647 =^^Aibi0 ^Ui» Berg. 848 Ebulus, vgl. auch Hon. 561 und 

Tnll I, 115. — 62. Salatnamen ; alle bei Handzeri unter Laitne 

V 

uid Chicor^; so auch Locika:=rLactuca Parc. 246. Sul. unter 

Lattich. ^^^ ist demnach auch im Gloss. statt J^»»*^ herzustellen, 

wo es durch Pirika tibertragen ist. — 63. Strupnik = Scro- 

phQlaria nodosa „Knotenwurz" Sul. 772; dökme (bosnisch 

dttgme Parc. 97) bedeutet appell. Knoten, Knopf. — 64. p-^;it 

corrapt, wie pers. |»Uo ^^{ Yull. I, 67; aus arab. ^JUail.^^ s. Kam. 

IV. -»^aJI, der auch die türk. Nebenform j.il-**JI Aac (s. Gloss. 
Not 1) kennt. Es ist Atropa Mandragora, ungenauer Oco- 
locep bei Sul. 1309 Ccntaurea Calcitrapa. — 65 — 67. 



160 Blau: Bosnisch' nrkuiche Spradidenkmdler. 

S^) O^ Kßj^ (67) ^UÜ^^^ S^^ ,^yHi Jjä (66) »Äi^ji L-yi (66)^ 
Xo ^^LaO ^.•.^UJI J-iA5^jj ^O^ O^^ (69) g;^ /l (68) Oij^ 
»J^^l »^ gJoLal^ (71) ^jj g.U^ Jiy OvX-^ (70) AfvM« 

i^y^ (74) vJpL->^ ci^^ o^J^ (^^> ^^^ O^J-^ oy^M ('*> 

64 Jebrnh-68-Sanani=Okolocep, 65 Yrsa=Peninika, 66 Kyi||» 
Behnien = cervena pernnika, 67 Sary-Belunen =Znta-peninika^ 
68 Ager= V]red3^.; 69 ve Ud-hindi, ve Zend2ebil-el-adzem din« 
=Bela Sablica, 70 Sedef-oty=GonaC; Ruta, 71 Ratinedz=BoroTi- 
smola; 72 Garikun = Katran-köpttk'i, 73 FeslikW, Jekbud, 



Iris-Arten L^^l gr. ^I^Kf, Statt cerveni and iuti^ rothe oi: 

gelbo, verlangt das Genus von Peruuika die Femininendungen. Dar 
persische Name ^y^ scheint übrigens anf Iris nostras u. Irii 

pseudacorus (Sal. 1218 n. 5öD) nngenaa übertragen, s. Beigp; 
s. V. Beben. — 68. Ich trenne diese Gruppe von der folgendi^ 
obwohl sie im Msc. durch j zusammengefasst sind, wegen der V6^ 

schiedenheit der Objecto. ß\ ist n&mlich wie ^^y persischer Nant 

des Ahorns (Acorus) Yull. 1415; der slavische Name Javor 
ist wohl nur ausgefallen. — 69. Ud-hindi auch im Glo88.=s 
Sablica habe ich dort für Aloe arborescens erklärt, da Sab- 
lica sonst Schwertlilie bedeutet. Dabei beirrt aber der Zmati, 
dass sie auch ä^:f^\ y^j^j heisse, denn letzteres ei^lftrt Kaa - 

8. V. durch jSlo 8^o (s. Not. 6); welches; wie sein Gegensati 

^U Juus?\ij = Inula Helenium (Vull. II, 148. Kam. III, 237) 

lehrt, ganz verschiedene Gewächse sind. — 70. Sedef (Hon. 659.) 
nnd Ruta(Fröhl. 382) sind für Ruta graveolens bekannt, onb^ ' 
kannt ^^^ sei es, dass man es wie im Msc. als türkischen, sei 

es als slavischen Namen auffasst. Es scheint von wendischem gon 
Feldweg ausgegangen zu sein. — 71. Im Msc. verderbte Schreib- 
weise des bekannten .fisJLCJl^ = Resina (Hon. 559), da Borova- 

smola wörtlich „Fichtenharz" bedeutet. — 72. Vgl. uo. 189, und 
Kamus s. v. ^ykLc, der auch obigen ttlrkischen Namen anfahrt, 

welcher „Pechschaum" bedeutet; ^-yy^^^ ist nach Vull. II, 595, 

Hon. 515. Berggr. 827 die Schwammart Agaricus. — 73. Fes- 
lik'en = Jekbuni s. Gloss. s. v. = Basilicum. — 74. jw^ dürfte 

bosnische Orthographie für xjy> =Lochnitis Berggr. 859 sein; 

»*x*j>- ist bekannter arabischer Name des Poleys, Polium Beiiggr. 

Freyt u. aa., «AAa^ erscheint im Gloss. für Orchis, bei Zeukff 



BUm: Bomitek-Tärlatehe Sprachdenhnäier. 161 

.1 (76) »^ »^j^ ^•iji Ojyi (75) lOA-^Lj f juc^j «Jui^j 

^r»^ ^))^ O*^ ('^^ *-e>-LA3 ^^jj j^ (77) jjL^^I ^J«^^J 
l5-«j tf)^5 ,,^ (80) gJ^y NoLjUjgö^Lj (79) ^j^ ^fc-j- ^L».^ 

Bosiljaky 74 Harba ve Dza da, ve Cygdam = Jagocina , 75 Kurd- 
hitgy = Vucje-nsce(?), 76 Andyz ve Kasan = Oman, 77 Semm- 
pi = Samo*ia(?), 78 Kadyn-Toslugy , Anberbaris, Mor-ham, Mer- 
1= Kaioper, 79 Papunedz ve Papadia = Obrenic (?) , 80 Habb- 

der Form pt a<aä. für eine Waldblume = ^^ tSi ^jJ^ erklärt 
5t ^L^ hier türk. Rost, oder persisch Wache, oder slavisches 

IS Hund? vgl. deutsch Handshödchen=^0 roh is Sul. 710], und 
Hm es nach unsrer Stelle und unten no. 149 = bosnischem Ja- 
orcina sein soll, so ist es Primula auricula, sonst Ja- 

orcina s. Sul. 1174 s. v. Schlüsselblume. — 75. Unter allen 
teofaren, die auf Pflanzenbezeichnungen übergehen (s. Freytag 
. Ar. L 22 f. Berggr. 832) vermisse ich annoch das Wolfsohr. 
ie Bedeutung des türk. .^'^^ v>^y> lässt, da vucje — Wolf — 
, auch in s^^:^ des Msc. ein Auricula* bedeutendes Wort er- 
sten; ich coi^icire nach Sul. 986 &:^u;|=usce auricula, 

ue die Blume näher bestimmen zu können. — 76. Audis türk., 
sen arab. bei Hon. 541, oman bei Fröhl. 240 = Inula üelenium; 

\^ also irrig st. ^^I^- — 77. Ich verstehe beide Ausdrücke nicht. 
n landschaftlicher Name des Lycopodium clavatum ist nach 

1 676: „Hexenmehl"; wäre denn Samo*ia = Samolja etwa 

Jienisches Semola, Mehlstaub? Bas Lycopodium bildet nämlich 

der Pharmacie den Hauptbestandtheil des Streumehls für nässende 

'onden. — 78. Kamus s. v. ^w,b^! erklärt es durch Kadyn- 

)2lugy, d. i. nach Zenker I, 99, VuU. I, 121, Honigb. 521 = 
erb er i 8 vulgaris. Dazu stimmen aber nicht ^^a^^ = Lm^Lo 

ierggr. 874=Herba DivaeMariae und=rKaloper Parc. 188 
Irba di S. Maria (ßalsamita vulgaris), noch f^f*^ wel- 

hes ich = mor-safi Honigb. 549 für ^^ y* Myrrha pura 
Cime. — 79. S. Zenker I, 157 s. v. ^j^L^L: nur den slavischen 
lamen, wie er dasteht, weiss ich nicht mit den sonstigen Bezcich- 

V 

Bogen der Kamille (Sul. 736) zu vereinigen. — 80. Berggr. unter- 
ieidet eUJi }uSS\ Melilotus von ^^JUI J^5> Ricinus (862. 

?3). Orlovo nokat Plural Orlovi nokti (unten No. 178) 
Mich ^dlerskrallen*' ist als Pflnnzomiamo anch Sniok fp. 44) 

AUtoai. d. DMO. V. 2. 11 



162 BZom; BomUch-TUrkUche iSpraehtienkmäler. 



^AJi ijir^r. ä^I ^y>\^\ (82) »^1 oy>{ (81) ci^y ^5^^^! A 
(jäUuä^ ^^^^ Li^^jj^ UU ^/juj sr^y)^ cr^L» ^Lä^j (83) s^ 

V>iL.yl (85) J^^l J^^« *:?>^y W^ ^^. g^^ g^jit (84) ^^ 

el-muluk' vc Ik'lil - cl - Melik'= Orlovo-nokat , 8 1 Idiride CO = Iv 
82 Idzas, Erik ve Ain-el-bakar=^Sliva, 83 Zufa-jabls ve Zernc 
bimana Mak ve Bezir-katuna dirler :== Hashas tohumy, 84 Etreod 
ve Felendz-misk ve Badreudzbujeh = Ogul-oty , 86 Akomatrui 



unbekannt. Doch benennt er 168 Trifolium Melilotns onU 
anderm auch Nokatac. — 81. Iva ist bosnisch (Par6. 146), wi 
italienisch:=rTcucrium Chamaepitys, als tflrkischen Name 
dafOr hat Hon. 527: J&r- tschigdami; Ynll. s. v. ^jt^yixtjU 

den ^^^ ^^^ ; vielleicht ist danach, wenn anders tO^I dassell 

o 

ist; das arabische jy^f näher zu bestimmen , das der Kamns nicl 



näher bezeichnet als durch den Beisatz ^ dass es das Vorkomme 
von Trüffeln (Jjj^ »JLXil fehlt bei Zenker) verrathe. ~ 82. ^b 

corrigire ich in (j^L:>|=Pruna nigra Freyt. s. v., Honigl 

odschas, und vergleiche weiter Kam. s. v. (^yfi^: ^y^ji /^^^ 

jO ^^\ »Lyw-; 8liva = Prunus Sul. 1015. — 83. Mak ist das sla 

Wort ftlr Hashas, Mohn (Papaver); ^j*^Li lijj aber Hyssc 

pus Borggr. 856; und Li^Jaä^ij nach Vull. Zenk. Berggr. Plan 

tago Ispaghul, Flohsamen, oder Psyllium^ Flohkrant; uJj 

endlich wird von Berggr. 849 als Eryngium campestre, voi 

Kamus und Vull. als ^J^ }^^ definirt; von Freyt. durch croca 

übersetzt. Bei der Verschiedenheit dieser Angaben ist anzunehmen 
dass an unsrer Stelle mehrere Gruppen in einander gerathen sind 
— 84. Im Folgenden sind die beiden ersten Namen bloss Varian 
ten des in den Formen Efrendz- berendz-pelenk-felendJ 
müsk, -mus und -misk oft genannten Krautes (Vull. s. v.), aai 
dessen arabischem Synonym w^aäII SÜÜb Vull. I, 110 sein „for 

tasse citrago melissa^^ schloss. Der Kamus bestätigt dies 

sowie unser ogul-oty durch die Gleichstellung von ^^^ixlt xU, 

mit j»Lu ^jl J^^l I, 144; etwas abweichend Honigb. s. v. Ocy- 

raum Sanctum. Auch Badrendz-bujc ist für Melisse be- 
kannt. — 85. Unser Vj^L*^i zusammengehalten mit Vull. I, 116; 

^^^L«ys! bestätigt Vull. Vermuthung, dass au griechisches Inno- 

^apat9-poi/=Foeniculum silvestre, zu denken sei. Der üebe^ 

gang von griechischem ;r in ^ statt o ist so häufig ; dass ich oidit 



Blau: Basnisch'TarkiscJus Sprachdenkmäler, 163 



.>aLo! goUuu (89): ^y^l «JÜ^Ur «^v> ÄÄ.I^L^ 8^^ (88) *J^I 
n^M^AA (94) ^^^ vJui^^ O^^ (93) g;LfuU ^^0^^ 



inmy, 86 Habb-er-resad veMaklaba(?) = Ak-hardal; 87 Kehraba; 
Img-mmi =Orahova-sinola, 88 Kyzyldze = Pasvaca (dere kena- 
hdeolur), 89 Besfaidz = Sladka papraca, 90 Muhallasa=r Jy- 
■i-oty, 91 Zufa ve Cürdük'= Divji-Morac , 92 Sebrem ve Sud- 
hk'en = Ml^cac , 93 Mabrutb = Bobovnik-korjen , 94 Mufessire 



K' ^ 



^^U^i zu lesen far nötbig halte. Der slavische Name ist nicht 
jjll^geben. — 86. Kam. s. y. und Yall. I, 442 zweimal identificiren 

PU^I v,«/^» mit^-<*i^' »-3, Nasturtium, wovon Jj^ y^ nach Yall. 

|673 nicht verschieden ist. Das Synonjrm ULsU ist mir anerfindlich; 

|l mflsste denn eine slavisirte Form von s^J^ sein, anter welchem 

Ittien im orientalischen Drogaenhandel der Samen von Cerasas 
ilvestris amara (Bergg.) sehr bekannt ist. — 87. Kehraba 
ernstein (Saccinam) Hon. 565; auch andere vegetabilische Harze 
^«IL 8. V.); Orahova-Smola wäre wörtlich Nassharz. — 
\. üeber Pa8vaca = Pasvica (Solanum) s. oben No. 41; 
yzyldze ist als Pflanzennamc meines Wissens noch nicht ver- 
lohnet. — 89. Vgl. Gloss. s. V. Besfaidz. — 90. Muhallasa 
cXs^ finde ich nur bei Berggr. 860 für Linaria, Leinkraut. — 

ylan-oty wird im Glossar s. v. durch Jabucica erklärt, letzte- 
ss nicht näher bestimmt. — 91. Ich corrigire bjj in liyj nach Zen- 

er I, 371; ^il^jj^^:^ = U»j Hy ssopus;-divji morac = wilder 

» > 
^chel. — 92. j.^A^ Kam. s. v. = ^^A*» «Ul ; Honigb. 535: 

^chebrem und schibrim zwei Wolfsmilchsarten (=Mlecac, 
Euphorbia), wonach Vull. s. v. j^^yi zu vervollständigen. — 

93. Mahruth vergleiche ich, da es mir sonst nirgend vorgekom- 
men, mit ^j>^ Freyt. s. v. Radix plantae ^Uil o^^r^ appel- 
latae, denn der Zusatz Korjen im Slavisclien bedeutet eine Wur- 
zel Wegen Bobovuik s. uo. 48, und wendisch Bobownik 

Bitterklee, Zwahr, S. 20. — 94. Cervena-ruzica Rothröschen 

ist vielleicht, wie deutsches „Blutröschen" Sul. 256, ein Name für 
Geranium sanguiueum; ^,>m^aa kenne ich nicht, es wilrde „die 
Dollinetscherin" bedeuten, vielleicht aus der Poesie der Blumen- 

II* 



Ig4 Blau: Bosnisch-Türkische SprachtirnkmOler, 

oU- (97) jui^j ^j,^ (96) ^^^sXma ^jLa^.^U^I^ (95) i^, 

^Jo^j^^ (100) ^Iß (5-yi^ (99) «^ •>» 5^« >4i! (98) «^ 
0^(104) Ni^^L^j(103) aa:i^/(102) J^l^ ^LJL^(lOl) 

= C/Crvcna-ruzica, 95 Phatrasaliun = Jaban-Ma*donos, 961 
^= Zubovina, 97 Selk == Blitva , 98 Abhal = Smrekove-bc 
99 Dzavras(?) =:Proso(?), 100 Dzuzcundum = ßaz, 101 Di 
ban=rPasol, 102 Kurunb = Labana ; 103 Zedzadz = Lula , ^ 

spräche entlehnter Name. — 95. Nach Vullers ^^j^l^Jah ^= Ilei 
aikivov und Burggr. ^.^^JL« Ja^ . Dass. ist zweifelsohne für das i 
rupto Wort des Textes herzustellen , da auch ^^^sXju» sich leicht 
verderbt aus ^j-o^A*^ ergibt; auch VulL übersetzt Fe t rose 
num silvestre. — 9G. ,j*.w> = «j^^j, • kommt auch im Gl 
vor, wo ich auf persisches ,j*^i> = Andropogon verwiesen h 
zu 9^yi^) ist zu vergleichen zubovac, Authcmis Pyrethr 
— 97. Selk ^= Beta vulgaris Hon. 521; blitva = Beta vulga 

Sul. 881. — 98. Wachholderbecren (v. S m r e k a = Juniperus c 
munis s. Gloss. und unten no. 165), Honigb. s. v. Juniperi B 
cae arab. und pers. abhal, Zenker 6: cbhel und ebhul. 
99. Beide Wörter sind, wie sie im Msc. stehn, mir Unverstand 
Vcnnuthungsweise vergleiche ich ^j^\j>^ Berggr. 862 = Mi) 

und bosn. Proso Hirse. — 100. •Vgl. Vull. I, 588: j.-N^j 
=^arab. (..♦ü *^i> „Taubenkoth", radix herbae speciemt 
tici agglutinati praebens, gr. ^orSgog. Dieser Aehnl 
keit wegen scheint die Pflanze bosnisch raz benannt zu sein, 

sonst den Koggen (Seeale) bedeutet. — 101. j^.jLJb^ Bi. I, ' 

Pois, Zenker I, 3G3 Linse, Wicke; Freyt I, 291 : J^^ 

^LJLj^ Pisa; slav. Pasol ist aus griech. yiacriy/o^; entstanden. 
102. ^i^ =xx:i. S. Kamus III, 145. — 103. Hier vennuthe 
unter ^l>; das Kraut, welches Berggr. 0(58 s. v. Parieta 

— Lä-jJ! x-cIxa-cIx^ nennt, obgleich das bosnische ^J^i, Lula geh 

^ V 

^^Cyclameu europaeum Sul. 112G nicht dazu stimmt; 

V 

könnte auch Ljulj zu lesen sein = Lolium Sul. 8G3. — 1 

^-^j^ türk. ^\yi^y^ (Vf^ ^\'^\iX> durch Kam. s. v. v^ r=> biuli 
lieh fest für Siliqua ceratonia, so dass Zenker 228 unge 



Blau: Boträtch-Türkitche Sprachdeiikiitäler. 165 



(108) ^^--j» isyJLj »Li (107) »aty^ U»jJ gUi^ (106) 



r/ V. 



iibut ve Harnub = Keci-bojnuzy, 105 Ud-es-Selib-rumi = Divji- 

V 

ksak, 106 Futendz=Divja-metvica, 107 Sah-belut = Kestcn- 

V 

isi , 108 Ve Esras = Smil] , 109 Zire - i - K'ermani = Jüzerlik, 
[) ^Oskorusica, 111 Otlar Sahy, 112 Hajj-ul&rikuu 

ackerschote'* übersetzt S. auch Berggr. s. v. Siliqaa. Sulek 727 
ter Johannisbrodbaum bietet dafür Rogac und Karuba. o^aJI^ 

hiemach in o^aa^ Vull. I, 683 und Freyt III, 229 = Siliqua 

ilcis zu emendiren. — 105. Ud-es-selib Honigb. 635 = 
baria? Favanija? Der ganze Artikel ist bei Honigberger irrig, 
letzteres nicht ^= Fabaria, sondern:-^ Paeonia ist; Berggr. 867 
)t richtig Paeonia; anderes Freytag III, 240. Die mit dem 
isatz ^^j versehene hier gemeinte Art dürfte indcss davon ver- 

deden sein, da wenigstens das bosn. Divji-orasak in Gloss. G 
üebersetzung von ^^^^ ^:>j\ vorkommt; und letzteres nach Kam. 

, 145 und Honigb. 531;=Curcuma Conga, Gelbwurz ist. S. 
:h Vull. I, 106: ^^a^A. J>,j = ^o ^jLo!. — 106. ^^=:^3yh 

l 9 und Vull. II, 696 oben. — "^107. Im Msc. ist -ix:>* zur 

senden Glosse gezogen, ich kann es aber für nichts anderes hal- 
als ^i^>^^=wild, silvestris, und verbinde es mit ^^^^ 

bosn. Kesten Sul. 742, türk. xjU^ , arabisch L^x^-o Berggr. 

8, der wie Bianchi I, 387 auch Jjyki »U,^=:Chataigne, Custa- 
a hat. — 108. (j^i/-i:i (Berggr. s. v. Asp ho dolus) führt der 
imus s. V. ^>Li: als = türk. J^.^ an, vgl. ^»i -J^j^ Aspho- 

?le Bianchi I, 613. Sul. 45 bietet verschiedene Namen derselben 
lanze, darunter aber nicht Smilj, welches viehnehr nach Parc. 
11: Gnaphalium angus tifolium , nach Fröhl. 405: Gna- 

harium arenarium wäre. — 109. Vgl. Vullers 11, 17U: b^; 
L«j5 [Hon. 525 zi ra-rumi ^=Carvi semina) Cumini optima 



«cies, und Kam. III, W : \xa^ o^ ^ )--yt^^ ^\y^ c5/? ^^\y^ 
>. Nach letzterer Stelle wäre also Schwarzkümmel zu verstehen. 

Dgenau jedenfalls ist die Gleichstellung mit jüzerlik. S. Gl(>ss- 
-110. Oskorusica ist nach Parc. .*{98: Potcrium sangui- 
orba (Pimpinella). Den entsprechenden türkischen Namen 



166 i^^u: BomischTärkudie SprachdenkmiOer. 

u-^j-^ o^U^ (113) ^l^^£ a>^,U3»> (112) ^U ^, 

g-OJü (118) ^iUjy »jä aSL- ^(117) o>33^^ i^y J^ 
ojü/ *Ä^^ sJÜÜ (120) ^L^^ä Ji^f Jl«^^^ (119) Afi*;^ ^3' 

= Gorac, 113 Bteris vo Scrahs = Paprat, 114 N 

= K'edi-oty, 115 Hautai = Ebu-*dzehl-karpuzy , IIG K 
==Trozkot, 117 Mia-saile = Kara-k'onluk, 118 K'ündüs veli 

V 

oty = Cemerika , 119 Dorak-oty = Kopar, 120 



wage ich weder mit Sicherheit zn lesen, noch zu erkläi 
111. liier scheint eine neue Reihe mit der üeberschrift ^^l 

Königskräuter zu beginnen. Viele Wiederholungen im 
den machen den Eindruck, als habe der Verfasser sich an ei 
benes Verzeichniss angelehnt. — 11^. Ausser Not 2 vci 
Berggr. 843: Coris caerulea maritima ^^.^ybli^^ 

Androsaemum und 855: Hypericum, aus welch letztei 
Wort corrumpirt ist. Gorac oder Gorac fehlt den slav. > 
büchern, hängt mit gorak, bitter zusammen. S. auch un 
205. — 113. o^LL^ ändere ich nach Vull. I, 248: ^^L 

7iT6()i^) =r,j^>^;=Filix, Farrnkraut. In Trapezunt ist 

auch den Türken Phtheri geläufig. Das Wort nach jj<^ 

unserm Texte ist aus jyJ<^,^ corrumpirt. — Paprat = 

Sul. 454. — 114. Ueber die verschiedenen J^l ^jsS goi 

Pflanzen siehe die Note zum Gloss. s. v. Sünbüle, Hon. 551 
Nepeta cataria, Valeriana officinalis, Asarum 
paeum. Ob statt x.Ä5.:j=Ui pers. (jä^^J^i Br}'ünia dioeca V 

1302 am Orte ist, wage ich nicht zu entscheiden. — 115. 
s. V. Ebu-dzehl-karpuzy. — 116. Auch diese Glosse kehrt im 

wieder, wo man sehe. Bei Sul. 1057 finde ich noch Trosl 
Agrostis spica venti. — 117. S. Vull. s. v. ^^->~i I 

Hon. 565 Styrax liquida »IjL» *äa^; jedoch ist, um i 

t^Ui^ 8.5 Bi. 672 Rosmarin zusammenzubringen, zu erw 

dass siA^ ^*A^ bei Vull. a. a. 0. durch ^^ Jw^fi übersetz 

und dieses (s. unten no. 126) zuHasalban wird, wie I 
873 und Hon. 559 der Rosmarin heisst. — 118. ^. Gloss. 
Beide bedeuten Veratrum album. — Uü. S. Gloss. s. 
Anetum graveolens. — 120. Arnaut-bi bcri defiuirt 
s. V. yC«^ als Sa t uro ja hortensis, und danach vcnnut 

in obigem &&w, wie in !^«4m no. 43 eine Verderbuiss aus 



mom: Bo9m9eh'Tar1ei8che Sprachdenkmäler. 167 

jÄa(123) iwj^Ä^U^ 0^^(122) sJi^jy3j^AijS> (121) ^ji^ 
^«Ui5^ (126) jtjJi »La gj^ (125) gj^j bSajA (124) ^1^ vöao^/ 

jSjj^l^Xia») ;^U ^^i^ e^U (128) e;adc:R!Ä^i-il(i27) i>jL^ 

^Arnaat-biberi, 121 Harbak = Eukarek; 122 Anzerat (bosandze) 

sDiTiniia, 123 Jenk'ec, Kereyit =Rak, 124 I . =Z6niib, 

IS5 Satredz = Sahtere » 126 HaslubAn = Asylbend , 127 fifsentin 
sPdin, 128 6afitby Dzemdzem=6avez, 129 Badnidz(?)=Kedi- 



Das niiTerstaiidliche vJU^ ist vielleicht aus sJUr» entstanden, da 

TvU. I, 612 (^ycsAO \JL:>> = ^[j^jji> und letzteres leicht mit erste- 

RB, Basililnim mit Bohnenkraut^ verwechselt werden konnte. — 
121. Vgl. GloBS. 8. y. — 122. Anzerat bekannt als Sarcocolla 
875. Hon. 561. Ynll. sollte bosnisch (bosandie) Divizma 
? Schwerlich richtig, denn Divizma ist nach den WBB. Ver- 
lasen m Thapsns. Vgl. auch oben no. 37. — 123. Bekannte 
imen fttr den Krebs, oi^^^ = crevette Bianchi s. v. Diese 

lOnue hat sich angenscheinlich nur wegen der pharmacentischen 
Terwendong der Krebstheile anter die Pflanzennamen verloren. — 
124. Ich bin weder ttber die Aassprache noch die Bedentong bei- 
kr Wörter im Reinen. Das persische Lexicon bietet ^^: eine 

Lrt Baumharz Ynll. 130 and ^^j) Arsenik, Orpiment, Ynll. II, 

[30; im Arabischen bei Berggr. 881 wäre vielmehr zarnikh = 
Undaraka Yernix, Gomme r^sine. Letzterem entspräche im 
Persischen Hon. 561. Yall. II, 330 ^jM^yXJ^ and s^O^Jum and es 

st möglicher Weise statt tJ^y», das sich nirgend sonst findet, tS>jm 

herzastcllen. Ich habe auch an sJ^^^ gedacht, aber dessen Bedeu- 

teng Absynth Ynll. I, 633 passt vollends nicht — 125. Beide 
stehen als einander gleichbcdentend Kam. s. v. ^^b^, bei Honigb. 

537 anter Famaria, und 555: Schitaradsch = Schiterreh = 
Plombago Ceylanica. — 126. ^LJUa^ oder wie der Kamus 

schreibt ^LJ ^vas»- wird s. v. jc-jüf J^M^r als türkisches Tahrif 
Ton der verschliffenen Form ^XaJL^ angegeben. Die persischen 
WBB. (Voll. I, 105, 198 u. a.) schreiben gewöhnlich ^^^^^. In 
emem Recept in unserm Msc. fol. 136 kommen jul^^ und 
^)Lla> neben einander vor. Honigb. führt Asilbent als tür- 
kisch flir Benzoii auf; hat aber ausserdem noch 541: Impera- 
toria= Assylbend desclrti. -^ 127. S. Glossar. — 128. 
Ynll I, 107: s:;^UI, II, 597 c>öLc =Eupat orium; Agrimo- 

lia, Berggr. 827: v£>oU und J^L£ = Agrimonia; Honigb. 515 



168 Blau: Bosnisch-Türkische SjprachdeaknMer. 

nXJ (132) ^/ ^^/ (131), o^f J^^ wly: liü (180) J^^l^ 
^Ä.yu «^^> ^U (134) ^v>^1a- LT-^ji^^ (133) J^^j*? ^-«./ JJU 
^y^yXxA V«;- (137) ^ ^;3^ (136) J^'lt ^\j^ Uß (18i) ' 

oty, 130Nan-gorab=Verati[ka]-oty, 131 K'örfes= . ... 132TÄV 
sakal = kose - Mahmud , 1 33 K'örfcs = Miloduh , 1 34 Kan -hu 
=:^Metvica, 135 Buga-japrägy = Gladis, 186 Jüzerlik = Stir, 
137 Sezab =r Madonos , 138 Dzentiane = Stavje, 139 Tonk- 



dass. Slavisches g a v e z ist anscheinend dasselbe Wort, vrird aber 
durch Consolida major Parc. 110 erklärt, für welche Honigb. 
52i) den türkischen Namen kara-kafes angiebt. Dagegen ist der 
synonyme Ausdruck ,»^|^-»> mir ebenso wenig nachweisbar, wie 

^y\ ^^ des Glossars G. — 129. Nach Massgabc des J^l ^af 

ist das ^*Xi des Textes entweder in ^jsi«jl9 = Anthcmis Gba- 

momilla, da wenigstens die sehr nahe verwandte Anthemis Co- 
tula zu deutsch Katzenkamille heisst, oder in ^^yS^ Vull. I, 163, 

Katzenmünze? Nepeta Cataria? zu corrigiren. — 130. Nan-i- 
gorab==arab. ^.,!^äJ| ^ wird bei Vull. II, 1288 s. v. ^ ^^ fllr 

Chamaomelum = ^(^.<0bi=^.,l^.5=v5^l — Ni^ib (vgl. Vull. 1,116) 

genommen. Ilonigb. 547 setzt aber s. v. Matricaria (d. i. Chi- 
macmelum Matricaria) arabisches akuan = türk. vcratika-oti; 
demnach ist o^l ^^^^ gewiss in ^ÄaüI^^j^ zu ändern. Vgl. aoch 

Kamus II, a*. — 131. Nach Gloss. G: ia.^^4^=^^^ wird hier 

.^ji vielleicht in jj^;^ zu ändern sein. — 132. Entsprechend arab. 

^j*waäJ\ iCAsi s. Kam. s. v., Zenker I, 305 und Berggr. unter Tri- 

gopogon und Ulmaria ßarba caprae. — 133. S. Glossar 
U. 29«s wo dieselbe Glosse. — 134. S. oben zu no. 9. — 135. b 
Glossar. G wird ^I^aa iw£.^ durch Jadic iuterpretirt ; zu dem dort 

beigebrachten vergl. noch Jadi-c = Delphirium Consolida 
Sul. 41. — Hier und unten no. 203 steht deutlich ^Ji^S^ d. i. 

V 

Gladis = Ononis spinosa Parc. 113 oder nach Sul. 1297: 
Stechginster = U 1 e X. — 13(5. Dasselbe Gloss. G. Bei Zenker 1, 
53 ^ji^\-.= \A^Mi scheint ein Irrthum obzuwalten, da letzteres = 

\JiA^^ vielmehr türk. Kara-pazy oder Kojun-sarmasik ent- 
spricht (Kamus II, 926. Vull. s. v.) — 137. v^-*- Vull. 11, 295 
Nasturtium aquaticuni; zu ^j^yJi^J^xA möchte zu bemerken 

sein, dass Bianchi's II, 945 versuchte Etymolojrie : Ce mot ii'est 
qu'une corruption de j^^i sAxx irrig ist, da es vielmehr corrumpirt 

aus MaxeSovig ist, daher ^^^j^JU, ^j^^j<xi Vull. U, 1202. 




BUm: BomU9dk-TMeuche Spraehdcfikmäler. 169 

^ vlb» ^y (1^0) M^ i^^sjjyi» (139) iLa3UÄl yliOu^ (188) 
^ ei>**y (148) ^^k J^ Uß (U2) jJL. ^y ^1 (141) 
L^ (146)' ^Lä^I ^ ^SjS ^jjyS (145) a«ayu Ljl«J (144) 
bfcft^ (149) x-i^yi ^^ (148) i^oi!^^ iUb »y (147) g^j^ 

f = Kopar, 140 Kiflvek'i-oty = Hilodnh, 141 Ebem-k'omedii 

rSlez, 142 Karga-dOlflk'i = Bai , 148 Earfinn = 6ora2, 

H Naiia = Hetvica, 145 Kazy-kylagy=Belin-asac, 146 

rKozlac, 147 D6ve-tal)any = Vratica, 148 = Kii8iita, 149 



nggr. 868 geschrieben wird; ausser Petersilie (Apinm Petro- 
ftlinam) wird aach der Kerbel Gerefolinm und der Eppich 
Lpiam montanum) damnter verstanden. — 138. Ans Yeigld- 
«ng von no. 38. 180. ergibt sich die Gorrektnr mjLJU^. — 139. 

^ no. 118. — 140. S. J^y ^^ Bianchi U, 675 = origan; 

068. 6. v.=cabar (Satnreja), Hon. 565 = Thymas Serpyl- 
m; Miloduh £=r Ligasticam levisticum Parc. 267 = 
tlim-oiy Gloss. 6. = Kerfis (Apium graveolens) no. 133 and 
MS. R. — 141. 8. oben no. 40, and anten 191. — 142. Vgl. 
Bn no. 42. Dasselbe slavische Wort^ welches hier iv^^b geschrie- 

a ist, steckt in dem ^,a.^L des Codex G. — Aus beiden za- 
nmen ergibt sich etwa Baljacka s. oben no. 16. — 143. 
^j5 Eaphorbia Vall. II, 622. Ilon. 535. — Vgl. unten no. 
15 and oben 112. — 144. Vgl. no. 9. - 145. Vgl. Note zam 
loss. s. V. |^*^^jy^- Ii^ <l<^r bosnischen Uebersetzung ist asac 
elke, den ersten Theil des Wortes weiss ich nicht za deuten. — 
16. Kozlac linde ich bei SuL 475 == Arum maculatum. Den 
rie&talischen Namen kenne ich nicht. — 147. JLLb 8^(^=Tour- 
esol Bianchi II, 886, nämlich Heliotropium Bergr. 853, wo 
iearab. Namen ^o^^öx: aud t«^.^Lo mit Vull. II, 508: U^^Uo 

=^^txfi /UiwA^^ zu vergleichen sind. — ^^'^^jri^j welches an 
&Jl^3 erinnert (s. no. 130) und vratica zu lesen wäre, existirt 
n den Wörterbttchem nicht, vratic und vratika=:Tanacetum 

Qlgare Sal. 1055 stimmen nicht zu der Bedeutung 148. Da 
Bkoiata Hirschkuh hier nicht wohl gedacht werden kann, zumal 
fS^ onverst&ndlich ist, so will ich nur vcrmuthungs weise &jj^y> 

tr Ist Cascuta Hon. 531 Cuscnta cpithymum auch tär- 
osch kasknta ansehen, da Berggr. 845 dasselbe Ow^o und 



170 Bio»- Bosnüch-TBrküehe SpracMenkmäJtr. 

Uiy5(152) «jyyj.j,^jLi(151) ^^l^y ^Ufc(150) 10^^. 
i^j^XJU, (154) fcl4w5 ij-iJEUl (163) ^yij}o ,^U,/jm J,y j*«* ^^^ 
»JOa^UI ^b^ (jÄ-iO (156) a^^l ^5Ua *V^ cfc^^ (1^5) cfcl| 

Cygdam = Jagocina, 150 Zinabir = Onu^ica, 151 Eaz-boimij^ 
= Loboda, 152 Kus-buruny =Semiz-oty ja*ny Babin-topolac, 158, 
Endztimis = Smilje , 154 P^sfentin = Pelin , 1 55 Jasmin = BosiQe 
ja ny Smilje, 156 Dis-budak (agadzynda olur), 157 Raziane=MorM," 



L»yü' schreibt. — 149. Beide schon oben s. no. 74. — 150. 
Oranjica, welches den slav. WBB. fehlt, halte ich für gleichbe- 

deutend mit Oranj = Si8ymbrium Sal. 1063, welcher Name 
in der Form yJU«^ sisnabur Berggr. 877 auch ins Arabiselie 

tibergegangen ist. Unser jAiUb ist nur verschiedene Aussprache 

desselben Wortes. Im Gothaer Vocabularium steht nach einer IGt- 

theilung des Dr. Pertsch: ^Ui)=b08n. w^l;^, also vratid; ?gl 

Not. 147. — 151. Im Goth. Voc. ^^jjL3=»o^, hier richtig 
j.j3jj:Li d. i. „Gänscsclmabel", Pflanzenname wie „Storchschnabel* 
und 152: Ssyy^ d^^- I^oboda ist Atriplex hortensis, land- 

V 

schaftlicli auch „Gänsefuss" genannt Sulek 900. — 152. Biandii 
gibt an: Jl^^ (ji»^5 = Eglantier (Rosa canina) II, 523. Dagegen 
^^! ^^;^::rPouri)ier (Portulaca) I, 1053, übereinstimmend mit 
llon. 557 s. V. Portulaca. Babin-topolac (vgl. Babina 

V 

dusica Quendel Sul. 1050; auch wendisch Zwahr S. 409) fehlt 

den Lexx. — 153. GIoss. G: ^;>rKi=Vii s. daselbst. — 154. ^^jJ^ 

Nebenform von ^ÄÄ>y..5l s. no. 127. — 155. Eine Verwechselang 

von Jasmin und Basilikum, die der Verf. durch ja ny (vgl. lf)2) gut 
machen zu wollen scheint, indem ßr durch äL^*^^ (ob *aa<w.I?) 

s e m i n :^=r ce m i n (Jasminum Sul. 726 ) ausdrücken wollte ; denn 
Smilje wäre Gnaphalium. S. Parc. 621. — 155. Vgl. Gloss. s. v. 

V V 

— 156. S. oben no. 2(). — 158. Zukva = Zuka:=Spartium 
junceum Parc. 817. Fröhl. 531. Von orientalischen Namen ist 
mir nur ^te^i aus Berggr. 878 bekannt, der es als Localname im. 

Libanon ermittelte. Ob ich daher .^1j^^ richtig als Contraktion aus 

0^)y^ (w^c sjß^)yh *"s yJi^hy^ Glöss.) betrachte und an das 
Zusammentreffen beider Sträucher in griechisch ßaTog erinnere, 



Blaui Bosnisch' Türkische Spraclidenkmakr. 171 

JU^ ejw.^ (159) «^3 ^j^ (158) ^\^ ^U^) (157) ^^^, 
öo(163) ^^y(162) J>J^vJL4«^(161) *JLi^^^^(160) 
yy Ji^^^jLä (166) *3^ gsioy (165) »^i^yi ^U^l (164) »o^ 
^^ viy *^t (16Ö) jJ^ÜCä» vJü^I oiSÄ^t ^*^ isj^LääI JiX^'i(167) 

58 Bökürtlen(?) = Zakva, 159 Mersin ^= Lozika, 160 Bogir(?) 
= Zabo?ina(?), 161 Karamak = Kakolj, 162 Nerk'es == Neven, 
163 Fejz = Porda (?), 164 Ysyrgan =: Kopriva, 165 Ardyc •=» Smreka, 

V 

166 Kaz-barny = Loboda, 167 Labcdel (?) = Stavje , ynd*el. bazy 
)lur scavle, 168 Akce-oty=Hren, 169 Serah8 = Paprat, 170 



bedarf noch weiterer Bestätigung — 159. Vgl. Gloss. G, wo ^^jiwyo 
=kaloper, und oben not 78. — X.ozika ist gleichen Stammes 
Bit loznika= Vitis silvatica, Lambrnsca Parc. 248. — 

ISO. Im Mscr. sind beide Worte undeutlich. j*^=y*S^ Vull. I, 

J53: Cassia fistularis? *^y^y) — zubovina no. 96? — 
161. Dies bestätigt meine Conjectur zum Gloss. G: wo s. v. oU^yä 
jukolj st. yj zu lesen voi-geschlage» ist. — 162. Dasselbe Gloss. 
^ V. — 163. Vergeblich habe ich einem Pflanzennamen ja-o 

lacbgeforscht. Am nächsten liegt noch das nur im Ferheng Suuri 
lach Vull. I, 532 für türkisches ,3^1 *^^>j d. i. Trifolium, 
Uee, vorkommende arabische ^j^ ; nur leider ist auch das slavische 

Wort, welches oben »O^^ geschrieben wird, nicht zu ermitteln; 

neileicht ist die ganze Glosse durch arab. ^^ kutt = Litho- 

spermum Berggr. 859 =\^^^ proha Lithospermum ar- 

Tense Fröhl. 345 zu eniendireu. — 161. Vgl. oben no. 15. — 
165. Vgl. Gloss. s.v. — 166. Oben no. 151. — 167. Jjwi"^ wird mit 

O^^ in no. 32 = Stavje, Rumex a c e t o s u s zusammenzuhalten 

V V V 

>ein. Statt Stavje ist Scavljc u. Scav auch bei Fröhl. und 
Parcic dialektisch aufgeführt. — 108. Im Goth. Voc. steht nach 
Pertsch J^l iiÄfiii = hren, Gloss. G. ^^^^ was ich für =: arab. 

)^ halte, sonst wäre n:^^ „weisslich", wie in andern botanischen 

tarnen Zenker I, 77, oder wie deutsches ,,Pfeunigkraut" Nummu-, 
laria gedacht. — 169. S. oben^no. 113. — 170. Hon. 545: Roh- 



172 Blau: ßosmgch-Türkitdie SprcuAdeukmäler. 

^^(171) **ü|^Ld wüX-f j«^y,(170) of^li «J»ia.^ (169) 
,yjl 0*5I,U ofeU* uil».,y?**<AJ' dl-?uJU' (172) ^y ^^U^ g»^ ■ 
«^y«3 l^JO» (174) Jjl ^yli^ y-jjuy(178) ^yy ,^jwjui'^i*; 1 
,yu« ^UJ (177) ^^y^ ^yiL,Lfl (176) JÜLäL» *_>^ ij.ji (175) 






j;y nJ^^ Lp,5,3Li: (179) ^4^y ^yi^y ^1 >JLi I (178) *^-. ^yU, 
LAJw^(182) >i3l Äa^^^ äPL^L^ (181) ^J^ ÄÄ^U^I^^I wLyU^ (180) 

Rob-sus = Sladka-Papraca ,171 Yrk-Sus = Bojan-kökü ,'172 K'elin- 
dzik-ciceki = Ilashas (tarlada olur, kyrmyzy cicek'i olur), 173 

K ündüs = Cogaii-oty , 174 Hiuduba = Zenot^rga , 175 

:=Delüdze-bakla, 170 Safran = Zavran, 177 Lisan-usfur=Jase- 
novo s^rae, 178 Iklil - el - Melik ^= Orlovi - nokti , 179 Akarkarha 
— Nuzla-oty, 180 Dzentiana = Or (?) Stavje-korjen , 181 Papadia 



esuz = LiquiritiÄc radix; Papraca [Fröhl.] oder Pa- 

V 

pratca (Suick) ist Polytrichum vulgare; vgl. Sladka pa- 

V 

prat, Sttssfarn Sul. 1345. — 171. Hon. 545, Berggi*. s. v. Gly- 
cyrrhiza 852: Arak-Sus; als türkisch setzt Honigberger dazn 
Miam-kükü, während Zenker 1, 228 unter <r^y^ r^y^. auf 
^yi ^.,Lv« verweist. — 172. Vgl. oben no. 46. ^ wechselt in 
bosnischer Schrift oft mit »i), s. Lautlehre S. 30. — 173. Sapo- 
naria s. Gloss. s. v. — 174. S. uo. 20 u. 182. — 175. Die 
Dinte des Msc. ist hier so verwischt, dass die Worte nicht mit 
Sicherheit zu entziffern sind. In ^j* steckt vielleicht 5L^J = 
Cyanus Kornblume bei Berggr. 845, da ^^J.ö Kornrade (s. Gloss.) 
ist. — 17G. Die Undeutlichkeit der Schrift erlaubt auch hier nur 
vermuthungsweise ^^.^t-ilo = ^^^i At: crocus und j^/;^^) für slavisch 
zafran (Sul. 1115) zu lesen. — 177. Vgl. oben 29. — 178. 
Vgl. oben no. 80. — 179. L^/J^Äc Freyt. und VuU. II, 577== 
Pyrethrum, wie Nüzla-oty bei Bianchi II, 1103: Pyrethre. 
— 180. Klärlich ist von der (bittern) Enzianwurzel die Rede; 
korjen, Wurzel, das vorangehende Wort x^j^U^l^^i erinnert an 
das im Vorigen öfter dagewesene ^j^U^i Sauerampfer-, doch bleibt 
noch zu ermitteln, was dann ^^I bedeuten soll. — 181. a-jij'^^ 
schon oben unter no. 79; volo^je oko „Ochsenauge" ist wohl 



Blau: Botaiteh-Türkitehe Sprachdenkmäler. 173 

> ^l:^yi t^L, (184) ol^^l^ iSi>)Lm] ^U^ (183) i^ßy») 
18) *J-5^ J-o.yH (187) jlSj^ Jjl OiXo (186) ^yU5l jsXil(185) 
i,y ^IJi (190) ^^,LJ. ^^^ ^t,^ (189) ^- ^ba- 

^ ^L5 jcy j^y (192) _jJL-<^,x-y ^i (i9i) jis^is^^ 

.iL> ^L> (194) /jiO^.U- j^^ )^ß^ ji )^-SU* (193) 
3 (197) nJU*I ^^-ö üh**U (196) ü^ efc^Ci-öl (195) /^j*^ 
wUy^(200) ^1^^.,^/(199) ^^Ju^^^\y.(l9S) ^l*^ Jjt 

lovje oko, 182 Hinduba = Zenot^rga, 183 Besfaidz = Sladka- 
1, 184 Seliha^Burcak-kabagy, 185 Andyz=:Oman, 186 
oty = Rnta, 187 Trefil=rRata, 188 Bezir=rKeten-tohnmy, 

V 

[atran-k opük'i = Garikun , 1 90 Sarab-turtusy = Kermotartar, 
:bem-kömek'i := Siez , 192 Ogul - oty = Kady n - tozlugy , 193 
5e bir Sakyz dir bu dir Saljan dirler^ 194 Hashas =r Mak 
, 195 Efsentin =Pelin, 196 Jasmin, Feslik'en = Smilje, 
.'orak - oty = Kopar , 198 Sezab = Madonos , 199 Farfiun 

Ferscbieden von volovsko oko = Chry8anthemum Leuc- 

V 

3mam Sul. 594; oder = Anthemis tinctoria Färber- 
e, die aucb „Ochsenauge" heisst Sul. 982. — 182. = 174. — 
S. Gloss. s. V. — 184. Vgl. \i:uJU. VuU. II, 319. Hon. 525: 
ia Fistularis, ^^^^ ^Lä.»*^ ist danach in den ttirk. WB. 
itragen. — 185. Vgl. oben no. 76. — 186. OwXA3 = vi-V-*' 
^ oben no. 70 und Kamus I, 108, der oA-»« schreibt. — 
)^8^*l ist gr. TgicfvXXov y trifolium, s. Gloss. s. v. Terfil. 
8. Semen Lini Hon. 545. Zenker I, 195. — 1S9. S. no. 72. 
•0. Honigb. 531 hat für Cremor tartari auch türkisch 
irabisch keinen andern Namen als Kremtartir und Kre- 

V 

tartyr; Sarab-turtusy Bianchi 11," 196. — 191.S. n. 40. 
41. — 192. Ungenau; vgl. no. 78 und 84.-- 193. ^J^5Lix; 
1 als ^.^UJIav fehlen in den Lexicis und sind sonach zur Zeit 
näher zu bestimmen. -- 194. S. Gloss. und oben no. 83. — 
S. no. 127.— 196. Vgl. 155 und für Feslik'en = Bosilje 
s. V. — 197. = 119. 138 und vgl. 25. — 198.= 137. — 



/ 
174 Blau: Bosnhch'lWkUche ßprachdeiikmaier. 



^;ÄsPiU ^I^U 9^y, (203) »3^ J.^^jl3 (202) tc^yU U (201) 

z^)y^ y:)y^)^y^ ^2^^> 4>5^ ^»/ (204) 

= Gorac, 200 Raziane = Morac , 201 Nana = Metvica, 202 Kai- 
burny = Loboda , 203 Buga-japragy = Gladis , 204 Karamnk =lin 
kolj, 205 Hjyjulfarikun = Cf orac. 



199. = 143. — 200. — 2G. 157. —.201. = 9. 144. — S02 
151. — 203. = 135. — 204. = 161. — 205.= 112. — 



Abtheilung IIL 



Abdusselam. 



D. i. 



isch-Bosnische Glossarien. 



Nach Serajevoer Handschriften. 



i 



Einleitung. 

folgende türkisch - bosnische Olossarium hat weder den 
in Wörterbuch za den in der II. Abtheilang enthaltenen 
;u sein, noch auch beansprucht es die Bedeutung eines 

der bosnisch-türkischen Sprache, sondern es ist nichts 
l nichts weniger als eine geordnete Verschmelzung mehrerer 
jlossarien türkischer Verfasser und bietet daher nur, was 
^ebomen Gelehrten geboten haben. 

schon in der Einleitung zur I. Abtheilung bemerkt wurde, 
mlich, nachdem Uskufi im 17. Jahrhundert mit seinem 
orangegangen war, Andere das Bedürfniss empfunden ; so- 
den praktischen Gebrauch der Muhammedaner in Bosnien, 
ie Landessprache nicht kennten, als auch für diejenigen 
len, welche das Türkische erlernen wollten; Vocabularien 
, die, ohne das poetische Gewand des Potur, den Wort- 
r Umgangssprache in beiden Idiomen übersichtlich zusam- 
;n. 
ind mir drei solcher Vocabularien bekannt geworden, denen 

gemeinsam ist, dass sie in der Anordnung des Stoffes 
erien sich mehr oder minder an Uskufi*s Potur anlehnen, 

das Türkische voranstellend, die bosnischen Wörter wie 
rlinearversion darauf folgen lassen, und dass sie alle in 
>elbst von Muhammedanern verfasst, daher auch mit türki- 
Ltern geschrieben sind. 

eine, dessen Erwähnung in Pertsch's Katalog der Gothaer 
iften mich zuerst. auf diese Litteratur aufmerksam gemacht 
idet sich in der Herzogl. Gothaischen Sammlung orientali- 
1. d. DMG. V. 1. 12 



i 



178 Blau: BoanUch'Türkuche SpracItdeukitMer, 

scher Handschriften, und scheint, wenn es auch kein Datom trlfty 
wenigstens nicht ganz jungen Ursprungs zu sein, da es ans 6eetnn 
Erwerbungen stammt. Pertsch beschreibt es folgender Maassen: 

S. 48: No. 43 (arab. 1707». Seetzen: No. 140). ^ 

„Ein türkisch-bosnisches Wörterbuch, nach Materien geordnet; du ^ 
„Bosnische ist mit türkischen lüttem geschrieben. Als Titel iit 



> > 



dem Anfange a^jJ^Li ,^b^ überschrieben" „Anfang: 

kJj^ O^ ^^j^ /•^**t^ /-^' 

^ij ^r^ J^o' z^^K S^ 

„19 Blätter, die Seite zu 7 — 8 Doppelzeilen; Naschi." 

Dass dies Werk der echte Potur Sahydijje von Uskufi nicht 
ist, ist schon in der Einleitung zu letzterem erörtert. 

Ein zweites, dem Gothaer in manchen Punkten rerwandttt 
Manuscript fand ich in der Bibliothek des hiesigen Gcncralg01ITe^ 
neurs Osman Pascha. Es enthält 20 Blätter 9^, in feiner, nett« 
Schrift, zu je 7 Doppelzeilen; die bosnischen Wörter sind allch' 
rother, die türkischen in schwarzer Tinte in interlinearer Manier : 
geschrieben. Die Ueberschrift lautet: 

Den Anfang : i^.t^ ^Ul-^ oUiLil ^.J^ j^^^ ^/^ 

Es ist nach der Unterschrift in Serajevo im J. 1252 H. von Abd- 
ullah b. Ibrahim, einem Janitscharenfeldwebel (Jamak), copirt wor- 
den, und sicherlich Abschrift eines älteren Werkes, da eine Anzahl 
offenbarer Schreibfehler sich lediglich daraus erklären lassen, dui ' 
der Copist entweder eine unleserliche Handschrift vor sich hatte, 
oder selbst zu wenig Sprachkenntnisse besass, namentlich des Boe- 
nischen, um der Verfasser sein zu können. Solche Schreibfehler 
sind z. B. x^y St. U^^^ ^(y,y sL oi»^>^, J-V »t }^Ji, 
J.^\JJ^; st. ^-^^ (vlasici), ^«^ St. Ut^Ä, ^ 8t jul#, 
ÄÄA^^i St. Äjtvyoil (lasica) , o.4i st. n^^ , 'Ji^^ st. ^b*^ - 
Der Inhalt ist theils sachlich geordnet (z. B. fol. 15 ü. 16 
eine Gruppe von Drogaen und ?flÄtvx^wia.mftn^ ., tJheiU ^^rammatieäi 




ßUtu: BoBniaeh'TürkUche Sjn-achiUnlrniäUr, 179 

L 6. fol. tt D. 10 vorwiegend Verba). Zum Schluss (fol. 19. 20) 
dgea ein paar Dialoge und Phrasen. 

Ich bezeichne diese Handschrift mit G. — Eine Abschrift davon 
landet sich in meinem Besitz. 

Ein drittes Glossarium , das bei weitem reichhaltigste, existirt 
HCT in der Bibliothek der Rflschdieschule und wurde mir von dem 
Kiektor derselben, Ahmed Effendi, bereitwilligst zur Benutzung 
Iberlassen. Ich bezeichne es mit R. — Es besteht aus 58 Blatt 
Hein 4^ ä 5 Doppelzeilen. Die Vocabeln sind auch hier reihen- 
weise untereinander geschrieben, bloss in schwarzer Tinte; die 
Schrift ist sehr grob und zerfahren. Das Papier führt im Wasser- 
teichen ein paar Mal drei Halbmonde (vgl. die Tre Lune in Cod. A 
OTL Usknii) ; meistens aber die in Usk. Cod. C. wiederkehrende Marke 

. Auf dem äusseren Umschlag hat eine jüngere Hand den 

H^ ^y^yi oUJ hinzugefügt. Der Text selbst b^innt nach einem 
^m ^noh mit den Vocabeln: 

I _ 

^m Schluss von fol. 58^ steht die Unterschrift des Copisten: 

onach sie im J. 1254 H. (1836) in einem (mir unbekannten) 
tQffe (Hisari) des Kreises Ünter-Tuzla (Doliya Tuzla der Karten) 
aschrieben ist; vielleicht Visa^i, nördlich des Fleckens. Die 
Jiordnung des Stofifes ist hier vorwiegend sachlich. Aber ausser 
en Anfangsworten, welche ihm mit andern gemeinsam sind und 
kht bloss auf der alten Maxime „A Jove principium" beruhen, 
ondern auf der Anlehnung an Uskutis erstes Capitel, und einigen 
Uihea von Vocabeln, die, wie die Farbennamen und Verwandt- 



IgO Blau: ßosnisoh- Türkische SprachdenkmäUr. 

schaftsbezeichnnngen , in allen derartig geordneten Wörtenamn]« 
gen beisammen stehn, ist dem Cod. R mit Cod. G. nichts genNii- 
sam. Die Verfasser beider sind von einander verschieden, so dMi 
vielmehr das eine das andere vielfach ergänzt üeberdies seidart 
Cod. R. sich dadurch ans, dass er ausser der dflrren Vocabelrdhi 
auch eine grössere Zahl von Textstttcken und Dialogen enthält, ft 
oben in Abtheil. II benutzt worden sind. — Dass das vorliegall] 
Manuscript ebenfalls nicht Original, sondern Copie eines älteren is|^ ' 
erhellt wiederum aus einer Reihe offenbarer Schreibfehler, die trf 
Missverständniss des Schreibers beruhen; wie z. B. : ..jl^ji st. »!fjj; 

»X> ^^- "^^^^'5 r^;^^ ^^ n^j^^? ^Ji^y^y^ ß^- *^j>^ (maglurint); 
o^^^O* St. o^jcvi (nohud). 

So werthvoll nun auch jedes dieser Glossarien an sich ii^ 
und so gut sich die Einzelherausgabe unter Beibehaltung der von da 
Verfassern gewählten Anordnung rechtfertigen Hesse, wenn es nr 
darauf ankäme ein Spccimen der türkisch-bosnischen lexicognpU* . 
sehen Originallitteratur zu geben, so habe ich doch vorgezogen, db 
mir zugänglichen Glossarien mit einander zu verschmelzen, statt i 
der Länge und Reihe nach zu rcproduciren. Ich verarbeitete alio 
das in R. und G. gebotene Material zu einem Ganzen und fOgte is 
dasselbe auch den Inhalt des Potur von Uskufi, soweit er rein lexh - 
cographischer Natur ist, ein, die daraus entnommenen Vocabeln mit 
II. bezeichnend. Von einer Benutzung des Gothaer Glossariomi 
habe ich mit Rücksicht darauf, dass Hr. Dr. Pertsch schon vor mir 
den Entschluss gefasst hatte, dasselbe zu publiciren, Abstand genommeo. 

Auf dem eingeschlagenen Wege nun war es möglich , einerseita 
viele Wiederholungen zu vermeiden und die Artikel, die in allen 
Glossarien wiederkehren, je in einen zusammenzufassen; und andr^ 
seits ein übersichtlicheres Bild von den Leistungen der einheimi- 
schen Lexicographie zu geben, als dies getrennt möglich gewesei 
wäre. Um diese gleichzeitig weiter nutzbar zu machen, als duth 
blosse Wiedergabe in türkischer Schrift erreichbar gewesen wftre, 
empfahl sich nach den in der allgemeinen Einleitung dai^legta 
Grundsätzen die Anwendung der Transcription in das croatische 
Alphabet und die Uebcrsetzung ins Deutsche durch die Rücksicht 
auf den gegenwärtigen Stand der türkischen Lexicographie im All* 
gemeinen , für welche nie genug betont werden kann , dass die ara- 
bische Schrift für türkische Wörter ein durchaus firemdes Gewand 



Bi4m: Bo9m9ch'l^rki9che Sptttchdeiikmäler. 181 

ii, welches die philologische Behandlaug des Sprachschatzes ansser- 
Mdentlich erschwert. Der alphabetischen Anordnung des ganzen 
Mbe ich daher die Gestalt der Wörter zu Grunde gelegt, wie sie 
ii der Transscription erscheinen, habe jedoch für die türkischen 
Wörter die Schreibung in arabischen Lettern nur da daneben ge- 
ptzt, wo es nöthig schien, einestheils^ um den Autoren, die ich 
tnintzte, hinsichtlich der Orthographie, die ein so sehr flüchtiges 
pd verftnderliches Element im Türkischen ist; ihr Eigenthum zu 
^pakren; andrerseits, um dem Spachforscher die Vergleichuug dieser 
iJSossarien des bosnischen Dialectes mit den übrigen Wörterbüchern 
jer türkischen Sprache zu erleichtem, die annoch des Gebrauches 
ier orientalischen Lettern nicht entrathen können. 

Da bei der alphabetischen Ordnung nach jenen Grundsätzen 
tt die Spitze des ganzen der inhaltreiche Name Abdusselam 
Int, so habe ich nach Vorbildern, wie Abuska u. aa., dem irer- 
Guigten Glossar diesen Titel gegeben. 

Was den Inhalt anbetrifft, so konnte ich den Handschriften 
(^genttber nicht umhin, dem, was diese bieten ^ treu zu bleiben, 
idbst da, wo die Vermuthung eines Irrthums — abgesehen von 
Uossen Schreibfehlern — nahe lag. So koninit es /. B. in beiden 
Bandschriften nicht selten vor, dass eigentlich türkische Wörter 
in die bosnische Reihe gerathen sind, and «mgekehrt slavische Wör- 

ter für türkische ausgegeben werden- So ist R. 6b: ^.^^ lan = 

^Ül/ jenes als das türkische, letzteres als bosnisch gegeben; 

B. 46a: KLL!i=JLi gesetaf, während tesla von Wz. tesati sla- 
Tisch und keser {^^) «'^ ursprünglich türkische ist. Es ist aber 
inmer misslicb in solchen Fällen einen Fehler des Autors anzu- 
aehmen, w«l es eben viele Wörter slavischen Ursprunges gibt, die 
ron den Türken völlig recipirt worden und ebensoviel türkische ins 
Slavische eingebürgert sind, so dass der Verfasser selbst eher von 
fem tbalsÄchlicheu Sprachgebrauch, als von etymologischem Bewusst- 
leiD geleitet worden zu sein scheint. Wie es also schon nach dem 
ras in der allgemeinen Einleitung über den Einfluss der türkischen 
>praehe auf die bosnische gesagt worden ist, nicht befremden kann, 
lass in unseren Glossarien Wörter türkischen Ursprungs, die zu- 
seist ohnehin schon in den slavischen Wörterbüchern Aufnahme 
Befanden haben ^ ganz in gutem Glauben als bosnisches, slavisches 
Spnchgut erscheinen, wie 



132 Blau: BoBidsch'TArkUche SprachtlenkuUUer. 

G. 14b abrasliv fflr tttrk. alantenlfl, eigentl. y. tftrk. 

R. 29» bahce 

G. 2» bajrak 

R. 21b bakce 

R. 34» bubreg 

R. 27b bulgur 

R. 34b burija 

G. 17b öustek 

G. 3» djerdan 

G. 8» djigerica 

G. 11» djubre 
R. Ib elci 
G. 18» fajida 

R. Ib feriste 
R. *26» futa 
G. 14b hasta 
0. 8b herar 
R. 16» h^ritaz 
G. 17b karaboja 
G. 7b kotija 
R. 10b lakördija 
U. 9 kusbaba 
G. IIb mizrak 
G. 10» paluze 
G. 8» percin 
R. 4b samar 
R. 37b sandiija 

G. 4b sorg 

G. 17» sinebend 
G. 17b sijafet 
G. 8» SQlaf 
R. 33 



n 


»1 


bag 


w 


w 


11 *^ 


w 


w 


alexn 


»1 


w 


" ^ 


n 


w 


bostan 


» 


n 


11 ^ 


n 


n 


bögrek 


15 


11 


11 ' 


11 


n 


bogda asy 


W 


n 


11 ;y 


<i 


w 


bury 


M 


« 


n 


11 


V 


tasak 


W 


n 


11 ^ 


15 


^y 


bogum 


11 


11 


" J 


« 


11 


dziger 


11 


n 


11 


11 


11 


kemre 


H 


w 


w 


H 


w 


resul 


11 


»1 


" U 


^^ 


w 


assy 


'1 


11 


w 


11 


11 


melek 


11 


iy 


11 ^* 


>1 


n 


pcstimal 


n 


« 


11 


n 


w 


sajru 


11 


n 


11 ' 


i^ 


n 


c a V a 1 


11 


n 


Mi 


»1 


n 


calydzy 


n 


n 


" ;. 


>* 


^^ 


zadz 


11 


w 


1, Li 


>< 


« 


hoka 


11 


n 


" 1 


11 


11 


söz 


n 


r 


w L 


n 


11 


jarase 


11 


r» 


„ JL 


n 


11 


sifitt 


11 


11 


11 


n 


11 


pelte 


11 


11 


^1 ' 


11 


11 


cak'ul 


11 


11 


11 


11 


11 


seiner 


11 


^1 


11 


V 


11 


kolandza 


M 


»1 


" L* 


Ji 


»1 


carg (p,4) 


11 


w 


M 


1^ 


yi 


k'ttmuldttrak 


51 


1» 


„Aa> 


n 


^^ 


sumat 


11 


w 


n <i 



»SQlaf) , ^ 

irr 11 11 ZUluf 

» sulafal ' " 



H 11 n 



1) Das Wort ist nicht bloss „to" (osttürkisch) wie 2 
225 gibt, sondern auch in Coustantinopcl und der europä 
Türkei überall verbreitet. 

2) Umgekehrt steht melek als bosnisch für feriste C 



Blau: Bosnisch' Türkische Sprachdenkmäler. Igg 

riieoso darf man es als absichtliches und wissentliches Than der 
Tarüasser betrachten^ wenn sie in die tüi^kische Reihe Wörter slavi- 
tdien Ursprunges^ wie igrib (G. 10^); ku.nia (G. 8»), mosur 
(6. 3»), most (R. 13b), pojata (R. 3b), santav (R. 26b) 
•. aa. einstellen. 

Ich stehe der sfidslavischen Sprachwissenschaft nicht nahe genug, 
jn mir ein Urtheil darüber zu erlauben, welchen Gewinn diese etwa 
fis unsern Glossarien wird ziehen können. Ich habe bei der Rück- 
«Dschreibung der slavischen Worte aus türkischer in kroatische 
Schrift den Grundsatz befolgt, von allen den Entstellungen, die nur 
nf Rechnung des türkischen Schriftsystenis und Sprachorgans zu 
kommen schienen, abzusehen, und die Wörter unter möglichster 
Ann&herung an die gebräuchliche Orthographie nach Massgabe der 
in der allgemeinen Einleitung entwickelten Lautlehre, so geschrie- 
ben, wie der türkische Autor sie gehört haben muss, der z. B. 

MJrn^ schreibt; aber schwerlich damit eine andre Form als das 

{ebrftachliche tresnja hat ausdrücken wollen ; und wenn er f^y^y^ 

idireibt, zwar puluga, pologa, puloga sprechen könnte, 
iber sicherlich nur poluga gehört hat und schreiben wollte. 
Bei Befolgung dieser Regel bat sich herausgestellt, dass die bei 
weitem grösste Mehrzahl der slavischen Wörter dieser Glossarien 
in den Handwörterbüchern der illyrischen, kroatischen und serbi- 
scben Sprache sich wiedeiünden und nur selten eine abweichende 
Form aufweisen. Indessen bin ich doch auch auf Wörter und For- 
men gestossen, die nicht allein mir und den Wörterbüchern unbekannt 
waren, sondern auch den besten hiesigen Kennern der slavischen 
Sprachen neu erschienen, und die ich daher zur weiteren Unter- 
suchung durch Fachmänner hier zusammenstelle, soweit ihre Bedeu- 
tung durch die türkische Beischrift und ihre Aussprache durch die 
Yocalisation in türkischer Schreibung gesichert ist. Diese dürfen 
als bosnische Provinzialismen gelten; und zerfallen in solche I: 
die der Form nach den andern Dialecten fremd sind, und II: solche, 
deren Bedeutung in Bosnien eine eigenthttniliche ist. 



> o 



L G. 7b caklilü .Uüls^.::^ türk. sajkul, Glättkolben. 



O I 



G. 4»civiljak ^^ü^.> „ kabard/yk, Pustel 

(cviljak Fr» G. Martic). 



Ig4 Blau: Bomvueh'TOrkische Spraehdaikmakr. 

I. G. 10b entersel jLÄJJ£iif=: türic. serbar, Ue 

R. 8« buktavica iL^.ü'»^ „ bajkas, N: 

G. 2b kosirica fjpjt^^ „ efiek,Kinn 

' ' dalmatinisch). 

G. 6b krivac ^^^^ » k'ünbatys^ 

R. 33b „ „ „ egrijel, 

wind (Serajev 



tt ' I > 



G. 16b lucarica i^.^^L^.J „ sapan, 

' Armbrust? 



O I « 



U. 13 magas «J&U^ „ dzadzc, Zv 

magance). 



> o 



U. 11 R. 30b mlivo »^JL^ „ un Mebl (in 

nien bekannt; 



ü I 



U. 9 pecur yy^f^ yy mantar, 

(Wbb. pecurk 

R. 33b pelce xiJ^ „ bagyr, Le 

pelenica Darr 

G. 12a pendzevis ^^^^ll „ bunbar, 

(Serajevo). 



I o. o 



R. 6b prela nj«^ „ örege, Spi 

Fr. G. Martir 



o « > * 



G. Ib potaka iJjlä^^ „ tutrak, Zi 

Zünd^pahn. 



o« o > 



U. 13. puhva 8^^^ „ kuskun, S 

riemen. 



*t^ 9 O 



G. lüb skotiua luLj^l „ tezek,Koth 

G. 6b slamica lu^wX« „ saman og 

Milchstrasse. 

G. 10b sdirka *V-.-^t r kysyr, gelte 

bar (alban. st 

U. 12 setka Ijui „ dilk'ü, Fuc 

govinisch). 



Bktu: Bo9nüeh'TürkUche Sprachdenkmäler. 185 

R. 83* t^rbnsak ^^tä^'^ = türk. sik'embe, Ealdaonen 

(vgl. törbuh). 



« ) 



G. 4* troha 9S>^ß „ türtü, Wachstrester 

(vgl. trop). 
G. 5» zagrica aj^^Ij „ kave, Motte. 

eh Obergehe hier eine Zahl von Pflanzen and Drognennamen, wel- 
ke I. Th. noch in den Wbb. fehlen und ihres Ortes weiter be- 
pcocben werden sollen; führe aber als eigenthümlich bosnische 
lormen noch ein paar Zeitwörter auf, die sich sonst nicht finden : 

G. 13b h^rpat Hljji=tark. jygmak, häufen (von 

h^rpa, Haufen). 

B.30«ok^rmeljiti c>yvi^^3l „ capaklamak triefäugig sein 

' " (Sulek: zak^rmaljiti). 

o 

G. 9b posilit se »^wJL,^ „ azmak entarten, überhand 

nehmen. 

R.29«prekalamitow4^^ „ aslamak, pfropfen (na- 

' ' kalamiti Wbb.). 

. G. 8*priivakivatol^i^^^ „ dzevismek, wiederkäuen 

(prezivati). 



• o 



G. 5^ sk^rgat ^\^^\ „ cangarmak zirpen (sk^r- 

gutati Wbb.). 



I ü f 



G. 9* uzvarit ^;^^jy « kajnatmak, sieden (va- 

riti Wbb.). 

IL Abweichende Bedeutungen finde ich: 



G. 5^ c e p v..>».> = türk. y n b y k , Destillirkol- 

ben, — sonst Stöpsel. 



o • ) o 



G. 4b k 6 r z u 1 j e ^J)jf^ y^ ^ y 1 Rephuhn (ill. Wb. 

„eine Art Ente"). 

R. 17* peruska *^3^ « }^^y Wolle, Flaum — 

(Fröhl. Federwisch). 

R. 19b 57b prikucit se s^^^j-yb^ ^ jaklasmak, sich 

nähern (sonst anhaken). 

R. 26« strana »Üy;^ „ denk Waareuballen 

(sonst „Seite"). 



186 Blau: Boitniech nrkuKhe Sprachdenkmäler. 

R. 5«. 7»»: kos Uta li^iyi = tttrk. k'ejik' Hirsch (bon 

Hirschkuh). 

U. 2: gagrica ^^^f^/^ n k'üve Motte (Parcic 

wurm). 

G. 5«: leskoviua tkj^ytuJ ^ kawak agac Ps 

' (sonst Hasel-) holz, 

nicht zu gedenken einer Reihe anderer, die nur unwesentlichi 
ücationen des Sinnes oder der Form erlitten haben, (xi 
volleren Formen nur verkürzt und verstümmelt scheinen, 
genug, um unsere Glossarien als Denkmäler des bosnisch-sla 
Dialectes^ zum Theil aus einer Zeit, wo die slavische Littei 
Bosnien selbst so gut wie nicht existirte, der Aufmerksam^ 
slavischeu Sprachforscher zu empfehlen. 

Noch höher indessen als in dieser Beziehung ist der 
dieser Glossarien für die türkische Sprachwissenschaft. 

Erstens gehören bei dem dermaligen Stande der tür 
Lexicographie Original Wörterbücher von türkischen Verfasser 
haupt zu den Seltenheiten und jede von den unsrer Wissenschaft 
liehen Wörterbüchern unabhängige Leistung auf diesem Gebiet 
ein willkommener Beitrag zur Kenntniss des türkischen Worts 
sein und dient dazu, das noch nirgend vollständig gesamme 
terial zu bereichern. In der That ist die Ausbeute an 
Vocabeln, die in den von Europäern verfassten Thesauris v 
ninski an bis auf Rdlhousc und Zenker noch nicht verzeichn 
in unseni Glossarien trotz ihres vcrhältnissmässigeu gering( 
langes, eine sehr ansehnliche. Ich führe als Belage (olge 
die, Irrthum vorbehalten, mir anderweit noch nicht vorgel 
waren : 

1. Namen aus der Naturgeschichte: 

a g a 6 d ö k'e n ^^o ^I bosn. z u n a , Baumhacker , 

babyi kus u^j-i v)^W v lastavica belare 

' Baumläufer; 

bamjel }^U ?» trutina Drohne, 

biba Lo „tuka Truthuhn, 

cakal S^-^ „ govnovalj Mistkäf 

cakyrdiak >Ji:>^JU^ „ kobiljicak Heupft 



k 



a 



ot 



£i&m: BimmBt^'nrkiMche Spraehdeidcmälm', 187 

«^^^^ssbosn. ^abokrecina FroBchlaichi 
vJüL^I ^ past^rma LachsibreUe, 






• • •• 

I O I 

I 

I o 



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I c # o « 



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gadzy 



^•sJ.' 



o « 






Äjj^l^Ls 



»o 






„ pnh BilchmauB» 

^ zeleiiba<S grane Eldechsey 

„ misöic BlindmaoSi 

^ cevrljuga Haubenlerche, 

„ pnh BilchmauSy 

pivaiica Kiikak(?;, 

kokavica Kakak, 

kobac LercheDÜalk, 

kobac Lerchenf&lk; 

atmadza Sperber, 

tetrSb AaerfaahD, 

kferpnsa Schaflans, 

gnjida Nisse, 

pSvacica Knkak, 

kukavici vez BalaustionC^), 

kacun Knabenkraut, 

gavez Wallwurz, 

cuvakuda Hauswurz. 

smilje Ruhrwurz, 

tisovina Eibenbaum, 

hudikovina Schneeball- 
strauch , 

krupnik Spelt, 

pir Spelt, 

resa Bingelkraut, 



w 



ry 



n 



w 



n 



5? 



5» 



n 



11 



»1 



n 



n 



1* 



Y) 



n 



Y) 



n 



188 Blatt, Bo€ui8ch'TürkUche Spriu^tienkmäler. 

sirim ^^=bo8D.hren Meerrettig, 

sifa iiuJ^ ^ tatula Stechapfel, 

Acre V^^' ^ trobkot Yogelkuöteric 

teljes u^J^' ti ceslju Kardendistel, 

toplak \^^ly^ w orisak Erdnas8(^, 

und noch andere einfache, wie zusammengesetzte Pflauzenui 
die in den Erläuterungen besonders besprochen werden sollen. 

2. Technische Ausdrücke, namentlich aus den Kreisei 
ländlichen Beschäftigungen : 



O' 



Bezheridzi 


^^}^fi 


bosn. 


, bjelilja Bleicher 


irtilidzi 


1 « 1 


9» 


pietelica Stricki 


irtilemek 




W 


p 1 e s t flechten; str: 


üsk'üle 




11 


povesmoFlacbsbl 


kalydza 


• •• 

1 


V 


ponjava Leintuc 


örme 


fcijji 


11 


nite Webertrumni 


tarkyjan 


o'^V^ 


11 


zastorau Sacktu 


ente 




11 


berdila Weberbli 


cyg 


• 


11 


guzva Knebel. 


ispit 


b i 


11 


gobelja Radfelge. 


sayruk 


1 


11 


dörvcnicaSattelgi 


hezen 


o * « 

i:»i* 


11 


baskija Zaunpfal 


k'ertik' 


j 


11 


zarez Kimme. 


k'ü s r c 


- o » 


w 


brus Schleifstein. 


k'öngek 


>-Ä%j' (Ul. 


Deriv.; „ 


tupo stumpf. 


jansar 


• b 1 


11 


od kos Schwaden. 


malama 


•• « t 1 


11 


pleva Spreu. 


helmek 


b ««b « 


« 


probit durchschli 


jansora 


1 » b 1 


w 


bradva Axt 



Blau: Botnlteh-TOrleüehe SprtuAtUnhndttr, 



189 



(?) 



Q 



o ^ o « 



I 



o> 



g^;5' 



S 



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A 



Diverse andere: 






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» 1. ■» 



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^1 



91 



99 



»9 



»^ 



^« 



1^ 



bosn. bradva Axt. 

toljaga Knüppel, 
polica Leiste. 
„ dasselbe. 
„ kruna Schopf. 



99 



W 



99 



vime Euter. 



„ zglob Gelenk. 



99 



k b i 1 i c a Bmstknochen. 



„ kljnn Schnabel. 



91 



dusnik Laftloch. 



bosn. skok Sprung, Riss. 



e, durch deren Anführung 
ff ganz erschöpft zu haben , 



p^rt, p^rtina Schneebahn. 

pitomo zahm. 

latica Latz. 

spreta Spülicht. 

ozlos^rdit se einem etwas 
nachtragen. 

zava Schwägerin. 

usi'ipak Krapfen (Gebäck). 

ominjatse Achselzucken . 

desetak Zehnt 

katun Zigeunerhütte. 

s m e t zusammengeweht^r 
Schnee. 

prekjucer vorgestern, 

ich ebensowenig beanspruche, 
als ich andrerseits überzeugt 



190 ^iou: Ba^äsek'TürkiMche Sprachtimkmäkr. 

bin; (lass manches für mich neue Wort unter den angefQhrteit nkM. 
für Jeden gleich neu sein mag. 

Zweitens gewinnt das Glossar einige Bedeutung dadurch, dm 
das Türkische uns hier durch das Medium einer in der TlhU 
selbst heimischen Sprache erklärt und nahe gebracht wird. Die 
des Türkischen und Slavischen zugleich mächtigen Verfasser leistoi 
daher. der Lexicographie den wichtigen Dienst, viele Bedentinga 
von Wörtern , die uns anderweit zwar bekannt sind , genauer z 
präcisiren und neue Bedeutungen hinzuzufügen , und berichtigen dt 
durch manche in den Wörterbüchern erbliche Missverständnisi 
Einige Beispiele mögen dies veranschaulichen. 

aklamak oL^JLi! gibt Meninski durch transfunder 
Hianchi und Zenker durch transvaser wieder. G. 3a aber übe 
setzt es slavisch nastavit mitten unter einer Reihe von Ai 
drücken, die sich auf das Webcliandwerk beziehen; hiemach wfir 
es anstücken bedeuten. 



b • li 



k'öskü ^jJO**^' steht z. B. Kamus I, 894 für ar. jju» 
Schüreisen, Ofenkrücke (fourgon). Meninski: titio und dans 

V 

Cadyrdzy I, 485; „tizzone sponto" „ausgelöschter Feuerbrand 
Bianchi: „tison*^ Uskuti dagegen stimmt mit dem Kamus ttbere 
indem er es durch poluga d. i. „Stange von Metall" interpret 
(X, 15), wie auch das slavisirte cuskija (Fröhl. 29) als „Brec 
eisen, Hebel" definirt wird. 

d tl 1 c k «^iki^w^ soll nach Meninski : industrius^ nach Biam 

« 
industricux bedeuten, eO-xJ.J aber „tranquillite" ! N» 

G. 17a hingegen entspricht dülek dem slav. leno d. h. fau 
also genau dem Gegentheil der von Meninski gegebenen Bedeutun 
daraus erklärt sich dann d ü 1 e k 1 i k als ^^Unthätigkeit^' zur Geofl| 

JÄgry vJ»Äj wäre nacli Meninski „dunes equi" - sagr; 
Bianchi: „Croupe de cheval"; aber — die mögliche Verwandtschi 
zwischen jagry und sagry zugegeben - schon das Jakutische sai 
(=jagry Böhtl. 111, 156) verlangt für ersteres die specielle ßedei 
tung „die Haut vom Ende des Pferderückens". Dem entsprecbei 
und übrigens durch den constauten Gebrauch in der Hippolog 
sanctionirt, tritt die richtigere Bedeutung in unsern Glossari^ 
G. 5a und K. 22b zu Tage, wo es durch bosn. sddno verdol 
metgebt wird 9 welches nicht die Kruppe des Pferdes, sondern ni 



Bkmi Bomusch'Türküehe SprachdeiihnäUr. 19] 

orch den Druck des Sattels entstandene Hautwunde bezeich- 
'jrohl. 383: „Sattelwunde des Pferdes^^; 248: osadniti koiya 
ferd aufreiten"). 

azyk ^;U steht in den WBB. nur in der Bedeutung Pfahl; 

ssar G. 3b fand ich es, durch plast Heuschober übersetzt, 
er Bedeutung wieder, in der es mir auch in Asien (am 

Torgekommen ist und die davon hergeleitet ist^ dass bei 
ung der Schober zunächst ein Pfahl als Mittelhalter einge- 
n wird. 

.stuk ^jj^OokoL ist nur in der Bedeutung Kissen verzeich- 
. 21a übersetzt es aber durch preklad, d. i. der Seiten- 
n der £ssC; damit die Kohlen nicht herausfallen; also ahn- 
ertragen^ wie unser „Futtermauer". 

»kurdzyn, jedenfalls mit tokuz „neun" verwandt, steht 

WBB. als Name eines Spieles mit neun Steinen. — G. 3lr 

zt es durch granica, was bei Fröhl. zwar fehlt, aber von 

123 als: „eine Schicht von 13 Garben" gedeutet wird. In 

1 werden die Garben aber (wie unsere Mandel zu 15 Stück) 
leun geschichtet; und die zehnte jedesmal als Naturalabgabe 

rittens kommt es der AVissenschaft sehr zu statten, dass die 
xipte der Glossarien durchweg vocalisirt sind, so dass die 
ache vieler Wörter fixirt wird, die bisher zweifelhaft sein 
weil keine schriftliche Autorität für die eine oder die andere 
ikeit vorhanden war und die Verification durch die mündliche 
ache den gelehrten Lexicographen nicht überall thunlich ist. 

3ispielsweise wird idU^i ,. Pferdefliege , Bremse" von Bianchi 
k, von Zenker bülek, bühlek, bewelik transcribirt. — 

• schreibt aber wi^^, was (nach Laut!. §. 19, a) bOvelek 
echen ist, und so heisst das Thier auch hier zu Lande; es 
log gebildet wie j u v a 1 a k vJuj^j . 

ijj Bianchi: zoule „corde avec laquelle on attache le joug 

juis", wird U. 10 und G. Ib äJ^j zevle geschrieben (=teljig 
^men) und R. Ib steht dafür zevre, ebenfalls vocalisirt n^^y 

>.^ durch bosn. niti Faden übersetzt (G. 5a) wird küdze 
;ödze zu sprechen sein, während Bianchi i^^ fil, frange 



192 Blau: BomiUck'Türhiteht SprachdmkmOier, 

(II, 655b) goievtche gesprochen wissen will. Ich habe das 
hier nicht erfragen können, beanspruche aber fflr die Verfasse 
bosnisch-türkischen Glossarien das Recht mindestens ebenso g 
hafte Autoritäten zu sein, als andere Quellen. 

Viertens n&mlich ist ein nicht zu unterschätzender Gewin 

die Lexicographie, in diesen Originalglossarien wirkliche Bele^ 

den Gebrauch vieler Wörter zu haben, die in unsem Thesanris st 

ohne dass sie in der LectUre einem jemals vorkommen. Ich habe ( 

daher auch zur Pflicht gemacht , bei jedem Artikel alle die Stelh 

denen das Wort vorkommt, anzuführen und durch die beiges< 

Verweisungen auf die Seite oder das Blatt der Handschrift ebens< 

Belege für dessen Gebrauch beizubringen. V(Ai besonderem Int< 

ist dabei, nicht bloss , dass gewisse Vocabeln , die in andern W< 

bücliern als alttürkisch oder als osttürkisch vermerkt wc 

sich hier wiederfinden (z. B. öründilemek wählen, Zenker 

alt; öorda Säbel Bianchi II 656: vieux; biti Schrift, Zenk. 

turc oriental; bulgur Waizengraupen Zenker 225: to; sak^ 

Schaflaus, jakutisch sakyrga Fliege Böhtl. III, 152), sei 

namentlich, dass diese Glossarien zusammengenommen ein ziei 

treues Bild von dem Wortschatze gewähren, über welchen der l 

lehrte in der Türkei verfügt. Zwar ist mir bewusst, dass iu 

Glossarien ein gut Theil ganz geläufiger Ausdrücke fehlen, die 

gemeine Mann hier wie überall in der Türkei kennt; aber wai 

Lexica sonst gerade so sehr vermissen lassen, die Rechens 

darüber, ob ein Wort der osmanischen Sprache — namentlich 

bischen und persischen Ursprungs — volles Bürgerrecht gewo 

und in alle Schichten eingedrungen ist, oder ob es nur der ge 

ten Litteratur und gewählten Sprache der höheren Kreise ange 

das tritt gerade in diesen Glossarien recht deutlich zu Tage. 

hat sich nur zu vergegenwärtigen, dass in dem ganzen Wörtei 

rath der Glossarien nicht mehr als beiläufig 2 Procent arabi 

und persische Fremdlinge, alles übrige rein türkische Ausdrücke : 

dass von den zahllosen mit einem arabischen Nomen und dem 

(;»)c«.Äji zusammengesetzten Verbis der osmanischen Sprache hier 

adiele itmek', musavere itmek', nagamat itmek', s 

itmek', sük^ut itmek^, und zwei mit ejlemek componirte 

kommen; dass in dem ganzen Glossar keines der beliebten 1 

und Tefa'ul gebraucht ist; dass der in allen Wörterbüchern 

osmanischen Sprache so inhaltreiche Buchstabe m hier in ein 



Blau: Bomuseh'Tärkische Sprachdenkmäler, I93 

kein abgethan ist, weil fast alle Nominal- und Verbalformen, 
demselben beginnen, fehlen; dass endlich überhaupt die 
Irkischen Wörter der Glossarien ^ fast ohne Ausnahme; nur 
}iete der islamischen Terminologie (wie A 1 1 ah, b e r e k^e t 
:, dzennet, diin, edznebi, ehli, mek'tub; melek', 
at, nefeS;' sabah, sadaka, sejtan, vek^il, zahid, 
oder der offizinellen Botanik angehören, so gelangt man 
Schlüsse, dass diese Glossarien ihrem Inhalte nach eben 
r&sentiren, was von dem gebildeten Osmanli halbverächtlich 
aba tttrkce zusammengefasst wird, was vom Wissenschaft- 
)tandpnnkt aus aber als der Wortyorrath der Volks- 
16 einen um so hohem Werth hat, je weniger bisher noch 
worden ist, um diesen Kern aus der Fülle von fremden 
die ihn fast überwuchert haben, herauszuschälen. 
• wird einer weitern Sammlung und Yergleichung ähnlicher 
Sammlungen aus andern Theilen des osmanischen Reiches 
11 , am festzustellen, wieviel hier\'on auf Rechnung der all- 
!n türkischen Volkssprache , und wieviel auf den speciellen 
Bosniens entfallen wird. ^ 

1 habe bei der Herausgabe der vorliegenden alles, was mir 
loch zum Verstänaniss von weniger geläufigen oder einer 
rang bedürftigen Vocabeln nöthig schien, in die Anmerkungen 
en: und habe schliesslich nur noch die Pflicht, den Herren 
aczek, Dollmetsch des hiesigen K. K. österreichischen 
Iconsulats, und Cl. Bozic, Dragoman des K. preussischen 
ktes, für ihre vielfachen Unterstützungen bei der ganzen 
meinen Dank öffentlich auszudrücken, da ich selbst, auf dem 
\ des Slavischen ein Neuling, unter andern Verhältnissen 
gewagt haben würde; ernstlich daran zu gehen. 
Is Denkmal meines Aufenthaltes in Bosnien aber möge auch 
erk den Beweis liefern, wie reich die Fundgruben des Orientes 
n ungekannten Schätzen sind, man mag anschürfen wo man 
and wie sehr es daher die Pflicht der Wissenschaft ist; un- 
3tzt und unverdrossen nach allen Richtungen und in allen 
hl zu forschen und zu spüren. Der Lohn wird nie aus- 
i! 



ladl. d. DMG V. 2. 



13 



Erklärimg der Abkürzungen. 

V 

U. bedeutet Uskofii Potur Sahidie nach dem Text in Abtb. l. 

G. M Manascript des Gouverneurs Osman Pascha. 

H. „ Manuscript der RUschdie-Schule. 

Die Ziffern nach diesen drei Buchstaben bedeuten bei U. das Ga^ 

bei G. R. das Blatt des CodeX; a die Vorderseite, b die Bftcksei 

* ein Stern vor den Wörtern bezeichnet Fremdwörter, slawische 

Türkischen, türkische im Slavischen. 

Sui. bed. Sulck, deutsch-croatisches Wörterbuch Bd. I. II. Agr 

18G0. 
Fr., Fröhl. — R. Fröhlich, Handwörterbuch der illirischen \ 

deutschen Sprache. Wien 1853. 
Parc. — C. A. Parcic, Vocabolario illirico-italiano. Zart 18 
Hahn, A. W. -— Albancsisches Wörterbuch (III. Thl» seiner i 

Studien). Wien 1853. 
Kam. — Kam US v. Firuzabadi, türkische Uebersetzung VoL I— 

Constant. 1268—70. 
Bi. — Bianchi, Dictionnairc turc-franyais. 2 de 6dit. Paris 18 
Redhouse E. T. - Lexicon, Knglish and Turkish. Lond. 18 

I.O. — ÄAiUifi oüü oLj^jl« wUj , Const. 1269. 

Zenker — Türkisch- arabisch-persisches Handwörterbuch Lei 

1862 ff. — (War mir nur bis incl. Lfg. VIII zngekommen.- 
Vull. — Vullcrs liCxicim Pcrsicuni Vol. I. II. Bonn 1855 1 
Berggr. — Berggren Droguier Arab«, Anhang S. 825 ff. seil 

Guide frany.-arabe vulgaire. Upsal. 1844. 
Hon. -Hon igb erger, Medizin. Wörterbuch (Im Anhang S. 513 

seiner Frtichte aus dem Morgenlande). Wien 1853. 



A. 



b I S . > O« 



dosselam ^JLJi wXac^ okolocep,^) Mandragora 6. 16 a. 

■ak s. Fal. 

^ hava, vedro, heiteres Wetter G. 6 b. R. 6 a. 

^kdy, ogladne, hungerte R. 10 a. 

^ ime, Name U. 4. 

iinak, obedat, geloben, versprechen» G. 2 a. 

is, imeigak, Namensbruder G. 14 b. 

mkf coY^k^ Mensch U. 1. G. 2 a. R. 47 b. 

ei ooU^ zakon^ Gewohnheit Sitte ü. 10. 

■m, koracig, Schritt G. 2 a. R. 29 a. 34 b marg. 

iele iJb^ hitit, Eile, G. 18 a. 

iele-itmek'; pohitit^ Eile haben, eilen G. 18 a. 

Izy, gorko, bitter G. 14 a. R. 9 b. 

Izymak, zaiiti, betrauern, bedauern U. 8. G. 9 a. 

^ Ylak, Fischnetz G. 4 a. R. 34 a. 

;ac, d^rvo, Baum R. 2 a. — S. Agaclar. 

1) Fröhlich illyr. WB. 237 sagt nur: „Okolocep ist ein 
tichtetes Kraut als Ingrediens eines Liebestrankes.'^ Es ist in- 
ss ausser Zweifel, dass darunter die Alraunwurzel zu verstehen 
, welche überall ihre Rolle in Liebestränken spielt, zumal der 
ibische Name ^Ji^\ o^^ nicht blos von Honigberger (Medizin. 

B. im Anhang seiner Früchte aus dem Morgenl. S. 547) als 
rkische Bezeichnung von Atropa Mandragora gekannt ist, 

indem auch der Kamus I, 407 |^^i Aac als Tahrif des arabischen 
üolt 9'^jAj Mandragora, mit Angabe eines ausführlichen Receptes 
K Liebestränken , erw&hnt. — In Glossarium G. ist überdies als 



m, y «w ) 



tynonym ^y ^Lmwc (lies ^L^ = herba amantium) angegeben. 
fRl. i»ot. 371, 

13* 



\QQ Blau: Bomiich-JHirkiiehe Sprachdenkmäler, 



O « > O • I 



Agac-dök'en ^^/y> S^'*^^ ^^"^ Banmhacker, Specht H di. ae 

Agac-kakaii; Sana, mamhacker, Specht O. 4a. 

AgaSlar, dörva, Holz G. 5 a. — S. Agac. 

Aglady, zaplaka, weinte R IIa. — S. Afilamak. 

Agmak, popet, sich erheben G. 15 a. 

Agsyrmak; kihat, niesen G. 9 a. — S. Aksynnak. 

Agu, »zehir, Gift G. 8 b. 

Agyl, tor, Stall IT. 9. — ograda, Hof, GehAge G. 6 b. 

Agyr, tesko, schwer G. 7 a. 

Agyr pahala, skupO; thcner G. 7 a. 

Agyrmak; boUti, Schmerzen G. 9 a. 

Agyryr, boli, es schmerzt U. 7. 

Agystos ^^yufc^l, kolovoz^) (j^), August G. Ida. 

Agyz, usta, Mund U. 1. R. 19 a. 

Ahar, ^1, klanica. Stall G. 12 a. 

Ahor, ;>^^ j^^^ Krippe G. 12 a. 

Aj, mösec, Mond U. 6. G. 6 b. R. 5 b. 

Aja, dlau; Handfläche R. 17 b. 

Ajak, noga, Fuss U. 1. R. 3 a. 

Ajak-alty, podnoznik, Fusstritt am Webstuhl G. 6 a. 

Ajak cermek «it^j^ uä'^^^) ^^^ zagalit, das Bein cntblössen G 
Ajdynluk, mesecina, Mondschein R. 5 b. 
Ajna iUac ogledalOy Spiegel R 16 a. 



y* 1 1 



Aju ^1 , 1^?, medved, medjed, Bär. ü. 1 0. R. 16 a. 

Ajva »^Jj 1^1 tuiya (w^ u. Usy) Quitte U. 4. G. 5 a R. i 



2) Ein neuer Name far den Specht, von i^iS^yO (vulg. dö^ 

schlagen, ähnlich; wie das gleichfolgende : Agac- k aka n , wi 
schon bei Hancij^ri HI, 101 s. v. pic steht 

9 ) 

3) Die Orthographie jjÜ verkngt die Annahme einer 
koloz; die WBB. kennen aber nur die vollere kolovoz. 



o « • « 



4) «t^y^ ist mir neu; die Bedeutung ,,entblössen'' ist 
das nicht misszu verstehende slav. zagalit c^JUij gesichert. N; 
verwandt ist *. in ^X^:^,a. und ^^-^ nackt. 



Blau: BasnUeh-Türkitche Sprachdenkmäler. ]97 

fbiamaky vJUJUac, «^^UJUac^ rugat, verhöhnen ü. 7. 

•ykly s. Yryldy. 

rlmak, raztrSznit se, nüchtern werden G. 6 a 

, b£lo, weiss U. 6. 

-i«ac,*) breza, Birke U. 10. G. 5 b. 

-dik'en, glogovina, Weissdom G. 5 a. 

ar, tece, fliesst U. 3. 

■r SU, teknsica voda,*) Fliesswasser -G. 3 a. 

lamak, vJuJbf, nastavit, anstttckei)^) G. 3 a. 
sak, hromo, lahm G. 12 b. R. 26 a. 
syrinak, kihat, niesen ü. 7. — S. Agsyrmak. 

[yUy yiÄc ] P»°^«^»' ^«8 U. 13. 
EjlsyE, mahnito, wahnsinnig. U. 13 G. 
, ozmi, nimm R. 29 b. 

ft "üt, Bzmi, ninmi U. 1. 

ladza, sareno, bunt G. 8 a. R. 5 b. 

latenlfl, abrasliv, fleckig G. 14 b. 

Icak, nizko, nisko, nisoko G. 14 b. R. 26 b. U. 1. 

Idamak, mamiti (idUU scheint partic. mamile). U. 12. 

Uy, uze, nahm R. 7 a. 

Idam, uzeh, ich nahm R. 45 b. 

lef vJU, ovas, Hafer G. 10 b. — Vgl. Julaf und Ulaf. 

5) Zenker 75 gibt für Ak-agac frene, Esche. Die Esche 
isst aber nicht anders als dis-budak. Breza t;^, 'j'jf^' ^J*'-^ 
. die Birke und hat jenen türkischen Namen von der weissen Rinde. 

6) >;g\^^^gj Fröhl. 444: tekucica; also mit Uebergang 



les 6 in (j^. Vgl. Lautlehre §. 19 b. 

7) Aklamak ist bei Meninski durch trausfundere, bei 
ADchi und Zenker durch transvaser „umgiessen^^ übersetzt. Der 
ridsche Kamus kennt es nicht und umschreibt z. B. arabisches 
Vu (in, 5) ^^sJ^ wLä>>i O'^'^-^*' ^^* Han(üeri s. v. trans- 
»er. — An der Stelle G. 3 a steht es unter Ausdrücken, die sich 
if Weberei beziehen, und uastavit bedeutet bei Fröhl. 186: 
Qstilcken, ansetzen. Verwandt scheint jakut. salga anstücken, 
DseUen Böhtl. 157. 



198 Blau: BoMUoh-Tiirlum^kg Spr^ekdenkmälmr. 

Alem ^ *bajrak Fahne 0. 2 a. 
Allah, bog, Gott R. 1 b. 

Alma iLji, ne uzmi, nimm nkht R. ^9b. 

Alma, Apfel s. Elma. 

Almak, uzet, nehmen R. 20 a. 

Alt, doli, unten R. 8 a. 

Altmys, sest-desed, sesdesed, sechzig U. 13. 6. 12 b. 

Altun, zlato, Gold U. 1. R. 23 a. — mttsekVek' alUm, dn 

Dukaten. U. 5. 
Alty, sest; sechs U. 13. G. l^a. 

Alurum f^jyi\ uzei'U ich nehme» werde u^un^ EL 29 b. 
Alydi, divakinja, Azerole, Mispel^) G. 5 b. 
Alyn, celo, Stirn ü. 1. G. 7a. R. Sa. 

Amm 1«^, ^amidze^), Vatersbruder R. 3 a. 
Ana, mama, Mutter U. 3. 

Anahtar ^ic^Üi, ^U^^l^'l, kljuc, Schlüssel G. IIa. R. 26a. 



Anar ^ül s. Ynar. 

Anduz ^^) ovnak; Alant (Inula Ueleninm) G. loa. 

Aned oüfzakletva, Eid G. 13 b. 

Aned icmek, zaklet se, schwören G. 13 b. 

Afta, i\jemu, ihm G. I7b. 

8) In den WBB. tiudeich divjakinja nicht; am nächsten 

V 

divljakinja Holzaprel (Sulek 700), mit gewöhnlichem A 
des 1 (s. Lautl. $. 20 c). Um die Bedeutungen des tUrk. 
slavischen Wortes auszugleichen, wird kaum ein anderer Weg 
als die Annahme , dass , wie das persische a 1 u d z und i 
[Vullers I, 46: pomum silvestre^ mespili genusj ven 
dene wilde Obstarten begreirt, so auch divjakinja (v. d 
wild) mehr ein generischer Name, als ein specieller ist 

9) ».^u^l Msc. statt ft^\*ft. also das türkische Wo 

slavisirter Form (vgl. Lautl. §. 15 b). 

10)Msc:^Jüt andur. Ich vermuthe dafür jjol an 

an duz (Zenker 104, der die Pflanze nicht näher bestimm 
andis bei Honigberger 540: Inula Helenium, eine Art. 

da Sulek S. 48 für Alant unter anderen auch ovnak anfühi 



Bio»: BamUch-Türkische Sprachdenkmäler, 

vJUi f i, jaukat, wehklagen U. 8. 
iznenada, unerwartet G. 14 b, 

IJ^, kola, Wagen ü. 2. G. 1 b. R. 1 b. 
traut, Sachen G. 8 b. 

^ty, mdrsavo, mager ü. 13. — S. Aryk. 

strag,^^) Rflckseite G. 12 a. 

rc, smr^ka, Wachholder U. 9. G. 5 b. — S. Erzedz. 
rcy poutka, Einschlag des Gewebes G. da. 

£a;Lc, namc, aof Borg R. 55 a. 

r^irta, ledija(ii:J, LJSS), Racken G. 8a R. 17 b. 

Aikyry, preko, quer G. 6 b. 
;Aniiid, OyAj\^ ^y^^j kmska, Birne G. 5a R 2a. 
Anaad-biberi, spejica**), PfeflPerkrant G. 16 b. 



tMf 



Aipa, Hj^^^j^^ }^m Gerste G. 10 b. R. 2 b. 
Aiptdzyk,^') jecn\jak, Gerstenkorn (am Ange) G. 2 b. 



* O^tf 



AxtKL ^ymjt^ nestidno, schamlos R 27 b. 
In, ji^f , ^^ pcela, Biene U. 2. 
iiy (^^f, jipl cela, Biene G. 4 a. R 7 b. 
Ary ,jjl cisto, rein ü. 2. 



199 



11) In den WBB. findet sich nur das Adverb, straga von 



12) Arnaud biberi steht im Kamus für j^LuM^yüu»* d. i. 

Satareja hortensis, zu deutsch Pfefferkraut; Zenker 1, 31: 
,^eiae Art Thymian.^^ Der eigentliche bosnische Name dafür ist 

enbar (s. unten Note 218); das hier daftlr gebrauchte ik^^ujUM^t 

igpejica steht in keinem slav. Wörterbuch: es ist auch nicht 
davisch, sondern arnautisch und heisst bei Hahn Alb. WB. 
20€: önkt^ia „spanischer Pfeffer." Es ist also mit der Sache der 
KiBie gewandert. 



18; Msc. vjla.lj|^t, was ich nach Maassgabe der slavischen 
Debenetzung corrigirt habe. 



2(X) Blau: Borniisch'Türkische Sprachdenkmäler. 



Aryk, Uy^t, mersavo, mager, hager G. 7 b. — 8. Arak. 

Arys, osnova, Kette des Gewebes 0. 8 a. 

Asa Lofi stap, Stab R. 8 b. 

Asa komak, sJt«^ auo!, obSsit, aafhängen G. 8 b. 

AskV j^JLc^ vojska ük2^,^ Heer G. 8 a. 

Assy ^^i, *fajida, Nutzen G. 18 a. 

Asylmys, obSseno, aufgehängt R. 7 a. 
As, pÄrga, Brei**) G. 12b. 

Asa L&t , doli, unten R. 28 a. 

Asadan ^«^U^t ozdol, von unten R 50 a. 

Aslamak, nav^rnut, impfen, pfropfen G. 8 b. — S. Haslamak. 

Asurmak, cuvar^^), schwängern U. 11. 

At, konj, Pferd U. 1. G. 2 a. 

At-kulagy, lobodal6), Melde (Atriplex hortensis) (j. 8 a. 15 b. 

Ates, vatra, Feuer U. 9. G. 4 b. — Ogaig, dasselbe U. 9. 

Atlamak, preskocit, überspringen G. 9 a. 

Atlaydiy, skakac, Seiltänzer R. 16 a. 

Atmadza*'), kragujac, Sperber G. 4 b. 

Atmak, bacit, werfen, schiessen G. 13 a. 

Atym, hitac, Wurf R. 34 b. 

Av, lov, Jagd G. 9 b. 

Avdiy, lovac, Jäger U. 2. 

Avlamak, lovit, jagen G. 9 b. 



14) Insbesondere definirt Fröhl. 269 perga als eine „Speise 
von einer Art Hirsebrei, der auf der Handmühle gemahlen wird^*, 
Parcic 423 : Cibo di farina di sorgo. 

15) S. Note zu Uskuti Potur XI, v. 3. 

16) Dass loboda die Melde (Atriplex hortensis) ist, 
wird einstimmig durch alle Wörterbücher und mündliche Erkun- 
digungen bestätigt. Der türkische Name, eigentlich „Pferdeohr^, 
kommt zweimal vor; fehlt aber in den Lexicis noch. Berggren, 
Droguief Arabe 832 gibt dafür arab. v^aL^ u. iuuIü Atriplex; 

und der türkische Kamus II, 825 führt für dieses die türkischen 
Namen: karapazy und kojun-sarmasy k an. Vgl. Hanc^iri 
I, 152 unter Ar röche. 

17) Vgl. unten s. v. Mojmun. 



Blau: BoMfMch'Türkitche Sprachdenkmäler. 201 



O' • « 



•et Oj^j zena, Frau, Weib U. 1. 

-et bosamak^ zenu postit, die Frau entlassen (repadiare) G. 14 b. 

IC ^^i preg^rste, beide Hände voll G. 4 a. 
malo, wenig U. 4. R. 28 a. 
\Aj oprohcen ^% verabschiedet R. 34 a. 
In, malodd; Wenigkeit R. 28 a. 
tnak, posilit se ^% entarten G. 9 a. 
mak, mutit, stören, verwirren G. loa. 



ib, vrata, Thor R. 24 a. 

iba, daca (L^L^) Papa U. 3. 

ibyl-kns (jS^^J^l^, lastavica belarepa, Baamläufer'^) (Certhia) 

R. 36 a. 
idrenz go^ol^,**) maca, Melisse G. 16b. 



O ' b 10 > 

18) ^X^^^! ist nach Lautlehre §. 16, e bosnische Form st. 
• roscen v. oprostit. 

19) o^JLuM^ posilit ist entweder == pozliti; oder Comp. 

u siliti. In letzterem Falle wäre die eigentliche Bedeutung ^sich 

erheben." Es fehlt in Fröhlich, Parcid und §ulek. 

20) Der türkische Name ist anderweit unbekannt , der sla- 
x^e bedestet wörtlich: „weissschwänzige Schwalbe^^ Nach münd- 
hen Angaben Eingeborner soll damit der Baumläufer (Certhia) 
oieint sein , der allerdings weisse Schwanzfedern hat , aber keine 
hwalbenart ist. 

21) Von den drei Bedeutungen, die Fröbl. unter Maca an- 
)t, scheint hier „3. Melissa officinalis^' gewählt werden zu müssen, 
, nicht allein der entsprechende deutsche Name „Citronenbraut", 
ndern auch Berggren 862: Melissa officinalis, arab. 
idrendzevij j e; Honigberger dasselbe persisch: badrendzbuje 



^o« 



gL Vullers I; 162 und türk. Kamus unter ^A^j^ii ^Iäj, wo 
i^A^ jU ^= ogul oty 5. unten Glossar s. v.) zu unserm 
>jyL passen, welches demnach eine Verkürzung jener Formen ist. 



202 ^^m: BosjMch'TOrkuche SprachdenkmOier. 

Badza, komiD, Kamin U. 18. 6. 4 b. 

Bag, *bahca^ Garten R. 29 a. — S. Bostan. 

Bagce, vert, vertTo, Garten, U. 9. 

Bagdas knrmak, turski eist, mit antergeschlagenen Belara (ßt 

türkische Art) sitzen G. 15 a. 
Balga, sye^i, binde U. 10. R. 15 b. 
Baglamak, svezat, zusammenbinden G. IIb. R. 26 b. 
Bagyr, pelce"), Leber, Gekröse (?) R. 38 b. 
Bagyrsak, cri?a, Gedärme G. 17 a. R. 19 b. 34 a. 
Bagys, poklon^ Geschenk R. 27 b. 
Bagyslady, pokloni, schenkte R 27 b. 
Bahyl S^fJ^, lakom, geizig U. 10. 
Bai, bogat, reich U. 1. 
Bajkns, sova, dok, Nachteule U. 12. 

- - jehina, Uhu R. 85 b; jejina G. 4 a. 

- - huktavica"), Uhu R. 8 a. 
Bajylmak, onesvestit, ohnmächtig werden U. 7. 
Bajyr, b^rdo, IlQgcl, Abhang G. 5a R Ha. 

f 

Bak, ^L, gledaj; schau! R. 51a. 



-^^ 



Bakla, «Jlfi^, bob, Bohne R. 24 a. 

Bakmak, gledat, anschauen G. 2 b. 

Bakyr, medeno, med, Kupfererz U. 5. 

Bai, med, Honig G. 4 a. 

Balcj^k, blato, Morast, Sumpf G. 6 b. 

Baldoran ^^j^^kf drozgina**), Wasserschierling G. 15 b. 



o *> 



22) Wenn ivjsEvi^ nicht geradezu in &:^uJl^ = pelenicl 

Darmfell zu ändern ist, so hängt es vielleicht mit albanesisi^ | 
plendes, blendze Bauch, ,,Zwölffingerdarm'' zusammen (8.Hahi ' 
Alb. WB. 15). 

23) Bosnischer provinzieller Ausdruck. 



o ^o» > 



24) Msc. «^j|^;0 drozga bedeutet Drossel. Da aber Frttl. 

44 dro zgina eine Wasserpflanze nennt und baldoran fQr Schier- 
ling (Circuta, Conium maculatum Honigb. 526) bekannt 
ist, so ist wahrscheinlich hier drozgina zu lesen und ffSa Wis- 

serschicrling zu nehmet; obwohl Sulek dafttr unter verschiedenen 
Namen gerade diesen nicht hat 



Bkm: Bom^iBch'T&rkiwhe Sprachdenkmäler. 203 

Idoran ^I^^aJL^, kirkotina«*), eine Pflanze G. 16 a. 

Idnr, Hst, Wade G. 7a R 33 b. — golen, Schienbein R. 6 a. 

L-mumy (U. 12), Bal-mom (G. 4 a R. 7 b), vosak, Wachs. 

losyt vi;^yU««) kukavidi v6z, fialansünm (?) G. 16 b. 
Ita, sikiia, BeU G. 4b. R. 2a. d9b. 

dak, vJUL,, riba, Fisch ü. 4. G. 4a. R. 5a. 37b. 
dngy jotan, caplja Fischreiher U. 4. 
ilngy satan, ribar, Fischh&ndler U. 4. 

u^jal jJJL'O, trutiga, Drohne R. 35 a. 
tfia, meni, mir G. 17 b. R. 38 b. 

lark'ir ^^l^ konj, Pferd R. 4 b. 

tarysdyrmak, pomirit, versöhnen G. 16 b. 

iirysmak, pomirit, nmirit^ (sich) aussöhnen U. 7. 

iasky, y^rljika, Latte R. 20 a. — S. Hezen. 

IS, glava, Kopf. R. 3 a. — Bas-parmak, veliki p^t, Daumen R. 3 b. 

^«* U- 1^ l 1 1 AU 

• u n . ^ J ^^^y Aehre. 
isyk G. 17 aj ' 

itak, bara, Morast G. 18 a. 

itan, utonut, ertrunken, versunken U. 4. 

lUnak, utonut, Versinken G. H a. 



25) Wenn baldoran an dieser zweiten Stelle nicht etwa =? 
,U^wXj|^ Laserkraut (Laserpitium) ist, so muss k^rkotina 

Pennals eine Schierlingsart sein; der Name ist aber, so gut 
avisch er auch klingt (vgl. k^rkoda Gebrechlichkeit) weder in 
^BB. zu finden, noch hier zu erfragen. 

26) Ich vermuthe, dass dies in den WBB. fehlende Balosyt 

18 griech. ßaXavGXiov entstanden ist, wie pers. yj^^aj^myL (Yull. 
262), so dass die Granatblüthe (balaustia Honigbei^g.) zu 

erstehen wäre. Sulek kennt zwar dafiir keinen Namen, der dem 
MD. kukavici-v6z, wörtlich „Kukuks-Stickerei" nahe käme ; 
lein die auch im Griechischen {xoxxvyia) und Albanesischen {xovxj 
itben, und xovxq/a Kukuk) geläufigen Wortspiele zwischen den 
limen des Vogels und der Scharlachfarbe machen einen ähnlichen 
leengang wahrscheinlich. — Möglicher Weise ist es aber auch 
as slav. blust, pljust, Epbeu. 

27) Ein mir neues und nicht recht türkisch klingendes Wort 



204 S^m; Bosniseh-Türkische Sprachdenkmäler. 



^ u » ^ 



Batyrmak vJU^tf, zamotit, eintauchen G. 9 a. 

Bebek ^^ vJL^, zenica, Augapfel G. da R. 17a. 

BehadOr hyzyr yäa> ^L«^ '^) tatula, Stechapfel G. 15 a. —8. 

Behmen ^yt^ ^% zeleni zanbak, ein Knollengewächs (Behen?) 6. lA. 

Bejni, mozdan {^^j^ '■= mo2dai\j) Gehirn G. 4 a. . - 

Bek'-arusy, matica, Bienenkönigin R. 36 a. 
Bek'-baluk, mladica, Makrele '^) K. 37 b. 

Bekle idä^ cekaj, warte! R. 31b. 

Beklejin i:;^:^!^ cekajte, wartet R. 43 a. 

Bek'lemek', cuvat, warten G. 1 b. 

Bei, bedra, Hüften G. 7 a. — k^rsta, Kreuz R. 17 a. 

Belid (Msc. JULa)'^) smcten, verwirrt, »chwachköpiig G. 14 b. 
Belinmek ^^Jd; predat, schaudern, G. 18 a. 



«'■- 



Ben, ja, ich U. 13. 

Benefse, Ijubica, Veilchen K. 21 a. 

Benttm, moj, mein U. 13. 



28) Tatula geben Fröhl. u. Sul. übereinstimmend die Bdtg. 
Stechapfel; datura stramonium. Ilonigberger 533 gibttatora, 
tatula als türkischen Namen desselben Krautes an, desgl 
Kamus I, 168 und III, 403: 8jyLj=J^L«^^ n. ^Jb (fehlt aoch 

bei Zenker; vgl. Vullers s. v.). Der obige Yulgftrname Behadflr 
Hizir (eig y^c^) wäre ähnlich, wie unser „St. Georgenkraut^ ; «od 

Djurdjevac „Gäusefuss" Sul. 524. s. unter Edrelez not 108. 

29) Berggren 833 u. Honigb. 520 geben Behmen, Barnen 
für die Behenwurzel an. Vgl. Vullers ^^y^^ no. 5 und e;yU|), 

wo zwei Arten, roth und weiss, unterschieden werden, die deo 
Namen von der Blütheuzeit im Monat Behmen haben sollen. Der 
türkische Name fehlt bei Zenker; der bosnische, wörtlich „grOne 

Knolle" auch bei Sulek. 

30) Nach Zenker wäre iJüL ^ (204) der Stör; in Bosnien 

ist Mladica die Makrele (Fröhl. 154). 

31) Schreibfehler des Copisten; das Synonym k'ünd (s. unten) 
gibt die Berichtigung an die Hand. 



Bkm: Bomtüek-TOrlMdie Spraekiienkmäi^, 205 

i2^, madei, Mattermaal 6. 13 a. 
'y kano-, ähnlich, wie U. 1. 



L 



Vj} masnica, Beale^ Schwiele G. 6 a. 

sende jtJjSan^n^^ more ti!»«) Heda, Freund! U. 1. 

'et, koriz, S^n, Gedeihen ü. 10. (vgl. Korist, Gedeihen 

Fröhl. 114). 

' jtmek', otv^rdit, härten G. 14 b. 
Bsriden, odovde, von diesseits R. 42 a. 
BflrO, amo, diesseits G. 17 b. 

^- Sesbidi, jg^lÄl^''), sladka paprad, Süssfam G. I6a. 

Bes, pet, fünf, U. 13. G. 12 a. 

Bes-jtts, pet stoüna, fanfhnndert U. 13. 

Beäk^ kolivka, koUevta'«) (^^yi), Wiege U. 11. R. 27 a. 

B^er, goije (|;>fi), schlechter G. 14 a. 
Bez, ilezda, Drflse G. 7 a. 
Bez, postav, Leinwand U. 10. 



I u» 



netiiandzi ,^,\^y, G. 3a . ^^^.^^ ^^^^^ Bleicherin. »«) 
Bezk'eridä ,^^:f^ßß R. 23 b[ 

32) Kaznacic Bosnia S. 32 Not.: „Brebre e more ti** 
sono due intradacibili espressioni serbe, con cui rafforzano il discorso, 
quando o chiamano talnno o quando discorrono con veemenza.^' 



i o 



33) ^UUo ist die arab. und türk. Form des pers. «^L^^jm^ 

(s. Yullers I, 238; fehlt bei Zenker). Houigberger, Berggreu, 
Itfeniski; Han(U^ri setzen Besfai d2 f&r Polypodium vulgare, 

Süssfam; Sulek 1345 fOr SUssfarn (Polypodium): sladkapaprat; 
paprat Farnkraut^ sladak süss. 

34) lieber die verschiedeneu Schreibungen des slav. Wortes , 
s. Note zu U. XI, 6. Auch R. 27a schreibt kolijevta, während 
WbB. nur kol^vka kennen. 

35) Ich erkläre mir das räthselhafte türkische Wort als eine 



o«« 



Oorruption aus ^^sji bezerdzi, was (Zenk. 195) zunächst zwar 
«>Lein8amenhändlerin^ wäre, aber bei der Verwandtschaft beider 

Beschäftigungen und einer naheliegenden Verwechslung von ^ß mit 
«j ein nicht gar so schlimmes quid pro quo ist. 



206 Blou: Bosniseh'TürkiJKih€ apraehOtmkmäl^ 

Biba L^ ^% tiika, Truthiihn G. 1 2 b. 

Bic, kosi, schneide ab U. 2. 
BicUm, ietva Ernte ü. 2. 

Bile-deh siiJi», naostri, schArfe doek! R. 89 a. 

Bftomek t^Wi} ostrit, schftrfen, schleifen 6. 7 b. 

> » 
BilOrüm ^^;jAj znam, ich weiss R. 88 b. ^ 

Bin^, «Ua^ azjasi, steig anf! U. 8. 

Binek-bark'ir, ^^1^ sJiJUf ^'^\ jahaci koi^, Reitpferd R. 4 b. 

f U mit 

Binmek tf)uJü| uzjahat, besteigen, aufsitzen O. IIa. R. 20a. 

Bin jedno, eins U. 1. 13. G. 12 a. 
Bir k'erre; jednoc, einnial G. I7b. 
Bit, US, Laus U. 1. G. 3 b. 
Biti, ^") kniga, Schriftstück G. 12 b. 

Biz, Silo, Ahle G. 17 b. IT. 4. 

Bizi, nas, uns R. 49 a. 

BizOm, nas, unser U. 11. 

Bogaz, g^rlo, Hals^ Kehle R. 19 a. 

Bogdig, psenica, senica, Waizen U. 10. — S. H>7ita. 

Bogda^asy, * bnlgnr, Waizenbrei R. 27 b. 

Bogda-nfiy, psenidno brasno, Waizenmehl R 4 b. 

Bogmak, ndavit, erwOrs^n G. 3 a. 

Bogry v3j4^9 g^rbay, buckelig, schief R. 26 a. G. 2b: ^^y^. dass. j 
Bogulmak, odusit se^ ersticken G. 3 a. Bogulup U. 4. ! 

Bogum, *(Uerdan ^-^{«^^^ , Halsband G. 3 a. 
Boj, suncica? (».scva^jl«^) ^^) Bockshorn (foennm graecum) G. Ififa. 

, 36) L^ fehlt den Lexx. — Es ist in Bosnien namentlidi für 

junge Trutbahner bekannt. 

37) Parcic 22: binjak cavallo da cavalcare, also im slav. 
Munde mit hartem K; vgl. Lautlehre §. 19, a. 

38) Zenker 177 kennt dies Wort nur als osttfirkisch. Abuika 
32: bitik, Schriftstück, Papier. 

39) Durch die Gleichsteilung des arab. 2wJb> mit ^y^ Kan« 
I, 113, und die Angabe llonigbergers 537 steht fest, dass boj == 



Biau: Batnuek'Tü/rkUche &pra4Jhdmkmäler. 207 

Jim, vrat, Hals G. 7 a. 

jnndnik, Bojandoruk, jaram, Joch U. 10. G. 1 b. R. 20 h. 

(k, govno, Unflath U. 10. 

il, prostrano, geräumig, weit G. Gb. 

»rdz, dag, Borg, Schuld U. 4. G. 13 b. 

irsuk Oir^^ jaasovac, Dachs R. 17 a. — S. Porstik. 

Nmsyk, Skvorav, runzelig G. 2 b. 

)8ta]^ ^bakce, Garten R 21b. 

OS, praznO; leer G. 17 b. R. 10a. 

os-jer, prazno mesto, leerer Raum R. 33 b. 

•osatdy, sprazni, leerte R 10 a. 

k>satmak, spraznit, leeren R. 21a. 

3ozag gj^^ G. IIb. R. 2b.| 

Bozdom (Msc. fy)yi)', obatalih, ich zerstörte R 12 b. 

Bozmak, obatalit, zerstören R 20 a. 

BoEoldy, obatali se, wurde zerstört R 12 b. 

Bödiek, puz, Schnecke, Käfer U. 2. — buba, Inaact R 35 a.. 



O « > I 



)ödzek, lA^^^ jagoda (?) »J^Li*®) R. 5 a. 
)ökmek\ sukat, drehen R. 2db. 

kikrek * bubreg, Niere R 34 a. (G. 17 a: als slav. ^J'jy^yi). 



oenum graecum (vulgo Bockshorn) ist. Sulek 705 hat für 
>igonelIa foenum graecum die drei Namen: piskavica, 
»rosac und bozja tra?a. Keiner derselben ist in dem im 



o ^ 



. gebotenen »j^u^^u^ (Vocalzeichen der ersten Silbe fehlt) 

o 

riederzuerkennen , man mtisste denn j^^^a^um^ piscica =s piska- 



o ) 



ica coi^iciren. Näher läge s^^j^Xm» suncanica; aber das 

edentet (Sul. G51. 1259): Sonnengünsel, Heidenysop (Cistus 
Felianthemum). 

40) Da bödzek nichts anders als das im vorhergehenden 
Ttikel stehende Wort für Käfer, Insect ist, jagoda aber im Sla- 
ischen nur „Erdbeere^^ bedeutet, so ist wohl hier ein Schreibfehler 
izunehmen; vielleicht i^Ua^ st. dL>^ zu lesen (s. unter cilek = 

i^oda). 



208 Blau: BotrUsch' Türkische Sprachdenkmäler. 

Bök'tirdie*^, pasol, Bohne, ü. 10. — grab, Erbse R. 6 b. 

ßok'ttrten^') ostniga, Brombeerstrauch G. 15 b. * 

Brakmak, ostaviti, lassen R 20 a. 

Bn, ov, o?o dieser, dieses U. 13. 

Bu k'on, danaska, danasje, heute U. 6. 

Budak, granay Zweig. G. 10 a. — S. Dis-budak. 

Budiak, kut, Ecke U. 6. — (UiU-^) nngo, Winkel G. 4b. 

R. 31b. 
Buga, bak, Stier U. 11. 

Boga japragy ^Ij^C *4># , * jadii (g^U) *") Bezoarstein G. 16b. 

Bugy, para, Athem G. IIa. 

Bu jerde, ovdi, hierorts R. 1 1 a. 1 

o ) * 

Biyuk yjy^^ b^rk, Schnurrbart G. 7 a. — 8. Byjyk. 
Bnlanyk, mutno, trübe, G. 3 a. R. 39 a. 
Bulasyk, om^rlano, besudelt G. IIa. 

Buldurdzyn e;>^>Jv>I^, {Jii^\y^yi^ prepelica, Wachtel G. 4 b. R. 8i. 

Bulmak, nac, finden R. 23 a. 

Bulundy, nade se, wurde gefunden R. 12 b. 

Bulut, oy^ obhik, Wolke ü. 6. G. 6 b. 

Bulutly hava ly^Jjy^ oblacno, trüb (Wetter) R. 6 a. 
Bunamys, zavraceno, altersschwach, decrepit R. 33 a. 

IC > 

Bunbar^uij,^ pendievis**) Blutwurst G. 12 b. 



, o>>> o^o«»* 



41) »S>jL^y^ u. J^/jJ beidemal ohne das 1, welches die 
vulg. Form bögrüldie voraussetzt. 

42) üewöhnl. bögtirtlen |^/^ L wie in bök'ürdie 

ausgefallen (s. Lautl. §. 20c). 

43) Der türkische sowohl als der slavische Ausdruck fehlen 

in den WBB. Vgl Zenker 222: ^^o^iiyi^ Hirschdom? Spina 

alba. — Honigberg. 521 führt als türkisch jade t sc h für Bezoar 
(Hirschstein) an = jakutisch Sata Döhtl. 153. 



^ b 



44) Pendzevis Jijiyk\j!^ fehlt in den WBB. und scheint 

ein Provinzialismus zu sein ; in Serajovo bezeichnet man damit 
eine Art Blutwurst. 



o > 



ßlau: Basnück-TürtUche Sprachdenkmälsr. 209 

dzy ^yS^/yA imela**), Mistel G. 15 a. 
gy, Lff^^' sv^rdo, Bohrer R. 26 b. 

mak, zav^mut, drehen 6. 2 a. 
um, nos, Nase U. 1. G. 14 a. 
y, *buriia, Trompete R. 34 b. 

rak, ^tj3^ (so ! zweimal), l^rz, Astknoten G. 5 a. G. 1 1 b. 

ruk, cicak*«), Klette G. 5 b. G. 18 a. 

s, led. Eis U. 1. G. 3 a. R. 19 b. 

ük', veliko, gross ü. 12. — golemo, dass. R. 8 b. 

jtkk'lenmek', ponosit, stolz werden U. 7. 

Ibfü, slavic, Nachtigall G. 4 a. U. 6. 

Idür ^vXJb lani, voriges Jahr G. IIb. (R. 48a: ^^oä^ dasselbe). 

velek vJUo*^ komar^ Pferdefliege, Bremse R. 34 b. 
cak ^ •l^VAj noz, Messer G. 7 b. 
ckn tyi^ pila, Säge«») R. 26b. 

jyk, sJUi b^rk, Bart ü. 3 (R. 19 a: ^^ — S. Biyuk). 

fi (£fLo, hiljada, tausend U. 13. G. 12 b. 

tysyk wii^, prileguuto (^lyÜ^^) benachbart G. 18 a. 



45) Fröhl. 243: Omela, Sul. 914 Imela = Viscum al- 
m, Mistel. — Zenker, I, 215 schreibt ^;^. 

46) Cicak ist nach Fröhl. 25. Sul. 763 die Klette (Arctium 



> o > O ^V f 



ippa); es ist sonach mit obigem ^^jSy^ (G. 5b ^/»»i) zu ver- 

ichen: Butrak dik'eni bei Zenker 214: Name eines dornigen 
wftcbses, einer Art Klette. 

47) Das Wort ist (nach §. 19, a) büvelek, nicht buva- 
k zu sprechen , und fällt demnach mit *is5ü^ , u5Ü8^ zusammen 

enker 225. 227. bühlek, bülek, bevelik; Bianchi I. 411: 
lalek). 

48) Fröhlich 10, gibt f. bickija die Bdtg. „Schusterkneif." 
ir ist es auch in andern Thcilen der Türkei nur in der oben an- 
gebenen Bdtg. „Säge" vorgekommen. 



Abhaodl. d. DMG. V. 1. 14 



210 Blem: Botnit^TüirkUehe SpracMenkmOler. 

Cabacak, odmah; geschwind! gleich, R. 30b. 

V 

Cabuk, hitro, schnell R. 45 b. — S. capak. 

V 

Cadyr, sator Zelt ü. 9. 

V 

Cagyr, zovi, rufe R. 38 a. 

Cagyryny ^^si^cLL") ne lupaj (^3!^^ w) R. 10 b. 

Cagyrmak, kvecat (vecat), schreien (vom Hasen) ü. 7. 

V 

Cagyrrnam, nezvah, ich rufe nicht R. d8a. 

V 

Caj, potok Bach G. 3 a. 

V 

Cajlak, piljuziu (^jij^^) Weihe, Geier U. 10 — luiya**), 
R. 24b. ' ' 

Cakal, ''Lä4*^) govnovalj (v3^^>ij^) Mistkäfer U. 2. j 

V 

Calnnak, ognjilo, Feuerstein ü. 1. 

V O ' J 

Cakyrdak (ö'V^) ®- cekirdek. \ 

V 

Cakyrdzak oi.Äj. ä^ kobiljicak **}, Heupferd, Heuschrecke R.34k, 

Cak'ul ") >J ü , *percin, Zopf G. 8 a. 

Calutmak, Jkjr'^l^ (so!) miatit, schlagen G. 8 b. S. calmak, klopta. 
Caldy, ukrade, stahl R. 13 a. 28 b. 

49) Muss verderbt sein: Ne lupaj heisst: ;,schlage nicht!^ 

50) Fröhl. 139: „lunja, eine Art Vogel grösserer Gattmi§f 
wird hierdurch näher bestimmt, da cajlak bekannt- und das im- 
bekanntc piljuzin eine Nebenform von piljuh „HUhnergeiei^ 
Fröhl. 272. ist. - Vgl. dülendzik'. 

51) Cakal in dieser Bdtg. fehlt den WEB. Ich halte es 

für Tahrif von arab. }jl:> =r J^yi ^y^ Mistkäfer, Kamos III, 
IG 4, aus dem auch pers. Jllj.' gugal, dasselbe, herstammen dflrfte. 

52) Cakyrdzak^ vielleicht cekirdzek zu sprechen; ist 
jedenfalls verwandt mit cek'irge Heuschrecke, wie kobiljidak 

V 

= kobilica Sulek 675: Heupferdchen. 

53) Vgl. jj'o , J^iU Vullers II. 778. Auch albanes. kacoi 

„Federkrone der Vögel" scheint dasselbe Wort zu sein (Hahn A. 
W. 44). Ueber die Quetschung des k' (<i)) s. Lautl. §. 19, b, aa. 

— Wegen per ein s. Lautl. §. 21, a. 



Biau: Bamusek-Türküehe Sprackdenkmäter, gu 

^yÜA.**) na uznak lec, rückÜDgs über liegen 



O «Ol >o « 



G. 17 b. 
Imak, nkrast, stehlen G. 9 b. 
hnak, mest, quirlen G. 5 b. 
Imak, kacat, klopfen G. 9 b. 
lydiy, *h^rsuz, Dieb R. 16 a. 

n-agadiy, jelovina, Fichtenholz G. öa. R, 24 b. — bora, Fichte 

ü. 4. 
nasyr, kosn^je, Leibwäsche G. IIa. 

mar, kalo, kao, Koth U. 4. R. 4 a. 47 b. - blato, Morast G. 6 b. 
mara batan, blatan, versumpft U. 4. 
murly, kaono, kothig R. 4 a. 

n ^L> , zvon (y^jjjii) Glocke G. 10 b. 

B *^L^**;, k^rst, Kreuz (Überhaupt Symbol des Christenthums 
G. 7 b. 

oak ^Lä^, kutao, Holzschüssel U. 13. 

o « o # 

odak v^sXJu^^^) skok, Sprung G. 8 b. 

o«o *■ O I 

ngarmak^^) oLtyüL^ skergat, zirpen, knirschen G. 5 b. 

M, motika, Hacke, Haue G. 4 b. R. ^Ob. 39 b. 
)ak, k^rmelj, Augenbutter G. 2 b. R. 30 b. 
MLklady, ok^rme^ivje, litt an Augentriefen R. 30 a. 



54) Das Slavische ist nicht misszuverstehen ; das türk. cal- 
Ter bleibt mir jedoch verdächtig, da ich es mit Sicherheit 
^nd etymologisch nachweisen kann. 

55) Eigentlich „Glockengeläut^', als Symbol des Christenthums 
rst ursprünglich = ;|f(>*<Tro^). 

56) Wenn nicht verderbt aus oüxa^, ein neues Wort für 

rung in der Klinge, da es zwischen Wörtern steht, die sich 
Schwertfegerei beziehen. 

57) Cangarmak einOnomatopoetikou, vgl. cagyrmak, und 
ut. cagyra von der Heuschrecke (Boethl. 119), womit oben 



^ o o 



kyrdzak zusammenhängt. — Skergat oUyLi»' ist gleich oder 

wandt mit sk^rgutat (Fröhl. 436: knirschen) und in unserer 
lle von der Maus gebraucht; es steht neben sycan = mis. 

14* 



212 ^2^: Baanüeh-TOrkifehe Spradidenkmaiet. 



b « u t I 



Capalmak yJuil^l». kopat, hacken IL 20 b. 

„ „ vJuLU „ (oUyi) G. 18a.w; 

Capuk, jedro, drall G. 2a. — hitro, geschwind R. 14b. — S.Ca 

Garsenbe, srSda, Mittwoch U. 2. G. IIa. 

Caruk, ai>;Lä^ R 35 b. | 

Caryk, ^Ji^ U. 8. G. 5b.j ^P*^ Stiefel. 

Garukcy, opancar, Schahmacher R. döb. 
Gatal, soha, Gabelholz R. 31 a. 

Cataly iU.> *•) zakucano (yij^yM^), zugehackt R. 9 a. 

Catmak, UU^L^, ulupit, anschlagen, einbiegen (eine Naht) G 

Catlady, puce, spaltete sich R. 47 b. 

Catlak, pukal, pncen, gespalten U. 6. 

Catlak odun, puklo d^rvo, gespaltenes Holz R. 9 a. 

Cavdar, rai, Roggen U. 10. G. 10b. R 2b: raz. 

Cejnemek vt^A^^ zvakat, kauen G. 8 a. 

Cejnedi ,^y>^ft^ , pögazi, zertrat, zerquetschte R. 9 a. 

Cek'irk'e, skakavica, Heuschrecke, Grille G. 17 b. — S. caki 

Cek', potegni, ziehe! G. 13a. 

Cekismek , potezat se , sich balgen G. 9 b. — karat , sich 

ü. 7. 
Cek^mek^ teglit, ziehen R. 20 b. 
Cekmek, kleknut, niederknien *<^) G. 15 b. 

Cekni, ,5^^, kotalac „,":ijy6) Höhlung des Schlüsselbeins 

58) Diese Glosse ist wohl nach der vorangehenden zu 
giren: capalmak = kopat (1. oL^ st. oL^yi); von capa, 

59) Von Wz. sJU-Lä, wie catyk „verknüpft, versc 

Es steht in R. 9 a neben Dök'me, „Knopf^ und ist hier zi 
von Kleidungsstücken gebraucht. 

V ^ 

60) Cekraek' ist hier ungenau für cök'mek', „beugen, 

knieeu"; da oyAb sicher = kleknut ist. Vgl. cök 
hocken. 



Blau: BoinüehrnrkUt^ Sprachdenkmäler. 213 

**«lek j^^ÄÄ., 8«menka, Samenkern R. 1 b. 
>"dimek' Ac^xZeL «st»»»* (o,k&.l) kneipen G. 2 b — S. cimdimek. 

Siber, obroc, Reif U. 11. O. 7b R. 42a. — k^rpele, Jochring 
6. 17 b. 



o ^ 



Soge j^^, ^j4-"), koliba, Hütte ü. 9. 
ari, vojska jCil^j Heer, G. 8 a. 

jvk'an JjLTy^ «8) keva (t^li), Kleiderbürste? Klopfstock G. 7 a. 
svre, okolo, hemm G. 18 a. 

icek «5i^ua., ^-kiuA^, cvet, Blume R. 46a. 21a. 

icek' «XivAj^ ospice, Blattern G. 10 a. 

lA-sür, ori, ackere U. 2. 

ilt sürmek', orat, ackern G. 1 b. 

iftci, tezak, Bauer U. 2 — kmet, Bauer R. 20 b. 

Sger, ^<j^, *cigerica, Leber R.34a. 
Sh, rosa, Thau G. 3 a. — S. cyg. 



61^ Das bosnische s^rg ist seinerseits aus dem türk. syryk 
itstauden, und aus der bosnischen Form wiederum, nach §. 26, a 
IT Lautlehre cerg geworden; mir sonst nicht bekannt S^rg 
eht als slawisches Wort bei Fröbl. 393 in der Bdtg.: Kleider- 
ange. Vgl. ungarisch: csereke, Holzstange. 

62) Cerge ^ f> wird in den WBB. mit pers. ^js> iden- 

ficirt; dürfte jedoch davon verschieden sein, da die Btg. „Hütte, 
elt" jenem pers. Worte nicht eigen ist. In Bosnien bezeichnet 
\ insbesondere die Wohnhütte der Zigeuner. Vgl. Fröhl. 25: 
e r g a , Zigeunerzelt ; c e r g a s der Zeltbewohner. — K o 1 i b a ist 
riech. xaXvßri^ neugr. xahißva^ und ins Türkische als 8^13 , xJLä 

beigegangen. — Wenn cerga ein ursprünglich slavisches Wort 
t, so wäre es ins Türkische durch die Janitscharen gekommen 
}. Allg. Einl.), da es zur Terminologie dieses Corps gehört (s. 
ianchi I, 614). 

63) 8^13 ist wohl = kefa, Bürste-, aber ^^y^ wäre in 
eser Bedeutung neu. 



214 ^ian: Boanüch^Türküche Sprachdenkmäler, I 

Cijan, stonoga, Assel, G. Ida. ^' 

Cilek ia5UA^ , wäU., jagoda, Erdbeere U. 10 G. 5 b. — 8. k'i 

Cimdimek, u^Ju^ usdunut (c^ojXlj!) kneipen G. 8 b. 

Cingan ^Ina^ cigan, Zigeuner G. Ha. 

Cirk'in ^j*^^ c^^r? ? rnzno, hässlich R. 3 b. 88 b. G. 17 k 

II " * * 

Cirez-agac, ^Ul j^ tresi^a, Kirschbaum G. 5 a. — S. K iras. 

Vi' » 

V « 

Cirpek, viXjja;^, trepavica, Augenwimper R. 19a. 20a. — IL 
K'erpik'. ' 

^ivi v.5^A^, klin, Keil U. 9. '1 

* ^ ■( 

Coban, govedar, Schäfer U. 9. 

V 

Cocuk, dete, Kind R. 3 b. 

Cok, molgo (<y^, vulg. mnogo), viel R. 28 a. . 

V 

Cokdan; davno, von Alters her R. 44 b. 

V 

Cokluk, mlogo(5a, Menge R. 28 a. 
Cop, trun (q^;^) , Splitter R. 39 b. 

V o * 

Cop-cin <jN^ St^^s*"**) jabucica, Chinawurzel (?) G. 16 a. 

Cök'ülmek', cucat, hocken, U. 7. — S. Cömülmek'. 
Cömlek', lonac, Topf U. 2. G. Ha. R. 7b. 

Cömülmek' «5CX^**), cucat, hocken U. 7. — S. Cök'ülmek'. 
Cörk'üb ^^jÄ.*^), zabokrecina, Froschlaich G. 5 b. 

V 

Cöz, odr^si, löse, binde auf R. 15 b. 

V 

Cözmek, odresit, auflösen, aufbinden G. 2b. Hb. 



\ 



64) Türkisch, persisch und indisch soll nach Honigberger 563 
copcin der Name der Chinawurzel (Smilax China; Radix 
Chinae nodosae orientalis); nach Vullers I, 197 dagegen 
lignum Cinnamomi sein. — Die Uebersetzung durch slay. jaba* 
cica, wörtl. Acpfelchen, Paradiesapfel, scheint auf einem Mis8ve^ 
ständniss zu beruhen. — 

65) Bi. I, 664: cömelmek. 

66) Mir ein neues Wort, vielleicht vergleichbar mit corcop, 
Spähne. 



Blau: Bo9ni9ch-7^iuehe Spraehdentmäler, 215 

', nipa, Grabe G. 18 a. 

fiokrivac, pokrovacy Decke, Pferdedecke R 27 b: 85 a. 

IäI4 «^ tkala, Weberin R. 23 a. — S. K ulha. 

z yj^y^ giijilo, zerrissen G. 6 a. 

, *berar (y^) ««), Sack G. 8 b. — vrfeda dasselb. R. 30 b. 

Bk' ^5ii3^«*), past, firessen G. 8 b. 

^ Sr, Gescbwfir ü. 7. G. 4a. R. 33a: cypan. 

k, v3r^ > P™^ Ruthe U. 3. 

)Lä^ö)> rosa, Thaa. R. 19a. — S. cih. 

kf^ ^^), gozva, Knebel von Reisig G. 1 b. 

% ^^^, jarebica (»:^^L), Repbohn R. 35 a. 

• o 

im"') |»fJüU:>. , kadon, eine Pflanze, Satyrium? G. 16a. 
I 

p'*} yÄ p^rt, p^rtina, Schneebahn G. 3 a. R. 18 b. 



. O > «Ol 



67) iL5\JL> und weiter unten K^y^ (vgl. Lautlehre §. 19 u. 
sind Ynlgftrformen statt «^l:>. 



i « 



68) Vulgärttirkisch st ,1^, Bi. II I, 688. 

69) Vgl. jütmek, fressen. 

70) 5^^, Than, ist eine härtere Form für das gewöhnliche cih. 

71) Guzva ist ein „ringartig geflochtenes Band von Reiisig'^ 
L 63. — Mit diesem j^ä-, welches den WBB. fehlt, ist viel- 

, pers. «^ Joch zusammenzustellen. 

72) Obgleich auch das slav. Wort etwas corrumpirt ist« so 
•e ich doch nicht zu irren, wenn ich ,^^^3> für eine Nebenform 

cyl J«^^ halte, und danach Jarebica, Rephuhn lese. 

73) C y gdam steht bei Honigberger 527 unter C h a m a e p i t y s , 
eihrauch^ als jer-tschigdami. Das slav. kacun wird von 
Liexicographen einstimmig für Orchis Satyrium, Knaben- 

Bodenkraut angegeben, dessen arabischen Namen v^ju^i t^4^i> 

ishode" Berggren 875. Handjeri II, 638 nennen. — Vgl. unten 
Sürendzan. 

V 

li) Cygyr Schneebahn, Eisbahn fehlt in den Lexx. — P^rt 

V 

P^rtina stehen bei Sulek 1184. 



216 Blau: Bosnisch-Türküche Sprachdenkmäler, 

Cyk^jym ^^ ne iziöoh? Soll ich hinausgehen? R. 55a. 

V 

Cykdy, izidje, gieng hinaus R. 7 a. 

V ^ 

Cykyk ^<SJU^ '*), jagorcina, Primel G. 16 b. 

V O »- 

Cykyt c>wÄÄ.'*) pSguda (^y^), Sommersprossen G. 2 a. 

Cyl >-v^^0, k^rzuUe (^Jjä), Steinhuhn, Rephohn G. 4b. - ' 

S. Cyg. 

V* I 

Cynar ;Uä., javor, Ahorn U. 9. 

VI V 

Cypan jjU:;^, cir, Geschwür. — S. Cyban. 

V 

Cyplak, go (= gel) nackt G. 14 b. 

Cyra, 1-^, lue (^ J)> Spahn U. 9. R. 13 a. 35 b. — «dJG. 16b. 

Cyt c>wA^ plot, Zaun U. 3. G. 10a. R. 19b: c>wa^ st. y^A^ 



Dzada ^*'), vestica, Hexe G. 8 a. 
Dzan, dusa, Seele U. 1. 
Dzanvar, zvere, Wild G. 13 a. 
Dzasüs, uhoda, Spion G. 8 a. 

75) Jagorcina wird kaum verschieden sein von jagor- 

V j 

cika Aurikel (Primula auricula) Sul. 168; wofür Handjeri j 
unter „cortuse" die türk. Namen Katyr-kujrugy und Sygyr- j 

k u j r u g y gibt. Mit obigem C y k y k bin ich geneigt persisch ^^ 
Vull. I, 585 nomen herbae cujusdara zu vergleichen. 

76) Cykyt, v. Wzl. cykmak gleichsam „Ausschlag" ist auch 
v. Honigb. 542 s. v. Lentigo in der Form tschighit gekannt 

77) Cyl ist in Bosnien der Name des grauen Rephnhns 
(Tetrao perdix); dagegen soll k^rznlje eine Art wilder Enten 
sein (Fröhl. Parcic s. v.), während hier ebenfalls eine Hühnenrt 
(Perdix saxatilis) verstanden wird. 

78) Vulgär für ^3L^^ wahrscheinl. mit skvischer Feminin- 
endung a: tv>L>.. 



Blau: Bo9nü(^'Tarkuche Sprachdenkmäler, 217 

hszt, "^sihirbaz, Zauberer G. 8 a. 

tebel-hindi ^®), ^x^ ^kz^, cemerika, weisse Niesswarz 6. 16 a. 

o * o » « 

eedzem-ot o^tj*Ä>^^, gavez, Wallwurz G. 15 b. 
zennety r^j, Paradies U. 1. G. 12 a. 
zenneti, rajnik, Paradiesbewohner U. 1. 

zevis ^ß^^:>^ zvakotina, das Wiederkäuen G. 8 a. 
ize?ismek ^x» &>.:>» prezvakivat^^), wiederkäuen G. 8 a. 



>zeviz, orah, Nnss G. IIb. 
3zenz-agudzi, orahovina, Nussholz R. 4 a. 
Dziger, *dzigerica, Leber G. 8 a. — S. clgerica. 

DÜD, sotona, Teufel U. 2. ^^yyu» Gothaer Msc. 

Dzndze, ^>^:>-, magas (j&üu^*), Zwerg U. 13. 
Dzuma, petak; Freitag U. 2. G. IIa. 
>ziima-irtesi, subotä, Sonnabend U. 2. G. IIa. 



79) Diesen den WBB. fehlenden Pflanzennamen bin ich ge- 
eigt mit dem (auch bei Zenker fehlenden ^o^^ ^ Bel-hin|di 

Kamus I, 355 = \^^^^ oder Hind-ajvasy, einer Distelart 

Q combiniren, da cemerika nach Sul. 972 die weisse Niesswurz 
^eratrum album ist, deren äussere Aehnlichkeit mit Distel- 
rten diese Verwechslung veranlasst haben kann. 

80) Gavez ist feststehender Name für Wallwurz (Symphytom 

V 

fficiDale) Sul. Fröhl. franz. Grande Consoude, Oreille 
*äne. Handjeri II, 643 führt nur den arabischen Namen ^.^31 

.^:^t an, welcher im Kamus einer dem havuc (Pastinake) ähn- 

chen Wurzel beigelegt wird (verschieden vom türkischen vi5i^l 

j^y^ welches nach Zenker 54 und Honigberger 525 Centau- 

lum minus, Tausendgüldenkraut, ^.tajüi). Obiger türkischer 

ame c^^t ^»^:> ist vielleicht ähnlich wie Ebem-, Ümem- 
üroedzi von 9.^^ „Grossmutter** gebildet. — S. unten Not. 372. 

81) Die WBB. bieten miUi^ für wiederkäuen. PreJva- 
ivat fehlt in den slavischen Lexicis; es ist Iterativform von 

V 

rezvakat = prezivati (Fröhl. Sul.) von zvakati kauen. 

82) Magas fehlt den slav. WBB., die nächstähnliche Form ist 

V 

agance, Zwerg b. Sul. 1649. 



218 ^^ott: ßosnisch'Türkiaeke SpreuMmdmMer. 

n. 

Dagytmak, razasut, zerstreuen R. 20 b. — S. Tagytmak. 
Dahy, jos, noch 6. 17 b. 

Di^ak yjlab, potporan, Stütze, Lehne R. 27 a. — podboranR. 8U 

n vjbb (sol), podpor (Msc. jy^^^)» Stfltze 6. 7 b. 
Dal, grana; Zweig 6. 10 a. 
Damad, zet, Eidam G. 14 b. 

Damag ^\o^^), zazubica, ZahngeschwQr G. 2 b. 

Dan-jel }^ J^b ustoka, Ostwind R. BS b. 

Dana, sJ|o, jalovica, gelte Kuh, Rind G. IIb. 

Dane, lüb zömo, Kern R. 40 a. 

Danysmak, sJuijfj izdogovorit se (iuLj.^jJ^I).^^), sich beraÜM&i 



G. 18a. 
Dargyn, Ijut, grimmig R. 47 b. 
Dary, ^jj^l^, proso, Hirse. U. 1. — 8. Tary. 
Darylyr, razljutide se, er wird sich Argem R. 38 a. 
Davul, buban, Trommel R. 8 4 b. — 8. TavuL 

D^, vi, i, auch, U. 13. 

Debe, j^S, kila, Bruch themia) G. 2 b. 

Deh, ».>•*), reci, sage R. 56 b. 

Dejver, ;j^«>, ka2i, sage anl R. 12 a. 

Dejvermem, ^%^^i nekaiem, ich sage nicht an R. 38 b. * 
Dek'il, n^e, ist nicht R. 41a. 



83) Zazubica übersetzt Fröhl. 516. Parcid 797 durch Zahn- 
geschwür. Der Etymologie nach bezeichnet es aber ,,wa8 hinter 
den zahnen sitzt''. Es ist darum wahrscheinlich, dass obiges 
Damag nicht verschieden ist von de mag, Gaumen, und wftre 
letztere Bedeutung für zazubica in den WBB. nachzutragen. 

84) Izdogovorit-se, von dogovor Verabredung, fehlt in 
den WBB. 

85) Vulgär statt ,^0. 



BUm: BoMnisch'TarkiMche Sprachdenkmäier. 219 

Den, mlin, Mühle U. 11. G. 8b — vodenica, dass. R. Ib. 
Di, okroglo, rund 6. 17 a — babulasto, rundlich G. 6 b. 
Dek, promSnit, verändejm, — redat, wechseln U. 7. 
lirmek, promSnit, wechseln G. 9 b. 

)k tdul' j dodit se (sumöjo) , reichen, erreichen 6. 18 a. 

)k äu^i®*) nreöi {^jj)y behexen G. 18 a. 

probnsi, durchlöcherte R. 11 a. 

zi, Dilendzi, prosjak, Bettler ü. 13 (U. 1.?) — S. Send«. 

j"j, Ijulj, Lolch G. 10 b. 16 a. 

<2US, vJuJo> sop^a, Höhle U. 10. G. IIb. - mpa» Loch 

. 9b. 

iz, jL^UUb rupica, Löchlein R. 9 b. 

I 

is, probosnö, durchlöchert R. 1 1 a. 
f; probiti, durchschlagen R 25 a. 

c>wO, snop, Garbe U. 2. G. 3 b. R. 21b: denet, ,»J3. 

^S, gvohde (XÖ^^)88), Eisen R. 8 b. — S. Timur. 

Izi, gvozdar, Eisenarbeiter R 8 b. 

eV^ii, R 24 a;. eWS, ^^ ^j ü. 13. stupa,«») Kelter. 



o « o « 



>) Nach dem slav. urec ist zu vermuthen, dass tfkjTo, 

iejmek, bosn. degmek gesprochen, für das vollere göz- 
: (Bi. I, 848 fasciner de ses regards) gebraucht ist 

r) Jk^s>=oy2c>yo ivraie Bianchi I, 856. 857. — 

363: Ijulj, Lolium. 

Corruption aus gvozdje vgl. Lautlehre §.31 und unten 
imur. 

)) Für Stupa gibt Fröhl. 422 unter anderen an: Stupa 

;ari Presse zum W«'ichspressen. Mündlich wird mir ange- 

dass. dinik' hier in Bosnien die Kelter bedeute. Ich 

e daher, dass Uskufi in der Stelle XIII, v. 25 auch dinik' 

ßben hat (B. »X^p , C. : 9.^^) und das Wort eigentl. das 
Ding (£^, Yull. I, 914. 3: prelum olearium ist, 



220 ^l^: Bf^Misch-TOrkuehe SpratMenkmäier. 

Denk', «illS 8trana*<>), Ballen 6. 10 a. R. 36 a. j 

Denk'des, ^>Jjü3»0, prilika, Zeichen G. 10 b. 
Defiiz, ßö^ jA?i>, more, Meer U. 4. Q. 14 a. 
Depe, glavica, Hügel R. 18 b. 

Depe, n^ , navi^ak, Heuhaufen 6. 3 b. (Von Vile, eig. eine Heu* 

gabel voll). 
Deprenmek', stresti se, erschüttert werden G. 14 b. '^ 

Deri, koia, Haut U. 2. G. 10 a. R. 8 b. 
Deij& La^o, more, Meer G. 14 a. 

Denk' J^^sS '>) , stupac, Säolchen R. 35 a. 

Denn ^ß duboko, tief U. 4. G. 3 a. R. 13 b. 

Derinden ^sXi;3, iz dnboka, ans der Tiefe R. 39 a. 



Destere, pila, Sftge G. 7 b. — 8. Testere. 
Deve, kamila, Kameel G. 5 b. U. 12. 
Devlet, carina (carevina), Reich U. 1. 
Devsinnek', pobrat, abklauben G. IIb. 
Dib «o dno, Grund, Boden G. 13 b. 



O ' o ^ 



Dijer j-;^^*') (= ^^), *manastir, Kloster G. 7 b. 



während die Lesart dejnek u. denik R. 24a aus Verwechslang 
mit dem bekannteren ^XSj entstanden. 

90) Straua in der Bedeutung „Waarenballen^^ fehlt den slav. 
WBB. Es erklärt sich diese Bedeutung aus der gewöhnlichen 
„Seite^^ durch die Terminologie des Karavanenhandels » indem ein 
Denk' eine halbe Pferdelast bildet, also die eine Seite des Last- 
thiers mit der einen Hälfte der Last identificirt wird. — üeber die 
Bezeichnung des Ballens, der mitten auf die hängenden Seitenballen 
gelegt wird, s. später. 

91) Ist das persische (jÄAiS, dendis Vull. I, 913: notus, 
indicium. 

92) Derik ist so viel als direk. Fröhl. 422 gibt für s tu- 
pac die specielle Erklärung: das Stützsäulchen am Schlitten. 

93) Vielleicht nur verschrieben statt ^, da das Wort dejir 
gesprochen wird. 



Blau: Bosfäsek-Türkiaehe Sprachdenkmäler, 221 

Hk'di, ,^JJC^> , nsadi, pflanzte R. 29 a. — S. Dikmek. 

ik'en, ttoa. Dorn ü. 10. G. 10 a. 

ik'ildi, usadeno, gepflanzt worden R. 29 a. 

ik'is, jÄuXp, sav, Naht R. 23b. G. 6a: J^O. 

ik'ismek\ sit, nähen G. 6 a. 

ik'mek', siti, n&hen R. 23 b — sasiti, zusammennfthen U. 4. 

ik'mek', usadit, pflanzen G. 17 a. — S. dOk'mek'. 

rtkren (digren) ^^^, ^^^^) vile, Heugabel, ü. 2. 6. 3b. 

10 a. R. 13 a. 
Du, Jo, JgO, jezik, Zunge ü. 1. R. 17a. 

Dilber, glavito, hübsch R. 3 b. — ISpo schön R. 33 b. 
Diledi (^wVlp , hoce, wünschte R. 28 b. 

Dilk'ü, yüo, lisica, Fuchs U. 12 — setka,»«^) dass. ü. 12. 

OiisQz, njemo, stumm R. 27 a. 

Mngü, JJüo »«), kruna, Schopf, Haube (v. Vögeln) G. 6 a. 

>inmek', prestat, aufhören (v. Regen) G. 3 a. 
)iiile, 6uti, höre ! ü. 8. 
[>ifileme, nedut, höre nicht! U. 8. 
Diülemek', slnsati, hören, zuhören R. 27 b. 
Difilememek\ ne slusati, ungehorsam sein R. 27 b. 
Dir, je, ist U. 13. 



94) In der Form ^^jf.y digren bei Bianchi I, 846: petite 

fourche. Die specielle Bedeutung „Heugabel" ist durch den Ge- 
bnwch in Bosnien, sowie durch das daneben stehende Vile (wo- 
von 8. V. depe das Denominativ naviljak „soviel Heu man auf 
üe Gabel nehmen kann**) gesichert. 



L ^tt 



95) Setka, Mix^ für „Fuchs" fehlt in den slav. WBB. — Es 

st in der Herc^ovina gebräuchlich und wird von setati „hin und 
md herlaufen*' abgeleitet. 

o 

96) JJü^ steht im Cod. G. neben korsak,4^opf der Vögel", 

md da kruna ebenfalls von Vögeln den Schopf, die Haube be- 
lentet (Fröhl. 121), so wird dingil in dieser B^eutung unsern 
hinzugellBigt werden dürfen. Sonst ist es mir nicht vorgekommen. 



222 ^toti: BomUsch-Türküdie SpracMmkwM». 

Diri i^y^j 2iv (a); lebendig R. 39 b. 

Dirilik' liUj .o, ÜTot, Leben R 25 b. — S. Dirlik'. 

I " 

Dirilmek, ozivet, lebendig werden R. 25 b. 

Dirlik, «vot, Leben U. 1. — S. Dirilik. 

Dirsek; lakat, Ellbogen U. 12. R 19 a. — rame Schulter 6. 7i 

Dis, znb, Zahn U. 1. G. 13 b. R. 17 a. 

Dis-agac, JitS \J^^ jasenovinai Eschenholz 6. 6 a. 
Dis-badak (Msc. o';>^ LT^*^)*') i^i^^y Esche R. 38 a. 
Disi ^^^AP, iensko, weiblich R 20 a. 

Ditremek, dersdat*^) (= derhtati) zittern G. 14 b. 
Diz jp, kolgno, Knie, U. 1. G. 7 a. R 33 b. 
I^izi (^ri.> kita, Quaste, Schnur G. 13 b. 

Dizmek, nizat, anreihen G. 13 b. 

Dogan qU^v>, jasträb, Falke R. 16 a. 

Dogdy, rodi, gebar U. 10. 

Dogramak; udrobit; bröckeln, einbrocken R 22 a. 

Dogry jol, pravi put, der gerade Weg R. 4 b. — S. Togry. 

Dojymluk, dobitje, Beute, Sieg U. 10. 

Dokumak vJU^^J tkat, weben U. 10. — S. Toknmak. 

Dokur jy^v>, tke, webt R 29 a. 
Dolama, ha]jina, Kleid U. 8. 

Dolan ^"i^i**), pört^aj, mach dich ferUgl ü. 13. 
Dolate, j^Sl^o, obiöi; geh herum R 37 b. 



I • 



97) Beide hier stehende Ausdrücke ^\tS^J*^ und <^I;^^J 

fallen in dem für Esche gebräuchlichen ,^^UI yjl^'^y^ \J^ ^^°^' 
Jen II, 104. Bianchi I, 878 (Giamgy33: dis-budak) zusammen 

98) S. Lautlehre §. 16, e. — oL5Lä^»> mit Uebergaug des t 

in d ; vgl. d e r h d e m , ich zittere. — 

99) Pörtljaj ist in Bosnien ein ganz bekannter, obwohl ans 
den WBB. nicht erklärlicher Ausdruck: „mach dich fertig, zurecht!" 
Das türkische Dolan entspricht dann nur, wenn man es als eine pro- 
vinzielle Aussprache statt osman. Donan ansieht; von donamak, 
sich rüsten, zurechtmachen. S. Lautl. 22, a. 



Bkm: BomuBeh-TOrkuehe SpraehdenkmOkr. 223 

dlasmak, obi<5i, amgeheo, umhergehen G. 18 a. 

olasyk; naokolo, dnun herum R. 4 b. 37 b. 

oldurdy, napuni, füllte R. 10 a. 

oldormak, napunit, fallen R. 21a. 

on-jag, loj, Talg R. 7 b. U. 13. 

»onmus, sm^rzlo, gefroren R. 19 b. — S. Tonmak. 

torak ot, o^l ^^ij^i ^^% kopar, Dill (Anetum) G. 15 b. 

)ory, bistro, klar G. 3 a. 

)ost, priatel, Freund G. 18 b. 

)ök'di, stuce, zerklopfte R. 7 a. — S. Dök^mek. 

)ökti, ,V^'>, prosno, schüttete aus R. 7 a. 

)ökme, putce; puce, Knopf U. 8. G. IIb. R. 8b. 
>ökmek', izbit, schlagen U. 10 — biti schlagen R. 18 b. 

)ökmek',v6rsit(i)iii^3), dreschen G. 3 b. — vr^d 5;^^, dass. R. 22a. 

>ökflm, *^^v>, uzo, Knoten R. 35 b. 

>öküm fj^^^y zvezai^, Bündel G. IIb. 

*öndürmek^ vratit, wenden, umkehren machen R. 22 a. 

ön^or, okrede se, er kehrt um R. 31a. 

önmek', okrenut se, umwenden, umkehren G. 13 a. 

ort, cetiri, vier U. 13. G. 12 a. 

Ört-jüz, cetiri stotine, vierhundert ü. 13. 

Ört-k'öseli, od cetiri doseta, viereckig R. 29 a. 

örtmek'', obost, spornen G. IIb. 

ud, j»3v>, murva, Maulbeere U. 4. — S. Tut 

udak , ^^^^v> » gubica, Schnauze G. 7 a. R. 17 a. — nsna, Lippe U. 1. 

ul, hudovica («^>a^->y>) , *^*) Wittwe G. 7 a. 

uman ^L«^^ 1. Tuman, magla, Nebel U. 13. 

100) Doragh-oti steht bei Honigberger 527 unter: Cere- 
^lium; ebenda 517 unter Ane t hu m graveolens, Dill, ist es 
irderbt in Darah oti. Bianchi I, 869 : Duragh-oty, Anet. — 
>as slav. kopar nebst dazu gehörigem Albanesischen xoneg Dill 
3ahn A. Stud. WB. S. 169), sowie der Sprachgebrauch in den 
arten Serajevo's entscheidet ausschliesslich für die Bdt^. Dill, 
dasselbe ist ungarisch kapor, Dill. 

101) WBB. geben udovica, WiUwe, vgl. Lautlehre §. 16a. 



224 ßiou: BoMfUsdi-Tarkische Sprat^denkmOUr. 

Dar, ostan, bleib U. 9. 
Das, san, Traam G. 13 b. 



• » 



Dazag ^)^^^^*) mr^za, NeU G. 4 a. 

DOk^endi, nestade, ist verbraacht, aasgegangen (y. YorrfttheB) R 8Sb. 



^ ü 9 



DOkmek' i;^^^^, sadit, pflanzen G. db — S. Dikmek. 

Dttkün, ^^^^, svadba, Hochzeit G. 2 a. U. 6. 

Dük'ün q/^0, babiiye,*o») Wochenbett ü. 11. — 8. TUjin. 

Dülek' tsU^i'o*) 16no, faul G. 17 a. 

DülendiikV^*) ^^yO, luiya, Weihe G. 4 b. 



Dün, jucer, gestern G. IIb. 

Dün k'idic; sinoc, gestern Nacht G. IIb. 

DOrlü dttrlO, svako jako, allerlei G. 17 a. 

Düsedi; prostnje, breitete aus R. 8 b. 

Düsek, postelja, Bett U. 7. 

Dttseme, prostirka, Bettdecke R. 8 b. 

DUsemek', sterat, ausbreiten (e. Teppich) G. 13 b. 

DUsman, zlorad, Feind G. 13 b. 

DOsmek', past, fallen G. 12 a. 

Düsmis, opalo, zerfallen R. 12 b. 

DüsündOm, promislih; ich habe nachgedacht R. 47 b. 



I t 



102) Vgl. ö^j^, Netz, Falle, u. Lauti. §. 18, b. — Jaku- 
tisch tusaq, Schlinge Boehtl. WB. 110. — Mriia, NeU ist 
auch im Albanesischeu figi^Ba (Hahn a. a. 0. 78) vorhanden. 

103) Babinje bedeutet 1. Wochenbett; 2. ein Schmaus, der 
nach der Entbindung veranstaltet wird. Wenn dtlk'On, dflgan, 

unten noch einmal in der Form tüjin ^^^a^l^ wiederkehrend, dem 

entsprechen soll , so ist entweder ungenau das Hochzeitsfest mit 
dem Wochenfest zusammengeworfen, oder es erklärt das tflrk. 






) I 



^^^^ sich als ursprünglich allgemeinerer Begriff fttr Zeit, vgl. 

Jakut. tugan Zeit; — wie das deutsche Hochzeit im Mbd. 
noch für Festmahl im Allgemeinen gebraucht wurde. 

104) Meninski und Bianchi haben f. dülek die Bdtg. in- 
dustrius, fleissig; das ist falsch. 

105) Gewöhnlich dülengedi Bianchi I, 882, der es für 
gleichbedeutend mit cajlak hält. S. oben Not. 50. — 



Blau: Bomisch'Tärkische Sprtushdenkmäler, 225 

IsOnmek^, mislit se, denken G. 18 b. 
Isürmek', izgabit, fallen lassen, verlieren 6. 9 b. 
f r, „ oborit, niederwerfen R. 20 b. 
EüK, luvno, eben G. 13 b. 

l^lük, sj^jy>y ravan, Ebene R. 11 a. 
üzmek', napravat, ebenen G. 1 b. 
Ilzülmis, poredai\p, geebnet R. 19 b. 

^lak ^ia^, sikiy (J^), Clitoris G. 6 a. 
>yliim ^, krizka, Schnitte, Stück G. 7 a. 
3yinag, nebo, Gaumen G. 17 a.*®*). 



Sbsem olmak, mirovat, nibig werden G. 7 b. — S. Epsero. 
Sbo-dzehl-karpnzy *<^^); vnqja jabocicay Eoloqninte G. 10 b. 

idik^ e)^t. ebf, mestve; Frauenschuh G. 14 a. R. 25 b. 27 b. 
drelez J^o! *®®), Gjurgjevdan, St. Georgstag G. 5 a. 



106) Nebo bedeutet 1. Himmel und 2. Gaumen, eine Begriffs- 
Dtwickelung, die nicht blos auch im Griechischen ovgavog, oiga- 
ucxog vorhanden ist, sondern auch den turanischen Sprachen 
igen ist Vgl. jakut tafiara Himmel mit tafialai; Gaumen 
Boethl. WB. 90). — Auch Albanes. x/ski^ea Gaumen gehört 
n xjuX Himmel. 



»o t» * 



107) ^ly^l iH^ yi^ ^^^ ^™ Kamus Uebersetzuug des arab. 

wofür in unserer Stelle JwLa^ geschrieben ist (s. unter 

Hantal). Für Handhai geben aber Berggren 842 und Frey tag 
ä. V. nur die Bdtg. Colocynthis, Coloquinte. Der beigesetzte 
Blavische Name Vucja Jabucica, wörtlich ^^Wolfsäpfelchen^' 
fehlt in den Wörterbüchern, ist vielleicht identisch mit kurjacje- 
iabucice ^^eine Pflanze^^ Fröhl. 125, da kurjak Syuonymon von 
uk Wolf ist; aber verschieden von Vucja jabuka ^^WolfsapfeP, 

V 

vekhes Sol. 992 für Osterluzei (Aristolochia) hat. 

108) Edrelez ist corrumpirt aus Hidhr-iljas. Vgl. 
Uepert zu Tchichatscheffs . Itinerar von Kleinasien Not. 46: 

*bÄfcdi, d. niiG. V. 2. 15 



226 Blof^: BoiwUch-TarIcisehe SpraeJuienkmOler, 

Edznebi ^^*x^^ neznan« frefmd G. 14 a. 

Eferik', ^^\ »<>»), staval, Ampfer G. lob. 

Efsentin (Msc. ^^'^\Y^% pelin, Wermath, Absmft 0. 15b. 

Eftimun (Msc. ^^♦xväi) *>*), vilina kosa, Plachsseide G. 15b. 

Egrildi ^J^r^^ nakrivi se^ krümmte sich R. 14 b. 
• *• 

Ehli, pitom, zahm U. 7. 

^1 ^3^ dobro, gut G. 12 a. 

i;jek'a, rebro, Rippe G. 17 a. R. 38 a. 

t;jer, sedlo, Sattel U. 13. G. 8 a. R. 55 a. — S. Ek'ir. 

E^lül, ngan^ September G. 13 a. 

E;ijüb4-l-äryfunJ^^i^L*ll L^i ^^«) mlicac, Euphorbia G. 16a. 



Hedereless ist VerstUmmeluog des türkisch -arabisches Heiligeo- 
namens Chidr-illiS; der in der Legende des modaven Orittii 
zugleich dem aus der A. T.-lichen Tradition hardbergenoniBeMi 
Propheten Elias, dem Chidr der Araber ; und dem H. Georg 
der Christen entspricht^^ In Bosnien ist der h. Oeerg einer der 
Landesheiligen; den Christen und Türken gleichmftssig feiern. S. 
unten Ruz-i-Hyzyr und oben Not. 28. 

109) ^'ß^ welches den türk. WBB. unbekannt ist^ hängt viel- 

leicht mit deutschem Ampfer zusammen ; da itavul, wekiMs 
auch für Katyr-kujrugy (s. u. d. W.) gesetzt wird, = startl), 

V 

Sul. I, 54: Ampfer (Rumex) ist 

110) Kfscntin = pelin, Wermuth ( Artemisia Absynthium). 
Beide Wörter, ersteres griechischen, letzteres slavischen Ur- 
sprungs (Sul. Fröhl. 265, nach welchem pelin in Montenegro auch 
für Salbei gebräuchlich sein soll), sind in das Türkische au%enommeii 
(Zenker 73. 209. 210.); den echt türkischen Namen dafür ^U^ 

gibt Kam. 1, 484 = arab. f^^) und unser Glossar (s. u.). 

111) Ich lese Eftimun st. ^y,y^'^\ , da auch bei den 

Arabcni (s. Bergg. 878. Freyt. I, 43) y^^^^S aus inl&VfiO¥ auf- 
genommen ist, Honigb. 530: Cuscuta epithymum dnrdi 
,,Flachsseide^' überträgt, und ebenso Vilina kosa, eigenü. f^een- 
haar^S von Fröhl. 483 durch „Flachsseide'^ übersetzt ist. 

112) Dieser türkische Name der Wolfsmilch ist vieUdcht nur 
citu' Corruption ans efarfionn ^i^j^l = Euphorbia Hooigb. 



/. 



Blau: BoMnutA-TürkisckB Sprackdenkmäier, 227 

iD, zito, Saatgetreide G. 17 b. — sitva, Saat G. 3 a. 
ir ^\ sedlo, Sattel R. 4 b. — S. Ejer. 

£k'irijor (Mscr^^^i) prede, spinnt R. 34 b. 

Xk'irmek'^ dV^y i presti, spinnen G. 3 a. R. 23 b 

Ek'lenme, xllli^i, ne cekaj, warte nicbt! R. ir)a. 
Ekmek, nasijat^ besäen G. Ida.' 
Ekmek, pognut, bi^en G. 13 a. 

Ekraek, s^i»»»), hlab, Brod. — S. Tatty u. Tqzly t*inek. 

Ek'njel j^jjP^*), krivac, Nordwestwipd R. 33 b. 

Ekser, klinac, Nagel R. Ib. 

Eku (3^f, tf^^ glavnja, Holzscheit, Fenerbrand. U. 2. G. 4 b. 

R. 30 b. 
Ek'silmek', manjkat, mangeln, abnehmen G. 17 b. 

Bui, ^Äif, ^Ji^S Ijuto, herbe G. 14 a. — kiselo, sauer R. 9 b. 

> <i > o • 

Eksi-gftsla Jj^ ur'^^ sm^rknut; sauertöpfisch R. 34 a. 
£1, ruka, Hand U. 1. G. 2& R. 3a. 

El dflrven ^^joJV R. 1 b i 

, \^ \ rukavica, Handschuh. 

£1 diven ^>jf G. 4 a | 

Elek', sito, Sieb G. 2 a. R. 22 a; 30 b. 
Elekieje, «^J^S prosij, siebe durch ! R. 30 b. 



535; doch fiOhrt eine Art Euphorbia bei den Arabern einen 
Ähnlich seltsamen and nnserm Ejjuhä-'äryfun fast synonymen 

f V 

ISamen: Akyl-nefsihi Honigb. a. a. 0; Cadyrd2y 223. wo- 
neben der türkische Name neblut oty (Honigb. Handjeri s. v. 
Euphorbe). — Burh. Qat bei Yullers II, 662 führt auch für die- 
selbe die Bezeichnungen, y<^^\ Jatb> u. JUl>^t Ja:l:> an. 

113) Ueber diese eigenthümlich bosnische Oi*thographie s. 
Land. §. 19, a. 

114) Krivac (von kriv, quer) ist ein landschattlicher Aus- 
druck iü der Gegend von Sengevo fUr den die Ebene von Serajevo 
in der Richtung von NW. nach NO. quer bestreichenden Wind. 
An einer andern Stelle wird das gleiche Wort für Westwind 
g^raacht (s. unter: K'fin -batn-sy). 

15* 



228 ßiou: Bo8ni9eh''nrkUehe SpraehtlmkmOler. 

Elemek' s^at; sieben 6. 2 b. 

Elemje^ vitao, Haspel U. 13. — S. Enemle. 

Elen-balok UüLj qIi^^^), pastörma, Lachsforelle R. 37 b. 

Elgendie k^^jSJÜ pitomo; zahm R. 37 b. 

Elk'em sagum ^Lo^f, düga, Regenbogen 0. Gb. 
Elli, pet desed, pedeset, fünfzig U. 13. 0. 12 b. 

Elma, IjT, Ulf, ja]buka, Apfel. U. 12. 0. 5a. R. 2 a; 21b. 

Elma atysmak sJu^\ ÜJ!, jabnkat, sich mit Aepfeln werfen D. 5. 

Emmek', dojit, saugen G. 5 b. 

Emr-it c^^l^l, zapovidi, befiehl! R. lOa. 



O^Ü* I ) 



Emzek vj>^!, nosac ((^Uo) Schneppe, MUndang der Kanne R. 34 b. 
Emzijor, sasne, saugt R. 2 b. 



O >Ü« 



Enbuh; s^AJl'i^) cuvakuca; Hauswnrz (Sempervivnm) 6. 15 a. 
Endaze-ile ölcmek, arsinom mSrit, nach der Elle messen 6. 3 b. 
Endir, skini; nimm ab! R. 15b. 

Endzümin^i^) e/^-«.^! smilje, Ruhrwurz (Onaphalinm) 6. 15 a. 



115) Wohl eine Alteration des gewöhnl. Ala-balak, ^Bant- 
fisch'', in specie: Forelle (Zenker 84). Fröhl. 263: Past^rma, 

Forelle, genauer Sul. 813: Lachsforelle (Salmo trutta): pastrYi, 
pastrma, womit zu vgl. das epirotische niarginpa^ amantlBdi 
TQOcpTea (Forelle = engl, trout, fr. truite) Hahn Alb. WB. 133. 

116) jJyi^ ist, was Fröhl. und Parcid cuvakuda, Suiek 
cuvarkuca, wörtl.: ,,Hauswächter, spec. Hauswurz (Semper- 



W t <M 



vivum tectorum)" nennen. — 9y^\ ist als Pflanzenname noch 

nicht in den WBB. verzeichnet, die gewöhnliche Bedeutung des 
Wortes, Vull. LP. I, 125: repletus; copia; ruina domus 
gestattet indess leicht die üebertragung auf diese Wucherpflanie. 
117) End^ttmin vergleiche ich, da es anderweit unbekannt, 

mit pers. {j^^\ Yull. I, l34: Radix quaed am ; bestimmter ist 

V 

Smilje nach Sul. Parc. Fr. eine Art Ruhrwurz (Gnaphaliom). 
Freytag I, 23 gibt dafür den arabischen Vulgamamen Adhan-el- 

kelb; ßerggren 852: ^tv^ji; Honigberger 564: Ruhrwurz (Tor- 
montilla, verschieden v. Gnaphalium): jedi -japrak-oty. 



Blau: Bosrnsch-Tärkuche Sprachdenkmäler, 229 

£nek', vaSol, kosirica, "») Kinn, Unterkiefer G. 2 b. 



o «o«« 



EDemle, jJUif"»), vitö (iy»^), Haspel R. 31a. 
£nist«, zet, Schwager (Schwestennann) 6. 14 b. 
dnitmek, elUÄil avernut, castriren G. 2 a. (Bianchi: Inetmek.) 

£nmek t»)ujl sjahat, absitzen, absteigen R. 20 a. — S. Inmek. 
£nmek, razmntit, sich zu Boden setzen (v. mut Bodensatz) G. 9 a. 



Ense *--ot, zatjok »•<>) (yj^^j) Nacken G. 7 a. 
Ensiz, nzkO; eng G. 6 b. 



o«o« 



Ente, «laSP^O b^rdila, Webeblatt, Webezettel G. 6 a. 

Eüek y üVirl, jabncica, Adamsapfel (Kehlkopf) R. 33 b. 

Efiijor, syi^\y sijCi sät R. 6 b. 

Epsem, t^jm^^y smirom, demüthig. G. 17 a. — s. Ebsem. 
Er, covek. Mann G. 2 a. 

Erik', ^y, k6jif sliva, Pflaume G. 5 a. R. 2 a. 

Erik^-agadzy, slivovina, Zwetschkenholz R/ 4 a. 
£rimek, äL*a;f, topit se, schmelzen (v. Eis"; G. 3 a. 

Erinmeki i2)ui.l raztopit (Msc. vi^ojJjL), schmelzen G. 8 b. 

£rkec,^jt, praz; Ziegenbock U. 1. 
£rk ek', muskOi männlich G. 2 a. R 20 a. 
Erk'en, rano, frOh G. 10 a. 



.1 I o 



Erzedz-agadzy ^'^ ^gsJj^ _jJ, tisovina, Eibenholz R. 25a. 



118) Fehlt den WBB; soll aber nach mündlichen Angaben des 
Um. Boziö aach in Dalroatien für „Unterkiefer^^ gebräuchlich sein. 

119) Nebenform v. Elemje, s. vorher; nach Lautl. §. 20. 
a. 17, d. 

120) Nebenform v. zateljak gen. zatioka; nach Liautl. 
§. 20, c. 

121) B^rdila ist der Theil des Webestuhles, worin der 
Kamm steht, das Webeblatt; Fröhl. 9. Parc. 15. — Das tür- 



*t 'O* 



kische ente lUsi , mir neu, dürfte daher zu vergleichen sein mit 

albanesischem end, Weben, i.nd, Webezettel (Hahn 34. 40). 

122) Tisovina, Eibenholz, von tis Eibenbaum (Taxus 
baccata) stellt die Bedeutung des sonst unbekannten Er^edz- 



23f ) BltiH : Bosniöch' Türhfsche t^pt'achrfr.nkmäler. 



Eski, vehtü, alt R. 12 b; 28 b. 
Esk'ilenmis, povehcano^ veraltet R. 12 b. 
Esenmek', zevat, gähnen R. 87 b. 

Esnemek^ tilui^^^ zdrat^ gähnen G. Oa. 
Esir jf^\^ suzaig, Gefangener U. 13. 

Eäirk'imek' (ftU^j^t , ialit^ bedauern, bemitleiden G. 14 b. 

Esle, poslusaj, gehorche! R. 10b. 

Eslegen ^yÜUi , poslusan, gehorsam R 10 b. 
Esmek', puhat, blasen (v. Winde) G. 13 b. 
Esek', magare, Esel U. 1. G. 2 b. 

Esek-arusy ^y*»^j^ ^i, osa, Wespe R. 24 b. 
Esmek, ^^^\ ceperkat, scharren (v. Hühnern) U. 5. 



5» 



<^4^I"') (so!) grebati (oU^), scharren G. ll'a. 
Et, mcso, Fleisch U. 1. R. 4 b. 
Etek', skut, Saum U. 8. G. 6 b. R. 34 a. 
Ev, kuca {*iy^, k^y^), Haus, ü. 1. G. 4 b. R. 3 b. 



«w O^ 



Ev-issi ^^\ ^1, domaciu, Hausherr U. 7. - S. Issi. 

Evel, v3y, prie, vorher R. 31a. 
Evet, jest, ja! G. 18 a. 






agadzy hinlänglich fest. — Da ein ähnlicher Baum Kara-ardji 
heisst (vgl. Usk. IX, 16. B: ardyca = tisovina), Sabina, 
(vgl. Houlgb. 559), so liegt müglicher Weise hier eine üormption 

ans f^} vor. — Noch bemerke ich, dass der gewöhnliche Name 

der Eibe in der Türkei: bursuk-, porsuk-agac bei Zenker 
wieder fehlt, obwohl er bei Giamgy 38 u. Honigberg. 565 s. t. 
Taxus baccata steht 

123) Esmek ist hier wohl nur verschrieben, statt esmek, 

Um 

da, wenn auch ol^^ = gcrbati genommen nicht dem entspricht, 
doch das verwandte grebsti, scharren, kratzen, die Iterativform 

grebati bilden kann, die mit leichter Aenderung in o^i^ hier 
herausgelesen werden könnte. 



Blau: BißstiUch'Türkütcke Sprachtlenkmäkr, 231 

etleme, nehiti, eile nicht! R. 13b; 31 a. 
retlemek', hitii, eilen G. 5 b; 18a. 



o «o 



rlek wiü^t, liha, Beet G. öa. 
iflenmek', azenit, freien, heirathen U. 13. 



c - 



F. 

^ak, wfts osice, Dohne, Schlinge G. 4 a. 

Takyr jxfid, siromah; arm U. 13. 

^al acmak, vracat, wahrsagen U. 7. 
'erdz; picka, Schamspalte U. 6. 

eriste, angjel (jüc^ 3^1)^ ^°ß®* ^- ^- ^^^^^ ^' 

„ melek^^ Engel G. 12 a. — S. Melek^ 
eijad, jaukat, Wehklagen^ U. 5. 
eslik'en, ^'^) bosiok, Basilikum G. 16 a. 
ici -;f«i ^**) hren, Meerrettig G. 15 b, 

124) Feslik^en ^^= Bosiok. Beide Namen des BaBiliknms, 
iner in Bosnien sehr beliebten Toplflanze, sind aus dem griech. 
iaaüiixov entstellt. In unsern Glossarien kommen ausserdem 

kOch vor der arab. Name ^l^^jyo = bosn. fesliden, und der 

lersische jekbüni = bosn. fesli(5en. Die slavischen WB. 
[ennen ausser bosiok noch die Formen: vesligen, meslidjen 
ind misloöin (s. Fröhl. s. vv.). Im Albanesischen ist derselbe 
^ame in (pBaikyitv, CB(pigyiv und Bo^ikjox entstellt (Hahn A. 
mr. 160). — Honigberger kennt als türkisch auch das bei Zenker 
ehlende, aas wxi/aov entnommene: aukimuu, Vull. L. P. 142 b: 
^^^y. — Ueber die Variauten des arabischen q|ji^4^, ^j^j 

. unten Not. 305. 

125) Biauchi und üonigberger geben hyreu, ^.^jx: 

Is türkischen Namen des Meerrettigs ( A r m o r a c ia) ; es ist das t lavi- 
Ae hren, hier ^.,^1. — Fici ist dagegen = J*^ arab. lidzl 

nd fidzle, Meerrettig, Raifort (Bergg. 666. Honigb. 519;. — 
^gl. auch unten s. v. Sir im. 



232 ßlan: Bosnüch- Türkische Sprachdenkmäler 

Figer ^ '^bakam, rothc Schminke G. 10 a. 

Fil-kulagy ***), obodalesti-repuh; Colocassienwurzel G. 16a. 
Filamur-agac, likovina, Lindonholz G. 5 a. — S. Iflamur. 
Filis ^j^ sibica, Schössiing^ Käthe 6. 10 a. 

Fisilemek' ä)cJUi"^) saplat (o^iJU), flüstern, lispeln G. 9 a 

Frenk'-biberi, paprika, ***) spanischer Pfeffer ü. 12. 

Fucy (Msc. ^y^^ä), kadca (n^oÜ), Fass G. 5 b. U. 11. - 

(Msc. t^l^) Fass K. 26 a. 



II * o« 



Funduk y^^^«^, lesnik, Haselnuss U. 10. 

„ v3^^, l^lak 1»») (J^5), Haselnuss R. 2a. 
Funduk-agadzy, leskovina, Haselnussholz R 4 a. 

Furun, pec ^^^ Ofen, U. 2. R. 31a. 
Fusky ^ytii, skotiua, üurath G. 13 b. 



«. 



Garn, ^, briga, Sorge U. 13. 
Gezer, s. K'isver. 



o> * %i* 



Gendene (Msc. «iJuJ)'^^;, pasji luk, Hundsknoblauch (Alium nr 
sinum) G. 15 a. 

126) Wenn Fil-kulagy gleich dem arab. J^l ^Ul ist, so 
wäre es nach Kamus und Berggren die Colokassienwnrzel (Ar um 

Colocassia vgl. unten s. v. Kalkan-ot); repn ist nach Sol. 
u. Fröhl. die Pestwurz (Tussilago petasites), obodalesti 
könnte „dornig" (v. bodlja = spina. Parc. 28) bedeuten. 

127) Beide Wörter: Fisilemek, wie saplat (vgl. sapnut, 
flüstern) fehlen in den gebräuchlichen WBB. 

128) S. die Note zu It-burnu. 152; und Kamus III, 237, 
wo es =: ^\k^\ >-^A^j =■ k'öpek'-zendzefil. 

129) Lelak ist neben dem gewöhnl. Lesnik, Haselnuss, 
Provinzialismus in Serajevo (Fra Martic). 

130) Die Lesart joiAa? gewinne ich aus der Erwägung, dass 



Blau: Boitmsch' Türkische Sprachdenkmäler. 233 



Girih, ^jfS *be8t,^"X Ban<l ü. 7. 
Glin ^^, zglob,"») Gelenk G. 8 a. 

Sor^^, Grab G. 17a. 

o s t 

jrussa, luiofi, briga, Sorge G. 13 a. 



Baber, ^a^, glas, Naehricbt U. 10. 
Hafta, jücA^ , ned^la, Woche ü. 2. G. 6 b. 
Haja »al>, *tasak, Hode R. 35a. 



o - 



Hagkyrdy, navice (,o5V^^), er schrie laut R 10b. 

I I o « 

Ht^iiamam,^'') |»LOU^, nemarim^ ich kümmere mich nicht. U. 13. 
Ha^lamak, oUL^, hajat, (sich) kümmern, G. 9 b. 
Halajyk, robiiya, Sclavin G. 17 a. 
HaWeti, samsSdi,*^) Einsiedler ü. 1. 
Haly, ^I3>, prazno, leer R. 48 a. 

Hamtnam |»U>, bauja, Bad R. 26 a. 



« « o< 



das jüj^jlJ (Lendene?) der Handschr. nicht nachweisbar ist, wo- 
gegen pasji-luk (^yi ^yo\^ nach Sul. 710: „Allinm ursi- 

nam^ eine Laachart verlangt, und Honigberger 515 für Allium 

porum das persische Gendcneh (Vull. LijU? porrum) bietet 

131) Wenn ich diese Glosse recht verstanden habe (s. Note 
zo Usk. yn, V. 11), so ist best hier nicht ein eigentlich sla- 
visches, sondern Lehnwort aus dem persischen. (S. Ynllers L. P. 
I, 238.) 

132) c;^Jlc, den tflrk. W6B. unbekannt, halte ich für griech. 

yli^vf] „Knochengelenkgrube.^^ 

133) Nur in der Schreibung, nicht in der Aussprache ver- 

schieden von oUaL^ der Wörterbücher. 

134) Von sam, aliein, sediti, sitzen^ fehlt bei Sulek, Par- 
ciö. Fröhlich. — Hilferding: samscdis. 



234 BUini Bosnisch'-Türkischc Sinttchdeidmäler. 

Hamur, testo, Teig U. 10. G. 8 b. R. 30 b. 
Haniys, cetvertak, Donnerstag U. 2. 

Hantal JLÜ^ i"), vncja jabucica, Koloqainte G. 16 b. — S. Eta- 

dzehl-karpozy. 
Har ^L>, t6rn, Dorn G. 10 a. 



Ol' 9 o ' «■ t 



Harbak (Msc. «Jij^),*'*), podb^o (^>kM->^)) > Hnflattig (Tnssibgo) 
G. 16a. ' ' 



lo « o»v ^ 



Harman, ^U^, o^j^, guvno, Ttnne, R. 30 b. — G. 3 b. R. 32i. 

Has, tj«^/'^ züborina, Bartgras (Andropogun) G. 16 b. 
Hasta, A.Ä..«wd-, nemoc^n« krank. U. 7. — bolesno^ dass. R. 25b. 
Hashas, mak, Mohn U. 9. G. 16 b. 
Haslady,***) ^^.xIä!3*, prekalami, pfropfte (e. Baum) R. 29 a. 



b O « C> I 



Ilaslaniiiys ^j^;;MMi^Li», prekalanieno^ gepfropft^ ocalirt, R. 29 a. 
Ueibet, o«aa^. s. folg. 



135) Richtiger S^^^, s. die Note 107. £& steht als Syno- 
nym von Ebu-dzehl-karpttzy, wie Kamus 111» 186. 

136) Podb^o = Podbel (Lantl. 15, C) bezeichnet nach Fröhl.ti. 

V 

Sul. den Huflattich (Tussilago farfara); wofür an unserer 
Stelle zwei Namen >Jijp- und .^.^:u^^^jU angegeben werden. Der 

Kamus stellt >JiijS> und (^j^uA^^li gleich (II, 891) und ich bin 

daher geneigt; ^jtj> in vji^^ zu corrigiren. Jedoch versteht der 

Kanins darunter eine andere Pflanze, die weisse Niesswurz (ve- 
r a t r u m a 1 b u m), während für T u s s i 1 a g o Huflattich Honigberger 
türk. Farfara, Han<tjeri III, 40 unter Pas d'äne : öksfirflk-oty 
geben, letzteres auch bei Zenker, 137^ der noch ein gr. pers. 
^.^»a^as aus L. T. entnimmt, welches aber nach Berggr. 882: 

„Tussilago = ^^»^Ä«?^^ qandjioun" zu berichtigen ist — Dass 
beide Pflanzenarten in der Botanik des Volkes ähnliche Benennungeo 
zuliessen, beweist ein anderer türkischer Name Maroldzik in 
der augeführten Kamusstelle^ Diminutiv von Marol Lattich (s. 
auch s. V. Marol). 



137) Pers. ^j,^ (nicht arab, ^j-3- Lattich), Honigb. 517: 

Andropogon, Vull. I, 689: Andropogon muricatas, 
„Bartgras.'^ Zubovina von zub Zahn fehlt Lexx., vgl. Zobaca 
Fingerfenchelkraut, so genannt von der gezahnten Blattform. 

138) Nach Lautl. §. 16 a. = aslady. 



Bkm: BowiKh-Türkitche SprackHenkmäim'. 286 

i V. 1. U. 1. — S. Kurd. 
m, ^^J^ lekar, Arzt U. 1. 

tdz, J^l^^, pucar ^'^) (^L^^), Tapezierer, Posamentirer G. 18 b. 
ieky t2kJL>, probit, durchschlagen G. 9 b. 
leky v^*-'^^» rovina; Graben^ Grube R. 26 b. 
^'**) ilA' ^o^Oi Kessel G. 10 a. 
ek, Ju^^^^), laüca, Latz, Zwiokel am Hemde G. 6». 
ide, IS^ ^^*); pah, Bilchmaas R. 34 b. 
m, ^j^^^% ^^bask^a, Latte, ZaimpfaU G. 4 k 
Iran ^ij^j»*, Up^^jy Ji^ni ^* 13 a. 

3 ejledi i^oÜLij juäP (st. »^AP) pokloni, schenkte R. 28 b. 
A, i^y^, *kiitya, Büchse, Schachtel G. 7 b. 

a, jüJ^ , udica, Angel G. 4 a. 

jl^ (st j^) zlocesto, schlecht, gemein R. 27 b. 

lainak >JuJ^^, h^rkat (<:!j(i^^), schnaichen G. 9 a. 

OS, pevac, Hahn G. Ha R. 24a. — peto (iy^.^) dass. S. S^a. 



139) Pacar, abgeleitet von p nee Knopf, eigtl. Knopfinacher, 

V 

) ich nicht in den WBB. Snl. hat daftU* pacetar. 

140) Pera. ^1^ dass. — S. Lautl. 18. 

141) Könnte von pen». c>^^ abgeleitet, dt^prüngl. Achteck 
süten. — In den WBB. fehlt es. 

142) Statt n^^^ ist auch die Lesung «.^ hevire möglich. 

ler das eine noch daä andere findet sich in den WBB ; auch 
ate ich das Wort nirgends erfragen. Möglicher Weise liegt eine 
Option aus i«^ „Nagethicr^ (vgl. Bianchi s. v.: „tout ce qui 

je") vor. 

143) ^.|^ ist ebenfalls unbekannt, und daher vielleicht als 

derbniss aus ^^9 anzusehen, was bosnische Orthographie ffir 
• sein würde ,,Pfahl". 



236 ^^ioui BoiiHiich'Türkitche SprackdenkmäUr, 



• ) 



Horu, g^;>"*), konopUe, Hanf G. 16 b. 

Hudhad, kakavigi-koi\jic, Wiedehopf G. 4 b. R. 8 a. 

o Jl t 

nammas ^j^^U^^^^) kiselaca, Sauerklee, Saaerampfer G. 16a. 

Hurtlak yji£ijy>, g^rklan "«) (q^J^), Schlund G. 7 a. 

Hyjar ^U>, ^Li> krastavac, Gurke R. 41a. — Krastavica, din. 

R. 21b. 
Hynta, senica, Walzen R. 2 b. I 

lO I 

Hyrman, ^^j^ v^rsig, Garbenschicht R. 33 a. U. 2. | 

Hysar, X*as> grad, Burgfeste U. 10. G. 8 a. 

Hysym f**^^, rodbina, Verwandtschaft G. 14 a. 

Hytmy-cicek, ö^i;fvs^ ^^J^ "^), trucüa trava, Eibisch (Hibiscus) G. ISi 

Hyt, vuysa- — 8. Cyt. 



V 



144) Konoplje bedeutet nur Hanf (s. unter K'eoevir) 
Von p^j^ ist vielleicht nicht zu trennen p^j> eine Pflanze, dii 
nach dem Kamus tk. <iL^^ vJSj nach Kazwini in Persien j& Ju 
heissen (Freytag I, 477-, lies ^a:5^!Juu Vull. I, 295) und Ricinus 

communis (Honigb. 559) sein soll. 

145) .j*^Us>, bosnische Orthographie des arab. ^Uj:« (LaatL 

16. 30b)y worunter verschiedene sanerschmeckende Kr&ater verstan- 
den werden: Lapathnm acutum, Grindwurzel üonigb. 543; 
ßerggr. 857; Oxalis ac e tos ella, Sauerklee, Kamus II, 419; Ho- 

nigb. 553; — Kiselaca ist Sauerklee Sulek 1127. 

146) Gewöhnl. : g^rkljan. S. Lautl. §. 1, a. 

o 

147) Kam. III, 445 unter .^^^ gibt an, dass dessen Mr- 

kischer Name ^V^w^^ ^ld> sei; Honigb. 515, dass khaten 
= Eibisch (althaea), Berggren 828: »;AA<i^ «^«^^^ Althaea. Hier- 
nach wird auch trudja trava zu deuten sein, obwohl es den 
WBB. fehlt. Nach Angaben Eingeborner verstünde man hier onter 
Trudja ein Kraut, welches namentlich gegen Brandwunden ge- 
braucht wird (v. trud, Zunder). — Vgl. Trudovnik, Feigwarae 

(Scrophularia nodosa) Sulek 461. 



o o 



Biau: Bomäaek-nrkmk^ SpraekdeiJemäUr. 237 

ik' «juJL^t konac, Zwirn R 22 a. — S. Iplik. 

U, napiije se, trank R 10a. 

»H ^jj^l n nntra, drinnen 0. 14 a. 

nek, piü, trinken 0. db. R 22 b. — - S. Aned icmek. 

Um, napitak, Schlack 0. 3 a. 

amnr agadzy^ lipovinai Linde, Lindenholz R 4 a. — S. Filamor. 

grib**») (Msc. Vj^<), snkno, Tuch G. 10 a. 

i\ dya, zwei U. 13. G. 12 a. 

ci-jQz, dye stotine, zweihundert U. 13. 

kl-kat, dvostmk, doppelt U. 5. 

km (^1, bläznad, Zwillinge G. 10b. 

k'ne, igk, Nadel U. 13. G. 10 a. 

k'renmek^ ^k^iyTI omirznut, Qberdrüssig werden 0. .6 a. 

k'ti£ft^ »üu/t dosta! genug! R 58 a. 

ik (Msc: <^{, uäiLat) mozak, Mark. R 20a. G. 4a. 

k jaz, jLj (ilJl prol^e, Frühling G. 6 a. 

idzir, smokra, Feige U. 10. 

ddzir jfs^\ ^^^) kopronovisime, (?) j^mw^j^^; ein Kraut G. 15 b. 



O b 



148) Die handschriftliche Lesart y^{ i zib ist schwerlich richtig, 
ßh weiss nicht, ob ich mit der leichten Aendernng igrib yi£i 

as Richtige getroffen habe. Zenker 148 bietet s^jy^l ygryb fisch- 

etz; das ist aber selbst nur das slav. grib, Fischnetz (Fröhl. 
9). — Sukno aber bedeutet Tuch, gewebten Stoff; viel- 
icht vereinigen sich beide in der Bedeutung „textum^', vergl. 
ikati zwirnen. 

149) Da jA^i in der vorhergehenden Glosse richtig durch 

nokva Feige (Ficus) wiedergegeben ist, so wäre unter dem 
hwer zu lesenden slavischen Wort zunächst nach einem Namen 
»rselben Frucht zu suchen. Allein in der Stelle G. Ißb. steht es unter 
Dter offizineilen Kräutern. Da Kopronovisime oder, was mehr 
ftvisch klingt koprono sSme (s£me, Samen) nicht bekannt ist, 



298 Bkm: BoifUM^'l^ihrkigehe JSpraehdenkmäier, 

Indzu, ^iül, ij^!, biser, Perle G. 13 b. R 28 a. 
In^ tjj sjasi ^^^^UmI^, steig ab U. 8. 
Inek' y5U}l, e^jL^f, krava, Kah, U. 6. R. 2 b. 
Inleri ^^jiii, napred, vorwärts R. 55 b. 
Inmek' A^ sjahat, absteigen 6. 12 a. 

y 

Ifllemek, liUJb'l jecat, ächzen, stöhnen ü. 7. G. 9 a. 

Ip; nie, Strick U. 10. G. 15a. R. 15 b; 35 b. 
Ipek\ STila, Seide U. 13. G. 10 b. R. 23 a. 
Iplik', konac, Zwirn U. 13. — 8. Iblik. 
Irte, zora, Morgen G. 8 a. 

Irtilemek', dVJLü^l ^^% plest, flechten, stricken G. 3b. 
Irtilidzi, ^:p.A:j^\ pletelica, Strickerin G. 3 b. 
Isk'emli, J^i^i , sto, Sessel R. 27 a. 
Ispit, c^JLl^^i), gobelja, Radfeige G. Ib. 
Issi, ^1, »sahibi, Herr, G. 18 a. 



so wage ich nur venaathongsweise aussosiureohen, dass jeaes^A^vli 
entweder einen Pflanzennamen wie j^^t ju^ (s. Not. 144) in 

sich birgt, oder dass es corrumpirt ist ans^^t egir, welches 

als Name eines Krautes Galgant (Galanga) bei Zenkor 83 ins 
dem Kamas a. LT; Bian. I, 1076 s. v. v^^e^U^ bekannt ist. Solek 

hat fbr Galgant nur den lateinischen Namen Galanga. 

150) Nadi der Bedentnng plest, flechten, stricken geböit 
diese den WBB. fehlende Verbalform zum St. örmek and wire 

= örkilemek i^kJUl'.^f; der Uebergang eines k itt t in slt- 

vischem Mnnde erklärt sich aus Lautl. 19, b, bb. 

151) Fehlt in allen türkischen Wörterbüchern; ispit, aodi 
spit gesprochen, ist aber ein durch mttndlidie Nachfrage con* 
statirter technischer Ausdruck für die Radfelge, slar. gobelji; 
4an Usspraiig des Wortes , welches mir fremd scheint, vermag ich 
uicht lUUdiEawieisßn. 



Blau: Bc€Hi»A'Tarkisdie ßprach^^nkmäUr, 330 

ssi, ^^f^ vrude, warm G. 18a. 13b. 

ste, zaisdi «^OAjtj (st. zaisti)^ suche R. 10 b. — is<5i, dass. U. 13. 

stemem, nedn, ich will aicht R. 18 b. U. 13. 

isterem, hocu, ich will U. 13. 

[sterse, ako ho<^ wenn «r will R. 42 b. 

[s^, pis9j, pisse! U. 2. 

Isemek% piiat, hanieii; 'pissen 0. 14 a. 

Isik, pragy Schwelle U. 11. G. 4 b. 

lätmek'; cuti, hören R. 19 a. 



« ^ 



IsledOm, ^jJüLÄt, oradih, ich arbeitete R 31b. 
Islejen, ^;JUt, radite, arbeitet! R. 44b. 



Isle-sen, nradi-ti, arbeite da! R 10b. 

Iilemek\ poslovat, arbeiten U. 4. 

Iste-djle, eh-tako, sieh so! R 13 b. 

It-bumy, paprika^**), spanischer Pfeffer G. loa. 

Ivmek', hitit, eilen G. 18 a. 

Ii, trag, Spur U. 1. G. 9b. R 6a. 



o- > 



„ noga (Msc. mc^)**'), Fasstapfen G. 10 a. 
Izle^ek', traiit, sachen G. 8 b. 



152) Paprika eins der beliebtesten Gewtlrze in Bosnien ist 
Capsicum annaam^ der spanische^ rothe Pfeffer; Ygl. oben 
Frenk-biberi = paprika. — Zenker 141 führt it-barny 
WS dem Kamus (III; 26, der dieselbe Pflanze aach Kas-barny 



<• ' tw> 



nennt) als gleich dem arab. ^^JlXJl ouJLa an^ ohne die Pflanze 

Daher zn determiniren. Die Besdireibong der Pflanze im Kamos 
[s. aach die Citate bei Freytag s. v.) führen jedoch für ulldk el- 
celb aaf eine andere Pflanze. Honigb. 5^9: nllejbek scheint 
tos allejk verderbt za sein. 

153) Scheint nnr Schreibfehler des Copisten statt ^£^. — 

V jedoch f^utlehre §. 22, a. 



240 Blau: BoMÜeh'TarkUche SpraehdmdcmOler, 



Jabany, divje, wild U. 7. — S. Japany. 

Jag; maslo; Schmalz R. 7b; S2a. — Mast, Fett U. 1. 

Jagly^ masno, fettig R. 8 a. 

Jagmur, dazdo^ Regen U. 13. — kisa R^^en 6. 2 b. R 14 a. 

Ja^ar jag^or, kisa ide, es regnet R. 39 a. 

Jagmur jagmak, kisa padat, fallen (v. Reg^n); regnen G. 3 a. 

J&817 9 Kßj^^j sadno, ^^^) Satteldmckwunde, G. 5 a. R. 22 b. 

Jagynmak, prStit, drohen G. 8 b. 

Jaj, luky Bogen, Armbrust U. 1. G. 14 a. R. 16 a; 34 b. 

Jaja, pSsaC; Fussgänger G. 14 a. 

Jajla, planina, Alpe, Sommerfrische G. 5 a. 

Jajyg JäU, med^ja, (ÜIX«) 1") Quirl G. 6 b. 

Jajykamak UUfiaU, oprati, waschen G. 8 b. 

Jajylmak; UiUfiU razlit se, auslaufen, ausgegossen werden G. Hk 



Jak, uzezi; zünde an! U. 9. 
Jakdy, zazeze, zündete an R. 48 a. 
Jaklas, prikuci se, **«) nähere dich! R. 57 b. 
Jaklasdy; prikuci, er näherte sich R. 19 b. 
Jakmak, lo^it, anzünden, heizen G. 13 a. 
Jakyn, blizu, nahe U. 10. R. 19 b. 
Jalamak, lizat, lecken G. 12 b. R. 22 b. 
Jalan, laz, Lüge G. 12 b. 
Jalduz, pozlata, Vergoldung R. 23 a. 
Jalvar, zamoli, bitte! R. 10b. 
Jalvardy, zamoli se, bat, flehte R. 7n. 
Jalvarmak, molit se, bitten G. 13 a. 

154) Jagry wird in den WBB. gewöhnlich mit sagrj, 
Kruppe des Pferdes, für gleichbedeutend gehalten. Es ist aber 
feststehender hippologisch-technischer Ausdruck für Satteldruck. S. 
oben Einleitung. 

155) WBB. haben nur die Formen meöaica, medavici 

Sul. 1050. Fröhl. 146. 

156) Ein bosnischer Provinzialismus prikuciti se, sich an- 
nähern. Die WBB. geben nur die Bedeutnng: anhaken. 



Biau: Bomdsch'TikrkUche Sprachdenkmäler. 241 

^yn-ajag, bosonog, baarfoss R. 26 b. 
ilyndzak; JiSf^., golo, nackt, U. 11. 

alyfi, ,2sUL. G. 4b.| 

A ' ; plamen. Flamme, 

»lutt,^^^ U. 9. I ' 

ama Uj, xxLj , zak^rpa, Flicklappen G. 6 a. R. 23 b. 
amatmak, zak^rpiti, flicken R. 23 b. 
lan, nastrana^ neben G. 14 a. 

fanak, ouü, sareno, ^^^), bnnt durcheinander G. 8 a. 

lioak, ^Uj R 19a.| 

* } jagodica, Wange. 

Jafiak, o^^- 16^*1 

laoar, gori, brennt, U. 3. 

fandy, izgori, verbrannte, hat gebrannt (intrans.) R. 48 a. 



%» * u \ 



kiisar ^UiiLj ^^^) odkos, Schwaden G. 8 b. 

ansora \^ai^}^^\ bradva, Axt G. 4 b. 

lapagy, ,^1^^» vuna, Wolle, Flanm. 

apak sJi^U, pmmen, Schopf, Zottel G. 10 b. 

Hipany ^Laj divje, divja, wild R. 29 a; 37 b. — S. Jabany. 

spce, polahkO; langsam, R. 28 b; 38 a. 
«pdy, nacini, machte R. 9 b. 

^«pdum (••wX^U , nacinih, ich machte, baute R. 2 b. 

rapmak; nacinit, machen R. 20 a. 

raprak, list, Blatt U. 1. R. 2 a. 

Tapy, gradja (b i^) Bauholz, Baumaterial R. 25 b. 

^^yldy, nacini-se, wurde gemacht R. 12 b. 



157) Vgl. Janyk-janyk söjlemek „parter avec vivacit6'' 
i. II, 1255: richtiger: ,,allerlei durch einander reden.^^ 

158) Fehlt den WBß. — Rad. jan, schneideu (vgl. san- 
^k) = jon-mak, zu welcher auch jan, Seite; jama, Stück 
^ppen, eig. janma gehört 

159) Fehlt den WBB. — Von demselben Stamm, wie jausar. 
. Torige Note. 

Abhandl. d. DMO. V. % 16 



242 Blau: Bosnüch'Türkisehe Sprachdenkmäler, 



O > I O ) 



Japysgan-ot, o^l ^U-Ä^^l^ ^^<^), torica, Kleberich, Klette G. 16a. 

Japysinak, prinot (= prionnt) kleben G. 14aw 
Jara, rana, Wunde G. 5 a. R. 12 a. 
Jarajä; razpoluti, theile entzwei! R. 35 b. 

Jaraly, rai\jen, (qJ^^) verwundet, wand U. 7. 
Jaralaj^ razcini, zerstöre, verletze! R. 35 a. 
Jaramak, valjo-bit, werth sein (valere) G. 16 b. 



U ' I •' I I U ) 



Jarasa ?u..i^-j, knsbaba*«*; (liL(jÄy), Fledermans ü. 9. — slepi- 
mis dass. G. 4 b. 

Jarmak, cepat, oLa^, spalten G. 13 b. 

Jary, pola, Hälfte R. 40 a. 

Jaryja, na pöla, zur Hälfte R. 40 a. 

Jarym, pöla, Hälfte U. 3. G. 7 a. 

Jaryn, sutra, morgen G. IIa. R 53b. 

Jaryn-k'idze, sutra-vecra, morgen Abend G. IIa, 

Jas dutmak <^Juj»c> ^jX^^ japovat, trauern, sich grämen 6. IIb. 

Jasduk ^.vAj^I^ *^*), preklad, Seitenstein an der Esse R. 21a, 

Jassy, ^-w**U, ^^^i siroko, breit, ü. 4. G. 6 b. R. 14 b. 
Jas, mokro, feucht R. 15 a. 
Jas ot, trava, Gras ü. 6. 

Jastas (jÄLxiLi vc^'rsnik, Altersgenosse R. 39 a. 

Jatak y^L^, *dusck, Bett R. 9 a. 

Jatty JU leze, lag R. 9 a. 

Javas, nadomlak (^^il^jjU) allmählig, R. 32 b. 



IGO) Japysgan^ japyskan, zunächst appellat ,,kleberig^ 
wird von verschiedenen Pflanzen gebraucht. Kam. III, 591 dol- 
avrat-oty d. i. Bardana, Klettenkraut (Hon. 591); Parle- 
taria officinalis (Hon. 553, Bianchi II, 1242. Hancüeri lU, 22), 
deutsch Mauerkraut. — Torica, auch T urica, ist die Klette 

V 

(Arctinum Lappa) Sul. 763. 

161) Unter den verschiedenen Namen der Fledermans im 
Slavischcn kommt dieser nicht weiter vor; am nächsten verwandt 

scheint p^rh-baba Sul. 484, von p^rhat: flattern. Der erste 
Thoil des Compositums kus-baba ist das türkische ku2, Togel. 

162) In dieser Bedeutung mir neu. 



Biau: Bo9Hueh^Tarkueh€ Sprachdenkmäler. 24g 



O ' <* *o I o 



avas ^\^^ , mlanko (iyü:^^) *«»), langsam R. 89 a. 
avas-javas, malo pomaIO| langsam! R. 53b. 



'O i 



(avkalmak >Jui3jL, izgnbit, verlieren 6. 17 a. 

lavru, ^^Ij*«*) bradva, Axt G. 8 b. 

Javry, tid, tici (^^^) junger Vogel R. 24 a. G. 12 b. 

Jävhz, yot, wild ü. 8. ~ zlo, schlecht G. 12 a. — zloSesto, dass. 
G. 14 a. 

Jaz, leto (ycJ, !yj), Sommer G. 6 a. R. 28 b. 

Jazan, koje piso, der Schreiber R. 58 a. 

Jazmak, pisat, schreiben G. l b. 

Jazy, pisma, Schrift R. 1 b. 

Jazylmys, napisano, geschrieben R. Ib. 

Jek'-büni^«5) j^^ »feslicen, Basilikum G. 17 b. 

Jedi, sedam, sieben U. 13. G. 12 a. 
Jedi; jede, ass, isst R 9 a. 

Jedimek', tflUisXj*^*), povest, führen G. IIa. 

Jejni, lahko^ leicht G. 7 a. 
Jel, vetar, Wind U. 6. G. 6b; 13b. 
feie, griva, Mähne G. 2 a. R 46 b. 
Felek, jecerma Weste G. IIa. R. 7a. 

^elin ^:;Ua*®^), vime, Euter G. 5 b. 

163) Mlanko = mlako, lau, flau, langsam; ich corrigirc 
lanach jfci^ in javas ji^^. Auch das vorhergehende nado- 

dlak steht nicht in den WBB. , 

164) Ein verdächtiges Wort. Entweder ist ^;^la aus dem 

iot 159 besprochenen Jansora verderbt, oder das slavische 
»radva ist ans einem Woite corrumpirt, welches javru in der 
kitg. ,,Junges^^ von Thieren ausdrücken sollte; s. folgendes Javry. 

165) Vgl. Not. 124. — Vullers L. P. 11, 1519: ^^ ^ 

,herbae odoratae species, unico caule*', ist hiernach zq 
»r&cisiren. — In den türkischen Wörterbüchern fehlt dieser Pflan- 
enname bisher. 

166) Vulgo jedmek. 

167) Fehlt in den WBB. 

16* 



244 Blau: Bosniach'Türkuche Sprachdenkmäler. 

Jelmek', törcat, rennen; traben 6. 9 b. 

Jeni; ^, zob, Hafer, Pferdefatter ttberhanpt U. 1. 0. 12 a. 

Jeme Ua ne jidi^ iss nicht! U. 3. 

Jemek^ rucat, speisen^ essen U. 7. jest, essen G. 8. R. 32a.U. 13. 

Jemek, hieb (v^L^), Brod, Speise Oberhaopt R. 9 a. 



O 'O' o» o ^ c^ 



Jenk'edi, Jenk'idz, Jenk'ec, gXla , ^i^ » f^. , i^ Krebs C. 13. 

G. 10 a. R. 5 a. 
Jenk^e, kuma, Gevatterin^ Braut (?) U. 6. 

Jenke-kos*^^) o^^iu^, pliska^ Bachstelze G. 4 b. 
Jenmek', (ä)u^, poh^rvat, ringen R. 25 b. — S. Jefimek. 

Jefi, rukav; Ellbogen, Aermel U. 7. G. 6b. R. 18a (ila). 

Jefti, J^ novo, neu R. 12 b; 28 b. 

Jefiilenmis, ponovljeno, erneuert R. 12 b. 

Jefimek' jjefiilmek'], nadjacat, überwältigen, ü. 7. 

Jermeky kudit, tadeln G. IIb. 

Je^il; zelen, zeleno^ grttn U. 2. G. 7b. R. 5b; 41a. 

Jesildzik, sJujpJUi^j^**), zelenbad, grüne Eidechse R. 5 a. 

Jeter, dosta I genug 1 G. 1 7 b. 

Jetisy stigui, hol ein! R. 15b. 

Jetismis kyz, moma, mannbare Jungfrau U. 3. 

JetmiS; sedamdesed, sedamdeset^ siebzig U. 18. G. 12 b. 

Jik'irmi, *'®) dvadesed, dvadest, zwanzig ü. 13. G. 12 b. 

Jik'it, c>^Js», niomak, Bursche G. 7 a. 

Jogun, ^^^,1, gusto, dick R. 18 b. 

168) Dieser Vogelname, gesichert durch die slavische Ueber- 
setzung und mündliche Nachfrage, ist in den WBB. nachzutragen. 
S. Zenker 88 unt ^^^jj^Uüi JÜi ; Handjeri I, 246 s. v. Bergero- 
nette. 

169) Fehlt in den WBB. — Der Name ist entlehnt von der 
grünen (jesilj Farbe, wie kyzyldzyk, von kyzyl. — zelen- 
bad l<ehrt auch s. v. kertena wieder. 

170) Wird auch in Bosnien gewöhnlich igirmi gesprochen. 
8. Lautl. §. 19, d. 



Blau: Dtmu^ch'Tärlische iSprachdenkmäUr. 845 

, zakuhaj, knete! (Brod) R. 57 b. 

y, zakuha, knetete R. 10 a. 

nak, rnhat, kneten G. 9 a. — zakuhat dass. R. 22 a. 

, kiselo, saure Milch U. 3. — kiselo mleko R, 26 b. das». 

kiselina, dass. G. 2 a. 
, potreban, arm, bedürftig G. 16 b. 
', gori, oben R. 28 a. 
dan^ ozgora, von oben R. 50 a. 
lak, obii^i, versuchen R. 21a. 
at, Weg ü. 1. R. 4b; 25a; 47 b. 



o > t * 



isy, medju put (o^yC«) Mittelstrasse U. 8. 

y ^^^jJ^i, drug, Gelahrte R. 38 a. 

, putnik, Reisender ü. 8. 
if ogulit, schinden G. 9 b. 

^ fci^y^'^), detelina, Klee R. 19 b. 

Jü^ tr^ska, Spähne G. 7 b. 

ffli^^^^), posali, schicke! R. 57b. 

k, deljat (o'iliJ), schnitzen G. 7 b. R. 20 b. 

y, umori, ermüdete U. 3. [G. 1 b : 9 a. 

üak, sJk^L^ü umorit-se, müde sein G. 15 a; dk^L^ dass. 
(Msc. *Jü^) *^') tauko, fein, dünn G. 8 a. 

V v3>-^>} S' «'ükrük. 

oSl^, ovas, Hafer U. lu. — S. Alef u. Ulaf. 



71) Der türkische von Wz. Jon, jan abgeleitete Name des 
, s. Terfil. 

73) Jonla steht für jolla, denoniinativ von jol. Weg. 
ich ist inleri f. illerü und umgekehrt ist jal an verwandt 
i ü 1 y s , d o 1 u Hagel aus d o n 1 u „Kisiges^^ entstanden. 
73) Obgleich die handschriftliche Lesart sich zur Noth durch 
ipfung an jonka = jonga Spähne \ertheidigen Hesse, so 
ire ich doch gern die Vermuthung des Hrn. IMehaczek, 
?s Schreibfehler statt \ib^ sei, welches dem tanko genau 

icht. Beiläufig bemerkt, ist dies slav. tanak, tanka das 
m des türkischen tenek'e iSjJS ^dünn geschlagenes Blecht 



24ß Blau: Bosmsch'Türkiache Sprachdenkmäler. 

Jular, /iy^'^^)y oglavina, Halfter R. 27 a. 
Jumak, umit, waschen G. 8 b. R. 18 b. 
Jamaky klubko, Knäuel G. 8 b. 

Jnmruk ^^/«^a saka> Faust U. 12. G. 4 a. 
Jumry, ^y'j^ , oblo/^*) oval G. 6 b. 
Jumurta, jaja, Ei G. 12 b. 
Jumysak, ^Lä-^ , mehko, weich U. 5. 

Jusan, josan, ^.^U^'a *7«), pelin, Werrauth G. 16 a. 
Juva, gn^zdo, Nest G. 17 a. R. 24 a. 

Juvalak, Jüi^, svaljutak {^13^}^)*"), Pille G. 18 b. 

Juvalmak, otji^i valjat, wälzen G. 17 a. 

Jüjttnti Jiilyj^'^^), spreta? (Xxa^i)^ Spülwasser, Spülicht G. 11 1 

Jük', tovar, Last, Ladung U. 10. G. 10 a. R. 26 a. 
Jüklet ZJ^yrij natovari, belade R. lob. 

Jük'rük', ^y^^, berzo, flink, hurtig G. 18 a. — üJ^A^* ^^' ^ 
16a; 30b. 

> 

174) Obwohl das Wort in der Form Ular auch ins Slavische 
übernomm.en ist (Fröhl. 451), so ist doch au seinem turanischen 
Ursprung nicht zu zweifeln, da es im Jakut. s u lar lautet (Boehtl. 171). 

175) Interessant wegen der Etymologie von jumurta Ei. 

176) Ausser Bi. II, 1320 (Nachtrag) : jÄvsan-oty = 
Ilysope (?) ist dieser echt türkische Name des Wermuths (vgl. 
Not. HO) nachweisbar im Kamus I, 484 s. v. ^^, Ferhengi- 

Schuuri bei Vull. I, 730, wo er für persisch «5^^3f\JUA. (?) steht 

und in kleinasiatischen Ortsnamen Javsanköj bei Tchichatx;hef 
Itiner. S. 13. 14; Yavshanly am Urumiasee (s. Meine Notein 
Zeischr. f. Allg. Erdk. XI, 362. — Peterm. Geogr. Mitth. 1863, 
S. 201). 

177) Svaljutak f. Pille, fehlt in WBB. (vgl. Sulek: vtljka, 
Pille), wird mir aber durch Fra Mailid bestätigt. 

178) Die Ableitung von jumak, spülen (wie süpürinti, 
Kehricht; ekinti Saat u. a.) führt auf die Bedtg. „Spülicht**, ob- 
gleich auch das slav. Wort nicht zu ermitteln war. Vgl. izpi- 
raca Waschlappen; bosnisch spirati, imperativ speri spülen, 
waschen. 



Blau: Bosnisch' Türkische Sprachdenkmäler. 247 

k'sek', visoko, hoch U. 1. G. 14 b. R. 26 b. 
n ^^, peruska,*'*) Flaumfedern R. 17 a. 

fl sii^yj vuna, Wolle G. 7 a; 10 b. 

irek', s^rce, Herz U. 6. R. 19 a. 

ürek" sürmek', litat^ DurchfEdl haben U. 7. 

Iris, navalit, angreifen, Stnnn laufen U. 10. 
irümek, S^jjj^t, hodit, gehen G. Ib. R. 19b. 

itmek, (Msc. (iik«j^) prozdreti, fressen R. 22 a. — S. Balngy-jutan . 

Iz, sto, stotina, hundert U. 13. G. 12 b. 

iz, obraz, Stirn, Antlitz G. 2 b. 

izer, pliva, schwimmt U. 13. — S. Üzmek. 

zerlik', eUjJ^ ^*«), scir (yOC^i), Raute, Blette fe. 15b. 
zmek', sadrit, abreissen (z. B. Haut, Rinde) G. 9 a. 
zük »5^., »^Ui, pursten, Fingerring ü. 1. G. 7 b. 
zi-catyk, oüIä.^^^^, smerscen, stirnrunzelnd. G. 2 b. 
gmak, h^rpat, häufen G. 13 b. 



O « O ^ 



gyn, h^rpa (s^j^) Haufen G. 13 b. 

kmak, oborit, niederreissen R. 20a. — prevalit, umwerfen G. IIb. 

1 Jywi, godina, Jahr G. 6 b. 



179) Für peruska (v. pero Feder) gibt Fröhl. nur die 
Itg. „Federwisch" S. 267. 



«O ' 



180) Kam. III, 176 tibersetzt }^jS> (Ruta silvestris 



o- > 



rggr. 874) durch kgSJy^^\ ^ welches nach Zenker 120 .^= unserm 

zerlik ist; vgl. Honigberg. 539, Harmala ruta = uzur- 
k; Bi. U, 1289: jüzerlik, cresson. — Das bosnische 
i r ^= s t i r wird von Vuk Stefanovic durch Amarant hus blitum 
edergegeben ; dies ist nach Berggren 834 : ^ajU^J! ^iäi 

d Kamus III, 144 übersetzt das durch jÄ^i; vgl. Handjeri 

262: blette=j5l ^Ä^, Zenker 53: ystyr; Bianchi 102: as- 

r, alles Varianten des slavi sehen: sdir. 



248 Blau: Bo9iii8oh-'rürki9che Spraehdemkmäler. 

Jylan, guja, Schlange R. 5 a. G. db. 

Jylan-jasdugy, ^^vXo'a ^Sia* "*) » kruzladia (li.'ij^), SchUmgei. 

• » 

kraut. G. 16 a. 
Jylan-oty JJ^I ^^, jabucica, ***) ein Kraut G. 16 a. 

Jyldyrmak, sSvat, strahlen, blitzen G. 17 a. 



> 9» 



Jyldyrym, grom, Donnerschlag, Blitz, U. 3. G. 2b; R. 6b: (»«^«xij. \ 
Jylduz, zvezda, Stern G. 6 b. R. 5 b. 



I» « « 



Jyrtmak, ouJrw razd^rjet, zerreissen G. 9 b. 
Jyrtyk, wüi.a razd^rjet, zerreissen G. 9 b. 



K'afyr, *kaur (,5^) Ungläubiger U. 10. 
K'agyt; .j/vcb , kniga, Papier R. 1 b. 



K'ahu ^Li "«), lodika, Lattich G. 16 a. 
Kanun-i-evvel, Prosinac, December G. 13 a. 



181)Bianchi II, 1278: J ylan-jasdugy = se rpentaire, 
d.i. nach Berggr. 847: Arum dracu neu Ins, das grosse Schlangen- 
kraut. NachCiadyrgy diz. ital.-turco 563 s. y. Serpentarii 
wäre jylan-jasdugy = wis^, Bianchi II, IUI No. 5: Es- 
tragon. Der slavische Name so, wie er da steht, scheint ?er- 

V 

derbty wahrscheinlich aus Eozlac, womit Sulek 1164 das kleine 
Schlangenkraut (Arum maculatum) bezeichnet. 

182) Jylan-oty, wörtlich, „Schlangenkraut", finde ich in meinen 
Sammlungen nicht weiter verzeichnet und wage daher die Pflanze nm so 
weniger zu bestimmen^ als auch der slavische Name j a b u c i c a (s. oben 
Not. 64) nicht einer bestimmten Pflanze zugewiesen werden kann. 
Vermuthungsweise habe ich dabei an Aristo loch ia Serpen- 

taria Schlangenosteriuzei (Sulek 1164) gedacht^da Aristo lochia 

sowohl slavisch jabucnjak, vucja jabucica heisst (Sul. 992), 
als auch einer ihrer arabischen Namen Ka^ »Ud ^Schlangengarke'' 

ist (Vull. I, 125 s. V. c\oy,j). 

183) y.5 und^ür Vnll. II, 788 = arab. JJ> lactuca; 
Bianchi II, 559: laitue. — Locika steht bei Fröhlich 137 als 
ragusäisches Wort; ist aber auch in Croatien bekannt (Sul. 827). 



Blau: BosidBch'Türkische SpraehdenJmiäler. 249 

inan-i-sany, S^oj, Janaar G. 13 a. 

ibe, zbabna,^®^) schwanger G. 10 b. 

)he avret, teska ^ena, schwangeres Weib R. 2 b. 

sbe-kary^ zdrebna^ zdetinja; Schwangere U. 11. 

)d, ^, kasno, sp&t G. 10 a. — docne, dass. R. 44 a. 
5ci ^^^^ , kozo, Ziege G. 10 b. — S. Kedii. 
Dcit, brod, Fuhrt. G. 14 a. 

eclemeln, ne docnite se, verspätet euch nicht! R. 44b. 
edi, macka, Katze U. 6. G. 2 a. R. 6 a. 

edii, ^-^V? , koza, Ziege U. 9. R. 2 b. 

ehle s^ ^ US, Laus, G. 3 b. R. 6 a. 
ejdi, obuce, zog an (ein Kleid) U. 11. 



I«« 



ejik eM, jelen, Hirsch G. 8 b. U. 13: LOj. 
kosuta, Hirschkuh R. 5 a; 7 b. 

ejlan ^^ *»*), kosuta, Hirschkuh G. 18 b. 

ejmek, elu^r ^ obut, anziehen (Schuhe) U. 7. — obuö, dass. R. 18b. 

ejsi, ,c*^ , haljina, Kleid R. 25 b. 

Winnek', rigat, rülpsen G. 9 a. 

eklik; 3j^ , jarebica, Rephuhn G. 4 b. 

sjüis^ ^ g^maca (».li^), Rephuhn R. 24 b. 

el, hodi, komm ! R. 28 b. 
'e\y sugg, Grind, G. 10 b. 



•- sugav, grindig U. 6. 

6 ' ^o . 



elbetun, ^xJS ^ kl^sta, Zange G. 4 b. 

el^ hodi, komm U. 9. 

Wbek, lepir, Schmetterling G. 5 b. 



O *C ^ 



dUJ^, lebpur »8«) dass. ü. 9. — sJUS. R. 34 b, 



184) Fröhl. 388 kennt sbabna als dalmatinisch, lieber die 
rweichung des s in z s. Lautl. 26, c. 

185) Zufolge der gequetschten Aussprache des k' (Lautl. 19, 
ist ^.)X^ = q^Iaj^, Bianchi I, 1094 Nachtrag: djeilan pour 

Siran Gazelle. In Bosnien ist dzejlan sehr gewöhnl. 1*. Hirschkuh, Hinde. 

186) Dies Wort und seine Varianten sind contrahirt aus griech. 
niSonvigov] wie alban. (fXovrovQe. 



2Ö0 Blau: Bosnisch-Türkische SprfichdeiikmtÜer. 

K'oledzek', do6i6e, künftig kommend G. IIb. 
K^elepoS; kapa, Barett, Mütze U. 12. 

K'eler, ^, gusterica, Eidechse G. 3 b. 

K'eldi, dodje; (&/^0), kam B. 7a; 42a. 

K'elin, »gelina, (UlT, UU)/*^)Braatü.l3. — mlada,BrantG.14l 
- , nevjesta, Schwiegertochter, Brant U. 2. 

K'elindäk; vJU^Uir, lasica, Wiesel R. 16 a. — S. K'ilindzit 



K elind^ik -cicek i ^®®), divji mak, Klatschrose G. 16 a. 
Kelisa, L^a^^ f'^*»'^ ^ cörkva, Kirche G. 7b. 



K'elgiz ? j^ , i«9) m^rzdal (JijLf*)» Knorpel? G. 14a. 

Kclürüm ^^^jüS ^ dodu, ich komme R 46 b. 
K'emi, ladja, Schiff ü. 4. R. 24 a. 
K'emirmek^ glodat, nagen G. 15 a. 



O' 6 ' OoO t 



K'emre, »^, *djubre (^ßjS)^ Mist, G. IIa. 
K'emük'y kost, Knochen G. 4 a; 15 a. R. 4 b. 

Kend ,oJL^, mlado, jung R. 44 a. 

Kendile, sI^kXjS^ sobom, von selbst R. 57 b. 



187) Fehlt in den slav. WBB. und ist wohl nur slavisirtes 
{jJS mit der Feminiuendung a. 

188) Bi. und Honigb. 517 stimmen darin überein, dass 



o - 



jC^va^ u^.^uJb' Anemone ist; letzterer hat ausserdem 557: Ge- 

lindschi tschitsch für Pulsatilla (Küchenschelle). — Das 
bosn. divji mak wörtl. „wilder Mohn" steht bei FröhL 142 für 
Kiatschrose, wie türk. jaban-hashas bei Honigb. 553 für dieselbe 
Blume (papaver Rhoeas). Der bosnische Name von Ane- 

V 

mone pulsatilla ist sonst sasa (Fr. 387. Sul. 802). Die 
äussere Aehnlichkeit des „Windröschens" und der „Klatschrose" 
ist wohl Grund zur Verwechslung beider Namen geworden. 

189) Die Bdtg. von mörzcal, obwohl es in WBB. fehlt, ist 

gesichert durch merzgalica „Knorpel" bei Sulek 771. —Das 

O...U . 

türk. yCb vermag ich daher nur als eine Corrnption aus persischem 



*o -. * c» 



^// oder ^^jS' cartilago VuU. II, 813. 820 anzusehen. 



Blau: BotwUch-nrhUche Sprachdenkmäler. 251 

le, (Msc. aü^) k^rpusa ^^% Schaflaas, Zecke G. 8 b. 

16 KiS , opet, wiedenun 6. 17 b. 

leYir, ^^, konop^e, Hanf G. 16 b. U. 12. R 23 a. 

Bis, ^JiM^j siroko, breit; 6. IIb. — prostrano, ger&amig R. 28 a. 
pek\ mekiige, Kleie G. 2 b. R. 30 b. 

rdi i^^J^j razape, breitete ans, spannte aas R. 6 b. 

rek' dür, treba, es ist nötbig R. 38 b. 

irfiz vr^j^i miloduh, eine Pflanze ^^') R. 29 a. 



O 4* U I 



ri, natrag (Msc. ^y(-^) rückw&rts R. 55 a. 

riDmek\ prot^zat-se, sich recken, G. 9 a. — prot^zat R. 37 b. 



t» ** * 



rk'enes, Ji^y{\ tresigaöa, Mäusefalke R. 36 a. 
irmesik, v-iäJo/ ^»'), hudikovina, Schneeball (Strauch) G. 10 a. 
tnnesik-agadzy ^;>*U| otäw«^, hudikovina ^ Schneeballstrauch 
R. 25 a. 



190) K^rpusa „Schafzecke" (Ixodes reduvius) Sul. 1134. 
andern WBB. fehlt es. Dasselbe ist albanisch xmovat^ Zecke 

liD alb. WB. 44. — Ich corrigire danach ää^ in hJS^ Zecke. 

191) Da diese Glosse im Text neben Sary-ary Wespe 
it, so vermuthe ich in odbad einen Fehler st. o b a d , Bremse. 

192) Die beiden hier zusammengestellton Pflanzcnnameu sind 
m zu vereinigen. Kamus II, 284 u. WBB. geben für -oj 

dessen türk, tahfif: i;i^y nur die Bdtg. Sellerie (Apium 

kveolens). Dagegen ist Miloduh (s. unten Selira-oty; 

Parc. u. Fröhl.) Liebstöckel (Ligusticum levisticum). 
ich im Folgenden wird kerviz durch vresina wiedergegeben, 

den WBB. fehlt, aber von vres „Erica" abgeleitet „llaide- 
at" bedeutet; vgl. jaban kerviz, englisch o räche, Uaide- 
at bei Redhouse E. T. 548. 

193) K'ermesik, richtiger vielleicht Germesik gesprochen, 
ein in Bosnien sehr häufiger und als llockeneiufassung verwen- 
;r Strauch fvgl. germ Hecke, Gebüsch). Der slavische Name 

V 

likovina kehrt in der P'orm udokovina bei Sulek 1184 
Yiburnum Opulus, bei Fröhl. 445 fQr Yiburnnm lan- 
a, beides Schneeballstraucharten, wieder. 



252 Blnu: Bosnisch' TürkUch^ SprachrleidcmäUr. 

K'ert-ejle, zar^ii, beschneide R 85 b. 

K'ertena, UJ^s ^^% zelenbad, grüne Eidechse 0. db. 

K erten'kele, ^)S' y^O<iß , gaster, Eidechse R. 6 a. 

K'ertik', ULjy', zarez, Einschnitt R. 85 b. 

KerviZy M^^, vr^sina, eine Pflanze G. IIb. 

K^eser, ji^^ tesla {sXLci , idUaii), Zimmeraxt, Hane. U. 9. — 8. Tlak. 

K'esidii «•^w«J , sSkac (^Uul»), Zuschneidemesser, Schnitzmesser 

R. 28 a. 
K'esiledifk, osSde se, wird zugeschnitten werden, schneidbarR t8i 
K^esilmejediek, nede se s^, was sich nicht schneiden Iftsst R 38 a 
^ K'esilmis, usöceno, abgeschnitten, abgehauen R. 7 a. 28 a. 

Kesindi, ^sX^^mS (so!) stemiste, Stoppeln, Stoppelfeld G. 17a. 

K'esk'in; ostro, scharf G. 7 b. R. 89 a. 
K'esmek, posä<5i, schneiden R. 20 a; 25 b. 

K'esis, prater (^1^) >»*) Ordensgeistlicher, Mönch G. 7b. 

K'esmek', «iUl?, izat, oLaä, ? »»^b) q. 2 a. 

K etan ^ui, K'eten ^, lan, Flachs U. 4. R. 23a. — S. Ltn. 
K'etür, donesi» bringe! U. 9. R. 57 b. 
K'etürdi, donese, brachte R. 9 a. 

K'evsek, vJLä^, slabo, schwach G. 2 a. 
K'ezdirmek', vodat, führen G. 1 b. 



194) Fehlt den WBB. , ist augenscheinlich dasselbe Wort, 
welches den ersten Theil des Compositums Kerten-kele oder 
Kerten-keler bildet. S. auch K'eler. 

195) Fehlt den WBB.; ist aus lat F rat er entstanden. 

Sul 923: fratar. 

195 b) Beide Wörter fehlen den Lexicis, sind nicht zu er- 
fragen, und dürften daher verderbt sein. Die nftchstvorhergehendcn 
Vocabehi im Msc. sind: enitmek =uv^rnut, kastriren; bur- 
raak = zav^rnut, drehen; die nächstfolgende k'edi, KaUe. 
Also auch aus dem Zusamenhange Iftsst sich an dieser Stelle nichts 
Entscheidendes entnehmen. 



Blau: Bafmteh-Tärhuehe Sprachdenkmäler, 258 

^ 9j>yji , proTodaj, führe umher! IL 56b. 

vjS ^ hodi, gehe umher! R. 56b. 

, ko-hoda, einer der viel umhergeht B. 82 b. 

ek', hodat, Spazierengehen U. 7. 

i\ setat, umhergehen G. Ib. 



o <• 



9.^KjS no6. Nacht R. 51a. 

^äa5^, vreca (*Ä.iy^), Sack von Haartuch R. 42 a. 



O « b 



ek; tfU^J^ ^»«), svdrbit, jucken. G. 2 b. 

JiLS ^ jagoda, Erdbeere. R. 2 a. — S. Cilek. 

's^^ (so), katanac; Vorlegeschloss K 26 a. 

omek"^, zak^ucat, schliessen U. 7. 

ik' «SLs^Ur, lasica (Msc. iw^y*^)"^ Wiesel G. 6 a. — 

K'elindzik. 
ko, itko, wer? ü, 7. R. 13a. 

nitko, Niemand R. 13 b. 

tmak, ozlosördit-se, Jemandem etwas nachtragen G. IIb. 
i plesaU; Moder, Schimmel G. 12 b. 

V 

tresDJa, Kirsche G. 6 b. — S. Cirez. 
igadzy, tresnjovina, Eirschholz R. 4 a. 
krug, Kreis G. 13 a. 

toy, pogaca, Aschkuchen G. 10 a. 



)6) Bi. 1, 570: irf5UA;^, d^manger. Der Uebeiigang des 

> ist durch den Einfluss der bosnischen Aussprache des . 

(Lautl. §. 11) und den folgenden i-Laut bedingt, welcher 
ibsorbirt. 
n) Der Schreibfehler ^:^u^'4 erklärt sich daraus, dass in der 

ift k^Vaa^ mit (jo geschrieben war. — Die richtige Aus- 

i von jL^uJiy ist übrigens K^elendzik, Gelindzik^ da 

Form nach Dimunitiv von K'elin ist (vgl. „Nymphe" 
", „Wasserjungfer"; ähnliche Uebertragungen auf Thiere, die 
cblanken Gestalt wegen so benannt, sind: ital donnola von 
a Eichhorn*, mladica von mlatia Makrele. 



254 ^lou: BoßnUch'Tfkrkische Sprachdenkmäler, 

K'irdiy on-i4je, er trat ein, K 6 b. 

Kirez, y^' tresi^ja, Kirsche B. 2 a. — S. Kiras. 

K'irfis (jMiy'***), ravanj, Sellerie (Apimn'graveolens) G. 15 a, 



Kiris, \J^S usica, Darmsaite K 34 b. 
K'iri§-agac, greda, Querbalken G. 4 b. R. Sla. 

Kirpek ^^,^ R. 19 a. trepaTica, Augenwimper — Vgl. Gerpik. 

K'irpi ^^ G, lOA.) 

'. o' > jei, Igel. 

K'irpO 1^^ R. 34b.j 

K'irpük' w5i^y' G. 2 b, trepavica, Augenwimper — Vgl. Cerpik. 

K'isve; ha^ina, Kleid G. 6 a. 

K'isver *p4^ ^»»), merkva, gelbe Rttbe, Möhre G. 16 a. 

K'itdi, ode, gieng U. 13 (odde). R. 7 a. 
Kizledi ^0^0<S pokri, bedeckte R. Ida. 

K'izlemek', <ii5Qj!ir sakrit, verstecken G. 1 b. 

K'öbek', pupak, Nabel U. 7. G. 7 a. R 19a. 84a: «5^^. 

K'öj, selo Dorf ü. 9. 

K'öje; na selo, nach dem Dorfe R. 45 a. 

K'öjlemek '^^), «ts^Ulay ^ ozlosördit se, etwas nachtragen 6. 11k 
— S. K'intutmak. 



198) lieber Kirfis s. Not 192. — Ravan {^^^ wird 

identisch sein mit revanj, was Sulek 1086 unter Rhabarber 
(Rheum) gibt; und mit revan bei Parcid 581: Chrysanthe- 
mum. Auch diese beiden Namen stimmen mit der gewöhnlidien 

Bedeutung von ^^ji Sellerie^ nicht überein. 

199) Mdrkva ist zweifelsohne die gelbe Rübe, Möhre (Dan- 
CU8 Carotta). Hiernach und weil der Name ^yJ^ für dieselbe 

nirgend zu finden, habe ich vermuthet, dass ^>^ ans ^ß gezer 
verderbt ist; denn so heisst persisch (Yull. I, 128 s. "^^ ^^)) 
No. 3) pastinaca, davcns carota. Vgl. Kamos I^ 792 s. y. 

200) Das Zeitwort ^Ihyf wird an der angefahrten Stelle 



BloHf Bomä9ch-IHtrki9die Sprachdenkmäler, 255 

jC'öjlfi, potoT; Bauer U. 9. , 

:K'ök% ^y^, nebo; Himmel 6. 2 b. R 5 b. — kWlere^ nebesa 
K'ök' k'üler yy- ^^^ görmi, es bUtzt R. 6 b. ^"^ ^^^' ^' ^' 

Cök' u^yT plavo, blan G. 7 b. 
"K'ök'-mor, modro, blau 6. 7 b. 
K'(äcerdzin s. K'överdzin. 

Xök, ^yi korSn, Wurzel ü. 4 G. 17 b. 
iWs, p^rsa, Brust R. 17 a. 
i'öl, lokva» Teich ü. 6. G. 17 b. 

nmiek'^^^yS (v. 1. w5Ur^), kosuy Hemd ü. 6. — kosu^e G, 
IIa. R. 3a. 



o «o« o 



K'önbardak«»^ ^30^ ^^ , *matara, Trinkgeftss G. 17 b. 
Könge >o>) «JÜji (<^>^ sie Msc), tupo, stampf G. 8 b. 
K'6ngek vj^^ , tupo, stumpf R. 39 a. 
K'önk'eledflrsin ^^^^vXJ tJi^yS , stupides, du machst stumpf R. 39b. 



0«0^ ' O * 



Könkeletme, «^jJvjyT^ netupi, mache nicht stumpf! R. 39 b. 
K'öpek', pas Hund ü. 1. G. 2 a. 10 a. 
E'öpek'ifi-icmesi, lokat, lecken U. 5. 



1 
des Msc. als Synonym von vJuj^ {J^ ,^rder rancnne'' (Bi.) 

angegeben, wozu ozlos^rditi se (wörtl. bitterbds werdep) ge- 
nagsam stimmt In Ermangelung anderweiter Belege für das Wort 
Bnd etymologischer Verwandtschaft bin ich geneigt, k'öjlemek 



.. O« 9 



fOr eine Zusammenziehung aus i^J^yf k'ö & ü 1 1 e m e k , sich etwas 
zu Herzen {}^y) nehmen, zu halten. Vgl. Not. 163. — Oder 

gehört es zu Osttürk. köj — brennen? Abuska 94. 

201) Der erste Theil dieses Compositums (s. Bar dak Zenker 
188), nach mündlichem Zeugniss Eingebomer so, k'On oder g'ön, 

zu sprechen (nicht ü) ist wohl ^.yyi Leder; man bedient sich 

lederner Schläuche als Trinkgeßlsse und Wasserbehälter namentlich 
in der wasserarmen Hercegovina auf Reisen. 

202) Dies und die folgenden Wörter fehlen in den Wörter- 
büchern. Am nächsten verwandt scheint kiS^^^^ stumpf, stumpf- 
näsig, camus (Bia. I, 662. No. 3). 



256 ^^om: BomUck-TOrltüehs SpraduUnkmOler» 

K'öprü )j^ j Kjj^y^ j Most, Brücke ü. !• — S, Most 

K'öpftk', pina, Schaum 6. 2 b. IL 40a. 
K'ör, Slip, blind, U. 6. 

K'öremdze, *<**) ijf\^^^^ zava, Schwägerin 6. 14 b. 
K'örmek', vidit, sehen G. 2 b. 
K'Onnez, nevidi, sieht nicht R. 33 a. 

K'örök' ^y]y!f «0*), misdid, Blindmaus G. 10 a. 
K'örflr, vidi, sieht R. 33 a. 

K'öski j^uy^,««*), poluga, Schüreisen U. 10. 

K'östebek', k^rtica, Maulwurf 6. 10 a. R. 16 a. 
K'österdi, ukaie, zeigte R. 13 a. 

K'ötük, yjyXS, papj, Klotz U. 10. R 29 Ht; 83 b. 

K'överdiin, ^;^, golnb, Taube R. 7b; ^^ßyi ü. 4. G. 18b. 

K^öz, oko, Auge. G. 2 a. — oci Augen R. 8 a. 
K'^öz-jasy, suza^ Thr&ne U. 8. 



* > 



K'udie'o«) i^y niti, Faden G. 6 a. 
K^ul, ru^ica Rose U. 6. 

K'ulha aiüy , tkala, Weberin R. 34 b. — 8. Culha. 
K'ust «<>7) sc:^^ , börz, schnell, hurtigf R. 30 b. 



203) Fehlt in den meisten WBB., ist aber auch in andern 
Theilen der Türkei für „Mannes Schwester^* gel&ufig. Han^jeri I, 
243 „femme du fr^re «^^^y^«'; steht auch bei Redhouse E. T. 688. 

» 

204) So viel als \J*y»s^ (Bianchi II, 656: taupe), Ton 

jyi blind; fehlt den WBB. — Es steht im Texte neben k'ö 8 le- 
be k', Maulwuri. — u5Xäw4 ist Diminutivum von misid. 

205) Kam. 1 , 894 gebraucht ' dies Wort (^^y ) für arah. 

jum^jk Schüreisen. Ungenau ist Bianchi u. aa. Uebersetzung durdi 

tison Feuerbrand. — Auch in die slav. WB. ist es in der Form 
duskija mit der Bdtg: Stange von Metall, Brecheisen überge- 
gangen (Fröhl. 29. Parc. 65). 

206) Bianchi: guievtche, fil. , 

207) Bosnische Schreibung des pers. v;>w««^. S. LaatL §. 10, a. 



Blauz Bomigch-HMrinehe SpradnUnkmäUr. 257 

'flc, mQcno, mOhsam« ü. 9. 

- muka, Mähe,, Leiden G. 14a. 

flcQk', k'üdzük', malakno, malahno, klein U. 12. R. 8 b« 

*fti, ^Ä3 , plesau; Moder, Schimmel G. 12 b. 

ahne y^>, vehto, alt G. 6 a. 

QjandOrmek, tiiS/«. a-Lj^ , sp^rzit, versengen G. 14 b. 

ak'em««») Jy, t^mjina, Schlehe U. 10. G. 5 b. 
Ol, lag, Asche U. 2. G. 4 b. R. 21a. 
nldi^ zasmija se, lachte R. IIa. 

ülesmek , ^^J^y^ , h^rvat, sich raufen G. 5 b. — S. K tlresmek. 



o > 



ülgen**^^) Q*iy, ceverluga, Lerche, Haubenlerche R. 36 a. 
Olk'e, hlad, SchaUen G. 13 a. R. 26 a. 
ülk'elik', hladovina, schattiger Platz R. 26 b. 

ttlk'en Q^5.i bttkva, Buche (Ulme) U. 10. 
ülk'en-agac, javorovina, Ahorn G. 5 a. 
ülk'en-agadzy, bukovina, Buchenholz R. 25 a. 
film^k', sm^at se^ lachen G. 7 b. 



-. ' 



ümedz, sat, Wabe G. 4 a. «!5L«^ medov sati Honigwabe R. 35 a. 



• > O ' ' 



ftmOldOrfik, y^^vXUs , ^siuebend^^®); Kummet, Brustgurt G. 17 a. 
araüs, srebro, Silber, U. 1. R. 23 a. 

V 208) Biauchi 11, 668: ^ yS , 670: ^y prune sauvage ist 

Bosnien allgemein für Seh lebe (Prunus spinosa), deren 
istiger türkischer Name dag-erik'i (Handjeri III, 247), dag- 
bek'i (Honigb. 557) ist. Obwohl eine Verwandtschaft des Wortes 
t ^y^ blau, also „Blaubeere'^, nicht undenkbar wäre, so halte 

I es doch eher für slavischen Ursprunges, da ausser obigem 
rnjina für die Frucht des gleichen Busches auch kukinja 

arcic 227. Fröhl. 123. Sul. 1166) gebräuchlich ist. Das alban. 
ilumbria Schlehe (Hahn 50) gehört ebenfalls dahin. 

209) ^yü^ fehlt den WBB. Im Jakutischen entspricht ihm 

lörügäi Lerche Boehll. 72. 

210) Ein persisches, durch das Türkische hierher gelangtes 
ort. S. Vull. I, 375: j<j^9.kj.M* No. 3: Cingulum pectorale quod 

pra stragulum ephippii ligatur. 

4bh»Dd]. d. DMG. V. 2^ ^^ 



258 ^iau: Botuim^'Tiirküehe Sprachdenkmäler. 



I > > » 



K'ümür, ;^*r, ^^, ugalj, ugljeuje, Kohlen ü. 9. R. 21a. 
K^^ttn, sunce, Sonne R. 40 a. 



> i o 



K'ün-batysy (Msc. ^^^y,Ljy) krivac,«") Nordwestwind G. 6b. 

Kün-jylduzi, ^^j^^j .j^. danica, Morgenstern G. 6 b. 

K'ttnab, »U> , gr^h, (w^) Sünde R 26 a. 

K'und, JU5 , smdlen, schwachköpfig G. 14 b. 

K'ttndtts '^') (jmA^ cemerika; weisse Niesswurz (Yeratnun albnm) 
G. 16 b. 



> o* 



K'ttndttZ;>i») j^AJ^ *cogan, Seifenworzel (Saponaria) G. 16b. 



« ft 



K'ündaz, jJy^ , dan, Tag R. 61a. 

R'ünes, sunce, Sonne G. 14 b. R. 5 b. U. 6. G. 6 b. 

R'ttnlük' ^isJ , tamjan, Weihrauch 0. 7 a. 

K'üpe, mencUuha '^^; ^li»yjj«\ Ohrgeh&nge, Ohrglocken G. 7a. 

K'ürek", lopata, Schaufel U. 5. G. 6 a. R. 24 a. 

K'ttrek', lopatica, Schulterblatt R. 33 b. 

K^üremek'; '^^) kidat, Mist wegschaufeln, ausmisten. G. 11a- 



^o f 



G. 6 a. ^jyi dass. 



211) Ueber R ri vac s. Note 114. ^^yi\^ )yi ist venGhriebe& 

212) Wie Berggr. 881 dem arabischen ^JiJJi und y^xa 
(Kamus tOrk. )^sXxs) die Bdtg. Veratrum album, weisse Kiess- 

V 

würz viudicirt, so setzt auch Sulek für Veratrum album (vgl 
oben Not. 79) cemerika. 

213) Berggren 875: Saponaria jjuä, — BL II, 661: 

^lc^.di. (on prononce tcheulen) esp^ce de racine gris&tre qvi 

fait une ^cume ^comme le savon. Handjeri III, 474 s. v. Sa- 
ponaire. Ich wage nicht zu entscheiden, ob ^U^ ursprünglich 

türkisch oder slavisch ist 

214) Mendjusa, mindjusa der WEB. Fröhl. 148 hält 
es für ein Fremdwort, es ist aber componirt aus medju mittea 
und uho Ohr. 

215) Vgl. ^^jji Bi. keurumek; wird in Bosnien k'üra- 
m e k', k'ü r e m e k^ gesprochen und gehört mit k ü r e k Scbaafel 
zusammen« 



Blau: Bosnütek-TOrküche SprachdenkmOUr. 260 

S'üresiiiek, hdrvat, streiten, U. 7. — S. K^fileSmek. 
iflak^ koinhy Pelz U. 2. 
E'flitllmels', gdrmit, donnern 6. 3 a. 

K'üsre**^ Vrr^i ^^^ Schleifstein 6. 15 a. 

K'ütflrdi, (^^«^, odnese, trufi^ w^ R. 9 a. 

K'fltQrmek^ ^^yc^ , poslati, schicken, wegschaffen R. 22 a. 

K'ftYe «^, zagrica (t^^l^)^ Motte, Milbe 6. 5 b. 

K'fige M^ '^7) gagrica (iL^yb£), dasselbe U. 2. 

K'flvek'O, set, Eidam U. 6. 

K'üTek'ü-ot oy yÜ^^ >i^ cubar, Satnrei (Satnreja} 6. 15 b. 
K'flvenmek', radovat se, sich erfreuen, sich rOhmen 0. 1^ b. 

K'flverdzüe, ^\^, salnidra,^^^ Salpeter 6. 10 a. 

K'flnnek', okApat, abklauben, nagen O. 14 a. 
K'üx, jesen, Herbst O. 6 a. 
K'tkxel, lipo, schön U. 1. K db. 
K'fliel-kary, lipa iena, schöne Frau U. 2. 

K'flzellik', Kpota {^^^\ Schönheit R 84 a. 



• » 



216) 8^^ fehlt den WBB. — Es ist = alban. liisx^%a 
Schleifstein, ans griech. ^vcrqa entstanden. 

217) Wie gagrica nicht verschieden von iagrica, so ist 



^ 9 



loch liflge nach Lantl. §. 19, f = »y'. 

218) Cnbar ist nach Fröhl. Parc. Snlek, Satnreja bor- 
tensis. — J^^jX^y nach Bianchi Origan, nach Honigb. 565 

[wo verdruckt geiigen-oti): Thymus Serpyllum. Origa- 
lum und Satureja heissen arabisch beide Saat r (Berggr. 866. 
)75), wovon der Kamus zwei Arten aufzählt, deren eine türk. 
Irnaud-biberi (s. oben Not 12), die andere ^U)^ heisse. 

Vgl. Honigb. s. v. Origanum :=Kekik; Bianchi: eV)o pouliot (?). 

219) Sulek 1118: salitra; obige Form steht dem ital. 
lalnitro noch nfther. 



n 



SSO Blau: Bo9ni»ch'Türhiaoht Sprachfimkmäler. 



u. 

Kab, sud, Gefäss G. IIb. R. 40a. 

Kab-kadiak sjii^ s^ä, sudje, Töpfergefichirr G. 17 b. 

Kaba-ajak, bos, barfuss G. 14 b. 

Kabak, tikva, Ktirbiss U. 9. G. 7 a. R 21a; 29 a. 

Kabarcyk, JL^rj^, ^iviljak,"») p„stel G. 4 a. 

Kabuk, kora, Rinde G. IIb. R. 30 b. 
Kabal-ejlemek, primiti, annehmen R. 18 b. 
Kaculum, da b^zimo, fliehen wir R. 55 b. 
Kacan, kad, wann U. 6.. 
Kacar, b^ii, flieht U. 3. 

Kacmak, bSzati, fliehen G. 8 b. (o|^), 

Kadeh, 6asa, Bechier U. 9. 

Kahpe, kurva G. 8a; — kurva-zena U. 2. Höre. 

Kajdy, omace, glitt. 

Kajgu, ^ilä rega (m:|')"i), Sorge G. 15 a. 

Kajyn, sura, Schwager U. 11. G. 14 b. ' 

Kajyn-ana, punica, Schwiegermutter U. 2. G. 14 b. 

Kajyn-ata, punac, Schwiegervater U. 2. G. 14 b. 

Kajnak, vrölo, Sprudel, Quell G. 10 b. 

Kajhamak, vrSti, sieden R. 21a. — uzavcet, aüisieden G. 9 a. 

J£ajnatmak, uzvarit, kochen^ aufkocheü (trans.) G. 9 a. 

Kakac,"«) ^lilb, kljun, Schnabel G. 6 a. 

Kakyrdza, 'sj>-]tä^^^) puh^ Bilchmaus, Siebenschläfer R. 34 b. 

Kai, ostan, bleib U. 13. 

220) Fehlt in den slav. Wörterbüchern. Ich fand es nur in 
dem handschriftlich türkisch - bosnischen Glossar von Fra Martiö in 
.der Form cviljak = kabardzyk wieder. 

221) Rega ist wahrscheinlich verderbt aus briga, Sorge. 

• • 822) Kakai von kak-mak, klopfen, schlagen (vgl. Agac- 
kakan Specht Not. 2), ist in den WßB. nachzutragen.- — Bitnehi 
hat kakalamak becqueter; Uedhouse engl.-turk. Dict s. v. bill: 

223) Fehlt in den WBB. — Ist vielleicht slav. h^rcak, 
Hamster, dasselbe Wort? • 



i 









Bkm: BoMmach-Türkudie Sprachdaikmäler. tj^ 

LElbur, reseto, Sieb G. 7 b. B. 22^. .1 - 

[albarmak, cinit G. 7 b. cinit na resetu, sieben R. 22 b. 
[aldyr, digni to, nimm es weg! Ü. 13: '.* -- 

ialdynnak, dignuti, wegtragen R. 20a, 
iale, grad, Burg G. 8 a. R. Si. 

Kalkan, stif, Scbüd R. 25 a. G. 12 b: LäÜ. ^~.t 

ialkan ot,«*) veiiki repub, Pestvrorz (Tuasilugo) G. in5b.\ 
ialkdy, ustade, stand auf R da. 
Alydza 2i:^Lä,"5). poiyava, Betttuch R. 7 b. 

alvD, kalun, ^Jli, v£^li, ^^\ debelo, dick, ü. 7. R, 18 b. 

Ama L4JJ, klin, Keü G. 1 b. 

I ■■ • . .. ■.' . 

[amasmakouilii, zablestit blenden G. 2 b. 

Lan, ken-, Blut R. 19a. 

^anad, krilo, Flügel, G. 12 a. R. 17 a. 

lanat oUä, dassielbe U. 4. R. 35 a. 

iandynnak, napojit, tränken G. 3 a. . .»^ - .^ 

iandzyk, kucka, Hündin U. 1. 

t^mak, zedju ngasit, den Durst löschen G. 3 a. 

Laplamak, obhitit, umfassen, umhüllen G. 9 b. \ ' 

aplar, (Msc. ^li) sudje, Geräth, Geschirr R. 40 a. — S. Kab. 
aplubaga, spui,^»«^ Schnecke G. 18 b. 
- - komaca, Schildkröte R. 37 b. 



^ . ~ . j : 



224) Repuh wird bei Fröhl. u. Sulek die Pestwurz (Tussi- 
igo petasites), bei Parcic Lappa major (veiiki heis$t 
fross^') genannt; und es könnte der türk. Name Kalkan-oty, 
örtl. „Schildkraut'', wegen der Form der grossen Blätter dieser 
flanzen sich wohl damit vereinigen lassen. Da jedoch (s. Not. 
>6) eine andere Art von Repuh die Colocassienwurzel ist, welche 
abisch nach Kamus und Berggr. 813: ^Uid, (joUJli heisst, so 

^t es nahe in unserm Texte jLfiiä st. ^.^Üüi zu vermuthen. 

225) Finde ich in den WBB. nicht. Vielleicht ist es = slav. 
anica (Lautl. 22, a) „Gewebe^', spec. „gewebter Gürtel". Für 
onjtva gibt Fröhl. die Bedeutungen: „Betttuch, Leintuch, Decke'' 
i (301). 

226) Gewöhnlich bezeichnet Kaplubaga (s. folg.) die 
rhildkröte*, für Schnedce ist es mir neu. 



262 Biiim: BotMsek'Türkiteke SpraehdenkmOler. 

Kapludia, **^ m^^ pir, Spelt (triticom SpelU) G. 10 b. 
Eaplydia hJi^e^^ krupnik, Spelt R. 2ia. 

Kapmak, popast, ergreifen G. 9a. 

Kapu ^, 1^ Trata, Thttr, Thor ü. 11. B. 34a. 

Kapy ^^U, dass. R Üb. 

Kar, snig, Schnee ü. 8. 6. da. R. 14b. 

Kara-aga^ f^\ «i^S brestovina, **^ Ulme 6. 6 a. 
Kara-agadiy, ,^U< v», grabovina, Weissbnche R. 36 a. 

Kara-kebe, a^ ft/, gai\j ^^, Mantel R. 7 a. 

Kara-diken ^i^ s^ , t^movina, Schlehdom 6. 6 a. 

Kara-dug, ^^^s^**'), snit, Kornbrand (Seeale comatnm) 0. 15b. 
Karadia, s^ma, Reh G. 8b. R. 8 a. 5a. 

Karadza-ot, **<^) o^l 9^{^ , knkorik , schwarze Niesswnn (Belieb.) 
G. 16a. 



227) Kapludia — Kaplydia fehlen den WBB. — B^ 
deutang ist durch die doppelte Uebersetzung pir nnd krapnik 

(s. Sulek 1268 Spelt, tri ticum speit a: pir; Triticom polo- 

nicum = kr upnik Parci<5 224. Sol. 1661) sicher gestellt 

228) Kara-agadi ist, wie Bi. II, 468 nnd Giaagy 88 

richtig angeben, die Ulme (Ulmus campestris), bosn. brist (So- 
lek 1406). Honigb. 567 hat dafür kuz (kara)- agatsch. M 
Irrthum und Verwechslung beruht die Gleichstellung von kara- 
agadi mit grabovina iu dem folgenden Artikel, denn grab 
Weissbuche (Carpinus betulus) ist vielmehr cMyi^ (Gitogr 

a, a. 0. kargen], wonach oben s. v. k^'ülk'en sowohl bnkvaals 
ja vor ungenau w&ren. 

229) Der türkische Name , wörtl. „schwarzer Schweift ist mir 
ausserdem iu einer Stelle im Kamus, die ich nicht wiederfinden 
kann, vorgekommen. Honigberger setzt für Seeale cornntnin, 
scheinbar ans dem Lat. übertragen: Tschavdar mahmuzln. — 

Snet, Kornbrand Sul. Fr. Parc. übereinstimmend. 

230) Kam. s. v. Ji^^^, Uanc^eri I, 832, Bianchi 11, 469 

stimmen für den türkischen, Fröhl. 123. Sul. 972 für den sla- 
viseben Namen dahin überein, dass er die schwarze Niesswnn 
(Helleborus niger oder ^\r\d\«'\ bezeichnet. 



Blau: Boawuch'Tarkutche Sprachdenkmäler. 263 



> «« 



nga ^£^Ji ^ mraz, Reif (praina) G. ?b. — 8. Kragu. 
ura-jel J^ «^ , vecerin, Westwind 6. 6 b. 



O «O « O« ' 



ira-karga, i^y» «yi, cayka, Dohle R. 8a. 



»» 



ira-muk ^^ »;*,*•*) i k^^o (Msc y$)^ Raden (Agrostemma) 
G. 15 b. 



O « «K>< 



irandza i^o/, mrav, Ameise U. 2. 

iranlok, mrak, Finsterniss G. 13. R. 5 b. 

ranlok cokdy, smerce se, es worde finster R. 5 b. 

ra-sök'^flt, o^lL v^, rakita,***) Bachweide U. 13. G. 5 b. 
ra-sök'üt-agad2y, rakitovina, Weidenholz G. 5 b. R. 84 a. 

ra-sygyr «aä^J, govece, Rind G« 5 b. 



ra-tank, kos, Amsel G. 4 b. 

raves, robii\ja L^^;, Sclavin G. 17 a. 

« « . ? lubenica, Wassermelone, 
rpuz R. 21b.f ^ 

rdas, brat, Bmder U. 11. R. 3 a. 

rga, vrana, Krähe U. 10. G. 4 b. R. 8 a. — S. Kyrga. 

*snlmak vJui^yi (so) sr^st, begegnen G. 18 a. 

•tal, JLi^, orao (^^i;^«) Adler G. 4 a. 

•pyn ^^15, ^^3, t^rbnh, Bauch ü. 7. R. 19 a. 

78, pedo (^^ol^) R. 14 b; — peda^j (Ja^) , Spanne G. 4 a. 

-ysä, lu^jlB, mSsaj, mische! R. 57b. 

ysdyr, razkopaj, durchwühle! R. 57b. 



231) Kamus III, 35 s. v. >JU^, Handjeri II, 339 s. v. 
-aie (Agrostemma Githago). Slavisch heisst dasselbe 

kolj, verkürzt kuko (Sulek 1053); daher ich vermuthe, dass 
der Handschr. eine Entstellung des Abschreibers ans ^*>yi ist 

232) Rakita ist nach Fröhl. 360 die Bachweide (Salix 
)rea). Der Kamus II, 756 s. v. o^^l^ <interscheidet Belchi- 

£^üd (vgl Honigb. 559: Salix aegyptiaca = chilaf beUd; 
s;ij fehlt bei Zenker) und Salkum*söküd, Trauerweide 

iamgy a. a. 0.). Kara-Söküt ist mir im Kamus und sonst 
iit vorgekommen. 



264 B/a// : Bosnisch' Türkische SprctchiUuknuüer. 

Karysmak^ izmisat, durcheinaDdeniiischen G. 12 a* 

Karz (>0y», zajam, Borg 0. 13 b. — nzajen Anleihe R. 27 b. 

b« I i o 

Kasap-hane »jL3> v^^^i^ä, ^kasapfisea, SchlaehUiaos R. 5 a. 

H^uy'^^), pirika, Qaeckenwursel G. 15 b. 

Kasyrga, vihar, Wirbelwind G. 13 a. R. d3b. 

KaS; obörva, Augenbraue U. 1. R 3 a. G. 2 b. R. 20 a. 

Kasyk, lozica, Löffel R. 7 b. 

Jiasyk-calmak, kusat, auslöffeln U. 7. 

Kasymak, cesat, kratzen 6. 17 b. 

Katlanibak; pocekat, warten U. 5: 

Katak odü», smok, Zukost G. 10 a. 

Katy ivmek; hitit, eilen U. 7.. 

Katyr; mazga, Maulesel(in) U. 1. 

Katyr-kujrugy *5*), stavul, Ampfer (rumex) G. 15 b. 

Kav, trud, Zunder, G. 10 a. 

Kavak-agac, ^1 ^llä, leskuvina*") .(^JL^^älj). Q. 6 a. 

Kavramak oUl^^li, zagrabit, eine Uand voll nehmen G. 5 b. 
Kavuk, mehur. Blase G. 12 b. 



233) Da Kasuy in Persien wie in der Türkei durchaua der 
Name des Mutterharzes (Galbanum) ist, s. Hon. 537. Handjeri 
II, 124. Bi. II, 483; so iürchte ich, dass hier dem Schreiber ein 
Irrthum begegnet ist, erleichtert durch das daneben stehende ^^'^, 

welches durch pirika übersetzt wird v denn pirika ist nach 

"v 

Fröhl. s. V. und Sul. 1049: T ri ticu ui rcpens, Quecke, Quecken- 
würz, Queckenwaizen. — Vgl. auch ^-^li Vull. s. v. 

234) Kamus setzt ^-Ä^j^jiyoU lür das arab. ^^J! ^.,i3<, nadi 

Freytag I, 22 Verbascum. Allein Verbascum ist Sygyr- 
kujrugy (s. unten s. v. und Honigb. 567; und es scheint daher 
hier dem Kamus und nach ihm Haudjeri I, 544 s. y. Cortuse, eine 
Verwechselung begegnet zu sein. Das deutsche „Bärenohr" ist ein 

Name für Primula auricüla (Sul. 168); das entsprechende 
türkische Aju-kulagy dagegen (nach Kamus III, 591 vgl. Zen- 
ker 155) -.= ^Az> paeonia, nach Honigb. 556 dagegen Aju- 

kulagy-rot ^= Pruuella vulg. Halskraut. — Alles dies führt 
nicht auf die hier gesetzte Identität von katyr- kujrugy mit 

stavul, da letzteres eine Art Arapler (Rumex) ist. Sul. 55. 

235) Es liegt hier ein Irrthum vor; denn Kavak-agac iüt 
die Pappel (Populus), wahrend l^skovina nur die Haselstaade 

(corylus avellana) bezeichnet (Sol. 639). 



Biau: Bo9wsch'Tüvki*vhe iyprachdenkmäler. 2&b 

iü, kaon, — dinja, dina, Melone U. 3. BL 81b; 41a. 
irmak, p^rzit, rösten G. 12 b. .^ . "' v . 

ismak, sastan (^.^Lä^U*) sich b^egnen G. 18 a. 
guska, Gans ü. 4. G. i-i^. R. 24 b. 

cicek'i Ji^^^p podbß^"«), Huflattig G. Ift*. r- 

ot o^tjLB, troskot, Vogclknöterich G. iöa. 
ot*«^), — pirika, Queckeüworzel G. 15 b. ^ 

lak, kopat, hacken U. 8. G. 9 b. 
k, kolac, Pfahl G. 3 b. ' " 

k, plast, Heuschober »s») G. 3 b. 

ÄU jJiß R 23a. — S. Tezgah: 

i I, J, ovan, Widder R. 2 b. — Ko6 J!j», dass. U. 1. 

ui, N>>^ a> ^^y^} ™^7 Mann, GemaU U. 1. 

ea-karj- ^j6 l-^o^ baba, Hebamme U. 3. ~ 

zak, nedra (Msc. s^Ü) Busen, G. IIa. 

zalusmak - Ji4-Ayi>^3 , zagerliti, umhalsen R. 22 b. 

ozlamak, besnit (c>vyUo) rasen G. 9 a. 

ak, £selsfüllen, malo magare G. 2 a. 

in, oyca, Schaf U. 9 (v. 1. ofca), G. 2a; 10b. R. 2b. 



> > » > o > 



ug, kojuu, kojny, ^S^uj^ä, yw^^i^ j^^i^^, "^dra, Busen, Schooss 
ü. 8. G. 7 a. 



236) Kaz-ciceki soll nach diesem Glossar synonym von 
hak (s. Not. 136) sein. Der Kamüs II, 891 schreibt jedoch 

dessen: kar -cicek'i „Schneeblume^^ Welches von beiden 
richtige ist, wage ich nicht zu entscheiden ; doch neige ich zu 
Annahme , dass der Huflattig eher von il'i Gans , als von ^Id 

ee benannt werden konnte (vgl. Kaz-ajagy Bi. II, 418 patte 
, Chenopodium). 

237) Kaz-ot „Gänsekraut" ein Name fOr Unkrautarten, der 
: sehr präcis in seiner Bedeutung ist. Pirika Quecke 
icum repens) s. Not. 233; troskot Vogelknöterich (Poly- 

um aviculare) Fröhl. u. Parc. s. v., während Sulek für 
übe Pflanze wieder allerhand andere, Namen hat. 

238) Kazyk in dieser Bedeutung darf den Lexx. um so 
r zugef&gt werden, als es auch in Kleinasien in derse^ 

it ist. 



266 Blau: BotfUseH-TürkUehs SpraehdmdemOler. 

Kojver^^ ^y», pnsti, lass! B. 15 b. 
Kojvermek^, pnstit, loslassen 0. 9 b. 
Kologyr, mirisi^ riecbt, duftet R. 46 a. 

Koky, Ji^^ mirub (j;^^^)"*), IN* G. 10 b. 

Kol, lakat, Oberarm, Ellbogen 0. 7 a. 

Kol, od lakta do saka*^^), vom Ellbogen bis snr Faust & d4i. 

Kol sygmak, mku zag^mut, die Arme verschränken 6. 2 b. 

Kolac, rasteglig (= razteg^aj), Klafter O. 17 a. 

KoliU, lasno, leicht U. 9. 

Kolan, popmg, baachgnrt U. 18. 

Koltok o^^J^i pazuha, Achsel B. d4a. 

Kolnndza, ti^Ji, ^sandiga, Kolik, R. 37 b. 

Komak, v^rd (<^^j), setzen B. 18 b. 

Konnk, gost, Gast U. 1. 

Konnklady, castila, hat bewirthet U. 7. 

Kor, iar, Kohlenglath R. 21a. — ngljen^ glühende Kohlen R 32 b. 

Korkan, bojazan, furchtsam R. 66 a. 

Korsak, voUe (Msc. kj^^ j , ** >) Kropf G. 6 a. 
Komm, ca4ja, Russ U. 8. G. 2 a. R. 21a. 
Kory, gaj, Hain, Wäldchen ü. 2. G. 5 a. 

Kosmak OUamjJ (sO; wohl = ou^yi) uvezat, anspannen G. 2 a. 

— S. Kosmak. 
Kosta, n. pr. Kosta, Konstantin U. 7. 
Kos, poleci, lauf K 15 b. 
Kosmak, t^rcat, laufen G. 9 b. 



Kosmak, oU^^ä, uzet (^Ij^) (uvezat?) anspannen R. 20b.- 
S. Kosmak. 



239) Mi ruh wird durch Fra S. Martid als bosnischer Pro?in- 
zialismus statt des gewöhnlichen miris bestätigt 

240) Diese Erklärung von Kol ist ungenau. S. den vorigen 
Artikel. . 

241) So wie das Wort im Msc. geschrieben ist: ^^;3, ^'^^^ 
es vrolje gesprochen werden müssen; ob dies eine landschaftliche 
Nebenform von volje ist; oder bloss einem Schreibfehler des Co- 
piBten seine Entstehung verdankt^ bleibe dahin gestellt. 



Btau: Bosniseh'TürkiMehe Sjwaehdefikmäler, 267 

^^ ^y ***) t^rk»» Lauf 0. 9 b. 
ioT, 8t8nJ,.jage fortl R 65b. 

EoTan, lüiite, Bienenstock ü. 1. 6. 17 a. 

KoYanluk, i4janak (^LJ^O,***) Bienenhans G. 17 a. 
KoTar, ^«^ tfra, er verfolgt, veijagt ü. 3. 
Kovmak, gonit, vertreiben^ verschenchen O. 12 b. 

(kedi), pis! *^^) Scheuchwort, om die Katze ra veijagen U. 7. 

Soz, orahy Wallnass U. 10. 0. IIb. 
Koz-agadzy, orahovina, Nnssholz R. 25 a. 

iraz, Reif R 19a. — S. Karaga. 



9 I «• 



• • > 



C« O > 



umhalsen ü. 6. 6. IIa: kneamak UU^^. 
Kndba j^o^i >«&) stoier, Thftrangel R. SO b. 

Kngy ^jij labut (o^^), Schwan 6. 14 b. 

Kiumk, rep, Schwanz R. 4 b. 

Koja, jama, Grube U. 10. 

Kükok«*«) yjySyi, pevacica, Kukuk R 35 b. 

Kokoniz, klas, Mais R 2 a. 

Kakamz-nfiy, klasono braino, Maismehl R. 4 b. 

Knl, robce, Sclave U. 6. 

Knlak, nho^ Ohr U. 1. R 3 a. 

Kolkak, w&aJ^ >^7) knkavica, Kukuk G. 4 a. 



242) Fehlt bei Bianchi, Redhouse n. a. — S. Handjeri s. v. 
i^urse: y^yi. 

243) Die WBB. haben nur die Form Uljanik. Da die 
beiden Wörter uljanik und uliste im Slav. vereinzelt stehen, 
und ein verwandtes Wort für Biene nicht vorhanden ist, so ist 
rielleicht an >i^l Bienenschwarm anzuknüpfen. 

244) Umgekehrt wird in Albanien die Katze mit dem Laut: 
»i 8 8 - p i 8 s gelockt , und heisst daher selbst niaaoja in 
ier Kindersprache (Hahn Alb. WB. 101). 



^o » 



245) Bosnische Orthographie st. subi, welches übrigens in 
Ier Bdtg. ^Thürangel'' den WBB. noch fehlt 

246) Fehlt den türk. WBB. — Vgl. ^yi y^yi Bi. U, 525. 
— Pivacica, eigtl. Sängerin ist in Bosnien Localname für den 
^nkok. 

247) Kulkak ebenfalls ein mir neuer Name dieses Vogels. 



2&i Blau: BosnUeh'lHlrkische Sprachdenkmäler, 

Kole, *kula, Thurm R. 8 b. 

Kulp; d^riak, Henkel R. d4a. 

Kum, pisak, Sand G. 13a. E. 19 b; 40a. 

* Kuma, «^^, inoca «^yLat» Kebsweib G. 8a; 14 b. 

Kunduz, vidra, Fischotter G. 6 a. 

Kapa^ l^, n. pr. Kölpa, Fioss U. 18. 
Karakluk, sohoöa, Trockenheit R. 4 a. 
Kurbaga, zaba^ Frosch U. 13. G. 5 b. R. 5a; 37 b. 
Kord, vuk Wolf U. 1. 



«. '%.ji 



O I o I 



— , kuijak (^i^a^) Wolf R. öa. 
Kurd-hejeti (v. 1. hejbeti), vucina, Wolfshaut? U. 1."») 
Kurmak. S. Bagdas-kurmak. 
Kursun, olovo, Blei, ü. 5. R. 23 a. 
Kurtarmak, oteti; wegnehmen, rauben G. 9 a. 



> » 



Kurub, v^, potrebau, arm^ bedürftig G. 16 b. 
Kurut, osusi, trockne. R. 15 a. 
Kury, suho, trocken R. 15 a. 



O ^ ) 



Knsandy ^A^Ua3, bljuvaka, das Erbrechen G. 12 b. 



o « o * o.« o ) 



Kuskuu ^.,yu#^3, pnhva (^y^^)}^^^) Schwanzriemen U. 13. 
Kusmak, bljuvat, ausspeien, erbrechen G. 12 b. R. 22 b. 
Kus, tica, Vogel G. 4 a. R. 29 a; 35 a. — S. Kuslar. 
Kusak, pojas, Gürtel U. 10. 
— , pas, dasselbe R. 3 a. 
Kusamak, opa^at; umgürten G. 18 a. 
Kuslar, tice, Vögel R. 24 a. 
Kusluk, rucak, Frühstück U. 6. 
KuzgUD; gavrau; Rabe G. 4 a. U. 10. R. 24 b. 
Kuzy, jagnje, jaiye, Lamm ü. 13. R. 2 b. 



248) S. Not. zu Uskufi I, v. 22. — Vucina FröW. 489: 
„1. Wolfshaut, 2. Augmentationen von Vuk", also Rudel von 

Wölfen. Sul. 1589: „Wolfsbalg, Wolfshaut." — s^^Ji^ ist arab. 

öU^, s^iJL^, was der Kamus s. v. durch HAfiA^ ^ ^La JL» an- 
stand, Eigenschaft, Wesen" eines Dinges erklärt; und sonach wird tu • 
cina hier wohl richtiger durch Wolfsnatur übersetzt. 

249) Das Wort iebil m d^n ^(Ä^. 



Blaui Botnisck^Türküchs Sprachd€nkmäler, 269 

Litfu-knlaghy-ot,o*« ^:!l^ j^ "O) sesarika trava, Sauerampfer G.l öa. 

[ybty, ^jJcLß, ögan, Zigeuner G. IIa. 

iyc, ^w^b, strag, Hiuterseite G. 12 a. 

\yckylamak, skaklit; kitzeln G. 9 a. 

„ T> ^ ) braboniak, Ziegenkoth. 
Kygy R. 6 a ( 

Kygyldzym, iskra, Funken U. 2. G. 4 b. 

Syja, Oka, Ocke (Gewicht von 2\/, Pfund) R. 45 b. 

iyl, dlaka, Haar, G. 12 a. 

ijlcyk UU^i,**^) pozder, Scheben, Flachaabfall R. 3aa. 



o o 



Lyldzyk s^Ä^is, os ({j»*\), Aehrenbart, Aehrenspitoe G. 17 a. 
wylydz, sabya, Säbel ü. 1. G. 8 b. R. 15 b. 

« 

iymak, kidisat, vergewaltigen G. 9 b. 

lymuldan ^^wXi^^ä, makni se, rühr dich! R. 15b. 



<• O O 



iyiid}Tmak, wA^ .A^^, nagovorit, zureden G. IIb. 

!>Tba, t.3ji , * fudzija (xx^ji) Wasserfass, Schlauch G. 5 b. 



• . O ' o 



yrga-delüki ^^^jo ^i:y>,*^*) baljucik (wä^^^L^) wilder Lauch G. 15b. 



250) Kuzu-kulagy ist bekannter Name des Sauerampfers 
onigb. 559: Rumex acetosa. £benda 552 steht es auch ftü: 
siuerklee (oxalis acetosella). Der bosnische Name dieser 
nden Pflanzen ist aber kiseljaca (s. s. v. Hummas und 
amus II, 419, welcher (ji3U> durch ^^j^ f^J^ übersetzt), so 
ISS sesarika trava (vgl. sesarka, sesarika Tannzapfen) 
ne neue, vielleicht von der Form des Samenkolbens entlehnte 
jnennung wäre. 

251) Fehlt in dieser speciellen Bedeutung den WBB. 

252) Das türkische Wort erinnert an Karga-böken (Me- 
nski, Honigb.) Krähenauge (St rychnu s nux vomica), da 
jnrge = Karga (Lautl. §. 1 , b.) ; und würde also „Krfihenloch'* 
(deuten. Da die Pflanze mit Sicherheit nicht bekannt ist, indem 
h nur vermuthungs weise aus n-äa:s.jJI^ baljucik herauslese, 

kd dies — Balucka, Baljuska wilder Lauch (Fröhl. 5. P. 



270 Blau: BosnUek-'TUrkigehe SprachdmdemäUr. 



) > > 



Kyrgyl^ACjÄ^* prosMo? (Msc. ^yU,j^)"*) graulich, grisooRsob. 

Kyrk, cetiridesed, cetiredeset, vierzig U. 18. 6. 19 b. 
Kyrkmak, ostriö, scheeren, siatzen O. 9 b. 

Kyrlangyc, g^Lf^, ^^^^ lastavica, Schwalbe 6. 4 a. 

Kyrmak, naiet, anbrechen, anzapfen G. 12 a. 

Kyrmyzy R 6b 1 .^ ^^ 

Kyrmzy G. 7b ) 

Kysac, klästa, Zange G. 4 b. 

Kysrak, kobila, Stote U. 11. G. 2 a. R. 2 b. 

Kyssa luoS, kratko, knrz G. 6 b. 






ft ft 



Kysyr ju^, sdirka iüi^^jUi), *^«) eine Unfmchtbare O. 10 b. 



• ' 



Kys, zima, Winter G. 6 a. R. 28 b. 
Kyt-ejlemek', söedit (ojÜü^O« sparen G. 14 b. 

Kytlnk, 8knpo<^ llieaning G. 7 a. 

— , täskoda, Mangel R. 28 a. 
Kyz, moma, Madchen U. 1. G. 7 a. 
— , cora. Madchen R. 2 b. 

Kyza (dat), köeri (^y^, vj/^l^ ^^ ^- ^0; der Tochter U.l. 

Kyz-kardal, sestra, Schwester U. 11. R. Sa. 
Kyzag ^, saone, Schlitten R. Ib. 



10) nehme, so wage ich anch nicht zn behaupten, dass i'^Jo 
etwa bloss ans ^J^y^ verderbt ist. 

253) Da das prosSdo nicht ohne Schwierigkeit ans doi 
yX^^y^ herauszufinden ist, so darf vielleicht bei borsto stehen 

geblieben werden, und borast fttr eine slavische A^jectivbildung, 
wie doratast, bräunlich, jogunast, dickköpfig von einem tark. 
^^^ gelten, wobei an jakut. borofi, schwarzgran, borolchoj 

graulich anzuknflpfen wäre. 

254) Vgl. Stirkinja, die Unfruchtbare Fröhl. 488. Du 
Wort ist verwandt mit alban. avBQni ,,nnfrnchtbar iron Fiaiieo 
und Thieren^, welches Hahn A. W. 126 mit epirotisch-griechisdiem 
ti öTvga „die Unfruchtbare^^ vergleicht , welchea altgriechiich 
anlga ist. 



Biau: Bomum^TSiirkiBdU SpraekdmdtmOim'. 271 

Kyzdyrmak, os^jat, glOhend machen G. 9 b. 
lyzyl, c^rven, c^r^en; roth ü. 2. 

Kyzyl-boja, metorica (vacvi^^),"*) Fftrberröthe G. 16 a. 

Kjzylcyk, dr^nak, Kornelkirsche R. 2 a. 

Kyzyldzyk, di^n (^^), Kornelkirschbaum G. 10 b. 

Kyzyldzyk-agacy drinovina, Kornelkirschholz G. 5 a. * 



Ei. 

Lahan ^ kapus^ Kraot, Kohl G. 2 b. R. 2 a. 

Lahana, iur>>^ dasselbe U. 13. 

Lahana-tursy-sigy; rasol (6yo]X SauerkraotbrUhe U. 18. 

*Lan ^.ß, *k'etan (^.,U1), Flachs R. 6 b. 

JLefne-ot, o^Ijujü'^^) metvica, MOiize (Meutha) G. 15 b. 

L.e8, ^Jü^ m^rlina, Aas R. 39 b. 

Levend, Oü^, janak, Held U. 10. 

Liblab (Msc. wXJ'^^; pnrstan? (lllCj^) Epheu (Hedera) 0. 16b. 



255) Kyzyl-boja braacht der Kamosflbersetzer III, 21 für 

^4^ ^^jJ\ , III; 732 : für B^ , d. i. Krappworzel (s. Hand(]eri U, 

126 s. V. garance; Yull. I, 80 s. v. rüiias, nicht rAnas; s. 
meine Commerz. Zost Persiens S. 84). — Honigb. 559 hat nnter 
Rubia Tin Ctoram nor fta^c*)^. — Den oben gegebenen sla- 



>. 



vischen Namen ^^jy^^ was metorica, matorica, matnri- 

ca gelesen werden ^n, finde ich nirgend yerzeichnet. 

256) Metvica ist Münze (Mentha), deren gewöhnlicher 
tOrk. Name nane ^iü and «.^ ist. Lefne ist bekanntlich -= 

Sd(pvi] and lefne-ot entspräche bnchstäblich nnserm „Lorbeer- 
kraat^ (Daphne mezeream), auch Kellerhals, Seidelbast genannt. 
Indess ist eine Yerwechselong dieser Pflanze mit der Münze nicht 
wohl anzunehmen und Lefne-ot als ein nener Name für 
letztere einzutragen ; wofern es nicht bloss verschrieben statt lOsi« 

257) v^aJ, wie im Msc. steht, corrigire ich in v^LJ Lib- 
lab, pers. Form (Vall. II, 1082) des arabischen Leb lab. ^«'i'^Hes 



272 Jikttt: BoMwurh'TüfkUche SprftdidanJcmälrr. 

Lobut, Oj.;^ , ^yj , ***) toljaga (v. 1. tojaga), Knflppel. U. 8. 

Lodos ir*OJ R. 33b. 

, V ] m. Südwind. 

Lodoz :j^J G. 6 b. 



I ) 



Luzan ^^jK^J n. pr. einer Stadt (Laxane) U. 13. 



Magara s^lJU rupa, Grabe, Höhle G. 18 a. 
— — pe<5, Backofen R. 26 a. 



O t 



Maja, kvas (j*tyi, Sauerteig G. 8 b. 
— , siriste, Labmagen, Käselab R. 33 b. 

Magy ^J^^, *mavi (jj^L«), blau R. 5b. 

Majys (j«gL*; svibai^» Mai G. 13 a. 

Makbara, grob; Grab U. 8. 
Makrama, rncnik, Handtuch U. 12. 

Malama, iU'^U "») pl^va, Spreu G. 3 b. 



C I 



Manda, v^XiU, bivolica, Büffelkuh G. 5 b. 

Mantar, pecur U. 9. — pecurka *^^*) G. 6 a Schwamm, Champignon. 



Kamus HI, 145 als eine Art Epheu, die türkisch y*.^ heisse 
(vgl. hymel, y^^ Bi. I, 718. Honigb. 545 Hopfen, b» 
nisch hmelj); I, 257 als verschieden von ^y^ xi<T<Td^ , nai j 
Berggr. 853 als Heder a arborea definirt. — In dem xiU-:^ 

V 

vermuthe ich eine Form wie bärstan, welches Sul. 414 för. 
Hedera helix, oder berstran., was Parcid 16 für Heden 
anfuhrt. 

258) Usk. VIII, V. 4 erklärt lobut, lubut(?j ausdrücküA 
für türkisch. Trotzdem ist es wahrscheinlich ein ursprQnglkk 
slavisches Wort, von lupati „schlagen" abgeleitet. — Dei 
WBB. fehlt es. 

259) Malama fehlt in den WBB. 

259a) Pecurka Wiesenschwamm, Agaricus rampcstris 

V 

Sul. 1576. — Das tflrk. Mantar ist generell. 



Blaur BattUseh'TVrküche Sprachdenkmäler, 273 

liaroU salaty Salat 6. 8 b. 

Ifart, o^U, lazak, »<<>) Mftrz G. 18 a. 

Üasra, 9^ü*<i) cev, Spule G. da. 
BltsSy ozeg, Feuerzange U. 2. R. 30 b. 
3UxSj siska, Gallapfel G. 10 a. 

Jleäk oix:^,*«') cunak; Weberschiffchen G. 3a. 



JCek'tub, kniga, Brief G. 12 b. 

Kelalky *feristeler, Engel (plur.) K. Ib. 

Hdek, ^feriste^ Engel R. Ib. 

Meier, '^') mauce, miaut G. 2 a. 

Herne, sisa, Zitze, Brust G. 5 b. R. 15b; 83 a. 

Herämeky sovica, Linse R. 24 b. 

lierdzimek, socivica, Linse G. 13 b. 



O « U ' 



BierdiTeU; ^y^y^^ lestve, Treppe R. 27 a. — S. Nerduban. 

Meijem, Mari (s^J^*)', Maria U. 2. 

Bf erer, ^jA , bleji, blökt G. 2 a. 

Mersin, ***) q*-^, kaloper, Frauenkraut (Balsamita) G. 15 b. 



260) Lazak, eigentl. Lügner, landschaftlicher Name des 
Uonats März in Bosnien. Man vei-gleiche das albanes. Volkslied 
Wägai xdgai Hahn. A. St. I, 155. 

261) Ueber Masra sehe man vorzüglich Fleischers Be- 
Eierkungen in Z. d. D. M. G. XII, S. 333. Dem dort Gebotenen 
ftge ich noch hinzu, dass auch im Albanesischen das gleiche Wort 
r^raucht wird- Hahn A. W. 68: ^^fiaaaovQ'i Rohrstück zum 
iamwickehi." 

262) Bosnische Form des arab. ^^jS^^ ^^^, Weberschiffchen. 
S. Fleisch, a. a. 0. 334. Albanesisch fiiit/ix dass. Hahn 75. 

263) Melmek hat sonst die Bdtg. blöken, wofür unten 
mermek gebraucht ist 

264) Kaloper == Balsamita vulgaris, Frauenkraut, 
liarienwurzel Fr. Sul. Parc. einstimmig. Da nach mündlichen An- 
jaben hiesiger Türken dieselbe türkisch Merjem-oty Jji j^j-t 

leissen soll (Marienkraut), während mersin der Name der Myrthe 
{ein würde, so liegt vielleicht eine Entstellung vor. Jedoch hat 
iuch Berggr. 874: marsa = Herba Divae Mariae. 

Abhandl. d. DMG. V. 2. 18 



274 B^<: Bomüch-Türkische ßpmckdenkmäUr. 



<»**»* 



Mertef .jcy , ^^^) dasnik, Luftröhre, Luftloch G. 8 b. 

MesC; sQina, Forst G. 5 a. 

Mesrebe, bokara, Becl^er U. 5. G. 5 b. 

Mezar, grab, Grab G. 17 b. 

Mizrak, kopje, Lanze U. 1. 



Mizraka; *dzida («Joo>) Speer U. 12. 



' O I 



Moiho ^J:b^^,*^<^) kobac; Sperber, Lerchen&lke G. 4«. 
Mojmol, 6y^y^ (v. 1. ^.»^4-»^) kobac, Sperber ü. 10. 



w t O > 



Mojmun, ^^y^yAj *amadza, Sperber R. 24 b. 
Mor, modro, blau, U. 2. 



> t 



*Mo8ur, *^') jy^^^j ledenica, Eiszapfen G. 3 a. 

•Most, sLi^-M.^^, cuprija Brücke R. 13b. 

Muh, -^, klinac, Hufnagel R. 35 a. 

— , ^, cavo (^^1^) Nagel G. 6 b. 
Myh ^^ *civi, ^^^ Nagel G. Ib. 

Mum, svida, Kerze U. 3. R. 14 b. 

Murdar, pogano, schmutzig U. 2. 

IIb I 
Musluman, ^UU<^, Turcin, Tflrke G. Ib. 

Musavere-itmek, izdogovorit se, berathschlagen G. 18 a. 

Mühür, pecat, Petschaft ü. 4. 

Mtlrver, zobika,^*^) Flieder, HoUunderbaum U. 12. 

Mysyr-tauk, tuka, Truthuhn R. 6 a. 

265) Mertef ist verdächtig. Mertek wüjy st. eVjy 

Balken; auch könnte Mertef nach Lautl. §. 9, e dasarab. 

vertreten, in der Bdtg. Warte (s. Freyt. lex. s. v.); oder e 
es hängt mit slav. vertep zusammen Parci<5 747 Spelc 

Höhle. 

266) Fehlt nebst Varianten Mojmol u. Mojmun den 

267) Slav. Mosur Eiszapfen Fröhl. 177. — Vielleic 
davon der Musur-dag in Kurdistan seinen Namen. 

268) Mtirver, vulgo Mülver (Honigb. 561 s. v. 
bucus nigra) steht anderweit für HoUunder fest. — Dei 

Namen schreibt Sulek 700: zovika; in Bosnien wird z< 
gesprochen. 



BUm: BoanUch'1'ürkische Sprachdenkmäler. 275 



w. 



iak oi^**'), bradva, Ziimneraxt U. 9. 

amät-itmek, predikat «'»), predigen, U. 5. 

vs, vez, Stickerei ü. 13. G. 12 b. R. 23 b^ 41a. 

yslajacak s^ivi'^'^lJ, vez-ce, wird sticken R. 23 b. 

;yslamak, vezti, sticken R. 23 b. 

5yslamys, navez6, hat gestickt, R. 23 b. 

jyslior, veze, stickt R. 23 b. 

gysly, v6zeno, gestickt R. 23 b. 

hoslu, bolestan, krank U. 7. ^ 

j, svirala, Flöte G. 1 1 a. 

J, podkov, Hufeisen U. 5. 

- JÜ ploca, Hufeisen G. 6 b. R. 35 a. 

Jadaym, da podkovem, dass ich beschlage R. 35 b. 



Ol o » 



ilangyr ]tJü:\:^ ^''\ u^ipak (ö^ J^j^), ^P'«^ ^^"^^ ^ ^ ^^^ 

Uatdyr, potkovah, lass beschl««en R. 35 a. 
ilatmak vJUäIjü podkovat, beschlagen U. 5. 
ilatmak oUi^U potkovat, dass. R. 26 b. 
alatmys, potkovan, beschlagen worden R. 26 b 
ilce, potkov, Huf, Hufeisen R. 26 b. 
äIsuz, nepotkovan, unbeschlagen R. 26 b 
ir, sipak, Granatapfel R. 21b. — F ^^ ,^J^ 



269) Nadzak steh* 
an auch als Hacke g*^' - ^^ ^^öhl. 167: „eine Art Keule, die 
^iTn uadzvk .«-orauchen kann." Bi. II, 1073. 1095, na- 
^ d^ch * ,,Streiticolben." Hiemach scheint die Ueber- 

^^g^^s T^ ciradva ungenau. ^^ 

^ ü^ vermittelnde Tertium zwischen nagamät-itmek 
"* ^.redikat ist der näselnd melodische Vortrag der GeisÜichen 
271) Dies Gebäck, dessen Name in den Wörterbttchem an- 
lerweit mir nicht vorgekommen ist, scheint von der Form entlehnt 
:u sein, wenn anders Nalangyr aus nal, Hufeisen, und angyr 
vgl. Angir = ajgyr Hengst Fröhl. 2) Pferd, zusammengesetzt 
st Statt uscipak schreibt Fröhl. 463: ustipak Zwickkrapfer 
ITgl. LauUehre §. 19, b, bb. 

18* 



276 Blau: Bomisch'Türkiftche Spr€u:hdetikmäUr, 

Natas J.Q , obadiua (lüoby) G. 3 b. «'«) 

Na-umyd J^A^.i Li nenadan (obLiiü Msc.) unverhofft G. 15 a. 
Nazlanmak, podnosit, sich geberden G. 9 a. 

Ne-asyl (vulgo nasl) Jw«:»?iij, kako, wie? R. 44a. 
Nefes, dihna*") (U^^) Athem R. 32 a. 

Nerduban, lestve, Treppe R 35 a. 

Nerede, di ( -J)«^*) wo? R. 46b. 

• 

Nereje, kuda, wohin? R. 46 b. 

Nerk'es, (j**5y, neveu *'*), Narcisse G. 16 a. 
Nicün, jere, warum? G. 18b. R. 13b; 38a. 

Nik'beti, jr^xi zlocesto, nichtswürdig U. 1. G. 5a: 
Nisan, ^L^««^, travai\i, April G. 13 a. 
Nohut (Msc. o^) «7«), grab, Erbse R. 24 a. 



»... 



272) Obadina, Augmentati v von b a d Bremse stimmt n 
natas in keiner Weise, welches die „ Pflngschaar^ bedeotet, 
die aber bosnisch leroes oder raonik heisst. 

273) Vgl. dihanje, das Äthemholen v. dihati atbmen. - 
Dihna fehlt den WBB. 

274) ^ = gdi. 



t. « I « 



275) Nach dem türk. ^y (Nergis Hou. 549; yjc^^ 
Berggr. 864) erwartet man den slavischen Namen für Narcissas 

T a z e 1 1 a. Dagegen lässt Sul. 1331 Neven ^ Strohbloine 

£lichrysum, Parcic dasselbe C al e ndula ar vens is, Fröbl. 

Calendula officinalis (Todtenblume) sein. 

• » 

276) Trotzdem das Msc. deutlich o^' hat, wage ich nicht 

anTomata, Tomut^ den Vulgärnamen der Melongena zu 
denken , sondern corrigire o>^j>wj ^= Oy^^ (wie c;^^ = Oub') 

Erbse, nach Maassgabe der slav. Beischrift sl^ d. i. grab. Fröhl. 

48; auch bei Bi. 11, 311: .1^ ghyrah pois. 



ff/ow: Bo*uUirb'l%rkiHrhe iipnicMfukmäUr. 277 



o. 

ir-k'an, prikosntra, übermorgen 6. IIb. 
ir-k'id2e, prekosntra vecra, übennoigen Abend G. IIb. 
0^1 j Tatra, Feuer G. 4 b. 
in, d^rva, Holz U. 10. G. 5 a. R. 2 a. 
in-bark'ir, d^rvar-koig, Holzpferd R 4 b. 
iak, ogi^iste, Heerd U. 6. 
lag, pL^J dass. G. 4 b. 

iak, ut^y, grojadbo? ((^U^^)"') G. 17 b. 

ak, kozle, Ziegenböcklein U. 13. G. 10 b. — S. Ovlak. 

An, momce, Knabe U. 6. 

nak, tört, reiben G. 12 a. — S. Ovmak. 

ramaky navratit se, einkehren, einsprechen G. 18 b. 



> •> 



iü ^jf3^ higdnk, Räuber R. 16 a. 

ü, sin, Sohn U. 11. G. 8 a. 

Q-ot*^^), celina-ljubica, Melisse G. 16 a. 



> > ^ .•^* • 



ur, jty\ 8r«<$a (j^^O? Glück G. 18 b. 

# 

irlamak, ukrast, stehlen G. 9 b. 

amaky pipat, streicheln U. 5. G. 5 b. 

[1, uzda, Zaum G. 8 a. R. 27 a; 35 a. 

lyr, probudice se, er wird erwachen R. 3ßa. 

idurmak, probudit, aufwecken G. 18 a. 

^ ign^r> spiele! R. 57b. 



>c • > 



77) Verderbte Lesart: ich vermag aus ^-^L^-c kein slavisches 
rt heransznlesen. Wahrscheinlich liegt darin ein Wort wie 

j a n i c a Wärmkammer (Sul. 1537; oder g r i o n i c a Wärm- 
ten versteckt. 
278) Kamus I, 145 hat ogul-oty für «s^/i^ ebenso Honigb. 

für Melissa officinalis. Weniger sicher ist, was Bianchi 
nach ihm Zenker angeben: Mercurialis d. i. Bingelkraut. 

ina =r Peel! na führt wie ogul Bienenschwarm, auf eine 

situng von cela Biene, wovon Sniek einen ähnlichen Namen 

Melisse Pcelinjak hat. Unser Celina-ljubica passt zu 
hl. 135. Parc. 244: Ljubica, melissa officinalia» 



i 



278 Blati: Bosnisch-Türkische Sprachdenkmäler, 



I b. t 



Ojnamacy ^ä^Ujlj^I (so!) igrac, Spieler R. IGa. 

Ojun, igra, Spiel U. 6. 

Ok, strela, Pfeil G. 14a. R. 16a; 34 b. 

Okca IäsJ «^») peta, Ferse G. 7 a. — S. Qftdse. 

Okcy, strölac, Pfeilschütz R 34 b. 

Okudy, uci, las R. 28 b. 

Okotdy, nauci, Hess leseu R. 28 b. 

Ol, J^i, on, es U. 13. 

Ol k'elür, doöic^e on, er wird kommen U. 9. 

Oladiak, \\o^e da bude^ es wird sein R. 54 a. 

Oldukda, kada bude, da es geschab R. 54 b. 

Olmaly, vela da bade, es muss sein R. 53 b. 

Olmamaly, vela da ne bude^ es moss nicht sein R. 53 b. 

Olmamys, nezrelo, unreif R. 9 a. 

Olmaz, nemore biti, es kann nicht sein K. 53 b. 

Olmys, bilo, geworden R. 33 a. 

Olsun^ (v. 1. ossnn), neka, es sei I U. 9 — neka biiil% R. 58 »> 

Oluk, i\^h, ^Jk Rinne U. 10. 

Omuz, rame, Schulter R. 3 b. U. 1. 

Omuzganmak ou^cj^^^ ^^^) ominat se (ium^Ua^^I), AchselKtidraiiG.9i 

« 

On, desed, deset, zehn U. 13. G. 12 a. 



u . • > •# ^ 



279) Zu dieser Orthographie ^;9evS^t hinzttgenommen , a^^I 

in Msc. R. (s. unter Ofidze) und was bei Zenker 137 stdit: 
ökce ^A^^i „Ferse, Absatz^ so erscheint die erstere als bos- 
nische Verhärtung des ^^ nach Lautl. 19, a, 1; die zweite als Er- 
weichung des k in g (Laut!. 19, d). Doch habe ich 3^ lieber für 

Sagyr-nun als für pars. g. angesehen, da das Wort etymologisch 
zu öfi Spitze gehört 

280) Omuzganmak, ein in den Wß. fehlendes DenonuDativ 
von omuz, Schulter, ist durch das bosnische ominat, ominjtt 
gesichert, da letzteres hierzu I^ande ft)r omilati se PrOhl. 241: 
„durch Achselzucken etwas sagen^S bekannt ist. Aehnlich gebildet, 
vielleicht davon nicht verschieden ist ymyzganmak einnicken, 
einschlummern (den Kopf auf die Schulter sinken lassen), Zenker 
95. — Vgl. aach jakut. umus, nmsasy t „mit dem Gesicht nicli 
anten liegen." 



Biau: Boenißch-Türl'istikfi Sprachdenkmäler, 279 

lir, jedanest, elf 6. 12 a. 

lyfi, desed hilljada, zehntaasend U. 13. 

kX dvanesty zwölf 6. 12 a. 

una, xjüy««^), desetak Msc. JjUli) Zehendabgabe G. 17 a. 
itma, ne zaboravi, vergiss nicht! U. 5. 
la, onde, dort G. 17 b. 



b « O I 



ja-dek', donlen (^^.o)«"), Us dorthin G. 17 b. 
k, sörp (w^/ö^ wT^), Sichel G. 3 b. R. 21b. 



kcy, zetelica, Schnitterin R. 22 a. 

jor, Isge, bellt G. 2 a. 

i, sredina, Mitte R. 3 b. 

dz, post, Fasten G. 14 a. 

dz-totmak, postit, fasten G. 14 a. 

dzlar, postila, Fasten U. 7. — S. Onid^. 



1 > 



Imak sJUj^^t — S. OrOlmek. 

rmak vjuj^^t, pdrd^t (Msc. wÄjpj^) flursen G. 13 a. 



trava, Gras U. 13. R. 3 b. 
rmak, ostrovat, vergiften G. 9 b. 
imak, past, grasen G. 8 b. 
ik, seno, Heu U. 1. R. 3 b. 
r, sed, s^di, setze dich U. 9. R. 30 a. 
rmak, sMit, sitzen G. 15 a. 



)b > t 



immi; 0jjyi^^ sedu (^U*) ich will sitzen R. 30 a. 

iz, tridesed, tridest, dreissig U. 13. G. 12 b. 
S polje, Ebene, Gefilde G. 12 a. R. 21 b. 
Ak. jare, Zicklein R. 2 b. — S. Oglak. 



281) Onlama Zehnt, onlamak den Zehnten eintreiben, 
lom. von on und gleichbedeutend mit onluk^ fehlt aaeh bei 
iker^ ist aber in der ganzen Türkei gebrftuchlidi. 

282) Sonst donle, do onle, bis dorthin Fröhl, 40. 



280 Blau: Bosnisch' Tür küche Sprachdenkmäler. 

Ovmak, Ji^^^U t^rti, reiben R. 22 a. — S. Ogmak. 
Ovta, xiy >*»»), katun, Sennhütte, Zigeunerhütte G. IIa. 



o. 

öd, zuc, Galle G. 8a. R. I9b; 33a. R. 20a. zuc (Ijj). 
Öd6, plati! zahle! R. 57 b. 
Odedi, plati, bezahlte R. IIb. 

ödemek' platit, zahlen G. 13 b; 17 a: ji^. 
ökündi, uzajem, Anleihe R. 6b; 27b. 

— , dug, Borg, G. 13 b. 
Oflijor, puse, bläst, R. 14 a. 

öfürmek , puhat, blasen, V. 7. — puhahat (vi>»i>'L>^ *") i 

G. 13a. 
Ok'ej-ana, madeha, Stiefmutter G. 8 a. 
ök'ej-kyzy, pastorka, Stieftochter U. 11. R. 3 a. 
ök'ej-ogul, pastorak, Stiefsohn G. 8 a. 
Ök'ej-valide-si, madeha, Stiefmutter R. 3 a. 
ökijor, hvali (ib), lobt R. 57 a. 

ök'mek', hvalit (siiJli), loben G. Ha. 

Ok'rendiler, naucise, sie lernten R. 53 a. 
Ök'renijor, naucava, er lernt R. 53 a. 
OkVenroisim, naucio se, ich habe gelernt R. 51a. 



283; Ein anscheinend den Zigeunern zukommendes 
deren in unseren Gloss. sich mehrere finden (vgl. cerga, Cj 
Kybty). In Bosnien werden die Zelt- und Bretterhtttten, in 
die hier über 10,000 Köpfe zählenden Zigeuner wohnen 
Katun und Ovta bezeichnet. Letzteres ist vielleicht mit 
rischem 6 v d a , von Wzl. o v hüten , schützen identisch : ^ 
hängt mit osttürk. otag ^=: oda zusammen. 

284) Puhahat steht in den WDB. nicht. Möglicherwe 
es nur Schreibfehler für puhat. 



Bin»: Bomdack'TfUkisrhs Sjwarhdmkmäler, 281 

Ok'sürmek^ kas^at, husten G. 9 a. 



b > 



Ck'todere, ostan, Ochsenstachel U. 10. G. Ib. (Mac ^U^^f). 
Ck'ttnijQr, Tali se, wird gelobt R 57 b. 



o «•> t 



Ok'fltmek', eUic^^jf, saml^t, mahlen G. 8 b. R. 22 a. 
Ol'tti, vo, Ochs G. .1 b. R. 2 b. 
Öjle, eh-tako, so R. 31a. 

ölk'er "^^\ , vlasidi (Msc. jCÄt JJ^) «";, Plejaden G. 6 b. 

Oldflm, omrih, ich starb R 12 a. 
ÖldOrmek, nbiti, tödten G. 14 a. 

ÖMzek, u^y, m^ra, Mass G. I7a. 
(Nmek, nmrit^ sterben G. 14 a. — omrSti R 25 b. 
Öbnfis, m^rtav; todt U. 8. 
i öli, J.A , m^rtav, todt R 39 b. 

! ölöm, f^y^f, sm^rt, Tod, R 25 b. 
} önfildi, zaraste, verharrschte R. 12 a. 

Onflhnek, zarasti, verharrschen, yerwachsen G. 18 a.. 

Oll, ^^ j naprM, Vorderseite G. 12 a. 

On-sacy, ^^\^ <^jf, kika, Uaarzopf (Stirnhaar) U. 12. 

Ofidie, Ä^y , peta, Ferse R. 33 b. — S. Okca. 
Opinek', po^nbit, kassen U. 6. R. 22 b. 
Ordek^ patka, £nte U. 4. G. 4b. R 6a. 

örek'e, »i' »^y , prela**«), Spinnrocken, Spinnrad R 6 b. 

> 
örgü jc^j^» pletenica, Zopf R 7b. 



285) Vlasici, wie das Siebengestirn slavisch heisst (Froh. 
485), wttrde iu türkischen Lettern ^J^'i^ geschrieben werden. 

Der Abschreiber hat das, an joldas Reisegesellschaft^r denkend, 
in ^yi^AJ^ entstellt. — Zu türk. ölk'er vgl. jakut ürgäl Ple- 

jaden, eig. kleine Heerde, v. ür Heerde. 

286) Prelja, prelica, Spinnerin (Fröhl. Parc.); das Instm- 
meut; Spinnrad und der Spinnrocken heissen dalmatinisch presla, 
preslica^ dann entspricht unser prela, welches den Lexx. fehlt, 
mir aber mündlich durch Eingeborene bestätigt wird. 



282 ^^^^ BMUMch-lürkUche SpriMehämOemäUr. 

örk'edz, ^\\\^^\ kobilica, BroBlknochen der Yteel 0. 6b. 
örme, lu^^l, nite («oui) Webertnunm iL 28». 

örs, nakovan, Amboss G. 10 b. R. 20 b; 89 b. 

Örülmek, s.äiJ^;^i, plesti, flechten R. 18 b. 

Örttlfi, pleten, geflochten U. 4. 

örttmdiek', örümcek, pancina, Spinne R. 9 a. O. 18 b. 

örttmek^, plest, flechten 6. 10 a. 

Örflndilemek' *^^), CMsc. täUl^J^^;^!) izAbral, wfthlmi O. 16 a. 

öte, tamo, jenseits G. 17 b. 

öteden, odtuda (»S^i^t) von drüben K 42 a.* 
özlemek', raztegnnt se, streben, G. 15 a. 



Padysah, car (^L^) Kaiser U. 1. 
Pahaly ji^^, sknpo, thener R. 18 a. 

Pahaly Ittk', \AJ ^^ sknpo^ Thenrung R. 18 a. 

Palas, bahavre (bahoije) ^^) das Besprechen (eiBSi Kraaken) 6. IIa. 

Pambnk, v3^La9 *pamiik (^y^\ •amnwoUe R. 28 a. 



287) Nächstverwandt ist örgüc Höcker, spec. vom Kameel. 
Kobilica „Brustbein der Vögel" finde ich nur bei Fröhl. 109; 

Sulek 275 nennt dasselbe lomilica. 

288) Msc. hat örfit dilemek. Es liegt jedoch nahe j in i 

zu corrigiren, da Zenker 118 nüjj^ijy]^ u5UJ3vXS^y, iiiSUla-^i);^ 
(NB. mit dem Zusatz „alt'O bietet Was die Etymologie des Wortes 
anlangt, denomin. ?. örttndi; so stelle ich letzteres zu jakut 
firäi auseinanderlegen Boehtl. 49; eine Nebenform von derselben 
Wurzel ist ögflrtlemek, wählen, sondern. 



•k » i 



289) s;^>b spreche ich bahorje, da bahavre nicht wohl 
eine slav. Form ist Vgl I^MlMure §. 5. §. 17e. 



ßlav: Bomisch'TMrkische SpracKdenkmäter, 283 

Papaz, pop, Priester (der serb. Kirche) ü. 10. G. 7 b. 
Paralamak, razbit, zerschlagen, zerstückeln G. 9bu 
Parmak, p^rst, Finger U. 1. R. 3 a. 

Pas, h^r4ja (li^Ac), Rost G. 2 a. 

Paslamak, poh^r^jat (wLs^cj^) rosten G. 8b. 

Paslanmys, poherdalo, verrostet G. 12 b. 
Patlamak, puknot, berstea, platzen G. 14 a. 
Pazar-k'tln, nedela, Sonntag U. 2. G. 11^. 
Pazar-irtesi, ponedelak, Montag U. 2. G. IIa. 

Pazu ljjti*®<^) misica, Arm. R. 34 a. 
Peder, otac, Vater R. 3 a. 



I ) o « 



Pehluvan, ^^ji^^, junak, Held G. 17 a. 

Pejgamber, svetac; Heiliger, Prophet G. Ib. R. Ib. Gotha 1. 



U lO ' 



Pejras ^j*»!^, sever {jy^), Nordwind R 3db. — S. Pojraz. 
Pek-eji, ^?oli, hodu, wohl! R. 47a. 

o ^ 

Pelid sXfl^y hrastovina, Eichbanm U. 12. 
Pelit c>^, hrast, Eiohf G. öa. 

Pelit-agadzy, hrastovina, Eichenholz R 4 a. R. 24 b. 

Pelte iJo^, *paliize (^j^\^)^^% Honii^ehen G. 10a. 

Pendzer, prozor, Fenster R. Ib. 

Pendiere, prossorac, Fensterchen U. 13. 

PendÜMnbe, ietv^rtak, Donnerstag 6. IIa. 

Penir, sir, Käse U. 1. 

PeGdr; sir, dass. R. 22 b*, 32 a. 



290) Gewöhnlich ^jL Arm. S. Lautl. §. 9 a. 

291) Persisches ^y\^ S. Völlers I, 323. Bi. I, 319: eine 

Art Gelatine. — Zenker 207 erklärt pelte als Tahfif von 
diesem palode oder paluze. Indessen unterscheidet die bos- 
nische Kochknnst beide Speisen von einander, und namentlieh ist 
pelte ein hartes Zackerwerk ans Honig and Mandeln, wie es 
auch Bianchi I, 383 erklärt. 



284 Blau: ßomiBchTürhischf Sprachdetihnäier. 

Peflir-su, sirvatka (M^^)*^*), Molken R. 23 a. 

Pen, vüa, Fee, ü. 2. 

Pestimal, ^fata, Handtuch R. 26 a. 

Pire »^, buha, Floh ü. 1. 

- o^, (so!) dass. G. db. 
Pire-ot,''') paprad, Farrenkrant, Flöhkraut 0. 5 a. 

Pire-oty, dass. U. 1. 

» 
Pirinc, oruz j^^l , Reis ü. 10. 

Pislemek', opoganit, beschmutzen G. 8 b. 

Pisi, ^^, jufka"*) (äJÜ^), ausgewalkter Teig G. 10 a. 

Pisir, pece, bftckt U. 3. 

Pisirdi; speie, buk R 10 a. 

Pismis, peceno, gebacken, gebraten R. 10a; 8 a. 



«- •- ' '•' 



Plug - stirer, ^^^^ c^, ore, er pflügt R 6 b. 



« 



O» I t 



Pojata, ju'Li^ >96), kosara, Stall LI 3 b. 



• 1 



Pojraz y^^y^ , bura, Nordwind G. 6 b. ~ S. P^raz. 
Porsnk, Jazavac, Dachs G. 6 a. — S. Borsuk. 



292) S. auch Bianchi II, 31 : >AjI^^ chervatka (dnpo- 
lonaisl) petit lait. 

293) Pire-oty, Flöhkraut, bedeutet verschiedene zur Yer- 
treibnng von Insecten gebrauchte Kräuter. Bi. I: persicaire d. i. 
Polygonum persicaria, Flöhkraut. Zenker, 234: Pyre- 
thrum officinale, deutsch Bertram; Honigb. 555: planttgo 
Ispaghula, Psyllium Flöhsamen, u. 547: Pirah-otti = 
Melilotus officinalis. Das slav. paprat, paprad ist all- 
gemeiner Name ftlr Farrenkräuter (Filices); hier scheint zunächst 
an Filix Polypodium „Wanzen würz" gedacht werden zu mOs* 

sen, welche Sul. 1536 genauer muika paprat nennt 

294) Jufka ausgewalkter Teig steht als Fremdwort bei 
Fröhl. 93. — Es ist aber slavisch: vgl. Ljupka ausgewalkter 
Teig ebenda 136. — Pisi Teig fehlt auch bei Zenker. 

295) Slav. pojata „Hütte, Stall" Fröhl. 293. Koztra 
stalla di capre Parci<5 218. 



Blau: Botnüeh'Tarkisv/te Sprachdenkmäler. 285 

Postal, Jlil^' ^^^ PantoffiBl G. 4 a. 
)zmer, ^]^ «»«), ustan ( J^^jl) R. 23 a. 
inc, ^i"'\ biser, Perle R 28 b. 

irtlak, v3^^^'"*), Vanpir ^1^\ Alp, Gespenst G. 7 a. 

I 

is-hava, maglnrina (Msc: »lnjyiy) Nebelwetter R 6 a. 
it, o^^, k^t«»9), Abgott — Christus G. 7 b. 
ilpttl, JJLji, sareno, buntscheckig G. 8 a. 
Qsk'ül, J^Xä^, kita, Zopf, Docke, R 33 a. 
yc, ,jjsA^, kopilje, Bastard G. 8 a. 



if ^<^»<>®), polica, Gestell, Leiste U. 10. 
iveod*®*) s^rcanik, Enzian (Gentiana) G. 16 b. 



296) ^\y^ fehlt in den türkk., ustun (stun?) in den slav. 

BB., so dass ich weder aus dem einen, noch dem andern etwas 
machen weiss. Die umstehenden Vokabeln handeln von der 
achsbereitung. 

297) Fr inc, Synonym v. i n d z u Perle, bosn. bi s e r , ist ent- 
Hier das auch ins Slaviscbe aufgenommene princ, Prinzenmetall 

1. 1037; ^^ Yull. I, 227 orichalcum; oder es ist gleich 

:^^ Armband, Spange. Bi. Vull. 

298) Fehlt den WBB. — vgl. bogurtlak Luftröhre, Gurgel. 

299) Um diese Uebersetzung zu begreifen, ist nicht zu ver- 
ssen, dass der Veriasser als Türke redet. 

300) Vgl. Hahn A. W. 107: ^^atfi, neugr. Bänkel; Qd^>x al- 
n. Schrank der Gewerbslcute^'; und Fröhl. 360 : „Raf Wandleiste, 
!8tell." 

301) Bei Parcic 601: s^rcanik=Gen t iana lutea; die- 

V 

be, welche Sul. 411 gentiana lutea Pamonica nennt und als 
ivandija bezeichnet, so dass der Einfluss obiger türkischer Be 



286 ^<<ni: Bomtueh-Türkiache SprachdeHkmäler. 

Ravend-tavyPos), debela tikva, Zaanrftb« 0. 16 b. 
Raziane, komorac '^*), Fenchel (Foenicolam) 6. 15 a. 

Reha ü^^, miris, Duft R. 21a. 
Resnl; elci» Gesandter R. Ib. 
Roj, *tac; Bronze U. 5. 

Riga, Uj;9 san, Traum G. 13 b. 

Roz-i-byzyr, Gjurgjevdanek^ Gjorgjevdan, St. Georgstag Ü. 2. 6. 5i 

Rüzk'ar, v^tar, Wind G. 13 b. R. 14 a. 



Sabah, rW^9 "^saba, Morgen R. 5 b. 
Sabah oldy, svano, es. tagt R. 5 b. 
Sac, kose, Haare G. 2 b. R. 19 a. 
Saclar, dass. U. 2. 

Sacak, ^jL^um, streba, Dachvorspmng G. 8 a. 

Sacmak, razasut, zerstreuen R. 20b. — nasijat, dass. 6. Ib. 

Sadaka-Y^rmek^, za duiu podat, Almosen geben U. 8. 

Safy, bristro (^^j^^ji) ^^% klar, R. 39 a. 

Sag, zdravo, gesund G. Ib. R 26a. — dasno, recht U. 13. &8a. 

nennung ravend auf das Croatische zu Tage liegt Deim ge- 
meiniglich wird unter Ravend vielmehr der Rhabarber verstanden 
(Berggr. üonigb. s. v. Rheum). Beide Pflanzen haben einen sehr 
bitteren Geschmack, daher die Verwirrung der Namen. 

302) Debela tikva Fr. 31: Stickwurz; Sul. 1604: Zaun- 
rübe (Bryouia); Honigb. 523 nennt Bryonia tttrk. semiaka- 
bak, wörtlich gleichbedeutend mit debela (fetter) tikva (KOr- 
bi«8). Doch hat Beiggr. 872 Ravend tavyl unter Rhapon- 
ticum. 

303) Raziane Honigb. 537 Fenchel (Foeniculnm vulg.), Bian- 

V 

Chi etc. Komorac, dass. Sul. 467. 

304) Gewöhnl. bistro*, doch ist eine ältere Form bristro, 
wie hier geschrieben, auch zum Beispiel in dem Ortsnamen Bris- 
tritz erhalten, wie eines der drei Dörfer hiess, ans denen sp&ter 
Senyevo entstand, und ein Quartier der Stadt noch jetzt heisst. 



Blau: Botniseh-T^buche Spraehd&kknMsr. 287 

, ^\Juoy pomnze, melkt ü. 3. 

>'c G 2a ) 

yk ü. 6. 1 ' ' 

naly inek, muzaca kram, mflchende K«h R. 3 b. 

mak, mnzt, melken G. 2 a.; 5 b. 

;Ty, (jFjfiUo sapa, Kruppe des Pferdes G. 5 b. 

«sygan, ^^UoiLo, ^.^Uam^^Uo, svirnka, Elster U. 12. O. 4a. Ria. 

Agyr, gluh, taub U. 6. G. 14 b. R. 27 a (globo). 
iagyrcak, vJi^^U;'^^), tetrib, Aaerhahn R. 36 a. 

Sahana, juL.^cw> (v. 1. lu^l^) zdela, Schttssel U. 13. 
Sahra, po^e. Ebene R. 21b. 
Sig, izbroj, z&ble! U. 13. 

SiUkal yjLfSo, caklilo (yUläL:^), Glftttkolben G. 7 b. 

Siymak, brojiti, z&hlen G. Ib; 12 a. 

S^jmoran ^.^L^^^uc '®^, fesligen, Basilikoid G. 15 b. 

Sajrak ^'^ß'Jio*^^ , d^rvenica, Sattelgestell R. 27 a. 

S^ro, *basta, krank G. 14 b. 

Sakal, brada, Bart U. 13. R. 19 a. 

&akaUy, bradat, bärtig U. 4. 

Raklamak, aSavati, aof bewahren G. 1 b. 

Qakyn, cuTaj, bewahre! httte dich! U. 10. G. X b. 

Sikyrga ^yilo*^®), k^rpnsa, Hnndslans, Schaflans G. 8 b. 



305) Dieser, wie ich glaube, noch unbekannte Name des Auer- 
balius, ist von sagyr taub abgeleitet, weil der Auerhahn beim 
Balten weder hört noch sieht. 

306) Kam. II, 6: ^^j-yt^ u. Q^;)-i^ = jaban feslik^en. 

Hanchi n, 150. — Vgl. not. 124. 

307) Ein neues Wort, viell. von sagry, Krappe des Pferdes, 
abgeleitet ^ D^rvenica sind die Holztheile des Sattels, Sattel- 
kqgen» Sattelgerüst Fröhl. 34. 

808) Als taridsches Wort noch nicht in den WBB. verzeich- 
j|0t Im Jakutischen bedeutet dasselbe Sakyrg a Schmeisifliege 
BoehU. 152. 



288 Blau: Uoaniifch'TürkUche. Sprachtletik-mälcr. 

Sakyz, smola, Harz ü. 4; 12. G. 7 a. 

Salanbur, *^^Xo«o9)^ raso (^^), Lake, Sauerbrühe G. 2 b. 

Salanmak, oujJU>, Ijuljat, schaukeln R. 27 a. 

SalkuiD, grozd, Weinbeere G. 7 a. 

Salknm-dana, grozdovo z^mo, Traabenkem R. 27 a. 

Sahna, soha, Reisig G. 10 a. 

Sahnak, pustit, werfen, schwingen G. 8 b. 

Salmak (elin), mahat, schwingen U. 7. 

Saly-k'ün, ntornik, Dienstag U. 2. — atorak, dass. G. !!& 

Saly-vörmek', pustit, freilassen G. 9 b. 

Salynmak, setat, oroherspazieren U. 7. 

Saman, slama, Stroh U. 10. R. 3 b. 

Saman-ogrusy, slamica '*®), Milchstrasse G. 6 b. 

Samandzyr, störnavica***), Goldammer R. 35 b. 

Safia, tebi, dir U. 1. 

Sandnk, kovceg, Kiste U. 10. G. 4 b. 

Sanmak, mislit, denken R. 41a. 

Sanma, ne-hesabi (^l-^)'^*), denke nicht! R 41a. 

Sapan, plug, Pflug R. 20b. — saban (qL?^) G. Ib. 
Sapan, lucarica **'j, Schleuder, Armbrust? G. 16b. 

309) Vom italienischen Salamura. Vgl. »;^Xd 31.11,117; 

s^^Xm Berggr. 852. — Das slavische Wort, eigentl. razsol 

Fröhl. 372, kehrt auch s. v. Lahana-tursy-sujy in der Form 
rasol wieder. 

310) Ein neuer Namen der Milchstrasse, von slama =: sa- 
man, Stroh. Nach einer Legende, in welcher St. Petrus seinen 
Strohsack ausgeschüttet hat, heisst die Milchstrasse in einigen Ge- 
genden Dalmatiens „St. Peters Stroh" Petrova slama. Aehnlich 
ist bei Fröhl. 124: Kümo vska slama (eig. „Gevatters-Strob^ 

V 

Milchstrasse. Siehe auch Sul. 909. 

311) Sonst st6rnadica, st^rnadka Goldammer (Embe- 

V 

rizza citrinella) Sul. Fröhl. 

312) Vom arab.- türkischen ^U-^. Vgl. Lautl. §. 16. ~ 

Hesapiti rechnen ; meinen. Parcic 136; esapiti dass. Fröbl 48. 

313) Lu^arica Cehlt den WBB. — Da lucar Bogenscbütz 
bedeutet, so ist wohl an dessen Waffe (vgl. 1 u x Bogen) zu denken, 
und sapan hier in der Bdtg. Schleuder zu nehmen. 



Bliiu: BosHÜch-Türkisclie Spracktieukmäler. 289 

Sapan-ok, gredele, Pflogbalken G. l b. 
Sar, zavi, binde R. 57 a. 

Saramsak ^uLi^» bili-lnk, Knoblauch R. 21b; 41a. 

Jgrgy, obojak, Fasslappen ü. 8. — zavoj, Binde Ci. 18 a. 

;aik]rtmak, spnstit, herablassen 6. 18 a. 

;annak, zavit, binden G. 18 a. R. 18 b. 

^BTYy 2iito, gelb U. 2. R. 5 b. 

>ftry-ary, znta cela, Wespe G. 7 b. 

Saryly, zavijeno, eingebunden R. 57 a. 

äatdy, prodade, verkaufte R. IIb; 28b. 

3aty-bazar, törgovat, Markt U. 5. 

Satyn-alty, küpi, kaufte R. IIb; 28 b. 

Siok ^yo zima, kalt R. 7 a. 

- — studeno, kohl G. 13 b. 
Stak SU; studena voda, frisch Wasser R. 7 b. 
Sanklamak, nazebsti, sich erkälten R. 27 a. 
Savur, izyyaty worfeln ü. 9. 
Sa'vormak, y^jat^ worfeln G. db. — S. Tavurmak. 

Sebze, (Msc. v^a^) zele, Grflnzeug G. 7 b. 
iefer, put, Gang R. 25 a. 

^-i-dumi, ic^j»^«^'")! cubrika, Msgoran (?) G. 16a. 

Idjrek, ^jjfi*^i riiko Oy^^j) selten R. d9a. 

S^'irtmek', ^SlSsL^ törcat, laufen R. 19 b. — S. Sik'irdmek'. 



äekiz, osam, acht U. 13. G. 12 a. 

Sek^san, osamdesed, osamdeset, achtzig U. 13. G. 12 b. 

Bei, potok, Bach, Waldbach U. 6 b. 



314) Nach mündlichen Angaben Eingeborener wftre cubrika 
(vfL ottbar, Saturei), welches in den WBB. zu fehlen scheint, 
der Msgoran (Origanum majorana), ragus&isch sanseg. Unter 
den dafbr bekannten orientalischen Namen finde ich keinen, der 
onserm ^y^ ^^ ann&hernd entspräche , welches , wenn ich recht 

sehe, ans persisch i^5w Hund, und ^^ Schwanz, ähnlich znsnmmen- 
gesetst ist, wie deutsches „Fuchsschwanz", türkisches Katyrkuj- 
ragy n. a- 

AbhMidl. (t DMG. Y. 1. 19 



! 



290 i9/ati: BomUch'Türkisehe SprachdenkmäUr. 

Selim-oty, J^^l j^»^*), miloduh, Liebstöckel G. 15a. 

Semer, ^, ^samar (^Uuo) Packsattel R. 4 b. 

Semiz, ffw G. 7 b. 

^ ^ > prßtilo, fett. 

Semüz, ;^ U. 13. I 

Semiz-et, debelo meso, fettes Fleisch R. 5 a. 

Sen, ti, du U. 1. 






O äf 



Sendzi, ^^:^^»*»), bozenik (oui^^), Bettler ü. 1. 

Sene, godiua, Jahr G. IIb. 
Senevber, jela'^'), Kiefer U. 4. 
Senevber, sesarika; Tannzapfen G. 7 a. 

Senmek, u5Ujum, sleö se, zusammenschrumpfen G. 9 b. 

Senflfi, tvoje, dein U. 11. 

Sepmek', poskropit, bestreuen, besprengen G. 9 a. 

Serbar, ^b^«»»), entersei (>iy:ii), Ueberfracht G. 10 b. 
Serdenk', i.c5üJ^.», tresiljak^ Ueberfracht R. 26 a. 

315) Miloduh ist Ligusticuni levisticum Fröhl. lö2.Plre. 
267, Liebstöckel. Dieselbe Pflanze führt aber auch im Sbiv. den 

Namen seien Parc. 600, Sul. 855. Vgl. uuten Omem-kflmedii. 
Es ist daher zu vermutheu, dass tk. selim-oty aas dem sliv. 
seien entstanden ist, wie susam aus susan u. a. 

316) Schon zu Usk. I, 28 habe ich wegen des Gegensaties n 
J^ reich vermuthet, dass ,c>>^^ in ^.^uJj delendii zu corri- 

giren, und bozenik -= bozjak Bettler Fröhl. 14 ist 

317) In den WBB. gehen die Bedeutungen Tanne und Kie- 
fer (Abies und Pinus) vielfach sowohl fOr seneyber als ftr 
jela durcheinander. 

318) Serbar und davon nicht verschieden, aber in den VTBB. 
fehlend, das folgende Serdenk bedeutet ein Waarencollo, welches 
oben auf den Saumsattel zwischen die beiden Denk's, SeHenbiUen 
de: Caravanenpferdes, gepackt wird (Kam. 111, 881 s. v. 8^^; 

Vull. II, 263). — Entersei und das damit verwandte folgende 
tresiljak ^^a.;'; ^ß fehlen iu den slav. WBB., sind aber in Sera- 

jevo ganz bekannt fttr den eben erläuterten Begriff. Vielleicht da- 
tirt def Ausdruck aus der Zeit der italienischen Handelsunterneli- 
mungen und ist aus ,4"^^^ sellam'^ entstanden. 



Blau: BoHiUHch'TiirkUche Sjyrachdsnkmäler, 291 

Serdze R. 8a. ( . ^ ,. 

SerfeG. 4a. f ^'r*»>^. SP^^hng. 

Serce-pannak, mall p^rst^ kleiner Finger R db. 

o ^ o « 

Serhad, wX:>^; kngina^ Grenze U. 10. 
SerfaoS; p^an, trunken G. 6 a. U. 9. 



• o • 



Serk'en, ^y^ **•), polica, Leiste R. 25 a. 

Senrin, ^^j^ ^*% re.sa (^--1^), eine Pflanze G. 1 5 a 

SevindQrmek', obradoTat, erfreuen R. 21a. 
Sevinmek', veselit se, sich erfreuen G. 1 7 a. 
Seymek'; miloTat, lieben U. 5. 
Sezmek', procädit, durchseihen G. 8 b. 

Sihr, jsisfj snrka, Spass, Taschenspielerei U. l'. 

Sikirdmek, ^d^j^y^^^ kasat, traben G. 9 b 

Si^, .ÜLm, slina, Speichel R. 34 a. 

iilmek, otirat, abwischen R. 27 b. 
»inediik, tslLs^UjuM, muha, Mücke R. 6 a. 

»inek', muhe. Fliege G. db. 

lifiek'; dass. U. 9. 

;ijm, bradavica, Warze G. 4 a. R. 27 b. 

»fiir, zila, Ader, Nerv U. 3. G. 4 a. 

lifiirU'*^), bokvica, Wegerich (Plantago) G. 16 a. 



819) £in neues, den Lexx. fehlendes Wort; vielleicht alba- 
esisch« Hahn A. W. 113. ctQyjiv^ dasselbe. 



ft ^ 



320) Fehlt in dieser Form den WBB. Ich vergL pers. cl^/^ 

= ^^ Atriplex herba Vull. II, 283. Bianchi I, 1025: 

erk en Arroche, plante potag^re. — Auch slav. resa als Special- 
Jime einer Pflanze findet sich in den WBB. nicht; das Diminut. 

esica bedeutet nach Pai-ciö, resuija nach Sul. Bingelkraut 
tfercurialis annua). 

V 

8S1) Bokvica Wegerich (Plantago minor Sul. 1547. 
W>hL 14); Honigb. 555: Plantago major = Sifiirli japrak, 
gl. Kamns III, 591: Siflirli japrak =r ^Jw^ ^^3^, das nach 
«rggr. 870 Plantago ist Anderntheils setzt Kamus 1*. sifiirli 

19* 



292 ^lau: BoHnitek-TArl-ische Sjtrachd^ktnäUfr. 

Sifiü,^.« ♦mizrak, Lädzc G. IIb. — S. SOfiu. 
Sirim (•>«-•") hren, Meerrettig G. lob. 



1 . 1 ' - - 



Sirk'e, lüj^ »") giyida (^juJi£) Nisse G. 3 b. 

I o 

Sivran; ^^\jy^} zaostri; spitze! R. 39 b. 

Sivri; silasto, spitzig I G. 7 b. 

Sivri-sinek'; komarica, Gelse, Stechfliege G. 4 a. R. 24 b. 

Sizün, WaS; euer U. 11. 

Sogan, lak; Zwiebel U. 9. G. 8 b. R. 21b; 41a. 

Soj-stgy-k'üzel-olan, plemenit, adelig U. 13. 

Sojmak, skinat; ausziehen (die Schuhe) R. 28 a. 

Sojun, svuci (^^yy^\) U. 11. I 

(' ' ^ entkleide dich! 

Sojufi, ^jjiya^ ^yyjtjAD^ rodbina^ Yerwandtschaft U. 11. 
Sokmak, utisnut, eindrücken (enfoncer) G. IIa. 
Sokmak, igest, stechen G. 13 a. 
Sol, l^vo, link U. 13. R. 8 a. 



>w > « 



Solmak, opornut (oy^^^i) '*^), schwinden G. 6 a. 
Soluk; uzdahalj; Athemholen R. 32 b. 

japrak arab. J^l ^UJ (II, 891); Meninski Psyllium Sifiirli 

japrak=bezir katuna (vgl. Berggr. 871: LiycÄJ! «^ Psyl- 
lium); ausserdem Meninski: Siii irli-ot=Plantago. 

322) Sirim für Meerrettig ist mir neu. Vgl. pers. ^^y^ Vall. 

II, 285: Planta quaedam foliis spinosis, wahrsch. Artischocke vgl. 
Kamus II, 739 s. v. s^^^. 



^ b 



323) iJy* muss nach dem slav. gnjida die Nisse bedeuten. 

Vgl. Zenker 175: bitserkesi, Nisse in den Haai*en. 

324) Ein slav. Zeitwort hier zu erkennen, welches genau dm 
türk. >Jiiyo welken, erbleichen, ausgehen, entspräche, ist mir nicht 

gelungen. Am nächsten liegen poronuti, untergehen; obroniti 
se abfallen (v. Obst); obroniti hinabrollen. — opornut, wie 
hier steht, ist in keinem WB. zu finden. 



Blau: Bosnigchr- Türkische Sprachdenkmäler. 293 

\, posli (J-*^) Ende G. 17 a. 



* o » 



Ira, poslie, nachher R dla; 46 b: boslie (iJJU^). 

, pitaj, frage! R. 56b. 

gun ^^^^^^««*), sroet, zasammeogewehter Schnee G. 3 a. 

ma, L«;^, ne pitaj, frag nicht! R. 13 b. 
mak, dojit, s&ugen G. 5 b. 

k, s^yo^ zima kalt U. 3. — S. Sank. 



•• > > 



<ldy) (^«^^r^f ohladje, hat sich erkältet R. 40 a. 

emek', govorit, sprechen R. 18 b. 
inmek'^ udunat, erlöschen G. 13 b. 

mek, u5Uy^, psovat, schelten G. IIb. 
üt, v^rba, Weide U. 9. 
üt-agadzy, vörboviua; Weidenhohs G. 5 a. 
filmek'; uparat se, sich auftrennen (von der Naht) G. 6 a. 
, rec, Wort, Rede U. 1. 
^lakördija, Geschwätz, Rede R. 10 b. 
voda, Wasser U. 1. G. 3 a. 
igadiy''^); johoTina^ Erlenholz R. 4 a. 

«gyry, ^j^yo^^\ bivolica, Büffel G. 17 b. 

l-itmek', pitat, fragen U. 7. 

^ jy«; varenika, Milch G. 2 a. — mlSko, Milch U. 3. 



325) Da sowohl aus der slav. Uebersetznng durch smet, als 

dem Zusammenhang, weil es zwischen kar Schnee, und cy- 

y Schneebahn, steht, sich die Bdtg. „Schneetreiben, zusammen- 

ehter Schnee^ mit Sicherheit ergiebt, so darf das Woit mit 

ärk. orgun ^\yi )j^ nm so mehr verglichen werden, als letzteres 

Zenk. 117) durch ^.jwi%i> interpretirt wird, tufan aber in uu- 

1 Glossar (s. Not. 360) durch mecava Schneegestöber er- 
t ist. 

326) Redhouse u. Giamgy nennen die Erle kyzyl- 
.c; Handjeri akce agac; Y4mb6ry DT. WB. Mürver 
c; hier heisst sie su-agac von ihrem Standort am Wasser. 

327) Richtiger su-sygyry Bi. II, 125. 



294 Blau: BosnigeJi'Türk'ischc SprachdenktnäUr. 

Sut, oyo, Oj^, mlSko, Milch R. 32 a; 22 b. 

Sodiy ^jj^yoy vino, Wein G. 6 a. 

Saly, vodeno, wässerig U. 4. 

8oltai)-ot ***), hajdovina, Kaiserwurz? G. lob. 

Sumat ^U^j *sijafety Gastmahl G. 17 a. 
Sume, zalndu, amsonst U. 3. 

Surat, o^^'^*) sirak, Mohrhirse (Sorgam) R 24 a. 
Susak (Msc. ^^),h^rg"») (JA/>), Eimer R. 40 a. 



I I 



Susam^^^), (»t««^) *zanbak, Lilie G. 15 a. 
Sasuz oldy, ozedne, dürstete R. 10 a. 
Suvar, napoji, tränke R. 10 a. 
Suvardum, napojih, ich tränkte R. 10 a. 

o ^ o > 

Sazse, t^jyu*, muci-ti, schweig! U. 1. 
Sük'üt-it, suti, schweig! R. 10b. 
SOk'üt-itmek'; mncat, schweigen 13. 7. 
c^lemek', usatit, schweigen R. 18 b. 

Sülttk i^i^*M, pijavica, Blutegel G. 3 b. 

Sflmttk' läV.!!, ^^y^, slina, Rotz, Speichel R. 22 b. G. 2 b. 



328) Vielleicht identisch mit padsah-oty Kaiserworz (Im- 
peratoria) Zenk. 159. — Kral-köku Hon. 541. Hajdo- 
vina aber scheint vielmehr mit Hajdina Buchweizen (Pol y- 
gonum fagopyrum) zusammenzugehören, während die Kaiser- 
wurz Kraljevac heisst (Sul. 278. 900). 

329) Sul. 922: serak, Fröhl. 396: sirak = Holcus 
sorgum, Mohrhirse. — Das tttrk. surat finde ich in denWBB. 

nicht; es ist arabisches »yso Dhourra, roilum Berggr. 862. 

330) In Serajevo gebräuchlich, fehlt den WBB. — Vgl. V^rg, 
ein Schöpfgemss Fröhl. 480. 

331) Susam (j.Lv.^^z=r^^»^) Bi. I, 1069) und zanbak, 

beides türkische Ausdrücke für Lilienarten. — Albanesisch he- 
deutet GovaafA speciell den Steinkümmel Hahn 116. — Vgl. 
auch zeleni zanbak s. v. Behmen u. Mavi zanbak s.v. 
Tibb-i-ala. 



Blau: B&misch'T&rkische Sprachfknkmäler. 296 

imükli - bödzek , ki^^ JJUao , puz, Schnecke R. 34 b. 



>« > o * 



luikürmek' d^^X^^, oseknat, schiiäuzen R. 22 b. 
Inbüle***) mackova trava, Katzenbaldrian G. 16 a. 

iDgu \yLL R. 34 b. I 

« , [ kopje, LAnze. 

Uifl 1^ R. 25 a. I 

knOk^ kost, Knochen 6. 16 a. 

kpür, j^^9 metla, Besen 6. 13 a. 
Ipürdze U. 5. I 
ipürce R. 7 a. | ™®*'^ ^«^°- 
Ipflrce-agac, brezovina, Birkenholz G. 5 a. 
ipQrindi, smetliste^ Kehricht G. 13 a. 
ipOrmek', pomest^ auskehren G. 13 a. 
ipOrsen, ti pomet, fege, kehre! U. 9. 
pfiralmis, pometeno, gefegt R. 7 b. 

ircmek, ^lu^^^^, pos^rnut, stolpern G. 15 a. 



} I 



irendzan *'*), kadan (^^,^13) Orchis, Hermodactylns G. 16 a, 
iri, k^rdo, Heerde G. 10 b. 

irkülmek, ^^^JS^y^, derljat, eggen R. 20 b. 
innek', pustit, gehen lassen, treiben G. 9 b. 
irtünmek', skitat se, vagabondiren G. IIa. 



332) Das slavische Wort bedeutet ,4^atzenkraot'' nnd bezeich- 

;t hier den „ Katzenbaldrian '^ (Valeriana officinalis Sul. 
t3: macina trava), den Honigb. 567. kedi-oti nennt (ein 
reites kedi-oti hat er 519 als Asarum europaeum, ein 
ittes 551 als Nepeta cataria), wie ans dem beigefflgten 
Inbflle erhellt (vgl. Hon. sumbul sahrai; Berggr. sambül 
ileriana celtica). 

333) Suren dzan wird in den WBB. (s. namentlich Berggr. 
[2, 854. Honig. 541. türkisch u. pers. sürindJan, surun- 
:au) als Name der Wurzeljkuolle (Hermodactylus) von Colchi- 
im aufgeführt. — Kacun dagegen (s. not. 73) ist Cr c bis Sa- 
ri um, Hodenkraut, türkisch ^U;Lbyülj, wie deutsch „Fuchs* 

allein'' (Orchis bifolia Sul. 512), Kamus HI, 21 s. v. 



296 ß^^' Bosnisch-Türkische Sprachdenkmäler . 

Syca, seri, scheisse! U. 2. 

Sycan, ^tif^, ^,liu-*,, ^Läu^, mis, Maos ü. 1. R Si. 

G. 5 b. 
Sycmaky erat, scheissen G. 14 a. 
Sjcramak, skakat, springen U. 7. 
Sygyr, govece, Rind R. 2 b. 

Sygyr-ktgrngy '>^), divizma, Königskerze (Verboscam) G. 15 b. 
Sygynmak, prikloniti, sich neigen, resigniren G. 14 b. 
Sygmak, sauzet, fassen, besetzen G. 14 b. 
Syjah, m^rko, schwarz R. 5 b. 
Sykmak, ozit, ausquetschen G. IIa. 

Sykylma, dlLo^ krasta^'^) (Msc. tMS), Ausschlag G. 10 b. 

Synamak, kusat, versuchen G. 13 b. 

Synyk razbijeno, zerbrochen G. 17 b. 

Syrt, ledja, Rücken G. 8 a. 

Syryk, motka, Stange U. 12. — kopje, Lanze U. 1. 

Sytma, groznica, Fieber G. 10 b. R. 26 b. (groznica). 



V 

Sah-tamar, vratna Sila, Halsschlagader G. 7 a. 
Sahyn, sokol (U. 1), soko, Falke G. 4 a. R. 24 b. 
Salgam, rSpa, Rflbe U. 9. G. 7 b. R. 2 a. 



834) Derselbe Name steckt in dem cormmpirten sir-kuime 
(vgl. kuiruc) bei Honigb. 567 unten s.v. Verbascum, da&och 

Divizma von Sulek, Fröhl, Parc. als eine Art Verbascom) 
und zwar Yerbascum Thapsus (Königskerze, Bärenfackel) de- 
finirt wird. — Der Eamus setzt jedoch für den arabischen Namen 

derselben Blume JL^AJt ^f Jl vielmehr katyr-kujrugy. 

335) Die Correctur des unverständlichen ^^^1^3 in •Xi^Sß krasta 
verdanke ich Herrn Plechiczek. 



Biau: Bo8ni9ch'Türkische Sprachtienkmäler, 297 



(*. lO » 



Dtay «'^) 3UL& , «sakat; lahm, zerschlagen R. 26 a. 

ab, vino, Wein ü. 9. 
kyn, mahnito, närrisch U. 13. 
-, strasivo, schüchtern ü. 13. 
talu; praska, Pfirsich U. 12. G. 6 a. 

taly, jüti, breskva, Pfirsich R. 2 a. 

tan, vrazi (vgl. vrag) Tenfel U. 10. 

lü, veselo, Instig R. 34 a. 

bet, medovina, Honigtrank, Meth U. 1. 

embe, tüjJJjb, terbnsak, Kaldaonen R. 33 a. 

idi, sada, jetzt U. 9. — jako, so eben R. 31a. 
isik, eUl;;;, JLä^, muiua, BliU G. 2 b. R 6 b. 



(» ' o ^ 



Dian, dezmek (Uu^) dick» fett R. 47 b. 

nis, oteko, geschwollen G. 7 a. 
lat, veUaca, Februar G. 13 a. 

iz"^)^yt, *corek-ot, Schwarzkümmel (Nigella) G. 15 b. 



(»« 



a »i^,"«) tatula, Stechapfel G. 16a. 



336) SantaT ist slawisch. Da aber auch das tOrk. sakat 
Slavische übergegangen ist, Parc. 591, und dort sogar Deno- 

lativa bildet wie osakatiti beschädigen, so ist der Vf. sieht- 
i am Ursprung beider irre geworden, wie ihm ähnliches s. v. 
1, und most begegnet ist. 

337) Suniz. Bi. II, 66: „Chuniz pers. 1., S^same, 2. Ni- 

^ Honigb. s. v. Nigella abgekürzt Schun. — Yullers 

> 
ausser j^^^, jaää auch eine Nebenform jXm,^ Melanthium, 

;ella (II, 331). — corek-oty ist ebenfalls türkisch; s. Ho- 
>erg. 551: Nigella sativa (Schwarzkümmel) = tschio- 
L-otu, 563: sesamum orientale= tschiorek-otu. — 
Qchi I, 659: tcheurek-oty = s^eame. 

338) JüjS:, finde ich anderweit nicht - S. not 28 über ta- 



298 ^^1^' Bosnisch-Türküvfte Sj^rachdenkmäler, 

V 

Syra; (tatlu syra), m^t, Most U. 18. 

Sys, razai\j, Bratspiess G. 7 a. 



T. 



b ^ 



Tabla»"), liha (ä^), Beet? G. IIb. 

Tabnt, nosilo, Sarg U. 8. 

Tag, gora, Berg U. 4. G. 5 a. R. 18 b. — planina,Alpe & 361. 

Tagynmak '^^; razbit, sich zerstreneo, geschlagen werden (y. Heer) 

G. 9a. 
Tagytmak, raztorit, zerstreuen G. 9 a. 
Tahto, daska, BreU G. 4 b. 

Tahta-bit, stenica, Wanze U. 2. G. 8 b (tahta-hiti). 
Tahta-k'ehle, stenica, Wanze R. 6 a. 
Taj, ^Ü, idHSbe, Füllen U. 11. G. 2a. R 2b (^Lj). 

Takja «liU, kapa, Hanbe G. 12 b. 

Takmak, astaknut, aafrichten, aufteilen G. 8b; 17a. 

Tala, uroni» taucht R. 30 a. 

Talabymak, kopercat, zappeln G. 17 a. 

Talak, slezena, Milz G. 10 b. R. 33 b. 

Talak-vörmek, ienu pustit, sich scheiden (von seiner Frau) G. 14 b. 

Taiga, talas, Welle, Woge G. 8 a. 

Talgyc, ronac, Taucher G. 8 a. R. SOa. 

Talmysym, uronio sam, ich bin getaucht R. 30 a. 



tula Stechapfel; wozu noch hinzu zu fOgen, dass auch Bianchi im 
Nachtrag I, 1091: jJyiLi fruit du stramouium hat. 

339) Tabla in der Bdtg. ßcet, welche für liha angegeben 
wird, ist mir unbekannt. 

340) Ich glaube nicht, dass diese Form in tagytmak zn 
&ndeni ist, vielmehr ist zum slav. razbit das reflex. Pron. se 
hinzuzudenken, wie öfters in unsern Glossarien. S. Joruldy = 
umori (sc. se). Auch in der Volkssprache in Bosnien wird das 
Passiv oder Reflexiv häufig mit dem Activ vertauscht. 



Biau: Batmseh'Türh'seks Sprachdenkmäler, 299 

Tarn, strfha (Msc. jc>.yll)»*0, Dach G. 8 a. 

Tarn, klinica »*«;, Hürde, Verschlag, Stall R. 25 a. 
Xamar, zila, Ader G. 4 a. R. 17 a. 
Xamla, kap, Tropfen G. 17 h. R. 30 a. 
Tamliyor, kaple, es tropft R. 30 a. 

Tanmak, poznat, kennen G. 7 b. 

Tafi, zora, Morgenröthe, Tagesaubmch U. 13. G. 8 a. 

Tali-jyldaz, danica, Morgenstern U. 13. 

Tafiry, ^^^ hog, Gott U. 1. G. Ih (Gotha: ^•). 



I I 



Tapa, Ll^y cep, Stöpsel G. 5 h. 
Tar, tesno, enge G. 6 h. 

Tara, \j\Jd, mSra, Maass (Tara) G. 3 h. 

Taraf, strana, Seite R. 8 h. 

Tarak, grahtje, Rechen U. 2. G. 3 b. 



O I O ' 



Taiwan, ^Liy3'**), zastoran, Vortuch, Sacktoch G. 3 h. 

Tarla, niva, Feld ü. 2. G. 3a. R. 6b; 21h. 
Tartmak, m^rit, messen G. 3 h. 



Tarn f^^Üb R. 24a 



proso, Hirse. 



Tary ^.IJb U. 6 

Tarylmak, Ijntit se, zürnen G. 9 h. 

Taslamak wftJUia ^**), tesat, hehuueu, zimmei-n G. 8 h. 



o • 



341) 2^jÄM.t ist verdorbene Lesart vergl. \s:?.y;**.f = sträha, 

Dachvorspmng Fröhl. 420. S. auch s. v. sacak. Dasselbe Wort 
ist alhan. (ngi^ta Dachvorsprung, Dach überhaupt. Hahn A. 
W. 116. 

342) Klänica in dieser Bedeutung (verschieden von Kla- 
nica) finde ich nur hei Parciö 202: stalla circondata da 
graticcio. 

343) Da nach dem Zusammenhang der Stelle (es geht vorher 
cuval Sack) zastoran soviel ist wie zastorak Fröhl. 510: 
„ein Tuch, womit man einen vollen Sack behreitet, um ihn zu- 
binden zu können ;^ so ist diese Bdtg. für tarkyj an gesichert, ob- 
wohl es den WBB. fehlt 

344) Bosnischer Provinzialismus; denominaüvum von tafil«. 



800 ^^u: BosiitWh'Tarkitche Sprachdenkmäler. 



o ^o « o ^ 



Taslanmak ^^K»;iofly (so) tesati^ dass. R. 20 b. — S. Tesla. 
Tasma, oputa Schahriemen 0. 5 b. — opnt U. 8. 

— , opatra («^^^i), Schahriemen R. 85 b. 
Tai, kamen, Stein R Ib. U. 9. 
Tasak, mado, Hode U. 10. 
Tasmak, kipit, überkochen; gäbren G. 9 a. 
Tasra; nadyor, draossen 6. 14 a. 
Tatdy, laznö, er kostete R. 9 a. 
Tatly, sladko, sflss G. 14 a. 

TaUy-ekmek, sJUM JJLj, sladak hieb R. 7 b. 
Tatlntamak UU^Axh^ oblaznat, lecken, kosten G. 14 a. 



Tank ^jli?, kokos, Hahn U. 5. R. 6 a. 
Tann ^^U», kaga, Pest U. 7. 

Taas ^j<^lL, paan, Pfaa G. 4a. R 87 a. 

Taasan ..jLä^lL I »t tt « « e « ^ 

^ ^ > ZOC7 Hase ü. 7. R. 5a; 8a. ^ 

Tavsan J,Lä^ J 

Tavlanmak, atovit se^ sich m&sten G. 12 a. 

Taynl J^^ babai\j, Trommel U. 6. - S. DaTol. 



1 



• dt I 



Tavurmak, UU^^IL***), njati, worfeln R. 22a. — S. Savürmik. 
Tazy, h^rt, Windhand U. 1. G. öa. 



tf^i «>' 



Tedirabe, v^yf \ knsat; Versuch G. Idb. 

Tehere, »IaL»*«) i 

ofoT r kos^r, Hippe G. 12 b. R. 27 a. 

Tehre, »^ | 

Tejin, jeverica»*'), Eichhorn R. 46 a. 



tesla, Axt, welches direkt vom slav. tesati beechneidcD, be- 
hanen ist. Fröhl. 445. 

345) Wohl nur Schreibfehler statt UU^^Lo. 

346) Das pers. »/o VuU. 1, 941.— Vgl. Zeitschr. derDMG. 

VIII, 348; Not. 2. 

347) Sonst v^verica. Nur Parciö 182 kennt auch obige 

l^ebenform jeverica. 



Blau: Bo9m§tk^TMcutA€ Sprachdenkmäler. 30} 

k'-dfift, liho-tako »*•), „paar-onptar" Spiel 6. 8 a. R. 85 a. 

k'erlek' ^/h, \ 

o, . / kolo, Rad ü. 1 b. R. 1 b. 

ikilek oiUfij, | 

»k'ne, korito, Trog U. 5. — na<Sva, Backtrog R. 26 a. 30 b. 
^I; pero, Federbnsch, Feder G. 12a. R 35a. 

3^68 JJI^'^*), cellju, Kardendistel 6. 16 b. 
smrekX Hs^j, Flechte G. 2 a. R. 27 b. 

emaz, \y^ s^rpaig, Juli G. 13 a. 
enbel, ISno, faol G. 17 a. 
nHÜire, kotlenica, Kasserolle U. 13. 
»*, znoj; Schweiss R. 33 b 

>r-oglan, J)^^^"®), hidmetdar, Diener G. 10 b. 
(rast^ cekmek, na teraz^n m^rit, wfigen, wiegen G. 3 b. 

jrck'e »*0, ^ßf Kto, Getraide R. 2 1 b. 
tresy skotina, Mist G. 13 b. 

^rfil^*) (Msc. ySß) detelina mUj^) Klee G. 16 b. 
urk'-ejlemek', ostavit, verlassen R. 18 b. 

348) Fröhl. 133: Tako ili 1 i h o gerade oder ungerade (beim 
iel)^; dayon Zeitwort: lihati ^paar oder unpaar spielen^^, giuo- 
"e a peri e caffo Parc. 241. 

349) Geslja Fröhl., cesljika Parc.^ cesljuga, cesljaga, 

saljika Sal. 285: Dipsacns fuUonam, CardendisteL 
ch Han4jeri s. v. Chardon k fonlou wäre das arab. v^^^y;>^ 

6 d. Kamos aber durch türk. q^ vy^^ (Lerchendorn ? vgl. 
ilgen not 209) wiedergiebt Beiggr. 847 hat für Dipsacns 
iser dem griech. Namen eine Form, die viellbicht mit unserm 
Ijes zusammengehört, nämlich Thubalis, so dass etwa statt 
aIj richtiger ^j»JjLj zu lesen wäre, da teljes wenigstens nir- 

id SU erfragen ist 

350) Eigentl. ,,zarter Knabe^, ,,Jungbursch^, von ^ pers. 

351) Bi. I, 485. Vgl. alb. &ix%Q% dass. Hahn 38. 

852) Bi. yjJi^ thyrfil, Hon. 567 s. v. Trifolium: tri- 

. Vgl. Sul. 760, 



302 Blau: Bosnhch'TOrkimfhe SpraehdenkmOUr. 

Terk'lemek' täSjsß^ ozuojit, schwitzen R. 27 a. 

Terlemek ^UJ^, ozuojit se, schwitzen G. 12 a. 
Tersine, opako, verkehrt 6. 7 b. 

*Te8la, IHj, »keser (^i), Zimmeraxt R. 46 a. ~ S. TasUmak. 
Testere, pila, Säge ü. 9. 
Tesrin-i-evel, listopad, October G. 13 a. 
Tesrin-i-sany, studeni, November 6. 13 a. 



> ♦ 



Tetre-agac '*'), rujevina (Msc. f^^^)) Sumach G. 5 a. 
Tezo »^l5, tetka, Tante U. 12. R 3 a. 

« 

Tezgah, l\Syi, stan, Webstahl G. 5 a. — ^\Sji dass. R 23 1. 

Tezek', tdß skotina, Unrath G. 10 b. — balega, Mist G. 18 b. 

Tezttg ^ß balega, Mist R. 19 b. 

Tibb-i-ala «*), J.ci ^, mavi-zanbak, Salbei G. 16 b. 

Tidzaret, törgovat, Handel U. 5. 

Tik'en, t^rn, Dorn R. 29 a. — S. Dik'en. 

Tik en-agadzy; ^j^Uf qXaL>, t^rnovina, Schlehdorn R. 24 b. 

Tilk'i, lisica, Fuchs R. 5 a. — S. Dilk'ü. 

Timnr, jy^, gvozdje, Eisen G. 10 b. — S. Demir. 

Tiz, hitit, hitnik, eilend U. 9. 
Togry, pravo, gerade G. Ib. 



353) Da tetre [steht bei Bi. I, 459; fehlt wieder bei Zenker] 
= Sumach; der Baum, von dem das Gu mm! - Traganth 
gewonnen wird, ist, zujovina aber kein Wort ist, so habe ich 
rujevina (FröhV 380) Sumach (Rhus) cx)rrigirt. 

354) Zeleni-zanbak s. v. Behmen (not. 29) ftihrt da- 
rauf , mavi-zanbak für die rothe Behenwurzel (wörtl. blaue 
Knolle) zu nehmen; Freyt. I, 168 u. Handjeri s. v. Sauge idei- 
tificiren aber ^1 _»4^ mit Salvia officinalis, Salbei. — 

Tibb-i-ala, wörtl. „beste Arznei^ (vgl. Kull-tajyb = Bo- 
nus Henricus Chenopodium Berggr. 843) wird mir rnftod- 
lieh als offizineller Name des Salbeis bestätigt; sonst auch ada- 
caj, adacia genannt (Honigb. 561). 



Blau : Bamugeh' TOrküehe SprarhiUrnkmOlar. 903 

)garmak; rodit, gebären G. 10 b. 

)gr}idy, npravi se, wurde gerade R. 14 b. 

)ham> seme, Samen U. 4. R. 23 a. 

)k, Sit, satt U. 7. 

»k oldy, najede se, sättigte sich. 

»kla, jare, Zicklein G. 10 b. 

»klar ^yjo^ siJljeze, junges Schaf R. 22 b. 

»ksan, devetdesed, devetdeset, neun U. 13. G. 12 b. 

»kamak, tkat; tkati, weben G. 3 a. G. 14 a. R. 23 b. 

•kumak sJiAyi!n , kovat (ot^yO ^) schmieden K 20 b. 

•kurdzyn '^^), granica, Schicht von 9 bis 13 Garben G. 3 b. 

kuz, devet; neun U. 13. G. 12 a. 

lanmak, preö^ benimgehen G. 14 b. 

In, puno, voll G. 17 b. R. 10 a. 

!u, krupa, Hagel G. 2 b. — krupnica dass. R. 14 b. 

1^ gade (kS\l), Unterhosen U. 6. G. IIa. R. 3a. 
lanma, kiti^a, Schmuck R. 46 a. 
(unaky sm^rznut; gefrieren G. 3 a. 

p, lubardaW7) («ijl^y), Bombarde U. 10. 
-, ütt^alynan)» kotur, Rolle ü. 9. 
pal, hrom, hromo, lahm U. 6. G. 12 b. 
parlak, okruglo, rund R. 29 a. 

plak, ^^^^«*«) orisak (vjLiwj;^!), Muscatnuss G. 5 b. 



355) Ko^vat kann ich nur fttr einen Schreibfehler st tkat 
JUf halten, da tokumak nur weben ^ nicht aber schmieden 

lentet 

356) Tokurdzyn von tokuz; neun, heisst u.a. bei Bi. II, 
ein Spiel mit 9 Steinen. Hier führt der Zusammenhang und 
\ Uebersetzung darauf, eine Schicht von 9 Garben zu verstehen, 

Granica (Parciö 123) un fascio di 13 covoni di grano, un- 
%hr, was unsere Mandel von 15 Garben ist, bezeichnet 

357) Lumbarda, ein schweres Geschütz Fröhl. 139. bom- 
.rda Parc. 249. 

358) Orisak bietet Sul. 934 für Muskatnuss. — Toplak 
dt den WBB ; soll übrigens, nach Fra G. Martid, in Bosnien die 
r d n u s 8 (orascid) bedeuten. — Verwandt ist T o p a r 1 a k Honigb. 
1: Cyperus rotnadus. 



304 ^^lou; Batniseh-Türkuchs Spraehdmüemäler. 

Toprak, zem^e, Erde R. 4 a. 

Topok, koscica (!L^vs¥>^^'^*)> Knöchel G. 7 a. 

Topoz, batina, Stock; Keule U. 8. 

Torak ,Jjyo, v^rh, Gipfel R. 3 b. 
Torun ^.y^^yi^ unuk, Enkel G. 8 a. 
Tosan, june, Jungstier U. 9. G. 2 a. 
Toz, prah, Staub U. 1. G. Ida. R. 40 a. 

Tozl-agadzy •««), ^\M^xyi , brezovina, Birke R. 26 a. 

Tras-itmek', obrit, rasiren G. 9 b. 

Trup v^^^, rotkva, Rettig R 2 a. — S. Turub. 

Tufan, ^fbyb'^O) medava, Schneegestöber, l^phon G. 2 b. 

T^j, rui\ja; Zottel R. 34 a. G. 7 a. 

— , vuna, Wolle R. 17 a. 

Ti^ly, ruigav, zottig R. 34 a. 

Tulga, grozdena kapa, Helm G. 12 b. 

Tulnm, mih {^^\ Schlauch G. 10 a. 



o >) I 



Tnlutuk^«*), oUlyb, pivacica, Kukuk R. 35 b. 
Tumurdiyk, pup, Knospe; Niesei G. 10a. R 40a. 
Tuma, idral, Kranich U. 4. G. 4 a. R. 24 a. 
Tuma-ot'^'), zanovit, Geissklee (Geranium?) G. 16 b. 

359) Kostica dim. v. Kost, Knochen Parc. 216. 

360) Tozlagac, zusammengezogen aus Tozly-agac flUt 
mit Toz-agac zusammen, dem Namen der Espe (Popnlustre- 
mula). — Brezovina, Birke, ist ungenaue Uebersetiung; Tgi. 
oben s. v. Sttpürdze-agac; und not. 5. — 

361) qI^^ = griech. tvtfiv^ steht in den türk. W(yrter- 
büchem nicht in der Bedeutung Schneegestöber, sondern fttr inon- 
dation, dringe Bi., Redhouse, Handy^ri, Zenker. 

362) Ein onomatopoetischer Name des Kukuks, Tgl. oben 
Kukuk, Kulkak. 

363) Parc. u. Fröhl. kennen zanovSt als einen andern Nt- 
men derselben Pflanze die auf ragusäisch iucica heisse, d. L Cy- 
tisus Geissklee; dies ist Diminutiv v. 2uka Ginster (Gjtiso- 

genista), wohl dieselbe Pflanze, die arab. «J^ heisst, und nach 
dem Kam. s. v. und Honigb. 531 sonst Katyr-tyrnagy genannt 



Blau: Bomtüeh^TOrkisehe SpraehtUnkmäler, SQo 



^ ^ 



-uby ^^jjy rodakva, Rettig G. 7 b. 
rundz, naranca, Apfelsine U. 10. R. 21b. 

iak, _ft^^l)»«*) *6!i8tek (äU^*0 Fussfessel, Radschnh 6. 17 b. 

, murva, Maulbeere G. 6 a. 

■^ ufati, balte! R. 15 b. 

mak, ufatit, faugen, festhalten R. 25 b. 



o », 



rak, trnd, Zunder U. 1. R. 26b. (Msc. s^^ verschrieben, st. 

rak, potaka»«*), Zündholz G. 4 b. 
:, sol, Salz U. 1. — so, dass. R. 1 b. 



I » 



sak, ^\jyh^ stupica, Maasfalle, Falle R. 34 a. 
sbane, sonica , Salzfass R. 1 b. 
Jamak, osolit^ salzen R. 21a. 
luk, slanica, Salzfass R. 21a. 



b ' (*•• Ol 



iy-ekmek , \JLt5\ J.j|^ y slau hieb, Salzbrod R. 7 b. 

!k', R. 15 a. I 

jnk' U. 1. (t. Ha. I P«^»^ ^^^^- 

n qJjnL) ^^*) babinc, Kindtaufsschmaus G. 5 b. — S. Dflkün. 

Vok^, plnvanka, Speichelanswnrf G. 12 b. — p^junka R. 34 a. 
'ürmek'; p][)uvat, aasspeien G. 12 b. — pljanat, dass. R. 22 b. 

tu, yi^yi , troha »«^), Wachstreberu G. 4 a. 



L Wenn nan auch der obige Name Tor na -ot; als „Kranich- 
it^^ denkbar wäre, so liegt doch auch die Möglichkeit nahe, 
» Turna-ot aus jenem Katyr-tyrnagy-ot verkürzt ist. 

364) Tusak ist wohl verwandt mit tuzak, duzag, alle 
i von der Bdtg. Schlinge ausgehend; vgl. jakut. tysak, 
linge Boehtl. 110. — custek, urspr. ttlrkisch, steht auch in 
. WB. Fn 29., und im Alban. kjoarixov^ Kette, Pferde- 
el, Hahn A. W. 58. 

365) Potaka (vgl. potikac, Schüreisen) ist in Bosnien land- 
iftlicher Name des Uolzspahnes, mit welchem man das Feuer 
ludet (Fra G. Martid); fehlt den ^YBB. 

366) Vgl. Not. 103. 

367) Bosnische Nebenform zu trop; Trestern, Tr&bern, Boden- 
: von Wachs. 

bliÄDdl. d. DMO. V. 2. ^ 



306 Blau: BamUseh-Türkische Sprachdenkmäler. 



♦ > 



Tütüu, ^.^yjyj(\.l ^.,y»y), dim, Rauch ü. 3. G. 5a. 
Tyrmuk, grablje, Rechen R. 13 a. 

Tyrnak, nokat, Nagel ü. 5. R. 3 b. — kopito, Huf U. 5. 
Tyrpan, kosa, Sense ü. 2. G. 3 b. R. 21b. 

<* I ü 

Tyrpandzy, ^L-b, kosac, Schnitter R. 21b, 
Tyryz, j i *«*), klin, Einsatz im Hemde G. 6 a. 



IJ. 

Uc, ^\, kraj, Rand, Ende R. 33 a. — S. üdJa, 
Ucdy, poleti, flog ü. 1. 
Ucmag, eU^^^, raj, Paradies G. 12 a. 
Ucmak; let^t, fliegen G. 12 a. 

Udia, tt^^^t kng, Ende, Rand G. 17 a. 
Udiuz, jeftino, billig G. 7 a. R. 13 a. 
Udzuzluk, jeltinocu, Billigkeit R. 13 a. 

Ud-i-hindi ^^\ «^JU^ O^, nablica, Zwergaloe, Schweitalo^ G. I6b. 

Ufak, m^rva, Brosamen G. 10a. 
Ugu»7»), jejina, Uhu U. 12. 
Ujdurmak, ugodit, richten, anpassen G. 13 a. 
Ujluk, stegno, Schenkel R. 6a; 38 b. 
Ujugan, spavac, Langschläfer R. 46 b. 

368) Vgl. Zenker 281:^y und z^^* dass. — Klin, urspr. 
Knil, dann Einsatz Fröhl. s. v. 

869) üd-i.hindi,Honigb. 615: Ude hindi = Alo6xy- 
Ion, Aloäholz; Bianchi: ^^>Ut i>^. Sulek kennt dafOr, wie Of- 

ters; nur den lat. Namen: aloevina (S. 51). Aber Sablica 
(von Sablja, Säbel), daher nach Fröhl. 382 auch Name derSchwert- 
lilie; ist hier gewiss die Schwertaloä (Aloe arborescens) und in 
dieser Bedeutung nachzutragen. 

370) Bi. u. Zenker 228 sprechen das Wort ögü ans. In Bosnien 
habe ich immer Ugu gehört, was den Schrei des Uhus Überdies 
richtiger nachahmt. 



Blau: Bamiück'Türkiscke SjtrackHeukmäler. 307 



> » 



c, ^^^< , strasilo, Vogelscheuche G. 17 b. 
danmak, uspavat, einschlafen G. 18 a. 
;mak, nt^rnot, einschläfern G. 2 b. 



o > > 



jmys, jjiU-ii^.i, asireno, geronnen ,(v. Blut) G. 15a. 
^ s?rab, Krätze G. 6 a. — srab, Krätze R. 38 a. 
; ySij^, zob, Hafer R. 2 b. — ,S. Alef u. Julaf. 

in y^^\^^^\ zrelo, reif R. 9 a. 
aak, nadat se, hoffen G. 12 a. 
R. 4 b. 30 b brasnOy mlivo, Mehl. 
U. 11. G. 8 b mlivo, brasno, Mehl, 
gusa, Kropf G. 17 b. 
in, konopac, Strick R. 15 b. 

(j^y, pamet, Verstand G. 18 a. 
, pametan, verständig G. 18 a. 

a, britva^ Rasiermesser R. 8 b. 

JL » 

kk-oty *^*), iMsc. vi^^ v^Unwc) okolocep; Alraun, Mandragora 
G. 16b. 

imak, stidit se^ sich schämen G. 15 a. 
:, dalko, fem, weit G. lüb. R. 19 b. 
i, dngo, lang ü. 4 a. G. 6 b. R, 8b; 14 b. 



371) Sonst y Igy n , wie man namentlich in Anatolien hört. — 
Wort, welches ich auch bei Zenker vermisse, gehört zu ul- 
nak osttQrkisch wachsen, reif werden, altern. S. aus- 
Zenker 130 Abuska p. 27. 

372) Vgl. Not I., wo hinzuzufflgen das pers. abrusanam 

^ji\ Mandragora nebst Vull. Erläuterung I, 67. — yj^LLe, 
II ^Lix zu corrigiren. 






20» 






308 Blau: BtmiUch' Türkische SprttehdenkmHler. 

t. 

Oc, tri, drei ü. 13. ü. 12 a. 
Üc-jttz, tristotine, dreihundert U. 13. 

Ccre »^Ä-^i *'*) troskot, Vogelknöterich G. 15 a. 

Üjek Oi^^i g^rlica, Turteltaube R. 86 a. 

Ükejk ^^1 dass. G. -la. R. 24 b. 

Ümem-gttmedz ^^^y^^l «'*), siez (Mso. cäjJL-'O» Bfalve G. lob. 



u > 



Crti vi;^f, pokrov, Deckel G. 14 b. 

Csk'üle ll^l\ »76), povesmo, Flachsbündel R. 23 a. 

Üst, gori, oben G. 14a. R. Sa. 

Üst-isik', goruji präg, Obersch weile R. 25 b. 



« t o * 



Üstübec ^y:^)! bSlilo, Gips G. 10 a. 
Ütmek^'^^j, zveciat, klingen, singen 6. 13 b. 

üvez, j^^i, jiy, oskorusa, Spierling G. 10 b. R. 2 a. 
Üzmek'*^'), pli\at, schwimmen G. 9 a. 
OzQm, gro^dje, Weintrauben G. 7 a. 



373) Ücre fehlt in den WBB. als Püanzenname. Ob 
ÜkÄr-ot „eine besondere Grasart" Boehtl. 4S , dasselbe ist? 
Ueber Troskot s. Not. 237. 

374) Ümem-gümedzist nicht verschieden von ^A^y^ *^'» 
^^^tu»^ s^\ Zenk. 6 „indische Malve, Sammetpappel'' wörtlich 

„meiner Grossmutter (resp. Mutter) Honigscheibe'' (k'ümed/). 
Houigb. 545 hat es s. v. Malva. Es ist hiernach im Bosuischeii 
nicht seien, sei in, wie im Texte steht (s. Not 314), sondern 

^^1 in jJLm{ siez, Malve zu ändern. 

375) Vgl. ttskül }JiJ\ Zenker 49, gereinigter Flachs. 

376) Bi. Zenk. sprechen ötmek; in Bosnien sagt mau at- 
mek z. B. vom Flöten der Nachtigall. 

377) Gleich jüzmek. Ebenso jüzerlik und üzerlik. 
S. Not. löü. 



Blan: BosnUeh-TürkUche Sprachdenkmäler, 309 

V. 

lide, mali, Mntter R da. 

hdeti^ jedini, einzig U. 1. 

r, idi, gehe U. 13. 

rä, i<^i, gehe R. 56 b. 

z-k'edz, prodi sc^ gib auf! verzichte! R. 13a. 

z-k'edzdim, procob se, ich habe verzichtet R. 12 a. 

k'il, poruk, Bftrge U. 4. 

jlilik' satan, prorok, Prophet U. 4. 

r^5, daj, gieb! 11. 29 a. 

r^, 9^^ da dade, er möge geben R. 58 b. 

rdi, dade, ei' gab R. 7 a. 

irmek', dat, geben R. 20 a. 

nnem, nedam, ich gebe nicht R. 29 b. 

rürOm, dacn, ich will geben R. 29 b. 

ialasmak, sJU^Ic'o^, halalit se ^^^), sich verabschieden G. 17 b. 
ir, .y, ndri-ti, schlag du! U. 1. 
rmak JiAy^^y adarit^ schlagen G. 6 a. 
irur, j)^3; ubice, schlÄgt R. 38 a. 



ryk, 2banj^ hölzerner Krug ü. 13. 

, jfji , vreteno, Spindel G. 3 a. R. 34 b. 

O I to 

dydz-at, ol^^X£t, uv^niut konj, Wallach G. 2 a. 



• ■ I 



378) Wiewohl das Wort im slav. l^ex, eingebüigert ist (Fröhl. 
halaljivati; Parc. 133: halaljivati und halaiiti^ seg- 
n), so ist es doch kein slav. Wort, sondern ist vom türkischen 
Iah (Halah, Dio bei Parc. 113 nach Lautl. §. 16a) abgeleitet, 
o eigentl. adieu sagen. — Daher stammt auch das Halali! 
r Parforcejagden. 



310 iflau: BoBninch-TürkUche Sprachdsnkmäkr. 

Ylyk vJuJI, petla, Schlinge, Schleife R. 26 a. 



O ^ W 



YJysinak '7^), oi«.^! , zapat, sich geniren, sich sdieoeii G. 14b. 

Yman, ^,1^1 vera {^j^i*)^ Glaube G. Ib. 

Ynaiiniak, oijj^^ , verovat, glavben G. 1 b. 

Ynar, ^Ul , dipak, Granatapfel G. 6 b. U. 10. (^lil = aaar). -- 

S. Nar. 
Ynb> k. ouii , cep ^^% Destillirkolben, Trichter G. 5 b. 



Yndzyk, vJuj^i; golen, Schienbein R. 33 b. 



o «o * 



Yndzkyrinak sJU^P»»), skicat, quieken G. I7b. 

Ynkyrijor, staca, er rülpst R. 37 b. 

Ypranmys, razpalo-se, abgetragen, zerrissen G. 6 a. 

Yrak, dalko, fem, weit G. 10 b. 

Yran»^*), roladenica, Buttermilch G. 2 a. R. 32«. 

Yry, kabasto, nrnfangreich G. 6 b — golem, gross U. 2. 

Yryldy, ^JJyi, (vgl. ajryldy) rastavi, er hat sich getrennt R. 58ä. 

Yryn G. IIa. l . _. 

Yry« R. 24 a; 34 a. [ «"^^^ ^''^'' 
Yrgalamak, trest, schütteln (t. 1 1 b. 

379) Ylysmak steht in dieser ßdtg. nicht in den WBB. 
Es lässt sich aber als bosnische Ansprache statt ilismekden- 
keu; und an ilisik Hinderniss, Anstoss anlehnen. Zenk. 92. 

380) w^ kann sowohl cep, als cep gelesen werden, er- 

steres „Dreschflegel", letzteres „Stöpsel" bedeutend. Da es nebeu 
tapa (s. das.) steht, so ist eher ynbyk, gewöhnlich Trichter, 
hier in etwas modificirtcr Bedeutung zu nehmen. 

381) Y^ndzkyrmak hat auch Zenker nur in der Bedeutung 
seufzen, stöhnen. Quieken (vom Schwein) umschreibt Redhonse 
8. V. Squeal: ^j^^ jl^u^Ij ^^j^^UAlcXjL^u,iIj?yb. 

382) r)'>)^9 ^^^' Montenegrin. hira Molken Fröhl. 65;ajrau 
Zenk. 114. 116. dass. 



Blau: ßosiiisch-Türh'Mche Spraehilenkmäler, gu 

kmak, p^vat, singen U. 5. 

lak, vrelo, Quelle G. lOb. 

kmak; skvasit, nässen, nassmachen G. 18 a, 

it, smokri, n&ssel R. 15 a. 

agy-kün *®*), ^^ ^!/^' > prJkjucer, Yorgestern G. IIb. 



^.v *• ' '** 



agy-kice ^^fu^^^yot, preksinoiS, vorgestern Abends G. IIb. 

ydzak, vruce, heiss R. 7 a. — S. IsßL 
dzak-su, vruca voda, heiss Wasser G, 7 b. 
Tgan, zar, brennend R. 26 b. 

— ***), zara, Brennessel R. 29 a. 

— kopriva, Brennessel G. 15 b. ü. 18. 
yrmak, tgesti, beissen G. 9 b. R. 22 a. 

tma, groznica, lieber R. 38 a. — S. Sytma. 



Ulf h^n^avO; ▼erkonamien, scbmntsig G. 7 b. 



I > .. 



ly -fj, *karaboja»w) (Ij^v^) Vitriol, G. 17 b. 
irÄ«), vi21e, Wachtelhand, ü. 1. G. 5 a. 



I c 



383) Dieser und der folgende Artikel enthalten in der Form 

c 

jto\ einen Ansdruck; der weder in tttrk. Wörterbüchern steht, 

i mündlich su erfragen war. Ich vermothe, dass es arsprüngl. 
isches strag; straga hinten (s. s. v. ard) ist, welches wie 
r^ in rijmjS^ Amastra in sy^Ut, a. aa., in srag torkisirt, 

dies nach euphonischen Gesetzen wieder ^/o\ geschrieben 

le. 

384) Ysyrgan-oty Zenk. 57, auch allein ysyrgan ^Honigb. 
I ist speciell die Brennnessel, wie zara eigentl. Fem. v. iar 

neud. Sul. 269: iara =- Urtica urens; 964: kopriva 
irtica dioica. 

385) Türk. karaboja vitriol Bi. 11, 468. 

386) jt\ Bi. I, 973: Limier. — Albau. yuyag und ^ajp 
hnnd, Windhund. Hahn A. W. 35. 



312 Blau: Bosnüch-Türkiscfte Sprachderthmäler. 

Zagar, ker, Spürhund R. 5 a. 
Zahyd, *sofi, Ascet ü. 1. 

Zalyme, ^lUb, nakomice, stoss weise U. 12. 
Zerde-cop*®^), di?ji orasak, eine Pflanze G. 16 a. 

Zevre nj^^ R. 1 b. j - , . 

ring, HaUring. 
Ziudan, tavnica^ Gefängniss U. 13. 

Zira, jere, weil R. 31a. 

Zulf, vjüj, ♦suluf (w3^L), Locke G. öa. 

Zulnf y^^^^jf *sulure (a^^j^)^ Locken R. 33 a. 

Zulm; ^, sila, Gewaltthätigkeit U. 12. 

Zuma, Ü> G. 1 1 a. I ^^^^^ ^^^ _ 
— U^jjj R. 41a. ( 

387) Zerde cop, wörtlich „Gelbholz^* kann den Lezz. aas 
Karo. III, 21 zngefOgt werden^ wo dem arab. ybkoJI vj^y^l per- 
sisches A^^ lO«; nnd dessen tflrkisches Tachfif : ^L^ «j^j, wis 

auch ^Ul v^;^ „Gelbholz^^ heisse, gleichgesetzt werden. Es 

> 
wird dabei hinzugefügt, dass es nach einigen der Safran (jy), 

nach andern das Schellkraut ^i^A^lx^r^L^^j^JL^ d. i. jjfciUJo- 

vuyif\ Chelidoninni = mammira Honigb. 527), nach einer 
dritten Meinung Carcuma {jJuo^jS) d.i. Gelbworz (Hon. 531 j 

oder Cyperus Indiens (Freyt. IV, 28) sei. — Die slavische 
Uebersetzung divji orasak eigentl. „wilde Nuss^ stimmt am besten 
zu der letzten Meinung, da an einer andern Stelle (s. Not. 357) 
orisak mit toplak übertragen und dies kaum verschieden von 
toparlak, wie drei Arten von Cyperus bei Honigberg. 531 be- 

nannt werden, ist. In dem Sulek'schen WB. finde ich divji 
orasak nicht. 

388) Zevle und im folg. Artikel zevre sind dasselbe, was 
Biauchi I, 983 zoule schreibt Zu seiner Erklärung: „corde 
avec laquelle on attache le jong des boeufs'' stimmen die Bedeu- 
tungen des slav. teljig: „eine um den Hals des Thieres herum- 
gebogene Ruthe, an der die Glocke hängt'' Fröhl. 445; Parc. 676: 
^,cerchiatura intorno al collo degli animali^S 



Berichtigungen. 



Seite ♦;, Zeile t v. u. Nach VamWry Cagat. Sprachstud. 247 ist 

^Ujj^ ein echt türkisches Wort, cagataisch 
boadurgan, eig. „TodtschUger*' — Auch za 
japundza ist cagat. japindzik (Vamb. a. a. 
0. S. 344) zu vergleichen. 

- 29, - 4 muss es heissen: deshalb lässt es sich nicht 

überall mit jenem croatischen 6 ausdrücken. 

- 29, - 21 schreib: ^^Ä5I und ^_^| (sauer); ^^^| und 

^^^1 (Feuerbrand . 

- 31, - 19 lies: ^^\ St. yä^l. 

8 S 

33, - 16 1. 1 ^ftjL«jww st, M^yj4M» 

- 35, - 1 V. u. 1.: oroz st. oraz. 

- 38, - 7 folgg. sind zu streichen und statt dessen zu lesen : 

b) Zuweilen verdickt sich -j in (ji, z. B. ^.i^^^t 
st. obruJise S. 147, not. 

- 42, . 4 V. u. 1.: v3^^y> St. ob;^yj. 

- 44^ - 22 ].: stutzen st. stützen. 

- 59, - 8 1.: dinildi st. dimildi. 

- 65, - 19 1.: sa'yr st. sa*yt. 

- 69; - 3 1. : dzan st. diam. 

- 69, - 19 ].: dahy st daby. 

- 72, - 11 1.: kiselo st. kiselv. 

- 76, - 5 1.: glüh st. gluk. 

- 76, - 14 1. : puhat st pubat 

- 78, - 10 1. : topuz st topaz. 

- 79, - 15 l.: pijau st kijan. 

- 79, Anmerkung Zeile 3 1.: ono st o no. 

- 83, Zeile 7 1. : di st oli. 

- 84, - 2 1. : lisica st. listica. 

- 105, - 9 1. : hitimo st. hit imo. 

20** 



314 Blau: BosHÜtch'TUrkisc/iti SpracJulenIciiUiler, 

Seite 11 3, Zeile lö 1.: J^Uää' st. ^}j^^, 

- 118, - 12 1.: ynan st ymiin. 

- 127, Vers 15, Zeile W I.: Progovoritc st Progovorile 

- 130, - 10, - 3 1.: Den st Dem. 

- 130, - 20, - 3 1.: Am ersten Zilkade just. 

- 133, Zeile 1 ich vermuthe wogen des Rcifies und Sinnes, da^s 

si ' idimüi üs' heiss^ii sollte : asumaz oosre 
Speise wurde Gift 

- 13H, - 1 1.: ocu (dem Vater) st ocu. 

- 139, Vers 37, Zeile 2 1.: im am st timaiu. 

- 141, - 44, - 1 1. : smo st sme. 

- 142, - 47, - 4 1.: znate st znata. 

- 142, - 49, - 2 1.: ^^jJUÜ st ^^yi^, 

- 14B, 30, Note: avstica ist, wie ich nachträglich belehrt 

werde, eine in Bosnien auch jetzt noch gebräuch- 
liche Verdrehung aus apsana d. i. sj1j>j«^ 
habs-hanc Getftngniss. 

- 155, Zeile 6 1.: Hasirek st Ilasirez. 

- 156, Anmerkung 32: Tursek kommt in der Schreibang ^^j 

anch bei Vuli. L. P. I, 435 vor, vgl. daselbst die 
Pflanzennamen ^a^^^j, 9^^^. 



- 157, Zeile 9 v. u. 1.: yi^^^J^J^jS st si^v-^.^AJ^, 

- 159, Anmerkung 61 ist hinzuzufügen: ,j^\^Ji scheint nicht ver- 

schieden von j^ys Vull. I, 442 Radix cujus dam 
h erbae. 

- 164, Zeile 5 und Anmork. 96 ziehe ich jetzt vor zobovina 

st. zubovina zu lesen, und erkläre dies durch das deut- 
sche Haferwurzel (von zob Hafer), da so wenig- 
stens der Tragopogon in vielen Gegenden heisst 

- 16S, Anmerk. 130 1.: w»^^ «t. ^.,1^. 

- 156, - 39 statt: „obwohl ich es sonst nicht gefunden 

habe^\ ist zu setzen: zumal auch Vämböry Cag. Stod. 
S. 326 aus Chiva ^^^^ kesir = gelbe Rübe, 
a r 1 1 e beibringt. 

- 1S7, Zeile 5 1 : k'örök' st kürök. 

- 195, - 4 V. u. 1.: j^JUaJi st ^JUaJi, 
-196, - 3 V. u. 1.: ^^ st «4^x3. 
-196, - 1 V. u. \\ S^tr^ ^^^. . 



Blau: Bosnück' Türirische Sprat-Juknlinälrr. 3J5 

eite 197,Zeil. 19 v. 0. fehlt Dach „nisoko^ niedrig. 

- 199, - 4 V. 0. 1.: araroak st arnutk. 

• 201, - 6 V. 0. L: azink st. azln. 

- 201, • 6 V. u. 1. : Citroneukraut St. Oitronenbraut 

• 202, - 4 V. u. 1. : Cicuta 6t. Circuta. 

- 204, - 14 V. u. 1.: JLSUj^> st. >3Uj^ä-. 

- 207, - 1 V. 0. 1.: Bojan st. Bojim. 

- 209, - 4 V. 0. 1.: Barn 11 st Buram. 

- 212^ - 9 V. o. 1.: zugehakt st. zagehackt 

- 217, - 9 V. 0. l: Dieviz-agadzi st. agodii. 

- 222; - 1 V. u. 1.: doiiaiimak st douamak. 

- 231, - 4 V. 0. 1.: ozenit st aieiiit 

- 234, - 9 V. 0. 1.: zabovina st zuboriua. 

- 23G, - 2 V. o. 1. : konjic st. koi^ic. 

- 236, - 4 V. 0. 1.: g^rklun st g^rklau. 

- 240, * 5 V. 0. 1.: Jagmur st Jagmar. 

- 257. - 18 V. 0. 1. : medov sat st m. sati. 

- 258, - 6 V. 0. 1.: smeten st. smelen. 

- 260, - 8 V. 0. 1.: kacalum st kaculom. 

- 263, - 20 V. 0. 1.: karyn st karpyn.. 

- 265, - 8 V. u. 1.: d'oie st d'oil. 

- 266, - 12 V. u. 1.: polet i st poleci. 

- 272, - 10 V. 0. 1.: Majy st Magy. 

- 278, - 8 V. 0. 1.; er st es. 

- 279, - 18 V. 0. 1. : otrovat st ostrovat 

- 285, - 2 V. u. 1.: Pannonica st Pamonica. 

- 286, - 18 V. 0. 1.: desno st dasno. 

- 288, - 2 V. u. 1.: luk st lux. 

Nachtrag zur Einleitang: 

V 

Während des Druckes erhielt ich Vambdry's (.'agataische Sprach- 
udien und entnehme daraus, dass folgende Vocabein, die mir 
ust im Türkischen noch nicht vorgekommen waren und die ich 
her iur specifisch bosnisch hielt, auch im OsttOrkischen be- 
nnt sind: 

calkajmak Vamb. S. 276, calkaisina jatniak den Kopf 
eklings herabhängen lassen, aul dem Rücken liegen, womit \er- 



31(3 Blau : Bo»Hi«ch'Türki9cht SprarhiUid-mälrr. 

wandt auch kalg'imak S. ^12, ist gleichen Stanimes mit bosn. 
cal kover-jatniak. 

koma Vämb. :i20 Kehsweih (eigentl. wohl n. actionis von 
komak legen, vgl. jatlig S. 345 Kcbswcib v. j a t m a k liei^'^n) 
roctificirt meine Annahme^ dass bosnisches i^^y^ kuma zusprechen 
und slav. Ursprungs sei. 

sakyrga bosn., ist im Cagat. in der Fonii sagirtku, Siliaf- 
laus, Zecke von V&rob. S. 293 verisoichnet. 

jelin Euter y auch cagataisch Vamb. 352. Glossar s. v. 

Zu dOk'fln und tUjin Hochzeit: das Etymon findet sich \u 
cagataischem toj; Mahlzeit, Fest, Hochzeit (Vamb. 2Gi), eigentlich 
Sättigung vgl. tojmak sich sättigen. 

Zu indzir koprivuo seme, Brennnessel - Samen , vgl. 
Abth. II, S. 153. No. ir>: Endzüre = kopriva und die Note 
daselbst. 

Zu gezer, jy^ (kisver) vgl. cagat. kesir Möhre, Vamb.3'iO. 

Zu k'öngek, k'üngeletmok. stumpf machen, vgl. cagat. könde- 
letmek, rund machen, abrunden ; Vamb. 332. 

Zu k'Qsre «y«^ , Schleifstein darf daran erinnert werden, 
dass auch cagat. sJUji^^^^ cosormak, schleifen, gleichen Stam- 
mes zu sein scheint. 

Zu oUi,)^, welches statt k'öjlemek richtiger kf\)lemek' >;u 
sprechen, vergleiche ich, da ozlos^rdit se wörtlich zornig 
werden bedeutet, cagat. k'üjlemek', heiss werden Yumb. 333. 



Zu mecik oU:^ -^ ^^Ka Weberächififcheu vgl. cagat. mek- 

kie i^)C« VÄnib. 33 H. 

Zu mertef = dusuik Luftröhre vermuthe ich jetzt, «la» 

^^sujA verschrieben ist statt .Juy> nnd letzteres hyrtak Luft- 
röhre sein Süll -=^ cagataischem v_^.jjAi> Schlund, Viunb. 333 s. v. 

w 

^ISj^ kirtek, gosier. 

Zu it-burny vgl. noch Vull. L. P. II, 1423: v^y^ = jl .^ ^^ü* 
Zu karamuk. Ilicrnuch ist wohl Vamb. 31 o: karamuk 
„eine schwarze liefere", zu deteruniiiren. 



Druck Ton it, KrcyMiig in Loipzig. 



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