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Full text of "Die Schweiz, nebst den angrenzenden Teilen von Oberitalien, Savoyen und Tirol : Handbuch für Reisende ; mit 63 Karten, 17 Stadtplänen und 11 Panoramen"

BAEDEKER'S REISEH/n^UBÜCHER.. . 

DEUTSCHLAND. — M)ßIJWE§T - J)ET]TSCHLAJ^p. .^, Mit 

über 100 Karten und Plänen: ßS. Auflagt. 199$* . *.^i.-Wi ^.^yftu. 0. 
NORDOST - DEUTSCHLAND nebst DÄNEMARK. Mit 

über 100 Kjetten und Plänen. 28. Auflage. 1905 Ji. lo. 

SÜD-DEUTSCHLAND nebst den angrenzenden Teilen von 

ÖSTERREICH. Mit 42 Kart., 30 Plan., 10 Grandr. 28. Aufl. 1903. Jl. 6. 
BERLIN UND UMGEBUNG. Mit 5 Karten, 4 Plänen und 

15 Grundrissen. 13. Auflage. 1904 Jif. 3. 

RHEINLANDE, von der Schweizer bis zur Holländischen 

Gkexze. Mit 53 Karten, 35 Plänen u. Grundr. 30. Aufl. 1905. Jl. 6. 
SÜDBAYERN, TIROL, SALZBURG, STEIERMARK etc. 

Mit 58 Karten, 11 Plänen und 8 Panoramen. 31. Auflage: 1904. jU. 8. 
ÖSTERREICH (ohne Dalmatien, Ungarn und Bosnien). Mit 

26 Karten und 2S Plänen. 26. Auflage. 1908 Jl. ^. 

ÖSTERREICH-UNGARN. 31 Karten u. 44 Plan. 26. A. 1903. e#. 8. 
BELGIEN UND HOLLAND, nebst dem Grossherzogtum Luxem- 

BDEG. Mit 16 Karten und 27 Planen. 23. Auflage. 1904 . . . Jl. %. 
GROSSBRITANNIEN und IRLAND. Mit 18 Karten, 30 Plänen 

und einem Panorama. 8. Aufl. 1899 ^. 10. 

LONDON UND UMGEB. 3 Karten, 32 Pläne. lÖ.Aufl. 1905. Ji.^. 
ITALIEN I. OBER-ITALIEN bis FLORENZ. Mit 30 Karten, 

30 Plänen und 10 Grundrissen. 17. Aufl. 1906 J?. 8. 

'■ II. MITTEL-ITALIEN und ROM. Mit einem Panorama von 

Rom, 14 Karten und 49 Plänen. 13. Aufl. 1903 Jt. 7.50. 

IlL UNTER- ITALIEN, SICILIEN, SARDINIEN, nebst 

MALTA, TUNIS, CO RFU. Mit 27 Kart. u. 23 Plan. 13. Aufl. 1902. Jl.Q. 
YON DEN ALPEN BIS NEAPEL. Mit 26 Karten, 29 Plänen 

und 15 Grundri=!.<!en. 5. Auf latre. 1903 ./Ä- 8. 

RIVIERA, SÜDOST-FRANKREICH und KORSIKA. Mit 27 Karten 
und 31 Plänen. 3. Auflage. 1902 ^.6. 

PARIS UND UMGEB. 16 Karten, 34 Pläne. 16. Aufl. 1905. e//.6. 

In französischer Sprache FRANCE : LeNord-Est. 1903. bJl:, Le Nord- 

Ouest. 19U2. bJl;h& Sud-Est. 1906. 6Ji;I.e Sud-Oue.9t.. 1901. Jf 6. 

RUSSLAND. 20Karten, 40 Plan. u. 11 Grundr. 6. Aufl. 1904. JLib. 

ST. PETERSBURG UND UMGEB. 5 Karten, 4 Pläne. 1901. „4^.4. 

Russischer Sprachführer Jl. 1. 

SCHWEDEN UND NORWEGEN, nebst Reiserouten durch DÄNE- 
MARK. M)t37 Karten, 22Plänenu. 3 kl. Panoramen. 9. Aufl. 1903. ^.l.bO. 

SCHWEIZ. Mit 63 Karten, 17 Plänen u. 11 Panor. 31. Aufl. 1905. J{f 8. 

SPANIEN UND PORTUGAL. Mit 7 Karten, 34 Plänen und 
13 Grundris-en. 2. Auflage. 1809 Jl. id. 

GRIECHENLAND. Mit einem Panorama von Athen, 11 Karten, 
19 Plänen, 5 Grundrissen und 2 Tafeln. 4. Aufl. 1904 Jl. S. 

KONSTANTINOPEL und KLEINASIEN. Mit 9 Karten, 34 Plänen 
u. Grundrissen. 1905 •^- 6. 

ÄGYPTEN. Mit 36 Karten und Plänen, 55 Grundrissen, 58 An- 
sichtea und Textvignetten. 5. Auflage. 1902 ^.15. 

PALÄSTINA UND SYRIEN. Mit 20 Karten und 52 Plänen. 
6. Aufliige. 1904 Jf- 10. 

NORDAMERIKA. Mit25 Karten und 36 Plänen. 2. Aufl. 1904. ^^.12. 
In englischer Sprache: CANADA. Mit 10 Karten u. 7 Plan. 1900. Jf.b. 



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DIE SCHWEIZ 



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BIE 

SCHWEIZ 

NEBST DEN 

ANGKEI^ZENDEN TEILEN 

VON 

OBEEITALIEN, SA VOTEN UND TIROL 



HANDBIJCH FÜE EEISENDE 

VON 
KAEIi BJSDEKER 



EINUIQDDBEISSIGSTE AUFLAGE 

Mit Cüi Karten, 17 Stadtplänen und 11 Panoramen 



LEIPZIG 

VERLAG TON KARL B^DEKER 

1905 






Wer reisen will, 
Der schweig fein still, 
Geh steten Schritt, 
Nehm nicht viel mit, 
Tret an am fi-ühen Morgen, 
Und lasse heim die Sorgen. 

Philander von Sittowald. 1650. 



Der Inhalt des vorliegenden Buches, das hiermit in 31. Auflage 
erscheint, beruht für alle wichtigen Routen auf Anschauung an Ort 
und Stelle. Von vielen Seiten hat der Verfasser außerdem mehr 
oder minder eingehende Mitteilungen erhalten, so daß er im wesent- 
lichen für seine Angaben bürgen zu können glaubt*). Buchstäb- 
liche G-enauigkeit ist für ein Reisebuch, das über zahlreiche Ein- 
richtungen Auskunft geben muß, die beständigem Wechsel unter- 
worfen sind, unerreichbar. Der Verfasser wiederholt daher die 
Bitte, ihn möglichst bestimmt und sachlich auf alle etwaigen Irr- 
tümer und Mängel seiner Angaben aufmerksam machen zu wollen. 
Die wohlwollende Mitarbeit der Freunde seiner Bücher hat wesent- 
lich zu der Anerkennung, deren sich diese erfreuen, beigetragen. 

Um denjenigen Reisenden, welche nicht fortwährend den ganzen 
Band bei sich führen wollen, die Benutzung zu erleichtern, sind 
Druck und Einband so eingerichtet , daß das Handbuch in s i e b e n 
selbständig geheftete Abteilungen zerlegt werden kann 
(I. Nördliche Schweiz; II. Vierwal dstätter See und Umgebungen, 
St.Gotthard ; III. Berner Oberland ; IV. Südwestliche Schweiz, Genfer 
See , unteres Rhonetal ; V. Chamonix , Wallis und das angrenzende 
Italien. Alpengebiet ; VI. Südöstliche Schweiz, Graubünden; VII. die 
Oberitalienischen Seen). Man bricht zu diesem Zweck das Buch am 
Beginn und am Schluß der loszulösenden Abteilung stark auf und 
durchschneidet die Gaze , auf welche die Bogen geheftet sind , mit 
einem Messer. Leinwanddecken zum Hineinlegen der Hefte sind 
durch alle Buchhandlungen zu beziehen. 

Die Karten des Buches sind nach dem Siegfried-Atlas und 
der Dufour- Karte (S. xxiv) im Maßstabe von 1:150,000 bez. 
1 : 250,000 gearbeitet und nach dem neuesten Material und den eig- 
nen Erfahrungen des Herausgebers ergänzt. Die vorliegende Auf- 
lage enthält wieder drei neue Blätter in 1 : 150 000 (Umgebungen 
von Glarus und Ragaz, Vierwald stätter See), sowie eine neue 'Karte 
des Bodensees in 1 : 250 000 und neue Pläne von Luzern, Lausanne 
und Chamonix. 

Das Offizielle Schweiz. Kursbuch (1 fr.) und die Kursbücher 
von Bürldi (Zürich, 80 c.) und Krüsi (Basel, 60 c), sowie der Schwei- 
zer Conducteur (Bern 80 c.) sind an allen Eisenbahnstationen zuhaben. 

Daß die Angaben dieses Buches über Gasthäuser (S. xvi) 
mit Sorgfalt revidiert werden, ist bereits in weiten Kreisen be- 



*) Der Verfasser verwahrt sich ausdrücklich gegen Beschwerden, wie 
sie ihm wohl vorgekommen, die auf ältere Ausgahen fußen. Keine 
Art von Sparsamkeit ist auf einer Reise übler angebracht, als nach einem 
alten Reisehandbuch zu reisen. Eine einzige Angabe der neuen Auflage 
lohnt nicht selten reichlich den dafür bezahlten Betrag. 



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kannt. Empfehlenswerte Häuser , d. h. solche , bei denen Zimmer, 
Verpflegung und Bedienung zu loben und die berechneten Preise 
angemessen erscheinen, sind, soweit des Verfassers eigene Kenntnis 
und Erkundigungen, sowie freundliche Berichte von Reisenden rei- 
chen, mit einem Sternchen (*) bezeichnet. So wenig damit aber 
ausgeschlossen ist, daß auch sonst, sowohl unter den Häusern ersten 
Ranges wie unter den bescheidneren zweiten Ranges, wohl noch 
manche der Empfehlung wert sind, ebensowenig wolle man in dem 
Gasthaussternchen mehr als den Ausdruck eines Durchschnitts- 
urteils sehen oder bei abweichender Erfahrung dem Verfasser eine 
Verantwortlichkeit zumuten, die er schon wegen der zahlreichen 
"Widersprüche in den ihm zugehenden Briefen ablehnen muß. Der 
fortwährende Wechsel in Besitz und Führung der Gasthäuser , die 
Verschiedenheit der Ansprüche und die Stimmung der Reisenden 
machen ein allgemein und für alle Fälle gültiges Urteil unmöglich. 
— Die Preisangaben fußen sowohl auf Mitteilungen der Wirte, wie 
auf Originalrechnungen der letzten Jahre, deren eine große Anzahl, 
häufig mit einem kurzen Urteil versehen, dem Verfasser alljährlich 
von den verschiedensten Seiten zur Verfügung gestellt werden. Sie 
können natürlich nur ungefähr einen Anhalt bieten, namentlich be- 
züglich der Zimmer , für welche hohe und niedrige Preise , je nach 
Lage und Einrichtung, in jedem Hause vorkommen. 

Für Gasthofbesitzer sei noch bemerkt, daß die Nennung eines 
Gasthauses stets durchaus kostenfrei erfolgt, und daß die Empfeh- 
lungen dieses Handbuchs auf keine Weise zu erkaufen sind , auch 
nicht in der Form von Inseraten, deren Aufnahme, im Gegensatz 
zum Brauche sämtlicher andern Reisebücher, völlig ausge- 
schlossen ist. 

Abkürzungen. 



Z. = Zimmer nebst Licht und Be- 
dienung. 

F. = Frühstück (Cafe complet). 

G. = Gr abelfrühstück, Dejeuner ä 
la fourchette, Lunch. 

M. = Mittagessen (Hauptmahlzeit). 

A. = Abendessen. 

0. W. = ohne "Wein. 

m. W. = mit Wein. 

P. = Pension mit Zimmer. 

P. 0. Z. = Pension (Verpflegung) 

ohne Zimmer, 
n., ö. , s. , w. = nördlich, östlich, 

südlich, westlich. 
Das vorzugsweise Beachtenswerte ist durch ein Sternchen (*) hervor- 

fehoben. — Die hinter Orts- und Bergnamen eingeklammerten Zahlen 
edeuten die Höhe des Orts über dem Meeresspiegel, die Kilometer- 
angaben im Verfolg einer Route die Entfernung des Ortes vom Ausgangs- 
punkt der Route. 



r. = rechts. 

1. = links. 

St. = Stunde. 

M., Min. = Minute. 

R. = Route. 

m = Meter. 

km = Kilometer. 

kg = Kilogramm. 

S.A.C. = Schweizer Alpenclub. 

D.Ö.A.V. = Deutscher u. österr. 

Alpenverein. 
C.A.I. = Club Alpino Italiano. 



Inhalts -Verzeichnis. 



Route I. Nördliche Schweiz. Seite 

1. Basel 3 

2. Von Basel durch das Münstertal nacli Neuchätel . . . 11 

3. Von Basel nach Biel über Ölten und Solothurn .... 16 

4. Von Basel nach Bern über Aarburg 21 

5. Von Basel nach Luzern über Ölten 23 

6. Von Basel über Brugg nach Zürich 24 

7. Von Ölten über Aarau und Turgi nach Waldshut ... 27 

8. Von Basel nach Konstanz S. 29. — 9. Der Rheinfall . . 33 

10. Der Bodensee, deutsches und österreichisches Ufer ... 35 

11. Von Schaffhausen über Etzwilen nach Konstanz, Romans- 

horn und Rorschach 40 

12. Von Schaffhausen nach Zürich 43 

13. Von Romanshorn nach Zürich 44 

14. Zürich und Umgebung 46 

15. Von Zürich nach Sargans (Chur). Zürichsee und Wallensee 56 

16. Von Zürich über St. Grallen nach Rorschach 66 

17. Das Appenzeller Land 69 

18. Von Rorschach nach Chur 75 

19. Von Wil durch das Toggeuburg nach Buchs 78 

20. Ragaz und Umgebung 81 

21. Von Zürich nach Grlarus und Linthal 85 

22. Von Lintal nach Altdorf. Klausen. Schächental ... 90 

23. Von Schwyz nach Glarus über den Pragel 92 

24. Von Grlarus nach Eim. Sernftal 95 

II. Vierwaldstätter See und Umgebungen. St. Gotthard. 

25. Von Zürich über Zug nach Luzern 99 

26. Luzern und Umgebung 102 

27. Der Vierwaldstätter See 108. — 28. Der Rigi . . . . 116 

29. Von Luzern nach Alpnachstad. Pilatus 122 

30. Von Zug und Luzern nach Arth-Groldau 125 

31. Von Wädenswil nach Arth-Groldau. Einsiedeln . . . .127 

32. Von Luzern nach Bellinzona. Gotthardbahn 130 

33. Von Gröschenen nach Airolo über den St. Grotthard . . . 140 

34. Das Maderanertal 146 

35. Von Göschenen zum Rhonegletscher. Furka 148 

36. Von Luzern nach Engelberg 151 

37. Von Luzern über den Brünig nach Brienz 157 

38. Von Meiringen nach Engelberg. Engstlenalp. Jochpaß . 161 

39. Von Meiringen nach Wasen. Sustenpaß 163 

40. Von Luzern nach Bern. Entlebuch. Em mental . . . 165 

41. Von Luzern nach Wildegg. Seetalbahn .,,,,, 168 



VIII INHALTS -YERZEIOHNIS. 

Route III. Berner Oberland. Seite 

42. Bern 172 

43. Von Bern nach Thun 180. — 44. Der Niesen 184 

45. Von Thun nacli Interlaken. Tliuner See 185 

46. Interlaken und Umgebung 189 

47. Das Lauterbrunnental und Murren 196 

48. Von Interlaken nach Grindelwald 203. ^ 49. Das Faulborn 211 

50. Von Meiringen nacb Interlaken. Brienzer See .... 214 

51. Von Meiringen nacb Grrindelwald 218 

52. Von Meiringen zum Rbonegletscber. G-rimsel .... 220 

53. Von Spiez nacb Leuk über die G-emmi 225 

54. Von Gampel nacb Kandersteg. Lötscbenpaß 231 

55. Von Frutigen nacb Adelboden 232 

56. Von Spiez nacb Montreux. Simmental 234 

57. Von Zweisimmen nacb Sion über den Eawyl 238 

IV. Südwestliclie Schweiz. Genfer See. Unteres Khonetal. 

58. Von Bern nacb Neucbätel 242 

59. Von Neucbätel nacb Cbaux-de-Fonds und Locle .... 246 

60. Von Neucbätel nacb Pontarlier 248 

61. Von Neucbätel nacb Lausanne 251 

62. Von Bern nacb Lausanne 253 

63. Von Romont über Bulle nacb Cbäteau-d'Oex 258 

64. Von Lausanne nacb Lyss über Payerne 261 

65. Von Lausanne nacb Pontarlier über Vallorbe 262 

66. Genf und Umgebung 264 

67. Von Genf nacb Villeneuve über Lausanne. Genfer See, 

nördl. Ufer 277 

68. Von Lausanne nacb Martigny 292 

69. Von Saanen nacb Aigle über den Col de Pillon .... 297 

70. Von Bex nacb Gryon und Villars 299 

71. Genfer See, südl. Ufer. Val d'Ilüez 301 

V. Chamonix und "Wallis. 

72. Von Genf nacb Cbamonix 310 

73. Von Martigny nacb Cbamonix über die Tete-Noire oder 

den Col de Balme 316 

74. Von (Martigny) Vernayaz nacb Cbamonix über Salvan . 318 

75. Cbamonix und Umgebungen 322 

76. Von Cbamonix nacb Courmayeur. Tour du Mont-Blanc . 332 

77. Von Courmayeur nacb Aosta und Ivrea 338 

78. Von Martigny nacb Aosta über den Großen St. Bernbard . 343 

79. Von Martigny nacb Aosta durcb das Val de Bagnes . . 350 

80. Von Martigny nacb Doraodossola über den Simplon . . 353 

81. Vom Rbone-Gletscber nacb Brig. Eggisborn .... 362 

82. Von Ulricbcn nacb Domodossola. Griespaß. Tosafälle . 367 



INHALTS -YEEZEICHNIS. I^ 

Route Seite 

83. Siidl. Wallis-Täler (Eringer-, Eivisch- u. Turtmann-Tal) . 369 

84. Von Yisp nach Zermatt 380 

85. Von Yisp nach Saas und Mattmark 391 

86. Yon Piedimulera nach Macugnaga. Moro-Paß .... 394 

87. Yon Macugnaga nach Zermatt um den Monte Eosa . . 397 

88. Yon Chätillon nach Yaltournanche und Zermatt . . . 401 

VI. Südöstliche Sch-weiz. Graubünden. 

89. Chur 405. — 90. Yon Chur nach Arosa 409 

91. Yon Landquart über Davos-Flüela nach Schuls . . . 411 

92. Davos und Umgehungen. Yon Davos nach Alvaneu . , 415 

93. Yon Chur nach Tiefenkastei über Churwalden .... 421 

94. Yon Chur nach Thusis 423 

95. Yon Chur nach Göschenen. Oberalp 425 

96. Yon Disentis nach Biasca. Lukmanier 434 

97. Yon Thusis nach Chiavenna über den Splügen .... 436 

98. Yon Splügen nach Bellinzona. S. Bernardino .... 441 

99. Yon Tiefenkastei über den Julier nach St. Moritz . . . 444 

100. Yon Chur nach St. Moritz. Albulabahn 446 

101. St. Moritz und das Ober-Engadin bis zum Maloja . . . 450 

102. Pontresina und Umgebung . 459 

103. Yon Samaden über den Bernina nach Tirano .... 467 

104. Yon Samaden durch das Unter-Engadin nach Nauders und 

Landeck 470 

105. Aus dem Engadin über das Stilfser Joch nach Tirol . . 478 

106. Yon Pontresina über Tirano nach Colico 484 

107. Yon Maloja nach Chiavenna. Bergeil 486 

VH. Die Oberitalienischen Seen. 

108. Yon Bellinzona nach Lugano und Como (Mailand) . . . 489 

109. Yon Bellinzona nach Locarno. Yal Maggia 496 

110. Der Lago Maggiore 500 

111. Yon Domodossola nach Novara. Orta-See 508 

112. Yon Luino nach Menaggio. Luganer See 511 

113. Yon Chiavenna nach Colico. Comer See 513 

114. Yon Como nach Mailand 521 

Kegister 525 



Verzeichnis der Karten. 

1. Reisekarte der Schweiz (1 : 1 000 000), vor dem Titel. 

2. Nordöstl. Jura {Münstertal-Bid- Solothurn ; 1:150 000), S. 12. 

3. Umgebung von ScTiaffhatisen (1:33 000), S. 34. 

4. Der Bodensee (1:250000), S. 36. 

5. Umgebung von Zürich (1:70 000), S. 55. 

6. Zürichsee und Zuger See (1:250000), S. 56. 

7. Das Appenzeller Land (1:250 000), S. 68. 

8. Umgehung von St. Gallen tmd Appenzell (1:150000), S. 70. 



X KARTEN UND PLÄNE. 

9. Umgehung des Säntis, Toggenburg utid Wcdlensee (1:150000), S. 72, 

10. Umgebung von Ragaz (1:150000), S. 80. 

11. Umgebung von Glarus (1:150000), S. 86. 

12. Das Tödigebiet (1:150000), S. 88. 

13. Der Vierwcddstätter See (1:150000), S. 108. 

14. Umgebung des St. GottJiard (1:250000), S. 134. 

15. Die Kehrtunnels der Gotthardbahn (1:25000), S. 136. 

16. Das Triftgebiet (1:150000), S. 140. 

17. Umgehung von Engelherg (1:150000), S. 152. 

18. Umgehung von Bern (1 : 70 000), S. 180. 

19. Umgebung von Tfiun (1:26000), S. 182. 

20. Berner Oberland (1:250000), S. 182. 

21. Thuner See, unteres Simmen-, Kander- u. Kiental (1: 150 000), S. 18(1. 

22. Umgehung von Interlaken (1:26000), S. 196. 
28. Umgebung von G^'indelwcdd (1:150 000), S. 196. 

24. Das obere Lauterbrunnental (1:150000), S. 197. 

25. Umgebung von Kandersteg (1:150000), S. 226. 

26. Nordwestl. Jura {Chaux-de-Fonds-Neuchdtel; 1: 150 000), S. 246. 

27. Mittlerer Jura {Vcd de Travers-Yverdon ; 1:150000), S. 248. 

28. Umgehung von Freiburg (1:27 500), S. 254. 

29. Das Saanetal und obere Simmental (1:150000), S. 258. 

80. Südwestl. Jura (Lac de Joux-Cossonay-Morges ; 1: 150000), S. 262. 

31. Umgebung von Genf (1 : 100 000), S. 274. 

32. Der Genfer See (1 : 250 000), S. 278. 

33. Umgebung von Montreux (1:50000), S. 288. 

34. Die Ormonttäler (1:150000), S. 298. 

85. Val d'IlUes, Dent du Midi etc. (1:150000), S. 304. 

36. Das Chamonixtal (Montblanc; 1:150000), S. 322. 

37. Umgebung des Großen St. Beo-nhard (1 : 150 000), S. 346. 

38. Sildl. Umgebung von Sion (1:150000), S. 352. 

39. Umgebung des Simplon, Val Antigorio etc. (1 : 150 000), S. 358. 

40. Das Aletschgehiet (1:150000), S. 362. 

41. Umgebung des G^riespasses, nordw. Tessiner Alpen (1 : 150000), S. 366. 

42. Umgehg. v. Siders, Val d'Anniviers u. Turtmann- Tal (1 : 150 000), S. 37G. 

43. Unteres Visptal, Umgebung von Saas (1:150 000), S. 380. 

44. Umgebung von Zermatt (1:150000), S. 382. 

45. Die östl. Bilndner Alpen, von Chur bis Samaden (1:250000), S. 404. 

46. Umgebung von Chur, Schanftgg und Arosa (1 : 150 000), S. 408. 

47. Prätigau und Montafon (1 : 250000), S. 412. 

48. Das Vorder-Bheintal (1:250000), S. 422. 

49. Umgehung von Ilanz und Flims (1 : 150 000), S. 426, 

50. Val Tavetsch und Vcd Medel (1:150000), S. 430. 

51. Die Gegend vom Lukmanier bis 3IaloJa (1:250000), S. 4'10. 

52. Umgehung von Thusis und TiefenJcastel (1:150000), S. 446. 

53. Das Oher-Engadin (1:150 000), S. 450. 

54. Das Unter-Engadin (1 : 250 000), S. 472. 

55. Veltlin und Engadin (1:500 000), S. 480. 

56. Umgebung von Lugano (1 : 150 000), S. 494. 

57. Umgehung von Locarno (1:75 000), S. 497. 

58. Der Lago Maggiore (1:250000), S. 504. 

59. 60. Umgebung von Pcdlanza und Stresa (1 : 65 000), S. 504, 505. 

61. Der Comer und Luganer See (1:250000), S. 514. 

62. Umgebung von Como (1:28000), S. 520. 

63. Übersichtskarte der Schweiz mit Kartennetz hinter dem Register. 
Alpen-Panoramen von den Aussichtspunkten Rigi-Kulm, Pilatus, 

Bern, Niesen, Murren, Faidhorn, Flegere, Eggishom, Gorner Grat, Piz 
Languard und Monte Generoso. 

Stadtpläne: Basel, Bern, Chamonios, Chur, St. Gallen, Genf, 
Konstanz, Lausanne, Lindau, Locarno, Lugano, Luzem, Mailand, Mon- 
treux, Neuchätel, Ragaz, Zürich. 



Praktische Vorbemerkungen. 



Seite 

I. ßeiseplan XI 

n. Eeisekosten. Münzwesen. Paß. Zoll . . . XV 

III. Gasthöfe und Pensionen XYI 

IV. Klima. Luftkurorte XVH 

V. Fußreisen. Karten XXI 

VI. Führer XXIV 

VII. Bemerkungen für Radfahrer XXV 

VIII. Lohnkutscher und Pferde XXVI 

IX. Post und Telegraph XXVI 

X. Eisenbahnen XXVIII 

XI. Zur Geschichte und Statistik XXIX 

XII. Zur Geographie XXXI 



I. Reiseplan. 

Die beste Reisezeit für die Schweiz liegt für die Voralpen 
zwischen Mitte Mai und Airfang Juli, für das Hochgebirge zwischen 
Mitte Juli und Mitte September. Auf dem Rigi und den besuchteren 
Punkten des Berner Oberlandes ist der Schnee gewöhnlich schon 
vor Mitte Mai verschwunden ; Furka, Grimsel und auch wohl Gemmi 
sind dagegen auch im Hochsommer nicht immer schneefrei. Die 
hochgelegenen Gasthäuser werden meist erst Ende Juni eröffnet. 
Gletschertouren (S. xxiii) sollte man nicht vor Mitte Juli unter- 
nehmen ; doch ist man in Höhen von 2000m aufwärts nur bei anhal- 
tend gutem Wetter vor plötzlich eintretenden Schneestürmen sicher. 
Zeiteinteilung. Auf die Nordschweiz, Berner Oberland, 
Wallis, Savoyen und Westschweiz würden sich vier Wochen 
etwa folgendermaßen verteilen: 

Tage 
Mit Dampfboot von. Friedrichshafen oder Lhidau nach Konstans, 
mit Eisenbahn oder Dampfboot (R. 8) nach Schaffhausen, den Rhein- 
fall besichtigen, Eisenbahn über Eglisau nach Zürich (R. 12) . . 1 

Zürich und UeÜiherg (R. 14) 1 

Bisenbahn über Arth-Goldau nach Mgikulm (R. 25, 30, 28) ... 1 
Rigibahn nach Vitznau (oder auch zu Fuß nach Weggis); Dampfboot 

nach Luzern (R. 28, 27, 26) 1 

Dampfboot über den Vierioaldstätter See (R. 27) nach Brunnen (Rütli, 

Axensteiri etc.) 1 

Dampfboot nach Flüelen (oder Dampfboot bis zur Tellsplatte, dann 

zu Fuß auf der Axenstraße bis Flüelen), Gotthardbahn nach Gö- 

schenen, G-otthardstraße nach Andermatt (R. 27, 32, 33) .... 1 

Zu Fnß oder Wagen über die Furka zum Rhonegletscher (R. 35) und 

über die Grimsel (zu Fuß auf das Kl. Siedelhorn) zum Grimsel- 

hospiz (R. 52) 1-2 

Zu Fiiß oder Wagen das Haslital hinab (Handeggfall) nach Mei- 
ringen (R. 52, 50) , 1 



Xn I. REISEPLAN. 

Tage 
Zu Fuß über die Große Scheidegg [auf das Faulhorn (R. 51, 49)] nach 

Grindelwald (R, 48) 1-2 

Eisenbahn über die Kl. Scheidegg (Mgergletscher, Lauberhorri) nach 

Lauterbrunrien (R. 49); Bahn nach Murren (R. 47) 1 

(Zu Fuß über den Obern Steinberg nach Trachsellauerien und zurück 

nach Lauterbrunnen; mit Bahn nach Interldken, R. 47) .... (1) 
Interlaken und Umgebungen {Beatenberg, Schynige Platte, Gießbach, 

Brienzer Rothorri; R. 46, 45, 50) 2-3 

Eisenbahn oder Dampfboot nach Spiez (R. 45), Eisenbahn nach 

Frutigen, Einsp.,^oder Post nach Kandersteg (R. 53) 1 

(In Kandersteg: ÖscMnensee, Gastemtal) (1) 

Zu Fuß über die Gemmi nach Bad Leuk (zu Fuß auf das Torrenthorn), 

zu Fuß oder Wagen nach Station Leuk-Susten (R. 53); Eisenbahn 

nach Visp und Zermatt (R. 80, 84) 1-2 

Ausflüge von Zermatt: Gornergrat, Schwarssee (R. 84) 2 

Mit Bahn zurück nach Visp (R. 84) und nach Martigny (R. 80) . . 1 
Wagen über die Tite-Noire oder SaZvan (oder zu Fuß über den Col 

de Balme) nach Chamonix (R. 73, 74), Chamonix und Umgebung . 2-3 

Eisenbahn nach Genf (R. 72, 66) und in Greni 1-2 

Dampfb. über den Genfer See (R. 67) nach Montreux (Ohillon, Glion) 1-2 
Eisenbahn über Lausanne lind Freiburg nach Bern (R. 67, 62) . . 1 
Vormittags in Bern (R. 42), nachm. mit Eisenbahn nach Basel (R. 4) 1 

Für die östliche Schweiz und die oheritalienischen Seen 
genügen etwa vierzehn Tage: 

Von Rorschach oder Zürich nach Ffäfers und Chur (R. 15, 18, 20) . 1 
Bahn nach Thusis (R. 94), zu Fuß durch die Via Mala bis zur dritten 

Brücke und zurück (R. 97) 1 

Mit der Albulabahn nach St. Moritz (R. 100) 1 

Zu Wagen nach Maloja und zui-ück (R. 101) 1 

Pontresina und Umgebung (R. 102) 2-3 

Mit Post über den Bernina nach Tirano (R. 103), mit Bahn über 

Sondrio nach Colico (R. 106), Dampfboot nach Bellagio (R. 113) . I1/2 
In Bellagio (Villa Serbelloni, Carlotta); nachm. über Menaggio und 

Porlezza nach Lugano (R. 113, 112) 1 

Umgebung von Lugatw (Monte S. Salvatore, Monte Generoso ; R. 108) I-I1/2 
Dampfboot nach Ponte Tresa, Eisenbahn nach Luino (R. 112), Dampf- 
boot nach den Borroraeischen Inseln und Pallanza oder Stresa 

(R. 110) 1-11/2 

Dampfboot nach Laveno und mit der (rotthardbahn zurück nach Luzem 1 
Oder: Mit Eisenbahn nach Domodossola und mit Post über den Simplon 
nach Brig (R. 80) 1 

Zu kürzeren Reisen empfehlen sich folgende Routen : 

I. Acht Tage: Rigi, Berner Oberland, Rhonegletscher, 
Gotthardbahn. 

1. Tag. Von Basel, Konstanz, Romanshorn, Rorschach nach Zürich. 

2. T. Über Zug und Arth auf den Rigi und nach Luzem. 

3. T. Mit der Brünigbahn nach Br'ienz (einschl. des Pilatus oder 

Brienzer Rothorns 1 Tag mehr), Dampfboot nach dem Gieß- 
bach und Interlaken. 

4. T. Bahn nach Lauterbrunnen, Murren und über Wengeimalp nach 

Grindelwald (besser teilweise zu Fuß, 1 Tag mehr). 

5. T. Über die Große Scheidegg nach Innertkirchen. 

6. T. Über die Grimsel zum Rhonegletscher. 

7. T. Über die Furka nach Andermatt oder GöscJienen, 

8. T. Nach Finden, Luzem und Basel, 



L REISEPLAN. XIII 

II. Zwölf bis vierzelm Tage: Rigi, Berner Oberland, 

Zermatt, Gemmi. 

1.-6. Tag wie in Tour I. 

7. T. Post nach Fiesch; zu Fuß oder Pferd zum Hötd Jungfrau. 

8. T. Früh aufs Eggishom; über Riederalp nach Brig. 

9. T. Eisenbahn nach Visp und Zermatt. 

10. T. Auf den Gomergrat etc. 

11. T. Eisenbahn über Visp nach Station Leuk ; zu Fuß oder Wagen 

nach dem LeuJcer Bad. 

12. T. Über die Gemmi nach Kandersteg ; zu Wagen nach Spiez etc. 

III. Achtzehn Tage: Rigi, Berner Oberland, Zermatt, 

Chamonix, Genfer See. 

1-10. Tag wie in Tour II. 

11. T. Zurück nach Visp und Eisenbahn nach Martigny. 

12. T. Über Col de Balme oder T&te Noire nach ChamA^ni'K. 
13-14. T. In Chamonix. 

15. T. Über Salvan nach Vernayaz, Eisenbahn nach Montreux. 
16.-17. T. Nach Glion (Naye), Vevey, Lausanne und Genf. 
18. T. Nach Freiburg, Bern und Basel. 

IV. Achtzehn bis zwanzig Tage: Rigi, Bern^r Oberland, 
Süd- Wallis, Chamonix. 

1.-9. Tag wie in Tour IL 

10. T. Auf den Gornergrat u. zurück nach St. NiMaus. 

11. T. Über den Augsthordpaß (Schioarshorn) nach Meiden. 

12. T. Über den Meidenpaß (Bella Tola) nach St-Luc, Hot. Weißhorn 

oder Vissoye. 

13. T. Nach Zinal und zurück. 

14. T. Über den Col de Torrent nach Evolena. 

15. u. 16. T. In Evolena (Arolla, Ferpecle) und zurück nach Sion. 

17. u. 18. T. Über die Gemmi oder ubei Lausanne u. Freihurg nach Bern. 
Oder: 

16. T. Von Evolena nach Sion und Martigny. 

17.-20. T. Über Chamonix und örnfnach Basel; vgl. Tour III. 

V. Sieben Tage: Bernei^ Oberland, Rigi, Gotthardhahn, 
Oberital. Seen. 

1. T. Von Basel nach Bern und Interlaken. 

2. T. Nach Lauterbrunnen, Murren, und über Wengerncdp nach Grin- 

delwald. 

3. T. Über die GrTOße Scheidegg nach Meiringen. 

4. T. Über den Brünig nach Alpnach-Stad (aiä den Pilatus) u. Luzern. 

5. T. Mit der G-otthardbahn nach Loxeno und Stresa (Borrom. Inseln). 

6. T. Über Luino und Lugano nach Bellagio. 

7. T. Dampfboot nach Como ; Gotthardhahn zurück nach Ba^el. 

VI. Acht bis zehn Tage: i?i^i, Vierwaldstätter See, 
St. Gotthard, Obet^ital. Seen, Splügen. 

1. T. Von Basel nach Luzern und auf den Pdgi. 

2. T. Hinab nach Vitznau, Dampf boot nach Brunnen (Axenstein, 

Riltli etc.) 
[1, Z.-T. Nach Amsteg und ins Maderaner Ted. 
[2. Z.-T. Über die Stäfeln zurück nach Amsteg und die Gotthard- 
Straße hinauf nach Göschenen.] 



XIV I. REISEPLAN. 

3. T. Grotthardbahn nach Locamo. 

4. T. Nach den Borrom. Inseln, zurück nach LuifW und Lugano, 

5. T. Üher Oonw oder Fbrlezza nach Bdiagio. 

6. T. In Bdiagio; nachm. nach Colico und Chiavertna» 

7. T. Üher den Splügen nach Cfhur. 

8. T. Rückreise über Zürich. 



Vn, Zwölf bis vierzehn Tage: dieselbe Route mit Einschluß 
des Oher-Engadin. 

1.-5. Tag wie in Tour YI.. 

6. T. Nach Chiavenna und durchs Bergell nach Casaccia. 

7. u. 8. T. Über Maloja nach St. Moritz. 
9. u. 10. T. Pontresina und Umgebung. 

11. T. Mit der Albulabahn nach Thusis und Chur. 

12. T. Nach Ragaz und Zürich. 

YIII. Sechzehn bis achtzehn Tage: dieselbe Route mit 
Einschluß des Veltlin und Unter -Eng adin. 

1.-8. Tag wie in TourVII. 

9. T. Über den Bernina nach Tirana. 

10. T. Durchs Vdtlin nach Bormio. 

11. T. Über das Wormser Joch (Piz ümhrail) ins Münstertcd. 

12. T. Über den Ofen-Paß nach Zemez. 

13. T. Über den Flüda-Paß nach Davos. 

14. T. Nach J-iüaweM&cwZ und mit Bahn nach Thusis. 

15. u. 16. Tag. Nach Chur, Ragaz und Zürich. 

Die vorstehenden Routen berühren nur viel besuchte und leicht 
zu erreichende Punkte. Der rüstige und mit dem Lande bereits 
vertraute Wanderer wird sich aus der unerschöpflichen Fülle der 
Pässe und Bergtouren, welche die Schweiz bietet, einen eigenen 
Reiseplan zusammenstellen. 

Von den großen Alpen-Übergängen erreicht keiner an landschaft- 
licher Schönheit den Simplon (R. 80). Beim St. Gotthard (R. 32, 33) ist 
der eigentliche Paßübergang weniger interessant als die Zugänge auf der 
N.- und S.-Seite. Der Splügen (R. 97) bietet auf der Nordseite gleich- 
falls sehr sehenswerte Partien, die der Bernhardin (R. 98) mit ihm teilt. 
Der Große St. Bernhard (R. 78) ist trotz des berühmten Namens am 
wenigsten lohnend. Von den Übergängen nach dem Engadin (Julier, Al- 
bula, Flüela) ist seit Eröffnung der Eisenbahn die Albula-Boute (S. 446) 
an die erste Stelle getreten. Vom Engadin nach dem Comer See ist der 
Weg über den Maloja (R. 101, 107) der schönere, die Beminastraße 
(R. 103) in Verbindung mit der Veltliner Bahn (Tirano - Colico , R. 106) 
der bequemere. Einen großartigen Abschluß der Bereisung des Engadius 
bietet die Route über das Stilßer Joch (R. 105). 

Unter den Aussichtspunkten sind hervorzuheben (die berühmtesten 
oder besonders leicht erreichbaren mit * bezeichnet): 

1) Im Jura (Fernsicht auf die Alpenkette, im Vordergrund die Hügel- 
landschaft der Schweiz und bei den westlicher gelegenen Punkten Bieler, 
Neuenburger und Genfer See): Hötd Schweizerhof {^. 33) am Rheinfall; 
Magglingen (S. 14) bei Biel; der *Weißenstein (S. 20) bei Solothuin; die 
Frohburg (S. 17) bei Ölten; Schafmatt (S. 17) bei Aaran; Chasseral 
(S. 15), Chaumont (S. 249), Tablettes (S. 246), Tete de Rang (S. 246) und 
Oreux du Van (S. 249) im Kanton Neuenburg; * Signal de Chexbres (S. 257), 



I. REISEPLAN. XT 

*Signcd de Bougy (S. 281), Dole (S. 280), Chasa&ron (S. 254), Moni Suchet 
(S. 263) und Dmt de Vaulion (S. 263) im Kanton Waadt. 

2) Den Alpen näher gelegen oder in den Voralpen selbst: 

a) auf der Nordseite der Alpen: Kaien (S. 70), Hoher Kasten 
(S. 78) und *Sänti3 (S. 74) im Kanton Appenzell; *Uetliberg (S. 56), 
Pfannenstiel (S. 63) und Bachtel (S. 65) bei Zürich; Speer (S. 58) bei 
Wessen; Alvier (S. 62) bei Sargans; Hörnli (S. 66) und Nollen (S. 66) 
bei Wil; Freudenberg (S. 68) bei St. Gallen; Meldegg (S. 76) bei Walzen- 
hausen; Sonnenberg (S. 107) beiLuzern; *Rigi (S. 120), * Pilatus (S. 124), 
*Stanserhorn (S. 151), Niederbauen (S. 110), Fronalpstock (S. 113), Mythen 
(S. 132) und TJrirotstock (S. 116) am Vierwaldstätter See; Titlis (S. 156) 
in Unterwaiden; Feuerstein (S. 166) im Entlebuch; Napf (S. 167) im 
Emmental; Eomberg (S. 169) im Seetal; Schänzli und Gurten (S. 180) 
bei Bern; Mol4son (S. 258) und Jaman (S. 259) im Kanton Freiburg; 
Saleve (S. 276) und Voirons (S. 277) bei Genf; *Rochers de Naije (S. 291) 
bei Grlion; dhamossaire (S. 301) bei Villars; Gramviont (S. 303) bei 
St-Qingolph. 

b) auf der Südseite der Alpen: Monte S. Salvatore (S. 493), 
Monte Generoso (S. 496) und Monte Bre (S. 494) am Luganer See; Monte 
Mottarone (S. 507) und Monte Nudo (S. 502) am Lago Maggiore; Monte 
S. Privio (S. 518) am Corner See; Becca di Nona (S. 341) bei Aosta; 
Orammont (S. 338) bei Pre-St-Didier. 

3) In den Hochalpen: *JViesen (S. 184), JLmisftüÄ? (S. 189), Gemmen- 
alphorn (S. 189), Heimwehfluh (S. 193), Abendberg (S. 193), Härder (S. 194), 
*Schynige Platte (S. 195), Sulegg (S. 195), *Mürren (S. 199), Schüthorn 
(S. 201), Oberer Steinberg (S. 198), *WengernaZp (S. 205), *Lauberhom 
(S. 207), Männlichen (S. 207), *Faulhorn (S. 212), *Brienser Rothorn 
(S. 216), Kl. Sieddhorn (S. 223), *Gemmi (S. 228), *Männlifltih (S. 235), 
Wildhorn (S. 239) im Berner Oberland; *Pizzo Centrale (S. 144) am 
St. Gotthard; Taneda (S. 138) im Val Piora; *Eggishorn (S. 364), Sparr- 
horn (S. 357), *Torrenthorn (S. 230), Pzerre d Fotr (S. 297), * Gornergrat 
(S. 384), Breithorn (S. 387), *Schwars]wrn (S. 380), *5eZZa ToZa (S. 379), 
Pic d'Arzinol (S. 371) im Kanton Wallis; Col de Balme {S. 311), *Fl4gere 
(S. 328), *Brävent (S. 328) und *5wei (S. 321) bei Chamonix; Piz Umbrail 
(S. 477) am Stilfser Joch; Muottas Murail (S. 463), Schafberg (S. 463), 
*Piz Languard (S. 464), Piz Ot (S. 449), nüela-Schioarzhorn (S. 415), 
Stätzerhorn (S. 423), Pis Mtindaun (S. 428), Pis Muraun (S. 432) im 
Kanton Graubünden. 

Alpenglühen nennt man das prachtvolle Glührot, mit dem die 
untergehende Sonne die schneebedeckten und felsigen Gipfel der Alpen 
übergießt, besonders das bei leichtem westlichen Gewölk eintretende 
eigentümliche Nachglühen in strahlendem Gelb bis zum Purpur- und 
Violettrot einige Minuten nach dem Sonnenuntergang, wenn in den Tälern 
bereits Abenddämmerung herrscht. 



n. Reisekosten. Münzwesen. Paß. Zoll. 

Abgesehen von den Eisenbahn- und Dampf schiff kosten, für die 
die Angaben der schweizer Kursbücher (S. V), des Eeichskurs- 
buchs oder von Hendschels Telegraph über die Eundreisebillete den 
Anhalt geben, wird der bescheidene Reisende 10-12 fr., auch wohl 
weniger, der anspruchsvollere 20-30 fr. als tägliche Ausgabe zu 
rechnen haben. Bei Bergtouren fallen die Führerkosten (S. xxiv) 
sehr ins Gewicht. 

Die Schweiz hat den französischen Münzfuß und prägt 
Stücke von 20 Franken in Gold, von 5, 2, 1 u. i/j fr. in Silber, 20, 



XVI n. MÜNZWESEN. 

10 und 5 Centimestücke in Billon, 2 und 1 Centimestücke in Kupfer. 
1 fr. = 100 Centimes (Kappen) = 20 Sous (ä 5 Cent.) = 80 Pfg. 
Silberscheidemünzen mit gesetzlicliem Kurs sind, aui3er den franz., 
ital., belg., griech. und schweizer 5 fr.-Stücken, nur die schweizer 2, 
1 und Y2 fr--Stücke von 1874 an (mit Bild der stehenden Helvetia), 
französische 2 und 1 fr. -Stücke von 1866 an und ^j^ fr.-Stücke von 
1864 an, belgische 2, 1 und Yg fr.-Stücke mit dem Kopf Leopolds 11., 
griechische 2, 1 und Y2 fr.-Stücke mit dem Kopf Georgs I. Alle 
andern Silberscheidemünzen sind außer Kurs. Die Kantonalbanken 
geben Frankenscheine im Betrage von 50, 100, 500 und 1000 fr. aus, 
die im ganzen Lande gültig sind. Deutsche Zwanzig -Markstücke 
(Goldwert 24 fr. 691/5 c.) werden zu 24 fr. 50-60 c, Hundert- 
Mark-Noten zu 123-124 fr. angenommen. 

G-eldsendungen lasse man sich unter der Adresse eines Grast- 
hauses machen, wo man mehrtägigen Aufenthalt nimmt. Man unterrichte 
den Wirt aber vorher und legitimiere sich. Für falsche Auszahluugen 
steht sonst niemand ein. 

Ein Paß ist nur zur Entnahme eingeschriebener Postsendungen, 
sowie bei Wanderungen in den französischen und italienischen 
Grenzdistrikten notwendig. — Die schweizerische Zollrevision 
ist durchweg milde. Ein Reisebedarf von c. 50 Cigarren und 250 Gr. 
Tabak ist frei. Wer größere Quantitäten mit sich führt, muß alles 
verzollen, und zwar Cigarren mit 1 fr. 50, Rauchtabak mit 75 c. pro 
Kilogramm oder Bruchteil eines Kilogramms. 



in. Grasthöfe und Pensionen. 

Pie gewöhnlichenP reise der großen Gasthof e sind: Zimmer, 
Licht und Bedienung S^/a-ö fr. , Frühstück (Tee oder Kaffee mit 
Brot, Butter und Honig) im Speisesaal l^/g, im eigenen Zimmer 2 fr., 
Gabelfrühstück („Lunch") 3-4, Hauptmahlzeit („Diner", meist 
gegen Abend) 4-6 fr. Das JBeispiel einiger großen Häuser, die Preise 
in jedem Zimmer anzugeben , ist allen soliden Gasthäusern zu em- 
pfehlen. Nach den Zimmerpreisen frage man sofort. Der Table 
d'höte kann man sich nicht gut entziehen. Im allgemeinen sind 
die großen Gasthöfe mehr Familien oder Gesellschaften von min- 
destens 2-3 Personen zu empfehlen; einzelne Reisende erhalten die 
geringeren Zimmer bei sonst gleichen Preisen. Fußwanderer gehen 
besser in die kleineren Häuser, wo man für das Zimmer V-j^- 
2 fr., Frühstück 1 fr., Mittagessen 2-3 fr. zahlt. Einsam gelegene 
Berggasthäuser, denen die Beschaffung der Lebensmittel besondere 
Kosten macht, berechnen gern die Hotelpreise großer Fremdenorte; 
wenn sie keine feste Table d'hote haben, bestelle man ein „kleines" 
Diner oder Souper, womit man um 1-1 Ya fr. billiger wegkommt. — 
Pensionen zu längerem Aufenthalt gibt es an allen besuchteren 
Orten, mit Preisen von 4 bis 10 fr. und mehr für Zimmer, Früh- 



III. GASTHÖFE. XVn 

stück, Mittag- und Abendessen. Auch in den meisten Hotels kann 
man für 3-4 Tage einen Pensionspreis vereinbaren, in den größten 
jedoch nur außerhalb der Hauptreisezeit. 

Die Rechnung prüfe man genau. Auch bei bester Buchführung 
können Fehler vorkommen. Durch falsche Angabe oder unklare Notiz eines 
Kellners geraten z. B. die außergewöhnlichen Posten (Wein, Entnahmen 
während der Zwischenzeiten) leicht auf die falsche Rechnung, und der 
Buchhalter, der sie irgendwo unterbringen muß, erwartet dann, daß der 
Gast gegen unrichtige Belastung Einspruch erhebe. Daß man seine Rech- 
nung zeitig vor der Abreise verlange, namentlich wenn man größere Be- 
träge zu wechseln hat, versteht sich von selbst. 

In den Schlafzimmern sind die Betten häufig so aufgestellt, daß 
der Blick beim Erwachen ins helle Fenster oder gar in die Sonne fällt. 
Man lasse das Lager wenden. "Wer zu Erkältungen neigt, wird Betten 
vermeiden, die an der äußern Hauswand stehen. 

Die Trinkgelder werden in der Regel zu hoch bemessen. Man be- 
zahle seine Rechnung möglichst an der Kasse (im Bureau) und beschränke, 
wo der Betrag für die Bedienung in Rechnung gestellt ist, seine Grabe auf 
den Hausknecht und den Portier. Im ganzen veranschlage man das Trink- 
geld mit etwa 5, höchstens 10 o/o der Rechnung. 

Vorausbestellung ist Familien immer ratsam, zu längerem Aufent- 
halt am besten vor Antritt der Reise, wobei man noch den Vorteil hat, 
je nach den Antworten seine Wahl treffen zu können. Doch ist der An- 
drang im Hochsommer so stark, daß man selbst dann nicht auf die er- 
wartete gute Unterkunft rechnen darf, da die Wirte sich den Anforderungen 
der bereits anwesenden G-äste oft kaum entziehen können. Jedenfalls ist 
1-2 Tage vor der Ankunft eine telegraphische Wiederholung der Bestellung 
mit bezahlter Antwort (RP) zu empfehlen. Zur Vereinfachung tele- 
graphischer Zimmerbestellungen hat der Hotelierverein 1905 folgende Ab- 
kürzungen vereinbart: alba, 1 Zimmer 1 Bett; albaduo, 1 Zimmer mit 
zweischläfrigem Bett; arab, 1 Zimmer 2 Betten; abec, 1 Zimmer 3 Betten; 
belah, 2 Zimmer 2 Betten; birac, 2 Zimmer 3 Betten; bonad, 2 Zimmer 
4 Betten; ciroc, 3 Zimmer 3 Betten; carid, 3 Zimmer 4 Betten; calde, 

3 Zimmer 5 Betten ; caduf, 3 Zimmer 6 Betten ; casag, 3 Zimmer 7 Betten ; 
danid, 4 Zimmer 4 Betten ; dalme, 4 Zimmer 5 Betten ; danof, 4 Zimmer 
6 Betten ; dalag, 4 Zimmer 7 Betten ; dirich, 4 Zimmer 8 Betten ; durbi, 

4 Zimmer 9 Betten; kind, Kinderbett; sal, Salon; bat, Privat-Bade- 
zimmer ; serv, Dienerzimmer. Notwendig ist ferner die Angabe des Tages 
und der Ankunftszeit (granmatin, Mitternacht-7 Uhr ; maiin, 7 Uhr morg.- 
Mittag; sera, Mittag-7 Uhr abends; gransera, 7 Uhr abends-Mitternacht), 
sowie des beabsichtigten Aufenthalts (pass, eine Nacht; stop, mehrere 
Tage). In der Unterschrift sind Vor- und Zunamen, Heimat und Stand 
des Bestellers anzugeben. Bei etwaiger Verhinderung genügt zur Ab- 
bestellung das Wort cancd mit dem Namen. 

In den Cafe-Restaurants und Konditoreien wird nicht selten 
für alles vorgesetzte Brot, Kuchen usw. Bezahlung verlangt, gleichviel 
was man davon genossen hat. Man weise also das Mehr von vornherein 
zurück. — Will man nur eine Tasse Kaffee trinken, so verlange man 
eine Tasse „schwarz" oder „mit etwas kalter Milch", sonst bekommt man 
stets eine Portion zu 50 c. (mit warmer Milch). 



IV. Klima. Luftkurorte. 

Die Reinheit der Luft steht zur Seehöhe in geradem Verhältnis. 
Abgesehen von zufälligen Unterbrechungen durch Fabriken oder 
sonstige Herde der Luftverderbnis nehmen die Bakterien bergauf- 
wärts an Zahl stetig ab und verschwinden bei 560m Seehöhe gänz- 

Baedeker's Schweiz. 31. Aufl. ^^ 



XYIII rV. KLIMA. 

lieh. Zweifellos wirkt daher die Höhenluft, indem sie von Gärnng 
und Fäulnis erzeugenden Substanzen frei ist, aseptisch. 

Mit der Höhe nimmt ferner die Wävtne der Luft ab: in den 
Alpen durchschnittlich auf der Nordseite um 0,50, auf der Südseite 
um 0,69 füi" J6 100m Steigens. Yf ähreud die mittlere Temperatur 
der drei Sommermonate in Wien 19,^, in Berlin 18,5, in Dresden 
17,9 beträgt, erreicht sie in den Alpen beispielsweise für Gais nur 
14,1, Beatenberg 13,9, Churwalden 13,g, Engelberg 13,6, Sils Maria 
10,5, Arosa 10,i, RigiKulm 9° C. 

Wichtig ist die Verminderung des Luftdrucks im G-ebirge. 
Das Barometer, das am Meeresniveau auf 762mm weist, sinkt bei 
500m Seehöhe auf 716, bei 1000m auf 671, bei 1500m auf 630mm, 
und wer mit der Bergbahn schnell vom Flachlande zum Eigi oder 
ins Engadin emporsteigt, hat deutlich das Grefühl einer Druck- 
befreiung. Auch die Sonnenstrahlung ist auf der Höhe intensiver, 
die G-esichtsfarbe bräunt sich unter ihrer Einwirkung rasch. 

Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft wechselt auch auf den Höhen 
häufig, aber die Verdunstung ist viel stärker als in der Niederung. 
Das zeigt sich besonders deutlich in Grraubünden, wo die Trocken- 
heit, Eeinheit und Kühle der Luft frisches Fleisch völlig ausdörrt. 

Für die Winde bildet der Kamm der Alpen einen mächtigen 
Wall zwischen den Polar- und Äquatorialwinden, von denen letz- 
tere oft ihre Feuchtigkeit in Niederschlägen an der Südseite des 
G-ebirges absetzen. Am bekanntesten ist der als Föhn bezeichnete 
warme Südwind, der mit größter Heftigkeit in der Ostschweiz, in den 
oberen Tälern des Eheius, der Linth, Keuß und Ehone wütet und 
öfters plötzliche starke Schneeschmelzen im G-efolge hat. Bei seinem 
Herannahen erscheint die Atmosphäre wie verdichtet und das Ge- 
birge ganz in Dunst gehüllt, oder aber seine Formen treten sehr 
scharf hervor. Das Barometer fällt stark, das Thermometer steigt. 
Menschen und Tiere werden matt und hinfällig, und nun beginnt ein 
Sturm, der für den Ahnungslosen gefährlich werden kann. Man 
rechnet im Frühling 17, im Sommer 5, im Herbst 10 Föhntage. 
Der als Bise bekannte kalte Nordost, der zwischen dem Berner 
Oberland und dem Jura seine Eichtung nach G-enf nimmt, ist zur 
Sommerzeit wenig bemerkbar. Nächstdem kommen auf der Höhe 
zahlreiche Lokalwinde in Betracht, die für Kranke beachtenswert 
sind, so der stetige Berg- oder Morgenwind, der regelmäßig mit 
dem Tal- oder Abendwind abwechselt. 

Man kann die bewohnten Höhen der Schweiz in drei Eegionen 
einteilen. Die unterste Stufe, dA% Hügelregion, reicht von 400ni 
bis 800m. Zu ihr gehören die Ufer der Seen in der Nordost- und 
Centralschweiz und ihre Berglehnen, wo der Wallnußbaum und die 
echte Kastanie in üppiger Fülle gedeiht. Im Hochsommer ist es 
hier freilich oft zu warm, aber die Bäder in den Seen, unter denen 
der Bodensee die höchsten Wärmegrade (20-25° C.) erreicht , bieten 



IV. LUFTKURORTE. XIX 

eine angenehme Erfrischung. Die zweite Stufe, die Bergregion, 
reicht von 800 bis 1200m. Dahin gehören viele Orte des Mittel- 
gebirges. Hier zeigen sich noch Lanb- und Nadelholzwälder von 
kräftigem Wüchse. Auf der dritten Stufe, der Alpenregion, von 
1200 -2000m, treffen wir die Nadelhölzer nur noch in geringem 
Umfang. Hier gelangt der Charakter des Höhenklimas mit seiner 
kühlen und stark verdtinnten Luft zur vollen G-eltung. Allenthalben 
gibt es hier auf Bergspitzen und in Hochtälern vortreffliche Unter- 
kunftsplätze, die durch Bergbahnen und Postverbindungen auch 
für Schwächliche und Kranke leicht zu erreichen sind. 

Die Seehöhe ist der bedeutsamste klimatische Faktor für die 
Beurteilung der Luftkurorte, Doch kommen hier und da noch andere 
Umstände in Betracht. Ein Teil der Südschweiz, besonders das 
nördliche Ufer des Gfenfer Sees und der Luganer See , hat bei vor- 
züglichem Windschutz gegen Norden, geringer Erhebung über den 
Meeresspiegel und kräftiger Besonnung ein dem oberitalischen ver- 
wandtes warmes KJima, so daß hier Frühjahr und Herbst als die 
besten Zeiten gelten, während man sich im Sommer gern auf höhere 
Stationen zurückzieht. 

Die Schweiz hat im Vergleich mit Deutschland nur wenig Wäl- 
der, Eine größere Bedeutung für die Erhöhung der L u f t f e u c h t i g - 
keit und den Ausgleich der Temperaturschwankungen haben die 
großen Seen der Nord- und Centralschweiz. Eine besondere Stel- 
lung nimmt das Appenzeller La,nd ein. Hier üben große Rasen- 
flächen und Weideplätze einen ähnlichen Einfluß aus wie sonst der 
Wald, und geben dem Ursprungslande der Molkenkuren sein feucht- 
warmes Sommerklima. 

Mit Vorteil besuchen Lungen- und Nervenkranke die Höhen- 
kurorte der Schweiz. Für Lungenkranke, wie auch für Rheuma- 
tische und ähnliche Leidende ist ein gewisser Windschutz, wie 
er häufig in Alpentäiern, aber auf freistehenden Bergen kaum zu 
finden ist, Bedingung. Kranke mit trocknem Katarrh besuchen gern 
die Ufer des Genfer Sees oder die Appenzeller Kurplätze. Wo nach 
entzündlichen Vorgängen in den Atmungsorganen noch Ausschwit- 
zungen fortbestehen, gehen Fieberlose mit Vorteil höher hinauf, wo die 
Evaporationskraft des trocknen EHimas die Resorption der Exsudate 
befördert. Wo chronische Katarrhe mit Emphysem verbunden 
sind , dürfen die Kranken nicht zu waghalsig sein , sondern müssen 
sich durchschnittlich mit Höhen von 800 bis 1200 m begnügen. 
Herzkranke mit Klappenfehlern müssen selbstverständlich ganz die 
Höhe meiden. Die von Phthisikern zumeist besuchten Hochalpen- 
täler von Davos und Arosa haben ihre beste Zeit im Winter, wo 
sie nach beendeter Einschneiung staubfrei und windstill sind. Für 
Nervenkranke mit reizbaren Sinnesorganen kommen auch die ge- 
sellschaftlichen Zustände des Kurorts in Betracht, Kurmusik, lautes 
Treiben auf den Promenaden oder geräuschvoller Sport können 

b* 



XX IV. LUFTKUBORTE, 

Neurastheniker zur Yerzweiüimg bringen und die Vorteile der 
herrlichsten Alpenlnft aufheben. Genesende, die von akuten Krank- 
heiten noch erschöpft sind, oder geistig Überbürdete erlangen, falls 
sie starken Eindrücken gewachsen sind, durch einen mehrwöchigen 
Aufenthalt in löOO-lSOOm Höhe oft auffallend schnell ihre Kräfte 
wieder. Anderen derartigen Patienten genügen mittlere Höhen von 
1000 bis 1200m. Neuralgische, die mit Ischias oder Gesichtsschmerz 
zu kämpfen haben, erfahren an windreichen trockenen Plätzen oft 
geradezu eine Verschlimmerung. Sie wenden sich am besten an 
windgeschützte Orte der Seeufer oder eines mittelhohen Alpentales. 
Dasselbe gilt für Schlaflose, die aui3erdem auf ruhige Lage des Orts 
und des Grasthauses zu sehen haben. 

Seehöhe sclivsreizerisclier Luftkurorte. 

200. Lago Maggiore (Pallanza, Stresa, Baveao, Locarno) 200, Comersee 
(Bellagio, Cadenabbia, Menaggio) 213, Lugano 276. 

SOO. G-enfersee (Montreux, Vevey etc.) 375. 

400. Bodensee (ilorscbacli, Hom, Arbon) 400, Mammern 407, Züricher 
See (Horgen, Wädensweil) 409, Znger See (Immensee, Walchwil) 
. 417, Aigle 423, Walensee (Walenstadt, Murg, Müblehorn, Weesea) 
425, Bex 430, Bienenberg 431, Bignasco 434, Vierwaldstätter 
See (Luzem, Hinter-Meggen , Hertenstein, Weggis, Viznau, Gersau, 
Brunnen, Tellsplatte, Beckenried, Buochs) 437, Neuhausen 440, 
Stans 455, Muri 460, Bad Schauenburg 486. 

500. Wolfsberg 516, Wolfenschießen 518, Amsteg 522, Thuner See (Thun, 
Oberhofen, G-unten, Spiez) 560, Bönigeu 566, Interlaken 568, Quarten 
576, Wilderswil 587, Chexbres 592, Meiringen 599. 

600. Schauenburg 600, Iseltwald 604, Waid 630, Axenfels, Morschach 
640, H. Dolder 650, Gießbach 660, Slachelberg 664, Fridau 665, 
Mornex 680, Walzenhausen, Obstalden 682, Faulenseebad, Himmel- 
reich 690, Glion 692. 

700. Leubringen 705, Filzbach 712, Monnetier 712, Langenbruck 713, 
Wolfhalden 716, Sonnenberg bei Luzern 716, Schöneck, Rieden, 
Axenstein 720, Feusisberg 730, G-imel, Rüttihubelbad 736, Hütten 
740, Thusis 745, Flüeli - Ranft , Fleurier 748, Farnbühlbad 750, 
Glutzenberg 750, Wartenstein 751, Lungern 757, Faido 758, Emmeten 
778, Appenzell 781, Herrgottswald 793. 

800. Lauterbrunnen, Sigriswil 800, Heiden 804, Grub 816, St-Gervais 
817, Weißbad 819, Waldstatt 823, Frohburg 824, Vorauen 838, Schwar- 
zenberg 841, Seelisberg 845, Unter- u. Oberägeri 850, Aeschi 859, 
Zimmerwald, Ballaigues 870, Ütliberg 873, Magglingen 874, Bürgen- 
stock 875, Charmey 882, Gonten 884, Melchtal 894. 

900. Flühli 900, Trogen 907, Salvan 925, Ballaigues 930, Seewis 932 
G-ais 934, Schönfels 937, Weißenfluh 946, Felsenegg 950, Rossi- 
nieres 950, Vättis 951, Chateau-d'Oex 960, Lanzo d'Intelvi 964, 
Les Avants 972, Zweisimmen 980, Elm 982, Unterschächen 994, 
Weißtannen 995. 
1000. Brünig 1004, Weißtannen 1007, Engelberg 1019, Menzberg 1020, Eigeu- 
tal 1030, Chamonix 1041, St-Cergues 1043, Hasleberg 1049, Grindel- 
wald 1050, Champery 1052, Balmberg 1060, Lenk 1070, Ste-Croix 
1080, Les Marecottes 1090, Richisau 1095, Saxeten 1098. 
1100. Mont Caux 1100, Waldhaus Flims 1103, Abendberg 1139, Airolo 
1145, Beatenberg, Gryon, Disentis, Sörenberg 1165, Nieder-Ricken- 
bach 1167, Kandersteg 1169, Ormont-dessus 1173, Chaumont 1175. 
1200. H. Generöse 1207, Klosters 1209, Schuls 1210, Vissoye 1213, Villars 
1215, Chesieres 1225, Coxirmayeur 1228, Finhaut 1237, Churwalden 



V. FUSSEEISEN. XXI 

1240, Vals-Platz 1248, Macugnaga 1257, G-rimmialp 1260, Wengen 

1277, Weißenstein 12«7, Brigels 1289, Stoos 1290. 
1300. Mayens de Sion 1301, Rigi-Klösterli 1315, Meien 1320, Rosenlaui- 

bad 1330, La Comballaz 1351, Maderaner Tal 1354, Adelboden 

1356, Evolena 1378, Urnerboden 1380, Binn 1389, 
1400. Morgins 1411, Leysin 1430, Wiesen, Rigi-Kaltbad 1439, Andermatt 

1444, Lenzerheide 1456, Rigi-First 1462, Lac Champex 1470, Hospen- 
tal 1484, Fionney 1497. 
1500. Parpan 1511, Axalp 1520, Berisal 1526, Montana 1550, Davos 1559. 
1600. Gressoney 1600, H. Pierre ä voir 1600, Rigi-Staffel 1607, Zermatt 

1620, San Bemardino 1626, Münen 1642, St -Luc 1643, Rigi-Schei- 

deck 1645, Guarda 1650, Zinal 1678. 
1700. Seewenalp 1720, Arosa 1720-1851), Zuoz 1748, Saas-Fee 1798. 
1800. Silvaplana 1816, Maloja 1817, Meiden 1817, Ponti'esina 1828, H. 

Piora 1829, Engstlenalp 1839, St. Moritz 1839, Melchsee-Frntt 1894. 
1900. Riederalp 1925, Ai-olla 1962, Cresta-Avers 1963. 
2000. Oberalpsee 2028, St. Gotthard 2094, Beialp 2137, Eggishorn 2193, 

Riffelalp 2227, H. Weißhorn 2345, Torrentalp 2440. 

An "Wasserlieilaiistalten der Schweiz, die auch von Ausländern 
gern benutzt werden, sind zu nennen: Mammern (407), Champel-sur-Ai-ve 
(428), Divonne (470), Brestenberg (478), Affoltem (500), Buchental (510), 
Albisbrunn (645), Gießbach (660), Schöneck (687), Schönbrunn (698), 
Felsenegg und Schönfels auf dem Ziiger Berg (950), Engelberg (1023), 
Zuoz (1748). 



V. Fußreiseii. Karten. 

Ausrüstung. Nicht zu leichter Anzug aus Wollenstoff; Hemden 
von englischem Flanell oder Jägerhemden; dicke wollene Strümpfe; 
weicher Filzhut mit Stui'mband ; leichter Wettermantel aus wasser- 
dichtem Wollen- oder Lodenstoff, starke gute Schuhe mit niedrigen 
breiten Absätzen. Für Damen : ein glatter ungefütterter Eock mit 
Knöpfen und Patten zum Aufschürzen und eine warmgefütterte 
Jacke, beide aus nicht zu schwerem Loden ; dazu eine Flanellblouse 
für Touren und eine Seidenblouse fürs Quartier. Ganz praktisch 
sind Pumphosen, unter dem Kock getragen, der dann bei Kletter- 
touren abgelegt wird; Leibwäsche aus roher Seide oder feinstem 
Flanell. 

Zu gi'ößern Gebirgswanderungen gehören Bergschuhe, die man 
sich am besten zu Hause machen läßt, Sie dürfen nicht gewichst, 
sondern nur eingefettet werden. Notwendig sind ferner : leichte lederne 
Hausschuhe ; wollene Handschuh (für Gletscherwanderungen Faust- 
handschuh) ; ein starkes Taschenmesser mit Korkzieher ; Leder- oder 
Gummi-Trinkbecher; Feldstecher; Feldflasche; Nähzeug; Verband- 
zeug (Touristen- Apotheke). Nützlich: ein kleiner Kompaß; Taschen- 
lateme ; Taschen- Thermometer ; Aneroid -Barometer. Statt des Berg- 
stocks, der aus festem Eschen- oder Haselnußholz oder Bambusrohr 
und mit einer starken Eisenspitze versehen sein muß , genügt auf 
gebahnten Wegen ein Spazierstock oder Schirm mit Eisenspitze. 
Für schwierigere Touren und Gletscher Wanderungen ist ein Eis- 
pickel vorzuziehen; für letztere sind außerdem dicke wollne Strümpfe 



XXII Y. FUSSREISEN. 

oder G-amasclien, die bis an die Knie reichen, Schneebrillen und das 
Yom Fühi-er mitzubringende Seil notwendig. 

Der Handkoffer für den zweiten Anzug und die Wäsche sei nicht 
größer, als daß man ihn allenfalls selbst vom oder zum Bahnhof tragen 
kann. Bei Fuß-wanderungen sendet man ihn mit der Post oder mit der 
Eisenbahn voraus, jjoste restante, wofür bei der Aufgabe ein Empfang- 
schein für 5 Cent, erteilt Avird. Den Tagesbedarf bringt man in einem 
Rucksack oder einem leichten Tornister Tinter (vgl. S. xxvi). 

Wanderregein. Man beginne mit ganz kleinenTage reisen 
und breche morgens zeitig auf. Nach einem Marsche von 2-3 Stun- 
den mache man an einem geeigneten Platze eine halbstündige Rast 
und genieße etwas. Yorteilhaft ist es, schon um Mittag im Nacht- 
quartier einzutreffen und den Nachmittag zu Spaziergängen zu be- 
nutzen; andernfalls ruhe man während der Mittagszeit (12-3 U.) 
und wandere nachmittags noch 2 oder 3 Stunden. Abends treffe 
man die nötigen Anordnungen für den Weitermarsch am nächsten 
Morgen (Führer, Proviant etcO und gehe früh zu Bett. 

Die Wetter aussiebten bespreche man mit dem Wirt und 
den Führern. Zuverlässige Auskunft kann bei unbeständiger Witte- 
rung niemand geben. Auf hohen Bergen pflegt es morgens und abends 
am klarsten zu sein. Man richte sich daher, wo es geht, so ein, daß 
man oben übernachtet. Wanderungen im Hochgebirge sind Neu- 
lingen nur bei andauernd guter Witterung anzuraten, Nebel und 
Schnee treten dort überraschend schnell ein. Zeichen dauerhafter 
guter Witterung ist, wenn es abends kühl wird und der Wind 
von den Höhen talwärts weht , oder die Wolken sich zerteilen und 
auf den Höhen frischer Schnee gefallen ist. Schlechte Witterung 
steht bevor, sobald die Grebirge, dunkelblau gefärbt, sich scharf 
vom Horizont abschneiden. Cirruswolken , die von W. her ziehen, 
Fallen des Barometers, Staubwirbel auf den Straßen, berganstei- 
gende Winde , sind ebenfalls Regen- Verkündiger. An den größern 
Bahnhöfen, in den Kurorten etc. werden täglich 8 U. früh die 
telegraphischen Wetterberichte aller schweizer Hauptstationen an- 
geschlagen (rote Zettel). 

An Nahrungsmitteln zur Mitnahme sind in den Grebirgs- 
Wirtshäusern meist kalter Braten, Speck, Eier, Käse, Butter vor- 
handen. Da der Magen des nicht an Anstrengungen gewöhnten 
Touristen leicht empfindlich wird und die Aufnahme derber Kost 
verweigert, so empfiehlt es sich etwas Biskuit, Schokolade oder 
Früchte (frische oder eingemachte) mitzubringen. Honig und Butter- 
stückchen darin (in Grlas leicht zu transportieren) sowie Sardinen 
in öl werden auch nach starken Anstrengungen leicht genossen imd 
erregen keinen Durst. Gegen diesen ist, nächst Wasser , kalter ge- 
zuckerter Tee am besten; auch natürliche Fruchtsäfte (Himbeer- 
saft) oder Limonade , die man aus frischen Citronen oder kristalli- 
sierter Citronensäure und Zucker bereitet, leisten vortreffliche 
Dienste. Aus Gletscherwassern trinke mau mit Vorsicht, keinesfalls 



V. FUSSREISEN. XXIIl 

ohne Beimischung von Cognac, Kirsch oder Enm; ebenso sei man 
beim Trinken von frischer Milch in Sennhütten vorsichtig und lasse 
sie lieber vor dem Genuß abkochen, was in wenigen Minuten ge- 
schehen ist. 

BeimB e rgst eigen gelte alsRegel: längs am, gl eichmäßig, 
unverdrossen (Clii va piano va sano ; chi va sano va lontano ). 
Der geübte Bergsteiger schaut weniger vorwärts in die Höhe als 
rückwärts auf die zurückgelegte Strecke. Im allgemeinen mag man 
auf 300m Höhe eine Stunde rechnen. Eüstige junge Bergsteiger 
gehen rascher, doch schone man in den ersten Tagen seine Kräfte, 
bis man seiner Leistungsfähigkeit sicher ist. Anfänger und ältere 
Reisende dürfen nur auf die eigene Bequemlichkeit Rücksicht 
nehmen: bei sehr steilen Bergen nicht mehr als 60 Schritte in der 
Minute , bei minder steilen 70, bergab und in der Ebene 100 , wie 
das gerade der Persönlichkeit zusagt. Unmittelbar nach der Mahl- 
zeit stark zu gehen oder gar zu steigen, führt zu rascher Ermüdung. 
Nicht minder ermüdend ist es , mit einem Pferde gleichen Schritt 
zu halten. — Gletscher sollte man vor 10 Uhr vonn. hinter sich 
haben, ehe die Sonnenstrahlen die Schneedecke über seinen Schrun- 
den und Spalten zu sehr erweicht haben. Die Wanderung über 
Schneefelder in der blendenden Mittagssonne ist sehr ermüdend. 
Marsch über Gletscher oder Schneefelder nur am Seil und dies fest 
um den Leib gebunden. Das Seil muß so lang sein, daß ein Abstand 
von mindestens 3m zwischen je zwei Personen vorhanden ist, es soll 
stets straff angezogen sein und nicht schleppen. Fast alle Unglücks- 
fälle sind eine Folge leichtsinniger Nichtbeachtung dieser Regel. 
Am Ziel gebe man sich erst nach und nach völliger Ruhe hin. Ein 
kleiner Spaziergang nach kurzer Rast erhält die Glieder gelenkig. 
Die Füße wäscht man am besten jeden Abend mit kaltem Wasser, 
mit Zusatz von etwas Seife oder allenfalls Branntwein. 

Die vom Schweizer Alpenklub erbauten Clubhütten im Ge- 
birge stehen in der Einrichtung hinter den deutsch-österreichischen 
Alpenvereinshütten zurück, doch sind einzelne jetzt im Sommer be- 
wirtschaftet. Der Unsitte, in ihrer Nähe die geleerten Weinflaschen 
zu zerschlagen, treten die Führer mit Recht entgegen. Manche viel- 
besuchte Bergspitzen sind schon in beinah gefahrbringender Weise 
mit Glasscherben überschüttet. Man stelle die Flaschen, die man 
nicht wieder mitnehmen will, an geeigneten Stellen zusammen. 

Gegen Sonnenbrand tmd Aufspringen der Gesiclitsliaut hilft am besten 
Lanolinsalbe, mit der man vor G-letscbertouren das G-esicbt ttlchtig ein- 
reibt. Obren und Nacken schützt man am besten durch ein großes Batist- 
tuch, das man unter dem Hut über den Kopf ausbreitet und an den Seiten 
unter dem Sturmband durchzieht. — "Wolf und Wundsein wird am besten 
durch Einreiben mit Lanolinsalbe, Ichthyol -Vaseline oder Talg geheilt. 

Karten. — * Topographischer Atlas der Schweiz im Maß- 
stabe der OriginalaufnoJimen (Flachland: 1:25 000, Gebirgs- 
blätter 1:50000), herausgegeben vom eidgenöss. topograph. Bureau 



XXIV VI. FÜHRER. 

(der sog. „Siegfried- Atlas") ; 591 Blätter ; Preis 1 fr. das Blatt ; vier 
Blätter in lithograpliiscliein Überdruck zusammengestellt 2-3 fr., 
aufgezogen 3-5 fr. Praclitvoll ist die einzelne besonders wichtige G-e- 
biete umfassende Ausgabe in lithographischem Überdruck mit Relief- 
tönen, die die Vorzüge der Schichtenlinien mit denen der relief- 
artigen Darstellung vereinigt ; Preis 4-5 fr,, aufgez. 5-6 fr. das Blatt. 

Älter ist die gleichfalls von den eidgenössischen Behörden 
herausgegebene Topographische Karte der Schweiz (sog. „Dufour- 
Karte"), 25 Blätter in 1 : 100 000; das Blatt 2 fr., aufgez. 3 fr. 

Grute Übersichtskarten sind Kümmerly's Gesamtkarte der 
Schweiz (1:400000; 4 fr. 50, aufgez. 6 fr., Namenverzeichnis 2 fr.); 
Leuzingers Touristenkarte der Schweiz (1 : 400 000 ; 3 fr. 50, 
aufgez. 5 fr.) und Reise -Reliefkarte der Schweiz (1:530000; 
3 fr. 50 c); Kümmerly, Distanzenkarte der Schweiz (1:500000; 
3 fr.); Kümmerly j Distanzen- und Tourenkarte des Berner 
Oberlandes (1 : 200000; 3 fr.). 



VI. Führer. 

Auf den großen Fremdenrouten der Schweiz reichen die An- 
gaben im Text und die Karten dieses Handbuchs zur Orientierung 
völlig aus ; auch begegnet man allenthalben Reisenden oder Ein- 
gebornen, die man befragen kann. Geübte Wanderer werden sich 
mit Hilfe der Siegfriedkarte (s. oben) auch auf seltener begangenen 
Pfaden zurechtfinden. 

Unentbehrlich sind Führer für Hochgebirgstouren, ins- 
besondere für alle Gletscherübergänge. Nur der Neuling mii3achtet 
die Gefahren, die auch bei anscheinend unschwierigen Touren durch 
einen Unfall irgend welcher Art, durch plötzlichen Umschlag des 
Wetters etc. entstehen können. Die meisten schweizer Führer sind 
erfahren und unterrichtet. Interlaken, Grindelwald, Meiringen, 
Lauterbrunnen, dann Chamonix, Zermatt, Pontresina sind ihre 
hauptsächlichsten Standorte. Die Preise für Führer und Träger 
sind in dem vom Central-Comite des Schweizer Alpenklubs heraus- 
gegebenen Führer-Tarif festgestellt (drei Hefte: I. Walliser und 
Waadtländer Alpen; lt. Berner Oberland; III. Alpen der mittlem 
und Ost-Schweiz). Derselbe enthält u. a. folgende Bemerkungen. 

Der Führer ist verpflichtet, sein Führerbuch vorzulegen; auch hat er 
sich zu vergewissern, ob der Tourist genügend ausgerüstet ist. Bei Unter- 
nehmungen, welche die Reisenden gegen den Rat und Willen des Führers 
durchsetzen -wollen, sowie bei übler Behandlung von Seiten des Touristen 
ist er berechtigt, den Dienst zu verweigern, hat aber die Pflicht, den 
Vorfall dem Sektionspräsidenten anzuzeigen. Nach jeder Tour hat er den 
Reisenden um ein Zeugnis zu ersuchen, auch wenn er nur als Träger ge- 
dient hat. In Wirtshäusern und bewirtschafteten Clubhütten haben Führer 
und Träger sich selbst zu verköstigen; im eigentlichen Tourengebiet hin- 
gegen hat der Tourist für den Unterhalt des Führers zu sorgen. Bei 
einem Engagement des Führers auf mehrere Tage ist die Entlohnung dem 



VIL RADFAHRTEN. XXV 

freien Übereinkommen überlassen (Führer 8-12, Träger 6-8 fr., je nach 
der Jahreszeit und der Art der Touren; für große Besteigungen auch mehr). 
Der Führer trägt unentgeltlich (außer dem etwa nötigen Seil) 7 kg Reise- 
gepäck, der Träger 15 kg, für jedes kg Übergewicht erhalten beide 20 c. 
per Marschstunde, ohne jedoch verpflichtet zu sein, mehr als 10 bzw. 
20 kg zu tragen. Bei Touren, auf denen besonders schwierige Passagen 
vorkommen, hat der Führer das Recht, jedes Tragen von (xepäck für 
diese abzulehnen, jedoch muß er den Touristen vor Beginn der Tour darauf 
aufmerksam machen. Wo Fuhrwerk benutzt wird, ist dem Führer bzw. 
Träger die Fahrgelegenheit zu bezahlen. 

Ist der Führer für eine Tour engagiert und gelangt diese aus einem 
andern G-runde als wegen schlechten Wetters nicht zur Ausführung, so 
dürfen Führer und Träger als Entschädigung Zahlung der halben Taxe 
verlangen. Ebenso haben sie Anspruch auf je 6 fr. für jede Nacht, die 
sie vom Endpunkt der Tour bis zur Erreichung ihres Standorts unter- 
wegs sein müssen. 



Vn. Bemerkungen für Radfahrer. 

Beim Eintritt in die Schweiz werden gebranclite Räder mit 70 c. 
pro Kilogr. verzollt. Man erhält darüber einen Einfnlirscliein, gegen 
dessen Rückgabe man den hinterlegten Zoll zurückerhält, wenn das 
Rad binnen Jahresfrist wieder ausgeführt wird. Um bei der Rück- 
kehr das Rad nicht wieder als eingeführt verzollen zu müssen, 
lasse man sich vor der Ausfuhr aus Deutschland eine Bescheinigung 
über diese von der deutschen Zollbehörde ausstellen. 

Mitglieder des Deutschen Radfahrerhundes und der Ällgem. Bad- 
fahrer-ünion (Deutscher Touren- Club) haben an der schweizer Grenze 
nur eine von der Centralgeschäftsstelle untentgeltlich zu beziehende 
G-renzkarte vorzuzeigen, worauf sie mit dem RaSe die Grenze ungehin- 
dert und zollfrei, ohne jede weitere Förmlichkeit, überschreiten dürfen. 
— Für Radfahrer, die sich einige Zeit in der Schweiz aufhalten wollen 
luid den oben genannten Verbänden nicht angehören, empfiehlt es sich 
dem Tcniring-Oluh Suisse als Mitglied beizutreten; man wendet sich zu 
diesem Zweck schriftlich unter Beifügung des Jahresbeitrags an den 
Club, Boulevard du Theätre 9 in Genf. Der Jahresbeitrag ist für in der 
Schweiz wohnende Radfahrer 5, für auswärtige 6 fr. Das jährlich er- 
scheinende Annuaire des T. C. S. enthält die affiliierten Hotels und Re- 
paraturwerkstätten unter Angabe etwaiger Vorzugspreise. — Mitglieder 
des Deutschen Radfahrerbundes genießen auf Grund eines G-egenseitig- 
keitsvertrages für die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz die Rechte 
der Mitglieder des T. C. S. Als Legitimation gilt die Grenz- oder Mit- 
gliedskarte des laufenden Kalenderjahres. 

Zu Radfahrtouren eignet sich das ganze Hügelland der Nord- 
und West-Schweiz, die Umgebung des Bodensees, das Seengebiet 
der Centralschweiz und des Berner Oberlandes, die Umgebung des 
Genfer Sees etc. Grebirgs Straßen und Pässe sind nur kräftigen und 
ausdauernden Radfahrern anzuraten; außer einer starken Vorder- 
radbremse ist hierfür auch eine solche am Hinterrad (mit Freilauf- 
einrichtung) sehr zu empfehlen. Nachschleifende Baumäste als 
Hemmmittel zu benutzen, ist überall verboten. 

In einzelnen Städten und Dörfern sind steile, enge oder ver- 
kehrreiche Straßen für Radfahrer gesperrt. Den Behörden gegen- 
über hat man sich auf Verlangen durch seine Radfahrerkarte aus- 



XXVI YIII. LOHNKUTSCHEK 

zuweisen. Auf den schweizer Eisenbahnen gibt man das Rad ein- 
fach am Gepäckschalter gegen eine geringe Gebühr auf. 

Die besten Radf ahrerkärten für die Schweiz sind a) die vom 
Männer-Radfahrerverein in Zürich, herausgegebene Spezialkarte der Schweiz 
in 9 Blättern (1 : 200 000), und h) die des Touring Cluh (4 Blätter in 
1:250 000), die beide au^er den Entfernungen und Zollämtern auch die 
Steigungsverhältnisse durch verschiedene Färbung der Straßen angeben. 
Von der letztern kostet das Blatt für Mitglieder oder durch den Bundes- 
f ahrwart E. L. Elchter (Potsdam , Albrechtstr. 2) bezogen 2 fr. 50, aufgez. 
3 fr. 50 (sonst 5 fr. u. 6 fr. 50). Der Touring Club hat auch Profile der 
wichtigsten Alpenübergänge (St. G-otthard, Simplon, Splügen, Furka etc.) 
herausgegeben (k 50-75 c, für Mitglieder 20-50 c). c) Ravenstein's Karte 
der Schweizer Alpen, 2 Blätter in 1:250 000, aufgez. ä 6 ,^. — Die besten 
Radfahrerkarten kleinern Maßstabs sind die Distanzenkarte der Schweiz 
von Eümmerly u. Frey (S. xxrv) im Maßstab von 1 : 500 000, mit Straßen- 
profilen auf der Rückseite (Verlag von A. Francke in Bern; Preis auf Lein- 
wandpapier 3 fr.); MitUlbachs Straßenprofilkarte der Schweiz (1:600000; 
aufgez. 2 1^); Müllhaupts große Radfahrer- und Touristenkarte der Schweiz 
(1 : 445 000 ; aufgez. 3 fr, 50) und Karte der südwestl. Schweiz und von 
Savoyen (1:300000; aufgez, 3 fr. 50). 

VIII. Lohnkutscher und Pferde. 

Der übliche Preis für Einspänner ist 15-20, für Zweispänner 
25-30 fr. täglich, im hohen Sommer auch wohl einige fr. mehr, 
nebst 10% des Fahrpreises als Trinkgeld. Fast überall gibt es feste 
Taxen, die meist auch den Lohn für die Heimkehr des Kutschers 
berücksichtigen; andernfalls hat der Kutscher Anspruch auf den 
vollen Lohn für seine Rückfahrt, selbstverständlich nur auf dem 
kürzesten Wege, wobei man die Tagereise mit c. 12 Stunden annimmt. 
Auf den besuchten Straßen haben die Gastwirte vielfach selbst 
"Wagen oder stehen mit bestimmten Kutschern in Verbindung, die 
man im Bureau des Gasthofs bestellt. Meist aber ist es vorteilhafter, 
persönlich mit dem Kutscher zu unterhandeln. Wagen und Pferde 
lasse man sich vor Abschluß der Miete zeigen. Der Pferdewechsel 
ist Lohnkutschern gesetzlich untersagt. 

Ein Pferd oder Maultier kostet für den Tag 10-12 fr., und 
1-2 fr. Trinkgeld für den Begleiter (an einzelnen Orten, z. B. Chamonix, 
ist dem Begleiter der gleiche Betrag zu vergüten wie für das Pferd). 
Bergauf ist das Reiten angenehm, bergab unbequem und ermüdend, 
und für jemand, der zu Schwindel geneigt ist, gar nicht ratsam. 

IX. Post und Telegraph. 
Die Eilwagen auf den großen Postrouten der Schweiz sind 
sehr bequem. Ein unbedingtes Recht auf Beförderung besteht nur 
an einzelnen Hauptstationen. Ist der Hauptwagen besetzt, so werden 
Beiwagen geliefert. Bei starkem Verkehr ist es ratsam, sein Gepäck 
(S. xxvii) im Auge zu behalten, namentlich beim Wagenwechsel. 
Der Hauptwagen hat 2-3 Coupöplätze und 4-6 im Innern. Die 
Außenplätze beschränken sich entweder auf eine zweisitzige Bankette 



IX. POST. TELEaRAPH. XXVIl 

oder aiif einen Kondukteursitz hinten auf dem Wagen, den der Kon- 
dukteur gegen Vergütung des Coupe- Taxzuschlages abzutreten hat. 
Auf einzelnen Routen werden Landauer mit zu öffnendem Innern 
und 4 Bankette-Plätzen verwendet, die besonders zu empfehlen sind. 

Die Coupeplätze sind oft mehrere Tage im voraus bestellt. Man 
wende sich daher möglichst früh brieflich oder telegraphisch unter Angabe 
seines Namens, des Kurses, den man benutzen will, sowie des Tages der 
Abreise und der Anzahl der Plätze an das Postbureau, von dem der 
Wagen abgeht, indem man gleichzeitig telegraphisch oder durch Post- 
auweisung den Fahrpreis vorausbezahlt. 

Der Preis eines Platzes ist für den Kilometer im Coupe (im Sommer 
auch für Bankette) 20 c, Interietir oder Kabriolett 15 c, bei Alpenpässen 
das Coupe oder Bankette 30 c, Interieur oder Kabriolett 25 c. (Kinder 
von 2-7 Jahren zahlen die Hälfte). Im Handbuch sind bei den Post- 
routen die Sommertaxen angegeben; die Wiatertaxen (16. Sept. bis 14. Juni) 
sind ein Drittel niedi-iger. Ist Platz, so wird man auch unterwegs 
aufgenommen, gegen Zahlung des Fahrpreises von der letzten Post- 
station an. Handgepäck darf mit in den Wagen genommen werden, 
größeres G-epäck (lOkg aui den Alpenstraßen, 15kg auf den andern Post- 
routen frei) muß 1 St. vor der Abfahrt da sein (s. S. xxvi). Ist das 
Gepäck schwerer als 10 bez. 15kg, so wird es mit 2 c. per Kilogr. ohne 
Rücksicht auf die Entfernung berechnet. Das Rauchen im Innern des 
Wagens ist nur mit Erlaubnis sämtlicher Mitreisenden gestattet. — Die 
schweizer G-ebirgsposten befördern das Handgepäck von Reisenden, die 
nicht mitfahren, auch ohne postmäßigen Verschluß; die Taxe ist etwas 
höher als die für gewöhnliche Pakete. 

Extraposten werden auf den meisten Haupt-Bergrouten der Schweiz 
geliefert, sind aber verhältnismäßig teuer. Man muS sie unter Angabe 
der Route, der Anzahl der Pferde, der Gattung des Wagens etc. mindestens 
1 St. vor der festgesetzten Abfahrtzeit bestellen. Die Gebühren sind: für 
jedes Pferd auf jeden Kilometer 50 .c; Wagengeld für einen 2-5 plätzigen 
Wagen per km 20 c, für einen 6 plätzigen 25 c, für einen 7 und mehr- 
plätzigen 30 c; Expeditionsgebülu- für einen 2-5 plätzigen Wagen 2 fr., 
6 plätzigen 3 fr., 7 und mehrplätzigen 4 fr. Bei Lieferung von laufenden 
Wagen wird für jeden km die doppelte Taxe des tarifmäßigen Wagengeldes 
erhoben (2-5 platz. Wagen 40 c, 6 platz. 50 c, 7 und mehrplätz. 60 c). 
Trinkgelder zu beanspruchen ist den Postillonen bei strenger Strafe ver- 
boten. Die Gebühren müssen bei der Bestellung sofort bezahlt werden. 
Bruchteile von Entfernungen anter 1/2 km kommen nicht in Berechnung, 
während die Distanzen über 1/2 km für 1 km berechnet werden. Vor- 
spann etc. hat der Reisende zu bezahlen. 

Das Brie:^orto beträgt für frankierte Briefe: in der Schweiz 
Briefe bis 250 g im Lokalrayon (10km) 5 c, auf weitere Entfer- 
nungen 10 c. ; für Deutschland und Österreich-Ungarn je 20 g 25 c, 
im Grenzrayon (30km) je 20 g 10 c, für die übrigen Postvereins- 
länder je 15 g 25 c. Einschreibegebühr: Schweiz 10 c, Ausland 25 c. 
Drucksachen: Schweiz bis 50 g 2 c, bis 250 g 5 c, bis 500 g 10 c. ; 
Ausland je 50 g 5 c. Postkarten: Schweiz 5 c, Ausland 10 c. Sonn- 
tags ist die Post meist nur von 9 bis 12 Uhr geöffnet. 

Postanweisungen können im Innern nach größern Ortschaften bis 
1000 fr., nach kleüiem bis 500 fr. versandt werden. Bis 20 fr. = 15 c, 
100 fr. = 20 c, jede weitern 100 fi-. = 10 c. mehr. Nach dem Ausland 
bis 100 fi-., 25 c. für je 25 fr., über 100 fr., 25 c. für je 50 fr. — Tele- 
graphische Postanweisungen mit dem Maximalbetrag von 1000 fr. 
sind zulässig; für dieselben sind von Deutschland her außer der Post- 
auweisungsgebühr zu entrichten: 1. die Telegraphengebühr, 2. das Eil- 
bcstellgeld von 25 Pf. nach dem Telegraphen amte am Aufgabeorte, wenn 



XXYIII X. EISENBAHNEN. 

sich letzteres nicht im Postgebäude befindet, und 3. das Eilbestellgeld 
für die Besorgung am Bestimmungsort. 

Pakettaxe für das Bundesgebiet ohne Unterschied der Entfernung 
bis 500 g 15 c, über 500-2500 g 25 c, über 2500 g bis 5 kg 40 c, über 
5-10 kg 70 c, über 10-15 kg 1 fr., über 15-20 kg 1 fi-. 50. Die Gewichts- 
taxe über 20 kg wird nach der Entfernung berechnet und beträgt für je 
5 kg oder Bruchteil von 5 kg bis 100km 30 c, über 100-200km 60 c, über 
200-300km 90 c, über 300km 1 fr. 20 c. Zur Sicherung des Empfangs 
kann man sich eine Bescheinigung (5 c.) geben lassen. Anhänge -Adressen 
mit Schnur werden in allen Postbureaux zu 5 c. verkauft. 

Telegraph. In der Schweiz bestehen über 2000 öffentl. Tele- 
graphenbnreaux, an den Hanptorten mit ununterbrochenem Dienst, 
in größeren Städten mit Tagesdienst von 6 ("Winter 7) Uhr früh bis 
10 Uhr abends, an andern Orten mit beschränktem Tagesdienst. 

Die Taxe für den Innern Verkehr beträgt 30 c. Grundtaxe und 21/2 c. 
für jedes Wort; nach Deutschland 50 c Grundtaxe und 10 c. füi- jedes 
Wort; nach Österreich 10 c. (Tirol u. Vorarlberg 7 c); Frankreich 10; 
England 29, Italien 17 (Grenzbezirk 10), Belgien 19, Holland 19, Däne- 
mark 19, Schweden 22, Norwegen 31 c. jedes Wort. Auf den Bahnhofs- 
Ämtern wird für jedes aufgegebene Telegramm ein Zuschlag von 50 c. 
erhoben. Die Telegramme können direkt oder in einem Briefcouvert, 
mit Marken frankiert, der Post (den Bui-eaux, Nebenbureaux, Brief- und 
Depeschenträgern) übergeben werden. Die Weiterbeförderung geschieht 
gratis, wenn der Adresse das Wort „Telegramm" beigefügt wird. Wer 
Telegramme z. B. aiis Deutschland erwartet, lasse sie „Telegraph-Restante" 
und nicht Post-K,estante aufgeben, da man sie in ersterem Fall zu jeder 
Stunde bei Tag und Nacht, in letzterem nur während der Bureaustunden aus- 
geliefert erhält. — Abkürzung telegraphischer Zimmerbestellungen s. S. xvn. 

X. Eisenbahnen. 

Außer Retourbilletten (10 Tage gültig) werden Gesellsehafts- 
BiUette, Äbonnements-Billeüe, sowie Rundreise- Billette aus- 
gegeben, letztere sowohl im deutsch-schweizerischen Verkehr, wie 
im schweizerischen Binnenverkehr in den verschiedensten Zusam- 
menstellungen oder nach eigener Auswahl. — Kinderbillette sind 
in der Schweiz bis zum vollendeten 12. Lebensjahr giltig. 

B,undreisehefte, welche auch Dampfboot- und Postkurse umfassen 
können, müssen sich wenigstens auf 200km Länge erstrecken, wobei die 
Postrouten nicht mitgerechnet werden. Sie sind wenigstens 4 Stunden 
vor Antritt der Eeise schriftlich zu bestellen. Doppelt zu befahrende 
Strecken dürfen nicht mehr als höchstens die Hälfte der Gesamtdistanz 
der Bahn- und Dampfbootstreckeu ausmachen, es sei denn, daß der "Rest 
immer noch mindestens 200km umfaßt. Das jährlich erscheinende Ver- 
zeiclmis der Rundreisebillette (mit Karte) ist an den Bahnhöfen gratis zu 
haben; auch die schweizer und die deutschen Kursbücher geben eingehende 
Auskunft. 

Die sch-weizerisclien Generalabonnemente berechtigen den 
Inhaber zu beliebigen Fahrten auf fast allen schweizerischen Bahnen 
und Dampfbooten. Die Preise stellen sich für eine Person: mit Gültig- 
keitsdauer von 15 Tagen I. Kl. 70, II. Kl. 50, III. Kl. 35 fr. ; für 30 Tage 
110, 75, 55; 3 Monate 270, 190, 135; 6 Monate 420, 295, 210; 12 Monate 
670, 470, 335 fr. Die Abonnementskarten sind bei den Billctkassen der 
Hauptstationen mindestens 4 St., bei den übrigen Stationen mindestens 
24 St. voraus zu bestellen. Bei der Bestellung ist die unauffjezogene 
Photographie der Person, auf deren Namen das Abonnement ausgestellt 
werden soll, in Visitenkartenfonnat beizufügen (aufgezogene Photo- 
graphien werden nicht angenommen). Bei Bezahlung der Abonnements- 



XI. GESCHICHTE UND STATISTIK. XXIX 

karte ist ein Betrag von 5 fr. zu hinterlegen, der zuilickgezaUt wird, 
wenn die Karte spätestens bis mittags 12 Uhr des auf den Ablauf der 
Gültigkeit folgenden Tages einer beliebigen Billetkasse der beteiligten 
Bahnen zurtickgegeben wii-d. 

Außer in der Schweiz sind die G-eneralabonnementskarten auch auf 
den meisten Hauptstationen Deutschlands (Berlin, Dresden, Leipzig etc.), 
sowie in den amtlichen Eisenbahn-Auskunftstellen und den Reisebureaux 
zu haben; femer in "Wien, Prag und Budapest. 

Keine G-ültigkeit haben die Greneralabonnements auf den Rigibahnen, 
Berner Oberlandbahnen, der Visp-Zermatter Bahn, Rhätischen Bahn etc., 
doch genießen die Inhaber meist eine Preisermäßigung von 20-50 o/q. 

Gepäck ist auf allen schweizerischen Bahnen zu bezahlen, 
doch ist der Tarif wesentlich billiger als in Deutschland; auch 
kann es ohne gleichzeitige Lösung einer Fahrkarte aufgegeben 
werden. In den Coupes ist für Handgepäck wenig Platz. An der 
Grenze versäume man nicht, der zollamtlichen Untersuchung des 
Gepäcks beizuwohnen, da es sonst leicht liegen bleibt. Nach Bern, 
Luzern, Zürich, Chur und Schaflfhausen direkt eingeschriebenes 
Gepäck wird nicht an der Grenze , sondern auf dem Zollamt der 
dortigen Bahnhöfe revidiert. 

XI. Zur Gre schichte und Statistik. 

Zur "Wahrung ihrer Freiheit gegen die vordringende Macht 
des Hauses Habsburg traten um 1291 die Bewohner der „"Wald- 
stätten" SchwyZf Uri und Unterwaiden zu einem „ewigen Bunde" 
zusammen, der nach dem Siege über Herzog Leopold von Öster- 
reich bei Morgarten 1315 erneuert wurde. 1332 schloi3 sich Lu- 
zern, 1351 Zürich, 1352 Glarus und Zug, 1353 Bern den Urkan- 
tonen an. Die Siege über die Herzöge Leopold III. und I"V". von 
Österreich bei Sempach 1386 und bei Näfels 1388, die Siege über 
Herzog Karl den Kühnen von Burgund bei Grandson und bei Murten 
1476 und bei Nancy 1477 brachten die Eidgenossen auf den Gipfel 
der Macht. 1481 fanden Freiburg und Solothurn Aufnahme in den 
Bund, der sich dann im Schwabenkriege 1499 vom Deutschen Reiche 
ablöste. 1501 folgten Basel und Schaffhausen, 1513 Appenzell. 
Der westfälische Friede bestätigte die Selbständigkeit der Eid- 
genossenschaft 1648. Nach den "Wirren der französischen Revolu- 
tionskriege („eine unteilbare helvetische Republik" 1798) und der 
napoleonischen Zeit erlangte die Schweiz, der sich 1803 noch 
St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt, 
1815 Wallis, Neuchatel und Genf angliederten, auf dem Wiener 
Kongreß die Zusicherung immerwährender Neutralität. Die ein- 
zelnen Kantone waren selbständige Staaten, ein lockerer Verband 
umschloß sie ähnlich dem ehem. deutschen Bunde. Der Streit der 
politischen und religiösen Parteien führte 1847 zum Sonderbunds- 
kriege und zum Sieg der Liberalen. Damit hörte die Schweiz auf, 
ein Staatenbund zu sein, und es trat an dessen Stelle der Bundesstaat. 

Die neue Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen- 



XXX 



XI. STATISTIK. 



Schaft wurde 1848 durch Volksabstimmung angenommen und 1874 
revidiert. Die oberste Gewalt steht bei der Bundesversammlung , 
welche sich aus dem Nationalrat, d. h. auf drei Jahre gewählten 
Abgeordneten des gesamten Volkes (je 1 auf 20 000 Seelen) , und 
dem Stätiderat, d. h. den Vertretern der Kantone (44, je 2 für jeden 
Kanton, je 1 für jeden Halbkanton), zusammensetzt und ihren Sitz 
in Bern hat. Die Exekutive hat der Bundesrat, dessen 7 Mitglieder 
(einschl. des jährlich wechselnden Bundespräsidenten und des Vice- 
präsidenten) vonderBundesversammlungauf 3 Jahre ernannt werden. 
Das Bundesheer zerfällt in den „Auszug", der die Altersklassen vom 
20. bis 32. Jahre umfaßt, und die Landwehr, vom 32. bis 44. Jahre. 
Die Ausbildung der Truppen erfolgt in alljährlichen Rekruten-, 
Unteroffizier- und Offlzierschulen und in 2-4jährlichen Wieder- 
holungskursen. Das Wappen der Schweiz ist ein weißes Kreuz im 
roten Felde. 



Bodenfläclie 



qkm 



Ein- 
woluier 
(1. Dez. 

1900) 



Religion 



Mutterspraclie 



Aargau 

{Appenzell- 
Außer-Bhoden 
Inner- Bhoden 
i Basel-Land . . 
\ — -Stadt . . 

Bern 

Freiburg 

St. Gallen . . . . 

Genf 

Glarus 

Graubmiden . . 

Lusern 

Neuenburg .... 
Schaff hausen . . 

Schwyz 

Solothurn . . . . 

Tessin 

Thurgau 

{Unterwaiden 
ob. d. Wald . . 
nid. d. Wald . 

Uri 

Waadt 

Wallis 

Ztig 

Zürich 



1395,5 

260,5 

158,5 

424,9 

35,8 

6761,7 

1595,5 

1942,2 

247,0 

684,1 

7169,7 

1435,5 

712,3 

294,2 

854,2 

791,4 

2752,0 

873,7 

463,5 
258,4 
1055,8 
2826,7 
5229,7 
205,3 
1647,8 



Zusamraeu: 41419,1 3325023 



55380 

13469 

68661 

112885 

590914 

128209 

250992 

133417 

32273 

105065 

146912 

126600 

41609 

55541 

100806 

138 548 

113480 

15 270 

13017 

19 732 

284673 

114158 

25206 

431637 



550/0 \ 440/0 

91 „ j - 

- I 940/0 
78 0/0 21 „ 
67 „ 

86 „ 
15 „ 
40 „ 
48 „ 
76 „ 
55 „ 

5 . 

87 „ 

87 „ i - 

- :980/o 
250/0 74 „ 



700/0 



840/0 



30 „ 
12 „ 
84 „ 
59 „ 
49 „ 
23 „ 
45 „ 
94 „ 
11 « 



97 



— 93 

870/0 i 12 



)«/o 



150/0 i - - 

68 „ — ! — 

840/0 I - j _ 

- I 140/0 I 38 0/0 
77% i - 



- ! 98 0/0 



•% I - 



81 0/0 
67 „ 



Xn. Zur Geographie der Schweiz 

von 

Dr. Hermann Walser in Bern. 

Die Schweiz umfaßt das Mittelsttick der Alpenkette und ihr 
nördliches, zum Jura üinanreichendes Vorland. Die Alpen erfüllen 
die ganze südöstliche Hälfte des Gebiets, der Jura seinen nord- 
westlichen Grenzsaum. Das tiefere, von beiden Gebirgen kräftig 
eingerahmte Vorland wird geographisch als Mittelland bezeichnet 
und bildet eine Bucht, deren SW. -Spitze bei Genf liegt. Dort 
schließt sich der Jura an den Stamm der Alpen an, von diesen nur 
diu'ch das Durchbruchstal der ßhone geschieden. Im NO., jenseit des 
Rheins und des Bodensees, geht die Bucht in die breitere Fläche 
der schwäbisch-bayrischen Hochebene über. Jura und Mittelland 
einerseits und die Alpen anderseits bilden zwei beinah gleich große 
Abschnitte. Dort die dichtbevölkerte ökonomische Schweiz, blühende 
Städte, Industrie und Handel, hier die Schweiz der wilden Bei'ge 
und des der Natur abgetrotzten Verkehrs, das Ziel der Naturfreunde. 

Der Jura erstreckt sich von S W. nach NO. in langen, einförmig 
wallartigen Erhebungen. Auf der Schweizer Seite sind diese Wälle 
imposant und schließen geräumige Längstäler ein. Ab und zu ist 
ein Bergwall in einer sog. Klüse durchbrochen, durch die der Fluß 
des Längstales, quer umbiegend, das nächstliegende Längstal, end- 
lich durch andere Klüsen den Saum des Gebirges erreicht. Die von 
schönem Wald umkleideten und von Buschweide gekrönten Berg- 
züge klaffen hier in tiefen Felstoren auf, in denen man, z. B. zwi- 
schen Basel und Biel, den oft ganz regelmäßigen, gewölbeförmigen 
Faltenbau des Gebirges an den Schichtfugen der Kalksteinfelsen 
deutlich wahrnimmt. Von der andern Seite ragt der abgeflachte, 
aber immer noch wellenförmige hochburgundische Jura mit den 
Hochflächen von La Chaux-de-Fonds und Franches-Montagnes in 
die Schweiz hinein. Ein Schaustück bietet hier, 400m unter dem 
Plateau, die lange Schlucht des Grenzflusses Doubs, mit ihren stei- 
len, abgestuften Flanken von Fels und Wald (S. 247). Zwischen 
Basel und Brugg bildet der Jura tischförmige Plateauberge, die 
von tiefen, engen Tälern durchschnitten sind (Strecke Basel-Olten). 
Dieser nur noch wenige Hundert Meter hohe Tafeljura leitet zum 
deutschen Jura über, der noch auf Schweizer Boden, bei Schaff- 
hausen, seinen Anfang nimmt mit dem aussichtreichen Hohen 
Randen (S. 31). 

Das Mittelland, das vom Fuße der Alpen zum Jura hin sanft 
abfällt, besteht aus Sandstein und, gegen die Alpen hin, aus einer 



XXXII XII. ZUR GEOGEAPHIE. 

Nagelfliih genannten , fest verkitteten GeröUmasse ; doch verbirgt 
sich das Gestein unter einem fast lückenlosen Kleide von Wiesen 
und Ackerland, von kleinen, die Höhen krönenden Wäldern, von 
dunklen Torfgründen und blauen Seen. Tiefe, zumeist aus den 
Alpen heraustretende Täler durchfurchen das ganze Gebiet und 
zerlegen es in eine Anzahl höherer Partien, die von der Erosion 
der Flüsse und Eiszeitgletscher verschonten Reste der alten flachen 
Masse. Die Talgegenden von Schaff hausen, Winterthur, Zürich, 
Burgdorf, Bern und Genf sind erfüllt von anmutigen, meist quer in 
die Talböden gesetzten oder an den Berghängen hinlaufenden Hü- 
geln, welche besonders häufig die unteren Enden der Seen um- 
rahmen: zurückgelassene Schuttwälle (Moränen) der letzten großen 
Vereisung. 

Die zahlreichen Städte und Dörfer in der flachen Gegend, die 
vielen Einzelhöfe im höheren Bergland, dem bevorzugten Lande 
der Milchwirtschaft, die großartigen Werke eines hochentwickelten 
Verkehrs, alles vereinigt sich mit der abwechslungsreichen Boden- 
gestaltung, um das Mittelland auch an solchen Tagen zu einem rei- 
zenden Landschaftsbilde zu gestalten, an denen der Blick auf die 
Alpen durch Bewölkung gehemmt ist. 

Der Fernblick auf die Alpen täuscht über ihren Aufbau. Man 
glaubt zunächst eine einfache Bergkette vor sich zu haben. Das 
geübtere Auge erkennt bald, daß die Masse des Gebirgskörpers 
durch tiefe Einschnitte, durch Täler und Paßlücken auf die mannig- 
faltigste Weise gegliedert ist. Im N. legen sich langhinziehende 
Kalksteinketten als sogenannte Voralpen vor. Ihre parallelen, oft 
wandartig über dem Mittellande aufgetürmten Felsenwälle ähneln 
den Juraketten, sind aber durch tiefe von den Hochalpen herunter- 
ziehende, breit geöffnete Täler durchbrochen, so bei Montreux, 
Thun, Luzern, Rapperswil, Rorschach-Bregenz. Schon hier er- 
schließen sich wundersame Naturbilder. Die vordersten Voralpen- 
ketten wenden dem Tale die kühn aufgetürmte Schmalseite zu. 
Ihre hellgrauen Kalksteingipfel, die aus grünen, von schattigen 
Hohlkehlen durchfurchten Matten und stramm emporziehenden 
Tannenwäldern aufragen, gemahnen an die Wildheit des Hoch- 
gebirges. Oft ist die Talfläche von dem spiegelnden Wasser eines 
Sees mit reich bebauten Ufern eingenommen. Den Hintergrund 
bilden, in kulissenartiger Umrahmung neuer Voralpen, verglet- 
scherte Berggipfel, wie etwas Überirdisches, doch nicht mehr un- 
erreichbar Fernes. Ihr Weiß winkt zauberisch, ihr Aufbau ver- 
steckt sich hinter den näheren Bergen oder kommt der Entfernung 
wegen nicht zur Geltung. 

Auf der Südseite der Alpen streben die Bergmassen unvermit- 
telter aus der oberitalienischen Tiefebene auf. Auch ist das Ge- 
birge anders gegliedert. Mächtige verzweigte Kämme ziehen sich 
von den Höhen abwärts und brechen unten plötzlich ab. Dem aus 



XII. ZUR GEOGRAPHIE. XXXHI 

kristallinisclien Scliiefern und Granit aufgebauten Hauptgebirge 
sind keine selbständigen Kalksteinvoralpen vorgelagert. Eiuheitlicb 
streben Berge und Täler zu dem Hochgebirge empor, das in er- 
habenem Gletscberkranz den Garten Piemonts und der Lombardei 
umfaßt. 

Durch die Täler führen nicht nur die Verkehrsstraßen und 
Saumpfade, die der Handel geschaffen hat; auch der Beobachter, 
der in das Wesen und die Eigenarten des Gebirges vorzudringen 
sucht, wendet sich in ihnen aufwärts. Der Talgrund ist bis weit 
hinein ins Innere eine fast ebene, langsam ansteigende Sohle. Auf 
das Haupttal öffnen seh zahlreiche Nebentäler. Im Rheintal reicht 
der gleichmäßige Talgrund bis Thusis, im Reußtal bis Erstfeld, im 
Tessin bis Giornico, im Wallis bis Brig, so daß hier die Simplon- 
bahn bis zum Tunnel mit mäßiger Steigung durch das Innerste des 
Hochgebirgs dahinziehen kann. Doch ist das Gefälle der Flüsse 
groß genug, um bei jedem Hochwasser riesige Lasten von grobem 
Geröll abwärts zu schleppen. Der ganze Talboden ist eine Auf- 
schüttung von Geschieben. Das Gehänge zu beiden Seiten ist von 
ungezählten Steilschluchten (Tobet) durchfurcht, aus denen bei 
reichlichen Regengüssen Wildbäche hervorbrechen. Man erkennt 
die Abrutschstellen, die vielverzweigten i?M?zse?7, an muschelförmigen 
Flächen, die hellgrau oder braun in dem Grasgehänge der Gebirgs- 
lehne verteilt sind. Mit dem Wasser der Wildbäche vermengt sich 
nicht selten verwittertes Gestein und Gehängeschutt zu dunklen brei- 
artigen Schlammströmen, die sich unaufhaltsam über Felder, Wiesen 
und Gärten herabwälzen, wenn die Dämme oder die natürlichen 
Ufer des Abzugskanals nicht standhalten. Aber zu gewöhnlichen 
Zeiten verrät nichts , daß die buckeiförmigen Erhebungen vor den 
Wildbachtobeln der zerstörenden Naturkraft ihre Entstehung ver- 
danken. Denn auf den Schuttkegeln herrscht Fruchtbarkeit und 
emsiger Anbau, die auf ihnen angesiedelten Dörfer scheinen in 
ihren üppigen Baumhainen gerade die glücklichsten zu sein. 

Sind die Tobel der Wildbäche in ihrem Querschnitt durchweg 

V förmig, so zeigen die großen Täler ( ) förmigen Querschnitt. Bei 

näherer Betrachtung bemerkt man indes, daß die beiden Talflanken 
gegen die Höhe hin nicht ununterbrochen und gleichmäßig zurück- 
weichen, sondern in großen unregelmäßigen Terrassen. Selten 
treten diese Terrassen so deutlich hervor, wie im Lauterbrunnen - 
tal (S. 197) , das stundenweit von senkrechten Wänden des Alpen- 
kalksteins umschlossen ist , über denen sich die flacheren Wiesen- 
gelände von Murren und Wengen ausbreiten und von denen die 
Bäche in prachtvollen flatternden Stürzen herunterkommen. Die 
meisten dieser Terrassen sind von Seitentälern und Tobein zer- 
schnitten. In der Regel treten zwei Terrassen Stockwerke hervor. 
Das untere, zwischen 1000 und 2000m Höhe, weist auf seinem der 
Sonne ausgesetzten, nebelfreien Boden oft noch dauernde mensch- 



XXXIY XII. ZUR GEOGRAPHIE. 

liclie Ansiedelungen auf. Das obere Stockwerk ist nur von grünen 
Weiden mit einzelnen Sennereien bedeckt oder trägt als felsige 
schuttbedeckte Schulter die eigentlichen Bergkämme und Gipfel. 
Verbindet man in Gedanken die beiderseitigen Terrassen, so er- 
kennt man, daß in ältere weitere Täler im Laufe langer Zeiträume 
jüngere, engere eingeschnitten sind, 

^ Auch der Grund des Tales verläuft nicht in gleichmäßigem Ab- 
fall, sondern stufenweise. Becken folgt auf Becken, eins vom andern 
bald durch niedrige, bald durch höhere Schwellen geschieden, die 
nur der Fluß in einsam wilder Schlucht durchbricht, während der 
Verkehrsweg hoch über die Sperre zieht. Der Abstand zwischen 
den einzelnen Stufen ist sehr verschieden ; bisweilen beträgt er nur 
wenige Meter (z. B. Meiringen- Innertkirchen), meist aber einige 
100 Meter. Im obersten Becken bildet häufig ein Zirkus hoher Fels- 
wände den Talabschluß. Sehr bezeichnend ist es, daß der Grund der 
meisten Seitentäler bedeutend höher liegt als der des Haupttals und 
von ihm wiederum durch eine Schwelle getrennt ist. Solche Formen 
hat kein Mittelgebirgstal. Nur in Gebirgen, die einst tief unter 
Eislast lagen, wie z. B. auch in Skandinavien, treten sie auf. 

Fast alle großen Alpentäler haben in der Nähe des unteren Ge- 
birgsrandes ihre Seen. Auch sie sind nichts anderes als lang- 
gestreckte tief eingeschnittene Talbecken, der 40km lange Vierwald- 
stätter See z. B. ein Stück Reußtal. Ihr "Wasserspiegel steht so 
hoch wie die Schuttböden oberhalb und unterhalb, aber der Seebodeu 
geht oft bis dicht auf das Meeresniveau hinunter, im Lago Maggiore 
und im Corner See sogar noch beträchtlich tiefer (S. 501, 515). Vor 
den Geschiebemassen der einströmenden Flüsse weichen die Seen 
allmählich zurück. Bei Interlaken haben die Schuttablagerungen 
der Lütschine und einige Wildbäche den einstigen einheitlichen 
Berner Oberlandsee in den Brienzer und den Thuner See geschieden 
(s. S. 192). Kleinere Seen gibt es bis in die obersten Talbecken hinauf, 
andere sind durch den Schutt der Jahrtausende in ebene Grasböden 
verwandelt. So war die Engstligenalp (S. 234) einst ein See hoch über 
Adelboden. Wie die Seebecken entstanden sind, ist eine Streitfrage. 
Die Mehrzahl der Forscher führt ihre Aushöhlung, wie die der nor- 
wegischen Fjorde, auf Gletschcrerosion der Eiszeit zurück. 

Die Tiefe und Länge der Alpentäler, ihre schier unendliche 
Verzweigung macht von jedem höheren Aussichtspunkte aus einen 
wunderbaren Eindruck. Sie laufen auf das Innerste des Gebirges 
zu, zerlegen dieses in Gruppen, die Gruppen in Stöcke, die Stöcke 
in Kämme. Die kleinsten Furchen dringen an den Bergen selbst 
empor und erreichen als Lawinenzüge und eiserfüllte Couloirs die 
höchsten Grate und Spitzen. Plateauförmige Hochgebirgsmassen, 
die z. B. in Skandinavien die Regel bilden, kommen in der Schweiz 
nicht vor. Scharfe Kämme von malerisch abwechslungsreichem 
Profil scheiden die einzelnen Talsysteme, deren Hauptfurchen sich 



XII. ZUR GEOGEAPHIE. XXXV 

am obersten öebirgskamm meist mit denen der G-egenseite beg-egnen. 
Ans der Ferne erscheinen diese Lücken in weicher Eundung. Dar- 
über streben die Gipfel machtvoll trotzig empor. 

Nur wenige Hochgebirgsgipfel sind von so mäßiger Steil- 
heit, daß sie in ihrer ganzen Ausdehnung dem Schnee eine Lager- 
stätte böten. Auf dem wie eine Flamme himmelwärts steigenden 
Felsen des Matterhorns bleibt keine Decke haften. Das ist aber eine 
Ausnahme, zu der die ewig weißen Kuppen der benachbarten Monte- 
Eosa- Mischabelgruppe in wirkungsvollem Gegensatz stehen. Die 
meisten Gipfel der inneren, aus kristallinischen Schiefern aufge- 
bauten Hochgebirgsregion zeigen die Form der Pyramide mit scharf 
ausgeprägten Kanten. Zahllos sind die Variationen, wie sie in den 
Bezeichnungen Hörn, Stock, Dent, Aiguille, Becca, Poncione usw. 
nur unvollkommen zum Ausdruck kommen. Es gibt zweiseitige 
Pyramiden, wie Schreckhorn und Finsteraarhorn, häufiger aber sind 
die drei- oder vierseitigen, wie das Weißhorn und die Dent Blanche 
im Wallis. Wild gezackte Grate schwingen sich von Turm zu 
Turm, von Scharte zu Scharte empor. Die Breitseiten fallen als 
dunkle eisbepuderte Felswände oft unter Winkeln von 60° und 70° 
ab. — An der Ausprägung der scharfen Formen arbeiten nicht nur 
die atmosphärischen Niederschläge, sondern schon die täglichen 
Temperaturwechsel, die in den höchsten Eegionen besonders zer- 
störend wirken. In der reinen Luft erhitzt sich das Gestein unter 
dem Einfluß der Sonne ebenso rasch und kräftig, wie es durch die 
nächtliche Ausstrahlung wieder erkaltet. Am deutlichsten ist die 
Zertrümmerung an den steil geschichteten Gneisfelsen der sog. 
Centralmassive bemerkbar, z.B. in der St. Gottha.rdgruppe, die von 
tiefen verwitternden Klüften ganz durchsetzt ist. Oft besteht ein 
Grat oder Gipfel aus lauter lose gelagerten Blöcken, Pfeilern und 
Tafeln. In den Steilwänden zeugen glatt gescheuerte Kanäle, an 
ihrem Fuß Halden groben Schuttes von dem Werke der Zerstörung. 
Nicht ohne Grund fürchtet der Bergsteiger den Steinschlag und er- 
schrickt beim Gepolter der besonders am Vormittage niedergehen- 
den Steinlawinen. 

Vom Tal aus erscheinen die Höhenunterschiede der einzelnen 
Berge einer Gruppe größer als sie in Wirklichkeit sind. Hier be- 
herrschen ein oder doch nur wenige Hochgipfel die Landschaft. 
Aber wie die Enthüllung eines Geheimnisses wirkt der Ausblick von 
einer hohen Warte, wo sich Hunderte von Spitzen dem Gesamtbilde 
miterordnen. Bei den Entfernungen, zu denen hier das Auge reicht, 
bedeuten Vertikalunterschiede von einigen 100m nicht mehr viel. 
Nur die allerhöchsten Gipfel, der Montblanc, der Monte Eosa, das 
Weißhorn, das Finsteraarhorn, die Beniina herrschen dann noch 
königlich über das Meer von hellglänzenden Bergwellen, während 
alle niedern Berge wie versunken erscheinen. 

An Pässen sind die Schweizer Alpen reicher als die fran- 



XXXVI XII. ZUR aEOGRAPHIE. 

zösischen und die österreichischen Alpen. Tiefe lange Furchen, die 
die Täler fortsetzen und über die Wasserscheide führen, haben seit 
alters den Übergang über das Gebirge begünstigt. Daß hier das 
Eis der Gletscherzeiten in mächtigen Strömen hinüberdrang und 
die Furchen wenn nicht bildete, so doch vertiefte, lehrt der Anblick 
so vieler rundwanuiger Paßhöhen und Paßtäler. Die geschliffenen 
Pelsbuckel mit den kleinen schwarz-klaren Seen dazwischen, das 
zerrissene, nie vom Eis bedeckt gewesene Gebirge darüber breiten 
über die Paßhöhen des St. Gotthard, des Bernina, der Grimsel usw. 
einen Zug hehren Ernstes, den die schönen Straßenbauten wirk- 
samer mildern, als die meist ebenso grau wie die Felsen drein- 
schauenden Hospizgebäude. 

Über fünfzig Gebirgsstöcke der Schweizer Alpen tragen in ihren 
hohen Regionen Firn und Gletscher. In den Walliser Alpen mißt 
das Eisgebiet über 600qkm, in den östlichen Berner Alpen oOOqkm. 
Das sind Flächen, die derjenigen des Genfer Sees entsprechen. Weit- 
aus die meisten Gletscherbezirke sind nur wenige Dutzend Quadrat- 
kilometer groß. Ton W. nach 0. nehmen sie im allgemeinen an 
Ausdehnung ab, ihre Anzahl nimmt jedoch zu. 

In Höhen von annähernd 3000 und mehr Metern fällt im Durch- 
schnittsjahr wohl mindestens 10m Schnee, welcher zum großen Teil 
als Dauerschnee liegen bleibt, weil die niedrige Temperatur der 
Luft ein Abschmelzen nur in beschränktem Maße zuläßt. Die 
Schichtendes Neuschnees gehen in dünnere, aber um so kompaktere 
Firnschichten über und verwandeln sich unter der Last der jährlich 
hinzukommenden Massen in körniges, aber immer noch geschichtetes 
Gletschereis. Die untere Grenze des ewigen Schnees liegt begreif- 
licherweise im S. höher als im N., und zwar sowohl auf jeder ein- 
zelnen Erhebung, wie im ganzen. Sie beginnt in den Walliser Alpen 
(Monte Rosa) bei 3200, im Bernina bei 3000, dagegen am Glärnisch 
bei 2500, am Titlis bei 2600m. Aber diese Regel erleidet manche 
Abweichung. Die hochgetürmten Massengruppen haben fast überall 
eine nicht unbeträchtlich höhere Schneegrenze als die minder um- 
fangreichen Nachbargruppen, auch auf der Südseite : Finsteraarhorn- 
gruppe 2950, St. Gotthardgruppe 2700m. Man erklärt die Ver- 
schiedenheit durch die stärkere Wärmeaufnahme in den größeren 
Gebirgsmassen. 

Der Firn deckt die Hochgebirgsregion nicht gleichmäßig. Er 
sammelt sich besonders in den höchsten, oft weit geöffneten und 
von den Berggraten amphitheatralisch umringten Talabschlüssen, 
die als Firnmulden bezeichnet werden. Hier lagern, vielleicht 
Hunderte von Metern dick, die Reservoire, in denen die Gletscher 
im engeren Sinne ihren Ursprung haben. Je umfangreicher die 
Firumulde, je enger und schattiger das Tal, um so tiefer dringt der 
Eisstrom hinab. Für die Schweiz und Savoyen sind die mäch- 
tigen, aus hochgelegenen Firnmuldon genährten Talgletscher ^ die 



XII. ZUR ÖEOGRAPHIE. XXXVII 

sich über mehrere Talstuf en erstrecken, besonders charakteristisch. 
Die Gletscher des Montblanc erreichen beinahe den wenig über 
1000 m hoch gelegenen Talboden von Chamonix; der untere Grindel- 
waldgletscher nähert sich dem Dorfe Grindelwald bis auf 100 m 
Vertikalabstand (1150m). Die meisten Zungen der Talgletscher 
enden jedoch in 1500 bis 2000m Meereshöhe, gehen also immer 
noch über 1000m unter die Schneegrenze hinab. 

Die in den übrigen Alpengebieten vorherrschenden Hang- und 
Nischengletscher übertreffen auch in der Schweiz an Zahl die großen 
Talgletscher. Die gefurchten Flanken zahlreicher Hochalpenkämme 
sind weithin von Eis bedeckt. Die Eisfurche ist oben steil und 
geht in Höhen zwischen 3500 und 2500m in eine gerundete Nische 
über, in welcher der Gletscher sich etwas flacher ausbreitet. Ist 
der Nischenboden aber durch Rückzug des Eises freigelegt, so zeigt 
er sich beckenförmig ausgehöhlt und birgt meist einen kleinen See, 
Man braucht für diese Nischen den ostalpinen Lokalnamen ^ar. Oft 
kleben auch ungegliederte Hanggletscher wildzerschrundet an den 
steilen Pyramidenflanken. An heißen Sommertagen entsenden sie 
donnernde Eislawinen zur Tiefe, wenn sich die vordersten Partien 
der überhängenden Gletscherstirn von der Masse ablösen (vgl. S. 205). 

Die Geschwindigkeit, mit welcher sich die Gletschermassen 
abwärts schieben, ist selbstverständlich gering. In der Mitte des 
Eisstroms ist die Bewegung am stärksten, sie kann hier bis zu 200 m 
jährlich betragen. Die Gletscher auf steiler Unterlage bewegen sich 
rascher als die sanft geneigten. In abgestuften Gletschern wechselt 
die Geschwindigkeit wie in einem Fluß mit Stromschnellen. 

Die ungleichmäßige Bewegung erklärt die Entstehung der 
Gletscherspalten, die sich je nach der Zerrung und dem Druck 
der Eismassen öffnen und schließen. Wo der Gletscher eine ab- 
schüssige Stelle seines Bettes betritt, wird er von großen und tiefen 
Querspalten durchsetzt, die ihn in ein wildes Chaos von senk- 
rechten Tafeln und Türmen auflösen. Solche Stellen heißen nach 
einem savoyischen Provinzialismus Seracs (S. 326). Längsspalten 
öffnen sich da, wo infolge einer Erweiterung und Verflachung des 
Gletschertals der Druck plötzlich nachläßt. Starke derartige Er- 
weiterungen führen bisweilen den Namen Eismeere (S. 210, 327). Am 
häufigsten sind die den Gletscher auf seiner ganzen Länge beider- 
seits begleitenden Randspalteu, die durch die Uferreibung hervor- 
gerufen werden. Sie erschweren das Betreten und Verlassen der 
Eisoberfläche oft in unangenehmer Weise. Durch die Spalten fallen 
zahllose Gesteintrümmer von der Oberfläche in das Gletscherinnere 
und wandern hier mit den Steinen, welche vom Firngebiet her im 
Eise eingepackt sind , abwärts, bis sie an der Gletscherzunge , dem 
abschmelzenden Ende, wieder ans Tageslicht treten. Manche 
Gletscherzungen sind von ausgeschmolzenem Schutt völlig bedeckt 
(Unteraargletscher, S. 223). Vielleicht noch mehr Bergschutt wird 



rXXVlII XII. ZUR GEOaRAPHIE. 

dem Auge sichtbar in den sog. Moränen abwärts getragen. So heißen 
die langen Steinwälle, die an den Rändern und oft auch in der Mitte 
des Eisstroms herlaufen und sich als Endmoränen unten ablagern. 

Der Tourist sieht den Grletscher meist im Hochsommer, wenn 
unterhalb der Schneegrenze die Abschmelzung im vollen Gange 
ist. Zahlreiche phj^sikalische Erscheinungen fesseln sein Interesse. 
Dem Gletschet^tor entströmt der milchig trübe, schlammbeladene 
Bach, aus dem Eise bröckeln die Steine wie Puddingkerne heraus. 
Der etwa freigelegte Bodenfels ist wie poliert. Auf dem G-letscher 
selbst beachte man die nach der Sonne geneigten Gletschertische , 
die glattwandigen Schmelzwasserrinnen und die StrvdeUöcher mit 
ihrem blauen Eise und ihren dunklen Tiefen, aus denen das Pol- 
tern des Wassers herauftönt und unter welchen man ebensolche 
Riesentöpfe vermuten darf, wie sie im Gletschergarten von Luzern 
(S. 105) der eiszeitliche Reußgletscher zurückgelassen hat. Zur Zeit 
sind die Eismassen der Gletscher etwas reduziert. Bei Grindelwald 
und am Aletschgletscher erkennt man deutlich die Spuren des hohen 
Gletscherstandes von c. 1860 oder des noch höheren von c. 1820. 
Dazwischen, um 1840, lag eine Periode des Rückgangs. Der Rück- 
gang seit 1860 ist noch bedeutender und hält merkwürdig lange an. 

Außer den Gletschern führen auch die Lawinen den Hoch- 
gebirgsschnee zu Tal, am stärksten im Winter und Frühjahr. 
Ihre Spuren bleiben auch dem Sommerreisenden sichtbar. In den 
steilwandigen Quertälern der Reuß, der Aare, der Walliser Alpen 
findet man oft noch im Juli und August große Massen Lawinen- 
schnees, bedeckt mit ausgeschmolzenen Steinen, rötlicher Erde und 
Pflanzenresten, aus denen sich hie und da neues grünes Leben ent- 
wickelt. In den Hochalpentälern gibt es unzählige Stellen, die 
durch Lawinen gefährdet sind. Die gegen sie errichteten Schutz- 
bauten gehören zu dem eigenartigen Kulturbilde der Alpen (Ober- 
wallis, Bedrettotal, Gotthardbahn, Davoser Tal). 

Auf die Luftzirkulation üben die Alpen insofern einen wesent- 
lichen Einfluß aus , als sie die unteren Windströmuugen aufhalten 
und ablenken. Stürmische Winde sind in den Tälern selten, auf 
den Höhen häufig. Die in Westeuropa vorherrschenden West- 
winde wehen der Länge nach über das Gebirge und machen sich 
in den Tälern mehr durch die sie begleitenden Niederschläge , als 
durch Stärke bemerkbar. "Von Zeit zu Zeit, vielleicht in 20-40 Fällen 
jährlich, weht die Luft auch quer über die Alpenkette. Der Föhn 
ist ein stürmischer Fallwind, dem besonders die nördlichen Quer- 
täler , wie die von Uri , Glarus , Chur-Sargans , St. Maurice , ausge- 
setzt sind. Unter seinem Einfluß steigert sich die Lufttemperatur 
rasch, oft um mehr als 10°; das Wetter ist hell; die Landschaft 
nimmt warme , südlich grelle Farben an ; an hohen Bergen zeigen 
sich zerfetzte Sturmwolken. Der Föhn trocknet alles Holzwerk aus 



XII. ZUR aEOGRAPHIE. XXXIX 

und bringt im Winter und Frühjalir enorme Sclineemengen zum 
Schmelzen. "Weht er auf der Nordseite, so hat die Südseite reich- 
liche, kühle Regengüsse. Hat aber die Südseite Föhn, so ist der von 
dort kommende Gotthardreisende sicher, in den Reußtälern Regen, 
ja wohl noch im Sommer Schneegestöber zu finden. Der Föhn ist 
also kein Saharawind, wie man lange geglaubt hat, sondern einfach 
der durch die Alpen hintangehaltene und nun um so heftiger auf- 
tretende Austausch hohen Luftdrucks auf der einen und niedrigen 
Luftdmcks auf der andern Seite, und nur deshalb in der Richtung 
nach Norden häufiger, weil die barometrischen Minima, die die Luft 
anziehen, gewöhnlich im nördlichen Atlantischen Ozean lagern. Zum 
Ersatz für die abströmende Luft stürzt sich die Luft von den Alpen- 
kämmen in die Täler und erwärmt sich dabei- 

Die Abnahme der Temperatur bergaufwärts prägt sich nicht allein 
in dem Gegensatz einer im Sommer schneefreien unteren Zone und 
der Region des ewigen Schnees aus , sondern auch in den Höhen- 
grenzen der Vegetation, der Tierwelt, der menschlichen Ansiede- 
lungen und Kultur. In den Nordalpen bildet die Höhe von 550 m die 
Grenze des "Weinbaus. Man tritt in die Laubwaldregion, die als 
die oberste Kulturzone des Alpengebiets zu betrachten ist. An 
günstigen Stellen steigt die Buche bis über 1300m an den Berg- 
lehnen empor und bis zu dieser Höhe reichen auch die dauernden 
menschlichen Ansiedelungen, meist kleine Dörfer , häufiger am ge- 
schützten Rand des Talbodens, als auf den Berglehnen und Berg- 
terassen gelegen. Der Getreidebau, der mit dürftigem Erfolg einst 
hier noch betrieben wurde, hat im xrs. Jahrhundert fast aufgehört, 
desto mehr werden die blumenreichen , herrlich duftenden Natur- 
wiesen und die Obstbäume gepflegt. Die nächste Höhenstufe , von 
1300 bis 1700 oder 1800m, wird vom Nadelwald beherrscht. Er 
umfängt in seinen Lichtungen die Bergwiesen, die nur im Sommer 
gemäht werden; von Laubbäumen findet man um die Blockhäuser 
und Heustadel der Bergbewohner noch den schönblättrigen Ahorn. 
In Höhen von 1600 bis 1700m machen sich die langen Winter und 
die häufigen Kälterückfälle im Sommer bereits sehr fühlbar. Der 
dichte, stramme Wald hört auf. Nur die kräftigsten Fichten halten 
sich in stolzer Einsamkeit aufrecht und schauen als Wetterfichten 
weit übers Land. Erlen und Legföhren (Anpassungsform von Pinus 
montana) sind die obersten Vorposten des Baumwuchses. Den nie- 
deren Pfianzen kommt die große sommerliche Bodenwärme zu gute ; 
ausdauernde, kurzstengelige und kurzhalmige Arten bilden den kräf- 
tigen Rasen. Das ist die eigentliche Alpenregion, deren obere 
Grenze bei c. 2200m liegt, aus der Ferne gesehen das große grüne 
Band, das sich zwischen Wald und Felsschutt um alle Berggruppen 
schlingt. Hier ist das Reich des sommerlichen Herdebetriebs, der 
steinbeschwerten Sennhütten, hier erschallen Kuhgeläute, Sennen- 
jodel und Alphorn. Oberhalb 2200m gibt es nur kümmerliche Gras- 



XL XII. ZUR GEOGRAPHIE. 

triften zwischen Sclmtt- und Felshängen, doch das köstliche Wild- 
hen lockt den Älpler noch zu hohen Fluhabsätzen hinauf, wo das 
Edelweü3 auf schwankem Stengel blüht. Aber schon mehren sich die 
Firnflecke und Lawinenreste, und bei 2500 -2800m Höhe ist die 
Schneegrenze erreicht. 

Im Wallis und Südgraubünden (Engadin, Avers usw.) reicht die 
obere Grenze der dauernden Dörfer und der Kultur bis zu 1800m, 
die Waldgrenze bis 2100 und die Baumgrenze bis 2300 -2400m. 
Wallis und Engadin sind wegen ihrer massigen Erhebung und ein- 
geschlossenen TaiUage sonnig und trocken. Hier hält sich neben 
der Graswirtschaft auch der Getreidebau. Roggen und Kartoffeln 
werden ausnahmsweise bis zur Höhe von 1900m gepflanzt (Ohan- 
dolin im Walliser Eivischtal, S. 378). Das höchste Dörfchen der 
Alpen ist Juf im Averser Tal (S. 438). Im Tessin gedeihen bis 
600m kletternde Reben, frühblühende Mandeln und Pfirsiche, Edel- 
kastanien; dann geht die Vegetation rasch zum Fichten- und Lärchen- 
wald über und schon bei ISOOra, wie auf der Nordseite, beginnt die 
Alpen- und bei 2800m die Schneeregion. 

Das Pflanzenleben hört auch in der Schneeregion nicht völlig 
auf. Der Gletscherhahnenfuß wird noch über 3000m angetroffen, 
und bis in die höchsten Gipfelregionen bedeckt die Flechte mit 
ihren Farbzeichnungen die besonnten Felsen. 

Der wunderbare Gegensatz zwischen der reichen Kultur und 
anmutigen Landschaft in dem tieferen Gelände und der wilden Ur- 
natur des Hochgebirges bildet, namentlich mit Skandinavien ver- 
glichen, den Hauptreiz des Alpenlandes. Ohne ihn würden wir das 
Bild der Erstarrung in den Firnen kaum so freudig begrüßen. 



I NOEDLICHE SCHWEIZ. 

1. Basel 3 

Birsigtalbahn. Landskron. Mariastein, Blauen 11. 

2. Von Basel durch das Münstertal nach Biel und Neu- 
chätel 11 

Von Delemont nacli Porrentruy. G-alerie du Pichoux 12. — 
Von Münster auf den Weißenstein. MontozlS. — Taubenloch- 
scblucht. Magglingen. Leubringen 14. — Von Biel nach Bern 
über Lyß. Twannberg. Petersinsel. Cbasseral. Erlacb 15. 

3. Von Basel nach Biel über Ölten und Solothurn ... 16 

Bienenberg. Bad Schauenburg 16. — Von Liestal nacb 
Waidenburg. Langenbruck. Schafmatt. Eptingen. Froh- 
burg. Ramsach 17. — Sälischloß. Lostorf. Fridau 18. — 
Von Solothurn auf den Weißenstein 20. — Oberbalmberg. 
Von Solothurn nach Burgdorf; nach Lyß 21. 

4. Von Basel nach Bern über Aarburg 21 

Von Herzogenbuchsee nach Solothurn. Von Burgdorf nach 
Langnau; nach Thun 22. 

5. Von Basel nach Luzern über Ölten 23 

Von Zofingen nach Suhr 23. 

6. Von Basel über Brugg nach Zürich 24 

Von Stein nach Koblenz. Königsf elden. Vindonissa 25. — 
Von Brugg nach Wohlen. G-ebenstorfer Hörn. Ausflüge 
von Baden: Baldegg, Hertenstein, Burghorn etc. 26. — 
Von Wettingen nach örlikon 27. 

7. Von Ölten über Aar au und Turgi nach Waldshut . . 27 

Von Aarau nach Rothkreuz über Muri. Bremgarten 28. — 
Von Aarau nach Wettingen. Die Habsburg 29. 

8. Von Basel mit der Badischen Bahn nach Schaffhausen 
und Konstanz 29 

Von Singen nach Etzwilen. Die Insel Reichenau. Dampf- 
bootfahrt von Schaffhausen nach Konstanz 32. 

9. Der Rheinfall 33 

10. Der Bodensee, deutsches und österreichisches Ufer . . 35 

Mainau 87. — Bad Schachen. Hoierberg. Grcbhardsberg. 
Pfänder 59. 

11. Von Schaffhausen über Etzwilen nach Konstanz, Romans- 
horn und Rorschach 40 

Von Etzwilen nach Winterthuj 40. — Ausflüge von Rorsch- 
ach. Mariaberg. Roßbühl. Martinstobel. Möttelischloß. 
Weinburg 42. 

12. Von Schaffhausen nach Zürich 43 

a. Über Eglisau 43. — b. Über Winterthur 43. 

13. Von Romanshorn nach Zürich 44 

Von Sulgen nach Gossau. Von Frauenfeld nach Wil. 
Steinegg 44. — Von Winterthur nach Waldshut ; nach Rüti 45. 

14. Zürich und Umgebung 46 

15. VonZürichnachSargans(Chur). ZürichseeundWallensee 56 

a. Linksufrige Zürichseebahn von Zürich über Thal- 
wil und Ziegelbrücke nach Sargans (Chur) ... 57 

Ba3deker's Schweiz. 31. Aufl. 1.. 



NORDSCHWEIZ. 



Wäggital 58. — Ausflüge von Weesen. Biberlikopf. 
Amden. Speer 59. — Von Mühlehorn nach. MoUis über 
den Kerenzerberg. Obstalden. Mtlrtschenstock 60. — 
Murgtal. Rottor. Widerstein- und Murgsee- Türkei 
60, 61. — Quarten. Seeben -Seen 61. — Ausflüge von 
"Wallenstadt. Wallenstadtberg 61. — Alvier. Von Mels 
durchs Weißtannen- und Calfeisental nach Vättis. 
G-onzen 62. 

b, Eeditsufrige Zürichseebalm von Züricli über Meilen 

nacb Rapperswil 63 

Pfannenstiel. Lützelau und Ufnau 63. 

c. Glatttalbahn, von Züricb über Uster und Rappers- 

wil nacb Ziegelbrücke 64 

Bachtel. Rieden 65. 

16. Von Züricb über St. Gallen nacb Rorscbacb .... 66 

Hömli. NoUen. Von Winkeln nach Appenzell 66. — 
Ausflüge von St. G-allen. Freudenberg. Rosenberg. Falkeu- 
burg. Frölichsegg. Waid etc. 68. 

17. Das Appenzeller Land 69 

Roßbühl. St. Antoni-Kapelle. Kaien 68. — Vögelinsegg. 
Gäbris. Stoß 71. — Wildkirchli. Ebenalp. Seealpsee. Fäh- 
nern. Hoher Kasten. Alpsiegel. Hundstein. Altmann. Säntis 
73-75. — Vom Weißbad nach Wildhaus 75. 

18. Von Rorscbacb nacb Cbur 75 

Thal. Walzenhausen. Meldegg. Berneck 76. — Alvier. 
G-onzen 77. — Luziensteig. Falknis. Rhätische Bahn von 
Landquart nach Chur 78. 

19. Von "Wil durcbs Toggenbnrg nacb Bncbs im Rbeintal . 78 

Ausflüge von Lichtensteig. VonEbnat oderNeßlau auf den 
Speer 79. — Nach Urnäsch über den Kräzernpaß 80. 

20. Ragaz und "Umgebungen 81 

Ausflüge von Ragaz. G-uschakopf. Pizalun. Vasane- 
kopf. Monteluna. Piz Sol 83, 84. — Vättis. Ringelspitz. 
Kunkelspaß. Trinser Furka. Sardona - Club hütte 84, 85. 

21. Von Züricb nacb Glarus und Lintbal 85 

Rautispitz. Obersee. Scheye 86. — Schild. Fronalpstock. 
Vorder - Glärnisch. Schwändi. Oberblegisee 87. — Saas- 
berg. Kärpfstock 88. — Ausflüge von Linthal. Clariden- 
hütte. Üelialp. Baumgartenalp. Muttseehütte. Obere 
Sandalp. Tödi etc. 88-90. — Von Linthal über den Kisten- 
paß nach Ilanz 90. 

22. VonLintbal nacb Plüelen über den Klausen. Scbäcbental 90 

Ausflüge vom Urnerboden 91. — Ausflüge von Unterschä- 
chen. Stäuberfall. Schächentaler Windgelle 92. 

23. Von Scbwyz nacb Glarus über den Pragel .... 92 

Von Muotatal über den Kinzigpaß nach Altdorf; durch 
das Bisital nach Stachelberg 93. — Glärnisch 94. 

24. Von Glarus nacb Elm. Sernftal 95 

Ausflüge von Elm 95. — Von Elm nach Flims über den 
Segnes-Paß; nach Ilanz über den Panixer Paß oder die 
Sether Furka; nach Weißtannen über den Foo-Paß; nach 
I Vättis über den Sardona-Paß oder den Muttentaler Grat; 

nach Linthal über den Richetli-Paß 96. 












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Geograph. Anst. vr'Wa.^frr a TJebes.leipsaf 



1. Basel. 

Bahnhöfe. Provisorischer Bundesbahnhof (PL D E 6; 
Restaurant), während des Umbaues des Centralbahnhofs, an der Südseite 
der Stadt, für die Schweizer und Elsäss. Bahnen gemeinschaftlich. Bahn- 
tibergänge nach dem Centralbahnplatz. — Badischer Bahnhof (PI. F 1 ; 
Restaur., vgl. S. xvn; Auskunftbureau), am r. Rheinufer (Nordseite der 
Stadt). Zwischen beiden Bahnhöfen Verbindungsbahn in 10 Min. (1 fr., 
70 c, 50 c), sowie elektr. Trambahn in 11-16 Min. (S. 4). 

G-asthöfe (in der Hauptsaison Vorausbestellung ratsam). Am Central- 
bahnplatz, recMs; * Schweizerhof (Pl.c:E6), 125 Betten, Z. 31/2-8, F. IVa, 
G-. 31/2, M. 5, P. 10-15 fr., Omn. 1 fr.; *H. National (PL d: E 6), 58 Betten, 
Z. 3-5, F. IV2, M. 4-41/2, P. 10-13 fr.; *H.Victoria (PI. e:E6), 100 Bet- 
ten, Z. 31/2-6, F. IV2, G- 31/2, M. 5, P. 10-15 fr.; St. Gotthard-Ter- 
minus (PL 0: E 6), 55 Betten, Z. 21/3-4, F. I1/4, M. 31/2, P. 8-12 fr.; H. 
Bristol, mit Restaur. (Münchner Hof brau), 30 Z. zu 21/2-4, F. II/4, M. 3, 
A. 21/2, F. 7-10 fr., gut ; H. Straß b urg (PL u: E 6), 30 Z. zu 2-31/2, F. IV4, 
M. 3 fr. ; — linJcs : *G r a n d - H. & H. E ul e r (PL b : D 6), 120 Betten, Z. 4-8, 
F. 11/2, G. 4, M. 5, P. 10-15 fr. (1. Banges); *Gr.-H6t. de l'Univers 
(PL t: D 6), 85 Z. zu 4-10, F. I1/2, G. 31/2, M. 5, P. von 12 fr. an; H. Jura 
(PI. t: D6), 50 Z. zu 2-4, F. IV4, M. 3, P. 6-9 fr.; H. Hof er (PLf: D 6), 
38 Z. zu 21/2-4, F. 11/4, M. 3fr., gut; P ark-Hotel Bernerhof (PLg: D 6), 
48 Betten, Z. 21/2 -^i/g, F. I1/4, M. 8-31/2, P. 8-10 fr., gut; G ehrig' s H. 
Continental (PLv: D6), 45 Z. zu 21/2-5, F. I1/4, M. 3-31/2, P. 7-12 fr., 
gelobt; Hauser's Hotel Garni. PfeflSjigerstr. 8, Z. 2-3 fr. Gegen- 
über dem provisor. Centralbahnhof : H. Simplon, 40 Z. zu 3-4, F. I1/4, 
M. 31/2, P. 8-11 fr. 

In der Stadt: *Drei Könige (PI. a: D 2, 3), am Ehein, 1. Ranges, 
150 Betten, Z. 41/2-91/2» F- IV2, G- ^1/2, M. 5, P. von 12 fr. an, Omnibus 
1 fr. — Europäischer Hof (PL n: D 5), Z. 2-3, F. I1/4, M. 21/3-3, P. 
71/a-lO fr., gelobt; *H. Metropol & Monopole (PL h: D4), 90 Betten, 
Z. 21/2-4, F. 11/4, M. 31/2, A. 3 fr.; Central-Hotel (PL i: D4), 70 Betten, 
Z. 21/2-4, F. 11/4, M. 3, A. 21/2, P. 7-10 fr.; *H. Bauer am Rhein, Blumen- 
rain 12 (PL D 2), mit Terrasse am Rhein, Z. 21/2-4, F. 11/4, M. 31/2, A. 3, 
P. 8-11 fr.; *Bären, Äschenvorstadt 55, 65 Z. zu 21/3-4, F. II/4, M. 3, P. 
7-12 fr., mit besuchtem Bier -Restaurant und Konzertgarten; *Balances 
oder Wage (PLm: D4), mit Cafe-Restaur., Z. 21/2-3, F. I1/4, M. 3, A. 2, 
P. von 8 fr. an; *Storchen (PLk: D 3), 100 Z. zu 21/3-4, M. m.W. 31/2, 

A. 3, P. 8-12 fr.; Blaukreuzhaus, Petersgraben 23, Z. 2-21/26:., F. 80 c, 
M. 1.20, P. 41/2-5 fr., mit alkohoLEreiem Restaurant; H. Rütli, Theater- 
str. 24, Z. 11/2-21/2 fr. — Am rechten Rheinufer: *H. Kraf f t (PL p: E 3), 
am Rhein, 45 Z. zu 21/3-31/2, F. I1/4, M. 3, P. 7-9 fr.; Basler Hof (Kath. 
Vereinshaus; PLr:F2), 34 Z. zu 2-4, F. 1, M. 21/3 fr.; Freiburger Hof, 
gegenüber der Clarakirche (PLE2); Hot. Schrieder (PLs:Fl), am 
Badischen Bahnhof, Z. 21/3-31/2, F. I1/4, M. 3 fr., gut. — Pensioken: Frau 

B. Holzberger, Frobenstr. 21; Senn, Leimenstr. 60; Lefebre, Socinstr. 2; 
Frau Linder, Schützengraben 3 (4-7 fr.). 

Restaiarants. Stadt-Casino, Barfüßerplatz, Ecke Steinenberg 
(M. 21/2 fr.); Rebleutenzunf t, Freiestr. 50; Restaur. Kunsthalle 
(S. 9); Zum Safran, im gleichnam. Zunfthause, Gerbergasse 11; Velt- 
liner halle, Freiestr. 25, im Zunfthaus zum Schlüssel ; Bühlers Bier- 
halle, Steinenvorstadt la, im Sommer auch Bühlers Biergarten, 
Sternengasse 18 (PL E5); Zum Cardinal, Freiestr. 36, mit schönem 
Konzertsaal; Storchen (s. oben). Automatisches Restaurant, 
Falknerstr. — Vegetarisches Speisehaus Thalysia, Steinenvorstadt 12. 
— Am r. Ufer: Cafe-Rest. Spitz, an der Alten Rheinbrücke, mit 
Terrasse am Rhein; Löwenbräu-Biergarten, Clarastr. 2; Burg- 
vogtei, Rebgasse 14 (P1.E.2), mit Garten; Göbels Weinstube, Bahn- 
hofstr. 13, Münchner Bierhalle, Brauerei Warteck, alle dxei am 

1* 



4 I' R- i' BASEL. Brücken. 

Bad. Bahnhof. — VESöNüGtmGSGÄRTEN : Sommer-Casino (PI. F 6 ; S. 10) ; 
Schlitzenhans (PI. B 4), Eigentum der Schlitzengesellschaft, 1651 er- 
baut, 1881-83 erneut, mit alten und neuen Wappenscheiben der Schützeu- 
meister, guter Wein. Konzerte im Bären, Äschen vors tadt (S. 3). — 
Alkoholfreie Kaffeehallen, Gerbergasse 24 (Schmieden, s. S. 3), 
Clarastr. 34 und Feldbergstr. 88. 

Konditoreien (in allen Basler Leckerli). F. Eisenring, Heumatt- 
str. 3, beim Centralbahnhof ; E. Koch, Eisengasse 3, bei der Alten 
Brücke; Krayer-Bamsp erger (Steiger'sche Leckerli), Freiestr. 39; 
Speiser, Freiestr. 61; Schießer, Marktplatz 28, etc. 

Droschken. Taxameter-Droschken 1-2 Pers. 1/4 St. 1 fr., je weitere 
3 Min. 10 c. , 3-4 Pers. bis 4 Min. 1 fr., je weitere 2 Min. 10 c; Koffer 
25 c. Nachtfahrten (10-6) 1-2 Pers. bis zu I1/2 Min. 1 fr., je weitere IV2 Min. 
10 c. — Andere Droschken: 1-2 Pers. 1/4 St. 80 c, die zweite V4 St. 60, 
jede weitere 50 c, 3-4 Pers. 1 fr. 20 c. , 90, 70 c. ; von den Bahnhöfen 1-2 
Pers. 1 fr. 20 c, 3-4 Pers. 1 fr. 80 c; von einem zum andern Bahnhof 
1-2 Pers. 11/2, 3-4 Pers. 21/2 fr., Koffer 20 c. 

Elektrische Straßenbahnen : l. Badischer Bahnhof- Marktplats- 
Centralhahnplatz-Spalenring (blaue Schilder), von 6 U. früh bis 11 LT. 30 
abends alle 10 Min., Fahrzeit 26 Min., bis zum Centralb ahnplatz 15 Min., 
ganze Fahrt 20 c, bis zum Marktplatz 10 c. — 2. Badischer Bahnhof - 
Wettsteinplatz- Provisor. Bundesbahnhof (rot), von 6 U. früh bis IO1/4 TT. 
abends, in 14 Min., ganze Fahrt 20 c. — 3. Missionsstr.-Barßißerplatz- 
Birsfdden (rot), alle 12 Min. (30 c). — 4. Kleinhüningen - Claraplatz- 
Bar fuß erplatz - Allschwylerstr. (weiß), alle 6 Min., in 21 Min. (20 c). — 
5. St. Ludwig-Marktplatz- Güterstr. (Prov. Bahnhof; gelb), alle 12 Min., 
in 20 Min. (30 c). — 6. Birseckbahn: Basel (Aeschenplatz)-Münchenstein- 
Arlesheim- Dornach (S. 11), in 30 Min. (40 c, hin u. zurück 60 c). 

Theater (PI. E 4, 5 ; Okt. 1904 abgebrannt). Sommertheater im Basler 
Hof (S. 3). 

Post und Telegraph (PI. D 4), Freiestr. 12, am Badischen Bahnhof 
und Centralbahnhof. 

Bäder im Rhein (PL E3, 4; 1-3 Uhr geechlossen) , 80 c. Warme 
Bäder Leonhardstr. 12 (PI. C 5) ; Clarabad, Clarastr. 29 (PI. F 2), u. a. 

Pekhaütente Gtemälde- Ausstellung in der Kunsthalle (S. 9) : So. IO1/4- 
12V2 u- Mi. 2-4 F. frei, soust gegen 50 c. 

Öffentliches Verkehrsbureau, Falknerstr. 2, L, der Post gegenüber. — 
Wechsdstube der Basler Handelsbank , Freiestr. 90. 

Basel (282in), Hauptstadt des Halbkantons Basel -Stadt, mit 
120897 Einwohnern, dehnt sich auf beiden Ufern des Rheins aus, der 
hier sich nach N. wendend in die oberrheinische Tiefebene tritt. 
Am 1. Ufer liegt Grroi3- Basel, auf zwei Hügeln, zwischen denen das 
Birsigtal seit alters dem Terkehr die Eichtung gibt, am r. Ufer 
Klein -Basel, mit vielen Fabriken. Neben der von L. Munatius 
Plancus um 27 v. Chr. gegründeten Colonia Augusta Rauracorum 
(Kaiseraugst , S. 24) im J. 374 n. Chr. als Basilea zuerst erwähnt, 
war Basel im Mittelalter freie Reichsstadt, seit 1460 Sitz einer von 
Papst Pius n. (Aeneas Sylvius) gegründeten Universität, seit 1501 
Mitglied der Eidgenossenschaft. 

Drei Brücken führen über den Rhein. Die neue Rhein- 
hrücke (PI. D E 3), an Stelle der alten, aus dem xii. Jahrh. stammen- 
den hölzernen Brücke 1901-5 aus Granit erbaut, 195m lang und 18m 
breit, überspannt den Strom in sieben Bogen von 28m Weite. Die 
Wettsteinbrücke (PI. F 4; 266m 1.), mit drei Eisenbogen und vier 



Münster. BASEL. I- R- i- 5 

kolossalen Basilisken, wurde 1879, die ftinfbogige Johanniter- 
brücke (PL D 1 ; 260m 1.) 1882 vollendet. 

Das *Münster (PL E 4), das mit seinen roten Sandsteinmauern, 
seinem bunten neuen Dache und den beiden schlanken Türmen 
überall dem Auge malerisch entgegentritt, war bis zur Einführung 
der Eeformation (1529) Domkirche des alten Bistums Basel. Seine 
Gründung wird auf Kaiser Heinrich n. (f 1024) zurückgeführt. Die 
ältesten Teile des heutigen Gebäudes gehören einem Neubau an, der 
nach 1185 errichtet, aber 1356 durch Erdbeben und Brand stark 
beschädigt wurde. Die "Wiederherstellung erfolgte im gotischen 
Stil, bereits 1365 wurde die Kirche neu geweiht. Aus der romani- 
schen Periode stammt u. a. noch das nördl. Portal, die St. Gallus- 
pforte (um 1200), mit Standbildern der Evangelisten, der beiden Jo- 
hannes , über der Kirchentür die klugen und törichten Jungfrauen 
in Relief, an den Seiten in 6 Blenden die Werke der Barmherzigkeit, 
ganz oben das Jüngste Gericht. Auch die Außenseite des Chors, 
mit rundbogigen Säulenarkaden, ist romanisch. Die W.-Fassade, 
mit den beiden Türmen, dem Haupt- und zwei Seitenportaten gehört 
dagegen ganz der gotischen Bauperiode an. Yon den Türmen ist 
der zierliche nördliche Georgsturm, 1426 vollendet, 64,2m, der erst 
1500 vollendete südliche Martinsturm 62,7m hoch. Die Skulpturen 
stellen dar: am Hauptportal hoch oben am Giebel Maria mit dem 
Kinde, unter ihr Kaiser Heinrich mit dem Modell der Kirche und 
die Kaiserin Kunigunde, an den Nebenportalen zwei Reiterbilder, L 
der h. Georg mit dem Drachen, r. der h, Martin. Der ganze Bau 
wurde 1852-56 und 1880-90 gründlich restauriert. 

Das Innere (Eintritt Mo. u. Mi. 2-4 Uhr frei, sonst für jede Per- 
son 25 c., Besteigung der Türme 25 c. ; Küster Münsterplatz 13, im Sommer 
meist in der Kirche) ist 65m lang, 32,5m breit, ursprünglich dreischifflg, 
durch Hereinziehung der Kapellen jetzt fünfschiffig und von -würdig schöner 
Wirkung, besonders von den Emporen aus gesehen. Die Glasmalereien 
sind modern. Der schöne Lettner von 1381 ist als Orgelbühne benutzt, die 
große Orgel vortrefflich. Die Kanzel ist von 1486. Im äußeren 1. Seiten- 
schiff vorn einige G-rabmäler aus dem xiv.-xv. Jahrh. ; weiterhin ein Eelief 
mit der Marter des h. Vincentius ; Tauf stein von 1465 ; am Pfeiler gegen- 
über der G-rabstein des Erasmus v. Rotterdam (f 1536). Im äußeren r. 
Seitenschiff ein Relief mit sechs Aposteln aus dem xi. Jahrh. Im Quer- 
schiff spätgotisches Chorgestühl mit satirischen Darstellungen (xv. Jahrh.). 
Im Chorumgang das Grabmal der Kaiserin Anna (f 1281), Gemahlin Ru- 
dolphs von Habsburg, und ihres jünsten Sohnes Karl. In der Krypta 
sind jetzt die Öfen für die Luftheizung angebracht. — Im Münster fanden 
1431-48 die Sitzungen des großen Concils statt, dessen Aufgabe eine „Ver- 
besserung der Kirche an Haupt und Gliedern" war, das aber nach jahre- 
langen Streitigkeiten und einer Exkommunikation seitens des Papstes 
Eugen IV. sich resultatlos auflöste. 

An der Südseite der ansehnliche *Kkeüzgang, an dessen Ein- 
gang vorn nach der Rittergasse zu ein Standbild des Reformators 
Johannes Oecolampadius (f 1531) steht. Die Gewölbe sind teils 
noch romanisch, teils spätgotisch von 1470-90 (1869-73 restauriert). 
Bis 1850 dienten diese kühlen Hallen zu Familienbegräbnissen. Sie 



6 I. R. 1. BASEL. Museum. 

dehnen sicli bis zur Pfalz, einer baumbepflanzten Terrasse 20m 
über dem Ebein aus, mit Aussiebt auf den grünen Fluß und die 
Höben des Scbwarzwaldes (Orientierungstafel). — Im Kreuzgang, 
im Konziliensaal, die Bibelsammlung der Basler Missionsgesellscbaft ; 
daneben der sog. Betsaal mit kl. Palästina-Sammlung (Eintr. 20 c). 

Das Museum (PI. E 3), in der vom Münsterplatz n. w. bergab 
zur Ebeinb rücke führenden Augustinergasse, enthält im Erdge- 
schoß (im Flur Adam und Eva, Marmorgruppe von F. Schlöth) 1. 
die Sammlung für Völkerkunde, die Reptilien- und die prähis- 
torische Sammlung (Pfahlbauten), r. die osteologische Sammlung 
und die Bibliothek; — im Treppenhaus drei Fresken von Böcklin 
(Gräa, Flora, Apollo, 1868-70 gemalt) ; — im ersten Stock die Aula 
der Universität, mit 107 Bildnissen von Basler Gelehrten, und die 
übrigen naturwissenschaftlichen Sammlungen; im Yorsaal zu 
beiden Seiten zehn Marmorbüsten von Basler Professoren der Neu- 
zeit; — im zweiten Stock die ^Kunstsammlung, deren Hauptschatz 
die Bilder und Handzeichnungen Hans Holheins des Jüngern (geb. 
1497 in Augsburg, lebte 1515-26 und 1528-32 in Basel, f 1543 in 
London) und die Bilder Arnold Böcklins (geb. 1827 in Basel, f 1901) 
sind. Konservator: Dr. Paul G-anz. Sämtliche Sammlungen sind 
So. IOV4-I272 u. 2-4, sowie Mi. 2-4 Uhr frei, sonst 9-I2V2 u- 2-6 
(im Winter 2-5) U. gegen 50 c. zugänglich. Katalog 1 fr. 

In dem zur Kunstsammlung führenden obern Treppenhaus: Kartons 
von Cornelius, Schnorr und Steinte; Benner, Straße in Capri; gute G-las- 
malereien. — Im I. S a a 1 : 1. 555. Sandreuter, Yiererzug ; 490. Bosshardt, Auf- 
bruch zur Schlacht bei Murten; — r. 304. Vogel, Winkelrieds Tod; 294, 293. 
Frey, Umgegend von Rom undMonreale; 305. Landerer, Einzug der eid- 
genössischen G-esandten zum Bundessehwur in Basel 1501. — Marmorbüste 
Jacob Burckhardts (1818-97) von Volkmann. — L. II. Saal: Neuere 
Schweizer Maler. L.: 484. üastan, Ei-nte; 478. Bachmann, Weihnachts- 
sänger im Kanton Luzern; 509. VöUmy, Hafen von Dordrecht; 524 Breiten- 
stein, auf freier Alpenhöh; — 463. Gleyre, Mädchen einen Paradiesvogel 
lockend; Feuerhach, 307. Idyll, 307b. der Kupferstecher Allgeier; 505. 
Gos, Gewitter im Sefinental; 290. Aur. Robert, Inneres der Markus- 
kirche in Venedig ; *513. Staufer, Porträt Grustav Freytags ; 465. Barzaghi- 
Oattaneo, musizierende Dame; 462. Gleyre, Pentheus; 491. Veillon, die 
Lagunen von Venedig bei Abendbeleuchtung; 307a. Feuerbach, Tod des 
Pietro Aretino ; 475. Grob, Pestalozzi inStans; 31b. Zeiger, Piz Err; Anker, 
444. Kinderfrühstück, 445. Dorfapotheker; 511. Ritz, die AVallfahrer von 
Savieze; Zünd, 449. Vierwaldstätter See, 533. Ruhe auf der Flucht nach 
Ägypten; — *459. Koller, Kühe am Seeufer; Zünd, 447. der verlorne Sohn, 
*446. die Ernte; 499. E. de Pury, in den Lagunen; *458. Koller, Pferde; 
481. Rüdisilhly, Abendlandschaft; — 421-424. A. Calame, Landschaften; 
502. M. Joseph, Rosen; 452. Ed. Girardet, nach der Schlacht; 514. Giron, 
Walliserin; 556. Sandreuter, Buchenwald mit Holzhauern ; 4:12. D. Meyer, 
Walliserin; Sandreuter, 506. der Jungbrunnen, 508a. der Rhein bei Basel, 
508. Frauenschönheit, 507. römische Hochwacht; 448. Zünd, Landschaft; 
471. D. Meyer, Haslitalerin ; 450. Ed. Girardet, Schneeballenkampf; 
510. B. Bouvier, Mignon; Barsaghi-Cattaneo, 464. Tasso Eleonoren das 
befreite Jerusalem vorlesend, 466. Fiesco; B.Vautier, *442. verschuldeter 
Bauer, 443. unfreiwillige Beichte; 482. Rüdisühly, Sumpf landschaft ; — 
*532. Calame, Waldlandschaft; 495. David, Landschaft auf Capri; 501. 
Frölicher, Sommerlandschaft. — Skulpturen: l. Stauffer, Adorant (Bronze); 
i. * Hoffmann, Jugend (Mädchenfigur, Marmor); p. Heer, „Mein Groß- 



Mtiseum. BASEL. I. R. i. 7 

vater"; 0. Böcldin, fünf Originalmodelle zu den Saudsteinmasken an der 
G-artenfassade der Kunsthalle (S. 9). 

Der anstoßende III. Saal enthält die Kupferstich-Sammlung (Do. Sa. 
2-5 geöffnet). Zimmer IV. enthält Bilder und Studien des Solothurner 
Malers F. BucTiser (1828-90) ; V. u. VI. sind Zimmer des Konservators. — 
Zurück in den L Saal und 1. zum VII. Saal der Handzeichnungen. 
An den Wänden und in Schautischen höchst beachtenswerte Stücke von 
Hans Holhein d. Ä. (4-8), Alb. Dürer (1-3; die von Dürer während seines 
Basler Aufenthalts 1492-94 gezeichneten Holzstöcke sind in einem Glas- 
schrank zwischen dem ersten und zweiten Fenster ausgestellt) und nament- 
lich von **H. Holhein d. J. (9-80, hervorzuheben 9, 10. Bürgermeister Meyer 
von Basel und dessen Frau, 66. Selbstporträt Holbeins, 68. Familie des 
Thomas Morus , 69-71. Bürgermeister Meyer mit Frau und Tochter, 50. 
kämpfendes Fußvolk, 27. Samuel undSaul, Skizzen zu den untergegan- 
genen Gemälden im G-roßratssaal , 51-56. Basler Frauentrachten, 31-40. 
Passion), sowie von andern deutschen Malern des xvi. Jahrh. — Weiter 
r. in den 

Großen Saal, mit sieben Abteilungen, und in diesem 1. an der Re- 
bekkastatae von Imhof vorbei, durch den altdeutschen Raum X, zwischen 
den beiden antiken Köpfen, dem sog. Steinhäuser sehen Apollo und der 
Wiederholung des farnesischen Herakles, hindurch in den nördl. Vor- 
raum (IX), mit Bildern von Ernst StücTcdberg aus Basel (1831-1903). — 
X. Raum: Am Eingang 57, 56. Kluber, Hans Rispach und seine Frau 
(1552). — L. 40-43. Nie. Manuel Deutseh; Hans Baldung Grien, 34. 
Christus am Kreuz, 35. Geburt Christi, *36 u. *37. zwei Totentanzbilder; 
M. Grrünewald, 32. Christus am Kreuz, 33. Auferstehung; 58. u. 59. Tob. 
Stimmer, Jac. Sehwitzer und seine Frau (1564). Hans Holbein d. J., 
6,6 a. Schulmeister- Aushängeschild; I.Madonna mit Kind; 8,9. Heiligen- 
köpfe; *11. h. Abendmahl, — 28. der Buchdrucker Job. Frohen, 21. ein 
Londoner Kaufmann, *7, 17. Erasmus, *16. Bonifacius Amerbach (1510), 

12. Adam und Eva, 10, Bürgermeister Jacob Meyer und seine Frau (1516), 

13. Christus u. Maria, 3. Christus am ölberg, 14. die Passion in acht 
getrennten Darstellungen, früher im Rathause, la. h. Abendmahl, *18. 
Dorothea Offenburg (Dame in reicher Tracht) mit Inschrift „Lais Corin- 
thiaca" (1526), 19. dieselbe, mit Amor, *20. Holbeins Frau mit zwei 
Kindern (1528), *15. Toter Christus, von abschreckender Naturwahrheit 
(1521); — Amhrosius Holbein, 26. Bildnis des Goldschmieds G-eorg 
Schweiger, *21a. Bildnis des Basler Malers Hans Herbster, 23, 24. 
Knabenbildnisse, 25. Totenköpfe. — XI. Raum, mit Marmorstatue des 
Jason von Sehlöth in der Mitte: 64a, b. Oberdeutseher Meister des 
XV. Jahrh., zwei Passionstafeln; 65-72. Werke des Conrad Witz von 
Basel (c. 1440); 74. Oberrheinische Sehule (1457), Rosenkranzbild; 72b. 
Oberdeutsche Schule (c. 1445), Christus am Kreuz; 73. Niederl. Meister 
des XV. Jahrh., Pius Joachim. — Am Eingang zur folgenden Abteilung: 
r. 166a. Bronzino , männl. Bildnis; 1.73a. Altfranz. Schule, Jakob von 
Savoyen, G-raf v. Romont. — XII. Raum, mit einem altgriechischen 
Ephebenkopf an der Wand, 1. beginnend: 165. Alte Kopie nach Baffads 
Johanna von Ar agonien; — 131. Teniers d. J., Bauernstube; 117. P. BruegheZ 
d. J, Predigt Johannes des Täufers; 146. S. van Ruysdael, Landschaft; 
124. Bieter Thys, Pietä; 132. Teniers d.J., Bauernscene; 138. Berchem,, 
Vieh in einer Furt; *118. Rubens, Kreuztraguug (Skizze); — 136. Ph. 
Womverman, Pferde und Esel; 133. Teniers d.J, Musik in der Schenke; 
183 a. Matthäus Merian, Bildnis des H. J. Müller (1647); *156. Hobbema, 
Waldteich; 139a. Thom. Wijck, Wirtshausscene; 140. W. van 3Iieris, 
Fischhändler; 139. Brakenburgh, Bauernscene; — 144. G. Rombouts, 
Waldlandschaft'; 125. Dirk van Sandvoort, Bänkelsängerin; 137. K. du 
Jardin, vor dem Wirtshaus; 126. Weenix, Landschaft. — XIII. Raum, 
mit Marmorstatuette eines Wettläufers von Kißling und Büste des Hrn. 
S.Birmann : 1. 213. Ph. de Champaigne, Porträt; 218. Moueheron, Landschaft; 
r. 237. Teniers d.J., Raucher; 208. N. Poussin, Bacchus. — XIV. Raum, 
mit Marmorstatue der Psyche von Sehlöth: 1. 296. J. J. Frey, Italienische 



8 I. IL 1. BASEL. m»tor. Museum. 

Landschaft; — 300. Diday, Brienzer See; 492. Frey, eine vom Samum 
tiberraschte Karawane; 523. Würtemb erger, Porträt Böcklins; 295. Frey, 
Landschaft bei Granada; — 306. Lessing, Waldlandschaft; 269. Neher, 
Abraham und die Engel; 281, 280. Joh. Schraudolph, schwebende Engel- 
paare; 278. Schnorr von Karolsfeld, Domine quo vadis?; 277. Overbeck, 
Tod des h. Joseph; 274a. L.Richter, Waldlandschaft im Herbst; 282. Steinle, 
der h. Lukas die Madonna malend. — .XV. Raum. Neuere Handäeich- 
nungen, von H. v. Heß, Schraudolph, Overbeck, ScMoind, Steinle etc . — 
Zurück in den Saal der Handzeichnungen und r. durch Kabinett VIII, 
mit Kopien nach H. Holbein d. J,, in das 

XVI. Zimmer. R. blQ. Berthoud, Capri; 497. Du Moni, das schwie- 
rige Musikstück; — 515. Benner, die Blaue Grotte; — 455. Eug. Girardet, 
arabisches Cafe; 496. Bocion, Hafen von Ouchy. — m. Stauffer, Bronze- 
statuette Adrians von Bubenberg (S. 174). 

XVII. Saal. L 557. Lovatti, Straße auf Capri; *512. Zuber, Wald- 
landschaft im Frühling; 504. Burnand, Heimkehr von der Alp; 517. Meyer, 
ITntersee; *460. Koller, Kühe an der Abendtränke; 518. Be Goumois, 
stürmische See; — 520. Lendoi-ff", Gebirgsgegend; 526. Balmer, Porträt; — 
PreiswerTc, 480. Meeresstrand, 479. Satyrfamilie; 265-68. J. A-STocÄ, Land- 
schaften; *522, 521. Hans Thoma, Landschaften; 456. A. van Muyden, 
römische Marktscene; Ed. Girardet, 451. Barbierstube in der Bretagne, 
453. Wahrsagerin; 289. L. Bobert, Banditenweiber auf der Flucht; 310. 
A. W. Töpffer, ländliche Mahlzeit; 457. A. van Muyden, Mutter und 
Kind; 500. Frölicher, Frühlingslandschaft; — 519. Baud-Bovy, Berges- 
gipfel; 476. Staebli, Landschaft an der Limmat. 

XVIII. Saal. Arnold Böcklin, 535, 536. Gebirgslandschaften; 539. 
Mädchenkopf; 538. Kopf eines Römers; *438. das Leben ein Traum; *441. 
Odysseus ujid Kalypso; 439. Selbstbildnis; ohne Nr., Melancholie; *436. 
Opferhain; 542. die Pest (unvollendet); 541. Landschaft; — 432. Jagd der 
Diana; — *437. Najaden; 433. Viola; 540. Petrarca an der Quelle von Vau- 
clusö; 441a. Waldlandschaft; *435. Centam-enkampf ; 441b. Luise Schmidt, 
Braut des Künstlers; 537. Prof. Jacob Mähly; — 440. Gorgonenhaupt (Gips- 
relief); *434. Pietä. — k. Bronzebüste Böcklins von Hildebrand. 

Am Marktplatz das Rathaus (PL D 3), 1508-21 im Stil burgnn- 
discher Spätgotik erbaut und 1900-1903 erneut. An der Freitreppe 
im Hof ein Standbild des Munatius Plauens (S. 4) von 1580. Im 
Eegierungsratssaal schönes Täfelwerk und alte Wappensclieiben. — 
Der spätgot. Fischmarktbrunnen (PI. D 3) ist von 1467. — Im Hofe 
der Scbmiedenzunft , Grerbergasse 24 (PLD4), ein Standbild des 
Philosopben Isaak Iselin (f 1782), des Stifters (1777) der Basler 
Gremeinnützigen Gesellschaft, die dort ihren Sitz hat. 

Die Barfüßerkirche, ein mächtiger Bau aus dem Anfang des 
XIV. Jahrb., mit sehr hohem Chor, enthält seit 1894 das *Histo- 
rische Museum (PL DE 4; Konservator, Dr. Ferd. Holzach), 
eine der bedeutendsten kultur- und kunstgeschichtlichen Samm- 
lungen der Schweiz, frei zugänglich So. IO72-I272) 2-4, Mi. 2-4 Uhr, 
sonst im Sommer 8-I2V2 u. IV2-6, im Winter 10-12 V2 u. 172-4 U. 
gegen 50 c; Feiertags u. Mo. vorm. geschlossen. 

Im Hauptschiff vorn kirchliche und profane Bauteile und Skulp- 
turen aus Basel, u. a. der h. Martin vom Basler Münster, 1. der sog. Hol- 
heinbrunnen (S. 10); über dem h. Martin der sog. Lnllenkönig , das alte 
Wahrzeichen Basels, ein gekrönter Kopf mit beweglicher Zunge und 
Augen (xvii. Jahrb.), von dem 1841 abgebrochenen Rheintor. — Die an- 
schließende Waffensammhmg umfaßt die Bestände des alten Zeughauses, 
Scbmuckwaffen, Zelt, Zunftbanner usw., Geschützrohre (das mittlere ein 



KunsthdUe. BASEL. I. R. l. 9 

schön ornamentierter Zwölf pfünder von 1514), basler Uniformen, Beute- 
stücke (im Glasschrank 4. angebliche Panzerjacke Karls des Kühnen). 
Dann schöne Schmiede- und Schlosserarbeiten , sowie einige Pracht- 
schlitten. — R. und 1. von der Haupthalle sind in den Seiteuschiffen 
eine Reihe Zimmer untergebracht, die in Einrichtung und Ausstattung 
die Entwicklung des Wohnraums seit dem xv. Jahrh. zur Anschauung 
bringen. R. vom Eingang beginnend: *1. Zimmer aus dem Spießhof {l'oOl), 
mit Vertäfelung und großem Bett; 2. Saal aus dem SjHeßhof (IbSO), mit 
schönen Schränken, Türen und dem alten Basler Ratstisch; 3. Zim,mer 
aus dem Straßburger Hof (IQOO); *4. Speisezimmer des Ratsherrn Isdin 
(1607), mit ausgezeichneter Vertäfelung; 5. Zimmer aus Schwyz (c. 1630), 
mit schwerer Kassettendecke; 6. Zimmer aus dem Hause zum Cardinal 
(c. 1540). — Nun auf der andern Seite des Mittelschiffs zurück: 7. alte 
Küche. 8. Schönau- Zimmer aus dem Schloß zu öschgen (xvii. Jahrb.); 

9. Gotisches Zimmer (xv. Jahrb.), mit got. Möbeln und großer Bettstelle; 

10. Gobelinzimmer (1760); 11. NeustücJczimmer (1787), mit Modellen von 
Basler Torbauten und Burgen. Das 12. Zimmer (wieder beim Eingang) 
enthält das Münzkabinett, mit Basler und andern schweizer. Münzen, 
Medaillen, Münzstempeln, sowie einigen antiken Münzen und Vasen. 

Im Chor die christlichen Altertümer: 1. *Preskenbruchstücke des 
Basler Totentanzes (c. 1440), bis 1805 an der Kirchhofsmauer des Pre- 
digerklosters (PI. D 2); Glocken aus dem xil-xvii. Jahrb.; prächtiges 
Chorgestülü von 1598; Schnitzaltäre des xv. und xvi. Jahrb.; als Haupt- 
altar der Altar von S. Maria Galanca in Misox (1512); r. die emaillierte 
Bronze -Votivtafel der Herzogin Isabella von Burgund (1433), darüber 
ein knieendes Bild des Ritters Hügelin v. Schönegg (1378); Palmesel. — 
Dann der Eingang zur Schatzkammer (man lasse sich aufschließen): 
Reliquiarien, Monstranzen, Kreuze, Kelche aus dem xin.-xvm. Jahrb.; 
Becher und Pokale aus dem Besitz der Universität (xvi. und xvn. Jahrh.) ; 
Prunkgeschirre der Basler Zünfte und Gesellschaften. Drei Schweizer 
Dolche mit vergoldeten Silberscheiden (xvl Jahrb.); Dolch, Becher, Sand- 
uhr und Besteck des Erasmus von Rotterdam; eigenhändiges "Wappen des 
Hans Holbein. L. vom Eingang ein Abguß der von Kaiser Heinrich II. ge- 
schenkten goldenen Altartafel des Basler Münsters (xi. Jahrb.), die mit 
andern Kunstwerken 1833 bei der Kantonteilung an Baselland kam und 
verkauft wurde (jetzt im Musee de Oluny in Paris). An der Wand ein 
Teppich mit der Geschichte vom reichen Mann, Basler Arbeit von c. 1480. 

Nun zurück ins Mittelschiff ujid gleich r. die Treppe hinauf zu den 
Emporen der Seitenschiffe: musikalische Altertümer ; — Basler Web- 
stühle und Proben der Basler Bandweberei im xvn.-xix. Jahrb.; — Fächer ; 
schweizerische, besonders Basler Trachten des xvn. und xvm. Jahrh. — 
Auf der ehem. Orgelbühne (über dem Eingang): römische, alemannische 
und burgundische Altertümer, z. T. in Äugst (S. 24) gefunden. * Glas- 
gemälde aus Schloß Langenstein (Kreuzigung, Ecce Homo und Mater 
Dolorosa, ursprünglich in der Kartause zu Freiburg i. Br., St. Wolf gang 
und St. Christoph aus der Kartause zu Basel). — Auf der Seitenempore: 
Porzellan, Fayence, Glas, Steingut, Zinn, Leder arbeiten, Spielzeug, Back- 
formen, bunte Wappenfenster. — Maße und Gewichte vom xiv.-xvni. Jahrb., 
Weibelstäbe für die Gerichtsdiener, Richtschwerter, Tracht des Scharf- 
richters. — Hinab zur Haupthalle und am Ende des r. Seitenschiffs in 
den Hof: Steindenkmäler, schmiedeeiserne Gitter u. a. 

In der Nähe, am Steinenberg, die 1870-72 erbaute Kunsthalle 
(PL E. 5), mit Freske von Stückelberg (das Erwaclien der Kunst) 
im Treppenhaus; an der G-artenfassade SgraflStofries und Stein- 
fratzen von BöcTdin; im Restaurant "Wandgemälde von Brünner 
(perman. Ausstellung s. S. 4). — In der Elisabetbenstraße die got. 
St. Elisabethenkirche (PL E 5; Eintr. 25 c, Besteigung des 
Turms 25 c.; Küster Elisabetbeustr. 16), 1857-65 auf Kosten des 



10 /. B. 1. BASEL, Universität. 

Hrn. Chr. Merian-Burckliardt von C. Riggenbacli erbaut, mit 70,5ni 
h. Turm und schönen Grlasgemälden. — In den Anlagen beim Central- 
babnhof (PI. E 6) das Straßburger Denkmal, Marmorgruppe von 
Bartholdi, 1895 errichtet zur Erinnerung an die bei der Belagerung 
Straßburgs 1870 von den Schweizern erwiesene Hilfe. 

Die südöstlichen Vorstädte werden von den wohlhaben- 
deren Klassen der Bevölkerung bewohnt. Vom St. Alhantor (PI. 
Gr 5) ziehen sich hier, an Stelle des ehemaligen Walles, die Prome- 
naden der St. Albananlage und des Äschengrabens zum Central- 
bahnhof. Auf dem Aschenplatz (PL E F 5) ein Springbrunnen, 
der nur einmal jährlich (26. August) 25m hoch springt. Am ehem. 
St. Albanskloster (PL F 4) ist ein guter romanischer Kreuzgang er- 
halten. Das St. Jakobsdenkmal (PL F 6), von F. Schlöth, 1872 
errichtet, erinnert an den Heldenkampf der Eidgenossen gegen die 
Armagnaken unter dem Dauphin (spätem König Ludwig XL) von 
Frankreich, 26. Aug. 1444. Dahinter r. das Sommerhasino (S. 4). 

In dem westlichen Stadtteil sind zu erwähnen: in der 
Spalenvorstadt (PL C 3, 4) der Spaten- oder Holbeinbj'unnen ^ mit 
Dudelsackpfeifer u. Bauerntanz nach Holbein, und das Spalentor 
(P1.C3), um 1400 erbaut, der stattlichste der erhaltenen Tortürme 
Basels. N. von hier an der Schönbeinstr. der Botanische Garten 
(Mai- August 7 U. früh bis 8 U. abends geöffnet; Eintr. in die (xe- 
wächshäuser So. 9-12, Mi. 2-5 U. frei, sonst 50 c), mit dem Botan. 
Institut der Universität, und die 1894-96 von La Koche im Barockstil 
erbaute Universitätsbibliothek, mit 250 000 Bänden, darunter 
viele Erstlings drucke , und 4000 Handschriften namentlich aus der 
Zeit des Basler Konzils und der Reformation ; der Ausstellungssaal 
im ersten Stock, mit permanenter Ausstellung von alten Drucken, 
Miniaturen, Bucheinbänden, Porträten, Autographen etc., wochen- 
tags IO-I2Y2 u- 2Y2-Ö ^-i <i6r gut eingerichtete Lesesaal 9-I2Y2 u. 
2^/2 - 7 U. geöffnet. In der Nähe zwei andere neuere Universitäts- 
gebäude: das Vesalianum, für Anatomie und Physiologie (die 
anatom. Sammlung So. 10 V2 - 12 U. gegen 30 c. zugänglich , sonst 
nach Anmeldung beim Aufseher), und das BernoulUanum, für 
Physik, Chemie und Astronomie (im Flur Büsten der Mathematiker 
Jac. und Joh. Bernoulli, f 1705 und 1748), — In der Hebelstraße 
bezeichnet eine Denktafel das Greburtshaus des alemannischen Dich- 
ters J. P. Hebel (1760-1826), dem 1899 vor der nahen Peterskirche 
(PL D 3) ein Büstendenkmal, von Max Leu, errichtet wurde. — 
Das Missionshaus (PL B 3), Missionsstr. 14, enthält eine ethno- 
graphische Sammlung, hauptsächlich aus Ostindien, China, "West- 
afrika (Eintritt frei, Anmeldung beim Portier; Katalog 1 fr.). 

W. vom Centralbahnhof, an der Arnold-Böcklinstraße (PL B 5), 
die schon von weitem auffallende Pauluskirche, schöner Cen- 
tralbau im roman. Stil, 1898-1901 von Curjel u. Moser erbaut (Eintr. 
20 c, 3-10 Pers. 50 c, Turm 30 u. 50 c; Küster Bachlettenstr. 9). 



Birsigtal. BASEL. /• R- i- 11 

Am Birsig der reichhaltige Zoologische Garten (PI. BC 6; 
Restaur.) ; Eintritt 50 c, So. nachm. Konzert, 25 c. 

In Kleinbasel die got. Matthäuskirche (PL El), 1896 
von Henry aus Breslau erbaut, mit 73m h. Turm und schönem, für 
den reform. Gottesdienst zweckmäßig gestaltetem Innern. — Der 
Erlenpark, nördl. vom Badischen Bahnhof, an der Wiese, enthält 
Gehege mit Damhirschen, Rehen etc. und ist namentlich Sonntags 
belebt (Restaurant, nur kalte Getränke). 

Birsigtalbahn (elektr. Bahn), Abfahrt Steinentorstr. (PL D5) alle 
1/2 St. , bis Flühen in 36 Min. — 2km Binningen (Hirsch), Dorf von 
5135 Einw. , mit der aussichtreichen Kirche St. Margarethen und dem 
besuchten Margarethenpark (Kaffeewirtsch.) ; 3km Bottminger - MüJile ; 
4km Bottraingen, mit dem Schloß - Hotel Bottmingen (Z. l^k-S, T- 1, 
M. 2V2) P- 5-7 fr.), beliebtes Ausflugsziel der Basler; 5km Oberwil (Krone), 
mit Parkettfabrik; 7km Therwil {RößU; nach Burg, s. unten, Post 2 mal 
tägl. in 1 St. 25 Min.), stattliches Dorf im Leimental; 9km Ettingen 
(335m; Badhotel, mit eisenhaltiger Kalkquelle, P. 4 fr.). Dann tv. am 
G-ebirge hin über Witter sivil und Bättwil nach 

12km Flühen (382m; Bad-Hotel, Z. 21/2-3, M. 3, P. von 5-7 fr.), End- 
punkt der Bahn, Dörfchen mit Eisenquelle, in einem Taleinschnitt hart 
an der elsässischen Grenze hübsch gelegen. Lohnender Ausflug von hier 
w. über das elsäss. Dorf Tannwald (488m) nach der wohlerhaltenen (1/2 St.) 
Ruine Landskron (546m), mit weiter Aussicht von der Plattform des 
Turms (Schlüssel zur Ruine im letzten Hause von Tannwald). — S. führt 
von Flühen eine Straße (Post über Mariastein nach Metzerlen 2 mal tägl. 
in 55 Min.) nach (V2 St.) Mariastein (514m; Post, P. 31/2 fr.; Kreuz), ehem. 
Benediktinerkloster mit besuchter Wallf ahrtkirche , auf steilem Felsen 
malerisch gelegen (unter der Kirche eine geräumige Felshöhle mit der 
Kapelle Maria ivi Stein); von hier über die Höhe nach Tannwald und 
Landskron 25 Min. Von Mariastein führt die Straße über Metzerlen nach 
(3/4 St.) Burg (530m ; *Gasth. Burg-Bad, P. von 5 fr. an), hübsch gelegenes 
Dorf mit erdiger Mineralquelle und aussichtreichem Schloß (730m). Post 
nach Therwil s. oben. — Vom Blauenberg (820m), I1/2 St. von Ettingen 
(s. oben), 1 St. von Mariastein, weite Aussicht, s.o. bis zu den Bern er Alpen. 

Reizender Spaziergang nach der Kirche Crischona (Alpenaussicht), 
von Station Riehen oder Grenzach (S. 29) in c. I1/2 St. 



2. Von Basel durch das Münstertal nach 
Biel und Neuchätel. 

120km. Eisenbahn, bis Biel (90km) in 21/4-4 St. für 9 fr. 40, 6 fr. 60, 
4 fr. 70 c; bis Neuchätel in 31/4-6 St. für 12 fr. 40, 8 fr. 70, 6 fr. 20 c. 
(Schnellzug von Basel bis Genf in 6 St.). 

Basel (282m) s. S. 3. Die Bahn zweigt von der Zürich-Luzerner 
Bahn r. ab und überschreitet vor (5km) Münchenstein (Rößli) die 
Birs. L. am Gebirge mehrfach Burgruinen. — 8km Dornach- 
Ariesheim (297m). 

3 Min. vom Bahnhof liegt Dornachbrugg (*Ochsen, mit Garten und 
Aussichtsterrasse; Hot. Meister, am Bahnhof), Endstation der Birseck- 
bahn (von Basel in 30 Min., s. S. 4). — 1/4 St. ö. Ariesheim (338m; 
*Ldioen, Z. 2-21/2, F. 1, P. von 5 fr. an; Krone), Dorf von 1600 Einw., 
in schöner Lage, als Sommerfrische besucht, mit Kirche aus dem xvii. Jahrh. 
Daiüber auf waldiger Höhe das ehem. fürstbischöfliche Schloß Birseck, 
mit Park, merkwürdigen Grotten etc. (Schlüssel beim Gärtner, am Fuß 



12 I' R- 2. DEL:^M0NT. Von Basel 

des ScUoßhügels ; Trkg.). — 1/2 St. ö. von Ariesheim die malerische Ruine 
Dorneck (501m) mit schöner Aussicht, auch vom Bahnhof direkt oder über 
Dorf Bornach (337m) in 1/2-^/4 St. zu erreichen. Von Dornach Fahi-straße 
s.o. in vielen Windungen durch Wald hinan zum (I1/4 St.) Dorf Gempen 
(680m; Kreuz), am Fuß der (20 Min.) G-empenfluh (765m), mit 25m h. 
eisernem Aussichtsturm und weiter malerischer Rundsicht. 

Weiter am r. Ufer der Birs. lOkm Äesch (SOlm ; Kestaur. Herzog- 
Yogel); das ansehuliche Dorf (H. Jura; Ochs) liegt gegenüber am 1. 
Ufer. Jenseit eines Tunnels unter dem gut erhaltenen Schloß Ängen- 
stein tritt die Bahn in den Kanton Bern; r. hoch oben Kuine Pfef- 
fingen (501m). — 14km Grellingen (325m ; Bär), mit großen Fabriken 
(Post tägl. in 2 St. durch das malerische Kaltbrunnental nach dem 
einf. Bad MeÜingen, mit Gripsquelle). Dann in einem Felsein- 
schnitt zweimal über die Birs. — 20km Zwingen (H. Bahnhof), mit 
Schloß der ehem. Fürstbischöfe von Basel. 

23km Laufen (358m; H. Jura; Sonne, Z. 11/2, F. 1, P. 5-6 fr.), 
Städtchen von 2177 Einw. unterhalb der Mündung der Lützel in 
die Birs. Weiter in engem Waldtal; 26km Bärschwil (Croix föde- 
rale); dann durch zwei Tunnels und zweimal über die Birs. — 29km 
Liesberg (383m). Wieder über die Birs. — 35km Soyhieres, deutsch 
Saugeren (404m; H. de la Grare; Best. Bellerive), altes Dorf mit 
Burgruine, ist Sprachscheide. Schroffe Felsen schließen das Tal, 
bevor es sich zur weiten Ebene öffnet. Am Ausgang 1. Bellerive, 
mit Holzstofffabrik, r. hoch oben Ruine Vorburg (524m). 

39km Delemont, deutsch Delsberg (415m; ^Bahnrestaur., 
M. 21/2 fr-; *Faucon; Lim d'Or; Soleil, Z. 11/3 fr., gut; H. Vic- 
twia, H. de la Gare-Terminus, am Bahnhof, in beiden Z. l^/^-^, 
M. 2-2V2, P. 5-7V2 fr., gelobt), altes Städtchen (5155 Einw.) an der 
Sorne, mit Schloß der ehem. Basler Fürstbischöfe. 

Von Delemont nach Porrentruy, 29km, Eisenbahn in 35 Min.- 
IV4 St. für 3 fr. 05, 2 fr. 15, 1 fr. 50 c. Die Bahn führt durch das Wiesental 
der Sorne über öourtetelle^ Courfaivre, Bassecourt nach (12km) Glovelier 
(508m; H. de la Gare). [Lohnender Ausflug von hier nach der *Gralerie 
dn Pichoux, c. 31/2 St. hin u. zurück. Vom Bahnhof auf der Landstraße 
1. bis zu einer (V4 St.) Brücke, dann r. über Berlincourt nach (3/4 St.) 
Undervelier und in dem schönen Waldtal der Sorne aufwärts bis zu einem 
(1/2 St.) Tunnel am Beginn der malerischen Schlucht ; am (10 Min.) oberen 
Ende das Whs. le JPichoux (735m).] — Dann durch einen 2900m 1. und zwei 
kürzere Tunnels und über den großen Viadukt von Combe-Maran nach 
(17km) St -Ursanne (494m; Bceuf), malerisches altes Städtchen mit Burg- 
ruine auf hohem Fels, im romantischen Tal des Douos (S. 247). Folgt ein 
Tunnel unter di&m Moni Terrible; 24 km Courgenay; 29km Porrentruy, 
deutsch Pruntrut (426m; *H. National, beim Bahnhof; *Oheval blanc), 
alte Stadt (6927 E.) mit Schloß, 1529-1828 Sitz der Bischöfe von Basel 
(S. 4). Bei Rdclere, 14km w. (Post von Pruntrut 2 mal tägl. in 1 St. 50 Min.), 
die Grottes de Reclere, eine sehenswerte Tropfsteinhöhle. Von Recläre 
nach Saignelegier s. S. 247. — Die Bahn führt weiter über (12km) Delle 
(franz. G-renzort; von hier ab franz. Ostbahn) nach Beifort und Paris 
(Nachtschnellzug Basel -Paris in 8 St. 10 Min.; 59 fr. 05, 40 fr. 10 c). 
Von Delle aus besucht man die * Grottes de Milandre, eine große Tropf- 
steinhöhle (c. 2 St. hin u. zurück). Vom Bahnhof 1. nach dem Schweiz. 
Dorf Boncourt, nach 10 Min. r. über die Brücke, dann zweimal 1. und 
wieder r. hinauf zu einem (1/2 St.) Gehöft, von wo man den Führer (1 fr.) 







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nach Neuchdtd. MÜNSTEK. I- B- 2. 13 

mitnimmt. Die Besichtigung dauert c. ^/a St. Vom Ausgang die Stufen 
hinab direkt zum Bahnhof Delle zurück (1/2 St.). 

Jenseit (42kiu) Courrendlin, deutsch Bennendoi'f (Rirsch), tritt 
die Balin in das eigentliche *Münstertal, franz. Val Montier, 
einen tief eingeschnittenen, von der Birs durchströmten Engpaß, auf 
beiden Seiten von gewaltigen Kalksteinfelsen eingefaßt. Zahlreiche 
Felssprengungen und Tunnels. — Oberhalb (44km) Choindez, mit 
Hochofen und großen Eisengießereien, zwei Tunnels; dann (47km) 
Stat. Roches (496m; Rößli, gut und billig). Weiter durch 5 kleine 
Tunnels kurz hintereinander, dann in großartigem Felsencirkus 
über die Birs und am r. Ufer durch eine Eeihe von Felseinschnitten. 
Am Ausgang der Schlucht über den Rausbach. 

50km Stat. Münster, franz. Montier (528m ; Hot. de la Gare, 
nicht teuer ; Couronne) ; einige Min. s.w. das stattliche Dorf (534m ; 
*H. du Cerf, Z. IV2-2, F. 1, M. 2V2 fr.; H.-P. de la Croix- 
Bleue, Z. IV2-2V2, P- 4-5 fr.), mit 3088 Einw., am 1. Ufer der Birs 
hübsch gelegen. 

Von Münster auf den Weißenstein, 31/2 St. (s. S. 20). Fahr- 
straße (Post von Münster bis Cremine 3 mal tägl. in 50 Min., von da 
nach Gänsbrunnen 2 mal in 40 Min.; Wagen von Münster auf den Weißen- 
stein 25-30 fr.) ö. über (3/4 St.) Grandval, deutsch Granfelden (613m) 
und (1/4 St.) Cr&fnine (621m; Kreuz) am r. Ufer der Raus bergan nach 
(3/4 St.) St. Joseph avi Gänshrunnen (747m; Whs.), am n. Fuß des Weißen- 
stein, dessen G-asthaus (1287m) man von hier zunächst auf Fußweg, dann 
auf dem Fahrsträßchen meist durch Wald in c. 2 St. erreicht. 

Nun nochmals durch einen höchst malerischen wilden Engpaß, 
die Gm^ges de Court, hoch über der Birs, durch einen langen und 
zwei kürzere Tunnels nach (56km) Court (668m; Bär ; Krone). 

Von Court oder besser von Bävilard (s. unten) führt ein steiler Fuß- 
pfad in 3 St. über den Montoz (1331m) nach Reuchenette (s. unten), 
ohne Führer leicht zu verfehlen. Aussicht der vom Weißenstein ähnlich. 

Bergan durch freundliche Wiesentäler. 59km Sorvilier; 62km 
Malleray-Bevilard; 65 km Reconvilier. — 68km Tavannes, 
deutsch Dachsfelden (757m; H. de la Gare, Z. IV2-2, F. 1 fr,, ge- 
lobt ; gute Eestaur. u. Z. in der Brasserie), großes Dorf (1591 Einw.) 
am Ursprung der Birs (Zweigbahn in 35 Min. nach Tramelan). 
Die Bahn geht mittels eines 1337m i. Tunnels unter der Pierre 
Pertuis hindurch, einem ehemals befestigten Felsentor mit röm. 
Inschrift, durch das die Landstraße führt. Dann senkt sie sich r. 
am Bergabhang, wendet sich zwischen Sombeval und Corgemont 
in starker Kurve zurück und überschreitet die Schuß (Suze). 

75km Sonceboz (656m; *Bahnrestaur.; Krone; Hirsch), 
Knotenpunkt der Bahn nach La Chauoode-Fonds (s. S.248). Jen- 
seits abermals über die Schuß, gleich darauf durch einen Tunnel 
unter dem s.w. Yorsprung des Montoz (s. oben). Weiter in schön be- 
waldetem Tal. 81km La Heutte (610m) ; 85km Reuchenette (598m ; 
Truite). Die Bahn wendet sich nach Süden und tritt in die enge 
Schlucht, die sich die Schuß durch die letzten Höhenzüge des Jura 
gebrochen hat. Jenseit des ersten Tunnels r. ein Wasserfall der 



14 I. B. 2. — K. S. 12, BIEL. Von Basel 

Schuß, oben Ruine Rondchätel (595m). Zwei Tunnels ; r. öffnet sich 
das grüne Tal von Orvin, am Ausgang das Fabrikdorf Friedlis- 
wart (franz. Frinvilier, s. unten). Die Bahn führt nochmals durch 
einen langen Tunnel, überschreitet auf kühner Brücke die tiefe 
Schlucht der Schuß (das Taubenloch, s. unten) und tritt aus der 
Talenge heraus; prächtige überraschende Aussicht auf die Niede- 
rungen von Biel, in der Ferne die Alpenkette vom Titlis bis zum 
Montblanc. Hinab durch Eeb enge lande und einen kurzen Tunnel nach 

90km Biel. — Gasth. Am Bahnhof: *Teriniiius-H6t. Bieler- 
hof, 50 Z. zu 2-31/0, F. IV4, M. 3, A. 21/2, P- T-9 fr.; Victoria, Z. 2-5, 
r. 1, M. 21/2, A. 2, P. 6-8 fr.; Pariserhof; H. de la Gare, Z. 2-3, 
F. IV4, M. 21/2, A. 2 fr., gelobt, H. Central, beide Bahnhof str. — In der 
Stadt: *Krone, Z. von 2, M. 3, A. 21/2 fr-; *Schweizerhof , Z. von 2, 
F. 1, M. m.W. 21/2 fi"-, beide Canalgasse; Weißes und Blaues Kreuz. 
— Restaurants: *Bahnrestaur. (M. 2 fr. 20 c.); H. Krone (s. oben); 
Augustinerbräu, Bahnhof str.; Caf4 Frangais, Nidaugasse, mit G-arten; 
C'entralhalle, Centralstr. (in beiden Münchner u. Pilsner Bier); Franzis- 
kanerhräu ; Bavaria, G-erbergasse. — Offizielles Vebkehrsbureau in 
der Buchhandlung Ernst Kuhn, Nidaugasse 62. 

Biel, frz. Bienne (437m), alte gewerbreiche Stadt (24615 Einw.) 
mit bedeutender TJhrenfabrikation, ist Sitz ^Q^Westschweizerischen 
Technikums, mit Uhrmacher-, Eisenbahn-, Post-, Telegraphen- und 
Zollschule. Am Ring , im N. der Stadt, interessante mittelalter- 
liche Grebäude und Brunnen. Das Museum Schwab enthält Pfahl- 
baufunde, keltische und römische Waffen, Geräte, Münzen etc.; 
im Keller zwei Einbäume aus der Pfahlbauzeit (Eintr. So. Do. 
2-4 ü. frei, sonst 1 fr.). Prächtige Alleen führen im W. der Stadt 
bis zum (10 Min.) Bieler See (S. 15 ; Seebadeanstalt und Kuderboote). 

Elektk. Trambahn vom Bahnhof in die Stadt, südl. nach Nidau und 
n.ö. in 20 Min. nach. Bözingen, iraiiz. Boujean (Hirsch; Rößli), aufblühen- 
der Ort (2700 E.) mit Uhrenfabriken. Von hier sehr lohnender Spazier- 
gang durch die malerische, von der Schuß durchströmte *Taubeilloch- 
schlueht (Eintr. 10 c.) nach dem Dörfehen (35 Min.) Frinvilier oder 
Friedliswart (s.oben ; H. de la Truite u. Restaur. des G-orges, gute Forellen), 
und weiter an der Ruine Rondchätel vorbei nach (3/4 St.) Beuchenette (S. 13). 

Drahtseilbahn (Bahnhof 15 Min. "w. vom Bundesbahnhof) im Sommer 
alle 1/2 St. in 15 Min. (80 c, hin u. zui-ück 1 fr.) nach dem IV4 St. 
oberhalb Biel am Jura- Abhang gelegenen Luftkurort Magglingen, frz. 
Macolin (900m; *Gr.-H. Kurhaus, 130 Betten, Z. 4-7, F. I1/2, G-. 31/2, 
M. 4, P. 8-14 fr.; *H.- P. Bellevue, 70 Betten, Z. 2-4, F. I1/4, M. 31/2, 
A. 21/2, P. 6-10 fr.; 8 Min. n.ö., an der Straße nach Leubringen, Best. & 
F. Magglingen bei Widmer, P. 31/2-5 fr., einf. gut), mit prachtvoller 
Alpenaussicht vom Säntis bis zum Montblanc. — Eine andere Drahtseil- 
bahn führt von Biel (Bahnhof in der Quellgasse, 15 Min. n. vom Bundes- 
bahnhof, 2 Min. von der Straßenbahn nach Bözingen in der Jura -Vor- 
stadt), in 8 Min. (50 c, hin u. zurück 65 c.) nach dem 3/4 St. n.ö. von 
Magglingen schön gelegenen Bergdorf Leubringen, frz. Evilard (705m; 
*Kurhaus H. Drei Tannen, 30 Z. zu 2-3, F. 1, M. 3, A. 2, P. 5-7 fr.; 
H.-P. Beau-Site, in schöner Lage; Best.-Pens. de la Gare; Best. Beaulieu). 
Von hier lohnende Wanderung durch prächtigen Tannenwald nach Fried- 
liswart, durch das Taubenloch nach Bözingen und mit Trambahn zurück 
nach Biel (im ganzen c. 2V2 St.). — Von Magglingen auf den Chasseral 
(1609m) 41/2 St.: über die Höhe auf gutem Wege am (IV2 St.) Kurhaus 
Twannberg (S. 15) vorbei nach Lamboing. Diesse und (1 St.) Nods (S. 15), 
am SO.-Fuß des Berges; von hier zum Gipfel 2 St. 

Von Biel nach Solothurn s. S. 21. 



nachNeuchdta. NEUVEVILLE. E.S.12,a46.—I.R.2. 15 

Von Biel nach Bern, 34km, Eisenbahn in 50-70 Min. für 3 fr. 56, 
2 fr. 50, 1 fr. 80 c. — Die Bahn führt hinter (3 km) Briigg (H. du 
Pont) über den breiten Aarekanal, vor (8km) Bußwil (Gasth. am Bahnhof) 
über das alte Aarebett. — 10km Lyss (447m ; Bahnhof-Hot. & Büffet, Z. 
2-21/0, F. 1, M. 1^/2-21/2 fr- ; Sirsch), Knotenpunkt der Bahnen nach Payerne 
(S. 262) und Solothurn (S, 21). — 14km Suberg; 18km Schupfen; 24km 
Münchenbuchsee (Hot. Käch ; Krone ; Bären). E,. erscheinen die Berner Alpen 
von der Jungfrau bis zum Balmhorn, verschwinden aber bald wieder. — 
26km ZolUJcofen; von hier nach (34km) Bern s. S. 23. 

Die Balin tritt an den lökm 1., 4kni br. Bieler See (432ni ; See- 
fläclie 42qkm), dessen rebenreiches "Westufer sie umzieht, an klaren 
Tagen mit schönem Blick auf die Berner Alpen. — 95km Tüscherz- 
Älfermee. Jenseit (99km) Twann, franz. Douanne (437m; Bär, 
gut) bildet der Twannbach einen hübschen Fall (im Hochsommer 
meist trocken). 

Fahrstraße (Wagen auf Vorausbestellung am Bahnhof, 1 Pers. 4, 
2 Pers. 6 fr. ; für Fußgänger lohnender Weg durch die malerische Schlucht 
des Twannbachs) zum (I1/2 St.) * Kurhaus Twannberg (874m; 25 Z., 
P. 41/2-5 fr.), mit Aussicht auf Bieler und Murtener See und die Berner 
Alpen. Von hier nach Magglingen (S. 14) I1/2 St; auf den Chasseral 
(8. S. 14 u. unten) 3 St. 

101km Ligerz, frz. Gieresse. 

L. im See die waldbedeckte St. Petersinsel (436m), bekannt durch 
Rousseau's Aufenthalt 1765 (vgl. S. 250), jetzt südl. mit dem Festlande bei 
Erlach zusammenhängend. Ruderboot von Ligerz in 30 Min., hin und 
zurück 4 fr., Dampfboot von Neuveville in 15-25 Min. Das ehem. Kloster 
ist als G-asth. eingerichtet und auch zu längerem Aufenthalt geeignet (Z. 2, 
F. 1, M. 2, P. 41/2-5 fi'O- Das von Rousseau bewohnt gewesene Zimmer 
mit alter Einrichtung wird gezeigt. Eine Bronzebüste Jean -Jacques 
Rousseau's wurde 1904 am alten Landungsplatz errichtet. 

105km Neuveville, deutsch ]Sreuenstadt {*Falken, Z. 21/3-4, 
F. 1 , M. 21/2 , P- 5-6 fr. ; T7'ois Poissons) , freundliches Städtchen 
(2248 Einw.) mit zahlreichen Pensionaten für junge Leute. Im Post- 
gebäude, dem Bahnhof gegenüber, eine archäolog. Sammlung (Boot 
aus der Pfahlbauzeit, burgund. Waflfen etc. ; Eintr. 50 c). Auf dem 
Schloßherg (534m), 20 Min oberhalb der Stadt, ansehnliche Kuinen 
einer ehem. Burg der Bischöfe von Basel (oben, sowie von der Straße 
unterhalb schöne Aussicht) ; in der Nähe ein erratischer Block mit 
Inschrift zu Ehren des Lord Montagu, eines Wohltäters der Stadt. 

N. über Neuveville steigt der *Cliasseral oder Gestler (1609m) auf, 
an der S.-Seite mit Wald und Bergweiden bedeckt. Fahrstraße von Neuve- 
ville (Post bis Lignieres 2 mal tägl. in 1^/4 St., bis Nods in 21/3 St.) über 
(2,5km) Le Landeron nach (7,gkm) Lignieres (807m; *H6t.-P. Beau-Sejour, 
P. 41/2-6 fr. ; H.-P. de la Poste ; P. Boujguignon), mit Alpenaussicht vom TJri- 
rotstock bis zum Montblanc, von wo Fahrweg auf den (21/2 St.) Chasseral; 
oder (weniger zu empfehlen) von Lignieres weiter bis (50 Min.) Nods 
(889m), dann erst Fahrweg, weiterhin Fußweg meist durch Wald zum 
(2 St.) Chalet-Hotel du Chasseral (1554m; 30 Betten, P. 6 fr.). [Fußgänger 
von Neuveville folgen der Straße um den Schloßberg herum (oberhalb 
des Schlosses 1. hinan Abkürzungsweg), bis Lignieres IV^St. ; weiter bei 
den (1/4 St.) Häusern von le Moulin (817m) 1. ab (die Straße r. führt nach 
Nods), nach 20 Min. r. auf das H. Chasseral zu, das man dem Fahrweg 
folgend in 13/4 St. erreicht.] Die Rundsicht vom (20 Min.) Signal (1609m) 
umfaßt die Westschweiz, den Schwarzwald, den Jura und die Alpen. — 
Von Magglingen (S. 14) ist der Chasseral in 41/2 St. zu besteigen, von 
St-Imier (bequemster Weg, s. S. 248) in 21/2-3 St. 



16 I- R' 3. LIESTAL. Von Basel 

Neuveville südl. gegenüber am See (Dampfboot in 10 Min., s. S. 15) 
das alte Städtchen Erlach, franz. Oerlier (H. Erle, Z. IV2 fr., F. 90 c., M. 
2-21/2, P. 31/2 fi'-X mit 848 Eiuw. und altem Schloß (jetzt Rettungsanstalt 
für Knaben), am n. Fuß des Jolimont (604m); oben (V2 St.) die Heiden- 
steine, gewaltige errat. Blöcke aus AroUagneiß; schöne Aussicht. — Arn 
O.-Ufer des Bieler Sees, bei Lüscherz und weiter n. bei Mörigen, wurden 
zahlreiche Pfahlbaureste gefunden. 

Vor (107km) Le Landeron (H. de la Poste) verläßt die Balm den 
Bieler See ; 1. das Städtchen, unweit der Einmündimg des Zihlkanals 
in den See. — 109km Cressier; 111km Cornaux. — Tunnel. Bei 
(116km) St-Blaise erreicht die Bahn den Neuenhurger See (S. 242), 

120km Neuchätel (482m) s. S. 243. 



3. Von Basel nach Biel über Ölten und 
Solotliurn. 

99km. Eisenbahn in 21/2-4 St. für 9 fr. 40, 6 fr. 40, 4 fr. 70 c. 

Basel (282m) s. S. 3. Die Bahn überschreitet die Birs. 5km 
Muttenz (284m) ; 20 Min. n.ö. am Rhein das Hot. Solbad Schweizer- 
hall (P. 4-6 fr.) mit gut eingerichteten Bädern (direkter Solenzufluß 
von der Saline) und schönem Garten. — 9km Pi^atteln (292m ; Gasth. 
Bahnhof), Knotenpunkt der Bahn nach Zürich (S. 24). 

TJnsre Bahn verläßt das Rheintal und zieht sich auf dem 1. Ufer 
der Ergolz in den Jura. Bei (13km) Nieder schöntat (313m) r. auf 
einem Hügel der Luftkurort Frenkendorf (340 m; Wildenmann, 
P. 41/2 fr.; Löwen, Rebstock), in geschützter, aussichtreicher Lage. 

15km Liestal (325m; *Hot. & Solbad Falken, mit Garten, 
54 Z. zu 2-21/2, F. 1, M. 2V2, P. 41/2-7 fr. ; ""Engel, Z. 2-2V2, F- 1, 
M. 2V2 fr; Sonne; H. Bahnhof, Z. IV2, F. 1 fr., gelobt), mit 
5400 E., Hauptstadt des Kantons Basel-Land, in geschützter Lage 
an der Ergolz, wird als Solbad und Luftkurort besucht. Im Rat- 
haus (xvi. Jahrh.) sehenswerter Sitzungssaal mit Glasgemälden und 
die bei Nancy 1477 erbeutete goldne Trinkschale Karls des Kühnen. 
Im Regierungsgebäude die Kantonsbibliothek (20 000 Bde.) und 
das kantonale Museum, mit natur historischer, Altertümer- und 
Münzsammlung. Am Ende der Rathausstraße das altertümliche 
Obere Tor. Unweit des Bahnhofs ein 1904 errichtetes Denkmal 
des Dichters Georg Herwegh (f 1875). Auf dem Schleifenberg 
(607m) n.ö. über der Stadt (1 St., "Wege markiert; Orientierungs- 
tafel am Bahnhof) ein 30m h. eiserner Aussichtsturm mit prächtiger 
Rundsicht (So. Wirtsch., Eintr. 20 c). 

11/2 St. n.w. das *Kui-haus Bienenberg (431m; 60 Z., P. 4V2-6V2 fi'O, 
mit Solbädern, Garten und schöner Aussicht, und 1/2 St. weiter (Wagen 
am Bahnhof Liestal, auf vorherige Bestellung, mitGepäck 5-8 fr.) das 
*Bad Schauenburg (506m), besuchter Luftkurort mit Solbädern (250 
Betten, P. 41/2-71/2 fr.), in geschützter Lage inmitten von Nadelholzwälderu, 
am Fuß der gleichn. Burgruine (603m; oben *Aussicht). 

Nach Waidenburg, 14km, Schmalspurbahn in 1 St. durch das 
Frenkental. — 3 km Bad Bubendorf (362 m), mit Solbädern (20 Min. 



nach Biel. FROHBUßG. I- ü- 3. 17 

B.w. das gleichn. Dorf mit Burgnxine); 6km Lampenberg ; 8km Holstein 
(430m), in einer Talenge, mit Seidenbandfabriken. Weiter über Nieder- 
dorf und Oberdorf (Kurhaus & Pens, Oberdorf) nach (14km) "Waiden- 
burg (583m; Löwe; Schlüssel), Städtchen mit Schloßruine. Von hier Straße 
(Post 4mal tägl. in 50 Min.) nach dem inmitten waldiger Höhen schön ge- 
legenen Luftkurort (4km) Langenbruck (720m ; *Kurhaus, mit Solbädern 
u. Park, 100 Betten zu 2-31/2, F. 1, M. 3-31/2, P- 6-8 fi'.; Ochsen, P. 5 fr.; Bären, 
4-41/2 fr.; Sanatorium Erzenberg, P. 6 fi-.; Pens. Schneider, Linde, Stäheli, 
Post, AU-Bechburg, Bachthalen, Dürstet). Zahlreiche lohnende Ausflüge 
auf guten Fußwegen: ö. auf die (I1/2 St.) *Bölchenfluh (1126m) und die 
(1 St.) Schwengifluh (980m), s.o. die (I1/4 St.) Schloßhöhe (895m), s.w. die 
(2 St.) Boggenfluh (998m). n.w. den (21/2 St.) *Paßwang (1207m), alle mit 
schöner Alpenaussicht. S.o. gelangt man über Bärenwil und durch den 
Kohlersbachgraben in ca. 2 St. nach Hägendorf (S, 18). — Poststraßen 
führen von Langenbrnck s.o. über Fridau (S. 18) nach (9km) Egerkingen 
(S. 18 ; Fußweg durch die interessante Teufelsschlucht, 40 Min. vor Eger- 
kingen r. ab); s.w. über Holderbank, an der Ruine Neu- Falkenstein vor- 
bei nach (8km) Balstal (503m; Rößli, Kreuz), von wo Eisenbahn in 12 Min. 
durch die Önsinger Klus, einen ehemals befestigten Bergeinschnitt mit 
dem wieder ausgebauten Schloß Alt - Falkenstein , nach (4km) Önsingen 
(S. 18). L. am Gebirge das restaurierte Schloß Bechburg. 

18km Lausen. — Yor (22km) Sissach (379m ; Löwen, Z. V/2, 
F. 1, M. 2, P. von 4 fr. an), frenndliclier Ort mit 2800 E., r. Schloß 
Ebenrain, mit Park. Hübsclie AussicM von der SissacTier Fluh 
(702m), 11/4 St. nördl. 

Von Sissach nach Aarau über die Schafmatt, 41/2 St. Elek- 
trische Straßenbahn über Bockten in 1/4 St. nach (3km) Gelterkinden 
(407m; Rößli), gewerbfleißiges Dorf (2029 E.). Von hier Fahi-straße (Post 
bis Oltingen 2 mal tägl. in 13/4 St.) durch das hübsche Wiesental des 
Eibachs nach (3km) Tecknau (440m), dann 1. hinan nach (6km) Wenslingen 
(566m) und (8km) Oltingen (592m; Ochs), mit Mineralquelle. Der Weg auf 
die (3/4 St.) *Schafaiatt (797m) beginnt gleich beim Ochsen; mehrfach 
Handweiser. Oben weite Jura- und Alpen-Rundsicht (umfassender von der 
Geißfluh, 966m, 1/2 St. n.ö.). Am Südrande des Plateaus, wo man in das 
tiefe Tal von Rohr hinabsieht, wendet man sich 1. und erreicht in 1/2 St. 
den am Fuß der Schaf matt gelegenen Barmelhof (606m; Erfr.). Von hier 
Fahrweg durch die Klus (in einem Seitental 1. bleibt das Laurenzenbad, 
S. 28) über Ober- und Ühter-Erlisbach in I1/2 St. nach Aarau (S. 27). 

10km südl. von Sissach (Post 2 mal tägl. in 11/4 St.) liegt Eptingen 
oder Buch-Epti7igen (571m) mit salin. G-ipsquelle (*Kuranstalt, P. 4-5 fr. ; 
H.-P. Linde), in engem Tal am Fuß des Hauenstein (Fußweg in 1 St. nach 
Läufelflngen und in I1/4 St. nach Langenbruck, s. oben). 

Die Bahn wendet sich nach S. in das enge Homburger Tal. 
26km Sommer au (453m); dann durch zwei Tunnels nach (31km) 
Läufelfingen (562m; Sonne), am Fuß des Hauensteins. 

Auf dem Gipfel des Hauensteins, 1 St. s.o. (Fahrweg über Wisen) 
liegt die *Frolibiirg (824m; *Kurhaus, 50 Z. zu 1-2, M. 2Va-3, F. 1, P. 
5-6 fr.), mit schöner Alpenrundsicht vom Säntis bis zum Montblanc, im 
Vordergrund das Sälischloß und das Wiggertal , r. der Pilatus, 1. der Rigi. 
10 Min. vom Kurhaus geringe Mauerreste der dui-ch ein Erdbeben zerstör- 
ten Bm-g (845m). Hinab über Trimbach nach Ölten 1 St. 

Kö. führt von Läufelfingen eine Fahrstraße hinauf nach (35 Min.) Bad 
Ramsach (740m; * Kurhaus, mit Solbädern, P. 4-51/2 fi'-), Luftkurort 
in reizender Lage. Hübsche Aussicht vom (10 Min.) Hombergflühli ; um- 
fassender vom (1/2 St.) Wiesenberg (1004m). 

Die Bahn tritt in den 2708m 1. Hauenstein- Tunnel (4-5 Min. 
Durchfahrt). Vorn auf einem Bergkegel das Sälischloß (S. 18); 
Baedeker's Schweiz. 31. Aufl. 2.. 



18 I' R- 3. SOLOTHTJEN. Von Basel 

später erscheinen r. die Berner Alpen, vom Wetterhorn bis zum 
Doldenhorn allmälilicli vorrückend , mit der Jungfrau in der Mitte 
(vgl. das Panorama S. 173). Die Bahn senkt sich in großem Bogen 
und überschreitet die Aare. 

40km Ölten. — Gasth.: *Sch-weizer]iof, Z. 2-3, F. 1, M. 21/2, P- 
7-8 fr.; H. Terminus-Froliburg, Z. V-k-^, P. 5-6 fr.; *H. Aarhof, 
Z. 2-5, F. 1, M. 3, P. 4-6 fr.; St. Gotthard, Z. 2-31/2, F. 1 fr., gut, alle 
vier am Bahnhof ; Halbmond, Z. 2-4, F. 1 , M. 2^2 fr., gelobt ; L ö w e n. — 
*Bahnrestaur. — Meist Aufenthalt und Wagenwechael; viel Leben, 
daher aufpassen, auch auf Taschendiebe. 

Ölten (399m; 7000 E.), in hübscher Lage auf beiden Ufern der 
Aare, mit großen Bahnwerkstätten, ist einer der wichtigsten Eisen- 
bahnknotenpunkte der Schweiz (vgl. S. 21, 27). In der Stadtkirche 
ein Jüngstes Grericht von Disteli, in der Kapuzinerkirche eine 
Madonna von Deschwanden. Bedeutende Schuhfabriken. 

S.o. von Ölten, 1. von der Bahn, erhebt sich am r. Ufer der Aare auf 
einera bewaldeten Bergkegel das Sälisclilößchen (667m; Eestaur.), mit 
herrlicher Aussicht auf das Aaretal und die Alpen vom Säntis bis zur 
Jungfrau. Bequeme schattige "Wege ftihron von Ölten wie von Aarburg 
(S. 21) in 3/4 St. hinauf. 

11/2 St. n.ö. von Ölten (Post im Sommer 2 mal tägl. in I1/4 St.) das 
Schwefelbad Lostorf (500m ; *KurJiaus , P. 3V2-5 fr.), am Fuß des Jura 
(S. 28); darüber auf einem Felsvorsprung (V4 St.) das Schlößchen Warten- 
fels (625m) mit Aussicht. 

Die Bahn nach Solothurn (Gäuhahn) überschreitet die Aare 
und führt durch die von der Dünnem durchströmte Niederung am 
Fuß des Jura; 1. Aussicht auf die Alpen. 41km Ölten- Hammer ; 
43km Wangen; 45km Hägendorf (dabei die neu erschlossene 
Teufelsschlucht, S. 17); 49km Egerkingen (Kreuz). 

Post 2 mal tägl. in 40 Mia. (Wagen von Ölten 15 fr.) nach Fridau 
(670m; *Kurhaus, 80 Betten, Z. l^l^-S^k, F. I1/4, M. 3, A. 2, P. ohne Z. 5 fr.), 
mit schöner Alpenaussicht , Park und Waldspaziergängen. — Die Straße 
führt weiter (Post im Sommer tägl.) nach (1 St.) Langenbruck (S. 17). 

51km Oberbuehsiten ; 57km Oensingen (464m; Lokalbahn nach 
Balstal, S. 17). — 59km Niederbipp (r. Oberbipp mit stattlichem 
Schloß). — 64km Wangen, hier über die Aare. — 68km Deitingen; 
70km Luterbach (in der Nähe, 4km ö. von Solothurn am 1. Ufer der 
Aare, Bad Attisholz mit eisen- und schwefelhaltigem Wasser, P. 
5-6 fr.). ImYorblick Solothurn, r. die Eöti (S. 20) und das Kur- 
haus auf dem Weißenstein (S. 20). Zuletzt über die Emme unweit 
ihrer Mündung in die Aare. — 74km Neu-Solothurn. 

Solothurn. — Zwei Bahnhöfe: Neu-SolotJmryi, der Hauptbahnhof, 
am r. Ufer der Aare, Knotenpunkt der Bahnen von Ölten, Herzogenbuch- 
see, Burgdorf, Lyss und Biel, und AU- Solothurn am 1. Ufer der Aare, an 
der W.-Seite der Stadt, für die Bahn nach Biel. 

Gasthöfe. In der Stadt, am 1. Ufer: *Krone, 50 Z. zu 2Va-6, F. IV2, 
M, 3, A. 21/2, P. 8-14 fr., mit Cafe-Restaur. (Pilsner Bier); *Roter Turm, 
am Markt, Z. I1/2-2V2, M. 21/2, P- 31/2-6 fi-.; Storchen, an der Aare; 
Hirschen, Z. I1/2-2V2, F. 1, M. m. W. 21/2 fr- — Am Bahnhof Neu-Solo- 
thum: *H. Metropole, Z. IV2-2V2, F. 1, M. 2V2, P. 6-7 fr.; *H. Ter- 
minus, Z. 21/2, F. 1, M. m. W. 3, P. 7 fr.; weiter, am r. Ufer: * Adler, 
Z. IV2-2V2. P- 1, M. 21/2-3 fr.; Schwanen, gelobt; Falken. — Flußbäder 



naxih Biel. SOLOTHURN. I- -R- 3. 19 

in der Aare oberhalb der Eisenbahnbrücke. — Verkehrsbureau bei M. 
Reinert, Marktplatz. 

Solothurn (426in), franz. Soleure, Hauptstadt des gleiclin. Kan- 
tons, mit 10551 Eiuw., an der Aare, das römisclie Salodurum, seit 
1481 dem Eidgenossenbund angehörig, ist neben Trier angeblicb 
die älteste Stadt diesseit der Alpen („in Celtis nihil est Salodoro 
antiquius unis exceptis Treveris, quarum ego dicta soror", wie am 
Zeitglockenturm zu lesen ist). 

Die *St. Ursus-Kathedrale, seit 1828 Domkirche des Bistums 
Basel (S. 12) , wurde 1762-73 an der Stelle einer 1050 gegründeten 
eingestürzten Kirche von Pisoni im ital. Hochrenaissancestil er- 
baut. 33 Stufen führen hinan , zu den Seiten Brunnen mit Stand- 
bildern, Moses und Gideon. Der Kirchenschatz in der Sakristei 
(Eintr. So. Di. Do. 11-12 IJ. frei, sonst 1 fr. ; Meldung beim Sakristan, 
Kronengasse 77) enthält kunstreiche Metall- und Textil-Arbeiten 
aus dem x.-xviii. Jahrh. 

Das *Zeughaüs unfern des Münsters (tägl. geöffnet , kl. Trkg.) 
enthält schöne Glasmalereien und eine reichhaltige und sehenswerte 
Sammlung alter Rüstungen (an 400) und "Waffen, darunter den Schüd 
Philipps des Guten und eine Mitrailleuse des xv. Jahrh. Eine pla- 
stische Gruppe stellt die Versöhnung auf der Tagsatzung zu Stans im 
J. 1481 durch den Bruder Klaus (S. 159) dar. — Unweit des Zeug- 
hauses das Ratbaus, 1476 erbaut (jetzt im Umbau begriffen), mit 
deutscher Renaissancefassade aus dem xvii. Jahrh. In einem Turm 
an der ]^.-Seite führt eine kunstvolle Wendeltreppe von 1632 nach 
dem „Steinernen Saal" im 1. Stock, mit alten Glasgemälden und 
verschiedenen andern Sehenswürdigkeiten. 

Der Zeitglockentürm am Markt, um 1250 erbaut, hat ein auto- 
matisches Uhrwerk von 1545 , ähnlich wie am Zeitglockenturm in 
Bern (S. 175). Unter dem astronom. Zifferblatt steht das oben er- 
wähnte latein. Distichon, von Glareanus. 

Das Städtische Museum in den Anlagen an der N.-Seite der 
Stadt, 1898-1900 von Schlatter erbaut, ist tägl. auJer Mi., 9-12 u, 1-5 
geöffnet (50 c. So. vorm. frei; Katalog 50 c). Im Vestibül *94a. 
Chiattone, schlafender Knabe (Marmor). Im Erdgeschoß die natur- 
histor. Sammlung (interessante Jura -Versteinerungen) und die 
antiquarische Sammhing mit prähistorischen, römischen und ale- 
mannischen Altertümern , meist aus der Umgegend von Solothurn. 
Im ersten Stock Fortsetzung der antiquar. Sammlung (Gegenstände 
aus der burgund. Zeit, Glasgemälde , Miniaturen, Münzen), die Ge- 
mälde-Sammlung mit guten älteren und neueren Bildern, darunter 
*160. Madonna mit dem Kinde, dem h. Ursus und Martin von Tours, 
ein Hauptwerk Hans Holbeins d. J. (1522; stark restauriert), und 
*201. Madonna in den Erdbeeren (Kölnische Schule um 1420), sowie 
eine geograph. Sammlung (Ansichten von Solothurn etc.). — In 
dem nahen Gemeindehaus die Stadtbibliothek (40000 Bände), im 

2* 



20 /. -B. 5. - K. S. 12. WEISSENSTEIN. Von Basel 

Kantons chulgebäude die Kantonshibliothek (30000 Bände), beide 
mit wertvollen Erstlingsdrucken und Handschriften, 

"W. vom Museum der von ScMatter 1900 erbaute Konzertsaal 
und die Reformierte Kirche. — Erwähnung verdienen auch die 
öffentlichen Brunnen von Solotburn (vgl, S. 174), so der Fisch- 
brunnen mit der St, Ursus-Statue auf dem Marktplatz und der Mau- 
ritiusbrunnen auf dem Zeughausplatz (beide aus dem xvi. Jahrh.) ; 
ferner das alte Basler Tor mit der anschließenden Bastei St. Urs 
(1504-8). 

AufdenWeißenstein, selir lolmerider Ausflug (2i/2-3 St. ; vgl. S. 13). 
Von Solothurn führt sowohl ein Fahrweg (Post im Sommer tägl. vom 
Bahnhof Neu - Solothiu-n 7 U. 50, von der Post in Alt - Solothurn 8 vorm. 
in 2 St. 40 Min., 3 fr., zurück 5 IT. 30 nachm.; Zweisp. in 21/2 St., 20 fr., 
hin und zurück 25 fr. u. Trkg.) über Langendorf und (1 St.) Oberdorf 
(557m; *H.-P. Bellevue, P. 4-5 fr.), wie der weit vorzuziehende Fußweg 
durch das Verenatal hinauf (Träger 4-5 fr.). Beim St. Ursusmünster durch 
das Basler Tor (s. oben), nach 2 Min. von der Baselstraße 1. ab den zahl- 
reichen Wegweisern nach bis zur (20 Min.) Restaur. Wengistein, am südl. 
Eingang des St. Verenatals, einer 10 Min. langen kühlen Schlucht (der 
Weg 1. am Anfang der Schlucht führt zum Wengistein, s. unten). Beim 
Ausgang des Tales Brüche von Portlandkalk; schöne Versteinerungen. 
In der Nähe am Bergabhang G-ranitblöcke, durch G-letscher der Eiszeit 
hergetragen. Am n. Ende der Schlucht liegt die Einsiedelei (Ermitage) 
St. Verena (494m), r. die Wohnung des Klausners mit Kapelle, L eine 
zweite in den Felsen gehauene Kapelle mit Darstellung des h. Grabes 
in lebensgroßen Figuren. [Den Rückweg nach Solothurn kann man bergan 
über die Kapelle zu den Kreuzen nehmen, in der Nähe der großen Stein- 
brüche (Gletscherschliffe) vorbei durch Wald zum "Wengistein, mit hüb- 
scher Aussicht. Ein großer Granitblock ist hier zu einer latein. Inschrift 
benutzt, die an zwei Begebenheiten der Solothurner Geschichte erinnert.] 

Von der Einsiedelei bei der Wirtschaft 1. den Wegweisern nach 
(r. der Weg über Widlisbach nach Oberbalmberg) zum (20 Min.) Weiler 
FdLlern (557m; Gasth.). Oberhalb beim Handweiser 1. in den Wald (rote 
Wegemarken), erst allmählich, dann schärfer bergan im Zickzack, zu- 
letzt in einer Felsschlucht zum Teil auf Stufen steil hinan zur (IV4 St.) 
Alp Nesselhoden (1051m), wo man den Fahrweg erreicht. Auf diesem 
weiter und nach 10 Min. den Fußweg r. bergan, zum (1/4 St.) *Kurhatis 
auf dem Vordem Weißenstein (70 Z. zu 2-5, F. 1.20, M. 31/2, A. 2V2, P- 
7-10 fr.; Telephon; Bergwagen zu haben), als Luftkurort besucht, von 
Wald und Matten umgeben. Unterhalb des Kurhauses die Weißenstein- 
Sennliütte (gute u. billige Restaur.; auch P., 31/2 fr.). 

Der *Weißenstein (1287m) gehört zu den berühmtesten Aussichts- 
punkten der Schweiz. Die Aussicht ist weniger malerisch, als vom Rigi, 
die Fernsicht umfassender (auf der Hotelterrasse Zeißfernrohr; Panorama 
von Imfeid, 2 fr.). Man übersieht bei günstiger Beleuchtung die ganze 
Kette der Hochalpen von den tiroler Bergen bis zum Montblanc. Be- 
sonders treten hervor: ö. der Säntis, der Glärnisch 1. neben dem im 
Vordergrund auf steigenden Rigi, der Tödi zwischen Rigi und Pilatiis, der 
Schneesattel des Titlis, die Sustenhörner ; dann über Solothurn die Berner 
Alpen, Wetterhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau, 
Blümlisalp, Doldeuhorn; weiter Balmhorn, Alteis, Wildstrubel, Wildhorn, 
Diablerets, s.w. der Montblanc. Im W. der Bieler, Murtener und Neuen- 
burger See; die Aare windet sich durch die fruchtreiche Ebene. 

Schöner Spaziergang im Wald zum Känzeli (1248m), 10 Min. s.w. — 
Auf der Röti (1399m), 1/2 St. ö. vom Kurhaus, öffnet sich die Aussicht 
nach dem Schwarzwald und den Vogesen, die auf dem Weißenstein ver- 
deckt sind; guter Blick auf die malerischen Berge und Täler des Jura 
(am ö. Fuß das Kurhaus Balmberg, s. S. 21). Hier ist auch der Lauf der 



^lach Bid. AARBUKG. I R' s. 2I 

Emme gut zu überblicken, die sich am Fuß des Berges in die Aare er- 
gießt. — Gegen W. ist die Aussicht durch die Hasenmatt (1447m) ver- 
deckt. Auf dieser aber, c. l^/a St. vom Kurhaus, ist die Rundsicht ganz 
frei. Der "Weg führt w. über Matten (angenehmer der Fußpfad r. ober- 
halb der Matten im Walde, den man aber nach c. 20 Min. beim Hand- 
■weiser 1. verlassen muß, zum (25 Min.) Hintern Weißenstein (1228m; 
G-asth.); vorher 1. etwas bergab und über den Bergkamm hinan bis zum 
(25 Min.) Ende der Wiese , dann 1. beim Handweiser den Waldweg hinauf, 
nach 1/4 St. (Handweiser) entweder auf dem 1. nach Lommiswil fühi-enden 
Wege weiter und dann r. zum (V4 St.) G-ipfel, oder bequemer r. zur (1/4 St.) 
Sennhütte Althüsli (1334m; einf. Erfr.) auf dem Bergsattel, mit gutem 
Wasser, von wo gleichfalls 1. hinan ein Weg in 20 Min. zum G-ipfel 
führt. — Man kann von der Hasenmatt durch Wald an der Südseite hinab- 
steigen und über Lommisivil nach Solothurn oder Selsach (s. unten) ge- 
langen. — Wer vom Kurhaus nach Solothurn zurück will, folgt von Fallern 
(S. 20) der Straße geradeaus bis zu einem (10 Min.) vierarmigen Hand- 
weiser und erreicht zwischen Fichtengehölz und großen Steinbrüchen (S. 20) 
hindurch in 1/2 St. das n.w. Stadttor von Solothurn. Oder man schlägt auf 
der Alp Nesselboden (S. 20) den r. abzweigenden Fußweg (rot markiert) 
ein, der beim Webernhüsli oberhalb Oberdorf wieder in die Straße mündet 
(vom Webernhüsli zum Hintern Weißenstein steiniger Weg, I1/2 St.). — 
Die Wagen nehmen bei der Eückfahrt auf Verlangen den Weg so, daß 
man die Verenaschlucht besuchen kann. 

21/2 St. n.ö. von Solothurn am NO. -Abhang des Weißensteins das *KTir- 
liaus Oberbalmberg (1080m; 60 Z. zu 2-3, M. 8-31/2, A. 2-21/2, P- 6-8 fr.), 
Luftkurort in geschützter Lage, mit schönen Waldspaziergängen. Fahr- 
straße von Solothurn über Widlisbach, Gallmoos und Bolm (660m) bis 
zu den G-ipsmühlen in der Schlucht des SiggerenbacTis, dann Reitweg. — 
Von Balmberg an der Böti vorbei zum Kurhaus Weißenstein 1 St, meist 
durch Wald. — Weiter ö., I1/2 St. von Solothurn (Fahrweg über Bcdm und 
das Dorf Günsberg), das Kurhaus Qlutzenberg (750m ; P. 31/2-41/2 fr., 
einf. gut), in schöner Lage am Fuß des Stierenbergs (1230m). 

Von Neu-Solothurn nach Hersogenbuchsee s. S. 22. 

Nach Burgdorf, 21km, Emmentalbahn in 40-50 Min. — 5km Bi- 
berist (hier über die Emme); 6km Gerlaftngen; 11km TJtsenstorf, größtes 
Dorf des untern Emmentals; 15km Aefligen'; 17km Kirchberg ; 21km 
Burgdorf {S. 22). 

Nach Lyss, 24km, Eisenbahn am r. Aare-Ufer in c. 50 Min. — 4km 
Lüßlingen; 8km Leuzingen; 11km Arch-Rüti; 15km Büren (Krone), 
Städtchen mit altem Schloß; 5km. ö. (Post von Solothurn tägl. in 21/4 St.) 
Bad Lüterswil (640m; P. 4-41/2 fr.), mit Mineralquelle und schönen Wald- 
spaziergängen. — 19km Dotzingen ; 22km Bußwil (S. 15); 24km Lyss (S.15). 

Die Balin nacli Biel übers clireitet die Aare. 75km Alt- Solo- 
thurn (S. 18); weiter am Fuß des Jura über (81km) Selzach, be- 
kannt durcb die alle drei Jahre Mer stattfindenden Passionsspiele, 
(85km) Grenclien, mit 5198 Einw. und ansebnlicber TJbrenf abrikation, 
(88km) Lengnau, (90km) Pieterlen und (96km) Mett-Bözingen nach 
(99km) Biel (S. 14). 



4. Von Basel nach Bern über Aarburg. 

107km. Eisenbahn in 21/4-41/2 St.; 11 fr. 15, 7 fr. 85, 5 fr. 60 c. 
Bis (40km) Ölten s. S. 18. Weiter am r. Aare-Ufer; vor Aar- 
burg in einem Tunnel unter dem Schloßberg hindurch. 

44km Aar bürg (415m; * Krone; Falken), malerisch gelegenes 



22 I' Ä.4. BUßGDOßF. 

Städtchen mit 2300 E, , an der Aare , Knotenpunkt der Balin nach 
Lnzern (R. 5). Die alte Burg auf steilem Felshügel, von den Bernern 
1660 erbaut, ist jetzt Besserungsanstalt für Knaben. 

Bei der "Weiterfahrt erst r., dann 1. kurzer Blick auf die Alpen. 
49km Rotrist; 54km Mur genial, hier über die Murg ; 57km 
Roggwil; 61km Langenial (475m; *Bären, Z. 2-3, P. 6-8 fr. ; Löwen ; 
Kreuz; Jura), Marktflecken von 5000 Einw. mit bedeutendem Handel 
(Eisenbahn nach Wolhusen s. S. 166). — 64km Bützberg. 

68km Herzogenbuchsee (467m; * Sonne; H. Bahnhof), 
ansehnlicher Ort von 2532 Einw., mit hochgelegener Kirche. 

Nach Solothurn, 15km in 40 Min. — 4fan InJcwil; 9kni Suhigen ; 
11km Derendingen ; dann über die Evime.n&oh Neu- Solothurn (S. 18). 

73km Riedtwil. Hinter (78km) Winigen ein 514m 1. Tunnel; 
dann über die Emme, unmittelbar vor 

84km Burgdorf, franz. Berthoud (536m; *H. Guggisbe^-g, 
Z. IV2-3, F. 1, M. 2V2, P. 41/2-7 fr., H. Bahnhof, beide am-Bahnhof ; 
Park-Hotel; Stadthaus, Z. IV2-2, P- 4-6 fr. ; Metzgern; Bären), ge- 
werbreiche Stadt von 8400 Einw., an einem Hügel malerisch gelegen. 
Die Häuser haben „Lauben" wie in Bern; die öffentlichen G-ebäude, 
Schulen, Waisenhaus, Technikum zeugen von Wohlstand. Schöne 
got. Kirche, 1471-87 erbaut. Im Schloß (592m) gründete Pestalozzi 
1798 seine später nach Münchenbuchsee und Yverdon verlegte Er- 
ziehungsanstalt (im Schloßhof eine Gedenktafel mit Bronzerelief). 
Im Eittersaal eine historische Sammlung von lokalem Interesse 
(Eintr. 40 c). Vom Schloß und vom Philosophenweg auf dem Gsteig 
schöne Aussicht auf die Berner Alpen; schöner noch vom Rachis- 
berg (844m), 172 St. s.o. (s. unten), und vom Lueg (889m), 2 St. ö. 

Von Burgdorf nach Langnau, 22km, Eisenbahn in 40-60 Min. 
durch das fruchtbare Emmentcd. — 4km Oberburg; 7km Hasle-Rüegsazi 
(von hier n.ö. über Rüegsau in I1/4 St. auf den Rachisberg, s. oben); 
10km Lütsdflüh- Goldbach. In Lützelflüh (Ochsen) wohnte der Pfarrer 
Albert Bitzius (f 1854), als Volksschriftsteller bekannt unter dem Namen 
Jeremias Grotthelf, dem hier ein Denkmal errichtet wurde. — 12km 
Ramsey-Sumiswald ; 16km Zollbrück; 22km Langnau (S. 167). 

Von Burgdorf nach Thun, 41km, elektr. Bahn in 11/2 St. (2 Kl. 
2 fr. 90, 3 Kl. 2 fr. 05). Die Bahn folgt der Emmentalbahn über (2km) 
Steinhof (Parkhotel, s. oben) und (4km) Oberburg bis (7km) Hasle-Rüegsau 
(s. oben) und wendet sich dann r. in das stille, wald- und wiesenreiche 
Bigental. 10,5km Schajhausen; 14km Bigental; 16km Walkringen {lOlm; 
Bären; P. Sonnegg, 15 Min. oberhalb). Von (20km) Biglen (755m; *H. Bahn- 
hof ; Bären) lohnender Ausflug auf die (3/4 St.) Gummegg (972m), mit herr- 
licher Aussicht auf die Berner Alpen. Weiter durch 2 kurze Tunnels 
nach (22km) Groß - Höchstetten (765m; Löwen, Sternen), stattliches 
Dorf (von hier guter Fußweg in 1 St. auf die * Wacht, 914m, mit um- 
fassender Alpenaussicht). Bei (26km) Konolflngen-Stalden kreuzt die Bahn 
die Bern -Luzerner Bahn (S. 167); weiter im Eiesenbachtal über (27km) 
Stalden-Dorf nach (31km) Oberdiesbach (614m; Bären, Löwen), schönes 
Dorf mit altem Schloß am O.-Fuß der Falkenfluh (S. 181). Dann über 
(34km) Bremikofen und (37km) Heimberg, zerstreutes Dorf mit bedeuten- 
der Tonwaren - Industrie , nach (39km) iSte/^sburg, für das 20 Min. 1. 
gelegene Dorf d. N. (S. 183), und (41km) Thun (S.' 182). 

Von Burgdorf nach Solothurn s. S. 21. 



SEMPACH. I' R' 5. 23 

88km Lissach. Hinter (91km) Hindelhank 1. das Denkmal an 
die Schlacht der Berner gegen die Franzosen im G-rauJiolz, 5. März 
1798. — 96km Schönbühl. Jenseit (100km) Zollikofen, Knotenpunkt 
der Bahn Biel-Bern (S, 15), über die Worhlaufenh rücke (unten r. 
die dreibogige Tiefenauer Aarebrücke) und durch einen Einschnitt 
etwas bergan; dann öffnet sich auf dem Wylerfeld 1. eine pracht- 
volle Aussicht auf die Berner Alpen (vgl. das Panorama S. 173). 
E. die Vorstadt Loi^raine; dann auf 182m langer, 44m h. Brücke 
über die Aare (1. die großartige Kornhausbrücke, S. 176). 

107km Bern (S. 172). 

5. Von Basel nach Luzern über Ölten. 

96km. Eisenbahn in 2-4 St.; 10 fr., 7 fr., 5 fr. 

Über Ölten bis {4Mim) Äarburg, Knotenpunkt für Bern, s. S. 21. 
Die Luzerner Bahn führt durch das breite wiesenreiche Wiggertal. 

49km Zoflngen (436m; Rößli; Ochs; Krone; Stern; St. 
Urbaiihof; P. Bömerbad, 4:^/^-5 fr.), lebhafte Stadt mit 5000 Einw. 
Im Museum Straehl die Stadtbliothek mit eigenhändigen Briefen 
von schweizer Beforoiatoren und Künstleralbum, Münzkabinett, Anti- 
quitäten, Kunstsachen und uaturwiss. Sammlungen. Spätgot. Stadt- 
kirche (xvi. Jahrb.) mit guten Grlasgemälden. Vom (15 Min.) Heitern- 
platz und dem anstoi3enden Wildpark schöne Aussicht auf Jura 
und Berner Alpen. Im Römerbad (s. oben) römische Mosaikböden. 

Nach Sukr, 17km, Eisenbalin in 36 Min. — 7km Safenwil; 11km 
KölUken; 14km JEhitfelden, alles -wolüliabeiide Dörfer; dann (17km) Sulii\ 
Knotenpunkt für Aarau und Baden (S. 29). 

54km Meiden mit altem Malteser-Ordenshaus, jetzt Pfarrwoh- 
nung (Post 2 mal tägl. in ^/^ St. nach der Kur- u. Wasserheilanstalt 
Richenthal, P. 4-5^/2 fr.). — 57km Dagmersellen ; 60km Nebikon. 
K. erscheinen die Berner Alpen (Jungfrau, Mönch, Eiger, Wetter- 
hörner). Jenseit (64km) Wauwil r. der kleine Mauensee mit Insel 
und Schlößchen. 

70km Sursee (515m ; H. Weinfeld; Sonne; Hirsch)^ alte Stadt 
(2592 E.), über deren Toren heute noch der habsburgische Doppel- 
adler thront. Das Rathaus erinnert an den burgundischen Baustil. — 
IV4 St. n.w. (Omnibus 3 fr.) das Stahlbad Knutwil (P. 4V2-0V2 fr.). 

Vor (75km) Nottwil tritt die Bahn an den 8km langen, 2,5km 
breiten fischreichen Sempacher See (507m). R. auf einer Anhöhe 
Schloß Wai'tensee. — 80km Stat. Sempach-Nev^nkirch ; 2km n. 
das Städtchen Sempaeh {Kreuz; Adler, nicht teuer), in dessen 
Nähe am 9. Juli 1386 Herzog Leopold von Österreich von den Eid- 
genossen angeblich durch Arnolds von Winkelried Selbstaufopfe- 
rung geschlagen wurde und mit 263 Bittern umkam. Eine Kapelle, 
^/g St. n.ö. von Sempaeh, bezeichnet die Stelle, wo Herzog Leopold 
fiel. Das Schlachtfeld ist durch vier Kreuzsteine bezeichnet und 
wird am Jahrestage der Schlacht alljährlich noch viel besucht. 



24 I- R- 6- RHEINFELDEN. Von Basel 

Zum öOOjälirigeii Gedenktage der Schlacht wurde 1886 auf dem 
Kirchplatz zu Sempach eine Säule mit einem Löwen errichtet. 

Weiterhin erscheinen r. die schroffen Felswände und Zacken des 
Pilatus, 1. der Titlis und der lange Sattel des E,igi. — 86km Roten- 
burg. — 91km Emmenbrücke (Hot. Emmenbrücke ; Restaur. Seetal), 
Knotenpunkt der Seetalbahn (S. 168). Die Bahn überschreitet die 
Emme kurz vor ihrer Mündung in die Reuß und folgt dann der 
letztern; 1. mündet die Zürich-Luzerner (S. 101), r. die Bern-Luzerner 
Bahn (S. 165), dann 1. die Gotthardbahn (S. 131). Zuletzt in einem 
Tunnel unter dem Gütsch (S. 106) und gleich darauf unter dem 
Schönheim-Hügel hindurch. 

96km Luzern, s. S. 102. 

6. Von Basel über Brngg nach Zürich. 

89km. Eisenbahn in 13/4-4 St.; 9 fr. 25, 6 fr. 50, 4 fr. 65 c. 

Bis (9km) Pratteln s. S. 16. Die Bahn überschreitet bei dem 
malerisch gelegenen (12km) Äugst mit Saline die Ergolz und tritt 
an den Rhein. L. Kaiseraugst, die römische Äugusta Rauracorum 
(S. 4), mit alter Kirche. 

17km Rheinfelden. — Gasth.: *G-r. Hot. des Salines (Bes. 
Dietschy), 5 Min. oberhalb des Orts, 220 Betten, Z. 21/2-61/2, F. I1/2, M. 4, 
A. 3, P. 9-13, Omn. 1 fr.; *H6t. Dietschy am Rhein, mit G-arten- 
terrasse, 100 Betten, Z. IV2-3V2, 'P- IV4, M. 3, A. 21/4, P. 61/2-9 fr., Omn. 75 c. ; 
*H. & Solbad Schützen, mit Garten, 96 Betten, Z. 1 1/2-3, F. 1, M. 2V2, 
A. 2, P. 6V2-8 fr., Omn. 50 c; *Gasth. Dreikönig, mit Garten, P. 
5 fr.; H. Solbad Engel, P. 5-6 fr.; Schiff, Z. IV2-2V2, F. 1, M. 2-21/2, 
P. 41/2-6 fr., alle mit Solbädern; H. -Restaur. Bahnhof, Z. IV2-21/2, 
F. 1, M. 21/2, P. 5-6 fr. — Bier im Restaur. Rheinlust, 20 Min. von der 
Stadt in der Nähe der Saline hübsch gelegen, im Restaur. sum Salmen 
und im Restaur. FddscMößchen, Hauptstraße. — Am r. Rheinufer, bei der 
badischen Station Rheinfdden (S. 29): *H. & Solbad Bellevue, mit 
Garten, Z. I1/2-2 fr., F. 80 c, M. 2, P. 4-5 fr.; Oberrheinischer Hof. 

Rheinfelden (270m), altes Städtchen (3350 Einw.) mit zum Teil 
noch erhaltenen Mauern und Türmen, im Mittelalter freie Eeichs- 
stadt, dann österreichisch, gehört seit 1802 zur Schweiz. Der Ehein 
bildet hier einen Strudel, den Höllenhaken. In der Mitte des 
Stroms auf einem Felsen, der der hölzernen Rheinbrücke als Stütz- 
punkt dient , stand einst die Burg Stein , 1744 von den Franzosen 
zerstört. Die Turbinen zur Gewinnung elektrischer Kraft sind für 
Techniker sehenswert. Oberhalb des Orts am Rhein bedeutende 
Salinen, deren kräftige chlornatrumhaltige Sole zu Bädern viel be- 
nutzt wird. 

Die Bahn verläßt den Rhein, der hier weit nach N. ausbiegt. 
21km Möhlin, mit der Saline Ryburg (in Möhlin Solbad Sonne, 
P. 5 fr. ; Sonnenberg, 4-6 fr. ; Adler, 31/2 fr. ; in Ryburg Solbad Schiff, 
P. 3V2-4 fr.). — 27km Mumpf (*H. & Soolbad zur Sonne, 10 Min. 
vom Bahnhof, mit Garten, Z. IV2-2V2, F. 1, M. 272-3, P. 5-6 fr. ; Anker, 
P. von 372 fr. an), wieder am Rhein. — 30km Stein (302m ; *Löwe), 
mit Säckingen (S. 30) durch eine bedeckte Brücke verbunden. 



nach Zürich. BKUGG-. ^- Ä. 6. 25 

Von Stein nach Koblenz, 27km, Eisenbahn in 48 Min. am Rhein 
entlang. Stat. Sisseln, Laufenburg (S. 30), Sulz, Etsgen, Schwaderloch, 
Leibstatt, Fdsenaii; hier über die Aare nach Koblenz (S. 29). 

Die Bahn wendet sich nun vom Rhein ab in das anmutige 
fruchtbare Sisselntal. 34km Elken; 37km Frick (355m; Adler; 
Engel), ansehnlicher Markt; weiter in großer Kurve ansteigend 
nach (42km) Hornussen (389m). — 47km Efßngen (435m), höchster 
Punkt der Bahn; gleich darauf der 2466m 1. Tunnel unter dem 
Bötzberg (593m ; Durchfahrt 4 Min.), — 50km Schinznach-Dorf 
(S. 29). Die Bahn senkt sich allmählich, mit schöner Aussicht r. ins 
Aaretal mit der Habsburg und bei hellem "Wetter auf die Glarner 
und Schwyzer Alpen, führt nochmals durch einen kl. Tunnel und 
überschreitet die Aare auf fünfbogiger, 236m 1., 32m h. Brücke. 

58km Brugg (355m; *H. Central, Z. IV2-2V2, F- 1, ^' 2V2, 
P. 5-8 fr. ; Rotes Haus; Rößli; H. Bahnhofe mit Restaur. u. G-arten, 
Z. 2, F. 1 fr., gelobt; Restaur. St. Gotthard, am Bahnhof), alter- 
tümliches Städtchen mit 2345 Einw., Knotenpunkt der Bahnen nach 
Aarau und nach "Wohlen-Bremgarten (S. 26). Hübscher Blick von 
der einbogigen Brücke über die hier durch Felsen eingeengte Aare, 
10 Min. vom Bahnhof. Der „Schwarze Turm" an der Brücke ist angeb- 
lich spätrömischen Ursprungs, die obere Hälfte im xv. Jahrh. erneut. 

Ikm s.o. von Brugg die ehem. Abtei Königsfelden, einst ein Fran- 
ziskaner- und ein Klarissinnen-Kloster, 1310 von der Kaiserin Elisabeth 
und ihrer Tochter, der Königin Agnes von Ungarn, auf der Stätte ge- 
gründet, wo am 1. Mai 1308 ihr Gemahl xmd Vater Albrecht I. durch 
Herzog Johann von Schwaben ermordet worden war. Das Kloster trat 
1523 zur Eeformation über, wurde dann durch bernische Hofmeister ver- 
waltet und kam 1803 an den neugegründeten Kanton Aargau, der es als 
Spital verwendete. 1866-72 wurde es zum größten Teil abgerissen und 
an seiner Stelle eine große Irrenheilanstalt erbaut (jetzt c. 700 Kj-anke). 
Vom Kloster steht nur noch der südl. Teil, die Kirche und die Wohnung 
der Königin Agnes (unzugänglich). Vom Bahnhof Brugg folgt man r., 
die Bahn kreuzend, der Straße zum (8 Min.) Eingangstor in den von 
einem Eisengitter umgebenen Park; hier geradeaus in 2 Min. zur Anstalt, 
wo man beim Portier eine Karte (50 c.) zum Besuch der Kirche löst, die man, 
in südl. Richtung den Park durchschreitend (Handweiser), in 2 Min. er- 
reicht (klingeln). Die Kirche, im got. Stil, mit schönen G-lasgemäldeu 
des -XIV. Jahrh. in den elf Chorfenstern, wui-de 1890-98 vollständig reno- 
viert. An der ö. Wand hängen in zwei Reihen 27 neuere und wertlose 
Bildnisse in der Schlacht bei Sempach (1386) gefallener Ritter (knieend, 
darunter Name und Wappen). Die mitten in der Kirche befindliche 
G-ruft, in der Kaiserin Elisabeth, Königin Agnes, Herzog Leopold u. a. 
beigesetzt waren, ist jetzt leer. Daneben auf einen Steinunterbau vier 
Schädel österr. Ritter und der Schädel der Agnes von Habsburg (f 1852). 

10 Min. südl. von Königsfelden, r. von der Straße nach Meilingen, 
lag einst Vindonissa, ein ansehnlicher Flecken der Helvetier und 
während der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung das Standquartier 
einer röm. Legion und der ihr beigegebenen rhätischen Kohorten. Die 
Grundmauern des röm. Amphitheaters, das 10000 Menschen aufnehmen 
konnte, im J. 1897 bloßgelegt (äußerer Durchmesser 105 X 99m, Arena 
67 X 54), sind z. T. ergänzt. Der Brunnen im Kloster Königsfelden wird 
durch den unterirdischen römischen Aquädukt, der neuerdings mehrfach 
ausgebessert wurde, noch heute gespeist. Der Name von Vindonissa, das 
im V. Jahrh. zerstört wurde, hat sich in dem Dorfe Windisch, 10 Min. ö. 
von Königsfelden an der Reuß, erhalten. 



26 ^' -R-ö- BADEN. 

Die Habsburg (S, 29) wird auch von Brugg aus viel besiicht ; Fahr- 
straße, zum Teil durch Wald, zum (1 St.) Dorf Habsburg (471m; Einsp. 
von Brugg 6, ZAveisp. 10 fr.), dann Fußweg in 8 Min. zum Schloß. 

Von Brugg nach Wohlen, 18km, Eisenbahn in 40 Min. — 5km 
Birrfdd (unweit w. das Dorf Birr mit der Grrabstätte Pestalozzis, s. S. 22 ; 
10 Min. s.o. von da das Landgut Neuhof ., wo Pestalozzi lange lebte und 
wirkte); 9km Othmar singen (S. 29); 12km Hendschikon (S. 28); 14km 
DintiTcon (S. 28); 18km Wolüen (nach Botkreuz s. S. 28). 

Jenseit Brugg erblickt man r. die Irrenanstalt König sfelden 
(S. 25). Die Bahn überschreitet die Reuß vor ihrer Mündung in 
die Aare und nähert sich hinter (62kni) Turgi (34oni), Knotenpunkt 
der Bahn nach Aarau und nach Waldshut (S. 29), der Limmat. 

Südl. führt von hier ein bequemer Fußweg meist durch Wald auf 
das (3/4 St.) G-ebenstorfer Hörn (517m), mit prächtigem Blick auf die 
Vereinigung der Aare, Reuß und Limmat, auf Jura, Schwarzwald etc. 

Weiter am 1. Limmatufer ; vor Baden großartige Fabrikanlagen 
für elektrische Maschinen (Brown, Boveri & Co.). 

66km Baden. — &asth. Am 1. Limmatufer die „großen Bäder": 
*Grr and Hotel, mit Waldpark, 200 Betten, Z. 3-7, F. I1/2, M. 4, A. 3, 
P. 10-14 fr.; *Verenahof und *Limmathof, zus. 140 Z. zu 2-31/2, F. 1, 
M. 8, P. 7-9 fr.; *Bären, P. 6-8 fr.; *Quellenhof (vorm. Schiff), 50 Z. 
zu 2-4, F. IV4, M. 31/0, P. 71/2-10 fr.; *Blume, 38 Z. zu 2-3, F. 1, M. 21/2, 
P. 7-8 fr.; *Schweizerhof , P. 6-8 fr.; *Ochseu, P. 61/2-71/2 fr. — 
In Ennetbaden (r. Limmatufer) die einfacheren „kleinen Bäder" : Adler, 
Hirschen, Rebstock, Schwanen, Engel. — Für Passanten: *H. 
Bahnhof, Z. 2, F. 1, M. 21/2 fr.; Balance, Z. H/2-2, F. 1, M. 2 fr. 

Baden (388m), berühmtes Bad mit 3815 Einw., wurde schon zur 
Kömerzeit wegen seiner Heilquellen (Aquae Helvetiae) yiel besucht. 
Im Mittelalter war es Festung und bis Anfang des xv. Jahrh. häuüg 
Sitz der Habsburgischen Fürsten. Die ansehnliche Euine des 1415 
und 1712 zerstörten Schlosses (459m), des Steins zu Baden, ^j^ St. 
vom Bahnhof, überragt die Stadt; oben und von dem nahen Cafe 
Belvedere hübsche Aussicht. 

Die heißen (46-48° C.) chlornatriumhaltigen Schwefelthei-men 
entspringen in dem engen Limmattal, im N. der Stadt. Die Park- 
straße und Badstraße führen vom Bahnhof n. am Kurhaus mit 
hübschen Anlagen (*Eestaur., tägl. mehrmals Konzert) vorbei in 
8 Min. zum Grand Hotel (s. oben). Am 1. Limmatufer die schattige 
Limmatpromenade. Von der untern Brücke (359m) guter Über- 
blick ; am r. Ufer Cafe Brunner, mit Garten. Von hier Fußpfad 
in 25 Min. zum Restaur. Schartenfels (469m) am w. Ausläufer des 
Lägerngebirges , mit schöner Aussicht auf Baden, das Limmattal 
und die Alpen vom Säntis bis zum Scheerhorn. 

Ausflüge. Hertenstein (482m), 20 Min. n. von Baden, mit Restau- 
rant und hübscher Aussicht (schöner noch von der Qeißfluh^ 1/4 St. weiter). 
— MaHinsberg (500m), 35 Min. w. von Baden; Kreuzliberg (513m), 3/^ St. 
Büdl., von da zur (1/4 St.) Züri-Eich (523m), mit schöner Aussicht, und 
hinab zum (10 Min.) Teufelskeller, einer Höhle, in der oft im Hochsommer 
noch Schnee liegt. — *Baldegg (572m), I1/4 St., viel besucht und sehr 
lohnend. 5 Min. hinter dem Cafe Belvedere (s. oben) bei der Straßeuteilung 
(Handweiser) 1. auf 3m br. Fahrweg (blau markiert und nicht zu fehlen) 
durch Wald in 50 Min. zur Baldegg, einer kl. Hochebene mit Aussichts- 
warte u. Wirtschaft. Prächtige Äiissicht vom Säntis bis zu den Berner 



AARAU. /• R- 7. 27 

Alpen. — Der Lägernherg oder die Lägern, ein in das Hügelland der 
Schweiz vorgescliobener Ausläufer des Juragebirges, bildet einen unten 
mit Reben bewachsenen, oben bewaldeten Bergrücken von 12km Länge. 
Der östl. Gripfel, das *Burghorn (863ni), mit großartiger Aussicht auf 
die Hochalpen vom Säntis bis zum Wildstrubel, auf das Hügelland, den 
Jura und Schwarzwald, ist von Baden in 21/2 St. zu ersteigen: Fahrstraße 
n.ö. über das Höhtal bis gegen das Dorf (I1/4 St.) Ehrendingen , von da 
r. durch Wald teilweise steil zum Gipfel. 

Jenseit eines kurzen Tunnels unter dem Stein zu Baden (S. 26) 
über die Limmat nacli (68km) Wettingen; 1. das Dorf, am Fuß 
des rebenreichen LägeTnherges (s. oben), r. die von der Limmat 
umgebenen weitläufigen Gebäude und Grärten der frübern Cister- 
cienserabtei Wettingen, jetzt Lebrer - Seminar. In der Kircbe 
(Eintr. 50 c.) ein Sarkophag, in dem die Leiche Kaiser Albrechts 
(S. 25) 15 Monate lang beigesetzt war, bevor sie nach Speyer ge- 
bracht wurde, und geschnitzte Chorstühle aus dem xvii. Jahrh. 
Im Kreuzgang schöne Griasgemälde (xvi. und xvii. Jahrb.). 

Von Wettingen nach Örlikon (Zürich), 22km, Eisenbahn in 
V-U St. — 4km Würenlos; 7km Otelfingen - DämTcon (Zweigbahn über 
Buchs und Niederglatt nach Billach ^ S. 43). — 10km Buchs - Dällikon ; 
14km Regensdorf- Watt (in der Nähe ö. der kleine Katzensee mit G-asth.). 

— 17km Affoltern; 20km Seebach; 22km Örlikon (S. 45). 

Von Wettingen nach Aarau s. S. 29. 

Die Bahn überschreitet nochmals die in tief eingeschnittenem 
Bett fließende Limmat und bleibt nun bis Zürich auf dem 1. Ufer. 

— 72km Killwangen. — 77km Dietikon (392m; Löwe), gewerb- 
reiches Dorf (2600 Einw.) an der Stelle einer römischen Nieder- 
lassung. Am 24. Sept. 1799 ging hier Massena über die Limmat, ver- 
drängte die Eussen und nahm Zürich. — 81km Schlieren (Krone ; 
Bahnhof); 84km Altstetten (S. 101). E. der lange Eücken des Uetli; 
vor Zürich über die SiM. 

89km Zürich s. S. 46. 

7. Von Ölten über Aarau und Turgi nach 
Waldshut. 

53km. Eisesbahn in 2 St.; 5 fr. 60, 4 fr., 3 fr. 85 c. 
Ölten s. S. 18. Die Bahn bleibt bis Brugg in der Nähe der 
Aare; 1. die bewaldete Jurakette. — 7km Däniken; 9km Schönen- 
werd (* Storchen), mit großen Schuhfabriken und schönem Park; 
am 1. Ufer der Aare die zu einer kath. Kirche umgebaute Euine 
Falkenstein. Vor Aarau ein Tunnel. 

14km Aarau. — Gasth.: *Terminus-Hot. Gerber, am Bahn- 
hof, mit Cafe-Rest., Z. 2-4, F. 1, M. 3, P. 6-9 fr.; Ochsen, Z. 2-3, F. 1, 
M. 3, P. 6-8 fr.; Löwen, Z. 2-3, F. 1, M. 2V2-3, P. 5-7 fr.; Krone; 
Wilden mann, Z. 2, F. 1, M. 2V2, P- 5-7 fr., alle gut. — Verkehrsbureau, 
Bachstr. 1174. 

Aarau (386m), die gewerb fleißige Hauptstadt des Kantons Aar- 
gau, mit 8000 Einw., liegt an der Aare, am ö. Fuß des Jura, der 
hier teilweise mit Eelien bedeckt ist. Die Stadtkirche (xiii. Jahrb.), 
das Rathaus mit dem Turm Rore, das Obere Tor, das Schlößli, 



28 I- -R- 7. AARAU. Von Olfsn 

sowie die weit vorspringenden, z. T. bemalten G-iebeldäclier der 
Häuser geben der Stadt ein maleriscbes Grepräge. Das Gewerbe- 
museum, n.ö. vom Bahnhof in den Anlagen an der Bahnhofstraße 
(Di.-Fr. 10-12 u. 2-4, So. 10-12 U. frei), enthält reiche gewerbliche, 
ethnographische und antiquarische Sammlungen, *Grlasgemälde aus 
dem XVI. u. svii. Jahrh., eine G-emäldesammlung (meist Bilder von 
schweizer Malern, u. a. Böcklin, Muse des Anakreon) und Münz- 
sammlung. Daneben die stattliche Kantonsschule (G-ymnasium, 
G-ewerbe- u. Handelsschule). Im Regierung sg eh äude , am SW.- 
Ende der Stadt, das kantonale Archiv; dahinter im Großratssaal die 
Kantonsbibliothek mit 80000 Bänden und 500 Handschriften, dar- 
unter schöne Missalien aus den Klöstern Muri und Wettingen, 
Zwingli's Bibel mit eigenhändigen Anmerkungen etc. In den An- 
lagen ein Büstendenkmal des Schul- und Staatsmannes Äugustin 
Keller (f 1883). Das Naturhistor. Museum am Kasinoplatz (So. 
1 - 4 U. frei , sonst Trkg.) enthält eine vollständige Sammlung der 
aargauischen Flora und Fauna, sowie geologisch-mineralog. Samm- 
lungen. In Aarau wohnte der Geschichtschreiber und Schriftsteller 
Heinr. Zschohke (f 1848), dem 1894 auf dem Kasinoplatz ein 
Denkmal (Bronzestatue von Lanz) errichtet wurde. — Lohnender 
Spaziergang (1/4 St.) von der 1850 erbauten Kettenbrücke nach dem 
Alpenzeiger auf dem Hungerberge (454m) ; oben schöne Aussicht 
auf die Stadt, das Aaretal und die Alpen vom Glärnisch bis zum 
Alteis ; etwas unterhalb das Kurhaus Alpenzeiger (P. 4^1^-b^l^ fr.) 
mit der schattigen „Meyerschen Promenade" (Denkstein für den um 
die Stadt verdienten Industriellen Joh. Rud. Meyer, f 1813). 

Über der Stadt ragt n. die Wasserfltih (870m) hervor, über Küttigen 
in 11/2 St. leicht zu ersteigen, n.ö. die Gisulafluh (774in), über Biberstein 
(S. 29) in 11/2 St. (oben Orientierungstafel), beide mit weiter, sehr loh- 
nender Aussicht. — Hübscher Ausflug (Fahrweg, I1/2 St.) von Aarau über 
Unter- und Ober - Erlishach (S. 17) nach dem in idyllischer Einsamkeit 
im Jura gelegenen *Laurensenbade (515m; P. 5-7 fr., gute Forellen), mit 
Miaeralquelle. — 2 St. w. von Aarau (Fahrstraße über Unter - Erlisbach 
und Stüßlingen) das Schwefelbad Lostorf (S. 18). — Von Aarau nach 
Sissach über die Schafinatt s. S. 17. 

Elektrische Bahn von Aarau nach Schöftland (11km in 42 Min.) über 
Unter- und Ober-Entfelden, Muhen und Hirschtal. 

Von Aarau nach Rotkreuz, 47km, Eisenbahn in IV2-2 St. — 
6km JRupperswil (S. 29); 10km Lenzburg (S. 170); 13km Hendschikon; 
16km Dottikon - Dintikon ; 20km Wahlen -Villm er gen, Knotenpunkt der 
Bahn von Brugg (Basel, S. 26). ö. führt von hier eine Zweigbahn nach 
(8km) Bremgarten (Drei Könige; Adler), Städtchen mit Schloß an der 
Reuß. Nach Fahrwangen s. S. 169. — Dann (26km) Boswil-Bänzen und 
(29km) Muri (460m; ^Mineral- u. Soolbad zum Löwen, mit großem Garten, 
P. 5-6 fr.; Adlei', P. 41/2-6 fr.), reizend gelegener Ort (2073 Einw.), als Luft- 
kurort besucht, mit ehem. Benediktinerabtei (1889 abgebrannt). In der 
Nähe das romantische Mühltobel mit schönen Waldpartien und Wasser- 
fällen. 11/2 St. s.o. auf dem Lindenberg (Einsp. 3, hin u. zurück 41/4 fr.) 
*Schloß Horben (800m; Z. IV2-3, F. 1, P. 5-8 fr.), mit herrlicher Aussicht 
und ausgedehnten Waldspaziergängen (s. S. 169). — Weiter: 33km Benzen- 
achwil; 36km Mühlau an der Reuß; 40km Sins ; 43km Oberrüti; dann 
über die Reuß nacli (47km) Botkreziz (S. 101). 



nach WaZdshut. BAD SCHINZNACH. L -B. 7. 29 

Von Aarau nach Wettingen, 29km, Eisenbahn in 1 St. 20 Min. 
— ökm Suhl' (Zweigbahn nach Zofingen, S. 23); 9km Hunzenschwil ; "weiter 
r. der Staufberg (S. 170). — 12km Lensburg (& 170; Seetalbahn nachLuzern 
s. E. 41); hier über die Aa. — 17km Othmarsingen (S. 26). Bei (18km) 
Mäge)iwil 1. auf einem Vorsprung des Kestenbergs Schloß Braunegg. — 
22,^ssQ. Mdlingen (Krone), altes Städtchen (in der Kirche gute alte G-las- 
gemälde, xiv. Jahrh.); hier über die Beuß. — 25km DäimZ; 2%\ia. Baden 
(S. 26; der Bahnhof liegt s.w. von der Oberstadt, 1/4 St. vom Basler 
Bahnhof); 29km Wettingen (S. 27). 

L. jenseit der Aare, am Fuß der Gisulafluh, Biberstein mit 
altem Schloß. Bei (20km) Rupperswil r. der Staufberg und 
Schloß Lenzburg (S. 170). — 23km Wildegg (Aarliof), am Fuß des 
Kestenbergs, hat jodhaltige Kochsalzquellen , deren Wasser ver- 
sandt wird. N. über dem Ort Schloß Wildegg (452m) ; unterhalb 
jenseit der Aare Schloß Wildenstein. — Seetalbahn s. S. 170. 

27km Schinznach-Bad (Restaur.), Station für das 10 Min. n. am 
r. Aare-Ufer gelegene *Bad Schinznaeh (367m), ein besonders von 
Franzosen vielbesuchtes Schwefelbad (200 Z., im Neu- Bad 2-5, 
F. 1 1/2, M. 4, A. 3, P. von 10, Kurtaxe 10, Bad 2 fr. ; in der mehr von 
Schweizern besuchten Dependance Habsburg, P. von G^/2, Bad 1 fr.). 

Das Bad liegt am FuJB des Wülpelsbergs , dessen Gipfel (1/2 St. vom 
Bad) die Reste der Habsburg (513m) krönen, der Wiege des Österreich. 
Kaiserhauses, von Graf Wernher von Altenburg, Bischof von Straßburg, 
um 1020 erbaut. Der mächtige 24m h. Turm mit 2,2m dicken Mauern ist 
noch wohl erhalten; man zeigt darin das angebliche Gemach Rudolfs von 
Habsburg. Das angebaute Haus bewohnt ein Pächter (Wirtsch.). Die Aus- 
sicht dehnt sich über das ganze vormalige Gebiet der Habsburger Grafen 
aus, ferner auf die FluJBgebiete der Aare, Reuß und Limmat und die Hoch- 
alpen vom Glärnisch bis zum Urirotstock und von den Wetterhörnern bis 
zum Wildhorn. — Schöne Aussicht auch von den Fie?" Linden auf dem 
Bötzberg, oberhalb Station Schinznach-Dorf (516m; 3/^ St., s. S. 25). Von 
Station Brugg ist Bad Schinznaeh mit vorherb estelltem Wagen in 1/2 St. 
zu erreichen (von Brugg auf die Habsburg 1 St., s. S. 26). 

32km Brugg und von hier bis (36km) Turgi s. S. 25, 26. Die Bahn 
überschreitet die Limmat vor ihrer Mündung in die Aare. 39km 
Siggenthal; 46km Döttingen-Klingnau. Weiter eine große Kurve 
und ein Tunnel. — Bei (50km) Koblenz oberhalb der Aaremündung 
über den Rhein. — 53km Waldshut (S. 30). 

8. Von Basel mit der Badischen Bahn 
nach Sehaffhausen und Konstanz. 

144km. Eisesbahn in 23/^-5 St., Fahrpreis bis Schaflfhausen 9 fr. 50, 
6 fr. 30, 4 fr. 05 c, bis Konstanz 14 fr. 50, 9 fr. 65, 6 fr. 20 c. Rechts 
sitzen. Neuhausen (S. 30) ist Station für den Rheinfall (R, 9). — Dampf- 
BooT von SchafEhausen nach Konstanz in 4 (zu Tal in 31/4) St. für 4 fr. 
oder 1 fr. 95 c. ; ganz anmutige Fahrt (s. S. 32), für nicht eilige Reisende 
bei schönem Wetter der Eisenbahnfahrt vorzuziehen. 

Basel (Badischer Bahnhof) s. S. 3. — 5km Grenzach; 8km 
Wihlen (Hot. Bilmaier) ; 12km Herthen. Bei (15km) Stat. Rhein- 
felden {Baden; *Bahnrestaur. ; G-asth.: *Bellevue; Oberrheinischer 
Hof; Restaur. Sängerhalle), dem gleichnam, schweizer Städtchen 



30 i- R- «• WALDSHUT. Von Basel 

(S. 24) gegenüber, erreicht die Bahn den RJieiii, der oberhalb 
schäumend über Felsen stürzt; das linke schweizer Ufer schroff 
abfallend und bewaldet. — 19km Beuggen; r. die ehem. Deutsch- 
ordenskommende d. N. , jetzt Kinder-Rettungsanstalt und Lehrer- 
seminar. — 24km Niederschtü'&rstadt — Bei (27km) Brennet 
mündet die Wehrastraße (s. Bsedeker^s Rheinlande). 

32km SäcMngen (292m; Badhotel, Z. IV2-2, F. 80 c, M. 2-21/2, 
P. 472-5 V2 fr.; H. Schützen; GoMner Knopf, mit Aussichtster- 
rasse), ansehnlicher Ort (4050 Einw.) mit großer zweitürm. Stifts- 
kirche. Am Khein das aus Scheffels „Trompeter von Säckingen" be- 
kannte Schloß Schönau. Auf dem Marktplatz ein Denkmal Scheffels 
(s. S. 32), von Monges. 

38km Murg (Grasth. z. Murgtal) ; hier über die Murg. — 41km 
Stat. Kleinlaufenburg (G-asth. Post) ; der Schweiz. Ort Laufen- 
burg (298m ; *H. Rheinsoolbad, P. 5-7 fr. ; Adler), mit hochragender 
Kirche, Burgruine und alten Warttürmen, liegt höchst malerisch 
gegenüber am 1. Ufer des Flusses, der hier starke Stromschnellen, 
den „*Laufen'^, bildet (Eisenbahnstation, s. S. 25). — Die Bahn 
führt durch einen Tunnel, weiter hinter (46km) Albert-Hauenstein 
über einen hohen Viadukt. Vor (48km) Albbruck (*H. Albtal) über 
die Alb. — 51km Dogern. 

56km Waldshut {Bahnhofhotel; H. Blume, Z. V/^-2^/2, M. 
272-3 t^, gut ; RebstocJc, Rheinischer Hof), auf hohem Ufer über 
dem Ehein gelegen. — Eisenbahn nach Turgi (Zürich, Aar au) 
s. S. 29 ; nach Winterthur s. S. 45. 

Grieich jenseit Waldshut ein Tunnel; die Bahn zieht sich 1. an 
den Uferhöhen hin ; mitunter Ausblick auf die Alpen. Vor (61km) 
Thiengen über die Schlucht, bei (65km) Obeiiauchringen über die 
Wutach. E. auf waldiger Höhe Euine Küssenberg. — 71km 
Grießen; 76km Erzingen- Trasadingen; 79km Wilchingen- 
Hallau; 82km Neunkirch (Hirschen); 88km Beringen. — 92km 
Neuhausen, Station für den Rlminfall (S. 33). 

94km Schaffhausen. _ Gasth.: *Hot. Müller, gegenüber dem 
Bahnhof, Z. 21/2-31/2, F. IV4, M. m. W. 31/2, P. 9-12 fr.; *H. National, 
Z. 2-3, F. 11/4, M. 21/2-3, P. 7-8 fr.; *Riesen, Z. 2-3, F. I1/4, M. 3 fr.; 
Rheinischer Hof, Z. 2-3, F. 1, P. 6-8 fr., gelobt; Hot. Bahnhof, 
Z. 2-21/2, F. 1, M. 21/2, P. 7 fr., einf. gut; Schwan, Z. 21/2-3, F. 1, M. 3, 
P. 8-10 fr., gut; Tanne, Z. I1/2-2, P. 5-7 fr.; Löwen, Z. I1/2-2, F. 1, 
P. 5-7 fi-. — Bahnrestaurant, M. 21/2 fr.; Caf4 Rebmann; Bier im Tier- 
garten. — Badeanstalt unterhalb der Rheinbrücke, tägl. 6-1 u. 5-8 U. 
für Männer, an "Wochentagen 2-5 U. nachm. für Frauen. — Elektrische 
Trambahn nach Neuhausen (Rheinfall) alle 10 Min., s. S. 33. — Verkehrs- 
BUREAu bei A. Ritzmann, Vordergasso 43. 

Schaffhausen (403m), bis 1501 freie Eeichsstadt, deren Handel 
aus der Notwendigkeit erblühte, die auf dem Fluß beförderten 
Güter vor dem Eheinfall ans Land zu bringen, ist jetzt Haupt- 
stadt des gleichn. schweizer Kantons, mit 16 000 Einwohnern. Den 
schönsten Blick auf die malerische Stadt hat man von dem gegen- 



nach Konstcms. SCHAFFHAUSEN. I- R- «• 31 

über am 1. Ufer des Rheins gelegenen Zürcher Dorf Feuerthcden 
ans, sowie von der 25 Min. w. anf einer Anhöhe des r. Ufers ge- 
legenen Villa Charlottenfeh (elektr. Trambahn vom Bahnhof). Der 
Erbauer der Villa, H. Moser (f 1874), war auch der Schöpfer der 
großartigen Wasserwerke im Rhein, die den Fabriken der Stadt 
"Wasserkraft zuführen. 

Die Münsterkirche, eine frühroman. Säulenbasilika (1052-1101), 
war einst Abteikirche ; das Innere ist hergestellt (jetzt protestant. 
Stadtkirche), der got. Kreuzgang 1903-4 restauriert. Die alte 
1486 gegossene Glocke, deren Inschrift: „vivos voco, mortuos plango, 
fulgura frango" Veranlassung zu Schiller's Lied von der Grlocke gab, 
wurde 1898 durch eine neue Grlocke mit der gleichen Inschrift er- 
setzt rmd steht jetzt in der Kirche. — In der Vordergasse das 
Haus zum Ritter, ein malerischer Erkerbau mit Fassadenmalereien 
von Tobias Stimmer. — Im Rathaus ein schöner getäfelter Saal 
von 1625 mit geschnitztem Portal und künstlichem Uhrwerk. Im 
Kantonsarchiv daneben ein großer antiker Onyx mit der Figur 
einer Friedensgöttin, in kostbarer Fassung (Zutritt 11-12 frei, 
sonst 1 fr.). 

Am Fronwagplatz No, 24 das Große Haus, ein Patrizierhaus 
aus dem xiv. Jahrb., im xvi. und xvn. Jahrh. umgebaut. W., nach 
dem Herrenacker zu, 1. die Alte Kaserne (jetzt Gewerbehalle), mit 
schöner Fassade von 1617. — Das Imthurneum am Herrenacker, 
eine Stiftung von J. C. Imthurn (f 1881), enthält ein Theater, Musik- 
schule , Konzertsäle , Gremäldegalerie etc. G-egenüber das Museum 
mit natiu'hist. und andern Sammlungen (Funde aus dem Schweizers- 
bild, dem Keßlerloch bei Thaingen etc.) und der Stadtbibliothek. 

Schloß MuNOT, ein mehrstöckiger runder Turm von 47m Durch- 
messer, mit 6m dicken Mauern und bombenfesten Gewölben, 1564-82 
aufgeführt und neuerdings restauriert, beherrscht die Stadt (Eintr. 
1-2 Pers. 50, 3 und mehr je 20 c; unterird. Gang 50 c). Eine 
spiralförmig gewundene Auffahrt führt zur Plattform, mit Restau- 
rant ; hübsche Aussicht vom Turm. 

Auf der Kasinopromenade („Fäsenstaub") ein Büstendenkmal 
des in Schaffhausen geb. Geschichtschreibers Johannes von Müller 
(f 1809). Von der Terrasse Aussicht auf den Rhein und die Alpen. 

Von Schaffhausen zum *Rheinfall (zu Fuß 40 Min.) s. S. 33; Tram- 
bahn und Wagen s. S. 33. — Hübscher Spaziergang ins MüMmtal, zum 
(i/_2 St.) SeckdamtsTiüsli mit Alpenaussicht, über die Hohfluh, gleichfalls 
mit schöner Aussicht, und die Vorstadt Steig nach Schaffhausen zuiiick 
(im ganzen IV2 St.). Fahrweg n. nach (1/2 St.) Schioeizersbüd, berühmte 
Fundstätte von Überresten der Steinzeit (S. 53). Prächtige Aussicht vom 
Beringer Randen, I1/4 St. w., mit Aussichtsturm (zur Station Beringen 
20 Min., s. S. 30), und vom Hohen Randen (901m), 31/2 St. n.-w., über Hem- 
menthal oder MerishaKsen. 

Von Schaffhausen über Eizwüen nach Konstanz und Rorschach s. 
S. 40; nach Zürich S. 43. — Dampf bootfahrt auf dem Rhein und TJnter- 
see nach Konstanz (besser in umgekehrter Richtung) s. S. 32. 

99km Herhlingen (20 Min. oberhalb das gleichnam. Schloß, 



32 /• Ä 8. - K. S. 34. KADOLFZELL. 

600m ü. M., mit heniiclier Aussiclit); 103km Thayngen; 108km 
Gottmadingen. — 114km Singen {Krone, Adler, Ekkehard, 
Schweizerhof, alle gut), Knotenpunkt der Schwarzwaldbahn. — 
1 St. n.w. der Hohentwiel (691m) mit umfangreichen Trümmern 
und schöner Aussicht ; vgl. Baedeker^ s Süddeutschland. 

Nach Etzwilen, 13km, Eisenbahn in Va St. — 4km Arlen- 
Rielasingen; 7km Eamsen; 11km Hemishofen ; dann über den Rhein 
nach (13km) Etzwilen (S. 40). 

121km Rickeishausen. — 124km Radolfzell {^Schiff; Krone, 
gelobt ; Sonne, gut und billig), alte Stadt mit got. Kirche von 1436, 
am Untersee. In der N'ähe die Villa Seehalde mit Denkmal des 
Dichters Joh. Viktor v. Scheffel (f 1886). — 127km Markelfingen; 
133km Allenshach; 135km Hegne. — I38km Beichenau, Station 
für die Insel d. N., die mit dem Festland durch einen langen Damm- 
weg verbunden ist. 

Die badische Insel Reichenau, 5km lang, IVakm br., ehemals Sitz 
einer 724 gestifteten, 1799 aufgehobenen berühmten Benediktinerabtei, wird 
5 mal tägl. vom Dampf boot berührt (s. S. 33). Der Weg „vom Pestland 
führt an der Turmrnine des 1384 zerstörten Schlosses der Äbte Sch'öpfdn 
vorüber über Oberzell in li/i St. nach Mittelzell (Euderboot von Stat. 
Aliensbach nach Mittelzell in 1/4 St.). Die ehem. Stiftskirche zu St. G-eorg, 
bei den Häusern von Oberzell, ist eine roman. Säulenbasilika des ix.-x. 
Jahrb., mit merkwürdigen Wandmalereien des x. Jahrb. — In der Mitte 
der Insel der Hauptort Mittelzell oder Münster (Mohren, Bär), mit 1000 
Einw. Die Pfarrkirche des Orts, Münster genannt, ist die ehem. Kloster- 
kirche, 806 eingeweiht, die Grabstätte des im J. 887 des Reichs entsetzten 
Urenkels Karls d. Gr., Karls des Dicken. Der jetzige Bau ist eine 
Pfeilerbasilika des xi. u. xii. Jahrb., mit zwei Querschiffen, der spätgot. 
Chor von 1448-51; der Münsterschatz in der Sakristei enthält schöne 
Reliquiarien. — Die Kirche von Unterzdl, im NW. der Insel, ist eben- 
falls eine Säulenbasilika des ix.-xn. Jahrh. 

Die Bahn führt an der groIBen Kaserne von Petershausen vor- 
bei und überschreitet den Rhein auf einer eisernen, mit Standbil- 
dern geschmückten Brücke bei (144km) Konstanz (S. 36). 

Rheinfahrt von Schaffhausen nach Konstanz (vgl. S. 29, 38; gut 
orientierende Skizzen der Fahrt sind auf dem Dampf boot zu 30 c. zu haben; 
t bedeutet Dampfbootstation). Der Dampfboot- Landeplatz ist oberhalb 
der Rheinbrücke bei dem alten Schloß Munot (S. 31), Feuerthalen gegen- 
über. Das Boot fährt unter der Bisenbahnbrücke hindurch (s. S. 40). 

r. Paradies, ehem. Nonnenkloster. — f 1. Büsingen, mit alter Kirche. 
— r. KatJiarinenthal , aufgehobenes Nonnenkloster, jetzt Siechenhaus; 
1. Villa Rheinburg. — j 1: Dieße^iliofen (S. 40). Das Boot fährt unter 
der gedeckten Holzbrücke durch. — r. Rheinklingen; 1. Bibern. Beide 
Ufer sind mit Wald bedeckt. Das Boot fährt unter der Eisenbahnbrücke 
(S. 40) hindurch. — 1. Hemishofen, darüber der Wolkenstein (S. 40) ; — r. 
Wagenhause7i. 

t 1. Stein am Hhein (S. 40), vom Schloß Hohenklingen (S. 40) über- 
ragt, durch eine Holzbrticke mit dem Dorf Burg (S. 40) verbunden. Ober- 
halb im Rhein die Insel St. Othmar mit Kapelle. Das Rheinbett erwei- 
tert sich zum Untersee. R. Eschenz (S. 40). — t !• Oberstaad , altes 
Herrenhaus mit viereck. Turm, jetzt Tricot- Fabrik; dahinter das ehem. 
Kloster Öhningen. — f r. Mammern (S. 40); im Walde Ruine Neuburg, 
am Ufer Haus Glarisegg (jetzt Knabeninstitut). — f 1. Wangen (H. u. 
Rest, zum Frieden). Fahrstraße zum (25 Min.) Schloß Marbach, Heil- 



RHEINFALL. K. S. 34. - I. R. 9. 33 

anstalt für Herz- und Nervenkranke mit Parkanlagen und schöner Aus- 
sicht, auf einer Anhöhe c. öOm über dem Untersee. 

t r. Steckborn (S. 41), unterhalb das ehem. Nonnenkloster Feldbach, 
jetzt Eisengießerei. — ■\ x. Berlingen {ß. ^\)\ der See erweitert sich, vorn 
die Insel Reichenau. R. auf der Höhe Schloß Eugensberg (S. 41). — fr. 
Mannenbach (S. 41), reizend gelegen, darüber Schloß Salenstein, weiter 
Schloß Arenaherg (S. 41). 

t 1. Reichenau, auf der gleichnam. Insel (S. 32). — f r. M'matmgen 
(S. 41), darüber Schloß Wolßberg (S. 41). — Das Boot tritt in den Rhein- 
arm, der den Untersee mit dem Bodensee verbindet. — fr. GottUeben 
(Krone), in dessen Schloß, jetzt Eigentum des Hrn. v. Fabrice, Johann 
Hus und Papst Johann XXIII. gefangen saßen; dahinter auf der Höhe 
Schloß Oastel, Hrn. v. Stockar gehörig und prächtig eingerichtet (Park 
und Turm zugänglich). — Hübscher Rückblick auf den Untersee, in der 
Ferne die Kegel des Höhgaus. — Weiter sind beide Ufer flach, zum Teil 
sumpfig; viel Schilf. Das Boot fährt unter der schönen Eisenbahnbrücke 
hindurch und erreicht Konstanz (S. 36); Landeplatz am Innern Hafen- 
damm, auf dessen Ostspitze der Leuchtturm steht. 



9. Der Rheinfall. 

Gasthöfe. Auf der Höhe am rechten Ufer beim Badischen Bahn- 
hof Neuhausen (S. 30): *Schweizerhof, 3 Min. vom Bahnhof, 140 Z. 
zu 4-8, F. 11/2, Gr. 31/2, M. 5, P. 10-16 fr., mit ausgedehnten Anlagen und 
schönster Aussicht auf den Rheinfall und die Alpen; *Bellevue, am 
Bahnhof, 70 Betten, Z. 3-5, F. I1/4, G. 3, M. 4 fr. — Im Dorf Neuhausen: 
H.-P. Germania, Z. 3-4, F. I1/4, M. 2V2-3, P. 6-10 fr.; *H. Oberberg, 
3 Min, vom Badischen Bahnhof, 15 Z. zu 2-2V2, F. 1.20, P. 5-7 fr., mit Aus- 
sicht; H. Bad. Bahnhof; H. Rheinfall, 30 Z. zu 2-3, F. IVi, M. 3, 
P. 5-7 fr., gelobt; *H. Schweizer Bahnhof, 3 Min. vom Schweizer Bahn- 
hof Neuhausen (S. 43), Z. IV2-2V2, ^- 1^4, P- 5-7 fr. — Am linken Ufer: 
H. Schloß Laufen, 1/4 St. vom Bahnhof Dachsen (S. 44), 24 Z. zu I1/2-3, 
F. 11/4, Gr. 2, M. 3-8V2, P- 5-6 fr.; H. Witzig, am Bahnhof Dachsen 
(S. 44). Im Sommer alle Abende elektrisch-bengalische Beleuchtung der 
Fälle, wofür die Gasthöfe 3/^-1 fr. in Rechnung stellen. 

Stationen für den Rheinfall sind an der badischen Bahn der Badische 
Bahnhof NeuJiauseti (S. 30), an der Schweizer Bahn (Schaffhausen-Eglisau- 
oder Winterthur - Zürich) am r. Rheinufer der Schweizer Bahnhof Neu- 
hausen (S. 43), am 1. Ufer Station Dachsen (S. 44). Wer den Fall vom 
Badischen oder Schweizer Bahnhof Neuhausen besucht, macht am besten 
die unten beschriebene Wanderung über die Rheinfallbrücke zum ScJdoß 
Laufen, hinab zur Fischez, überfahren zum Schlößchen Wörth und am 
rechten Rheinufer zurück; im ganzen I1/2 St. Von Stat. Dachsen geht 
man oder fährt mit dem Omnibus in 8 Min. nach Schloß Laufen, macht 
dieselbe Wanderung wie oben und kehrt über die Rheinfallbrücke zurück. 

— Von Schaffhausen (S. 30), Bahnhofplatz, elektrische Trambahn nach 
Neuhausen alle 10 Min. in 20 Min. (20 c.) ; Einspänner 1 Pers. 1 fr. 40, 
hin u. zurück 2 fr. 40 c, 2 Pers. 2 u. 3 fr., etc.; nach Schloß Laufen 
1-2 Pers. 4 fr., jede weitere Pers. 2 fr. mehr; Wartezeit per Stunde 1 fr. 

— Um ein genügendes Bild des Falls zu erlangen, ist dringend anzuraten, 
die sämtlichen verschiedenen Aussichtspunkte aufzusuchen. 

Der **Ilh.einfall, der mäclitigste "Wasserfall in Mitteleuropa, 
vom Volk „der Laufen" genannt, stürzt in drei Hauptf allen über 
eine Kalksteinbank, aus der vier bebe, zum Teil mit Gebüscb be- 
wacbsene Felsen bervorsteben , überragt von dem am 1. Ufer auf 
bewaldeter Höbe gelegenen Scbloß Laufen. Die Breite des Flusses 
oberhalb des Falls beträgt an 160m, die Höbe des unmittelbaren 

Ba?.deker's Schweiz. 31. Aufl. 3,, 



34 i. Ä 9. RHEIKFALL. 

Falls auf dem 1. Ufer 19ni, auf dem r. Ufer etwa 15m. Hechnet man 
die Stromsclinelleii, Strudel und Fälle einige hundert Schritte ober- 
halb dazu, so kann man die Höhe des Falls wohl zn 30m annehmen 
(Höhe des Rheins ü. M. unterhalb des Falls 360m). Im Juni und 
Juli ist infolge der Schneeschmelze im Hochgebirge der Fluß am 
wasserreichsten. Yor 8 Uhr vorm. und nach 3 Uhr nachm. bilden 
sich bei Sonnenschein in den aufsteigenden silberhellen Staubwolken 
zahllose Eegenbogen. Auch bei Mondbeleuchtung macht das groß- 
artige Schauspiel einen wunderbaren Eindruck. 

Auffallenderweise wird der Rheinfall von keinem römisclien Schrift- 
steller, sondern erst im J. 960 erwähnt. Man nimmt an, daß er allmäh- 
lich durch Auswaschung des Flusses unterhalb des jetzigen Falls ent- 
standen sei; oberhalb verhinderte die harte Jurakalkbank, von der die 
vier Felsen noch übrig sind, die Vertiefung des Bettes. 

Vom Badischen Bahnhof Neuhausen (440m ; S. 30) folgt man 
der Straße 1. , nach wenigen Schritten dem Fußweg r. hinab zum 
(5 Min.) Dorf Neuhausen; vom Schweizer Bahnhof Neuhausen 
(400m ; S. 43) Fußweg 1. (geradeaus bergan die Fahrstraße), am Ho- 
tel Schtoeizer-Bahnhof vorbei nach (10 Min.) Neuhausen , wo sich 
beide Wege vereinigen. Nun auf dem Treppenweg über die Bahn 
Eglisau-Zürich und die Fahrstraße hinab, bis sie sich nach c. 100 
Schritten teilt: 1. der Brückenweg (Tafel), geradeaus und rechts die 
beiden S. 35 beschriebenen Wege direkt zum Fall, Wer die oben 
empfohlene Wanderung machen will, folgt 1. dem schattigen Brücken- 
weg an der Waffen- u. Waggonfabrik vorbei zur (8 Min.) *Ilhei]i- 
fallbrücke (393m) , auf der die Bahn nach Winterthur den Rheiu 
dicht oberhalb des Falls überschreitet. Die Brücke, 192m lang, hat, 
wegen der schwierigen Fuudamentierung der Pfeiler, 9 Bogen von 
ungleicher Spannweite (13-20m). Auf der 1. Seite ist ein Steg für 
Fußgänger, von dem man einen Blick auf das felsige Bett des Rheins 
nnd die Stromschnellen hat. 

Am andern Ufer führt 1. ein Fußpfad in 5 Min. hinauf zum 
Schloß Laufen (414m) ; Durchgang 1fr., für Schweizer 60 c. Vom 
Altan guter Überblick über den Fall, die Brücke und die übrige Um- 
gebung , ebenso aus dem Erkerhäuschen mit den bunten Fenstern. 
Camera obscura (50 c). — Fußpfade führen durch den Schloßgarten 
hinab zu den Haupt - Aussichtspunkten : einem gußeisernen ^'Pavil- 
lon; weiter zum hölzernen ^Känzeli; endlich auf die ^Fischez, ein 
Eisengerüst, das bis unmittelbar in den Sturz der Wogen hinein- 
ragt. Der Anblick vom Känzeli und der Fischetz ist überwältigend 
(in der Fischez werden zum Schutz gegen den Wasserstaub und 
die oft überflutenden Wogen Regenmäntel gereicht; 20 c. Trkg.). 
— Vom untern Ausgaug des Gartens gelangt man in wenigen 
Schritten zur Überfahrt nach dem Schlößchen Wörth. Nachen 
liegen bereit oder finden sich bald ein. 

Die Überfahrt kostet 50 c. für die Person, hin u. zurück 80 c. — 
Man kann an den mittlem und höchsten der Felsen heranruderu; die 
Fahrt (1-2 Pers. 3 fr., jede weitere Pers. 1 fr. mehr; mit Überfahrt zum 




1:33.000 % 



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JforfLeiL 




WMisaenÄaus. JL5. 
il.EäpüeDuacs . BS. 



'^ffa^üSTSSSSSsTa^ 



Süden 



BODENSEE. ^- S.36. - I. R.io. 35 

andern Ufer jede Pers. 50 c. nielir) ist gefahrlos, doch mögen Nerven- 
schwache sie unterlassen (wasserdichter Mantel beim Schiffer zu leihen). 
Von der Spitze des Felsens, wo ein kleines Blechdach, schöner Blick auf 
die herabstürzenden "Wassermassen. 

Das Schlößchen Wörth (Grastli., Z. 2 fr.; Camera obscura), 
auf einer durch eine Brücke mit dem r. Ufer verbundenen Insel 
dem Eheinfall gegenüber, bietet die schönste Gesamtansicht des 
Falls von unten. Von hier auf dem mit Aussichtsbänken ver- 
sehenen 'WtgQ am r. Eheinufer aufwärts, vor der Äluminium- 
fabrik 1. bergan auf die Straße (S. 34) ; oder besser an der Fabrik 
vorbei am FluJ3 entlang, dann 1. den bequemen Treppenweg hinan, 
mit prächtigen Blicken auf den tosenden Wasserschwall, zum 
(10 Min.) Dorf Neuhausen und zum (7 Min.) Badischen oder (10 Min.) 
Schweizer Bahnhof zurück. 

Lohnend ist auch ein Spaziergang vom Schlößchen Wörth am r. Rhein- 
ufer abwärts; in den Anlagen des FischerJiölzli w. vom Garten des 
Schweizerhofs malerische Durchblicke. In den Felsen am Rheinfall so- 
wie in den losen G-eschieben beim Schlößchen Wörth finden sich zahl- 
reiche Versteinerungen. — Weitere Ausflüge von Neuhausen zur (20 Min.) 
Hohfluh und dem (40 Min.) SeckdamtshüsU, mit Alpenaussicht (vgl. 
S. 31); zur (20 Min.) Hardfluh im Neuhauser Walde; nach (1 St.) Kloster 
Eheinau (auch mit Nachen; s. S. 43) etc. 

10. Der Bodensee, deutsches und öster- 
reichisches Ufer. 

Dampfboote (2-6mal tägl.): von Kons tanz nach (Meersburg) Fried- 
HchsTiafen in I1/2 St. für 2 J^ 35, 1 Jo 55, nach Lindau direkt in 3 St. 
für 3 ^ 85, 2 t/Ä 60; — von Friedrichshafen nach RomansJiorn in 1 St. 
für 1 Jl, 20, 80 Pf., nach RorscJiach in I1/4 St. tUi S ^ 10, 2 JC 06; — von 
Lindau nach Romanshorn in 1 St. 10 Min. für 2 ^fC 25, 1 JC 50, nach 
Rorschacii in 1 St. für 1 .^ 65, 1 =/« 10. — Zwischen den Hauptorten am 
See, Schaff fiausen , Konstanz, IUeersburg , Überlingen, Ludwigshafen, 
Friedrichshufen, Lindau, Bregenz, Rorschach, Romanshorn, fahren die 
Boote mindestens einmal täglich. Die Fahrkarten für die Dampferlinien 
längs des Sees sind zum Teil auch für die Eisenbahn gültig (ebenso um- 
gekehrt, 8. unten). Rückfahrkarten gelten 45 Tag^e. Bei längerem Aufent- 
halt sind Kilometerkarten zweckmäßig: Einzelahonnements mit 200 Num- 
mern I. Platz 9, II. Platz 6vS, Familienabounements mit 300 Nummern 
I. Platz 131/2 ^^, II- Platz 9 c^ ; bei Betreten des Schilfs wird die tarif- 
mäßige Anzahl von Nummern abgelöst. — Der See ist neutrales Gebiet, 
doch ist nur das aas der Schweiz nach Deutschland und Osterreich (und 
umgekehrt) gehende Gepäck der Verzollung unterworfen, aus einem deut- 
schen Hafen nach einem andern, z, B. von Konstanz nach Lindau, da- 
gegen nicht, wenn man vor Betreten des Schiffs das Gepäck markieren, 
d. h. einen vom Zollamt abgestempelten Zettel (gratis) daraufkleben läßt. 

J)Qr Bodensee (398m), das „Schwäbische Meer", der Lacus Bri- 
gantinus der Eömer, ist von Bregenz bis zur Mündung der Stockach 
64kni 1., gegen 12km br. (539qkm), und am tiefsten (252m) zwischen 
Friedrichshafen und Uttwil. Er erhält seinen Hauptzufluß durch 
den Rhein, dessen Ablagerungen zwischen Bregenz und Eorschach 
ein großes Delta gebildet haben. Der weite Wasserspiegel, die 
durch zahlreiche Ortschaften belebten Ufer, im Süden hohe belaubte 

3* 



36 LR. 10. KONSTANZ. Boäensee. 

Berge, darüber in der Ferne die Appenzeller Alpenkette, vor allen 
der schneebedeckte Säntis und bei hellem "Wetter s.o. einige Schnee- 
gipfel der Yorarlberger Alpen, sind von großer Schönheit. — 
Meersburger ist der beste Seewein, Felchen neben der Lachsforelle 
der beste Seefisch. 

Konstanz (s. den Plan S. 35). — Gasth.: *Insel-Hotel (PI. a: 
C 3), im ehem. Dominikanerkloster am See (S. 37) , mit Garten und Aus- 
sicht, 200 Betten, Z. 3-6 JC, F. li/i, M. 4, A. 31/2, P- 9-14 .«,; *H. Halm 
(PI. c:C5), dem Bahnhof gegenüber, 70 Z. zu 2-3, F. 1, M. 3 c^,; *H. 
Schönebeck (PI. e: C5), am Bahnhof, 45 Z. zu 21/2-7, T. 1, M. 3, P. 61/2- 
10 Jt; *Hecht (PL d: C 4), 40 Z. zu 2-3, F. 1, M. 3 ci( ; *Krone (PI. g: 
C4), Z. 2-31/2, ^- 80 Pf., M. 2JC; Badischer Hof (PI. f : B 5), 25 Z. zu 
1.60-2 JC, F. 80 Pf., M. 2 JC; *H. Schnetzer, Marktstätte 15, 60 Z. zu 
2-21/2 JC; Barbarossa, 32 Z. zu V-l^-'i JC , F. 80 Pf.; Falken, Schlüs- 
sel,''Riedmatter, Bodan, 2 Kl., nicht teuer; Kath. Vereinshaus 
St. Johann, beim Münster, Z. I1/4-2 JC, mit Restaur. — Restaukants : 
*Schönebeck (s. oben), Victoria, dem Bahnhof gegenüber; Schnetzer 
(Münchner u. Pilsner Bier); *Engstlers Biergarteri, dem Kaufhause gegen- 
über; Hohenzoller ; Stephanskdler (altdeutsche Weinstube); Caß Maxi- 
milian, Bahnhof Straße; Konditorei u. Cafe Hieber, Paradiesstr. 5; Dauner, 
Husenstr. 3. — Post (PL 7 : C 4) am Bahnhof. — ScJiwimm- u. Badeanstalt 
im See (PL D4, 5; 40 Pf. mit Wäsche, Überfahrt 10 Pf.). 

Konstanz (407m), mit 21363 Einw., bis 1548 freie Eeichsstadt, 
liegt am NW. -Ende des Bodensees, da wo der Rhein ausfließt. Das 
im J. 781 gegründete Bistum, das 87 Bischöfe in fortlaufender 
Reihe zählte, wurde 1827 als Erzbistum nach Freiburg verlegt. 

Das *MtJNSTER (PI. 4 : B 3), 1052 gegründet, ursprünglich eine 
kreuzförmige Säulenbasilika roman. Stils, wurde 1435 durch Ein- 
wölbung von Chor, Quer- und Seitenschiffen und durch Anbau spät- 
got. Seitenkapellen, 1680 durch Einwölbung der Mittelschiffe gänz- 
lich umgestaltet. Der 76m h. Turm, 1850-57 nach Hübsch's Plänen 
aufgeführt, mit durchbrochener Sandstein-Spitze, zu beiden Seiten 
Plattformen, gewährt eine reizende Aussicht über Stadt und See 
(oben ein Alpenzeiger; Eintr. 20 Pf.). 

Auf den Türen des Hauptportals in 20 Feldern *K.elief-Darstellungen 
aus dem Leben Christi, 1470 von Simon Haider und Nik. Lerch in Eichen- 
holz geschnitzt. *Chorstühle mit allerlei satirischen Darstellungen aus 
derselben Zeit. Am Orgel-Unterbau reiche Renaissance-Ornamentik von 
1680. Im Hauptschiff, das 16 Monolithsäulen (9m hoch. Im dick) tragen, 
bezeichnet 16 Schritte geradeaus vom Eingang ein Fleck auf einer großen 
Steinplatte der Sage nach die Stelle, wo Hus am 6. Juli 1415 stand, als 
ihn das Konzil zum Feuertode verurteilte. In der nördl. Kapelle neben 
dem Chor *Tod Maria, bemalte Steinarbeit von 1460, daneben eine zier- 
liche Wendeltreppe. — In der reichen Schatzkammer (Küster 1/2-I ofC) 
Missale mit Miniaturen von 1426. An der Ostseite der Kirche eine Krypta, 
darin die heiL Grab -Kapelle, eine 6,5m hohe Nachbildung des heil. Grabes 
in Stein, aus dem xui. Jahrh. An der äußeren Nordseite noch zwei Seiten 
des einst reichen Kreuzganges, im got. Stil um 1480 erbaut. 

Das Wessenberg-Haus (PL 15: B 3), Wohnhaus des Bistums- 
verwesers J. H. V. Wessenberg (f 1860), enthält dessen Sammlungen 
(Gemälde, Kupferstiche und Bücher). 

Die spätgot. Stephanskirche (PL 6 : B 4) aus dem xv. Jahrb., 
mit schlankem Turm, enthält hinten im Chor gute Reliefs von 




Ceo|rapli 



Bodensee. KONSTANZ. I. R. 10. 37 

H. Morink (Eude des xvi. Jahrh.). — Das Kanzleigebäude (Rat- 
haus; PI. 12 : B 4, 5), 1592-94 im Eenaissancestil erbaut und 1864 
durch. F. Wagner mit Fassadenmalereieu aus der Geschichte der 
Stadt geschmückt, mit schönem innern Hof, enthält das städtische 
Archiv (2800 Urkunden, namentlich aus der Eeformationszeit). In 
der Vorhalle des 2. Stocks fünf Wandgemälde von Häberlin (1898). 

Im Eosgarten, dem ehem. Zunfthaus der Metzger (PI, 8 : B 5) 
das ^ Rosgarten-Museum, eine reiche Sammlang prähistorischer 
Funde (Pfahlbauten), Konstanzer Altertümer und naturhistorischer 
Gegenstände (Eintr. Mi. 2-5 u. So. IOV2-I2 U. frei, sonst 50 Pf.). — 
Auf der Marktstätte der 1897 errichtete Kaiserhrunnen und das 
Siegesdenkmal (PI. 10 : C4), von Baur, 

In dem 1388 erbauten Kaufhause (PL 1:04) am See ein 48m 
langer, 32m breiter Saal, von zehn mächtigen Eichenpfosten ge- 
tragen, in dem während des Konzils (1414-18) das Kardinalskonklave 
abgehalten wurde, mit Fresken von Pecht und Schwörer (Eintr. 
20 Pf.). Eine Treppe höher eine Sammlung indischer und chine- 
sischer Gegenstände (Eintr. 20 Pf.). — Am See zwischen Hafen und 
Dominikanerinsel die hübschen Anlagen des Stadtgartens, mit 
Marmorbüste Kaiser Wilhelms I., Musikpavillon (im Sommer abends 
Konzert) und reizender Aussicht (Orientierungstafel). 

Das Dominikanerkloster (PL a : C 3) , in dem Hus gefangen 
saß, auf einer Insel im See, ist zum Teil als Hotel umgebaut (Insel- 
Hotel, S. 36). Sehenswert der gut erhaltene roman. Kreuzgang mit 
Fresken aus der Geschichte des Klosters von Häberlin ; die ehem. 
Kirche jetzt Speisesaal des Insel-Hotels. 

An dem Haus, in dem Hus 1414 ergriffen ward, Husenstraße 64 
beim Schnetztor (PL A5), wurde 1878 von seineu Landsleuten eine 
Gedenktafel mit Eeliefbildnis angebracht; daneben ein altes Eelief- 
bild von 1415 mit Spottversen. Dahinter in der „Obern Laube" be- 
zeichnet eine Inschrifttafel den Kerker des Hieronymus von Prag 
1415-16. — Im Brühl, 10 Min. w. von der Stadt (PL A4), ist die 
Stelle , wo Hus (6. Juli 1415) und Hieronymus (30. Mai 1416) ver- 
brannt wurden, seit 1862 durch einen Felsblock mit Inschriften 
(„Husenstein") bezeichnet. 

Schöne Aussicht über den Bodensee, die Voraiiberger und Appenzeller 
Alpen vom Allmannsdorfer Aussichtsturm, 1 St. n., 5 Min. oberhalb des 
Dorfs Allmannsdorf (Adler) am Wege zur Mainau. — Andere hübsche 
Spaziergänge nach der Lorettokapdle, 1/2 St.; Jakob (H.-P. "Waldhaus, 
P. 5-6 Ji), VaSt., Dampfschiffstation; Tabor (Aussichtsturm), 1 St.; Kleiner 
Rigi oberhalb Münsterlingen, V-j^ St., etc. 

Im n.w. Arm des Bodensees (Überlinger See), IV2 St. von Konstanz, 
liegt die liebliche Insel * Mainau, früher Sitz eines Deuts chordens- 
Komthurs, wie noch das Kreuz an der Südseite des 1746 erbauten Schlosses 
andeutet, seit 1853 Eigentum des Großherzogs von Baden, der es neu 
einrichten ließ. Die Insel hat 1/2 St. im Umfang und ist durch eine 
650 Schritt lauge eiserne Brücke mit dem Festland verbunden. Sie hebt 
sich terrassenförmig aus dem See und ist mit reizenden Anlagen be- 
deckt (bemerkenswert die südliche Vegetation). Nahe beim Schloß einf. 



38 LR.10.- K.S.86. FRIEDRICHSHAFEN. Bodemee. 

Wixtsch. Dampfboot von Konstanz in 35 Min.; Kahn (1 St^ hübsche 
Fahrt) 5 JC und Trinkgeld. Zu Lande entweder auf der Fahrstraße 
(Einsp. 5-6, Zweisp. 10 Ji) in IV2 St., oder auf kürzerem, für Fußgänger 
lohnendem Wege meist durch Wald in I1/4 St. 

Eisenbahn von Konstanz nach Bomaiishorn und Rorschach s. S. 41, 
nach Schaff hausen - Basel S. 32 und 41. Bis Schaffhausen ist bei aus- 
reichender Zeit die Dampf bootfahrt auf dem Untersee und Rhein zu em- 
pfehlen; s. S. 32 und vgl. B. 11. 

Bei der Dampfbootfahrt nach Friedrichshafen erblickt man am 
n.w. Seearm das malerische Städtchen Meersburg, das bei einzelnen 
Fahrten berührt wird , weiter das Dorf Hagnau und die Schlösser 
Kirchberg und Herrsberg, dann das Dorf Immenstaad. 

Friedrichshafen. — Restaurants am Stadt- und am Hafenbahnhof. 
— Gästh. : Deutsch esHaus, mit Garten am See, Z. 2-5, F. 1, M. IVa-S .S ; 
Sonne, Z. I1/2-2V2, P- ^i/^-^^I^J^; Drei Könige, Z. IV2-2 -;S(, F. 70 Pf., 
M. 2^, einf. gut; Seehof, mit Garten; Seehotel, am Haf cnbahnhof ; 
Buchhorner Hof, P. 3Va-^V2 ^'y Lamm. 

Friedrickshafen, Endpunkt der Württemberg. Eisenbahn (bis 
Stuttgart 3Y2-6 St. Fahrzeit), ist eine lebhafte Handelsstadt von 
4600 Einw. Der Ort verdankt Entstehung und Namen dem König 
Friedrich von Württemberg (f 1816), der das kleinste ehem. Reichs- 
städtchen Buchhorn und das Kloster Höfen, 1824-30 zum Schloß 
umgebaut, vereinigte und den Hafen anlegte. Im königl. Schloß 
einige Bilder Württemberg. Maler. Vom Schloßgarten und dem 
städtischen Riedle-Park schöner Blick auf See und Alpen. Die 
histor,, prähistor. und naturhistor. Sammlungen des Bodensee- 
vereins verdienen einen Besuch. Die Seebäder werden im Sommer 
viel besucht {Kurhaus mit Aussichtsterrasse am See). 

Die Bahnzüge fahren vom Hafenbahnhof ab und halten an dem 15 Min. 
entfernten Hauptbahnhof (Fahrzeit 5 Min.; Wagenwechsel für Lindau). — 
Von Friedrichshafen nach Lindau, 24 km, Bodenseegtirtelbahn in 35 Min., 
über Langenargen, Wasserburg und Emisweiler (S. 39; die Dampfboot- 
rückfahrkarten berechtigen auch zur Benutzung der Eisenbahn und um- 
gekehrt) . 

Das Dampfboot nach Lindau hält bei Langenargen (vorher auf 
einer Landzunge das schöne Schloß Montfort, einst Sommersitz der 
Prinzessin Luise von Preußen, Eigentum des Prof. Leube in Würz- 
burg) und Kreßbronn, dann bei Wasserbiirg (*H. Springer), kleiner 
Ort mit Schloß auf einer Halbinsel, und beim Bad Schachen (S. 39). 

Lindau. — Gasth,: *BayerischerHof (PI. a), am See und Bahn- 
hof, 135 Betten, Z. 3-5, F. I1/4, M. 3.20, P. 7-10 ^ ; — *H.-P. Beutemaun 
(PI. b), Z. 2-4, M. 21/2, P. 6-7^;LindauerHof (PI. c), Z. IV2-2V2 «^, 
F. 80 Pf., beide am See; *Krone (PI. d), Z. 2-21/2, M. 21/2, F- 4-5 JO ', 
Helvetia (PI. e), Z. 1.60-2 c^, F. 80 Pf., gut; Sonne (PI. f), beim Rat- 
haus, gelobt. — Münchner Bier im Seegarten, neben dem Bayr. Hof (auch 
Z.); Schützengarte?i, auf dem Wall beim Römerturm, mit Aussicht; Wein- 
stuben bei Joh. Frey (hübsches Lokal) und Rupflin, Bahnrestaur. — 
Seebäder an der NW.-Seite der Stadt im Innern Seearm und in dem auf 
der andern Seite im offnen See gelegenen, Militärbad. — Geldwechsler: 
Braun & Schaidler, Kirchplatz 24. 

Lindau (5850 Einw.), Endpunkt der Bayrischen Staatsbahu 



Bodensee. LINDAU. K. 8.3ß.- 1. R. lo. 39 

(Sclmellzag bis München in 4-41/2 St.), 1275-1803 freie Keichsstadt, 
liegt auf einer Insel im Bodensee, durch den 5i0m 1. Eisenbahndamm 
und eine 32om 1. hölzerne Brücke mit dem Ufer gegen N. verbunden. 
Am Hafen ein Bronzestandbild des Königs Max IL (f 1864), 
von Halbig (1856). Auf der südl. Molenspitze ein sitzender 6,5m h. 
Löwe aus Kelheimer Stein, gleichfalls von Halbig, auf der nördl. 
ein 33m h. Leuchtturm. An den südl. Hafendamm schließt sich 
die Bömerschanze, mit Orientierungsscheibe über die Alpenaussicht 
vom Pfänder bis zum Kaien. Auf dem nahen Eeichsplatz der hübsche 
Reichshrunnerij von Thiersch und Eümann, und das 1422-36 er- 
baute, 1885-87 hergestellte Rathaus^ mit bemalter Vorder- und 
Rückseite (im Innern eine Sammlung von Altertümern, 9-12 u. 
3-5 Uhr geöffnet; Eintr. 30 Pf.). Beim Landtor, an das sich die 
hölzerne Brücke schließt, steht ein Stück einer alten Römermauer 
und ein von Anlagen umgebenes Denkmal für 1870-71. 

Ausflüge. Hübscher Spaziergang über den Eisenbalindamm, dann 1. 
am u. Seeufer auf schattigem Wege znim (^/^ St.) Bad Schactien {*Hot.- 
Pens., mit Garten am See), mit Sch-n^efelquelle u. Dampf bootstation, und 
der (1/4 St.) Villa Lindenliof (Besitz- des HeiTn Alfr. Gruber) mit Park, 
Treibhäusern etc. (Eintr. Freit. Nm. 2-7 U. frei, sonst gegen 1 ^ zum Besten 
der Armen). — Treffliche Aussicht bietet der rebenbepflanzte *Hoier- 
berg (456m; R.-P. Belvedere), wohin jenseit des Eisenbahndammes Hand- 
■weiser zeigen (1/2 St.) : r., an der Bahn entlang, über Hoiren (bester Weg) ; 
1. über Scheichen und Enzisweüer (Rest. Schmid, gut). 



Von Lindau nach Bregenz Dampf boot in 25 Min., Eisenbahn in 
16-22 Min. Wer ia der Richtung nach Chur oder St. Gallen -Zürich -weiter- 
fähi't, braucht nicht über den Bodeusee nach Rorschach zu fahren, son- 
dern kann die Verbindungsbahn über Bregenz nach St. Margrethen (S. 76 ; 
Fahrzeit von Lindau 28-55 Min.) benutzen und dort den Anschluß an die 
sch-vveizer Bahnen erreichen. 

Bregens. — Gasth.: *H. Montfort, *H. Europa, am Bahn- 
hof; *österreichischer Hof, am Hafen; Weißes Kreuz; Post; 
Schweizerhof; Krone; *Bregenzer Hof, Habsburger Hof, am 
Bahnhof. — Wein bei F. Kinz, am Wege zum Gebhardsberg; Forster' - 
sehe Brauerei u. Hirsch, Bier; *Bahnrestaur. 

Bregenz (396m), das Brigantium der Kömer, Hauptort des Vor- 
arlbergs (7595 Einw.), liegt reizend am ö. Ende des Bodensees. Die 
Alt- oder Oberstadt, ein unregelmäßiges Viereck auf einer Anhöhe, 
ist das röm. Castrum, früher mit zwei Toren, das südl. jetzt abge- 
brochen. Vom Hafendamm bester Überblick über Stadt und Gegend. 

Vom *G-ebh.ardsberg (600m), s/^ St. Steigens von Bregenz (zweite 
Hälfte angenehm im Wald), mit den Resten der alten Burg Bohen- 
bregens, Wallfahrtskirche und Whs., schöne Aussicht auf den Bodensee, 
das Tal der Bregenzer Ach und des Rheins, die Appenzeller und Glar- 
ner Alpen, Vordergrund steil abfallendes Fiehtengebirge, sehr malerisch. 

Weit ausgedehnter ist die Aussicht vom ^Pfänder (1056m), ö. von 
Bregenz. Der beste Weg (13/4-2 St.) führt über den Berg Isel (Schieß- 
stand u. Restaur.) nach WeiJ3enreute , dann r. (weiße Wegmarkierung) 
durch Wald hinan, über Hintermoos zum großen *H.-P. Pßnder, 5 Miu. 
unterhalb des Gipfels (Pens. 7 K.). 

Von Bregenz nach Landeck s. S. 478. 



40 

11. Von Schaffhausen über Etzwilen nach 
Konstanz, Romanshorn und Rorschach. 

81 km. Eisenbahn in 2 St. 5 Min. -31/2 St. ftlr 8 fr. 70 c, 6 fr., 4 fr. 

Schaffhausen s. S. 30. Die Bahn wendet sich durch einen SOOm 
1. Tunnel in großem Bogen nach S. und überschreitet den Rhein 
vor (2kni) Feuerfhalen (S. 31 ; von der Brücke r. malerischer Blick 
auf Schaff hausen). "Weiter am 1. Eheinufer ; 4km Langwiesen (ober- 
halb das ehem. Nonnenkloster Paradies); 6km Schlatt; 11km 
Dießenhofen (400m; Adler, Löwe, Hirsch), malerisches altes Städt- 
chen (1412 Einw.), im Mittelalter freie Eeichsstadt. 

Die Bahn verlälBt den Rhein und wendet sich s.o. am Fuß des 
bewaldeten Rodelhergs über Schlattingen nach (17km) Etzwilen 
(Gasth. u. Rest, zur Eisenbahn)^ Kreuzungspunkt der Bahn von 
Singen (Stuttgart, S. 32) nach Winterthur-Zürich. 

Von Etzwilen nach Winterthur, 32kiQ in 1 St. — 5km Stamvi- 
heiin, am Fuß des reben- und waldbedcckten Stanimheimer Bergs (623m ; 
über Hüttwilen nach Frauenfeld s. S. 44). Weiter bei (12km) Ossingen 
auf 45m h. Brücke über die Thur. 20km Thalheim- Altikon ; 24km Seuzach: 
28km Oh er winterthur ^ das römische Vitodurum (S. 45). — 32km Winter- 
thur und von dort nach (58km) Zürich s. S. 45. 

Die Bahn tritt wieder an den Ehein, den sie nun bis Konstanz 
nicht mehr verläßt. 

20 km Stein am Rhein; der Bahnhof ist am 1. Ufer in dem 
Dorf Burg (H.-P. Steiner; H. Bahnhof), wo die Umfassungsmauern 
eines röm. Castrums mit vier Türmen jüngst freigelegt wurden. 
Am r. Ufer des Eheins, über den eine Holzbrücke führt, das male- 
rische alte Städtchen (*Sonne; *H. Eheinfels, mit Terrasse am 
Ehein; Heilanstalt des Dr. Böhny, P. 5-7 fr.), mit 1777 Einw. und 
manchen originellen, mit alten Malereien geschmückten Häusern. 
Rathaus mit Eresken von Häberliu, Glasgemälden und alten 
Waffen. Oberhalb der Eheinb rücke das interessante Klostermuseum 
St. Georgen (Eintr. nebst Führung 1 fr. , Klosterbüchlein 1 fr.), 
eine vollständig erhaltene und von dem Besitzer Prof. Ferd. Vetter 
in Bern wiederhergestellte Klosteranlage mit Innendekoration des 
XIV. -XVI. Jahrhunderts. 

Hübsche Spaziergänge in den nahen Wäldern. N. über der Stadt (Fahr- 
straße in 40 Min., die obere Hälfte durch Wald) das alte, 1897 hergestellte 
Schloß Hohenklingen (593m; einf. Gasth., P. 41/2-51/2 fr-), "lit treff- 
licher ^Aussicht auf die Hochalpen von Vorarlberg bis zur Jungfrau, auf 
Untersee, Rhein und die malerische Tallandschaft. — Lohnende Aussicht 
auch vom 'Wolkenstein (586m), einem Felsvorsprung mit Pavillon IV4 St. 
n.w. von Stein (Fahrstraße bis zum Handweiser 20 Min. w. unterhalb 
Hohenklingeu, dann Fußweg durch Wald). 

Im Ehein die Insel St. Othmar mit Kapelle. Bei (22km) 
Eschenz erweitert sich das Eheinbett zum Untersee. Schöne Aus- 
sicht von der Wallfahrtkirche Klingenzell, ^/4St. s.o. (Fahrstraße). 
— 25km Mammern (Ochs, am Bahnhof), mit besuchter Wasser- 
heilanstalt im ehem. Schloß und großem Park am See. 



ROMANSHOEN. K. S.36.~ I. B.ii. 41 

31km Steekborn (Krone, Z. 2-272, F. 1, M. 2V2-3, P. 5-6 fr.; 
Sonne), Städtchen von 2541 Einw., mit hergestelltem burgartigem 
Kaufhaus. — Bei (34km) Berlingen (Krone) erreicht der Untersee 
seine größte Breite (8km). Yorn die Insel Reichenau (S. 32) ; r. auf 
der Höhe Schloß Eugensberg, von dem ehem. Vizekönig von Italien 
Eugen Beauharnais erbaut, jetzt der Grräiin Reichenbach-Lessonitz 
gehörig. — 36km Mannenhach (H.-P. Schiff, P. 5-6 fr., gut), reizend 
gelegen, darüber das stattliche zinnengekrönte Schloß Salenstein 
und auf einer waldigen Terrasse '=*H.-P. Wartburg (P. 5Y2-7 fr.). 

Eine bequeme Fahrstraße führt von Mannenbach in 1/4 St. hinauf zum 
Schloß Arenaberg (458m), auf bewaldetem Hügel gelegen, mit schönen 
G-arten- und Parkanlagen und reizender Aussicht. In dem der Kaiserin 
Eugeuie gehörigen Schloß (Eintr. für 1 Pers. 1 fr., 2 Pers. 1.50, 3 Pers. 
2 fr., jede Pers. mehr 50 c.) Bilder, Skulpturen und andere Erinnerungen 
an die Kapoleoniden. 

AVeiter r. auf der Höhe Schloß Hard, Sanatorium für Nerven- 
kranke. 39km Ermatingen {* Adler, mit Grarten, P. 5-6 fr.), auf 
einer Landzunge freundlich gelegen; darüber Schloß Wolfsberg 
(516m; *Hot.-Pens., P. 5-8 fr.), mit Park und herrlicher Aussicht. — 
Der Untersee endet hier; die Bahn tritt an den Rhein, der ihn mit 
dem Bodensee bei Konstanz verbindet. 43km Tägerwüen ; 1. am 
Rhein Schloß Gottlieben (S. 33). 

45km Emmishofen- Egelshof en ; 47km Konstanz (Kopfsta- 
tion), s. S. 36. 

Von Konstanz bis Rorschach führt die Bahn am Bodensee ent- 
lang; Aussicht links. 48 km Kreuzungen (Löwen; Schweizer - 
hof; Cafe- Rest Helvetia; Nervenheilanstalt Bellevue des Dr. 
Binswanger), freundliches Städtchen (4732 Einw.) mit großer 
ehem. Augustiner-Abtei, jetzt landwirtschaftliche Schule u. Lehrer- 
seminar. In der kath. Pfarrkirche ein in Holz geschnitzter „öl- 
berg" mit 2000 Figuren, im xviii. Jahrh. von einem tiroler Bild- 
schnitzer gefertigt. 

52km Münsterlingen (P. Schelling, 3^/2-5 fr.), mit Irrenanstalt. 
55km Ältnau (Krone, P. 4-6 fr.); 58km Güttingen (Lamm), mit 
Schloß; 60km Keßwil (Bär; Pens. Seethal); 1. am See die Moos- 
burg. 62km Utttuil (H. du Lac), in hübscher Lage. 

66km Romanshorn {*Bahnrestaur.; *H. Bodan, mit Garten, 
Z. 2-3, F. 1, M. 3, P. 6-7 fr.; ^Falken, Z. IV2-2V2 fr.; Hirschen, 
Z. 11/2, P. 5-7 fr., einf. gut; Hecht; H. Jäger), Städtchen von 4577 
Einw., ist Ausgangspunkt der Bahn nach Zürich (S. 44). Dampfboot 
nach Friedrichshafen (in 3/4 St.) und Lindau (in IV4 St.) s. S. 35. 

Der Bodensee erreicht nun seine größte Breite (13km). 71km 
Egnach. — 74km Arbon {*Bär, Z. 1 V2-3, F. 1, M. 3, P. 6-8 fr. ; 
Engel; Kreuz; Pens. Seebad), gewerbreiche Stadt von 7000 Einw., 
an der Stelle des römischen Kastells Ärbor Felix. — 77km Hor?i 
(*Hot. Bad HoiTi, P. 4-5 fr.), mit Schloß des Landgrafen von Hessen- 
Philippsthal, 



42 I.R.u.-K. S. 36. ßORSCHACH. 

81km Rorsehach. — Zwei Bahshöfe : Rorschach Hafen (*Restaar., 
s. unten) am Daiupfbootlandeplatz, Hauptbahnhof für den Personenver- 
kelir, und Rorschach Bahnhof, außerhalb der Stadt 1 km ö. vom Hafen- 
bahniof , wo die Linien von St. Gallen und von Romanshorn mit der von 
Cbuj zusammeutretfen. 

Gasth.: * Anker, Z. 2V2-5, F. IV4, M. 3, P. 61/2-I2 fr.; Hirschen, 
Z. 21/2-4:, F. 11/4, M. 3, P. 7-10 fr.; H.-P. Badhof, Z. IV2-2, P. 5-6 fr., gut; 
H. Bodan, Z. 2V2-3V2, ?• ■< fi"-; Schiff, Z. 2-4, F. 1, P. 7-9 fr.; H. Bahn- 
hof , Z. 2-21/9, M. 2fr., gelobt; Schäfle, mit Garten. Z. u. F. 21/2, P. 4-6 fr.; 
H. Stierlin; Rößli, Z. 1-1.20, P. 31/2 fr.; Grüner Baum, P. 51/2-7 fr.; 
Ochs, mit Brauerei, etc. — * Bahnrestaurant mit Terrasse u. Aussicht 
auf den See. — Kalte und warme Bäder in Baumg artner' s Anstalt am See ; 
Seebadanstalt 5 Min. w., Bad mit Wäsche 40 c. — Post u. Telegraph beim 
Hafenbahnhof. 

Rorschach (400m), alter Hafenort mit 9140 Einw,, wird als 
Bade- und Luftkurort besucht. Schöne alte Häuser mit Erkern, be- 
sonders in der Hauptstraße. 

Ausflüge, über Rorschach das ehem. Kloster Mariaberg (440m), 
jetzt Lehrerseminar, mit schönem Kreuzgang. Die Aussicht von dem 
■wiesen- und obstreichen Rorschacher Berg, an dessen Fuß die Stadt liegt, 
umfaßt den ganzen Bodensee, die Vorarlberger Alpen und die Rhätikon- 
kette. Der Bergrücken, der *B.oi3bülil (892-959m; s. S. 70), ist von 
Rorschach in li/2St. zu ersteigen (Knabe als Führer angenehm; hinab nach 
G-ruh 20 Min., s. S. 70). Das ganze Berggelände ist von Wegen durch- 
schnitten, die eine große Auswahl von Spaziergängen bieten (gute Whser. 
am Sulzberg, 1/2 St., und auf dem Hohenrain, 1/2 St.). — Zum St. Anna- 
Schloß (560m), einst Besitz der Äbte von St. Gallen, Fahrweg (weiter 
aufwärts etwas steil) vom Bahnhof in 3/4 St. Das Schloß ist teilweise 
hergestellt (Restaur.); aus den Fenstern schöne Aussicht. Umfassender ist 
der Ausblick vom Jägerhaus, 1/2 St, höher (Whs., guter Wein). 

Martinstobel und Möttelischloß, 3 St. hin u. zurück. Eisen- 
bahn bis St. Fiden (S. 69); unterhalb des Bahnhofs den Fahrweg nach 
Neudorf hinüheT (Brauerei 1.) und die Laiidstraße abwärts, bis r. die Straße 
nach Heiden sich abzweigt. Auf dieser hinab in das Martinstobel, die 
Felsenschlucht der Goldach, über die die eiserne MartinshrücTce (568m) 
führt. Hier war es, wo zu Anfang des x. Jahrh. der Mönch Notker beim 
Anblick eines Verunglückten sein „media vita in morte sumus" dichtete. 
Jenseit der Brücke die Straße 1. bergan nach Untereggen (634m; Schäfle) 
und von da auf demGoldacher Wege hinab, bis r. über einer V/iesenmulde 
mit gi-oßem Teich (550m) das Möttelischloß (alter Sitz der Edeln von 
Sulzberg, um 1476 von den reichen Mötteli aus St. Gallen erworben und 
wie das Glück seiner Herren allmählich verfallen) erscheint, auf das ein 
Fahrweg gerade hinweist. Neben dem alten Burgturm ein modernes Herren- 
haus. ^Aussicht von der Plattform eine der schönsten am Bodensee. Durchs 
Witholz angenehm nach Rorschach zurück, 1/2 St. — Nach Tübach (Obst- 
wald) und auf den Ruheberg (445m; Restaur.), c. 1 St., oder auf die Glinz- 
burg bei Steinach (Restaur.), I1/4 St., beide mit hübscher Aussicht auf 
den Bodensee (von Stat. Mörschwil 40-45 Min., s. S. 69). — Auf dem aus- 
sichtreichen „obern Weg" nach (1 St.) Wylen (gutes fVhs.), dicht bei 
dem Schloß Wartegg des Herzogs von Parma, mit schönem Park. — Über 
Staad (S. 75) nach (I1/4 St.) Schloß *'Weinbxirg, Sommerresidenz des 
Fürsten von Hohenzollern (Eintritt in den Park gestattet); berühmte Aus- 
sicht vom Steinernen Tisch, oberhalb des Parks (zurück über Tlial und 
Rheineck, S. 76). — Nach Walzenhausen {*Gebhardshöhe und *Meldegg) 
s. S. 76. 

Eisenbahn nach Chur s. S. 75 ; nach Heiden s. S. 69 ; nach St. Gallen 
8. S. 69. 



43 



12. Von Schalfiiansen nach Zürich. 



a. Über Egliaaii. 
48km. Eisenbahn in 1 St. 3 Min.-l St. 50 Miu., für 5 fr., 3 fr. 50, 
2 fr. 50 c. 

Schaffhausen s. S. 30. Die Balm umzieht die Casino-Promenade 
(S. 31), tritt unterhalb des Schlößchens Charlottenfels (S. 31) an 
den Rhein und erreicht alsbald die Stat. (3km) Neuhausen Schweizer 
Bahnhof (oberh. Gasth, z. Bahnhof) ; aussteigen für den Rheinfall 
(S. 33). Dann zweigt sie von der Bahn nach "Wiuterthur (s. unten) 
r. ab, führt in einem Tunnel unter dem Dorf Neuhausen hindurch 
und durchzieht die Anlagen des Schweizerhofs, mit prächtigem 
*Blick 1, auf den Rheinfall , bis zum Tunnel unter dem Fischer- 
hölzli (S. 35). Die Bahn verläßt nun den Rhein und durchzieht 
hügeliges, zum Teil bewaldetes Land. 6km Äitenhurg-Rheinau. 

Fahrstraße s. ö. über Altenburg nach (1/2 St.) Hlieiiiau (Lötven^ einf. 
gut), Zürcher Dorf mit 1300 Einw. und bedeutendem Weinbau, auf einer 
vom Rhein umflossenen Halbinsel; dabei auf einer Insel im Rhein die 
ehem. Benediktinerabtei Rheincm, 778 von dem Alemannenherzog Wolf- 
hart gegründet, 1862 aufgehoben, jetzt Siechenhaus, mit Kirche im Barock- 
stil (1710); in der Bibliothek alte Handschriften etc. 

9km Jestetten (Löwen), 13km Lottstetten (Engel, mit Garten u. 
Aussicht, einf. gut), beide in Baden; dann über die schweizer 
Grrenze, hinab nach (15km) Rafz (Kreuz) und über (19km) Hünt- 
wangen-Wil, an dem am r. Rheinufer gelegenen Städtchen Egiisau 
(338m; Hirschen; Krone) vorbei auf 457m 1., 59m h. zwölf bogigem 
Viadukt über den Rhein zur (21km) Stat. Egiisau (Bahnrestaur. ; nach 
Waldshut s. S. 45). — 23km Glaüfelden; dann durch den Hard- 
wald nach (27km) Bülach (542m; Kopf, Kreuz ; Erholungsheim 
Heimgarten , Villa Trautheim , beide für Yegetarianer), ehemals 
befestigtes Städtchen mit 2177 Einw. (nach Winterthur s. S. 45). — 
32km Niederglatt (nach Wettingen s. S. 27) ; 34km Oberglatt. 

Zweigbahn nach (11km in 1/2 St.) Niederioeningen, über (5km) Diels- 
dorf (431m; Sonne, Post), am Fuß des auf dem östl. Vorsprung der 
Lägern (S. 27) hübsch gelegenen alten Städtchens (1/2 St.) Regensberg 
(617m; *Krone, Z. I-I1/4, P. 4-5 fr.). Vom Turm des alten Schlosses (jetzt 
Anstalt für schwachsinnige Knaben) schöne Aussicht; ausgedehnter von 
der HochwacM (856m), 1 St. weiter westl. 

Weiter an der Glatt über (36km) Rümlang und (40km) Glatt- 
hrugg nach (42km) Örlikon; von hier nach (48km) Zürich s. S. 45. 

b. Über "Winterthur. 
57km. Eisenbahn in 1 St. 45-2 St. 20 Min. ; 5 fr. 95, 4 fr. 20 c, 3 fr. 
Bis zur (2km) Schweizer Station Neuhausen s. oben. Die 
Bahn zweigt von der Bahn Eglisau-Zürich 1. ab und führt durch 
einen langen Einschnitt, gleich darauf über die Rheinfallbrücke 
(S. 34). Nur einen Augenblick Aussicht r. von oben her auf den 
Rheinfall. Dann in einem 65m 1^ Tunnel unter dem Schloß Lau- 
fen (S. 34) hindurch. 



44 I- R- 13. FE AUENFELD. 

5km Dachsen (395iu; *Hot. Witzig, Z. 2-2V2, E. 1.20, M. 2V2, 
P. 5 fi\), V4 St. südl. vom Schloß Laufen (vgl. S. 33). Weiter hat 
man hin und wieder hübsche Ausblicke r. auf den grünen Ehein, der 
tief unten in engem Bett z\\dschen waldbewachsenen Ufern fließt. 

9km Marthaleji. Yor (17km) Andelfingen (Löwe)^ mit hohem 
buntgedecktem Kirchturm, auf einer 35m h. Gritterbrücke über die 
Thur. — 21km Henggart (1km n.w. Pens. Schloß Gddenherg) ; 
23km Hettlingen. An den Abhängen von Neftenhach (r.) wächst 
der beste Wein in der nördl. Schweiz. Vor Winterthur öffnet sich 
das weite Tal der Töß. 

30km Winterthur und von dort nach (57km) Zürich s. S. 45. 



13. Von Romanshorn nach Zürich. 

83km Eisenbahn in 1 St. 38-2 St. 50 Min. für 8 fr. 65, 6 fr. 5, 4 fr. 35 c. 

Romanshorn s. S. 41. Die Bahn führt allmählich ansteigend 
durch das fruchtreiche Hügelland des Kantons Thurgau. 7km 
Ämriswil (Krone) ; 13km Erlen (H. Bahnhof) ; 17km Sulgen (483m; 
Helvetia, Z. 1-2 fr. ; Schweizerhof). 

Von Sulgen nach Gossau, 23km, Eisenbahn in I-I1/2 St. durch 
das freundliche Tal der TJimt. Stat. Kradolf, Sitterdorf, (10km) Bi- 
schofszeil (510m; Hecht, Hirschen., Linde., Löwe u. a., P. 3V2-5 fr.: Wasser- 
heilanstalt Thurbad, mit großem Park), betriebsames altes Städtchen 
(2613 Einw.) am Euß des Bischofshergs, beim Zusammenfluß der Thur und 
Sitter, als klimat. Kurort besucht (schöne Waldspaziergänge). — Weiter 
Hauptwü, Arnegg und Gossau (S. 66). 

Weiter durch die breite Niederung der T?mr. 19km Bürglen ; 
23km ^Weinfelden (432m; Kror^, P. 41/2-6 fr.; Traube, P. 5 fr.), 
mit 3516 Einw. ; r., an dem rebenbepfl.anzten Ottenherg, Schloß 
Weinfelden (564m) mit schöner Aussicht. — 27km Märstetten ; 
Slkm MüWieim-Wigoltingen; dann über die Thur. — 36km Feiben. 

41km Frauenfeld (407m: * Falken; * Hot. Bahnhof, Z. 2-3, 
F. 1, P. 5-7 fr.; Krone, Z. 1-2, F. 1, M. IV2-2 fr.), Hauptstadt 
(6825 Einw.) des Kantons Thurgau, an der Murg, mit bedeutenden 
Fabriken. B&s Schloß mit mächtigem altem Turm, auf epheubewach- 
senem Felsen über der Murg, wurde im xi. Jahrh. von dem Abt von 
Eeichenau und dem Grafen von Kiburg, den damaligen Herren des 
■ Thurgaus, erbaut. 

Nach Wil, 18km, Straßenbahn in l-l^/i St. Stationen Murkart, 
Mazingen, Jakohsthal, Wängi, Rosenthal, Münchwilen, Wil (S. 66). 

Von Frauenfeld nach Stammheim (S. 40), 13,4kni, Post 2mal tägl. in 
2 St. (1 fr. 65 c). Die Straße führt u. über die Thur, dann bergan durch 
schöne fruchtbare Gegend mit den kleinen Seen von Hüttwileu und 
Nußbäumen. Von (7,8km) Hüttwilen (Sonne, gut) Seitenstraße r. hinauf 
nach (25 Min.) Steinegg (600m), gut geleitete diätetische Kuranstalt 
(P. 7-10 fr.) in einem im ix. Jahrh. erbauten, 1885-87 renovierten Schloß, 
aiif dem waldreichen Höhenzug zwischen Rhein und Thur, mit prächtiger 
Aussicht auf die Alpen. Fahrstraßen führen von hier n. hinab nach 
(1 St.) Eschenz (S. 40) oder (iVa St.) Stein am Ehein (S. 40). 



WINTERTHUK. /. R-i3. 45 

45km Islikon; 51km Wiesendangen ; 53km Oherwinterthur 
(S. 40). 

57km Winterthur. — Gasth.: *H. Terminus, am Bahnhof, Z. 
2-3, F. 1, M. m. W. 21/2 fr.; *Goldener Löwe, Z. 21/2-4, F. I1/4, M. 3, 
P. 7-10 fr.; *Krone, Z. 21/2-4:, M. 21/2, P. von 71/2 fr. an; *Adler, 
Z. 11/2-2, F. 1, M. 11/2-3, P. 5-8 fr.; Ochsen, Z. li/g-S, M. 2, P. von 5 fr. 
— Restaukants: Casino, Rheinfels^ Walhalla u. a. ; *Bahnrestaur. 

Winterthur (441m), industriereiclie Stadt (24443 Einw.) mit be- 
deutenden Maschinenfabriken und dem Zürcher Kantonalen Tech- 
nikum, an der Eulach. Schönes Stadthaus nach Plänen von Grottfr. 
Semper. Im Museumsgebäude (zugleich Gymnasium und Industrie- 
schule) die Stadtbibliothek (48000 Bde.), naturhistorische Samm- 
lungen etc. In der Kunsthalle (10-12 u. 2-4 U.) gute Bilder von 
schweizer Malern und ein öffentlicher Lesesaal. Das Gewerbemuseum 
(beim Technikum) enthält reiche technische und kunstgewerbliche 
Sammlungen, die Sammlungen des historisch-antiquarischen Yereins 
etc. Rigi - Panorama in der Nähe. In der Schaffhauserstr. das 
Büstendenkmal des ersten schweizer Bundespräsidenten Dr. Jonas 
Furrer. Bedeutender Weinbau. 

Von Winterthur nach Waldshut, 52km, Nordostbahu in 2 St, 
Die Bahn führt im Tößtal abwärts über Stat. Töß, Wülflingen, Pfungen- 
Nefbenbach, Einbrach- Rorh as ; dann durcli einen ISOOm 1. Tunnel. 17km 
Bülach (S. 43); 20km Glattfdden; 23km Eglisau (nach Schaffhausen 
s. S. 43). Nun am 1. Ufer des Ehems über Zweidien nach (30km) Weiach- 
Kaisei'stuhl, letzteres ein altertümliches Städtchen mit massigem Turm; 
am r. Ufer Schloß Röteln, weiter Ruine Weiß -Wasserstelz. Stat. Rümi- 
kon, Reckingen, Zurzach und (49km) Koblenz; von hier nach WaZdsMit 
s. S. 29; über Laufenburg nach Stein- Säckingen s. S. 25. 

Von Winterthur nach Rüti, 47km, Tößtalbahn in 2-3 St. — 
3km Grüze; 5km Seen; 8km Sennhof; 25 Min. s.w. das alte Schloß Ki- 
burg (632m), mit schöner Aussicht. Weiter durch das freundliche Töß- 
tal. 9km Kollbru7in, mit großen Fabriken; 12km Rikon; 14km Zell 
(3/4 St. ö. das besuchte Qyrenbad, 760m, mit erdig-alkal. Quelle, 60 Z., 
P. 6-7 fr.); 16km Turbenthal (552m; Bär); 18km Wyla; 22km Solana; 
26km Bauma (Tanne), die letzteren sämtlich mit lebhafter Industrie. 
Stat. Steg, FischenthaX, Gibswü-Ried (761m; von hier auf den Bachtel 
1 St., s. S. 65); weiter durch das malerische Tal der Jona über (40km) 
■Wald (621m; * Krone, Z. 2, F. 1, M. 21/2 fr.; Rößli; Schwert; Ochsen), an- 
sehnlicher Fabrikort (6677 E.) am s.o. Fuß des Bachtel (S. 65), am HoJien 
Lauf (Wasserfall) vorbei nach (47km) Rüti (S. 65). 

Von Winterthur nach ScTuiffhausen s. S. 44; nach St Gallen und 
Rorschach s. S. 66; nach Mzwile?i s. S. 40. 

Die Bahn überschreitet die Töß; r. auf einem Bergkegel Ruine 
Hoch-Wülflingen. &2kmKemptthal;66kmEff)^etikon {naich. Hinwil 
s. S. 64) ; 72km Dietlikon. L. erscheinen die Glarner Alpen. Bei 
(74km) Wallisellen zweigt 1. ab die_ Bahn nach Rapperswil (S. 64). 
Dann über die Glatt nach (78km) Örlikon (440m ; Sonne ; H. Bahn- 
hof), Knotenpunkt der Bahn nach Schaffhausen (S. 43). Die Bahn 
tritt in den 933m 1. Tunnel unter dem Käferberg und senkt sich 
dann in großer Kurve, über die lAmmat, dann über die Sihl zum 
Centralbahnhof von 

83km Zürich (S. 46). 



46 



14. Zürich und Umgebung. 



Ankunft. Haupthahnhof (PI. H I 3, 4; *Eestaur.) für alle Linien, am 
N.-Ende der Stadt, 1/4 St. vom See (Hotel-Omnibus 75 c.-l fr., Droschken 
1-2 Pers. 80 c). Das Betreten des Bahnsteigs ist dem Hotelpersonal unter- 
sagt, das Gepäck wird nur bis in die Wartesäle gebracht. Im Bahnhof 
stehen Dienstmänner bereit, die es bis in die Wagen tragen. — Bahnhof 
Enge (PI. D 2; S. 57), Station dei' Linksuferbahn nach Horgen-G-larus. — 
Bahnhof Stadelhofen (PI. E 5) und Bahnhof Letten (für Unterstraß und 
Wipkingen), Stationen der Eechtsuf erbahn nach Meilen -Rapperswil 
(S. 63). — üetlih er g -Bahnhof (S. 55; PL F 1), zugleich für die SihltalbaTin 
(S. 56). — Dampf boot-Landeplatz am Stadthausplatz (PI. E 4). 

Gasthöfe. *H. Baur au Lac (PL a: E 3), mit Garten am See-Quai 
(im Sommer abends Konzert), 300 Betten, Z. 6-20, F. IV2, Gr- 5, M. 6, P. von 
10 fr. an, Omn. 3/^-1 fr. ; *Gr.-H. BellevueamSee (PL b : E 4, 5), 145 Betten, 
Z. 4-8, F. 11/2, G-. 31/2, M. 4-5, P. 10-16 fr. mit schöner Aussicht; *Gr.-H. Vic- 
toria (PL c : H3), 80 Z. zu 4-8, M. um 12V2 U. 4, um 7 U. 5, P. (nur im 
Winter) 12-18 fr.; *Gr.-H. National (PI. d: H 3), 130 Betten, Z. 5-8, 
F. 11/0, G. 3, M. 4-5 fr.; *St. Gotthard (PLk: H 3), 130 Betten, Z. 3-5, 
F. 11/4, M. 3-.gi/2 fr-, alle drei beim Bahnhof; *H. Baur en Ville (PL f : F3), 
98 Betten, Z. 31/1-8, M. 4, P. von 10 fr. an; *Zürcherhof (PL h: E 5), 
60 Z. zu 21/2-5, M. 31/2, A. 21/2, P. 8-12 fi-.; *Schwert (PLe:G4), an 
der Rathausbrücke, 50 Z. zu 21/2-4, M. 3, A. 21/2, P. 7-10 fr.; H. Beaten- 
hof, Beatengasse 8, mit Gafe-Restaur. ; H. Royal Habis-Bahnhof 
(PI. g:H3), 200 Betten, Z. 21/2-5, F. I1/2, M. 31/2, P. 8-12 fr.; H. Union, 
Schützengasse 3, 22 Z. zu I1/2-3, F. 1, M. I1/2, P. 5-8 fr., gelobt; *H. 
Merkur, Ecke Schützen- u. Beatengasse, mit Cafe-Restaur., 45 Z. zu 21/2-31/2, 
F. 11/4, M. 21/2-3, P. 6-9 fr.; *H. L int h-E scher, Linthescherplatz (PLH3), 
Z. 2-3, F. 1.20, M. 3, P. 6-8 fr.; H. Monopol, Linthescherstr. 22, 30 Z. zu 
2-3, F. 1.20, M. 2-3 fr.; Stadthof (PL n: H 3, 4), 36 Z. zu 2-5, F. I1/4, 
M. 3 fr.; *H. Brtinig, 25 Z. zu 2-3, F. 1, M. 2, P. 61/2-71/., fr.; H. zur Post, 
Z. 2-31/2, F. 1.30, M. 11/2-21/2 fr., alle beim Bahnhof; H. Central (PL 0: H4), 
am r. Limmatufer beim Bahnhof, 84 Z. zu 21/2-*, E. 11/4, M. 31/2, A. 21/2. 
P. 8-12 fr.; Münchner Hof, Stampf enbachstr. 8 (PL HI 4), 40 Z. zii 
21/2-3, F. 1, M. 21/2 fr.; *Bernerhof, Kasernenstr. 23 (PL GH 3), 4 Min. 
vom Bahnhof, 28 Z. zu 2-4, F. I1/4, M. 3, P. 7-9 fr.; H. Wann er (PL 1: 
H3), Bahnhof Straße 80, Z. 21/2-31/2, F. I1/4, P. von 7 fr.; H. Pelik an. Ecke 
Bahnhof- u. Pelikanstr., 90 Betten, P. 7-10 f r. ; H. C e n t r a 1 p s t , im Central- 
hof (PLF3, 4), Z. von 11/2 fr. an; Schweizerhof (PLp:G4), Z. 21/2-31/2, 
F. 11/4, M. 3-31/2 fr.; *Limmathof (PLq: H4), 65 Z. zu 2-3i/o, F. I1/4, 
M. m. W. 3 fi'.; *H. du Jura, 27 Z. zu I1/2-2, F. 1, M. I1/2-2, P. 6-7 fi-., diese 
drei am Limmatquai; *H.-Rest. zur Henne, Rüdenplatz 1, Z. 2-3, F. 1, 
M. 11/2-2, P. 5-7 fr.; H. de l'Opera, Dufourstr. beim Theater, Z. von iVg fr. 
an; Bauer 's Hotel garni (Metzgerbräu), Beatengasse 13, am Bahnhof , 
Z. 2-3, F. 11/4 fr., gelobt; Schwanen, Rennweg, 30 Z. zu I-21/2, F. 1, M. 
21/2, P. 41/2-7 fi-.; Adler, Niederdorf str. 9, 40 Z. zu 1-4, F. 1, M. I1/2 fr.; 
Rotes Haus (PLr: F4); Seehof (PLs: F4, 5), am Sonnenquai, 20 Z. 
zu 11/2-2, F. 60 c.-l fr., M. I1/2, P. 41/2-6 fr.; H.-P. Bodan, Usteristr. 19 
(PL H3), 2 Min. vom Bahnhof, Z. 2-31/2, F. I1/4, M. 21/2, P. 51/2-8 fr.; 
*Augustinerhof (Evangel. Hospiz), Peterstr. 8, 47 Z. zu I1/2-3, F. 1, M, 
11/2, P. 5 fr.; Weißes Kreuz, 34 Z. zu 2-21/2, F. 1, P. 5-6 fr.; Krone, 
Hirschen, Lamm, Löwen etc., für bescheidene Ansprüche (Z. 1 1/2-2, 
M. 11/2-21/2 fr.); — *Pfauen (PL t: F6), Heimplatz, Z. 2, F. 1, M. I1/2, 
P. 5-6 fr.; H. Phönix in Muntern (S. 48); *H. Mythen, Z. 2-3, F. H/4, 
P. 6-9 fr., beim Bahnhof Enge (S. 57). 

Pensionen: Neptun, Seefeldstr. 16, P. 6-8 fr.; Tief en au in Hot- 
tingen, Steinwiesstr. 8, P. 5-6 fr.; Beau-Site, Duf om-str. 40, P. 5-10 fr.; 
Schanzenberg (Frau A Hepp), Schönbergstr. 1-5 (6-10 fr.), gelobt; 
Hohenlinden, Clausiusstr. 36 (5-7 fr.); Fortuna, Mühlebachstr. 55 
(6-8 fr.); Badhotel P. Mühlebach, Mühlebachstr. 70, Z. 2-3, P. 6-8 fr.; 
Stadt München, Stüssihof statt; Plattenhof, Zürichbergstr. 15 (41/2- 



Vorhennerkungen. ZÜRICH. I R-i^- 47 

6 fr.), gelobt ;P.VillaMontaua, Ztirichbergstr . 1 6 (41/2-6 fr.) ; P. S c li e 1 - 
ling-Pfister, Zürichberg, Grloriastr. 70 (41/2-51/2 fr«) ; H a e g e 1 e , Platten- 
str. 19 (4 - 6 fr.) ;Hohenstein (Frau J. Baerwolff), Platteustr. 33 (41/^-5 fr.) ; 
P. Belmont, Rämistr. 67, Eingang Schönbergg. 2 (51/2-9 fr.); P. Weber, 
Weiubergstr. 152 (4 fr.); P. Scbmelzberg, Schmelzbergstr. 18 (4-6 fr.); 
P. Sternwarte, Hoclistr. 37 (6-8 fr.); Forster, in Fluntern, auf 
der Höbe ö. von Zürich; Jakobsburg und Sonnenberg, am Zürich- 
berg, mit Restaur. u. schöner Aussicht, P. 6-8 fr. — *Dolder Grand 
Hotel, großes Haus I.Ranges, in herrlicher I^age am Zürichberg (S. 55: 
elektr. u. Drahtseilbahn; auch Omnibus am Bahnhof), 220 Betten, P. von 
121/2 fr. au; Pens. Waldhaus Dolder (S. 55), 75 Betten, P. 7-14 fr. 
— Sanatorium Lebendige Kraft (Dr. Bircher-Benner), beim Wald- 
haus Dolder, Kurpension 8-11 fr. — Alkoholfreies Kurhaus Zürich- 
berg (640 m), Orellistr. 21, 15 Min. von der Tramstation Kirche Fluntern 
schön gelegen, 42 Z., P. S-Si/g fr. — *H.-P. TJetliberg, H.-P. Uto- 
Staffel und H.-P. Annaburg s. S. 55, 56. 

Bestaurants. *Kronenhalle, Rämistr. bei der Quaibrücke; Ton- 
halle (s. S. 50); Corso-Theater (s. S. 48); (xrill Room Restau- 
rant Börse, beim Hot. Baur au Lac, Thalgasse; Cafe-Rest, du Nord, 
am Bahnhof; Caf e-Restaur. Metropol, Stadthausquai 13; Palmen- 
garten, Bahnhof platz 14 (täglich Konzerte); Zunfthaus zu Schmie- 
den; Au tomat-Restanrant, Cafe-Rest. Bristol, beide Bahnhof str. : 
*Orsini (Münchner u. Pilsner Bier), Zunft haus zurWaag, beide am 
Frau-Münsterplatz; Duf our, Schützengasse 17, nahe beim Bahnhof; Käs- 
hütte, am Rathausquai, hübsches Lokal; S äff ran, ebenda, altes bürger- 
liches Haus; Zimmerleuten, M. m. W. 2 fr., gelobt; Sandalp, Anken- 
gasse (Fische), u. a. Bier außerdem im Kropf, in Gassen (PI. F 3, 4; 
hübsches Loka,l, Münchner Hackerbräu); Blaue Fahne, Münstergasse; 
Strohhof, Augustinergasse (Pilsner Eier, M. m. W. 2 fr.); Kindli, Pfalz- 
gasse 1; Stadtkeller, Zähriugerstr. 42 (Mathäserbräu) ; Metzgerbräu, 
Beatengasse (Löwenbräu); Franziskaner, Ecke der Stüssihof statt u. 
Niederdorf str. ; Meyer ei, Spiegelgasse, u. a. — Drahtschmidli, mit 
Garten an der Limmat, gegenüber der Platzspitz (S. 53). — Wein im 
Veltliner Keller, Schlüsselgasse 8, bei der Peterskirche; Walliser 
Weinstube, Limmatquai, hinter dem Schweizerhof; Wanner (S. 41); 
Äpfelkamnier (älteste Weinstube Zürichs), R Inder markt 12 ; Schnee- 
beli, Limmatquai 16; spanische Weinhallen: P. Gorgot&Cie., Münster- 
gasse 15; Continental Bodega, Bahnhof str. 22. — Vegetarische 
Speisehäuser : Vegetarier heim, Sihlstr. 26-28; Thalysia, Neuen- 
hofstr. 14; Pomona, Neumarkt 7. — Alkoholfreie Restaurants : Karl 
der Große, Kirehgasse 14; Blauer Seidenhof, Seidengasse 7; Golde- 
ner Olivenbaum, Stadelhof er Str. 10; Kurhaus Zürichberg, s. oben. 

Cafös: Steindl's Wiener Caf e, Bahnhofplatz; Cafe-Bar im H. 
Baur au Lac, Thalgasse 1; C. de la Terrasse, im H.Bellevue; Conti- 
nental, hinter dem Stadttheater. — Konditoreien : Sprüngli, Parade- 
platz (gutes Eis); Lieber, Untere Kirchgasse, am Sonnenquai; Emil 
Schurter-Rickli, Bahnhofplatz; Bourry, Sonnenquai. 

Bäder. Schwimm- und Badeanstalten im See am Stadthausplatz 
(PL E 4), bei der Vorstadt Enge (PL C 3), am Utoquai (PL C 5) und für 
Frauen am Mytenquai (PL B 3), Utoquai (PL C 5) und in der Limmat 
unterhalb der Bauschanze (PL E F 4). In der südL Vorstadt die Badeanstalt 
Neumünster. — Warme Bäder (Dampfbäder etc.): * Central- Bad, Waldmann- 
str. 9 (PL E F 5), Bäder jeder Art (Institut für physikaL Therapie) ; *Bade- 
anstalt Mühlebach (auch Pens., s. S. 46), Mtihlebachstr. 70; Baurlac-Bad, 
Börsenstr. 27; Badeanstalt Wühlegasse, gegenüber der Prediger kir che; Bade- 
anstalt Adlerburg, Stadelhoferplatz (Fangoheilanstalt, kohlensaure Bäder). 

Post und Telegraph (PL F 4) , Kapplergasse , beim Stadthausquai 
(S. 50), und zahlreiche Filialen (So. nachm. 5-7 nur die im Hauptbahnhof 
geöffnet; die Hauptpost nur für postlagernde Briefe So. nachm. 3-5). 

Städtische Straßenbahn. Das elektr. Trambahnnetz ist in folgende 
Linien eingeteilt (Fahrgeld innerhalb der Innern Zone 10, in zwei Zonen 



48 I- R- 1^- ZÜRICH. Vorbemerkungen. 

15, in drei Zonen 20 c). Weiße Linie: Tiefenbrunnen (Bahnhof )-Bellevue- 
platz - Hauptbahnhof -Paradeplatz - Tunnelstraße (Bahnübergang) - Brunau- 
straße- Hirschen Wollishofen- Morgenthal (alle 6 Min.); — Tunnelstraße- 
Utobrücke (alle 6 Min.). — Grüne Linie : Heuried-Freyastraße (Bahnüber- 
gang) - Sihlbrücke - Hauptbahnhof - Pfauen - Kreuzplatz - Römerhof - Pfauen - 
Bell evue-Stadthausplatz -Bahnhof Enge (alle 6 Min.). — Rote Linie: Burg- 
wies - Kreuzplatz - Bellevue - Paradeplatz - Sihlbrücke - Marienstraße (Bahn- 
übergang) -Hardau (alle 6 Min.). — Violette Linie: vom Hauptbahnhof 
durch die Limmatstr. und das Industrie quartier bis zur Hardstr. (Wip- 
kingerbrücke ; 10-15 c). — Zürichberg-Drahtseilbahn vom Limmatquai 
(Bahnhof brücke) zum Polytechnikum (PI. H4, 5) alle 5-6 Min.; Fahrzeit 
21/2 Min.; Fahrpreis auf- oder abwärts 10 c. — Dolderbahn (Drahtseil- 
bahn) ab Station Römerhof (Hottingen) der städtischen Straßenbahn in 
5 Min. zum Restaur. "Waldhaus Dolder; von hier elektr. Bahn in 3 Min. 
zum Dolder Grand Hotel (s. S. 47, 55). Fahrpreis bis Waldhaus 40, bergab 30, 
Retourbillet 60 c; Waldhaus-Hotel Dolder 20, Retour 30; Römerhof -Hotel 
Dolder 60, bergab 50, Retour 90 c; Karten zu 12 Berg- oder Talfahrten 
Römerhof - Hotel Dolder 3 fr.). — Zentrale Zürichbergbahn (gelbe 
Wagen): Paradeplatz -Bellevue -Platte- Kirche Fluntern (alle 6 Min.); bei 
Platte Abzweigung nach Oberstraß (Seübahn Bigiviertel, s. unten). — 
Straßenbahn Zürich - Örlikon - Seebach (5,5km) vom Hot. Central 
(Leonhardplatz) durch das Quartier Unterstraß über den Milchbuck nach 
örlikon (S. 45) und Seebach (10-30 c). — Limmattal - Straßenbahn 
von Zürich, Marienstraße (Bahnübergang Außersihl, rote Linie) nach Alt- 
stetten, Schlieren (Abzweigung nach Unter-Engstingen und Wetningen), 
Dietikon; bis Altstetten alle 15 Min., Schlieren alle 30 Min., Dietikon 
alle Stunden (10-50 c). 

Droschken: 1-2 Pers. für 1/2 St. 1 fr. 50, 3-4 Pers. 1 fr. 90 c; 1 St. 
2 fr. 50, 3 fr. 30 c. ; jede weitere 1/4 St. 50 u. 70 c. Kleineres G-epäck frei; 
größere Koffer 25 c. Nachts (10-6 U.) doppelte Taxe. 

Dampfschaluppen („Dampfschwalben") fahren an der Seeseite der 
Stadt, im innern Rayon fast alle 1/4 St., im äußern alle Stunden, Fahrpr. 
10-50 c, Rundfahrten 50 c.-l fr.; Stationen: StadtTtausplatz (PI. E4), 
Theater (PI. D 5) , Mainaustraße , Zürichhorn, Tiefenbrunrien, Zollikon 
und Küsnacht am rechten, Stadihausplatz-Bahnhoßtr., Alpenquai, Mythen- 
quai (Enge-Belvoirpark), Wollishofen, Mönchhof, Bendlikon, RüscTüikon, 
Ludretikon und Thälwil am linken Ufer. 

Boote zum Selbstruderu für 1-2 Pers. 1/2 St- 30 c-» 1 St. 50 c, 3 und 
mehr Pers. jede 20 c. Segelboote die Stunde 1 fr., Kahnführer 1 fr. 

Theater. Stadttheater am Utoquai (PI. D5); Spielzeit vom 15. 
Sept. bis 1. Mai. — Centraltheater , Weinbergstr. (PI. 14), Lustspiele, 
Volksstücke etc., das ganze Jahr geöffnet. — Cor so- Theater, Theaterstr. 
(PI. E 5), Variete-Vorstellungen, Anfang 8 U. (Plätze I-31/2 fr,). — Sommer- 
theater im Pfauen (S. 46). — Panorama (Schlacht bei Orleans), am Utoquai 
(PL C 5), tägl. 7 U. früh bis abends, 1 fr. — Panoptikum, unterer Mühlen- 
steg, gegenüber dem Hauptbahnhof (PL H. 4), 9 U. vorm. bis 10 U. abends 
(1 fr.; Eintr. in die Automatenhalle frei). 

Vergnügtingsorte. *Tonhalle (PL E 3) am Alpenquai (S. 50), abends 
8 U. Konzert im vordem Kuppelsaal, im Sommer bei schönem Wetter im 
Garten (70 c.-l fr.). — *Belvoirpark, am südl. Ende des Alpenquai (PL 
D 3), mit Restaur.; Eingänge an der Seestr. (Haltestelle der Straßenbahn), 
Lavaterstr., und vom Mythenquai (Haltestelle der Dampfschwalben). — 
*W aldhausDolder,am Zürichberg, mit schöner Aussicht (elektr. Straßen- 
bahn in 8 Min. bis Römerhof, von wo Drahtseilbahn alle 6 Min. ziun Wald- 
haus, dann elektr. Bahn alle 3-4 Min. zum Hotel Dolder; s. S. 47, 55). — 
*Restaur. Rigi blick, am Zürichberg, s. S. 55; elektr. Straßenbahn, 
gelbe Wagen, von der Q,uaibrticke in 20 Min. bis zur Geißbergstr. (20 c); 
hier Anschluß an die Seilbahn Rigiviertel bis Germaniastr. (31/2 Min. ; 
20 c). — Die Waid am Käferberg, 1 St. n. w., mit Restaur. (bequemer Weg 
über Drahtschraidli, S. 53). — Zürichhorn-Park (PL A6), mit Restaur. 







f^fit 



R Tinfati' 



T RA SS >^^^ 



B Tiefen* 



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. Strassenbeihn 



rph fisist V Wa|ner * De1,e.s , Leipzil 



La^e. ZÜRICH. I- R- M. 49 

und dem Städtischen Museum der Schweizer Tierwelt (20 c), Station der 
Dampf schwalben (s. S. 48). — *Uetliberg (S. 55; Eisenbahn in 28 Min.). 

Ständige Kunstausstellung im KünstlerJicms, Talgasse 5, neben 
Hot. Baiu- au Lac; Ausstellung von modernen Kunstwerken des In- und 
Auslandes. Geöffnet tägl. 10-7 U. (10-1 U. Eintr. 1 fr., 1-7 U. 50 c). — 
Gemäldegalerie im Künstler gut s. S. 52. 

Konsulate: Deutschland, Fraumünsterstr. 14 (10-12); Österreich- 
Ungarn, Bodmerstr. 7 (10-12 u. 2-4). 

GeldM^echsler : ZürcJier Kantonalbank, Bahnhof straße 9; Schweizer. 
Kreditanstalt, Bahnhof str. 23; Weil & Adler, Bahnhof str. 77 ; Ktigler & Co., 
Poststr. 2; Gyr, Krauer & Co., Bahnhofplatz; Thom. Cook & Son, Frau- 
münsterstr. 2. 

Photograph. Bedarfsartikel: Krauß & PfoMn, Bahnhof str. 48; 
Meyer & Kienast Georg, Bahnhofplatz. 

Auskunft jeder Art für Fremde unentgeltlich im Offiziellen Verkehrs- 
hureau, Stadthausquai 1 (PI. E3; wochentags 8-12 u. 2-6 TJ.). 

Zürich (409m), Hauptstadt des Kantons, mit 169410 Einw., die 
größte imd bedeutendste Stadt der Schweiz , liegt am nördl. Ende 
des Zürichsees auf beiden Ufern der ihm rasch entströmenden hell- 
grünen Limmat, die die Stadt in zwei Teile, r. die große, 1. die 
kleine Stadt scheidet. An der "Westseite fliei3t die im Frühjahr 
reißende, im Sommer wasserarme Sihl, die sich beim Platzspitz (S. 53) 
in die Limmat ergießt. Pfahlbaufunde beweisen die Besiedelung der 
Stätte in vorgeschichtlicher Zeit. 58 vor Chr. kam Zürich (Turicum) 
mit dem übrigen Helvetien unter die Herrschaft der Eömer. Seine 
frühe Blüte im Mittelalter verdankt es der Gunst der Karolinger. 
1218 reichsfrei, 1292 mit Uri und Schwyz verbündet, seit 1351 Mit- 
glied der Eidgenossenschaft, stand Zürich von jeher an der Spitze 
der geistigen Bewegung der Schweiz. Yon hier ging die schweizer. 
Reformation aus (Zwingli, 1519), und in den folgenden Jahrhunderten 
bis zur Gregenwart hat Zürich eine lange Reihe hervorragender 
Männer auf literarischem und wissenschaftlichem Gebiet aufzu- 
weisen. Seine Schulanstalten sind vorzüglich. Zürich ist Mittel- 
punkt der Schweizer Seidenstoffindustrie ; auch seine BaumwoUen- 
manuf akturen , Maschinenfabriken , Gießereien sind sehr bedeutend. 
Die Stadt mit den früheren 11 Vorstädten oder „Außengemeinden" ist 
jetzt in 5 Kreise eingeteilt: I. Innere Stadt; II. Enge, Wollis- 
hofen und Leimbach; III. Außer sieht und Wiedikon; IV. Oher- 
straßj Unter str aß und Wipkingen; V. Flwitern, Hottingen, Ries- 
bach und Hirslanden. 

DieLage vonZürichist herrlich, an dem kristallhellen See, dessen 
belebte, sanft ansteigende Ufer mit "Wohnhäusern, Obst- und Weingärten 
übersät sind, im Hintergrund die schneebedeckten Alpen: ganz 1. der 
gewaltige Rücken des Glärnisch, dann die senkrechte Wand des Grieset- 
stocks (2804m), r. daneben der Pfannenstock, weiter der Drusher g, der 
vergletscherte Bifertenstock, der Tödi (der höchste, beide im Hintergrund 
des Linthtals) ; davor die Clariden, deren westlichste Kuppe der Kammli- 
stock (3233m); zwischen diesem und dem doppelzackigen Scheerhorn der 
Griesgletscher ; dann die lange Eosstockkette mit ihren seltsam geform- 
ten Hörnern; die breite Windgälle; zwischen dieser und dem Scheerhorn 
der niedrigere dunkle Kopf der Schwyzer Myten; über der Einsattelung 
zwischen dem bewaldeten Kaiserstock und Bqßberg die spitze Pyramide 
des Bristenstocks ; dann, je nach dorn Standpunkt verschieden, über dem 

Baedeker's Schweiz. 31. Aufl. 4.. 



50 I' Iii4. ZÜRICH. See -Anlagen. 

Albis der Blackenstock und UrirothstocTc, und durch die Schnabellllcke 
im Albis die Schneeberge des Engelherger Tals. R. der Albis, dessen nörd- 
lichste Kuppe der UetUberg mit dem G-asthof auf der Spitze. 

Auf dem Bahnhof platz (PL H3) das 1889 errichtete Brimnen- 
denkmal des um die Begründung des Zürcher Polytechnikums , der 
schweizer. Nordostbahn, der Gotthardbahn hochverdienten Staats- 
mannes Dr. Alfred Escher (f 1882), Bronzestatue von R. Kißling, 
auf figurengeschmücktem G-ranitsockel. 

Südl. führt die Bahnhof straße (PI. H-E3) zum See. R. am 
Linth-Escherplatz die Linth-Escher-Schule, davor ein ^Standbild 
Pestalozzi' s von Siegwart (1899); weiterhin r. die Kreditanstalt 
(PI. F 3) ; 1. der Centralhof und der Kappeier Hof; r. die Eidge- 
nössische Bank, die Zürcher Kantonalhank und die Börse (PL E3). 
— Seitenstraßen L führen nach dem baumbepflanzten Lindenhof 
(PL G-3, 4), 37,5m über der Limmat und seit der ältesten Zeit be- 
festigt, einst kais. Pfalzburg; nach der spätgot. Augustinerkirche 
(PL G 3), jetzt von den Altkatholiken benutzt, mit Bildern von De- 
schwanden, und nach der Peterskirche (PL F4), an der Lavater 
23 Jahre lang Pfarrer war (f 1801 ; sein Grab auf der Nordseite der 
Kirche); am Turm eine elektrische Uhr mit 9m h. Zifferblatt. 

Den Stadthausplatz am See (PL E4) schmücken Anlagen (im 
Sommer So. 10.45-11.15 vorm., an Werktagen 8 U. abends Konzert). 
Vorn eine Terrasse mit prächtiger Aussicht (vgl. S. 49). Daneben r. 
der Dampf schiffsteg, 1. eine Badeanstalt (S. 47). — R. am See entlang 
zieht sich der aussichtreiche *See - Quai (Alpen- und Myten- 
Quai) mit hübschen Anlagen bis zum Belvoir-Park südl. vom 
Bahnhof Enge (S. 47). Nahe dem Anfang des Quais r. die *Ton- 
halle (PL DE 3), ein wirkungsvoller Bau von Fellner cfc Helmer 
(1893-95), mit schönen Sälen und Terrassenanlagen (Cafe-Restaur,, 
s. S. 46; abends Konzert, s. S. 48). In den Anlagen ein Marmor- 
reliefbUd des Quai-Ingenieurs Dr. A. Bürkli (1833-94). Oberhalb 
des Bahnhofs Enge die Kirche Enge, 1892-94 im Renaissancestil 
erbaut, mit Kuppel und hohem Glockenturm (Eintr. 50 c). 

ö. vom Stadthausplatz führt die 165m lange Quaibrücke (PL 
E4), 1882-83 erbaut, über die dem See entströmende Limmat. Gleich 
unterhalb im Fluß die Bauschanze, eine baumbepflanzte fünfeckige 
Insel, durch eine Brücke mit dem Stadthaus- Quai verbunden, an 
dem sich das stattliche Gebäude der Hauptpost mit hohem Uhrturm 
erhebt; daneben das an die Fraumünsterkirche (s. unten) angebaute 
Stadthaus (PL F 4), im got. Stil. — Am r. Seeufer ziehen sich die 
Quai- Anlagen (Uto-Quai und Seefeld- Quai) am Stadttheater (PL 
D5) vorbei bis zum (20 Min.) Zürichharn- Park (PL A6; S. 48). 

Die nächste Brücke unterhalb der Quaibrücke ist die vierbogige 
Münsterbrücke (PL F4): mit der im xii. und xiii. Jahrh. er- 
bauten Fraumünsterkirche am 1. Flußufer, der 1479-84 erbauten 
ehemaligen Wasserkirche, unmittelbar am r. Ufer, und dem dar- 
über aufragenden Großmünster ein hübsches Bild des alten Zürich. 



Großmünster. ZÜRICH. I- -B- i4. 51 

In der ehem. Wasserkirclie ist die Stadtbibliothek (PI. F4), 
Eingang in der offenen Halle neben der Brücke : Meldung in der 
Ecke r. (wochentags 10-12, 2-6 Uhr, 60 c. ; Zwinglimnsemn u. Grottfr. 
Keller-Zimmer ohne die Bibliothek auch wochentags 11-12, 20 c). 

Die Bibliothek umfaßt 160000 gedruckte Bände, darunter zahlreiche In- 
kunabeln, und 4500 Handschriften (hervorzuheben ein griech.Psalterium aus 
dem vn. Jahrb.). Im Zwingli-Museum Briefe Zwingli's, Heinrichs IV. v. 
Frankreich, der 1554 im Tower enthaupteten Johanna Grey, Friedrichs d. G-r. 
usw. Im G-ottf ried-Keller-Zimmer Erinnerungen an den 1890 verst. Dichter. 
Außerdem Bildnisse und Büsten berühmter Züricher u. s. w. 

Die Treppe ö. gegenüber der Münsterbrücke führt zum Groß- 
münster (PL F4), im xi.-xiii. Jahrh. im roman. Stil er,baut, die 
obern Geschosse der Türme gotisch, der helmartige Aufsatz mit 
vergoldeten Kreuzblumen vom J. 1779. Am w. Turm oben Kaiser 
Karl der Große sitzend (er soll die Stiftsschule am Münster ge- 
gründet haben). Inneres schmucklos; im Chor neue Glasgemälde, 
Christus, Petrus und Paulus. Die Kirche sowie der malerische 
Kreuzgang, aus dem Anfang des xiii. Jahrh., sind im Sommer tägl. 
6-12 u. 2-6 Uhr geöffnet (20 c, Turmbesteigung 30 c. ; Kirchendiener 
Kirchgasse 13). Mo. 6-7 U. abends Orgelkonzert (1 fr.). 

Auf dem Quai stidl. von der Wasserkirche ein Bronzestandbild 
Zwingli's, der von 1519 bis zu seinem Tode 1531 am Groi3münster 
Pfarrer war, von H. Natter. — An der Rathausbrücke (PI. G4) das 
Mathaus, ein Quaderbau von 1698 (im Vestibül Marmorbüste Gottfr. 
Keller's, von K. Kißling), und die Fleischhalle; gegenüber das 
Museum mit Lesesaal und das Gesellschaftshaus 2/um Schneggen. 

— Weiter am Wollenhof beim obern Mühlesteg (PI. G H 4) das 
Pestalozzi anum, mit permanenter Schulausstellung und dem Pesta- 
lozzistübchen (Eintr. im Sommer wochentags 8-12 u. l^/g - 6^2 ? So. 
10-12 U. frei). 

Der Quaibrücke östl. gegenüber steigt die Eämistraße (PI. 
E-H 5, 6) bergan. Oben r. an dieser die Hohe Promenade (PI. 
E 5, 6) , eine Lindenallee mit Büste des Lieder-Komponisten Hans 
Georg Nägeli (f 1836); schöne Aussicht bei dem kleinen Tempel 
am Ende (früh beste Beleuchtung). Angrenzend der Alte Friedhof. 

— Auf dem Heimplatz, 1. an der Eämistraße, ein Denkmal des 
Komponisten Ignaz Heim (f 1880). Die Straße führt bergan zur 
Kantonsschule (Gymnasium und Industrieschule; PI. G6) und biegt 
dann nach N. um. L. das physikalisch-physiologische Institut der 
Universität und die Augenklinik, r. das Kantonsspital (PL H6; 
dahinter das physikalische Institut des Polytechnikums und die 
Sternwarte), die forst- u. landwirtschaftliche Schule und das 
chemische Laboratorium (PL 15). 

In der nahen Schönberggasse n^ 15, hinter dem physiolog. In- 
stitut, wohnte Jacob Bodmer von 1739 bis zu seinem Tode 1783 
und empfing hier Klopstock, Goethe u. a. — Weiter das Künstler- 
gut (PI. G5), mit der Gemälde-Sammlung der Zürcher Kunstgesell- 

4* 



52 I. -B. 14. ZÜEICH. Polytechnikum. 

Schaft (im Sommer Sa. 2-4, So. 10-12 Uhr frei, sonst nach Meldung 
beim Hauswart, 50 c. ; Katalog 50 c). 

Im Treppenhaus: 181. F. Hodler, Turnerumzug. — Hervorzuheben: 21. 
Baumgartner, Kampf um die Überreste; 72. Ekenas, Forellenfang; 324. 
Bunge, Hamburger Hafen; 75. FcdJcenberg , Refugium peccatorum; 323. 
Buben, venezianischer Fischer; 347. Speier, tunesische Vorposten; 382. 
Tobler, Hochzeit im Ampertal; 370. Stückelberg, Johann Parricida; 49. 
üarölus - Duran, -weiblicher Akt; 233. Koller, auf dem Felde; 286. Ott, 
Walensee; 245. Lehmann, Märjelensee; 3. Anker, Pestalozzi ; 247. Lenbach, 
Leuthold; 228. Koller, Grotthardpost; 33. Böcklin, In der Gartenlaube; 19. 
Baud-Bovy, der Eaucher ; 234. Koller, Vieh in den Hochalpen ; 395. Vautier, 
der galante Professor; 48. AI. Calame, Vierwaldstätter See; *412. H. B. 
Wieland, Feldherr Tod; 311. Bits, Ingenieure im Gebirge; *232. KoUer, 
Viehheerde am See ; 201. Gottfr. Keller, Uferlandschaft ; 378. Ham Tlioma, 
Lautenspielerin; Grob, 114. der Maler auf der Studienreise, 115. Impro- 
visator; 429. Zünd, Eichenwald; 217. Koller, Mittagsruhe; 357. Steffan, 
Alpsee in Engadin; 4.Q. Buchs er, ital. Schäferidyll; 54. JL. Corrodi, Onkel 
u. Nichten; *32. Böcklin, Frühlings erwachen ; 327. Sandreuter, das Dorf 
Charmey; 322. Ohr. Both, das sterbende Kind (Gipsgruppe); 399. Vinc. 
Vela, betendes Mädchen; 37. Bosshardt, Bürgermeister "Waldmanns Ab- 
schied; 74. FaZfcew&ergr, Dalmatinerin ; 240. Larsse?«, norweg. Fischer ; Stuck, 
366. Amazone, 367. Kentaur; 50. Castan, Winterlandschaft; 242. Laup- 
heimer, Memento mori; 355. O. State fflsr, Bildnis; 368. Stückdberg, Köhler 
im Jura; 17. H. Baisch, Rückkehr vom Heringsfang; 52. Oompton, Sommer- 
tag in den Lofoten; 415. Wopfner, Ave Maria; ohne No. Böcklin, der Krieg. 

Das * Polytechnikum (PI. H5) 1., nach Gottfried Semper's 
Plänen 1860-64 erhaut, ist Sitz der Züricher Universität (1832 ge- 
gTündet, mit über 1000 Studenten und 129 Professoren und Dozenten) 
und der eidgenössischen Polytechnischen Schule (930 Studenten 
und 107 Professoren und Dozenten). Beachtenswert die von Semper 
entworfene Sgraffito-Dekoration der Nord-Fassade. 

Haupteingang auf der "Westseite. In der Eingangshalle an der 
Treppe die Büsten der Chemiker Kopp (f 1875) und Bolley (f 1870). Im 
Erdgeschoß die Archäolog. Sammlung: Gipsabgüsse, griech. "V'asen, 
schöne Terrakotten aus Tanagra etc. (So. 10-12, Di. Fr. 2-5 Uhr frei, 
sonst 50 c.) , und die ca. 60 000 Blätter umfassende Kupferstich - Samm- 
lung (Mi. Sa. 2-5 U. frei). — Im ersten Stock Büstendenkmäler 
G. Semper's (f 1879) und des Ingenieurs C Culmann (f 1881), sowie 
die Mineralog. u. Geologisch -paläontolog. Sammlung (sehenswerte Re- 
liefs und Profile von A. Heim). — Im zweiten Stock die Zoolog. 
Sammlung (wie die Sammlungen des ersten Stocks Do. 8-12 und 2-6 "tl. 
frei zugänglich, sonst gegen 50 c.) und die Aula (20 c), ein glänzend 
dekorierter Saal mit mytholog. Deckengemälden von Bin aus Paris und 
der Büste des Philologen J. C. Orelli (f 1849); vom Altan Aussicht. — 
Der im Erdgeschoß wohnende Kastellan, der die Aula öffnet, geleitet 
auch auf die Terrasse auf dem Dach des Gebäudes, die den schönsten 
*Überblick über die Stadt und ihre Umgebung gewährt. 

An der Südseite ist der Eingang zur Universität; im zweiten Stock 
Büsteudenkmäler des Augenarztes Prof. Fr. Hortier und des Theologen 
Prof. AI. Schweizer. — Die Gewerbe-Hygienische Sammltmg ist wochen- 
tags 9-11 u. 2-4 frei zugänglich. 

Zum Rückweg nach dem Oentralbahnhof kann man die S. 48 
genannte Drahtseilbahn (PL H.5, 4) benutzen; oder man steigt 
vom Künstlergut den Sempersteig hinab , an der stattlichen Mäd- 
clwn-Sekundärschide, dem EthnographiscJien Museum am Seiler- 
graben (Eintr. So. IOV2-I2 u. Mi. 2-4 U. frei, sonst 50 c.) und der 
Predigerkirche vorbei zum Limmatquai. 



Landesmtiseum. ZÜRICH. ^- Ä. 14. 53 

Nördl. hinter demBalinliof zwischen Limmat undSihl die Platz- 
promenade (PI. IK3, 4), von dem ehem. Schützenplatz so be- 
nannt (So. vorm. Konzert). In den Anlagen Denkmäler des Minne- 
singers Joh. Hadlaub, des Idyllendichters Sal. Geßner (f 1788), 
des Komponisten W. Baumgartner (f 1867) u. a. Die Promenade 
endet in einer Landzunge, „Platzspitz" genannt, an der Vereinigung 
der Sihl mit der Limmat, gegenüber dem Drahtschmidli (S. 48). 

Das 1898 eröffnete *Sehweizerische Landesmuseum, in 
Anlehnung an verschiedenartige mittelalterliche schweizer Bauwerke 
von 6r. Gull erbaut, enthält kultur- und kunstgeschichtliche G-egen- 
stände von der prähistorischen Zeit bis zum xix. Jahrb. und ist, 
obwohl eine Schöpfung der letzten Jahrzehnte, die bedeutendste 
Kunst- und Altertumssammlung der Schweiz. Die einzelnen Räume 
sind in Stil und Ausschmückung dem Charakter der ausgestellten 
Stücke möglichst angepaßt; daneben enthält das Museum eine große 
Zahl von Originalzimmern aus dem Mittelalter und der Renaissance- 
zeit. Die in allen Räumen verteilte Sammlung alter Grlasgemälde 
(Wappenscheiben etc.) ist einzig in ihrer Art. — Das Museum ist 
vom 15. Juni bis 14. Sept. täglich (außer Mo.) 10-5 (die übrige Zeit 
des Jahres 10-4) U. geöffnet; Eintr. wochentags 10-12 ü. 1 fr., 
Kinder 50 c; 12-5 IJ., sowie So. 10-12 U. Eintr. frei (an hohen Feier- 
tagen geschlossen). Guter „Führer" von Dr. H. Lehmann (1 fr.). 

Eintritt durch das Portal unter dem großen Turm, links. Im Kor- 
ridor 3 alte Erdgloben. — I. Saal. * Vorgeschichtliche Altertümer. HöMeu- 
und Pfahlbaufunde. Modelle der Fundstätte Schweizersbild bei Schaff- 
hausen (S. 31) und eines Pfahlbaudorfs. Gräber der Bronze- und Eisen- 
zeit. In der Mitte die Bronzebüste des Entdeckers der Pfahlbauten Dr. 
Ferd. Keller (f 1881). — II. Saal. Römische Funde aus der Schweiz 
(G-efäße, Schmucksachen, Bronzestatuetten, G-eräte, Steindenkmäler). Mo- 
dell einer röm. Villa in Pfäffikon. — III. Römische Waffen und Werk- 
zeuge. Alemannische, burgundische und langobardische Funde. Mero- 
wingisch-Karolingisches. — 3Iittdalter und Neuzeit : IV. Bilderdecke mit 
Darstellungen aus dem Neuen Testament, Kopie aus der Kirche in Zillis 
(xm. Jahrb.). Altarteile. Geschnitzte got. Balken aus dem Wallis (xv. Jahi-h.). 
Ofenkacheln (xiv.-xvi. Jahrb.). Nun zurück und r. die Treppe hinauf. 
— V. Rekonstruktion einer Backstein - Arkade von St. Urban (Luzern; 
xin.-xiv. Jahrb.). Gotische Hanstür des Supersax'schen Hauses in Sion 
(S. 354; Anf. xvi. Jahrb.). — VI. Backstein-Fenster u. Türen aus St. Urban 
u. Beromünster. Architekturfragmente aus Zofingen, Alt-Büron etc. (xni. 
u. XIV. Jahrb.). — VII. Rekonstruktion eines Zimmers aus dem Hause 
zum Loch in Zürich (c. 1306). Heraldische Altertümer. Fenstervitrine : 
Zürcher Wappenrolle (c. 1318). Schuhe der Äbtissin Hildegard (f 859). 
Lederkassetten. Große Vitrine: Brantschmuckkästchen. Romanische Leuch- 
ter. Ritterschild des Arnold v. Brienz ans Seedorf (xm. Jahrb.). — VIII. 
Gotische Kapelle, mit Architekturfragmenten und Grabplatten. Holz- 
schnitzaltäre. Totenschilde. Zwei Palmesel etc. — IX. Kreuzgang- Vor- 
halle. Gotische Grabdenkmäler. — X. Schatzkammer (Krypta, elektr. 
beleuchtet; 11-12 vorm. u. 2-4 nachm. offen). Silbergerät, Zunftbecher 
etc. Kette des Bürgermeisters Waldmann (S. 99; xv. Jahrb.); Becher 
des Antistes Bullinger (Geschenk der Königin Elisabeth von England 
1560); Zwinglibecher (kölnische Faience); Denkmünzen u. Medaillen, — 
XI, XII, XIII. Alte Schlitten, Sänften, Karrossen, Feuerspritzen. Großes 
geschnitztes Faß (1745). Folterkammer. Küche (xvn. u. xviii. Jahrb.). — 
XIV. Ratsstube der Stadt Meilingen an der Reuß (1467). Glasgemälde 



54 1- R' i^- ZÜKICH. Landesmuseum. 

der acht alten Orte der Eidgenossenschaft und des Reichs. — XV. Kreuz- 
gang. Arkaden aus dem ehem. Predigerkloster in Zürich (xm. Jahrh.). 
*G-lasgemälde aus dem Ende des xv. und Anf. xvi. Jahrh. — XVI, XVII, 
XVIII. *Drei gotische Zimmer aus der ehemaligen Fraumünster abtei 
in Zürich (1489-1507). In XVII. Schnitzaltar des Monogrammist en A. H. 
(1521). Flügel mit der Legende des h. Johannes von Hans Fries. In XVIII. 
zwei Ansichten von Zürich aus dem Anf. des xvi. Jahrh. — XIX. Korri- 
dor. Möbel und Tafelbilder von Hans Leu u. a. — XX. Loggia (Aus- 
sicht auf den Park). Nachbildung einer Früh-Renaissance-Decke aus der 
Casa de' Negromanti in Locarno. — XXI. Korridor, mit spätgot. Rosetten- 
decke aus Arbon. Schöne Grlasgemälde. G-ot. Holzschnitzereien. — XXII. 
Apotheke aus dem alten Benediktinerkloster Muri. — Hinauf zum 

I. Stock. — XXIII. Arbonsaal, mit spätgot. Medaillondecke aus dem 
Schlosse Arbon (1515). Textilsammlung. G-estickter Wandteppich mit 
Darstellung der Weiberlist (1522). Antipendium aus Lachen (1480). 
♦Tischplatte von Hans Holbein, 1514 (früher in der Stadtbibliothek). 
Truhen etc. — XXIV. Spätgot. Alkoven aus dem Unterwallis (xv. Jahrh.). 

— XXV. Zimmer aus dem Dominikanerinnenkloster Oetenbach in Zürich 
(1521). Frührenaissance-Altar aus Kazis. — *XXVI. Renaissancezimmer 
aus der Casa Pestalozzi in Chiavenna (1585). — XXVII. Zimmer aus der 
Rosenburg in Stans (1566). — XXVIII. Schlafzimmer („Winterstube") aus 
dem Schlößchen Wiggen bei Rorschach (1582). — *XXIX. Prunkzimmer 
aus dem Seidenhof in Zürich, mit Ofen von L. Pfau in Winterthur (1620). 

— XXX, XXXI. Korridor. Glasgemälde aus dem Kloster Rathausen (Lu- 
zern). Renaissance-Möbel u. Architekturteile (xvi. u. xvii. Jahrh.). *Großer 
Pariser Gobelin mit dem Allianzvertrag zwischen Ludwig XIV. und den 
Abgeordneten der Eidgenossenschaft (1663). Bronze- , Kupfer- u. Zinn- 
geräte (xvi. -XVIII. Jahrh.). — XXXII. Lichthof. Geschnitzter Plafond aus 
Neunkirch (1555). Pflaster in Tonfliesen aus Stans (1566). 

II. Stock. — XXXIII. Galerie. Möbel aus dem xvi. u. xvii. Jahrh. — 
XXXIV. Zimmer aus dem Winkelriedhause in Stans mit schwerer 
Kassettendecke (1600). — XXXV. Dachraum. Möbel aus Graubünden 
(xvii. u. xvm. Jahrh.). — XXXVI. Zimmerchen aus dem Kloster zu Münster 
(Graub.; 1630). — XXXVII, XXXVIII. Möbel. — XXXIX. Zimmer aus 
dem Podazzo PeUanda zu Biasca (1587). — XL, XLI. Alte Möbel, Musik- 
instrumente, Truhen etc. — Die Stufen führen hinauf in die reichhaltige 
Trachtensammlung. — Wieder hinab zum Lichthof und r. in den 

I. Stock. — XLII. Galerie der Kapelle. Türen aus dem alten 
Musiksaal in Zürich (xvm. Jahrh.). — *XLIII. Barocksaal aus dem Loch- 
mann-Hause in Zürich (Ende des xvn. Jahrh.), mit mytholog. Decken- 
gemälden u. Porträten franz. Könige, Staatsmänner und Feldherrn. Mo- 
delle der Befestigungen von Zürich (xvii. Jahrh.). — XLIV. Obere 
Kapelle. Kirchliche Altertümer des xvii. u. xvin. Jahrh. Schmiedeeiser- 
nes Chorgitter aus Killwangen. — XLV. Rokokozimmer (xvm. Jahrh.). 
Sammlung von Zürcher Porzellan aus der ehem. Fabrik in Scheren bei 
Bendlikon. — XL VI, XL VII. Korridor. Gläser, Porzellan u. Fayencen vom 
xvi.-xix. Jahrh, — XL VIII. Keramische Sammlung. I. Kabinett: Ofen- 
kacheln, Majolikaplatten u. Gefäße aus Winterthur (xvi. u. xvii. Jahrh.), 
IL u. III. Kab. : Majolikateller, Fayencen aus Beromünster, Lenzburg, 
Zürich etc. — XLIX. Uniformen aus dem xvii. und xvm. Jahrh. — *L, 
Waffenhalle. Prächtiger Saal mit der reichhaltigen und wirkungsvoll auf- 
gestellten Waffensammlung, meist aus dem Zeughaus in Zürich, eine 
glanzvolle Erinnerung an die Kriegstaten der Schweizer im xvi. Jahrh. 
Im Mittelraum Prunkschwert, Herzogshut und Banner, von Papst Julius IL 
1512 an die Eidgenossenschaft geschenkt; die Waflfen Zwiugli's (S. 51), 
etc. — LI. Uniformen des xix. Jahrh. — LH. Korridor. Glasmalereien, 
Glasätzereien und Entwürfe für Glasgemälde. 

In dem auf die Anlagen der Platzpromenade geöffneten Hof einige 
alte Geschütze schweren Kalibers. — R, vom Hauptturm die Kunstge- 
werbeschule mit dem Gewerbemuseum (9-12 u. 2-6 geöffnet, Di, ge- 
schlossen), Bibliothek und Lesesaal. 



Botun. Garten. ZÜRICH. L R 14. 55 

Am r. Ufer der Limmat an der Weinbergstr. die kath. Lieb- 
frauenliirclie (PI. I 4, 5), eine stattliche Basilika im ital.-roman. 
Stil, mit freistehendem Turm (oben gute Rundsicbt; 50 c). 

In Außersihl (PL Gr-I, 1, 2), dem industriellen Stadtteil am 
1. Ufer der Sibl (elektr. Straßenbahn s. S. 48), die Militär-Anstalten 
des Kantons Zürich: Kaserne, Zeughaus etc., und der Central- 
friedhof Sihlfelcl mit Krematorium (Eintr. 1 fr.). 

Der Botanische Garten (Eingang Pelikanstr. ; PI. F 2) ist 
gut gehalten, mit Marmorbüsten des Botanikers Heinr. ZoUinger 
(t 1859) und des Naturforschers Oswald Heer (f 1883) , sowie Erz- 
büsten von A. P. De CandoUe (f 1841) und Conr. Geßner (f 1565). 
Sein höchster Punkt ist die Katz, eine ehemalige Bastei. — W. 
und ö. neben dem Botan. G-arten führen Brücken über den Schanzen- 
graben zum Bahnhof Selnau der IJetli- und Sihltalbahn (PI. Fl; 
s. unten und S. 56). 

Am Zürichherg j 25 Min. s.o. (Straßen- und Drahtseilbahn s. 
S. 48), das Restaur. Waldhaus Dolder (auch Pens., s. S. 47) und 
8 Min. oberhalb das großartige '^ Dolder Gh'and Hotel (650 m; 
220 Betten, Z. 3-10, F. IV2, Gr- 4, M. 6, P. 11-18 fr.; im Winter ge- 
schlossen), mit großem Wildpark (Eintr. für Nichtgäste 20 c.) und 
reizender Aussicht auf den See und die Alpen. 

Hübsclie Waldpromenaden zum (1/2 St.) Forsthaus Ädlisberg (640m; 
G-artenwirtsch.), auf den (3/4 St.) Loorenkopf (lOSm), mit schöner Aus- 
sicht, etc. 

Weiter n. auf dem Zürichberg oberhalb des neuen Rigiviertels 
das * Restaurant Rigihlick (595m), vom Paradeplatz mit Straßen- 
und Drahtseilbahn in Y2 St. zu erreichen (s. S. 48), mit Wald- 
spaziergängen und schöner Aussicht auf Stadt, See und Alpen, das 
Limmat- und G-latt-Tal, Jura und Schwarzwald. 

Der Uetliberg. 

Eisenbahn in 28 Min., 1. Kl. 3 fr. 50 c, 2. Kl. (am meisten benutzt) 
2 fr., Retourbillete 5 und 3 fr., Sonn- und Feiertags Extrafahrten, 1 fr., 
hin und zxu-lick I1/2 fr. ; auch Abonnement. Kombinierte Billete für Bahn- 
fahrt, Z., A. u. F. im H. Uetliberg 8 fr. — Die Bahn (Adhäsionsbahn, 
ohne Zahnstange) ist 9km lang; Maximalsteigung 70/0. Abfahrt vom Bahn- 
hof Selnau (PI. Fl; s. oben), 15 Min. vom Centralbahnhof (mehrfach 
Handweiser). 

Die Bahn (r. sitzen!) führt eine Strecke an der Sihl entlang, 
dann hinüber zur (5 Min.) Haltestelle Zürich-Binz (424m), wo die 
Steigung beginnt, anfangs an offener Berghalde, mit Aussicht auf 
Zürich und das Limmattal, weiter durch Wald. 17 Min, Halte- 
stelle Waldegg (623m; Whs.); nun in starker Kurve auf dem Berg- 
rücken hinan zur Endstation (816m). 5 Min. oberhalb '^Hot-Pens. 
Uetliberg (850m; 95 Betten, Z. 2V2-5, F. IV2, M. 31/2, A. 2V2, P- 
8-12 fr.) ; 3 Min. weiter auf dem Gripfel die Restauration Uto-Kulm 
und ein 30m h. eiserner Aussichtsturm (167 Stufen; 20 c). Wald- 
parkanlagen mit vielen Ruhesitzen umgeben die Grasthäuser. — 
Südl. 1/4 St. unterhalb des Gipfels, am Fußwege nach Zürich (s. 



56 L R. 14. - K. S. 55. ZÜRICH. Uettiherg. 

unten), *H.-P. Uto- Staffel (Z. IV2-2, M. 2-3, P. von 5 fr.) und 
^H.-P. Annaburg mit Restaurant (P. 7-9 fr). 

Der *Uetliberg (873m) ist die nördlicliste Kuppe des Albis- 
rtickens. An GrroiJartigkeit wird die Aussicht von den den Alpen 
näher gelegenen Höhen vielleicht übertroffen, an Lieblichkeit nicht 
erreicht: Zürich, See, Limmattal, die Alpenkette vom Säntis bis 
zur Jungfrau und dem Stockhorn am Thuner See, im Vordergrund 
Rigi und Pilatus, w. die Jurakette, n. der Feldberg und Reichen im 
Schwarzwald und die vulkanischen Kegel des Höhgaus. Zeißfern- 
rohr; gutes Panorama von Keller. — Auf Utokulm ein Denkmal 
des Rundespräsidenten Jacob Dubs (f 1879). 

Der Fußweg auf den Uetliberg (2 St.) führt vom Paradeplatz 
(PI. F 3) durch den Bleicherweg, die Beder- nnd Utostraße, nach 20 Min. 
über die Sihl (bis zur Brücke elektr. Bahn, weiße Linie, s. S. 48) nnd 1. 
durch die G-ießhübelstraße zum (15 Min.) Alhisgütli, dann durch die Uetli- 
bergstraße am schön gelegenen Schütsenhaus (Restaur.) vorbei dem Berge 
zu und auf gutem, hier und da etwas steilem Wege in Windungen zum 
(1 St.) Hotel Uto - Staffel (s, oben) auf der Kammhöhe, wo sich die Aus- 
sicht auf Rigi, Pilatus und Berner Alpen öffnet. Von Uto-Staffel bis Uto- 
Kulm 20 Min. 

Vom Uetliberg zur Albis-Ho chwacht (3 St.), sehr lohnende 
Wanderung stets über den Rücken des Albis, bergaui bergab, meist durch 
Wald. Einige Min. hinter Hot. Uto-Staffel (s. oben) bei der G-abelung 
des Weges (Handweiser) r. Fahrweg, der mehrfach mit einem dem Ost- 
rande näher bleib enden, aussichtreicheren Fußwege abwechselt. Über 
Baltern (Whs.) nach (I1/4 St.) Felsenegg (Restaur.), mit schöner Aussicht : 
1. das Tal der Sihl, darüber hinaus der blaue See, r. fruchtbares Hügel- 
land, darüber die Alpen. — 1 St. Nieder-Albis (793m; Hirschen; Rest. 
Windegg); 20 Min. weiter Albis - Hochwacht {^^dra) , mit Pavillon und 
prächtigem Blick auf den Zuger See, Rigi, Pilatus etc. Nach 1/4 St. Weg- 
teilung: r. auf das (s/^ St.) Albishorn (918m; Wirtsch.), mit prächtiger 
Aussicht, 1. durch schönen Wald hinab zum (1/2 St.) Forsthaus TJnter- 
Sihlwald (gute Unterkunft), an der Sihl, von wo Süiltalbahn (s. unten) 
nach Zürich. 

Sihltalbahn von Zürich (Bahnhof Selnau, S, 55) bis Sihlbrugg, 
18km in 52 Min., über Sood, Adlisivil, Gontenbach, Langnau-Gattikon 
und Sihhvald. Bei (9km) Gontenbach (Fahrzeit 1/2 St.) der Langenberg, 
ein 1/2 St. langer, der Stadt Zürich gehöriger Wildpark mit Hirschen, 
Rehen, G-emsen, Steinböcken (Restaur.). Von (14km) Sihlwald Fußweg 
auf das (I1/4 St.) Albishorn (s. oben). — Sihlbrugg, s. S. 99. 

15. Von Zürich nach Sargans (Chur). 
Zürichsee und Walensee. 

Eisenbahnen. Linksufrige Zürichseebahn (S. 57) von Zürich über 
Thalwil, Richterswil, Ziegelbrücke, Sargans bis Chur_, 117km in 22/3 (En- 
gadin-Expreß, 2. Juli -15. Sept.) -41/2 St., kürzeste Verbindung mit Chur. -- 
Rechtsufrige Zürichseebahn (S. 63) von Zürich über Meilen und Rapperswil 
nach Ziegelbrücke, 61km in 2-21/4 St. für (2. Kl.) 6 fi-., (3. Kl.) 4 fr. 25 c. — 
Glatttalbahn (S. 64) von Zürich über Uster und Rapperswil nach Ziegel- 
brücke, 68km in 12/3-2V4 St. (Schnellzug bis Chur in 31/3 u. i'^h St.). Diese 
Bahn erreicht erst bei Rapperswil den Zürichsee. — Fahrpreise (über Thal- 
wil oder Meilen) bis Weesen 6 fr. 25, 4 fr. 40, 3 fr. 15 c, bis Chur 12 fi-. 30, 
8 fr. 65, 6 fr. 15 c. — In Ziegelbrücke oder Weesen Anschluß nach Glarus 
imd Linthal (s. R. 21). 

Dampfboot von Zürich (Stadthausplatz) über Thalwil und Horgen bis 



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ZaricJisee. WÄDENSWIL. I.R.iB. 5t 

Wädenswil im Sommer 10 mal tägL in IV3 St., bis Rapperswil 6 mal in 
11/2-2 St.; außerdem bei schönem "Wetter -wöchentlich 4-6 Vergnügungs- 
fahrten, sowie Sonntags vorm. 10-12 bis Horgen und zurück, nachm. 3-6.45 
nach Rapperswil u. zurück (I. PI. 3 fr., So. 2 fr., II. PI. 1 fr-.). 

Der Züriehsee (409m), 40kin lang, bis 4km breit (Seefläche 
87,8qkm), 143m tief, hat seinen Zufluß durch die Linth, den Abfluß 
durch die Limmat Die Ufer steigen in sanften Abhängen empor, 
bedeckt mit "Weinbergen und Obstgärten, höher hinauf an den kaum 
800m hohen Bergen "Wald. Beide Ufer sind mit Häusern, Villen 
und Fabrikgebäuden übersät, und nicht mit Unrecht nennt man sie 
Vorstädte von Zürich, Im Hintergrund ziehen sich in langer Kette 
die schneebedeckten Alpen hin (s. S. 49). 

Eisenbahnen. — a. Linksufrige Zürichseebahn von 
Zürich über Thalwilund Ziegelbrücke nach Sargans. — 
Die Bahn umzieht in großem Bogen die Stadt (zweimal über die 
SiJil) und tritt bei (4km) Stat. Zürich- Enge (S. 46) an den See. 
6km Zürich -Wollisliofen (Hirschen; Best. & Pens. Frohalp, 10 Min. 
oberhalb, P. 5-7 fr.) ; hübsche Aussicht von der „Riviera", Y4 St. über 
dem See. 9km Be7idlikon-Kilchberg, r. höher gelegen (in Kilchberg 
wohnte der Dichter Conr. Ferd. Meyer, f 1898). 10,5km Eüschlikon 
(*H.-P. Belvoir, mit reizender Aussicht, P. 6-8 fr.) ; 20 Min. ober- 
halb das Nidelbad (Dr. Wiel'sche Kuranstalt, P. von 8 fr. an), mit 
hübschen Spaziergängen. — 12km Thalwil (438m ; *H.-P. Catha- 
rinenhof, beim Bahnhof, mit Aussichtsterrasse, Z. 2^2-3, F. 1.20, 
M. 2, P. 6 fr.; Adler, bei der Kirche, einf. gut; Krone, am See, mit 
Garten, Z. 1-2, P. 4-6 fr.), stattliches Dorf (6791 E.) mit großen 
Fabriken; bei der hochgelegenen Kirche schöne Aussicht. (Nach 
Zug und Luzern s. S. 99.) — 14km Oberrieden. 

16,7km Horgen {Löiven; Meyerhof, nahe dem Bahnhof, mit 
Aussicht nach dem See, Z. 2, F. 1, M. 2V2, P- von 5 fr. an; Cafe- 
Rest. Schützenhaus , am See), ansehnlicher Ort mit 6883 Einw. In 
der Kirche zwei große Fresken von Barzaghi. 

Dampfboot nach Meilen (S. 63) 8 mal tägl. in 12 Min.; nach Herrli- 
berg 8 mal tägL in 10 Min. — 1/2 St. oberhalb Horgen das Kurhaus Bocken 
(P. 41/2-6 fr.), mit reizender Aussicht. — *Zimmerberg (1 St.) s. S. 99. 

Bei (21km) Au tritt 1. die gleichnam. Halbinsel weit in den See 
vor (*H.-P. Au, 10 Min. oberhalb des Bahnhofs, mit Restaur. und 
schöner Aussicht), — 24km Wädens'wil (410m ; ^Engel, am See, 
Z. 2-2Y2 , ?• ^^/2-'^ fi'- 5 -^- du Lac; Best. BeUevue), hübsch gelegener 
Ort, der größte am See (7585 Einw.). Besuch der Anlagen der eidgen. 
Versuchsanstalt und Schule für Obst-, Wein- imd Gartenbau im 
Schloß interessant (hiibsche Aussicht von der Terrasse). 

Eisenbahn nach Einsiedeln s. S. 127; Post 2 mal tägl. in 1 St. 40 Min. 
über ScMnenberg nach Hütten (S. 127). 

27km Richters wil {*Drei Könige, mit Garten, Z. iVg-^Va, 
F. 1, M. 2, P. 4-6 fr.; ^ Engel, am See, Z. 2, M. m. W. 2V2, P. 
5-7 fr.), mit 4084 Einw., gleichfalls reizend gelegen. 



68 I. M.1S.- R. S. se, 12. WEESEN". Vb» Mrieh 

Der See erreicht hier seine größte Breite; nach 0. öffnet sich 
der Blick auf die Toggenburger Berge. 29kin5<XcÄ. Vor (33kni) Ff&ffi- 
kon (*Hot. Höfe) 1. im See die Inseln Ufnau und Lützelau (S. 64). 
Über den Seedamm nach Rapperswil (4km; Eisenbahn in 8 Min.) 
s. S. 64. 

Eisenbahn über Wollerau nach Samstagern (Arth-Goldau, Einsiedeln 
etc.) 8. S. 127. Hübseher Spaziergang über den (V2 St.) Luftkurort Lugeten 
(650m; *H,-P,, 4-5 fr. nach (1/2 St.) Feusisberg (S. 127) und weiter nach 
(3/4 St.) Schindellegi (S. 127). Auf den Msd s. S. 128. 

Die Bahn tritt an den Obern See. Über Altendorf r. am Ab- 
hang die Kapelle St. Johann (505m) und die Pens. Johannesburg 
mit hübscher Aussicht (P. 4-5 fr.). 

39km Lachen (412m; *Bären, Z. 2-4, F. 1, M. 2V2, P. 5-7 fr.; 
*Ochsen, Z. IV2-2, F. 1, M. V/^ fr.; Hot. Bahnhof, gelobt), mit 
hübscher Eokokokirche , an einer Bucht unweit der Mündung der 
Wäggitaler Äa. 40 Min. n.ö. das Bad Nuolen, am Fuß des Untern 
Buchbergs freundlich gelegen, mit Mineral- u. Seebädern (P. 41/2-6 
fr.). — Die Bahn verläßt den See und überschreitet die Aa vor 
(43,5km) Siebnen- Wangen. 

Wäggital. Fahrweg (Post bis Innertal 2 mal tägl.) von (1/4 St.) 
Siebnen (*Rabe) auf der 1., später auf der r. Seite der tief eingeschnittenen 
Aa nach (I1/2 St.) Vorder -Wäggitat (731m; Schweizerhof; Bär; Post; 
Rößli, einf. gut), in grünem Talkessel freundlich gelegen; weiter durch 
die Talenge Stockerli zwischen r. Großem Auberg (s. unten) und 1. Gugel- 
berg (1152m) nach (I1/2 St.) Inner -Wäggital (853m; Schäfli, Z. l-2Viä, 
P. 31/2-5 fr., einf. gut; 1/4 St. weiter *Bad Wäggital, mit trefflichem Trink- 
wasser, Z. 2, M. 3, P. von 41/2 fr. an). Hübsche Ausflüge talaufwärts in 
die Au (20 Min.); ö. zur Fläschenlochqudle (1/4 St.), auf die Aaberli-Alp 
(1081m) 1/2 St., HoJifläschen-Alp (1440m) IV2 St. Großer Auberg (1698m), 
über die Bärlaui-Alp in 3 St. m. F., und Fluhberg (DietTidm, 2095m), über 
die FläscTdi-Alp in 41/2 St. m. F., beide unschwierig und lohnend. — Ins 
Klöntal (F. ratsam), am Aabach hinan über die Aabern-Alp (1087m) 
zum (21/2 St.) Schweinalp- Paß (1572m); hinab über J5rMSc7t- und Schwein- 
Alp nach (1 St.) Bichisau (S. 94). 

Weiter durch eine teilweise sumpfige Niederung. 50km Rei- 
chenburg; 54km Bitten (Hirsch); in einem alten Adelshaus die 
„Herrenstube", im Hochrenaissancestil (1616-18). Lohnend die Be- 
steigung des südl. aufragenden Hirzli (1642m ; 3^2 St., F. 5-6 fr.). — 
Dann über den Linthkanal (S. 60) nach 

57km Ziegelbrüeke {*Gasth.), Knotenpunkt der G-latttalbahn 
(S. 65) und der Bahn nach Glarus (S. 85). 

Die Bahn biegt um den Biberlikopf (S. 59). Rechts thronen 
Rautispitz und Grlärnisch. 

60km Weesen. — Bahnrestaur. — Gasth.: *H.-P. Speer, am 
Bahnhof, mit schöner Aussicht, 40 Z. zu 2-3, F. 11/4, M. 3, P. von 5 fr. an; 
am See, 8 Min, vom Bahnhof (Omnibus 50-70 c): *Wee8en- Seh wert, 
mit Anlagen am See, 60 Z. zu 2-4, F. 1.20, M. 3, A. 2, P. 6-10 fr.; *H.-P. 
Mariahalden, in erhöhter freier Lage, mit Aussichtsterrasse, 30 Z. zu 
21/2-31/2, F. IV4, M. 3, P. 6-8 fr.; *H.-P. du Lac, 40 Z. zu 2-3, F. 1.20, 
M. 21/2-3, P. 5-7 fr. ; *Rößli, 50 Z. zu 2-21/2, F. 1.20, M. 21/2, A. 2, P. 5-6 fr.; 
im Fly (s. S. 59): Hirschen; H. Bahnhof ; Erholungs- und Verpflegungs- 
heim BetTiania, P. von 3 fr. an. — Motorboot und Ruderboote 8. S. 59. 



nach Chur. WALLENSEE. K. S.72.-L R.16. 59 

Weesen (432m), mit 741 Einw., in geschützter fruchtbarer Lage 
am "W.-Ende des Wallensees, wird als Übergangsstation und Sommer- 
frische viel besucht. Am See eine schattige Esplanade mit hübscher 
Aussicht. Am Klosterherg wächst ein guter "Wein. 

Umgebungen. Schattige FuBpfade führen auf den (25 Min.) Kapfsn- 
herg, mit reizender Aussiclit. Vom (20 Min.) Jakobstraum ebenfalls 
schöne Aussicht. — Hübscher Spaziergang (vom Bahnhof Weesen 3/4 St.) 
auf den Biberlikopf (578m) ; schöne Aussicht über den ganzen Wallensee, 
Linthtal, Glärnisch etc. — Sehr zu empfehlen die Kahnfahrt (in 1 St., 
31/2 fr.) über den See nach dem am FuJß des Leistkamms gelegenen Dörf- 
chen Betlis mit der Euine StraJdegg; man lasse sich bis zur verfallenen 
Serenmühle rudern und gehe am Bache steil hinauf zu den Serenbach- 
fSZlen (S. 60; Wirtsch. z. "Wasserfall und z. Friedberg), zurück auf neuer 
in den Felsen eingesprengter Straße am Muslenfall vorbei und durchs Fly 
nach (IV4 St.) Weesen. — Lohnender Ausflug zum {l^U St.) Durchschlägli 
(1124m), einem Einschnitt des Mattstocks, mit schönem Blick auf die 
Amdener Wiesenhänge, den Leistkamm und den Wallensee. Vom Speer- 
wege (s. unten) 1 St. oberhalb Weesen, wenige Min. hinter dem ersten 
G-atter, r. ab. Zurück über (1/2 St.) Amden (s. unten). 

Eine aussichtreiche, gegen Abend schattige Straße (Post vom Bahnhof 
2 mal tägl. in I1/2 St. für 80 c; Einsp. 10 fr.) führt nach dem am n. See- 
ufer hoch oben in sonnigen Matten gelegenen Dorf (IV2 St.) Araden (939m; 
*Eößli, P. 4 fr. ; Stern; Löioen; Hirschen). Schöne Aussicht auf den See, 
den Mürtschenstock und die Berge des Linthtals vom Gieregärtle, an der 
Straße 1/2 St. von Weesen. — Fußweg von Amden nach Betlis, 1 St. — 
Von Amden auf den Leistkamm (2105m), 4 St. m. F. (8 fr.), nicht schwierig, 
lohnend. — Ins Toggenburg (S. 80): von Amden über die Amdener- 
höhe (1420m) und Lad nach Neßlau oder Stein c. 31/2 St., lohnender aus- 
sichtsreicher Weg; etwas mühsamer über den Paß Auf der Höhe (1543m) 
nach Stein oder Starkenbach (4 St.). 

*Speer (1954m), 41/2 St., sehr lohnend (zahlreiche Wegw., F. 7 fr., ent- 
behrlich). Beim Wegweiser am NO.-Ende von Weesen 1. ab, mit hübschen 
Rückblicken auf den See, weiter durch Wald und Matten steil bergan 
über Wesenermattalp (1080m) und ühte)'e Bützalp (1312m) zur (31/2 St.) 
Ober - Käsernalp (1654m; Wirtsch. zum Hohen Speer, gut, Bett 1-2 fr.), 
dann 1. in 3/4 St. zu dem aus Nagelfluhe bestehenden G-ipfel, mit prächtiger 
Aussicht. Bequemer Abstieg von der Ober-Käsernalp über das Durch- 
schlägli (s. oben) nach Amden. Aus dem Toggenburg auf den Speer s. S. 79. 

Der *Walleiisee oder Walensee (423m) , 15km lang, 2km 
breit (Seefläche 23qkm), bis 151m tief, hellgrün, steht an Groß- 
artigkeit der G-ebirgsnatur dem Vierwaldstätter See kaum nach. 
Das N.-Ufer bilden fast senkrechte Felswände, am See an 650-lOOOm 
hoch, ö. von den nackten Hörnern der sieben Kurfirsten {Selun 
2207m, Frümsel 2268m, Brisi 2280m, Zustoll 2239m, Scheiben- 
sioZi 2238m, Hinter ruck 2309m, Käserruck 226Qm) überragt. Außer 
Betlis (s. oben) hat nur ein einziges Dorf, Quinten, am N.-Ufer 
Raum. Auch am S.-Ufer senken sich die Felsen an vielen Stellen so 
steil in den See, daß für die Eisenbahn neun Tunnels gebrochen 
werden mußten. An den Mündungen der Bäche, die vom Mürtschen- 
stock (S. 60) herabkommen, haben sich einzelne Ortschaften ange- 
siedelt. 

Rundf ahi'ten des Motorbootes „Elektra" in 3 St. für 1 fr. 80 c. : Ab- 
fahrt in Weesen Vm. 91/4, Nm. 31/4 Uhr (auch Extrafahrten), Aufenthalt 
in Quinten oder Murg. Ruderboote die erste St. 80, jede weitere St. 60 c, 
mit einem Ruderer 1 fr. 60 und 1.40. Kahnfahrt von Weesen nach Betlis 



i. S.15. — K. S. 72, 86. MirRG. Von Zürich 

0-I2, Mtlhlehorn 4, Murg ö^/a, Quinten < 
Stadt 10 fr. (mit einstund. Aufenthalt). 

Die Balm (Aussicht 1.) überschreitet den Linfhkanal (r. die 
Bahn nach Grlarus, K. 21), der den Walensee und Zürichsee ver- 
bindet, dann den JEscherJcanal, den von Netstal (S. 86) an kanali- 
sierten Einfluß der Linth in den Wallensee. Durch diese unter Lei- 
tung Konrad Escher's 1807-22 ausgeführte sog. Linth-Unternehmung 
wurde der früher mit Geröll bedeckte, sumpfige Landstrich frucht- 
bar gemacht. Die Bahn tritt an den Wallensee. Zwei Tunnels. Jen- 
seit des Sees der Fall des Muslenbachs, auf der Höhe das Dorf 
Amden (S. 59); dann in einer Felsschlucht die Fälle des Seren- 
bachs, im Hochsommer trocken. Drei Tunnels, dazwischen immer 
hübsche Blicke 1. auf den See. — 66,7km Mühlehorn (Gasth. : zur 
Mühle, Tellsplatte, Traube, einf. gut). 

Von Mühlehorn schöne neue Straße (Fußgängern zu en[ipfehlen) über 
(12 Min.) Tiefenwinkel (Brauerei u. Pens. Seegarten) und (35 Min.) Murg 
nach (V2 St.) Unterterzen, weiter über Mols nach (1 St.) Wallenstadt. 

VonMühlehorn nachMollis über den Kerenzerberg (3 St.), 
lohnende Wanderung. Die gute Straße (Post bis Obstalden 3 mal tägl. in 
55 Min. für 50 c, 2 mal bis Filzbach in IV3 St. für 70 c; Einspänner 6, 
Zweisp. 10 fr., bis Filzbach 7 bzw. 12 fr.) steigt in großen Windungen 
(Fußwege kürzen) über Voglingen nach (1 St., 4km) Obstalden (682m; 
*Hirschen, 50 Z. zu IV2-2V2, T. 1.20, M. 21/2-3, P. 5-61/2 fi-.; * Sternen, 
P. 5-6 fr., beide mit Gärten), reizend gelegenem Dorf mit schöner Aus- 
sicht auf den Wallensee, beliebtem Luftkurort. Lohnender Ausflug von 
hier oder von Filzbach zum (I1/2 St.) hübschen Talalpsee (1100m); von 
da über die Spannegg und die Flattenalp nach Glarus s, S. 87; von der 
Spannegg zur MürtschenaZp und über die Murgseeßirlcel zum Murgsee 
8. S. 61. — Der Mürtschenstock (2442m) ist von Obstalden über' die 
Meeren-A. (1500m) in 5 St. zu ersteigen (schwierige Klettertour, nur 
für durchaus Geübte; Führer Jak. Heussi, 20 fr.). — Die Straße umzieht 
das Sallerntobd ; 25 Min. (5,6km) Füzbach (712m; Rößli, Mürtschen- 
stock, in beiden P. 4-5 fr,), Dorf fast auf der Höhe der Straße, als 
Sommerfrische besucht. Schöne Aussicht auf den Wallensee, die Toggen- 
burger und Glarner Gebirge von der (1/2 St.) BritterMJie (890m), beim 
Hot. Mürtschenstock 1. hinan (Wegweiser); umfassender vom Neuenkamvi 
(1906m), über Habergschwend in 31/2 St. (F. angenehm). — Die Straße steigt 
noch etwas und führt dann stets bergab; nach 20 Min. r. ein Aussichts- 
punkt mit hübschem Blick auf das obere Ende des Wallensees, das Tal 
des Linthkanals, das 1. das Hirzli (S. 58) als Torpfeiler hat, bis zum, 
Zürichsee, und 1. die Wiggiskette; vor (1 St.) Beglingen schöner Blick 
auf den (Jlärnisch und Tödi. In Windungen hinab (Fußpfad kürzt) nach 
(20 Min.) Mollis (S. 86). 

Zwei Tunnels (gegenüber 1. Quinten, s. S. 59, Überfahrt in 
V2 St. für 21/2 fr.), dann (70km) Murg (Rößli, Schiffli, beide einf. 
gut, P. 4-5 fr.; Hirschen; P. Büser), an der Mündung des Murg- 
tals reizend gelegen, mit Spinnerei. 

Hübsche Spaziergänge nach Quarten {^U St.), Obstalden (IV2 St.) etc. 
Überall herrliche Ausblicke auf den Wallensee und die Kurfirsteu. 

Das 41/2 St. lange *Murgtal verdient einen Besuch (F. unnötig). 
Bei der Spinnerei r. den Fahrweg hinan (1. Fußpfad zur Murgbachschlucht, 
mit Gletscherniühlen , 5 Min.), an dem Denkmal des Patrioten Heinrich 
Simon aus Breslau (f 1860) vorbei (bald darauf 1. Abkürzungsweg „Wasser- 
fall"), zum Fabrikweiher, hier den Fußpfad l. bis zu einem (25 Min.) 
Vorsprung gegenüber dem hübschen Murgfall. Bei der (2 Min.) eisernen 



nach Chur. WALLENSTA DT. R- S. 72, 86, 80. — L R. 15. ßl 

Brücke oberhalb des Falls (588m) mündet auf dem r. Ufer eiu von Murg 
heraufkommender Fahrweg, auf dem man, wenn man nur den "Wasserfall 
sehen will, zurückkehren kann. Von diesem Weg zweigen 100m von der 
Brücke zwei Fußwege ab, der eine, zuweilen schmal, aber nicht zu 
fehlen, führt nach (35 Min.) Quarten (s. unten), der andere führt am r. Ufer 
der Murg hinan zur zweiten Brücke (s. unten). — Von der ersten Brücke 
führt r. auf dem 1. Ufer ein Fußpfad in 5 Min. zur Landstraße; auf dieser 
weiter hoch über der Murg zur (1/2 St.) zweiten Brücke (740m). Von hier 
am r. Ufer abwärts (nach 10 Min. r.) auf schönem Wege nach (1 St.) 
Quarten (s. unten). Weiter am 1. Ufer 3/^ St, steil bergan; dann biegt 
sich der Weg zur Murg und führt in einigen Min. durch Gebüsch zur 
dritten Brücke am Anfang der (V2 St.) Merlenalp (1100m); r. der Weg zur 
Mürtschenalp (s. unten; V2 St. aufwärts die Fälle des Sponbachs in wüder 
Schlucht). Weiter am r. Ufer durch Matten und Wald über die Bachlaui- 
und Mornenalp in 2^/2 St. zu den drei Murgseen (1673m, 1815m, 1825m). 
Sehr lohnend die Besteigung des *Ilottors (2514m), vom obern See in 2 St. 
(F. 4 fr., angenehm, der Fischer oder ein Senne). — Vom obern See führt ein 
ziemlich beschwerlicher Weg (F. von Murg 17 fr.) über den Murgpaß ( Wider- 
steinfurkel, 2014m) und durch das llühlebachtal in 21/2 St. nach Engi im 
Sernftal (S, 95); ein anderer über die Murgseefurkel (2002m) auf die 
JffMrtscZtenaZp (1848m); von hier entweder ^h&i Plattenalp imd Frohnalp- 
paß (S. 87) nach (5 St.) Glarus (F. 17 fr.), oder über die Spannegg zum 
Talalpsee und nach (41/2 St.) ObstaZden (S. 60; F. 13 fr.) oder über die 
Meerenalp nach (41/2 St.) Mühlehorn (S. 60; F. 13 fr.). Vgl. S. 87. 

Tunnel; r. oben Quarten (s, unten). — 73km Unterterzen 
(Grasth.: Blumenau; Bahnhof; Freieck). 

Eine schöne neue Straße (Post bis Oberterzen 2 mal tägl. in 3/^ St. für 
65 c.) führt von hier r. hinan nach (1/2 St.) Quarten (576m; *Kurhaus 
Quarten, P. von 4 fr. an), Sommerfrische in reizender Lage, mit hübscher 
Aussicht auf den Wallensee. Aussichtreicher guter Fußweg von hier am 
Bergabhang entlang, zuletzt durch Wald zur (I1/4 St.) zweiten Murgbrücke 
(s. oben); ein zweiter Weg weiter unten zum (3/^ St.) Murgfall (s. oben). — 
Lohnender Ausflug von Quarten über Oberterzen (bis hier Fahrstraße) zu den 
(3 St.) drei Seeben-Seen (1622m; Kurhaus Seeben, einfach, P. 31/3-4 fr.). 
3/4 St. vom Kurhaus der Gilslen (1837m) mit prächtiger Rundsicht. Zurück 
über die Molveeralp (1849m) und den Sattel (2080m) zwischen Munzkopf 
und Breitmantel, mit Aussicht auf Mürts ebenste ck etc., zur (1^/4 St.) 
MunsaZp (1778m), dann durch den TobelwaZd nach (IV4 St.) Quarten; oder 
von der Munz-A. steil hinab zur (1 St.) Bachlauialp im Murgtal (s. oben). 

Gegenüber an den steilen Felswänden mehrere "Wasserfälle; r. 
das Dorf Mols (*Talhof, Z. V-j^, F. 80 c.-l fr., P. 4 fr.). Tunnel. 
Am O.-Ende des Sees über den Seezkanal nach 

78km Wallenstadt (429m; *H.-P. Churfirsten, am Bahnhof, 
Z. 2-2V2, F. 1.20, M. 2-3, P. 41/2-6 fr.; ^Hirschen; Sonne; Harmo- 
nie-, Seehof, am See), industriereiches Städtchen mit 3000 Einw., 
eidgen. Waffenplatz, ^4 St. vom O.-Ende des Sees, in hübscher 
Lage. Auskunftsbureau des Yerkehrsvereins bei A. Heule. 

Eine neue aussichtreiche Straße (Post 2 mal tägl. in 1 St. für 85 c.) 
führt n.w. nach (3,8km) "Wallenstadtberg (807m; mehrere einf. Pen- 
sionen, 3-31/2 fr.), Luftkurort, auf dem mattenreichen Wallenstadterberg 
(800-1300m) schön gelegen. Die Straße führt weiter nach (5,2km) Knoblis- 
biihl (982m), wo ein St. G-allisches Lungensanatorium erbaut wird. Von 
hier Saumpfad über prächtige Matten nach (3/4 St.) Schrina- Hochruck 
(1300m; Kui-haus, 58 Betten, P. 3i/2-4=V2 fr., einf. gut), 2V2 St. von Wallen- 
stadt, 11/4 St. von Wallenstadtberg. 

Lohnender Ausflug (m. F., Joseph Thoma) von Wallenstadt auf steilem 
Waldwege zur (2i/a St.) Alp Lüsis (1333m), von hier meist eben über die 



62 Ä L 15. - K. S. 72, 80. MELS. Von Zürich 

Vordere u. Hintere Bülsalp zur (I1/2 St.) Alp TscMngla (1536m ; Molken- 
kurstation, ganz eiuf., P. 1 fi-. 70 c); "weiter an den Terrassen der Kur- 
firsten entlang, stets mit reizender Aussicht, bis (1 St.) Ohersäß (1684m), 
hinab zur (V2 St.) Alp Schrina- Hochruck (S. 61) und über "Wallenstadt- 
berg zurück nach (IV2 St.) Wallenstadt ; oder von Schrina-Hochruck w. 
weiter zur (1/2 St.) SchwoZdisalp (1470m) und Sälscdp (1419m), über das 
Stäfdi zur (1 St.) Laubeggalp (1375m) und steil aber gefahrlos hinab nach 
(I1/2 St.) Quinten, von wo man sich nach Murg überfahren läßt. — Nach 
Amden über den Leistkamm (2105m) 8-9 St. (F. 15 fr.), mühsam aber 
lohnend (s. S. 59). — Ins Toggenburg (S. 79; m. F., 15-20 fr., lohnend): 
Über Lüsis (S. 61) und Niedere (1833m) nach Wildhaus oder Grahs 
in 6V2-7 St., unschwierig; beschwerlicher über Bülsalp (s. oben) und Vcds- 
loch {Joch; 2200m), zwischen Hinterruck (2309m) und Käserruck (2266m; 
beide vom Joch leicht zu ersteigen, prächtige Aussicht), nach AltSt. 
Johann oder Wildhaus in 61/2 St. Prächtige Aussichten. 

Weiter durch das breite Seeztal; r. auf einem Felsvorsprung 
Euine Gräplang (469m), 1. über Berschis die uralte Kapelle 
St. Georgen (592m), mit Fresken und röm. Überresten. — Bei (82km) 
Flums (444m; Hot. Bahnhof) öffnet sich r. das Schilzbachtal, im 
Hintergrund der Weißineilen (2480m) und der merkwürdig ge- 
formte Spitzmeilen (2o0om). — Bei (89km) Mels (490m ; Melserhaf, 
am Bahnhof, Z. 1-2, F. 1, M. 2 fr.; Hot. Frohsinri), mit 4035 Einw., 
strömt r. die Seez aus dem Weißtannental hervor. 

*Alvier (spr. alfibr ; 2363m), von Mels in 4J/2 St., nicht schwierig und 
sehr lohnend (F. Christ. Hobi, 10 fr., für Geübte unnötig). Vom Bahnhof 
r. steil hinan zum (2V2 St.) Kurhaus Palp'ies (1479m; P, 4-5 fr.); dann 
über steile Hänge, zuletzt durch eine Felsspalte auf steinerner Treppe 
zum (2 St.) Gripfel, mit der Alvierhütte des S.A.C. (Sommerwirtsch.) und 
prachtvoller Aussicht auf Rheintal, Rhätikon, Vorarlberger, Appenzeller 
und Grlarner Alpen (Panorama von Simon). Auch von Flums, Sevelen, 
Buchs and Trübbach führen Wege hinauf (vgl. S. 77). 

Von Mels durch das Weißtannen- und Calf eisental nach 
Vättis. Fahrstraße (Post bis Weißtannen 2 mal tägl. in 21/2 St., 2 fr. 
55 c), zuerst in großen Kehren bergan, durch das schöne Weißtannental 
bis (13km) "Weißtannen (1007m; * Alpenhof, Z. IV2-2, F. l, M. 2V2-3, P. 
41/2-5 fr., einf. gut; Gemsle, Z. IV2-2, F. 1, P. 31/2 -4 fr.; Frohsinn, 
gelobt), in waldreicher Umgebung, als Sommerfrische besucht; von hier 
m, F. (Jos. Tschirki, Rob. Pfiffner, 15 fr.) über Unter-Lavtina (1319m) und 
Valtüsch (1811m) zum (4 St.) Heidelpaß (2397m) zwischen Seezberg 
(2481m) und Heiddspits (2432m), mit schöner Aussicht auf den mächtigen 
Sardonagletscher, Trinserhorn, Riagelspitz etc. Hinab tus Calfeisental 
über MalaTiser-A. und Stockhoden bis zur Taminabrücke bei St. Martin 
(1350m) 2 St., von da bis Vättis (S. 84) l^U St. — Von Weißtannen nach 
Mm über den Foopaß s. S. 96; nach MaU über den Riesetenpaß s. S. 96. 

91,3km Sargans (485m; Bahnrestaur.; H. Thoma, am Bahn- 
hof, Z. IV2-2V2, F. 1 fr.; H.-P. Bahnhof, P. 4V2-5 fr.; Rebstock; 
Krone; Löwe, einf, gut; Gasth, Schwefelbad , gut eingerichtet), 
Knotenpunkt der Eheintalbahn (Rorschach-Chur, S. 77). Das Städt- 
chen, von einem alten, aber neu hergestellten Schloß überragt, liegt 
malerisch am südl. Fui3 des Gonzen, V4 St. n.w. vom Bahnhof. 

Der G-onzen (1834m) und der anstoßende Tschuggen (1833m) sind 
von Sargans über Prot in 31/2 St. (vom Kurhaus Palfries, s. oben, in 
2 St.) zu ersteigen; F. für Geübte entbehrlich. Prächtige, sehr malerische 
Aussicht auf das Rheintal, Weißtannental, Seeztal, Wallensee etc. 

Eisenbahn über Ragaz nach (117km) Chur s. R. 18. 



nach ChuT. STÄFA. Ä"- S. 5G. - 1. E. 15. G3 

b. Rechtsufrige Zürichseebahn von Zürich über Mei- 
len nach Rapperswil. — Nach der Ausfahrt aus dem Haupt- 
bahnhof (S. 46) wendet sich die Bahn in großer Kurve nach NO. 
(1. der Viadukt der Bahn nach Winterthur, S. 45) und überschreitet 
die Limmat. Skm Zürich-Letten (S. 46), mit dem großen Pump- 
werk der Zürcher Wasserversorgung (sehenswert; Eintr. frei). Die 
Bahn führt kurze Zeit am r. Limmatufer aufwärts, tritt in den 
2093m 1. Zürcher Tunnel unter dem Zürichher gundi erreicht (6km) 
Stat. Zürich-StadelJiofen, an dem gleichn. Platz (PI. E5), unweit 
des Utoquais. Gleich darauf tritt die Bahn in den 1338m 1. ßies- 
b acher Tunnel und gewinnt endlich das Freie bei (8km) Stat. 
Zürich- Tiefenbrunnen (Trambahn nach Zürich s. S. 48; ^/4 St. 
w. der Zürichhornpark, S. 48), mit vielen Villen und hübschen 
Gärten. "Weiter dicht am See, an Weinbergen entlang; drüben 
der lange Albisrücken, im Vorblick die Urner und Glarner Alpen. 
10km Zollikon, 1. oben das Dorf mit schlankem Kirchturm. 

12km Küsnacht {Sonne, mit Garten am See, gut; Falken; 
Restaur. Seegarten)^ großes Dorf (3391 Einw.) mit Lehrer-Seminar. 
— 13,4km Erlenbach (Kreuz), mit Fellenberg's Sanatorium und 
Naturheilanstalt (P. 6-8 fr.), in hübscher Lage. — 16,6km Herrliberg- 
Feldmeilen (ßaben, am See, Dampf boot-Station). 

19,4km Meilen (*Löiven, am See ; Sonne; H. & Rest. Bahnhof, 
Bellevue), ansehnlicher Ort (3213 E.) mit alter Kirche und großer 
Fabrik alkoholfreier Getränke, am Fuß des Pfannenstiels. Bei Ober- 
meilen (*Hirschen), Yi St. ö. am See, wurden 1854 die ersten Pfahl- 
bauten entdeckt. 

Der Pfannenstiel (Okenshöhe, 737m), von Meilen auf gutem Wege 
in 1 St. zu ersteigen, bietet eine reizende Aussicht auf den Zürichsee, 
den Grreifensee und die Alpen vom Säntis bis zur Alteis (Panorama von 
Bossbard). Oben ein Denkstein für den Naturforscher L. Oken (f 1851 in 
Zürich) und die Wirtschaft Pfannenstiel. 

Dampfboot von Meilen nach Horgen (S. 57) 8mal tägl. in 12 Min, — 
Von Meilen nach Wetzikon (S. 64) elektr. Bahn in 1 St. 22 Min. 

22,4km Uetikon (H. Bahnhof; Krone), mit großer Schwefel- 
säurefabrik der Gebr. Schnorf. — 23,Qkm M-ärmedorf (* Wilden- 
mann, mit Garten am See, Z. 1^/2-2^/2, F. 1, P. 5-6 fr.; Löwen), 
großes Dorf (1625 Einw.), bekannt durch die Zeller'sche Gebets- 
heilanstalt. Von dem hochgelegenen Kirchplatz schöne Aussicht 
über den See. 

26,5km Stäfa {Sonne; Rößli & Verenahof, P. von 4^/2 fr. an), 
der größte Ort des N.-Ufers (4228 Einw.). W. von Stäfa in Oetikon 
am See das 1898 errichtete Patriotendenkmal, von A. Bosch. Der 
See erreicht hier seine größte Breite. Weit im 0. steigt 1. der Speer 
(S. 59) auf , r. die Glarner Berge ; 1. vom Speer der Säntis und die 
Toggenburger Gebirge ; r., über dem See, der waldbewachsene Hohe 
Rhonen (S._127). 

29km Ürikan; 32km Feldbach (Eößli; Brauerei Peldbach). 



64 /• R.15. — K. S. 56: RAPPEESWIL. Von Zürich 

R. im See (von Rapperswil mit Kahn in 30 Min. zu erreichen) die 
kleinen Inseln Lützolau und Ufo.au, letztere dem Kloster Einsiedeln 
gehörig, mit Kirche und Kapelle (beide im J. 1141 geweiht). Ulrich von 
Hütten starb hier Ende August 1523, 36 Jahre alt, nach nur 14tägigem 
Aufenthalt, aus dem Pfäferser Bad kommend, vor seinen Feinden flüchtig, 
von Zwingli dem Schutz des arzneikundigen Pfarrei- Verwalters auf Uf- 
nau, Johannes Schneck, Konventual des Klosters Einsiedeln, empfohlen. 
Sein Körper ruht ohne Zweifel auf dem kleinen Friedhof, die Stätte aber 
ist unbekannt. 

36kni Rapperswil. — Gasth.: *H.-P. du Lac, Z. 2-31/2, F- 1-20, 
M. 21/2-3, P. 51/2-7 fr.; Schwanen, Z. I1/2-4, F. 1, M. 2, P. 41/3-6 fr., beide 
am See ; *P 8 1 , mit Biergarten, Z. 2-21/2, F. 1, M. 2 fr., H. - P. S p e e r , mit 
G-arten, beide am Bahnhof; Freihof, am Hauptplatz; Bellevue, 
Steinbock, am See; Stadthof, Zürcherstr.; Sonne; Rößli. 

Rapperswil, maleriscli gelegenes Städtchen mit 3414 Einw. 
Am Hanptplatz das Rathaus aus dem xv. Jahrh. , mit dem Stadt- 
archiv (500 Urkunden), einer Sammlung alter Zunfthecher und 
andern Sehenswürdigkeiten. Über der Stadt der Lindenhof, mit 
mächtigen alten Linden und reizender Aussicht. Im alten Schloß 
(xiv. Jahrh.) ein Denkmal (Säule mit Adler) zum Gredächtnis an den 
langjährigen Freiheitskampf der Polen und das 1870 gegründete 
Polnische Nationalmuseum: Gemälde, Skulpturen, Kameen, "Waffen, 
Uniformen, Münzen, Bibliothek etc. (Eintr. 1 fr.). Yom Hochwächter- 
turm weite Eundsicht. Eine Bronze-Urne in der kleinen Kapelle im 
Schloßhof enthält das Herz Kosciuszko's (f 1817), 1887 aus Zugwil bei 
Solothurn hierhergebracht. Die Pfarrkirche, nach dem Brande von 
1881 neu gebaut, besitzt wertvolles Kirchengerät. Rings um den 
Lindenhof am Seeufer Promenaden, in die von der vordem Terrasse 
sowie vom alten Schloß Treppen hinabführen. Über den See führt 
der 1878 erbaute Seedamm, 931m lang, mit 14m 1. eiserner Dreh- 
brücke, nach (20 Min.) Hürden (Adler, Rößli) und Pfäfßkon (S. 58 ; 
Eisenbahn nach Samstagern- Einsie dein s. S. 127). 

Von Rapperswil nach ZiegdbrücTce s. S. 65. 



c, Glatttalbahn, von Zürich über UsterundEappers- 
wil nach Ziegelbrücke. — Bis (9km) Wallisellen s. S. 45. 
Weiter unweit der Glatt, die aus dem nahen Greifensee (439m) 
ausfließt. 12km Dübendorf; 15km Schwerzenbach; 17,6km Näni- 
kon- Greifensee. 

21km Uster (466m; Usterhof, Z. I3/4-3, F. 1, M. 21/2, P. 6 fr.; 
Steril; Kreuz)^ großes Fabrikdorf (7623 E.); r. die Kirche mit 
spitzem Turm und das hochgelegene alte Schloß, in dem das Bezirks- 
gericht (Restaur., schöne Aussicht). — 5km südl. die Kuranstalt 
Mönchaltorf mit erdiger Eisenquelle (P. 4-5 fr.). 

Weiterhin mehrere große Baumwollspinnereien. 25km Aathal. 
Im S. die Glarner und Schwyzer Alpen. — Yon (28km) Wetzikon 
(Schweizerhof) führen Zweigbahnen n.w. über Pfäßkon nach Effre- 
tikon (S. 45), ö. in 10 Min, »«ich ffinwil (Hirschen, B^reuz), am 



nach Chur. UZNACH. K. S. 56. - I. R. 15. 65 

n.w. Fuß des Bachtel (s. unten); südl, elektr. Bahn in 1 St. 22 Min. 
nach Meilen (S. 63). — 33,5km Bubikon (532m; Löwe, einf.); 3r)km 
Rüti (Löwe, Schweizerliof, beide gut), mit Maschinen- und Seiden- 
fabriken, Knotenpunkt der Tößtalbahn (S. 45). 

Der *Bach.tel (1119m), mit sehr lohnender Aussicht, ist am bequem- 
sten von Gibswil (S. 45; 14km n. von Rüti) in 1 St., von Wald (S. 45; 
7km) in IV2 St., oder von Hinwil (S. 64; Wägli bis hinauf 7 fr.) in 
II/.2 St., zu ersteigen. Oben *Wirtsch. und ein 28m h. eiserner Aussichts- 
turm (20 c). Prächtiger Blick n.w. über die malerische Landschaft 
Uster mit dem Greifen- und Pfäffiker See, südl. über den Zürichsee von 
Wädenswil bis zur Mündung des Linthkanals, das Linthtal bis zur 
Molliser Brücke, die Alpen vom Säntis bis zur Jungfrau. Panorama von 
Honegger und Imfeid, im Whs. vorhanden, 

Tunnel. Die Bahn senkt sich, meist durch "Wald, Yor dem 
Fabrikort Jona (Schlüssel) entfaltet sich nach S. die Aussicht auf 
die Schwyzer Alpen; weiter 1. Mürtschenstock, Speer und Säntis. 

43km Rapperswil (Bahnrestaur.), s. S. 64; Kopfstation (bis 
Weeseu r. sitzen). Die Bahn überschreitet die Jona, führt bei dem 
(r.) Frauenkloster (Töchterpensionat) Wurmspach vorbei und tritt 
vor Bollingen, mit großen Steinbrüchen, an den Zürichsee. — 53km 
Sclimerikon (Gasth. zum Bad, Z. I-IV2 fr., F. 80 c, P. 31/2-0 fr.; 
Rößli; Seehof; Adler), am obern Ende des Sees, unweit der Ein- 
mündung der Linth (s. unten). "Weiter durch das breite Tal der 
Linth. R. am n.ö. Ausläufer des Untern Buchbergs (602m) das 
alte Schloß Gh^inau mit viereckigem Turm. 

50 km Uznaeh {Gasth. zum Linthof; H. Bahnhof, gelobt); 
der ansehnliche Fabrikort (420m; *Ochs; Falke; Krone), mit 
1920 Einw., liegt 1. an einer Anhöhe, von der die Kirche herabblickt. 

Post nach Wattwil im Toggenburg (S. 79) 4 mal täglich in 21/2 St.; 
Eisenbahn (14,5km 1.) wird gebaut. Auf der Wasserscheide zwischen Linth 
und Thur (620m) der 8604m 1. RicJcentunnel. 

L. auf der Höhe Kloster Sion (706m). — 59km Kaltbrunn- 
Benken, ersteres (Hirsch) 20 Min. nördlich, Benken (Gasth. zur 
Eisenbahn, mit schatt. Garten) 10 Min. südlich vom Bahnhof. Die 
bewaldete Hügelkette r. ist der Obere Buchberg (616m), 

Fahrstraße von Station Kaltbrunn-Benken oder ITznach in 1 St. nach 
Rieden (720m; *Pens. Rößli, 31/2 fr-), schön gelegener Luftkui-ort mit 
reizender Aussicht. Lohnende Ausflüge auf den (2 St.) Regüstein (1318m), 
mit schöner Aussicht; auf den Speer (S, 59), 31/2 St,; über Al^ Breitenau 
nach (2 St) Ebnat-Kappel (S. 79), etc. 

Jenseit (65km) Schanis (442m; ^Hirsch; Löwe), ebenfalls 
Fabrikort (1876 Einw.) , Grenze des alten Ehätiens , nähert sich die 
Bahn dem Linthkanal (S. 60). Landstraße, Eisenbahn und Kanal 
laufen neben einander hin am Fuß des Schäniser Bergs (1667m) ; 
am 1. Ufer des Kanals die von Escher von der Linth (S. 60) begründete 
JLdnthkolonie, jetzt landwirtschaftliche Erziehungsanstalt. 

68km Ziegelbrücke (S. 58). 

Baedeker' s Schweiz. 31. Aufl. 5.. 



66 

16. Von Zürich über St. Gallen nach 
Rorschach. 

Eisenbahn, bis St. Gallen, 84km, in 2-3 St. für 8 fr. 85, 6 fr. 20, 4 fr. 
45 c; bis Rorschach, 100km, in 2^/3-41/2 St. für 10 fr. 20, 7 fr. 15, 5 fr. 10 c. 

Yon Ztiricli bis (27km) WintertJmr (441m) s. S. 45. Weiterlim 
treten siidl. nach und nach die Kurflrsten, s.o. die Appenzeller 
Berg-e hervor. — 33km Räter sehen; 38km Elgg (542m; Ochs, 
Löwe) ; IY2 St. s. der Schauenberg (893m) mit trefflicher Aussicht, 
am s.w. Abhang das Gyrenbad (S. 45). — 41km Aadorf (Linde; 
Löwe); 47km Eschlikon: 50km Sirnach. 

Auf das ^Hörnli (lis'öm) lohnender Ausflug (3 St.). Fahrstraße südl. 
im Murgthal aufwärts über Dußncmg und Fischifigen (630m; Sonne; 
Stern), mit ehem. Abtei, bis zum (2Vi St.) Kreuz auf Alleniüinden (953m) ; 
dann Fußpfad r. zum (3/^ St.) Gipfel (Restaur.), mit herrlicher Aussicht. 
Abstieg event. nach Bauma (S. 45). 

53km "Wil (589m; *Ä Bahnhof, mit Garten, Z. 2-3, F. 1, M. 3, 

A. 2V2, P. 4-7 fr.; H. Schönthal, Z. IV2-2V2, I"- 1, M. 2V2-3, 
P. 6V2-7V2 fr-, gelobt), malerisches altes Städtchen (4982 Einw.). 

Hübsche Aussicht vom Hofher g (1/2 St.); umfassender vom *Wollen 
(790m; Gasth.), I1/2 St. n.ö. (Fahrweg über Boßrüti und Wuppenau ; 
Omnibus 80 c); Abstieg nach (I1/4 St.) Uzioil (s. unten), oder auch nach 
Weinfelden oder Bürglen an der Bahn Zürich-Romanshorn (s. S. 44). 

Eisenbahn nach Ebnat s. S. 78; nach Frauenfeld S. 44. 

Vor (57km) Schwarzenbach über die Thur. 63km Uzwü 
(H. Uzwil), Station für 1. Nieder-, r. Ober -Uzwü (bei Nieder- 
Uzwil, 25 Min. vom Bahnhof, die besuchte Wasserheilanstalt 
Buchenthal, P. 8 fr.). — 69km Flawü (616m; ^Rößli; *Post, 
Z. 172-2, M. 2, P. 5 fi-.), großes Fabrikdorf (4873 E.) ; dann über die 
Glatt. — 74km Gossau (H. Bahnhof; Zweigbahn nach Sulgen, 
s. S. 44). — 78km Winkeln (658m; Kreuz; Löwe). 

Von "Winkeln nach Appenzell, 26km, Appenzeller Bahn in lV2St. 
Die schmalspurige Bahn führt am * Heinrichsbad, besuchte Kuranstalt 
mit Eisenquelle und Park (115 Z. zu IVi-S, P. 5-7 fr.; christliche Haus- 
ordnung), vorbei nach (5km) Herisau (776m; *Löive7i, Z. 2-3, F. 1, M. 
21/2-4, P. 5-7 fr.; *Storche?i, Z. I1/2-3, F. 1, M. 2V2, P- 5-8 fr.), wohlhabendes 
„Dorf" (13497 E.) mit großen Musselinfabriken und altem Grlockenturm, 
angeblich aus dem va. Jahrh. Schöne Aiissicht vom (20 Min.) Eosenberg 
(869m; Wirtsch.). I1/2 St. s.w. (Fahrstraße) der Luftkurort ScMvellbrunn 
(972m; P. Harmonie, 31/2 fi'.; Kreuz; Säntisbliek), in hübscher Lage; schöne 
Aussicht 1/2 St. weiter vom Sitz (1087m). — Weiter über (8km) Wilen 
nach (9km) Waldstatt (823m; * Kurhaus H. Hirschen, 50 Z. zu 1V2-2V2> 
F. 1, M. 2-3, P. 5-7 fr.; *H.-P. Säntisbliek, mit Garten, P. von 5 fr. an; 
Nervenheilanstalt Kurhaus Morgenstern, P. 61/2 fr.), Luftkurort mit Eisen- 
quelle (über St. Peterzell nach Lichtensteig im Toggenburg s. S. 79); dann 
im Urnäschtal über Zürchersmühle nach (15km) Urnäsch. (826m; *Krone, 
P. 41/2-5 fr.; H. Bahnhof)', 7 Min. oberhalb das Bad- u. Kurhaus Fraternit6 
auf dem Rosenhügel (856m). Von Urnäsch ö. am (19km) Jakohshad (869m) 
mit erdiger Eisenquelle (P. 41/2-51/2 fi'-) vorbei über (21km) Gonten (906m; 
*L'6ioe; Krone; Bär) und das (23km) *Gontenbcul (884m), mit erdiger Eisen- 
quelle (98 Z. zu 2-5, F. 1.20, M. 21/3-8, P. 6-7 fr.), dann über das tiefe 
Tal des Kaubachs nach (26km) Appenzell (S. 72). — Von Urnäsch auf den 
Säntis s. S. 75; über den Kräzernpaß nach Neu- St. Johann s. S. 80. Führer: 
Jak. Alder u. Jak. Nabuion in Urnäsch. 

Auf einer 189m 1. , von drei 53m h. Pfeilern getragenen Gitter- 



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ST. GALLEN. ^- S. lo. - /. R. le. 67 

brücke über das tiefe Tal der Sitter. L. die 1810 erbaute Krätzern- 
briicke für die Landstraße. — 80 km Bruggen. 

84km St. Gallen. — Gasth.: *Heclit (PL a:E2), am Marktplatz, 
Z. 21/2-5, F. IV2, M. m. W. 31/2, P- 8-12 fr.; *H. Walhalla (PI. b: D 2), dem 
Bahnhof gegenüber, Z. 21/2-5, F. I1/4, M. m. W. 31/2, A. m. W. 21/2, P. 9-11 fr.; 
*Hirsch (PI. c: E2), am Marktplatz, Z. 2-3, M. 3 fr.; *Schiff (PL d: D2), 
Multergasse, Z. 2-21/2, F. 1, M. m. W. 21/;,, P. 61/0-71/2 fr.; H. Bahnhof 
(PLe:C2), beim Bahnhof , Z. 2-21/2, M. 2i/ofr.; *H. Kinkelin (PL f:E2), 
Theaterplatz 8, Z. von 2 fr. an, F. 1 fr.; St. Gallerhof (PL g: D 2), 
Unterer Graben, Z. 21/4-31/2, F. 1, P. 6-8 fr. — Trambahn: Bruggen- 
St. Gallen (Hechtplatz) - Heiligkreuz, und St. Gallen (Bahnhof) - St. Fiden- 
Krontal; Teilstrecke 10 c, jede weitere 5 c. Straßenbahnen nach Appen- 
zell tlber Gais und nach Trogen über Speicher, beide vom Bahnhof, s. S. 75 
u. 71. — Droschken: 1/4 St. 1-2 Pers. 80 c., 3-4 Pers. 1.20, jede weitere 
1/4 St. 40 u. 60 c, Koffer 20 c, nachts doppelte Taxe. — Bäjoer: Tobler, 
St. Magnihalde 11 ; Seifert, Eorschacher Straße 35; im Sommer Badeweiher 
in Dreilinden (S. 68). — Offizielles Verkehrsbureau Schützengasse 2. 

St. Gallen (669m), eine der höchst gelegenen größeren Städte 
Europas (mit Tablat 49508 Einw.), Hauptstadt des gleichn. Kantons, 
ist eine der wichtigsten Handels- und Industriestädte der Schweiz, 
der Hauptplatz für die St. Graller und Appenzeller Stickereien, deren 
Absatz sich nach allen Weltteilen erstreckt. 

Vom Bahnhof (PL CD 2) gelangt man 1. durch die Poststraße 
oder die Bahnhofstraße zum Marktplatz (PI. E 2), dem Mittelpunkt 
der enggebauten Altstadt. Die belebte Marktgasse führt von hier 
an dem Yadiandenhmal (von Kißling) vorbei südl. zu der reform. 
St. Laurenzenkirche (PI. ES), got. Stils (1849-54 restauriert und 
ausgebaut), zum Klosterhof (PL DES), mit den umfangreichen 
Bauten der einst hochberühmten Benediktiner- Abtei, im vii. Jahrh. 
vom h. G-allus, einem irischen Mönch, gegründet, im viii.-x. Jahrh. 
eine der ersten gelehrten Schulen Europas, 1805 aufgehoben. Die 
Abteigebäude, aus dem xviii. Jahrh., sind seit 1846 Sitz eines kath. 
Bischofs; der ö. Flügel dient als Eegierungsgebäude. Die große 
1756-65 erbaute Stifis- oder Domkirche ist in heiterem Kokokostil 
ausgeschmückt, mit geschnitzten Chorstühlen und schmiedeeisernem 
Chorgitter. Im Innern Hof r. die berühmte Stiflsbibliothek. 

Die Bibliothek (Mo. ML Sa. 9-12 und 2-4 U. geöffnet, für Fremde 
jederzeit) enthält 30000 gedruckte Bände, darunter 1564 Inkunabeln, und 
1725 Bände wertvoller Handschriften, von denen die Hauptschätze in 
Schaupulten ausliegen (Psalter Notker Labeo's aus dem x. Jahrh. , die 
von Scheffel im Ekkehard benutzten „Casus monasterii S. G-aUi", aus 
dem Anfang des xi. Jahrb., die Handschrift B des Nibelungenliedes, aus 
dem xin. Jahih., u. a.). 

Im Stadthaus an der Gallusstr. (w. vom Klosterhof; PI. D3) 
das Museum für Völkerkunde der Ostschweizerischen Geogra- 
phisch-Kommerziellen Gesellschaft (So. 10-12 u. 1-3, Mi. 1-3 Uhr). 
— östlich, z.m Kleinen Brühl, mit hübschen Anlagen, die Kantons- 
schule (PL E 3), mit der Stadtbibliothek (Yadiana; Di. Do. Sa. 2-4 
Uhr; 70000 Bände und 500 Handschriften, besonders aus der Refor- 
mationszeit). — Weiterhin beim Großen Brühl der hübsche Stadt- 

5* 



68 I' E.ie.- K. S. 70. ST. GALLEN. 

park mit botanischem Grarten (Alpinum) und dem Museum (PL F2; 
Eintr. So. 10-4, Di. u. Fr. 1-3 frei, sonst 1-4 Pers. 50 c, mehr Pers. 
1 fr.) : im Erdgeschoß die naturhistor. Sammlungen; im obern Stock 
die Sammlung des Kunstvereins (Bilder von Koller, Diday, Makart, 
A. Fenerbach, Kitz, Schirmer u. a.) und die histor. Sammlung. Im 
Yestibül des ersten Stocks ein Relief des Säntisgehiets von Prof. 
Heim. — S.o. die lÄnsebühlkirche (PL G3) mit stattlichem Turm, 
1895-97 im Stil des xvi. Jahrh. erbaut. 

Auf dem Börsenplatz am w. Ende der belebten Multergasse 
(Haupttage der St, Graller Stickereibörse Mi. u. Sa.) vor dem statt- 
lichen Neubau des Schweizer Bankvereins (PL 2 : D 2, 3) der zur 
Erinnerung an die Vollendung der Bodenseewasser -Zuleitung 1898 
errichtete * Broderhrunnen ., Bronze von Aug. Bosch. — In der 
Vadianstr. das Industrie- & Gewerbe -Museum (PL 6:D3; So. 
10-12, sonst außer Mo. tägl. 9-12, 2-5), mit Spitzen- und Stickerei- 
Mustersammlung (einige Stickmaschinen in Betrieb) und Bibliothek. 

S. vom Kloster, jenseit der Steinach, führt eine unterirdische 
Drahtseilbahn (PI. D 3, 4) alle 10 Min. (Fahrzeit 3 Min. ; aufwärts 15, 
abwärts 10 c.) durch die steil abfallende Steinachschlucht nach dem 
Yorort Mühleck (744m; Restaur.). 8 Min. ö. die im Sommer viel 
besuchten Badeweiher von Dreilinden (PI. E-Gr5, 6; 775m). 

Ausflüge. Vom * Freudenberg (PI. 0-5; 887in; Kestaiir.), 40 Min. 
s.o., von der Drahtseilbahnstation Mühleck 20 Min. (Droschke von St. 
G-allen 1-2 Pers. 7, 3-4 Pers. 12 fr.), schöne Aussicht über den Bodensee, 
im Vordergrund St. Gallen und die häusen-eiche Landschaft; südl. die 
Säntiskette, Glärnisch, Tödi etc. — Auf den Eosenberg (PI. BCDl; 
753 m; Droschke 2 fr., 3 fr.), mit der kanton. Taubstummen -Anstalt und 
vielen Villen an dem aussichtreichen „Höhenweg"; von hier über Rot- 
monten (PI. E 1) zum (1 St.) Whs. Peter und Paul (786m) mit großem Wild- 
park (besser von der Tramstation Heiligkreuz in 20 Min. zu erreichen, 
s. S. 67). — Kronbühl (620m; Gartenwirtsch. Krone; Droschke 3 fr., 5 fr.), 
1 St. n. an der Arboner Str., 1/2 St. von der Tramstation Heiligkreuz, mit 
Aussicht au den Bodensee. — 1 St. n.ö., 1/2 St. von der Tramstation Kron- 
tal (Wagen in 1/2 St-» 4. u. 6 fr.) das * Sanatorium Oberwaid (660m; 
Naturheilverfahren, P. 7-12 fr., mit ärztl. Behandlung von 10 fr. an), 
mit großem Waldpark, und die *Kuranstalt Auf der "Waid (630m; 
Dr. Dock und Dr. Fischer; 75 Z., P. 61/2-IIV2 fi-), mit Garten, beide mit 
schöner Aussicht. — Vom Broderbrunnen über den Obern Graben und die 
Berneckstraße in 20 Min., oder von Mühleck (s. oben) in 10 Min. zur 
*Falkenb\irg (PI. C4; 780m; Restaur.), mit bestem Überblick der Stadt; 
von hier über die bewaldete Berneck nach S. auf angenehmen Promenaden- 
wegen zum (15 Min.) Scheffelstein, mit Aussicht auf den Säntis, und zum 
(3 Min.) Nest (PI. A5; 775m; *Re8taur.); 15 Min. weiter und höher die aus- 
sichtreiche Solitüde (875m). Zurück auf der Teufener Straße (30 Min.). — 
Über St. Georgen (Drahtseilbahn bis Mühleck), Brand (Whs.) zur (1 St.) 
Schäflisegg (972m; Whs.). 10 Min. s.w. die *Prölichs©gg (1003m; *Whs.), 
mit trefQicher Aussicht auf die Appenzeller Gebirge, im Vordergrund 
Teufen und das mit Wohnungen übersäte grüne Alpental, n. ein Stück 
Bodensee. Zurück nach Schäflisegg; von hier entweder nach (1/4 St.) Teufen 
(S. 75; Straßenbahn) oder auf aussichtreichem Wege n.ö. den Kamm ent- 
lang durch Wald über Waldegg (Whs.) zum (I1/4 St.) *Birt (1030m; Gast- 
haus), mit schöner Aussicht. Hinab nach (5 Min.) *Vögelin3egg (S. 71) 
und zurück nach (1 St.) St. Gallen (elektr. Bahn in 1/2 St.). 

Die Bahn senkt sich durch einen langen Einschnitt zur (86km) 



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HEIDEN. I.R.n. 69 

Stat. St. Fiden (648m ; H. National) und läuft am Abhang des tiefen, 
geröllbedeckten Tales der Steinach entlang durch Wald. Mehrfach 
Blicke auf den Bodensee, am n. Ufer Friedrichshafen. Dann wendet 
sie sich r. und überschreitet jenseit (91km) Mörschwil (542m) die 
Goldach. — 98km Goldach. — 100km Borschach, s. S. 42. 

17. Das Appenzeller Land. 

Eisenbahn von Borschach nach Heiden in 50 Min. (3 fr., 1 fr. 95 c, 
hin und zniück 3 fr. 50, 2 fr. 30 c); von Winkeln (S. 66) nB,Gh. Appenzell 
in IV4-I Va St. (2 fr. 40, 1 fr. 70, hin und zurück 3 fr. 80 u. 2 fr. 75 c.) ; von 
St. Gallen über Gais nach Appenzell in 12/3 St. (2 fr. 10, 1 fr. 75 c, hin u. 
zurück 3 fi-. 40, 2 fr. 80 c); von 8t. Gallen über Speicher nach Trogen 
in 47 Min. (1 fr., hin u. zurück 1 fr. 60 c). — Post von St. Gallen nach 
Heiden 2 mal tägl. in 2V2 St. (1 fr. 90 c), von Rheineck 3 mal tägl. in 
12/3 St. (90 c), von Berneck 2 mal in 21/2 St. (1 fr. 25 c); von Heiden 
nach Trogen 3 mal tägl. in 13/^ St. (1 fr. 30 c); von St. G-allen nach 
Behetobel 2 mal tägl. in 21/3 St. (1 fr. 60 c); von Speicher nach Teufen 
2mal tägl. in 40 Min. (65 c); von Altstätten nach Gais 2 mal tägl. in 2 St. 
(1 fi-. 20 c). 

Der Kanton Appenzell steht an G-roßartigkeit der Szenerie zwar 
manchen andern Gegenden der Schweiz nach, bietet aber durch seine präch- 
tigen Matten und die Nähe des Bodensees viel Anziehendes und Eigen- 
tümliches. Heiden, St.Antoni, Wildkircldi, Ebenalp, Hoher Kasten, Säntis 
sind seine Glanzpunkte. Der Kanton St. Gallen umgiebt das ganze Appen- 
zeller Land, das seit den Religionsstreitigkeiten von 1597 in die Halbkan- 
tone ATißer-Rhoden u. Inner-Rhoden geschieden ist. AuBer-Ehoden, 
mit 55 284 reformierten Bewohnern auf 260qkm, hat viel Industrie und 
G-ewerbe, besonders Weberei xmd Maschinenstickerei. Inner-Rhoden 
(I59qkm, mit 13 499 kath. Einw.) hat mehr Land- und Alpen Wirtschaft, 
ist jedoch auch weltbekannt durch die kunstvollen Handstickereien, die 
fast in jedem Hause angefertigt werden. 

Bor Schach (400 m), s. S. 42. Die Zahnradbahn Eorschach- 
Heiden (Maximalsteigung 9%) führt vom Hafen am See entlang 
bis vor den Stadtbahnhof, wo die Zahnstange beginnt. Bergan (im 
Sommer Aussichtswagen) durch obstreiche Matten, 1. mit Aussicht 
auf den Bodensee, unten Schloß Wartegg (S. 42), r. oben Warten- 
see. 4km Wienachten (624m; Gasth. Felsengrund), mit großen 
Sandsteinbrüchen (^/g St. vom Bahnhof r. auf aussichtreicher Höhe 
H. Landegg, c. 75Öm; Z. IV2, M. 2, P. 4-5 fr.). Weiter an dem 
tiefen Wienachter Tohel entlang zur (5km) Stat. Schwendi (676m ; 
Whs.) ; dann auf hohem Damm über das Tobel, in großem Bogen nach 

7km Heiden. — Gasth.: *H.-P. Freihof und Schweizerhof, 
mit Parkanlagen und Wasserheilanstalt, 180 Betten, Z. 21/2-6, F. I1/2, M. 4, 
A. 21/2, P. 7-12 fr. — *Krone, 60 Betten, Z. 2-31/2, I". IV4, M. 3, A. 2V2, P. 
6-8 fr.; H.-P. Moser zum Sonnenhügel, mit Parkanlagen, 50 Betten, 
Z. 2-3, F. 11/4, M. 3, A. 2, P. 5-7 fr.; *H.-P. Linde, Z. 2-3, P. 6 fr.; 
H.-P. Gletscherhügel, 5-6 fr., mit Eest.; H.-P. Neubad, mit Bade- 
anstalt, 5-6 fr.; P.Löwen, P.Weiß zur Frohen Aussicht, am Bahn- 
hof, 6-7 fr.; *P. Nord, 41/2-51/2 fr. (christl. Hausordnung); H.-P. Para- 
dies, am Bahnhof, mit Park, 5-^ fr.; P. Alpenblick, 4-5 fi.; P. 
Blumenthal, 5-6 fr.; P. Züst; Schaf le, Ochsen, 31/2-4 fr.; P.-Rest. 
Waldruh, auf BeUevue (874m; 1/2 St. s.o. bergan), mit hübschem Blick 
auf Heiden, einf. gut, P. 4-5 fr, — Viel Privatwohnungen. — Kurtaxe 
t^gl. 30 c, 



70 LR. 17. KAIEN. Kanton 

Heiden (810m), freiindliclier Ort mit 3745 Einw., auf dem 
hügeligen Yorland der Appenzeller Alpen, wird seit 50 Jahren als 
Luft- und Molkenkurort viel besucht ; mäßig warmes Klima (mittlere 
Luftwärme im Sommer 15-18° C), treffliches Trinkwasser und gute 
therapeutische Einrichtungen. Auf der höchsten Stelle, hinter dem 
H. Freihof, der Kwsaal, von Anlagen umgehen (Kurmusik 3 mal 
tägl.) ; dahinter der „Grletscherhügel", aus erratischen Blöcken her- 
gestellt, mit Alpenpflanzen. Gegenüber der Park des Hot. Freihof, 
mit der „Seepromenade" (Aussicht nach dem Bodensee). 

Umgebungen, 20 Min. n.w. im Tal des Mattenbachs, unterlialb der 
Straße nacb Grub, bübscher Waldpark, mit Aussiclitspiinkteii (Drei- 
länderblick, Grräfeplatz etc.). 

N.ö. fülii-t von Heiden eine aussicbtreicbe Straße nacb (7km) Rheineck 
(S. 76; Post 3 mal tägl. in 3/^ St.) über den Luftkurort (2km) 'Wolfhalden 
(716m; P. Friedher g, P. Si/g-^ fr.; Adler, P. 4 fi-. ; Krone; Blatter zum Linden- 
berg, P. 31/4-31/2 fJT-)- — Ein gelb mark. Weg biegt 5 Min. s. von Heiden von 
der Oberegger Straße (s. unten) 1. ab und führt über Blatten (864m) zur 
(I1/2 St.) *Grebhardsh.ölie (887m), mit schöner Aussieht (s. S. 76). Zui-tick 
auf der Straße über Walzeuhausen (S. 76) und Bilhli, oder über Lachen und 
Bad Schönenbiihl (757m; P. 4 fr., einf.) nacb Wolfhalden (s. oben). Von Schö- 
nenbühl führt ein direkter Fußweg über Bänziger nach (40 Min.) Heiden. 

Die Straße nacb (ISjgkm) St. Gallen (S. 67 ; Post 2 mal tägl. in 2 St. 
10 Min.) führt über (2,4km) Grub (816m; Ochs, Löwe, u. a., P. 3-4 fr.), Luft- 
kurort, weiter über Eggersriet und durch das Martinstobel (S. 42). — Von 
G-rub, entweder lOOm hinter der Kii-che oder in St. Gallisch-Grub von der 
Rorschacher Straße 1. ab, zum (20 Min., 3/4 St. von Heiden) ^Boßbühl 
(892m; Gasth. Fünfländerblick; Zum Eoßbühel, P. 31/2-4 fi-.), dem lang- 
gestreckten Rücken des Rorschacher Bergs (S. 42), mit prächtigem Blick 
über den Bodensee bis zum Hegau, i/^ St. weiter liegt H. Landegg (S. 69). 

Von der *St. Antoni-Kapelle („St. Antönibild'-'- ; lllOm; Gasth.: 
Alpenhof ujid Rößle), I1/2 St. südl. von Heiden, berühmte Aussicht auf 
einen großen Teil des Bodensees, das Rheintal und die Vorarlberger und 
Appenzeller Gebirge. Fahrstraße (Post nach Berneck s. S. 69) über 
(3/4 St.) Oberegg (885m; Bären, gut, Z. I-I1/2, P. 4-5 fr.; Linde). Fußgänger 
biegen beim Gasth. Helvetia oder 500m weiter von der Straße r. ab und 
steigen über den Bischofsberg (944m) und Eütegg (WTis. ) hinan (blau 
markierter Weg). Von der Kapelle nach Altstätten (S. 76) I1/2 St.; zur 
Landmark und auf den Gäbris (S. 71) 2 St. 

11/4 St. s.w. von Heiden erhebt sich der *Kaien (1081-1125m); gute 
rote Wegmarkierung. Beim Hotel Moser die Straße 1. und gleich darauf r. 
den Fußweg über Hasenbühl und Benzenrüti hinan zum Vorderen Kaien. 
Ein zweiter Weg führt dorthin vom „Werd" an der Trogener Straße über 
Brtmnen und Steinli (mit Aussichtspavillon). Rote Pfeile bezeichnen 
den Weg zum Hinteren Kaien und zum (1/2 St.) Gm^^/" (1081m; Gasth., 
einfach gut, P. 4 fr.). Die Aussicht umfaßt den oberen Bodensee mit der 
Rheinmündung, die Vorarlberger und Liechtensteiner Gebirge, darüber s.o. 
die Kette des Rätikon mit der Scesaplaua, und gewährt südl. einen 
charakteristischen Blick in das Appenzeller Land: auf den Kamor und 
Hohen Kasten, die fünf Zacken des Furggleufirst und der Kanzel, den 
Altmann, Säntis, weiter zurück den Tödi; im Vordergrund die wald- 
durchwachsenen Matten der Ortschaften Wald, Trogen und Speicher; 1. über 
Speicher in der Ferne der Rigi und Pilatus. — Vom Gupf in 1/4 St nach 
Rehetobel (958m; Hirsch, gut; Post nacb St. Gallen s. S. 69). Jenseits 
sieht man tief unten in der Waldschlucht den Weg nach (1 St.) Trogen. 

Von Heiden auf den Gäbris direkt (mit- Umgebung von Tro- 
gen): zur St. Antoni-Kapelle (s. oben) I1/2 St.; von da auf dem Gebirgs- 
kamm weiter, stets mit reizender Aussicht auf Rheintal und Säntis, 
zur Landmark (996m ; Schäfte), an der Straße von Altstätten nach Trogen 









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(s. unten), dann über den Saurücken auf den (2 St.) Gäbris (s. unten). 
8 Min. xinterhalb des Gipfels mündet der Weg von Trogen (Wegweiser) 
in den von St. Antoni. 

Die Straße nacli Trogen (10,6kin, Post s. S. 69) steigt am ö. Ab- 
hang des Kaien bis zur (3/4 St.) Langenegg (971ni; Whs.); weiter 
bergauf und ab , an dem r. jenseit der Goldacbschlucht gelegenen 
Eehetobel (S. 70) vorbei nach (3/4 St.) ^Wald (960m; Schäßi, 
Krone, Harmonie, überall P. 3-4 fr.), als Luftkurort besucht, und 

eu St.) 

Trogen (907m; *Krone, Z. 2-2V2, F. 1, P. 41/2-5 fr.; Schäfli; 
Hirschen; Rößli; Löwen) ^ Hauptort von Appenzell Außer-Rhoden, 
mit 2496 Einw., Luftkurort in angenehmer Lage und Umgebung. 

Straße über die Landmark (996m) nach (21/2 St.) ÄLtstätten s. S. 77. 
— Die elektr. Straßenbahn von St. G-allen über Speicher nach 
Trogen (s. S. 69) führt über (2,2km) Notkersegg und (3,gkm) Schwarzer 
Bären zur (ö.gkm) *'Vögelinsegg (970m; Gasth., einf. gut, P. 41/2-5V2 fi'O, 
mit schöner Aussicht über den Bodensee und das prächtige belebte Matten- 
land von Speicher und Trogen, die Vorarlberger und Appenzeller Gebirge, 
namentlich den Säntisstoek. Hinab nach (6,9km_) Speicher (936m; *L'dwen; 
Krone; Schützengarten) und über die Säglibrücke (901m) nach (9km) 
Trogen. — Von Vögelinsegg über Birt zur Frölichsegg s. S. 68. Post von 
Speicher nach (5,ikm) Teufen s. S. 69. Straßenbahn von St. Gallen über 
Teufen nach Gais s. S. 75. 

Vom Kirchplatz in Trogen führt eine Straße über (I74 St.) 
Bühler (S. 75) nach (35 Min.) Gais. Näher und weit lohnender ist 
der Weg über den *G-äbris (1250m). 

Auf der Straße Trogen-Bühler bis zur Höhe 1061 (1/2 St.); hier zeigt 
ein Wegweiser (daneben Blick auf den Säntis) 1. ab. Wer von Vögelinsegg 
kommt, benutzt den kürzenden Fußpfad, der bei der Säglibrücke (s. oben) 
die Straße r. ansteigend verläßt und c. 200m vor dem Wegweiser auf die 
Straße Trogen-Bühler einmüudet (von Speicher 3/^ St.). Beim Wegweiser 
1., an der Reif Wirtschaft vorbei, immer geradeaus dem breiten Eußweg 
nach, wenige Min. auf schlechtem Wege die Höhe hinauf, dann auf gutem 
Wege in mäßiger Steigung bis zum (3/4 St.) *GoMh. (1250m), mit herr- 
licher Eundsicht (noch schöner von dem hohem Gipfel, 5 Min.). Von hier 
hinab nach Gais 1/2 St. 

Gais (934m; *Krom, mit Garten, 60 Z. zu 2-3, P. 5V2-7 fr.: 
Falken, einf. gut; Hirschen, Adler, Bothbach, einf., P. 3-4 fr.: 
Pens. Hohl, Bachmann, 372-4 fr. ; Restaur. Bahnhof, Münchner 
Bier), mit 2854 Einw., mitten in grünen Matten, wird als Luft- und 
Milchkurort viel besucht. 

Straßenbahn nach St. Gallen s. S. 75. — 3/^ St. n.ö. ^&x Sommersberg 
(1179m; Wirtschaft), mit schöner Aussicht. Auf der Altstätter Straße 
bis zum Hebrig, dann 1. Fußweg über die Egg. — Die Straße von Gais 
nach Altstätten (9,6km, Post in 70 Min., s. S. 69) führt 1/2 St. lang 
eben fort, dann, wo die neue Straße, die den Berg umzieht, von dem 
alten Weg sich trennt, unausgesetzt bergab. Der letztere, für Fußgänger 
vorzuziehen, führt 1. über den (10 Min.) *Stoß _(955m; Sommerwirtschaß)., 
Kapelle mit berühmter Aussicht auf das Rheintal, wo am 17. Juni 1405 
400 Appenzeller unter Rudolf von Werdenberg über 3000 Mann von des 
Erzherzogs Friedrich und des Abts von St. Gallen Heer siegten. Der 
kürzere alte Weg überschreitet bald unterhalb des Stoß die neue Straße 
und führt zum Teil durch Wald direkt hinab nach Altstätten (S. 76). 

Straßenbahn von Grais nach Appenzell (5,6km in 20 Min.) s. S. 75. 
Ein nicht zu fehlender Fußweg mit zahlreichen Wegweisern führt 



72 LB. 17. WEISSBAD. Kanton 

in 172 St. über das Guggerloch (940m) und an der Wirtschaft zum 
Schl'ößle vorbei zum Weißbad (s. unten). 

AppenzeU (783m; ^Hecht, Z. 2-21/2, F. 1, M. 21/2, P. 5-7 fr.; 
^Löwe, Z. 1-2, F. 1, P. 5-6 fr. ; Hirsch, Säntis, Hoferbad, Z. 172-B, 
F. 1, P. 4 fr.; Krone; Rest.: Post., Brauerei., beide mit Garten; 
Konzerthalle, etc.), Hauptort (4574 Einw.) des Kantons Inner-ßlio- 
den, mit dem Landsgemeindeplatz, wo am letzten Sonntag im April 
alle stimmfähigen Bürger zur Wahl der Landesbebörden und zur 
Gesetzgebung zusammenkommen. Sehenswert die 1824-26 erbaute, 
neuerdings mit schönen Glasgcmälden versehene Mauritiuskirche, 
mit uraltem Turm; Asls Mathaus mit altem Ratssaal; die Altertums- 
samnilung im Schloß (50 c.) und das Landesrelief (50 c.) am Bahn- 
hof. Die hübsche Sitterpromenade führt am r. Ufer unter der 
Eisenbahnbrücke hindurch in 1/4 St. zur Sitterbrücke der Weißbad- 
straße (s. unten). OflBzielles Yerkehrsbureau, Weißbadstraße. — 
Appenzeller Bahn nach Urnäsch und Winkeln s. S. 66. 

Eine Fahrstraße führt von Appenzell unter der Eisenbahn- 
brücke hindurch , dann über die Sitter und über den Weiler Stein- 
egg (*H.-P. Steinegg, P. 4-5 V2 fr.; *Pens. Locher; P. Schlößle) 
nach dem ^/^ St. s.o. anmutig gelegenen, als Sommerfrische und 
Luftkurort viel besuchten "Weißbad (819m). 

G-ASTH.: *Kurliaiis, mit gutem Rest., 140 Betten, Z. 2-5, F. IV4, 
M. 31/2, A. 21/2, P. 7-10 fr.; H.-P. Belvedere, am Wege nach Brülisau, 
30 Betten, Z. I1/2-3, F. 1, P. 51/2-7V2 fr.; Weißbadbrücke, Gemsli, 
einfach. — Omnibus zu allen Zügen, bis Weißbad 70 c, bis Wasserauen 
1 fr. 20 c. ; Einspänner bis Weißbad 3, Zweisp. 6 fr.; Fußweg vom Bahnhof 
in 40 Min., Weg am r. Sitterufer s. oben. 

Ausflüge (Führer: Joh. Nänni, Ulrich, J. Josef u. J. Baptist Büchler, 
J. Anton Huber, JaJcob Koch, Jak., J. Baptist u. J. Anton Koster, 
Zeller, Vater u. Sohn): Wildkirchli, Ebenalp 5, Säntis 10, über den Säntis 
bis Wildhaus 20, Altmann 15, Hoher Kasten 6, mit Abstieg ins Rheiu- 
tal 10 fr. — Pferd nach Wildkirchli, Ebenalp, Seealp, Ruhsitz je 12 fr. 

Der beliebteste Ausflug vom Weißbad ist der zum Wild- 
kirchli (1^/4 St.; überall Handweiser; F. 5 fr., unnötig). Vom 
Fahrwege nach Brülisau (S. 73) hinter der Brücke r. ab bergan, 
nach 8 Min. bei einem breiten Hause geradeaus auf gutem Fußpfad 
in 35 Min. zu dem einfachen Whs. zum Ruhsitz aaf der Eugst 
(1076m); geradeaus weiter bis zum (20 Min.) W, -Abhang der Bom- 
menalp ; hier r. in Windungen durch Wald hinan ; nach 10 Min. ein 
Wegweiser, der r. den direkten Weg zur Ebenalp zeigt (s. S. 73), 
Der Weg zum Wildkirchli wendet sich 1. und tritt an den Fuß der 
schroffen Felswände, in denen die Ebenalp nach dem Seealptal ab- 
stürzt; 20 Min. Wirtsch. zum Äescher (1461m; Z. IV2-2, P. 4-6 fr.), 
mit prächtiger Aassicht und schönem Echo. Am Felsen das Scheffel- 
denkmal (Bronzeplatte mit Reliefporträt). Weiter am Felsen ent- 
lang und über eine Brücke in wenigen Minuten zum *Wildkirclili 
(1477m), einer ehem. Einsiedelei mit Kapelle, dem h. Michael ge- 
weiht, in einer 10m breiten Grotte, mit Aussicht auf das tiefe See- 
alptal und 1. auf den Bodensee, nach Schwaben und Bayern. — 







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HOHER KASTEN. I.R.n. 73 

"Wenige Schritte weiter eine Wirtschaft am Ausgang einer zweiten, 
150 Schritt langen Felshöhle (verschlossen ; Führer in der Wirtsch.), 
Fackel nötig, 50 c), die zur *Ebenalp führt ; vom (25 Min.) Gipfel 
(1644m; Whs.) prächtige Eundsicht auf Säntis, Altmann, Bodensee 
etc. — Zurück kann man direkt zur (25 Min.) Bommenalp gehen 
("Wegweiser; s. S. 72). 

Hübscher Spaziergang von "Weißbad über ScMvendi und (50 Min.) 
Wasserauen (S. 74), 4 Min. weiter beim G-asth. Alpenrose aufs 1. Ufer 
des Scb-wendibachs, das neue Fahrsträßchen durcli eine bübscbe waldige 
Schlucht mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Appenzell hinan, zuletzt 
unter dem Felsüberhang des Kobel hindurch zum (^U St.) Seealpsee 
(1139m; Gasth., P. 5 fr.), in der Talmulde zwischen Gloggeren und Alten- 
alp (S. 74) malerisch gelegen (Fahrt auf dem See 20-30 c.). Beim Kobel (s. 
oben) führt ein steiler Pfad in IV2 St. zum Aescher (S. 72). Vom See- 
alpsee über den Unterstrich zur Meglisalp {S. Ti) I1/4 St., stellenweise 
schwindliger Pfad (Drahtseil), der 20 Min. vor Meglisalp in den Schren- 
nenweg (S. 74) mündet. — Zum Leuenfall (971m) I1/2 St., gleichfalls 
lohnend, am r. Abhang des WeißbacJitals (Wegzeiger s. vom Weißbad), 
zuletzt durch schönen Wald. Nach 3/^ St. und IV4 St. kleine Wirtschaften. 
— Am 1. Abhang des Weißbachtals schöner Weg vom Weißbad zur (1/2 St.) 
Sonnenalp (952m), mit Kapelle und hübschem Blick auf die Säntiskette. 
Unten im Tal, 10 Min. vom Y^eißbad, „der Welt Ende", mit Badehütte 
(angenehmes mildes Wasser). 

Fähnern (1509m), vom Weißbad n.ö. in 2V2 St., leicht und lohnend 
(F. für Geübte entbehrlich); prächtige Aussicht auf Bodensee, Eheintal 
und Säntisgruppe. — *H"olier Kasten (1798m), 3 St., leicht und sehr 
lohnend (F. 6 fr., miiiötig; bis Ruhesitz Reitweg, Pferd 12 fr.). Vom 
Weißbad s.o. über den Schwendebach und hinan über (3/4 St.) BrüUsau 
(924m; Krone, Rößle, an der Kirche vorbei (kürzender Fußpfad hinter 
dem zweiten Hause r.) in der Richtung der Telegraphenleitung aufwärts 
bis zum (1 St.) Whs. & P. Rühes its (1371m), im Zickzack hinan zum Sattel 
(1680m) zwischen £'omor (1750m; 1/4 St.; reiche Flora) und Hohem Kasten 
und von der NO.-Seite zum (IV4 St.) G-ipf el ( GasiÄ., 30 Betten zu 21/2 fr-, 
ganz gut), mit großartiger Aussicht auf die Säntisgruppe, das Rheintal 
bis zum Bodensee und auf die Vorarlberger und nördl. Bündner Alpen. — 
Hinab ins Rheintal kann man auf rot mark. Wege zur (2 St.) Stat. Senn- 
waZd-SaZez (S. 77) gelangen: gleich unter dem Sattel zwischen Kamor und 
Hohem Kasten vom Wege zum Weißbad 1. ab, um die West- und Südseite 
des Hohen Kastens herum, dann im Zickzack hinab auf anfangs steilem 
und steinigem Pfade zur Alp Bohr, dann meist durch Wald. Ein anderer 
Weg führt vom Sattel n.ö. an den Hütten von Oher-Kamor vorbei, dann 
r. hinab über Plonen nach (2 St.) Rüti (S. 77). — Lohnende Höhenwande- 
rung vom Hohen Kasten zur Saxerlücke (S. 75) an der Staub erenkansel 
(1863m), den Häusern (1961 u. 1963m), dem Hochhaus (1947m) vorbei und 
über den Furgglenflrst hinab ; 3-31/2 St. m. F. — Alpsiegel (1606-1768m), 
31/2 St., lohnend. Bis zur (3/^ St.) Kirche in BrüUsau; hinter dem ersten 
Haus r. ab, durch das schöne Brültobel bis zur (IV4 St.) Höhe (1284m; 
Wegw. ; 1. zum Hohen Kasten s. oben), dann r. hinauf zur (1 St.) Alp- 
siegel- A. (1581m) und zum (i/^ St.) Gipfel. Ein kürzerer, z. T. beschwer- 
licher Weg biegt c. I/2 St. von Weißbad vom Brülisauer Weg r. ab und 
führt über die Scheienegg zu den (1 St.) Hütten von Berstein (1442m), 
dann steil hinauf (Drahtseile) durch die Zahme Qocht zur (V2 St.) Kamm- 
höhe. — Hundstein (2159m), von der (3 St.) Meglisalp (S. 74) 2 St. m. 
F., für Geübte nicht schwierig. Schöne Aussicht auf Altmann, Säntis, 
Fahlen- und Sämbtissee und die nahe wilde Felsgruppe der „Freiheit". 
Steiler Abstieg zum (l^/g St.) FäTdensee (S. 75), weiter auf sehr rauhem 
Wege am Sämbtissee vorbei nach (3 St.) BrüUsau. — Altmann (2438m), 
vom Weißbad über die Fählenalp (S. 75) 7 St. m. F., mühsam, nur für 
Geübte; besser von Meglisalp in 3 St. m. F.; ejn dritter Weg führt 8, voa 



74 I- R.17. — K. S. 72. SINTIS. Kanton 

Wildhaus über Tesel- n. Kraialp (S. 75) hinauf, 41/2 St. m. F. Vom Alt- 
mann ziim Säntis s. unten. 

Der höchste Berg des Kantons, der schneebedeckte *Säntis 
(2504m), wird vom WeLßbad aus häufig bestiegen (6 St., F. 10 fr., 
im Hochsommer für Greübte unnötig, Einsp. bis "Wasserauen 4 fr., 
Hotelomnibus 70 c). Fahrweg, vom '^Qge nach Brülisau hinter der 
(3 Min.) Brücke über den Schwendebach r. ab, am *B[.-P. Belvedcre 
vorbei zum (^/4 St.) Dörfchen Schwende (866m; H.-P. Felsenburg, 
P. 4-5 fr.; P. Alpenblick, 3-4 fr.), als Luftkurort besucht, und am 
Escherstein (für den Greologen Arnold Escher von der Linth, einen 
Sohn Konrads, S. 60) vorbei nach (Y2 St.) Wasser auen (874m; 
Gasth.: Wasserau und Alpenrose). Beim Gasth. "Wasserau 1. (gerade- 
aus über den Seealpsee zur Meglisalp, s. S. 73) den Katzensteig 
hinan, auf der r. Seite einer Schlucht, durch die ein Bach hinab- 
stürzt, zur (40 ]Min.) Hütienalp (1201m ; Milch) ; dann auf dem schma- 
len, doch gut gehahnten Schrennenwege an den abschüssigen Matten 
der Gloggeren entlang (unterhalb senkrecht abstürzende Fels- 
wände), mit prächtigem Blick auf den Säntis und seine n.ö. Nach- 
barn (Girespitz, Oehrli, Tüi'me) bis zum Aescher r. oben, sowie auf 
den tief unten liegenden Seealpsee, an einer (^4 St.) Schutzhütte 
vorbei (1. vom Säntis erscheint der Altmann) zur (3/4 St.) Meglisalp 
(1520m; *Gasth., 50 Betten, Z. 31/2, F. 1.30, P. 5-6V2 fr.). Der Weg 
von hier zum Gipfel (2Y2-3 St.) steigt r. steil im Zickzack hinan und 
zieht sich dann w. an der Kühmad entlang, stets gut gebahnt, zur 
(IY2 St.) neuen Schutzhütte, weiter zur (VdSt.) Wagenlücke (2069m) 
wo der Säntisgipfel mit dem Gasthaus sichtbar wird; zuletzt meist 
über Felsstufen (rote Markierung) und teilweise an Schneehalden 
hinauf zum (I74 St.) Gasth. (2465m ; 40 Betten zu 372-5 fr., Matratze 
im Massenquartier 1 Y2 fr. ; Speisen und Getränke teuer ; frühzeitiges 
Eintreffen ratsam, oft überfüllt), 5 Min. unter dem Gipfel des Säntis, 
zu dem ein mit Eisenstangen versehener Treppenweg emporführt 
(oben meteorolog. Station mit Telegraphenamt, Eintr. 30 c). Die 
**Aussicht dehnt sich weit über die n.ö. und ö. Schweiz, den Boden- 
see, Schwaben und Bayern, die Tiroler, Bündner, Urner, Glarner und 
Berner Alpen aus (Panorama von Heim). 

Vom Säntis führt s.o. über den G-rat oberhalb des „G-roßeu Schnees" ein 
mit Drahtseil versicherter Felssteig zum Kcilbersäntis (2373m), dann r. steil 
liinab zum Schafboden (1725m) und über die Alp Flis (1503m) zur Thurioies 
(1215m). Von hier 1. über die Gamplütalp (1300m) nach Wüdhmts, oder r. 
über den Kühboden nach Unterwasser im Toggeuburg (S. 80), 3-3V2 St., 
hinauf 41/2-0 St. ; rot markiert, F. für Geübte entbehrlich). Über den bisher 
fast unzugänglichen Lisengrat (Kälbersäntis, s. oben) und den Rotsteinpaß 
(2124m) wird ein Weg vom Säntis zum Altmann (S. 73) angelegt. 

Schwindelfreie können den Besuch des WildkircTdi (S. 72) mit der 
Besteigung des Säntis verbinden (7-8 St., nur mit F., 15 fr.). Der We^ 
führt hoch über dem Seealpsee über die Weesenalp und die Geißplatte 
zur Altenalj) (1614m), weiter an den Türmen (1896-2046m) vorbei über 
den Oehrlisattel (2116m; von hier in 1/4 St. zum Oehrlikopf, 2203m, mit 
schöner Aussicht, für Geübte m. F.) zum Hochniederensattel (2114m, viel 



Appenzell. TEUFEN. K. S.72, 70. ^ I. R. /7. 75 

Versteinerungeu), weiter ohne Pfad (rote Markierung) tlber die Boßegg 
und den Blatten Schnee (Vorsicht wegen der Spalten) am Fuß des Giren- 
spitz (2450m) entlang und über den Nordgrat (s. unten) direkt zum Gipfel. 
— Man kann vom Seealpsee (S. 73) über den Utiteren 3Iessmer (1609m; hier 
r. zur Eoßegg, s. oben) und die Fehlalp zur Wagenlücke (S. 74) und auf 
den Hauptweg gelangen (4 St., nur mit F.). — Von der W.-Seite 
führt gleichfalls ein vom S.A.C. angelegter Weg direkt auf den Säntis. 
Von Urnäsch (S. 66) über das G-asth. zum Kräzerli (1113m; s. S. 80) in 
21/2 St. zur Alp Gemeinen -Wesen (1358m); von hier m. F. über eine Schutt- 
halde (r. der Weg von Neßlau, s. S. 80) und steile Felswand zur ersten 
Gebirgsterrasse, weiter an Fels- und Rasenbändern hinan zum Fliesbord- 
kamm (2084m) mit dem (2 St.) Gasth. auf Thieriuies, dann am Graukopf 
(2212m) hinan, im Zickzack zum Grat zwischen Girenspitz und Säntis, 
hier r. über den Nordgrat (s. oben) auf 130m 1. Felstreppe mit Drahtseil 
zui- (IV2 St.) Spitze. 

Der gewöhnliche Weg vom Weißbad nach Wildhaus (71/2-8 St. 
in. F.) geht über BrüUsau (S. 73) und durchs Brültobel zum Sämbtissee 
(1209m), am Fählensee (1448m, Alphütten) vorbei zum Zkmnglipaß (2021m) 
zwischen r. Altmann (S. 73), 1. Kraialpfirst (2131m), hinab über Kraialp 
(1809m) und Teselalp (1395m), ist aber beschwerlich und wenig lohnend, 
daher der nicht viel längere über den Säntis vorzuziehen. — Nach Salez 
über die Saxerlücke (1651m) 6 St., beschwerlich, s. S. 77 (vor dem Fäh- 
lensee 1. hinan). 

Eisenbahn von Appenzell über Urnäsch und Herisau nach 
Winkeln s. S. 66. — Vorzuziehen ist die Fahrt über Gais und 
Teufen nach St. Gallen (19,5kin, Adhäsionsbahn mit Zahnrad- 
strecken; hübsche Fahrt, Fahrpreis s. S. 69). Die Straßenbahn 
führt auf großem Viadukt über die Sitter und über Hirsdiberg und 
Sammeliüatz nach (0,6km) Gais, s. S. 71. "Weiter über Zwei- 
hrücken (Eößli), am Roth ach hinab nach (9km) Bühler (833m; 
*Eößle u. a.), stattliches hübsch gelegenes Dorf, an den Haltestellen 
Rose und Linde (*Grasth. , P. 4-5 fr.) vorbei, dann bergan nach 
(13km) Teufen (839m; ^Hecht), wohlhabendes sehr malerisch ge- 
legenes Fabrikdorf (4595 E.), mit trefflicher Ansicht der ganzen 
Säntiskette (74 St. oberhalb Bad Sonder, 920m, als Luftkurort be- 
sucht; Fußweg nach St. Grallen, Frölichsegg s. S. 68. Nun um den 
W. -Abhang der Teuferegg herum an den Haltstellen Sternen, Nie- 
derteufen, Lustmühle und Riethäusle vorbei, zuletzt in scharfen 
Kurven hinab nach (195km) St. Gallen (S. 67). 

18. Von Rorscliach nach Clinr. 

93km. Eisenbahn in 2-31/4 St. ; 9 fr. 60, 6 fr. 75, 4 fr. 80 c. 

Rorschach - Hafen s. S. 42. 1km Rorschach- Bahnhof. Die 
Bahn bleibt auf kurzer Strecke am See, r. Schloß Wartegg (S. 42). 
4km Staad (Anker ; Schiff) , malerischer Ort mit Brüchen weißen 
Sandsteins und neuem Hafen. Auf der Höhe wird Heiden (S. 69) 
kurze Zeit sichtbar; weiter, am Fuß des weinreichen Buchbergs, 
Schloß Weinburg , der reizende Landsitz des Fürsten von Hohen- 
zollern (S. 42). Die Bahn durchschneidet das fruchtbare Yorland, 



76 I- R.18. — K. S. 70. WALZENHAUSEN. Von RorscTiach 

das der Rhein bei seiner Mündung in den Bodensee im Lauf der 
Jahrtausende gebildet bat. — 9km Rheineck (403m; Post, einf. 
gut; Ochsen; Rößli), Städteben an Rebenbügeln (2094 E.), 

Post 7mal tägl, in 15 Min. nacli (2kni) Thal (423m; Anker), gewerb- 
reicher Ort (3547 Einw.) in hübsclier Lage am FuJß des Buchbergs (zum 
Steinernen Tisch 25 Min., s. S. 42). 

Nach "Walzenliausen Drahtseilbahn in 11 Min.; 60, abwärts 40 c. 
(zu Fuß 1 St.). Abfahrt am S.-Ende des Orts, oberhalb der Rheinbrücke 
r. (Omnibus 20 c). Die Bahn ist 1218m lang und hat eine Steigung von 
17-260/o. Sie führt durch einen 300m 1. Tunnel, überschreitet dreimal den 
Ruderbach auf hohen eisernen Brücken und steigt dann steil an offener 
Berghalde hinan, zuletzt nochmals durch einen 100m 1. Tunnel. "Walzen- 
hausen (682 m; *J?.-P. Rheinburg, mit Aussichtsterrasse, Z. 2-31/2, ^- IV4, 
M. 3, P. 6-9 fr.; *H. Kurhaus, mit Terrasse, P. 6-9 fr.; Hirschen, P. 5-6 fr.; 
Bahnhop - Hotel , P. 4-5 fr.; Löwen, P. 4-41/2 fr.; P. Friedheim, 4 fr.), 
großes Dorf (3083 E.) in schöner Lage, wird als Sommerfrische und Luft- 
kurort besucht (Farbentafel der WM. am Bahnhof). Lohnende Aussicht 
vom (1/4 St.) Rosenberg (780m; Whs.), von der (3/4 St.) * Gebhardshöhe 
(887m ; Sommerwirtsch.), Fromsenrüti (3/4 St.) und Egge (1 St.). — Die Straße 
führt auf der Höhe fort, mit reizenden Blicken ins Rheintal, streckenweise 
durch Wald zum (20 Min.) Frauenkloster Grimmenstein {^db^va.; *Löwen); 
weiter in gleicher Höhe zum (15 Min.) Gasth. u. P. zur Linde (P. 4-41/2 fr.), 
von wo Fußpfad 1. über den Bergkamm zur (10 Min.) *Meldegg (648m; 
Sommerwirtsch., auch Z.), einem Felsvorsprung mit schönster Aussicht 
auf das Rheintal, die Vorarlberger und Appenzeller Alpen und den Boden- 
see. Hinab nach (1/2 St.) Au oder (3/^ St.) St. Margrethen (s. unten). 

Post von Rheineck über Wolfhalden nach Heiden (S. 69) 3 mal tägl. 
in 1 St. 40 Min. (90 c). Direkte Straße Walzenhausen- Wolf halden, 7 km. 

R. oben ist Walzenbausen kurze Zeit siebtbar. — 13km St. Mar- 
grethen (406m; Linde, Ochs, Sonne, Schweizerhund), Knoten- 
punkt und Österreich. Zollstation für die Babn nacb Bregenz (S. 39), 
die das breite, zum Scbutz gegen Überscbwemmungen 1893-1905 
von der Schweiz und Österreich auf gemeinschaftliche Kosten re- 
gulierte Mündungsbett des Rheins durchschneidet. Zwei große 
I)urchstiche( Fußacber und Diepoldsauer Durchstich) befähigen den 
Eluß, seine Greschiebe bis in den Bodensee zu tragen. 

Das Rheintal, ehemals Oher - Rheingau genannt, wurde bis 
1798 durch Land Vögte regiert, wiq Tessinund Thurgau. Die Bahn führt 
an dem reben- und obstreichen w. Berggelände fort, von Heklsberg 
bis Monstein zwischen Fluß und Felswand hin. 

16km Au (408m; ^Schiff, Z. IV2-2, P. 41/2-6 fr., guter Wein; 
Rößli; Bahnrestaur.), in hübscher Lage am Fuß der Meldegg 
(s. oben). L. die schneebedeckte Scesaplana, weiterhin die Drei 
Schwestern; r. Kamor und Hoher Kasten mit dem Whs. (S. 73). 

Straße nach (6km) Walzenhausen s. oben. Auf die *3feldegg (50 Min.) 
s. oben. — 3km w. in rebenreichem Talkessel liegt Berneck (421m; 
Krone; Drei Eidgenossen, freundlicher Ort (2254 Einw.) mit gut ein- 
gerichteter öffentL Badeanstalt. Elektr. Straßenbahn nach AUstätten s. S. 77. 
Post von Berneck über Schachen und Oberegg nach (10km) Heiden s. S. 69. 

20km Heei'brugg (Post; zum Bahnhof); 23km Rebstein- Mar- 
bach. 

27km Altstätten (450m; *Drei Könige, Z. 2-2 V2, F. 1, M. 2V2, 
P. 572-7 fr. ; Splügen; Freihof), fi'eundliche und wohlhabende Stadt 



nach Chur. SE VELEN. ^- S. 70,72, 80. -I.R.i 8. 77 

mit 8724 Einw. Durch eine ScMuclit r. neben dem Fähnern ist der 
Säntis sichtbar. R. an der Bahn das Nonnenkloster vom guten 
Hirten (Waisenhaus) mit großer Kuppelkirche. 

Elektr. StraBenbahn vom Bahnhof durch die Stadt nach Bemeck, 
lOj^km in 3/^-1 St.; Stationen LücMngen, Marbach, Rebstein, Balgach, 
Heerbrugg, Berneck (S. 76). 

Von Altstätten führen Straßen w. über die Landmark (996m; Whs.) 
nach (3 St.) Trogen (S. 71) und über den Stoß (955m) nach (21/2 St.) Gais 
(S. 71), und ein lohnender Fußweg über die St. Antoni-Kapelle nach 
(3 St.) Heiden (S. 69). Einsp. nach G-ais 10, Zweisp. 15, nach Appenzell 
12 u. 18, Weißbad 15 u. 25 fr. 

32km Oberrißt (423m ; Sonne). Weiterhin r. auf einem Hügel 
der viereckige Burgturm von Blatten (Sommer- Wirtsch.). — 37km 
Rüti (Krone, Hirschen) ; 44km Salez-Sennwald (Bahnrestaur.). 

Auf den Hohen Kasten (1798m), von Salez oder Rüti 31/2-4= St., 
s. S. 73 (der Aufstieg von Rüti unsicher, F. angenehm). — Nach dem 
Weißbad (6 St. m. F.) über Sax und die Saxerlücke (1651m), am Fählen- 
und Sämbtissee vorbei, beschwerlich (vgl. S. 75). 

47km Haag- Garns (Oasth. zum Bahnhof). — 52km Buchs 
(Bahnrestaur.; H.Rhätia; zum Arlherg, am Bahnhof), Knoten- 
punkt und Zollstation für die Zweigbahn über Schaan -Vaduz nach 
Feldkirch (S. 478; 18km). R. an der Toggenburger Straße (S. 80) 
das wohlerhaltene Schloß Werdender g. — 57kmSevelen(^TVaw&e; 
H, Bahnhof). Jenseit des Rheins ist Vaduz, der Hauptort des 
Fürstentums Liechtenstein, sichtbar, überragt von dem Schloß 
Liechtenstein, am Fuß der zackigen Drei Schwestern (2124m ; hoch 
oben am Abhang das Alpenkurhaus Gaflei, 1500m). — Weiter r. oben 
Ruine Wartau. L., am r. Ufer des Rheins, unweit Balzers auf einem 
Hügel die Ruine Guttenberg, am Aufgang zur Luziensteig (S. 78). 
Jenseit (63km) Trübbach (483m; Löwe; zum Bahnhof) sind Straße 
und Bahn in den an den Fluß vortretenden Schollberg gesprengt. 

*Alvier (2363m), von Buchs, Sevelen oder Tiübbach in 5-51/2 St., sehr 
lohnend: von Trübbach über Atzmoos (Ochsen, einf. gut) und MaZans, an 
der Ruine Wartau vorbei, nach (3/4 St.) Oberschan (676m; H.-P. Badeck, 
4-41/2 fr.); von hier am (1 St) Kurhaus Alvier (1000m; P. 4-5 fr.) vorbei 
über Schauer Alp zum (31/2 St.) G-ipfel (s. S. 62). — Gonzen (1834m), 
4 St. m. F., unschwierig und lohnend (vgl. S. 62). 

68km Sargans (485m; Bahnrestaur.)., Knotenpunkt für Weesen 
(Griarus) und Zürich (S. 62). Die Landschaft wird großartiger : n.w. 
die zackige Kette der Kurfirsten (S. 59), ö. der Fläscherberg und 
die graue Pyramide des Falknis (S. 78). R, bei Vilters der nach 
Regen ansehnliche untere Sarfall. 

73km Hagaz s. S. 81 ; r. Ruine Freudenberg (S. 82) , weiter 
oben H.-P. Wartenstein (S. 83) , im Hintergrund des Taminatals 
der Calanda (S. 84). Dann unterhalb des Einflusses der Tamina 
auf einer 153m 1. Holz- Gitterbrücke über den Rhein. 

75km Maienfeld (526m; Ochsen; H. Bahnhof; Falknis; 
R'oßli, guter Wein), altes wohlhabendes Städtchen mit 1240 Einw. 
Den alten Turm erbaute angeblich im iv. Jahrh. der röm. Kaiser 
Constantius (Restaur. u. hübsche Aussicht). 



78 I- S.18.- K. S. 80. LANDQtTART. 

1/2 St. n.ö. in Boval (667m) die Pens. Annahof, mit schöner Aussicht. 

Die Luziensteig (715m), ein befestigter Engpaß zwischen Fläscher- 
herg und FalJcnis (s. unten), durch den die Straße nach Vaduz und Feld- 
kirch führt, ist von Maienfeld meist durch Wald in 3/4 St. zu erreichen 
(oben Whs.). Von dem ehem. obersten Blockhaus auf dem Fläscher- 
berg (1072m), w. 1 St. über der Paßhöhe, prächtige Aussicht. — *Falknis 
(2566m) von der Luziensteig diu'ch das Glecktobel und über die Sarina- 
oder die Fläscheralp in 6 St. (F. 15 fr.), beschwerlich aber lohnend; besser 
von Maienfeld (Führer Fortunat und Joh. Peter Enderlin, Jakob Just) auf 
dem vom Führer Fort. Enderlin angelegten "Wege über Bargün und das 
Fläscherß,rldi. 

L. die rebenreiclieii Abliänge der „Herrscliaft" mit den Orten 
Jenins (Gasth. zur Bündte) und Molaris (S. 411); über ersterem 
die Euinen Wyneck und Äspermont Über die Landquart, unweit 
ihrer Mündung in den Rbein, nacb (80km) Stat. Landquart (527m ; 
*H. Landquart, Z. 2y^-5, M. m. W. 31/2, P. 8-12 fr.), Knotenpunkt 
für die Rätiscbe Bahn nach Davos (S. 411). L. die Klus (Eingang 
ins Prätigau; im Hintergrund die Sulzflub) und das viertürmige 
ScMoiB Marschlins; dann das Dorf Igis (s. unten). 

85km Zizers (565m; Krone; zum Bahnhof)^ alter Markt- 
flecken. L. Molinära, Landgut des Bischofs von Chur , und das 
Dorf Trimmis. E. die kahlen G-ipfel des Calanda (S. 408), unten 
an den bewaldeten Abhängen die Ruinen Liechtenstein, Grotten- 
stein und Haldenstein, unten im Ort Haldenstein ein verwahr- 
lostes gräfl. Salis'sches Schloß mit Ringmauern. 

93km Chur, s. S. 405. 

Außer der direkten Bahn führt von Landquart nach Chur die Rä- 
tische Bahn (s. S. 411, 423), 14km in 1/2 St.; Stationen Igis, Zizers^ 
Unter vas, Trimmis, Haldenstein, Chur. 

19. Von Wil durch das Toggenburg nach 
Buchs im K-heintal. 

Eisenbahn bis Ebnat, 25km in 1 St. für 1 fr. 85 u. 1 fr. 30 c.) — Von 
Ebnat nach Buchs, 38km, Post 2 mal tägl. (Teilstrecken öfter) in 51/4 St. 
(5 fr. 70, Coupe 7 fr. 60 c). — Einspänner von Wildhaus nach G-ams 
8 fr., nach Buchs 9, Ebnat 14 fr. 

Die Bahn führt durch das stark bevölkerte Tal der Thur, die geschicht- 
lich berühmte, ehem. Grafschaft Toggenburg, deren hübsch gelegene 
Ortschaiten mit ihren sauberen blumengeschmückten Häusern viel als 
Luftkurorte besucht werden. Bis Ebnat herrscht Industrie, talaufwärts 
(Obertoggenburg) Alpenwirtschaft vor. Zentralstelle der Toggenburger 
Verkehrsvereine in Lichtensteig (Lehrer C. Ct. Würth). 

Wil (689m), Stat. der Winterthur-St. Galler Bahn, s. S. 66. — 
7km Bazenhaid; Post 3 mal tägl. in 40 Min. nach dem (3km) Luft- 
kurort Kirchberg (740m). Bei (10km) Lütisburg ein 155ni 1., 58m 
h. Viadukt über das Guggerloch. — 13km Bütschwil; 15km Diet- 
furt. — 17km Lichtensteig (650m ; Krone; Rößle, P. 372-4 V2 ^- '1 
Pens. Daheim, P. 4-472 fr-)) sauberes Städtchen (1389 Einw.), auf 
einem Felshügel malerisch gelegen, als waldreicher Luftkurort be- 
.«jucht. Im alten Amthaus eine histor. Sammlung (Eintr. 30 c). 



EBNAT-KAPPEL. K. S.68,72.- I.B.19. 79 

Ausflüge. Schöne Aussicht von GrM&ew (890m; Wirtsch. ; Panorama 
von Boßhard, 3 fr.), ^U St. s.w. Am "w. Fuß, 1 St. von Lichtensteig 
(Fahrstraße) der Luftkurort Krinau (800m; *Lö-we, P. 31/2 fr-)» von wo 
die Kreuzegg (1317m), mit prächtiger Aussicht, in 2 St. leicht zu er- 
steigen ist. — Auf der ö. Talseite führen bequeme, schattige Wege auf 
den (1 St.) *Köbdisherg (1148m; Wirtsch.) und zur (1 St.) Ruine Neu- 
toggenhurg (1087m), beide mit sehr malerischer Aussicht. — 5km n. von 
Lichtensteig (Post tägl. in 1 St.) der Luftkuxort Oberhelfenschwil (850m; 
Gasth. zur Brauerei, P. 4 fr.; Zur frohen Aussicht, 10 Min. oberhalb, u. a.). — 
Fahrstraße (Post nach Waldstatt 2 mal tägl. in 3 St.; Automobilkurse 
St. Peterzell -Waldstatt -Herisau) von Lichtensteig über Wasserfluh nach 
(6km) Brunnadern im freundlichen Neckertal, weiter nach (10km) St. 
Peterzell (705m), dann 1. hinan über den ScMnenbühl (833m) nach (14km) 
Schönengrund und (20km) Waldstatt (S. 66). 1 St. oberhalb St. Peterzell 
der Luftkurort Eemberg (970m; Löwen, Krone; 2 mal tägl. Post nach 
St. Peterzell undWattwil), in hoher freier Lage, Lohnende Ausflüge von 
hier auf die Wilkethöhe (1183m; 2V2 St.), den Sitz (1087m; Sommer- 
wirtsch.; 2 St.) und die ^oc7i«?:P (1533m ; Sommerwirtsch. ; 3 St.), alle mit 
herrlicher Aussicht. 

20kniWattwil (618ni; Rößli, Z. IV2-2, I*. 5 fr. ; Toggenburg; 
Schäfle, P. 31/2 fr. ; Sonne, P. 4 fr. ; P. Risi, in freier Lage, P. 4 fr. ; 
P. Säntisblick, Steintal), stattliclies Dorf (4971 Einw.), mit neuer 
parität. Kirche. Elektro-Tanninbad. 

Post nach (14km) Uznach (S. 65) 4 mal tägl. in 2 St. für 2 fr. 20, Coupe 
2 fr. 95 c. Bahn im Bau (Rickentunnel). Post nach (9km) Semberg (s. oben) 
in 13/4 St. für 1 fr. 10 c. 

E. das Nonnenkloster St. Maria der Engeln, südl. gegenüber 
die hergestellte Burg Yberg. 

Letzte Station (25kni) Ebnat-Kappel {*Gasth. zum Bahn- 
hof, Z. 172-2, F. 1, P. von 5 fr. an; H. Central), für die ansehn- 
lichen Dörfer Ehnat (650m; *Krone, P. 4-5 fr.; Ochsen; Restaur. 
Post), mit 2657 Einw., und Kappet (642m; Traube), mit 2187 Einw. 
Hübsche Aussicht von der Sommerwirtschaft Rosenbühl. 

Ausflüge (Führer : Nikiaus Giger und Wilh. Reich). Auf den Tanz- 
boden (1446m), von Ebnat 21/2 St. s., an der (1 St.) Wirtsch. zur frohen 
Aussicht (930m) vorbei, leicht und sehr lohnend. — I1/2 St. s.w. von 
Ebnat der besuchens werte Regelstein (1318m). — Auf den *Speer (1956m), 
5 St., zahlreiche Wegweiser, F. 7 fr., entbehrlich. Beim Gasth. Krone, 
10 Min. vom Bahnhof, r. über die Brücke der Steintalstraße nach. Nach 
3/4 St. Wegweiser: entweder geradeaus auf der Straße weiter durch das 
Steintal zum Nordfuß des Speer und dann 1. hinauf zur Alp Bütz (1571m) 
oder 1. allmählich hinan und auf der aussichtreichen Höhe weiter über 
die Alp Wolzen zur Alp Bütz. Von hier über den Grat zur Südseite 
des Speer und auf den Wees euer Weg (S. 59). Von Neu- St. Johann und 
von Neßlau führen Wege durch das Jental oder über Wolzen (s. oben) zur 
Alp Bütz, weiter wie oben (5 St.), von Stein über Lad (S. 59) und die 
Herrenalp (41/2 St. m. F.). — Zu Fuß nach Wildhaus (S. 80) 41/2-5 St.: 
Neßlau 13/4, Stein ^U, Starkenbach 1/2? Alt-St. Johann 1/2, Unterwasser 1/4» 
Wildhaus 3/4 St. 

Die gute Straße (vorn r. die Kurflrsten, 1. der Stockberg, vor 
Neu -St. Johann 1. der Säntis) führt am r. Ufer der Thur über 
(29km) Krummenau (727m) , wo das Elüüßchen unter dem Sprung, 
einer natürlichen Felsenbrücke, hinströmt, und durch das Kessel- 
tobel nach (32km) Neu- St. Johann (760m; Schäfle; Sonne), mit 
ehem. Benediktinerkloster, jetzt Schülerheim und Eremdenpension 



80 /. JS. 19- - K. S. 68, 72. WILDHAUS. 

{Johanneum, P. 4-5 fr.). 10 Min. weiter (33 km) Neßlau (760in; 
* Traube, P. 41/2-6 fr.; Sternen, einf. gut; Krone; P. Älpenblick, 
P. Bellevue, 4-5 fr., gelobt), als Luftkurort besucht, mit 2137 Einw. 
und hübscher Kirche. 

Ausflüge (Führer: Mich. G-iger und Heinr. Looser in Ennetbühi). 
1/4 St. talaufwärts (Wegw. an der Straße) die beiden Gießenfälle mit 
Elektrizitätswerk. — Von Neßlau, Rietbad oder Stein auf den (21/2 St.) Stock- 
berg (1784m) mit umfassender Aussicht und reicher Flora. 

Nach Urnäsch über den Kräzernpaß 41/2 St., lohnend. Fahr- 
weg von Neu-St. Johann durch das hübsche Luterntal über (2km) Ennet- 
bühl und das (4km; I1/4 St.) Riethad (927m; Kuranstalt mit Schwefel- 
queUe, Z. IV2, F. 1, M. 2, P. 5-6 tx.) zur (1/4 St.) schöngelegenen Alp 
Bernhalden (1037m); dann Fußweg über Ltitertamien (r. zum Säntis, s. 
unten) durch den Kräzernwald zum Kräzernpaß (c. 1250m) und über 
die Matten von Kräzern (Whs. zum Kräzerli, S. 75) zur (2 St.) Alp Roß- 
fall (Whs.), von wo Fahrsträßchen nach (1 St.) Urnäsch (S. 66). — Auf 
den Säntis (S. 74) von Neßlau (! St.: über (H/y St.) Bernhalden und 
Lutertannen (s. oben) ö. hinan zu den (1 St.) Hütten der Widercdp (Dreck- 
loch); weiter z. T. über Greröll zu den Felswänden oberhalb der Alp 
Gemeinen- Wesen (S. 75), dann auf dem Urnäscher Wege weiter zum Thier- 
wies-Whs. und zum (4 St.) G-ipfel. — Auf den Speer s. S. 79. — Von 
Neßlau, Stein oder Starkenbach nach Weesen, 4^/2 5 St., s. S. 59. 

Die Gegend wird rauher. Die Straße führt weiter nach (37km) 
Stein (860m; Ochsen; Pens. Forrer, 5 fr.) und (40km) Starken- 
bach (894m; Drei Eidgenossen, P. 5 fr.), weit zerstreutes Dorf. 
Weiter über (43km) Alt- St. Johann (893m; Rößli, P. 5 fr.; Rütli, 
Hirschen) und (45km) Unterwasser (908m; Sternen, P. 4-4 Y2 fr-; 
Säntis, P. 5 fr.), am Zusammenfluß der Quellbäche der Thur schön 
gelegen, dann am G-asth. Wilh. Teil (1056m; P. 472-5 fr.) vorbei nach 

48km Wildhaus (1104m; Hirschen, Z. 2-3, F. 1, P. 41/2-5 fr.; 
Sonne, P. 3^/2-4 fr. ; Schönenboden, P. 4-5 fr., beim Schönenboden- 
see, 20 Min.), mit 1097 Einw. Das hölzerne Haus, in dem Zwingli 
am 1. Jan. 1484 geboren wurde, steht noch, von der Zeit geschwärzt, 
10 Min. vor dem Dorf, r. von der Straße. Hinter dem am Fuß des 
Schafbergs (2382m) gelegenen Dorf gute Übersicht der Kurfirsten. 
Schöne Aussicht auf das Rheintal vom (I72 St.) Sommerigkopf 
(1316m). 

Führer: Nikiaus Kaufmann, Unterwasser; Heinr. Feurer, Melch. 
Wichser, Wildhaus. — Von Wiidhaus oder Unterwasser auf den Säntis, 
über Alp Flis und den Schafboden 5 St. (rote Wegmarkierung, F. ent- 
behrlich), 8. S. 75. — Nach Weißbad über die Kraialp, den FäKLen- u. 
Sämbtis-See (7 St.), s. S. 75. — Nach Wallenstadt über Niedere oder Vals- 
loch (61/2 St.) s. S. 62. Über die Schwendi- und Iltiß-Alp auf den *Hinter- 
ruck (2309m) und über das Valsloch zum *Käserruck (2266m), leicht und 
lohnend (c. 4 St. m. F.). Grroßaitige Aussicht. 

Die Straße senkt sich an (1.) Ruine Wildenburg vorbei durch 
das Simmitobel, zuletzt in einer großen Kehre hinab ins Rheintal 
(kürzerer Fußpfad nach Grabs r. bergab) zur (54km) Haltstelle 
Zollhaus und nach (57km) Garns (480m; Kreuz); hier r. über 
(60km) Grabs und Werdenberg nach 

62km Buchs (der Bahnhof noch 1km weiter, s. S. 77). 




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81 



20. Ragaz und Umgebung. 



G-asthöfe (meist nur während der Badesaison geöffnet; Rosengarten, 
Krone und Lattmann auch im Winter). *Quellenhof (PI. a), 200 Z. 
zu 4-10, Y.Vjo, G.4, M.5-6, P. 10-20 fr.; *HofEagaz (Pl.b), 250Z. zu4-7, 
F. 11/2, M. 5, A. 31/2» !*• 9-16 ^^'-y fliese beide mit Bädern; *H. Tamina (PI. c), 
120 Betten, Z. 3-10, P. IV2. M. 4, A. 3, P. von 8 fr. an; *Schweizerhof & 
Villa Julia (PI. d), 96 Betten, Z. 2V2-5, P. IV2, M. 31/2, A. 21/2, P- 
7-12 fr.; *H.-P. Lattmann (PL i), 145 Betten, Z. 2-4, F. 1, M. 3, A. 2, 
P. 7-9 fr.; *Krone & Villa Louisa (PL e), 45 Betten, Z. 21/2-4, F. IV4, 
M. 3, A. 21/2, P. '^-10 fr.; St. Gallerhof (PL g), Z. 21/2, F. 1, M. 21/2, 
A. 2, P. 6-8 fr.; H. National (PL 1), Z. 2-3, F. 1, M. 21/2, A. 2, P. 51/2-7 fr.; 
H. Scholl (PLf), Z. 21/2-5, F. 11/4, M. IVg-SVa, P. 6-10 fr.; H.-P. Pieper 
(vorm. Friedthal, PL h), P. 5-7 fr.; Ochsen (PL m), Löwen (PL n), 
Z. 11/2-21/2, P. 5-61/2 fr., beide einf . gut. — Am Bahnhof :H.Bristol;Ro8en- 
garten, 40 Z. zu 21/2-3, F. 1.20, M. 3, P. von 7 fr. an, gelobt. — Pensioneh: 
*Villa Flora (PL k), in ruhiger Lage in einem großen G-arten, P. 51/2- 
7 fr.; H. garni zur Post (PL 0), P. 6 fr.; H.-P. Wartenstein (S. 83). 

Cafös u. Restaurants. K ur s a a 1 (offnes Münchner und Pilsner Bier) ; 
Münchner Bier ferner im Schweizerhof, H. National, St. Galler- 
hof, H. Scholl und der Krone (s. oben); Felsenkeller, 5 Min. vom Ort, 
am Wege zum Freudenberg (S. 82) ; Gartenwirtschaft im L ö w e n und Kreuz. 

Post u. Telegraph. (PL r) gegenüber dem Dorfbad. 

Omnibus vom Bahnhof ins Dorf 75 c, Koffer 25 c. — Einspänner 
vom Bahnhof ins Dorf 1 fr., Koffer 50 c; vom Bahnhof oder Dorf nach 
Bad Pfäfers und zurück mit 2 stund. Aufenthalt für 1-2 Pers. 7 fr., 
3-4 Pers. 10 fr. und Trinkgeld ; nach Dorf Pfäfers 8 u. 14, Vättis 18 u. 25, 
Maienfeld 6 u. 10, Luziensteig 10 u. 15 fr. 

Bäder. Neubad (PL 2) u. Hdenabad (PL 3) beim Quellenhof, Müläe- 
had (PL 4) beim Hof Ragaz, Dorfbad (PL 5) in der Bahnhofstraße beim 
Taminahotel; zusammen 81 gut eingerichtete Badekabinette mit 90 Kachel- 
bädern. Taxe pro Stunde und Person im Neubad 21/2 fr., Helenabad 2 u. 
21/2 fr., Mühlebad u. Dorfbad 2fr.; warme Badewäsche pro Person 20 c. extra. 
— Schwimvibad (PL 1; 29-32° C), Bad vorm. 2 fr., nachm. 1 fr. (Damen 8-10, 
11-1 vorm. u. 4-51/2 nachm.); Badehose 20 c, Badekostüm 50 c. 

Im Kui-garten das Med,iko - mechanische Institut (PL 6) für schwe- 
dische Heilgymnastik, Elektrotherapie, Massage etc. (unter Leitung des 
Dr. F. Bally; einzelne Übung im Abonnement 21/2 fr.). 

Kur- und Musiktaxe für jede Person täglich 50 c. Kurmusik vorm. 
91/2-IO1/2 abwechselnd im Kurgarten (bzw. Kursaal) und in der Badhalle 
beim Dorfbad, nachm. 4-51/2, 81/2-IO, So. 2-4 u. 5-7 im Kurgarten. 

Öffentliches Verkehrsbureau im Postbureau. 

Ragaz (521in), berühmter Kurort mit 1866 Einw. , in schöner 
Lage am Eingang des Engtals der wilden Tamina, die unterhalb 
in den Ehein fließt, gehört zu den besuchtesten Punkten der Schweiz 
(einschließlich der Durchreisenden jährlich ca. 30000 Fremde). — 
Die Entfernung vom Bahnhof bis zum Markt beträgt 900m. An 
der Bahnhofstraße r. der Kirchhof, mit dem Grabdenkmal des 
Philosophen Schelling (f 1854) , weiterhin 1. das Dorfbad (PI. 5). 

Mittelpunkt des Badelebens ist der Kursaal mit dem Kur- 
y arten und den Bädern, die das Thermalwasser (33-34° C.) in 
4km langer Leitung aus Pfäfers empfangen. Dauer der Saison von 
Anfang Mai bis Anfang Oktober. 

An der Straße nach Sargans zeigt bei den (20 Min.) letzten 
Häusern L ein Handweiser durch Weinberge bergan zur (10 Min.) 
Euine Freudenberg (584m), mit schöner Aussicht über das Rhein- 

Baedekcr's Schweiz. 31. Aufl. 6.. 



/. R. 20. — Karte S. 80. RAGAZ. 



Ragaz und 



tal; zurück auf dem Fahrweg am Berge entlang zwischen Häu- 
sern und Gärten (unterwegs der S. 81 gen. Felsenkeller). 

Nach Bad Pf äfers (4,3km vom Dorf ; vom Bahnhof zu Fuß 
hin und zurück 3 St., Wagen s. S. 81) führt eine schmale Fahr- 
straße am 1. Ufer der Tamina aufwärts, zwischen dunkeln 150-250m 
hohen Schieferfelswänden, die ihr und dem ungestümen Gletscher- 
bache kaum Raum lassen, durch schönen "Wald. Vor dem be- 
scheidenen (40 Min.) Restaur. Schwattenfall geht ein Fußsteig 1. ab 

R Ä i Ä. 1 




SraiCTi!sN'"Baji']?fa3?er'si "TarteasteiS*." ' '»DorfPfäÄrs' 



über die Tamina, dann bergan über Valur nach (Y2 St.) Warteu- 
stein (s. unten) ; 10 Min. weiter ein zweiter zum {^j^ St.) Dorf Pf äfers : 
beide Wege schattig, aber etwas steil und bei nassem Wetter wenig 
angenehm. Die Straße führt durch ein Felsentor und erreicht Q-j^ St.) 

Bad Pfäfers oder Pfävers (685m). Das klosterartige Gebäude, 
am Eingang der Quellenschlucht, hat 300 Betten (P. 7-9 fr.), 24 
Kachelbäder (ä 1 fr.) undSgroße gemeinschaftliche Bäder (50 c); Tem- 
peratur des Wassers 35° C. Dauer der Saison 1. Juni bis Mitte Sept. 

Zum Besuch der Quelle löst man im Hauptkorridor des Bad- 
hauses eine Karte (1 fr.). Man durchschreitet die langgestreckten 



Umgebung. PFÄFERS. K. S. 80. - I. R. 20. 83 

Korridore und tritt in die großartige *Taminaschlucht (8-14m 
breit, 500m lang), in der ein bequemer, z. T. gemauerter Weg 
unter dem Felsen 9-14m über dem tosenden Bacb hinführt. Ein Wär- 
ter öfi'net die Tür des engen dampferfüllten Stollens (man lege die 
Oberkleider ab) und führt die Besucher zur Heilquelle. Das Wasser 
(3000 Liter in der Minute) ist 37° C. warm, kristallhell, geruch- 
und geschmacklos, mit äußerst unbedeutenden Teilen von kohlen- 
saurem Kalk, Chlornatrium und Magnesia, und gegen rheumatische, 
nervöse und skrofulöse Leiden wirksam. Die Quelle wurde 1038 
entdeckt und 1242 mit Badeeinrichtung versehen. Spuren des alten 
Hauses sind am Felsen oberhalb des Stollens erkennbar ; die Kranken 
wurden an Seilen von oben heruntergelassen. 

Der Faßpfad vom Bad nacli Dorf Pfäf ers (IV4 St.; grüne M.) 
steigt r. in Windungen bergan. IN'acli 15 Min. bei einem Handweiser, 
der r. nach Valens (S. 84), 1. nach Dorf Pfäf ers zeigt, den Fußweg 1. 
hinab und auf einer (5 Min.) NaturbrücTce (70m über den Quellen) über 
die Taminaschlucht. Dann am r. U. auf einem Treppenweg, steil und bei 
nassem Wetter abwärts unangenehm, bis zu einer (20 Min.) Sommer- 
Wirtschaft, hier den Faßweg 1., durch Wiesen und Wald allmählich 
bergan, auf die (1/4 St.) Straße, 25 Min. vor dem Dorf Pfäfers. 

Von Ragaz Drahtseilbahn (Bahnhof hinter Hot. Hof Ragaz; 
Steigung 277o), vorm. alle V2, nachm. alle Va St. in 10 Min. (2. Kl. 
1 fr., 3. Kl. 60 c. , hin u. zurück 1 fr. 30 oder 80 c. , 10 Karten 10 
oder 6 fr.), Fahrstraße in 40 Min. zum *H.-P. Wartenstein (751m; 
45 Z. zu 3-7, F. 11/4, M. 31/2, A. 2V2, P. 7V2-12 fr., einschl. freier 
Fahrt auf der Drahtseilbahn), Luftkurort, mit Wasserheilanstalt, 
G-artenwirtsch. und freiem Blick über das Rheintal, n.w. bis zu 
den Kurfirsten; unterhalb die Ruine Wartenstein und die Kapelle 
St. Georg. — Die Straße führt weiter bergan zum (20 Min.) Dorf 
Pfäfers (822m; Adler, Z. 2-3, P. von 5 fr. an; Löwen, Z. 1V2-2V2^ 
P. 31/2-5 fr.; Taube; alle drei mit Gartenwirtschaft). Die um 724 
vom h. Pirmin gegründete, 831 durch Freibrief Ludwigs des From- 
men reichsunmittelbar erklärte Benediktiner- Abtei Pfäfers, deren 
im XVII. Jahrh. neu errichtetes Gebäude stattlich in die Augen fällt, 
wurde 1838 aufgehoben und 1847 zu einer Irrenanstalt (St. Pirmins- 
herg) eingerichtet. Schöne Aussicht vom Tabor (843m) , 1/4 St. n. 

Ausflüge von Ragaz (Führer David Kohler jun. ; die näheren Wege 
überall markiert). Griiscliakopf (751m), der bewaldete Felskopf unmittel- 
bar westl. von Ragaz, r. vom Eingang des Taminatals. Promenadenwego 
führen sowohl an der Süd- wie an der Westseite (hinter Pens. Flora 
r. hinan, oder von der Straße nach Valens nach 20 Min. r. ab) in 40 Min. 
zum Gripf el, mit Aussicht auf Ragaz, Rheintal, Appenzeller und Prätigauer 
Gebirge, Grrane Homer und Calanda. — Nach Maienfeld (Fahrstraße über 
die neue Rheinbrücke, 1/2 St., Einsp. 6, Zweisp. 10 fr.), s. S. 77; Luzien- 
steig (Fnßweg über die Eisenbahnbrücke in IV^ St., Fahrstraße über. 
Maienfeld I1/2 St., Einsp. 10, Zweisp. 15 fr.) s. S. 78. — Ins Prätigau' 
{Seewis etc.) s. S. 411. 

*Pi2alTin (1482m), 31/2 St., für Ungeübte F. ratsam (6 fr.). Vom (25 
Min.) Dorf Pfäfers zum Teil durch Wald (rote Mark.) über Furggds zu 
den Matten von (I1/2 St.) St. Margretenberg (1262m), dann 1. hinan, zuletzt 
auf Felsstufen zum (^/^ St.) Gipfel, mit herrlicher Aussicht auf Rheintal, 

6* 



84 I- -B- 20. - K. S. 80. VÄTTIS. Bagas und 

Rhätikon etc. — Ähnlich ist die Aussicht von der Tristeli-Alp (1461m), 
von der Straße nach Vättis 20 Min. vom Dorf Pfäfers 1. ah, meist durch 
Wald hinan (2 St.). 

Nach Valens (915m; Gasth. : Piz Sol, P. 4-5 fr. ; Zum Frohsinn; Führer 
Joh. u. G-ust. Rupp), von Ragaz auf direkter Fahrstraße, unter dem Guscha- 
kopf 1. hinan, mit schönen Blicken auf den Calanda, Dorf Pfäfers und 
die Prätigauer Berge, in IV2 St. (Zweisp. 20 fr,), oder vom Bad Pfäfers 
1/2 St. (bei dem S. 83 gen. Handweiser r.). Die neue Straße (blau mark.) 
führt weiter zur (i/4 St.) Brücke über die Tschenner SchlucM, einen tiefen 
Felsspalt im Mühletobel, mit schönem Blick auf die Grauen Hörner, und 
nach dem in sonnigen Matten gelegenen (1/2 St.) Vcisön (928m; Whs.), 
nach dem Brande von 1903 neu erbaut, von wo Fahrweg hinab zur Ta- 
mina und wieder bergan auf die (1/2 St.) Straße nach Vättis (s. unten). — 
Von Valens auf den Vasanekopf (2034m), 31/2 St. m. F. (8 fr.), leicht und 
lohnend. Über Matten in 3 St. zur Lasa~Alp (1872m; Clubhütte), vorher 
r. zum (1/2 St.) Gipfel, mit weiter Aussicht (umfassender noch vom ScMößli- 
kopf, 2224m, 1 St. von der Lasa-Alp; F. 9 fr.). Reiche Flora. — *Monte- 
luna (2425m), von Vasön über Alp Vindels (1650m) in 41/2 St. (F. 12 fr.), 
gleichfalls unschwierig und lohnend. — *Piz Sol oder Pizol (höchster 
Gipfel der Grauen Hörner, 2849m), 7 St. m. F. (17 fr.), anstrengend aber 
sehi- lohnend. Von Valens zur (3 St.) Lasa-A. (s. oben), dann hinauf zum 
(2 St.) Wüdsee (2436m) und über Fels und Firn zum (2 St.) Gipfel, mit 
großartiger Aussicht. Abstieg event. über Alp Tersol nach Vättis, oder 
über Alp Lavtina nach (31/2 St.) Weißtannen (S. 62). 

Von Eagaz nach Vättis, 14,6kin, Fahrstraße (Post im Som- 
mer 2 mal tägl. in 2^3 St., zurück 2 St., 3 fr. 65 c. ; Zweisp. hin und 
zurück 25 fr.) zum (3,5km) Dorf Pfäfers (s. oben), dann an der 0. -Seite 
des tief eingeschnittenen Taminatals entlang, in das sich malerische 
Blicke öffnen. Nach ^/g St. r. der S. 83 gen. Weg über die Natur- 
brücke zum Bad Pfäfers ; an der Straße die Häuser von (5,7km) Ragol 
und (7,3km) Vadura (Gemsli); 20 Min. weiter kommt r. herauf die 
Straße von Vasön (s. oben). L. stets die steilen Abstürze des Ca- 
landa. Das Tal erweitert sich ^2 ^t. vor (14,6km) Vättis (951m; 
H. Calanda, Z. 1-2, P. ^''jr^^U fr-; ^- Lerche, Z. IV2-2V2, P. 41/2- 
51/2 fr.; Kurhaus Vättis, P. 41/2-5 fr.; H. Tamina, P. 4 fr., aUe 
einf. gut), großes Dorf, als Sommerfrische besucht, am Fuß des im- 
posanten Calanda und an der Mündung des Calfeisentals (S. 85) 
hübsch gelegen. Zwischen Tamina imd Görbsbach der lärchenbe- 
wachsene Bühl mit angenehmen Ruheplätzen. 

Spaziergänge: nach (20 Min.) Vidameida (kleiner Gletscher in einer 
Schlucht des Calanda; Blick auf den Sardonagletscher); Gnapperkopf 
(1121m; ist.), altes Silberbergwerk mit halbverfallenen Stollen, Fundort 
für Mineralien; von hier weiter zur (1 St.) Alp Schröter (1493m) und 
(] St.) Alp Solaz (1790m) mit schöner Aussicht. — Vättnerberg (1614m), 
2 St., mühsam (besser von Vasön, s. oben); von hier in 2V2 St. auf den 
Monteluna (s. oben). — Drachenloch (2400m), 4 St., am Drachen- oder 
Draggaberg , etwas mühsam (F. angenehm); schöne Kalkspatdrusen und 
Tropfsteine. - Bergtouren (Führer Jos. Sprecher, David Kohler sen. 
und jun.). Calanda (2808m), 7-8 St. (F. 15 fr.), Weg blau markiert, müh- 
sam aber lohnend (vgl. S. 408). — Simel (2350 m), über Ramuz-A. in 
4 St. (F. 8 fr.) und Älplikopf (2619m), über Vättner Älpli in 5 St. (F. 10 fr.), 
beide unschwierig; Zanayhorn (2825m), über Calvina-A. in 6 St. 
(F. 17 fr.), Sazmartinhorn (2848m) und Piz Sol (Pizol, 2849m, s. oben), 
über Alp Tersol je 6-7 St. (F. 17 fr.), alle drei beschwerlich. Panära- 
fiörner (3061 u. 3107m), 7-8 St. (F. 25 fr.), am besten über Ch-oßalp u. 



Umgebung. SARDONAHÜTTE. K. S.80,42G. — I. E. 20. 85 

Lavoital von S. lier, sehr lohnend; großartige Aussicht. — *B.mgelspitz 
{Pia Bargias, 3251m), 8-9 St. (F. 30 fr.), beschwerlich, aber für Geübte 
bei guten Schneeverhältnissen nicht besonders schwierig; Besteigung jetzt 
meist von N. her durch das Calfeisetital zur (21/2 -3 St.) Alp Schräa- 
Wiesli {ll^dm.', Touristenzimmer), dann über Glaser gletscher odev Riesegg 
zum (5-6 St.) G-ipfel. Leichter ist der Anstieg von SO. (Kunkels) über 
Großaljp (Nachtlager) und den Taminsergletscher (7-8 St. m. F.). Großartigste 
Rundsicht der Ostschweiz. Vgl. S. 427. — Glaserhorn (3128m; F. 25 fr.) 
und Tristelhorn oder Piz da Sterls (3115m; F. 25 fr.) sind gleichfalls 
von Schräa-Wiesli zu besteigen (beide schwierig). 

Von Vättis nach Reichenau über den Kunkelspaß, 3-31/2 
St. (F. unnötig), "Weg bis zur Paßhöhe Überruf fahrbar, im Tal des 
Görbsbaches aurwärts, meist am östl. Abhang hin. Die Sennhütten des 
obern Tals bilden ziisammen die Gemarkung Kunkels. Auf dem (2 St.) 
KTinkelspaß (1351m) scharf 1. in den Engpaß la Foppa (5 Min. r. vom 
Wege herrliche Aussicht auf das Rheintal), dann steil hinab nach Ta- 
mins (S. 426) und (IV2 St.) Reichenau (S. 423). Von der Paßhöhe lohnender 
Weg ö. auf das (2 St.) Taminser Älple (1993m) am S.-Abhang des Calanda, 
mit prachtvoller Aussicht. 

Von Vättis nach Flims über die Trinser Furka, 9-10 St. 
(F. 15 fr.), beschwerlich aber lohnend. Saumweg (Fahrstraße projektiert) 
w. in dem großartigen Calfeisental hinan nach (2V2 St.) St. Martin 
(1350m; über den Heidelpaß nach Weißtannen s. S. 62 ; über den 3Iuttentaler 
G^'at nach Elra s. S. 96); von hier entweder am r. Ufer über ScJiräa, Tiefen- 
ivald, Ebne, oder am 1. Ufer über Malanser-A. zur (2 St.) Sardona- A. 
(1748m) ; hier s.w. steil und mühsam hinan zur (2 St.) Trinser Purka (2489m), 
n.ö. vom Tr ins erhorn (o02Sm); hinab zur Trinser- A. und um die O.-Seite 
des Flimsersteins (S. 426) herum über die Alpen Bargis und Fidaz nach 
(3 St.) Flims (S. 426), oder r. um das Trinserhorn herum nach Segnes 
stira, zur Segnesclubhütte und nach Flims. — I1/2 St. oberhalb der Sar- 
dona- A. die Sardonaliütte des S. A. C. (2242m; Sommer- Wirtsch.), von 
wo Piz Sardona {Piz Sura, Saurens-tock, 3054m ; 3-4 St., F. 23 fr.), Gh^oße 
Scheibe (2922m; 3 St., F. 20 fr.), Piz Segnes (3102m; 31/2 St., F. 25 fr.), und 
Trinserhorn {Piz Dolf, 3028m; 3V2-<t St., F. 22 fr.) zu ersteigen sind. — 
Über den Sardonapaß {2M(im) nach >Se<7?? es sj^ra und ^ms, beschwerlich; 
über den Sardonapaß und das Sura- oder Saurenjoch (2830m) zur Falzüber- 
alp und nach Mm, schwierig; über den Scheibenpaß (c. 2600m) ö. von der 
Vordem Scheibe zvix Foo-Alp und nach Elm, beschwerlich (s. 8.96); über 
den Muttentaler Grat (S. 96) nach Weißtannen, nicht schwierig. 

21. Von Zürich nach Glarus und Linthal. 

84km. Eisenbahn, bis Glarus (68,gkm) in 12/4-23/4 St. für 7 fr. 20, 
5 fr. 5, 3 fr. 60 c; von Glarus nach Linthal (15,8km) in 40-50 Min. für 
1 fr. 70, 1 fr. 20, 85 c. (von Weesen nach Glarus, 12km in 20 Min. für 
1 fr. 25, 90, 65 c). 

Bis (57km) Ziegelhrücke s. S. 58. Die Bahn übersclireitet den 
Linthkanal (S. 60). 59km Nieder- & Oberurnen; 62km Näfeh- 
Mollis, Knotenpunkt für (4km) Weesen (S. 58). 

Näfels (440m; *Schwert, Z. V/^-2, F. 1, M. 2, P. von 4V2 fr. an: 
Schützenhof; H. & (7a/eJVa^iowaZ, Bahnhof str.), mit 2557 Einw., ist 
neben Ober-Urnen der einzige katholische Ort des Kantons Grlarus, mit 
Kapuzinerkloster und schöner Kirche. Sehenswerte Eenaissance- 
zimmer (1646-47) in dem gut erhaltenen Freuler' sehen Palast 
(jetzt Gremeinde- und Armenhaus) ; im Erdgeschoß die Altertümer- 
sammlung des kanton. histor. Vereins (Eintr. 50 c). Am 9. April 



86 I. 1^.21. GLARUS. Von ZüHch 

1388 erkämpften die Grlarner Mar gegen Österreich, ihre Unab- 
hängigkeit. "Wo die elf Angriffe statt hatten , auf den Rautif eidern, 
stehen heute noch elf Denksteine (Schlachtdenkmal im Sändlen); 
alljährlich am ersten Donnerstag im April wallfahrten die Glarner 
nach Näfels zur Gedächtnisfeier. — Gegenüber am r. Ufer des 
Escherkanals liegt MoUis (448m; Bär, Löwen, Z. V/^-^, F. 1, 
M. 2, P. 5-6 fr.) , wohlhabendes Fabrikdorf mit 1912 Einw. (über 
den Kerenzerberg nach Mühlehorn s. S. 60). 

AusFLiüGE. Über die Ennetherge nach (2 St.) G-laras (s. unten), aus- 
sichtreiclier Weg. — Rautispitz (2284m), höchster Gripfel der Wiggis- 
kette, von Näfels ö-öi/g St. m. F. (10 fr.), unschwierig u. lohnend. Auf 
der r. Seite des in Wasserfällen hinabstürzenden Rautibachs im Zickzack 
hinan, über den Ti'ängibacli nach (1 St.) Brand (766m), dann Fahi-weg 
durch Wald am Nieder- oder Haslensee (750m) vorbei über die Nieder- 
seealp (Kurhaus Oberseetal, einf.) zum (1 St.) lieblichen Obersee (983m); 
1. um diesen herum, durch Wald zur Grapplialp (1449m) und (2 St.) 
Bautialp (1645m; Unterkunftshütte), dann 1. über Rasenhänge in li/g St. 
auf den nach W. allmählich sich abdachenden Gipfel, mit prächtiger 
Aussicht. — Ein 1 St. langer Pelsgrat, an dem ein schwindliger Pfad 
entlangführt, verbindet den Rautispitz mit der Scheye (2261m), die 
auch von Vorauen oder Riehisau (S. 94) über die Längeneggalp in 4 St., vom 
Klöntaler See (S. 94) über die Herberig und Deyenalp in 41/2 St., von 
Netstal auf steilem Felspfad über die Auernalp in 51/2 St. zu ersteigen ist 
(F. 10 fr.). — Vom Obersee nach Riehisau oder Vorauen (S. 94) lohnender 
Übergang (41/2 St.) über LacJienalp (1560m), Längeneggpaß (c. 1800m) und 
Längeneggalp (1694m), mit schöner Aussicht (F. 10 fr.). 

66km Wetstal (471m; St. Fr-idolin; Bär; Schwert), großes 
Dorf (2003 E.) am O.-Fuß des Wiggis. Der aus dem Klöntal (S. 95) 
kommende Löntsch mündet hier in die Linth. 

69km Glarus. — Bahnrest. — GrASTu.:*Grl am er hot, am Bahnhof, 
100 Betten, Z. 2-3, F. IV4, M. 3, P. 7V2-IO fr. ; Drei Eidgenossen, Z. 2, F. 1, 
M. 2, P. 6 fr.; Schweizerhof; Löwe; Sonne, Z. 11/2-21/2, P- 5-7 fr.; 
H. Bahnhof , Z. 2, P. 5-6 fr. — Bier in den Drei Eidgenossen (Pilsner), in 
der Sonne und im Hot. Bahnhof (Münch.) ; am s. Ende des Ortes Rest. Erlen- 
garten (Bisiuerei), s.w. SchützenJiaus, heiie mit Gr&TteJi; Sommei-wirtschaft 
auf dem Bergli (574m), 20 Min. w., von wo bester Überblick über die Stadt. 

ÖFFENTLICHES Vekiüehrsbureau bei N. Klaesi- Stenibatier, Hauptstraße. 

Glarus (481m), Kantonshauptort mit 4877 Einw. und zahl- 
reichen Fabriken, liegt am n.ö. Fuß des Vorder glärnisch (S. 87), 
dessen steil ansteigende Pyramide einen höchst imposanten An- 
blick darbietet, am w. Fuß des Schild (S. 87) und am s.o. Fuß 
des Wiggis (s. oben). Der das Bild im S. schließende Berg ist der 
Kärpf stock (2797m), r. daneben der Hausstock (3152m), 1. der 
Gandstock (2317m). Der größte Teil der Stadt wurde seit dem 
Brande von 1861 neu erbaut. Im Postgebäude das Antiquarium 
und das Naturalienkabinett mit schönen Versteinerungen; im Be- 
gier ungsgebäude ein treffliches Eelief des Kantons Glarus von 
F. Becker und ein Relief des Eimer Bergsturzes (S. 95) von A. Heim 
(Eintr. frei) ; im Gerichtshaus das Kantonsarchiv, die Landesbiblio- 
thek und eine kleine Gemäldesammlung, meist von schweizer Ma- 
lern (Eintr. 50 c). Am Bahnhof der Volksgarten mit Spriug- 
bruuueii und Denkstein für die in Glarus geborneu Staatsmänner 




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nac?i Linthal. SCHWANDEN. I- R- 2i. 87 

J. Heer (f 1879) und J. J. Blumer (f 1875). — Am r. Ufer der 
Linth der ansehnliche Fabrikort Ennenda (Schützenhof; Adler; 
Freihof) mit 2497 Einw. 

Ausflüge (Fülirer Rud. Stahl). Hübscher Spaziergang (Fahrweg) über 
ScluoeizevTiaus nach (IV4 St.) Schioändi {s. waten); zurück über JfiiiöcZi (s. 
unten) und auf dem r. Ufer über Uschenriet (Whs.) und Ennenda (s. oben). 
— Schild (2302m), 5-6 St. (F. 8 fr.), lohnend. Von Glams durch Wald 
und Matten über die Ennetherge zur (3 St.) Heuhodenalp (1454m), dann 
r. unsch-wierig zum (21/2 St.) Gripfel, mit schöner Aussicht, besonders auf 
Mürtschenstock, Tödi und Glärnisch. — Frohnalpstock (2127m), über die 
Frohnalp (s. u.) in 5 St. (F. 7 fr.), gleichfalls leicht und lohnend. — Nach 
Obstat den, 8 St., lohnend (F. 8 fr., fürGreübte entbehrlich): iiber Fi'ohnälp 
(mittlere 1583m, obere 1829m), Frohnalppaß (c. 1850m), zwischen Frohn- 
alpstock und Fähristock, und Plattenalp (1675m) zur (5 St.) Spannegg 
(1557m), am kl. Spanneggsee (1458m) vorbei (r. der MüHschenstock, 
S. 56) zum Talalpsee (1100m) und nach (3 St.) ObstaZden (S. 60). — Etwas 
oberhalb der Spannegg vom oben beschriebenen Weg r. ab zur Mürtschen- 
alp (Oberstafel 1848m); von hier ins Murgtal (zur MerlenaZp direkt 
6 St., über die Murgseefurkel zu den Murgseen 51/2 St.) s. S. 61 (F. 10 fr.), 
oder über die Meerenalp nach (9 St.) Mühlehorn (S. 60), F. 10 fr. 

Ein Ausflug in das *!Klöntal (S. 94), bis zum Klöntaler See auf 
guter Straße in IV2 St., VoroAien ^^l^i Richisau 31/2 St., ist sehr zu 
empfehlen (Einsp. hin und zurück 12, 15, 18, Zweisp. 20, 25, 30 fr.). — 
Vorderglärmsch (2331m), von Griarus über Seerüti (S. 94), Hinter sackb er g 
(1061m) und durch das Gleiter in 6 St. (F. 10 fr.), mühsam, nur für.Geübte; 
schwieriger Abstieg über Mittelguppen nach (31/2-4 St.) Schwändi (s. unten). 

Von Griarus nach Schwyz über den Pragel s. R. 28. 

Die Bahn tritt vor (69km) Ennenda (s. oben) auf das r. Ufer 
der Linth, vor (72km) Mitlödi (520m; Sternen, Hirschen) wieder 
aufs 1. Ufer. Das gewerbtätige fruchtbare Linth- oder Ghroßtal 
bietet eine Reihenfolge frischer Landschaften (lohnender 'WQg am 
r. Ufer der Linth über Ennenda, EnneÜinth, Sool und Haslen 
nach Hätzingen, s. unten). Schon vor Mitlödi, und wiederholt 
zwischen Mitlödi und Schwanden, prächtiger Blick auf den gewaltigen 
Tödi. — Wieder über die Linth nach 

74km Schwanden (516 m; Bahnrestaur . ; *Schioanderhof, 
am Bahnhof; Adler, Z. IV2-2, P. 5-6 fr.), mit 2400 Einw. und großen 
Fabriken, an der Mündung des Sernfials (S. 95). 

Hübscher Spaziergang (Fahrstraße über Thon in 1/2 St., direkter Fuß- 
weg in 25 Min.) nach Schwändi (719m; Krone; Biergarten mit einf. 
Erfr.), mit prachtvollem Blick auf die Tödigruppe. Von hier zujn Ober- 
blegisee (s. unten) über Guppenalp (1670m) und Guppenseeli 4 St. 

Unterhalb der Einmündung des Sernf wieder auf das 1. Ufer 
der Linth. 76km Nidfurn-Haslen (ö. 7* St. oberhalb das einf. 
Kurhaus Tannenberg , mit schöner Aussicht); weiter bei Leuggel- 
bach (Höflibad, mit Restaur. und Garten) r. der schöne Fall des 
Leuggelbachs. 79km Lruchsingen- Hätzingen (571m). 

Von Luchsingen oder Nidfum lohnender Ausflug zum (21/2 St.) 
Oberblegisee (1426m), am Fuß des Bächistocks (S. 94), und von hier 
über die Bösbächialp und Braunwald hinab nach (3 St.) Stachelherg 
(vom See s.w. auf die Tannen zu, dann den roten Strichen an den Felsen 
nach). Schöne Aussicht auf Freiberge, Tödigruppe etc. 

Über die Linth nach (81km) Diesb ach -Betschwanden (597m); 
1. der prächtige Doppelfall des Diesbachs. 



88 I- R- 21. LINTHAL. Von Zürich 

"Von Betschwanden, Riiti oder Linthal kann man in 41/2 St. m. F. 
(8 fr.) den zur Fr eih ergkette gehörigen Saasberg (2203m) ersteigen, mit 
großartiger Aussicht auf Tödigruppe etc. — Kärpfstock {HocJikärpf, 
2797m), 7 St., über Bodmenalp und Kühtal, beschwerlicli, nur für Ge- 
übte (r. 15 fr.); s. S. 95. 

Kurzer Ttinuel vor (83km) Rüti. Die Bahn übersclireitet zum 
letztenmal die Linth und erreicht die Endstation (84km) Linihai, 
am 1. Ufer der Linth. 5 Min. nördl. das viel besuchte BadStaehel- 
berg (664 m; * Hotel- Pens. , 140 Z. zu 21/2-7, F. 172, G. 3, 
M. 4-5, A. 21/2, P. 772-15 fr., mit großem Waldpark, Mai bis Okt. 
geöffnet; Kurtaxe wöchentl. 1 fr.). Das stark alkalische Schwefel- 
wasser entspringt 1/2 St. vom Bad in einer Spalte des Braun- 
waldbergs. Prächtiger Blick auf den Talschluß: 1. im Hinter- 
gründe des Durnachtals der Haiisstock (3152m) ; in der Mitte der 
gewaltige Seihsanft (3029 m) mit dem Griesgletscher , daneben 
der schneebedeckte Bifertenstock (3426m); r. der Gemsistock 
(2432m), neben dem der Tödi (3623m) hervorschaut; zwischen Tödi 
und Bifertenstock der im Bündner Tödi (3125m) und Plz Urlaun 
(3371m) gipfelnde Firngrat, von dem sich der zerklüftete Biferten- 
gletscher herabsenkt; ganz r. der Kammer stock (2164m). 

Oberhalb des Bahnhofs am 1. Ufer der Linth Ennetlinthj mit 
großen Spinnereien. Am r. Ufer (Y^ St.) das ansehnliche Dorf 
Linthal (661m; H. Bahnhof, Z. 2-3. P. von 5 fr. an; "^ Raben, Z. 
2-2 V2, P. 5-6 fi-.; "^ Bären oder Post, Z. 2, P. 5 fr.; ''Drei Eid- 
genossen, Z. 11/2-2 V2) ^- von 5 fr. an; Adler, Klausen, in beiden 
Z. IV2-2, P. 4-5 fi-.), mit 1894 Einw. 

Ausflüge (Führer: Fritz und Joh. Zweifel, Heinr. SchielEer, Robert 
Hämig, Thom. Wichser und Tob. Indergand in Linthal, Jak. Tschudy 
in Schwanden). Zum *untern Fätschbachfall gelangt man auf gutem 
Fußpfad am 1. Linthufer in 1/2 St.; oder von der Straße nach Tierfehd 
(S. 89) 5 Min. hinter der Kirche r. ab , hinab über die Linth und den 
Fätschbach unterhalb des Falls, am 1. Linthufer zurück, im ganzen 1 St. 
(vom Fall Fußsteig r. hinan in 1/4 St. zur Wirtsch. zum Bämis an der 
Klausenstraße, s. S. 91). Den großartigen mittleren Fall (*Berglistüher) 
überblickt man am besten von der fünften Kehre der Klausenstraße 
(S. 91; 1 St. von Linthal); Fußweg von der Wirtsch. zum Bergli bis zum 
Fuß des Falls. — Zur * Pantenbrücke , *Üelialp und * Sandalp s. unten; 
hinter Kurhaus Stachelberg oder von Rüti (s. oben) durch Wald hinan zur 
(IV2 St.) Kirche von Braunwald (1189-l515m; einfache Kiu-häuser : iS^ierZer- 
sciüacht, P. 41/2-5 fr.; 7 Min. weiter Alpenblick ; 1/2 St. weiter Rubschen, 
P. 31/2-5 fr.), weitverstreutem Bergdörfchen mit Sanatorium für arme 
Limgenkranke und prächtiger Aussicht auf den Tödi (schönster Punkt 
bei der Schule, 1382m, hinter Alpenblick 1. hinauf, 1/4 St.); nach dem 
Oberblegisee (S. 87) etc. 

Bergtouren: Kammerstock (Turm, 2164m), über die Kammer- 
alp und den Geißtritt in 41/2 St. (F. 8 fr.), nicht schwierig, lohnend. — 
Ortstoek oder Silberstock (2715m), über die Brächalp, den Bären- 
tritt und die Furkel in 6-7 St. (F. 15 fr.), beschwerlich ; prächtige Aussicht. 
— Grieset oder Faulen (2724m), über Braunivaldalp in 7 St., nicht 
schwierig, lohnend (F. 15 fr.). Der höhere N.-Gipfel des Grieset, Böser 
Faulen (2804m), ist weit schwieriger (8 St., F. 25-30 fr.). Interessanter Blick 
über die weiten Karrenfelder ringsum; noch besser vom PfannenMock 
(2572m; 8 St., F. 17 fr.) und vom Kirchberg {Hoher Tiirm, 2672m; 7-8 St., 
F. 20 fr.). Vom Faulen über die Drecklochalp (1696m) zur Qlärnisch- 




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nach Linthal. TIERFEHD. I- ^- 2/. 89 

hütte (S. 94) 41/2 St. — Gemsfayrenstock (2974m), 8 St. (F. 18 fr.), nicht 
schwierig: bei den Auengütern (s. unten) über die Linth, durch Wald 
hinan, über den Schreienbach, die Altenoren-A. und durch die Risi (G-eröll- 
halde) des Wallenbachs zum (51/4 St.) untern Ende des Claridenfirns, hier 
1. auf in den Fels gesprengtem Pfade zur (25 Min.) Claridenliütte des 
S.A.C. (2444m) am Altenorenstock (2460m), dann über den OlarideJiftrn 
und das Gemsfayreiijoch (2930m) zum (IV2-2 St.) G-ipfel. Abstieg event. 
über die Beckenen zur (2 St.) Ohern Sandalp (S. 90), oder über Fisiten- 
paß (2040m) und Gemsfayer-A. zum (31/2 St.) Urnerboden (S. 91). — Die 
Claridenhütte ist ferner Ausgangspunkt für Geißbützistock (2720m; 1 St., 
F. 15 fr.), Vordem u. Hintern Spüzalpeli stock (2918 u. 3003m ; 21/2-8 St., 
F. 17 u. 20 fr.), Bocktschingel (3049m: 3 St., F. 30 fr.; schwierig), 
aaridenstock (3270m; 3-31/2 St., F. 30 fr.), Catscharaids (3062m; 4 St., 
F. 30 fr.) etc. — Über den Claridenpajs ins MaderanertaZ (von der 
Claridenhütte zum H. Alpenklub 8 St., F. von Linthal 35 fr.) s. S. 147. 
Von Linthal nach Elm über den Richetlipaß (61/2 St., F. 10 fr.) s. 
S. 96; durch das Bisital nach Muotatcd s. S. 93. 

Eine FalirstraiBe (Einsp. 6, Zweisp. 10 fr., hin u. zur. 8 u. 14 fr.) 
führt vom Dorf Linthal erst bergan, mit schönem Blick auf den 
*FätschbachfaU (S. 88), dann eben fort über die Auengüter (Pens. 
Freihof u. Gasth. z. Clariden) hinan nach dem (IY4 St.) Tierfehd 
(819m; *fi^,-P. Tödi, 24 Z. zu 2-2 V2, F. 1.20, M. 3, P. öVa-GV^ fr.), 
einer von hohen Bergen eingeschlossenen Matte am Talende. Auf 
der zweiten Hälfte des Weges sieht man r. den 75m h. Fall des 
* Schreienbachs; die Sonne säumt ihn morgens mit Eegenbogen- 
farben. Schöne Aussicht auf die Linthfälle und Pantenbrücke vom 
Känzeli, 3/4 St. vom Hotel (etwas mühsamer Weg). 

Wenige Schritte vom Gasth. führt eine Brücke über die Linth. 
Jenseits auf gutem Wege 25 Min. bergan, dann (5 Min.) durch 
einen kurzen Tunnel zur *Pantenbrücke (1004m), 1902-3 über 
der verfallnen alten Brücke neu erbaut, 41m über der tiefen Linth- 
schlucht, mit den Umgebungen ein großartiges Bild bietend. Auf 
dem r. Ufer oberhalb der Brücke 1. den Abhang hinan zur (Y4 St.) 
*Üelialp (1101m), mit prachtvollem Blick auf den gewaltigen Tödi. 

Der Weg führt nur bis zur Hütte; von hier entweder auf demselben 
Wege zurück oder bei den Wegw. (an der ersten Bank) „Baunigartenalp", 
„Kistenpaß" n.ö. den etwas versteckten Waldweg hinan zur (I1/4 St.) 
Untern Baumgartena^lp (löOlm), hoch über dem Thierfehd gelegen, 
mit prächtiger Aussicht; 5 Min. hinter der Alp 1. ab auf schmalem 
schwindligen Pfade (Führer ratsam, der aber auf der im Sommer meist 
verlassenen Alp nicht zu finden ist), an der Felswand, dem Tritt, hinab 
nach (1/2 St.) Obbord (1045m; ländliches Kurhaus, P. 31/2-41/2 fr.), dann 
r. über die Auengüter nach (1 St.) Linthal. Wer zum Schwindel neigt, 
macht die Tour besser in umgekehrter Richtung: Linthal, Auengüter, 
Obbord, Baumgarten- A., Üeli-A., Pantenbrücke. — Von der Baumgarten- 
alp führt ein steiler Pfad (F. ratsam, bis zur Muttseehütte 10 fr.) ö. au 
jähen G-rashängen hinan zu den (I1/4 St.) Felsen des Tors (2060m), dann 
r. zur (3/4 St.) Nüschenaip (2217m) und um das Mtittenwändli herum zur 
(l'/.i St., 6-7 St. von Linthal) Muttseehütte des S.A.C. (2480m), am Mutt- 
see (2442m), in großartig wilder Umgebung, Ausgangspunkt für Nüschen- 
stock (2895m; li/g St., F. 15 fr.), Büchi (2851m; 13/4 St., F. 16 fr.), Scheid- 
stöckli (2811m; 2 St., F. 20 fr.), Ruchi (3106m; 21/2-3 St., F. 20fr.), Haus- 
stock (3152m; vom Ruchi über den Gletschergrat li/o-2 St., F. 30 fr.) und 
Muttenstock (3091m; 31/2-4 St., F. 25 fr.). Sehr schwierig sind BifeHenstock 
(3426m), über den Kistenpaß und den G-rat gegen Val Frisal in 8-9 St. 



90 I. R.21. — K. S. 88. TÖDI. 

(F. 45-50 fr.), und Selbsanß (hinterer 3029m, mittl. 2934m, vorderer 2750m), 
über den Kistenpaß, den Limmern- und Griesgletscher in 6-8 St. (F. 35-40 fr.). 

Die *Obere Sandalp (1938m), 31/2 St. oberlialb der Pantenbrücke, 
■wird wegen der großartigen Umgebung häufig besucht (F. 8 fr., für G-e- 
übte entbehrlich). Der neue Weg geht jenseit der Pantenbrücke r. bergan 
über den aus wilder Schlucht hervorströmenden Limmernbach, am r. Ufer 
des Sandbachs aufwärts, nach 1/4 St. zum 1. Ufer, wo der breite Weg bald 
aufhört. Weiter auf schmalem Pfade mit lorächtigem Blick auf den Tödi, 
zuletzt wieder aufs r. Ufer zur (50 Min.) Vordem Sa?idalp (1250m). 
Bei der (20 Min.) Hintern Sandalp (1320m) über den Bifertenbach, dann 
beschwerlich an der steilen an 500m h. Wand der Ochsenblanken hinan, 
an der der Sandbach einen großartigen Wasserfall bildet, zuletzt auf die 
1. Seite, wo sich das Wasser durch enge Felsschluchten zwängt, hinüber 
zur (2 St.) Obern Sandalp (im Hochsommer Erfr. und Heulager). 1/4 St. 
hinter den Hütten bester Standpunkt. 

Die Besteigung des Tödi oder Piz Rusein (3623m), des höchsten 
Gipfels der G-larner Alpen, ist schwierig und nur erprobten Bergsteigern 
anzuraten (von Tierfehd 10-11 St.; F. 35 fr., für Einzelne 2 Fühi-er 
Vorschrift). Erste Ersteigung 1824, von Süden her; von Linthal 1861. 
Von der (2 St.) Hintern Sandalp (s. oben) 1. steil hinan durch das Bifertett- 
tal über die Märenplanken zur (21/2 St.) Fridolmshütte des S.A.C. auf 
dem Biferten-Alpeli _(2156m; Prov.-Depot), von wo der Ochsenstock (2247m), 
mit großartigem Blick auf Tödi, Biferteustock etc. in 3/4 St. leicht zu 
ersteigen ist. Von der Fridolinshütte weiter zur (1 St.) Grünhornhiltte 
des S.A.C. (2453m) und auf der 1. Seite des Bifertenfirns, die Schneerunse 
durchc[uerend (nachm. durch Eisfall gefähi-det) und über die Gelbe Wafid 
zum (41/2-5 St.) G-ipfel, mit wundervoller Aussicht. Hinab kann man durch 
die Porta de Spescha (c. 3350m) zwischen Piz Meilen (3379m) und Stock- 
gron (3418m) ins Val Rusein und nach (6 St.) Disentis (S. 431) gelangen 
(F. 45 fr.); oder durch die Gliemspforte (c. 3250m) zwischen Stockgron 
und Pis Urlaun (3371m) auf den Gliemsgletscher , über den Puntaiglas- 
paß (2817m) ö. auf den Puntaiglasgletscher und nach Truns (S. 430). 

Pässe. Von der Obern Sandalp führt ein beschwerlicher Weg über 
den Sandfirn und SANDALPPAß (w. Paßhöhe 2780, ö. 2807m) in 7-8 St. nach 
Disentis (S. 431; F. 30 fr.); ein andrer, anstrengend, aber sehr lohnend, 
in 8 St. über den Hüfi- oder PLANURAPAß (2940m) ins Maderanertal 
(S. 147; F. 35 fr.). 

Von Linthal nach Ilanz über den Kistenpaß, 13 St. (F. bis 
Brigels 27 fr.) , beschwerlich aber lohnend. Über die (3 St.) Baumgarten- 
cdp zur (3 St.) Muttseehütte s. S. 89. Von hier über die MuttencClp und den 
Lattenflrn; hinab auf dem Kistenband, hoch über dem Limmerntal 
(gegenüber der Sdbsanfi und Bifertenstock mit Gries- und Limmern- 
gletscher) zum (I1/2 St.) Kistenpaß (2727m), zwischen Kistenstöckli 
(2749m) und Piz da Dartgas (2784m); hinab ins Val Frisal, über ÄLp 
Rubi nach (3 St.) Brigels (S. 430) und entweder 1, nach (21/2 St.) Ilanz 
(S. 429) oder r. über Schlans nach (2 St.) Tnms (S. 430). 

22. Von Linthal nach Plüelen über den 
Klausen. Schächental. 

52km. Post (8 Plätze) im Sommer 2 mal tägl., Imal direkt in 9 St. 
mit 55 Min. Aufenthalt in Umerboden und Vi St in Urigen (von 
Flüelen her umgekehrt), Imal mit Übernachten in Urigen (12 fr. 95, 
Coupe 15 fr. 55 c). Einspänniger Wagen bis Urnerbodcn 13, zweisp. 22 fr,, 
bis Altorf 45 bzw. 75 fr. u. 10 0/0 Trkg. Für Automobile verboten. — 
Die *KLAuSENSTRAßE , cinc der schönsten Gebirgsstraßen, 1893-99 mit 
einem Kostenaufwand von 4140000 fr. erbaut, verbindet den obern Teil 
des Kantons Glarus mit der Gotthardbahn und dem Vierwaldstätter See. 
Sehr lohnende Fahrt; zu Fuß (bes. von Urnerboden bis Urigen lohnend) 



KLAUSENPASS. ^- S. 88. - I. R. 22. 91 

10-11 St.: Bergli 1, Urnerboden 21/4, Paßhöhe l^/^, Urigen 2, Spiriiigen 3/^, 
Bürglen IV4, Altdorf 1/2, Flüelea ^U St. Die Kilometersteine zählen von 
der Post Linthal (l,ikm -weniger als vom Bahnhof). 

Linthal (661ra) s. S. 88; die Post fährt vom Bahnhof ab und hält 
an der (1km) Post (Bären) im Dorf. Die Straße führt über die Linth 
nach EnnetUnth (S. 88) und steigt in einer Kehre an der Bergwand, 
mit schönem Blick in den Talgrund, durch zwei mit Lichtöffnungen 
versehene G-alerien (hinter der zweiten G-alerie führt ein Fußweg 
hinab zum untern Fätschh achfall, S. 88). Nun in großen Kehren 
(Fußwege kürzen) am FruUberg hinan, an der (Y4 St.) Wirtschaß 
zum Rämis (873m) und der (^/4 St.) Wwtsch. zum Bergli vorbei (1. 
Wegweiser zum schönen ^mittlem Fätschb achfall oder Bergli- 
stüber, 3 Min., S. 88) zur (7km) Postablage Fruttberg {Oberberg, 
1032m; Grasth. zur Post) am Fuß des Riedstockli (1850m), mit 
schönem Rückblick auf Rüchi, Scheidstöckli und Hausstock; 1. in 
der Schlucht der obere Fätschb achfall (Hellstüber). Der oberhalb 
der Wirtsch. zum Bergli abzweigende steile Fußpfad führt am 
Rest. Sonnenberg vorbei, ohne Fruttberg zu berühren, und kürzt 
bedeutend. Von Fruttberg weiter in mäßiger Steigung am Abhang 
der Frittern, zum Teil durch "Wald, zum (9,8km) Urner G-renzstein 
bei dem r. herabkommenden Scheidbächli (1312m). Hier beginnt 
der Urner Boden, ein l^g St. langes, vom Fäfschbach durch- 
flossenes Wiesental mit einzelnen Hüttengruppen, hin und wieder 
Sumpfboden; n. die lange Zackenmauer der vom Ortstoch (2715m) 
auslaufenden Jägernstöcke und Märenberge, südl. die Grletscher 
und Schneefelder der Clariden (3270m). Im Sommer bringen die 
Hirten von Uri, besonders aus dem Schächental, ihr Vieh zur Weide 
hierher. Am (r.) Gasth. zur Sonne und dem (1.) Gasth. zum 
Klausen vorbei zur (14,7km) Poststation Urnerboden (1380m; 
^Hot. Wilhelm Teil u. Post, 60 Betten, Z. 2V2-3, F. 1.20, M. 3, 
P. 5-7 fr. ; Alpenrose, Gasth. Urnerboden, beide einf. gut), bei den 
Hütten von Spitelrüti, mit Kapelle. 

Ausflüge. Gemsfayrenstock (2974m), über FisitenpaJS und Genis- 
fayrenjoch in 6-6V2 St. m. F., beschwerlich (vgl. S. 89). — G-r. Scheer- 
horn (3296m), vom (2 St.) Kl.ausenpaß über die Kammlilücke (2848m) 
in 6 St. m. F., schwierig (vgl. S. 147). — Leckistock (ein G-ipfel der 
3Iärenberge, 2483m), über das Firnerloch in 31/2-4 St. m. F., mühsam; 
Abstieg event. durch die Brühlkehle zum Glattensee (S. 93). — Über 
das Firnerloch (2242m) nach (7 St.) Muotatcd (S. 93), beschwerlich; Ab- 
stieg zur Gtücdpeten-A. im Bisital sehr steil, nur für Schwindelfreie. 

Die Straße zieht sich noch 20 Min. auf der Alp weiter bis zum 
Waldhüttli und steigt dann in kühnen Serpentinen, die man auf 
dem alten Paßwege abschneiden kann, durch den wilden Felsen- 
kessel der Klus^ mit seinen Wasserfällen am Fuß der Teufelsstöcke 
und Clariden, an den Hütten von Vorfrutt (1812m; Erfr.) vorbei 
zum (23,5km) Klausenpaß (1952m), am Fuß des seltsam geformten 
Mär eher stöcJdi (2382m), Jenseits zweigt für Fußgänger 1. ab ein 
näherer Weg ins Schächental tlber die Balrawand und Aesch (S. 92), 



92 /. -R. 22. - K. S. 88. SOHÄCHENTAL. 

docli bleibt man besser auf der aussicbtreiclien Straße bis Urigen 
und benutzt von da den Abkürzungsweg nach Spiringen (s. unten). 
Die Straße führt von der Paßhöhe allmählich bergab über die 
herrlich gelegene Böchneralp zum (24,7km) H. Klausenpaßhölie 
(1838m; 55 Betten zu l^/a-S, F. 1.20, M. 272-31/2, A. 272 fr.), mit 
prächtiger Aussicht auf Clariden, Kammlistock, Scheerhorn, Euchen, 
Windgällen, Urirotstock. Die Straße wendet sich weit nach rechts 
ausbiegend zur Ohern Balmalp (1767m). 

Fußgänger nach Unterschächen kürzen 1/2 St., wenn sie vom 
Klausenpaß 1. abwärts zur (1/2 St.) Untern Balm (1732m) gehen, dann die 
steile Balmwand hinab zur (1/2 St.) Al^) Aesch (1238m; H. Stäubi, einf. 
gut), mit schönem Blick auf den prächtigen, 93m hohen *Stätibi/'all, und 
am 1. Ufer des ungestümen Sc7iäcJie7ibachs, bei Schwanden aufs r. Ufer 
nach (1 St.) Unterschächen. 

Weiter hoch an der N.-Seite des Schäehentals über die Fels- 
bänder oberhalb Aesch (s. oben) , mit herrlichen Blicken auf den 
Claridengletscher , Claridenstock , G-riesgletscher , Scheerhörner, 
Stäubifall, Kammlistock, und weiterhin in das Brunnital mit dem 
Grr. Buchen und der Gr. Windgälle, durch den 115m langen Seeli- 
taltunnel und hoch über Unterschächen (s. unten) hinweg zur (32,3km) 
Poststation Urigen (1280m; *H.-P. Posthaus, Z. 1V2-3Vj: ^- 1-20, 
M. 3, P. 6-7 fr.), in freier aussichtreicher Lage. 

Fußgänger gehen w. an der (10 Min.) alten Kapelle von Götsch- 
loiler (1242m), mit Altarbild von D. Calvaert, vorbei direkt nach (1/2 St.) 
Spiringen; hier unterhalb der Kirche nochmals r. und zwischen Weiter- 
schwanden und Trudelingen (s. unten) zur (25 Min.) Straße. 

Von hier in einer langen Kehre s.o. hinab nach 

36km Unterschächen (1002m; *H.-P. Klausen, 60 Betten, 
Z. IV2-3, F. 1.20, M. 3, P. 61/2-7V2 fi'-; Älpetirose, einf. gut), mit 
619 Einw., Sommerfrische in schöner Lage an der Mündung des 
malerischen Brunnitals, aus dem der Große Rüchen (3136 m) 
mit seinen G-lets ehern hervorblickt. 

Ausflüge (Führer Adelrich Arnold und Michael Bissig in Unter- 
schächen). — Schäclientaler "Windgälle (2772m), 5^/2 St., beschwerlich, 
nur für Geübte (F. 30, Träger 20 fr.); höchst lohnende Aussieht. — Über 
den Kinzigpaß (2076m) oder den RtiosaZper Kulm (2172m) nach (7 St.) 
Muotatal s, S. 93; über die Seeiülifurke nach Amsteg s. S. 135. — Ins 
Maderauertal über A.&n Ruchkehlenpaß (2700m), den Scheerhorn- Ghriggeli - 
paß (2798m) oder die Kamralilücke (2848m), alle drei beschwerlich bez. 
schwierig, s. S. 148. 

Weiter auf guter neuer Straße , stets hoch über dem Schächen- 
bach, über (39,7km) Spiringen (926m; Gasth. St. Anton), Weiter- 
schwanden und Trudelingen zur Brügg (648m; Grasth. Loretto), 
hier über den Schächenbach, nach (46,4km) Bürglen (S. 133) uud 
über (48,7km) Altdorf (S. 133) nach (52km) Flüelen (S. 115). 

23. Von Schwyz nach Glarus über den 
Pragel. 

11 St. Post von Schwyz bis (lOkm) Muotatal 3 mal tägl. in IV2 St. 
(1 fr. 25 c); Einsp. 9, Zweisp. 14 fr. (von Brunnen 12 ti. 20 fr.). Von 
Muotatal neues Fahrsträßchen bis zur (2^/2 St.) Alp Bergen, dann Saum- 





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MUOTATAL. K- S. 1 08, 86. - 1. R. 23. 93 

weg über den Pragel bis (2 St.) Richisau; Führer (15 fr.) entbehrlich. 
Mundvorrat mitnehmen. Das Klöntcd bis Richisau besixcht man besser 
von Glarus (s. S. 87). 

Schwyz (514m) s. S. 132. Die Straße führt in sildl. Richtung 
ansteigend durch obstreiche Fluren (r. Blick auf den Vier waldstätter 
See) und tritt am Fuß des Giebel (918m) in waldiger Schlucht au 
die in tiefem Felsenbett fließende Muota. Gegenüber r. Oher- 
Schönenhuch , bis wohin Sttworofi" (s. unten u. S. 142) 1799 die 
Franzosen zurückdrängte; weiter in der Muotaschlucht, von der 
Straße nicht sichtbar, die Suwor offbrücke (530m), um deren Besitz 
damals zwei Tage lang gekämpft wurde (1 St. von Schwyz führt bei 
einer scharfen Biegung der Straße ein Fahrweg r. hinab in 4 Min. zur 
Brücke, am 1. Ufer der Muota durch Wald und Matten über Ober- 
Schönenbuch nach Schwyz zurück; hübscher Spaziergang, c. 2 St. 
hin und zurück). Jenseit des Weilers (l^/^St.) Ried {561m', Adler) 
1. der hübsche Fall des Gstübtbachs, der oben senkrecht herab- 
fällt, dann über einen Felsen gleitet. Die Straße tritt bei (20 Min.) 
F'öllmis (580m) auf das 1. Ufer der Muota und erreicht am (1.) 
Mettelbachfall vorbei in 25 Min. (von Schwyz 2Y2 &'t.) das Dorf 

10km Muotatal (624m; * Hirsch, nicht teuer; Krone; Post), 
Hauptort des Tals (2221 Einw.) mit dem 1280 gegründeten Nonnen- 
kloster St. Joseph, in dem Suworoff 1799 sein Hauptquartier hatte 
(am Schulhaus Denktafel). 

ö. vom Dorf am 1. Ufer des Starzlenbachs das 1899 entdeckte HÖU- 
loch, eine gewaltige Höhle, die sich stundenweit im Innern des Gebirges 
hinzieht (Zugänglichmachung beabsichtigt). 

Über den Kinzigpaß nach Altdorf, 8 St., ziemlich mühsam, 
Führer entbehi-lich. Der Weg steigt im Hürital hinan an den Hütten 
von LipplisbüM (1196m) und Wängi (1443 m) vorbei zum (4-41/2 St.) 
Eänaigpaß (2076m), mit Aussicht auf TJmer und IJnterwaldner Alpen 
imd ein Stück des Reußtals (Bronzedenktafel an den Übergang Suworoffs 
im Spätherbst 1799; vgl. S. 142). Steil hinab ins Schächental (S. 92), 
nach Weiterschwanden und Bärglen, oder 1. nach Spiringen oder TJnter- 
schächen (S. 92). 

Durch das Bisital nach Stachelberg, 10 St. m. F., interessant 
aber beschwerlich. Durch das besuchenswerte, von der Muota durchströmte 
Bisital auf gutem Wege (anfangs Fahrweg) bis (2 St.) Schwarz enbach 
(961m; einf. *Whs.), daneben schöner Fall der Muota; hier 1. steil auf- 
wärts zur (3 St.) Älp Mdchberg (1918m), dann über die öde Karrenalp 
(c. 2000m) zwischen Kirchberg und Faulen (S. 88), hinab über die Braun- 
waldberge nach (41/2 St.) Stachelberg. Interessanter (91/2-10 St- m- F.) von 
Schwarzenbach durch Wald und Matten auf meist deutlichem Pfade zum 
(1 St.) *Waldib ach fall, dem schönsten Wasserfall der Centralschweiz; 1. 
hinan auf die (2 St.) Glatt-A. mit dem hübschen blauen, von mächtigen 
Felsen eingerahmten Glatteyisee (1856m); von hier in 3 St. unschwierig 
auf den Ortstock oder Silberstock (2715m; S. 88), mit prächtiger Aussicht, 
und über die Bräch-A. hinab nach (S-BVa St.) Stachelberg. — Man kann 
auch beim Waldibachfall r. hinan über die Waldi-A. und Ruos-A. zum 
(3 St.) *Buosalper Ktdm (2172m), mit prachtvoller Aussicht, hinab zur 
Klausenstraße und nach (2 St.) Unterschächen gelangen (S. 92) ; oder vom 
Waldibachfall weiter talauf zur- Gwalpeten-A. (1527m), dann 1. sehr steil 
hinan zum Firnerloch (2242m) und zum (41/2 St.) ürnerboden (S. 91). 

Durch das Riemenstaldental nach Sisikon (S. 114) über den 
Katzenzagd (1490m), 7 St., Fußweg, wenig lohnend. 



94 I. Ä 23. - E. S. 86. KLÖNTAL. 

Das gute neue Sträßclieii zum Pragel wendet sich 1. in das Tal 
des Starzlenbachs, den es bei (Y2 St.) Stalden (Grasth. zum Pragel- 
paß) überschreitet, und steigt am 1. Ufer vielfach durch Wald, mit 
hübschen Kückblicken, zur (l^/g St.) Wirtsch. zum Kreuz (1183m) 
und den (2/4 St.) Bergenhütten (1281m), in grünem Talboden. Nun 
Saumweg (Straße bis Richisau projektiert), anfangs steil, dann all- 
mählich bergan an einer Schutzhütte vorbei zu den (2/4 St.) Senn- 
hütten auf dem Pragelpaß (15o4m), auf sumpfigem Boden, mit 
Denktafel an Suworoffs Übergang 1799. Bergab , anfangs steil und 
steinig, an den {^j^ St.) Sennhütten der Schwellaui (1331m) vorbei, 
dann durch Wald, zuletzt mit schöner Aussicht in das Klöntal und 
auf den See, nach {^j^ St.) Richisau (1095m; -H.-P. Richisau, 
Z. 21/2, F. 1.20, M. 3, P. 5-7 fr.), einer saftigen grünen Matte mit 
stattlichen Baumgruppen, n. überragt vom Wannenstoch (1980m) 
und Ochsenkopf (2181ni), südl. vom Silbern (2307m). 

Von der Richisauer SchwammTiöhe, einer alten Moräne 10 Min. ö. vom 
Hotel, prächtiger Blick auf den Klöntaler See, Schild, G-lärnisch und 
nach S. den Paulen. Lohnende Ausflüge w. zum (21/2 St.) Kreuz auf dem 
Saasberg (1898m; Paß nach dem Sihltal und Einsiedeln) und zum (5 Min.) 
SiMsedi (1825m; Unterkunft in äei Lauiberghütte); aüdl. auf den (3 St.) 
Silbern (2307m), mit Versteinerungen und interessanten Karrenfeldern 
(Abstieg zum Silb ernseeli und durch das Boßmatter Tal ins Klöntal); 
auf den Glärnisch (7 St., s. unten); Faulen {Grieset, 2724m), über Drecfc- 
lochalp in 7 St. m. P., hinab nach (4 St.) Stachelberg (vgl. S. 89). N. über 
den (I1/2 St.) Schweinalppaß (1572m) nach (2 St.) Hinterioäggital, vgl. 
S. 58; auf den Ochsenkopf {219,1m.), 2V2 St. m. F.; ühei Längenegg auf die 
(öSt.) Scheye (S. 86); etc. 

Von Eichisau Fahrstraße über schöne Matten, stets mit präch- 
tigem Blick auf den G-lärnisch, hinab nach dem reizend gelegenen 
(1 St.) Vorauen (838m; *Ä-P. Klöntal, Z. 2-3, P. IV4, M. 3, 
P. von 6 fr. an; Grasth. Vorauen., einf.). 

Der an der Südseite des Klöntals aufragende G-lärnisch, einer der 
schönsten Grebirgsstöcke der Schweiz, hat vier Gipfel: Vorder glärnisch 
(2331m), Vrendisgärtli (2907m), Rüchen - Glärnisch (2910m) und Bäxhi- 
stocJc (2920m). Besteigung des *Ruchen- Glärnisch anstrengend, aber für 
Geübte nicht schwierig (7-7V2 St. ; F. 20 fr.). Von Vorauen w. über die 
Richisauer und Roßmatter Klön zu den Hütten am (1 St.) Klönstalden 
(1052m), dann auf rot mark. Wege durch das Boßmatter Tal an den Alp- 
hütten Käsern (1210m) und Werben (1391m; hier geradeaus) vorbei zur 
(3 St.) Glärnischhütte des S.A.C. (2015m; Sommerwirtsch. bei Führer 
Abr. Stüssi, Sa. u. So. stets überfüllt), am Fuß des Feuerbergs; von da 
durch das Steintäli über steile Geröllhänge und den Glärnischflrn, zuletzt 
wieder Fels zum (31/2 St.) Gipfel, mit höchst großartiger Aussicht (Pano- 
rama von Heim, I1/2 fr-)- — Vorderglärnisch, von Glarus in 6 St., S. 87. 

Das * Klöntal ist ein schmales liebliches wenig bewohntes 
Tal, mit Matten vom frischesten Grün. Südl. steigen fast senk- 
recht die starren Wände des Glärnisch auf (s. oben). Der hell- 
grüne KJöntaler See (828m), der das Bild des Glärnisch bis auf seine 
kleinsten Felsadern wiedergibt, 3km lang, 500m br., belebt das Tal. 
Die Straße führt am N.-Ufer entlang; Überfahrt in 50 Min., V/^ fr. 
Am untern Ende, am (1 St.) Seerüti, das Gasth. Rodannenherg. 

Ein Fußweg führt von hier auf dem r. Seeufer zu dem Steindenkmal 



ELM. ß'- S. 86, 426.— I. R.24. 95 

tili- deu Idylleudichter Salomon Geßner (f 1788), der im Sommer oft 
wochenlang in einer Sennhütte hier lebte; weiter nach Vorauen (S. 94). — 
Von Seertlti ö. durch Wald hinan zur Schwammhöhe (1080m) auf dem 
Sackberg, mit prächtigem Blick über den See; hinab durch Wald nach 
Glarus. 

Das Tal wird unterhalb des Sees bald zur Schlucht, durch die 
der Löntsch, der Ausfluß des Sees, hinabbraust; er bildet bis zu 
seiner Vereinigung mit der Linth bei Netstal eine Eeihe kleiner 
Fälle in großartiger Felsumrahmung; 1. die gewaltigen Wände der 
Wiggiskette (S. 86). Schöner Blick in die 50m tiefe Schlucht von 
der neuen steinernen Brücke , zu der nach 40 Min. ein Fußpfad r. 
hinüberführt. Die Straße teilt sich 10 Min. weiter beim Whs. Stal- 
dengarten: 1. nach (40 Min.) Netstal (S. 86), r. über die Löntsch- 
brücke nach (1/4 St.) Riedern und (20 Min.) Glarus (S. 86). Auf 
dem Hinabweg schöne Aussicht auf den Frohnalpstock, den Schild 
und die Freiberge zwischen Linth- und Sernftal. 



24. Von Glarus nach Elm. Sernftal. 

19km. Bis (5km) Schwanden Eisenbahn in 1/4 St.; von Schwanden 
nach Elm (14km) elektrische Schmalspurbahn Crecbts sitzen!) in 55 Min. 
für 2 fr. 50 oder 1 fr. 25 c. 

Bei Schxvanden (516m; S. 87), 5km südl. von Grlarus, zweigt 
vom Linth- oder (jroßtal 1. ab das tief eingeschnittene waldreiche 
Sern/- oder Kleintal. Hinter (3km) Wart (652m ; Sternen, Freihof) 
1. ein hübscher Wasserfall ; schöner Eückblick auf den G-lärnisch. 
6km Engl (774m; Sonne, Adler, Freihof), größeres Dorf (1160 E.) 
mit Baumwollwebereien, an der Mündung des engen Mühlebach- 
tals (über den Margpaß ins Murgtal s. S. 61). Die Schiefer- 
brüche ( Plattenher ge) am 1. Ufer des Sernf sind berühmt wegen 
ihrer Yersteinerungen. — 8km Engi - Hinterdorf . — Von (10km) 
Matt (826m; H. Eimer, einf. gut), mit Baumwollspinnerei, führt 
ein lohnender Pfad n.ö. durch das Krauchtal über den Bisetenpaß 
(2188m) in 51/2 St. nach Weißtannen (S. 62; F. 10 fr.). 

14km Elm (982m; ^Kurhaus Elm, in schöner Lage, 90 Betten, 
Z. 2-4, F. IV4, M. 3, A. 2V2, P. 7-9 fr., mit eisenhaltiger Mineral- 
quelle; Hot. Eimer, P. 5-6 fr., Zentner, P. 372-^ fr., beide gelobt), 
das letzte Dorf des Sernftals (913 Einw.), als Luftkurort und Som- 
merfrische besucht, in schönem, von hohen Bergen umkränztem 
Talboden, am 11. Sept. 1881 durch einen Bergsturz von dem s.o. 
das Dorf überragenden Tschingelberg zum Teil zerstört, bei dem 
115 Personen umkamen (Denkmal auf dem Friedhof). 

Bergtoxjren (Führer Matth. Zentner, Job. Rhyner). Rotstock {Piz 
Mar, 2626m), über den Panixer Paß (S. 96) 51/2 St. m. F.. leicht und sehr 
lohnend. — Für Geübte: Eärpfstock (2797m), über die Erbsalp in 6 St. 
(F. 15 fr.), und Vorab (3025m), über Sether Furka (S. 96) in 8 St. (F. 20 fr.), 
beide lohnend. — Hausstock (3152m), über den Bichetlipaß und Leiterberg, 
oder über den Panixer Paß (S. 96) in 8-9 St. (F. 20, mit Abstieg nach 
Linthal 35 fr.), mühsam. — Piz Segnes (3102m), über Falzüber-A. und 



96 I' ^' 2^- - K- S. 86, 426. ELM. 

Sura- oder Saurengletscher in 7-8 St., oder vom Seguespaß (s. imteu) 
in 2 St. (F. 20 fr.): Bis Sardona oder Saurenstock (3054in; 71/2 St., F. 
20 fr.) und 6?ro/?e Scheibe (2922m; 7 St., F. 20 fr.), alle drei beschwerlich 
(besser von der Sardonahütte, S. 85). 

Pässe. NachFlims über den Segne s (spr. „Senjes") -Paß, 8 St., 
beschwerlich aber lohnend (F. 17 fr.). Über den Sernf , durch das wieder 
kultivierte Trümmerfeld des Bergsturzes, und über den Raminbach, dann 
durch die wilde Schlucht des Tsching elnbachs, der eine Reihe malerischer 
Fälle bildet, steil hinan zur Tschingdnalp und über (xeröll und Fels zum 
(5-6 St.) Segnespaß (2625m) s.w. vom Fiz Segnes (3102m); r. die zackigen 
Tsching elhörner oder Mannen (2850m) mit dem Martinsloch (2636m), 
durch das die Sonne zweimal im Jahr die Kirche von Elm bescheint. 
Hinab über den kurzen aber steilen Segyiesgletscher (wenn Schnee liegt 
unschwierig, sonst Seil und Eispickel angenehm) zur (li/^ St.) Segneshütte 
des S.A.C. (2130m) auf Segnes stit, dann auf anfangs steilem, später besserm 
Pfade über die Flimser Alpen, au einem schönen Yfasserfall vorbei (1. 
der gewaltige Mimserstein, S. 426) nach (2 St.) Flims (S. 426). 

Nach Ilanz über den Panixer Paß 9-10 St. (F. bis Panix 15 fr.» 
für Ungeübte ratsam), mühsam, historisch interessant durch Suworoffs 
Rückzug vom 5.-10. Okt. 1799 (s. S. 142). Fahrweg am 1. Ufer des Sernf 
über Hinter- Steinib ach bis zur (s/^ St.) Erbserbrücke; V2 St. weiter bei 
Walletibrugg über den Sernf und auf durch Stangen bezeichnetem Pfade 
steil aufwärts zu den Hütten der Jätsalp (Im Loch 1470m, Ober-Staffel 
1703m); dann über den Wcdenboden und durch die Schneekehle d.eT Gurgel 
am Fuß des Rinkenkoptfs (2628m) hinan, weiter über G-eröU (1. ein kl. See) 
zum (31/2 St.) Panixer Paß {Cuolvi da Pignieu, 2407m) mit Schirm- 
hütte; 1. der Rotstock (^/^ St., s. S. 95), r. der Rtich-Wichlenberg (2800m) 
und Aev Hausstock (3152m) mit &em Meer- Gletscher (vom Paß in 31/2-* St. 
zu ersteigen; s. S. 95). Hinab über eine steile Geröllhalde (Weg nicht 
leicht zu finden) zur Meercdp und. über die wilde Ranasca-Alp nach 
(2 St.) Panix (1300m; G-asth. zum Panixer Paß, gelobt) und über Ruis 
(S. 428) nach (H/2 St.) Hans (S. 427). — Nach Ilanz über die Sether 
Furka (2611m), 9 St. m. F., beschwerlich; vom Panixer Paßwege bei dem 
kleinen See (s. oben) 1. steil zur Paßhöhe, zwischen Rotstock und Vorab 
(vom Paß in 2 St. zu ersteigen, s. S. 95, 426); hinab zur Ruscheiner Alp 
und durch das Sether Tobel nach Hans. 

Nach Weißtannen über den Foopaß 61/2-7 St., ziemlich be- 
schwerlich (F. 10 fr.). Auf der N.-Seite der tiefen Schlucht des Ramin- 
bachs meist durch Wald zur Raminalp und über Matt (1883m) zum (4 St.) 
Foopaß (2229m), mit beschränkter aber lohnender Aussicht; hinab über 
Foo- und Unter- Sies- Alp ins Seestal nach (3 St.) Weißtannen (S. 62). — 
Von der Foo -Alp über den Soheibepaß (2600m) ö. von der Vordem 
Scheibe zur Sardonahütte (S. 85), ziemlich schwierig. 

Nach Vättis über den Sardonapaß 11-12 St., schwierig aber 
lohnend (F. 30 fr.). Von Elm auf der S.-Seite des tief eingeschnittenen 
Ramintals zur Falsüber - A., über Geröllwände und durch ein steiles 
Felscouloir zum Saurengletscher und Saurenjoch. (c. 2830m), zwischen 
Piz Segnes und Punkt 3013 der Siegfr.-Karte; von hier über den Firn 
des Segnesgletschers zum Sardonapaß (2840m), hinab über den Sardona- 
gletscher zur Sardonahütte (2242m ; S. 85) und durch das Oalfeisental über 
'St. Martin nach Vättis (S. 84). Die Besteigung des Pis Segnes (3102m) 
oder des Pis Sardona (3054m) ist mit dem Übergang leicht zu verbinden. — 
Über den Mutten taler Grat, 10 St. bis Vättis, anstrengend (F. 17 fr.). 
Vom (31/2 St.) Foopaß (s. oben) erst abAvärts bis zur Obern Fooalp, dann 
r. im Muttental hinan zur Mulde des Haibützli mit kl. See (2344m) und 
r. zum (3 St.) Muttentaler Grat (c. 2470m) ; hinab über Plattenalp und 
Malanseralp nach (2 St.) St. Martin und (2 St.) Vättis (S. 84). 

Nach Linthal (S. 88) über den Riclietlipaß (2263m) 7 St. m. F. 
(10 fr.), unschwierig und lohnend ; hinab durch das Durnachted. 



IL YIEEWALDSTATTEE SEE UND UM- 
aEBUNGEK ST. GOTTHAED. 



25. Von Zürich über Zug nach Luzeru 99 

a. Über Talwil .99 

Zimmerberg. Tropfsteingrotteu in der Hölle 99. — Aus- 
flüge von Zug. Felsenegg und Schönfels. Menziugen. 
Schönbrunn. Ägerital 100. 

b. Über Affoltern 101 

2(3. Luzern und Umgebung 102 

Von Luzern nach Kriens. Sonnenberg. Herrgottswald. 
Eigental 103. 

27. Der Vierwal dstätter See 108 

Wissifluh 108. — Von Beckeuried nach Seelisberg. 
Niederbauen 110. — Oberbauen. Buochserhorn. Rigi-Hoch- 
fluh. Vitznauer Stock 111. — Seelisberg 111. — Axen- 
fels. Morschach. Axenstein. Stoos. Fronalpstoek 113. — 
Riemenstaldental. Rofaien. Rosstock 114. — Isental. 
Schoneggpaß. Rotgrätli. Urirotstock. Gritschen 115, 116. 

28. Der Rigi 116 

Von Vitznau nach Rigi-Kulm . 117 

Von Arth-Groldau nach Eigi-Kulm 118 

Vom Kaitbad nach Rigi-Scheideck 121 

29. Von Luzern nach Alpnachstad. Pilatus 122 

Bürgenstock 122. — Von Stansstad nach Sarnen 123. 

30. Von Zug und Luzern nach Arth-Groldau 125 

a. Von Zug nach Arth-Goldau. Zuger See .... 125 

b. Von Luzern nach Arth-G-oldau über Küßnacht . . 126 

31. Von Zürich über Wädenswil nach Arth-Goldau. Ein- 
siedeln 127 

Feusisberg. Hütten 127, — Gottschalkenberg. VonPfäffikon 
nach Einsiedeln. Etzel 128. — Von Einsiedeln nach Schwyz 
über den Haggen oder die Iberger Egg 129. — Schlagstraße 
von Sattel nach Schwyz. Roßberg 130. 

32. Von Luzern nach Bellinzona. Grotthardbahn . . . 130 

Der G-oldauer Bergsturz 131. — Die Mytenl 32. — Bürglen, 
Rosstock. Beimeten 133. — Erstfelder Tal. Bristenstock 
134. — Hoher Faulen. G-otthardstraße von Amsteg bis Grö- 
schenen. Seewlifurke 135. — Fellital. Crispalt 136. — Pizzo 
Rotondo. Passo dei Sassi. Val Piora. Taneda etc. 137, 138. 

33. Von Gröschenen nach Airolo über den St. Grotthard . 140 

Das Göschenental. Übergänge nach Realp, dem Trift- 
gletscher u. der Steinalp. Sustenhorn. Fleckistock 141. 

— Badus. G-urschen- u. G-amsstock 143. — Lucendrosee 144. 

— Sorescia. Pizzo Centrale. Prosa. Fibbia. Piz Lucendro. 
P. Rotondo. Vom G-otthard über den Orsinopaß nach 
Realp und über den Leckipaß nach der Furka 144, 145. 



Bajdeker's Schweiz. 31. Aufl. 



98 CENTRALSCHWEIZ. 



34. Das Maderanertal 146 

Hüfigletsclier. Seelegg 146. — Diissistock. Oberalpstock. 
Sckeerhom. Gr. Rüchen. Windgällen etc. Claridenpaß. 
Planurapaß 147. — Kammlilücke. Ruclikehlenpaß. Sclieer- 
horn-G-riggelipaß. Brunnipaß. Krüzlipaß 148. 

35. Von Gös ebenen zum Khonegletscher. Furka . . . 148 

Von Realp ins Val Bedretto über den Cavannapaß. Tie- 
fengletscher. Winterlücke 149. — Furkahorn. Blanberg. 
Muttenhorn. G-alenstock. Von der Fui-ka über das Nä- 
gelisgrätli nach dem Grrimselhospiz 150. 

36. Von Luzern nach Engelberg 151 

Stanserhorn 151. — Nieder- u. Oberrickenbach. Über das 
Jochli oder den Schoneggpaß nach Isental 152. — Aus- 
flüge von Engelberg. Schwand. Bergli. Fiühmatt. Bord. 
Horbistal. Tätschbachfall und Herreni-üti. Nieder-Surenen- 
alp. Arnialp. Schwendlialp. Gerschnialp. Trübseealp. 
Fürrenalp. Wandalp. Eigidalstock. Widdcrfeld. Hutstock. 
Hanghorn. Rotsandnollen. Engelberger und Uri- Rot- 
stock. Groß- und Klein - Spannort. Wichelplankstock. 
Schloßberg. Titlis 154-156, — Von Engelberg nach Erst- 
feld über den Surenenpaß, das Spannort joch oder die 
Schloßberglücke, nach Wassen über den Grassenpaß, nach 
der Steinalp über das Wenden joch 156. 

37. Von Luzern über den Brünig nach Meiriugen und 

Brienz (Interlaken) 157 

MelchtaL Kerns. Über die Storegg oder das Juchli nach 
Engelberg. Nünalphorn. Hutstock. Ausflüge von Melch- 
see-Frutt 157, 158. — Schwendi - Kaltbad. Flüeli - Ranft. 
Kleines MelchtaL Giswiler Stock 159. — Ausflüge vom 
Brünig. Wilerhorn 160. 

38. Von Meiringen nacb Engelberg. Engstlenalp. Jocbpaß 161 

Von Meiringen über die Baumgartenalp zur Engstlenalp 
161. — Ausflüge von der Engstlenalp. Schafberg. Sätteli. 
Achtelsaßgi'ätli. Melchsee-Frutt. Gwärtler. Hohmatt. Rot- 
sandnollen. Hohenstollen. Graustock. Tellistock. Wen- 
denstock. Titlis 162, 

39. Von Meiringen nacb Wassen. Sustenpaß .... 163 

Trifttal. Ausflüge von der Trifthütte (Dammastock etc.). 
Über die Triftlimmi zum Rhonegletscher, Furtwaug-Sattel 
und Steinlimmi 163. — Steingletscher. Sustenhorn. Gwäch- 
tenhorn. Vom Stein- Whs. über die Sustenlimmi oder die 
Tierberglimmi zur Göscheneralp ; über Zwischen -Tier- 
bergen zur Trifthütte 164. 

40. Von Luzern nacb Bern. Entlebucb, Emmental . . 165 

Schwarzenberg. Farnbühlbad. Von M^olhusen nach Lau- 
geutal. Menzberg 165. — Schimbergbad. Von Schüpfheim 
nach Flühli. Sörenberg. SeeT>^enalp 166. — Schangnau. 
Kemmeribodenbad. Napf 167. — Rüttihubelbad 168. 

41. Von Luzern nacb Wildegg (Aarau). Seetalbabn , . 168 

Ausflüge von Hochdorf. Hohenrain. Horben. Oberreiuach 
etc. 168. — Von Hitzkirch über Fahnvangen nach Wohlen. 
Von Beinivyl nach Reinach und Menzikou. Homberg. Von 
BonisAvil nach Fahrwangeu. Brestenberg 169, 



99 

25. Von Zürich über Zug nach Luzern. 

a. Über Thalwil. 

58km. Eisenbahn in I1/3-2 St. , für 6 fr. 05, 4 fr. 25 , 3 fr. 05 c. (bis 
Zug, 29km in 44-64 Min., für 3 fr. 15, 2 fr. 20, 1 fr. 60 c). Kürzeste 
Route von Zürich zum Grotthard (von Zürich bis Arth-Goldau in 1 St. 7- 
1 St. 42 Min., für 4 fr. 85, 3 fr. 40, 2 fr. 45 c). 

Bis (12km) Thalwil (438iii) s. S. 57. Die Bahn steigt am Berg- 
abhang entlang über drei Yiadnkte, mit prächtigen Blicken auf den 
See, zur (14km) Stat. Oberrieden-Dorf (462m) und (17km) Hoi'gen- 
Obet'dorf (486m ; Bahnrestaur.) , durchbohrt den Horgenberg in 
einem 1985m langen Tunnel und überschreitet die Sihl. 20km 
Sihlbrugg (517m; * Krone; Restaur. Waldhaus), Knotenpunkt 
der Sihltalbahn (S. 56). 

Fußgängern ist die Wanderung von Morgen (S. 57) über die Horger 
Egg nach Sihlbrugg zu empfehlen (2 St.). Fahrweg, in Windungen 
bergan nach (3/4 St.) Widenbach ; V* St. r., auf dem *Ziinin9rberg (773m ; 
Hochwacht, Signalpunkt) heiTliche Aussicht ö. über den Zürichsee, w. 
tief unten das düstere Sihltal, weiter der Zuger See, südl. die Alpen: My- 
ten, Rigi und Pilatus treten besonders hervor. 1/4 St. oberhalb Widen- 
bach erreicht der Fahrweg seinen Höhepunkt, die Hirselhöhe (736m; Whs.), 
und senkt sich dann nach (1 St.) Sihlbrugg. 

Dann durch den 3358m 1. Älbistunnel (bei der Ausfahrt 1. der 
waldbedeckte Pelshügel der Baarburg, 665m) und über die Lorze 
(S. 101) nach (27km) Baar (446m; *H. St Gotthard, am Bahnhof, 
Z. 172^ 2» ^- 1» I*- 4:-5V2 f^-; Lindenhof j nicht teuer; Krone; 
Schwert; Rößli), großes Dorf (4484 Einw.) mit Baumwoll- und 
andern Fabriken. 

1/4 St. n.w. in dem Dorf Blickensclorf wird das G-eburtshaus des Zürcher 
Bürgermeisters Hans Waldmann gezeigt, der Karl den Kühnen bei Murten 
besiegte und später hingerichtet wurde (s. S. 53). 

1 St. ö. von Baar (Einsp. hin u. zui-ück 4-5 fr.), IV4 St. von Sihlbrugg 
(s. oben), im wilden Lorsentobel die sehenswerten *Tropfsteingrotten 
in der Hölle. Die beiden Höhlen (Adlerhöhle und 50m höher die Bären- 
höhle) bestehen jede aus einer Anzahl zusammenhängender Grotten und 
enthalten eine Fülle prächtiger Stalaktiten (Rosetten, Korallenformen u.a.) 
und Stalagmiten (elektr. Beleuchtung; Eintr. in jede Höhle 1 fr., beide 
zusammen 1^2 fi'- ; Eintrittskarten in aQx Eestauration zur Gh'otte, 5 Min. 
von den Höhlen). Von den Grotten nach Schönbrunn (S. 100) 35 Min., über 
die Tobelbrücke und Moosrank (S. 100) nach Z7ig 1 St. 

Automobilverkehr von Baar nach Zug (in 1/4 St.) und nach 3Ien- 
zingen (S. 100; in 3/^ st.) 5mal tägl., s. S. 100. 

"Weiter durch die Baarer Ebene nach 

29km Zug. — Gasth.: *Hirschen,Z. 2-3, F. 1, M. 31/2-8, P. 5-6 fr.; 
*Löwen. am See, Z. 2-31/2, F. 1.20, M. 3, P. 6-71/2 fr., im Rest, gutes Bier; 
Ochsen,' Z. I1/2-21/2, F. 1, M. 21/2, P. 5-7 fr.; *H. Bahnhof, mit Garten- 
Rest., Z. 2-21/2, F. 1, G. 2, M. 21/2, P. 41/2-5 fr.; *H.-P. Schweizer- 
hof, Z. von 2, F. 1, P. 5-8 fr.; *H.-P. Zugerhof, Z. 2-3, F. 1, M. 2i/.^, 
P. 5-7 fr., beide am Bahnhof; H. Rigi, am See, Z. 2-21/2, F. 1, M. 21/2, P. 51/2- 
6 fr.; Schiff (gute Restauration); Belle vue, gelobt. — *P. Waldheim, 
P. 5 fr. ; *H.-R Guggital, P. 5-7 fr., beide 1/2 St. vom Bahnhof am Wege 
nach Felsenegg. — Verkehbsbüreau bei J. Weber, Neugasse. 

Zug (422m) , mit 6508 Einw., in schöner Lage am Zuger See 
(S. 125), ist die Hauptstadt des kleinen Kantons gl. N". Die Vor- 

7* 



100 II- R- 25. — K. S. 66, 108. ZUG. Von Zürich 

Stadt, beim Bahnliof, ist auf der Seeseite von eiuem breiten Quai, 
der sog. Platzwehr, eingefaßt, an Stelle einer Häuserreihe, die 1887 
in den See versank. Schöner Blick über den See auf Rigi, Pilatus 
und Berner Alpen. Die Ober- und Altstadt zeigen noch ein ganz 
mittelalterliches Gepräge, mit Ringmauern, Türmen und vielen alten 
Häusern. Durch den malerischen Zeitturm gelangt man in die Alt- 
stadt und zum alten Rathaus, 1505 erbaut, 1618 und 1896 neu her- 
gestellt, mit spätgot. Saal und dem histm^isch-antiquar . Museum 
(Waffen und Pahnen aus dem alten Zeughause, nebst der blutge- 
färbten Schärpe des Pannerherrn Pet. CoUin, der 1422 bei Arbedo 
fiel; Glasgemälde, Holzschnitzereien, Gold- und Silb erarbeiten, 
Teppiche ; Eintr. 50 c). Die spätgot. St. Oswaldskirche wurde 1478 
begonnen ; das Chorgestühl ist von 1484. Die Kirche des Kapuziner- 
klosters, dessen Gärten sich an die obere Ringmauer anlehnen, ent- 
hält eine Grablegung von D. Calvaert (f 1619). Auf einer Anhöhe 
ö. steht die weithin sichtbare neue Pfarrkirche, im roman.-got. Stil 
von Moser erbaut (1902). Auf dem Rosenberg (498m; Y4 St., gute 
Wirtsch., auch Pens.) hübsche Aussicht; Schweiz. Bienenmuseum. 

ÜMGEBUNaEN. Auf der w. Abdachung des Zuger Berges, I1/2 St. von 
Zug, die *Kuranstalt Felsenegg (954m; 120 Betten, Z. 2-6, F. li/i, M.31/2, 
A. 21/2, P. 7-12 fr.) mit Wasserheilanstalt, schöner Aussicht und schattigen 
Spaziergängen; 5 Min. u. die *Kuranstalt Schönfels (935m ; 160 Betten, 
Z. 2-5, F. 11/2, M. 31/2, A. 21/2, P- 7-12 fr.), mit Wasserheilanstalt und 
Park. Fahrstraße bis hinauf (Omnibus vom Bahnhof 10 U. vorm. und 6 U. 
nachm., 3-4, abwärts 2-3 fr.; Einsp. 8, Zweisp. 14-16 fr., bei den Hotels be- 
stellte Wagen billiger). Auf der *HocMüacM (992m), 1/4 St. n.ö., erschließt 
sich die volle Alpenaussicht; ö. in der Tiefe der Ägerisee (s. S. 101). 
Vom (3/4 St.) Horhachgütscli (936m) hübscher Blick auf den Zuger und 
Vierwaldstätter See und den Rigi. — Von Felsenegg Fußweg über die 
Walchwiler Oberalmend zur Untern und Obern Roßherg-A. und auf den 
(21/4-3 St.) Roßherg -Wildspitz (S. 130). 

2 St. ö. von Zug (Automobil 5mal tägl. in 1 St. über Baar, Hinterburg 
und Edlibach, für 1 fr. 10 c.) das hübschgelegene Dorf Menzingen (803m; 
*Löiven, Hirschen, in beiden Z. 1-2, P. 4-5 fr.), mit großem Töchterinstitut; 
20 Min. weiter die *Pens. Schloß Schwandegg (845m; P. 41/2-51/2 fi'-), mit 
Fichtennadel- und andern Bädern. — 20 Min. s.w. von Edlibach (s. oben) 
auf dem Hügelrücken über dem Lorzentobel die Wasserheilanstalt *Schön- 
brunn (698m; Geschiv. Hegglin, 100 Z. zu 2-41/2, P. 8-10 fr.), in gegen 
N.- und 0. -Winde geschützter Lage, mit sonniger Terrasse und Wald- 
pfaden. Von der 5 Min. entfernten Kapelle (711m) Aussicht bis zum Jura. 

Ins Ägerital (Automobilverkehr bis Oberägeri, 12km, 5 mal tägl. 
in 11/4 St. für 1 fr. 20 c). Fahrstraße durch obstreiche Fluren bergan über 
Weinberg, Moosrank (1. Abzweigung nach Schönbrimn, den Grotten in 
der Hölle und Edlibach, s. oben) und Inkenberg nach (1 St.) Allemoindeu 
(707m), dann hinab ins Lorzental (jenseits auf der Höhe das Frauenkloster 
u. Pens. Gubel, P. von 31/2 fr. an), mit interessanten Flußverbauungen, nach 
(1/2 St.) Neuägeri (686m) und über Mühleloch, mit Baumwollspinnereien, 
nach (1/2 St.) Unterägeri (735m; Ägerihof, P. 41/2-61/2 fr.; Brücke, P. von 
5 fr. an; Post; Seefeld; Kreuz; * Kurhaus Waldheim, 20 Min. n.w., P. 
5-6 fr.; P. Sommerau, 4-5 fr.; P. Schönwart, 5 fr.), schönes gewerb reiches 
Dorf (2593 Einw.) mit neuer got. Kirche und Seebadeanstalt, als Luftkurort 
besucht. Weiter am Ägerisee (S. 101) entlang nach dem schmucken Dorf 
(1/2 St.) Oberägeri i*Löwen, Z. 11/2-2, P. 41/2-5 fr.; Bär, Hirsch, Ochs). 
Zwischen Unter- und Oberägeri am See mehrere Kinderheilanstaltcn. — 
Von Oberägeri auf den *Roßberg (S. 130) 31/2 St.: Fahrstraße durch das 



nach Luzem. AFFOLTERN. A'- *^- 56, lOS. -11. ll 25. lOl 

Jlurital bis zum (IV2 St.) Urslenboden, dann schmaler Fahrweg durch 
Wald und über die Roßbergälpen bis Roßberg- Kulm. — Der fischreiche 
Ägerisee (725m), 5,5lim 1., 1,5km br., wird von einem Dampfboot be- 
fahren (von Unterägeri bis Morgarten im Juli u. August 5 mal tägl. in 
42 Min.); Stationen Unterägeri, Oberägeri, Ländli, M-Orgarten, am SO.- 
Ende; von hier nach Stat. Sattel -Ägeri (S. 130) Omnibus zu allen Zügen 
in 20 Min. (50 c). Bei Morgarten prächtiger Blick auf Urirotstock, Krönte 
etc. In der Nähe w. der Weiler Schorno , wo am 16. Nov. 1315 die Eid- 
genossen in der Schlacht von Morgarten den ersten Sieg über die habs- 
burgische Macht unter Herzog Leopold von Österreich erkämpften. Zum 
Gedächtnis wurde in St. Jakob, 20 Min. vom SO. -Ende des Sees und 1/4 St. 
n. von Sattel, eine Kapelle mit Schlachtbild erbaut, in der alljährlich 
am Tage der Schlacht Gottesdienst gehalten wird. 

Gotthardbahn von Zug nach Arth-Goldau s. S. 125. 

Die Luzerner Balm umzieht das flache K-TJfer des Zuger Sees, 
zweimal über die Lorze. — 34km Cham {* Raben; Schlüssel; 
Hirsch, P. 3^/^-5 fr.), ansehnlicher Ort (3019 E.) mit schlankem 
zinkgedecktem Kirchturm und großer Fabrik kondensierter Milch. 
Weiter unweit des W.-Ufers entlang; 1. schöner Blick auf den See, 
über Zug auf der Höhe die Kurhäuser, im Mittelgrund der Rigi, 
r. Stanserhorn, Engelberger Alpen und Pilatus. Hinter (39km) Mot- 
hreuz (431m; Bahnrestaur.), Knotenpunkt der Bahn nach Immensee 
(S. 131 ; 8km in 10 Min.) und der Muri-Aarauer Bahn (S. 28), tritt 
die Bahn auf kurzer Strecke an die Reuß. Zwischen (43km) Gisi- 
kon-Root und (49km) Ebikon erblickt man 1. durch einen Ein- 
schnitt den Bigi. Die Bahn führt an dem 2,5km 1. Rotsee (423m) 
entlang, durch einen Tunnel, dann über die Eeuß ; r. mündet die 
Basel - Lu^erner (S. 24) und die Bern-Luzerner Bahn (S. 165), 1. die 
Gotthardbahn (S. 131). Zuletzt durch zwei Tunnels unter dem 
Grütsch und dem Schönheimhügel nach 

58km Luzern, s. S. 102. 

b. Über Afifoltern. 

69km. Eisenbahn in 13/4-21/4 St. für 7 fr,, 4 fr. 90 oder 3 fr. 50 c. 

Zürich s. S. 46. — 4km Altstetten (S. 27). L. der lange Rücken 
des Uetlihergs (S. 55), den die Bahn ansteigend in großer Kurve 
umzieht. — 9km ürdorf; 13km Bii'mensdorf. "Weiter im freund- 
lichen Reppischtal, 1. oben das Uetlihotel. Die Bahn steigt durch 
den Tunnel unter dem Ettenberg bis (18km) Bonsteüen (531m; 
*Löwen); r. in der Ferne die Berner Alpen und der Pilatus, weiter- 
hin 1. die Engelberger Alpen mit Urirotstock und Titlis. — 22km 
Hedingen (499m ; *Krone) ; 25km Afibltern am Älhis (497m ; 
*Löwen. mit Garten, P. 4-6 fr.; H. Bahnhof; H. Alois), mit den 
Wasserheilanstalten ^ Arche (P. 5-6 fr.), fLilienbej-g (P. 7-10 fr.) 
und Lilienhof (P. 072-6V2 f^-). I^- der Äugster Berg (830m), am 
Fuß Äugst mit dem Wengi-Bad. — 29km Mettmenstetten (463m ; 
H.-P. Paradies, 5-6 fr.). 

Post 3 mal tägl. in 1 St. nach (6km) Hausen (603m; Krone; Löwe), 
am w. FiLß des Albis (S. 56); in der Nähe die gut geleitete Wasserheil- 
anstalt Albisbrimn (645m; Z. 2-4, P. T-SVg fi'.) mit schönem Park (von 



102 //. B' '^6, LUZEEN. PraktiscM 

hier in 8/4 St. auf das Albishorii, s. S. 56). Bei Kappel, 1/2 St. südl., wurde 
Zwingli am 11, Okt. 1.531 im Kampfe gegen die kath. Urkantone er- 
schlagen (s. S. 81); ein mächtiger Felsblock mit deutscher und latein. 
Inschrift bezeichnet die Stelle. 

32kni Knonau (439m ; Adler). Vor Zug über die Lorze (s. S. 101). 
41km Zug und von hier nach (69km) Luzern s. S. 99-101. 

26. Luzern und Umgebung. 

Bahnhof (PI. D 3; *Eestaur., M. IV2 fi"-)> ™iit Hauptzollamt; rechts 
der Ausgang zu den Dampf booten, links in die Stadt. Die Dampfboote 
nach Fliielen (S. 108) fahren vom Bahnhof ab (einzelne 15-20 Min. vorher 
zunächst vom Schweizerhofquai); die Boote nach Alpnach (S. 122) meist 
vom Quai und vom Bahnhof, die nach Klißnacht (S. 126) nur vom Quai. 

Gasthöfe. Am r. Ufer : *Schweizerhof (PI. 1 : D 4), 400 Betten, 
Z. von 5 fr. an, F. I1/2, G-. 4, M. 6, P. vom 20. Sept. an 10-14 fr. (4-6 
u. 8-10 IT. nachm. Konzert), und *Luzernerhof (PI. 2: D 3), 200 Betten, 
Z. von 5 fr. an, F. I1/2, Gr. SVa, M. 5, P. 10-14 fr., beide am Schweizer- 
hofquai; *Grr. -H. National (PI. 3: E 3), am Quai National, mit Depen- 
dance Nationalhof an der Haldenstr., 450 Betten, Z. von 5 fr. an, F. l^/a, 
Gr. 4, M. 6, P. von 12 fr. an; Palast -Hotel (250 Betten), am O.-Ende des 
Quai National, neu (Eröffnung 1906); *H. Beau-Rivage (PI. 4: F 2) beim 
Kursaalgarten, 150 Betten, Z. von 31/2 fi'- an, F. IV2, Gr. 31/2, M. 5, P. von 
12 fr. an; *H. de l'Europe (PI. 5:G- 2), 220 Betten, Z. 3-61/2, F. I1/2, G-. 3V2. 
M. 41/2, P. 8-14 fr.; *H.-P. Tivoli (PI. 6: G2), 110 Betten, P. 10-16 fr., mit 
Grai-ten und Badeanstalt; *H.-P. Eden-House (PI. 7:Gr2), Haldenstr., 
62 Betten, Z. von 3, G-. 3, M. 4, P. von 9 fr. an; *H.-P. Pilatus & Gseg- 
netmatt (PI. c: G2), Haldenstr., P. 7-10 fr.; *H.-P. Belvedere (PI. 8: 
FG 2), Z. 3-8, F. 11/4, G. 3, M. 4, P. 8-15 fr.; *H. Germania am See (PI. 
9: E3), Z von 3, F. I1/2, M. 3 fr., diese sechs an der Haldenstraße, nahe 
dem See;*Schwanen&Rigi (PI. 10: D 3), 180 Betten, Z. 31/2-8, F. I1/2, 
G. 3, M. 5 fr.; *H. des Balanees (Wage) & Bellevue (P1.11:C4), 
am r. Ufer der Reuß, 100 Z. zu 31/2-7, E. I1/2, G. 31/2, M. 41/2, P. 9-14 fr. 
— Billiger : *Union-Hotel (Kath. Vereinshaus ; PL 12 : D E 2), Löwenstr., 
104 Z. zu 21/2-31/2, M. 3, A. 21/2, P. 7-9 fr.; *H. Brünig (PI. 13: D 3), am 
Grendel, 40 Z. zu 2-3, M. m. W. 3, A. 2, P. 7-8 fr.; *H. Reb stock (PI. 
14: E 2, 3), mit Garten-Restaur., 36 Z. zu 21/2-8, F. II/4, M. 21/2, P. 7-9 fr.; 
H.-P. Villa Maria (P1.15:F2), Hitzlisbergstr. 3, Z. 21/2-4, F. I1/4, M. 21/2, 
A. 31/2, P. 7-9 fr., diese drei in der Nähe der Hofkirche; *Rößli (PL 16: 
C 3), 75 Z. zu 2-3 , F. I1/4, M. m. W. 31/2, A. m. W. 21/2, P. 7-9 fr.; *H. des 
Alpes (PL17: D3), bei der Kapellbrücke, Z. 21/3-31/2, F. I1/4, M. 31/2, P. 71/3- 
9 fr.; Krone (PL 18: C 3), 35 Z. zu 2-31/2, F. 1.20, M. 2-21/2, P. 5-8 fr., Metz- 
gern (PL 19: C3), beide am Weinmarkt; Adler (PL 20: C3), 25 Z. zu 
21/2-3, F. 11/4, M. 3, P. 7-8 fr. ; H i r s ch e n (PL 21 : C 3), 18 Z. zu 2-21/2, M. 21/2 
fr., diese zwei am Hirschenplatz; * Mohren (PL 22: D3), Kapellgasse, 
Z. 2-3, F. 11/4, M. 21/2, P. 5-8 fr.; Weißes Kreuz (PL 23: D3), Fun-en- 
gasse, 36 Z. zu I1/2-3, M. 21/2 fr.; Raben (PL 24), Sonne (PL 25), H. du 
Pont & Weitenkeller (PL 26), Schiff (PL 27), Pfistern (PL 28), 
diese fünf am Reußquai (PLC3, 4); Einhorn (PL29:D3), Herten- 
flteinstr., Z. 2-3, F. 1.20, M. 2.50, A. 2 fr.; Goldener Löwe (PL 31: 2), 
Kapellg. 22, 8 Z. zu 2-21/2, F. 1, M. 21/2, P. 5-7 fr.; Storchen (PL 32: C 3), 
am Kornmarkt, 7 Z. zu 2-21/2, E. 1, M. 2 fr. (guter Wein); Drei Könige 
(PL 33: C 3), Weggisgasse 7, Z. 2-21/2, M. 2 fr. 

Am L Ufer: *Gr.-H. du Lac (PL 34: D4), mit Badeanstalt, 180 Z. 
von 4 fr. an, F. I1/2, G. 31/2, M. 5, P. (Sept. -Juni) von 9 fr. an; *H, 
St. Gotthard-Terminus (PL .85 : D 4), am Bahnhof, mit Cafe-Restaur., 
250 Betten, Z. 31/2-7, F. I1/2, G. 31/2, M. 41/0-5, P. von 91/2 fr. an; *H. 
M n p 1 e & M e t r p 1 e (PL 36 : D 4), mit Cafe-Restaur., 250 Betten, Z. 3-8, 
F. 11/9, G. 31/2, M. 41/2, P. von 12 fr. an ; *Waldstätterhof & Savoy-H. 
(PI. 37: D4), 140 Betten, Z. 3-7, F. I1/2, G. 31/2, M. 41/2, P. 9-13 fr.; *H. 




Geogr^h. 




"Wä^ner<fe.Debes,Leipzi§. ^^, 



Vorbemerkungen. LUZERN. H- R- 2ff. 103 

Bristol (PI. 38: D4). 90 Z. 3-6, F. IV2, O- 31/2, M. 4, P. 10-15 fr.; 
*H. Victoria & Englischer Hof (PL 39: C4), 140 Betten, Z. 31/2-7, 
F. IV2, G-. 31/2, M. 41/2, P. 12-16 fr.; H. de Paris et de France (PL 40: 
04), Pilatusstr., Z. von 3, F. I1/2, G-. 3, M. 4, P. 8-12 fr.; H. Central (PL 
41: D 4), Z. 3-31/2, F. 1.20, M. 2i/a, P. 7-8 fr.; diese alle nahe beim Bahnhof. — 
Billiger: *Wildenmann (PL 43 : C 4), Z. 3-3i/a, F. 11/4, M. m. W. 31/2, 
P. 7-8 fr.; *Engel (PL 44: B 4), 50 Z. zu 3, F. I1/4, M. 3, A. 2, P. 61/2-8 fr.; 
*Rtitli (PL 45: B 4), RütUgasse 4, 80 Z. zu 2-3, F. 1, M. 21/2, P. 7-9 fr.; 
H. du Nord (PL 46: D 4), Z. 2-4, F. 1.20, M. 3 fr., H. du Parc (PL 47: 
D4, 5), H. Bernerhof & Beau-Site (P1.48:D4), Seidenhofstr. 8, 34 Z. 
zu 2-21/2, F. 11/4, M, 21/2, P. 6-8 fr.; H. Nidwaldnerhof & Britannia 
(PL 49: D5), 25 Z. von 2, F. 1.20, M. 21/,, P. 6-10 fr.; H. Concordia 
(PL50: (J4), Z. 2-21/2, F. 1, M. 2i/o fr.; *H. zur Post (PL 51: C 4), 25 Z. 
zu 21/2-3, F. 11/4, M. m. W. 31/2 fi'.; *H. Jura (PL 52 : C 5), Z. I1/2-21/2, F. 1.20, 
M. 2-21/2 fr.; H. Stern (PL 53: C 4), Hirschengrahen, Z. 2-3, F. 1, M. 2 fr., 
gut; Bären (PL 42: C 4), Pfistergasse 8, Z. I1/2-3, F. 1, M. 21/2 fr.; Hot. 
Bad (PL 54: B 4), Burgerstr., Z. 2-21/2, F. 1, M. 2-21/2 fr.; Schlüssel 
(PL 55: C4), Z. 2-31/2, F. 1 fr., geloht; H. Helvetia (PL 56:C5; Ah- 
stineuzhotel), Waldstätterstr. 9, Z. 2-4, P. 5-7 fr.; H. Ruckli zur Krien- 
hrticke, Pfistergasse 2, Z. I1/2-21/2, F. 1, M. I1/2-21/2, P. 5-7 fr. 

Pensionen. Pens. Splendide (PL a:G 2; 40Z., P. 9-12 fr.), am See 
an der Haldenstraße; P. Richemont (PL d: G- 2), G-esegnetmattstr. 13 
(von 6 fr. an); B i enz (PL e : F 2), oberhalb des Kursaals (12 Z., P. 5-7 fr.); 
Faller (PLf:F2), oberhalb Beaurivage (28 Z., P. 6-71/2 fr.); Neu- 
Schweizerhaus (PL g: F2; 45 Z., P. 6-9 fr.), ayger (PL h: F 2; 35 Z., 
P. 6-10 fr.), Felsberg (PietsTcer; PL i: E2; 130 Z., P. 6-8 fr.), Pens. 
Anglaise (6-8 fr.); P. Dreilinden & Palmiers (PL k: F 2; P. 7-12 fr.); 
P. Villa Placida (5-10 fr.); P. Friedau (PLo:E2), am Wesemlin 
(5-61/2 fi-.); alle hoch und schön gelegen; P. Oetinger (PLni:E2), Eng- 
lischgraßstr. 16 (31/2-41/2 fr.) ; P. R ö t h e 1 i n (PL n : D 3), Grendelstr. (5-7 fr.) ; 
P. Meyer-Von-wyl (PL p: C5), Winkelriedstr. 7 (von 5 fr. an); P. Brun- 
ner (PLq: C5), Hirschengraben 5 (4-51/2 fr.); P. Schloß Bramberg (PL r: 
2) n. über der Stadt (36 Z., P. 6-9 fr.). W. oberhalb der Stadt: H.-P. 
Ohäteau Gütsch(PLs: A3, 4; 40 Z. zu 3-6, P. 8-12 fr.), H.-P. Wallis 
(PL t: A3; 43 Z., P. 6-12 fr.), beide auf dem Gütsch (S. 107; PL A3); P. 
Suter (Gribraltar, PL u: A4), auch für einzelne Damen geeignet (32 Z., 
P. 6-7 fr., ebener Fußweg in 3 Min. zum Bahnhof Grütsch). *H.-P.Wi Ihe Im s - 
höhe (PI. v: A4), am 0.- Abhang des Gütsch (P. 51/2-8 fr.); P. Wald- 
haus Ober-Rüti (600m; 5-51/2 fr.), 1/2 St. von der Tramhaltestelle Biregg- 
straße und der Stat. Horw (S. 107); — *Gr.-Hot. Sonnenberg s. S. 107. 
— P. Stutz (von 61/2 fr. an), H.-P. Schönau u. P. Kastanienbaum 
(5-7 fr.), am See (s. S. 122). — Möbl. Zimmer bei J. Müller, Alpenstr. 6; 
Frau M. A. Kreis, Alpenstr. 7; Stadthofgasse, etc. 

Restaurants in den meisten Hotels; ferner *Bahnrestaur., s. S. 98; 
*Stadthof (P1.E2; Münchner u. Pilsner Bier, abends Konzert, Eintr. 
1fr.); Kurs aal (s. unten); *Stadtkeller, Stemenplatz 3, mit Terrasse 
(abends Konzert); Restaur. Floraj beim Bahnhof, Pilsner Bier; Oaf e 
du Theätre, 0. Alpenklub, beide an der Reuß; Wiener Oafe, 
Lö wenstr. 6 (Münchner Bier) ;Löwengarten, unweit des Löwendenkmals 
(auch Hotel garni, Z. von 2 fr, an); Seefeld, Haldenstr. 22, mit Garten 
am See; Rosengarten, Grendelstr.; Muth's Bierhalle, Zürichstr. 3 
(PL D2; M. 2 fr.); Stadt München (beim Hot. Wage); Bierhalle 
Dubeli, Furrengasse 14 (Pilsner Urquell) ; Eintracht, Hertensteinstr. ; 
im Kreuz (S. 102); Seidenhof , am L Ufer der Reuß; Walhall, Seiden- 
hofstr., beim H. du Lac, billig (kein Alkohol). — Konditoreien: Oafe 
de Paris, Pilatusstr. 17, 2 Min. w. vom Bahnhof; Oafe Anglais, 
Alpenstr. 3, beim Stadthof ; H a 1 d e r , Kornmarktgasse 2; Zimmermann- 
Hof er, neben dem Hot. du Rigi. 

Knrsaal am Quai National (PL F 3) , mit Theater (abends 81/2 U. ; 
2-4 fr.), licsesaal, Cafe-Restaur., Garten, Tennisplätzen etc.; Konzert tägl. 
nachm. (50 c.) und abends (1 fr.). 



104 J^I' R- ^^. LUZEßN. Brückm. 

Panorama des Übertritts der franz. Armee in die Schweiz im Jan. 
1871, von E. Castres, am Löwenplatz (PL D E 2; S. 105; Eintr. 1 fr.). — 
Meyer's Diorama (Rigi- und Pilatus-Aussicht) und AljHneum (PI. D 2 ; 
Alpenlandschaften von E. Hodel ; Aussicht vom Gornergrat) beim Löweu- 
denkmal (S. 105; Eintr. je 1 fr.). 

Bäder. Bade- und Schwimmanstalt im See am Quai National (PI. F3), 
Schwimmbad 20 c, Zellenbad 40 c, Badewäsche 10 c. - 1 fr. Städtische See- 
hadanstalt am Älpenquai, 15 c. Seebäder beim H. Tivoli (S. 102). Bäder 
des Hot. du Lac; Felder sehe Badeanstalt (nur Wannenbäder, 1 fr.), 
Spreuerbrücke. 

Post u. Telegrapll (PL D 4), Bahnhofplatz (im Sommer von 7, im 
Winter von 8 U. morgens bis 8 U. abends; Sonntags 9-12 U.). 

Elektrische Trambahn (im Stadtgebiet 15 c): 1. Bahuhofplatz- 
Schweizerhof ijuai - Haldenstr. bis zum Hot. Europe; 2. Schweizerhof quai- 
Alpenstr.-Zürichstr.(Löwendenkmal)-Maihof ; 3. Bahnhof • Pilatusstr.-Eich- 
hof-Kriens (S. 107; alle 12 Min.; 20 c); 4. Bahnhof-Bahnhof str.-Pfistergasse- 
Baslerstr. (G-titschbahn) bis Emmenbrücke (S. 168). 

Droschken. Einf . Fahrt im Stadtbanne für 1-2 Pers. 1 fr., 3-4 Pers. 
2 fr.; Zeitfahrten 1/4 St. für 1-2 Pers. 80, 3-4 Pers. 1 fr. 20 c.; 1/2 St. 1 fr. 50 
u. 2 fr. 20 c. ; 1 St. 2 fr. 50 u. 3 fr. 60 c; Koffer 50 c. Nach Seeburg 1 fr. 80 
u. 2 fr. 50 c. ; Meggenhorn 3 fr. u. 4 fr. 50 c, etc. Nachts (10-6) doppelte Taxe. 

Ruderboote am Quai National (Rud. Herzog), Schweizerhof quai 
und Schwanenplatz, die Stunde ungedeckt 50 c, gedeckt 1 fr., Gondel 
1 fr. u. 1 fr. 50 c, Fährmann pro Stunde 1 fr. — Motorboote 1-3 Pers. 
pro Stunde 6 fr., 4-5 Pers. 8 fr., jede weitere Pers. 1 fr.; ein halber Tag 
(6 Stunden) vorm. 25, nachm. 30, ganzer Tag 45 fr. 

Antiquitäten (Gold und Silber, Möbel, Gobelins, Waffen etc.) bei 
J. Bossard, Hirschenplatz, in einem Hause des xvi. Jahrh. ; Gold- u. Silber- 
waren, Juwelen bei Bossard & Sohn, Schwanenplatz. — Geld-wechsler : 
Falk & Co., Kapellplatz; Bank in Lusern, Stadthof, Alpenstr. 4; Thom. 
Cook & Son, Schwanenplatz; Kopp & Co. im Freihof, Bahnhof str. (L 
Reußufer). 

Photograph. Bedakfsartikbl, Photographien, Dunkelkammer etc. 
bei O. Hirshrunner, Zürichstr. 4; Nußhaumer & Goetz, Pilatusstr. 7. — 
Reise- und Sportäbtikeij bei G. Speck- Jost, Mühlenplatz 5; Asnrein 
& Sohn, Weggisgasse 27. 

Offizielles Verkehrsbureau, Kapellplatz 2. — Transport- u. Reise- 
bureau: Frey & Suchsland, Rathausquai 6. 

Luzern (438in), die Hauptstadt des gleiclin. Kantons, mit 33400 
Einw., liegt höchst malerisch am Ausfluß der Reuß aus dem Vier- 
waldstätter See, im Angesicht des Rigi und Pilatus sowie der schnee- 
bedeckten Urner und Engelberger Alpen, amphitheatralisch um- 
schlossen von niedrigeren Höhen, deren Kamm die stattliche 1385 
erbaute Stadtmauer mit ihren neun Wachttürmen krönt. 

Die Reuß entströmt dem See smaragdgrün, rasch wie ein reißen- 
der Waldbach. Sieben Brücken verbinden ihre Ufer. Zu oberst 
beim Bahnhof die 1869-70 erbaute stattliche Seebrücke (PI. D 3, 4), 
mit prächtigem Blick auf Stadt und See. Aus dem Mittelalter 
stammen die Kapellbrücke (PI. C D 3, 4) und die Spreuerbrücke 
(PL B 3), die den Fluß in schräger Richtung überschreiten und, wie 
viele Brücken in Gebirgsländern, zum Schutz gegen die Witterung 
überdeckt sind. Die Malereien im Dachgebälk, auf der Kapell- 
brücke Begebenheiten aus der Geschichte Luzerns, auf der Spreuer- 
brücke einen Totentanz darstellend, sind aus dem xviii. Jahrh. — 



Lötve. LUZERN. H- R- 26. 105 

Bei der Kapellbrücke steigt aus dem Fluß der alte Wasserturm 
(PI. D 4) auf, in dem das städt. Archiv untergebracht ist. — Zwischen 
der Kapell- und Spreuerbrücke der Reußsteg (für Fußgänger) und 
die Reußbrücke; unterhalb der Spreuerbrücke die St. Karli-Brücke 
und die Brücke der Gotthardbahn (S. 131). — In der Eeuß und im 
See eine Menge halb zahmer Wasserhühner, schwarz mit weißer Stirn 
(Bläßhuhn, Fulica atra), und andere Wasservögel. 

Yor den großen Gasthöfen und dem Kursaal (S. 103) am uördl. 
Seeufer ziehen sich der *Schweizerhofquai und * Quai National 
(PI. DEF3) hin, mit schattigen Alleen und prächtiger Aussicht. 

♦Aussicht (vgl. die steinernen Alpenzeiger in der Mitte der beiden 
Quais). Zur Linken die Bigigruppe: 1. der Kulm, mit den Gasthäusern; 
in dem Sattel zwischen Kulm und Rotstock das Staffelhaus; weiter r. 
der Schild, der Bossen und der Vitznauer Stock. L. von der Rigigruppe 
die Kuppe des Roßbergs. E. vom Vitznauer Stock in der Feme die selt- 
sam giizackte Liedernen-Kette, die Clariden, der Tödi unä Kammlistock ; 
dann der Niederbauen, der Oberbauen; näher der dunkle Bürgenstock, 
das Buochser Hörn; 1. und r. von diesem die Engelherger Alpen, der 
letzte r. der Titlis; weiter r. das StanserJiorn, die Berge von Kerns und 
Sachsein, zu äußerst r. der Pilatus. 

Die Hof- oder Stiftskirche (PI. E 2), dem h. Leodegar ge- 
weiht, wurde um 735 gegründet und nach dem Brande von 1633 neu 
hergestellt, die schlanken Türme um 1506 erbaut. Im Innern ge- 
schnitzte Kanzel und Chorstühle aus dem xvi. Jahrh. , zwei Altäre 
mit vergoldeten Holzschnitzreliefs, am nördl. Maria mit dem Leich- 
nam Christi, aus der Mitte des xv. Jahrh., aber stark restauriert, 
ein schönes Kruzifix von dem Engelberger Bildschnitzer Custer, 
alte Glasgemälde und Schmiedearbeiten. Den Kirchenschatz, mit 
Arbeiten aus dem xii. Jahrh., zeigt der Sakristan. Orgelkonzert im 
Sommer an Wochentagen nachm. 672-7^/2 U. (Eintr. 1 fr.). Malerische 
Arkaden mit Grabstätten alter Luzerner Familien umgeben die 
Kirche (der hintere Ausgang mündet auf die Adligenswyler Straße, 
S. 107). 

Über die Alpen- und Zürichstraße (Trambahn s. S. 104) und den- 
Löwenplatz erreicht man in 5 Min. den berühmten *Lö"wen von 
Luzern (PI. DE 1), im J. 1821 zum Gedächtnis der am 10. Aug. 1792 
zu Paris bei Verteidigung der Tuilerien gebliebenen 26 Offiziere 
und 760 Soldaten der franz. Schweizergarde nach Thorwaldsen's 
Modell ausgeführt : in einer 14m L, 8,5m h. Grotte ein 8,7m 1. ster- 
bender Löwe, von einem abgebrochenen Lanzenschaft durchbohrt, 
mit der Tatze die bourbonische Lilie schützend, in die hell grün- 
lich-graue Sandsteinfelswand gehauen. Das Denkmal wird im Som- 
mer bis 11 U. abends elektrisch beleuchtet; im Winter ist es durch 
einen Bretterverschlag verdeckt. Das Thorwaldsen'sche Modell be- 
findet sich in dem Magazin nebenan. Die Kapelle r. enthält die 
Wappen der Offiziere. 

Neben dem Löwendenkmal wurde 1872 der sog. *Gletschergarten 
(PI. DEl) aufgedeckt, mit sehenswerten Resten ans der Eiszeit: G-letscher- 
echliffe und 32 Gletschertöpfe verschiedener G-röße (der größte 8in im 



106 II- R- 26. LUZERN. Giitsch. 

Durchiri;;, 9,5 m tief; populär-wissenschaftliclie Erklämng von Prof. Heim, 
20 c); Eintr. 1 fr. Aujßerdein hier: Modell eines Pfahlbaudorfs nach Dr. 
F. Keller, nebst Pfahlbaufunden und Steiuwerkzeugen , sowie mehrere 
große G-letscher- und Gebirgsreliefs, Darstellungen von Gletschererschei- 
nungen (Eisgrotte mit arbeitender G-letschermühle), das Staufier'sche Mu- 
seum ausgestopfter Alpentiere, Oriental. Labyrinth (1 fr.), etc. Abends 
elektr. Beleuchtung. 

Die winkligen Straßen des alten Stadtteils (PL C Ü3) haben 
manche hübsche "Wohnhäuser des xvi. und xvii. Jahrh. aufzuweisen. 
— Am Kornmarkt das alte Rathaus (PI. C 3), 1519-1605 erbaut, 
jetzt in völliger Restauration. 

Das noch im Ausbau hegriflfene Innere (Eintr. im Sommer 9-6 IT., 
1 fr.) enthält das Mstovisch-kunstgewerhliche Museum und das Atxtiqua- 
rium des histor. Vereins der fünf Orte: alte Schweizer Fahnen, u. a. 
mehrere von den Päpsten Julius II. und Leo X. an Luzern und andere 
Städte geschenkte Banner; Waffen, Trophäen des alten Luzemer Zeug- 
hauses, aus den Schlachten des xiv. Jahrh., sowie aus den Burgunder und 
Mailänder Kriegen; in dem Glasschrank r. das Panzerhemd des Herzogs 
Leopold von Österreich, sowie mehrere in der Schlacht bei Sempach er- 
beutete Banner; ein ciselierter Schwertgriff des xvi. Jahrh. (sog. Tellen- 
sehwert) etc.; in dem großen Glasschrank in der Mitte Uniformen ver- 
schiedener Schweizergarden; an den Fenstern eine »Sammlung gemalter 
Glasscheiben des xcv.-xvm. Jahrh., besonders Wappen. Prähistorische, 
keltisch-römische, alemannische und mittelalterliehe Altertümer aus der 
Innern Schweiz, im Glaskasten in der Mitte römische Merkurstatue und 
Dreifuß aus Bronze. — Im ersten Stock, zu dem ein schöner gotischer 
Wendelstein hinaufführt, der Ratssaal mit Decken- und Wandschnitze- 
reien des XVI. Jahrh.; im Vorzimmer Schultheißenbildnisse (meist von 
Reinhart gemalt). 

Der spätgotische Brunnen auf dem Weinmarkt (PL C 3) ist von 
Konrad Lux (1481 ; 1903 hergestellt). 

Am 1. Reujßufer r. vom Bahnhof das Elriegs- und Friedens- 
museum (PL DE 4), ein malerischer Bretterbau im mittelalter- 
lichen Burgenstil, auf Anregung des russ. Staatsrats Joh. v. Bloch 
(f 1902) gegründet, um die AVeltfriedensidee za fördern. 

Das Museum (Eintr. an Werktagen 9-7, So. IOV2-7 U., 1 fr.) enthält, in 
Originalstücken, Modellen u. bildlichen Darstellungen verschiedenster Ai-t, 
Sammlungen zur Geschichte der Entwickelung der Waffen, der Kriegs- 
führung, des Festungswesens, der Waffenwirkung und des Sanitätsdienstes, 
der Organisation der Heere, der Elektrizität und der Eisenbahnen im 
Kriege, des Seekrieges, etc., sowie 10 Dioramen von Schlachten des xix. 
Jahrh.; im letzten Saal („Völkerrecht-Friede") eine Apotheose des Frie- 
dens. Alle Gegenstände sind mit erläuternden Inschriften versehen; aus- 
führlicher gedruckter „Führer" 1 fr. 

L. vom Bahnhof das Post- und Telegraphengebäude (PL D4). 
Weiter w. die 1667 erbaute Jesuitenldrclie (PL C 4) und das Regie- 
rungsgebäude, mit schönem Lichthof, Archiv und Münzsammlung. 
In der Nähe südl. das Kantonsschulgebäude, mit botan. und geolog. 
Sammlungen im 3. Stock (So. 1-3, DL 1-4 U. frei, sonst 50 c). 
S.w. neben der Barfuß er kir che die Kantonsbibliothek (80000 
Bände, viele Seltenheiten, zugänglich 10-12 U.) und weiter n. an der 
Reuß die Bürgerbibliothek (14 000 Bände), i-eich an Werken zur 
schweizer Geschichte (auch Kopien nach den Holbein'schen Wand- 
gemälden an dem 1824 niedergerissenen Harterschen Hause). 



Soi'uenberg. LUZERN. K. S. 108. — IL R. 26. 107 

Im W. der Stadt erhebt sich der *Gütsch (525m; PI. A3, 4): 
vom Bahiihofplatz zum Gütschbahnhof zu Fuß 12 Min. (elektr. Tram- 
bahn s. S. 100), ^diwa. Drahtseilbahn (180m lang, mit 53^/o Steigung) ; 
Abfahrt alle 10 Min. , Fahrzeit 3 Min. (35 c. , hin und zurück 60 c. ; 
Rückfahrkarte von einer beliebigen Trambahnstation 90 c). Auf 
halber Höhe am Gütschwalde (Aufgang 1. von der Trambahustation 
Bruchstraße) das Hotel Schloß Wilhelmshöhe (S. 103). Oben das 
*H.-P. Chäteau Gütsch (S. 108) mit Gartenrestaurant (nachm. Kon- 
zert, 30 c.) und prachtvollem Blick auf Stadt, See und Alpen (60m 
h. Aussichtsturm ; Aufzug 30 c). Großer Waldpark. Am hintern 
Ausgang der Gartenterrasse zeigt ein Wegweiser zum H. Sonnen- 
berg (s. unten) : 35-40 Min. 

Ein anderer herrlicher Punkt in der Nähe der Stadt sind die 
*Drei Linden (PI. Gl; 552m), 20 Min. : hinter der Hofkirche r. die 
Adligenswiler Straße 3 Min. hinan, dann 1. auf der Dreilindenstraße 
in Windungen, die zuletzt ein Treppensteig abschneidet, zur Ter- 
rasse unterhalb des Villengrundstücks, das die mächtigen alten 
„Drei Linden" enthält. Die Aussicht umfaßt die Umgebung Luzerns 
und die Alpenkette; in der Mitte neben dem Stanserhorn der 
Titlis, r. Finsteraarhorn und Schreckhörner. — Den Rückweg kann 
man n.w. am Kapuzinerkloster Wesemlin vorbei zum (20 Min.) 
Löwendenkmal nehmen (S. 105). 

Nach Kriens-Sonnenberg, lohnender Ausflug (elektr. Trambahn 
und Drahtseilbahn in 30 Min.; Rückfahrkarte, auch über Grütsch gültig, 
2 fr.). Trambahn (S. 104) in 15 Min. über Eichhof nach (4km) Kriens 
(520m; *H. Pilatus, Z. 2-3, F. 1, P. 5-7 fi'.; Linde), großes Dort (3263 
Einw.) mit bedeutenden Fabriken, und zum Fuß des Sonnenbergs, dann 
Drahtseilbahn in 6 Min. (1 fr. 20, bergab 80 c, hin n. zurück li/g fr,). 
Zwischenstation Zumhof. Das *Gr.-H. Sonnenberg (720m; 170 Betten, 
Z. 3-10, F. 11/2, Gr. 4, M. 5, P. 8-16 fr.), von Franzosen viel besucht, mit 
großem Restaurant (offnes Münchner Bier), G-arten- u. Parkanlagen, ge- 
währt von der Terrasse vor dem Hause und vom Dach (Aufzug, 20 c.) 
eine prächtige Aussicht auf den Pilatus und die Alpenkette von Säntis 
bis zum Titlis und Sustenhorn, den Vierwaldstätter (5 Seebecken), Sem- 
pacher, Zuger und Rotsee und das nördl. Hügelland. Angrenzend aus- 
gedehnte Waldungen mit Spazierwegen. — Vom Hot. Sonnenberg beim 
Bahnhof abwärts, dann über den großen Spielplatz des Luzerner Golf- 
kltihs gelangt man meist durch Wald in 35 Min. zum Gütsch (s. oben). 
Halbwegs das Restaur. Schwyzerhüsli. 

S. führen von Kriens Fahrwege hinauf zum (20 Min.) Schloß ScJmuen- 
see (575m) und zum (3/4 St.) *B:.-P. Himmelreich (690m; P. 5V2-6 fr.), Luft- 
kurort in waldreicher Gregend, mit schöner Aussicht. — W. von Kriens 
Fahrstraße am Krienhach aufwärts bis zum (40 Min.) Renggbach, dann 
Fußweg 1. durch Wald hinan nach dem Luftkurort (40 Min.) Herrgotts- 
"wald oder Hergiswald (798m; *H.-P. Haas, P. 5-7 fr.), in reizender Lage; 
oder vom Renggbach Fahrstraße weiter über Lehriho fna,ch (IV2 St). Eigen- 
tal (1030m; *P. Burri, 5-51/2 fi'.; Kurhaus Pilatusblick, 4i/a fr.), Luftkur- 
ort in geschützter Lage (von der Würzenegg schöner Blick auf Luzem 
und den Vierwaldstätter See); von hier nach Schwarzetiberg 1 St., s. S. 165. 
— Von Eigental am Rümligbach hinan über die Hütten von Buchsteg und 
Botstock, zuletzt 1. steil bergan zur (IV2 St.) BrüncUenalp (1520m), mit 
dem kleinen, im Sommer trocknen Pilatus-See. Von hier auf das Widder- 
feld (2080m) 13/4 St.; zum Hot. Klivuenhom (S. 125) auf rauhem, nicht 
immer kenntlichem Pfade über die KastelenaZp, I1/2 St. (beides nur m. F.). 



108 



27. Der Vierwaldstätter See. 



Dampfboot im Sommer 8 mal täglich von Luzern bis Flüelen (und 
zurück), Fahrzeit 2V2-23/4, Schneilfahi-t 2 St. (bis Weggis 1/21 Vitznau 3/^, 
Brunnen 1^/4 St.). Manche Stationen werden nicht bei allen Fahrten be- 
rühi-t. Fahrpreise bis Flüelen I. PI. 3 fr. 80, II. PI. 2 fr. 70 c, Rückfahr- 
karten mit lOtägiger Grültigkeit 5 fr. 30 u. 3 fr. 55 c. (So. nachm. Lustfahrt 
von Luzern nach Flüelen, hin u. zurück I. PI. I1/2, II. PL 1 fr.). Bei längerm 
Aufenthalt empfehlen sich die Familien- Abonnementskarten 1. Kl. mit 
100 Nummern zu 12 fr. 50 c. ; je nach der zurückzulegenden Strecke 
werden beim Betreten des Schiffs eine Anzahl Nummern abgetrennt (von 
Luzern bis Flüelen 20 Nummern). G-rößeres G-epäck pro Stück inkl. Ein- 
u. Ausladen 40-80 c. Abfahrt in Luzern s. S. 102, Fahrkarten sind an der 
Schiffskasse zu lösen (Fahrpläne mit Karte des Sees gratis). Restaurant 
auf den Dampfbooten gut (Gr. 3, M. 4 fr.). 

Der **Vierwaldstätter See (437m), so benannt nach den 
vier „Waldstätten", den TJrkantonen IJri, Schwyz, TJnterwalden und 
dem Kanton Luzern, deren G-ebiet er bespült, wird von keinem an- 
dern Schweizer See an großartiger Natur Schönheit und wechsel- 
voller Scenerie erreicht. Er hat die Gestalt eines verschobenen 
Kreuzes; seine Länge von Luzern bis Flüelen beträgt 38km, die 
Breite meist nur 3km ; Seefläche 113,35qkm ; größte Tiefe 214m. 

Nach der Abfahrt gewährt Luzern mit seinen alten Türmen und 
seinem Yillenkranze einen höchst malerischen Anblick. L. auf hal- 
ber Höhe das 1903 erbaute Nonnenkloster Neubruch. Vorwärts 1. 
der Rigi, r. der Pilatus, geradeaus der Bürgenstock und r. davon 
das Stanserhorn. L. vom Pilatus kommen über den Unterwaldner 
Bergen nach und nach Wetter hörner, Schreckhörner, Mönch, Eiger 
und Jungfrau hervor. Das bewaldete Vorgebirge 1. mit der schloß- 
artigen Villa heißt Meggenho7'n. Davor das baumbewachsene Insel- 
chen Altstad mit Mauerresten eines alten Sust- oder Warenhauses. 
Weiter die große Villa Merian. 

L. öffnet sich der Küßnacher See, r. die Bucht gegen Stansstad 
hin, man befindet sich auf der Mitte des Kreuzes („Kreuztrichter"), 
das der See bildet. In der Ferne 1. wird Küßnacht (S. 126) sicht- 
bar, im Vordergrund Schloß Neuhabsburg (S. 126). E. steigt steil 
aus dem See der bewaldete Bürgenstock auf (s. S. 122). Eigentüm- 
lich düster wirkt der Pilatus (S. 124) mit seinen zerrissenen, selten 
wolkenfreien Hörnern, während gegenüber den Abhang des Rigi 
(S. 117) freundliche Obstgärten und Landhäuser, Wald und weiter 
oben Matten bedecken. 

Hinter dem Vorgebirge Tanzenberg 1. an einer Bucht das statt- 
liche *H. Kurhaus Schloß Hertenstein (80 Z., P. 8-14 fr.), von der 
Damp f schiffst ation zu Fuß durch den Park in 6 Min,, mit Nachen 
in 5 Min. zu erreichen. R. vorwärts schaut das doppelzackige Scheer- 
horn hervor. Bei der Dampfschiffstation *Pens. S Restanr. Herten- 
stein (6-12 fr.) ; 3 Min. ö. H.-P. Pilatus (5-6 fr.). 

Weggis. — Gasth.: im Oberdorf *H.-P. du Lac, 40 Z. zu 2V2-3, 
M. 3, A. 2, P. 6-8 fr.; *H.-P. Beau-Rivago & Löwe, 50 Z. zu 2-5, 
F. 11/4, M. 3, A. 2V8, P. 7-10 fr.; *H.-P. Post, ÖO Z. zu 2-4, F. VU, M. 3, 



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^^agner * Heb es . L eipzig 



VITZNAU. ILR.21. 109 

A. 2, P. 6-9 fr.; *H.-P. Villa Eden, ?,0 Z., P. 8-12 fr., neu; *H.-P. Vic- 
toria, P. 5-8 fr.; H.-P. Schönau, P. von 5 fr. an; *P. Villa Alpen- 
blick, 51/2-8 fr.; weiter w.: *H.-P. Villa Köhler, 1. Ranges, in präch- 
tiger Lage, 70 Z. zu 21/2-6, F. I1/2, M. 4, A. 3, P. 7-12 fr.; H.-P. Paradies, 
40 Z. zu 2-3, P. li/.i, M. 3, A. 2, P. 6-8 fr.; *P. Frohburg, 14 Z. zu II/2-2, 
M. 2, P. 5-6 fr.; P. zum Lindengarten, P. 6-7 fr.; *P. Villa Belve- 
d e r e , mit Park u. Bädern, P. 6-8 fr. Im Unterdorf: *H.-P. R i g i , mit Garten 
am See, Z. 2-3, P. 1, M. 2-21/2, P. 6-7 fr. ; *H.-P. R ö ß 1 i , 30 Z. zu 2-21/2, M. 21/2- 
3, P. 5-6 fr.; *P. Zimmermann-S chür ch, mit G-arten, 20 Z., P. 51/.2-7 fr.; 
*H.-P.Bellevue, mit Park, Bädern etc., 55 Z. zu 21/2-5, F. I1/4, M. 4, P. 7-11 
fr.; P. Bäumen, 50 Z. zu I1/2-2, M. 2, P.4-5fi-. Am See mehrere möblierte 
Villen zum Vermieten an Familien. Im Ort Weinwirtschaft mit „Rigiwein". 
Restaur. (auch Z.) in der Brauerei Zimmermann. — Kurtaxe tägl. 20 c. 

Wegcjis (1522 Einw.), sauberes Dorf in geschützter Lage, wird 
als Luftkurort besucht. Eigiweg s. S. 116, 119. 

Hübsche Spaziergänge w. (Fahrstraße in 40 Min.) nach Hertenstein 
(S. 108); n. Fahrstraße in 3/^ St., Fußweg (r. bei der Kirche vorbei) in 
1 St. nach Greppen (S. 126). Zwischen Fahr- und Fußweg (V-2 St.) der 
Rigihlick (605m), eine Rasenkuppe mit Aussichtsturm und schönem Blick 
auf den See. Fahrstraße von G-reppen nach (3 km) KüßnacM (S. 120). — 
ö. schöne Straße am Seeufer über das (35 Min.) hübsch gelegene *H.-r. 
Liltzelau (P. 5-6 fr.) nach (35 Min.) Vitsnau. 

Vor Vitznau sieht man 1. oben au der Bergwand die Schnur- 
tobelbrücke (S. 118) und auf dem Bergkamm das Hotel Rigi-First 
(S. 121), weiter r. Hot. Unterstetten (S. 121). 

Vitznau. — Gasth.: *H. VitznauerHof, mit Park, Seebädern u. 
Ruderbooten, 110 Betten, Z. 3-6, F. I1/2, M. 4, A. 3, P. 8-I21/2 fr.; 
*Park-Hotel, 8 Min. w., mit großem Park u. Seebädern, 120 Z. zu 3- 
9, F. 11/2, G. 31/2, M. 5, Pens. 10-18 (Dependance 81/2-II) fr.; *H.-P. 
Rigibahn, am Dampfbootlandeplatz u. Rigibahnhof, mit Terrasse am 
See, 60 Betten, Z. 21/2-5, F. II/4, M. 3-4, A. 21/3-3, P. 6-10 fr.; *H.-P. Rigi, 
30 Z. zu 2-3, M. 3, P. 51/2-? fr.; *H.-P. Alpenrose, 25 Z. zu 2-21/2, M. 21/2, 
A. 2, P. 51/2-7 fr.; P. Villa Waldheim, 5-6 fr.; P.Zimmermann zum 
Kreuz, P. 5-51/2 fr.; H.-P. Bellevue, 20 Z. zu I1/2-2, M. 2-3, A. 1.60-2, 
P. 5-6 fr.; P. Unter wylen, 20 Min. w. am Abhang, mit schöner Aussicht, 
P. 41/2-51/2 fr. — 20 Min. ö. von Vitznau Restaur. Flora Alpina (auch Z.). 

Vitznau (896 Eimv.), der geschützteste Ort am Vierwaldstätter 
See, mit prachtvoller südlicher Vegetation, am w. Fui3 des Vitz- 
nauer Stocks anmutig gelegen und als klimat. Kurort viel besucht, 
ist Ausgangspunkt der Rigibahn (S. 117). Beim Kigibahnhof 
das JRiggenbachdenkmal, ein mächtiger jSTagellluhblock mit dem 
Bronzemedaillon des Erbauers der Eigibahn (f 1899). Neue evan- 
gelische Kirche. 

Fußweg auf den Rigi s. S. 119. — Eine schöne Straße führt von Vitznau 
über die Obere Nase (S. 110) nach (I1/2 St.) Gersau und an der Kindlimord- 
Kapelle (S. 111) vorbei nach (I1/2 St.) Brunnen. 

Am SW.-Abhang des Vitznauer Stocks, I1/4 St. von Vitznau (guter 
Fuß- und Reitweg, in der zweiten Hälfte durch Wald), das reizend ge- 
legene *H.-P. ^Wissifluh („Weißenfluh", 946m; P. von 51/2 fr. an), als 
Luftkurort besucht, mit prachtvoller Aussicht, besonders vom üfämöofZe;?, 
5 Min. südl. Ausflüge \\&(i]i Äußeriormi (1075m) 1/4 St.; Oberuvmi {lliQm; 
Pens., 31/2 fr.) 1/2 St.; * Vitznauer Stock (1456m) I1/4 St. (die letzte 1/2 St. 
steil); *Dossen (1689m; s. S. 122) 2 St., etc. Hinab von Wissifluh nach 
Gersau 50 Min. (Weg z. T. nicht besonders). 

Zwei felsige weit in den See hineinragende Vorgebirge, die 



110 II.R.72. — K.S.108. BECKENRIED. V<yrt Luäem 

Nasen, scheinen nun den See abzuschließen, die Untere (r.) vom 
Bürgenstock (S. 122), die Obere (1.) vom Rigi auslaufend. Neben 
der letztern tritt 1. über dem Pragel der Glärniscb (S. 90) hei-vor. 
Hinter dieser schmalen Stelle nimmt der See gegen W. den Namen 
Buochser See an, nach dem r. freundlich gelegenen Dorf Buochs 
(1638 Einw. ; K Krone, gut, 35 Z. zu 1^2-^% F. 1, M. 2% P. 5-7 fr. ; 
H.-Rest. Kreuzgarten mit Restaur. am Landeplatz ; mehrere Privat- 
pensionen), über dem das Buochserhorn (S. 111) und w. der Bürgen- 
stock aufsteigen. 

Post nach Stans (S. 151), 5km, 4mal tägl. in 40 Min. (Fußgänger gehen 
besser über Ennerherg und Wyl nach Stans). — Zwischen Buochs und 
Beekenried (hübscher Spaziergang, 3/4 St.) großartige Regulierungsbauten 
der vom Buochserhorn und Schwalmis herabkommenden Wildbäche. 

Weiter am S.-Ufer folgt 

Beckenried. — Gtasth.: *Nidwaldner Hof, 5 Min. w., am See, 
80 Z. zu 11/2-3, F. 1.10, M. 21/2-3, A. 2, P. 6-7 fr.; *Sonne, an der 
Dampf schifflände, 70 Z. zu 21/2-8, F. I1/4, M. 3, A. 21/2, P. 6-9 fr.; *Mond, 
40 Z. zu 11/2-3, F. 1, M. 21/2-3, P. 5-7 fr.; Schwanen, 15 Z. zu 11/3-2, F. 1, 
P. 41/2-5 fr., einf. gut; *P. Edelweiß, an der Straße nach Emmetten, P. 
5-8 fr. — Wagen: Einspänner nach Schöneck 6, Zweisp. 12, Stans 6 u. 
12, Stansstad 8 u. 15, Alpnach 11 u. 18, Seelisberg 13 u. 25 fr. u. Trkg. 

Beckenried (1663 Einw.), einst Versammlungsort der Waldkan- 
toue, wird als Sommerfrische viel besucht. Vorder Kirche ein mäch- 
tiger alter Nußbaum. 

Von Beckenried nach Seelisberg, 21/2 St., Fahrstraße (Post 
bis Emmetten 2mal tägl. in I1/4 St., 1 fr.) in Windungen durch Wald an- 
steigend, über die (3/4 St.) reizend gelegene *Kuranstalt Schöneck (687m; 
180 Z. zu 3-8, M. 5, A. 31/2, P. 10-16 fr.), mit Wasserheilanstalt, nach 
dem Dorf (1/4 St.) Emmetten (768m; *H. & Kurhaus Engel, mit Grarten, 
40 Z., P. 5-6 fr. ; Schlüssel; Post, P. 5-6 fr.), Luftkurort in geschützter Lage. 
Vom Steingaden (844m), 1/4 St. n.ö., schöner Blick aiif den Vierwald- 
stätter See. Hübscher Spaziergang dui-ch die malerische, vom Kohl- 
talbach durchströmte *Riseltenschlucht nach (50 Min.) Schöneck. — Weiter 
durch das Tal zwischen Stutzberg und Niederbauen (s. unten) zum Sattel 
oberhalb des kl. Sedisbergei' Sees (S. 112) und zum (I1/2 St.) Kurhaus 
Sonnenberg (S. 111). 

Der *Niederbaiien. oder Seelisberger Kulm (I927m) ist am 
besten von Emmetten zu besteigen (31/2 St., F. 6-7 fr., entbehrlich; bis 9 U. 
vorm. Schatten). Beim Schulhause in Emmetten (778m, 10 Min. ö. vom 
Engel) zweigt ein Fahrweg r, (südl.) ab imd führt in drei Kehren ziem- 
lich scharf ansteigend in das Kohltal zur (1 St.) Ch^tind-A. (986m). Hier 
1. über den Bach und auf steilem, aber gutem Fußweg in vielen Win- 
dungen hinan, zuletzt weniger steil durch schönen Wald zur (1 St.) 
Hober g-A. (1361m), weiter zur (40 Min.) Niederb auen-A. (1591m; Erfr.) 
und über Rasenhänge zum (1 St.) Gripfel. — Ein anderer Weg, meist 
schattenlos, aber aussichtreich, zweigt jenseit der Brücke über den Kohl- 
talbach (8 Min. ö. von der Schule) von der Fahrstraße r. ab und steigt 
an drei Häusern vorbei, dann steil in vielen Windungen durch Wald, 
zuletzt über die Matten der Frtitt zur (21/2 St.) Niederbauen- A. — Die 
Wege von Beroldingen (S. 112) und vom Seelisberger Seeli (S. 112; je 
31/2 St.) sind rauh und nur sichern Berggängern m. F. anzuraten. — Vom 
Gipfel großartige, höchst malerische Aussicht auf den Vierwaldstätter 
See, den man vollständig von Luzeni bis Flüelen übersieht, auf Urirot- 
stock, Bristenstock, Tödi, Scheerhoni, Windgällen und das Reußtal bis 
Amsteg. Femsicht beschränkter als vom Rigi, da man dem Q-ebirge zu 
nahe steht. — Von der Niederbauen-A. (s. oben) auf den Oberbauen 



nach nüelen. SEELISBERa. K. S.I08.-IL R.27. m 

oder Bauberg (2121m) 2 St., gleichfalls lohnend (F. nötig, 8 fr.). Steiler 
Abstieg über die Bauberg-A. nach (21/4 St.) Isental (S. 116). 

Das Buochserhorn (1810m), mit schöner Aussicht, ist von Becken- 
ried in 3Va St. zu ersteigen (F. angenehm, 5 fr.); Abstieg event. nach 
(1 St.) Nieden-ickenbach (S. 152). 

Gegenüber liegt am Fuß des Vitznauei" Stocks und der Hocli- 
fluh in Obst- und Kastanienpflanzungen das Dorf 

Gersau. — Gasth.: *H.-P. Müller mit G-arten am See, 130 Betten, 
Z. 3-6, F. 11/2, M. 4, A. 3, P. 71/2-I2 fr.; *H.-P. Beau-Sej our, 50 Betten, 
Z. IV2-2V2, l'^ 1. M. 21/2, P. 5-6 fr.; *H.-P. Seehof , 5 Min. ö. am See, 
Z. IV2-2V2, M. 21/2, A. 2, P. 41/2-6 fr.; *HofGersau &Rößli, Z. I1/2-2, 
F. 1, M. 2, P. 5-7 fr.; H. Bellevue; H.-P. Fluhegg, P. 5-6 fi-.; *H.-P. 
Rigi, P. 5-6i/2fi-.; Pens. Beau-Ri vage, Z. IV2-2, P. 41/2-6 fr.; P. Roma; 
P. Platten, 1/2 St. über G-ersau an der Scheideggstraße, P. 41/2 fr.; P. 
& Rest. Sonne, gut und billig. Möblierte Z. bei Müller zur Säge. 

Gersau (1887 Einw.), mit seinen über den ganzen Abbang zer- 
streut liegenden bübscben Häusern, wird als klimat. Kurort besucbt. 
In der ansteigenden Bergscblucbt drei Seidenspinnereien, oben auf 
dem Bergkamm das Kurbaus RigiScheidegg (S. 121). 

Rigi - HochfliilL (1696m), von Gersau über die ZMistocTcalp in 3- 
31/2 St., sehr lohnend (letzter Teil des Anstiegs jetzt verbessert, s. S. 
121; von der Hochfluh zur Scheidegg 11/9-2 St.). — Vitznauer Stock 
(1456m), von G-ersau oder Vitznau über Oberurmi in 21/2 St., die letzte 
1/2 St. mühsam (3. S. 109). — Von G-ersau nach Brun?ien (S. 112) schöner 
Spaziergang, namentlich gegen Abend, auf der stets am Seeufer entlang 
führenden Straße (I1/2 St.). — Von Gersau nach Lowerz (S. 131) 31/4 St.: 
Fahrstraße hinauf nach (I1/2 St.) ObergscJiwend (1012m; Whs.), dann Fuß- 
-vveg über den (1/2 St.) Gättei-lipaß (1192m), zwischen Hochfluh und Rigi- 
Scheidegg (S. 121), nach (I1/4 St.) Lowerz. 

Jenseit Grersau am Ufer die Kindlimord- Kapelle. Ö. starren 
die beiden Myten empor (s. S. 132); im Mittelgrund die Kircbe 
von Ingenhohl, r. der breite Eronalpstock. 

Das Boot fäbrt quer über den See zur Treib, mit 1903 er- 
neutem Scbiffer- oder Sustbaus im altscbweizeriscben Stil (Grasth.), 
schon zum Kanton Uri gebörig, Station für Seelisberg. 

Nach Seelisberg, 8km, Post im Sommer 4 mal tägi. in 1 St. für 
1 fr. 20, bis Sonnenberg in I1/4 St. für 1 fr. 60 c. ; Einsp. 5, Zweisp. 10, 
bis Sonnenberg 6 u. 12 fr. und Trkg. Die Straße steigt vom Landeplatz r. 
(I. näherer Fußweg, z. T. schattig, in 1 St.) durch obstreiche Matten zum 
(I1/2 St.) Dorf Seelisberg (804m; vor dem Dorf *Ä-P. Bellevtie, mit 
Aussichtsterrasse und Dependenz Villa Ilaria, 45 Z. zu 2-3, F. I1/4, M. 31/2, 
A. 21/4, P. 61/2-8 fr.; etwas weiter P. Aschwanden, H.-P. Löioen, P. 5-6i/2fr., 
beide gelobt). 5 Min. vom H. Bellevue die Kirche, 10 Min. weiter das 
Postbureau Seelisberg; dabei H.-P. Waldhans Bütli (P. 51/2-81/2 fr.) und 
die Kapelle Maria-Sonnenberg. Dann das kl. Gasth. JTi/tensteiu und das 
*Grand Hot. & P. Sonnenberg (845m), als Luftkurort viel besucht 
(vier Häuser mit 350 Betten, Z. 21/2-12, F. IV2, M. 5, A. 3, P. 10-20, Kurtaxe 
wöchentl. 21/2 fr.), mit Kur- und Wasserheilanstalt. Von der Terrasse 
schöne *Aussicht auf den tief unten liegenden Urner See und den Beig- 
kranz von den Myten bis zum Urirotstock. 

Späziergäkgb. Zur * Schioendifluh (830m), 20 Min.; beim Whs. 
zum Schützen 3 Min. südl. vom Kurliaus vom Wege nach Beroldingen 
1. ab zum Aussichtspunkt, hoch über senkrechten Felsen, dem Teufels- 
mümter (Schillers Teil, IV. 1). — Vom Känzeli (1007m), 25 Min. n.w., 
gleich südl. vom Kurhaus r. bergan (im Walde r.), schöne Aussicht über 
den Vierwaldstätter See mit seinen Bergen bis zum Weißenstein am 



112 ILB.27.- K. S. 1 08. BRUNNEN. . Von Lusefn 

Horizont. — 20 Min. s.w. vom Kurhaus liegt malerisch der kleine, 37m tiefe 
Seelisherger See (736m), mit Badeanstalt (60 c), am steil abfallenden Fuß 
des Niederhauen (S. 110). 

Wer von Seelisberg aus zu Fuß nach dem am TJmer See gelegenen 
Bauen will, um dann nach der Tellsplatte oder Flüelen überzufahren, 
gehe hinter dem Kurhaus vom Fahrwege geradeaus weiter (Handweiser; 
der Weg zur Schwendifluh bleibt 1.) zum (3/4 St.) alten Hof Beroldiiigen 
und über Wissig scharf hinab nach (1/2 St.) Bauen (S. 115), von wo der 
Schiffer der Schützenwirtschaft nach der Tellsplatte für 2, Rütli 3, 
Flüelen 4 fr. überfährt (im Teil teurer). — Fußpfad von Seelisberg zum 
(1/2 St.) Biltli s. S. 114. 

Gregenüber am ö. Seeufer liegt das ansehnliclie 

Brunnen. — Gasth.: *Wald statt er Hof, am See, mit Anlagen 
und Bädern, 250 Betten, Z. 3-8, M. 4, A. 3, P. 8-13, im Frühjahr und 
Herbst 7-11 fr.; *Grrand Hotel Brunnen, mit modernem Komfort ein- 
gerichtet, an der Axenstraße, am See, 240 Betten, Z. von 4 fr. an, F. V-j^, 
Gr. 4, M. 6, P. von 11 fr. an; *Parkhotel Auf dermaur, 5 Min. vom See, 
120 Betten, Z. 21/2-5, F. li/j, &. 21/2, M. 31/2, P- 7-10 fr.; *Goldner Adler, 
120 Betten, Z. 2-4, F. I1/4, G. 21/2, M. 31/0, P. 7-91/2 fr.; *H.-P. Hirschen, 
45 Betten, Z. 2-4, F. I1/2, M. 3, A. 21/2, P. 6-8 fr., beide am Landeplatz; 
*Eden-H6t. & P., in schöner etwas erhöhter Lage am See, mit Aussichts- 
terrasse (Aufzug in 1 Min.), 30 Z. zu 3-5, F. I1/2, M. 4, A. 21/2, P. 8-12, im 
Frühjahr und Herbst 7-10 fr.; *H. Germania & P. Drossel, 150 Betten, 
Z. 2-3, F. 11/4, M. 31/2, A. 21/2 fr. ; *H.-P. von Eu w, am See, 20 Z. zu I1/2-21/2, 
M. 21/2, P. 5-61/2 fr.; *H.-P. Bellevue, 95 Betten, Z. 21/2-4, F. I1/4, G. 21/2, 
M. 31/2, P. von 7 fr. an, *H.-P. Mythenstein, P. 6-8 fr., mit Cafe-Restaur. 
(tägl. Konzert), beide an der Axenstraße, am See; H.-P. Gut seh (S. 113), 
einf. gut, Z. 2, M. 2, P. 5-6 fr.; H.-P. Schweizer hof, mit Bier-Eestaur., 
25 Z. zu 2-21/2, F. 11/4, M. 3, A. 2, P. 51/2-7 fr.; *Rößli, Z. I1/2-21/2, F. 1, 
M. 21/2-3. P. 5-7 fr.; H. Rütli, Z. 2-2i/o, P. 5-6 fr., gelobt, alle nahe beim 
Landeplatz; *H.-P. Rigi, Gersauer Straße, 65 Betten, Z. 2-21/2, F. I1/4, 
P. 5-7 fi-.; H.-P. des Alpes, Gersauer Straße, 8 Z., P. 6-7 fr., gelobt; 
*H.-P. Victoria, am See, nahe dem Föhnhafen, 56 Betten, Z. 2-31/9, 
F. 11/4, M. 3, P. 6-9 fr.; P. du Lac, mit Seebädern, am Schiffshafen, 10 Z". 
zu 11/2-3, F. 1.20, P. 5-7 fr.; *H.-P. Bellavista, noch weiter w. (20 Min. 
von Brunnen) in schöner Lage, mit großem Garten, 30 Z. zu 2-31/2, F. 1, 
M. 3, A. 21/2, P. 5-12 fr.; *P. Villa Friedheim, am Urmiberg, 20 Min. 
n. vom See, P. 5-6 fr.; H.-P. Sonne, 35 Z. zu I1/2-21/2, F. 1.20, M. 21/2, A.2, P. 
5-7 fr., gelobt; H.Bahnhof, Tell(gelobt), Fr eihof, Roseng arten u.a., 
einf. (Pens, meist 4-6 fr.). — Münchner Bier vom Faß im H. Bellevue, 
Schvjeizerhof und H. Drossel (s. oben), mit Gärtchen am See; Rest. 
Stauffucher, mit Garten, Helvetia, Rickenbacher, im Ort. — Konditoreien : 
J. Nigg - Auf dermaur, Ed. Arnegger, beide Bahnhof str. 

Ruderboot die Stunde 70 c, mit 1 Ruderer 2, mit 2 Ruderern 31/2 fr.; 
nach Treib u. zurück I1/2 u. 21/2 , nach dem Rütli 21/2 u. 41/2 , Tellsplatte 
4 u. 7, Rütli u. Tellsplatte 5 u. 8, Bauen 5 u. 8, Flüelen oder Isleten 6 u. 10, 
Kindlimord-Kapelle 31/2 ^^• 6, Gersau 4 u. 7 fr. — Wagen 4 fr. die erste 
Stunde, jede weitere Stunde 3 fr.; vom Bahnhof zum See 1 fr. 

Badeanstalt am Hafen 5 Min. w. vom Dampfbootlandeplatz (50 c. mit 
Wäsche) und (warme und Seebäder) im Waldstätter Hof. — Holzahbeiten, 
Photographien, Bücher, Zeitungen etc. im Bazar Leuthold, am Quai. 

Brunnen (440m), mit 3085 Einw., Hafen des Kantons Schwyz, 
Station der Gotthardbalin (S. 132), wolil der schönste Punkt am 
Vierwaldstätter See, mit herrliclier Aussicht, liegt teilweise aul' 
flachem Boden in der Nähe der Mündung der Muota, im Hinter- 
gründe von den beiden Myten überragt. Brunnen ist eine der 
größten Touristenstationen der Schweiz und wird auch als Sommtn'- 
frische viel besucht. 



nach Flüden. MORSCHACH. K. 8.108. — IL R. 27. II3 

Vom Q-ütsch (460m ^ H.-P. G-ütsch, s. S. 112), einer kleinen Anhöhe hinter 
Brunnen, hübsche Aussicht auf beide Seearme und das liebliche Tal von 
Schwyz. Man benutzt am besten den Aufzug des Edenhotels (10 c. ; für 
Hotelgäste frei) von der Axenstraße bis zur Aussichtsterrasse des Hotels, 
von wo man in wenigen Schritten auf den G-ütsch und zur Olympstraße 
gelaugt. Schattige "Waldpromenaden. Die Olympstraße, am Bach Lee- 
ivasser unweit des Dorf platzes beginnend, fühi-t in Windungen durch den 
G-ütschwald an verschiedenen Ruhepunkten mit Bänken und hübschen 
Aussichten vorbei bis zum (30 Min.) Känzdi am Wasiband hoch über 
der Axenstraße, von wo Fußweg nach (30 Min.) Axenstein (s. unten). 

Von Brunnen nach Morschach (Axenfels und Axenstein) elek- 
trische Zahnradbahn, bis Axenstein (2,o6km) in 15 Min.; Fahrpreis bis Mor- 
schach (Axenfels) 1 fr. 50, Talfahrt 1, hin und zurück 2 fr., bis Axenstein 
2 fr., 1 fr. 50 u. 2 fr. 80 c. Bahnhof an der Axenstraße hinter Pens. Mythen- 
stein, 2 Min. vom Dampfbootlandeplatz ; Abfahrt in der Saison alle 1/4 St. 
Die Bahn durchbricht alsbald den schroffen Vorsprung des Wasibandes in 
einem 300m 1. Tunnel u. steigt durch den Wasiwald an steiler Halde (mittl. 
Steigung 14, Maximum 170/0) bis zur obern Kehre der Morschacher Straße, 
dann längs derselben, über einen 80m 1. Viadukt, mit herrlichem Blick 
auf den See, zur Station Morschach-Axenfels (645m). 2 Min. 1. das *Palace 
«& Grand -Hotel Axen-Fels (250 Betten, Z. 5-8, F. 11/2, G-. 31/2, M. 5, 
P. 10-18 fr.), mit drei Terrassen übereinander, großem und schönem Wald- 
park und herrlicher *Au88icht auf den TJrner See, Urirotstock etc. — 

5 Min. r. das reizend gelegene Dorf Morschach. (657m ; H.-P. Frohnalp 

6 Kurhaus Morschach, 70 Z. zu 2-4, F. 11/4, M. 31/2, A. 2V2, P- 6-9 fr.; 
*Pens. Betschart, 51/2 fr.; *-Br.-P. Adler, Z. 2-5, P. 5-6 fr.; H.-P. BeUevue, 
von 41/2 fr. an, gut ; Hirschen ; Krone; *Pens. Degenhalm, 70m über dem Dorf 
schön gelegen, P. 51/2-8 fr.). — Von Stat. Morschach-Axenfels wendet sich 
die Bahn in einer Kurve zurück und steigt am *H.-P. RütUblicTc (P. 6-8 fr.) 
vorbei zur (2,o6km) Endstation Axenstein (720m; Park-Hotel mit Restaur., für 
Touristen), unterhalb des *Grr.-H6t. Axenstein (250 Betten, Z. 3-10, 
F. 11/2, G-. 31/2, M. 5, P. ohne Z. 8 fr.), mit schönster *Au8sicht über die 
beiden Arme des Vierwaldstätter Sees. G-roßer Waldpark mit zahlreichen 
Findlingsblöcken und Gletscherschliffen. — Auf der Fahrstraße ist Axen- 
stein in 11/4 St. zu erreichen (Einspänner bis Morschach 4, hin und zurück 6, 
Zweisp. 8 u. 12, bis Axenstein 5 u. 8, bzw. 10 u. 15 fr.), auf dem stellen- 
weise steilen Fußweg über den G-ütsch (s. oben) in 8/4-I St. 

Auf den Stoos (1293m; *H.-P. Stoos, 115 Z. zu 3-5, F. I1/2, M. 31/2-4:, 
A. 21/2, P. 8-12 fr.), Luftkurort mit schöner Aussicht (bes. vom Stoos- 
horn, 5 Min. n.) und abwechslungsreichen Spaziergängen, führt von 
Morschach eine Fahrstraße (Fußweg beim Hirschen r. kürzt 1/4 St.), an 
dem (1/4 St.) Gasth. zur Schvjyzerhöhe (P. 4-5 fr.), mit hübschem Blick ins 
Sch-wyzer Tal mit den Myten, vorbei, dann durch Wald, morgens meist 
schattig, in 2 St. (Einsp. von Brunnen 12, Zweisp. 20 fr.). — Vom *Fron- 
alpstock (1919m), IV2 St. s.w. vom Stoos (Handweiser, halbwegs in einer 
Hütte Milch), prächtige, der vom Rigi kaum nachstehende Aussicht auf 
das Hochgebirge und den Vierwaldstätter See in seiner ganzen Ausdehnung 
(Panorama von Reichlin). Oben ein kl. Whs. (10 Betten). — Vom Stoos 
ins Muotatal Fußweg, anfangs angenehm über Matten, jenseit des 
Stoosbachs steil durch Wald im Zickzack hinab und über die Muota- 
brücke nach (IV2 St.) Ried (S. 93). ' 

Andre Ausflüge von Brunnen: zur Insel Schwanau im Lowerzer See 
(S. 131), mit Gotthardbahn in 10 Min. bis Stat. Schwyz - Seewen , dann 
Kahnfahrt von Seewen in 20 Min.; über Ingenbohl, Unter- und Ober- 
Schönenbuch (oder über Morschach, s. oben) ins Muotatal zur (1^/4 St.) 
Suworoffbrücke (S. 93), am r. Ufer über Ibach oder Schwyz zurück (21/4 St.); 
auf der Axenstraße bis (23/4 St.) Flüelen, oder mit Dampfboot bis Teilsplatte 
und zu Fuß auf der Axenstraße nach (I1/4 St.) Flüelen (bis 10 U. vorm. meist 
schattig), zurück mit Eisenbahn; nach dem Rütli (S. 114; Ruderboot in 
30 Min., s. S. 112) und von dort, oder über Treib nach Seelisberg (S. 111) ; 

Bsedeker's Schweiz. 31. Aufl. 8.. 



114 //. B.27.- S. S. 1 08. ÜRNEK SEE. Von Luzern 

auf den Rigi (S. 116; 1 Tag); mit der Grotthardbahn nach Göschenen- 
Andermatt und zurück (R. 32, 33; 1 Tag) etc. 

Bei Brunnen öffnet sicli der südl. Arm des Sees, der *Urner See. 
Die Ufer werden enger, die Berge steigen fast senkrecht empor. 
Durcli die hin und wieder sich öffnenden Schluchten blicken steile, 
zum Teil schneebedeckte Berggipfel herab , namentlich der mäch- 
tige Urirotstock mit seinem Gletscher. Starker Föhnwind (S. xviii) 
kann auf dem ürner See selbst für Dampfschiffe bedenklich werden. 
Die Sagen von Teil und der G-ründung des ersten Schweizerbundes, 
die Schiller so ergreifend schildert , obschon er nie hier war, ver- 
leihen diesem Teile des Yierwaldstätter Sees einen besondern Reiz. 
An der scharfen Ecke, die in den See vorspringt, ragt nahe dem Ufer 
ein 25m h. Felsblock aus dem See auf, der Mytenstein, mit der 
Inschrift: „Dem Sänger Teils F. Schiller die Urkantone 1859". 

*/4 St. weiter liegt oberhalb der gleichnamigen Dampfbootlande- 
stelle die schön umwaldete Bergwiese Rütli oder GrüÜi (502m), 
wo nach der Sage beim Tagesgrauen des 8. Nov. 1307 Werner 
Stauffacher von Steinen in Schwyz, Erny (Arnold) an der Halden 
von Melchtal in Unterwaiden, Walter Fürst von Attinghausen in 
Uri und dreißig andere Männer den Bund zur Befreiung des Landes 
von habsburgischer Herrschaft schlössen. Das Rütli ist jetzt Eigen- 
tum der Eidgenossenschaft, ebenso das in altschweizerischer Holz- 
architektur ausgeführte Rütlihaus (Erfr.). In den Anlagen 5 Min. ö., 
unterhalb der Rütliwiese, ein 3m h. G-ranitblock mit den Bronze- 
Reliefköpfen des Dichters und des Komponisten des Rütliliedes 
(J. G. Krauer, 1792-1845 ; Jos. Greith, 1798-1869). 

Ein guter schattiger Fußweg führt vom Rütli in 1 St. hinauf zum 
Kurhaus Sonnenberg (S. 111). Kahnfahrt von Bmnnen zum Rütli s. S. 112 ; 
hübsch ist auch die Bootfahrt beim Mytenstein vorüber nach Ti'eib (3-4 fr.). 

Am O.-Ufer des Sees zieht sich, großenteils in den Fels gesprengt, 
die fast ebene *Axenstraße von Brunnen nach (2^/2 St.) Flüelen 
hin, 1863-65 ausgeführt. Unter, neben oder über ihr führt die Gott- 
hardbahn (S. 132) in einer Reihe von Tunnels und Felseinschnitteu 
am See entlang. Das Dampfboot hält bei dem Dörfchen Sisikon 
(*H.-P. SchilWstein, P. 5-7 fr. ; H.-P. Urirotstock, P. Äxenstraße, 
in beiden P. 472-5 fr.), an der Mündung des engen Riemenstaldentals. 

Von dem Dörfchen (I1/2 St.) Biemenstcdden (1039m; Whs.), zu dem 
auch von Morschach ein lohnender "Weg über die Höhe von St. Franziskus 
in 11/2 St. führt, ist der Rofaien (2082m), mit besonders vormittags 
prächtigem Blick auf den Yierwaldstätter See, in 21/2-3 St. zu ersteigen 
(unschwicrig) ; Abstieg auf jenseit des Biiggisgrats deutlichem Pfade 
nach der Teilskapelle (21/4 St.) oder nach Flüelen (3 St.). — *ilosstock 
(2463m), mit herrlicher Aussicht, von Riemenstalden 3V2-4 St. m. F., gleich- 
falls unschwierig (s. S. 133). Schwieriger (nur für Schwindelfreie) ist der 
Liedernen oder Kaiserstock (2517m; 41/2 St. m. F.). — Über den Katzen- 
sagel nach Muotatal a. S. 93. 

Folgt Station Tellsplatte (Restauration und Badeanstalt am 
Landeplatz ; 8 Min. oberhalb an der Äxenstraße *H.-P. Tellsplatte, 
512m, mit Anlagen und Aussicht, Z. 272-3, F. 17^, M. 3-4, A. 2V2, 



nach Müden. FLÜELEN. K.S.i08,i52.-IL R.27. 115 

P. 6V2-772 fr-)- Sttdl. vom Landeplatz (Fußweg in 2 Min.) blickt 
von der Teilsplatte, einer vortretenden Klippe am Fuß des Äocen- 
bergs, aus Bäumen die Tellskapelle hervor, 1388 auf der Stelle 
erbaut, wo angeblich Teil während des Sturmes aus dem Schiffe 
des Landvogts Geßler ans Land sprang, 1883 erneut und von 
E. Stückelberg (f 1903) mit vier Freskobildern geschmückt. Am 
Freitag nach Chr. Himmelfahrt wird hier Messe gelesen und eine Pre- 
digt gehalten, zu der sich die Uferbewohner in festlich geschmückten 
Fahrzeugen einfinden. Bei der Kapelle ist der See 195m tief. 

Merkwürdig sind die Einbiegungen und Knickungen der Kalk- 
felsschichten der Äocenfluh; hoch oben an der Felswand, 110m über 
dem See, der große Tunnel der Axenstraße , die hier für Fußgänger 
vorzugsweise interessant ist (bis 10 TJ. vorm. meist schattig; vom 
Tellsplatte-Hotel bis Flüelen 1 St.). Vorn zeigt sich Flüelen, bis wo^ 
hin der Dampfer noch 15 Min. gebraucht. Die Aussicht auf dieser 
letzten Strecke ist besonders großartig. Zwischen dem TJrirotstock 
und Brunnistock liegt ein Gletscher, dessen Eiswand deutlich zu er- 
kennen ist ; 1. daneben der Gritschen (S. 116), vom See steil aufsteigend, 
mit der kastellartigen Felsenkuppe, weiter der pyramidenförmige 
Bristenstock, die Kleine und Große Windgälle. Gregenüber am w. 
Seeufer das Dörfchen Bauen (s. S. 112; Whs. zum Teil, einf.), mit 
Bronzebüste des Komponisten des Schweizerpsalms P. Alherich 
Zwyssig (f 1854), weiter die Dampfbootlandestelle Isleten, mit 
Dynamitfabrik, an der Mündung des Isentals (s. unten). 

Flüelen. — G-asth.: *Weißes Kreuz, Z. 2-4, F. I1/4, G-. 2V2, 
M. 31/2-4:, P. 6-8 fr.; * Adler, Z. 2-3, F. II/4, M. 3^/2, P- 7-9 fr.; *Tell 
Z. 2-21/2, F. 11/4, M. 3 fr.; Sternen, St. G-ottliard, Hirschen, 
Ochsen, Rigi, Rose, Müller, in allen Z. I1/2-2V2, F. 1, M. 21/2, P- ^=-6 fr. 
An der Axenstraße, mit schöner Aussicht: H.-P. Fltielerhof , 5 Min. vom 
Bahnhof, mit Garten, Z. IV2-2, F. 1, P. 4-6 fr.; *H.-P. Park-Rudenz, 
5 Min. weiter, Z. I1/2-4, F. I-IV4, M. 3, P. 8-12 fr. — Kurhaus Moos- 
bad (P. 4-41/2 fr-), 20 Min. slidl. am Fuß des Bannwaldes, mit eisenhalt. 
Natronquelle und "Wasserheilanstalt. — Restaur. BahnTwf, gut (Bier- 
garten). — Bäder im See, am N.-Ende des Orts (50 c). — Omnibus nach 
Altdorf in 1/4 St. für 50 c. (elektr. Bahn wird 1906 eröffnet). 

Flüelen (437m), mit 941 Einw., ist der Hafen von UrL Der Bahn- 
hof der Gotthardbahn (S. 133) ist nahe beim Dampfbootlandeplatz. 
Hinter der Kirche das Schlößchen Rudenz, einst den Freiherrn 
von Attinghausen gehörig. Für Techniker ist der Korrektionskanal 
der Reuß sehenswert , die w. zwischen Flüelen und Seedorf in den 
See mündet, 1/2 St. zu Fuß oder 1/4 St. mit Euderboot. 

Isental. (Vgl. Karte S. 152; Führer: Josef und Jost Aschwanden, 
Job. und Mich. G-asser, Albin Infanger.) Von der Dampfbootstation 
Isleten (s. oben; Post nach Isental mit 2 Plätzen zu 95 c. im Sommer 
2 mal tägl. in I1/2, abwärts iSt.; Einsp., auf Vorausbestellung beim Wirt 
Gasser, für 1 Pers. 5, 2 Pers. 7, 3 Pers. 10 fi-., abwärts 1-4 Pers. 5 fr.) 
führt eine schöne neue Fahrstraße über den Isentalbach, dann in 5 großen 
Kehren, mit herrlichen Ausblicken auf Urner See, Reußtal, Bristeu- 
stock etc., 1/2 St. bergan, weiter in sanfter Steigung hoch über dem r. 
Ufer des Bachs nach (1/2 St.) Isental (S. 116). Von Altdorf über See- 
dorf nach Isental 21/2 St.; der Fußweg mündet 20 Min. oberhalb der 



116 //. R. 27. - K. S. 152. ISENTAL. 

Dampf bootstation Isleteu in die neue Straße ein. — Bei dem reizend ge- 
legenen Dorf Isental (778m; Whser. bei Gasser, 12 Betten, u. Furrer, 
7 Betten, beide ordentlicb), am S.-Fnß des steil abstürzenden Oberbauen 
(2121m), der über die Baubergalp in 3V2-4: St. m. F. zu ersteigen ist (für 
Geübte lohnend; s. S. 111) verzweigt sich das Tal in r. Ch-oßtal, 1. Klein- 
tal. Durch das (xroßtal, in dem das Dörfchen (3/4 St.) St. Jakob (986m), kann 
man w. über den Schoneggpaß (1919m), zwischen Hohbrisen (2420m) 
und Kaiser stuhl (2403m), nach Oberrickenbach und (51/2 St.) Wölfenschießen 
(S. 152) gelangen (F. 12 fr.). Interessanter, aber beschwerlicher (F. 18 fr.) 
ist der Übergang s.w. über den Schöntalflrn und das Rotgrätli (2506m) 
zwischen Engelberger Rotstock und Hasenstock nach (10 St.) Engel- 
berg. Der Engdberger Rotstock (2820m) ist vom Rotgrätli in 1 St. zu 
ersteigen (vgl. S. 155). — Über das Jochli und die BüMctlp nach (41/2-5 St. 
Niederrickenbach s. S. 152. 

*Urirotstock (2932m), von Isental 6V2-7 St. m. F. (durchs Groß- 
tal 15, durchs Kleintal 20 fr., mit Abstieg nach Engelberg 30 fr.), be- 
schwerlich aber höchst lohnend. Der nächste Weg (6-6^/2 St., nur für 
geübte schwindelfreie Steiger) führt im Kleintcd (s. oben) hinan zur 
(21/28!) Musenalp (1489m; Nachtlager in der Sennhütte); von hier müh- 
sam über zwei Wildbäche und an jähen Schieferwänden empor zur Höhe 
des KleintaZfiDis ö. vom Kesselstock (2578m), dann in weitem Bogen über 
den Firn zum (4 St.) Felsgrat gegen den Blümlisalpfirn, mit überraschendem 
Blick auf die Berner Alpen, zuletzt auf deutlichem Pfad über Geröll zum 
(1/4 St.) Gipfel. — Ein weniger beschwerlicher, aber längerer Weg führt 
durch das Großtal, über St. Jakob (s. oben) entweder zur (21/2 St.) BytoaZd-A. 
(1705m), mit geräumiger Touristenhütte von M. Gasser ; oder auf steilem 
Waldweg zur (3 St.) Hangbaumalp (1725m; einf. Touristenhütte, nicht 
billig). Von beiden (früh aufbrechen) über Rasenhänge und Steinhalden, 
dann am N.- Rande des Blümlisalpfirns entlang zur Schneide gegen das 
Kleintal und w. zu dem im Sommer meist schneefreien Gipfel (4-41/2 St.). 
Der im ürirotstock und Brunnistock (2952m) gipfelnde Gebirgsstock 
stürzt an seiner 0.- und S. -Seite (gegen Gitschental und Surenen) fast 
senkrecht ab und bildet eine hochaufgeworfene, durch die merkwür- 
digsten Windungen und Verschlingungen der Kalkschichten ausgezeich- 
nete Masse. Die *Aussicht ist überaus großartig: im S. die Alpen- 
kette, östl. vom Säntis, Rätikon und Bemina an bis westl. zu den 
Diablerets, zu Füßen 2500m tiefer der Vierwaldstätter See und das ganze 
Schächental; nach NO., N. und NW. schaut man über Myten, Roßberg, 
Rigi, Pilatus und die Entlebucher Berge in die Hügellandschaft der 
nördl. Schweiz mit den Seen und das angrenzende südliche Deutschland, 
Empfehlenswerter Abstieg (un schwierige Gletschertour) über den Blümlis- 
alpfirn, die Schloßstock- und Rotstocklücke zur (31/2 St.) Clubhütte am 
Ruckhubd und nach (2 St.) Engdberg (S. 153). — Gitschen (2521m), 
ö. Gipfel der ürirotstoekgruppe, von Isental 4-41/2 St. m. F. (15 fr.), 
mühsam, nur für Schwindelfreie. Großartige, höchst malerische Aus- 
sicht. Vom Gipfel kann man an der N.- Seite der Felsengräte entlang 
zum (I1/2 St.) Kleintalfirn und auf den (I1/2 St.) ürirotstock gelangen 
(s. oben). 

28. Der Rigi. 

Mit Benutzung der Zahnradb ahnen von Vitzuau oder Arth-Goldau 
ist der Besuch des Rigi von Luzern oder Zürich aus eine bequeme Tages- 
tour (Rundfahrkarten mit zehntägiger Gültigkeit von Luzern über Vitznau 
nach Rigi-Kulm, zurück über Vitznau u. Flüelen I. Kl. 15 fr. 80, zurück 
über Arth-Goldau u. Meggen 2. Kl. 13 fr. 50, 3. Kl. 10 fr. 25 c), doch ist 
im Sommer meist nur abends oder früh morgens auf einigermaßen klare 
Aussicht zu rechnen. Wer Zeit hat, möge dem Rigi einige Tage widmen 
und außer dem Kulm auch den Rotstock (S. 118), das Känzeli (S. 118) 
und die Scheidegg (S. 121) besuchen. Im übrigen sind Fußgängern die 
auesichtreiche Hinabwege nach Weggis oder Vitznau (2-2Va St., s. S. 119) 



Riai. Ä-. S. 108. - II. R. 28. 117 

zu empfehlen, die noch viel gemacht werden. — Wegen der oft stark 
•wechselnden Temperatur ist ein Überzieher nicht zu vergessen. 

G-ASTHÖFE AUF DEM RiGi. Auf dem Kulm (S. 120): *Schreiber'8 
Rigi-Kulm-Hotels (Dr. F. Schreibe)'), drei Häuser, die beiden höher 
gelegenen älteren jetzt Dependenzen des untern (im Erdgeschoß des letztem 
Restaurant, im mittlem Hause Bier- u. Weiiistube), 300 Z. zu 4-7, Gr. 4, 
M. 5, P. 12-14 fr. — Auf Rigi-Staffel (S. 118), 1/2 St. unterhalb Kulm und 
Kreuzungspunkt aller Rigiwege: *H.-P. Rigi-Staffel {Dr. Schreiber), 
116 Z. zu 21/2-3, M. 4, A. 3, P. 71/2-9 fr.; H. Felchlin, Z. I1/2-21/2, M. 21/2, 
P. 5-7 fr.; H. Rigibahn, Z. I1/2-2, F. 1.30, M. 2fr., beide gleich oberhalb 
der Station, gelobt. — *Kurhaus Rigi-Kaltbad (S. 118), w. 1/2 St. 
unterhalb Staffel, 400 Betten, Z. 31/2-15, M. 5, A. 4, P. 10-25 fr. (Aussichts- 
terrasse, Parkanlagen, kath., evang. u. engl. Gottesdienst; Kurarzt im 
Hause). Tragsessel an der Station zu haben. H.-P. Bellevue, bei Station 
Kaltbad, 100 Betten, Z. 21/2-4, F. I1/2, G. 21/2, M. 4, P. 7-10 fr. — *H.-P. 
Rigi -First (A. Bon), an der Scheideggbahn, 8 Min. Fahrens von Rigi- 
Kaltbad (S. 121), Fahrweg in 10 Min. von Stat. Wölfertschen-First (S. 119), 
180 Betten, Z. 3-8, F. H/2, M. 41/2, A. 31/9, P. 9i/a-17 fr., 1. Ranges, für- langem 
Aufenthalt zu empfehlen. — *Sonne, 200 Betten zu I1/2-21/2, F. 1.20, M. 
21/2-3, P. 51/2-71/2 fr.; *Schwert, 125 Betten, Z. 2-21/2, F. 1.20, M. 3, A. 
21/2, P. 51/3-7 fr., heim Elösterli (S. 119); *H. des Alpes, zwischen Klösterli 
und Staffel, P. 41/3-6 fr. — R-P. Rigi-Felsentor, 10 Min. von Stät. 
Romiti-Fdsentor (S. 118), P. 51/2-71/2 fr.; *Kuranstalt & Pens, aru- 
bisbalm (900m), P. von 51/2 fr. an, 10 Min. unterhalb Stat. Freihergen 
(S. 118; 6 Min. unterhalb das Kurhaus Gh'iibisbahn , Erholungsstation 
schweizerischer Eisenbahner; P. für diese 3-31/2, für andere Besucher 
4-41/2 fr.). — H.-P. Rigi-Unterstetten, an der Scheideggbahn (S. 121), 
17 Z. zu 11/2-2, P. 5-61/, fr., einf. gut. -- *Kurhaus Rigi-Scheidegg 
(S. 121, Dr. Stierlin- Häuser), 200 Z. zu 31/2-6, F. I1/2, M. 4, A. 21/2, P. 8-14 fr. 
(Spezialtisch für Magenkranke). 

Der **Rigi (I8OO111, 1363m über dem Yierwaldstätter See), 
aus Nagelfluh, der n. und w. Teil aus Molasse bestehend, ist eine 
Gruppe von Bergen, 56km im Umfang und von drei Seen, dem 
Yierwaldstätter, Zuger und Lowerzer See umgeben. Er fällt nach 
N. steil, nach S. in großen Terrassen ab, an deren Fuß Feigen, 
Mandeln und Kastanien gedeihen, und ist mit grünen Matten be- 
deckt, die an 4000 Stück Milchvieh ernähren. Die freie abge- 
sonderte Lage des Berges gestattet eine Eundsicht, die über 700km 
im Umkreise umfaßt und an Schönheit von keiner andern in den 
Alpen erreicht wird. Schon in der zweiten Hälfte des xviil Jahrh. 
machten einzelne Keisende auf sie aufmerksam. Zahlreicherer 
Besuch begann aber erst seit 1815. Im J. 1816 wurde auf dem 
Kulm ein bescheidenes Wirtshaus erbaut, das 1848 dem jetzigen 
altern Haus hat weichen müssen. Seitdem hat sich die Zahl der 
G-asthäuser fortwährend vermehrt und gegenwärtig ist der Rigi 
einer der Mittelpunkte des Fremdenverkehrs in der Schweiz. 

Yen Yitznau nach Rigi-Kulm: 6,8km, Zahnradbahn in. 1 St. 
14 Min. für 7 fr. (bis Kaltbad 4.50, Staffel 6 fr.); hinab, in der gleichen 
Zeit, für 3.50; 5kg Handgepäck frei. Rückfahrkarte 1. Kl. von Luzern über 
Vitznau auf den Rigi 13.50, Sonntagsbillette (ab Luzern 5.45 u. 7.50 vorm., 
Rückkehr beliebig) 6 fr. 50. Die Retourbillette berechtigen nur zur Rück- 
fahrt auf der Bahn, bei welcher sie gekauft sind, also Vitznauer Billette 
z. B. nicht zur Hinabfahrt nach Arth. Billette auch auf allen Dampfbooten. 

Vitznau (440m) s. S. 109; der Bahnhof (Büffet) ist wenige 
Schritt vom Landeplatz. Die Bahn (links sitzen!) zieht sich in 



118 II. R. 28. ~ K. S. 108. Riai. Kaltbad. 

mäßiger Steigung (6*/a%) durcli das Dorf, dann stärker steigend 
(bis 25<^/o) durch baumreiclie Matten aufwärts. Bald öffnet sich 1. 
die Aussicht auf den See ; gegenüber zunächst der dunkle Bürgen- 
stock, Stanserhorn, Pilatus, Luzern. Die Bahn durchzieht (20 Min. 
nach der Abfahrt) eine vortretende Nagelfluhwand mittels eines 
Tunnels und überschreitet das Schnurtobel, eine 23m tiefe Schlucht, 
durch die der Chruhisbach hinabstürzt, auf 76m langer Eisen- 
brücke. Über den Vorbergen erscheinen die Urner, Engelberger 
und Berner Alpen. Bei der Haltstelle Grubisbalm das S. 117 gen. 
Kurhaus. Bei der Wasser- und Ausweichstation (2,ekm) Frei- 
bergen (1016m) beginnt das Doppelgeleise. 3,4km Stat. Romiti- 
Felsentor (1186m; vgl. S. 117, 119), dann (48 Min. Fahrens von 
Vitznau) 

4,5km Stat. Rigi- Kaltbad (1433m), Knotenpunkt für die 
Scheideggbahn (S. 121): 1. auf breiter, gegen N. -und "W.- Winde ge- 
schützter Terrasse das große Kurhaus (S. 117). 

Durcli einen engen Pelseinsehnitt 1. vom Kurhaus gelangt man zur 
(5 Min.) St. IVEichaelskapelle, der Sage nach zur Zeit König Albrechts 
von zwei frommen Schwestern erbaut, die sich vor den Nachstellungen 
des Landvogts hierher in die Einsamkeit flüchteten. Neben der Kapelle 
sprudelt aus einem Felsspalt eine kalte (4°) Quelle hervor, früher der 
„Schwesternborn" genannt. 

Durch die Nagelfluhblöcke bei der Kapelle, weiter durch Parkanlagen 
führt ein ebener Weg zum (10 Min.) *ICänzeli (1470m), einer Rotunde 
auf einem Feisvorsprung mit prächtigster Aussicht aui das G-ebirge und 
das seenreiche Flachland, besonders malerisch der Vordergrund (See und 
Luzem). — Ein Pfad führt von hier wie vom Kaltbad zur Staffel: vom 
Känzeli sofort bergan über zwei Treppen, dann auf dem Bergkamm hinan 
zur «tat. Staffelhöhe, wo der Weg vom Kaltbad mündet, und an der Bahn 
entlang um den Rigi-Rotstock. 

Eisenbahn vom Kaltbad nach Rigi- Scheidegg s. S. 121. 

Hinter (5km) Stat. Staffelhohe (1551m) öffnet sich plötzlich eine 
prächtige *Aussicht auf den Küßnacher Arm des Vierwaldstätter 
Sees, den Züger See und die Hügellandschaft im N. und W. mit dem 
Sempacher, Baldegger und Hallwiler See. Dann 1. um den Rigi- 
Rotstock herum in 8 Min. nach (5,8km) Rigi - Staffel (1604m; 
Gasth. s. S. 117), auch Station der Arther Bahn (s. S. 119). 

Vom *B,igi- Rotstock (1662m), 1/4 St. s.w. (vom Kaltbad direkt 
35 Min,), sehr malerische Aussicht, auch auf den mittlem, vom Kulm 
nicht sichtbaren Teil des Vierwaldstätter Sees, besonders bei Sonnen- 
untergang. Wenn der Kulm in Nebel gehüllt ist, hat man vom Rotstock 
unter den Wolken bisweilen noch klare Aussicht. 

Von Staffel zum Kulm (^/a St. Gehens) steigt die Bahn neben 
derArtherEigibahn ziemlich steil unweit des nachN. steil abstürzen- 
den Eelsrandes hinan. 6,8km Station Rigi- Kulm (1750m), s. S. 117. 

Von Arth-Groldau nach Rigi-Kulm: 8,6km, Zahnradbahn 
0ns Klösterli elektr. Betrieb) in 1 1/4 St., 2. Kl. 10fr. 80, 3. KI. 7 fr. 20 c. (Klösterli 
3. Kl. 4 fr. 80, Staffel 6.40); hinab in der gleichen Zeit, 5 fr. 40 u. 3 fr. 60 c; 
Retourbillett 14 fr. 60 u. 9 fr. 75 c., Sonntagsbillette 9 u. 6 fr. ~ Dampf tram- 
bahn von Arth-Groldau nach Arth am See in 13 Min. (25 c). s. S. 126. 

Arth-Goldau {513m; *Bahnrestaur.), Station der Gotthardbahn 



Klöstern RIGI. ^. S. 108. - //. n. 28. 119 

und Knotenpunkt der Bahnen Zug-Goldau (S. 126) und "Wädens- 
wil - Goldau (S. 130) , s. S. 131. Der Bahnhof der Rigibahn ist 
c. 100m w. von der Station der Gotthardbahn; eine bequeme Treppe 
führt von der Straße zu der Plattform hinauf. Die Eigibahn (r. 
sitzen!) überbrückt die Gotthardbahn, durchschneidet einen Teil 
des Goldauer Trümmerfeldes (S. 131) und wendet sich in großem 
Bogen nach W., bald stärker ansteigend, znr (2,ikm) Wasserstation 
Krähel (766m). Weiter mit 20^0 Steigung an der steil abstürzen- 
den Krähelwand entlang, mit schönem Blick auf den Lowerzer 
See, die Schwyzer Myten, den Koßberg mit dem ganzen Gebiet 
des Bergsturzes (S. 131) und den Zuger See; dann durch den JRoten- 
fl.uh-Tunnel und in bewaldetem Tal über den Rotenßuhbach zur 
(3km) Ausweichstation Fruttli (1137m). Weiter, stets in starker 
Steigung, über den Dosse7ibach, durch den Pfedernwald- Tunnel 
und über den Schildbach zur 

5,8km (52 Min. Fahrens) Stat. Rigi-Klösterli (1315m ; Gast- 
häuser s. S. 117), in einer von Kigi-Kulm, Rotstock und First um- 
schlossenen Talmulde. Die 1689 gegründete und 1715-21 erneute 
Wallfahrtskapelle Maria zum Schnee, bei einem Kapuzinerhospiz, 
wird besonders am 2. Juli und 8. Sept. von Wallfahrern viel besucht; 
Sonntags Messe und Predigt, zu der sich die Sennen des Berges 
einfinden. Die Lage ist aussichtlos, aber gegen Winde geschützt 
und dem Nebel weniger ausgesetzt, als Kulm, Staffel und Scheidegg 
(3 Min. oberhalb die Sommerwirtsch. Heinrichshütte). Yom Klö- 
sterli zum Rigifirst 20 Min., TJnterstetten Y2 St., Staffel, Rotstock, 
Schild 3/4, Dossen, Kulm IV4, Scheidegg IV2 St. Gehens. 

Von (6,8km) Stat. Wolf ertschen -First (1483m) führt 1. ein fast 
ebener Fahrweg in 10 Min. zum Hotel Rigifirst (S. 121). Bei (7,8km) 
Stat. Rigi-Staflfel (S. 118) entfaltet sich plötzlich 1. die *Aussicht 
nach W. und N. "Von hier bis (8,6km) Kulm s. S. 118. 

Fuß- und Keitwege auf den Rigi (vgl. S. 116). — VonWeggis 
(S. 108) Eeitweg (31/2 St.), nicht zu verfeUen (5 Min. ö. vom Landeplatz 
ein Hand-weiser), sanft ansteigend durch reiche Obstpflanzungen. Er 
durchschneidet einen 1795 von der Höhe des Rigi herab gekommenen roten 
Schlammstrom. 50 Min. Best. Senteberg (803m); 25 Min. HeiligkreuzJcapelle 
(954m); 1/2 St. Hot- Pens. Felsentor (S. 117). Der Weg führt hier durch 
das aus drei gewaltigen Nagelfluhblöcken gebildete Felsentor des Hoch- 
Steins und teilt sich dann: geradeaus zur Stat. Romüi (S. 118); 1. aufwärts, 
zuletzt eine Strecke längs der Bahn hin, zum (s/j St.) Kaltbad (S. 118). 
Weiter über die Bahn, jenseits 1. um den Rotstock, dann neben der Bahn 
hin nach (V2 St.) Staffel. 

Von Vitznau (S. 109) guter durch Wegweiser bezeichneter Weg 
durch die Schnurtobelschlucht, der sich nach l^/^ St. (1/2 St. unterhalb 
Kaltbad) mit dem Weggiser Wege vereinigt. 

Von Küßnacht (S. 126) Reitweg in 31/2 St. Bei dem Tellbrunnen 
mitten im Dorf ö. durch ein Gräßchen, gleich darauf ein Handweiser und 
nun guter nicht zu verfehlender Weg. I1/2 St. Vordere Seeboden -Alp 
(1030m; *H.-P. Seebodenalp, 25 Z., P. 5-7 fr.), mit herrlicher Aussicht; 
5 Min. weiter vereinigen sich der Weg von Immensee und von der TeUs- 
kapelle mit dem Küßnacher; dann in Windungen 11/2 St. lang scharf 
bergan, viel durch Wald, bis Rigi-Stafel (S. 118). 



120 II. R.28. — K. S.IOS. RIGI. Kulm. 

Von G-oldau (S. 131) guter Reitweg, nicht zu verfehlen (31/2 St. 
zum Kulm). G-egenüber dem Eößli, unterhalb der Kapelle, von der Straße 
Arth-Schwyz r. ab und am 1. TJfer der Aa durch Matten, Tannengehölz 
und Felstrümmer hinan; 1. die fast senkrechten "Wände der Botenfluh 
(1595m). 11/4 St. Unteres Dächli(940m; Whs.); schöner Eückblick auf 
das Goldauer Tal, den Lowerzer See und die Schwyzer Myten. Beim 
(20 Min.) Ober7i DäcMi, neben einer frischen Quelle, tritt man aus dem 
Walde ; gegenüber die Rigibahn (S. 119). 10 Min. Heiliglcreuzkapdle; 1/2 St. 
Klöstern {S. 119); von hier noch 40 Min. Steigens his Rigi- Staffel (S. 118), 
20 Min. bis zum First (S. 121). 

Rigikulm (1800m) ist der höchste und nördlichste Gripfel der 
Rigigruppe (S. 117). Gegen Norden fällt er steil nach dem Zuger 
See ab, nach Südwesten hängt er mit dem Hauptrücken zusam- 
men, der um die Talmulde des Klösterli herum sich zur Scheidegg 
zieht. Etwa 30m südlich unterhalb des Gipfels liegen die Gasthäuser 
(S. 117), gegen Nordwinde geschützt. Vor Sonnenuntergang ist die 
Beleuchtung am schönsten, die Aussicht auf das Hochgebirge an 
heißen Tagen aber oft durch "Wolken verhüllt. Größere Gewähr für 
eine reine Aussicht bietet der frühe Morgen, ^/g St. vor Sonnen- 
aufgang erschallt das Alphorn, man hat also hinlängliche Zeit zum 
Ankleiden und zur Höhe hinaufzusteigen. Ein Lichtschimmer im 
Osten, vor dem der Glanz der Sterne allmählich erbleicht , ist der 
erste Bote des beginnenden Tages. Der Schimmer verwandelt sich 
in einen Goldstreifen am Horizont und wirft ein blaßrotes Licht 
auf die schneebedeckten Häupter der Berner Alpen. Eine Berg- 
spitze nach der andern nimmt den goldigen Schein an, der dunkle 
Zwischenraum zvdschen Horizont und Eigi erhellt sich; "Wälder, 
Seen, Hügel, Städte und Dörfer treten hervor, behalten aber ein 
frostiges Ansehen, bis endlich die Sonne, oft mit zuckenden Strahlen, 
hinter dem Gebirge hervorbricht und dann schnell steigt. 

**AussiCHT (vgl. das Panorama). Zunächst und am meisten wird das 
Auge angezogen von der an 200km lang sich hinziehenden schneebedeckten 
Alpenkette. Sie beginnt im 0. mit dem Säntis im Kanton Appenzell, 
über oder neben dem im Hochsommer die Sonne aufgeht. An ihn reiht 
sich der schneebedeckte Rücken des Glärnisch; der Tödi, davor die 
Olariden und das doppelzackige Scheerlwrn; dann der Gh'oße Rüchen, 
die beiden Windgiälen, die Pyramide des Briste^istocks ^ an der Gott- 
liardstraße; der ürirotstock mit seinen Felshörnern; dann der breite 
ScMoßherg und die Zacken der Spannörter , mehr r. der Titlis, leicht 
kenntlich an der gewaltigen Firnhaube, und die Felswand des Wenden- 
stodcs. Weiter die Berge des Haslüals, dann die Berner Alpen, zu 
äußerst 1. das Finsteraarhorn , der höchste Gipfel, daneben Lauteraar- 
horn und Schreckhorn, die Wetterhöi'ner (Rosenhorn, Mittelhom, Wetter- 
horn), die breite Kuppe des Mönchs, dann der AM^tQVQ Eiger und r. da- 
hinter die Jungfrau mit dem Süberhorn, noch weiter die schneebedeckte 
Blämlisälp. Im W. erhebt der Pilatus seine zackigen Hörner (S. 124), 
als äußerster Vorposten der Alpen an dieser Seite. — Gegen Norden 
blickt man hinab auf den ^iger See und die Orte Ztig , Cham , Risch, 
Wolchivil und Arth. L. vom Zuger See, auf dem Landrücken zwischen 
Immensee und Küßnacht, liegt die Tellskapdle; weiter der Küßnacher 
Arm des Vierwaldstätter Sees, dann Luzern in seiner Bucht mit dem 
Kranz von Mauerzinnen und Türmen. Darüber hinaus das Hügelland der 
Kantone Luzern und Aargau, mit Ortschaften übersät und von der Emme 
und Renß durchzogen. Weiter der Sempacher, Baldegger und Ecdlwüer 



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ö r t t e m b e r g 




Sc.heidegg. RIGl. K. S. 108. — IL R. 28. 121 

See. Den westl. und nordwestl. Horizont begrenzt die Jurdkette. — Gegen 
N. fem am Horizont der Schioarzwald und die lange Kette der Vogesen. 
Über den Zuger See weg sieht man den Albisrücken mit dem üetliberg, 
dann den nördl. Stadtteil von Zürich. Am fernen Horizont die Basaltkegel ■ 
des Hegaus. Mehr gegen Osten der Roßberg, an dessen Slidabhang 
man die ganze Bahn des Bergsturzes (S. 131) überblickt; hinter dem 
nördlichen Abhang ein Stückchen des Ägerisees. Weiter im Tal der 
Loiverzer See und der Flecken Schioyz, am Fuß der beiden Myten, über 
denen der Glärnisch emporragt (s. S. 94). Im Südosten und Süden 
bilden die verschiedenen Höhen der Rigigruppe, Hochfluh, ScMidegg, 
Bossen und Schild den Vordergrund. L. vom Schild erblickt man den 
Vierivaldstätter See bei Beckenried und r. die Bucht von Buochs, darüber 
das Buochser Hörn, -weiter r. das Stanser Hörn, an dessen Fuß Stans, 
den Bürgenstock und den nahen Rigi-Rotstock. Über diesen 1. der Sarner 
See und r, die Alpnacher Bucht, durch den vom Pilatus auslaufenden 
Lojpperberg vom Vierwald stätter See getrennt. 



Vom Kaltbad nach Eigi-Sclieidegg: 6,6km. Eisenbahn {ohne 
Zahnstange) in 40 Min., für 2 fr. 50, hin u. zurück 3 fr. 70 c 

Rigi-Kaltbad (1450m) s. S. 118. Die Bahn führt am s. Abhang 
des Rotstocks, meist in den Fels gesprengt, in nnbedentender 
Steigung nach (1km) Stat. Rigi- First (1454m; *Hotel, s. S. 117), 
mit prächtiger Aussicht auf den Vierwaldstätter See und die Urner, 
Unterwaldner und Berner Alpen (Fahrweg in 10 Min. zur Stat. 
Wölfertschen, S. 119). Hier tritt die Bahn auf die Nordseite des 
Eigirückens (unten im Tal das Klösterli, oben die Kulmhotels) und 
umzieht in großem Bogen die nördl. Abhänge des Schild (1551m; 
von Rigifirst 20 Min.), mit schönem Blick nach 0. auf Myten, 
Glärnisch und Appenzeller Alpen. 2,7km Stat. Unter stetten (1437m ; 
Gasth. s. S. 117) ; weiter auf dem Bergsattel über eine 50m 1. Brücke, 
mit Aussicht nach N. und S., durch den 50ml. Weißenegg-Tunnel, 
über das Dossentohel (26m h. Viadukt) und den vom Dossen zur 
Scheidegg ziehenden Kamm, auf dem sich die Aussicht nach S. 
wieder öffnet, zur 

öjßkm Stat. Ri^i- Scheidegg (1607m), von wo eine bequeme 
Fahrstraße zu dem S. 117 gen. Hotel (1665 m) emporführt. Die 
^Aussicht von der Scheidegg ist zwar beschränkter als vom Kulm, 
da dieser den Blick nach dem Flachlande zum Teil verdeckt, umfaßt 
aber das ganze Gebirgsrund und erstreckt sich auf einzelne Punkte, 
die vom Kulm nicht sichtbar sind (22m h. Aussichtsturm; Panorama 
im Hotel). Alpengarten beim Hotel. Auf dem Bergrücken kann 
man 25 Min. in ebener Fläche imd weiter auf dem „Seeweg" um den 
südl. Abhang des Dossen herum bis Unterstetten gehen. Der Dossen 
(1689m), mit prächtiger Aussicht, ist ^U St. entfernt (s. S. 122). 

Rigi-Hochfluh. (1699m), von der Rigi- Scheidegg auf von Hm. Dr. 
Stierlin angelegtem Wege, stets dem Bergkamm folgend, über das 
Gätterli (Paß von Gersau nach Lowerz, s. S. 111) und Scharteggli (1410m) 
in IV2-2 St.; im Felscouloir an der NW.-Seite des G-ipfels eine sehr steile 
25m h. eiserne Leiter mit festem Drahtseilgeländer. Prächtige höchst 
malerische Aussicht auf TJnier See, Urner, Schwyzer und G-larner Alpen. 
Auch der alte Weg (2-21/2 St.), über den Sattel gegen die Zihlistockhiltte, 



122 II- R- 29. -K.S.108. BÜHGENSTOOK. 

dann von S. durch die Felsen hinan, ist in seinem obern Teil verbessert 
und dem Leiterwege an der N.-Seite vorzuziehen (s. S. 111). 

Scheidegg -T^ege. Von Gersau (S. 111) Fahrstraße bis (IVa St.) 
■ Ohergschwend (S. 111) und von da mark. Fußweg über Alp Obermutt 
(1268m) in IVa St. nach Rigi-Scheidegg. 

Vom Klösterli (S. 119) Reitweg in 1/2 St., beim Schwert beginnend, 
zum Hot. Rigi- Unter stetten (S. 121), auf dem Sattel zwischen Schild ujid 
Bossen (1689m; von hier in 40 Min. zu besteigen; trefflicher Blick auf den 
Vierwaldstätter See und das Unterwal dner Land mit seineu Bergen; hinab 
nach Scheidegg 40 Min.). 

29. Von Luzern nach Alpnachstad. Pilatus. 

Brünigbahn bis Alpnachstad, 13km in 1/2 St. (1 fr. 45, 1 fr. 5 oder 75 c; 
Rückfahrkarte 2 fr. 20, 1 fr. 40, 95 e.) s. S. 157. — Dampfboot 8 mal tägl. 
in 1 St. 10 bis 1 St. 35 Min. für 1 fr. 80 oder 90 c, hin u. zurück 2 fr. 70, 
1 fr. 30 c. Reisende mit durchgehenden oder Rundreise-Billetten haben bis 
Alpnachstad die Wahl zwischen Dampfboot tuid Brünigbahn. — Pilatus- 
BAHN von Alpnachstad nach Pilatuskulm bergauf 1 St. 25, bergab 1 St. 
20 Min., Bergfahrt 10 fr., Talfahrt 6 fr. (Retourbillette, 8 Tage gültig, 
16 fr.; Billette für den ersten und letzten Tageszug mit beliebiger Rück- 
fahrt 12 fr.; kombinierte Billette für Bahn xmd Hotel, Z., M. u. F. 25 fr., 
vorteilhaft; Sonntagsbillette, Juni -Sept. nur mit dem Zuge 6 U. 55, mit 
beliebiger Rückfahrt, 9 fr., ab Liizern 10 fr.). 

Brünigbahn von Luzern über Hergiswü nach Alpnachstad s. 
S. 157. — Das Dampfboot fährt bis zum „Ej-euztricbter" wie S. 108 
beschrieben, jedoch mehr am westl. IJfer, bei der Villa Tribsehen 
(1866-72 Wohnort Richard Wagners) und der Pension Stutz (P. 6^/^- 
7 fr.) vorbei, und hält bei St. Niklausen (auf einem Vorsprung die 
St. Niklauskapelle) und Kastanienbaum (*Pens. u. Restaur. , P. 
6-8 fr.). Dann quer über die Mündung der Bucht von Stansstad 
nach (20-30 Min. von Luzern) Kehrsiten (Restanr.), Station für die 
Drahtseilbahn auf den Bürgenstock. 

Der *BürgenstOck (oberer Bahnhof 875m; c. 450m über dem See), 
ein isolierter Bergzug von c. 10km Länge und 2i/2km Breite, mit bewal- 
deten steilen Abhängen und prächtigen Aussichten, eignet sich besonders 
zu läugerm Aufenthalt. EiiEKTBiscHE Drahtseilbahn (937m lang, Durch- 
schnittsteigung 45%) von Kehrsiten in 15 Min. (Fahi-preis 11/2» 1 ^r. , hin 
u. zurück 21/2, 1^/2 fi'-)- — Gasth. (alle mit Aussichtsterrassen): *Palace 
Hotel, 3 Min. n. vom Bahnhof, großer, mit höchstem Komfort einge- 
richteter Neubau mit 150 Z. zu 6-15, F. li/g, G. 41/2, M. 51/2, P- 15-25 fr.; 
* Grand Hotel, 5 Min. südl. vom Bahnhof, mit Depend. Chalet und Wald- 
park, 200 Z. zu 3-10, F. 11/2, G. 4, M. 5, P. 11-18 fr. ; *Parkhotel, zwischen 
Bahnhof und Palace Hotel, 120 Z. zu 3-8, F. I1/2, G. 4, M. 5, P. 11-18 fr.; 
diese sämtlich den Hrn. Bucher-Durrer gehörig, mit Arzt, Kurkapelle, 
Bädern etc. (Kurtaxe wöchentlich 2Vo fr.). — ö. jeaseit des Palace Hot. 
R-Eestaur. Helvetia (P. 6-8 fr.) und Pens. Waldheim (Z. 2-3, P. 6-9 fr.), 
beide gut. — Am obern Bahnhof gutes Bahnrestaurant mit großer Aus- 
sichtsterrasse. — Post u. Telegraph nahe beim Bahnhof. 

Spaziergänge. Bequeme Promeuadenwege durchziehen den Wald und 
führen zu verschiedenen Aussichtspunkten. Der Bück umfaßt den westl. 
Vierwaldstätter See mit Luzern und das nordwestl. Hügelland mit dem 
Sempacher, Baldegger und Hallwiler See, einen großen Teil des Zuger 
Sees und den Rigi, w. den Pilatus, s.w. den Sarner See, südl. die Berner 
Alpen (Wetterhorn, Eiger, Mönch), die Unterwaldner Alpen (Titlis), a.ö. 
die Urner Alpen. Besonders lohnend ist der Besuch der *Hammet8Ch- 



ALPNACHSTAD. K. S.ios. - IL R. 29. 123 

wand (1132m; 3/4 St., bei P.-Rest. Helvetia von der Straße nach Trogen- 
Buochs 1. ab), mit herrlichem Blick über den mittlem Viei"waldstätter See 
und sechs andere Seen, den Jura, die G-lamer, Unterwaldner und einen 
Teil der Berner Alpen. — Der neue z. T. in den Fels gesprengte *Felsen- 
weg, c. 2m br. und durchweg mit Eiseageländer versehen , umzieht die 
Hammetschwand auf der Seeseite; vom (25 Min.) Känzeli überraschender 
Blick auf den fast senkrecht 530m tiefer liegenden See. 120 Schritt weiter, 
am jetzigen Endpunkt des Weges (970m ü. M.), befördert ein elektr. Fahr- 
stuhl (Lift; 70 c., hin und zurück 1 fr.) die Besucher in 3 Min. auf den 
noch 160m höher gelegenen Gipfel der Hammetschwand (s. oben). Der 
Felsenweg wird au der senkrechten Felswand (mehrere Tunnels) bis zum 
ö. Gripfel des Berges weitergeführt. — Viel besucht wird die Honegg 
(886m; H. Kurhaus Honegg, P. 7-12 fr.), jenseit Trogen 1. von der Straße 
nach Buochs (1/2 St. vom Bahnhof). Aussicht nach dem mittlem Vier- 
waldstätter See). Von Trogen (P.-Rest.) führen Fußwege, zuletzt ziemlich 
steil bergab, in 11/4 St, über St. Antoni nach Buochs (S. 110). — Vom 
Hot. Bürgenstock s.w. Fahrweg über Obbürgen (P. Bellevue, 4-41/2 fr-^ 
hinab nach (1 St.) Stansstad (s, unten). 

R. tritt das Vorgebirge Spissenegg weit in den See vor und 
bildet eine kleinere westl. Bucht, die sieb nördl. bis Winkel er- 
streckt. Das Dampfboot bält bisweilen bei Dorf Kehrsiten (Wbs. 
zur Kaplanei) und wendet sieb s.w. nach dem am Fuß des Pilatus 
hübscb gelegenen 

Hergiswü {*H.-P. Pilatus, Z. 3-4, F. 1% P. 7-8 fr.; H.-P. 
Rößli, P. 6-8 fr. ; H.-P. Friedheim, P. 4-6 fr. ; Krone, P. A^/^-B fr. ; 
P. Rütli, 31/2-4 fr.). Yen hier wieder ö. nacb 

Stansstad (440m; ^H.-P. Winkelried, Z. 2-3, F. ly^, M. 3V2, 
P. 0V2-8 fr.; Freienhof, P. 4-6 fr., eiaf. gut; Rößli, Schlüssel), 
dem Hafen („G-estade") von Stans , mit altem , vor 1315 erbautem 
Wacbtturm („Schnitzturm"). 

Von Stansstad nach Engelberg s. R. 36; die Bahn fährt unmittelbar 
an der Dampfbootlände ab. — Von Stansstad nach Kehrsiten-Bürgenstock 
1 St., schöner Weg am See entlang (vorm. schattig). 

Der Weg von Stansstad nach Samen (3 St.) wendet sich am 
Rozloch (s. unten) landeinwärts und vereinigt sich bei (3/4 St.) AUweg 
(520m; Whs.), wo die „Drachenkapeile" an den Drachentöter Struthan 
von Winkelried und ein 1900 errichteter Obelisk an den Todeskampf der 
Nidwaldner gegen die Franzosen im J. 1798 (S. 151) erinnern, mit der 
Straße von Stans (S. 151). Diese führt weiter am w. Fuß des Stanser- 
horns (S. 151) an der Drachenhöhle am Zingel vorbei über Rohren nach 
(3/4 St.) St. Jakob mit alter Kirche; hier über ien Mehlbach, dann durch 
den Kernwald nach (1 St.) Ker7is (S. 157) und (1/2 St.) Samen (S. 158). 

R. springt ein Ausläufer des Pilatus, der Lopperherg, weit in 
den See vor; 1. haben die Ablagerungen der Bäche das Ufer vor- 
geschoben. Eine Drehbrücke, die für das Dampfboot geöffnet wird, 
verbindet beide Ufer. Am Alpnaeher See, wie diese innere 
Bucht heißt, erhebt sich 1. der bewaldete Rozherg (670m) mit den 
Trümmern einer 1308 zerstörten Burg und der Pens. Burg Roz- 
herg (4 fr.). Eine enge Felskluft mit Wasserfällen, das Rozloch, 
scheidet ihn vom Blattiherg. Drei Zementfabriken. 

An der SW.-Ecke der Bucht liegt Alpnaehstad {H.-P. Pila- 
tus, mit Veranda u. Garten, 55 Z. zu 2-4, F. V-j^, G-. 3, M. 4, 
P. 6-9 fr.; Rößli, P. 4-5 fi-.; Sternen, einf.), Station der Brtinig- 
bahn (S. 157) und Ausgangspunkt der Pilatusbahn (S. 124). 



124 n- R- 29. - K. S. 108. PILATUS. 

Der **Pilatus (2132m), der mächtige G-ebirgsstock , der südl. 
von Luzern über dem W.-Ende des Vierwaldstätter Sees empor- 
steigt, gebort neben dem Rigi und Stanserborn zu den besuchtesten 
Aussicbtsbergen der Centralscbweiz. Die tieferen Abhänge sind 
mit Matten und Wald bedeckt, während der obere Teil wild zer- 
klüftet ist, „von Felsen und Schroffen ganz ruch, hat viel Bruch 
und Schrunden, dannenher er fractusmons (gebrochener Berg) ge- 
nennet wird" (Merian 1642). Erst zu Ende des xviii. Jahrh. wurde 
der jetzige Name (vielleicht von dem mittelalterlichen mons pilea- 
tus, der „behütete Berg") allgemein. 

Die einzelnen Spitzen sind von "W. nach 0. : der Mittaggüpfl oder 
Gnepßtein (1920 m), der Botendossen (1778 m), das Widderfeld (2078 m), 
das Gemsmättli (2052m) und das Tornlishorn (2132m), der höchste Gipfel, 
südl. das Matthorn (2040m), nördl. das Klimsenhorn (1910m), von Lnzem 
aus gesehen die westlichste Spitze, in der Mitte das Oberhaupt (2109), 
dann der Esel (2122m), der Haupt-Aussichtsgipfel, und die Steigli-Egg 
(1977m). ~ Der Pilatus ist wegen seiner reichen und seltenen Flora berühmt. 

Die PiLATüSBAHN (Zahnradbahn; Fahrzeit und Preise s. S. 122; Aus- 
sicht anfangs r.), 1886-88 erbaut, ist 4618m lang, mit einer mittlem 
Steigung von 38% und einer Maximalsteigung von 480/o. Lokomotive und 
Wagen (mit 32 Sitzplätzen) bilden ein Fahrzeug mit zwei Laufachsen und 
vier in die Zahnstange wagerecht eingreifenden Zahni'ädern, die bei der 
Talfahrt alle gebremst werden können: 

Die Abfahrtstelle (442m) ist nahe der Dampfbootläude und dem 
Bahnhof der Brünigbahn. Bergan in wechselnder Steigung (bis zu 
48**/o), anfangs durch obstbaumreiche Matten, dann durch Wald. 
Nach 21 Min. ist die Wasserstation Wolf ort (910m) erreicht ; gleich 
darauf auf zwei Brücken, zwischen denen ein 44m 1. Tunnel, über 
die Wolfortschlucht. Weiter an der steilen Geröllhalde der Eis- 
leten entlang (48 ^/o Steigung), durch die beiden Spycher-Tunuel zur 
(43 Min.) Ausweichstation Ämsigen (1350m), mit dem Pumpwerk, 
welches das Wasser 700m hoch zum Pilatuskulm hebt. Die Bahn 
steigt am Rande einer tiefen Schlucht, dann durch die Felstrümmer 
der Mattalp., wo rückwärts der Glärnisch, dann der Titlis imd das 
Triftgebiet sichtbar werden, wendet sich r. gegen die Steigli-Egg, 
ersteigt die steile Felswand des Esels (vier Tunnels) und erreicht 
die Endstation Pilatuskulm (2070m). Beim Bahnhof das kleinere 
ältere Gasthaus, das vor und nach der Saison bewirtschaftet wird ; 
wenige Schritte westl., in aussichtreicher, geschützter Lage, das 
große *Hotel Pilatuskulm (115 Betten, Z. 5-8, F. 2, G. 4, M. 5, P. 
von 13 fr. an ; mit Hotelcoupons, S. 122, wesentlich billiger ; im Erd- 
geschoß einfachere Restauration). — Dem kleineren Gasth. gegen- 
über führt ein guter, aber ziemlich steiler Treppenweg in 6-8 Min. 
auf den *Esel (2122m), den Hauptaussichtspunkt, mit ummauertem 
Gipfelplateau und einem trigonometrischen Signal. Die Aussicht 
ist großartig und malerisch, namentlich treten die Berner Alpen 
mächtig hervor (vgl. das Panorama), im Sommer am klarsten früh 
morgens und abends (vgl. S. 116). — Vom Hotel Pilatuskulm führt 
ein bequemer, mehrfach mit Treppenstufen versehener Fußweg, 



im 



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ZUGEB SEE. K. S. 108. - IL R. 30. 125 

stets mit Aussicht auf die Alpen, zuletzt über den Grat in ^/^ St. auf 
das *Tonilishorn (2132ni), den höchsten Pilatusgipfel. Gutes 
Panorama von Imfeid. — Ein zum Teil in den Fels gesprengter 
Weg führt auch auf das Matthorn (2040m), vom Hot. Pilatus- 
kulm 1 St. 

Fußgänger besteigen den Pilatus am besten yon Hergisivil (S. 123, 
157) am ö. Fuß des Berges (bis zum Hot. Klimsenhom 4-41/2 St., von da 
bis Pilatuskulm 35 Min.). Vor der Kirche den breiten Weg 1. gerade 
fort, nach 3 Min. r., nicht L, anfangs über obstreiche Matten; 1 St. H.-P. 
Brunni (850m; P. von 5 fr. an), mit hübscher Aussicht von der Terrasse. 
Weiter viel diu-ch Wald, zur (I1/4 St.) Alpgschwänd (1230m; einf. Whs., 
16 Betten), dann 1. steiler im Zickzack, anfangs durch Wald, weiter 
schattenlos über G-ras- und GeröUhalden zum (I1/2-2 St.) Hotel Klimsen- 
hom (1869m; Z. 2V2-4, F. IV2, M. 31/2 fr.), auf dem das Oberhaupt mit 
dem Klimsenhom verbindenden Sattel. Von hier in 6 Min. auf das 
* in 1 m afl-n h nrn (1910m), das eine weite malerische Halbrundsicht bietet, 
von den Urner Bergen und dem Vierwaldstätter See an bis in die Frei- 
burger Gegend und zum Neuenburger See. 

An der steilen Wand des Oberhaupts führt vom Hotel Klimsenhom 
in 1/2 St. ein guter, oben mit Eisenstangen versehener Zickzackweg 
nach dem Kriesiloch (2088m), einem 8m hohen kaminartigen Felsloch, 
durch das eine Treppe von 31 Stufen auf den plötzlich den *Bliek auf 
die Berner Alpen erschließenden Grrat zwischen Oberhaupt und Esel führt. 
Von hier in 4 Min. zum H. Pilatuskulm. 

Auch von Alpnachstad (über die Ämsigenälp und Mattalp in 41/2- 
5 St.) und von Alpnach (S. 157 ; über die Alpen Lütholdsmatt, Schwändi 
und Frdkmunt in 41/2-5 St.) führen Fußwege zum Pilatuskulm. — Von 
Kriens (S. 107) zum Hot. Klimsenhom 31/2-4 St., am Schloß Schauensee 
vorbei, dann durch den Hochwald und sxunpflge Matten über die Alpen 
Mühlenmäs und Frakmunt, beschwerlich (nur mit Führer). Über die 
Bründlencdp (zuletzt sehr rauher Weg) s. S. 107. 

30. Von Zug und Luzern nach Arth- 
Goldau. 

a. Von Zug nach Arth-Goldau. Zuger See. 
16km. GoTTHARDBAHN in 22-28 Min. (1 fr. 70, 1.20, 85 c). — 
Dampfboot von Zug nach Ai-th im Sommer 5 mal täglich in 3/^-11/4 St. 

Eisenbahn. — Zug (422m) s. S. 99. Die Bahn führt in einem 
585m 1. Tunnel unter der Stadt hindurch und tritt an den Zuger 
See, an dessen Ostufer sie entlang führt; Einschnitte, Dämme, 
Brücken über die teilweise tief eingeschnittenen Kunsen des Zuger- 
berges, Schöner Blick r. über den See , am andern Ufer Schloß 
Buonas und Immensee (S. 126). Zwei kurze Tunnels vor (9km) 
Stat. Walchwü (S. 126) ; weiter noch fünf Tunnels ; dann verläßt 
die Bahn den See und steigt am Fuß des Roßbergs (S. 130) zur 
Station (16km) Ärth- Goldau (S. 131). 

Dampfbootfahrt. Der *Zuger See (417m), 14km 1., 4km 
br. (Seefläche 38qkm), 198m tief, ist höchst malerisch, die schön 
bewaldeten Ufer erheben sich sanft zu mäßiger Höhe, nur im S. 
steigt der Rigi als prächtige Bergpyramide steil aus dem See auf. 
Nach der Abfahrt von Zug erscheint s.w. der Pilatus, weiter L die 



126 II' R- 30. - K. S. 108. KÜSSNACHT. 

Berner Alpen und das Stanserhorn. Am W.-Ufer auf vortretender 
Landzunge das stattliche Schloß Buonas; rückwärts der Kirch- 
turm von Cham (S. 101). Weiter tritt am W.-Ufer das waldbe- 
wachsene Vorgebirge Kiemen weit in den See vor ; 1. neben Eigi- 
Scheidegg erscheinen der Fronalpstock und die Liedernenstöcke. 
Das Dampfboot hält am ö. Ufer bei Oherwil und Lothenbach, 
am w. Ufer bei Bisch und Iminensee (H.-P. Rigi, P. 5-6 fr.), am 
Fuß des Eigi reizend gelegen (20 Min. n. an bewaldeter Seebucht 
die Kinderheilanstalt Baumgarten). Nun quer über den See nach 
Walchwil (*H.-P. Neidhart, mit Wasserheilanstalt, Z. 21/2, F. 1, 
M. 272, P. 5V2-7 fr.; P. Klausenegg, von 41/2 fr- an; Sternen, Z. 1- 
1^/2, P. 4-5 fr.), am ö. Ufer. Kastanienwälder und Weinberge be- 
kunden das milde Klima. L. bleibt St. Adrian, am Fuß des Roß- 
hergs (S. 130). — Arth (425m; '^ Adler, mit Garten am See, Z. iVg-S, 
P. 4-51/2 fr-; ^Hot. Rigi), mit 4740 E., liegt am S.-Ende des Sees, 
zwischen Eigi und Eoßberg, aber gegen Felsstürze gesichert, da die 
Schichten des letztern in andrer Eichtung streichen. 

Dampftrambahn vom Landeplatz nach Arth-G-oldau im AnscMuß an 
die meisten Züge in 13 Min. (25 c), s. S. 118. 

b. Von Luzern nach Artli-Groldau über Küßnacht. 

GoTTHARDBAHN in 30-50 Min. (2 fr. 95, 2 fr. 5, 1 fr. 45 c), s. S. 131. 
— Dampfboot von Luzern nach Klißnacht in 50-60 Min. (1 ii. 80 oder 
90 c.) ; EiSEKBAHN von Küßnacht (Bahnhof 20 Min. vom Landeplatz) über 
Immensee nach Arth-Groldau in 19 Min. Von Klißnacht durch die „Hohle 
G-asse" nach Station Immensee zu Fuß 35 Min. (Einsp. 3 fr.). 

Abfahrt von Luzern s. S. 102. Das Boot hält bei Pension See- 
burg, umfährt das Vorgebirge Meggenhorn (S. 108) und biegt in den 
Küßnacher See ein. Hoch über dem W.-Ufer die Grotthardbahn 
(S. 131). Bei Stat. Vordermeggen (Gasth. zur Balm, P. 372-41/2 fr- ; 
H.-P. Angelfluh) 1. das malerische Schloß Neu-Habsburg (*H6t.- 
Pens., von 10 fr. an) dahinter, von den Bäumen des Parks verdeckt, 
der alte Turm des 1352 von den Luzernern zerstörten Jagdschlosses 
d. N. , oft Aufenthalt des spätem Kaisers Eudolf. Die G-eschichte 
von dem dem Priester geschenkten Pferde (vgl. Schillers Ballade 
„der Grraf von Habsburg") soll sich hier zugetragen haben. 

Stat. Hintermeggen {*H.-P. Gottlieben, mit Park, für längern 
Aufenthalt zu empfehlen, P. 5-8 fr.). Das Dampfboot hält bei dem 
hübsch gelegenen Dorf Mörlischachen (*Eintracht ; Linde), wendet 
sich r. quer über den See nach Grreppen (Wirtsch.) und fährt am 
Fuß der schön bewaldeten Abhänge des Eigi entlang nach 

Küßnaeht (440m; *H. Mon-Sejour, mit Wasserheilanstalt 
und Garten am See, Z. 2-3, P. 6-9 fr.; *Pens. Aufdermaur, P. 
5-7 fr.; ^H.-P. Seehof, Z. 2-2V2, F. 1.20, P. 5-7 fr.; * Schwarzer 
Adler, P. 51/2-7 fr.; *Engel, mit „Goethestube"; Wilh. Teil; 
Widder, am Wege zur Hohlen Gasse; Sternen; Rütli), anmutig 
gelegenes Kirchdorf (3562 E.) an der Nordspitze des Sees, mit 



FEUSISBERÖ. K.S.66,l08.-IJ.B.3i. 127 

schöner Aussicht. 10 Min. oberhalb des Dorfs die Rnine der angeb- 
lichen GeßlerhurQj an deren Stelle jetzt ein Hotel gebaut werden soll. 
Auf den Rigi s. S. 119. — Eine gute Straße führt von Ktißnacht über 
Haltikon hinauf nach dem (1 St.) schön gelegenen Dorf Udligenswü 
(625m; Engel), von wo das *St. Michaelskreuz (798m), in der Umgegend 
der „kleine Rigi" genannt, in 1/2 St. bequem zu besteigen ist (oben einf. 
*Wh8. und Kapelle). Schöne Aussicht auf Zuger u. Vierwaldstätter See, 
die Alpenkette und das Schweizer Hügelland ; umfassender von der OcJisen- 
waldh'öhe (819m), 5 Min. vom Whs. Auch von Rotkreuz (S. 101 ; IV2 St.), 
Gisikon (S. 101; 1 St.) und Luzern (3 St.) über Adligenstoil (540m; Pens. 
Sackhof) und Udligenswil führen gute Wege hinauf. 

Die Straße (Einsp. zur Hohlen Gasse u. zurück 2 fr.) steigt 
durch die aus Schillers Teil bekannte „Hohle Gasse", durch den 
Bau der Straße zur Hälfte ausgefüllt, aber heute noch auf kurzer 
Strecke ein eng eingeschnittener Weg, von hohen Buchen be- 
schattet. Am obern Ende, 25 Min. von Küßnacht, steht 1. die alte, 
1895 restaurierte Tellskapelle (483m) an der Stelle, wo Teil den 
Geßler erschossen haben soll, mit neuen Gemälden (Geßlers und 
Teils Tod) von H. Bachmannn (dahinter das große kath. Missions- 
haus Bethlehem, mit Handwerkerschule; Besichtigung gestattet). 
10 Min. weiter an der Straßenteilung das ^Gasth. zur Eiche (Z. 
1^/2-2 fr.), mit hübscher Aussicht, bei Station Immensee (S. 131); 
hier 1. abwärts zum (6 Min.) Dorf Immensee (S. 126). 



31. Von Zürich über Wädenswil nach 
Arth-Goldan. Einsiedeln. 

56km. Eisenbahn in 21/3-3V4 St. (7 fr. 35, 5.20, 3.70); bis Ein- 
siedeln, 40km in 13/4-21/2 St. (5 fr. 70, 4 fr., 2 fr. 85). — Von Rapperswil über 
Pßfpk07i nach Einsiedeln, 23,5km, Eisenbahn in I-I1/3 St. (s. S. 58). 

Von Zürich bis (24km) Wädenswil (410m) s. S. 57. Die Bahn 
steigt an den fruchtbaren Geländen des südl. Seeufers aufwärts, 
mit hübschen Blicken auf den See , im Hintergrund Kurfirsten und 
Säntis. 27km Burghalden (531m); 30km Samstagern (634m; 
Sternen, mit großem Restaur.), Knotenpunkt der 1. von Rapperswil- 
Pfäfiikon über Wollerau (H.-P. Bellevue ; Hirschen) heraufkommen- 
den Bahn (S. 64); dann hinter (32km) Sehindellegi (758m; ^Frei- 
hof; Hirschen) über die reißende Sihl. 

Post 3 mal tägl. in 1/2 St. nach dem 1 St. n.ö. hübsch gelegenen Luft- 
kurort Feusisberg (725m; *n.-P. Feusisgarten, Z. 1-2, F. 1, M. 21/2-3, 
P. 41/2-5 fr.; H.-P. Schönfels, Y. ^^1 2-6^1 2 ir.; H.-P. ztir Frohen Aussicht, Z. 
I-IV2, M. 2-3, A. 11/2-2, P. 4-5 fr.), mit reizender Aussicht. — W. führt von 
Sehindellegi eine Straße (Post 2 mal tägl. in 12/3 St.) nach Menzingen 
(S. 100) über den (4,2km) Kurort Hütten (740m; *Krone & Bären, Z. I-I1/2, 
P. 4-5 fr.; Kreuz, P. von 4 fr. an; P. Lauhegg), oberhalb des idyllischen 
Hüttensees am Fuß des bewaldeten Hohen Rhonen (1232m) schön gelegen. 
— Der preüänderrstein (1191m), der ö. Gipfel des Hohen Rhonen, wo 
die drei Kantone Zürich, Zug und Schwyz zusammenstoßen, ist von 
Sehindellegi in 1 St. zu erreichen; von hier lohnende "Wanderung über 
den Bergkamm zum Gottschalkenherg (S. 128). 

Die Bahn umzieht die östl. Abhänge des Hohen Rhonen (1232m) 



128 II- B. 31. - K. S. 56, 108. EINSIEDELN. Von Zürich 

und tritt an die Alp, die hier in die Sihl mündet ; siidl. erscheinen 
die Schwyzer Myten (S. 132). Hinter (35km) Biberhrücke (832m), 
wo die Biber in die Alp fällt, s.o. im Hintergrund die Glarner 
Berge, 1. von dem pyramidenförmigen Köpfenstock (1902m) begrenzt. 
Lohnender Ansflng (Fahrstraße in IV2 St.; etwa halbwegs kürzt ein 
feuchter Fußweg r. 1/4 St.) auf den Gottschalkenberg (1152m; Kur- 
haus, 1903 abgebrannt, Neubau beabsichtigt), die w. Fortsetzung des 
Hohen Rhenen, mit Alpenaussicht (schöner vom Belvedere, 10 Min. siidl., 
mit Aussichtsturm). Hinab event. nach (^/^ St., Fahrstraße) Oberägeri 
(S. 100), nach (li/g St.) Bichtersivil (S. 57) oder über Menzingeti nach (2 St.) 
Zug (S. 99). 

Von Biberbrücke nach Einsiedeln, 5km, Zweigbahn in 
13 Min. durch das enge Alptal. 

Von Pfäffikon (S. 58) über den Etzel nach Einsiedeln, 
31/2 St. Ein Fahrsträßchen mit hübschen Rückblicken auf den See führt 
an der Pension Lugeten (S. 58) vorbei zur (1 St.) Paßhöhe des Etzel 
(959m; Whs.), mit der St. Meinradskapelle. Vom *Hohen Etzel (1102m), 
n. 1/4 St. Steigens vom Paß, mit Sommer -Wirtsch. u. 30m h. Aussichts- 
turm (20 c), sowie vom *Schönboden (1071m), 3/4 St. ö., prächtige Aus- 
sicht auf den See, das Limmattal bis Baden, das Sihl- und Alptal mit 
Einsiedeln und den Schwyzer Myten, und das Hochgebirge vom Säntis 
bis zu den Berner Alpen. — "Wer vom Schönboden nach Einsiedeln will, 
steigt s.w. hinab nach Egg, das man unten liegen sieht; hier über die 
Sihl: Der Weg vereinigt sich bald mit dem vom Etzel kommenden, der auf 
der Teufelshrücke (840m), 12 Min. von der Paßhöhe, über die Sihl führt; 
dann noch I1/4 St. bis Einsiedeln. 

Einsiedeln (885m; '^Pfauen, 65 Z. zu 2-4, F. IV4, M. 3V2, 
A. 2V2, P. 7-10 fr.; ^ Sonne; ^H. Schlange, Z. 2, F. 1, M. 2, P. 
51/2-6 fr-; PÜgerhof, Z. IV2, F. 1, M. 2 fr.; Drei Könige; St. 
Katharina, einf. gut ; Schwan, Krone, Storchen, und viele andre ; 
Restaur. St. Georg), franz. Notre- Dame- des- Ermites, in einem 
grünen, vom Alpbach durchströmten Talkessel gelegen, ist einer 
der besuchtesten "Wallfahrtorte der Welt. 

Seine Gründung wird dem h. Meinrad zugeschrieben, einem Reichen- 
auer Mönch aus dem Sülichgau (Neckartal), der sich um 829 auf dem 
Etzel (s. oben), dann 836 „im flnstem Wald" an der Stelle des heutigen 
Einsiedeln niederließ und 861 ermordet wurde. Über der Klause Mein- 
hards begann der Probst Eberhard von Straßburg im J. 931 den Bau des 
Klosters, dessen Kapelle mit dem wundertätigen Marienbilde 948 einge- 
weiht wurde. Durch Schenkungen der Kaiser und benachbarter Landes- 
herren erlangte das Kloster reichen Grundbesitz und wurde dank der 
immer steigenden Zahl der Wallfahrer neben St. Gallen das reichste 
Kloster der Schweiz. 

Auf dem weiten Raum zwischen den Häusern des Fleckens 
(4077 Einw.) , der zum großen Teil aus Wirtshäusern für die Wall- 
fahrer besteht, und dem hoch hervorragenden Klostergebäude steht 
ein mit dem Bilde der h. Jungfrau und einer goldenen Krone ver- 
zierter Brunnen aus schwarzem Marmor mit vierzehn Eöhren, aus 
denen die Pilger zu trinken pflegen. Die Zahl der Wallfahrer be- 
trägt jährlich über 160000. 

Die stattliche Benediktiner- Abtei (910m), nach einem Brande 
1704-20 im ital. Stil erbaut, hat eine Frontbreite von 136m , wovon 
65m auf die Kirche mit ihren beiden Türmen kommen. R. und 1. 



nach Arth-Goldau. ROTENTURM. K. S.108. — tl. R.3i. 129 

am Aufgang die Standbilder der Kaiser Otto I. und Heinricli 11., 
der Beschützer und Wohltäter des Klosters. 

Das Innere der Kirche im Barockstil, mit Vergoldung und Marmor 
überladen, enthält 17 Altäre und ein großes elektrisches Orgelwerk. Im 
Mittelschiff die Kapelle der H. Jungfrau, von schwarzem Marmor, mit 
einem G-itter, durch das man bei dem Schein einer ewigen Lamj^e das 
kleine Marienbild, von schwarzem Holz, erblickt, mit glänzenden G-e- 
wändern behangen, mit Kronen von Gold und Edelsteinen geschmückt. 
Prachtvoller Kronleuchter, von Napoleon III. zum Gedächtnis seiner 
Mutter gestiftet. — Im Kloster eine Bibliothek von 50000 Bänden, mit 
vielen Inkunabeln und wertvollen Handschriften aus dem vin.xn. Jahrh. 
Im Fürstensaal lebensgroße Porträte, u. a. Kaiser Wilhelm I., Franz Jo- 
seph, Napoleon III. etc. In der Hauskapelle des Abts Gemälde aus der 
Kirchengeschichte. 

5 Min. n.w. vom Kloster nahe dem Bahnhof ein Panorama der 
Kreuzigung Christi, von Frosch, Krieger u. Leigh (Eintr. 1 fr.). — 
Von dem s.o. oberhalb__des Klosters gelegenen Freiherrenberg 
(1113m; 1/2 St.) schöne Übersicht der G-egend; ebenso vom Kreuz 
oder St. Meinradsberg, ^j^ St. südl. 

Der schattenlose Fußweg von Einsiedeln über den Haggeu 
nach (31/2 St.) Schwyz, bei schlechtem Wetter abzuraten, führt durch 
das einförmige Alptal (r. das Frauenkloster Au) nach dem Dorf (I1/2 St.) 
Alptal (993m ; Sternen, einf . gut), wo der ziemlich steile rauhe Knüppelsteg 
den Haggen oder Hacken hinan beginnt. Nach 1/2 St. Steigens sieht man 
ganz in der Nähe und von der Rückseite die merkwürdige wie ein V ge- 
staltete Lücke zwischen den beiden Myten (S. 132); 1/2 St. weiter das 
Whs. auf dem Hagganpaß (1393m), mit prächtiger Aussicht auf den 
Vierwaldstätter und Lowerzer See etc. (vom Hochstuckli, 1556m, 1/2 St. 
höher n., auch auf den nördl. Teil des Zürichsees mit der Stadt Zürich). 
Steil und steinig hinab nach (I1/2 St.) Schtoys (S. 132). 

Von Einsiedeln nach Schwyz über die Iberger Egg, 6V2 St., 
gute Fahrstraße (Post bis Ober-Iberg 2 mal tägl, in 21/2 St., 1 fr. 95 c.) 
durch das Sihltal über Gh^oß (kürzender Fußweg auf dem 1. Ufer bei der 
Brücke vor Eutal), EutaZ und (12km) Unteriberg (930m; Kurhaus Roos, 
Naturheilaustalt, P. von 5 fr. an; Alpenhof P. 5-6 fr.; H.-P. RÖßli-Post, 
P. 4-5 fr., einf, gut) nach (16km) Oberiberg (1061m; *P. Holdener, P. 5 fr.; 
Post, P. 5-51/2 fr.), Luftkurort; von da zur (I1/2 St.) Iberger Egg (1470m), 
mit schöner Aussicht auf den Vierwaldstätter See und die Alpen; hinab 
in großem Bogen (Fußwege kürzen) über Rickmbach (S. 132) nach (IV2 St.) 
Schwyz (S. 132). 

Jenseit Biberbrücke (S. 128) über die Biber, dann ansteigend 
über eine einförmige Hochebene. 40km Altmatt (923m; Rößli), 
ärmliches Dörfchen in einer sterilen Torflandschaft. Bei 

43km Kotenturm (926m; *Ochs, P. 372-41/2 fr.; Schlüssel), 
mit neuer roman. Kirche, werden 1. die Schwyzer Myten, r. der 
lange Rücken des Rigi mit dem Kulmhotel sichtbar. Das Dorf 
hat seinen Namen von dem roten Turm, einem Teil der Landes- 
befestigung (Letze), welche die Schwyzer an ihrer NW.-G-renze bis 
Arth errichtet hatten. In der Nähe schlugen am 2. Mai 1798 die 
Schwyzer unter Reding die Franzosen, die 2000 Mann verloren. 

Die Bahn senkt sich durch das waldige Tal der Steiner -Aa 
^zwei kleine Tunnels) nach (48km) Sattel-Ägeri; 1. das hübsch ge- 

Baedeker'B Schweiz. 31. Aufl. 9.. 



130 ILR.31.-K.S.108. ROSSBERa. 

legene Dorf Sattel (827m; Neue Krone, 7 Min. yom Bahnhof, Z. 
1-2, F. 1, M. 2, A. 1 Va, P. 5 V2-6 Va fr. ; Alte Krone im Dorf). 

Die aiissiclitreiche Schlagstraße von Sattel nach Schioys (2 St., 
auch zu Fuß lohnend) überschreitet die Steiner- Aa und zieht sich am w. 
Abhang des Haggen entlang, mit reizenden Blicken auf das friichtbare 
Tal von Steinen, den Lowerzer See mit der Schwanau, den Goldauer 
Bergsturz und den Rigi. Beim (I1/4 St.) *Gasth. zum Hirschen (etwas 
weiter das Gasth. zur Burg) öffnet sich die Aussicht auf Schwyz und 
die Myten; von da nach Stat. Seewen 25 Min., nach Schioyz 40 Min. 

Vom Bahnhof Sattel nach Stat. Morgarten, 3,5km, Omnibus in 20 Min. 
(50 c); nach Unterägeri Post tägl. in 1 St. 20 Min. (1 1/4 fr.). Dampfboot 
auf dem Ägerisee s. S. 101. 

Die Bahn senkt sich am Abhang des Roßbergs über mehrere 
Viadukte und durch einen kl. Tunnel nach (53km) Steinerberg 
(595m; Rößli, Z. I-IV4, F. 1, P. 4-5 fr., Löwen, beide einf. gut), 
Bergdorf mit prächtiger Aussicht auf das Lowerzer Tal, eingerahmt 
vom Eigi, Fronalpstock (daneben im Hintergrund die Liedernen- 
stöcke und Märenberge) und den beiden Myten. 

Der. *Iloßberg (höchster Gripf el Wüdspüz 1583m) , ein zwischen 
Zuger, Ageri- und Lowerzer See aufragender c. 3km langer Nagelfluhstock, 
ist von hier auf Reitweg in 2V2-3 St., vom Bahnhof Sattel auf ordent 
lichem Fußweg in 2 St. zu besteigen. Stidl. 15 Min. unterhalb des Wild- 
spitz, das H.-P. Boßherg-Kulm (32 Betten vonlV2fi-- an, F. 1, M. 2V2, P- 5- 
6 fr.). Prachtvolle Aussicht (Panorama von Imfeid). Vom Gnippen (1576m), 
dem w. Gripf el des Roßbergs (Fußweg vom Hotel in 20 Min.), erblickt man 
direkt unter sich die ganze Bahn des Bergsturzes von 1806 (vgl. S. 131). 
Abstieg event. nach Ägeri (S. 101) oder zum Zuger Berg (S. 100). 

Noch ein kurzer Tunnel ; dann durch die großartigen Trümmer 
des Goldauer Bergsturzes nach (56km) Ärth-Goldau, Station der 
Gotthardbahn (S. 131). — Bigibahn s. S. 118. 

32. Von Luzern nach Bellinzona. 
Gotthardbahn. 

170km. Expreßzug (sog. Blitzzug, nur I. u. II. Kl.) in 3 St. 26 Min., 
Schnellzug in 3 St. 35 bis 5 St. 20 Min., Personenzug in 61/2-7 St. für 23 fr. 35, 
16.35, 11.70 c. (bis Lugano, 199km, Expreßzug in 4 St. 13 Min., Schnell- 
zug in 41/4-61/3 St. für 27 fr. 70, 19.40, 13.85 c; bis Mailand, 277km, 
Expreßzug in 6 St., Schnellzug in 61/2-IO St. für 36 fr. 50, 25.60, 17.75 c). — 
Station Arth-Goldau (S. 131) ist Knotenpunkt der Gotthardbahnlinie 
von Zug (Zürich); Fahrzeit von Zug 22-28 Min., von Zürich 1 St. 7 
bis 1 St. 42 Min. — Bei dem Vorm.-Schnellzug Mittags-Table-d'hote in 
Göschenen (s. S. 136). Der Blitzzug und Nachm. - Schnellzug führen 
Speisewagen, der Nacht-Schnellzug Schlafwagen. Von Luzern bis Flüelen 
rechts sitzen, von Flüelen bis G-öschenen links, von Airolo bis Bellinzona 
wieder rechts. 

Die **Gotthardbahn wurde 1872-82 mit einem Aufwand von 271 
Millionen Franken erbaut. Ihr höchster Punkt liegt in der Mitte des 
großen Tunnels, 1154m ü. M.; die Steigungen (Maximum 26o/oo) werden 
zum Teil durch große Kehrtuunels überwunden (auf der N. -Seite des Gott- 
hard 3, auf der S.-Seite 4; vgl. Karte S. 136. Im ganzen hat die Bahn 80 
Tunnels u. Galerien (Gesamtlänge 46km oder 18% der ganzen Bahnlänge), 
sowie 324 Brücken mit melu* als 10m Spannweite. Besser als vom Eisen- 
bahnwagen lenit man den hochinteressanten Bahnbau von der Landstraße 
aus kennen, namentlich auf den Strecken von Amsteg bis Göschenen (zu 



ARTH-GOLDAU. ^- S.ios. - IL K32. 131 

Fuß 4 St.) und von Rodi-Fiesso bis G-iornico (5 St.). — Von Luzern bia 
Flüelen ist die etwas längere Dampfbootfabrt über den Vierwaldstätter 
See zu empfehlen (bei durchgehenden und Rundfahrkarten hat man die 
Wahl zwischen Dampfboot und Eisenbahn). 

Luzern s. S. 102. — Die Gotthardbahn zweigt hinter dem Gütsch- 
tunnel von der Basler Bahn (S. 24) r. ab, überschreitet auf 74ni 1. 
Brücke die Renß und tritt alsbald in den 2107m 1. Allenwinden- 
Wesemlintunnel (Durchfahrt 2-3 Min.), der beim H. de l'Europe an 
der Ostseite von Luzern ausmündet. Nun allmählich ansteigend 
gegen Seeburg zu , mit prächtiger Aussicht auf Luzern , den Yier- 
waldstätter See und die Alpen, und durch drei kurze Tunnels. Beim 
Schloß Neuhabsburg (S. 126) wendet sich die Bahn nach NO. und 
führt hoch über dem W. -Ufer des Küßnacher Seebeckens hin (gegen- 
über der Rigi) zur (10,7km) Stat. Meggen, zwischen Yorder- und 
Hintermeggen (S. 126). Hinter (16km) Stat. Küßnacht (S. 126) 
durch den Schwarzenbachtunnel ; 1. Aussicht auf den Zuger See, 
am n. Ufer Walchwil, weiter St. Adrian (S. 126). 

19km Immensee (463m), Knotenpunkt der Bahn von Rot- 
kreuz (S. 97); 1. unten das Dorf Immensee (S. 126), r. die be- 
waldeten Abhänge des Rigi, hoch oben das Kulmhotel (S. 117). 
Weiter hoch über dem Zuger See, mehrfach durch Felseinschnitte; 
am Ostende des Sees 1. unten Arth (S. 126), am Fuß des Roßbergs, 
r. die Myten (S. 132). Durch einen Tunnel und Felseinschnitte nach 

28km Stat. Arth-Goldau (513m; ^Bahnrestaur.; H. Steiner, 
Z. IV2-3V2, F. 1, P. 5-7 fr.; Hot Hof-Goldau, Z. IV2-2V2, ^- h 
P. 5-6 fr.; H. Bellevue, Z. IV2-4 fr., F. 80 c; im Dorf Goldau: 
H. Alpenblick, 2 Min. vom Bahnhof, Z. 1 V2-2, F. 1, P. 5 fr. ; Rößli, 
gleiche Preise ; H.-P. Schönegg, in hübscher Lage , P. 4-5 fr. ; alle 
einf. gut), Endstation der Arth- Rigib ahn (S. 118) und Knotenpunkt 
der Bahnen Zug -Goldau (S. 125) und Wädenswil- Einsiedeln- 
Goldau (S. 130). Der Bahnhof liegt inmitten der Trümmer des ge- 
waltigen Goldauer Bergsturzes, der am 2. Sept. 1806 vom Roßberg 
(S. 130) herab vier Dörfer verschüttete, wobei 457 Menschen um- 
kamen. Die Bahn durchschneidet dieses Gewirr von zum Teil haus- 
großen Nagelfluhblöcken und Trümmern, das sich bis weit r. den 
Fuß des Rigi hinan erstreckt. Die Zeit hat die meisten Blöcke 
mit Moos und andern Pflanzen bedeckt ; dazwischen hin und wieder 
malerische Wassertümpel. Am Roßberg selbst ist der Weg, den der 
Bergsturz genommen, noch gut zu erkennen. 

L. am Abhang die Häuser von Steinerberg (S. 130), r. hoch oben 
das Kurhaus Rigi-Scheidegg (S. 121). Die Bahn umzieht in großem 
Bogen den anmutigen 4,5km langen Lowerzer See (450m) ; r. das 
Dorf Lowerz (Rößli), in der Mitte des Sees die Insel Schwanau 
mit Burgtrümmern, Kapelle und Fischerhaus (Wirtsch. ; Überfahrt 
in 20 Min.). — 33km Steinen (470m ; H. Bahnhof; Rößli, P. 4-5 fr., 
einf. gut), ansehnliches Dorf (1431 E.) in fruchtbarer Lage, der Sage 
nach Geburtsort Werner Stauffachers (S. 114) ; an der Stelle seines 

9* 



132 J-i- R-32. — K. S. 1 08. SCH W YZ. Von Lusem 

Hauses, 2kni ö. vom Dorf am Wege nach Schwyz, steht die Heilig- 
kreuzkapelle mit Malereien von Ferd. Wagner in Münclien. Über 
die Steiner-Aa nach 

36 km Sehwyz-Seewen (458 m; *H.-P. Schwyzerhof, am 
Bahnhof, Z. IV2-2, P. 5 fr.). tSeewen (461m; *Kößli, 45 Z. zu 2-272, 
F. 1, M. 2V2, A. 2, P. 0-7 fr.; Pens. Seehof, 41/2-5 fr.), w. von der 
Bahn am ö. Fuß des Rigi, hat erdige Eisenquellen (Mineralbäder). — 
20 Min. ö. (elektr. Straßenbahn in 9 Min., 20 c, hin u. zurück 30 c.) 
liegt Schwyz (514m ; *Rößli, Z. 1 V2-2V2, F. 1, M. 2V2, P. 41/2-6 fr. ; 
H. Hediger, Z. IV2-2, M. 2^/2, A. 2, P. 5-6 fr., gelobt; Bären, 
einf. gut; P, Villa Uetenbach, P. 4-5 fr.; Restaur. Schwyzerstübli, 
hübsches Lokal; Caf^ National, Cafe Central, beide mit Garten- 
restaur.), weitläufiger Flecken mit 7398 Einw., malerisch am Fuß 
und Abhang zweier oder eigentlich dreier Bergspitzen, des doppel- 
hornigen Kleinen Myten (1815m) und des Großen Myten (1903m) 
gelegen. Das Rathaus, mit Bildnissen von 43 Landammännern von 
1534 an und altem Deckenschnitz werk, wurde 1891 hergestellt und 
von Ferd, Wagner mit Fresken aus der schweizer Geschichte ge- 
schmückt. Das stattliche ehem. Jesuitenkollegium oberhalb des 
Orts ist jetzt Gymnasium. 

♦Großer Myten (1903m), 4 St., sehr lohneud (F. 6 fr., für Geübte 
entbehrlich; Pferd bis ziu- Holzegg 8-10 fr.). Fahrweg von Schwyz bis 
(20 Min.) Bickenbach (590m; Bellevue, P. ö-öi/g fr.; Stern, P. 4-41/2 fr.), dann 
Reitweg zur (21/2 St.) Holzegg (1407m; Whs., 12 Betten), wohin auch ein 
direkter Fußweg von Schwyz über die Hölle und die Matten von Hasli 
und Holz in 2 St. führt (F. ratsam). — Von Brunnen (S. 112) zur Holzegg 
in 3 St. über Ibach und (1 St.) Bickenbach; Schwyz bleibt 1. liegen. — 
Von Einsiedeln (S. 128) zur Holzegg in 23/4 St. auf gutem Weg über Alptal 
(S. 129). — Von der Holzegg führt der gut angelegte Mytenweg (vielfach 
mit Geländer versehen, aber für Schwindlige Führer ratsam) in 49, mit 
Nummern in roter Farbe versehenen Windungen zuerst an der Ostseite 
des Bergstocks, dann über einen schmalen Grat in I1/4 St. zum Gipfel, mit 
gutem Whs. (6 Betten) und prächtiger Aussicht (Panorama von A. Heim). 

Sehr lohnender Spaziergang (2 St. hin u. zurück) von Schwyz zur 
Swworoffhrücke im Muotatal, zurück über Ober- Schönenbuch; vgl. S. 93. 

Nun in südl. Richtung (1. der Fronalpstock und hoch oben das 
Kurhaus Stoos, S. 113), vor Ingenhohl über die Muota, an dem 
1855 von Pater Theodosius gestifteten Kloster der barmherzigen 
Schwestern vom heiligen Kreuz vorbei, nach 

39,5km Brunnen (440m ; s. S. 112), dem besuchtesten Punkt am 
Vierwaldstätter See (Bahnhof 10 Min. vom Landeplatz ; Wagen für 
1 Pers. 1 fr., jede Person mehr 50 c). 

Die Bahn führt in einem Tunnel unter dem Gütsch und der 
Axenstraße (S. 114) hindurch und tritt an den *Urner See, den 
s.o. Arm des Vierwaldstätter Sees (S. 114), an dem sie mittels einer 
Reihe von Tunnels und Felssprengungen hingeführt ist; gegenüber 
hoch oben die Häuser von Seelisberg, am Fuß der Mytenstein und 
das Rütli (S. 114), weiter 1. der Urirotstock mit seinem Gletscher 
(S. 116). Folgt der Hochfluhtunnel, der St. Franzi8ka8t%Lnnel, 



nach BeUinzona. ALTDORF. K. 8.152,88. — IL R.32. 133 

dann der 1985m lange Ölberg- oder Schieferneggtunnel. — 45kni 
Sisikon (S. 114) , an der Mündung des engen Rienienstaldentcds. 
Weiter durch den 984ni 1. Sturzeggtunnel, dann, mit stets wechseln- 
den Blicken r. auf den See und den Urirotstock, durch die Tunnels 
an der Teilsplatte (S. 114) , dem Axenberg (1128m lang) und der 
Sulzegg nach 

51km Plüelen (437m), s. S. 115. 

"Weiter durch das breite untere Reußtal; vorn der Bristen- 
stock (S. 134), 1. die beiden Windgällen. 

54km Altdorf. — Gasth.: im Ort, 20 Min, vom Bahnhof , *G-olde- 
ner Schlüssel, Z. IV2-3, F. IV4, M. 3, A. 21/2, P- 6-7 fr.; *Schwarzer 
Löwe, Z. 2-3, F. 1.20, M. 3, A. 21/2, P. 5-7 fr.; von beiden Omnibus am 
Landeplatz in Plüelen, 50 c; *Tell, mit Biergarten, Z. IV2-2V2, P- 
5-6 fr.; Schützengarten, mit großem Garten, Z. 1-2, P. 4-5 fr.; Krone, 
Z. 1-2, P. 41/2-6 fr., gelobt; — Hot. Bahnhof, Z. I1/2-2, F. 1, M. I1/2-2, 
P. 4-5 fi". — 1/2 St. ö. am Bergabhang Rest. Waldhaus Nußbäumli 
(584m), mit schöner Aussicht. 

Ältdorf oder Altorf (454m) , Hauptort des Kantons Uri , mit 
2551 Einw. , in einem obstreichen, von hohen Bergen umgebenen 
Tal, ist in der Sage der Schauplatz von Teils Apfelschuß. Auf dem 
Hauptplatz ein alter, wahrscheinlich von den Alamannen erbauter 
Turm mit Wandmalereien ; davor ein *Bronzestandhild Teils von 
R. Kißling (1895). Im Sommer volkstümliche Aufführungen von 
Schillers Wilhelm Teil durch Altdorf er Bürger in dem dazu erbau- 
ten Spielhause, 2. Min. n. vom Teilstandbild. Das Jauch'sche Haus 
war 1779 Quartier Suworoffs (S. 142; Denktafel). — Das Kapuzin^r- 
kloster oberhalb der Kirche (503m.) gewährt, wie der Pavillon 
Waldegg nebendin^ eine schöne Aussicht (Aufgang beim Turm, 5 Min.). 
Über dem Kloster liegt der Bannwald, ein „heiliger Hain", an den 
keine Axt rührt, da er den Ort vor Verschüttung durch PelsgeröU 
schützt (vgl. Schillers Teil, IH. 3). 

Durch das Schächental über den *Klausen nach (49km) Linthal s. 
R. 22 (schöner Blick auf das großartige obere Schächental von Urigen, 
von Altdorf über Spiringen 3 St.; s. S. 92). — An der Klausenstraße, 
1/2 St. ö. von Altdorf an einem Hügel gelegen, das Dorf Bürglen (552m ; 
*Tell, Z. 11/2-2, F. 1, M. 2, P. 41/2-5 fr.), das als Heimatsort Wilhelm Teils 
genannt wird. An der Stelle, wo sein Haus gestanden haben soll, steht 
jetzt das Gasth. Teil; dahinter wurde 1522 eine später mit Darstellungen 
seiner Taten bemalte Kapelle errichtet. Daneben der alte epheuumrankte 
MeieHurm mit dem kantonalen histor. Museum (50 c). 

Bergtouren (Führer Joh. Jos. Tresch in Attinghausen, Jos. Püntener 
u. Franz Zgraggen in Schattdorf). Rosstock (2463m), von Bürglen über 
die Mettentalalp in 5 St. m. F. (12 fr.), für Geübte unschwierig; Abstieg 
event. durchs Riemenstcddental nach Sisikon (s. oben u. S. 114). — 
Belmeten (2417m), von Erstfeld über den Schwarsgrat 41/2-5 St., nicht 
schwierig und sehr lohnend (F. 8 fr.). 

Von Altdorf oder Erstfeld über den Surenenpaß nach (91/2 St.) Engel- 
berg (F. 20 fr., bei gutem Wetter entbehrlich) s. S. 156. 

Die Bahn unterfährt den kanalisierten Schächenbach nahe 
seiner Mündung in die Reuß. L. zwischen Obstbäumen die Kirche 
von Schattdorf. Tensejt der Reuß wird r. das Dörfchen Atting- 



134 ILR.32.—E.S.152,88. AMSTEGr. Von Lu Sern 

hausen mit der Kuine der gleichn. Burg sichtbar, wo der in Schillers 
Teil verherrlichte Frhr. Werner v. Attinghausen im J. 1320 starb 
(bei der Ruine *Gasth. u. Pens, zur Burg). Südl. im Talausschnitt 
die mächtige Pyramide des Bristenstocks (3074m) ; r. die schroffen 
Wände des Gitschen (2521m) und Bocki (2075m), 1. Schwarzgrat 
(2021m), Beimeten (2417m), Hoher Faulen (2518m), weiter die 
Große und Kleine Windgälle (3192m u. 2988m). 

60,5km Erstfeld (475m; H. Bahnhof, Z. 2-2V2, P. 5-7 fr., 
H. Hof-Erstfeld, beide am Bahnhof; Post, Z. l-lVg fi'., einl); das 
ansehnliche Dorf mit 1714 Einw. liegt gegenüber am 1. Ufer der 
Reuß, an der Mündung des Erstfelder Tals, ans dem die zackigen 
Spannörter und der Sehloßberg (S. 156) mit seinem Grletscher 
herabschauen. 

Das *Erstfelder Tal (vgl. Karte S. 152) zieht sieht s.w. zum Schloß- 
berg hinan. Fußweg (nicht überall gut im Stande) von Erstfeld 3/4 St. 
lang steil im Zickzack bergan, dann in mäßiger Steigung an den Hütten 
von (I1/2 St.) Sulzwald (1183m) und der (1 St.) Kühplanggenalp (1508m), 
weiter an dem prächtigen Fulenbachfcdl vorbei zum (3/4 St., 4 St. von 
Erstfeld) kleinen Fulensee (1774m), dann 1. zur (V2 St.) Ki^öntehütte des 
S.A.C. (1920m), n. unweit des Obersees (1970m), am Fuß des Krönte. 
Bergtouren (Führer s. S. 133): *Krönte (8108m), mit großartiger Aussicht, 
über die Weißen Platten und den Glattenflrn in 41/a St. (F. ab Erstfeld 
25 fr.), für (reübte nicht schwierig. — ZioäcMen (3079m), 4 St. (F. 20 fr.), 
leichte und lohnende G-letschertour. — Großes Spannort (3202m), 5 St. 
(F. 25 fr.), und Kleines Spannort (3149m), 41/2-5 St. (F. 40 fr.), beide 
schwierig (vgl. S. 155). Beschwerliche Übergänge (aber von hier leichter 
als von Engelberg aus) von der Kröntehütte w. über die ScMoßberglücke 
(2631m; F. 25 fr.) oder das Spannortjoch (2929m; F. 35 fr.) nach (ßi/a-? St.) 
Engdberg (vgl. S. 156). 

Das Reußtal verengt sich ; die Bahn beginnt an der r. Tal wand 
zu steigen. 65,4km Stat. Ämsteg-Silenen (548m), oberhalb des 
zwischen Obstbäumen gelegenen Dorfs Silenen; 2 Min, südlich vom 
Bahnhof die restaurierte Turmrnine der alten Burg Silenen; 10 Min. 
weiter auf einem Felshügel zwischen Bahn und Straße die angeb- 
lichen Trümmer der Geßler'schen Burg Zwing-Uri (578m). 20 Min. 
vom Bahnhof das Dorf Amsteg (522m; ^ Stern & Post, Z. 2-3, M. 3, 
A. 2Vo, P. 6-8 fr.; '^Hirschen, Z. IV2-2V2, F. 1, M. 3, A. 2V2, P- 
5-6 fr. ; "^Kreuz, Z. IV2-2V2, F.l, M. 3, A. 2V2, P- 5 V2-7 fr. ; *Engel, 
P. von 5 fr. an), in schöner Lage an der Mündung des Maderaner- 
tals (S. 146), aus dem der Kärstelenbach in die Reuß fällt. 

Ausflüge (Führer Jos. Zgraggen Vater u. Sohn, Michael Wipfli, 
Melchior Gnos; vgl. auch S. 147). Schöner Spaziergang (c. 2 St.) auf der 
alten Gotthardstraße (Saumweg) am r. Reußuf er über Ried nach Meitsch- 
lingen, zurück auf der neuen Straße am 1. Ufer über Inschi (S. 135). — 
*Arniberg (1392m), Fußweg fast ganz durch Wald in 2V2 St. zum matten- 
bedeckten Gipfelplateau, mit herrlicher Aussicht auf das Reußtal mit 
Urnersee, Maderanertal und das Hochgebirge. — * Mader anertal (Reitweg, 
31/4 St. bis zum Hotel Alpenklub) s. R. 34. — über den Krüzlipaß nach 
Disentis s. S. 148. 

Bristenstock (3074m), von Amsteg 7-8 St. (F. 25 fr.), beschwerlich: 
über Bristenstäfeli (1524m) und Blackialp {1811m), am kl. Bristensedi 
(2100m) vorbei, die letzten 3 St. über den Bristengrat mühsame Kletterei. 
















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nach Bellinzona. GURTNELLEN. ^- S. 152, 88. — IL R. 32. 135 

Vom Gripfel großartige imd höchst malerische Rundsicht. — OberalpstocJc 
(3330m), Kleine und Große Windgälle (2988 u. 3192m) etc. s. S. 147. — 
Hoher Faulen (25l8m) von Silenen durchs Svital über die Alpen Streng- 
matt, Rhonen und Beimeten in 5 St. m. F. (10 fr.), nicht schwierig, lohnend. 

Sehr lohnend ist die Fußwanderung auf der Gotthardstraße von 
Amsteg bis Gröschenen (4 St., vgl. S. 141; für Radfahrer abwärts nicht 
zu empfehlen). Die Straße überschreitet den Kärstelenbach, dann die Reuß 
auf zweibogiger ansteigender Brücke; 1. die Gotthardbahn, unten die 
ungestüme ReuJJ mit ihren Wasserfällen. In den Schluchten bemerkt man 
bis zum Hochsommer schmutzige Massen von Lawinenschnee. Jenseit des 
Weilers (35 Min.) Inschi (657m; ScMfli) ein Fall des InscMalpbachs 
(S. 136). Lohnend von hier der Besuch des malerischen LeutschacMals (bis 
zum Obersee am Fuß des MänntUser 31/2 St.). — Vor (1/2 St.) Meüschlingen 
(651m), mit Kapelle, wieder auf das r. Ufer der Reuß (die Bahn bleibt 
am I.Ufer); 15 Min. weiter über den Fellibach (durch das Fellital zum 
Oberalpsee, s. unten). Gegenüber auf der Höhe r. das Dörfchen Gurtnellen 
(929m). Hinter Wiler über die (1 St.) dritte Brücke am Pfaffensprung 
(812m) wieder auf das 1. Ufer; hier der erste Kehrtunnel der Bahn. Tief 
unten wälzt sich der Fluß in einem engen Felsspalt. Treffliche Aussicht 
vor- und rückwärts. Vor (1/2 St.) "Wassen (S. 136) über die wilde Meien- 
reuß (843m); r. in der Schlucht die drei Brücken der Gotthardbahn. Ein 
Fußweg, einige Schritte jenseit der Brücke r. bergan, schneidet die Straßen- 
windung ab, die zu der hochgelegenen Kirche (934m) emporführt. — Bei 
(1/4 St.) Wattingen (918m) die vierte Brücke über die Reuß; r. der schöne 
Rohrbachfall. Auf der (20 Min.) SchönibrücTc (981m), der fünften, wieder 
auf das 1. Ufer der Reuß; 1. an der Straße der Teufelsstein, ein gewaltiger 
Felsblock. 1/2 St. Göschenen (S. 136). 

Von Amsteg über die Seewlifurke nach Unterschächen, 
71/2-8 St., lohnend (F. 15 fr., für Geübte entbehrlich). Fußweg vom Bahn- 
hof Amsteg-Silenen durch Wald hinan zum (I1/4 St.) Kirchberg (1045m), 
dann über die Wasserplanlcen und Riedersegg, stets mit prächtiger Aus- 
sieht auf das Reußtal und seine Berge, zum (2V2 St.) hübschen Seewlisee 
(2024m), über dem die Große Windgälle aufragt. Von hier zum (V2 St.) 
Seewlifurkeli (2260m), mit schöner Aussicht; hinab über Geröll und 
Rasen zu den Hütten im Vordem GriestaZ (1886 m) und zur (2 St.) 
Brunnialp (1408m), in großartiger Berglandschaft (s.o. die Abstürze des 
Großen und Kleinen Rüchen). Von hier durch das Brtmnital nach (I1/4 St.) 
Unterschächen (S. 92). 

Die Bahn durchbricht ein vortretendes Felsriff mittels des 
172ml, Windgälletunnels (557m ü.M.), überschreitet den Kärstelen- 
bach auf einer großartigen 134m 1., 53m h. Brücke (schöner Blick 
1. in das tief eingeschnittene Maderanertal mit der Grroßen "Wind- 
gälle, r. in das Reußtal), durchbohrt den lawinengefährlichen Ab- 
hang des Bristenstocks mittels der beiden BreiÜauitunnels und 
setzt auf kühner, 75m L, 78m h. Brücke (609m) über die tosende Reuß. 
"Weiter auf der 1, Seite des malerischen Reußtals (1. sitzen!) durch 
den Inschitunriel , über den Inschialpbach und das Zgraggentcä. 
(Viadukt mit drei Öffnungen zu 30m), dann durch drei weitere 
Tunnels, einen langen Felseinschnitt und über einen Viadukt am 
Berge entlang zur (73,3 km) Stat. Gurtnellen (740 m; St. Gott- 
hard, Z. 1-2, F. 1, M. 2, P. ^^Ir^^j^ fr., gut; Alpenrösli, gelobt), 
mit ansehnlichen Granitbrüchen. 

Von Gurtnellen über die Fellilücke zum Oberalpsee, 
7 St., mühsam aber lohnend (F. 12 fi-.). Das einsame, zwischen Rienzen- 
grat und Bristenstock - Kette südwärts sich hinanziehende Pellital ist 
namentlich für Mineralogen und Botaniker interessant. Vom Bahnhof 



136 II' R-32. — K. S, 1 34, 1 52, 140. aöSCHENEN. Von Lu&em 

über die Reuß und auf der G-otthardstraße zur (25 Min.) FellibacJibrücke 
(697m; 11/48!. oberhalb Amsteg); vor der Brücke r. auf steilem Fußpfad 
in zahlreichen Kehren durch Wald hinan zur (II/2 St.) Alp Felliberg 
(1130m), hoch über dem tosenden Pellibach; durch den Talboden hinauf 
zur (3/4 St.) TrescMiütte auf Alp Ehona (1354m; Schlüssel mitbringen), 
weiter zur (IV2 St.) Alp Obermatt (1840m) und über Geröll zur (2 St.) 
Fellilücke (2490m), zwischen Schneehühnerstock und Piz Tiarms, mit 
beschränkter aber interessanter Aussicht. Hinab zum (3/4 St.) Oberalpsee 
(S. 433). — Der Crispalt (3080m), mit prächtiger Rundsicht, ist von 
der Alp Obermatt durch das Wicheltal und über die Lücke n.ö. vom 
Federstock in 51/2-6 St. zu ersteigen (beschwerlich, nur für Geübte; 
F. 30 fr.); Abstieg ev. durch Val de ViaZ zum Oberalpsee. 

Oberhalb Grurtnellen ist eine der merkwürdigsten Stellen der 
Bahn, die hier, um die Höhe von Gesehenen (s. unten) zu gewinnen, 
mittels dreier Kehrtunnels und einer gewaltigen Doppelschleife 
bergansteigt. Sie überschreitet den Gornerenhach, unterfährt den 
Häggergenb ach (r. schöner Wasserfall), tritt in den 1476m 1. Pfaffen- 
sprung-Spiraltunnel, der sie um 35m emporhebt (Dui'chfahrt 3 Min.), 
führt durch den kurzen. Mühletunnel, gleich darauf über den Häg- 
gergenb ach (1. unten die Pf affensprungb rücke, S. 135) und durch den 
85m 1. Mührentunnel (860m ü. M.). Unmittelbar darauf überschreitet 
sie die aus tiefer Schlucht hervorstürzende Meienreuß (S. 161), 
durchbohrt den Wassener Kirchhügel mittels des 300m 1. Kirch- 
hergtunnels, wendet sich oberhalb 1. über die Keuß, tritt in den 
Wattinger Kehrtunnel (1083m 1., 23m Steigung) und wendet sich 
zurück über die Eeuß und durch den Rohrhachtunnel (220m 1.) zur 
(82km) Stat. Wassen oder "Wasen (930m), oberhalb des ansehn- 
lichen Dorfs {*H. des Alpes, Z. 2-3, P. 5-7 fr.; Krone; Restaur. 
Walker). Von der hochgelegenen Kirche guter Überblick des Tals 
und der großartigen Bahnbauten. Auf dem Kirchhof das Grab der 
am 1. Jan. 1899 am Sustenpaß verunglückten Dr. Mönnichs und Dr. 
Ehlert (S. 164). — Über "den Susten nach (12 St.) Meiringen s. K. 39. 

"Weiter auf der mittlem Meienreußhrücke (71m 1., 79m h.) zum 
zweitenmal über die tiefe Schlucht der Meienreuß, dann durch den 
1089m 1. Leggistein-Spiraltunnel (25m Steigung) zurück und auf der 
obern Meienreußbrücke (54m 1. , 46m h.) zum drittenmal über die 
Meienreuß ; gleich darauf der kurze Meienkreuztunnel (991m ü. M.). 
Dann an der offenen Bergwand weiter; tief unten erblickt man 
Wassen und die eben zurückgelegte Strecke ; gegenüber der Rienzen- 
stock (S. 137). Es folgt die Kellerbachbrücke, die Rohrbach- 
brücke und der 1563m lange Naxbergtunnel ; dann unterhalb des 
Dorfs Gesehenen (r. das Göschenental mit dem prächtigen Damma- 
firn, S. 141) über die Göschener Reuß zur 

89km Stat. Göschenen. — * Bahnrestaur., M. m. W. 3 fr. 50 c, 
im Wartesaal 3. Kl. 1 fr. 60 c. — Gasth.: *H.-P. Gös ebenen, 80 Betten, 
Z. 2-4, F. H/2, 0-. 3, M. 4, P. 7-10 fi'.; *H.-P. Rößli, mit Garten, 55 Betten, 
Z. 2V2-3, F. 11/4, M. 31/2, P- 7-9 fr.; H. Bahnhof, Z. 2-2V2, F. H/*, M. 
21/2-3, P. 7-8 fr., gelobt; H. Löwen-Terminus, Z. I1/2-2, M. 2'/2, fr.; 
Krone, Z. 2-21/2; M. 21/3-3, P. 5-7 fi-.; Alte Post, Z. li/g, F. 1 fr. , gut. 



Maßstal) 1:25.000 



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imch Bellinzona. AIROLO. K. 8.184,140,366. — IL R.32. J37 

Göschenen oder Gesehenen (1109in), an der Mündung des 
Göschenentals (S. 141) maleriscli gelegenes Dorf, ist als Ausgangs- 
punkt der Straßen über den St. Gotthard (R. 33) und die Furka 
(R. 35) im Sommer sehr belebt. Auf dem JFriedbof ein Denkmal 
des Tunnelerbauers Louis Favre (f 1879), von Andreoletti. 

In das GöscJienental (3 St. bis zur Göscheneralp), s. S. 141. — 
Rienzenstock (2964m), von Göschenen durch das Biental in 4-5 St., 
beschwerlich, nur m. F. (25 fr.). Großartige Aussicht. 

Die Bahn überschreitet die Gotthard-Reuß (S. 141) und tritt in 
den großen, 1872-80 erbauten *St. Gotthard- Tunnel (Baukosten 
5674 Millionen fr.). Der Tunnel ist 14998m lang (4733m kürzer als 
der Simplon - Tunnel) , 8m breit und 6,5m hoch, zweigeleisig und 
durchweg ausgemauert; von der Mitte aus, 1154m ü. M., fällt er 
nach beiden Seiten, nach Göschenen mit c. 6^005 ^^ch Airolo mit 
2°/oo- I^ie Luft im Innern ist gut und rauchfrei ; Temperatur 17° R. 
Die Bahn liegt 330m unter Andermatt, 1082m unter dem Sellasee. 
Die Durchfahrt erfordert für Schnellzüge 14-20, Personenzüge 21-25 
Min. ; von 1000 zu 1000m sind Laternen angebracht (auf der 1. Seite 
die ungeraden, auf der r. die geraden Zahlen). Jenseit des Tunnels 
r. oben und unmittelbar am Ausgang 1. neue Befestigungen. 

105km Airolo. — Gasth.: *H.-P. Motta, Z. 2-4, F. IV2, G-. 21/2-3, 
M. 31/2-4, P. 7-10 fr.; *H. L mb ardi , Z. 2-4, F. I1/4, M. 31/2, A. 3. P. 7-10 fr.; 
*H. de la Poste, Z. 2-3, F. IV2, M. 31/2, A. 2, P. 7-10 fr.; *B[. Eossi, 
Z. 2-3, F. 1.20, M. 3, A. 2V2, P. 7-8 fr.; *H.-P. Er i eis, Z. 2-3, F. 1.20, 
M. 3, P. 6-8 fr.; *H. des Alpes, Z. I1/2-2V2, F. 1.20, M. 3, A. 2, P. 7 fi-.; 
P. Borelli, am Bahnhof. — * Bahnrestaurant. 

Airölo (1144m), mit 1697 Einw., liegt im obern Tessintal, das 
den Namen Volle Leventina , deutsch Livinental, führt und bis 
1798 dem Kanton Uri Untertan war (vgl. S. 490) , aber 1803 mit 
dem Gebiet von Lugano und Locarno seine Selbständigkeit erhielt 
und 1814 als Kanton Tessin anerkannt wurde. Der nach einem 
Brande 1877 neu aufgebaute Ort wurde 1898 durch einen Bergsturz 
vom Sasso Rosso zum Teil zerstört, weitere Gefahr aber durch 
mächtige Yerbauungen und Ableitungen der Bergwasser beseitigt. 
Airolo wird als Luftkurort besonders von Italienern besucht. Die 
Landschaft hat noch vollständig Hochgebirgscharakter (w. die groß- 
artige Rotondogruppe) ; erst bei Faido macht sich der Einfluß des 
südlichen Klimas bemerkUch, 

Ausflüge (Führer Clem. Dotta, Basil u. Giov. Jori, Mario Travella, 
Fil: Salvatore). Auf den St. Gotthard (3 St.) s. S. 141; bis zur Tremola- 
schlucht reiche Alpenflora. — Pizzo Rotondo (3197 m), höchster Gipfel 
der Gotthardgruppe , 8-9 St. mit F. (40 fr.), schwierig, nur für geübte 
schwindelfreie Bergsteiger. Nachm. nach (3 St.) All' Acqua im Bedretto- 
tal (S. 363; Whs.); von hier steil über Matten, Geröll und Fimhalden 
zum (31/2 St.) Passo Rotondo (2954m); dann eine steile Schneekehle hinan 
(Fußeisen zweckmäßig), zuletzt über loses Felsgeröll schwierig zum 
(11/2-2 St.) verwitterten Felsgipfel, mit überaus großartiger und malerischer 
Aussicht (vgl. S. 145 u. Karte S. 366). 

Pässe. Durch das BedrettotaZ tlber den Nufgnenpaß ins Wallis 
s. S. 363; über den -J?, Giäcoviopaß nach den Tosafällen s. S. 368. — 



138 II- R- 32. — K. S. 134, 366, 430. AIROLO. Von Luzer?i 

Durch Val Oanaria über den Unteralppaß (2530to) und die Unteralp nach 
AndemiaU 8 St. m. F., beschwerlich. — Über die Bocca di Cadlimo 
(2542m) nach S. Maria am LuJcmanie)' (S. 435), 8 St., lohnend. Über 
den Passe Bornengo nach Val Maigds s. S. 433. — Über den Sassello- 
paß ins Val Maggia s. S. 500. — Über den Passo dei Sassi (c. 2500m), 
nur für Schwindelfreie (8 St. bis Fusio): von Airolo über das Dörfchen 
Nante (1426m) zur (2 St.) Alp Piscium (1777m) und, zuletzt an jähen Fels- 
abstürzen mit stellenweise sichtbarem Pfad, zur (3 St.) Paßhöhe zwischen 
Poncione di Vespero und Ponc. di Mezzodi, mit prächtiger Aussicht auf 
die Tessiner Alpen. Hinab über steile Grrashalden (viel Edelweiß) ins Val 
Maggia, nach (2 St.) Corte und (3/4 St.) Fiisio (S. 500). 

Von Airolo durch Val Piora nach Disentis (11 St., Führer 
unnötig, bis Piora 6, S. Maria 10 fr., Gepäckträger von Airolo bis Piora 
aufwärts 15 c, abwärts 10 c. das Kilo; Pferd bis Piora, 3 St., 15 fr.). 
Auf der Gotthardstraße 1/4 St. abwärts, dann 1. ab über den Canaria- 
bach und hinan nach (20 Min.) Madrano (1187m) und (35 Min.) Brugnasco 
(1411m). Nun in ziemlich gleicher Höhe mit hübschen Blicken ins Tessin- 
tal, später durch Wald, nach (3/4 St.) Altanca (1383m; Whs.); hier 1. im 
Zickzack hinan an einem Kapellchen vorbei zur (40 Min.) Alp i7i Valle 
(am Wege eine Quelle), unterhalb am Felsen eine uralte Inschrift. R. in 
der Schlucht bildet der Ihßbach eine Reihe hübscher Wasserfälle; schöner 
Rückblick auf die Tessiner Berge. Zuletzt über einen Felssattel zum (1/2 St.) 
*Hotel Piora bei Lombardi (38 Z. mit 60 Betten zu 21/2-4, F. 11/2, M. 4, 
A. 31/2? Peus., auch bei kurzem Aufenthalt, 7-9 fr.), in geschützter Lage 
an dem malerischen 2 km langen, von grünen Bergen umschlossenen Ritom- 
see (1829m). Reiche Alpenflora, weite Alpenrosenfelder (auch weiße Alpen- 
rosen) und prächtige Bergmatten. Badegelegenheit im See (13-14° C. ; Bad 
mit Handtuch im Badehaus 50 c). Hübsche Spaziergänge und viele leicht 
zu erreichende Aussichtspunkte in der Nähe; in versteckten Kesseln sechs 
kleine Seen (gleich über den G-räten gegen Val Cadlimo noch weitere 
vier). Von der (1/4 St.) Bella Vista reizende Aussicht auf Ritomsee, 
Tessintal etc.; schöner noch vom Fongio (2212m), 1 St. weiter, w. um den 
Berg herum, und von der Oima di Camoghe (2359m; 13/4 St.). *Taneda 
(2670m), 21/2 St., unschwierig, für Ungeübte Führer angenehm: am Tom- 
see (2023 m) vorbei zum Sattel gegen das Val Cadlimo, zwischen Taneda 
und Punta Nera, dann r., den Lago scuro 1. lassend, über Geröll und 
Fels zum breiten Gipfel; prächtige Aussicht auf die Seelandschaft des 
Pioratals, das Bedrettotal, die Tessiner, Walliser, Urner, Berner und 
einen Teü der Bündner Alpen. Ähnliche Aussicht von der Punta Nera 
(2721m), vom Tanedasattel 1. hinan (23/4 St.). Corandoni (2662m; 3 St.), 
Piz delV Uomo (2750m; 31/2 St.), Pizzo Lucomagno (2778m; 5 St.), *Piz 
Blas (3023m; 51/2 St.) und *Piz Rondadura (3019m; 51/2-6 St.), die beiden 
letzten mit großartiger Aussicht, sind gleichfalls vom H. Piora durch 
Val Cadlimo zu ersteigen (Führer im Hotel). — Der Weg nach S. Maria 
(33/4 St., Träger 7 fr.) führt 1. um den See herum; 20 Min. Ritomhütten ; 
hier 1. auf gutem Pfad am Abhang hinan zur (20 Min.) Kapelle S. Carlo ; 
über den Bach, r. an dem Kreuz vorbei (der kl. See von Cadagno mit Alp- 
hütten bleibt 1.) zur (1/4 St.) Alp Piora und nach (1/4 St.) Murinascio (ein 
paar Hütten). Nun 1/4 St. geradeaus, dann, bei der Brücke, nicht über 
diese, sondern 1. hinan (Weg zuerst undeutlich) ; weiter immer 1. halten (die 
letzten Hütten im Piano de' Porci bleiben r. unten; wer nach Olivone will, 
kann über den Passo Columbe, 2375m, zwischen Scai und Piz Columbe, 
direkt zum Hospiz Casaccia gelangen, S. 435), durch das einsame Val To'- 
mine (1. der Piz delV Uomo, 2750m) zum (3/4 St.) TJoinopaß (2212m) mit ver- 
lassener Hütte (10 Min. vorher bei dem Steinmann gute Quelle). Hinab 
auf schlechtem Wege, mehrfach über sumpfige Stellen (vorn r. der Scopi, 
1. fern die Tödikette), am hübschen Fall des aus dem Val Cadlimo her- 
vorstürzenden Medelser Rheins vorbei, zuletzt näher am Fluß haltend, 
zum (li/a St.) Hospiz S. Maria (S. 435); von hier nach Disentis oder 
Olivone s. R. 96. 



nach BelUnzona. FAIDO. K. S.134,440. — IL E.32. 139 

Unterhalb Airolo überschreitet die Bahn den aus dem Val 
Bedretto (S. 363) kommenden Tessin und tritt durch den kurzen 
Stalvedrohinnel in den Engpaß (Stretto) von Stcdvedro; am 1. 
Ufer des Tessin läuft die Landstraße durch vier Felsentore. Das 
Tal erweitert sich vor (112km) Ambri-Piotta (991m ; H. Ämbri, 
am Bahnhof; Sole; Bestaur. Soldini; Brasserie Piotta), mit Heil- 
anstalt für Brustkranke; 1. bleibt Quinto. Hinter (117km) Rodi- 
Fiesso (945m; H. Rodi, Helvetia, beide am Bahnhof) folgt eine 
der interessantesten Stellen der Bahn (vgl. das Kärtchen S. 136 ; Fuß- 
wanderung bis Faido zu empfehlen). Der Platifer (Monte Piottino) 
tritt hier von N. in das Tal vor ; der Tessin hat ihn durchbrochen 
und stürzt in einer Reihe von Wasserfällen durch die wilde Fels- 
schlucht der tiefern Talstuf e zu. Die Bahn überschreitet die Schlucht 
bei Dazio Grande (949m) auf einer 45m 1. Brücke, führt durch den 
Daziotunnel, den kurzen Artöitotunnel und den Freggio-Spiral- 
tunnel (1567m 1.), aus dem sie 36m tiefer mitten in der Piottino- 
schluclit wieder hervortritt. Dann in großartiger Umgebung zum 
zweitenmal über den Tessin, am r. Ufer durch den Monte Piottino- 
und den Pan'doreatunnM und den 1560m 1. Prato-Spiraltunnel 
(36m Grefäll); endlich durch den tarzen Buscierina-Tannel (nur 
linkes Geleise, für die Bergfahrt; auf der Talfahrt wird der Felskopf 
frei umfahren). Dann auf der PolmengobrücJce (787m) über den 
Tessin und durch den 304m 1. Polmeng otunnel. 

125km Faido. -— Gasth.: *H.-P. Suisse, Z. 2-3, F. 1, a. 21/2, 
M. 3Va, P. 6-7 fr.; H. Faido, H. Milano, alle diei am Bahnhof; im 
Ort H*P. Angelo u. Posta, Z. 2-3, F. I1/4, &• 21/2, M. 31/2, P- 6-7 fr.; 
H.-P. Frans ioli, Z. 2-3, F. 1, G. 2, M. 3, P. 5-7 fr.; H. Vella. — 
Restaur. Belgeri; Birreria Rosimi. 

Faido (721m), mit 835 Einw., Hauptort der Leventina (S. 137), 
in sehr malerischer Lage , wird von Italienern als Sommerfrische 
viel besucht. Interessante alte Holzhäuser mit Schnitzwerk (xvi. 
Jahrb.). Auf dem Dorf platz ein Standbild des 1796 hier gebornen 
Bundesrats Stefano Franscini, des Taters des Tessiner Volks- 
schulwesens. R. der schöne Wasserfall der Piumogna. 

Von Faido über den Preddppaß zum LuTcmanier s. S. 435 ; über den 
Campölung opaß in das Val Maggia s. S. 500. 

Weiter am 1. Ufer des Tessin durch malerische reich belaubte 
Landschaften (Nuß- und Kastanienbäume). R. bleibt Chiggiogna 
mit alter Kirche. Auf beiden Seiten stürzen von den steilen Fels- 
wänden Wasserfälle, besonders schön vor (131,5km) Lavorgo 
(618m) r. der Schleierfall der Cribiasca. G-ewaltige Felsblöcke 
liegen umher, von stattlichen Kastanienbäumen durchwachsen. 
Unterhalb Lavorgo bricht der Tessin in der malerischenBiaschina- 
schlucht wieder zu einer tiefern Talstufe durch und bildet einen 
schönen Fall; die Bahn senkt sich auf dem 1. Ufer mittels zweier 
schraubenförmig übereinander liegenden Kehrtunnels um 100 m. 
Sie durchbohrt zunächst den 462m 1. La Lume- Tunnel, über- 



140 II- R- 32. - K. S. 440. BIASOA. 

schreitet den Pianotondo -Viadukt und tritt in den Pianotomlo- 
Kehrtunnel (löOSm L, 35m Senkung). Es folgt der kurze Tourni- 
quet- Tunnel, der Travi -Viadukt, dann der Travi- Kehrtunnel 
(1547m 1., 36m Senkung). Beim Austritt aus dem letztern ist die 
Bahn auf der untern Talsohle des Livinentals angelangt; sie über- 
schreitet den Tessin. 

139km Giornieo (451m) ; 2km unterhalb am 1. Ufer des Tessin 
in Eebengärten das ansehnliche Dorf (395m; Posta, Cervo, beide 
gelobt) , am Fuß gewaltiger Felsmassen , mit altem lombard. Turm 
und Spuren von Befestigungen bei der Kirche Santa Maria di 
Castello. Die Kirche San Niccolö da Mira ist aus frühroman. 
Zeit. Unterhalb auf 120m 1. Brücke wieder auf das 1. Ufer ; r. der 
hübsche Fall der Cramosina. — 144,4km Bodio (333m; Whs.). 
Jenseit Polleggio (Corona) strömt 1. aus dem Val Blenio (S. 436) 
der Brenno in den Tessin; die Bahn überschreitet ihn auf zwei 
Brücken. Das Tessintal wird breiter und nimmt den Namen Riviera 
an. Armdicke Reben, große Kastanien-, Nuß-, Maulbeer- und 
Feigenbäume erinnern mehr und mehr an „Hesperien". Die Reben 
liegen wie ein großes dickes Blätterdach auf hölzernem Fach werk, 
das von 2-3m hohen G-neissäulen getragen wird. 

151km Biasca (296 m; Bahnrestaur.); 12 Min. n. das Dorf, 
(305m; Alb. S. Grottardo), mit 1762 E. und alter roman. Kirche auf 
einem Hügel, am Fuß des Pizzo Magno (2298m). Ein Stationen- 
weg führt beim Bahnhof zu der hochgelegenen St. Petronilla- Ka- 
pelle; dabei ein hübscher "Wasserfall des Carigiolob achs. — Nach 
Olivone und über den Lukmanier nach Disentis s. E,. 96. • 

Weiter dicht am Fuß der reich bewachsenen östl. Berge durch 
das im Sommer sehr heiße und staubige Tessintal. Zwei Tunnels. 
157km Osogna (266m; Post)., am Fuß einer steil aufsteigenden 
Felskuppe. — 162km Claro (253m), am Fuß des Pizzo di Clara 
(2719m) , mit herrlichen Alpen und dem Kloster S. Maria 1. am 
Abhang. — Hinter (166km) Castione (244m) an der Mündung des 
Val Mesocco (S. 443) über die Moesa (1. bleibt Ai'bedo , S. 436), 
dann ein kurzer Tunnel; vorn öffnet sich der Blick auf Bellinzona 
mit seinen Burgen. 

170km BeUinzona (244m) , s. S. 489. Von hier nach Lugano 
und Como s. S. 490; nach Locarno s. S. 496; nach Luino S. 500. 



33. Von Göschenen nach Airolo über den 
St. Gotthard. 

29kin. Post von Gröschenen nach Andermatt 2 mal tägl. in 1 St. für 
1 fr. 45, Coupe 1 fr. 75 c; nach Eospental 2 mal in I1/2 St. für 2 fr. 10 
oder 2 fr. 50 c. Von Hospental über den Gotthard nach Airolo keine Post- 
verbindung. Einspänner von Göschenen bis Andermatt 8-10, Zweisp. 15, 
Hospental 12 u. 20 fr.; Zweisp. zum Gotthardpaß 35-40, Airolo 60-65 fr.; 
ZwEisp, Andermatt-Gotthard 40 (hin u. zm-tick 50), Airolo 65 fr.; Einsp. 






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ÖÖSCHENENTAL. IL li.33. ui 

Hospental-G-otthard 15, Zweisp. 25 (hin u. zurück 20 u. 30), Zweisp. bis 
Airolo 45 fr. Trinkgeld 10% des Fahrpreises. Omnibus der Hotels in 
Andermatt (I1/2 fr.) und Hospental (2 fr.) am Bahnhof G-öschenen. 

FüßGÄNGER - Entfernungen : G öschenen - Andemiatt I-IV4 St., Ander- 
matt-Hospental 35 Min., Hospental-St. G-otthardpaß 2^/4 St., von da nach 
Airolo 2-21/2, Fußwege 13/4 St. Wer nur zum Hot. Prosa will, um von 
dort Ausflüge zu machen, gelangt rascher von Airolo hinauf (3 St.; 
Einsp. 15, Zweisp. 30 fr. u. Trkg.); früh morgens ist fast der ganze 
Weg im Schatten. 

Gösehenen (1109m), Station der Gotthardbahn, s. S. 136. 

In das Göschenental lohnender Ausflug (3 St. bis zur Göscheneralp, 
F. 6 fr., unnötig, Pferd 15 fr.). Führer : Jos. Mar. u. Barth. Gamma, Karl 
Seelig, Franz Senn in Gösehenen; Peter Gamma in Göscheneralp. Guter 
rot markierter Weg über Abfi'utt nach (IV4 St.) Wickl (1326m), an der 
Mündung des Voralptals (s. unten); weiter über 8t. Nikiaus uadi Brindli- 
staffd (1537m) zur (13/4 St.) Göscheneralp (1715m; H. Dammagletscher, 
Z. 3-41/2, F. 11/2, G-- 4, M. 41/2, F. 7-9 fr.; einf. Whs. bei der Kirche), 
in großartiger Umgebung. W. senkt sich der prächtige Dammagletscher 
vom Winterberg herab; noch 1 St. weiter talauf entströmt die Gesehe- 
ner Reuß dem zwischen Winterberg und Steinberg eingebetteten Kehle- 
gletscher. Ausflüge zum Dammagletscher (1 St.), Kehlegletscher (I1/2 St.), 
Bergsee (2350m; IV2 St.), Kehlenalphütte (2340m ; 2V2 St.), s. unten; Moos- 
stock (2561m), 2V2 St. m. F., für Geübte sehr lohnend. Schwierig (nur für 
durchaus Geübte) sind Dammastock (3633m), Rhonestock (3603m) und 
Schneestock (3608m); F. je 35 fr. (mit dem Übergang über den Damma- 
paß zu verbinden, s. unten ; besser von der Trifthütte, S. 163). — Ein an- 
strengender aber lohnender Pfad (51/2-6 St., F. ab Gösehenen 15 fr.) führt 
von der Göscheneralp über den Alpligengletscher und die Alpligeiilücke 
(2778m) zwischen Lochberg und Spitzberg nach Realp (S. 149). Der *Loch- 
berg (3088m), mit prächtiger Aussicht auf Galenstoek, Gotthardgruppe 
etc., ist vom Paß in 1 St. ohne besondere Schwierigkeit zu ersteigen. 
— Über die Winterlücke (2880m) nach (7 St.) Bealp oder zur (71/2-8 St.) 
Furkastraße (H. Tief engletsch) s.S. 149; F. 20 fr. — Über den Dammapaß 
(c. 3400m) zur (8-9 St.) Trifthütte (S. 163), sehr anstrengend imd schwierig, 
nur für erprobte Bergsteiger (vgl. S. 163; F. 35 fr.); über die Sustenlimmi 
(3103m) zum Stein- Whs., 8 St., beschwerlich (s.S. 164). — *Sustenliorn 
(3512m), 61/2-7 St. (F. 30 fr.), anstrengend: von der (21/2 St.) Kehlenalphütte 
des S.A.C. (s. oben) zur (21/2-3 St.) Sustenlimmi (3103m) und zum (I1/2-2 St.) 
Gipfel, mit überaus großartiger Aussicht. Abstieg zum Stein -Whs. s. 
S. 164. — Fleckistock (3418m), für Geübte nicht sehr schwierig (F. 35 fr.): 
von Wickl (s. oben) durch das Voralptal üher die Alpweiden Hornfdi, 
Bödmen und Flachensteinen zur (21/2 St.) Voralphütte des S.A.C. (2170m) 
am Wallenbühlflrn ; von hier r. empor zu den Triften Auf den Flühen 
(2400m) und über den SW.-Grat steü zum (41/2-5 St.) Gipfel, mit groß- 
artiger Aussicht. Sehr steiler Abstieg (nur für schwindelfreie Steiger) 
über verwitterte Felsen und den Kartigelfirn zum (51/2 St.) Dorf MeientaL 
(S. 165). — Kühplankenstock (3223m; 4-41/2 St., F. 30 fr.) und Stücklistock 
(3309m; 6-7 St., schwierig; F. 35 fr.) sind gleichfalls von der Voralphütte 
zu besteigen. — Über den Wallenbühlfim und das Sustenjoch (2657m) 
ins Meiental, Abstieg ins Kalchtal (S. 165) steil und schwierig; vom Joch 
prachtvolle Aussicht. 

Die *GoTTHARDSTRASSE, an stelle eines schon in früher Zeit 
viel benutzten Saumpfades 1820-30 von den Kantonen IJri und Tes- 
sin erbaut, ist seit der Eröffnung der Gotthardbahn einsamer ge- 
worden, aber immer noch sehr lohnend. Sie überschreitet ober- 
halb des Bahahofs auf der Vordem oder Häderli-Brücke (1134m) 
die Keuß; 1. die Eisenbahnbrücke und das n. Mundloch des großen 
Tunnels (S. 137). Hier, einige Min. hinter Gösehenen, beginnt die 



142 //. R. 33. " E. S. 134, 140. TEUFELSBRÜCKE. Von Göschenm 

1 St. lange Felsschlucht der *Schöll§iien, zu beiden Seiten hohe, 
fast senkrechte Granitfelsen, unten die tosende Reuß. Die Straße 
steigt in zahlreichen Kehren, die man auf Fußpfaden oder auf dem 
alten Saumpfad meist abschneiden kann. Nach den ersten Windun- 
gen gelangt man, an der Langen Brücke r. vorbei (über die Brücke 
Abkürzungsweg ; etwas oberhalb das Wasserwerk für Göschenen mit 
starkem Wasserfall) auf der (25 Min.) Sprengihrüeke (1234m) auf 
das 1. Ufer zurück. Die Straße ist in den Schöllenen dem Fall der 
Lauinen sehr ausgesetzt; an einer der gefährlichsten Stellen eine 
88 Schritt lange Schutzgalerie, am Eingang die Inschrift „C. Uri 
1848", über dem Ausgang der Stierkopf (das Wappen von Uri). 

Die nächste Brücke ist die (25 Min.) *Teufelsbrücke (1400m), 
in großartiger Felslandschaft. Die Reuß stürzt unter der Brücke 
in einem schönen Fall, der die Brücke fortwährend mit Wasser- 
staub benetzt, 30m tief in die wilde Schlucht hinab. Die Brücke, 
1830 aus Granitquadern erbaut, hat nur einen Bogen von 8m Spannung. 
Die 1888 durch Hochwasser weggerissene alte Brücke, 6m unter der 
neuen, war im Sept. 1799 der Schauplatz blutiger Kämpfe, die mit 
Zurücktreibung der Franzosen durch Suworoff endeten. Zur Er- 
innerung wurde 1899 an der Felswand 1. oberhalb der Brücke das 
Suworoffdenkmal errichtet, ein 12m h. griechisches Granitkreuz 
in einer 28m h. Nische; auf dem 8m h. Sockel eine russische In- 
schrift („den tapfern Mitkämpfern des Feldmarschalls Grafen Su- 
woroff-Rimniksky, Fürsten Italisky"). 

Der russische Feldmar schall Graf Suworoff"- Binifiiksky wurde im 
Frühjahr 1799 von Kaiser Paul mit einem Heere nach Italien gesandt, 
um den Österreichern gegen die Franzosen beizustehen. Er schlug die 
letztem in einer Reihe von Gref echten und vertrieb sie binnen 3 Monaten 
aus ganz Oberitalien, wofür er vom Kaiser zum Fürsten Italisky ernannt 
wurde. Dann zog er mit 18 000 Mann und 5000 Kosaken über den St. 
Gotthard nach der Schweiz, um sich mit der österreichisch - russischen 
Armee unter Hotze und Korsakow zu vereinigen; doch war diese in- 
zwischen bereits von Massena bei Zürich geschlagen, Hotze gefallen. 
Unter großen Verlusten gelangte Suworoff bis zum Vierwaldstätter See 
und wandte sich dann, da der Wasserweg von den Franzosen gesperrt 
Avar, durch das Schächental über den Kinzigkulm ins Muotatal, von 
da über den Pragel nach Glarus und endlich über den Panixer Paß nach 
Ilanz und Chur. Der Rückzug kostete ihm 3000 Mann, die mehr den 
Anstrengungen als den feindlichen Kugeln erlagen, den größten Teil der 
Pferde und alle Lasttiere mit Geschütz und Gepäck. 

Unmittelbar hinter der Teufelsbrücke (kl. Restaur., Gotthard- 
Mineralien) windet die Straße sich hinauf zum (5 Min.) Urner 
Loch (1415m), einem 64m 1. Felsdurchbruch, 1707 zuerst angelegt, 
früher nur für Pferde gangbar, jetzt für zwei Wagen breit genug. 
Am Urner Loch sowie bei Andermatt und Hospental sind in den 
letzten Jahren starke Festungswerke aufgeführt worden (neue 
Straßen unterhalb der Teufelsbrücke nach dem Bäzberg und von 
der Oberalp auf den Musch; Zutritt verboten). 

Oberhalb des Urner Lochs beginnt das Urserental (1440- 
IGOOm), c. 3 St. lang, V4- Va St. breit, von der Reuß durchströmt 



nach Airolo. ANDEBMATT. K. S. 134,140. — IL K. 33. 143 

und von hohen zum Teil schneebedeckten Bergen umgeben. Gre- 
treide gedeiht hier nur kärglich; der Winter dauert fast acht Monate, 
während der vier Sommermonate muß nicht selten geheizt werden. 
— An einem Artillerielibungslager vorbei nach (20 Min.) 

0,7km Andermatt. — Gasth.: *Gr.-H. Belle vue, großes Haus in 
freier Lage am untern Ende des Orts, 145 Betten, Z. 3-10, F. l^/g, G. 31/2, 
M.5, Musik 1/2, P. 10-20 fr.; daneben Hot.-Restaur. Touriate, Z. 2-3, 

F. 11/4, M. 21/2, P. 7-8 fr., Bier; gegenüber H. Nager, Z. 1-3, F. I1/4, 
M. 21/2, P. 5-7 fr.; *Danioth'8 Grand-Hotel, am obern Ende des 
Dorfs, 80 Z. zu 2-5, F. li/a, G-. 3, M. 4, P. 7-12 fr.; H.-P. Oberalp, Z. von 
3 fr. an; *St. Gotthard, 35 Z. zu 21/2-^:, F. IV2, &. 21/2, M. 4, P. 7-8 fr.; 
*Krone, 35 Z. zu 2-3, F. I1/4, M. 3, A. 21/2, P. 6-7 fr., mit Bier-Restaui-. ; 
*Drei Könige, 30 Z. zu 2, F. I1/4, M. 3, P. 61/2-7 fr.; Sonne; 
Schlüssel; H.-P. F edier, mit Bierhalle. — Gotthard-Mineralien 
bei Frau Meyer-Müller. — Apotheke. 

Ändermatt (1444m), Hauptort (818 E.) des Urserentals, mit 
im XVII. Jahrh. erbauter Eokokokirche, wird als Höhenkurort be- 
sucht. Beim Übungslager an der Bergwand steht die alte Kirche 
St. Columban, angeblich aus dem Anfang des vii. Jahrb., mit mo- 
dernen Fresken. Von der (6 Min.) Kapelle Mariahilf guter Über- 
blick: r. der kahle Bäzberg, im Hintergrund die Furka mit dem 
Muttenhorn ; einige Schi'itte hinter der Kapelle sieht man auch den 
Badus (s. unten); ö. steigt in groiBen Zickzacklinien die Oberalp- 
straße an (s. S. 434). Oberhalb des Orts ein Bannwald (S. 133). 

Ausflüge. Vom Grütsch (2328m), 2^/2 St. n.ö., von der Oberalp- 
straße bei den (1 St.) Hütten von Eufenen (1867m) 1. über Grashänge 
hinan, schöne Aussicht auf das Urserental und die Gotthardberge. — 
Zum (2 St.) Hot. Oberalpsee, auf der Oberalpstraße zu Fuß oder Wagen 
(Einsp. 15, Zweisp. 25 fr.); vom Hotel auf den Calmot I1/4 St., auf den 
Stock 13/4 St. (beide leicht und lohnend); s. S. 433. — Gurschenstock 
(2872m), 31/2 St. (F. 15 fr.), und GamsstocJc (2965m), 4 St. (F. 12 fr.), beide 
unschwierig und lohnend; beschwerlicher das Kastdhorn (2977m), 5 St. 
(F, 20 fr.). — Six-Mad-vm oder Badüs (2931m), über die EoJSbodenalp 
in 5 St. (F. 15 fr.), anstrengend, besser vom H. Oberalpsee in 8^/2 St. 
(S. 434). Vom Gipfel großartige und sehr malerische Aussicht. 

Von Andermatt über die Oberalp nach Chur s. R. 95; über die Furka 
zum Bhonegletscher s. R, 35. Über den Unteralppaß (2530m) nach (8 St.) 
Airolo s. S. 138. 

Zwischen Andermatt und (35 Min.) Hospental sieht man vor der 
St. Annakapelle 1. hoch oben den vom Kastelhorn (2977m) herab- 
kommenden St. Annagletsclier. 

8,3km Hospental. — Gasth.: *Meyerhof, 50 Z. zu 3-5, F. I1/2, 

G. 3, M. 4, P. 8-12 fr.; *Goldner Löwe, mit Restaur., 28 Z. zu 2-3, 
F. 11/4, G. 21/2, M. 31/2, P- 6-8 fr.; Kreuz & Post, Z. iVa, F. 1, 
P. 5 fr.; Sternen, Z. 1-2, F. 1, P. 4-5 fr., gut ; St. Gotthard, Schaf li, 
P- 5-6 fr., beide einf. gut. — Führer Sam. Camenzind. 

Hospental (1484m), mit 290 Einw., einst Sitz der Edlen von 
Hospenthal, von deren Burg der alte Turm auf dem Hügel noch 
übrig ist, liegt malerisch an der Vereinigung der Ke alper Keuß 
mit der Gotthard-Keuß und wird als Höhenkurort besucht (Nadel- 
wald unmittelbar beim Dorf). R. zweigt die FurkaUraße ab 
(s. S. 149). 



144 II- R- 33. -^ K. S. 140. ST. GOTTHARD. Von Oö^cJienffn 

Die Gotthardstraße steigt in zahlreichen Kehren in einem öden 
Tal den Gotthard hinan, auf dem 1. Ufer der Gotthard-Reuß (Ab- 
kürzungsweg beim zweiten Hause jenseit der Eeußbrücke 1. ab). 
Hübsche Rückblicke auf das Urserental und die zackigen Gipfel der 
Spitzberge (S. 149) bis w. zum Galenstock. Auf dem (1 St.) Gams- 
hoden (1713m) mündet 1. das jäh ansteigende Gkispistcd ; oben der 
Gruspisgletscher und der Pizzo Centrale (s. unten). An einer großen 
Kehre (74 St.) die erste Cantoniera (1791m) , jetzt Militärstation 
(dabei das Restaur. Schweizerheim), am Fuß des Piz Orsino (2666m). 
Die Straße überschreitet nach 25 Min. die Grenze des Kantons 
Tessin (1914m) und steigt allmählich, an der {^/^ St.) verfallnen 
zweiten Cantoniera (1976m) vorbei, zur (5 Min.) Rodonthrücke 
(2018m) über die junge Reuß, nicht weit von ihrem Ausfluß aus dem 
r. gelegenen Lucendrosee. 

Der *Ijuceiidrosee (2083in) läßt sich mit einem Mehraufwand von 
1/2 St. leicht besuchen. Fußpfad unterhalb der Rodonthrücke am I. Ufer 
der Reuß, zuletzt über Felshlöcke, zu dem (1/4 St.) schönen dunkeln See, um 
dessen Nordrand der Pfad herumführt. S. der Pizzo la Valletta (2540m), 
s.w. der prächtige Piz Lucendro (2959m, s. S. 145), w. die Ywerberhörner 
(2824m), der Piz deW Uomo (2688m) etc. — Beim Ausfluß der Reuß aus 
dem See führt ein Steg hinüber; man überschreitet ihn und folgt jenseits 
dem Pfade, der vor der Paßhöhe in die Grotthardstraße mündet. 

Auf der (20 Min.) Paßhöhe des St. Gotthard (211 4m) führt 
die Straße zwischen mehreren kleinen Seen hin. 

Der St. Gotthard ist kein einzelner Berg, sondern ein 440qkm 
großer, reich gegliederter und von verschiedenen Hochtälern durch- 
zogener G-ebirgsstock mit einer Reihe von Gipfeln, ansehnlichen Glet- 
schern und an 30 kleinen Seen. Die Paßhöhe selbst ist ein kahles aus- 
sichtloses Hochtal, ö. begrenzt von dem schroff abstürzenden Sasso di 
San Gottardo (2510m), w. von den Felsmassen der Fibbia (2742m) und des 
Pizzo la Valletta (2540m). Die Hauptgipfel des Gotthard sind: ö. Prosa 
(2738m) und Pizso Centrale (3003m); w. Piz Lucendro (2959m), Ywerber- 
horn (2824m), Piz delV Uomo (2688m), Winterhorn oder Piz Orsino 
(2666m); dann weiter w. Leckihorn (3069m), Muttenhorn (3103m), Pizzo 
di Pesciora (3123m), Pizzo Botondo (3197m) und Kühbodenhorn (3073m). 
— Der Gotthard ist berühmt wegen seiner reichen Flora sowie wegen 
seiner höchst interessanten geognostischen Beschaffenheit (Fundstätte sel- 
tener Mineralien). Sämtliche Zugänge werden durch neue Festungswerke 
verteidigt (Umfang der Gotthardbefestigung 60km). 

5 Min. südl. unterhalb der Paßhöhe, 19km von Göschenen, das 
Hotel du Mont- Prosa bei Lombardi (2094m; 55 Z. zu 2-3, F. 
172, M. 4, P. 8-9 fr. ; Telephon nach Airolo). Das alte Hospiz, in dem 
dürftige Wanderer unentgeltlich Unterkunft fanden, ist im März 1905 
abgebrannt, wird aber wieder aufgebaut. 

Ausflüge (als Führer für kleinere Touren gehen die Knechte im 
Hotel mit, für die der "Wirt den vollen Führertarif berechnet). Sorescia 
oder Scara Orell (2240m), 1 St., lohnend (F. unnötig). Auf der Straße 
südl. hinab bis zur Tessinbrücke (S. 145); jenseits 1. auf schmalem Pfade 
bergan. Hübsche Aussicht, namentlich auf die Tessiner Alpen, Cristallina, 
Campo Tencia, Basodino etc. Abstieg nach dem Sellatai nicht ratsam, 
da keine Brücke über den hier schon ziemlich breiten Tessin vorhanden. 

*Pizzo Centrale (Tritthorn, 3003m), 3V2 St., ziemlich anstrengend, 
aber höchst lohnend (F. 10 fr.). Hinter dem Hospiz 1. über den Bach imd 



nach Air olo. ST. GOTTHARD. K. S.MO.- IL R. 33. 145 

am Abhang des Sasso S. Gottardo durch G-eröll hinan in das Sdlatal; 
1. der Mte. Prosa (s. unten). Weiter hoch am Abhang über dem SeUasee 
(2231m), zuletzt über Schneefelder zum Fuß des aus morscher Hornblende 
aufgetürmten Gipfels und zur Spitze. Die Aussicht, von überraschender 
Pracht, umfaßt fast alle Hauptgebirgsstöcke der Schweiz (Panorama von 
A. Heim). Die Besteigung von Hospental über den Gamsboden und durch 
das wilde Guspistal (S. 144) ist anstrengender (5-51/2 St.; P. 18 fr.). — 
Monte Prosa (2738m), 2V2 St., nicht schwierig (F. 7 fr.). Bei der Hütte 
oberhalb des Sellasees (I1/4 St.) vom Wege zum P. Centrale 1. ab, über 
magere Weiden und Schneeflecken zum (3/4 St.) Sattel (2596m) zwischen 
Prosa und Blauberg; dann L über den Grat, zuletzt über scharfe Fels- 
blöcke zum (V2 St.) Gipfel (der 13m höhere westl. Gipfel ist durch eine 
6m tiefe Kluft vom östl. Gipfel getrennt). Die Aussicht steht der vom 
P. Centrale nach. 

Fibbia (2742m), der mächtige Felskoloß, der w. die Gotthardstraße 
beheiTscht und in jähen Wänden ins Val Tremola abstürzt, durch die öde 
Vallefta di 8. Gottardo in 21/2 St., ziemlich mühsam (F. 7 fr.). Vorzüg- 
licher Überblick der Gotthardgruppe, des Tessintals und der Tessiner 
Alpen. — Piz Orsino oder Winterhorn (2666m), über die Rodont-A. 
in 4 St. (F. 7 fr.), unschwierig u. lohnend. — *Piz Lucendro (2959m), 
31/2-4: St. (F. 10 fr.), nicht schwierig. Vom Lucendro-See (S. 144) über 
die Lucendro-Alp und durch die Talsenkung zwischen Ywerberhömern 
und Pizzo la Valletta hinan zum Lucendrogletscher und über ihn in 
allmählicher Steigung zur felsigen Spitze, mit prachtvoller, höchst groß- 
artiger Aussicht. — Leckihorn (3069m) s. unten. — *Pizzo Rotondo 
(3197m), höchster Gipfel der Gotthardgmppe, 7-8 St. m. F. (30 fr.), schwierig. 
Auf dem Leckipaß -Wege (s. unten) zum Wyttenwassergletschei', dann 1. 
über den Wyttenwasserpaß (2855m) und um den Pizzo B,otondo herum 
(großartige Partie) zum Passo Rotondo (2900m) und von S. her steil zum 
Gipfel (vgl. S. 137). 

Pässe. Über den Orsinopaß nach Realp, 41/2 St., nicht 
schwierig, aber F. ratsam. 10 Min. unterhalb der Rodontbrücke (S. 144) 
von der Gotthardstraße 1. ab über die steinige Rodont-A. am Orsinosee 
(2291m) vorbei, oder vom Lucendrosee n.w. hinan am Ch'sirorasee (2456m; 
bleibt 1.) vorbei zum (2 St.) Orsinopaß (2580m) s.w. vom Piz Orsino 
(s. oben), mit prächtiger Aussicht. Hinab zur Alp Oacciola, dann steil 
ins Wytenwassertal nach (2 St.) Realp (S. 149). 

Nach der Furka über den Leckipaß, 10-11 St. m. F. (30 fr.), 
anstrengend, nur teilweise lohnend. Vom Lucendro-See über die Lucendro- 
Alp steil hinan zum (2 St.) Yioerberpaß (c. 2700m), n. vom Ywerberhorn ; 
hinab zur Wyttenwasseralp (2190m) und über den Wyttenwassergletscher 
hinan zum (31/2 St.) Leckipaß (2912m), zwischen RottäliJiorn (2908m) 
und Leckihorn (3069m; bis zum Signal 3053m vom Paß in 1/2 St. leicht 
zu ersteigen). Hinab über den Muttengletscher zur Muttenalp (2118m), 
wieder hinan zur Tierbergalp (2440m) und 1. über Alpweiden um den 
Tierberg herum zum (41/2-5 St.) Furkahotel (S. 149). — Geübte können auch 
vom Wyttenwassergletscher über den Wyttenwasserpaß (2855m) und den 
Passo Rotondo direkt nach All' Acqua im Val Bedretto gelangen (s. oben 
u. S. 137; 10 St. vom Gotthardhospiz; interessant und|lohnend). 

Fußgänger brauchen vom Hot. Prosa bis Airölo 2^2 St., bergan 
31/2 St., Wagen ebensoviel. Im Winter und Frühjahr häuft sich der 
Schnee oft 10-12m hoch an und bleibt wohl auch den ganzen Som- 
mer über an der Straße liegen. Die Südseite ist Schneestürmen 
und Lawinen besonders ausgesetzt. Etwa 10 Min. s.o. unterhalb des 
Hotels überschreitet die Straße den Arm des Tessin, der aus dem 
Sellasee (s. oben) ausfließt, und senkt sich dann durch das öde Val 
Tremola in zahlreichen Kehren, die der alte Saumpfad kürzt. 
Bajdeker's Schweiz. 31. Aufl. 10, 11.. 



146 //. B. BS. - K. 8. 88, 134. MADERANEKTAL. 

Reiche Elora. Bei der Cantoniera di Val Tremola (1696m) beginnt 
die Leventina (S. 137) ; *Aussic]it abwärts bis Qninto. An der Straße 
starke Befestigungen. R. mündet das von dem w. Hauptarm des Tessin 
durcbflossene Val Bedretto (S. 363). — 29km Airölo (1145m), s. S. 137. 
Wer vom G-otthard nach Bedretto will, braucht nicht nach Airolo 
hinabzugehen, sondern schlägt unterhalb der Cantoniera di Val Ti'emola 
(s. oben) an der Spitze der zweiten Kehre, welche die Straße nach dem 
Val Bedretto zu macht, den r. hinabführenden Fußweg ein, der bei 
Fontana (S. 363) in den Fahrweg von Airolo nach AU' Acqua mündet 
(Zeitersparnis c. 1 St.). 

34. Das Maderanertal. 

Das 4 St. lange * Maderanertal , von mächtigen Bergen einge- 
schlossen und von dem wilden Kärstdenhach durchströmt, ist reich an 
Naturschönheiten und sehr besuchenswert. Reitweg (früh morgens schat- 
tig) bis zum (31/4 St.) Hotel Alpenklub ; Träger 5, Pferd 12, hin u. zurück 
mit Übernachten 24 fr. Sehr lohnender Rückweg über die Stäfdn (s. S. 147), 
6-7 St. bis Amsteg (bei gutem Wetter nicht zu versäumen, auch von 
rüstigen Damen gut zu machen). 

Amsteg (522m) s. S. 134. Am 1. Ufer des Kärstelenbaehs (S. 134) 
unter dem kolossalen 54m b. Viadukt der Gottbardbabn (S. 135) 
hindurch und auf steilem Zickzackweg zur (^/^ St.) St. Antoni-Ka- 
pelle (723m), dann über obstreiche Matten zum (20 Min.) Dörfchen 
Bristen (797m; Pens. Eedier, Z. iVg, F. 1, P. 5-6 fr.). Am Ende des 
Dorfs etwas bergab, auf einer (5 Min.) eisernen Wehrbrücke über 
den schäumenden Kärstelenbach und am r. Ufer bergan; nach 7 Min. 
nicht r. über die Brücke zum engen Etzlital (S. 148), in dem ^/4 St. 
aufwärts der Etzlibach einen schönen Fall bildet, sondern gerade- 
aus und nach 20 Min. über eine zweite Brücke {Talbrücke, 819m), 
mit schönem Blick talauf- und abwärts, wieder auf das 1. Ufer zu 
den (5 Min.) Häusern am Schattigen Berg. Nun steil den (40 Min.) 
Lungenstutz hinan, oben (1097m) zwei kl. Whser. ; beim zweiten 
(Kreuz, 8 Min.) hübsche Aussicht. Dann streckenweise durch Wald, 
über den Grießen- und Staldenbach zu den (72 St.) Hütten von 
Stössi (1172m) ; bei der (5 Min.) Säge über den Kärstelenbach, an 
den Häusern von Balmenwald (1233m), die r. liegen bleiben, vorbei 
zum (25 Min.) *H.-P. zum Sch-weizer Alpenklub auf der Bal- 
menegg (1354m ; 83 Z. zu 2-3, F. 1.20, M. 4, A. 3, P. 7-10 fr. ; Telegraph). 
Von der Terrasse an der S.-Seite schöne Aussicht; hübsche ebene 
Waldpromenaden (10 Min. vom Hotel der kl. Butzlisee mit Gondel). 

Ausflüge. Zum Hüfigletscher 1 St., lohnend (F. entbehrlich). Vom 
Gasth. anfangs durch Wald, weiter an den Rasenhängen der nördl. Tal- 
seite entlang (gegenüber die Wasserfälle des Brunni- und Lämmerbachs), 
über den Spritzbach, den Seidenbach und die Milchbäche bergan bis zu 
einem (1 St.) Felsvorsprung (1642m) mit gutem Überblick des stark zu- 
rückgegangenen Gletschers, dem der Kärstelenbach entströmt. — Auf die 
Seelegg (1745m), s.w. oberhalb Lungenstutz (s. oben), 2 St. m. F., leicht 
und lohnend (bei Stössi 1. hinan); Aussicht auf Etzli- und Reußtal, 
Bristenstock und die Bergkette an der N.-Seite des Maderanertals. 

Lohnendster Rückweg nach Amsteg (6-7 St., Führer 8 fr.) über 



MADERANERTAL. K. 8. 88, 134. - //. r, 34. 147 

die *Stäfeln, die hohen Alpenterrassen am nördl. Talrand. Ent- 
weder vom Hotel direkt auf steilem Waldweg („Eselsweg") zur 
(1^/4 St.) Stäfel-Ä.; oder bei dem oben erwähnten Felsvorsprung 
beim Hüfigletscher (1 St. vom Hotel) 1, im Zickzack über den Tritt 
hinan zur (1 St.) Alp 6rwo/ (1895m), % St. Stäfel-Ä. (1916m), 1/4 St. 
Älp Bernetsmatt (1998m), mit prachtvoller Aussicht auf Hüfi- 
gletscher u. Claridenpaß, Düssistock, Tschingelgletscher, Oberalp- 
stock, Weitenalpstock, Crispalt, Bristenstock, Galenstock, Flecki- 
stock, die Windgällen und den Rüchen (schöner noch ist der Blick 
von der * Widderegg, 2389m, von Bernetsmatt IV4 St. m. F.). Von 
der Stäfel-A. hinab zum reizend gelegenen Golzerensee (1410m) 
und der (1 St.) Golzerenalp (1397m) ; dann über zwei Bäche zu den 
Hütten von Glausen und an steiler Bergwand im Zickzack durch 
G-ebüsch hinab ins Tal, nach (1^2 St.) Bristen und (Y2 St.) Ämsteg 
(S. 134). 

Bergtoueen vom Hotel Alpenklub (Führer: Jos. Maria Tresch, der 
"Weiße, Jos. Tresch, Solin des Schwarzen, Jos. Tresch, der Rote, Vater 
II. Sohn, Franz Walker, Franz Zgraggen ; vgl. auch S. 134). — Düssistock 
{Piz Git, 3259ni), 6-7 St., schwierig, nur für Geübte (F. 25 fr.). Im Brunni- 
tal zur (2 St.) Walter sflrrenalp (1930m); hier 1. hinan zum (2 St.) Reati- 
Tschin gel -Firn und über ihn, zuletzt über schwierige Felsbänder zum 
Kleinen Dilssi (3133m) und über den G-rat zur (2 St.) Spitze. — ♦Ober- 
alpstock {Piz Tgietschen, 3330m), 71/2-8 St., für G-eübte nicht besonders 
schwierig (F. 20 fr., mit Abstieg nach Disentis 25 fr.). Entweder vom H. 
Alpenklub in 41/2 St. zum Urner Bühl (S. 148), dann über den Brunni- 
gletscher, zuletzt über Fels in 3-31/2 St. hinan; oder (schwieriger) vom 
(51/2 St.) Krüzlipaß (S. 148) über den Strimgletscher in 31/2 St. — "Weiten- 
alpstock (3009m), von der Roßbodenalp im Etzlital (4 St. von Amsteg, 
8. S. 145) über die Weitenalp in 41/2 St., mühsam (F. 25 fr.). — Piz Cam- 
briales (3212m), von der Hüfihütte (s. unten) in 4-5 St. (F. 25 fr.), und 
Claridenstock (3270m), von der Hüfihütte in 4-5 St. (F. 25 fr.), beide 
für Geübte nicht sehr schwierig. — Kammlistock (3238m), von der 
Hüfihütte über die Kammlilücke (S. 148) in 5 St. (F. 30 fr.), mühsam. — 
Großes Scheerhorn (3296m), von der Hüfihütte über den Hüflflrn in 
5-6 St. (F. 25 fr.), bei gutem Schnee nicht sehr schwierig.^ — G-roßer 
Rüchen (3136m), vom H. Alpenklub über das Alpgnofer Älpli (S. 148), 
den Älpligletscher jmä Ruchenftrn in 6 St. (F. 20 ir.), nicht schwierig, 
aber sehr anstrengend. — Große "WindgäUe oder Kalkstock (3192m), 
von Alp Bernetsmatt (s. oben) über den Stäfelgletscher in 5 St. (F. 30 fr.), 
sehr schwierig , nur für geübte, schwindelfreie Steiger. Höchst großartige 
Rundsicht. — Kleine "WindgäUe (2988m), von der Alp Oberkäsern 
(1948m), 31/2 St. von Amsteg, 1/2 St. von Bernetsmatt, in 31/2 St. (F. 20 fr.), 
weniger schwierig und sehr lohnend. 

Pässe. Nach Linthal über den Claridenpaß, 11-12 St. vom 
Hotel Alpenklub, großartige Touj-, für Geübte nicht schwierig (F. 35 fr.). 
Auf der I. Seite des Hüflgletschers hinan über die Hüflalp (1999m) zur 
(31/2 St.) neuen Hüfi.hütte des S.A-C. (2338m), in herrlicher Lage, und über 
den Hüft- und Olaridenflrn zum (3-31/2 St.) Claridenpaß (2969m), zwischen 
Hinterm Spitzalpeli- Stock (3003m) und Claridenhorn (3104m), mit präch- 
tigem- Blick auf den Tödi, das Rheinwaldgebirge etc. Hinab an dem 
durchlöcherten Bocktschingel und dem Gemsfayrenstock (S. 89) vorbei zur 
(I1/2 St.) Claridenhütte äea S.A.G. (2444m; S. 89) , dann über die 4iienore«- 
alp nach (3 St.) Linthal (S. 88). Man kann auch vom Hüfifirn r. über den 
Hüfi- oder Planurapaß (2940m) zwischen Hint. Spitsalpelistock und 
Oatscharauls auf den Sandflrn, dann entweder 1. hinab zur Obern Sandalp 
(S. 90), oder r. über den Sandalppaß nach Disentis (S. 431) gelangen (F. 30 fr.). 

10,11* 



148 ILR.34.-K.S.88,134. KRÜZLIPASS. 

Über die Kanunlilücke (2848m) nach UrnerLoden oder Unters chächen 

10 St., schwierig (F. 35 fr.). Von der (31/2 St.) Hüfihütte zur (21/2 St.) Joch- 
höhe, zwischen Scheerhorn (3296ni) und Kammlistock (3238m; s. S. 147); 
steil hinab über Firn auf den Griesgletscher und über die Gemsplanggen 
zur (2 St.) Kammlialp (2050m; ordentliche Sennhütten) und dem (3/4 St.) 
Klausenpaß (S. 91), oder über die Balmwand hinab nach (I1/2 St.) Aesch 
(S. 88) und (1 St.) Unterschächen (S. 92). 

Nach Unterschächen über den Ruchkehlenpaß, 8-9 St., be- 
schwerlich (F. 25 fr.);_ Vom H. Alpenklub über den Schwärzipfad zum 
(21/2 St.) Alpgnofer Älpli (2034m), dann steil hinan zum ÄlpligletscJier 
und zum (2 St.) Ruclikehlenpaß (2679m) zwischen Sattelhörnern und 
Gr. Rüchen ; dui-ch die vereiste Ruchkthle steil hinab zur (2 ^t.)Brunni-A. 
(1408m) und nach (I1/4 St.) Utiterschächen (S. 92). — Über den Scheer- 
horn-Griggeli-Paß, 9;10 St., gleichfalls beschwerlich. Vom H. Alpen- 
klub über das Alpgnofer Äljjli (s. oben) um die Abstürze des Kalkschyen 
herum zum Bocktschingelfirn und am Hutstöckli r. vorbei zum (5 St.) 
Scheerhorn- G-riggeli-Paß (2798m), zwischen Kl. Scheerhorn und Kl. 
Euchen; steil hinab über das Ruchenbändli zur Obern Lammerbachalp 
(1982m) und nach (4 St.) Unterschächen. 

Nach Disentis über den Brunnipaß, 8 St., anstrengend aber 
lohnend (F. 25 fr.). Vom H. Alpenklub im Brunnital über Alp Walters- 
flrren zur (3 St.) Brunnialp (2076m) und zum (II/2 St.) Timer Bühl (c. 
2400m), am Ostrande des Brunnigletschers, dann über diesen zum (1 St.) 
Brunnipaß (27o6m), zwischen 1. Fiz Cavardiras (2965m), r. Pis d'Acletta 
(2917m). Hinab durch das Aclettatal am M. Lac Serein vorbei nach 
Acletta und (2^2 St.) Disentis (S. 431). 

Von Amsteg über den Krüzlipaß nach Sedrun 71/2-8 St. 
(F. 25 fr.), mühsam. Bis (50 Min.) Bristen s. S. 146; 10 Min. weiter r. ab, 
in dem wilden, einsamen Etzlital hinan , am schönen Etzlibachfall vorbei 
zu den Hütten von Herrenlimmi, Krüzsteinrüti, Porthüslen und (13/4 St.) 
Mzliboden (1315m), in einer Talweitung. Nun steil bergan zu den Hütten 
von Roßboden und (II/2 St.) Culma (1880m) und 1. zum (I1/2 St.) Krüzli- 
paß (2350m), zwischen Weitenalpstock und Krüzlistock; hinab durch 
das öde Strimtäl nach (2 St.) Sedrun (S. 432). — Der Krüzlistock (2719m), 
mit sehr lohnender Aussicht, ist vom Krüzlipaß in 1 St. zu ersteigen. 
Oberalpstock (3330m), vom Krüzlipaß beschwerlich in 31/2 St., s. S. 147. — 
"W. 11/4 St. oberhalb Culma, über Alp Müllersmatt, liegt die Spidlaui- 
alp (2383m) mit kl. See, von wo man über die Pörtlilücke (2514m) zur 
(13/4 St.) Vorderwäldialp im Fellital (S. 136) gelangt. Von Spiellauialp 
ist Piz Cfiuf oder Schattig- Wichel (3098m), mit großartiger Aussicht, für 
Geübte in 2V2-3 St. zu ersteigen (von Tschamut 6 St.; F. 30 fr.). 

35. Von Göschenen zum E-honegletscher. 
Furka. 

37km. Post im Sommer 2 mal tägl. in 6V2 St. (9 fr. 25 c, Coupe 

11 fr. 10); von Gröschenen bis Brig tägl. vorm. in 123/4 (Brig- Göschenen 
14) St., mit 1/2 St. Aufenthalt in Tiefenbach und Mittagshalt in Gletsch, 
die zweite Post nachm. mit Übernachten in Gletsch (19 fr. 50, Coupe 23 fr. 
85 c); von Göschenen über Furka und Grimsel bis Meiringen in 13 St. 
(19 fr. 50, Coupe 23 fr. 85 c). — Entfernungen zu Fuß: Andermatt IV4, 
Realp 2, Furka 31/2 (bergab 21/2), Rhonegletscher 2 (bergauf 21/2) St. — 
Wagen: Einspänner (nur für 2 Pers.) von Göschenen nach Realp 10, Zweisp. 
15 fr.; Rhonegletscher („Gletsch") 35 u. 65, Fiesch 55 u. 100, Brig 75 u. 135, 
Meiringen 72 u. 130 fr.; Zweisp. von Andermatt nach Realp 15, Furka 40, 
Gletsch 60, Fiesch 110, Brig 135 fr.; von Hospental nach Realp Einsp. 6, 
Zweisp. 10 fr., Furka Zweisp. 35, Gletsch 50, Fiesch 90, Brig 120 fr. 

Die *Furkastraße , vorwiegend aus militärischen Gründen gebaut, 
bietet prächtige Blicke auf den Rhonegletscher, die Berner und Walliser 



REALP. «'• S. 140, 134. - II. B. 3.5. 149 

Alpen, und ist von Realp bis Oberwald (S. 362) auch zur Fußwanderung 
sehr geeignet. Namentlich wird sie häufig in Verbindung mit der Wan- 
derung über die G-rimsel von oder nach dem Berner Oberland gewählt. 

Bis (8,3km) Hospental (1484m) s. S. 143. Am obern Ende des 
Dorfs zweigt die Straße von der Gotthardstraße r. ab, steigt erst 
etwas und inihrt dann eben fort am r. Ufer der Realper Reuß durch 
das einsame Urserental (S. 142); auf beiden Seiten steile Rasen- 
bänge, von zahlreichen Tobein durchfurcht, n. überragt von den 
Felszacken der Spitzberge (3063m). — 35 Min. Zumdorf (IblSm), 
ein paar Hütten mit Kapelle; weiter über die Reuß und den Loch- 
hach nach (40 Min.) 

14km Realp (1542m ; H, des Alpes, Z. 1 1/2-2, F. 1.20, M. 2V2-3 fr., 
einf. gut ; Post, einf.), freundliches Dorf am W.-Ende desUrserentals. 

Über die Alpligenlücke zur (6 St.) Göscheneralp s. S. 141; über den 
Orsinopaß zum (5 St.) St. Gottaard S. 145. — S. führt von Eealp ein 
wenig lohnender Weg über den Cavannapaß (2611m) zwischen Piz 
Lucendro und Hühnerstock nach (5-6 St.) Villa im Val Bedretto (S. 363). 
Führer Joh. Eenner in Realp. 

Hinter Realp beginnt die Straße in großen Windungen zu steigen. 
Fußgänger kürzen auf dem alten Wege, hinter der zweiten Brücke, 
15 Min. von Realp, nach 50 Schritten r. ab , dann stets den Tele- 
graphenstangen nach (bergabsteigende verlassen die Straße einige 
hundert Schritt hinter dem Kilometerstein 50, 1. einige Stufen hin- 
unter). Bald öffnet sich ein schöner Rückblick über das Urseren- 
tal, im Hintergrund die Zickzacklinien der Oberalpstraße (S. 433) ; 
1. das Wyttenwassertal mit dem gleichn. Gletscher (S. 145), den 
Ywerb erhörnern und Piz Lucendro. Oberhalb der letzten Straßen- 
kehre, auf der Ehnetenalp, IV2 St. von Realp, das kl. H.-P. Galen- 
stock (2010m; Z. IV2-2, M. 3 fr.); 25 Mn. weiter (21,7km) die Post- 
station Tiefenbaeh (2092m ; H.-P. Tiefengletsch, Z. 2-21/2, F. 1 1/2, 
G. 2V2, M. 31/2, P- 7-9 fr.) 

Von der Alp Gspenderboden (2541m), l^U St. n. von Tiefenbach, guter 
Überblick des schönen, vom Winterstock, G-letschhorn und G-alenstock 
überragten Tiefengletschers, bekannt durch den Kristallfund vom Sept. 
1868 an der Südseite des Gletschhorns (G-esamtausbeute 250 Ctr.) und be- 
merkenswert wegen seiner großartigen Zerklüftung (über 60m tiefe Spalten). 
— Über den Tiefensattel oder die Tt'iftlimmi zur Trifthütte s. S. 163. — 
Über die Winterlücke (2880m) zur Göscheneralp (S. 141), 6 St. m. F. (15 fr.); 
Abstieg zum Wintergletscher steil. 

Über das Tiefentobel, weiter stets ansteigend hoch an der nördl. 
Bergwand; 1. tief unten im Garschental der alte nicht zu emp- 
fehlende Saumweg. N. der Siedeingletscher, dessen Abfluß an der 
Straße einen hübschen Fall bildet, daneben die spitzen Nadeln des 
Bielenstocks (2947 m), vorn das Furkahorn (S. 150), Auf der 
(IV4 St., 26,7km) Purka (2436m), einem nach beiden Seiten scharf 
abfallenden Joch zwischen 1. Muttenhörnern , r. Furkahörnern, nur 
selten ganz frei von Schnee, erreicht man zunächst das Hot.-Re- 
staur. Furkablick (50 Z. zu 2-5, F. IV2, ^- 3, M. 4 fr.), dann 8 Min. 
weiter, 1. von der Straße, das *f/.-P. Furka (40 Z. zu 3-5, F. IV2, 



150 IL B.35.- K. S. 140, 1 34. FUEKA. 

G-. 4, M.5, P. 11-14 fr.; Post- u. Telegraph.). 5 Min. weiter pracht- 
volle Aussicht auf die Berner Alpen mit dem imposanten Finster- 
aarhorn, 1. davon Oheraarhorn, Walliser Fiescherhörner, Siedelhorn, 
Wannehorn, r. Agassizhorn und Schreckhörner ; vom (10 Min.) Sig- 
nal auch auf das Oberwallis und die Walliser Alpen (Mischabel- 
hörner, Matterhorn, Weii3horn etc.). L. vom H. Furka zweigt die 
neue strategische Längisgratstraße ab (für Fußgänger zugänglich) ; 
vom Schönblick , 10 Min., sowie vom Känzli, 25 Min. vom Hotel, 
herrliche Aussicht auf den Rhonegletscher etc. 

Ausflüge. Furkahörner: Kleines Furkahorn (2819 m), I1/4 St., 
leicht und lohnend (zum Teil Reitweg, F. entbehrlich); von da weglos 
und mühsam über Geröll und Schnee (F. ratsam, 7 fr.) auf das (1 St.) 
FurJcahorn (3028m), den südlichsten Gipfel des vom Galenstock auslau- 
fenden Galengrats. Prächtiger Rundblick über Berner und Walliser 
Alpen, Galenstock, Gotthardgruppe etc. (Panorama im Hotel). — Blauberg 
(2777m), südl. von der Furka (I1/2 St., F. 7 fr., entbehrlich) und Muttenho7'n 
(3103m; 3 St., F. 10 fr.), beide unschwierig und lohnend. 

G-alenstock (3597m), 5 St. (F. 20 fr.), für Geübte bei gutem Schnee 
nicht schwierig (Eisaxt und Seil). Von der Furka zum (3/4 St.) Rhone- 
gletscher und an seinem 0.- Rande hinan, dann r. über Eis und Schnee 
steU empor zum SW.-Grat und über Felsblöcke, zuletzt über steilen Firn 
zu der überhängenden Schneekuppe (Vorsicht!). Höchst großartige Aus- 
sicht. . Kürzer aber schwieriger ist der Anstieg von der Furka über den 
Siedeingletscher und den Siedelnsattel. Abstieg über Nägelisgrätli zur 
G-rimsel 5 St., s. unten. — Rhonestock (3603m), Dammastock (3633m) und 
Schneestock (3608m), von der Furka in je 6 St. (F. 30 fr.), beschwerlich, 
besser von der Trifthütte, s. S. 163. 

Von der Furka über den Leckipaß zum St. Gotthard (10-11 St., F. 
30 &•.) s. S. 145; über die Triftlimmi zur Trifthütte (6 St.; F. bis Innert- 
kirchen 40 fi-.) s. S. 163. 

Fußgänger, die nach der Grimsel wollen, können von der Furka 
(Fußweg, bei den Galenhütten, 25 Min. vom H. Furka, von der Straße r. 
ab) in 3/^ St. zum obern Teil des Rhonegletschers, oberhalb des Absturzes 
in 1/2 St. quer über den Gletscher, hinan zum {^U St.) *Nägelisgrätli 
(2666m), mit prächtiger Aussicht aiif Bemer und Wälliser Alpen, Galen- 
stock etc., dann steil hinab zum (2 St.) Grimselhospiz gelangen (im ganzen 
4-41/a St.; F. 10 fr.; Bergstock und benagelte Schuhe unerläßlich). Der 
Pfad mündet am N.-Ende des Ideinen Grimselsees (S. 223). 

Die Straße führt noch eine Strecke r. an der Bergwand entlang 
an den Furkabefestigungen vorbei bis zu den (25 Min.) Galenhütten 
(2407m) und senkt sich dann in großen Kehren, die man auf Fuß- 
pfaden meist kürzen kann, hoch über dem gewaltigen *Rhone- 
gletscher (S. 362), mit prächtigen Blicken auf die in den wunder- 
barsten Formen aufragenden Eismassen des Gletscherabsturzes. Au 
der zweiten Kehre die Poststation (29,4km) *Hot. Belvedere (2200m ; 
50 Z. von 2V2-6, F. IV2, Cl. SVa, M. 5, P. 9-15 fr.). Fußpfade führen 
von hier zu einer Grletschergrotte (Eintr. 50 c.) und über die Mo- 
räne (1. halten) in 1/4 St. zu einem Punkt, wo man auch den obern 
Gletscher gut überblickt. Etwas unterhalb des H. Belvedere führt 
r. ein Abkürzungsweg direkt zum Khonegletscher-Hotel. Die Straße 
überschreitet den Mutthach (1. mündet hier der steile alte Saum- 
weg, 17* St. von der Furka) und führt dann am Abhang des Län- 



STANS. -B". S. 108, 152. - IL R. 36. 161 

gisgrats allmälilicli bergab , zuletzt in großen Windungen , die der 
alte Saumpfad kürzt, über die Rhone zum (1^/2 St.) 

37km Hotel du Glacier du Rhone im „Gletsch" (1761m ; S. 362). 

"Vom Rhonegletscher nach Brig s. R. 80; über die Gfrimsel nach 
Meiringen s. R. 52. . 

36. Von Luzern nach Engelberg. 

Dampfboot von Luzern bis Stansstad im Sommer 11 mal tägl. in 
35-55 Min. für 1 fr. 40 c. oder 70 c. (s. S. 122). — Elektrische Babtn von 
Stansstad nach Engelberg (22,5km) in I1/2 St., Fahrpreis II. Kl. 6 fr. 25, 
III. Kl. 3 fr. 45, hin u. zurück 9 fr. 5 c. u. 5 fr. In Stans hält die Bahn 
zuerst beim Bahnhof der Stanserhombahn (3,2km), dann an der Station 
Stans (3,5km). — Wer vom Gotthard über den Vierwaldstätter See kommt 
oder dorthin geht, braucht nicht über Luzern zu fahren, sondern wechselt 
in Vitznau, Weggis oder Kehrsiten das Dampfboot und fährt direkt nach 
Stansstad (4mal tägl. in 50 Min.; 2 u. 1 fr.) oder Flüelen. 

Yen Luzern nach Stansstad (438m) s. S. 123. Die Straße 
(elektr. Bahn in 12 Min.) führt zwischen 1. Bürgenstock (S. 122), 
r. Stanserhorn nach 

3,5km Stans. — G-ASTH.: *Engel, Z. II/2-2V2, ^- 1, M. 21/3-31/2, 
P. 5-61/2 fr.; Krone, Z. I1/2-2, P, 1, M. 2i/o-3, P. 4-5 fr.; *Stan8erhof , 
Z. 11/2-2, F. 1, M. 21/2-3, P. 5-6 fr.; Winkelried, Z. 2-3, F. 1, M. 21/2-3, 
P. 5-6 fr.; Adler, Z. l-lVg, F. 1, M. 2-21/2 fr.; Rößli. 

Stans (455m), Hauptort von Nidwaiden, der ö. Hälfte des 
Kantons Unterwaiden, mit 2798 Einw., in einem wahren Obstgarten 
gelegen, obgleich die Sonne vom 11. Nov. bis 2. Febr. nur 1 St. lang 
vormittags zwischen dem Brisen (2408m) und dem Stanserhorn 
sichtbar wird. Bei der Haltestelle der Engelberger Bahn und dem 
Bahnhof der Stanserhombahn ein histor. Museum, mit mittelalter- 
lichen Geräten, Waffen, Trachtenbildern, Münzen, Bibliothek, einigen 
Gemälden von Wyrsch, Deschwanden u. a., und einem Relief von 
Stans im Maßstab von 1 : 500 (Schlüssel bei Jak. Christen , hinter 
dem Hot. Winkelried; Eintr. 50 c, Katalog 50 c). Auf dem Markt 
ein hübscher alter Brunnen ; r. die stattliche, 1641-49 im Barockstil 
erbaute Pfarrkirche und in einer Halbrotunde ein ^Denkmal Ar- 
nolds von Winkelried (S. 23), Marmorgruppe von Ferd. Schlöth 
(1865). Eine Tafel neben der Begräbniskapelle auf dem Friedhof 
erinnert an das Blutbad, das die Franzosen 1798 hier anrichteten. Im 
Rathaus die Bildnisse aller Landammänner seit 1521 ; unten eine 
Anzahl alter Banner von Unter walden und ein Bild von Yolmar, 
den Abschied des Bruders Klaus von seiner Familie darstellend 
(S. 159). Hübsche Aussicht vom Knieri über dem Kapuzinerkloster. 

Das ** Stanserhorn (1901m) ist ein herrlicher, dem Rigi und Pilatus 
ebenbürtiger Aussichtspunkt. DRAHTSErLBAHu von Stans in 57 Min.; 
Fahrpreis hin u. zurück 10 fr., Sonntagsbillett, zwei Tage gültig, 6 fr.; 
kombiniertes Billett für die Fahrt Stansstad-Stans-Stanserhom u. zurück, 
Z., A. u. F. im Hotel 18 fr. Die Bahn (3,6km lang, mit einer Maximal- 
steigung von 6O0/0) besteht aus drei Teilstrecken mit zwei Ausweichstellen. 
Sie führt am Eingang des Fleckens r. durch üppige Wiesen bergan, 
mit einer Anfangssteigung von 12%, die sich allmählich auf 27,5% stei- 



152 n.E.36. WOLFENSCHIESSEN. Von Luzei-n 

gert, zur (13 Min.) ersten TJmsteigstation Kälti (714m). Die zweite Ab- 
teilung beginnt mit einer Steigung von 40 o/o, die sieb auf 6OO/0 erhöht; 
die Babn führt durch eine waldige Schlucht, in der sie einen Wildbach 
überschreitet, und durch einen tiefen Einschnitt zur (13 Min.) zweiten 
Station Blumatt (1221m); dann mit 60% Steigung, zuletzt durch einen 
140m 1. Tunnel zur Endstation (1850m), beim *H.-P,. StanserJiorn (70 Z. 
zu 4-6, Gr. 31/2, M. 4, P. 10-14 fr.). Gut unterhaltene, mit Geländern ver- 
sehene Wege mit schönen Aussichtspunkten führen vom Hotel an den südl. 
Abhängen („Adlerfluh") entlang bis zum (5 Min.) s.w. Abfall des Gipfels 
und von da zur (5 Min.) Spitze. Die ** Aussicht umfaßt die Berner 
Alpenkette in ausgezeichnet schöner Gruppierung, ganz nahe den gewal- 
tigen Titlis, das Obwaldner Land mit dem Sarner See, den Vierwald- 
stätter See mit seinen Bergen und das Hügelland der NW.-Schweiz 
mit den Seen von Zug, Baldegg, Hallwil und Sempach. Auf der Südseite 
des Gipfels ein Forstgarten der eidgenöss. Centralanstalt für das forstl. 
Versuchs Wesen. — Zu Fuß von Stans auf das Stanserhorn 31/2-4 St. (Weg 
rot markiert und nicht zu fehlen). Beq^uemer ist die Besteigung von der 
Südseite (Dallenwil, s. unten). 

Die Bahn fiilirt zwischen r. Stanserhorn, 1. Bnochserhorn aufwärts ; 
im Hintergrund der Titlis mit seinen Schneefeldern. 5,4km Oherdoi^f; 
&^^m Büren. Jenseit (7,3km) Stat. Dallenwil (489m; Schlüssel) auf 
das r. Ufer der Engelherger Aa; r. auf einem Schutthügel an der 
Mündung des Steinbachs die Kirche des Dorfs Dallenwil (545m). 

L. führt ein steiler Weg in I1/2-2 St. nach Niederrickenbacli 
(1167m; Pens. Pilgerhaus, einf.), Wallfahrtort in schöner Lage. Von 
hier auf das Buochserhorn (1810m) 1^/2 St., lohnend (s. S. 111); auf die 
Musenalp (1789m), über die Ahornalp in I1/2 St., gleichfalls lohnend (oben 
Sennhütte mit Erfr.); auf den * Steinalpbrisen (2408m), über die Steinalp 
in 3 St., sehr lohnend (F. 10 fr., für Geübte entbehrlich); auf den ScMvalmis 
(2250m), über die Ahornalp, die Bärfalle (1585m) mit Kreuz und die 
Bühlalp, dann am NW. -Grat hinauf, 3-31/2 St. (F. entbehrlich; Abstieg 
event. über das Jochli nach Isental, 3 St.). — Lohnende Übergänge (41/2- 
5 St. m. F., AI. Christen in Dallenwil) von Niederrickenbach über das 
Jochli (2160m), zwischen Brisen und Bissetestock, oder über das Hinter- 
jochli (2108m), zwischen Eissetestock und Schwalmis, hinab über die 
Bolgenalp nach St. Jakob im Isental (S. 116). 

10,3km Wolfens chießen (518m; H.-P. Wallenstock, beim 
Bahnhof, P. 4 fr.; ^H. & Kurhaus Eintracht, P. 4-4V2 fr.; 
Schlüssel; Einhorn, Z. 174-172^ P- 372-4 fr., einf. gut; Kreuz), 
als Sommerfrische besucht. Neben der Kirche das von Altzellen 
hierher versetzte Einsiedlerhäuschen des Konrad Scheuber, Enkels 
des Bruders Klaus (S. 159) und wie dieser im Lande verehrt. 

Fahrweg nach (IV4 St.) Oberrickenbach (901m; *Pens.-Rest. Ober- 
rickenbach, 4-5 fr.), in hübscher Lage. Von hier über den Schoneggpaß 
(1919m) nach (41/2 St.) Isental s. S. 116 ; F. ratsam (Konr. Scheuber in Wolfen- 
schießen). Der Kaiserstuhl (2403m), mit lohnender Aussicht und reicher 
Flora, ist von Oben-ickenbach über die Bannalp in 41/2 St. m. F. zu ersteigen. 

11,5km Dörfli (525m; Ochsen). E. stürzt der Fallenbach in drei 
Absätzen hinab; 1. die Felszacken der Wallenstöcke. Bei (15km) 
Gh'afenort (575m; Whs., guter Wein) beginnt die Bergstrecke. Die 
Bahn steigt zuerst langsam durch schönen Wald bis zur elektr. 
Kraftstation bei Obermatt; r. ein Elektrizitätswerk für Luzern; 
dann folgt eine 1412m 1. Zahnstangenstrecke mit 25^0 Steigung bis 
(19,2km) Grünenwald (887m; Pens. & Rest.), mitten im Walde 
hübsch gelegen. Tief im Grunde r. vereinigt sich der aus dem Trüb- 



?■ --:^ v-..^., __,... — s^ .-• ,' , Mi/z^of^ y// 

SdwBudi ^gg Wolfehmatt-A. • >. • ' . ■' " " ( Iwhte 

1 Wirteschi ^. . \\-< >- '^^'^, K^y^^^Sr^ 

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Geograpli.AnBt 



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vach Migelberg. ENaELBERÖ. ^r. R. 86. 153 

see (S. 163) kommende Bach mit der Aa. Die Bahn steigt noch 
etwas und wendet sich 1.; plötzlich öffnet sich das Engelherger 
Talf ein grünes 2 St. langes, Y2 St. breites Alpental, von hohen 
schneebedeckten Bergen eingeschlossen. Der Titlis mit seiner Eis- 
decke tritt großartig hervor, 1. davon der Grassengletscher mit den 
Felszacken der Spannörter (S. 155) ; 1. im Vordergrund der Hahnen 
oder Engelberg (2610m). 

22,5km Engelberg. _ Bahnrest. (Münch. Bier) im Hot. Bellevue 
(s. unten). — Gtasth. (im Hochsommer liberftillt, Vorausbestellung ratsam) ; 
*Grrand-Hotel & Kuranstalt, auch im Winter geöffnet, mit Wasser- 
heilanstalt, 250 Betten, Z. 31/2-10, F. I1/2, G-. 31/2, M. 5, P. 10-18 fr.; 
*H. Kurhaus Titlis, mit Depend. ViUa Alpenblick, Garten und Wandel- 
bahn, 240 Betten, Z. 3-7, F. I1/2, M. 41/2, A. 8, P. 9-16 fr.; *H.-P. Sonnen- 
berg, 10 Min. vom Bahnhof, in freier Lage, mit Park, 230 Betten, Z. 3-8, 
F. IV2, Gr. 31/2, M. 4, P. 10-15 fr.; Gr. -Hot. Terrasse, in erhöhter Lage 
(1070m; elektr. Bahn in 3 Min., 20 c), 135 Z. von 3 fr. an, F. IV2, G^- 31/2, 
M. 5, P. von 10 fr. an; *H.-P. Schweizerhof, 56 Z. zu 2-7, F. I1/2, 
M. 8V2, A. 21/2, P. 8-13 fr.; *H. Belle vue- Terminus, am Bahnhof, 60 Z. 
zu 3-7, F. 11/2, M. 31/2-4, P. 8-13 fr.; *H.-P. Edelweiß, in erhöhter Lage, 
mit Garten, 62 Z. zu 3-7, F. 11/2, M. 3-4, P. 8-15 fr.; *H.-P. Hess, 60 Z. zu 
2-4, F. 1, M. 3, A. 21/0, P. 7-8 fr.; *P. Trautheim, 23 Z. zu 2-3, F. 1, M. 2, 
P. 5-51/2 fr-; H. des Alpes, Z. 2-3, M. 3, A. 21/2, P. 61/^-10 fr.; P. Villa 
Schöntal, 7 Min. vom Bahnh., 26 Z. zu 2-3, F. 1.20, M. 21/3-3, A. 21/2, 
P. 6-8 fr. ; diese außerhalb des Dorfs, in der Nähe des Bahnhofs. — Im Dorf: 
*H. National, 100 Z. zu 3-6, F. I1/2, M. 4, A. 3, P. 7-12 fr. ; *H.-P. Engel, 
100 Betten, Z. 2-4, F. I1/4, M. 31/2, A. 21/2, P. 61/2-9 fr.; *H. Viktoria, 
65 Z. zu 2-4, F. 11/4, M. 31/2, A. 21/2, P. 7-10 fr.; *H.-P. Müller, 35 Z. zu 
11/2-4, F. 11/4, M. 3, A. 2, P. 7-9 fr.; *H.-P. Engelberg, Z. I1/2-21/2, F. I1/4, 
M. 21/2-3, P. 51/2-71/2 fr. ; viel Privatwohnungen, meist Z. 2, F. 1 fi-. — Bier- 
KESTAURANTs: Bierliolp (Münch. und Pils.), neben der Post, von Deutschen 
viel besucht; Hot. Viktoria (Münch.); Rest. & Konditorei Bürgt, beim 
Bahnhof ; Konditorei Matter, im Dorf. — Post- u. Telegraphenamt ö. neben 
Kurhaus Titlis. — Ecang. Kapelle (Gottesdienst So. 10 vorm.). — Kurärzte: 
Dr. Emil Cattani; Dr. Eugen Cattani (Privatpension, 50 Betten zu 21/3-4 fr.); 
Dr. Haslebacher ; Dr. P. Baiser. — Konzerte der Kurkapelle 3 mal tägl. 
— Führer: Karl Amrhein, Jos. Feierabend, Karl Felder, Joh., Jos. und 
Plazidus Heß, Maurus Hurschier, Alois, Jos. u. Karl Küster, Karl Kuster- 
Heß, Joh. Müller, Franz, Jos. u. Karl Waser. 

Engelberg (1023m) , ansehnliches Dorf (471, Gemeinde 1973 Einw.) 
in schöner gegen Nordwinde geschützter Lage, wird als Luftkurort 
im Sommer und Winter viel besucht (mittlere Jahrestemperatur 
5,3° C). Am obern Ende das stattliche Benediktinerkloster Engel- 
berg, im J. 1120 gegründet und von Papst Calixtus IL Mons 
Angelorum genannt, nach dem Brande von 1729 erneut. In der 
Kirche Bilder von Deschwanden, Kaiser und Wyrsch. Hochaltar- 
blatt, Himmelfahrt Maria, von Spiegier (1734). Im Kapitelsaal 
zwei Transparentbilder von Kaiser, Empfängnis u. Geburt Christi. 
Reicher Klosterschatz. Die Bibliothek, 1798 von den Franzosen 
geplündert, enthält 20000 Bände, 210 Handschriften und 150 Inku- 
nabeln; hübsches Eelief des Engelberger Tals (Erlaubnis zur Besich- 
tigungwird selten erteilt). Das Klostergymnasium hat ca. 90 Schüler. 
Die Ökonomiegebäude mit ihren Arbeiterwohnungen sind umfang- 
reich , in dem großen Käsemagazin lagern oft mehrere 1000 Stück. 



154 II- R- se. -' K. S. 152. ENGELBERG. TätscTibachfaU. 

Die Einkünfte der Abtei, der früher die ganze Talschaft nntertan 
war, wurden 1798 von den Franzosen bedeutend geschmälert. 

Der Abtei südl. gegenüber am 1. Ufer des Aawassers im Walde 
schattige Anlagen mit vielen Bänken , angenehmer Aufenthalt für 
Ruhebedürftige ("Wirtsch. Bänklialp). Am Aawasser entlang führt 
der schattige „Professorenweg" in Ya St. zum Eienwäldli, einer 
vielbesuchten Wirtschaft (auch Pens.) mit Spielplätzen und Sitzen 
im Walde, an der Straße nach Herrem-üti. 

Ausflüge. *Soli"wand, I1/4 St., bequem und sehr lolmend. Prome- 
naden-weg („Schwander Kirchweg") hinter G-r.-H. Terrasse vorbei durch das 
Grüß, wo der Weg vom H. Sonnenberg heraufkommt, allmählich steigend, 
mit ' reizenden Rückblicken auf das Engelberger Tal, zur Gschneüalp 
(1167m), durch Wald um den Bergrücken herum zu den Häusern von Unter- 
Schwand und über Matten hinan nach Ober-Schwand (1210m; *Whs.). 
Aussicht beschränkt (gegenüber w. die Melchtaler Kette vom Hanghorn 
bis zur Göhrlifluh), sehr hübsch aber, auch auf Titlis etc., einige Min. 
n. von der Kapelle, am Wege zur Wandalp (S. 155). — *Bergli (1310m ; 
Wirtsch.), 1-11/4 St., mit schönem Blick ins Engelberger Tal und auf den 
Titlis. lOOm vor Grr.-H. Terrasse von der Straße r. ab, z. T. auf Stein- 
treppen hinauf über Fellenrüti, oder im Grüß (s. oben) vom Schwandwege 
r. ab auf längerem, aber bequemerem Wege durch den Wald „In den 
Zügen". Ähnliche Aussicht von der *Flühmatt (1307m; Wirtsch.), 1 St., 
vor der Abtei 1. (n.) hinan, nach 1/4 St. 1. (r. nach Bord, s. unten) meist 
durch Wald. Man kann auch die beiden letzten oder alle drei Punkte 
verbinden (Rundtour von 2-21/2 St.): zuerst zur (1 St.) Flühmatt, an dem 
Hause vorbei noch 5 Min. bergan bis zu einem andern Gehöft, dann 1. 
den Wiesenpfad an der Halde entlang in gleicher Höhe fort, zuletzt 
bergab zum (20 Min.) Bergli (direkter Rückweg nach Engelberg s. oben, 
1/2 St.) ; unterhalb des Hauses w. durch ein Gatter zu einer Wegeteilung ; 
von hier 1. durch den Vorhagwald hinab nach Unter- Schwand oder r. hinab 
auf dem obem Wege nach (20 Min.) Ober-Schwand (s. oben) und zurück 
nach (1 St.) Engelberg. — *Bord (1380m; Sommerwirtsch. Alpenrose, 
Bett IV2-2 fr.), 3/4-1 St., am Fuß der Rigidalstöcke, dem Hahnen gegenüber, 
gleichfalls mit prächtiger Aussicht auf das Tal und die gegenüberliegende 
Bergkette von den Spannörtern bis zum Hutstock. Der z. T. schattige 
Weg zweigt vom Flühmattwege 1/4 St. über der Abtei r. ab. Von Bord 
führt ein rot mark. Fußpfad in 25 Min. zur Flühmatt (s. oben). — Horbis- 
tal, 1/2 St., schöner Spaziergang mit wenig Steigung. Vom Flühmatt- 
wege (s. oben) oberhalb des Schulhauses r. ab , am aussichtreichen Ab- 
hang der Obhagalp hin in das Horbistol, zuletzt über den Bärenbach 
und 1. nach Hinter -Horbis, wo der Weg am Fuße senkrechter Felswände 
aufhört (JSnde der WeltjWivtsch.). Zurück auf dem Talweg über Vorder- 
Horbis zum (25 Min.) Whs. zur Neuen Heimat (s. unten). 

Tätschbachfall und Herrenrüti, 3/4 u. I1/4 St., beliebter Aus- 
flug (Omnibus bis Herrenrüti mehrmals tägl., 1 fr., nur bis zum Tätsch- 
bachfall 60 c, zurück ebensoviel. Einspänner zum Wasserfall u. zurück 
mit 1/2 St. Wartezeit 5-6, Zweisp. 9 fr., bis Hen-eni-üti und zurück mit 
2 St. Wartezeit 8 u. 14 fr., halber Tag 10 u. 18 fr.). Entweder auf der 
Fahrstraße am Menwäldli vorbei (s. oben) oder auf dem „Klosterweg" 
l. von der Abtei, am (12 Min.) iVhs. zur Neuen Heimat an der Mündung 
des Horbistals (s. oben), weiter an der (5 Min.) Wirtschaft zum Schweizer- 
hau8 vorbei, zum (1/2 St.) *TätschbacMall (1090m; Whs.), der 1. vom 
Hahnen herabstürzt. Die Straße führt weiter diu'ch Wald und über den 
Fürrenbach in 1/2 St. bis zu der dem Kloster gehörigen Alp Herrenrüti 
(1178m), wo die Wagen warten. Von hier auf dem Surenenpaßwege (S. 156) 
zur (1/2 St.) Wieder - Surenenalp (1260m; Wirtsch. Alpeurösli), mit 
schönem Blick auf den pyramidenförmigen Schloßberg, die zackigen Spann- 
örter, den Grassen- und Fimalpeligletscher und den in gewaltigen Fels- 



Furrefudp. ENGELBERG. K. S.152.— ILR.36. 155 

wänden abstürzenden Titlis (noch IV4 St. weiter der besuchenswerte 
StiermbachfaU, S. 156). 

*Arnitobel und Arnialp, 11/2 St. Auf der Talstraße w. über Espen 
bis zur (20 Min.) Aabrücke bei Oertigen ; jenseits r. bergan, nach 5 Min. 
1. (r. zur Schwendli-A., s. unten), das Egglitobel kreuzend, über den Trüb- 
seebach ins Arnitobel, bewaldete Schlucht mit Wasserfällen, und 1. auf 
gutem Wege hinan zur (1 St.) Arnialp (1284ni; Gasth., P. 41/2-5 fr.), Luft- 
kurort, auf schöner Matte; Aussicht beschränkt, sehr schön aber einige 
Min. n. vom Gasth., und vom Stalden (1328m), dem n. jenseit des Arni- 
bachs sichtbaren Gehöft. Der Weg dorthin ist bei nassem Wetter schlecht. 
.— Schöner Blick auf den Titlis und das Aatal von der *Scli-wendlialp 
<i02i6m), vom Arnitobelwege (s. oben) r. ab an der Wirtsch. zum Arnitobel 
vorbei über die unterste Arnibachbrücke , dann hinan zur (1 St.) Alp 
<Erfr.). — Nach der Gerschnialp (1259m; Wirtsch., S. 163) und zurück 
über Hegmatt, lohnende Rundtour (2 St.). 

Weiter» Ausflüge. *Fürrenalp , 3 St., sehr lohnend (F. 7-8 fr., 
entbehrlich). Von der Straße nach Herrenrtiti vor einem (40 Min.) Gatter 
1. ab, am 1. Ufer des Kühlauibach s. ziemlich steil durch Wald hinan 
zur (50 Min.) Tagenstallalp (1436m) und an zwei Schieferbrüchen (Ver- 
ßteinerungen) vorbei zu den (I1/4 St.) Hütten der Filrrenalp (Erfr.); vom 
Hundsschopf (1861m), 5 Min. südl., prächtiger Blick auf den imposanten 
Bergkranz vom Schloßberg bis zum Titlis und das Engelberger Tal. 
Lohnender Rückweg (F. angenehm) ö. hinab über die Alp (rote Mar- 
kierung) zur (1/2 St.) Ebnetalp (1694m) und n.ö. weiter in der Richtung 
auf den Suren enpaß zur Hohhielalp, danji r. hinab zur (40 Min.) Stäffdialp 
am Surenenwege (S. 156). — Wandalp (1489m), über Schioand (S. 151) 
in 3 St., zuletzt etwas mühsam; reizende Aussicht in das Aatal und 
4uf die Berge der Centralschweiz. Schöner noch ist der Blick von der 
Wallenalp (1675m), 50 Min. weiter n. — Über Gerschnialp zum (2-2V2 St.) 
Hotd Hess auf Trübseealp s. S. 163. — Über Bord (S. 154) zur (IV2 St.) 
Obhagalp und (I1/2 St.) Planggenalp (1990m) mit reicher Flora (zur Club- 
hütte am EucJchubel noch 50 Min.; s. unten). 

Bergtouren. Rigidalstock (2597m), 4V2-5 St. (F. 9 fr.), die letzte 
Strecke mühsam; schöne Rundsicht. — Halmen (2610m), aus dem Hör- 
bistal (S. 154) über die Furggialp (1531m) und den Sattel zwischen 
Hahnen und Gemsispiel in 43/4-5 St., interessante Klettertour für Ge- 
übtere, aber anstrengend (F. 12 fr.). — *Widderfeld (2354m), von 
der (I1/2 St.) Arnialp (s. oben) in 31/2 St.; lohnender von Engelberg über 
Zingelalp und Hohlicht, 5 St. (F. 8 fr.). — * Hutstock (2679m), von 
Amialp über das Juchli (S. 156, 158) auf rot mark. Wege in 4i/2-5 St. 
nicht schwierig und sehr lohnend (F. 12 fr. , für Geübte entbehrlich). — 
Hanghorn (2680m), mit Traversierung des Schattbandes vor dem Hut- 
stock, von Arnialp 4V2-5 St. (F. 12 fr.), gleichfalls lohnend. — Rotsand- 
nollen (2714m), höchster Punkt der Melchtalkette, über das Schattband 
in 6-7 St. (F. 15 fr.), mühsam aber lohnend. — *Engelberger Rotstock 
(2820m), 6-7 St. (F. 9, mit übernachten 12 fr., für Geübte unnötig), un- 
schwierig und sehr lohnend, über Obhag- und PlanggerMp (s. oben) zur 
(4 St.) Clubhütte des S.A.C. (2292m) am Ruckhub d unweit des Grießen- 
gletachers; von da über die Rotstocklücke (2763m) zum (2V2 St.) Gipfel. 
— *Urirotstock (2932m), 8V2-9 St. (F. 16, mit Abstieg durch das Groß- 
tal nach Isental 22 fr.), sehr lohnend. Von der (33/4 St.) Clubhütte am 
Ruckhubel (s. oben) zur (I1/4 St.) Rotstocklücke (s. oben) 8.ö. vom Engel- 
berger Rotstock, über Schnee zur (1 St.) Porta oder Schloß Stocklücke 
neben dem Schloßstock (2760m), ziemlich steil hinab auf den Blümlis- 
alpfirn, wieder hinauf zur Schneide gegen das Kleintal und über den 
Kleintalfirn zum (2V2 St.) Gipfel (vgl. S. 116). 

♦Großes Spannort (3202m), von der Spannorthütte des S.A.C. (1959m; 
4 St. von Engelberg) über das Spannortjoch (S. 156) in 41/2-6 St., mtlh- 
sam aber höchst lohnend (F. 25 fr.): Abstieg event. über den Glatten- 
flrn zur Kröntehütte (S. 134; F. bis Erstfeld 30 fr.). — Kleines Spann- 
ort (8149m), von der Spannorthütte über das Spannortjoch in öVg St. 



156 II' B.8e.~ K. 8. 1 52. ENGELBERG. 

(F. 35 fr.), schwierige Kletterpartie. Nicht selten werden Klein- und 
Groß - Spannort in einem Tage bestiegen (F. 50 fr.). ~ "Wichelplank- 
stock (2976m), 8 St. (F. 25 fr.), schwierig aber sehr lohnend; von Engel- 
berg über das (2 St.) MrndLpdi (Übernachten) zum (3 St.) Wendenjoch 
(2650m; s. unten), dann über den Ch'assengletscher zum (3 St.) Gipfel. — 
Schloßberg (3135m), von der Blackenalp (s. unten) 41/2 St. (F. 25 fr.), 
mühsam aber lohnend. Großartige Aussicht; schöner Blick in das Erst- 
felder Tal mit den beiden Seen, auf Schloßberg- und Spannortgletscher. 

*Titlis (3239m), Q^l^-l St. (F. 13, mit Übernachten 15, mit Abstieg 
nach Engstlen 18 fr.), ziemlich anstrengend, aber unschwierig und höchst 
lohnend. Ratsam ist, am Nachmittag bis zum Hotd Hess (1790m; s. S. 163) 
zu gehen (21/4 St., Reitweg, Pferd 10 fr.), um die steile Pfaffenioand (S. 163) 
am folgenden Morgen hinter sich zu haben. Um auf dem Rückwege nicht 
zu spät die von der Sonne erweichten Schneefelder zu überschreiten, pflegen 
die Führer von hier um 2 U. nachts aufzubrechen; doch ist der Anstieg im 
Dunkeln bei mangelhaftem Latemenlicht sehr unangenehm und ermüdend 
und man bricht besser erst bei Tagesgrauen auf. Der Weg steigt vom 
Hotel Hess über den Lauhersgrat bis zum (2 St.) Stand (2466m), weiter 
an steilem Schiefergehäng im Zickzack über Geröll und Fels zur (2/4 St.) 
Rotegg (2752m), wo man den Gletscher betritt. Auf diesem erst allmählich, 
dann steiler aufwärts (Stufenhauen zuweilen nötig), bei gutem Schnee 
ohne erhebliche Schwierigkeit znjn (1^/2-2 St.) Gipfel, dem Nollen. Die 
Aussicht, ebenso großartig wie malerisch, dehnt sich über die ganze Alpen- 
kette von Savoyen bis Tirol, über die n. Schweiz und Schwaben aus (Pan- 
orama von Imf eid). Den Abstieg kann man direkt zum Jochpaß (Engstlen- 
alp) nehmen; vgl. S. 162. 

Reißend-Wollen (3012m), vom Hot. Hess 5-6 St., beschwerlich aber 
lohnend (Anstieg zuletzt durch die SulsliscMucM zum O.-Grat und von 
da zum Gipfel; F. 30 fr.). — "Wendenstock (3044m), interessant aber 
schwierig, nur für Geübte: vom Hot. Heß über den Jochjpaß und den 
Jochgletscher in 41/2-5 St. (F. 30 fr.), oder über den Jochpaß und Pfaffen- 
gletscher in 5-6 St. (F. 35 fr.). 

Pässe. Von Engelberg über den Jochpaß nach Meiringen (10 St., F. 
unnötig, 15, bis Engstlenalp 8 fr.) s. R. 38; über das JucUi (5-6 St., F. 
12 fr.) oder die Storegg {^^l^-b St., F. 12 fr.) zum Dorf Mdchtal (Post 
nach Kerns und Samen an der Brünigbahn) s. S. 158; über das Rotgrätli 
nach Isentol (bis Flüelen 12 St., F. 18 fr.) s. S. 116. 

Nach Altdorf oder Erstfeld über den Surenenpaß (9 St.), 
Saumpfad, ziemlich anstrengend; F. 15 fr., bei hellem Wetter entbehrlich. 
Bis zur (I3/4 St.) Niedersurenen-Alp (1260m) s. S. 154; weiter, stets mit 
Aussicht auf Titlis, Spannörter, Schloßberg etc., über die (1/2 St.) 
Stäffeliälp (1418m) zum (50 Min.) * Stier enbachfaZl (1653m), dann zweimal 
über den Bach zur (3/4 St.) Blackenalp (1778m) mit Kapelle und zum 
(I1/2 St.) Surönenpaß (2305m), s.o. vom Blackenstock (2922m). Nach 
0. Aussicht auf die Berge des Schächentals ; neben der Schächentaler 
Windgelle in der Ferne der Glärnisch. Hinab über ein kleines Schnee- 
feld zur (I1/2 St.) Waldnachtalp (1449m); 1/4 St. weiter bei der Brücke 
(1393m) teilt sich der Weg : geradeaus steil hinab nach Attinghatisen und 
(13/4 St.) Altdorf, r. über die Brücke durch das Bockitobd, mit den 
malerischen Fällen des Waldnachtbachs , nach (2 St.) Erstfdd (S. 134). 

Nach Erstfeld (S. 134) über die Schloßberglücke (2631m) und den 
Glattenftrn, 10 St. (F. 25 fr.), beschwerlich aber lohnend. — Spannort- 
jocll (2929m) zwischen Groß- und Klein - Spannort , 10-11 St. (F. 25 fr.), 
gleichfalls beschwerlich. Bei Übernachten in der Spannorthütte (2 St. 
vor der Paßhöhe , s. S. 155) können Geübte die Besteigung des Groß- 
Spannort (S. 155) mit dem Übergang verbinden. 

Nach Wassen (S. 136) über den Grassenpaß {Bärengrube, 2718m), 
zwischen Klein-Spannort und Wichelplankstock, 10 St., schwierig (F. bis 
Meien 25 fr.). —Zur Stein alp (S. 164) über dasWendenjoch (2650m), 
zwischen Titlis und Tierberg, 10-11 St., anstrengend aber lohnend (F. 25 fr.). 



157 

37. Von Luzern über den Brünig nach 
Meiringen und Brienz (Interlaken). 

EiSEisBAHN von Luzcm bis Meiringen, 45km in S-S^/a St. für 6 fr. 45, 
4 fr. 70, 2 fi-. 55 c; bis Brienz, 58km in 31/3-4 St. für 7 fr. 70, 5 fr. 55, 
3 fr. 20 c. Von Brienz nach Interlaken Dampfboot in I-I1/2 St. (Fahrpreis 
Luzem-Interlaken 10 fr. 70, 8 fr. 30, 4 fr. 60 c). — Damppboot von Luzem 
bis Älpnachstad (bei ausreichender Zeit vorzuziehen) in 1 St. 10-1 St. 35 Min., 
8. S. 122 (Anschluß an die Brünigbahn). Von Älpnachstad nach Vitznau 
Dampf boot 3 mal tägl. in 11/2-1^/4 St. 

Die * Brünigbahn, 1888-89 erbaut, ist bis G-iswil, etwa halbwegs, 
eine gewöhnliche schmalspurige Bahn und überwindet dann die Paßhöhe 
(1004m) abwechselnd als Adhäsions- und als Zahnradbahn mit einer 
Maximalsteigung von I80/0. Aussicht rechts. Landschaftlich ist die alte 
Brünigstraße schöner und die Fußwanderung von G-iswil oder Lungern 
über den Brünig nach Meiringen für solche, die sich zum erstenmal 
dem Bemer Oberlande nähern, immer noch sehr zu empfehlen (s. S. 160). 

Luzern s. S. 102. Die Brünigbahn wendet sich in großem Bogen 
nach SW. in den weiten Talboden der Allmend, läßt r. Kriens 
(S. 107) am Fuß des Sonnenbergs und tritt jenseit (4km) Stat. Horw 
(445m; 1. das Dorf mit den Grasthäusern Püatus undEößli; 30 Min. 
oberhalb das H.-P. Ober-Rüti, S. 103) an die SW.-Bucht des Vie^'- 
waldstätter Sees (S. 123). 

9km Hergiswll (S. 123), am Fuß des Pilatus (zum Hot. Klim- 
senhorn s. S. 125). Die Bahn durchdringt den Felsrücken des Lop- 
perbergs mittels eines 1186m 1. Tunnels und führt am Alpnacher 
See entlang nach 

13km Älpnachstad (439m; H.-P. Pilatus; Rößli; Stern, 
einf.), Ausgangspunkt der Pilatushahn (S. 124). 

"Weiter durch den zum Teil versumpften Talboden der Aa und 
über die Kleine Schlieren nach (15km) Alpnach- Dorf (466m; 
Krone; Sonne, Z. 1-2, F. 1 fr.; Schlüssel). Die ansehnliche Kirche 
mit ihrem schlanken Turm wurde aus dem Ertrag der früher un- 
zugänglichen Gemeindewaldungen am Pilatus erbaut, die 1811-19 
durch eine 13km lange Holzschleife ausgebeutet wurden. 

Hinter Alpnach über das breite GreröUbett der Gh^oßen Schlie- 
ren, dann über die kanalisierte Sarner Aa, an (r.) Kägiswil mit 
großer Parkettfabrik vorbei, nach (19km) Kerns- Kägiswil (465m), 
Station für das Melchtal. 

Das Melchtal, ein 5 St. langes idyllisches, von der Melchaa durch- 
flossenes Alpengelände, lohnt einen Besuch. Von Stat. Kägiswil oder 
Samen zum Dorf Melchtal (11,5km) Post tägl. in 21/4 St. über (2,2km) 
Kerns (570m; * Krone, P. 5-6 fr.; * Sonne, P. 31/2-5 fr.; Hirsch; Rößli, 
P. 4-5 fr,; Kinderheim Kerns, P. 3-5 fr.), ansehnliches Dorf (2392 Einw.) 
mit stattlicher Kirche, am Fuß des Ärvigrats (1956m) schön gelegen, als 
Luftkurort besucht. Hübsche Aussicht von der Burgftuh (687m ; 20 Min.). 
Am Eingang des Melchtals, 1 St. von Kerns und I1/4 St. von Samen, liegt 
St.Niklausen (839m; Schlüssel, P. 5 fr., gelobt; Erfr. beim Kaplan), mit 
der ersten christlichen Kirche des Landes, daneben ein uralter Turm, vom 
Volk Heidenturm genannt; gegenüber auf der andern Seite der Melchaa- 
schlucht liegt Flüdi-Banft (S. 159). Von St. Niklausen führt die Straße 
weiter zum (I1/4 St.) Dorf Melchtal (S. 158). Hübscher Spaziergang von 



158 II- R.S7. — K. S. 152. S AKNEN. Von Luzern 

St. Niklausen auf die (I1/4 St.) Budsperi-Alp (1180m). — "Weit lohnender 
und namentlich Fußgängern zu empfehlen ist der Weg von Kerns über 
Fltieli-Ranft nach Melchtal (2 St.). Die neue Straße führt 40 Min. 
von Kerns über die kühne Melchaahrücke, 97m über der Melchaa (höchste 
Brücke der Schweiz) ; nach 5 Min. Wegweiser 1., wo man auf gutem Fuß- 
weg eine lange Straßenkehre abschneiden und in weitem 10 Min. nach 
Flüeli- Ranft hinauf gelangen kann (s. S. 159; bis Dorf Melchtal noch 
11/4 St.). — Melchtal (894m; *H. Kurhaus MdchtaZ, 60 Z. zu IV2-3, F. I1/4, 
M. 3, A. 2, P. 5-7 fi-. ; * Alpenhof Hot. Bellevue, 50 Z. zu IVg-S , F. 1, 
M. 3, A. 2, P. 5-8 fr.), freundlich gelegenes Dorf mit Benediktinerinnen- 
kloster und schöner Kirche, wird als Luftkurort besucht. Auf der Alp 
Ohr (1212m), 1 St. ö., einer der größten Ahombäume der Schweiz (in 
Manneshöhe 9m Umfang). — Von Melchtal auf das Widderfeld (2354m) 
41/2 St. m. F., leicht und lohnend. Weit lohnender und gleichfalls un- 
schwierig ist der *Hutstock (2679m), von Melchtal über Ober -Wendalp 
(Nachtquartier) 5 St. m. F. (10 fr.; Otto Durrer); prachtvolle Aussicht auf 
das Hochgebirge und das Seengebiet (Abstieg ev. nach Engelberg, S. 155). — 
"Vom Dorf Melchtal führt ein unschwieriger Bergpfad (F. 12 fr.) über den 
Storeggpaß (1740m) in 41/2-5 St. nach G-rafenort, oder in 51/2-6 St. nach 
Engelberg (S. 156). Interessanter, aber etwas mühsamer (F. 12 fr.) ist 
der Juchlipaß (2170m), 6 St. bis Engelberg (mark. Weg). Das Nünalp- 
hoi'n (2387m), mit lohnender Aussicht, ist vom Juchli über steile Rasen- 
u. Felshänge in 3/4 St. zu ersteigen (F. 6 fr.). — Vom Dorf Melchtal führt 
ein Fahrsträßchen (für leichtes Fuhrwerk fahrbar), anfangs durch Wald, 
ülijer die Balmmatt, am Fuß der schroffen Ramisfluh (1864m), in 31/4 St. 
nach Melchsee-Frutt (1919m; H.-P. Reinhard, 54 Z. zu IVg-S, F. 1.20, 
M. 3, P. 5-6Va fr.; Kurhaus Fruit, 45 Z. zu IVg-S, F. I1/4, M. 3, A. 2, 
P. 5-8 fr. ; beide einf. gut, oft überfüllt), Luftkurort, in baumlosem Hochtal. 
Anziehendes Alpleben, reiche Flora, interessantes Schrattengebiet (Karren- 
felder). Lohnende Ausflüge: Boni (2172m; 1 St.); Hohmatt (2400m; 
2-21/a St.); Spicherfluh (2039m; I1/4 St.); Erzegg (2176m; I1/4 St.); *Bolmer- 
egghorn (2260m; IV2 St.); Glockhaus (2538m; 2V2 St.), mühsam; *Hohen- 
stollen (2484m; 2 St.; F. 5 fr.), großartige Aussicht (vgL S. 215); Äbgschütz 
(2100m; IV2-2 St.); FiJcenloch (2427m), Sattel zwischen Graustock und 
Schwarzhorn; Rotsandnolle)i (2714m), über Tannenalp in 21/2 bzw. 3 St. 
(vgl. S. 162), etc. ö. führt von Frutt ein bequemer Weg über die Tannen- 
alp (1982m) zur (2 St.) Engsflenalp (S. 161) ; w. ein lohnender Übergang (zu- 
letzt steiler Anstieg über Schiefergeröll, Abstieg nach Meiringen bequem) 
über die Weit-Ries (c. 2330m), südl. vom Hohenstollen, in 5 St. (F. 12 fr.) 
nach Meiringen (S. 214). 

21km Samen. — Gasth.: *H.-P. Seiler, Z. IV2-2V21 F. IV4, M 
21/2-3, P. 5-6 fr.; *Obwaldnerhof, Z. li/g-S, F. 1, M. 21/2, P. 4-5 fr.. 
G-oldener Adler, Z. I1/2-2, F. 1, M. 2-21/2, P. 4-5 fr.; Sarnerhof, P; 
31/2-4 fr., gelobt; Metzgern, nicht teuer; Pens. Landenberg; P. 
Friedenfels, Naturhcilanstalt unterhalb des Schwendi, über dem w- 
Seeufer; Wilerbad, ^/^ St. von Sarnen am w. Seeufer. 

Samen (47om), großes Dorf (3950 Einw.) mit Nonnen- und Ka- 
puzinerkloster, ist Hauptort von Obwalden, der westlichen Hälfte 
des Kantons Unterwaiden. Im Rathaus die Bildnisse aller Landam- 
männer von Obwalden seit 1381 und das Bild des sei. Nikolaus von 
der Flüe, auch ein Relief von Unterwaiden. Die große Kirche auf 
einem Hügel, mit Bildern von Deschwanden und Kaiser, das 1859 
erbaute Kantonsspital und Armenhaus am S.-Ende des Orts, das 
Gymnasium und das Nikiaus v. Flüe-Pensionat für Studierende, 
sowie das Zeughaus auf einem andern Hügel, dem Landenberg 
(604m), nehmen sich stattlich aus. Auf letzterm, mit schöner Aus- 
sicht, stand einst die um 1274 zerstörte Burg Landenberg. 



nach Brienz. SÄCHSELN. K. 8. 152. - //. R. 37. 159 

31/2 St. w. vou Sarneu am obern Ende des ScTüierentols das einsame- 
*Sch."wendi- Kaltbad (1446m), mit erdiger Eisenquelle, Molken etc. 
Fahrweg von Samen w. am Abhang des Schwendibergs bis (1 St.) Stalden 
(797m; Erfr. beim Kaplan), mit schöner Aussicht, dann Saumweg über die 
Matten von Schwendi zum (2V2 St.) Kaltbad. Von hier auf den Feuer- 
stein (2043m) 21/2 St.; zum Schimherg-Bad 21/2 St.; vgl. S. 166. Über 
Seewenegg nach (31/2 St.) FlüUi im Entlebuch (S. 166), lohnend. 

Von Samen ins Melchtal (guter Fußweg in 1 St. bis Fllieli - Ranft 
oder IV4 St. bis St. Niklausen) s. S. 158 u. unten. 

Die Bahn (Aussicht r.) überschreitet die in den Sarner See ge- 
leitete Melchaa und tritt an den Gkm langen fischreichen Sarner 
See (467ni). Das Sarner Tal hat etwas Freundliches und G-efäl- 
liges, ohne auf groi3artige Alpennatur Anspruch machen zu können. 

23km Sachsein (475m ; ^Kreuz, 100 Betten zu V-jr^^j^, F. 1 1/4, 
M. 2V2, P. 5-6 fr.; ^Engel, Z. 1-2, F. 1, M. 21/2-8, P. 4-41/2 fr.; 
*Rößli, P. 4-41/2 fr.), stattliches Dorf (1628 Einw.) 5 Min. vom 
O.-Ufer des Sees. 

Von Sachsein gute Fahrstraße (Einsp. 5, Zweisp. 8 fr.) an der schön 
gelegenen *Pens. Felsenheim (P. 5 fr.) vorbei in 1 St. (halbwegs r. ab 
kürzerer Fußweg) nach Flüeli-Banfb (748m; *H. <& Kurhatis Nüncdp- 
horn, in schöner Lage, 60 Z. zu 2-4, F. I1/4, M. 3, A. 2, P. 6-9 fr.; *Kurhaus 
& P. Stolzmfds, Z. 11/2-2, M. 2-21/2, P- 4V2-5V2 fiy» Gasth. Flüeli, P. 41/2 fi-.), 
besuchter Luftkurort in prächtiger aussichtreicher Lage auf einer Vor- 
stufe des Sachseier Grats, mit malerischer Kapelle, Geburts- und Wohn- 
ort des sei. Nikolaus von der Flüe, dessen Geburts- und Wohnhaus un- 
weit des Gasth. Flüeli heute noch stehen. In seinem 50. Jahr zog sich 
der durch seine gemeinnützige Tätigkeit hochangesehene Mann in eine 
Einsiedelei am Abhang des Ranft, 1/4 St. unterhalb Flüeli in der Schlucht 
der Melchaa zurück, wo er nach der Volkssage über 20 Jahre ohne andere 
Nahrung lebte, als die er einmal monatlich im h. Sakrament genoß. Als 
1482 nach dem Sieg über Karl den Kühnen die Eidgenossen bei Teilung 
der Beute auf der Tagsatzung zu Stans uneins wurden, gelang es dem 
milden Worte des ehi"würdigen Greises, sie zu versöhnen. Nach seinem 
Tode (1487) wurde er selig gesprochen. Die Einsiedelei, mit Kapelle, 
wird von Wallfahrern viel besucht. — Von Flüeli-Eanft zum Dorf Melchtal 
(S. 158) Fahrweg meist durch prächtigen Wald hoch über der Melchaa in 
11/4 St.; über die Melchaabrücke nach Kems s. S. 157. 

Weiter am See entlang bis zu seinem S.-Ende, dann etwas an- 
steigend an (L) der Mündung des Kleinen Melchtals (s. unten) 
vorbei nach (30km) Giswil (508m; Büffet; Hot. Bahnhof, Z. 
11/8-2, F. 1, M. 21/2, P. 41/2-51/2 fr. ; Krone), Dorf von 1711 Einw., 
mit hochgelegener Kirche. Vom Kirchhof schöne Aussicht; s.w. 
der Giswüerstock und das Brienzer Kothorn (s. unten). 

Ausflüge. Schöner Spaziergang in den Sdkramentswald (I1/2 St.), 
bei der Kirche vorbei, dann beim Ffädli 1. Fußweg, immer den Stationen 
nach, zuerst steil, nachher bequem, bis zu der uralten Kapelle mit wunder- 
tätiger Quelle in tiefster Einsamkeit; Rückweg event. direkt nach Stat. 
Kaiserstuhl (I1/4 St.). — Das wildromantische *KLeiiie Melchtal ist jetzt 
durch einen Karrenweg zugänglich gemacht und verdient einen Besuch. 
Der Weg führt beim sog. Zollhaus, 15 Min. n.ö. von Stat. Giswil, am 
SO.-Ende des Sarner Sees, ö., zuerst steil ansteigend, in die enge Schlucht 
der Kl. Melchaa, mit großartiger Wald- und Felsscenerie, und zieht sich 
c. 11/2 St. abwechselnd auf dem 1. und r. Ufer in das Tal hinein. — 
Giswüerstock (2014m), von Giswil über Kleinteil und Alpboglen in 
4 St. (F. ratsam, 10 fr.), lohnend ; Abstieg event^^ w. ins Mariental {Entle- 
buch, S. 166). — Brieuzer Bothorn (2352m; 's. S. 216), von Giswil in 



160 ILB.37.-K.S.152. BRÜNIG. 

6 St. (F. 12 fr., für G-eiibte entbehrlich); die ersten 3 St. Fahrweg, dann 
steiler Fußpfad. — Von Giswil auf der alten BrünigstraBe über den 
(3 St.) Brünigpaß (1035m; *Kurhaus Brünig, s. unten) nach (l^/^ St.) 
Meiringen oder (3 St.) Brienz, für Fußgänger lohnend. 

Oberhalb Giswil ist die erste Steilrampe der Bahn, das Zahn- 
stangensystem beginnt. Die Bahn umzieht scharf ansteigend (10*'/o) 
den Talkessel von Giswil (r. unten die Brünigstraße) und erreicht 
durch Wald, über zwei Tobel und durch zwei Felsdurchbrüche die 
Station (32km) Bürg ein- Kaiser stuhl (703m ; Grasth.), Im S. werden 
über der Einsenkung des Brünig die drei G-ipfel des "Wetterhorns 
sichtbar. Weiter hoch über dem malerischen Yg St. langen Lungern- 
see (659m) und durch einen kurzen Tunnel nach 

36km Lungern (757m) ; r. unten das große Dorf d. N. (715m ; 
*fi: Kurhaus Lungern, 60 Z. zu 2V2-4, F. IV4, M. 31/2, P- 6-9 fr.; 
*Löwen, 75 Z., P. 4-6 fr. ; *Ä-P. Alpenhof mit Bädern, Z. 2, F. 1, 
M. 2V2, A. 2, P. 41/2-51/2 fr. ; Rößli), Luftkurort mit 1828 Einw., 
früher am S.-Ende des Sees, aber von diesem 1/4 St. entfernt, seit 
er 1836 durch Ableitung in den Sarner See um die Hälfte verkleinert 
wurde. Schöne Nadelwälder dicht beim Ort. 

Hinter Lungern beginnt die zweite Steilrampe der Bahn; schöner 
Eückblick auf das Lungerntal. Durch den 137m L Käppelitunnel 
(905m), dann in mäßiger Steigung durch das waldige Brünigmatt- 
tal (r, oben die Brünigstraße) und nochmals scharf bergan zur 
(40km) Stat. Brünig (1004m; *Bahnrestaur., G. m. W. 21/2, M. 
m. W. 3-31/2 fr. ; *i?. & Kurhaus Brünig, 3 Min. vom Bahnhof 
schön gelegen, 145 Betten, Z. 3-6, F. IV2, G-. 31/2, M. 41/2, P- 8-14 fr. ; 
H. Brünigkulm; P. <& Rest. Alpina, P. 5 fr.). Die Engelhör- 
ner und die Faulhornkette treten gegenüber hervor; 1. öffnet sich 
der Blick auf das Tal von Meiringen bis zum Earchet, am Fuß der 
südl. Bergkette 1. der unterste Fall des Eeichenbachs, geradeaus 
der Fall des Oltschibachs, unten der Lauf der Aare bis zum Brien- 
zer See. 

Von der Wiler Alp (1480ni), IVa St. n.w. vom Brünig, schöne Aus- 
sicht, namentlich auf den Brienzer See. Von hier in I1/2 St. auf das 
*Wilerliorn (2006m), leicht und lohnend (für Ungeübte F. angenehm, 
10 fr.); prächtige Aussicht auf die nahen Wetterhörner, das Haslital u. 
eine Reihe von Seen. Noch umfassender ist die Aussicht vom Arniflrst 
(2208m) , vom Wilerhorn n.w. über den Grat in 1 St. (F. 12, mit Abstieg 
nach Brienz 15 fi-.). 

Vom Bahnhof Brünig führt eine neue, 1905 vollende Fahrstraße L in 
1 St. nach dem reizend gelegenen Dörfchen Hohfluh (S. 215) und von hier 
nach (3/4 St., aufwärts I1/2 St.) Meiringen (S. 214). — R. hinab führt vom 
Brünig die aussichtreiche alte Brünigstraße über Dorf Brienziciler in 
IV4 St. nach der gleichnam. Station (s. S. 215). 

Hinab in starker Senkung (bis 120/o) an steiler Bergwand mittels 
Felssprengungen, z. T. imter überhängenden Felsen, auf Stütz- 
mauern und durch Einschnitte, über die Tobel des Großhachs, 
Kehlbachs und Hausenbachs (an der Brunnenfluh prächtige Aus- 
sicht) ins Aaretal nach (45km) Meiringen (S. 214) ; von hier nach 
Brienz und Interlakeh s. K. 50. 



161 

38. Von Meiringen nach Engelberg. 
Engstlenalp. Jochpaß. 

91/2 St.: Innertkirclien I1/4, Engstlenalp 41/2, Jochpaß IV2, Hot. Heß 
1/2, Engelberg I1/2 St. ; nmgekelirt 9 St: Hot. Heß 21/4, Jochpaß I1/4, 
Engstlenalp 1, Innertkirclien 31/4, Meiringen I1/4 St. Pferd von Innert- 
kirchen bis Engstlenalp 15, Engelberg 30, in 2 Tagen 45 fr.; Führer (un- 
nötig) 16 fr.; Träger von Innertkirchen bis Engstlenalp 8, von Meiringen 9, 
Pferd von Engstlenalp bis Engelberg 15, Tührer 8 fr. An das Hot. 
Engstlenalp adressiei-tes mid im Hause des Hm. Immer in Meiringen 
abgegebenes Gepäck wird jeden vorm. 8 Uhr dort abgeholt und kommt 
abends auf Engstlenalp an (Tarif für je 5 kg 1 fr.). Lohnende Wanderung 
(besser in umgekehrter Richtung); wer 2 Tage darauf verwenden kann, 
übernachtet auf der Engstlenalp, wo sich ein Nachmittag angenehm ver- 
bringen läßt. 

Von Meiringen bis (IV* St.) Innertkirchen {Imhof; 631m) s. S. 220. 
Von hier auf der Sustenstraße bis zur (50 Min.) Säge in Mühletal 
(837m) und über das Gentalwasser ; jenseit der Brücke ("Wegweiser) 
1. binan durcb Wald auf g-utem Wege zur (1 St.) Wirtsch. zur 
Wagenkehr und binab zum (5 Min.) Leimboden (1193m) , wo eine 
Brücke wieder auf das r. Ufer führt. 

Ein direkter, aber mühsamerer Weg nach der Engstlenalp, stets ndt 
prächtiger Aussicht auf die Berner Alpen, das Triftgebiet, die Titliskette 
und zuletzt auf das in der Tiefe liegende Grental, führt von Meiringen 
(S. 214) zum (3/4 St.) H.-P. Alpbach auf dem Hasleberg (S. 215), bei einer 
(10 Min.) Wegteilung r. weiter, zum (20 Min.) Weiler Reuti (1052m), dann 
zu den (IV2 St.) Häusern von Ami (1447m), zur (l^/g St.) Bcuimgartenalp 
(1704m) und über die Tannenalp (S. 162) zur (IV2 St.) Engstlenalp. — 
Der 1/2 St. kürzere Weg von Meiringen über die Hundschüpft zur Gen- 
talalp ist nicht zu empfehlen. 

Weiter in unmerklicher Steigung durch das einförmige Gental; 
rückwärts die Wetterhörner und das Hangend - Grletscherhorn am 
Ende des IJrbachtals (S. 221). 10 Min. Alphütten bei den Spi- 
chern; 10 Min. weiter bleiben am 1. Ufer die Gentalhütten (1217m) ; 
1 St. weiter erreicht der Weg, zuletzt etwas ansteigend, die einf. 
Wirtsch. Schwarzental (1401m ; auch Z.), bei den gleichn. Hütten. 

Das Tal wird malerischer. R. die Felsabstürze der Gadmer 
Flühe, die sich immer höher emportürmen, mit zahlreichen Wasser- 
fällen, zuletzt acht nebeneinander (Achtelsaßbäche). Auch der 
Engstlenbach, wie von hier an das Wasser heißt, hat mehrfach 
starke Fälle. Der Weg tritt auf das 1. Ufer und steigt an den Hütten 
von Schütziboden (1561m) vorbei, oft steil, durch schönen Wald 
zur (V/2 St.) *EngstlenaIp (1839m; * Kurhaus Engstlenalp bei 
H. Immer mit 2 Dependenzen, 70 Betten, Z. 3-5, F. l^/g, M. 4, A. 3, 
P. 8-11 fr., oft überfüllt; Telephon), einer der schönsten Alpweiden, 
mit prachtvollen alten Arven und reicher Flora, als Sommerfrische 
und Höhenkurort viel besucht, (reschützte Lage, mildes Alpen- 
klima. Herrliche Aussicht s.w. auf das majestätische Wetterhorn, 
1. Mittelhorn, Rosenhorn, Schreckhörner , Lauter aarhorn, Finster- 
aarhorn, r. zurückliegend Gspaltenhorn, Tschingelhorn und Blümlis- 
alp ; ö. Wendenstöcke und Titlis. 3 Min. ö. vom Hotel der fischreiche 



162 11^ R' 88. - K. S. 162. ENaSTLENALP. 

Engstlensee (1852iii) mit kleiner Badeliütte (Wasserwärme bis 18* C.) 
und Euderboot, in großartiger Berglandschaft. Beim Gasth. der 
"Wunderbrunnen, eine intermittierende Quelle. 

Ausflüge (Führer Joh. Luchs, Seh. Gasser). *Schaf berg (2529m), 2 St., 
leicht und sehr lohnend (F. unnötig). Vom Hotel ö. das steile Schaftdt 
hinan, weiter aufwärts (r. halten) über G-rashänge, zuletzt über G-eröll zu 
dem nach NO. steil abfallenden Gipfel, mit überraschendem Blick in das 
Engelberger Tal mit seinem Bergkranz und auf die Berner Alpen. 

*Sätteli (2200m), 21/2 St., sehr lohnend (F. 4 fr., entbehrlich, bis 
&admen 10 fr.), 150m w. des Sees über den Engstlenbach zur (1/2 St.) 
Alp ScharmacUäger (1948m); hier s. hinab, beim letzten HLaus 1. vorbei, 
und auf schmalem Pfad am N.- Abhang der G-admer Flühe hinan, über 
der (40 Min.) Bäreggalp hin (undeutlicher Weg; 1. halten) zum (IV4 St.) 
Sätteli, der Einsattelung zwischen den zerklüfteten Felsmassen des Telli- 
Stocks (s. unten) und des Sättelistöckli , mit prachtvoller Aussicht auf 
G-admental, Triftgletscher und Berner Alpen (hinab nach Gadmen 1^1-2-2 St., 
s. S. 164). — Noch schöner ist die Aussicht von dem weiter w. gelegenen 
*Achtelsaßgrätli (1993m, 2V2 St. von Engstlenalp). Bei den Hütten der 
Bäreggalp (s. oben) vorbei und fast eben w. weiter zur (20 Min.) Achtelsaß- 
alp (1797m); hier scharf 1. hinan, dann (Weg undeutlich) r. unter dem 
Sätteli und Sättelistöckli hin, 1. an einem Steinmann vorbei, zum (1 St.) 
G-ipfel. Ein zweiter, an einer felsigen Stelle beschwerlicher Pfad ftlhrt 
von der Alp Scharmadläger (beim letzten Hause r. vorbei) unterhalb des 
oben beschriebenen Weges zur Bäreggalp. 

Nach Melchsee-Frutt schöner Spaziergang (2 St., F. 4 fr., un- 
nötig, Pferd 10 fr.). Vom Hotel n.w. zum (10 Min.) Jenti -Wasserfall, 
auf der r. Seite ziemlich steil hinan, bald mit prächtiger Aussicht auf 
die Berner Alpen, oben um die Rasenkuppe der Spicherfluh (2039m) herum 
an einem kl. See vorbei zur (1 St.) Tannenalp (1982m), mit vielen Hütten. 
Dann eben fort auf gutem Wege an nocif drei kl. Seen und einer Schirm- 
hütte (1955m) vorbei nach (1 St.) 3Ielchsee-Fi'utt (1894m; H.-P. Reinhard, 
H.-P. Frutt; s. S. 158). Oder beim letzten Hause der Tannenalp vom Wege 
1. ab, über Rasenhänge hinan zur *Erzegg (2176m; 13/4 St. von Engstlenalp), 
mit großartigem Blick auf die Berner Alpen; dann r. hinab nach (1 St.) 
Melchsee-Frutt. 

Bergtouren. Gr"W"ärtler (2423m), 2 St. m. F. (6 fr.), nicht schwierig ; 
gute Aussicht nach W. und S., der Blick nach N. verdeckt. — Hohmatt 
(2400m), auf dem Tannenband, über die Tannenalp und KringenlücTce 
21/2 St., unschwierig und sehr lohnend (F. 6 fr., angenehm). — *Ilotsand- 
nollen (2714m), höchster Gipfel der Melchtalkette, 3 St. m. F. (8 fr.), sehr 
lohnend (s. S. 155). Der Gipfel bildet ein geräumiges Plateau. — *Holien- 
stoUen (2484m), 4 St. (F. 10 fr.), ziemlich anstrengend; prachtvolle Aus- 
sicht (vgl S. 158, 215). — Graustock (2665m), 31/2 St. (F. 8 fi-.), mühsam; der 
niedrigere Ostgrat leicht und lohnend. — *TellistOCk (2581m), der westl. 
Gipfel der Gadmerflühe, 3-31/2 St. m. F. (8-10 fr.), unschwierig imd sehr 
lohjiend. Fußweg bis zur (1/2 St.) Alp Scharmadläger (s. oben), dann 
über eine Talmulde und breite Gras- und Felsterrassen zum (2^/2 St.) G-ipfel, 
mit großartiger, sehr malerischer Aussicht. — "Wendenstock (3044m), 
4 St. (F. 30 fr.), schwierig, nur für Sehwindelfreie; großartige Aussicht. 

*Titlis (3239m), 5 -51/2 St. (F. 15, bis Engelberg 20 fi-.), von der 
Engstlenalp kürzer aber beschwerlicher als von Engelberg (S. 156): zum 
Jochpaß 11/2 St., dann r. über Rasenhänge, gebahnte Felsen, Geröll und 
Schnee zum Teil steil und anstrengend hinan, 3V2-4: St. bis zum Gipfel. 
Oben auf dem Firn trifft der Weg mit dem von Engelberg (S. 156) zu- 
sammen. 

Der Saumweg (bis Engelberg 372 St.) führt ö. durch Matten all- 
mählich hinan, über dem obern Ende des Engstlensees entlang, und 
steigt dann „hinter der Engl" (r. die Wendenstöcke mit dem Pfaffen- 



TKIFTTAL. K. S. 140. - IL r. 38. i63 

und Jochgletscher) zum (l^/a St.) Jochpaß (2215in) ; Aussicht be- 
schränkt. Hinab r. in vielen Windungen ins Tal (der schmutziggrüne 
Trübsee bleibt 1.), dann durch den flachen sumpfigen Talboden 
über den von den Titiisgletschern abfließenden Bach zum (1/2 St.) 
H.-P. Hess auf der Pfaffenwand (1790m; 25 Z. zu 2-31/2, F. 1% 
M. SYa, !*• von 7 fr. an, gelobt), mit Aussicht auf den Titlis und das 
Engelberger Tal (schöner vom Burghuhel, 10 Min., und vom Bitzi- 
stock, 1898m, 1/2 St. n.w. vom Hotel). 

Nun an der steilen Pfaflfenwand in "Windungen bergab und über 
die Gerschnialp (1259m ; Wirtsch.) , zuletzt durch schönen "Wald 
(Bänklialp, S. 154) und über das Aawasser nach {V-J^ St.) Engel- 
berg (S. 153). 

39. Von Meiringen nach Wassen. 
Sustenpaß. 

12 St.: Innertkirchen I1/4, G-admen 3, Am Stein 2^/4, Sustenpaß I1/4, 
Meien 2^/4, Wassen 1 St. Wagen bis Mlililetal einsp. 10, zweisp. 18, 
bis Gadmen 20 u. 30 fr. Pferd bis Wassen 35, mit Übernachten 40 fr.; 
Ftlhrer 18 fr., unnötig. 

Von Meiringen bis (l^/^ St.) Innertkirchen {Imhof; 631m) 
s. S. 220. Die 1811 erbaute, jetzt nur auf der Berner Seite gut unter- 
haltene SustenstrajBe (bis zum Stein fahrbar, dann Saumweg; neue 
4,8m br. Straße wird gebaut) steigt über Matten bis (25 Min.) 
Wyler (740m); 10 Min. weiter über den Gadmenbach und nach 
15 Min. bei der Säge in Mühletal (837m) über das Gentalwasser 
(1. der Weg zur Engstlenalp, S. 161). Dann am r. Ufer des Gadmen- 
bachs durch das waldreiche Nessental nach (3/4 St.) Nessental 
oder Mühlestalden (930m; Salzgeber). E. öffnet sich das Trifttal, 
im Hintergrund der große Triftgletscher. 

Trifttal (vgl. Karte S. 140; bis zur Trifthütte 6 St., nur mit 
Ftlhrer: Andreas v. Weißenflnh u. Bapt. Salzgeber in Nessental, Joh. Luchs 
in G-admen). Am 1. Ufer des Triflwassers zur Triftalp (1350m) und 
auf der 1. Seite des Gletscherabsturzes hinan zur (3-31/2 St.) Windegg- 
hütte des S.A.C. (1941m), dann über den Triftgletscher zum Fuß des 
Thältistocks und an Felsen steil hinan zur (2V2-3 St.) Trifthütte des 
S.A.C. (2515m), mit trefflichem Blick auf den obern Triftkessel. Von hier 
auf den *Daminastock (3633m) 5 St., für Geübte nicht schwierig (F. ab 
Meiringen 40 fr.; Abstieg über den Ehoneglet scher zur Furka in 4 St.). 
Schneestock (3608m, 5 St.), Rhonestock (3603m, 5 St.), Diechterhorn (3389m, 
4 St.) und Gwächtenhorn (3218m, 4 St.) sind gleichfaUs von der Trifthütte 
zu ersteigen. — Von der Trifthütte über die (2V2 St.) Triftlimini (3100m) 
und den Rhonegletscher zur (3 St.) Furka (S. 150), unschwierige Gletscher- 
tour. Von der Triftlimmi ist der Tieralplistock (3406m), mit großartiger 
Aussicht, in 1 St. leicht zu ersteigen. — Über den Daminapaß (c. 3400m) 
zur Göscheneralp (S. 141), 8 St., schwierig, namentlich der Abstieg über 
den steilen Dammafirn, s. S. 141; über den Tiefensattel (c. 3300m) und 
den Tiefengletscher zur Furkastraße (S. 149), 9 St., bei festem Schnee 
nicht schwierig, lohnend. — Interessante Übergänge über den Ftirt- 
wangsattel (2558m) nach Guttannen: steiler Anstieg von der Windegg- 
hütte (s. oben) durch das Schattig Trifttäli in 3 St.; Abstieg über die 
Steinhausalp nach Guttannen in 3 St.; und über die Steinlimmi (2734m) 



164 II- R- 39. - K. S. 140,152. SUSTEXPASS. 

nach der Steinalp: von der WindeggMtte über den Triftgletscher und 
im Drosital hinan zur (2^/2 St.) Jochhöhe zwischen Giglistock (2900m) und 
Vorder- Tierberg (3091m); hinab über den Steinlimmigletscher und um 
die Abhänge des Talegglis herum zum (2 St.) Stein -Whs. (s. unten). Durch 
Verbindung beider Pässe können ausdauernde Berggänger in einem starken 
Tagemarsch (11-12 St.) von Guttannen (S. 221) zur Steinalp gelangen. 

Der Weg iibersclireitet den Gadmenbach und steigt über 
Schaftelen nach den "Weilern Untere u, (1 St.) Obere Füren (1134m), 
wo das schöne Gadmental beginnt, mit dem Dorf (20 Min.) Gadmen 
(1207m; Bär, Z. 3, F. iVa, A.. 372 fr.), ans den HäusergrnppenjBM^ 
Mühleschlucht und Obermatt bestehend (über das Sätteli zur 
Engstlenalp, 472-5 St., s. S. 162; für Ungeübte F. ratsam). N. die 
steilen Abstürze der Gadmer Flühe (S. 161) ; ö. wird am Abbang 
der Uratstöcke (2909m) der Wendengletscher siebtbar. 

Die Straße fübrt eine Strecke eben fort und steigt dann durch 
Wald zu den Hütten von Feldmoos (1504m) ; weiter durch wilde Fels- 
gegend („Hölle") zum (274 St.) *Gasth. zum Steingletscher 
(1866m; Z. 2-5, F. 174, M. 3-4, P. 7-11 fr.), am Fuß des mächtigen 
Steingletschers. 

Vom Gasth. führt ein Fußpfad in 25 Min. zum Steingletscher, über 
dessen Zunge man r. über die Moräne, wo die beiden Touristen Dr. O. 
Mönnichs und Dr. R. Ehlert aus Straßburg zu Neujahr 1899 verunglück- 
ten, zur Sustenstraße gelangen kann. 

Ausflüge. *S-ustenliorn (3512m), vom Stein- Whs. 6-7 St., für Geübte 
nicht schwierig und sehr lohnend (F. 30 fr.); Abstieg ev. über die Sustenlimmi 
zur Göscheneralp (S. 141). — Gwächtenhorn (Steinberg, 3428m), über den 
Steingletscher in 5 St. (F. 25 fr.), gleichfalls unschwierig und lohnend. 

Über die Sustenlimmi zur Göscheneralp 8 St., beschwerlich 
(F. ab Meiringen 35 fr.). Über den Seeboden hinan auf den Steinlimmi- 
gletscher, an der Westseite des Bockbergs steil hinan zum Firn des Stein- 
gletschers und in s.o. Richtung hinüber zur (5 St.) Sustenlimmi (3103m), 
zwischen Gtoächtenhorn (s. oben) und Gletscherhorn (3492m), wo sich der 
Blick auf die Gotthardberge öffnet. Hinab über den Sustengletscher zur 
Kehlenalphütte (2340m) und (3 St.) Göscheneralp (S. 141). — Schwieriger 
ist die Tierberglimmi (c. 3200): über den Steingletscher zur Jochhöhe 
zwischen Giüächtenhorn und Hinter - Tierberg (3343m), hinab sehr steil 
und schwierig zum Kehlegletscher und zur (9-10 St.) Göscheneralp. 

Über die Steinlimmi zum Triftgletscher (5 St. bis zur Windegghütte) 
s. oben. Ein andrer Übergang (schwierig) führt über den Schneesattel 
Zvp"isclien - Tierbergen (c. 2980m) zwischen Vorder- und Hinter- 
Tierberg zur (6-7 St.) Trißhütte (S. 163). — Nach Engdberg über das 
Wendenjoch s. S. 156. 

Der Weg steigt oberhalb der Moräne weit nach r. ausbiegend 
am Abhang hinan (Fußpfad kürzt), dann in vielen Kehren, mit 
prächtigen Blicken auf den gewaltigen Steingletscher, umgeben von 
Sustenhörnern, Sustenlimmi, Gwächtenhorn, Hinter- und Yorder- 
Tierberg, Griglistock, an einer Bronzetafel mit den Reliefporträts 
des Dr. Mönnichs und Dr. Ehlert vorbei (s. oben und S. 136), zum 
(I74 St.) Sustenpaß (2262m), zwischen 1. Heuberg (2594m; in 
1 St. zu ersteigen, lohnend), r. Sustenspitz (2931m). Nach 0. öffnet 
sich der Blick auf die imposante, in dejiSpannörte7'n{S. 155)gipfelnde 
Bergkette, die das Meiental im N, begrenzt. 

Per von hier ab einförmige Weg senkt sich in zahlreichen 



WOLHXJSEN. II- ü' 40. 165 

Windungen in das Meiental und tritt an den Meienbach, der 
dem Kalchtal entströmt, einem jähen Schlund r., in den der 
Stücklistock (3309m) und das Hintere Sustenhorn (3320m) ihre 
Lawinen hinabschütten (über das Sustenjoch zur Voralphütte s. 
S. 141). E. unterhalb des Weges die Sastenalp (1757m), dann 
(1 St.) 1. die Guferplattenalp (1745m). Nun allmählich bergab 
durch den geröllbedeckten Talboden, zweimal über die Meienreui3, 
dann (2/4 St.) über die tiefe Klamm des GorezmetÜe7ibachs{lb65m)] 
jenseits die Gorezmettlenalp. Der Rütifirn sendet vom obern Tal- 
rand r. einige kleine Bäche. 20 Min. weiter der Weiler Färnigen 
(1459m ; einf. Whs.), dann unterhalb der Kapelle (40 Min.) Meien 
oder Dörfli (1300m; Gasth. zum Sustenpaß, Z. IV2-2, ?• ^Va-S fr., 
Sternen, beide einf.; Alpenrösli^ nicht teuer) und die Hütten von 
(20 Min.) Hüsen (1179m). Am Talende die Meienschanz (1097m), 
von den Franzosen 1799 zerstört ; von hier auf kui'zer Strecke scharf 
bergab, unter der Gotthardbahn durch nach (40 Min.) Wassen (S. 136). 



40. Von Luzern nach Bern. Entlebueh. 
Emmental. 

95km. Eisenbahn in 2 St. 5-3 St. 25 Min.; 10 fr., 7 fr., 5 fr. 

Luzern s. S. 102. — Die Bahn zweigt vor der Keußbrücke von 
der Basler Bahn (S. 24) 1. ab , führt durch den 1135m 1. Tunnel 
unter der Zimmeregg xmd tritt in das breite Wiesental der 
Kleinen Emme. 6km Littau, am NW.-Fuß des bewaldeten Somien- 
bergs (S. 107); 12km Malters (516m; *aasth. Klösterli; Kreuz; H. 
Bahnhof). 

Fahrstraße (Post 2 mal tägl. in I1/4 St., 1 fr., Wagen 5 fr.) nach dem 
südl. auf der Höhe hühsch gelegenen klimat. Kurort (5km) Scli"warzen- 
berg (841m; *J3'.-P. Matt, Z. IV2-2 fr., F. 90 c, M. 21/2, A. I1/2, ?• ^Va-ö fr.; 
Weißes Kreuz, P. 4-5 fr.; Rößli), von Schweizern viel besucht. V-U St. 
weiter die Kuranstalt Eigental (S. 107); von hier über Herrgottswald 
nach (2 St.) Kriens s. S. 107. 

Von iS'cÄacÄe« (s. unten), 1/2 St. w. von Malters, führt die alteBram- 
eggstraße an dem (3/^ St.) hübsch gelegenen Farnbühlbad (750m; 
*Kurhaus, P. 5-6 fr.), mit Stahlquelle, als Luftkurort und Sommerfrische 
besucht, vorbei über die Bramegg (961m) nach (2 St.) Entlehuch (S. 166). 

Oberhalb Schachen verengt sich das Tal; die Bahn tritt dicht 
an die Kl. Emme und überschreitet sie vor (1.) Wertenstein, mit 
ehem. Kloster, jetzt Taubstummenanstalt. Dann ein kurzer Tunnel. 

21km Wolhusen (571m ; Hot Bahnhof; Rößli, Z. 1 V2-2 V2, F- 1, 
M. m. W. 272 fr. ; Kreuz), großes Dorf (1928 E.) auf beiden Ufern 
der Emme (am 1. Ufer Wolhusen- Wiggern, am r. Wolhusen-Marld). 

Von Wolhusen nach Langental, 39km, Eisenbahn in 2 St. 
Von (5km) Menznau (Lamm) führt eine Straße (Post 2mal tägl. in 21/3 St.) 
nach dem (9km) Luftkurort Menzberg (lOlOm; *Kurhaus, 70 Betten zu 
IV2-2V2, ^- 1, M. 21/2-3, A. 1.80, P. 51/2-6 fr.), in waldreicher Umgebung, am ö. 
Fuß des NapfiS. 167). — 11km ■WUlisau (588m; Rößli, Ster?>), freund- 
liches Städtchen (1594 E.) mit schöner Kirche und altem Schloß, am Zu- 



166 II' It. 40. ENTLEBUCH. Von Luzern 

sammenfluß der Enzwiggern und Buchwiggern hübsch gelegen. Weiter 
in -w. Richtung über Gettnau, Zell am Lutherbach und Hüswü nach 
(25km) Huttwil (642m; Krone, Z. IV2, F. 1, P. 4-5 fr.; Mohr), betrieb- 
sames Städtchen (3376 E.) mit Mineralbad. Dann über (29km) Eohrbach 
im wiesenreichen Langeten-TaZ abwärts, über Kleindietwil, Linclenholz, 
Mädisiotl, (35km) Gutenburg, mit erdig- salin. Mineralquelle (H. Bad 
Grutenburg, 30 Z. zu 1-2, P. 5-5V2 fr.), und Lotzwil nach (39km) Langen- 
tal (S. 22). 

Hier beginnt das Entlebueh, ein 5 St. langes Tal mit schönen 
"Wiesen, von Waldbergen eingefaßt. Die Bahn tritt wieder auf das 
r. Ufer der Emme und steigt an der ö. Talseite (fünf Tunnels) 
nach (29kni) Entiebueh (687m; *H.- P. Port; Drei Könige), 
großes Dorf (2677 Einw.) in hübscher Lage (auf den Napf s. S. 167). 

Zum Schi mbergbad, 17km, Hotelwagen tägl. nachm. in 3 St., 5fr., 
Rückfahrt 4 fr.; Wagen für 1 Pers. 10, 2 Pers. 15, 3 Pers. 18, 4 Pers. 22 fr, 
Fahrstraße im Enüental bis zur (1^/4 St.) Wirtschaft zur Entlenmatt. 
dann hinab zur Brücke über die Entlen und in Windungen hinan zum 
(13/4 St.) Schimbergbad (1425m; *KurJiaus, 160 Betten, Z. 2-4, F. I1/4, 
M. 4, A. 3, P. 7-10 fr.), mit Natron-Schwefelquelle und schöner Aussicht 
nach N. und NW. Vom Schimberg (1821m), in I1/4 St. auf gutem Weg zu 
ersteigen, prächtiges Alpenpanorama; großartiger und umfassender vom 
(21/2 St.) ^Feuerstein (2043m) und von der (21/4 St.) Schafmatt (1982m). Fuß- 
wege nach (I1/2 St.) HeiligJcreuz (s. unten), nach (21/2 St.) Schwendi- Kaltbad 
(S. 159) etc. 

Die Bahn überschreitet die reißende Entlen^ die hier in die 
Emme mündet ; L das hübsch gelegene Dorf Hasli. 

35km Schupf heim (719m; Adler, Z. IV4-2, F. 1, M. 2, P. 
474-51/2 fr.; Kreuz; Bößli), Amtsort des Tals, mit 3038 Einw. 
10 Min. vom Bahnhof das Bad- u. Kurhaus Schupf Jieim mit Stahl- 
jodquelle. 

IV2 St. ö. (Post 2 mal tägl.) der Kurort Heiligkreuz (1126m; P. 4- 
41/2 fr.) mit hübscher Aussicht. — S. führt von Schüpfheim durch das Tal 
der Waldemme oder Kleinen Emme eine mäßig ansteigende Straße (Post 
2mal tägl. in 1^/4 St. ; Wagen 10 fr.) nach dem reizend gelegenen Bergdorf 
(8km) Flühli (900m; *Kurhaus, 80 Z. zu 2, F. 1, M. 21/2, P- 5-7 fr.), Luft- 
kurort mit Schwefelquelle. Lohnende Ausflüge: Kessiloch (1 St.), Fels- 
schlucht mit hohem Wasserfall; *Beichlen (1773m; 3 St.); Hagleren (1952m; 
31/2 St.); * Schrattenfluh (2077m; 4 St.), mit interessanten Karrenfeldern 
und prächtiger Aussicht, besonders vom Scheibengütsch (2040m), dem s.w. 
Endpunkte des langgestreckten Berggrats (S. 167). 

Von Flühli Fahrweg nach (2 St.) Sörenberg (1165m; *Kurhotel 
Mariental, P. 41/2 fr.), Luftkurort im obersten Emmen- oder Mariental. 
Das Fahrsträßchen führt noch 1/2 St. weiter bis an den Fuß des *Brienzer 
Rothorns (S. 216), das von hier in 3 St. zu ersteigen ist (F. angenehm, 6 fr.). 

Von Flühli über die Seewenegg nach Sarnen, 6V2 St., loh- 
nend. 1/4 St. südl. von Flühli Fußweg 1. ab, über den Weiler Kragen 
und die Alpen Bleilci, Eggli, Stäldeli, Blattli, dann durch Wald an einer 
Säge vorbei zur (3 St.) Seewenalp (1720m; Kurhaus, 25 Z. zu 2-21/2, 
P. 41/2-5 fr.), Luftkurort am Seewenseeli (1690m), mit prächtiger Aussicht 
auf die Berner Alpen. Der * Feuerstein (2043m), mit großartiger Alpen- 
aussicht vom Säntis bis zum Montblanc, ist von hier in 1 St. leicht zu 
besteigen (s. oben). — Von der Seewenalp Fußweg zur (20 Min.) Seewenegg 
(1763m) mit herrlicher Aussicht, dann r. hinab ins Tal und auf deutlich 
erkennbarem Pfade an einer Säge vorbei (das Schwendi-Kaltbad bleibt L, 
S. 159), nach Stalden und (3 St.) Sarnen (S. 158). 



nach Sern. LANGNAtJ. II- ^- ^0. 167 

Die Bahn überschreitet die Kleine Emme und steigt s.w. im 
Tal der Weißemme nach 

43km Eseholzmatt (854m; *Löwen, 75 Betten, Z. V/^-^, F. 1, 
M. 2-3, P. 472-6fr. ; Krone, P. 4-5 fr. ; Bößli), großes Dorf (365 Einw., 
Gemeinde 3127 Einw.) mit neuer got. Kirche, auf der Wasserscheide 
zwischen Entlebuch und Emmental, als Sommerfrische besucht 
(von hier unschwierig in 2^2 St. auf die Beichlen, 1773m, mit 
herrlicher Aussicht; s. S. 166). Dann bergab, vor (46km) Wiggen 
(793m ; *Eößli, P. 3V2-4 fr.) durch einen kurzen Tunnel. 

Südl. führt von hier eine Fahrstraße (Post 2mal tägl. in 1 St. 50 Min.) 
im Ilflstcd hinan über Marbach (880m; Krone) und Wald nach (12km) 
Schangnau (932m; *Löwe) im Großen JEhnmental, von wo deT*nohgant 
(2199m) über das Lautere Wängli in 5-6 St. m. F. zu besteigen ist (Über- 
nachten event. in der Mastalp oder der Alp Grqßensteinen, IV2 St. von 
Schangnau). Abstieg nach Habkern s. S. 194. — 7km oberhalb Schang- 
nau im obersten Emmental (Fahrstraße über Bumhach) liegt das einf., 
von Landleuten viel besuchte Kenuneribodenbad (979m; P. 5 fr.) mit 
Schwefelquelle, am Fuß des Scheiben gütsch (2040m), der von hier in 
3 St. zu besteigen ist (s. S. 166). Vom Kenuneribodenbad auf den Eoh- 
gant (s. oben) 31/2-* St- m. F. (5 fr.); auf das Tannhorn (2223m), mit 
großartiger Aussicht, 4-41/2 St. m. F. (Abstieg ev. nach Brienz, S. 216). 

Weiter am r. Ufer der Efis nach (52km) Trubschachen (730m), 
im Kanton Bern, an der Mündung des Trubbachs in die Ilfis. 

Der *!N"apf (1411m), n. von Trubschachen, wird der Aussicht wegen 
viel bestiegen. Fahrweg über (3/4 St.) Trüb (815m; Löwen, gut) bis (1 St.) 
Mettlen (1053m; bis hierher Wagen für 1 Pers. 6 fr.), dann auf gutem 
Reitwege zum (I-I1/4 St.) Easenplateau des G-ipf eis (* Gasth., als Lxif tkur- 
ort besucht, Sa. u. So. überfüllt, P. 5-6 fr.). Prächtige umfassende Aus- 
sicht vom Säntis bis zur Dole ; schöner Blick auf die Bern er Alpen (Pan- 
orama von Hürzeler). — Von Entlebuch (S. 166) Fahrstraße w. über den 
Entlenbach und die Kleine Emme, dann entweder auf dem direkten Fuß- 
weg in 1 St., oder auf dem Fahrweg über Dopleschwand in I1/2 St. nach 
Romoos (792m; Whs.); von hier guter Reitweg in 21/2 St. zum G-ipf el. — 
Vom Napf führt ein Fußweg mit schöner Aussicht über die Lußhütte 
(einf. Whs.), die Lüderenalp (H. zu den Alpen, P. von 4 fr.) nnd die 
Rafriiti (s. unten) hinab nach (4 St.) Langnau (F. angenehm, 5-6 fr.). 

57,5km Langnau (684km; * Hirschen, Z. IV2-5, F. 1, M. 2V2, 
P. 5-7 fr.; ^ Löwen, Z. 2-3, E. 1.20, M. 3, A. 2, P. 5-7 fr.; Bär; 
H. Bahnhof; H. Emmental; H.-P. Kurhaus Dorfberg, 20 Min. 
w. vom Bahnhof auf einer Anhöhe) , mit 8169 Einw. , Hauptort des 
Emmentals, eines der fruchtbarsten Täler der Schweiz, in 
Deutschland durch seinen Käse berühmt, in der nähern Umgebung 
auch wegen seiner Holzhäuser. Die sorgfältig gepflegten Wiesen, 
das stattliche Milchvieh, die säubern Häuser mit hübschen Gärtchen 
davor : alles zeugt von Wohlhabenheit. 

Eisenbahn nach Burgdorf s. S. 22. — Schöne Aussicht auf das 
Emmental und die Alpen von der Bageschwand-Höhe, 1 St. n.w.; um- 
fassender von der Rafrüti (1204m), 21/2 St. n. (Panorama von G. Studer). 

Die Bahn überschreitet die Hfis, gleich darauf die Emme und 
berührt die wohlhabenden Orte (61km) Emmenmatt und (65km) 
Signau (637m; Bären; Turm). Vor (ll\.m\Zäziwil (Krone) über 
den Kiesenbach; n.w. auf der Höhe Groß - Höchstetten (S. 22). 



168 n. R.41. HOCHDORF. 

Dann in großem Bogen um den Hürnherg nach (75km) Konol- 
fingen-Stalden (*H.-Rest. Bahnliof), Kreuznngspunkt der elektr. 
Balm Burgdorf -Thun (S. 22). 78km TägertscU; 82km Worb 
(59öm; * Bären; Sternen, Löiven, beide gut), großes Dorf 20 Min. 
vom Bahnhof, mit Schloß aus dem xi. Jahrh. (Dampftrambahn über 
Gümligen nach Bern, s. S. 173). Schöner Blick 1. auf die Berner 
Alpen und die Stockhornkette. 

Falu-straße ö. nacli (40 Min.) EnggisteiJi (690m; *Gasth., P. 31/2-^^2 fi'-); 
mit Mineralquelle, und -weiter in 20 Min. nach dem in waldreiclier Um- 
gebung reizend gelegenen *Ilüttiliubelbad (736m; 56 Z. zu I1/2-2, F. 
70-80 c, M. IV2, A. 1, P. 4-5 fr.; Pens. Schwestern SchübacJi, 31/2-4=1/2 fr-). 
Luftkurort mit erdig -salin. Eisenquelle, hübschen Spaziergängen und 
Alpenaussieht, besonders vom *Kn'öriTmbd (923m; 35 Min.). Prächtige 
Aussicht auch von der *Aetzrüttiegg (Sölm), über Wikartswü und die 
Blenziwilegg (933m) in 1 St., und vom BaUenhüTü (w. G-ipfel des Hüm- 
bergs), über ScMoßwü in 13/4 St. (hinab zur Stat. Tägertschi 20 Min.). 
Von Stat. Walkringen (S. 22) zum Rüttihubelbad 25 Min. (Wagen füi- 
1-2 Pers. 2 fi-. 50 c). 

87km Grümligen, Knotenpunkt der Bern-Thuner Bahn (Wagen- 
wechsel für Thun, S. 180). Yon hier nach (95km) Bern s. S. 180. 

41. Von Lnzern nach Wildegg (Aar au). 
Seetalbahn. 

51km. Eisenbahn in 2-22/3 St. für (II. Kl.) 5 fr. 05, (III. Kl.) 3 fi-. 
55 c. G-anz anmutige Fahrt. 

Von Luzern bis (5km) Emmenbrücke s. S. 24 (bis hierhin auch 
elektr. Trambahn alle 15 Min., s. S. 104). — 7km Emnien (430m ; 
Stern, Z. 1-2 fr.), unweit der Reuß; 10 Min. ö. das ehem. Frauen- 
kloster Rathausen, jetzt kantonale "Waisenanstalt. 11km Waldi- 
brücke. Die Bahn geht von der Straße ab und steigt nach (14km) 
Esclienbach (476m; Eößli, Löwe), mit großem Cisterzienserinnen- 
kloster und ergiebigen Kiesgruben. Schöne Aussicht auf die Hoch- 
alpen, den Pilatus, Rigi und die Kette des Eooterbergs. 

Die Bahn überschreitet bei (16km) Ballwil (516m) die Wasser- 
scheide zwischen Keuß und Äa und senkt sich in das luzernisch- 
aargauische Seetal, eines der anmutigsten und fruchtbarsten 
Täler der Centralschweiz, 30km lang, im 0. begrenzt durch den 
Lindenberg (900m), im "W. durch die Ehrlose (814m) und den 
Homberg (792m) ; in der Mitte der liebliche Baldegger oder obere 
und der größere Hallwiler oder untere See (S. 169). 

19km Hoehdorf (504m; Hirsch, Z. IV2-2, F. 1, P. 4V2-5 fr., 
Kreuz, beide einf.), wohlhabender malerisch gelegener Marktflecken 
(1062 Einw.). Beim Bahnhof das Schauspielhaus mit Platz für 
1300 Pers., wo im Sommer (So. 2-5 nachm.) Volksschauspiele auf- 
geführt werden. 

Ausflüge, i/o St. ö. auf einem Hügel die Taubstummenanstalt Hohen- 
rain (614m), fi-üher Johanniterkomturei , mit schöner Aussicht auf die 
Alpen und die Hügellandschaft des Kantons Luzern. Von hier in IVa St. 
nach Schloß Horben (800m; Pens., s. S. 28), mit prachtvoller Aussicht, 



BEINWIL. II ü- 4i. 169 

besonders nach N. n. 0.; dann über (i/^ St.) Lidi, mit der ansehnlichen 
Ruine Nünegg und hübscher Aussicht, und das (1/2 St.) ehem. Bad Augst- 
holz zurück nach (i/g St.) Hochdorf. Der ganze Ausflug kann auch zu 
Wagen gemacht werden. 

W. führen von Hochdorf Straßen über Eömerswil nach (IV2 St.) 
Oberreinach, Schloßruine mit herrlicher Aussicht auf das Seetal und 
den Jura; über Hildisrieden, mit schöuer neuer Kirche, nach der (2 St.) 
Schlachtkapelle ob Sempach (S. 23), und über Ursivil nach (IV4 St.) 
Rain; in der Nähe bei Oberbuchen (650m) malerische Aussicht auf den 
Pilatus und die Entleb acher Berge. 

21km Bcddegg (Löwe), hübsclies Dörfchen mit Lehrerinnen- 
Seminar und Töchterinstitut, am SO.-Ende des 5km langen Bal- 
degger Sees (466m); dann am O.-Ufer des Sees nach (25m) Gel- 
fingen (Stern), wo Weinbau beginnt. Prächtiger Blick auf den 
See und die Hochalpen. K das alte wohlerhaltene Schloß Heidegg. 
— 26km Hitzkirch; 1km ö. das Dorf (Kranz; Engel), mit ehem. 
Deutschordens -Komturei (jetzt Lehrerseminar). L. am N. -Ende 
des Baldegger Sees Richensee mit den Burgruinen Grünenburg und 
Eichensee. Im See Pfahlbau aus neolithischer Zeit. 

N. führt von Hitzkirch eine Straße (Post nach Fahrwangen 2mal tägl. 
in 1 St.) über Altwis und Aesch nach (I3/4 St.) IlTeisfej'schtoaiulpn (Löwe; 
*Pens. Seerose) mid Fahrwangen (Bär), zwei großen Dörfern mit blühender 
Strohflechterei ; von da über Sarmensdorf, am Schloß Hilflkon vorbei, 
nach Villmergen und (I3/4 St.) Wohlen (S. 28). 

28km Ermensee, großes Dorf (571 Einw.) mit röm. Überresten, an 
der Äa. Bei (29km) Mosen tritt die Bahn an den 9km 1., 1,5km br., 
von einem kleinen Dampf boot befahrenen Hallwiler See (451m.) 
und steigt am W.-Üfer nach 

32km Beinwil (524m ; Löwe), stattliches Dorf (1304 Einw.) 
mit Cigarrenfabriken und reizendem Blick auf den See (Seebäder). 

Zweigbahn in 9 Min. über Reinach-Unterdorf nach (4km) Rei- 
nach-Menziken (Stern, P. 4-7 fr.; Rößli) gewerbreicher Ort (6000 Einw.) 
im obern Winental, mit Cigai-ren-, Textil- u. Maschinenfabriken, am Fuß 
des aussichtreichen Stierenbergs (874m; schöne Waldpromenaden). Von 
Beinwil guter Fußweg, zum Teil durch Wald, in 3/4 St. (von Bin-wil 
1/2 St., von Reinach 1 St.) auf den *IIoniberg (792m; 5 Min. n. vom 
Aussichtspunkt gutes Grasth., Z. IV2-2, P- ^1/3-41/2 fr.), den „Aargauer Rigi", 
mit großartiger und malerischer Aussicht. 

Nun hoch über dem See nach (34m) Birrwil (563m ; Bahnrestaur., 
mit schöner Aussicht), dann hinab nach (38km) BoniswilSeengen 
(Bahnrestaur.). 

Nach Fahrwangen Post 2mal tägl. in 1 St. Die Straße führt an 
dem stattlichen alten Schloß Hallwil, Stammsitz des berühmten Ge- 
schlechts, vorbei nach (1/2 St.) Seengen (Bär), großes Dorf; 10 Min. s.o. 
die besuchte Wasserheilanstalt Brestenberg (462m), am N.-Ende des Hall- 
wiler Sees in Weinbergen anmutig gelegen. Falu-straße (Omnibus von 
Boniswil 2 fr.) von Seengen in 25 Min. zum *n.-P. McTienberg (605m), 
Luftkurort mit herrlicher Aussicht (P. 31/2-4 fr.). — Von Brestenberg 
Fahrstraße am O.-Ufer des Sees über Tennwil nach Meister schwanden und 
(^/i St.) Fahrwangen (s. oben). 

40km Niederhallwil-Dürrenäsch ; 42km Seon (Stern, Z. IV2-2, 
M. m. W. 2, P. 5 fr.), industriereiches Dorf (1842 Einw.); 47km 
Lenzhurg-Bahnhof , Knotenpunkt für Aar au und Baden (S. 29). 



170 II' B.41. LENZBUEG. 

48kin Lenzburg -Ä^^arf^ (408in; * Krone; Löwe), lebhaftes 
Städtchen (2588 Einw.) an der Äa, mit großem Zuchthaus des Kan- 
tons Aargau im Zellensystem, ö. auf einem Hügel das malerische 
Schloß Lenzburg (507m), neuerdings vom Besitzer Mr. E. E. Jessupp 
aus Philadelphia restauriert (Eintritt in den Schloßgarten Mi. u. 
So. gestattet) ; w. gegenüber der Staufherg (521m) mit alter Kirche 
und schöner Aussicht. 

50m Niederlenz; 52km Wildegg, Station der Bahn Aarau- 
Brugg-Zürich (S. 29). 



m. BEENEE OBEELAND. 



42. Bern und Umgebung 172 

Gurten 180. 

43. Von Bern nach Thun 180 

a. Schweizer Bundesbahn (über Münsingen) . . . 180 

b. Gtirbetalbahn (über Belp) 181 

G-urnigelbad 181. — Umgebungen von Thun 183, 184. 

44. Der Niesen 184 

45. Von Thun nach Interlaken. Thuner See .... 185 

a. Thunerseebahn 185 

b. Dampfbootfahrt 185 

Sigriswil 186. — Aeschi. Über den Rengglipaß ins 
Saxetental 187. — Beatushöhle. St. Beatenberg. Amis- 
bübl, Gemmenalpbom etc. 188, 189. 

46. Interlaken und Umgebung 189 

Heimwehfluh. Abendberg. Härder. Goldswil. Ringgen- 
berg. Habkemtal. Schynige Platte. Saxetental. Sulegg. j 
Morgenberghom. Schwalmern 193-196. 

47. Das Lauterbrunnental und Murren 196 

Isenfluh 196. — Staubbach 197. — Trümmelbachfall. 
Schmadrifall. Oberer Steinberg 198. — Tanzbödeli. Ober- 
homsee 199. — Schilthom. Sefinental 201. — Von Lauter- 
brunnen über die Sefinenfurgge ins Kiental; über das 
Hohtörli oder den Tschingelpaß nach Kandersteg 202. 
— Von Lauterbmnnen ins Lötschental über den Peters- 
grat. Mutthomhütte. Wetterlücke. Schmadrijoch. Laui- 
tor. Ebnefluhjoch. Rottalhütte 203. 

48. Von Interlaken nach Grindelwald ....... 203 

a. Direkte Bahn 204 

b. Über "Wengen und die Kleine Scheidegg .... 204 
Saumweg nach der Wengemalp. Mettlenalp 205. — Jung- 
frau. Silberhom. Eigergletscher 206. — Jungfraubahn. 
Lauberhom. Männlichen. G-uggihütte 207. — Oberer 
Grindelwaldgletscher. Chalet Milchbach. Unterer Glet- 
scher 209. — Von Grindelwald zur Bäregg und über das 
Eismeer zum Zäsenberg. Mettenberg. Wetterhom. Berg- 
listock. Schreckhömer. Gr. Lauteraarhorn. Mönch. Eiger 

Gr. Fiescherhorn 210, 211. — Von Grindelwald über die 
Strahlegg, das Finsteraarjoch oder den Lauteraarsattel 
zum Grimselspital. Von Grindelwald nach dem Eggis- 
horn über Jungfraujoch, Mönchjoch, Eigerjoch, Fiescher- 
joch 211. 

49. Das Faulhorn 211 

Von Grindelwald auf das Faulhom. Von der Schynigen 
Platte auf das Faulhom 212. — Vom Faulhom zxa Gr. 
Scheidegg. Rötihorn. Schwarzhom 213. 

50. Von Meiringen nach Interlaken. Brienzer See . . 214 
I Aareschlucht 214. — Reichenbachfälle. Alpbachschlucht. 

Hasleberg. Hohfluh. Planplatte. Hohenstollen 215. — 
Brienzer Rothom 216. — Gießbach. Enge. Axalp. 
Hinterburgsee. Vom Gießbach aufs Faulhom. Vom Gieß- 
bach über Iseltwald nach Interlaken 217. 

BsBdeker's Schweiz. 31. Aufl. 12.. 



172 III- R'^2. BERN. PraTctischo 



51. Von Meiringen nach G-rindelwald iiber die Große 

Scheidegg 218 

Hohbalm. Rosenlauibad. Weißenbachscliliicht 219. 

52. Von Meiringen zum Rhonegletscher. Grimsel . . . 220 

DasUrbachtal. G-aulihütte. Gaulipaß, Berglijocli. Dossen- 
hütte. Wetterlimmi. Rosenegg 221. — G-elmersee 222. — 
Kleines Siedelhorn. TTnteraargletsclier. Pavillon Dollfus. 
Ewigsclmeeliom, Finsteraarhorn 223. — Von der Grimsel 
nach Fiesch über Oberaarjoch oder Studerjoch 224. 

53. Von Spiez nach Lenk über die Gemmi 225 

Kiental. Grspaltenhorn 225. — Geriborn. Steinschlag- 
born. Der Blausee 226. — Ausflüge von Kandersteg. 
Gasterntal. Oeschinen-See. Blümlisalp. Doldenhorn. 
Fründenhorn. Dündenhorn. Alpschelenhubel 227. — Einder- 
horn. Balmhom. Alteis. "Wildstrubel 228. — Ausflüge 
von Bad Leuk. Torrentalp etc. 230. 

54. Von Gampel nach Kandersteg. Lötschenpaß . . . 231 

Hohgleifen. Bietschhorn 231. — Von Ried nach Leuk über 
den Ferdenpaß, die G-itzifurgge, den Restipaß etc. 232. 

55. Von Erutigen nach Adelboden 232 

Ausflüge und Bergtouren von Adelboden. Bonderspitz. 
Elsighorn. Albrist. Gsür. Lohner. Wildstrubel etc. Von 
Adelboden nach der Lenk über das Hahnenmoos; nach 
Kandersteg über die Bonderkrinden oder den Allmengrat; 
nach Schwarenbach über den Engstligengrat 233, 234. 

56. Von Spiez nach Montreux durch das Simmental . . 234 

Von Oey nach Matten durch das Diemtigtal. Kurhaus 
Grinunialp. Seehom, Männlifluh etc. 235. — Stockhorn. 
Bad Weißenburg. Über den Bürglensattel und Gantrisch 
zum Gurnigelbad 236. — Von Reidenbach nach Bulle. 
Schwefelbergbad. Ottenleuebad 236, 237. — Hundsrück. 
Riederberg 237. — Das Lauenental 237, 238. 

57. Von Zweisimmen über den Rawyl nach Sion . , . 238 

Simmen-Quelle. Oberlaubhorn. Mülkerblatt. Iffigensee. 
Wildhorn. Wildstrubel. Rohrbachstein 239. — Von der 
Lenk nach Gsteig, Saanen und Leuk 240. 



42. Bern und Umgebung. 

Bahnhof (PI. C 3 ; gutes Restaurant) an der W.-Seite der Altstadt 
am Fuß der Großen Schanze. Den Hotelangestellten, die dem Reisenden 
das Gepäck zur Bahn bringen, ist das Betreten des Bahnsteigs und der 
von der Eingangshalle zum Bahnsteig führenden Treppe untersagt. 

Gasthöfe. *Bernerhof (PI. a: D4), Bundesgasse 3, 150 Betten, 
Z. 4-10, F. 11/2, G. 4, M. 5, P. 11-18 fr.; *Bellevue (PI. b: E 4), Insel- 
gasse 3, 115 Betten, Z. 4-8, F. 11/2, G. 3, M. 41/2, P- 10-16 fr., beide 
mit Alpen- Aussicht; — *Schweizerhof (PL c: C 3), 105 Betten, Z. 3-5, 
F. IV2, G. 3, M. 4, P. 8-12 fi-.; *H. Jura (PL d: C4), 50 B., Z. 2V2-4, 
F. 11/4, M. 3, A. 21/2 fr.; H. National (PL f: C 3) neu; *H. de France 
(PI. e: C3), 45 B., Z. 21/2-4, F. IV4, M. 3, P. 71/2-IO fr.; *H. Post 
(PL 8 : D 3), 60 B., Z. 2-4, F. I1/4, M. 31/2, A. 3 fr. ; IL M e t r j) o 1 e & M n o - 
pole, Ecke Waisenhausplatz und Zeughausgassc ; *Löwen (PL i: CD 4), 
48 B., Z. 2-31/2, P. IV4, M. 3, P. 8-10 fr.: Hot. Bahnhof (PL t: D 3), 24 Z. 
zu 2-3, F. 11/4, M. 21/2, P. 7-9 fr.; Hot. garni Simplon; diese beim 
Bahnhof. In der Stadt: *Pfi3tern (Boulangers ; PI. g: E 3), neben dem 
Zeitglockenturm, 50 B., Z. 3-5, F. I1/4, M. 31/2, A. 21/3, P. 8-15 fr.; *Bären 
(PI. r: D4), 50 Z. zu 21/2-4, F. I1/4, M. 21/3, P. 7-10 fr.; Storchen (PL h: 



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BERN 



ufeLd'brü.cke (sasmJ. 



Vorbemwkungen. BERN. ^^^- ^- ^2. 173 

D 3, 4), 45 Z. zu 2-3, F. I1/4, M. 3, A. 21/2, P- 6-8 fr.; Zähringerhof 
(PL u: B 2), Gesellschaftstr. , hinter der Großen Schanze, 40 B., Z. 2-3, 
F. 1, M. 3, P. 6-7 fr.; Schmieden (MarSchaux; PI. k: E 3), 25 B., Z. 2, 
F. 1, M. m. W. 2V2fi--; H.-P. Ruof (PI. 1: D 3), Waisenhausplatz, Z. 2, 
F. 1 fr.; H. Sternen (PI. m: D 3), Aarbergergasse, einf., 30 B., Z. 2-21/2, 
M. 2V2> P. 6-8 fr.; Wilder Mann (Sativage; PI. p: D 3), Aarbergergasse, 
ebenfalls gut, 35 B., Z. 2-8, F. 1, M. 21/2-8 fi-.; *Eidgenöss. Kreuz 
(evang. Vereinshaus; PL q: D3), Zeughausgasse 41, 70 B., Z. Vlr^^k, 
F. 1, M. 2, A. IV2, P- 5-61/2 fi-.; Hot. Zimmerleuten (PL n: E 3), 
Marktgasse, Z. 2-3, F. 1, M. 2-2V2 fr.; Hirschen (PL 0: D3), 24 B., 
Z. 2-21/2, M. 21/2-3 fr., recht gut; Emmentaler Hof (PI. v: D 8). Neuen- 
gasse; H. du Pont (PL w: E 5), jenseit der Kirchenf eidbrücke, Z. 3, 
M. 11/2-3, P. 5-6 fr.; H. Eiger (PL z: A 5), Belpstr., P. 5-7 fr. 

Pensionen : *H e r t e r (PL v : F 4), auch für einzelne Damen (P. 5-6 fr.) ; 
*V i 1 1 a F r e y, Schwärzte rstr. 71 (PL r. : A 4), P. 5-8 fr. ; E d e n, Scblößlistr. 23 
(6-9 fr.); P. V i 1 e 1 1 e , Laupensti-. 55 (ß-8 fr.); P. Gaudard, Schanzen- 
eckstr. 7 (4 fr.); *Jolimont, äußere Enge (1/2 St., S. 180), mit hübscher 
Aussicht und schattigen Spaziergängen (35 Z. , P. 6-8 fr.); *Krone in 
Muri, i/a St. s.o. (Trambahn s. unten; P. 5-7 fr.). 

Cafö-Ilestaurants (überall offene Waadtländer oder Walliser Weine). 
♦Bahnhof -Restaurant (M. 21/2 fr.); Wiener Grand Cafe & Rest, 
du Theätre, Komhausplatz; Kornhauskeller (S. 176; Münchner 
und Pilsner Bier, guter Wein); Cafe-Rest. Bubenberg, Bubenberg- 
platz; Cafe-Rest, de la Poste (S. 172), mit Garten; C. Merz, Amts- 
hausgasse 30, gegenüber dem Bundespalast ;Bigler-Siegenthaler, Aar- 
bergergasse 6; Ratskeller, Ecke der Gerechtigkeitsgasse und Kreuzgasse 
(Augustinerbräu und Pilsner Bier); C. National, Schauplatzgasse 3 (Wand- 
bilder vom alten Bern) ; C. Bären, Schauplatzgasse 4, CafeSchmieden, 
im Hof des gleichnam. Hotels (s. oben ; beide gleichfalls mit Wandmalereien) ; 
Frauen-Restaurant Daheim, Amthausgasse 26; C. du Pont, jen- 
seit der Kirchenf eidbrücke (S. 177), mit schöner Aussicht; Schwellen- 
mätteli, an der Aare (PL E4; Fische). — Vergnügungs gärten: Kur- 
saal Schänzli (S. 180; im Sommer täglich Konzert oder Theater); 
C. Sternwarte (S. 179); *Innere Enge (S. 180), 20 Min. vor dem Aar- 
berger Tor; *Gurten (S. 180). 

Bäder. Flußbäder in der Aare (Juni-Sept. 12-16° C), bei dem Stadt- 
teil Marzili (PL D5; daneben Luft- u. Sonnenbad); warme Bäder im 
Sommerleistbad, Laupenstraße (PL B 4; auch römisch-irische Bäder); Cen- 
traZbad, Marktgasse 43. 

Droschken bis zu 15 Min. 1-2 Personen 1 fr., 3-4 Pers. IV2 fr.; i/a St. 
1 fr. 50 u. 2 fr.; 3/4 St. 2 u. 21/2 fr.; 1 St. 21/2 u. 3 fr.; für jede weitere 
Viertelstunde 60 oder 75 c. Zweisp. Droschken werden nach der Taxe für 
3-4 Pers. bezahlt. Koffer 30 c. ; Laternenvergütung per 1/4 St. 10 c. Von 
10 U. abends bis 6 U. früh doppelte Taxe. 

Trambahn (elektr.): alle 5 Min. vom Bärengraben die ganze Haupt- 
straße hinauf bis zum Bubenbergplatz und weiter bis zum Friedhof (10-15 c.) 
und umgekehrt; — vom Bubenbergplatz in 16 Min. nach Wabern (S. 180; 
25 c); — nach der Länggasse (Bremgartenwald, 10 c); — vom Burgernziel- 
weg über Kirchenfeld- und Kornhausbrücke, Viktoriaplatz nach dem 
Breitenrain. — Dampftrambahn vom Kirchenfeld nach Muri (H.-P. Krone), 
Gümlingen und (10km, in 33 Min.) Worb (S. 168). 

Post und Telegraph (PL C 3) beim Bahnhof; Filialen Kramgasse 1, 
Kornhausplatz 18 und in den meisten übrigen Stadtteilen. 

Theater am Kornhausplatz (PL E3), Vorstellungen nur im Winter. 
— Sommertheater im Kursaal Schänzli (S. 180). 

Römisch-katholischer Gottesdienst im Sommer in der Dreifaltigkeits- 
kirche in der Taubenstraße (PL C 4; im Chor neue Fresken von AI. Balmer). 

Offizielles Verkehrbbureao im Bahnhofsgebäude, Bubenbergplatz 
(wochentags 9-12 u. 2-5 U.). — Reise- und Touristenartikel bei E. DetTdeffsen, 
Christoffelgasse 7. — Geldwechsel bei der Schweizer Volk^bank und der Ver- 
einsbank, beide Christoffelgasse ; Kantomübank, am Bärenplatz (PL D 4). 

Beedekcr's Schweiz. 31. Aufl. 12.. 



174 m- R-4:2. BEEN. Bundespalast. 

Bei beschränkter Zeit zuerst auf die Kleine Schanze und am 
Bundespalast vorüber zur Kirchenfeldbrücke und zum Histor. Museum, 
dann zum Münster, durch die Kreuzgasse zum Rathaus, über die Nydeck- 
brücke zum Bärengraben, zurück am Zeitglockenturm vorbei auf den Korn- 
hausplatz, über die Komhausbrücke zum Schänzli, über die Eisenbahn- 
brücke zum Kunst- und Naturhistorischen Museum, dann am neuen Post- 
gebäude vorbei auf die Große Schanze. Vgl. auch S. 178 (Helvetiaplatz). 

Bern (546m), Hauptstadt des gleichnam. Kantons, des volk- 
reichsten und zweitgrößten der Schweiz, und seit 1848 Sitz der eid- 
genössischen Bundesbehörden, einer 1834 gestifteten Universität 
(1561 Studenten) und des Centralbureaus des Weltpostvereins, in 
herrlicher Lage auf einer Halbinsel, die durch die 35m tiefer 
fließende Aw^e gebildet wird, hat mit seiner sehr großen Gemar- 
kung 71935 Einwohner. Die Hauptstraßen sind innerhalb der alten 
Stadt beiderseits im Erdgeschoß der Hänser von gewölbten „Lauben" 
eingefaßt. Charakteristisch ist auch die große Zahl laufender Brun- 
nen, meist aus dem xvi. Jahrh. und neuerdings restauriert. Über- 
haupt hat sich Bern von den größeren Städten in der Schweiz am 
meisten eigentümlich Schweizerisches bewahrt. 

1191 von Herzog Berthold V. von Zähringen gegründet, wurde die 
Stadt 1218 reichsfrei und war 1288 bereits so stark, daß sie zwei Be- 
lagerungen Rudolfs von Habsburg glücklich bestand und 1339 bei Laupen 
(S. 254) die Macht des burgundischen Adels brach. Im J. 1358 trat Bern 
der Eidgenossenschaft bei; die Reformation fand 1528 Eingang. 1415 
eroberte es einen Teil des Aargaus und 1536 das den Herzogen von Savoyen 
gehörige Waadtland, mußte aber beides 1798 aufgeben. 

Berühmt sind die Berner *Alpenau8sichten, von der Münster- 
terrasse, vom Klosterhof, von der Bundesterrasse, von der Kleinen Schanze, 
vom Schänzli, von der Großen Schanze, von der Enge (S. 180). Die wich- 
tigsten Berge verzeichnet unser Panorama. Von andern Standpunkten 
zeigen sich noch: r. vom Doldenhorn das Balmhorn (3668m) mit dem 
Alteis (3634m, 50km entfernt) und über dem G-urten die glockenförmig 
abgei-undete G-ipfelwand des StocTchorns (2193m), oder auch links von der 
Schrattenfluh noch die Pelszacken der Spannörter (3202m, 88km), der 
Schlqßberg (3135m), beide im Kanton Uri, der Kamm der Beichlen (1773m) 
bei Escholzmatt und der Feuerstein (2043m) im Entlebuch. Besonders 
schön zeigt sich in Bern das Alpenglühen (S. xv). 

Vom Bahnhof gelangt man südl. auf den Bubenberg platz 
(PI. C4), den Mittelpunkt des Berner Trambahnverkehrs. L. das 
Bronzestandbild Adrians von Bube7iberg{1424=-7d)^ des Verteidigers 
von Murten gegen Karl den Kühneu (S. 261), von Max Leu (1897); r. 
die Heil. Geist-Kirche, 1726-29 von Nik. Schiltknecht erbaut, auch 
im Innern ein prächtiges Muster des damals herrschenden Regence- 
Stils, von vornehmer Wirkung. Öffnung durch den Küster („Siegrist), 
s. Täfelchen an der Kirchentür. — Von hier durch die Christoffel- 
gasse zur *Kleinen Schanze (PI. C 4), mit prachtvoller Aussicht 
auf die Berner Alpen (in der obern Allee Alpenzeiger von Imfeid), 
im Vordergrund das Aaretal mit der Kirchenfeldbrücke. In den 
Anlagen eine Büste des Schweiz. Turnvaters Nlggeler (f 1887). 

ö. von der Kleinen Schanze ragt am Rande der Stadthöhe weit- 
hin sichtbar der im Florentiner Stil erbaute *Bundespalast 
(PI. D 4) auf, aus drei Gebäuden bestehend. Das Bundeshaus- 



Zeitglockmturm. BERN. ^^I- B- ^2. 175 

West, von Stadler u. Studer 1852-57 erbaut, enthält das Politische 
Departement, die Abteilungen des Innern, der Justiz, die eidgen. 
Centralbibliothek etc. (davor in der Bundesgasse der 1863 errichtete 
Bernabrunnen). Das Bundeshaus Mittelbau oder Parlaments- 
gebäude (ill. Führer 1fr.), ein prächtiger Kuppelbau von Auer(1894- 
1901), enthält die Sitzungssäle des Nationalrats und Ständerats (tägl. 
9-11.30 u. 2-5 U. frei zugänglich). Yor dem Eingang r. u. 1. zwei 
sitzende Bronzestatuen, die Geschichtschreiber der Vergangenheit 
und Gregenv/art, von Beymond ; oben auf dem Griebelf eld die Statue der 
Schweiz. Unabhängigkeit mit der gesetzgebenden und ausführenden 
Grewalt, von Niederhäusern. An der Südfassade ein Fries mit den "Wap- 
pen der 22 schweizer Kantone in Mosaik; oben auf dem Sims sechs 
Statuen (Landwirt , Kaufmann , Gelehrter von Albisetti , Krieger, 
Handwerker und Künstler von Alfred Lanz). Schönes Treppen- 
haus. Im Nationalratssaal ein großes *"Wandgemälde von Ch. Gi- 
ron, „die Wiege der Eidgenossenschaft" (Yierwaldstätter See). Das 
Bundeshaus-Ost, von Auer 1888-92 erbaut, enthält die Abteilungen 
des Krieges, der Industrie und der Landwirtschaft. Zu beiden Seiten 
des Mittelbaus führen Durchgänge auf die * Bundesterrasse, hoch 
über der Aare, mit prächtiger Aussicht auf die Alpen. — Neben dem 
Bundeshaus-Ost in der Inselgasse das ehem. Wohnhaus des Arztes 
und Dichters Alhrecht von Haller (f 1777). 

Die Hauptverkehrsader der Stadt ist der 1300m 1. Straßenzug, 
der unter den Namen Spitalgasse, Marktgasse, Kramgasse, Gerechtig- 
keitsgasse vom Bubenbergplatz (Trambahn s. S.173) bis zurNydeck- 
brücke führt. In der Spitalgasse der schöne Dudelsackpfeifer- 
brunnen, aus dem Anfang des xvi. Jahrh. Am Eingang der M ar kt - 
gasse, wo der Bären- und "Waisenhaus platz die Westgrenze der 
Stadt bis 1346 bezeichnen, steht der Käfigturm (PL D 3), im xvii. 
Jahrh. erneut. In der Marktgasse der Seilerbrunnen, mit dem Stand- 
bild der Gründerin des Inselspitals (S. 180) auf antiker Marmor- 
säule, und der schöne Schützenbrunnen von 1527. Weiter an alten 
Zunfthäusern (Schmieden, Zimmerleuten, Webern) vorbei zum 
ältesten westlichen Torturm der Stadt, dem Zeitglocken türm 
(PI. E 3) , jetzt ungefähr in der Mitte der Altstadt gelegen und in 
seiner heutigen Gestalt aus dem xv.-xvii. Jahrh., mit neuen Bildern. 
Auf der Ostseite ein Uhrwerk mit krähendem Hahn und einer Bären- 
schar, die vor jedem Stundenschlag ihren Umzug hält. Der Bär, 
das Wappentier Berns, ist überhaupt oft zu schauen. Auf dem 
Zähringer Brunnen (PLE3, 4), in der Kramgasse, erscheint 
„Mutz" mit Schild, Schwert und Banner und maulkorbartigem Hehn. 
— Auch der Simsonbrunnen und der * Gerechtigkeitsbrunnen in 
der Gerechtigkeitsgasse verdienen Beachtung. 

Den Kornhausplatz (PI. E3) schmückt der KindJifresser- 
brunnen, mit einer grotesken Figur und einem Zuge gewappneter 
Bären am Schaft der Säule. Das 1711-16 erbaute Kornhaus (PI. E 3) 

12* 



176 III' It.42. BERN. Münster. 

■wurde 1896 umgebaut und als Gewerbeschule eingerichtet; darunter 
der hübsch dekorierte Kornhauskeller (S. 173). Im obern Stock das 
Kantonale Gewerbemuseum (geöffnet 9-12, 2-5, So. 10-12, sowie 
Freit. 7-9 Uhr abends ; Eintritt frei) ; im Treppenhaus ein Fresko- 
gemälde von ß. Münger, Kunst und Gewerbe der Berna ihre Huldigung 
darbringend. Daneben das neue Stadttheater, von Wurstem berger 
erbaut, mit c. 1000 Sitzplätzen und Deckengemälde von E. Bieler. 
Dahinter (Zeughausgasse) die Französische (früher Prediger-) 
Kirche, um 1270 erbaut, später vielfach restauriert, außen im Stil 
des frühen xvm. Jahrb., Inneres frühgotisch. Bei der 1904 begon- 
nenen Eenovation wurden interessante Malereien des xin. Jahrb., 
sowie von 1495 („Maler mit der Nelke") und 1504 biosgelegt und 
von R. Münger restauriert. Öffnung durch den Küster („Siegrist"), 
s. Täfelchen an der Kirchentür. — Gegenüber, Zeughausgasse 17, 
im alten sog. Rathaus des äußern Standes, in dem 1874 der Welt- 
postverein gegründet wurde, das *Schweizer Alpine Museum, 
von der A. C. S. Bern gegründet und Sommer 1905 eröffnet. 

Das Museum enthält u. a. hervorragende Keliefs der Schweizer Alpen 
(*Säntisgruppe von A. Heim; *Jiuigfrauma3siv von Simon); die Haupt- 
stticke der schweizer alpinen Kartographie (bemerkenswert die große 
DufourJcarte und die modernen Reliefkarten); die alpine Tier- und Pflan- 
zenwelt nach biologischen Gesichtspunkten geordnet; alpines Rettungs- 
wesen und Klubhüttenmodelle, etc. 

Die großartige, 1895-98 erbaute *Kornhausbrüeke , 355m 
lang, mit acht eisernen Bogen (Hauptöffnung 115m weit, 48m über der 
Aare), führt vom Kornhausplatz über das tief eingeschnittene Aare- 
tal zum Kursaal Schänzli (S. 180) und dem Spitalacker (S. 180). 

Am ö. Ende der Metzgergasse die altkathol. Kirche (PI. F 3), 
1858-64 von Deperthes erbaut, und das kantonale Rathaus (PI. F 3), 
1406-16 erbaut, im Stil burgund. Spätgotik mit moderner Fassade, 
mit schöner Außentreppe, oben die "Wappen der bernischen Ämter. 

Im Osten der Stadt, wo einst die Burg Nydeck stand und das älteste 
Viertel liegt, führt die 1841-44 erbaute Nydeckbrücke (PI. H 3) in einem 
steinernen Bogen von 50m Spannweite über die Aare zum Bärengraben, 
„darinn etliche par Bären unterhalten werden, durch eine Stiftung Renati, 
Herzogen von Lothringen", wie schon ein Beisebuch von 1684 meldet. — 
Von hier r. bergan zur (1/4 St.) Kirchenfeldbrücke, s. S. 177. 

Das *Münster (PI. F4) ist ein schöner spätgotischer Bau, 
87m 1., 36m br., 23,5m h., begonnen 1421, fortgeführt bis 1598, seit 
1850 hergestellt. Beachtenswert ist die reiche Steinarbeit, so an 
dem durchbrochenen Dachgeländer, dessen Muster zwischen je zwei 
Strebepfeilern wechselt, und am Westportal (Ende des xv. Jahrb.). 
Die figürlichen Skulpturen an diesem stellen das Jüngste Gericht 
dar, in den äußeren Bogen oben Christus, neben ihm 1. Maria, r. 
Johannes der Täufer, dann die 12 Apostel; in den inneren (klei- 
neren) Bogen Propheten, die klugen und törichten Jungfrauen. Der 
100m h. Turm, mit durchbrochenem Helm, wurde 1890-94 nach 
Plänen des Ulmer Dombaumeisters Beyer (f 1899) ausgebaut. 

Inneres (Eintr. 20 c; So. 2-6 U. ft-ei). Im Chor: Glasmalereien, 
nördl. von 1496 (an einem Fenster eine seltsame Darstellung der Lehre 



Histor. Museum. BERN. III. R. 42. 177 

von der Wandlung, sog. Hostienmühle; ein andres mit dem Leben Christi), 
südl. von 1867; Chorstühle von 1523, an einer Seite Christus und die 
Apostel, an der andern Moses u. Propheten. Die Wappentafel Bertholds 
von Zähringen (S. 174) im r. Seitenschiff wurde im J. 1600 von der 
Stadt gestiftet. Ein andres Denkmai im 1. Seitenschiff erinnert an den 
Schultheißen Friedrich von Steiger (11799), mit den Namen der 1798 
am Grauholz und bei Neuenegg im Kampf gegen die Franzosen gefallenen 
702 Berner; davor eine G-rabiegung Christi in Marmor von Tscharner 
(1870). Die große Orgel hat 66 Register (*Konzert im Sommer 4 mal 
wöchentlich abends 8V2 Uhr; 1 fr.). — Von der Achteckgalerie des Turms 
(340 Stufen; 20 c, bis ganz oben 50 c. extra) prächtige Aussicht. 

Die baumbepflanzte *Münster- Terrasse (PL F4) ragt 35iii steil 
über der Aare auf und gewährt eine schöne Aussiebt auf das Aaretal 
und die Hocbalpen. In der Mitte ein Bronzestandhild Bertholds V. 
von Zähringen (S. 174), von Tscharner (1847). An der Ostseite führt 
ein 35m h. elektr. Aufzug (10 c.) hinab in den Stadtteil Matte. 

Den Münsterplatz ziert seit 1848 ein ehernes Meiterbild Rudolf s 
von Erlach, des Siegers bei Laupen (S. 254), an den Ecken vier 
Bären, von Yolmar. Am Ende der von hier w. auslaufenden Herren- 
gasse die Stadtbibliothek, 1904-5 durch Anbau erweitert und im 
Herbst 1905 mit der Hochschulbibliothek vereinigt (c. 150 000 
Bde.; Lesesaal mit über 300 Zeitschriften geöffnet werktags 10-12 u. 
2-7, Sa. 2-5 IT.). Hier links über den Klosterhof zu der 1882-83 er- 
bauten *Kirclienfeldbrücke (PI. E 4) , die in zwei mächtigen 
58m h. Bogen von je 87m Spannweite das Aaretal überschreitet und 
die Altstadt mit dem neuen Stadtteil auf dem Kirchenfeld verbindet. 

Am Helvetiaplatz erhebt sich hier das stattliche *Bernische 
Historische Museum (PI. E5), im mittelalterlichen Stil nach 
Lambert' s Plänen erbaut. Über dem Eingang ein großes Mosaik- 
büd mit den Gestalten der Geschichte und Poesie von P. Robert; 
oben die Inschrift: Sic transit gloria mundi. Eintritt im Sommer 
wochentags 8-12 u. 1-6, Winter 9-12 u. 1-4, 50 c. ; So. IOV2-I2 u. 2-4, 
Di. Sa. 2-4 frei; Mo. vorm. geschlossen. 

Im Mittelgeschoß, das man zunächst betritt, in der Eingangs- 
halle u. a. ein kleines Reiterstandbild Adrians von Bubenberg (S. 174) 
von Lanz und ein röm. Mosaikfußboden aus Toffen (S. 181). " Links (östl.) : 
die ethnographische Sammlung, besonders Gegenstände aus Nordamerika 
(Grönland, Verein. Staaten, Canada), den Südsee-Inseln (Sammlung Weber's, 
des Begleiters Cook's auf seiner dritten Reise), China, Japan, Persien, 
Bomeo, Java, Afi-ika. — Rechts (westi.) die archäologische Sammlung, 
Pfahlbaufunde, Gegenstände aus der Stein-, Bronze-, Eisenzeit, meist 
aus dem Juragebiet, nebst Einzelfunden aus andern Gegenden, bis zur 
römischen Zeit (Mosaikfußboden von Herzogenbuchsee , Bronzevase von 
Grächwil). Reiche burgund. Grabfunde. 

Obergeschoß. In der Treppenhalle Rüstungeti des xv. und xvi. 
Jahrh. , Waffen und Fahnen, alles aus dem Bemer Zeughaus. Rechts 
(östl.): I. Saal. Waffen; Wandteppiche und Stickereien aus der Beute 
von Grandson, mit den Wappen der Herzoge von Burgund. — II. Saal. 
Wandteppiche aus Lausanne und dem Berner Münster; darunter gestickte 
und gewirkte Altar - Antependien aus Lausanne und Kloster Königs- 
felden (S. 25), xiii. -xv. Jahrb.; an den Fenstern kirchl. Gewänder des 
XIV. -XVI. Jahrb.; Glasmalereien des xvi. Jahrh. — III. Saal. Berner 
Trachten; Kostümbilder; Medaillonporträte, Fächer, Stickereien. — IV. 
Saal (Silberkammer): gegen 100 silberne Znnft-, Familien- und Kirchen- 



178 I^I' R-'^^' BERN. Kunst-Museum. 

pökale; Abzeichen der Berner Zünfte; ein früher als Feldaltar Karls 
des Kühnen angesehenes * Diptychon, nach 1290 für König Andreas von 
Ungarn in Venedig angefertigt, vor 1357 durch die Königin Agnes dem 
Kloster Königsfelden geschenkt; daneben die Originalhandschrift der 
Wacht am Rhein von Max Schneckenburger; Berner Münzen u. Medaillen. 
— Links (-w.) vom Treppenhaus V. Saal. Wandteppiche aus Lausanne; 
altes Porzellan, Steingut, G-las, Zinn; geschnitzte Truhen; Buifet von 
1572; Sehultheißenstühle, Weibelstäbe u. Gerichtsscepter; Siegel; ge- 
stickte Chormäntel. Vom Erker schöner Blick auf die Stadt. — VI. SaaL 
Ansichten von Bern aus dem xvii. und xviu. Jahi-h. ; Holzschnitzereien; 
Handwerksgerät; alte Uhren und Muttermaße; bernische Bauem-Faience ; 
Backformen; Musikinstrumente. — VIL Saal. Zimmer aus dem Schlosse 
Landshut im Kant. Bern, mit G-etäfel von 1628. — Auf dem obern Treppen- 
umgang neuere schweizer "Waffen und Uniformen. 

Im Erdgeschoß, wohin man vom Mittelgeschoß hinabsteigt, sind 
einige altschweizerische Zimmer neu zusammengestellt. Hier befinden 
sich ferner alte Schlitten und Sänften, alte Drucke, schmiedeeiserne 
Gregenstände etc. 

Auf der SW.-Seite des Kirchenfeldes das Eidgenössische Archiv- 
gebäude mit der Landesbibliothek (Lesesäle offen werktags 10-12 
u. 2-7, Sa. 2-5 U.) ; daneben das Gebäude der Schweiz. Landestopo- 
graphie und ö. gegenüber das neue Münzgebäude. 

Vom Helvetiaplatz sehr lohnender Spaziergang durch die Thunstraße 
(PI. FGr5) zum {10 Min.) Stadtpark- JDählhölzli beim Thunplatz, mit aus- 
gedehnten Waldpromenaden; vom Thunplatz durch die Seminar straße, 
mit schöner Alpenaussicht, und den Chvßen Muristalden, mit Aussicht 
auf die Bundeshäuser, Münster etc., zum (10 Min.) Bärengraben (S, 176) 
und mit Trambahn zum Bahnhof zurück; oder von der Seminarstraße 
durch die Schoßhaldenstraße , mit vorzüglichem überblick der ganzen 
Stadt mit ihren Brücken und Vorstädten, die Laubeggstraße und 
Spitalackerstraße zum Viktoriaplatz (PI. F 1), und zum Kursaal Schänzli 
(S. 180); über die Kornhausbrücke (Trambahn) zurück zum Kornhaus- 
platz im Mittelpunkt der Stadt (S. 175). 

Das *Kunstmuseuni (PI. D 2), in der Waisenhausstraße, n.ö. 
vom Bahnhof, 1879 von Stettier erbaut, ist wochentags 9-12, 1-5 Uhr 
(50 c, Di. frei), So. IOV2-I2, 1-4 Uhr frei zugänglich. Katalog 50 c. 

Im Erdgeschoß 1. zwei Säle mit Skulpturen und Gripsabgüssen. 

Oberer Stock. In der Vorhalle vier Gripsstatuen von Imhof; Büsten 
der Bianca Capello und eines arabischen Häuptlings von Marcdlo; 
Niederhäusern, Büste Hodlers; einige (zemälde {F. Hodler, die Lebens- 
müden, der Tag, die Nacht, Eurjrthmie). Links drei Kabinette mit 
alten deutschen Bildern, darunter manches aus dem Berner Münster (u. a. 
von Niki. Manuel Deutsch, 1484-1520); italienischen {Boltrafßo, Edelmann; 
Botticelli, Magnificat) und niederländischen {Bosch van Acken, Dornen- 
krönung etc.); dann sechs Säle mit neueren Bildern. Hervorzuheben: 
Saal I. E. Burnaiid, Abstieg von der Alp; A. v. Stürler, Ringer; E. 
Qirardet, Schulgang, Almosen. — Saal II. E. Bider, Fallende Blätter; 
E. de Pur]), Hoimkehr in Venedig; Massarani, oriental. Leben; Ad. 
Potter , In Öüditalien; A. Gos , Walliser Alpen; *A. Boecklin, Meeres- 
stille; A. Koetschet, Morgenstimmung; *A. Stählt, Gewitter in Tessin; 
L. Rudis ühli, Verlassene Soeburg; Louise Breslau, Damen im Zwielicht; 
Annie Hopf, Religiöse Versammlung; G. Steffan, Murgsoe; 0. Frölicher, 
Handeck; F. Bocion, Genfersee; L. Rossi, Nach dem Gewitter; U. Sand- 
reuter, Aa der Himmelspforte; *Gr. Castan, Oeschinensee; Cl. v. Rappard, 
Selbstbildnis, Am Schatten. — Saal III. *K. Stauff'er, Ein Gekreuzigter; 
Kwpfstudie; Mutter, Schwester des Künstlers; Schädclstudie. *F. Hodler, 
Selbstpurträt; *0. Frölicher, Landschaft in Überbayern; Boutibonne, Lieb- 
linge ; A. de Meuron, Gemsjäger, Der sterbende Gatte ; F. Buchser, Flut- 



NaturhisL Museum. BERN. ^^^- ■«• ^2. 179 

umfangen, Der Antiquar ; *AL CaZame, "Wasserfall bei Meiringen ; B. Vau- 
tier, Tischgebet; F. Simon, An der Heerstraße; P. Robert, Echo; C. Grob, 
Plaudereion; *Rud. Koller, Verirrte Kuh; W. Moritz, Im Wirtshaus; 
R, Ritz, Ingenieure im Gebirge; *A. Anker, Großvater, Armensuppe, 
Kleine Freundin. — Saal IV. *ArtMir C'alame, Genfersee bei Hermance; 
Frisching, Iseltwald; F. Dietler, Porträt von Effinger, Kinder von Iselt- 
■wald; Ch. Giron, Das Modell; A. Lugardon, Auf dem Riffel; *A. Anker, 
Schulexamen; Th. Volmar , Dragoner; R. Zünd, Im "Walde; E. Jean- 
maire, "Waldinneres ; E. Benner, Mädchen von Capri; Th. Pixis, Abschied 
von Hus; If. Diday ^ Lauterbrunnental, Berner Oberland; Ch. Htimbert, 
Flußübergang; F. Zimmermann, Arollagletscher ; A. Veillon, Frtihlings- 
morgen am Brienzersee, Kalifengräber; K. Girardet, Schlacht bei Murten; 
K. Bodmer, Quelle im "Waldj J. H. Tischbein, Frauenbildnis, Eine Tasse 
Tee. — Saal V. F. Anastasio. Ad bestias. K. Gehri, Goldene Hochzeit; 
Dorschwijler, Affenkonzert; E. Stückelberg, Narziß; H. Bachmann, Tanf- 
fahrt im "Winter ; i2. Snell, Schmadribach ; F. Pre'?;o»i, "Waldgegend ; J. Girar- 
det, Am Genfersee; E. Girardet, Liebes-werbung; E. Benner, Herbst; 
Blancpain, Bei Biskra, Kegler; D. Meyer, Simmentalerin. — Saal VI 
(3 Kabinette). L. Robert, Italienerin; P. Colombi, Schnee; J. Volmar, 
"Wildschweinjagd ; J. Schröder, Abdankung Heinrichs IV. ; K. Grob, Häus- 
liche Andacht; H. Harrer, Straße in Olevano; L. Petim, Am Doubs; W. 
Tobler, Schachmatt; K. Lüthi, In den Katakomben; C. Baumgartner, 
Frühling und Sommer; Angelika Kaufmann, Heil. Cäcilia. 

Gegenüber das Naturhistorisclie Museum (PI. D 3), 1879-81 
von A. Jahn erbaut. Eintritt: im Sommer Di. Sa. 2-5, So. lOYg- 
12 u. 2-4 U. frei, sonst 8-6 (im Winter 9-4) TJ. gegen 50 c. 

Erdgeschoß. Im Treppenflnr Büsten A. v. Hallers (S. 175) und des 
Geologen E. L. Grüner (f 1883). Im Saal rechts : Minei'alien ; zwei Glas- 
kasten mit ausgezeichnet großen Kristallen aus der Umgebung der Grimsel 
und Morionen (großen schwarzen Kristallen) vom Tiefengletscher (S. 149); 
Marmorbüste B. Studers (f 1887). L. die paläontolog. Sammhmg, reich an 
Petrefakten; vollständige Skelette des Irland. Hiesenhirsches und eines 
Höhlenbären; Relief des Berner Oberlands von Ed. Beck. — Im Treppen- 
haus die reichhaltige Challand'sche Geweihsammlimg. — Im I. und II. 
Stock die zoologische Sammlung : im Mittelsaal des I. Stocks große Huf- 
tiere; Saal 1. Vögel u. Eier; Saal r. Säugetiere; anstoßend ein kleiner 
Saal für die Schweizer Fauna. — Im II. Stock 1. Reptilien, Amphibien, 
Fische, Korallen u. Schwämme, r. Mollusken, Kjustaceen, Insekten etc. 

S.O. neben dem NatnrMst. Museum ein großes Schulgebäude 
(Gymnasium, Real- und Primarschule ; PI. D 3). — In dem Gebäude 
n. vom Bahnhof (PL C 3) im Erdgeschoß die für Fachmänner sehens- 
werte Schtveizerische Schulausstellung (Direktor E. Lüthi; an 
Wochentagen 8-11 u. 1-4 frei zugänglich). Im 1. Stock das PAarmazew- 
tische Institut, im 2. Stock das Zoologische und das Mineralogisch- 
Geologische Institut. Gegenüber das stattliche neue Postgebäude. 

Die Anlagen auf der Großen Schanze (PI. B C 3), w. oberhalb 
des Bahnhofs, bieten die umfassendste Rundsicht (auf dem Martins- 
hügel Aussichtstürmchen). Auf der Höhe die Sternwarte, die statt- 
liche neue Universität, 1900-1903 von Hodler und Joos erbaut, das 
Verwaltungsgebäude der Schweiz. Bundesbahnen und das Frauen- 
spital. 5 Min. weiter das Physiologische Institut, das Chemische 
Laboratorium und die Anatomie (PI. A2), die originelle, soeben 
vollendete Pauluskirche, von Moser aus Karlsruhe erbaut, und der 
Neubau des kantonalen Oberseminars. 



180 III- It. 42. BEEN. Umgehungen. 

W. von der Stadt , in der Fortsetzung der Laupenstraße (PI. A 3, 4), 
das 1880-84 nach dem Pavillonsystem erbaute Inselspital, 1354 gestiftet, 
die Univet'sitätskliniksn und gegenüber das neue Kinderspital. 

Über die Kornhausbrücke (S. 176) gelangt man auf das (10 Min.) 
*Scliänzli (PI. E 2), mit Kursaal, Sommertheater, Terrasse und 
Anlagen, wohl den schönsten Aussichtspunkt in der nähern Um- 
gebung Berns, im Vordergrunde die Kornhausbrücke und die ma- 
lerische Stadt, darüber der bewaldete Gurten, 1, die Berner Alpen, 
davor die Niesenkette bis zum Stockhorn, r. vom G-urten die Frei- 
burger Gebirge , zu äußerst der Moleson. — Auf dem Spitalacker 
und Beundenfeld (PL E-H 1, 2) ist ein neuer Stadtteil im Entstehen. 
L. die Johanniskirche, r. die bernischen Militär anstalten (PL Hl), 
1874-78 erbaut, mit Luftballon-Station. 

20 Min. n. auf dem 1. Aare-Ufer, vom Bahnhof 1, beim neuen Postge- 
bäude unter der Bahn hindurch, beim (3 Min.) Brunnen 1. die obere Straße, am 
Hirschpark vorbei (vgl. PI. C 1), ist die *Iniiere Enge (Cafe, s. S. 173), 
hoch über dem Fluß, mit Spaziergängen und Aussicht auf Stadt und 
Alpen; Denkstein für den Alpenforscher Gottlieh Studer (1804-90). An- 
grenzend der schöne Bremgartenwald, mit markierten Wegen. (Hübscher 
Punkt der Glasbrunnen, Va St. von der Enge). — Schöner Spaziergang 
von der Enge weiter, bei Pens. Jolimont vorbei, zuletzt durch prachtvollen 
Buchenwald bis zur (40 Min.) Aare gegenüber Schloß Reichenbach (Fähre 
u. Whs.); zurück ev. über Worblaufen, dann in schattiger Allee an den 
Exerzierplätzen und Kasernen vorbei zur (1^/4 St.) Kornhausbrücke (S. 176). 

Vom *Gurten (860m), dem grünen Bergrücken südl. von Bern, 
überblickt man die Berner Alpen, die Stockhornkette, die Freiburger 
Berge, den Jura nebst Teilen des Neuenburger Sees, ö. die Unter- 
waldener Berge bis zum Pilatus. Elektr. Bahn vom Bub enb ergplatz 
(S. 174) alle 20-30 Min. in 16 Min. über Mattenhof nach Wabern 
(S. 181 ; Eestaur. mit Garten), von wo (Bahnhof 5 Min. bergan) elek- 
trische Drahtseilbahn (1050m lang; Bergfahrt 1 fr. 20, Talfahrt 
60 c. , hin und zurück 1 fr. 50 c. , So. 80 c.) in 10 Min. zur Station 
Gurtenkulm (844m), mit großem Gartenrestaurant und dem *H.-P. 
Gui'tenkulm (P. 10-15 fr.). Zwei Aussichtspunkte : der westL, r. 3 Min. 
vom Bahnhof, hinter dem Hotel vorbei, mit Aussicht auf das Hügel- 
land und den Jura; der östL, L 5 Min. vom Bahnhof, mit Signal 
und prachtvoller Aussicht auf die Alpen. 



43. Von Bern nach Thun. 

a. Bundesbahn (über Münsingen). 
30km. Eisenbahn in V2-I St. (3 fr. 25, 2.30, 1.65 c). Von Bern aus 
rechts sitzen, von Münsingen bis XJttigen links. 

Bern s. S. 172. Auf dem Wylerfeld (S. 23) wendet die Bahn sich 
r. ab ; gegen S. Aussicht auf die Alpen, 1. die Irrenanstalt Waldau. 

— 4,4 km Ostermundingen. — 7,6 km Gümligen (Hot. Matten- 
hof, gelobt), Knotenpunkt für Luzern (S. 168). V^ st. ö. die Pens. 
Dentenberg (710m); von dem nahen (V4 St.) Giebel Alpenaussicht. 

— 13km Rubigen: 16km Münsingen (533m; Löwen, P. von 4 fr. an). 



5aiüidia- topo^ir. Ktuto der ScJiwiz 1 35.000. 



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Kilotii 1:70.000 



GURNIGEI.BAD. HI- R- 43. isi 

mit der großen kantonalen Irrenanstalt, ß. die Stockhornkette und 
der Niesen, 1. Mönch, Jungfrau und Blümlisalp, zu denen bei der 
Weiterfahi-t noch der Eiger tritt. — 19,4km Wichtrach. — 22km 
Kiesen; Fahrstraße über Diesbach (S. 22) in 2^/^ St., Fußweg über 
BrenziJcofen in 2 St. auf die Falkenßuk (1040m; *Pens., 472-5 fr.), 
Luftkurort mit reizender Aussicht. — Yor (25km) Uttigen über die 
Aare. — 30km Thun (s. S. 182). 

b. Gürbetalbahn (über Belp). 

34kin. Eisenbahn in I-IV4 St. für (2. Kl.) 2 fr. 30 , (3. Kl.) 1 fr. 65 c. 

Die Giirbetalbahn zweigt von der Bahn nach Freiburg (S. 253) 
1. ab und wendet sich in großem Bogen s.o. gegen das Aaretal.' 
5km Bern -Weißenbühl; 6,5km Groß -Wabern (auf den Gurten 
3. S. 180) ; 9,6km Kehrsatz. 

Fahrstraße (Post 2mal tägl. in 56 Min.) r. hinan über Englishei^g nach 
(I1/4 St.) Zimmer-wald (858in; *H.-P. Beau-84jour), zu längerm Aufent- 
halt zu empfehlen; von hier in V-j^ St. auf die Bütschdegg (1058m; Whs.), 
mit umfassender Aussicht. 

Yor (12,5km) Belp (524m ; Kreuz), großes Dorf von 2345 Einw., 
tritt die Bahn in das Giirbetal. 5 Min. oberhalb des Bahnhofs das 
^Kurhaus Schloß Oberried. 

Lohnender Ausflug s.o. auf den (IV4 St.) Belpberg (894m) , mit sehr 
lohnender Aussicht. Hinab nach (1/2 St.) Gersensee (643m; *H.-P. Bären; 
Kreuz), mit reizender Aussicht, und über das an der Aare schön gelegene 
Talgut (*Restaurant) nach (i/g St.) Stat. Wichtrach (s. oben). 

Weiter am 1. Ufer der Gürbe über (16km) Toffen und (18,4km) 
Kaufdorf (r. oben bleibt Kirchenthurnen) nach (21km) Thurnen 
(552m), Station für das Gurnigelbad. 

Nach dem G-urnigelbad, 12km, Post 2mal tägl. in 3 (abwärts 
li/a) St., für 6 fr., Coupe 7 fr. 25 c. ; zweispänn. Wagen, im Bad zu be- 
stellen, 30 fr. u. Trkg, Die Straße steigt über Mühlethurnen r. hinan 
nach (4km) Riggisberg (770m; Sonne), dann 1. über (8km) Rüti (827m; 
Whs.) nach dem hübsch gelegenen (9km) Dürrhach (834m; Whs.); von 
hier über die Laasweid und durch den Gurnigdwald steil hinan zu dem 
auf breiter Terrasse gelegenen (12km) *Grurnigelbad (1159m), Luftkur- 
ort mit gipshaltiger kalter Schwefelquelle, viel besucht und trefflich ein- 
f erlebtet (Aktienhotel mit 500 Betten, nach dem Brande von 1902 neu er- 
aut, Z. 3-8, P. ohne Z. im Juli u. Aug. 8-11, Juni u. Sept. 6-11 fr.; im 
Juli u. August Yorausbestellung nötig). 

In der Nähe ausgedehnte Waldspaziergänge: nach (Va St.) Seftig- 
schwand (1072m; Whs.); zum (40 Min.) *Pavillon Bdlevue (1106m; 
Restaur.), mit Aussicht auf die Alpenkette von Pilatus und Titlis bis 
zum Stockhorn; an den Lashöfen vorbei nach dem (^U St.) Längneibad 
(884m); auf den (1 St.) obern Gurnigd (1545m), mit prachtvoller Aussicht; 
auf den (I1/2 St.) SeelibUhl (1752m) etc. Über den Seelibühlgrat nach dem 
(3 St.) Schwefelbergbad oder dem (31/2 St.) Ottetüeue-Bad s. S. 227 ; über 
den Gantrisch nach Bad Weißenburg (5-6 St.) s. S. 226. 

24km Burgistein-Wattenwil (570m). 

3/4 St. s.w. auf steiler bewaldeter Höhe das weithin sichtbare Schloß 
Burg^tein (775m), mit zwei hohen Türmen und schöner Aussicht auf 
den Thuner See und die Alpen. — Fahistraße (Post bis Wattenwil 4 mal,, 
bis Blumenstein 2 mal tägl.) von Station Burgistein-Wattenwil im Gürbe- 
tal aufwärts über das große Dorf (2,4km) Wattenwü (2300 Einw.) nach (6km) 
Blumemtein (S. 184), am Fuß des Stockhorns (S. 236), 2 St. s. von Thun. 



182 III- R'43. THUN. Berner 

Die Bahn wendet sich ö. nach (26km) Seftigen (590m) und führt 
durch einen Einschnitt, dann an der Halde entlang, mit prächtigem 
Blick auf das Hochgebirge, nach (29km) Uetendm-f, weiter durch 
die Uetendorfer und Thuner Allmend nach (34km) Thun. 



Thun. — Zwei Bahnhöfe: Thun im NW., der Hauptbahnhof (Bahn- 
restaur., M. 1 1/2-2 V2 &•) ; Scherzligen (Thuner See) im S. für die Weiter- 
fahrt nach Interlaken (wer das Dampfboot benutzen will, steigt hier um). — 
Die Dampfboote (S. 185) haben zwei Landestellen: Thun-Hoßtetten, ober- 
halb des Thunerhofs (r. Ufer), und Scherzligen (S. 195). 

Gasth.: *Thunerhof, großes Haus ersten Ranges, mit G-arten an 
der Aare, 200 Betten, Z. 4-8, F. IV2, G-. 4, M 5, P. 10-16, Omn. 1 fr.; ♦Belle- 
vue & du Parc, 130 Betten, Z. 3-7, F. I1/2, G-. 31/2, M. 5, P. 8-14 fr. (beide 
Hotels gehören derselben Aitiengesellschaft; tägl. 3 Konzerte des eidgen. 
Kurorchesters); *H.-P. Victoria & Baumgarten, mit Park, 110 Betten, 
Z. 3-5, F. 11/2, G-. 3, M. 4, P. 7-12 fr.; H.-P. Beaurivage, an der Aare, 
70 Button, Z. 21/2-4, F. 11/4, G. 21/2, M. 3, P. 6-10 fr.; *P. Itten, 85 Z. zu 
2-3, F. IV4, Gr. 2, M. 3, P. 6V2-8 fr.; — *Freienhof (PI. c), mit Restaur. 
u. Garten an der Aare, 40 Z. zu 2-4, F. 11/4, M. 3, A. 2V2,P. 6-9 fr.; *Falken 
(PI. a), mit Bierhalle u. Terrasse an der Aare, Z. 2-3, F. I1/4, M. 3, A. 2V2, 
P. 6-8 fr.; *Weißes Kreuz (PI. <Z), neben der Post, M. 3 fr.; *Krone, 
Rathausplatz (PI. B P), Z. 2-3, F. 1, M. 21/2, A. 2, P. 41/2-61/2 fi'.; S chweiz er- 
hof (PI. b), Z. 11/2-21/2, F. 1, M. 21/2, P. 6-7 fi-.; H. Emmental, Wil- 
den Mann, Bären, Löwen, Hirschen, Schmieden, alle einf. — 
Pens. Alpenblick (Fango-Heilanstalt), P. 5-6 fr., gelobt; P.Müller- 
gut, Frutigstr. 68 (4-41/2 fr.); Maison Rose, 20 Min. vom Bahnhof, mit 
schattigem Garten, P. von 5 fr. an; P. Bellerive, in Hofstetten; P. 
Hünibach, 20 Min. von Thun an der Straße nach Oberhofen (4 fr.). 

Bier: Münchner in der Falkenhalle; Schweizer Bier im Freienhof- 
garten (s. oben); Steinbock; AJctienbrauerei Thun; Gasth. zu Schmieden; 
Caf^BeKeiJMe, Schwäbis-Promenade; Caf 6 Bellerive, Hofstetten, Bächimatt- 
Promenade, und in mehreren Gartenlokalen. — Konditorei Garte}imann 
(Tea Room), beim Thunerhof. 

Kursaal, mit Garten jenseit des H. Bellevue; Konzert tägl. 4-5 nachm. 
(Eintr. 50 c, für Gäste der H. Thunerhof u. Bellevue frei) und 81/2-IO1/2 U. 
Ab. (1 fr.); Tageskarte 1 fr. Kurtaxe pro Tag und Kopf 25 c. 

Bäder in der reißenden und kalten Aare im N. der Stadt, 50 c. 
Warme Bäder im Bälliz-Bad. — Ein Kahn zu Fahrten auf dem See 
kostet, nach der Taxe, 1 St. 3 fr., 2 St. 5, 3 St. 7, halber Tag 8, ganzer 
Tag 10 fr., doch fahren die Schiffer auch billiger. 

Wagen vom und zum Bahnhof 1 fr.; Spazierfahrten die erste St. 
einsp. 4, zweisp. 7 fr., I1/2 St. 6 u. IO1/2, 2 St. 7 u. 12 fr. 

Post u. Telegraph (PI. P), Bällizstr. — Verkehrs- und Kurverein 
in der Buehhandl. Eugen Stämpfli, Rathausplatz. — Kath. Kirche beim 
Thunerhof. 

Ruf hat die Thuner Kunsttöpferei; eine der bedeutendsten ist die 
Keramische Fabrik Wanzenried in ScMcäbis, 20 Min. n.w. von Thun, 
an der Berner Straße (Niederlage in Thun-Hof stetten) ; andre in Heimberg 
(S. 183). — Silberfiligranarbeiten bei F. Engel, bei der Sinnebrücke. 
Photographien bei Moegle, nächst dem Thunerhof. 

Thun (562m), altertümliche Stadt von 6030 Einw., bildet in 
seiner reizenden Lage an der raschen grünen Aare, ^4 St. vom 
Thuner See, und in seiner reichen Umgebung eine würdige Ein- 
gangspforte zum Berner Oberland. Prächtig ist von allen freien 
Punkten der Blick s.o. auf die Schneegipfel der Blümlisalp und des 
Doldenhorns (vgl das Niesenpanorama S. 183, untere Reihe, 1.); 
vorn der Niesen und r. die Stockhornkette. — Thun ist ein Haupt- 




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Oberland.. THUN. -TU. R. 43. 183 

Waffenplatz der Scliweiz, namentlich für die Artillerie, mit Kaserne 
und Exerzierplatz; auf der andern Seite der Aare, ganz nahe der 
Kaserne, die eidgenöss. Pferde-Kegieanstalt (c. 600 Pferde). 

Über der Stadt ragt weit sichtbar der kräftige, von Ecktürmchen 
flankierte Turm des 1182 erbauten Zähringen-Kiburger Schlosses 
(590m; PI. S) auf, an den 1429 innerhalb der Eingmauern das 
Ämtsschloß der Berner Schultheißen angebaut wurde. Mehrere 
Wege führen hinauf: vom nördL Tor, das man vom Bahnhof über 
die Brücken geradeaus in 5 Min. erreicht; vom Kathausplatz (PL 
KP) ein bedeckter Treppengang; von SO. ebenfalls ein Treppen- 
gang und bei H.-P. Baumgarten ein bequemer Weg. Im Schloß- 
turm ein unbedeutendes historisches Museum (tägl. 10-4 U. , 50 c, 
So. frei). Ein Kundgang um das Schloß bietet hübsche Aussichten. 
Malerischer ist der Blick bei der 1738 erbauten Pfarrkirche 
(PI. K), südöstl. vom Schloß, namentlich auch von den Eckpavillons 
des Kirchhofs. 

Spaziergänge. Vom Markt n.w. durch das ehem. Berner Tor an der 
Aare die schattige Schwäbis-Promenade mit den Aarefällen. Am r. Aare- 
nfer, 130 Schritte jenseit der Dampfbootlandestelle Hof stetten (S. 182), zeigt 
1. ein Wegweiser einen gepflasterten Treppenweg, dann r. anfangs zwischen 
Häuseni hin (für Gäste des Hot. Bellevue schönerer Weg durch die An- 
lagen) zum (1/4 St.) *Jakobsh.übeli {Pavillon St- Jacques, 640m), wo 
man eine ganz freie Aussicht auf den See, die Alpen vom Finsteraarhom 
bis zum Doldenhorn, Thun und das Aaretal hat. Ein Handweiser zeigt 
hier: nach dem Pavillon (hübscher Blick auf Thun) 10 Min.; Eabenfluh 
45 Min. ; Kohleren- Wasserfälle 25 Min. ; Haltenegg 1 St. (vgl. unten). Beim 
Jakobshübeli Pens.- Kurhaus Obere Wart (P. 5-7 fr.). — Oder man geht 
auf der Uferpromenade am r. Aare- und Seeufer weiter über die Bächi- 
matt, mit Anlagen u. Aussicht auf die Alpen, bis zur (20 Min.) Ohartreuse; 
hier (oder näher schon 8 Min. vorher) 1. ab am BächihölzU vorbei zur 
(10 Min.) Brücke über den Hünibach, dann durch die malerische KoTde- 
rensclüucht , durch die der Bach zwischen Nagelfluhwänden in kleineu 
Fällen hinabstürzt, bis hinauf in den G-rüsisbergwald zur (1/2 St.) Groldi- 
wiler Straße; s. unten. 

Die Goldiwüer Straße, die 5 Min. n. von Thun beim Hüb dt von 
der SteflSsburger Straße r. abzweigt (näherer Weg bei H.-P. Baumgarten 
r. bergan), führt am Abhang des Grüsisbergs hin, dessen schöne Waldung 
Promenaden wege durchziehen. Schöne Aussicht auf Stadt, Aaretal und 
Stockhomkette von der Pappen- oder Pabenfluh (887m, 1 St.). Von hier 
kann man im nördl. Bogen über den Aussichtspunkt Brändlisberg (731m; 
20 Min.) und über Hübdi zur Stadt zurückkehren (1/2 St.). Die Goldi- 
wiler Straße nimmt nach 3/4 St. einen von der oben gen. Bächimatt 
kommenden Fahrweg auf und teilt sich: 1. nach (i/g St.) Goldiv^il (962m; 
*P. Blümlisalp , Z. 1-2, M. 2, A. 1.50, P. 4-5 fr.; H.-P. Jungfrau, Er- 
öffnung Sommer 1906), r. nach (3/^ St.) Heüigenschwendi (1013m). Von 
der Haltenegg (1040m; P. Waldheim, 31/2 fr-, einf. gut), 1/4 St. südl. von 
Heiligenschwendi, prächtiger Blick auf See und Alpen. 

Lohnende weitere Ausflüge: 1/2 St. n. von Thun (Post 5 mal tägl. 
in 20 Min., Einsp. 3 fr.) das ansehnliche Dorf Stefasburg (589m; Gasth. 
zum, Landhaus) an der Zidg (Eisenbahnstation, s. S. 22); von hier 1/2 St. 
bergan zum * Schnittweyerbad (680m; 50 Z., P. 4-5 fr.), in geschützter 
Lage, mit erdiger Stahlquelle und gutgehaltenen Promenadenwegen. — 
N.W. lohnender Weg vom Schnittweyerbad über den (1/4 St.) Luftkurort 
Hartlisberg (730m; *H.-P. des Alpes, P. 5-7 fr.; P. & Rest. Bellevue), 
mit schöner Aussicht, nach (i/g St.) Heimberg, Hauptsitz der Majolika- 
fabrikation (Eisenbahnstation, s. S. 22); zurück auf der Bemer Straße 



184 III- R- 44- — K- S. 186. NIESEN. Berner 

nach (1 St.) Thun. Über SteflSsburg nach dem (2 St.) Luftkurort Schwär- 
zenegg (1000m; P. Schwarzenegg). — Thierachern (569m; Löwe), 1 St. w., 
mit schöner Aussicht; 1 St. weiter w. Bad Blumenstein (675m; P. von 
5 fr. an) und der Fall des Fallbachs (Fahrstraße zur Station Burgistein- 
Wattenwil, S. 181); Amsoldingen (röm. Grabsteine), I1/4 St. s.w. Das 
ganze Hügelgelände zwischen dem Stockental und Thun bietet anmutige 
Spaziergänge und Grebirgsaussichten. — Stoclchorn (2192m; von Blumen- 
stein oder Amsoldingen 5 St.) s. S. 236. — Bad Schwefelberg (31/2 St. w. 
von Blumenstein über den Gantrischpaß) 8. S. 237. 

Elektrische Eisenbahn von Thun nach Burgdorf s. S. 22. 

44. Der Niesen. 

Reitweg, nördl. von Wimmis aus in 5-5^2» östl. vom Heustrichbad 
in 41/2-5 St., ersterer morgens, letzterer nachmittags schattig. Pferd hin 
und zurück 15, bei Aufbruch nach 10 Uhr vorm. 20 fr.; von Wimmis 
hinauf, nach Heustrich hinab oder umgekehrt 22 bez. 28 fr. Führer (un- 
nötig) oder Träger 10 bzw. 12 fr. (für einen Sessel sind 4 Träger nötig). 
— Drahtseilbahn von Mülenen (S. 225) auf den Niesen projektiert. 

Spiez (S. 186) ist Station sowohl für Wimmis (4,7km; Eisenbahn 
in 11 Min. , für 50 oder 35 c.) , wie für das Heustrichbad (5,2km ; 
Eisenbahn bis Aeschi- Heustrich in 12 Min., für 60 oder 45 c). — 
Eisenbahn nach "Wimmis s. S. 234. — Die Fahrstraße über- 
schreitet die Bahn vor Spiezmoos, führt 1. nach (25 Min.) Spiez- 
wiler (652m ; Bär), dann r. bergab in großer Kehre (1. ab direkter 
Fußweg durch Wald) zur Kanderbrücke (611m), mit Blick auf die 
Blümlisalp, und wieder hinan nach (^/^ St.) 

Wimmis (631m; *Löwen, Z. 272-3, F. IV4, M. 2V2-3V2, P- 
6-7 fr. ; Hot. Niesen, einf.), hübsches Dorf (1423 Einw.) am ö. Fuß 
der Burgßuh (990m), von einem jetzt zu Yerwaltungs- und Schul- 
zwecken dienenden Schloß malerisch überragt. Die Kirche kommt 
urkundlich schon 533 vor. 

Der Weg auf den Niesen zieht sich als Karrenweg am SO.- Fuß der 
Burgfluh hin und überschreitet nach 35 Min. den Staldenbach. Kaum 
150 Schritte weiter, bei dem Gratter, zeigt ein Handweiser („Niesen 3^/4 St.") 
1. den Reitweg an: im Zickzack über Matten und durch Wald, an der 
Hütte im Bergli (Erfr.) vorbei; bei den (2 St.) Hütten von Unterstalden 
(1506m) auf das r. Ufer des Staldenbachs und in Windungen die Rasen- 
abhänge des Niesen hinan, an den Hütten von Oberstalden (1778m) vorbei. 
Die Aussicht öffnet sich erst über der (11/4 St.) Staldenegg (1934m), dem 
scharfen Grat, der die im Fromberghorn (2397m) gipfelnde Beitfluh mit 
dem Niesen verbindet. Von der Staldenegg zum G-ipfel noch 1^/4 St. 

Die Bahn nach Aeschi-Heustrich (s. S. 225) zweigt von 
der Bahn nach Interlaken r. ab und führt durch den 1600m 1. Hon- 
drichtunnel, dann am r. Ufer der Kander entlang; r. der Niesen, 
im S. die Blümlisalp. Von (5,2km) Stat. Aeschi-Heustrich (681m; 
Restaur.) führt eine eiserne Brücke über die reißende Kander zum 
Heustrichbad (702m; *Badhotel, 200 Betten, Z. 2-6, P. ohne Z. 
472-6 fr., Musik 50 c), in hübscher Lage am Fuß des Niesen, mit 
alkalisch-salinischer Schwefelquelle, auch als Luftkurort besucht. 

Der Reitweg auf den Niesen (41/2 -5 St.) steigt hinter dem Bade im 
Zickzack den Rasenhang hinan (bei Wegeteiltmgen stets den steileren 
Weg wählen) bis zu einer großen Linde mit Aussichtsbank (40 Min.), dann 



Oberland. THUNERSEE. K.S.182,186,196.-III.B.45. 185 

11/4 St. durch Wald, weiter über die Matten der ScJdecMenwdldegg zur 
(I3/4 St.) Hegern- Alp (1923m; Milch) und in zahlreichen Kehren mit 
wechselnden Aussichten zum (IV4 St.) Gipfel. 

Der * Niesen (2366in; Hot Niesenkulm , 5 Min. unter dem 
Gipfel, 26 Betten zu 3-4, F. 1 fr. 80 c, einf. gut; Telephon), der 
weithin sichtbare nördl. Vorposten einer vom Albristhorn aus- 
laufenden Bergkette, besteht unten aus tonigem Mergelschiefer, 
höher hinauf aus Sandsteinkonglomerat. Die Aussicht kann sich 
der vom Faulhorn zur Seite stellen: vgl. das Panorama S. 183. 
Prachtvoll ist der Blick auf die breiten Schneefelder der Blümlis- 
alp. Beste Beleuchtung vor Sonnenuntergang und früh bis 10 Uhr. 

45. Von Thun nach Interlaken. 
Thuner See. 

a. Thtmerseebahn. 

27km. Eisenbahn in 1 St. ; 4 fr. 35, 2 fr. 90, 1 fr. 95 c. (von Bern nach 
Interlaken in 1 St. 35-2 St. 15 Min.; 7 fr. 45, 5 fr. 10, 3 fr. 65 c). Retour- 
billette können für die Rückfahrt auch auf den Dampfbooten benutzt wer- 
den. Familien- Kilometer ab onnements (ca. 50o/q billiger) für die Thuner- 
seebahn, die Bahn Spiez-Frutigen, die Simmenta,lbahn und die Dampf- 
boote des Thuner und Brienzer Sees werden an den Bahn- und Schitfs- 
kassen ohne Voraus bestellung ausgegeben (100 Kilometemummem 3 fr.). 
See-Greneralabonnements s. S. 186. 

Thun s. S. 182. — 1km ScJierzligen (S. 182, 186), am Ausfluß der 
Aare aus dem See, beim Dampfbootlandeplatz (s. unten). E. die Stock- 
hornkette (S. 236), 1. der Sigrisvnler Grat und die Alpen vom "Wetter- 
horn bis zur Blümlisalp. 4km Gwatt (Schäfle, Post). Jenseit Strätt- 
ligen, mit altem Turm, über die 30m tiefe Schlucht der Kander. 

11km Spiez (631m) ; der Bahnhof hoch über dem Ort (S. 187), 
mit herrlichem *Blick auf den See und die Berge an seiner N.-Seite 
(Ralligstöcke, Sigriswiler Rothorn etc.), im Vordergrund Spiez mit 
seinem Schloß, im SO. die Berner Alpen. — Eisenbahn nach Mon- 
treux s. S. 234; nach Frutigen s. S. 184, 22.5. 

Die Bahn führt oberhalb des Dorfs Faulensee (S. 187) vorbei 
und senkt sich dann am Ufer entlang, bei Krattigen (H. National, 
Z. 2V2-4, P. 5-8 fr. ; P. Berna, von 4fi\ ab) durch drei Tunnels. 20km 
Leißigen (*Weißes Kreuz, mit Garten, P, 5-6 fr. ; Hirsch, Steinbock, 
beide einf. gut), zwischen Obstbäumen anmutig gelegen. Auf der 
N.-Seite des Sees hoch oben Beatenberg (S. 188). 23km Därligen 
(*H.-P. du Lac, 8 Min. vom Bahnhof, am See, 40 Z., P. 5-7 fr.; H'.-P. 
Bellevue, P. 4-6 fr,, gelobt; Pens. Seiler, Schärz). Noch ein Tunnel; 
am Einfluß der Aare in den See 1. Ruine Weißenau. Am Aarekanal 
entlang zum Hauptbahnhof von (27km) Interlaken (S. 189). 

b, Dampfbootlahrt. 

Dampfboot (Restaur., M. 21/2 fr.) 11 mal täglich in IV2-2 St., für 2 fr. 
75 c. oder 1 fr. 95 c. Retoui-billette (4 fr. 40 oder 3 fr. 10 c.) berechtigen 
auch zur Rückfahrt mit Eisenbahn (s. oben). Eisenbahnreisende, die das 
Dampfboot benutzen wollen, steigen in Scherzligen um (s. S. 182). — 



186 III' R- 45. SPIEZ. 

Generalabonnements für die Dampfboote des Thuner und Brienzer Sees 
für 8 Tage 1. Platz 8, 2. Platz 5 , 15 Tage 12 u, 7 , 30 Tage 18 u. 12 fr. 

Das Dampfboot (vgl. S. 182) fährt von der Station Thun-Hof- 
stetten ab und hält bei Station Scherzligen (*H. Beau-Rivage; s. 
S. 185). R. da.s vieltürmige Schloß Schadau mit großem Park 
(So. zugänglich), auf einer Landzunge am Ausfluß der Aare. 

Der Thuner See (560m), in den das Boot nun einfährt, ist 
18,5km lang und 3km breit (48qkm); größte Tiefe 217m. Vom 
Dampf boot prächtige *Aussicht: r. und 1. am Eingang des Kander- 
und Simmentais erheben sich das Stockhorn mit seiner kegelför- 
migen Spitze und die Pyramide des Niesen ; 1. vom Niesen die drei- 
gipfelige Blümlisalp ; r. von dieser treten nach und nach (von 1. nach 
r.) Fründenhorn, Doldenhorn, Balmhorn, Alteis und Rinderhoru her- 
vor; nach Interlaken hin stehen zunächst (von r. nach 1.) Mittag- 
horn, Jungfrau, Mönch, Eiger im Vordergrund, weiterhin kommen 
Schreckhorn und "Wetterhorn zum Yorschein. 

Das Dampfboot fährt an dem unten mit Landhäusern und Obst- 
gärten, weiter hinauf mit Wald bedeckten N. -Ufer entlang, an 
Hilterfingen (P. Schönbühl; *P. Hilterfingen, 6-7 fr.), 10 Min. von 
Oberhofen, vorbei; 1. am See Schloß Hüneqq. Stationen Ober- 
hofen {* Kurhaus K Victoria, 70 Z. zu 3-5', F. IV2, G- 3, M. 4, 
P. 7-11 fr.; *P. Moy, 47 Z., P. 5V2-7V2 fr.; P. Villa Dragula, 
6-8 fr.; P. Schönau, 472-5 V2 fr.: Bären; P. Zimmermann), mit 
malerischem Schloß des Grafen Harrach, und Gunten {*H.-P. 
Hirschen, mit Garten, 50 Z. zu IV2-3, F. 1, M. 2V2, A. 11/2, P. von 
6 fr. an; *Pe7?s. du Lac, 5-6 fr.; P. Amez-Droz, 6-7 fr.; alle am 
See; P. Alpenrose, 472-6 fr., P- Schönberg, 4-6 fr., 10 bzw. 
15 Min. höher am Abhang). 

In der Nähe (20 Min. vom See) die Schlucht des Guntenhachs mit 
Wasserfall (nur bei ganz trocknem Wetter zugänglich). — Schönster Blick 
auf den See, das Mittelland von Thun bis Bern und die Hochalpen vom sog. 
*Ntißbaum (c. 800m) auf dem ErizbüU zwischen Oberhofen und Gunten, 
3/4 St. von beiden Orten entfernt. Der Weg von Grünten hinauf führt, die 
Straße nach Aeschlen kreuzend, durch die Schlucht des Oertlibachs. 

Fahrstraße (Post im Sommer 3 mal tägl. in 1 St. ; Einsp. von Gunten 6, 
von Thun 10, Zweisp. 18 fr.) von Gunten nach (3/4 St.) Sigriswü (800m; 
*H.-P. Bären, 60 Z. zu 11/2-2, F. 1V2> M. 21/», P- 5-6 fr.; H.-P. Edelweiß, 
P. 5-6 fr.), Luftkurort in hübscher Lage. Ausflüge : auf die Blume (1395m), 
mit schöner Aussicht, über Schwanden in 2 St. ; über Zeig und Wilerall- 
mend auf den Sigriswilgrat, zur aussichtreichen Alp (2V2St.) Unter-Bergli 
(1679m) und über Ober-Bergli (1821m) auf das (l'/gSt., m. F.) Sigrinwiler 
Rothorn (2053m), zuletzt steil, nicht für Schwindlige. Am steilen Ab- 
hang des Sigriswilgrats gegen das Juatlvtcd (S. 187) das *Schafloch 
(1780m), eine 206m 1. Eishöhle, vom Oberbergli auf schmalem Pfad in 
8/4 St. zu erreichen (nur mit Führer, Eisaxt u. Fackeln). 

Nun quer über den See (1. Mönch, Eiger und Schreckhorn) nach 

Spiez. — Elektrische Trambahn vom Landeplatz zum Bahnhof. — 
Gasth. : *Schloß-Hotel Schon egg, unterhalb des Bahnhofs, mit 
Garten und schöner Aussicht, 110 Betten, Z. 3-6, F. IV2, G-. 3, M. 4, 
P. 8-15 fr.; *Park-Hotel Bubenberg, 8 Min. oberhalb des Bahnhofs, 
in freier Lage, 100 Betten, Z. 31/2-6, F. I1/2, G. 31/2, M. 5, P. 10-15 fr.; 



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^o^rapl, . An -^^SdifS^ 






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Oberland. ^SCHI. HI- R- 45. 187 

*Gr.-H. Spiezerhof , am See, mit Garten u. Bädern, 70 Z. zu 3-6, F. I1/2, 
Gr. 3, M. 4, P. 7-14, Omn. 1 fr.; *H. Kurhaus, halbwegs zwischen See 
und Bahnhof, mit schöner Aussicht, 52 Z. zu 3-5, F. 1.30, G. 21/2, M. 31/2? 
P. 7-10 fr.; *H.-P. Erica, in geschützter Lage, 26 Z. zu 2-3, F. I1/4, M. 3, 
A. 2, P. 6-7 fr.; P. Itten, 5 Min. unterhalb des Bahnhofs, P. 5-6 fr.; 
P. Villa Schi ößli, beim Bahnhof, Z. 2-3, F. I1/4, M. 3, P. 6-8 fr. ; gelobt; 
H. -P. Bahnhof (zugleich Bahnrestaur.), mit schönem Blick auf Spiez 
und den See, Z. 2-4, F. I1/4, M. 2V2-3, P. von 6fr.; H.-P. Lötschberg, 
an der Straße nach Wimmis, P. 5-7 fr.; *H.-P. Alteis (4-5 fr.) in Hond- 
rich, Vs St. ö. vom Bahnhof. — Post u. Telegraph am Bahnhof. — 
Wagen (am Dampfbootlandeplatz und am Bahnhof) : nach Wimmis Einsp. 4, 
Zweisp. 7 fr., Faulenseebad 5 u. 10, Aeschi 6 u. 12 fr. 

Das reizend gelegene Dorf Spiez (3031 Ein-w.), mit seinem ma- 
lerischen alten Schloß (früher Erlach'scher Besitz), ist Ausgangs- 
punkt für den Niesen (S. 184), das Kander- und Simmental (S. 225, 
234). Yor dem Spiezerhof im See ein 50m h. Springbrunnen. Die 
Straße, die zwischen den Häusern und Obstgärten des Dorfs auf- 
wärts führt, teilt sich bei (10 Min.) Pens, Itten: 1. zum (5 Min.) 
Bahnhof (71m über dem See), r. nach Wimmis (S. 184). 

Von Spiez nach Aeschi, Fahrstraße (6,8km; Post 2 mal täglich 
in IV2 St.) über Faulensee-Bad (s. unten) und Krattigen (S. 185). Fuß- 
gänger (1 St.) folgen vom Bahnhof Spiez derselben Straße, nach 25 Min. 
Kan-enweg r. hinan, dann beim Handweiser 1. Das Dorf Aeschi (859m; 
*H.-P. Blümllsalj), 60 Z. zu 2-31/2, F. I1/4, M. 3, A. 2, P. 51/2-8 fr.; *Kur- 
haus H. Bären, 56 Z. zu 3-5 fr., F. IV^, M. 3, A. 21/2, P. 6-10 fr.; H.-P. 
Post, P. 41/2-6 fr.; *P. AlpenblicJc, 41/2-6 fr.; H.-P. Niesen, P. 5-7 fr.; H.- 
P. Baiimgarten, 5-7 fr.; P. Adelmatt, 4-5 fr.; *H.-P. Bellevue, 4-5 fr.; 
*P. Friedegg, 1/4 St. vom Dorf, 42 Z., 6-10 fr.), als Luftkurort viel be- 
sucht, liegt auf der aussichti-eichen Höhe zwischen dem Thuner See und 
dem Kandertal. Auch von Leißigen (S. 185) führt ein aussichtsreicher 
Fahrweg über Kurhaus Örtli und Krattigen nach (2 St.) Aeschi. Von Aeschi 
zum Heustrichbad (S. 184) Fußweg in 35 Min.; nach Mülenen Fahrsträß- 
chen in 3/4 St. — Von Aeschi nach Saxeten (61/2 St., lohnend): Fahr- 
weg über Aeschi-Ried (1000m; H. Kurhaus & P. Schönbühl, 5-7 fi-.) ins 
Sitldtal zur (2 St.) Untern Siddalp (1042m), dann Saumweg am schönen 
Pochtenfall vorbei zur (II/4 St.) Schlierenalp (1425m); 1. hinan über die 
Renggli-Alp zum (I1/2 St.) iRenggli- oder Tanzbödelipaß (1880m), zwi- 
schen Morgenberghorn und Schwalmern; hinab über die Innerhergalp nach 
(I1/2 St.) Saxeten (S. 195). Das * Morgenberghorn (2251m) ist vom Renggli- 
palJ in 11/4 St. zu ersteigen (Ungeübte nicht ohne Führer; vgl. S. 196). 
Schwalmern (2785m), vom Rengglipaß 3 St. m. F. (beschwerlich), s. S. 196. 

Bei Spiez sieht man kurze Zeit ö. zwei schwarze Spitzen über 
dem S.-Ufer des Sees: r. die schmale ist das Faulhorn, 1. die brei- 
tere das Schwarzhorn. — Weiter am S.-Ufer das Dorf Faulensee; 
auf der Höhe (1 St. von Spiez, Omnibus am Bahnhof) das besuchte 
Faulensee-Bad (710m; *H.-P. Victoria, 130 Betten, P. 7-14 fr.), mit 
erdiger Eisenquelle, schönen Waldpromenaden u. reizender Aussicht. 

Am n. Ufer treten der Sigriswilgrat mit den trotzig aufragen- 
den Ralligstöcken (1662m) , das Sigriswiler Rothorn (20ü3m) und 
das Niederhwn (196öm) scharf hervor; am See Schloß Balligen. 
Das Boot hält bei Merligen {*H. Beatus, mit Garten am See, 
50 Z. zu 2-5, P. 6-12 fr.; P. du Lac), an der Mündung des Justis- 
tals freundlich gelegen (von hier nach St. Beatenberg Fußweg meist 
durch Wald in 1% St.), dann bei Beatenbucht (Kestaur.), der Sta- 



188 III. R.45.-K. 8.186. BEATUSHÖHLE. Bemer 

tion für Beatenberg (s. unten). Ein felsiges Vorgebirge, die Nase, 
streckt sicli hier ö. in den See hinein; hoch oben an dem steilen 
Uferabhang führt die kühn angelegte Fahrstraße (s, nnten) durch 
drei Tunnels am Felsen hin. Unten am See der Landsitz Schloß 
Lerow, dann die Station Beatushöhlen , an der Mündung des 
Beatenbachs, der aus der Beatushöhle hervorbricht, im Frühjahr 
und nach starkem Kegen mit donnerartigem Getöse. 

Die 1904 zugänglicli gemachte, sehr sehenswerte * Beatusliöhle 
ist von hier in 20 Min. , von Beatenbucht in 1 St. zu Fuß erreichbar. 
Der Eingang befindet sich 10 Min. über der Landstraße, von der ein 
neuer Weg an den prächtigen Fällen des Beatenbachs entlang hinauf- 
führt. Die sogen, „nasse HöhW^, bis auf 2km erforscht und auf 750m 
bequem zugänglich gemacht und elektrisch beleuchtet, wird von dem 
brausenden Beatenbach durchflössen und enthält zahlreiche Tropfsteine, 
interessante Felsbildungen, Wasserfälle etc. (Besuchsdauer c. 3/^ St., 1 fr.). 
Die daneben liegende ,.t7^ockene Höhle"', von der Sage mit dem h. Beatus 
in Verbindung gebracht, war jahrhundertelang ein vielbesuchter Wall- 
fahrtsort. — Omnibus von Interlaken zur Beatushöhle s. S. 194. 

Am südl. Ufer berührt das Dampfboot bei einzelnen Fahrten 
noch Leißigen (S. 185) und fährt dann an dem anmutig gelegenen 
DärUgen (S. 185) vorbei, zuletzt durch den 2,8km 1. Aarekanal (1. 
Euine "Weißenau, S. 185) nach Interlaken, wo es an der Schiflf- 
station Interlaken- Thunersee unterhalb des Bahnhofs anlegt. 



Von Beatenbucht nach Beatenberg Drahtseilbahn in 
16 Min. (2 fr. 50 c, Talfahrt 1 fr., hin und zurück 3, So. IV2 fr., 
Abonnement auf 5 Doppelfahrten 10 fr.). Die Bahn, 1695m lang, 
führt scharf ansteigend (35-40"/o) durch Wald, Felseinschnitte und 
einen Tunnel; an der obern Endstation Bahnrestaur. (auch Z.). 

Von Interlaken nach Beatenberg, ll-12km, direkte 
Fahrstraße, 1,3km von Unterseen von der Habkernstraße (S. 194) 
1. ab, über den Lombach und in vielen Windungen im Walde hinan, 
am Restaur. Lugihrüokli (c. 900m) mit reizender Aussicht vorbei : 
Einsp. 13 , Zweisp. 24 , bis zum Kurhaus 18 u. 28 fr. (Fußgänger 
brauchen, mit Benutzung der Abkürzuugswege , von der Lombach- 
brücke bis zum H6t. des Alpes 1% St.). — Sehr lohnend ist auch die 
Fahrt oder Wanderung von Interlaken über Neuhaus nach (15km) 
Beatenbucht auf der schönen, an die Axenstraße erinnernden Straße, 
mit herrlichen Ausblicken auf den See und die Hochalpen (Einsp. 
von Interlaken bis Merligen und zurück 9, Zweisp. 16 fr.). 

Beatenberg. — Gasth. (an der Höhenstraße von W. nach 0.): 
*Grr.-H6t. Beatenberg & Kurhaus Müller, am W.-Ende des Dorfs, 
5 Min. vom Bahnhof, 130 Betten, Z. 3-6, F. IV2, G- 3, M. 5, P. 8-12 fr., 
dabei ein schattiges Wäldchen; P. Rosen au (5-6 fr.); *H. -P. Edel- 
weiß, 25 Z. zu 2-3, F. 11/4, P- 5-'''/2 fr-; *P- Beatus, Z. IV2, M. 2, 
A. IV2, P. 4-5 fr.; *H.-P. Blümlisalp, 30 Z. zu 3-4 fr., F. I1/4, M. 3, P. 6- 
8 fr.; *H.-P. Beau-Sejour- Waldrand, 70 Betten, Z. 4-5, F. I1/2, G-. 3, 
M. .5, P. 7-10 fr.; *H.-P. Schönegg (Evang. Hospiz), P. 5-8 fr.; P. Favo- 
rita; *Gr,-H. Victoria (V2 St. vom Kurhaus), 200 Betten, Z. 3-10, G. 4, 



Oberland. BEATENBERG. K. S. ise.-III. R46. 189 

M. 5, P. 8-16, Kurtaxe 2 fr.; H.-P. Beauregard, 30 Z. zu 2V2-4:, F. IV4, 
P. 6-10 fr., gelobt; *Parkhotel Post, 90 Z. zu 3-6, F. I1/2, G- 3-4, M. 4-5, 
P. 8-12, Onin. 1 fi-.; H.-P. Jungfraublick, 20 Z. zu 2-3, F. 1, M. 3, A.21/2. 
P. 5-6 fr.; H.-P. Schweizerhaus, 18 Z. zu 2, F. 1.20, M. 2, P. 5-7 fr.; 
*H.-P. Bellevue, 110 Betten, Z. 2Va-5, F. IV2, &• 3, M. 4, P. 7-15 fr.; P. 
Helvetia; *H.-P. Silberhorn (3/4 St. vom Kurhaus), P. 6-8 fr.: *H.-P. 
Alpenrose, 120 Betten, Z. 3-5, F. IV2, G-. 31/2, M. 41/2, P- 7-12i/a fr.; *H.-P. 
National (51/2-8 fi-.); *H.-P. des Alpes (1 St. vom Kurhaus), 60 Betten, 
Z. 2-4, F. 1.30, M. 31/2, A.21/2, P- 6-8 fi-.; P. Waldegg, 5 Min. 1. von der 
Straße, 4-5 fr., einf. aber recht gut, in ruhiger Lage. — Auch Privat- 
wohnungen. — Post am W.-Ende und in der Mitte des Dorfes. — Evang. 
und katJiol. Kirche. 

Beatenherg (1150m), mit 1082 Einw., als Sommerfrische und 
Höhenkurort viel besucht, liegt fast 4km lang am Abhang des 
Beatenbergs hingestreckt, im "W. vom Beateribach., im 0. vom 
Sundgraben durchschnitten. Prächtige Aussicht auf die Alpen 
vom Schreckhorn bis zum Niesen, in der Mitte Eiger, Mönch, Jung- 
frau, Blümlisalp, Wildhorn etc. Promenadenwege mit aussicht- 
reichen Ruhesitzen führen ober- und unterhalb der Straße hin. 

Umgebungen. Schönste Aussicht vom *A2nisbülil (1336m; Hotel- 
Rest, mit Terrasse und Aussichtsveranda), zu dem beim Hot. Alpenrose 
(s. oben) ein Fahrweg in 1/2 St. hinanführt (vom Bahnhof IVaSt.; Einsp. 
hin- u. zurück incl. 1 St. Wartens 8 fr.): gerade zu Füßen Interlaken 
und der Anfang des Lauterbrunnentals, i. der Härder, weiter Schynige 
Platte, Männlichen, Tschuggen, Lauberhorn, Bellenhöchst, Sulegg, Abend- 
berg, darüber die ganze Kette der Berner Alpen vom Wetterhorn bis zur 
Blümlisalp. 

Wegtafeln zeigen u. a. : beim Kurhaus aufwärts nach dem WaLährand 
(25 Min.), Vor saß und Niederhorn;— bei H-P. Blümlisalp aufwärts die 
Farcdlelpromenads; — bei P. Schön egg r. abwärts zur Tiefe, Fuhri, 
Matte, 1. aufwärts Ober- Kirchweg, Känzeli, Burgfeld, Niederhorn, Neue 
Promenade; — beim H. Bellevue aufwärts zur Parallel^romenade, 
Wydihrand, Känzeli (1/2 St.) und Burgfeld. 

Sehr lohnend ist die Besteigung der drei G-ipfel des Güggisgrats: 
*!N'iederh.orn (1965m), vom Kurhaus auf weiß-gelb mark. Wege in 2^/2 St. 
(F. 6 fr., entbehrlich, Pferd 12 fr.); *Burgfeldstand (2067m), vom H. 
Bellevue auf weiß-blau mark. Wege, am Känzli (s. oben) vorbei in 31/., St. 
(F. 6 fr., entbehrlich); *Geininenalph.orn (2064m), über Amisbühl (s. 
oben), Waldegg- Allmend , Leimeren und Gemmenalp auf weiß-rot mark. 
Wege in 31/2 St. (F. 8 fr., entbehrlich; Pferd 16 fr.). Die Aussicht reicht 
vom Pilatus bis zur Stockhomkette und den Diablerets, zu Füßen das 
Justistal (S. 187), dahinter die Aare mit Bern und der Jura. Man kann, 
am Grat entlang fortwandernd, alle drei Punkte verbinden (3 St.). Ab- 
stieg vom G-emmenalphom nach (2 St.) Hablcer?i s. S. 194. 

46. Interlaken und Umgebung. 

Bahnhöfe. Hauptbahnhof (Thuner seebahn, S. 185) am W.-Ende des 
Orts; Ostbahnhof (Berner Oberlandbahnen, S. 196) am O.-Ende, 20 Min. 
von ersterem (Automobil-Omnibus). Die Thunerseebahn verbindet sie: 1,8km, 
in 7 Min., für 40, 25, 15 c, hin und zurück 60, 35, 25 c. (in jeder Richtung 
tägl. 13 Züge, von denen 5 weiter bis Bönigen gehen, s. S. 218). Hotel- 
omnibus und Droschken stehen an beiden Bahnhöfen bereit. — Dampf- 
bootlandeplätze für den Thuner See im W. der Stadt beim Hauptbahn- 
hof (S. 188) ; für den Brienzer See gegenüber dem Ostbahnhof (S. 218). 

Hotels u. Pensionen ("Omnibus 75 c.-l fi-.). — Am Höheweg: *Grr.- 
H. Metropole & Monopole (PI. 1), 150 Z. zu 3-8, G. 31/3, M. 5, P. 
8-15 fr.; *Gr.-H. Victoria (P. 2), 300 Z. zu 5-15, F. li/a, Qt. 4, M. 6, 



190 III. R.4e.-K. 8.196. INTERLAKEN. Bemer 

P. (atißer im August) 10-25 fr., und *H. -P. Jungfrau (PI. 3), 200 Z. zu 
4-12, G-. 31/2, M. 5, P. 10-20 fr.; *Sch-weizerhof (PL 4), 125 Z. zu 5-10, 
G-. 31/2, M. 5, P. 15-20 fr.; *Belvedere (PI. 5), 100 Betten, Z. 4-8, F. li/g, 
G. 31/2, M. 5, P. 9-15 fr.; *Gr.-H. des Alpes (PL 6), 190 Betten, Z. 3-6, 
Gr. 3, M. 4-5, P. 8-15 fr.; *&rand Hotel (vorm. Beaurivage; P. 9), 
140 Z. zu 4-8, G. 31/2, M. 5, P. 11-18 fi-.; *H. du Nord (PL 7), 75 Z. zu 
3-6, G-. 3, M. 4, P. 8-14 fr.; *H.-P. Interlaken (PL 8), 70 Z. zu 3-6, F. I1/2, 
G. 3, M. 4, P. 8-12 fr. — Reichshotel & St. George (PL 22), mit Bier- 
garten und rhein. Weinstube, 50 Z. zu 3-7, F. I1/2, G. 3, M. 4, P. 7-10 fr. ; 
*H. Bavaria (PL 23), mit Biergarten, 66 Z. zu 2i/o-5, F. I1/4, M. 21/2-3, 
P. 7-10 fr.; *H.-P. Brünig (PL 13), 30 Z. zu 2V2-5,"F. I1/4, G. 3, M. 31/2, 
P. 71/a-ll fr.; H.-P. de TEurope (PL 38), 30 Z. von 2 fr. an, P. 6-9 fr.; 
*H. du Lac (PL 10), beim Ostbabnbof und dem Dampf bootlandeplatz für 
den Brienzer See, 70 Z. zu 2^^-4., F. II/4, G. 2V2, M. 31/2, P- 8-10 fr. 

N'ördl. vom Höheweg: *Bellevue (PL 15), an der mittlem Aare- 
brücke, 80 Z. zu 21/2-4. F. 11/4, G. 21/2, M. 3, P. 6-9 fr. (viel Engländer); 
*P. Villa Constance (PL 36), Postgasse 1, P. 10-14 fr.; *H.-P. Hörn 
(PL 30), mit Brauerei, 40 Z. zu 2-3, M. 3, A. 21/2, P. 6-8 fr. — Auf der kleinen 
Aare-Insel Spielmatten: *H. Central & Continental (PL 34), an der un- 
tern Aarebrücke, nahe beim Bahnhof, 60 Betten, Z. 3-6, F. I1/2, G. 3, M. 4, 
P. 8-12 fr.; *H. du Pont (PL 16), an der mittlem Brücke, mit Garten, 
60 Z. zu 3-5, F. 11/2, G. 3, M. 31/2, P. 7-12 fr.; Krone, Z. 11/3-2, M. 2, 
P. 5-6 fr., einf. gut; Falken. — In Unteisem: *H. Stadthaus (PL 17), 
36 Z. zu 2-3, F. 1, P. 6 fr.; P. Levy (israelitisch; 9-11 fr.); Helvetia, 
P. 5-6 fr.; *Beau-Site (PL 18), 90 Betten, Z. 21/3-5, G. 21/2-3, M. 31/2-4, 
P. 6-lOfi-.; H. Härder, Harderstr. 50, Z. 21/2-4, F. 1.20, P. 6-8 fr.; *H.-P. 
Eiger (PL 37), 42 Z. zu 2-4, F. I1/2, G. 21/2, M. 31/3, P. 6-9 fr.; P. 
Alpenruhe, 5-6 fr.; Manor Farm (P. Simpkin), unweit des Thuner 
Sees (S. 188). 

Südl. vom Höheioeg: *H. National (P. Wyder, PL 19), 195 Betten, 
Z. 3-5, G. 3, M. 4, P. 7-12fr.; Savoy- Hot., neu (Eröffnung 1906); *Deut- 
8 eher Hof (PL 20), 65 Z. zu 3-5, F. li/g, M. 3% A. 21/2, P. 7-11 fr.; *Union 
Hotel & P. Beb er (PL 21), 30 Z. zu 2-4, F. I1/4, M. 3, A. 21/2, P. 6-8 fr.; 
*Park-Hotel & P. Ober (PL 25), in ruhiger Lage, 140 Betten, Z. 3-7, 
F. 11/2, G. 3, M. 4, P. 8-14 fr.; P. Darling- Cot tage, Alpenstr. 2, ge- 
lobt; P.Villa Alpina, Jungfraustr. 60; H. zur Blume, Jungfraustr. 
(alkoholfreies Restaurant); P. Bel-Air (PL 43); *H.-P. Alpenblick 
(PL 14), 30 Z., P. 6-10 fr. 

*Regina-Hotel Jungfraublick, in erhöhter aussichtreicher Lage 
unmittelbar am Rugenpark (S. 192), 200 Betten, Z. 6-12, F. I1/2, G. 4, 
M. 6, P. 14-25, Omnibus I1/2 fr. — *H.-P. Sonne (PL 35), 48 Betten, Z. 
2-31/2, F. 11/2, M. 3, A. 21/2, P. 6-8 fr.; H.-P. Mattenhof (PL 24), 48 Z. 
zu 2-4, F. 11/4, M. 3-31/2, A. 21/2. P. 6-10 fr., beide am Fuß des Kleinen 
Rügen; P. Zwahlen-Spycher, Kreuz, *Alpina, P. 5-7 fr. 

W. vom Höheweg nach dem Hauptbahnhof hin (zweiter Klasse, von 
Passanten bevorzugt): *Hirschen (PL 39), 40 Z. von 21/2, F. 1.20, M. 3, 
A. 21/2, P. 7-8 fi-.; *H. Oberland (PL 12), 130 Z. zu 21/3-4, F. I1/4, M. S'/a, 
A. 21/2, P. von 7 fr. an; Weißes Kreuz (PL 11), Z. 2-21/2, F. I1/4, 
M. 3, A. 21/2, P. 7-9 fr.; Post (PL 26), Z. 2, F. I1/4, M. 21/3, P. 6 fr.; Bären, 
Z. 2-3, P. 5-7 fr.; Löwen, Z. von I1/2, P. von 6 fr, an; Goldner 
Anker, Z. von I1/2, P. von 5 fr. au; Schwanen (PL 40), Z. I1/2-21/3, 
P. 5-6 fr.; *H.-P. Krebs (PL 27), 50 Z. zu 21/3-31/2, F. I1/4, M. 3, 
P. 7-9 fr.; *Bernerhof (PL 28), 50 Z. zu 21/3-4, M. 3, P. 7-9 fr.; H. 
Merkur (PL 41), 24 Z. zu 2-3, M. 21/2-3, A. 21/3, P. 7-8 fr.; *H. Ter- 
minus & de la Gare (PL 29), 50 Z. zu 2i/a-4, F. IV2, G. 3, M. 4, P. 
7-11 fr.; *H. Jura (PL 42), 35 Z. zu 2i/a-4, F. l'/j, G. 3, M. 4, P. 8-12 fr. 

Jenseit des Bahnhofs an der Rugenparkstraße: H. St. Gotthard 
(PL 31), 52 Z. zu 3-6, F. I1/4, M. 3, A. 21/2, P. 7-12 fr.; *Eden-Hotel 
(PL 32), 60 Betten, Z. 21/2-4, .F. l'/a, M. 3-4, A. 2i/a-3, P. 7-12 fr.; *H.-P. 
Simplen (PL 33), 60 Z. zu 27,-4, F. VU, M. 3, A. 2i/a, P. 6-8 fr.; *P. 



Oberland. INTERLAKEN. ^. S. 196. - III. R. 46. 191 

Erica, mit großem Garten, P, 5-6 fr.; P. Rugenpark, P. 5-7 fr. — 
Möblierte Zimmer sehr zahlreich: Chalet Bon S^'our (Frau Burkhardt- 
Schuh), G-artenstr. (Z. 2-5, F. li/4fr.); Villa EoseneckyRosanstv. ; Chalet, 
Höheweg 31; Ed. Müller, Neugasse 10; Chalet Roten in Unterseen. 

Billiger sind die Orte in der Umgebung. In Wilder swil (S. 196; zu 
Fuß 35 Min.): nahe dem Bahnhof *H. Bahnhof, P. 5-7 fr.; *H.-P. 
Alpenrose (PI. 44), P. 5-8 fr.; *H.-P. Jungfrau (PI. 45), P. 5-7 fr.; 
im Ort, an der Straße nach Lauterbrunnen: *Bären (PL 46), P. 5-6 fr.; 
H.-P. Alpenblick (PL 47), P. von 6 fr. an; *H.-P. des Alpes (PI. 48), 
P. 51/2-7V2 fr.; P. Oberland; *H.-P. Victoria, 5-6 fr.; w., in höherer 
Lage: *P. Schönbühl (PL 49), P. 51/2-7 fr.; *H.-P. Wilderswil (PL 50), 
P. 6-71/2 fr.; *H.-P. Berghof, P. 6-8 fi-. P. Schlössli-Unspunnen, 
10 Min. vom Bahnhof, von 5 fr. an. — ■ In Unspunnen (S. 193): *Wald- 
hotel Unspunnen (6Va-12fr.). — In Gsteig (S. 195): Hirsch, beim 
Bahnhof Wilderswil, P. 5 fr., gelobt; Steinbock. — In Gsteigwiler 
(15 Min. vom Bahnhof "Wilderswil -Gsteig): *Pens. Schönfels (5- 
61/2 fr.)- — In GoUswil (1/4 St., S. 194): *Pens. Schönegg (41/2-0 fr.); 
Pens. Felsenegg; *H.-P. du Parc & Helvetia (P. 4-6 fr.). — In 
Bönigen (S. 218), am SW.-Ende des Brienzer Sees, Dampf boot-, Eisen- 
bahn- und Motorwagen -Verbindung: *H.-P. Belle-Rive (P. 5-7 fr.), 
*H.-P. Bönigen (P. 6-8 fr.), *Chalet du Lac (P. 5-6 fr.), *H.-P. de la 
Gare (Z. li/g-S, F. 1, M. li/g-S, P. 5-7 fr.), *H.-P. Oberländer Hof 
(6-8 fr.), P. Seehof (5-8 fr.), P. Bei -Air (Dr. J. Lüthi; P. 51/3-8 fr.). 

Bier: Kurs aal (Bayr. u. Pilsner Bier), s. unten; H. Oberland, 
Hirschen, H. Terminus (S. 190), H. Central, in diesen Münchner 
Bier vom Faß; Bavaria (S. 190), mit Cafe-Rest, und Garten (abends 
Konzert); Hot. St. George (Rheinische Weinstube), s. S. 190; Adler- 
hof neben H. Metropole; Cafe-Rest. Federal, der Post gegenüber; 
Bernerhof, Krebs, Bahnhof, Hänny, beim Bahnhof. — Kon- 
ditoreien: Weber, am Höheweg, beim Eingang zum Kursaal; *Schuh, 
gegenüber Metropole (auch Z. u. Cafe -Rest., M. 3-81/2 fr.); Seitz, 
neben Hot. Oberland; Kaffeehalle Interlaken, Marktplatz 16. 

Kursaal am Höheweg mit Cafe-Restaur., Lese-, Billard- u. Spiel- 
sälen, Parkanlagen, nachm. und abends, So. auch früh Konzei-t, Eintritt 
50 c, abends 1 fr., ganzer Tag 1 fr., Woche 5 fr., Monat 14 fr., 2 Pers. 
25, 3 Pers. 35 fr.; bei besonderen Veranlassungen erhöhte Preise. — Am 
Höheweg gegenüber dem Eingang zum Kursaal Konzert wochentags bei 
schönem Wetter IO1/2-II1/2 vorm. 

Bäder im H. Metropole, bei B. Gutermann etc. — Gut eingerich- 
tete Seehadanstalt im Brienzer See, 20 Min. vom Dampfbootlandeplatz. 
— Sayiatorium u. Wasserheilanstalt Dr. Crranäjea^i, Klostergasae, hinter 
dem Schulhaus (P. 6-15 fr.). 

Droschken vom Bahnhof nach Interlaken, Unterseen u. Matten die 
Person 1 fr., jede weitere Pers. 50 c, nach Bönigen, Gsteig u. Wilderswil 
2 fr., jede weitere 1 fr.; Heimwehfluh 4 fr.; Spazierfahrten erste Stunde 
Einsp. 4, Zweisp. 8 fr., jede folg. Stunde 3 und 5 fr.; nach Lauterbrunnen 
und Grindelwald s. S. 196, 204. — Motor-Omnibus : Kursaal-Golfplatz- 
Ostbahnhof-Badeanstalt-Bönigen, 13 mal tägl. in 15 Min. für 50 c. 

Post (PL P), nebst Telegraph, neben H. Oberland. 

Photograph. Bedarfsartikel (Kodaks) bei Dr. Herrn. Jordan, 
gegenüber der Post. 

Geld-wechsler: Volkshank (PL 26), nehen der Post. 

Oberländisches Verkehrsbureau am Höheweg beim Kursaal- 
Eingaug (8-12 u. 2-6 U.). 

Bergführer (amtlich patentierte, halten sich gewöhnlich am Höhe- 
weg gegenüber dem Kurgarten sowie bei der meteorolog. Säule gegen- 
über dem H. Victoria auf) : Christian Häsler (von Gsteigwiler), Ed. Feuz 
(von Interlaken), Jak. Müller (Gsteigwiler), Rud. Wyß (Wilderswil), 
Fritz Michel (Bönigen). — Proviant für Bergtouren nimmt man besser 
von Interlaken mit (s. S. 197). 



192 III.E.46.~K,S.l96. INTERLAKEN. Berner 

Interlaken (568m), aus den Ortschaften Interlaken, Matten und 
Unterseen bestehend (zusammen 7170 Einw.), liegt an der Aare auf 
dem JBödeli genannten Schwemmlande der östl. in den Brienzer See 
sich ergießenden Lütschine und des westl. dem Thuner See zufließen- 
den Lombachs. Seines milden gleichmäßigen Klimas wegen wird 
es, vorwiegend von Deutschen, als Luftkurort besucht. Als Stand- 
quartier zu Ausflügen an den Brienzer und Thuner See, sowie 
in das Berner Oberland empfiehlt es sich namentlich solchen Rei- 
senden, die mit Zeit und Greld nicht zu geizen brauchen und nach 
mehrtägigen Wanderungen im Grebirge gern wieder zu dem ver- 
kehrreichen Leben eines Kurortes ersten Ranges zurückkehren. 

Mittelpunkt des Fremdenverkehrs ist der *Höheweg („Höhe- 
straße"), eine Allee alter Nußbäume und Platanen, mit den S. 189 
gen. großen Gasthöfen, eleganten Kaufläden und altberühmtem Blick 
über die Höhematte hinweg auf die Jungfrau (Abendbeleuchtung am 
schönsten). Nahe dem oberen, nordöstl. Ende des Höhewegs liegt r. 
das 1130 gegründete, 1528 aufgehobene Kloster Interlaken, das dem 
Ort den Namen („zwischen den Seen") gegeben hat und jetzt nebst 
dem 1750 angebauten Schloß als Amt-, Gerichts- und Krankenhaus 
dient; in verschiedenen Teilen der ehem. Klosterkirche findet eng- 
lischer, schottischer, franz. - reformierter und röm. - katholischer 
Gottesdienst statt. — Die Fortsetzung des Höhewegs führt zum Ost- 
Bahnhof (S. 196; gegenüber 1. die Landestelle der Brienzersee- 
Dampfboote) und weiter nach Bönigen (2,8km; S. 218). Die beim 
Gr.-H. Beaurivage 1. abzweigende Brienzer Landstraße überschreitet 
die Aare (Harderpromenaden s. S. 193). 

Beim W.-Ende des Höhewegs zweigt, dem H. Oberland schräg 
gegenüber, 1. die Jungfraustraße ab (nach dem Kleinen Eugen), 
während man geradeaus weiter an der Post (PL P) vorüber zum 
Hauptbahnhof (S. 189) gelangt. — Die bei der Post r. abgehende 
Markt Straße führt über die beiden Spielmatten-Inseln nach dem am 
r. Aareufer gelegenen Unterseen, mit altersbraunen Holzhäusern 
und alter, 1894 renovierter protestant. Kirche. L. mündet hier die 
Straße von Merligen-Thun (S. 188). N.w. geht es in das Habkern- 
tal und nach St. Beatenberg (S. 194, 188). 

Der *Kleine Rügen, die waldbedeckte rundliche Vorhöhe 
des Großen Eugen, bietet schöne Promenaden mit wechselnden 
Aussichten. Bei dem weit sichtbaren Hot. Jungfraublick vorüber 
erreicht man geradeaus bergan den Hauptringweg, der den ganzen 
Berg umzieht. Nach 1. gelangt man hier, an der „Humboldtsruhe" 
(Aussicht auf Jungfrau und Brienzer See) vorbei, in V2 St. zur 
Trinkhalle (Cafe-Eestaur.), mit Aussicht auf Jungfrau, Mönch und 
Schwalmern; weiter am „Scheffelpavillon" (Blick auf den Thuner- 
see), am „Kastboferstein" (zur Erinnerimg an den Oberförster 
Kasthof er, der zu Anfang des vor. Jahrb. im Eugenwald alle Schweiz. 
Baumarten anpflanzte), am Reservoir der Wasserleitung und einem 



Oberland. INTERLAKEN. K. S. 196. - III. R. 46. 193 

Gremsengehege vorüber zum Hotel Jungfraublick zurück. Wege- 
tafeln zeigen zahlreicbe schmalere Fußpfade an, u. a. nach der 
Rugenhöhe (739m; 25 Min.), wo drei in den Wald gehauene Schnei- 
sen Blicke auf Jungfrau, Brienzer und Thuner See öffnen. 

Gleich hinter der Trinkhalle führt ein Fußweg 1. und dann nach 
1 Min. bei der Bank r. (geradeaus geht es hier nach dem Cafe Uii- 
spunnen, 10 Min.) abwärts in die Wagnerenschlucht, die den Klei- 
nen vom Großen Rügen trennt. Ein Fahrweg, in den der Fußweg 
unweit der unten erwähnten Studerinschrift mündet, durchzieht die 
Schlucht und setzt sich bei dem Cafe Unspunnen (35 Min. vom 
Bahnhof Interlaken durch die Wagnerenschlucht) , dem Waldhotel 
Unspunnen, der Bayr. Bien^hrauerei und der Ruine Unspunnen 
vorüber, stets mit Aussicht in das Lauterbrunnental und auf die 
Jungfrau, 1. auf den Brienzer See, fort bis Wilderswil (S. 196). 

In der Mitte der Wagnerenschlucht, etwa 300 Schritt von der 
Straßenteilung bei ihrem westl. Eingang, erinnert ein Fel§block 
mit Inschrift an den Geologen Beruh. Studer (f 1887). Hier zweigt 
r. (westl.) ein rasch ansteigender Pfad ab , der sich bald teilt : 1. 
„bequemer Weg", r. „kürzerer Treppenweg", an einem hübschen 
Aussichtspunkt vorbei, in 20 Min. zur *Heiinwelifluh (676m), 
mit Cafe und reizender Aussicht übers Bödeli, den Thuner u. Brienzer 
See, von dem kleinen Belvedere oberhalb auch auf Jungfrau, Mönch, 
Eiger. — Bequemer folgt man der unten beschriebenen Straße zum 
Abendberg, auf der man bis zur Rugenscheuer 5 Min. unterhalb 
der Heimwehfluh fahren kann ; Einsp. 4, Zweisp. 8 fr. 

Umfassender und malerischer ist die Aussicht vom *Abeiid- 
berg, oben über dem Großen Rügen (zu Fuß IV2-2 St.; Pferd 
12 fr.). Man folgt der Straße in der Wagnerenschlucht (s. oben), nach 
5 Min, dem r. abzweigenden Fahrweg, der in bequemen Windungen 
durch Wald bergan steigt. Nach 15 Min. zweigt von der Straße, 
die r. zur Heimwehfluh weiter führt (s. oben), 1. ab der bequeme 
Reitweg zum Abendberg, weiterhin nochmals 1., stets durch Wald. 
Oben das gute Hot. Bellevue (1139m; 32 Z. zu 2-4, F. IV2, M. 31/2, 
A. 3, P. von 6 fr. an; Ruhebedürftigen zu empfehlen). — Den 
Wiesenpfad hinter dem Hotel bergan, bei einigen Hütten vorüber, 
erreicht man in 20 Min. die sog. Siebenuhrtanne (1257m), mit *Aus- 
sicht nach dem tief unten liegenden Thuner See. 

Ein Fußweg führt vom Hotel am Abhang des Därligengrats hinan 
zur (21/2 St.) Rotenegg (1900m), mit schöner Aussicht. Von hier setzt 
sich der Leißigmgrat mit den G-ipfeln Fuchsegg (1935m), Großes ScMffli 
(2035m) und Kleines ScMffli (2008m) his zum Morgenberghorn (2251m) 
fort, ist jedoch vom Schiffli an nur ganz schwindelfreien Steigern anzu- 
raten (8. S. 196). — Vom Abendberg nach Saxeten (S. 195), schlechter 
Fußpfad in I1/4 St. (hinter der zweiten Hütte auf der Matte nicht gerade- 
aus weiter, sondern r., den obem Weg!). 

Auf dem r. Aareufer führt von Unterseen die schattenlose Goldei- 
promenade ander Goldeibrücke vorbei bis zur (20 Min.) obern Brücke 
(S. 192). Promenadenwege (Wegtafeln) führen von der Brücke am 

Baedeker's Schweiz. 31. Aufl. 13., 



194 IIL R. 46. --K. 8.196. INTERLAKEN. Bemer 

Abhang des Härder durch den Brückwald r. hinan zum (15 Min.) 
Pavillon Hohhilhl (631m), mit Inschrift zur Erinnerung an den 
Aufenthalt der Komponisten C. M. v. Weber, F. Mendelssohn und 
R. "Wagner in Interlaken; dann entweder 1. zum (15 Min.) Pavillon 
Lustbühl, mit schönem Blick auf die Jungfrau, und hinab zur Goldei- 
promenade, etwas ö. von Unterseen (15 Min.) ; oder vom Hohbühl r. 
bergan über Unteres und Oheimes Bleiki zum (I74 St.) Aussichts- 
pavillon auf dem Hardermannli (1123m) und zum (20 Min.) Höt.- 
Rest. Alpenrose auf der Hardermatte (1216m), mit prächtiger Aus- 
sicht auf das Bödeli, die Seen und die Hochalpen. Hinab auf gutem 
Reitweg in vielen Windungen am Pavillon Sclieihenfluh vorbei zur 
Habkernstraße und nach (1 St.) Unter seen (Anstieg von hier 1^/4-2 St. ; 
Pferd 12 fr.). 

Vom Turmberg von Goldsvsril (683m; 1/2 St.), an der Brienzer Straße 
(S. 192), über Schönegg, Aussiebt über den Brienzer See sowie den 
düstern kleinen G-oldswiler oder Paulensee; die Turmruine selbst ist 
unzugänglich. — Weiter auf der Brienzer Straße (Einsp. 3 fr.), oder auf 
der aussicbtreicben Promenade über die Hügelreihe zwischen Straße und 
Brienzer See, nach (1/2 St.) Ringgenberg (P. & Best. Seeburg, am Dampf- 
bootlandeplatz , mit G-arten, P. 5 fr.; Pews. Beau- S^'our, höher am Ab- 
hang, P. 5-7 fr.; P. Edelweiß; im Dorr Bären; Bellevue, in aussichtreicher, 
hoher Lage, P. 41/0-6 fr.), mit dem hübschen Plätzchen an der in die 
Burgruine hineingebauten Kirche; Aussicht auf den Brienzer See. 1/2 St. 
weiter die Schadenburg (728m), ein nie vollendeter Burgbau der alten 
Herren von Ringgenberg auf einem Felsvorsprung des Graggen. 

Zur BeatushöMe (S. 188) -fahren Brakes tägl. 91/2 U. vorm. und 21/2 U. 
nachm. vom Höheweg in 8/4 St., hin u. zurück in 2^2 St. (2 fr.; Einsp. 8, 
Zweisp. 15 fr.). Aussichtreiche Straße hoch über dem ThunerSee (s. S. 188). 
— Dampfboot bis Stat. Beatushöhlen in 27 Min., s. S. 188; von da Fuß- 
weg in 20 Min. 

In das Habkerntal (Einsp. von Interlaken bis Habkem u. zurück 
15, Zweisp. 28 fr.), Fahrstraße von Unterseen um den W.-Fuß des Härder 
(s. oben) herum, am 1. Ufer des Lorabaclis hinan, zuletzt aufs r. Ufer und 
in Windungen zum (5,8km) Dorf Habkern (1067m; ordentl. Whs.), in grünen 
Matten am Fuß des G-emmenalphorns gelegen. Von hier sind drei ge- 
rühmte Hochpunkte zu besteigen: Gemmenalphorn (2064m; besser von 
Beatenberg, s. S. 189), über Brätidlisegg und Gemmenalp in 31/2 St.; 
Hohgant (2199m), über Bohl (1728m) und Allgäualp in 4 St. (Abstieg nach 
Schangnau im Emmental s. S. 167); Augstmatthorn (2140m), über 
Bodmialp in 31/2 St. (Abstieg nach Niederried am Brienzer See, S. 218). 

*Nach der Schyuigen Platte, sehr lohnender Ausflug. 

Eisenbahn vom Hauptbahnhof Interlaken in 20 Min., vom Ost- 
bahnhof in 8 Min. nach Wilderswil - Gsteig (S. 196); von da Zahnrad- 
bahn zur Schyuigen Platte in 1 St. 10 Min., für 8 fr., hinab 4, hin und 
zurück 10 fr., vom Ostbahnhof 8 fr. 60, 4 fr. 60, 11 fr., Sonntagsbillette 
hin und zurück 6 fr.; kombinierte Billette für Hin- und Rückfahrt, A., 
Z. u. F. im Hotel 15 fr. 

Von Interlaken-Oststation bis (4km) Wilderswil- Gsteig s. S. 196 ; 
hier Wagenwechsel für die Schynige Platte. Die Zahnradbahn 
(Maximalsteigung 257o) überschreitet die Lütschine und steigt in 
Windungen zum Roteneggtunnel, dann durch Wald, mehrfach mit 
Durchblicken auf Interlaken und die Seen, an einer Wasserstation 
(1071m) vorbei, zur (4,ekm) Stat. Breitlauenen (1545m; Kurhaus 
Breitlauenen, Z. 2Va, F. IV2, M. 4, A. 3, P. 6-9 fr.), mit reizender 



Oberland. INTERLAKEN. K- S. 196. — III. R, 46. 195 

Aussicht auf den Brienzer und Thuner See und das nördl. Hügel- 
land der Schweiz, besonders vom Vögelistein, 1 Min. vom Bahnhof. 
Dann im Bogen gegen den Gebirgsgrat hinauf und durch den Grätli- 
tunnel auf die Südseite , wo sich plötzlich der Blick auf die ganze 
Kette der Berner Alpen vom Eiger bis zum Breithorn erschließt; 
tief unten das Lauterbrunnental. Nun am S.-Abhang des Grates 
durch Felseinschnitte und einen kurzen Tunnel, zuletzt mit herr- 
lichem Blick in das Grindel waldtal mit den Schreck- und Wetter- 
hörnern, zur Endstation (7,2km) Sehynige Platte (1970m; *H. 
Bellevue, oberhalb des Bahnhofs, Z. 3-4, F. 172, M. 5, A. 3, P. 
8-12 fr.; 3 Min. weiter das ^Hot. Sehynige Platte, Z. 4-5, F. l^/a, 
M. 4, P. 8-10 fr.; beide mit Aussichtsterrassen, das letztere mit 
ZeilB-Fernrohr). 

Die *Aus sieht auf das Hochgebirge g-ehört zu den berühmtesten des 
Berner Oberlandes. Man erblickt von 1. nach r. Wellhorn, Wetterhömer, 
Berglistock, den obern Grrindelwaldgletscher, Schreckhörner, Lauteraar- 
hörner, den Untern G-rindelwaldgletscher, über den Eigergrat hervorragend 
das Finsteraarhorn, Grindelwalder Fiescherhom, Eiger, Mönch, Jung- 
frau, Ebnefluh, Mittaghorn, G-roßhorn, Breithorn, Tschingelhorn, Tschingel- 
grat, Grspaltenhorn, Blümlisalp, Doldenhorn, Sulegg, Niesen- und Stock- 
homkette. Den Fuß der Juugfraugruppe verdeckt der Männlichen (S. 207). 
Panorama von S. Simon (1 fr.). 

Bequeme Wege steigen vom Hotel in Windungen am Geißhorn, wo- 
hin gleich am Anfang ein Weg abzweigt (Aussicht ähnlich wie vom Hotel), 
und der Westseite des bienenkorbartigen Gumihorns (2101m) vorüber in 
20 Min. zum Plateau der *Daube (2064m; Schutzhütte), wo die Aussicht 
außer dem Hochgebirge nach Interlaken, den Brienzer und Thuner See und 
die Berge im N. umfaßt; n.ö. das Brienzer Rothorn, r. davon fern der 
Pilatus; n.w. erglänzen spätnachmittags in der Ferne der Bieler und 
Neuenburger See. Zurück um die Ostseite des G-umihorns und Geißhorns 
herum zum (15 Min.) G-asthaus. — Das Oberberghorn (2070m), 25 Min. 
n.ö. vom Bahnhof Sehynige Platte (von der Daube direkter Weg in 20 Min.), 
ist gleichfalls durch steile Treppen von zwei Seiten zugänglich; prächtige 
Aussicht, namentlich auf den Brienzer See. 

Von der Schynigen Platte aufs Faulhorn (4 St.) s. S. 212; — von 
der Platte hinab nach Zweilütschinen (S. 196), 3 St., streckenweise 
steil: bei dem kl. Teich unweit der Platte r. über die Matte hinab zu 
den (3/4 St.) untern Hütten der Isdtenalp (1560m; F. bis hierher ratsam, 
3 fr.), weiter in vielen Windungen durch Wald, nicht zu fehlen. 

Fußweg von Gsteig auf die Sehynige Platte (4 St.): zwischen 
der alten Kirche und dem Whs. Steinbock hinan, zuerst in mäßiger Stei- 
gung, dann steiler in vielen Zickzackwindungen durch Wald, £e Bahn 
kreuzend, zur (IV2 St.) Schönegg (1448m; Wirtsch.) und zum (1/4 St.) Kur- 
haus Breitlatienm (S. 194). Von da noch I1/2 St. bis zur Schynigen Platte. 

In das Saxetental zwischen Ahendherg und Bellenhöchst, 
Fahrstraße (Einsp. von Interlaken 15, Zweisp. 28 fr.) vom Bahnhof 
Wilderswil über Mülinen, dann in Windungen bergan viel durch 
Wald zum (iViSt.) TforiSaxeten (1098m; *H.-P. Alpenrose, P. 41/3- 
6V2 fr-), Luftkurort in geschützter Lage. % St. weiter die Fälle des 
Gürhen- und Weißbachs; schöner Talschluß durch die Schwalmern. 

Ausflüge. *Stilegg (2412m), 4-41/2 St. m. F. (5 fr.), unschwierig und 
sehr lohnend. Entweder auf dem Eeitweg an den Wasserfällen des Gürben- 
iind ^eißbachs vorbei tlber die Kesslernalp in 3 St., oder auf dem steilen 

13* 



196 III' i?.47. ZWEILÜTSCHINEN. Berner 

direkten Fußweg in 2^/2 St. zur Bellenalp (1891m), von wo der Bellen^ 
höchst (2094m), mit herrlicher Aussicht, in 3/4 St. leicht zu ersteigen ist ; 
dann um den steilen N.- und O.-Ahhang der Sulegg herum auf gutem 
Wege bis gegen die (3/4 St.) Obere Sulsalp (204:0m) und r. in 1 St. zum 
G-ipf el, mit prachtvoller Aussicht. Abstieg event. über Kühbodmen- und 
Gummen- A. nach Isenfluh (s. unten). — *Morgenberghorn (2251m), 4 St. 
m. F. (5 fr.), gleichfalls unschwierig. Fußweg, 10 Min. s. von Saxeten 
vom Fahrweg r. ab, an den Hütten der Hinterbergli-A. vorbei zum (3 St.) 
Eenggli- oAev Tansbödelipa^ (1880m; S. 187), zwischen Morgenberghom 
und Schwalmem; von hier piadlos an den S.- und SW.-Abhängen des Berges 
hinan, zuletzt wieder Fußweg zum (1 St.) (xipfel. Aussicht äußerst ma- 
lerisch, namentlich auf den Thuner und Brienzer See und die Berge im N., 
das Hochgebirge weniger imposant als von der Sulegg. Der Abstieg n.ö. 
über die Felsen des Schiffli und Leißigengrats zum Abendberg ist sehr 
gefährlich (S. 193). — Schwalmem (2785m), 51/2 St. m. F. (8 fr.), müh- 
sam aber lohnend. Auf dem Suleggwege bis zur (31/4 St.) Sulsalp (s. oben) ; 
von hier s.w. an den Lobhörnern (2570 und 2523m; Besteigung sehr 
schwierig) vorbei zu den breiten, nach 0. sich abdachenden Schnee- und 
Geröllhalden der Schwalmem, dann allmählich hinan zum (2 St.) G-rat und 
(1/4 St.) Q-ipfel (Höchst- Schwalmem, 2785m), mit großartiger Aussicht. 
Abstieg zum Rengglipaß beschwerlich. 

47. Das Lanterbrnnnental und Murren. 

Von Interlaken nach Lauterbrunnen, 12km, Berner Ober- 
I.ANDBAHN (Maximalstcigung 350/00, mit kurzen Zahnradstrecken) in 3/4 St. 
für 3 fr. 25, 1 fr. 95 c, hin u. zurück 5 fr. 20, 3 fr. 15 c. (Rundfahrt 
Interlaken-Lauterbrunnen-Kl. Scheidegg-Grindelwald-Interlaken 23 fr. 45, 
14 fr. 45 c; 10 Tage G-ültigkeit). Benutzung der III. Klasse anzuraten. — 
Wagen von Interlaken nach Lauterbrunnen 8, zweisp. 15, hin und zurück 
bei 2stünd. Aufenthalt 10 u. 18, Trümmelbach 12 u. 22, Stechelberg 14 u. 
27 fr. — Sehr lohnender *Tagesausflug: mit der Bahn nach Murren 
(S. 199; von Interlaken-Ost 1 St. 55 Min.), zu Fuß über Gimmehvald 
(S. 201) am Sefinenfall vorbei nach dem Obern Steinben^g (S. 198; 23/4-3 St.), 
hinab nach Trachsdlauenen (S. 198; 1 St.), im Tal zurück, beim Trümmel 
bach- und Staubbachfall (S. 197) vorüber nach Lauterbrunnen (Bahnhof, 
23/4 St.) ; Bahn nach Interlaken in 46 Min. Die Aussichten von Murren und 
vom Obern Steinberg gehören zu den schönsten und großartigsten der Schweiz. 

Die Bahn (man besteige die mit „Lauterbrunnen" bezeichneten 
Wagen) führt von Interlaken- Oststation (568m; S. 192) in großem 
Bogen durch obstreiches Gelände nach (3km) Wildei'swil-Gsteig 
(587m ; Wagenwechsel für die Schynige Platte, s. S. 194), dann über 
die Lütschifie und am r. Ufer in dem bewaldeten Tal aufwärts ; 
auf der andern Seite die Landstraße. K. steigt die Botenßuh steil 
empor, dahinter die Sulegg (S. 195) ; im Vorblick der Männlichen 
(S. 207), r. daneben Mönch und Jungfrau. Über die von Grindelwald 
kommende Schwarze Lütschine (1. im Hintergrund des Lutschen - 
tals das Wetterhorn) nach 

9km Zweilütsehinen (655m; Bufet; H. Bären, Z. 172-2, 
F. 1.20, M. 21/2, P. 5 fr.), Knotenpunkt der Grind elwalder Bahn 
(S. 204; wer nicht in durchgehendem Wagen sitzt, muß umsteigen). 
Gute Eispickel bei Jörg, beim Bahnhof. 

Von Zweilütsehinen nach (I1/4 St.) Isenfluh (1098m; *H.-P.Jungfl'au, 
50 Z.. P. 5-7 fr. ; *H.-R Alpina), guter Reitweg, nach 10 Min. (Handweiser) 
von der Straße nach Lauterbrunnen r. ab an der Bergwand steil empor, von 
3 U. nachm. an schattig. Vom H. Jungfrau prächtige Aussicht auf die Hoch- 



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Oberland. LAUTERBRUNNEN. JH. R. 47. 197 

gipfel vom Q-roßhorn bis zum Eiger, besonders großartig die Jungfrau. Sehr 
lohnend ist der Weg vonisenfluh nach Murren (3 St., F. angenehm, 
ab Zweilütschinen 7 fr.) : zuerst eben fort bis zum (3/4 St.) Sausbach, von 
da hinauf zur (3/4 St.) Sprissenweid ; weiter meist durch Wald zur (1/2 St.) 
GrütscMlp (S. 199) und nach (1 St.) Murren. — Nach Lanterbrwinen s. 
unten. — Von Isenfluh auf die Suleg g {2^\2m; .B-.31/2 St., F. 5 fr.) und die 
Schwalmern (2785m; 5 St., F. 10 fi*.), s. S. 196. 

Die Balm überschreitet die Weiße Lütschine und steigt auf dem 
1. Ufer, an zwei Stellen mit Zahnradbetrieb, in dem waldigen iyaw^er- 
brunnental aufwärts, zwischen 300-500m h. Kalkfelswänden. L. die 
einem riesigen halben E.undturm ähnliche Hunnenfluh. Kurz vor 
dieser über den Sausbach, der schäumend r. von der Höhe kommt. 

12km Lauterbrunnen. _ Der Bahnhof liegt 799m ti. M.; r. 
'6 Min. oberhalb der Bahnhof der Drahtseilbahn nach Murren (S. 199); 
auch nach Wengemalp - G-rindelwald (S. 204) muß man umsteigen. — 
Gasth.: *H. Steinbock, am Bahnhof, 60 Z. zu 2i/2-5, F. I1/2, Gr. 3, M. 4, 
P. 7-12 fr.; *H.Stauhbach, mit Aussicht auf den Staubbach, 70 Z. zu 2-4, 
G. 21/2, M. 4, P. 6-10 fr.; * Adler, 48 Z. zu 21/2-4, F. I1/4, M. 31/2, P. 6-9 fr.; 
H.-P. Schweizerhof; *H. Jungfrau, Z. von IVa, M. 3, P. von6fr. au; 
Weißes Kreuz, Z. 2-3, F. 1.20, M. 2V"-3 fr., recht gut ; H.-P. Oberland, 
Z. 2-21/2, G. 21/2, M. 3, P. 5-7 fr., geloht; H. Silberhorn & P. Waldegg, 
Z. 2, P. von 5 fr. an; H.-P. Trlimmelbach (s. unten). — Restaur. Lauener, 
in freier Lage, Z. I1/2-2 fr. — Führer: Fi'itz^ Heinrich u. Ulrich v. Allmen, 
Fritz, Hans u. Karl Graf, Fritz Fuchs, Karl Schlunegger, Fritz Steiner, 
Rud. Wyß u. a. Htittenproviant und G-letschernägel besser in Interlaken. 

LauUrhrunnen (797m), 20 Min. langes Dorf mit 2551 Einw., 
liegt auf beiden Seiten der Lütschine, in einem kaum ^4 St. breiten 
Felsental, dessen Sohle die Sonne im Juli nicht vor 7, im Winter 
nicht vor 11 Uhr bescheint. Seinen Namen hat es von den vielen 
Bächen, die von den Felsabhängen herabstürzen, und den Quellen, 
die allenthalben zu Tage treten. Die weiße Gebirgsmasse 1. über 
dem Schwarzen Mönch ist die Jungfrau, r. das Breithorn. 

Hübscher Spaziergang auf der Sausbergpromenade, gegenüber dem 
Hot. Steinbock unter der Mtirrenbahn hindurch auf steinigem Wege r. berg- 
an, durch Wald, bald mit schönen Elickblicken auf die Jungfrau und das 
Lauterbrunnental: bis zum Sausbach ^U St., bis Isenfluh (s. oben) II/4 St. 

Die Straße des Dorfs teilt sich, etwa 8 Min. vom Bahnhof, beim 
Hot. Staubbach: 1. bergab bei der Kirche vorüber nach dem Trüm- 
melbach (s. unten), r. geradeaus zum (5 Min.) Staubbach, dem 
bekanntesten der Wasserfälle bei Lauterbrunnen. Die in trocknen 
Sommern bis zur Enttäuschung unscheinbare Wassermasse fällt 
c. 300 m hoch von einer etwas überhängenden Felswand herab, der 
Wind erfaßt das Wasser und verwandelt es in Staub, ehe es den 
Boden erreicht. Im Sonnenschein (vorm.) gleicht der Fall einem 
wallenden Schleier; auch Mondscheinbeleuchtung wird gerühmt. 

Der 1. Straßenarm überschreitet bei der Kirche die Lütschine 
und führt am r. Ufer (1. zweigt ein Reitweg nach Wengen ab, S. 204) 
aufwärts, mit Aussicht auf die Schneefelder des Breithorns und den 
Schmadrifall, in % St. zum *H.-P. Trümmelbach (Z. 21/3, F. 1.30, 
Gr. 272-3, M. 4, P. 6-9 fr. ; Omnibus von Lauterbrunnen hin u. zurück 
1 fr, 50 c. ; Eiusp. hin u. zurück 4 fr.). Ein Fußweg führt hier 1. in 



198 ///.ß.47.-KiS.i5ff,i57. TRACHSELLAUENEN. Bemer 

7 Min. zum *Trüiimielbaclifall. Die Schlucht, durch die der 
Trümmelbach (der Abfluß der Grletscher der Jungfrau, S. 206) in 
starkem vollem Strom hinabstürzt, ist durch Treppen und Wege 
zugänglich gemacht (Zutritt 50 c); am schönsten der zweite Fall. 
Bei Sonnenschein bilden sich prächtige Regenbogen. 

Durch das Trümletental direkt zur Wengertialp (S. 205), 4 St. ni. F. 
(8 fr.), mühsam aber lohnend. — Zur Eottalhütte s. S. 203. — Auf das Tans- 
böddi (2136m), von Stechelberg (s. unten) durch das Seflnental und über die 
Bussenalp 3-31/2 St. m. F., lohnend (besser von Obern Steinberg, s. S. 199). 

Der Fahrweg zieht sich talaufwärts weiter zur (18 Min.) Dor- 
nigenbrücke^ über die der alte vom Staubbach kommende Weg in 
den unsern einmündet, und zum (25 Min.) H.-P. Stechelberg (922m ; 
P. 5-6 fr.). Weiter nur noch Saum weg: r. über die Lütschine nach 
der Sefinenschlucht und Murren (S. 202), 1. am r. Ufer der Lütschine 
hinan, nach 1/4 St., unweit der (1.) Hütten von Sicheil auenen (999m), 
auf das 1. Ufer, dann über baumbewachsene Matten (1. oben das 
Rottal mit seinen Lawinenresten) nach (50 Min.) Trachsellauenen 
(1263m; H. Schmadribach, Z. 2-2V2, F. IV2, P- von 5 fr. an), 
Hüttengruppe am 1. Ufer der Lütschine, 1^/4-2 St. vom Trümmelbach. 

Der Weg zum Schmadribachfall (IV4 St.) führt auf dem 1. 
Ufer der Lütschine aufwärts in 12 Min. zu dem sog. „Bergwerk" 
(unbedeutende Reste des Hochofens der alten, seit 1805 verlassenen 
Bleibergwerke), zweigt hier 1. vom Hauptwege (nach dem Obern 
Steinberg, s. unten) ab und zieht sich (am Felsen Wegweiser) um 
die vorliegende Felsmasse (die „Nadla") hinan (oben, 20 Min. vom 
Gasth., guter Blick auf den Fall); 72 St. Alp Unter-Steinberg 
(1365m), hier 1. um die Alphütten herum, über den Tedbach (zwei 
13rücken), am r. Ufer die Matte hinan, an einem Wassersturz vor- 
bei; dann die Holdri hinan, zur (1/2 St.) Läger -Sennhütte^ im 
Angesicht des mächtigen *Scliniadribachfalls. Näher zum Fall 
vorzudringen hat keinen Zweck. — Überhaupt lohnt es weit mehr 
bei dem „Bergwerk" dem Wege r. zu folgen, der im Zickzack in einer 
tannen- und farnbewachsenen Schlucht aufwärts (steinig und bei 
nassem Wetter wenig angenehm), dann bei den Hütten der Ani- 
mertenalp vorüber nach dem Obern Steinberg (1769m) führt, 
wo man nach 1^/4 St. Steigens von Trachsellauenen das kL Hot. 
Tschingelhorn bei Abbühl (Z. 2V2, F. IV2, M. 2-3, P. 5 fr.) erreicht; 
74 St. weiter das Hot. Obersteinberg bei v. Allmen-Feuz (c. 1800m ; 
Z. 2-272, M. 272-3, P. 5-572 fr., gelobt). Die *Aussicht auf den Berg- 
und Gletscherkranz, der das obere Lauterbrunnental umgibt, ist 
großartig (bester Standpunkt 3 Min. hinter dem Hot. Oberstein- 
berg) : von r. nach 1. Lauterbrunner Wetterhorn, dahinter Tschingel- 
horn, dann Breithorn, zwischen diesen eingebettet der Breithorn- 
gletscher, weiter Großhorn, Mittaghorn, Ebnefluh, Gletscherhorn, 
Jungfrau, gerade gegenüber der Schmadribachfall, den man gut 
überblickt. — Beim Abstieg nach Trachsellauenen 20 Min. unter- 
halb des H. Tschingelhorn rechts gehen. 



Oberland. MURREN. K.S.196,197. — III, R.47, 199 

Großartiger ist die Aussicht vom *Tanzbödeli (2136m), dem ö. Aus- 
läufer des Tschingelgrats, vom Obern Steinberg 2 St. hin u. zurück (s. 
S. 198); Knaben zeigen den Weg, nuj für Schwindelfreie, für 1^/2-2 fr. 

Ein ziemlich mühsamer Weg (F. ratsam) führt vom H. Obersteinberg 
über die Moräne des stark zurückgegangenen Tschingelgletschers (S. 202) 
in IV4-IV2 St. zu dem malerischen blauen *Oberhornsee (2080m), in der 
Felsmulde zwischen Tschingel- u. Breithorngletscher (dabei die Oherhorn- 
alp). — Von hier zur (3 St.) Mtitthornhütte s. S. 203. 



Von Lauterbrunnen nach Murren, 5,4km, Drahtseilbahn und 
Elektrische Bahn in 55 Min., für 3 fr. 75 c, abwärts 2 fr. 25 c. Der 
Bahnhof der Drahtseilbahn (825ni) liegt 3 Min. oberhalb des 
Bahnhofs Lauterbrunnen (S. 197). Die Bahn (mittlere Steigung 55 ^Jq) 
steigt schnurgerade bergan über Matten und durch "Wald bis zur 
(1,2km) Station Gh'ütschalp (1490m); hier Wagenwechsel für die 
iSlektrische Bahn, die oben am Abhang entlang, mehrere Bäche 
überschreitend, nach (5,4km) Murren führt. Links entfaltet sich 
schon vor der G-rütschalp eine der prachtvollsten **Aussichten 
auf ein großartiges Gebirgs- und (rletscherhalbrund, auf Eiger und 
Mönch, die Jungfrau mit ihrem glänzenden Silberhorn, die schroffen 
Felswände des Schwarzen Mönchs (des Fußes der Jungfrau), die 
Ebnefluh mit der kegelförmigen Spitze am 1. Ende in fleckenlosem 
Schneekleid, weiterhin bei der Annäherung an Murren, während 
die Jungfrau hinter dem Schwarzen Mönch zurücktritt, 1. von der 
Ebnefluh das Grletscherhorn, r. von ihr noch Mittaghorn, Grroßhorn, 
Bir^ithorn, Tschingelhorn, Tschingelgrat und Gspaltenhorn. 

Der Reitweg von Lauterbrunnen nach Murren (21/2 St., ab- 
wärts 11/4 St.), bei trocknem Wetter zu empfehlen, steigt 5 Min. vom 
Bahnhof, jenseit des H.-P. Oberland, bei dem Wegweiser „Murren 5,7km" 
r. steil an und überschreitet zweimal den Greif enhach. Hinter der zweiten 
Brücke (20 Min.) durch Wald hinan, über das Fluhbächli, den (20 Min.) 
Lauibach (hübscher Fall) und das Herrenhächli zur (25 Min.) Brücke über 
den wasserarmen Pletschbach oder Statibb ach (1230m; Erfr.). Grleich darauf 
öflEnet sich ein prächtiger Blick auf Jungfrau, Mönch und Eiger, die man 
nun stets im Auge behält. Weiter bei einer (40 Min.) Säge (1500m) über 
drei Arme des Spißbachs. Nach 20 Min. ist die Höhe erreicht; nun an 
der Bahn entlang eben fort bis (1/2 St.) Murren. Beim Abstieg von Murren 
nach Lauterbrunnen biege man 15 Min. vom Bahnhof r. über die Bahn 
und 1. hinab. 

Murren. — G-asth.: *Gr.-H. & Kurhaus Murren, 5 Min. vom 
Bahnhof (auch Pferdebahn), mit Restaurant, Kursaal (Münchner u. Pilsner 
Bier) und mehreren Dependenzen, 275 Betten, Z. 4-10, F. I1/2, G-. 31/2, M. 5, 
Pens, vom 15. Juli bis 1. Sept. 10-18, vor- und nachher 8-15 fr.; *Gr.-H. 
des Alpes, 2 Min. vom Bahnhof 1. bergan, mit Restaur. und Bierhalle 
(Münchner Spatenbrän), 180 Betten, Z. 5-8, F. I1/2, G-. 4, M. 5, P. 9-18 fr.; — 
*H.-P. Jungfrau, 65 Z. zu 4-6, G. 3, M. 4-5, P. 9-14 fr., oberhalb des Kur- 
hauses, bei der engl. Kirche; *H.- P. Beau-Sit e, 3 Min. hinter dem Kur- 
haus, 30 Z. zu 3-4, F. 11/2, G. 21/2, M.'4, P. V-lO Ir.; *H.-P. Alpenruhe, noch 
2 Min. weiter südl., in freier Lage, 40 Z., P_^8-ia fr.; H. Eiger, 65 Z. zu 
3-4, F. 11/2, G. 3, M. 4, P. 7-12 fr.: P. Belmont, 6-8 fr., beide beim Bahnhof; 
H.-P. Edelweiß, P. 6-8 fr.; Stern, einf.; P. Blnmenthal, 5-6 fr. 

Deutsch - evangelischer Gottesdienst in der engl. Kirche. Römisch- 
katholische Kapelle. — Kiirmusfk 11-12 U. abwechselnd beim Kurhaus 
und H. des Alpes. 



200 in. R.47.~K. S.197. MURREN. 




Oberland. MURREN. J^- S. 197. — III. R. 47. 201 

Murren (1642m), auf einer Bergterrasse hocli über dem Lauter- 
brnnnental gelegen, ist einer der besuchtesten Punkte des Berner 
Oberlandes. Berühmt ist die Aussicht, die außer den S. 199 gen. 
Bergen noch ganz 1. das Wetterhorn und ganz r. die Büttlassen 
(s. unten) umfaßt. Ein schöner, meist ebener Promenadenweg mit 
zahlreichen Bänken und herrlichen Aussichten führt längs der 
elektr. Bahn bis zur (3/4 St.) Grütschalp (S. 199). Andere 'W^g^ mit 
Sitzplätzen ziehen sich westl. oberhalb des Hot. des Alpes an dem 
weiter oben mit Tannen bewachsenen Abhang des Ällmendhubels hin. 

Auf dem Allmendhubel (1938m; 3/4 St.: von Mtirren w. in 1/4 St. 
bis zu den Ställen der Allmend, zii denen man aucli vom H. des Alpes auf 
der Allmendpromenade (s. oben) in 1/4 St. gelangt, dann r. auf dem Wege 
zum Schiltborn und nach 20 Min. jenseit einer einzelnen Sennbütte r. noch 
8 Min. bergan) tritt zu der Mürrener Aussicht noch der Jnngfraugipfel 
über dem Schwarzen Mönch hinzu. — Ähnlich ist die Aussicht von der 
Winteregg (1749m), 1/2 St. n.w. (5 Min. n. von Murren von der Grrtitsch- 
promenade 1. bergan), und von der Prämisegg, 20 Min. von Miirren (nach 
10 Min. beim Handweiser 1. in 10 Min. hinan). — Lohnende Spaziergänge 
in das BlumentaZ, bei den Allmendhütten (s. oben) 1. V2-I St. hinan; ins 
'^chilttal (3/4 St., s. unten), Sefinentcd (s. unten) etc. 

*Schilthorn (2973m), 4-4^2 St., leicht und sehr lohnend (F. 8 fr., für 
Geübte entbehrlich). Der Weg führt an der W.-Seite des AUmendhubels 
(s. oben) hinan, biegt weiter aufwärts in das einförmige Engetal ein 
und steigt über die Seelifuren (2603m) zur (3 St.) Felsmulde oberhalb 
des Grauen Seeli. Nun steiler, über Schnee, G-eröU u. Fels, an einem 
Denkmal (2716m) vorbei, auf das Kl. ScMlthorn (2866m) und r. über den 
Grat auf das (I-I1/2 St.) Gh'. ScMlthorn, mit umfassender Rundsicht über 
die ganze Kette der Bemer Alpen (ö. die Jungfrau, s. Gspaltenhorn und 
Blümlisalp) und die Nordschweiz (Rigi, Pilatus etc.). Panorama von Im- 
feid. Den Montblanc sieht man von dem Grat 5 Min. w. und etwas unter- 
halb des Gipfels. Den Abstieg (21/2 St.) kann man durch drei Rutsch- 
partien über Schneefelder beschleunigen (ganz ungefährlich). — Der Rück- 
weg durch das großartige SeflnentoÄ (s. unten), über die Seflnenalp und 
die Teufelsbrücke (reizender Punkt über Gimmelwald) ist I1/2 St. weiter, 
aber ungleich lohnender (Damen nicht anzuraten; P. 15 fr.). Kürzer ist 
der Abstieg am Grauen Seeli vorbei, an den Schiltflühen steil hinab 
(F. ratsam), später schöner Weg durch die Matten der Schiltalp (1948m), 
stets mit prächtiger Aussicht auf Jungfrau etc. — Abstieg über das 
TeUi ins Kiental s. S. 225. 

Von Murren auf das Gr. Hundshorn (2932m), über Boganggenalp 
(S. 202) in 5 St. (P. 10 fi-.), nicht schwierig ; auf die Büttlassen (3197m), 
über die Seflnenfurgge in 71/2 St. (F. 25 fr.), beschwerlich (vgl. S. 225). — 
Über Isenfluh und die Sulegg nach Saxeten (9 St., F. 12 fr.), s. S. 197, 196. 

Etwas südl. vom Kurhaus zeigt ein Handweiser 1. bergab nach 
Gimmelwald (und Stechelberg) ; 100 Schritt weiter 1. bergab ; 7 Min. 
Brücke über einen Fall des Mürrenhachs; 20 Min. am Eingang von 
Gimmelwald Wegscheide : r. geradeaus in 8 Min. zum *H.-P. 
ScMlthorn (1387m; P. 5-8 fr.), am Rande des von den Felswänden 
des Büttlassen, Gspaltenhorns und Tschingelgrats umschlossenen 
Seßnentals reizend gelegen , 1. bergab durchs Dorf in 4 Min. zum 
H.-P. Gimmelwald (P. 41/2-5 fr.). 

Ins Seflnental lohnender Spaziergang (bis zum Gspaltenhornglet- 
scher u. zurück 3 St., Führer unnötig). Von Pens. ScMlthorn w. über 
den (5 Min.) Schiltbach, dann auf der 1. Seite des Seflnentals hinan, 
nach 3/4 St. 1. über die Brücke (Furten) und durch Tannengehölz, zu- 



202 III. R.47.-K.S. 197,226. TSOHINGELPASS. Bemer 

letzt über G-eröll in großartigem Talkessel (zahlreiche Wasserfälle) zum 
(3/4 St.) GspdUenhorn- oder Kilchhalmgletscher , am Fuß des Gspälten- 
horns (3437m; Besteigung sehr schwierig, F. 70 fr.; vgl. S. 225). 

Der Weg nach Stechelberg führt beim H.-P. Gimmelwald vor- 
über. 20 Min. Brücke über die Sefinen-LütscMne; nach kurzem 
Anstieg wieder bergab, durch Wald, und über einen r. herab- 
kommenden Bach, mit Blick 1. auf den schönen Sefinenf all ; 12 Min. 
Wegscheide: 1. bergab nach (Y4 St.) Stechelberg (S. 198), r. in 
gleicher Höhe weiter nach Trachsellauenen („H. Schmadribach 
40 Min." ; S. 198). Von letzterem Wege zweigt nach 6 Min. aber- 
mals r. ein steiler und steiniger Fußpfad ab, auf dem man, etwa zur 
Hälfte durch Wald, an einem verlassenen Schwerspatstollen vorüber, 
in 1^/2 St. das H. Tschingelhorn auf dem Obern Steinberg erreicht 
(S. 198 ; im ganzen c. 3 St. von Murren ; F. bei gutem Wetter un- 
nötig, 7 fr.). 

Übergänge. Von Murren nach Reichenbaeh über die Se- 
f inenfurgge (8-9 St.), unschwierig und lohnend (F. ab Lauterbrunnen 
20 fr.). Von Murren s.w. hinan über die Schiltalp (S. 201) und Boganggen- 
alp (2045m), zuletzt scharf links halten, zur (3 St.) Sefinenfurgge (2616m), 
zwischen Gr. Hundshorn (2932m) und Büttlassen (3197m). Hinab, mit 
Blick auf Wilde Frau und Blümlisalp, durch eine Schuttrinne ins Kien- 
tal, an der Dürrenherg- (1995m) und Bürgliliätte (1624m) vorbei zur 
Steinenbergalp (1480m) und znm (I1/2 St.) Hot. Blümlisalp (S. 225), weiter 
zur (1 St.) Tschingelalp (1153m) und über Kiental (S. 225) nach (2V2 St.) 
Beichenbach (S. 225). 

VonMürrennach Kandersteg über das Hohtürli (12-13 St.), 
anstrengend aber lohnend (F. 25 fr.). Über die Sefinenfurgge ins Kien- 
tal s. oben. Bei der (4 St.) Bürglihütte (1624m; s. oben) 1. auf schmalem 
Steig (Vorsicht) durch eine Enge des Pochtenbachs (interessante Fal- 
tungen und Verwerfungen der Felsschichten) zur Gamchi (1674m), am Fufr 
des Gamchigletschers {Gamchilücke s. S. 225); hier über den Bach und 
w. steil hinan zur Obern Bundalp, wo der Weg vom Hot. Blümlisalp 
heraufkommt (s. S. 225), dann über Grrashänge, Geröll und Schnee zur 
(31/2 St-) BlüTnIisalp-Hiitte des SAG. (2760m), 1. oberhalb dos Hohtürli 
(2707m), einer Einsattelung des Öschinengrats zwischen SchwarzJiorn 
(2788m) und Wilder Frau (3259), mit prachtvoller Aussicht auf Blümlisalp, 
Doldenhorn etc. (Bergtouren von hier s. S. 227). Von der Hütte nach S. 
absteigend, gelaugt man r. am Fuß des Jochgrats zur alten Frauenbalm- 
hütte (2730m); von hier hinab über G-eröll und an den Felsbändern des 
Schaft) ergs auf stellenweise schwindligem Pfade (1. ganz nahe der Blümli^s- 
alpgletscher) zur Obern Öschinenalp (1972m), dann steil auf einer Fels- 
treppe zur Untern Öschinenalp und um den Öschinensee (S. 227) herum 
nach (4 St.) Kandersteg (S. 226). 

Von Lauterbrunnen nach Kandersteg über den Tschingel- 
paß (13-14 St.), anstrengend, aber für rüstige Berggänger nicht schwierig 
(F. 30, Träger 25 fr.). Übernachten in (2V2 St.) TrachseUauenen (S. 198) 
oder am (4 St. von Lauterbrunnen) Obern Steinberg (S. 198). Von hier 
beim Beginn der Moräne des Tschingelgletschers über den Gletscherbach, 
an der r. Seitenmoräne steil hinan (der Oberhornsee bleibt 1.), bis man 
unterhalb der Wände des Lauterbrunner Wetterhorus den Gletscher selbst 
betritt. Nun (1. halten, kleine Spalten) in der Richtung der Felseninseln, 
die aus der Mitte des Tschingelfims aufragen, dann in bequemer Steigung 
zum (3 St.) Tschingelpaß (2824m), wo sich der Blick auf die Berge des 
Gastemtals öffnet; rückwärts höchst imposant die Jungfrau und ihre 
südl. Nachbarn, 1. der Eiger. R. bleibt das zerklüftete GspaUenhorn 
(S. 225) und die Gamchilücke (2883m; nach dem Kiental, S. 225), die 



Oberland. PETERSGRAT. K. S. 197, 226. ~ lU. R. 47. 203 

mit 1 St. Mehraufwand besucht -werden kann, mit überraschender Aus- 
sicht in das Kiental, auf den Niesen und die Bemer Ebene; 1. vom 
Tschingelpaß das Mutthorn (s. unten). Allmählich hinab über den Kander- 
firn, r. von den Felsmauem der Blümlisalp und des Fründenhoms, 1. vom 
Petersgrat begrenzt, bis man nach I1/4 St. die linke Seitenmoräne betritt. 
Nun über Geröll und Rasen steil hinab ins Gasterntal (von einem Vor- 
sprung schöner Blick r. auf den vom Kanderfim abstürzenden Alpetli- 
gletscher), dann mühsam längere Zeit über den schmalen Rand der kolos- 
salen alten Moräne, die r. 20-25m tief zu dem frühem Bett des Gletschers 
abstürzt; 11/2 St. Brücke über die Kander ; 6 Min. weiter die Hütten von 
Seiden oder Gasteren (1620m; kl. Hot. Tschingelpaß, s. S. 232); von hier 
durch die Klus bis (2V2 St.) Kandersteg s. S. 227, 232. — Statt über den 
Tschingelpaß , kann man auch über die Mutthornhütte gehen (1/2 St. 
mehr; s. unten). 

Von Lauterbrunnen über den Petersgrat insLötschen- 
tal (14 St.), beschwerlich aber großartig (F. 40, Träger 80 fr.). Von 
(I1/2 St.) Stechelberg (S. 198; 40 Min. Fahrens von Lauterbrunnen) zum 
(21/2 St.) Obersteinberg und (I1/4 St.) Obemhornsee , s. S. 198, 199; dann über 
den Tschingelgletscher zur (31/4 St.) Mutthornhütte des S. A. C. (2900m ; 
Sommer-Wirtsch.), am SO. -Fuß des Mutthorns (3041m), von wo dieses in 
3/4 St., das Tsching dhorn (3581m) in 3V2-4 St. (F. von Lauterbrunnen 40 fr.) 
und das *Lauterbrunner Breithorn (3779m) in 5-6 St. (schwierig; F. 60, mit 
Abstieg nach Ried 70 fr.) zu ersteigen sind. Von hier zum (1 St.) Fim- 
rticken des Petersgrats (3205m), mit prächtiger Aussicht auf die "Walliser 
Alpen; Mnab über den Äußern Talgletscher zum NW.-Fuß der TeUispitzen 
(2925m), unter diesen über Fels und Geröll mühsam hinab ins TellitaZ 
und nach (4 St.) Ried (S. 231). — Über die Wetterlücke (10 St. vom 
'Obern Steinberg bis Ried, F. 40 fr.), schwierig. Vom (I1/2 St.) Oberhornsee 
über den zerklüfteten Breithorn gletscher zur (4-41/2 St.) Wetterlücke 
(3159m) zwischen Tschingelhom und Breithorn; hinab über den Innern 
Talgletscher nach Blatten und (4 St.) Bied (S. 231). — Über dasSchma- 
drijoch (10-11 St., F. 45 fr.), schwierig. Von der (I1/2 St.) Oberhorn- 
alp (S. 199) 1. über den Breithorn gletscher zum (4 St.) Schmadrijooh 
(3311m), zwischen Breithorn und Großhom; hinab über den Jägiflrn zur 
(4 St.) Alp Gletscherstaffel (Sennhütten) und nach (1 St.) Ried (S. 231). 
Oder von der Alp Gletscherstaffel zur (4 St.) Lötschenlücke (3204m) und 
hinunter über den Großen Aletschflrn zum (3 St.) Concor dia-Whs. (S. 364). 

VonLauterbrunnen zumEggishorn über das Laiiitor (3700m), 
sehr schwierig und gefährlich (18 St., mit Übernachten in der Rottal- 
hütte, F. 80 fr.): durch das wilde Rottal über den gewaltigen Eis- und 
Felssattel, der sich vom Rottalhorn (3946m) zum GletscherJiorn (3982m) 
hinzieht; hinab über ien Kranzbergflrn und Großen Aletschgletscher zum 
Concor dia-Whs. und dem Hot. Eggishorn (S. 364). — Ebnefluhjoch 
(3750m) zwischen Ebnefluh (3964m) und Mütaghorn (3887m), sehr be- 
schwerlich, doch für geübte Gletschermänner ohne Gefahr (15-16 St., 
F. 80 fr.). — Der Besuch der Rottalhütte (2764m; 5 St. von Stechelberg, 
über die Stufensteinalp) ist auch an sich lohnend, aber anstrengend, nur 
für Schwindelfreie (F. 15 fr.). Von hier auf die Jungfrau über den Rot- 
talsattd oder über den Südwestgrat s. S. 206. 

48. Von Interlaken nach Grindelwald. 

Berner Obeklandbahnek : a. direkt, 19km, in 1 St. 20 Min. für 5 fr. 
oder 3 fr., hin u. zurück 8 fr. oder 4 fr. 80 c; — b. über Lauterbrunnen- 
Wengemalp, 30km, in 5-51/2 St., für 18 fr. 45 oder 11 fr. 45 c, von Lauter- 
brunnen ab, 18km, in 3-4 St., für 15 fr. 20, 9 fr. 50 c; Rundfahrkarten Inter- 
laken -Lauterbrunnen -Wengemalp- Grindelwald und direkt zurück nach 
Interlaken 23 fr. 05 oder 14 fr. 25 c, mit lOtägiger Gültigkeit. Benutzung 
der III. Klasse durchaus ratsam. Da die Züge ab Lauterbrunnen in der 
Hochsaison stets sehr stark besetzt sind, empfiehlt es sich, die Fahrt 



204 III' ü- ^S. — K. S. 196. WENGEN. Berner 

über die Wengemalp in der Richtung Grindelwald - Scheidegg - Lauter- 
bmnnen zu machen. — Wagen von Interlaken nach Grindelwald einsp. 
13, zweisp. 25 fr., hin und zurück am gleichen Tage 16 u. 30, bis zum 
obem G-letscher u. zurück 22 u. 40 fr. — Den Saum-weg von Lauterbrunnen 
(bequemer von Wengen) über die Wengemalp und Kleine Scheidegg nach 
Grrindel-wald wird man trotz der Bahn auch zu Fuß immer noch mit Genuß 
zurücklegen: bis zur Wengemalp 3, Kleine Scheidegg 3/4, Grindelwald 
21/2 St.; in umgekehrter Richtung: Grindel wald-Scheidegg 31/2, Wengem- 
alp 1/2, Lauterbrunnen 2 St. Handkoffer u. dgl. kann man auch ohne Per 
sonenbillett mit der Bahn versenden, nicht aber leichte offene Reisetaschen 

a. Direkte Balin (die Wagen sind „G-rindelwald" bezeiclinet) 
Bis (8km) Zweilütschinen (655m) s. S. 196. Die Balm nach Grin 
delwald zieht sich am 1. Ufer der Schwarzen Lütschine, durch 
einen Tunnel imd eine Lawinengalerie in dem bewaldeten Lütschen- 
tal aufwärts; 1. die Abhänge der Schynigen Platte (S. 195). Jen- 
seit der Haltestelle (12km) Lütschental (718m; Whs.) auf das r. 
Ufer und mittels einer 1770 m 1. Zahnstangenrampe (12%) den 
Stalden hinan zur (14km) Station Burglauenen (889 m) ; vorn er- 
scheint das Wetterhorn und der Berglistock. Jenseit der Talenge 
der Ortweid öflfnet sich das Grindelwaldtal : r. der gewaltige Eiger, 
daneben die Jungfrau mit dem Schneehorn und Silberhorn; im Mit- 
telgrunde neben dem Mettenberg r. das Schreckhorn, 1. der Bergli- 
stock und das schöngeformte Wetterhorn. Zuletzt nochmals eine 
1300m 1. Zahnradstrecke hinan nach (19km) Grindelwald (S. 208). 

b. Wengernalpbahn (Zahnradbahn nach Eiggenbachs System ; 
immer nur ein Wagen, bei starkem Verkehr Extrazüge). — Lauter- 
hrunnen (797m) s. S. 197. Die Bahn wendet sich im Bogen über 
die Lütschine und steigt steil bergan, mehrfach über Yiadukte und 
Brücken. Schöner Eückblick auf das Lauterbrunnental, im Hinter- 
grund der Schmadribachf all , darüber Breit hörn und Großhorn; 1. 
über dem W.-Abhang des Tals der Sulegggrat mit den einer ge- 
waltigen Hand ähnlichen Felszähnen der Lobhörner (S. 196). In 
großem Bogen nach 

3km "Wengen. — Gasth. Lmfcs vom JSa^.nÄo/'; *H.-P. Victoria, 
Z. 31/2-7, P. 9-15 fr. (daneben Best. Hackerbräu, Münchner Bier vom Faß); 
*H.-P. Stern & Beausite, P. 7-15 fr.; P. Hirschen; P, La Rondi- 
nella, 6-9 fr.; Deutscher Hof, Z. 2-3, P. 6-9 fr.; H. Alpenruhe, P. 
6-10 fr.; *Gr.-H. National, 90 Z. zu 31/2-10, F. IV2, <>• 4:, M. 5, P. 10-18 fr.; 
*H.-P. Jungfraublick, in freier Lage, 30 Z. zu 21/2-8, F. IVg. M. 3, P. 
7-10 fr.; *H.-P. Belvedere, 40 Z. zu 3-5, F. I1/2, G. 3, M. 4, P. 
8-12fr.; *P. Alpenblick, 5-7 fr. ; *H.-P. Waldrand, 5 Min. vomBahn- 
hof, 28 Z., P. 6-10 fr.; *H.-P. Breithorn, P. 5-6 fr.; *H.-P. Belle- 
vue, 3 Min. weiter, in freier Lage am Walde, Z. 2i/a-3, F. I1/2, M. 31/3, 
A. 21/2, P. 7-10 fr.; H.-P. Hunnenfluh, noch 5 Min. weiter aufwärts, 
P. 5-8 fr., gelobt.— Oberhalb des Bahnhofs: *H.-P. Silberhorn, 46 Z. 
zu 2-31/2, F. 11/2, M. 31/2, P. 61/2-IO fr.; Savoy-H. & Blümlisalp, 60 Z. 
zu 3-7, F. 11/2, G. 31/2, M. 41/2, P. 8-14 fr.; H.-P. Falken, 50 Z. zu 
21/2-3, G. 21/2, M. 3, P. 7-10 fr. — Rechts vom Bahnhof (unter der Bahn 
durch): *H.-P. Kreuz, Z. 21/2-3, F. IVg, M. 3, A. 2V2, P- 6-9 fr.; *H.-P. 
Montana, Z. 2-3, F. I1/4, M. 3, A. 21/2, P. 6-8 fr.; *H.-P. Bristol, P. 
7-12 fr.; *P. Alpina, 6-9 fi'.; *H.-P. Schweizerheim, P. 5-6 fr.; *H.-P. 
Alpenrose, 7 Min. vom Bahnhof, Z. 2-3, F. 1.30, M. 3-31/2, A. 2i/a, P. 
6-8 fr.; *H.-P. Mittaghorn, P. 6-8 fr.; weiter c. 20 Min. vom Bahnhof 
*H,-P. & Kurhaus Wengen, Z. 2-4, F. I1/2, M. 3-4, A. 2i/a, P. 7-12 fr.; 



Oberland. WENGERNALP. K. S.190.-IIL R.48. 205 

— *H.-P. Brunner, 8 Min. vom Balinhof am Wege nach der Wengem- 
alp, P. 6-12 fr. — Führer: Bäcker Gertsch und St. Lauener. 

Wengen (1277m), auf baumreiclier Matte unter den steil ab- 
stürzenden Wänden des Tschuggen. (S. 207) gelegen , mit Aussiebt 
in das Lauterbrunnental und aaf die Jungfrau, sowie auf Mittag- 
born, Breitborn, Tscbingelgrat und Gspaltenborn, wird als Luftkur- 
ort viel besucbt. Hübscbe Spaziergänge : u. a. nacb der Hunmnfluh 
(i/a St.); Leiterhorn (1 St., vor H. National r. binan); nacb der 
Mettlen- und Wengernalp (s. unten). 

Der Saumweg nach der Wengernalp fükrt vom Balinhof in Lauter- 
brunnen 1. hinab über die Llitschine und geradeaus bergan, wo bald 
der S. 197 angedeutete Weg von der Lütschinenbrücke einmündet; ^/^ St. 
Restaur. Linder, dabei ein Aussichtspavillon; jenseit der Bahn (20 Min.) 
Wegeteilung: 1. bei H. Mittaghorn vorüber in 20 Min. zum Bahnhof 
Wengen, r. in 10 Min. zum Kurhaus Wengen und oberhalb dessen (nach 
10 Min. 1., nicht r.) weiter bergan bis unterhalb der Wasserstation (s. 
unten). — Wer sich diesen ersten steilen Anstieg ersparen will, benutze 
die Bahn bis Wengen, wende sich über die Terrasse vor dem H. Blüm- 
lisalp, hier 1. und etwas weiter r. über die Bahn, immer auf einge- 
zäuntem Wege zwischen Häusern und Matten hin; 1/2 St. Wein- und 
Bierhalle; 10 Min. weiter mündet unterhalb der Wasserstation der oben 
erwähnte Fußweg von Pens. Wengen; 8 Min. durch ein G-atter in den 
Tannenwald; 20 Min. Ausgang des Waldes; hier 1. bergan über die 
steil abfallende Matte, in 3/^ St., zuletzt unter der Bahn durch, zum 
Hot. Jungfrau (s. unten). — Vom Ausgang des Waldes geradeaus weiter 
erreicht man in 3/4 St. die *Mettlenalp (1700m; Erfrischungsbude), auf 
der N. -Seite des Trümletentals , gerade gegenüber der Jungfrau. Von 
hier entweder in 3/^ St. hinauf zur Wengernalp, oder um das obere Ende 
des Trümletentals herum zur (1 St.) Biglenalp mit dem Bandlaumen- 
gletscher, dann zur Wengernalp ^U St. — Von Wengen direkt auf den 
^Männlichen (S. 207), 21/2-3 St., etwas steil, aber unschwierig und sehr loh- 
nend; auf den Tschuggen (S. 207) 3 St. m. F., beschwerlich, nur für Geübte. 

Die Babn wendet sieb im Bogen dem Abbang des Tscbuggen zu, mit 
stetem Ausblick auf die Scbneeberge und Grletscber vom Großborn 
bis jenseit des Gspaltenborns , in der Mitte das Breitborn. Nacb 
kurzem Halt bei einer Wasserstation unter dem Lauberborn (S. 207) 
bin, dann 1., um den Abbang des Galtbachhorns (2319m) berum. 

7km Wengernalp (1878m; *IIot. Jungfrau, Z. 4-5, F. 
1%, G. 31/2, M. 4-5, P. 8-10 fr.), mit altberübmter Aussiebt über das 
Trümletental binweg auf die '^Jungfrau (4166m) , die sieb bier 
mit ibrem (r.) Silherhorn (3705m) und (1.) SchTieehorn (3415m) in 
ibrer ganzen Herrlicbkeit zeigt. Die Verbältnisse sind so riesen- 
baft, daß diese Gipfel trotz einer Entfernung von 4km dem Auge 
ganz nabe erscbeinen. L. von der Jungfrau, deren böcbste Spitze 
nicbt siebtbar ist, ragen der Mönch (4105m), dann der Eiger 
(3974m) auf. R. weiter zurück Tscbingelgrat, Gspaltenborn und 
die breite Masse der Büttlassen; n. von dieser von "W. nacb 0. 
Hundsborn, Scbiltborn und Scbwarzborn, 

Wenig freier als beim Hot. Jungfrau ist die Aussicht vom Hunds- 
schopf {20 Min., oben eine Fahne und Bank). Vom Gürmschbühl (1897m; 
15 Min., unterhalb des Bahnhofs vom Wege nach Wengen 1. ab, nach 
8 Min. r.) hat man auch einen schönen Blick in das Lauterbrunnental. 

Häufig hat man hier G-elegenheit, Schnee- und Eis stürze zu be- 



206 III- R- ^S- — K. S. 196. KL. SCHEIDEGG. Berner 

obachten, an sonnigen Tagen mehrmals in einer Stunde. Abgesehen von 
dem donnerähnlichen G-etöse, durch das sie sich ankündigen, haben sie, aus 
der weiten Entfernung gesehen, nichts Großartiges. Die stäubenden Schnee- 
massen rieseln gleich einem Wasserfall von Stufe zu Stufe in den Berg- 
spalten herab und verschwinden endlich unten. Die gewaltigen Grund- 
und Staublawinen fallen nur im WintLi und Frühjahr. 

Die Besteigung der * Jungfrau (4166m; zuerst 1811 durch Rudolph und 
Hieronymus Meyer aus Aarau ausgeführt) ist anstrengend und schwierig, 
aber für erprobte Bergsteiger mit tüchtigen Führern bei guten Schnee- 
verhältnissen gefahrlos. Am leichtesten ist sie von der Südseite, mit 
Übernachten im Concordia - Pavillon (2870m; 5 St. vom Eggishomhotel, 
S. 364; bis zum Gipfel noch 6-7 St.; F. 70 fr.). Anstrengender ist die 
Besteigung von Grindelwald aus (F. 70, mit Abstieg zum Eggishorn 
100 fr. ; Träger 60 bez. 80 fr.), mit Übernachten in der (8-9 St.) Berglihütte 
(3299m: S. 211); von da über Unter- imd Ober - Mönchjoch (3618m) zum 
(51/2-6 St.) Gipfel. Die Besteigung von der Guggihütte (S. 207) über die 
Silberlücke und von der Rottalhütte (S. 203) über den Rottalsattd (3857m) 
ist sehr schwierig und gefährlich (F. 90, bis H. Eggishorn 100 fr.). Von 
der Rottalhütte ilber den Südwestgrat, 6-8 St., ebenfalls anstrengend und 
schwierig, aber ohne Gefahr (nur bei trockenen, eis- und schneefreien 
Felsen ratsam; F. 70, mit Abstieg nach Grindelwald 80, nach Eggishorn 
100 fr.) : 4-41/2 St. über Felsen, zuletzt mühsam und streng an den steilen 
Granitwänden des Grats empor, dann über einen unter Umständen sehr 
unangenehmen, schwindligen Fimgrat (im Spätsommer mitunter hartes 
Eis) auf den Hochfim und in IV2 St. ohne Schwierigkeit zum Gipfel, mit 
großartiger *Aussicht. — Silberhorn (3705m; 1863 von E. v. Fellen berg 
und K. Bädeker zuerst erstiegen), von der Guggihütte (S. 207) über den 
Guggi-, Kühlauenen- und Gießengletscher in 10-12 St., anstrengend und 
schwierig (F. 50 fr.). Erste Besteigung über den Westgrat durch Seymour 
King 1887. 

Yen der Wengernalp in allmäliliclier Steigung am Abhang hin 
(Fußgänger folgen dem Reitweg, der jenseit des Hot. Jungfrau die 
Bahn kreuzt und dann stets imterhalb dieser in ^/^ St. die Scheidegg 
erreicht: besonders in umgekehrter Richtung lohnend), stets mit 
prachtvoller Aussicht auf die Jungfrau. 

9 km Stat. Scheidegg (in beiden Richtungen stets Wageu- 
wechsel und meist Aufenthalt), auf der Paßhöhe der Kiemen, 
Lauterbrunnen- oder 'Wengern- Scheidegg (2064m; * Kur- 
haus Bellevue & H. des Alpes, 130 Betten, Z. 41/2-6, F. l^/^, G. 31/2, 
M. 4-5, P. 8-1 4 fr. ; '^Bahnrestaur., F. 13/4, G. 31/2, M. 4 fr.). Die *Aus- 
sicht umfaßt nach S. Eiger, Mönch und Jungfrau mit Silberhorn und 
Schneehorn, diese jedoch mehr von der Seite, nicht wie auf der 
Wengernalp von vorn gesehen; nach N. das Tal von Grindelwald 
bis zur Großen Scheidegg, r. überragt von dem breitgelagerteu 
Wetterhorn, n. von der Schwarzhornkette (1. der stumpfe Kegel des 
Faulhorns mit dem Whs.). 

Zum Eigergletsclier (3/4 St. ; Jungfraubahn in 16 Min. , s. nuten) 
sehr lohnender Spaziergang mit schönen Ausblicken, besonders halbwegs 
vom Fallhodenhubel (2175m). Im Gletscher eine künstliche Eisgrotte 
(Eintr. frei, kl. Trkg. an den Wärter). 

Interessant u. lohnend ist eine Fahrt auf der von der Stat. tscheidegg 
ausgehenden *Jungfrautaahn (täglich 8 Züge, im Anschluß an die 
Wengernalpbahn ; Fahrzeit bis Stat. Eigergletsclier 16 Min., 2 fr. 10 c, 
hin u. zurück 3 fr.; bis Stat. Eigerwand 43 Min., hin u. zurück 10 tr. ; 
bis Stat. Eismeer MV4 St., hin und zurück 18fr.). Die Jungfraubahn, 
1897 von Ad. Guyer-Zeller (f 1899) begonnen und im August 1905 bis 



Oberland. MÄNNLICHEN. K. S. 196. - III. R. 48. 207 

zur Stat. Eismeer eröffnet, eine elektrische Zahnradbahn mit Im Spur- 
weite und 25% Maximalsteigung, steigt von der Scheidegg r. über Matten, 
mit schönen Ausblicken auf die Jungfrau und die Berge des Lauter- 
brunnentals, durch einen 84m 1. Tunnel zur (2km) Stat. Eigergletscher 
(2323m; Restaur. mit Veranda, M. 4 fr.), in großartig wilder Umgebung 
(Fußpfad r. hinab zum Eigergletscher, s. S. 206); weiter an der Felswand 
entlang, dann im Tunnel zur (3km) Stat. Rotstock (2530m) und zur (4,4km) 
Stat. Eigerwand (2867m), mit Felsdurchbruch (Restaur.) und herrlicher 
Aussicht auf den Thuner See und einen großen Teil der Nordschweiz 
bis hinüber zum Jura, dem Schwarzwald und den Vogesen. Von hier im 
Tunnel zur (5,8km) Station Eismeer (3161m; Restaur.), an der SO. -Seite 
des Eiger, ca. 40m über dem zerklüfteten obern G-rindelwald - Fiescher 
G-letscher (Felssteig hinab wird gebaut), mit beschränkter aber groß- 
artiger Aussicht auf Schreckhörner, Fiescherhörner etc. Weiterführung 
der Bahn zur Stat. Jungfraujoch (3420m) und Stat. Jungfrau (4075m) 
projektiert; von der letztern soll ein 91m h. Aufzug zum Jungfraugipfel 
emporführen. 

Prächtig ist die Rundsicht vom *Lauberh.orn (2475m), zu dem 
man, beim Bahnhof die Bahn kreuzend und dem Wegweiser folgend, auf 
ordentlichem Fußpfad in 1 St. hinansteigt. Man übersieht die ganze 
Kette der Berner Alpen: Wetterhorn, Berglistock, Mettenberg, G-r. und 
Kl. Schreckhorn, Lauteraarhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau; weiter Ebnefluh, 
Mittaghorn, Großhom, Breithorn, Tschingelhom , Gspaltenhom, Blümlis- 
alp; vom das Plateau von Murren, unten Lauterbrunnen und Staubbach, 
oben das Schilthorn, der Sulegggrat mit den Lobhörnern (S. 196), r. der 
Niesen; weiter der Abeudberg, Wilderswil, Unterseen, Beatenberg, un- 
mittelbar n. der Tschuggen und Männlichen mit dem Whs. (s. unten); 
über dem Grindelwaldtal die Faulhomkette mit dem Schwarzhorn; über 
die Gr. Scheidegg hinweg Wendenstöcke und Titlis. 

An das Lauberhorn schließen sich nördl. die steilen Felsen des 
Tschuggen (2523m; Besteigung mühsam, nur für Geübte) und weiter der 
^Männlichen (2346m), ebenfalls ein berühmter Aussichtspunkt, den man 
von der Kl. Scheidegg in 1^/^ St. erreicht. Ein bequemer Reitweg (elektr. 
Bahn projektiert) führt vom Bahnhof r. allmählich ansteigend am {}U St.) 
Chalet Grindelwaldblick (2120m) vorbei um die Abhänge des Lauber- 
horns und Tschuggen herum, stets mit schönen Blicken in das &rindel- 
waldtal mit dem Wetterhorn, Schreckhorn etc., zum (50 Min.) Berg- 
wirtshaus Hot. Grinddwald - Rigi (2200m; Z. 3V2-4^, ^- l^a, Cr- 31/2 5 M. 
41/2 fr.), auf dem Sattel zwischen Tschuggen und Männlichen; von hier 
in 20 Min. zum Gipfel. Die Aussicht auf Eiger, Mönch, Jungfrau steht 
wegen des vorliegejiden Tschuggen hinter der vom Lauberhorn zurück, 
dagegen entfalten sich die Berge r. und 1. aus der größeren Ferne ge- 
sehen besser (Panorama von G. Studer). — Direkter Abstieg vom Gasth. 
nach Grindelwald auf nicht zu verfehlendem Wege in 21/2 St., nacli 
Wengen auf steilem Pfade in I1/2 St. 

Zur Guggihütte des S.A.C. (2397m) am Fuß des Mönch interessante 
Gletschertour, aber nur mit Führer u. Seil (von Stat. Eigergletscher hin 
u. zurück 2-3 St., F. 6 fr., oben über den Eigergletscher zurück 8 fr.). 
Die Hütte wird jetzt selten mehr benutzt, da Mönch und Jungfrau meist 
von der Berglihütte, der Eiger direkt von der Kl. Scheidegg bestiegen 
werden (s. S. 211). — Lohnende Bergtour von Stat. Eigergletscher (nur 
m. F., 20 fr.) über den Eigergletscher, dann unschwierige Felsen zum 
(31/2 St.) sog. Mönchplateau (3060m), mit prachtvoller Aussicht auf Mönch, 
Eiger, Jungfrau und Guggigletscher ; hinab zur Guggihütte und über den 
untern Eigergletscher zurück zur Kl. Scheidegg. 

Eisenbalm wie Samnweg (zu Fuß bis Grdndelwald 2^/^ St.) 
ziehen sich unmittelbar hinter der Scheidegg r. am Abhang hin, 
erstere in langsamerer Senkung oberhalb. E. noch einmal Kück- 
blick auf die Jungfrau. Dann über die steinbedeckte Wergistal- 
cdp am Fuß des Eiger entlang. — 14km Alpiglen (1619m; H. 



208 III- ü- 48. - K. S. 196. GRINDEL WALD. Berner 

des Alpes, 3 Min. vom Bahnhof, einf., Z. 2-3, 0. 2V2, P. 6-7 fr.), auf 
aussichtreicher Bergterrasse gelegen. Immer freier tritt das Wetter- 
horn heraus, vor ihm der Mettenherg; weiterhin wird zwischen die- 
sem und dem Pelsabsturz des Eiger das G-r. Schreckhorn sichtbar. 
Dann steil hinab ins Tal und über die Schwarze Lütschine. — 
17km Grund (946m) , der untere Bahnhof von G-rindelwald , Kopf- 
station. Zurück und bergan zum (18km) Hauptbahnhof von Grrindel- 
wald. (Pußwanderer von Grindelwald nach der Kl. Scheidegg 
gehen oberhalb des Bahnhofs Grund über die Lütschinenbrücke und 
folgen dann dem Saumweg 1., der weiterhin die Bahn überschreitet : 
bis Alpiglen 2, von da bis zur Scheidegg 1^2 St.) 

Grindel wald. _ Gasthöfe: *H. Bär (Gebr. Boss), 3 Min. vom 
Bahnhof, großes fünfstöckiges Haus mit 200 Z., aber ohne Aufzug, 
Z. 4-8, F. 11/2, Gr. 31/2, M. 5, P. 10-18 fr. (viel Engländer); *Gr.-H. 
Eiger, 130 Z. zu 3-5, F. I1/2, G. 3, M. 4, P. 8-14 fr.; H.-P. Jungfrau, 
4 Min. vom Bahnhof), 25 Z. zu IV2-2, F. IVi, M. 2-3, P. 5-7 fr.; *H.-P. 
Schönegg, 5 Min. vom Bahnhof, in ruhiger Lage abseit der Straße, 
mit Garten, 80 Z., P. 8-12 fr.; *H.-P. Beau-Site, 30 Z. zu 21/2-4, F. 1^4, 
G.2V2,M.3V2,P.7-10 fr,; H.Metropole; *H.-P. Grindelwald-Bristol, 
30 Z. zu 21/2-4, F. 1^4, Gr-2V2, M. 31/2, P. 6-8 fr.; *Sch warzer Adler, am ö. 
Ende des Dorfs, mit Park und Dependenzen, 60 Z. zu 4-8, F. I1/2, G. 3, 
M. 5, P. 8-12, Omnibus 1/2 &.; P. Kirchbühl, neben der Kirche, P. 
5-61/2 fr.; P. Alpenblick, an der Straße zum obern Gletscher, P. 41/2- 
51/2 fi-., einf. gut. — Am Bahnhof: *H.-P, Alpen ruhe, 58 Betten, Z. 21/2 -5, 
F. 11/2, G-. 3, M. 4, P. 7-12 fr.; *H Bahnhof, Z. 21/3-31/2, 'F- 1-20, M. 3, 
P. 6-8 fr. (Münchner Bier vom Faß); *H.-P. Alpina, 24 Z. zu 2-3, F. 1.20, 
M. 3, A. 21/2, P. 5-8 fr.; H.-P. National, 22 Z. zu 2-3, F. II/4, M. 3, A. 21/2, 
P. 5-7 fr.; *H.-P. b erland, 18 Z. von I1/2, F. 1.20, M. 2 fr.; *H.-P. Wo It er, 
P. 5-7 fr.; * Weißes Kreuz, Z. von I1/2, F. I1/4, M. 21/2, P. 6-7 fr.; 
Pens. Daheim, 5-8 fr., gelobt. — *H. du Glacier, 7-8 Min. südl. 
unterhalb des Bahnhofs und ebensoweit von Grund (s. oben), 50 Z. zu 2-3, 
F. 11/4, M. 3, P. 6-10 fr.; *H.-P. Schweizerhof, 2 Min. w. vom Bahnhof, 
48 Betten, Z. 21/2-3, F. I1/4, G. 21/2, M. 31/2, P. 6-8 fr.; H. Victoria, in freier 
Lage am Abhang des Dürrenbergs, 15 Min. oberhalb des Bahnhofs, 40 Z. 
zu 21/2-4, F. 11/2, G. 3, M. 4, P. 8-12 fr.; *P. Villa Bellary, noch weiter 
w. am Tannenwalde schön gelegen, 25 Z., P. 7-12 fr.; P. Strahlegg, 
15 Min. s.w. vom Bahnhof, 12 Z., P. 5-6 fr. — Restaur. Bdlevue, neben 
H. Eiger, Bier vom Faß, auch Z. — Konditoreien : Weber, zwischen Hot. 
Bär und Eiger; Wolter (s. oben), Schuh, beim Bahnhof. — Post und 
Telegraph am Bahnhof. 

Führer: Rud. Kauftnatin (Ohmami), Pet. Baumann-Txdtbaich , Christ. 
Jossi Vater u. Sohn, Ulrich u. Hans Almer, Gottfried u. Cfhrist. Bohren- 
isch, Ohrist. Bohren-Trychelegg u. Trogen, Rud. u. Peter Inäbnit, zwei 
Pd,er Kaufmann, zwei Hatis Kaufinann Ohrist. Kaufmann, Hans u. Rud. 
Baumann, Hans u. Rudolf Bernet, Joh. Heimann, Peter u. Hans Brawand, 
Peter, Joh.u. Ohrist. Bur gener u. a. — Gute Eispickel (18 fr.) bei Ohr. Schenk. 

Grindelwald (Bahnhof 1037, Kirche 1057m), große Gemeinde 
von 3346 Einw., ist ein vorzügliches Standquartier für Bergsteiger und 
wird wegen seiner geschützten, sonnigen und nebelfreien Lage und 
seines gemäßigten Klimas als Luftkurort zum Sommer- und Winter- 
auf enthalt viel besucht. Drei riesenhafte Berge schließen die Südseite 
des Tals, der Eiger (3974m), der Mettenherg (3107m) und das 
prächtige Wetterhorn (3703m), das der ganzen Landschaft den 
Charakter gibt. Zwischen Mettenberg und Wetterhorn dringt der 
obere Grindelwaldgletscher hervor, zwischen Mettenberg und 



Oberland. GEINDELWALD. S. S. 196. - III. R. 48. 209^ 

Eiger der untere Grindelwaldgletscher. Die Abflüsse beider 
Gletscher bilden die Schwarze Lütschine. 

Hübsche Spaziergänge zur Ällfluh (1427m; IV2 St., bei Villa Bellary r. 
hinan), Lämpenegg und Abb ach- Wasserfall (I1/4 St.), Furenweid (1402m; 
1 St.) etc. 

Der Besuch des *obern Gletschers erfordert vom Bahnhof 
zu Fuß 2^/2 St. hin u. zurück (Einspänner 6, hin u. zurück mit 2 St. 
Aufenthalt 10, Zweisp. 18 fr. u. Trkg.). Man folgt der Hauptstraße 
des Dorfs, bei der (10 Min.) Kirche vorbei, dann jenseit der Schule 
der 1. ansteigenden Fahrstraße (r. geradeaus der etwas kürzere, 
aber mühsamere Fußweg) zum (2/4 St.) Hot. Blümlisalp bei Frau 
Brunner (Z. 11/2-2, 0. 172, ^- 2, P. 472-5 fr., gelobt), in hübscher 
Lage, dann am Hallerstein (Granitblock mit Inschrift für den 1880 
verunglückten Dr. A. Haller) vorbei zum (5 Min.) Hot. Wetter- 
horn (1232m ; Z. von 2, G. 3, M. 4, P. 5-7 fr., gut), wo sich der Reit- 
weg nach der Großen Scheidegg (S. 220) 1. weiter zieht, während ein 
breiter Weg r. abwärts über die Lütschine in 10 Mn. zu der in das Eis 
gehauenen (xZeiscÄer^ro^e führt (Eintr. frei; dem Wärter kl. Trkg.). 

— Sehr lohnender Rückweg nach Grindelwald auf dem sog. Teo^'as- 
senweg, jenseit der vierten Brücke von der Fahrstraße r. ab am Ab- 
hang entlang, mit herrlichen Ausblicken (außer den vom Tal aus 
sichtbaren Bergen erscheinen noch Berglistock, Grindelwalder 
Fiescherhömer, Finsteraarhorn und ganz rechts Silberhorn), an den 
Häusern von Steinhillen, dem Hot. Victm-ia und der Villa Bellary 
vorbei bis zum Dörfchen Dufibach, dann 1. hinab zum (1^/2 St.) 
Bahnhof. 

Ein anderer Eückweg nach G-rindelwald (F. entbehrlich, 6 fr.) führt 
von der G-letschergrotte über das r. oben auf der 1. Seitenmoräne sicht- 
bare Chalet MilcJlbacll (1320m; Erfr.), wohin Handweiser den Pfad an- 
deuten (1/4 St.). Schöner Blick auf den G-letscherabsturz. Dann r. durch 
den Wald zwischen dem Mettenberg und der Halsfluh, längs der 1. Seite 
der Lütschine über die Häuser auf der Sulz zu der unten erwähnten 
Brücke bei dem Sägewerk (989m) und nach Grindelwald zurück (li/iSt.). 

— Vom Chalet Milchbach können Kletterer (nur mit Führer und gegen 
Zahlung von 1 fr.) auf dem Wetterhornwege (S. 210) die zahlreichen 
Leitern an und in der Müchbachncfilucht aufwärts in ^U St. bis zum 
Rande des G-letschers oberhalb des Absturzes (c. 1600m) hinaufsteigen; 
oben schöner Blick auf den Gletscher. 

Zum untern G-letseher (2 St. hin und zurück) führen Wege 
oberhalb des Hot. Eiger , 100 Schritt hinter dem Hot. Adler und 
hinter der Schule hinab zu der (25 Min.) Brücke (989m) über den 
vom oberen Gletscher kommenden Arm der Lütschine. Am 1. XJfer, 
wo ein Sägewerk, geht es geradeaus bergan zur Bäregg (S, 210), 
rechts eben fort durch das Dörfchen Mettenberg , zuletzt etwas 
bergan und auf einer Holzbrücke über den Gletscher ab fluß zu 
einer (7^ St.) Erfr. -Hütte am Eingang der gewaltigen * Felsschlucht 
der Lütschine, die durch Holzgalerien zugänglich gemacht ist 
(Eintr. 50 c); am obern Ende ein hoher Wasserfall. Vor der Brücke 
führt ein Pfad am r. Ufer die r. (östl.) Seitenmoräne hinan zur (74 St.) 

Baedeker's Schweiz. 31. Aufl. 14.. 



210 IIL B.48.-K. S.196. GRINDEL WALD. Bemet- 

Erfriscilungsstation „Marmorbrucli", wo Brücken und Galerien einen 
Einblick von oben in die Lütscbinenschlucbt gewähren ; 1/4 St. weiter 
eine zweite Erfrischungsbude, dabei eine in den Gletscherabsturz 
eingehauene Eisgrotte (Eintr. frei, dem Aufseher Trkg.). Von hier 
1. bergan zum (10 Min.) Bäreggwege. — Jenseit der Lütschinenbrücke 
bei der Säge (S. 209) führt der Fußpfad geradeaus bergan (für Neu- 
linge F. angenehm, 7 fr.) in IVg-l^ St. zum kl. Hot. Bäregg (1649m), 
mit gutem Überblick über das ^untei^e Eismeer , das große Eisbecken 
oberhalb des Gletscherabsturzes, über dem das Zäsenberghorn, das 
Grindelwalder Grünhorn, das Kleine und Große Grindelwalder 
Fiescherhorn und der Fieschergrat aufragen. Freier ist die Aus- 
sicht von einem vorspringenden Felskopf, 20 Min, weiter. 

5 Min. vom Chalet Bäregg führt eine Holztreppe zum Rande des 
Eismeers hinab. Mit Führer (9 fr. von Grindelwald) kann man über den 
Gletscher in 1 St. zum Zäsenberg (1852m) wandern, an dessen Rasenhängen 
im Sommer Schafe weiden. Lohnend ist die Besteigung des Zäsen- 
berghorns (2343m; vom Zäsenberg IV2 St.; F. 12 fr.), wo man ganz 
von großartigen Eismassen umgeben ist und die gewaltigen Gipfel des 
Eiger, der Grindelwalder Fiescherhörner und Sehreckhömer sieht, sowie 
namentlich die Rundwanderung weiter über den Fiescherfirn , hinab auf 
steilem Pfade über das Kalli und zurück zur Bäregg (7-8 St., F. 20 fr.). 

Der Mettenberg („Mitf eiber g"^, 3107m; 7 St. von Grindelwald, über 
die Bäregg, F. 30 fr.) bietet einen großartigen Anblick des Wetterhorns, 
Sehreckhorns und Finsteraarhorns, wird aber selten bestiegen. 

Am beliebtesten ist die Besteigung des ♦"Wetterhorns (3703m; 
10-11 St., F. 60, Träger 45 fr.). 1844 von Jaun und Bannholzer zuerst aus- 
geführt, wird sie jetzt im Hochsommer bei gutem Wetter fast täglich 
gemacht, erfordert aber Ausdauer und Schwindelfreiheit. Vom (I1/2 St.) Cha- 
let Milchbach auf dem Leiterweg bis zum obern Gletscher s. S. 209; über 
diesen zum Schlupfmid auf mit Eisengeländer versehenem Felsenwege über 
die Zgbachsplatten und das Bös Bergli zum (3-4 St.) kleinen Gleckstein- 
hotel im „obern Berg" (2338m; 1905 eröffnet); daneben die Gleckstein-Club- 
hütte des S. A. C. Ajidern Tags über den Krinneflm und steile Felsen hinan 
zum Wettersattel oder Sätteli (3540m) zwischen Mittelhom (3708m) und dem 
vordem Gipfel oder Hasli-Jungfrau (3703m) und zu dieser hinauf, 5-6 St. 
Der dritte Gipfel des Wetterhorns, das Rose7ihor?i (3691m), wird besser von 
der Dossenhütte bestiegen. Abstieg zur Dossenhütte (Rosenlaui oder In- 
nertkirchen) s. S. 219, 2:^1 (F. 70 bez. 80 fi-.). — Ein anderer, neuerdings ver- 
besserter Weg führt vom Lauchbühl (S. 220) durch die Enge am Wetter- 
horn in 2Va St. zum Gleckstein-H. (nicht besonders schwierig, aber nur für 
Schwindelfreie, mit Führer). — Schwebebahn (Aufzug) zum Gleckstein-H. 
wird gebaut (Eröffnung 1906); Anfangsstation am r. Ufer des Gletacher- 
kessels beim obern Gletscher ; der erste Auf zug führt von hier hiuauf bis 
unterhalb der Enge (s. oben), von da ebener Weg zum zweiten Aufzug, der 
über die Felswand zum H. Gleckstein hiuaufleitet. — Vom Gleckstein-Wfas. 
über den Lauteraarsattel zur Grimsel s. S. 211; über die Rosenegg zur 
Dossenhütte s. S. 221; über das Berglijoch zur Gaulihütte s. S. 221. Vom 
Berglistock (3657m), 51/2-6 St. vom Gleckstein -Whs. (F. 70 fr.), über den 
Grindelwaldfirn, prachtvoller Blick auf Schreckhörner, Wetterhörner etc. 

Besteigung der Jtmgfrau s. S. 206; Finster aarhorn (von der Schwarz- 
egghütte über das Agassisjoch in 9-10 St.), s. S. 223. — Großes Schreck- 
horn (4080m), von der Schtvarsegghütte (S. 211) 8 St. (F. 80 fr.), sehr 
schwierig. — Großes Lauteraarhörn (4043m), von der Schwarzeggbütte 
81/, St. (F. 80 fr.), gleichfalls sehr schwierig. — Kleines Schreckhorn 
(3497m), von der Schwarzegghütte 5-6 St., interessante Klettertour, nur für 
Geübte (F. 50 fr.). — Mönch (4105m), von der Berglihütte über den SO.- 



Oberland. GRINDEL WALD. K. S.i9e.-IILR.48. 211 

Grat in 5-6 St. (F. 70, bis Eggishom 90 fr.) ; die Besteigung auf der Nord- 
seite, von der Guggihütte (S. 207) in 8-9 St., ist äußerst schwierig und 
nicht immer möglich (F. 80, bis Eggishom 90 fr.). — *Eiger (3974m), von 
der Kl. Scheidegg über den Eigergletscher und den W.-Grat in 8 St., oder 
von der Berglihütte (s. unten) in 6-7 St., schwierig aber großartig (F. 
70 fr.). — Großes Fiescherliorn (4049m), von der Berglihütte über das 
Mönchjoch und den Fieschersattel (zwischen G-roßem und Hinterm Fiescher- 
hom) in 6 St. (F. 70 fr.), gleichfalls schwierig. 

ÜBKEGÄNOE. Zum Grrimselhospiz über die *Stralilegg (3351m), 
14 St. (F. 40, Träger 30 fr,), beschwerlich aber sehr lohnend. Über- 
nachten in der Schicarzegghütte des S.A.C. (2550m) am obern Eismeer, 
5 St. von Grindelwald; von hier über Eis und Fels steil hinan zur 
(3 St.) Paßhöhe, zwischen Groß - Laute)'aarhorn (4043m) und Strahlegg- 
hömern (3462m); steil und unter Umständen schwierig hinab in ^U-l St. 
auf den Strahleggfirn, dann über diesen, den Finsteraar- und Unteraar- 
gletscher zum (6 St.) Grimselhospiz (S. 222). Die Tour ist weniger be- 
schwerlich und lohnender von der Grimsel aus, mit Übernachten im 
(31/2 St.) Pavillon DoUfus (S. 223; von da zur Strahlegg 5, hinab bis 
Grindelwald 6 St.). — Finsteraai^och (3360m), zwischen Agassizhom 
und Strahlegghörnern, 15-16 St., gleichfalls sehr beschwerlich, aber mit 
prächtigen Blicken auf Finsteraarhom etc. (F. 40 fr.). — Lauteraar- 
sattel (3156m), zwischen Schreckhörnern und Berglistock, 15-16 St., 
anstrengend, aber für Geübte ohne außergewöhnliche Schwierigkeit (F. 
50 fr.). Vom (5 St.) Glecksteinhotel (S. 210) über den Obern Grindehoald- 
flrn in 4 St. zur Paßhöhe, mit Aussicht auf Schreckhom, Lauteraarhom 
etc.; steil hinab über den Lauteraarfirn (zuweilen großer Bergschrund) zum 
(3 St.) Pavillon Dollfus und (3 St.) Grimselhospiz (S. 222). 

Übergänge von Grindelwald zum Eggishornhotel (S. 364), 
sämtlich schwierig, nur für erprobte Bergsteiger mit tüchtigen Führern. 
Junglrauj och (3470m), zwischen Jungfrau und Mönch, 19 St. von der 
Kl. Scheidegg bis zum Eggishornhotel, über den Guggigletscher , sehr 
schwierig und gefährlich (F. 90 fr.). — Mönchjoch (3560m), 14-16 St. von 
Grindelwald zum Eggishornhotel (F. 60 fr.), mit Benutzung der Bergli- 
hütte (s. unten) oder in umgekehrter Richtuhg des Co ncordia- Pavillons 
(S. 364), schwierig und mühsam, nur bei guten Schneeverhältnissen rat- 
sam. "Von der (2 St.) Bäregg (S. 210) über das untere Eismeer zur jen- 
seitigen Moräne, dann am Kalli steil empor und über den stark zerklüfteten 
Grindelwald- Fieschergletscher am Chcdet zur Mönchsruhe (3103m) vorbei 
zur (6 St., F. von Grindelwald bis hierher 30 fi-.) Bergliliütte des 
S.A.C. (3299m), mit beschränkter aber großartiger Aussicht. Von der 
Hütte steil und schwierig empor zum (1 St.) Utiter - Mönchjoch (3560m), 
zwischen Walcherhorn und Punkt 3630 der Siegfriedkarte; dann über das 
weite Ewig- Schnee feld hinab zur Concordiahütte und zum (5-6 St.) Hotel 
Eggishom (S. 364). — Eigerjoeh. (3619m) zwischen Eiger und Mönch, 
19 St. von der Kl. Scheidegg zum Eggishornhotel (F. 90 fr.), und Piescher- 
oder Ocliserijoch. (c. 3750m), s.o. vom Klein- Fiescherhorn {Ochs, 3905m), 
14-15 St. von der Schwarzegghütte zum Eggishornhotel, beide sehr an- 
strengend und schwierig. 



49. Das Paulliorn. 

Führer überflüssig : von Grindelwald 10, mit Übernachten 13 fr. ; von 
der Schynigen Platte 8 fr., über das Faulhom nach Grindelwald 16 fr., 
über Faulhom, Gr. Scheidegg nach Meiringen oder Innertkirchen 25 fr. 
Derbes Schuhwerk ratsam. — Sessklträger (in der Regel genügen 3) 
6 fr. jeder, bleiben sie oben über Nacht 12 fr.; ratsam, sich vorher 
über den Preis zu verständigen. Pferd von Grindelwald aufs Faulhom 
u. zurück 20 (mit Cberaachten 25), aufs Faulhom und über die Große 
Scheidegg nach Meiringen oder Innertkirchen 40 fr.; von der Schynigen 

14- 



212 ni. R.49.-K. S.196. FATJLHORN. Berwr 

Platte aufs Faulhorn 20 fr.; von Meiringen aufs Faulliom in einem Tag 
30 fr., Faulhorn und Grrindelwald 36 fr. — Oben (12m unter dem G-ipfel) 
d&s*GastJi. von Fritz Bohren mit 47 Betten (Bett 5, L. u. B. I1/2, F. 21/4, 
M. 5 fr.). 

Das *Faulh.orii (2684m), zwischen dem Brienzer See und dem 
G-rindelwaldtal, besteht aus bröckligem Kalkschiefer, daher wohl 
der Name. Der Yorzug der Aussicht vor dem Eigi ist die Nähe 
der schneebedeckten Riesen des Berner Oberlandes (s. das Pano- 
rama). Nach N. liegt der Brienzer See zu Füßen des Beschauers, 
mit der Bergkette vom Augstmatthorn bis zum Rothorn ; ein Teil 
des Thuner Sees mit Niesen und Stockhorn ist sichtbar; n.ö. ein 
Stück vom Yierwaldstätter und vom Zuger See, nebst dem Pilatus, 
Rigi und Titlis; n.w. der Murtener und Neuenburger See. 

Von Grindelwald aufs Faulhorn (5, bergab 31/2 St.). 
Vom Hot. Bären quer über die Straße, dann 1. zwischen dem 
großen zum Hotel gehörigen Stallgebäude und dem neuen Chalet 
hindurch bergan; nach 3 Min. nicht links (zum Hotel Victoria, 
S. 208), sondern rechts; 10 Min. Kreuzung des „Terrassenwegs" 
(S. 209), hier geradeaus ; 5 Min. r., nicht 1. ; 10 Min. weiter erreicht 
man den Reitweg, der gegenüber dem Hotel Adler beginnt (An- 
stieg von dort bis hierher ^/a St.). Nun immer auf dem Hauptwege 
weiter, teilweise durch Wald. Nach 35 Min., mitten in der Matte 
Hertenbühl (1571m), scharf 1. bergan, an einer Erfr.-Hütte vorbei 
in den (10 Min.) Wald; 10 Min. nicht 1. , sondern r. an einem kl. 
Teich vorbei; 20 Min. Gatter; 25 Min. Waldspitz (c. 1890m; H.-P. 
Alpenrose, einf., Z. 2-3, P. von 5 fr. an), oberhalb der Baumgrenze, 
mit prächtiger Aussicht (etwas über halbwegs) ; 20 Min. 1. Wasser- 
fall des Mühlebachs, den man überschreitet, gleich darauf die 
Oberlägerhütten der Bachalp (1980m). 10 Min. weiter bei der 
Wegteilung links, über den Weißbach, dann hinan zum (35 Min.) 
Bachsee (2264m), in einem steinigen Kessel, 1. vom Rötihorn 
(2759m) und Simelihorn (2752m), r. vom Ritzengrätli (2524m) be- 
grenzt. Bei der Steinhütte zweigt hier für Bergabsteigende der Weg 
nach der Scheidegg (S. 220) 1. ab. Nun im Angesicht des Faulhorns 
durch die Steinwtiste 1 St. lang scharf bergan (Wegstangen); oben 
auf dem Gassenboden nochmals an einer Steinhütte vorbei (Alphorn- 
bläser) und fast eben fort bis zum Fuß des Faulhornkegels ; dann 
1/4 St. lang in Zickzackwindungen, wo zuletzt 1. der Weg von der 
Schjnigen Platte einmündet, zum Gasthaus. 

Zur Rückkehr nach G-rindelwald (3 St.) können Fußgänger den Weg 
über die ßußatp wählen, der auf dem Grassenboden bei der oben er- 
wähnten Steinhütte r. abzweigt. W. von den Oberlägeryi (2018m) die 
Burg (2210m), mit prächtiger Aussicht (von G-rindelwald 4 St. , wegen der 
steilen Abstürze an der S. -Seite Vorsicht ratsam; F. 10 fr.). 

Von der Schynigen Platte auf das Faulhorn (4 St., um- 
gekehrt 3 St., F. 8 fr., unnötig), aussichtreicher Reitweg, den 
unterhalb des Bahnhofs (S. 195) ein Pfeilweiser andeutet. Erst über 
den Oberberg oberhalb der Alp hellen unter dem schroffen Ober- 



Oberland. PAULHORN. K. S. 196. — III. R. 49. 213 

berghorn (2070m) hin, dann um den S.- Abhang des Laucherhorns 
(2235m) zu dem (1 St.) Felsentor des Schafgatters und durch das 
wilde Karrengebiet der Schränni, jenseit dessen (20 Min.) am Fuß 
der Sägishörner ein Fußpfad dem Bache r. abwärts folgt (in um- 
gekehrter Richtung also hier r. weiter) ; hier 1. zur (8 Min.) Wasser- 
scheide der Egg (2129m ; kl. Schutzhütte). Der alte Weg führt hier 
1. ins Sägistal hinab ; der neue Reitweg (rot markiert) r. zieht sich 
zuerst an der Nordseite des Sägisgrats hin und biegt dann stärker 
ansteigend hoch über dem SägistalSee (1938m), mit Blick auf den 
Brienzer See, auf die Südseite des Grrats, um von dort um den Fels- 
kessel des Weiten Tals herum die Höhe der Winteregg (2520m) 
zu gewinnen. 1 St. Kleine Schinnhütte; nun scharf bergan; 15 Min 
größere Schutzhütte. Yon hier über die Faulegg (2574m), wo 1. der 
alte Weg vom Sägistalsee heraufkommt, zuletzt 1. am Kegel des 
Faulhorns hinan, in 1 St. zum G-asthaus. 

Der Weg vom Faulhorn zur Gr. Scheidegg (3 St., berg- 
auf 4 St.; rot markiert; F. 8 fr., entbehrlich) trennt sich bei der 
(3/4 St.) Steinhütte am SO.-Ende des Bachsees (S. 212) 1. von dem 
Wege nach Grindelwald und zieht sich am Abhang des Ritzen- 
grätli in ziemlich gleicher Höhe fort; 1/2 St. Gatter zwischen der 
Bachalp und Widderfeldalp; nach Durchschreiten des Bachein- 
schnittes bergab, dann meist eben oberhalb der Längenbalmegg 
(1. die Abstürze der Schinnen Platten). Weiter über die Matten 
der Obern Grindelalp, immer 1. am Abhang hin auf das weit sicht- 
bare Scheidegg-Gasthaus los (bei nebligem Wetter Richtung auf das 
Wetterhorn, doch etwas 1. halten), und über mehrere Arme des 
Bergelbachs; 1 St. Grindel- Oberläg er (1954m) mit Röhrenbrunnen ; 
Y4 St. Gatter; diesseit des Zauns r. aufwärts, durch das (12 Min.) 
nächste Gatter auf die Hügelspitze zu; 8 Min. Scheidegg-Gasthaus 
(S. 219). — Für in umgekehrter Richtung Bergansteigende sind die 
1. abwärts führenden Wege zu vermeiden (vgl. S. 219). 

In der Aussicht vom Faulhorn steht zwischen Finsiteraarhorn und 
Schreckhorn, die Kette der Hochalpen unterbrechend und das G-rindel- 
wald-Tal verdeckend, die nahe Gruppe des Simelihorns (2752m) und 
E-ötÜLorns (2759m). Das letztere, mit ganz freiem Blick auf das 
Hochgebirge, ist vom Bachsee (S. 212) in l^/g St. zu ersteigen (F. rat- 
sam, vom Faulhorn 5, von G-rindelwald 15 fr.). 

Eine noch umfassendere und großartigere Aussicht bietet das, nebst 
dem Wildgerst (2892m), die Aussicht vom Faulhorn östl. beschränkende 
*Sch"warzhorn (2930m), u. a. auch auf die Seespiegel von Lungern, 
Samen, Alpnach, den Kreuztrichter des Vierwaldstätter Sees, Küßnacht 
und fast den ganzen Zuger See in gerader Linie hintereinander. Es ist 
vom Faulhorn in 41/2 St., von der Großen Scheidegg über die Grindd- 
cdp und den Krinnenboden in 3, vom Hot. Schwarzwaldalp (S. 219) in 
33/4, von Axalp (S. 217) in 51/2 St. zu besteigen (F. 12 fr.). 



314 

50. Von Meiringen nach Interlaken. 
Brienzer See. 

Von Meiringen nach Briens, 12km, Eisenbahn in 20-25 Min. für 2 fr. 60, 
1.95, 80 c. — Von Brienz (Bahnhof) nach Interlaken Dampfboot 8 mal 
täglich in M1/2 St., 1. Platz 2 fr. 75, 2. PI. 1 fr. 40 c. — General- 
abonnemente für Brienzer und Thuner See s. S. 186. 

Meiringen. — Gasth.: *H. du Sauvage (Wildenmann), 5 Min. 
vom Bahnhof (Omnibus), mit großem Garten, 120 Betten, Z. 4-8, G. 31/2, 
M. 5, P. 12-16 fr. In der Nähe des Bahnhofs: *H. Bär, mit Garten, 
74 Betten, Z. 2-5, F. I1/4, G. 3, M. 31/2, P- 6-11 fr.; *Krone, 3 Min. vom 
Bahnhof, 45 Betten, Z. 3-5, F. IV2, M. 3-4, A. 21/2-8, P. 6-9 fr.; *H. 
Brünig, 51 Z. zu 2-5, F. IV4, M. 31/2, P. 6-12 fr.; *H.-P. Oberland, 
Z. 2'/2-4, F. 11/4, M. 3-31/2, P. 6-9 fr.; *H.-P. Anderegg, 38 Z. zu I1/2-3, 
F. 1.20, M. 2, P. 5-8 fr.; H.-Rest. Vi ctor ia, Z. I1/2-2, F. 1.20, M. I1/2-21/2, 
P. 5-6 fr.; H. Bahnhof, Z. 2-.3, F. 1.20, P. 6-8 fr., gelobt. Im Ort: 
»Meiringer Hof, Kirchgasse, Z. 2-31/2, F. IV2, M. 3-3'/.,, P. 6-8 fi-.; 
*Weißes Kreuz, Z. 2-3, F. li/j, M. 3, P. 6-9 fr.; *Post, Z. 2-4, F. HU, 
M. 3, P. 6-8 fr.; *Adler, Z. IV2-2, F. 1, M. 2-3, P. 6-8 fr.; Löwen, 
mit Bädera, Z. I1/2-3, F. 1.20, M. 2V2-31/2, P. 5-8 fr., gelobt; Hirschen, 
10 Min. vom Bahnhof, Z. 2-21/2, F. I1/4, P. 6-8 fr., gut; H.-P. Flora, Z. li/g- 
21/2, F. 1, P. 5-8 fr. — Restaurants in allen Gasthöfen; gutes Bier in 
der Post (s. oben); Brauerei Stein, mit Garten, jenseit des Hirschen. 
Konditorei P. Michel- Müller, Bah nhofstraße. — Jenseit der Aare, 20 Min. 
vom Bahnhof (Omnibus in 8 Min., 20 c): *Gr. Hot. des Alpes, bei 
der untern Station der Reichenbachbahn (S. 215; Einsp. vom Bahnhof 
2, Zweisp. 3, hin und zurück mit I1/2 St. Aufenthalt 3 und 6 fr.), mit 
Waldpark, 100 Betten, Z. 3'/2-'7, G. 3, M. 4-5, P. 7-15 fr.; H.-P. Willigen, 
Z. 11/2-21/2, F. 1, P. 4-6 fr., einf. gut. — Möblierte Zimmer bei Abjilan- 
aZp-Balmer, neben der Post; Frau Sinniger. Bahnhof str.; Villa Müller, 
am Bahnhof, u. a. — Schwimmbad bei der Willigenbrücke (s. unten). 

Führer: Melchior, Joh. und P^ter Anderegg, ÄLh.Jaun, Joh. Kohler 
Vater, Niklas und Mdch. Kohler, Heinr. Rieder, Andreas StäJdi, Balth. 
und Hans Tännler, Melchior Zenger etc. 

Meiringen (o98m) , mit 3077 Einw. , die wichtigste Station der 
Brtinigbahn (K. 37) und der Hauptort des HasJitals, dessen Be- 
wohner nach der Sage einst mit den Schwyzern aus Skandinavien 
einwanderten, liegt am r. Ufer der Äare, in breitem, von steilen 
bewaldeten Bergen umgebenem Tal. Nach S. erblickt man die 
ReichenhachfäUe (S. 215), darüber die Schneefelder des Wellhorns 
und des Rosenlauigletschers. N. kommen vom Hasleberg der 
MühJebach, Ä/pbach und Dorfbach mit ansehnlichen Fällen herab 
(während der Saison werden die Alpbachfälle abends 9 Uhr auf 
Kosten der Gemeinde beleuchtet). Der mächtige freistehende Turm 
der Kirche von Meiringen gehörte ursprünglich zu einer Burg; hinter 
der Kirche schattige Promenaden. Bedeutende Holzschnitzerei 
{Schnitzlerlehrwerkstätte 1902 gegründet). 

Die Hauptsehenswürdigkeit bei Meiringen ist, neben den Reichenbach- 
fällen. die *Aareschlurht (Aarelamm), 25 Min. vom B.ihnhof (Einsp. 
hin und zurück mit I1/2 St. ATif enthalt 4, I1/2 St. Aufenthalt und Ab- 
holen vom Lammi-"\Vh8. 5, Abholen am ö. Ende der Schlucht 7 fr., Zweisp. 
7, 9 und 12 fr.). Die Fahrstraße zweigt Jenseit der (10 Min.) WilUgen- 
hrürkei?,. 220) 1. ab; von hier noch 15 Min. bis zur Schlucht. Fußgänger 
folgen beim Hirschen (Wegtafel) der Straße gerade fort, nach 10 Min. auf 
neuer Eiseubrücke über die Aare zur Fahrstraße (noch 8 Min, bis zur 



MEIRINaEN. K- 8.152,182,196.-111. R.50. 215 

Schlucht). Am Eingang: ein Restaurant, wo man die Karten löst (1 fr.). 
Die wilde, von hohen Felsen einpjefaßte, 1400m lange Schlucht (Lamm), 
in der die Aare das Kirchet (S. 220) durchbricht, ist durch Felsgalerien 
und mit Eisengeländern versehene Wege und Treppen bequem und sicher 
zugänglich gemacht. Nach 10 Min. 1. der hübsche Schräy back f all ; 10 Min. 
weiter führt zum r. Ufer eine eiserne Brücke, durch die der Felsenkessel 
der Trocknen Lamm Zugänglich gemacht ist (kein Ausgang); von hier 
noch 15 Min. bis zum obern Ende der Klamm, auf der Südseite des Kirchet 
an der Straße nach Innertkirchen (S. 220). Man kehrt entweder auf dem- 
selben "Wege zurück oder steigt durch die „Finstere Schlucht", mit merk- 
würdigen Erosionskesseln, in 15 Min. bergan zum \VTis. zur Lammi auf 
der Höhe des Kirchet (S. 220). Ein bequemer neuer Fußweg führt von 
hier über Gi'ißholz (S. 218) zum obern Reichenbachfall {^U St.). 

Zum *obern Reichenbachfall führt vom Gr. Hot. des Alpes eine 
Drahtaeilhahn in 10 Min. (1 fr., abwärts 75 c, hin und zurück 1 fr. 50 c; 
Abfahrt der Züge alle 10 Min.). Die Bahn (700m lang; mittlere Steigung 
340/n, Maximum 60"/o) überschreitet unterhalb des mittleren Falls den 
Reichenbach auf schräger Eisenbrücke und erreicht ihren Endpunkt auf 
der linken Seite des prächtigen obern Falls, der in gewaltigem Sturz 
sich in einen tiefen Felsenkessel ergießt. Im Sommer wird der Fall 
abends mittels mächtiger Scheinwerfer elektrisch beleuchtet (an der 
obern Station bester Standpunkt). Ein Fußweg führt von der obern Sta- 
tion zum (10 Min.) Restaur. Reichenbachfall - Kulm, senkrecht über dem 
obersten Fall, und zur (10 Min.) Zwirgi (S. 218). — Fußgänger folgen vom 
Hotel des Alpes entweder dem von der Drahtseilbahn mehrfach unter- 
brochenen Fußweg an den hübschen mittleren Fällen vorbei bis zur 
Straße unterhalb der Pens. Wyß (S. 218; 1/2 §*• bis zum obern Fall), 
oder besser der Straße von (20 Min.) Willigen (S. 220) bis zur (1/2 St.) 
Pens. Wiiß (Einsp. von Meiringren bis hierher 7, Zweisp. 12 fr.); hier 
den Fußpfad r. zur (ß Min.) Hütte (Erfi-.), gegenüber der Station der 
Drahtseilbahn (von hier zur Zwirgi 25 Min.). — Auch der Untere Fall, 
10 Min. r. vom H. des Alpes, verdient einen Besuch. Der Reichenbach 
stürzt hier in zwei gewaltigen, von Felsen unterbrochenen Fällen herab 
und treibt ein Sägewerk. 

Auf dem Fahrweg zum Hasleberg (s. nuten) gelangt man von Meiringen 
n. zur (20 Min.) *AlpbachsclilTicht, die oberhalb der beiden vom Tal 
aus sichtbaren Fälle bei einer Erfr.-Bude beginnt (Eintr. 80 c, bei G-e- 
sellschaften 40 c). Durch die Schlucht führt ein Felssteig mit zahl- 
losen Stufen zum Hasleberg hinauf, oben r. durch Matten zum (25 Min.) 
*H.-P. Alpbach (870m; Z. 2-4, F. 1.20, M. 3, P. 6-8 fr.), mit herrlicher 
Aussicht auf die Wetterhomgruppe und das Haslital (auch auf dem oben 
gen. Fahrweg, von der Erfr.-Bude an erreicht man das Hotel in 1/2 St.). 
V2 St. weiter ö. in Reuti (1052m) H.-P. Victoria (Z. 21/3-4, F. 1.30, M. 3-4, 
P. 51/2-9 fr.), Kurhaus Hasliberg & P. Kohler (P. 5-7 fr.), P; von Bergen. — 
IV4 St. n.w. vom H. Alpbach über Golderen und Weißtanne (P. Willi, 
3»/.2-4i afi"-) oder Wasserwendi (von Meiringen direkte Fahrstraße in 1 1/2 St., 
Einsp. 9, Zweisp. 17 fr.) das Dorf Hohfluh (1049m; *H. Kurhaus Hoh- 
pih bei Willi, Z. I1/2-3, M. 3, A. 21/2, P- 5-8 fr.; H.- P. Alpenmh, P. 41/2-ßfr.; 
Pens. Tännler, 41/3-5 fr.), Luftkurort mit schöner Aussicht auf Wetter- 
hörner, Oberhaslital etc. Zahlreiche lohnende Ausflüge: von Hohfluh auf die 
Schorenalp (1254m) 1 St.; Giebel (2037m) 3 St.; vom H. Alpbach auf die 
*Plani>latte (2237m), über die Mägisalp in 4 St., zurück über Giimmenalp 
3 St. Von Hohfluh zum Brünig s. S. 160. — *Hohenstollen (2484m), 
mit prächtiger Aussicht, von Hohfluh 41/2 St. m. F. (5 fr.), über die 
Balisalp (vom H. Alpbach direkt über Mägisolp und Schwarzenfluh in 
5 St.; F. von Meiringen 10, vom H. Alpbach 7 fr.); Abstieg nach Melch- 
see-Frutt 8. S. 158. Über die Weit-Rien nach M dchsee- Frutt s. S. 158. 

Die Bahn führt am r. Ufer der kanalisierten Aare entlang (1. an der 
Bergwand einige Wasserfälle, namentlich der schöne des OHrcM- 
h actis) und znr (8km) Stat. Brienzwiler (Restaur. Balmhof), 20 Min. 



216 III. B.50.-K. S.182. BRIENZ. Bemer 

unterhalb des gleichn. Dorfs. Weiter am Fuß des Ballenbergs (727m), 
dann r. über das 1896-97 durch einen Schlammstrom des Lamm- 
bachs verschüttete Dorf Kienholz am Brienzer See entlang nach 
13km Brienz. — Der Bahnhof liegt am O.-Ende von Brienz, un- 
mittelbar beim Bahnhof der Rothornbahn, wenige Schritte vom Lande- 
platz des Dampfboots, das bei einzelnen Fahrten auch noch beim Hot. 
Bären anlegt. — Gasth.: *Weißes Kreuz, beim Bahnhof, Z. 2-4, 
F. 11/4, M. 3, P. 5-8 fr.; *Bären, 8 Min. vom Bahnhof, mit schattiger 
Terrasse am See, Z. 2-4, F. li/^, M. 3, P. 6-9 fr.; *H. du Lac, Z. von 
IVz, P. von 41/2 fr.; Rößli, 5 Min. vom Bahnhof, P. 5-7 fr., gelobt; P. 
Bellevue in Kienholz (s. oben), 12 Min. ö., mit Garten am See, P. 4-5 fr. 

Brienz (571m), ansehnliches Dorf von 2580 Einw., erstreckt sich 
mit dem östl. anschließenden Tracht fast 2km lang am See und am 
Fuß obstreicher Matten hin, hoch überragt vom Brienzer Gh^at, 
von dem der Trachtbach und der Mühlbach, letzterer (w. von 
Brienz) mit bedeutenden, im Sommer jedoch oft verschwindenden 
Fällen herunterkommen. Brienz ist der Hauptsitz des Oberländer 
Holzschnitzgewerbes, das hier an 600 Leute beschäftigt; gute Aus- 
wahl in der Industriehalle beim Bären und bei Ed. Binder & Co. 
Die Schnitzlerschule verdient einen Besuch. Von der auf einem 
Hügel gelegenen Kirche hübsche Aussicht in das Meiringer Tal, 
im Hintergrund die Sustenhörner. 

Auf das ** Brienzer Rothorn (2352m), den höchsten Punkt des 
Brienzer Grats, führt eine Zahnkadbahn (Bahnhof s. oben) in 1 St. 20 Min. 
(Bergfahrt 8, Talfahrt 4 fr., hin u. zurück 10, Gesellschaften von 6 Per- 
sonen an je 8, So. 5 fr.). Sie steigt anfangs durch baumreiche Matten, bald 
mit hübschem Blick 1. auf den Brienzer See und die Schwarzhornkette, über- 
schreitet den Trachtbach und führt dann 1. ausbiegend steiler hinan 
(Maximalsteigung 25%). Bevor sie den Mühlbach erreicht, wendet sie 
sich in dem kurzen Schwarzfluhtunnel zurück und führt auf hohem 
Damme zur (2,akm) Wasserstation Geldried (1024m). R. öfifnet sich der 
Blick auf das Meiringer Tal und die Sustenhörner. In großer Kurve 
durch den StockisgrabentunneL und die fünf Tunnels der Manalpfluh zur 
(3,9km) Stat. Hausstatt (1346m; Erfr.), mit Aussicht 1. auf Blümlisalp und 
Doldenhorn. Weiter erst am 1., dann am r. Ufer des MühZbachs über die 
Matten der Planalp, an den Alphütten von Mittelstaffel (1531m) vorbei, 
über den Schöneggbach und durch den Kühmatttunnd (92m 1.) zur (5,7km) 
Wasserstation Oberstaffel (1823m), in wildem Bergkessel. Die Bahn um- 
zieht in großem Bogen die oberste Talmulde, wendet sich mittels der 
beiden Schöneggtunnels zurück und erreicht die (7,5km) Stat. Bothorn- 
kulm, 3 Min. unterhalb des * Hotels Rothornkulm (2252m; Z. 3V2-5, 
F. IV2, M. 31/2, P- 8-12 fr.). Von hier r. auf sicherm Wege zum (15 Min.) 
Gipfel, wo ein dreiseitiger Stein die Grenze der Kantone Bern, Luzern 
und Unterwaiden bezeichnet. Die Aussicht (Panorama im Hotel) steht 
an Umfang und malerischem Reiz der vom Rigi kaum nach; sie um- 
faßt die ganze Kette der Appenzeller Urner, Engelberger und Berner 
Alpen vom Säntis bis zu den Diablerets, im Vordergrund den Brienzer 
See, r. über Interlaken hinaus ein Stückchen des Thuner Sees, 1. das 
Haslital von Meiringen bis nahe zur Grimsel; weiter 1. der kleine Ey- 
see, der Sarner See, ein Teil des Vierwaldstätter Sees mit dem Rigi, ein 
Stückchen des Zuger Sees, das Emmental und ein langer Streifen des 
Neuenburger Sees. — Vom Rothorn nach Giswil s. S. 159; über Sören- 
berg und Flühli nach Schüpfheim s. S. 166. 

Der Brienzer See (566m), 14km lang, 2-272km breit (See- 
fläche 29,3qkm), bis 261m tief, hellgrün, liegt 6m höher als der 



Oberland. GIESSBACH. S:. S, 182. — III. R. 60. 217 

Thuner See. Am nördl. Ufer führt eine schöne Straße entlang (von 
Brienz bis Interlaken 17km, Einsp. 8-10 fr.; Eisenbahn wird ge- 
baut), am südl. Ufer erst von Iseltwald ab (s. S. 218). Hohe wald- 
bewachsene Berge und Felsen umgeben ihn. Bei der Abfahrt von 
Brienz erblickt man 1. (s.o.) die Sustenhörner, daneben r. die Tier- 
berge. Das Dampfboot fährt quer über den See in 10 Min. zum 

Grießbach.. — Vom Ländeplatz (Büffet) gelangt man auf breitem 
Wege zu Fuß in 20 Min., mit der Drahtseilbahn (330m lang, 280/o 
Steigung) für 1 fr. (hin u. zurück) in 6 Min. zum *Hot. -Pens. Q-ieß- 
bach {Gebr. Hauser; 720m), als angenehmer Ruhepunkt zum Übernachten 
sowie auch zu längerm Aufenthalt zu empfehlen, mit Restaur. auf der 
Terrasse gegenüber den Fällen, bayr, Bierhalle, Post u. Telegraph, dui-ch 
eine 260m 1. Wandelbahn mit dem älteren (jetzigen Pensions-) Hause ver- 
bunden, 200 Betten, Z. 3-6, F. IV2, G-- oder A. 31/2, M. 41/2, P. ^^|^2■'i.4. fr., 
Beleuchtung der Fälle 1 fr. (nur einmal erhoben), Musik 2 fr. wöch.; im 
Pensionshaus (P. 71/2-I2 fr.) gut eingerichtete Wasserheilanstalt, mit 
elektr. Bädern (Kurarzt im Hause). — 5 Min. höher das einfachere H. 
Beau-Site, Z. 2-3, F. 1, M. 8, A. 21/2, P. 5-7 fi-. 

Der * Gießbach, der aus einer Höhe von 300m von Fels zu Fels 
an der bewaldeten Bergwand hinab dem Brienzer See zustürzt, 
zeichnet sich durch seine reich bewaldete Umgebung und stete 
"Wasserfülle aus. Man zählt im ganzen 7 Fälle, von denen man vom 
Dampfboot nur den untersten sieht. Den besten Überblick gewährt 
die Terrasse vor dem Hotel. Drei Brücken .führen über die Fälle ; 
bis zur (V4 St.) zweiten sind Wege auf beiden Seiten des Bachs; 
von da führt ein Weg auf dem r. Ufer bis zur (^/g St.) obersten 
Brücke, unter welcher hindurch der Bach aus enger Schlucht in 
einen Felsenkessel von 60m Tiefe stürzt. Gegen Mittag bildet die 
Sonne Kegenbogen über den Fällen. Bengalische *Beleuchtung der 
Fälle von Ende Mai bis Ende Sept. jeden Abend 9V2 Uhr (1 fr.). 

Hinter dem Pensionshaus zeigt ein Wegweiser 1. bergan zum (20 Min.) 
Rauft (750m), einem bewaldeten Felshügel mit Aussicht auf den See; 
— r. nach dem in schönen Matten gelegenen Alpdörfchen Enge, 1/2 St. 
bis zu dem Punkte, wo der Weg an den See tritt. Von hier weiter am 
Näseli hinab zur Brücke über den Oltschikanal und über die Aare auf 
die Straße nach (I1/2 St.) Brienz. — I1/4 St. oberhalb des G-ießbachs 
(guter Saumweg durch den Rüttiwald) das schön gelegene *K!urliaus 
Schweibenalp (1130m; Z. 2-21/2, F. 1.20, M. 21/2-8, P. ^^Ir'^^k fr.) und 
noch 1 St. höher (Träger 5 fr.) der Luftkurort Axalp (1520m; Pens.Bdlevue, 
P. 41/2-6 fi-.; Pen^. Axalp, P. 41/2-5 fr., 10 Min. weiter, beide einf. gut), von 
wo das Axalphorn (2827m) in 21/2 St. (F. 8 fr.), das Schwarzhoryi (2980m) 
in 51/2 St. (F. 15 fr., vgl. S. 213), der Wildgerst (2892m) in 5 St. (F. 15 fr.) 
zu ersteigen sind. Am Wildgerst entspringt der Gießbach. 1/2 St, von 
Axalp (21/2 St. vom Hot. Gießbach) der kl. Hinterburgsee (1524m), am 
Fuß des OltschiJcopß im Walde reizend gelegen. 

Vom Gießbach aufs Faulhorn (S. 212) 6-7 St., ermüdend und 
streckenweise wenig angenehm, besonders über die der Morgensonne aus- 
gesetzte Bättenalp (F. 12 fr., für Ungeübte ratsam). 

Vom G-ießbach nach Interlaken 31/2 St.: hübscher schatten- 
reicher Fußweg über die erste Fallbrücke, den Handweisern folgend bis 
zur (1/2 St.) Hohfluh, einem Aussichtspunkt r. vom Wege; zurück zum 
letzten Handweiser, dann hoch über dem See hin, zuletzt absteigend nach 
(1 St.) Iseltwald (S. 218), von wo 9,gkm 1. Fahrstraße (zu Fuß kaum 
lohnend), anfangs stark steigend, nach (1/2 St.) Sengg, (1 St.) Bönigen, 
(i/a St.) Interlaken. 



218 III' R.50. — K. S. 182, 196. ISELTWALD. Berner 

Das Dampfboot wendet sich bei den meisten Fahrten zunächst 
nach Oberried am nördl. Ufer. Bei den Schnellfahrten fährt es an 
dem steil abfallenden Südufer entlang, zuletzt an der baumbe- 
wachsenen Schneckeninsel (mit Kapellchen) vorbei direkt nach 
dem hübsch gelegenen Dorf Iseltwald (*H.-P. IseltwaJd, Z. 2-3, 
F. 1.20, M. 2\'2, P. 5-8 fr.; *Ä-P. du Lac, P. 5-7 fr.; P. S Rest 
Bellev'ue, P. 5-6 fr., gelobt; Rest, zum Strand); Straße nach Inter- 
laken s. S. 217. — Dann am N.-Ufer Niederried, am Fuß des Augst- 
matthorns (S. 194) zwischen Obstbäumen reizend gelegen. Weiter- 
hin ragen jenseit eines Vorsprungs aus G-ebüsch und Obstbäumen 
bei Stat. Ringgenberg (S. 194) die gleichn. Burgruine und Kirche 
hervor. Gegenüber ergießt die aus dem Lauterbrunnental kommende 
Lütschine ihr graues Gletscherwasser in den See. Das Dampfboot 
hält bei Bönigen (S. 191) und fährt dann in die kanalisierte Aare 
ein; r. der verfallene Turm der GoldswiJer Kirche (S. 194). Der 
Landeplatz in Interlaken liegt gegenüber dem Bahnhof Interlaken- 
Ost (S. 189). 

51. Von Meiringen nach Grindelwald. 

71/2-8 St. Fahrstraße in I1/2 St. oder Drahtseilbahn und Faßweg in 
1/2 St. zum Zwirgi-Whs-, -von da Saumweg: Zwirgi-Rosenlaui l^u (bergab 
IV-i), Rosenlaui-Gr. Scheidegg 2^/4 (bergab l-'^/J, G-r. Scheidegg- Grindel- 
wald 2 (bergauf 3) St.; Führer überflüssig (12 fr., mit Faulhom 20 fr.); 
Pferd bis Rosenlaui 10, G-r. Scheidegg 15, Grindelwald 25 fr. 

Drahtseilbahn bis zum ^öbern Reichenb achfall (in 10 Min.) s. 
S. 215. Ein anfangs vom Wasserstaub feuchter Fußweg führt von 
der Station am Restaurant Reichenb achfall- Kulm (S. 215) vorbei, 
zuletzt über den Reichenbach zum (20, abwärts 12 Min.) Zwirgi- 
Whs. (976m), mit schönem Rückblick auf das Haslital. — Wer 
die Drahtseilbahn nicht benutzen will, folgt der Grimselstraße 
(S. 220) über die Willigenbrücke bis zum (20 Min.) Weiler Willigen 
(601m); hier Fahrstraße r. ab, an der {^j^ St.) P. Wyß (80Öm; 
Z. IV2-2, M. 2^/2, P. 4V2-5 fr.) vorüber in großen Kehren bergan, 
zuletzt durch Wald zum (40 Min.) Zwirgi-Whs. 

Ein Fußpfad führt bei Pens. Wyß r. hinan zum (6 Min.) ohern 
Reichenb obch fall (r. Ufer) und weiter zum (25 Min.) Zwirgi- Whs. (vgl. 
S. 215). — Wer vom Rosenlauibad kommt und nach Innertkirchen 
(Grimsel, Engstlenalp etc.) will, spart fast 1 St. Wegs, wenn er unterhalb 
Zwirgi der Straße noch 18 Min. jenseit der Stelle, wo der Fußpfad zu 
den Wasserfällen abzweigt, bis zum Ende des Waldes folgt, dann aber 
r. den Fußweg einschlägt, der unfehlbar über das in Obstbäumen ver- 
steckte Dorf (25 Min.) Geißholz (801m), hier bergan über die Wiese, dann 
das Kirchet (S. 220) bergab, nach (40 Min.) Innertkirchen (S. 220) führt. 

Der steinige Saumweg (Straße im Bau) steigt dem Lauf des 
Reichenbachs entgegen, hoch über dem r. Ufer. Geradeaus tauchen 
nach einiger Zeit das Wellhorn, r. von ihm das Wetterhorn, 1. hinter 
ihm das Rosenhorn, r. die Spitze des Eigers auf. ^/^ St. Gasthaus 
zur Kaltenbrunnen-Säge (1215m; Z. IV2-2, P- 4-5 fr., einf.). 



Oberland. ROSENLAUI. K.S.196.- III. R.51. 219 

Ein bequemer, nicht zu fehlender Fußpfad führt von hier l. hinan 
durch Matten mit schönen Ahornbäumen auf die ('/2 St.) *Hoh,balin 
(1371m), mit herrlicher Aussicht auf die Wetterhomgruppe und nach N. 
auf das Haslital und die Sustenhönier. , 

Weiter in geringer Steigung, zuletzt auf das 1. Ufer zur (20 Min.) 
GschwandenmadaJp (1298 ra), mit altberühmter **Aussicht: 1. 
die Felszacken der Engelhörner (2783m), der prächtige Rosen- 
lanigletscher zwischen Dossenhorn (3l40ra) und Wellhorn (3196m) 
und r. das schneebedeckte pyramidenförmige Wetterhorn (3703m) 
bilden mit dem dunklen Tannenwald des Vordergrundes ein über- 
aus malerisches Hochgebirgsbild. Hier teilt sich der Weg: 1. nach 
(20 Min.) Rosenlaui, r. direkt zur Gr. Scheidegg (s. unten). 

Das Rosenlauibad (1330m; *Kurhans, 75 Betten, Z. 3-5, 
F. IV2, G. 3V2, M. 41/2, P. 7-12 fr.) Uegt abgeschlossen in dem 
tannenbewachsenen wasserreichen Tale des Eeichenbachs, der in 
der Schlucht hinter dem Kurhaus einen schönen Fall bildet. 

15 Min. ö. und lOOra oberhalb des Hotels die neu erschlossene Glet 
scherschluclit (Eintr. 1 fr.), durch welche der aus dem Rosenlauigletscher 
abfließende Weißenhnch in malerischen Fällen hinabstürzt. Ein ß^Om 1., 
in die Felsen gesprengter Weg (drei Tunnels) führt in 10 Min. durch die 
großartigre Schlucht hinauf ins Freie. Von hier gelangt man auf neu her- 
gerichtetem Wege in c. IV4 St. bequemen Steigens zu einem Aussichts- 
punkt (c. 1750m) mit gutem Blick auf den schönen, durch die Reinheit 
seines Eises berühmten Rnsenlaniglptscher. — Die Dnssenhätte (2669m) 
ist von Rosenlaui in 5 St. zu erreichen (F. 16 fr.; s. S. 221). 

Weiter zunächst am r. Ufer des Reichenbachs bergan, nach c. 
20 Min. aufs 1. Ufer (r. mündet hier der direkte Weg von der 
Gschwandenmadalp, s. oben) zur Breitenhodenalp , dann über den 
Pfannihach und die Schwarzwald - A. zum (1 St.) *H. Kurhaus 
Schwarzwaldalp (1500m; Z.3-4. F. IV2, G.21/2, M.SVg, P. 7-10fr.). 
L. die steilen Abstürze des Wellhorns und Wetterhorns; oben der 
Schwarzwaldgletscher. Bei einer Säge vorüber weiter, beim Aus- 
tritt aus dem Wald über eine Brücke (1620m), dann über die Ät- 
pigJevalp zur (IV2 St.) 

G-roßen oder Hasli - Scheidegg (1961m; Gasth., Z. 2V2-3, 
F. IV2, G. 2V4. M. 31/2 fr.), wo sich plötzlich die *Aussicht nach W. 
öffnet. Das liebliche Tal von Grindelwald, w. von- den Weiden 
und Holzungen der Kleinen Scheidegg begrenzt, bildet einen male- 
rischen Gegensatz gegen die nackten Wände des zu sch-nindelnder 
Höhe steil emporsteigenden Wetterhorns. Südwestl. vom Wetterhorn 
folgt der Mettenberg, der Fieschergrat, Mönch und Eiger, weiter 
Tschingelgrat, Gspaltenhorn und Blümlisalp. Im N. das finstere 
Schwarzhnrn und andere Gipfel der Faulhornkette. 

Der Weg zum Faulhorn (4 St.; S. 21.3) zweigt unmittelbar beim 
Gasthaus r. ab und ist bei klarem Wetter nicht zu verfehlen. Die (^U St.) 
Hütten der Grinrlpl- Ohprlägcr, wo sich bereits ein Teil der Faulhom- 
Aussioht erschließt, sieht man von der Gr. Scheidegg. Man kann von 
hier direkt über die Untfrlä gpr - TJütfpn und Gcißhaldm nach (l'/g St.) 
Grindelwald, oder durch das Bergelbachtal mit dem WeUerhnrnhlick 
(Prachtblick auf das von Bäumen eingerahmte Wetterhorn) zum (1 St.) 
Hotel Wetterhorn am obern Grindelwaldgletscher absteigen. 



220 III. R.52.-K.S.196. INNERTKIRCHEN. Berner 

Beim Abstieg (steiniger Weg) sieht man die Kirche von Grindel- 
wald stets unten liegen. Beim (10 Min.) Obern Lauchhühl {1800m.', 
kl. Gasth.) läßt sich ein Alphornbläser hören (von hier zum Gleck- 
steinhotel s. S. 210). L. vom Mettenberg treten nach und nach noch 
das Kleine und Große Schreckhorn und das Große Lauteraarhorn 
hervor. Nach 2/4 St. erreicht man ein Chalet mit Erfr. (teuer), 20 Min. 
weiter das Hot. Wetterhorn (1232m), beim Obern Grindelwcdd- 
gletscher; von hier nach Grindelwald Fahrstraße in 1 St., s. S. 209. 

52. Von Meiringen zum Rhonegletscher 
über die Grimsel. 

37km. Post im Sommer 2mal tägl. in 71/2 St. (Gletsch-Meiringen 51/4 St.) 
für 9 fr. 30 c, Coupe 11 fr. 20 c. (1 Haupt- und 3 Beiwagen; für die Fakrt 
6 TT. friili abends vorher einschreiben lassen). Auf der G-rimselstraße wer- 
den keine Extraposten geliefert. — ErsspÄirtrER von Meiringen bis zum 
Rbonegletscher („Gletsch") 35, Zweisp. 65, Dreisp. 90 fr. (bis G-uttannen 
12, 22, 30; Handegg 17, 32, 40; Grimselhospiz 27, 50, 65 fr.); von Mei- 
ringen bis Andermatt 65, 120, 165, bis Göschenen oder umgekehrt 72, 
135, 175, Fiesch 55, 100, 135, Brig 75, 140, 185 fr. Von Innertkirchen bis 
zum Grimselhospiz Eiksp. 23, Zweisp. 42 fr.; Gletsch 32 oder 60, Göschenen 
65, 120, Brig 72, 135 fr. — Zu Fuß 9-10 St.: von Meiringen bis Innert- 
kirchen 11/4, Guttannen 31/4, Handegg 5, Grimselhospiz 7, Paßhöhe der 
Grimsel 8, Gletsch 9 St.; von Gletsch bis Meiringen nur 8-81/2 St. Die 
Grimselstraße ist für Automobile verboten. 

Meiringen s. S. 214. Die Straße überschreitet auf der (10 Min.) 
Willigenbrücke die Aare (1. der Weg zur Aareschlucht, S. 214, 
durch die für Fußgänger der nächste Weg nach Innertkirchen führt) 
zum (10 Min.) Weiler Willigen (H.-P. Willigen, S. 214), wo r. die 
Straße zum Zwirgi abzweigt (S. 218), und steigt das Kirchet 
hinan, einen mit Granitblöcken überstreuten waldbewachsenen 
Bergrücken, der hier das Tal durchsetzt und das untere vom obern 
Haslital trennt. Nahe der Höhe (20 Min.) die Wirtschaft zur 
Lammi (705m), wo der S. 215 erwähnte Weg aus der Aareschlucht 
einmündet. Hinab in drei langen Kehren (Fußweg kürzt), mit Blick 
auf die Gelmerhörner im Hintergrund des Tals , r. auf das Ritzli- 
horn, dann auf den Tristenstock , bei der letzten Kehre am südl. 
Eingang der Aareschlucht (S. 215) vorbei. Dann eben fort durch 
den fruchtbaren Talboden, zuletzt über die Aare nach (30 Min.) 

5,8km Innertkirchen oder Imhof (631m ; H.-P. Alpenrose, 
vor der Brücke, Z. 2-21/2, F. 1-1 V4, M. IV2-3, P. 4V2-5 fr., gelobt; 
^Hot. Hof, am r. Ufer, 33 Z. zu IV2-2V2, F. IV4, ^- 2V2, M. 3V2, 
P. 5-6 fr.), wo die Wege zum Susten (S. 163) und der Engstlenalp 
(S. 161) 1. abzweigen. 

Wer von der Grimsel kommt und nach Grindelwald will, kann von 
Innertkirchen über Winkel und Geißholz direkt zum (IV2 St.) nhern Reichen- 
bachfall gelangen (vgl. S. 218; man lasse sich den Anfang des Weges 
zeigen; 10 Min. hinter Geißholz Handweiser rechts „nach dem Reichen- 
bachfall", hier geradeaus hinan auf die Straße zum Zwirgi). 

Ausflüge (Führer Kaspar Maurer, Alex. Tännler, Heinr., Ulrich und 
Johann Fuhrer, Joh. Meyer, Joh. Moor, Kaspar Nägeli, Andr. Winter- 



Oberland. qjJTJ: ANIÜ'EN. S:. S. 196,134,140. — III. R. 52. 221 

berger in Innertkirchen). S.w. öflfnet sich das Urbaclital (bis zur Gauli- 
bütte 7 St., F. 16 fr,; vgl. Karte S. 196). Fahrstraße von Innertkirchen 
bis zum (1 St.) Beginn des Talbodens der Sa7idei (1. bleibt der Weiler 
Unterstock, 885m); von hier Alpweg zui- (1 St.) Alp Rohrmatten (1033m), 
dann steil bergan zur (1^/4 St.) Alp Schrättern (15ü5m; Unterkunft), wo 
es r. zur Dossenhütte geht (s. unten), und vor der (I1/2 St.) ÄJattenalp 
(1860m) r. hinan zur Urnenalp (2198m), mit der (l^/^ St.) Gaiililiütte 
des S.A.C. (2213m), unweit des gewaltigen Gauligletschers. Von hier auf 
das Hühnertälihorn (3181m), 5 St. (F. ab Meiringen oder Hof 25 fr.), 
mühsam aber lohnend; Eitzlihorn (3282m), 51/2 St., F. 35 fr., interes- 
sante Klettertour (großartige und sehr malerische Aussicht); Hangend- 
gletscherhorn (3294m), 41/2 St., F. 30 fr., und Renfenhorn (3272m), 51/2 St., 
F. 30 fr., beide mühsam aber lohnend; Eosenhorn (3691m), über den GJ-auli- 
gletscher und die Bosetiegg (s. unten), 6 St., F. 60 fr., beschwerlich aber 
höchst lohnend. — Von der G-aulihütte zur G-rimsel über den Gaulipaß 
(3127m), mit Besteigung des Mvigschneehorns (3331m; 5 St.) in IO1/2-II St. 
(F. 35 fr.), anstrengend aber sehr lohnend (s. S. 223). — Über das Bergli- 
joch (3441m) nach Grindelwald, 11-12 St., beschwerlich (F. ab Innert- 
kirehen 35 fr.). Von der Gaulihütte über den Gauligletscher in 5-6 St. 
zur Paßhöhe, n. vom Berglistock (S. 210); hinab über den Cfrindelwaldflrn 
zum (2 St.) Gleckstein-Whs. und nach (3V2-4 St.) Grindelwald (vgl. S. 210). 
Von der Alp Schrättern (s. oben) führt w. ein zuletzt ziemlich be- 
schwerlicher Pfad über Enzen-A., Laucherli-A. und den Urbachsattel 
(248lm) zur (4 St.) Dossenhütte des S.A.C. (2669m), Ausgangspunkt für 
Dossenhorn (3140m; 2 St., F. ab Meiringen oder Hof 25 fr.), Wellhorn 
(3196m; 2V2-3 St., mühsam, F. 45 fr.), Benßtihorn (3272m; 3 St., F. 30 fr.), 
Hangendgletscherhorn (3294m; 4 St., F. 30 fr.), Eosenhorn (3691m), über 
die Eosenegg (s. unten) und den SO.-CJrat in 5 St. (F. 60 fr.), Mittelhorn 
(3708m) und Wetterhorn (Hasle- Jungfrau, 3703m), über den Firn des 
Wetterkessels und den Wettersattel (3540m) in 4-5 St. (von hier weit 
leichter als von der Glecksteinhütte , S. 210; F. 60 fr.). — Von der Dossen- 
hütte über die "Wetterlimmi (3182m), den Gaidigletscher und Gauli- 
paß (3127m) zur Grimsd, 14-15 St., anstrengend; die Besteigung des 
Ewigschneehorns (3331m) damit zu verbinden (S. 223). — Über die Bosen- 
egg (3461m), zwischen Berglijoch und Rosenhorn (s. oben), zur Gleck- 
steinhütte 5-51/2 St., für G-eübte nicht schwierig. 

Nach einer ebenen Strecke steigt die Straße allmälilicli auf der 
r. Seite des malerischen bewaldeten Felsentals hoch über der 
reißenden Aare zur (^/g St.) Äußeren Urweid (Erfr. -Hütte), dann 
durch den kurzen Zubentunnel, über den ein Wasserfall herab- 
stürzt, zur (I/4 St.) Inneren Urweid (751m ; kl. Whs.). "Weiter über 
das Schlaghächli, dann durch einen Tunnel unter einem Vorsprung 
der Tönenden Fluh. Bei (^2 St.) Boden (868m) über die Aare zum 
(10 Min.) Gasth. zur Mettlen mit Depend. Sommerheim (940m; P. 
4-8 fr., einf. gut) und in dem sich erweiternden Tal in großen Kehren 
bergan; dann über den Spreitlauenenbach und durch Wald und 
mit Felsblöcken überstreute Matten nach (40 Min.) 

14,8km Guttannen (1060m; H.-P. Haslital, Z. IVj-S, F. 1.30, 
M. 2V2-3V2, P. 5-8 fr.; Bären, Z. IV2-2V2, ^- l'A, M- 2V2-3 fr.; 
Sternen, einf.), dem letzten Dorf im Oberhasli, am Fuß des Bitzli- 
horns (3282m; 71/2 St., beschwerlich, F. 35 fr.; s. oben). Über 
den Furtwangsattel zum Triftgletscher s. S. 163 (Führer Joh. 
Fahner, Kasp. Streun u. a.). 

Das Tal verengt sich; die Straße steigt durch Wald. 1/2 St. 
über die Tschingdbrücke (1140m) auf das r. Ufer der Aare. Das 



222 III' R- 52. — K. S. 134, 140. HANDEGG. Bemer 

Tal wird wilder ; kalile schwarze Felsen steigen r. auf. Gewaltige 
Geröllmassen zeugen von Lawinen- oder Wasserkraft. Nach aber- 
mals ^/2 St, über die Schwarzbrunnenbrücke (1217m) wieder zum 
1. Ufer. Der Fluß wird reißender und stürzt in brausenden Fällen 
zu Tal. Die Straße umzieht die Felshöhe des Stäubenden und 
führt durch Wald ansteigend zum Fuß des Handeggsattels, den 
sie in drei großen Kehren ersteigt. Bei dem (40 Min.) einf. Restaur. 
zum Handeggfcdl ist 1. der Zugang zu einem Aussichtspunkt unter- 
halb des *B[andeggfaUs, den man hier aus c. 100m Entfernung 
gut überblickt. Die gewaltige Masse der Aare, mit deren grau- 
grünem Wasser sich der von r. kommende silberhelle Äerlenbaeh 
mischt, stürzt 75m tief in den Felsschlund, bis zur halben Höhe in 
dichtem Strom, nach dem Aufprall am Felsen in hoch aufwirbeln- 
dem Wasserstaub, in dem die Sonne zwischen 10 u. 1 Uhr Kegen- 
bogen bildet. Postreisende mögen hier aussteigen, um den Wagen 
beim Hotel Handegg wieder zu erreichen. Die Straße führt weiter 
durch einen Tunnel (137om), dann oberhalb des Falles über den 
Äerlenbaeh, wo eine Aussichtsterrasse mit prächtigem *Blick von 
oben auf den Fall, und zum (20,ikm) Hot. Handeggfall (1417m ; 
Z. 2V2-5, F. IV2, G. 31/2, M. 4 fr.). Neues Hotel im Bau. 

Weiter über den mit Felsblöcken übersäten Talboden; 1. 
oben der Fall des Gelmei^bachs, des Abflusses des auf der Höhe 
zwischen Gelmerhorn und Schaubhorn gelegenen Gelmersees 
(1829m ; von der Handegg über die Hellemadbrücke auf steilem 
Pfade in 1^/2 St. zu erreichen). E, zweigt der alte nicht mehr 
gangbare Saumweg ab, der über den durch Gletscherschliff abge- 
rundeten Granitfels der Helleplatten führt. Die Straße geht 
unterhalb eines Falles der Aare auf der Hellemadbrücke (1426m) 
zum r. Ufer und steigt in einer großen Kehre, stellenweise in die 
von Gletschern abgeschliffenen Granitfelsen gesprengt. Großartig 
wilde Umgebung ; r. (n.w.) oben der Aerlengletscher, darüber der 
Felskamm des Aerlengrätli. Unten braust die Aare. Auf beiden 
Seiten Gletscherschliffe bis hoch hinauf. In einer Talweitung auf 
der Alp Kurzentännlen (1616m) , halbwegs zwischen Handegg und 
Grimselhospiz, ein Häuschen mit einf. Erfr. In gleichmäßiger Stei- 
gung weiter. Die letzten Tannen verschwinden, nur Zwergkiefern 
kommen noch fort ; viel Alpenrosen. Man hört das Pfeifen der 
Murmeltiere. Am andern Ufer die Sennhütten auf dem Räterichs- 
boden (1705m), 1. oben der Gerstengletscher. Nun über dem wilden 
Engpaß der Spitallamm hin, den die Aare durchströmt; am Aus- 
gang, wo r. der Saum weg einmündet, treten r. die Zinkenstöcke, 
dahinter das Finsteraarhorn mit dem Agassizhorn, noch weiter fern 
das Grindelwalder Große Fiescherhorn hervor. 2 St. von der Hand- 
egg erreicht die Straße das alte 

27km arimselhospiz (1875m; Gasth., 60 Betten, Z. 3-5, F. 
P/21 G. 3Y2, M. 4 fr.) , in ödem Bergkessel, von kahlen, nur an der 



Oberland. GRIMSEL. K. S.134, 140,196.~ IILR.52. 223 

Sonnenseite mit dürftigem Gras nnd Moos bewachsenen Felsen um- 
geben, am W.-Ende des kleinen dunkeln Grimselsees (1871m). 

Ausflüge (Führer Kaspar Roth). *Klemes Siedelhorn (2766m), 
3 St., F. 5 fr. (entbehrlich). Man folgt der Grimseistraße bis fast zur Paß- 
höhe, dann r. ab und auf der r. Seite des noch dem Grimselsee zufließenden 
Baches, anfangs ohne Pfad, über Matten, Geröll und Fels (rechts halten), 
weiter oben auf deutlichem Pfad über den Kamm, zuletzt über Granit- 
trümmer zur Spitze. Die Aussicht ist großartig, gewaltige Bergriesen 
stehen ringsum: w. Schreckhorn, Finsteraarhorn und Fiescherhörner, n.ö. 
die hohe Kuppe des Galenstocks, von dem der Rhonegletseher sich herab- 
senkt, südl. die Kette des Oberwallis mit ihren zahlreichen Gletschern, 
namentlich dem Griesgletscher, s.w. fern Alphubel, Mischabel, Matter- 
horn, Weißhorn etc. (Panorama von Dill). — Wer nach Obergestelen will, 
steigt (Führer ratsam) an der SO. -Seite des Kl. Siedelhorns hinab, wo 
man dann bald den Fußweg von der Grimsel nach übergestelen erreicht; 
8. S. 224. 

Zum Pavillon Dollfus, SVa-^ St. (zurück 2^/2 St.), etwas mühsam, 
aber interessant (F. 10 fr.). Die Aare strömt w. vom Hospiz aus zwei ge- 
waltigen Gletschern hervor, dem Unter- u. Oberaargletscher, zwischen 
denen die Zinkenstöcke (3042m) aufragen. Der Unteraargletscher entsteht 
durch die Vereinigung des Finsteraar- und Lauteraargletschei'S, die am 
Fuß des AbscMvung (3143m) genannten Felsgrats zusammenfließen, mit 
gewaltiger, bis 30m h. Mittelmoräne. Am Fuß des Abschwung (2490m) 
hatte der Schweiz. Naturforscher Hugi im J. 1827 eine Hütte erbaut; im 
J. 1841 tf. machten hier Agassiz aus Neuenburg, Desor, C. Vogt, Wild 
u. a. ihre berühmt gewordenen Beobachtungen, die sie aus dem „Hotel 
des Neuchätelois" datierten, einer jetzt ebenfalls längst verschwundenen 
Steinhütte auf der Mittelmoräne. Später erbaute Hr. Dollfus - Ausset 
weiter abwärts an der N.-Seite des Lauteraargletschers den Pavillon 
Dollfus (2388m), jetzt Clubhütte des S.A.C. (vgl. S. 211). Vom Hospiz Fuß- 
weg am r. Aareufer entlang bis zum (20 Min.) Balmsteg (1833m; gute Brücke), 
über diesen und am 1. Aareufer weiter fort über die Ünteraar-A. zu den 
(40 Min.) Hütten von Ghälter (1878m). 5 Min. weiter steigt der Pfad r. 
hinan und nach weitern 10 Min. geht man direkt zur Mitte des Gletschers 
(Richtung durch Steinmänner bezeichnet), von da Va St. lang über Schutt, 
dann 1 St. lang über den Firn, bis der Pavillon r. sichtbar wird. Hier 
übersteigt man die große Moräne (Steinmann) ujid betritt einen Pfad, der 
zur (Va St.) Clubhütte führt , auf einem Felsvorsprung mit treulichem 
Überblick des Unteraargletschers; gegenüber Zinkenstöcke, Tierberg, 
Scheuchzerhom, Escherhorn, im Hintergrund über dem Finsteraargletscher 
das mächtige Finsteraarhorn; r. vom Abschwung die gewaltigen Lauteraar- 
und Schreckhömer. — Man kann die Wanderung über den Gletscher bis 
zum (3/4 St.) Fuß des Abschwungs (s. oben) fortsetzen, wo man das Finster- 
aarhorn in seiner ganzen Größe überschaut. Ungefähr dem Pav. Dollfus 
gegenüber liegt in der Mittelmoräne am Lauteraargletscher ein Felsblock 
von dem oben erwähnten „Hot. des Neuchätelois" mit den Namen: 
„Stengel 1844, Otz, Ch. Martins 1845", im Aug. 1884 wiederaufgefunden 
und damals c. 2400m von seinem urprünglichen Soandort entfernt. 

Ewigsclmeehorn (3331m), vom Pavillon Dollfus 4-41/2 St., mühsam, 
nur für Geübte mit F.; besser von der (iavlihütfp in 4'/2-5 St. fF. 35 fr.. 
8. S. 221). — Ankenbälli (3605m), vom Pav. Dollfus 41/2-5 St., beschwer- 
lich (F. 35 fi-.); Abstieg zur (31/2 St.) Gaulihütte (S. 221). 

Das *Finsteraarliom (4275m), der höchste Gipfel der Berner Alpen, 
von der Grimsel 14-15 St. (F. 90, mit Abstieg zum Eggishornhotel 100 fr.), 
ist sehr anstrengend und schwierig und nur für durchaus erprobte Berg- 
steiger bei günstigen Schneeverhältnissen ausführbar. VomGrimselhospiz 
zur (7-8 St.) Oberaarjochhütte s. S. 224; von da über die Gemslücke {Rot- 
hornsattel, c. 3360m) zwischen Rothoni und Finsteraarhorn, zur (31/2-4 St.) 
Fimteraarhornhütte (3237m), am SW.-Fuß des Fiusteraarhorus ; hinan zum 
Hugisattel (4025m) und über den NW.-Grat zum (3i/ä-4 St.) Gipfel (am meisten 



224 III' R- 52. - E. S, 134, 140, 196. GEIMSELPASS. Bemer 

zu empfelileiider Weg). Die Besteigung von der Ostseite her über den SO.- 
Grat ist sehr schwierig (7-8 St.). — Von Grindelwald aus (F. 80, mit Ab- 
stieg zur Grrimsel 90, zum Eggishomhotel 100 fr.) übernachtet man in der 
Schwarzegghütte (S. 211), von da über das Fimteraarjoch (3360m), das 
Agassisjoch (3850m), s.o. vom Agassizhorn (3956m), und den Hugisattd in 
9-10 St. (wegen Steinfalls gefährlich, als Abstieg keinesfalls ratsam). — Vom 
Eggishorn aus übernachten im (5 St.) Goncordia- Whs. (S. 364), von da über 
die GrünJwrnlücke (3305m), den Walliser Fiescherfim und den Hugisattd 
in 8 St. (F. 60 fr.). Die **Aussicht ist eine der großartigsten in den" Alpen. 

Pässe. Vom G-rimselhospiz zur Purka über das Nägelis- 
grätli (2666m), 5 St. (F. 12 fi-.), etwas mühsam, aber sehr lohnend und für 
rüstige "Wanderer dem Wege über die G-rimsel vorzuziehen; s. S. 150. 

Vom Grrimselhospiz zum Eggishomhotel über das Ober- 
aarjoch, 14 St., anstrengend aber lohnend (2 F. ä 45, mit Oberaarhorn 
55 fr.). Über die Oheraar-A. und den Oberaargletscher in 7-8 St. zu der 
neuen Ober aar jochhütte des S.A.C. (Prov.-Depot, nur für den Notfall zu 
gebrauchen), 5 Min. n.w. vom Oberaarjoch. (3233m), in den Felsen 
oberhalb des Studerflrns. Das Oberaarhorn (3642m) ist von hier für 
Schwindelfreie in IVaSt. zu besteigen. Nun über den Studerfirn zur (3/4 St.) 
Gemslücke (c. 3360m; s. S. 223) n.w. vom Finsteraar-Rothorn (3549m), steil 
hinab zum Fiescherfim, dann r. zur (IV4 St.) Grünhornlücke (3305m) und 
hinab über den Grünhornflrn zum (3/4 St.) Goncordia -Whs. (S. 364); oder 
von der Oberaarjochhütte über den Studerfirn und den zerklüfteten Fiescher- 
gletscher schwierig und unter Umständen gefährlich hinab zur Stockalp 
(S. 364) und zum (7 St.) Eggishornhotd (S. 364). — Über das Studer- 
joch, 14-15 St. bis zum Eggishomhotel, schwierig, über den Untei^aar- 
nnd. Finsteraar gletscher, zuletzt sehr steil hinan zum Studerjoch (3428m) 
ö. vom Studerhorn (3637m; vom Joch in 3/4 St. zu ersteigen, prächtige 
Aussicht); hinab über den Studerfirn zur Gemslücke (S. 223). — Der 
Übergang über das Oberaar-Rot joch (3325m), s.o. vom Oberaarjoch, 
ist gleichfalls schwierig und wird selten gemacht. 

Von der G-rimsel nach Grinddwcdd über die StraJdegg (14 St., F. 
40 fr.), das Finsteraarjoch (15 St., F. 40 fr.) oder den Lauter aar sattd 
(15 St., F. 50 fi-.) s. S. 211; über den Gaulipaß zur Gaulihütte oder 
Dossenhütte s. S. 221; über die Triftlimmi zur TiHßhütte s. S. 163. 

Die Straße führt über die Brücke zwischen den beiden Armen 
des Grrimselsees und steigt in großen Kehren (der alte Sanmweg 
beim Hospiz r. hinan kürzt). Eechts rückwärts erscheint das Gr. 
Schreckhorn. Der (31km) G-rimselpaß (2164m) bildet die Grenze 
zwischen Bern und Wallis. Der kleine dunkle Totensee (2144m), 
auf der Walliser Seite, diente bei den Kämpfen zwischen Öster- 
reichern und Franzosen 1799 als Begräbnisort. Schöner Blick auf 
die Walliser Alpen, namentlich auf den großen Griesgletscher. 

Bei der obersten Kehre auf der Paßhöhe sieht man r. einen Pfad, 
auf dem man, anfangs über das steinige Plateau noch bis 2207m bergan, 
dann abwärts über die Griviselalp nach (2 St.) Obergestelen gelangt 
(s. S. 363; bergan 21/2-3 St., bei trübem Wetter Führer ratsam, 4 fr.). — 
Wer vom Rhonegletscher kommend das Kl. Sieddhorn (S. 223) besteigen 
will, beachte, daß man nicht direkt von der Paßhöhe, sondern erst eine 
Strecke jenseit der Kehre auf der Berner Seite 1. von der Straße abgeht. 

Die Straße senkt sich, mit trefflichem Blick auf den Rhoneglet- 
scher, Galenstock und Dammastock, in sechs großen Kehren die 
steile Maienwang hinab. Der abkürzende Saumweg ist schlecht 
und steinig. In 1 St. (bergan IV2) erreicht man das (37km) Hot. 
du Glacier du Rhone im Gletsch (1761m; S. 362). Von hier nach 
Brig s. R. 80; über die Furka nach Andermatt s. K 35. 



226 

53. Von Spiez nach Leuk über die Gemmi. 

Eisenbahn bis Frutigen, 13,4km in 35 Min. (1 fr. 40 c. oder 1 fr.); von 
Prutigen bis Kandersteg, 12^6^111, Post im Sommer 2 mal tägl. in 21/3 St. für 
2 fr. 55 c; Einspänner 10, Zweisp. 18 fr.; zu Fuß 21/2 St. — Von Kander- 
steg Saumweg über die * Gemmi, einen der lohnendsten Alpenpässe, bis 
Bad Leuk (zu Fuß 51/2 St.; F. entbehi-lich, Träger 10 fr., Pferd bis zum 
H. Wüdstrubel 15 fr.; die Gemmi wand hinab kann man nicht reiten); — 
dann wieder Fahrstraße (Post 2 mal tägl. in l^/^ St.) bis zxir (16km) Station 
Lenk im Rhonetal. 

Von S^nez bis (5,2km) Äeschi- Heustrich, gegenüber dem Heu- 
drichhad, s. S. 184. — Vor (6,8km) Mülenen (695m ; Pens. Mit- 
lenen, P. 472-8 fr., einf. gut; Bä7', P. 4-5 fr.) über den Suldhach. 
Schöner Blick 1. auf die dreigipfelige Blümlisalp. 

8,2km Reichenbach (709m; Bahm'est; ^Bären, Z. \^ 1^-2^1.2, 
¥. 1, M. 272, P- 5-6 fr. ; Kreuz, einf. gnt), 5 Min. ö. von der Bahn, 
an der Mündung des Kientals. 

In das malerische *Kiental führt eine Straße (Post bis Kiental 2 mal 
tägl. in 11/4 St., 90 c.) s.o. hinan über das langgestreckte Dorf (1/2 St.) Schar- 
nachtal (848m), jenseit dessen sich ein herrlicher Blick auf das tief- 
eiugeschnittene bewaldete, von der majestätischen Blümlisalp überragte 
Kiental öffnet, zum (1 St.) Dorf Kiental (962m; *H.-P. Kientaler- 
hof, Z. 3, F. 11/4, M. 21/2, A. 2, P. von 5 fr. an; H.-P. Bären, P. 41/2-6 fr., 
gelobt; Führer Rudolf, Christen u. Jakob Maui, Christ. Bischoff), in 
schöner Lage, als Sommerfrische besucht. Von hier Karrenweg am r. 
Ufer des Kienbachs im Gornerengrund hinan, bald mit schönem Blick 
auf das mächtige, zerklüftete Grspaltenhorn , zuletzt aufs 1. Ufer zur 
(IV2 St') Tschingelalp (1153m; der direkte Fußweg führt vor der Brücke 
am r. Ufer weiter und läßt die Alphütten r.). Dann auf neuem Wege 
in waldiger Schlucht bergan, bei dem (1/2 St.) schönen untern Pochten- 
bachfall auf eiserner Brücke zum r. Ufer (gleich oberhalb 1. der merk- 
Avürdige runde HexenJcessel) ; oben auf der Wiese 1., am malerischen 
Dündenfall vorbei (jenseits 2 Min. 1. vom Wege der mächtige obere 
Pochtenfall), dann durch Wald steil bergan, zuletzt durch eine kl. Fels- 
schlucht, oben r. zum (3/4 St.) H.-P. Blümlisalp (1400m; 50 Betten 
zu 21/2, r« 1^/2) !*• 5-6 fi-.; einf.) auf der Griesalp. Von hier über das 
Hohtürli (2707m) nach Kandersteg 8-9 St. m. F., sehr lohnend (auf der 
Bund-A. trifft der Weg mit dem S. 202 beschriebenen zusammen). — 
Über die Sepnen-Furgge (2614m) nach Murren, 7 St. (F. für G-eübte 
entbehrlich), s. S. 202; gleich unterhalb des G-asth. führt eine Brücke 
über den Pochtenbach zur innern Gorneren-A., auf den Weg zux Steinen- 
berrg- und Dürrenberg-A. (S. 202). — Über die Gamchilücke (2823m) zum 
Tschingelgletscher (bis zur Mutthornhütte 6 St., bis Ober- Steinberg 8 St.), 
nur für Geübte m. F., beschwerlich. — Gspaltenh.orn (3437m), 81/2- 
9 St. (F. 50 fr.), schwierig, nur für gute Kletterer: vom H. Blümlisalp 
in 4 St. zur Gamchibalmhütte des S.A.C. (c. 2300m) an der Südseite der 
Büttlassen, dann über den Sattel und den Nordgrat in 41/2-5 St. zum 
Gipfel. — Büttlassen (3197m), von der Dürrenberghütte (2 St. vom H. 
Blümlisalp) 31/2-i St. (F. 25 fr.), für G-eübte nicht schwierig (s. S. 201). — 
Schilthorn (2973m) und Gh\ Hundshorn (2932m), von der Dürrenberghütte 
über das Telli in je 3V2-4 St. m. F., s. S. 201. — Blümlisalp, Wilde 
Frau etc., von der Blümlisalphütte, s. S. 227. 

Die Bahn überschreitet die Kander. L, prächtiger Blick in das 
Kiental mit Blümlisalp und Gspaltenhorn. 

13,4km Frutigen. — aAsra.: *Bahnhof-Hotel, Z. 2-3, F. I1/4, 
M. 3, P. 6-8 fr.; *H. des Alpes & Terminus, Z. 2-3, F. 1, P. 5-8 fr., 
diese beiden am Bahnhof; im Ort, 5-6 Min. vom Bahnhof, *BellevTie, 

Bsedeker's Schweiz. 31. Aufl. 15,. 



226 ni.R.53.~K:S.i86. KANDERSTEÖ. ßer««r 

Z. 2-3, F. 11/4, P. 5-8 fr.; *Helvetia, Z. 11/2-21/2, F. 1.20, P. 5-6 fr.: 
*Falken, Z. IV2-21/2, 1"- IV4, M. 21/2, P. 5-8 fr. ; Adler, gelobt; *Chalet 
Speranza & P. Schmid, P. 5-8 fr. — *P. Doldenborn auf Bäriseh- 
matte (1000m; V2 St.), in scböner Lage, P. von 5 fr. an. — Wagen zum Blau- 
see einsp. 5, zweisp. 9 (bin und zurück 8 und 15), Kandersteg 10 und 18 fr. 

Frutigen (8O6111), Marktflecken von 3996 Einw., liegt in fruckt- 
barem Tal an dem der Kander zufließenden Engstligenbach. Schöne 
Aussicht in das Kandertal, anf Balmkorn, Alteis etc. 

Ausflüge: GeriJwrn (2132m), 31/3-4 St. (F. entbebrlicb), leicbt und 
lobnend. — Grroßartiger ist die Aussiebt vom *SteinscMaghorn (2322m), 
über den Ueblmberg in c. 4 St. (F. 5 fr., für Geübte allenfalls ent- 
bebrlicb). — Von Frutigen auf den Niesen (S. 184) 5-51/3 St., -wegen der 
allmäblichen Steigung zu empfehlen. 

Die Straße nach Kandersteg überschreitet den Engstligenbach 
und wendet sich in das Kandertal ; 10 Min. Gasth. zur Krone ; 10 Min. 
weiter bei der Ruine Tellenburg über die Kander, an deren 1. Ufer 
von hier ein guter Weg mit schönen Ausblicken bis nach Kander- 
steg führt, dann eben fort bis (^/^ St.) Kandergrund (H.-P. Alpen- 
ruhe, einf. gut); zuletzt etwas bergan, die Kirche von Bunderhach 
(878m; H.-P. Bunderbach) 1. lassend, an den 'Whsern. zur Alteis und 
Felsenburg vorbei zum (V2 St.) H.Blauseehöhe (einf., Z. 2-3, F.l V4fr.). 

R. Fußweg in 5 Min. zum *Blausee (900m), einem waldumschlos- 
senen kleinen See, der wegen seines wunderbaren Farbenspiels einen 
Besucb verdient (Zutritt 1 fr., Kahiifabrt einbegriffen). Am See Pens. 
Blausee (45 Betten; P. 5-71/2 fr.; auch Restaur.). 

"Weiter an der Ruine Felsenburg vorbei nach (V2 St.) Mittholz 
(962m). Dann stärker ansteigend in Windungen (kürzer der alte 
Weg) den Bnhhtuiz hinan zu der Talstufe von (1 St.) 

26,6km Kandersteg. — Gasth. (von N. nach S.): *Kurhaus 
Kandersteg (Bählhad), Z. 2'/2-3Va, F. IVa, G. 3, M. 4, P. 7-10 fr.; 
*Gr.-H. K a n d e r 8 1 e g, 80 Z. zu 3-5, F. I1/2, G. 3, M. 4, P. 8-15 fr. ; P. A 1 p i n a, 
P. 4-ß fi-.; H.-P. Blümlisalp, 22 Z. zu 2-3. F. IV^, M. 2'/2-3i/2, P. 51/2-8 fr.; 
Ochsen, Z. l'/a'S, F. 1, P. von 4 fr. an; *H.-P. BuUevue, Z. 2-31/2, F. 11/2, 
G. 2-2'/2, M. 3'/2-4. P. 7-8 fr.; *H. Viktoria, 1/4 St. vom Bühlbad, Z. 3-6, 
F. 11/2, G.3, M.4, P.8i/2-14fr.: Gasth. zur Post; H.-P. Müller, P. 5-6 fr., 
einf. gut; Alpenrose, 3o Z. zu 2-3, F. li/., M. 31/2, A. 21/3, P. 5-7 fr., 
gut; *Park-Hot. & P. Gemnii, 60 Z. voa 2'/2, F. l'/a- ^- 3. M. 4, P. von 
81/2 fr. an; *Bären, gLicho Prei.se, am Ende der Fahrstraße in Eggen- 
schwand, ^U St. vom Bühlbad, am Beginn des Gemmiwegs. Zahheiche 
Chalets zum Vermieten an Familien. — Post & Telegraph beim H. Vik- 
toria. — Führer: Abraham Müller Vater und Sohn, Peter, Fritz, Sam. 
und Joh. Ogi, Joh. u. Samuel Uari, Gottfr. Müller, Joh. StoUer, Fritz 
Kunz, Sam. Klopf'enstein, Joh. Künzi, Arnold Schmid, Chrint. Gijgpr, 
Gottfr. Minnig, Lehrer Imohersteg, u. a.; bis Schwarenbach (F. unnötig) 5, 
Gemmi 7, Leukor Bad 10 fr. — "Waokn nach Frutigen einsp. 10. zweisp. 18, 
Spiez oder Adelboden 18 u. 32 fr. Sesselwagen („Gcmmi-Wägoli") für 
eine Person von Kandcrstog bis zur Gemmi 20, hin u. zurück 25 fr. — 
Aifsknnftbureau des Verkehrsvorcins. — Deutsch-roformiertor, franz.- 
kathol. und englischer Gottesdienst. 

Kandersteg (11 69-1201 m), fast 1 St. langes Dorf in schöner Lage, 
wird als Höhenkurort im Sommer und Winter besucht. Am Beginn 
des Talbodens entfaltet sich ein schönes Gebirgspanorama: n.ö. das 
zerrissene Birrenhorn, ö. die Schneewäude der Blümlisalp, das 
Doldenhorn, s.o. die kahlen Fisistöcke. Weiterhin verschwinden die 



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Wagi\Fr *.T)ebesl€!rpzig. 



Oherland KANDERSTEö. HI- R. 68. 227 

iSehneeberge, nur die Felseu am Ende des Tals, namentlich Grelli- 
horn und Lohner, bleiben sichtbar. 

Ausflüge. Sehr lohnender Spaziergang (c. 3/4 St. weit) in das wilde 
*Gasterntal (S. 232), aus dem die Kander in malerischen Fällen her- 
vorbraust. Guter Fußweg vom Hotel Gemmi oder Bären erst auf dem 
1., dann r. Ufer der Kander durch die Klus (S. 232) steil aufwärts zum 
Talboden von Gasternholz, in den slidl. die Wände des Tatlishorns und 
Alteis senkrecht abstürzen (prächtiger Wasserfall des Geltmhachs). 2V2 St. 
von Kandersteg das kl. Hot. Tschingelpaß (S. 232). — Ein steiler Pfad (für 
Ungeübte F. nötig) führt aus dem G-asterntal südl. hinan zur (21/2 St.) 
Balmhornhütte auf Wildeisigen (c. 2300m), von wo das Bcdmhorn (S. 228) 
über den Nordgrat in 8-9 St. für Geübte mit F. zu ersteigen ist (F. 50 fr.). 

In das ÖscHiNENTAL,, gleichfalls sehr lohnend. Der Weg (bis zum See 
11/4 St., Pferd 8 fr.. ; auch für Gemmi-Wägeli) führt beim Hotel Viktoria 1. ab 
am 1. Ufer des öschinenbachs hinan, nach 50 Min. auf das r. Ufer (r. ein 
schöner Wasserfall), dann ziemlich steil in 40 Min. zu dem bis 56,6m tiefen 
*Oschinensee (158lm; H. Öschinensee bei D. Wandfluh, Z. lV9-2Va. M. 
2-3, P. 5-6 fr., einf. gut). Vom See steigen gewaltige schneebedeckte 
Berge auf, die Blümlisalp, das Fründenhorn und DoMenhorn, von denen 
Wasserfälle herabstürzen und die sich bei ruhiger Luft im See spiegeln. 
Sehr- zu empfehlen eine Kahnfahrt auf dem See (bis zu der Schlucht in der 
SO. -Ecke und zurück 1 St., Fahrpreis 1 fi'.). — Von hier zur ÖschinenaZp 
und über das Hohtürli ins Kiental (F. bis Reichenbach 20 fr.) oder über 
Hohtürli und Seflnenfhrgge nach Lauterhrunnen (F. 30 fr.) s. S. 202. 

Die Blümlisalp oder Frau, ein mächtiger Gebirgsstock, nach N. 
mit blendend weißem Firn bedeckt, nach S. in gewaltigen Felswänden 
zum Kandergletscher abstürzend, hat drei Hauptgipfel: w. der höchste, 
das Blümlisaljßhorn (3669m), in der Mitte der Firngipfel der Weißen 
Frau (3661m), ö. das Morgenhorn (3629m), und vier Vorgipfel: Wilde 
jPVa?*.. (3259m), Blümlisalpstock (3219m), Blümlisalp - Rothorn (3300m) 
und Öschinenhorn (3490m). Das Blümiisalphorn wurde zuerst 1860 von 
Leslie Stephen erstiegen, die Weiße Frau 1862 von A. Roth und E. v. 
Fellenberg, das Morgenhorn 1869 von Hugo Baedeker. Ausgangspunkt 
ist die Blilmlisalphütte des S.A.C. am Hohtürli (2760m: 6 St. von 
Kandersteg, s. S. 202), von wo * Wilde Frau in 2 St. (F. 30 fr.), Blümlis- 
alpstock in 31/2 St. (F. 25 fr.), '^ Weiße Frau in 41/a St. (F. 50 fr.), Blümlis- 
alphorn und Morgenhorn in je 5 St. (F. 50 u. 40 fr.) zu erreichen sind. 

Doldenhorn (3647m), 1862 von Roth und Fellenberg zuerst erstiegen, 
schwierig: von Kandersteg in 21/2 St. zur Boldenhornhütte des S.A.C. auf 
dem Obern Biberg (1920m), dann in 51/2 St. zum Gipfel (F. 40 fr.). — 
FründerLhorn (3367m), 1871 von Ober u. Corradi zuerst erstiegen, vom 
Hot. öschinensee über die Alp In den Fründen in 6-7 St., für Geübte 
nicht schwierig (F. 40 fr.). — Interessante aber schwierige Übergänge 
führen über das Oschinenfoch (c. 3180m) zwischen öschinen- und Fründen- 
horn. und das Früfidenjoch (3001m), zwischen Fründen- und Doldenhorn, 
aus dem öschinental zum Kandergletscher (von Kandersteg bis ^ur 
Mutthornhütte 10 St., F. 40 fr-.). 

Dündenliorii oder Witwe (2865m), üher Öschinen-A. in 5-6 St., für 
Geübte nicht schwierig (F. 20 fr.); prachtvolle Aussicht. Man kann am 
Grat entlang zum Bundstock (2758m) und zur (2 St.) Blümlisalphütte 
(s. oben) wandern, von da nach Kandersteg zurück (im ganzen 13-14 St.). 

*Alpschelenh.ubel (2251m), w. von Kandersteg, 3 St., unschwierig 
und lohnend (F. 8 fr.,..für Geübte entbehrlich). Beim Hot. Bären r. über 
den Älpbach und im Üschinental hinan zur (1 St.) Üschinen-A. (1597m), 
dann r. auf dem Bonderkrinden-Wege (S. 234), streckenweise steil, aber 
auf sicherm Pfade zur Alpschelen-A. (2094m) und n.ö. über Matten zum 
(2 St.) Hubel, mit Signal und heniicher Aussicht. 

Von Kandersteg über die Bonderkrinden nach Adelboden (6 St., 
F. 10 fr.) s. S. 234; über den Lötschenpaß nach Ried (9 St., F. 20 fr-.) 
8. R. 54. — Über den Tschingelpaß nach Laut^brunnen s. S. 203 (12-13 St., 

15* 



228 III.JR..63. — K.S.226. GEMMI. Von Spiez 

F. 30 fr.; bis zur Mutthornhlltte 7-8 St.; ratsam in Seiden zu übernachten, 
8. S. 232). — Über den Petersgrat ins Lötschental (12 St. bis Ried, Y. 40 
fr.), sehr lohnend, vgl. S. 203. Anf dem Tschingelpaßwege bis zur Höhe des 
Kanderfims, dann r. über Firnhänge zur Höhe des Petersgrats (3205m), mit 
prächtiger Aussicht; hinab durchs Tdlital nach Ried (S. 231). 

Der beim Hot. Bären (1201ni) begimiende Saumweg (früh morgens 
schattig) führt geradeaus auf das das Kandertal abschließende 
Gellihgrn („Mittaghorn", 2289m) los, den in kleinen Fällen aus 
dem Üschinental kommenden Alpbach r. lassend, und windet 
sich an der Bergwand unter dem Grellihorn in zahlreichen Kehren 
1^4 St- bergan bis zur ersten Höhe „beim Stock". Dann zieht er 
sich durch Wald in mäßiger Steigung hoch über dem Crastern- 
tal (S. 232) und weiter über ditm Tdl ^qs Scliwarzbachs hin, mit 
schönen Blicken auf Fisistock, Doldenhorn etc. Nach 50 Min. erreicht 
man die im Sept. 1895 durch einen Gletschersturz von dem 1. auf- 
ragenden u4Z^eZs (3636m) mit Stein u. Schuttmassen bedeckte Spital- 
matte (1902m) ; eine Denktafel erinnert an die sechs Verunglückten. 
Zwischen dem Alteis und der schwarzen Felsspitze des Kleinen 
Rinderhorns {3007m.; daneben der Schneekegeides Großen Binder- 
horns, 3457m) ist der Schwarzgletscher eingebettet. Dann durch 
eine Steinwüste bergan zum (30 Min.) *H.-P. S'ch"warenbach 
(2067m; 40 Betten, Z. 2-3, F. l^/a, Gr. 21/2, M. 31/2, P- von 6 fr. an), 
mit kleinem See. 

Bergtouken (Führer s. S. 226). Grr. Rinderhorn (3457m), 5 St. 
(F. 30 fr.), nicht schwierig; sehr lohnende Aussicht. — *Balmliorn 
(3711m), über den Schwarsgletscher und Zagengrat in 5^/3-6 St., mühsam, 
doch ohne G-ef ahr (F. 30, bis Leukerbad 40 fr.) ; großartige Rundsicht über 
die nördl. Schweiz und die ganzen Berner und Walliser Alpen, namentlich 
den Montblanc und das kolossale Bietschhoru; in der Tiefe Lenk und 
im N. das Kandertal bis zum Thuner See. Vom Zagengrat können geübte 
Kletterer direkt zum Leukerbad absteigen. Interessanter, aber länger und. 
schwieriger ist die Besteigung von der Balmhomhütte auf Wilddsigen 
(S. 227; 11-12 St. von Kandersteg bis zum Gipfel, F. 50 fr.). — Alteis 
(3636m), weniger lohnend, doch interessant (51/2 St., F. 25 fr.); bei wenig 
Schnee oft langes Stufenhauen erforderlich. Schwindelfreie können in 
1-11/2 St. vom Balmhorn zum Alteis hinübergehen (F. 50 fr.). — "Wild- 
strubel (3253m), vom G-emmipaß (Führer A. Varonier) über den Lämmern- 
gletscher in 41/3 St., nicht..schwierig (vgl. S. 234, 239; F. 25, mit Abstieg 
nach der Lenk 35 fr.). — Über den Engstlig engrat nach Adelboden (5 bis 
5Va St., nicht schwierig) s. S. 234. 

In 35 Min. erreicht man den 2km langen", 3-6m tiefen Dauben- 
see (2214m) , der vom Lämmerngletscher genährt wird , ohne sicht- 
baren Abfluß, 7 Monate gewöhnlich zugefroren. Der Weg führt 
sanft ansteigend 25 Min. lang am ö. Ufer hin und erreicht 10 Min. 
weiter die Paßhöhe der Gemini oder Daube (2329 m; '^Hot Wild- 
strubel, 45 Z. zu 2V2-4, F. IV2, G. 3, M. 31/2, P- 7-9 fr.), u.ö. vom 
Daubenhorn (2952m). Überraschende *Aussicht auf das Rhonetal 
und die ganze Kette der Walliser Alpen (Panorama von Imfeid); 
r. der Wildstrubel mit dem Lämmerngletscher; tief unten Bad Leuk. 

4 Min. jenseit des Passes öffnet sich der Abgrund , wo an 600m 
hoher, fast senkrechter Wand eine der merkwürdigsten alten Alpen- 
straßen hinabführt, 1737-40 von Bern und Wallis erbaut, nirgends 



nach Leuk. LEUKERBAD. K- S. 226. - HL E, 58. 229 

unter 1,5m breit. Die Windungen sind in den Felsen eingehaiien, 
oft einer Wendeltreppe ähnlich ; an den steilsten Stellen sind Brust- 
wehren und Geländer angebracht. In der Schlucht fängt sich der 
Schall, so daß die Rede Entfernter neckisch wie hoch aus der 
Schlucht zu ertönen scheint. An die Felswand schließt sich ein 
Abhang von G-eröllund Schuttmassen, den unten ein Tannenwäldchen 
bedeckt. Da wo die eigentlichen Kehren aufhören (Mitte des Wegs) 
ist eine Trinkhalle mit weithin sichtbarer Schweizer Fahne. Von 
der Paßhöhe bis Bad Leuk gebraucht man P/2 St. (aufwärts bis zur 
Trinkhalle 1 St. 10 Min., Trinkhalle-Gemmi 1 St. 10 Min.). 

Leukerbad. — Gasth. (die ersten acht der gleichen Gesellschaft 
gehörig): *H. des Alpes, Maison Blanche, H. du Grand Bain, 
in diesen drei Z. 2V2-5, T. iVü, G-- 3, M. 41/2, Pens. 8-18 fr.; H. de France 
Union, Bellevue, in'diesenP. 7-10 fr. ; Fr er es Brunner, Gui 11 au me 
Tell,P. 6-7fr. — ChevalBlanc,Z.2i/o, F.IV4, M. 2V2,P. 5-6fr.; Croix 
Federale, heide einf. — Bier in der Maison Blanche, Bellevue, Eestaur. 
Wildstrubel und Restaur. des Touristes. — Pferd bis Kandersteg 20, 
Schwarenbach 12, Daubensee 8 fr. Träger bis Kandersteg 10 fr. — Post 
(vom H. de France) nach Station Leuk im Sommer tägl. vorm. in 1^/4 St. 
(3 fr. 95 c), aufwärts in 4 St.; Einspänner für 1-2 Pers. 12, 3 Pers. 15, 
Zweisp. 25 fr. 

Leukerbad (1411m; 620 Einw.), franz. Loeche-les-Bains ,' von 
den Wallisern Baden genannt, aus den Holzhäusern des alten Dorfs 
und den großen Gast- und Badehäusern bestehend, liegt auf grünen 
Matten in einem Bergkessel, der nur gegen Süden, wo die Data 
sich durchwindet, einen Ausgang zeigt. Im höchsten Sommer ver- 
schwindet die Sonne schon um 5 ü. nachm. Heller Mondschein wirft 
ein fast geisterhaftes Licht auf die gewaltige senkrechte Gemmi- 
wand, „grawsame Felsen, die bis zum Himmel steigen und seind 
erschrockenlich anzusehen" (Seb. Münster, 1550). Die seit dem 
frühen Mittelalter bekannten gipshaltigen warmen Qmllen (etwa 
20, von 39-51" C.) sind gegen Hautkrankheiten und Eheumatismus 
wirksam und locken von Juni bis September zahlreiche Badegäste an, 
meist Schweizer, Franzosen und Italiener. Sechs Badehäuser, die 
mit den Gasthöfen in Verbindung stehen, enthalten sowohl Gesell- 
schafts- wie auch Familien- und Einzelbäder, in denen die Leiden- 
den mehrere Stunden täglich zubringen. In die Gesellschaftsbäder 
werden Zuschauer zugelassen (Hut ab ! Beitrag „pour les pauvres" 
in die vorgehaltene Sammelbüchse). Es überrascht, die Badenden 
(Männer und Frauen getrennt), mit wollenen Mänteln und Hals- 
kragen bekleidet, in geräuschvoller meist französischer Unterhal- 
tung zu sehen, auf dem Wasser kleine Tische mit Kaffeetassen, 
Zeitungen, Büchern und anderm Zeitvertreib. Die Bäder stehen 5-10 
ü. vorm. und 2-5 U. nachm. zur Benutzung offen. — Die bei den 
Bädern beginnende Kurpromenade wird früh zur Trinkkur, nachm. 
von zahlreichen Spaziergängern besucht (Musik). Am Ende (10 Min.) 
r. unterhalb die Waldpromenaden des „Bois de Cyth^re". 

Ausflüge (Ftthrer G. Grichting, J. Lehner, G. Loretan). Vom Ende der 
Kurpromenade in 20 Min. bis zum Fuß einer hohen Felswand über dem 
l. Ufer der Dala, wo Schwindelfreie auf acht am Fels befestigten schlech- 



230 in. R. 53. -K. 8.226. TORRENTALP. 

ten Leitern (Echdles) bis zur Höhe klettern können; von dem Felsvor- 
sprnng oberhalb der zweiten Leiter schöne Aussicht (das Hinabsteigen 
ist schwieriger als das Hinaufsteigen) ; oben bequemer Weg in 1 St. nach 
dem Dorf Albinen (1277m). — Andere Ausflüge: FaU de)' Dala, ^U St. n.ö. 
oberhalb Leuk; Feuillerette-Älp (1783m), mit prächtigem Blick auf Alteis, 
Balmhom u. Gemmiwand, 1 St. östl. ; FluTmlp (2045m), im obersten Dala- 
tal, 21/2 St. n.ö. 

Zum Hotel Torrentalp 21/2-3 St. (von Stadt Leuk über Albinen 
5 St.), sehr lohnender Ausflug (Träger 4, Pferd 10 fr.; Maultierpost im 
Sommer 2 mal tägl. in 2^/2 St.). Reitweg vom Badhaus-Durchgang an- 
fangs durch Wald und in Windungen den Pas du Loup (Wölßtritt, 
1861m) hinan, weiter über die blumenreichen Matten der Torrentalp 
zum *H.-P, Torrentalp (2440m; 40 Z. zu 2-4, F. 11/2, G. 3-31/2, M. 4, 
P. 7-10 fr.), in freier aussichtreicher Lage, zu längerm Aufenthalt sowie 
als Standquartier für Bergtouren zu empfehlen. Hauptausflug auf das 
*Torrentilorn (3003m; I1/2 St., F. 5 fr., unnötig): Reitweg, hinter dem 
Hotel 1. am Abhang entlang, dann r. über den Grat zum Sattel und 
1. zum Gipfel, mit Bank und prächtiger Aussicht auf die Bemer und 
Walliser Alpen (gutes Panorama von Imfeid); an der N. -Seite der 
Wajinggletscher (vom Hotel in I1/2 St. zu erreichen). — Vom Galm- 
Jwrn (2463m; guter Pfad vom Hotel in I1/2 St., F. unnötig) schöner Aus- 
blick über das ganze Rhonetal und die Walliser Alpen. Geübteren ist 
die Besteigung des *MaJinghorns (3059m) zu empfehlen (3 St., F. 8 fr., 
entbehrlich); Aussicht wie vom Torrenthorn, nach N. senkrechter Blick 
in das Dalatal, nach 0. ganz freie Aussicht ins Lötschental. Laucher- 
spitze (2848m; 3 St., F. 8 fr.); Faldum-Bothorn (2839m; 3 St., F. 8 fr.); 
Niven (2776m; 5 St., F. 12 fr.), alle nicht schwierig; Ferden-Rothorn 
(3183m; 4 St., F. 12 fr.), beschwerlich; Resti - Rothorn (2974m; 5 St., 
F. 15 fr.), für gute Kletterer. — Übergänge nach Ried über den Ferden- 
paß (2834m; 41/2 St., F. 14 fr.) oder den Restipaß (2669m; 5 St., F. 14 fr.), 
unschwierig und lohnend, s. S. 231; über die Gitzifurgge (2930m) und 
den Lötschenpaß (2695m) nach Kandersteg (10 St., F. 20 fr.), beschwer- 
lich, 8. S. 232. 

Die 1843-47 erbaute Straße nach (14km) Stadt Lenk führt über 
die Dala und, mit Rückblick auf Rinderborn und Balmborn, am 
r. Ufer abwärts nach (5km) Inden (1137m; Restaur. des Alpes, 
einf. gut), wo Fußgänger L an der Kirche vorüber den abkürzenden 
Saumpfad nehmen. L. oben das Dorf Albinen (s. oben). Die Straße 
bleibt noch eine Strecke am Abhang der großartigen Dalaschlucht, 
senkt sich in mehreren Kehren und überschreitet (3km) auf hoher 
zweibogiger Brücke die Dala (vor der Biiicke Restaur.). 

Fußgänger, die nach Siders (S. 354) wollen, schlagen den unter- 
halb der letzten Kehre, c. 500m vor der Brücke r. abgehenden alten Fahr- 
weg ein, durch drei Tunnels, dann an der Bergwand allmählich hinab 
über Varen und Salgesch (bis Siders 2 St.). 

Die Straße verläßt c. 2km weiter die Dalaschlucht noch hoch 
über dem Rhonetal, auf das sich eine schöne Aussicht bis zur Dent 
de Mordes und Dent du Midi öffnet; gegenüber der Illgraben, 
unten der Pfiner Wald. An der Ecke (914m) unweit der Kapelle 
folgen Fußgänger dem Handweiser r. hinab nach Leuk -Stadt 
(753m ; S. 355), während sich die Straße in fast 4km langer Kehre 
senkt. Von der Stadt zum Bahnhof Leuk (623m; S. 355) noch 2km. 
Fußgänger gebrauchen von Bad Leuk bis zum Bahnhof 2^/2 St., um- 
gekehrt 37, St. (s. S. 355). 



231 

54. Von Gampel nach Kandersteg. 
Lötschenpaß. 

12 St., von Ried 8 St., mir von rüstigen Wanderern bei gutem Wet- 
ter zu unternehmen; Filkrer nötig (von Ried bis Kandersteg 18 fr.). Das 
Lötschental ist auch an sich besuchenswert ; bis Goppenstein steiler und 
schlechter Fahrweg, dann Saumweg bis Ried und G-letscherstaffel. 

Von Q-ampel (641m; Hot. Lötschental), 20 Min. n. von der 
gleiclin. Station (S. 355) auf dem r. Rhone-Ufer, da wo die Lonza 
aus dem Lötschental liervorströmt , mit groiJer Karbidfabrik und 
Blei- und Silberbergwerken, führt der Weg, zuerst steil ansteigend, 
durch eine enge, den Lawinen sehr ausgesetzte Schlucht, an den 
Kapellen von (1 St.) Mittal (1045m) und {^j^ St.) Goppenstein 
(1230m; Kantine) vorbei, dann (^4 St.) über die Lonza. Das Tal 
öffnet sich und wird bebauter. 1 St. Ferden (1389m) ; 1/4 St. Kippet 
(1376m ; Unterkunft beim Pfarrer) ; dann wenig steigend über Wiler 
nach (1 St.) Ried (1509m; H. Nesthorn, gutes Bergwirtshaus, Z. 
3-4, F. IV2, ^- 31/2, M. 4, P. 6 fr.), am Fuß des Bietschhorns. 

Ausflüge (Führer: Jos., Gabr., Joh. u. Theod. Kalbermatten u. a.). 
Hohgleifen {Ädlei'spitze , 3280m), über Schönbühl und die W. -Flanke 
in 6-7 St. (F. 25 fr.), nicht schwierig; prachtvolle Aussicht auf die Wallisev 
Alpen bis zum Montblanc, die w. Berner Alpen, Lötschen- und Rhone- 
tal, ö. im Vordergrund das gewaltige Bietschhorn. Weit schwieriger 
ist der Anstieg von der Ostseite über das Kastlerjoch (s. unten) und den 
IjolUgletscher. — Bietschhorn (3953m), 9-10 St. (F. 80 fr.), sehr an- 
strengend, aber für geübte Bergsteiger nicht sehr schwierig (erste Er- 
steigung durch Leslie Stephen 1859). Übernachten in der Bietschhütte 
des S.A.C. (c. 2800m), 4 St. von Ried; von hier über das Bietschjoch 
(s. unten) und den W.-Grrat zum (5-6 St.) Gipfel. Interessant die Traver- 
sierung des Berges, mit Abstieg über den N.-G-rat wieder zum Bietsch- 
joch zurück. — *Lauterbrunner Breithorn (3779m), 9-91/2 St., F. 40 fr., 
für G-etibte nicht schwierig (s. S. 203). — *Hockenhorn (3297m), 61/2-7 St., 
F. 15 fr., unschwierig (s. S. 232). — Tschingelhorn (3581m), über den 
Petersgrat in 7-8 St., F. 27 fr., unschwierig. — Grqßhorn (3765m), 10 St., 
F. 45 fr., beschwerlich, 

Pässe. Über den Petersgrat nach Lauterbrunnen oder Kandersteg 
(12 St., F. 35 fr.), s. S. 203. — WetterlücTce u. Schmadrijoch, beide schwierig, 
8. S. 203. — über die Lötschenlücke zum Eggishorn - H. (12 St., F. 40 fr.) 
s. S. 364; über den Beichpaß nach Beialp (10 St., F. 25 fr.) s. S. 357. 

Ins Rhonetal über das Baltschiederjoch (c. 3300m), 12 St. von Ried 
bis Visp (F. 25 fr.), über' das BietscJijoch (3230m), 9 St., oder das Kastler- 
joch (3150m), 10 St. von Ried bis Raren (F. 20 u. 25 fr.), alle drei müh- 
sam aber lohnend. 

Von Ried zum Leukerbad über den Ferdenpaß, 8-9 St., F. 
18 fr., unschwierig und lohnend. Auf der Kummenalp (S. 232) vom 
Lötschenpaßwege 1. ab, im Ferdental hinan zum Ferdenpaß (2834m) 
zwischen Majinghorn (3059m) und Ferden- Rothorn (3183m); hinab über 
Schutthalden zur Fluhalp und durchs Dalatal nach Bad Leuk (S. 229). 
— Gitzifurgge (2930m), 9-10 St. bis Bad Leuk, interessant aber be- 
schwerlich (F. 20 fr.). Die Paßhöhe liegt s.w. vom Lötschenpaß zwischen 
Ferden- Eothorn und Balmhnrn; Abstieg über den Dalagletscher zur 
Fluhalp (S. 230). — Restipaß (2639m), 7-8 St., gleichfalls lohnend (F. 
18 fr.). Von Ferden über die Restialp (2111m; Unterkunft, 2 Betten) 
zur (3V2-4 St.) Paßhöhe zwischen Resti - Rnthorn (2974m) und Laurher- 
spitze (2848m; in 3/481. zu ersteigen, lohnend); hinab zum (IV2 St.) Hot. 
Torrentalp (S. 230) und nach (I1/2 St.) Bad Leuk. Nach Leuk-Stadt 



23^ IIL R 54. -K. 8.226. LÖTSCHENPASS. Bemer 

über den Faldumpaß (2644m), zwischen Laucherspitze und Fctldum- 
Bothorn (2839m), oder über den Uivenpaß (2610m), zwischen Faldum- 
Eothorn und dem aussicbtreichen JSfiven (2776m, vom Paß in i/g St. zu 
ersteigen), beide unschwierig (F. 18 fr.). 

Der Weg zum Lötschenpaß steigt von F erden (S.231) n.w. Berg- 
an, anfangs durch schönen Lärchenwald, dann über Matten zur (2 St.) 
Kummenalp (2075m), weiter über Fels, G-eröU und Schnee zum 
(2 St.) Lötschenpaß (2695m), einem der ältesten begangenen Alpen- 
pässe, w. von den steilen Abstürzen des Balmhorns (S. 228) beherrscht, 
ö. vom Schilthorn oder Hockenhorn (3297m; vom Paß in 2^/2 St. zu 
ersteigen, F. 7 fr. mehr ; prachtvolle Aussicht). Die Aussicht nach 
Süden, s.o. auf das Bietschhorn, s. Mischäbel, Weißhorn und Monte 
Rosa, ist, bevor man die Paßhöhe erreicht, großartiger als vom Passe 
selbst; n. die Felsmauern des Doldenhorns und der Blümlisalp, n.ö. 
der Kanderflrn, auf dessen Höhe das Mutthorn thront. 

Hinab auf der r. Seite des Lötschenberggletsehers, dann hinüber 
auf die 1. Seite zur Balm (2421m), am Grletscherende , und über 
Moränenschutt steil hinab, weiter über den Schönbühl zur (l^g St.) 
Gfällalp (1840ni, Milch), mit gutem Überblick des obern Gastern- 
tals. Unten im Tal über die Kander nach den Hütten von (1/2 St.) 
Gasteren oder Seiden (1524m; kl. Hot. Tschingelpaß, Z. 21/2, F. I1/2, 
M. 2-3, P. 31/2-4 fr., einf. gut). Das Tal ist, seitdem an den Abhängen 
rücksichtslos Holz gefällt wird, den Lawinen ausgesetzt und deshalb 
vom Februar bis zur Heuernte von den Bewohnern verlassen. Jenseit 
eines prächtigen Waldes , der seit Jahrhunderten den Lawinen des 
Doldenhorns Widerstand geleistet hat, in einem Chaos von Fels- 
blöcken, liegt (1 St.) Gasternhoh (1365m). Das G-asterntal macht 
eine Biegung und wird ziemlich breit und eben, s. von dem schnee- 
bedeckten Ältels (3636m) und dem Tatlishorn (2505m), n. von den 
Fisistöcken (2804m) umrahmt. Über die steilen Felswände im S. 
stürzen einige Wasserfälle, namentlich der schöne des Geltenhachs. 
Am Ende des Talbodens (1 St.) tritt der Weg in die *Klus, eine 
enge Y4 St. 1. Schlucht, durch welche die Kander in einer Reihe 
von Wasserstürzen hinabbraust. Mitten in der Schlucht auf das 1. 
Ufer, dann 1. zum (1/4 St.) Hot. Bären, oder r. nochmals über die 
Kander zum (20 Min.) Hot. Gemmi in Kandersteg (1200m), s. S. 226. 

55. Von Prutigen nach Adelboden. 

Von Spiez bis Frutigen Eisenbahn in 1/2 St. (s. S. 225). Von Fru- 
tigen bis (16km) Adelboden Post im Sommer 3 mal tägl. in 3 St. 10 Min. 
(3 fr. 25 c), abwärts in 2 St.; Einsp. 12, Zweisp. 20 fr. 

Frutigen (806m) s. S. 225. Die neue Poststraße steigt allmäh- 
lich durch das tief eingeschnittene, matten- und waldreiche Engst- 
ligental am 1. Engstligenufer, über mehrere Wildbäche, die r. von 
der Niesenkette herabkommen, und unter der Linterfluh vorüber 
(Schieferbrüche). Im Talhintergrunde erscheint das Felshaupt des 
Fizer und der schneebedeckte Wildstrubel. Über den Hohen Steq 



Obertand. ADELBODEN. K. 8.226.- III.R.65. 233 

(1072in), eine kühne einbogige Eis entrücke, TOm über dem Bach, 
auf das r. Ufer, zum (Sjgkm) Whs. zum Steg (1110m), Poststation 
für das weit zerstreute Dorf Achseten'., weiter wieder aufs 1. Ufer 
und in großen Kehren hinan (Fußweg kürzt) nach 

16km Adelboden. — G-asth. (im Hochsommer Vorausbestelhmg 
ratsam): *Grand Hotel Adelboden, in fieier aussichtreicher Lage, 
100 Z. zu 3-6, F. 11/2, G-. 31/2, M. 41/2, P. 8-15 fr.; *Gr.-H. Kurhaus, 
höher gelegen, 100 Z. zu 3-8, F. I1/2, &• 3-31/2, M. 4-41/2, P. 7-16 fr. ; *H.-P. 
National, 60 Z. zu 2-6, P. 0. Z. 5 fr.; *H.-P. Bellevue, P. 6-12 fr.; 
*Adler, 80 Betten, Z. 21/2-5, F. I1/4, M. 4, A. 3, P. 61/2-I2 fr.; *H.-P. la 
Rondinella,50Z.zu2i/2-4,F. 1.20, G. 3, M. 41/0, P. 8-12 fr.; H.Viktoria, 
Z. 2-31/2, F. 1, M. 2-3, P. 6-8 fr.; P. Frau Prof. Hagen, 51/3-71/2 fr.; 
H Post, P. 5-10 fr..; *H.-P. Alpenrose, Z. 2-31/2, M. 21/2, P. 5-7 fi.'. ; 
P. Hari zum Schlegeli, 10 Min. n. von der Post, 130 Z., P. 41/2-51/0 fi-.; 
P. Alpenruhe, P. 5-6i/2fr.; P. Edelweiß, 5 Min. südl., P. 5-10 fr. (täg- 
lich Hausandacht); P. Alpenblick, 6-7 fr. — Bier (Münchner u. Pilsner) 
im Kursaal beim H. Adler (tägl. Konzert), im Restaurant des Grand Hotel 
und den meisten andern Hotels. Caf4 Kurhaus der Post gegenüber. 

Adelhoden (1356m), großes Dorf (1564 Einw.), auf windgeschütz- 
teni Bergabhange 120m über dem Engstligenbach gelegen, mit 
schöner Aussicht auf die Lohnerkette und den Wildstrubel, wird als 
klimat. Kurort im Sommer und "Winter viel besucht. Interessante 
alte Holzhäuser; alte Kirche (1433) mit mittelalterlicher Fresko- 
malerei an der Außenwand, daneben ein uralter Ahorn. 

Ausflüge (Führer: Joh. Pieren, Sam. Zryd, Gilg. Fähndrich, Dav. 
Spori, Fritz u. Joh. Hari, Chr. u. Gottl. Bärtschi, G-ottl. Hager, G-ottfr. 
Künzi, Abr. Zumkehr u. a.). Nähere Spaziergänge (Wege meist mar- 
kiert): n. über AußerscJiioand nach der (3/4 St.) Bütschegg (1366m), 
am Ausgang des Tschententals, mit den Kaffeewirtschaften Waldegg und 
Bütschegg und hübschen Ausblick auf das Frutigtal und die Niesenkette; 
umfassendere Aussicht vom Hörnli (1497m), s.w. 20 Min. höher am Wege 
nach der Tschentenalp (von Adelboden über Äußer- Schwand 1 St.). — 
Cliolerenlocli im Tschentengraben (1 St., rot markiert), vom Tschenten- 
bach ausgewaschene Felsklamm (Holzsteg, Eingang von iinten); weiter 
am 1. Ufer auf interessantem Pfade hinab zum (1/4 St.) *Pochtenkessel, 
einem gewaltigen Trichter in der Schlucht des Engstligenbachs , auf der 
Brücke zum andern Ufer und hinan zur Poststraße unweit des (6 Min.) 
Steg -Whses. (s. oben). — "Wetter- oder Schernitanne im Allenhachtal 
(1 St. w., gelb mark.), 4-5m im Umfang, über Stiegeischwand, am Fuß 
der wilden Abstürze des Albrist und Gsür (Restam-aut). — Bonderlen- 
tal und Lohnerwasserfalle (bis zum FuJ3 der Lohnerfelswände 2 St.; 
grün mark.). Liebliches Alpentälchen; schöner Wasserfall. R. vom Fall 
und höher gegen die Bonderalp viel Alpenrosen. — *Engstligenfälle 
(I1/2-2 St.), sehr lohnend; Saumweg (grün mark.) durch die Bäuert Boden 
(20 Min. Restaui-. zur Sonne) zum (I1/2 St.) unteren Fall („Staub"; dabei 
Erfr.-Hütte) ; weiter zum großartigen obern Fall und zur EngstUgenalp 
8. S. 234. — Kleine Bergpartien: Kuonisbergli (1740m) und Höchst 
(1972m), 2-21/2 St. südl., über die Bäuert Boden; schöne Alp (viel Alpen- 
rosen), vom Höchst Aussicht über das ganze Adelbodental (F. 3 fr., ent- 
behrlich). — Schwandfelilspitze (2034m), w. oberhalb des Dorfs, 2 St. 
(weiß mark., F. 4 fr., entbehrlich); sehr lohnende Aussicht. — Regen- 
bolshorn (2195m), s.o. vom Hahnenmoos (s. unten), 3 St. (F. 7 fr.), gleich- 
falls lohnend. — *Ijaveigrat (2254m), 3-31/2 St. (F. 6 fr.), über die Alp 
Silieren; schöne Aussicht auf die Bemer, Waadtländer und Freiburger 
Alpen; zu Füßen Bad Lenk. 

GRÖßER!; Bergtouren: *Bonderspitz (2543m), 4 St. (F. 8 fr.), und 
Elsighorn (2346m), 5 St. (F. 8 fr., entbehrlich), beide leicht und lohnend. 



234 III- R- 55. - K. S. 226. ADELBODEN. B^ner 

Auf der Msigenalp (1830m) ein kl. See, in dessen Nähe Arven. — *A1h- 
ristliorn (2764m), 5 St. (F. 12 fr.), nicht schwierig; prachtvolle Aussicht 
auf Berner und Walliser Alpen. Aufstieg über die hochgelegene Furggi- 
alp (2094m); lohnender Abstieg über Seewlenhorn (2530m) und Hähnen- 
moos (F. 15 fr.), oder n.w. zum Grimmialppaß und Hot. Grimmialp 
(S. 235). — asür (2711m), über Schwandfehl in 41/2 St. (F. 12 fr.), schwierig, 
nur für Schwindelfreie; schöner Blick auf die Bemer Alpen. — Tschingel- 
lochtighorn (2740m), von der (3 St.) Bngstligenalp (s. unten) in 3 St. 
(F. 25 fr.), die letzte 1/2 St. Kletterpartie (nur für Schwindelfi-eie) und 
Tierhörnli (2900m), von der Engstligen-A. in 31/2 St. (F. 25 fr.), beide 
lohnend. — Groß-Loliner (3055m), von der Engstligen-A. in 4-5 St. 
(F. 30 fr.) , mühsam, nur für Geübte. Prachtvolle Aussicht. Abstieg über 
d.en Hinterberg nach (4 St.) Adelboden. — Steghorn (3152m), von der 
Engstligen-A. in 4 St, (F. 25 fr.), gleichfalls beschwerlich. — *'Wild- 
strubel (ö. Gipfel oder Großstruhd 3264m), 8-9 St. (F. 30 fr.), sehr 
lohnende Gletscherpartie, für ausdauernde Gänger nicht besonders schwierig. 
Von Adelboden südL auf gutem grün mark. Wege an den Engstligenfällen 
(S. 233) vorbei in 3 St. zur Engstligen-A. (1938m; kl. Berghotel, Bett 
2 fr., ordentlich), einem weiten Alpenkessel (ehem. Seeboden); von hier 
steil hinan über den zerklüfteten Strubelgletscher , dann von NW. fast 
eben über guten Schnee zum (S-öi/a St.) Gipfel, mit großartiger Aussicht. 
Abstieg über den Lämmerngletscher zur (3 St.) Gemmi (S. 228; F. 40 fr.), 
oder über den Glacier de la Maine Morte zur (21/2 St.) Wildstrubelhütte 
und nach der Lenk (F. 40 fr. ; S. 238). — Felsenliorn (2796m), über den 
Engsüigengrat (s. unten) in 7 St. (F. 15 fr.), lohnend; schöne Aussicht auf 
die Umgebung der Gemmi, Berner und Walliser Alpen. — Männlifluh. 
(2654m), \CoQX Rinderwald und Otterngrat (S. 235) in 51/2 St., für Geübte sehr 
lohnend (F. 15 fr.); besser vom Hot. G^'immialp in 4-5 St. (s. S. 235). 

Übergänge. NachderLenk über das Hahnenmoos (1954m), 4 St., 
lohnend ; F. 8 fr., entbehrlich ; Pferd 15 fr. Der Weg (blau markiert) hat 
einige sumpfige Stellen; vor der Paßhütte große Sennhütte (Erfr.): auf dem 
Paß (2V2-3 St.) kl. Hotel, von wo das Albristhorn (2764m) in 2V2 St. leicht 
zu ersteigen ist (s. oben). Hinab über blumenreiche Alpwiesen mit schöner 
Aussicht über das obere Simmental, auf Wildstrubel, Bäzliglet scher, 
Wildhoru etc. — Über den Ammertenpaß (2448m), 8 St. m. F. (15 fr.), 
beschwerlich, s. S. 240. 

Nach Kandersteg über die Bonder Krinden (2387m), 6 St. (F. 
10 fr.), unschwierig, lohnend. Besteigung des Bonderspitz (S. 233) damit 
leicht zu verbinden. — Zur Gemmi über den Engstliggrat, 7-8 St., 
lohnend (auch für Saumtiere gangbar; F. 15 fr.). Von der (3 St.) EngsÜigen- 
alp (s. oben) 1. steil hinan zum (2-2V2 St.) Engstliggrat (2640m), dicht 
am südl. Abfall des Klndbettihorns (2696m); hinab ins Ueschinentäli imd 
über Geröll zum Gletscher, den man in der Richtung auf das Kreuz neben 
den Felszacken ohne Gefahr überschreitet; auf der andern Seite an einem 
kl. Steinmann vorüber zur Grathöhe (2632m), dann hinab durch die Rote 
Kumme zum Daubensee und an dessen Westseite entlang, über den Bach 
und zum (21/2 St.) Gemmipaß (S. 228). Reiche Flora. 



56. Von (Interlaken) Spiez nach Montreux. 
Simmental. 

98km. Eisenbahn (M.O.B., s. S. 291) in 5 St. (II. Kl. 15 fr. 45, III. Kl. 
8 fr. 65 c). In Zweisimmen umsteigen in die elcktr. Bahn (S. 237). 

Spiez s. S. 185, 186. — Die Bahn zweigt von der Thuner Bahn 1. 
ab, senkt sich über (2km) Spiezmons in großem Bogen und über- 
schreitet die Kander (prächtiger Blick 1. auf die Blümlisalp) vor 
(5km) Wininiis (632m ; Bahnrestaur. ; *Löwe), am NW.-Fuß des 



Oberlmid. GRIMMIALP. KS.ise.-IILR.SS. 235 

Niesen (S. 184). Weiter durch die Talenge der Port zwischen r. 
Simmenßuh, 1. Burgfluh in das wiesenreiche, von bewaldeten 
Höhen eingefaßte Simmental. — 9km Oey-Diemtigen (672m; 
H. Bahnhofe einf. gut) ; 1, das hübsch gelegene Dorf Oey (Bären), 
r., am 1. Ufer der Simme, Latterbach. 

Von Oey nach Matten im Simmental führt ein näherer, sehr loh- 
nender Weg (7 St.) durch das Diemtigtal, ausgezeichnet durch schöne 
Matten und Nadelholzwälder, über denen malerische Felsgipfel empor- 
ragen. Fahrstraße bis Grimmialp (ISjgkm; Post im Sommer 2 mal tägl. 
in 21/2 St., 3 fr. 40 c; Einsp. 10, Zweisp. 18, hin und zurtlck 12 u. 22 fr.). 
Die Straße, von der nach 1/4 St r. ein Fahrweg nach dem (25 Min.) Dorf 
Diemtigen (810m; Hirschen) abzweigt, fiilu't am r. Ufer des Kird viel 
durch Wald zur (3/4 St.) Wirtsch. Horboden (810m), wo sie sich teilt: L 
(südl.) zum (3/4 St.) Eotbad (1035m; P. 41/2-6 fr.), Luftkurort mit Eisen- 

JuellCj im Kireltal. Die G-rimmialpstraße überschreitet bei Horboden 
en Kirel und führt r. am Filderichbach hinan, unter den Wänden der 
Küchfluh vorbei; nach 1/4 St. 1. neben der Straße der BochtenfaU , ein 
düstrer Felsschlund, iu den der Bach tosend hinabstürzt. Weiter über 
Wampffen zum (1 St.) Dorf Zwischenflüh (1070m; Whs. Riedli), mit 
weit zerstreuten Häusern, in schöner Alpenlandschaft (s.w. die gewaltige 
Schurtenfltih). Bei (1/4 St.) Tschuepis (1050 m) verzweigt sich das Tal 
abermals : r. der einsame Mäniggrund, geradeaus das malerische Schwert- 



dental mit dem (3/4 St.) *Kurhaus G-rimmialp (1260 m; 100 Betten, 
Z. 3-5, F. IV2, G". 3, M. 5, P. 7-12 fr.), Luftkurort und Bad (gipshaltiges 
Eisenwasser), auf der Schwendenegg, einer Vorstufe des Arvenhorns 
(2101m), iu freier aussichtreicher Lage. Das Milchvieh der Grimmialp 
ist berühmt. — Bergtouren: *Seeh.orn {Rötihorn, 2283m), 3 St. m. F., 
über die (1 St.) „Alp"" (1440m) und die (1/2 St.) obere Kummli-A. (1692m), 
weiter an den GreröUhalden des Gyrenhorns (1988m) entlang zum (1/2 St.) 
N.-Grat des Seehorns und zum (1 St.) G-ipfel, mit großartiger, sehr male- 
rischer Aussicht über das ganze Diemtigtal bis zum Thuner See und die 
Hochalpen vom Titlis bis zur Dent du Midi und dem Montblanc. Reiche 
Flora. — *Männlifl.Tih (2654m), 4-5 St. m. F., nicht schwierig und sehr 
lohnend. Entweder Fußweg zur (2 St.) Alp Ober-Chirbs (1912m), von 
hier pfadlos über die Bütschen&nb ander (viel G-eschiebe), zuletzt steil 
zum (2 St.) G-ipfel; oder bequemer über die (1 St.) Filderich-A. (1320m) 
und die Alpen (1 St.) Mittelberg (1720m) und (3/4 St.) Oberberg (1940m) 
zur (3/4 St.) Alphütte Obertal (2175m), dann an den w. ßasenhängen der 
Mäimlifluh hinan und über stufenförmige Rasenbänder ziemlich steil, 
aber unschwierig zum (I1/2 St.) Gipfel. Die Rundsicht ist eine der 
schönsten der Schweiz. — Spillgerten (2479m) vom Kurhaus 4 St. (nur 
m. F. und Seil), und Qsür (2711m), 5-6 St. m. F., beide schwierig, nur 
für geübte Kletterer. 

Übergänge vom Kurhaus. Nach Zweisimmen über den Mänig- 
grat (c. 1900m), 41/2 St. m. F., ziemlich mühsam: sehr steil durch Wald 
zu den (I1/2 St.) Alpweiden des Mäniggrats, hinab zur (1/2 St.) Seeberg-A. 
(1805m) unweit des hübschen Seebergsees, dann Fußweg zur (1/2 St.) 
Sennhütte von Stieren- Seeberg (1884m) und nach (2 St.) Zweisimmen 
(S. 237). — Nach Adelboden über den Otterngrat (2282m), 6 St. m. 
F., lohnend; prächtige Aussicht auf die Berner Alpen. — Nach Matten 
im Simmental 4 St., lohnend. Fußpfad im Grimm ibachtal hinan zur 
(l'/j St.) Obern Grimmialp (1741m) und zum (3/4 St.) G-rimmialppaß 
(2025m), zwischen 1. Rauflihorn (2324m; in ^U St. leicht zu ersteigen, 
lohnend) und r. dem schroffen Grivimialp-Rothom (24:11m); überraschende 
Aussicht nach S. auf Albristhom, Rawylhom, Räzligletscher, Wildhom, 
Diablerets und die Berge des Saanetals. Hinab über die (5 Min.) Blutlig-A. 
(1984m), von wo das Albristhom (2764m) in 31/2 St. m. F. zu ersteigen 
ist (beschwerlich aber lohnend, s. S. 234), und durch das reizende Fermel- 
tal nach (2 St.) Matten (S. 238). 



236 III' ü- se. ~ K. S. 1 86. l^EISSENBUßÖ. Sermr 

Dann über den Kirel (S. 235) und die Simme nach (11km) Erlen- 
bach (683m; Bahnrestaur.; H.-P. Alpina, P. 4-6 fr., gelobt); r. 
oben das Dorf {Löwen, P. 5-8 fr., Krone, beide einf. gut; Pens. 
Dr. Portmann, 6-8 fr.), mit säubern Holzhäusern. 

*Stockliorn (2192in), von Erlenbach auf z. T. neu angelegtem Wege 
in 4^/2 St., unschwierig (für Neulinge F. angenehm). Südl. 5 Min. unter- 
halb des G-ipfels einf. Whs. G-roßartige Aussicht, reiche Flora. Besteigung 
auch von der K-Seite von Ob er- Stocken (692m; Bär, einf. gut), 3/4 St. w. 
von Amsoldingen (S. 184), oder von Blumenstein (S. 184) über die Oberwal- 
alp (1720m; Unterkunft) in 5 St. Abstieg event. über die Untenoalalp 
(1392m) zum Weißenburgbad, zu dem man auf Leitern hinabgelangt. 

Die Bahn bleibt bis Zweisimmen auf dem 1. Ufer der Simme. 
14 km Ringoldingen; 16 km Därstetten; 18 km "Weißenburg 
(785m), oberhalb des an der Landstrai3e gelegenen Dorfs (H. "Weißen- 
burg, Z. 2-3, P. von 6 fr, an, ganz gut). 

In der Waldschlucht des Bunschenbachs liegt 20 Min. n.w. bergan 
(Fahrstraße) das 'Weißenburgbacl (844m; geöfiEhet 15. Mai bis Ende 
Sept.). Das alkalisch-erdige gipsreiche Wasser (26° C.) ist gegen Krank- 
heiten der Atmungsorgane sehr wirksam und wird ausschließlich ge- 
trunken. Das große *Neue oder Vordere Bad wurde nach dem Brande 
von 1898 neu erbaut (135 Z. zu 4-11, M. 4, A. 31/2, P- 11-20, Omnibus I1/2 fr.). 
10 Min. weiter bergan in der Schlucht das einf. Hintere oder Alte Baxi 
(890m; 75 Z., P. 71/2-9 fr.). — Vom Neuen Bad lohnender Spaziergang nach 
(V2 St.) Weißenburgberg oder Oberweißenburg (1000m; Stern, gut und 
billig), auf freier Bergeshöhe, mit hübscher Aussicht über das Simmental. 
"Von hier auf den Fluhberg (1428m), V-U St., leicht und lohnend. 

Nach dem G-urnigelbad (6 St.) vom Weißenburgbad lohnender 
Weg durch die Klus, am 60m h. Morgetenb achfall vorbei über die Mor- 
getenaZp zum (31/2 St.) Morgetengrat (1962m), zwischen 1. Bürglen (2167m; 
in 3/4 St. leicht zu ersteigen) und r. Gantrisch (2177m); hinab (1. 1/2 St. 
abwärts das Schwefdbergbad, S. 237) zum (3/4 St.) Gantrischpaß (1590m), 
mit reizender Aussicht, und über den Gurnigelberg zum (I1/2 St.) Chir- 
nigdbad (S. 181). 

Die Bahn überschreitet das Bunschenbaclitohel auf einem 93m 
1., 30m h. Viadukt und steigt hoch über der Simme zu dem Plateau 
von (21km) Oherwil (840m ; Löwe), mit hübscher Aussicht. Hinab 
(kurzer Tunnel) zur (23km) Stat. Enge (817m), dann am Ufer ent- 
lang nach (26km) Boltigen (820m; Bären, nicht teuer), wohl- 
habendes Dorf (1933 Einw.), in einer Talweitung hübsch gelegen, 
W. die beiden Hörner der Mittagfluh (1889m). 

Von Boltigen nach Bulle, 39,3km; Post nach Jaun, 17km, im 
Sommer tägl. in 33/4 St. für 3 fr. 45 c. ; von Jaun nach Bulle, 22km, 2 mal 
tägl. in 31/3 St. für 2 fr. 70 c. Fahrstraße über (1,5km) Reidenbach 
(Whs.), 5 Min. oberhalb r, ab, in langen Kehren bergan (Fußpfade kürzen) 
zur (10km) Paßhöhe Bruch (1506m; Whs.); hinab nach (17km) Jaun, 
frz. Bellegarde (1017m ; Hot. de la Cascade), freundliches Dorf mit Burg- 
ruine und 26m h. Wasserfall (zum Schwarzseebad Fußweg über die 
Ritzden und Neuschels in 3 St., s. S. 237). [Ein Karrenweg führt von 
Jaun südl. zuerst am r., dann am 1. Ufer des Jaunbachs bergan nach 
(IV2 St.) Abländschen (1305m; Whs.), am Fuß der kahlen Felskette der 
Gastlosen (S. 260). Unschwierige Übergänge von hier südl. über den Gruben- 
berg (1794m) nach (3 St.) Saanen, s.o. über die Schlündi nach (2V2 St.) 
Richenstein und (1 St.) Zwei8imme)i.] — Weiter durch das schöne matten- 
reiche Jauntal (ValUe de Bdlegarde) über U ViUette (deutsch Im Fang), 
zuletzt bei la Tzintre über den Jaunbach (Jogne) nach (27,4km) Cliar- 
mey, deutsch Galmis (895m; *H.du Sapin, 70 Betten, Z. IV2-3, F. IV4, M. 3, 



Oberland. ZWEISIMMEN. K.K 186,258. - III. R 56. 237 

P. 5i/;-8 fr.; H. du Mar^chaUFerrant, P. 5 fr.; P. du Chalet), großes Dorf, 
als Sommerfrische besucht. Hübsche Aussicht von der Kirche. Nun über 
Or4sus und Chätd, an der Ruine Montscdvens (seltene Flora) vorbei, über 
den Jaunbach nach (35km) Broc (725m; *Höt. de Ville, P. 4-6 fr.), am Fuß der 
aussichtreichen Dent de Broc (1830m; 3 St.); dann über die Saane, durch 
Wald nach La Tour-de-Treme (S. 258) und (39,3km) Bulle (S. 258). — Von 
Cresus (s. oben) führt ein hübscher Weg über Cerniat, an dem alten 
Kloster Valsainte (1017m) vorbei über die OJi^scdette (1420m) nach dem 
(31/2 St.) Schioarzseebad (S. 256). 4 St. n.ö. vom Schwarzsee (32km von 
Freiburg, Post über Plaff'eien im Sommer tägl. in 51/3 St.) an der Kalten 
Seiise das einsame, aber gut gehaltene und besuchte Schwefelbergbad 
(1398m; 110 Z., P. 6-8 fr.) mit gipshaltigen Quellen, am Fuß des aussicht- 
reichen Ochsen (2190m; 2V2 St.); von hier über den Bürglensattd nach 
dem Weißenhur gbad (S. 236) 41/2 St.; über den Gantrischpaß (1590m) 
nach Bad Blumenstein (S. 184) 3-31/2 St. — N.w. vom Schwefelbergbad in 
geschützter Lage das besuchte Ottenleuebad (1431m; 70 Betten, P. 51/2 
bis 7 fi-.), mit Eisenquelle, von Freiburg über Plaffeyen und Sangernboden 
in 5 St., von Bern über Schioarzenburg u. Byffenmatt (*Hirsch) in 7-8 St. 
zu erreichen. Vom Bad schöne Aussicht auf die Stockhornkette; umfassen- 
der von der (1/2 St.) Pfeife (1650m) und der (IV4 St.) Schipfenfluh (1752m). 

Das Tal verengt sicli wieder; Bahn und Landstraße führen dicht 
an der Simme entlang nach (29km) Weißenbach (846m ; Hirschen). 
Nun wieder ansteigend, über zwei Viadukte und durch den 252m-l. 
Tunnel unter dem Lauheggstalden zur (32km) Stat. Gruhenwald: 
dann über den Damm der hier auf einer Strecke von 800m umge- 
legten Simme, an (1.) Kuine Manneiiberg vorbei, nach 

3okm Zweisimmen (945m; *H. Sinimental , Z, 2-4, F. IY2, 
G^. 2V2, M. 31/2, P. 6-10 fr.; '^H. Krone S Kurhaus, mit Garten, 
Z. 2-3, F. 1, M. 2V2, P. 4V2-7 fr.; *H.&Rest. de la Gare, Z. 2-3, 
F. 1.26, M. 3, P. von 6 fr. an ; Bären, P. 4-6 fr.), Hauptort des Tals 
(2072 Einw.) mit alter Kirche, in weitem Talboden an der Kleinen 
Simme hübsch gelegen, als Sommerfrische und Wintersportplatz 
besucht. Berühmte Milchviehzucht. 

Ausflüge. *Hundsrü.ck (2049m), 31/2 St., leicht und sehr lohnend. 
G-roßartige Aussicht auf Montblanc, G-rand-Combin, die Berner, Freiburger 
und Waadtländer Alpen. — *Riederberg (2081m), 3 St., gleichfalls 
leicht und lohnend. Prächtige Aussicht. 

Die Bahn (von hier ab elektrischer Betrieb ; Wagenwechsel !) steigt 
durch Fels einschnitte in einer großen Doppelkehre und wendet sich 
s.w. in das bewaldete Tal der Kleinen Simme. 44km Stat. Saanen- 
möser (1278m; zwei TT^ser.), auf der Paßhöhe, in weitem, mit 
Hütten und Heustadeln übersätem Alptal. Hinab, mit schöner Aus- 
sicht auf danS überhangende Rühlihorn (2307m), das hier als Wetter- 
prophet gilt, die zackige Ghimmfluh (2459m), weiter auf die Schnee- 
felder des Sanetsch (S. 298), endlich 1. auf den großen Gelten- 
gletscher {S. 238), über ßchönried in großen Windungen ins Saane- 
tat, nach (o2km) O-staad (1050m; ^Eößli; ^ Bahnhof -H., gelobt; 
H. Olden), Dorf von 298 Einw., an der Mündung des Lauenentals. 
Über den Col de PiUon nach den Ormonts und Aigle s. S. 297. — Von 
G-staad Post im Sommer 2 mal tägl. in 1 St. durch das Lauenental nach 
(6km) Lauenen (1258m; *H. WiUhorn, Z. IV2, I'- l, A. li/a, P. 5-6 fr.; 
Ftihi-er Jakob u. Gottfr. Schwitzgebel) , Pfarrort des Tals in reizender 
Lage. 1 St. weiter aufwärts der prächtig gelegene Lauenensee (1379m; 



238 III ü 56. - K. S. 258. SAAJ^EN. 

Whs.); bester Überblick vom Bühl, an der O.-Seite: südl. stürzen zu 
beiden Seiten des Hahnenschritthorns (^2836ni) die dem Gelten- und Dungel- 
gletscher entströmenden Bäche in schönen Fällen (Gelten- und Dungel- 
schuß) herab. — Sehr lohnender Ausflug am (10 Min.) Jägerhäuschen vor- 
bei auf der ö. Talseite über den Dungelschuß zur (1^/4 St.) Kühdungel-A. 
(1820m) und ins (2 St.) Bottal am Fuß des Geltengletschers, mit zahl- 
reichen Wasserfällen ; zurück über Alp Feißberg und den Lauenensee. — 
*Lauenenhorn (2479m), 4 St. (F. 12 fr.), leicht u. lohnend, nur zuletzt et-was 
steil; prächtige Aussicht. Gifferhorn (2543m), 4Vq St. (F. 13 fr.), gleichfalls 
unschwierig und lohnend. Von Lauenen über den TrüttUsberg nach der Lenk 
(6 St. ; F. 7 fr.) und über die Krinne nach Gi-steig (31/2 St. ; F. 4 fr.) s. S. 240. 
— Über den Geltenpaß {Col du Brozet, 2826m) nach Sion, bis Zanfleuron 
(S. 298) 8 St. m. F., beschwerlich. Das Wildhorn (3264m) ist vom Gelten- 
paß in 3 St. zu ersteigen (von Lauenen 8 St., F. 25 fr. ; vgl. S. 239) ; Abstieg 
über den Brozetgletscher nach Zanfleuron schwierig (F. bis Sion 35 fr.). 

64km Saanen, franz. Gessenay (1021m; *Gh^and Logis oder 
Groß-Landhaus, Z. 2-3, P. 5-7 fr.; Bär; *P. Alpenruhe, 5-7 fr.), 
Hauptort des obern Saane (SarineJ-Tals, mit 3690 Einw., die aus- 
scHießlich Yiehzuclit treiben und den berübrnten Greyerzer Käse 
(Fromage de Gruyere und Vacherin) bereiten. 

Weiter am r. Ufer der Saane über (58km) Bougemont, deutsch 
Rotenberg (1010m ; *P. du Rubli), mit Schloß des Colonel Rivett- 
Carnac (ehem. Kloster) , Flendruz und Les Granges nach (65km) 
Chäteau-d'Oex (s. S. 259), dann über (70km) Bossiniire (S. 259) 
und La Tine nach (76km) Muntbovon (800m; nach Bulle s. S. 259). 
Die Bahn wendet sich 1. (kurzer Tunnel) und steigt im Tal des 
Hongrin (S. 259) über Les Sciernes bis (81km) Allieres (979m) ; 
dann in einem 2500m 1. Tunnel (höcbster Punkt lUOOm) unter dem 
Col de Jaman (S, 259) hindurch nach (87km) Les Avants (S. 291), 
wo sich der Blick auf den Genfer See öffnet. Hinab über Chamby 
(elektr. Bahn nach Vevey s. S. 2«7), Sonzier, Charnex und Chdte- 
lard nach (98km) Montreux (S. 288). 



57. Von Zweisimmen über den Rawyl 
nach Sion. Oberes Simmental. 

Von Spiez bis Zweisimmen, 35km, Eisenbahn in I1/2 St. (s. R. 56); 
von Zweisimmen bis Lenk, 14km, Post 3 mal tägl. in 13/4 St. (2 fr. 10, 
Coupe 2 fr. 80 c). Von der Lenk bis Sion über den Rawyl 10 St. ; Saum- 
weg (F. ratsam, bis Sion 20 fr.). 

Zweisiramen (945m) s. S. 237. Die Straße nach Lenk über- 
schreitet bei Gwatt die Slmme und führt über Blankenburg 
CWhs.), mit Schloß (jetzt Amtsgericht), nach (6km) St Stephan 
(1005m; Adler). Weiter, stets mit schönem Blick auf den Wild- 
strubel, über Grodei und (10km) Matten (1050m; Kreuz), an der 
Mündung des Fermeltals (S. 235), an der Pens. Victoria vorbei nach 

14km Lenk (1070m; *H. Wildstrubel, P. 6-9 fr.; Ki'one, 
Z. IV2-2V2, F. 1.20, P. 5V2-6V2 fr.; Hirsch, Z. 2-3, F. 1, M. 2, 
P. 5-7 fr.; Stern, P. 5 fr., alle drei gut; Bär), hübsch gelegenes 



LENK. Ä". S. 258, 226, 298. III. R. 57. 339 

Dorf (1750 Einw.). 7 Min. s.w. die *Bade- u. Kuranstalt Lenk 
(llOöm; 250 Betten, Z. 2-7, M. 31/2, A. 2V2, ?• 8-14 fr.), Schwefel- 
bad mit Parkanlagen und großartigem Blick auf den am Talende 
aufragenden Wildstrubel mit seinen Schneefeldern (s. unten), 

Ausflüge (Führer: Lehrer Jakob Mlemann, Christ., Hans w. Herrn. 
Jaggi, QotÜieb Ludi). Lohnender Ausflug nach den sog. Siebenbrunnert, 
4 St. hin und her. Fahrweg, an der BurgfluTi, einem isolierten Nununulit- 
fels mit G-letschermlihle und Aussicht auf das Wildhorn vorbei, über 
Oberried (Whs.) bis zur (IV4 St.) Säge (1118m) am Ende des Talbodens; 
hart vor der Säge zwischen Erlen den im Bogen auf dem r. Ufer der Simme 
ansteigenden Fußweg hinan, längs tief eingeschnittener Schluchten mit 
schönen Fällen, an den Sennhütten des Stalden (1290m) vorbei, dann über 
den Bach zu den (1 St.) Hütten imKäzliberg (1397m; kL Whs. von P. Fridig, 
nicht teuer). Südl. sprudelt aus den fast senkrechten Felswänden des Fluh- 
homs (2141m) die Hauptquelle der Simme hervor (früher in sieben, noch 
durch ihre Rinnen kenntlichen Bächen, von denen seit Abschmelzen des 
Q-letschers nur noch einer übrig ist); weiter 1. an der Felswand der schon 
weither sichtbare obere Latibb achfall. 

Oberlaubhorn (2003m), 31/2-4 St., leicht und lohnend: von der Lenk 
über Flühli und Trogegg (1279m) in 31/2 St., oder vom (21/4 St.) Whs. Jffigen 
über die Ritzbergalp (i740m) in 1^/4 St. m. F.; zurück über Räzliberg, 
Stalden und Oberried. — *Mülkerblatt (1937m), mit prächtigem Blick 
auf Wildstrubel etc., 21/2 St. (F. 5 fr.) : hinter dem Kurhaus am 1. Ufer 
des Krummbach.8 bergan, nach 20 Min. über den Bach, dann über Matten 
an den Hütten im Erb (1647m) vorbei, zuletzt pfadlos zum Gipfel. 

Zum Ifflgensee (2080m), 4 St., lohnend (F. 8 fr., unnötig): beim (2^4 
St.) Whs. Iffigen (S. 240) r. ab zur (20 Min.) Stieren- Ifpgenalp (1680m; 
Erfr.), dann streckenweise steil und steinig zum (I1/4 St.) Sattel vor dem 
Iffigensee und r. herum zur (1/4 St.) Sennhütte am w. Ende (Milch). Viel 
Edolwciß. — 3/4 St. weiter aufwärts am FnJJ des Niesenhorns die Wild- 
hornhütte des S.A.C. (2300m), von wo das ♦"Wildhorn (8264m) in 31/2 St. 
zu ersteigen ist (F. von Lenk 25, mit Abstieg zum Sanetschpaß 30, bis 
Sitten 35 fr.): an der Moräne des Dungelgletschers und der 0. -Seite des 
Kirchli (2791m) steil hinan zum obem Teil des G-letschers, dann über 
Firn sanft ansteigend zum östl. (Signal-) Gripfel, der durch einen 315 
Schritt 1. Firngrat mit dem gleich hohen W.-Gipfel verbunden ist. Groß- 
artige Aussicht: Montblanc, Grand-Combin, Walliser und Berner Alpen, in 
der Nähe Diablorets und Oldenhorn. Abstieg ev. n.w. über den Oelten- 
gletsf.her nach (5 St.) Lauenen (S. 238), oder (schwierig) s. über den 
Glacier du Brozet nach (21/2-3 St.) Zanfleuron (S. 298). — Von der Wild- 
homhütte auf das Niesenhorn (2777m) 2 St. (F. 12 fr.), leicht und lohnend. 
Beschwerlicher ist das Hahnenschritthorn (2853m), von der Wildhom- 
hütte über den Dungelgletscher in 3 St. (F. 18 fr.). 

♦"Wildstrubel (w. Gipfel 325lm, mittl. Gipfel 3248m, ö. Gipfel oder 
Großstrubel 3264m), von der Lenk 9 St. (F. 27, bis zur Gemmi 30 fr.), 
für Geübte nicht schwierig, sehr lohnend: vom (2 St.) Whs. Iffigen auf 
dem Rawylwege hinan, vor der Paßhöhe 1. empor zur (31/2 St.) Wild- 
strubelhütte (2815m), von Hen-n W. Hildebrand in Dresden erbaut und 
gut eingerichtet, an der Weißhorvlücke zwischen Rohrbachstein und 
Weißhorn, mit herrlicher Aussicht. Von der Hütte über den Glaxtier de 
la Haine Morte zur w. Spitze 21/2 St., östl. Spitze 3-3i,2 St. Großartige 
Aussicht. [Beschwerlicher ist der Anstieg vom EäzUberg (s. oben): an 
den Flnhu,änden über den Siebenbrunnen steil hinauf zum (2 St.) Fltihseeli 
(204öm), von da über Geröllgänge, Moräne und den Räzligletscher zum (4 St.) 
W.-Gipfel.] Abstieg event. ö. über den Lämmerngletscher zur (3 St.) Gemmi 
(S. 228); n. über den Ammertengletscher zur Engstligetialp und nach (6 St.) 
Adelboden (S. 234). - * Rohrbachstein (2953m) und Weißhorn (3010m) sind 
von der Wildstrubelhütte in 20 bzw. 30 Min. leicht zu ersteigen (F. von 
der Lenk je 15 fr.). 



240 nT.B.57.-K.S.226,298. RAWYL. 

Von der Lenk nach Gr steig 7 St., leicht und lohnend (F. 12, Pferd 
25 fr.) : über den Trütüish&rg (2040m) nach (41/2 St.) LauSnen (S. 238), von 
da über die Krinne (1660m) nach (2V2 St.) Gsteig (S. 298), s. R. 56. 

Von der Lenk nach Saanen (S. 238) 6 St., Fußpfad über den 
Reidissenherg oder die Zivitzer Egg (1718m), hinab durch das Turbach- 
tal (F. 8 fr.). — Nach Adelboden über das Hahnenmoos (S. 234) 
41/2-5 St, (F. 8, Pferd 15 fr.). Über den Ammertenpaß (2448m), s.o. vom 
Ammertengrat (2615m), 8 St., beschwerlich, nur m. F. 

Der Weg zum Ea-wyl (anfangs Fahrweg) führt wenig steigend 
am Fuß der w. Bergwand entlang und tritt bei (Y2 St.) Flühli in 
das vom IJfigenbach durchflossene Pöschenriedtal. ^4 St. Ende 
des Fahrwegs (c. 1300m) ; 5 Min. weiter aufwärts der schöne Iffigen«- 
fall. Hier r. bergan auf gutem Saumweg, der erst in einer Kehre 
ansteigt, dann nach 20 Min. oberhalb des Falls in ein bewaldetes 
Tal einbiegt, zu den Hütten von (72 St.) If&gen (1601ni; einf. 
Wlis.), mit Chalet des Herrn W. Hildebrand (s. S. 239). Hier 1. 
(Handweiser) durch ein Wäldchen an einer Geröllwand steil auf- 
wärts , weiter an der Felswand entlang auf gutem Wege , nach 50 
Min. über einen Bach ; 10 Min. Zufluchthütte Platten, mit Aussicht 
nach dem Simmental. Dann an der Westseite des kleinen (2/4 St..) 
Rawylsees (2360m) zu der durch ein Kreuz bezeichneten Grenze 
von Bern und Wallis (I/4 St.), zugleich dem höchsten Punkt des 
Rawyl (2415m ; Zufluchthütte). Die Paßhöhe ist ein ödes geröll- 
bedecktes Hochtal, rings umgeben von schroffen, zum Teil schnee- 
bedeckten Bergen: w. der lange Rücken des Mittaghorns (2687m), 
s.w. das Schneidehorn (2938m), der Schueegipfel des Wildhorns 
(3264m), s. das breit vorliegende P awylhorn {290Sm) , das Weh- 
steinhorn (2780m), ö. Rohrh achstein (2953m) und Weißhorn (3010m). 

Jenseit derPaJShöhe führt der Weg an einem zweiten kleinen See 
(1.) vorbei und erreicht nach ^/^ St. den Eand des südl. Abhangs (les 
Hors), wo sich die Aussicht auf die Walliser Berge öft'net. Hinab 
(1. bleiben die schmutzigen Hütten von Armillon, 2111m) an steiler 
Felswand, im Tal (V2 St.) über eine Brücke (1820m; gute Quelle). 
Hier nicht 1. talab zu den Hütten von Nieder-Rawyl {les Ravins, 
1758m), sondern auf schmalem Pfadr. etwas bergan, an der Bergwand 
entlang ; nach 25 Min. scharf bergan, um die Kanäle (s. unten) zu um- 
gehen; 20 Min. Höhe beim Kreuz (1929m) ; wieder hinab nach (Y2 St.) 
Praz-Combeira (1629m), Hüttengruppe, dann langer und ermüden- 
der Abstieg (mehrfach erhebliche Steigungen) nach (lY2St.) Ayent 
(1036m; H. du Rawyl, Z. 1.50, F. 1.20 fr., Maultiere zu haben). 

Der 1 St. kürzere Fußweg von Nieder-Rawyl nach Ayent f ühit durch 
die sog. -„Kändle" (spr. Chändle), franz. Sentier du Bisse, über den c. 
Vsm br. Rand einer an der 400m h. Felswand hingeführten Wasserleitung, 
ist indes an einigen Stellen gefährlich und nur für ganz Schwindelfreie 
geeignet. 

Von Ayent auf besserm Wege über Gh'imistiat (882m) und 
Champlan nach (2 St.) Sion (521m), s. S. 353; oder auch nach 
(IV4 St.) St. Lemard (S. 354). 



lY. SÜDWESTLICHE SCHWEIZ. GENEEE 
SEE. UNTEEES EHOM]TAL. 



58. Von Bern nach Neuchätel = . . . 242 

Valangin. Chaumont 245. 

59. Yon NeucMtel nach La Chaux-de-Fonds und Le Locle 246 

Rocher des Tablettes. Tete de Eang 246. — Pouillerel, 
Cotes du Doubs. Von Cbaux-de-Fonds nach Biel durch 
das Val St-Imier 247. — Von Locle nach Morteau; nach 
Brenets. Saut du Doubs 248. 

60. Von Neuchätei nach Pontarlier durch das Val de 
Travers 248 

Creux du Van 249. — Schlucht der Raisse 250. 

61. Von Neuchätei nach Lausanne 251 

Gorges de l'Areuse 251. — Mauborget 252. — Von Yverdon 
nach Ste-Croix. Les Rasses. Chasseron 252. — Cote aux 
Fees. Orbe 253. 

62. Von Bern nach Lausanne 253 

Von Piamatt nach Gümmenen. Laupen 253. — Von Frei- 
burg nach Yverdon und nach Murten. Schwarzseebad. 
Berra 256. — Gibloux. Signal de Chexbres. Von Chex- 
bres nach Vevey 257. 

63. Von Romont über Bulle nach Chäteau-d'Oex . . . 258 

Von Bulle auf den Moleson. Chätel-St-Denis. G-ruyeres 
258. — Mont-Bany. Von Montbovon über den Col de 
Jaman nach Montreux 259. — Mont Cray. Grummfluh etc. 
Von La Chaudanne über Les Mosses nach Aigle 260. 

64. Von Lausanne nach Lyss über Payerne 261 

Von Murten nach Neuchätei 261. 

65. Von Lausanne nach Pontarlier über Vallorbe . . . 262 

Von Vallorbe nach Le Pont. Lac de Joux. Dent de Vau- 
lion. Von Le Pont nach Le Brassus. Ballaigues 263. 

66. Genf und Umgebung 264 

Pregny. Ferney. Saleve. Voirona etc. 274-277. 

67. Von Genf nach Villeneuye über Lausanne. Genfer See, 
nördl. Ufer 277 

a. Eisenbahn 278 

Begnins. Arzier. Von Allaman über Aubonne nach 
Gimel 278. 

b. Dampfboot 279 

Divonne 279. — St-Cergue. Dole 280. — Von Rolle nach 
Gimel. Signal de Bougy. Col du Marchairuz. Von Morges 
nach Biere 281. — Von Lausanne nach Bercher 286. — 

Mt. Pelerin. Hauteville und Blonay. Les Pleiades. 
L'Alliaz 287. — Ausflüge von Montreux. Glion. Rochers 
de Naye. Gorge du Chauderon. Les Avants etc. 290-292. 

68. Von Lausanne nach JVlartigny . 292 

Leysin. Corbeyrier 293. — Von Bex nach Les Plans de 
Frenieres und Pont de Nant. Glacier de Plan-Neve. 



BfiBdeker's Schweiz. 31. Aufl. 16.. 



242 -TV. R58. INS. 



Tete ä Pierre G-rept. Croix de Javernaz. Dent de Mordes. 
G-rand Moeveran. Diablerets. Col des Essets 294, 295. — 
Die Bäder von Lavey. Mordes. Pissevadie. Grorges 
du Trient 296. — Arpille. Pierre ä Voir 297. 

69. Von Saanen nach Aigle über den Col de Pillon . . 297 

Von Grsteig nadi Sion über den Sanetsdi 298. — Ausflüge 
von Ormont-Deasus. Creux de Champ, Palette, Oldenhorn, 
Diablerets etc. Von Ormont-Dessus über den Col de la 
Croix nacb Villars oder Gryon 298, 299. 

70. Von Bex nach Grryon und Villars 299 

Ausflüge von G-ryon. Über den Pas de Cheville nach. 
Sion 300. — Ausflüge von Villars. Chamossaire etc. 301. 

71. Von G-enf nach St. Maurice über Bouveret. Genfer 

See, südl. Ufer. Val d'IUiez 301 

Von Tbonon nach Taninges über Les Gets. Drancetäler. 
Nach Samoens über den Col de Jouplane ; nach Champery 
über den Pas de Chesery. Von Thonon nach Morgins 
über Abondance 302. — Blanchard. Dent d'Oche. Gram- 
mont 303. — Cornettes de Bise 304. — Ausflüge von 
Champery. Pointe de l'Haut. Culet. Dent du Midi. 
Tom* Sallieres. Dents Blanches. Von Champery nach 
Samoens und Sixt (Col de Coux, Col de la Golese, Col 
de Sagerou etc.) 305, 306. 



58. Von Bern nach Neuchätel. 

43km. Bern-Neuenburg-Bahn in I-I1/2 St. für 5 fi-. 60, 3 fo. 95, 2 fr. 80 c. 
Bern s. S. 172. Die „direkte" Bahn nach Neuchätel zweigt von 
der Freiburger Bahn (S. 253) r. ab und führt über (4km) BümpUz- 
Bethlehem nach (8km) Eiedbach (r. auf der Höhe Frauenkappelen 
mit aufgehobenem Kloster). Weiter viel durch "Wald, jenseit (11km) 
RoßTiäusern durch einen 1100m 1. Tunnel, dann auf einem 450m 1. 
und 27m h. Viadukt über das Saanetal nach (17km) Gümmenen 
(Zweigbahn nach Flamatt s. S. 253). Folgt ein 430m 1. Tunnel 
vor (19km) Ferenhahn- Gurhrü; dann durch einen 300m 1. Tunnel 
nach (22km) Kerzers (franz. Cliietres; H. Bahnhof), Kreuzungspunkt 
der Bahn Lyss-Payerne (S. 262). Von hier durch das Grroße Moos 
(S. 262) über (26km) Müntschemier (franz. Monsmier) nach (30km) 
Ins, franz. Anet; r. auf einer Anhöhe das Dorf (472m ; Bär) ; 1. Zweig- 
bahn nach Murten, s. S. 262. Hinter (33km) Gampelen (franz. 
Champion), amS.-Fuß des Jolimont, über den Zihlkanal (S. 243); 
Grenze des Kantons Neuenburg. Schöne Aussicht auf den Neuen- 
burger und Murtener See und die Alpenkette. — 37km Marin- 
Epagnier. Bei Marin (H.-P. Fillieux, P. 4-5 fr., gelobt) die be- 
rühmte Fundstätte von La Ttne, nach der man die vorrömische 
Eisenzeit der keltischen Völker im N. der Alpen benannt hat; s.o. 
am See die Irrenanstalt Prefargier. — Kurzer Tunnel. Bei (39km) 
St-Blaise (S. 16) tritt die Bahn an den Neuenburger See (432m), 
den Lacus Eburodunensis der Römer, 40km lang, 6 -8km breit 



»r'St^Blaiae. ^ 




neuchItel. ly- ä««. 243 

(Seefläche 216qkm) und bis 353m tief; an der NO. -Spitze fließt 
die Zihl oder Thiele ans, deren Kanalisiernng den See um 2m tiefer 
gelegt hat. Über dem rebenreichen "W. -Ufer steigt der Jura auf; 
nach 0. hat man einen umfassenden Blick auf die ganze Alpen- 
kette vom Berner Oberland bis zum Montblanc. 

43km Neuehätel. — Bahnhof (483m; Restaui-.) oberhalb der Stadt, 
20 Min. vom See; elektr. Bahn alle 10 Min. (s. unten). 

Gasthöfe. Am Bahnhof: *H. des Alpes et Terminus (PI. e; El), 
mit Aussichtsterrasse und Cafe-Rest., 60 Z. zu 3-5, F. I1/2, Q-. 31/2, M. 4, 
P. 8-10 fr. — In der Stadt: *Gr.-H. Bellevue (PI. a: C4), am See, 90 
Betten, Z. 4-7, F. IV2, M. 5, P. 8-12, Omn. 1 fr.; *G-r.-H. du Lac (PL b: 
C3), 70 Z. zu 3-41/2, G-. 31/2, M. 4, P. 8-10 fr., Omn. 75 c; *H. du Soleil 
(PI. d: B3, 4), 70 Betten, Z. 2-4, F. 1, M. m. W. 3, P. 8-9 fr., gute Küche; 
*H. duVaisseau, gleiche Preise; H. du Port (PI. f: C3), Z. 2-21/2 fr.; 
H. Suisse, Z. 2, P. 51/2-7 fr. —Pensionen: Borel, Villa Surville, ober- 
halb der Stadt schön gelegen, P. 41/2-5 fr; Huguenin, Route de la Cote 40 
(51/2-6 fr.), gelobt; G-raber, Rue Pourtales 2; Mme. Evard, Villa Con- 
cordia, Comba-Borel 10, monatlich 120-150 fr.; Mme. Borel-Monti, 
Rue des Beaux-Arts 14 und Qai des Alpes. 

CAF:ä;s. Cafd-Brasserie Strauß, am Hafen; Chalet du Jardin Anqlais 
(PI. E2); Brasserie Gambrinus, Faubourg du Lac; Caß des Alpes, s. oben ; 
Brass. MüUer in Evole (PI. A4), mit großer Terrasse; Cafö du Jura 
(Münchner u. Pilsner Bier), u. a. — Konditorei: J. Lienhard, neben 
dem Verkehrsbureau (s. unten). — Badeanstalten beim Hafen (PI. D 3) 
und am Cret (PL F 2), für Männer, und in Evole (PL A 4), für Frauen. 

Elektr. Bahnen von der Place Purry (PL B 4) zum Bahnhof in 8 Min. 
(10 c), w. nach (2,3 km) Serrieres, ö. nach (5,3km) St-Blaise, n. nach 
Vauseyon und (5,4km) VaZangin (35 c.) und (4,5km) Corcelles - Cormon- 
driche (S. 246) über Peseux, südl. über SerrUres, Auvernier und Colom- 
hier nach (9km) Boudry (S. 251). — Damppboot auf dem Neuenburger 
See s. S. 251, 256, 261, 

Offizielles Verkehrsbureau (PL 1: C4), Place Numa Droz. 

Neuehätel, deutsch Neuenburg (437m), die Hauptstadt des 
ehem. Fürstentums Neuenburg, das aus der oranischen Erbschaft 
1707 an Friedrich I. von Preußen kam, 1815 als 21. Kanton der 
Eidgenossenschaft beitrat, 1848 gegen die preui3ische Eegierung 
sich erhob und 1857 endgültig von Preußen aufgegeben wurde, mit 
22012 Einw., liegt östl. von der Mündung des Seyon (S. 246) in 
den Neuenburger See, am Fuß und Abhang des Jura. Am See 
entlang zieht sich ein baumbepflanzter *Quai mit schöner Alpen- 
aussicht (am Quai Osterwald Orientierungstafel). In der Mitte 
der Hafen (PL D3, 4), an dem sich das stattliche Hotel desPostes 
(PI. 03) erhebt; n.ö. auf der Place Piaget das Monument de la 
R^'puhlique^ Marmorgruppe von Heer und Meyer, 1898 zum fünf- 
zigjährigen Gredächtnis der Proklamierung der Unabhängigkeit des 
Kantons Neuenburg errichtet. 

Westl. vom Hafen das Gymnasium (PI. C4), mit reichen natur- 
wiss. Sammlungen (Do. u. So. 10-12 u. 1-5, im Winter 1-4 zugänglich) 
und der öffentlichen Bibliothek (150000 Bde.; auiJer So. tägl. 
11-12 u. 172-41/4 U.). — Auf der Place Purry (PI. B4) ein Bronze- 
standbild David de Purry^s (geb. zu Neuehätel 1709, f zu Lissa- 
bon 1786), der der Stadt 41/2 Millionen fr. vermachte, von David 

16* 



244 IV. B.68. NEUCHITEL. Museum. 

d' Angers (1855). An der Place des Halles die Halles (PL B4), ein 
malerischer Eenaissancebau von 1570, jetzt Klubhaus. 

Östl. vom Hafen das *Mus6e des Beaux - Arts (PL D 3) , mit 
der bemerkenswerten städtischen Gemälde- und Altertümer-Samm- 
lung (Eintritt 50 c, Do., So. u. Feiert. 10-12 u. 1-4 oder 5 U. frei). 
Katalog der Kunstwerke (1903) 30 c. 

Im Erdgeschoß r. und 1. die reicKhaltige historisch -archäolog. 
Sammlung, die u. a. r. in der Salle Bachelier viele Erinnerungen aus 
der Zeit der preuß. Herrschaft enthält, Uniformen, Königsbilder u. dgl. 

— In dem reich dekorierten Treppenhaus: Bronzebüsten des Malers 
Max. de Meuron (1785-1868), Grründers des Musenms, und der Maler LSon 
Berthoud (1822-92) und Albert de Meuron (1823-97). Oben di-ei 1886-94 
ausgeführte allegorische *"Wandgemälde von Paul RobeH, das geistige, 
ländliche und industrielle Leben des Kantons Neuenburg darstellend. 
Erklärungen liegen aus. — Nun r. zur *GrEMÄL,DEGALEKiE. I. Saal. L. 
117, Bubois, Augustmorgen; 378: P. Robert, Abendlüfte; Dubois, 138. 
Ölbäume bei Mentone, 118. Herbstabend; — 94. AI. Calame, Monte Rosa; 

— 157. K. Girardet, Cromwell und seine Tochter; 168. Gleyre, Herkules 
und Omphale; 38. Berthoud, die Jungfrau; 144. Gaud, Herbstfeuer; — 381. 
Röthlisberger , Fischfang. — II. Saal. Kupferstiche, Radierungen und 
Handzeichnungen. — III. Saal. 325, 326. E. de Pury , Kain, Abel; 
170. G^'euze, Träumerei; Jacquand, 206. Verhaftung Voltaire's in Frank- 
furt a. M., 207. Rousseau's Abschied von seinen Freunden 1762. — IV. 
Kleine Landschaften, Tierstücke etc. — V. Handzeichnungen von Läopold 
Robert (geb. 1794 in La Chaux-de-Fonds, f 1835 in Venedig) Tind Zeich- 
nungen nach seinen Werken von seinem Bruder Aurele. — VI. Saal. 
190. Ihly, der Absinthtrinker; 205. Guülarmod, Pferdezug die Theiß über- 
schreitend; *2. Anlcnr, franz. Soldaten der Bourbaki' sehen Armee (S. 250) 
1871 von Schweizer Landleuten verpflegt; 9. Bachelin, Dan. Jean Richard 
(S. 248) verspricht einem Durchreisenden ihm seine Uhr zu reparieren 
(1679); — Corot, 101. St. Malo, 100. Flußufer, 102. Morgenfrühe; 300. 
J. M. Molenaer, vlämische Mahlzeit (1632) ; 387. Schuler, Holzflößer ; ohne 
No. Sandreuter, Flußufer; 149. E. Girardet, Auszug des Bemer Land- 
sturms 1798. — VII. SaaL 346. A. Robert, Markuskirehe ; E. Girardet, 
153. Samum, 145. des Vaters Segen; 155. K. Girardet, die Hugenotten; 
L. Robert, 349. Inneres der Basilika S. Paolo fuori bei Rom nach dem 
Brande von 1823, 355. Fischer am Adriat. Meer, 354. Improvisator, 364. 
Briganten auf der Flucht, 375. junge Neapolitanerinnen, 376. Mädchen 
von Procida und Fischer; 4. Anker, Mädchen aus der Schule kommend. — 
VIII. Saal. Landschaften von Albert und Max. de Meuron, L. Berthoud u. a. 

— IX. Saal. 215. Jeanneret, die Entwicklung der Rebe; 176. Ch'osclaude. 
Marino Faliero; 213. Jeanneret, das Schöppchen; 8. Bachelin, Über- 
tritt der franz. Armee 1871; — 214. Jeanneret, Alpenwiese; 330. J5J. de 
Pury, die Kantilene (Oesang mdernder Mädchen); 395. Veillon, bei 
Spezia; — 212. Jeanneret, Chiysanthemums ; 208. Jeanmaire, unter den 
Tannen; 92. Burnand, Dorfspritze; E. de Pury, 333. Caprifischer, 328. 
der Fechtmeister; 384. P. von Salis, Winters Ende; — 3. Anker, Pilger- 
fahrt nach G-leyresse; 393. E. Tschaggeny, wütender Stier; 391. Ch. Ph. 
Tschaggeny, vlämische Hochzeit; 10. Bachelin, Biwak am Thuner See. 

ö. vom Museum ein prähistorisches Grab, 1876 in den Pfahlbauten 
bei Auvemier (S. 249) gefunden. 

Weiter n.ö. die Ecole de Commerce (500 Zöglinge) und zwischen 
den Anlagen des Jardin Änglais und des Jardin Desor die Aca- 
d6mie (PL EF2; 40 Prof., 200 Stud.) mit vier vollständigen Fakul- 
täten, ö. des Jardin Desor der gotische Neubau der katholischen 
Kirche (PL F 2). Gegenüber der Rue Pourtal^s (PL E 2) eine Bronze- 
büste der Dichterin Alice de Chambrier (f 1882). 



Ohaumont. NEUCHATEL. K. S.24e.^rV.R58. 245 

Das ScHLoß (PL B 3), auf der Höhe n.w. über der Stadt (Anf- 
gaug aus der Rue du Seyon 1. durch die Eue du Chäteau), jetzt 
Sitz der Kantonsbehörden , stammt in seinen ältesten Teilen viel- 
leicht noch aus dem xii., im übrigen aus dem xv.-xvii. Jahrh., 
1866 hergestellt. Neben dem Schloß die ^Stiftskirche {Colle- 
i/iale: PL A3; Küster in dem Turmhäuschen an der Treppe s. vom 
Fareldenkmal, 50 c.), 1149-90 erbaut, die beiden Turmhelme aus dem 
XV. Jahrb.; im Chor, mit schönen Grlasgemälden , ein großes got. 
Denkmal der Grafen v. Neuenburg, 1372 errichtet, mit 15 bemalten 
Statuen, z. T. aus späterer Zeit, 1840 restauriert. Der hübsche Kreuz- 
gang an der N.-Seite, nach einem Brande 1450 ausgebaut, wurde 
1860-70 restauriert. W. vor der Kirche ein Standbild des Refor- 
mators G-uillaume Farel (1489-1565), von Iguel (1875). — Über den 
Schloßgraben führt eine Brücke in den städtischen Parc Dubois. 
— 5 Min. weiter w., in der ehem. Yilla Purry, ein Ethnographisches 
Museum., mit Gegenständen aus Polynesien, Afrika, Asien und 
Amerika (Eintr. 50 c, So. Do. 10-12 u. 1V2-4 oder 5 F. frei). 

Weite *Aussicht über See und Alpen vom Pa7'c du Plan (PL 
B2, 1; Drahtseilbahn „Ecluse-Plan" alle 1/4 St. in 7 Min., 20 c, ab- 
wärts 10 c). Oben neben der Station das Cafä-Pest. Bellevue, mit 
Terrasse. — Die Sternwarte (Observatoire cantonal), 25 Min. n.ö. 
der Stadt oberhalb des durch prächtige Koniferen ausgezeichneten 
Friedhofs (Trambahn nach St-Blaise, Haltestelle Les Saars), wurde 
1859 im Interesse der Uhrenindustrie erbaut (Besichtigung Freit, 
gestattet); sie steht mit Chaux-de-Fonds (S. 247) u. a. 0. in Draht- 
verbindung. Daneben die Mail, ein Waldrestaurant, mit Aussicht. 

Hübsche Waldspaziergänge zur Boche de VErmitage (612m), Fontaine- 
Andr4, Tete-Plumie (758in), Pierre-ä-Bot (einem erratischen Block), etc. 

N. elektr. Bahn (S. 243) von Neuchätel durch die malerischen Gorges 
du Seyon in 1/2 St. nach (5,4km) Valangin (deutsch Vcdendys; H. de La 
Couronne; du Chäteau), mit Kirche aus dem xvi. Jahrh. und Teilen eines 
alten Schlosses der Grafen von Neuenburg und Valendys (kl. Trkg.). Rück- 
weg nach Neuchätel auf der oberen Straße, c. 1 St. bis zum Chemin du Petit- 
Catächisme (PL Bl), der direkt zur Stadt führt, oder mit der Drahtseil- 
bahn (s. oben) abwärts. 

Lohnend ist der Besuch des *Chaiiinont (1175m), eines Ausläufers des 
Jura. Die Fahrstraße (Automobilwagen im Sommer ömal tägl. in 25 Min.) 
verläßt 25 Min. von Neuchätel die Straße nach Chaux-de-Fonds und führt 
viel durch Wald in I1/2 St. zum Gr.-Höt. de Ohaumont (1101m; 74 Betten, 
P. 6-10 fr.). Fußgänger (IV2 St.) folgen 5 Min. oberhalb des Cafe Bellevue 
(s. oben) r. dem rot markierten Fußwege, der im Wald ansteigend c, 20 Min. 
vor dem Hotel die Fahrstraße wieder erreicht. 3 Min. unterhalb des Gr. 
Hotel das kleinere H. du ClicLteau mit Eestaui-. ; unweit das Schulhaus mit 
Kapelle. Vom (20 Min.) Belvedere beim Gh'and Signal (1175m; Orien- 
tiernngstafel von Imfeid) prächtige Aussicht über den Neuenburger und 
Mnrtener See und die ganze Alpenkette vom Säntis bis zum Montblanc, 
die in ihrer vollen Schönheit freilich selten sichtbar ist. Abendbeleuch- 
tung günstig. Die Aussicht vam Petit Signal, 10 Min. vom Gr. -Hotel, ist 
nur nach S. hin frei. Reizend ist der Blick nach W. auf das Val de Ruz 
und den Jura vom Prä-Louiset (}U St.). Rückweg vom Signal r. durch 
Wald hinab nach (3/^ St.) Fenin im Val de Ruz, an der Straße nach Chaux- 
de - Fonds (S. 846), dann 1. auf schattigem Wege über Pierre-ä-Bot, oder 



246 IV.R59. HAUTS-GENEYEYS. Jura. 

r. über Valangin und dm-cli die Gorges du Seyon (S. 245). — Vom Chaii- 
mont zum Chasseral (S. 15) 4 St., lohnender "Weg stets auf dem Berg- 
rücken fort über La Dame und Ohuffbrt (F. ratsam). — * Gorges de VAreuse 
8. S. 251; *T&te de Rang s. unten. 

59. Von Neuchätel nach La Chanx-de- 
Ponds und Le Locle. 

37km. Eisenbahn in IV2-2 St. für 4 fr. 60, 3 fr. 20, 2 fr. 30 c. Die 
Fahrt von Neuchätel bis Hauts-Geneveys gehört bei klarem "Wetter zu 
den schönsten der Schweiz (Aussiebt links, von Chambrelieu an rechts). 

Neuchätel (482iii) s. S. 243. Die Bahn führt hoch am Ahhang 
hin, über den vom Chasseral kommenden Seyon, der 1839 mittels 
eines Tunnels eine die Stadt minder bedrohende Mündung erhalten 
hat, dann durch einen 680m 1. Tunnel. Jenseit (2km) Vauseyon 
1. *Aussicht auf den See und die Berner Alpen, südl. der Montblanc. 

— 4,3km Corcelles - Cormo7idreche (533m; Trambahn s. S. 243); 
dann durch Wald bergan. Zwei kurze Tunnels. 

10,4 km Chambrdien (687 m; Bahnrestaur.) , Kopf Station, iu 
prächtiger Lage hoch über dem Äreusetal (S. 251). 

Fahrstraße n. in 25 Min., Fußweg in 18 Min. nach (Ijgkm) Rocheftirt 
(762m; Couronne), von wo neuer, grün mark. Fußweg durch dichten 
Buchenwald auf den (I1/4 St.) *Koclier des Tablettes (1253m), eine 
nach drei Seiten hin steil abstürzende Felsenkanzel mit j)rachtvoller, 
höchst malerischer Aussicht auf den Neuenburger, Murtener und Bieler 
See mit ihien Umgebungen, die Alpen vom Säntis bis zum Montblanc etc. 

— N. 1/4 St. unterhalb des G-ipfels in einer Talmulde das H.-P. de la Tourne 
(1131m; 30 Betten, P. 3^/2-4 fr.), Sommerfrische in hübscher Lage (von 
hier auf den Rocber des Tablettes 25 Min.). — Vom Bahnhof Chambrelien 
nach Champ-du-Motilin blau mark. Fußweg in 50 Min., s. S. 249. 

Die Bahn wendet sich nach NO. zurück, an bewaldetem Abhang. 
14,5km Montmollin (751m; Post nach La Tourne in 1 St. 20 Min. ; s. 
oben) ; r. das Val de Ruz (s. unten), am Fuß des Ohaumont. 

17km Geneveys-sur-Coffrane (845m; H. Bellevue, am Bahnhof; 
H.-Brasserie du Jura); dann (21km) Hauts - G-eneveys (958m; 
Bahnrestaur.; P. Beau- Regard, 4 fr. ; H. de la Commune; H. du 
Jura), der höchste Aussichtspunkt der Bahn, besuchte Sommer- 
frische mit schönen Wäldern. Der Montblanc tritt großartig hervor. 

Elektr. Trambahn von Hauts - G-eneveys durch das schöne industrie- 
reiche Vol de Rus über Cernier und Dombresson nach VüUers (9km in 
.35 Min. ; 60 c, hin u. zurück 1 fr.). 

Die *T6te de Bang (1425m), I1/2 St. von Hauts-Greneveys (10 Min. 
oberhalb P. Beau- Regard die Straße 1. durch schönen "Wald hinan; auf dem 
Sattel 1/4 St. n.ö. vor dem G-ipfel die Auherge de Tete de Rang, 1323m) 
bietet eine prächtige Fernsicht über den Neuenburger See, den Jura und 
die Alpen vom Säntis bis zum Montblanc und den Bergen des Chablais und 
auf La Chaux-de-Fonds. — "Von der Aub. de T§te de Rang zum (V2 St.) 
Bot. ä la Vue des Alpes und nach (IV4 St.) Chaux-de-Fonds s. S. 247. 

Ein 3260m 1. Tunnel führt unter dem Col des Loges hindurch 
(Durchfahrt 9 Min.); am n. Ende iu felsumschlossenem Talkessel 
die Station (26km) Convers (1050m). Folgt ein 1388m 1. Tunnel 
durch den Mont Sagne, dann noch ein kurzer Tunnel vor 



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Jum. CHAUX-DE-FONDS. lV.It.59. 247 

29,4 km La Chaux- de -Fonds (994in; Bahnrestaur.; *Gr. 
Hot. Central, 65 Z. zu 2^2-4, F. ly^, M. 31/2, A. 3, P. 8-10 fr.; 
H.de Paris; * Fleur - de - Lys , Z. 3, F. l^^fr.; Lion-d'Or, Z. 
1 V2 -2, P- 80 c. ; P. 6 fr., Aigle, Guülaume Teil, alle drei einf. gut ; 
Balance; H. de la Gare:, Müucliuer u. Pilsner Bier in der Brasserie 
Ariste Robert)., ansehnliclie Stadt von 38784 Einw., mit stattlichen 
öffentlichen Grebäuden, Mittelpunkt der Uhrenfabrikation. Im 
College industriel die städt. Gremäldesammlung (gute Bilder von 
schweizer Malern), Bibliothek, histor. Museum, Münzkabinett etc. 
Hübsche Anlagen im Parc du Petit- Chäteau. 

Lohnender Spaziergang von Chanx-de-Fonds w. zur (1 St.) Höhe von 
Pouülerel (1281m) mit weiter Aussicht über die Franche-Comte bis zu 
den Vogesen, die Bern er Alpen bis zum Wildstrubel und s. bis zum 
Montblanc. Man kann von hier nach les Planchettes (1067m; Restaur.; 
Fahrweg von Chaux-de-Fonds I1/2 St.) absteigen und in c. 2 St. über 
Moron zum Saut du Doubs (S. 248) gelangen. — S.o. führt von Chaux-de- 
Fonds eine Fahrstraße (Einsp. 6 fr.) zum (li/2St.) Hot. a laViie des Alpe.<i 
(1288m), mit Aussicht auf die Hochalpen; von hier w. längs des be- 
waldeten Bergrückens in 35 Min. auf die THe de Rang (S. 246). — Wasser- 
leitung 8. S. 249. — Lokalbahn s.w. über La Sagne nach (16km, in 1 St.) 
Les Ponts-de-Martel (H. de la Loyaute), mit bedeutender Uhrenindustrie. 

Lohnender Tagesausflug von Chaux-de-Fonds nach den malerischen 
*Cötos du Doubs. Fahrstraße am Restaur. Bd-Air und H.-P. Jeru- 
.-^aleiu vorbei bis zum Rsstaur. des Brenetets (Tiefblick auf den Doubs), 
dann durch "Wald allmählich hinab (Fußwege kürzen) zum Boubs, der 
von Villers-le-Lac (S. 248) an die G-renze zwischen der Schweiz und Frank- 
reich bildet, nach (2 St.) la Maison-Monsieur (Restaur., Forellen), in reizen- 
der Lage, dann am Fluß entlang durch 2 Tunnels über Ici Rasse (Schweiz. 
Douane) nach dem hübsch gelegenen (1/2 St.) Biaufond (607m). Von hier 
mit Boot (2 fr.) nach (1/2 St.) le Refi'ain (Sägemühle) und an den Ruinen des 
(3/4 St.) Moulin de la Wort (559m) vorbei nach den Echelles de la Mort, wo 
hohe Felsen den Weg versperren. Zur Umgehung dieser Stelle, die man 
mit Leitern überwinden kann, folgt man 1. vor dem Hause dem im Walde 
steil ansteigenden Fußpfad bis zur (25 Min.) Höhe, oben r. weiter, bei 
(20 Min.) zwei Häusern r. abwärts zum Doubs nach (20 Min.) la Verrerie; 
weiter mit Boot oder zu Fuß am franz. Ufer nach (35 Min.) la Goule (Restaur.; 
Straße nach Noirmont, 2 St., s. unten). Nun auf dem r. Ufer, an einer 
(10 Min.) elektr. Fabrik vorbei nach (3/^ St.) Theusseret (Restaur.) und 
(1/.2 St.) Goumois (H. Taillard; H. de la Coiironne), malerisch gelegenes 
Dörfchen (Post nach Saignelegier 2 mal tägl., 9km in 2 St. für 1 fr. 10). 
Fußgänger folgen 20 Min. von Theusseret r. der ö. an der Ruine Franque- 
moiit vorbeiführenden Straße, deren Windungen man auf Fußwegen 
kürzen kann, nach (I1/4 St.) Saig7ielegier (982m; *H. de la Gare, P. 5- 
7 fr.; *H. du Cerf), von wo Lokalbahn über Muriatm, Noirmont und Les 
Bois in I1/2 St. nach La Chaux-de-Fonds. — Von Saignelegier führt n. 
eine Straße über Goumois und Vaufi'ey nach (15km) Reclere (S. 12). 

Von Chaux-de-Fonds nach Biel, 44km, Eisenbahn in IV2-2 St. 
für 8 fr. 15, 2 fr. 85 c. Die Bahn führt durch einen kürzeren xmd einen 
langen Tunnel zur Stat. (4km) Convers-hameau (Halte du Creux) und 
tritt dann in das waldreiche, von der Suze oder Schuß diu'chströmte Val 
St-Imier. 9km Renan; 13krn Sonvilier , mit den malerischen Trümmern 
der Bui-g Erguel V* St. s.o. — 15km St-Imier (814m; ^Büffet de la Gare, 
M. 1 fr. 80: Maison de Ville; *H6t. des 18 Cantons, Z. 21/2, M. m. W. 3, 
P. von 6 fr. ; H. d' Erguel ; Restaur. Bellevue), mit 7932 Einw. und bedeuten- 
der Uhrenfabrikation. Drahtseilbahn (650m lang, Steigung bis 60%; Fahr- 
preis 60, hin u. zur. 80 c.) nördl. in 10 Min. auf den Sonnenberrg (1250m; 
H. des Eloyes, 50 Betten, P. 6-8 fr.; H. de la Croix Bleue; großes Bahn- 
restaur.), ein sanft nach S. geneigtes Rasenplateau mit Tannengruppen und 



248 IV. B. 60. - K. S. 246. LOCLE. Jura. 

schöner Aussicht (Montblanc). — Von St-Imier auf den Chasaeixil (1610m), 
Reitweg in 2i/2-3 St., die untere Hälfte meist durch Wald, über das (8/4 St.) 
Landgut ia Baillive (Restaur.); vgl. S. 15. — 17km Villeret; 20km Cor- 
moret; 21km Courtelary ; 25km Cortäbert; 27km Corg^ont. — 29km 
Soncebos und von hier bis (44km) Biel s. S. 13. 

31km Bonne-Fontaine; 2>21sm Eplcdures-Temple ; 33,3km Cret- 
du-Locle. 

37km Le Locle (925m; *H des Trois-Bois; H. du Jura; 
H. de la Paste)., anselinliclier Ort von 12994 Einw., gleichfalls mit 
berülimter Ulirenfabrikation. Auf dem Platze vor der Ulirmaclier- 
Akademie die 1888 errichtete Bronzestatue D. J. Richard' s (1665- 
1741), Begründers der Uhrenindustrie in Locle und Chaux-de-Fonds, 
von Iguel. Neues Technikum. — Schöne Aussicht über den Jura 
von der Höhe von Sommartel (1326m), IV4 St. südl. 

Von Locle nach Morteau, 13km, Eisenbahn in 1/2 St. über Ool 
des Boches (G-r. Hotel Route du Col; von hier nach Les Brenets 3km, 
s. unten) und Villers-le-Lac, li/2kni s.w. vom Lac des Brenets (s. unten). 
Von Morteau (franz. Zollrevision) nach Besangon noch 67km. 

Von Locle nach Brenets, 5km, Eisenbahn in 1/4 St. (60 oder 
40 c). Die schmalspurige Bahn führt r. ansteigend durch einen Tunnel 
zur Haltestelle Les Frites, dann durch Wald- und Wiesentäler, zuletzt 
hoch über der Schlucht des Bied (am andern Ufer die Bahn nach Morteau, 
8. oben), durch 2 Tunnels ins Doubstal nach dem stattlichen Dorfe Les 
Brenets (854m; *Couronne, Z. I1/2, P. 5 fr-; *H. de la Gare; Bellevue; 
P. les Paquerettes, 5-7 fr.). Hinab durch das Dorf zum (15, aufwärts 20 Min.) 
iVd du Lac (H. du Lac), am sog. Lac des Brenets (753m),den der Doubs 
oberhalb des Falles bildet. Nun mit Motorboot (in 1/4 St., hin und zurück 
80 c. ; Ruderboot 2-3 fr.) den c.4km 1., bis 36m tiefen See hinab, der in seiner 
dunkelgrünen Farbe zwischen bewaldeten Sandsteinfelsen eine Reihe male- 
rischer Bilder bietet, zum Hot. du Saut, mit Garten, am r. Ufer; gegen- 
über auf dem 1. (französischen) Ufer da« Hot. de la Chute. Von letzterem 
gelangt man in 6 Min. zu einem Aussichtspunkt gegenüber dem Saut du 
Doubs (736m), einem schönen 25m hohen Fall (im Sommer meist wenig 
Wasser). Von H. du Saut kann man auf neuem Fußpfad dem r. Ufer 
des Doubs folgen und über Moron (S. 247), le Chätelot, les Moulins-CaZavie, 
chez Guülamne und chez Bonaparte in 4 St. nach la 3Iaison-Monsieur 
(S. 247) gelangen. — Nach Chaux-de-Fonds über les Planchettes s. S. 247. 
— Eine Straße führt vom Hot. du Saut am r. Ufer durch Wald, mit reizen- 
den Blicken auf das Becken des Doubs, zurück nach (3/4 St.) Les Brenets. 

60. Von Neuchätel nach Pontarlier durch 
das Val de Travers. 

52,3km. Eisenbahn in 1 St. 22 Min. bis 2 St. 35 Min. für 5 fr. 75, 4 fr., 
2.80 c. (von Pontarlier nach Paris über Dijon, Schnellzug in 71/2 St., Bern- 
Paris IIV4 St.) — Auch diese Jurabahn bietet eine höchst interessante 
und landschaftlich schöne Falu-t; Plätze links wählen. In Pontarlier 
französische Zeit, die gegen die mitteleuropäische (Deutschland, Schweiz) 
um 55 Min. nachgeht. 

Neuchätel s. S. 243. — Die Bahn überschreitet den Seyon 
(S. 246) und geht in einem kl. Tunnel unter der Straße nach dem 
Val de Travers hindurch ; bei der Ausfahrt prächtige Aussicht auf 
See und Alpen (vgl. S. 246). "Weiter an rebenreichen Abhängen, 
dann auf hohem Viadukt über die Schlucht von (3km) Sei'ridres 
(H.-P. du Dauphin), mit Bronzebüste von Phil. Suchard (r. unten 



Jura. NOIRAiaUE. IV. R eo. 249 

die von ihm begründete große Schokoladefabrik); oberhalb Schlöß- 
chen Beauregard. — 5km Auvernier (49om) ; 1. unten das Städt- 
chen (451m; H. Bellevue; H. du Lac, nicht teuer), mit "Weinbau- 
schule. Die Bahn zweigt von der nach Tverdon (S. 251) r. ab und 
steigt allmählich über (8,4km) BöU (546m), fortwährend mit Aus- 
sicht auf See und Alpen. "VVo sie in das bewaldete Pelsental der 
Areuse oder Reuse einbiegt, sieht man 1. tief unten den großen 
Viadukt der Lausanner Bahn (S. 251). Malerischer Blick auf den 
See. Dann erreicht die Bahn, hoch an der n. Talwand, den ersten 
Tunnel, dem bis Noiraigue noch sieben folgen; jenseit des vierten 
die (13,6km) Stat. Champ-du-Moulin (652m; Hot du Sentier des 
Gorges, Z. 2-3, P. 5-7 fr.; H. de la Truite, Z. IV2, P. 4-5 fr., ge- 
lobt), in malerischer Lage (nach den Gorges de V Areuse s. S. 251). 

Kunstreiche Wasserleitungen versorgen vonMer Neuchätel und Chaux- 
de-Fonds (21,5kin) mit Trinkwasser; die Maschinenhäuser, w. an der Areuse, 
sind sehenswert. — Kurz vor der Brücke führt r. ein rot markierter Fuß- 
weg am 1. Ufer der Areuse hinan. Nach wenigen Minuten r. das Haus 
des Oberstlieut. Perrier, in dem laut Inschrift J.-J. Rousseau eine Zeit- 
lang wohnte. Weiter (10 Min.) die Usine des MoUiats. Nach der ersten 
Brücke Fußpfad 1. zur Ferme Robert (s, unten). Bei der (1/4 St.) zweiten 
Brücke der Saut de Brot, ein malerischer Fall der Areuse. Der Weg 
führt weiter an der Usine du Plan de l'Eau und einer Cementfahrik 
vorbei nach (V2 St.) Noiraigue. 

18km St. Noiraigue (731m; * Croix-Blanche, Z. 11/2, M.m. W. 
2^/2, P. 4-41/2 fr), am Puß steiler Felsabstürze. Das Tal, von hier 
bis St-Sulpice Val de Travers genannt, ändert seinen Charakter, 
die Areuse fließt zwischen Wiesen in der fast ebnen Talsohle. 

Der *Creux du Van oder du Vent, ein von c. 300m steil abfallen- 
den Felsen gebildeter, hufeisenförmiger bewaldeter Trichter, fast 1 St. 
im Umfang, der sich nach NO. öffnet und in dem sich bei stürmischem 
Wetter die Nebel fangen, ist von hier in 21/4 St. zu besteigen. Vom 
Bahnhof südl. über die Areuse, hinter den letzten Häusern r. durch Wald 
hinan nach (50 Min.) les Oeillons (1017m ; Erfr.) und auf dem Chemin des 
Quatorze Contours ziu- (1 St.) Sennhütte le Soliat (1386m; Erfr.). Von 
hier südl. über Matten zum (20 Min.) Signal du 0)^eux du Van auf dem 
Soliat (1465m), mit prächtiger Aussicht vom Pilatus bis zum Montblanc. 
Nun ö. am Rande des Creux entlang (Vorsicht! rot mark. Weg), nach 
c. 20 Min. 1. über die Mauer und den Sentier du Single steil hinab zur 
(20 Min.) Fontaine Froide (1148m), einer trefflichen Quelle im G-runde des 
Creux du Van. Von hier Fahrweg am Pare National (Hirsche, Gemsen etc.) 
vorbei zur (20 Min.) Ferme Robert (981m; Restaur.), am Eingang des 
Creux, und weiter nach (i/.j St.) Noiraigue. Fußweg von der Ferme Robert 
zum Saut de Brot und (50 Min.) Champ-du-Moulin (s. oben). — Auch von 
Gorgier- St- Äubin und von Boudry (S. 251) ist der Creux du Van in 
3-31/2 St. bec[uem zu ersteigen. 

Von (22,5km) Travers (751m; Ours) führt eine Lokalbahn über 
die im Tal gelegenen Ortschaften Couvd, Mötiet^s und Fleurier 
nach Buttes (Post nach Ste-Croix, s. S. 253) und St-Sidpice 
(S. 250). Weiterhin 1. Asphaltgruben. — 26km Couvet (777m ; 
*H. de VAigle\ hübsches Städtchen (2430 Einw.). Hier , wie in 
Motiers und Fleurier, wird ein vorzüglicher Absinth bereitet. 

Post 2 mal tägl. in 2 St. 10 Min. (Einspänner 10 fr.) nach (11km) La 
Brövine (I046m; Höt. de Ville, Z. IVg, M. 21/2, A. 2, P. von 4 fr. an), 



250 ly- ^- 60. ^ K. S. 848. FLETJRIEB. ^«m. 

Luftkurort mit kohlensaurer Quelle. Schöne Aussicht vom Crit du Cer- 
vdet (1290m), 1 St. s.o. — 1/2 St. s.w. der hübsche waldumsäumte Lac des 
TaüUres (1037m). 

Die Bahn steigt wieder an der nördl. Talwand. L. unten liegt 
Mötiers (738m; Maison de Ville), Hauptort des Yal de Travers (1021 
Einw.), wo J.-J. Rousseau, aus Yverdon ausgewiesen, mit Erlaub- 
nis des preuß. Gouverneurs von Neuchätel, General Keith, 1762-6.5 
lebte und seine „Lettres ecrites de la moutagne" schrieb. 

Lohnend der Besuch der Schlucht der Pouetta-Raisse (ZuÜuJJ der 
Areuse), mit malerischen Felspartien und Wasserfällen. 10 Min. südl. 
von Mötiers nicht über die Brücke, sondern r. am Bach entlang in der 
Waldschlucht aufwärts, nach 1 St. auf neuem Fußpfade hinauf zu den 
Alpweiden von la Vaux (35 Min.). Von hier mit Siegfriedkarte oder mit 
Führer auf den Chasseron (S. 252). — 10 Min. s.o. von Mötiers die Grotte 
de Mötiers, eine zerklüftete Kalksteinhöhle, in einem Seitenarm I1/2 St. 
lang; Begehung 1/4 St. weit ohne G-efahr, aber beschwerlich (zahllose 
Fledermäuse). Am Eingang ein "Wasserfall. 

29,4km Boveresse (837m), Station für Fleurier und Mötiers. 
Weiter unten im Tal Fleurier (744m; ^H.-P. Beau-Site, 10 Min. 
südl. hübsch gelegen, Z. 2-3, E. 1, M. m. W. 3, P. 6-8 fr.; ^H. de la 
Poste, im Ort, gleicher Besitzer, Z. 2, F. 1, P. 71/2 fr- ; H. Victoria, 
P. 4-6 fr., Couronne, P. 4-5 fr., Croix-Bleue, P. 4-6 fr., alle drei 
am Lokalb ahnhof), ansehnlicher Ort (3746 Einw.) mit bedeutender 
Uhreuf abrikation , in freundlicher Lage, als Sommerfrische be- 
sucht. Schöne Aussicht (Fahrweg in l^^, Fußweg in Y2 St.) vom 
Cholet-Restaur. du Riyhi-Neuchätelois (1000m; P. b-b^l^fr.). 

Folgt ein .546m 1. Tunnel; bei der Ausfahrt 1. unten St-Sulpice 
(754m), mit groi3er Portlandcement - und Holzstoff-Fabrik. Die 
Gegend ist, schon von Boveresse an, wieder höchst malerisch. Zwei 
Schlucht-tJberbrückungen und wieder zwei Tunnels. Unten ent- 
springt die Äreuse (S. 251) als starker Bach (Cementwerk mit 
Wasserfall, 799m), angeblich der unterirdische Abfluß des l^/g St. 
u. gelegenen Lac des Tailleres (s. oben). 

Bei (36km) Bayards (946m) erreicht die Bahn ihren höchsten 
Punkt; weiter durch ein einförmiges Tal (Torfstiche). 39,3km 
Verrieres - Suisse (933m; H.-P. Terminus, beim Bahnhof, P. 
4-5 fr., gelobt; H. de Ville, P. 5-6 fr.), der letzte schweizer Ort, 
bekannt durch den Übertritt der fi*anz. Ostarmee unter Bourbaki 
im Februar 1871 (Post über Cöte-aux-F^es nach Ste-Croix in 
372 St., s. S. 253). Vor (41,2km) Verrieres-de Joux oder V.-France 
(921m) über die französische (Frenze (Gepäckrevision erst in Pon- 
tarlier). Bei St-Pierre de la Cluse wird die Gegend wieder inter- 
essant. Der Engpaß la Cluse ist befestigt ; 1. auf der Höhe das Fort 
de Joux, r. noch 30m höher das neue Fort de Larmont ß. ein 
Denkmal zu Ehren der „letzten Verteidiger des Vaterlandes" im 
Febr. 1871. Die Bahn überschreitet den Douhs. 

52,3km Pontarlier (839m; *i7: de la Poste; H. de Paris), 
s. BsedeJcer, le Nord-Est de la France. 

Von Pontarlier nach Cosaonay über VoZlorbe s. R. 65. 



251 



61. Von Neuchätel nach Lausanne. 



74km. Eisenbahn in IV2-2V2 St. für 7 fr. 80, 5.50, 3.90 c. (bis Genf in 
23/4-41/4 St. fllr 12 fr. 70, 8.90, 6.35 c). Links sitzen! Wer nach G-enf 
fälu't, muß bei einzelnen Zügen in Eenens (S. 253) umsteigen; man frage 
den Scliaffner. — Dampfboot auf dem Neuenhurger See nur z-wischen 
Neuchätel und Murten und zwisehen Neuchätel und Estavayer (S. 256). 

Bis (ökm) Äuvernier s. S, 249. Die Bahn verläßt bis jenseit 
Bevaix den See. Bei (8km) Colombier ("Couronne; Cheval- 
BlancJ, mit 2058 Einw., altem Schloß, jetzt Kaserne, und schönen 
Alleen, wächst ein vorzüglicher Weißwein. 

9km Boudry (516m); das Städtchen (470m; H. du Lion-d'Or), 
Geburtsort des Eevohitiouärs Marat (1743-93), liegt 20 Min. unter- 
halb an der Areuse (Trambahn nach Neuchätel s. S. 243). Kleines 
Museum mit Pfahlbaufunden. 

*Gorges de 1' Areuse : entweder vom Bahnhof Boudry 1. hinab auf 
die Fahrstraße, die am r. Ufer der Aieuse unter dem Bahnviadukt hin- 
durch zum (25 Min.) Elektrizitätswerk der Stadt Neuchätel beim Pont des 
Clees führt (s. unten); oder vom Bahnhof r. über die Bahn (der Viadukt 
bleibt 1.) durch das Dörfchen Tt^oisrods, vor dem letzten Hause 1. zwischen 
zwei Mauern, in 20 Min. zur ersten Brücke (Pont des CUes) am Eingang 
der Schlucht hinab. Ein zum Teil in den Felsen gehauener Fußweg (rot 
markiert) gewährt schöne Einblicke in die malerische enge bewaldete 
Felsschlucht der Areuse. Nach der zweiten Brücke (Pont du Gor) r. oben 
die Grotte dit Four und die Grotte de Vert. Bei der (15 Min.) dritten Brücke 
(Pont de Vert) ist der schönste Teil der Gorges zu Ende. Der "Weg 
fühi-t von hier weiter an der Areuse entlang (r. oben die Bahn nach 
Pontarlier mit ihren Tunnels) an dem Elektrizitätswerk für Chaux-de- 
Fonds vorbei, zur (55 Min., l^U St. vom Bahnhof Boudry) Haltestelle 
Ohamp-du-Jloulin (S. 249). Noch bequemer ist es, wenn man die Bahn 
bis Champ - du - Moulin benutzt und dann durch die Gorges nach Boudry 
hinabgeht. Von Chambrelien (S. 246) führt ein guter Fußpfad (blau 
markiert) in 50 Min. nach Champ - du-Moulin , sowie ein zweiter (grün 
markiert) über den Gorges hin zum Pont des Clees. 

Von Boudry auf den Creux du Van, 8-31/2 St., s. S. 249. 

Die Bahn führt auf großartigem Viadukt über das tiefe Tal 
der Areuse und tritt jenseit (13km) Bevaix wieder an den See. 
I7km Gorgier-St-Äubin. 

1,5km n.ö. beim Dorf Gorgier das stattliche Schloß Goi'gier (518m), 
aus dem xvi. Jahrb., Anf . des xix. Jahrh. größtenteils erneut, einst Sitz der 
1718 ausgestorbenen Grafen von Neuenburg, jetzt Eigentum des Hrn. Ant. 
Borel. Schöne Aussicht auf den Neuenhurger See und die Montblancgruppe. 

20km Vaumarcus, mit wohlerhaltenem Schloß (von hier auf 
den Moni Avbert, 1300m, mit lohnender Aussicht, 2 St. m. F.). Bei 
(25km) Concise (443m ; H. de la Gare, gut) wurden viele Reste von 
Pfahlbauten gefunden. In den nahen Wäldern riesige Granitblöcke. 
Post 2 mal tägl. in l^/^ St. nach (6km) Provence (780m ; P. Le Ravin), 
Luftkurort in hübscher Lage. — 28km Onnens-Bonvillars. 

33km Grandson (438m; Lion-d'Or; Croix-Rouge, nahe dem 
Bahnhof; H. de la Gare, M. 2V2 fr-, gelobt), malerisches Städtchen 
von 1771 Einw., mit hergestelltem stattlichem Schloß des Baron 
Blonay (von der Terrasse Aussicht). Die alte Kirche, romanisch 
mit got. Chor, gehörte einst zu einer Benediktiner- Abtei. 

Schloß Grandson, ursprünglich Sitz der Grafen von Grandson und 



252 IV. R. 62. ~ K. S. 248. YVERDON. Von Neuchdtel 

angeblicli um das J. 1000 erbaut, wurde 1475 von den Bemem erobert, 
im Febr. 1476 von Karl dem Ktibnen von Burgund besetzt. Wenige 
AVochen später, am 3. März 1476, -wTirde der Herzog von den Eidgenossen 
in der Nähe von Grrandson überrascht und trotz großer Übermacht (an- 
geblich 50 000 Burgunder gegen 20 000 Schweizer) völlig geschlagen. Un- 
ermeßliche Beute fiel in die Hände der Sieger. 

Von Grandson Post im Sommer tägl. in 3 St. über Fiez und Fon- 
taines nach (12,skm) Mauborget (1176m; *H.-P. Belleime), Bergdörfchen 
in schöner, geschlitzter Lage, mit prächtiger Aussicht auf den Neuen- 
burger See und die Alpen bis zum Montblanc, als Sommerfrische besucht. 
10 Min. ö. die schön gelegene M6tairie de la P^dotise (erratische Blöcke; 
riesige Buchen). — Von Mauborget auf den Ohasseron Hb. unten) 2 St.; Fahr- 
straße nach Ste-Croioi (s. unten) in 2 St. 

Die Balm umzieht das SW.-Ende des Sees und üb er schreitet 
die Thiele. 

36kin Yverdon (438m; H. de